Glaube an GOTT den Vater Allwächtigen Schöpfer Himmels und der CErden 3 Gb 743 Raphael gem 32. Stahlstich v Carl Maver's Kunst- Anstalt Nbg Er ward vor ihnen verklärt! Matth.17, 2. Verlag von Carl Mayer in Nürnberg Berbeifentre Gefargbuch Des en Gottesdienste Privat- Erbawing, Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. Caffel, 1868. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. G6 73 เรา มา นาน ฝ่าย ข่าย ว 1₁ 0 pimpidopriate ความ หวาน Univ- Bibl. Giessen spilisd meg Inhalt. ME Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 002 mude pim and half( 12) 1) Vom Worte Gottes, Num. 1- 13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Num. 14-41. 3) Von der Schöpfung, Num. 42- 48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49- 69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70- 77. O 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78 bis 88. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt, Num. 89 98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Num. 99-119. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120 123. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124- 152. Bon dem Begräbniß Jesu, Num. 153-155. 1* 4 Inhalt. 11) Von der Auferstehung Jesu, Num. 156. 172. 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sigen zur Rechten Gottes, Num. 173- 189. 13) Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht, Num. 190-196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Num. 197-207. 15) Von der christlichen Kirche, Num. 208, 217. 16) Von der heiligen Taufe, Num. 218- 221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Num. 222-234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Num. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen und ihrem Trost bei 1970 der Unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242- 259. = 20) Vom Tode der Gläubigen und der Auferstehung der Todten, Num. 260 272. 21) Von dem ewigen Leben, Num. 273-280. 3 weite Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung, Num. 381-302. 23) Vom Glauben, Num. 303-322. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel überhaupt, Num. 323-352. 25) Von der Erkenntniß Gottes, Num. 353-356. Inhalt. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Num. 357-367. 27) Von der Furcht Gottes, Num. 368-371. 28) Von dem Vertrauen auf Gott und der Ergebung in seinen GHTS Willen, Num. 372= 397. 29) Vom Gebet, Num. 398 405. 30) Gebetlieder: and 5 1. Allgemeine, Num. 406-415. 495 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Num. 416-418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Num. 419. Im Kriege, Num. 420-421. In Theuerung, Num. 422. In Seuchen, Num. 423. Jn Krankheiten, Num. 424. Auf der Reise, Num. 425. Bei Gewittern, Num. 426 bis 428. Fürbitten: für die Obrigkeit, Num. 429; für die Prediger Num. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Num. 431 bis 432; der Aeltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Aeltern, Num. 433-434; einer Waise, Num. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Num. 436-437. Loblieder: 1. Allgemeine, Num. 438- 458. 2. Besondere, Num. 459 463. = 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahrs, Num. 464 bis 469. 33) Morgenlieder, Num. 470-479. 34) Abendlieder, Num 480- 489. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Num. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Num. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Num. 496- 498. 38) Von der Sorge für die Seele, Num. 499-507. 6 Inhalt. 39) Von der Sorge für den Leib, Num. 508-511. FOR 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Num. 512-514. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. + Hall( es 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Num. 518 bis 531. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode, Num. 532- 542. 44) Bon der Liebe des Nächsten, Num. 543-547. UFE 45) Von der Gerechtigkeit, Num. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num. 553-555. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Num. 556- 558. elint asist Erster Theil Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörung des göttlichen Wortes. 1. K omm heil ger Geist, = erfüll die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feur deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft, in Einigfeit des Glaubens. Al- lelu- ja, 28 Mel. O Gott, du unser Vater. 2. 6 ott, der du unser Bater bist, durch Jesum Christ, gib, daß dein Geist jetzt mit uns sei, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sei dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, laß nichts die Andacht stören! Du lehrest uns in deinem Wort, wirk auch, daß wirs so hören, daß wir dich hier, und ewig dort, in Heiligkeit verehren! Al- lelu- ja, M- lelu- ja. Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja fingt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die ganze Gemeinde. 8 Erster Theil. Vom Worte Gottes. - Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu. 3.$ err Sesu! send uns deinen Geist, den Geist, der, wie Himmels Erben, lehr une leben, lehr uns sterben. Gnade uns regiert, und auf den Nach dem öffentlichen Gottes dienste. Mel. Liebster Jefu, wir find hier- 4. Mel. Liebste dein Wort verheißt, mit feiner 5. Höchfte öchster Gott! wir danken dir, daß du uns dein auch wir nach demselben heilig leben. Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen tund; rühr unser Herz, stärk den 2. Unser Gott und Bater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schenk uns deine Kraft dazu; gib zum Verstand, so wird dein ein Nam uns Wissen auch das Wollen, und zum Wollen so wird alles wohl gelingen. an Mel. Es ist das Heil uns kommen ze. recht bekannt. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd und Him 6. M mel preift, dir Vater, Sohn und heilgem Geist, dir heilige Dreieinig teit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! 4. ir Menschen sind von selbst, o Gott, zum Geistlichen iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden untüchtig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, find viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg zu dir nicht zei- get. ganz zu dir gezogen werden. 2. Drum sind vor Zeiten ausge 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt fandt Propheten, deine Knechte; fe mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht wurden damals schon bekannt den deines Geistes Kraft uns mit Licht Menschen deine Rechte. Zuletzt ist von Gott erfüllet. Glaubend lehr aufs Wort uns merken; laß es uns zum Leben stärken! noch dein lieber Sohn, o Bater, von des Himmels Thron felbft kommen uns zu lehren. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit hast du dir uns auserforen; lehre deines 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuern Wort dich zu uns reden hören. Mack Erster Theil. Vom Worte Gottes. — uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. O laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr an uns fich träftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gib, daß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Bater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Same wird am Weg fofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu teiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dornen fällt, wird von der Secg und Lust der Welt verderbet and ersticket. Mel. Wer nur den lieben Gott. ein Wort,& Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unfre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. Oselig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit 9 Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Fins sterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theur in deinen Augen ist. 7. Mach uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande: daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrim- gest nicht. schaft den Weg der Sünder meiden. 4. Gott, deine Zeugnisse find beffer, Gib uns ein Herz, das an dir haft' und mehr der Sehnsucht werth, als auch in den schwersten Leiden. Herr! Gold. Ihr Werth ist föstlicher und unser Herz ist vor dir bloß; mach größer, als alles, was die Erde zollt. uns von eitlen Sorgen los, und Wer das thut, was dein Wort gebeut, allen bösen Lüften. dem ist dein Segen stets bereit. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen gibst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lit9. Laß uns dein Wort beständig 5. Drum laß auch mich mit Luft sein ein Licht auf dunkeln Wegen. betrachten, was mich dein Wort, o Erhalt es bei uns hell und rein, Höchster, lehrt, und mit Gehorsam umb laß uns seinen Segen, Kraft, auf das achten, was es von mir zu Rath und Trost in aller Noth, im thun begehrt; so fließen Trost und Leben und noch mehr im Tod, mit Seelenruh auch mir aus deinem frohem Herzen spüren. Worte zu. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sich weit verbreiten. Dmöchte deine Gnadenlehr, Herr Jesu, jeden leiten! Oheilger Geist, 8. setz durch dein Wort dein Wert bei uns beständig fort; stärk Hoffnung, Glaub und Liebe. Mel. O Gott du frommer Gott. I willst, Gott, daß mein Herz zur Heiligkeit gene- se; 10 Erster Theil. - drum gib, daß ich dein Wort, oft und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sei dir für dies 3. Mein Gott, vor welchem ich jetzt meine Hände falte, gib, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Nath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! Wort, den größten Schatz der Welt. 10. Find ich in deinem Wort noch 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehr- manche Dunkelheiten, so laß mich furcht und Vertrauen, mit Luft und einen Freund, der mehr, als ich sieht, frommem Ernst dadurch mich zu erleiten. Ein forschender Verstand, der bauen. Du bists, der in der Schrift sich der Schrift geweiht, ein ange zu meiner Seele spricht; o segne doch fochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. an mir, Herr, deinen Unterricht. 5. Gib, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. D stärke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. Vom Worte Gottes. und die Vernunft alsdann nehmen, wenn Gott sich ist der Geschöpfe Pflicht; und weise spricht. Demuth ists, zu glauben, was Gott 6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läss'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untriglich ist dein Wort; o laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du biste, 9. G der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 7. Spricht sie geheimnisvoll, so laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Witz verlangt, ist meines Glaubens werth. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, gefangen offenbart, 9. Erinmre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort ſei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 11. Stets sei dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! Mel. Nun danfet alle Gott. elobt seist du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. O, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. O Höchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, bloß andern Menschen glauben! Das heißt, Erster Theil. Vom Worte Gottes. 11 fich selbst den Grund zur ewgen Ruhe| Es sei mein Theil; es sei mir Heil rauben. Wer treulich hier dein Wort und Kraft zum ewgen Leben. zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. - 10. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 4. Mein Gott, bewahre mich vor 11. Der du das Daſein mir gegeben, preis ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben! durch Chri der Luft und Kräfte gibt, daß man stum schenktest du es mir. Kein Licht, die Wahrheit tein Troft erfreute mich, fennt ich erfährt und übt. nicht, Jesu Christe, dich. aller hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Gib deinen Geist ins Herz, lernt, prüft, glaubt, Mel. Ach Gott und Herr. G ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß teinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 1 5. Dein ewger Rath, die Misfethat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Mith vermag ichs nie! dein Wort gibt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hafts una graehen. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums sein; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt ich des Richters Rache scheun; ich fände keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hält Gott fünftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Trost, den sie verspricht? Ach! ohne Christi Licht und Heil wär Finsterniß und Tod mein Theil. 5. Ja, du haft mich den Finsterniffen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Lust, und feines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! 12 Erster Theil. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4 err, mein Licht! erleuchte mich, daß ich mich und 13. D 12. Herr, - dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Sa, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben Vom Wesen Gottes lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. uns, Bater, dein im Leben und im Tode freun. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz Gott, mit wildem ausgelaßnem 2. Ein Haufe Lästrer wagts,• auch folgfam sein, den erkannten Spott, den Heiland, deinen Sohn, Weg zu gehen. Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. Mel. des 100. Psalms. Her er Spötter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir 3. Ach, ihrer Lehre Beft, o Herr, schleicht jetzo nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Le ben durch dein Wort! 5. Beschütze uns, Herr Jesu Chrift, der du zur Rechten Gottes bist. Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du hast von Ewigteit gefehn, wie lange noch ihr Trotz bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! fie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gib, daß vor der Todesnacht zur ernsten Reu ihr Geift 7. D, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. erwacht. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. O Gott du frommer Gott 8. laß mich stets vor dir voll Ehrerbies 14. Anbetungswürdger Gott! tung sein. mit Ehrfurcht stets zu 2. Du bist das höchste Gut; du nennen, du bist unendlich mehr, als weißt von keinem Leide; stets ruhig wir begreifen können. Oflöße mei- in bir selbst schmeckst du vollkommne nem Geist die tiefste Demuth ein, und Freude. Dein ist die Herrlichkeit. und seinen Vollkommenheiten. 13 Mel. Allein Gott in der Höh set Ehr. 3. Du riefft dem, das nicht war, 15. D er Herr ist Gott um Lust und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst fie gern zu segnen, zu erfreun. und keiner mehr. Frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in Auch ohne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten find, Höchster, vor dir Staub. Auch Geister fannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schützet. Den Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer mer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronft, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. feinem ganzen We- sen. 2. Ihn trifft kein Wechsel flüchtger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst ist er, sonst keiner! Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war Er; noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offen 8. Was wir, Unendlicher! von dei- bar in seiner Werke Wundern. 4. Was wären wir, wenn seine nem Wesen wissen, das hast du selbft zuber uns offenbaren müssen. Die Kraft uns nicht gebildet hätte? Er Schöpfung zeugt von dir, und deines fennet uns, und was er schafft, der Sohnes Mund macht uns noch deut- Wesen ganze Kette. Bei ihm ist licher, Gott, deinen Namen fund. Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber der maleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indes sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von fallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott. erhöhn. 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedan ten selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit 14 Erster Theil. Bom Wesen Gottes und Huld, barmherzig, gnädig, voll es bleibet ewig stehen. Erforsch ich Geduld, ein Bater, ein Verschoner. gleich dein göttlich Wesen nicht, fo gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst; so sei mirs gnug, daß du mich selig führft. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! du hast Unfterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dant zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. bes 8. Psalms. — 16. C rhabner Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Nath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? D, mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht Hintergehen. Dein Wort ist wahr; 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. an dich, so fühl ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich 17. G ott mache du mich bist, und daß umschränkt mein selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgibet. 2. Du bist der Herr, und keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr; kein Helfer, noch Erretter ist außer 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. to und seinen Vollkommenheiten. dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 3. Du bist der höchst vollkommne Geist, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 15 tigkeit, und deine Wege preise, fo wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Missethat so fern hinweggenommen, als Morgen ist vom Abend. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. Gott, was sein wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheun, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freun, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. 10. Gott, deffen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dränest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 7. Boll höchster Weisheit bist du, Gott! fein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gib, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch lebels weder denk noch thu, denn dir ist nichts verborgen; du prüfeft Herz und Nieren. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, retten, die lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach 18. an ihm zu üben. Gib, daß mich deiner Allmacht Schutz stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Trut, nur deine Strafe schrede; du tödtest Leib und Seele. 11. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde setze, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schäße, bis ich dort, o mein Heil und Licht, dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, fannst keine Sünden dulden, wer sagen will, er sei dein Knecht, der meide Slindenschulden. Gib, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Ernst befleiße, nachjage der GerechMel. des 27. Psalms. uf! auf! mein Geist, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: nur er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mit 16 Erster Theil. - Vom Wesen Gottes er Sünder strafen soll, und bleibt frohem Jubelscha, und geh in die Lieb in alle Ewigkeit. sein erhabnes Heiligthum. 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet, und zu ihm: lieber Vater! sagen kann. Er, er ist es, den Gott den Seinen nennet! Gott sieht ihn 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, Gott von unendlicher Voll- als sein Kind recht zärtlich an! kommenheit: von ihm, zu ihm, durch Nichts ist so hoch, nichts kann so ihn ist, was gewesen, und ist, und sein herrlich sein! der höchsten Fürsten wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie hocherhabner Stand ist, gegen dies Er, hat seines Gleichen nicht: ein Gott, zu rechnen, lauter Tand; es ist zu vor desfen höchsten Majestät der Engel schlecht, es bleibt ein leerer Schein. selbst gebückt und zitternd steht! Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke Acht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ewgen Kraft und Gottheit Pracht. Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr; Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen stets sich regt, und spricht: Er ist der Herr und keiner mehr. 8. Herrscher, wie soll ich dich gnug erheben! Auch mich hast du den Deinen zugezählt, in Christo brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar seh ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 9. Indes, mein Geift, auf! auf! ihn stets zu loben. Auf! auf! erwecke dich und säume nicht! Was in dir ist, werd sanft und still erhoben zu Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob ihn im Vorhof schon mit frohem Schall, einst öffnet sich 4. Was gut und fein nur kann genennet werden, was uns mit Luft und Lieblichkeit anlacht, was in sich faßt der Himmel sammt der Erden, der große Bau, voll Schönheit und voll Pracht, und was dies Rund nur Köstlichs in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und dir selbst das Heiligthum. deffen unerforschten Fülle her; der Quell, der immer überfließt. Er ist 5. Von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende ist Er, und wird auch stets derselbe sein. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird flar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchst selig, fennet er kein Ungemach; Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 19. GE ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts: so find 6. Was er verspricht, dem kann man freudig trauen, die That stimmt und leben Welten. Und er gebeut; mit den Worten überein. Auf Men- so fallen durch sein Schelten die Himschen kann man niemals sicher banen; mel wieder in ihr Nichts. doch Gottes Ja ist ja, sein Nein 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl ist nein. Voll Billigkeit ist sein Ge- die beste. Er herrscht als Gott, unk richt allzeit, groß von Geduld ist er seines Thrones Beste ist Wahrheit und und Mitleids voll, nur langsam, wenn! Gerechtigkeit. und seinen Vollkommenheiten. 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und UnderSeligkeiten, ohn Anfang Gott, Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? und änderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, 20. Gott, du bist von Ewigund seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. teit! dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit; du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Iminer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. Feind derer, die das Unrecht üben. 4. Immer bleibst du, Gott! ein Immer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getreue, der das hält, was er verspricht. O, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreur zu bleiben. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder geheft. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Nath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm! 13. Du tränfst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Lust mich in deinem Willen libe! Dann, o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlfein fehlen. 7. Erd und Himmel wird vers gehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur du bleibst mir ewig stehn; deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, 15. 3ft Gott mein Schutz, will Herr des Himmels und der Erden, Gott mein Retter werden, so frag dieje deine Ewigkeit einen starten ich nichts nach Himmet und nach Antrieb werden, dich zu lieben, die Erden, und biete felbst der Holle zu trauen, und auf deinen Troft zu Truß. bauen. 2 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 18 Erster Theil. dem 102. Pfalm. Mel. von Nr. 16. err flucht aller Zeiten, denn du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. Aus - ma Vom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine 21. deine und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. 22. 11 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie du bist; denn keine Zeit umgrenzet doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte; du schützest sie mit deiner starken Rechte, du läss'st ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, tein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! Mel. Gott sei Dant in aller Welt. nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchfte. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weif allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott, bekannt, eh die Welt 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du ligest! nicht gefinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleie bet, was er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß. Zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plöße lich wieder, was ihn freut. 8. Sollt ich denn auf Fleisch vere traun? nicht, mein Heil, auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein soll sich meine Seele freun. Sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! Von der Allwissenheit Gottes. Der 139. Pfalm. Mel. D Gott du frommer Gott 23. Dur err, du erforschest mich; die kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schafe fest, was ich thu, du ordnest, du bes schließeft, was mir begegnen soll. Ere staunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Lief hinab, auch hier bist du mir nah. und feinen Vollkommenheiten. 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 19 du klar, du prüfest Herz und Nieren, und nichts bleibt dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz be gehrt, das weißt du, eh fie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch fünftig wird geschehen, siehst du schon in Allwissenheit als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten kund, es weiter auszubreiten, und läff'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 7. Du fanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch fo heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 8. Was für Erkenntnisse! für köftliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heuche leien? Laß mich auch in der Einsam Laß 9. Erforsche mich, mein Gott, und feit dich gegenwärtig denken! prüfe, wie ichs meine; ob ich recht- Wahrheit und Rechtschaffenheit bei schaffen bin, wie ichs von außen scheine. allem Thun mich lenken, und stets Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf fal- mein Herz behülten. schem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildeteft mein Herz, Gott, des ich bin und bleibe. Jch danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. Von der Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott- 7. Mel. von Nr. 17 u Schöpfer aller 24. uwissender, vollkommner 25. D Dinge, der alles ganz Geist! des Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht; du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach dei ner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpfe Chor Zweck, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Selbst die Gedanken sind dir fund, die unsre Seele heget, eh fie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Her- 3. Mit eben der allweisen Stärke, zen offenbar; du kannst ihr Dichten mit welcher du die Welt gemacht, spüren. Den Rath der Seele siehst regierst du alle deine Werke, die 2. Die wundervollen prächtgen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 2* 20 Erster Theil. bein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. Vom Wesen Gottes stehet eilend da, was noch zuvor kein Ange sah. 3. Du haft dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleis bet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkür auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig beuget: o, dem vergibst du Sünd und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad und Huld! 6. Was für ein Wunder deiner 7. Du hast mich durch mein ganzes Macht wird unser Aug einst sehen, Leben nach deinem klugen Rath ge-[ wenn nach der langen Grabesnacht führt. Mein Geist muß dir die Ehre die Todten auferstehen, wenn du von geben, daß du aufs befte mich re- unserm Staub den Rest zu neuen giert. Leit ferner mich durch Welt Körpern werden läss'st. und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. - 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kom men, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zwed beständig, Gott, den besten Weg. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den fich dein Wille vorbehält, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit fie dich zum Leitstern wähle in ihrem fonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o gönne mir dein sichres Licht. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. S err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding fo groß und schwer, das dir zu thun 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgibet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 8. O zünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreiset, der stark und mächtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gib, daß ich traue deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. Von der Allgegenwart Gottes. Mel. von Nr. 16. vor des Gott! der alle 27. O Bing erfüllet, sen Blick fein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehu? und wohin flichn, vor dir, Herr, ungefehn? unmöglich wär. 2. Könnt ich auch schnell mich zu den 2. Tu sprichst, und auf dein mäch- Wolken sd, wingen, und wieder schnell tigs Wort fällt alles dir zu Füßen. bis in die Tiefe dringen: so hielte mich Tu führeft deinen Anschlag fort bei doch deine Hand auch da; denn wo allen Hindernissen. Tu wints, so, ich bin, da bist du, Herr, mur nah und seinen Vollkommenheiten. 21 3. Dein Auge sieht, was Nacht und und bleibt auch eine böse That bor Abgrund decken, es kann sich nichts aller Welt verhehlet: so weißt du sie, vor deinem Licht verstecken; du kennst und strafest mich zu meiner Beßrung genau das Innre der Natur, der väterlich. ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künftige gelehret; du aber weißt, was fünftig wird geschehn, und läsf'st auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Bater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, und siehst, wenn sie im Stillen vor dich treten; noch eh ihr Mund dir ihren Kummer sagt, vernimmst du schon, was dir ihr Seuf zen klagt. 6. Bor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlitz wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getroft vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 8. O priife selbst die innersten Ge- 29. GE danken, ob sie vielleicht von deiner Nichtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. Mel. Machs mit mir, Gott, nach 26. 28. Nie bist du, Höchster! von du an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weisfest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. - 6. Obrück, Allgegenwärtiger! dies tief in meine Seele! daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seift, das tröst und beßre meinen Geift. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; Von der Heiligkeit und Gerech tigkeit Gottes. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- Pf. 42. ott, vor desfen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt! Ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß fie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen; denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was deine Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 22 Erster Theil.-Vom Wesen Gottes 3. Herr, du willst, daß deine| stimmest jedem seinen Lohn, dem Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Frommen und dem Sünder. Nie Nie besteht vor dir der Sünder, stehst du die Personen an; allein auf denn du bist vollkommen rein. Du das, was wir gethan, siehst du als bist nur der Frommen Freund. Uebel- rechter Richter. thätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. Tha 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zei gest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. His 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Ver brecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet.d 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, das Feuer, das auf Sodom fällt, Aegyp tens lange Plagen, und andre Bunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sün dern lohnest. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 809 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin., so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du felbft verheiff'st, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligfeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. G 7. Bleibt hier viel Böses unbe straft, viel Gutes unbelohnet, fo kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; da stellft du, Herr, ins hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann trium #phirt der Fromme. erechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Ange- 8. Gerechter Gott, laß mich, wie sicht auch mir mein Urtheil fällen. du, das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sei meines Her zens Muster. O, laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst befliffen sein, 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Neue sehen: so laß mich die Gerechtigkeit, 2. Du siehst von deinem festen die mich von Straf und Schuld be Thron auf alle Menschentinder, befreit, im Glauben eifrig suchen. vor dir einst zu bestehen. stund seinen Vollkommenheiten. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 31. Noch nie haft du dein Wort deinen - Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmei auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheiBen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wenn du Vergeltung ütbest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns je mals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? du bist ein Fels, bein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Mel. Gott des Himmels und der. 32. M 23 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. Sie soll ihren Zwed erreichen, den 4. O drücke dies tief in mein Herze, sie ewig sich gestellt. Ist die Welt daß es vor deinem Wort sich scheut. voll Heuchelei: Gott ift fromm, gut Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze und getreu. mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie 4. Will die Welt den Frieden bres werde das von mir gewagt, waschen, hat sie Krieg und Streit im dein Befehl mir untersagt. Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. Ihm vertraun ist stets Gewinn; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 6. Wie stark sind unsers Glaubens Gründe! hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. eicht ihr Berge, fallt ihr Hügel! Berg und Felsen stürzet ein! Gottes Tren hat dieses Siegel: sie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreis untergehn; Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, seinen Bund mit mir ges macht, der wird nimmermehr ges brochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er faget, das geschicht. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen; ist sein Herz doch treu gefinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sei sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt empört. Ihre Liebe mag erkalten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn und Schild. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O trane Gott, der treu es 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmeint. Such ihn zum Muster anzu- mer; so hat er sich selbst genennt; nehmen, und sei auch aller Lügen welch ein Trost! nun werd ich ArFeind. Beweise dich als Gottes mer nimmermehr von ihm getrennt. Kind, bei dem man Treu und Wahr- Sein Erbarmen läßt nicht ihn fich heit findt. mir jemals ganz entziehn. 24 Erster Theil.- Vom Wesen Gottes 8. Nun, so soll mein ganz Ver- 4. Und diesen Gott sollt ich nicht trauen unbeweglich auf ihm ruhn! ehren? Und seine Güte nicht ver Felfen will ich auf ihn bauen; was stehn? Er sollte rufen, ich nicht hö er sagt, das wird er thun. Erd und ren? Den Weg, den er mit zeigt, Himmel kann vergehn, doch sein nicht gehn? Sein Will ist mir ins Bund bleibt ewig stehn. Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. Von der Liebe und Güte Gottes. Mel. des 66. Psalms. 33. W ie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei evig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte find fie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 5. Dies ist mein Dank; dies ift sein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! sie stärk in mir die guten Triebe, tröste mich zur Zeit der Schmerzen; mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie fie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 34. D Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun haft du Lust. Der Quälsucht harte Triebe sind deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gränzen ist deine Gütigfeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht, und hast uns Sündern allen noch Leben zugedacht. und seinen Vollkommenheiten. 2. Als du uns hießzest werden, da schufft du uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles 35. E deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Vaterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug erkannt. Dorthin uns zu erheben, ist, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ewger Sohn dahin. Mel. Wie schon leuchtet der. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Bußze; und wenn, zur Reu bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so siehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. Gott, des starte Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du und voll Wohlthun nach mir Armen. tommest unsern Sorgen zuvor mit 2. Seh ich den weiten Himmel an, deiner Batertreu. Du, Ursprung aller so viel ich davon sehen kann, so seb Gaben! Du weißt, was uns gebricht, ich deine Güte. Der Himmelskörper und, was wir nöthig haben, versagst du, Gott, uns nicht. Von Wohlthun, das du übest, sind unsre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschiehts zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Luft. Mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Luft. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Bater, thun? 25 Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Ges müthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke! 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Güte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich seh und hör und fühle fie in Feld und Wald, an Thier und Vich. Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben! 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weiht, den setest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du frönest seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ewgen 5. Schau ich mich selber achtsam Freuden hin. Wie theur ist deine an, so viel ich mich beschauen kann, Güte! Gott, laß mich ihrer freun, so seh ich deine Güte. Die zeiget und stets mein ganz Gemüthe voll mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ihres Ruhmes sein. ein jeder Tritt, mein Geist und ganz 26 Erster Theil. Vom Wesen Gottes Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud erquicken? Wer kann und nur dir zu Ehren leben. der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will sie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit? quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schütze sie, die alle Faschheit hassen! 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir! Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, bir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Der 36. Pfalm. Mel. des Psalms. - 36. G ott, deine Huld und Gültigkeit erfüllct alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! 37. G Und alles sagt: daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei! EH werden Berge weichen, eh uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem mur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang du bist, viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleich wohl, Bater, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur BeßErbarmung vor dir finden. rung zu bewegen. 2. Dein sind die Menschen, dein 2. Der Menschen Elend jammert das Vieh! du, Gott, erhältst, er- dich. Wenn sie sich gleich verstocken nähreft sie, wer kann dich gnug er- so suchst du sie doch väterlich durch heben! Du Gott voll Gnaden, voll Huld zu dir zu locken. Wie lange Geduld, stets fühlen deine Vaterhuld, sahst und riefest du nicht ehmals die hier auf Erden leben. Wer gibt deinem Volfe zu, daß sich ihr Herz dem Menschen sichre Ruh? Wer, bekehrte! wie trugst du nicht mit Univ.- Bibl. Giessen von der Geduld und Langmuth- Gottes. etreuer Gott! Wie Sell und seinen Vollkommenheiten. Guitigkeit die erste Welt so lange Beit, eh fie die Fluth verheerte! 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läff'st den unfruchbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sei, nicht auf, an ihm zu bauen. 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o, nicht weniger Geduld hast du mit beinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Netze stellt, oft ficher, matt und träge. Sie strauchein, fie vergehen sich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 5. Du rufeft ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du trägest sie mit Vaterhuld, bift willig, ihre Sündenschuld durch Chriftum zu vergeben; gibst ihnen und erbarmt neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Pilgrimschaft ein ewig Freudenleben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müffe deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gib uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde haffen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gültigkeit zur Buße leiten lassen. Mel. Wunderbarer König. TATYST 38. 11 27 und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz dei ner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich haffen: Herr, wer kann das faffen? 4. Du vergibest Sünde, hörft der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet, sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. numschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die zum Irdischen kaum taugen, daß sie in die CEFF Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. so verschoneft, und uns nicht nach 6. Höchster, sei gepriesen, daß du Werken lohneft. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Lob der heiligen Dreieinigkeit. 39. Gott, Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. ott, unserm Gott allein sei Ehr! Ihm Dant für seine Gnade! Uns drücket mun fein Zorn nicht mehr! geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Vater, wir verehren dich, Pilgerschaft im Glauben selig schliemit Loben und mit Danken; denn sen. Wir wollen dir gern folgen. du regierest ewiglich, dein Thron 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden kann niemals wanten. Herr, alles, schon als unsers Gottes freuen. Herr, was du sprichst, geschieht, so wie dein segne uns von deinem Thron, daß Aug auf alles sieht. Wohl uns, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das du regierest! Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen 3. Christe, Gottes einger Sohn! wir hier leben; und du wirst nach für uns ins Fleisch geboren! Kamst vollbrachter Zeit uns einst dahin erdu nicht von des Himmels Thron, heben, wo wir dich ewig schauen. so waren wir verloren. Sei uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns alle starbst du ja! Erbarm dich un- 41. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. nach Würden dich zu heiligste Dreieinigkeit! fer aller! 4. O heilger Geist! du theures ehren, bemüht sich deine Christenheit; Pfand, du Tröster der Erlösten! Er- dein Lob läßt sich stets hören. Wie leucht mit Weisheit den Verstand, hoch bist du, wie wundersam! Anund komm, das Herz zu trösten. Sei, betungswürdig ist dein Nam, dein we wir wandeln, unser Licht! Wesen unerforschlich. laß uns auch im Tode nicht! traun auf deine Treue! VerWir 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Allers höchsten Segensspur; doch Dank sei feinem Worte! es zeigt uns ihn erst 40. das Gott arrecht, er heißt: Gott Vater, Sohn Mel. von Nr. 17. err, unser Gott, wer ist men Sünders. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepriesen! Du Bater, haft von aller Zeit in grenzenloser Ewig keit den Sohn, dein Bild, gezeuget. 4. Du schufft den weiten Erdenkreis mit gnädgem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen; Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trägest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'st mit weiser Güte. 3. O Jesu, ewger Gottessohn! Du 5. O bester Bater, steh uns bei, Heil, darauf wir hoffen! Durch dich uns, deinen armen Kindern! wir seh steht zu des Vaters Thron der Weg len oft noch, ach verzeih, verzeih uns wieder offen. Uns zu befrein uns armen Sündern. D, unsre Noth von Sünd und Tod, kamst du zu ist mannigfalt; errett uns, Herr, und uns auf Erden. Olaß uns, unser hilf uns bald, zeig dich an uns als Herr und Gott, froh deines Segens Vater! werden, und dir im Glauben dienen. 4. heilger Geist, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Luft und Kraft. Laß uns des auch genießen! damit wir unsre geboren. höchste Wesen. Und doch haft du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlefen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 6. Herr Jesu Christ, des Ergen Sohn, von Ewigkeit geboren! Du herrsch'st auf deines Vaters Thron, zu unserm Heil erkoren. Durch dich erschuf er diese Welt, du bists, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott und seinen Vollkommenheiten. 29 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, 10. O heilger Geist, du Seift des wer dich sieht, sieht den Vater; ein Herrn, durch den wir Abba schreien, Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein nur du kannst uns, und thust es gern, Helfer, ein Berather des Menschen. zu seinem Bild erneuen. Durch dich Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine wird unsre Hoffnung fest, und wenn schwere Schuld durch dein unschuldig uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Leiden. Trost noch kräftig. 8. Nun sitzest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott! du bists, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. 11. Geist des Gebetes, steh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dantbarkeit, mit wahrer Reu zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getroft und selig sterben. 9. Von Ewigkeit warst du auch 12. Gott Vater, Sohn und heil schon, o Geist, Quell aller Wahr- ger Geist, wie groß ist deine Güte! heit, Gott mit dem Vater und dem sei ewiglich dafür gepreist, mit freuSohn, erfüllt mit höchster Klarheit. digem Gemüthe! Wenn dich der Engel Vom Vater und vom Sohn gesandt, Chor besingt, wo heilig, heilig, mach uns die Gottheit recht bekannt heilig klingt, so hör hier unser und ihr zu dienen willig. Lallen! 3) Von der Schöpfung. Der 19. Pfalm. und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt; denn wer Wuns 42. De simmel rufen, berbahn, und betet nicht den Schö-. jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Beste Ichret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Weiten Harmonie verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer hert ihre Stimme nicht? 3. Die Ordunng funsterfüllter reise verherrlicht Gott durch jedes Land pfer an? 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strahlend Zelt, als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs sich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im More gen, bis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstrent das Graun der Nacht, besecit die Welt und gibt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und gibt dem franken Herzen Kraft. Eein Wert ist ohne Falich und Trug, erhellt und macht die Einfalt flug. 30 Erster Theil. Von der Schöpfung. 7. Aus seinen richtigen Gesetzen 3. Daß Kraut und Pflanzen sich quillt Freude für die Traurigkeit. verjüngen, und alles neues Leben Sie heiligen, wenn sie ergößen. Wie fühlt, daß alle Bäume Blüthen brinlauter ist, was Gott gebeut! Herr, gen, das Feld mit tausend Farben deines Wortes reines Licht erleuchtet spielt, das fließt allein aus deiner jedes Angesicht. Gnad, die unsre Welt gezieret hat. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, besser und mehr der Sehnsucht werth, fließt auch der Sonne feurig Meer. als Gold. Ihr Werth ist köstlicher Sa, großer Schöpfer des Gesichtes, und größer, als alles noch so seine von dir kommt auch das Wunder her, Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, daß mir die Schönheit dieser Welt und mehr, als der vom Stocke fließt. so strahlend in die Augen fällt. 10. Wie warnen sie nicht deine 6. Was zeugt das Heer von taus Knechte! Der hat viel Segen, der send Sternen, das selbst die Nächte fie hält! Doch oft vergißt man deine reizend macht? Von ihnen soll ich hier Rechte. Wer merkt, o Gott, wie schon lernen, wie groß, o Schöpfer, oft er fällt? Vergib, das bitt ich, deine Pracht! Gott, du bist nichts, Gott, von dir, auch die verborgnen als Heiterkeit; nur Licht und StrahSünden mir! len sind dein Kleid. - 8. Die Furcht des Herrn erhebt und fchmüdet ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglük tet, die sich dem Dienste Gottes weihn. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 7. Ach Schöpfer! heilge mein Gesichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in deines Geiftes Lichte allein auf dich, den Ursprung, feh. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust. 11. Enthalte mich von frechen Sinden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Soch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung fei! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deiund Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Stunde, die mein Gebet gefenfzet 44. Webeine Macht, die Weissein! Ich habe ja dein gnädig heit deiner Wege, die Liebe, die für Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, alle wacht, anbetend überlege: fo mein Hort! weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, tinto Mel. von Nr. 42. 43. chren, von dir kommt O Gott! den alle Himmel mein Herr und Vater! aller Himmel Pracht. Was wir nur Schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht. 2. Mein Auge fieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Him mel, prächtig ausgeschmückt, preift dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer klei det sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. 3. Wer mißt dem Winde seinen Du bist es, der die Erde kleidet, und Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? fte mit grünem Schmuck behängt. Wer schließt den Schooß der Erde Du bist es, der durch seine Kraft auf, mit Vorrath uns zu segnen? dem Frühling neue Anmuth schafft. Gott der Macht und Herrlichkeit, O Erster Theil.- Von der Schöpfung. - Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Berstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Mel. des 140. Psalms. Preis, ist sich ein täglicher Beweis 46. De Himmel rühmen von deiner Gült und Größe. ie Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, 0 Mensch, ihr göttlich 6. Erheb ihn ewig, o mein Geift! erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 45 Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist: Ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrickt werden, der statt des Nutzens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schatz und Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. O, mache du mich klug und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. 1 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis und gut der Schöpfer sei. O, wenn das Stumme reden könnte, so stimmt es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd ist deiner Güte voll. O, gib mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich fann, und hab, und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! Wort. 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms und sieh die Wunderwerke, die die Natur dir aufge stellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Rannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güite, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe dein Gemüthe, und nehm an meiner Gnade Theil! 32 Erster Theil. Bon den Engeln. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. HE err, du hast in deinem Reich große Schaaren heilger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich, denn ich bin noch voller Mängel. Ach! wann werd ich auch so rein, als die guten Geister sein? 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sei gesinnt. Von der Schöpfung. sin Mel. O Welt ich muß dich laffen. 48. D - u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn! du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Ange fichte im höchstvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Schutz ich sicher war. 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln ähnlich werd. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf schn, dir gehorsam werden, so in deinem Wil- 5. Doch sollen sie nicht weichen, len ruhn, wie die reinen Geister thun. daß wir ich manches Fehltritts frei. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schützend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß sie unsre Wächter sein. so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn ich künstig werde sterben. Laß mich dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Baterland. 7. Laß mich dann vor deinem Stuht bei den Auserwählten stehen, wenn die Bosen in den Pfuht der Berdammniß zitternd gehen. Mache mich in deinem Steich vollig deinen Engeln gleich. ferner diese Hüter zu meinem Schirm 4. Gib, Geber aller Güter, gib mit ihnen stets umgeben, so bleib mir bei. Es sei mein ganzes Leben 6. Sie thun ja deinen Willen; Siz leben völlig rein; laß mich, nach laß mich den auch erfüllen. deinen Worten, o Herr, an allen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheun. 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude, auf ihren Händen ein. Bei dir, o Höchster, droben will ich dich ewig toben, wenn ich den Engeln gleich werd fein. 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Mel. des Pfalms. 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ists im Augenblick geschehn. Er rufet unerschaffnen Dingen: schon zu 49. 3 hr Frommen, auf die jehu. Allen Rath der Groen er umzustoßen, wie es immer geh. Alle Lift der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh. ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob pon Zions Chören noch eins so angenehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten 33 eurer Flöten Klang. 2. Berherrlicht ihn mit neuen Weisen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seid, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merke, seine Wahrheit dar. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille und jeder Ausspruch, den er fällt. Der Ausfluß seiner Segensfülle er geußt sich durch die ganze Welt. Die gewölbten Lüfte und der Himmel Klüfte hieß sein Machtwort seyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Licht und Weise schuf sein Hauch allein. 6. Er wechselt niemals in Gedan ten. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanten, und ist sich selb ften ewig gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Zions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb, erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Büh nen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter sein. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Luft, und was sich da Geheimes reget, ift eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein Sieger oft glücklich durch die Feinde riß, ist keinem Flüchtling, feinem Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die sich Gott ergeben, deren Gut und Leben nimmt sein Aug in Acht. Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen grauet, seiner Huld und Macht. 10. Der Flügel Gottes deckt die 4. Er hält die Meer und Wasser- Seinen vor allen Todsgefahren zu. schätze in ihrem sichern Abgrund auf. Wenn andre lang nach Brode weiEr schreibt der Ebb und Fluth Ge- nen, so speist er uns in milder Ruh. setze, und ordnet aller Flüsse Lauf. Darum, fronime Herzen, harrt in Adams ganz Geschlechte fürchte Got allen Schmerzen seiner Hülf und tes Rechte, die dies wirken kann! Kraft, die euch fest umringet, alle Betet, freche Geister, Gott, des Don- Noth verdringet, und euch Heil verners Meister, mit Erstannung an! schafft. 34 Erster Theil. - - Von der Vorsehung Gottes. 11. In dir, o Herr, in dir alleine| ine erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Ifraels Gemeine ist deine Treu und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o höchstes Gut! Gib uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. Der 65. Pfalm. Mel. des Psalms. 50. m an betet, Herr, in Zions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammelft deiner Kirche Glieder aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sei, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenoffen zählt! 3. Du gießeft nach den bangen Zei ten den Troft auf Jakobs Haus, vom Site deiner Seligkeiten, an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe Proben in tausend Wundern sehn, und dich als unsern Heiland loben, sobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller Menschen Schaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein mur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, dessen sichre Stärke die Berge gründen fann, und warest zu dem Schöpfungswerfe mit Allmacht angethan. 5 5. Dein Wink gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dämpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gotts heit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schutze deiner Macht. Wenn du erquichst mit Thau und der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. Regen 7. Dein Brunn, der nimmermehr verseiget, erquickt sie früh und spät, bis Keim und Aehre treibt und stei get, und alle Frucht geräth. Wenn Furch und Fluren sich verneuen, o Herr, so tränkst du sie, und thaueft Wachsthum und Gedeihen auf unsre Saat und Müh. 8. Du fröneft alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelft eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid und Weiden Die von ihrem fruchtbarn Guß. Hügel schmücken sich mit Freuden und Holdem Ueberfluß. 9. Es wimmeln von dem Schaaf gedränge die Anger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge die Auen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: der frohe Landmann singt des Allerhalters Macht und Ehren, daß Berg und Thal erklingt. Der 104. Pfalm Mcl. von Nr. 33. 51. ei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sehr erhoben, geschmückt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand! den grenzenlosen Himmel strecket zum Vorhang aus, Herr, deine Hand. 2. Du baust in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus; und 35 Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. wölbst mit dichten Wasserseen die gen die Bäume uns so manche Frucht; glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst die Cedern Libanons, Herr, steigen auf Wolken, deinem Wagen, nahft empor, gepflanzt durch deine Zucht. dich in Wettern fürchterlich; dein 9. Die Vögel baun in ihre Wipfel, Wagen donnert; willig tragen die die Störch in Tannen sich ihr Neft. Fittige des Sturmes dich! Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höhn verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt fie der Mond, o Gott durch dich! 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Die ner, Gott. Du haft der Erde Grund bereitet, sie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief umkleidet, und über Berge floß ein Meer. 4. Du schaltst die Wasser, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner drohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler sanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 5. Du haft dem Meer ein Ziel gestecket, das es nicht überschreiten fann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal erfüllt; da trinkt, wenn Hitz und Durst fie quälen, der Felder Volk, des Waldes Wild. 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Bäum empor; zufrieden wohnt auf ihren Zweigen und fingt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquict. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Menschen Leben, und, unsre Herzen zu erfreun, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 10. Die Sonn eilt, ohne zu ers matten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umziehn die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine NahUnins rung in der Nacht. 11. Der jungen Löwen laut Gebrülle begehret feinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, und sättigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hellren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Son ne Strahlen sahn. 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brod nie fehle; wen sättiget, wen stärkt es nicht? Bon deinem Saft ernähret zen12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, find deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll; du gibst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelts in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst, von größern und von fleis nern Heeren, die du ernähreft und beseelst. Die Schiffe finden sichre Bah nen, du führest sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! Du fegnest; sie erquicken sich. Du gibst; sie sammeln. Deine Hände eröffnest du; sie werden satt. Wie schrecket ste ihr nahes Ende, wenn fich dein Blick verborgen hat! 3* 36 Erster Theil. Bon der Vorsehung Gottes. 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem| 5. Wohl uns, daß du das Regiment, wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entstehn. Wie oft erneut dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr fich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. Gott, über alles führeft. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein geringster Unterthan, Herr, bete dich in Demuth an; o fich auf mich in Gnaden! 16. Er schaut die Erd an; fie er gittert. Er tastet an der Berge Höhn; und Berg und Fels, durch ihn zersplittert, find Flammen, dampfen und vergehn. Gott, meinem Gott, will ich lobsingen! ihm, weil ich lebe, Lieder weihn! ihm soll voll Ruhms die Harf ertlingen, sein Lob mein letztes Stammeln sein! 6. Sch bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten träge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld; drum hoff ich auch Vergebung. 17. Und füß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jetzt voll von BVerbrechern ist. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing fie Gott! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. ir, unfer Gott! ist nie- 53. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath 52. mel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Mafeftät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrscheft über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut nach heiligen Gesetzen. Du pflegst nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebstes Werk zu segnen, zu beglücken. 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jefus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Vergeltung übest. Du handelst stets nach Billigkeit in dieser und der fünftgen Zeit, beim Strafen und Belohnen. bleibt für uns wunderbar. Umsonst find alle unsre Sorgen; du sorgteft, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich; dies sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Bernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Ge danken! Gott fann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Eeele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Führung sich ergibt. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. - 5. Drum will ich mich dir überlassen mit allem, was ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht kann faffen, auf deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte war. 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligteit! So preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. Mel. bes 62. Psalms. 54.0 平手 37 du bleibst mein höchstes Gut. Was frag ich nach der Feinde Wuth! Nichts kann ja ohne dich geschehen. ( 05) ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen! Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer kann ihn gnug erheben? wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Bätern wurdeft du erhoben; dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig! wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm ume her erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahr heit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis 6. Der Herr ist mild, von duldenbelebt der Frühling unsre Fluren. dem Gemüthe, barmherzig, gnädig, Wenn uns ein Glücke wird gewährt, wenn uns ein Unglück widerfährt, so sehn wir deiner Allmacht Spuren. und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Jehovah, deiner gleiche, das rühmen fie, damit sie auf der Erde bewunWunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel sammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Nath beschickt, desgleichen was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich kräftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordnest Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. 55. 55. mpared det Der 145. Pfalm. o J 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gib, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, haft auferlegt; hilf dankbar sein in Segenszeiten. 5. Auch stärke meine Zuversicht, so quälet mich die Sorge nicht, wie mirs noch künftig möchte gehen. Du bist, dert werde. 38 Erster Theil. 9. Dein Reich, o Gott, ift herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob befungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überſchütten. 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand fie väterlich erquicke; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem dein Wort, Herr, tröstet mich. Durch 4. Läff'st du mich Noth empfinden; Wohlgefallen, was lebt, thuft deine dich muß sie verschwinden! drum hoff Hand auf und gibst allen, was fie ich stets auf dich mit kindlich treuem bedürfen; teiner sucht vergebens dich, Sinn. Drum werf ich, was zu tragen Quell des Lebens! 13. In allen Wegen Gottes strah- mir schwer deucht, ohne Bagen, noch auf hin. let Gnade; untadelhaft find alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Frevel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen Loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Bon Gott will ich nicht laffen. 56. G - Von der Vorsehung Gottes. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Du fängst an uns zu lieben noch eh wir sind, und haft nie Lust uns zu betrüben; doch nügt uns eine Laft, so bleibst du mitleidsvoll, bift forgsam, deinen Kindern die Bürde sanft zu lindern, die sie nun treffen soll. 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mirs dein Wort verhieß. Du haft mir wohlgethan; denn deine Gnad ist größer, und machts mit mir viel besser als ichs ersinnen kann. 6. Dein Name sei gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund foll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. 7. Du hast mir wohlgerathen und lauter Guts gethan, daß deine Liebesthaten ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hort. ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, in deffen treuen Händen mein ganzes Leben ruht: Du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebens- 57. tagen mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh und mit Ruh. Aus dem 9. Pfalm. Mel. Valet will ich dir geben S ott! meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle die Wunder Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. le Der 121. Pfalm. deiner Hand. Mein Geist ist froh. Mel. von Nr. 13. Ich finge: Herr meine Lust bist du. 58. Mein Auge fieht, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die dieſe Welt hervorgebracht. - Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz ich zu. 2. Du sitzest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst: und sie vergehen vor deinem Born, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, der widersteht. Ihr fühnen Sünder zittert! bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet Die Wage finkt und steiget, wie sein Gesets gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth; du, Gott, versäumeft keinen, der deinen Schutz begehrt. 6. Ihr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er flaget, und stillt der Wetter Wuth. 39 7. Herr! sei mir gnädig! Schane voll Huld auf meine Noth! Du bists, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh ich ins Heiligthum, und, über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. 2. Getroft mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Rein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßzet dich. Durch feine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freu digkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Segen folg aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe dir. 59. N och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läss'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, gibt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nähreft jede Kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Borrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich. 40 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 6. Wem strömt sie nicht, von dir| Leben schufft, wo uns vollkomme erfüllt, Luft und Bergnügen zu? Wer Freuden fehlen, nein, sie zum beffern ist so gut, so tren, so mild, so väter- Erbtheil rufft: dein Sohn gieng auf lich, wie du? der Leidensbahn uns zum Exempel selbst voran. 5. Du zählst und segneft unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlfein folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. - 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese turze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 60. febens, duhegst ein wahHerr res Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. 11. Läffst du uns deine Freund lichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der tünftgen Welt geschehn? 12. Noch tiefer bringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhabne Glück mir ftets vor 61. Augen sein! 2. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrücket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. 3. Allein des Lebens bange Sor gen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Retter, dich verborgen, als fenntest du nicht ihren Schmerz Der Stolze wühlt im Ueberfluß eft, wenn der Fromme darben muß. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Bater, zu dir um Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du forgst für alles, was da lebt. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für dieses 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. ei zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schaue seine große Thaten! was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. seine Macht, Tag und Nacht müſsen es 2. Beides, Erd und Himmel, preisen beweisen. Sonn und Mond sind laute Zeugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder 41 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. sonst zu finden, rühmt die Weisheit seinen Willen gehorsam zu erfüllen, seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preifen seine Stärke. so nimmt er selbst sich meiner an. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Seel und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 5. Er laffe meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchftreiche meine Schuld, und wenn ich zu ihm schreie, so schent er mir aufs neue in Chrifto seine Baterhuld. Leben? 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, meines Lebens Pflicht, irr ich auf weckt mich der Morgen wieder zu finstern Wegen, eil ich dem Kreuz entgegen, fo fei sein Wort mein 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt Morgen. so blid verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlaffen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, start von That; er, er wird wohl machen! 2. Was nützen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 7. Schein ich von ihm verlassen, fo will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe traun! und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schaun. $ 140 Der 93. Pfalm. Mel. D Welt ich muß dich lassen. 48. Mel. von Nr. 18. 62. n in allen meinen Thaten 63 Jehovah herrscht mit Me jestät bekleidet, er gürtete rathen, der alles kann und hat! Er sich selbst mit Allmacht an, und hat muß in allen Dingen, solls anders sich in der Welt ein Reich bereitet, wohl gelingen, der Helfer sein durch so fest, daß nichts es je erschüttern Rath und That. fann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schaust von deinen Höhn, wie sich empörte Ströme schwellend blähn, stehft ihre Wuth, die weit Verderben dräut. 2. Das Weltmeer tobt; der starten Wogen Stimme brauft donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du Stärkerer stehst ruhig ihrem Grimme vom Him mel zu; du winkst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Herr, dein Wort uns lehrt, gewiß, was du versprichst. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zierde Heiligkeit, sie nur, die 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein beschieden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir gibt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut; ich lebe oder sterbe, fo bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 9. So sei nun, Seele, stille, dein Ruhm sei deffen Wille, der dich er schaffen hat. Es gehe, wie es gehel dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 4. Ihm trau ich in Gefahren; Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such ich nur dir gefällt und ewig währt. mello 42 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. sing Der 96. Pfalm. Der 97. Pfalm. 100 and Mel. von Nr. 33. Mel. des Psalms. Der König aller Welt 64. Erhebet Gott durch neue Lieder, voll nie gehörter 65. Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel schallet fie! Befingt den Herrn und feine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! ist Gott, der sie erhält. Ihr Länder L 2. Groß ist dies Heil! O, sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben! nur vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, find Götzen ohne Sein und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohl gefält! fallt hin in seines Tempels Sallen! ihn fürchte heilig alle Welt! Der ist der Erde: fein Reich wird ewig fest beftehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Himmel! die Erde dank und freue fich! des großen Weltmeers froh Getümmel und sein Bewohner preise dich! Laßt alle Felder, laßt die Heerden aufhüpfen! laffet jeden Hain und jeden Baum voll Jauchzens werden, fein Lob ertönen, sein sich freun! 6. Vor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte Verdienste und Vergeltung gleich! fammt den Meeren, frohlockt zu deffen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht ergeht, das keinen Sünder schont. Blitz auf Blitz, die Bösen zu verzehren, 2. Um seinen Wolkensitz erscheinet wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft, es glühet Erd und Luft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft. so schmelzen auch geschwind vor seiner 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Berschweigt, ihr Himmel, der Heidenschaft von seiner Gottheit nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt Kraft, die aus den Wolken bricht! 4. O schämet euch forthin, und brauchet Aug und Sinn, die ihr mit Götzen prahlet, und ihnen Opfer zahlet! Berehrt den höchsten Geist, der sich als Gott erweist, und welchen immerdar die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preist. Zions Reich auch über eurer Reue und 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Shr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. - Böse, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr und schüßt sie wunderbar. Berfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht und zeucht fie aus Gefahr. 7. Erscheint sein Frendenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke seinen Muth in Gott, dem höchften Gut, so danke jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130. Psalms. 66. NE vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann! Will er die Stadt nicht schüßen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nützen? Umsonst ists, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer, und unerwartet gibt? 1059] immt Gott, dem wir Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. B BE 43 Weltkreis lenkt! er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; sollt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm beftehn. Gott läßt durch Sorg und Grämen und durch selbsteigne Pein sich keine Wohlthat nehmen, sie muß erbeten sein. 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, sieht immer ungeschwächt, was gut jei oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Baterpflege des, der den 4. Na wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang ist Recht und Licht; und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff, o bedrängte Seele! hoff und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken, erwarte nur die Zeit, bis dich mit Holden Blicken sein Angesicht erfreut. 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll! Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath das Werk hinausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht ge= Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. hört: Er wird dir Hülfe senden, wenn| gesättigt werde. Thau, Regen, Son dus am mindsten gläubst, und all nenschein und Wind, die deiner Allmacht dein Unglück wenden, so du ihm treu Diener sind, erzählen deine Güte. verbleibst. 7. Es strömen, wenn dein Donner 9. Wohl endlich deiner Treue! du dräut, wenn Berg und Thal erzitträgst den Sieg davon. Auf! daß tern, Gesundheit, Stärkung, Fruchts dein Herz sich freue, schau nur den barkeit selbst aus den Ungewittern! reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Dann bricht die Sonne neu hervor, Palmen in deine rechte Hand, und und aller Streaturen Chor jauchzt und du fingst Freudenpsalmen dem, der erfreut sich wieder. dein Leid gewandt. no@ 10. O, ende, Herr, o ende, hier alle unsre Noth, und reich uns deine Hände im Leben und im Tod! Stets laß uns deiner Pflege und Tren empfohlen sein; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 68. Lobt obt Gott, der uns den Frühling schafft, Gott der den Erdkreis schmücket! der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und segnet feine Welt: Lobfinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Es ftrömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt find Auen und Gefilde; auch haft du nicht die Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, tennt, fühlet und empfindet sich, und hofft ein ewig Leben. 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd und Meere. Ich lob, o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb und Gnade. 6. Du rufft die Wolken übers Land und tränkest mild die Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch 8. Bon dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Dein freun des Himmels Heere fich; auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie fte, unsterblich. 9. Doch schwach ist, Bater, unfer Dank, den wir dir findlich bringen. Wir wollen unfern Lobgefang einft würdiger dir singen. Dir weihn wir unfre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geifte schon von ferne. Der 73. Pfalm. 45 Mel. bes 89. Psalms. 69. DE urch so viel Schein gestärkt, kämpft Zweifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, sah Frevler mit Verdruß zum Glitd allein geboren. Erster Theil. Bon dem Menschen, seiner Natur zc. 45 2. Des Todes ernster Blick, sein Schmerz erschreckt sie nie; in immer frischer Kraft des Wohlseins blühen fie, von aller Mühe frei, worunter Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ift des Halses Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin fie feftlich prangen. 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, kennt weder Maaß noch Ruh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Andrer Noth sich seine Höh errichten; und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel trotzt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. - Herrn auf Erden und seiner Vorsicht Gang und ihren Grund zu wissen. Umsonst! Mein Aug sah nichts in ihren Finsterniffen. 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödes Aug ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich), Gott, der Frevler Ende sehen! ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll End, und all ihr Glück zernichtet. ihr 8. Wie das Erwachen bald des Traums Betrug vertreibt, der Bettfern Schätze schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deiner Stadt zum Spotte. Den Abweg sah ich jetzt, worauf ich schier gera then, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 4. Der Pöbel fieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Nuh; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen sollte Gott herab auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spett sind die Gesetze; doch blühn sie ruhig hier, und häufen Schätz auf Schätze. 5. So hab ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu sein! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen 10. Verschmachteten auch, Herr, muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd ich stets, mir bringet mein Fleisch, mein Herz vor Leid; jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, doch bleibst du hier mein Fels, mein statt Trostes neue Sorgen! Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden fie vergehen! Zu dir halt ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertraun, und deinen Namen preisen! 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Freblern zu! Denn schlöffest du, wie sie, wie treulos würdest du an aller Heilgen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des 9. Doch hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Bich vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib ich stets bei dir! du faffest meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Him mel werden? Nichts, nichts gelüftet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Leben! Bater, riefst mich aus dem Nichts 70. Dein bin ich, Gott, dein zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Wie viel hab ich dir zu verdan tröstlich ist mein Ursprung mir! Du ken, Herr, der du mich bereitet haft! haft den Odem mir gegeben, mein Ats mich die engen fixstern Schran ganzes Wesen kommt von dir. Du, ten des ersten Daseins noch umfaßt, 46 da war dein Auge über mir, da lebt ich, Höchster, nur in dir. Erster Theil. Von dem Menschen, - - 3. Du gabft mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis fie, daß ihr kein Wohlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du haft mir Sinnen und Verstand, Begierd und Wollen zuge zer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 101 31014 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergib, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht vor dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sei. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf: o Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ewges Leben sei mein Theil, so preif ich ewig dich, mein Heil! Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, 2. Haupt, Aug und Ohr, und die Haut, so tünstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, deiner Weisheit. ein Werk von dir, ein Wert von wandt. 3. Wie biegsam, wie gelentvoll 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du fo kunstvoll ausgebildt, so wird, o Vater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein schließt, den Thoren zu verdammen, jedes Glied, ein jeder Sinn reißt ders läugnet, daß ein Schöpfer ist, mich zu deinem Lobe hin. sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele spät und früh des Leibes 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich is hierher noch erhal- Dienst verlanget. ten, so daß der Tod vorüber ging. 4. Ach, hättest du mein Auge nicht Ich stehe noch und preise dich. Herr, so meisterlich bereitet: was nützte deine Rechte schützet mich. mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückest. 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel beflect. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgesang der ganzen weiten Schöpfung. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ift es, der dies alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den höchsten preise. dich, wenn ich die Sinne brauche, 7. O, pries ich, Höchster, immer geh, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß mein Leib ein Tempel sei, worin dein ich ewig dein mich freu! und daß Geift stets wohne. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 71. Dir, Gott, fei Preis und Dant gebracht! Dich 72. G Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin #n Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein ganott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers seiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geift! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Er schuf mich ja, fein Bild zu sein, ihn einst zu 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 47 erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen fein. Mel. Wer nur den lieben Gott 7. schaun, mich sein zu freun. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch 73. Was ist vor deinem Angesichte der Mensch, ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; und mir, dem Gott, daß du sein gedenkst, und einen Thone seiner Hand, gibt er Empfin- Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieder senkst! Was dung und Verstand. ist er, wär er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenkloß. andsian 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, find sie so herrlich! Sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geifte schuf. 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer gibt fie? Gott, der alles schafft! 9. Gott, meine Luft sei, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Se ligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch ich noch? was fehlet mir? 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Luft und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genuffe reut. Doch, das ist, Bater, meine Schuld, vergib sie mir nach deiner Huld. 1 2. Du sahest an den Menschenkin dern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzige feit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand fassen kann. 3. Du hast den Leib, obschon aus Erde, doch wunderbar und schön ge baut, daß er der Seele würdig werde, ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Du haft ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du haft ihm noch viel mehr geschenket, du gabeft ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und denket, und ihr hast du ein ewges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in dei nem Worte zugesagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenten kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schuß, so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn wir in deiner Gnade ftehn, so muß es uns stets wohlergehn. 8. Wie wundervoll ist das Vermö- 7. Doch wenn erhöhet von der gen, Gott, das du meinem Willen Erden, im Himmel, deiner ewgen gibft. O, möcht ich es doch stets Stadt, dich Leib und Seele schauen 48 Erster Theil. Mel. Nun dantet alle Gott.- 9. werden, von deinem Licht stets froh und fatt: so follen sie auch beide bich 75. Allmächtig großer Gott! Wer kann gnug erheben? Du gabft der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und welltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre; drum hast du auch den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld ge schenkt. 3. O welch ein großer Zwed, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich bes rufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, ist unser größtes Glück. D, wohl mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem Glück. Der 8. Pfalm. Mel. von Rr. 16. Von dem Menschen, 74. unfer Gott, wie voll ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preisen. Ein schwaches Kind fann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deiner Macht noch tretet und verneint. 3. Ich seh erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Him melsbau bemerke, wo du des Monds und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theur in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist! 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffeft nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und stönig auf der Erde. Und was ihr Schooß nur immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vich in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen flimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein 8. Der Vögel Schaar, der Sänger Freund der Menschen werde, dem Chor in Lüften, der Fische Heer in Wohlthun Freude macht, der KumFluß- und Wasserklüften und was mer und Beschwerde dem Nächsten sich nur im Meere nähren kann, ist gern erspart, dem Nächsten gern verinsgesammt den Menschen unterthan. süßt, und wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich felber fühle, wie wenig ich dir noch 9. O unser Gott! Beherrscher aller Machten! wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd und Himmel geht. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun, sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gesinnet möge sein! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Mufter nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. seiner Natur und Bestimmung. 49 im Guten ähnlich bin. bilde du Mel. Es ist das Heil uns fommen.- 6. mich ganz nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsbann mein 77. Mie wichtig ist doch der Beruf, den uns der Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir Herr gegeben; Gott, als uns deine immer mehr schon hier kann ähnlich Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. werden. Dann werd ich ewig auch zum Leben, welches ewig währt, das mit dir vereinigt sein, und mich ohn weder Leid, noch Angst beschwert, Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! willst du uns hier erziehen. in diame sija Rel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 2. Nicht hier ist unser Baterland; allein bei dir, Gott, droben, da ist Gott, dein Ei- ber Ort, wo deine Hand das Glück uns ein traurig Du schufft Ende nimmt. Hier sind wir nur von mich, dein zu sein; mein ganzes Ledir bestimmt, uns dazu anzuschicken. ben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 76. Igenthum. Ich bin, o 2. Du gabft mir den vernünftgen Geift, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preift, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. Zu hier. Laß mich dies nie vergessen! 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir 4. Und ich, ich sollte filhllos fein? zur Wallfahrt zugemessen? Nur we Ich rühmte dich, Herr, nicht? Einnig Zeit. 3ft die vollbracht, so wird Herold deines Ruhms zu sein, bleibt der Erde Gut und Pracht auf ewig meine größte Pflicht. mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beßren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 5. D, mache dieser Pflicht mich tren, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei Stets deiner Ehre voll. 3. O, laß mir doch dies große Ziel hilfts, wenn ich auch noch so viel durch nichts verrücktet werden! was Geld und Luft gewinn', wenn ich von Gütern dieser Erden, von Ehre, dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel reich zu erben? 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Ihm ist nicht Laft, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut, Du willst nur unser Heil. Wohl Dem, der deinen Willen thut! Du bift sein Troft und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, and felbft in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 6. Ein Herz, das dich, ó Vater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein folches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlitz schanen. 7. Und solch ein Herz das wollft du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Him mel gültig sind; bis ich als dein bes währtes Kind zu deiner Freude gehe! 50 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. D u, der fein Böses thut, du schufft den Menschen gut. Du, Höchster, gabft ihm Kräfte dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? zum feligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, fiets recht bor 79. 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren follte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, fchon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 6. Dir folgen, dünkt uns zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unfre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Mel. des 38. Psalms. su esu, Arzt todtkranker Seelen! Wills uns fehlen an Erfenntniß eigner Noth, so daß wir die Laft der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nahen Tod: mach die Sinnen lebendig und auf 2. Ach, so gib Gefühl von innen, unsrer Seele sich bei deinem Licht geweckt; bis die gräuelvolle Höhle entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng und Größe, unsre Blöße, zeiget dein Gesetz uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nahn. 4. Dein Gefets spricht: heilge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, fo wie euch. 5. Aber, ach! wer fanns verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 8. Wehl dem, der sie gewinnt. Gott, so verderbi wir sind, so willst im Herzen an. 6. Sesu, ach, ach trag Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der heilen kann. Zünde bei uns allzu sammen reine Flammen deiner Lieb Erster Theil. - Bom Fall und von der Berdorbenheit zc. 51 3. Hilf mir durch den Geift der Mel. von Nr. 79. 80. Erretter und Vertreter, Heile meiner Seele Schaden durch bei dem unsichtbaren Licht! Sieh, ich des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle lieg in meinem Blute, ja das Gute, meine Sünden! Laß mich vor dir so ich will, das thu ich nicht. Gnade finden! 2. Ach! was bin ich, mein Erlöfer! täglich böser find ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. 3. Von Geburt bin ich ein Sünder und nicht minder sträflich durch gehäufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist deine Gnad und Huld.g 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen seten meiner Seele zu. Sieh, wie mich die Sünden quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh. 6. Herr, errette mich vom Fluche, sich, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. bu feneſt mein Verderben. Ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben fich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zenget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eiguer Sinn! Ich empfind es, Gott, wie träge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wieberum erlösen? 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu füchtig werden, mußt du selbst von oben her mir dazu die Kraft verleihen, und mein sündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß druck widerstehen, und auf deine der sündlichen Begier mich mit NachHülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht tann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd in mir sich regt. Hilf mir selber muthig tämpfen, alle böse Lüfte dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, e so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen den gut und selig möge enden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 6 roßer Gott! Erhabnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, und was ich bin, überlege: O wie 52 Erster Theil. Vom Fall dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber sein? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Bater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Baterhand. O, wie manche gute Gabe haft bu, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was würd mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Gaben flagt nur meinen Undant an; weil ich fie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn fie verschwendet, und zu Sünden ange wendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Berachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der 7. Hat sonst des Fleisches Macht auf meinen Heiland blickt, hofft auf in mir ihr Werk vollbracht: so gib deine Batergüte, und mein tief be- mir Luft und Stärke, daß ich nur schämt Gemüthe, das den Muth fast gute Werke beschließe und vollbringe, ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. und ewig dir lobfinge. 18 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer Dantbarkeit in mir. Bater! laß das schwache Fallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. und von der Verborbenheit 2c. du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten kund, die mich vor dir verklagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, den Nächsten, und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. Mel Auf meinen lieben Gott.-78. 83. Mein ein Gott, dir ist be wußt die innre böse Luft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. Oheile 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und dei nen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächtger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. Mel. des 51. Psalms. 84. D ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ewgen Gottheit Kraft und heilger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Stromen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, Erster Theil. Vom Fall und von der Verborbenheit ic. 53 3. Da wall ich hin, da wartet mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein selig hat auch den Menschen gar nicht bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes n. find nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welken wir: das machet unsre Mifsethat, die hif deinen Zorn entzündet hat. Gebein durchängstigt dein gewaltig 5. Sch zittre, Herr, und mein Dräun! Denn denkst du ins Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir bestehn? Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligteit, das war die Zier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit er gut und milde die Seele schmückte, die er sich geweiht. Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ewger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. gomi glors th 7. Auf daß ich flug sei, lehre mich 3. Ach! aber ach! ein unglückselger der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Fall, durch Satans Lift und Bosheit Dann leb und sterb ich dir allein, angerichtet, hat gar zu bald dies große im Leben, Gott, im Tode dein. Gut zernichtet, und Sünd und Todd herrscht jetzund überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeflößt: Drum 86. W kann der Stamm mit allen seinen 3weigen, nun ganz verderbt, von innrer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bittre Früchte zeigen. 