Gb 271 Piline Henrielle Wilhelmine Hasse geboren den 12th Jonumer 1862 zu eher Labenz GE € 271. Be Po Gefar ge INT in. chen Buch ig. G 1 Geistliche und liebliche Lieder, welche er Geist des Glaubens durch D. Martin Luthern, Johann Heermann, Paul Gerhard und andere seine Werkzeuge in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen er Königl. Preuß. und Churfl. Brandenb. Lande bekannt und mit önigl. Allergnädigst. Approbation und Freiheit gedruckt und eingeführt worden nebst einigen Gebeten Von Johann Porst, beil. Königl. Preußischem Consistorial- Rathe, Probste und Inspectore in Berlin. Verbessert und vermehrt. Berlin, Jonas Verlagsbuchhandlung. 1869. G Gb 27111 FR D: PR B Univ.- Bibl. Giessen THE ASM Vom Urheber unsers Heils. Von GOtt und der heiligen Dreieinigkeit. In eigener Melodie. but, die JEsus Chrift erliset durch große Marter 1. Allein Gott in der und bittern Lod; abwend all unsern Jammr und Noth; dazu wir uns verlassen. Nicolaus Decius. hih sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade: ein Wohlge- Mel. falln GOtt an uns hat: mein nun ist groß Fried ohn unterlaß, all Fehd hat nun 2. D'Gottheit wahrer der ein Ende. 2. Wir loben, preisn, Spiegel, o Licht von Licht, anbeten dich, für deine Ehr als dessen Allmachtflügel wir danken, daß du, GOtt sich um und um durch Vater, ewiglich regierst diesen Erdkreis streckt, und ohn alles Wanken. Ganz alle Welt mit seinem unermessn ist deine Macht, Schirm bedeckt. fort gschicht, was dein 2. Wir loben dich, soWill hat bedacht. Wohl bald die Sonn erwachet, uns des feinen HErren. und wenn sie jetzt den spå3.O JEsu Christ, Sohn ten Abend machet: was eingeborn deines himmli- lebt und webt auf diesem schen Baters, Versöhner Erdenweit, ist alles, HErr, der, die warn verlorn, du zu deinem Dienst bereit. Stiller unsers Haders, 3. O reicher Schatz, o Lamm GOttes, heilger unumschränktes Wesen, HErr und GOtt nimm an wer hat wohl je dein Heimdie Bitt von unsrer Noth, lichkeit gelesen? O tiefer erbarm dich unser aller. Brunn, o unerforschte 4. O heilger Geist, du Pracht, wie groß, ach GOtt, höchstes Gut, du aller- wie groß ist deine Macht! heilsamft Tröster, vors 4. Wer kann doch hier, Teufels Gwalt fortan be- HErr, deine Weg erfinden? Wie Der Tag ist hin, Jesu, JEsu, bei mir bleibe. 2 Don GOtt und Wie soll ein Mensch wohl aller Herren HErr, JEdein Gericht ergründen? hovah Zebaoth. Nur weg, Vernunft, nur 2. Dich bet ich jekund weg, nur weg mit dir, an, dir Lob und Dank zu dein Witz der ist gar viel lallen; mein Hallelujah laß zu schlecht allhier. dir gnädig wohlgefallen, 5. Nur immer hin, nur du allerhöchstes Gut und hin mit deinem Tichten, wohlthatvolle Sonn, du du kannst dich nicht in GOt- aller Gaben Meng, ganz tes Weisheit richten; wo unerschöpfter Bronn. GOtt nicht selbst dich unterweisen wird, so bleibest du verloren und verirrt. 6. Drum lehr uns, HErr, o lehr uns ohne Trennen in Einem Drei, in Dreien Eins erkennen; ach lehr uns doch, GOtt Vater, Sohn und Geist, daß du ein GOtt in drei Personen heißt. 7. Gieb, daß von dir dies Wort bei uns stets flinge: von bm, durch Ihn, in Ihm sind alle Dinge, Dem großen GOtt sei Ehr in Ewigkeit! Ja, Amen, ja fingt alle Christenheit. 5. Heiland, Immanuel, Lamm GOttes ohne Sün8. Dein Nam ist groß; den, mein JEsu, deine Lieb dein Reich, HErr in uns kann kein Verstand ergrünwohne; dein Will uns den; das Hosianna singt zwing; ernähr uns; und ein jeder wahre Chrift, verschone; Versuchung das menschliche Geschlecht, steur; erlds aus böser Zeit; das längst erlöset ist. dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. 6. Du nahmest Fleisch an dich, und tratest in die Mitten, trugst unsre Sundenschuld, indem du viel Mel. O Gott, du gelitten; ach dies dein frommer GOtt. Joh. Frand. Blut und Tod erwirbt die Seligkeit, das ewge Himmels- Heil, die ungemesine 3. Mein Schöpfer! Mensch und Vieh und alles andre Wesen läßt deiner Allmacht Pracht ganz klårlich an sich lesen; ein jedes Wunder lobt dich in der Alnatur, Stern, Element, Gewölk und alle Kreatur. 4. Es muß dich jedermann den treuen Vater preisen; du führest wunderbar, willst Leib und Seele speisen, erhöreft das Gebet, erhältest Gut und Blut: wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. 3. u dreimal großer GOtt, dem Erd und Himmel dienen, dem Freud. heilig, beilig! singt die 7. Du süßer HimmelsSchaar der Seraphinen, thau, du Taube reiner du höchste Majestät und Flammen, HErr und GOtt Helfer in der Noth, du heilger Geist, du führst die Kirch der heiligen Dreieinigkeit. 3 Kirch zusammen, du heil- Juns fristen. Amen, Amen, gest durch und durch; du das sei wahr, so singen wir bist ein Licht vom Licht, Hallelujah. giebst neue Feuerglut, damit fein Glaub gebricht. 8.Ach allerhöchster Trost und bester Weisheits- Lehrer, Erleuchter, Heiliger, Aufrichter und Bekehrer, verderbett, zc. du theilst die Gaben aus, Dr. Martin Luther. das Wollen wird vollbracht, durch die Gemein- Mel. schaft wird uns Kraft und Geist gemacht. 10. Laß, dreimal großer GOtt, den Thau der Gnade feuchten, ach segne, ſegne uns, laß uns dein Antlik leuchten! wir hof fen ia auf dich, du läst uns nicht im Spott; drum fingt das Gloria: Gelobt, gelobt sei GOtt! 2. JEsus Christus wohn uns bei, und laß uns nicht verderben, zc. In eigener Melodie. 3. Heilig Geist der wohn uns bei, und laß uns nicht 4. GD 9. GOtt Vater, Sohn 5. Gott sei uns gnädig und barmherzig, und geb uns seinen göttlichen Seger. und Geift, Ein GOtt und Eins in Dreien, gepriesne Majestät, auf stets zu benebeien, laß uns im Tugendweg gewissenhaftig stehn, und durch ein selges End zu unserm Erbe gehn. lis leuchten, daß wir auf 2. Cr lasse uns sein AntErden erkennen seine Wege. 3. Es segne uns GOtt, unser GOtt; es fegne uns GOtt, und geb uns seinen Frieden, Amen. Gött dem Vater und dem 4. Lob und Preis fei Sohn und dem heiligen Geift. Meine Seel erhebt den HErren, 5. Wie es war im Anfang, ießt und immerdar, uno von Ewigkeit zu Ewigfeit, Amen. Mel. An Wafferflüssen Babylon. Ott der Vater wohn uns bei, und laß uns nicht verderben; mach uns aller Sünden frei, und hilf uns selig 6. du erforschest mich, fterben; vor dem Teufel und kennst mich aus und uns bewahr, halt uns bei innen, mein Thun und festem Glauben, und auf Laffen kommt vor dich, bich laß uns bauen, aus Gehn, Stehen und BeHerzensgrund vertrauen, ginnen: was ich im Bette bir uns lassen ganz und denk und ticht, siehst du gar, mit allen rechten Chri- von fern und fehleft nicht, ften entfliehen Teufels Li- du prüfest Herz und Nieften, mit Waffen GOtts ren; du kannst auch, wenn 1* tch 4 Don GOtt und ich bin allein, und gerne soll, aus Mutterleib geletwollt verborgen sein, all tet; durch deine Vorsorg meine Weg ausspüren. Fleisch und Bein und 2. Es ist kein Wort in alle Glieder, an mir sein; meinem Mund, so ich dir dein Aug hat mich erwäh könnt verhehlen; du HErr, let, da ich noch ungesieht recht des Herzens boren war, hast du schon Grund, was steckt in mei- Stunden, Tag und Jahr ner Seelen. Du schaffest im Lebenslauf gezählet. ie, was ich vollbring: wie 6. Ich danke dir und groß es ist, und wie gering, preise dich für solche große ich kanns ohnt dich nicht Thaten, und daß du mir richten; wenn aber du so wunderlich an Leib und durch deine Gnad Ver- Seel gerathen. Sehr föststand mir giebst, auch Hülf lich ist dein Werk an mir, und Rath, so kann ich al- wenn ich erwach, bin ich les schlichten. bei dir, und warte deiner Gnaden; ich glaube fest, daß meine Sünd durch Chriftum mir vergeben sind, daß sie mir nicht mehr schaden. 3. Wie du die Deinen wunderlich, o GOtt, hier pflegft zu führen, versteh ich nicht, und lasse mich bloß deine Gnad regieren. Wo soll ich hin vor deinem Geist? denn du auch die Gedanken weißt, es hilft vor dir kein Fliehen. Führ ich gen Himmel, bist du da, von Frommen mich nicht auch in der Höll trittst du scheide; daß ich nur lieb, mir nah, kann dir mich nicht entziehen. 7. Den Vorsatz gieb mir, HErr, dabei, daß ich, was bos ist, meide. Die gottlos Rott fern von mir set, was dir gefällt, und haffe, was ist von der Welt, auch 4. Nun, großer GOtt, ihren Truß nicht achte, weil deine Hand mich über- halt dein Gebot, hör gernt all kann finden, und all dein Wort, im Glauben mein Thun dir ist bekannt, und in Hoffnung fort das so hüt ich mich vor Sünden; Ewige betrachte. denn finster ist wie Licht 8. Erforsch mich, GOtt, bet dir, was heimlich war, ergründ mein Herz, durchkommt klar herfür, ich such all mein Gedanken, kann dir nicht entgehen. und siehe, ob ich hinterWas ich gethan, geredt, wärts und auf die Seit gedacht, das wird vor dei- woll wanken. Bin ich nen Chron gebracht, da vielleicht auf bösem Weg, muß ich vor dir stehen. so führ du mich den rech5. HErr, meine Seel ten Steg, der nach dem erkennt dies wohl, saß du Himmel weise, daß ich vom mich haft bereitet, und wie Sünden- Dienste frei, und ein Mensch gestalt fein dir, o HErr, gefällig set, der heiligen Dreieinigkeit. 5 sei, bis ich von hinnen haben kann; wenn du mich reise. Nach Heinrich Vogther wirst mit deinen Augen leiten, so wirst du mich zu In eigener Melodie. Ehren nehmen an. D blinehovah ist mein de Welt, o Welt, ich warLicht und Gna- ne dich; fleuchst du dies den- Sonne, Jehovah ist Licht, und laufest in der die Vollenkommenheit, Je- Nacht, die arme Seel ist hovah ist die reine See- ewig umgebracht. Nur len- Wonne, Jehovah ist Licht und Recht vereinigt der Brunn voll Heiligkeit; GOtt und mich. 7. Joachim Neander. in diesem Licht kann ich viel Wunder sehn; die Vollenkommenheit ist meine Ruh, die Seelenfreud er- 8. In eigener Melodie. ochheilige Dreiquicket mich einigkeit, die du ligkeit muß ich auch zu so süß und milde mich haft ihm gehn. geschaffen in der Zeit zu deinem Ebenbilde; ich liebe dich von Herzen- Grund, ich preise dich mit meinem Mund. Komm doch, komm und zeuch ein bei mir, mach Wohnung und bereit mich 2. Jehovah ist ein unbegreiflich Wesen, da mein Verstand sich willig in verliert; in seinem Wort ist dieses klar zu lejen, wie wunderbar der kluge Rath regiert. Wer hat den Sinn dir. des Geistes je erkannt? 2. GOtt Vater, nimm Wer gab dem Rath, der ganz kräftig ein das sinkenwar von Ewigkeit? Ver- de Gemüthe; mach es zu nunft sei still! die See ist deinem innern Schrein und viel zu breit und allzutief. deiner stillen Hütte; verO fluger Unverstand. gieb, daß meine Seele sich 3. Jehovah, Grund und zerstreut hat oft und sünLeben aller Dinge, du bist diglich; bring fie in eine fürwahr ein unzugänglich wahre Ruh, daß nichts in Licht: gieb, daß im Licht ihr sei, als nur du. mein Wandel mir gelinge, 3. GOtt Sohn, erleuchach führe mich mit deinem te den Verstand, mit deiAngesicht. Du bist ein ner Weisheit Lichte; verLicht und bist im Licht al- gieb, daß er sich oft gelein, du hasfest den, der Fin- wandt zu eitelem Gedichte. flernisfe liebt, du liebest Laß nunmehr nur in deiden, der Recht und Licht nem Schein mein einzigs dir giebt: o laß mich stets Schaun und Wirken sein; bei deinen Strahlen sein! zeuch ihn, daß er schon allbereit entreiße sich von Ort und Zeit. dir ich nun Gemeinschaft 4. DO heilger Geist, du Lie4. Jehovah, GOtt mit mir zu allen Zeiten, mit 6 Von GOtt und Liebes- Feur, entzünde Schwell und Balken gar, meinen Willen, stårk ihn, das Haus auch ganz voll fomm mir zu Hülf und Rauchs und Nebel war. Steur, den deinen zu erDr. Martin Luther. füllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, was sundlich ist und nicht gefolli; verleih, daß ich mit reiner Brunst dich innig ewig lieb umfönst. Die Kyries. In eigener Melodie. a. Sonntägliches. 10.* O 5. beilige Dreifaltigkeit, führ mich doch ganz von binnen; richt zu dem Lauf der Ewigkeit all außund innre Sinnen. Vermich mich hier eins mit dir sein, daß ich mit dir auch dort sei eine Herrlichkeit, o heiligste Dreifaltigkeit! Kyrie, ach Va= böchfter GOtt, wie Flein Verschon unsrer Blindheit, acht man doch dein Gebot. die viel Sund thut; erbarme dich unser! 2. Christe, o HErre Gott, du bist der Tag und das wahre Licht, die Pforte der Wahrheit, das Leben; des Vaters Wort und Rath hast du uns zu Trofte gegebent; erbarm dich unser! Joh. Angelus. In eigener Melodie. esata dem Pro- in Ewigkeit, steh uns bei 3. Kyrie, heiliger Geist 9. Jefata dem Propheten das ge- durch dein Barmherzigkeit. schah, daß er im Geist den All unsre Sund sind uns HErrn siten sab auf eib. Auf Advent. 1. O milder GOtt, allerhöchster Hort, wir rufen zu dir in unsrer Noth: erbarm dich unser! nem hohen Thron in bel- leid. Du willst nicht verlem Glanz seines Kleides lassen, die auf dich hoffen; Saum den Chor füllet erbarm dich unser! ganz. Es stunden zween Seraph bei ihm daran; sechs Flügel sah er einen jeden ban: mit zween verbargen sie ihr Antlik klar, mit ween bedeckten 2. O Christe, GOttes sie die Füße gar, und mit Sohn, der Kirche Haupt, den andern zween fie flo- Freud, Ehr und Kron und gen frei, gen ander rufen frei offner Heilsbrunn; sie mit großem Schrei: erbarm dich unser! Heilig ist GOtt der HErre 3. Heiliger Geift, der Zebaoth! Heilig ist GOtt, Kirchen Tröster, du allerder HErre Zebaoth! Hei- bester Meister, Verneurer lig ist Hott, der HErre und Regierer: erbarm dich Zebaoth! Sein Ehr die unser! ganze Welt erfüllet hat. Von dem Schrei zittert c. Auf Weihnacht. 1. O Vater der Barmher der heiligen Dreieinigkeit. 7 herzigkeit, wir bitten dich ter in Ewigkeit: sei uns mit Innigkeit: du wollest Sündern gnädig! dich erbarmen der Schwachen und Armen. 2. Christe, aller Welt Heiland; hilf allen, die dich han erkannt, daß sie in dir zunehmen für und für. 3. D heiliger Geist, wahrer GOtt: sieh heut an der Gläubigen Noth, und erleucht durch deine Güt der Frrenden Gemüth. Oder: 1. O Vater, allmächtiger GOtt, zu dir schreien wir in der Noth, durch dein groß Barmherzigkeit: " erbarm dich über uns! 2. Christe aller Welt Heiland und ihr Trost: mach uns alle von Sunden los! 2. O Christ, wollst uns erhören, für uns bist du Mensch geboren von Maria: erbarm dich über uns! 3. D heilger Geist, theil uns mit Weisheit, Lieb und Glauben allermeist, gieb göttlich Gerechtigkeit! e. Auf Pfingsten. 1. Vater der Barmherzigkeit, Bronn aller Gutigkeit: laß heut deine Gnad zu uns fließen und uns der genießen. 2. Christe, GOttes Sohn, der du von dem höchsten Thron gesandt in diese Welt bist kommen uns allen zu Frommen: komm auch in unser Herz und Sinnen und wohne darinnen. 3. O hellger Geist, wollst uns geben dich allzeit 3. heiliger Geist, Herzlich lieben und nach wahrer GOtt sei unser deinm Willen streben: erbarm dich über uns! Trost in aller Noth; mach unfre Seel gesund, daß wir wirklich und aus Herd. Auf Ostern. 1. Kyrie, GOtt aller zensgrund lieben den neuen Welt Schöpfer und Vater: Bund. eleiſon! Oder: 2. Christe, wahr GOtt 1. Kyrie, GOtt Vater und Mensch geborn, der in Ewigkeit, groß ist deine du für uns trügst GOttes| Barmherzigkeit, aller Ding Zorn: eleison! ein Schöpfer und Regierer: eleison! 3. Kyrie, heiliger Geist, mit Vater und Sohn Ein GOtt: eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein 4. Kyrie, hilf uns, daß du haft erlöst. O JEsu, wir in solchem Glauben GOttesSohn, unser Mittrein dich anbeten allein und ler, bist in dem höchsten bleiben die Diener dein: Thron; zu dir schreien eleison! wir aus Herzen Begier: eleison! Oder: 1. OHErre GOtt, Ba- 3. Kyrie, GOtt heiliger Geist, 8 Don Gott und Geist, tröst, stårk uns im drum bitten und drauf Glauben allermeist, daß denken, weil alles hier ist wir am letzten End fröh- wandelbar, daß du mir dort lich uns scheiden aus die- wollst schenken das unversem Elend: eleison! gånglich Erbe. Mel. Es woll uns GOtt genädig sein. 5. GOtt, du bist an allem Ort und gar nicht zu ermessen: ob einer hier meine Seel, er- ist oder dort, ist er dir nicht hebe dich, mit entsessen. Laß mich nicht 11. S Andacht zu betrachten, wie zweifeln, wo ich sei, du GOtt hat offenbaret sich, könnst dich mein annehmen; und wie man ihn soll ach- auch was ich thu, laß mich ten: daß er der Allerhöchste dabei des Bösen vor dir ist im Himmel und auf Er- schämen, und überall dich den, und soll gerühmt zu jeder Frist, auch angerufen werden als Ursprung aller Dinge. fürchten. 6. Unendlich, HErr, ist deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der 2. GOtt, du bist einig Gottlos dich veracht, die für und für, nichts sind Rache auch zu üben. Gieb, der Heiden Götter; kein daß sich deiner Allmacht Heil, noch Trost ist außer Schutz fort über mich erdir, kein Helfer, noch Er- strecke, mich auch nicht retter. Laß mich, o HErr, Menschen Grimm und auf dich allein von ganzem Truk, nur deine Straf Herzen trauen, dir inniglich erschrecke: du tödtest Leib ergeben sein, auf niemand und Seele. anders bauen, dir, GOtt, allein anhangen. 7. Voll höchster Weisheit bist du, GOtt, niemand 3. HErr, mein GOtt, kann sie ergründen; wie du bist ein Geist, und thei- wunderschwer auch ist die left bei uns allen an Ga- Noth, weißt du doch Rath ben aus, was geistlich heißt, zu finden. Gieb, daß ichs nach deinem Wohlgefallen. dir stets traue zu, auf dich Laß mich stets geistlich sein gesinnt, daß, wenn ich vor dich trete, ich deine Kraft werf meine Sorgen, auch Uebels weder denk noch thu, weil da siehst ins Verborgen in mir empfind, und da- und prüfest Herz und durch dich anbete im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o GOtt, von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende. Gieb, daß mein Herz von aller Freud des Zeitlichen sich wende, auf Nieren. 8. GOtt, du bist heilig und gerecht, du kannst die Sund nicht leiden; wer sagen will, er set dein Knecht, der muß das Böse meiden. Gieb, daß ich daß ich möge immerdar mich zu jeder Zeit der Heilig der heiligen Dreieinigkeit. 9 ligkeit befleiße, nachiage gesicht anschauen und erder Gerechtigkeit, auch dein kennen und ohn Aufhören Gericht gut heiße, ob ichs loben. schon nicht begreife. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, wo sich 13. GOtt Vater, Sohn und heilger Geift, der du auch willst auf Erden von bekehrt der Sünder, er- mir und allen sein gepreist, barmst dich, wie ein Vater laß deinen Ruhm groß thut, von Herzen deiner werden. Verleih mir GnaKinder. HErr, laß von de, Kraft und Stärk, daß deiner Lieb und Gnad ich zu allen Zeiten, HErr, mich allweg Troft bekom- deinen Namn und deine men, von mir auch meine Werk könn mehr und mehr Missethat so fern sein hin- ausbreiten, so lang ich genommen, als Morgen hab das Leben. ist vom Abend. Instus Gesenius. 10. GOtt, deine Wahrheit stets besteht, und wohl dem, der dir aldubet. Der Himmel und die Erd vergeht, dein Wort, errig bleibet. Gieb, daß 12. Sen, unendliche ich fürchte dein Gericht und alles, was du drauest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, das du mir gern verleihest: Hoffnung wird nicht zu Schanden. In eigener Mel, oder: Schönster( Liebster) Immanuel, Herzog der Frommen. Wonne, Abgrund der allervollkommensten Luft, ewige Herrlichkeit, prächtigste Sone, der nie Verändrung, noch Wechsel bewußt, laß 11. Allselig bist du, mich dich loben, bis einst GOtt, und frei, du thust, dort oben, wo dich die was dir beliebet, du bist Engel und Menschen beein milder HErr dabei, der singen, meine verherrlichte reichlich Gutes giebet. Laß Zunge wird klingen. mich mit dem zufrieden 2. Giune von ferne sein, was ist dein heilger doch einige Blicke deiner Wille. Gieb auch, daß im Glauben vermähleten ich von dir allein und dei- Braut, bis ich die Seele ner Gute Fülle erwarte einst freudig hinschicke, da alls in allem. sie dich, wie du bist, selig beschaut, wann ich dein Lieben stetig kann üben, und mit recht frommen und reinem Gewissen werd deine Ruhe und Wolluft genießen. 12. GOtt, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde sebze, kann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle Schäße; bis ich dort, o du wahres Licht ohn Lallen dich werd nen- 3. Der du dich in dir nen, von Angesicht zu An- und durch dich erfreueft, 1** eb 10 Don GOtt und der heil. Dreieinigkeit. eh dieses alles sein Wesen im Glauben auch lichte, gewann, auch, was erquif- dank ich es, seligste Sonkend ist, jedem verleihest, ne, nur dir; wenn ich mein das sich doch selber bele- Seufzen gen Himmel an ben nicht kann: heiligste richte, merk ich im Herzen Güte, laß mein Gemüthe auch balde, was mir von in dir sich allezeit freudig dir bestimmet, weil schon erweisen, das dich doch anglimmet, was mich ſoll nimmer genugsam kann ewig und selig ergiken, preisett. wenn du in deine Ruh 4, Leb ich in Finsternis, mich wirst einsetett. machet dein Glänzen selver 7. So bist du selig und das Todes- Chal mir wie- theileft mit abe, läsfest auch der Licht; fall ich in Obn- Feinem Geschöpfe die macht und schwebe inGran- Macht, daß es von Mutjen schwerer Verzweife- terleib bis hin zum Grabe lung, läßt du mich nicht. dem, den du deiner Gunst Endlich im Sterben muß würdig geacht, zu schaden ich ererben durch dich und tauge, ja daß kein Auge, in dir ein ewiges Leben, sollt es gleich Himmel und das nur das feligste Wefen Erde durchgehen, einen unkann geben. seligen Christen kann sehen. 5. Schüttert die Erde 8. Bin ich denn selig: und donnert der Himmel, so laß mich es merkeit, tobet und schnaubet die schreib es durch deinen Geist rasende Welt, bleibet mir mir recht in Sinn, und mitten in solchem Getüm- reiß im Glauben und selimel doch meine Seligkeit gen Werken mich von der fefte gestellt; wenn dein Eitelkeit, wann du willst, Erbarmen sich läßt umar- hin, wo man nach Klagen men von dem, ders klug- freudig kann sagen: Seht, lichste, seligste Wesen ihm aus der Schaar der elenhat zum Felsen und Ruhe desten Sünder machet der erlesen. selge GOtt selige Kinder. Abraham Hindelmann. 6. Wird meine Seele Vom Erwerber unsersHeils, von JEfu Chrifto. Und zwar: Zukunft Christi ins Fleisch. I. Von der Mel Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. 11 schickt, ertragen mit unterMel. Aus meines Her- schrocknem Muth. zens Grunde, oder: Von GOtt will ich nicht laffen. 6.11nd wenn gleich Krieg und Flammen uns alles 13. Auf, auf, ihr rauben bin, Geduld! weil Reichsgenos- ihm zusammen gehört doch sen, eur König kommt der Gewinn. Wenn gleich heran: empfahet unver- ein früher Tod uns, die drossen den großen Wun- uns lieb, genommen, wohldermann. Ihr Christen, an, so sind sie kommen geht herfür, laßt uns vor ins Leben aus der Noth. allen Dingen ihm Hosianna fingen mit heiliger Begier. 7. Frisch auf in GOtt, ihr Armen, der König sorgt 2. Auf, ihr betrübten für euch; er will durch sein Herzen, der König ist gar Erbarmen euch machen nah, hinweg all Angst und groß und reich; der an ein Schmerzen, der Helfer ist Thier gedacht, der wird schon da; seht, wie so auch euch ernähren: was mancher Ort hochtröstlich Menschen nur begehren, ist zu nennen, da wir ihn das steht in seiner Macht. finden können im Nachtmahl, Zauf und Wort. 8. Hat endlich uns betroffen viel Kreuz, läßt er doch nicht die, welch auf ihn stets hoffen mit rechter Von GOtt kommt alles her, der låffet auch im Sterben die Seinen nicht verderben, sein Hand ist nicht zu schwer. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Ver- Zuversicht. jagten, dort fommt der Morgenstern; der HErr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr fre- mit macht; an uns, sein chen Sünder, der König Herzgeliebten, hat er schon merket drauf, wenn ihr, längst gedacht: nun wird verlorne Kinder, in vollem Laster- Lauf auf Arges seid bedacht, ja thut es ohne Sorgen: gar nichts ist ihm verborgen, er giebt auf alles Acht. kein Angst, noch Pein, noch Zorn hinfür uns schadett, dieweil uns GOtt aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 9. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt 10. So lauft mit schnel5. Seid fromm, ihr Un- len Schritten, den König terthanen, der König ist zu befehn, dieweil er kommt gerecht. Laßt uns die Weg geritten stark, herrlich, sanft thm bahnen und machen und schön. Nun tretet all alles schlecht. Fürwahr, er heran, den Heiland zu bemeint es gut, drum lasset grüßen, der alles Kreu; veruns die Plagen, die er ursliüßen und uns erlösen kann. 11. Der 12 Von der Zukunft Chrifti 11. Der König will be- ren in allem trachten zu denken die, die er herzlich gefallen, die werden mit liebt, mit köstlichen Ge- Freuden auch von hinnen schenken, als der sich selbst scheiden. uns giebt durch seire Gnad und Wort. O König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende; da wird er vom Bdsen ihre Seel erlösen, und fie mit ihm führen zu der Engel Chören. 12. Nun, HErr, du giebst uns reichlich, wirst selbst 7. Von dannen er komdoch arm und schwach: du men, wie denn wird verliebest unvergleichlich, du nommen, wenn die Todten jagst den Sündern nach; werden erstehn von der Erdrum wollen wir allein die den und zu seinen Füßen Stimmen hoch erschwin- sich darstellen müssen. gen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. Joh. Rift. 8. Da wird er sie scheiden, die Frommen zur Freudet, die Bösen zur Höllen in peinliche Stellen, wo fie ewig müssen ihr UntuIn eigener Melodie. 14. GOttes Sohn ist gend bußent. kommen uns 9. Ei nun, HErre JEsu, allen zu Frommen hier auf schick unste Herzen zu, diese Erden in armen Ge- daß wir, alle Stunden berden, daß er uns von rechtgläubig erfunden, darSünde freiet und entbinde. innen verscheiden zu ewi2. Er kommt auch noch gen Freuden. Böhmische Brüder. heute, und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß sollen wenden, Mel. Vom Himmel hoch von Irrthum und Thorheit da komm ich her. treten zu der Wahrheit. 3. Die fich fein nicht 15. ob sei dem allerhöchsten GOtt, schämen, und sein Dienst der unser sich erbarmet hat, annehmen durch ein rech- gesandt sein allerliebsten ten Glauben mit ganzem Sohn, aus ihm geborn Vertrauen, denen wird er im höchsten Thron: eben ihre Sünd vergeben. 2. Auf daß er unser Hei4. Denn er thut ihn'n land würd, uns freiet von schenken in den Sakramen- der Sünden Burd, und ten sich selber zur Speise, durch seine Gnad und sein Lieb zu beweisen, daß Wahrheit führet zur ewifie sein genießen in ihrem gen Klarheit. Gewissen. 5. Die also bekleiben und beständig bleiben, dem HEr3. O große Gnad und Güttgkeit, o tiefe Lieb und Mildigkeit! GOtt thut ein Werk, in's Fleisch 13 Werk, deß ihm kein Mann, für, denn er schleußt dir auch kein Engel verdan- des Himmels Thür. ken kann. 12. Sein erste Zukunft 4. Der Schöpfer aller in die Welt ist in sanftKreatur nimmt an sich un- müthiger Gestalt; die ansere Natur, verachtet nicht dre wird erschrecklich sein, ein armes Weib, zu wer- den Gottlosen zu großer den Mensch in ihrem Leib. Pein. 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit wird Fleisch in aller Reinigkeit; das 2 und Anfang und End giebt sich für uns in groß Elend. 13. Die aber jetzt in Christo stehn, werden alsdann zur Freuden gehn, und besitzen der Engel Chör, daß sie kein Uebel mehr berühr. 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, sammt seinem eingebornen Sohn, dem heiligen Geist gleicher Weis sei in Ewigkeit Dank und Preis. Michael Weiße. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß GOtt für ihn giebt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, daß es so unserthalben thut? 7. O weh dem Volk, das dich veracht, der Gnad sich Mel. Von GOtt will nicht theilhaftig macht, ich nicht lassen. nicht hören will des Soh- 16. Mit Ernst Menschennes denn auf ihm bleibet GOttes Grimm. 8. Mensch, wie das du nicht verstehst, und dem König entgegen gehst, der dir so ganz demüthig kommt, und sich so treulich dein annimmt? o Kinder, das Herz in euch bestellt, bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den GOtt aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei Allen kehren ein. 9. Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm 2. Bereitet doch fein deines Herzen Bahn, auf tüchtig den Weg dem grodaß er komm in dein Ge- ßen Gast, macht seine Steimuth, und du genießeft ge richtig, laßt alles, was seiner Gut. er haft; macht alle Bah10. Unterwirf ihm deine nen recht, die Thal laßt sein Vernunft in dieser gnad- erhöhet, macht niedrig, was reichen Zukunft, untergieb hoch stehet, was krumm ist, seiner Heiligkeit die Werk gleich und schlecht. beiner Gerechtigkeit. 3. Ein Herz, das De11. Wo du dies thust, muth liebet, bei GOtt am so ist er dein, bewahrt dich höchsten steht; ein Herz, vor der Hallen Pein; wo das Hochmuth übet, mit nicht, so sieh dich eben Angst zu Grunde geht; ein Sperz, 14 Von der Zukunft Chrifti Herz, das richtig ist, und an, wenn ihr euch wollet folget GOttes Leiten, das rathen, und gehn die rechte kann sich recht bereiten, zu Bahn, die zu dem Himmel dem kommt Jesus Christ. führt; sonst, wo ihr ihn 4. Ach mache du mich verachtet, und nur nach Armen in dieser Gnaden- Hoheit trachtet, euch zeit aus Gute und Erbar- GOttes Zorn dann rührt. men, HErr JEsu, selbst 5. Ihr Armen und bereit. Zeuch in mein Herz Elenden zu dieser bösen hinein vom Stall und von Zeit, die ihr an allen Ender Krippen; so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. den müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem Kbnig fingen, der ist eur höchstes Gut. V. 1-3 Valent. Thilo. 17. Nun un 6. Er wird nun bald erjauchzet all scheinen in seiner Herrlichihr Frommen, keit, und all eur Klag und zu dieser Gnadenzeit, weil Weinen verwandelen in unser Heil ist kommen, der Freud. Er ist, der helfen HErr der Herrlichkeit, kann: halt eure Lampen zwar ohne stolze Pracht, fertig, und seid stets sein doch mächtig zu verheeren gewärtig, er ist schon auf und ganzlich zu zerstören der Bahn. des Teufels Reich und Macht. M. Michael Schirmer. Mel Von GOtt will ich nicht laffen. 2. Er kommt zu uns In bekannter Melodie. geritten auf einem Efelein, 18. Nun komm der in MitHeiden ten für uns zum Opfer land, der Jungfrauen Kind ein; er bringt kein zeitlich erkannt, daß sich wu Gut; er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. alle Welt, GOtt solch Geburt ihm bestellt. 2. Nicht von Mannsblut, noch von Fleisch, al3. Kein Zepter, Feine lein von dem heilgen Geist Krone sucht er auf dieser ist GOtts Wort worden Welt: im hohen Himmels- ein Mensch, und blüht ein Throne ist ihm sein Reich Frucht Weibes Fleisch. bestellt; er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Der Jungfrau Leib schwanger ward, doch blieb Keuschheit rein bewahrt, leucht hervor manch Tugend schön, GOtt da war in seinem Thron. 4. Ihr großen Potentaten, nehmt diesen König 4. Er ging aus der Kam in's Fleisch. 15 Kammer sein, dem königli-| heiliger Geist, dreifaltig chen Saal so rein, GOtt und doch einig. von Art und Mensch, ein 3. O Vater, aller Dinge Held, sein Weg er zu lau- Quell und Ursprung, set fent eilt. 5. Sein Lauf kam vom Vater her, und kehrt wieder zum Vater, fuhr hinunter zu der Hill, und wieder zu GOttes Stuhl. 6. Der du bist dem Va- 4. Du haft gemacht den ter gleich, führ hinaus den Erdenkreis nach deinem Sieg im Fleisch daß dein Wohlgefallen, uns Menewige GOtts- Gewalt in schen drauf zu deinem uns das frank Fleisch er- Preis, daß wir dein Lob halt. erschallen; auch wird durch deines Mundes Wort dies alles immer fort und fort erhalten und regieret. 5. Drum steh, o Bater ferner bei uns deinen armen Kindern, und alle Schulden uns verzeih als buffertigen Sündern; aus unsern Nöthen mannigfalt errette uns und hilf uns bald, wie du uns haft versprochen. 7. Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht giebt ein neu Licht dar; Dunkel muß nicht kommen drein, der Glaub bleibt immer im Schein. gepreiset für alle Wunder klar und hell durch deine Macht erweiset. Du, Bater, haft vor aller Zeit den eingen Sohn von Ewigkeit, dein Ebenbild, gezeuget. 8. Lob sei GOtt dem Bater gthan, Lob set GOtt seinm eingen Sohn, Lob fei GOtt dem heilgen Geift immer und in Ewigkeit! Dr. Martin Luther. 6. O JEsu Christe, Mel. Nun freut euch, GOttes Sohn, von Ewiglieben Christen gmein. Feit geboren, uns Ment19. heilige Drei- schen auch ins Himmels S faltigkeit, voll Thron zum Mittler ausMajestät und Ehren, wie erforen: durch dich gekann doch deine Christen- schicht, was nur geschicht, heit dein Lob genug ver- o wahrer GOtt, o wahmehren? Du bist sehr hoch res Licht von wahrem und wundersam, ganz un- GOtt und Lichte. begreiflich ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich. 7. Du bist des Vaters Ebenbild, und doch vom 2. Wir danken dir, daß Himmel kommen; als eben deine Gnad, auch weil wir nur die Zeit erfüllt, haft hier noch leben, in deinem du Fleisch angenommen, Worte so viel hat uns of haft uns erworben GOtfenbart gegeben, daß du tes Huld, bezahler unsre bist wahrer GOtt und Sünd und Schuld durch heißt GOtt Vater, Sohn, dein unschuldig Leiden. 8. Nun Von der Zukunft Christi 16 8. Nun fißest du zur rechten Hand des Vaters Mel. Dalet will ich dir hoch erhoben, beherrschest geben. alle Leut und Land, und 20. Wie ſoll ich dampfft der Feinde Loben. dich emHilf uns, o wahrer Mensch pfangen, und wie begegn und GOtt, wir wollen dir ich dir, o aller Welt Verfür deinen Tod und alle langen, o meiner Seelen Wohlthat danken. Zier? JEsu, JEsu, 9. heilger Geist, du seße mir selbst die Fackel werthe Kron, Erleuchter bei, damit, was dich erunsrer Sinnen, der du gözze, mir kund und wisvom Vater und vom Sohn send sei. ausgeheft ohn Beginnen: du bist allmächtig und ohn End, der Vater und der Sohn dich sendt, im Glauben uns zu leiten. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn; mein Herze soll dir grünen im steten Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 10. HErr, du gebierest durch die Tauf uns wiederum aufs neue; hernacher auch nimmst du uns auf, wenn du giebst wahre 3. Was hast du unterReue. Durch dich wird lassen zu meinem Troft und unsre Hoffnung fest, und Freud, als Leib und Seele wenn uns alle Welt ver- saßen in ihrem größten läßt, bleibst du bei uns im Herzen. Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen, und hast mich froh gemacht. 11. Wir bitten dich de müthiglich, daß es ja mog durchdringen, was wir für Seufzen oft vor dich in 4. Ich lag in schweren unsrer Noth vorbringen. Banden, du kommst und Und wenn die letzte Stund machst mich los; ich stand da ist, so hilf, daß wir in Sport und Schanden, auf JEsum Christ getrost du kommst und machst mich und selig sterben. groß und hebst mich hoch 12. GOtt Vater, Sohn, zu Ehren, und schenkst mir heiliger Geist, für alle großes Gut, daß sich nicht Gnad und Gute sei im- läßt verzehren, wie irdisch merdar von uns gepreist Reichthum thut. mit freudigem Gemüthe. 5. Nichts, nichts hat Des Himmels Heer dein dich getrieben zu mir vom Lob erklingt, und heilig, Himmelszelt, als das geheilig, heilig fingt: das liebte Lieben, damit du alle thun wir auch auf Erden. Welt in ihren tauſend Justus Gesenius. Plagen und großen Fammer in's Fleisch. 17 merlast, die kein Mund zum ewgen Licht und Wonkann aussagen, so fest um- ne in deinen Freudensaal. fangen haft. Paul Gerhard. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrüb- Mel. tes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft 21. Warum willfi je mehr; seid du draußen Freu dich sehr, o meine Seele. unverzagt, ihr habet die stehen, du Gesegneter des Hülfe vor der Thür; der HErrn? Laß dir bei mir eure Herzen labet und tri- einzugehen wohlgefallen, ftet, steht allhier. du mein Stern. Du mein 7. Ihr dürft euch nicht JEsu, meine Freud, Helfer bemühen, noch sorgen Tag in der rechten Zeit, hilf, o und Nacht, wie ihr ihn Heiland, meinem Herzen wollet ziehen mit eures von den Wunden, die mich Armes Macht: er kommt, schmerzen. er kommt mit Willen, ist 2. Meine Wunden sind voller Lieb und Luft, all der Jammer, welchen oftAngst und Noth zu stillen, mals Tag und Nacht des die ihm an euch bewußt. Gesehes starker Hammer 8. Auch dürft ihr nicht mir mit seinen Schrecken erschrecken vor eurer Sün- macht. Oder schweren denschuld, nein, JEsus will Donner- Stimm, die mir fie decken mit seiner Lieb GOttes Zorn und Grimm und Huld. Er kommt, er also tief ins Herze schläget, kommt den Sündern zu daß sich all mein Blut Trost und wahrem Heil, beweget! schafft, daß bei GOttes Kindert verbleib ihr Erb und Theil. 3. Dazu kommt des Teutfels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Höllen, die ihn plagt; ja auch, was noch årger ist, so zermartert und zerfrißt mich 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der HErr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er mein eigenes Gewissen mit kommt, ein König, dem vergiften Schlangenbissen. wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 4. Will ich dann mein Elend lindern, und erleichtern meine Noth bei der 10. Er kommt zum Welt- Welt und ihren Kindern, gerichte, zum Fluch dem, fall ich vollends in den der ihm flucht; mit Gnad Koth; da ist Trost, der mich und süßem Lichte dem, der betrübt, Freude, die mein ihn liebt und sucht. Ach Unglück liebt, Helfer, die komm, ach komm, o Son- mir Herzleid machen, gune, und hol uns allzumal te Freunde, die mein lachen. 5. Int 18 Don der Zukunft Chrifti in's Fleisch. 5. In der Welt ist alles| Lebent, alles, was du willst, nichtig, nichts ist, das nicht ist dein; Christus, der sich kraftlos war. Hab ich Ho- dir ergeben, legt sein Reichheit, die ist flüchtig; hab thum bei dir ein. Seine ich Reichthum, was ists Gnad ist deine Kront, und mehr, als ein Stücklein du bist sein Stuhl und armer Erd? Hab ich Lust, Thron; er hat dich in fich was ist sie werth? Was ist, geschlossen, nennt dich seidas mich heut erfreuet, das nen Hausgenossen. mich morgen nicht gereuet? 10. Seines Himmels 6. Aller Troft und alle güldne Decke spannt er Freude, ruht in dir, HErr um dich rings herům, daß JEsu Christ; dein Er- dich fort nicht mehr erfreuen ist die Weide, da schrecke deines Feindes Unman sich recht fröhlich ist. geftum; seine Engel ftellen Leuchte mir, o Freuden sich dir zur Seiten: wenn licht, ehe mir mein Herze du dich hier willst oder bricht; laß mich, HErr, dort hinwenden, tragent fie an dir erquicken, Esu, dich auf den Händent. komm, laß dich erblicken. 11. Was du Böses hast 7. Freu dich, Herz, du begangen, das ist alles abbist erhöret, jeho kommt geschafft; GOttes Liebe und zeucht er ein; sein Gang nimmt gefangen deiner ist zu dir gekehret, heiß ihn Sünden Macht und Kraft; nur willkommen sein, und Christi Sieg behält das bereite dich ihm zu, gieb Feld, und was Böses in dich ganz zu seiner Rub; der Welt sich will wieder öffne dein Gemüth und dich erregen, wird zu lauSecle, flag ihm, was dich ter Glück und Segen. druck und quale. 12. Alles dient zu dei8. Siehst du, wie sich nem Frommen, was dir alles setzet, was dir vor bös und schädlich scheint, zuwider stund? Hörst du, weil dich Christus angewie er dich ergößzet mit dem nommen, und es treulich zuckersüßen Mund? Ei mit dir meint. Bleibest du wie läßt der große Drach dem wieder treu, ists geall sein Thun und Toben wiß, und bleibt dabei, daß nach: er muß aus dem du mit den Engeln droben Vortheil ziehen, und in ihn dort ewig werdest seinen Abgrund fliehen. Paul Gerhard. 9. Nun, du hast ein süßes lobent. II. Von der Geburt Christi. Mel. Wo GOtt der vor GOttes Freund und HErr nicht bei uns hält. Kindern! Wie wird ihr An22. Ach wie erschrikt geficht verstellt, wenn ſie Welt nicht Von der Geburt Chrifti. 19 nicht kann verhindern, daß bekümmert sein, so lang fie im Glauben fahren fort, des HErren Werk an allem Ort zu treiben und zu bauen. wir forschen können. 7. Gold, Weihrauch, Myrrhen sei die Gab, die wir zum Opfer bringen, 2. Herodes und Jerusa- sammt Seel und Leib, als lem erschrecken, wenn sie unsre Hab, so wird es uns hören, daß JEsus ist in gelingen, daß unser FußBethlehem geboren; da ihr fall Gott gefällt, und JELehren doch zeuget aus der sus sich zu uns gesellt im Schrift davon, daß hier Leben und im Sterben. des Allerhöchsten Sohn geboren sollte werden. 8. HErr JEsu, der du wunderbar die Heiden hast 3. Sie wissen dieses aus gezogen, gieb, daß ich, wie dem Wort Herodi anzu- die Heidenschaar, im Herpreisen; doch gehen sie nicht zen werd bewogen, zu suan den Ort, den sie doch chen dich und nichtes mehr, selbst anweisen. So geht zu deines Namens Preis es noch. Wie mancher und Ehr, so lang ich leb weiß des HErren Wahr- auf Erden. heit und Geheiß, thut doch nicht nach dem Wissen. 9. Ja preis, o werthe Christenheit, wie dir es 4. Wer bleibet zu Jeru- heut gebühret, daß GOtt salem im Stolz und Pracht aus der Unwissenheit die des Lebens, und gehet nicht Heiden hat geführet; und nach Bethlehem, der sucht denke, daß die Finsterniß sein Heil vergebens; auch ein böses Ende nehmen wer die Schrift von außen muß, wenn man als Heinennt, und thut nicht, was den lebet. er wahr erkennt, wird Esum nimmer finden. 75. Die Weisen forschen so lang nach, bis sie das Laurentius Laurenti. Mel. Lobt GOtt ihr Christen alle gleich. Haus erblicken, wo sie an 23. Auf, Seele, auf, der in der That erquicken. Ach nicht, es bricht das Licht daß wir möchten thun wie herfür; der Wunderstern fie, und sparen weder Zeit giebt dir Bericht, der Held noch Muh, bis wir dies sei vor der Thür. Heil gefunden! 2. Geh weg aus deinem 6. Herodes fraget heim- Vaterland, zu suchen sollich nach, wann dieser chen HErrn, laß deine AuStern erschienen; und ob gen sein gewandt auf dieers thate nur aus Rach, sen Morgenstern. so laßt es dazu dienen, daß 3. Gieb Acht auf diesen wir nur um des Sternes hellen Schein, der dir aufSchein, der JEsus ist, gangen ist, er führet dich zum 20 Von der Geburt Christi. zum Kindelein, das heißet des Bräutgams Freund; JEsus Christ. zu solchem nahe dich. 4. Er ist der Held aus 13. Ersinke du vor setDavids Stamm, die theure| nem Glanz in tieffter DeSaronsblum, das rechte, muth ein, und laß dein echte GOtteslamm, f- Herz erleuchten ganz von raels Preis und Ruhm. solchem Freudenschein. 5. Drum höre, merke, 14. Gieb dich ihm selbst sei bereit, verlaß des Va- zum Opfer dar, mit Geiste, ters Haus, die Freund- Leib und Seel, und singe schaft, deine Eigenheit, mit der Engelschaar: Hier geh von dir selbsten aus. ist Immanuel! 6. Und mache dich be- 15. O wunderbare Sühende auf, befreit von al- Bigkeit, die dieser Anblick ler Last, und laß nicht ab giebt dem, dessen Herz davon deinem Lauf, bis du zu bereit, und dieses Kinddies Kindlein haft. lein liebt! 7. Du, du bist selbst 16. Die Engel in des das Bethlehem, die rechte Himmels Saal, die freuen Davids- Stadt, wenn du fich darob, die Kinder dein Herze machst be- GOttes alliumal, die brinquem zu solcher großen gen hier ihr Lob. Gnad. 17. So steh und schmeck 8. Da findest du das wie süß die Lust, die hier Lebensbrod, das dich er- verborgen liegt in deines laben kann, für deiner JEsu Liebes- Bruft, die Seelen Hungersnoth das alles Leid besiegt. allerbeste man. 18. Genieße hier das 9. Nimm wahr, mein Engelbrod, die süße HimHerz, doch deiner Gach, melskoft, und lobe herzlich ob gingst du ganz allein, and forsche weiter fleißig nach, und such das Kindelein. deinen GOtt bei diesem Freudenmost. 19. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man 10. Halt dich im Glau- zum Leben geht; hier ist ben an das Wort, das fest des Paradieses Pfort, die ist und gewiß; das führet wieder offen steht. dich zum Lichte fort aus aller Finsternis. 11. In solchem Lichte fiehet man das wahre Licht allein; ein armes Menschenkind das kann nur davon Zeuge sein. 12. Johannes selbst, ders treulich meint, der zeuget ja von sich, daß er nur sei 20. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird alle Pein; c3 wird erfreuet Herz und Sinn in diesem Esulein. 21. Hier ist in allem Ueberfluß, was einem nur behagt; da ist kein Kummer, noch Verdruß, der vor das Herz zernagt. 22. Mit Von der Geburt Christi. 21 22. Mit GOtt und al-| heimlich Pfand, das der len Seligen hast du Ge- Natur war unbekannt. meinschaft hier, der Ort 4. Das züchtig Haus ist wohl am glücklichsten, des Herzens fart gar bald da wohnet GOtt in dir. ein Tempel GOttes ward; 23. Der zeigt dir einen die kein Mann rühret, noch andern Weg, als du vor- erkannt, von GOtts Wort her erkannt, den stillen sie man schwanger fand. Ruh- und Friedensteg zum ewgen Vaterland. 24. Denselben geh und 5. Die edle Mutter hat geborn, den Gabriel verhieß zuvorn, den Sanct folge dann, und kehre nicht Johanns mit Springen zurück, Herodt es zu zeigen an, der heget einen Tuck. zeigt, da er noch lag in Mutterleib. 6. Er lag in Heu mit 25. Er will das Kind- Armuth groß, die Krippen lein bringen um, die edle hart ihn nicht verdros; es GOttesfrucht; den theu- war ein kleine Milch sein ren Schatz, dein Eigen- Speis, der nie kein Vdg= thum er dir zu rauben sucht. lein hungern ließ. 26. Laß toben, würgen, 7. Des Himmels Chör wie er will, dir wider- fich freuen drob, und die fährt kein Leid, geh du die Engel fingen GOft Lob; Lebensbahn in Still zur den armen Hirten wird frohen Ewigkeit. vermeldt der Hirt und Schöpfer aller Welt. Michael Müller. 8. Lob, Ehr und Dank In eigener Mel. oder: sei dir gesagt, Christ, geDom Himmel hoch da born von der reinen Magd, komm ich her. mit Vater und dem heil24. Christum wir fol- gen Geist, von nun an len loben in der reinen Magd Marien Sohn, so weit die liebe Sonne leucht und an aller Welt Ende reicht. Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. 25. Der Tag der ift 2. Der selig Schöpfer Freuden aller, Ding zog an eins reich aller Kreature, denn Knechtes Leib gering, daß GOttes Sohn vom Himer das Fleisch durchs mel- Reich über die NaFleisch erwürb, und sein ture von einer Jungfrau Geschöpf nicht alls ver- ist geborn. Marie, du bist durb. auserkorn, daß du Mutter 3. Die göttlich Gnad wårest. Was geschah so vom Himmel groß sich in wunderlich? GOttes Sohn die keusche Mutter goß; vom Himmel- Reich, der ein Mägdlein trug ein tft Mensch geboren. 2. Ein 22 Von der Geburt Chrifti. 2. Ein Kindelein so lo- licht weicht hunderttaubelich ist uns geboren heute send Sonnen nicht. von einer Jungfrau sau- 2. Laß dich erleuchten, berlich, zu Troff uns ar- meine Seele, versaume men Leuten. Wär uns nicht den Gnaden- Schein; das Kindlein nicht geborn, der Glanz in dieser kleinen so wårn wir allzumal ver- Höhle streckt sich in alle lorn, das Heil ist unser Welt hinein; er treibet aller. Et du süßer JEsu weg der Höllen Macht, Chrift, der du Mensch ge- der Sünden und des Kreuboren bist, behüt uns vor zes Nacht. der Hölle. 3. In diesem Lichte kannst 3. Als die Sonn durch du sehen das Licht der klas scheint das Glas mit ihren Seligkeit; wenn Sonrem flaren Scheine, und ne, Mond und Stern verdoch nicht versehret das, gehett, vielleicht noch in so merket allgemeine: zu gar kurzer Zeit, wird diegleicher Weis geboren ses Licht mit seinem Schein ward von einer Jungfrau dein Himmel und dein rein und zart GOttes Alles sein. Sohn der werthe; in ein Kripp ward er gelegt, große Marter für uns trägt hier auf dieser Erde. 4. Laß nur indeffen helle scheinen dein Glaubensund dein Liebes- Licht; mit GOtt mußt du es 4. Die Hirten auf dem treulich meinen, sonst hilft Felde warn, erfuhren neue dir diese Sonne nicht; Mähre von den engeli- willst du genießen diesen schen Schaarn, wie Christ Schein, so darfst du nicht geboren wäre, ein König mehr dunkel sein. über alle König groß; He- 5. Drum, JEfu, schöne rod die Red gar sehr ver- Weihnachts- Sonne, bedroß, aussandt er seine Bo- ftrahle mich mit deiner ten. Et, wie gar ein fal- Gunst; dein Licht sei meische List erdacht er wider ne Weihnachts- Wonne, Esum Christ! Die Kind- und lehre mich die Weihlein ließ er tödten. nachts- Kunst, wie ich im Lichte wandeln soll, und sei des Weihnachts= Glanzes voll. Casp. Fr. Nachtenhöfer. 15. Jahrh. Mel. O daß ich tausend Sungen hätte. ies ist die In eigener Melodie. 26. De nacht, da 27. Ein Kind geborn Dies Freundlichkeit; mir erschienen des großen zu BethleGOttes hem:: des freuet sich Jedas Kind, dem alle Engel rusalem. Hallelujah. dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und die fes Welt- und Himmels2. Hier liegt es in dem Krippelein:: ohn Ende Von der Geburt Christi. 23 2. Es spielt in seinem Angesicht mit freudenrei3. Das Dechslein und cher Lust und Wonne des das Eselein:: erkannten Vaters Klarheit, Lieb und GOtt den HErren sein. Licht; er ist des neuen HimHallelujah. mels Sonne, dadurch der 4. Die Weist aus Sa- Welt ein neues Licht entba kamen dar:: Gold, sieht, die ohne ihn im DunWeihrauch, Myrrhen keln untergeht. brachten sie dar. Hall. 5. Sein Mutter ist die reine Magd: die ohn ein Mann geboren Hallelujah. 3. Das Kind ist zert und tråget doch, was Erd und Meer und Himmel heget, der hat. ganzen Herrschaft Laft und Foch ist seinen Schul6. Die Schlang ihn fern aufgeleget von dem, der nicht vergiften konnt: ist ihn zum Mittelpunkt geworden unser Blut ohn seht deß, was da ist und Sünd. Hallelujah. werden soll zuleht. 7. Es ist uns gar gleich 4. Sein Name heißet nach dem Fleisch:: der Wunderbar, er ist auch Sund nach ist er uns aller Wunder Krone. Es nicht gleich. Hallelujah. jubilirt der Engel Schaar 8. Damit er uns ihm mit Herzens- Luft im süßen machte gleich:,: und wieder- Tone das Gloria, als diebracht zu GOttes Reich. ses Wunderpfand sich in Hallelujah. der Nacht bei uns zur Welt einfand. 9.Für solche gnadenreiche Zeit: sei GOtt gelobt in Ewigkeit. Hallelujah. 10. Lob sei der heilgen Dreieinigkeit:: von nun 5. Bedarfst du Rath und Unterricht, will dirs an Witz und Weisheit fehlen: dies Kind heißt Rath, an bis in Ewigkeit. Hall. es ist ein Licht; so du dich 15. Jahrh. wirst mit ihm vermählen, so wird es dir in aller Mel. Preis, Lob, Ehr, Noth und Pein dein treuer Kuhm, Dank, Kraft Rath und Licht und Leitund Macht. stern sein. ist die Herrschaft sein. Hallelujah. 28.& in Kind ist 6. Fehlt dirs an Kraft, uns geboren o liebe Seel, auf GOttes heut, der liebste Sohn Wegen fortzukommen: sei ist uns geschenket, in dem unverzagt, Immanuel, der GOtt Gnad um Gnad deine Menschheit angedarbeut für alles, das die nommen, heißt Kraft, Seele krånket. Merk auf, und will durch seine Kraft mein Herz, und schau das allein in allem Kampf dein Knäblein an, denk, welch treuer Helfer sein. ein Wunder GOtt durch 7. Fehlt dirs an Muth ihn gethan. und 24 Von der Geburt Christi. und Tapferkeit, der Feinde Wesen an sich nahm, daRotte zu befriegen: hier durch die Welt mit Treuen ist der Held, der in dem als seine Braut zu freien. Streit dich nicht kann las- 2. Willkommen, süßer sen unterliegen; wer in Bräutigam, bu König aller der Schlacht ihn an die Ehren, willkommen, JEsu, Spiße stellt, der sieget und GOttes Lamm, ich will behält juleht das Feld. dein Lob vermehren; ich 8. Ein ewger Vater will dir all mein Leben ist er dir, weil er dich lang von Herzen sagent durch sein Wort gezeuget. Preis und Dank, daß du, Nun sorgt er für dich für da wir verloren, für uns und für, sein Herz bleibt bist Mensch geboren. stets zu dir geneiget. Was er befiehlt den Båtern in 3. O großer GOtt, wie konnt es sein, dein Himder Zeit, wird er vielmehr melreich zu lasſen, zu sprinselbst thun in Ewigkeit. gen in die Welt binein, 9. Den Friedens- da nichts denn Neid und fürsten nennt er sich, Hassen? Wie konntest du weil er als Herzog für dich die große Macht, dein ftreitet, ergoßt indessen Königreich, die Freudenreichlich dich an seinem Pracht, ja dein erwünschTisch, den er bereitet, und tes Leben für solche Feind macht dein Herz von Furcht hingeben? und Schrecken los, legt dich auch sanft in seiner Liebe Schooß. 4. Ist doch, HErr JEsu, deine Braut ganz arm und voller Schanden: noch 10. Drum freue dich, hast du sie dir selbst vermein Herz, in ihm, nimm traut am Kreuz in Todesan, was dir dein GOtt banden; ist sie doch nichts gegeben; erhebe jauchzend als Ueberdruß, Fluch, Undeine Stimm, und preise flath, Lod und Finsterniß: ihn mit deinem Leben. noch darfst du ihretwegen GOtt giebt sich dir, gieb den Zepter von dir legen. du ihm wiederum dich ganz 5. Du Fürst und Herrund gar zu seinem Eigen- scher dieser Welt, du Friethum. dens- Wiederbringer, du Fluger Rath und tapfrer Held, du starker HöllenFreylinghausen. In eigener Melodie. 29. Ermuntre dich, winger, wie ist es möglich mein schwa- daß du dich erniedrigtest cher Geift, und trage groß so jammerlich, als wärest Verlangen, ein kleines du im Orden der Bettler- Kind, das Vater heißt, Mensch geworden? mit Freuden zu empfangen. 6. großes Werk, o Dies ist die Nacht, darin Wundernacht, dergleichen es kam, und menschlich nie gefunden, du haft den Heiz Von der Geburt Christi. 25 Heiland hergebracht, der gekommen, und aus lauter alles überwunden; du hast Freundlichkeit, o du Sohn gebracht den starken Mann, der Ewigkeit, Fleisch und der Feur und Wolken zwin- Blut haft angenommen, gen kann, vor dem die und mein Bruder wordent Himmel zittern, und alle bist. Sei willkommen und Berg erschüttern. geküßt! 7. liebes Kind, o 2. Set geküsset; dir gesüßer Knab, holdselig von höret heut ein Lobgesang Geberden, mein Bruder, mit Recht: weil du so gar den ich lieber hab, als alle hoch geehret unser menschSchäß auf Erden: komm, liches Geschlecht, daß du Schönster, in mein Her solches anvermählet hast hinein, fomm eiligst, laß der göttlichen Natur; unsre, die Krippen sein, komm, die so niedrig nur, unsre fomm, ich will bei Zeiten Menschheit auserwählet, dein Lager dir bereiten. und gesetzt auf GOttes 8. Sag an, mein Her- Thron in der mittelnden zens- Bräutigam, mein Person. Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll : ch dir doch geben? Ach ihm uns angeerbet, wird nimm von mir Leib, Seel icht wieder weiß und klar, und Geist, ta alles, was klar und rein in dir. Von Mensch ist und heißt: ich wegen Adams war sie ganz will mich ganz verschreiben, verflucht: du gebenedeite dir ewig treu zu bleiben. Frucht der Jungfrauen bist 3. Die in Adam ganz verderbet und geschwärzt durch Sünde war, so von 9. Lob, Preis und Dank, ihr Segen. Satan machte HErr JEfu Chrift, sei sie zu Spott; du verbindir von mir gesungen, daß dest sie mit GOtt. du mein Bruder worden bist, und hast die Welt bezwungen; hilf, daß ich deine Gutigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit, und mög hernach dort oben in Ewigfeit dich loben. Joh. Rift. 4. Du, du bist der Mittler worden zwischen GOtt und Menschen; du haft den armen Menschenorden wiederum in Fried und Ruh, als du würdest Mensch, gesehet, uns beim Vater ausgeföhnt, und mit seiner Huld gekrint. Solche Gnad und Liebe wetzet Mei. Sollt ich meinem GOtt nicht fingen. 30. Gwig sei die Lob meinen Glauben wider gesungen, o du, Tod, wider Sünd und Mensch gevorner Held, mit Höllennoth. dem Herzen und der Zungen, daß du bist auf diese Welt mir zu gut ins Fleisch 5. Sollte GOtt nicht sein gewogen mir, und ich in seiner Hut, der mein Fleisch 2 26 Von der Geburt Christi. Fleisch hat angezogen?| de: Christus wehret allem Haßt auch wer sein Fleisch Leide. Wonne, Wonne und Blut? Ift sein Sohn über Wonne: er ist die nicht mir geboren, und be- Genaden- Sonne. Fleidt mit meiner Haut? 2. Siehe, fiehe, meine Hat er mich nicht ihm ver- Seele, wie dein Heiland traut? Trok! der sagt, ich kommt zu dir, brennt in sei verloren: stoßt mir um Liebe für und für, daß er dies Felsenwort, daß GOtt in der Krippen- Höhle harte selber ist mein Hort! lieget, dir zu gut, dich zu 6. Wird das Leben doch lösen durch sein Blut. mein Leben, leuchtet mir Freude, Freude über Freudoch selbst das Licht; wird de: Christus wehret allem das Heil doch selbst gege- Leide. Wonne, Wonne ben mir zum Heil. Ach über Wonne: er ist die was gebricht weiter uns? Genaden- Sonne. Die Quell der Freuden fällt in dieses Jammerthal 3. JEsu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß aus dem hohen Himmels- von dir meine Seligkeit Saal, uns zu Trost in allem Leiden. Meine Lieb und Seligkeit ist ein Mensch geboren heut. herrühr: so laß mich von dir nicht wanken; nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn 7. du allerschönster Freude, Freude über FreuKnabe, o du keuscher Jung- de: Christus wehret allem fraun Sohn, meiner See- Leide. Wonne, Wonne len reichste Habe, meines über Wonne: er ist die Glaubens edle Kron, laß Genaden- Sonne. auch neu geboren werden 4. JEsu, nimm dich detmich und fromm, als wie ner Glieder ferner in Gedu Kind, das man in der naden an; schenke, was Krippen findt, meine beste man bitten kann, zu erFreud auf Erden! Laß für quicken deine Brüder; gieb diesen Gnadenschein mich der ganzen Christenschaar dir ewig dankbar sein. Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonreuet euch, ihr ne, Wonne über Wonne: Christen alle, er ist die Genaden- Sonne. Chriftian Keymann. Erasmus Finx. In eigener Melodie. 31. freue fich, wer immer kann, GOtt hat viel an uns gethan. Freuet euch mit gro- Mel. Warum sollt ich sem er uns so hoch geacht, sich mit 32. Ferse ſpringen mich denn grämen. röhlich uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freu- dieser Zeit, da vor Freud alle Univ.- Bibl. Giessen Von der Geburt Christi. 27 alle Engel singen. Hört, 8. Ei so kommt und last hört, wie mit vollen Chb- uns laufen, stellt euch ein, ren alle Luft laute ruft: Groß und Klein, kommt Christus ist geboren! mit großen Haufen; liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gonet. 9. Die ihr schwebt in wird Mensch, dir Mensch großen Leiden, sehet hier zu gute; GOttes Kind, ist die Thür zu den wahdas verbindt sich mit un- ren Freuden. Faßt ihn serm Blute. wohl, er wird euch füh3. Sollt uns GOtt nun ren an den Ort, da hinkönnen hassen, der uns| fort euch kein Kreuz wird giebt, was er liebt über rühren. alle Maaßen? GOtt giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 10. Wer fich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissens- Schmerzen, set 4. Sollte von uns sein getrost: hier wird gefungekehret, der sein Reich den, der in Eil machet heil und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gttes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimt, was uns will betrüben? die vergiften Wunden. 11. Die ihr arm seid und eiende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hånde: hier sind alle gute Ga5. Hätte vor der Men- ben und das Gold, da ihr schen Orden unser Heil sollt euer Herz mit laben. einen Graul, wår er nicht 12. Süßes Heil, laß Mensch worden; hätt er dich umfangen; laß mich Lust zu unserm Schaden, dir, meine Zier, unverrückt ei so wird unsre Bürd anhar.gen; du bist meines er nicht auf sich laden. Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm 13. Meine Schuld kann zu werden; unser Lamm, mich nicht drücken, denn das für uns stirbet, und bei du hast meine Last all auf GOtt für den Tod Gnad deinem Rücken. Kein Fleck und Fried erwirbet. ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar al ler meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich drein einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o 2* mein 2. Heute geht aus seiner Kammer GOttes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. GOtt 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch guålt, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 28 Von der Geburt Chrifti. mein Ruhm, edle Blum, seinen lieben Engeln gleich. laß dich recht genießen. Kyrieleis. 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will 7. Das hat er alles uns gethan, sein greß Lieb zu dir leben hier, dir will ich zeigen an; deß freu fich abfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. P. Gerhard. alle Christenheit, und dank ihm deß in Ewigkeit. Kyrieleis. Dr. Martin Luther. Mel. Unn komm, der Heiden Heiland. In eigener Melodie, gelobet feist du 33. Gelobet feit du 34. Gurch alle 34. Ott sei Dank daß du Mensch geboren Welt, der sein Wort bebist von einer Jungfrau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis. sländig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen sindt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 2. Was der alten Våter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ift erfüllt nach Herrlichkeit. 3. 3ions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfraun Sohn, der wohlweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, dir Hosanna o mein Theil; richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkdnig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust. 4. Das ewig Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, GOtt von Art, ein 6. Und gleichwie dein Gaft in der Welten ward; Zukunft war voller Sanftund führt uns aus dem muth, ohn Gefahr, also Jammerthal, er macht uns Erben in seinm Saal. Kyrieleis. sei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Triste, tröfte meinen 6. Er ist auf Erden kom- Sinn, weil ich schwach men arm, daß er unse: und blöde bin, und des sich erbarm, und in dem Satans schlaue Lift fich Himmel machet reich, und zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt Von der Geburt Christi. 29 8. Tritt den Schlangen- dein Gnad, den alten kopf entzwei, daß ich al- Menschen krånke, daß der ler Nengsten frei dir im neu leben mag, wohl hier Glauben um und an selig auf dieser Erden den Sinn bleibe zugethan. und all Begehrden und Gdanken han zu dir. Elisabeth Creußiger. 9. Daß, wenn du, du Lebensfürst, prächtig wiederkominen wirst, ich dir mög entgegen gehn, und vor Mel. Machs mit mir dir gerecht bestehn. 5. Held. GOtt nach deiner Güt. H. In eigener Melodie. 36. Hier liegt, den 35. Her Chrift, HErr einig meine liebt, nun darf ich nicht mehr klagen, wenn mich die schndde Welt betrübt, mir anthut Schmach und GOtts Sohn, Vaters in Ewigkeit, aus seinem Herzn entsproffen, gleich wie ge- Plagen. Im Herzen lieschrieben steht: Er ist der get mir dies Kind, bei dem Morgensterne, sein Glanz man Trost und Rettung streckt er so ferne vor an- findt. dern Sternen klar. 2. Es scheint ia gwar 2. Für uns ein Mensch ein schwaches Kind, liegt geboren im letzten Theil da in einer Krippen im der Zeit, der Mutter un- Stall und wo man inverloren ihr jungfräulich flath findt: doch seine süße Keuschheit, den Tod für Lippen, die blasen aus in uns zerbrochen, den Him- mir den Geist, der mir mel aufgeschlossen, das Le- den Weg zum Leben weist. ben wiederbracht. 3. Raum auf, mein 3. Laß uns in deiner Lie- Herz, nimm willig an dein be und Erkenntniß nehmn Kreuz, das dir gebieret zu, daß wir im Glauben dies Kind, das dich erbleiben, und dien'n dir im freuen kann und deine Geist so, daß wir hier mö- Seele zieret. O drück es gen schmecken dein Su fest an deine Brust, und Bigkeit im Herzen, und laß es stets sein deine Lust. dürften stets nach dir. 4. O wachse doch, du 4. Du Schöpfer aller werthes Kind, in mir nach Dinge, du väterliche Kraft, deiner Güte; o Kind, in regierst von End zu Ende dem man einig findt das kräftig aus eigner Macht. tröstliche Gemüthe; laß Das Herz uns zu dir wen- mich auch wachsen auf in de, und kehr ab unsre dir, und mich mit deiner Sinne, daß sie nicht irrn Tugend zier. von dir. 5. Du hast dich ja in 5. Ertddt uns durch dein Ewigkeit allhier mit mir Güte, erweck uns durch vermählet, und mir darauf Ge Von der Geburt Christi. Gerechtigkeit und Unschuld o HErr Chrift, der du zugezählet: drum schen ich dazu geboren und unser dein Gerichte nicht, weil einger Heiland bist, daß du im Tod auch bist mein niemand sei verloren, der Licht. fich bekehrt und dir ver6. So nimmst du nun traut, und in sich deine dagegen an das alles, was Liebe baut. 30 ich habe; dut zahlst, was ich nicht zahlen kann, und holst mich aus dem Grabe, Mel. Christoph Runge. Nun danket alle GOtt. Für du mir dich, und mit dir al- 37. Indie, und Ich freue mich les ewiglich. 7. Du wirst schwach, heiße dich willkommen, daß ich sei ein Mann, hier mein liebstes JEsulein, du ritterlich zu kämpfen; du hast dir vorgenommen, nimmst mein ganzes Elend mein Brüderlein zu sein: an, um meine Noth zu ach wie ein süßer Ton, dämpfen. Ich kann es wie freundlich sieht er aus, alles sagen nicht, was der große GOttes Sohn! du mir worden bist, mein 2. GOtt senft die MaLicht. jeslåt, sein unbegreiflich 8. Du bist mein All, Wesen, in eines Menschen was will ich mehr in die- Leib, nun muß die Welt sem kurzen Leben? Dort genesen; der allerhöchste werd ich schauen deine GOtt spricht freundlich Ehr, wenn du mir das bei mir ein, wird gar ein wirst geben, was ich allhier kleines Kind, und heißt in Furcht und Noth muß mein JEsulein. suchen bis in meinen Tod. 3. Wie lieblich klingt 9. Dies Eine will ich er mir, wie schallt er in bitten noch: du wolleft in die Ohren; er kann durch mir wenden dies schwer Stahl und Erz und harte geſpannte Sündenjoch, Felsen bohren das liebste und dies mein Elend enden. JEsulein. Wer JEsum Ach laß mich weiter nicht recht erkennt, der stirbt dran ziehn, und ja der nicht, wenn er stirbt, so Lustseuch bald entfliehn. bald er JEsum nennt. 10. So werd ich voller) 4. Wohlan, so will ich Troft und Freud in mei- mich an dich, o JEsu, nem Elend werden, ver- halten, und sollte gleich gessen all mein ganzes Leid die Welt in tausend Stükund zeitliche Beschwerden. Een spalten; o JEsu, dir, Wenn du auch kommest nur dir, dir leb ich ganz zum Gericht, wirst du mich allein; auf dich, allein auf dann verdammen nicht. dich, mein JEsu schlaf ich ein. Caspar Ziegler. Mel. 11. Das hilf uns allen, Von der Geburt Chrifti. 31 ein Abgrund wår, und Mel. Nun freut euch, meine Seel ein weites lieben Chriften gmein. Meer, daß ich dich möchte 38. Jerippen hier, 6. Vergönne mir, o sulein, daß ich dein Mundlein küsse, das Mundlein, das den süßen Wein, auch o JEsulein, mein Leben; ich stehe, bring und schenke dir, was du mir haft gegeben. Nimm hin, es ist Milch- und Honigflüsſe mein Geist und Sinn, weit übertrifft in seiner Herz, Seel und Muth, Kraft; es ist voll Labsal, nimm alles hin, und laß Stärk und Saft, der Mark dirs wohlgefallen. und Bein erquicket. ch steh an deiner fassen! 2. Du hast mit deiner 7. Wenn oft mein Herz Lieb erfüllt mein Adern im Leibe weint, und keiund Geblüte; dein schöner nen Trost kann finden, Glanz, dein süßes Bild da ruft mirs zu: Ich bin liegt mir stets im Ge- dein Freund, ein Lilger müthe. Und wie mag es deiner Sünden. Was trauauch anders sein? Wie erst du, mein Fleisch und könnt ich dich, mein Herze- Bein? du sollst ja guter lein, aus meinem Herzen Dinge sein, ich zahle deine lassen? Schulden. 3. Da ich noch nicht 8. Wer ist der Meister, geboren war, da bist du der allhier nach Würdigmir geboren, und hast mich keit ausstreichet die Hånddir zu eigen gar, eh ich lein, so dies Kindlein mir dich kannt, erkören; eh ich anlachende zureichet? Der durch deine Hand gemacht, Schnee ist hell, die Milch da bat dein Herze schon ist weiß, verlieren doch bedacht, wie du mein woll- beid ihren Preis, wenn test werden. diese Händlein blicken. 4. Jch lag in tiefer To- 9. Wo nehm ich Weisdesnacht, du warest meine heit und Verstand, mit Sonne; die Sonne, die Lobe zu erhöhen die Aeugmir zugebracht, Licht, Le- lein, die so unverwandt ben, Freud und Wonne. nach mir gerichtet stehen? O Sonne, die das werthe Der volle Mond ist schön Licht des Glaubens in mir und klar, schön ist der zugericht, wie schön find güldnen Sterne Schaar: deine Strahlen! dies' Aeuglein sind viel 5. Ich sehe dich mit schöner. Freuden an, und kann 10. daß doch so ein mich nicht satt sehen; und lieber Stern soll in der weil ich nun nicht weiter Krippen liegen! Für edle kann, so thu ich, was ge- Kinder großer Herrn ge= schehen. daß mein Sinn hören güldne Wiegen. Ach Heu 32 Von der Geburt Chrifti. Heu und Stroh ist viel Erde; doch bist du so ein zu schlecht, Sammt, Seid lieber Gast, daß du noch und Purpur waren recht, nie verschmåhet haft den, dies Kindlein drauf zu der dich gerne siehet. legen. P. Gerhard. 11. Nehmt weg das das In eigener Melodie. Hent, ich will mir Blumen 39. von der Welt, Esu, rufe holen, daß meines Heilands Lager sei auf Rosen daß ich zu dir eile, nicht und Violen; mit Tulpen, verweile; JEsu, rufe mich. Nelken, Rosmarin aus 2. Nicht Jerusalem, sonschönen Gärten will ich ihn dern Bethlehem hat bevon oben her bestreuen. scheret, was uns nähret, nicht Jerusalem. 12. Zur Seiten will ich hier und dar viel weiße 3. Werthes Bethlehem, Lilien stecken, die sollen du bist angenehm, aus dir seiner Aeuglein Paar im kommet, was uns fromSchlafe sanft bedecken. met, werthes Bethlehem. Doch liebt vielleicht das 4. Du bist, wie man dürre Gras dies Kindlein spricht, nun die Kleinste mehr, als alles das, was nicht; allen Leuten, auch ich hier nenn und denke. den Heiden, bringst du Heil und Licht. 13. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach 5. Zeige mir den Stern, des Leibes Freuden; du haft der mich aus der Fern von dich bei uns eingestellt, an den Heiden lehr abschetunsrer Statt zu leiden; den, zeige mir den Stern. suchst meiner Seelen Trost 6. So werd, JEſu, ich und Freud durch allerhand bald, bald finden dich); AnBeschwerlichkeit, das will dachtskerzen, Reu im Herich dir nicht wehren. zen gläubig bringe ich. 14. Eins aber, hoff ich, 7. Ach verschmäh mich wirst du mir, mein Hei- nicht! Gieb doch, daß dein land, nicht versagen: das Licht nun und immer in ich dich möge für und für mir schimmer; ach verin, bei und an mir tragen. schmäh mich nicht! So laß mich doch dein 8. Schönstes WunderKripplein sein, komm, kind, hilf, daß ich entkomm, und lege bei mir zundt in dir brenne, dich ein dich und all deine stets nenne, schönstes Freuden. Wunderkind! 15. Zwar sollt ich denSüßer Liebesblick fen, wie gering ich dich gönne mir das Glück bewirthen werde: du bist hier und droben dich zu der Schöpfer aller Ding, loben, süßer Liebesblick! A. Dreje. ich bin nur Staub und Mel. Von der Geburt Christi. 33 erforen, allerliebstes JEMel. In dich hab ich sulein, laß mich deinen gehoffet, HErr. Diener sein. 40. Stall finstern Im o Wunder groß! des Vaters Kind liegt nackt und bloß, der ewge Fürst des Lebens. O göttlichs Wort, jo Himmelspført, das thust du nicht vergebens. 3. Ich verlasse nun die 2. Weil du so dürftig Welt, und was mir an kommst herein, raumst du ihr gefällt. Dir alleine das Himmelreich uns ein, will ich leben, dir mich da wir die Fülle haben. gründlich untergeben. Du Dein Armuth macht, daß alleine, JEsulein, sollst uns wird bracht der Reich- mein HErr und Obrer sein. thum edler Gaben. 4. Dir soll meine Seel 3. O Menschen- Kinder, allzeit sammt den Kräften freuet euch, dies nackte sein bereit, und mein Leib Kindlein macht euch reich; mit allen Sinnen soll es bringt euch von der nichts ohne dich beginnen; Erden zur Himmelsfreud, mein Gemüthe soll auf dich die euch bereit, und ewiglich soll werden. denken jetzt und ewiglich. 5. Nimm mich an, o 4. Drum laßt die Her- JEsulein, denn ich wünzen wacker sein, und mit sche dein zu sein; dein verden lieben Engelein die bleib ich, weil ich lebe, Stimm also erschallen: dein, wenn ich den Geist GOtt, die sei Ehr, bei aufgebe. Wer dir dient, uns sich mehr dein Fried du starker Held, der beund Wohlgefallen! herrscht die ganze Welt. Johann Angelus. 5. Du aber, zartes JEsulein, fehr auch bei uns zur Herberg ein, erfeucht Mel. Lobe den HErren, uns das Gemüthe, daß den mächtigen König der Glaub und Lieb sich tåg2. Nimm mich an, verliebtes Kind, und befiehle mir geschwind, rege deine süße Lippen, rufe mich zu deiner Krippen, thu mir durch den holden Mund deinen liebsten Willen kund. Ehren. lich üb, HErr, giebs durch 42. Kommst du nun deine B. Mel. Meine Seele, willst du ruhn. 41. leiner Knabe, Aleiner großer GOtt, schönste Blume weiß und roth, von Maria neu geboren, unter tausend ausHimmel herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werden? Ewiger GOtt, kann dich mein Jammer und Noth bringen zu Menschen- Geberden? 2. Was ich in Adam und 2** Eva 34 Von der Geburt Christi. Eva durch Sterben ver-[ hat gegeben: seinen Sohn loren, hast du mir, JEsu, zum ewgen Leben. Diedurch Leben und Leiden er- ser kann und will uns heForen. Gutiger GOtt, alle ben aus dem Leid ins Himmein Jammer und Noth mels Freud. endet sich, da du geboren. 4. Seine Seel ist uns 3. Teufel, Tod, Hölle, gevogen, Lieb und Gunst die zürnen und halten zu- hat ihn gezogen, uns, die sammen, wollen mich Sun- Satanas betrogen, zu beder verschlingen und ganz- suchen aus der Höh. lich verdammen. Mächtiger GOtt, wende den Jammer und Noth, tilge die höllischen Flammen. 5. Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen, und zerstört der Höllen Reich. 4. Gieb mir, o JEsu, nur heilige, gute Gedanken, halte die Glieder des Lei- 6. Unser Kerker, da wir bes in heiligen Schranken; saßen, und mit Sorgen heiliger GOtt, laß mich ohne Maßen uns tas nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken. Herze selbst abfraßen, ist entzwei und wir sind frei. 5. Führe mich endlich, 7. O du hochgesegnte o JEsu, ins ewige Leben, Stunde, da wir das von welches du allen, die glau- Herzensgrunde glauben, ben, versprochen zu geben, und mit unserm Munde da ich bei GÖtt ohne danken dir, o Eſulein. Noth, Jammer und Tod 8. Schönstes Kindlein ewig in Freuden kann in dem Stalle, sei uns schweben. E. F. Nachtenhöfer. freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem In eigener Mel. oder Schalle dich der Engel Quem pastores laudaHeer erhöht. p. Gerhard. In eigener Melodie. uns Christum 44. Last uns alle ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren; finget fröh- preisen GOtt den HErren, lich, laßt euch hören, wer- der sein liebstes Söhnelein thes Volk der Christenheit. vere. 43. Dommt und last uns selbst thut verehren. 2. Sünd und Hölle mag sich gråmen, Tod und Teufel mag fich schämen; wir, die unser Heil annehmen, werfen werfen allen Kummer hin. 2. Er fommt in das Jammerthal, wird eint Knecht auf Erden, daß wir in des Himmels Saal große Herren werden. 3. Er wird arm, wir werden reich: ist das nicht ein Wunder? Drum lobt GOtt 3. Sehet, was GOtt Von der Geburt Christi. GOtt im Himmelreich all- er doch sein freundlicher zeit wie jetztunder. das Herze- JEsulein!:: 35 4. HErr Christ, nimm 8. Heut schleußt er wieunser wahr, durch dein der auf die Thür zum schbheilgen Namen; gieb uns nen Paradeis; der Cherub ein gut neues Jahr, wers steht nicht mehr dafür, begehrt, sprech: Amen. GOtt fet Lob, Ehr und Preis!:: Nicol. Hermann. Urban Langhans. In bekannter Melodie. 45. Nobt Gott, ihr Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Christen, alle 46. Mein Herze, gleich in seinem höchsten schwinge dich Thron, der heut auf- empor, sei froh und guter schleußt sein Himmelreich, Dinge; auf mit dem schöund schenkt uns seinen Sohn.:;: nen Engelchor, ermuntre dich und singe, weil GOt2. Er kommt aus seines tes eingeborner Sohn von Vaters Schooß und wird seinem hohen Himmelsein Kindlein klein; er liegt thron zu dir und allen dort elend, nackt und bloß Frommen heut ist auf Erin einem Krippelein.:: den kommen. 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding.:: 2. O frommer Heiland JEsu Christ, wie groß ist doch zu schätzen, daß du gering und niedrig bist, wie herrlich kann ergößen 4. Er liegt an seiner die Demuth, so du bei dir Mutter Brust, ihr Milch haft! Willkommen, sanftdie ist sein Speis, an dem müthiger Gast, du Trost die Engel sehn ihr Lust, betrübter Sünder, des Todenn er ist Davids Reis.:: des Ueberwinder! 5. Das aus seinm 3. Daß du, o theurer Stamm entsprießen sollt Seelenfürst, haft Fleisch in dieser letzten Zeit, durch an dich genommen, gerinwelchen GOtt aufrichten ger als ein Engel wirst, wollt sein Reich, die Chri- das ist von Liebe kommen. ftenheit.:: Du wirst dort in dem Eh6. Er wechselt mit uns renreich uns machen deinen wunderlich: Fleisch und Engeln gleich. Du kommst Blut nimmt er an, und zu uns auf Erden, auf daß giebt uns in seins Vaters wir himmlisch werden. Reich die Flare GOttheit 4. Du wirst ein Gast dran.:/: 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag auf dieser Welt und führst ein dürftigs Leben; hierdurch ist uns das reiche ein Wechsel sein! wie könnt Zelt des Himmels eingege 36 Von der Geburt Christi. geben. Du wirst geboren ewig nützen. O starker in der Nacht, auf daß uns HErr, ich hang an dir, werde Licht gebracht; durch du kannst und willst mich dich sind wir gerissen aus schüßen, wenn alle Mentdicken Finsternisſen. schen ferne stehn; auch 5. Im harten Winter wenn mir wird die Seel kommest du, bringst uns ausgehn, willst du den Tod den Himmels- Lenzen; du bezwingen: dir will ich suchst im dunkeln Stalle ewig singen. Ruh, damit wir möchten glänzen und ewig in der Ruhe sein; in Windeln Gottfr. Wilh. Sacer. tel. In dulci jubilo. wickelt man dich ein, daß 47. Nun finget und von du uns schweren Todesketten. jauchzt froh, alle und sagt so: 6. Du weinst in deinen Unsers Herzeus Wonne Windelein, auf daß wir liegt in der Krippen bloß, ewig lachen. Du bist der Größt, und wirst doch klein, uns alle groß zu machen. Heiland, o Genaden- Thron, du bist ja und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schooß, du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn GOttes in der GOttes liebster Sohn, du Hih, nach dir ist mir so kommst zu uns auf Erden, weh; tröst mir mein Gewillst unser Bruder werden. muthe, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte; o liebstes JEsulein, zeuch mich hin nach dir.:: 7. Du bist ein HErr, und wirft ein Knecht, uns ewig zu befreien; reich bist du wirst doch arm und 3. Groß ist des Vaters schlecht, uns Reichthum Huld, der Sohn tilgt unzu verleihen. Du trägst fre Schuld; wir waren geduldig alles Leid: o gieb, all verdorben durch Sund daß ich auch jederzeit, wenn und Eitelkeit, so hat er mich die Noth wird pla- uns erworben die ewge gen, dein Krenz dir mig Himmelsfreud. Eia, warn nachtragen. wir da.:: 8. du barmherzigs 4. Wo ist der Freuden JEsulein, gieb, daß ich Ort? Nirgend mehr denn mich des Armen, wo ich dort, da die Engel singen ihm kann behilflich sein, mit den Heiligen all, und von Herzen mdg erbarmen. die Psalmen klingen im Gieb Sanftmuth, gieb Be- hohen Himmelssaal. Eia, scheidenheit, gieb christliche wårn wir da.:: Leutseligkeit; laß mich den Nächsten lieben, auch Mel. Wir Christenleut. wahre Demuth üben. Christ, 48. JEsu 9. Dreicher Heiland, schenke mir, was mir kann tit Von der Geburt Christi. 37 8. Gedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer dich geführet; der Engel Heer ist selbst nicht mehr als eben du mit Seligkeit gezieret. 2. Dem Meer und Wind gehorsam find, giebt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du GOttessohn wirst Erd und Thon, gering und schwach, wie wir und unsre Kinder. 9. Du fiehest ja vor Augen da dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken. Was will doch sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Furcht zu senken? 3. Du höchstes Gut hebst unser Blut in deinen Thron 10. Dein blöder Sinn hoch über alle Höhen. Du geht oft dahin, ruft Ach ewge Kraft machst Bruderschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen. und Weh, läßt allen Trost verschwinden. Komm her und richt dein Angesicht zum Kripplein Christi, da, 4. Was will uns nun da wirst dus finden. zuwider thun der Seelen- 11. Wirst du geplagt? feind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir und Andern für, daß Adam ist und wir mit ihm gefallen? Ei unverzagt! dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmähen. Sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Thränen sehen. 12. Tritt zu ihm zu, such Hülf und Ruh, er wirds so machen, daß du ihm wirst danken; er weiß und kennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie zu Mutbe sei dem Kranken. ist mein Paradies, da meine Seele weidet. Hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persönlich angekleidet. 5. Schweig, arger Feind, da fitzt mein Freund, mein Fleisch und Blut, hoch in dem Himmel droben; was du gefällt, das hat der Held aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben. 6. Sein Licht und speil macht alles heil, der Him- 13. Denn eben drům melsschatz bringt allen hat er den Grimm des Schaden wieder; der Kreuzes auch am Leibe Freudenquell, Immanuel, wollen tragen, daß seine schlägt Teufel, Höll und Pein ihm möchte sein ein all ihr Reich darnieder. unverrückt Erinurung un7. Drum, fromer Christ, srer Plagen. wer du auch bist, sei gutes 14. Mit einem Wort: Muths und laß dich nicht Er ist die Pfort zu dieses betrüben; weil GOttes und des andern Lebens Kind dich ihm verbindt, so Freuden; er macht behend kanns nicht anders sein, ein seligs End an alle dem, GOtt muß dich lieben. was fromme Herzen leiden. 15. Laß 38 Von der Geburt Chrifti. 15. Laß aller Welt ihr terland künftig wieder sei Gut und Geld, und siehe bekannt. nur, daß dieser Schaß dir 6. Wir verehren diese bleibe; wer den hier fest Liebe, die sich nun mit hält, und nicht läßt, den uns gepaart. O wie lauehrt und frönt er dort an ter und wie zart brannSeel und Leibe. B. Gerhard test du in diesem Triebe, da du uns an Licht und Pracht deinen Engeln gleich gemacht. 7. Nun, dein paradiefisch Leben dringet wieder der, denn des Vaters Wort in uns vor, und der Wille und Licht, das er aus sich geht empor, deinen Naselber spricht, bringet das men zu erheben; wir geVerlorne wieder, und in nießen deiner Ruh, o wie unser Fleisch und Bein selig sind wir nu! kleidet ihn die Liebe ein. Christian Friedr. Richter. 2. Höret, wie der Engel Orden in den Lüften In eigener Melodie. sich erfreun, und wie halb 50. om Himmel erstaunet sein, daß das da Wort ist Fleisch geworden, komm ich her, ich bring daß man GOttes liebstes euch gute neue Mähr; der Kind unter Adams Kin- guten Mähr bring ich so dern findt. viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jungfrau auserkorn; ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. 49. Seid zufrieden, lieben Brü3. Der die Himmel aufgeführet und der Erden Grund gelegt, der die Kreaturen trägt, wurde auch wie wir formiret; und der alle Ding erfüllt, wird in Windeln eingehüllt. 4. Werde auch in uns 3. Es ist der HErr geboren, und erleuchte du Christ, unser GOtt, der uns ganz, o du durchge- will euch führn aus aller brochner Glanz, und dein Noth; er will eur HeiBild, das wir verloren, Fehre wieder bei uns ein, daß wir Menschen GOttes sein. land selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die GOtt der 5. Uns verlangt auf Vater hat bereit, daß ihr dieser Erden, durch der mit uns im Himmelreich Liebe Wunderkraft zu des sollt leben nun und ewigLichtes Bürgerschaft wie- lich. 5. So merket nun das den, daß uns unser Va- Zeichen recht, die Krippen. derum gebracht zu werWin Von der Geburt Christi. 39 Windelein so schlecht, da JEsulein, mach dir ein findet ihr das Kind gelegt, rein sanft Bettelein, zu das alle Welt erhält und ruhen in meins Herzen trägt. Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein, und mit den 14. Davon ich allzeir Hirten gehn hinein, zu fröhlich sei, zu springen, sehn, was GOtt uns hat singen immer frei das rechte beschert, mit seinem lie- Susaninne schön, mit Herben Sohn verehrt. zenlust den süßen Ton. 7. Merk auf, mein Herz, 15. Lob, Ehr sei GOtt und sich dort hin, was im höchsten Thron, der liegt doch in dem Krippe- uns schenkt seinen eingen lein? Weß ist das schöne Sohn. Deß freuen sich Kindelein? Es ist dus liebe der Engel Schaar, und JEſulein. fingen uns solch neues Dr. Martin Luther. 8. Bis willekomm, du Jahr. edler Gaft, den Sünder nicht verschmähet haft, und fommst ins Elend her zu Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. mir: wie soll ich immer 51. danken dir? om Himmel kam der En9. Ach HErr, du Schö- gel Schaar, erschien den pfer aller Ding, wie bist Hirten offenbar; sie sagdu worden so gering, daß ten ihn'n: Ein Kindlein du da liegst auf dürrem zart das liegt dort in der Gras, davon ein Rind Krippen hart: und Esel aß. 2. Zu Bethlehem, in 10. Und war die Welt Davids Stadt, wie Micha viel mal so weit, von Edel- das verkündet hat; es ist stein und Gold bereit, so der HErre JEsus Christ, war sie doch dir viel zu der euter aller Heiland ist. klein, zu sein ein enges 3. Deß sollt ihr billig Wiegelein. fröhlich sein, daß GOtt 11. Der Sammet und mit euch ist worden ein; die Seiden dein, das ist er ist geborn eur Fleisch grob Heu und Windelein, und Blut, eur Bruder ist darauf du Köng so groß das ewig Gut. und reich herprangst, als wars dein Himmelreich. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Thr 12. Das hat also ge- habt mit euch den wahren fallen dir, die Wahrheit GOtt. Laßt fürnen Leuanzuzeigen mir, wie aller fel und die Höll: GOtts Welt Macht, Ehr und Sohn ist worden eur Gesell. Gut vor dir nichts gilt, 5. Er will und kann nichts hilft, noch thut. euch lassen nicht, setzt ihr 13. Ach mein herzliebes auf ihn eur Zuversicht; es 40 Von der Geburt Christi. es mögen euch viel fechten| izund Freud, weil uns zu an, dem sei Trok, ders Trost ist Cbristus Mensch nicht lassen kann. geboren, hat uns erlöst, wer sich deß tröst, und glaubets fest, soll nicht werden verloren. 6. Zulekt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden GOtts Geschlecht; deß danfet GOtt in EwigFeit, geduldig, fröhlich allezeit. Dr. Martin Luther. 2. Ein Wunder- Freud! GOtt selbst wird heut ein wahrer Mensch von Maria geboren. Ein Jungfrau zart sein Mutterward, von GOtt dem HErren selbst dazu erkoren. Mel. Christum wir follen loben schön. 52. Was as fürchtst du, Feind Hero3. Die Sünd macht Leid, des, sehr, daß uns geborn Christus bringt Freud, kommt Christ der HErr? weil er zu uns in diese Er sucht kein sterblich Kb- Welt ist kommen. Mit nigreich, der zu uns bringt uns ist GOtt nun in der fein Himmelreich. Noth. Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdammen? 2. Dem Stern die Weisen folgen nach, solch Licht zum rechten Licht sie bracht. 4. Drum sag ich Dank Sie zeigen mit den Gaben mit dem Gesang Chrifio drei, dies Kind GOtt, dem HErrn, der uns zu Mensch und König sei. gut Mensch worden, daß 3. Die Tauf im For- wir durch ihn mun all los dan an sich nahm, das him sind der Sünden Laft und melische GOttestamm; da- unträglichen Bürden. durch der nie kein Sünde that, von Sünden uns gewaschen hat. 5. Hallelujah, gelobt sei GOtt! fingen wir all aus unsers Herzens Grunde; 4. Ein Wunderwerk da denn GOtt hat heut ge= neu geschah, sechs steinern macht solch Freud, der wir Krüge man da sah voll vergessen solln zu keiner Wassers, das verlor sein Stunde. Caspar Fuger. Art, rother Wein durch sein Wort draus ward. 5. Lob, Ehr und Dank Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. sei dir gesagt, Christ, ge- 54. Wir fingen dir, born von der reinen Magd, mit Vater und dem heil- du Lebensfürst und Gnagen Geist, von nun an bis denquell, du Himmelsblum in Ewigkeit. Dr. M. Luther. und Morgenstern, du Jungfraun- Sohn, HErr aller Herrn. Hallelujah. 2. Wir singen dir in leut habn deinem Heer aus aller Kraft In eigener Melodie. 53. Mir Christen Von der Geburt Christi. 41 Kraft Lob, Preis und Ehr, suchst selber Trost, und daß du, o langgewünsch- findst ihn nicht. Hallel. ter Gaft, dich nunmehr eingestellet haft. Hallel. 10. Du bist der süße Menschenfreund, doch find dich 3. Von Anfang, da die dir so viel Menschen feind; Welt gemacht, hat so manch Herodis Herz hält Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Vater und Propheten Schaar. Hallel. für Greut, und bist doch nichts als lauter Heil Hallelujah. 11. Ich aber, dein ge4. Vor Andern hat dein ringster Knecht, ich sag Hoch begehrt der Hirt und es frei und mein es recht: König deiner Heerd, der Ich liebe dich, doch nicht Mann, der dir so wohl so viel, als ich dich gerne gefiel, wenn er dir sang lieben will. Hallelujah. auf Saitenspiel. Hallel. 12. Der Will ist da, 5. Ach daß der HErr die Kraft ist klein; doch aus Zion kam, und unsre wird dir nicht zuwider sein Bande von uns nahm. mein armes Herz, und Ach daß die Hülfe bräch was es kann, wirst du in herein, so würde Jakob Gnaden nehmen an. Hall. fröhlich sein! Hallelujah. 13. Hast du doch selbft 6. Stun du bist hier, dich schwach gemacht, erda liegest du, hältst in dem wähltest, was die Welt Kripplein deine Ruh; bist veracht; warst arm und klein und machst doch alles dürftig, nahmst vorlieb da, groß, bekleidst die Welt, wo der Mangel dich hinund kommst doch bloß. trieb. Hallelujah. Hallelujah. 14. Du schliefft ja auf 7. Du kehrst in fremde der Erden Schooß, so war Hausung ein, und sind dein Kripplein auch nicht doch alle Himmel dein; groß; der Stall, das Heut, trinkft Milch aus einer das dich umfing, war Menschen- Brust, und bist alles schlecht und sehr gedoch selbst der Engel Lust ring. Hallelujah. 15. Hallelujah. Darum so hab ich 8. Du hast dem Meer guten Muth, du wirst auch sein Ziel gesteckt, und wirst mit Windeln zugedeckt; halten mich für gut; o JEsulein, dein frommer voll Trostes bin. Hallel. bist GOtt, und liegst auf Sinn macht, daß ich so Hen und Stroh; wirst Mensch, und bist doch A und D. Hallelujah. 16. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich 9. Du bist der Ursprung gelebt nicht wie ich soll: aller Freud, und duldest ei kommst du doch desso viel Herzeleid; bist aller wegen her, daß sich der Heiden Trost und Licht, Sünder zu dir kehr. Hall. 17. Hått 42 Don dem Namen und den Aemtern 17. Hått ich nicht auf 19. Du bist mein Haupt, mir Sünden- Schuld, hätt hinwiederum bin ich dein ich kein Theil an deiner Glied und Eigenthum, und Huld; vergeblich wärst du will, so viel dein Geist mir mir geborn, wenn ich nicht giebt, stets dienen dir, wie war in Gottes Zorn. Hall. dirs beliebt. Hallelujah. 18. So faß ich dich nun 20. Ich will dein Halleohne Scheu, du machst lujah hier mit Freuden sinmich alles Jammers frei; gen für und für, und dort du trägst den Zorn, du in deinem Ehrensaal solls würgst den Tod, verkehrst schallen ohne Zeit und Zahl. in Freud all Angst und Hallelujah. Paul Gerhard. Noth. Hallelujah. III. Von dem Namen und den Aemtern JEsu Christi. 4. Wenn Satan sich bei Mel, O GOtt, du from- mir in Anfechtung will mer GOtt. regen, ist JEsus Name ch 55. AJEsu, desſen mir zum Trost, Schuß, Treu im und Segen, zur mel und auf Erden durch Weisheit und Arznei in keines Menschen Mund aller Angst und Noth, daß kann gnug gepriesen wer- ich nicht fürchten darf den den: ich danke dir, daß du, Teufel end den Tod. ein wahrer Mensch geborn, 5. Daß ich ein Zornkind haft von mir abgewandt, bin, das macht die schnöde daß ich nicht bin verlorn. Sünde; dein JEsus- Nam 2. Vornehmlich wird in macht mich zu einem Gnamir all Herzensangst ge- den- Kinde; er nimmt von stillet, wenn mich dein mir hinweg die Schuld und süßer Nam mit seinem Missethat, bringt mir die Troft erfüllet. Kein Trost Seligkeit und deines Vaso lieblich ist, als den mir ters Gnad. giebt dein Nam, der süße JEsus- Nam, du Fürst aus Davids Stamm. 6. Einun, so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, dein heilger JEsus- Nam, 3. O JEsu, höchster der alle Sund zudecket; Schatz, du kannst nur er kehre ab den Fluch, den Freude bringen; es kann Segen zu mir wend, auf nichts lieblicher, als JEsus daß dadurch bei mir sich Name klingen. Ich kann alle Schwachheit end. nicht traurig sein, weil 7. Er sei mein Licht, das JEsus heißt so viel als mich in Finsterniß er= Heiland oder Held, der leuchte; er sei der Himselig machen will. mels- Thau, der mich in Hitz JEfu Christi. 43 Hiß anfeuchte; er sei mein] genstern, und werde mir Schirm und Schild, mein zur Sonne; geh auf und Schatten, Schloß und sei von mir nicht fern, du Hut, mein Reichthum, Ehr höchste Seelenwonne. Erund Ruhm, er sei mein leuchte mich ganz inniglich, höchstes Gut. daß ich in deinem Lichte noch diesen Tag erblicken mag dein liebstes Angesichte. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben; er wolle mir zulett aus Gnaden dieses geben, 2. Ich wünsche nichts als dich zu sehn, hab auch daß ich alsdann in ihm sonst kein Verlangen. Ach dies Leben schließe wohl, wenn wird es doch nur wenn meine Sterbens- Zeit geschehn, daß ich dich werd und Stunde kommen soll. 9. Inmittelst helf er mir, so lang ich hier noch wandle, umfangen? Du bist das Licht, das mein Gesicht alleine will erblicken; du daß ich in meinem Thun bist der Strahl, der alletreu und aufrichtig handle. Er stehe mir ftets bei mit seines Geistes Gab, und gebe Kraft, wenn ich was zu verrichten hab. mal kann meine Seel erquicken. 3. Du bist der Glanz der Herrlichkeit, und giebst der Welt das Leben; dein 10. In JEsu Namen Anblick macht noch in der bin ich heute aufgestanden, Zeit mich in dem Himmel in ihm vollbring ich heut, schweben; dein Freundenwas mir kommt unterban- schein macht meine Pein den; in seinem Namen ist mir über Zuckersüße; deins der Anfang schon gemacht, Mundes Kuß, deins Getdas Mittel und der Schluß stes Gruß macht, daß ich wird auch durch ihn voll- ganz zerfließe. bracht. 4. Wo bist du, schönster 11. Dir leb ich, und in Bräutigam, o auserkorner dir, in dir will ich auch Knabe? Wo bist du, süßes sterben; HErr, sterben will GOtteslamm, daß ich mit ich dir, in dir will ich er- dir mich labe? Komm doch erben das ewge Himmel- geschwind, du GOttes reich, das du erworben Kind, komm, komm, daß mir; von dir verklärt will ich dich preise, und dir Lob, ich dir dienen für und für. Ehr und Dank und Ruhm Nach Joh. Heermann. aus Herzenskraft erweise. 5. Der Leib wird matt, Mel. O HErre GOtt, die Seel ist schwach, die dein göttlich Wort oder: Augen stehn voll Thränen; Was mein GOtt will, der Mund verblaßt, ruft das gscheh allzeit. ach und ach! das Herz ist 56. Seb teh auf, meins voller Sehnen. O JEsuHerzens Mor- lein, mein Freudenschein, du 44 Von dem Namen und den Aemtern du kannst mich ja erquicken;| verehren: alles, was Odem verzeuch doch nicht, mit hat, lobe den HErren.. deinem Licht mich gnädig anzublicken. Joh. Angelus. Joachim Neander. Mel. Alle Menschen müffen sterben. Mel. JEsu, hilf fiegen, du Fürste des Lebens. 57. Gro roßer Prophe58. Jesu, Esu, frommer Menschente, mein Herze heerden guter und getreuer begehret von dir inwendig Hirt, laß mich auch dein gelehret zu sein; du, aus des Baters Schooß zu uns gekehret, haft offenbaret, wie du und ich ein; du haft als Mittler den Teufel bezwungen, dir ist das Schlangenkopftreten gelungen. Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach du hast aus Lieb dein Leben für die Schaafe hingegeben, und du gabst es auch für mich; laß mich wieder lieben dich. 2. Heerden ihre Hirten 2. Priester in Ewigkeit, lieben, und ein Hirt liebt meine Gedanken denken seine Heerd: laß uns auch mit brennendem Eifer an so Liebe üben, du im Himdich; bringe mein Seufzen mel, ich auf Erd. Schalin heilige Schranken, der du ein Opfer geworden für mich; du bist als Fürsprach zum Himmel gefahren, kannst auch dein Eigenthum ewig bewahle deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufft: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! rett. 3. Schaafe ihren Hirten kennen, dem sie auch 3. König der Ehren, dich sind wohlbekannt: laß mich wollen wir ehren; stimmet auch nach dir zurennen, ihr Saiten der Liebe mit wie du kamst zu mir geein, lasset das Loben und rannt; als des HöllenDanken nun hören, weil Wolfes Rachen eine Beut wir die theuer Erkaufeten aus mir wollt machen, riesein. Herrsche, liebwürdig- fest du: Ich kenne dich! ich ster Heiland, als König; auch rief: Dich kenne ich! Menschenfreund, schüße 4. Heerden ihren Hirten die Deinen, die wenig. hören, folgen seiner Stimm 4. Nun denn so soll allein; Hirten auch zur auch mein alles erklingen, Heerd sich kehren, wenn ich als ein Chrifte will tre- fie blöken, groß und klein: ten herbei, will nicht er- laß mich hören, wenn du müdet aus Liebe dir singen, schreiest, laß mich laufen, sondern vermehren dies wenn du draueft; laß mich Jubelgeschrei. Ich will horchen stets auf dich, JEdich, Herzog des Lebens, fu, höre du auch mich. 5. Hpb JEfu Christi. 45 5. Hire, JEsu, und er- mit Fleisch und Blut den höre meine, deines Schäf- geistgefinnten Sinn, weil leins Stimm; mich auch ich nur noch ein Kind in zu dir schreien lehre, wenn Christi Liebe bin. sich naht des Wolfes Grimm: laß mein Schreien 4. Und werd ich dermaleins zu meiner Mannheit dir gefallen, deinen Trost kommen, wie will ich ihm herwieder schallen; wenn so treu verbleiben, meinem ich bete, höre mich, JE- frommen und allerbesten su, sprich: Ich höre dich. Schaß. Ach gegen ihn 6. Here, JEsu, und er- allein soll in recht keuscher höre, wenn ich ruf, an- Brunst mein Herz entFlopf und schrei; JEsu, zündet sein. dich von mir nicht kehre, fich mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Fa und Amen. Nun ich glaub und fühle schon deinen Trost, o GOttes Sohn. Sigism. v. Birken. 5. Komm, Liebster, zunde an, entzünde die Gedanken; entzünde mir mein Herz, so werd ich niemals wanken aus meiner Liebespflicht; entzünde gegen dich mein Hers, so bleib ich treu dir, Liebster, ewiglich. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. chhab JET 59. Ich bin den 60. Eu, meiner Seelen noch lieb, bleibe an ihm hangen, er und mein bester Schatz einzig meine Lust, er ein- dazu, alles bist du mir zig mein Verlangen. Fall allein, sollst auch ferner ich schon oftermals aus alles sein. meiner Liebespflicht, so Trennet solches doch die trene Liebe nicht. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. 2. Liebet jemand in der Welt edle Schäße, Gold und Geld: JEsus und sein theures Blut ist mir mehr 2. Denn hätt ich nur die Kraft, die ich mir denn alles Gut. wünschen wollte, wenn 3. Stellen meine Feinde mein Wunsch nach Begier erfüllet werden sollte: gewiß, ich bliebe treu; er sollte noch an mir von Herzen sein vergnügt, er, meine höchste Zier. 3. Das Wollen und der Muth sind da, obgleich AU Zeiten Vollbringen mangeln will; drum seh Helfer sein. ich täglich fireiten in mir 5. Bin ich nackend, arm und sich öffentlich gleich wider mich: JEsus reißt aus aller Noth, tilget Teufel, Höll und Tod. 4. Bin ich frank und ist kein Mann, der die Schwachheit heilen kann: JEsus will mein Arzt in Pein und mein treuer 46 Von dem Namen und den Aemtern und bloß, und mein Vor- aller, die vom Himmel karath ist nicht groß; JEsus men, huldreich, prächtig, hilft zur rechten Zeit meiner armen Dürftigkeit. tugendsam, über aller Götter Namen. Seiner groFen Lieblichkeit gleicht kein Name weit und breit. 6. Muß ich in das Elend fort, hin an einen frem den Ort: JEsus forget 2. JEsus ist das Heil der selbst für mich, schůket Welt, und ein Arznei für mich ganz wunderlich. die Sünden; JEsus ift 7. Muß ich dulden mein starker Held, unsern Hohn und Spott wegen Feind zu überwinden; wo GOtt und sein Gebot: nur JEsus wird gehört, JEsus giebt mir Kraft wird der Teufel schon geund macht, daß ich allen stört. Spott nicht acht: 8. Hat der Bienen Honig Saft, und der Zucker süße Kraft: mein herzliebster JEsus Christ tausendmal noch süßer ist. 9. Drum, o JEsu, will ich dich immer lieben festiglich; du, o JEsu, sollst allein meiner Seelen alles sein. 10. JEsus, was durch Ohren bricht, JEsus, was das Auge sieht, JEsus, was die Zunge schmeckt, und wonach die Hand sich streckt. 3. JEsus ist der Weisen Stein, der Gesundheit giebt und Leben; JEsus hilft von aller Pein, die den Menschen kann umgeben. Lege JEsum nur aufs Herz, so verliert sich aller Schmerz. 4. JEsus ist mein ewger Schaß und ein Abgrund alles Guten; JEsus ist ein Freudenplaß voller süßen Himmelsfluthen; JEsus ist ein kühler Thau, der erfrischet Feld und Au. 5. JEsus ist der süße Brunn, der die Seelen all erquicket. Esus ist die 11. JEsus sei mein ewge Sonn, deren Strahl Speis und Trank, JEsus uns ganz verzůcket. Willft sei mein Lobgesang, JEsus du froh und freudig sein, sei mein ganzes All, JEsus laß nur ihn zu dir hinein. sei mein Freudenschall. 6. JEsus ist der liebste 12. Endlich laß, du höch- Ton, den mir alle Welt stes Gut, Esu, laß dein fann fingen; ja ich bin theures Blut, deine Wun- im Himmel schon, wenn den, deine Pein meinen ich JEsum hör erklingen; Trost im Tode sein. Esus ist meins Herzens Freud, und mein enge Seligkeit. Lucas Backmeister. Mel. Meinen JEsum laß ich nicht. 61. J 7. JEsus ist mein Himmelbrod, das mir schmeckt, Esus ist der wie ichs begehre; er erhält schönste Nam mich vor dem Tod, stårkt mich, JEfu Chrifti. 47 o mein JEsu, die Probe wolltst sehen. mich, daß ich ewig währe; Zucker ist er mir im Mund, Balsam, wenn ich bin verwundt. 4.( JEsus.) Wolltst du mich so herzlich und in8. JEsus ist der Lebens- niglich lieben, und gegen baum voller edler Tugend- mich deine Treu dennoch früchte; wenn er findt im ausüben, wenn ich dir die Herzen Raum, wird das Güter der Erden entrisse, Unkraut ganz zu nichte; und dich in verachteter Aralles Gift und Unheil muth verstieße? weicht, das sein Schatten nur erreicht. 5.( Seele.) Wer an dir, o JEsu, findt alles Ver9. JEsus ist das höchste gnügen, der kann sich Gut in dem Himmel und in dieses mit leichter Müh auf Erden; JEsus Name fügen; ich würde mich für macht mir Muth, daß ich den Begütertsten schätzen, nicht kann traurig werden. so lange du bleibest mein JEsus Name soll allein einzig Ergößen. mir der liebste Name sein. Johann Angelus. Mel. Ach alles, was 6.( JEsus.) Wie aber, wenn ich dir die Ehre ließ nehmen, daß, die dich geehret, sich nachmals dein Himmel und Erde um- schämen? Wie würdst du schließet. bei Schmach und Verach62.( Seele.) Ich ich möchte die Liebe wohl etliebe tung dich halten? Es herzlich, o JEsu, vor al- was erkalten. len; du bist es, an dem ich mein einzig Gefallen; 7.( Seele.) Laß Ehre, Gunst, Herrlichkeit immer ich such dich, ich lieb dich, hinfliehen; laß Mißgunst, ich will dich umfassen; ich Verachtung und Sport will dich fest halten, ich mich beziehen: ich will es will dich nicht lasſen. geduldig und willig ver2.( JEsus.) Mein lieb- schmerzen, und nimmer stes Kind, solltest du lie- ermüdet dich lieben von ber mich haben, als An- Herzen. dere? Liebest du etwa die 8.( JEsus.) Gefängniß, Gabett? Wie, wenn du Band', Marter, Schmerz, vom Lieben nichts solltest Elend und Leiden, das genießen? so möchte wohl möchte die Liebe, so zwietwa die Liebe zerfließen. schen uns, scheiden: wie 3.( Seele.) Ich liebe den würdest du wohl in der Geber nicht um das Ge- Probe bestehen, wenn du schenke, so viel ich mich für mich solltest zum Tokenne und wie ich gedenke; de hingehen? Ich hoffe in diesem Theil 9.( Seele.) Ich wollte treu zu bestehen, wenn du, mich um dich, mein Lebent 48 Don dem Namen und den Aemtern ben, her schlingen, so könn-| Bösen und liebe die Fromte kein Marter, noch Tod men; ein reines Herz laß ich mich bezwingen; ich wollte vor mein Gesicht kommen. anhalten mit Lieben und 15.( Seele.) Ich leugne Glauben, so könnte mich nicht, daß ich gesündiget niemand des Lebens be- habe; doch glaub ich, dein rauben. Blut mich von Sünden 10.( JEsus.) Wie, wenn wäscht abe; und da du mich ich mich stellte, als wollt wegen der Sünden wolltst ich dich fliehen? so dürft hassen, so wollt ich dein wohl die Welt dich mit eigne Gerechtigkeit fasſent. Lift zu sich ziehen; du wür- 16.( JEfus.) Wer dadest dich dem, der dich an- bei mich fasset, dem ist es lockt, vergsellen, dich ge- gelungen: dein Glaub, gen den, der sich verstellet, meine Liebste, der hat mich verstellen. bezwungen. Ich lieb dich, ich halt dich, ich will dich nicht lassen, ich will dich annehmen, ich will dich umfasſen. 11.( Seele.) Du kannst nicht von Herzen die Menschen betrüben, drum werd ich nicht müde, dich dennoch zu lieben; ob deine 17.( Seele.) Beständig treu Hülfe zu wanken gleich bei meinem Vorsake zu schiene, so muß es zu bleiben, wollst du mich meiner Verstärkung nur durch deinen Geist stetigst dienen. antreiben; und daß ich denselben auch sehe ins Werke, verleih mir, HErr, Kräfte und göttliche Stärke. 12.( JEsus.) Ich könnte dich gleichwohl verstoßen zur Höllen, dann würde man sehett, wie du dich möchtst stellen; du würdest 18.( JEsus.) Im Lieben getreu bis ans Ende aufhören zu lieben, und verbleibe, mich nimmer zu laffen, aufs neu dich verhassen den, der dich nunmehro hätt gånzlich verlassen. schreibe; von dir will ich, Liebste, wohl nimmermehr 13.( Seele.) Ach Lie- weichen, bis ich dich heimber, wie solltst du das kön- hole beim Lodes- Vernen und wollen, und hal- bleichen. ten so theure Zusagen nicht 19.( Seele.) Im Liesollen? Du haft den Be- bent getreu bis ans End kehrten zu helfen verspro- lich verbleibe, dich nimmer chen: was du mir beeidet, u laffen aufs neu mich wird nimmer gebrochen. 14.( JEsus.) Werwollte mich zwingen, dich Sünverschreibe; von dir will ich, Liebster, wohl nimmermehr weichen, bis du der zu lieben, ein'n solchen, mich heimholeft beim Los der öfters mich pflegt zu des- Verbleichen. betrüben? Ich hasse diej Joh. Caspar Schabe. Mel. JEfu Chrifti. 49 bereit! jetzt kommt die ErMel. Nun komm, der quickungszeit. G. Arnold. Heiden Heiland. Esus ist mein Mel. Nun freut euch Freuden- Licht, lieben Chriften gmein. 64. M ein Herzens63. Ju wenn er hell in mir an bricht; meiner JEsu, meine bestatt, wenn sie keine Kraft mehr hat. Lust, an dem ich mich vergnüge, der ich an deiner 2. JEsus ist mein star- Liebesbrust mit meinem fer Held; wenn der Teu- Herzen liege: mein Mund fel mich anfällt, und die hat dir ein Lob bereit, well Sünde groß sich macht, ich von deiner Freundlichich ihr Troßen ganz veracht. keit so großes Labsal kriege. 3. JEsus ist mein fester Sieg wider Teufel, Babels Krieg; er ist meine ftarke Wehr wider das verdammte Heer. 2. Mein Herze wallt und ist in dich mit heißer Lieb entzündet; es singt, es springt, es freuet sich, so oft es bich empfindet, so oft es dich im Glauben küßt, der du dem Herzen alles bist, das dich im Glauben findet. 4. Ach mein Esu, las mich dir sein verpfändet für und für, laß mich Armen dir allein in der Lieb ergeben sein. 5. Alle, die ihr JEsum ſucht, kommt, genießet seiner Frucht, die den Geist und Seel erquickt, euch damit zum Siegen schickt. 3. Du bist mein wunderbares Licht, durch welches ich erblicke mit aufgedecktem Angesicht, daran ich mich erquicke. Nimm hin mein Herz, erfüll es ganz, o wahres Licht, durch deinen Glanz, und weiche nicht zurücke. 6. Herzens- JEsu, Sie gesfürst, meine Seele nach dir dürfit; alle Feind in mir besieg, daß ich nicht im Kampf erlieg. 7. Nach dem Siegen nimm mich auf zu dem auserwählten Hauf, da du zur Seligkeit mir den Gnadenlobn ge- Ach laß mich, liebstes Heil, ben wirft, o GOttes Sohn. hinfür doch ja den Himmel 4. Du bist mein fichrer Himmelsweg, durch dich steht alles offen; wer dich versteht, der hat den Steg getroffen. 8. Auf, ihr Ueberwin- außer dir auf keine Wege der, seht, JEsus euch ent- hoffen. gegengeht, um für wenig 5. Du bist die WahrSchmach und Hohn euch heit, dich allein hab ich mir zu gebn die Ehrenkron. auserlesen; denn ohne dich 9. Hallelujah, Gloria! ist Wort und Schein, in Auf, des HErren Tag ist dir ist Kraft und Wesen. nah; wachet, haltet euch Ach mach mein Herz doch 3 vol 50 Von dem Namen und den Aemtern völlig frei, daß es nur dir daß deine Huld mich ergeben sei, durch den es schütze. kann genesen. 11. Du bist mein treuer 6. Du bist mein Leben, Seelenhirt, und selber auch deine Kraft soll mich allein die Weide; du hast mich, regieren: dein Geist, der da ich war verirrt, gebolt alles in mir schafft, kann mit großer Freude. Ach Leib und Seele rühren, nimm dein Schaflein nun daß ich voll Geist und Le- in Acht, damit es weder ben bin; mein JEsu, laß List noch Macht von deimich nun forthin das Leben ner Heerde scheide. nicht verlieren. 12. Du bist mein holder 7. Du bist mein süßes Bräutigam, dich will ich Himmelsbrod, des Vaters stets umfassen; mein Hoherhöchste Gabe, damit ich priester und mein Lamm, mich in Hungersnoth als das sich hat schlachten laseiner Stärkung labe. Osen; nein König, der mich Brod, das Kraft und Le- ganz befißt, der mich mit ſeiben giebt, gieb, daß ich, ner Allmacht schützt, wenn was der Welt beliebt, nie- mich viel Feinde hassen. mals zur Nahrung habe. 8. Du bist mein Trank, und deine Frucht ist meiner Kehle süße; wer von dir trinkt, derselbe sucht, daß er dich stets genieße. 13. Du bist mein auserkorner Freund, der mir mein Herz beweget; mein Bruder, der es freulich meint, die Mutter, die mich pfleget; mein Arzt, wenn ich verwundet bin, mein Balsam, meine Wärterin, die mich in Schwachheit tråget. Quell, nach der mein Herze schreit, gieb, daß der Strom der Süßigkeit sich ganz in mich ergieße. 9. Du bist mein aller- 14. Du bist mein starker schönstes Kleid, mein Zier- Held im Streit, mein Panath, mein Geschmeide; zer, Schild und Bogen, du schmückst mich mit Ge- mein Tröster in der Traurechtigkeit gleich als mit rigteit, mein Schiff in Wasreiner Seide. Ach gieb, serwogen, mein Anker, daß ich die schnöde Pracht, wenn ein Sturm entsteht, damit die Welt sich herr- mein fichrer Kompas und lich macht, als einen Un- Magnet, der mich noch flath meide. nie betrogen. 15. Du bist mein Leitstern und mein Licht, wenn ich im Finstern gehe; mein Reichthum, wenn es mir gebricht, in Ticfen meine Höhe; mein Zucker, wenn es bitter schmeckt, mein festes Dach, 10. Du bist mein Schloß und sichres Haus, da ich in Freiheit fize; da treibet mich kein Feind heraus, da sticht mich keine Hiße. Ach laß mich, liebstes JEsulein, allzeit in dir erfunden sein, JEfu Chrifti. 51 Dach, das mich bedeckt, irre sonst zu allzu vielen wenn ich im Regen stehe. Malen, ja werd ich nicht er16. Du bist mein Gar- leucht, verderb ich ganz ten, da ich mich in stiller gewiß. Luft ergoße; mein liebstes Blümlein, welches ich darein zur Zierde sebze; mein Röschen in dem KreuzesThal, da ich mit Dornen ohne Zahl den schweren Gang verleße. 3. Mein Weg zum Vaterland, ach öffne mir die Pforte, die mich ins LiebeReich im Glauben überbringt; du weißt ja, daß dein Knecht an einem wusten Orte schon lang genug gewohnt, und nun nach 17. Du bist mein Trost in Herzeleid, mein Lust- Freiheit ringt. spiel, wenn ich lache; mein 4. Wahrheit, heilge Tagewerk, das mich erfreut, mich in aller deiner Wahrmein Denken, wenn ich heit, und bringe meinen wache; im Schlaf mein Sinn zur rechten LauterTraum und süße Ruh, keit, vertreib den Lügenmein Vorhang, den ich geist durch deines Wortes immerzu mir um mein Klarheit, und mache mich Bettchen mache. recht fest in allem Kampf und Streit. 18. Was soll ich Schönster, wohl von dir noch 5. Mein Leben, leb in weiter sagen können? Ich mir, und laß mich in dir will dich meine Liebsbegier, leben; ich bin ja ohne dich mein einig Alles nennen; zum Guten gånzlich todt. denn was ich will, das bist Du bist das Lebensbrod, du mir; ach laß mein Herze das einzig Nahrung geben für und für von deiner kann meinem matten Geist Liebe brennen. in aller Hungersnoth. Johann Christian Lange. In eigener Melodie. 6. Mein Lammlein, still und fromm, rein, heilig und unschuldig, ach wirke doch in mir den sanften 65. Mein Vater, zeuge mich, dein Kind, nach deinem Bilde, und schaffe selbst in mir die neue Kreatur; laß mich doch gütig sein, auch heilig, weis und milde, 7. Mein Meister, lehre durch deiner Gnaden Kraft, mich den Vater wohl zu wie du bist von Natur. kennen, weil ohne dich, o Lammleins- Sinn, so werd ich auch wie du im Leiden recht geduldig, und lasse mich zum Kreuz gar willig führen hin. 2. Mein Licht, erleuchte Licht, ich GOtt, das Licht, mich, laß deiner Gnaden nicht feh; ach unterweise Strahlen mir dringen in mich, ihn Abba recht zu nenmein Herz, vertreib die nen, daß alle mein Gebet Finsterniß; ich fall und in rechter Brunst gescheh. 3* 8. Mein 52 Von dem Namen und den Aemtern 8. Mein Hoherpriester, ten Lieb, den Geist, auf hör nicht auf für mich zu meine Brust; laß deinen beten, ach rufe doch mit Gruß undKuß mich schmekmir den Vater täglich an; ken; sei mein Spiegel, darin laß deinen heilgen Geist ich mich beschau nach aller mit Seuffen mich vertre- Herzens- Lust. ten, wenn ich im harten Kampf selbst nicht mehr beten kann. 14. Mein Ein und Alles, laß mit dir mich eins hier werden, so wird mir alles nichts, du aber alles sein. Und nimmet deine Güt und Sünde, so sich in mir mich endlich von der Ernoch regt, auf meine Seele den, so geh ich friedensstürmt: hilf, daß in deinem voll in deine Freude ein. Schooß ich allzeit Ruhe fin- Christian Andreas Bernstein. de: denn der ist sicher nur, 9. Mein König, schüße mich, wenn Satan, Welt den deine Macht beschirmt. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 10. Mein Hirte, weide mich auf einer grünen 66. Mein Jeſu, Auen, und lagre mich im SeeDurst ans frische Wasser lenluft, mir ist nichts außer hin. Hol meine Seel her- dir bewußt, wenn du mein um; wollt ich aufs Eitle Herz erauickest; dieweil dein schauen, so bringe bald Kuß so lieblich ist, daß zurecht den ausgeschweif- man auch seiner selbst verten Sinn. gißt, wenn du den Geist entzückest; daß ich in dich aus dem Triebe deiner Liebe von der Erde über mich 11. Mein Arzt, bin ich verwundt, sind ausgezehrt die Kräfte, so laß den Liebesfluß, dein theurvergoß- gezogen werde. nes Blut, mich heilen; lag 2. Was hatt ich doch des Geists Erneurung- Le- für Trost und Licht, als benssäfte mich laben und ich dein holdes Angesicht, erfreun, mir stärken Herz mein JEsu, noch nicht und Muth. fannte? Wie blind und 12. Mein Freund ver- thöricht ging ich hin, da traue dich doch beffer mei- mein verkehrter Fleischesnem Herzen, und laß mich finn von Welt= Begierde deincr Treu noch mehr brannte; bis mir von dir versichert sein, auf daß zu Licht und Leben ward gealler Zeit ich meiner See- geben, dich zu kennen, herzlen Schmerzen getroft ver- lich gegen dich zu brennen. senken Sarf in deines Herzens Schrein. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wår 13. Mein Bråutgam, ihr schlechtes Fröhlichsein liebe mich, und setze mir ein herrliches Vergnügen, das Siegel der unverfälsch- allein wie eilend gehts vorbet; JEfu Christi. 53 bei; da sieht man daß es Gnadenschein in jenem LeBlendwerk sei, wodurch ben finden, da man stets wir uns betrügen. Drum kann, sich zu laben, JEsum muß JEsus mit den haben, stets erblicken und Schäken mich ergößen, die ihn in die Arme drücken. bestehen, wenn die Welt- 8. Allein, du holder lust muß vergehen. Menschensohn, ich kenne 4. Wer JEsum fest im deine Liebe schon, wenn Glauben hält, der hat die uns die Dornen stechen: Kraft der andern Welt dein Herz, das mich in hier allbereit zu schmecken. Trauern setzt, und sich Pflegt JEsus gleich zu verschleußt, muß doch zumancher Zeit bei großer lebt vor lauter Liebe breHerzens- Traurigkeit sein chen; drum füllt und quillt Äntlik zu verdecken, ist in mein Herze nach dem doch sein Joch sanft und Schmerze deiner Süße, die feiner, als wenn einer ich noch allhier genieße. auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hatte. 9. Du salbest mich mit Freudendl, so daß sich df5. So weiß ich auch ters Leib und Seel recht aus deinem Wort, daß du inniglich erfreuen; ich weiß dich, liebster Seelen- Hort, wohl, daß du mich betrübst, nicht ewiglich versteckest; ich weiß auch, was du du thust vor mir die Augen denen giebst, die sich dazu, auf daß du desto größre vor nicht scheuen. Drum Ruh hernach in mir er- gieb den Trieb, unabwenweckest, wenn ich treulich, dig und beständig treu zu als ein Rebe, an dir klebe bleiben, und recht fest an auch im Leide, nicht nur dich zu glauben. in der süßen Freude. 10. Der Glaub ist eine starke Hand, und hält dich als ein festes Band; ach Glauben. 6. Derohalben soll mich keine Noth, mein JEsu, war es auch der Tod, von stårke meinen deinem Dienst abschrecken. Im Glauben kann mich Ich weiß, daß mich dein niemand dir, im Glauben Herje liebt, darum so geh fann dich niemand mir, o ich unbetrübt mit dir durch starker Esu, rauben; weil Dorn und Hecken. Plage, ich fröhlich Welt und Draschlage, ich bin stille, ists deinchen kann verlachen, und Wille, mich zu fkranken: du die Sünden durch den wirst meiner doch gedenken. Glauben überwinden. 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein Joh. Christian Lange. süßes Manna nicht allhier Mel. Erschienen ist der in dieser Zeit empfinden, so will ich doch zufrieden 67. sein, und werde deinen herrlich Tag. JEsu süß, wer dein gedenkt, 54 Von dem llamen und den Aemtern denkt, sein Herz mit Freud figkeit, du Trost der Seel, wird überschwängt; noch die zu dir schreit, die heisüßer aber alles ist, wo sen Thränen suchen dich, du, o JEsu, selber bist. Hall. das Herz zu dir schreit 2. JEsu, der Herzen inniglich. Hallelujah. Freud und Wonn, des Le- 10. Ja, wo ich bin, um bens Brunn, du wahre was Revier, so wollt ich, Sonn, dir gleichet nichts JEsus war bei mir: Freud auf dieser Erd, in dir ist, über Freud, wenn ich ihn was man je begehrt. Hall. fånd; selig, wenn ich ihn 3. JEsu, dein Lieb ist halten könnt. Hallelujah. mehr denn süß, nichts ist 11. Was ich gesucht, darin, deß einm verdrieß: das seh ich nun; was ich viel tausendmal ists, wie begehrt, das hab ich schon. ich sag, edler, als mans Vor Lieb, o JEsu, bin aussprechen mag. Hallel. ich schwach, mein Herz 4. Esu, du Quell der das flammt und schreit dir Gutigkeit, ein Hoffnung nach. Hallelujah. bist, all unsre Freud, ein 12. Wer dich, o JEsu, süßer Fluß und Gnaden- also liebt, der bleibt wohl bronn, des Herzens wahre sicher unbetrübt; nichts Freud und Wonn. Hallel. ist, das diese Lieb verzehr, 5. Dein Lieb, o süßer sie wächst und brennt je JEsu Christ, des Herzens långr je mehr. Hallelujah. beste Labung ist; sie machet 13. JEsu, du Blum satt, doch ohn Verdruß; und Jungfraun- Sohn, du der Hunger wächst im Lieb und unser GnadenUeberfluß. Hallelujah. thron, dir sei Lob, Ehr, 6. JEsu, du engelische wie sichs geziemt; dein Zier, wie süß in Ohren Reich nimmer kein End Elingst du mir; du Wun- mehr nimmt. Hallelujah. der- Honig in dem Mund, 14. Tu dir mein Herz fein bessern Trunk mein hat seine Lust, die Lieb Herz empfund. Hallelujah. vollkommen wird und just: 7. JEsu, du höchste auf dich ist all mein Ruhm Gütigkeit, meins Herzens gestellt, JEsu, du HeiLust und beste Freud, du land aller Welt. Hallel. bist die unbegreiflich Güt, 15. Du Brunn aller dein Lieb umfäht all mein Barmherzigkeit, dein Glanz Gemüth. Hallelujah. erstreckt sich weit und breit; der Traurigkeit Gewölk vertreib, das Licht der Glori bei uns bleib. Hall. 8. JEfum lieb haben ist sehr gut; wohl dem, der sonst nichts suchen thut. Mir selber will ich sterben ab, daß ich in ihm das Leben hab. Hallelujah. 16. Dein Lob im Himmel hoch erklingt, kein Chor ist, der nicht von 9. JEsu, o meine Sü- dir singt; JEsus erfreut die JEfu Chrifti. 55 die ganze Welt, hat GOtt das Lösegeld deines Bluts, für uns zufriedn gestellt. o Held. Hallelujah. 17. 5. Höchste Majestät, KbEsus im Fried re- niq und Prophet, deinen gieren thut, der übertrifft Zepter will ich füssen, ich all Sinn und Muth; der will fizen dir zu Füßen, Fried bewahr mein Herz wie Maria that, höchste und Sinn, so lang ich majestät. hier auf Erden bin. Hall. 6. Laß mich deinen Ruhm 18. Und wann ich ende als dein Eigenthum durch meinen Lauf, so hole mich des Geistes Licht erkennen, zu dir hinauf, JEsu, daß stets in deiner Liebe brenich da Fried und Freud nen, als dein Eigenthum, bei dir genieß in Ewigkeit. allerschönster Ruhm. Hallelujah. 7. Zeuch mich ganz in 19. JEsu, erhöre meine dich, daß vor Liebe ich Bitt, JEsu, verschmäh ganz zerrinne und zermein Seufzen nicht, JEsu, schmelze, und auf dich mein Hoffnung steht zu mein Elend wälze, das dir, o JEsu, JEsu, hilf stets drücket mich: zeuch du mir. Hallelujah. Martin Moller 1-17. mich ganz in dich. 8. Deinter Sanftmuth Schild, deitter Demuth Mel. Seelen- Bräutigam. Bild mir anlege, in mich 68. Wer er ist wohl präge, daß kein Zorn noch wie du, JE- Stolz sich rege: vor dir su, süße Ruh? unter vielen sonst nichts gilt, als dein auserforen, Leben derer, eigen Bild. die verloren, und ihr Licht 9. Steure meinem Sinn, dazu, JEsu, süße Ruh! der zur Welt will hin, daß 2. Leben, das den Tod, ich nicht mög von dir mich aus aller Noth zu wanken, sondern bleiben erlösen, hat geschmecket, in den Schranken; sei du meine Schulden zugedecket, mein Gewinn, gieb mir und mich aus der Noth deinen Sinn. hat geführt zu GOtt. 10. Wecke mich recht 3. Glanz der Herrlich- auf, daß ich meinen Lauf keit, du bist vor der Zeit unverrückt zu dir fortsete, zum Erlöser uns geschen- und mich nicht in seinem fet, und in unser Fleisch Netze Satant balte auf; versenket in der Full der fördre meinen Lauf. Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 11. Deines Geistes Trieb 4. Großer Siegesheld, in die Seele gieb, daß ich Tod, Sund, Höll und wachen mög und beten, Welt, alle Kraft des gro- freudig vor dein Antlik ßen Drachen hast du wolln treten: ungefärbte Lieb in zu Schanden machen durch die Seele gieb. 12. Wenn 56 Dom Leiden Christi. 