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Chr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben. onelisa 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad ergeh für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil. me fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund von Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum, so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh man es noch Aus dem 90. Pfalm. Mel. von Nr. 13. 85. Mie ein Geschwätz des denkt vergeht. Tags verfließt die Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie kömmt, sei was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. 3. Nur du, mein Gott, du bleibeft mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg und Hügel hin, jo bleibt mein Sinn getroft, wenn ich bei Jefu bin. 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohn. Ach! gib, daß ich mich 54 Erster Theil.- Bom Fall und von der Verborbenheit zc. jeden Tag bereiten mag auf jenen mein! das foll allein mein Troft im lebten Glockenschlag. Tod und Leben sein. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Luft, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merkest du, sich dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Gut sei stets mein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir findens, Jesu, nur bei dir. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. 7. Damit ich dich verklärt einst seh, und froh vor deinem Throne steh, fo lehre du, mein und gib, als dich. h, daß ich nichts so begierig fuch, 88. Die Staub und Asche Herrlichkeit der Erden werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergetzet, was man für ewig schätzet, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wirds, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schützen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? 6. Was sind selbst alle Thronen? Gibt es wohl irdsche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? Mel. bon Nr. 86. 87. Gott ott hab ich alles heimgestellt. Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich seiner Gütigkeit. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte drauf und bleibe still. Gut ist mir, was sein Nath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Sam merthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immer dar im Streit. 4. Zuletzt ruft dann doch Gott dem Tod. Er kommt und endigt unsre Noth. Sink du, o müder Leib, hinab, ins stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schaun in jenem sel'gen Licht. Welch unaussprechlich große Freud ist mir bereit't! Gott sei gedankt in Ewigkeit! 5. Wenn mich die Sünde schon anficht, o so verzag ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbst für mich in den Tod. 6. Heil mir! daß mein Herr Jesus Christ für meine Schuld gestorben ist; nun lebt und herscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 7. Dem sterb und leb ich allezeit, 7. Wie, wenn die Sonn aufgehet, von dem mich auch der Tod nicht die Rose blithend stehet in ihrer scheid't. O, sein bin ich, und er ist schönsten Zier, und doch verwelft fich Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen zc. - benget, eh fich der Abend neiget; so blühen und verwelten wir. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. Mel Jesu, meine Freude. 89. M ort aus Gottes Munde! Wort vom FriedensBunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen, Gott, bestimmet hat: was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gereut, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 55 Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns be weinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Luft vergeht. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten; was filr frohe Boten! troftreich ist ihr Mund, lieblich ihre Füße, ihre Leh ren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! fommt, ihr, deren Herzen das Geset zerschlug; kommt zu deffen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott! Gott, der euch als Bater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, und in ihm mich freun. Shm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, felig sterben und den Himmel erben. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 90. urch Adams Fall ist erst verderbt der Menschen Than und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär Jesu Heil nicht unser Theil. Denn mie so tiefe Wunden! Ach, 56 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden. 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen: so herrschet mit tyrannscher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. 8. Du wolleft, Herr, von meinem Mund dein heilges Wort nicht nehmen; so weiß ich, läßzt dein theurer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld! vertraut, auf sie fest baut, der wird nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr den Tod nicht schauen. Wort den Himmel aus der Ferne, 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilges denn dies Licht führt zu Chrifto fort, dem hellen Morgensterne. Bricht der mun an, so faffet man alsbald die Hohen Gaben, die Gottes Geift auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine fremde Huld in Chrifto alle wieder. Und wie wir all in Adams Fall des ewgen Todes starben, fo rettet Gott durch Christi Tod, die 91. ihn verdarben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zuletzt zum Spotte, der solchen Troft bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer fich will ein andres Ziel ohn diesen Tröfter stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge Lift erschrecken. Mel. Freu dich sehr, o maine. 29. 1 Ewge Liebe, mein Gemüthe Blick 4. Gott hat uns seinen Sohn ge- in den Abgrund deiner Güte; send schenkt, da wir noch Feinde waren, ihm einen Blick zurüd, einen Blid der ist für uns ans Kreuz gehenkt, voll Heiterkeit, der die Finsterniß zererstanden, aufgefahren. Tod und Ge- ftreut, die mein blödes Auge drücket, richt trifft uns nun nicht, so wir wenn es nach dem Lichte blicket. ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet haft, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, 5. Er ist das Licht, der Weg, die der verdammnißwerthen Welt durch Pfort, die Wahrheit und das Leben, Sohnes Sterben Gnad und Freiheit ein theures Lösegeld, durch des eignen des Vaters Kraft, sein ewges Wort, zum Heiland uns gegeben. Dem zu erwerben. Feind zum Truß umgibt sein Schuß uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. voller Huld und Freundlichkeit! welcher 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns uns hülflosen Armen Gnade, Troft nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. eine Ordnung auch bestimmt, daß sich 4. Doch du haft, o weise Liebe, jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mitt ler gläubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, kann nie zu Schanden 5. Da du keinen zum Verderben werden. Wohl, wer auf diesen Fel- ohne Grund verbannet haft, tragen sen baut, trifft ihn schon hier auf Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Erden viel Angst und Müh; hab Bosheit Laft. Wer nicht glaubt an deiich doch nie den Menschen sehen fal- nen Sohn, der hat Fluch und Tod zum len, der sich nur fest auf Gott ver- Lohn, sein muthwillig Widerstreben läßt. Gott hilft den Seinen allen. schließt ihn aus vom Heil und Leben. und dem Erlöser überhaupt. 57 6. Ewig sei mit Dank befungen,| zen schann; da findet sich zu aller was dein Rath beschloffen hat. Mit Zeit unendliche Barmherzigkeit. uns preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rath, den der Glaub in De muth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 6. Wird alles andre mir entriffen, was Leib und Seel erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte felbft mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sei auf dem rechten Wege. 7. Ich kann in meinen besten Wer ten, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler merfen; o, wie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; teine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. 8. Es gehe nur nach deffen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; Er wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt; fie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, fo lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen; fällt alles andre gleich dahin, so sing ich einst nach dieser Zeit: O Abgrund der Barmherzigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. ch habe nun den Grund 92. gefunden, der meine Hoffnung ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbe30. weglich steht, wenn Erd und Himmel 93. N fröhlich sein, Gott Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. -un, Christen, uns Dank und Ehre bringen, von Herzen feines Heils uns freun, mit Lieb und Luft ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat, was Gott an uns gewendet hat, wie theur er uns erworben! 2. Vom Teufel hart verstrickt war Stets ich todt, elend und verloren. quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz beseffen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte Barmherzigkeit, mir wollt er helfen laffen! zu mir wandt er sein Vaterherz, zu heilen meiner Wunden Schmerz, ließ ers sein Bestes kosten. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Eil, 5. Darein will ich mich gläubig sen- meines Herzens werthe Kron! sei du ten, dem will ich mich getroft ver- das Heil der Armen! Hilf ihnen aus traun, und wenn mich meine Sünden der tiefen Noth! für sie entwaffne du tränken, nur bald nach Gottes Her- den Tod, und laß sie mit dir leben. untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen, des, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deßwegen tam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel stegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geift uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh. 4. O Abgrund, welcher unfre Sünder den durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 58 Erster Theil. 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, erschien nunmehr auf Erden, als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Bruder wollt er werden, hielt heimlich seines Arms Gewalt, und ging einher in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. -- Von der Erlösung der Menschen 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber geb ich ganz für dich, will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, sein. Uns soll der Tod nicht scheiden. 7. Bergießen wird man mir mein Blut, voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid ich alles dir zu gut. Das halt mit feftem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, So bist du selig worden. dein. 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geist dir geben, der dir in Trübsal Troft gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt zu seines Namens Ehren. Nur hüte dich vor Menschenwahn, der dir den Schatz leicht rauben kann, dies sei mein Abschiedssegen. 94. 国 Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gottes. 2. Für uns ein Mensch geboren, der teuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid geschworen, erlittst du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. 3. Gib stets in reicherm Maaße Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlaffe die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu ber Luft an dir. 4. Der du trägst alle Dinge, des Baters ewge Kraft! ohn den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren, dein todt und lebend sein. 6. Dant, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigkeit für solche füße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schüß uns im Gericht. Mel. O Trostwort, das uns 2eben gibt. Heft edanke, der uns Leben 95. gibt, welch Herz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt Christe, Eingeborgeliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, ner, von Ewigkeit gezeugt! Des umringt mit heilgen Finsterniffen, füllst du mein Herz mit Majeſtät, und stillest mein Gewissen. Baters Auserkorner, zu dem sein 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, Rath des Opfers Jesu nicht ergrün4. So kann mein Geift den hohen den; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. der Glanz der Herrlichkeit. nobis und dem Erlöser überhaupt. 59 5. Nimm mir den Troft, daß Jesus Mel. Allein Gott in der Hôb.- 15. Chrift am Kreuz nicht meine Schuld 96. Heil uns! Aus unsrer Süngetragen, Erlöser nicht ift: so werd ich angstvoll zagen. 6. Ift Chrifti Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. uns erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, 3 werden. durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geift, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue: so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmece Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dank barkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns Er kam und mit ihm unser Heil; er kam, am ewgen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 15. Sollt ich dereinst noch würdig sein, um deinetwillen Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach noch Bein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden: so wirk doch sein Berk in mir, und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, so laß mich noch im Tode denken: Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Soch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn, der Netter unsrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getroft und froh in Gott zu sein, wenn wir uns nur dem Heiland weihn, den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. D, laßt uns ihm uns anvertraun, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershülfe baun, ist der Weg zum ewgen Wohl, der und sein Joch auf sich nehmen, das Weg, auf den man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese Seligkeit Nie können doch über alles schätzen. Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuverficht zu dir, Gott, unser Vater! 8. O fent auf dies erhabne Glüc der Seele stärkste Triebe! Zeuch mächtig 60 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen unser Herz zurück von schnöder Sün- suchst liebreich von der Sünde Joch denliebe! An dem uns theur erworb- und ihrem schnöden Lohne, die ihr nen Heil laß uns, im wahren Glauben, noch dienen, zu befrein. Beschwerter Theil stets suchen und gewinnen. Herzen Trost zu sein, ist deines Her zens Freude. Du gibst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. Mel. A Wasserflüssen Babylons. Liter 97. ob, Ehre, Preis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon P warſt du groß, herrlich, Gottes Sohn! gekröm mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrscheft weit P und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch weffen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bists, der alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer fich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen! Haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, warst du ein Fluch auf Erden. Huld, die sonst nichts gleiches hat! du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; 5. Du hörft der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibft, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gib deinem Lobe übe. daß ich mich, so lang ich bin, in 15. 98. Liebesglut, wie kann ich dich nach Würdigfeit besingen! Wie wagts ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinauf zu schwingen. Es glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter Lieb von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? Mel. Allein Gott in der Höh. - 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunst, Ber wollt unendlich lieben mehr, als du nunft? gib Gott die Ehr! Gott begreifen solltest. 3. O Liebe, die Gott seinen Sohn von seines Vaters Thron zu uns heraus seinem Schooß genommen! Er ift abgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 4. Was ist die Welt, die arge Welt? was find doch Adams Kinder? daß fie dein Sohn so thener hält. Er rettet diese Sünder; da du, im Zorne, Belial mit seinen Engeln allzumal zum finstern Abgrund stießeft. 5. O, welche Tiefen seh ich hier! nie werd ich sie ergründen; doch seh ich gnug, um, Gott, mich dir aufs stärkste zu verbinden. Herr, dir sei ganz mein Herz gewährt, ein Herz, her und dem Erlöser überhaupt. 61 das dir allein gehitt, als Schöpfer| gut ich immer kann, dich recht inbrünSafe und Erbarmer. ftig liebe. Die Welt nicht, Gott sei meine Luft; laß ewig nichts in meis and reinge seine Triebe, daß ich, so ner Brust, als deine Liebe bleiben. 6. O liebster Bater, nimm es an, autori damling ang aroun 8) Von der Geburt Jesu Christi. belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trägt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund tren, sich Jesu ganz ergibt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 9. Das werd auch unser Theil; 2. Gott, wer fann thun wie du? Johannis Amt und Lehre verherrliche Schon wohlbetagt an Jahren gebiert noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Elisabeth. Der Sohn der Unfrucht- Wer Buße thut und glaubt, hat Troft baren, den jenes Engels Mund verheißen, sollt allein der keuschen Jung- auf alle Zeit. Wer Buße thut und frau Sohn ein würdger Herold fein. glaubt, der bleibt in Ewigkeit. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch ehreft du, um deinen Sohn zu ehren. Sein Bater wird erst stumm; Stumme schnell beredt und weisfagt, da auf ihn der Geift des Herrn geräth. Mel. Nun danfet alle Gott. 9. 781 99. lag die ganze Welt mit Born und Fluch beladen; da öffnetest du, Gott! die Fülle dei ner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. - Mel. Von Gott will ich nicht laffen.-56. der 100. Mit Ernst, o Menschen das Herz in euch bestellt! damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. D, hemmt nicht seinen Lauf! Gott hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gaft; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; werdet eben, wenn Thale sich erheihre Berge sentet euch; senkt euch, und ben; ihr Krümmen, werdet gleich. 3. Ein Herz, das Demuth übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ift, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. 4. Das Kind wird stark am Geist, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Belehrer, ein heilger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft. 5. O welch ein Gnadenwort! welche füße Stimme, die in der Wüft erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die fündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott versöhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmts zu Ohren! Frent mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands fich erfreut, fo freut er sich auch nun, durch Tauf und Predigten ihn allen kund zu thun. 7. Allein zu Sesu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jesum zeigt fein ausgestreckter Finger. Seht, das statt jener Krippen! ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch lid Lippen dir ewig dankbar sein. 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! 3euch in mein Herz hinein; dies fei so werden Herz 62 101. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 102. Iso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschloffen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gat, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, se wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligsein ges Versöhnung, Leben, Troft und Licht, bricht, das, Herr, erwarbst du mir. das hab ich nur an dir. 7. Dein Mangel ist mein reiches Theit; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 4. Er hats bollbracht! D, bringet 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Gott euren Lobgefang! Erlöste Men- Sohn! durch den er Gnad erweist! schen! singet dem Mittler ewig Dant. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Wo niemand helfen kann, da hilft er Erheb ihn auch, mein Geist. gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. D, nehmt ihn gläubig an! rhebt den Herrn, ihr Frommen; er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! D, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in ormer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. Mel. von Rr. 61. 5. Du Freund der Menschenkinder! Berwirf uns, Jesu, nicht. Dein 103. Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hoch erName, Heil der Sünder, ist unsre freut laßt uns heut ihm Verehrung Zuversicht. Drum kommen wir zu bringen! In des Himmels hohe Chöre dir. Hilf uns die Macht der Sünden stimmet ein! Gott allein, unserm doch glücklich überwinden! Denn dein, Gott sei Ehre! o Herr, sind wir. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, 6. Bei dir steht unser Leben. Zu freue sich inmiglich! Christus ist ge unserm ewgen Heil hast du dich hin- boren! Er, der König aller Wesen, gegeben. Gib uns am Himmel Theil! steigt herab, bis ins Grab, Sünder Laß uns dir folgsam sein! Was wird zu erlösen. nns, Herr, dann fehlen? Dann werden 3. Wer kann Gottes Rathschluß smfre Seelen sich Gottes ewig fremn. fassen? Aber dies ist gewiß: Gott Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. - 63 fann uns nicht haffen! Kommt der 13. Du kommst einst zum Weltges Sohn aus freien Trieben zu uns richte! dann werd ich, Richter, dich her: wie sollt er nicht die Menschen lieben? schaun von Angesichte. Gott, wie wird dein Haffer beben! Dann werd ich deiner mich freun und ewig leben. 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er ſpricht: Ich errette. Deß soll sich der 104. S Erdfreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Gilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, guadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthränen Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will fie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Zutraun her, wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, aus ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist fie gegen ewge Freuden? elobet feift du, Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Bölfer Trost und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit mun herab. Hallelujah! 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, tein Leiden, teine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 4. Durch den die Welt einst wor den ist, der einst richtet, Jesus Chrift, der Schöpfung Herr fommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams fündiges Geschlecht entfündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet seift du Jesus Chrift, daß du Mensch geboren bist. Dir ift der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! 35. 11. Gottmensch! bu nahmst meine auf dich, daß Mel. Wie schön leuchtet der. Friedensfürst aus Dafrei und selig würde. Wer kann beine 105. Oriental o meiLieb ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. bids Stamm! ner Seelen Bräutigam! mein Troft, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich die ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden, Ho fianna! seht er fommt jetzt: Hosianna! • 84 Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. 2. Ich selbst bin nun von Freuden 5. Mein Blutsfreund, mein Imvoll, und weiß nicht, was ich schenken manuel! was konnte dich bewegen, sell dem auserwählten König! Omein Goel, meine Lebensquell! den theurer Sefu, nimm doch hin mich Zepter hinzulegen, zu kommen in selbst und was ich hab und bin, ach dies Jammerthal, um dich mir selbst freilich ist es wenig. Schließ mich zu schenken? Ich wende mich hin in dich. Nichts auf Erden, nicht überall, ob etwas auszudenken, die Beschwerden, keine Leiden sollen mich Gabe zu vergelten. je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier! mein Leitstern stets, o bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Trofte den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt ich ihn dir geben, so würd es doch zu wenig sein! Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du haft ge than an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergib, das ists, was er will haben. Der fich nod o Mel, von Nr. 17. 106. Gottessohn und Men- dir schenket, will allein mit Glaub schenkind! Mein Bru- und Liebesarmen in Dankbarkeit um- der, Gott und König! Mein Stam- faffet sein. Aus ewigem Erbarmen meln, meine Lieder sind vor deinem bist du von ihm erkaufet. Glanz zu wenig. Wo Menschenweisgeit fich fehrt um, wo Engelzungen Mel Jesus, meine Zuversicht. 47. fallen, da bliebe man wohl ewig 107. Gottes und Marien Sohn! Sei willkommen! der da Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit ange nommen. Rette mich aus aller Noth, welche meiner Seele droht! wenn es würd mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. 2. Was alles Denken fibertrifft, was Witz unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranen fennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weltkreis trägt. Was kann ein KlügSing sagen, dies Räthsel aufzulösen? 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bauteft aus Maria dir, o großer Erzgesandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen grannte. Du kamst ins Elend nackt and bloß, zu kleiden mich mit Segen; serließeft deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und verleih von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur 4. Was aller heilgen Väter Schar ein Stall war dir noch leer; aber verlangte zu erblicken; was Adam gib mir eine Stelle unter denen, die schon verheißen war; was Lamech bei dir wohnen werden für und für. fonnt erquicken; was Jacob fah; 5. Steckt mein Herz in böser Luft, was er besang; was Hiobs Troft ge- laffe du es nicht so bleiben! Wohne wesen; und was durch Davids Harf selbst in meiner Brust, alles Böse zu erflang: das alles ist zu lesen in mei- vertreiben, bis ich, ganz mit dir nes Heilands Krippe. erfüllt, habe Gottes Ebenbild. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 65 6. Wurdest du ein Menschensohn: und wir können deinetwegen nun auch mache mich zu Gottes Kinde, daß ich stets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Er ist ja nicht mehr mein Feind, denn ich bin dein wahrer Freund. Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. 7. Wenn der Teufel sich erbost auf uns schwache Menschenkinder, fo 4. Du bist Mittler! Heil uns Sünhab ich den großen Trost: daß du da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb ich Leib und Seel, hilf mir, mein Immanuel! dern! huldreich gab der Vater ihn! Du haft armen Adamskindern nun sogar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehen und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. 5. Sollte Gott mich nun wohl hafsen? Hier ist ja Immanuel. Sollt er mich wohl hülflos laffen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt und mich seinen Bruder nennt, sitzt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. Meine Seele freut sich dein. Laß doch 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Eftets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermeffen. Gib, daß ich für deine Tren dir auf ewig dankbar sei. 108. D - er du uns das Heil errungen, Mensch gewordner Gottes Sohn! ewig sei dir Lob gesungen, daß dit von des Him mels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist: sei gelobt, Herr Jefu Chrift! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O, wie hoch hast du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Lust dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sitzt der Mensch auf Gottes Thren. 3. Du, du bist der Völker Segen, famst, vom Fluch uns zu befrein, Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 109. ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward, da fandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 66 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geift voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. - 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommnt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch, geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Bäter hoffend fahn; dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Troft und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schützt, der in des Baters Schooße sitzt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht, dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 110. GE ott! deine Gnade sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Men schenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kameft, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heit zu dienen. 4. D, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich se herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Roth, Berachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch famst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu sein, in deines Vaters Rathschluß ein, wardst Mensch, und kamst mit Freuden, für uns den Ted zu leiden. 6. Immanuel! dein freu ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freu den, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue gebeu? Da Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 67 - 112. SE err! laß mich doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb, erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet! O, wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. bifts, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Berr! was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Seel verehren. 8. 3war seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd ich auch, Herr Jesu Chrift! dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel. Valet will ich dir geben. 57. 111. hr, die ihr wart verloren, hört, was euch trösten kann! Der Heiland ist geboren und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heilge Schar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 2. Sie wissen nichts vom Neide, 4. An seinem Heil gib mir auch freun sich mit uns zugleich und sin- Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an gen: große Freude verkündigen wir seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, euch! Euch ist dies Kind gegeben! wer Herr! Herr! spricht, und doch Euch solches Heil bereit, bei Gott nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. dereinst zu leben in steter Seligkeit. 5. Aus Dank will ich in Brüdern 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dich, dich Gottessohn, bekleiden, speidies Kind zerbricht das Joch; bringt sen, tränken; der Frommen Herz in euch des Vaters Liebe; was trauert ihrem Schmerz mit Trost erfreun, ihr nun noch? Er schenkt ein himm- und dein dabei gedenken. lisch Erbe! Wohl dem, der an ihn gläubt! daß jeder fröhlich sterbe, da solch ein Schatz ihm bleibt! 4. Tod, Slinde, Teufel, Hölle, was wider Euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt sie darnieder. Nun seid ihr wohl gerächt, und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlöften! 5. So rühmen sie; mit ihnen frohLocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch Mel. von Nr. 112. erschienen, der Herr ſein Bruder ift. 113. erfreut! das Heil der hoch Tein sind nun unsre Herzen. Herr, dir geloben wir: uns trennen weder Welt, der Mittler, ist geboren, der Echmerzen, noch Freud und Glück uns erlöft und ewig tröst't. Wer an bon dir. ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 5* 68 - Von der Geburt Jesu Christi. Erster Theil. 2. große That! nach Gottes Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. Rath hat sich sein ewger Sohn für 115. Wie soll ich dich empfanuns gegeben. doch ohne Sind, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. D Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott mun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! gen, o Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O Christenheit! preis ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir gibt, das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. Mel. von Nr. 112, 114. irf, blöder Sinn, den Kummer hin. Gott ist für dich, was will dich ferner kränfen? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? 4. Sch lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommſt und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. 2. Schlägt dir das Herz vor Augst 5. Was hat dich, Herr, getrieben, und Schmerz, empfindest du, wie sehr dich, den kein Himmel hält, als nur die Sünden kränken? dein Heil ist dein theures Lieben, womit du diese hier; wie? sollte dir nicht Gott mit Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihm auch Gnad und Friede schenken? ihrer Jammierlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr, seid unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 7. Sollt euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Troft und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde dräuen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König! der Rächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, was es für Regung spürt. Dich, Herr, soll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigfeit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken. 3. Nichts hast du unterlaffen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekominen, und hast mich froh gemacht. Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Chrifti. 69 9. Du kommst zum Weltgerichte, 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, verklärter Menschensohn, in maje- dürftig und voll Müthe wär? Hab stätschem Lichte! und mit dir kommt ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab ich dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! Reichthum, was ists mehr, als ein und leucht in vollem Glanz, erfüll wenig schnöder Erd? Hab ich Luft, mit ewger Wonne das Herz der was ist sie werth? Was ist, das mich Deinen ganz. heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 6. Aller wahre Troft im Leide ruht in dir, o Jesu Christ; und auch allein die rein 116. We lang foll ich und lauter ist. Ach, wie fehn ich mich ie nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe. traurig stehen, du Gesegneter des Herrn? Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ewgem Trost erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Sammer; stille des Gesetzes Dräun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verfündigt Fluch und Tod. Ach, wie schredlich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh, wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerriffen. 4. Flieh ich dann, die Angst zu lin7. Freu dich, Herz, du bist erhöret. Jetzo zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gefehret. Auf! heiß ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da klag ihm, was dich quälet. 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was Gott nun nicht mehr an. Auch wird, du Böses selbst verübet, das sieht was sich in der Welt Böses dir entgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur lauter Glück und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sei ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet feft dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. sinsd Von der Erscheinung der Weisen. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. dern, da ich ſo beängstigt bin, zu der 117. Gott der Juden, Gott Heiden! Aller Welt und ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Erquitfung gibt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. Völker Heil und Licht! Saba steht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern. 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gesellen uns zu denen, die König thront, bie fisch- und infelaus Morgenlande sind; unser Fragen, reichen Meere, der Erdkreis, unb unser Sehnen ist nach dir, du großes was drinnen wohnt. Kind! Unsre Knie beugen sich, unser Arm umfaffet dich. - 4. Die an der Ströme Ufern pflitgen, befingen ihn, und freuen sich, 3. D, mit welchen irdschen Schäz- und die, so auf den Bergen liegen, zen mag ein armer Sterblicher dich frohlocken vor ihm inniglich! Es erquicken und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. kommt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stütrzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, sei dir gänzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getreuen Herzen an. Sucht uns 119. M zu der dich nicht vertragen kann, so nimm uns bei seiner Wuth, starker Gott! in deine Hut. Von dem Namen Jesu. Mel. Aus tiefer Noth schret. 6. Heilig führest du die Deinen; ficher machst du ihre Bahn. Laß ung gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Baterland. ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe Pla- gen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tra- gen. Der 98. Pfalm. Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in Mel. von Nr. 33. 118. dir gerecht kann nennen. hr Völker, stimmet nun der manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, 2. So heißest du nicht Jesus nur, ein neues Loblied an! Denn euch, die du bist auch, was du heißest; da du ihr im Finstern waret, erscheinet Licht die menschliche Natur aus allem Jamund Heil jetzund! sein starker Arm ist mer reißest. Die That stimmt mit offenbaret; sein Recht wird allen Völ- dem Namen ein; du wollteft, was fern fund. du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In keinem andern ist ja Heil; kein Nam ist uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bists allein, der jedermann ein ewges Leben geben kann. Gelobet sei dein Name! 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Ifrael verhieß. Die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die feine Wahrheit hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar. Es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entferntsten Ländern ftar. 4. O Name! werde doch in mir 3. Drum jauchzet, finget, lobet alle! durch Gottes Geist verkläret; da, was preift Gott mit Saiten und Gesang! verborgen ist in dir, fein fleischlich der Harfen sanfter Ton erschalle, und Herz erfähret. Denn die Vernunft der Posaunen heller Klang! Es lobe begreift es nicht, ohn deines Geistes alles deffen Ehre, der als der größte Gnadenlicht blieb es unaufgeschloffen. Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erden. 5. Laß mich empfinden deine Kraft,| rung kennen. So wird der Sündennoth von heißer Liebe brennen, und deines gewehrt, in Hoffnung meine Furcht Namens Eigenschaft stets aus Erfah- verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Bater unser im Himmelreich. gestärkt von dir, mit fester Treu dir nachzufolgen eifrig sei. 120. Kein Lehrer ist dir, Amt, das die Versöhnung predigt, 6. Du bist Herr, von dem das stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den. Menschen kund. Begleite stets mit Nutzen schafft! deiner Kraft ihr Amt, damit es Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwachen Men schen sichrer Nath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jeſu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, fei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 71 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 121. 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was nach E des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest felbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 8. Mein Heiland! send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahr heit führ, vom Eigendünkel mich befrei, damit ich dir gehorsam sei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut. Mel, Schmücke dich, o liebe Seele. eiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 72 Erster Theil. Vom Wandel Jefu auf Erden. Mel. Machs mit mir, Gott nach. 26 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr 122. Du wesentliches Ebenals väterlich erbarmen, der Betrübten Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt Klage hören, sich in andrer Dienst mit Gott geweihtem Triebe. Gott war verzehren, das sind Proben wahrer dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm Güte: und so, Herr, war dein Ge- folgtest du mit Heldenmuth. müthe. 2. Du warst mit ihm ein Sinu, 3. O du Zuflucht der Elenden! ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Wer hat nicht von deinen Händen Du ehrtest ihn auch unter Schmerz Segen, Trost und Heil genommen, stets mit zufriedner Stille. Auch auf der gebeugt zu dir gekommen? Wie der allerrauhsten Bahn sahst ist dir dein Herz gebrochen, wenn noch als Bater an. du ihn dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 1 4. Die Betrübten zu erquiden, ste dem Kummer zu entrücken, die Unwiffenden zu lehren, die Verkehrten zu befehren; Sünder, die sich selbst verftocken, laugmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. D, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen! dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterVaters Willen. warfst dich bis zum Tod ganz deines Dein Hauptgeschäft war das allein, ein Herold seinesRuhms zu sein. 4. Du gingst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tief sten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslast. 5. D Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken! Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, andrer Mel. von Nr. 72. Schmach und Laft zu tragen; allen 123. Wie gut Lehrent wie Jesu freundlich zu begegnen, für die Läfterung zu seguen, deine Feinde zu ver- überzeuget seine Macht! Wenn wir treten und für Mörder selbst zu beten. nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser sei. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet. Willig littft du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! 3. Er schenkte das Gesicht den Blin und bei des Gewissens Schmerze tröste den, den Tauben gab er das Gehör, mich dein huldreich Herze! Heilige auch der Aussatz mußte vor ihm schwinden, meine Triebe zu rechtschaffner Men der Stumme sang ihm Dank und Ehr. schenliebe! Laß mich immer mehr auf Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, Erden deinem Bilde ähnlich werden und selbst die Todten auferstehn. Erster Theil. Von dem 4. Er schalt des Satans Legionen, die Legionen scheuten ihn: so mußten fie die Menschen schonen, und plötzlich in den Abgrund fliehn! Berief er seiner Engel Schar, so stellten sie sich dienstbar dar. 5. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! - 10) Von dem Leiden Mel. Zeuch mich, zeuch mich.. 81. 124. Gott! ott! was muß dein Sohn ertragen! welche Marter! welchen Tod! Allem Trost muß er entsagen! Ronnt ich denn in meiner Noth bei dem Schreien meiner Sünden sonst nicht Trost und Rettung finden? - Leiden und Sterben Jesu. 73 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 7. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehr und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Tren bis in den Tod beständig sei! 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schar ist dazu ersehen worden, weil doch feiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott verföhnen, mich mit Heil und Segen frönen. und Sterben Jesu. du, und ein Nächer, und doch schonft du der Verbrecher. 7. D, Geheimniß weiser Gülte, das kein Engel ganz durchschaut: rühre kräftig mein Gemüthe! wie mein Herz auf dich vertraut, Gottmensch! so laß auch mein Leben dir Lob, Preis und Ehre geben! 2. Schöpfer! käme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade nicht zu gut, wenn wir gleich die 125. Dreuben! wirst du mit Jesu, Brunnquell aller Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreien? 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler sein? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? Traurigkeit erfüllt? Mußt du in deiner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Scheiter und zur Feuersglut steigen, ohn Entfärben in der Marter sterben, mit getroftem Muth. 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei feinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. Vom Seelenleiden. Mel. von Nr. 49. 2. Wie kommts, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 3. Ach ja, der Tod, der dich umgibet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: 6. Darum tam sein Sohn hernie- denn du fühlst die Pfeile, und des der, nun zugleich ein Mensch, wie Fluches Keile; jene fühlens nicht; wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, weil du dich mußt quälen, hatten durch seinen Tod mit dir. Heilig bist ihre Seelen deiner Freuden Licht. 74 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 4. Du bist das Lamm, das Schuld du von solcher Angst, o Herr, be und Strafe auf seinen Schultern wil stürmet werden? lig trägt; der gute Hirt, der für die 4. Ach, Herr, der Sündenknecht Schaafe sein theures Leben niederlegt.| war ich. Ich sollte Blutschweiß Du bezahltest Schulden, und will schwitzen. Es sollten billig nur auf das erdulden, was wir all verdient; mich der Rache Wetter blißen. Ich auf dir liegts alleine, daß wir wür- Armer, wie entrinn ich da! vor den reine, und mit Gott verfühnt. Gottes Zorne müßt ich ja ohn allen 5. Dies ist die Ursach deiner Kla- Trost versinken. Und da kömmst du, gen; das Herz fließt über durch den daß du ihn stillft. Sohn Gottes du, Mund, und macht sein schreckenvolles du selber willst den ganzen Zornfelch Bagen durch schreckenvolle Worte kund: trinken. da du selbst bezeuget, daß dein Geist gebeuget sei bis in den Tod. Dieses it die Quelle, da die müde Seele fich erfreut in Gott. 5. Heil mir, der Sohn des Höchsten hat für mich sich richten lassen. Gott, welch ein wundervoller Rath! wer fann dein Thun noch fassen? 6. Ich will für solche Liebespro- Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, ben, dergleichen man noch nie gesehn, so trägt er fie für uns, der Sohn, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd den Gott uns selbst gegeben. Nun ich vor deinem Throne stehn. Laß jauchze, Seele! du kommst nicht in dein traurig Ringen mir indeffen brin- Gottes schreckliches Gericht; du dringst gen wahre Glaubensfrücht; daß ich mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! hindurch ins Leben. Mel. An Wasserfliffen Babylons. 97. 6. Doch denk, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, 126. So geht bu, Jesu, wil- forge, daß dich nie die Sünd in ihre liglich, dein Leiden Neze zieh, nichts deine Treu erschüttre! anzutreten, mit heißen Thränen auch Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! für mich zu kämpfen und zu beten. schau hin ins furchtbare Gericht, Du, der du nichts verbrochen hast, das Jesum traf, und zittre! gehst hin, um aller Sündenlast auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der andern Stärke gibt, was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Ach, hingefunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh, und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf vertürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? schauervolle Stätte! 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Baters wohnen, stehn bereit, o Menschensohn! deine Ketten zu zer3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn schlagen, deine Feinde zu verjagen: vom Himmel stärken. Er ringt. Bon seinem Angesicht träuft Schweiß, ach, wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß 3. Du bist selber reich an Stärke, träuft Blut zur Erden. Der du in die sich jetzt auch nicht verlor; aber reiner Unschuld prangst, wie fonnteft hier in diesem Werke geht Geduld aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. - Von den Banden Jesu. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 127. Gottes Lamm, durch dessen Wunden unser Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart wirst du gebunden, und dein heilger Leib verlegt! Deiner Feinde ftrenge Hände wissen ihrer Wuth kein Ende! und du gibst mit stillem Sinn dich in ihre Fesseln hin. 1 Erster Theil. Von dem der Allmacht vor. Denn sonst müßten Band und Schlingen wie des Simsons Stride springen; und der Feinde große Zahl stürzte deiner Gottheit Strahl. - 4. Starker Held, um meinetwillen streckft du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schonest du der frechen Schar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ift zu meinem Heil geschehn, und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen haft. 6. Heiland, wie ist deine Gülte für mich Sündenknecht so groß! mache denn auch mein Gemüthe immer mehr vom Eitlen los. Lasse mich mit ihren Stricken Welt und Lüfte nicht berüt ken, daß ich von der Sünde frei, dir mun ganz ergeben sei! 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlösten Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'ft: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strick und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. Leiden und Sterben Jesu. 75 er anders nichts verlanget, als uns in des Vaters Schooß dermaleins zu führen ein, lassen wir von eitlem Schein lieber, als von seinen Schlägen unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Trost mir widerfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenbeulen mich zu reingen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg mur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ru then nicht so sehr die Wunden bluten. 5. Herr, du litteft nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ach, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du stehst auf jene Freuden und erduldest Schmach und Pein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; feft will ich auf dich vertrauen. 8. Soll ich einst die Ehr erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich Mel. O Gott, du frommer Gott.- was leiben foll: ach, so laß mich in 129. Shfeht! mit Schanb welch ach den Banden, in Gefängniß, Schmach und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich sein. ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und er schrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr so tief herab gebracht! so schwere Mith hat ihm nur eure Schuld gemacht! 8. Von der Geißelung Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. Unter nser Heiland steht ge128. bunden, voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe kann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden dieses alles muß erdulden. 2. Seht, welch ein Mensch! Weh euch, wenn hier noch vor den Sütnden nicht eure Seele graut! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht be kehrt, im Zorn von eurer Hand. 3. Seht, welch ein Mensch! die 2. Da die Welt in Seide pranget, ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, steht ihr König nackt und bloß; da wie er Sünden büßt! schaut, wie 76 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. er uns verfühnet! Wohl euch, daß ganz entzündet für mein Heil! Nichts seine Schmach euch schmerzet und scheuest du, nicht Marter, Schmach betrübt. Erfreuet euch des Heils, das und Hohn, um aus der Noth mich diese Schmach euch gibt. ganz herauszuziehen, mich Sohn des 4. Seht, welch ein Mensch! hier Staubs, o du, des Höchsten Sohn! fteht, Verbrechern gleich, gebunden, wie kann ich gnug von Dankbegierde an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, wie fönnt er dann für uns ein gültges Opfer sein? glühen! 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual; die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen; ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. 5. Seht, welch ein Mensch! ach Du wallst dahin durch Kidrons schwarseht! wie ist sein Leib zerriffen! Seht, zes Thal, und Todesschrecken folgen was für Ströme Bluts aus seinen dir dahin. Nichts kann indeß den Wunden fließen. Heilsame theure großen Vorsatz hindern; des Menschen Fluth! aus diesen Wunden quillt, Rettung lag dir längst im Sinn. was unsre Schaden heilt und das Ganz weihst du dich verlornen AdamsGewiffen stillt. findern. 6. Seht, welch ein Mensch! ach seht! schmerzhafte Dornen krönen sein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß fie euch nicht einst im Born zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder, und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Antlitz über decket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jetzt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. 4. Dein blutger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schreckt. Wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du finkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, o Sünder, höre fie! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh, und diese Qual mit deinen Missethaten. 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ewgen Trost versprechen: Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freun! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen, von Wuth beseelt, die Schar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler Mel. von Nr. 84. 130. Mein Lebensfürft! nun hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. kann ich dich mein Theil und meinen Trost, und meinen Retter nennen. Wie loderst du, nie werd ichs gnug erkennen, von Eifer 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Missethäter. Was thut der Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 77 Freund? Ach, er wird ein Berräther!| zürn ich mit der Juden Wuth? Ach, Mit Abscheu seh ich seine Bosheit hier kann ich des Menschen Thorheit an. Doch Judas schmerzt dich jetzo lesen; Tand wählet er, der Thor, nicht allein; bei deiner Noth siehst du fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein die Jünger fliehen; jetzt bleibest du solcher Thor gewesen. ganz hülflos und allein, du siehst sie all und selbst auch Petrum fliehen. - 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht so laut, als meine Sünden riefen. Die Ströme, die aus so viel Wunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geiffeln ließ, ent deckten mir gar merklich meine Schuld; verdient hatt ich des Satans Wuth und Morden. Of Dank sei dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch deine Wunden worden. 7. Der Richter seines Volfs fteht vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich laut verklagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen sagen; scholten, schilt der heilge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bosheit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästerer der Stab gebrochen. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar: mit Dornen frönet 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die man dich, o mein König! dem Frebler Schmach das Herz? Berspeit wirst ist die Schmach noch allzuwenig, ein du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist Rohr reicht man dir als ein Zepter dir, da der Lästrung Stimm ertö- dar! der Purpur höhnet dich, man net? Wie weit treibt man den pöbel- beugt die Knie und spottet dich mit haften Scherz? Du, der Propheten Worten und Geberden. Ach, meine Größter, wirft ein Spott. Wie darf Schuld! wie groß, wie groß ist sie! dein eignes Volk dich so entehren! Ach, so tief mußt du für mich erniedrigt theuer sei du mir! Von dir spricht werden. Gott: das ist mein lieber Sohn, den follt ihr hören. 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit verläugnet, und damit dein Herz durchstochen, ach! wie viel öfters hab ich Treu gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. Und darum hast du den treulosen Knecht beständig noch lieben fort gefahren. Ach, bring mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom Fluch, der auf dir lag, gedriftet. Was ists, das nun mein schüchtern Aug erblicket? Wie schauervoll wirft du mir, Golgatha! Da hänget er, ein Scheusal, nackt und bloß; sollt er denn nicht mein Mitleid ganz erwecken? Ach, ihn drückt unsre Schuld! ein Berg! wie groß! und er verlangt nicht Mitleid, sondern Schrecken. 10. Folg ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: D, welch ein Schauplatz nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden, Er, beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie empöret sich jetzt mein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird Ér dahin gerissen. 15. Du bist, o schreckenvolles Gol gatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampfplatz, wo des Weibes Saame stritte, der Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Zorn in vollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwis 11. Dir durfte man den Mörder schen Mördern. Mich wollt er der Barrabas, o Theuerster! gar an die Schar der Seelgen zugesellen; hier Seite setzen, und, was entsetzlich ist! will ich dann zu seinem Kreuz mich dich schlimmer schätzen. Raferei! stellen, der Deinen Treu und Weh D, mehr, als Cains- Haß! Doch warum imuth rühret dich. Der Kriegsknecht 78 Erster Theil. Von dem Leiden und Steroen Jesu. nimmt zwar deine Kleider hin, doch| Wasser fleußt! Vergebung schafft mir mir verläsfest du den besten Segen. sein vergoßnes Blut, sein Geift stärkt Dein bin ich ganz, und was ich hab mich zu jedem guten Werke; ein offer und bin, will ich auch gern zu deinen Born, wie fließt er mir zu gut! Ich bin Füßen legen. im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 22. Kommst du mit Blut und Waf ser nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen; freimüthig nah ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut; gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden. Dein Blut lösch aus für mich der Höllen Glut, dein Geist führ mich zu deines Himmels Freuden. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, Pilgrim bin, soll in mein Herz dein 23. So lang ich aber noch ein will kein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Verlaßner wei- sterbend Bild sich schließen; mein Mund nen. Dein Angstgeschrei stört jetzt der soll sich in Lob und Dank ergießen; Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? ganz geb ich mich zu deinem Opfer der Löw aus Juda brüllt; den Sohn hin. Die Sünde, die dich mit so der Liebe trifft des Vaters Ruthe. schwerer Last für mich gedrückt, will Was Wunder, daß sich die Vernunft ich mit Ernst verfluchen; ich will, was verhüllt! O, du mein Trost! Was du für mich geleistet hast, mit Lieb schmeckst du mir zu gute. und Treu dir zu vergelten suchen. - 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buß und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Rath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies geschehn: so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der andre Schächer mußt zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt ich noch rathlos fiehen, und schmachtend 131. 1 hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. O, sollt ich je von dir geschieden fein! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. Mel. Herzliebster Jesu, was haft. nschuldger Jesu, was hast du verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du am 20. Von heißem Durst wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labsal wird für dich gefunden! Ach, wie Kreuze sterben, wie Sünder sterben. betrübt find deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Schmach gekrönet, ins Angesicht 2. Gegeiffelt wirst du und zur Es ist vollbracht! rufst du dann aus ge und stirbst, und übergibst den Geist schlagen und verhöhnet! mit Finsterdes Vaters Händen. Welch Heil! das niß des Todes schon umschattet, gehst bu so sterbend mir erwirbst! getrost kann ich nun meinen Lauf vollenden. du ermattet. 3. Du trägst dein Kreuz, du eilft auf blutgen Wegen voll Zuversicht, voll Muth dem Tod entgegen! Ich sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, 21. Mert auf, o du in mir er fährockner Geist! Schau Jesu Seite noch zuletzt durchsiochen, nachdem der voll Wunden sterbend. Tod ihm schon das Herz gebrochen; 4. Was ist die Ursach dieser' deiner schan, wie sein Blut vereint mit Plagen? Ach, unfre Sünden haben Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 79 dich geschlagen! Wir, großer Mittler,| Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger besingen, ftets Dank 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine dir bringen! Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafe! die Schuld bezahlt der Mitt - Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. ler, der Gerechte, für feine Knechte! 132. Herr! stärke mich, dein 6. und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! 7. Ach, unfre Seele war entstellt von Sünden! an uns Verbrechern war nichts Guts zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, milffen auf ewig büßen! 8. Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willsts! an dir sell es der Nächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabft, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen, wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan hast, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud erfüllen. - mich in das Meer der Liebe zu versenten, die dich bewog, von allr Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unfrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde der Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dit gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte! 7. Sie übersteigt die menschlicher Gedanken; allein sollt ich darum in Glauben wanken? Ich bin ein Mensch darf der sich unterwinden, Gott z ergründen? 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, feine Schmach und Plagen; une sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. 8. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preisen, fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du fiebteft mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben; o gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, gefamildet mit der Kräfte. 80 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. Mel. Ach Herr, mich armen S.- 67. 133. Dwunden für uns am er du voll Blut und Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhabner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. 4. O schreckliches Empfinden! da fühltest das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden und Lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; kein Helfer kam für dich. Man hörte dich felbft flagen: Gott! wie verläff'st du mich! 3. Entblößt von allem Neize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. deine Feinde: wo ist denn nun dein 134. Meine Seel, ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken! Auf sein Kreuz hin müffe sich jetzt dein Blick voll Andacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu fich erfreue. 2. Sieh! der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ift größre Lieb erhöret? 3. Dn, du solltest große Bein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen sein, ewig fern von allen Freuden. Da trägt Jesus deine Sünden, daß du könntest Gnade finden. 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Laft. Ich habe mit verschuldet, was du getragen haft. Sieh gnädig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? zu dir und deiner Treu, und bis ich einst erkalte, ganz nur der Deine feil 9. Wenn ich denn einst soll scheiden, ach! dann verlaß mich nicht! sei auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den lengsten kraft deiner Angst und Pein. 7. On haft mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trübfal Troft und Frenden, die ewig find, verschafft. D, gib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöfer! heil. 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. - 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Nache. Er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Num, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern? 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er verbind't uns ihm zu sehr. Meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so lan geliebet, ja durch Sünden oft 8. Ich danke dir von Herzen, o bu, mein größter Freund, für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach! gib, daß ich mich halte betrübet. 3 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 81 7. Was geschehen ist, das soll Mel. von Nr. 37. ferner nicht von mir geschehen. Fest 135. Erfülle, Herr! doch felbft andern mein mit reinem Andachtstriebe. Ich denk an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sei mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst, und Held, in Fleisch und Blut gellei det, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringft mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. - Weg zu gehen, will ich nun nur Jefum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. 8. Weg ihr Stinden, fern von mir! euch kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Gräul seid ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich tränkt, soll mich betrüben. 3. Du trägst der Miffethäter Lohn, und hattest nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so wars vor11. Drohten mir sogar um dich Tod her verkündigt. Der Frechen Schar und Martern, Schmach und Bande, begehrt dein Blut; du duldest göttlich mich schreckt nichts; von dir hab ich groß die Wuth, um Seelen zu erret deinen Geist zum theuren Pfande, daß ten. Dein Mörder, Jcfu, war auch ich soll den Himmel erben; darauf ich; denn Gott warf alle Sünd auf Tann ich fröhlich sterben. dich, damit wir Friede hätten. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich sein und bleiben, dem ich lebe, des ich bin. mich von Jesu treiben. Jesu, mich nicht laffen. ich dich umfassen. 4. Erniedrigt bis zur Knechtsge ftalt, und doch der Größt im Her Nichts soll zen, erträgst du Spott, Schmach, Du wirst, und Gewalt, voll Krankheit und voll Ewig will Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Biel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Bor dir, Herr, unsre Zuversicht, verbarg man selbst das Angesicht, dich schmähten Bundesföhne. 5. Ein Opfer nach dem ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Miffethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlacht bank führet. Freiwillig, als der Hel den Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Ee ist volls bracht. Du stirbst, die Erd' erschüts tert. Die Arbeit hab ich dir gemaht; Her, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du bejreu? O war 13. Sst schon jetzo, ist schon hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ei, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchore! Ewig werd ich Gott dort loben, wenn er mich zu sich erhoben. 15. Täglich, täglich freu ich mich auf dies frendenvolle Leben! Heiland, dir jei Dank! durch dich wird es mir dereinst gegeben! aß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir fters walten. 82 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß| Huld erheben? Wie herrlich zeigst du mich Gnade finden; und deine Liebe im Erlösungswerke der Enaden Stärke. bringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie kreuzige mit Sünden. 2. Dein ewger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 7. Welch Warten einer ewgen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 4. Was ist der Mensch, daß du 8. Du hafts gesagt; du wirst die sein so gedenkest, und deinen Sohn Kraft zur Heiligung mir schenken. ihm zum Versöhner schenkest? Was Dein Blut ists, das mir Trost ver- findest du an mir und an uns allen schafft, wenn mich die Sünden kränken. für Wohlgefallen? Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein legter Troft auf Erden. 5. Verdient Berachtung göttlicher Gefeße, verdient Verschwendung unschäßbarer Schätze, verdient ein selbst gemachter böser Schade des Richters Gnade? Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. 6. O welche Tiefe deiner Menschen. liebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen mein ganzes Leben willig ergeben. Vater nennen, und zum Gehorsam dir 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! 136. Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurdst verachtet; die Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm dich unser, o Jesu, Jesu. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden fiets geduldig, wiewohl bu wurdt 138. M du verachtet! Die Sünd hast du getragen; sonst müßt auch ich verzagen. Lob sei dir ewig, o Jesu, Jeſu! 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. Mel von Nr. 55. 137. Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben, wer kann doch gnugsam deine 9. Dein Friede wohne stets in mei nem Herzen, und tröste mich bei des Gewiffens Schmerzen. Dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen tren zu erfüllen. Mel. Chriftus, der uns selig macht. ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, Erster Theil. - Von dem Leiden und Sterben Jefu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o! fo hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. CE welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden; D, wie preif ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden. 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun fann meine Misfethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewiffen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 48. dein Leben am Stamm bes Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Lod. Der große Fürst der Ehren läßt willig fich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt; und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeat. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? Mel. 139. Welt, ich muß dich lasſen. Welt! 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen in ewgen Finsternissen, was nun dein Cod versühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Laften, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er! 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Bein nun auch auf mich kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 8. Für mich ihn zu erlegen, eilft du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörte Liebesglut! 8. Drildt mich meine Sindennoth, straft mich mein Gewissen: o! dann 9. Wie bin ich dir verbunden, durch laß aus deinem Tod mich den Trost den ich Heil gefunden! ich bin dein genießen, daß du auch für meine Schuld Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, büßend bist gestorben, und Vergebung, soll Seel und Leib dich preisen, und Gnad und Huld mir bei Gott erworben. dir gehorchen sei mein Ruhm! 6* 7. Du sebzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich läss'st du dich frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 84 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 10. Es soll dein Tod und Lelden, bis Leib und Seele scheiden, mich tröften und erfreun. Es soll von meinen Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. - 11. Wie strenge Gott Berbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Bergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, bräun; wie du gelaffen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; mas deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hångt am Kreuz. 140. M ein Erlöser hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes; ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? SEZ Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz, und hängt hier auch meinetwegen; mir zum Segen. In ihm wird, statt Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu Theil. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht laffen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Auch für mich hat er sein Leben hin gegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte nun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Abscheus fliehn; meine Sünden kreuzgen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz und ich wollt in rohen Freuden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt sei mir nun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht er füllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt ich nun im Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach, trage gern sein Kreuz ihm nach. 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in triben Tagen trostlos zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Herr, ich bleib im Tod und Leben dir ergeben. Als du starhest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb ich dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 141. 11 m Gnade für die Sünderwelt rufst du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher E Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei EE deinem herben Schmerz die Bojes Erster Theil. Von dem - wichter spotten. Du siehst mit fegensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: vergib o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. Leiden und Sterben Jesu. 85 Kraft. Herr Jefu Chrift! der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Troft im Tode bist. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Christ! wie Er hat durch segnendes Gebet auch selig ist, wie selig ist der Mensch, uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt dem du ein Heiland bist! auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Bergebung zu. Herr Jesu Chrift, gelobt seift du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; da er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. O Jesu Chrift! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Cod. 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Bornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: , so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ! wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. 142. Schwing dich auf gen Golgatha! schau den Heiland hier am Kreuze; nimm zu Herzen, daß dich ja seine Bein zur Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier fannst fühllos sein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen! wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! schanel ach erschrichst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? 3. O Lamm Gottes ohne Schuld! alles das hätt ich verschuldet, und da haft aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ewgen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwiirgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebe! schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich trifft, 4. Wird wo mein Herz vom Trofte feer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versichre mich aufs neu, du steheft mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geift blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer durchbohrt mein Herz! - 86 Erster Theil. Von dem 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebeft, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur bir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Nur bei dir allein such ich Hüllf in meinen bängsten Stunden! schmachtend, lechzend sehn ich mich nach dem Trost aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Waffer schreit, bis er meine Seel erfreut. - 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zus flucht macht, spricht getroft: Es ist vollbracht! Mel. von Nr. 55. 143. Laß deinen Geift mich lehren, dein göttlich Kreuz im Glanben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? Leiden und Sterben Jesu. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du haft mir Heil, da du für mich gestorben, ant Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klueine Thorheit werden: so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 3. Da du dich selbst für uns dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einft 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden leide, mir Fried und Freude. dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden; da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelaffen, wie könnt ich sie, fie meine Brüder haffen; und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder scheiten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schaltft auch nicht wieder. Mel. von Nr. 55. 144. Sei hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließeft unsre Schuld an dir bestrafen, une Heil zu schaffen. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 87 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab ich sonst für fichern Trost auf Erden? was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? - 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erwerben, das hast du ja, von großer Tren geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in die sem Glauben. Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsſe mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frevelhaft erfühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär ich ja, e Herr, nicht sein Erlöfter, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. Die letzten Worte Jesu. 145. B egleite mich, o Christ! wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Troft im Leben, und einst den Troft im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr tröften fann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weiten! erschrick und zittre, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sich ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hieng, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Misfethäter, Wert zeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, fo soll dies Wort mir Troft verleihn! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein. Herrt laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. Der Tod Jeſut. troftesvollen Worte auch meiner Seele Troft verleihn! 6. Wer kann die Leiden als Christus an dem Krenze rief: 146. Se eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Laster Mein Gott, wie hast du mich ver laffen? wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Bein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! fuechten! Er, der Herr, gekrönt zum Hohne, träget feine Dornenfrone, und büßet unsern Frevelmuth. 2. Unser göttlicher Vertreter wird geführt, wie Uebelthäter. Wer kann seine Leiden zählen? Eine Welt verlorner Seelen erkauft er sich um dies fen Preis. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst geftillet werde! O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen, dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt: Oselig, wer den Ruf erfüllet! denn wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 3. Seht den Schönsten unter Allen 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfallen! Seiner den; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine der Freuden! du nimmst dem Tode Richterstimme schwieg. feine Macht. Heil uns! Wer darf es mun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 6. Seht ihn auf der Schädelstätte mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, für uns ringen im Gebete. Schauet den Mann der Schmerzen, am Kreuz! Er hats vollbracht und stirbt. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! du rufeft: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein ihn fromm mit ftillen Bähren, o Christ, du hast ihn sterben wollest du mir Weisheit schenken. fehn. Bald wirst du ihn durch Freu- Mich vom Lafter abzuschrecken, mich den ehren, und jauchzend seinen Ruhm zur Tugend zu erwecken, laß mir es erhöhn! Den deine Seufzer jetzt be- ftets vor Augen sein. flagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottverföhner willig fort. 5. Keine Lindrung stärkt den Miden, auf ihm liegt zu unserm Frieden Fluch und Straf! er trägts gelassen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sinket wieder in den Staub. 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 89 Mel. Werbe munter, mein. 116. 8. Ja, noch an demselben Tage geh ente, sprach mein Hei- ich in den Himmel ein, los von aller - 147. blutges Kreuz erhöht, als ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 2. Theures Wort aus Jefu Munde! 148. Es ist vollbracht! fo ruft fest versiegelt durch sein Blut! In am der finstern Todesstunde gibst du den Erlösers Mund. Ď, Wort voll Freudigkeit und Muth. Wenn der Trost und Leben, reize zur Freude Christ nun scheiden soll, bleibt er meines Herzens Grund. fester Hoffnung voll, sieht die Nacht Opfer ist geschehn, das in Licht verwandelt, weiß gewiß, mir zum Heil ersehn. wohin er wandelt. Das große Gott auch 3. Ohne Zagen kann er sterben. Seine Seel erstirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch tein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht nach Jahrhunder ten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ewgen Le bens! tröste du mein brechend Herz; und dann ängstet nur vergebens meis nen Geist der Trennung Schmerz. Er finkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Beugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. 5. Herr! nun fühl ich abzuscheiden eine heilge Lust in mir. Dort find unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Rein auch noch so frühes Grab fürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Chrift. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Wert folgt dann feiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch fallen kann, die durch dich erlöfte Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärfest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. daheim zu sein. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. - 2. Mein Jesus stirbt. Die Felfen beben; der Sonne Schein verlieret fich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht; und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinwegge wendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genädig an. 4. Dankvolle Thränen! netzt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar bie Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. D Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft ge währt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht. 6. Du littst so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu schem. Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Ei genthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ansersehn; so laß auch mich den Trost erfreun: es kommt das Ende meiner Pein. 90 Erster Theil.- Von den 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Laft. Laß mich den Troft auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden haft; so tret auch ich ins Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! Mel. An Wasserflüffen Babylons. 149. Erhebe vom Geräuſch der Mel. von Nr. 86. Welt, o Seele, deine gemacht! mein JeFlügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer 151. Nun ist es alles wohl hält, zu jenem Leidenshügel! ihr Himmel! welch ein Mensch ist das! wie fus ruft: Es ist vollbracht! der neigt drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch sein Haupt, o Mensch, und stirbt, wilden Freuden! Er, der die Todten der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. auferwedt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. 2. Geduldig stehet er sein Blut in vollen Strömen fließen! fleht für die Haffer, die voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt fein Haupt sich nieder. O, meine Seele! freue dich! dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. 3. Er, er hat deine Misfethat, den Fluch für dich getragen. D'Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Güte kann kein sterblich Lied erheben. Kreuz gebracht. Doch hört er unsre Lieder gern. Drum bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. - - 97. Leiden und Sterben Jesu. auf der sündgen Welt; doch er kam uns zu gute, und gab mit seinem Blute für uns ein emges Lösegeld. 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. - Mel. D Welt ich muß dich laffen. 48. 150. Frohlocke, mein Gemilthe, und bete Gottes 6. Ach, Vater! ach, in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe in deinem Heiland an. Was selbst gehn, und wo die Unschuld bleibet der Engel Scharen zu thun nicht sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht fähig waren, das hat des Menschen sein; auf ihn allein schlaf ich einst Sohn gethan. fanft und selig ein. 2. Schau hin, wie der Gerechte 8. Und nun dient ich der Sünde für uns, der Sünden Knechte, den noch? Wie drücket mich ihr schweres bittern Zornfelch trinft; wie er für Joch! auf, Seele, daß du dich erFrevler bittet! wie Wasser ausgeschüt- hebst, nur Jesu lebst, nur Jesu zu tet hängt er, da er in Tod hinsinkt. gefallen strebft! 3. Wir Sünder sollten sterben; Fluch lag auf Adams Erben, Fluch 2. Der, dem an Hoheit feiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde fracht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohn wird umgebracht. die Felsen bersten, Alles schreckt. Die 3. Das Heiligthum steht aufgedect, freudenlose Kreatur flagt jego nur den Tod des Herrschers der Natur. so werd auch du, o Mensch, bewegt! 4. Weil denn die Kreatur sich regt; Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß bein Herz dir bricht? bedacht? Du hast den Herrn aus 5. Du selbst, hast du es gnug Ihm, der für dich ſein Leben gab, folg in sein Grab, und stirb dem Sündengräuel ab. 9. Tödt, Jesu, selbst in meiner Brust, was sich noch find't von böser Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 91 Luft! dein Tod, der mir das Leben Müh! durch dein Kreuz verschwindet schafft, gibt mir auch Kraft und sie; denn es führt durch kurze Seiden Muth auf meiner Pilgrimschaft. zum Genuß von ewgen Freuden. 10. Sa, Herr, mein Heiland, kräf tiglich stärkst du in meinem Vorsatz mich! ich setze freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestorben, mir, auch mir am Kreuz erworben. 11. Wie dank ich gnug dir Jesu Chrift, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würdger in der Ewigkeit. 7. Hab ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, so besieg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Rufst du, und ich habe mun gnug gefämpfet, um zu ruhn, Herr, so dank ichs deinen Wunden, daß ich sieghaft überwunden. Kraft und Trost des Leidens Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. durch Blut 152. Jeund unden, deinen martervollen Tod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein. Ach, den ganzen Gräul der Sünden läßt mich die mit Grann empfinden. auf mein Vertranen; bu bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewigs Leben wird dereinst dein Tod mir geben. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den 153. Stolz darnieder, und gibt mich der Demuth wieder. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geift. o schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns gestorben, und am Kreuz in schwerer Müh, ewigs Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn luftig, breit, gemächlich, eben; Jeſu, dich schau ich dann an. Da warnt mich des Bornes Laft, welche du getragen haft, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o, in meinen Kümmernissen schau ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Weh! In den Wunden, die ich seh, find ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. 5. Hier such ich in Unruh Friede; in der Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich ermüde, und in Qualen Linderung. Schwer sei dieses Lebens der Gruft erschrecken? 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor 92 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 5. Hier werd ich einft, bis du er scheinft, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab bestegen. 6. 3hr, die die Welt gefeffelt hält, zagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff in Chrifto einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zum Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So fint ins Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht kränten; theurer Heiland, mir zum Troft an dein Grab gedenken. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich läsfest decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh ich einft bis an den letzten Tag. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Vorspiel der Erhöhung sehen kann. Mel. Der Tag ist hin. 153. 155. Am Kreuz erblaßt, der Marterlaft, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. Mel. von Nr. 16. 154. Freund, der meine Schuldenlast getragen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! mun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. O tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube fann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß des mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigteit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchften Wort fann nicht 7. Allmächtig rief Er, der entgebrochen werden; drum muß dein schlief, den Todten; sie erstanden! Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel lehrreich vorgebild't, seh ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. Leicht entriß der Lebensfürst sich des Tobes Banden. 5. Du bist das Waizenkorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Triibsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hafts gethan. Dich bet ich an, du König der Erlösten! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. Macht. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Leben, mein Versöhner, göttlich frei Du zeigst, daß du dein habeft hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen! denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. 3ch preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ichs meine: ja, du stehest, wenn ich still meinen Dant dir weine. 10. Bergeß ich dein so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. 11) Von der Auferstehung Jesu. Rel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. geben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Laffet drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Halleluja ihm fin- gen. Halleluja! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt 2. Er ist Gottes emger Sohn. that, wilrgt alle Menschenkinder. Ewig sei er auch gepriesen! seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. Drum Hier wußte niemand Trost und Rath, denn alle waren Sünder. fället uns der Tod so bald. Von jeiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun gerettet. Halleluja! 3. Unfre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie bitßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gefrönt, und wir sind mit Gott verföhut. 93 uf mein Herz! ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. wie hoch find wir getröff't! 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß, sein Stachel liegt zerbrochen. Halleluja! 4. Sterben war der Sünden Sold; mn ist Chriftus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, sich felber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht nenes Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 5. Hier ist das rechte Osterlamm, 6. Herr, dies glaub ich dir zum das unsre Schuld getragen. Am mar Ruhm, und mein Treft ist nicht ver- tervollen Kreuzesstamm ward es für gebens, denn ich bin dein Eigenthum, uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns Eu die Quelle meines Lebens. Hoch sein Blut. Dies gibt dem Glauben erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Stärt und Muth. Der Würger geht Dant dafür. 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zuletzt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verkündigt es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Nun kann fein Tod uns schaden. Halleluja! vorüber. Halleluja! Mel. Chrift lag in Tedesbanden. 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud und Wonne, das uns der Er 157. Dog in das selber ist die Sonne! Mächtig strahlt er Herr lag sein Glanz daher! Das finstre Herz Perleuchtet er! Es flicht die Nacht der Grab gestredt, für uns dahin ge- Sünden. Halleluja! 94 Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. 7. Wir heiligen uns ganz dem 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, Herrn, der uns zum Heil geladen. als Christus mit ihr kämpfte, und, Der alte Sauerteig sei fern vom wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch theuern Wort der Gnaden! Christus ihren Grimm bald dämpfte? ob fie felber will allein der Seele Speis ihn in die Fersen sticht, so siegt fie und Nahrung sein! der Glaube lebt darum dennoch nicht, der Kopf ist blos feiner. Halleluja! ihr zertreten. Mel. Herr Chrift, der einge Gottessohn.- 94. 158. Der Held hat überwunHeer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen, denn alle Zornesflammen hat Jesus ausgelöscht. 3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt den Feind gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thor, Nichts hält in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm be2. Auf denn, mein Herz, und bringe hält den Sieg, und ist erhöhet. Des dem Heiland Dank davor; vertreib Herrn erhabne Rechte fällt, was stolz die Furcht und schwinge im Glauben ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was dich empor! wirf des Gewissens Na- uns droht: besiegt ist Teufel, Höll gen, dein Sorgen und dein Zagen in Christi leeres Grab. und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sieh er lebet wieder. Weil mun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 3. Sst Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Sft er dem Tod entrissen, so läffet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du 6. Wer täglich hier durch wahre Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir Neu mit Christo auferstehet, ist dort alles bist. Laß nicht mehr die Gedanken in bangen Zweifeln wanken, und mache mich gewiß. vom andern Tode frei, dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen! zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch Aussicht gibt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt am Eiteln fleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 159. Tod, wo ist dein O Stachel nun? dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Satan thun, da Jesus itberwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sei gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben. 7. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 8. Tod! wo ist dein Stachel mun; dein Sieg, o Grab, verschwinbet; was kann forthin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott fei gedankt, der schwere Krieg ift mun geendigt, und der Sieg burch Christum uns gegeben. 160. B ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar; frohlodt Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jefu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns mun den Troftgrund rauben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ewgen Heil eröffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Halleluja! 95 7. O, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechts schaffen sein und Handeln! daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, des Todes Sieger seh, vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 4. Erstandner! ich frohlocke bir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und fiegst, daß du auch mir das ewge Leben gebeft, daß du mein Erretter feist, und neue Kräfte mir verleihst, mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirft ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 161. Mel. des 32. Psalms. ch weiß gewiß, daß mein Erlöser lebet, Sünd, Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerletzte und vertheilt Die Erde bebt, da er den Fuß aufsetzet, trotz, daß ihn mehr ein Fersenstich verletzet, es blitzt um ihn, wenn er vom Grab auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm keineswegs gesunken, er hebt das Haupt nun steghaft in die Höh, kein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh. Dein Ehr und Ruhm, da es dir so gelungen, sei ewiglich, o Siegesfürft, befungen: die Schlüssel find bei dir den Raub. 96 Erster Theil. zu Höll und Tod, es trifft dein Volk nun ewig teine Noth. - Von der Auferstehung Jesu. 3. Herr! laß auch uns vom Tod ins Leben dringen; hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil; Mel. Bom Himmel hoch, da. 109. erwed uns hier, reiß ab die starken 163. Kaum fieigt zu ihrem frohSeil, die Seel an diese Erde heften. Erfüll uns jetzt mit neuen Lebenskräften, und ruf einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel in dir das Leben hab. Mel. Dom Himmel hoch, da. 109. 162. Dich bet ich an, erstandner Held! Erretter einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 10. Der du fillr unfre Seelen wachst, fie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Bertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun! 3. Herr, meine Scele preiset dich. Erlöst auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel famst, dein Leben gabst und wieder nahmſt. 4. Wer ists, der mich verdammen kann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Him met sind, der ist mein Bater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein Legenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. CEMA voller Pracht herauf; seht! so verläßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr und Sieg erftritt, der bringt uns seinen Frieden mit. 3. Zwar hier ist nicht ganz fund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schatz, die reiche Beut, der sich sein Volf vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. O edter Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? wo eine Plage, so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt? 6. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab machts offenbar. 7. Die Erd erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und fündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Berzagten sind nun kühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplatz meiner Huld und Tren! wir sehen deine Huld und Tren auf deiner Erde täglich neu. 9. Lebt Christus, was bin ich be trübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab, grug, daß ich Christi Liebe hab. 7. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Eibarmer, sterben wir! doch du regierst! und wir sind 10. Er nährt, er schützt, er tröstet dein! und ewig werden wir es sein! mich. Sterb ich, so nimmt er mich 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärft, anis Grab mit unerschrocknem Ang hinab. zu sich. Wo er jetzt lebt, fomm ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 11. Durch ihn bin ich mit Gott 9. Welch neue Welt voll Selig- versohnt; durch ihn mit Gnad und Teit erwartet mich nach dieser Zeit! Heit gefront. Dein banges Herz da findet der verklarte Christ das ermanne sich! Gott und die Engel Heil, das unaussprechlich ist. tieben mich. 3 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 97 12. Durch seiner Auferstehung Kraft 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, vollend ich meine Pilgerschaft, freu daß du auferstanden bist. Neige du seiner mich in seinem Reich, und bin mich zu dem Einen, das des Lebens dort seinen Engeln gleich. Endzweck ist; daß zu jener selgen Ruh einzugehn, ich alles thu, daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlitz sehn, soll dich ein würdges Lied erhöhn. 164. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlöften, gebet seinem Namen Dank und Preis; kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. esus Christus, unfer Hei- land, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich un- ser. 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat: Er tann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. reifet Gott in allen Mel. von Nr. 34. 166. Lobfinge, meine Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Run liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns frönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! 165. erlöste Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden frönt: nun sind wir mit ihm verföhnt; er heilt, aller Noth entrissen, unser schüchternes Gewiffen. Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. 