12. Wenn der Wellen gieb mir, höchstes Gut, Macht in der trüben Nacht durch dein theures Blut. will des Herzens Schiff- 14. Solls zum Sterben lein decken, wollst du deine gehn, wollst du mir beiHand ausstrecken; habe auf stehn, mich durchs Todesmich Acht, Hüter in der thal begleiten, und zur Nacht. Herrlichkeit bereiten, daß 13. Einen Heldenmuth, ich einst mag sehn mich der da Gut und Blut gern zur rechten stehn. um deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüfte hasse, Freylinghausen. IV. Vom Leiden Christi. verbleiben, von welchem mich ewig kein Teufel soll In eigener Melodie. ch 69. Ah alles, was treiben. 5. Denn JEsus bestrahErden umschließet, sei von let die schmachtenden Hermir viel tausendmal schöne zen, versüßet mit Freuden gegrüßet: was hören kann, die bitteren Schmerzen; höre, ich will sonst nichts das weiß ich nun alles, wissen, als meinen gekreu- drum will ich nicht lassen zigten JEsum zu küssen. hier meinen Herz- JEsum, 2. Ich rühme mich ein- ich muß ihn u.nfassen. sig der blutigen Wunden, 6. Ach sehet, mein SEdie JEsus an Hånden und sus kommt freudig geganFüßen empfunden; drein gen, und will mich vor will ich mich senken, recht Liebe gleich brünstig umchristlich zu leben, daß ein- fangen. O Liebe, o Freude, stens ich himmelan fröhlich o süßestes Leben, wer kann streben. wollte an Esu nicht immerdar kleben? 3. Es mag die Welt stürmend gleich wüthen 7. Auf Esum sind alle und toben, den lieblichen Gedanken gerichtet, dem JEsum will dennoch ich hab ich mich gänzlich mit loben; es mögen gleich allem verpflichtet; ich habe Blike und Donner rein mir JEsum vor allen erleknallen, so will ich von sen, so lange mich tråget JEsu doch nimmermehr das nichtige Wesen. fallen. 8. Wenn Augen und Herzen im Tode fich beugen, so will ich doch end4. Und sollte auch alles in Trümmern zergehen, daß nichts mehr bliebe lich mit Seufzen bezeugen, auf Erden bestehen: so soll daß JEsus, nur JEsus doch mein Herze bei JEsu mein JEsus soll heißen, yott Dom Leiden Christi. 57 von welchem mich ewig ben den, der aus der kein Teufel soll reißen. Höh uns salbt mit seinem Geifte. Mel. O Lamm GOttes unschuldig. 6. Da siehst du, wie die Schwachen zuletzt ge70.* Als GOttes stärket werden. Gott kann A$ Is Lamm und zu Helden machen, was Leue entschlafen und ver- blöd ist hier auf Erden; schieden, erwacht in Lieb der Glaube, der im Finund Treue ein paar recht stern lag, bricht endlich frommer Jüden, die mach- an den hellen Tag und ten sich zum Kreuz htn- leuchtet wie die Sonne. zu, dich, o du unsre ewge Ruh, zu deiner Ruh zu bringen. 7. Nun diese beiden Frommen ergreifen mit viel Weinen den, der vom Kreuz genommen, und wickeln ihn in Leinen, Acht zu nehmen, und die verwahren ihn zugleich da2. Also weiß GOtt die Seinen im Kreuz in es böse meinen, zur rechten Zeit zu zähmen; das Wüthen nimmt zuleßt ein End, und wenn die Unschuld gnug geschåndt, so findt sich, der sie ehre. bei mit edler theurer Specerei, wie in Judaa bräuchlich. 3. Denn einer aus dem Rathe, Joseph der fromme Reiche, der wagt es, ging und bate Pilatum um die Leiche; Pilatus war bereit und gab Befehl, daß man ihn nehm herab, 8. So soll man Chriftum ehren, wenn er nun liegt darnieder; wir sollen balsamiren ihn und sein arme Glieder, diel Unbekleidten wickeln ein, und die, so ganz verlassen sein, mit unsrer Hülf annehmen. 9. Es war nicht weit von hinnen, wo Christus und Joseph übergebe. starb, zu schauen ein Gar4. Gesegnet sei dein ten, und darinnen des JoWille, Joseph, und dein sephs Grab gehauen gar Begehren; GOtt wolle neu in einen Felsenstein, dir die Fülle der Freuden da legten ihren Schatz dort gewähren, daß du, hinein die zwei geliebten den meine Seele liebt, Herzen. vom Kreuze, da man ihn betrübt, so freudig los gebeten. 10. Ach JEsu, dessen Schmerzen mir all mein Heil erworben, fomm, rub in meinem Herzen, das in des Nikodemi der Sünd erstorben! Laß Treute, der bringt bei dirs gefallen, ich will dir hundert Pfunden der besten dein Grab bereiten in mir Specereie, die Myrrhen hier, so leb und sterb ich ſammt der Aloe, zu sal- selig. Paul Gerhard. 3** 5. Hierzu hat sich auch funden 58 Dom Leiden Christi. 6. Da man bat zur Vesperzeit, die Schächer Christus, der uns zerbrochen, ward JEsus selig macht, einm kein Bis hat begangen, Speer gestochen; daraus ward für uns zur Mitter- Blut und Wasser rann, nacht als ein Dieb gefan- die Schrift zu erfüllen, wie gen, geführt vor gottlose Johannes zeiget an, nur Leut und fälschlich verkla- um unsertwillen. get, verlacht, verhöhnt und verspeit, wie denn die Schrift saget. 7. Da der Tag sein Ende nahm, der Abend war kommen, ward JEsus 2. In der ersten Tages- vons Kreuzes Stamm Stund ward er unbeschei- durch Foseph genommen, den als ein Mörder darge- herrlich nach jüdischer Art stellt Pilato, dem Heiden, in ein Grab geleget, allda der ihn unschuldig befand mit Hutern verwahrt, wie ohn Ursach des Todes, ihn Matthäus zeuget. derhalben von sich sandt 8. hilf, Christe, zum König Herodes. GOttes Sohn, durch dein 3. Um drei ward der bitter Leiden, daß wir dir GOttes- Sohn mit Geißeln stets unterthan, all Untugeschmissen, und sein Haupt gend meiden, deinen Tod mit einer Kron von Dor- und sein Ursach fruchtbarnen zerrissen; gekleidet zu lich bedenken, dafür, wieHohn und Spott, ward er wohl arm und schwach, sehr geschlagen, und das dir Dankopfer schenken. Kreuz zu seinem Tod mußt er selber tragen. Michael Weiße. 4. Um sechs ward er In eigener Melodie. 71.( 85 nackt und bloß an das an In eigener Melodie. 72. Christe, du Lamm der er sein Blut vergoß, betet mit Webklagen. Die Zuseher spotten sein, auch die bei ihm hingen, bis die Sonn auch ihren Schein entzog solchen Dingen. 5. JEsus schrie zur 3. Christe, du Lamm neunten Stund, klaget GOttes, der du trägst die sich verlassen; bald ward Sund der Welt, gieb uns Gall in seinen Mund mit deinen Frieden. Amen. Effig gelassen: da gab er auf seinen Geist, und die Mel. In dich hab ich Erd erbebet; des Tempels gehoffel, HErr. Borhang zerreißt, und 73. D dem Kreuze a an manch Fels zerkldbet. stund, du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm GOttes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm Dich unser! Dom Leiden Christi. 59 stund, und ihm sein Leich-| Munde: Es ist vollbracht nam war verwundt sogar mein Leiden groß, wohl mit bittern Schmerzen: hier zu dieser Stunde! die sieben Wort, die JEsus sprach, betracht in deinem Herzen. 2. 3um ersten sprach er süßiglich zu seinem Vatr im Himmelreich mit Kräften und mit Sinnen: Vergieb ihn'n, Vatr, sie wissen nicht, was sie an mir beginnen. 8. 3um siebenten: Sch meine Seel, o Vater, in dein Hand befehl an meinen letzten Zeiten, weil sie ieht von mir scheiden will, und mag nicht länger beiten. 9. Wer GOttes Martr in Ehren hat und oft gedenkt der fieben Wort, deß will GOtt eben pflegen wohl hier auf Erd 3. Zum andern adenk der großen Gnad, die GOtt dem Schächr bewiesen mit seiner Gnad, und dort hat, sprach GOtt gar im ewgen Leben. gnädigliche: Fürwahr, du wirft hent bei mir sein in meines Vaters Reiche. Johann Böschenstein. Mel. Fren dich sehr, o meine Seele. 4. 3um dritten gdenk feine großen Noth, las 74. Dit meine LieDer er am Kreuz dir die Red nicht sein ein Spott: Weib, schau be, meine Lieb ist JEsus dein'n Sohn gar eben; Christ; weg, ihr argen Johannes, nimm deinr Seelendiebe, Satan, Welt Mutter wahr, sollst ihr und Fleisches- List. Eure gar eben pflegen. Lieb ist nicht von GOtt, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im 5. Nun merket, was das viert Wort was: Mich dürft so hart ohn Unterlaß, schrie GOtt mit lau- Glauben übe. ter Stimmme. Das menschlich Heil that er begehrn, der Nägl ward er empfinden. 6. 3um fünften gdenk der Angst dabei: Mein GOtt, 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? JEsus gab sich selbst für mich; so wird er mein FriedeLebens- Bild. Der am zc. mein GOtt, am Kreuz er Schild, aber auch mein schrie, wie hast du mich verlassen! Das Elend, das ich leiden muß, das ist ganz übr die Maaßen. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du verlierst den Sturm; weh mir, 7. Das sechste war ein wenn ich den betrübe, der Fräftig Wort, das man- statt meiner ward ein cher Sünder uch erhört Wurm. Kreuzigt ich nicht aus feinm göttlichen GOttes Sohn? tråt ich nicht 60 Dom Leiden Christi. nicht sein Blut mit Hohn?| seinem Angesicht laß mich Der am zc. nicht kommen ins Gericht; 4. Der am Kreuz ist sein ganzes Leiden, Kreuz meine Liebe: schweig, Ge- und Pein, das wolle meine wissen, niemand mahnt. Stärke sein. GOtt preift seine Liebes- 4. Esu Christ, ertriebe, wenn mir von der höre mich, nimm und verHandschrift ahnt. Schau, birg mich ganz in dich; lag wie mein Hals- Bürge mich in deine Wunden ein, zahlt, GOttes Blut hat daß ich vorm Feind kann sie durchmalt. Der am 2c. ficher sein. 5. Der am Kreuz ist mei- 5. Ruf mir in meiner ne Liebe, drum, Tyranne, letzten Noth, und setz mich foltre, stoß; Hunger, Bld- neben dich, mein Gott, Be, Henkershiebe, nichts daß ich mit deinen Heilgen macht mich von JEsu los; alln mög ewiglich dein Lob nicht Gewalt, nicht Gold, erschalln. Johann Angelus. nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz zc. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 6. Der am Kreuz ist meine 76.* H Liebe, Tod, deine Angst mein bester Freund; wenn und Pein und dein betrübich wie ein Staub zerstiebe, tes Leiden laß mir vor wird mein JEsus mir ver- Augen allzeit sein, die eint; da, da schau ich GOt- Sünde zu vermeiden. Laß tes Lamm, meiner See- mich an deine große Noth len Bräutigam. Der am und deinen herben bittern Kreuz ist meine Liebe, weil Tod, dieweil ich lebe, denken. ich mich im Glauben übe. Mel. Nun last uns den Leib begraben. 2. Laß deiner Seelen Höllenqual, dein blutgeronnen Schwißen und übrig Elend allzumal, dar in du mir 75. Dit beilge mich, oftermalen fallen ein, und ie Chrisein Geift verzücke mich in eine starke Warnung sein sich; sein Leichnam, der vor mehrern Missethaten. für mich verwundt, der 3. Die Wunden alle, mach mir Leib und Seel gefund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner Seiten floß, das sei mein Bad, und all sein Blut erquicke mir Herz, Sinn und Muth. die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir auferlegt zu tragen: ach liebster Heiland, schone mein: laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad vor Recht ergehen. 3. Der Schweiß von 4. Du hast verlassen deinett Dom Leiden Christi. 61 nen Thron, bist in das sprung aller Freuden, mußt Elend gangen, vertrugest du denn auch fühlen Pein? Schläge, Spott und Hohn, Muß man denn auch dir, mußtest am Kreuze han- mein Leben, einen Stich gen, auf daß du für uns durchs Herze geben? schafftest Rath, und unsre schwere Missethat beiGOtt versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Her4. Was für Lieb hat dich gedrungen, auszustehen solchen Stoß, weil der Feind schon war bezwungen, da du starbest nackt zen dir Lob fingen: und und bloß, da dein Geist wenn du zu der Seligkeit mit bittern Leiden von mich wirst hinkünftig brin- dem Leibe mußte scheiden? gen: so will ich daselbst noch vielmehr zusammt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür lobent. 5. Ach du thusts, daß ich soll wissen, daß du mich ganz innig liebst, und nach so viel Liebes- Küssen auch 6. HErr JEsu, deine dein Herzensblut hergiebst; Angst und Pein und dein daß du alles an willst betrübtes Leiden laß meine wenden, mein Erlösung letzte Zuflucht sein, wenn zu vollenden. ich von hier soll scheiden. 6. O du hochverliebtes Ach hilf, daß ich durch Herze, meines Herzens deinen Tod fein sanft be- Paradeis, meine Ruh in schließe meine Noth, und selig sterbe! Amen. Tobias Clausnitzer. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 77. Bis gegrüßt du 7. Geuß die Flammen Königs- Kam- deiner Liebe, wie ein gromer, Gasthaus der Barm- ßer Strom, in mich; lautre herzigkeit, Aufenthalt in mich, daß ich mich übe, allem Jammer, Freistatt, dich zu lieben würdiglich in der bösen Zeit: allerlieb- laß mein Herze noch auf stes JEsus- Herze, bis ge- Erden deinem Herzen ähngrüßt in deinem Schmerze. lich werden. 2. Thron der Liebe, Sit 8. Durch das Blut, das der Güte, Brunnquell aller du vergoffen, liebstes HerSüßigkeit, ewger GOtt- ze, laß mich ein; laß mich heit eigne Hütte, Tempel deinen Hausgenossen und der Dreieinigkeit, treues Bewohner ewig sein. Denn Herze, bis gegrüßet und ich mag auch bei den Thromit wahrer Lieb geküsset. nen ohne dich, mein Schak, richt wohnen. 3. Hast du denn auch müssen leiden, und so viel verwundet sein? D du Ur allem Schmerze, meiner Liebe Ruhm und Preis, höchste meines Geistes Freude, befte Weide! meiner Seelen 9. Laß mich ein, mit einem Worte, laß mich ein, dit 62 Dom Leiden Christi. 10. Ach mir Armen du freier Saal, laß mich tråget in Geduld die Sünein, du enge Pforte, lag den aller Sünder; es geht mich ein, du Lilienthal, dahin, wird matt und krank, laß mich ein, denn ich ergiebt sich auf die Würvergehe, wenn ich länger gebank, verzeiht sich aller draußen stehe. Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und und Betrübten! daß ich Spott, Angst, Wunden, doch nicht damals stund, wo das Herze des Geliebten ward geöffnet und verwundt; denn es wåre mir gelungen, daß der Speer mir eingedrungen. Striemen, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 11. Ach wie wollt ich mich ergößen, ach wie 2. Das Lammlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat GOtt zum SündenFeind und Sühner wollen wollt ich fröhlich sein, wählen. Geh hin, mein und mit wahrer Freud ersetzen mein Betrübniß, Angst und Pein. Ach wie wollt ich mich versenken und mein durstigs Herze trauken. Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zornesruthen. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß: du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 13. Laß mich ein, auf daß ich bleibe dir ganz in niglich vereint, und mein Herz dir einvericibe, daß es nicht mehr meine scheint. Denn ich wünsche nichts auf Erden, als dein Herzens- Herz zu werden. 3. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, GOtt seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. Johann Angelus. Mel. An Wafferflüssen Babylon. 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm mit Någeln und mit Spießen; du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machs Herz und 78. Sin Lammlein Adern fließen: das Herze geht und trägt mit der Seufzer Kraft, die Schuld der Welt und die Adern mit dem edlen threr Kinder; es geht und Saft des purpurrothen Blu12. Laß mich ein, du güldne Höhle, ewger Schönheit Sommerhaus; laß mich ein, ch meine Seele vor Verlangen fåhret aus. Laß mich ein, du filler Himmel, nimm mich aus dem Weltgetümmel. Dom Leiden Christi. 63 Blutes. O süßes Lamm, in Traurigkeit mein Lawas soll ich dir erweisen chen, in Fröhlichkeit mein dafür, daß du mir erzeigest Saitenspiel, und wenn mir so viel Gutes? nichts mehr schmecken will, 5. Mein Lebetage will soll mich dies Manna speiich dich aus meinem Sinn sen; im Durst solls sein nicht lassen; dich will ich mein Wasserquell, in Einftets gleich wie du mich samkeit mein Sprachgesell mit Liebesarmen fassen. zu Haus und auch auf Du sollst sein meines Her- Reisen. zens Licht, und wenn mein 9. Was schadet mir des Herz in Stücken bricht, Todes Gift? Dein Blut follst du mein Herze blei das ist mein Leben. Wenn ben. Ich will mich dir, mich der Sonnen Hiße mein höchster Ruhm, hier- trifft, so kann mirs Schatmit zu deinem Eigenthum ten geben; seht mir des beständiglich verschreiben. Wehmuths Schmerzen zu, 6. Ich will von deiner so find ich bei dir meine Lieblichkeit bei Nacht und Ruh, als auf dem Bett Lage singen, mich selbst ein Kranker; und wenn auch dir zu aller Zeit des Kreuzes Ungestum mein zum Freudenopfer bringen; Schifflein treibet um und mein Bach des Lebens soll üm, so bist du dann mein fich dir und deinem Namen Anker. für und für in Dankbar- 10. Wann endlich ich keit ergießen; und was du soll treten ein in deines mir zu gut gethan, das Reiches Freuden, so soll will ich stets, so tief ich dies Blut mein Purpur kann, in mein Gedächtniß sein, ich will mich darein schließen. Fleiden; es soll sein mei7. Erweitre dich, mein nes Hauptes Kron, in welHerzensschrein, du sollst cher ich will vor den Thron ein Schazhars werden der des höchsten Vaters gehen, Schäße, die viel größer und dir, dem er mich ansein als Himmel, Meer vertraut, als eine wohlgeund Erden. Weg mit dem schmückte Braut, an deiner Gold Arabia, weg Calmus, Seite stehen. Paul Gerhard. Myrrhen, Cassia, ich hab ein Bessers funden: mein Mel. Fren dich sehr, o meine Seele. großer Schaß, HErr JEsu Christ, ist dieses, was ges 79. Ffiest von Thraließt, ihr Augen, flossen ist aus deines Leibes Wunden. nen, und beweinet eure Schuld, brich, mein Herz von Seufzen, Sehnen, weil ein Lämmlein in Geduld 8. Das soll und will ich mir zu Nuk zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Schuß, nach Jerusalem zum Tod, ach 64 Dom Leiden Christi. ach zum Tod für deine kann dies ohn Reu erNoth und der ganzen Welt, blicken? Wenn die rohe hinwandelt: denk, ach wie Heidenschaar Hand anlegt hast du gehandelt? an GOttes Bild, das so 2. Es soll nun vollendet freundlich, fromm und werden, was davon ge- mild, und doch nackend schrieben ist, und warum wird gehauen: wer kann auf diese Erden ist gekom- solchen Gräul anschauen? men Jesus Christ. Schauet 7. Also sollt man dir nun des Höchsten Sohn in begegnen, du verruchtes dem Leiden, Schmach und Menschenherz; aber nun Hohn, in den Wunden, in den Schmerzen, und nehmt alles wohl zu Herzen. kommt, dich zu segnen und zu tragen deinen Schmerz, JEsus, und entblößet sich, und wird dort so jammerlich abgestraft, verwundt, zerschlagen, daß kein Maaß noch Ziel der Plagen. 3. Es wird in der Sünder Hånde überliefert GOttes Lamm, daß sich dein Verderben wende: Judund Heiden sind ihm gram, und verwerfen diesenStein, der ihr Eckstein sollte sein; sus muß zum Tode gehn, ach dies leidet der Gerechte für die bösen SündenKnechte. 8. Endlich wird der Schluß gesprochen, JEund der Stab wird abgebrochen, es hilft hie kein Bitten, Flehn; Barrabas 4. JEsus steht in Strick wird losgezählt, JEsus und Banden, dessen Hand wird zum Kreuz erwählt: die Welt gemacht, bei Weg mit diesem, dem VerVerachtung, Spott und fluchten! ruft der Haufe Schanden, und wird höh- der Verruchten. nisch ausgelacht; Backen- 9. Folge denn zur Schåstreich und Fäustenschlag, delstätte deinem JEsu trauJud- und Heiden Grimm rig nach; aber auf dem und Rach duldet er für Wege bete, bet im Geist deine Sünden: wer kann mit Weh und Ach, daß diese Lieb ergründen. der Vater auf sein Kind, als den Bürgen für die Sünd, sehen woll und sich dich. Wer kann diese That erbarmen über die Elendn ansehen, daß man nicht und Armen. bewege fich? JEsus sieht 10. Muß ich, JEsu, an unsrer Statt: was der dich denn sehen am verMensch verdienet hat, büßet fluchten Kreuzespfahl, ach JEsus, und erduldet, was so laß ich übergehen meine der Sünder hat verschuldet. Thränen sonder Zahl. Ach 6. Er hält seinen heil- erbarm dich, GOtteslamm, gen Rücken Geißel, Ruth, das da hångt am Kreuzesund Peitschen dar: wer stamm, ach erbarm dich, weil 5. Laß es dir zu Herzen gehen, beßre und bekehre Dom Leiden Chrifti. 65 weil dein Leiden mir ge- die Sünd, das Herz entdeihen ſoll zur Freuden. zund, daß mich von dir 11. Ich will dir ein nichts scheide. 5. So werde ich recht Opfer geben, Seel und Leib ist meine Gab; JEsu, seliglich den Lebenslauf nimm dies arme Leben, vollbringen, und fröhlich weil ich ja nichts Bessers hier, o GOtt, mit dir das hab; tödt in mir, was dir rechte ,, Vollbracht" fingen. mißfällt, leb in mir auf dieser Welt; las mich mit Mel. Vater unser im Himmelreich. dir leben, sterben, und dein Reich im Himmel erben. 81. Gegrüßet seißt du, dir gesungen, liebster JEsu, Heil, mein einge Lieb und Preis und Ruhm, daß du schönstes Theil, gegrüßet Hill und Tod bezwungen; seist du, werthe Brust, du nun bin ich dein Eigen- GOttessohn, du Menthum, und du meine Freud schenlust, du Träger aller und Wonn: mocht ich dich, Bürd und Last, du aller o schönste Sonn, bald in Müden Ruh und Rast. deiner Krone sehen. Komm, dein Leiden ist geschehen. Laurentius Laurenti. Mel. Ach GOtt und HErr. 2. Mein JEsu, neige dich zu mir mit deiner Brust, damit von dir mein Herz in deiner Lieb entbrenn, und von der ganzen Welt sich trenn; halt Herz und Brust in Andacht reich, und mich ganz deinem Willen gleich. 80. Fun Fünf B ünf Brünnlein sind, daraus mir rinnt Fried, Heil, Trost, Freud und Leben; in Angst und Noth bis in den Tod mir solche Labsal geben. 3. Mach, HErr, durch deines Herzens Quell mein Herz von Unflath rein und hell, der du bist GOttes 2. Die Quell du bist, Glanz und Bild und aller HErr JEsu Chrift; die Armen Trost und Schild; Brünnlein deine Wunden, theil aus den Schätzen deidaraus ich mich lab innig- ner Gnad auch mir mit lich in heißen Kreuzes- Gnade, Rath und That. stunden. 4. O süße Brust, thu 3. Laß mir stets sein das mir die Gunst, und fülle Leiden dein ein Regel, mich mit deiner Brunst. Riegel, Spiegel, daß ich Du bist der Weisheit tienach dir mein Fleisch regier fer Grund, dich lobt und und laß ihm nicht den Zügel. singt der Engel Mund; 4. GOtteslamm, o aus dir entspringt die edle Liebesflamm, o meiner Frucht, die dein JohanSeelen Freude! nimm hin nes bei dir sucht. 5. Int 66 Dom Leiden Chrifti. 5. In dir wohnt alle Todesnoth, und machst Gottesfüll, haft alles, was mich sicher wohnen. Laß ich wünsch und will; du Höll und Teufel böse ſein, bist das rechte Gotteshaus; was schadts? Sie müsdrum wenn zur Welt ich sen dennoch mein und muß hinaus, so schleuß meiner Seelen schonen. mich treulich in dich ein, und laß mich ewig bei dir sein. Paul Gerhard. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 4. Vor großer Lieb und heilger Luft, damit du mich erfüllet, drück ich dich an mein Herz und Brust, so wird mein Leid gestillet, das deinen Augen wohl bekannt; und das ist dir ja keine Schand, ein frankes Herz zu laben. Ach bleib mir hold und gutes Muths, bis mich die Strome deines Bluts ganz rein gewaschen haben. 82. Segrüßet seift du, meine Kron und König aller Frommen, der du zum Troff von deinem Chron uns armen Sündern kommen. wahrer Mensch, o wahrer GOtt, o Helfer voller 5. Sei du mein Schat Hohn und Spott, den du und höchste Freud, ich will doch nicht verschuldest. Ach dein Diener bleiben, und wie so arm, wie nackt und deines Kreuzes Herzeleid bloß hängst du am Kreuz; will ich in mein Herz wie schwer und groß ist schreiben. Verleihe du dein Schmerz, den du duldest! mir Kraft und Macht, damit, was ich bei mir 2. Es fließet deines Blu- bedacht, ich mög ins tes Bach mit ganzem vol- Werk auch setzen. So len Haufen; dein Leib ist wirst du, Schönster, meidir mit Ungemach ganz nen Sinn und alles, was durch und durch belaufen. ich hab und bin, ohn Dunumschränkte Maje- Unterlaß ergößen. ståt, wie kommts, daß dirs so kläglich geht? Das! Paul Gerhard. macht dein Huld und Treue. Mel. Machs mit mir, Wer dankt dir deß? Wo GOtt, nach deiner Güt. ift der Mann, der sich, wie 83. Geduldigs Lammdu dich zu sterben freue? Christ, der du all Angst 3. Was soll ich dir doch und Plagen, alls Ungeimmermehr, o Liebster, da- mach zu jeder Frist gedulfür geben, daß dein Herz dig haft getragen: verleih sich so hoch und sehr be- mir auch zur Leidenszeit müht hat um mein Leben? Du rettest mich durch deinen Tod von mehr als einer Geduld und alle Tapferkeit. 2. Du hast gelitten, daß auch ich dir folgen soll und 67 Dom Leiden Christi. nd leiden, daß ich mein Wegen der verderblichen Treuze williglich soll tra- Begier? Nein, ich will en und mit Freuden: nun JEsu leben, und ch möcht ich doch in euch gute Nacht jetzt geben. Kreuz und Pein geduldig wie ein Lammlein sein! 3. Ich wünsche mir von Serzensgrund für dich ge3. Ich mag euch durchaus nicht hören, die ihr bald ein frommes Herz mit dem Ansehn könnt bethdchlacht zu werden, und, ren, hebet euch nur hinterwas noch mehr, zu jeder wärts; ihr sollt mich nicht Stund gefreuzigt stehn mehr verblenden, noch von auf Erden; doch aber JEsu mich abwenden. wünsch ich auch dabei, daß ch ein Lämmlein JEsu sei. 4. Laß kommen alles Kreuz und Pein, laß kom4. Besser ists, mit Jesu leiden Hohn, Verachtung, Schmach und Spott, als von ihm sein abgescheinen alle Plagen; laß mich den, und bei der gottlosen peracht, verspottet sein, Rott hier in großen EhDerwundt und hart ge- ren siten, und dort in der chlagen: laß aber auch Höllen schwitzen. n aller Pein mich ein gepuldigs Lämmlein sein. 5. Weg mit Hoffart, weg mit Prangen, weg mit allem 5. Ich weiß, man kann Uebermuth; meines Heiohn Kreuz und Leid zur lands Haupt und Wangen Freude nicht gelangen, triefen überall von Blut, weil du in deine Herrlich- und dem Schuß- Herrn Feit selbst bist durchs aller Frommen sind die Kreuz gegangen: wer nicht Kleider selbst genommen. mit dir leidt Kreuz und Pein, kann auch mit dir nicht selig sein. 3. Angelus. 6. Ach das Haupt muß Dornen tragen, und die Glieder prangen noch; ja der HErr muß Blöße klaMel. HErr, ich habe gen, und der Knecht stolmißgehandelt. zieret doch. O du falsch beute Nacht, ihr schöntes Gleißen, wer kann dich doch christlich heißen? 84. eitlen FreuDen, gute Nacht, du fal- 7. Weiche, Schwelgen, sche Welt! Sehet doch, weiche, Sausen, denn dein welch Angst und Leiden Wesen macht, daß mich jetzt aussteht der Lebens- Furcht und Schrecken überheld; wie er zittert, wie laufen, wenn ich nur beer ringet, daß sein Blut denk, wie sich auch zu ihrem auch von ihm dringet. großen Schaden Viel in 2. Wie soll ich denn Wollust überladen. Wollust pflegen, und, o 8. Und dem Schöpfer schnöde Welt, mit dir aller Dinge hats so gut gehen auf den breiten nicht können sein, daß, als er 68 Dom Leiden Christi. er am Kreuz nun hinge geschlagen und verhöhnet, in der schwersten Todes- gegeißelt und mit Dorpein, er, sein mattes Herz nen scharf gekrönet; mit zu laben, möcht ein Tropf- Essig, als man dich ans lein Wassers haben. Kreuz gehenket, wirst du getränket. 9. Drum geb ich euch schndden Sünden hiemit 3. Was ist die Ursach nochmals gute Nacht; wei- aller solcher Plagen? Ach chet fern, und bleibt dahin- meine Sünden haben dich ten, ihr habt GOtt die geschlagen. Ich, ach HErr Angst gemacht, daß er klaget chne Maaßen, wie sein GOtt ihn hab verlassen. JEsu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich 10. Daß der Lebens- ist doch diese Strafe! Der HErr verstirbet, und daß gute Hirte leidet für die er ein Fluch ießt ist, der Schafe; die Schuld beden Segen uns erwirbet, zahlet der HErr, der Gedas soll mich zu jeder Frist rechte, für seine Knechte. von der Sündenbahn abschrecken, und zu wahrer Buß aufwecken. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wan delt; der Böse lebt, der 11. Habe Dank, oFreund wider GOtt mißhandelt; der Seelen für die Angst der Mensch verwirkt den und Traurigkeit, für die Tod, und ist entgangen: Striemen, Noth und Qualent, für des Todes Bitterkeit, die du hast, von Sund und Schanden uns zu retten, ausgestanden. GOtt wird gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Guts 12. Gieb, daß wir fort- zu finden; dafür hätt ich hin bereuen unsrer Sün- dort in der Höllen müsden schwere Laft, und die sen ewiglich büßen. Strafen nicht erneuen, die 7. O große Lieb, o Lieb du jetzt bezahlet hast, son- ohn alle Maaße, die dich dern dir uns ganz ergeben, gebracht auf diese Marterund nach deinem Willen leben. Joh. Heinrich v. Hippe. Straße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. In bekannter Melodie. 85. He erzliebster JE8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten: wie su, was haß kann ich gnugsam solche du verbrochen, daß man Treu ausbreiten? Kein ein solch scharf Urtheil hat menschlich Herz mag ihm gesprochen? Was ist die dies ausdenken, was dir Schuld, in was für Mis- zu schenken. sethaten bist du gerathen? 9. ch fanns mit mei2. Du wirst verspeit, nen Sinnen nicht erretchen 69 Dom Leiden Christi. chen, mit was doch dein Erbarmung zu vergleichen. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ich dir denn Deine Liebes- Thaten im 86. HChrift, dein Err Werk erstatten? 10. Doch ist noch et- theures Blut tit meiner was, was dir angenehme: Seelen höchstes Gut; das wenn ich des Fleisches stärkt, das labt, das macht Lüste dämpf und zähme, allein mein Herz von aldaß sie aufs Neu mein len Sünden rein. Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehren11. Weil aber dies nicht kleid, dein Unschuld und steht in eignen Kräften, Gerechtigkeit macht, daß dem Kreuze die Begierden ich kann vor GOtt beanzuheften, so gieb mir stehn, und zu der Himheinen Geift, der mich re- mels- Freud eingehn. giere, zum Guten führe. 3. JEsuChrifte, GOt12. Alsdann so werd tes Sohn, mein Trost, ich deine Huld betrachten, mein Heil, mein Gnadenaus Lieb an dich die Welt für nichtes achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. Thron, dein theures Blut, dein Lebens- Saft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. HErr JEsu in der 13. Ich werde dir zu letzten Noth, wenn mich Ehren alles wagen, fein schreckt Teufel, Höll und Kreuz nicht achten, keine Tod, so laß ja dies mein Schmach und Plagen, Labsal sein: dein Blut nichts von Verfolgung, macht mich von Sünden nichts von Todesschmer- rein. Johann Olearius. zen nehmen zu Herzen. zen, wirst du es doch nicht 87.* 14. Dies alles, obs für Mel. Herzliebster JEsu, schlecht zwar ist zu schäz was hast du verbrochen. Err, mich, dein in gar bei Seite seßen; Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bd15. Wenn dort, HErr Esu, wird vor deinem sen uns zu erlösen. Throne auf meinem Haupte 2. Vereint mit GOtt, ftehn ein Ehrenkrone, da ein Mensch gleich uns auf will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank fingen. Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen: Johann Heermann. 3. Welch 70 Dom Leiden Christi. 3. Welch wundervoll Bise fliehn und meiden, hochheiliges Geschäfte! sinn HErr, diese Pflicht lehrt ich ihm nach, so zagen mich dein heilig Leiden. meine Kräfte, mein Herz er- Kann ich zugleich das Böse bebt; ich seh und ich empfin- mir erlauben, und an dich de den Fluch der Sünde. glauben? 4. GOtt ist gerecht, ein 11. Da du dich selbst Racher alles Bösen; GOtt für mich dahin gegeben, ist die Lieb und läßt die wie könnt ich noch nach Welt erlösen: dies kann meinem Willen leben, und mein Geist mit Schrecken nicht vielmehr, weil ich dir und Entzücken am Kreuz angehöre, zu deiner Ehre? erblicken. 12. Ich sollte nicht, wenn 5. Es schlägt den Stolz Leiden dieser Erden, wenn und mein Verdienst dar- Kreuz mich trifft, gelasnes nieder. Es stürzt mich tief, Herzens werden, da du so und es erhebt mich wieder; viel für uns die wirs verlehrt mich mein Glück, schuldet, liebrechy erbuldet? macht mich aus GOttes Feindezu GOttes Freunde. 6. O HErr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebuckt im Staube, verliere mich, mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 13. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich fie, sie meine Brüder hassen, und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergel7. Sie übersteigt die tent, wenn man mich schilt, menschlichen Gedanken; nicht rächend wiederschelallein, sollt ich darum im ten; du Heiliger, du HErr Glauben wanken? Ich bin und Haupt der Glieder, ein Mensch; darf der sich schaltst auch nicht wieder. unterwinden, GOtt zu ergründen? 15. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen; sen; uns kommt es zu, sie und GOtt giebt uns die demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn GOtt uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. 16, U1nendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich 9. Laß deinen Geist mich bin versöhnt in deinem ftets, mein Heiland, leh- theuren Blute. Du haft ren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 17. So bin ich denn 10. Das Gute thun, das schon selig hier im Glaubent 8. Das Größt in GOtt ift Gnad und Lieb erwei Vom Leiden Chrifti. ben, so wird mir nichts, Schmerzen, die du in deinichts meine Krone rau- ner lehten Noth empfandst ben, so werd ich dort, von in deinem Herzen: laß die Herrlichkeit umgeben, einst Verdienste solcher Pein ein ewig leben. Labsal meiner Seelen sein, wenn mir die Augen brechen. 18. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kampf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als JEsus Tebet. 19. Lockt bose Lust mein Herz mit ihrem Reize, so 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein GOtt, wenn ich geschrecke mich dein Wort, rath in Todesnoth, daß das Wort vom Kreuze; ich Genade spüre. und werd ich matt im Laufe 3. Laß meine Seel in guter Werke, so sei mirs deiner Gunst aus ihrem Stärke. Leibe scheiden, auf daß 20. Seh ich dein Kreuz an mir nicht sei umsonst den Klugen dieser Erden dein theuerwerthes Leiden. ein Aergerniß und eine Nimm sie hinauf zur selben Thorheit werden, so seis Frist, wo du, ihr liebster doch mir, trok alles frechen JEsus, bist, und laß mich Spottes, die Weisheit ewig leben. Joh. Angelus, GOttes. 21. GOtt, eile nicht, Mel. Es woll uns GOtt sie råchend zu zerschmetgenädig sein. tern, erbarme dich, wenn 89. Idu frömmster grüße dich, einer von den Spöttern sich spåt bekehrt und dich, Mann, der herzlich gern den er geschmähet, um vergiebet. Wie schmerzlich Gnade flehet. weh wird dir gethan, wie 22. Wenn endlich, HErr, wird dein Leib betrübet: mich meine Sünden krån- Es grüßet dich mein ganken, so laß dein Kreuz mir zer Geist, du meines Heiwieder Ruhe schenken; dein| lands Seite, du edlerQuell, Kreuz, dies sei, wenn ich aus welchem fleußt das den Tod einst leide, mir Blut, das so viel Leute von Fried und Freude. ihren Sünden wäschet. Christian Fürchtegott Gellert. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 88. ch danke dir für in deiner Wunden Blute. deinen Tod, Du werthe Wunde, set geHErr JEsu, und die grüßt, du weites Thor der Gna2. Ich mach, HErr JEsu, mich zu dir, ach halt mirs ja zu gute, und laß mich suchen Troft bei dir 72 Dom Leiden Christi. Gnaden, daraus sich Blut die ganze Welt, daß mir und Wasser gießt, und da nichts mehr an ihr gefällt, all unserm Schaden kann weil meine Lieb gekreuabgeholfen werden. jigt ift. 3. Du riechst mir süßer 2. Es herrscht in mir als der Wein, und heilst kein Feur der lüfternden das Gift der Schlangen; Begierden, mein Herze du fößeft mir das Leben brennt auch nicht nach ein, und stillst des Dursts Pracht und eitlen Zierden. Verlangen. Eröffne dich, Es kann kein Reichthum, du liebe Wund, und laß Geld und Gut verblenmein Herze trinken; ists den meinen Sinn und möglich, las mich gar zu Muth, weil meine Lieb Grund in dir gehn und gekreuzigt ist. versinken, so werd ich mich recht laben. 3. Ich habe keine Lust att den geschaffnen Din4. Mein Mund ftreckt gen; mir kann, was zeitsich mit aller Kraft, damit lich ist, nicht eine Freude er dich berühre, und ich den theuern Lebenssaft in Mark und Beinen spüre. Ach wie so süße bist du doch, HErr JEsu, meinem Herzen; wer dich recht liebt, dem wird das Joch der bittern Todesschmerzen gleich als wie lauter Zucker. bringen. Des Fleisches Schönheit und ihr Ruhm scheint mir wie eine blaffe Blum, weil meine Lieb gekreuzigt ist. 4. Es darf sich nun nicht mehr die Welt um mich bemühen, sie wird mein Herze nicht zu ihrer 5. Verbirge mich, und Liebe ziehen. Ich lieb und schleuß mich ein in deiner füß auch in dem Tod den Seiten Hible; hier laß süßen JEsum, meinen mich still und sicher sein, GOtt, weil meine Lieb hier warme meine Seele. gekreuzigt ift. 3. Angelns. Wann mich der kalte Tod befällt, und wann der höll Mel. Christus, der uns sche Leue nach mir und felig macht. meinem Geiſte ftellt, fo 91. JEſu, deine PasTreue mich dann fein ruhig bleiben. Paul Gerhard. fion ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bild fehund erschein, meinem In eigener Melodie. lebe nun 90. Ich nicht mehr, wie du, unser Heil zu ſein, denn Christus ist mein Le- litteft alle Schmerzen. ben, und meine Lieb ist 2. Meine Seele sehen gar mit ihm ans Kreuz mach deine Angst und gegeben. Es wisse nun Bande, deine Speichel, Schläg Dom Leiden Christi. 73 Schläg und Schmach, ist für unsre Schuld gedeine Kreuzesschande, dei fiorben, hat bezahlt am ne Geißel, Dornenkron, Kreuzesstamm, und die Speer- und Nägelwun- Freiheit uns erworben: den, deinen Tod, o GOt- wer die Sünde wohl betes Sohn, und den Leib reuet, wird durch Chrifti voll Schrundent. Tod erfreuet. 3. Doch so les mich 2. GOtt, der selbst die nicht allein deine Marter Liebe ist, preiset seiner sehen, laß mich auch die Liebe Wunder, daß sein Ursach fein und die Frucht Sohn, HErr JEsus Chrift, verstehen. Ach die Ursach starb für alle Feind und war auch ich, ich und Sünder; sind wir durch meine Sünde: diese hat dies Blut Gerechte, trifft gemartert dich, nicht das der Zorn nicht mehr die Heidngefinde. Knechte. 4. JEsu, lehr bedenken mich dies mit Buß und 3. Ja, so wir versöhnet sind, weil der Sohn sich Reue; hilf, daß ich mit hingegeben, so wird das Sünde dich martre nicht erstandne Kind noch vielaufs neue. Sollt ich dazu mehr uns durch sein Leben haben Lust und nicht wol- selig machen, die er Brůlen meiden, was GOtt der heißet und seins Letselber büßen mußt mit so bes Glieder. großem Leiden? 4. Aber nicht alleine 5. Wann mir meine dies, sondern weil wir sind Sünde will machen heif im Sohne, welcher selbst die Hölle: JEsu, mein den Sündenbiß heilet, daß Gewissen still, dich ins er in uns wohne: ei so Mittel stelle; dich und dei- rühmen auch wir Sünder, ne Passion laß mich glau- daß wir nun sind GOttes big faffen; liebet mich sein Kinder. lieber Sohn, wie kann GOtt mich haffen? 5. Hochgelobet, sagen wir, Vater in dem Himmel oben! fiehe, wie die daß ich gern dir das Kreuz Sünd allhier noch in uns nachtrage, daß ich De- will immer toben. 6. Gieb auch, Esu, Laß muth von dir lern und den HErrn den Geist uns Geduld in Plage, daß ich geben, daß wir in dir ewig dir geb Lieb um Lieb. lebett. Joach. Just. Breithaupt. Indeß laß dies Lallen, bessern Dank ich dorten Mel. geb, JEsu, dir gefallen. figism. 9. Birten. 93. Ju Wunden, v. Mel. Liebster JEsu, Eſu, tiefen wir sind hier. deine Qual und bittrer Esus Christus, Tod geben mir zu allen 4 Stun92. I GOttes Lamm, Freu dich sehr, o meine Seele. 74 Dom Leiden Christi. Stunden Trost in Leibs- 6. Hab ich dich in meiund Seelennoth. Fällt nem Herzen, du Brunn mir etwas Arges ein, denk aller Gütigkeit, so empfind ich bald an deine Pein; ich keine Schmerzen auch die erlaubet meinem Her- im letzten Kampf und zen mit der Sünde nicht Streit. Ich verberge mich zu scherzen. in dich: Welch Feind kann 2. Will sich denn in verletzen mich? Wer sich Wollust weiden mein ver- legt in deine Wunden, der derbtes Fleisch und Blut, hat glücklich überwunden. so gedenk ich an dein LeiJoh. Heermann. den, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig In eigener Melodie. zu, halt ich ihm für deine 94. JEfu, meines Le Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. Leben, JEsu, meines Todes Tod, der du dich für mich ge3. Will die Welt mein geben in die tieffte SeeHerze führen auf die breite lennoth, in das äußerste Wollustbahn, da nichs ist Verderben, nur daß ich als Jubiliren, alsdann nicht möchte sterben: tauschau ich emsig an deiner send, tausendmal sei dir, Marter Zentnerlast, die liebster JEsu, Dank dafür. du ausgestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, 2. Du, ach du hast ausgestanden Låster- Reden, alle böse Luft vertreiben. Spott und Hohn, Spei4. Ja für alles, das chel, Schläge, Strick und mich frånket, geben deine Banden, du gerechter Wunden Kraft; wenn mein GOttes- Sohn, nur mich Herz hinein sich senket, Arment zu erretten vont frieg ich neuen Lebenssaft. des Teufels Sünden- Ket= Deines Trostes Süßig- ten. Tausend, tausendmal keit wendt in mir das bittre sei dir, liebster Jesu, Leid, der du mir das Heil Dank dafür. erworben, da du bist für mich gestorben. 3. Du haft lassen Wunden schlagen, dich erbärm5. Auf dich seh ich mein lich richten zu, um zu Vertrauen, du bist meine heilen meine Plagen, um Zuversicht; dein Tod hat zu sehen mich in Ruh. den Tod zerhauen, daß er Ach du haft zu meinent mich kann tödten nicht. Segen lassen dich mit Fluch Daß ich an dir habe Theil, belegen. Tausend, tausendbringet mir Trost, Schuß mal sei dir, liebster Jesu, und Heil; deine Gnade Dank dafür. wird mir geben Aufersiehung, Licht und Leben. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit gro Dom Leiden Chrifti. 75 großem Schimpf belegt,| gar mit Dornen angekrd- Mel. Christus, der uns net; was hat dich dazu selig macht. Esu, meiner Seelen Licht, renkron aufseßen. Tausend, Freude meiner Freuden, tausendmal sei dir, liebster JEsu, Dank dafür. meines Lebens Zuversicht, nimm doch für dein Leiden diesen schlechten Dank hier an, so viel meine Seele immermehr dir bringen kan in der Schwachheit Höhle. 5. Du hast wollen sein geschlagen zur Befreiung meiner Pein, fälschlich las sen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost ge- gent, daß du so viel Herzhangen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster JEsu, Dank dafür. 2. Ich erwag es hin und her, was dich doch bewobeschwer haft auf dich gezogen: daß du Angst, Gewalt und Noth, Schläg 6. Du hast dich in Noth und Hohn und Banden, gestecket, hast gelitten mit Lästerung und Kreuz und Geduld, gar den herben Tod willig ausgestanden. Tod geschmecket, um zu 3. GOttes Wohlgewobüßen meine Schuld; daß genheit, Vaterlieb und ich würde losgezählet, haft Gute, deine Herzensfreunddu wollen sein gequälet. lichkeit und dein treu GeTausend, tausendmal sei dir, müthe, JEsu, hat es ausliebster JEsu, Dank dafür. gebracht, daß kein Mensch 7. Deine Demuth hat verzagte, wenn der Sungebüßet meinen Stolz und den Meng und macht die Üebermuth, dein Tod mei- Gewissen nagte. nen Tod versüßet, és komt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster JEsu, Dank dafür. 4. O du wunderbarer Rath, den man nie ergründet! Oder unerhörten That, die man nirgend findet! Was der Mensch, der Erden Knecht, trohig 8. Nun, ich danke dir hat verbrochen, wird an von Herzen, Esu, für GOtt, der doch gerecht, gesammte Noth, für die durch und durch gerochen. Wunden, für die Schmer- 5. Meine wilde Schandzen, für den herben, bit- begier hat dich so zerschlatern Tod, für dein Zittern, gen; diese Krankheit hab für dein Zagen, für dein ich dir, Efu, aufgetragen. tausendfaches Plagen; für meine Schuld und Missedein Ach und tiefe Pein that hat dich so verbürget, will ich ewig dankbar sein. bis sie dich auch endlich Ernst Christoph Homburg. hat unrecht hingewürget. 4* 6. Albewegt? Daß du möchtest 95. mir die Vom Leiden Christi. 76 6. Alle Strafe, der ich war und verbunden, liegt auf die nun 96. Esum liebt, J In eigener Melodie. hr alle, die ihr ganz und gar, und durch deine Wunden wird uns seid traurig und betrübt. Fried und Heil gebracht; Er, der wahre GOttesdrum will mir geziemen, Sohn, der da saß aufs Badeine starke Liebesmacht ters Thron, wird ins Grab ewiglich zu rühmen. geleget. 7. Laß doch dieser Si- 2. Schau, Braut, hier cherheit gleichfalls mein liegt dein Bräutigam, dein Gewissen zwischen Angst Hirt und auch dein Lamm; und Tod und Streit kräf- deines Herzens Troft und tiglich genießen. Ach, ach, Ruhm, deiner Seelen Eimeines Herzens Herz, wirf genthum, schau, er ist gedurch deine Schmerzen storben. meine Schmerzen hinterwärts, fern aus meinem Herzen. 3. großes Leid, o bittre Noth! Was ist dies für ein Tod? Alles, was die ganze Welt und der Himmel in sich hält, das muß ihn beklagen. 8. Und wie schnell mein Herz erschrickt über Straf und Sünden, so schnell werd es gleich erquickt mit den Gnadenwinden. JEsu, fieh, ich falle dir mit zerknirschter Buße und mit Besserungsbegier glaubensfühn zu Fuße. 4. Ach wie liegt er so erkalt, verblasset und verstalt. Seiner Augen Freundlichkeit, seiner Stirnen Herrlichkeit ist nun ganz verschwunden. 5. O Menschenkind, bedenk es wohl, was dies bedeut und soll: deine Sünd und Missethat ists, die ihn getödtet hat, und ins Grab 9. Nun, ich weiß, worauf ich bau, und bei wem ich bleibe, welchem Fürsprach ich mich trau, und an wen ich glaube. JEsu, du bist es allein, der mic) versenket. hålt und schüßet, wenn gleich alle Höllenpein auf mich schenßt und blißet, 10. Ich will, weil ich mit dir frei werd im Himmel erben, HErr, in deinen besser Leben. Armen treu leben und auch fterben, bis man fröhlich sagen wird nach den Todesbanden: Sieh, dein Brautgam und dein Hirt, JEsus, fft vorhanden. Seinr. Held. 6., Wie selig ist der, weil er lebt, sich selbst mit ihm begråbt; der hier von der Sünd absteht, und durch seinen Tod eingeht in ein 7. Drum fall ich auch nun zu dir hin, mein JEsu, wie ich bin; denn ich will, o GOtt, mit dir sein begraben für und für, bis ich auferstehe. Joh. Angelus. Mel. Dom Leiden Chrifti. 77 ben, meine Stärke. Mel. Ich will dich lie- denn die Unschuld långer stehn? Soll denn das Heil der Welt verderben, und unser Leben untergehn? Ach ja, es weicht schon Geist und Sinn. Ach ja, 97. Dommt her und schauet an mein Leben, das unbefleckte Jungfrau- Kind; schaut, die Lieb ist hin. wie es ist ans Kreuz ge7. Die Lieb ist hin, o geben für unsre Schuld arme Seele, die Lieb ist und unsre Sünd. Es ist todt, lauf doch hinzu; erso übel zugericht, daß mir das Herze bricht. öffne deines Herzens Höhle, und gieb sie ihm noch jetzt 2. Schaut, wie ihn die zur Ruh. Steig auf das Gottlosen haben so hart Kreuz, nimm ihn herab, zerschmissen und verwundt; und sei der Liebe Grab. wie man ihm Hånd und 8. Du bist die Schuld, Fuß durchgraben, wie man daß er gestorben, du bist belohnt den holden Mund. die Ursach seiner Pein; Wie ist die ewge Freundlich- weil er um deine Lieb geFeit beworfen und bespeit. worben, hat er des Todes 3. Der Leib ist voller müssen sein. Dies LammBeuln und Schrunden, lein ist für dich geschlacht, voll Angst und Schmerzen für dich in Tod geist sein Geist; das Fleisch bracht. und Mark ist fast verschwunden, das Blut ver9. Entzieht euch mir, ihr meine Sinnen, ihr gossen allermeiſt. Wie Augen, schließt euch beide muß das lieblich Neugelein zu; mein Geist begebe fich ein solches Scheusal sein. von hinnen, mein Leben 4. Er hat vom Himmel das ersterb auch nu; ich auf die Erden aus lauter kann vor Leid nicht mehr Liebe sich gesenkt, daß wir bestehn, ich muß mit ihm erledigt sollen werden von Joh. Angelus. vergehn. allem liebel, das uns kränkt; und sieh, er stecket selbst Mel. in Noth, der treue LiebesGOtt. Soit ich meinem GOtt nicht singen. affet uns mit 98. 5. Wer ist nun, der ihm JEsu ziehen, bei kann springen, wer will seinem Vorbild folgen nach, ihm seine Treu bezahln? in der Welt der Welt entwer Dele seinen Wunden fliehen auf der Bahn, die bringen? Wer stillet seine er uns brach, immer fort Pein und Qual? Wer ist zum Himmel reisen, irdisch der sich zu diesem Kind noch, doch himmlisch sein, ans Kreuz mitleidig bind? glauben recht und leben 6. Soll denn die Lieb fein, in der Lieb den Glauam Kreuze sterben? Soll ben weisen. Treuer JEsu, bleib 78 Dom Leiden Christi. bleib bei mir; gehe vor,| Acherwag die große Treue, ich folge dir. und dich deines JEsu freue. 2. Lasset uns mit JEsu 2. Sieh, der wahre leiden, seinem Vorbild GOttes- Sohn ist für dich werden gleich. Nach dem ans Holz gehänget, ſein Leide folgen Freuden, Ar- Haupt trägt die Dornenmuth hier macht dorten kron, sein Leib ist mit reich, Thränen-Saat die Blut vermenget, er läßt Ernte lachen, Hoffnung sich für dich verwunden: wo tröstet mit Geduld; es kann ist größre Lieb gefunden? leichtlich GOttes Huld aus dem Regen Sonne machen. JEfu, hier leid ich mit Hölle, und von GOtt dir, dort theil deine Freud mit mir. 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber TEsus trägt die Sünden und läßt dich Genade finden. 3. Lasset uns mit JEsu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom 4. Durch sein Leiden Seel- Verderben, von der ist gestillt deines GOttes ewiglichen Noth. Laßt uns Zorn und Rache, er hat tödtett, weil wir leben, das Gesetz erfüllt, gut ge= unser Fleisch, ihm sterben macht die böse Sache, ab; so wird er uns aus Sünde, Teufel, Tod umdem Grab in das Him- schränket, und den Himmels- Leben heben. sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. Esu, mel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz? Willst du dich zu 4. Lasset uns mit JEsu ihm gesellen? JEsu Leiden leben; weil er auferstanden ist kein Scherz, seine Liebe ist, muß das Grab uns kein Verstellen. Denke wiedergeben. Esu, unser drauf, was dir oblieget Haupt du bist, wir sind gegen den, der für dich deines Leibes Glieder. Wo sieget. du lebst, da leben wir. 6. Ich kann nimmer Ach erkenn uns für und nimmermehr das Geringste für, trauter Freund, für nur vergelten, er verbindt deine Brüder. JEsu, dir mich allzusehr. Meine ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sig. v. Birken. Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet, und wohl gar mit Mel. Liebster JEsu, wir Sünd betrübet. find hier. 7. Was geschehen, soll 99. Meine Seel, er- nun nicht hinfort mehr muntre dich, von mir geschehen; mein deines JEsu Lieb bedenke, Schluß sei nun fest gewie er für dich giebet sich, richt, einen andern Weg darauf deine Andacht lenke. zu gehen, darauf ich mir Dom Leiden Chrifti. 79 JEsum suche, und was uns, mein JEsu, recht ihn betrübt, verfluche. verbinden, schenkst du schon 8. Weg ihr Sünden, so viel auf Erden: ei weg von mir, euch kann was will im Himmel ich an mir nicht leiden, werden! euretwegen müßt ich hier 14. Was für Luft und und dort von dem sein Süßigkeit, was für Fried gescheiden, ohne welchen und Jubiliren, was für ist kein Leben, keine Gnade, Ruhe nach dem Streit, kein Vergeben. was für Ehre wird uns 9. Du, mein Esu, du zieren. Ewig, ewig werd mein Heil, dir will ich ich loben, wenn ich ganz mich ganz verschreiben, in GOtt erhoben. daß ich dir, als meinem 15. Ach ich freu mich Theil, einig will getreu alle Stund auf dies freuverbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. denvolle Leben, danke dir mit Herz und Mund, du, o JEsu, hafts gegeben; 10. Du, mein Esu, nur im Glauben laß michs sollst es sein, den ich mir halten, und dein Kraft in zum Zweck geseket; wie mir stets walten. du mein, so will ich dein bleiben stets und unverlebet; was du liebest, will Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. ich lieben, und was dich, 100. Meine Liebe mich am 11. Was du willst, das Kreuz, ich will ihn daselbſt fei mein Will, dein Wort umfassen, und nicht lassen, meines Herzens Spiegel? daß er durch sein theures wann du schlågest, halt Blut mache mich gerecht ich still; dein Geist bleibt und gut. mein Pfand und Siegel, 2. Meine Liebe hängt daß ich soll den Himmel am Kreuz, was hang ich erben: darauf kann ich fröh- denn an den Brüsten schndlich sterben. der Lüsten? Wäre doch 12. Nun so bleibt es die Welt nur mir, und fest dabei: JEsus soll es ich auch gekreuzigt ihr. sein und bleiben, dem ich 3. Meine Liebe hängt lebe, deß ich sei; nichts am Krenz; ich will seiner soll mich von Esu treiben. stets gedenken, wenn mich Du wirst, Esu, mich krånken Sünde, Tod und nicht lassen, ewig will ich Teufel, Hill, er macht dich umfassen. selig meine Seel. 13. ft bereits schon 4. Meine Liebe hängt teht allhier solche Freud am Kreuz; auf ihn will und Ruh zu finden, wenn ich fröhlich sterben, und im Glauben wir mit dir ererben, was mir GOtt hat 80 Dom Leiden Chrifti. bat zubereit in der ewgent 7. Ach Vater, ach dein Seligkeit. Adam Tribbechov. einger Sohn erbleicht am Kreuz mit Schmach und Mel. Ich hab mein Sach Hohn; nun, dies geschieht GOtt heimgestellt. für meine Schuld, drum JEsu Gnad und Huld. 101. Nun ist es hab Geduld und zeig in alles wohl gemacht, weil JEsus ruft: 8. Ich will mit ihm zu Es ist vollbracht! Er neigt Grabe gehn, und, wo die sein Haupt, o Mensch, Unschuld bleibet, sehn; ja und stirbt, der dir erwirbt ich will ganz begraben ſein das Leben, das niemals im Tod allein mit ihm, verdirbt. und selig schlafen ein. 2. Erschrecklich, daß der 9. Ertödt, o JEfu, selbst HErrerbleicht der Herrlich in mir der Schlangen keit, dem niemand gleicht, Brut, das böse Thier, den der Lebens- Fürst; die Erde alten Menschen, daß ich kracht, und es wird Nacht, streb und mich erheb gen weil GOttes Sohn wird Himel, und dir, Jésu, leb. umgebracht. 10. Sollt ich den Sun3. Die Sonn verlieret den- Unslath noch mehr heihren Schein, des Tem- gen? Nein, dies schwere vels Vorhang reißet ein, Foch sei abgelegt; es hat der Heilgen Gråber öffnen mir lang gemachet bang, fich ganz wunderlich, und nun weiß ich, daß ich Gnad stehen auf gar sichtbarlich. empfang. 4. Weil denn die Krea- 11. Ich will heut abtur fich regt, so werd, o gestorben sein der Sünd Mensch, hierdurch bewegt; und leben dir allein; es hat zerreißt ein Fels, und du dein Tod das Leben mir wirst nicht durch dies Ge- gebracht herfür und aufgericht bewogen, daß dein than die Himmels- Thür. Herze bricht? 12. JEsu Christe, 5. Du bist die Schuld, stärke mich in meinem Vornimm dies in Acht, daß saß kräftiglich. Laß mich JEsus ist ans Kreuz ge- den Kampf so sezen fort, bracht, ja gar zum Tod nach deinem Wort, daß ich und in das Grab, weil die Kron erlange dort. er aufgab den Geist, und 13. So will ich dich, mit Geschrei schied ab. HErr JEsu Christ, daß 6. Drum folge JEsu du für mich gestorben bist, nach ins Grab, und stirb von Herzen preisen in der dem Gräul der Sünden Zeit und nach dem Streit ab; gehst du nicht mit ihm in Freud und Wonn in in den Tod vom Sünden- Ewigkeit. Koth, so mußt du fühlen Höllen- Noth. Laurentius Laurenti. In 81 meines Lebens Jammerpein, in dem blutverwundten Herzen, sanft in dir gestillet sein. 6. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzes- Holz erworbett, ach wie denk ich an dein Blut? Ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du! wenn ich in der letzten Stunden sanft in deiner Seiten ruh. Dom Leiden Chrifti. In eigener Melodie. du Liebe mei102. ner Liebe, du erwünschte Geligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Schlachtschaf eingestellt, und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg fich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen GOttes Zorn und Eifer trägt, den, so niemand Fonnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 7. Liebe, die sich todt gefrånket, und für mein erkaltes Herz in ein faltes Grab gesenket: ach wie dank ich deinem Schmerz? Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig le3. Liebe, die mit starkem ben kann, und der SeeHerzen alle Schmach und len Heil erworben: nimm Hohn gehört; Liebe, die mich, liebster JEsu, an. Adam Drese. Dater unser int Himmelreich. mit Angst und Schmerzen auch der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich lie- Mel. bend zeiget, als sich Kraft und Athem endt; Liebe, 103. die sich liebend neiget, als Elend, Jammer, sich Leib und Seele trennt. Angst und Noth! seh ich 4. Liebe, die mit ihren doch meinen JEsum todt. Armen mich zuleht um- Er ist verstarret ganz und fangen wollt; Liebe, die gar, der einzig meine Hoffaus Liebs- Erbarmen mich nung war. Nun nimm, juleßt, in höchster Huld, nun nimm dies Leben hin: ihrem Vater überlassen, die ich ruh nicht, bis ich auch selbst starb und für mich fort bin. bat, daß mich nicht der: 2. Nichts ist nun auf Zorn sollt fassen, weil mich der ganzen Welt, das mein ihr Verdienst vertrat. Gemüth zufrieden stellt, 5. Liebe, die mit so viel mein Trost und Freude, Wunden, gegen mich, als GOttes Sohn, mein Lieb seine Braut, unaufhörlich und Leben ist davon. Ach sich verbunden, und auf nimm. ach nimm dies Leewig anvertraut: Liebe, laß ben hin: ich ruh nicht, bis auch meine Schmerzen, ich auch fort bin. 4** 3. D 82 Vom Leiden Christi. 3. Lieb, dein blasses bis in das Grab gestritten, Angesicht macht, daß mir als sie den Tod erlitten. Herz und Muth gebricht; 2. Ach, ist es nicht dein dein ganz verblichner Ro- liebstes Herz, dein Kind senmund hat mir schon und Eingeborner? Wie Leib und Seel verwundt. leidet denn so großen Ach nimm, ach nimm dies Schmerz, o GOtt, dein Leben hin: ich ruh nicht, Auserkorner? Wie kann bis ich auch fort bin. es sein, daß solche Vein 4. Ich weiß wohl, daß dem Helden wird gegeben, du mir zu gut vergossen der allen giebt das Leben? haft dein theures Blut. 3. Ja, Vater, ist er Drum, daß ich es vergelte nicht der Mann, von dem dir, so will ich wieder ster- du selbst gesaget: Er ist es, ben mir. Ei nimm, ei der mich stillen kann, mein nimm dies Leben hin: ich Sohn, der mir behaget? ruh nicht, bis ich auch Wie muß denn er ießzund fort bin. so schwer die Bürde auf sich nehmen, den Tod dadurch zu zähmen? 4. Ist er nicht selbst die Herrlichkeit, und wird den5. Gieb mir dein Leiden, Kreuz und Pein, die Nagelmäale drückt mir ein; verehre mich mit deinem Spott, mach mich ganz noch verspeiet? Ja, ist er ähnlich deinem Tod. Ach nicht der Held im Streit, nimm, ach nimm dies Le- und wird so leicht zerben hin: ich ruh nicht, streuet? Ist er nicht Gott, bis ich auch fort bin. und leidet Spott? Ist er 6. Esu, laß mich nicht ohne Schulden, und doch nicht hier, nimm mich muß den Tod erdulden? nur in das Grab mit dir; 5. O frommes, unbelaß deines süßen Herzens flecktes Lamm, o schönster Schrein mein Grab und Mensch auf Erden, o Maneigne Ruhstatt sein. na, das vom Himmel kam, JEsu, nimm dies Leben hin: ich ruh nicht, bis ich auch fort bin. du mußt geopfert werden. Dein Hand und Füß, als die so süß am letzten End uns laben, die werden ganz durchgraben. Johann Angelus. 6. Dein würdigs Haupt o GOttes Sohn, das wir 104. großer GOtt mit Zittern ehren, bedecket ins Him- eine Stachelkron, dein mels Chron, hilf, daß ich Elend zu vermehren; dein mög erkennen, wer doch treuer Mund, der Wahrgewesen die Person, und heit Grund, die rosenwie sie sei zu nennen, die farbnen Lippen sind bleihier für mich so ritterlich cher als die Klippen. 7. D Mel. Was GOtt thut, das ist wohlgethan. Dom Leiden Christi. 83 7. O große Lieb, jetzt seh Hoffart willen! Dein G ich recht die Wund in dei- ßeln, Martern und Bener Seiten, dadurch du schwer muß unsre Frechwillst mir armen Knecht heit stillen. Nur unsre ein ewges Mahl bereiten; Lust, der Sünden Wüst, dies Herzensblut, das ho- gebieret deinem Herzen, o he Gut, desgleichen nicht Heiland, so viel Schmerzen. zu finden, befreiet mich 13. Ich bin, HErr von Sünden. JEsu, ganz verflucht, du 8. Dein Augen voller aber bist der Segen; noch Freundlichkeit, der Men- hat der Segen mich geschen Lust und Wonne, die klarer waren vor der Zeit, als die so klare Sonne, die åndern sich nun jammerlich, die schönsten Lichter schwellen von lauter Thränenquellen. sucht auf gar verfluchten Wegen. Ich hab allein die höchste Pein mit Sintden wohl verdienet: du bast mich ausgesühnet. 14. Ich war verkauft zur Höllenglut um so viel 9. Sie rinnen als ein böser Thaten, da wußt Wasserfluß auf die zer- allein dein göttlich Blut schlagnen Glieder; fie fal- in solcher Noth zu rathen; len wie ein Regenguß die der theure Schatz behielt zarten Wangen nieder. den Platz, der Satan mußAch nichts ist hie als te weichen, Sund, Höll Angst und Müh, es wird und Tod desgleichen. mit tausend Plagen der schönste Leib zerschlagen. 15. Nun höret auf des Höchsten Rach, sein Zorn 10. Du trägst die Stra- der ist gestillet durch so viel fen meiner Schuld und Schmerzen, Pein und schweren Missethaten, ja Schmach; nun ist die läsfest dich aus lauter Huld Schrift erfüllet: des HEram Pfahl des Kreuzes bra- ren Tod hat nun die Noth ten. Das that die Lieb, auf Erden weggenommen, HErr, die sich trieb, die der Fried ist wieder kommen. Sünder aus dem Rachen 16. HErr JEsu, nimm der Höllen frei zu machen. mich gnädig an, vertilg in 11. Wunderwerk! mir die Sünde, die ich Der herrlich ist, nimmt auf nicht ganz ertödten kann, sich unsre Schande; der wie leider ich befinde. Eins keusch, gerecht und sonder bitt ich dich, HErr, lasse List gepriesen wird im mich dein theures BlutLande, trägt mit Geduid vergießen bis in mein Grab ganz fremde Schuld, ja, genießen. Johann Rift. hat sein eignes Leben für Mel. Herztich thut mich unsers hingegeben. verlangen. 12. Wie niedrig bist du 105. worden, HErr, um unsrer Haupt voll Blut und Wun 84 Dom Leiden Christi Wunden, voll Schmerz und gehen, wann dir dein Herze voller Hohn, o Haupt zum bricht. Wann dein Haupt Spott gebunden mit einer wird erblassen im letzten Dornen- Kron, o Haupt, Todesstoß, alsdann will sonst schön gezieret mit ich dich fassen in meinen höchster Ehr und Zier, jetzt Arm und Schoof. aber höchst schimpfiret: 7. Es dient zu meinen Gegrüßet seist du mir! Freuden und kommt mir 2. Du edles Angesichte, herzlich wohl, wenn ich in davor sonst schrickt und deinem Leiden, mein Heil, scheut das große Weltge- mich finden soll. Ach wichte, wie bist du so be- möcht ich, o mein Leben, speit? Wie bist du so er- an deinem Kreuze hier bleichet? Wer hat dein mein Leben von mir geben, Augenlicht, dem sonst kein wie wohl geschähe mir! Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 8. Ich danke dir von Herzen, o JEsu, liedster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wann ich nun erfalte, in dir mein Ende ſei. 9. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wann mir am Last; ich hab es selbst ver- allerbängsten wird um das schuldet, was du getragen Herze sein, so reiß mich hast. Schau her, hier sich aus den Aengsten kraft ich Armer, der Zorn ver- deiner Angst und Pein. dienet hat: gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 4. Nun, was du, HErr, erduldet, ist alles meine 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich 5. Erkenne mich, mein sehr dein Bilde in deiner Hüter, mein Hirte, nimm Krevzesnoth Da will ich mich an; von dir, Quell nach dir blicken, da will ich aller Güter, ist mir viel glaubensvoll dich fest an Guts gethan; dein Mund mein Herz drücken. Wer hat mich gelabet mit Milch so stirbt, der stirbt wohl. und füßer Koft, dein Geist Paul Gerhard. hat mich begabet mit mancher Himmelsluft. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch 106. nicht; von dir will ich nicht Mel. O Mensch, bewein dein Sünde groß. Herz des ler Dom Leiden Chriſti. 85 Ach 4. Erweitre dich, mach ler Welt, des Herrschers in den Himmelszelt, dich alles voll, sei meine Roſe, grüßt mein Herz mit Freu- riech mir wohl, bring Herz den. Mein Herze, wie dir und Herz zusammen. Entwohl bewußt, hat seine zünde mich durch dich, und größt und höchste Lust an dir laß mein Herz ohn End und deinem Leiden. und alle Maaß in deiner wie bezwang und drang Liebe flammen. Wer dieses dich doch dein edle Lieb, ins bittre och der Schmerzen dich zu geben, da du dich neigtest in den Lod, zu retten aus der Todesnoth mich und mein armes Leben. hat, wie wohl ist dem. In dir beruhn, ist angenehm. Ach, niemand fanns gnug sagen. Wer dich recht liebt, ergiebt sich frei, in deiner Lieb und süßen Treu auch wohl den Tod zu tragen. 5. Ich ruf aus aller Herzens- Macht dich, Herz, in dem mein Herze wacht, Dich ach laß dich doch errufen. hat ein Weib der Welt Komm, beug und neige gebracht, uni machst dem, dich zu mir an meines der die Welt gemacht, Herzens arme Thür, und so unerhörte Schmerzen. zeuch mich auf die Stufen Du meines Herzens Herz der Andacht und der Freuund Sinn, du brichst und digkeit; gieb, daß mein fällst und stirbst dahin, Herz in Lieb und Leid dein wollst mir ein Wort ge- eigen sei und bleibe, daß dir währen: Ergreif mein Herz es dien an allem Ort und und schleuß es ein in dich dir zu Ehren immerfort und deiner Liebe Schrein; all seine Zeit vertreibe. mehr will ich nicht begehren. 6. Herzens- Ros, o 3. Mein Herz ist falt, schönste Blum, ach wie hart und bethört von al- so köstlich ist dein Ruhm, lem, was zur Welt gehört, du bist nicht auszupreisen. fragt nur nach eitlen Sa- Eröffne dich, les deinen chen; drum, Herzens- Her- Saft und des Geruchs erze, bitt ich dich, du wollest höhte Kraft mein Herz und dies mein Herz und mich Seele speisen. Dein Herz, warm, weich und sauber HErr JEsu, ist verwundt: machen. Laß deine Flamm ach tritt zu mir in meinen und starke Glut durch all Bund, und gieb mir deimein Herze, Geist und nen Orden; verwund auch Muth mit allen Kräften mich, o süßes Heil, und dringen. Laß deine Lieb triff mein Herz mit deinem und Freundlichkeit zur Ge- Pfeil, wie di verwundet genlieb, HErr, jederzeit mich worden. armen Sünder bringen. 7. Nimm, mein Herz, o mein 2. O Tod, du fremder Erdengast, wie warst du so ein herbe Laft dem allersüßsten Herzen. 86 Vom Leiden Christi. mein höchstes Gut, und leg| O bittrer Zorn, sehr schwer es hin, wo dein Herz ruht, und heiß, dafür die Troda ists wohl aufgehoben; pfen Blut wie Schweiß da gehts mit dir gleich als aus durch die Adern drinzum Tanz, da lobt es dei- gen. Ach wie drückt die nes Hauses Glanz, und Sündenmenge dich so strenfanns doch nicht gnug lo- ge, daß du liegest, und dich ben. Hier setzt sichs, hier wie ein Würmlein biegest. gefällts ihm wohl, hier 4. Du wirst von der freut sichs, daß es bleiben Gottlosen Rott in deiner soll. Erfüll, HErr, meinen innern Seelennoth auch Willen, und weil mein außerlich gefangen; man Herz dein Herze liebt, so kommt zu dir mit starker laß auch, wie dein Recht Macht als einem Mörder es giebt, dein Herz mein in der Nacht mit Spießen Herze stillen. Paul Gerhard. und mit Stangen. Keine Mel. Wie schön leuchtet kann man finden, noch aneine Schuld der Sünden der Morgenstern. sagen, und doch wirst du JEsu Chri- hart geschlagen. 107. 5. Du tiågest Schläge, Lamm, mein theurer See- Hohn und Spott, Verachlen- Bräutigam, der du für tung, Schmach und Speimich gelitten, der du des chelkoth, du bist gleichwie Leidens schwere Last an ein Ballen, den man bald meiner Statt getragen haft wirft, bald sidst, bald und mit dem Tod gestrit- schlägt, bald hin, bald wieten: gieb mir an dir doch der her bewegt, bald läßt jehunder deine Wunder an- zur Erden fallen. Wie ein zusehen, und im Geiste zu Würmlein auf den Straverstehen. sen mußt du lassen auf dich stehen, über dich mit Füßen gehen. grausen Zorn und ein Lügenmaul 2. Es rauschet über dich mit Macht die ganzeSchaar der Höllennacht; das Reich 6. Du wirst gar ernstder Finsternissen geußt sei- lich angeklagt, und was nen aussagt Grimm aus über dich mit falsch wider dich, muß gelUngestum, du mußt anieko ten; die Lugen, die sie selbst bußen. Was du, JEsu, erdacht, Eat man auf dich nicht verbrochen, wird ge- ohn Ursach bracht, daß rochen, du mußt tragen sie dich könnten schelten. aller Menschen Schmach Lügen, Trugen thut das und Plagen. Beste, weil man feste hålt zusammen, dich zum Tode 3. Der grimme Tod mit seiner Mach ist gånzlich zu verdammen. wider dich erwacht, mit dem mußt du jest ringen. versäumt man nicht, man spet7. Was dir web thut, Vom Leiden Christi. 87 speiet dir ins Angesicht, mein Lebelang ich dir von man schläget dich mit Herzen Lob und Dank für Grimme; die Rotte treibt solche Gnad erweise; daß mit dir ihr Spiel, fie legt ich in meinem Lebensrest auf dich der Schmach sehr an dir fiets hange hart viel, fie giebt dich um und und fest, und deine Wunümme. Was man nur kann der preise. Gieb mir, nach hier erdenken, dich zu krån- dir mich zu sehnen, und fer und zu quälen, an deß mit Thränen meine Sünfeinem muß es fehlen. den in dein Leiden einzuwinden. purroth Gewand, spricht mit Spott Knieen: Glück zu, o du Fürst der Ehren, laß jetzt hören dich ein wenig, o du feiner Juden- König! 8. Zu mehrer Pein und größermHohn befiehlt man, 12. Gieb mir, o HErr, eine Dornenkron dir auf auf meiner Bahn dein Leidein Haupt zu ziehen. Man den stets zu schauen an, giebt ein Rohr in deine den Gang danach zu richHand, zum Kleid ein pur- ten. Wie du ven Himmel man und die Welt zu gute mir und hintangestellt, so laß michs auch vernichten; daß mich ewig weder Freuden, weder Leiden von dir trenne, und mich nur den Deinen nenne. 9. Du mußt die schwere Kreuzeslaft, die Laft, die 13. Du trägest Elend, aller Welt verhaßt, selbst Kreuz und Schmach, wie auf dem Rücken tragen; du wirst gleich einem Bdfewicht mit ween Mördern hingericht, und an das Kreuz geschlagen. Christe, dein Weh ist ohumäßig; Gall und Esfig wird daneben dir in deinem Durst gegeben. sollt ich mir denn Wohlgemach auf dieser Erden suchen. Sollt ich hier wünschen Gunst und Ehr, da du, mein Haupt, mein GOtt und HErr, ertrågest Schmach und Fluchen? nein, läßt mein Haupt und König sich so wenig allhier achten, was soll ich nach Ehrent trachten? 10. Dies alles nimmst du, HErr, auf dich, daß du davon befreiest mich, o 14. Der König trägt die herzliches Erbarmen. Wie Dornenkron, sollt ich, sein soll ich doch gnug dankbar Knecht, denn bessern Lohn, sein für dies dein Leiden, als wie mein Herr erwar Tod und Pein, die du ten? Sollt ich mir wünträgst für mich Armen? schen frohe Zeit, da selbst Ach ich will nich und mein der HErr der Herrlichkeit Leben nun ergesen dir zu vor Angst Blut schwitzt im eigen, und mein Herz ganz Garten? Ach nein, wer zu dir neigen. sein Knecht will werdent, 11. Ach hilf doch, daß muß auf Erden sich nicht schå= 88 Dom Leiden Christi. schämen, auch sein Kreuz| Kreuzes geschlachtet, allauf sich zu nehmen. zeit erfunden duldig, wie15. Wer nur der Welt- wohl du warst verachtet; luft hier begehrt, der ist, o all Sund hast du getragen, JEsu, dein nicht werth; sonst müßten wir verjagen. Kreuz ist der Christen Zei- Gieb uns deinen Frieden, chen. Am Kreuze wurden o JEsu. Nitolaus Decius. wir erlöst, drum wer das Kreuze von sich stößt, von In eigener Melodie. wein dein 16. dem muß Chriftus weichen. 109. Menſch), beSingen, springen, dem Weltleben sich ergeben, Sünde groß, darum Christolz bergeben kann mit stus seins Vaters Schooß Christi Kreuz nicht stehen. äußert und kam auf Erden. Chrifte, gieb mir von einer Jungfrau rein deinen Sinn, daß ich, wie und fart für uns er hier du, nun auch forthin das geboren ward, er wollt Weltgetümmel meide, daß der Mittler werden. Den ich JEsu, mein GOtt und Todten er das Leben gab, HErr, dir ähnlich werde und legt dabei all Krankmehr und mehr, ein wenig heit ab, bis sich die Zeit, mit dir leide; daß mich, herdrange, daß er für uns wenn ich hier mitleide, dort die Freude auch erquicke, und einst dir entgegen rücke. geopfert würd, trug unfrer Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange. Heinrich Georg Neuß. In eigener Melodie. 2. Denn als das Fest der Juden kam, JEsus sein Junger zu sich nahm, gar bald that er ihn'n sagen: 108. Lamm Gttes unschulDes Menschen Sohn verdig am Stamm des Kreuzes rathen wird, ans Kreuz geschlachtet, allzeit erfun- geschlagen und erwürgt den duldig, wiewohl du wohl auf der Juden Tagen. warst verachtet; all Sund In Simons Haus ein hast du getragen, sonst müß- Fraue kam, viel köstlichs ten wir verzagen. Erbarm Wasser zu ihr nahm, thats dich unser, o Jesu. übern HErren gießen. Et2. O Lamm GOttes lich der Jünger murrten unschuldig am Stamm des baid, JEsus die Fraue Kreuzes geschlachtet, allzeit gar nicht schalt, das that erfunden duldig, wiewohl Judam verdrießen. du warst verachtet; all 3. Zum Hohenpriester Sund hast du getragen, er sich fügt, den HErren sonst müßten wir verzagen. zu verrathen lugt, nahm Erbarm dich unser, o Esu. dreißig Pfennig bhende. 3. O Lamm GOttes un- Bald JEsus mit sein Junschuldig am Stamm des ger kam, und aß mit ihn'n das Dom Leiden Chrifti. 89 das Osterlamm und that Gwalt? JEsum, sprachn dasselbe enden. Er setzt fie, und fielen bald zurück uns auf ein Testament, in ihrem Wüthen. Judas sein Tod zu bdenken bis gab ihm den Kuß behend, ans End, wusch den Jün- der grausam Hauf auf JE= gern die Füße; er bildt sum rennt, und fingen ihn ihn'n vor die Liebe schon, mit Grimme. Petrus sein und wie sie ihn würden Schwert auszuckte recht, verlan, mit Trost that ers bieb ab das Öhr des Bibeschließen. schofs Knecht; JEsus antwortet ihme: 4. Darnach er an den Delberg trat, in Furcht 7. Ficht nicht, steck ein und Zittern er da bat: Ach das Schwerte dein; soll ich betet und thut wachen! den Kelch nicht trinken Ein Steinwurf bald er mein? Den Knecht macht fürder ging, zu seinem er gesunde. Der Hauf Vater auch anfing: O Va- JEsum zu Hannas führt, ter, thu hie machen, daß und auch zu Caiphas da dieser Kelch ießt geh von rührt, gefangen und gemir: denn alle Ding sind bunden. Petrus folgt in möglich dir; doch es ge- den Hof hinein, durch den scheb dein Wille! Solchs bekannten Jünger fein, verer zum dritten Male bat, leugnt dreimal den HErso oft auch zu den Jun- ren. Der Bischof fraget gern trat, sie schliefen all JEsum hart, sie suchten in Stille. falsche Zeugn und Rath ihn zu verdammen führen. 5. Er sprach: Schlaft ihr in meinem Leid? Es 8. Christus antwortet ist gnug, die Stund ist be- ihnen nicht; der Hohepriereit, des Menschen Sohn ster zu ihm spricht: Was wird geben in die Hand willst du dazu sagen? Ich der Sünder; steht auf! bschwör dich bei dem GOtte der mich verräth, der lau- mein, sag, bist du Christ, ret drauf; nun betet ihr der Sohne sein? JEsus daneben. Als er noch redt, antwort ohn Zagen: Ich fieh, Judas kam, ein große bins und sag: von dieser Schaar er mit sich nahm, Zeit werdt ihr des Menmit Spießen und mit Stan- schen Sohne weit in Wolgen. Ein Zeichen der Ver- ken sehen kommen, sizen rather gab; welchen ich zur Rechten GOttes fein. füß, merkt eben ab, den Der Bischof' riß das sollt ihr weislich fangen. Kleide sein und sprach: 6. Als JEsus nun wußt Ihr habt vernommen, alle Ding, gar bald er ihn'n 9. Daß er gelåstert entgegen ging, und sprach GOtt so sehr; er sprach: zu ihn'n mit Güte: Wen Merkt auf, was wolln wir jucht ihr hie mit solcher mehr? Sie sprachen: Er foll 90 Dom Leiden Christi. soll sterben! und spieen ihm Den Menschen auch Hein sein Gesicht, vielBacken- rodes sah, und achtet ihn streich auf ihn gericht, mit für bieder. Ein GwohnLasterworten herben, ver- heit ihr allwegen habt, darin deckten ihm das Antlik ihr ein Gefangnen last, sein, und schlugen ihn mit JEfum will ich losgeben. Fäusten drein, sagtn: Wer Sie schrieen all mit lauter hat dich geschlagen? Am Stimm: JEsus uns an Morgen früh der Haufe das Kreuze nimm, Bargar fragten JEsum mit rabam laß uns leben. mancher Gfahr, thäten mit ihm bald jagett, 13. Pilatus JEsum geifeln ließ, und unter die 10. Und gaben ihn Pi- Schaarins Richthaus stieß; lato bhend. Als Judas JEsus ein Purpur truge. sah, wonaus es lendt, that Aus Dornen flochten fie ihn die Sach gereuen. Das ein Kron, die mußte durch Geld er bald den Priestern sein Haupte gahn, mit einm gab, und sprach: Ich sehr Rohr sie ihn schlugen, und gesündigt hab, erkannte grüßten ihn ein König mit fein Untreue, erhenket sich Spott, speiten auch in sein und barst entzwei. Die Ho- Antlik Koth, fein heilges henpriester beiderlei rath- Haupt auch schlugen. Pischlagten um das Gelde; latus sprach: Seht an den eins Töpfers Acker kauften Mann, an dem ich kein fie den Pilgern zum Be- Args finden kann, und hab gräbniß hie, als auch der nicht Strafens Fuge. Prophet meldet. 14. Sie schrieen all mit 11. Als JEsus vor Pi- lauter Stimm: Kreuzige, lato stund, erhob sich große kreuzge, den hinnimm, Klag ohn Grund, thäten sonst bist du nicht Kaisers ihn hart verklagen: Dem Freunde. Als nun PilaKaiser hat er wider than, tus hört das Wort, setzt und nennet sich ein GOt- er sich an des Richters tes Sohn, verführt das Ort, wusch d'Hånd, wollt Volk all Tage. Pilatus sein ohn Sünde, gab ihn'n ihn viel fragen that; E- den Mörder Barrabam, sus aber kein Antwort redt, bald JEsum er zu kreuzgen das nahm Pilatus Wun- nahm nach ihrem falschen der. Er schickt ihn zu Willen. Sein Kleider fie Herodes hin Herodes freute anthäten ihm, und führten sich auf ihn, meint, wollt ihn mit großem Grimm, sehn was besonders. das Kreuz trug er mit Stillen. 12. Als JEsus nun kein Antwort qab, verachtet ihn 15. Als sie nun gingen Herodes drob, schickt ihn aus mit ihm, Simon sie Pilato wieder. Pilatus zwungn mit harter Stimm bruft die Juden, sprach: daß er ihms Kreuz nachtrú Dom Leiden Christi. 91 trüge. Viel Volks und von! das thaten auch die Frauen weinten da, bald Schächer. JEsus, als er sie da sah, sich zum that sich zu ihnen biegen, JEsus Unschuld und sprach: Weinet nicht da lehrt, sprach: JEsu, über mich, ihr Töchter denk mein nachher, so du Zion, bewein sich ein je- kommeft ins Reiche dein. des und sein Kinder; ihr Er sprach: Heut wirst du werdt noch sprechen: selig bei mir sein, wohl in dem die Unfruchtbarn und die Paradeise! Ein Finstrniß saugten nie, vor Furcht ward zur sechsten Stund; und Qual der Sünde. um neune JEsus schrie 16. Sie kamen bald zur von Grund, mit lauter Schädelstatt, zween Uebel- Stimm und Weiſe: thåter man da hat, die man Doch Doch einer andern kehrt, er ihn 19. Mein GOtt, mein ans Kreuz auch schluge, GOtt, wie läßt du mich? zur linken und zur rechten In Spott brachten fie Hand, wie es die Schrift bald Essig, und gaben ihm langst hat bekannt. Jésus zu trinken. Als JEsus bat, sprach mit Fuge: den versuchet hått, sprach Verzeih ihn'n, Vater, die- er: Vollbracht ists, das je That, keinr weiß, was ich that; sein Haupt ließ es hie gethan hat. Pila- er da finken. Vater, tus that auch schreiben in die Hände deir, befehl hebraisch, griechisch und la- ich dir den Geiste mein! tein: JEsus ein König der schrie er mit lauter StimJuden fein; das that die me; gab auf sein Geist; Priestr betrüben. der Vorhang bhend im 17. Als nun JEsus ge- Tempel riß entzwei zu End, kreuzigt war, sein Kleider die Felfen wichen ihme. fie bald nahmen wahr, 20. Das Erdreich auch und spielten drůbr behen- erzittert war, die Gräber de. Als FEsus da sein wurden offenbar, der Mutter sab, dazu Johan- Hauptmann und sein Gfinnem bald er sprach: Weib, de sprachen: Fürwahr, der diesen ich dir sende, dies Fromme was und GOttes ist dein Sohn! Zum Jun- Sohn, deß zeiget das! ger spricht: Das ist dein schlagn an ihr Herz geMutter, laß sie nicht! schwinde. Als sie den Bald er sie zu ihm nahme. Schächernbrachn die Bein, Die Hohenpriester trieben war JEsus todt, brachen Spott, auch ander viel ihm kein, und stachen auf låsterten GOtt: Bist dus, sein Seite; es rann daraus der von GOtt kame? Wasser und Blut, ders hat gesehen, zeugets gut, die tes lieber Sohn, steig jetzt Schrift die jeugts auch vom Kreuz, hilf dir da weiter. 18. Bist du nun GOt21. Nach 92 Dom Leiden Christi. 21. Nach dem, als nun die Sünde schlägt; thu der Abend kam, Joseph dich davor bewahren. der Fromme, JEsum nahm Sebald Heyd. vom Kreuz, ihn zu begraben. Dazu auch Nikode- Mel. Alles ist an GOtmus kam, viel Aloes und tes Segen. Myrrhen nahm, damit ſie 110. ſo haft du JEsum haben gewickelt nun in ein Leinwand rein; da Leben für das meine hinwar ein Grab in einem gegeben, JEsu, meine Stein in einem Felsen Freud und Ruh, bist du neue, darein fie JEsum nun für mich gestorben, legten schon, ein Stein und hast mir das Heil auch drüber ward ge- erworben, du verwundte than, und gingen hin mit Liebe du! Treue. ten Noth! 2. Freilich ja, du bist ge22. Die Juden führten storben, daß du mir das noch ein Klag, bewahr- Heil erworben, liegest so tens Grab; am dritten elende todt. Nicht ein Tag JEsus stand auf Athem ist zu spüren, nicht mit Gwalte, auf daß er ein Glied kannst du mehr uns ja frimmer macht, rühren. Ach der unerhörund mit ihm in sein Reiche bracht aus der sündlichen 3. Deine Lippen sind Gstalte. Darum wir sol- verblichen, und dein Geist len fröhlich sein, daß un- von dir gewichen, alle ser Seligmacher fein, Chri- Kräfte sind verzehrt; alle stus, hat überwunden für Rosen deiner Wangen sind uns der Sünden große verwelket und vergangen, Noth, dazu die Hölle und alle Schönheit ist verheert. den Tod, und auch den Teufel bunden. 4. Dein erfreulich Angesichte ist nun worden ganz zunichte, deine Stirn ist ungestalt. Ja dein Augen, meite Sonnen, sind verloschen und zerronnen, alles ist verstalt und kalt. uns 23. So laßt uns nun ihm dankbar sein, daß er für uns leidt solche Pein, nach seinem Willen leben; auch laßt uns sein der Sünden feind, weil 5. Ach wo werd ich GOtts Wort so Feuer finden, mich hinhelle scheint, Tag und füro anzuzünden in der Nacht danach streben; ewgen Liebes Brunst; die Lieb erzeigen jeder- Wenn dein Augen, o mein mann, wie Christus hat Leben, keine Funken von an uns gethan, mit seinm sich geben, ist all unser Leiden und Sterben. Thun umsonst. Menschenkind, betracht das recht, wie GOttes 3orn 6. Ach was soll ich weiter sagen? Du bist auch so gar Dom Leiden Christi. 93 gar zerschlagen, daß mir o mein Leben, in dein off= Herz und Seele weint. nes Herz begeben, als den Deine Schultern sind zer- besten Felsenstein; weil schmissen, und dein Haupt man vor dem Grimm der so sehr zerrissen, daß es Höllen, vor der Welt und lauter Wunde scheint. ihren Wellen kann darinnen sicher sein. 3. Angelus. 7. Du bist ganz mit Blut umflossen, welches du für mich vergossen aus Mel. HErr und Aeltster deiner Kreuzgemeine. dem tiefften Lebensgrund; alle Glieder sind zerrenket, 111* Martes, wer fann dein vergessen, der in dir sein Wohlfein findt? 8. der Wunde, o des Unser Herze wünscht sich Schmerzens! D du Herze unterdessen stets noch mehr meines Herzens! O du zum Dank entzündt. Unsre Arznei meiner Pein! O daß Seele soll sich daran nahich meins Herzens Leben ren, unsre Ohren nie was möchte haben hingegeben, Liebers hören; alle Tage und für dich verwundet sein! kommt er mir schöner in 9. Weil dirs aber so ge- dem Bilde für. fallen, daß du, Treuester 2. Tausend Dank, du vor allen, meinetweren anser treues Herze! Leib das gethan, will auch ich und Geist bet drüber an, mich zu dir strecken, und dein theures Blut auflekfen, wet metn Mund sich rühren kann. daß du unter Martern Angst und Schmerze haft genug für uns gethan. Laß dich jedes um so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß üben, bis es einst als deine Braut dich von Angesichte schaut. und, was mehr mein Herze fränket, dein verliebtes Hert ist wund. 10. Deine Wunden will ich küssen, und das liebste Herze grüßen, wie ich immer kann und weiß; deinen Leichnam will ich pflegen, in Gewürz und Myrrhen legen, und ihn ehrn mit großem Fleiß. 3. Meine Franke und bedürftge Seele eilt auf deine Wunden zu; denn fie findt in deiner Seiten11. Gieb nur, wenn ich höhle Troft und Labsal, dich so küsse, daß mir Fried und Ruh. Laß mich Seel und Geist zerfließe, nur die Kreuzesluft anwedaß mein Herze werde hen, und dein Marterbild weich; daß der Balsam dei- stets vor mir stehen, so ner Wunden heile meiner geht mir bis in mein Grab Seelen Schrunden, daß nichts an Seligkeiten ab. mein Geist dein Herz er- 4. Die wir uns allhier reich. beisammen finden, schla12. Denn ich will mich, gen unsre Hände ein, uns auf 94 Dom Leiden Chrifti. auf deine Marter zu versprichst du, wie ich ringe binden, dir auf ewig treu für der Menschen Sünzu sein; und zum Zeichen, denschuld! Ja, du hast des daß dies Lobgetöne deinem Kreuzes Pein lassen dein Herzen angenehm und Vergnügen sein, daß du schöne, sage Amen und möchtest durch dein Sterjugleich: Friede, Friede sei ben Gnad und Heilgung mit euch! E. R. v. Zinzendorf. uns erwerben. 5. Unsre Herzen, unsre Sinnen, unsre Kräfte überall sind verkehrt von aus 112. Lamm Gotund innen durch den ersten tes hoch er- von Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. haben, welches der Welt ten ganz entleert und ins Sünde trågt, du allein, Böse ganz gekehrt; alles du kannst uns laben, wenn Tichten, alles Trachten uns Noth und Tod be- kann nichts als nur GOtt wegt. Siehe, du bist GOt- verachten. tes- Lamm, siehe, wir vom Sündenstamm, ach; wir find ja GOttes Feinde, lehr uns werden GOttes Freunde. 6. Alles dieses hat gebüßet GOttes eingeborner Sohn; großer Heiland, ſei gegrüßet, du trägst unsrer Schulden Lehn; auch ist 2. Bist du nicht der deiner Wunden Saft, alles Weg zum Leben? Bist du deines Leidens Kraft uns nicht der Wahrheit Grund? geschenkt, den Feind zu Hast dich selbst für uns binden und das Fleisch gegeben, daß noch übrig zu überwinden. war ein Bund, ein Bund 7. Geheimniß voller der Barmherzigkeit, ein Wunder! Kreuz, du bist Bund der Gerechtigkeit. des Lebens Holz, bist der Dein Kreuz, dein Blut einge Trost der Sünder, ist der Segen, so uns bringt daß der Fall nicht mache zu GOttes Wegen. ftolz; Chrifti Kreuz bringt 3. Lamm GOttes alles ein, was nur mag hochgelobet, GOttes Weis- verloren sein, wenn der heit, GOttes Kraft! als Geist aus Chrifti Schmerder Grimm und Zorn ge- zen freuziget die Welt im tobet, hast du Frieden uns Herzen. geschafft; bist von Ewig- 8. Drum, o JEfu, laß keit erkorn, und dazu ein dein Leiden schaffen in mir Mensch geborn, daß dein wahre Frucht; laß mich ewiges Erbarmen in der Zeit errett uns Arme. den Betrug vermeiden, daß ich nicht der Sünden Sucht zu bedecken fälschlich mein, ob ich bleibe gleich unrein. 4. Wort, o Schöpfer aller Dinge, schaffest auch uns neue Huld; siehe, Niemand wird Vergebung fin= Vom Leiden Christi. 95 finden, der nicht abstirbt scher Zeugen Haß; gieb mir allen Sünden. auch ohn Unterlaß, meine Feinde recht zu lieben, feinen Menschen zu betrüben. 9. Und wer mag nun von sich sagen: Sieh, ich sterbe der Welt ab! wo 14. Will der Teufel mich man nicht in deine Plagen verklagen, daß die Sinnen sich versenkt und in dein lästern GOtt: laß mich, Grab? Dein Tod will ge- JEsu, nicht verzagen, hilf pflanzet sein in mein ganzes durch deinen Hohn und Herz hinein, daß die Sun- Spott; durch den Geist den aller Sinnen auszu- der Heiligung dämpf in mir sterben recht beginnen. die Zweifelung, durch dein heikges Bekennen laß mich GOtt den Vater nennen. 10. Komm, o Zagen, komm, o Trauren über alles Bds in mir. Nichts 15. Troß gesagt dem mehr soll fort bei mir dau- alten Drachen, des Proern, was die Welt erwählet pheten falschem Schein. ihr. Siehe dort, wie zu GOtt reißt mich aus eudem Bach auf dem Kreu- rem Rachen durch des Sohzeswege, ach! ach das Lamm nes Schmach und Pein. so tief sich neiget, unter Heßet auf mich nur das GOttes Willen beuget. Thier, das mich längst verschlungen schier; reizet auf mich los die Wilden, denen deinem Sinn; brich mir ihr was könnt einbilden. meinen Sinn, den harten, 16. Was für Schmånimm ganz meinen Willen hung, was für Schläge, hin; sei du denn der En- leidest du, o Heiland mein; gel auch, der mir stårke sollt ich denn allein so trage den Gebrauch deines Lei- und von ihm geschieden dens in dem allen, wo ich sein? Nein, ich kann, ich möge dir nachwallen. 11. Eile zu mir aus dem Garten, GÖtteslamm, mit will, ich muß, gleich wie dort Ignatius, in mir sein Beispiel erfüllen, richts soll mein Verlangen stillen. 12. Will der Welt es nicht gefallen, daß ich ihr Thun fliehe sehr, laß mich nicht zurück hinfallen, binde 17. Sein Stillschweigen mich je mehr und mehr, nur bezwinget meinen Geist daß ich dir gebunden sei, in GOttes Schooß, und und durch deine Bande sein Geist in mir stets rinfrei, daß man mich durch get, daß ich von mir werde ihre Neße nicht berücké los, ganz vom eignen Wilnoch verlege. len frei, nichts nicht in 13. JEsu, deine Backen- der Welt mehr scheu, alle streiche, deine Wunden ohne seine Schmach und PlaZahl stärken mich, daß ich gen durch ihn willig zu nicht weiche, zu erdulden ertragen. alle Qual. Du trägst fal18. O mein GOtt, mein GOtt 96 Vom Leiden Christi. GOtt! er schreiet, hast du und mehr bereitet, daß der mich verlassen gar? Den Geist zum Siege schreitet. die böse Welt anspeiet, straft 23. Esu, GOtteslamm, der Vater offenbar, da er die Deinen folgen dir nicht doch unschuldig ist, und anders nach; kommt dein ihn würget meine List. Ei Geist durch seligs Weinen wie gern bin ich verlassen; unter ihres Herzens Dach, sein Verdienst kann GOtt wird das Fleisch zerknirnicht bassen. schet recht, so wird bald der Sündenknecht ein Kind GOttes, dein Miterbe; dies versüßet alles Herbe. 24. Drum wer sich von 19. Alter Mensch, dein arges Leben muß so aufgeopfert sein; du mußt deinen Geist aufgeben, soll ich anders werden rein. Laß Chrifto nennet, und erdie Welt nur schreien baß: wählt des Kreuzes Joch, Sehet, welch ein Mensch solchen nichts vom HErist das! gnug, es fordert ren trennet, ist er nur Christi Lehre, daß der Sün- besprenget noch; Christi denleib aufhöre. Blut, sein Eigenthum, reinigt iha zum Heiligthum, ihn durchs Leiden fiets verSolch dein Sterben klåret, ihm das Erbe stets 20. Angenagelt mußt du sterben, angenagelt immerfort. vom Verderben mich be- vermehret. freiet hier und dort. Gall 25. O wie sehnet sich und Essig sei dein Trank: mein Alles, deinem Tode JEsu, dir sei Lob und gleich zu thun, keiner Plage, Dank; lehre mich, wie von der Erde mir nichts, denn die Nothdurft werde. feines Falles fürcht ich mich, o JEsu, nun. Alles ist ein Vortheil mir, was 21. Selig, selig, die das mich nur gleich machet dir. Strauben dieser Welt ganz Herrlichkeit und ewges Lestellen ein, und bald ihren ben wirst du deinem DieLeib betäuben, unterthänig GOtt zu sein. Selig ist 26. HErr der Herrlichihr Ausgang hier, durch keit, ich denke stets an deiChristum fie für und für nen theuren Mund; lenke Welt und Teufel überwin- meine Sinnen, lenke, senke den, Fried und Freud im mich in deinen Bund. Geiste finden. Nichts mag so gering hier ner geben. 22. O Geheimniß voller sein, auch ein kleines Wunder! Kreuz bringt lau- Tröpfelein, was verleugter Seligkeit; Kreuz erhebt net, was gelitten, wird diearmen Sünder in Reich- dein Segen überschütten. thum und Herrlichkeit. 27. Nur beståändig sein Schenkt den Kreuzfelch) im- im Ringen, Flehn und mer voll! Alles, was ich Wachen lehre mich, daß leiden soll, mich nur mehr ich alles mag vollbringen, und Dom Leiden Chrifti. 97 und im Grab auch ehren 6. Ich danke dir, o Himdich, und im Geist auch mels- Zier, daß du für mich stehen auf, bis ich ende gelitten, daß du sterbend meinen Lauf. Da will ich meinen Tod ritterlich bedort fröhlich singen, dir, stritten. Lamm GOttes, Opfer bringen. 7. Seelenfreund, ders treulich meint, laß solches 28. Ewig will ich dir mich bedenken, bis man Lob sagen, daß du mich endlich meinen Leib wird erlöset hast durch dein Lei- ins Grab versenken. den, Angst und Plagen von 8. Dann leb ich wohl, der schweren Sündenlast; gleich wie ich soll, und daß dein Blut die Reini- terb in deinem Namen. gung hat gebracht zur Hei- Komm du theures A und ligung, will ich mit ver- O, mich zu holen. Amen. klärten Weisen stets in Simon Dach. deinem Bilde preisen. Joachim Justus Breithaupt. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. In eigener Melodie. 114. Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? ins theures GOtt des Vaters einigs ge= 113. rothe Flut, wie quillst du tragen. aus den Wunden, die mit anerhörter Angst JEsus hat empfunden. 2. Ach theurer Fluß, ach Fluß ich muß mit dir Lieb erworben. die Seele laben; sonsten kann ich in der Welt keinen Labsal haben. 2. O große Noth, GOtt selbst liegt todt, am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die 3. Fleuß auf sie zu, und Missethat warest ganz vers schaff ihr Ruh, wenn sie die Sünde raget, wenn fie fühlet Höllenangst, und nach Troste fraget. nichtet. 4. Dein Bräutigam, das GOtteslamm, liegt hier mit Blut befloffen, welches 4. O GOttes Sohn, er ganz mildiglich hat für mein Gnadenthron, du dich vergossen. stirbt, auf daß ich lebe, 5. O süßer Mund, o und an dir, o Weinstock, Glaubensgrund, wie bist sei eine grüne Rebe. du so zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 5. Ich Sündenknecht bin nun gerecht, mein Fluch wird mir zum Segen; denn 6. lieblich Bild, schön ich bin des Höchsten Kind zart und mild, du Söhnmeines JEsus wegen. lein der Jungfrauen! nie5 mand 98 Dom Leiden Christi. mand kann dein heißes Blut| büßen, an Händen und an ohne Reu anschauen. Füßen gebunden in der 7. selig ist zu jeder Hill; die Geißeln und die Frist, der dieses recht be- Banden und was du ausdenket, wie der HErr der gestanden, das hat verdieHerrlichkeit wird ins Grab net meine Seel. gesenket. 6. Du nimmst auf dei8. JEsu du, mein nen Rücken die Lasten, die Hülf und Ruh, ich bitte mich drücken, viel schwerer dich mit Thränen, hilf, daß als ein Stein; du wirst ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Joh. Rift. ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labfal sein. Mel. Uun ruhen alle Wälder. 7. Du sehest dich zum 115. Welt, fieh Bürgen, ja lassfest dich gar hier dein mich und Leben am Stamm des Schuld. Mir läsfest du dich Kreuzes schweben, dein Heil Frönen mit Dornen, die finkt in den Tod. Der große dich höhnen, und leideft Fürst der Ehren läßt willig alles mit Geduld. sich beschweren mit Schlagen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seuffer nach dem andern quillt. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur; mein Sterben nimmst du abe, vergråbst es in dem Grabe; o unerhörtes Liebesfeur! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und 3. Wer hat dich so ge- Seel vermögen, das soll schlagen, mein Heil, und ich billig legen allzeit an dich mit Plagen so übel deinen Diersi und Ehr. jugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder; von Missethaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Hergen ruhn. 11. Ich wills vor Augen sehen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich fei; es soll mir sein ein 5. Ich bins, ich sollte Spiegel der Unschuld und GHAM ein Dom Leiden Christi. 99 ein Siegel der Lieb und son, Christe eleison, Kyrie unverfälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sünden den den frommen GOtt entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruthen, wie zornig seine Fluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. eleison! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unsr eigen Werk nimmer werdn gerettet; die Sünde war zu stark. Daß wir würdn erlöset, so konnts nicht anders sein, denn GOtts Sohn mußt leiden des Todes bittre Pein. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoof und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhard. 3. So nicht war gekommen Christus in die Welt, und an sich genommen unsre arm Gestalt, und für unsre Sünden 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich gestorben williglich, so zähmen mich; das Unrecht hättn wir müssen bleiben will ich dulden, dem Nach- verdammet ewiglich. Kysten seine Schulden verzei- rie eleison, Christe eleison, ben gern und williglich. Kyrie eleison! 15. Ich will mich mit 4. Solche große Gnade dir schlagen ans Kreuz und und väterlich Gunst hat dem absagen, was meinem uns GOtt erzeiget lauter Fleisch gelüft; was deine gar umsonst, in Christo, Augen hassen, das will ich seinem Sohne, der sich fliehn und lassen, so viel gegeben hat in den Tod mir immer möglich ist. des Kreuzes zu unsrer Seligkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 5. Deß solln wir uns trösten wider Sünd und Tod, und ja nicht verzagen vor der Höllenglut. Denn wir sind gerettet aus aller Fährlichkeit durch In eigener Melodie. 116. wir armen Christum unsern HErren, Sünder, ben'deit in Ewigkeit. Kyunsre Missethat, darin wir rie eleison, Christe eleison, empfangen und aeboren Kyrie eleison! sind, hat gebracht uns alle 6. Darum wolln wir in solche große Noth, daß loben und danken allzeit wir unterworfen sind dem dem Vater und dem Sohne ergen Tod. Kyrie elei- und dem heilgen Geist, und 5* 100 Dom Leiden Christi. und bitten, daß er wolle genung nur für deinen behüten uns vor Noth, Gallen- Trunk. und daß wir stets bleiben 6. Nun ich weiß noch bei seinem heilgen Wort. was für dich: ich will Kyrie eleison, Chrifte elei- dir mein Herze geben; dieson, Kyrie eleison! Hermann Bonnus. Mel. ICsus, meine 3uversicht. ses soll beständiglich unter Deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7 Laß dein Herz mir 117** Seele, geh auf offen stehn, öffne deiner Thüre; da hinsetz dich unter JEsu Kreuze, ein will ich stets gehn, und bedenke, was dich da wenn ich Kreuz und Noth für ein Trieb zur Buße verspüre, wie ein Hirsch reize. Willst du unem- nach Wasser dürft, bis du pfindlich sein: o so bist du mich erquicken wirst. mehr als Stein. 8. Kreuzige mein Fleisch 2. Schauedoch das Jam- und Blut, lehre mich die merbild zwischen Erd und Welt verschmähen. Laß Himmel hangen! wie das mich dich, du höchstes Gut, Blut mit Strömen quillt, immer vor den Augen sedaß ihm alle Kraft entgan hen. Führ in allem Kreuze gen! Ach der übergroßen mich wunderlich, nur seNoth, es ist gar mein liglich. JEsus todt. 9. Endlich laß mich meine 3. Lamm GOttes Noth auch geduldig überohne Schuld, alles das winden. Nirgend sonst hått ich verschuldet, und wird mich der Tod, als du haft aus großer Huld in deinen Wunden finden. Pein und Tod für mich Wer sich hier sein Bette erduldet. Daß ich nicht macht, spricht zuleht: Es verloren bin, giebst du dich ist vollbracht. Benj. Schmolk. ans Kreuze hin. Mel. JEfus, meine 3uversicht. 4. Unbeflecktes GOtteslamm, verehre deine Liebe. Schaue von dem 118. mfuchet elig, wer Kreuzesstamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Raum auf den grünen Blute wallend Herz sebzet Friedensmatten, bet des mich in tausend Schmerz. heilgen Kreuzes Baum, 5. Ich kann nimmer sißend unter seinem Schatnimmermehr diese Plagen ten. Denn er bleibet wohldir vergelten. Du ver- beschüßt, wenns gleich donbindest mich zu sehr: schenk nert, fracht und blitzt. ich dir gleich tausend Wel- 2. Keine Sonne brenten, ach das wäre nicht net ihn, und kein Mond Fann Dom Leiden Christi. 101 kann ihm was schaden; sein ist mir doch so wohl, wenn Gemüthe, Herz und Sinn ich knien und liegen soll wird mit keinem Weh be- an dem Kreuze, da du laden. Er ist sicher, daß stirbest, und um meine nicht Gift, noch ein Un- Seele wirbest. heil ihn betrifft. 2. Jch umfange, herz 3. Er erquicket seine und küsse der gekränkten Brust mit der Frucht, die Wunden Zahl, und die auf ihm stehet; wird da- purpurrothen Flüsse deiner durch nach Wunsch und Füß und Någelmaal. O Luft inniglich zu GOtt er- wer kann doch, schömter höhet. wie süß ist diese Fürst, den so hoch nach Frucht! selig, wer sie recht uns gedürfit, deinen Durst versucht. und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? 4. Seine Seele wird getrist, wie ein Schaf auf 3. Heile mich, o Heil frischer Weiden, wenn sie der Seelen, wo ich krank den, der sie erlöst, so ver- und traurig bin; nimm liebet siehet leiden; wenn die Schmerzen, die mich der Balsam auf fie fleußit, quälen, und den ganzen der sich reichlich da ergeußt. Schaden hin, den mir 5. Kommet her, ihr alle- Adams Fall gebracht und sammt, die ihr schwach ich selber mir gemacht. und abgemattet, setzt euch Wird, o Arzt, dein Blut unter diesen Stamm, daß mich neßen, wird sich all er eure Seel beschattet: mein Jammer sehen. eilt dem heilgen Kreuze zu, 4. Schreibe deine blutdenn ihr findt va wahre gen Wunden, mir, HErr, Ruh. in das Herz hinein, daß 6. JEsu, laß mich für sie mögen alle Stunden und für unter deinem bei mir unvergessen sein. Kreuze bleiben; laß mich Du bist doch mein schönkeinen Feind von dir und stes Gut, da mein ganzes aus deinem Schatten trei- Herze ruht; laß mich hier ben; denn dein Kreuz und zu deinen Füßen deiner Lieb deine Pein ist mein Trost und Gunst genießen. und Ruh allein. Johann Angelus. 5. Diese Füße will ich halten, auf das best ich immer kann. Schaue meiMel. 3ion klagt mit ner Hände Falten und mich Angst und Schmerzen. selbsten freundlich an von 119. Sei mir tau- dem hohen Kreuzesbaum, sendmal ge- und gieb meiner Bitte grüßet, der mich je und Raum, sprich: Laß all dein je geliebt, JEsu, der du Trauren schwinden, ich, selbst gebüßet das, womit ich tilg all deine Sünden. ich dich betrübt. Ach wie Paul Gerhard. Mel. 102 Vom Leiden Chrifti. und sage Ruhm und Dank Mel. Was mein GOtt für ihre Schmerzen; dawill, das gscheh allzeit. neben geb ich, weil ich leb, ( ei wohl ge- in diese deine Hände Herzgrüßet, gu- Seel und Leib, und also 120. ter Hirt, und ihr, o heil- bleib ich dein bis an mein gen Hände voll Rosen, Ende. Paul Gerhard. die man preisen wird bis an des Himmels Ende. Mel. Christus, der uns Die Rosen, die ich mein' allhie, sind deine Maal 121. und Plagen, die dir am getreuer End in deine Hånd am Knecht, der wird weislich Kreuze sind geschlagen. handeln, ohne Tadel, Siehe, mein selig macht. 2. Du zahlst mit beiden schlecht und recht auf der Hånden dar die edlen ro- Erde wandeln; sein gethen Gulden, und bringst treuer frommer Sinn wird die ganze Menschenschaar in Einfalt gehen, und noch dadurch aus allen Schul- dennoch wird man ihn an den. Ach laß von mir, das Kreuz erhöhen. o Liebster, dir dies Hände 2. Hoch am Kreuze wird herzlich drücken, und mit mein Sohn große Marter dem Blut, das mir zu gut leiden, und Viel werden vergossen, mich erquicken. ihn mit Hohn als ein 3. Wie freundlich thust Scheusal meiden; aber aldu dich doch zu, und greifft so wird sein Blut auf viel mit beiden Armen nach Heiden springen, und das aller Welt, in Lieb und ewge wahre Gut in ihr Ruh uns ewig zu erwar- Herze bringen. men. Ach HErr, fieh hier, 3. Könge werden ihren mit was Begier ich Armer Mund gegen ihn zuhalten, zu dir trete; sei mir bereit, und aus innerm Herzensund gieb mir Freud und grund ihre Hände falten. Trost, darum ich bete. Das verblendte, taube Heer 4. Zieh allen meinen wird ihn sehn und hören, Geist und Sinn nach dir und mit Lust zu seiner Ehr und deiner Hdhe; gieb, daß ihren Glauben mehren. mein Herz nur immerhin 4. Aber da, wo GOttes nach deinem Kreuze stehe; Licht reichlich wird gespůja daß ich mich selbst wil- ret, hält man sich mit nichliglich mit dir ans Kreuze ten nicht, wie es sich gebinde, und mehr und mehr bühret; denn wer glaubt tödt und zerstör in mir des im Jüden- Land unsrer Fleisches Sünde. Predigt Worten? Wem 5. Ich herz und küsse wie- wird GOttes Arm bekannt derum aus rechtem treuen in Ffriels Orten? Herzen, HErr, deine Hånd 5. Niemand will fast ſet= Dom Leiden Christi., 103 seinen Preis ihm hier las- Zorn des HErrn mit viel ſen werden; denn er schießt tausend Schmerzen, und auf wie ein Reis aus der ist allzeit voll Geduld, läßt dürren Erden, Frank, ver- Fein Wörtlein hören wider dorret, ungestalt, voller die, so ohne Schuld ihn Blut und Schmerzen; da- so hoch beschweren. her scheut ihn Jung und Alt 11. Wie ein Lämmlein mit verwandtem Herzen. sich dahin läßt zurSchlacht6. Ei was hat er denn bank leiten, und hat in dem gethan? Was sind seine frommen Sinn gar kein Schulden, daß er da vor Widerstreiten, läßt sich jedermann solche Schmach muß dulden? hat er etwa GOtt betrübt bei gesunden Tagen, daß er ihm anieko giebt seinen Lohn mit Plagen. handeln, wie man will, fangen, binden, zähmen, auch dazu in großer Still ihm sein Leben nehmen: 12. Also läßt auch GOttes Lamm, ohne Wider7. Nein fürwahr, wahr- sprechen, ihm sein Herz haftig nein, er ist ohne am Kreuzesstamm unsertSünden, sondern was die wegen brechen. Er sinkt Welt für Pein billig sollt in den Tod hinab, den er empfinden, was für Krank- selbst doch bindet, weil er heit, Angst und Web uns sterbend Tod und Grab von Recht gebühret, das machtig überwindet. ists, was ihn in die Höh an das Kreuz geführet. 13. Er wird aus der Angst und Qual endlich 8. Daß ihn GOtt so ausgerissen, tritt den Feinheftig schlägt, thut er un- den allzumal ihren Kopf sertwillen; daß er solche mit Füßen. Wer will seiBürden trägt, damit will nes Lebens Lång immerer stillen GOttes Zorn und mehr umschränken? Seigroßen Grimm, daß wir ner Tag und Jahre Meng Friede haben durch sein ist nicht auszudenken. Leiden, und in ihm Leib und Seele laben. 14. Doch ist er wahrhaftig hier für sein Volk 9. Wir sinds, die wir in gestorben, und hat völlig der Frr als die Schafe mir und dir Heil und Gnad aingen, und noch stets zur erworben: Fommt auch in Höllenthür als die Tollen das Grab hinein, herrlich dringen. Aber GOtt, der eingehüllet, wie die, so fromm und treu, nimmt, mit Reichthum sein in der was wir verdienen, und Welt erfüllet. legts seinem Sohne bei, 15. Er wird als ein bbder muß uns verfühnen. ser Mann von der Welt 10. Nun, er thut es herz- geplaget, da er doch noch lich gern; ach des treuen nie gethan, auch noch nie Herzen! Er nimmt an den gesaget, was da bbs und un= 104 Dom Leiden Christi. unrecht wår; er hat nie weit kannst du es bringen! betrogen, nie verlezet GOt- Dein Lohn, der Fluch mich tes Ehr, sein Mund nie jetzt betrifft, in Tod thut gelogen. er mich zwingen. Jekt 16. Ach er ist für fremde kommt die Nacht, der SünSünd in den Tod gege- den Macht, fremd Schuld ben, auf daß du, o Men- muß ich abtragen; beschenkind, durch ihn möch- tracht es recht, du Süntest leben, daß er pflanzte denknecht, nun darfst nicht sein Geschlecht, den gerech- mehr verzagen. ten Samen, der GOtt 3. Jch, ich, HErr JEsu, dient, und Opfer brächt sollte zwar der Sünden Strafe leiden an Leib und seinem heilgen Namen. 17. Denn das ist sein Seel, an Haut und Haar, höchste Freud und des Va- auch ewig aller Freuden beters Wille, daß den Erd- raubet sein, und leiden Freis weit und breit sein Erkenntniß fülle, damit der gerechte Knecht, der vollkommne Sühner, gläubig mach und recht gerecht alle Sündendiener. Pein: so nimmst du hin die Schulde; dein Blut und Tod bringt mich vor GOtt, ich bleib in deiner Hulde. 4. Was kann für solche Liebe dir, HErr JEsu, 18. Große Menge wird ich wohl geben? Ich weiß, ihm GOtt zur Verehrung ich finde nichts an mir, doch schenken, darum daß er will, weil ich werd leben, sich mit Spott für uns mich eigen dir hier nach lassen frånken, da er denen Gebühr zu dienen ganz gleich geschäßt, die sehr verschreiben, auch nach der übertreten, auch die, so Zeit in Ewigkeit dein ihn hoch verleßt, selbst bei Diener sein und bleiben. GOtt verbeten. P. Gerhard. Mel. Was mein GOtt Casv. Fr. Nachtenhöfer. In eigener Melodie. will, das gsheh allzeit. 123. 122. Sebu, sich nicht an, daß ich so Verwundter o gehest hin, den Tod für mich zu mißgehandelt, und mit den leiden, für mich, der ich Sündern auf der Bahn ein Sünder bin, der dich der Bosheit hab gewandelt; betrübt mit Freuden. ich komme nun zu deinen Wohlan, fahr fort, du Füßen, und küsse sie mit edler Hort, mein Augen tausend Küssen. sollen fließen ein Thränensee, mit Ach und Weh dein Leiden zu begießen. 2. Die Zunge bebt und spricht nicht viel, das Haupt sinkt zu der Erden; 2. Ach Sund, du schäd- die Thränen sagen, was ich lich Schlangengift, wie will, es reden die Geberden. Dom Leiden Christi. 105 den. Erhör mein Herz, o seinem Willen im Gehorgroße Güte, und das zerknirschete Gemüthe. sam bis zum Tod. 2. Ich verehre deine 3. Laß mich nur solche Liebe, unbeflecktes GOttesGnad und Huld, wie Mag- lamm, die durch ihre Feuerdalen erlangen, und die triebe dich gebracht ans Vergebung meiner Schuld Kreuzes- Stamm. Ach daß aus deinem Mund empfangen. Heiß mich so voller Trosts aufstehen, und gleich wie sie befriedigt gehen. ich doch könnt durchschauen dein von Lieb durchglühtes Herz, und im gläubigen Vertrauen dadurch lindern meinen Schmerz. 4. Ich will dich lieben ohne Maaß, und nimmer- 3. 3war fann ich mich mehr verlassen, mit Her- werth nicht schäßen, daß zens- Thränen machen naß, in meiner Seelenpein ich und als ein Kind umfas- an dir mich soll ergößen, sen. Ich will dich lieben, meine Seele; gieb mir nur deiner Wunden Dele. ein so armes Würmeleint doch du bist ein Arzt der Schwachen, der betrübten 5. Jhr armen Füße, seid Sünder Freund, pflegst geküßt, die ihr für mich den freundlich anzulachen, zerschlagen, die ihr für dermit Petro kläglich weint. meine Thaten büßt, und 4. Drum sich nicht auf traget meine Plagen. meine Würde, Lamm, das Hått ich doch nie gelebt aller Würde werth. Schau in Sünden, daß ihr nicht hingegen auf die Bürde, dürftet dies empfinden! die den matten Geist be6. Verstoßt mich doch schwert. Weißt du doch, nicht, weil mirs leid, weil wie dem zu Muthe, welchen ich die Schuld bekerne; drückt der Sünden Last, vergebt, weil ich mich all- weil du selbst im Schweiß bereit von Herzen euer und Blute dieses Joch genenne; gebt, daß ich des tragen hast. Verdiensis genieße, das ihr 5. Dwie hat es dich erwerbt, ihr heilgen Füße! gedrücket, HerzenslåmmJohann Angelus. lein, frommes Schaf. Du bist drunter tief gebucket Mel. O du Liebe meiner gangen; aller Jammer traf deiner Menschheit zarte nveränderli- Glieder; unsre Schmach ches Wesen, hat dich gehöhnt; aber so unbegreiflich höchstes Gut, hast du uns wieder mit von dem Vater auserlesen, dem Vater ausgesöhnt. daß du seines Zornes Glut 6. Laß mich diese Freundund erweckten Grim solltsi schaft schmecken, so auf stillen durch dein Gottes- ewig feft gestellt; laß dein blut so roth, und erfüllen Blut die Schuld bedecken, das Liebe. 124. 5** 106 Dom Leiden Christi. das du hast zum Lösegeld heraußer spreitet, daß er deinem Vater dargegeben sich läßt so erhöhn? durch der Liebe Wunder- 2. Thut ers nicht, uns macht, und dadurch du zu erlangen, zu umhalsen, uns das Leben deiner zu umfangen, unsre Seel GOttheit wiederbracht. zu sich zu ziehn? Freilich 7. Laß dein Herz mir ja, er will vom Bösen seine offen stehen, öffne deiner Braut hiemit erlösen, drum Seiten Thur; da hinein geht näher zu ihm hin. soll mein Herz gehen, 3. Gehet, daß ihr seht wenn ich keine Kraft mehr die Plagen seiner Hånde, spür. Wie ein Hirsch in die durchschlagen und ans vollem Springen laß den Kreuz geheftet sein; daß ausgezehrten Geist hin zu ihr seht, mit was für Wundeinen Wunden dringen, den euer Bräutgam sich daraus Blut und Wasser verbunden, euch zu retten fleußt. aus der Pein. 8. Dieser Balsam müsse stårken Geist und Seele, Mark und Bein; laß mich neue Kräfte merken, dir, o Lämmlein, treu zu sein. Zeichne meines Herzens Pfosten, daß der Würger mich nicht rühr; laß mich wahre Freiheit fosten, die 4. Schaut das Leiden seiner Arme, daß es einen Stein erbarmen und ein Stock bewegen sollt. Ift nicht alles so zerrenket, ausgezogen und gefränket, wie sein Feind es selbst gewollt? 5. O der großen Liebesflamme, die ihn an des mich zu der Ruhe führ. Kreuzes Stamme ausge9. Lamm, du hast dich spannet stehen macht! Hat mir ergeben, dir ergeb ich man vormals auch gesehen wieder mich, und verschrei- solches Wunderwerk gebe mich danebent, dein zu schehen, als der liebste bleiben ewiglich. Du bist GOtt erdacht? nun erhöhet worden, Lieb6. Dank sei dir für diese ster, jeuch mich dir bald Schmerzen, Jesu Christ, nach, daß ich in der En- von ganzem Herzen für die gei Orden deine Treu be- große Mildigkeit. Denn fingen mag. Freylinghausen. Dadurch hast du erworben meine Hände, die verdorben durch die Unbarmherzigkeit. Mel. Alles ist an GOttes Segen. 125. Was bedeut 7. Gieb, daß ich nicht müde werde, Guts zu thun auf mit den Jungfrauen, daß wir un- Hånden, was ich kann; daß sern Bräutgam schauen ich deine Leiden preise, und mit gestreckten Armen dir wieder Dienst erweise, stehn? Daß er beide Hånd weil du mir so viel gethan. ausbreitet, und sein Blut 8. Daß du mir an meinem Dom Leiden Christi. 107 nem Ende reichest deine meiden die sündliche Betreuen Hände und dein gültiges Verdienst; daß ich in den keuschen Armen hoch erfreulich mög erwarmen mit beständigem Gewinnst. Johann Angelus. gier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plager, solls auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein HErr und GOtt daß ich verleugne diese Welt, und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. In eigener Melodie. enn meine 126. Wen Sund mich Frånken, o mein HErrJEsu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben 7. Laß mich an andern bist, und alle meine Schul- üben, was du an mir gedenlast am Stamm des than, und meinen Nächsten heilgen Kreuzes auf dich lieben, gern dienen jedergenommen hast. mann ohn Eigennuk und Wunder ohne Maa- Heuchelschein, und, wie du ßen, wenn mans betrachtet mir erwiesen, aus reiner recht! Es hat sich martern Lieb allein. lassen der HErr für seinen 8. Laß endlich deine WunKnecht; es hat sich selbst den mich trösten kräftiglich der wahre GOtt für mich in meiner letzten Stunden verlornen Menschen gege- und deß versichern mich, ben in den Tod. weil ich auf dein Verdienst 2. 3. Was kann mir denn nur trau, du werdest mich nun schaden der Sünden annehmen, daß ich dich große Zahl? Ich bin bei ewig schau. Justus Gesenius. GOtt in Gnaden; die Schul: ist allzumal bezahlt Mel. Freu dich sehr, o durch Christi theures Blut, meine Seele. daß ich nicht mehr darf 127. fürchten der Höllen Qual uitd Glut. Wen enn Vernunft von Chrifti Leiden und von 4. Drum sag ich dir von dessen Nuhen spricht, will Herzen, jetzt und mein Le- sie sich von außen weiden benlang, für deine Pein mit dem Trost, den sie erund Schmerzen, o JEsu, dicht; oder, kommt es hoch, Lob und Dark, für deine so kann sie viel Klagens Noth und Angstgeschrei, fangen an über Christi Pein für dein unschuldig Ster- und Schmerzen: gleichben, für deine Lieb und wohl gehts ihr nie von Treu. Herzen. 2. Aber meines Geistes Sehnen zielt auf die Gefür, mit allem Ernst zu meinschaft hin, stets zum 5. HErr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und Ster 108 Dom Leiden Christi. Sterben zu gewöhnen den zwischen Lieb und Leid in so tief verderbten Sinn. der rechten Mäßigkeit; ja, Hier hång ich den Myrr- ich find die tiefste Stille, henstrauch nicht nur auf wenn am Kreuze hangt die Brust zum Brauch: mein Wille. in mein Herz will ich ihn schließen und ihn immer draus vermissen. 7. D geheimnißreiche Liebe, die sich im Verborgnen schenkt, öffne die ge3. Dies Geheimniß wird heimen Triebe, wenn mein verborgen und als Thor- Sinn ans Kreuz hindenkt. heit angesehn; aber meine Keine Leidenskraft von dir größten Sorgen sollen auf müsse jemals mangeln mir. dies Wunder gehn, daß Außer mir mag alls vernur Christi Tod in mir gehen, bleibe du in mir nur durch Ersterben für und stehen. Gottfr. Arnold. für in dem Leben ausgebieret, im Gericht den Mel. HErr JEfu Chrift, Sieg ausführet. wahr Mensch und GOlt. 4. Drum fuch ich den 128. Wir danken Grunde nes Herzens, wo er sich JEsu Christ, daß du für aus dem sonst verschloß- uns gestorben bist, und nen Munde mir einflößt hast uns durch dein theuso süßiglich, seine ganze res Blut gemacht vor Sterbenskraft, die ein neues Wesen schafft, als die Rosen in dem Lenzen nach dem Tod des Winters glänzen. GOtt gerecht und gut; 2. Und bitten dich, wahr Mensch und GOtt, durch dein heilig fünf Wunden roth, erlös uns vom ewigen Tod, und tröst uns in der leßten Noth. 5. Wenn ich denn vom Ofterlamme mit recht bittern Salsen speis, das die 3. Behit uns auch vor heiße Liebesflamme selbst Sünd und Schand, reich in mir zu braten weiß, uns dein allmächtige Hand, frag ich nicht erst, wer daß wir im Kreuz gedules sei, weil ich ihn selbst dig sein, uns trösten deiner effe frei, und wenns noch schweren Pein; an Kräften fehlet, ist er mir zu alls erwäblet. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns 6. Dies drückt mich in werdft verlassen nicht, sonHoffart nieder, in Be- dern ganz treulich bei uns trübniß hålts empor, giebt stehn, daß wir durchs Kreuz in Schwachheit Stärke ins Leben gehn. wieder, aus Verzweiflung Christoph Vischer. ziehts hervor, hålt mich V. Von Don der Auferstehung JEfu Chrifti. 109 V. Von der Auferstehung JEsu Christi. Freud und Wonn erhoMel. Christ lag in To- ben, dort oben. des Banden. 5. Dein JEsus läßt ch GOtt, dich nicht zurück, weil er 129. A mich drückt ist vorgegangen; er wird ein schwerer Stein, wer zerreißer Band und Strick, will ihn von mir nehmen? in welchen du gefangen, Dir ist bekannt mein und dich aus dem Grabe Schmerz und Pein und ziehn ohn alle Sorgen und mein geheimes Gråmen. Bemühn, und nehmen deiJEsus lebt, und ich bin ne Schmerzen vom Herzen. todt: ach Vater, das ist meine Noth, und ich kann mich vor Sünden nicht finden. 6. Des HErren Engel sind bei dir, die dich zu JEsu leiten, und auf dem Weg zur Lebensthür mit Flammen für dich streiten. Suchst du den Gekreuzigten? so geh hin mit den Heiligen, wo JEsus ist von Banden erstanden. 2. Wer wälzet diesen Stein von mir, der mich so hart beschweret? Wann öffnet sich die Grabesthür? wann wird mir Trost gewähret? Soll ich 7. Er ist nicht in dem aus dem Tode nicht durch Sündengrab: nein, wer brechen zu dem Himmels- mit ihm erstanden, und licht? Wer will mich von folget seinem Hirtenstab, den Ketten erretten? vorhanden. bei dem ist er 3. Betrübtes Herz, ver- Darum průf, o Mensch, gage nicht, dein JEsus ist dein Herz, thu Buß in erstanden, der Tod und wahrer Reu und Schmerz, Höllen Macht zerbricht, so ist der Stein gehoben und löst die Sündenban- von oben. den; er wird auch durch 8. Flieh aus dem Grab seinen Tod dich reißen ins Himmelszelt, da ift aus dem Sündenkoth und dein Heil zu finden; geh zu des Geistes Leben er- aus im Glauben aus der heben. Welt, verlasse, was dahin4. Er ist darum erstan- ten: so wird JEsus sich den heut, daß du mögst in Eil dir zeigen als das auferstehen durch seine beste Theil, und wirst ihn Kraft zur Seligkeit, und nach Verlangen umfangen. fröhlich mit ihm gehen 9. O JEsu, laß mich durch viel Trůbsal, Angst auferstehn im Geist, und und Qual und durch das mit dir leben, bis du finstre Todesthal, zur mich selig wirst erhöhn und mir 110 Von der Auferstehung mir die Krone geben, die Höllenreich, und muß selbst mir ist nach dieser Zeit be- in des Siegers Band erreit im Reich der Herr- geben Fuß und Hand. lichkeit. HErr, hör, und laß mein Flehen geschehen! Laurentius Laurenti. 4. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Muth, zusammt In eigener Melodie. 130. Also heilig ist dem edlen Gut, ſo mir daß ihn niemand mit Lob durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. erfüllen mag, denn der einig GOttes die Helle überwand, Sohn, der und 5. Die Höll und ihre Rotten die krummen mir den leidigen Teufel dar kein Haar; der Sünden innen band; damit erlöst kann ich potten, bleib allder HErr die Christenheit, zeit ohn Gefahr. Der Tod das war Christus selber. schlecht bei mir geacht; er mit wird Kyrieleis. bleibt ein todtes Bild, und war er noch so wild. 15. Jahrh. In eigener Melodie. 6. Die Welt ist mir ein 131. Auf, auf, mein Lachen mit ihrem großen Herz, mit Zorn; sie zurnt und kann Freuden, nimm wahr, was nichts machen, all Arbeit heut geschicht; wie kommt ist verlorn; die Trúbsal nach großem Leiden nun trübt mir nicht mein Herz ein so großes Licht! Mein und Angesicht, das Unglück Heiland war gelegt da, wo ist mein Glück, die Nacht man uns hinträgt, wenn mein Sonnenblick. von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 7. Ich hang und bleib auch hangen an Christo 2. Er war ins Grab als ein Glied; wo mein gesenket, der Feind trieb Haupt durch ist gangen, groß Geschrei; eh ers ver- da nimmt es mich auch meint und denket, ist Chri- mit. Er reisfet durch den stus wieder frei, und ruft: Tod, durch Welt, durch Viktoria! schwingt fröhlich Sünd und Noth; er reishier und da sein Fähnlein, set durch die Höll, ich bin als ein Held, der Feld und stets sein Gesell. Muth behält. 8. Er dringt zum Saal 3. Der Held steht auf der Ehren, ich folg ihm dem Grabe, und sieht sich immer nach, und darf mich munter um; der Feind gar nicht fehren an einzig liegt und legt abe Gift, Ungemach. Es tobe, was Gall und Ungestum; er da kann, mein Haupt nimt wirft zu Chrifti Fuß sein sich mein an; mein Heiland 111 von kam der Tod so bald, und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seinm Reich gefangen. Hallelujah. JEsu Christi. land ist mein Schild, der alles Toben stillt. 3.JEsus Christus, GOttes Sohn, an unsrer Statt 9. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird ist kommen, und hat die mit verhöhnt, wird hier Sünd abgethan, damit dem auch mit gekrönt; wer dort Tod genommen all sein mit sterben geht, wird hier Recht und sein Gewalt, auch mit erhöht. da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Hallelujah. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 132. Chrift ifterhrift ist er standen von der Marter alle, deg fol len wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündigt das, wie ein Tod den andern fraß: ein Spott aus dem Tod ist worden. Hallelujah. 5. Hier ist das recht 2. Wår er nicht erstanden, so war die Welt vergangen; seit daß er erstattden ist, lobn wir den Vater JEsu Christ. Kyrieleis. terlamm, davon GOtt hat geboten; das ist an des 3. Hallelujah, Hallelu- Kreuzes Stamm in heißer jah, Halleluiah. Deß sol- Lieb gebraten. Deß Blut len wir alle froh sein, Christ halt der Glaub dem Tod zeichnet unser Thür, das will unser Trost sein. Ky- für, der Würger kann uns rieleis. 15. Jahrh. nicht rühren. Hallelujah. In eigener Melodie, 6. So feiern wir das hoh Fest mit Herzenfreud 133. Chrift lag in und Wonne, das uns der Todes Ban- HErr scheinen läßt; er ist den, für unser Sünd ge- selber die Sonne, der durch geben: der ist wieder er seiner Gnaden Glanz erstanden, und hat uns bracht leucht unsre Herzen ganz; das Leben; deß wir sollen der Sünden Nacht ist verfröhlich sein, GOtt loben gangen. Hallelujah. und dankbar sein, und fin-| gen: Hallelujah. Hallel. 