2. Jesus ruht den Sabbat über, Der todt war, sich, er lebet! er nach dem Sabbat steht er auf. Einst lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. komm ich zu ihm hinüber, ruhe nach Die schwachen Jünger wanken, er vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, teine Straf; einst erwach ich von freun fich, danken dem Auferstandedem Schlaf; dann werd ich mit seinen. Sie sehn empor ihn steigen, nen Theuern jenen ewgen Sabbat und gehn, wie er gebot, mit Freu feiern. den hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so shred. mich doch kaum ver Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von Mächtig wirst du mich bewahren, dir und deinem Geist gelehrt. Die Heiland, in der letzten Noth. Meinen Gößentempel liegen, der Erdkreis wird Geist, welch ein Gewinn! bringet er zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte ich glaube, bin freudenvoll ein Chrift. Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. Ihn bet ich an im Staube, ihn, 7 98 Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. der mein Netter ist. Ich werd ihn die Stimm erhebst, so wird dies mein ewig schauen, wenn er auch mich er- Fleisch erwachen, denn du wirst es hebt. Der Herr ist mein Vertrauen; lebend machen, und mich bringen, wo er starb für mich und lebt. du lebst. Mel. Hoftanna, Davids Sohn. 167. 6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gib, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: gib, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. efus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl gelunMel. Allein Gott in der Höh.- 15. gen, daß der Feind nun vor ihm 168. Wach auf, mein Herz, Sinn! die Sonn ist aufgegangen; wirf dich bebt, und der Tod im Sieg ver- zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu schlungen: Er, mein Heil, ist umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick und ein unvergänglich Wesen bringt mir diese Sonn zurüd, und gibt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, deffen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stärker als der Tod! Du gibst flare Siegeszeichen, machst den Feind zum Friedensbot, läff'st den Tod zum Heil gereichen; denn wie sollt zur Sterbenszeit mich die Bot- dem kann nichts Furcht erwecken. schaft können schrecken, die mir sagt von Auferwecken, nichts von Todes Bitterfeit? 4. Bald reizt dich freilich noch die Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Doch wer sich fest an Jesum hält, Wirf deine Sorgen auf den Herrn; er sorgt für dich, und thut es gern, drum ist er auferstanden. 5. Der Löw aus Juda hat nunmehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schutz gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch fiegreich überwinden. 2. Steh von dem Tod der Sünt den auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such nun, was droben, als ein Chrift, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dirs glücken. Berlaß die Welt und ihren Schein! bei Jefu kannst du nur allein Ruh und Erquicung finden. 4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen; Nunmehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfundnen Schafen! denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, 6. Du warest todt, Herr Jesu Chrift! das du, Lebenssonn! durchscheineft; nun bist du auferstanden. Du kennst so komm ich zur süßen Ruh, da du des Satans Macht und Lift, o, mache mich mit dir vereinest. Wenn du einst sie zu Schanden! daß wir in dieser Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 99 bim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! mit dir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. - Prüfungszeit, mit ihm und mit der Welt im Streit, zuletzt das Feld behalten. 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stärk uns, Herr! im Glauben. Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort wischst du uns die Thränen ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. - Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 169. Erinne dich, mein Geist, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, 170. Freiwillig haft du dar gebracht uns, o als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. Herr, dein Leben. Du hattest, es zu laffen, Macht; Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er frönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht faffen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät, denn du giengst aus dem Grabe. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Berwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, ſein ist die Halt im Gedächtniß Jesum Christ, ter von dem Tod erstanden ist. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Chern3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigteft doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gräul; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. An Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre, geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze sein: dies war, Herr, deine Größe. 5. Du starbft am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schaffteft, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der Bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schan 7* 9 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 100 den. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig tebe. 1 3. Nun verzagt auch nicht, Berbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er versöhnt, und gegen Sünder ein Bater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Bolt hinauf; schließt seinen Himmel auf, sie zu fegnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schrekten? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Stub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen Dann wird das todte Feld Hallelujah! Seſus ruft. en Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleid't. 5. O Erstandner! welch ein Segen einhergehn, die dein Fuß betrat. erwartet uns, wenn wir auf Wegen Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind Heil deines Lebens. Halleluja! der fie unser Theil. Bald krönet uns das Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges dal 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift! durch dich einst auferstehen. Mel Machet auf! ruft uns die Stimme. 171. lebet. Erlöfte Menschen, o erhebet des Gottverföhners Majestät! Hörts, betrübte Sünder! gebet der Frende Raum! denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele! dein Gesang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! dich, großer Held, erheb die Welt weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er gemung. Laßt eure Feinde dräun; ihr könnt getroft euch freun; Jesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir.- 156. 172. Jesus lebt, mit ihm auch wo find nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jefu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. Von der Himmelfahrt Jesu zc. - 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 101 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Toft in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. Auf diesen Tag gedenken wir. zusammen kommen. Allelujah, AlleAlelujah! 173. 5. O großer Tag! an Freuden n diesem Tag froh- reich, wenn wir mit allen Frommen mun unserm großen Heiland gleich zum selgen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in Ewigkeit beim höchsten Gut! mehr können wir nichts wünschen. Alle lujah, Alle- Allelujah! locken wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauch zen dir; o laß auch uns erfah ren: daß wie voll With das Leben 174. De temel mit hellem Mel. von Nr. 101. er Herr Jubelschall, mit jauchzendem Getimmel und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobsinget Gott! lobfingt, lobfingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Bebaoth. ist, doch da du hingegangen bist, I die Hoffnung es versüt- ßet. Alle S 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Des freun fich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die feiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie fichre Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden, die hier das Elend baun; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schaun. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh eur Verfangen! dahin kehrt euren Lauf! 4. Beuch uns dir nach, Herr Jesu Christ, daß wir, so lang wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns 5. Gen Himmel laßt uns dringen immerdar erheben. Wir sehn hin- mit herzlicher Begier! mit Inbrunst auf, du stehst herab, an Treu und laßt uns singen: dich, Sesu, suchen Lieb geht uns nichts ab, bis wir wir! zu dir, o Gottes Sohn, soll sich lujah, Alle Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüftet. wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Alle- Alelujah! 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Allelujah, Alle Allelujah! 102 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu der Geift erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, du gleisnerische Welt! sollt uns denn Nichts ergötzen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. - Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. 175. Schau, großer Herr der vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wink bereit, die Schaar der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Wert vollbracht, beschlosseft du den edlen Lauf, und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner HerrlichMel. Vom Himmel hoch, da. 109. keit? du Tag, wann wirst du sein, 176. Auf! Jesu linger, freue euch, Herr fährt da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblicken? O Tag, brich bald Herein! 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun fitest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Schau, Herr, aus deiner heilgen Höh auf uns, die Deinen, die du fennst; daß alle Welt erkenn und seh, daß du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schützt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch itzt. 8. Von deinen Brüdern sei gelobt, Held, der du uns den Sieg erstrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geist erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 9. So setzen wir denn unverzagt, und freudig unsre Wallfahrt fort, 11. Vollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns mächtig beizustehn! nimm unsre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns sehn! auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes hat Welt versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüttet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 9. Du hast die Stätte uns bereit't, bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach und seinem Sizen zur Rechten Gottes. dem nur trachten, was da ist, we du, verklärter Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichteit, stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreun, Immanuel! dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. 103 finden, und einst ewig bei dir sein, ewig deiner sich zu freun. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 177. Rechten seines großen Baters sitzt, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlig dienen; 7, D, was sind wir Menschenkinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gib uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt: laß uns dein Verdienst vertreten, welches Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch die Prü fungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. Mel. von Nr. 101. dessen Reich und Majestät über alle 178. Mein Jeſus triumphiret, Dinge 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ift aufs Herrlichste vollbracht. Der Berlornen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu fein, giengst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die erworbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlöften mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir traun, und auf deine Hülfe baun. mel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobsingt, lebfinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch 4. Herr, du schaueft voll Erbarmen einft zu werden, erwarb der Herr uns fets auf diese Welt herab. Liebreich Heil. Erlö macht euch auf! wo fuchst du jeden Armen, der sein Herz Jesus hingegangen, dahin schickt das der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu erweden. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. Verlangen! dahin geh euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Reiner, feiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Nettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenfest du Leben und Gewissensruh. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Du vertrittst, die an dich gläuben; du bewahrst und stärkest sie, daß fie dir vereinigt bleiben; daß sie die ses Lebens Mülh standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende 6. Sei du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit! 104 Erster Theil. bis diese Zeit vorbei, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir ftehen, bis Erd und Himmel neu. Von der Himmelfahrt Jesu bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 179. Wir freuen uns, Herr zu loben. Ihm jauchzt der Seradu zur Rechten Gottes bist. Du ftarker Herr, Immanuel! o stärk im Glauben unsre Seel. Jefu Chrift, daß phinen Stimm, die Cherubinen fingen ihm das: Heilig! ohne Ende. 2. Du sitzest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan! er herrschet über alles. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unfer triumphirend Haupt! wie felig ist, wer an dich glaubt! bu bift sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schutz, sein ewges Heil. 6. Herr, unfre Herzen traun auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Troft und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von teiner Seele bist du fern; du siehst auf sie, und hilfsft ihr gern. 8. Sieh auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und fegne unsern Lebenslauf. 4. Du mußtest Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun walteft du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtig teit, Herr über Tod und Leben! 6. Smmanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Befor gung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streitst, du fiegst, und hilfft im Tod durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher überwind't, will ich zu sitzen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gestegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Vaters Thron voll Herrlichkeit gefseffen! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt Mel. von Nr. 34. wird dich dereinst der Erdkreis fehn. 181. Mein Heiland, deine Größe Laß uns dann vor 10. Dann triumphirt der Glaub an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Chrift! der du zur Rechten Gottes bist. geht über weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bift der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in mensch licher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Eh noch die Welt geworden, hattst du schon Herrlichkeit. Mel Allein Gott in der Höh.- 15. 180. Mein ein Sesus sitzt zur rechten Hand des Baters in der Höhe; er herrscht in 2. Der Himmel und die Erde sind meinem Vaterland, das ich von ferne durch dein kräftges Wort gemacht. sehe, und wo ich mit dem Herzen| Auf dein allmächtig: Werde! entstand und seinem Sigen zur Rechten Gottes 105 gewährt, sobald wir zu dir kommen. die Welt mit ihrer Pracht. Du bist erhört und der des Glaubens Wunsch auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du haft den Weg geoffenbart, wie wir zum Bater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regiereft den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führeft, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen sein; du bringst sie alle wieder; sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. 3euch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jekund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben! 5. Was droben ist, laß fünftighin uns unablässig suchen; was eitel ift, das laß uns fliehn, was fündlich ist, verfluchen. Weg Welt! dein Luft- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. 4. Gott läßt dir Chr erzeigen, die keinem andern widerfährt. Dir soll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schafffit ihm Bufriedenheit, und macht ihn einft zum Erben vollkommner Seligkeit. 6. Kleinod, das im Himmel 5. Wie herrlich ist dein Name schon strahlt, ich will nach dir nur laufen! jetzt, o Herr, in aller Welt. Dicho Perle, die die Welt nicht zahlt, preist der Frommen Saame, der gläu- dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil big dir zu Füßen fällt. Dich preisen voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seraphinen, erhabner Menschensohn! Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein fich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth? wann komm ich, Heilserstat ter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Bater? wann komm ich zu dir, höchstes Licht? 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete wann seh ich einst dein Angesicht? dich in Demuth an. Beschäme und bekomm bald, o Jesu! Amen! tehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, Mel. Hofianna, Davids Sohn. 167. der für uns litt, die schuldge Ehre 183. Hofianna, Davids Sohn, rauben. ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! der seines Vaters Namen sich erhebet auf den Thron über Jacobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das selbst kein Ende nimmt! 2. Sei gesegnet, theures Reich, das les Haupt der Schwachen! du haft ein solcher Herr besitzet, dem kein Herr ein ewigs Priesterthum, kannst allzeit auf Erden gleich, der das Recht mit selig machen; du bist, der das Gebet Nachdruck schüzet! Schwinge dich in Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 182. Herr Sen, deiner Gliedu star1 - 06 Erster Theil. ftetem Flor, groß durch Frieden, reich an Freuden, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! - Von der Himmelfahrt Jeſu 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Berdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen großen Namen fund! 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich gefelle mich im Geift froh zu jenen großen Reihen, die dein Hofianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huldgungseid! kommt und füßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ift Seligkeit. Thron; der Höllen Heere sehn den Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen fich mit Jacobs Stamm dir, Herscher, Gott von Abraham, die Mächtigen der Erde. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein, ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr länger träge sein, lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf! Tobfingt, lobfingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. Aus dem 72. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott. 185. 8. Gott! gib dein Ge richt dem der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sei, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg und Hügeln Fried und Gerechtigkeit in vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volls sich an, er, dessen strengen Zorn tein Frevler tragen kann. Aus dem 47. Pfalm. Mel Allein Gott in der Höh.- 15 184. hr Völker in der ganzen und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werte find. 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott er2. Ihr, die ihr seinen Zepter ehrt, blicket; er fommt, und seht, durch ihr werdet einst regieren; ihr werdet ihn wird der Gerechte blühn, mit diese Welt zerstört zu euren Füßen ihm wird Fried und Ruh in alle spüren. Zu seinem Erbtheil wählt Gränzen ziehn. er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewigs Heil beschieden. - 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn und Mond an den gewölbten Bühnen im alten Prachte 5. Als König herschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern; er wirft mit mächtger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschenk und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt nur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm 4. Mit flugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glithn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem gepreift. und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 107 7. Warum? sein starker Arm wird 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit bie Elenden retten, sein mild und theilt Gott, die Quell der Seligkeit, hülfreich Herz bricht ihre schweren dem, welcher vor sein Antlitz tritt, Ketten; von Trug und Frevel macht recht überschwenglich gnädig mit. sie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet sei. 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen sein, so nehmt den Ehrenkönig ein. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermeßnes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Shm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget sich mit Luft an seinem Lobaltar. 7. Shr fragt: wer dieser König sei? Nichts, nichts kommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von emger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam und Thron gepreift. 10. So lange Sonn und Mond Nachahmung des 21. Psalms. im alten Glanze blizzen, wird sich der Nachwelt Trost auf seinen Namen Mel. Wie schön leuchtet der. 35. fügen, durch ihn geſegnet, niet der 187. Herr, der du deinen then mit Hülf Heiden große mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 11. Gelobet fei der Herr, den Ifrael verehret, der einzig Wunder thut und Feind und List zerstöret! gelobet sei sein Nam! bis in das fernste Land werd seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. und Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du auch, da Höll und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ewgen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten Schuld sein göttliches Gemüthe. Nun Aus dem 24. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. - 186. Die ie Erd und was darso weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heilge Stadt so felfenfest gegründet hat, daß fie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Wer darf sich dieser Stätte nahn? wen nimmt er zum Bewohner an? nur den, der durchs Versöhnungsblut die schweren Sünden von sich thut. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! er kommt, der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Höll und Tod! 4. Nur dem, der reines Herzens bleibt und feine falsche Lehre treibt, des Meineids sich nicht schuldig macht, nur dem ift Segen zugedacht. - Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket: Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war stets sein Sinn gelentet. Kronen, Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Selger Wechsel der Beschwerden! 4. Ums Leben bat er, Bater, dich, da Trost und Bater von ihm wich; du gabst ihm langes Leben. Wer mißt jetzt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in 108 Erster Theil. beinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jefu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 5. Du, den mein Glaube zärtlich spürt, da haft es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Baters Rechte hielt dich fest, als von 4. Diese müsse mir nichts rauben; des ärgsten Grimmes Best der Feinde du erwarbft fie theuer mir; jegund Nachen rauchte. Schnöde, spröde, und seh ich sie im Glauben, dorten find mit Spotte sucht die Notte dich zu töd- ich sie bei dir. Dort belohnst du das ten: Gott sieht drein, und sie erröthen. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Bolk, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch 5. Dort bereit auch mir die Stätte trägt ihr Same diesen Fluch, und in des Vaters Hause zu. Rufst du ist( welch harter Richterspruch!) ein frühe oder späte mich zu meines GraScheusal aller Lande. Erde, werde, bei der Sache dieser Rache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet. Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelst thre Leiden in unendlich große Freuden. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruhn, wann du vertilget wäreft. O Weisheit! die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden tehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzürnten Nächers. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch Herr, und beinen Gnadenbund in fauten Fiebern ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die fo schön in Zion glänzen. - Von der Himmelfahrt Jesu Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. err! du fährst mit Glanz 188. und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gib mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geift zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir; wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe. bes Ruh: leucht auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wie der an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heilge und verklär sie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. Mel. Schmůcke dich, o liebe Seele.- 121. 189. gleichet, deffen Ruhm kein lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segez, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man beine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen stres ben, alles gern für dich verlaffen, und, wie du, das Unrecht haffen. und seinem Sigen zur Rechten Gottes. 109 4. In dem Reiche deiner Ehren hört| an des Regimentes Länge, an Begnaman stets dein Lob vermehren von dem digung der Freunde, und an Siegen himmlischen Geschlechte, von der Menge über Feinde. deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen, und dir Ehr und Dienst erweisen. 6. Nun herrsch auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Luft und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. 5. Herr, in allen Diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, 13) Von der Wiederkunft Jefu Chrifti zum Gericht. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, mun alle auf, und feiner fehlt. 190. rhöhter Jesu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel 4. Du sammelft fie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jefu Chrift! daß du der Erden Richter bift? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, und auch die kleinste Sünde scheun. wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen. Dann sieht die Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. Welt die Majestät, dazu dich Gott, 191. For kommt, er kommt Gott, erhöht. der 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Heiland, den wir ehren. O weigert Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, euch, Erlöfte, nicht, jetzt auf sein und schafft ein neues Leben. Auf dei- Wort zu hören. Wer hier nicht seine nen Wink muß Erd und Meer das Stimme hört, und sie nicht mit Gehore unzählbare große Heer der Todten sam ehrt, wird nicht vor ihm beftehen. 6. Dein Name sei mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigteit auch Theil an deiner Seligkeit. 110 Erster Theil. Von der 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben, dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben, wer wird dann noch, Herr Jesu Christ! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? - 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich hier fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majeftät wirst ziehen? wenn nun ihr Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest, und, ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führest, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehen, und dir, so herrlich du auch bist, getroft entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, bon Reu und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erleben mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu fein, und nie dich zu verläugnen. Wiederkunft Jefu Chrifti 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hört, Slinder! hörts mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt, bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plötzlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschricht: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! we werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Laften eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewigs Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebers treter! du, der die Sünder nicht vers stößt, du haft auch, Jesu, mich erlöst. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Bein, sowie der Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 190. 192. Der unfre Menschheit an zu versöhnen, kam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner Zu- Mel Ach Herr, mich armen Sünber.-67. kunft Zeit! in aller feiner Herrlichkeit 193. Bedenke, Mensch, das steigt deirer Erdkreis beßre dich! der Tag nen Tod. Der Tod kommt oft behende; des Schreckens nahet fich. der heute frisch und roth, kann mor — → zum Gericht. gen, und geschwinder, hinweggestorben fein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein turzes Freuen, dort aber emiglich ein fläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 111 Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen! erlöft von aller Mith, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Pein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Ges wichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Beiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenten, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl; laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. 3m 195. Tod und vor Gerichte steh mir, o 194. Ich Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. ch denk an dein Gerichte, du Richter aller Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majeſtät! Gott bestimmt, da, Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte wer auf Erden wandelt, sein Loos zu wohnen würdig sei. aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erschei uen vor deinem Richterthron. Den 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird teine Sünde fiegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Beuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwar tungsvoll und tief gebeugt. Kommt 112 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste - er zu der Frommen Schar, doch die, 196. Wahr Sinber! erwacht! erbt das Reich der Ehren! so spricht| Mel. Wachet auf! ruft uns bie.- 171. achet auf vom die widerspenstig war, heißt er mun von sich weichen. denn euch, o Menschenkinder, erwar5. O Herr! mit welcher Majestät ten Tod und Ewigkeit. Lohn und wirst du dies Urtheil fällen! die Sün- Strafe, Tod und Leben, hat Gott der, die dich hier verschmäht, gehn in eure Hand gegeben: erwacht! noch dann gewiß zur Höllen. Hier trifft ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht fie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? ihr Warten ist ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. verloren. - 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. Dwelch ein froh Getümmel! mun fehn fie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück, uns Gottes Gnad erworben. 7. Sie gehn nun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn, auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden kränken. Es reize mich gewissenhaft, und, und, eingedent der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 14) Von dem heiligen 197. omm, o Gott, Schöpfer, heilger Geist, kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde sie so wie du weißt, daß dein Geschöpf vor dir muß sein. 2. Mach du als Tröster dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theur; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feur. 2. brennen; dann wird der Spötter ihn Schrecklich wird sein Zorn enterkennen, des Vaters eingebornen Sohn. auchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! kommt er und mit ihm sein Lohn! euch er wird zu eurem Heile kommen! bald ins Gericht für die Sünder: Gott ist richtet Christus nicht! Er selbst gieng versöhnt! mit uns verföhnt, wer über windet, wird gefrönt! mit reinem Herzen zu empfangen, 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, denn plötzlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd und Tode fie befrein. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns be reit! Amen! Amen! die Zeit ist nah! bald ist sie da! gelobt sei Gott! Hallelujah! Geiste und dessen Gaben. 3. Berstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geift, der alles Gute schafft. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. des Feindes List. Dein Friede sei mit 5. O, mach es kräftig, treibe fern uns, daß wir dir folgen gern, und steh uns in Versuchung bei. 6. Stärk uns im Glauben an den Sohn und Bater, bis das Schaun ihn krönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. und dessen Gaben. Mel. von Nr. 33. 198. Ihr erhebt und preiſet, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Sch bin ein unwürdger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. Sein 2. Nicht die Luft zu Schätzen, Wür2. Gefalbet mit dem Del der Freu- den und Ergößzen, treibt mich, Herr! den vollendet Jesus seinen Lauf. Nun zu dir; deines Geistes Gaben wünsch herschet er nach seinem Leiden, und ich nur zu haben, so genüget mir; thut uns seine Schätze auf. und die willst du gern verleihen, Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt wir brünstig zu dir schreien. ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das Mußt dein Sohn nicht sterben, nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm um mir zu erwerben diesen guten dantet als sein Eigenthum. Geist? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Ärge Väter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thätest du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. 3war ich hab in Sünden sicher, ohn Empfinden, lange fortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen. 6. Komm denn, mein Berather! Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thust es gern. Fördre du durch mächtge Triebe in mir Glauben, Hoffnung, Liebe! 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen sein, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünstger Triebe, Feuer teuscher Liebe, laffe deine Glut auch mein Herz durchdringen und in Flammen bringen, Gott, mein höchstes Gut! laffe mich gleich Seraphinen dir mit Lieb und Eifer dienen. 8 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Bungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde stets befungen von seinem heilgen Eigenthum. D, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischesfinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft. Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unsrer aller Seelen an, und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Mel. Vater aller Gnade. 199. G ott, groß von Erbarmen! weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau von 113 wenn 3. 114 Erster Theil. Von dem heiligen Geist 9. Ist bei schweren Plagen ganz rechne zum Gewinn, wenn ich je ein mein Geist zerschlagen, so hilf gnä- Friedensband knüpfen kann, wenn diglich. Macht die Prüfungshige, daß meine Hand, zur Erleichtrung der ich schmachtend size, so erquicke mich. Beschwerden, kann dem Nächsten nüßLaß des Trostes Ströme fließen, und ich werden. sich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen, ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. - Mel. Werde munter, mein.- 116. er du uns als Vater 200. Der und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja, um ihn uns bitten heiß'st: demuthsvoll fleh ich vor dir; Bater! send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. niß, daß ich meine Fehler seh, und 7. Gib mir wahre Selbsterkenntdurch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sinden mein Gewissen niederschlägt; wenn Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen Jesu! noch mit ächter Treu meinen Gott und nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum fo 201. laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Gitter, hochgelobter Gottes- Geist! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Troft erfreust! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preiſe, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieb n, daß ich mit getrostem Muth feiner Baterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor feinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs eilger Geist, du Himmelslehrer! starker Tröster und Bekehrer! fehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung sein. Gib, daß stets durch heilges Denfen sich mein Herz zu Gott mag lenken; klopf an meinem Herzen wenn ich geh auf falscher an, Mel. des 77. Pfalms. Bahn. und dessen Gaben. 115 2. Treibe, leite und regiere, mich| betrübten Stunden tröfte mich durch zum Guten stetig führe, gib selbst Jesu Wunden. Lust und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu. Gib mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu sein. 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb und Hoffnung sei stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gib mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gib, daß bei mir wahre Ken über mein Bergehen sei. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sei bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottesgeist, in mir wohnst und träftig feift. Mel. von Nr. 37. 5. komm! erfülle, konun! bewohne, 203. Der un fingt, ba ir, Bater! dankt mein Herz daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvergänglichs Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preist, zur Erde haft gesendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß fie dein Werk vollendet. mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und bort in Ewigkeit. Mel. Liebster Jesu, wir find hier.- 4. 202. Gott! ott! du haft in deinem Sohn mich von Ewigkeit erwählet; Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gib mir des Geistes Gaben, burch sie werd ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heilger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Berderben; laß mich nicht in Sünden sterben! 7. Hilf mir reden recht und wohlt, und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten, chriftlich leben, felig sterben, und dein himmlisch Reich einft erben. 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren; der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Sefigkeit, Vernmft und Wahrheit fiegen; das Laster und die Blindheit flieht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Bein noch Müh; der Geist der Stärke stärkte fie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, be kannten seinen Namen frei, und lobten ihn im Tode. 4. Schaffe mir ein reines Herz, 4. Noch jetzt bist du der Geist der daß ich stets an Gott gedenke, und Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, mich oft mit Ren und Schmerz über der Jesu neue Jünger schafft, des meine Sünden kränke; doch nach den Höllenreichs Zerstörer. In Sündern 8* 116 Erster Theil. wirkst du Buß und Leid, in frommen Seelen Troft und Freud, und Muth im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß fie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebe! schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! - Von dem heiligen Geist Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; sie erfüll uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erfenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. 3. Beige, Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege! führ uns zu dem Guten an; wirke Neu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärt uns dann mit deinen Gaben, wenn fich Noth und Drangsal findt; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! heißt! schenk uns Muth und Kraft im Krieg, und verleih uns dann den Sieg! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schuß und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewiffer sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. 204. Komm, o fomm, du Seift 205. D des Lebens, wahrer Mel. Nun bitten wir den h. 6. 7. Odu Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn uns Satan wanken es Vaters und des Sohnes Geift, du, der uns den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gib uns Jesu Frieden. 2. Es leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr uns Jesum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. O du, der Liebe Geist! erhöh unsre Seele, daß sie schmeck und seh, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß; sprich der Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. Seele tröstlich zu, und gib Muth, 206. Edler Geist im Himmels und throne, Wesens, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft! Flöße du die wahre Reu in mein Herz 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns sein bis in den Tod. Heilig laß uns leben, und nicht verzagen, wenn uns unsre Sünden ver flagen vor der Welten Richter! und dessen Gaben. 117 ſeiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. Gebom Sohne! der du es neu, Gott mit| Mel. Freu dich sehr, o mefne.- 29. eift Vater und 2. Du, der Tugend Wiederbringer, machst es in dem Herzen licht; du unser Tröster bist, und von unsers gibst, mächtiger Bezwinger, daß der Gottes Throne hülfreich auf uns Sünde Macht zerbricht. Kehrest du Schwache siehst. Stehe du mir mächnur bei mir ein: so wird meine Seele tig bei, daß ich Gott ergeben sei; rein, und auch schon auf dieser Erden o, so wird mein Herz auf Erden schon eine Wohnung Gottes werden. ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 3. Geist der Wahrheit! komm und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft; laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Troftes! in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du nir beständig treu! gib mir ein gelaßnes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde. 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast unvermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gib, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe fucht an dir nur seine Lust. Schmeck ich deine große Güte, so verachtet meine Brust, was die Welt für Lust erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten träftig fei; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Flehn ein kräftigs Amen! Aus dem 46. Pfalm. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. 15) Von der christlichen Kirche. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so ftrafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor Gott darnieder beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Chrift, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Trofte bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Troftes Kraft empfinden. in starker Schutz ist unser Gott! auf ihn steht unfer Hof- fen. Er hilft uns treu aus aller 118 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. - Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, troßt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein Feind auf Er- den. 2. Nicht unfre Macht ists, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. Es tämpft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst erforen. Fragst du, wer er ift? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der gibt uns Sieg von oben. Tödten fie den Leib, nehmen Kind und Weib, rauben Gut und Ehr: sie nehmens! was ists mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre ste prüfen, daß fie falsche Freuden flüglich ver meiden. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder: stärke sie wieder. Der 67. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, 210. Gott! ber uns immer und droh uns zu verschlingen. Troß gnädig stets auf uns herab, entzieh ihr! uns rüstet Gott mit Muth. dein freundlich Angesicht, Herr, deiEs soll uns doch gelingen. Wenn der nen Auserwählten nicht! Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist ja längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. 2. D Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirft erlösen, bis wir zum Umgang der verklärten Frommen frohlockend kommen. 3. Mit heilger Achtung laß die Schrift sie ehren, denn sie verkündigt deines Mundes Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. - 3. Es mache aller Bölfer Mund, Gott, deine Macht und Weisheit fund! kein Volk sei auf der weiten Welt, das deine Gülte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut sich deiner großen Gültigkeit. Mel. von Nr. 55. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unsrer treuer an, wer ift, der so beschützen kann? 209. La boch, o Jefu, laß dein Reich auf Erden 6. Es mache aller Völker Mund, unter den Sündern ausgebreitet wer- Gott, deine Macht und Weisheit den! Schenke doch ihnen, deiner Lei- fund! kein Volk sei auf der weiten den wegen, Leben und Segen. Welt, das deine Güte nicht erzählt. 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gib ihnen Eifer, dei nen guten Willen treu zu erfüllen. 7. Die Erde ist nicht mehr vers flucht, sie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hun gersnoth; stets fegne uns Gott, unser Gott! 8. Ja, mach Jehovah, deine Treu an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. Erster Theil. 211. G - Von der christlichen Kirche. rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Christ der du Herr aller Herren bist; beschirme deine Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 119 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Psalm. Mel. von Nr. 50. 213. und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdher: uns würde keine Furcht erschütfreis zittern, und stürzt er auf uns tern, und sänken Berg ins Meer. 3. Gib, heilger Geist, uns einen 2. Sollt auch das Meer so heftig toben, und stürzten vor der Wuth Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hinab in seine Fluth: sie bleibet doch Gebirge, ihrem Grund enthoben, hin. Vor deines Wortes Licht und Macht entflich des Wahns und Irr- Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird mit ihren Bächen die Stadt des thums Nacht. brechen, sie jauchzet: Gott 6. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr- Gott, lebest noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. Mel. von Nr. 55. 212. Sie die Deinen, die 4. Herr! laß uns dir befohlen sein. Schau unsre Noth; wir sind ja dein. Erhalt im Glauben uns 3. Gott wohnet selbst in ihren getreu, und mach uns von den Fein- wankt nicht, ewig wird sie dauern, Mauern, der Herr beschützet fie, ste den frei. Die Völker empörten 5. Sie dichten, Herr! ein Frevel- der Höchste hilft ihr früh. stück! es fall auf ihren Kopf zurück! tobten, und im Grimme fie graben Gruben mit viel Müh; ihre Gruben stürze sie! in Reiche fich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zerstöre? er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Hecre, uns schützet Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. ist es, es ist seine Stärke, die solch die Wogen ist hier! ott ist uns Stärk und chütze die Deinen, die Zerstören schafft. nach dir sich nennen, 5. Er macht sich auf, dem Krieg und dich, o Jesu, vor der Welt be- zu steuern, der so viel Blut vergoß, kennen. Laß deinen Händen, wie du und er zerbricht, daß Länder feiern, felbst verheißen, nichts sie entreißen. Schwert, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab, und wißt, und lernt Freuden, ich sei Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor 3. Du hast noch niemals, Herr, den Heiden, und herrlich vor der bein Wort gebrochen. Führe die Welt! Gebt alle unserm Gott die Deinen, wie du selbst versprochen, Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! führe fie endlich aus dem Kampf Gott ist mit uns, der Herr der hienieden zum ewgen Frieden. Heere, uns schüßet Jacobs Gott! 2. Laß deine Wahrheit rein verfündigt werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, mit dein Reich zu mehren. 120 214. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. M - enn Christus seine Kirche schützt: so mag die Hölle withen. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gett. Sie mögen fich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Sesus Christ; wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit erbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzieh dich nicht uns Armen! dein theures Wort hält 睫 man für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht ken= nen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwitz erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unstät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn Unterlaß, die mit Vernunft sich brüsten. 215. ch Gott vom Himmel sieh darein, und laß es dich 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schaun wir in die Wahrheit ein; uns täuscht kein gleißnerischer Schein; nur blinde Herzen glauben! 4. Gott siehts und spricht: bald fommt die Zeit, daß ich dem Frebel steure, damit sich in der Christenheit kein Heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib unüberwindlich. rauben. 5. In Feuer fiebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und, durch nicht auf, Christen! die ihr ihm ver- tes Wort auch heller. Der Strahtraut, laßt euch kein Drohn erschrecken. len fiegende Gewalt durchbricht der Der Gott, der von dem Himmel Zweifel Nebel bald, und blendet selbst schaut, wird uns gewiß bedecken. die Feinde. Der Herr, Herr Zebaoth hält über fein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? 6. Sein Licht beschütz uns, daß seine schlauen Netze zieh, nie unter uns nie das frevelnde Geschlechte in uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. O dämpfe selbst, du starter Gott, die dir die Ehre rauben. O Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk Erster Theil. träftig unsern Glauben. Oheilger Geist, verleih uns Gnad, daß wir vor Abfall und Verrath mit ganzem 217. T Ernst uns hüten. - Von der christlichen Kirche. - Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 216. Vater der BarmherD zigkeit, bei allen Zeitverwandten doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du hast durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Getrennt durch Mannigfaltig keit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie bein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sei doch auch in dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig! und mach uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Satans Lift vereinte Brüder trennet, wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. Herr! hilf diesem Uebel ab und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem liebreich denke. 121 29. Mel. Freu dich sehr, o meine. reuer Hirte deiner Heerde, Fre du, der Deinen starter Schuß! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Trup tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren. 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der deinen Rettung wachst, und den Feind zu Schans den machst, wo du nicht sein Wüthen dämpfeft, und für deine Wahrheit tämpfest. 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt sein; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Steure denn, Herr, unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul befehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, befehre die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Dräuen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unfre Hülfe steht bei dir. Käm es auf uns selbst mur an, ach, wie leicht wär es gethan. Satan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein und mit Tauben- Einfalt zwar, doch Geheiß vertraut beisammen wohnen, auch flug, wie Schlangen, handeln. und ihrer Schwachheit wechselweis Zeig uns selbst bald die Gefahr. mit Zärtlichkeit verschonen: o, was Schickt euch, es ist böse Zeit, sprichst kann angenehmer sein! du selbst, du; mach uns selbst bereit, daß wir Herr! wirst dich ihrer freun, und sie wachen, beten, kämpfen, und so die mit Segen krönen. Verfuchuna dämpfen. 122 16) Bon der heiligen Taufe. Einfeßung der Taufe. Mel. Chrift, unser Herr, zum Jordan. 218. ie Christus selbst zum Jordan kam, uns nach des Vaters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfüll- len, was Gott heischt: so muß auch das Bad, das er, um uns von Sünden zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. Es bringt uns Heil und Leben. 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die BVölfer, und auf den Vater, Sohn und Seift tauft nunmehr Wer glaubet, und die Tauf empfängt, wird selig, wer hingegen ungläubig fest am Irrthum hängt, der fliehet vor dem Segen, und muß verloren gehen. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O, laß mich nie die Pflicht vergeffen, dazu ich selbst mich dir verband, als mir mit Heil entgegen kamst. du in deinen Bund mich nahmst, und bleibt dieser Bund stets feste stehn. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn! du klopfst an mein Gewissen an, und locft mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde weich! Gott hört es! jetzt entſag ich euch. mein Vater! und bewahre mich, daß 6. Befestige dies mein Versprechen, ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein! Mel. Liebster Jesu, wir find hier.- 4. du alle Bölfer. 220. Mein Erlöser! der bu mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße. Mel. von Nr. 72. 219. Ich 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes ch bin getauft auf dei- Wohlfein achten, daß ich, Jesu! deinen Namen, Gott nen Willen treulich suche zu erfüllen. Vater, Sohn und heilger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das die geheiligt heißt. O, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich des auf ewig freun. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. 4. Laß mich drum, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 123 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. 3. Hirte! nimm dies Schäffein an! 221. Herr! wir stehen hier Haupt! mach es zu deinem Gliede! - auf unsern Armen dir gefallen, bitten defürst! sei du sein Friede! König! wir, und erzeige dein Erbarmen, daß laß es deinen Willen künftig immer es dein Kind hier auf Erden, und treu erfüllen! im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von seinen Sünden; laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbinden! da wir ihm den Namen geben, schreib es in dein Buch zum Leben! 17) Von dem Einsegung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Psalms. 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffue Christen leben! endlich auch, wenn dirs gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. heiligen Abendmahle. sterben wollt für unsre Miffetha- ten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs schändlichste verra- then: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand gelei tet, mit seinen Jüngern noch das 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit den 222. is ejus jehund Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinft, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße, euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. jetzt wird für euch gebrochen, daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd an euch gerochen. Mahl, das längst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun feir ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Bater gibet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb sich übet. 3. Drauf nahm er Brot, und brachs, und dankt, und sprach: nehmt hin und effet, damit ihr nicht im Glauben wanft, und meiner nicht vergesset; das ist mein Leib, der durch viel Qual 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergoffen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschlossen, jetzt zur Bertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen; nun denkt an Gottes Gnad und Huld mit freudigem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer sein; gespeiset und getränket, sagt laut: o! wenn dein Tod nicht wär, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort, zu mei ner Ehr, als würdge Himmelserben! 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, sein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich verföhnet, doch weh den Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern hans gen, und meint damit, wenns übel geht, Genade zu erlangen! doch dich 124 Erster Theil.- Von dem heiligen Abendmahle. entzeucht nicht Brot und Wein dem 5. Mein Heiland, den der Himmel ernstlichen Gerichte; soll dies dein preist, dich will ich ewig loben. O, Troft, o Sünder, sein, so wird dein stärke dazu meinen Geist mit neuer Troft zu nichte. Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf daß ich mich in den Tod für dich dahin 224. Gel Bebaoth! gelobt file Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. seift für gegeben: so weichet Durst und Hungersnoth, so hast du Heil und Leben. unsers Mittlers Tod, der uns das 10. Sch bleib in dir und du in Heil erworben! wie haft du, Gett, mir, damit von meinem Geiste dein auch mich geliebt! er, der uns ewig Geist getrieben für und für Gott Leben gibt, ist auch für mich gestor Dank und Ehr erweise. Du bist nun ben. Mein ganzes Herz frohlockt in ganz mein Eigenthum, ich kann dich mir. O Bater, ich lobsinge dir. Gib, nicht verlaffen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ewger Treu umfaffen. daß ich jeden Tag aufs neu mich deiner Baterhuld erfreu. Gott meines Heils! sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir recht dankbar sein. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; mur gib, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. Mel. Allein Gott in der Höh.. 15. alt im Gedächtniß Je223. 2. Boll hoher Ehrfurcht beug ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geiste liebst du mich! wie liebst du mich! gib, daß ich ewig liebe dich! der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 3. Mit Inbrunft fleh ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, 2. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, gleich dem dürren Land, bei deiner der für dich hat gelitten. Da er am Liebe Unterpfand, nach deiner großen Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil Güte. Ich fühle, Herr, was mir ge erftritten. Errettung von der Sünden- bricht. O stärke meine Zuversicht, daß noth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! du auch mein Versöhner seift, und mich vom ewgen Tod befreist. Herr, dieser Troft set feft in mir, sei fest in mir, so dien ich voller Freuden dir. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ift. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung ausgemacht, und ewges Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum forge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum hör auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn in mir; so nimmt in mir die Seelenruh, und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott! ver Erster Theil.- Von dem heiligen Abendmahle. 125 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. O, gib mir selbst durch deinen Tod die Laß mich Kraft zu meinem Willen. von nun an tüchtig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Beffe rung mir und der Welt beweisen. laß mich nicht, verlaß mich nicht, so komm ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; laß sie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schliefen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mit mir, ſei stets mit mir, so komm ich eini 226. gewiß zu dir. Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. sch komme, Herr, und 225. fuche dich, mühselig und beladen. Herr! mein Heiland, segne mich mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh! ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du haft die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du hast mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Trost zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligfeit, bewahre sie im Glauben; und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. Mel. von Nr. 84. Menschenfreund, o Jesu! Lebensquell, der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht und Angst belegt; ich tlag es dir, du Prüfer meiner Nieren; du bist ein Arzt, der kranker Seelen pflegt, du bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh und seh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Aus Demuth schlag ich an die bange Brust, der Sünden Sie, die mich von dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborgnen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich sieden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens- Gott. Es soll mich nichts von meinem Felsen treiben; dir, Jesu, will ich mich allein verschreiben. Tod! Höll! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, ist mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 4. So tret ich denn, mein Jesu, jetzt vor dich, ich komm zu deinem Mahl nach deinem Willen. Ach laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquicke mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt, dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 126 227. M ie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jesu Christ, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speiseft mit deinem heilgen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal sein, daß du mich auf Jesu Todesqual soll mir Trost im dein Opfer weisest, mich glauben Leiden schenken, und mein Leben soll heißest. allein seinem Ruhm gewidmet sein. 5. Tag der Wonne, heilges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner TaMel. An Wasserflüssen Babylone.- 97. fel geh, und Brot und Wein mir 229. D", Herr! haft aus Seel geben imgleichen dich selber reichen. Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volt der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühfelge, kommt zu mir. Du Weltversöhner! ja zu dir komm ich auch heut, ein Sünder. Verstoß von deinem Angesicht, verftoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 4. Ach laß mich nur recht gläubig effen, und schenke mir in voller Kraft, was uns bein Opfertod verschafft! all meiner Sünden werd indessen vor Gott vergessen. 5. Ach Jeful faß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigfeit! ach, mach uns allesamt bereit, und laß in einem Geist die Deinen fich fest vereinen! 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig find. Ach, daß uns deine Lieb entind't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich tühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. 228. Tag, den mir der Herr gemacht! Sei gefeg.net, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so 2. Zwar meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach! im Zorne nicht, im Zorne geh nicht ins Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! fich mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Es seufzt um Troft und ängftigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst den Schwachen beizustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirft ein gläubig Herz voll Reu, auch meines nicht verachten. 4. Mein Gott! regiere künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertrann auf dich, nach deinem Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 127 Rathe wandle. Gib, daß aus Dank geladen. Deinen Bund sollst du erfür deine Huld, in Lieb, im Glauben, nenen, und dich seines Todes freuen. in Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, ver klärt, unsterblich, Engeln gleich dich ewig rein erhebe. 2. Eil, wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brünstigem Berlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd entlade, gibt er heute Gnad um Gnade. 3. Herr! ich freue mich mit Beben. Laß mich Gnad empfahn- und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken. D, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! - Mel. Dennoch bleib ich stets an bir. 156. 230. Di ich, mein Jesu, las ich nicht; du kannst Seelen recht erquiden! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! bu, mein Jefus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schäßze kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet mun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher geyn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! lobre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! tein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jefus ist mir Troft und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jefus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das pricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. Mel. Schmücke bich, o liebe Seele.- 121. 231. Seele, willst du Ruhe finden, drücker dich die Laft der Sünden, komm, Vergebung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, und der Herr voll Heil und Gnaden hat zu sich dich ein1 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach! ich suche dich mit Thränen; sollt ich mich vergeblich fehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden? laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Vaters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen. 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Belehrer! du, der selbst dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen; ach, laß würdig mich genießen diefer deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erstritteft, als du unaussprechlich litteft, als dich Todesschweiße deckten, und die Schrecken Got tes schreckten, als du selbst für mich ge storben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig weihen. Hier will ich mich fleißig üben, dich zu kennen, dich zu lieben! einst werd ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfin den; hilf mir, hilf mir überwinden. 128 Erster Theil.- Von dem heiligen Abendmahle. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Mel. von Nr. 72. 232. Jo preife bid, de 233. erfitllen, was du in ich, zu mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Frenden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gib, daß meine Seele fich des ewig freuen möge! deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze ftarbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unter pfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die Laft von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O, mache felbft mein Herz geneigt, fie nimmer zu vergessen! daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Räum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 2. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie start sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gib von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so thener mir er warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Troft, den mir dein Tod verleiht. nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beständge Treue bor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbft für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürft! den 8. 3um ewgen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abend mahl erwecke mich, mit Ernst dar- Völkern sichtbar zeigen wirft. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn, Erster Theil. Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei. 234. NOF - Von der Vergebung der Sünden. 129 4. Laß ftets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten haft, und deine Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleihn. un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jefu Chrift! gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir im merdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott verfühnt. Ach! du, sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich tranf, Herr, deines Bundes Wein! voll Freude hab ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, treu zu sein. Ich schwör es nun noch einmal dir; schenk du nur deine Gnade mir! 5. Im Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deine Sohn. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speist und tränkt ein Wein, ein Brot. 7. Wie jetzt in unsres Heilands Namen sein Bolk vor ihm versammelt war, so kommen wir noch einst zu sammen vor ihm mit seiner Engel Schar, und preisen, als sein Eigenthum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erschei= nen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud und Luft der Welt mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein. 18) Von der Vergebung der Sünden. Mel. von Nr. 72. 235. Er litt, damit wir Friede hätten, Gott, ott, deine Gnad ist für uns den Tod, der Sünde Lohn. unser Leben! fie Gott, wie hast du uns geliebt! schafft uns Heil und Seelenruh. welch ein Erbarmen ausgeübt! Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben nenes Recht. 3. Dank! ewig Dank sei deiner Treue, die niemand gnug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Reue mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, und gläubig seinen Mittler ehrt! 9 130 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreist du von den zu dir! Gott, du siehest mein VerPlagen, die dem Gewissen furchtbar trauen. Sicher kann ich auf dich find; der kann getroft und freudig bauen. Deine Vatertreue ist ewig, jagen: Gott ist für mich, ich bin sein wie du selber bist. Kind; hier ist der, welcher für mich fitt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor dei5. O Herr! wie selig ist die Seele, nem Angesicht. Alle Sünden, die die sich in deiner Gnade freut! Sie uns reuen, willst du, Vater! ja verflagt nicht, daß ein Glück ihr fehle, zeihen. so höre denn auch mich. ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Meine Seele hofft auf dich. Gott, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. - 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnä6. Dein Friede stärkt zum frohen dig willst du ihm vergeben, wenn er Muthe das Herz, auch in der größ- sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem ten Noth; gibt Hoffnung zu dem Sündenwege machst du sein Gewiffen ewgen Gute, und macht getroft selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Luft, die des Himmels Anfang ist. rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Luft der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! 7. Laß, Bater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. D laß mich dies im Glauben faffen, und mich mit starker Zuverficht auf deine Bundestreu verlassen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Reu und Demuth such ich dich; gib mir den Troft: Gott ist für mich. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. Der 25. Pfalm. Der 130. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. 236. Ich erhebe mein Gemüthe 237. Ich fleh in tiefster Reue mein Gnad und Gott, zu dir, denn ich kenne deine Huld. Du, milder Gott, verzeihe Güte. Owie theuer ist sie mir! mir Armen meine Schuld! eröffne Gott der Liebe und des Lebens! kei- meinem Sehnen, o Vater! Herz und ner harrt auf dich vergebens. Nur Ohr, und laffe meine Thränen und Berächter deiner Huld stürzet ihre meine Seufzer vor! eigne Schuld. 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, für Gnade Recht ergehn, so würde zeige deinen Willen mir! daß ich nicht von uns allen der Frömmste nicht verirren möge, führe du mich selbst bestehn. Du aber heileft gerne zer Erster Theil.- Von der Vergebung der Sünden. 131 die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr als meinen Netter offenbar, und läß'ft mich sicher wallen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ewgen Vaters Unterricht. Er führt zu Šes ligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weis heit lernt, der ist verblendet und entfernt sich von den wahren Freu den. Wer aber sich auf Gott verläßt hält seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr From men, an! euch wird des Höchsten Güt umfahn. Bon allen seinen Knechten bleibt Gott der Trost, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohs lockt ihm, ihr Gerechten! Inirschter Seelen Pein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dankbar sein. 3. Ich trau von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Same Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. F Der 32. Pfalm. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. M W ie felig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schrecket! dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt, den dein Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, des Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entrissen. 3. Darum, mein Gott, bekenn ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und läß'ft die müde Seele Nuh in dei nem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, a Vater! ewig loben. Du bleibeft ihre Zuversicht; Mel. von Nr. 16. 239. № Ach ch schone doch, o großer Menschenhüter! ach ftrafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen. Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 3. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen, laß Gnad, o Herr, anstatt des Rechts ergehn, sonst kann ich nicht vor deis nem Thron bestehn! 4. Ach strafe nicht, du aller Bosheit Rächer! wo blieb ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sich an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug. 5. Ach schone doch! ich bin zwar Asch und Erden, ein leichtes Blatt 9* 132 Erster Theil.- Von der Vergebung der Sünden. das bald zu Staub wird werden: doch| sprichst zu mir: du sollst leben! deine will ich sein, o Herr, dein Eigen- Schuld ist dir vergeben; sei getroft, thum; ach nimm mich auf! gedenk mein lieber Sohn! komm zu meinem an deinen Ruhm! Gnadenthron. 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlassen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfassen. Drum tröst ich mich und fasse guten Muth: es ist bezahlt, die Schuld macht Jesus gut. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließzet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein HimMel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. melskind verklagt? 240. Schöpfer aller Menschen8. Richter, der mich losgesprochen; finder, großer Richter Bater, der mich zärtlich liebt! Mittaller Welt! sich, hier wird ein ar- ler, der, was ich verbrochen und gemer Sünder, Herr, vor dein Gericht raubt, Gott wieder gibt! Geist, der gestellt, der in Sünden ist geboren, mir den Glauben schenket, der mich der dein Ebenbild verloren, der mit in den Mittler sentet! Gott der GnaLastern sich befleckt, der in tiefen den! dir sei Nuhm, und mein Herz Schulden steckt. dein Eigenthum. 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesetz, das ich zerrissen, nebst dem Satan, stehn bereit, meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge gibt sich an, der gefehn, ich gethan. 9. Laß mich nun die Sünde haffen, die das Herz mit Angst beschwert! laß mich alles unterlassen, was den neuen Frieden stört! reinge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig sein beflissen, mit Berläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! 3. Wehe mir, ich muß verderben! ich sch nichts, als Höllenpein. Fre Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. cher Sünder, du mußt ſterben! wird 241. Wie theuer, Gott! ift mein strenges Urtheil sein. erzitdeine Güte, die tert meine Seele vor des offnen Ab- Missethat vergibt, sobald ein reuengrunds Höhle; es erstarret Geist und des Gemüthe die Sünden, die es soust Blut vor der ewgen Flammen Glut. geliebt, erkennt, verdammt, und ernstich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein blutges Lösegeld meinem Richter dargestellt. 5. Nichter, siehe meinen Bürgen, siehe die Bezahlung an! dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Gesetz erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube! fteh mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Neu und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld 6. Siehe mich im Staube liegen. erlassen, der frevelnd Schuld auf Dwie drückt mich meine Schuld! Schulden häuft. Der kann kein Herz doch dein Wort kann ja nicht trügen, zu Jefu fassen, der zwar auf sein Sündern gönnst du deine Huld. Du Verdienst sich steift, doch in der Sünde 2. D! laß mich ja nicht sicher wer den, weil du so reich an Gnade bist. Wie furz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 133 noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache selbst mich tren, Herr, in der Liebe gegen dich! sie dränge stets und leite mich! 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Troft an deiner Vaterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst! das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke Bater, mein Gewissen rein, und hei durch Christum mir geschenket sei, lig meinen Wandel sein! - 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 242. wohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den krummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel entfernt; sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit seinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 243. 3. Der Herr ist gut und theilt sich 7. Dir, Höchster, dir gefällt die willig mit. Er geht uns nach und Bahn, die der Gerechte geht; du merkt auf jeden Schritt, und gibt schaust im Zorn den Sünder an, des uns gern, was wir vonnöthen haben; Sünders Weg vergeht. Mel. des 1. Psalms. er schenket uns den Reichthum seiner Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! T er Herr ist gut, wir nur treu auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unsern Vater nennen, und er will uns in dessen Dienst wir stehn; wenn für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im Kampfe Trost und Muth, so gibt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Irrenden Verbrechen; er ist versöhnt durch seines Sohnes Plut. Was will ich mehr zum Troft? der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trägt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. und Neigung, uns zu schützen; es kann bekehrt, der wird nicht, wenn er der Geist in stillem Frieden sitzen, fleht, erhört. weil unter seinem Schutz man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Lust und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer beffer fieht: der Herr ist gut! 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gett, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den 6. Du kannst, du wirst mich ferner man ihm leisten kann, gibt Gnaden- leiten nach deiner großen Gütigkeit, lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlöst, und gern erfreut. Du tein Waffertrunk ist unvergolten blie- wirst mir meinen Beg bereiten; und ben! er gibt dafür die ganze Sewer, wenn du, Herr, bei mir bist, gensfluth; und so bleibt ewig wahr: wer ist, der meiner mächtig ist? der Herr ist gut! 7. Wenn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, und immer meine Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzungen schmeicheln: so bin ich doch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dirs flagt. 8. Erfreue, Gott! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun die, die auf deinen Namen bauen; sei ihren Feinden, Herr, zum Truß, stets der verlaßnen Frommen Schutz. Der 5. Psalm. 244. V 4. Die Frevler mögen nicht beftehen; du haffest jeden falschen Geift, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. ernimm, o Gott! vernimm mein Flehen, verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, hilf und sei gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerten; ganz heilig will ich vor dir sein! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du haft an allen guten Werken ein innig Wohlgefallen, Herr, drum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gräul der Sünden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht Mel. des 90. Psalms. 245. M ein Salomo! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze kehret, so kann ich bald von dir AL Erquicung spüren. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich nimmt die Furcht und Unruh von lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ists, womit sie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. O bester Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst, die 4. Es müsse dann mein Herz nur Chriftum schauen. Schein unverhüllt, o Sonn, aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und könne schlechterdings der Gnade tranen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ. 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder schläget, und fast den Geist der Kindschaft in mir dämpfet, so daß mit Zweifel noch mein Glaube tämpfet, und dieser Streit mir neue Angst erreget, so laß mich bald dein huldreich Antlitz sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. Es 3. Dein Wort, das Wort der Selichkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. alle Noth verschlingt und unsern Geist 247. Wie groß ist unfre Sezur 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Troft erfüllen! 6. So ruh ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. geschützt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einft werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! 2. O, wie erhaben ist das Recht, das du uns gibeft, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland, und wer will deiner starken Hand, Allmächtger! uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, Von dir schenkst unsern Seelen wahre Ruh und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes find auf Erden in Beschwerden unfre Seelen. Herr, was kann bei dir Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. 246. Jah Ich hoff, o Gott! mit festem Muth auf deine Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, hast mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im erklären. uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Bolt 136 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 5. Wie glücklich, Gott, find Christen dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichneft mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 248. Ich weiß, an wen mein Seele! der Erde glänzend Nichts ver geht; nur beFeind soll ihn mir rauben! Als Bür- steht durch alle Ewigkeiten. ger einer bessern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. 249. Lang ist der Tag des Sieges. Ich tämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du haft dich mir gegeben. Bon fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf einer Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt mur turze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. Der 112. Psalm. Mel. von Nr. 55. reis, Preis sei Gott! und Segen sei dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr lässt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfüllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! 5. Beglfickt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er ste zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 137 8. Er ist getroft, und seine Seele| Liebe, stärker als der Tod! Herr! und gittert vor keinen Plagen, ruhig, uner- ich, ich sollte mich deiner Huld nicht schüttert; mit Luft wird er an denen, die ihn schmähen, gerächt sich sehen. dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Luft erheben. 7. Würdig dir zu leben, dies fei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich, das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, knirfchen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erforen, das ist verloren. - Mel. Jesu, meine Freude. 89. 250. Wie ie getroft und heiter, du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die bir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. - 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelfeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich vers ehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden. Und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer fann sie mir rauben? 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrekken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag Mel. von Nr. 42. eines Freblers Herz erschüttern: was 251. W wiffen habe, so hab ich Ge brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich große Seligkeit; es ist des Himich überwinde sie, mein Hort, durch mels beste Gabe, das höchste Glüd dich. Sink ich oft noch nieder: du in dieser Zeit. In Freud und Leiden erhebst mich wieder, du begnadigst gibt es hier die wahre Ruh der Seele mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, mir. nie entziehst zu deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Bater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hilflos bliebe: groß ist deine 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreu digkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 138 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Lästrung, Schmach und Hohn; denn des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Welt ihr Lohn; und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herschreckt, die Noth der fernen Tage: zen verbreitet sich auf mein Gesicht; wenn sie in mir die Sorg erweckt, fie ist mein Labsal in den Schmerzen, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir und in der Finsterniß mein Licht. die Ewigkeit das kurze Elend dieser Sie macht getroft, wenn eine Welt Zeit, daß nicht mein Herz verzage. erzittert und in Trümmern fällt. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne 6. Sch eile mit gesetztem Schritte dräut, der Tod mir näher winket; des Lebens letzter Stunde zu; denn wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, der verfallnen Leibeshütte zeigt sich mein Haupt zum Schlummer sinket: im Grabe sanfte Ruh, indem mein so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt Geist, der Gott gelebt, zu seinem mir des Himmels Herrlichkeit, die Ursprung sich erhebt. alles übersteiget. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde: mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! denn o! was 253. könnt ich ohne dich? Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 252. in Pilger bin ich in der Welt, und kurz find meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Bater, deine Ewigkeit bersüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einft bebt der Spötter, Herr, vor dir, wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 7. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei mei ner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache! Mel. des 4. Psalms. ie wohl ist, Jesu, meiner Seelen! In deiner Liebe sind ich Ruh. Nichts läß'ft du deinem Freunde fehlen. Will irgend eine Noth mich quälen, so eil ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald leichter werden, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 139 mich dich selbst erwählen, du selbst, ich schon auf Erden; hier such mein Gott, vergnügeft mich! zu deinem Wort gib dein Gedeihen, laß mirs des Himmels Vorschmack sein! weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund ist mein! und find ich Ruh und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Geficht, so wie sie kann, viel Guts erweisen, sie mag selbst meine Feindin heißen: o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht und Feinde mich zu Boden fällen. Truß sei den stärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! 3. Droht Mofes mit erzürnten Blicken mir großem Sünder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken: so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth; du lösch'ft des Zornes Flammen, du haft für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil! wer will verdammen? du nimmst dich meiner träftig an! 254. eglückter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchften, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Rath die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspüren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiff'st, dich ihm mit Leib und Seel ergibest, in seiner Liebe dich nur 5. Der Tod mag andern schrecklich übest, so ist und wird dir Gott allein scheinen, er schwächet doch nicht mei- Gut, Ehre, Luft und Leben sein. nen Muth. Am Abend bleibst du bet den Deinen; in jener Nacht verläss'st du keinen, des Zuversicht auf die beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Emigkeit! 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Finstern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich; sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, follt ich dich nicht gleich verspüren, so wart ich deine Stunde ab; wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. Mel. des 46. Psalms. BES 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner 4. O füße Lust, die der empfindet, Seelen, weil du mich liebst; ich trau der sich im Glauben dem verbindet, auf dich! mich kann Welt, Noth und nur zu dem das Herze lenkt, und Tod nicht quälen, du heißest der sich uns selbst zu eigen schenkt! 140 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. ungeschieden. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei- als hier, Herr, bleiben wir in Liebe den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergiffet allen Weltgewinn. 5. Laß, Jesu, mich den Vorsatz faffen, die Welt und alles das zu haffen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bist. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. JE ch freue mich, 255. I meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt. mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlaffen. 7. Du segneft mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. mein Gott, in dir. Du bist mein Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. Troſt, und was kann mir in deiner 256. M ein treuer Gott! Liebe fehlen? du, Herr, bist mein, dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein und ich bin dein: was mangelt duraj deine Stärk zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und fest bleiben: so stehe du mir bei, im Glauben Frucht 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 9. Noch hats bein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben! 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. Wo find ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. zu treiben. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, groß ist meine Schwäche! der verführt von Luft und Noth, manch guten Vorsatz breche. Ich bin nicht gnug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken? 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, 3. Doch, Vater! deine Treu und in dir leb ich zufrieden. So dort, Macht, doch, Mittler! dein Berwie ich, Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 141 treten, doch, Geist der Gnaden, deine Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Rachen jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er kennet mich, er liebet mich, wer will sich unterstehen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Vater wird sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten; er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 4. An meiner Statt hat Jesus sich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer flaget mich nun weiter an? wer kann mich nun verdammen? 5. Den Glauben, den er mir geschenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, lei ten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schützen, und durch Gebet und Wachsamfeit mich mächtig unterstützen. Fall ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hülffos liegen lassen, noch mich haffen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. - 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu! kein Tod, kein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmeichelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. 1013 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 257. Get etroft, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübfal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. 2. Er hat mich schon von Ewigkeit zum Eigenthum erkoren; er hat mich in Geist geboren. Der Gnadenrath, der ftarke Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. 5. Mit dem mein Glaube sich vers band, mein treuer Seelenretter, mein Sesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben laffen? 6. Ich bins, auf den sein Auge sieht: sollt er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: sollt er mich denn verlieren? ich bin das Schaf, er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er ver dient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, Er sagt Christus, bei mir bleiben. stärket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn ge nieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sünd, o Herr, betrüben! gib, daß ich mög bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr, bis ich dich dorten lobe! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 258. Ich bin ein Chrift! Gott Freund! in dieser hohen Würde steh ich und fürchte feinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und 142 Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen, Kraft mein Herz in dieser Pilgrimschaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu fest gegründet. Er ftithet sich voll Zuversicht auf Jesum Christ, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh; er eignet sein Verdienst sich zu und trotzet Welt und Hölle. 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Woltuft oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod; allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. - mir mangelt nichts, und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und läffet mich der stillen Ruh genießen. Wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich kein Grauen doch befallen; du, Höchster, bist mit deinem Stab und Stecken mein sichrer Trost vor allen Todesschrecken. Noch mehr, du willst, daß ich an deinem Tische im Angesicht der Feinde mich erfrische. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze Frift, Gott, gegen das, was ewig ist? sollt ich nicht muthig kämpfen? 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht mit allen seinen Schrecken. Gott will mich aus des Grabes Nacht zum grosen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erlösers Blut zum Eigenthum und Erbe. Der 23. Pfalm. 3. Du salbst mein Haupt mit deinem Freudenöle; dein voller Kelch erquictet meine Seele. Mir folgt dein auf meinem Lebenspfade zu jeder Der Herr, mein Zeit, mir folget deine Gnade, Ich werde stets, Gott wird es mir ver gönnen! in seinem Heiligthume blei 259. H Hirt, behütet mich in Gnaden! ben können. 20) Vom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung der Todten. Geben, dich zu verlaffen, Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. in meiner letten Stunde mir Geit ern will ich mich erge- und Leben sein. 260. Ge Welt! Ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn geschn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem eberwinTode rangst, und wie du, der, allmächtig ihn bezwangst. 2. Er ruft zur Zeit der Schmer- 4. Der frohe Siegsgedanke: wo zen uns voll Erbarmen zu: kommt ist dein Stachel, Tod? stärk mich, her, beladne Herzen, zu mir, und daß ich nicht wante in meiner Tofindet Ruh. Dies Wort aus deinem desnoth. So ist, obgleich ich sterbe, Munde laß, Herr, mich zu erfreun, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin und der Auferstehung der Todten. des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bift. Mel. von Nr. 86. 261. Dein find wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Wenn nun auch unser Ende kömmt, und deine Hand das Leben hemmt, dann hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott! ein sanfter Schlaf werd uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ewge Ruh uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krantheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gib Hoffnung zu der ewgen Ruh! in unsern Herzen wirke du, Geift Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 143 Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 262. Noch bin ich dein Gaft, o Erde! Gott mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geift bes Herrn! Zeig uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne beine Gnade sein? 2. Herr, du weißt's! Du haft die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt, früher noch als du auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feur, das in mir lodert, wird des falten Todes Raub. wie Frühlingsblumen welken, mein Leben auch verwelken; und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufft du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper sein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. den jenen Ruf: das Grab ift dal 6. Hör, o Seele, einst mit Freudenn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärkemich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes 8. O sei uns dann nicht fürchter- Gnadenbunde ewig Antheil mir ers fich! erbarme, Vater, unfer dich! warbst. Laß mich Tod und Grab nicht Wenn unser Ange sterbend bricht, scheuen; laß vielmehr mich darauf leit uns dein Licht! so feblt uns freuen. Denn nach treu vollbrachtem Troft im Tode nicht. Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. So, wird Kraft 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermodrung schnöder Raub. Neu beseelt wird einst mein Staub. Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen, Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 263. der Fluch der Sünde nieder. Doch elig, Gott, find die, du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; die nun schon im mein Herz stärkt sich in dir, glaubt friedenvollen Grabe von des Lebens und erhebt sich wieder. Jesus Chris Arbeit ruhn, und sich deiner größten stus, laß mich streben, dir zu leben, Gabe, eines ewgen Lebens, freun. dir zu sterben, und dein Himmelreich Möchten wir es auch schon sein! zu erben. 2. Doch du willsts, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 144 - 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestchn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kaun, unser ewges Schicksal an. 5. Gib uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstützen, daß wir freudig auf dich sehn, und getroft zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flöß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! Mel. Wie schön leuchtet der. 35 Die wird mir dann, mein 264. Wi Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst du, ganz befreit von Sünde und von Sterblichkeit, entflichen dieser Erde. Freu dich innig! stärke, tröfte dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, - 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befchle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu erges ben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stchen. Ewig will ich dich erhöhen! Mel. des 103. Psalms. 265. M ie fomm ich doch mein Heil, zu dir hinüber? Du bist mir ja, mein höchstes Gut! und der Auferstehung der Todten. viel lieber, als diese Welt, woher kommt denn die Qual, daß mich des Tods Erinnerung erschrecket? Wie kommts, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal? 2. Mit Dank muß ich von deiner Güte fagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel mit vielem Trost erquickt; ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigestanden, daß mich die Laft der Trübsal nicht erdrückt. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll. Ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll." 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst, und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß! geh auf, o Sonn, mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolk vertheiken, und mache mich doch deiner Huld gewiß. 145 gib mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruhn. 5. Du bist mein Fels; die Wunden find die Höhlen, dahin ich flieh, was kann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern, so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. Mel. Nun last uns den Leib begraben. 