7. Wir essen und leben wohl in rechten Osterfladen: der alte Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Chriftus will die Koste sein, und speifen die Seel allein: der 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkinden; das macht alles unser Sünd, kein Unschuld war zu finden. Da 112 Von der Auferstehung der Glaub will keins an- höchster Trost, ist wahrdern leben. Hallelujah. haftig vom Tod erlöst. Dr. Martin Luther. Das Grab ist leer, sein Leib ist hin, am Wege er mir selbst erschien. Hallel. 8. Er sprach: Maria, 134. Christo, dem geh schnell bin zu meinen Ofterläm- Brüdern und sag ihn'n melein, welchs hat erlöst fie sollen in Galiläam gehn, sein Schäfelein, fing heut, da solln sie mich leibhaftig du liebe Christenheit: Lob, sehn. Hallelujah. Ehr sei GOtt in Ewigkeit. Hallelujah. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 9. Maria Zeugniß das ist wahr, GOtt geb, was 2. Das Lamm GOttes lug der Jüden Schaar; mit seinr Unschuld hat uns wir wissen gwiß, daß JEerworben GOttes Huld, sus Christ wahrlich vom und den Sünder zu Gna- Tod erstanden ist. Hallel. den bracht, und zu einm Himmels- Erben gmacht. Hallelujah. 10. HEsu, du wahres Ofterlamm, hilf uns fiegen im Todeskampf, steh uns 3. Tod und Leben tra- bei in der letzten Noth, ten in Kampf, ein starker schüß uns vor dem ewiLöw und ein schwachs gen Tod. Hallelujah. Lamm; der Tod meint, er hätt schon gesiegt, weil Ehrist, der HErr, im Grabe liegt. Hallelujah. 4. Aber es währt nicht Nikolaus Hermann. 135. In eigene: Melodie. erschienen ift der herrlich t gar drei Tag, Christus Tag, dran sich niemand fiegt, der Tod unten lag, gnug freuen mag; Chrift, und verlor all sein Kraft unser HErr, heut triumund Macht, Christus er- phirt, all sein Feind er stund aus eigner Kraft. gefangen führt. Hallel. Hallelujah. 2. Die alte Schlang, 5. Maria, fag uns ohne die Sünd und Tod, die Scheu, wer dir am Weg Höll, all Jammer, Angfi begegnet sei? Es war nein und Noth hat überwunden Heiland JEsus Christ, JEsus Christ, der heut wahrhaftig er erstanden ist. vom Tod erstanden ist. Hallelujah. Hallelujah. 6. 3ween Engel saßen 3. Am Sabbath früh in seinm Grab, desgleichn mit Specerei kamen zum ich auch gesehen hab sein Grab Marien drei, daß Schweißtüchlein und diej sie salbten Maria Sobn, Leinwand, drein Joseph der vom Tod war erstanihn gehüllet hat. Hallel. den schon. Hallelujah. 7. Aber Christus, mein 4. Wen sucht ihr da? der JEfu Chrifti. 113 der Engel sprach; Christ| GOttes Volk gebot. Kein ist erstanden, der hie lag. Sauerteig foll bei uns sein, Hier seht ihr die Schweiß- daß wir leben von Suntuchelein; geht hin, sagts den rein. Hallelujah. bald den Jüngern sein. Hallelujah. 12. Der schlagend Engl vorüber geht, fein Erft5. Der Jünger Furcht geburt er bei uns schlägt; und Herzeleid heut wird unsre Thürschwelln hat verkehrt in eitel Freud; Christi Blut bestrichen, das sobald sie nur den HErren hålt uns in Hut. Hallel. sahn, verschwand ihr Trauren, Furcht und Zagn. Hallelujah. 13. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrůbet war zuvor, das freut 6. Der HErr hielt ein sich heut an diesem Tag, freundlich Gespräch mit da der Welt Fürst darniezweien Jüngern auf dem derlag. Hallelujah. Weg; vor Freud das Herz 14. Drum wir auch bilim Leib ihn'n brannt, am lig fröhlich sein, singen das Brodbrechen er ward er- Hallelujah fein, und loben kannt. Hallelujah. dich, HErr JEsu Christ, 7. Unser Simson, der zu Trost du uns erstanden treue Held, Christus, den bist. Hallel. Nicol. Hermann. starken Löwen fällt; der Hollen Pforten er hinträgt, Mel. Heut triumphirel OOttes Sohn. dem Teufel all sein Gwalt leatonal Balftich 136. Frühmorgens, war drei Tag, so lang aufgeht, mein Heiland Christus im Grab auch Christus aufersteht: Hallelag; denn länger ihn der lujah, Hallelujah. VerTod kein Stund in seinem trieben ist der Sünden Rachn behalten kunnt. Nacht, Licht, Heil und Hallelujah. Leben wiederbracht. Hallelujah, Hallelujah. 9. Sein Raub der Tod mußt fahren lan, das Le- 2. Wenn ich des Nachts ben siegt und gwann ihm oft lieg in Noth verschlosan; zerstöret ist nun all sen gleich, als wär ich todt: sein Macht, Christ hat das Hallelujah, Hallelujah; läßt Leben wiederbracht. Hallel. du mir früh die Gnaden10. Heut gehn wir aus sonn aufgehn, nach TrauEgyptenland, aus Phara- ren Freud und Wonn. onis Dienst und Band, Hallelujah, Hallelujah. und das recht Ofterläm 3. Nicht mehr als nur melein wir essen heut im drei Tage lang bleibt mein Brod und Wein. Hallel. Heiland in Todes Zwang. 11. Auch essen wir die Hallel. Hallelujah. Den füßen Brod, die Moses dritten Tag durchs Grab er 114 Von der Auferstehung er dringt, mit Ehren seine] den Tod erdrückt. Hallel Siegsfahn schwingt. Hall. Hallelujah. Hallelujah. 10. Da werd ich Christi 4. Jetzt ist der Tag, Herrlichkeit anschauen ewig da mich die Welt mit voller Freud. Hallel. HalSchmach am Kreuz ge- lelujah. Ich werde sehn, fangen hält. Hallel. Halle- wie alle Feind zur Höllenlujah. Drauf folgt der pein gestürzet seind. Hallel. Sabbath in dem Grab, Hallelujah. darin ich Ruh und Frieden hab. Hallel. Hallel. 11. Der HErr den Tod zu Boden schlägt, da er 5. In kurzem wach ich selbst todt und sich nichts fröhlich auf, mein Oster- regt. Hallel. Hallelujah. tag ist schon im Lauf. Hallel. Geht aus dem Grab in Hallelujah. Ich wach auf eigner Kraft, Tod, Teufel, durch des HErren Stimm, Höll nichts an ihm schafft. veracht den Tod mit sei- Hallel. Hallelujah. nem Grimm. Hall. Hallel. 12. Wunder groß, 6. Am Kreuz laßt Chri- o starker Held! Wo ist ein stus öffentlich vor allem Feind, den er nicht fällt? Volke tödten sich. Hallel. Hallel. Hallelujah. Kein Hallelujah. Da er durchs Angststein liegt so schwer Lodes Kerker bricht, läßt auf mir, er wälzt ihn von ers die Menschen sehen des Herzens Thür. Hallel. nicht. Hallel. Hallelujah. Hallelujah. 7. Sein Reich ist nicht 13. Kein Kreuz und von dieser Welt, kein groß Trůbsal ist so tief, mein Gepräng ihm hier gefällt. Heiland thut darein ein Hallel. Hallelujah. Was Griff. Hallel. Hallelujah. schlecht und niedrig geht Führt mich heraus mit herein, soll ihm das Aller- seiner Hand, wer mich will liebste sein. Hallel. Hal- halten, wird zu Schand. lelujah. Hallel. Hallelujah. 8. Hier ist noch nicht 14. Und daß der HErr ganz kund gemacht, was erstanden sei, das ist von er aus seinem Grab ge- allem Zweifel frei. Hallel. bracht: Hallel. Hallelujah: Hallelujah. Der Engel der große Schak, die reiche selbst bezeugt es klar, das Beut, drauf sich ein Christ leere Grab machts offenso herzlich freut. Hallel. bar. Hallel. Hallelujah. Hallelujah. 15. Lebt Christus, was 9. Der jüngste Tag bin ich betrübt? Ich weiß, wirds zeigen an, was er daß er mich herzlich liebt. für Thaten hat gethan; Hallel. Hallelujah. Wenn Hallel. Hallelujah: wie er mir gleich elle Welt stürb der Schlange Kopf zer- ab, gnug, daß ich Christum knickt, die Hill zerstört, bei mir hab. Hallel. Hallel. 16. Er JEfu Chrifti. 115 16. Er nährt, er schüßt| Chrift, der du der Sünder er tröstet mich; sterb ich, Heiland bist: Hall. Hallel: so nimmt er mich zu sich. führ uns durch dein BarmHallel. Hallelujah. Wo er herzigkeit mit Freuden in jetzt lebt, da muß ich hin, dein Herrlichkeit. Hallel. weil ich ein Glied seins Hallelujah. Leibes bin. Hall. Hallel. 4. Hier ist doch nichts 17. Durch seiner Aufer- denn Angst und Noth, wer stehung Kraft komm ich glaubet und hält dein Gejur Engel Bruderschaft. bot: Hallel. Hallel.: der Hall. Hall. Durch ihn bin Welt ist er ein Hohn und ich mit GOtt versöhnt, Spott, muß leiden oft ein die Feindschaft ist ganz ab- schniden Tod. Hallelujah, gelehnt. Hallel. Hallelujah. Hallelujah. 18. Mein Herz darf nicht 5. Nun kann mir kein entsetzen sich, GOtt und Feind schaden mehr, ob er die Engel lieben mich. gleich murrt, ist ohn GeHallel. Hallelujah. Die fähr. Hallel. Hallel. Er Freude, die mir ist bereit, liegt im Koth, der arge vertreibet Furcht und Trau- Feind, dagegn wir GOtrigkeit. Hallel. Kallelujah. tes Kinder seind. Hallel. 19. Für diesen Trost, o Hallelujah. großer Held, HErr JEsu, dankt dir alle Welt. Hall. Hallel. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Hallel. Hallelujah. Johann Heermann. 6. Dafür wir dankn dir allzugleich, und sehnen uns ins Himmelreich. Hall. Hallel. Es ist am End, GOtt helf uns alln, so fingen wir mit großem Schalln: Hall. Hallelujah. 7. GOtt dem Vater im In bekannter Melodie. höchsten Thron, sammt ſei137. eut trium- nem eingebornen Sohn: phiret GOt- Hallel. Hallel.: dem heiltes Sohn, der vom Tod gen Geist in gleicher Weis ist erstanden schon: Hallel. in Ewigkeit sei Lob und Hallelujah: mit großer Preis. Hallel. Hallelujah. Macht und Herrlichkeit, deß dankn wir ihm in EwigFeit. Hallel, Hallelujah. Bafilius Förtsch. In bekannter Melodie. 2. Dem Teufel hat er 138. JEfus Esus meine Zuversicht Heiland ist im seine Macht zerstört, verheert mit großer Kraft: und mein Hallel. Hallel.: wie pflegt Leben: dieses weiß ich, zu thun ein starker Held, soll ich nicht darum mich der seinen Feind gewaltig zufrieden geben, was die fällt. Hallel. Halleluiah. lange Todesnacht mir auch 3. O süßer HErre JEsu für Gedanken macht? 2. JE 116 Von der Auferstehung 2. JEsus, er, mein Hei- erfreut, JEsus trågt euch, land lebt, ich werd auch meine Glieder. Gebt nicht das Leben schauen, sein, Statt der Traurigkeit, wo mein Erldser schwebt, sterbt ihr, Christus ruft warum sollte mir denn euch wieder, wann die letzt grauen? Lasset auch ein Trompet erklingt, die auch Haupt sein Glied, welches durch die Gråber dringt. es nicht nach sich zieht? 9. Lacht der finstern Er3. Ich bin durch der den- Kluft, lacht des Todes Hoffnung Band zu genau und der Höllen, denn ihr mit ihm verbunden, meine sollt euch durch die Luft starke Glaubenshand wird eurem Heiland zugesellen. in ihm gelegt befunden, Dann wird Schwachheit daß mich auch kein Todes- und Verdruß liegen unter bann ewig von ihm tren- eurem Fuß. nen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden: das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich glaube; GOtt wird 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüften dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr begefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henriette, Churfürftin v. Brandenburg. werden angeschaut dann 139. fus, unser In eigener Melodie. Esus ChriHeiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die 6. Dieser meiner Augen Sünd hat er gefangen. Licht wird ihn, meinen Kyrie eleison. von mir in diesem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich JEsum sehen ewiglich. 2. Der ohn Sünden war geborn, trug für uns GOttes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns GOtt ſein Huld gönnet. Kyrie eleison. 3. Tod, Sund, Leben 7. Was hier kranket, und Genad, alls in Hanfeufzt und fleht, wird dort den er hat. Er kann erfrisch und herrlich gehen: retten alle, die zu ihm treirdisch werd ich ausgesät, ten. Kyrie eleison. himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natur- Mel. lich ein, dort da werd ich lieben Dr. Martin Luther. Nun freut euch, Christen gmein. hr Christen, seht, daß ihr geistlich sein. 8. Geid getroft und hoch- 140. brin Heiland, kennen: ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. JEfu Chrifti. 117 thr ausfegt, was sich in Frieden und dabei ein euch von Sünden und al- reines Herze haben. Gieb, tem Sauerteig noch regt, daß in uns dein heiligs nichts muß sich deß mehr Wort der Sünden Sauerfinden; daß ihr ein neuer teig hinfort je mehr und Teig mögt sein, der un- mehr ausfege. gesauert sei und rein, ein Teig, der GOtt gefalle. Lucas Bacmeister. Mel. Sollt ich meinem GOtt nicht singen. 2. Habt doch darauf genaue Acht, daß ihr euch 141. affet uns dent wie HErren pretvor GOtt in allem macht, sen, o ihr Christen überund euren Wandel füh- all, kommet, daß wir Dank ret; ein wenig Sauerteig erweisen unserm GOtt gar leicht den ganzen Teig mit süßem Schall. Es fortan durchschleicht, das ist frei von Todesbanden er wird ganz durchsauert. Simson, der vom Himmel kam, und der Ldw aus Juda Stamm, Christus 3. Also es mit den Sünden ist: wo eine herrschend bleibet, da bleibt auch was zu jeder Frist zum Bösen ferner treibet. Das Osterlamm im neuen Bund erfordert, daß des Herzens Grund ganz rein in allem werde. Esus ist erstanden. Nun, ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit! 2. Christus selbst hat überwunden des ergrimmten Todes Macht; der in Tüchern lag gebunden, hat die Schlange umgeSatans Reich bracht. 4. Wer Ostern halten will, der muß dabei nicht unterlassen die bittern ist ganz verheeret, Christus Salsen wahrer Buß, er hat es nach der Ruh ausmuß das Böse hassen, getilget, und dazu Belial daß Christus, unser Oster- sein Schloß zerstöret, daß lamm, für uns geschlacht wir haben frei Geleit. ans Kreuzes Stamm, ihn durch sein Blut rein mache. Freue dich, o Christenheit! 3. Warest du, o Held, 5. Drum laßt uns nicht gestorben? Warest du ins im Sauerteig der Bosheit Grab gelegt? Ei, du bleiOstern essen; auch nicht in best unverdorben; da fich Schalkheit, ob sie gleich nur die Erd erregt, bist uns hat sehr hart besessen; du aus der Erden kommen, vielmehr laßt uns die haft das Leben und die Ofterzeit im süßen Teig Macht aus der Gruft der Lauterkeit und Wahr- herwiederbracht, und des beit chriftlich halten. Todes Raub genommen, 6. HErr JEsu, Oster- schenkest uns die Seligkeit. lamm, verleih uns deine Freue dich, o Christenheit! Oftergaben, daß wir den 4. Tod, wo sind nun dei= 118 Von der Auferstehung deine Waffen? Hille, wo den ewig loben dich, HErr ist dein Triumph? Satan Esu, nach dem Streit. konnte gar nichts schaffen, Freue dich, o Christenheit! seine Pfeile wurden stumpf; 8. HErr, dies sind die Christus ist sein Gift ge- edlen Früchte, die dein wesen, ja der Höllen Seuch Auferstehung giebt, daß und Pest; Welt und Sün- wir treten vor Gerichte, de liegen fest, und wir ganz in deine Gunst verMenschen sind genesen liebt. HErr, dies sind nur durch seinen tapfern die schönen Gaben: Gnad Streit. Freue dich, o und Leben, Freud und Christenheit! Sieg, Trost und Friede 5. GOtt, der heilet un- nach dem Krieg; o die fre Plagen, wenn wir nir- sollen Fräftig laben Leib gends Hülfe sehn; låsset und Seel in allem Leid. uns nach dreien Tagen Freue dich, o Christenheit! lebend wieder auferstehn. 9. Weil nach diesem Darum muß ich dankbar Fried ich dürste, wie werden, und mein Ehr nach Wasser Tag und ist freudenvoll, weil der Nacht, den du, großer HErr nicht sehen soll die Siegesfürste, aus dem Verwesung in der Erden, Kampf haft wiederbracht: noch der Höllen Einsam- ei, so theil ießt aus die keit. Freue dich, o Chri- Beute, wie der starke stenheit! Simson that, als er über6. Er ist aus der Angst wunden hat. Laß dich rühgerissen und mit Ehren men alle Leute, daß geenangethan. Wer ist, der digt sei der Streit. Freue sein Leben wissen, und die dich, o Christenheit! Lång ausreden kann? 10. Gieb, HErr JEsu, Christus ist der Eckstein deine Gnade, daß wir stets worden. GOtt, das ist mit Reuen sehn, wie so von dir geschehn, wie wir groß sei unser Schade, daß jetzt vor Augen sehn; wir wir dir gleich auferstehn. find aus der Sünder Or- Brich hervor in unserm den hingerissen durch den Herzen, überwinde SünStreit. Freue dich, ode, Tod, Teufel, Welt Christenheit! und Höllennoth, dampf 7. Hast du schon vom in uns die Angst und Bach am Wege angenom- Schmerzen, sammt der men einen Trank, und Seelen Traurigkeit. Freue erlitten tausend Schläge, dich, o Christenheit! warest frånker noch als 11. Meinen Leib wird krank: ei, so hast du doch man vergraben, aber gleicherhoben deit. verklärtes wohl ewig nicht; bald werd Angesicht, stirbest nun und ich das Leben haben, wenn nimmer nicht. Ja wir wer- das letzte Weltgericht alle Grå JEfu Chrifti. 119 Gräber wird entdecken, und 4. Ich seh auch nicht, der Engel Feldgeschrei zeigen, was vorhanden sei, dann wird mich mein GOtt aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Christenheit! warum ich sollt betrüben mich, wenn ich auch wollt. Hallel. Hallelujah. Weil JEsus lebt, an den ich glaub, wer ist, der mir das Leben raub? Hallel. 12. Dann so werden Hallelujah. meine Glieder, die jetzt 5. Er macht ja durch Staub und Asche sein, sein Auferstehn, daß ich unverweslich leben wie- jum Himmel kann einver, und erlangen solchen gehn. Hallel. Hallelujah. Schein, dessen gleichen hier kein Sund, kein Tod im auf Erden nimmermehr zu Weg mehr sein, die Straße finden ist. Ja, mein Leib, hålt er frei und rein. Hall. HErr JEsu Christ, soll Hallelujah. dem deinen ähnlich werden, 6. Mein Glaub an Evoller Pracht und Herr- sum tilgt die Sünd, GOtt lichkeit. Freue dich, o liebet mich recht als sein Christenheit! Joh. Rist. Kind. Hallel. Hallelujah. Ist GOtt versöhnt und nun mein Freund, laß toben Welt und alle Feind! 142. ebt Christus, Hallel. Hallelujah. was bin ich 7. Tod, vor dir fürcht betrübt? Ich weiß, daß er ich mich nicht, dein Macht mich herzlich liebt. Halle- die Bösen nur ansicht. Hall. lujah, Hallelujah. Wenn Hallelujah. Mein Leben, mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallel. Hallelujah. Mel. Heut triumphiret GOttes Sohn. JEsus, dich bezwingt, und mich durch dich zum Himmel bringt. Hallel. Hallel. 8. Wenn ich Trost, 2. Mein JEsus lebt Hülf und Gnad begehr, und schüket mich, darum, mein JEsu, mir dasſelb mein Herz, freu allzeit gewähr. Hall. Hallel. Ich dich. Hallel. Hallelujah. glaub an dich, stärf meinen Ob sich erhebt der Bösen Geist, daß du vom Tod erRott, sei gutes Muths, standen seist. Hall. Hallel. nur ihrer spott. Hallelujah, Hallelujah. 9. So werd ich nimmer sein verlorn, so wahr als 3. Lebt doch mein JEsus du ein Mensch geborn. in der Höh, trotz dem, der Hallel. Hallelujah. Wer mir entgegen steh, Hallel. an dich glaubt und zweiHallelujah. Er kann dem felt nicht, der kommet ja Feind begegnen so, daß er nicht ins Gericht. Hallel. der List wird nimmer feoh. Hallelujah. Hallel. Hallelujah. 10. Ich glaub an dich, mein 120 Von der Auferstehung mein JEfu Chrift, daß du Leben selber stirbt, Gnad für mich getddtet bist: Segen, Fried erwirbt uns Hallel. Hallelujah: und Menschen insgemein: ach auferstanden mir zu gut, laßt uns dankbar sein! daß du mich haltest stets in Hut. Hallel. Hallelujah. 4. Das Lammlein läßt sich braten am hohen Kreu11. Wie könnt iá) denn zesstamm, zu helfen und verloren sein? Es ist un- u rathen uns von der möglich, nein, ach nein! Höllenflamm; sein schönes Hallel. Hallelujah. GOtt rothes Blut löscht aus die Lob, der starke JEsus lebt, heiße Glut, und dämpfet mit ihm lebt, wer im Glau- GOttes Grimm durch seiben schwebt. Hall. Hallel, ner Fürbitt Stimm. 12. Ich leb und werd 5. Doch bleibt nicht in Ewigkeit mit JEsu le- immer liegen das Lammben, o der Freud! Hallel. lein in dem Grab: es steht Hallel. Deß habe Dank, du auf und will siegen; nachLebenshort, hab Dank, o dems geleget ab die JEsu, hier und dort. Hall. Schwachheit, nimmt es Hallelujah. 3. Casp. Schabe. att ein Löwenmuth, da kann es zwingen als ein Held Sünt, Teufel, Tod und Welt. Mel. Auf, auf, mein Herz mit Freuden. 143. Mein JEfu, schönstes 6. Wie soll ich doch genießen dies Lämmlein Leben, du rechtes Ofter- würdiglich, das sein Blut lamm, der du dich hast läst vergießen, ja gar ergegeben für mich ans würgen sich? Mein Herz Kreuzes Stamm, aus hei- erst kosten muß die SalBer Herzenslieb, aus freiem fen bittrer Buß, daß Geist Geistestrieb, zum Opfer und Auge thrånt, und und zur Gab, mein mat- sich nach Trost recht sehnt. tes Herze lab. 7. Ich will dich, JEsu 2. Lämmlein ohne essen und gläubig nehmen Schulden, das läst er ein, dabei nicht sein verwürgen sich, und gerne gessen der ausgestandnen will erdulden die Straf Pein. Mein Herze, Hand und Pein für mich; du und Mund zu jeder Zeit hångest an dem Holz, zu und Stund soll danken büßen meinen Stolz, du deiner Treu, die alle Morftirbest für die Welt, die gen neu. doch von dir nichts bålt. 8. Der Sauerteig der 3. Hier hångt das Heil Sünden muß werden ausder Erden, mein Schatz gefegt, die Luste, so sich und Brautigam; hier will finden bei mir, sein abzur Sünde werden ein gelegt; in süßer Lauterkeit reines GOtteslamm. Das will ich nun sein bereit, zu JEfu Chrifti. 121 zu wandeln hier auf Erd, der Quell, die selig, klar so lang ich leben werd. und hell; 9. Gegürtet will ich 14. Da GOtt, die Lestehen zum Guten und ge- benssonne, in, durch und schucht, den Weg des HErrn zu gehen, da man, an uns scheint, wo JEsus Freud und Wonne dem was droben, sucht; dein einschenkt, der geweint; Kreuz soll sein mein Stab, wo jauchzt, wer hier geder Erden fug ich ab, zu achzt, wo hürft, wer hier dir hinweg ich eil, im gelechzt; der Schaden wird Himmel ist mein Theil. ersetzt, was war verlcht, ergibt. 10. Wie süß, o süße schmecket dies Osterlammelein! sein Kleid die Blöße decket, sein Blut macht heil und reint. Sein Fleisch, so schön und zart, hat rechte Zuckerart; im Mund giebts füßen Saft, dem Herzen Stark und Kraft. 15. Da wollen wir dem Lamme, mitten in Vaters Thron, dem Held aus Juda Stamme, dem rechten Davids- Sohn, Preis, Ehre, Lob und Ruhm, Macht, Weisheit und Reichthum, zusammt Victoria bringen, Hallelujah. 3. C. Schade. 11. Wein, Honig, Manna laben, und sind die beste Mel. Vater unser im Koft; die aber JEsum Himmelreich. haben, betheuern gar getrost: Nichts süßers ist 144. Nun danket als du, o JEsu, sanfte Ruh! Nichts gehet milder Christen all, und jauchzet ein, als dies Brod, Fleisch ihm mit großem Schall, und Wein. dieweil er seiner Gottheit 12. Wer fteht in schwe- Macht durch seinen Sohn ren Leiden, wen angst an Tag gebracht. Triumph, der Seelenschmerz, kann Triumph, schrei alle Welt, in dir, JEsu, weiden sein denn JEsus hat den Feind jammervolles Herz. Wer gefällt. in sich schwach und matt, 2. Er ist erstanden von wird durch dich stark und dem Tod, der Lebensfürst, fatt. Wer geht gebückt, der wahre GOtt. Er hat gedrückt, wird in dir wohl des Teufels Burg zerstört erquickt. und GOttes Himmelreich gemehrt. Triumph, zc. 13. Drum, Lammlein JEsu, speise mit deinem 3. Er ist erschienen wie Fleisch und Blut uns auf ein Blizz, und hat bethört der Himinelsreise, und der Feinde Wiß; er hat bring uns zu der erwiesen mit der That wo feinen nicht mehr was er zuvor verkündigt dürst, da du selbst leiten hat. Triumph, 2c. wirst dein Schäflein zu 4. Er hat nun über6 wun 122 Von der Auferstehung wunden gar sein Leiden, bei dem Kreuz so freche Trubsal und Gefahr. Sein war. Triumph, zc. Haupt trägt schon mit gro3. Der Drache hat sich Bem Glanz den ewig grü- eingehüllt, sein Troß und nen Lorbeerkranz. Tri- Frevel ist gestillt; sein Gift umph, zc. macht ihm selbst Angst und 5. Die Wunden, die er Pein, und dringet auf sein hier empfing, da er ans Herz hinein. Triumph, zc. Kreuz genagelt hing, die leuchten wie die Morgenstern und strahlen von ihm weit und fern. Triumph, 2c. 6. Er ist nun voller Sieg? Wer führet wider Seligkeit, und herrschet uns denkrieg? Triumph, zc. über Ort und Zeit; er 5. Das Lamm, das der lebt voll Freud im Para- Welt Sünde trägt, hat deis, und hört mit Lust eure Macht in Koth gesein Lob und Preis. Tri- legt; es herrschet kraftig umph, tc. dort und hier, und euer 7. Drum danket GOtt, Leid rährt für und für. ihr Christen all, und jauch- Triumph, zc. jet ihm mit großem Schall; 6. Ja, liebster Heiland, ihr sollt in ihm auch auf deine Kraft hat uns nun erstehn, und in die ewge Fried und Ruh geschafft; Freud eingehn. Drum ganz matt sind, die uns schrei Triumph die ganze drängen sehr, und gelten Welt, denn JEsus hat fort und fort nichts mehr. den Feind gefällt! Triumph,* c. Johann Angelus. Mel. Triumph, Triumph! er kommt mit pracht. 4. Wo ist, o Tod, dein Stachel iht? Wo habt ihr Teufel euren Wik? Wo ist der Höllen Macht und 7. Was murret ihr, ihr Teufel, noch? was sperret sich der Höllen Loch? und dürfen GOttes seiner 145. Nun hat das Schaar noch Marterdrauen heilge Triumph, zc. teslamm, dem man am 8. Das Lammlein, das Kreuz das Leben nahm, erwürget war, bricht euren den schönen Sieg an Hill Muth und Rachgier gar. und Tod behauptet, als Der Löw aus Juda steht ein wahrer GOtt. Tri- uns bei, und macht von umph, Triumph, Triumph, eurem Garn uns frei. Triumph, Victoria und Triumph, zc. ewiges Hallelujah! 9. Der Simson bricht 2. Sein Fersenstich giebt der Höllen Thür, der Könicht mehr Blut, ver- niq David tritt herfür, schwunden ist der Schlan- der Goliath liegt schon gen Muth; ihr Haupt ist gestreckt, und die Philister nun zerknirschet gar, das sind erschreckt. Triumph, ic. 10. Du JEfu Christi. 123 10. Du Heiland, du dem dies geschehen, dürbeherzter Held, hast aller fen wir nun sehen, daß Feinde Muth gefällt, in- für kurze Zeit er zwar sich dem du aus dem Grab wahrhaftiglich in den Tod aufstehst, und wiederum um unser Leben hab dazum Leben gehst. Tri- hin gegeben. umph, zc. 3. Niemand wird nun 11. Was wollen wir finden, daß von unsern denn fürchten sehr des Todes Macht, das höllsche Heer? Laß toben, was da will und kann, tritt nur den Kampf frisch mit ihn'n an. Triumph, zc. Sünden noch was übrig sei: weil der wieder kommen, der sie übernommen; ia, indem er frei, so ist nun, genug zu thun, weil die Zahlung just befunden, Keiner mehr verbunden. 12. Ist deine Macht, o Mensch, gleich schwach, 4. Was will uns nun so hält dein Heiland hin- schaden, weil wir zu Geten nach; durch dessen naden sind einmal geKraft wirst du bestehn, bracht? Will der Teufel und dein Feind muß zu drauen, dürfen wir nicht Boden gehn. Triumph, ic. scheuen sein verlorne 13. Heiland, hilf zu Macht. Hier ist der, vor jeder Frist, der du vom welchem er augenblicklich Tod erstanden bist; tritt muß erbeben, und hinweg her zu uns in aller Noth, sich heben. führ uns ins Leben durch den Tod. Triumph, Triumph, Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Hallelujah! A. H. Buchholz. 5. Hille, willst du pochen? Der dich hat zerbrochen, stellt sich lebend dar. Weil du nun gelassen und nicht mochtest fasſen den, der Bürge war: so Mel. JEsu, meine haft du für immerzu deiFreude. nes Rechtes dich begeben 146. Nun ist auf- wider unser Leben. erstanden 6. Laß die Zähne blecken aus des Todes Banden und die Hand ausstrecken GOtt- und Menschen- wider uns den Tod; denn Sohn; JEsus hat gesie- sein Pfeil und Bogen finget, daß nun alles lieget den sich betrogen, es bat unter seinem Thron. Alle keine Noth. Ob er trifft, Feind, so viel ihr seind, ists drum kein Gift, sonhat er auf das Haupt ges dern muß mit seinen Pfeischlagen, ia gar Schau len er vielmehr uns heilen. getragen. 7. Darum mir nicht 2. Daß er wollen ster- grauet, wenn mein Geift ben, war, uns zu erwerben anschauet, daß noch in das Heil und Seligkeit. Nach- Grab meine müden Glie6* der 124 Von der Auferstehung der werde legen nieder, weil alte Schlang, da Christus ich dieses hab, daß mein mit ihr kämpfte; mit List Hort mir diesen Ort selbst und macht sie auf ihn mit seinem Leibe weihe, drang, jedennoch er fie daß ich ihn nicht scheue. dämpfte; ob sie ihn in die 8. So find all wir Chri- Fersen sticht, so sicget sten dir und deinen Lusten sie doch darum nicht, der todt, o Eitelkeit. Wie wir Kopf ist ihr zertreten. uns nun haben lassen mit 3. Lebendig Christus begraben hier in dieser kommt herfür, die Feind Zeit, so wird er, der große nimmt er gefangen; zerHErr, uns hervor auch bricht der Höllen Schloß mit fich führen, und mit und Thür, trågt weg Kronen zieren. den Raub mit Prangen. 9. Denn dies sicher stehet: Nichts ist, das in dem weil das Haupt nun gehet Siegeslauf den starken aus dem Grab heraus, Held kann halten auf: alls müssen auch die Glieder liegt da überwunden. sonder Zweifel wieder aus 4. Des Todes Gift, dem Todtenhaus, wenn der Höllen Pest ist unser jekund die liebe Stund Heiland worden; wenn ihnen wieder giebt das Satan auch noch ungern Leben, zu ihm sich begeben. 10. der großen Freude! Wer wollt nun das Kleide dieser Sterblichkeit nicht getrost ablegen? weil ja doch hingegen nach läßt von Wüthen und von Morden, und da er sonst nichts schaffen fann, nur Tag und Nacht uns klaget an: so ist er doch verworfen. 5. Des HErren Rechte so kurzer Zeit Jesus Christ die behält den Sieg und bereitet ist, ihn zu kleiden ist erhöhet; des HErren mit der Sonne in der Rechte mächtig fällt, was Himmelswonne. ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind, ihr Zorn ist kraftlos worden. Phil. Jakob Spener. 147. Tod, wo 6. Es war getödtet Eist dein sus Christ, und sich, er Stachel nun, wo ift dein lebet wieder. Weil nun Sieg, o Hille? Was kann das Haupt erstanden ist, uns jetzt der Teufel thun, stehn wir auch auf, die wie grausam er sich stelle? Glieder. So jemand ChriGOtt sei gedankt, der uns fti Worten glaubt, im den Sieg so herrlich hat Tod und Grabe der nicht nach diesem Krieg durch bleibt, er lebt, ob er gleich JEsum Christ gegeben. stirbet. 2. Wie sträubte sich die 7. Wer täglich hier durch wahMel. Allein GOtt in der Höh sei Ehr. JEfu Chrifti. 125 wahre Reu mit Christo gossen uns zu gut, vom auferstehet, ist dort vom Tod ist auferstanden. andern Tode frei, derselb 2. Wie schön hast du ihn nicht angehet; genom- durch deine Macht, du men ist dem Tod die wilder Feind des Lebens, Macht, Unschuld und Le- den Lebensfürsten umgeben wiederbracht und un- bracht; dein Stachel ist vergänglich Wesen. vergebens durch ihn ge8. Das ist die reiche schossen, schnöder Feind, Ofterbeut, der wir theil du hättest wahrlich wohl haftig werden: Fried, gemeint, er würd im Freude, Heil, Gerechtig- Staube bleiben. Feit im Himmel und auf 3. Nein, nein, er trågt Erden. Hier sind wir still sein Haupt empor, ist und warten fort, bis unser måchtig durchgedrungen Leib wird ähnlich dort durch deine Bande, durch Christi verklärtem Leibe. dein Thor, ja hat im Sieg 9. Der alte Drach mit seiner Rott hingegen wird zu Schanden, erlegt ist er mit Schimpf und Spott, verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur glaubt, von dir jetzt ein Gespotte treibt, und spricht: da Christus ist erstanden. Wo ist dein Stachel? Des Hauptes Sieg der Glieder ist; drum kann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden. 10. Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hille? Was kann uns jetzt der Teufel thun, 4. Denn deine Macht die ist dahin, und keinen Schaden bringet dem, der fich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwinget, der fröhlich spricht: Ich leb, und ihr sollt mit mir leben für und für, weil wie grausam er sich stelle? ich es euch erworben. GOtt sei gedankt, der uns den Sieg, so herrlich in diesem Krieg durch sum Christ gegeben. Justus Gesenius. 5. Der Tod hat keine hat Kraft nicht mehr, wir durE- fen ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegsfürst und sein Herr, deß sollt ihr euch erfreuen; dazu so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir 148. Sei fröhlich glaubt, als Glieder mit alles weit mir und breit, was vormals 6. Der Höllen Sieg der war verloren, weil heut ist auch mein, ich habe sie der HErr der Herrlichkeit, zerfidret; cs darf nicht den GOtt selbst auserkoren fürchten ihre Pein, wer zum Sündenbüßer, der mich und mein Wort hdsein Blut am Kreuz ver- ret. Und weil des Teufels Macht Mel. un freut euch, lieben Christen gmein. 126 Von der Auferstehung Macht und List gedämpft, 6. Sie gehn hinein. Da sein Kopf zertreten ist, mag sehn fie bald, wie daß ein es ihm auch nicht schaden. Jüngling wohlgestalt zur 7. Nun, GOtt sei Rechten sitzt, und trägt ein Dank, der uns den Sieg Kleid weiß wie der Schnee durch JEsum hat gegeben, in Winterszeit. Hallelujah. und uns den Frieden für 7. Sie sind bestürzt, daß den Krieg, und für den keine kann vor Furcht die Tod das Leben erworben, andre reden an; der Engel der die Sünd und Tod, tröstet sie und spricht: Thr Welt, Teufel, Hill und lieben Frauen, fürcht euch was in Noth uns fürzet, nicht. Hallelujah. überwunden! P. Gerhard. 8. Thr sucht den HErrn von Nazareth, der JEsus Mel. Erschienen ist der heißt: hier ist die Stätt, herrlich Tag. hier ist das Räumlein, da 149. bald des großen Sabman ihn aus Liebe hat geleget hin. Hallelujah. baths Nacht den Tag ver- 9. Am Kreuze litt er treibt und dunkel macht, da kaufen der Marien drei, den HErrn zu salben Specerei. Hallelujah. zwar den Tod, jetzt aber lebt er, frei von Noth; er ist erstanden als ein Mann, der auch den Tod selbst tödten kann. Hallelujah. 2. Sie richten alles fleißig zu, und warten, bis aus ihrer Ruh aufs Himmelsfeld die Morgenroth in ihrem güldnen Schmucke geht. Hallelujah. 3. Als sie nun auf dem Wege sind, bald fich ein 11. heißt fie in Galineuer Kummer findt; ach, laam gehn, daselbst wird sprechen sie, ein großer er vor ihnen stehn; sie werSchmerz durchdringet un- den sehn sein Angesicht: ser traurig Herz. Hallel. was er zusagt, das fehlet 4. Wer öffnet uns des nicht. Hallelujah. Grabes Thur? Kein Jun- 12. Sie gehn heraus ger macht sich jetzt herfür; und eilen fort; ihr Mund uns Armen wirds unmög- vor Zittern redt kein Wort; lich sein, zu wälzen ab den die blöden Herzen sind erschweren Stein. Hallel. schreckt, mit Furcht und 5. Indem sie schauen Angst ganz überdeckt. Halauf das Grab, da ist der lelujah. Stein gewälzet ab; GOtt 13. Wir aber halten diese giebt für Angst und großes Post für unsers Herzens Leid gewünschten Trost und Freud und Lust, und danFröhlichkeit. Hallelujah. ken dir, HErr JEsu Christ, daß 10. Hier bei den Todten werdet ihr ihn finden nicht, das glaubet mir. Geht hin und machts den Jüngern kund und Petro, dem sein Herz ist wund. Hallelujah. JEfu Chrifti. 127 | zeigt; kein harter Fels ihn hålt und zwingt, Grab, 14. Der Teufel wüthe, Siegel, Riegel vor ihm wie er will: wer fragt nach springt. Hallelujah. ihm? er hat sein Ziel; darüber darf er schreiten nicht, würd er auch toll, er ist gericht. Hallelujah. 5. Der andre Adam heut erwacht nach seiner harten Todesnacht, aus seinen Seiten er erbaut uns sein erlöste theure Braut. 15. Des Todes Stachel ist entzwei, er thut nichts, Hallelujah. das mir schädlich sei: sterb ich, so sterb ich dir allein, die Seele muß bald bei dir sein. Hallelujah. daß du heut auferstanden bift. Hallelujah. 6. Wie Aarons Ruthe schön ausschlug, am Morgen blüht und Mandeln truq: so tråget Frucht der Seligkeit des Hohenpriefters Leichnam heut. Hallelujah. 16. Der Leib, der in dem Grabe liegt, schläft sanft, als war er eingewiegt; ich weiß, daß du ihn, als ein 7. Nun ist die HeiligFürst des Lebens, aufer- feit erkämpft, der Sünden wecken wirst. Hallelujah. Pest und Gift gedämpft; Johann Heermann. der schweren Handschrift Fluch und Bann vertritt hier mein Erlesersmann. Hallelujah. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 150. Triumph, Tri8. Du liebe Seel bist umph! es ausgebürgt, der höllische kommt mit Pracht der Tyrann erwürgt; sein Siegesfürst heut aus der Raubschloß und geschworSchlacht; wer seines Rei- ne Rott ist ganz verheert, ches Unterthan, schau heute der Tod ein Spott. Hall. sein Triumphfest an. Hall. 9. Hier liegt der stolze 2. Vor Freuden Thal Belial, die Höllenbürger und Wald erklingt, die allzumal sind sammt der Erde schönes Blumwerk Schwefelburg zerstört, kein bringt; der Zierrath, die Feind sich wider uns emTapezerei zeigt, daß ihr port. Hallelujah. Schöpfer Sieger sei. Hall. 10. HErr JEsu, wah3. Die Sonne sich aufs rer Siegesfürst, wir glauschönste schmückt, und wie- ben, daß du schenken wirst der durch das Blaue blickt, uns deinen Frieden, den die vor pechschwarz im du bracht mit aus dem Trauerkleid beschaut den Grab und aus der Schlacht. Blut- und Todesstreit. Hallelujah. Hallelujah. 11. Triumph, Triumph! 4. Das stille Lamm jeßt dich ehren wir, und wollen nicht mehr schweigt, sich mit dir kämpfen hier, daß muthig als ein Löw er- wir als Reichsgenossen dort 128 Von der Auferstehung JEfu Christi. dort dir folgen durch die Salbungsgabe: so wirst du Siegespfort. Hallelujah. sehn, daß JEsus Chrift vom Tod heut auferstanden ist, und nicht im Grab zu finden. Benjamin Prätorius. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 6. Es hat der Low aus 151. Wach auf, Juda Stamm heut fiegmein Herz, reich überwunden, und das die Nacht ist hin, die Sonn erwürgte GOtteslamm ist aufgegangen; ermuntre hat, uns zum Heil, erfundeinen Geist und Sinn, den das Leben und Gerechden Heiland zu umfangen, tigkeit, weil er, nach überder heute durch des Todes wundnem Streit, die FeinThür gebrochen aus dem de Schau getragen. Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil 2. Steh aus dem Grab JEsus überwunden; er der Sünden auf, und such wird auch überwinden weit ein neues Leben; vollführe in dir, weil er gebunden deinen Glaubenslauf, und der Feinde Macht, daß du laß dein Herz sich heben aufstehst, und in ein neues gen Himmel, da dein JE- Leben gehst, und GOtt sus ist, und such was dro- im Glauben dienest. ben als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergesse, was dahin ten ist, und tracht nach 8. Scheu weder Teufel, Welt, noch Tod, noch gar der Hillen Rachen; denn Esus lebt, es hat kein dem, was droben, damit Noth, er ist noch bei den dein Herz zu jeder Frist Schwachen und den Gezu JEsu sei erhoben. Tritt ringen in der Welt, als unter dich die böse Welt, ein gekrönter Sieges- Held, und strebe nach des Him- drum wirst du überwinden. mels Zelt, wo JEsus ist 9. Ach mein HErr JEzu finden. su, der du bist von Tod4. Quält dich ein schwe- ten auferstanden, errett rer Sorgenstein, dein JE- aus Satans Macht und sus wird ihn heben; es kann Lift und aus des Todes ein Chrift bei Kreuzespein Banden, daß wir zusamin Freud und Wonne le- men insgemein zum neuen ben: wirf dein Anliegen Leben gehen ein, das du auf den HErrn, und sorge uns hast erworben. nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen GOt5. Geh mit Maria teskindern, und ewig in Magdalen und Salome der Herrlichkeit von allen zum Grabe, die früh dahin Ueberwindern, die überaus Liebe gehn mit ihrer wunden durch dein Blut, HErr Von der Himmelfahrt Chrifti. 129 HErr JEsu, gieb uns 2. Wir bitten dich durch Kraft und Muth, daß wir deine Grad, nimm von uns auch überwinden. unsre Missethat, und hilf uns durch die Gute dein, daß wir dein treue Diener Laurentius Laurenti. Mel. Erschienen ist der sein. Hallelujah. herrlich Tag. 3. GOtt dem Vater im 152. Wir danken dir, HErr höchsten Thron, sammt ſeinem eingebornen Sohn, Esu Christ, daß du vom dem heilgen Geist in gleiTod erstanden bist, und cher Weis in Ewigkeit sei haft dem Tod zerstört sein Lob und Preis! Hallel. Macht, und uns das LeCaspar Fuger. ben wiederbracht. Hallel. VI. Von der Himmelfahrt Christi. ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben, Heil, Fried und Freude, 153. Ach wunder- Stark und Kraft, Erquikgroßer Sie- kung, Labsal, Herzenssaft gesheld, du Sündenträger wird uns von dir gegeben. aller Welt, heut hast du Bringe, zwinge mein Gedich gesetzet zur Rechten müthe, mein Geblüte, daß deines Vaters Kraft, der es preise, dir als SiegsFeinde Schaar gebracht Herrn Ehr erweise. jur Haft, bis auf den Tov 4. Zeuh, JEsu, uns, verlehet; mächtig, prachtig zeuch uns nach dir, hilf, triumphirest, jubilirest, Tod daß wir forthin für und und Leben, dir ist alles untergeben. für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun 2. Dir dienen alle Cheru- und Wandel sein, wo Zucht bim, viel tausend hohe Se- und Demuth geht herein, raphim dich großen Siegs- all leppigkeit verachten. mann loben; weil du den Unart, Heffart laß uns Segen wiederbracht, mit meiden, christlich leiden, Majestät und großer Macht wohl ergründen, wo die zur Glori bist erhoben; Gnade sei zu finden. singet, flinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 5. Sei, JEsu, unser Schuß und Schat, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen. 3. Du bist das Haupt, Laß suchen uns, was drohingegen wir sind Glieder, ben ist; auf Erden woh6** net Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 130 Von der Himmelfahrt Christi. net Trug und List, es ist ren, und damit einmal, auf allen Straßen Lügen, wenn dirs gefällt, mit Trügen, Angst und Pla- Freuden scheiden aus der gen, die da nagen, die da Welt. HErr, höre dies quälen stündlich arme Chri- mein Flehen. Jofua Wegelin. ftenſeelen. 6. HErr JEsu, komm, Mel. Nun freut euch, du Gnadenthron, du Sie- lieben Christen gmein. gesfürst, Held, Davids 155. Auf diesen Sohn, komm, stille das Tag beVerlangen! Du, du bist denken wir, daß Christ allen uns zu gut, o JEsu, gen Himmel gfahren, und durch dein theures Blut danken GOtt aus höchster ins Heiligthum gegangen. Bgier, mit Bitt, er woll Komm schier, hilf mir; bewahren uns arme Sündann so sollen, dann so der hier auf Erd, die wir wollen wir ohn Ende fröh- von wegen mancher Gfährd lich klopfen in die Hände. ohn Hoffnung han fein Ernst Christoph Homburg. Troste. 2. Drum sei GOtt Lob, Mel. Nun freut euch, der Weg ist gmacht, uns lieben Christen gmein. steht der Himmel offen. 154. Auf Chrifti Chriſtus schleußt auf mit Wers Himmel- großer Pracht, vorhin wars fahrt allein ich meine Nach- alls verschlossen. fahrt gründe, und allen glaubt, deß Herz ist FreuZweifel, Angst und Pein den voll; dabei er sich doch hiermit stets überwinde; rüsten soll, dem HErren denn weil das Haupt im nachzufolgen. Himmel ist, wird ſeine Glieder JEsus Christ zur rechten Zeit nachholen. 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ists nicht Ernst zum HEr2. Weil er gezogen him- ren: denn er wird auch melan und große Gab em- vor Fleisch und Blut sein pfangen, mein Herz auch Himmelreich versperren. nur im Himmel kann, sonst Am Glauben liegts, soll nirgends, Nuh erlangen; der sein recht, so wird denn wo mein Schaß ge- auch gwiß das Leben schlecht kommen hin, da ist auch zu GOtt im Himmel ftets mein Herz und Sinn: nach ihm mich sehr verlanget. grichtet. 4. Solch Himmelfahrt fährt in uns an, wenn wir 3. Ach HErr, laß diese den Vater finden, und Gnade mich von deiner fliehen stets der Welt ihr Auffahrt spüren, daß mit Bahn, thun uns zu GOtdem wahren Glauben ich tes Kindern: die sehn hinmag meine Nachfahrt zie- auf, und GOtt berab, an Von der Himmelfahrt Christi. 131 an Treu und Lieb geht die Höh, auf daß ich in ihn'n nichts ab, bis sie die Höh auch geh: dies zusammen kommen. kann mich recht ergößen. 5. Dann wird der Tag 2. Du fährst, mein JEsu, erst Freuden reich, wenn wolkenan, und dringst durch uns GOtt zu ihm nehmen alle Himmel, damit ich und seinem Sohn wird dir nachfolgen kann aus machen gleich, als wir diesem Weltgetümmel. Du denn jetzt bekennen; da bist, mein JEsu, aus dem wird sich finden Freud Leid gegangen in die höchste und Muth zu erger Zeit Freud, daß stete Freud beim höchsten Gut. GOtt mich labe. woll, daß wirs erleben. 3. Wo Esus ist, da 6. Ehr sei dem HEr- komm ich hin; bei JEsu ren JEsu Christ, der für will ich bleiben. Drum uns ist gestorben, und wie fteht zu JEsu fiets mein der auferstanden ist, des Sinn, nichts soll mich von Vaters Huld erworben, ihm treiben. Ob ich schon daß wir nun nicht in Adams duld hier manche Noth, Fall umkommen, und nicht so werd ich doch nach meisterben all, sondern das nem Tod bei JEsu recht Leben erben. erquicket. V. 1-5 Johann Zwick. In eigener Melodie. 4. So zage nicht, du meine Seel, laß nur den Kummer fahren, und dich 156. Christ fuhr nicht allzu ſchmerzlich qual, gen Himmel. Was sandt er uns ren gelangen aus dem hernieder? Den Trifter, Jammerthal hitt in den den heilgen Geist, zu Trost schönen Himmelssaal, da der armen Christenheit. JEsus mich wird trösten. Kyrieleis. Gottfried Händel. 2. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, ChriMel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. stus will unser Troft sein. 158. Du. Lebens15. Jahrh. fürst, HErr JEsu Christ, der du bist Mel. Nun freut euch, aufgenommen gen Himmel, lieben Christen gmein. da dein Vater ist und die 157. Du fåhrst gen Gemein der Frommen, Him: nel, wie soll ich deinen großen JEsu Christ, die Stätt Sieg, den du uns durch mir zu bereiten, auf daß den schweren Krieg erich bleibe, wo du bist, zu worben hast, recht preisen, ewiglichen Zeiten. Du und dir gnug Ehr erweisen? fährst, mein Heiland, in 2. Du hast die Hdll und Sun 132 Von der Himmelfahrt Chrifti. Sündennoth ganz ritter-| so viel Gaben von dir emlich bezwungen; du hast pfangen haben. den Teufel, Welt und 7. Du hast durch deinte Tod durch deinen Tod Himmelfahrt die Straßen verdrungen; du hast ge- uns bereitet; du haft den sieget weit und breit: wie Weg uns offenbart, der soll ich solche Herrlichkeit, uns zum Vater leitet; und o HErr, in diesem Leben weil denn du, HErr JEsu gnug würdiglich erheben? Christ, nun stets in deiner 3. Du hast dich zu der Wonne bist, so werden ja rechten Hand des Vaters die Frommen dahin auch hingesehet, der alles dir zu dir komment. hat zugewandt, nachdem 8. Tft unser Haupt im du unverletzet die starken Himmelreich, als die ApoFeind haft umgebracht, stel schreiben, so werden Triumph und Sieg dar- wir, den Engeln gleich, ja aus gemacht, und sie auf nicht heraußen bleiben; du deinem Wagen ganz herr- wirst uns deine Gliederlich Schau getragen. lein mein GOtt, nicht las4. Nun lieget alles un- sen von dir sein, die ihnen ter dir, dich selbst nur fest vertrauen, dein Herrausgenommen; die Engel lichkeit zu schauen. müssen für und für dir 9. Hilf, daß wir suchen aufzuwarten kommen; die unsern Schatz nicht hier in Fürsten stehn auch auf diesem Leben, besondern der Bahn, und sind dir dort, wo du den Platz wirst willig unterthan; Luft, GOttes Kindern geben. Wasser, Feur und Erden Ach laß uns streben feft muß dir zu Dienste werden. und wohl nach dem, was 5. Du starker Herrscher künftig werden soll; so fähreft auf mit Jauchzen können wir ergründen, wo und Lobsagen, und gleich dein Gezelt zu finden. mit dir in vollem Lauf auch 10. Zieh uns dir nach, mehr denn tausend Wagen; so laufen wir, gieb uns du fährest auf mit Lobge- des Glaubens Flügel. sang, es schallet der Po- Hilf, daß wir fliehen weit saunen Klang; mein GOtt, von hier auf Israelis Hüvor allen Dingen will ich gel. Mein GOtt, wann dir auch lobsingen. fahr ich doch dahin, da ich 6. Du bist gefahren in ohn Ende fröhlich bin; die Hdh, hinführend die wann werd ich vor dir stegefangen, so uns mit hen, dein Angesicht zu sehen? Thränen, Ach und Weh 11. Wann soll ich bin ins genetet oft die Wangen; Paradies, zu dir, HErr drum preisen wir mit sü- JEsu kommen? Wann sem Schall, o starker GOtt, fost ich doch das Engeldich überall, wir, die wir süß? Wann werd ich aufge= Von der Himmelfahrt Christi. 133 genommen? Mein Hei- den Schilden auf Erden, land, komm und nimm und wird noch viel höher mich an, auf daß ich fröh- und herrlicher werden. lich jauchzen kann und Elopfen in die Hände Hallelujab oht Ende! 3. Rist. Johann Rist. In eigener Melodie. en Himmel 160. Gaufgefah Mel. Ach alles, was Himmel und Erden umschließet. ren ist, Hallelujah! der König der Ehren JEsus Christ. Hallelujah! 2. Er zur 159. Fanden, ihr GOttes Hand, Halleluroblocket mit Völker, nun alle, und iauchjet dem Höchsten mit fröhlichem Schalle: denn jah! herrscht über Himml uno alle Land. Hallelujah! 3. Nun ist erfüllt, ras GOtt der Allerhöchst ist gschrieben ist, Hallelujah! schrecklich dort oben, ein Konig sehr hoch auf der in Psalmen von dem HErren Chrift. Hallelujah! Erden erhoben. 4. Nun sitzt beim HEr2. Der nunmehr die rent Davids Herr, HalleVölker wird unter uns luiah! wie zu ihm hat ge= zwingen, die Leut unter sagt der HErr. Hallelujah! unsere Füße nun bringen; 5. Drum jauchzen wir denn er uns ein Erbtheil mit großem Schalln, Halerwähler und giebet, die lelujah! dem HErren Christ Herrlichkeit Jakobs, den er hat geliebet. zum Wohlgefalln. Hallel. 6. Wir lobn die heil'g 3. Froblocket, mit jauch- Dreifaltigkeit, Hallelujah! zendem Schall GOtt auf- GOtt Vater, Sohn und fähret, der HErre mit heilgen Geist. Hallelujah! hellen Posaunen beehret. Melchior Franc. Lobsinget GOtt, finget, lobfinget, lobfinget, lob finget, Lob unserem Könige bringet. Mel. Don GOtt will ich nicht laffen. 161. Ett fähret 4. Denn GOtt ist ein König auf diesem Erdboden, lobsinget ihm alles, was holet den dem. Ein König ift GOtt der HErr über die Heiden; er fißet auf seinem Stuhl, selbe zu weiden. auf gen Himmel mit frohem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobfinget GOtt, lobsingt, lobfingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem 5. Die Fürsten der Völfer sind alle gezählet zu ei- HErren Zebaoth. nem Volk Abrahams, das 2. Der HErr wird aufGOtt erwählet; denn genommen, der ganze HimGOtt ist sehr hoch bei mel lacht; um ihn gehn al= 134 Von der Himmelfahrt Christi. alle Frommen, die er hat wann wirst du sein, daß frei gemacht. Es holen wir den Heiland grüßen, JEsum ein die lauten Che- daß wir den Heiland küssen? rubinen; den hellen Sera- Komm, stelle dich doch ein. phinen muß er willkommen sein. Gottfr. Wilh. Sacer. 3. Wir wissen nun die Mel. Sollt es gleich bisweilen scheinen. Haupt erhöht; wir wisſen zur Ge- 162. Hemen Seeelfer nuge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland le, Tröster in der Trauergeht voran, will uns nicht höhle, ach wie ists so gronach sich lassen, er zeiget se Pein, lang und ferne uns die Straßen, er bricht von dir sein. uns sichre Bahnt. endt sich meine Pein, daß ich ohne dich muß sein! 2. Schau, ich zähle Tag 4. Wir sollen himmlisch und Stunden, bis ich selig werden, der HErre macht werd entbunden; ach wann uns Plaß; wir gehen von der Erden torthin, wo unser Schat. Ihr Herzen, macht euch auf; wo JEsus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dahin sei euer Lauf. 3. Schneid den Lebensfaden abe, bring mich heute noch zu Grabe; denn es macht mir doch nur Pein, wenn ich nicht bei dir 5. Laßt uns zum Him- soll sein. mel springen mit herzlicher 4. Laß mich alle Luft Begier; laßt uns zugleich genießen, laß mich alle auch singen: Dich, JEsu, Künste wissen: wenn ich suchen wir, dich, o du nicht bei dir soll sein, so GOttes Sohn, dich, Weg, gebiert es mir nur Pein. dich, wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsers Hauptes Kron. 5. Laß mich alle Welt verehren, muficirn mit tausend Chören: alles, alles wird mir Pein ohne dich, mein JEsu, sein. 6. Ade mit deinen Schäzzen, du rrugesvolle Welt; dein Koth fann nicht er 6. Laß hergegen mich zergößen. Weißt du, was reißen, und von Schlangen uns gefällt? Der HErr mich erbeißen: wenn ich nur ist unser Preis, der HErr bei dir soll sein, so dünkt ist unsre Freude und kost- michs doch keine Pein. liches Geschmeide, zu ihm 7. Ach wer hilft mir gilt unsre Reis. doch erwerben, daß ich 7. Wann soll es doch schleunig möge sterben, daß geschehen? Wann kommt sich ende meine Pein, die die liebe Zeit, daß wir ich hab, bei GOtt zu sein? ihn werden sehen in seiner 8. Helfer meiner armen Herrlichkeit? Du Tag, Seele, Trösier in der Crau= Von der Himmelfahrt Christi. 135 Trauerhöhle, JEsu, JE- durch Christum uns zur su, du allein mußt nur Himmelfahrt bequemen. meine Hülfe sein. Johann Angelus. Zeuch uns zu dir hinauf, bis wir mit reinem Muth mit dir vereinigt sein, als unserm höchsten Gut. Christian Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. daß Chriftus aufgefahren, 164. Nun freut mit Bitt, o höchster GOtt, euch, GOtdu wollest uns bewahren, tes Kinder all, der HErr weil wir noch unter: stehn fährt auf mit großem in dieser argen Welt, da Schall; lobsinget ihm, lobuns im Tiefen nichts als finget ihm, lobsinget ihm Sund und Noth befällt. mit lauter Stimm. 2. Doch ist der Weg gebahnt, der Himmel steht uns offen; nun können wir von GOtt den rechten Einfluß hoffen. Wer diesen Zugang kennt, deß Herz ist Freuden voll; denn er schaut Christo nach, wie er ihm folgen soll. 2. Die Engel und all Himeleheer erzeigen Christo göttlich Ehr, und jauchzen ihm mit frohem Schall, das thun die lieben Engel all. 3. Daß unser Heiland Esus Christ, wahr GOttes Sohn, Mensch worden ist; deß freuen sich 3. Wer diesen Weg die Engel sehr, und gönnicht sucht, dem ists nicht nen uns gern solche Ehr. Ernst zum HErren, der 4. Der HErr hat uns doch vor Fleisch und Blut die Stått bereit, da wir den Himmel wird versper- solln bleibn in Ewigkeit; ren. Am Glauben liegts lobfinget ihm, lobsinget allein: ist der im Herzen ihm, lobsinget ihm mit recht, so kommt die Hülf lauter Stimm. herab, und wird das Fleisch geschwächt. 5. Wir sind Erben im Himmelreich, wir sind den lieben Engeln gleich. Das sehn die lieben Engel gern, und danken mit uns GOtt Mel. Nun danket alle GOtt. ekund be163. Itrachten wir, 4. Dies ist die Fahrt für uns, den Vater bald zu finden, die Bahn der Welt zu fliehn und zu entgehn den dem HErrn. Sünden. Fährt un die 6. Es hat mit uns nun Seel hinauf, so fährt der nimmer Noth; der Satan, HErr herab, und wo der Sünd und ewger Tod allVater wohnt, gehts nie sammt zu Schanden worohn Segen ab. den sind durch GOttes 5. HErr, bleib stets und Marien Kind. geneigt, uns freundlich 7. Den heilgen Geist aufzunehmen, wenn wir sendt er herab, auf daß er un 136 Von der Himmelfahrt Chrifti. unser Herz erlab, und tröst herrlich, prächtig, schön, uns durch das göttlich es dankt dir deine ChriWort, und uns behut vors stenheit von nun an bis Teufels Mord. in Ewigkeit. 8. Also baut er die Chri- 16. Du heilger Geist, stenheit zur ewgen Freud du wahrer GOtt, der du und Seligkeit; allein der uns tröst in aller Roth, Glaub an Ésum Christ wir rühmen dich, wir loben die recht Erkenntniß GOt- dich, und sagen dir Dank tes ift. ewiglich. Erasmus Alberus. 9. Der heilge Geist den Glauben stärkt, Geduld und Hoffnung in uns wirkt, erleucht und macht die Her- 165. Wir danken zen uns sal nicht verläßt. 10. Was uns die göttlich Majestät am heilgen Kreuz erworben hat, das theilet aus der heilge Geist, darum er unser Lehrer heißt. 12. So manche schöne GOttesgab bringt uns der heilig Geist herab, und uns vorm Satan wohl verwahrt: solchs schafft des HErren Himmelfahrt. 13. So danket nur dem lieben HErrn, und lobet ihn von Herzen gern; lobfinget mit der Engel Chör, daß man es in dem Himmel hör: Mel. E: schienen ist der herrlich Tag. 2. Nun freut sich alle 11. Der Vater hat den Christenheit, und singt und Sohn gesandt; der Sohn springt ohn alles Leid. wird anders nicht erkannt, GOtt Lob und Dank im ohn durch den heilgen Geist höchsten Thron, unser allein; der muß die Her- Bruder ist GOttes Sohn. zen machen rein. 14. GOtt Vater in der Ewigkeit, es sagt dir deine Christenheit groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. JEsu Christ, daß du gen Himmel gfahren bist; o starker GOtt Emanuel, stårk uns an Leib, stårk uns an Seel. Hallelujah. Hallelujah. 3. Gen Himmel ist gefahren hoch, und ist doch allzeit bei uns noch; sein Macht und Gwalt unendlich ist, wahr GOtt und Mensch zu aller Frist. Hall. 4. Ueber all Himmel hoch erhebt, über all Engel mächtig schwebt, über all Menschen er regiert, und alle Kreaturen führt. Hall. 5. Zur Rechten GOtts des Vaters groß hat er all Macht ohn alle Maaß; all Ding sind ihm ganz unterthan, GOttes und der Maria Sohn. Hallelujah. 6. All Teufel, Welt, 15. HErr JEsu Christe, Sünd, Höll und Tod GOttes Sohn, gewaltig, er alles überwunden hat. Trok Von der Himmelfahrt Christi. 137 Trok, wer da will, es liegt da wir mit deinen Engenichts dran, den Sieg muß lein das Amen wollen finer doch allzeit han. Hallel. gen fein. Hallelujah. Nikolaus Selneccer. 7. Wohl dem, der ihm vertrauen thut, und hat an ihm nur frischen Muth. Mel. Ach JEsu, meiner Seelen Freude. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? nach Christo 166. Wo ist der Hallel. Liebste hin8. Er ist der HErr und gegangen, der meine Seele unser Trost, der uns durch hält gefangen, der mir mein sein Blut hat erlöst; das Herz genommen hat? Wo Gfängniß er gefangen hat, ist die Sonne der Betrübdaß uns nicht schad der ten? wo ist der Leitstern bittre Tod. Hallelujah. der Verliebten, der mich getröstet früh und spat? 9. Wir freuen uns aus Herzen Grund, und singen 2. Ich geh vom Abend fröhlich mit dem Mund; bis zum Morgen in großem unser Bruder, Fleisch, Bein Kummer, großen Sorgen, und Blut ist unser aller- daß ich nicht seh sein Anhöchstes Gut. Hallelujah. gesicht; ich ångste mich in 10. Durch ihn der Him- meinem Herzen, ich leide mel unser ist. Hilf uns, Pein und große Schmero Bruder, JEsu Christ, daß zjen, daß mir mein liebster wir nur fest trauen auf Schak gebricht. dich, und durch dich leben ewiglich. Hallelujah. 11. Amen, Amen, HErr 3. Wer giebt mir, daß ich ihn geschwinde, wie ich begehr, erblick und finde, Esu Christ, der du gen und unzertrennlich bei ihm Himmel gfahren bist, er sei? Wer will mir, um halt uns, HErr, bei reiner mich zu erheben, der MorLehr, des Teufels Trug genröthe Flügel geben, daß und Listen wehr. Hallel. ich ihn suche frisch und frei? 12. Komm, lieber HErr, komm, es ist Zeit, zum letten Gricht in Herrlichkeit: führ uns aus diesem Jammerthal in dein ewigenHimmels Saal. Hallelujah. 4. If er im Haus der Ewigkeiten, mir eine Wohnung zu bereiten, so mach ers bald und saum sich nicht; ich werde sonst vor Leid verderben, und gleich 13. Amen fingen wir wie ein Verliebter sterben, noch einmal, wir sehnen wo es in Kurzem nicht geuns ins Himmels Saal, schicht. Johann Angelus. Vom heiligen Geifte, welcher uns zum Genusse des Heils bringt. Mel. 138 Dom heiligen Geiste. von Galilå, wie reden fie Mel. HErr JEfu Chrift, denn unsre Sprach, so grodich zu uns wend. ße Ding vorbringen auch? 9. Etliche sprachen: Sie 167. As Chriftus, find voll, fie reden wie die Is GOttes Sohn, mit seiner Trunkenbold. Petrus aber, leiblichen Person von die- voll GOtteskraft, gab ihser Welt abscheiden wolln, nen freudig Rechenschaft. sagt er sein Jüngern unverholn: 10. Nahm Wort vor sich aus Joels Buch und 2. Ich geh zu GOttes aus dem Psalter manchen Majestat, ihr aber geht Spruch; redet, daß durch nicht aus der Stått, bis viel Herzen drang, und sie euch zuvor himmlische Kraft also zu reden zwang: bestätiget jur Ritterschaft. Ritterschaft. 11. O lieben Brüder, 3. Die Jünger glaubten rathet zu, wie kommen wir diese Wort, blieben ver- zur rechten Ruh? Wir fintsammelt an einm Ort, den bei uns nichts denn einträchtig nach christlicher Sünd, sagt, wer uns denn Weis, betend zu GOtt davon entbind? mit allem Fleiß. 12. Petrus sprach: Bes4. Nach Östern am sert euer Thun, und glaubt funfzigsten Tag, den man an Christum, GOttes den Pfingsttag nennen mag, Sohn; den betet an mit zehn Tag nach Christi Him- Herz und Mund, laßt taumelfahrt, ward ein sehr fen euch auf seinen Bund. groß Ding offenbart. 13. Sie thaten, wie 5. Des Morgens um die ihn'n Petrus rieth, kamen dritte Stund, weil sie bet'- von ihrem bösen Tritt, ten aus Herzen Grund, glaubten und empfingen kam der heilge Geist ins die Tauf, liefen ein gottHaus, wie ein Sturmwind seligen Lauf. mit großem Braus. 14. Ei nun verleih, hei6. Saß auf jeglichem liger Geist, daß wir uns unter ihn'n, gab ihn'n al- halten allermeist nach deilen rechtschaffnen Sinn, nen ersten Kirchen Weis, sagt ihn'n von GOttes dir GOtt zu Lob, Dank Wunderthat mit neuen Ehr und Preis. m. Weiße. Sprachen ohne Spott. 7. Auf diesen Sturm In eigener Melodie. lief viel Volks zu, und 168. Brunnquell alfieh, die Jünger redten nu mit neuen Zungen große Herrscher der Gemüther, Ding, das vielen sehr zu lebendiger Wind, Stiller Herzen ging. aller Schmerzen, dessen 8. Derhalben sprachen Glanz und Kerzen mein etliche: Die Männer sind Gemüth entzündt: lehre mei Vom heiligen Geiste. 139 2.StarkerGOttesfinger, meine schwachen Saiten 7. Führe meine Sachen, deine Kraft und Lob aus- meinen Schlaf und Wabreiten. chen, meinen Tritt und Gang, Glieder und Gefremder Sprachen Brin- fichte, daß mein arm Geger, süßer Herzenssaft, dichte, daß mein schlecht Tröfter der Betrübten, Gesang, Wandel, Werk Flamme der Verliebten, und Stand vor allen dir, alles Athems Kraft, gieb mir deine Gunst und Gaben, dich von Herzen lieb zu haben. o Vater, mag gefallen. 8. Laß den Fürst der Hdllen nicht mit Listen fällen meiner Tage Lauf; nimm 3. Bräutigam der See- nach diesem Leiden mich zur len, laß mich in der Höh- Himmelsfreuden, deinen len deiner Lieblichkeit Ruh Diener, auf; da soll sich and Zuflucht finden; laß mein Mund erheben; dir mich von den Winden tru- ein Hallelujah geben. ber Noth befreit; komm hervor, o Gnadensonne, Füsse mich mit Troft und Wonne. Johann Franc. 169. Du In eigener Melodie. u Geift des 4. Theure GOttesgabe, HErrn, der komm, o fomam, mich labe! du von GOtt ausgehst, fieh, ich bin verschmacht; fomm, o mein Verlangen, komm, mein Lieb, gegangen; denn mein Herze lacht, wird von neuem ganz erquicket, wenn es, Labsal, dich erblicket. und selbst als GOtt in gleichem Wesen stehst, Kraft aus der Höh, komm, mich zu überschatten, komm, detnem Lob und meiner Bitt zu statten. 2. Bethrone mich, dein 5. Wie ein Hirschlein güldnes Tempelhaus, und gehnet, sich nach Wasser füll es ganz mit Herrlichsehnet, wenn es wird ge- keiten aus; ach heilge mich, jagt; so pflegt mein Ge- wie du der Heilge heißest muthe, HErr, nach deiner und unsern Sinn der Sünd Güte, wenn es wird ge- und Welt entreißest. plagt, tief zu seufzen, und im Dürren nach dir reichem Strom zu girren. 6. Wahrer Menschenschöpfer, unsers Thones Topfer, GOtt von Ewigkeit: Zunder keuscher Liebe, gieb, daß ich mich übe auch im Kreuz und Leid, alles 4. Dein Arm bestraft dir anheim zu stellen und die Welt um ihre Sünd, mich tröst in allen Fällen. thu weg aus mir, was sich noch 3. Dein Ruf, Beruf, Erleucht- und Sammelung hat mich gebracht zur Christenhuldigung; auf meine Tauf wurdst du schon ausgegossen, seitdem von dir viel Gnad auf mich geflossen. 140 Dom heiligen Geiste. noch Schlimmes findt; durch dich allein ihn einen durchkränk, durchreu, ent- HErrn zu nennen. sündge meine Sinnen, und schaff in mir neu Leben und Beginnen. 11. Licht vom Licht, gieb mir vollkommen Tag, daß JEsus sich in mir ver5. Mach, daß mein Geist klaren mag; du Stimm vor dir zerknirscht erschein, des HErrn, eröffne, was in seinen Grund floß Weh- verborgen, du Finger, deut und Demuth ein; durch- und zeig den hellen Morlautre ihn von allen eitel gen. Seiten, daß deinem Trieb 12. Werkmeister, hilf an nichts könne widerstreiten. unserm Himmelsbau, und 6. Magnetentrieb, ent- vollbereit, was ich noch zeuch mich von der Erd, niedrig schau; gebrauch damit ich folg, wenn ich mich selbst zum Werkzeug beweget werd; vereine mich deiner Gnaden, laß, was in dem verstärkten Glau- du willst, vollkommenlich ben, die Ritterschaft las gerathen. keine Feinde rauben. 13. Der Seele gieb den wahren Schmuck und Zier, hab Lust an ihr und ihrer Sehnbegier, den Balsam kann sie nirgend sonst er7. Du göttlichs Feur, entzünde mein Gebet, wenn deine Brunst in meiner Brust entsteht; die Andacht laß mein Herz durchdring- warten; du sanfter West, lich fühlen, darinnen dir komm, weh durch meinen erwecklich fingn und spielen. Garten. 8. Du Weisheit selbst, 14. Du Salbungsöl, du Abgrund ohne End, verleih vermehrte Kraft, Vernunft und Kunst ist du Hauch von GOtt, blas ohne dich verblendt; gieb ein Geruch und Saft; du mir Berstand und dein ge- süßer Hort, laß deine Lalehrtes Wissen, wie Sa- bung spüren, und all mein lomon zu bitten sich be- Thun zugleich nachdrückflissen. lich rühren. 9. m Wort, da sich 15. Gieb vom Geschmack GOtt hat geoffenbart, der Kräfte jener Welt, die weißt du allein die recht süßer sind als Honig, Wein Auslegungsart; aus dir und Geld; laß die Natur allein, durch deine Kraft der Gottheit mich genießen, getrieben, hat der Prophet und sich in mir lebendgen und Jünger es geschrieben. Trost ergießen. 10. Drum, Klarheit, 16. Du Kleinod, sprich komm, fomm und um der Seelen freundlich zu, leuchte mich, sonst tappet dein Reich heißt ja nur man und stößt sich finster- Friede. Freud und Ruh; lich; komm, Meister, lehr, zeug, daß ich sei ein Kind GOtt besser zu erkennen, und Erb im Himmel, das Ab Dom heiligen Geiste. 141 7. Das Licht, die Weisheit und Kraft des Lebens schenkst du dem, der au JEsum einzig glaubet. 8. Durch Blut, Geist, Wasser, als der dritte Zeuge vom Himmel, wirkst du in den Kindern GOttes. 9. Du tddtst das Fleisch und stärkst die Seel im 18. Und heilger Geift, Leben; die Todten wirst bethronst du mich also, ach du einstens all erwecken. wer ist wohl, der mehr 10. HErr, unser Herrbeglückt und froh? Wirst scher, berrlich ist dein du mich so mit Gnad und Name in allen Landn, Troft erneuern, so kann ich recht ein frohes Pfingstfest feiern. Samuel König. Mel. Danket dem HErren, denn er ist sehr und dir dankt man im Himmel! 11. Lob, Ehr und Preis ſei dir, o GOtt, gesungen, dem Vater, Sohn und heilgen Geiste, Amen. freundlich. Johann Caspar Schade. Abba schreit auch unterm Weltgetümmel. 17. Drum, der du auch Geist der Verheißung heißt, ein theures Pfand, das mich auf Hoffnung speist, versiegle mich bis zu den bessern Zeiten, mach mich gewiß der ewgen Seligfeiten. 170. Geift aller Geister, unerschaffen Wesen, dein Name Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. jet jetzt gleichfalls hochge= 171. Gott Vater, lobet. 2. Die unerschöpflich nen Geist, den uns dein Quell des ewgen Vaters Sohn erbitten heißt, aus sich als der Strom des Lebens klar ergießet. 3. Du gehest aus vom Sohn, ein Geist des Mundes, und salbest ohne Maaß den Gsalbten GOttes. deines Himmels Höhen. Wir bitten, wie er uns gelehrt: laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind 4. Von dir wird, das hier auf der Erd ist dieſer bet da lebt und webt, begeistert. edlen Gabe werth Der ganze Kreis der Er- uns ist kein Verdienen. den ist voll deiner. Hier gilt gar nichts als 5. Der Sünder wird Lieb und Gnad, die Chridurchs Wort von dir ge- ftus uns verdienet hat mit schlagen, dein Hauchen töd- Büßen und Verfühnen. tet plößlich den Gottlosen. 3. Es iammert deinen 6. Du schreckst und töd- Vaterfinn der große Jamteft Herzen und Gewissen, mer, da wir hin durch wer deinem Finger folget, Adams Fall gefallen. tft genesen. Durch dieses Fallen ist die 142 Dom heiligen Geiste. die Macht des bösen Gei- in Finsterniß, führt uns stes leider bracht auf ihn als seine Schafe; hält und auf uns alle. über uns sein Schild und 4. Wir halten, HErr Wacht, daß seine Heerd an unserm Heil, und sind in tiefer Nacht mit Rub gewiß, daß wir dein Theil und Frieden schlafe. in Christo werden bleiben: 10. Der Geist, den GOtt die wir durch seinen Tod vom Himmel giebt, der und Blut des Himmels leitet alles, was ihn liebt, Erb und höchstes Gut zu haben treulich glauben. 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Stärk; in uns ist kein Vermögen. Wie bald würd Glaub und Treu, HErr, auf wohlgebahuten Wegen. Er seht und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man findt den Segen. 11. Er macht geschickt unser und rüstet aus die Diener, die des HErren Haus in wo du uns nicht stundest diesen Leben bauen; er ziert ihr Herz, Muth und Verstand, läßt ihnen, was uns unbekannt, zu unserm Besten schauen. bei, sich in die Asche legen. 6. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt dawider ficht mit Sturm und vielen 12. Er öffnet unsers Waffen; und wenn auch Herzens Thor, wenn sie gleich der Fürst der Welt sein Wort in unser Ohr selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. als edlen Samen streuen. Er giebet Kraft demselben Wort, und wenn es fället, bringt ers fort, und läßt es wohl gedeihen. 7. Wo GOttes Geist ist, da ist Sieg, wo die ser hilft, da wird der Krieg 13. Er lehret uns die gewißlich wohl ablaufen. Furcht des HErrn, liebt Was ist doch Satans Reich Reinigkeit, und wohnet und Stand? Wenn GOt- gern in frommen, keuschen tes Geist erhebt die Hand, Seelen; was niedrig ist, fållt alles übern Haufen. was Tugend ehrt, was 8. Er reist der Höllen Buße thut und sich beBand entzwei, er trost kehrt, das pflegt er zu erund macht das Herze frei wählen. von allem, was uns frånket. Wenn uns das Unglückswetter schreckt, so ist ers, der uns schüßt und deckt, viel besser als man denket. 14. Er ist und bleibet stets getreu, und steht uns auch im Tode bei, wenn alle Ding abstehen. Er lindert unsre leßte Qual, läßt uns hindurch ins Him9. Er macht das bittre mels Saal getroft und Kreuze süß, ist unser Licht fröhlich gehen. 15. O Dom heiligen Geiste. 143 15. selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Mel. Durch Adams Fall Haus und Zelt in seiner ist ganz verderbt. Seel aufschlagen! Wer ihn 173. He us eut ist das in dieser rechte den wird er dort zur ewgen belfest der Kirchen angeFreud in GOttes Hütte gangen, daran ein Glanz tragen. sich sehen lågt des Geistes, 16. Nun, HErr und den empfangen der JunVater aller Güt, hör un- ger Schaar, die offenbar sern Wunsch, geuß ins von diesem Himmelsregen. Gemüth uns allen diese beneket ist; dies, o mein Gabe. Gieb deinen Geist, Christ, kann Herz und der uns allhier regiere, Muth bewegen. und dort für und für im ewgen Leben labe. 2. Auf, meine Seel, auf und vernimm, wie doch in allen Gassen gehöret wird die Freudenstimm: Paul Gerhard. In eigener Melodie. Euch ist die Sünd er172. frei, Christ, dich es sind entzwei der Höllen zu uns wend, dein heil- starke Ketten; ein Süngen Geist du zu uns send; der kann vor jedermann mit Hilf und Gnad er jetzt auf den Schauplaß uns regier, und uns den treten. Weg zur Wahrheit führ. 3. Nun wird das Evan2. Thu auf den Mund gelium auf einem Wunzum Lobe dein, bereit das derwagen des werthen GeiHerz zur Andacht fein; ftes weit herum geführet den Glauben mehr, stårk und getragen; o welch ein den Verstand, daß uns Schatz, der seinen Platz dein Nam werd wohl be- bet frommen Seelen sukannt. chet! wer den nicht nimmt und ihm zustimmt, bleibt ewiglich verfluchet. 3. Bis wir fingen mit GOttes Heer: Heilig, heilig ist GOtt der HErr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Hier schauet man des Glaubens Gold, hier wird man frei von Sünden; hier läßt ein reicher Gnadenhold 4. Ehr sei dem Vater sich überflüssig finden. Hier und dem Sohn, dem beil- ist das Brot, das in der Noth gen Geist in einem Thron; fann unsre Seelen laben; der heiligen Dreifaltigkeit hier finden sich für dich und sei Lob und Preis in mich viel tausend schöne Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. Gaben. zu Sachsen- Weima. 5. Heut hat der große Himmelsherr Herolde ausge= 144 Dom heiligen Geiste. gesendet; schaut, seine ta- der, himmlisch ganz, ist auf pfern Prediger, die haben dies Volk gerathen! 6. Es läßt die wunderschöne Braut sich hören auf 10. Es lassen sich Luft, Feur und Wind voll Wunders sehn und hören, welch, ob sie wohl nicht einig sind, hier niemand doch versehren; des Windes Kraft bat nur geschafft, daß sich die Schwachen stärken. Wer den Wegen; sie tritt her- ihn nur hat, kann Trost und vor und schreiet laut: Da Rath in allem Trubsal kommt nun euer Segen! merken. macht auf die Thür, jetzt geht herfür der Geist mit Pracht und Ehren, der will in euch sein herrlich Reich erbauen und vermehren. 11. O süßer Tag! nun wird der Geist vom Himmel ausgegossen, der Geist, der uns der Welt entreißt, und uns, als Reichs- Ge7. Seht, hier ist lauter noffen, der Sterblichkeit ſoTrost und Licht, seht, hier gar befreit, zu JEsu laſsind Gnadenzeichen; hier set kommen. Ach würd ich darf ein Christ sich fürchten bald auch dergestalt an dienicht, hier muß der Satan weichen; des Höchsten Mund macht einen Bund mit Juden und mit Heiden; troß jedermann, nun nichts uns kann von GOttes Liebe scheiden. sen Ort genommen! sich gewendet an manchen Ort, da klingt ihr Wort: Thut Buß, ihr Leut auf Erden! dies ist die Zeit, welch euch befreit und låsset selig werden. 12.O guter Geist, regiere doch mein Herz, daß ich dich liebe, daß meine Seel im Sündenjoch hinfort sich nimmer übe. HErr, laß mich bald des Feurs Gewalt, das himmlisch heißt, empfinden, und alle Noth, nie gesehen! o Tag, davon ja felbst den Tod, durch man sagen mag, daß Wun- solches überwinden. Joh. Rift. der sind geschehen im Himmelreich, als auch zugleich hier unten auf der Erden. GOtt fähret auf, des Geistes Lauf muß uns hienieden werden. 8. O großer Tag, o güldner Tag, desgleichen In eigener Melodie. 174. omm Domm, GOtt 9. Der Jünger Zungen Schöpfer gleichen sich den schallenden heiliger Geist, besuch das Posaunen; ihr Haupthaar Herz der Menschen dein; brennet wunderlich, das mit Gnaden sie füll, wie du Volk will schier erstaunen; weißt, daß dein Geschöpf es bricht beraus in ihrem vorhin sein. Haus ein Wort von großen Thaten. O welch ein Glanz, 2. Denn du bist der Trdster genannt, des Allerhöchsten Dom heiligen Geiste. 145 ften Gabetheur, ein geistlich Mel. Vater unser im Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. Himmelreich. 176. Komm, 3. Du bist mit Gaben ger Geist, siebenfalt der Finger an du höchstes Gut, entzünd GOtts rechter Hand; des mein Herz mit deiner Glut Vaters Wort giebst du gar daß deine süßen Flammen bald mit Zungen in alle sich zusammen schlagen Land. über mich; erweck in mir durch deine Gunst, o HErr, der wahren Liebe Brunst. 4. Zund uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst; das schwach Fleisch in uns, dir bekannt, erhalt fest dein Kraft und Gunst. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deinm Leiten folgen gern, und meiden der Seelen Schad. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu JEsum Christ seinen Sohn, deß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. 7. GOtt Vater sei Lob und dem Sohn, der von den Todten auferstund, dem Tröster sei dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. 2. Erleuchte mich, du wahres Licht, daß ich im Finstern sterbe nicht; beschatte mich mit deiner Kühl, daß ich nicht fremde Hitze fühl. Erquicke metnes Herzens Au mit deiner heilgen Gottheit Thau. 3. Komm, komm, du allerliebster Trost, der unsrer Seelen Liebe- Kost! Komm, komm, du Geber aller Gab, ohn welchen ich nichts kann noch hab; erfülle meines Herzens Schrein mit deiner starken Gottheit Wein. 4. Gieb, daß ich wie ein liebes Kind GOtt fürcht und ihm folge geschwind; daß ich die Frömmigkeit erlang, und deiner Weisheit Licht empfang, daß den der ger Geift, betrete mit Bescheidenheit. erfüll die Herzen deiner 5. Gieb mir die Stärke, Gläubigen, und entzund daß ich kann dir dienen in ihn'n das Feur dei- wie ein Kriegesmann: dein ner göttlichen Liebe; der Rath regiere meinen Sinn, du durch Mannigfaltigkeit daß ich recht unterscheiden der Zungen die Völker der kön. Verleih mir göttganzen Welt versammlet lichen Verstand, daß mir haft in Einigkeit des Glau- dein Wille sei bekannt. bens. Hallel. Hallelujah. Johann Spangenberg. 6. Geuß deiner Weisheit güldnen Fluß in mich 7 durch Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. 175. 146 Dom heiligen Geiste. durch deiner Liebe Kuß, nicht abtreiben. HErr daß ich in meinem Herzen durch dein Kraft uns bewiß, wie gut du bist, und reit, und stårk des Fleiwie so süß; daß ich an- sches Biddigkeit, daß wir schau zu jeder Frist die hie ritterlich ringen, durch Wahrheit, die du selber Tod und Leben zu dir bist. dringen. Hallel. Hallel. Dr. Martin Luther. 7. Esu, der du diesen Gaft mir gar gewiß versprochen hast, o send ihn In eigener Melodie. doch in meine Seel, zu be- 178. Komm nedeien diese send D komm, du ihn tief in mein Herz hin- Geist des Lebens, wahrer ein, und laß ihn ewig bei mir sein. Johann Angelus. GOtt von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, fie erfüll uns jederzeit; so wird Geist und Licht und In eigener Melodie. 177. Komm, heili- Schein in dem dunklen ger Geist, Herzen sein. HErre GOtt, erfüll mit 2. Gieb in unser Herz und deiner Gnaden Gut deiner Sinnen Weisheit, Rath, Gläubgen Herz, Muth Verstand und Zucht, daß und Sinn, dein brünstig wir anders nichts beginLieb entzund in ihn'n. nen, denn was nur dein HErr, durch deines Lich- Wille sucht; dein Erkennttes Glanz zu dem Glauben niß werde groß, und mach versammelt haft das Volk uns vom Frrthum los. aus aller Welt Zungen: das sei dir, HErr zu Lob gesungen. Hall. Hallel. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns GOtt recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O HErr, behüt vor frem- 4. Laß uns stets deitt der Lehr, daß wir nicht Zeugniß fühlen, daß wir Meister suchen mehr, denn GOttes Kinder find, die JEsum mit rechtem Glau- auf ihn alleine zielen, wenn ben, und ihm aus ganzer sich Noth und Drangsal Macht vertrauen. Hallel. findt; denn des Vaters liebe Hallelujah. Ruth ist uns allewege gut. 3. Zeige, HErr, die Wohlfahrtsstege, das, was hinter uns gethan, raume ferner aus dem Wege, schlecht und recht sei um und an; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 3. Du heilige Brunst, 5. Reiz uns, daß wir zu süßer Trost, nun hilf uns ihm treten, frei mit aller fröhlich und getrost in Freudigkeit; seufz auch int deinm Dienst beständig uns, wenn wir beten, und bleiben, die Trůbsal uns vertritt uns allezeit: so wird Unt Dom heiligen Geiste. 147 unsre Bitt erhört, und die 2. Du bist der Trost der Zuversicht vermehrt. Frommen, gieß aus dein 6. Wird uns auch nach heiligs Del, und laß es zu Troste bange, daß das Herz mir kommen, daß sich mein oft rufen muß: Ach mein Herz und Seel erfreuen GOtt, mein GOtt, wie inniglich: komm, Tröster, lange? ei so mach uns zu erquicken die Seelen, den Beschluß; sprich der die sich bucken im Geist Seele triftlich zu, und gieb demüthiglich. Muth, Geduld und Ruh. 7. du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn der Satan auf uns scheußt: schenk uns Waffen in den Krieg, und erhalt uns in dem Sieg. 3. Laß allen Trost verschwinden, den mir die Welt verspricht bei ihrem Dienst der Sünden, der mich doch tröstet nicht. Was JEsus mir anpreist, dem will ich feste gläuben; du sollst mein Tröster bleiben, du, o GOtt heilger Geist. 8. HErr bewahr auch 4. Du kannst mein Herz unsern Glauben, daß kein erfreuen und kräftig rüsten Teufel, Tod noch Spott aus, ia ganz und gar er= uns denselben möge rau- neuen mein armes Herben, du bist unser Schuß zenshaus; drum komm, und GOtt; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre mein schönster Gast, und bleib im Tod und Leben als Tröfter mir ergeben bis mein Gesicht erblaßt. 5. Der du als GOtt uns ie mehr, als des Him- ausgehest vom Vater und melreiches Erben, jenter dem Sohn, und mich im Herrlichkeit und Ehr, die Geist erhöhest zu GOttes uns unser GOtt erkiest, Stuhl und Thron, kehr und nicht auszusprechen ist. ewig bei mir ein, und lehr Berliner Gesangb. v. 1704. mich JEsum kennen und meinen HErren nennen Mel. Don GOtt will mit Wahrheit, nicht zum ich nicht laffen. Schein. 6. Du kommst ja von dem Vater, der meine Seele liebt, drum sei auch mein Berather; wenn mich die Welt betrübt, so komm und tröfte mich, und stärk im Kreuz und Leiden mein Herz mit vielen Freuden, daß es erquicke sich. 7. Ja zeug in meinem Her= 7* 179. Komm, Trsfier, komm hernieder vom hohen Himmelsthron auf Christi Freund und Brüder, komm eilig, komm und wohn im Herzen allermeist, mit deinem Licht und Gaben und Freudendl zu laben, komm, werther heilger Geist. 148 Dom heiligen Geiste. Herzen von JEsu ganz| Sinne nicht verzagen, wenn allein, von seinem Tod der Feind wird das Leben und Schmerzen und seiner verklagen. Kyrieleis. Wahrheit Schein; daß ich, ganz überzeugt, kein Bild Mel. Freu dich sehr, o an meiner Seelen als JEmeine Seele. Dr. Martin Luther. ſum mög erwählen, bis 181. du allersich mein ihm gleicht. süßte Freu8. Leit mich mit deinem de, o du allerschönstes Licht, Finger, o Geist von GOt- der du uns in Lieb und tes Thron, und sei mein Leide unbesuchet läsfest Herzbezwinger, daß mich nicht, Geist des Höchsten, kein Schmach noch Hohn, höchster Fürst, der du hältst kein Trubsal, keine Noth, und halten wirst ohn Aufvon meinem JEsu scheide, hören alle Dinge, höre, im Kreuz sei meine Freude höre, was ich singe. und Trost, bis in den Tod. Laurentius Laurenti. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensche nennen kann, wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen an. Ach ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. In eigener Melodie. 180. Nu un bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein 2. Du werthes Licht, Regen ausgeschütt, bringst gieb uns deinen Schein, vom Vater und vom Sohne lehr uns JEsum Christ nichts als lauter Segen kennen allein, daß wir an mit; laß doch, o du werihm bleiben, dem treuen ther Gast, GOttes Segen, Heiland, der uns bracht hat den du haft und verwaltst zum rechten Vaterland. nach deinem Willen, mich Kyrieleis. an Leib und Seele füllen. 3. Du süße Lieb, schenk 4. Du bist weis und voll uns deine Gunst, laß uns Verstandes, was geheim empfinden der Liebe Brunst, ist, ist dir kind; zählst den daß wir uns von Herzen Staub des kleinen Saneinander lieben, und in Fried auf einem Sinne bleiben. Kyrieleis. des, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie 4. Du höchster Tröster verderbt und blind ich sei; in aller Noth, hilf, daß drum gieb Weisheit und wir nicht fürchten Schand vor allen, wie ich möge noch Tod, daß in uns die GOtt gefallen. 5. Dut Dom heiligen Geiste. 149 5. Du bist heilig, läßt des bösen Fleisches Sinn, dich finden, wo man rein nimm, den alten Willen hin, und sauber ist; fleuchst hin- mach ihn allerdinges neue, gegen Schand und Sun- daß mein GOtt sich meiden, wie die Tauben Stank ner freue. und Mist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne fiehest. 6. Du bist, wie ein Schaflein pfleget, frommes Herzens, sanftes Muths; bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bdsen alles Guts. Ach verleih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund 182. beilger Geift, 10. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhard. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. den du liebst, betrübe. ein, und laß uns deine 7. Mein Hort, ich bin Wohnung sein, o komm, wohl zufrieden, wenn du du Herzenssonne. Dit mich nur nicht verstößt, Himmelslicht, laß deinen bleib ich von dir ungeschie- Schein bei uns und in den, ei so bin ich gnug ge- uns kräftig sein zu steter tröst. Laß mich sein dein Freud und Wonne. Sonne, Eigenthum, ich versprech Wonne, himmlisch Leben hinwiederum, hier und dort willst du geben, wenn wir all mein Vermögen dir zu beten, zu dir kommen wir Ehren anzulegen. getreten. 8. Ich entsage alle deme, 2. Du Quell, draus was dir deinen Ruhm be- alle Weisheit fleußt, die nimmt; ich will, daß mein sich in fromme Seelen Herz annehme nur allein, geußt, laß deinen Trost was von dir kömmt; was uns hören, daß wir in der Satan will und sucht, Glaubenseinigkeit auch will ich halten als verflucht; können aller Christenheit ich will seinen schudden dein wahres Zeugniß lehWegen mich mit Ernst zu- ren. Hire, lehre, daß wir wider legen. können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 9. Nur allein, daß du mich stärkest, und mir treulich stehest bei; hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß 3. Steh uns stets bet mit deinem Rath, und führ mir Hülfe nöthig sei; brich uns selbst aufrechtem Pfad, die 150 Dom heiligen Geiste. die wir den Weg nicht Geistes Stärke, daß uns wissen. Gieb uns Be- forthin sei unbewußt die ständigkeit, daß wir getreu Eitelkeit, des Fleisches Luft dir bleiben für und für, und seine todten Werke. wenn wir uns leiden müs- Rühre, führe unsre Sinsen. Schaue, baue, was nen und Beginnen von jerrissen und geflissen dich der Erden, daß wir Himzu schauen, und auf deinen melserben werden. Trost zu bauen. M. Michael Schirmer. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden, Mel. O JEfulein süß, und zur Ritterschaft dao JEfulein mild. durch gestärket werden; 183. auf daß wir unter deinem D heiliger Geist, o Schuß begegnen aller heiliger GOtt, du Tröster Feinde Truß mit freudi- werth in aller Noth, du gen Geberden. Laß dich bist gesandt vons Himmels reichlich auf uns nieder, Thron, von GOtt, dem daß wir wieder Trost em Vater und dem Sohn. pfinden, alles Unglück heiliger Geist, o heiltüberwinden. ger GOtt! 5. O starker Fels und 2. heiliger Geist, o Lebenshort, laß uns dein heiliger GOtt, gieb uns himmelsüßes Wort in un- die Lieb zu deinem Wort; sern Herzen brennen, daß zünd an in uns der Liebe wir uns mögen nimmer- Flamm, darnach zu lieben mehr von deiner Weisheit allesammt. O heiligerGeist, reichen Lehr und treuen o heiliger GOtt! Liebe trennen. Fließe, gieße 3. heiliger Geist, o deine Güte ins Gemüthe, heiliger GOtt, mehr undaß wir können Christum sern Glauben immerfort. unsern Heiland nennen. An Christum niemand glau6. Du süßer Himmels- ben kann, es sei denn durch thau, laß dich in unsre dein Hülf gethan. O heiliHerzen kraftiglich und ger Geist, o heiliger GOtt! schenk uns deine Liebe, 4. heiliger Geist, o O daß unser Sinn verbun- heiliger GOtt, erleucht den sei dem Nächsten stets uns durch dein göttlich mit Liebestreu, und sich Wort; lehr uns den Vadarinnen übe. Kein Neid, ter kennen schon, dazu auch fein Streit dich betrübe; seinen lieben Sohn. O Fried und Liebe müssen heiliger Geist, o heiliger schweben, Fried und Freude GOtt! wirst du geben. 5. O heiliger Geist, o 7. Gieb, daß in reiner heiliger GOtt, du zeigst Heiligkeit wir führen un- die Thür zur Himmelssre Lebenszeit, sei unsres pfort; laß uns hier kåmpfen Vom heiligen Geiste. 151 pfen ritterlich, und zu dir len: wie kann ich denn bringen seliglich. Dheili- dich, Gaft, erwählen? ger Geist, o heiliger GOtt! Hallel. Hallelujah. 6. heiliger Geist, o 4. So elend ist des Herheiliger GOtt, verlaß uns zeas Haus. Ach kehre ein, nicht in Noth und Tod. und fege aus den Schlamm Wir sagen dir Lob, Ehr und Koth der Finsternisse; und Dank allzeit und un- ergånz, was daselbst zerser Leben lang. O heili- rissen; zerstör das faule ger Geist, o heiliger GOtt! Sündennest, das sich auf Belial verläßt, und laß mich aus der Knechtschaft Geist, HErr GOtt. gehen, und in der süßen Hallel. 184. theurer Tro- Freiheit fiehen. Mel, Komm, heiliger ster, heilger Hallelujah. Geist, der du dich in die Herzen geußt, die sich zu dir in Demuth kehren, ich 5. Du edler Pfingstgast, dring herzu, und gieb der Seelen ihre Ruh; arbeite fleh dich, mich zu erhören, selbst an meinem Herzen, und mein erkaltetes Ge- und zund an die Glaubensmuth durchs süße Feuer kerzen. Schlag deine Werkdeiner Güt erwärmen und staft bei mir auf, und führe es zu erneuern, so kann meinen Lebenslauf: so kann ich recht die Pfingsten fei- ich durch dein werthes Laern. Hallel. Hallelujah. ben den innern Sabbath 2. Durchdringe du mit in mir haben. Hallelujah, deiner Kraft des Herzens Hallelujah. harte Eigenschaft; zer= 6. Du Geist der Kindmalme diesen Fels der schaft, zeige mir, wie ich Sünden, daß du dein Haus in Andacht komm zu dir; könne finden; ach es ist ach lehre mich von Herzen leider angefüllt mit dem, beten, in wahrer Kraft was Welt und Wollust vor dich treten! Ich bin stillt; es liegt noch fest am ganz laulich: stärke mich), Koth der Erden; wie Fanns daß Herz und Seel entdenn deine Wohnung wer- zunde sich, und bloß in den? Hallel. Hallelujah. Dir das Wesen setze, so 3. Der Wille liebt die hat es den Schaß aller Zeitlichkeit, und hält die Schätze. Hallel. Hallel. Nacht für süße Freud, 7. Leg du mir dieses verläßt die Ruh, das wahre Zeugniß bei, daß ich ein Wesen, und will durchs Kind des Höchsten sei; Tods Gift genesen; dein treib selbsten mich zu deitheures Wort erkennt er nen Wegen, daß sich in nicht, ia schmecket nicht mir die Lüft legen; und des Glaubens Licht, die ich im wahren Glauben anfte Speise unsrer See- kann das Abba, Vater! ftims 152 Vom heiligen Geiste. stimmen an; gieß aus durch| deine starken Triebe die Strôme GOttes reicher Liebe. Hall. Hallelujah. 3. Theurer Lehrer, GOttes Finger, lehr und schreibe deinen Sinn auch ins Herz mir, deinem Jünger, seke dich auf mich auch hin, Streit mit wahrer daß ich stets von deiner Glaubensfreudigkeit, daß Fülle reichlich lern, was ich in deiner Kraft bestehe, sei dein Wille. 8. Umgürte mich in al lem und nicht auf fremde Weg 4. Laß das Feuer deigehe. Du Geift der Weis- ner Liebe rühren meine heit, lehre mich, daß Herze, Zung und Mund, daß ich Geist und Seele sich nach auch mit heißem Triebe deiner hohen Weisheit GOttes Thaten mache sehne, und von dir alle kund; laß es selbst mein Macht entlehne. Hallel. Herz entzünden, auszuHallelujah. brennen alle Sünden. 9. Geist, regiere mei- 5. Leg hingegen meiner nen Geist, daß er dir folge Seele deine heilge Salallermeist, daß er die Maur bung bei, daß mein Leib der Sünden breche, und auch von dem Dele dein Abba, Vater! stets spreche: geweihter Tempel sei; bleib laf Ruh und Fried im auch bei mir, wenn ich Herzen sein, und flöße sterbe, daß ich Christi Reich deinen Trost hinein, daß keine Sünd dich von mir treibe, und ich in deinem Bunde bleibe. Hall. Hall. ererbe. 6. Strahl der GOttheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer GOtt, höre, wie ich Armer flehe, Mel. HErr, ich habe das zu geben, was mir mißgehandelt. Noth; laß den Ausfluß 185. Strahl der deiner Gaben auch mein GOttheit, dürres Herze laben. Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer GOtt, Mel. Von GOtt will ich höre, wie ich Armer flehe, nicht lassen. das zu geben, was mir 186. Noth; laß den Ausfluß euch zu meinen deiner Gaben auch mein Thoren, sei meines Herdurres Herze laben. zens Gast, der du, da ich 2. Glaube, Weisheit, geboren, mich neu geboRath und Stärke, Furcht, ren hast, o hochgeliebter Erkenntniß und Verstand, Geist des Vaters und des dies sind deiner GOttheit Sohnes, mit beiden gleiWerke, dadurch wirst du ches Thrones, mit beiden uns bekannt; dadurch weißt gleich gepreist! du recht zu lehren, wie 2. Zeuch ein, laß mich wir sollen JEsum ehren. empfinden und schmecken dei Dom heiligen Geiste. 153 deine Kraft, die Kraft, die Zak, Haß, Neid und uns von Sünden Hülf Streit. Der Feindschaft und Errettung schafft. Ent- bist du feind, willst, daß sündge meinen Sinn, daß durch Liebesflammen, sich ich mit reinem Geiste dir wieder thun zusammen, die Ehr und Dienste leiste, voller Zwietracht seind. die ich dir schuldig bin. 8. Du, HErr, haft selbst 3. Ich war ein wilder in Händen die ganze weite Reben, du hast mich gut Welt, kannst Menschengemacht; der Tod durch- herzen wenden, wie dir es drang mein Leben, du hast wohlgefällt: so gieb doch ihn umgebracht und in deine Gnad zum Fried und der Tauf erstickt, als wie Liebesbanden, verknüpf in in einer Flute, mit dessen allen Landen, was sich geTod und Blute, der uns trennet hat. im Tod erquickt. 9. Erhebe dich und steure 4. Du bist das heilge dem Herzleid auf der Erd, Dele, dadurch gefalbet ift bring wieder und erneure mein Leib und meine Seele die Wohlfahrt deiner Heerd. dem HErren JEsu Christ Laß blühen wie zuvorn die zum wahren Eigenthum, Länder, so verheeret, die zum Priester und Prophe- Kirchen, so zerstöret durch ten, zum König, den in Krieg und Feuerszorn. Nöthen GOtt schůzt vom Heiligthum. 10. Beschirm die Polizeien, bau unsers Fürsten Thron, daß er und wir gedeihen; schmück als mit einer Kron die Alten mit 5. Du bist ein Geift, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Sin- Verstand, mit Frömmiggen klinget wohl; es steigt feit die Jugend, mit Gotzu Himmel an, es steigt tesfurcht und Lugend das und läßt nicht abe, bis Volk im ganzen Land. der geholfen habe, der allen helfen kann. 11. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, 6. Du bist ein Geist die Häuser und die Güter der Freuden, von Trau- mit Segen für und für. ern hältst du nicht, erleuch- Vertreib den bösen Geist, test uns im Leiden mit der dir sich widerseket, und deines Troftes Licht. Ach was dein Herz ergößet, aus ia, wie manchesmal haft unserm Herzen reißt. du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Himmelssaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, 12. Gieb Freudigkeit und Starke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überdaß uns betrübe Zorn, winden, und ja zum Dienst 7** der 154 Vom Worte GOttes. der Sünden kein Christ er-| hin, wenns mit uns hier gebe sich. wird aus: so hilf uns frih13. Richt unser ganzes lich sterben, und nach dem Leben allzeit nach deinem Tod ererben des ewgen LeSinn, und wenn wirs sol- bens Haus. Baul Gerhard. len geben ins Todes Hände Von den göttlichen Gnadenmitteln, wodurch wir zum Genusse des Heils gelangen. I. Vom Worte GOttes. Mel. Erhalt uns, HErr, Sekten und groß Schwarbei deinem Wort. merei auf einen Haufen kommt herbei. 187. 2 Ich bleib bei uns, HErr JEsu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Gwalt erheben hoch, und göttlich Wort, das helle bringen stets was Neues Licht, laß ia bei uns aus- her, zu fälschen deine rechte löschen nicht. Lehr. 2. In dieser lebtn betrübten Zeit verleih uns, 7. Die Sach und Ehr, HErr JEsu Christ, nicht HErr, Beständigkeit, daß unser, sondern ja dein ist; wir dein Wort und Sacrament rein bhaltn bis an unser End. darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlaffent frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirchen wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber HErr, daß wir nichts anders suchen mehr. 4. Erhalt uns nur bei 9. Gieb, daß wir leben deinem Wort und wehr in deinm Wort, und dardes Teufels Trug und auf ferner fahren fort von Mord. Gieb deiner Kirche hinnen aus dem JammerGnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. thal zu dir in deinen Himmelssaal. Nikolaus Selneccer. In eigener Melodie. 188. Ach Gott vom Himmel sieh dar3. HErr JEsu, hilf, dein Kirch erhalt; wir sind gar sicher, faul und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall att allem Ort. 5. Ach GOtt, es geht gar übel zu auf dieser viel Dom Worte GOttes. 155 Dein darein, und laß dich deß bewahren rein vor diesem erbarmen, wie wenig sind argen Gschlechte, und laß der Heilgen dein, verlassen uns dir befoblen sein, daß find wir Armen. sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umben wahr, der Glaub ist her findt, wo diese losen auch verloschen gar bei al- Leute sind in deinem Volk len Menschenkindern. erhaben. Dr. Martin Luther. Wort man läßt nicht ha2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wit Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ift in Gt- 189. Der HErr, tes Wort der aller wählet dies, der ander das, Enden regiert mit seinen fie trennen uns ohn alle hånden, der Brunn der Maaß, und gleißen schön ewgen Güter, der ist mein von außen. Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum setner Fülle giebt mir die Füll und Hülle. 3. GOtt woll ausrotten alle Lahr'r, die falschen Schein uns lehren; dazu thr Zung stolz offenbar spricht: Trot! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und macht allein, was wir sehen, das gilt weiden, führt mich zu frigemein: wer ist, der uns schen Quellen, schafft Rath sollt meistern? in schweren Fällen. 3. Er läsfet mich mit Freuden auf grüner Auen 4. Darum spricht GOtt: 4. Wenn meine Seele Ich muß auf sein, die Ar- zaget, und sich mit Sormen sind zerstöret; ihr gen plaget, weiß er sie zu Seufzen dringt zu mir her- erquicken, aus aller Noth ein, ich hab ihr Klag er- zu rücken. höret. Mein heilsam Wort 5. Er lehrt mich thun soll auf den Plan, getroft und lassen, führt mich und frisch sie greifen an, und auf rechter Straßen, läßt sein die Kraft der Armen. Furcht und Angst sich 5. Das Silber, durchs stillen um seines Namens Feur siebenmal bewährt, willen. wird lauter funden: an 6. Und ob ich gleich vor GOttes Wort man war- Andern im finstern Thal ten soll desgleichen alle muß wandern, fürcht ich Stunden. Es will durchs doch keine Tücke, bin fret Kreuz bewähret sein, da vorm Ungelucke. wird sein Kraft erkannt 7. Denn du stehst mir und Schein, und leucht zur Seiten, schüchst mich stark in die Lande. vor bösen Leuten; dein 6. Das wollst du, GOtt, Stab, HErr, und dein Stek 156 Dom Worle GOttes. Stecken benimmt mir all noch gut, ohn was GOtt mein Schrecken. selbst redt und thut. Kyriel. 8. Du sehest mich zu 4. Du sollst heilgen den Tische, machst, daß ich siebent Tag, daß du und mich erfrische, wenn mir dein Haus ruhen mag; du mein Feind viel Schmerzen sollst von deinem Thun laserweckt in meinem Herzen. sen ab, daß GOtt sein Werk 9. Du salbst mein Haupt in dir hab. Kyrieleis. mit Dele, und füllest meine 5. Du sollst ehrn und Seele, die leer und dur- gehorsam sein dem Vater stig saße, mit vollgeschenk- und der Mutter dein, und tem Maaße. wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrieleis. 6. Du sollst nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Kyrieleis. 12. Ich will dich hier auf Erden, und dort, da 7. Dein Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und wir dich werden selbst halten keusch das Lebent schaun im Himmel droben, hoch preisen, fingn und loben. Paul Gerhard. dein mit Zucht und Måsigkeit fein. Kyrieleis. 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß In eigener Melodie. 190. Dies find die und Blut; du sollst aufdeinem thun dein milde Hand Gebot, die uns gab unser den Armen in HErre GOtt durch Mo- Land. Kyrieleis. sen, seinen Diener treu, Hoch auf dem Berg Sinai. Kyrieleis. 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den nächsten dein; sein Unschuld sollst auch retten seine Schand Kyrieleis. 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus. Du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. 11. Die 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Die ner bleiben, und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest, und Frommsein wohl belohneft. 2. Ich bin allein dein GOtt und HErr, kein du, und Gitter sollst du haben mehr; decken zu. du sollst mir ganz vertrauen dich, von Herzen Grund lieben mich. Kyriel. 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen GOttes, deines HErrn; du sollst nicht pretsen recht Kyrieleis. Dom Worte GOttes. 157 11. Die Gebot all uns 4. So er uns denn sein geben sind, daß du dein Sohn hat gschenkt, da wir Sund, o Menschenkind, sein Feind noch waren, der erkennen sollst, und lernen für uns ist ans Kreuz gewohl, wie man vor GOtt henkt, getödt, gen Himmel leben soll. Kyrieleis. gfahren, dadurch wir sein 12. Das helf uns der vom Tod und Pein erHErr JEsus Chrift, der löst, so wir vertrauen in unser Mittler worden ist diesem Hort des Vaters Es ist mit unserm Thun Wort: wem wollt vor verlorn, verdienen doch Sterben grauen? eitel Z3orn. Kyrieleis. Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. 191. D¹ urch Adams ist 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rath und ewges Wort, den er uns hat ge= ganz verderbt menschlich geben zu einem Schuß, Natur und Wesen; dasselb daß wir mit Truß an ihn Gift ist auf uns geerbt, feft sollen glauben, dardaß wir nicht fonnten um uns bald kein Macht gnesen ohn GOttes Trost, noch Gwalt aus seiner der uns erlöst hat von dem Hand wird rauben. großen Schaden, darein 6. Der Mensch ist gottdie Schlang Evam be- los und verflucht, sein Heil zwang, GOtts Zorn auf sich zu laden. ist auch noch ferne, der Troft bei einem Menschen 2. Weil denn die Schlang sucht, und nicht bei GOtt Evam hat bracht, daß sie dem HErren. Denn wer ist abgefallen von GOttes ihm will ein ander Ziel Wort, das sie veracht, ohn die, en Trister stecken, dadurch sie in uns allen den mag gar bald des Teubracht hat den Tod: so fels Gwalt mit seiner List war je Noth, daß uns erschrecken. auch GOtt sollt geben 7. Wer hofft in GOtt sein lieben Sohn, der und dem vertraut, der wird Gnaden Thron, in dem nimmer zu Schanden; wir möchten leben. denn wer auf diesen Fel3. Wie uns nun hat ein sen baut, ob ihm gleich fremde Schild in Adam geht zuhanden viel Unall verhöhnet: also hat falls hie, hab ich doch nie uns ein fremde Huld in den Menschen sehen fallen, Christo all versöhnet; und der sich verläßt auf GOtwie wir all durch Adams tes Trost; er hilft sein Fall find ewigs Tods Glaubgen allen. gestorben; also hat GOtt 8. Jch bitt, o HErr, aus durch Christi Tod ver: Herzen Grund, du wollst neut, das war verdorben nicht von mir nehmen dein heil Dom Worte GOttes. 158 heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld; denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 5. So werden sie erkennen doch, daß du unser GOtt lebest noch, und hilfft gewaltig deiner Schaar, die sich auf dich verlassent gar. Dr. Martin Luther. V. 4 u 5 Justus Jonas. 9. Mein'n Füßen ist dein In eigener Melodie. heilges Wort ein bren- 193. Es spricht der nende Licht, das mir den Weg weist Mund wohl: Den rechten fort; so dieser Morgensterne GOtt wir meinen; doch ist in uns aufgeht, so bald ver- ihr Herz Unglaubens voll, steht der Mensch die hohen mit That sie ihn verneinen. Gaben, die GOttes Geist Ihr Wesen ist verderbet den'n gwiß verheißt, die zwar, vor GOtt ist es ein Hoffnung darein haben. Greuel gar, es thut ihr'r feiner fein gut. Lazarus Spengler. In eigener Mel. oder: HErr JEsus Christ, wahr Mensch und GOtt. 2. GOtt selbst vom Himmel sah herab auf aller Menschen Kinder zu schauen fie er sich begab, ob er iemand würd finden, der HErr, bei sein Verstand gerichtet hätt, deinem Wort und steur mit Ernst nach GOttes des Papsts und Türken Worten that, und fragt Mord, die JEsum Chri- nach seinem Willen. ftum, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem Thron. 192. rhalt uns 3. Da war niemand auf rechter Bahn, sie warn all 2. Beweis dein Macht, ausgeschritten; ein jeder HErr JEsu Christ, der ging nach seinem Wahn, und du HErr aller Herren hielt verlorne Sitten. Es bist; beschirm dein arme that ihr'r keiner doch kein Christenheit, daß sie dich gut, wiewohl gar viel belob in Ewigkeit. trog der Muth, ihr Thun sollt GOtt gefallen. 3. GOtt heilger Geift, du Tröster werth, gieb deinm 4. Wie lang wollen unVolk einerlei Sinn auf wissend sein, die solche Müh Erd; steh bei uns in der aufladen, und fressen dafür letzten Noth, g'leit uns das Volk mein, und nährn ins Leben aus dem Tod. sich mit seinm Schaden? Es steht ihr Trauen nicht auf GOtt, fie rufen ihn nicht in der Noth, fie wolln 4. Jhr Anschlag, HErr, zunichte mach, laß fie treffen die böse Sach, und stüren in die Grub hinein, die sich selbst versorgen. sie machen den Christen dein. 5. Darum ist ihr Herz nim Dom Worte GOttes. 159 nimmer still, und steht all- sich, dein Wort ist wohl zeit in Furchten; GOtt bei gerathen. Uns segne Va= den Frommen bleiben will, ter und der Sohn, uns die ihm mit Glauben ghorchen. Ihr aber schmäht des Armen Rath, und höhnet alles, was er sagt, daßGOtt sein Trost ist worden. segne GOtt, der heilge Geift, dem alle Welt die Ehre thut vor ihm fich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. Martin Luther. 6. Wer soll Israel dem armen zu Zion Heil erlangen? GOtt wird sich seins Mel. Volks erbarmen und lösen die Gefangnen. Das wird 195. Hurren ist er thun durch seinen Sohn, Erschienen ist der herrlich Tag. des davon wird Jakob Wonne Ruhetag, vergesset aller han, und Israel fich freuen. Sorg und Plag; treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht. Hallelujah. Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. s woll uns 194. GOtt ge2. Tret't her und fallt auf eure Knie vor GOttes nådig sein, und seinen Se- Majestät allhie; es ist sein gen geben; sein Antlitz Heiligthum und Haus, wer uns mit hellem Schein Sünde liebt, gehört hinerleucht zum ewgen Leben, aus. Hallelujah. daß wir erkennen seine 3. Ganz unerträglich ist Werk, und was ihm liebt sein Grimm, doch hört er auf Erden, und JEsus gern der Armen Stimm; Christus Heil und Stärk deswegen lobt ihn allebekannt den Heiden wer- sammt, das ist der Christen den, und sie zu GOtt be- rechtes Amt. Hallelujah. kehren. 4. Rühmt unsers GOt2. So danken GOtt, tes Meisterthat, da er aus und loben dich die Heiden nichts geschaffen hat den überalle, und alle Welt, Himmel und die ganze die freue sich, und fing Welt, und was dieselbe mit großem Schalle, daß in sich hält. Hallelujah. du auf Erden Richter bist, 5. Und als er sie genug und läßt die Sünd nicht geziert, hat er den Menwalten; dein Wort die schen drauf formirt, und Hut und Weide ist, die ihn nach seinem Ebenbild alles Volk erhalten, in mit Weisheit und Verrechter Bahn zu wallen. stand erfüllt. Hallelujah. 3. Es danke, GOtt, und 6. Erkennt mit dankbalobe dich das Volk in rem Gemüth, wie er allein guten Thaten; das Land durch seine Gut uns tågbringt Frucht und bessert lich schützet und ernährt, und 160 Vom Worte GOttes. und manches Englück von unsre Herzen auf zu dir, uns kehrt. Hallelujah. daß sich der Sündenschlaf 7. Denkt auch, daß heut verlier. Hallelujah. geschehen ist die Auferstehung JEsu Christ, dadurch die wahre Freudigkeit in aller Noth uns ist bereit. Hallelujah. 15. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieſer Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlasſen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Hallelujah. 16. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören 8. Der von den Juden ward veracht, mit Mördern schåndlich umgebracht, daß seine Lehr hätt kurzen Lauf, heut und immerfort, daß und mit ihm müßte hören auf: Hallelujah. sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Hall. 9. Der ist erstanden hell und klar, und hat erfreut sein kleine Schaar, die bis ans Ende ihn geliebt, und seinethalben war betrübt. Hallelujah. 17. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht; all unser Thun auch so regier, daß wir GOtt preisen für und für. Hallelujah. 10. Leibhaftig er sich ihnen wies, sich sehen, hörn und fühlen ließ, damit ver- Mel. Nun danket alle fichert war ihr Sinn, des GOtt. Todes Macht sei nun da 196. hin. Hallelujah. erzliebster Herz JEsu 11. Drum wollen wir Christ, wir danken deiner begehn mit Fleiß den Tag Güte, daß du so willig bist, nach recht christlicher Weis; in unsrer ersten Blüthe zu wir wollen aufthun un- schenken solchen Sinn, der sern Mund, und sagen das sich nach deinem beugt; von Herzensgrund: Hall.: ach nimm doch alles hin, 12. GOtt, der du den was uns von dir abzeucht. Erdenkreis erschaffen haft 2. Hab Dank für deine zu deinem Preis, uns auch Lehr und allzugroße Treue; bewahrt so manches Jahr erleucht uns mehr und in vieler Trübsal und Ge- mehr, und unser Herz erfahr: Hallelujah: freue durch deinen Gna13. Hilf, daß wir alle denschein. Hilf, daß wir deine Werk, voll Weisheit, nehmen zu im Guten, führ Güte, Kraft und Stärk, uns ein zuletzt in deine Ruh. erkennen, und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr. Hallelujah. 3. Wir wollen nun hinfort zu deinem Dienste leben, gehorchen deinem Wort, das du uns hast gegeben. Verleih Beständig14. liebster Heiland JEsu Christ, der du vom Lod erstanden bist, richt feit, behut uns vor Růckfall; Dom Worte GOttes. fall; regier uns jederzeit, bekehr uns allzumal. Joh. Caspar Schade. 161 Gemüthe, was mir JEsus zugesagt, daß ich traue seiner Güte, wenn vielleicht der Zweifel fragt: ob auf meine Bitt und Flehen Hülf und Rettung werd ergehen. 7. Es kann keine Noth nicht haben, weil mein JEsus wohnt in mir; ich genieße seiner Gaben, die sein Geist in mir stellt für, wenn ich ihn beständig liebe, und in seinem Wort mich übe. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 197. Esu, komm mit deinem Vater, komm zu mir, ich liebe dich. Komm, o treuer Seelenrather, heilger Geist besize mich. Laß mich, o dreieinges Wesen, dir zur Wohnung sein erlesen. 2. Laß mich, JEsu, deinem Worte vollen Glauben stellen zu; denn es ist die rechte Pforte zu der süßen Seelenruh. Niemand kann den Trost ergründen, der in deinem Wort zu finden. 8. Wer nach seinem Wort nicht lebet, und ihn nicht von Herzen liebt, nur nach schnöder Wollust strebet, der muß ewig sein betrübt: GOtt wird nicht in ihm mehr wohnen, sondern ihn mit Zorn belohnen. 3. Sende nun, o Vater, sende deinen Geist von dei- 9. Mein Herz, du darfft nem Thron, der mein Herz nicht erschrecken, JEsus zu dem nur wende, was ist dein Aufenthalt; denn dein allerliebster Sohn, des- sein Friede wird dich decken sen Wort wir angehöret, wider alle Feinds Gewalt, uns von deinem Willen der vergeblich auf dich stürlehret. met, weil sein Friede dich beschirmet. 4. Von mir selbst kann ichs nicht fassen, mein Herz 10. Fahre hin mit deiist versinstert ganz; ich geh nem Friede, mehr als feindauf den Frrthumsstraßen, gesinnte Welt, deiner werd wo nicht deines Geistes ich zeitlich müde, weil dein Glanz den verblendten Friede bald zerfällt. GOtSinn regieret, und zur tes Fried erfreut die Herhellen Wahrheit führet. jent; Welt, dein Friede bringet Schmerzen. 5. Zund doch an die Liebeskerzen, und durchhike 11. Nun soll weder Angst Geist und Muth; werther noch Leiden, JEsu, keine Geist, laß unsre Herzen brennen in der reinen Glut; schaff, daß deine heilaen Flammen schlagen über uns zusammen. Macht noch List mich von deiner Liebe scheiden, weil dein Friede bei mir ist; ia es sollen meine Sinnen nichts als JEsum liebge6. Führe mir stets zu winnen. 12. JE 162 Dom Worte GOttes. 12. JEsu, der du vor- Singen laß, HErr JEsu, gegangen durch den Tod wohl gelingen. zum Vater hin, hol mich, Tobias Clausnißer. der ich mit Verlangen dir zu folgen willig bin; willst Mel. Dies sind die heildu, ich will gern aufstehen, gen zehn Gebot. J und mit dir von hinnen 200. Mensch, willst gehen. Juliane Patientia von Schultt. seliglich, und bei Gott bleiben ewiglich, sollst du halten die zehn Gebot, die uns gebeut unser GOtt. Kyrieleis. Mel. Valet will ich dir geben. 198. as mich dein bleiben, du treuer GOtt sein und und Herr, von dir las mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. HErr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nit. Selneccer. 2. Dein Gott allein und Ott soll irren dich: Err bin ich, kein ander trauen soll mir das Herze dein, mein eigen Reich sollst du sein. Kyrieleis. 3. Du sollst mein Nader Noth mich rufen an. men ehren schön, und in Du sollst heilgen den Sabbathtag, daß ich in die wirken mag. Kyrieleis. In eigener Melodie. 199. Niebster JEfu, 4. Dem Vater und der wir sind hier, Mutter dein sollst du nach dich und dein Wort anzu- mir gehorsam sein; niehören: lenke Sinnen und mand tödten noch zornig Begier auf die süßen Him- sein, und deine Eh halten melslehren, daß die Herzen rein. Kyrieleis. von der Erden ganz zu dir gezogen werdett. 5. Du sollst einm andern stehlen nicht, auf niemand 2. Unser Wissen und Falsches zeuge nicht; deiVerstand ist mit Finsterniß nes Nächsten Weib nicht verhüllet, wo nicht deines begehrn, und all seins Geistes Hand uns mit hel- Guts gern entbehrn. Kylem Licht erfüllet. Gutes rieleis. Dr. Martin Luther. denken, thun und tichten mußt du selbst in uns ver- Mel. Liebster JEfu, wir richten. find hier. 3D du Glanz der 3. lichkeit, Licht von Licht aus 201. Nu GOtt geboren, mach uns vollbracht Singen, Beten allesammt bereit, öffneher- Lehren, Hören; GOtt zen, Mund und Ohren; hat alles wohl gemacht, unser Bitten, Flehn und drum laßt uns sein Lob verNob, es ist un GOtt Dom Worte GOttes. 163 vermehren: unser GOtt Christe sein, so mußt du sei hoch gepreiset, daß er erstlich glauben; set dein uns so herrlich speiset. Vertraun, darauf fest bau 2. Weil der GOttesdienst Hoffnung und Lieb im ist aus, und uns mitge- Glauben allein durch Chrift theilt der Segen, so gehn zu aller Frist; dein Nachwir mit Freud nach Haus, sten lieb darneben; das wandeln fein auf GOttes Gwissen frei, rein Herz Wegen; GOttes Geist dabei, das kein Kreatur uns ferner leite, und uns kann geben. alle wohl bereite. 4. Allein, HErr, du mußt 3. Unsern Ausgang seg- solches thun doch gar aus ne GOtt, unsern Eingang lautern Gnaden; wer sich gleichermaaßen; segne un- deß tröst, der ist erlöst, und ser täglich Brod, segne kann ihm niemand schaunser Thun und Lassen, den; ob wollten gleich fegne uns mit selgem Ster- Papst, Kaiser, Reich fie ben, und mach uns zu Himmelserben. und dein Wort vertreiben, ist doch ihr Macht gen dir nichts g'acht, sie werdens wohl lassen bleiben. Hartmann Schend. In eigener Mel. oder: Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 202. HErre GOtt 5. Hilf, HErre GOtt, in dieser Noth, daß sich die auch bekehren, die nichts betrachtn, dein Wort verachtn, und wollens auch dein göttlich Wort ist lang nicht lehren. Sie sprechen verdunkelt blieben, bis schlecht: es sei nicht recht, durch dein Gnad uns ist und habens nie gelesen, gesagt, was Paulus hat auch nie gehört das edle geschrieben und andere Wort. Ifts nicht ein teufApostel mehr aus deinm lisch Wesen? göttlichen Munde. Das 6. Ich glaub gwiß gar, danken dir mit Fleiß, daß daß es sei wahr, was Pauwir erlebet han die Stunde. lus uns thut schreiben: Eh 2. Daß es mit Macht muß geschehn, daß alls veran Tag ist bracht, wie flår- geh, dein göttlichs Wort lich ist vor Augen. Ach soll bleiben in Ewigkeit, GOtt, mein HErr, erbarm war es auch leid vieln dich der'r, die dich noch hart verstockten Herzen; jetzt verleugnen, und ach- kehrn sich nicht um, werten sehr auf Menschenlehr, den sie drum leiden gar darin fie doch verderben. große Schmerzen. Deins Worts Verstand 7. GOtt ist mein HErr, mach ihn'n bekannt, daß so bin ich der, dem Sterfie nicht ewig sterben. ben fomint zu gute, da3. Willst du nun fein gut durch uns haft aus aller Last 164 Dom Worte GOttes. Last erlöst mit deinem gehn, mach feste, die im Blute. Das dank ich dir, Zweifel stehn. drum wirst du mir nach 6. So werden sie mit uns deinr Verheißung geben; zugleich auf Erden und im was ich dich bitt, versag Himmelreich, hier zeitlich mirs nicht im Tod und und dort ewiglich, für auch im Leben. solche Gnade preisen dich. Johann Heermann. 8. HErr, ich hoff ie, du werdest die in feiner Noth verlassen, die dein Mel. Aus tiefer Noth Wort recht, als treue schrei ich zu dir. Knecht, im Herzn und 204. Glauben fassen; giebst Mensch, wie ist dein Herz ihn'n bereit die Seligkeit, bestellt? Hab Achtung auf und läßt sie nicht verder ben. HErr, durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben. dein Leben. Was trägt für Frucht dein Herzensfeld? sinds Dornen oder Reben? Denn aus der Frucht kennt man die Saat, hat, GOtt oder der Verauch wer das Land besået derber. A. H. Z. W. Mel. O JEfu Chrift, meins Lebens Licht. 203. 2. Ist nun dein Herz dem Wege gleich und eires Licht, erleuchte, die dich ner Nebenstraßen, da auf kennen nicht, und bringe dem breiten Lastersteig die sie zu deiner Heerd, daß Vögel alles fraßen: ach ihre Seel auch selig werd. prüfe dich, es ist kein 2. ErfüllmitdeinemGna- Scherz; ist so bewandt derschein, die in Irrthum dein armes Herz, so bist verführet sein; auch die so du zu beweinen. heimlich fichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Denn ist der Saame weggerafft, vertreten und 3. Und was sich sonst ver- gefressen, so hast du keine laufen hat von dir, das su- Glaubenskraft noch Seeche du mit Gnad, und sein lenspeis zu essen; fällt verwundt Gewissen heil, laß dir ins Ohr der Saame fie am Himmel habenTheil. nur, und nicht ins Herz, 4. Den Tauben öffne das so ist die Spur zum LeGehör, die Stummen rich- ben ganz vertreten. tig reden lehr, die nicht 4. Ist auch dein Herze bekennen wollen frei, was Felfenart, verhärtet durch ihres Herzens Glaube sei. die Sünden, so ist der 5. Erleuchte, die da sind Saame schlecht verwahrt verblendt, bring her, die auf solchen Felsengründen. sich von uns getrennt; Ein Felsenstein hat keinen versammle, die zerstreuet Saft, drum hat der Saame JEfu Christe, wah GOttes. 165 10. HErr JEsu, laß mein Herze sein zerknirschet 5. So lang noch nicht und zerschlagen, damit der zerknirscht dein Herz, und Saame dring hinein, und vom Gesetz zerschlagen laß ihn Früchte tragen, durch wahre Buße, Reu die mir im Himmel folgen und Schmerz, so kanns nach, da ich sie finde taunicht Früchte tragen. Be- sendfach: das wünsch ich denk es wohl und thue mit Verlangen. Laurentius Laurenti. Buß, glaub fest und falle GOtt zu Fuß, so ist dein Herz genesen. 6. Oft ist das Herz auch * Err, öffne 205.* HErr mir die Dornen voll, mit Sorgen angefüllet; oft lebet es in Reichthum wohl, da wird Herzensthür, zeuch mein der Saam verhullet; ja er Herz durch dein Wort zu ersticket ganz und gar, und dir; laß mich dein Wort wird nicht einmal offenbar, bewahren rein, laß mich das ist wohl zu beklagen. dein Kind und Erbe sein. 7. So geht es, wenn 2. Dein Wort bewegt man nur um Geld und des Herzens Grund, dein Reichthum ist bemühet, Wort macht Leib und Seel und nur nach Wollust gesund; dein Wort ist, das dieser Welt mit Aug und mein Herz erfreut, dein Herze fiehet; da kann Wort giebt Trost und Sekein Gutes haben statt, ligkeit. wo man der Wollust nicht wird satt: der Saame muß ersticken. Vom Worte me keine Kraft zu sprießen und zu schießen. Mel. Erhalt uns HErr bei deinem Wort. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! 8. Doch ist, GOtt Lob, Der heiligen Dreieinigkeit noch gutes Land auf dieser sei Lob und Preis in EwigWelt zu finden, das GOtt feit. Johann Olearius. dem HErrn allein bekannt, da in den Herzensgründen der Saame, den GOtt ein- 206. gelegt, noch hundertfältig Früchte trägt: das sind die rechten Herzen. 9. Wer Ohren hat, der hdre doch, und prüfe sich ohn Heucheln, dieweil es heute heißet noch: hier muß fich keiner schmeicheln. Die Zeit vergeht, das Ende naht; fällt auf kein gutes Land die Saat, so mußt du ewig sterben. In eigener Melodie. Gott, du unser Vater bist durch JEsum Christ; gieb deinen Geist uns alln gemein, der uns zur Wahrheit leite. Erhör uns doch zu dieser Stund, öffne den Mund deins Dieners, daß er dein Wort rein nnd freimüthig ausbreite; dazu, o HErr, gnädiglich öffne uns Herzn und Ohren, daß wir das 166 Vom Worte GOttes. das hören fleißiglich, und Stricken sich verbinden, ein treulich bewahren, auf daß nichts, ein Gras, ein schndwir mögen fruchtbarlich des Heu, ein Dampf, ein dein Lob allzeit verklären. leicht geschätzte Spreu. Johann Wegelin. 8. So hoch sie sind in Mel. Hier legt mein ihren Sinnen, so werden Sinn sich vor dir nieder. sie doch endlich innen, daß ( ollt ich aus all ihr Thun zur Höllen 207. nur auf kurze Zeit hier währt. Menschenkindern des Geistes Trieb in mir verhindern, und nicht, bei so viel Heuchelschein, ein treuer Zeuge GOttes sein? 2. Sollt ich des Höchsten Wort verschweigen, und nicht dem Hause Jakob zeigen, wie schåndlich sichs vor GOtt verstellt, darum weils Menschen nicht gefällt? 3. Sollt ich den falschen Christen heucheln, und der gottlosen Rotte schmeicheln um eine Hand voll zeitlich Korn, und zu entgehn der Menschen Zorn? 9. Wer bin ich denn, den sie verschmähen? Ifis denn auf mich nur angesehen? Ists GOtt nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werther Geist? 10. Weß ist das Amt, das ich hier trage? Wer forderts, daß ichs ihnen sage? Jsts nicht des großen GSÖttes Mund, der thut durch mich sich ihnen fund? 11. Ei sollt mein GOtt mich auch nicht schützen, wenn sie mit Wüthen auf mich blitzen? Sollt desſen Huld in aller Pein mir nicht ein süßes Labsal sein? 4. Sollt ich die Bösen selig preisen, die weder Licht 12. Du kennst mich ja, noch Glauben weisen, um du Menschenhüter, daß derer Gunst und Liebes- mirs nicht um die schniden wind, die doch nur Feinde GOttes find? Güter zu thun, noch um die Gunst der Welt, die manchen so gefangen hålt. 13. Die Liebe Chrifti, die mich dringet, die ists, die mich im Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 5. Sollt ich die GOttes Kinder nennen, die weder GOtt noch Christum fennen, die bei der Wahrheit hellem Schein so arg als blinde Heiden sein? 6. Wer sind die denn, die mich verlassen und mich 14. Darüber will ich als ein Fegopfer hassen? gerne leiden, kein Kreuz Wer sind sie, die so zor- noch Spott der Bösen meiniglich ihr Herz verbittern wider mich? den; sei du mir nur bei Hohn und Spott nicht 7. Es find nurMenschen, schrecklich, du getreuer die mit Sünden und losen GOtt. 15. Hier Dom Worte GOttes. 167 15. Hier ist mein Blut, dasselb annehmen jederzeit mein armes Leben, soll ichs mit Sanftmuth, Ehre, Lieb bei deinem Wort hingeben; ja, HErr, dein Will gescheh an mir, bring nur dadurch viel Guts herfür. und Freud als GOttes, nicht der Menschen. 16. Ich weiß, dein Wort wird endlich siegen, das finstre Reich muß unten liegen; den Sieg wird man in kurzem sehn, sollts auch durch Mårtrerblut geschehn. 17. Ach stärke mich doch auch, mein Retter, damit durch alle Donnerwetter mein Zeugniß fest und freudig sei; es ist gewagt, GOtt sieh mir bei! Johann Joseph Winckler. 4. Hilf, daß der losen Spotter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thåter sein, Frucht hundertfältig bringen. 