266. B egrabt den Leib in seine Gruft, bis ihm des Nichters Stimme ruft! wir säen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wirds nur mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. Gott, der sie aus aller ihrer Noth, 3. Des Frommen Seele lebt bei aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft ges erquickt; hier wandelt er im finstern drückt: nun wird er, Gott, von dir und Qual. Thal: nun ist er frei von Schmerz 5. Gott blieb er treu bis an sein ab; was sind die Leiden dieſer Zeit, Grab: mum wischt Gott seine Thränen Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende sein. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. JE* 6. Gott! du bists, aus dem Tod erhebet, du hilfest dem, der nur 267. an dir fest klebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, ofrohen Zeit, da ich werd aufer 10 ch freue mich der 146 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, - stehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heiso land, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verklärter Frommen als Mitglied aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Trost, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Luft und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben auf zuwachen. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich glaube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübfal, Angst und Schrecken, so, wie die Heuchler, decken. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligkeit umgeben, genießen deiner Herrlichkeit. D, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? mir stets vor Augen schweben, und 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit 4. 3ch hoffe dann mit Freudigkeit dahin erheben, wo feine Schwachheit mich in dieser Prüfungszeit mein Herz vor dir, mein Haupt, zu stehen, und uns mehr drückt, wo wir, der Sterb mit dir in die Herrlichkeit frohlockendlichkeit entrückt, frohlockend vor dir einzugehen. D, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigfeiten mich würdig zu bereiten. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; läff'st in dein Reich mich gehen. Fort und Seele ganz verklärt, leb ich bei hin von keiner Last beschwert, an Leib dir dann ewig. 5. O, welch ein selges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb, und ihr sollt leben. wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröfte selbst Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 268. Mein Beiland lebt! Er damit mein Herz: es kommt ein hat die Macht des beßres Leben. Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein. Sein soll mein- 269. Mei ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. ein Heiland! wenn mein Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet hast: wie leicht dünkt mir dann alle Laft, die mich hienie den drücket! Dann wird der Eitel keiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und der Auferstehung der Todten. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. und Gott, mein Herr und Gott! dies Heil verdank ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wint 270. Jesus, meine Zuversicht mein Geist des Körpers Banden sich im Leben! dieses weiß ich, sollt ich entreißt, dann stärk ihn aus der Höhe; nicht auch zu sterben, mich ergeben? daß ich, durch deinen mächtgen Stab was die lange Todesnacht mir auch beschützt, ins Todesthal hinab getroft für Gedanken macht! und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff, wenn mich Duntelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden tränken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung baun, es werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest, wie dich Gott verließ, der mache mir das Sterben süß. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf kurze Zeit schließt, sich zur Ruh mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten selges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich foll lebendig sein, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärk diesen Glauben einst im Tod. 147 - 2. Jefus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Ges meinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hält mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn und nimmt mich zu Ehren an. 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sei in Ewigfeit. 5. Dann umgibt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Ang im Tode bricht, wirds doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Zu verwesen, fint ich ein; dann werd ich unsterb lich sein. 8. Freudig bin ich und getrost! dann steigt mein Bersöhner nieder. Wann ich sterb, ist er mein Trost, und den Todten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber dringt. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jesuin Christum, werd ich schauen! Dann 10* 148 Erster Theil. wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig sein mein Theil. 10. Nur daß du dich, Seel, erhebft von den Lüften dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freun; mußt du Seele, heilig sein! Vom Tode der Glaubigen 2c. - 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Lod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 271. Herr! err! du bist meine Zu versicht. Du lebst, ich werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. 272. Wachet auf! so ruft die Stimme einst nach der Zeit, der Engel Stimme, berlaßt das Grab, verlaßt die Gruft! wachet auf, erlöste Sünder! verſammelt euch, ihr Gotteskinder! der Welten Herr ists, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein bei! erwacht! Halleluja! macht euch großer Tag ist da! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. 2. Erd und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu und Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, 4. Sint immerhin, mein Leib, indir, dir folgen wir zu deines Vaters Staub! Gott wird dich neu beleben. Herrlichkeit. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. Mel. des 84. Psalms. 273. M ein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich finde keine 21) Vom ewigen Leben. 1 3. Ewges Lob sei dir gesungen! wir sind zum Leben durchgedrungen, am Ziel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Aurge sahe fie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr und Preis. Ruh auf Erden; ich suche die zukünftge Stadt, die Gott selbst fest begründet hat, da werd ich Erster Theil. - erst recht glücklich werden! mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin. Dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit! Herr, mache mich dazu bereit! erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Christ. Vom ewigen Leben. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an; es ist nicht leicht, sie zu bestreiten. Der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets sucht die Welt mich zu verleiten; ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft feinen Ausweg sehn. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Chrift, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, laß mich auf der Verlängnung Pfad, den mir dein Fuß ge zeichnet hat, dem Ziele täglich näher tommen. Gib, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. 149 4. Oft seh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübfal Sturm dringt auf mich zu, mein mitder Geist find't 3. Israels Arzt! vertreibe durch die nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, Macht, die so viel Blinden das Gesicht die mich umhüllet, betracht ich nur gegeben, in mir der Seelen finstre der Treue Lohn und jener Ueberwin- Blindheitsnacht. Die Augen werd ich der Kron. dann zu dir erheben, um so mit aufge decktem Angesichte dein ewges Licht zu sehn in deinem Lichte. 6. Berleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf. Laß in der Noth mich feste stehen, getroft auf deine Hülfe traun: so werd ich einst das Leben schaun! Mel. bes 16. Psalms. 274. 20 uf, träger Geift! laß das, was sichtbar ist, nicht länger dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergehen, in Ewigkeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon gesehn, daß, was dein Herz wahrhaftig fann ergößen, nur droben sei? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über alles schätzen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möchtst du in ihm, möcht er in dir nur leben? digkeit, die mich verhindert, flüglich 4. Schenk Augenfalbe für die Blömit dem Dampf der Zeit; laß nie das zu vergleichen des Himmels Schätze Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut haft wollen kaufen, für alle, die in Lebensschranten laufen. 5. O selges Volk! das du aus freier Gnad zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu sehn, empfangen hat, das in verborgner Herzens- Andacht brennet, um über Sonn und Sterne sich zu schwingen, und bis ins innerst Heiligthum zu bringen. 150 Erster Theil. Vom ewigen Leben. 6. Erwünschter Tag! der diese 7. Ich entbrenne vor Verlangen, Scheidewand, den Sündenleib, der dies verheißne Land zu sehn, fene meine Freiheit föret, zerbrechen wird! Krone zu empfangen; bald erhöret o lang gehoffter Stond! wenn ich, Gott mein Flehn. Diese Hütte, sie mein Heiland, dich nun selbst ver- verstäube, ich, ich weiß, an wen ich tläret in Klarheit seh! o, dich will gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, ich dort oben mit reinem Geist und denn zum Vater geh ich hin. reinem Munde loben. - Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 275. Menschen ists gesetzt, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. werde, wird er einst von Gott erneut, 276. Es ist noch eine Ruh an vorhanden jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Wollt ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? seinem Reiche zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlosten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgefang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dant; nun jauchzen sie: es ist vollbracht! der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und 5. Wie Gott von seinen Werken in Wonne jedes Leid; weihen ihm ruhte, als er die Welt hervorgebracht, die neuen Lieder, werfen ihre Kronen so sehn auch mit zufriednem Muthe, nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. vom Herren selbst gerecht gemacht, die Frommen, bei dem ewgen Glück, auf ihr vollend'tes Wert zurück. 6. Baterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh, was 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, fein Sterblicher vernommen, Gottes fein Schmerz und keine Schwachheit Heil gewähreft du. Freudenernten mehr. Gott führt sie zu vollkommnen schenkt er denen, die erst hier gesät Freuden und frönet sie mit Preis und mit Thränen. Alle Thränen trocknet Ehr. O unaussprechlich süße Ruh, er, Sünd und Elend sind nicht mehr. wie herrlich, Höchster, segnest du! 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein foll ich mich ewig freun. Ja, mir folls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen wir dig ist der Erbarmer, Jesus Chrift! Vom ewigen Leben. 151 5. Bor seinem Antlitz wandeln fie auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: D, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Chrift, wird entzückt, wenn so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. Erster Theil. 7. Wer kann hier deine Gnade faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh las fen, die dieses Leben noch umgibt. O mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. ma 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so ernt ich von der Last der Zeit einst völlige Bufriedenheit. - Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 277. Mein ganzer Geist, Gott, - er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde BVaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ift, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort mur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und fein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird fie ganz befungen. Böllig gibt sich den Erlöften, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit't, hilf fie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. Mel. von Nr. 234. 278. Nach einer Prüfung fur zer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkomm nes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen 152 Erster Theil.- Vom ewigen Leben. Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als die an uns offenbart soll werden von fällt. Bald finkt er durch des Nächsten Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, Schuld in Kummer und in Ungeduld. wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und den Bekümmerten hier der Mensch nie frei von Bein, nie frei von eigner Schwachheit sein. Mel. Wer nur den lieben Gott, 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, 1 7. 279. dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit; nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Licht; Kraft, deine Vorschrift zu Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. erfüllen, und eine Nichtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und gosseft über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus, und schufst mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht; ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt; was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft ienes Lebens mit dir zu wohnen würdig sei? Ob ich vom Land des Eiteln leer, einst höhrer Freuden fähig wär? 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel baun, und 11. Da ruft, o möchtest du es ge- daß ich hier geheiligt werde, soll ich ben, vielleicht auch mir ein Selger aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz zu: Heil sei dir, denn du hast mein der Lüfte widerstehn, und stets auf Leben, die Seele mir gerettet, du! deinen Wegen gehn. o Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein, und diese kurzen Prüfungstage Gott und der Tugend blos zu weihn, Erster Theil. wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gekrönet bin! - Vom ewigen Leben. 153 4. Dann wirst du dich unsern Sees len offenbaren, wie du bist. Keine Luft wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns ftarb. 10. Gott, gib deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, dem, der zu diesem großen Werte zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist; lehr mich das Irdische verschmähn, und stets nach meinem Ziele jehn. 11. Laß mich oft in gefunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künftge schaun; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sei. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott! zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach viel vergoßnen Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 280. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir traun, noch mehr, als sie hofften, schaun. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu komTrachte, weil du hier noch men. bist, nur nach dem, was droben ist. 3. Neue Wunder deiner Güte wer- 9. Ohne Heiligung wird keiner, den da ihr Glück erhöhn. Mit erstau- Herr, in deinen Himmel gehn. O, so nendem Gemüthe wird dann unser mache immer reiner hier mein Herz, Auge sehn, deine Huld sei über- dich einst zu sehn! hilf du selber meischwenglich, und die Wohlfahrt un ner Seele, daß sie nicht den Weg vergänglich, die dem, der dich redlich verfehle, der mich sicher dahin bringt, liebt, deine Baterhand dort gibt. wo man ewig dir lobsingt. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ifts doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 154 3weiter Theil Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung. Der 51. Pfalm. Mel. von Nr. 84. 281. ei gnädig, Herr, nach deiner großen Huld, und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Armen; wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat, und reinge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. 2. Sch fühle, Herr, mit Scham, mit Reu und Weh die Missethat und ihre ganze Größe; denn, ach, dein Geist hält meine Schand und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh und steh; an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und folltest du es rächen, so müßte man, so müßt ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit; ach, gib sie, laß in meinen Finsternisfen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! Sünden, so werd ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde hören; es müsse mun kein Schrecken, Furcht und Leid der Seelen Ruh und Wonne nicht mehr stören. 5. Sich meine Siind, o Herr, nicht weiter an! Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. Schaff aber auch ein reines Herz in mir! gib mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach ihn fest, damit dein Knecht vor dir nie wiederum der rechten Bahn verfehlet. 6. Verwirf mich doch von deinem Antlitz nicht! entreiß mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heilgen Geist! laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erwed in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gib den Geist der Freuden, der unterstütz und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach fiehe, wie mich meine Sünde 4. Ich bin Ausfäßgen gleich, ein drückt! doch wirst du sie, mein Heiland, Gräul, unrein! Laß des Versöhnbluts mir vergeben, so werd ich ganz durch Kraft mich, Herr, empfinden! ver- deine Huld beglückt, dein Recht und zeih und wasche mich von meinen Heil vor aller Welt erheben. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 155 derlich. Dein will ich ewig sein. D Gott, erhöre mich. Der 95. Pfalm. - 8. Eröffne meine Lippen, daß ich fann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Dank erheben! dir wollt ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz, zermalt durch Reue, und ein Geist, zerknirscht durch Kummer über seine 283. Sünden, und der mit Macht sich eitler Luft entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Auge finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl! sei ihm geneigt, und baue Salems Mauern! den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache fie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geift sie immerhin beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig sein, und alles dich mit frohem Muth erheben! Aus dem 143. Pfalm. Mel. O Gott, tu frommer Gott. 8. err! höre mein Gebet 282. um deiner Wahrheit willen! du bist an Gnade reich und wirst mein Seufzen stillen. Ach, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. - 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? 3. 3u dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir! o, daß ich Hülfe fände! für Recht laß Gnad ergehn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg; denn nach dir schn ich mich. 4. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe mur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unveränrhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum mit allgemeinem Jubeltone! besinge du, erwählte Schar, wie herrlich und wie offen bar sein Schutz und Segen bei uns wohne. 2. Nur unser Gott ist groß von Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter sitzet. Er ists, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stützet. 3. Das weite Meer und trockne Land find Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danket voller Brünstige feit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Theit, und Schafe seiner Weid und Heil, wir sein erkauftes Volt und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seid doch nicht verstockt und träge! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Väter in der Wüsten. Sie schauten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüsten. 6. Ihr rohes Herz blieb doch vers rucht, und war mit ihnen meine Zucht wohl vierzig Jahr umsonst be 156 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mühet. So fahrt denn, sprach ich, und vor deinem Heiland fliehest, desto mur dahin in euerm blind' und tollen mehr wächst dein Gericht. O, wie Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 7. War sonsten meine Langmuth groß, so brach mein Zorn doch endlich los, weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. 5. Drum ergib dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe. Christus nimmt die Sünder an; ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geister und erwähl die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. - Mel. Liebster Jesu, Troft der Herzen. 284. A uf, o Sünder! laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume keinen Augenblick! komm bald, an dem frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht felbft zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, so du wartest, bis die Gnade, als die Sonne untergeht! komm am Tage dieses Lebens, hör die Warnung nicht bergebens, da dir noch zu rathen steht! komm, weil du fie heut noch höreft, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. Schen dich nicht, wenns andre merken; Gott ift's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; fei getrost und unverzagt! sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt! bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt. Der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft. Ruf zu dem, der ihn will geben, daß du könnest chriftlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gib mir deinen Sinn! pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe. Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. 285. Shaffet, schaffet, Wenschenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unverweilt bekehret euch! ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. - 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen. Nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade 3. Selig, wer im Glauben tämfinden; er, dein Gott, verstößt dich pfet, selig, wer im Kampf besteht, nicht. Doch je länger du verziehest, wer des Fleisches Lüfte dämpfet und Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 157 den Reiz der Welt verschmäht! unter 7. Mel. Wer nur den lieben Gott. ott! hilf mir, daß Christi Kreuzesschmach man dem Frieden und wer den Himmel 286. Guethue, weil mich will ererben, muß erst seinen Sitn- noch deine Stimme lockt. Bewahre den sterben. mich vor falscher Ruhe, dabei das Gefühl der Sünden führst. 4. Werdet ihr nicht standhaft rin- Herz sich leicht verstockt, wenn du gen, sondern träg und lässig sein, selbst das Gewissen rührst, und zum eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg! nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 5. Sich voll Leichtsinn stets zer3. Den rettest du von dem Verder streuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glauben; nimmst seine Buße gnädig an; bens scheuen, ist der Welt, nicht Chrifti machst ihn zu deinem Kind und ErGeist. Wer ihn wünscht zu haben, wie groß ist Gottes Baterhuld, er ben, daß er frohlockend rühmen kann: kann auf der Tugend rauher Bahn tilget meine Sündenschuld. nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schätzt. - 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der liebften Neigung nicht, wär es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Chrifti Worte: dringet durch die enge Pforte. 1 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! damit mich ja nicht die Verstofkung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. die uns vom Sündendienst befreit, 7. Verleihe mir dazu die Gnade, 8. Zittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu beftehn. Ja, mein Heiland, ach! und leite mich selbst auf dem Pfade geh nicht mit mir Armen ins Gericht! der christlichen Rechtschaffenheit! wie gib mir deines Geistes Waffen, meine felig bin ich dann schon hier! wie Seligkeit zu schaffen. glücklich einst, mein Gott, bei dir! 9. Gib mir Wollen und Vollbrin gen, Muth und Kräfte zu dem Streit, 287. Date perr, bei dem Mel. Beuch mich, zeuch mich. 81. ir allein hab ich bezwingen, lehre mich, mich selbst und verleih Beständigkeit. Zeige mir ich Gnade such! ein gerecht Gesetz von deinem Thron den verheißnen verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Gnadenlohn, daß ich wache, bete, Und was kann vor seinem Schrecken, ringe, und also zum Himmel dringe. Richter aller Welt, mich decken? 158 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? manchen schweren Sorgen machteft Du bist allenthalben nah. Flöh ich, du mein Herze frei! was mir nütte, dir mich zu entziehen, himmelan: so gabst du mir. Aber ach, wie dankt bist du da. Stürzt ich in die Tiefe ich dir? O, wie hab ich so vermessen nieder, deine Rechte hält mich wieder. deines Wohlthuns Zwed vergessen! 3. Herr, ich flieh in deine Hände! außer dir ist keine Ruh. Dein Erbarmen hat kein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und kannst vergeben; ach, vergib und laß mich leben! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Deine Güte Seele mich bemühn. lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater! zürne nicht! dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach vergib, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündepfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neuel gib, daß mein beschwerter Geist deis ner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgs sam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. - 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Laft ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde wär: müßt ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienst ists, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zich mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 29. Mel. Liebster Jesu, Troft der. öchster! denk ich an die 284. 288. Güite, die du mir bis- 289. Niebster Jeſu, Eroft ber her erzeigt: o, so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham ge- ger Sündenschmerzen! einzig wahres beugt, daß ich dich gering geschätzt, Heil der Welt! wenn ich bei mir dein Gebot hintangesetzt, und dich, überschlage, was für Sündenschuld der du mich geliebet, mit Vergehun- ich trage, die des Höchsten Buch ent gen betribet. hält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig fein. O, wie hab ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen Aber mir, o Vater, neu. Bon wie 1 2. Von Geburt bin ich ein Süinder, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren, und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, ist lauter Sünde. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 159 3. Herr, wohin soll ich mich wen-| so fahr hier fort, nur schone dort, den? Was kann meinen Jammer muß ich auch hier viel büßen. enden? In mir find ich nichts, als 5. Vergiß die Schuld! Gib mir Noth; keinen Trost im Weltgetüm- Geduld, und ein gehorsam Herze, mel; oben schrecket mich der Himmel; daß ich mein Heil, mein bestes Theil, Satan spricht von Fluch und Tod; durch Murren nicht verscherze. und mich dünft, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 6. Verfahr mit mir, wies dünket dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, komme mir zu statt! sei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Bater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden, ach, fo tilg auch meine Schulden! 7. Das thust du nicht, mit Zuvers sicht kann es mein Glaube Hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 5. 3war ich muß vor Gott gefte hen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich komme wieder, fall in tieffter Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn; bitte, seufze, fleh mit Thränen: Bater, ach, laß dich versöhnen! 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ewge Freuden. 6. 3ft im Himmel größre Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wie der zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich fomme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin be10. Gott Ehr und Ruhm! sein Eigenthum bleib ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. - Mel. Es ist das Heil uns kommen. streben, besſer, als bisher, zu leben. 291. Herr Jeſu Christ, du höch7. Weg, quell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und be den; da das Gesetz, das mich ver flagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet hast am Kreuz Mel. Ach Gott und Herr 10 290. Nh Gott und Herr, wie mit Angst und Schmerzen, damit ich groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie britckt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? nicht mit Leid und Weh in meinem Elend untergch und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erweds ter Sinn an mein Betragen denket, so sink ich fast vor Angst dahin; die Sünde drückt und fränket und schrecket mich. In dieser Pein würd ich gewiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben; ja, weil du alle Huld verheiß'st dem, der sich weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich nen geboren, in ihm leb ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. - 2. Flöh ich gleich weit vor Bangigkeit hin an des Erdreichs Enden, der Angst und Bein befreit zu sein: würd ich sie doch nicht wenden. 3. 3u dir fleh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf and Bein auf Sünde folgen müffen: 160 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mit zerknirschtem Geist im Glauben dich von Jugend auf gefränkt: so zu dir nahet: kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maaß der Sünden voll! - 5. So komm ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Ach Herr! erbarm dich meiner doch um deines Namens willen. 3. Trieb mich die Zucht zum Guten an, hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfüllen. So gieng ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich Mich ängstigt mein Gewissen noch, in dem Lebenslauf an Alter, nicht du kannst sein Zagen stillen. Laß an Gnade zu; die Seelenruh vermich, von allen Sünden rein, nun schwand; dies alles sahest du. gänzlich dir ergeben sein, in findlichem Gehorsam. 4. Mit Trug und Lügen deckte ich lich Dräuen schreckte mich; es zog des Herzens böse Tücke. Kein ernst7. Dein freudger Geift stärk mich im Fleiß! heil mich durch deine Wunden! mich tröste noch dein To- mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, desschweiß in meinen letzten Stunden, Worte hörte ich dich, und achtete verführte mich; in deinem und führe mich, wenn dirs gefällt, jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf mein Heiland, selig aus der Welt, zu war ganz verderbt von Jugend auf. jenen Auserwählten. 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wesen; gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, leppigkeit, an Frechheit, Wollust, Trotz und Neid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. Ach Jesu! ach, vergib es mir. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. 1 308. ch schäme mich vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottessohn! ich bin voll Sündenschmerzen. Erbarme dich und nimm mich an; du bists allein, der helfen kann. Geh ja nicht mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergib mein Uebertreten! trag ferner noch mit mir Geduld! erhör mein ängstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut! viel mächtiger ist deine Gnad, als meine That, die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wahren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Vollmich dir allein zum Dienste weihn. bringen schafft, voll Reu und Leid Ach, laß es Ja und Amen sein! Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. König, dessen MaAngst zerbricht. 293. 2. Ach, wenn mein Herz zurückgedenkt, mit wie viel Missethaten ich hebet, dem Erd und Meer zu Dienste Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 161 steht, vor dem der Erdkreis bebet.| sprechen kann, so nimm den letzten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sei mir Sünder bift voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnädig. groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 12 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deinen Trost und Rath, mein Gott! du hilfft ja gerne. Doch meiner Fehler große Zahl schreckt und verfolgt mich überall, mein Glaube ist nicht thätig; drum schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winfft, so bet ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleich wohl dich noch Bater heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! Mel. von Nr. 201. 294. W mishandelt und den breiten Weg gewandelt, welcher zum Verderben führt: so er sich bekehren wird, steht der Himmel wieder offen; Friede wird mit Gott getroffen, Buß und Glaub an Christi Blut machet alles neu und gut. 2. Bei stets fortgesetten Sünden magst du keine Gnade finden, und fannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Chriftum freuen, ohne 3wang und Heuchelei, was der Wille Gottes sei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ists, bei dem ich Ruhe find, er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sei mir Sünder gnädig. 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jefu, 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, mach meinen Glauben des Versöhners, Stimm; komm zu immerdar durch wahre Liebe thätig. dieser Quell der Gnaden, komm mithLäßt sich dann noch viel Schwachheit selig und beladen; er sagt deiner Seele fehn, so soll mein Herz mit Wehmuth Ruh, er sagt dir Erquickung zu. flehn: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Gült und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gütgen Schöpfers Spur? 6. Jesu, Troft der müden Seelen! 6. Mein Leben und mein Sterben du kannst uns nicht nur befehlen, ruht allein auf deiner Gnade. Mir du schaffst selbst durch deinen Geift geh es übel oder gut, gib, daß es in uns, was dein Wort uns heißt. mir nicht schade. Und kommt mein Sei zu meinem Heil geschäftig; mache Ende nun heran, so stärk mich auf selbst dein Wort so fräftig, daß mein der Todesbahn, mach mich von Sün- Herz, dadurch gerührt, endlich wahre den ledig; und wenn ich nicht mehr Buße spürt. 11 162 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 295. ich gefündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. - n dir allein hab 4. Früh wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigteit. Tröst mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 6. Was du Böses an dir hast, wird sonst wie ein alter Aft; dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod, 5. Laß deinen Weg mich freudig und wie groß wird dann die Noth, wallen, und lehre mich dein heilig wenn man aus der Welt soll gehen, Recht, mich thun nach deinem Wohl- und vor Gott nicht kann bestehen! gefallen; du bist mein Gott, ich bin Auf! Gott ruft dich noch zu sich: dein Knecht. eile, und errette dich! 6. Herr, eile du mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Gott hört mein Schrein, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. 296. G Mel. Meine Seele willst du ruhn. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder blißet; such ein Zoar, das dich schützet! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! ünder, willst du ficher sein, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich bekehrest, da du Gottes Stimme höreft! Auf! Gott rufet dich zu fich; eile, und errette dich. 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom gefloffen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzudringen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! von mir versäumet werde; führ mich Gib doch, daß die Gnadenzeit nicht selbst zu deiner Heerde! Bater! ach ich bitte dich: eile, und errette mich! Mel. von Nr. 79. üter! wird die Nacht 297. verschwinden? Hüter! ist die Nacht Hüter! der Sünden, bald Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der widerstehn, und seine Liste dämpfen? Sinnen bald zerrinnen, womit ich Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu umgeben bin? deiner Ruh ist dies der einz'ge Weg. Und dem entfagest du? 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf? so geh doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir so ferne bist? 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit; laß die Wolken sich verziehn; so werd ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Geschäfte fliehn. 5. Was weigerst du dich noch, das Easter zu verlassen? Weil es dein Uns glück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verläugnest fie? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker 9. Sesu! sollen meine Augen etwas wird der Hang, die That zu wiedertaugen, o so rühre du sie an. Denn holen. Scheust du dich heute nicht, das ist die größte Plage, wenn am des Höchsten Feind zu sein, um wie Tage man das Licht nicht sehen kann. viel weniger wirst du dich morgen 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ists Ruhm, versag mirs nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es kann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen Yann nicht taugen, feine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge sein. 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemeffen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, und, seiner werth zu sein, im Glauben mich erfühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 1 scheun! Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 9. Ist denn die Buß ein Wert von 298. Millst du die Buße noch, wenig Augenblicken? Kann dich kein die Gott gebeut, verschieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Sft deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick?" schneller Tod der Welt noch heut ent rücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung 2. Allein, wie schwer ists nicht, fein eigen Herz bekämpfen, Begierden 10. Sfts gnug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns 11% 164 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. die Sünde reut: so ist kein leichter Wert, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen, ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. Mel. O Gott, bu frommer Gott.- 8. 12. Der Glaube heiligt dich. 3 299. Laß mich doch, o mein Mensch! und du verschmähst des Geistes Got tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? Gott, die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene und, deiner werth zu sein, im Glauben mich erfühne. Wenn ich das Gute thu, das mir dein Wort gebeut, wem dien ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 13. Hat Chriftus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Bein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 3. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weigre ich mich denn, das Lafter zu verlaffen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu haffen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden, sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden, macht meine Seele rein, füllt mich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden wis derstehn, und seine Lüste dämpfen. Doch bleibts ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Se öfter ich vollbring, was Fleisch 18. Die Buße führt dich nicht in und Blut befohlen, je stärker wird der eine Welt voll Leiden; Gott kennt Hang, die That zu wiederholen. Scheu und liebt bein Glück, sie führt zu ich mich heute nicht, o Herr, dein deinen Freuden, macht deine Seele Feind zu sein, um wie viel weniger rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt werd ich mich morgen scheun. Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns felber zu besiegen. Der Sieg, so schwer 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 15. Entschließe dich beherzt, dich felber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Bergnüigen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gereut. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 165 er ift, bringt göttliches Vergnügen;| 6. Heut lebst du, heut bekehre geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. dich; eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist start, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nxn ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jeful hilf du mir, daß ich mich gläubig nahe dir, und mich bekehre unverweilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich heut 10. So gib denn, weil ich noch, und jederzeit zum letzten Abschied Herr, deine Stimme höre, daß ich sei bereit. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. mich ungesäumt von allem Bösen tehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten mein hier verſäumtes Glück, wiewohl zu spät, 301. M ie treu, mein bereun. guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die im Grimme: weicht, die ihr euch veralle Sünder lockt! Ach, sprächeft du stockt! weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt Wer sind wir? es unrecht nennen? Wer bist du? - 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. Mel. Vater unser im Himmelreich.- 120. 300. 6( o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr, sich bere in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. 2. Dies Wort bedent, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Trost, Gnad und Heil, und Gott besiegelts mit dem Eid; o felig, wem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht, zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens freun, und werd ich dessen müde fein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, feiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod; allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir tund; verborgen ist die Todesstund. 3. Doch heißt dein Ruf uns kom men; und merken mir nicht drauf, ob wir ihn schon vernommen, so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur Heerde zurückgeführet werde, da von es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 166 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. Bußlieb eines schwermüthigen Christen. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du haft in der Wüste mich huldreich aufgesucht. Aus dem 6. Pfalm. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. 302. GE 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zurücke bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 8. Nun, Jesu! ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! mich reut und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seift. 10. Das laß mich herzlich gläuben, 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberflusse, zum wirklichen Genusse, stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine Treue, mein Hirte! nie entstehn; erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende, als meinen Hirten, dich. trafe nicht, o Heiligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Troft mir zu! reiß mich aus den Nöthen, che sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Lebens! todt kann ich dir kein Dank lied weihen. Nette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 3. Nichts, als deine Baterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedenk nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch ers freun? wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr ich dein, und ich hab in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich und sehnet sich nur umsonst nach Friede. Meine Seele von Seufzen müde. Ach! wie lang soll ich bang, Heiland müder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet keinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Chrift seiner theur Erlösten, des will ich mich trösten! 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. Mel. von Nr. 46. 303. Ich glaub an Gott! hoch Schar. sei verehret, er, der der rechte Vater heißt; des Dasein die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preist. 2. Der in sich Selge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt und Macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 3. An Jefum Chrift, den Eingebornen des ewgen Vaters, unsern Herrn, glaub ich. Gott sprach: hilf den Verlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend bloß. 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! 167 Glauben. 11. Auch an dem Geist, der ehmals mächtig in Chrifti ersten Zeugen war, glaub ich; noch stets ist er geschäftig.. und mehrt der frommen Christen 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub und Liebe fest vereint, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glüdselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu fich ergibt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herrn erblickt er mit Vertrauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antlitz wird er ewig schauen und ewig voll des Lobes sein. 16. heilger Gott, dein Wort ist Wahrheit, es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heilge mich je mehr und mehr! Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der 304. Es ist das Heil uns kom. Finsterniß. Des Teufels Macht ist nun gedämpfet: dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil; doch Jesu abgeschiedne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. men Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Christ, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er siegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und troße siegreich Tod und Grab. 2. Da man, was das Gesetz gebot, nicht völlig konnt erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh beim Fluche des Gesetzes. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu sein. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier fie einst mit ihm sich freun. 3. Und doch mußt es erfüllet sein, sonst mußten wir verderben. Drum 10. Als Richter kommt er endlich stellt vor Gott sein Sohn sich ein, wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet als Mensch für uns zu sterben. Der euch, ihr Frommen! er führt euch hat es ganz für uns erfüllt, damit als Brüder nun mit sich in sein ewig den schweren Zorn gestillt, des Laft Reich. uns alle drückte. 168 Zweiter Theil. 4. Da es durch den erfüllet ift, durch welchen wir genesen, so lern und faffe wohl, o Chrift, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht: du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben sein, du haft für mich gebüßet. 5. So glaub ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirft du nicht brechen. Wenn alle Welt die Treue bricht, hältst du doch dein Versprechen. Wer glaubt an dich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, der gehet nicht verloren. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke sind des Glaubens Schein; den wird bleiben. Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. err! Glauben kann fehrt, in Gottes Willen ruhn, er lehrt, 305. Hein Mensch bor bir dem Nächsten Gutes thun, Geduld und Sanftmuth üben. bestehen. Drum wend ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. D zünde selbst in mir den wahren Glau ben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 7. Wer bei Gott Gnad erlanget hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf und Rath, ihm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freiwillig lebt, des Fleisches Lüften widerstrebt. Dies ist der Weg zum Leben. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müffe mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seift, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreuft. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüften fich 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß ergiebet, ruft Gott nicht an, daß er mich ihm völlig trauen. Nie wanket ihn führ, mit seinem Geist ihn stets deine Treu; laß mich darauf stets regier, der läuft den Weg zur Hölle. bauen. Gib, daß ich dir in Glück 9. Den meidet jeder, der recht und Unglück stets getreu, und dem, gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; was du gebeutst, von Herzen folgfieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sam sei. fehnt sich nach jenem Leben; dient feinem Nächsten, ehrt und preist in Chrifto Gott mit stillem Geist, es geh ihm, wie es wolle. - Vom Glauben. ängftigt dich des Zweifels Pein, so laß dir noch nicht grauen. 12. Von allen Zungen sei gepreist, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! du selber wolift erfüllen dein in uns angefangnes Werk zu Ehren deiner Größ und Stärk! dein Name werde heilig! 13. Dein Reich komm, daß dein Wille mag, wie droben, hier gesche hen! Gib unser Brod uns jeden Tag! Verzeih, was wir versehen, als wir den Schuldigern verzeihn! Versuchung laß fern von uns sein! Hilf uns vom Bösen! Amen. 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf in unserm Leid dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen, dich, meinen Herrn und Gott, in Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst sei mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschreden. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, 6. Wie felig leb ich dann im Glau will ers oft nicht entdecken. Sein ben schon auf Erden! wie herrlich Wort laß dir gewisser sein, und wird mein Theil dereinst im Himmel Zweiter Theil. Vom Glauben. 169 werden! dann schau ich, was ich laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ewger Ruh. Obeweisen. stärk im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke, daßß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merte, und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemeßnen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende. Steh dann zu meinem Troft bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End erlange. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wirds mir gelingen; du wollst, was du haft anges zünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr, stärk meinen Glauben immer mehr, und frön ihn durch das Schauen! - Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 306. Gottes Sohn, Herr D Jesu Christ, an wen soll ich mich wenden? daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. Ohilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freudger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer Mel. Herzlich lieb hab ich dich. schicken. Nur in die find ich Troft 307. Ich komme, Friedens. und Ruh und ewges Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. fürft! zu Erbar mend rufft du ja auch mir, den Fries den zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Chrift, mein Troft und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbetend steh ich, Herr, bor dir. Dein Antlitz neige du zu mir. und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten haft, du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht; durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und 5. Doch laß auch meinen Glauben fich des Bluts, das du vergoffen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich bir entgegen stellt, für Roth und Schaden achte. 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein, oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? mur du allein! du kannst mich mächtig stärten; der nicht ein schwaches Rohr zers bricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gib, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe, und dann, mit Macht gestärkt durch dich, feft in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, - 141. - 170 Zweiter Theil. mich mit Gott vereinigt sehn, und ewges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gib mir an seinem Segen Theil. Er sei auch mir Bernhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sei mir einst der Tod. - 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. 308. Auf dich allein, Herr Jefu mich trösten kann: Jesus nimmt die Ver- an! traun sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bists, der helfen will und kann. 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los! durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Vom Glauben. hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen Lebens Pforte durch sein Blut selbst aufgethan. Sesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, fuchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Jefus, meine Zuversicht.— 47. 1 6. Nun, so hab ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und versichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesetz verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an! Sei mir in meiner Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. Prüfungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit, und naht die letzte Stunde 310. Jefu! baß du meine Seele selbst durch deinen bitet sich, dann zeige dich in deiner Gnad tern Tod aus des Abgrunds tieffter und rette mich. Höhle, aus der allergrößten Noth, fiegreich haft herausgerissen, läß'st du mich Berzagten wissen; dieses predis 309. Jefus nimmt die Sünder get dein Wort, uns zum Troft noch an! sagt Troftwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Wegen wallen! 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unsre Zweiter Theil. Vom Glaubert. 171 Schuld und Strafe, trerer Hirte, der Drangsal mir erwecken. Welch trugest du; und nun rafft du allen Sündern: fommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hiec bin ich, heile mich. ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 3. Ich beker.e meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Beßrung hab ich oft ver sprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 10. Hilf durch deine blutgen Wunden, denn durch diese werd ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stärke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröfte mich in jeder Noth. 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt mun der Versöhnte nicht. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlik schanen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. 5. Herr, ich glaube. Nette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrein! verlaß mich nicht; 82. ach, gib Troſt, die Angst zu lindern. 311. Jefunden! fich mein Met. Alle Menschen müssen sterben. sich an in Furchtbar dennert zu den Sündern dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmerzen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an Elend, meine Noth; laß dichs jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. von mir. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Arm und auch mir 7. Mach es selber rein. Ich fühle, zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch daß nichts Gutes in mir wohnt. bedarf ich deiner! Jesu! so gedenk Gutes setz ich mir zum Ziele, Böses auch meiner; denk an mich, sprich bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen, und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. nur ein Wort, o so weicht mein Sammer fort. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es fühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sei. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lau9. Oft wird auch der Hölle Schrek- ter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir ten neue Furcht und Bangigkeit in kommen nicht die Heilgen, Starken, - 1 172 Zweiter Theil. Frommen; nur den Sündern riefen fie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesus, sollt ichs denn nicht wagen? sollt ich denn zu dir nicht flichn? Sollt ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirst du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist! Reiß mich los aus Satans Striden, brich der Hölle Band 313. - in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rath mich übt! Ach! so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. 312. Mag doch der Spötter Jesu spotten. Dich, Heiland, bet ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Majestät. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, konnt'st uns mit Gott versöhnen, und uns mit neuem Recht zum ewgen Glück belehnen. O! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer sein, und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befrein! 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großmuth faffen? als Sohn des Ewigen der Himmel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold sein, und sich verspottet sehn. Vom Glauben. 5. Dies müsse mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, bet ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Un endlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. 4. Die Wunder Gottes thun, und, an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu sein, der uns ein ewges Heil erwirbt; deß Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde ftirbt. Mel. O Gott du frommer Gott. .8. err, allerhöchster Gott, ben, und was uns nützlich ist, allein zu suchen haben; o, sieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne sein! 3. O, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. 4. Gib, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei; damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu. 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott! so kräftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets befliffen sei, zu thun, was dir gefällt; so hab ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest, und, wenn sie wanketen, beim Vater sie vertrateft; o unterstütz auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstütze Zweiter Theil. mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preif' in alle Ewigkeit. Vom Glauben. 173 matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh leuchtet dort, Mel. Machs mit mir Gott nach.- 26. er, Gott, dein Wort zu mir Anewig 314. W nicht halt und spricht: geſicht. Meinen Jeſum laß ich nicht. ich kenne Gott, der lüget! in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht 5. Weder Welt noch Himmel ists, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bifts! denn für du Zorn und Gericht. Dich, mein mich mit Fluch beschweret, wandteft Jesu, laß ich nicht. von der Welt. 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, laffe nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch ewger Freuden! felig aber, der da spricht: meinen Sesum laß ich nicht. Mel. Herr hör, ach höre mein. 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Sesum rein von Miffethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt 316. Chrifti Beispiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb! an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. 156. 315. Mnicht. Da er fich Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. einen laß für mich gegeben, sollt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Sesum laß ich nicht. - 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jefum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das ucht man die Freundschaft in der Welt nur unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Sst Gott schon alles, und ich nichts; ich Schatten, er die Quell des Lichts; er noch so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch fo flein: ist er doch mein, und ich bin sein. 174 2. Mein gütiger Immanuel, mein| Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entrißnen Seel sich dennoch wieder zu verbinden. Mein treufter Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde, mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Zweiter Theil. Vom Glauben. - 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht, was er gebetet und gewacht, was er gehorchet und gelitten, was er en fangen und erstritten, auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist ein und ich bin sein. 4. Wie sich in Aug an mir vergnügt, so bin auch ih in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusammenfügt! von ihm auf ewig ungeschieden, hat nun die Seele, wo sie ruht. Auch darf sie um dies höchste Gut nicht eifern, hadern, hassen, neiden; er nährt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzwein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt, so soll auch ich nach ihm nur streben. Ist ers nicht, der mich herzlich liebt? Ist ers nicht, der sich ganz mir gibt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er Bessers mir gewähren? Nun blendet ferner mich fein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt, was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, be raubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstümmelt und entseelt. Die Welt raub alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ia das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlöste, hier beide schützet, pfleget, speist, bis er dort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit, Witz, Scharfsinn, Muth, Entschloffenheit, selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn und weiß, ist seine Gabe. Vom Undank hält er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich thum sonst, leider! nichts, als Schand zu retten. Ich hatte für mein Eigen und Ketten. Doch er hat alle meine Laft in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 10. Nun zürn und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Richter selbst mein Freund, wie kann das Weltgericht mich schrecken? Ob Erd und Himmel bricht und kracht; ob Leib und Seele gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen: durch ihn bin ich vom Tod genesen. Was sollt ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn ihn ist mir das Leben Last, ohn ihn der Himmel selbst kein Himmel. Durch ihn find ich in Arbeit Mel. Alle Menschen müssen sterben. Raft, und Ruhe mitten im Getüme 317. Fins ist Noth! ach Herr, mel. So viel Geräusch auch um mich sei, ohn ihn ists öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Dein Freund ist mein und ich bin sein. dies Eine lehre meine Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz fich plaget und doch keine Ruh erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergeht. - 82. - Zweiter Theil. 2. Seele, will bu dieses finden: fuchs bei teiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! fie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. - Vom Glaubent. 175 dein Schaf, versetzt. Jesu! soll ich dich nur haben, was kann mich wohl Süßers laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub erblickt? Wenn 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, und tilg allen Heuchelschein. die Welt bald lockt, bald höhnet, fich das Fleisch nach Eitlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn Eins ist Noth." Mel. Wie schon leuchtet der. 4. So steht, Jesu, mein Verlangen ganz und einzig nur nach dir. Ach, 318. Wie herrlich strahlt der o an zu hangen! neige du dein Herz zu mir! Wenn auch biele träg verweilen, brenn ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir mur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt, daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, fenn ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jefu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch haft du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 1 - 35. ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jefu! schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben! 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich feiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 7. Nun so gib, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in dir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. 3. In dir nur kann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sei, tein Weltsinn deine Leiden schen, kein Undant dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich faffe, und nicht lasse, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; haft mich meiner Band entbunden, ewige Erlöfung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, findlich Abba rufen kann. 4. Von Gott strahlt mir ein Freu derlicht, so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, fann Seelen recht erquicken. Speis mich, tränt mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde Himmelsfreuden inne werde. 9. Volle Gnüge, Fried und Freude ifts, was meine Seel ergeßt. Hirt, 5. Und wie, Gott Vater, preis auf wie so gute Weide haft du mich, ich dich? Gott, ewig, ewig haft die 176 mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Trotz dem nun, was betrübet! Seele! Ehre, sei der Götze der betrognen Welt! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krie- Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von ger, wähl zum Freunde! und dann dem mich wenden, der mich treu erfürchte teine Feinde. hält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jefu scheiden. 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm müß unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Chrift, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du schließest selig meinen Lauf, du weckst mich auch von Todten auf; des flopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlitz schauen. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. Zweiter Theil. Vom Glauben. - kann selbst der Hölle Wüthen Ruh in Eil gebieten. 319. Troft im Leide! beftes Gut im Glück! du hast meine Liebe, du füllst meine Triebe, an dir hängt mein Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. 2. Unter deinem Schirme können teine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz eräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, trachen, bligen! Jesus will mich schützen. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme, Jesus stillet fie. Mag der Tod fich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. 7. Weichet, Sorg und Bagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein! ieden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh', Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. des 15. Psalms. LUGA Mel Jesu, meine Freude.- 89. Yesu, meine Freude, befter 320. S öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bift du, wo man sich nicht will bestreben, nach der ewgen Himmelsruh. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er flebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht, wenn ich 4. Wer ists, der den Glauben mei- über Herz und Thaten nicht forgfältig nem Herzen rauben, ihn erschüttern hab gewacht. Wie hat die Erfah fann? Bei der Hölle Toben stimm rung mich meine Thorheit oft gelehret, ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Jesu Macht hält mich in Acht, die wenn mit eiteln Sorgen sich mein be trognes Herz verzehret. Zweiter Theil. Vom Glauben. 177 3. 3war der Schluß ward oft ge- drum ist mein Herz auf dich gericht't. nommen, ich riß mich im Geiste los; Du kannst mir alles geben. Im Tode doch wenn es zur That sollt kommen, fand ich mich von Kräften bloß; ich Gefangner, Armer, ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! Jesu, Held, erbarme dich! Mächtiger! du kannst mich retten. kannst du bei mir stehn; in Noth als Herzog vor mir gehn. Hilf, Jesu, dem Zerknirschten! 4. Seju! Stärke der Berzagten, der du gibst den Matten Ruh; wahre Buflucht der Geplagten, rühr' mein Herz und brings dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Irdsches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gib, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. ene 78. Mel. Auf meinen lieben Gott. 6. Gib mir Augen, um zu sehen deines Reiches Gnadenschein. Gib mir Kräfte, um zu gehen bis ins 322. M flich ich Sünder hin, der strafHeiligthum hinein. Mache mich mit bar bin? Wo kann ich Rettung findir bekannt, laß in deinen Liebesflam- den? Mich schrecken schwere Sünmen Herz und Seele sein entbrannt, den; mit Angst bin ich umfangen, halte dich und mich zusammen. wo soll ich Trost erlangen? - 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, fört nicht ferner meine Ruh. Ich will in den Lebensschranken eilen meinem Jesu zu. Jefu will ich geben Ehr, in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe fränken. 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt: auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin ge fährlich krank und schwach, heil und verbind, hör' an die Klag. Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll; mie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du wohl. ich Elender endlich, frei vom Leib des Ach, wann wirds doch geschehen, daß Todes, bei dir feil ich danke Gott durch Christum. durch Chriftum. 2. O Jesu voller Gnad! auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Met. Aus tiefer Noth schret ich. 119. - 321. Wo foll ich hin? wer Heil gefunden. hilfet Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bists, der das Verforne fucht; du segnest das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut; wasch mich da mit von Sünden, und laß mich Nettung finden; ins Meer sie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich tröst't, 2. Herr, meine Sünden ängsten denn du haft mich erlöft; was ich mich, der Todesleib mich plaget. Dgefündigt habe, verscharrtest du im Lebens- Gott erbarme dich! vergib Grabe, da wird es bleiben müssen! mir, was mich naget! du weißt es du heileft mein Gewissen. wohl, was mir gebricht! ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 6. 3war meine Schuld ist groß, doch werd ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffaffe, und nun die Sünde 3. Du spricht zu mir: verzage haffe. Wer so sich zu dir werdet, nicht! du rufft: ich bin das Leben! fteht bald sein Leib geendet. 12 178 Zweiter Theil. 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find ich es bei dir. Dein Blut verföhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. - 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich es schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trotz bald schweigen. Die heiligen zehn Gebote. Mel. von Nr. 46. 323. Erheb dein Herz, thu heb auf du Volf, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erkoren! vernimm, was Gottes Wille ist: 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Netter; aus jenem Diensthaus führt ich dich. Verehre keine fremden Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach keins, es sei, wovon es woll, fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. Von der Heiligung, 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; den du haft mirs erworben, da du für mich gestorben. 4. Den Namen Gottes zu entehren, scheu, liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb und Treu, daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih die Ch' nicht und verbleibe von Ueppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes sei. 9. Bergreif dich nicht an jemands Gute; erwuchre nicht der Armen Schweiß, und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. 10. Ertheile nach Gewissenstriebe dein Zengniß, wo es nöthig ist. Be schäm und sleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. 11. Verdamm, als Sünden, die Be gierden nach jemands Weibe, Hab und Haus, und wenn sie in dir rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 12. Zehn Borte find dir vorgeschrieben, doch eins fast alles unter fich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, so wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig, da Gott mit mir im Donner ſpricht. Durch deinen Geist wirt auf mich fräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. Gebet über die zehn Gebote. Mel. des 116. Pfalms. 324. M ein Bundes- Gott! ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe, P dich ehr, und stets Geduld und oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles Mel. von Nr. 79. fahren laß, als dich. 2. Gib, daß ich, o du höchftvoll- 325. tommmer Geist, auch dir im Geist und Gott! wie rein ist deine Lehre. Wenn ich höre, in der Wahrheit diene, und keinen wie wir vor dir sollen sein: ol so Dienst zu leisten mich erkühne, wordringen die Befehle in die Seele, wie auf mich nicht dein heilges Wort verweist. ein scharfes Schmert hinein. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich; falsches und unnüßes Schwören sei von mir fern; voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh dich ewig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir, die Menschen soll er manche Tugend lehren! laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht fiebreich sein, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund; wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben sein; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Neiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weihn. 8. Vor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch jedem geb und lass', was ihm gebühre, mein Werk verricht vergnügt und emsiglich). 179 Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. 9. O treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in seinen Würden lasse, der Wahrheit ftets getreu von Herzensgrund. 10. Verleih, daß ich auch die geringste Lust, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sei auch meine Freude, mit Luft zu dir erfülle meine Brust, 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? Doch, o Höchfter! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschäftig sein. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Gesetz beftehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüften spielt. 4. Böses soll ich nicht nur lassen, sondern haffen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben mich bestreben, unverrückt, mit Lust und Fleiß. 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes feines Gottes sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüchtig machen; gib mir deinen guten Geist; alsdann will ich flüglich han deln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 326. enn zur Bollführung deiner Pflicht dich Gottes Lich nicht beseelet: so rühme dich 12* 180 Zweiter Theil. - der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so gute Thaten, du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau Häuser auf und brich dein Brot, das Volt der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin! noch haft du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht bes leben: so ist dir alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch niemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennen! beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: ſo schütz und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken nur: so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nicht macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. Von der Heiligung, das ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen, so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk allein; sich auf die Quell, aus der sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Lift und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; ste bläht fich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zn, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh; sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. 327. Dommt, laßt euch den und Lernet allzumal, welche die sind, Herren lehren! kommt die gehören zu der rechten Christenzahl: die im Glauben fest bestehn, Heiland frei bekennen, dürfen sich die freudig Gottes Wege gehn, und den Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, feine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich hier geringe schäßen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Schuld verzeihn, Kraft zum Guten fern von des Stolzes eitlem Triebe, ihm verleihn, und er soll schon hier geheiligt durch die Furcht des Herrn, auf Erden, und auch dort getröstet erneut durch Glauben zu der Liebe werden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 181 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, in Freud und Schmerz. Bater! hilf seinem Feinde niemals flucht, seine von deinem Thron, daß ich glaub an Fehler ihm vergibet; nie sich selbst zu deinen Sohn, und durch deines Geistes rächen sucht; ruhig seine Pflicht voll- Stärke mich befleiße guter Werke! bringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschützen, und er wird das Land besitzen. Mel. Nun dantet alle Gott.- 9. 5. Selig, die nichts mehr verlangen, 328. h danke meinem Gott, als gerecht, wie Gott, zu sein; die fest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos sich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf erscheint; dieser wird auch Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu sein; die der Wollust Stricke flichen und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Antlitz sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Christi willen leiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Martertod nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. daß hier und gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Nath und That. 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott siehts, Gott hörts, Gott straft, du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen: ists denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen? und siehet jetzund mich des Menschen Auge nicht: ists recht vor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Der 15. Pfalm. 10. Herr! du wollst mich selber Mel. von Nr. 46. leiten auf der wahren Tugend Bahn, 329. er darf in deine Hütte nimmt 11. Daß ich Armen helf und diene; immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang 5. Die Gnade winket mir! nie sei es, Herr, vergebens; dein Wort fei jederzeit die Nichtschnur meines Lebens; daß ich, wie dirs gefällt, geh, fitze, liege, steh, und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh. dort mich freuen kann. Gib, daß hier seinen Wohnplatz ein? Wer wird ich demüthig sei, meine Schuld vor auf jenen heilgen Höhen, o Herr, dir bereu, die Gerechtigkeit stets liebe, beständig vor dir sein? auch an Feinden Sanftmuth übe. 2. Der, der vor dir unsträflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. 182 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, 3. Der nie mit seiner Zunge schmä- sanftes Joch und seine Laft zu trahet, und groß durch seine Redlichkeit, gen, mach mich bereit und seinem nie seinen Nächsten hintergehet, und Vorbild gleich. Arges ihm zu thun fich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schätzt: 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält: Mel. von Nr. 17. 6. Der nie, zum Trotze der Gesetze, 331. Bewahre mich, Herr, daß auf ungerechten Wucher leiht; und Gemüth bethöre, als wär es schon durch gerecht erworbne Schätze die, genug gethan, wenn dir nur äußre die Gott darben läßt, erfreut: Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! Mel. von Nr. 324. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, Herr! zu Jesu sagen, und 330. Ich weiß es wohl, ich nicht dabei mit Ernst zugleich der J felbft verdient es nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben rissest, ja, wenn du mir nach meinen Werken missest, so ist der Tod mein Urtheil im Gericht. Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ewgen Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder volt dir verstoßen werden. 2. Die Gnade mur in Christo macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sei. 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen, um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entgehen, dein Ebenbild follt nun in mir entstehen; drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen; nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm erhöhe deinen Ruhm. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Frende und in Schmerz mich richtig vor dir wan deln. Dein Wille sei mein Augenmert. Hilf mir selbst ihn vollbringen; durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine 5. Des Glaubens Kraft kann ich Hülfe suchet. ja anders nicht zu meinem Trost, als 5. Doch wenn ich aus Umviffent aus den Früchten merken! den Näch- heit und Uebereilung fehle: so thu ften reiz ich auch zu guten Werken an mir Barmherzigkeit, und richte nicht anders, als durch meiner Werke meine Seele durch deine Gnade auf Licht! vom Fall. Erhalt mich bei dem Ei nen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir shne 6. Ach, nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen; sein Fehltritt diene! oder dem christlichen Mel. Allein Gott in der Höh. 15. ein bin ich, Herr, dir 332. D will ich mich zum Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben. Wie könnt ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung bein, und dein durch die Erlösung. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seid, rufft du, geiftlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; faffet Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und ftirbt zur Tilgung unsrer Strafen, büßt für die Lafter und erwirbt Be freiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich feines andern sein. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gefreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir! ich habe kein Vermögen, die Sünd und alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteh einft mit der kleinen Schar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und selig machte. Wandel überhaupt. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! Mel. Komm, o Gott, Schöpfer. 197. ein, Gott, ift 333. Maje2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. blickt, ist Ordnung, Eintracht, Har 3. Wohin mein Auge, Gott, nur monie; und ich, mit deinem Bild geschmidt, empöre mich und flöre fie. 4. Du schufft das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind; du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Bater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Bater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind zu sein, sich freun? Nur die find dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weihn. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud und Seligkeit. 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesetze gibt, fein menschenfeindlicher Tyrann; bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Soch. Wers willig trägt, setzt seinen Lauf ftets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam sein aus Dankbarfeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rithret und erweckt sein Geist: und ich verschlöffe Herz und Ohr? 12. Nein! Gott dir sei mein Herz mir geweiht, Gehorsam sei mein größter alles ist dir unterthan. Dir werde und heilge mich, dein Eigenthum. 184 Zweiter Theil. Bitten um Heiligung. 334. Hverleihe mir, daß Mel. Durch Adams Fall ist ganz.- 90. ilf mir, mein ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. Von der Heiligung, Nein mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Gott! Sanftmuth schlichten. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigteit mit meinem Nächsten handeln. - 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang sammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohlgelingen, und segnest du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu, wenn ich dich, Gott, betrübe, gib, daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsatz je verletzen. Der Seele Heil, mein ewges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verleih mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sei, und laß mir den nichts rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getrost umfaffe. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde Mel. von Nr. 55. mich nach ſeinem Sinn; gib, ba 335. Ich habe, Gott! mir auf zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen, und stets bereit mit Freudig feit sein Kreuz auf mich zu nehmen. ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Nachsucht Triebe; gib, daß den Feind so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 2. Erforsche mich, sich, ob ich's redlich meine! gib, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. 7. Die Falschheit, List und Heuchelei hilf mir sorgfältig fliehen; nie müß ich mich durch Gleisnerei um Menschengunst bemühen. Laß Ja und 10. Ach, gib mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! ftets werde mir das Gleissende der Lafter nur mehr verhafter. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten; ich hab ich deinen Beifall, kann mit Freuden Verachtung leiden. ober dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen, wirst billig alles richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stützet deine Treu; dir zeig ich meinen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Widen beständig mög erfüllen, so steh mir träftig bei! 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im Tode nur bewährt erfunden: wie Mel. von Nr. 17. schön verwandeln sich dann meine 337. Der du Berstand und Leiden, und werden Freuden! Gott, Bater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst, so leb ich hier vergebens. Denn, wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. Mel. Herr Chrift, der einge Gottessohn.- 94. 336. err Jesu, Gnadensonne! Herr wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz ich dich wider mich; doch laß den Born verschwinden, vergib genädiglich. Du pflegst dich ja der Armen mitleidigst zu erbarmen; ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg Sünden, die mich quälen! Herr! Lasse mich forthin mit einem heilgen Leben mir felbst das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düstren Schatten fort. 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig dich in mir kräftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 2. Drum, Vater, neig dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gib mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle, vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Herz vergiste, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwie tracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schätzen; was reiner Engel Aug erfreut, das sei auch mein Ergetzen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Lust, die bloß den Leib ergeßt, verderbt auch 7. Schwach bin ich, gib mir Stärke; fromme Herzen; und was die Welt der Feind schreckt, gib mir Muth. für Freude schätzt, bringt Nachreu, Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt was dein Geist nicht thut, was ich zur Hölle. aus eignem Triebe bald laffe, hald verübe, ist böse und nicht gut. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil. Von der Heiligung, Sentet, als was den Glauben stärkt| Rohr, vom Wind regiert, so irrt, und nährt, und Luft zum Guten von Leidenschaft verführt, auch oft schenket; was mich zu jenem Leben mals meine Seele. Herr, hilf mir, bringt, wo man bei dir stets lebet, daß ich als ein Christ das flich, was dein Lob mit allen Engeln singt, den vor dir strafbar ist, und nur das Heiland sieht, erhebet, und ihm sich Gute wähle. ähnlich schauet. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1- 7. 338. Gott ott! dir gefällt kein gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. O stärke mich in dem Gedanken! gib meinem Vorsatz Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wanten, so hilf der Unentschloffenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirrten Sinn zu himm lischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Sch halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen. Bahn, wenn du mich nicht begleitest, 3. Umsonst such ich der Tugend und nicht, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du haffest du verehret sein. Herr, hilf um Jeſu jeden falschen Schein. Mit Ernst willst willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch du trugft mit mir Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil. O laß michs als mein bestes Theil auch immerført betrachten. 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leifte, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei! so fieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit 6. Erquide mich mit deinen Freu- deiner Hülf erfreun, vor dir gerecht den, schaff ein getrostes Herz in mir, zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenund stärke mich in allen Leiden. So thum, will dafür deines Namens halt ich mich, mein Gott, zu dir, Ruhm in Ewigkeit erheben. bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. An Wasserflüssen Babylone.-97 339. Erbarm dich, Herr! du diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, kennst mein Herz. Ge- dein heilges Wort gegeben: regiere neigt zu Eitelkeiten, läßt sichs durch doch mein Herz durch deinen guten Freude und durch Schmerz oft auf Geist, daß ich dem folgsam sei, was, den Irrweg leiten. So wanft ein Gott, dein Wort mich heißt. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 340. Mein Vater und mein Gott, der du in - 187 und mach Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert wer den, und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Chris stenthum! oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Berleih, daß ich zuerst nach| mir sterben, dir zu leben, deinem Reiche trachte, und kein ver- in mir, Herr, alles neu. gänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei. 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geift regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Chrifto folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such in Christo Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischesluft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstütze mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hüllfe baun, und auch), wenn sie verzeucht, dir noch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden: o Mel. Nun banket alle Gott.<-9. Bater! so verlaß, wenn meine Hütte 342. Du sagst: ich bin ein Christ. dir, bricht, mich Sterbenden mit Trost wenn Werk und Leben dir deffen, und froher Hoffnung nicht. - 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! was du sagst, Beweis und Zeugniß geben, und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von 341. Mein Gott! ach, lehre deinem Christenthum die ächten ProMel. Wer nur den lieben Gott. 7. ben weist. mich erkennen den Selbstbetrug and Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nemmen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 2. Du sagst: ich bin ein Chrift. Der ists, der Jesum kennet, der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabei, was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich nur Eitelkeit. 188 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, 3. Du sagst: ich bin ein Christ. zeigt Born und Haß und Neid, so Wer sichs will nennen lassen, muß bist du ja gewiß vom Christenthum leben, wie er glaubt, und alles Böse noch weit. haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Chrift, ob er sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein Chrift, denn ich bin ja getaufet auf Chrifti Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Sa wohl! doch prütfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem Thun erzeigt? dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Chrift, weil ich die Gnadenlehre zu Haus und öffentlich beständig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich laß mich öfters finden bei Jesu Bundesmahl, Gott zu verKampf der Heiligung. 90. binden. Doch zeiget sich bei dir in 343. Oft wie schwer es fet, Mel. Durch Adams Fall ist ganz. mein deinen Werken auch rechtschaffne Besſerung nach solchem heilgen Brauch? Herr, deinen Weg zu wandeln, und 8. Du sagst: ich bin ein Christ! täglich deinem Worte treu zu denken ich bete, les und finge; ich geh ins und zu handeln. Wahr ist's, die Gotteshaus. O lauter gute Dinge, Tugend foftet Müh, sie ist der Sieg wenn du von Heuchelei dabei entfer- der Lüste! jedoch, mein Gott, was net bist, und deiner Andacht Zweck wäre sie, wenn sie nicht kämpfen die Ehre Gottes ist. müßte? 9. Du sagst: ich bin ein Chrift! Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Chrifti Jünger ist, der wandelt fo, wie er. 2. Die, die sich ihrer Lafter freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild sein. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag: ich bin ein Christ. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regie ret, wenn statt der Sanftmuth sich zum Entzücken. 12. Du sagst: ich bin ein Chrift, und rühmst dich des mit Freuden. Doch thust du auch wohl mehr, als manche kluge Heiden? Ach, ich befürchte sehr, sie klagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie, gethan. 13. Sag nicht: ich bin ein Chrift, bis daß dir Werk und Leben auch deffen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Der Name machts nicht aus; ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heißen will, im Wesen selber sein. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, ge fanget nimmermehr zu dir ins Himmelreich. - oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 4. Gott, hättest du es uns ver- Bitten um Beständigkeit unb gönnt nach unsers Fleisches Willen, Wachsthum in der Heiligung. wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu kränken: was müßten wir doch dann von dir, du weiser Bater, denken? 5. Du willst, wir follen glücklich sein, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Du sprichst in uns durch den Berstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Ficht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 7. O stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Bollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister. Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja selbst mein Herr und Meister. O laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. W Mel. von Nr. 72. chön ist die Tugend, 344. und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie würd ich mich freun! wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fiille von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit! Von Ewigkeit her war er gut; er bleibts, und recht ist, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsters nisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich), dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 4. Ich Armer! darum kommt kein Friede in mein verschmachtetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels milde! wann werd ich sest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei. 9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, in deiner Liebe mache mich, weil ich 6. O bilde, Vater, meine Seele! und ernstlich allezeit gedent an meine zu meinem Troft dich wähle, getroft Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. 10. Erhalte mich stets unverzagt, Mel. von Nr. 234. wenn mir nicht immer glticket; 345. Wie felig, Herr! ift wenn mich, so auch der Gerechte, du wagt, stets neue Schwachheit drücket. bift sein Schild und großer Lohn. Du siehst nicht auf die That allein, O, daß ich ganz gerecht sein möchte! du siehst auf meinen Willen; ein doch ach, wie wenig bin ichs schon. göttliches Verdienst ist mein! dies Du weißt es, Gott, ich bin noch weit laß mein Herze ftillen. entfernt von der Vollkommenheit. Zweiter Theil. Von der Heiligung, 190 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenns Herz gleich bessern Borsat nimmt. Ja, oft verletz ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. - 4. Gib, daß mit brünstiger Begier ich fest stets an dir klebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich vor der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, die vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlitz ewig schauen! 5. Ich kämpf, ermatt und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Vater, vor dir hin. O mach, um heilig ganz zu sein, mich von verborgnen Fehlern rein. 4. Von aller eitlen Eigenliebe be freie mich durch deine Kraft. Erwedk und mehr in mir die Triebe zu dem, Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. was wahre Beßrung schafft. Laß 347. Du, der Herz und NieHeiligkeit gedeihn. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott der Gnade, nicht verschmähen. Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, gibst du mir. erforsche mich! ach ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, sahst die Inbrunft meiner Thränen, schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu.- 256. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! fich, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Soch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 346. Herr err, mein Erlöser! nur von dir kann ich mir Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Gaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlitz wieder fand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah 2. Du haft dein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben: von ich nur, aber keiner Anmuth Spur. ganzer Seele soll ich Gott, wie mich 4. Wenn, von Andacht hingerissen, den Nächsten lieben! wenn ich nach ich den Himmel offen sah, lag die deinem Worte thu: so hab ich schon Welt zu meinen Füßen und, Gott, hienieden großen Frieden, und welches deinem Throne nah, mischt ich in Heil hast du den Frommen dort beder Engel Chöre den Gesang von schieden. deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt. 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, fein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine Seligkeit den Trenen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Mith sie, solche zu verdienen, sich erfühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst fie ihnen. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich mitde! Welt, ich fluchte deiner Lust! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd und Himmel werth. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Ihr dem Beten heilge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden, Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch fuch ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünftigkeit. 7. Wenn die Menge der Verächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn fie spöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmühen: dann vergeß ich meine Pflicht, ich bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märtrer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter fie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe start gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht: hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Bater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ewge Siegeskron. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott gibt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht ins Gericht, ftirbt des Tods der Seele nicht. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. ( Im Choral und im Melodienbuch für Kurhessen ist zu diesem Liebe die achte Reile wegzulaffen, die vorlegte Note e in der sechsten Beile aber zweimal zu fingen.) 348. J charmer Sünder, wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonft, und mir nicht nach 191 Verdiensten lohnst. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach Ich kämpf, o Vater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethau! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht! entreiße mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die mun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Söhn, und wenige sind, die ihn gehn! die Pfort ist eng und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Sch lieg auf meinem Angesicht, und fleh und weine, laß dein Licht mir leuchten, Bater, laß mich dein in Leben und im Tode sein. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub! erbarm dich mein, und steh mir bei, daß ich des Kleinods würdig fei, das Christus mir so theur erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmteft über mich, vers föhnter Gott und Bater, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Gott, ewig dafür dankt, daß fie dein Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gnadenlohn beglückt, und deiner Sic ger Krane schmückt. 192 Zweiter Theil. Mel. Mache mit mir, Gott, nach. 26. 349. Bab ald oder spät des Todes Raub, wall ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; ver- 11. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid achten, was auf Erden ist, hinauf noch Schmerz betrübet dort die Seizu Gott sich schwingen; getrost den nen, nicht flagen mehr wird unser Pfad der Trübsal gehn, und stand- Herz, nur Freudenthränen weinen; haft in Versuchung stehn. er, der für uns sein Leben gab, er 3. Noch weiß ich, daß ich laufen trocknet unsre Thränen ab. muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele. doch mein Fuß beginnet oft zu wanten. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser turzen Pilgerschaft. 4. So lang ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Troft, auf deinen Schutz zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den füßen Troft der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Lod? 7. Berzagt und schwach sind Fleisch und eitel 350. Welch hohes Beiſpiel Der Glaub allein gibt Kraft und Muth, und nur durch Chrifti Stärke find wir, in Angst und Traurigkeit, getroft, und überwinden weit. mein Heiland, durch dein Leben! sollt ich nicht gern und mit Begier dir nach zuahmen streben? und nicht den Weg, den du betratst, auch gehn, und das thun, was du thatst? 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die fund an uns soll werden? Wie schnell flicht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig felig bin! 2. Dein Herz war voller Heiligteit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre; hier schafft du mir Zufriedenheit, und dort einst ewge Seligkeit. 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm scheiden! nicht Wollust, Güter oder Ruhm; 3. Darum entäußertest du dich, und stiegst vom Himmel nieder, wardst Von der Heiligung, nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. Ich bin durch Jesu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Chrifto alles gibt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. - 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder, dann finget mein verklärter Geift in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobs gefang. 14. Du, der uns dieses Heil er warb, laß, Sefu, michs ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei. Von der Nachahmung des Erlösers. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. - 26. - Wandel überhaupt. 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein. So sei auch du gesinnet! Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, bei dir reget: so stärke Jefu Beispiel dich, dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie ers hat gemacht. So sei auch du gefinnet! 5. 5. Du starbst für unsre Mifsethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllft für uns des Vaters Rath, und bitftarbft, gehorsam bis zum Tod, und ehrteft 352. Komm zu mir, ſpricht Mel. Kommt Her zu mir, spricht.- 238. her, auch im Tode Gott. oder dem christlichen Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschieneft bu, * m uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Troft und Ruh, und warst start in den Schwachen; du trugst die Leiden mit Geduld, und trugft sie sonder eigne Schuld. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gefinnet jei gleich dir in meinem Thun und Laffen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu, wie ich. Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Troft? Nur Troft und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil, ich heile euern Schaden. 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger fei, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu, auch andern selbst ein Beispiel sei. 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so bemüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Laft. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. ah und Erquicung findet sich bei 351. Seele, haue Jesum mir, und trostreich werd ich mich geMel. Es ist das heil uns tommen. an! hier kannst du an bezeigen. recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was wir Sanft muth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesu Christ gefinnet war. So sei auch du gefinnet. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er feinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohlguthun bereit. So sei auch du gesinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Baters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt er seines Vaters Rath. So sei auch du gesinnet! 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist, bei dir ift Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 6. Ach, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröftlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Ende meiner Tage. 13 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. von Nr. 55. 353. S oll sich mein Geist, o Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. Mel. von Nr. 72. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht 354. Wo find ich Gott, den no Seele vor mich stets erfreuen, Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz verkläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ift, das meinen Durst nach Glück so ftille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht haffen, dich finden lassen. pajoj 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt und Stärke; auch haft du selbst, sei hoch dafitr gepriesen! uns unterwiefen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns beffern wollen. 7. Ach, möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unftät, träg, er scheuet der Ueberlegung Müh, und, schnell zerstreuet, fintt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 11. Dann werd ich immer heller dich erkennen, und täglich mehr von deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, bir, Gott, nur leben! 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermeffen, verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermilde, Ernst, Luft und Friedel allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern fie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichfeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flitgel, fich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie selig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft ich, am Fuße deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt ich im Antlig deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweift? 7. Doch, wenn in meinen Finsterniffen er auch mein blödes Aug erhellt: was lern ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich, und Zweiter Theil. Von der Erkenntniß Gottes. 195 forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, und den, den du für uns gegeben, zu schwach. wie du mich 8. Und hört ich nur auf deine nem Wort es selbst gelehrt, bis einst Stimme in deinem Worte, hört ich sich meine Einsicht mehrt. nur, wie du verdienest, auf die Stimme 5. Vor allem laß bei mir lebendig, der dir lobsingenden Natur: so lernt o Höchster, dein Erkenntniß sein; ich hier schon, mich allein, Gott, laß mich darnach dir auch beständig deiner Herrlichkeit zu freun. die größte Lieb und Ehrfurcht weihn. Gib, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig wär ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. - 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde! Dein Geist der Weisheit wohn in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sei. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Tro11. Gib, daß der Strahl von dei- stes sein. Laß mich, wenn Leib und ner Wahrheit mein Leben leite, bis Seele scheiden, dann noch im Glauich dort dich näher seh, und mit ben deiner freun. Dort seh ich dich mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Sch, der ich hier kaum stammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe- 59. Mie selig bin wenn 356. We mein Geist hinauf zu Gott sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preist, der Engel Wert vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? 3hr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren 5. Auch ich entstand, weil er mich Weisheit führt. Laß mir doch keinen schuf, um ewig froh zu sein. Heil, Irrthum rauben, was mir ein ewig Seele, dir! denn dein Beruf ist, Heil gebiert. Kein Spöttergeist ver Gottes dich zu freun. führe mich; kein Zweifel sei mir hinderlich. 6. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größrer Klarheit sehn. 12* Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 355. Mein Gott, du wohneft zwar im Lichte, dahin tein sterblich Auge dringt! doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ift. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lente, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so bilf selbst meinem For schen fort; laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein. 4. Dich tennen ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Bater, daß ich dich 196 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. von Nr. 234. dränt, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer sein. 357. Wie sollt ich dich, mein Gott, nicht lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und, 3. Mit fröhlichem Gemüthe denkt von Erbarmen angetrieben, den Sohn ich an deine Treu, denn Vater, deine geschenkt, der Leben gibt. Herr, dies Güte ist alle Morgen neu. Seh ich Geschenk zeigt rithrend an, wie huld- mur stets auf dich, wird mir die Arreich du mir zugethan. beit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstüßest mich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und groß muthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlaffen, nein, stets mein Helfer sein. 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verfloffen, da du, mein Gott, mich zu erfreun, mir nicht noch weit mehr Guts gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbe ginn, und hast mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht. 4. welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weihn! gib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. 3ft deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. 5. Wie gut ists, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stärkt mich einft im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedent mehr ist. Mel. Herzlich lieb hab ich bich.- 141. 6. O reiche mir, auch wenn ich 359. Der du mich als ein Bater und Dann tröste mich mein fünftges Erbe! mich mit Wohlthun ganz umgibst, dann führe mich in deine Ruh. Mit Gott, meiner Seelen Freude! ich völliger Zufriedenheit lieb ich dich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, dann in Ewigkeit. mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. 301. gedenken, ist Pflicht 358. An meiner und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich kränken, so sieht mein Aug auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter meinen Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr, mein Gott! du bist mein Licht, du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leiteft mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf Zweiter Theil. Von der Liebe und Dankbarkeit 2c. 197 ranher Bahn nimmst du mich dort warte drauf, ich warte drauf; nimm mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf. Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich ge richt't. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Luft für mich auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so fehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. - 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Troft und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe feft, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er kann, weil er die Luft und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und zage nicht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Nichtschnur sein, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkommen dei ner freut. Gott meines Heils! ich Mel. D Gott, Bater, ich glaub an dich. 360. M ohlan, mein Herz, sei stets bereit, und zeige deine 告 Dankbarkeit dem Gott, den du ganz eigen bist; des liebstes Werk das Wohlthun ist; des Heil uns überall begegnet; der den vers fluchten Sünder segnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblic, bei jedem Pulsschlag an mein Glüid. Er ists, in dem ich leb und bin; durch den ich der Gefahr entrinn. Ach, dan tend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. 4. D Sünden, die ich je verübt, und er mir väterlich vergibt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Trost erfreuet; sein Wohlthun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen sind für mich oft pflichtvergeßnes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist entzündet, und Glaub und Hoffnung fest gegründet. 6. Ich zähle leichter Stern und Sand, als alle Güter deiner Hand. Der selgen Engel hohe Sprach ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm gelingen, dein Hallelujah recht zu singen? 198 Zweiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich tann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sei dir geweiht zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben; du sollst mein, ich will dein verbleiben. Der 116. Pfalm. 10. Dir opfr' ich Dank, dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volt solls sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem Flehn. Mel, von Nr. 324. 361. ie fieb ist mirs, daß Mie Gott zu meinem 11. In Salem, Herr, in deinem Schrein sein Ohr herab neigt, daß Heiligthum, will ich dich loben! durch er meine Klagen im Himmel hört; des Tempels Hallen soll mein Gesang, in allen meinen Tagen soll mein soll, Gott, mein Dank erschallen, Gebet nur ihm geweihet sein! da sing ich: Hallelujah! dir fei 2. Schon überall um mich war Ruhm! nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben, kaum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Le ben, tief sant ich hin in Traurigkeit und Noth: 3. Da rief ich Gottes heilgen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. 4. Er schützt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und fast verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe tehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! Von der Liebe 9. Wie köftlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erforen, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden riffest du mich, Herr, mein Gott! 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug von Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor dir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Treu! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott ist wahrhaftig, jeder Mensch betrilgt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! was bringt ihm mun mein danferfüllt Gemüthe, ihm der se gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Volk solls sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! Mel. von Nr. 42. 362. D² u Vater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Bater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir dazu Vorschrift gibt. Was dir gefällt, gefall auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verlängnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sich auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Bater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Frenden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich behutsam sein. und Dankbarkeit gegen Gott. 199 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Stärk und mehre selbst die Triebe was mir dein weiser Nath bestimmt. wahrer Dankbarkeit in mir. Laß Auch Trübsal führt zu ewgen Freu mich ganz dein eigen sein, so mich den. Wer ihre Laft gern übernimmt, deines Wohlthuns freun, daß auch geduldig trägt, und weislich nützt, mir auf dieser Erde Wohlthun wahre wird mächtig von dir unterstützt. Freude werde. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünstger dich lieb, und deinen heilgen Willen freudig suche zu erfüllen. Mel. Werde munter, mein. 116. 363. Gott, mein Vater, deine Mel. von Nr. 42. Liebe reicht, so weit 364. Mein Herz, ermuntre Wohlthuns der Himmel ist. Deines dich Preise starte Triebe find so ewig, als du bist. des Gottes, der dein Vater ist! beDeiner Huld Unendlichkeit, Gott, er schöpfet feine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 2. Als ich noch der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachteft du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedentet mein Gemüthe, ohne brünsige Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Tause mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlöften voller Zuversicht darf trösten. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab ich bis ins Grab einen Vater, der mich liebt, einen Bater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir nitzet, einen Vater, der mich schützet. 5. Gott, du machst's mit uns stets beffer, als wir wünschen und verftehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Seraphim Gefang: dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht gnug erhoben. 6. D, so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. denke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bift. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Troft und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth fich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmft allmächtig ihren Lauf. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Netter, voll. O, könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich 200 Zweiter Theil. Von der Liebe foll! doch meine Kraft reicht nicht| Mel Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. dahin. Du weißt es, Gott, wie 366. Mein Geift erstaunt, Allschwach ich bin. mächtiger, wenn er die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 7. Und hätt ich auch viel tausend Bungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir befungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit, und höreft selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. - Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 365. bei dem Herrn ist Freud abe deine Luft am Herrn, und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte fennet. Luft an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffft im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist. Und so warb ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigteft zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst liebreich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als ste zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad erquickte mich, wenn Sünden mich gefränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glüd des Lebens Troft mir gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reist, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt. unb Dankbarkeit gegen Gott. 201 14. Dich, der mich bei der Welten bereitet war; eh ich zu sein begonnte, Sturz mit starkem Arm erhob! selbst und zu dir rufen konnte, da wogft Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, du schen mein Theil mir dar. für dein Lob! Mel. D Welt, ich muß dich lassen. ir dant ich für mein 367. Dir Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Süte bin ich hier! 6. Für alle deine Treue, für daß, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geift. Er ist dein größt Geschenke; 2. Du, Herr, hast mich bereitet, daß ich durch ihn dich denke, ist dein; mich väterlich geleitet bis diesen Au- dein ists, daß er dich preist. genblick. Du gabst mir frohe Tage, 7. Daß du mein Leben fristest, und und selbst der Leiden Plage verwan- mich mit Kraft ausrüstest, dies, Bater, deltest du in mein Glück. dank ich dir; daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geist regierest, dies alles, Bater, dank ich dir. - - 48. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich 368. D Mel. O großer Gott von Macht. 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. Höchster! welch Erbarmen! du forgteft für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeiht. 27) Von der Furcht Gottes. du erhabner Gott, an Macht unendlich reich! wer ist dir auf der Erd und wer 8. Was mir in diesem Leben noch nützt, wirst du mir geben; du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Welten, o Herr, vor deinem Schelten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. im Himmel gleich? Bor dir erbebt 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, die Geisterwelt; und was der Him- mir stets so Seligkeit, als Pflicht. mit deinem Licht. Dich fürchten, sei Hilf, daß ich, als dein Unterthan, mel in sich hält, muß sich mit der niemals dein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dunfeln mich dein helles Antlitz scheun. Erinnre mich an dein Gericht, wenn 2. Du hast durch deine Kraft den zur Verletzung meiner Pflicht die Luft Himmel ausgestreckt; die Erde fest der Welt zu Zeiten mich Schwachen gegründ't, dem Meer sein Ziel gestedt.[ will verleiten. 202 Zweiter Theil.- Von der Furcht Gottes. 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Chrifto dich als Vater lieben kann. Gib, daß ich, frei vom knechtschen Geist, mit Freuden dir Gehorsam leift, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe bloß, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet 7. Laß, Bater, deine Furcht des uns dir, Höchster, gleich; sie stillet Lebens Leitstern sein, so nimmt fein unsre Herzen, versüßet unsre SchmerIrrthum mich zu meinem Schaden zen, und bringt uns in dein ewig ein. Sie mache mich von Heuchelei, Reich. von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd ich im Gewissen die süße Rub genießen. 8. Entzünd den Trieb in mir, mit Luft zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Troft und Theil. Mel. bes 26. Psalms. 369. D O Gott, wer ist 370. Vor findlich scheuen, ist Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. dir, o dir gleich, wie mächtig ist dein F Reich! dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, 2. In allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgwer tann vor dir entfliehen? Deinfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. Arm wird allenthalben fund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor dir liegt alles aufgedeckt. Wie sollt ich dann noch wagen, Gehorsam zu verfagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich laff und thu, fiehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Ange nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geift, die Furcht vor dir, die findlich heißt. 4. Doch mach von Heuchelei und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, o Vater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben sein. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunst bemüthn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Ge wissen vor dir zu haben sorgsam sei; und mache von den Hinderniffen der Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott zc. 203 Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur, vor seinem Angeficht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 1 wahren Tugend selbst mich frei. Nie före Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du hafseft heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Bater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einft sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. 5. Den Herren öffentlich verehren sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Berachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchften, wohlgefällt, ist glücklich, felbft beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, gibt Heldenmuth und Tapfere keit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. Mel. von Nr. 72 371. Wilt illft du der Weisheit Quelle tennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott fie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Berwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ift. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Laft; nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du fie oft versäumet hast. Wer ist Seligkeit. Der 11. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 372. Bou Glauben will ich zu dir beten, o Gott, vor deinem Angesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb ich, Gott, vor Menschen nicht! 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchften, sehn! laß fie mich zu der Weisheit führen, so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der sich stets findlich scheut; dich fürchten, Gott, 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Neke stellen, so will ich doch nicht zaghaft sein. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, num ift er zu Fall gebracht! so werd ich dennoch nicht verzagen, denn Gott lebt noch mit seiner Macht! 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, siehst meinen Sammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerechten, befreist ihn gern von jeder Laft; 204 3weiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, hilfft, wenn sie flehen, deinen Knechund 6. Weh dem, der den Gerechten spottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten fann! Mel. von Nr. 72. 374. Mein Hort ist Gott, ihn laß ich walten. Ich hoff auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoff nung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, Mel. Was Gott thut, bas ift.- 267. 373. Auf dich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. meinen Rath, will ich meine Glüce bauen, und dir, der mich 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er Du, der die Welt allmächtig hält, schont, er züchtigt viel gelinder, als wirst mich in meinen Tagen als Gott wir verdient, und hat Geduld. Er und Vater tragen. hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Christ? Was könnte mir ein Gott verfagen, der so unendlich gütig iſt? Erhabner Trost, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugefaget hat! 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit, und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dräut! 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmteft meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hätteft, was ich bitte, mir gnädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte. Du sorgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. 4. Sft nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst Mel. Was Gott thut, das ist 267. das widrige Gefchick, bei beffen Laft 375. Der Herr ist meine Zuversicht, wir größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glück lich macht, läß'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie ba ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hoff auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Troft im Leben. Dem fehlt es nie an Troft und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vers traun? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk- vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen; du läß'st ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des From he und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz. hab ich nicht auf dich gehofft, ale Der Sünder eitles Dichten, pflegst ich wohl hoffen sollen. du, Herr, zu zernichten. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! an dir hab ich durch Ungeduld vielfältig mich verfiindigt. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Troft verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb; er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her fich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlaffen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Mel. Aus Hefer Roth schrei ich.- 119. u hast, mein Vater und 376. dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gib meiner Seele wahre Ruh. Was mich befflmmert, leuke du zu meinem ergen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich fibermeistern wollen. So 4. Erbarmender! vergib es mir, nach deiner großen Güte! und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich freudig hoff auf dich, du werdest nie, als Bater, mich verlassen, noch versäumen. 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein Troft, dies sei mein Licht, wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügft du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergötzen. Da ist mein Erb und höchstes Gut. O stärke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. Der 62. Pfalm. Mel. von Nr. 64. 377. Mein Gott allein, als Geift nun in ihm in seinem Schußze, ruhig sein. Ich stehe dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Anfall soll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beutst du, roher Hauf, Verläumbung, Lift und Bose heit auf, um einen Mann zu übers mögen? ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hängt und fracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr feine Tücke nicht. Ihr 206 3weiter Theil. segnet mich ins Angesicht, und mir gleichwohl in der Seelen. - Von dem Vertrauen auf Gott, flucht| den dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Saß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei: o, so werd ich hier auf Erden von so mancher Unruh frei. Dann werd ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Vater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darin großen Ja, sein fiegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ewges Heil bestimmt. 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser sein, und meine Sehnsucht bald vergnitgen. Er ist der eine, der mich stützt, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schutz und Sieg in aller Noth, mein Truß und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schiltte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schutz vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Trost in Noth. Ihr ganzes Wesen weit und breit ift eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Berlaffet euch auf Frebel nicht, 6. Muß ich gleich noch hier auf und seid auf keinen Raub erpicht! Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! sein: wirst du doch von den Beschwerund kommet ihr zu Geld und Gut, den dieser Zeit mich einst befrein. so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. D, erwünschte selge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort, das hör ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höchsten Throne, der Richter, dessen Macht und Tren der Unschuld Hülf und Rath verleih, und jedem nach Verdienste lohne. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 378. Gott der Wahrheit! dessen bei dir. 6⁰ Treue unsre Hoffnung und erkenn es voller Mel von Nr. 33. Reute, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379. De höchfie Bater von er ewge und Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Trost mir bringen. O wie oft vergeh ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell, der Weltberather, den unser Glaub als Schöpfer preift, der dieſe 2. Gott, vergib mir diese Sünde! Welt aus seinen Schätzen blos durch nimm die Strafe von mir hin. Schente, sein Wort hat aufgestellt, und der Bater, deinem Kinde einen dir ergebnen nach seinen weisen Sätzen Zeit, Maas, Sinu, der von dir nur Hülfe heisdhet, Gewicht und Ordnung hält: den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du für mich sorgft und wachst, und bei allem Druck der Lei2. Der hat sein Herz zu mir ge neiget in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und der nun herrscht auf Gottes Chron, um dessen Willen will er heißen mein Bater und mein Bundesgott, auch t und der Ergebung in seinen Willen. 207 väterlich sich mir erweisen in aller| ist; die Zukunft ändert oft sehr viel, Leibs- und Seelennoth. und setzet jeglichem sein Ziel. 3. Sollt ich nun nicht dem Vater 6. Was sind vor Gott der Mentrauen? sollt ich nicht, wann mich schen Sachen? sein starker Arm verUnglüc trifft, voll Zuversicht aufs mag sogleich den Reichen klein und arm Ende schauen, da seine Zucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzer Seelen, mein Herz sei ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöhn bald stürzen kann. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ewgen Baters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allen andern los; laß mich mit starken Liebesfeilen zu dir fiets angezogen sein: jo stellt dein 381. M ohl dem Menschen, Kind sich ohn Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergebnen Schmerzen seines Unglücs tritbe 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. er nur den lieben 380. läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst ver gnilgt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und sein Allwiffenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren Freubenshunden, weiß, wenn ein Glück uns nüglich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läsfet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshige, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schooße fitse, der reich und groß und machtia Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrigs dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurüde, werde nicht so sehr bewegt; der für alles Sorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. 3ft dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat: glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 6. Hast du Angst vor bösen Leuten: ihre Bosheit, die dich fränkt, ist mit Sottes Macht umschränkt; will dich 208 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Noth und Tod bestreiten; waffnet| lentet, ist auch von dir nicht fern. Erd und Hölle sich wider dich: Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt noch väterlich. - 7. Wisse, wen die Allmacht schüßet, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm 2. Sinds Sünden, die dich schmerund Keilen blitet; ja ob gleich die zen? ja, fühle deine Schuld, doch ganze Welt bricht und fällt. trau mit ganzem Herzen auf deines 8. Führ dein Leben nur mit Freu- Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe den, warte von des Höchsten Hand, führet die Reu, die Gott gefällt. was er dir hat zuerkannt, schicke dich, Allein den Tod gebieret die Traurigauch das zu leiden; schweige gern zu feit der Welt. allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. Der 138. Pfalm. Mel. von Nr. 42. 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weis und 382. was er Kindern zu ihrem Heil erfah, kann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 5. Es mag die Hölle wilthen! um sonst empört sie sich, wenn er dich will behütten; und er behütet dicht wer gleicht ihm? seinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. ch danke dir von ganzem 3. Trau Gott, nicht deinen Schlüs sen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wirds besser wissen, dein Schö Pfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück! Herr, vor aller Welt. Dein Name lindert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis ich deine Güt und Treu, und wie dein Name herrlich sei! 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleihn! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam sein! und allenthalben mach ihr Mund die Größe deiner Ehre kund. 3. Der Herr ist hoch; allein er fiehet aufs Niedrige, und hälts in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich dech durch ihn erquict. 4. Es mag der Zorn der Feinde wilthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für! vollende nur dein Werk in mir! 7. Ergib dich ihm mit Freuden, sei start in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sei froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. du überführet, daß er der beste war. 383. Chrift, alles was dich Du denfſt wohl unterdeſſen: der Herr fränket, beficht geerbarmt Herr hat trost dem Herrn. Er, der die Himmel vergessen! doch höre, was er spricht: und der Ergebung in seinen Willen. 9. It auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, o Chrift! und könnt sie ihn vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen; der Herr ists, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Mel. Jesu, meine Freude. 89. Siegestron; auf kurze Prüfungstage 385. Seele, sei zufrieden! und was dir Gott 209 noch mit der Gelaffenheit. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ewge Nutzen mich erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe sein: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! schweiget jede Klage und wird ein den, das ist alles gut; treib aus deiLobgesang. nem Herzen Ungeduld und Schmerzen, faffe frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr Mel. von Nr. 72. 384. Herr, mache meine Seele als lachen: Gott wirds doch wohl stille! bei was mich fränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann! und was du thuft, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbft Trütbsal bringt dem ewgen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrfich sein, siehts gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen beftimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Une bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Bater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so ehr ich auch im größten Schmerz dich 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetritbt! stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel tribe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet wird nur mehr verleßet; drum Ge duld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Laft dich Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Chrift will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn. Mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn: der steht fest, den Gott nicht läßt. Drum laß alle Wetter krachen: Gott wirds doch wohl machen. 14 210 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des 7. Liebt den Herrn, ihr feine Kin Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. der! die ihm traun, bewahret Gott, Fröhlich ausgehalten, und Gott lassen schrecklich rächt er stolzer Sünder walten, das macht recht vergnügt. frechen Üebermuth und Spott. KeiDrum nimm dir, o Seele! für, alles nem, der ihn liebt, wirds fehlen, Unglück zu verlachen: Gott wirds darum stärket eure Seelen, und die doch wohl machen. ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! Der 31. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. err! dir trau ich; auf Aus dem 27. Pfalm. Mel. Aus tiefer Roth schrei ich.- 119. er Herr ist meines Le386. nen Freund, als dich. Damit ich nie 387. Den raft. Goll mir schamroth werde, rette, du Gerechter, vor Unglück grauen? Er ists, der mich! neige mir dein Ohr und eile Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein schnell daher zu meinem Heile, sei Herz vertrauen. Er schlitzt mich! mir, wenn das Unglick dräut, Fels Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troß, und Burg und Sicherheit. 2. Ja, du bist mein Fels, Erret- nichts schreckt mich mehr, hab ich ihn nur zum Freunde. ter! meine feste sichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Netz entzwei! steh mir, meine Stärke, bei! 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel übt. 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich fing ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daßdu, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich gibst; daß für meine milden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu sich mir erwie2. Empöre dich, ohnmächtge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heilgen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Nath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir suchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Antlig suchen. Ich eile, Herr, getroft zu dir. Verbirg dein gnädig finden. Antlitz nicht vor mir, und laß dich 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sei mein Theil, und beßre, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richtger Bahu in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergib mich nicht, die mich voll Frevel schmähen; so werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sei froh! harr unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. Mel. O Gott, du frommer Gott.& fen hatt angsvoll nannt ich mich 388. Es hilft uns unfer Gott, verstoßen, und dein Auge mir verschlossen; doch, als meine Stimme er höret wir dürfen stets getroft zu seinem Throne schrie, und dir rief, vernahmst du sie. gehen. Wenn wir in Deuth ihm mir und der Ergebung in seinen Willen. Ulagen unsre Noth: so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Junerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser fehnlichs Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gefehn. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weifefte zu aller Zeit regieret; fein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich sein. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schützet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getroft und unverzagt! die Allmacht steht uns bei. 5. Es hilft uns unser Gott, den 390. unser Sammer fränket; der sein erbar mend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist, und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. 301. 389. Was hilfts, daß ich mich quäle? 211 nung blickt? ein Herz, das ihm vers trauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedachten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Siehts gleich gefährlich aus, kann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh lassen; er reißt sie endlich drans. mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl; er wirds auch ferner fügen, wie die es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dirs noch gehen mag. Bei Gott bestehts allein; laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dirs wird müßlich sein. 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Soff6. So fall ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts fann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meis nem Stand und Leben wird gut und selig sein. Mel. von Nr. 16. Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in delnen Nath ergebe; laß ewig deinen heilgen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! was zag ich denn noch einen Augenblick? Tu bift mein dein ist 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schicst, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse feine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser 3. Was dich will niederschlagen, Erde Freuden; aus gleicher Huld was dich zur Erde biegt, was dir verhängst du unsre Leiden. Ist nur mit Angst und Klagen in den Gedan- mein Weh nicht meine eigne Schuld, ten liegt, das wirf in seinen Schooß; so zag ich nicht. Tu gibst dabei bertrau auf seine Güte, und mach Geduld. dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich raube Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein findlich Flehn, mir dennoch bald und machtig Hülf erschn. 212 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Vielleicht muß ich nach wenig| Muthe singen: o Herr, durch den ich Tagen sterben. Herr, wie du willst! immerfort vollkommen überwinde, du soll ich den Himmel erben, und dieser bist mein Heiland und mein Hert, ist im wahren Glauben mein, wie kann auf welchen ich mich gründe. der Tod mir alsdann schrecklich sein? 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke, und treibft die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Trotz mit deinem Wort den stärksten Feindesscharen; denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zuversicht das Graun der Nacht besiegen. Mir drohn die Pfeil und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, so wird ihr gifterfüllter Hauch mich auch noch mehr zur Rechten sterben, dennoch nicht verderben. Ich seh nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. 5. Ich fliehe dir alleine zu; wenn alle Teufel toben, so bin ich in getroster Ruh, o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen, und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sei, wohin ich mich nur wende. 1 Mel. von Nr. 54. 391. Mas grämst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wirds wohl fügen. Er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was nur geschieht, ist sein Geheiß; wer kann doch seinen Willen hindern? Kein Engel, Fürstenthum, noch Tod, tein Hohes, Tiefes, teine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergehn; auf Jesn Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht lügt, der fich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnaden bund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dank barkeit, als Glied an Jesu fich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! 5. Wohl dir, o Chrift, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 7. Auch Löwen tret ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertretne Nattern frümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt er mich furchtsam machen? Onein, ich tret ihn in den Staub, tret auf den Kopf des Drachen. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh, dein kräftges Sa verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh, und hilfft Der 91. Pfalm. Mel. von Nr. 222. 392. Wer unter Gottes Schat- mir triumphiren, und wirst mir, bin ten ruht, den mag ich einstens satt des Lebens und der tein Feind bezwingen. Er kann, bei Ehren, wie mir dein Wort verheißen seiner Allmacht Sat, mit frohem hat, die Seligkeit bescheeren. 6. Nun denn! ist dir der Weg bewußt, so hab am Herren deine Luft; du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Borschmack, jenes Freudenleben. und der Ergebung Aus dem 146. Pfalm. Mel. Gott des Himmels und der.— 32. dem der 393. Auf mein Geist, Herrn zu singen, uns alles Gutes gibt! ihm will ich ein Dankfied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet feft. 2. Menschen! ruft die Menschen finder nicht um Hülf und Beistand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Stanb, und, wie wir, des Todes Raub. 3. Oso lehnt euch nicht auf Stüßen, die der Tod so bald zerbricht. Gott allein kann euch beschügen, er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe ftets bereit. Suchet nur sein Angesicht; es verläßt die Seinen nicht. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. 394. as foll ich ängstlich W klagen, und in der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. in seinen Willen. hier 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle du hilfft, du fegneft gern. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 10. Dort, bei der Fromment Scha. ren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. " 0.00% Er sorgt, daß meiner Seele Mel. Von Gott will ich nicht lassen.. 56. tein wahres Wohlfein fehle. Genug 395. Von Gott will ich nicht zum Herz, laffen, mein Gott kam 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie fie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan: kann ich doch des mich trösten, du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 2. Was nützt es, heidnisch sorgen, mir zuvor, da auf unsichern Straßen und jeden neuen Morgen mit neuem ich irrend mich verlor. Wie hülfreich Kummer sehn? du, Vater meiner fand ich ihn! am Abend, wie am Tage, weißt, eh ich dirs noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret sich wohl in Haß und Neid; des Höchsten Er hilft aus aller Noth; in Ketten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. und in Banden wird nicht sein Freund Tod. zu Schanden; er hilft selbst aus dem in dem schwersten Leid! stets will ich 3. Auf ihn will ich vertrauen auch auf ihn schauen; er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will 5. Herr, alle meine Sorgen, die ich in meinem Leben mich ganz zum Noth, die mich verborgen in meinem Schutz ergeben; er thu, was ihm Geiste nagt, werf ich auf dich, den gefällt. 214 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Und ihm kann nichts gefallen, als nie fehlet mir mein täglich Brot. was mir nützlich ist. Gut meint ers Ssts gleich nicht viel, doch danke ich; mit uns allen. Und du, Herr Jefu er fegnet es, und sorgt für mich. Chrift! wie laut spricht nicht dein Blut, daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, verfaget uns kein Gut. - 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, zu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren: er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7. So schweig ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. D jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! 5. Gott sorgt fitr mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er läßt uns seinen Troft erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen kümmerlich und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geift zu fich in seine Nuh: Gott Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 396. Gott forgt für mich, was sorgt für mich. will ich ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut, er sorgt für morgen, so, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich. Aus dem 77. Psalm. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich Mel. von Nr. 201. jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. 397. Meine Stimme ruft zur Gott sorgt für mich. 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Nuh, und wenn ich ausgeschlafen habe, ſo führt er mich dem Himmel zu, und Leib und Seel vereingen sich, und fingen froh: Gott forgt für mich. ter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte, unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir ringend vor! 3. Gott forgt für mich, nach Seel und Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. 4. Gott sorgt für mich bei theuern Beiten; auch in der größten Hungers noth fann er mir einen Tisch bereiten, Seele Selbstgespräche stürzten fie in 2. Mein Geist, fühllos Troft zu faffen, wollte sich nicht trösten lassen. Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst. mein Leben, schreckte mich! meiner und der Ergebung in seinen Willen. größre Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß fie wachten ohne Ruh! 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen! mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Endlich lenkt ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthätge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er verfprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergift, daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wirds entscheiden! schau, mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ift, der sie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah Reich. 29) Vom Gebet. Mel. von Nr. 72. 398. ein Heil, mein Geist, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 215 Zebaoth? Er nur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern seine Stärke. Mächtig machte seine Treu Jacobs, Josephs Kinder frei. 7. Als du wider ihre Haffer anzogst, sahn dich, Gott, die Waffer; ängstlich fahn die Waffer dich, und die Tief entsetzte sich. Dicke, volle Wolken goffen Fluthen, und die Donner schoffen deine Flammenpfeil umher, und dein Himmel zürnte sehr! 8. Um und um aus deinem Sitze brüllten Donner, strahlten Blitze furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm fund, und es bebte selbst ihr Grund. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mofis, Arons, deiner Knechte, dein Volk, Israels Geschlechte, einer Heerde Schafe gleich, hin in dein verheißnes 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs flagt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gott, dein Freund zu ſein, und flößt dbas ange: selbst von zurlict. 4. Sein Heil von dir, o Gott, begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erflären, wie stärkt das unsre Seele nicht zu dem Bertraun, daß du uns liebst und uns gern, was uns nüttet, gibft! 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Vater, unsre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja und Amen. Wer gläubig bittet, der em pfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sei mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten haft. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 399, Komm betend oft und mit Vergnügen, mein vor Gottes Angesicht! nie müsse Träg 216 Zweiter Theil. Vom Gebet. heit dich bestegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch Bitten, das aus fel'gen Pflicht. Dübe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ist. Fleiß. 10. Bet oft, so wirst du Glauben 2. Bet oft, doch mit aufrichtger halten, dich prüfen und das Böse Seelen. Gott sieht aufs Herz; Gott scheun, an Lieb und Eifer nicht erist ein Geist. Wie können dir die falten, und reich an guten Werken Worte fehlen, wofern das Herz dich sein. Denn Muth und Kraft und beten heißt? Der Glaub an Gott und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer bittet, zu. Worte Ton. 1 11. Dies reize mich, vor dich zu 3. Wer das, was uns zum Frieden treten mit Lob und Dank, mit Wunsch dienet, von Herzen sucht, der ehret und Flehn. Doch meine Fehler bei Gott. Wer das zu bitten sich erfüh- dem Beten wollst du, mein Vater, net, was er nicht wünscht, entehret übersehn; weil mich, der dir zur Gott. Wer schnell die Treu, die er Rechten sitzt, durch seine Fürsprach Gott schwur, vergißt, der spottet unterstützt. seiner nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmeckt Mel. von Nr. 234. in Freuden, wie freundlich er, dein 400. Von dir kommt jede gute oft und, Gabe! nur du, mein fühl im Lelden, wie göttlich er dein Gott, kannst mich allein mit allem, Leid versüßt. Gott hörts, Gott ists, was ich nöthig habe, zu meinem wahder Hülfe schafft. Er gibt den Mü- ren Wohl, erfreun. Mein Leben und den Trost und Kraft. mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn und preise seine Huld. 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit Vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ift mur dein Wunsch gerecht und gut, so sei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu bir flehn, verschmähest nicht ihr schwa9. Bet oft zu Gett für deine des Lallen, wenn sie lobsingend dich Brüder, für alle Menschen, als ihr erhöhn. Du ehrst den wieder, der Freund; denn wir sind eines Leibes dich ehrt, und höreft den, der dich, Glieder; ein Glied davon ist auch Gott, hört. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächtger Schutz mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligteit, und flößt uns nenen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. Zweiter Theil. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Bater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. Nimm, Bater, nimm in deinem Sohne - 401. Retter! sei bei dein und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschützt, wird mir kein Gebet gelingen. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben find wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt, alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beider, Seel und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, flehn und beten. Vom Gebet. 217 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und ichs betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Trost und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. der Andacht Opfer gnädig an. Dein 402. Mohl auf, mein Herz! er regiere meinen dich, betend, würdig preist. Opfer Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel bringen, weil Gott dich beten heißt, und du treten Mel. von Nr. 320. id Doch, 4. Herr, wenn wir jetzt beten wollen, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. du weißt, was uns gebricht! Wenn der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr können beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seuf zern noch vertreten. Mel. Nun danfet alle Bott.- 5. Wirk selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld verfühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. 3. Doch nicht gnug ists, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise beten. Jesu! tehr uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Wort verspricht. Gottessohn, wenn wir beten, gläu- m big sehen. 1 9.. kannst vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ists, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröfter flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret sein.ahminl 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünkt, fann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Bater, hilf! ich bin dein Kind; sprich Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, du willst, du kannst! thu, was dein bi Mel. von Nr. 17. Vater, allerhöchster 403. einem Kinde, verstattet wird, in aller Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz vor deinem Gnadenthron in Einfalt auszuschütten; das machet dein geliebter Sohn, der heißt mich freudig bitten, und findlich zu dir nahen. 2. Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getroft Erhörung hoffen, du seist mein treuer Vater! 218 Zweiter Theil. 3. D angenehmer Baternam! jetzt tomm ich armer Sünder, der sonst voll Zweifel zu dir kam, getroft, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland gibeft, mit ihm mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu flatten. Er spricht: ich bete selbst mit dir; mein Geist soll dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So faffe dich, mein blöder Geist! ich hab in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es bringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte; ihm fall ich: Abba, Bater! nach, er lehret mich die Worte, er heiligt die Gedanken. 6. O reicher Troft! Gott kann und will mein Antlitz nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten ftüket sich auf drei sehr feste Gründe: der Bater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geift wohnt mir im Herzen. Rel. Aue tiefer Roth schrei ich). 119. 404. Gott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. 8 2. Der nehm sich unsrer Schwachheit an, uns fräftig zu vertreten, fo oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf Beten im Singen; im uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran dein Herz GeVom Gebet. fallen hat, weil sich auch unser Herz dir naht, und nicht blos unsre Lippen. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und fülr, ohn fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. SEA 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Ge müth auf unser Werk nicht bauen, auf deine nie erschöpfte Güt laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth, so sei doch unser Flehn erhört von dir, aus lanter Gnade. 7. Du, Bater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir find gewiß, daß uns nicht kann dein Baterherz verlassen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heilge Händ uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunft schreien. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd; dein Reich laß uns erfreuen; dein Will gescheh auch hier auf Erd; gib Frieden, Brot, Gedeihen; all unsre Silnden uns verzeih; steh uns in der Versuchung bei; erlös uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Bater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen: denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. 405. Mit Seufzen klag ich dir, mein gern wollt ich eifrig beten, und, drfickt mich meiner Sünden Noth, voll Glan Zweiter Theil. 219 ben zu dir treten; gern brächt ich, lieber| Herzen, das dich so oft beleidigt hat; Bater! dir im Geist und Wahrheit mit weil Luft und Andacht keine Statt in Begier die Opfer meiner Lippen. meiner Seele findet. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! fann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer, bleibt es am Eiteln kleben. Träg ist oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 5. Ach, leider! Bater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein aufs Himmlische gerichtet sein. Gib du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du, und setze meine Seel in Ruh, sich frei - - Allgemeine Gebetlieber. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Berdruß, am Beten mich zu hindern. Und sieht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles ins Gemitthe. 4. Dies, Herr mein Gott, dies tränkt mich sehr, und ich denk oft mit Schmerzen, als wär dein guter Geist nicht mehr in meinem trägen empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. a. Allgemeine Das Gebet des Herrn. Mel. Bater unser im Himmelreich.- 120. 406. Bater in den melreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor beinem Thron; laut finget vor dir unser Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. Gebetlieber. Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. Brot; 5. Gib uns du kennst am beſten unsre Noth. Hilf uns! entferne Krieg und Streit, Best, Senchen, Dürr und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden blühn und laß uns Geiz und Sorgen fliehn. 6. Bergib uns gnädig unsre Schuld, 2. Dein Name müß uns heilig und trage, Herr, mit uns Geduld; sein; erhalte dein Wort bei uns rein, durch dich erwedt, verzeihn wir gern damit, wie du selbst heilig bist, auch auch allen unsern Schuldigern, und unser Wandel heilig ist. sollten wir nicht gern verzeihn, um beinen Namen nennt; deiner Huld uns zu erfreun? ihn noch nicht kennt. Bewahr, was bekehre, was 17. Führ uns nicht in Versuchung. Sei, Herr, unfer Schild, und steh uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand; laß uns zuletzt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 4. Dein Will gescheh auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach uns, o Gott, in leih uns einen selgen Tod. Freud und Leid zu dem, was dir ende glücklich unsern Lauf; nimm gefällt, bereit, und wehre allem uns in deinen Himmel auf. 8. Mach uns von allem Uebel los. Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! o tröste du uns in der Noth; verHerr, 3. Dein Reich erschein in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch in deine Hut. 220 Zweiter Theil. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit ist dein, o Bater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör uns, Herr, es ist dein Ruhm; im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! Allgemeine Gebetlieder. 6. Stolze haben mich umgeben und Tyrannen; meinem Leben drohen fie, und scheuen nicht dein allsehend Angesicht; aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. 10. So sei es: Amen! Herr, erhör! Stärk unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing das Amen unser Mund, und es erschall aus Herzensgrund. Der 86. Pfalm. Mel. von Rr. 201. 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirte, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schutz umgibst! Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 408. Gott, ott, deine Gülte reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du frönft uns mit Barmherzigkeit, und eilft, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wolleft du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. err, erhöre meine Kla407. her auf Herr, meine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Rette deines Knechtes Leben, der sich heilig dir ergeben; ach! mir leucht't ein Strahl des Lichts deines Vaterangesichts. 2. Zu dir ruf ich alle Tage: Herr, sei gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir, denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohl gefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bift mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thust Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr. Mel. von Nr. 13. 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, 409. Ich komme vor dein Andaß laß zu deiner Furcht allein alles in mir einig sein! ewig dankt dir mein Gemüthe; herzlich rühm ich deine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefften Grabe riß. gesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und Zweiter Theil. Schmerz voll Dank und Demuth sich ergibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. Allgemeine Gebetlieber. 221 mer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn ftets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrft. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten sei. 2. Drum komm ich auch mit meis nem Beten, o Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur fannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh. 4. Gib mir Beständigkeit im Glau ben; laß meine Liebe brünstig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heilgem Muth; so fieg ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets befliffen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Bater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Pla gen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache mächtig unterstützt. 3u frieden, Bater, folg ich dir, befestge diesen Sinn in mir. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft, so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwede mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Troft und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Laß 13. Und wird sich einst mein Ende mir den Tod vor Augen schweben; nahn, so nimm dich meiner herzlich und kommt dereinst mein Sterbetag, an, und sei durch Christum, deinen so sei mein Hingang aus der Zeit Sohn, mein Schirm, mein Schild ein Eingang in die Herrlichkeit. und großer Lohn. Mel. O Gott, du frommer Gott. 1 8. Mel. von Rr. 234. du 410. Mer fann, Gott, je was 411. Gott, bu frommer Gott, du BrunnGutes haben, das quell aller Gaben, ohn den nichts ist, nicht von dir den Ursprung hat; du was ist, von dem wir alles haben! bift der Geber aller Gaben, und im- gesunden Leib gib mir, und daß in 222 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. solchem Leib ein unverletzte Seel und Lebenslauf, alle deine Wohlthat zährein Gewissen bleib. len, würden Zeit und Worte fehlen. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Treu! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 101 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanstmuth überwind, und zur Verföhnlichkeit bereit sei, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter man cher Last hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt ins Leben ruft. 4. Stärke mich mit deiner Gülte, Heikand, ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht; laß dieselben bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache und in jeder guten Sache. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täg lich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preist; es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunst zu sehen. 6. Treuer Gott! du wirst mich leh ren, wie ich klüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und steh mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Plagen, meines Amtes Bürd und Last und sonst alles frendig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Ge fährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid: laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt. Herr! du wirst es also machen, wie es deinem Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. 412. Liebster Jesu! Gnaden Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und sonne, meines es gar aus zu zens Zuversicht, meine Freude, meine sein: laß mich ruhn in deinem Wonne! ich komm vor dein Ange- Willen, und damit den Kummer sicht. Ob ich schon ein Sünder bin, stillen. werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich, auch als Asch und Erde, nicht von dir verstoßen werde. 9. Muß ich auch Berspottung hö ren, werd ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht't! wohl! mach immer was du willt, Gott ist mir doch Sonn und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel Guts gethan. Wollte ich von Jugend ouf, durch den ganzen Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieber. 223 10. Soll ich hier noch länger leben, 6. Drum, lieber Vater! der du nehm ichs gern und willig an. Ich dich so hoch gesetzt, und fürchterlich will Gott nicht widerstreben, wenn aus schwarzen Wolken blißest; schrei ich ihm nur dienen kann. Drum, ich im Staub, hör von dem Thron, Herr, mach mich dir getreu, gib wo du, Weltherscher, sitzest. gefunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senket. Wo kommt 11. Soll ich bald von hinnen schei- mir wahre Weisheit her, wenn sie den, tin ich auch dazu bereit. Bringe mir Gott nicht schenket? mich nach kurzem Leiden an den Ort 8. Erleuchte mich von deiner Höh; der Seligkeit. Nimm, nach hier voll- gib Weisheit, daß ich nie besteh auf brachtem Lauf, meinen Geist zu dir meinem eignen Willen. Hilf mir, hinauf. Ruht im Grabe, müden mein Gott, mit Nath und That, das, Glieder, Jesus kommt und wedt was du willst, erfüllen. euch wieder. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein 3wed, mein Gott, das beste Theil, sei auch mein Theil auf Erden. 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall auch mir; ist etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Wert von dir begleite Glück; ists nicht von dir, so treibs zurück, und ändre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das wuß von selbst zerrinnen. regen noch bewegen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Wert, das, Höchster, bir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Nath wirkt es allein, wenn unser Nath gedeihet. 13. Beut mir die Hand, and es wird leicht, was mir sogar unmbglich deucht. Die Werke deiner Hände 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem| gelangen allzeit, weijer Gott! zu ei Muth: dies macht mein Glüic, dies nem guten Enderd mir oft der Anfang wird ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 413. ch weiß es, Gott! mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn, von dir kommt Heil und Se- gen; ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Verge hin, und wenn er um sich sichet, so hält ihn noch das nicdre Thal; umsonst war er bemülhet. schwer; hier braust die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünstger beten. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwecke koms men. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen ange füllt, nichts, was die Sinnen rühret. 224 Zweiter Theil. Er ift indeß der fichre Pfad, der dich zur Freude führet. 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dirs nicht, du stärkst die müde Seele. Gib, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volt, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. 1 Besondere Gebetlieber. 5. Berstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. - Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. 255. 414. V ich dich, Herr, der on ganzer Seele preis du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glüdk und Ruh? Wer gibt uns Kraft zur Pflicht? nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den fie gibt, auf dich, den Geber, schauen. Selbft wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Mel, von Nr. 33. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, mur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich einft dir dort für und für Lob, Preis und Ehre finge. 415. erleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhigs Leben führn. Amen. Gebetlieber. und Blut, und noch der Geist darwider kämpfet, wird oft dadurch ge kränkt der Muth: drum leg ich mich vor dir mit Flehen, ach stärke mich Freude! warum ist in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Heil, geschehen, daß ich mög überwinden weit. 416. Du bist ja, Jeful meine denn mein Geift betrübt? kann denn die Freud auch bei dem Leide sein in dem Herzen, das dich liebt? ach 3. Du haft, o Held! ja überwunja, mein Jesu! deine Liebe füllt mei- den, gib mir auch Ueberwindungsnen Geist mit Freuden an, daß, kraft, und laß mich in den Kam wenn ich mich darinnen übe, sie keine pfesstunden erfahren, was dein LeiBung aussprechen kann. den schafft, dadurch ich kann den 2. Weil aber noch nicht ganz ge- Feind besiegen, da Sünde, Teufel, dämpfet in mir mein böses Fleisch Höll und Tod mun unter deinen Zweiter Theil- Besondere Gebetlieder. Füßen liegen io mach fie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es fagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin, so gib, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Lüfte mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben sein. 6. Gib, daß ich mich in dir erfreue, weil mich dein Herz beständig fiebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gib, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe; da wird die Freude ewig sein Mel Ach, mein Jesu, fieh, ich trete. 417. Q 225 mein Herz nun also ruhn? bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie kann Gott dein Vater sein? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 4. Stürmen auf mich Trübfalswinde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Pein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär er nicht so hart gefinnt. men, Vater der Barmherzigkeit! tilge 5. Darum fleh ich: hilf mir Ardieses herbe Leid durch dein väterlich. Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Vater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen. Darum schenke mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. ich freilich nicht mehr werth. Dein Kind fernerhin zu heißen Doch, da mich dein Geift bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehr zu meiner Pflicht; Herr, darum verstoß mich nicht! 7. bin 8. Herr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst; blicke du nun, nach deiner Vatertreue, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus gnug gethan. ual und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sei; denn der Kindschaft Pflicht und Treu brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 418. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! 2 ich hab ihn nicht bedacht. Will ich Hun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kinde auch sei? 9. Du sollst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Zucht mich erweckt. Dir will ich mich ganz verschreckt, und mir Schmerz und Angst schreiben. Herr, dir leift ich Treu und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott zc. efreie meinen Geist, o Gott, von schnöden Banden. Du siehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach des 15 226 Zweiter Theil. - Besondere Gebetlieder. außer dir, ist Eitelkeit und Pein. O, möcht ich ungestört mit dir vereinigt ſein. Versuchers List durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit ich, schau herab von deinem Gnadenthron! gib mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich; Dank sei dir, Gott! du hast mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrick findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlaffen, bin ich ohne Hülf und Rath! doch durch dich bin ich stark; bei dir ift Rath und That. 3. Ach! ich sollt himmelwärts, gleich fühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du läß'st, die auf dich fehn, stets neue Stärke kriegen; du gibt den Müden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. meinem Blick den Himmel. Des Bei6. Der Umgang mit der Welt raubt spiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedräng, mert ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsatz thut. 7. Ich trau auf Gott: was kann dann meine Ruhe stören? doch bringt die Phantasie mir manchen Schrecken bei. Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren; die Schwermuth, die mich drückt, läßt meinen Geift nicht frei. Ich seh den stärksten Trost, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, ins unbeund störet meine Nuh durch seine wachte Herz von neuem wieder ein, niedern Triebe; mich dringet Jefu lieb, und ich bin noch so klein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Gott, und machst mein Herz gewiß? Finsterniß. Wann kömmst du, starter 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff auf dich, mein Heil! wie 4. O, dieser Leib des Tods be- würd ich denn zu Schanden im Streit schwert die arme Seele; der Sinnen mit Fleisch und Blut, mit Satan Zauberkraft entrückt dem Geist sein und der Welt? die Fessel, die mein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, Herz mit Freuden trägt und füßt, des Wegs verfehle, der Borurtheile reicht deine Liebe mir, die unaus Raub, der Leidenschaften Spiel, oft thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, stehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. sprechlich ist. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, Wie willig laß ich mich mit Liebess es sei dir geflaget! noch lange nicht seilen binden! ich folge dir mit Luft so sehr, als selbst mein Herz begehrt, auf der bestimmten Bahn. Befreie das oft noch in die Welt verstohlne du mich nur von mir und von der Blicke waget, und damit seine Ruh Welt, damit mein edler Geift seint und deine Liebe stört. Doch alles, Freiheitsrecht behält! Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. ie gnädig warst du, - Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. Im Kriege. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 419. vor deinem Lande! wie halfft du ihm! 420. s zieht, o Gott! ein wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! über unser Haupt Kriegeswetter jetzt einher. Bist du, und schontest deines Volks mit väter- Herr, hier nicht unser Retter, so licher Huld, vergabft die Missethat, bedecktest seine Schuld. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen sündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets au Gnade reich. ists für unser Land zu schwer. Sieh! wie die Fürsten sich entzwein, und sich zu unterdrücken dräun. 2. O laß mich hier allein, o Vater, auf dich und deine Vorsicht schaun, auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe baun, die ohne dich uns gar nichts nützt, die nur durch dich uns kräftig schützt. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glüthn? und willst du deine Huld auf ewig uns entziehn? 4. Wann kehrt zu uns zurück dein Troft, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Antlig jehn; sei gnädig, hilf uns aus! hilf, ehe wir vergehn! vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie 4. Die allerfeinsten Kriegesliften wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschützer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten! Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erlöften, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 6. Geflügelt naht fein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried umfahn und füffen sich! 5. Je weniger sich öfters zeiget, woher die Hülfe kommen soll, je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll: je größer mache mein Vertraun, o Gott, auf dich allein zu schaun. 7. Der Glaube kommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade fieht mit Luft von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Volk, das seinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils ich freut! 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Kraft? Der Roff und Wagen stark Gedränge ists nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kömmt nur vom Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Bertraun: erbarme 8. Der Herr begnadigt uns; das dich über uns zur schweren Zeit. Land bringt seine Früchte, und seine Las Gnade nur für Recht ergehn: Huld geht her vor seinem Angesichte, so bleiben wir doch aufrecht stehn. 15% 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böse, Völker, rüstet euch! sei du für uns, so fehlt der Streich. 228 Zweiter Theil. Besondere Gebetfieber. 8. Doch findet, Herr, dein weiser 5. Um seinetwillen schone du; erhöre Wille noch ferner Züchtigungen gut: unsre Klagen. Verleih uns wieder wohlan, so schweig ich und bin stille Fried und Ruh, und wehre allen bei dem, was deine Vorsicht thut. Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme Ich, dein Geschöpf und auch dein dich, und rett uns alle gnädiglich Kind, weiß, daß es Baterschläge sind. von Krieg und Kriegsbeschwerden! vor. 9. Die kleine Einsicht meiner Seefen, Herr, schreibe niemals dir was So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ift gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ifts doch gut. 6. O Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wafferbäche lenken. Ach! laß sie einst der Völfer Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh und Wohlfahrt ernstlich) denken. 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen find deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören laffen. Nein, Bater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt sein. 11. Buletzt wird jeder sagen müssen, das hat Gott, unser Gott, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern Endzweck leicht die Bahn! zuletzt errettet deine Hand, barmherzger Gott! das Vaterland. 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wollest uns erhören! gib, daß wir uns mit wahrer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 8. Breit wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschütz und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. Mel. Ach Gott, vom Himmel.- 215. 421. 9. Dies alles, Vater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jeſu Christi willen! denn dein, o Herr, ist allezeit, Gemüthe: wir bitten dich demüthig- von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, lich, rett uns durch deine Güte. die Macht und Ehre! Gott! wir treten hier vor dich mit traurigem Schau, wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dräuet. In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht laffen.- 56. 422. u reicher Gott der Schöpfer 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, daß wirs verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr die uns berHichnen Gaben geschändet, und so aller Welt, du Vater voll Erbarmen, lange Zeit zur Wollust, Pracht und Neppigkeit undankbarlich mißbrauchet. der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 3. Wie öfters ist der Nebenchrist gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und List das Seine ihm entzogen! darum ist nun bein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih uns solche Missethat um Jesu Christi willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn 3. Ach, unser boshaft Leben drückt mur stillen. Das Lamm, das unsre uns mit Recht zwar hart; doch wollft Sünde trägt, die du ihm selbst hast du uns vergeben nach treuer Vateranfgelegt, hat sie ja, Gott, versöhnet. art. Die Sünde trägt zwar Frucht; 2. Herr, unsre großen Sünden verdienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort gedroht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maaß ist voll. Zweiter Theil. doch diese Frucht bringt Schaden. Ach, Herr, vergib aus Gnaden dem, der dein Antlitz sucht. 4. Ertrag uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Reu. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. Besondere Gebetlieder. 229 4. 3war könntest du, o treuer Hort, auch unser Land und diesen Ort durch Sench und Peft verheeren, und ganz und gar uns fündge Schaar in deinem Zorn verzehren; 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Be baoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Bater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigfeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plößlich sterben. - 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu deine milden Hände, den Schatz der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; drum auf! und schaff uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Bater, damit es etwas sei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersetze, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand; ja fegne, was man pflügt, und tränts mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. 8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach fröhlich, was da lebt! 8. Beschüß uns, Herr, mit deiner Hand; schütz unfre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Bater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fänget an zu wüthen; drum flehen wir und schrein zu dir, du wolleft uns behüten. In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. Der 38. Pfalm. Mel. von Nr. 79. Straf, o Herrl mich nicht In Seuchen. Mel. In dich hab ich gehoffet.- 413. 423. 9 Gott, du unser Le- 424. h benslicht, Herr, unsre stimme über mich kein Rachgericht! Burg und Zuversicht, du Trost und rüge meiner Sünden Menge nicht Heil der Armen! wir bitten dich de- mit Strenge, und verstoß mich Armüthiglich, erzeig uns doch Erbarmen. men nicht! 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, siech und müde macht es meine Misfethat. 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm. Ach, straf uns nicht in dei3. Meine Schuld, wie hoch sie stei get, drückt und beuget mich bis in nem Grimm mit dieser bösen Seuche. den Abgrund fast. Stinkend eitern Hilf uns, o Gott, wend ab die mir die Wunden. Bange Stunden Noth, daß sie uns nicht erreiche. machen mich mir selbst zur Last. 230 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Herz zerbricht.) 4. D, wie tribet meine Tage manche| Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Plage! frumm gebückt geh ich ein her; schon verdorrt mein Eingeweide; Troft und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh Herr, mein Gott! tein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölket Auge bricht. Auf der Reise. 6.( Meine sonst geliebten Freunde Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. fliehn als Feinde meine Qual und 425. deinem Namen, I Herr Chrift! will ich 13 ten und Bekannten fliehen und entfernen fich. 7. Die mein Tod ergezet, stellen, mich zu fällen, Netze; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu kränken, auf Betrug und auf Verrath. 8. Ich soll taub sein und nicht hören, noch sie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Lästern tragen, und nichts sagen, wenn die giftge Zunge sticht. 9. Doch ich harre dein, du höreft und gewähreft meine Bitte, Herr, mein Gott! übergib mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 10. 3war verdien ich, daß die Freude von mir scheide; ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen find ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau, groß von Gnad und Treue, meine Rene! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider deinen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang sollen sie mich schelten? ste vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemühe, Böses fliehe, trag ich Haß und Schmach davon. 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen, so verwirf nur du mich nicht. Blicke, Herr, von deiner 15. Komme denn, erzeig mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, nun weiter( zur Reise) gehen; du, der du mein Begleiter bist, wirft mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen; auch werd ich in der Sterblichkeit nie völlig Ruh erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter setzen muß, und hier kein Bleiben findet. 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh, die rechte Hei math finde. Da sind dann Müh und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 4. An diese Ruhstatt denk ich nun anjetzt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit mich allzeit auf rechter Bahn; und fang ich etwas Gutes an, so führ es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf bekannt, er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu deinem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dantes voll für deine Führung loben. 6. Nur bitt ich, o mein Gott, verleih, daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gib Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Lassen. 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurück gelassen. Du wolleft sie, mehr als ich kann, mit treuer Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 231 Huld umfaffen. O, laß sie dir em- sie hin! durch Gottes Stimme wird pfohlen sein, und uns bald mit einan- erschüttert die wundervolle Wüste Sin. der freun, wenn wir uns wieder sehen. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reift er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schuß; und wessen Lift, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? 10. Gott spricht, daß er verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr entweiht. Da 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff es, gnädiglich hier meine Wall- war er König, Richter, Rächer, und fahrt enden. Dann laß mich, wenn es das ist Gott von Ewigkeit. dir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. Bei Gewittern. 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jacobs Kraft verleihn. Er wird sie segnen, sie beschir men, um sie wird großer Friede sein. Mel. Nun danfet alle Gott. - Der 29. Pfalm. 9. Mel. von Nr. 46. Kraft 426. Bringt her, ihr Mäch- 427. Luft, Weer und erot Erde tigen der Erde, her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! 2. Sm heilgen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! bringt träget, der Erde, Luft und Meer durch einen Wink beweget: ich lobe deine Güt, ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend kracht. 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Wassern donnert er. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ift Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern; schnell, wie der Strahl zersplittern fie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern, dem Libanon entstürzen sie. 9. Erschreckt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet fie im Grimme die Wälder und entwurzelt sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, sie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. 1 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungeftüm empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wafferfluth: 3. So zittert, blitzt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er läffet seine Stimm im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb, es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 4. Gott führet väterlich, zum Nutzen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbetnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blizze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränkt auch das dürre Land. 7. Gebirge stürzet sie zusammen, der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht; die Wüfte 6. Denn ob darüber gleich Luft, zittert, welch Schrecken brauset durch Meer und Erd erschüttern, so darf 5. O Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen! o wahrer Vaterlieb untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Chrfurcht sehn, und auch im Wetter felbft der Gottheit Huld verstehn! 232 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. ein frommes Herz doch darum nicht Mel. von Nr. 42. erzittern! schreckt dich des Schöpfers 428. Des Donners schreckendes wird Macht, dente dabei, daß er zu deinem Schutz nicht minder mächtig sei. cher, und die Blige fliehn; bald 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebeft, und unter Blitz und Knall in lauter engsten schwebeft. Sieh deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgefang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirket seine Macht ein ehr- und singt nur von dem Herrn verfurchtvolles Grauen, doch auch nicht standne Lieder. Ihr munterer Gesang weniger ein kindliches Vertrauen. An durchdringt der ungemeßnen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Ruhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, und Preis. noch mehr Gelaffenheit. 3. Seele, preise den Erretter, 9. Und sollte, was er thut, dir etwa der seine große Kraft bewies; den Schaden bringen, so suche christlich starken Gott, der sich im Wetter so stark den Unmuth zu bezwingen. majestätisch hören ließ, der selbst des Ohn ihn kann nichts geschehn, und Blizes Strahlen lenkt, und auch im was durch ihn geschicht, ist alles nütz Zorn der Gnade denkt. und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich bloß, o Herr, durch dich zu dir erhöhet, so fleh ich inniglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Bliß und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplatz dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhitzter Dünste Glüihen sowohl die Menschen als das Bieh den Odem matt und keuchend ziehen: wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner fühle Winde rust. 6. Wie lieblich hebt sich das Ge traide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verfündigt des Erhalters Ehr. 7. O Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Blitz; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns nüß. Dir sei mein Herz ein Dankaltar; dir bring ich Lob zum Opfer dar. 8. Berfleucht der Knall von Donnerwettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blig uns zu zerschmettern: des Wortes Leuchten bleibt und nährt. bei diesem Licht; vergiß es nicht! - 11. So oft wir blitzen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Blitz hervorgebracht, so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gib, daß der grause Sturm, gib, daß der Schlossen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blig und Stürmen, uns deine Lieb und Macht, o Vater, doch beschirmen! vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schutz als Nuß, dir jeder dankbar sei! Sei treu, o Herz! Gott rührte dich; Zweiter Theil. Fürbitten. Besondere Gebetlieder. Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jª ehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ift man unterthänig; du herschest nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prächtig, im Schüßen stark und mäch- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist teine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Freblern bräut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagts und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Bater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. 4. Die wir zu Herschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand, 5. O Gott von großer Güte, gib ihrem Geiste Licht. Gib Trene dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemühn den Frommen ficher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blüthn. 233 Bei der Einführung eines Predigers. 430. rlöser! sich auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig sein. 2. O selig, welchen du erwählet, und deinen Boten zugezählet, wenn er dein Wort aufrichtig lehrt, und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört! für den wir jetzt die Hände falten, 3. So selig sei auch der zu halten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben, mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich belehret, durch feines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbft gerithret sehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde dein streng Gesetz aus seinem Munde, den Sünder wecke, doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewiffen sei! 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem drückenden Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben 8. Erhalt ihn in den rechten Schranführen in wahrer Frömmigkeit. Herr ken, in Wort, in Wandel und GedanGott du segneft gern; wir bitten ohn| ten! gib ihm, nur deinen Geift zu Ermüden: gib Segen, Heil und scheun, von seinem Vorsatz nicht zu Frieden durch Jesum, unsern Herrn. wanken, und bis ans Ende tren zu ſein. Besondere Gebetlieber. 109. 431. 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran Mel. Vom Himmel hoch, da. fie Freude sehen; und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Troft Gott! gnadenSot essen und Helfer ſein, und stets zur Seite D voller Rath den Eh- stehen. Endlich soll sich nach dem stand eingesetzet hat, der du ihn seg- Leide ewge Freude für fie finden; nest, schüßzest, liebst, und ihm Glück, Gott will ihnen Kränze winden. Heil und Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß fie fiets mit Flehn in Lieb und Eintracht zu dir gehn; und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. 234 Zweiter Theil. Bei der Einsegnung der Eheleute. ----Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heilge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergeßt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Scham und Treu zu aller Zeit im Wachsthum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, fich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gib, daß sie deinen Willen thun, und unter deinem Schuße ruhn. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein. 116. 6. O treuer Gott! wir bitten dich, regiere fie stets gnädiglich, erhalte fie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dant; bis dich, 433. Sorge doch für meine Gott Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preist. du ihr Vater bist. Kinder, Gott, der Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu dir zu 5. Führ ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch deines Geistes Stärke. Regier und lente doch ihr Herz von Fleischeslust, vom eitlen Scherz, allein auf gute Werke. Laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 432. Gott ist es, beffen weifer gestiftet hat; er ists, der Eva machte, 2. Du hast sie bisher genähret; du und diese tugendvolle Braut, die er hast manchem Unglücksfall mehr als aus Adams Ripp erbaut, zum ersten väterlich gewehret. Da dein Engel Menschen brachte. Ehen sehen dero- überall, ob er gleich dein Antlitz sieht, wegen Gottes Segen; Gott beglücket sich doch für sie froh bemüht: o so was er stiftet, fügt und schicket. muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin 3. Sollt ich denn für solche Güte schickt, durch die er wird gesegnet; dir nicht herzlich dankbar sein, und wenn eins das andere zärtlich liebt, mit dankendem Gemüthe mich bei und ihnen Gott den Frieden gibt. solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht O wie viel Wohlfein regnet täglich voll Rühmens an, was du, Herr, reichlich auf die Seelen, die Gott an mir gethan, ach, so würde dies wählen, die sich lieben und zugleich mein Schweigen von dem schnödsten die Tugend üben. Kaltsinn zeugen. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 235 4. Herr! du bifts, was mich er- 2. Oft hab ich sie schon betrübt. gebet, meiner Seele Troft und Heil, Ach, vergib mir diese Sünde! nie das mein Herz am höchsten schäßzet; Herr, du bist mein Gut und Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott; laß fie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, selig sterben. hab ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigenfinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam fie erfreut. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn fie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. - 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig sein, und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt fie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß fie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du fie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt; dies sei mir nachahmungswerth. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß sie vor dir bestehen. Laß fie fanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! Laß sie, Herr! in Fried und Ruh mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den 9. Gönne mir die große Freude, fauern Lebenstagen: so gib du vor daß ich an dem jüngsten Tag, nach deinem Thron ihnen frommer Eltern hier überstandnem Leide, einst mit Lohn. Jauchzen sagen mag: liebster Bater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben; ewig will ich dich erheben. Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. 434. Gott, mein Bater! Dank 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben fie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb und Treu, stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gesetz verspricht. tes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben; für mich frönft du ihre Müh, mir zu gut erhältst du sie. Eines Waisen. Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. 435. D welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Vater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern früh 236 Zweiter Theil.- entriffen hat; demüthig ehr ich deinen Rath. 2. Drum flieht mein fummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht; verlaß mich, schrein: laß auch dein Kind erhöret 7. Du hörest, wenn die Raben bester Vater! nicht. sein, und nimm mein Seufzen auf; gib Kleider anzuziehn, und Brod zu essen, o du reicher Gott! 8. Ich werfe meine Sorg auf dich, mein Gott und Herr! verserge mich, und mach es immer wohl; so lob ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. 3. Ach! flöß mir wahre Tugend ein, so werd ich immer glücklich sein. Herr! leit und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mirs immer wohl ergehn. 4. Bon dir kommt alles wahre Gut; drum gib mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl, und stets das beste Theil erwähl. 9. Bricht dann mein Lebensziel herein: laß mich des Himmels Erbe 5. Beschütz mich auch, o treuer sein. Erlang ich dieses nur, so acht Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst ich weder Noth noch Qual in diesem und Noth, in Seel- und Leibsgefahr. jammervollen Thal." Bom Lobe Gottes. Bedeck mich durch der Engel Wacht als Gott und Helfer Tag und Nacht. 6. O Brunnquell aller Gütigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glüds; du weißt ja leicht für jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. 31) Loblieder. a. Vom Lobe Gottes. Mel. bes 134. Pfalms. 436. mit mir den Herrn! wer preift, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durch schauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Lust sei, ihn erhöhn! folch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. uf, Christen! preist 4. Wie wird der Geist dadurch entzüldt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. gedenkt, ihr, denen er Verstand ge 6. Ja, Pflicht ists, daß ihr sein schenkt; die Ehre des Verstandes ift, daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. erinnert euch an diese Pflicht. Die 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn welche Gabe sollt uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns gibt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einzge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 237 11. Auf, Christen, preift mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob und den Herrn; wer preist nicht milde Dienste wacht! Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ift, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. Mel. von Nr. 436. - 3. Euch segne Gott von seinem 437. Erhebet Gottes Heiligkeit Thron, und sei dert ewig euer Lohn; ihr, die er segne Gott, der alle Welt erandern weiht, und die ihr vor ihm schaffen hat, und noch erhält. Der 34. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 438. Dir ir, mein Gott, will ich lobsingen, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Ja, preist ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! lasset fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! lasset, laffet uns zusammen Lieder singen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 3. Herr, du hast mein Leid vernommen, du sahst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfst du mir, o mein Gott! und du eilteft auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; strecktest, ach, wie dank ich dir, deine Baterhand zu mir! und bittet ihn für jeden Stand; und 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel seinen Ruhm! b. Allgemeine 1 oblieber. traun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer verdient Vertraun, als du? wer kann in der Noth erhören? wer fann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen fehlts an Segen nie; du ernährst und segneft sie. 4. Zittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, uns zu bewahren; Fromme! Gott verläßt euch nicht. Wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Treu steht beim nahen Tod uns bei. 7. Was die Frommen sich erwerben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht. Wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schäßze offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr selig keben, eure Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig sein! 9. Fliehet eurer Zunge Sünden; laßt zu keiner Heuchelei, feiner Sünd euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ists, 5. Schmecket, Freunde Gottes, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit! ihm helfen kann; in sein Buch find seine Gnad und Huld bedecket jeden, alle lagen seiner Frommen eingetrader sich seiner freut. Gott kann uns in gen; ihre Thränen und ihr Schmerz allen Stürmen, wenn wir ihm verrühren sein erbarmend Herz. 238 Zweiter Theil. 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entehret! spottet, Sünder, Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine 440. Rache erwache; nicht schnell wider euch Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. - Allgemeine Loblieder. 12. Weh dem, der den Frommen drücket, Gott siehts! und der Fromme schreit, und Gott hörts, und Gott erquicket ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 13. Züchtigt Gott gleich unsre Seelen: er meints immer mit uns gut, läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschützt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seid sein in alle Ewigkeit. Der 100. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. hr Völker, jauchzt mit 439. r Gott der Götter überall! erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlieh uns unser Sein, Wir sind sein Werk und und Schafe seiner Weid und Hut. 3. Erhebt, empfangt ihn allzugleich, und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. Der 103. Pfalm. Mel von Nr. 265. obfinge Gott mit wahrem Andachtstriebe, schweren Hasse: so währet doch sein Zorn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen, so dient sie nur zu unsrer Seligkeit. eigen Gut, kindlich trauen, viel höher noch der 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Oft und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Rev und Thränen flehn. 4. Unendlich groß ist seine Treu. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht durch aller Zeiten Zeit. o meine Seel, und preise feine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir ſein Gnadenreichthum sei! 2. Bewein ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Troft empfinden. Er heilt mein Weh und tilget meine Schuld. Der Verderben, und krönet mich, als einen Herr, mein Gott, erlöst mich vom Himmelserben, mit heilgem Schmuck und ewig reicher Huld. 3. Er fältigt mich mit aller Güter Fülle, gewähret mir des innern Friedens Stille, und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr siegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schutz und seine Pflege durch Mose Dienst an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. 5. Verdienen wir, daß er uns gar 7. So zärtlich schont kein Vater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebeugten Sünder; er schlägt und Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 239 Zeiten! heilt und lindert ihre Pein, als bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in kurzem werden sein. 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches keine Zeit zernichtet! der Herr von frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr gibt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes, ewig soll er währen, weil 8. Wie eitel find doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur sie ihn ehren. mur fieht. 6. Die Thaten 9. Nur Gottes Treu kann nimmer- Recht und Treue. mehr vergehen; wenn wir nur fest in gnädig Wort, das ihn gereue. seiner Furcht bestehen, will sie auf Fromme weiß, daß er aus Lieb und uns und unsern Enkeln ruhn. Sein Güte sein Recht gebiete. ewig Heil wird über denen walten, 7. Es dauert fest und ewig unbedie seinen Bund und sein Gesetze weget! er hats auf Stein und uns halten, und was er will, von gan- ins Herz gepräget, daß wir getreu zem Herzen thun. seiner Hand find Gott spricht kein Der und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wint regiert die Völker aller Welt. Lobfingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ewger Uebung hält. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Luft, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben! fie gibt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lob- 10. Von ihr geleitet, lernt man fingt dem Herrn, ihr alle seine Werke; Wege wallen, die nie verführen, so weit er herrscht, verehret seine Stärke; lobsing auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. welche Gott gefallen. Der. Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. Der 111. Pfalm. Mel. von Nr. 55. elobt fei Gott! ihm 442. I den Herrn, lobt seinen 441. Geil ich fröhlich finDer 113. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Höh.. hr Knechte Gottes, gen, ihm Dank und Ruhm mit den heilgen Namen! gelobet fei er nah Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. und fern, und jetzt und ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum Niedergang sei er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Groß, majestätisch sind des Höchften Werke, und würdig, daß man fie erforsch und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die uie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er sei, die Welten lehre. Der Höchste 15. 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Ehr und Schmuck ihn kleiden. Ja, ja, wer ift, wie unser Gott, der hohe Herrscher Zebaoth, der auf das Niedre fiehet? 240 Zweiter Theil. Allgemeine Poblieber. 3. Er richtet die Geringen auf, die will dich ewig lieben, ich will, als nach Errettung dürften; und fördert dein Eigenthum, stets erheben deinen des Verlaßnen Lauf, und setzt ihn zu Ruhm! den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Hans schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat( dankts ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der über mir schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Baterhuld mich an, eh ich lebte, eh ich dachte! Leib und Der 117. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 443. obt, lobt den Herrn, Seele gabst du mir; Gott, o wie ihr Nationen! ichs dir! lockt ihm, bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Chr und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herschet ewig. Erdkreis freue der Gnad und Treue Gottes dich! - 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlockt ihm; bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 444. RE obet den Herren, alle Hei- den, preiset ihn alle Völ- ker, denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Al- lelu- ja! Alleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne, und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und num bleibet bis in Ewigkeit! Amen! Alleluja! Alleluja! 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb ist immer neu, ewig seine Gnad und Tren! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fille mit des Glaubens hellem Licht; dann, dann fürcht ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird stille; deines Heils darf ich mich freun! Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibt er Troft und Kraft und Ruh; wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Frieden zu. Was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stützt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, deffen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge tehre, ist mir Gottes Segen nah! Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, auf der Höh, in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Frende; vom Mel. von Nr. 108. 445. Sollt ich meinem Gott Gedeihn und Ueberfluß trieft des fingen? follt Allerhöchsten ich ihm nicht dankbar sein? Sollte 7. Wenn Betrübniß meine Seele, nicht in allen Dingen seine Liebe mich Elend meinen Leib umgibt; dann, erfreun? Lieben ist es, nichts als dann bet ich und verhehle nichts dem Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die Gott, der doch mich liebt! wär er fe oft und viel verzeiht! Herr! ich nicht mein Gott gewesen, hätte mich Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 241 sein Angesicht nicht erquickt, so wär Gnade, Treu und Güte froh erhebe ich nicht von so vieler Qual genesen! Tag und Nacht; denn was ich nur bin vom Allsehenden bewacht, gieng ich und habe, kommt von dir, ist deine durch die dunkle Nacht! Gabe. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Wie ein Vater seinem Kinde nie mals ganz sein Herz entzeucht, ob es 3. Herr! ich muß mit Scham gestegleich, verführt zur Sünde, von der hen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; rechten Bahne weicht: also sieht auch und mein sündliches Vergehen raubt mein Verbrechen mein versöhnter Vater mir billig deine Huld! gleichwohl trägst an, züchtigt mich, daß ichs gethan, du, Gott, mich Armen noch beständig wills nicht mit dem Schwerte rächen, aus Erbarmen. Tausend, tausendmal weil, als ichs verirrt begieng, doch sei dir, großer König! Dank dafür. mein Herz noch an ihm hieng. 4. Ja, Herr! wenn ich überlege, 9. Wohlthat ist das Kreuz der mit wie großer Gütigkeit du durch Christen, ists gleich, wenn es da ist, so viel Wunderwege mich geführt die Pein, führt er uns in dürre Wüsten, scheints gleich oft Gericht zu sein! und, was haben wir gelitten? duldeten die Märtyrer nicht viel mehr, als wir, viel mehr, eh sie ihre Kron erftritten? rühmt im Leiden, rühmt und preift Gott, der euch der Welt entreißt! Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch die Tiefen zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachten, und nur nach dem Him trady= ten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 10. Ist, so lang ich leb am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewigs Heil! die, so hier mit Thränen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein werd ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 6. O wie haft du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn; daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, hast du mir durch Chriftum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 11. Weil denn ohne Ziel, ohn Ende deine Gnaden, Vater, sind, o so heb ich meine Hände zu dir auf, erhör dein Kind: Vater! du wollft Gnade geben, die mich ganz und gar zu weihn, dein Verehrer stets zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der sein wird, war und ist! 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht; all dein Thun ist Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Baterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein nur ganz zu ergeben dir, und stets deinen guten Willen ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und gibet nach dem's Kindern nützlich ist: so haft du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenns aufs Höchste 16 Mel. Alle Menschen müssen sterben.-82. 446. loben, mächtiger Herr Bebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine 242 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. gleich gekommen. Tausend, tausendmal 7. Er half und wird mich fort erfei dir, großer König! Dant dafür. lösen. Er hilft, der Herr ist fromm 10. Trägst du nicht in deinen Ar- und gut. Er hilft aus Reizungen men mich oft treu und väterlich? riß zum Bösen, und gibt mir zu der mich nicht oft dein Erbarmen aus Tugend Muth. Gefahr und schüßte mich? mußt ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Troft erscheinen. Tausend, tau fendmal jei dir, großer König! Dank dafür. 8. Dir dank ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dant ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglüct. 9. Dir dank ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hieß'st sie wer den, und deine Gült ist täglich neu. 11. Vater! du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist 10. Dir dank ich für die höchste der Gnaden, heilet meinen Seelen- Güte; selbst deinen Sohn gabst du für schaden. Laufend, tausendmal sei mich. Von ganzem Herzen und Gemütdir, großer König! Dank dafür. the, von allen Kräften preis ich dich. 12. Tausendmal sei dir gefungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod sest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlitz sehen, so werd ich, dein Eigenthum, ewig preifen beinen Ruhm. Mel. von Nr. 46. 13. Vergiß nicht deines Gottes, 447. Du bists, bem Ruhm Seele! vergiß nicht, was er dir ge und Ruhm und Dank, Herr! bring und bet ihn durch Gehorsam au. ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. 2. nahte, so hörte Gott, der Herr, mein Flehn, und ließ nach seinem gnädgen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Sch fant in Schmerz und Krankheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, flagt ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werké! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufrie denheit. Nach einer Prüfung turzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 6. Um Trostwar meiner Seele bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? and Gott verließ den Schwachen nicht. Mel. von Nr. 34. an dir, so unwerth 448. Quf, meine Seele, finge! du es bist, thut Gott so große Dinge. Weh dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir vergeben. O gnadenvoller Nath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, fein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem From men, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr, begnadigt licber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Dit Adlersflügeln schwebet Erbarmung fiber dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre ichwachen Pinder ihan: so that Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 243 Gott an uns Armen, wenn wir in nen! da half mein Helfer mir vom Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Slinder; Gott weiß es, wir find Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergehen! ftets ist der Tod uns nah. - 4. Des Ewgen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Auf! daß ihr von der Erde schon jetzt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit feinen Engeln auch unsrer Brüder Schar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir singens in die Chöre der Schar, die dich vollkommner preist. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammelns nur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst sin gen wir dir Psalmen, wenn wir verflärt dich schaun! Mel. Allein Gott in der Höh. 15. Tod, und ließ mir Trost erscheinen. Ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, fo hilft, der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget fein huldreich Angesicht uns zu; denu außer ihm ist keine Ruh. Gebt un serm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nemnt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! - 449. , Chr und Preis dem höchsten Gut, dem Bater aller Güte! dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mi seinem reichen Trost erfüllt! dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Hinunelsheer, Beherrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem 450. Numit Herzen, Mund Mel. Nun danket alle Gott. 9. un alle Gott Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm Gott die Chre! und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann. 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters Gnade walten! in seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich! Gebt unferm Gott die Ehre! 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht mit Freud und Zittern drin gen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: der Herr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Er, unser Baier, woll ein fröhlich Herz uns geben; der Herr laß uns, sein Bolt, in stetem Frieden leben, und unsre Nachwekt auch, daß seine 4. 3 rief zum Herrn in meiner Gnad und Tren das ganze Land Roth: ach Gott, verzimm mein Wei- umjah, fein Segen mit uns sei 244 Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieder. 3. Der große starke Gott woll uns| Schuß, du bist der Müden Ruh; ein von allem Bösen, und was uns scha- Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, den kann, gewaltiglich erlösen; er Gott, bist du. schüß uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns dahier das Leben noch verleiht. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schutz und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn! 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns sei Ehr und Preis gegeben, was in uns ist soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem Mel. Nun dantet alle Gott. 9. 451. Durch dich, großer das Lafter bliüht. Ich haffe ſeinen Gott! weil mich dein ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du erret teft gern. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gib, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sei! 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du, und Mel. Wachet auf! ruft uns die.- 171. Schrecken füllt das Land; noch fürcht 452. Jauchze, auserwählt Geich nichts, denn mich beschützt der Allmacht Hand. euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preist den Höchften hoch! 4. Wenn ich die Himmel seh, die laffet eure Harfen klingen; ihr müßt du, Herr, ausgebreitet, der Sonne ein neues Lied ihm singen; so kommt Majestät, den Wcond, den du bereitet, und rühmt, und danket doch! macht so sprech ich: was ist doch der Mensch, es mit frohem Muth auf Saitendaß du sein denkst? und daß du täglich spielen gut! Halleluja! sein Wort uns unzählig Gutes schenkst? ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 5. Als Schafe läß'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank, und füllst das Herz mit Freuden; du sahst mich, eh der Grund der Welt geleget war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Fromnen schuf er, ihm zur Ehre, der Licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Halleluja! er will, er sprichts, sogleich geschichts; gebeut er, wird etwas aus nichts. 245 3. Unser Gott herrscht ohne Schranten! er wendet Völkern die Gedanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig fann sein Rath nicht wanken, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja selig ist, wen Gott erkiest, und sich zum Erbtheil auserlieft. errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Bersuchungen der Luft, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten: stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann gibt er uns seine Freuden, unser 4. Herr, deine Güte gleichet Herz empfindet ihn! kann ich größdem Himmel, deine Wahrheit reichet res Glück begehren? Ewiger, hat dich so weit, als aller Wolken Heer! ja, mein Herz, o so wird es ohne Schmerz als wie der Berge Höhen bleibt die den Besitz der Welt entbehren, Erd Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht und Himmel wird mir klein, gegen wie Tiefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. dich verächtlich sein. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh ich, Bater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb und sterbe dir! Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieber.. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt; zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Chrifti großes Opfer ist. Ich Mel. Allein Gott in der Höh. 15. ſpiel ein Danklied dir da auf der 454. Stimmt unſerm Gott ein Harfe Halleluja! dir, Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! Loblied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preiſe wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, Mel. von Nr. 108. 453. Gott, durch welchen alle und danket seinem Namen. Dinge 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit und vergehn, stärk mich, daß ich dich die großen Wunderwerke, die Maje befinge, lehre mich dein Lob erhöhn! stät und Herrlichkeit, die Weisheit, laß mich dich im Stillen loben, mich, Kraft und Stärke, die er beweist in den du voll Lieb und Huld, aus den aller Welt, indem er alle Ding erTiefen seiner Schuld zu des Christen hält. Drum danket seinem Namen. Höh erhoben; dich erheb ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: väterlicher Huld und Gnad uns Allen Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er hat gegeben; der uns durch seinen Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 246 Engel schützt, der täglich schenket, was uns müßt. Drum danket seinem — Namen. 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebensfron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht. Drum danket seinem 4. Der Herr ist groß und mächtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es siehet alles prächtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets 6. Lobt Gott, der euch regieret, durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Wert selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärt, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält. Drum danket feinem Namen. der, als der treufte Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auferlegt; laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preist ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. 2. Erhabne Himmelsgeister, erwetfet euren Fleiß; gebt euerm Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben fann. 5. Drum lobt, erlöfte Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft dessen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Chrifto liebt, euch durch sein Blut erkaufte, auf seinen Tod euch tauste, euch einst den Himmel gibt. 7. Er ist getren den Seinen, ents reißt sie aller Noth. Wenn seine Kinder weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für sie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sei dir, o Gott, bereit't, denn deine Weg und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, mert auf sein schwaches Lallen, und laß Mel. von Nr. 101. 455. Lobt Gott, den Gott der dirs wohlgefallen; erhör uns gnäder, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Shr seid sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch ftreichet, verbreite seinen Ruhm. 3. Was Odem hat und lebet, was fich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trägt, sei überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Geschöpfe sieht. 9. Möcht es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Vater und den Sohn! Der Ambrosische Lobgesang oder das Te Deum. 456. err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danken dir. Jeherah ist von F Zweiter Theil. Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preift Gott Vater dich, dich Sohn, dich Geift. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: höchstheilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schar, des Mittlertodes Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preist dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Bater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, o Geist, des Wunderfraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. Allgemeine Loblieder. 247 9. Sei hier schon unser Trost und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unser Trost und Theil! so preisen wir dich in der Zeit, noch beffer in der Ewigkeit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, des Reich nie vergeht, du haft dich, Gott! uns Gott zu weihn, erniedriget, ein Mensch zu sein. Dem Tode nahmmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten Gottes sizzest du, mit deinem Vater herschest du, du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe lässeft du uns nicht, du kömmst, du kömmst und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volke, Jesu Chrift, und segne, was dein Erbtheil ift. Leit es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd ist auch dein Heiligthum, auch fie erfülle stets dein Ruhm. 8. In dieser unsrer Pilgerschaft sei, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o treuer Gott! sei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun. mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. ch finge meiner Seele 457. 3 Zebaoth! ich sing aus danferfüllter Brust von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? mit Schönheit, pflanzt den Hain? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au und gibt der Saat Gedeihn? tränkt sie mit Regen und mit Thau, Pracht mit jedem Tag uns zu? wer 5. Wer führt die Sonn in ihrer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz fich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn dein Donner dräut? 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Bolt, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu! du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reut uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab, Erbarmer! schreit zu dir, du nährest ihn. 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? 248 Zweiter Theil. die stillste Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 13. Weh dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh du flehst. Vertraue du dem Herrn. 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. - 4. Gib, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen; du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor, dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch ich dir, Herr, nachzuahmen, daß, wie du, so heilig bist, auch mein Wandel heilig ist. Andre möcht ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken, deiner sich mit mir zu freun. Gott, dein Ruhm sei allgemein. 6. Wie die heilgen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen, so sei, 2. Hier im niedern Weltgebäude Herr, auch jederzeit dir durch mich blickt mein Geist mit großer Freude ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen deiner Allmacht Proben an; wo ich allen droben wird ein Lob erschallen: hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Heilig, heilig ist der Herr, herrlich Gemüthe, deine Weisheit, Macht seines Namens Ehr! Mel. von Nr. 201. 458. Großer Gott, Herr aller Götter! Schöpfer, Vater und Erretter! alles rufet weit und breit, rühmt den Herrn der Herrlichkeit! Engel preisen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke, so schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 459. Besondere Loblieder. und Güte, Wahrheit und Barmherzigkeit zu des Sünders Heil bereit. 3. Bon Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht gnugsam bren nen. Doch gib mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft, so kann ich gelehrtes Wissen ohne großen Schaden missen, so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. c. Besondere Loblieder. err! mein Licht, mein Heil und Leben, wie kann ich dich gnug erheben; was für Lieder stimm ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie soll ich würdig singen, was du, Herr, an mir gethan? 2. Du hast meine Seel gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Antlitz sah. 3. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht es bemerken, wie gerecht du, Herr, aus deinen Werken, dir zum Preise regierst? 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn still sein, hoffen, schweigen, stets vor des Kreuzes Last mich drückt; ich will dir, o Herr, mich beugen, bis dein Antlitz mich erquickt. Zweiter Theil. Besondere Loblieder. 249 5. Willst du deine Hülf aufschieben? 6. Mein Mund, mein Geist und willst du meine Demuth üben? Herr ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübfal, Noth und Plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur schwersten Prüfungszeit; deine Strafen, deine Schläge, find ja, wenn ichs recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 460. Mein ein Herz, ermuntre dich nun wieder, und finge mit erquicktem Muth jetzt neue Dank- und Freudenlieder dem Herrn, der große Dinge thut; denn er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. mein Gemilthe find deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dankbarkeit, und dir zum Lobe Lieder singen, so viel dein Geist mir Kraft verleiht. Im Namen Jesu sing ich dir, in diesem nimm es an von mir! Dantlieder bei der Erndte. 2. Herr! deine Hand ist immer offen, was mein Herz beMel Nun danfet alle Gott. gehrt; hingegen ist mein zaghaft Sof- 461. Frohe Reichen mit den fen oft, leider! keiner Hülfe werth; und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. Was euer Wünschen war, ist väterlich erhört. 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief ver2. Auf! danket unserm Gott, daß borgen und noch sehr weit entfernet scheint: hast du schon meine Noth be- Fried und Ruh hier wohnet. Mit dacht, und dich zu helfen aufgemacht. Krieg und Hungersnoth hat uns der 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; drum wird mir fündlich schwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. Herr verschonet. Kein Feuer, feine Fluth, fein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. 3. Die Erndte hat der Herr uns treu und wohl bewahret. Wer hätt, wenn Gott nicht wär, uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn ihn wohl sein mit unserm Ackerbau? 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärk und Veste. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmest schleunig ihren Lauf. 7. Doch läßß'st du auch mein schwaches Lallen, der du des Herzens Redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Bergeltung darzulegen; böt ich mich selbst zum Opfer dar, so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab und bin. - 9. 4. Umsonst wär unsre Müh, umsonst wär Säen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder 250 Zweiter Theil. friegen. Wir möchten früh aufstehn Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. und bis zur Mitternacht nicht wieder schlafen gehn: es wär umsonst gewacht. 462. Gott im Himmel und auf 5. So aber forgt und wacht der Herscher in der Höhe; sein Vatersegen macht, daß unser Wert bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. Erden! Herscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 6. Gott ist's, der euch ergeßt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet; dem stellt euch dankend dar, des Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute frönt. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Nuen, überall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt? gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 7. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit frendigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr, der uns viel Guts verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 3. Bater! du haft ans Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du hast Reichen, du haft Armen manches, manches Glück gewährt. Gitt, der uns viel Guts bewiesen, sei gelobet und gepriesen! 4. Du hast Sonnenschein und Regen. uns zu rechter Zeit geschickt, daß man munmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns gesetzet, groß deine starke Hand, die uns so oft ergetzet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Boll und Eigenthum. 5. Ach! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an, und mein Mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit Wohlgefallen. 6. Gib nun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 9. Verleih, o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade; bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wassersfluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich effen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht ver- 7. Schenk uns auch vergnilgte geffen. Herr! deine milde Hand er- Herzen; Stolz und Geiz laß ferne freue jedermann, daß bei uns Stadt sein; laß den Undank nichts verund Land den Segen spüren kann. scherzen. Schenke ferner dein Gedeihn, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürftgen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schent uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. Danklied auf den Frieden. efingt Gott Ze 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. Gib selber Rath und That, und thu an uns ein Zeichen; laß sehen jedermann, du seist, Herr Zebaoth! der Wunder wirken fann, der rechte treue Gott. Besondere Loblieder. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigteiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir Gott heilger Geift! den man vor seinem Thron, und hier auf Erden preist. 463. Zweiter Theil. 11 Gebet- und Loblieber zc. baoth; befinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, 4. Befingt Gott Zebaoth, besinget unsern Gott! das Rachschwert legt und uns den Frieden schenket. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis aufs Mark verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 7. Dein Geist mach uns bereit, daß wir zu keiner Zeit in deinem 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, Dienst erfalten, dein Wort beständig welche die Gefahr des Krieges hart halten, und nicht mit neuen Stinden geplaget, zerstreuet und verjaget; um des Krieges Wuth entzünden. Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 8. D Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. 251 er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen; dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, find gewesen, wir blühen und vergehn durch dich! nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6.| Troft bereitet. Von ganzer Seele 464. Du, Gott, du bist der preis ich dich. Aufs Neue übergeb ich 3. Herr! ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Angenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angefe hen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 4. Du haft auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und 5. Vergib mir die gehäufte Schuld von den verfloffnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Ändern handeln. Dein Geift belebe Herz und Muth dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Viel bessre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder 252 die Bahn der Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Last er leichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. - Mel. von Nr. 324. 465. S( o ist von meiner furzen Pilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingefloffen! Herr, wie viel Guts hab ich darin genoffen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübfal ist der Seelen Arzenei. 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gekränkt, nur ich hab ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergib es mir! es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müßt ich schon zu dir in so viel Tag und Jahren sein gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 10. Ihr eiteln Tage flieht denn immerfort; ich halt euch nicht, verdoppelt euer Eilen; mich lüftet nicht, in Mesech zu verweilen; nur bald von hier, und dann geschwinde dort; 11. Dort, wo der Hafen der Glüdseligkeit; dort, wo das Kleinod meiner Laufbahn glänzet; dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Siegs sich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein Gott, daß Gib du ich stets wachend bleibe. mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stärk mich wiederum. 14. Se länger ich auf deinen Wegen geh, je klarer gib dein Licht mir zu erkennen, je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh. 50 15. Es ist doch um ein Kleines mur zu thun, so heiß ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd ich, aller Müh und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße ruhn. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weihu. 6. Nur wenn ich mein betrüglich Herz betracht, so wär es doch ohn Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. würde deine Gnad vergebens; ach! wilde 466. Gott ruft der Sonn und nur Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! 7. Die Nebe mag am Weinstock nur die Säfte, die in Jesu beftehn; reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen, und du sollst Frucht an dürren Reben sehn. schafft Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis, und Dank ertheilen! 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold abwägen! o möcht kein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim längsten Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 2. Herr, der da ist und der da war! von Dank erfüllten Zungen fei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, denn sie ist dein, in dei beim Anfang des Jahres. 253 ner Furcht zu leben. Du schüßeft Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. uns, und du vermehrst der Menschen 468. bermal ein Jahr( ein deinem wenn Reiche streben. Tag) verfloffen! 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf feinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu und Liebe bei uns sein! dies, Bater! wollst du uns verleihn in Christo, deinem Sohne. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 48. err! der du mir das 467. gegeben, dich bet ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe fren ich mich deiner Güte! ich freue mich in dir. O gib mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaff ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geift den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! her zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschoffen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Lang muth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtigs Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Heimir, ich muß vergehen! denn wer liger, großer Seraphinen Herr! wehe kann vor dir bestehen? die Hand des Höchsten. Gott rufet 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehovah, nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gültig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in 5. O leite mich im Segen dem großen Biel entgegen, dahin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist! res Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf, mein Herz! stell dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Berlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ewgen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger sein, so wirst du bei den Beschwerden, Herr, mir bleibe mir, liebster Heiland, ich will die Geduld verleihn. Deine Treue dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und nur bei Gnaden, Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. to ist' im Himmel auch mein Theil. 469. Ein Jahr der er de Sterblich keit, kurzen Le benstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schutz und Kraft. 1 254 Zweiter Theil.— Morgenlieder. 2. Herr! deine Güte machts, die 5. Entzünde neue Lieb und Sanftniemals uns zu lieben ermüdet, noch muth in uns allen. Und soll uns vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jetzo gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. dieses Jahr auch neue Noth befallen: so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Berleih an Seel und Leib, was jedem ist 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor vonnöthen; und laß uns, Herr, mit aller Feinde Truß, da läuft dein dem, was deine Weisheit thut, stets Häuflein hin, und findet sichern wohl zufrieden sein; du machst doch Schutz. alles gut. raigh 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wah ren Worts erlösche bei uns nicht! Sai Thedi 33) 470. M ein erst Gefühl fei Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen LobMorgenlieder. me 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freuden, im Glauben selig hier beschliesen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schützt mich vor Gefahren? gefang: lobsing ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht lag ich, und schlief in Frie- Bater, wenn ich fehle. den. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer rust dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 6. Gelobet feift du, Gott der Macht! gelobt sei deine Treue, daß ich nach überstandner Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mirs jetzt neu gegeben. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Netter in Gefahr, ein 9. Gib mir ein Herz voll Zuver sicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn idu gebentst, beschließe! Zweiter Theil. Morgenlieder. 255 Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. Lippen sein; er hat als das reinste 471. Noch läßt der Herr mich Wesen, auserlesen Herzen ohne falschen Schein. leben! mit fröhlichem Gemüth eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der fie und mich gemacht. - mac 2. Du Herscher aller Welten nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir, du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, feite mich felbst nach deinem Rath. 5. Nur eins laß mich erstehen, das chriftlich weise Herz, auf dich stets auf zuschen in Freuden, wie in Schmerz; daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; 6. Daß ich, die innig trauend, das Onte standhaft thu, und froh gen Himmel schauend, dent: Herr, mich) fichest du! Bereit, den Lauf zu schlieBen auf deinen Wint, o Gott, und Tanter im Gewissen: so finde mich der Tod. 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht; so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 4. und nur trachten, das zu thun, was Ihn mußt du am höchften achten, ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergeben gleich will schätzen, ehret nicht den Herrn der Welt. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht; wie sich, was der Erdfreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstür men zu beschirmen, selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielft; aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Denk, daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist bea wußt; daß er selbst verborgne Sün den fann ergründen, und genau weiß, was du thuft. 9. Wir sind an den Lauf der Stun den fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Grabes reißt. Seele, nach der Höhle eines finstern Scheiden nicht ein Leiden, sondern 10. Drum so seufze, daß mein mit Lust und Wonne seh die Sonne, sanftes Schlafen sei, und daß ich wenn des Todes Nacht vorbei. 11. Trau auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchften Huld erquickt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. Mel. von Rr. 79. 472. ecle! du mußt munter werden, denn der Erden blidt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was bein schwacher Trieb bermag. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was 2. Doch, daß man auf würdge Weise die uitzet, und beschlißet den, der sich Gott recht preise, wollen nicht nur ihm anvertraut. 256 Zweiter Theil. Morgenlieder. Mel. von Nr. 16. Mel. Warum betrübst du dich.- 435. 473. Mein erster Munich, 474. hm, der das Licht entMe innigstes Bestehen hieß, und mich streben ist, Herr mein Gott! dich gesund erwachen ließ, sei Preis und würdig zu erheben. Unendlich groß ist froher Dank! des neuen Morgens deine Batertreu, mit jedem Tag ist Heiterkeit sei meinem Gott zuerst gedeine Güte neu. weiht. - 2. Die Sonn enthüllt den Schauplatz deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt raftlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß fich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du sorgft für mich! Gott, wie vergelt ich dir? ein dankvoll Herz, das bring ich dir dafür. 5. Nimms gnädig an! gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 8. Mein Heiland, gib mir Kraft zum neuen Leben, gib mir den Muth, dem Beispiel nachzuftreben, das du, o Herr, uns hinterlassen haft; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Laft. 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu, empfang ich jetzo wieder neu wird, wohin es blickt, von Wundern aus deiner milden Hand. Mein Auge deiner Huld entzückt. 9. Dein Auge sieht die Schwäche meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir empor fleht meine Seele stets, und du vernimmsts, Erhörer des Gebets! 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Bater, bet ich findlich an! ich opfre dir mein Herz! Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preift, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf." 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich tein Sperling auf die Erde: so nimmst Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. du, Herr, auch meines Lebens wahr. 475. Dich Morgenlicht, und Mit Namen kennst du mich und zählst freue mich der edlen Pflicht, dem mein Haar. Höchsten lobzufingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer! dir mit heilgem Muth lobsingen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil! das wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich, du, mein Erbarmer, forgst für mich. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich? hättest du nicht dich so hülfreich mir erwiesen! zu meinem Leben segeft du jetzt einen neuen Tag hinzn; sei doch dafüir Zweiter Theil. Morgenlieder. 257 gepriesen! durch dich bin ich! und ich| deinem Angesichte ich ein Kind des merke neue Stärke. Dich erhebe meine Lichtes bin, und den angebrochnen Bunge, weil ich lebe. Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 3. Berleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe. Prüfe, fiehe, wie ichs meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stärken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red und thu, alles, Herr, regiere du, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 4. Ich bin ein Chrift, o Gott, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 476. Mel. Werde munter, mein. 116. err! es ist von meinem Leben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Tren erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Wacht hat diese Nacht mir 6. Sollt ich heut in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gib dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Netze stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage sein, mache nur, daß ichs ertrage, so find ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trübfal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich meiner Seele an. Reiß mich nicht in Sünden hin, wenn ich reif zum Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. Mel. von Nr. 463. kommt mir schon dein Segen mit 477. der Morgenröth entgegen. weicht! den Tag hab ich erreicht, die Sonne schau ich wieder! erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, müß euch anjetzt gelingen. 2. O wie theur ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte keine Plage fich genaht. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. 2. Was nur mein Auge steht, ist um die Weit bemüht, dich, Höchster! Laut zu preisen; dir Ehre zu erweifen, fei dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig sein, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 3. Du, Herr, haft mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entfommen, von dir in Schuß genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf so 4. Ist mein Auge nunmehr lichte, gütig meinen Lauf; lässt mich so so erleuchte meinen Sinn, daß vor manche Gaben aus deiner Fülle haben; 17 258 Zweiter Theil. gönnft mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig sein. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret; du hast mir Leib und Leben und diefe Seel gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte: so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was du haft angefangen, das laß zum Ziel 9. Da ich selbst nichts vermag, so wollst du diesen Tag nach deinem Nath mich leiten; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Baterhände. Morgenlieder. Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre! Dreieinigs Wesen, höre! 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! da kannst ins Herze sehen; ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd ich dort oben dich erst recht würdig loben. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 478. W ach auf, mein 6. Dein Werk wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und amich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollst mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich be reiten! Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort fei meine Speise auf meiner Pilgerreise. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 479. Gott des Himmels und der Sohn - und heilger Geift! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, deffen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß dn mich in dieser Nacht vor Ge fahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Baterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; fei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; unter deinem Schut allein kann ich froh und sicher sein. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab und bin, meinen leib und meine Seele, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil mein Schild und Ruhm! segne mich, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bededtest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen, die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dant, zumdein Eigenthum. Zweiter Theil.- Abendlieder. 259 7. Du wollst deinen Engel senden, 8. Höre, Gott, was ich begehre, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in den Tod. Sterb ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh. und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Bater, Sohn und heilger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würdger an. ELDS 480. 34) Abendlieder. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden 481. Fr o fliehen unsre Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du mur bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor follte mir denn graun? mich schützet deine Macht. Thi G 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. stoor O Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. 255. ür alle Güte sei gepreift, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dant, den Lobgefang, den ich dir kindlich finge. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschüßzet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschent; der Geist, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sütnden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden! Mel. von Nr, 49. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Heue fühl ich fie. Doch mein 482. Gepriesen, Gott! fei Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich. dein Erbarmen, du Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gegeben. Herr, wir sinds nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn Ende währt. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bißt bei mir, und hilfft aus aller Noth. 2. Verzeih uns, Richter unsrer See len, die heut verletzte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih und geh nicht ins Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke dran! wer würd uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßen Schlummer 260 Zweiter Theil.- Abendlieder. zu. Wir liegen dann und ruhn im 2. Des Lebens Müh und Elend zu Frieden, denn unser Schutz, o Herr, versüßen, gibt uns der Herr viel bift du. Hilf Erbarmer! denen, die Freuden zu genießen; und welche Güter nach Ruh sich sehnen, die mit Angst schenkt er unsern Seelen! wer fanu und Müh ihre Nacht verbringen, fie zählen? und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröfte fie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber haft es uns verheißen, du wolleft allzeit bei uns sein. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirst erscheinen, dir entgegen gehn. Mel. von Nr. 16. 483. Der Tag ist hin, du aber, Seju, bleibe, entseelt, daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es geh auch, wie es geh! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenständiger! ich strauchle noch, 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden; er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Bater, deiner Treue! prüf unser Herz! es flehet dir voll Reue. Ach, laß es uns von dir im Glauben stillen, um Chrifti willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schützt uns, wenn wir hülflos liegen, und wir umhüllt von Finsterniffen, von uns nichts wissen. 4. Vergib mirs, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingeriffen: so ist mirs leid, ich stell mich wieder ein. Berwirf mich nicht; sei mein, so bin ich dein! 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckft du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit Heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. Mel. Werde munter, mein.- 116. 485. Werde munter, mein fromme Dankbegier, und erhebe Gottes Güte, die er hent gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor fo mancher Noth und Plag tren behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 5. Duschlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein im Schlaf auch Gutes schaffen! Werk durch dich gelungen, daß du Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! mich vor allem Leid und vor Sünden ich laß dich nicht, mein Fels! der gröbrer Art so gar väterlich bewahrt, Tag ist hin. die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. Mel. von Nr. 55. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was du, Herr, an mir gethan? Rechnung, 484. Entflohen find auch die ses Tages Stunden, Wort und Kräfte fehlen, fang ich an dem wir noch des Lebens Glück nur zu zählen an; deiner Wohlthat empfunden; mit frohem Dant laßt ist zu viel, ihr ist weder Maaß noch uns den Herrn erheben, durch den Ziel. Wär ich nur bei deinem Lie wir leben. ben dir in allem treu geblieben! Zweiter Theil. 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Sünd und Miffethat, die ich hent auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad, treibe ferner Satans Tüd, Gott, durch deine Kraft zurütd; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd und Leid zu bringen. 5. Sieh, ich fall in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schau, voll Reue komm ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verlängne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. O du licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! bir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib bei mir, Herr Jesu Chrift, da es Abend worden ist! tröfte mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab und Gut, meine Freund und Hausgenoffen sein in deinen Schutz geschtoffen. 8. Ach! bewahr uns doch vor Schrecken! schütz uns doch vor Ueberfall! laß uns feine Krankheit wecken! treibe weg des Krieges Schall! wend ab Feu'r- und Wassersnoth, Pest und bösen schnellen Tod! keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben! 9. D, du großer Gott erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rath. du werther heilger Geist, stärk mich, der du Beistand heiffft. Herr! erhöre dies mein Flehen. Amen! Ja! es soll geschehen. - Mel. Werde munter, mein.-116. 486. Auf, o Seele, werde Abendlieder. 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sei, mein trener Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ichs schon nicht werth, dennoch mein Gebel erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 3. Gib mun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Seel und Leib befehl ich dir. Walt allmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen. 261 fen, Räuber nicht, nicht Feuersgluth 4. Ach, laß uns fein banges Schref plötzlich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so seis nicht zum Verderben. 5. Höre, Vater, ach erhöre was jetzt mein Gebet begehrt. D, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es mir in dir gewährt. Heilger Geist, laß mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich baun. Hör, Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. 487. chon ruhet auf den Feldern, in Städten und in Wäldern ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. vermissen unsre Gränzen, uns deckt die 2. Der Sonne Licht und Glänzen dunkle Nacht. Fahr hin, du irbsche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz mur hell und heiter macht. 3. Was jetzt der Leib noch träget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zich ich einst aus; daimmer deine Pflicht; denn die Sonne den Rock der Ehr und Herrlichkeit. geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret, hent auch Freud und Trost gewähret, vor Gefahren mich geschützet, meine Schwachheit unterstützet. 4. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 262 Zweiter Theil. 5. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Ruh begehrt. Einft wird nach allen Sorgen euch, bis auf jenen Morgen, im Grab die stille Nuh gewährt. 6. Die Augen stehn verdroffen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Ifrael. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß teine Noth mich wecke, kein Unfall, teine Pein. Mein Sesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager ficher sein! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre fein Betrüben, fein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen! ench schütze seiner Engel Schaar! Abendlieber. und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? - Mel. Ach Herr, mich armen S.. 67. 488. Mie lang barf ich noch säumen! Gott, stärke meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Netze reißt; hilf für mein Bestes sorgen, verändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. 2. Das Licht seh ich verschwinden, die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden sein; streich sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Gesetz mir droht. 3. Wenn heut, Herr meiner Sahre, mein letzter Abend ist: gib, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. ANCA Prüfung am Abend. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. er Tag ist wieder hin, 489. Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächti gen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? fühlt ich der Freundschaft Glüc? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner vergib Seelen. Vergib durch Christi Blut gehe du nicht mit mir ins Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; du liebst Barmherzig keit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir! leb ich, so leb ich dir, sterb ich, so sterb ich dir! 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Pfalm. Mel. von Nr. 42. Die 490. Mie lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! o gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geift, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt; es gibt uns Trost auf Triibfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt; es gibt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen; du, Herr, gibst ihnen Gnad und Ehr; und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glütd nicht mehr. Was du verheißest, hältst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt. Mel. von Nr. 55. 491. ies ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch unser Tempel schall von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geiftes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bächhe fließen, und wo dein Heil von 263 der Erlösten Zungen froh wird be fungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heilges Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 6. O, laß auch heute deinen Geift mich lehren, vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte; er bring mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müff er mir stets heilig werden! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! Mel. von Nr. 436 492. D Gott! du bist mein Preis und Ruhm. Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig sein, und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wenn ich mit deiner ChristenSchaar zu deines Hauses Stätte geh, daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seift, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nutzen hör. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer sein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. 264 3weiter Theil. Von dem öffentlichen Gottesdienste. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu| daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, meinem Segen feiern mag. Bewahr Lieb und Hoffnung reichlich mehr. mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht; fei unser Trost in aller Noth; stärf uns im Leben und im Tod. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Der 50. Pfalm. Mel. von Nr. 234. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. und der Erde 493. Dagbes Herrn, Ge- daß die Welt gerichtet werde; mit ies, Christen, ist der 494. Der Herr des Himmele schäft und Müh sei von uns fern! fommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preist und lobt ihn allesammt. strahlenvollem Angesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd und Himmel hören: mich foll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seine Rache sich erhebt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 2. Gott wird nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen. Erzittre, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, des, des sind alle Himmel Zeugen; ihr Born ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter sein; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen; ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in euerm Lobgesang. Zu mir nur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten; vergeßt nur euern Retter nicht; mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Bernehmt mit Ehrfurcht, Men schenkinder, was Gott Jehovah zu dem Sünder, der kühn den Bund der 5. Erkennt, um ench voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich schützet und ernährt, und manches Unglück von uns fehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trütbsal und Gefahr uns treu bewahrt, so manches Jahr: 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig sein, und mach uns von den Sünden rein. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 11. O heilger Geist! laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, Zweiter Theil.- Von der Selbstliebe. 265 Gnade bricht, mit Majeftät und Eifer| erzeige, so meinst du, ich sei gleich ſpricht: wie wagſt andern schärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? wie du, und fähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donnre dir ins Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 7. Du spielest nur mit Treu und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Chron schau ich herab auf dich, den Schänder keuscher Chen; du meinst, ich werde dich nicht fehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm ich, euch hinwegzureißen, euch, Born gefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten kann. Dnehmet meine Warnung an! 11. So finkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen; süß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit 9. Das thust du, Sünder, und ich neuen Missethaten nicht: dann schau schweige; und weil ich Langmuth dir mein freundlich Angesicht. 8. Du wagft es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ift. Berläum dung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 36) Von der Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 5. Nie blende mein Gemüth der ein Will ists, großer Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit sid 495. selber lieben. O laß mich diese Pflicht immer. Was hilft uns kurze Luft? nach deiner Vorschrift üben, und Was hilft uns eitle Pracht? Nicht schränke selbst den Trieb, froh und ein vergänglich Gut ist's, was uns beglückt zu sein, den du mir einge- glücklich macht. pflanzt, in heilge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 3. Kein schnöder Eigennutz behersche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glüd, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. 7. O felig! wer danach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh und einst vollkommne Seligkeit. 8. Das sei mein Zwed, mein Fleiß. O segne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gib, daß ich mich so lieb, als dir es wohlgefällt. is tud 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 266 er bin ich? welche 497. Hich der Zugend diene, Mel. von Nr. 265. err! lehre mich, wenn 496. wichtge Frage! Gott, lehre fie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit fage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer fich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. daß nicht mein Herz des Stolzes sich erfühne, nicht auf sie sicher und vermessen sei. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann sind sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll ichs ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaßnen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Befenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh, und ob ich auch im Glauben steh. 4. Du kennest unsers Herzen Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich, mein Gott, vor dir gesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes sorgen? was ist, das den zur Beßrung treibt? sich selbst recht kennen ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. tisar 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib mir zur Befrung Luft und Kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 8. Sch muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. D laß michs nicht bis dahin sparen, wo Neue nichts mehr helfen kann. Herr! mache mich schon hier recht flug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend; gedenke nicht der unvollkommnen Tugend der reifern Jahre meiner Lebenszeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend ftrebe, aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ergebe: was ist vor dir, Herr, meine Frömmigkeit? 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu sein; wenn ich die Rach aus Eigenmußze haffe; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur verlasse; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, Gott, wie oft sind unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre: wer hätte Recht zu diesem Eigenthum? wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam sei mein Ruhm? 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab mir Zweiter Theil. Von der - Von der Sorge für die Seele. 267 Kraft, es freudig auszuüben? wer gab und mein Leben ward mir von dir mir in Versuchung Schild und Sieg? gegeben, und ohne dich vermag ich Weß ist die Quell, die mich mit Weis- nichts. heit tränkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes kräftgen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabst mir zur Beßrung deinen Segensblick. 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ewgen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnützer Knecht. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mirs? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, be wogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig sein. O, laß michs nie vergessen; so werd ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. 6. Das nützlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zuge wandt, dein treuer Knecht zu werden: 498. Mas das sei mein Fleiß auf Erden; dazu du Bater alles Lichts. Mein Dasein gib Demuth und Verstand. Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. as ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, - 38) Von der Sorge für die Seele. Mel. Kommt ber zu mir, spricht. 238.| diesem Ziele führen. O laß mich nicht err! meiner Seele gro- durch eigne Schuld das Heil, das deine 499. ihr dein theures Wort erklärt, laß mich 5. Mit dir, o Gott, vereint zu mit Ernst bedenken, und auf die sein, mich ewig deiner Huld zu freun, Sorge für ihr Wohl so unermüdet und dich zum Troft zu wählen, das als ich soll, den größten Eifer lentken. sei mein Fleiß und höchster Zwed! 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! laß mich dazu den rechten Weg aus welch Glück haft du ihr zugedacht! Leichtsinn nie verfehlen. wie viel an sie gewendet! du schufft 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor fie, Gott, dein Bild zu sein, und dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in haft, vom Fluch sie zu befrein, selbst mir ein Herz, das Sünden hasset; deinen Sohn gesendet. das seine Schuld vor dir berent, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung faffet. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb; und was ich hier im Fleisch noch leb, laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet haft, und dich für mich dahin 4. Mit großer Treue willst du sie selbst durch des Lebens kurze Müh zu gegeben. 268 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft| 7. Doch, was vermag ich, wenn laß mich, gestärkt durch deine Kraft, du nicht vor Trägheit mich beschüßzest nach jenem Kleinod trachten, das mir und mich zur Treu in dieser Pflicht, dein Ruf vor Augen stellt, und alle mit Kräften unterstützest? O stärke Leiden dieser Welt wie nichts dagegen mich, mein Gott, dazu, so find ich achten. hier schon wahre Ruh, und dort das ewge Leben. 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! schon hier wird dann mein Herz sich freun, in dir, Gott, ruhig leben; und nach vollbrachter auch mich gewiß zur Herrlichkeit in 501. bedenten, was wahr Mel. Freu dich sehr, e meine S.- 29. ehre mich, recht deinem Reich erheben. hafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so die Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 500. Nach meiner Seelen Se- Welt ohne Grund für Weisheit hält, ligkeit laß, Herr, mich fördert nicht mein Wohlergehen, und eifrig ringen. Sollt ich die kurze wird nie vor dir bestehen. Gnabenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd ich einst vor dir bestehn! wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewonn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mirs? kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine nad ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufrieden heit schon hier in diesem Leben? was tann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf ienes Lebens Freuden! 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst besteh, sei meine größte Sorge! 2. Weisheit ists, wenn unsre See len sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht fich anvertraun; denn, die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Behrung streben, und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlsein achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld sie ehren. Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 269 7. Weisheit ist es, ftete bedenken, 8. Einst läß'st du im Gewissen mir daß wir hier nur Pilgrimm' sind; diesen Troft genießen, wenn alles von Wunsch und Hoffnung dahin lenken, mir weicht; wenn ich den Lauf vollwo die Seele Ruhe findt; seine Augen endet und sich mein Leben endet: so unverwandt nach dem ewgen Bater- wird mir selbst das Sterben leicht. land richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommit von dir, Gott, verleihe sie auch mir! 9. O, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Verdammlichs an mir sei. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. laß fie mich zu allen Zeiten auf den 503. welch ein unschätzWeg des - Vom Gewissen. Mel. Welt, ich muß dich laffen. 48. 502. Ein Gin ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genießen. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd meine Thorheit sein! - 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und feine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt uns die Bollbringung nicht! ein rein Gewiffen; wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müffen. Sein ruhig Herz erzittert nicht, ihn schreckt tein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, im Blick auf deine Gnade, dann wohnet Fried in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Borsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hüttet sich vor Ulebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Ünschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht felbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei befliffen. Mit dir, Gott, ausgesöhnt zu sein, dein heilig Recht nicht zu ente weihn, das sei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf feine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld, voll Reu und Glauben 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhigs Herz. Das schaffet innre Freuden felbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlöften, sich deiner Huld zu trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein? suchen. 270 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 7. Mit deiner Gnade tröste mich verschmerzen, und sieh, dein Herz und stärke meine Seele, daß sie vor wallt auf und dräut, und schilt fo Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz lieblos und so hart, als es zuerst gefehle. Denn, wer nur reines Herzens scholten ward. ist, hat immer auch durch Jesum Christ, zum Troft dich, Allerhöchster! 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? - Von der Wachsamkeit. Mel, von Nr. 72. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust ftirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung T nd; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit, und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen 12. Sei nicht vermessen! wach und ein Tausch der Triebe der Natur. streite; denk nicht, daß du schon gnug Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht gethan. Dein Herz hat seine schwache quälen, und dämpfst ste; doch du Seite, die greift der Feind der Wohlwechselst nur! dein Herz fühlt einen fahrt an. Die Sicherheit droht dir andern Reiz, dein Stolz wird Wollust den Fall; drum wache stets, wach oder Geiz. überall. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, scheint. was andern 7. Der Trieb des Neids, der Schmäh- 505. Davette, jo gib, Herr, ich Seele sucht Triebe, erwecken dir so manchen Feind. Du wirst behutsam, schränkst daß ich bet und wach! wenn ich dich dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nicht zum Beistand hätte, wär ich zum nur den Schein. Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. Cof 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 11. Du bist gerecht: denn auch bea scheiden? liebst Mäßigkeit: denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden: vergibst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; legt sollst du eine Schmach Mel. Wer nur den lieben Gott, Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 271 fällt: wird darum nichts mein Herz 6. Du mußt mit der Wachsamkeit berführen? Ach, jedes Herz hat seine das Gebet verbinden. Was uns Stärk Welt. Den, welchen Stand und Gold und Kraft verleiht, ist bei Gott zu nicht rührt, hat oft ein Blick, ein finden. Geist und Wort hilft dir Wort verführt. fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeihn, wenn du bittest, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Noth dich stärken. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugend- 8. Auf denn! du mußt immerdar haft. Kaum lachet uns die Welt ent- wachen, flehn und beten, und, vergegen: so regt fich unsre Leidenschaft. mehrt sich die Gefahr, immer brünstWir werden im Geräusche schwach, und ger beten. In der Noth, in dem geben endlich strafbar nach. Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht mir den Mel. Straf mich nicht in deinem. 302. 506. Mache dich, mein Geift, bereit; Wachen, Flehn und Beten stärket uns zu jeder Zeit, hilft in allen Nöthen. Satans Lift kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun felbft dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans List dich zu schweren Sünden. Er fann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, übergibt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 20 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge; oder, wenn Sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach und sich, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 5. Wach und gib auf dich selbft acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht lann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. O, es ist voller Lift, fann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. Mel. Vater unser im Himmelreich.- 120. 507. Hier ist noch unsre Brlifind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt, das schwache Fleisch sich selbst verstrickt, die Sinne iedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Chrift, sei im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemüthn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, und ein Netz bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher hier? Schein oft ihre Lafter künstlich ein, 4. Die Welt hillt in der Tugend preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Shr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern! Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu sein begehrt. 272 Zweiter Theil. 6. Du Jesu! mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein, dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht laß von dir. SCO 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh. NOVE Von der 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starter Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz fich fest bis in den Tod. 39) Von der 508. Wię Sorge für den Leib. 9. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt und überall mich Angst um ringt, bleib ich doch stets in deiner Hand. Ich halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam sein. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 11. Du bist es auch, dem ich vertrau, so lang ich noch das Elend bau; bis dort, wohin mein Herz fich sehnt, die Sieger Preis und Ehre Frönt. Herr! steh in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei. Sorge für den Leib. Mel. von Nr. 72. Mie mannigfaltig sind die Gaben, wodurch uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geift als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den traubenvollen Reben mit fegensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so befiegen, daß sie zum Schwelgen mich 509. bewegt. deiner frenn, mich mäßig im Genusse sein. 4. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist er quicken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. geschäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zank, und hindert den Gott schuldgen Dank. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erforen, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Küste taugt. Gott! laß mich ja dies Lafter scheun, und mäßig stets und nüchtern sein. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft ge schehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquichung gibst. Mel. von Nr. 234. De er Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust fürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und 5. Die Schwelgerei raubt uns die Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Kräfte zu dem, was uns die Pflicht Der haßt sich selber, der sie übt, und gebeut; macht träge zum Berufs- sich in ihre Feffeln gibt. Zweiter Theil. Von der Sorge für den Leib. 273 3. Sie raubt dem Herzen Muth 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, und Stärke, schwächt den Verstand, o Gott, wie viel sind die nicht werth! der Seele Licht; sie raubt den Eifer wer taugt zu des Berufs Geschäfte, edler Werke, und Ernst und Luft zu jeder wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Pflicht; sie führt Neu und Gewissens- Ist nicht der Erde größtes Gut Geschmerz in das ihr hingegebne Herz. sundheit und ein heitrer Muth? 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bis Störer deiner Ruh, du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei stets auf meinen Geist ge richt't, daß er zum Himmel tüchtig werde, ch dieses Leibes Hülle bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. - 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sind sie vor dem Gewissen Schande, so noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand er ben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu sein mich stets bemühn. 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh, und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. Mel. von Nr. 234. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. es Leibes warten und 510. ihn nähren, das ist, 511. Mas ist mein zeitlich Leben, das du mir, o Schöpfer, meine Pflicht, muth- Gott, gegeben? Ein unschätzbares willig seinen Bau versehren, verbietet Gut. Du gabst mirs, hier auf Ermir dein Unterricht. Ostehe mir mit den zum Himmel reif zu werden, Weisheit bei, daß diese Pflicht mir worauf mein wahres Glück beruht. heilig sei. 2. Sollt ich mit Vorsatz das verletzen, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt ich gering ein Kunststück schätzen, was du, o Schöpfer, selbst erbaut? Wes ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je größer wird mein Glück dort sein. 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? O Herr! laß mir, im Glauben der fünftgen Erntezeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undant deine Güte. Ein 18 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Baterhand die Mittel, die dazu uns nützen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es sein? 274 3weiter Theil.- Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. redliches Gemülthe verläßt ja feinen Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir Boften nicht. hier zum Dienst ergeben. Hilf uur dem guten Willen auf. 7. Was nüßt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 5. Gib, daß ich flüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Baterhände befehl ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. 8. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. ohl dem, der befre o 512. Laß mich doch wichsen 513. Schätze liebt, ale den Schäßen Woh Mel. O Gott, du frommer Gott.- 14 IM dieser Erden so meine Neigung weihn, Schätze dieser Erden! wohl dem, der daß sie mein Abgott werden! Oft sich mit Eifer übt, an Tugend reich fehlt beim Ueberfluß doch die Zufrie- zu werden, und in dem Glauben, deß denheit, und was ist ohne sie des er lebt, sich über diese Welt erhebt. Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell verlierts oft der, dem der Besitz gelingt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser 3. Ein Gut, das unsern Geist wahr- Zeit mit ganzer Seele schmachten, haftig soll beglücken, muß nicht ver- nicht erst nach der Gerechtigkeit und gänglich sein, und für den Geist sich Gottes Reiche trachten: ist dieses schicken. Der Thor hat Geld und eines Menschen Ruf, den Gott zur Gut; er hats, und wünscht noch mehr; Ewigkeit erschuf? noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald praf fend sie verzehrt, bald geizig fie be wacht, und bald mit Fluch vermehrt. 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Ein weises frommes Hers, das sei mein Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum seligften Gewinn bis in die Ewigkeit. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Bergnügen? Nur füße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geiftes Kraft zu ergen Gütern hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken, Zweiter Theil.- Von der Arbeitsamkeit zc. 275 und in des Unglücks Gegenwart den Herr, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Ruf zur Hillf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Neiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habft sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, chrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern und haffe. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut! Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? verführt mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu setzen was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt, wie strafbar würd ich handein! 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab ich nur, Höchster! deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld: was fehlt dann meiner Seele? 1 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er keinen Sünder. 6. Mel. Es ist das Heil uns kommen. laß mich 7. mich 514. Herrissenhaft mein zeit- die Gitter nie verschwenden, die du lich Gut verwalten. Gib selbst mir mir gabft, in dieser Zeit sie nützlich Weisheit, gib mir Krast, damit so anzuwenden. Gib mir die Klugheit, hauszuhalten, wie es mir nützt und daß ich hier dadurch dem Nächsten ſo, dir gefällt, damit ich nicht in jener wie mir, des Lebens Mith erleichtre. Welt an ewgen Gütern darbe. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gib, 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zn niißen, daß ich einst erfreut noch Segen davon ernte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. Mel. Ge in gerillich an der Zeit.- 30. nur unternimmt, wird, wenns mit 515. Gott ott ist's, der das Ver- seinem Willen stimmt, nicht ohne mögen schafft, das Fortgang bleiben. Gute zu vollbringen. Er gibt zur 2. Wer das zu seinem Hauptzved Arbeit Muth und Kraft, und läßt macht, vor ihm gerecht zu werden, fie uns gelingen. Was man mit ihm und erst nach seinem Beiche tracht't, 19* - 276 Zweiter Theil.- Von der Arbeitsamkeit. dem gibt er auch auf Erden vom irdschen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunft ihnen schaden? Mit er sie, und 119. net bei des Lebens Müh ihr Herz 517. 3 Müßiggang, find wir, Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. ur Arbeit, nicht doch mein Lebenlang kein Knecht der o Herr, auf Erden. Drum laß mich Trägheit werden. Gib mir Verstand Weisheit segne mich, daß und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O slöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. mit Troft und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll Muth mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sei; dein Segen kröne meine Treu, daß sie auch andern nütze. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. 1 8 Mel. O Gott, du frommer Gott. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, verschwenderisch die 516. Dpflicht zur Arbeit auf- ur Bergnilgen ſein, mich den Geerleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Der träge Müt- schäften ganz zu weihn, die du mir Biggang ist dir, o Gott, verhaßt, für auferleget. uns der Laster Netz, und unserm Nächsten Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit saurem Schweiß benetzt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. 4. Ach! fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Laft, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitten Nahrungssorgen. Gib mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhu. - 3. O Herr! vor träger Weichlichfeit wollst du mein Herz bewahren, meine Kräfte sparen. Erholen werd so werd ich aus Gemächlichkeit nie ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. 5. Ein heilger Tricb belcbe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten frent, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln, mein Leben deinem Dienst zu weihn, so nützlich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthum. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit zc. 277 7. Dir zu gefallen, sei mein Zwed 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, bei allem, was ich thue; so wandle ich dazu mich, Herr, auf Erden dein den rechten Weg zu der Gewissens- weises Allmachtswort erschuf, doch ruhe. Denn, wer dir, Heiligster, eine Leiter werden, worauf ich einst mißfällt, was mütet dem die ganze in jener Welt, die höheren Beruf Welt mit allen ihren Schätzen? enthält, zu höhern Würden steige. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. 9. Hier hab ich gnug. Laß mich mur 518. Gott! bu bleibst ewig mit den Frommen zu dem Genuß der Mel. von Nr. 55. du unsrer Meister. Wie thöricht handeln un zufriedne Geister! sie quälen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, völlig erfüllet. Mel. von Nr. 46. mit Klagen den Gott, 2. Was helfen uns die ängstlich 519. Entehre nicht, mein Herz! bangen Sorgen für den noch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? der dich zum Glück erschuf. Die Müh des Lebens zu ertragen, und froh zu sein, ist dein Beruf. 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau ich dir, und geh auf deinen Wegen: so wirst du mir, auch ohne Sorg und Krän- verband. fen, was nützlich, schenken. 4. Sie gibt dir Munterfeit und 5. Bin ich getreu mit dem verlich- Kräfte, und nährt und stärkt sie väternen Pfunde, und harr ich nur der lich; sie brauchen, dies ist dein rechten Segensstunde: so kommt sie, Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm und dann werden meine Thaten zum für dich. Glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sei der Anfang und das Ende! gib guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles 3rdische, erquicken, und stets beglücken. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbft hat dir dein Loos beschieden. Nimms dankbar aus der Borsicht Hand. Erfitlle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos 5. 3war jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? denk: wer ist Gott und wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir nützet, und was dem Nächsten nüßt, als du? wenn er dich führt, regiert und schüßzet, was fehlet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück, ste seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward kein Ueberfluß gewähret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 278 braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. 9. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. - 10. In Demuth laß mein Herz sich fiben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, müß ewig meine Wollust sein! Mel. O Welt ich muß dich lassen. 520. Mill mich, o Gott, hieLaft ermilden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Triibsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Die Laften, die uns pressen, haft du, Herr, abgemessen, so groß sie immer fein. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 4. Sa, wenn ichs recht erwäge, so finds nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sinds, nur Ruthen, womit du, bloß zum Guten, als Bater deine Kinder schlägst. - 48. - 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, vergällen uns die Luft der Welt. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch traun auf deine Baterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch schei den von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgehn. 8. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu Seligkeiten hin. 9. O! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- - 255. 521. Sei, Seele, stark und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Bes fiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohnges fähr, die Hand des Höchsten schickt es her, sein Rath hats so ersehen! drum sei nur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich sein. Gott fann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Nuh, und einst mit ewger Freude. 5. Drum hab, o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durchs Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist getreu, und stehet dir als Bater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. És haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wissen? 8. bet, und sich auf deinen Gott, in aller deiner Angst und Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will ist gut, behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden! Hilf, den du liebst, und prüfend übst, den Unmuth überwinden und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. ge522. Ein Herz, o Gott! in duldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. wenn ich die schweren Lage standhaft 523. Ich hab in guten Stunertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unsrer Sünden läß'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu haffen, züchtigen laffen. 5. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, die ser Zeit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlöften ficher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraum, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 279 zu empfahen, und mit dem Troft der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 12. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, be schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Troft und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. 9. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Mert auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Be 524. W rather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirft, was seine Wege waren, nachmals erfahren. Neue Mel. oder Sei zufrieden. arum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel 280 Zweiter Theil.- Von der Zufriedenheit rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, hülfelos, arm und blos einst ans Licht getreten; nichts nehm ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. - 267. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und 525. W wohlgethan, es bleibt Mel. Was Gott thut, das ist. as Gott das ist Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm ers hin, ich preis ihn doch durch meine Lieder. Wie er fängt gerecht sein Wille. stille; er ist mein Gott, der in der meine Sachen an, will ich ihm halten Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er läsfet mich nicht fallen, er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nützet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stützet! ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß fie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod betriegen, Christi Blut, und sein Muth hilft auch den bestegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endigt dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfrenden. 9. Dann werd ich mit bessern Schäzzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergeßen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. - 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuletzt mich doch ergetzt mit süßem Troft im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. von Nr. 72. nichts verborgen, was Freuden! du bist mein, ich bin dein; auf der ganzen Welt geschicht, was 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller 526. Perborgner Gott, dem und Geduld im Leiden. 281 follt ich wie ein Heide sorgen, als daß ich gelassen sie ertrage, und machst wüßtest du mein Elend nicht? ver- zuletzt doch alles gut. Auf Kummer stellet gleich dein Antlitz sich, dein folgt zufriedner Dank, auf Klagen Herz meint es doch väterlich. froher Lobgesang. 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir fünftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge fiehet aus der Höh und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, haft du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hafts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht fefte glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts rauben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfüllen, du hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getroft und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! 4. 3u ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zei ten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Batertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet, den Muth, 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinen Trost. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege steh fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. Ofieh dahin zu allen Zeiten, in eigner und gemeiner Noth, im Glücke und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts gibt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth Mel. von Nr. 234. as ist mein Leben auf bist bei Das 527. W der Erde? ein Wechſel mich! wer deſsen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. ists von Luft und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanfteste Bufriedenheit. Hier wohn ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. Mel. O Welt, ich muß dich lassen.- 48. 528. Was ifts, daß ich mich quäle? harr Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 282 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 3. Die kleinste meiner Sorgen ist sehr veracht't! und doch trug er dies dir, Gott, nicht verborgen, der alles alles gern. Gib, daß ich folge meifieht und hält; und was du mir be- nem Herrn. schieden, das dient zu meinem Frieden, wäre auch die größte Laft der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geift, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei Leiden zu meiner Beßrung fruchtbar 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens mir von dir gewähret! Gott, du ge- fein, so geh ich zu des Himmels währst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schäz- Dort wird mein Leben ohne Pein, und Freuden durch dieser Erde Trübsal ein. zet, sei, Herr mein Gott, mir ewig ohne Leid und Thränen sein. fern! - 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahreft mich. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. as ist das Leben hier 529. Was auf Erden? Wo ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Trübsal und Mühseligkeit? Du legst in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind tren gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie haft du doch durch Leidenswege so manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Laft ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Troft erquickt? 5. Er ward beleidigt ohn Vergelten, gegeißelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten; ohn Widerspruch zum Krenz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 7. Drum laß mich mit dem fiegen: Gott gibt nach kurzer Pri fungszeit das allerfeligste Bergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Berschmachte Leib! stirb und bergeh! ich weiß, daß ich einst aufersteh. Trost in geistlicher Schwermuth. 530. D u flagst, o Chrift! in schweren Leiden, und seufzest, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir verge ben? hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn? wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 4. Zum Dulden führt dein Ruf der 3. Mühselig, sprichst du, und be Gnaden, der uns zu Christi Gliedern laden, hör ich den Trost vom Wort macht. Wie schwer war der nicht der Gnaden, und ich empfind ihn nicht; hier beladen! wie hart verfolgt! wie bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich eeds to be und Gebulb im Leiden. dic 283 asi bet, und kann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. 12. 3war ist um Troft dir jeto bange, denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. nachmals wird sie friedsam Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. Doch geben 4. Sonst war mirs Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfülllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ichs nicht zu Herzen faffen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl ich Zweifel, die mich quälen, heul oft vor Unruh meiner Seelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn. 6. 3ag nicht, o Christ, denn deine merzen sind sichre Zeugen beßrer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint. 13. Fahr fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen, sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 14. Auf, faffe dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten, so harr ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlösten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu Trost in Dürftigkeit. nennen, als durch den heilgen Geift. 531. De nicht diesen gen? er ists, der dich nach Gott A perlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Bertrau auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes wahres Glück? Gnade sei. 3. Nie schenkt der Stand, nie schen10. Vor Sicherheit dich zu bewah- ken Güter dem Menschen die Zufries ren, läßt er dich seine Streng erfah- denheit. Die wahre Ruhe der Gemilren, und schickt dir diese Last. Er ther ist Tugend und Genügsamkeit. reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du haft. 4. Genieße, was dir Gott beschie den, entbehre gern, was du nicht haft. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen; so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde sein. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. u klagst, und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. 2. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk in Klagen auch zuritd. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein 284 3weiter Theil.- Bon dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich erkühnen,| deines Stands Geschäfte, und nüße daß seine Liebe dich vergißt? er gibt deine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; besorge 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott.— 7. 1 532. G s eilt der lette von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei. Erkauf die Zeit! und statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch sie treu! nimm mit ertenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; fie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! bist 533. M TO du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr?" Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nützen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er rust dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ist Noth! was säumest du? as sorgft du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelaffen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück befizen, verlieren, als verlörst du's nicht. 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts ver- 2. Der Tod soll dich nicht traurig borgen; ich bin vor deinem Angesicht, schrecken, doch, dich zur Weisheit zu and will, mich deiner Huld zu freun, erwecken, soll er dir stets vor Augen mein Leben gern der Tugend weihn! sein. Er soll den Wunsch zu leben 6. Erleucht und stärke meine Seele, mindern, doch dich in deiner Pflicht weil ohne dich sie nichts vermag. Du nicht hindern, vielmehr dir Kraft gönnst, daß ich mein Heil erwähle, dazu verleihn. aus Guade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sei wacker, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär auch fern: sei fromm und wandle vor dem Herrn! 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzenstündiger. In deine trenen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage find. Sprich: sollt 7. Wohl mir! wenn ich aus allen ich Gutes wohl verschieben? Nein, Kräften nach Gottes Reiche hier gemeine Zeit, es auszuüben, ist kurz strebt, in Gott gefälligen Geschäften die und sie verfliegt geschwind. und der zubereitung zum Tode. 285 4. Denk an den Tod, wenn böse 2. Daß du, o Höchster, meinem LeTriebe, wenn Lust der Welt, wenn ben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. und daß die Zeit, die mir gegeben, Sprich: kann ich nicht noch heute vielleicht gar bald ein Ende nimmt: sterben? Und könnt ich auch die Welt das flöße mir die Weisheit ein, stets ererben, begieng ich doch solch Uebel nie. auf mein Heil bedacht zu sein. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrüdt. 6. Denk an den Tod bei frohen 4. Nicht auf der Erde, nein, mur Tagen. Kann deine Lust sein Bild droben bei dir, Gott, meiner Seelen vertragen, so ist sie gut und unschulds- Theil! ist mir das Beste aufgehoben. voll. Sprich, dein Vergnügen zu Dort ist für mich vollkommnes Heil. vermehren: welch Glück wird Gott Da, wo mein Schatz ist, sei mein Herz; mir dort bescheeren, wo ich unendlich Herr, lenke selbst es himmelwärts. leben soll. 7. Denk an den Tod; wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? ich seh ihn doch nach dem Erblaffen; dann zeigt er mir sein Angesicht. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1 47. 10. So fuche dir in allen Fällen 535. Herr! ich hab aus deiden oft lebhaft vorzustellen; zum wirst du ihn nicht zitternd scheun; Heil, noch Zeit in Händen. Gib so wird er dir ein Troft im Klagen, doch, daß ich sorgsam sei, sie auch ein weiser Freund in guten Tagen, weislich anzuwenden; denn wer weiß, ein Schild in der Versuchung sein. wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. auf Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 534. ¹ u, Herr und Meister weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. 6. Willst du mich länger leben las sen, so laß es mir zum Heil geschehu. Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich erge ben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sei nur mein Trost, so gnüiget mir. ewig uns verschwunden. Niemals fehrt ein Augenblick, uns zum Heil davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott och nie vergessen, wie 286 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, Lern unschätzbar sei die Zeit, die du uns deine Zeit ist Gottes Sache. hier zugemessen; wie, was hier von nicht nur den Tod nicht scheun, lern uns geschieht, ewge Folgen nach sich auch seiner dich erfreun. zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich soll. Mel. von Nr. 13. 6. Laß mich meine Beſserung für 537. Wie sicher lebt der Menſch, sein meiner Heiligung mit so trenem Eifer ben ist ein fallend Laub, und dennoch trachten, als erwartete noch heut schmeichelt er sich gern, der Tag des mich Gericht und Ewigkeit. Todes sei noch fern. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nüglich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah! 2. Der Süngling hofft des Greifes Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irr thum wahr. 6. Uleberwind ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig iſt. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihm folgt und sich vom Bösen fehrt; ein gläubig Herz, von Lieb 5. Daß du dieses Herz erwirbst, erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. fürchte Gott, und bet, und wacje. 9. Die Heiligung erfordert Mith; Sorge nicht, wie früh du stirbt; bu wirkt sie nicht, Gott wirket sie. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. eine Lebenszeit ver536. Mei streicht, stündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier annoch zu leben habe? denk, o Seele, an den Tod! säume nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Wür den, die die Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. - 3. Nur ein Herz, das Jefum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod verfüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. und der Zubereitung zum Tode. 287 Du aber, ringe stets nach ihr, als naht, je stärker steh mir bei! auf wäre sie ein Werk von dir. daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine letzte Zeit die allerbeste sei. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tods- Strahl der frohen Ewigkeit, der allen erinnerung. 5. Gewähr, eh noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geistes in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meinen Listen widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Mel. Entbinde mich, mein Gott.. 418. 538. Mein Lebensfürst, zeig Mel. von Nr. 110. Lichte, wie alles Irbische so gar ver. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das der Wallgänglich ist. Ja alles, alles macht zuletzt die Zeit zu nichte; und du, o Mensch, der du doch so gebrechlich bist, lebst ficher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk ich erst mit Klugheit meinen Tod. fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißts allein. Ich fann vielleicht der nächste fein, vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter fträflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge fet, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sei mein Will in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben stark, und in der Liebe treu, ich deiner Zukunft stets wachfam gewärtig sei. Rest der Luft zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade, sie wird mir mehr als Welt, und mehr als Leben sein. O führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlöst, in deinen Himmel ein. Dir übergeb ich mich im Leben und im Tod; im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh ich sterben muß recht abgestorben sein. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was beffers wähl, als Welt und falschen Schein, und so von ihr entwöhnt ich meinen lesten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 2. Bin ich erbaut aus besserm Zeug als andre, die an Jahren und Mun terkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. 3. Wenn ich die Gottesäcker feh und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh, in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts ge macht: so würd ich oft mit Schrefken mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vem Dunft der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Grä4. Gott, deffen Flügel mich in aller bern flug zu werden. Nur der ist Roth bedecken, je mehr der Tod fich weise, der bedenkt, wie viel von sei 288 3weiter Theil.-Bon dem rechten Gebrauch des Lebens, nem Tod abhängt, und der dazu in Docht verlodert, und mich Gott zur Beiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. Erinnre mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltluft mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten, auf solchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe, so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden schen, die das Gewissen schrecken und Todesfürcht erweden. Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemeßner Schritt. Meine Kraft entwickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich merk, indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 4. Menschen! was ist euer Leben, wenn ihr gleich so sicher seid! Stun den hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 7. Gib, daß ich dich mit frohem 5. Predigen doch meine Glieder mir Muth als meinen Gott betrachte, hin- genug von Sterblichkeit. Kraftlos gegen Freunde, Glück und Gut nicht legen sie sich nieder, wenn es jetzt als mein eigen achte: so wird, wenn der Schlaf gebeut, der durch seine mich die Zeit wegnimmt, die du zum Stärkungskraft ihnen neues Leben Abschied mir bestimmt, nichts, was mir schafft; doch bei aller seiner Milde hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. zeigt er uns den Tod im Bilde. 8. Dir sei es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer un ter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weggerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt ver läsfest du, willst du dich mit eitlen Dingen um dein Glück im Himmel bringen? 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus die ser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, son dern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. 540., err! lehre mich einmal ſterben muß, we wird ein 541. J heen, selbst nah am bedenken, daß ich will dich noch im Tod der Tod nicht fränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen, dessen Schein mich noch erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? was ist meine Lebenszeit? kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so vergänglich bin, wie geschwind mein Mel. von Nr. 42. Grabe preis ich dich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn, mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott! welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger! in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. und der zubereitung zum Tode. 3. Der Leib wird schwach; die irdsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott läßt. aus dieser Welt. Ich bin getroft und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbft? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrekken dräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele fink ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der ste zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, jelbst nah am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich vor dir leben. Wie fegnet dann dein Antlitz mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Chriftus, der ist mein Leben. m 542. ein Jesus ist mein 289 2.. Wer an ihn glaubt, wird selig, dies Wort steht ewig fest. Die Freu den sind unzählig, die es mich hoffen Leben, reißt schon der Tod mich hin. Was sollt ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du fennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich gnug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns. dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgteft meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O theure, hohe Gnade! o unaussprechlichs Heil! 10. Erlöser! fieh, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir ge schafft. 11. 3u dir, Herr! will ich flehen, so lang ich fallen kann. Du kannst mein Innres sehen und nimmst auch Seufzer an. 12. Du selber hilfft mir ringen; allmächtig hilsst du mir, ins Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. bald den schweren Lauf. Du nimmſt 13. O wohl mir! ich vollende nun in deine Hände den Geist, mein Heiland! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. Mel. von Nr. 37. dein Feind noch ist, mit Wohlthun Der er du die Liebe selber doch begegneft: o bilde meinen Sinn 543. bist, und gern uns nach dir, und laß mich doch, mein Menschen segnest; ja selbst demt, der Heiland, hier, wie du gewandelt, 19 290 Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. wandeln. Die können keine Christen| nicht bloß für mich; mein Nächster sein, die sich nicht andrer Wohlfahrt ist sein Kind, wie ich. freun, und menschenfeindlich handeln. - 3. Sein Heil ist unser aller Gut. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit Sch sollte Brüder hassen, die Gott war für die Menschen Segen. Dir durch seines Sohnes Blut so hoch folgten Lieb und Freundlichkeit auf erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, allen deinen Wegen. Wohin du giengst, und mich verfühnt, hab ich dies mehr gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein als sie verdient? Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Ärmen. 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmher4. O laß in meiner Pilgrimschaft zig ist, und nicht die rettet, die ihn mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle flehen. Drum gib mir, Gott, durch mich mit Luft und Kraft, dem Näch- deinen Geist, ein Herz, das dich durch ften beizustehen, betrübter Herzen Troft Liebe preift. zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu tlagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet und braucheft deine Majestät, nur Segen auszubreiten. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 545. Sib ib mir, o Gott! ein Herz, das jeden Menschen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennutz und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müß andern doch seine Brüder, der treibt mit stets mein Herz mit und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank Gottes Wahrheit Spott, und han- zu milder Wohlthat an; nein, was delt ganz dawider. Gott ist die Lieb, und will, daß ich den nächsten liebe, gleich als mich. ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst 2. Wir haben einen Gott und Herrn, dem Durstigen begegnet, ein Blick voll find eines Leibes Glieder; drum diene Troft, mit dem mein Herz Bedrängte deinem Nächsten gern, denn wir sind segnet; ein Rath, mit dem mein alle Brüder. Gott schuf die Welt Mund im Kummer andre stärkt, 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlig sei nie fürchterlich, und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die mur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. ( o jemand spricht, ich 544. - 26. - - Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. — 291 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Güte haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft beneiden. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und Gütigfeit dir ähnlich werden. Gib dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. nichts bleibt, so klein es ist, von dir,| Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott! du sprichst: ich will bergelten! drum laß wenn auf mich schelten. Gib, daß ich dem ver- 547. Nei zeigt, ob man neu Liebe ohne Heuchezeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. geboren sei; sie zeigt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glitc erfrenn, und ihm zum Seelenheil mein Herz behülflich sein. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 3. Kannst du des Nächsten Efend 8. Den, der im Glauben wankt, sehn, und ungerührt vorüber gehn: im Glauben zu bestärken; den, der so stehts um deinen Glauben schlecht, noch sicher ist bei seinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. so ist dein Christenthum nicht ächt. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man sein des Feindes Freund; der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu, was der Samariter thut. 9. heitige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. Mel. von Nr. 55. ilf, Jesu! daß ich meinen 546. Nächsten liebe, durch lieblos Nichten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränke sein Herze fränke. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du haft felbft für fie in Todesbanden viel ausgestanden. Mel. von Nr. 13. 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft betrübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach; o folge diesem Beispiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm gibt. So schränket sich der Christ nicht ein; auch Feinden wird er gütig sein. 7. Dein Herz sei voll von Lieb und Huld, von Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünstger Lohn ist groß. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gib, daß ich als ein wahrer Christ nach deinem Beispiel liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb aufs inmnigste vereint. 19*. 292 45) Von der Gerechtigkeit. Tel. Rommt her za mir, spricht. 238. 548. Du liebst, o Gott! Ge- das Brüber lieben? Drechtigkeit, und hafſeſt mein piele Berz beſtrebe fich, de den sucht, und andre fränkt, wie kann 4. seufze jemand über mich! den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken gibet. nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Diesreize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht - 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, ftets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächsten Recht zu kränken. 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Scha-| vergessen. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. von Nr. 108. zorns Raserei nie des Herzens Mei549. Gott, der du die Men- fter sei. schen liebeft, der du 4. Wer mir flucht, den will ich nicht ein strenges Recht, sondern lau- segnen, so wie mein Erlöser that, ter Gnade übest an dem sündlichen und dem nachsichtsvoll begegnen, der Geschlecht: laß mich deinen Geist be- zum Zanken Neigung hat. Für die leben, daß ich, Bater, als dein Kind, Feinde will ich beten, und vor dich, fiebreich sei, wie du gesinnt. Herr, du Friedensfürst, wenn du Menschen du wollst den Sinn mir geben, der richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit treten. Gott des Friedens! segne du Sanftmuth spricht und schweigt. mich in deiner Kraft dazu. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zantsucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du; o, so hilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ewger Friede uns erfreut. 3. D, wie wird das Herz beschweret, durch des Zornes Leidenschaft! Zankfucht und der Haß verzehret nach Mel. Herzliebster Jefu, was.. 131. und nach des Körpers Kraft, hemmt 550. Herr, mein Versöhner! mich den Lauf von unsern Jahren, macht test, und noch zur Nechten Gottes zum Himmel ungeschickt. Herr, der für mich bittest: erweck in mir, du auf mich Schwachen blickt, ach, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth wollest mich bewahren, daß des Jäh- Triebe. Zweiter Theil.- Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segneteft mit Wohlthun nicht blos Freunde; nein, selbst auch Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der wie du, vergibet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Lust zu deinem Namen der Rachgier Samen. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich fränken, an dich gedenken. 551. Mel. Herzliebster Jefu, was.- 131. err! deine Sanftmuth ist nicht zu ermeffen! wie viel hast du vergeben und vergeffen? ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen, mein stolzes Herz kann, leider! wenig tragen, und schwerlich weiß ich, wenn mich andre hassen, mein Herz zu fassen. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Berderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn, die wilde Glut ersticken; laß sich dein Bild in meine Seele drücken, so werd ich mich versöhnlich finden laffen, den Feind nicht haffen. 8. Erwecke denn, o Herr, in mei7. Flucht mir die Welt, so laß mich, nem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in dei- Herr, sie segnen, und ihrem Grimm nen schweren Leidensstunden für mich mit Freundlichkeit begegnen, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, empfunden. nicht überwinde. 9. Laß mich mit Sanftmuth mei8. Verleih mir das um deiner nem Feind begegnen, den, der mir Sanftmuth willen, so erb ich auch flucht, voll Großmuth, wie du, seg- im Lande deiner Stillen die Selig nen. Herr, mache gegen alle, die keit, wozu sie jenes Leben einst wird mich haffen, mein Herz gelassen. erheben. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Mel. von Nr. 50. ie so laß mich, ihr zu widerstehen, auf 552. Neben den, der mir will ich zu scha. suchen, dich dann sehen. zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; dies ist des Herrn Gebot. 294 Zweiter Theil. Von 2. Er, der von feiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanft muth und Geduld. Will ich, sein Jünger wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? - 3. Wahr ists, Verläumdung dulden müffen, ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren, so beffert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem ers böse meint. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf 553. Wie felig lebt ein Mensch, seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. der 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nützlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. - kennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbefliffenheit sucht er dies zu erreichen; er hält ffir eignes Woht für sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nügen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er fich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich, er fühlet fremde Noth, als träf ihn selbst der Streich. der Dienstfertigkeit zc. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann, und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertraun: Gott schützt. 5. Er eilt dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Trofte zu erfreun. Mel. O Welt, ich muß dich lassen.- 48. 554. Du, aller Menschen BaBerather in allem, was uns drückt! was wir hier Guts genießen, das läßt du uns zufließen; du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ewgen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Bater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den fein bedrängter Armer vergebens je um Hilfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß, um deinetwillen, mich andrer Nothdurft stillen, 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn zu wahrer Men schenliebe. Kein Stolz noch Eigennutz so oft ich sie nur stillen kann. Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. 295 6. Zum Fleiß in guten Werken laß 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. ein Dürftger erft erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: der liebt auch feinen Nächsten nicht. 7. Laß mich hier reichlich säen, denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht ftraft und stürmt, fobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? - Mel. Machs mit mir, Gett, nach.— 26. 1 555. Mer dieser Erden Güter hat, und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Troft und Schutz den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennutz, aus Weichlichkeit ihm nützet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft fie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Geift, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. 215. Nächsten Glimpf und Nuß, der Unschäftge meine Zunge. schuld und der Schwachen Schutz be Mel. Ach Gott, vom Himmel. 556. Die richt, hat dir ie Zunge, die vernehmdein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, fo böse! 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spöttereien, verrathen ein ver= derbtes Herz; davon mich zu befreien, so wirk auf mich durch deinen Geift, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es geziemet. 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Necht und Wahrheit fiegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen; dann werd ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen fündgen. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ift, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenns Nußen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Chrift, nach seines Heilands Muster. 3. Zu deiner Ehr, zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß 6. O wehe dem verwegnen Mund, dann auch, wenn ich reden soll, mich der einen Fluch nicht scheuet! wie diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des wird des Herzens Leichtsinn fund und 1 296 Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. oft zu spät bereuet! ach, fluchen bringet Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Wohl dem, der richtig wolle folgt, mich bewahren! als ein Wahrheitsfreund, in Wort und 7. Gib, Gott! daß ich, der Lügen Werken handelt, und das ist, was er Feind, des Teufels Arglift haffe, und scheint; der Recht und Treue liebet, mich stets als ein Menschenfreund und von dem Sinn der Welt, die aufrichtig finden laffe. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhl, die Treu und Wahrheit lieben. Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Reden faffet, daß er die Wahrheit 82. nicht mit Vorbedacht verletzet, und Mel. Alle Menschen müssen sterben. 557. Laß mich, Höchster! dar- der an allem Ort sich dies vor Augen nach streben, der setzet: Gott merkt auf jedes Wahrheit Freund zu sein; jenes freu- 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, denvolle Leben nimmt nicht freche Lüg- Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet ner ein; denn vor deinem Angesichte deine Güte, er wird von dir geliebt. werden sie beschämt zunichte, so wie Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Satans Trug und Lift, der der Lüg- Wahrheit Licht beschämt die Falschen ner Vater ist. stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr! drücke diese Sache mir tief ins Herze ein, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu sein. Erinnre mein Gewissen, du hasseft Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit sei. 5. Nie laß mich was versprechen, das ich nicht halten kann, und nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. deiner Weisheit Licht, Herr, meine 6. Doch laß zu allen Zeiten auch Seele leiten, damit ich meine Pflicht für andrer Wohl und für mich reden mit Klugheit üb, und wisse, wann ich müsse, und wann ich schweigen soll. des Feindes Anschlag gilt, der sich bei 7. Wenn je, um mich zu drücken, bösen Tücken in guten Schein verhüllt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles bir befehle, durch den die Unschuld fiegt. - - 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwäßzern gleich zu sein, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werten und in Worten. Redlich sei des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. 3. Die der Falschheit sich ergeben, find vor dir, o Gott! ein Gräul, und ein unglückseligs Leben bleibt gewiß ihr künstigs Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Läftermund: Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth fei. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges, meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sei stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. Herzens sind. - 8. Ein Herz voll Tren und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines I. Register über sämmtliche Lieder nach der Nummer des Liedes. Num. 468 423 Abermals ein Jahr versloffen Uch Gott, du unser Bebenslicht Ach Gott und Herr, wie groß und 290 Ach Gott, vom Himmel sieh 215 421 540 239 80 75 24 222 102 14 358 173 Ach Gott wir treten hier vor dich Ach! Derr, lehre mich bedenken Ach schone dech, o großer Ach was bin ich, mein Erretter Allmächtig großer Gott! wer kann Ulwissender, vollkommner Geiß! Als Jesus tegund sterben wollt Also hat Gott die Welt geliebt Um Kreuz erblaßt, der Marterlaßt 155 Anbetungswürdger Gott! mit Ehrf. An dich, mein Gott! gedenken An diesem Tag frohlocken wir Un dir allein hab ich gesündigt 295 Auf! auf! mein Geiß, auf! auf! 18 Auf, Christen, preißt mit mir den 436 Auf dich allein, Herr Jesu Chrift! 308 Auf dich, Herr! nicht auf meinen 373 Auf! Jesu Jünger, freuet cuch! 176 Auf, meine Seele, singe! an dir 448 Auf, mein Geißt, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Tag Auf, o Seele, werde munter Auf, o Sünder, laß dich lehren Auf, träger Geißt! laß das, was B. 393 Dein Will iss, großer Gott! Dein Wort, o Höchser! ist volk. Der du das Daseyn mir gegeben Der du die Biebe selber bißt, und Der du mich als ein Vater liebst Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen 108 134 Der du Verstand u. Tugend schenkt 338 Der du voll Blut und Wunden Der ewge Gott und höchste Vater Der Held hat überwunden der 493 179 13 Der Herr des Himmels und der G. Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr ist Gott und keiner mehr Der Herr ist gut, in dessen Dienst 247 Der Herr ist meines Lebens Kraft 387 Der Herr ist meine Zuversicht 375 13 483 Der Herr lag in das Grab geftr. 157 Der Herr, mein Hirt, behütet mich 259 Der König aller Welt ist Gott 65 Der Spötter Strom reißt viele fort Der Tag ist hin, du aber, Jesu Der Tag ist wieder hin, und diesen 489 Der unsre Menschheit an sich nahm 192 Der Wollust Retz zu widerstreben 509 Des Donners schreckendes Gebrülle 428 Des Leibes warten und ihn nähren 510 Des Vaters und des Sohnes Geift 205 Dich bet ich an, erstandner Held 162 230 Dich, mein Jesu, laß ich nicht Dich seh ich wieder, Morgenlicht Die Erd und was darinnen ist Die Herrlichkeit der Erden muß Die Himmel rühmen Gottes Ehre Die Himmel rufen, jeder ehret Die Quell, woraus der Mensch Dies, Christen! ist der Tag des. 493 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 109 Dies ist der Tag, jum Segen Die Zunge, die vernehmlich spricht 556 Dir allein hab ich gesündigt 287 Dir dank ich für mein Leben Dir, Gott, fei Preis und Dank Dir, mein Gott! will ich lobsingen 438 383 Dir, unser Gott! ißt niemand 42 84 491 367 71 62 Dir, Vater! dankt mein Herz und 203 Du, aller Menschen Vater! du 554 Du bist ja, Jesu, meine Freude 416 Du bists, dem Ruhm und Dank 447 Du, der Herz und Steren Fennet 347 Du, der kein Böses thut! du 78 Du gabßt mir, Ewger! diefes 8. 279 Du, Gott, du bist der Derr der Belt 464 156 486 284 274 297 349 193 67 418 Bald oder spät des Todes Naub Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege, und was Befreie meinen Geiß, o Gott Begleite mich, o Chriß! wir gehen 145 Beglückter Stand, getreuer Seelen 254 Begrabt den Leib in seine Gruft 266 Besingt Gott Bebaoth; besinget Bewahre mich, Herr, daß der 2. 331 Bringt her, ihr Wächtigen der Erde 426 Bringt Preis und Ruhm dem Heil. 160 463 Chrift: alles, was dich fränket D. 505 Damit ich meine Seele rette Dein bin ich, Gott; dein ift mein 70 Dein bin ich, Derr! dir will ich 332 Dein, Gott, tft Majestät und M. 333 Dein Hell, mein Geißt, nicht zu 398 Dein sind wir, Gott! tn Ewigkeit 261 Num. 495 7 11 543 359 200 374 155 475 186 88 46 298 48 Du hast, mein Vater und mein Du haft uns, Herr, die Pflicht Du Herr der Seraphinen, dem Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit 229 Du, Herr und Meister meiner Lage 534 Du flags, o Chrißt, in schweren 530 Du flagst und fühleßt die Beschw. 531 Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit 548 Durch Udams Fall ist erst verderbt 90 Durch dich, o großer Gott! durch 451 Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Armen, du Du sags: ich bin ein Chrift 69 422 342 25 Du Vater deiner Menschenkinder 362 Du weiser Schöpfer aller Dinge Du wesentliches Ebenbild der allerh. 122 Du wills, Gott! daß mein Herz 8 Register. 22 9 516 30 260 37 408 36 376 Gelobt seißt du, bere Zebaoth Gelobt feißt du, o Gott, für Gepriesen, Gott, fet dein Erbarm. 482 Gerechter Gott, vor dein Gericht Gern will ich mich ergeben, dich Getreuer Gott! wie viel Geduld Getroft, mein Herz, und zage nicht 257 Gib mir, o Gott, ein Herz, das 545 Gott! deine Gnade fet gepreißt 110 Gott, deine Gnad ist unser Leben 235 Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine Huld and Gütigkeit Gott! der an allen Enden viel Gott! der du die Menschen liebest 549 Gott, der du für uns deinen Sohn 137 Gott, der du unser Vater bißt Gott der Juden, Gott der Heiden 117 Gott! der uns immer Gutes gab 210 Gott der Wahrheit, dessen Treue 378 Gott des Himmels und der Erden 479 Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen 338 Gott, du bist von Ewigkeit! und Gott, du bleibß ewig unsrer Wohlf. 518 Gott, du haft in deinem Sohn 56 2 20 202 Gott, durch welchen alle Dinge 252 502 317 208 519 484 339 135 16 64 Edler Geist im Himmelsthrone Ein perz: o Gott! in Beid und Ein Jahr der Sterblichkeit, der Ein Pilger bin ich in der Welt ein ruhiges Gewissen laß, Herr eins ist Noth! ach Herr, dieß Ein starker Schug ist unser Gott Entehre nicht, mein Herz! mit Entflohen sind auch dieses Tages Erbarm dich, Herr, du kennst Erfülle, Herr! doch selbst mein Erhabner Gott, was reicht an Erhalt uns, Herr, bei deinem W. 211 Erheb dein Herz, thu auf die D. 323 Erhebet Gott durch neue Lieder Erhebet Gottes Heiligkeit, ihr Erhebe vom Geräusch der Welt Erhebt den Herrn, ihr Frommen Erhebt, erhebet Gottes Ruhm Erhöhter Jesu! Gottes Sohn Erinnre dich, mein Geißt, erfreut 169 Er femmt, er kommt zum Weltger. 191 Erlöser, sieh auf uns hernieder es eilt der legte von den Tagen 532 es hilft uns unser Gott, er höret 388 Es ist das Heil uns kommen her 304 es ist noch eine Ruh vorhanden 276 es ist vollbracht! so ruft am Kr. Es lag die ganze Welt mit Born Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter 420 Ewge Biebe, mein Gemüthe waget 91 437 149 101 283 190 430 148 99 Freiwillig bast du dargebracht Frohlocke, mein Gemüthe, und Frohlocket, jung und alt, ihr Für alle Güte set gepreift, Gott Fürwahr, du bis, o Gott, verb. 206 522 469 170 150 461 481 53 Gedanke, der uns Leben gibt 95 Geiß vom Vater und vom Sohne 207 Gelobet feißt du, Jefu Chrift Gelobt fet Gott, ihm will ich 104 441 453 462 432 10 213 17 Gottes Lamm, durch dessen Wunden 127 Gottes und Marten Sohn! Liebster 107 Gott, groß von Erbarmen! weise 199 87 Gott hab ich alles heimgestellt Gott! hilf mir, daß ich Buße thue 286 Gott im Himmel und auf Erden Gott ist es, dessen weiser Rath Gott ist mein Sort, und auf sein Gott ist mein Bied! er ist der Gott 19 Gott ists, der das Vermögen schafft 515 Gott ist uns Stärk und Schus Gott mache du mich selbst bereit Gott, meine ganze Seele macht Gott, mein Vater, Dank sei dir Gott, mein Vater, deine Liebe Gott ruft der Sonn' und schafft 466 Gott sorgt für mich, was will ich 396 Gott, unserm Gott allein fei Chr 39 29 Gott, vor desfen Angesichte nur ein Gott, was muß dein Sohn ertr. Gott werde stets von dir erhoben Gott, wie rein ist deine Behre Großer Gott! erhabnes Wefen Großer Gott, Herr aller Götter Großer Mittler, der zur Rechten H. 57 434 363 124 72 325 82 458 177 365 171 223 121 Habe deine Luft am Herrn, bet Hallelujah! Jesus lebet. Erlößte Halt im Gedächtniß Jefum Chrißt Heiland! deine Menschenliebe Heilger Geißt, du Himmelslehrer 201 Heil uns, aus unsrer Sündennoth 96 Herr, allerhöchster Gott! bet dem 313 Herr, deine Ullmacht reicht so weit 26 Herr, deine Sanftmuth ist nicht Herr, der du deinen theuren Sohn 187 Derr, der du mir das geben 467 551 Register. 386 271 23 188 47 81 407 476 63 429 79 310 182 401 164 311 172 497 384 167 270 pere, dir trau tch; auf der Erde Herr, du bist meine Zuversicht Derr, du erforschcßt mich; dir bin Herr, du fährt mit Glanz und Herr, du haft deinem Reich Herr, du kennest mein Verderben Ich weiß gewiß, daß mein Erlöser 161 Herr, erhöre meine Klagen Ich will dich noch im Tod erheben 541 55 Herr, es ist von meinem Leben 3ch will, mein Gott, du König Herr Gott, du bist die Zuflucht 21 Jehovah herrscht mit Majestät Herr, höre mein Gebet um deiner 282 Jehovah, Herr und König der 535 Herr, ich hab aus deiner Treu' Jesu, Arzt todtkranker Seelen Herr Jesu Christ, du höchstes Gut 291 Jesu, daß du meine Seele selbst Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm Jesu, durch dein Blut und Wunden 152 Herr Jesu! Gnadensonne! wenn 336 Jesu, meine Freude! bester Croft 319 Herr Jesu! send uns deinen Geißt 3 Jesu, meiner Seelen Retter Herr, jag doch mich recht feierlich 112 Jesus Christus, unser Heiland Herr, laß mich doch gewissenhaft 514 Jesu, sieh mich an in Gnaden Herr, lehre mich, wenn ich der Jesus lebt, mit ihm auch ich Herr, mache meine Seele fille Jesus meine Biebe lebt, dem es ist Herr, mein Erlöser! nur von dir 346 Jesus meine Zuversicht und mein Herr, meiner Seelen großen Werth 499 Jesus nimmt die Sünder an Herr, mein Bicht! erleuchte mich 12 Jhm, der das Bicht entstehen hieß Herr! mein Sicht, mein Heil und 459 3hr Christen rühmt, erhebt und Herr, mein Versöhner! der du 550 Jhr, die ihr wart verloren! hört Herr, ohne Glauben kann kein M. 305 3hr Frommen, auf! die ihr die Herr! stärke mich, dein Letden zu 132 3hr Knechte Gottes, lobt den Herrn 442 Herr, unser Gott! dich loben wir 456 3hr trüben Sorgen weicht, den Herr, unser Gott, wer ist die gleich 40 Ihr Völker, jauchzt mit frohem Herr! wir stehen hier vor dir Ihr Völker in der ganzen Welt Heute, sprach mein Heiland, heute 147 3hr Völker, simmet nun mit Fr. 118 Hier bin ich, Jesu! zu erfüllen 3n allen meinen Thaten laß ich Hier ist noch unfre Prüfungszeit ter liege ich zu deinen F.- V.9 Hilf, Jesu! daß ich meinen N. Hilf mir, mein Gott! verleihe Höchster! denk ich an die Güte Höchfter Gott! wir danken dir Höchst erwünschtes Seelenleben 320 183 Hosianna, Davids Sohn! der in püter! wird die Nacht der Sünden 297 309 474 198 111 49 477 439 184 221 233 62 In deinem Namen, o Herr Chriß 425 120 189 399 Raum fleigt zu ihrem frobßen Sauf 163 288 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 5 König, dem kein König gleichet Kommt betend oft, und mit Vergn. Komm heiliger Geißt, erfüll die Komm, o Gott Schöpfer beilger Komm, o komm, du Geißt des 8. 204 Kommt her, Mühselge, kommt Kommt, laßt euch den Herren 1 197 352 327 507 233 546 334 Jauchze, auserwählt Geschlechte Ich armer Sünder, wer bin ich Ich bin ein Chrift: Gott ist mein 258 Ich bin getauft auf deinen Namen 219 Ich bin, o Gott, dein Eigenthum 76 Ich danke dir von ganzem Herzen 328 3ch danke meinem Gott, der mir 328 Ich denk an dein Gerichte, du Ich erhebe mein Gemüthe sehnf. 236 Ich geh in tieffer Neue zu deiner 237 Ich freue mich der frohen Bett Ich freue mich, mein Gott, in 194 267 299 Ich schäme mich vor deinem Chron 292 Ich finge meiner Seelen Buft 457 248 Ich weiß, an wen mein Glaub Ich weiß es, Gott! mein ganzes 413 3h weiß es wohl, ich selbst 330 452 348 255 303 335 L. 289 Baß deinen Geißt mich stets, mein 143 Baß doch, o Jesu, laß dein Reich 209 8aß mich doch nicht, o Gott! den 512 8aß mich doch, o mein Gott! die 299 Laß mich, Höchster! darnach fireb. 557 103 Baßt uns unsern Gott lobsingen Lehre mich, Herr! recht bedenken 501 Biebster Jesu! Gnadensonne, meines 412 Siebster Jesu, Troßt der Herzen Ich glaub an Gott; hoch sei Siebster Jesu! wir sind hier, dich Ich habe, Gott! mir ernstlich 8ob, Ehre, Dreis und Dank set Ich habe nun den Grund gefunden 92 Lob, ehr und Preis dem höchsten 449 3 hab in guten Stunden des Lobet den Herren, alle Heiden Ich hoff, o Gott, mit festem M. 246 Zobsinge, meine Seele, dem W. Ich komme, Friedensfürßt! ju dir 307 2obsinge Gott mit wahrem And. Ich komme, Herr! und suche dich 225 Lobt Gott, den Gott der Stärke Ich komme vor dein Angesicht 409 8obt Gott, der uns den Frühling 68 Ich preise dich, o Derr, mein Deil 232 2obt, lobt den Derrn, ibr Rationen 443 4 97 523 444 166 440 455 300 Wegister. 506 312 58 315 220 138 Mache dich, mein Getßt, bereit Wag doch der Spötter Heer des Man betet, Herr, in Stons Stille 50 Mein Auge sieht, o Gott, zu dir Mein Bundesgott! ach, unterweise 324 Meine Bebenszeit verstreicht, sündl. 536 Meinen Jesum laß ich nicht, da Mein Erlöser! der du mich dir Mein Erlöfer! Gottes Sohn, der Mein Erlöser hängt am Kreuz Mein erster Wunsch, mein innigs. 473 Mein erft Gefühl fei Preis und Meine Seel ermuntre dich, Jesu Meine Stimme ruft zur Höhe Mein ganzer Geiß, Gott! wird Mein Geißt erstaunt, Ullmächtiger 366 Mein Geißt soll nun in Gott allein 377 Mein Gott! ach, lehre mich erk. 341 83 355 140 470 134 397 277 268 ein Gott, dir ißt bewußt die Mein Gott! du wohneßt zwar im Mein Helland! deine Größe geht 181 Mein Heiland lebt. Er hat die Mein Heiland! wenn mein Geiß 269 Mein Herz, ermuntre dich nun 460 Mein Herz, ermuntre dich zum 364 Mein Dort ist Gott! thn laß ich 374 Mein Jesu, du hast unsre Schuld 119 Mein Jesus ist mein Leben. Reißt 542 Mein Jesus sigt zur rechten Hand 180 Mein Jesus triumphiret, und 178 Mein Leben ist ein Pilgrimßand 273 Mein Bebensfürst! nun kann ich 130 Mein Bebensfürft! zeig mir in 538 Mein Salomo! dein freundliches 245 Mein treuer Gott, dein gutes 256 Mein Vater, und mein Gott, der 340 Menschen ise gesest, zu perben 275 Mit Erns, o Menschenkinder, das 100 Mit Seufzen flag ich dir, mein 405 500 504 28 Nach einer Prüfung furzer Lage 278 Nach meiner Seelen Seligkeit nicht, daß ichs schon ergriffen Nie bist du, Höchster, von uns Wie will ich dem zu schaden suden 552 Nimm Gott, dem wir vertrauen 66 Noch bin ich dein Gast, o Erde 262 Noch immer wechseln ordentlich 59 Noch läßt der Herr mich leben 471 Noch nie haß du dein Wort gebr. 31 Nun, Christen! laßt uns fröhlich 93 un danket alle Gott, mit Herzen 450 Nun habe Dank für deine Liebe 234 Nun t es alles wohlgemacht Nur Biebe ohne Deuchelei zeigt 151 547 D Freund, der meine Schuldenlaß 145 D Friedensfürßt aus Davids 105 43 45 431 35 Oft denkt mein Herz, wie schwer 343 D Gott! den alle Himmel ehren D Gott des Himmels und der e. D Gott! des gnadenvoller Rath D Gott, des starke Hand die W. D Gott, du bist die Liebe! Allein 34 D Gott! du bist mein Preis und 492 D Gott, du frommer Gott, du D Gott, es fehlt uns Kraft und D Gottes& amm, unschuldig am 411 404 136 D Gottes Sohn, Herr Jesu Christ 306 D Gottes Sohn und Menschenkind 106 D Gott! gib dein Gericht dem K. 185 D Gott, wer ist dir gleich! wie 369 D großer Gott! der alle Ding 27 Dheiligse Dreieinigkeit, nach W. 41 D Herr, mein Gott, durch den D Herr und Schöpfer unsers 8. DHöchster! deffen Kraft Luft D Jefu, Brunnquell aller Freuden DKönig! deffen Majestät sich D Stebesglut, wie kann ich dich O Menschenfreund, o Jesu 390 60 427 125 293 98 226 351 159 74 403 216 406 D Seele, schaue Jesum an! hter D Tod! wo ist dein Stachel nun D unser Gott, wie voll ist deiner D Vater, allerhöchster Gott! daß O Vater der Barmherzigkeit bei O Vater! groß im Himmelreich Dwelch ein Leiden, das mich D welch ein unschäßbares Gut D Welt! sieh hier dein Beben am 139 Dwie unaussprechlich selig werden 280 D, wohl dem Menschen, der dem 242 D Wundergott! der alles schafft 54 435 503 165 Preiset Gott in allen anden Preis, Preis set Gott! und Glück 249 Qual und Angst muß ich empfinden 417 240 Schaffet, Schaffet Menschenfinder 285 Schau, großer Herr der Herrlichk. 175 Schön is die Zugend, mein Werl. 344 Schöpfer aller Menschenkinder Schon ist der Tag von Gott beßt. 195 Schon rubet auf den Feldern, in 487 Schüße die Deinen, die nach dir 212 142 Schwing dich auf gen Golgatha Seele! du mußt munter werden 472 Seele, fei zufrieden! was dir. 385 Seele, willst du Ruhe finden Selig, Gott! find die, die nun Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! ach seht 129 Set feurig, Seele, Gott zu loben 51 Set gnädig, Here, nach deiner 281 231 263 146 144 D. O Chriße, Eingeborner, von 94 D Chrißenbeit! sei hoch erfreut 113 D erhabner ott, an Macht und6 38 Set bochgepriesen, Herr! für Set, Geele: Bart und unverzagt Set zufrieden, mein Gemüthe So siehen unsre Tage hin! auch 480 So gehst du, Jesu! williglich 126 So jemand spricht: ich liebe Gott 544 So ift von meiner kurzen Pilgr. Soll sich mein Geiß, o Gott! zu Sollt ich meinem Gott nicht fingen Sorge doch für meine Kinder 465 353 445 433 So schlummerßt du in filler Ruh 153 So wahr ich lebe! spricht dein G. 300 Stimmt unserm Gott ein oblied 454 Strafe nicht, o Heiligster! mich Straf, o Herr! mich nicht im Sucht man die Freundschaft in der Sünder! willst du sicher sein 302 424 316 296 Tag, den mir der Herr gemacht Trener Hirte deiner Heerde, du Um Gnade für die Sünderwelt Unermeßlich ewig is Gott der Unschuldger Jesu! was hast du Unser Beiland steht gebunden Unumschränkte Biebe! Gönne Register. 521 61 228 217 141 22 131 128 38 301 251 44 Wenn ich ein gut Gewissen habe Wenn ich, o Schöpfer, deine M. Wenn zur Vollführung deiner PA. 326 Wer bin ich? welche wichtge Frage 496 Werde munter, mein Gemüthe 485 410 Wer darf in deine Hütte gehen 329 Wer dieser Erden Güter hat, und 555 Wer, Gott! dein Wort nicht hält 314 Wer kann, Gott, je was Gutes Wer nur den lieben Gott läßt w. Wer unter Gottes Schatten ruht Wie Chrißus selbst zum Jordan Wie ein Geschwäg des Tags Wie feucht dahin der Menschen B. Verborgner Gott! dem nichts verb. 526 Verleih uns Frieden gnädiglich 415 Vernimm, o Gott! vernimm mein 244 Voll Glauben will ich zu dir beten 372 Von dir kommt jede gute Gabe 400 Von ganzer Seele preis ich dich 414 Von Gott will ich nicht lassen 395 Vor dir, o Gott! sich findlich 370 380 392 218 85 86 248 488 Wie getroß und heiter, du Gebened. 250 Wie gnädig rarßt du, Gott, vor 419 Wie göttlich sind doch Jesu kehren 123 Wie groß ist deine Menschenliebe 227 Wie groß ist des Allmächtgen Güte 33 Wie groß ist unfre Seligkeit Wie herrlich Arahlt der Morgenst. Wie komm ich doch, mein Heil Wie lang darf ich noch säumen Wie lang soll ich traurig stehen Wie lieb ist mirs, daß Gott zu Wie lieblich ist doch, Herr, die Wie mannigfaltig sind die Gaben 508 Wie selig bin ich, wenn mein G. 356 Wie felig, Gott! wie feltg if Wie felig, Herr! ist der Gerechte Wie felia lebt ein Mensch, der Wie sicher lebt der Mensch, der 116 361 490 238 te soll ich dich empfangen, o Jesu Wie sollt ich dich, mein Gott Wie theuer, Gott! ist deine Güte Wie treu, mein guter Hirte 315 267 345 553 537 115 357 241 301 77 Wie ungewiß is, Derr, das Biel 539 Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir dann, mein Heiland 264 Wie wohl ist, Jesu, meiner S. 253 Will mich, o Gott, hlenieden des 520 Willß du der Weisheit Quelle 371 Willst du die Buße noch, die Gott 298 Wirf, blöder Sinn! den Kummer 114 Wir freuen uns, Here Jesu Chrift 179 Wir Menschen sind von selbs 6 Wo find ich Gott, den meine Seele 354 Wo fieh ich Sünder hin, der ich 322 Wohlan, mein Hers, set sets ber. 360 Wohl auf, mein Herz! wohl auf 402 Wohl dem, der beßre Schäße liebt 513 Wohl dem, der richtig wandelt 558 Wohl dem Menschen! der von Womit soll ich dich wohl loben Wort aus Gottes Munde! Wort Wo soll ich hin? mer hilfet mir? 321 381 446 89 W. Wach auf, mein Herz auf, träger 168 Wach auf, mein Herz und singe 478 Wachet auf! so ruft die Stimme 272 Wachet auf vom Schlaf, ihr S. 196 Warum sollt ich mich denn grämen 524 Was Gott thut, das ist wohlgeth. 525 Was grämst du dich, mein blödes 391 Was hilfts, daß ich mich quäle 389 Was ich nur Gutes habe, ist deine 498 Was ist das Leben hier auf Erden 529 Was ist mein Leben auf der Erde 527 Was ist mein zeitlich Leben, das 511 Was is, daß ich mich quäle 528 Was ist vor deinem Angesichte 73 Was soll ich ängstlich klagen, und 394 Was sorgßt du ängßlich für dein 8. 533 Weicht, ihr Berge! fault, the H. Welch hohes Beispiel gabßt du mir 350 Wenn Christus seine Kirche schülgt 214 Wenn der Sünder hat mishandelt 294 3ur Urbeit, nicht zum Müggong 517 32 3. 302 II. Verzeichniß der in diesem Gesangbuche vorkommenden Melodieen, nach der Reihenfolge der Lieder. ( Anmerkung. Unter der Bezeichnung ,, Neue Melodie" werden diejenigen Melos dieen verstanden, welche im Jahr 1770 von Becker, im Jahr 1845 von Wiegand neu angefertigt worden sind. Begtere sind mit* bezeichnet). 1. Neue Melodie( fett 1835). 1. Komm heiliger Geiß, erfül. 2. O Gott, du unser Vater bist. 2. Gott, der du unser Vater bißt. 3. Herr Jesu Christ. dich zu uns w. 3. Herr Jesu, send uns deinen G. Kann auch nach Nr. 13, 109, 197, 211 u. 436 gesungen werden. 4. Liebster Jefu, wir sind hier. 4. Siebßer Jesu, wir sind hier. 5. Dichser Gott, wir danken dir. 12. Herr, mein Bicht, erleuchte m. 20. Gott, du biß von Ewigkeit. 134. Meine Seel ermuntre dich. 202. Gott, du hast in deinem Sohn. 220. Mein Erlöser, der du mich. 221. Sert, wir sehen hter vor dir. 6. Es ist das Seil uns kommen her. 6. Wir Menschen sind von selbß, 77. Wie wichtig ist doch der Beruf. 252. Ein Pilgrim bin ich in der W. 291. Dert Jesu Chriß, du böchtes G. 304, es if das Deil uns kommen h. 351. D Seele, schaue Jesum an. 464. Du Gott, du bist der Herr der. 514. Herr, laß mich doch gewissenb. können auch nach Nr. 15, 30, 119 u. 215 gesungen werden. 7. Wer nur den lieben Gott låßt w. 7. Dein Wort, o Höchster, ist vollk. 11. Der du das Dasein mir gegeb. 25. Du weifer Schöpfer aller D. 31. Noch nie baß du dein Wort g. 45. O Gott des Himmels und der E. 53. Fürwahr, du bist, o Gott, verb. 60. D Herr und Schöpfer unfers. 70. Dein bin ich, Gott, dein ist m. 73. Was ist vor deinem Unaeslot. 92. Ich habe nun den Grund gef. 148. Es ist vollbracht! so ruft am St. 241, ie theuer, Gott, i deine G. 276. es ist noch eine Rub vorhand. 279. Du gabft mir, Ewger, diefes. 286. Gott, hilf mic, daß ich Buße th. 338. Gott, dir gefällt kein gottlos. 341, Mein Gott, ach lehre mich erk. 355, Mein Gott, du wohneft zwar. 370. Vor dir, o Gott, sich findlich. 380. Wer nur den lieben Gott läßt. 396. Gott sorgt für mich, was soll. 399. Komm bätend oft und mit Ver. 420. Es ziebt, o Gott, ein Kriegesw. 460. Mein Herz, ermuntre dich nun. 496. Wer bin ich? welche wichtge. 529. Was ist das Leben hier auf E. 532. es eilt der legte von den Tagen. 534. Du Perr und Meißter meiner. Können auch nach Nr. 42, 72 8. und 234 gesungen werden. Gett, du frommer Gott. 8. Du wills, Gott, daß mein». 129. Seht, welch ein Mensch, ach f. 185. D Gott, gib dein Gericht. 282. Herr, höre mein Gebet. 298. Wiußt Du die Buße noch. 299. Laß mich doch, o mein Gott. 305. Herr, ohne Glauben kann. 312. Mag doch der Spötter Hecr. 313. Derr, allerhöchser Gott. 340. Mein Vater und mein Gott. 388. es hilft uns unser Cott. 411, D Gott, du frommer Gott. 419. Wie gnädig warßt du, Gott. 469. Ein Jahr der Sterblichkeit. 489. Der Tag ist wieder hin. 495. Dein Bill ips, großer Gott. 516. Du haft uns, Herr, die Pa. 553, Bie felig lebt ein Mensch. Können auch nach Nr. 9 ger fungen werden. un danket alle Gott. 9. Gelobt seißt du, o Gott. 14. Unbetungswürdger Gott. 23. Herr, du erforschept mich. 75. Allmächtig großer Gott. 99. et lag die ganze Welt. 328. Jch danke meinem Gott. 342. Du fagft, ich bin ein Chets. 402. Wohl auf, mein Herz, wohl auf 427. Dichter, deffen Straft. 450. Mun danfet alle Gort. 9. Melodieen- Verzeichniß. 451. Durch dich, o großer Gott. 462. Froblocket, jung und alt. 512. Laß mich doch nicht, o Gott. 545. Gib mir, o Gott, ein Deri. Können auch nach Nr. 8 ges fungen werden. 10. Ach Gott und Herr. 10. Gott ist mein Hort. 290. Nch Gott und Herr. 13. Psalm 100 der Lobwasserischen Melodieen. 15. Der Spötter Strom reißt. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu. 85. Wie ein Geschwäs des Tags. 409. 3ch komme vor dein Angesicht. 537. Wie sicher lebt der Mensch. 547. Nur Liebe ohne Heuchelei. Können auch nach Nr. 3, 109, 197, 211 u. 436 gesungen werden. 15. Allein Gott in der Göb sei Ehr. 15. Der Herr ist Gott und keiner. 39. Gott, unserm Gott allein fet. 44. Wenn ich, o Schöpfer, deine M. 52. Dir, unserm Gott, ist ntem. 96. Deil uns, aus unsrer Sünd. 98, D Stebesglut, wie kann ich. 168. Bach auf, mein Hers! auf. 180. Mein Jesus sigt zur rechten. 184. Jhr Völker in der ganzen Welt. 223. palt im Gedächtniß Jesum Chr. 232. Jch preife dich, o Herr, mein H. 268, Mein Heiland lebt; er hat die. 332. Dein bin ich, Herr, bir will ich. 442. 3hr Knechte Gottes, lobt den. 449. 206, Ehr und Preis dem Höchst. 454. Stimmt unserm Gott ein Lobl. 466. Gott ruft der Sonn und schafft. können auch nach Nr. 6, 30,119 und 215 gesungen werden. 16. pfalm 8 der Lobwafferischen Melodieen. 16. Erhabner Gott, was reicht. 21. Herr Gott, du bist die Zuflucht. 27. D großer Gott, der alle Ding. 74. O unser Gott wie voll ist d. 154. O Freund, der meine Schuld. 239. Ach, schone doch, e großer. 390. D Derr, mein Gott, durch d. 473. Wein erster Wunsch, mein. 483. Der Tag is bin, du aber, Jesu. 17. Ceue Melodie. 17. Gott, mache du mich selbst 24. Awiffender, vollkommner. 40. Derr, unser Gott, wer ist die. 106. D Gottessohn und Menschenk. 331. Bewahre mich, Derr, daß der. 337. Der du Versand und Tugend. 403. D Bater, allerböcßter Gott. Können auch nach Nr. 218 ge, fungen werden. 303 18. Psalm 27 der Lobwasserischen Melodieen. 18. Auf, auf mein Geiß, auf! 63. Jehovah herrscht mit Majestät. 19. Neue Melodie. 19. Gott mein Lied. 22. Gott sei Dank in aller Welt. 22. Unermeßlich ewig ist. 26. Machs mit mir Gort nach deiner. 26. Herr, deine Almacht reicht so. 28. Nie bist du, Höchster, von u. 122. Du wesentliches Ebenbild. 271. Herr, du bist meine Zuversicht. 314. Wer, Gott, dein Wort nicht. 349. Bald oder spät des Todes. 350. Welch hohes Beispiel gabßt. 513. Wohl dem, der beßre Schäge. 544. So iemand spricht, ich liebe. 555. Wer diefer Erden Güter hat. 29. Freu dich sehr, o meine Seele ( Psalm 42 der Lobwasseri: schen Melodieen). 29. Gott, vor desfsen Angesichte. 91. Ewge Liebe, mein Gemüthe. 128. Unser Heiland gebt gebunden. 152. Jesu, durch dein Blut und. 165. Preiset Gott in allen 8anden. 188. Herr, du fährst mit Glanz und. 206. Edler Geißt im Himmelsthrone. 207. Geißt vom Vater und vom. 217. Treuer Dirte deiner Heerde. 285. Schaffet, schaffet, Menschenk. 288. Höchßer! denk ich an die Güt. 327. Kommt, laßt euch den Herren. 412, Stebster Jesu, Gnadensonne. 468. Ubermal ein Jahr versloffen. 501. Lehre mich, Herr, recht bedenk. 540. Uch, Herr, lehre mich bedenk. Können auch nach Nr. 116 ge fungen werden. 30. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. Gerechter Gott, vor dein Ger. 41. Obeiligste Dreieinigkeit. 68. Lobt Gott, der uns den Fr. 71. Otr, Gott, fei Preis und D. 93. Nun, Christen, laßt uns fröhl. 159, D Tod, wo ist dein Stachel. 170. Freiwillig hast du dargebracht. 195. Schon ist der Tag von Gott. 216. O Vater der Barmherzigkeit. 257. Getroßt, mein Herz, verzage. 258. Jch bin ein Chriß, Gott ist. 503. D welch etn unschägbares Gut. 515. Gott is, der das Vermögen. Können auch nach Nr. 6, 15, 119 und 215 gefungen werden. 32. Gott des Himmels und der E. 32. Weicht, ibr Berge, fallt, thr. 117. Gott der Juden, Gott der 9. Melodieen- Berzeichniß. 304 204. Stomm, D komm, du Geiß des. 393, Auf, mein Geiß, dem Herrn. 479. Gott des Himmels und der E. 33. Psalm 66 der Lobwasserischen Melodieen. 33. Wie groß is des Allmächtgen. 51. Set feurig, Seele, Gott zu. 64. Erhebet Gott durch neue wieder. 118. Jhr Völker, stimmet nun mit Fr. 198. 3hr Chrißen, rühmt, erhebt. 379. Der ewge Gott und höchte. 416, Du bist ja, Jesu, meine Freude. 34. Neue Melodie.( Ursprünglich: un lob, mein Seel, den 5.). 34, D Gott, du biß die Lizbe. 166, Lobsinge, meine Seele. 181, Mein Heiland, deine Größe. 448, Auf, meine Seele, singe. 35. Wie schön leuchtet der morgenst. 35. D Gott, des Barke Hand die W. 105. Friedensfürst aus Davids St. 187. Herr, der du deinen theuren. 247, Wie groß ist unsre Seligkeit. 264, Wie wird mir dann mein Heil. 277, Mein ganzer Geiß, Gott. 318. Wte herrlich Brahlt der Morgens. 432, Gott ist es, deffen weiser Rath. 475. Dich seh ich wieder, Morgenl. 36. Psalm 36 der Lobwasserischen melodieen. 36. Gott, deine Huld und Güttgf. 37. Neue Melodie. 37. Getreuer Gott, wie viel Ged 135, erfülle, Herr, doch selbst mein. 203. Dir, Vater, dankt mein Herz. 643. Der du die Liebe selber bist. Können auch nach Nr. 97 ges fungen werden. 38. Wunderbarer König. 38. Unumschränkte Stebe. 42. Neue Melodie. 42. Die Himmel rufen, jeder ehr. 43. O Gott, den alle Dimmel ebr. 251. Wenn ich ein gut Gewissen. 362. Du Bater deiner Menschenk. 364, Mein Herz, ermuntre dich z. 382. Ich danke dir von ganzem Herz. 428. Des Donners schreckendes. 490. Wie lleblich ist doch, Herr, dte. 541. Ich will dich noch im Tod erheb. Können auch nach Nr. 7, 72 und 234 gesungen werden. 46. Pfalm 140 der Lobwasserischen Melodieen. 46. Die Himmel rühmen Gottes. 303, Ich glaub an Gott, hoch sel. 323. Erheb dein Herz, thu auf die. 329. Wer darf ni deine Hütte geben. 372. Voll Glauben will ich zu dir. 426. Bringt her, the Mächtigen. 443. 2obt, lobt den Derrn, ihr. 447. Du bists, den Ruhm und D. 519. Entebre nicht mein Herz mit. Können auch nach Nr. 295 und 531 gesungen werden. 47. Jesus meine Zuversicht. 47. Herr, du hast in deinem Reich. 107. Gottes und Marien Sohn. 142. Schwing dich auf gen Golgatha. 228. Tag, den mir der Herr gem. 263, Selig, Gott, sind die, die nun. 270. Jesus meine Zuversicht. 309, Jesus nimmt die Sünder an. 434. Gott, mein Vater, Dank set d. 535. Herr, ich hab aus deiner Tr. 536. Meine Bebenszett verstreicht. Können auch nach Wr. 156 ge, fungen werden. 48. O Welt, ich muß dich lassen. 48. Du Herr der Seraphinen. 62. In allen meinen Thaten. 88. Die Herrlichkeit der Erden. 139, Welt, sieh hier dein Seben. 150. Frohlocke, mein Gemüthe. 367, Dir dank ich für mein Leben. 394. Was soll ich ängstlich klagen. 467. Herr, der du mir das Beben. 487. Schon ruhet auf den Feldern. 498. Was ich nur Gutes habe. 502. Ein ruhiges Gewissen. 511. Was ist mein zeitlich Leben. 520. Win mich, o Gott, hienieden. 523. Ich hab in guten Stunden. 528. Was ists, daß ich mich quäle. 554. Du aller Menschen Vater. 49. Psalm 33 der Lobwasserischen Melodieen. 49. Jbr Frommen, auf! die ihr die. 125. D Jefu, Brunnquell aller Fr. 482. Gepriesen, Gott, fet dein Erb. 50. Pfalm 65 der Lobwasserischen Melodieen. 50. Man betet, Herr, in 3tons. 213. Gott ist und Stärk und Sch. 552. Nie wil ich dem zu schaden. 54. Pfalm 62 der Lobwasserischen Melodieen. 54. D Wundergott, der alles sch. 377. Mein Geiß soll nun in Gott. 391. Was grämst du dich, mein. Können auch nach Nr. 283 ge. fungen werden. 55, eue Melodie, 55. Ich will, mein Gott, du K. 137. Gott, der du für uns deinen. 143. Laß deinen Geiß mich pets. 144. Sel hochgepriesen, Here, für. Melodieen 209. Baß doch, o Jefu, laß dein. 212. Schüße die Deinen, die nach. 249. Preis, Preis fet Gott und 335. Ich habe, Gott, mir ernstlich. 353. Soll sich mein Geiß, o Gott, zu. 441. Gelobt fet Gott, thm will ich. 484. Entflohen sind auch dieses. 491. Dieß ist der Tag zum Segen. 518. Gott, du bleibst ewig unsrer. 522. Ein Herz, o Gott, in Leid u. 546. Dilf, Jesu, daß ich meinen. Können auch nach Nr. 131 ges fungen werden. - 56. Von Gott will ich nicht lassen. 56. Gott, der an allen Enden. 100. Mit Erns, thr Menschenk. 395. Von Gott will ich nicht laffen. 422. Du reicher Gott der Armen. Können auch nach Nr. 101, 301 und 429 gesungen werden. 57. Valer will ich dir geben. 57. Gott, meine ganze Seele. 111. 3hr, die ihr wart verloren. Können auch nach Nr. 66 und 67 gesungen werden. 59. Mein Gort, das Herz ich bringe. 59. Noch immer wechseln ordentl. 76. Ich bin, o Gott, dein Eigenth. 242, D wohl dem Menschen, der d. 356, Wie felig bin ich, wenn mein. 366. Mein Geiß erstaunt, Ullmächt. 457. Ich finge meiner Seelen Bußt. Können auch nach Nr. 102 und 480 gesungen werden. 61. Neue Melodie. 61. Set zufrieden, mein Gemüthe. 103. Laßt uns unserm Gott lobs. Können auch nach Wr. 524 ges fungen werden. 65. Psalm 97 der Lobwasserischen Melodieen. 65. Der König aller Welt. 66. psalm 130 der Lobwasserischen Melodieen. 66. Nimmt Gott, dem wir vertr. Kann auch nach Nr. 57 u. 67 gesungen werden. 67. Ach Herr, mich armen Sünder. ( Herzlich thut mich verlang.) 67. Befiehl du deine Wege. 115. Wie soll ich dich empfangen. 133. Der du voll Blut und Wund. 193. Bedenke, Mensch, das Ende. 194. Ich denk an dein Gerichte. 237. 3ch flet in tieffter Reue. 260, Gern will ich mich ergeben. 383, Chriß, alles was dich fränket. 471, och läßt der Derz mich leb. Verzeichniß. 305 488. Wie lang darf ich noch fäum. 558. Wohl dem, der richtig wand. Können auch nach Nr. 57 und 66 gesungen werden. 69. psalm 89 der Lobwasserischen Melodieen. 69. Durch so viel Schein gestärkt. 72. Neue Melodie. 72. Gott werde fiets von dir erh. 123. Wie göttlich sind doch Jesu 8. 219. Jch bin getauft auf deinen. 233. Hier bin ich, Jesu, ju erfüllen. 235. Gott, deine Enad ist unser 2. 344. Schön ist die Tugend, mein. 354. Wo find ich Gott, den meine 371. Will du der Weisheit Quelle 374. Mein Hort ist Gott! ihn laß. 384. Herr, mache meine Seele st. 398. Dein Heil, mein Geißt, nicht. 504, Nicht, daß ichs schon ergriffen 505. Damit ich meine Seele rette. 508. Wie mannigfaltig sind die G. 526. Verborgner Gott, dem nichts. Können auch nach Nr. 7, 42 und 234 gesungen werden. 78. Auf meinen lieben Gott. 78. Du, der fein Böses thut. 83. Mein Gott, dtr is bewußt. 322. Wo ieh ich Sünder hin. Können auch nach Nr. 463 ges fungen werden. 79. Psalm 38 der Lobwasserischen Melodieen.( Meine Armuth macht mich schreien). 79. Jesu, Arzt todtkranker Seelen. 80. Ach, was bin ich, mein Err. 297. üter! wird die Nacht der S. 325. Gott, wie rein ist deine 8. 424. Straf, o Herr, mich nicht im. 472. Seele, du mußt munter werden. 81. 3euch mich, zeuch mich mit den. ( Unser Zerscher, unser Kön.) 81. Herr, du kenneßt mein Verd. 124. Gott, was muß dein Sohn. 287. Dir allein hab ich gesündigt. 461, Gott im Himmel und auf E. 82. Alle Menschen müssen sterben. 82. Großer Gott, erhabnes Wesen. 127, Gottes Lamm, durch deffen. 177, Großer Mittler, der zur R. 236. Ich erhebe mein Gemüthe. 240. Schöpfer aller Menschenkinder. 262. Noch bin ich dein Gast, o E. 275. Menschen ißs gefest, ju fterb. 280. Dwie unaussprechlich selig. 310. Jesu, daß du meiner Seele. 311. Jesu, sieh mich an in Gnaden. 317, Eins to neth, ach Herr, dies. 347. Du, der erz und Wieren. 1 Melodieen- Verzeichniß. 306 378. Gott der Wahrheit, deffen. 386. Herr! die trau teh auf der E. 438. Dir, mein Gott, will ich lobs. 446. Womit soll in dich wohl lob. 557. Laß mich, Söchster! darnach str. 84. Pfalm 51 der Lobwasserischen 109. Vom Simmel hoch da komm. Melodieen. 109, Dieß ist der Tag, den Gott. 162. Dich bet ich an, erstandner H. 163. Kaum feigt zu ihrem frohsten. 169. Erinnre dich, mein Geist, erfr. 176. Auf, Jesu Jünger, freuet euch. 179. Wir freuen uns, Herr Jesu Eh. 186. Die Erd und was darinnen ist. 210. Gott, der uns immer Gutes. 431. Gott, des gnadenvoller R. 439. Jhr Völker, fauchst mit froh. 493. Dieß, Christen, ist der Tag d. Können auch nach Nr. 3, 13, 197, 211 u. 436 gefungen werden. 110. eue Melodie( Ursprünglich: Ermuntre dich, mein schwacher Geist). 110. Gott, deine Gnade fet gepr. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das B. 112. Neue Melodie. 84. Die Quell, woraus der M. 130. Mein Bebensfürp! nun kann. 226. Denshenfreund, o Jesu. 281. Set gnädig, Herr, nach d.. 86. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ich hab mein Sach Gott). 86. Bie fleucht dahin der Mensch. 87. Gott hab ich alles heimgestellt. 89. Jesu, meine Freude. 89. Wort aus Gottes Munde. 250. Wie getroßt und heiter. 319. Jesu, meine Freude. 385. Seele, fei zufrieden. 90. Durch Adams fall ist ganz. 90. Durch Adams Fall ist erst verd. 334. Hilf mtr, mein Gott. 343. Oft denkt mein Herz, wie. Können auch nach Nr. 222 ges fungen werden. 94. Serr Chrift, der einge Gotts. 94. O Christe, Eingeborner. 158. Der Held hat überwunden. 336. Herr Jesu, Gnadensonne. * 95. Neue Melodie.( O Troftwort, das uns Leben gibt). 95. Gedanke, der uns Beben gibt. 97. An Wasserflüssen Babylon. ( Ein Lämmlein gebt und tr.) 97, 206, Ehre, Preis und Dank. 126. So gehst du, Jesu, williglich. 149. Erhebe vom Geräusch der W. 225. 3 komme, Herr, und suche d. 229. Du, Herr, haft aus Barmh. 293. OKöntg, deffen Majestät. 339. Erbarm dich, Herr, du kennst. Können auch nach Nr. 37 ges fungen werden. 101. Zeure melodie. 101. Erhebt den Herrn, ihr Fromm. 174. Der Herr fährt auf gen H. 178. Mein Jesus triumphiret. 455. Lobt Gott, den Gott der St. Können auch nach Nr. 56, 301 und 429 gesungen werden. 102. Neue Melodie. 102. Ufo bat Gott die Welt gel. Kann auch nach Nr. 59 und 480 gefungen werden. 108. Neue Melodie.( Ursprünglich. Sollt ich meinem Gott nicht): 108. Der du uns das hell errung. 445. Sollt ich meinem Gott nicht. 104. Gelobet feist du, Jesus Chrift. 104. elobet feißt du, Jefus Cbriß. 112. Herr, laß doch mich recht. 113. O Christenhett. sei hoch erfr. 114. Wirf, blöder Sinn, den K. 116. Werde munter, mein Gemüthe. 116. Wie lang foll ich traurig seb. 147. Heute, sprach mein Seiland. 200. Der du uns als Vater liebest. 363. Gott, mein Vater, deine 8. 433. Sorge doch für meine Kinder. 476. Perr! es ist von meinem 8. 485. Werde munter, mein Gem. 486. Auf, o Seele, werde munter. Können auch nach Nr. 29 ges fungen werden. 119. Aus tiefer oth schrei ich zud. 119, Mein Jesu, du hast unsre Sch. 182. Herr Jesu, deiner Glieder R. 191. Er kommt, er kommt zum Weltg. 248. Ich weiß, an wen mein Gl. 306, D Gottes Sohn, Herr Jefu Chr. 321. Wo soll ich hin? wer hilfet m. 376. Du hast, mein Vater und m. 387. Der Herr ist meines Bebens. 404. D Gott, es feblt uns Kraft u. 408. Gott, deine Güte reicht so w. 590. Nach meiner Seelen Seligkeit. 617. Zur Arbeit, nicht zum M. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 215 gefungen werden. 120. Vater unser im Simmelreich. 120. Kein Behrer ist die, Jesu, gl. 300. So wahr ich lebe, spricht d. 406. Bater, groß im Himmelr. 507. Oier is not safre Prüfung. Melodieen- Verzeichniß. 121. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. Setland, deine Menschenliebe. 189, Röntg, dem kein König gleich. 231. Seele, willst du Rube finden. 131. Serzliebster Jesu, was hast du. 131. Unschuldger Jesu, was hast d. 132. Herr, särke mich, dein Beid. 550. Herr, mein Verföhner! der d. 551. Herr, deine Sanftmuth ist n. Können auch nach Nr. 55 ge: sungen werden. 136. O Lamm Gottes, unschuldig. 136, D Gottes Lamm, unschuldig. 148. Christus, der uns felig macht. ( Schwing dich aufzu deinem) 138. Mein Erlöfer, Gottes Sohn. 140. Meine Liebe hångt am Kreuz. 140, Mein Erlöser hängt am Kreuz. 141. Gerzlich lieb hab ich dich. 141. Um Gnade für die Sünderw. 224. Gelobt feißt du, Herr Bebaoth. 269. Mein Heiland! wenn mein. 307. 3ch komme, Friedensfürß, zu. 359. Der du mich als ein Vater I. 145. Ceue Melodie. 145. Beglette mich, o Chrift. 146. Neue Melodie.( Rommt heraus, all ihr Jungfrauen). 146. Seht den leidenden Gerechten. 153. Der Tag ist hin, mein Geist. 153. So schlummerßt du in ßiller R. 155. Am Kreuz erblaßt. 156. Dennoch bleib ich sters an dir. ( reinen Jesum laß ich nicht). 156, Auf, mein Herz! ein froher L. 172. Jefus lebt, mit ihm auch ich. 230. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 315. Meinen Jefum laß ich nicht. 365, abe deine Lust am Herrn. Können auch nach Nr. 47 ge, fungen werden. 157. Christ lag in Todesbanden. 157. Der Herr lag in das Grab g. Kann auch nach Nr. 160 ges fungen werden. 160. 7eue Melodie. 160. Bringt Preit und Ruhm. Kann auch nach Wr. 157 ge. fungen werden. 161. Pfalm 32 der Lobwafferischen Melodieen. 161. Ich weiß gemts, daß mein. 164. Jesus Christus, unser Geiland. 164. Jesus Christus, unfer Helland. 307 167. Sofianna, Davide Sohn. 167, Jesus, meine Liebe, lebt. 183. Hoftanna, Davids Sohn. 171. Wachet auf! ruft uns die St. 171. Halleluja, Jesus lebet. 196. Wachet auf vom Schlaf, thr. 272. Wachet auf! so ruft die St. 452. Jauchze, auserwält Geschlechte. 173. Auf diesen Tag gedenken wir. 173. An diesem Tag frohlocken wir. 190. O ewigkeit, du Donnerwort. 190. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn. 192. Der unfre Menschheit an sich. 197. Komm, o Gott, Schöpfer. 197. Komm, o Gott, Schöpfer, heilg. 175. Schau, großer Herr der Herrl. 333. Dein Gott ist Majestät und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 211 u. 436 gefungen werden. 199. Vater aller Gnade. 199. Gott, groß von Erbarmen. 201. Psalm 77 der Lobwasserischen Melodieen. 201 Sellger Geißt, du Himmelslehr. 294. Wenn der Sünder hat mißh. 397. Meine Stimme ruft zur. 407. Herr, erhöre meine Klagen. 458. Großer Gott, Herr aller. 205. un bitten wir den heilgen G. 205. Des Vaters und des Sohnes. 208. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. Ein parker Schuß ist unser. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 211. Erhalt uns, Herr, bet detnem. Kann auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 u. 436 gefungen werden. 214. Neue Melodie. 214. Wenn Chrißus feine Kirche. 215. Ach Gott vont Gimmel sieh. 215, 2ch Gott vom Himmel sieh. 405. Mit Seufzen flag ich dir in. 421. Ach Gott, wir treten hier v. 425. In deinem Namen, o Herr. 556. Die Bunge, die vernehmlich. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 119 gesungen werden. 218. Christ, unser Herr, zum Jord. 218. Wie Chrißus felbst zum Jord. Kann auch nach Nr. 17 ge fungen werden. 222. Psalm 91 der Lobwasserischen Melodieen. Als Jefus jegund sterben w. er unter Gottes Schatten. Können auch nach Nr. 90 ger fungen werden. 30* 222. 392. 308 Melodieen Verzeichniß. 227. Psalm 5 der Lobwasserischen| 267. Was Gort thut, das ist wohlg. Melodieen. 227. Wie groß ist deine Menschent. 234. Neue Melodie. 267. Ich freue mich der frohen 3. 373. Auf dich, Herr, nicht auf'm. 375. Der Herr ist meine Zuversicht. 525. Was Gott thut, das ist wohlg. 273. Psalm 84 der Lobwasserischen Melodieen. 234. Mun habe Dank für deine. 278. Nach einer Prüfung kurzer T. 345. Wie feltg, Herr, ist der Ger. 357. Wie follt ich dich, mein Gott. 400. Von dir kommt jede gute G. 410. Wer kann, Gott, je was Gut. 509. Der Wolluß Reiz zu widerstreb. 510. Des teibes warten und ihn. 527. Was iß mein seben auf der. Können auch nach Nr. 7, 42 und 72 gesungen werden. 238. Kommt her zu mir, spricht. 238. Wie selig, Gott, wie selig ist. 246. Ich hoff, o Gott, mit frohem. 352. Kommt her, Mühselge, kommt. 499. Herr, meiner Seele großen W. 548. Du liebs, o Gott, Gerechtigk. 243. Pfalm 1 der Lobwasserischen Melodieen. 243. Der Herr iß gut, in deffen D. 244. Neue Melodie. 244, Vernimm, o Gott! vernimm 245. Psalm 19 der Lobwasserischen Melodieen. 245. Mein Salomon, dein freundl. 253. Psalm 4 der Lobwasserischen Melodieen. 253. Wie wol ist, Jesu, meiner Seel. 254. Pfalm 46 der Lobwasserischen Melodieen. 254. Beglückter Stand getreuer S. 494. Der Herr des Himmels und d. 273. Mein Leben ist ein Pilgrims. 274. Psalm 16 der Lobwasserischen Melodieen. 256. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Chr. 256. Mein treuer Gott, dein gutes. 346. Herr, mein Erlöser! nur von. 259. Neue Melodie. 259. Der Herr, mein Dirt, beh. 265. Plalm 103 der Lobwasserischen Melodieen. 265. Wie komm ich doch, mein. 440. Lobsinget Gott mit wahrem. 497. Derr, lehre mich, wenn ich d. 266. un laßt une den Leib begrab. 266, Begrabt den Beib in feine Or. 274. Auf, träger Geißt! laß das. * 283. Meue Melodie. 283. Erhebt, erhebet Gottes Ruhm. Kann auch nach Nr. 54 gesune gen werden. 284. Liebster Jesu, Trost der Herzen. 284. Auf, o Sünder! laß dich lehr. 389. Liebster Jesu, Troß der Herz. 292, Allein zu dir, Serr Jesu Christ. 292. Jch schäme mich vor deinem. 308. Auf dich allein, Herr Jesu Chr. 295. Neue Melodie. 295. An dir allein bab ich gestind. Kann auch nach Nr. 46[ und 531 gefungen werden. 296. Meine Seele, willst du ruhn. 296, Sünder, willst du sicher sein. 301. 3euch ein zu deinen Thoren. 301. Wie treu, mein guter Pirte. 358. An dich, mein Gott, gedenken. 389. Was hilft's, daß ich mich qu. Können auch nach Nr. 56, 101 und 429 gesungen werden. 302. Straf mich nicht in deinem 3. 302. Strafe nicht, o Heiligßer. 406. Mache dich, mein Geißt, bereit. 255. Ich weiß, mein Gott, daß all. 316. Gerr hör, ach höre mein Gebet. 255. Ich freue mich, mein Gott, in 414, Bon ganzer Seele prels ich d. 481. Für alle Güte sei gepreift. 521, Set, Seele, fark und unverz. Können auch nach Nr. 415 ges fungen werden. 316. Sucht man die Freundschaft in. 320. Pfalm 25 der Lobwasserischen Melodieen. 320. Höchft erwünschtes Seelenleben. 401, Jesu, meiner Seelen Retter. 324. psalm 116 der Lobwasserischen Melodieen. 324. Mein Bundesgott, ach unterw. 330. Ich weiß es wohl, ich selbst v. 361. Wie lieb ist mirs, daß Gott. 465. So ift von meiner kurzen Pilge, 326. Neue Melodie. 326, Wenn zur Vollführung deiner. 348. Es woll uns Gott genådig sein. ( Früher: Erbarm dich mein, o Herre Gott). 348. 3ch armer Sünder, wer ich b. Melodieen- Verzeichniß. 360. GottVater, ich glaub an dich. 360. Wohlan, mein Herz! fet fets. 368. großer Gott von Macht. 308. D du erhabner Gott. 369. Pfalm 26 der Lobwasserischen Melodieen. 369, D Gott, wer is dir gleich. 381. Wohl dem Menschen, der von. 381. Wohl dem Menschen, der von s. 413. In dich hab ich gehoffet. 413. Ich weiß es, Gott, mein ganz. 423. Ach Gott, du unser Bebenst. Können auch nach Nr. 255 ge, fungen werden. 415. Verleih uns Frieden gnädigl. 415. Verleih uns Frieden gnädiglich. 417. Ach, mein Jesu! fieh, ich trete. 417. Qual und Angst muß ich empfind. 418. Entbinde mich, mein Gott. 418. Befreie meinen Geist. 538. Mein Lebensfürßt! zeig mir. 429. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jehovah, Herr und König. Kann auch nach Nr. 156, 101 und 301 gesungen werden. * 430. Neue Melodie. 430. Erlöser, sieh auf uns hernieder. 435. Warum betrübst du dich, mein. 435. O welch ein Leiden, das mich. 474. Jhm, der das Licht entstehen. 436. psalm 134 der Lobwasserischen melodieen. 436. Auf, Christen! preißt mit mir den. .437. Erhebe Gottes Heiligkeit. 942, D Gott, du bist mein Preis und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 u. 211 gefungen werden. 309 444. Lobet den Herren, alle Seiden. 444. 8obet den Herren, alle Heiden. 456. Neue Melodie. 456. Derr, unser Gott, dich loben wie. 459. Alles ist an Gottes Segen ( Jesu, deiner Kirchen Gl.) 459. Here, mein Licht, mein Detl 463. Neue Melodie. 463. Befingt Gott Bebaoth. 477. 3hr trüben Sorgen weicht. Können auch nach Nr. 78. gesungen werden. 470. Neue Melodie. 470. Mein erß Gefühl sei Prets. 478. un laßtunsGottdemherren. 478. Wach auf, mein Herz und singe. 480. Aun sich der Tag geendet hat. 480. So fliehen unsre Tage hin. Kann auch nach Nr. 59 und 102 gefungen werden. 524. eue Melodie. 524. Warum sollt ich mich denn gräm. Kann auch nach Nr. 61 gesun. gen werden. 530. Neue Melodie. 530. Du klagst, o Chrißt, in schweren. 531. Neue Melodie. 531. Du flagst und fühleßt die Beschw. Kann auch nach Nr. 46 und 295 gefungen werden. 533. eue Melodie. 533. Was sorgt du ängstlich für. 542. Christus, der ist mein Leben. 542, Mein Jesus tß mein Beben. 310 III. Alphabetisches Register der in diesem ,, verbesserten" Gesangbuche vorhandenen ( oder angeführten) Stamm- Mélodieen. Ach Gott und Derr 10 67 417 15 Ach Gott, vom Himmel sieh darein 215 Ach Herr, mich armen Sünder Ach mein Jesu, sieh, ich trete Asein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Chrißt Ale Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen An Wasserflüssen Babylon Auf diesen Tag gedenken wir Auf meinen lieben Gott 292 82 459 97 173 78 429 119 157 138 156 153 413 30 348 29 In dich hab ich gehoffet, Derr ( Komm heiliger Geißt, erfüll!) Komm, o Gott, Schöpfer, heilger 197 Kommt her zu mir, spricht Gottes 238 Liebßer Jesu, Troßt der Herzen Liebßter Jesu, wir sind hier Lobet den Herren, alle Seiden 284 4 Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Noth schret ich zu dir Chrißt lag in Todesbanden Chrift, unser Herr, zum Jordan kam 218 Nun danket alle Gott 542 Christus, der ist mein Beben Nun laßt uns den Leib begraben 266 Chrißus, der uns selig macht Nun laßt uns Gott dem Herren Dennoch bleib ich gets an dir ( Nun lob, mein Seel, den Herren Der Tag ist hin, mein Geißt Nun sich der Tag geendet hat Durch Adams Fall ist ganz verderbt 90 D Ewigkeit, du Donnerwort Ein feste Burg ist unser Gott D Gott, du frommer Gott Gott, du unser Vater bist 208 418 211 110) 6 121 D Gott Vater, ich glaub an dich D großer Gott von Macht D Samm Gottes, unschuldig Welt, ich muß dich laffen Schmücke dich, o liebe Seele. ( Schwing dich auf zu deinem Gott 136) ( Sollt ich meinem Gott nicht singen 108) Straf mich nicht in deinem Born 302 ( Unser Herscher, unser König Balet will ich dir geben Vater aller Gnade 104 81) 57 ( Ein Lämmlein geht und trägt die 97) Entbinde mich, mein Gott Erhalt uns, Herr, bet deinem ( Erbarm dich mein, o Herre Gott 348) ( Ermuntre dich, mein schwacher Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Es woll uns Gott genädig sein Freu dich sehr, o meine Seele Gelobet feißt du, Jesus Chrift Gott des Himmels und der Erden 32 22 Gott sei Dank in aller Welt Herr Chrißt, der einge Gotts Sohn 91 Herr, hör, ach höre mein Gebet 316 Herr Jesu Chrißt, dich zu uns wend Herzlich lieb hab ich dich ( Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesu, was hast du Hoffanna, Davids Sohn ( Ich hab mein Sach Gott heimgest. 86) Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift Ich weiß, mein Gost, daß all mein 255 ( Jesu, deiner Kirchen Glieder 459) Jesu, meine Freude 3 141 67) 131 167 Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Vom Himmel hoch, da komm ich Von Gott will ich nicht laffen Wachet auf! ruft uns die Stimme 171 Warum betrübßt du dich, mein Herz 435 Was Gott thut, das ist wohlgethan 267 116 Werde munter, mein Gemüthe Wer nur den lieben Gott läßt w. Wie schön leuchtet der Morgenstern 35 Wohl dem Menschen, der von Wunderbarer König 256 7 381 89 Jesus Chrißus, unfer Deiland Jesus, meine Zuversicht 164 Beuch ein zu deinen Thoren 47 Beuch mich, zeuch mich mit den 444 Machs mit mir, Gott, nach deiner 26 ( Meine Armuth macht mich schreien 79) Meine Liebe hängt am Kreuz 140 296 156) Meine Seele, willst du ruhn ( Meinen Jesum laß ich nicht Mein Gott, das Herz ich bringe Nun bitten wir den heilgen Geißt 205 59 9 47) 348 480 190 8 3 360 368 136 48 199 120 415 109 56 38 301 81 311 Gebete. Morgengebete. ott, Schöpfer und Herr Himmels| habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es thäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir banke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besige. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nachtmit deinem mächtigen Schuße bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß du meinen Leibdurch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet haft. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Šie übertrifft alle unsere Verdienste unendlich: sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig genug dafürdankenkönnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest und dich meiner ſo annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesege übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Beit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in dei ner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert Chrifto, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Borsaß, alle unordentlichen Begierden, die in mir auffteigen, zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, noch nach dem Beispiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deiner seligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dies soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bemühung und meine Selig keit sein. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, dieſen guten Vorsag mit Treue zu erfüllen, denn ohne dichvermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gib, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Vor 312 Morgengebete. stellung von deiner Allwissenheit und UU- aufgestanden bin. Du hast nächtliche gegenwart mich überall begleiten, und Schrecken und Gefahren in Gnaden von mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht mir abgewandt, und mich vor vielem gegen dich und deine Gefeße erfüllen. Unglück behütet, das mir ohne deinen Laß mich oft an den Tod, an das Gericht Schug hätte begegnen können. Ich erund die Ewigkeit gedenken, und dadurch kenne deine Güte, die diesen Morgen weise werden zur ewigen Seligkeit. an mir neu ist, und bete zu dir, dem Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe Ullgenugsamen: bereite mich selbst zu gegen alle Menschen, und laß mich mei- einem dir wohlgefälligem Lobe, daß ich nen Brüdern so nüglich werden, als es dich nicht nur mit dem Munde, sondern gie Fähigkeiten, die du mir verliehen, auch mit einer gerührten Dankbarkeit und die Umstände, in welche du mich des Herzens preise, und mein Leben zu deseget hast, erlauben. Verleihe mir deiner Ehre und nach deinem WohlgeGesundheit und Kräfte zu meinen Be- fallen führen möge. Deinem mächtigen rufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Schuge befehle ich mich darum an diesem Segen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit Tage und fernerhin. Erhalte mir die mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Gesundheit und die Kräfte des Leibes Vorsehung in allem, was mir begegnet, und der Seele, und bewahre mich vor demüthig verehre, und weder dem Geize, solchen Vorfällen, die mir schädlich sein noch der ungerechtigkeit, noch irgend können. Regiere alle meine Entschlieseinem andern Laster den Zugang zu sungen, und leite alles mein Thun und meiner Seele verstatte. Dir und deiner Vornehmen, daß es deinem heiligen Gnade, o Gott, empfehle ich alle Men Willen gemäß sein möge. Gib mir ein schen. Laß das Licht deiner Offenbarung zufriedenes und freudiges Gemüth, daß sich über alle Völker ausbreiten. Wehre ich willig und mit Munterkeit die Gedem Unglauben und dem Aberglauben, schäfte verrichte, die mein Stand, in und erweitere die Grenzen des Reichs welchen du mich geseket hast, mir auf der Wahrheit und der Tugend. Segne leget. Gib, daß ich treu und fleißig unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, mich in meinem Berufe beweise, und in die du über uns geseßet haft. Segne allem, was ich thue, rechtschaffen und die Lehrer, und laß sie reizende Muster gewissenhaft handle. Sei auch nach deider wahren Weisheit, der Liebe und ner großen Barmherzigkeit mir armen aller christlichen Tugenden sein. Segne Sünder um Jesu Christi willen gnädig, diesen Ort, dieses Land und alle Ein- und verleihe mir den Beistand deines wohner desselben. Segne insbesondere heiligen Geistes zu einer beständigen diejenigen, die du durch die Bande des Besserung meines Lebens. Verhüte in Bluts und der Freundschaft mit mir Gnaden, daß ich an diesem Tage mein verbunden hast. Gib, daß wir alle die Gewissen nicht mit vorsäglichen Sünden Pflichten unsers Berufs treulich erfül- beschwere, sondern laß deine Furcht und len, daß wir das allgemeine Befte unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum legten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu Christi willen, Amen. Unser Vater 2c. die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stärken. Wenn ich aus Uebereilung fehle, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler aufrichtig bereue, bei dir Vergebung suche, und ins Künftige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle umstände meines Lebens zu meiner wahren und A Umächtiger und unendlich gütiger habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und gesund Wege, und ich hoffe auf dich, du wirsts wohl machen, Amen. Abendgebete. ch und komme mit Danken vor dein Ungesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise vondeiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln die größesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und liebliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan bast? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung follen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, be ständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener sein! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nach lässigkeit und Trågheit im Guten, wie vieler Vergebungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergange: nen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zufünftigen Herrlichkeit anständig isft? habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart forgfältig in meiner Seele unterhalten? habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgeseßt, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des demüthigen, des sanft: müthigen, des wohlthätigen und himm= lisch gesinnten Jesu sei? Habe ich jeden Unlaß, mich selbst zu bessern und Andern 313 " allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum 3orn, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden, und mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu fündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kráfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es hátte thun sollen und thun können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? o Gott, wie beschämet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht ins Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich ent schließemich, indeiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsage. Stebe mir in der Ausführung defselben mächtig bei. Gib, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger sein, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenhilde erneuert werden. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst Das Gebet des Herrn, umschrieben. 314 vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes: und Seelenkräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tròste, barmherziger Gott, tröfte meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Unbruch des Tages warten. Stårke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers, Umen. Barmherziger, gnädiger Gott, unter habe ich abermals einen Tag zurückgelegt. Ich banke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Woh thaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im 3ern vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Ungesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Chrifti willen gnådig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles Unglück von uns ab, und schenkeuns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wieder: um geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet haft. Erhöre mich um Jesu Chrifti, deines geliebten Sohnes willen, Umen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. Unter nser Vater, der du bist im| licher auf dem ganzen Erdboden werden, Himmel, Herr der ganzen Welt, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu dessen Thron der Himmel ist, welche ihrem Niedergang Jedermann dich recht Ehre und Gnade ist es für uns, daß erkenne, über alles ehre, fürchte, liebe, wir, die wir von Natur Kinder des und mit Gedanken, Worten und Werken Bornes sind, dich mit Zuversicht und preise. Und damit dein Name je långer, Vertrauen unsern Vater nennen, und je herrlicher werde, so komme dein insgesammt unsere Herzen und Hånde Reich, so laß dein Reich, das du durch zu dir aufheben dürfen! Großer Gott deinen Sohn auf Erden aufgerichtet und versöhnter Vater in Christo, was hast, sich immer mehr ausbreiten, daß können deine so hoch begnadigten Kinder alle Welt sich dir unterwerfe und dir mehr wünschen und bitten, als daß diene! Regiere und herrsche du in uns dein Name geheiliget werde? durch dein Wort und durch deinen Geist. Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, 3erstöre das Reich des Satans und und würdig von allen erkannt, geehret erweitere die Grenzen deines Reiches und gepriesen zu werden. O laß deinen durch Erleuchtung derjenigen, die noch Namen, deine Tugenden und Bollkom- in Finsternißleben und durch Bekehrung menheiten immer bekannter und herr- so vieler, die noch auf den Irrwegen Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. 315 des Easters und des Unglaubens wandeln. 1 so uns beleidiget haben, damit wir ihnen Nur dein Wille geschehe auf so gerne, willig und herzlich vergeben, Erden, wie im Himmel, nicht als du uns vergibst. Denn wenn wir unser verkehrter Wille, sondern tein nicht vergeben, so wirst du uns auch guter und vollkommener Wille geschehe, nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, so daß wir sowohl in guten als in böfen wie leicht wir in Sünde fallen, und Tagen deine Befehle ohne Uusnahme, wie stark und listig unsere Feinde, der beständig willig und freudig ausüben, Satan, die Welt und unser Fleisch sind, gleich wie sie von den Engeln und um uns zu stürzen, so führe uns vollendeten Gerechten im Himmel voll- nicht in Versuchung, so laß uns zogen werden. nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir ge fallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Gib uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gotiseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigkeit von dir erkennen, tåglich unser Vertrauen auf dich segen, und uns arbeitſam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergib uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehäuft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie haffen und verabscheuen. Gib uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan sein. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Umen. Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. H err, Herr, Gott, barmherzig, gnå dig, geduldig, von großer Gute und Treue, der du Gnade beweisest, und vergibst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als våter: lichen Liebe gegeben haft. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt | gefandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich unwürdigen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. uch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Uuch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten 316 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. wenn ich, mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsage, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne sei es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O Gott, ver: zeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sei mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens sein. Ach, schenke mir selber Kraft und Stárke, mein Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du mir vorhåltft, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu verbleibe. du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden segteft du das heilige Abendmahl zum Trofte deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du låssest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittlerzwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erldseten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein? Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Anblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alleihoffnung, diemich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der undankbarste und niederträchtigste unter allen Sterblichen sein, wenn ich dein vergåße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Be gierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit Nach dem Genusse des Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsag zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben heiligen Abendmahls. 317 gesegnet sein. Erlaube nicht, daß ich mich bloß mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seelevertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barm= herzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestårket, und ich auf das Kraftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbruchlicher Treue zu halten, Umen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Lobe Robe den Herrn, meine Seele, und nennen. An ihm haben wir einen vollwas in mir ist, seinen heiligen kommenen Seligmacher, der immerdar Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, lebet und für uns bittet. Durch seine und vergiß nicht, was er dir Gutes Auferstehung von den Todten haben wir gethan hat, der dir alle deine Sünden die gewisse Hoffnung eines unverwelk vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, lichen Erbes, das behalten wird im der dein Leben vom Verderben erlöset, Himmel. O Gott, womit soll ich dir und dich krönet mit Gnade und Barm- alle das Gute vergelten, das du an mir herzigkeit. Barmherzig und gnádig ist gethan haft? Ich will dich erhöhen, mein der Herr, geduldig und von großer Güte. Gott, du König, und deinen Namen Er handelt nicht mit uns nach unsern loben immer und ewiglich. Ich will Sünden, und vergilt uns nicht nach dich täglich loben, und deine Gnade unsern Missethaten. Wie sich ein Vater rühmen immer und ewiglich. Dir will über seine Kinder erbarmet, so erbarmet| ich Dank opfern, und mein Gelübde sich der Herr über die, so ihn fürchten. bezahlen vor allem Bolke. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geift kein Falsch ist! Sch sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du haft deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du haft ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet sei Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den foftbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchften angenehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Bater, und uns seine Kinder Großer Gridser, meine Seele erhebet dich, Geist freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du haft mich bis in den Tod geliebet: Du haft deinen Leib für mich gegeben. Du haft dein Blut für mich vergoffen zur Vergebung der 318 Gebet eines Kranken. Sünden. Du bist für mich gestorben. Du| heiten, die ich an mir habe, ernstlich haft dich selbst für mich geopfert. Ich will bestritte, wenn ich eben so tråge und ganz der Deinige sein. Dir will ich leben. nachlässig im Guten wäre, als ich es Dir will ich sterben. Dir sei mein Leib ehemals gewesen bin! So würde ich und meine Seele, dir sei mein ganzes mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu die ich als ein Christ besige, verlustig, lieben, dirzu gehorchen, deinem Beispiele und meine Verdammniß um sovielschwe zu folgen, deinen Namen unter den Men- rer machen. Uch Gott! erlaube nicht, schen zu verkündigen, dein Reich hier daß ich so undankbar gegen dich, und auf Erden zu erweitern, und mich zu so feindselig gegen mich selbst handele. deiner näheren Gemeinschaft im Himmel Sei du in meiner Schwachbeit machtig. geschickt zu machen, dies soll meine Befestige meine guten Entschließungen, Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und verleihe mir Gnade, an der Ausund beständiges Geschäfte, meine ganze führung derselben unverzüglich und unSeligkeit sein! Amen. verrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß deines Geiftes und führe mich durch denfelben auf ebene Bahn. Gib, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stårke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich der einst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Amen. o habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Baters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Junger und Nachfolger meines hochgelobten Erldsers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wic undankbar, wie unglucklich würde ich nicht sein, wenn ich diese Zusagen vergåße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welche in Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse GewohnKranken. ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und demüthige nicht zu meinen Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so ftrafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Bornes über mir zusammenschlagen, und ich müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich habe gefündigt wider dich und vor dir. Meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Uch, ich UnglückGebet eines mein Gott, du Quelle des Trostes und mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen fehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. 3u wem kann ich mich wen den, der ich so eiend und voll Jammer auf diesem Krankenbette barnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, kannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspreffet. 3u dir allein wente Bebet eines Kranken. 319 seliger! Ach, daß ich dich zum 3orn führen und zeigen möge, daß ich in der wiber mich gereizet babe! Du bist die Schule deiner Züchtigungen gelernet Liebe selbst. Du hast mit so vieler Gnade habe, wachsamer über alles mein Thun mich überhäuft, und nicht aufgehöret, und Lassen zu sein, und mich von aller mir Gutes zu thun. Wie konnte ich Unreinigkeit der Welt zu entfernen. doch so undankbar sein, daß ich mich Hast du aber beschloffen, den Lauf meines wider dich, meinen großmüthigsten Lebens durch diese Krankheit zu endigen, Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so und mich vor deinen Richterstuhl zu for: frech, so treulos sein, daß ich mich gegen dern, so sege mein Herz in eine solche meinen Vater und König emporte! Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig daß es meine Sünden sind, die dich befinden müssen, wenn du uns von hier gegen mich reizen, daß ich mein Leben abrufest. Reiße mein Herz ganz los von damit beflecket habe, und durch sie mich der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nun an den Rand des Abgrunds geführet nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet fehe, wenn anders deine Barmherzigkeit sein.( Denn was hat die Welt, das mich nicht noch ins Mittel tritt, und den an sie fesseln sollte? Es ist wahr, die, Urm deiner Gerechtigkeit aufhält. Dan welche mich so starke Bande knüpfen, erbarmungsvoller Gott, hore die Stim- gehen mir nahe. Doch auch deinem me des Blutes, welches mein theuerster Sohne lagen die Seinigen bei seinem Erlöser für bußfertige Sünder vergossen herannahenden Abschiede am Herzen. Er hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans ich dich beleidiget habe. Gib mir Kraft, Ende. Da er jeßt seinen Geist in deine daß ich allen dir mißfälligen Neigungen Hände befehlen wollte, so sorgte er noch widerstehe, und mich gänzlich deinem liebreich für seine Mutter. Soll ich die heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Meinigen verlassen, so verlaffe du sie Gott, ich küsse die Ruthe, welche mich nicht. Ich werde mich dann nicht, wie schlägt. Ich lege meine Hand auf den bisher, ihrer ferner annehmen. Über du Mund, und will gar nicht murren. lebest immer und ewiglich. Sei du ferner Ich preife deine Barmherzigkeit mitten ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschüher in deinen Züchtigungen. Gib mir Ge- und Helfer. Laß sie bei meinem Hinduld in meiner schweren Krankheit. Laß gange nicht weinen als solche, die keine mich einen sanften Sinn und Freund: Hoffnung haben, sondern dadurch belichkeit gegen alle die, so um m'ch fonders erweckt werden, so lange sie herum sind, beweisen, und alle Sorg- hier noch streiten müssen, sich täglich zu falt, so man an mir beweiset, mit ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe Dank erkennen. Laß die Mittel der du mich indessen selbst immer mehr in Genesung, so ich anwende, gesegnet sein, die heilige Fassung, daß du mir ungleich denn ohne deinen Segen arbeitet doch lieber bist, als alles, was ich auf Erden der Arzt vergeblich, und alle Mittel lieb habe.) Versiegele mich auf den find umsonst. Bon dir, o Gott, erwarte Tag der Erlösung. Gib neue Stärke ich alles. Mache es mit mir, wie es meinem Glauben, meiner Liebe und deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht Hoffnung, daß ich diese Welt ohne mein, sondern d. in Wille geschehe! Ver Kummer verlassen, und mit Freuden laß mich nur nicht. Unterstüße mich aus derselben gehen möge. durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sei mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben foll; so gib mir, Herr, daß ich ein neues Leben Nun, mein Gott, ich erwarte in tieffter Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Liefe, und um Chrifti Jefu, meines Heitan: des willen, Umen. 320 Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Uch ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes sein sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Du hast meine Klagen erhöret, und meine Chránen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und hast mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen Nengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzürnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gib dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten låffeft, denn diese ist ein ungestumes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein fannst mich erretten. Gib mir das roßer Gott, höchster Gebieter und| nöthige Licht, gib mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sei du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sei mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Schwertes, um allen Unläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. O Gott, so Mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückge= fallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein 3ittern. Ich bin ganz beschämt. Sch bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Uufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist gesund geworden, sündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Wergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, die doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrift mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Schauplag ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Her zen und Begierden dahin gerichtet sein müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher ſei. 321 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Erbarme dich auch, o mein Gott, sie die Sonne mit Freuden erblicken. aller armen Kranken. Höre igre Gib einem jeden unter uns, daß wir Bitten, stehe ihnen bei und gewähre weder deine Wohlthaten, noch auch ihnen alles dasjenige, was deine anbes unsere Versprechungen jemals vergestungswürdige Weisheit für sie am sen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ersprießlichsten findet. Unterstüge und ich rufe dich mit innigster Inbrunst um stärke alle, die du mit mir von ihren Jesu Christi, meines liebsten Heilands Krankenlagern aufstehen läsfest, daß willen an, Amen. Gebet der Umstehenden A™ Umächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Bater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jett vor deinem heiligen Ungesichte, und bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Uch, gib ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Ach, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. Dir, o allerliebster Vater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stårke sie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren legten Feind; sei nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein. Reinige fie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seligfeit. Sprich zu ihrer Seele: Mein Sohn( meine Tochter) sei getroft, dir sind deine Sünden vergeben. Stärke und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit sie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwersten Streite empfunden und ausgestanden hat. Lindere, verkürze und vermindere die Furcht und für einen Sterbenden. die Schmerzen des Todes, und gib ihr alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem Bittern und Sagen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneigt, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Uch, stårke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig sein. Oliebster Heiland Jesu! du hast verheißen, wenn du werdest erhöhet sein, so wollest du uns alle zu dir zichen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden, und hast daselbst alle unsere Missethat versöhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor dem Ungesichte deines himmlischen Vaters für uns erscheinest. So ziehe dann diese Schwache durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihre Seele aus dem bald einfallenden Kerker ihres Leibes, darinnen sie gefangen ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem 21 322 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröfte sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sei, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. O heiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige id ud silp 19 Gedanken, und laß teine heiligen Engel sich um sie her lagern, und ihre Seele in das himmlische Paradies, und in den Schooß ihres Erlöfers führen. Uns aber, o Herr, gib die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichkeit erinnern, aller Sünde bei Zeiten abster: ben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns o lieber Vater, um Jesu Chrifti willen, in dessen Namen wir dich also anrufen, Unser Vater zc. THE nine Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage des Advents, aber berbei kommen: so laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und SauMatth. 21, v. 1-9. a fie nun nabe bei Jerusalem Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet bin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie Evangelium am 2. Sonntage des Advents, zu mir. Und so cuch jemand etwas wird sagen, so sprecbt: Der Herr bedarf ihrer, so bald wird er sie euch laffen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter 3ion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmuthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger giengen bin, und tha= ten, wie ihnen Jesus befoblen hatte: und brachten die Eselin und das FülIen, und legten ihre Kleider darauf, und festen ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen bieben 3weige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorgieng und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne David! gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Róm. 13, v. 11:14. Lieben Brüder: weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe, sintemal unser Heil jegt näher ist, denn da wirs glaubten: die Nacht ist vergangen, der Tag nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift, und wartet des Leibes, doch also daß er nicht geil werde. Luc. 21, v. 25= 33. und es werden Zeichen geschehen an den Sternen, und auf Erden wird den der Sonne und dem Mond, und Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer, und die Wassermogen werden brausen, und die Men= schen werden verschmachten vor Furcht kommen sollen auf Erden, denn auch und vor Warten der Dinge, die da der Himmel Kräfte sich bewegen seben des Menschen Sohn kommen werden. Und alsdann werden sie Herrlichkeit. Wenn aber dieses anin den Wolken mit großer Kraft und fåhet zu geschehen, so sehet auf, und sich eure Erlösung nabet. hebet eure Häupter auf, darum daß fagte ihnen ein Gleichniß: Sehet Und er an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jest ausschlagen, so sebet ihrs an ihnen, und merket, daß jest der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sebet angeben, ſo wiffet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergeben, aber meine Worte vergeben nicht. 1 2 Um 3. und 4. Sonntage des Advents. Epistet, Rom. 15, v. 4: 13. Das aber zuvor geschrieben ist, ben, auf daß wir durch Geduld und Troft der Schrift Hoffnung baben: Gott aber der Geduld und des Troftes gebe euch, daß ihr einerlei gefinnet ſeid unter einander nach Jefu Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jefu Chrifti. Darum nebmet euch unter einander auf, gleichwie euch Chriftus hat aufge= nommen zu Gottes Lobe. Ich fage aber, daß Sesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu be= stätigen die Verbeißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stebet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und aber mal spricht Esaias: Es wird fein die Wurze! Jesse und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glanben, daß ihr vollige Hoffnung babt durch die Kraft des heiligen Geistes. des Udvents, Matth. 11, v. 2: 10. a aber Johannes im Gefängniß D die Werke Chrifti hörete, fandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach wird das Evangelium geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Hausbaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Mir aber ifts ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewuft, aber darinnen bin ich nicht gerecht= fertiget; der Herr ifts aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, weldber Evangelium am 3. Sonntage auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Johanni wieder, was ihr sebet und höret: Die Blinden feben und die Lahmen gehen, die Ausfäßigen werden rein, und die Tauben bören, die Todten stehen auf, und den Armen an zu reden zu dem Volk von Jobanne: Was seid ihr hinausgegan= gen in die Wüsten zu sehen? Bolltet ihr ein Rohr seben, das der Wind hin und her webet? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siebe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten seben? Ja, ich fage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1 Cor. 4, v. 1-5. afür balte uns jedermann, nåmund Evangelium am 4. Sonntage des Advents, Joh. 1, v. 19:28. dies ist das Zeugniß Johan: und Jerufalem Priester und Leviten, daß sie ibn fragten: wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Chrius. und sie fragten ihn: was denn? 3 spolvido Um heiligen Christtage.id 2 and Bist du Elias? Er sprach: Ich bins| Stadt Nazareth, in das jüdische Land, nicht. Bist du ein Propher Und zur Stadt David, die da heißet er antwortzte: Nein. Da sprachen Bethlehem, darum daß er von dem sie zu ihm: Was bist du denn? daß Hause und Geschlechte David war, wir Antwort geben denen, die uns auf daß er sich scházen liebe, mit gefandt haben; was sagst du von Maria seinem vertrauten Weibe, die dir felbft? Er sprach: Ich bin eine war schwanger Und als sie daselbst Stimme eines Predigers in der Wü waren, fam die Zeit, daß sie gebåren sten: richtet den Weg des Herrn, follte, und sie gebar ihren ersten wie der Prophet Esaias gesagt bat. Sobn, und wickelte ihn in Windeln, Und die gesandt waren, die waren und legte ihn in eine Krippe, denn von den Pharifáern, und fragten sie batten sonst keinen Raum in der ihn und sprachen zu ihm: Warum Herberge. Und es waren Hirten in taufest du denn, so du nicht Christus derfelbigen Gegend auf dem Felde bei bist, noch Elias noch ein Prophet? den Hürden, die büteten des Nachts Johannes antwortete ihnen, und ihre Heerde. Und siehe, des Herrn sprach: Ich taufe mit Wasser, aber Engel trat zu ihnen, und die Klars er ist mitten unter euch getreten, beit des Herrn leuchtete um sie, den ihr nicht fennet. Der ifts, der und sie fürchteten sich sebr. Und der nach mir kommen wird, welcher vor Engel sprach zu ihnen: Fürchtet mir gewesen ist, des ich nicht werth euch nicht; siehe, ich verkündige euch bin, daß ich seine Schubriemen auf große Freude, die allem Volk widerlöse. Dies geschab zu Bethabara fahren wird, denn euch ist heute der jenseits des Jordans, da Johannes Heiland geboren, welcher ist Christus taufete. der Herr in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: ihr wer det finden das Kind in Windeln ge Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Creuet und abermal fage ich: freuet euch! Gure Lindigkeit laffet fund sein allen Menschen. Der Herr ist nabe. Sorget nichts: fondern in allen Dingen laffet eure Bitte im Gebet und Fleben mit Danksagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft bewahre eure Herzen und in Christo wickelt in einer Krippe Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die Lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden. und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistet, Tit. 2, v. 11:14. e Evangelium am heil. Christtage, enn es ift erschienen die heil fame Gnade Gottes allen Mens schen, und zuchtiget uns, das wir follen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüfte, und züchtig, gerecht und gotiselig Luc. 2, v. 1:14. Se begab sich aber zu der Zeit, leben in dieſer Welt, und warten daß ein Gebot vom auf die selige und Ers gufto ausgieng, daß alle Welt geschåpet würde. Und dieſe Schaßung war die allererste, und geschab zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann gieng, daß er sich schågen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Jofeph aus Gatiláa, aus der fcheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers peilantes Jesu Chrifti. Der sich selbft für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöfete von aller Ungerechtigkeit, und reis nigte ihm selbst ein Volk zum Eigen tbum, das fleißig wäre zu guten Werken. 1* 4 Um 2. heiligen Chrifttage. Evangel. am 2. heil. Christtage, Luc. 2, v. 15-20, und nd da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und erwägete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Um Neuen Jahrestage. in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlecht User, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch binzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gefeße des Herrn, kehrten sie wieder in Galildam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Tit. 3, v. 3-8. unter einander. enn wir waren auch weiland unweise, ungehorsam, irrige, dienend den Lüften und mancherlei Wollusten, und wandelten in Bosbeit und Neid, und hasfeten uns Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getban batten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiederge: burt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch Jesum Chriftum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben feien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr Evang. am Sonnt.nach Chrisitag, Luc. 2, v. 33= 40, Vater und Mutter U berten ſich des, das von ihm Epistel, Gal. 4, v. 1-7. J ch fage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Ulso auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Gott seinen Schn, geboren von einem Weibe und unter das Geses gethan, auf daß er die, so unter dem Geset waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfiengen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geift seines Sohnes in eure Herzen der schreiet: Abba, lieber Vater. Also is nun bier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so finds auch Erben Gottes durch Christum. Evang. am Neuen Jahrestage, Luc. 2, v. 21. geredet ward. Und Simeon segnete fie, und sprach zu Maria, ſeiner Und da acht Tage um waren, daß Siebe, das Kind beschnitten zu einem Fall und Auferstehen vieler ward sein Name genennet Jeſus Um Sonntage nach dem Neuen Jahre. 5 welcher genennet war von dem Engel, da zweijährig und darunter waren, ehe denn er im Mutterleibe empfan: nach der Zeit, die er mit Fleiß von gen war. den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem ProEpistel, Gal. 3, v. 23:29. She denn aber der Glaube kam, pheten Jeremia, der da ſpricht: Auf wurden wir unter dem Geseg verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gefeß unser Buchtmeister gewesen auf Chriftum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube komdem Gebirge hat man ein gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens: Rahel beweinete ihre Kindenn es war aus mit ihnen. Da der und wollte sich nicht trösten lassen, aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland. und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch bin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem men ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer auf Chriftum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ift kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, bie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal einer in Chrifto Jesu. Seid ihr aber Chrifti, so seid ihr ja Abrahams Same ,, und nach der Verheißung Erben. Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kind: lein und seine Mutter zu sich, und aber hörete, daß Urchelaus im jüdikam in das Land Israel. Da er schen Lande König war anstatt seines Baters Herodis, fürchtete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfieng er Evangelium am Sonntage nach Befehl von Gott, und zog in die Derter dem Neuen Jahre, Matth. 2, v. 13= 23. des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die da beißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. a fie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, nimm das seine Epistel, 1 Petri 4, v. 12- 19. hr Lieben, die Mutter zu dir, und fleuch in Egyp: Je euch begegnet, nicht befrem tenland, und bleib allda bis ich dir fage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, daßselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Uus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die Da den( die euch widerfähret, daß ihr versuchet werdet) ale widerführe euch etwas Seltsames: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Seit der Offen: barung seiner Herrlichkeit Freude und Bonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäher werdet über den Namen Christi, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlástert, bei euch ist er gepreis set. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb, oder uebelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so scháme er sich nicht. 6 Um Sonnt. der Erschein. Cbrifti. Um 1. Sonnt. n. Epiph. an. er ehre aber Gott in folchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns; was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte faum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gettes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Stern faben, wurden sie hoch erfreuet, und giengen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es Und thaten ibre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Jes. 60, v. 1-6. Evangel. am Sonnt. der Erschei- Mache dich auf, werde licht, denn nung Christi( Epiphania), dein und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siebe, Finsterniß bedecket das Matth. 2, v. 1: 12, D a Jesus geboren war zu Beth- Erdreich, und Dunkel die Völker. lebem, im jüdischen Lande, zur Seit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Hero: des hörte, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ ver: fammlen alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Chriftus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: 3u Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlebem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes die Weifen beimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern Uber über dir gehet auf der Berr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siebe umber, diese alle versammelt fommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Tochter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Luft sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und aus: breiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die edufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphaniá, dn Luc. 2, v. 42:52. erſchienen wäre. Und weifete fie gena Jeſus zwölf Jahre alt war, Bethlehem, und sprach: bin, giengen hinauf gen und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so sagt mirs wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gebóret batten, zogen sie bin. Und siehe der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, gieng vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da fie den tem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause giengen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tage= reise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da Um 2. Sonntage nach Epiphania. 7 mancherlei Gaben, nach der Gnade die uns gegeben ist. fie ihn nicht fanden, giengen sie wie der gen Jerufalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel figen, mit ten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete; und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphania, Job. 2, v. 1:11. und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana, in Galitáa, und die Mutter Jefu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was babe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesett, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und giengen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. und er spricht zu ibnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Uls aber der Speisemeister kostete den und wort. Und da sie ihn sahen, ent feßten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, daß er mit ihnen redete. und er gieng mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter be= hielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter, und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistel, Rom. 12, v. 1: 6. ch durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, beilig und Gott wohl gefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes: wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: fon= wußte nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpfet hatten) rufet der Speiſemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galilda, und offenbarete seine Herrlichkeit. Und seine Sünger glaubten an ihn. Epistel, Rom. 12, v. 6:16. at jemand so sey dern daß er von ihm mäßiglich halte, fie dem Glauben ähnlich. Hat ein jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben jemand ein Umt, so warte er des Umts. Lehret jemand, so warte er der Lebre. Ermahnet jemand, ſo warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. uebt jemand Barmherzigkeit, ſo 1 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphania. 8 thue ers mit Luft. Die Liebe sey nicht falsch. Haffet das Urge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei berzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht tråge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trubsal, haltet an am Gebet, Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, fegnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn untereinander: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphania, Matth. 8, v. 1:13, D a Jefus aber vom Berge herab gieng, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Ausfäßiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willt, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sei gereiniget. Und als bald ward er von seinem Aussage rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu: fag es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus eingieng zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gebeft, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich fage zu einem: Gehe bin, so gehet er, und zum andern: komme her, so kommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viel werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaac und Jakob im Himmelreich figen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, Rom. 12, v. 16-21. altet euch nicht selbst für klug. Befleißet euch der EhrBosem. barkeit gegen jedermann. Ifts mög= lich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Nächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn, denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, so tránke ihn. Wenn du das thuft, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangel. am 4. Sonntage nach. Epiphania, Matth. 8, v. 23-27, Und nd Jesus trat in das Schiff, und feine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erbub sich ein groß Ungestúm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ibn auf, und sprachen: Herr, bilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleinglaubige, warum ſeid ihr so furchtsam? Und stand auf und be Am 5. Sonnt. nach Epiphaniá. dráuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Um Sonnt. Septuagefimá. 9 Epistel, Col. 3, v. 12:17. o ziehet nun an als die Auser= wählten Gottes, Heilige und Ge= liebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut Evangel. am 5. Sonntage nach alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Epiphania, Epistel, Rom. 13, v. 8. 10. Se eid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gefeß erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten, du sollt nicht stehlen: Du sollt nicht falsch Beugniß geben, dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du follt deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nachften nichts Böses. So ist nun die Liebe des Geseges Erfüllung. Matth. 13, v. 24:30, St r legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Ucker fåete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und fåete Unkraut zwischen den Weizen, und gieng davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesdet? Woher hat er denn das Unfraut? er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willt du denn, daß wir hingehen, und es ausjåten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Sanittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen fammelt mir in meine Scheuern. Evangelium am Sonntage Septuagesima, Matth. 20, v. 1:16. O as Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausgieng, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und gieng aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch bin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie giengen bin. Ubermal gieng er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber gieng er aus, und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch bin in den Weinberg, und was recht sein wird, foll euch werden. Da es nun Ubend Jumpg 10 Um Sonntage Seragefima. ward, sprach der Herr des Weinbergs Meer, und haben alle einerlei geiftzu seinem Schaffner: Rufe den Arbeisliche Speise geffen, und haben alle tern, und gib ihnen den Lohn, und einerlei geistlichen Trank getrunken. hebe an, an den legten bis zu den Sie trunken aber von dem geistlichen Ersten. Da kamen die um die eilfte Fels, der mitfolgete, welcher Fels Stunde gedinget waren, und empfieng war Chriftus. Aber an ihrer vielen ein jeglicher seinen Groschen. Da hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn aber die ersten kamen, meineten fie, fie sind niedergeschlagen in der Wüsten. fie würden mehr empfangen, und sie Evangelium am Sonntage empfiengen auch ein jeglicher ſeinen Groschen. Und da sie den empfiengen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese legten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft fie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hike getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gebe bin. Ich will aber diesen legten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Legten sein. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwäblet. D a nun viel Bolks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es gieng ein Siemann aus zu såen seinen Samen, und indem er fåete, fiet etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufgieng, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen giengen mit auf, und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es gieng auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen, was dieſes Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ifts gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, ehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und Epistel, 1 Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5, Seragesimă, Luc. 8, v. 4-15. Wisset ihr nicht, daß die, so in den laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergángliche Krone empfangen, wir aber eine unvergångliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Våter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft, mit der Wolke und mit dem Am Sonntage Quinquagefimă. ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, find, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. 11 fei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. 3u Damasco, der Landpfleger des Königs Ureta verwahrete die Stadt der Damascher, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nuge, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Chrifto, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe ge= wesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzucket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Und so ich mich rühSchwachheit. men wollte, thate ich darum nicht thorlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überbebe; dafür ich dreimal dem Herrn geflehet babe, daß er von mir wiche. und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Araft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf das die Kraft Chrifti bei mir wohne. Epistel, 2 Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. enn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten machet, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand troget, ſo euch jemand in das Ungesicht streichet. Das sage ich nach der Unebre, als wären wir schwach worden. Worauf nun je mand kühn ist( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebrder, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thörlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schlåge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesndthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal geftaupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meeres). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit ge wesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüften, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Bldße. Ohne was sich sonst autráget, námlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwach: prach zu ihnen: Gehet wir gehen efus die 3wölfe, und beit rühmen. und der Vater unsers Herrn Jefu Chrifti, welcher binauf gen Jerusalem, und es wird Evangelium am Sonntage Quinquagefima, Luc. 18, v. 31= 43. 12 Am 1. Sonntage in der Fasten. alles vollendet werden, das geschrie-| dig, fie suchet nicht das ihre, sie ben ist durch die Propheten von des låsset sich nicht erbittern, sie trachtet Menschen Sohn. Denn er wird über nicht nach Schaden, sie freuet sich antwortet werden den Heiden, und nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet er wird verspottet, und geschmähet sich aber der Wahrheit. Sie verund verspeiet werden. Und sie wer tråget alles, fie glaubet alles, sie der ihn geiffeln und tödten, und am hoffet alles, sie duldet alles. Die dritten Tage wird er wieder auferste= Liebe hört nimmer auf, so doch die hen. Sie aber vernahmen der feines, Beissagungen aufhören werden, und und die Rede war ihnen verborgen, die Sprachen aufhören werden, und und wusten nicht, was da gesagt das Erkenntniß aufhören wird. Denn war. Es geschah aber, da er nahe unser Wissen ist Stückwerk, und unser zu Jericho fam, saß ein Blinder am Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber Wege, und bettelte. Da er aber kommen wird das Vollkommene, so horete das Volk, das durchhin gieng, wird das Stückwerk aufhören. Da forschete er, was das wäre? Da ver- ich ein Kind war, da redete ich wie kündigten sie ihm, Jesus von Naza- ein Kind, und war klug wie ein Kind, reth gienge vorüber. Und er rief und und hatte kindische Anschläge; da ich sprach: Jesu, du Sohn David, aber ein Mann ward, that ich ab, was erbarme dich mein! Die aber vorne findisch war. Wir sehen jegt durch an giengen, bedráueten ihn, er sollte einen Spiegel in einem dunkeln Wort, schweigen. Er aber schrie vielmehr: dann aber von Ungesicht zu Ungesicht. Du Sohn David, erbarme dich mein. Jegt erkenne ich's stückweiſe, dann aber Jesus aber stand stille, und bieß ihn zu werde ich es erkennen, gleich wie ich sich führen. Da sie ihn aber nahe bei erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Hoffnung, Liebe, diese drei. Über die Was willt du, daß ich dir thun soll? Liebe ist die größeste unter ihnen. Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. und Jesus sprach zu ihm: Sei sebend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, foigete ihm nach, und preisete Gott; und alles Volk, das ſolches sabe, lobete Gott. Epistel, 1.Cor. 13, v. 1:13. W enn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so war ich ein tonend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weisfagen könnte, und wüste alle Geheimnisse und alle Erfenntniß, und båtte allen Glauben, also, daß ich Berge versette, und hátte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Urmen gåbe, und ließe meinen Lefb brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir nichts nüge. Die Liebe ist langmüthig und freunds lich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blåbet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebers Evangel. am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, v. 1= 11. a ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefaftet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Sinne des Tempels. und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich binab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Hån Um 2. Sonntage in der Fasten. den tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößeft. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollt anbe: ten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Wi Epistel, 2 Cor. 6, v. 1:10. nir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Sch habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jegt ist die angenehme Zeit, jegt ist der Tag des Heils. Laffet uns aber niemand irgend ein Nergerniß geben, auf daß unser Umt nicht verlástert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trubsalen, in Notben, in lengsten, in Schlägen, in Gefängniffen, in Aufruhren, in Urbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe; in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahr: haftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Uts die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Urmen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne baben, und doch alles haben. 13 Evangel. am 2. Sonntage in der Fasten( Reminiscere), Matth. 15, v. 21= 28. Und Jesus gieng aus von dannen, und entwich Gegend und Sydon. Und siehe ein Canandiſch Weib gieng aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Uch Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr bilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da untwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschebe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1 Thess. 4, v. 1: 7. We eiter, lieben Brüder, bitten wir cuch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von und empfangen habt, wie ihr sollet wans deln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ibr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse fein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile feinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rácher über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Am 3. und 4. Sonntage in der Fasten. Evangelium am 3. Sonntage lig ist der Leib, der dich getragen bat in der Fasten( Oculi), und die Brüfte, die du gefogen hast. Er aber sprach: Sa felig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Luc. 11, v. 14= 28, 14 Und er trieb einen Teufel aus, der war ftumm; und es der Teufel ausfuhr, da redete der Stume, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ift denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr faget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben fie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein star: ker Gewappneter seinen Palast be: wahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm ſeinen Harnisch, dar: auf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ift, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geift von dem Menschen ausfahret, so durchwandert er dürre Stätte, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht, so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kommt, so findet ers mit Besemen gekebret und geschmücket. Dann zes het er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die árger sind, denn er felbft; und wenn sie binein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab ich, da er fol: ches redete, erbub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: Se Epistel, Ephef. 5, v. 1: 9. Co seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Chriftus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hure rei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gefaget werden, wie den Heiligen auftehet: auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherk, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Dank: fagung. Denn das follt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Güßendiener), Erbe hat an dem Reiche Chrifti und ettes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser willen kommt der 3orn Gottes über die Kinder des Darum seid nicht ihre Unglaubens. Mitgenoffen. Denn ihr waret weiland Finsternis, nun aber ſeid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt Die wie die Kinder des Lichts. Frucht des Geiftes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten( Látare), Job. 6, v. 1: 15, Darnach fuhr Jesus weg über das an der Stadt Tiberias in Galilda und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen saben, die er an den Kranken that. Jesus aber gieng hinauf auf einen Berg, und fegte sich dafelbst mit seinen Jüngern. Es war aber nabe die Ostern der Juden Fest. Da bub Jesus seine Augen auf, und fi het, daß viel Bolks zu ihm kommt, und ſpricht zu Philipp.: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen?( Das ſagte er aber, ihn zu verſuchen, denn er wußte wobl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: 3weihundert Pfen= Um 5. Sonntage in der Fasten. 15 nige werth Brods ist nicht genug| schwanger bist. Denn die Einfame : bat viel mehr Kinder, denn die den Mann bat. Wir aber, lieben Brůder, sind Ifaaks, nach der Verbeißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geift geboren war, also gebet es jegt auch. Uber was sagt die Schrift? Stoß die Magd binaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Piti: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gersten Brode, und gween Fische, aber was ist das unter so viele? Jefus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Icfus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Deffelbigen gleiden auch von den Fi schen, wie viel er wollte. Da sie aber fatt waren, ſprach er zu seinen Júngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten fie, urd fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gersten- Broden die überblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das 3cichen faben das Jefus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt fommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ibn baschen daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Bery, er felt ft alleine. Epistel, Gal. 4, v. 22:31. enn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne batte, einen von der Magd den andern von der Freien. Aber der ven der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verbeißung geheren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Tefta mente, eins von dem Berge inai, das ur Krechtichaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Ugar heißt in Urabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ift, und ist diensther mit seinen Kin: dern. Aber das Jerusalem, das dros ben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es fiebet geschrieben: sei fröhlich du Unfrucht: bare, die du nicht gebierft. und brich hervor und rufe, die du nicht Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten( Judica), Joh. 8, v. 46-59. efus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeiben? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum böret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und bast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Bater, und ihr unebret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist geftorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmekken ewiglich. Bist du mehr, denn unfer Vater Ubrabam, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und fennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und 1 16 Um Palmsonntage. Um grünen Donnerstage. wo ich würde sagen, ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Uber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Bater, ward frob, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ibn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und haft Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Che denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Über Jesus verbarg sich, und gieng zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, b. 11:15. Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünfs tigen Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Bocke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erldsung erfunden. Denn so der Ochsen und der Bocke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von tødten Werken, zu dienen dem leben= digen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testa: ment waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium am Palmsonntage, den Matth. 21, v. 1: 9. D a fie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Júnger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer, sobald wird er sie euch laffen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ift durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, siehe dein König kommt zu dir sanftmuthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger giengen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider drauf, und ſegten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben 3weige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorgieng und nachfolgte, schrie u. fprach: Hosianna dem Sohn David! gelobet ſei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Phil. 2, v. 5:11. in jeglicher sei gesinnet, wie Jesus er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gott ward gleich sein, sondern außerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward ge= horsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen follen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erden sind; und alle 3ungen bekennen follen, daß Jesus Chriftus der Herr fei, zur Ehre Gottes des Baters. Evang. am grünen Donnerstage, Joh. 13, v. 1: 15, or dem Fest aber der Ostern da gekommen war, daß er aus dieser Welt gienge zum Vater, wie er batte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Ostertage. 17 Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch: nach dem Abendmahl, und sprach, Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute; solches thut, so oft ihr es trinfet, zu meinem Gedächt niß. Denn so oft ihr von diesem Brod esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Um heiligen Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott gieng; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete fich. Darnach goß er Basser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgúrtet war. Da kam er zu Simon Petro, und der felbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jest nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu thm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Evangel. am heiligen Ostertage, Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und seşte sich wieder nieder: und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und faget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Marc. 16, v. 1: 8. a der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie kámen und satbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufgieng. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thur? Und sie saben dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie giengen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsegten sich. Epistel, 1 Cor. 11, b. 23:32. Ich habe es von dem Herrn empfan Er aber sprach zu ihnen: Entfeszet euch gen, ich euch Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen waro, nahm er das Brod, dankete und brach es, und Sprach: Nehmet, esset, das ist mein nicht: von reth, den Gekreuzigten; er ist auf erstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gebet aber bin, und saget es seinen 2 Oster- Montage. haben uns erschreckt etliche Weiber der unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns giengen hin zum Grabe, und fanden es also wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und tråges Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fieng an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt waren. und fie kamen nahe zum Flecken, da sie hingiengen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er gieng hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, keğreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. 18 Um heiligen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galilda; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gefaget hat. und sie giengen schnell heraus, und floben von dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entsegen ankommen, und ſagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1 Cor. 5, v. 7-8. Leget den alten Sauerteig aus, auf Freg daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungefäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangel. am heil. Oster- Montage, Luc. 24, v. 13:35, Und ſiehe, zween aus ihnen giengen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heißet Emmaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da fie so redeten, und befragten sich mit einander, nabete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. und über das alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. Auch Epistel, Apost. Gesch. 10, v. 34-41. etrus aber that seinen Mund auf und der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Ifrael gesandt hat, und 19 Um 1. und 2. Sonntage nach Ostern. verkündigen lassen den Frieden durch| ist? Dieser ists, der da kommt mit Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jú: dische Land geschehen ist, und ange: gangen in Galilda, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth ge= salbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Bolk, fondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evang. am 2. Sonnt. nach Ostern ( Misericordias Domini), Sch. 10, v. 12:16. ch bin ein guter Hirte. Ein guter Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), Joh. 20, v. 19:23, Am Abend aber deſſelbigen Sabbats, da versammlet und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagete, zeigete er seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagete, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1 Job. 5, v. 4:10. enn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläffet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und fie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1 Petri 2, v. 21:25. enn dazu seid ihr berufen, sintes mal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild ge lassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Günde ge= than hat, ist auch kein Betrug in ſeinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drobete, da er litte; er stellet; es aber demheim, der da recht richtet, 2* 20 Um 3. und 4. Sonntage nach Ostern. welcher unsere Sünde felbft geopfert| Enthaltet euch von fleischlichen Eüsten, hat an seinem Leibe auf dem Holz, welche wider die Seele streiten, und auf daß wir der Sünde abgestorben, führet einen guten Wandel unter den der Gerechtigkeit leben; durch welches Heiden, auf daß die, so von euch afterWunden ihr seid heil geworden. Denn reden, als von Uebelthätern, eure guihr waret wie die irrenden Schafe; ten Werke sehen und Gott preisen, aber ihr ſeid nun bekebret zu dem wenn es nun an den Tag kommen Hirten und Bischofe eurer Seelen. wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, Evangelium am 3. Sonntage es sei dem Könige, als dem Obersten, nach Ostern( Jubilate), oder den Hauptleuten, als den GeJob. 16, v. 16= 23. sandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den From= men. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, fondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Evangelium am 4. Sonntage Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er faget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Bater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er faget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte nach Ostern( Cantate), Joh. 16, v. 5:15. Jefus, daß sie ihn fragen wollten, Nu mich gefandt hat, und Niemand un aber ich hin dem der und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret wer: den. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen; wenn sie aber das Kind geboren bat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wie: dersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. unter euch fraget mich: Wo geheft du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet babe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Bater gehe, und ihr mich fort nicht fehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jest nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrbeit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er Epistel, 1 Petri 2, v. 11. 17. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als reden, und was ist, wird Um 5. Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt. 21 kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißeft, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. er euch verkündigen. Derselbige wird mich verkláren, denn von dem Meinen wird ers nehmen, und euch verfündigen. Alles, was der Vater bat, das ist mein; darum babe ich gesagt: Erwirds vontem Meinen nehmen und euch verkündigen. Epistel, Jac. 1, v. 21:27. eid aber Thåter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Wortes, und nicht ein Tháter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Ungesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vers giffet von Stund an, wie er geftaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Sorer, sondern ein Tháter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch låsset dünken, er diene Gott, und hält seine 3unge nicht im Baum, sondern verführet sein Herz, des Got tesdienst ist eitel. Ein reiner und Evangel. am 5. Sonntage nach unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Ostern( Rogate), Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrem Trůbsal besuchen, und Joh. 16, v. 23= 30. sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangel. am Tage der Himmel: fahrt Christi, Marci 16, v. 14- 20. 3μ ulegt, da die Eilfe zu Zische saßen, offenbarete er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet batten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet bin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel aus: treiben, mit neuen Jungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wir 8 ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie Epistel, Jac. 1, v. 17:21. Alle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir waren Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum 3orn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. So den ctwas bitten Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Bater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt: wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest 22 2m 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet batte, ward er aufgehoben gen Himmel, und figet zur rechten Hand Gottes. Sie aber giengen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkete mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mit= folgende Zeichen. Epistel, Up. Gesch. 1, v. 1:11. lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfieng, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Üpos steln( welche er hatte erwählet), durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Beit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geiftes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judáa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsaben gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, auch sagten: Shr Männer von Gali: låa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von Evangel. am 6. Sonntage nach Ostern( Eraudi), Joh. 15, v. 26, bis Cap. 16, v. 4. enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgebet, der We zeugen von ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Uber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1 Pet. 4, v. 8-11. o seid nun måßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünftige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünde Menge. Seid gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaz ben Gottes. So jemand redet, daß So ers rede, als Gottes Wort. jemand ein Umt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangel. am heil. Pfingsttage Joh. 14, v. 23:31, er mich liebet, der wird mein Bort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ibm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, Um Pfingst- Montage. der hålt mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt bat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Über der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt babe: Ich gehe hin, und komme wieder zu cuch. Håttet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt babe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ichs euch gefaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde binfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und bat nichts an mir. Uber, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. 23 diese alle, die da reden, aus Galilda? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judda, und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Ereter und Araber, wir hören sie mit unſern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsegten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Epistel, Up. Gesch. 2, D. 1:13. Und nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig; und er segte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fiengen an zu predigen mit andern Bungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun bieſe Stimme geſchah, kam die Menge zuſammen, und wurden verstürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsegten sich aber alle, verwunderten sich, und spra: chen unter einander: Siehe, sind nicht Evangel. am Pfingst- Montage, Joh. 3, v. 16:21. D enn also bat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sobnes Gottes. Das ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Urges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrs heit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Up. Gesch. 10, v. 42:48. und der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden 24 Evangelium am 1. Sonnt. nach Trinitatis. empfahen sollen. Da Petrus noch diese; lich, ich sage dir: Wir reden, das wir Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsegten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegoffen ward, denn fie böreten, daß sie mit Sungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser webren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen fage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden: auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, v. 1: 15, Es war aber ein Mensch unter den Pharifáern mit Namen Nicode= mus, ein Oberstce unter den Juden, der kam zu Jefu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch ge= boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geift. Laß dich es nicht wundern, daß ich die gesagt habe: Ihr müsser von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahr: Epistel, Rom. 11, v. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkennt= niß Gottes! Wie gar unbegreiflich find seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evang. am 1. Sonnt. n. Trinitat. Luc. 16, s. 19-31. Es war ein reicher Mann, der klei Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Urmer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der polle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle Um 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. 25 meine 3unge; denn ich leide Pein in dieser Geladenen: Kommet, denn es ist alles Flame. Abraham aber sprach: Gedenke bereit. Und sie fiengen an ade nach einSohn, daß du dein Gutes empfangenhaft ander sich zu entschuldigen. Der erste in deinem Leben, u. Lazarus dagegen hat sprach zu ihm: Ich habe einen Acker Boses empfangen; nun aber wird er ge= gekauft, und muß hinausgehen, und tröstet, und du wirst gepeinigt. Und über ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige das alles ist zwischen uns und euch eine mich. Und der andere sprach: Ich habe große Kluft befestiget, daß die da wollten fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe von hinnen hinab fahren zu euch, können jest hin, sie zu besehen, ich bitte dich, nicht, und auch nicht von dannen zu entschuldige mich. Und der dritte sprach: uns herüber fahren. Da sprach er: Ich habe ein Weib genommen, darum So bitte ich dich Vater, daß du ihn kann ich nicht kommen. Und der Knecht sendest in meines Vaters Haus. Denn kam und sagte das seinem Herrn wieder. ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen Da ward der Hausherr zornig, und bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen sprach zu seinem Knechte: Gehe aus an diesen Ort der Qual. Abraham bald auf die Straßen und Gassen der sprach zu ihm: Sie haben Mosen und Stadt, und führe die Armen, und die Propheten; laß sie dieselben bören. Krüppel, und Lahmen und Blinden Er aber sprach: Nein, Vater Abra- herein. Und der Knecht sprach: Herr, ham; sondern wenn einer von den Tod: es ist geschehen, was du befohlen haft, ten zu ihnen gienge, so würden sie Buße es ist aber noch Raum da. Und der Herr thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sprach zu dem Knechte: Gebe aus auf fie Mosen und die Propheten nicht, so die Landstraßen, und an die Zäune, und werden sie auch nicht glauben, ob Je- nöthige sie herein zu kommen, auf daß mand von den Todten auferstünde.. mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen Epistel, 1 Joh. 4, v. 16-21. Sott ist die Liebe, und wer in der sind, mein Abendmahl ſchmecken wird. Liebe in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freu digkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so find auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gottlieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Joh. 3, v. 13-18. erwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruber haffet, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder laffen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darz ben, u. schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, sondern mit der That, und mit der Wahrheit. Evang. am 2. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, v. 16:24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, dazu. Und ſandte ſeinen Knecht aus zur des zu sagen den Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit., Luc. 15, v. 1:10. Ss naheten aber zu ihm allerlei Zollner und daß sie ihn bores 26 Um 4. Sonntage nach Trinitatis. ten. Und die Pharifder und Schriftge-| Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit. lehrten murreten und sprachen: Dieſer. Luc. 6, v. 36-42, nimmt die Sünder an, und isfet mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe bat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er beim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich fage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so fie der einen verfiert, die nicht ein Licht anzünde, und Fehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich vers loren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Epistel, 1 Pet. 5, v. 6:11. o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Gorgen werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herr: lichkeit, in Chrifto Jesu, derselbige wird euch die ihr eine kleine Seit leidet, vollbereiten, stårken, fråf: tigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Umen. D arum feid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle Beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Junger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Doer, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und befiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Rom. 8, v. 18-23. S enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen bat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergånglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sebnet sich mit uns, und ångstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, ſebnen uns auch bei uns selbst nac Um 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erldsung. Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., Luc. 5, v. 1 11, 27 leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine 3unge, daß sie nichts Boses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Butes, er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Uugen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Ungesicht aber des Herrn siehet auf die, so Boses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trogen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. S8 begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Nege; trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er segte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er batte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Nege aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ant haben die ganze Nacht gearbeitet benn der Schriftgelehrten und s sei besser, und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Neß auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Neg zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die pharisder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich) kommen. Ihr habt ge= hört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich im anderen Schiffe waren, daß sie aber sage euch: Wer mit seinem Brutamen, und hülfen ihnen ziehen. Und der zürnet, der ist des Gerichts schuldig. fie kamen, und fülleten beide Schiffe Wer aber zu seinem Bruder sagt voll, also daß sie sunken. Da das Si- Racha, der ist des Raths schuldig. Wer mon Petrus sab, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ibn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Sacobum und Johannem, die Söhne Bebedái, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfährig deis nem Widersacher bald, diemeil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dcm Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich du wirst nicht bon dannen heraus kommen, bis du auch den legten Heller bezahlest. Epistel, 1 Pet. 3, v. 8: 15. Endl Endlich aber seid allesammt gleich ge: finnt, mitleidig, brúderlich, barm= herzig freundlich. Vergeltet nicht Boses mit Bösem, oder Scheltwert mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen ererbet. Denn wer Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., Matth. 5, v. 20= 26. Epistel, Rom. 6, v. 8:11. iffet ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, Um 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. 28 die sind in seinen Tod getauft? So sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich: wie Chriftus ist auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Va: ters, also follen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber fammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein. Dieweil wir wissen, daß unser atter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestor: ben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Chrifto gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, binfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Sesu, unserm Herrn. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, v. 1= 9. 3⁰ der Zeit, da vieles Volk da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungessen von mir beim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte und brach sie, und gab sie seinen Süngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und fie legten dem Volk vor. und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete und hieß die selben auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da ge= geffen batten; und er ließ sie von sich. Epistel, Rom. 6, v. 19:23, ch muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Furcht? Welcher ihr euch jetzt schámet; denn das Ende derselben ist der Tod. un ihr aber feid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt. n. Trinit., Matth. 7, v. 15:23, ehet euch vor, vor den falschen Propbeten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reissende Wölfe. Un ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir fagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir ſagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 29 deinem Namen geweisfaget? Haben zu ihm: Nimm deinen Brief, sege dich wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem Andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weißen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Wett sind kluger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufs nehmen in die ewigen Hütten. Epistel, Rom. 8, v. 12:17, o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn weiche der Geift Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geift empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Übba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Beugniß unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so find wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., Lucas 16, v. 1: 9, Er sprach aber auch zu ſeinen Júngern. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten: denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Umt von mir, graben mag ich nicht, fo fcháme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Umt gefeßt werde, daß sie mich in ihre Häufer nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, Epistel, 1 Cor. 10, v. 6: 13, Das ist aber uns zum Vorbild gez uns nicht gelüften lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk segte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu ſpielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurere: trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es bat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betrcten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Lucas 19, v. 41- 48. und ſprach zu dem Ersten: Wie viel bift und als er nahe hinzu kam, ſab er die Stadt weinete über meinem schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Dels. Und er sprach sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, 30 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. einem Undern mancherlei Sprachen; einem Undern die Sprachen auszu legen. Dies aber alles wirkt derselbige einige Geist, und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. so würdest du auch bedenken zu dieser| einem andern Geifter zu unterscheiden, deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Uugen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ångsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er gieng in den Tempel, und fieng an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und ſprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Betbaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hobenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nacb, daß sie ibn umbrachten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hieng ihm an und hörete ihn. Epistel, 1 Cor. 12, v. 1:11. V on den geistlichen Saben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch fund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und beißen, ohne durch den heiligen Geist. Es find manberlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Nemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kráfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geiftes zum gemeinen Nugen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geift; einem Undern der Glaube, in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Lucas 18, v. 9= 14. Er fagte aber zu etlichen, die sich selbst fromm ráren, und verachteten die Undern, ein solches Gleichniß: Es giengen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der ans dere ein 3ouner. Der Pharisåer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie, andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zollner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der 3düner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser gieng hinab gerechtfertiget in fein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedri get, der wird erhöhet werden. Epistel, 1 Cor. 15, v. 1-10. cherinnere euch aber, lieben Brüverkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stebet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch ver= kündiget habe, so ihr es behalten habt; es ware denn, daß ihr es umsonst ge= glaubt háttet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden ſei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas darnach von den 3wolfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf bundert Brüdern auf einmal, derer Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen wor: den von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Um legten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, geſehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Upostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Uber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, fon= dern ich habe viel mehr gearbeitet, denn fie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Marcus 7, v. 31-37. nd Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und ſpügete, und rührete seine Zunge, und fab auf gen Himmel, feufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er vers bot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. 31 die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose, um der Klarheit willen feines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Umt, das die Verdammniß prediget, Klarbeit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig ge= macht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, v. 23:37. und nd er wandte sich zu seinen Júngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr böret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, ver= suchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Geset geschrieben? Bie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Ge müthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du haft recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Sesus, und sprach: Es war ein Mensch, der gieng von Serufalem binab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn und Epistel, 2 Cor. 3, v. 4= 9. Ein ſolch Vertrauen aber haben wir giengen davon, und ließen ihn halb todt durch zu daß ein Priester dieselbige Straße binabzog, und da er ihn sabe, gieng er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Revit, da er kam bei die Stätte, und fabe ibn, gieng er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine Buns den und goß darein Del und Wein, 32 Um 14. Sonntage nach Trinitatis. I und hob ihn auf sein Thier und führete| Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit.. ihn in die Herberge und pflegete sein. Luc. 17, v. 11- 19. Des anderen Tages reiſete er, und zognd es begab ſich, da er reiſetel beraus zween gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. zog er mitten dur Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt gieng, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sab, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es ge= fchay, da sie hingiengen wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sab, daß er gefund worden war, kehrete er um und preifete Gott mit lauter Epistel, Gal. 3, v. 15:22, Nieben Brüder, ich will nach mensch- Stimme. Und fiel auf sein Angesicht licher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Berbeißung Ubrahá und seinem Saamen zugeſagt. Er spricht nicht, durch die Samen als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestå tiget ist auf Christum, wird nicht auf: zu seinen Füßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete, und gåbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube bat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, v. 16:24. durch das Gesez aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr bernach. Denn so das Erbe durch das Gefeß erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott hat es aber Ubraham durch Ver: heißung frei geschenket. Was soll denn das Geseg? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same fáme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Geset wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Geset gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so káme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesete. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Berheißung káme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. ch werdet ihr die Büste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gefeße. Offenbar sind aber die Werke des Fleifches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Bauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Born, 3ank, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und fage noch zuvor, daß, die ſolches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geiftes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld Freundlichkeit, Gútigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Chriftum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Buften und Begierden. 33 Um 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. einander uns zu entrüften und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdeft. Einer trage des andern East, so wer det ihr das Geles Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dunken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und als: dann wird er an ihm selber Ruhm baben und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Laft tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unter: richtet. Srret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sået, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sået, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geift sået, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu ſeiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, aller: meist aber an den Glaubensgenossen. Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., Matth. 6, v. 24= 34. ien iemand kann zween Herren die nen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinfen werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an sie såen nicht, sie ernten nicht, fie fammeln nicht in die Scheunen, euer himmlischer Vater ernähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Långe eine Elle zuseßen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen, sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch. daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht be: kleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute ftehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? Dihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was Evang. m 16, Sonnt. n. Trinit., Luc. 7, v. 11:17, werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns Und es begab sich darnach, daß er kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. in mit Nain gieng, und seiner Junger giengen viel mit ihm, und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt gieng mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Tråger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Uno der Todte richtete sich auf, und fieng an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle 3 o wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter 34 Am 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. eine Furcht an, und priesen Gott und| Sabbattage? Und sie konnten ihm darsprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Bolk heimgesucht. Und diese Reoe von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Epistel, Ephef. 3, v. 13-21, auf nicht wieder Antwort geben. Er fagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu figen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sege dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um willen, so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müsseft dann mit Schaam unten du sigen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sehe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen bat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Bater ist über Alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geift an dem inwendigen Men: schen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und ge= gründet zu werden; auf daß ihr begrei fen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Långe und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über Ulles, was wir bitten oder ver: steben nach der Kraft, die da in uns wirket: Dem ſei Ehre in der Gemeinde die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Umen. Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, v. 1:11, Und es begab fich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharifäer auf einen Sabbat das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siebe, da war ein Mensch vor ihm, der war waffersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharifdern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ibn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Epistel, Ephef. 4, v. 1-6. ( o ermahne nun euch, ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt wie sichs gebührt eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Undern in der Liebe, und seid fleißig zu balten die Einigkeit im Geift durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, uuter, der da ist über euch Ulle, und eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) durch euch Ulle, und in euch Ullen. Evang. am 18. Sonnt n. Trinit., Matth. 22, v. 34 46. a aber die Pharisäer hörten, daß Da gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schrift: gelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geseg? Jefus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen perrn, von ganzem Herzen von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du Um 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. 35 sollst deinen Nächsten lieben als dich| Welches ist leichter zu sagen: Dir felbst. In diesen zwei Geboten banget find deine Sünden vergeben, oder zu das ganze Geset und die Propheten. sagen: Stehe auf, und wandele? Da nun die Pharifder bei einander Uuf daß ihr aber wisset, daß des waren fragte fie Jesus, und sprach: Menschen Sohn Macht babe auf Erden Bie dúnkt euch um Chrifto? W: s die Sünden zu vergeben, sprach er zu Sobn ist er? Sie sprachen: Davids. dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, bebe Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn bein Bett auf, und gebe beim. Und denn David im Geist einen Herrn, er stand auf und gieng beim. Da das da er fagt: Der Herr hat gesagt zu Volk das fah, verwunderte es sich, meinem Herrn: Seße dich zu meiner und preifete Gott, der solche Macht Rechten, bis daß ich lege deine Feinde den Menschen gegeben hat. zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn ſein Sohn? Und Niemand fonnte ihm ein Wort antworten und durfte aub Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, Ephesſ. 4, v. 22-28. Epistel, 1 Cor. 1, v. 4: 9. ch danke meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Chrifto Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kraftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer( Sabe, und wartet nur auf die Offenbarung un fers Herrn Jefu Chrifti. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unstråflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Chrifti Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen ſeid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jefu Chrifti, unsers Herrn. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 1-8, a trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siebe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und fiebe, etliche unter den Schriftgelebrten sprachen bei sich selbst: Dieser tästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, ſprach er: Warum den fet ihr so Urges in euren Herzen o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch lufte in Irrthum fich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet Gott geschaffen ist in recht schaffener den neuen Menschen an, der nach Berechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem nächsten, fintemal mir untereinander Blieder sind. 3úrnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem 3orn untergehen. Bebet auch nicht Raum dem Låsterer. Wer ges sondern arbeite, und schaffe mit den ftohlen hat, der stehte nicht mehr, Händen etwas Butes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 1:14. Und Jefus antwortete, urd redete abermal durch Gleichnisfe zu ihnen, und ſprach: Das Himmetreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. Und fandte seine Knechte aus, daß fie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. Ubermal fandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gäften, siehe, meine Mahl zeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hoch zeit. Aber sie verachteten das und giengen bin, einer auf seinen Ucker, der andere zu seiner Handthierung. 36 Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte giengen aus auf die Straßen, und brachten zuſammen, wen sie fanden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da gieng der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ibm: Freund, wie bist du herein gekommen und haft doch kein boch: zeitlich Kleid an? Er aber verstum= mete. Da sprach der König zu feinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zábnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Um 21. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 6, v. 10:17. Zulet ulegt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn, und in der Macht sei: ner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnct gegen fen, sondern als die Weisen. Und schit: wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu die listigen Anläufe des Teufels. Denn tet euch in die Zeit, denn es ist bdse Zeit. kämpfen, sondern mit Fürsten und Ge= Darum werdet nicht unverständig, son- waltigen, mit den Herren der Welt, die dern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Pfalmen und Lob: gesången, und geistlichen Liedern, sin: get und ſpielet dem Herrn in eurem Herzen. Und faget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unsern Herrn Jesu Christi. Und seid untereinander unterthan in der Furcht Gottes. in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr wann das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, rechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, und angezogen mit dem Krebs der Ge als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Schild des Glaubens, mit welchem Vor allen Dingen aber ergreifet den ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Gei stes, welches ist das Wort Gottes. Epistel, Ephes. 5, v. 15-21. o sehet nun zu, wie ihr vorsichtig: Evang. am 21.Sonnt. n. Trinit., Johannes 4, v. 47:54. Galilåa, und gieng hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab káme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todt krank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ebe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort das Jefus zu ihm fagte, und gieng bin. Und indem er hinab gieng, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Seichen das Jefus that, da er aus Judda in Galilåa kam. nd es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser borete, daß Jesus kam aus Judda in Unb 37 Am 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. angefangen bat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jefu Chrifti. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Allen halte; darum, daß ich euch in meinen Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sci, auf daß ihr seid lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch, zur Ehre und Lobe Gottes. Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 15:22. a giengen die Pharisder hin, und Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit., Matth. 18, v. 23- 35. arum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfieng zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig Da er es nun nicht batte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Beib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und ſprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jamerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los und die Schuld erließ er ihm auch. Da gieng derfelbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und ſprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern gieng hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber feine Mitknechte folches saben, wurden fie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich bege: ben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalkeknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantworte ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. gen in ſeiner Rede. Und fandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand, denn du achteft nicht das Unsehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Raiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weifet mir die Zinsmünze. Und fie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ift. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und giengen davon. Ich oft ich euer gedenke( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Ulle, und thue das Gebet mit Freuden), über eu- uns habt zum Vorbilde. Denn Viele rer Gemeinschaft am Evangelio, vom wandeln, von welchen ich euch oft gefagt ersten Tage an bisher. Und bin dessel- habe, nun aber sage ich auch mit Weiben in guter Zuversicht, daß, der in euchnen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, Epistel, Phil. 3, v. 17:21, Colget mir, lieben Brüder, und sehet wie Am 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. 38 welcher Ende ift das Verdammnis. welchen der Bauch ihr Gett ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gefinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jefu Chrifti, des perrn welcher unfern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirtung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 18:26. D a er folches mit ihnen redete, fiehe, da kam der Oberfien einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jest gestorben, aber tomm, und lege deine Hand auf fie, fo wird sie lebendig. Und Jefus ftand auf, und folgte ihm nach und seine Jünger. Und siebe, ein Weib, das zwölf Jabre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte feines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sah sie, und sprach: Sei getroft meine Tochter, dein Staube hat dir ge bolfen Und das Weib ward gefund zu derfelbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeiffer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mágdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ibn. Als aber das Bolf ausgetrieben war gieng er hinein, und ergriff fie bei der Hand: da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel, Col. 1, v. 9:14. erhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werder mit Er fenntniß feines Willens, in allerlei geift: licher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigfeit mit Freuden. Und danksaget dem Bater, der une tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im libt. Welcher uns errettet hat von der Ohrig: feit der Finsterniß, und hat uns verfeget in das Reich seines lieben Sobnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein B'ut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, v. 15:28. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Berwüstung, davon gefagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte, ( wer das liefet, der merke darauf). Utsdann fliebe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ift. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht bernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, sein Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trubial sein, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. und wo diese Tage nicht würden verfürzet, so würde kein Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird fagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, da follt ihrs nicht glauben. Denn es werden falſche Cbristi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum ( wo es möglich ware) auch die Auserwählten. Siche ich habe es euch zuvor gefagt. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so gebt nicht hinaus; fiebe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blig ausgehet vom Aufgang, und fcheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Was ist, da sammeln sich die Adler. Um 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Thess. 4, v. 13-18. ir wollen euch aber, lieben BrúWider, die da schlafen, auf daß ihr nicht trau: rig seid wie die andern, die feine Hoffnung haben. Denn so wir glau ben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, so entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vor kommen die da schlafen. Denn er felbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaunen Gottes hernieder kommen, vom Himmel, und die Todten in Chrifte werden auferstehen zuerft. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerücket werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. 39 fen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 31:45. enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhl feiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Bocken scheidet. Und wird die Schafe zu feiner Rechten stellen, und die Bocke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Geſegneten meines Vaters, ererbet das Reich, dus euch bereitet ist von Unbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durftig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gaft gewe: sen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewedie Gerechten antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich hungerig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig und haben dich getrån= ket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brúdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur linken: Gehet bin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getránket. Ich bin ein Gaft gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr babt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durftig, oder einen Gast, oder nacket, oder frank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ibnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein geben, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel, 2 Thess. 1, v. 3:10. Wir sollen Gott danken allezeit um lieben es billig ist, denn euer Glaube wachset fehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen eins ander; also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben in 40 Um 27. Sonntage nach Trinitatis. allen euren Verfolgungen und Trüb: den Krämern und kaufet für euch selbst. salen, die ihr duldet; welches an- Und da sie hingiengen zu kaufen, kam zeigt, daß Gott recht richten wird, der Bräutigam, und welche bereit und ihr würdig werdet zum Reiche waren, giengen mit ihm hinein zur Gottes, über welchem ihr auch leidet. Hochzeit, und die Thüre ward verNachdem es recht ist bei Gott, zu schlossen. Zulegt kamen auch die anvergelten Trubsal denen, die euch dern Jungfrauen und sprachen: Herr, Trubsal anlegen, euch aber, die ihr Herr, thue uns auf. Er antwortete Trubsal leidet, Ruhe mit uns, wann aber und sprach: Wahrlich, ich sage nun der Herr Jesus wird offenbaret euch, ich kenne euer nicht. Darum werden vom Himmel, samt den wachet, denn ihr wisset weder Tag Engeln seiner Kraft, mit Feuerflam- noch Stunde, in welcher des Menschen men, Rache zu geben über die, so Sohn kommen wird. Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unſers Herrn Jeſu Chriſti. Welche werden leiden, das ewige Verderben von dem Ungesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wann er kommen wird, daß er herr lich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demjelbigen Tage habt ihr geglaubt. Epistel, 1 Thess. 5, v. 1:11. Von den Zeiten aber und Stunden lieben ist nicht zu schreiben, denn ihr selbst wisset ges wiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Evang. am 27. Sonnt. n. Trinit., 3hr aber, lieben Brüder, seid nicht Matth. 25, v. 1= 13, in der Finsterniß daß euch der Tag ann wird das Himmelreich gleich wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allsein zehn Jungfrauen, die zumal Kinder des Lichts, und Kinder ihre Lampen nahmen, und giengen des Tages; wir sind nicht von der aus, dem Bräutigam entgegen. Aber Nacht, noch von der Finsterniß. So fünf unter ihnen waren klug, und laßt uns nun nicht schlafen, wie die fünf waren thòricht. Die Thörichten andern, sondern lasset uns wachen und nahmen ihre Lampen, aber sie nah- núchtern sein. Denn die da schlafen, men nicht Del mit sich. Die Klugen die schlafen des Nachts, und die da aber nahmen Del in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mit ternacht aber ward ein Geschrei: siehe der Bräutigam kommt, gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thòrichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von eurem Dele, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und spra-: chen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu trunken sind, die sind des Nachts trun: ken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott bat uns nicht gesegt zum Born, sondern die Seligkeit zu besigen, durch unseren Herrn Jesum Chriftum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. Glaube an Jefimm Chriftum Gottes- Sohn und den Heiligen- Geift Almen ESPERAPP papap Inches 1 Centimetres Blue 2 3 15: 4 2 Glaube an 4 Cyan 15 6 17 CIPT 3 Farbkarte# 13 Green 4 Yellow Erden 3 19 4 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black