208. When find wird sofort vom Teufel 6. Am der Saame zu dem, o GOtt, was geist- bingenommen; in Fels und lich ist, untüchtig; dein Steinen kann das Wort Wesen, Wille und Gebot die Wurzel nicht bekomist viel zu hoch und wich- men; der Saam, so in die tig. Wir wissen und ver- Dornen fällt, von Sorg stehens nicht, wo uns dein und Wollust dieser Welt göttlich Wort und Licht verdirbet und ersticket. den Weg zu dir nicht weiset. 7. Ach hilf, HErr, daß wir werden gleich dem gu2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, ten fruchtbarn Lande, und deine Knechte, daß durch sein an guten Werken reich dieselben würd bekannt dein in unsermAmt und Stande; heilger Will und Rechte. viel Früchte bringen in GeZum letzten ist dein ein- duld, bewahren deine Lehr ger Sohn, o Vater, von und Huld in feinem, gudes Himmels Thron selbst tem Herzen. kommen, uns zu lehren. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 8. Laß uns so lang wir 3. Für solches Heil sei, leben hier, den Weg der HErr, gepreift, laß uns da- Sünder meiden; gieb, daß bei verbleiben, und gieb uns wir halten fest an dir in deinen heilgen Geist, daß Anfechtung und Leiden; wir dem Worte glauben, rott aus die Dornen allzu= 168 Von der Taufe. zumal, hilf uns die Welt- was uns GOtt vom Himforg überall und böse Lüfte mel lehret. dämpfen. 2. Wohl dem, der mit 9. Dein Wort, o HErr, Luft und Freude das Gelaß allweg sein die Leuchte seh des Höchsten treibt, und unsern Füßen; erhalt es hier, als auf süßer Weide, bei uns klar und rein; hilf, Tag und Nacht beständig daß wir draus genießen bleibt: dessen Segen wächst Kraft, Rath und Trost in und blüht wie ein Palmaller Noth, daß wir im baum, den man sieht bei Leben und im Tod bestån- den Flüssen an der Seiten dig darauf trauen. seine frischen Zweig ausbreiten. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, wer in GOttes Wort sich übt; Luft und Sonne wird ihm dienen, bis er reife Früchte giebt; seine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt; GOtt giebt Glück zu seinen Thaten, was er macht, muß wohl gerathen. 4. Aber wen die Sünd erfreuet, mit dem gehts Menschen, viel anders zu; er wird wie der nicht wandelt in gottlo- die Spreu zerstreuet von ser Leute Rath; wohl dem, dem Wind im schnellen Nu. der nicht unrecht handelt, Wo der HErr sein Häuflein noch tritt auf der Sünder richt, da bleibt kein GOttPfad; der der Spotter loser nicht. Summa: GOtt Freundschaft fleucht, und liebt alle Frommen, und von ihren Sesseln weicht; wer bös ist, muß umkomder hingegen herzlich ehret, men. Paul Gerhard. 10. GOtt Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort fich weit verbreiten. Hilf, JEsu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. Oheilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. D. Denicke. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 209. Wohl Jobl dem II. Von der Taufe. In eigener Melodie. ten uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern 210. Ch unser Shrift HErr zum Tod durch sein selbst Blut Jordan kam nach seines und Wunden: es galt ein Vaters Willen, von Sanct Johanns die Taufe nahm, sein Werk und Amnt zu erfüllen. Da wollt er stifneues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, was GOtt heißt selbst die Taufe, und was ein Von der Taufe. 169 ein Christe glauben soll, zu den. Nichts hilft sein eigen meiden Kekerhaufen. GOtt Heiligkeit, all sein Thun ist spricht und will, daß Was- verloren: die Erbsünd ser sei, doch nicht allein machts zur Richtigkeit, schlecht Wasser; sein hei- darin er ist geboren; verligs Wort ist auch dabei mag ihm selbst nicht mit reichem Geist ohn Maa-' helfen. Ben: der ist allhie der Täufer. 7. Das Aug allein das 3. Solchs hat er uns Wasser sieht, wie Menbeweiset klar mit Bilden schen Wasser gießen: der und mit Worten: des Va- Glaub im Geist die Kraft ters Stimm man offenbar versteht des Blutes JEsu daselbst am Jordan hörte; Christi; und ist vor ihm er sprach: Das ist mein ein rothe Flut, von Chrilieber Sohn, an dem ich sti Blut gefärbet, die alhab Gefallen; den will ich len Schaden heilen thut, euch befohlen han, daß ihr von Adam her geerbet, ihn höret alle und folget auch von uns selbst beseiner Lehre. gangen. Dr. Martin Luther. 4. Auch GOttes Sohn bie selber steht in seiner zarten der heilig Geift bernieder fährt, 211. Gohn und * Ott Vater, in Tauben Bild verkleidet: daß wir nicht sollen zwei- heilger Geist, du GOtt von feln dran, wenn wir ge- großer Güte, sei jetzt und taufet werden, all drei Per- immerdar gepreist mit dankson getaufet han, damit barem Gemüthe, daß du bei uns auf Erden zu woh- aus unverdienter Gnad nen sich ergeben. mich durch das heilge Wasserbad von Sünden abge= Mel. Allein GOtt in der Höh sei Ehr. 5. Sein Jünger heißt der HErre Christ: Geht waschen. hin, all Welt zu lehren, 2. HErr, ich bekenne, daß fie verlorn in Sünden daß ich bin gezeugt aus ist, sich soll zur Buße keh- Sündensaamen, ein Kind ren. Wer glaubet und sich des Zorns, das immerhin taufen läßt, soll dadurch entheiligt deinen Namen; selig werden; ein neuge- ich weiß, daß von Natur borner Mensch er heißt, ich leb ohn deine Furcht, der nicht mehr könne ster- und widerstreb, GOtt, deiben, das Himmelreich soll nem Wort und Willen. erben. 3. Du aber haft, o Va6. Wer nicht glaubt die- ter, mich, da ich war ganz ser großen Gnad, der bleibt verloren, zu dir gezogen in seinen Sünden, und ist gnädiglich und wieder neu verdammt zum ewgen Tod, geboren durchs Wasserbad tief in der Höllen Grün- der heilgen Tauf, daß ich 8 in 170 Von der Taufe. in meinem Lebenslauf mich Schwachheit thu, das deiner Lieb kann trösten. wollst du mir verzeihen, 4. HErr JEsu Christ, und mir es ja nicht rechdein theures Blut wäscht nen zu; die Gnade auch mich von meinen Sünden; verleihen, daß ich in dir kraft dessen macht die Was beständig bleib, bis du die serflut denselben Fluch ver- Seele von dem Leib zu dir schwinden, den ich hab von hinauf wir nehmen. Natur verschuldt, und sezzet mich ins Vaters Huld, die Adam hat verscherzet. Mel. Christ unser HErr heilger Geist, ich zum Jordan kam. Justus Gesenius. 5. danke dir für dieſe edle 212. Gott, da O Gabe, daß ich nun innerich gar keilich in mir dein kräftig nen Rath für meine Seel Zeugniß habe, dadurch ich konnt finden, hast du mich meinen Schöpfer kann ge- durch das Wasserbad getrost und freudig rufen an waschen rein von Sünden; im: Abba, lieber Vater! dabei du klärlich haft er6. Weil in der Tauf auch JEsus Christ von mir ist angezogen, so bilf, daß durch des Satans List ich nimmer werd betrogen; denn die nun GOttes Tempel seind, die bleiben vor dem bösen Feind in deiner Gnade sicher. weist uns durch ein sichtbar Zeichen, o Vater, Sohn und heilger Geist, es sei nichts zu vergleichen mit deiner Gnad und Liebe. 2. Denn willig und von Herzensgrund, sobald ich zu dir kommen, haft du mich auf in deinen Bund, 7. HErr, an diese zum Kind auch angenomWürdigkeit, die du mir men. Du hattest Ursach, wollen schenken, laß mich mich vielmehr zu strafen iekund und alle Zeit in und zu hassen, und hast, o meiner Noth gedenken, daß großer GOtt, so sehr herich dadurch ein Herze faß, unter dich gelassen, den und immer mich darauf Bund mit mir gestiftet. verlaß, daß du mir Hülf versprochen. 3. Dadurch bin ich nun, als dein Kind, versichert 8. Ich hab auch bei dem deiner Gnaden; was sich Wasserbad mich dir zu für Schwachheit an mir Dienst verbunden; drum findt, das läßt du mir nicht gieb, daß keine Sünden- schaden; den Geist der that in mir werd herrschend Kindschaft giebst du mir, funden. Gieb, daß für und wenn ich vor dich trete, deine Gut und Treu ich mein Herz ausschütte, den Gehorsam stets erneu, GOtt, vor dir, nach deiden ich da angelobet. nem Willen bete, werd ich 9. Und so ich was aus allzeit erhöret. 4. Hin Von der Taufe. 171 4. Hingegen hab ich mich dich mit fröhlichem Geverpflicht, ich woll ein gut můthe, daß du mich so geGewissen fort bei des Glau- nådiglich nach deiner grobens Zuversicht zu halten ßen Güte durch deine Lauf sein geflissen; dich Vater, errettet haft von aller meiSohn und Geist allzeit für ner Sündenlast, und mir meinen GOtt erkennen, dein Heil geschenket. und sammt der werthen 2. Sobald mein Haupt Christenheit mit Ehrerbie- dein Wasserguß begonnte tung nennen den eingen zu begießen, da ließt du deiHErrn und Vater. nen Liebesfluß auch in mein 5. Ich hab dem bösen Herze fließen; ein göttlich Feind entsagt, auch allen Leben gabst du mir, dein seinen Werken; und dieser Geist verband mein Herz Bund, der ihn veriagt, kann mit dir, ich ward aus gegen ihn mich stärken. Ich GOtt geboren. bin, o GOtt, dein Tempel 3. Du muschest meine nu, und wieder neu geboren, Seele ab von allen Sünauf daß ich rechte Werke denflecken, und ließest also thu, dazu ich bin erkoren, in ein Grab des Fleisches und die du selbst befohlen. Macht verstecken; es ward 6. Der alte Mensch muß sterben ab, der neue aber leben; den bösen Lüsten, die ich hab, muß ich stets widerstreben; ich muß dem Guten hangen an, verrichten deinen Willen, mit Fleiß und Sorgfalt denken dran, daß ich ihn mög erfüllen durch deine Kraft und Stärke. in deinen Tod getaucht, was Satanas vorher gebraucht, ins Elend mich zu bringen. 4. So stelletest du heilig dar vor deines Vaters Throne und vor der Auserwählten Schaar mich in der schönen Krone der göttlichen Gerechtigkeit; du wurdest selbst mein Ehrenkleid, darin ich konnte prangen. 7. GOtt Vater, Sohn und Geist, verleih, daß ich fest an dich glaube, mich 5. Kein Engel war so meines Taufbunds tröst und schön als ich, da ich dich freu, darin beständig bleibe; angezogen; ich prangte mehr als dein Kind Teufels Wer- als königlich: du wurdest ke haß, die bdsen Lüfte dåm- selbst bewogen, mich nun pfe, das Gut zu thun nie zu nennen deine Braut, werde laß, bis an das End im Glauben ward ich dir hier kämpfe, und dort dein vertraut: so hoch ward ich Reich ererbe. 3. Bornschürer. erhoben. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 6. Da ward mir auch zugleich das Recht zu dei213. JEfu Chrift, nem Reich gegeben; ich ich preise war von göttlichem Geschlecht 8* 172 Von der Taufe. schlecht, du wurdest selbst ward versenkt in seine Gnad mein Leben, weil ich an und Güte? deinem Leibe ward ein Glied, und nun nach deiner Art mein Leben konnte führen. 12. Drum bleib ich ja dein Eigenthum, das du dir nicht läßt nehmen; der Sünden Macht wird wie7. Doch mußte dies ver- derum mich nimmermehr borgen sein, die Schönheit beschämen; du willst und ward verdecket, da man kannst den lassen nicht, der mich also tauchte ein, und auf dich seine Zuversicht unters Kreuz verstecket. Es von ganzem Herzen seket. mußte nun ans Leiden gehn, 13. Zwar hab ich auch bis ich auch künftig könnte durch viele Schuld den stehn in offenbarer Klarheit. Gnadenbund zerrissen, bin 8. So war es zu dersel- unwerth worden deiner ben Stund, als ich ward Huld; doch bin ich nun aufgenommen in diesenheil- beflissen, daß durch die Buße gen Gnadenbund und in die dieser Bund befestigt werde, Zahl der From: nen. Wie ist weil der Grund bei dir noch es aber nun mit mir? mein feste stehet. Heiland, soll ich jeho dir nicht gleichfalls angehören? 9. Ach ja! es ist noch dieser Bund mein Siegel im Gewissen, das mich versichert alle Stund, wie du noch seist geflissen, mich zu erhalten, daß ich kann noch stets die Frage stellen an: Bin ich nicht, GOtt, dein eigen? 10. Hast du mich nicht zu deinem Kind in deinem Sohn erwählet? Hast du mich nicht von aller Sünd in Gnaden losgezählet? Ist nicht dein Bund ein ewger Bund? Hat solchen nicht dein theurer Mund mit einem Eid versiegelt? 14. Ich steh im Kampfe wider mich, mein Fleisch und Blut zu zwingen; der Geist kämpft in mir ritterlich, wenn Lüste auf mich dringen. Läßt mir der Satan keine Ruh, stürmt auch die Welt mit auf mich zu, so geb ich nicht gewonnen. 15. Denn weil ich nun getaufet bin mit deinem Liebesfeuer, das ganz durchglühet meinen Sinn: ist mir sehr werth und theuer dein göttlichs Wort, das weiset mir, wie ich soll fliehen für und für, was dir nicht wohlgefället. 16. Gieb nun, daß deine Lieb in mir stets treibe mein 11. Geht mich nicht auch Gemüthe, daß ich mich sehne das alles an, was Christus stets nach dir, und mich vor hat erworben? Hat ers nicht Sünden hüte. Du Liebe mir zu gut gethan? Ist er thust mir viel zu gut; gieb, mir nicht gestorben? Ist daß ein jeder Tropfen Blut sein Verdienst mir nicht ge- von deiner Liebe walle. schenkt, da ich im Glauben Chr. Jac. Koitsch. III. Vom Dom heiligen Abendmahl. 173 III. Vom heiligen Abendmahl. 5. Ach zu dir komm ich Mel. Freu dich sehr, o geschritten, o mein liebster meine Seele. JEfu Chrift, und will dich ch Gnad über im Glauben bitten, weil 214. A alle Gnaden, für mich bereitet ist jeto heißet das nicht Gütigkeit? dein Genadentisch, daß ich JEsus hat uns selbst ge- meine Seel erfrisch, und vor laden zu dem Tisch, den Hunger nicht vergehe, wenn er bereit. JEsus bitt uns mir meine Kraft entstehe. selbst zu Gast, daß wir, 6. Ach so wollest du aller Sorgen- Laft, aller mich laben nit dem rechSund und Noth entnommen, zu dem Himmel möchten kommen. ten Himmelsbrod, und mit reichem Trost begaben wider Hölle, wider Tod. Ach 2. JEsus Christus will laß deine Lebens- Quell uns speisen, und auch selbst auch mich machen weiß die Köfte sein: heißet das und hell; trånke mich, eh nicht Gnad erweisen? ich ersterbe, und vor gromein liebstes JEsulein! ßem Durst verderbe. Solches ist an keinem Ort, 7. Dir will ich anjetzo o mein liebster Seelenhort, schicken mein ganz müdsonst gehöret noch gesehen, solches ist sonst nie geschehen. und mattes Herz, ach das wollest du erquicken, weil es fast vergeht vor Schmerz. 3. Hast du dich doch mein Arzt, du kannst schon gegeben unsertwegen in den Tod, daß wir möchten wieder leben frei von aller Qual und Noth; Sünden Eiterbeulen. allein mich von Sünden machen rein; du alleine kannst mich heilen von der aber deiner Liebe Macht Anna Sophie, Landgr. zu Heffen. hat dich auch dahin gebracht, daß du deinen Leib Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. uns schenkest, und mit deinem Blute trånkest. 4. Hier sieht man dein 215. Ach komm, du süßer Hertreu Gemüthe: du bist zensgaft, du Labsal meiner sonst der Arzt allein, doch Seele, bei der du deine willst du aus lauter Güte Wohnung haft in dieser auch die Arznei selbsten Jammerhöhle. sein; du giebst dich selbst 2. Reut aus, du theuuns zu Theil, daß wir res Glaubenspfand, was möchten werden heil von nicht dein eigen heißet; ach den tiefen Seelenwunden, beut dem Willen doch die die sonst waren unver- Hand, der sich der Welt bunden. entreißet. 3. Es 174 Dom heiligen Abendmahl. 3. Es schaut dein hol- vertrauter Liebe; was nicht der Gnadenblick die Sün- ist göttlich, wird zu Spott den- Gruft im Herzen, und vor diesem Himmelstriebe. zeucht sich dennoch nicht 12. Wie leicht ist da des zurück; er sieht auf Christi Heilands Joch, wie sanft Schmerzen. ist seine Bürde. Ach, spricht 4. Ich öffne dir Herz die Seel, daß ich jetzt Seel und Sinn mit brun- doch ein Himmels- Bürger stigem Verlangen, dich, würde! meine Ruh und mein Ge13. Mein GOtt, wann winn, recht freudig zu zeuchst du mich zu dir, wann empfangen. werd ich dahin kommen, daß ich dein Antlik für und für anschaue mit den Fromen? 5. Komm, komm und halt dein Abendmahl mit deinem schwachen Kinde, auf daß dein wundersüßer Strahl mich inniglich entzünde. 6. Dein Manna schmeckt nach Himmelslust, dein Brunnquell fleußt ins Leben; davon das, was uns nicht bewußt, zu schmecken wird gegeben. 7. Es ist wohl ein verborgner Schatz, doch bringt er Geist und Leben,( und läßt den Sünden keinen Plak), die Andacht zu erheben. 8. So kehrt GOtt zu der Seelen ein mit allen seinen Gütern, und machet seine Kraft gemein den himmlischen Gemüthern. 14. Ich glaube doch, ich werde sehn das Gut im Freudenhimmel, und dort vor deinem Throne stehn nach diesem Weltgetümmel. 15. Du Geist der Gnaden, steh mir bei, und laß mich ja nicht fallen; mach meinen Gang gewiß und fret, ach leite mich in allen. 16. Ach streite wider meinen Feind, so kann und werd ich siegen, und wenn ers gleich aufs årgste meint, kannst du nicht unterliegen. 17. Drum nimm mein Herz dir gänzlich ein, und stårk es aus der Höhe; dann werd ich völlig selig sein, wenn ich dich ewig sehe. 2. Mencke. 9. Da liegt des Teufels Macht zerstreut, die Welt ist überwunden: und führt des Geiſtes Freudigkeit die 216. Ach wenn ich Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 10. GOtt zeigt, was zu könnt in JEsu Liebe senerwarten sei auf wenig ken, und alle Augenblick Kreuzesstunden, wenn wir, an. Esu Liebe denken! Mir von diesen Fesseln frei, die deucht, ich höre stets, als Freiheit so gefunden. 11. Da, da verbindt sich Seel und GOtt in recht wenn mir was zuspricht: Vergiß bei Leibe du der Liebe FJEsu nicht. 2. Ach Dom heiligen Abendmahl. 175 2. Ach wie könnt ich doch| gen Himmel, dankte GOtt auch, mein JEsu, dein ver- und sprach zu seinen gessen? Das, was ich oft- Jüngern: 3. Nehmt hin und est, mals hab getrunken und gegessen, dein eigen Leib das ist mein Leib, der für und Blut, das hat mein euch wird gegeben, und Herz und Sinn verändert, denket, daß ich euer bleib daß ich nun in meinem im Tod und auch im Leben. JEsu bin. 4. Desgleichen nahm er auch den Wein im Kelch, undsprach zu allen: Nehmt hin und trinket insgemein, wollt ihr GOtt recht gefallen. 5. Hier geb ich euch mein theures Blut im Kelche zu genießen, das ich für euch und euch zu gut jetzt werd am Kreuz vergießen. 4. Zu viel, ach gar zu viel thust du mir, JEsu, Gnade; ich armes Stück- 6. Hier wird ein neuer lein Erd bekenne zu gerade: Bund gemacht in meinem Ich bin der feines werth, eignen Blute; im alten so du an mir gethan, und ward nur Vieh geschlacht, weiß auch nimmermehr, wie ich gnug danken kann. 5. Dies Denken und den Dank laß stetig dazu kommen in allem, was auch wird von mir nur vorgenommen: so leb in Esu ich mit einem frischen Muth, und sterbe, wenn GOtt will, auf Esum und sein Blut. 3. Ich bin ganz durch und durch mit JEsu angefüllet; kein Ader ist in mir, die nicht von JEsu quillet; das Herz, das triefet noch vons liebsten JEsu Blut, und brennet lichterloh in JEsu Liebesglut. geholet von der Hute. 7. Hier ist der Körper, der bin ich, dort war Figur und Schatten; dort ward ein Lamm, bier laß ich mich in heißer Liebe braten. 8. Das macht euch aller Sünden frei, daß fie euch oft nicht mehr kränken; ihrs thut, sollt ihr dabei an meinen Tod gedenken. Aemilie Juliane, Gräf. v. Schwarzb.- Rudolst. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. JEsus 9. O JEsu, dir sei ewig Dank für deine Treu und Gaben; ach laß durch dieſe Speis und Trank auch mich das Leben haben. 217. As Christus in Johann Heermann. der Nacht, darin er ward verrathen, auf unser Heil In eigener Melodie. gang war bedacht, daffelb 218. 2uf, auf, mein uns erhebe 2. Da nahm er in die dich zum Himinel, weich Hand das Brod, und brachs von dem unbestårtdigen Gemit seinen Fingern, sah auf tümmel, dadurch die Welt ibr 176 Dom heiligen Abendmahl. ihr blindes Volk betrügt; durch Blut des Lamms ich habe nun vom Him- erworbner Lohn. melsmanna gessen, bin an Joachim Neander. des guten Hirten Tisch ge- Mel. Mein JEsu, der sessen: der alte Feind zu du mich. meinen Füßen liegt. 2. Was frag ich nun nach 219. Auf e und sei gerüst Ein Lebensstrom der kann dein Heiland JEsus Chrift mich gnug ergoßen; der brennt vonBerlangen: sein Durst ist hin, wie bin ich Herze sehnet sich, noch vor so erquickt! Nun wird die dem Leiden dich recht zu Seel in Wollust fetter wer- umfang den, den Vorschmack hab 2. Liebe ohne Zahl, ich schon auf dieser Erden, das Bild muß diesesmal doch mache mich, o JEsu, dem Wesen weichen, er mehr geschickt! 3. Gebeut als Herr dem theur erkauftenKinde; gieb, daß ich Kraft in dir als König finde; sei mein Prophet, so werd ich GOtt gelehrt; bist du mein Haupt, dann hab ich dich zum Führer; bist du mein Mann, so bist du mein Regierer: als Hoberpriester ist dein Opfer werth. selbst, der Bräutigam, schenkt sich zum Osterlamm uns ganz zu eigen. 3. Er hat ein Denkmal ießt der Wunder eingesetzt, uns zu verbinden zu seinem Tod, den wir, bis er kömmt, für und für sollen verkünden. 4. Drum, liebes Israel, auf! stärke deine Seel, ergreif dies Siegel. GOtt 4. Was will ich mehr führt durchs Lammes Blut als diesen Himmelsfürsten? die Seinen durch die Flut Ich werd hinfort in Ewig- zum Freudenhügel. keit nicht dürften, weil der 5. OJEsu, dir sei Dank; mich tränkt, der selbst das lehr uns den Lobgesang nun Leben ist. Kein Hunger also singen, daß wir dann wird die Seele jemals pres- können drauf den Delberg sen, weil mir ein Theil vom gehn hinauf, und tapfer Manna jugemessen, das du ringen. allein, o süßer JEsu, bist. 6. Die Zeit eilt ia heran, 5. Ich lebe nun, und da wir die Leidensbahn solwill mich GOtt ergeben; len betreten. Ach hilf, daß doch nicht ich, sondernChri- uns die Nacht nicht trag stus ist mein Leben: so lebe und schläfrig macht, eifrig denn in mir, o GOttes zu beten. Sohn! Ich bin gewiß, daß 7. Nimm unsern Willen droben und auf Erden hin, schaff einen neuenSinn Barmherzigkeit und Güte nach deinem Willen, daß folgen werden, als ein wir, was dir gefällt, in dieser Dom heiligen Abendmahl. 177 ser Kreuzeswelt mögen er-| blende Babylon, daß es füllen. mit Spott und Hohn nur 8. Laß deines Todes muß bestehen. Kraft den edlen Lebenssaft in uns ausfließen; stark uns aus deiner Höh, wenn du die letzten Weh nun wirst ausgießen. 9. Sieh, Babel merkets schier, daß deinVolk, HErr, bei dir findt Hülf und Segen; drum machet es sich auf, uns unsern WaffenLauf nieder zu legen. 10. Du aber, JEsu, hilf, daß wir nicht wie das Schilf hin und her wanken. Gieb uns Beständigkeit, inTrübsal, Angst und Leid dir stets zu danken. 16. Und geuß, Immanuel, in unser Herz und Seel Einfalt und Wahrheit; gieb uns Weisheit in dir, und schenk uns für und für Klugheit und Klarheit. 17. HErr, dir ist ja der Ruhm. Ach hör im Heiligthum dies unser Lallen; hier klingt: Hallelujah! Laß, JEsu, ja, ja, ja! doch wiederschallen. 18. Mach uns in dir bereit, durch Leiden in die Freud so einzudringen, daß wir Victoria, Triumph, der 11. Auf daß wir unsern HErr ist da! bald fröhlich Muth in keiner Hiß und singen. Georg Heine. Glut nicht lassen sinken; sondern den Myrrhen- Mel. Uun freut euch, lieWein, den du uns schenben Christen gmein. kest ein, ganz willig trinken. 220. Dein 12. bald Blut, HErr, ist schleicht, da uns drauf wird mein Element, darin ich gereicht der Kelch der Freu- nur kann leben, daß mich den; o Trostes Ueberfluß, kein Schmack sonst zu sich der dann ersetzen muß das wendt, als dieser Saft der Fleine Leiden! Reben; so leb ich in des Vaters Schooß, und bleib von allen Dingen bloß, und bin in GOtt verschlungen. 13. Da wird die Traurigkeit von Freud und Herrlichkeit werden verschlungen, wenn GOtt das weiße Kleid giebt denen nach dem Streit, die hier gerungen. 2. So thu an mir, o Hirtentreu, dein Amt in allen Dingen, und mache 14. Hiernach das Herze mich von Fremden frei, dir wallt; HErr JEsu, komm, einzig Frucht zu bringen, komm bald, uns zu vollen die reife, süß und heilsam den; hilf, weil jetzt Babel find; so bleib ich ein geschnaubt, damit es dich nicht horsam Kind, und wohn raubt uns aus den Händen. in deinem Namen. 15. Laß unsre Waffen 3. Komm selbst, o volle doch im Segen ferner noch Lebensquell, dring ein in stets siegend gehen; ver- Leib und Seele, daß nichts aus 178 Vom heiligen Abendmahl. aus Adams Fall mich fäll, JEsu Christ, mag dich ein und durch die Sünde qua- Sünder haben, der nach le. Du mußt in allem dem Himmel hungrig ist, alles sein, soll anders dei- und sich mit dir will laben: ne Schöpfung rein und so bitt ich dich demüthigherrlich wieder werden. lich, du wollest so bereiten 4. Du bist der Wieder- mich, daß ich recht würbringer nur, ohn dich ist dig werde. lauter Hdlle; gieb, daß 2. Auf grüner Auen wolsich mir die rechte Spur lest du mich diesen Tag, zu dir ganz offen stelle, HErr, leiten, den frischen zu dringen tief in dich Wassern führen zu, den hinein, und unverrückt bei Tisch für mich bereiten; ich dir zu sein, mein Leben bin zwar sundlich, matt und mein Alles. und krank, doch laß mich 5. Da ist nur Ruh und deinen Gnadentrank aus Sicherheit, da mangelt deinem Becher schmecken. kein Vergnügen; da hast 3. Du zuckersüßes Himdu mir die Stått bereit, melsbrod, du wollest mir wo ich soll sanfte liegen, verzeihen, daß ich in meiund saugen deiner Weisheit Brust, die ist so voller reiner Lust, daß alles ihr muß weichen. ner Seelennoth zu dir muß kläglich schreien. Dein Glaubensrock bedecke mich, auf daß ich möge würdig6. Drum eile brünstig, lich an deiner Tafel sitzen. muntres Reh, komm, spring 4. Tilg allen Haß und auf deinen Triften; nimm Bitterkeit, o HErr, aus auf die, der du je und je meinem Herzen; laß mich ein Denkmal wollen stif- die Sünd in dieser Zeit tett. Mit dir soll alle bereuen ja mit Schmerzen. Kreuzespein der schönste Du heiß gebratnes OfterRosengarten sein; denn lamm, du meiner Seelen du bist selbst der Himmel. Bräutigam, laß mich dich 7. Bist du, mein Schatz, recht genießen. nicht immerdar der Ur- 5. 3war bin ich deiner sprung reiner Freude, ein Gunst nicht werth, als der lautrer Strom, krystallen- ich jetzt erscheine mit Sünklar, darin ich mich gern den allzuviel beschwert, die weide, und trink in Lust- schmerzlich ich beweine; und Liebsbegier, bleib ewig in solcher Trubsal tröstet unbewegt in dir, im Band mich, HErr JEsu, daß der ewgen Ehe? du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. Gottfr. Arnold. Mel. Nun freut euch, 6. Ich bin ein Mensch lieben Christen gmein. ganz voller Sünd, lag Lebens- deine Hand mich heilen. 221. Dbrod, Herr Erleuchte mich, denn ich bin Dom heiligen Abendmahl. 179 bin blind; du kannst mir bei dir erscheine, und mit Gnad ertheilen. Ich bin JEsu mich vereine. verdammt, erbarme dich; 3. Christe, du Lamm ich bin verloren, suche GOttes, höre: weil du mich, und hilf aus lauter Gnaden. trågest meine Sünd, als mein Schak und Wirth 7. Mein Bräutigam, herkehre, deine Braut und komm her zu mir, und Schaf mich find. Deiner wohn in meinem Herzen; Güte ich vertrau; führe laß mich dich küssen für mich auf grüner Au, und und für, und lieblich mit speis mich, mir stets zu dir scherzen. Ach laß doch gute, heut mit deinem Leib deine Süßigkeit für meine und Blute. Seele sein bereit, und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrod, HErr JEsu Christ, komm selbst, 4. Heilçer Geist, den ich umfasse, bleib anheut une tets bei mir; mich mit Beistand nicht verlasse, sonderr dich mir zu schenken; o hilf, daß selig hier mir zum Blut, das du vergossen bist, komm eiligst mich zu tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, güldne Himmelsthur, auch mich dort auferwecken. Johann Rift. Nuße, GOtt zum Preis, ich genieß die Himmelsspeis, daß ich darnach christlich lebe, sanfte metnen Geist aufgebe. 5. Nun ich lieg dir, GOtt zu Füßen: GÖttes Liebe schmücke mich. Meines Esu Blutvergießen mache würdig mich durch sich Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 222.* Gott sei Lob, Hilf mir drauf, du Baterder Tag ist herz, hilf mir, JEsu Tod kommen, da ich JEsu werd und Schmerz, hilf mir, vertraut, da ichallerSchuld Tröster, heut auf Erden, entnommen, werd in GOt- Christi liebe Braut zu wertes Huld geschaut. GOtt den. Aemilie Juliane, Lob, GOtt Lob, daß bereit mir des Lammes Hoche zeit heut, da mir GOtt zum ewgen Leben will den gan zen JEsum geben. Gräf. v. Schwarzb. Rudolft. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 223. Erscheine, fu2. GOtt, ich leg bei Seelenfrühem Morgen als dein gast, daß ich mich hoch erEphraim und Kind, mich freue; komm an, du meine in deine Vatersorgen gleich Ruh und Rast; wie groß mit Leib und Seel ge- ist deine Treue, daß du zur schwind. Abba, Vater, sorg Seelen, die so schwach, hier für mich, daß ich ja heut unter eines Sünders Dach würdiglich als dein Gast so brüderlich einkehrest! 2. Groß 180 Vom heiligen Abendmahl. 2. Groß Herzenslust hab mein Herz abmatten, ſo ich daran, wenn ich ein komme du, mein HimmelWunder merke; doch schau brod, erfreulich mir zu ich, was du hast gethan statten; dein theures Blut in dem Erlösungswerke: im Abendmahl erfrische wie mich dein Leib und mich im Todesthal, damit Blut erquickt, so bald mein ich nicht verschmachte. Geist viel Lust erblickt mit 8. Wie heilig, herrlich, Vorschmack jenes Lebens. groß und hehr ist, großer 3. Wie gnädig bist du, GOtt, dein Name; wie Wunder- GOtt, der hoch- heilig ist dein Ruhm und betrübten Seelen; du läs- Ehr. Ich bin ein böser sest sie ja nicht mit Spott Saame; jedoch, weil du von stolzen Feinden qua- mit mir, HErr Chrift, im len; dein theurer Tisch steht Abendmahl vereinigt bist, ihr bereit, zu Trok des kannst du dein Fleisch nicht Feindes Grausamkeit: trok! hassen. Benjamin Brätorius. wer es nicht kann lasſen. Wohl weidest du mich, In eigener Melodie. treuer Hirt, zeight mir ge- 224. Gott fet ge4. lobet und sundes Wasser; du tränkst mich als ein reicher Wirth, gebenedeiet, der uns selber treibst ab den bösen Haßfer, hat gespeiset mit seinem und giebst dich selbst zu Fleische und mit seinem eigen mir: was opfre denn Blute, das gieb uns, HErr ich dir dafür, für diese Lie- GOtt, zu gute. Kyrie eleibesthaten? son. HErr, durch deinen 5. Nun habe, süßer JE-| heiligen Leichnam, der von su, Dank, du hast mich deiner Mutter Maria kam, wohl verbunden; du står- und das heilige Blut, hilf kest mich, der ich lag krank uns, HErr, aus aller Noth. an alten Adams- Wunden. Kyrie eleison. Ich danke dir, daß du, HErr Chrift, mein treuer Samariter bist, willst Leib und Seele helfen. 2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer Güte konnt 6. Du hältest die Ver- er uns geschenken, dabei heißung fest, und meinst wir sein solln gedenken. es gut von Herzen, die Kyrie eleison. HErr, dein treulich du geschehen läßt, Lieb so groß dich zwungen Del geußt du in die Schmer- hat, daß dein Blut an uns jen. Denn wie du, HErr, groß Wunder that, und beverheißen hast, so hast du zahlt unser Schuld, daß deinen armen Gast jetzt kö- uns GOtt ist worden niglich verpfleget. hold. Kyrie eleiſon. 7. Trifft mich nun Seeles Hungersnoth, muß sich 3. GOtt geb uns allen seiner Gnaden Segen, daß wir Dom heiligen Abendmahl. 181 wir gehn auf seinen We-| Sünde nicht scherze, noch gen in rechter Lieb und durch meine Sicherheit brüderlicherTreue, daß uns mich bring um die Seligdie Speis nicht gereue. Ky- keit. Kyrie eleison. rie eleison. HErr, dein hei4. Mir ist befleckt sehr liq Geift uns nimmer laß, greulich mein Gewissen. der uns geb zu halten rechte Maaß, daß dein arme Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrie eleison. Dr. Martin Luther. Mel. GOtt fei gelobet und gebenedeiet. Ach laß ein Blutstropflein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist ans Kreuz gehantgen. Kyrie eleison. Wird damit mein Herze gerühret, wirds von Stund an 225. Christe, mein bein Blut mit Glauben Err und getreuer Hirte, fomm, mit schön, kann in dir vor GOtt Gnaden mich bewirthe, bei bestehn. Kyrie eleison. dir alleine find ich Heil und 5. Der darf des Arztes, Leben: was ich darf, kannst den die Krankheit plaget, du mir geben. Kyrie elei- mit Begier er nach ihm son. Dein arm Schäflein fraget. O süßer Jeſu, wollest du weiden auf Is- schau, wie tiefe Wunden raels Bergen in Freuden, werden auch in mir geund zum frischen Wasser funden. Kyrie eleison. Du führn, da das Leben her bist ja der Arzt, den ich thut rührn. Kyrie eleison. rufe, auf den mit Verlan2. All andre Speis und gen ich hoffe. Hilf, o wahTrank ist ganz vergebens, rer Mensch und GOtt; du bist selbst das Brod des hilfft du nicht, so bin ich Lebens; kein Hunger pla- todt. Kyrie eleison. get den, der von dir iffet, 6. Du rufest alle zu dir alles Jammers er vergisset. in Genaden, die mühselig Kyrie eleison. Du bist die und beladen; all ihre Misselebendige Quelle, zu dir that willst du verzeihen, ich mein Herzkrüglein stelle; ihrer Bürde sie befreien. laß mit Trost es fließen Kyrie eleison. Ach komm voll, so wird meiner See- felbst, leg an deine Hände, len wohl. Kyrie eleison. und die schwere Last von 3. Laß mich recht trau- mir wende. Mache mich ren über meine Sünde, von Sünden frei; dir zu doch den Glauben auch dienen Kraft verleih. Kyanzünde, den wahren Glau- rie eleison. ben, mit dem ich dich fasse, 7. Du wolleft Geist und mich auf dein Verdienst Herze zu dir neigen; nimm verlasse. Kyrie eleison. Gieb mich mir, gieb mich dir mir ein recht bußfertig eigen. Du bist der WeinHerze, daß ich mit der stock, ich bin deine Rebe, nimm 182 Vom heiligen Abendmahl. nimm mich in dich, daß 2. Du kehrest, o Immaich lebe. Kyrie eleison. Ach nuel, ja selber ein in unsre in mir find ich eitel Sün- Seel, dir Wohnung da den, in dir müssen sie bald zu machen; drum uns ein verschwinden. In mir find solches Herz verleih, das ich Höllenpein, in dir muß von der Weltlieb ledig ich selig sein. Kyrie eleison. sei und allen eitlen Sa8. Komm, meine Freud, chen. Bleibe, treibe ursre o komm, du schönste Krone! Sinnen und Beginnen, JEsu, komm, und in mir daß wir trachten, alles wohne. In mir will ich dich Irdsche zu verachten. mit Gebet oft grüßen, ja 3. Ach HErr, laß uns mit Lieb und Glauben küs- doch nehmen nicht dein sen. Kyrie eleison. Komm, werthes Nachtmahl zum und schenke mir deine Liebe, Gericht: ein jeder recht so wird nichts sein, das bedenke, daß wir mit diemich betrübe: deine Sanft- sem Lebensbrod im Glaumuth und Geduld, die ben stillen unsre Noth, der Frucht deiner Gnad und Fels des Heils uns tränke; Huld. Kyrie eleison. zuchtig tüchtig dich dort 9. Dies sind die Blüm- oben stets zu loben; bis lein, die mich können heilen, wir werden zu dir komund mir Lebenssaft erthei- men von der Erden. len, daß ich aus mir nun 4. O daß wir solcher Seall Untugend reiße, dir zu ligkeit erwarten möchten dienen mich befleiße. Kyrie allezeit in Hoffnung und eleison. In dir hab ich, Vertrauen; und folgends was ich soll haben, deiner aus dem Jammerthal einGnaden Brünnlein mich gehen in den Himmelslaben. Laß mich ewig sein saal, da wir GOtt werden in dir, und bleib ewig auch schauen, tröstlich, köstlich in mir. Kyrie eleison. uns als Gäste auf das Johann Heermann. beste bei ihm laben, und Mel. Wie schön leuchtet ganz volle Gnüge haben. der Morgenstern, 226. H Err JEsu, 5. Das gieb du uns von deinem Thron, o JEsu dir sei Christe, GOttes Sohn, Preis und Dank für diese giebs durch dein bitter Seelenspeis und Trank, Leiden; dasselbe, weil wir damit du uns begabet; in leben hier, lag uns beBrod und Wein dein Leib trachten für und für, all und Blut kommt uns Böses darum meiden. wahrhaftig wohl zu gut, Amen, Amen, hilf uns und unsre Herzen labet: kämpfen, hilf uns damdaß wir in dir und nach pfen alle Sünden hilf uns allem Wohlgefallen heilig fröhlich überwinden! leben! solches wollest du V.1.3.u.4.von Bernh.v. Derschau. uns geben. Mel. Dom heiligen Abendmahl. 183 dem Sohn und dem heiligen Geist; 13. Wie es war im An227. Ich danke dem fang, jetzt und immerdar, HErrn von zu ganzem Herzen im Rath keit. Amen v. 1-11 Pf. 111. der Frommen und in der Gemein. Mel.: Meine Seele erhebt den HErren. 2. Groß sind die Werk des HErrn, wer ihrer achtet, 228. als ein arMel.: Uun freuet euch, lieben Christen gmein. ch komm jetzt der hat eitel Lust daran. mer Gast, o HErr, zu deinem Tische, den du für mich bereitet hast, daß er mein Herz erfrische, wenu 4. Er hat ein Gedächt- mich der Seelenhunger niß gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HErr. nagt, wenn mich der Durst des Geistes plagt, bis ich den Schweiß abwische. 5. Er giebt Speise denen, 2. Nun sprichst du, Seeso thn fürchten; er gedenkt lenbischof, dort: Ich bin ewiglich an seinen Bund. das Brod zum Leben. 6. Er läßt verkündigen Dies Brod treibt auch den seinem Volk seine gewal- Hunger fort, den sonst tigen Thaten, daß er ihnen nichts mag aufheben. Ich gebe das Erbe der Heiden. bin der Trank, wer glaubt an mich, dem wird der Durst nicht ewiglich im 7 Die Werke seiner Hånde find Wahrheit und Recht, alle seine Gebot Herzen Stiche geben. find rechtschaffen. 3. Drum führe mich, 8. Sie werden erhalten o treuer Hirt, auf deine immer und ewiglich, und Himmelsauen, bis meine geschehen treulich und redlich. Seel erquicket wird, wenn du sie läsfest schauen die Ströme deiner Gütigkeit, die du für alle haft bereit, ewiglich so deiner Hut sich trauen. 4. Ich armes Schäflein 10. Heilig und hehr ist suche dich auf deiner grüsein Name. Die Furcht nen Weide; dein Lebensdes HErrn ist der Weis- manna speise mich zum heit Anfang. 9. Er sendet Erlösung seinem Volk; er verheißt, daß sein Bund bleiben soll. Trost in allem Leide; es 11. Das ist eine feine trånke mich dein theures Klugheit, wer darnach thut, Blut, auf daß mich ja deß Lob bleibet ewiglich. Fein falsches Gut von deiner Liebe scheide. 12. Lob und Preis sei GOtt dem Vater und 5. Gleichwie des Hirsches 3. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, und seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich. 184 Dom heiligen Abendmahl. sches mattes Herz nach| Plak, und will von keinem frischem Wasser schreiet, wissen, als nur von dir, so schreiet auch mein See- mein Bräutigam, dieweil lenschmerz: Ach laß mich du mich am Kreuzesstamm sein befreiet von meiner aus Noth und Tod gerissen. schweren Sündenpein, und 11. liebster Heiland, schenke mir die Trostflut großen Dank für deine ein, dann bin ich benedeiet. Süßigkeiten! Ich bin vor 6. Vor allem aber wirk lauter Liebe Frank; drum in mir ein ungefårbte Reue, wart ich auf die Zeiten, daß wie vor einem wilden in welchen du, o LebensThier ich mich vor Sün- fürst, mich sammt den Ausden scheue; wirf mir den erwählten wirst zur HimRock des Glaubens an, melstafel leiten. Just. Sieber. der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Herz sich freue. 7. Entzünd in mir der Andacht Brunst, daß ich die Welt verlasse, und deine Treu und Brudergunst in dieser Speise fasse; daß durch dein Lieben Lieb in mir zu meinem Nächsten wachs herfür, und ich fort niemand hasse. 8. Ach führe mich nur selbst von mir: bei mir ist nichts dennSterben: nimm aber mich, o HErr, zu dir, bei dir ist kein Verderben. Ju mir ist lauter Höllenpein, in dir ist nichts als Seligsein mit allen Himmelserben. In eigener Melodie. 229. JEfus ChriI stus, unser Heiland, der von uns den GOtteszorn wandt: durch das bitter Leiden sein half er uns aus der Höllen Pein. 2. Daß wir nimmer deß vergessen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen: wer unwürdig hinzu geht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst GOtt den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen, und 9. Erneure mich, o Le- für deine Missethat in den bensstab, mit deines Gei- Tod sein Sohn geben hat. ftes Gaben; laß mich der 5. Du sollst glauben und Sünde danken ab, die nicht wanken, daß ein mich sonst pflegt zu laben; Speise sei der Kranken, regiere meinen lassen Sinn, den thr Herz vor Sündaß er die Lüfte werfe hin, den schwer, und vor Angst die er sonst pflegt zu haben. ist betrübet sehr. 10. So fomm nun, o 6. Solch groß Gnad, und mein Seelenschatz, und laß Barmherzigkeit sucht ein dich freundlich küssen; mein Herz in großer Arbeit. Ift Herze giebt dir Raum und dir wohl, so bleib davon, daß Dom heiligen Abendmahl. 185 daß du nicht kriegest bösen Lohn. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans 7. Er spricht selber: Ende bleiben; laß Sünd Kommt, ihr Armen, laßt und Noth uns für und mich über euch erbarmen: für nicht wieder von dir kein Arzt ist dem Starken treiben, bis wir durch deinoth, sein Kunst wird an nes Nachtmahls Kraft zu'n ihm gar ein Spott. Auserwählten fortgeschafft und ewig selig werden. 8. Hättst du dir was konnt erwerben, was dürft ich denn für dich sterben? Mel. An Wasserflüssen Dieser Tisch auch dir nicht Babylon. gilt, ſo du ſelber dir hel- 231.* Irr, und so fen willt. ch komme, 9. Glaubst du das von suche dich, mühselig und Herzen Grunde, und beken- beladen. GOtt, mein Erneft mit dem Munde, so barmer, würdge mich des bist du recht wohl geschickt, Wunders deiner Gnaden. und die Speise dein Seel Ich liege hier vor deinem erquickt. Thron, Sohn GOttes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich Sünden 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Nächsten sollst du lieben, fühle meiner daß er dein genießen kann, wie dein GOtt an dir hat gethan. Dr. Martin Luther. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. Müh, ich suche Ruh, und finde fie im Glauben der Erlisten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das 230.* du Christ, du die Handschrift abgethan höchstes Gut, du Brunn- und wir sind GOttes Kinquell aller Gnaden: wir der. Ich denk an deines kommen, deinen Leib und Leidens Macht, und an Blut, wie du uns haft dein Wort: Es ist vollgeladen, zu deiner Liebe bracht! Du hast mein Heil Herrlichkeit und unsrer verdienet. Du haft für Seelen Seligkeit zu essen mich dich dargestellt. GOtt und zu trinken. war in dir, und hat die 2. O JEsu, mach uns Welt in dir mit sich verselbst bereit zu diesem ho- sühnet. hen Werke; schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes StårFe. Hilf, daß wir würdge Gåste sein, und werden dir Gnade finden. Du rufft gepflanzet ein zum ewgen und er erhört dich schon, Himmelswesen. spricht liebreich: Sei ge3. So freue dich, mein Herz in mir, er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um troft 186 Dom heiligen Abendmahl. trost, mein Sohn, die nung, Furcht und Lieb und Schuld ist dir vergeben. in Gewißheit vor dir stehen, Du bist in meinen Tod und dieses hohe Werk begetauft, und du wirst dem, gehen. der dich erkauft, von gan- 3. Wir sprechen dies, zem Herzen leben. das du gesprochen, wir 4. Dein ist das Glück brechen urgesäuert Brod, der Seligkeit; bewahr es gleichwie du deinen Leib hier im Glauben, und laß gebrochen, und denken bei durch keine Sicherheit dir an deinen Tod: so laß uns deine Krone rauben. Sieh, denn für unsre Sünden ich vereine mich mit dir; desselben Kraft in uns emich bin der Weinstock, bleib pfinden. an mir; so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Steg gelingen. 4. Denn unser Geist will diese Stunde mit Leib und Blut gespeiset sein; drum nehmen wir mit unserm Munde so wohl gesegnet Brod als Wein, damit wir es zum Pfande haben, und unsern schwachen Glauben laben. 5. Ja, HErr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß 5. Und weil wir deinen mich von nun an würdig Leib genießen, weil uns sein, mein ganzes Herz dir, dein Blut Genesung giebt, Herr, zu weihn und deinen so können wir gewißlich Tod zu preisen. Laß mich schließen, daß jeder, der den Ernst der Heiligung von uns dich liebt, an dir durch eine wahre Besserung und deinem werthen Leibe mir und der Welt beweisen. in Ewigkeit vereinigt bleibe. Chriftian Fürchtegott Gellert. 6. Wie wir von einem Brode essen und eins mit einem Leibe sind, so laß In eigener Melodie. 232. Mein Jesu, uns nimmermehr vergessen, hier find was uns jetzt unter uns deine Brüder, die Liebe verbindt, daß wir uns inan einander hält, die haben niglich vereinen, daß wir nun als deine Glieder das ein Leib in Lieb erscheinen. Brod zu brechen angestellt, 7. Ja, liebster JEsu, und wollen dein Gedächt- weil wir leben, so sind und niß preisen, wie du im leben wir in dir, weil wir Nachtmahl hast geheißen. uns einmal dir ergeben, 2. Und darum rufen wir und mit so herzlicher Bezusammen: Erweck in uns gier die Gaben, welche von gerechten Trieb, daß wir dir fließen, mit deinem durch deines Geistes Flam- Leib und Blut genießen. men im Glauben, Hoff- 8. Wir können sich auch recht Dom heiligen Abendmahl. 187 recht bekennen durch dieses| finstert Herz, zund an theure Liebesmahl vor de- die schöne Glaubenskerz; nen, die sich nach dir nen- mein Armuth in Reichnen, daß wir in deiner thum verkehr, und meinem Brüder Zahl und deine Fleische steur und wehr. rechten Jünger blieben, 6. Auf daß ich dich, wenn wir uns mit einan- du wahres Brod der Ender lieben. gel, wahrer Mensch und GOtt, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie dir das rühmlich, mir bequem. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gieb, was nuk ist zu Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt 9. Wir können uns deß endlich freuen, daß du, o großer Lebensfürst, mit uns das Abendmahl von neuem in deinem Reiche halten wirst; denn du kannst uns in diesen Werken mit Glauben, Lieb und Hoffnung stärken. Joh. Jac. Rambach. Mel. HErr JEfu Chrift, wahr Mensch und GOtt. JEsu, du 233. tigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch 10. Vertrieben alle meine manchen Sündenfall; ich Feind, die sichtbar und bin frank, unrein, nackt unsichtbar seind. Den und bloß, blind und arm: guten Vorsatz, den ich ach mich nicht verstoß! führ, durch deinen Geist fest mach in mir. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der HErr, dem nichts gebricht; du bist der Brünn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt. Ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede 4. Darum, HErr JEsu, christlich bringen zu. bitt ich dich, in meiner 12. Bis daß du mich, Schwachheit heile mich: o Lebensfürst, zu dir in was unrein ist, das mache Himmel nehmen wirst, daß rein durch deinen hellen ich bei dir dort ewiglich Gnadenschein. an deiner Tafel freue mich. Johann Heermann. 5. Erleuchte mein verMcl. 9. Hilf, daß durch deiner Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld; 188 Vom heiligen Abendmahl. Fleische treiben, und krafMel. Wach auf, mein tig in mir bleiben. Herz, und singe. 10. Nun bin ich losge234. von und ne Wonne, vermählet mit dir, mein liebstes Leben, was kannst du Werthers geben? du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Er den, laß mich dir dankbar werden. 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in die2. Wie kann ich gnug- fer Höhle des Leibes mit sam schäßen dies himmel- Verlangen an deiner Liesüß Ergößen und diese be hangen. theuren Gaben, welch uns gestärket haben? 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig 3. Wie soll ich dirs leiden, laß mich mit Anverdanken, o HErr, daß dacht beten, und von der du mich Krankeit gespeiset Welt abtreten. und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, dern du so viel empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung auferstehen, o JEsu, dich meiner Freuden; dir dank zu sehen. ich für dein Sehnen und Johann Rist. In eigener Melodie. ir dank ich für dein 235. liebe Seele, S dich, o 6. Lieben, das standhaft ist geblieben; für dein dir dank ich laß die dunkle SündenSterben, das höhle; komm ans helle Licht mich dein Reich läßt erben. gegangen, fange herrlich an 7. Jeßt schmecket mein zu prangen; denn der HErr Gemüthe dein übergroße voll Heil und Gnaden will Gute; dies theure Pfand dich jetzt zu Gaste laden; der Gnaden tilgt allen der den Himmel kann vermeinen Schaden. walten, will jekt Herberg in dir halten. 13. Jm Handeln, Wandeln, Essen laß nimmer mich vergessen, wie trefflich ich beglücket, undhimmlisch bin erquicket. 14. Nun kann ich nicht verderben: drauf will ich selig sterben, und freudig 8. HErr, laß michs nicht vergessen, daß du mir zu- 2. Eile, wie Verlobte gemessen die kräftge Him- pflegen, deinem Bräutigam melsspeise, wofür mein entgegen, der da mit dem Herz dich preise. Gnadenhammer klopft an 9. Du wollest ia die deine Herzens- Kammer; Sünde, welch ich annoch öffn ihm bald die Geistesempfinde, aus meinem Pforten, red ihn an mit schö Dom heiligen Abendmahl. 189 schönen Worten: Komm, 7. JEsu, meine Lebensmein Liebster, laß dich küs- sonne, JEsu, meine Freud sen, laß mich deiner nicht mehr missen. und Wonne, JEsu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen: hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zumheil und dir zumPreiſe. 8. HErr, es hat dein 3. Zwar in Kaufung theurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, treutes Lieben dich vom das die blutgefüllten Scha- Himmel abgetrieben, daß len und dies Manna kann du willig haft dein Leben in den Tod für uns gege=" bezahlen. 4. Ach, wie hungert ben, und dazu ganz unvermein Gemüthe, Menschen- drossen, HErr, dein Blut freund, nach deiner Güte! für uns vergossen, das uns Ach wie pfleg ich oft mit ieht kann kräftig trånken, Thränen mich nach dieser deiner Liebe zu gedenken. Kost zu sehnen! Ach wie 9. JEsu, wahres Brod pfleget mich zu dürften nach des Lebens, hilf, daß ich dem Trank des Lebensfür- doch nicht vergebens, oder sten! wünsche stets, daß mir vielleicht zum Schamein Gebeine sich durch den, sei zu deinem Tisch GOtt mit Gott vereine, geladen: laß mich durch 5. Beides, Lachen und dies Seelenessen deine Liebe auch Zittern, låsset sich in recht ermessen, daß ich auch, mir jetzt wittern. Das Ge- wie jetzt auf Erden, mag heimniß dieser Speise und dein Gast im Himmel die unerforschte Weise ma- werden. Johann Frand. chen, daß ich früh vermerke, HErr, die Größe deiner In eigener Melodie. Stärke. Ist auch wohl ein 236. Süßes SeeMensch zu Allmacht sollt ergründen? mahl, Himmelskost im 6. Nein, Vernunft die Jammerthal, Manna aller muß hier weichen, kann Lüste; o wie würde nicht dies Wunder nicht errei- die Welt alls verachten, chen, daß dies Brod nie was sie hält, wenn sies wird verzehret, ob es gleich weislich wußte. viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. der großen Heimlichkeiten, die nur GOttes Geist kann deuten! 2. Aller Speisen Luft verschwindt, wenn man dich im Herzen findt: du allein bist süße; dir gleicht nicht, was Wald und Gruft, was Feld, Meer giebt, was die 190 Vom heiligen Abendmahl. die Luft und die Wasser- mildiglich das werthe Brod flüsse. des Lebens, das sehr ergözet 3. Du ernährest wie ein mich; du hast mir zugelasBrod, trankest wie einQuell sen, daß ich den Seelenin Noth, heilst, was will wein im Glauben möchte verderben; bist der Armen fassen, und dir vermählet Trost und Schaß, der Ver- sein. folgten Zufluchtspiak, låssest niemand sterben. 3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Un4. Du bists Opfer für sterblichkeit; du hast mir die Schuld, bist der From- voll gemessen den edlen men Gnad und Huld, bist Kelch, der mich erfreut. mein Leibgedinge; bist der Ach GOtt, du hast erzeiEngel Speis und Trank, get mirArmen solche Gunst, bist mein Luft- und Lobge- daß billig jetzt sich neiget, sang, GOtt und alle Dinge. mein Herz vor Liebesbrunst. 5. Weg mit aller Speis Du hast mich lassen schmekund Tracht, die den Kd- ken das köstlich Engelbrod; nigen wird bracht, weg hinfort kann mich nicht mit Spezereien! JEsus ist schrecken Welt, Teufel, mein Trost allein, meine Sünd und Tod. Speis und bester Wein, er soll mich erfreuen. 4. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebster JEsu, wohl, daß du mich läsfest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst ge237. Wie wohl haft tränket mit deinem theuren Blut, und dich zu mir gelenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich geſpeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schuß Hülf und Rath. du gelabet, o liebster JEsu, deinen Gast; ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O mundersame Speise, o süßer Lebenstrank, o Liebsmahl, das ich preise mit einem Lobge- 5. Wie kann ichs aber fang, indem es hat erquicket fassen, HErr JEsu, daß mein Leben, Herz und du mit Begier dich haft so Muth; mein Geift, der hat tief gelassen vom Himmelserblicket das allerhöchste saal herab zu mir? Du Gut. Schöpfer aller Dinge besuchest deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und schlecht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlik schaue Joh. Angelus. Mel. Nun lob mein Seel den HErren. 2. Du hast mich jetzt geführet, o HErr, in deinen Gnadensaal; daselbst hab ich berühret dein edle Güter allzumal; du hast mir nicht vergebens geschenket Dom heiligen Abendmahl. 191 schaue dort in der Ewig-[ dir Lob, Ehr und Dank. Feit. Fahr hin, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand; ich seufze nach dem Himmel, dem rechten VaterHErr, land, in dem ich werde ich bin arm und du bist leben ohn Unglück und reich; du bist sehr groß Verdruß: denn du, GOtt, von Güte, kein Unrecht wirst mir geben der Wolgilt bei dir, ich boshaft lust Ueberfluß. Joh. Rist. von Gemüthe, kann fehlen für noch kommest In eigener Melodie. bu bernieder zu mir, dem 238. 3, in Sündenmann; was geb 7. Ein Herz, durch Reu zerschlagen, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das, weiß ich, wird behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten, demnach ich emfig bin, nach deinec Gunst zu trachten; nimm doch in Gnaden hin das Opfer mei- 2. Die Welt hat nichts, nerzungen, denn billig wird das dir ein Labsal wäre, ießtund dein theurer Ruhm sie tränkt mit Gift vom besungen, HErr GOtt, Hillenpfuhl; darum dich durch meinen Mund. ich dir doch wieder, das JEsu Blut und Wunden, dir gefallen kann? und trink nach langem Durst dich satt; ich habe jetzt die Quelle wieder funden, die Seelen labt, die můd und matt. Eil wie ein Hirsch zu dieser Quell, die kräftig, lieblich, süß und hell aus JEsu Herz und Seite fließet, und unser Herz und Seel durchsüßet. bald zum Strom des Le8. Hilf ja, daß dies Ge- bens kehre, der lauter fleust nießen des edlen Schaßes vor GOttes Stuhl. Hier schaff in mir ein unauf- wird das Innerste verhörlichs Büßen, daß ich gnügt, das sonsten als mich wende stets zu dir. verschmachtet liegt; hier Laß mich hinfüro spüren wirkt ein Balsam aller kein andre Lieblichkeit, als Säfte mit Kraft in alle welche pflegt zu rühren von Seelenkräfte. dir in dieser Zeit. Laß mich 3. Spei aus, wo du noch ja nichts begehren, als deine etwas haft im Munde, das Lieb und Gunst; denn nie- nach den eitlen Waffern mand kann entbehren hier schmeckt, daß der Krystall deiner Liebe Brunst. fließ in dem reinen Grun9. Wohl mir, ich bin de, den GOttes Brünnversehen mit Himmelsspeis lein dir entdeckt. Vermiund Engeltrank; nun will sche nicht GOtt und die ich rustig stehen, zu singen Welt, weil dieses nie zusam6. Du bist, der ewig bleibet: ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet. 192 Vom heiligen Abendmahl. sammen hålt; es haben stets höher geht, bis uns reine Sinn und Augen die nach Herzenslust erschienen Kinder, die die Gnade dein volles Licht der Blutsaugen. rubinen. 4. Und o wie schön, wie 8. Ein Strom von dieunaussprechlich quillet die sen Wassern kann vertreiHimmelslust in unser Herz, ben Egyptens dicke Finwenn GOtt den Durst in sterniß; die Kraft kann seiner Liebe stillet, und in man nicht reden oder schreiuns strömet niederwärts! ben, die in dir macht das Dies kann kein fleischlich Herz gewiß; wir fühlen Auge sehn, viel weniger deinen starken Geist, der die Werk verstehn, die GÖtt deine große Liebe preist in in stiller Seele thuet, wenn reiner Klarheit ohne Masie von ihren Werken ruhet. fel, als eine reine Wahr5. Der Mensch sieht heitsfackel. GOtt mit beilger Furcht und Zittern in Kräften über alle Kraft, da er in uns das Irdsche will zersplittern, das uns hålt in geheimer Haft. Doch kommet er so lieblich süß, daß diese Pein ist kein Verdrieß; er hält uns mit verborgnen Händen, daß wir uns gerne zu ihm wenden. 9. Mein Heiland, hier kann ich mich recht erkennen, daß ich bin eine schlechte Mad, ein faules Holz, nichts werth, als zu verbrennen, und doch erhält mich deine Gnad. Dein Licht zeigt mir den kleinsten Staub der Sünden, die ich sonst nicht glaub; dies legt den Stolz fein bei mir nieder, und führt mich zu der Demuth wieder. 6. HErr, deine Lieb kann sonst unmöglich tragen die Kreatur, die so voll Sünd; denn ob sie wohl hie hat ein Wohlbehagen, wenn du sie blickest an geschwind, so muß doch, wenn ein Strahl entsteht von deiner hohen Majestät, was sterblich ist, vor dir erschrecken, und mit Elias sich verdecken. 10.Nur hier kann ich, mein Heiland, dich erkennen, wie gnadenreich dein Angesicht; du fegst den Staub von deiner lieben Tennen, und giebest mir, was mir gebricht; mein Elend nimmst du von mir ab, und giebst dich mir zum sichern Stab, und wenn ich nicht weiß fortzugehen, so muß ein neues Licht aufgehen. 7. Doch offenbarst du dich in großer Wonne, die deinem Kind erträglich fällt; du spielft in uns, o 11. Je treuer ich dich in freudenreiche Sonne, als dem Glauben halte, je flåSonne in der neuen Welt. rer wird dein Licht verklärt, Wir suchen nur die Mor- und wenn ich dann die frogenroth, da doch dein Licht hen Hände falte, die Seel der Von wahrer Buße. 193 der Liebe Kraft erfährt:| doch bald die schwarze dann hüpfet fie in Liebes- Wolk vergehen, wenn sie trieb, und hat dich, HErr, mir vor den Sinnen liegt. inbrünstig lieb, und gåbe Du Freundlichster, du bist dir wohl tausend Welten, uns nah, wenn man dich die treue Liebe zu vergelten. sucht, so bist du da; du 12. HErr, laß mich hältst dich immer zu den dein Angesicht oft sehen, Deinen, darum mußt du ich weiß sonst nichts, das mir oft erscheinen. mich vergnügt; ach laß Johann Langemad. Von der Ordnung und den Mitteln, wodurch zum Genusse Genusse des Heils der Mensch gelangt. I. Von wahrer Buße. der Sünd, wie ihr gebühMel. Aus tiefer Uoth ret, mit schwerer Straf, schrei ich zu dir. betracht ich nicht. Den GOtt, ich, das Ge239. Asit och richt will ich doch nicht dein Geist bei mir, der mir erwägen. könn Zeugniß geben, ich 4. Die vielen Gaben sei dein Kind? Ich zweifle dieser Welt lieb ich mehr schier, wenn ich beschau als den Geber. Gesundmein Leben: nichts ist an heit, Wollust, Ehr und mir, das mich entzündt, Geld find solche süße Tråin wahrer Buß zu sein ber, wonach ich meine gefinnt, wie du von mir Wünsche stell, daß meine begehrest. Seel die wahre Quell 2. Den guten Geist, den verlieret, ihren Schöpfer. du mir hast versprochen, 5. Ich meine zwar, ich mich zu führen, treib ich liebe dich, wünsch auch von mir, und halt für Last dein Gegenlieben: was sein himmlisches Regieren; aber scheidet dich und mich, die Freud in GOtt, die schen ich mich nicht zu wahre Ruh, kann ich mir üben; ich halte dich für nimmer eignen zu, weil meinen GOtt: will doch nur mein Fleisch mich leitet. nicht halten dein Gebot 3. Daß du ein großer entzich mich deinem Joche. Herrscher seist, der alles 6. Du gabst aus Lieb hier regieret, bedenk ich mir deinen Sohn, mich zwar; doch, daß du draust Armen zu erlösen: was geb 9 ich 194 Don wahrer Bußze. ich dir für einen Lohn? Ich Lachen. Dein guter Geist laufe nach dem Bösen; die geb für und für ein ZeugSünden, die du hast ver- niß meinem Geist in mir, bannt, in die bin ich so daß ich sei GOttes Erbe. sehr entbrannt, daß ich Anton Ulrich v. Braunschweig. dein gar vergesse. In eigener Melodie. 7. Ja, großer Gott, 240. Ach Gott und es saget mir Zeuge, HErr, wie mein Gewissen: ich geb groß und schwer sind mein dir nichts, ich raube dir begangne Sünden; da ist die Seel, die du gerissen niemand, der helfen kann, mit solcher Müh aus ih- in dieser Welt zu finden. rer Noth; ich stürz fie 2. Lief ich gleich weit willig in den Tod, ver- zu dieser Zeit, bis an der rath sie deinen Feinden. Welt ihr Ende, und wollt 8. Die Gaben, die von los sein des Krenzes mein, deiner Hand sie dankbar- würd ich doch solchs nicht lich sollt nehmen, die sinds, wenden. die sie von dir gewandt, 3. Zu dir flieh ich, verund ihren Glauben läh- stoß mich nicht, wie ichs men, sie an die Erd so wohl hab verdienet; ach heften an, daß sie sich nicht| GOtt, jurn nicht, geh nicht mehr schwingen kann zum ins Gricht, dein Sohn hat Ursprung ihres Wesens. mich versühnet. 9. Weil denn mein Geist 4. Solls ja so sein, daß so irdisch ist, so hab ich Strafund pein auf Sünde leicht empfunden, daß mich folgen müssen: so fahr hier mein Fleisch und Satans fort, und schone dort, und Lift an diese Welt gebun- laß mich hier wohl büßen. den. Los du mich, GOtt, der du mich hast vormals erlöst von Sündenlast, und meiner dich erbarme 5. Gieb, HErr, Geduld, vergieb die Schuld, verleih ein ghorsam Herze; laß mich nur nicht, wies wohl geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 10. Den guten Geist, den ich nunmehr so lang nicht hab gefühlet, den laß 6. Handle mit mir, wies mir kommen wieder her, dünket dir, durch dein und steur dem, der da zie- Gnad will ichs leiden; let auf mich mit tödtlichem laß mich nur nicht dort Geschoß, damit kein Zwei- ewiglich von dir sein abfelmuth nicht stoß die Seel gescheiden. in das Verderben. 7. Gleich wie sich fein 11. Es soll der schwere eitt Vögelein im hohlen Sündenwust mich nicht Baum verstecket, wenns kleinmüthig machen. Des trüb hergeht, die Luft unSünders Reu ist deine stet Menschen und Vieh Lust, der Engel Freud und erschrecket: 8. Al Von wahrer Bußze. 195 8. Also, HErr Christ, deiner nicht; wer will doch mein Zuflucht ist die Höhle in der Hölle dir danken deiner ewiglich? Wunden; wenn Sund und Tod mich bracht in Noth, hab ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib; ob hie der Leib und Seel von nander scheiden: so werd ich dort bei dir, o GOtt, sein in ewigen Freuden. 10. Ehre sei nun GOtt Bater, Sohn und heilgem Geist zusammen; zweifle auch nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird felig. Amen. H. 1-6. Martin Rutilius; B. 7-10. Johann Groß. 4. Ich bin von Seufzen müde, hab weder Kraft noch Macht, in großem Schweiß ich liege durchaus die ganze Nacht; mein Lager naß von Thränen, mein Gstalt von Trauren alt, zu Tod ich mich fast gråme, die Angst ist mannigfalt. 5. Weicht all, ihr Üebelthater, mir ist geholfen schon; der HErr ist mein Erretter, er nimmt mein Flehen an, er hört mein weinend Stimme; es müssen fallen hin all sein und meine Feinde, und schandlich kommen um. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 241.2 ch HErr, mich armen Sünder straf nicht in deinem 3orn; dein ernsten Grimm doch linder, sonst ists mit mir verlorn. Ach HErr, wollst mir vergeben mein alln Sünd und gnädig sein, daß ich mag ewig leben, entfliehn der Höllenpein. 6. Ehr sei ins Himmels Throne mit hohem Ruhm und Preis dem Vater und dem Sohne und auch zu gleicher Weis dem heilgen Geist mit Ehren in alle Ewigkeit. Der woll uns bescheren die ewge Seligkeit. v.1-5. Joh. Hermann Schein 2. Heil du mich, lieber Mel. Alles ist an GOIHErre, denn ich bin Frank tes Segen. und schwach; mein Herz, 242, 2ch mein Jeu groß welch VerUngemach; mein Gbeine derben wohnet nicht in meisind erschrocken, mir ist ner Brust! denn mit ansehr angst und bang; mein dern Adamserben steck ich Seel ist auch erschrocken; voller Sündenlust. Ach ach du HErr, wie so lang? ich muß dir nur bekennen; 3. HErr, trist mir mein ich bin Fleisch von Fleiſch Gemüthe, mein Seel rett, zu nennen. lieber GOtt, von wegen 2. Wie verkehrt sind deiner Güte hilf mir aus meine Wege, wie verderbt aller Noth. Im Tod ist mein alter Sinn, der ich alles stille, da denkt man zu dem Guten tråge, und 9* zum 196 Don wahrer Bußze. zum Bdsen hurtig bin. Ach Lebens- Lauf unter deinen wer wird mich von den Siegeshånden möge ritterKetten dieses Sündento- lich vollenden. des retten? Ludw. Andr. Gotter. 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden aus der Mel. Der Tag ist hin, angeerbtenNoth; heile mei- mein Iefu, bei mir bleibe. nen Seelenschaden durch 243. A dein Blut und KreuzesTod; schlage du die Sün- ßer Menschenhüter, ach den- Glieder meines alten strafe nicht, barmherziger Adams nieder. Gebieter! Ach rechne nicht; 4. Ich bin unten von wer kann vor dir bestehn'? der Erden, stecke in dem Ach zurne nicht, ich will Sündengrab: soll ich wie- doch zu dir gehn. der lebend werden, so mußt du von oben ab mich durch deinen Geist gebåren, und mir neue Kraft gewähren. 2. Ach zürne nicht; in JEsu will ich kommen: hat der nicht, HErr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht, an meiner Statt hat er es vollenbracht. 5. Schaff in mir ein reines Herze, einen neuen Geist gieb mir, daß ich ja nicht langer scherze mit der 3. Ach rechne nicht; auf Sünden Lust- Begier: las mich ihren Tück bald merken, mich im Geist dagegen ftårken. tausend muß ich schweigen, ich will mich nur zum Gnadenzepter beugen; auf meinen Mund die Hand ich legen will, und wie ein Kind geduldig schweigen still. 4. Ach strafe nicht, du ters Geistes Joch zu zwin- sonsi verzehrend Feuer; ich gen, weil es doch thut nimmer gut; was nicht kann Dein Reich ererben, laß in deinem Tod ersterben. muß vergehn, du brennest ungeheuer; da ist dein Sohn, der stehet in dem Riß, da ist der Bürg, der bat bezahlet dies. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben bei- 5. Ach schone doch; ich gelegt, daß ich meiner nie- bin nur Asch und Erden, mals schone, wenn und wo ein leichtes Blatt, das bald ein Feind sich regt, sondern zu Staub wird werden; hilf mir tapfer kämpfen, was nüket doch, zu treten Teufel, Welt und Fleisch auf die Blum? was bin zu dampfen. ich, HErr? Gedenk an deinen Ruhm. Antwort GOttes. 8. Sollt ich etwa unterliegen, o so bilf mir wieder auf, und in deiner Kraft obfiegen, daß ich meinen Ach_fchone doch, ogro6. Lehr mich wachen, beten, ringen, und mein bises Fleisch und Blut un6. Ich kann dich nicht, mein Kind, hinfort verlas= 197 Von wahrer Bußze. lassen; ich will mit Lieb 6. Durch ihn will ich dich ewiglich umfassen. Sei wieder leben, denn er wird nur getrost, hab einen fri- zur rechten Zeit wecken schen Muth, es ist bezahlt mich zur Seligkeit, und durch deines Jesu Blut. thut mirs aus Gnaden geJoachim Neander. ben, muß ich schon erst vors Gericht: meinen JEsum laß ich nicht. In eigener Melodic. Ich was foll Ash; ich Sün7. Drum, o JEsu, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Pfort; darum meine der machen? Ach was soll tch fangen an? Mein Gewissen klagt mich an, es thue einverleiben beginnet aufzuwachen! Dies Seele deinem Licht; meiist meine Zuversicht: mei- nen JEsum laß ich nicht. nen Esum laß ich nicht. Joh. Flittner. 244. 2 2. Zwar es haben meine Sünden meinen JEsum Mel. Was mein GOtt oft betrübt; doch weiß ich, will, das gscheh allzeit. daß er mich liebt, denn er 245. Ach weh, ach finden: wo drum ob mich die Sünd soll ich hin vor meinen anficht: meinen JEsum großen Sünden? Wo wird laß ich nicht. mein Geist und todter Sinn 3. Ob zwar schweres das Leben wieder finden? Kreuz und Leiden, so bei Wer giebt mir eine ThraChristen oft entsteht, mit nenflut, daß ich mein Leid mir hart darnieder geht, beweine? Wer glüht mein solls mich doch von ihm Herz mit Kraft und Glut, nicht scheiden. Er ist mir ins Herz gericht: meinen JEsum laß ich nicht. und macht mich wieder reine? 2. Ich hab des Schöpfers 4. Ich weiß wohl, daß schönstes Bild, mein arme unser Leben nichts als nur Seel, beflecket, und seiner ein Nebel ist, denn wir Gleichniß besten Schild in hier zu jeder Frist mit dem Koth und Schlamm geLode sind umgeben; und stecket. Jch hab mich von wer weiß, was heut ge- der Herrlichkeit inSchmach schicht: meinen JEsum laß und Spott gefället. Ach ich nicht. weh, ach weh, o Herzeleid, daß ich mich so verstellet! 5. Sterb ich bald, so komm ich abe von der Welt Beschwerlichkeit, ruhe bis 3. Ach weh, ich habe mich von GOtt, dem höchzur vollen Freud, und weiß, sten Gut, gewendet, und daß im finstern Grabe JE- zu der Sünd, dem höchsten sus ist mein helles Licht: Tod, ganz thöricht angemeinen JEsum laß ich nicht. landet. Ich hab ihn nicht, wie 198 Den wahrer Buße. wie ich gesollt, von Her- vernichtet. Eitelkeit, o jensgrund geliebet, und ihm Sündenwust, wie bin ich jum Lob, wie er gewollt, zugerichtet! Du, du, o mich nicht sehr streng Sund, o Seelentod, hast geübet. mich mir selbst genommen; durch dich bin ich um Vater, GOtt, HErrn, Freund und Brautgam kommen. 4. Ich hab dem HErrn der Herrlichkeit sehr lau und kalt gedienet, und ihm durch meine ganze Zeit mit 9. Ach ist auch irgend schlechter Treu gegrünet; eine Pein, die meiner gleich ich hab nicht Acht auf ihn zuschätzen? Kann auch ein gehabt, nicht wie ein Knecht einzigs Ulebel sein, das negeehret, noch auch, mit ben meins zu sehen? GOtt dem er mich begabt, sein ist für mich aus bloßer schönes Pfund vermehret. Huld am Kreuzesstamm 5. Ich hab, wie ein ver- gesterben: und ich hab mich stocktes Kind, den Vater, aus eigner Schuld doch ach! verlassen, und bin ge- wiederum verdorben. rennet, wild und blind, auf 10. Wem soll ich nun meiner Bosheit Gassen; mein Herzeleid und großen ich habe meine Pflicht und Jammer klagen? Wem soll Schuld ihm leider nicht ich meine Traurigkeit und erzeiget, noch vor der vå- ewgenSchaden sagen? Ich, terlichen Huld mich nach ich bin selbst mein SeeGebühr geneiget. lengift, mein Tod und Feind gewesen; ich hab mir selbst, was mich jetzt trifft, das Uebel auserlesen? 6. Ich habe meinem besten Freund die Freundschaft aufgesaget, und ihn, wie treu ers auch gemeint, 11. Dewge Gut, o von mir hinweg gejaget; großer GOtt, zu dir wend ich habe mich zum Feind ich mich wieder; dir flag gewendt, und bin sein ich meines Herzens Noth, Sklave worden, zum Feind, vor dir werf ich mich nieder mich doch hat behend der; dir ruf ich zu, dich auf ewig wolln ermorden. schrei ich an um Ablaß 7. Ich habe meinen meiner Sünden; du bist Bräutigam, der mich ihm allein, der helfen kann, auserforen, meins Herzens und mich vom Tod entSchatz, das GOtteslamm, binden. elendiglich verloren; ich 12. Es ist mir leid, was hab des Schönsten Ange- ich gethan, und was ich ficht, des Liebsten Kuß ver- mißgehandelt: es reut scherzet; ich habe meines Lebens Licht mit tausend Weh geschmerzet. mich, daß ich auf der Bahn der Sünder hab gewandelt. Ach daß ich doch 8. O tausend Weh, o mein Angesicht von dir todte Luft, wie hast du mich ie abgewendet, und auf die Don wahrer Buße. 199 die Kreatur mein Licht und Sinn, sein Blut hat so fündig angeländet. mich bemalet. Ich bin 13. Es ist mir leid, ich nun Freund, ich bin nun bin nicht werth, dein Ant- Kind, ich bin nun neu litz zu erblicken; ich bin geboren; es sauset nun nicht werth, daß mich die seins Geistes Wind in Erd und ihre Frücht er- meines Herzens Ohren. quicken; jedoch vergieb, schrei ich zu dir, vergieb, o große Güte, vergieb, vergieb, vergieb es mir, o gnädiges Gemüthe! 18. Hinfüro werd ich nimmermehr aus deinen Wegen schreiten; ich werde deines Namens Ehr durch alle Welt ausbreiten; ich 14. Du bist ja huldreich, will dich lieben über mich, gut und mild, barmherzig ich will mein Leib und Leben und gelinde; du wirst in zu deinem Lobe williglich, deiner Gottheit Bild nicht so oft du willst, aufgeben. lassen in der Sünde. Wer Johann Angelus. wird dich loben in dem Pfuhl? wer in dem Ab- Mel. 3ion klagt mit grund preisen? wer Opfer Angst und Schmerzen. bringen deinem Stuhl, und 246. Ach wie will erweisen? es 15 So du willst ins Gewerden? ach wie will es richte gehn, und nach den laufen ab, daß ich stets Thaten sprechen, wer ist, hang an der Erden, und der vor dir wird besteht, so wenig Andacht hab? und sich dem Zorn ent- Ja, daß ich im harten brechen? Die Die Himmel Sinn ohne Buß geb imfind vor dir nicht rein merhin? JEsu, mir mein und deine Heilgen alle, Herze rühre, mich zu wie sollts der Mensch, der wahrer Buße führe. Sünder, sein, der so geneigt zum Falle. 2. Ach ich fühle keine Reue, und mein Sünden16. Schau ant, schau herz ist kalt. Ich erkenne deinen eingen Sohn, der ohne Scheue meine Fehler meine Schwachheit tråget, mannigfalt und doch sonder meine Pein und Sun- der Traurigkeit lebe ich in denlohn ihm selbst hat auf- Sicherheit. JEsu, mich erleget; schau, wie er an des doch so regiere, daß ich Kreuzes Stamm für mich wahre Buße spüre. ist angeschlagen, und als 3. Ach ich kann an GOtt ein treuer Bräutigam so nicht denken, wie ich sollt liebreich sich läßt plagen. und gerne wollt, denn 17. Was willst du mehr? mein Geist, der läßt sich die Sünd ist hin, die lenken dahin, wo ich flieSchulden sind bezahlet: ben sollt, und klebt dem verändert ist mein Herz zu feste att, was zum Abgrund 200 Don wahrer Bußze. grund ziehen kann. JEsu, in deinem Blut die Abhilf mein Herz aus Gna- waschung meiner Sünden dieser schweren Last den. Dieses stärket meinen entladen. Muth, dies erfrischet mei4. Ach weil denn mein nen Sinn, ob ich gleich ein Geist erstorben, und mein Sünder bin. JEsu, mich Fleisch hält überhand, seh forthin regiere, daß ich ein ich kaum, was ich erwor- fromm Leben führe. ben, da ich mich von GOtt gewandt. Mein Verderben merk ich kaum, Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. weil ich geb dem Fleische 247. Ach wo ift Raum. JEsu, mir die mein EGnade gönne, daß ich die sus blieben? Wo ist mein Gefahr erkenne. getreuer Hirt? Wo bin ich 5. Ach so wache doch denn hingetrieben? ich von Sünden auf, o du habe mich verirrt, bin gemein sichrer Geist; suche bracht von meinen Lusten Gott, weil er zu finden, in die schwarzen Sündenweil er noch dein Vater wüsten. heißt; komme, weil die Gnadenthür nun noch stehet offen dir. JEsu, so zu gutem Werke mich mit Herzensandacht stårke. 2. Hab ich mich so weit vergangen? Ei das hätt ich nie gedacht. Wie soll ich hieraus gelangen? Es befällt mich schon die Nacht: 6. Ach mein Herz, be- o wie wird es mir hier gedenk die Schulde, schau, hen? Nun ists wohl um wie weit du bist von GOtt, mich geschehen. wie du seine Gnad und 3. Meine Seufzer gehu Hulde hast verworfen und geschwinde, und meinengverspott, und wie du sten häufet sich; wo ich aus seiner Ruh selbst der nicht bald JEsum finde, Hölle eilest zu. JEsu, mir so verderb ich jammerlich; mein Herze lenke, daß es denn des grimmen Wolfes diese Noth bedenke. Rachen wird mich bald zum Raube machen. 7. Ach weil denn noch Zeit zu kehren, so verlaß 4. Drum so komm, ach ich diesen Stand. Du, mein komm, mein Leben, JEsu, JEsu, wollst auch hören, komm, mein Hirt und und mir bieten deine Hand; Freund, der du dich für hilf mir Schwachen, hilf mich gegeben, auch da ich mir auf, steure meinem noch war dein Feind. Suche Sündenlauf. HErr, um selbst mit viel Erbarmen deiner Marter willen wirst mich von dir verlaufnen du meinen Wunsch erfüllen. Armen. 8. Ach ich kann schon 5. JEsu, hör, wie durch triftlich finden, JEsu, hier die Wälder dein verirrtes Schaf Von wahrer Bußze. 201 Schäflein ruft. Hier be- allen Dingen lieben dich wohnt die dürren Felder und meinen Nächsten gleich lauter ungesunde Luft. als mich. Am letzten End Führe mich zu deinen dein Hülf mir send, daAuen, die von Lebensbal- durch behend des Teufels sam thauen. List sich von mir wend. 6. Nimmermehr will ich dann wieder weg von dir, mein JEsu, gehn, und voll Lob- und Freudenlieder soll mein Mund hinkünftig stehn. Nur daß mich dein Geist regiere, und aus rechter Straßen führe. Sophie Regine Gräf. In eigener Melodie. 248. Allein zu dir, HErr JE4. Ehr sei GOtt in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und JEsu Christ, seinm eingen Sohn, der woll uns all behüten, auch GOtt dem heiligen Geiste, der uns sein Hülf allzeit leiste, damit wir ihm gefällig sein hier in dieser Zeit, und folgen ihm in Ewigkeit. Johann Schneefing. Met. HErr, ich habe mißgehandelt. su Christ, mein Hoffnung steht auf Erden; ich weiß, 249. Aus der Liefe daß bist, Sinkein Trost mag mir sonst nen ruf ich, großer HErr, werden. Von Anbeginn zu dir, der du von der ist nichts erkorn, auf Er- Sternen Zinnen blickest den ist kein Mensch geborn, auf dies Rund allhier: laß der mir aus Nöthen helfen die Seuffer meiner Stim kann; dich ruf ich an, zu men über sich gen Himdem ich all mein Ver- mel klimmen. traun hab. 2. Laß dein Ohren auf 2. Mein Sündn sind mich merken, laß mein schwer und übergroß, und Schreien vor dich gehn; reuen mich von Herzen; denn wo du nach unsern derselben mach mich quiti Werken strafest, HErr, und los durch deinen Tod wer wird bestehn? Du und Schmerzen, und zeig wirst keines Menschen schomich deinem Vater an, daß nett, wo du nach Verdienst du hast gnug für mich ge- willst lohnen. than: so werd ich quitt 3. Aber deine große Güte, der Sündenlast. Erhalt die erlässet derer Schuld, mich fest in dem, das du die aus kindlichem Gemůversprochen hast. 3. Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit den rechten Christenglauben, und daß ich deine Gütigkeit mög 4. HErr, ich will auf inniglich beschauen; vor dich stets bauen, meine Seethe sich vertrauen deiner Huld, die ihr Uebelthat bereuen, und zu dir um Gnade schreien. 9** 202 Von wahrer Buße. Seele harret dein; auf dein an den Morgen: doch soll Wort will ich vertrauen, mein Herz an GOttes wenn der helle Tag bricht Macht verzweifeln nicht ein, und wenn er des A- noch sorgen. So thu sbends schwindet, und sich rael rechter Art, der aus Morgens wieder findet. dem Geist erzeuget ward, und seines GOtts erharre. 5. Israel, dein Hoffnung lade auf des HErren starke 5. Ob bei uns ist der Macht; denn bei ihm ist Sünden viel, bet GOtt lauter Gnade, ia er hat ist viel mehr Gnaden; sein Erldsung bracht; er wird Hand zu helfen hat kein Ifrael erretten aus den Ziel, wie groß auch sei der schweren Sündenketten. Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlbsen wird aus seinen Sünden allen. Dr. Martin Luther. Johann Franc. Melodie. In eigener 250. us Noth schrei ich zu dir, HErr GOtt, erhör mein Rufen; dein 251. Bist du Emir, phraim, beund meiner Bitt fie öffen. trübet, daß du Bosheit haft Denn so du willst das se- verübet, drückt dich deine hen an, was Sünd und Missethat: laß darum nicht Unrecht ist gethan, wer die Gedanken von des Höchkann, HErr, vor dir bleiben? sten Gnade wanken, son2. Bet dir gilt nichts dern folge diesem Rath. denn Gnad und Gunst, 2. Leg zur Seiten, was die Sünde zu vergeben; dich plaget, hör, was dir es ist doch unser Thun der Höchste saget, und was umsonst auch in dem be- sein Mund selber spricht: sten Leben. Vor dir nie- Ich bin gnädig und sanftmand sich rühmen kann; müthig, vaterherzig und deß muß fich fürchten ie- sehr gutig, ewig währt dermann, und deiner Gna- mein Zorn auch nicht. den leben. Mel. Alles ist an GOttes Segen. 3. Ephraim, du Hochbe3. Darum auf GOtt trübter, bist du nicht mein will hoffen ich, auf mein herzgeliebter und mein alVerdienst nicht bauen; auf lertrautster Sohn? Wie ihn mein Herz soll lassen sollt ich mich denn verbosich, und seiner Güte gen, und im Zorne dich trauen, die mir zusagt sein verstoßen? mein Sinn werthes Wort: das ist mein ist weit davon. Trost und treuer Hort, deß will ich allzeit harren. 4. Hör ich dich so klåglich sprechen, möchte mir 4. Und ob es währt bis das Herze brechen; seh ich in die Nacht, und wieder deinen Thränenfluß und die Don wahrer Bußze. die rechten Buße- Schmer-| Schaden aus Barmherzigzen, machst du, daß ich keit und Gnaden als ein mich von Herzen über dich Vater übersehn. erbarmen muß. 11. Wenn auch deine 5. Aber du mußt in dich großen Fehler wären wie gehen, und dein Sünden die Purpurmäler und wie herz besehen, wie bisher es rosinfarbnes Blut, sollen seinen Sport hat mit mei- fie doch weißer werden als ner Gunst getrieben; wie der frische Schnee auf Erdein üppigs Lasterlieben den, oder wie das Wolmich betrübet, deinen GOtt. lengut. 203 6. Deine mir verhaften 12. Hügel, Berge, starSunden, die sich häufig bei ke Wallen sollen weichen dir finden, haben dich und und zerfallen; aber die mich getrennt; deiner Bos- Barmherzigkeit, die ich heit schwerGewichte macht, dir, mein Kind, will reidaß ich mein Angesichte chen, soll in Ewigkeit nicht habe von dir abgewendt. weichen, sondern währen allezeit. 7. Denk nicht etwa, daß mein Ohren ihre Hd- 13. Schau, wie dich der renskraft verloren, oder Höchste liebet, und was daß mein Hand verkürzt, daß sie dir nicht helfen könne; schau, mit deinem Lastersinne hast du selber dich gestürzt. er für Trost dir giebet: Ephraim, denk ia daran; nimm es dankbarlich zu Herzen, wirf von dir den Herzensschmerzen, und bereu, was du gethan. Georg Neumart. 8. Aber gieb dich nur zufrieden, du bist nicht von mir geschieden; fehr nur wieder um zu mir, so will ich zu dir mich wenden, alle dein Betrübniß enden, und dich lieben für und für. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 252. Das Elend nur, weil weißt du, GOtt, allein, das mir ist 9. Such mich angeerbet, und wie mir ich zu finden, flag mir alle Kräfte sein durch deine schweren Sünden, Adams Fall verderbet: ruf mich, weil ich nah bin, denn mein Verstand veran; weiche von dem Sün- finstert ist, ich kann dich denwege, tritt vom brei gar nicht, wie du bist, noch ten Lasterstege, und erkenn, deinen Rath, erkennen. was du gethan. 2. Mein Wille ist so sehr 10. So will ich mich verkehrt in meinem Thun dein erbarmen, und dich und Lassen, daß er am meiwiederum umarren, als sien das begehrt, was du war es noch nie geschehn. befiehlst zu lassen; hingeIch will allen deinen gen, Vater, was du willt, bet 204 Von wahrer Buße. bei mir sehr wenig oft- Schand darüber gröblich mals gilt, ich seb es aus fallen. den Augen. 8. Oft will mich auch 3. Es geht des alten die arge Welt, die ich doch Adams Trieb nur immer- ftets sollt fliehen, wenn dar zur Sünden; das recht meinem Fleisch ihr Werk Vertrauen, rechte Lieb sich gefällt, mit zur Gesellin mir nicht befinden, daß schaft ziehen; sie will, daß ich dem Nächsten diene ich auch Uebels thu, und nicht, wenns nicht zu mei- andre reizen soll dazu, daß nem Nuß geschicht, und sie mit Sünd begehen. suche nur das Meine. 9. Ach GOtt, ich hab 4. Ja, wenn ich alles nach solcher Art gar lang recht betracht, so würd mit großem Schaden, eh gar leicht auf Erden ein ich zu dir bekehret ward, Abgott aus mir selbst ge- gelebet außer Gnaden. Ichy macht, dem fort gedient bin auch noch nicht ohn müßt werden; denn eigne Gefahr, dieweil mir jetzt Lieb und eigne Ehr, auch Ei- und immerdar die Süngennuß und was deß mehr, denluft anklebet. mir leider noch anhanget. 10. HErr, in dieser 5. Dies ist die Wurzel meiner Noth sieh mich att und der Grund, draus al- mit Erbarmen; fomm mir les Unheil rühret, daß ich zu Hülf, du treuer GOtt, zu aller Zeit und Stund und steh mir bei, mir Arvon dir werd abgeführet; men; erleucht durch deine es steht mir stets mein Herz Gnad und Güt mein unund Muth nach Wollust, verständiges Gemüth, daß Ehre, Geld und Gut und ich dich recht erkenne. solchen eitlen Dingen. 11. Den Willen leit 6. Da ich mich nun der nach deinem Wort, daß ich Sünden- Lust nicht sollt dich herzlich liebe, dir gefangen geben, und, wie vertrau und fort und fort mirs macht dein Wort in Gottesfurcht mich übe; bewußt, ihr allzeit wider- daß ich dir meine Taufstreben: so denk ich nicht zusag mit starkem Vorsatz so fleißig dran, ruf dich alle Tag aufs neue wiedernicht fort um Hülfe an, hole.. ich bin oft tråg und sicher. 12. Und weil dir nie7. Wenn mir was Böses mand ohn Gebet bestånkömmt in Sinn, dawider dia kann anhangen, so gieb, ich sollt kämpfen, so tracht daß ich oft vor dich tret, ich nicht alsbald dahin, die Gnade zu erlangen; das Feur mit Macht zu damit mein ganzes Chris dampfen; das nimmt denn stenthum des Nächsten Nuß in mir überhand, daß ich und deinen Ruhm ohn möcht leicht in Sünd und Heuchelei befördre. 13. Gieb Don wahrer Bußze. 205 13. Gieb mir des Geistes| Höllen Qual hinwieder Freudigkeit, daß ich da- mög bedenken, wie häufig durch verachte Geld, Ehr, man die wird einmal für und Wollust dieser Zeit, böse Lust einschenken; Pech, das Ewige betrachte. Ach Schwefel, Jammer ohne nimm mich mir, und gieb Maaß wird folgen dort ohn mich dir, daß ich dir leb Unterlaß auf kurze Lust und und sterbe mir und mei- Freude. nen bösen Lüften. 19. Laß mich allzeit vorsichtig sein, mit wem und wie ich wandle, daß ich halt mein Gewissen rein in allem, was ich handle, und achte keines Menschen Gunst, wenn mich die Welt durch ihre Kunst von dir zu sich will ziehen. 14. Des Fleisches und des Geistes Krieg ist dies bei Jung und Alten; laß mich da immerfort den Sieg durch deine Kraft erhalten. HErr, stärke mich und mich erneu, daß ich stets unverdrossen sei, an diesen Streit zu treten. 20. Dem bösen Geist 15. Vor Stolz und Ehr- gieb nimmer zu, mich irsucht mich behut, daß die gend zu verleßen, und meine nicht funden werden in Seel aus ihrer Ruh in meinem Herzen und Ge- Noth aufs neu zu seßen; müth, in Worten und Ge- wenn sich Versuchung zu berden; Hoffart war ja mir wendt, laß fie gewindes Teufels Fall; ach hilf, nen so ein End, damit ichs HErr, daß ich überall fest könn ertragen. an der Demuth halte. 21. Verleih, o Vater, 16. Die Sorg der Nah- gnädiglich, daß es ja mög rung nimm von mir, laß geschehen, was ich, dein mich nicht mehr begehren, Kind, nun bitte dich mit denn was ich hab von- Seufzen und mit Flehen; ndthen hier, mich ehrlich zu ernähren; daß ich auch keinen Zweifel hab, du werdest mich bis an mein Grab mit Unterhalt versorgen. 17. HErr, gieb mir Gnade, daß ich dampf des 253. Du u Mel. Allein zu dir, HErr JEfu Christ. weinest vor JeruFleisches bösen Willen, und wider mich ja selber salem, HErr JEsu, heiße kampf, die Lust nicht zu Zähren, zum Zeugniß, dir erfüllen, wenns gleich nur sei angenehm, wenn Sunin Gedanken wär; hilf auch, der sich bekehren. Wenn daß ich mich nicht beschwer ich vor dir mit Buß ermit Essen oder Trinken. schein, und über meine 18. Gieb, daß ich oft der Sünde wein, so wäschst du ab hilf, wenn mir alle Hülf zerrinnt, daß ich geduldig überwind in JEfu Chrifti Namen. 206 Von wahrer Bußze. ab aus lauter Gnad all] 6. Für diese Thränen Uebelthat, so mich bisher dank ich dir, daß du die gequålet hat. Freudenkrone HErrChrist, 2. Wenn deines Vaters dadurch erworbent mir bei Zorn entbrennt von we- dir ins Himmels Throne; gen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor GOtt sind sie so hoch geschätzt; wer seine Sünd hiermit beneßt, den blickt GOtt an mit Gütigkeit zu jeder Zeit, und sein betrübtes Herz erfreut. In eigener Melodie. 254.& rbarm dich 3. Hier muß ich auch im mein, o Thränenhaus vor großer HErre GOtt, nach deiner Anast oft weinen, der Welt großn Barmherzigkeit. aushaltenmanchen Strauß; Wasch ab, mach rein mein fie martert stets die Det- Missethat; ich kenn mein nen. Auf allen Seiten, wo Sund, und ist mir leid. sie kann, fangt sie mit mir Allein ich dir gesündigt hab, zu hadern an. Dies tro- das ist wider mich stetiglich; stet mich zu aller Frist, das Bös vor dir mag nicht HErr JEsu Christ, in bestahn, du bleibst grecht, Noth du auch gewesen bist. ob du urtheilst mich. 4. Du fåhlest alle Thrå- 2. Sich, HErr, in Sünd nen mein; ich weiß, sie sind bin ich geborn, in Sund gezählet; und ob sie nicht empfing mich mein Mutzu zählen sein, dennoch dir ter. Die Wahrheit liebst, keine fehlet; so oft vor thust offenbarn deiner Weisdir sie regen sich, so oft heit heimlich Güter. Besie auch bewegen dich, daß spreng mich, HErr, mit du dich mein erbarmen Ysopo, rein werd ich, so mußt; wie dir bewußt du waschest mich, weißer mein Kreuz; drum hilfft denn Schnee, mein G'hdr du mir mit Lust. wird froh, all mein Gewenn du mich holen wirst einmal hinauf in deinen Freudensaal, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. 3. Heermann. 5. Werichund sået Thra- bein wird freuen sich. nen aus, hält in Geduld 3. HErr, sich nicht an GOtt stille, wird fröhlich die Sünde mein, thu ab sein in deinem Haus, da all Uingerechtigkeit, und Freude ist die Fülle; ja mach in mir das Herze solche Freude, die kein rein; ein neuen Geist in Mann mit seiner Zung mir bereit. Verwirf mich aussprechen kann, und die nicht von deinm Angesicht, da bleibt in Ewigkeit. dein heilgen Geist wend Mein Kreuz und Leid wird nicht von mir; die Freud werden lauter Fröhlichkeit, deins Heils, HErr, zu mir richt 207 Mel. Der Tag ist hin, mein JEsu, bei mir bleibe. Von wahrer Bußze. richt, der willge Geift enthalt mich dir. 4. Die Gottlosn will ich deine Weg, die Sünder 256. Grof roß ist die auch dazu lehrett, daß sie Qual o von bosem, falschen Steg HErr, in meiner Seelen, zu dir durch dich sich be- die Sünd und Schuld mir kehren. Beschirm mich, mein Gewissen quälen, weil HErr, meins Heils ein deinen Grimm ich hab auf GOtt, vor dem Urtheil mich gebracht, und dein durchs Blut bedeut. Mein Gebot und Drauen nie Zung verkünd dein rechts betracht. Gebot; schaff, daß mein Mund dein Lob ausbreit. 2. So muß ich nun in meinem Leiden leiden, und deine Gnad und süße Gunst entmeiden; ich sink hinab tief in die Höllengruft, aus der dir jetzt die matte Seele ruft. 5. Kein leiblich Opfer von mir heischst, ich hätt dir das auch gegeben; so nimm nun den zerknirschten Geist, betrübts und traurigs Herz daneben; ver- 3. Du siehst mein Herz, schmäß nicht, GOtt, das wie daß ich untersinke; und Opfer mein, thu wohl in daß ich jetzt, wo du nicht deiner Gütigkeit dem Berg hilfft, ertrinke; ia, weil ich Zion, da Christen sein, die dich verlassen hab allhier, opfern dir Gerechtigkeit. so werd ich jetzt verlassen auch von dir. Erhard Hegenwalt. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o HErr. 255. Vo or Gricht, 4. Ist denn nun nichts, das meinen Geist ergöße, das mich aus Angst und rauher Trubsal seke? Mein Geift erbleicht, mein Herz verliert das Herz, und schwellet auf von Reuen und vom Schmerz. HErr JEsu, steh ich hie, beug in Demuth meines Herzens Knie, und feuffe mit WehElagen: Mein große Sünd und Missethat mich verklagt und verdammet hat, 5. Die Thränenfluth bemüht sich wegzuschwemmen die Sündenlast, und doch will ich nicht verza- deinen Grimm zu hemment; gen. HErr JEsu Christ, was aber hilft der bloße dein Blut allein macht mich Thränenbach? Er mehret von allen Sünden rein, nur mein schweres Ungeweil ich fest glaube, und mach. dabei im Herzen habe wahre 6. Was thu ich nun? Reu. HErr JEsu Christ, Wie? soll ich, HErr, verdeß dank ich dir:: ich will sagen in solcher Angst, in mich bessern, hilf du mir. solchen meinen Plagen? Nach Martin Schalling. Soll ich verzagt, wie Cain, sa= 208 Don wahrer Buße. sagen hier: daß große 13. Mein HErr, mein Schuld du nicht erläsfest GOtt, dich will ich einig mir? preisen; doch wollest du, 7. Ach nein, ach nein; mein Heil, mich unterweiich will zu dir mich schwin- sen den Weg, den ich soll gen, und mein Gebet und gehen fort von nun, und Flehen auf dich dringen, lehre mich nach deinem weil von der Schuld mein Willen thun. Heiland selber spricht: daß er fie tilg und denke solcher nicht. 8. So will ich nun die 257. 257. Haft hinlegen an Sündenlast solchen Ort, wo abzufließen und empfindest Schmerzen pflegen die Gnadenström, wegen deiner Sünd? D aus Christus theurem Blut sei wohl zufrieden, denn entsprungen und vergossen du bist hienieden worden mir zu gut. GOttes Kind. GOtt be9. Hiezu will ich dir trübt das, was er liebt; Bußethranen bringen, die was GOtt will zur Rechsollen auf die Last der Sünden dringen, und führen sie zu deiner Liebe hin, die einig kann erquicken Geist und Sinn. ten stellen, führt er vor zur Höllen. 2. Wer sich selbst wird richten, den wird Gott mit nichten bringen ins Gericht; GOtt hat drum das Leben seines Sohns 10. Wenn sie nun, HErr, an deine Lieb hinkommen, so hilf, daß fie bald werd gegeben in den Tod, daß hinweggenommen; versenke da der Sünden schwarnicht ich und du von ewger Ruh sollen abgesondert zes Heer, versenk es, HErr, bleiben, wenn wir ihm nur in dein Erbarmungs- Meer. glauben. 11. So werd ich dann 3. GOttes heilge Pfledich wieder kdanen loben, ge sind die Wunderwege, und achten nicht der Nei- darauf er uns führt; drauf der grimmes Toben, des wir müssen kämpfen, unTeufels List und meiner sern Willen dåmpfen, bis Feinde Schaar: du tilgest da wir verspürt, daß die Noth und Tod dann ganz Buß hålt bei uns Fuß, und gar. und wir Glaubensmänner 12. Dann wird mein werden hier auf dieser Geist sich wiederum er- Erden. freuen, weil weggelegt wird sein dein grimmes Drauen; drauf opfre ich mich dir nun ganz und gar, und fliehe von der Sünder losen Schaar. 4. Willst du Gnade finden, suche deine Sünden forthin nicht in dir. Schaue JEsum tragen das, um was du klagen fort willst für und Mel. JEsu, meine Freude. ast du Angst im Herzen Von wahrer Buße. 209 2. und für. GOtt der schlägt| Mund aus innerm Herzensden, welcher trågt unsrer grund ohn alle Falschheit Sünden schwere Bürden, spricht: Wend, HErr dein daß wir Kinder würden. Angesicht, vernimm meine 5. Macht der Sünden Bitte. ch bitte nicht um Menge dir die Welt zu enge: GOttes Gnad ist Gut, das auf der Welt begroß; hier in diesem Leben ruht, auch endlich mit der GOtt uns will vergeben, Welt bricht und zu Boden daß wir frei und los mögen fällt, und mag gar nicht sein von ewger Pein. Wer retten. die Sünd hier sucht zu hassen, den wird GOtt nicht laffen. 3. Der Schak, den ich begehr, ist deine Gnad, o HErr, die Gnade, die dein Sohn, mein Heil und Gnadenthron, mir sterbend erworben. 6. Der, den GOtt nicht liebet, wird hier nicht betrübet wegen seiner Sund, alldieweil er bleibet dessen, 4. Du bist rein und geder ihn treibet, Satanas recht, ich bin ein böser sein Kind. Schaue nun, Knecht; ich bin in Sunwie ist dein Thun? Wirst den todt, du bist der fromdu wahre Buß anfangen, me GOtt, der Sünde versollst du Gnad erlangen. giebet. 7. GOttes Lieb und Treue bleibt uns hier stets neue; GOtt wirft uns nicht weg, ob wir gleich vor allen viel und sehr gefallen; auf dem Lebenssteg hat stets Acht des Höchsten Wacht auf uns, seiner Liebe Brennen läßt uns nicht abtrennen. 5. Laß deine Frömmigfeit sein meinen Trost und Freud; laß über meine Schuld dein edle Lieb und Huld sich reichlich ergießen. 6. Betrachte, wer ich bin, im Hui fahr ich dahin, zerbrechlich wie ein Glas, vergånglich wie ein Gras ein Wind fann mich fällen. 8. Dieser Liebe Brennen lehr uns wohl erkennen, o HErr JEsu Christ, wenn in unserm Zagen oftmals wir beklagen, was uns nagt und frißt; JEsu, du, o einge Ruh, laß uns nicht von dir abscheiden, noch von deinen Freuden. Christoph Rung:. Mel. Als der gütige GOtt. 258. 7. Willst du nichts sehen an, als was ein Mensch gethan, so wird kein Menschenkind vor Menge seiner Sund im Himmel bestehen. 8. Sich an, wie JEsus Christ für mich gegeben ist; der hat, was ich nicht kann, erfüllt, und gnug gethan im Leben und Leiden. 9. Du liebest Reu und Schmerz, schau her, hier Err, höre, ist mein Herz, das seine was mein Sünd erkennt und wie ein Von wahrer Bußße. 210 ein Feuer brennt vor Angst, Leid und Sorgen. 10. Ich lechze wie ein Land, dem deine milde Hand den Regen lang entzeucht, bis Saft und Kraft entweicht, und alles verdorret. 18. Ich richte mich nach dir, du sollst mir gehen für; du sollst mir schließen auf die Bahn im Tugendlauf, ich will treulich folgen. 19. Und wenn des Himmels Pfort ich werd er11. Gleichwie auch auf greifen dort, so will im Ender Haid ein Hirsch begier- gelbeer ich ewig deiner lich schreit nach frischem Ehr in Freuden lobsingen. Wasserquell, so ruf ich laut und hell nach dir, o mein Leben Paul Gerhard. In eigener Melodie. 12. Erquicke mein Gebein, geuß Trost und Lab- 259. HErr, ich habe sal ein, und sprich mir handelt, ja, mich drückt der freundlich zu, daß meine Sünden Last, ich bin nicht Seele rub im Schooß den Weg gewandelt, den deiner Liebe. du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? du wirst allenthalben sein. Wollt ich über 14. Treib weg den bösen See gleich ziehen, stieg ich Feind, der mich zu stürzen in die Gruft hinein, bått meint; du bist mein Hirt, ich Flügel gleich den Winund ich will bleiben ewig- den, gleichwohl würdest lich ein Schaf deiner Weide. du mich finden. 13. Gieb mir getrosten Muth, wenn meine Sündenflut aufsteiget in die Höh; ersäuf all Angst und Weh im Meer deiner Gnaden. 15. So lang auf dieser 3. Drum ich muß es Erd ich Athem holen werd, nur bekennen: HErr, ich o HErr, so will ich dein habe mißgethan, darf mich mit Leib und Seele sein, nicht dein Kind mehr nenauch getreu verbleiben. nen, ach nimm mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden. 16. Ich will dir dankbar sein, doch ist mein Können klein; allein in deiner Kraft, die Thun und Wollen schafft, steht all mein Vermögen. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem weiten Mittel17. Drum sende deinen meer: dennoch würd es Geist, der deinen Kindern ihm wohl fehlen, daß er weist den Weg, der dir meiner Sünden Heer, daß gefällt; wer den bewahrt er alle mein Gebrechen und hält, wird nimmer- sollte wissen auszusprechen. mehr fehlen. 5. Wein, ach wein jetzt Don wahrer Buße. 211 jetzt um die Wette, mei- denn ich vorhin schwach ner beiden Augen Bach! und lagerhaftig bin. SteO daß ich gnug Zähren he, wie ich ab sei komhatte, zu betrauern meine men, wie mir alle Kraft Schmach! O daß aus dem genommen; mache HErr, Thränenbronnen kam ein es ja nicht lang, Mark starker Strom geronnen! und Bein ist sterbe- krank. 6. Ach daß doch die 3. Vor der Sorgen Pein strengen Fluten über- und Schmerzen ist kein Herz schwemmten mein Gesicht, in meinem Herzen. Mein und die Augen möchten Gemüthe, das dich liebt, bluten, weil mir Wasser ist bis auf den Grund besonst gebricht; ach daß fie trübt. Mein Trost, kannst wie Meereswellen möch- du noch verweilen? hat es ten in die Höhe schwellen. keine Noth zu eilen? Macht denn deinehülfe sich schwacher, als der Kummer mich? 7. Aber, Christe, deine Beulen, ja ein einzigs Tröpflein Blut, das kann meine Wunden heilen, löschen meiner Sünden Glut; drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 4. Kehre wieder, wieder kehre, eh ich mich in Angst verzehre; reiche deine Hand, o GOtt, meiner Seelen in der Noth. Zwar du möch8. Dir will ich die Last test sie wohl hassen, weil aufbinden: wirf sie in die fie selber dich verlassen; tiefe See, wasche mich von doch betrachte dies dabet, meinen Sünden, mache was dein Heil und Güte sei. mich so weiß als Schnee; 5. Menschen, die nicht laß dein guten Geist mich mehr im Leben, die den treiben, einzig stets bei Geist schon aufgegeben, dir zu bleiben. Job. Frand. wissen nichts von Schuld und Pflicht, und gedenken deiner nicht; denn wer Err, nicht kann dir Ehr erweisen, schicke dei- wer vermag dich wohl zu ne Rache über meine böse preisen, wenn er schon Sache, ob sie wohl durch liegt ausgestreckt, und im Uebelthat tiefen Grabe steckt? verdienet großen Zorn hat. Freilich 6. Meine müden SeufIn eigener Melodie. 260. muß ich es bekennen, Urzer sagen, was der Mund sach hast du sehr zu bren- nicht weiß zu klagen; durch mein Beinen alle Nacht wird mein Bette naß gemacht. Meiner Augen 2. Schicke lieber, o heiße Zähren, die mir Ruh mir Armen, für den Eifer und Schlaf beschweren, dein Erbarmen; heile mich, quellen als ein Wasserfluß, nen; doch du wollest jetzt allein Vater und nicht Nichter sein. daß 212 Don wahrer Bußze daß mein Lager schwim-| in deinem Zorn, das bitt men muß. ich dich von Herzen; ich 7. Von der Pein, die bin sonst ganz und gar verich empfunden, ist mein lorn, mit dir ist nicht zu Antlitz abgeschwunden; Un- scherzen; auch züchtge mich geduld macht die Gestalt nicht in deinm Grimm, mir vor meinen Jahren weil ich so voll Betrübalt; denn ich muß von al- niß bin, und leide große len Seiten mit dem losen Schmerzen. Haufen streiten, der miran- 2. Set gnädig mir, denn thut Schmach und Spott, ich bin schwach, von Herund mich ådert auf den Tod. zen sehr erschrocken; kein 8. Nun, ihr Uebelthå- Ruh hab ich bei Tag und ter, ziehet: ihr Tyrannen, Nacht, das Mark im Bein auf und fliehet; geht, ihr vertrocknet; mein Seel Volk der Eitelkeit, hin, auch sehr betrübet ist, daß woher ihr kommen seid; du, o HErr, so lang aus denn der HErr sieht, wenn bist, auf den ich stets thu ich weine, daß ich dies hoffen. mit Treuen meine; meine Thränen fließen hin in sein Herz und beugen ihn. 3. Ach wende dich, du lieber HErr, errette meine Seele. Hilf mir durch dei9. Er, der HErr, hat ne Gut und Ehr, ich thu schon mein Flehen mit Ge- mich dir befehlen. Im Lud naden angesehen; mein Ge- gedenkt man deiner nicht, můthe, das mich regt, hat in der Hölln dir kein Dank ihm seines auch bewegt: geschicht, darin ist nichts alsobald ich ihn gebeten, denn Quälen. ihm vor Augen bin getre- 4. Vom Seufzen ich so ten, hat auch seine Güte müde bin, mein Bette thu sich ausgebreitet über mich. ich schwemmen; betrübt ift 10. Vor der ganzen Welt mir Herz, Muthund Sinn, auf Erden sollen die nun nach dir thu ich mich sehschamroth werden, zittern nen; die ganze Nacht das noch vor GOtt und mir, Lager mein mit Thränen die mich hassen für und muß geneßzet sein, das für; weichen müssen sie wollst du, HErr, erkennen. zurücke plößlich und im 5. Vom Trauern abgeAugenblicke, und doch se- nommen hat mein Gstalt hen auch dabei, daß der und ist veraltet; ich werd HErr mein Heiland sei. geangstet früh und spat, das Herz im Leib erkaltet. Ach HErr, erhör das Wetnen mein, mein Flehn laß nicht vergeblich sein, im Martin Opitz. 261. Glauben 6.Jhrtlebelthäter, weicht Mel. Aus tiefer Uoth schrei ich zu dir. mich nicht von Don wahrer Buße. 213 von mir, der HErr erhört der Schade, den niemand mein Flehen. Mein Feind heilet, außer du. Ach, aber zu Schanden werden schier, ach, ach Gnade, Gnade, mein Gbet, zu GOtt ge- ich lasse dir nicht eher Ruh. schehen, wird nicht vergeb- Erbarme dich, erbarme dich, lich sein fürwahr: das ist GOtt mein Erbarmer, gewiß und offenbar, deß über mich. thu ich mich versehen. Ludwig Deler. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 6. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sund. treuer Vater, schone, schone, und nimm armer an Kind. 262. Menich, ich Erbarme dich, erbarme dich, armer Sünder, steh hier GOtt mein Erbarmer, vor GOttes Angesicht. Ach über mich. GOtt, ach Gött, verfahr gelinder, und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, über mich! 7. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, sprich, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur sündige hin fort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, über mich. 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd. Ach daß ich Gnad vor dir erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, über mich. 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich Zweifels- frei, weil sich der Trost im Herzen mehret. Drum will ich enden mein 3. Ach höre doch mein Geschrei. Ich lobe dich, seufzend Schreien, du al- ich lobe dich, GOtt mein lerliebstes Vaterherz; wollst Erbarmer, über mich. alle Sünden mir verzeihen, und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, GO't mein Erbarmer, über mich. Christoph Titius. 4. Wie lang soll ich vergeblich klagen? Hörst du denn nicht? hörst du denn nicht? Wie kannst du das Geschrei vertragen? Hör, was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, über mich. 5. Wahr ist es, übel steht Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 263. ISünder armer komm zu dir mit demüthigem Herzen, o GOtt, der gnädig für und für, bekenne dir mit Schmerzen die Sünden all und jeden Fall, wie ich ihn hab begangen von Jugend auf mit großem Hauf, darin ich bin gefangen. 2. Die 214 Von wahrer Bußze. 2. Die Sünden sind, doch hast du mich so gnddie ich gethan, unmöglich diglich geduldt und nicht zu erzählen; doch ich sie verzehret. auch nicht bergen kann, 7. Du könntest oft mit weil sie mich immer quålen. gutem Recht das Leben Dein liebster Sohn hat mir verkürzen, und mich, mich davon durch seinen als einen bösen Knecht, Tod entbunden; dennoch hinab zur Hölle stürzen, hab ich jetzt lassen mich den der ich ohn Schen, ohn Satan neu verwunden. Leid und Reu, in Sünden 3. So ist auch mein Un- mich verweilet; dennoch dankbarkeit sehr groß bis giebst du mir Raum und auf die Stunde; ich habe Ruh, hast mich nicht dir zu keiner Zeit gedankt übereilet. von Herzensgrunde für 8. Wenn mein Herz dies deine Treu, die täglich neu, bei sich bedenkt, in Stücke für deine Lieb und Güte, möchts zerspringen: die die ich an mir gar reichlich große Sicherheit mich spür, und stets trag im kränkt, thut Mark und Bein Gemüthe. durchdringen. Kein Höl4. Bornehmlich haft du lenpein so groß mag sein, mit Geduld viel Jahr bis- ich habe sie verschuldet; her verschonet, und mir ich bin nicht werth, daß nicht, wie ich oft verschuldt, mich die Erd trägt, nährt bald zornig abgelohnet; haft und auf sich duldet. fort und fort, o höchster 9. Unwerth bin ich, daß Hort, dich meiner ange- man mich nennt ein Werk nommen; haft nichts ge- von dir geschaffen; werth spart nach deiner Art, bis bin ich, daß all Element ich zu dir bin kommen. zur Strafe mich hinraffen. 5. Mit deinem Wort So weit hats bracht der haft du gar oft an mein Sünden Macht; ich muß Herz angeschlagen, durch es frei bekennen: wo du deinen Geist mir zugeruft, siehst an, was ich gethan, den Himmel angetragen; so muß ich ewig brennen. haft früh und spat durch 10. Vater der Barmviel Wohlthat zur Buße herzigizit, ich falle dir zu mich bewogen; auch mit Fuße; verwirf nicht den, Trůbsal, Angft, Noth und der zu dir schreit und thut Qual zu dir hinauf gezogen. rechtschaffne Buße; dein 6. Dennoch, das ich nicht Angesicht aus Gnaden richt leugnen kann, wenn du auf mich betrübten Süngleich angeklopfet, hab ich der; gieb mir ein Blick, dir niemals aufgethan, die der mich erquick, so wird Ohren zugestopfet, mit Un- die Angst bald minder. bedacht dich ganz veracht, 11. Eröffne mir dein den Rücken dir gefehret; freundlich Herz, die Refidenz Von wahrer Bußze. 215 her können schaden. denz der Liebe; vergieb noch keine Noth bis hierdie Sund, heil meinen Schmert, hilf, daß ich mich 5. Hast auch in Christo stets übe in dem, was dir mich erwählt tief aus der gefällt an mir, und alles Höllen Fluten, so daß es Bose meide, bis ich hin- niemals mir gefehlt an irfahr zur Engelschaar, da gend einem Guten; und nichts denn lauter Freude. daß ich ja dein eigen ſei, Johann Heermann. hast du mich auch aus bloMel. Aus tiefer ßer Treu geståupt mit Vaterruthen. oth schrei ich zu dir. 6. Wer giebt den Kin264. Imeiner Mig dern, was du mir gegeben Missethat zum HErren mich zu genießen? Schenk aber bekehren: du wollest selbst ich Gehorsam dir? Das mir Hülf und Rath biezu, zeuget mein Gewissen, mein o GOtt, bescheren, und Herz, in welchem nichts deines guten Geistes Kraft, gesund, das tausend Sunder neue Herzen in uns denwürme wund bis auf schafft, aus Gnaden mir den Tod gebissen. gewähren. 7. Die Thorheit meiner 2. Natürlich kann ein jungen Jahr und alle schndMensch doch nicht sein den Sachen verklagen mich Elend selbst empfinden; er zu offenbar, was soll ich ist ohn deines Geistes Licht Armer machen? Sie stelblind, taub und todt in len, HErr, mir vors GeSünden: verkehrt ist Will, ficht dein Verstand und Thun; des Zorngericht, großen Jammers komm mich nun, o Vater, zu entbinden. unerträglichs und deiner Höllen Rachen. 8. Ich habe meiner Gräuel Qual, und scham 3. Klopf durch Erkennt- sie zu bekennen; es ist ihr niß bei mir an, und führ weder Maaß noch Zahl, mir wohl zu Sinnen, was ich weiß sie nicht zu nenBöses ich vor dir gethan; nen, und ist ihr keiner du kannst mein Herz ge- doch so klein, um welches winnen, daß ich aus Kum- willen nicht allein ich ewig mer und Beschwer laß müßte brennen. über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 9. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt 4. Wie hast du doch auf geschlafen, gesagt: Es hat mich gewandt den Reich- noch lange Zeit, GOtt thum deiner Gnaden. Mein pflegt nicht bald zu straLeben dank ich deiner Hand, fen; er fähret nicht mit die hat mich überlaben mit unsrer Schuld so strenge Rub, Gesundheit, Ehr und fort, es hat Geduld der Brod; du machst, daß mir Herr mit seinen Schafen. 10. Die 216 Don wahrer Bußze. 10. Dies alles jetzt zu- lich mich hin vor deinen gleich erwacht, mein Herz Vater machen; ich weiß, will mir zerspringen; ich er lenket seinen Sinn, und sehe deines Donners Macht, schaffet Rath mir Schwadein Feuer auf mich drin- chen; er weiß, was Fleigen; du regest wider mich scheslust und Welt und zugleich des Todes und der Satan uns für Neße stellt, Höllen Reich, die wollen mich verschlingen. die uns zu stürzen wachen. 11. Die mich verfolgt, die große Noth, fährt schnell 16. Wie werd ich mich mein Leben lang vor solcher Plage scheuen, durch ohn Zaum und Zügel. Wo deines guten Geistes flieh ich hin? Du Morgenroth, ertheil mir deine Flügel; verbirg mich wo, o fernes Meer, stürzt hoch berab, fallt auf mich her, ihr Klippen, Thurm und Hügel. Zwang, den du mir wollst verleihen, daß er von aller Sündenluft und dem, was dir zuwider ist, helf ewig mich befreient. Enise Henriette. Churfürftin v. Brandenburg. 12. Ach nur umsonst, und könnt ich auch bis in 265. Inte In eigener Melodie. Esu, der meine Seele wieder in der Höllen Bauch haft durch deinen bittern mich zu verkriechen neigen: Tod aus des Teufels findein Auge dringt durch stern Höhle sammt der alles fich, du wirst da meine schweren Sündennoth kräfSchand und mich der lich- tiglich herausgerissen, und ten Sonnen zeigen. mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o GOtt, mein Hort. 13. HErr JEsu, nimm mich zu dir ein, ich flieh in deine Wunden, die du, o Heiland, wegen meist am 2. Treulich hast du ja verlornen Kreuze haft empfunden, als gesuchet die unser aller Sünden Müh Schäfelein, als sie liefen dir, o du GOtteslamm, ganz verfluchet in der Hilward hie zu tragen auf- len Pfuhl hinein; ja, du gebunden. Satans- Ueberwinder, haft 14. Wasch mich durch die hochbetrübten Sünder deinen Todesschweiß und so gerufen zu der Buß, daß purpurrothes Leiden, und ich billig kommen muß. laß mich sauber sein und 3. Ach ich bin ein Kind weiß durch deiner Unschuld der Sünden; ach ich irre Seiden. Von wegen det- weit und breit; es ist nichts nes Kreuzes Last erquick, bei mir zu finden, als nur was du zermalmet hast, mit Ungerechtigkeit; all mein deines Trostes Freuden. Tichten, all mein Trachten heißet unsern GOtt verach= 15. So angethan will Von wahrer Buße. 217 achten; böslich leb ich ganz Schenkel fest gebunden und gar, und sehr gottlos wenden alle Plagen ab. immerdar. Deine Pein und blutges Schwitzen, deine Strie men, Schläg und Rißen, deine Marter, Angst und Stich, o HErr JEſu, trösten mich. 4. HErr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seelen für; aber Fleisch und Blut zu zwingen, und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 9. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach so wollest du mich retten, und dich meiner nehmen an. Du, HErr, kannst allein 5. Aber, HErr, ich kann es stören, daß ich nicht nicht wissen meiner Fehler den Fluch darf hören: Ihr Meng allein; mein Ge- zu meiner linken Hand müth ist ganz zerrissen durch seid von mir noch nie erder Sünden Schmerz und kannt. Pein, und mein Herz ist 10. Du, HErr, gründest matt von Sorgen; ach meine Schmerzen, du, du vergieb mir, was verborgen; kennest meine Pein: es ist rechne nicht die Missethat, nichts in meinem Herzen, die dich, HErr, erzürnet hat, als dein herber Tod allein. 6. JEsu, du hast weg- Dies mein Herz, mit Leid gettommen meine Schulden vermenget, durch dein theudurch dein Blut: laß es, o res Blut besprenget, das Erlöser, kommen meiner am Kreuz vergossen ist, geb Seligkeit zu gut; und die- ich dir, HErr JEsu Christ. weil du sehr zerschlagen 11. un ich weiß, du haft die Sund am Kreuzge- wirst mir stillen mein Getragen, ei so sprich mich wissen, das mich plagt; es endlich frei, daß ich ganz wird deine Treu erfüllen, dein eigen sei. was du selber haft gesagt: 7. Weil mich auch der daß auf dieser weiten ErHillen Schrecken und des den keiner auch verloren Satans Grimmigkeit viel werden, sondern ewig lemals pflegen aufzuwecken ben soll, wenn er nur ift und zu führen in den Streit, Glaubens voll. daß ich schier muß unterliegen; ach so bilf, HErr JE12. HErr, ich glaube, hilf mir Schwachen, lag su, fiegen; o du meine Zu- mich ja verderben nicht; versicht, laß mich ja verzagen nicht. du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd 8. Deine rothgefärbten und Tod ansicht. Deiner Wunden, deine Nägel, Güte will ich trauen, bis Kron und Grab, deine ich fröhlich werde schauen 10 dich 218 Von wahrer Bußze. dich, HErr JEsu, nach Sündenlast, JEsu, selbst dem Streit in der süßen getragen hast. Ewigkeit. Joh. Rift. 5. Deine Wunden sind die Quelle, wo ich soll mein Lasterkleid waschen als ein Schnee so helle von dem Koth der Eitel266. denn laben, kann Esu, liebster feit. Ach wie will ich Mel. Alle Menschen müssen sterben. Frommen, schönster Braut- ich nur ein Tröpflein hagam, GOttes Sohn, schaue ben von dem Balsam deine Braut jetzt kommen, deines Bluts, des hochwie sie sich vor deinem theuren Seelenguts. Thron zu der Erden nie- 6. Wirf dein liebreich derleget und auf ihre Brust Angesichte her auf dein anschläget, weil ihr hoch- betrübtes Kind, weil ich betrübtes Herz fühlt der mich jetzt zu dir richte schwerenSündenSchmerz. und bereue meine Sünd; 2. Ach es ist nicht zu be- laß doch mein geångst schreiben, die sehr große Gewissen einen GnadenSündenschuld. Ich kann blick genießen, einen Blick, kaum vor Wehmuth blei- o Bruderherz, so verAngst und ben, weil, o Esu, deine schwindet Huld gegen mich ist nun verscherzet, welches mich so heftig lieber Schmerz. furb th tauſendmal, als 267. Jich, ach beIn eigener Melodie. srael, bekehre ich litte solche Qual. 3. Selbst das Herz fängt kehre dich noch heute, und an zu bluten, das dein im Glauben dich bereite, scharf Gesetz zerbricht; die daß du könneft würdiglich sehr herben Thränenflu- bei dem Abendmahl erscheiten überschwemmen mein nen, wozu JEsus ruft Gesicht; alle mein Gebein die Seinen. erzittert, weil dein Grimm 2. Willst du kommen, in mir so wittert; ach ich säubre dich von dem bin lebendig todt in so Schmuß der Lasterflecken, großer Seelennoth. die in deinem Fleische 4. Willst du mich denn stecken; Christi Blut kann ewig hassen? Deine Lieb dich und mich reinigen und Freundlichkeit wird von allen Sünden, wenn ja den nicht sterben las- wir Buße bei uns finden. sen, der nach deiner Hülfe 3. Glaube, Hoffnung schreit; ach ich weiß, dein Herz wird brechen, und mir Armen Trost und Geduld, Liebe, De= muth und dergleichen sind der Chrifter: wahre Zeichen, versprechen, weil du meine welche stehn in Christi Huld Von wahrer Buße. 219 Huld, die er kennet und nach Vaterrecht, was sich heißt kommen, daß sie will gebühren. werden aufgenommen. 4. Nun so nimm dich 4. Solcher Schmuck meiner an, wie die Våund Himmelstracht Chri- ter pflegen; meine Buß sto einig wohlgefället; wer und Thränenbahn laß dich der Welt hier gleich sich doch bewegen. Meine stellet, der wird von ihm nicht geacht, und von seinen Tischgenossen schimpflich wieder ausgestoßen. Sünden bringen Schmerz, die ich hab begangen, ach du liebes Baterherz, laß mich Gnat erlangen. 5. Israel, bekehre dich, 5. Hast du doch in deiweil es jetzt noch heißet nem Wort Gnade mir verheute, und im Glauben| sprochen; laß mich an der dich bereite, daß du kön- Gnadenpfort nicht vernest würdiglich bei dem Abendmahl erscheinen, wo zu JEsus ruft die Seinen. geblich pochen. Laß der matten Seuffer Stärk durch die Wolken dringen, und von deinem Himmelsberg mir Genade bringen. Mel. Christus, der uns selig macht. 6. Ich laß doch nicht 268. Niebster Bater, eher ab, bis du mir geich, dein währet Gnade, die ich vor Kind, komm zu dir geei- dir hab inniglich begehret; let, weil ich sonsten nie- segne mich, ich lasse dich mand find, der mich Ar- einer nicht; ich hange, wie men heilet. Meine Wun- die Klett am Kleid, bis den sind sehr groß, groß ich Gnad von dir erlange. find meine Sünden; mach 7. Du bist GOtt und mich von denselben los, heißest gut, weil du Gutlaß mich Gnade finden. that übest, und, gleichwie 2. Führst du våterlich ein Vater thut, deine KinGeschlecht, und hast Va- der liebest. Dieser Guttersitten, ei so hab ich that laß mich auch, VaKindesrecht, und darfkühn- terherz, genießen; laß auf lich bitten; denn den Kin- mich nach deinem Brauch dern steht es frei, Våter deine Gnade fließen. anzuflehen: Vater, deine Vatertreu laß mich Armen sehen. 8. Ach verzeih mir; ach vergieb, was ich mißgehandelt, weil ich nach der 3. Liebster Vater, willst Sünden Trieb oftermals du dich Vater lassen nen- gewandelt. Meine Sünnen, ei so mußt du lassen den ich versenk, HErr, in mich Vatersinn erkennen; deine Wunden: ach derdenn das wäre viel zu selben nicht gedenk, laß sie schlecht, bloßen Namen sein verschwunden. führen, und nicht thun 9. Klagt mich mein Gewis10* 220 Don wahrer Bußze. wissen an und will mich verin dein Grab begraben. 8. Darum, mein Heil, dammen, will der schwarze laß mich jetzt Theil an deiHöllen- Mann dich zur nem Gnugthun haben; Rach anflammen: ei so meine Sünde werd hinfort denke mit Geduld, daß ich Staub und Aschen, und daß mich von meiner Schuld hab dein Blut gewaschen. Christoph Titius. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 9. O treuer Hirt, wenn Satan wird mein Ueppigkeit verklagen, so still ihn durch dein Verdienst, sonst müßt ich verzagen. Johann Frand. 269. Angst und Leid, o Traurigkeit, die ich jetzt muß empfinden, die jeht 270. frommer und gemein Gewissen nagt wegen meiner Sünden! treuer GOtt, hab ich ge2. Furcht und Graus, brochen dein Gebot, und das Höllenhaus, darnach sehr gesündigt wider dich: ich pflegt zu ringen, hat das ist mir leid und reuet den Rachen aufgesperrt, mich. und will mich verschlingen. 2. Weil aber du, o 3. Ach und Weh, o gnådger GOtt, nicht hast Schreckens- See, wo soll Gefalln an meinem Tod, ich mich verstecken? Ach und ist dein herzliches Bedaß doch die tieffte Gruft gehra, daß ich mich soll möchte mich bedecken! zu dir bekehrn: 4. Der Erden Saum hat keinen Raum, drin ich kann sicher bleiben; meine Bosheit will mich ganz in den Abgrund treiben. 5. Wie werd ich dort so strenge Wort an GOttes Nichtstuhl hören; weil ich mich die Fleischesluft laß hier so bethören. 6. O GOttes Sohn, du Gnadenthron, ich flich in deine Wunden, drin hab ich noch jederzeit Ruh und Rettung funden. Mel. Nun lasit uns den Leib begraben. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden roth. 4. Deins lieben Sohnes JEsu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: laß deine Grad und Gůtigkeit mehr gelten, denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o HErr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld: so werd 7. Dein heilig Blut, ich arm verlornes Kind ledas mir zu gut am Kreuze dig und los all meiner ward vergossen, ist ein Sünd. Brunn, daraus das Heil 6. Ich will, o HErr, kommt auf mich geflossen. nach deinem Wort mich bes= Von wahrer Bußße. 221 bessern, leben fromm hin- gerne möcht im Blute dein fort, damit ich mög nach von Sünden losgesprochen dieser Zeit gelangen zu der sein, wie David von MaEwigkeit. nasſe: In eigener Melodie. Jesu 6. Also komm ich nun auch allhie in meiner Angst höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sich doch wie ich in meinem muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 271. mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeih mir doch genådiglich, was ich mein Tage wider dich auf Erden hab begangen. 7. HErr, mein GOtt, vergieb mirs doch um dei2. Erbarm dich mein in nes Namens willen, und solcher Last, nimm sie aus thu in mir das schwere meinem Herzen, dieweil du Joch der Uebertretung stilsie gebüßet haft am Holz len, daß sich mein Herz zumit Todes- Schmerzen; frieden geb, und dir hinauf daß ich nicht vor gro- fort zu Ehren leb mit kindBem Weh in meinen Sün- lichem Gehorsam. den untergeh, noch ewiglich verzage. 8. Stårk mich mit deinem Freudengeist, heil mich 3. Fürwahr, wenn mir mit deinen Wunden; wasch das kommet ein, was ich mich mit deinem Todesmein Tag begangen, so schweiß in meiner letzten fällt mir auf das Herz ein Stunden, und nimm mich Stein, und bin mit Furcht einst, wann dirs gefällt, umfangen; ja ich weiß we- im rechten Glauben von der aus noch ein, und müßte der Welt zu deinen Ausstracks verloren sein, wenn erwählten. ich dein Wort nicht hätte. 9. Auf daß ich in der 4. Aber dein heilsam ewgen Freud mit Singn Wort das macht mit sei- und Jubiliren preis ewig nem süßen Singen, daß deine Herrlichkeit, mit mir das Herze wieder lacht, Springn und Trinmphiund fast beginnt zu sprin- ren. Erhör mein Bitt nach gen; dieweil es alle Gnad deinem Wort, nimm auf verheißt denen, die mit zer dein Kind, o treuer Hort, knirschtem Geist zu dir, o durch JÉsum Christum. JEsu, kommen. Amen. 5. Und weil ich denn in B.1-8. v. Barthol. Ringwaldt. meinem Sinn, wie ich zu- Mel. Nun lasit uns den vor geklaget, auch ein beLeib begraben. trübter Sünder bin, den 272. sein Gewissen naget, und D starker Gott Gott, o See 222 Don wahrer Busje. Sehnen. Seelenkraft, D liebster Tönen und mein ängstlich HErr, o Lebenssat, was soll ich thun, was ist dein Will? Gebeut, ich will dir halten still. 2. Ich kann ja nichts, das weißt du wohl, auch weiß ich nicht, was ich thun foll: du kannst allein verrichten dies, du weißt es auch allein gewiß. 2. Ich bin kalt, entzünde mich, o erweich mich Harten. Speis mich, ich bin hungerig, feucht mich dürren Garten. Satan schlägt und erregt sehr viele harte Wunden in Versuchungsstunden. 3. Meines Fleisches Luft3. Rath, Kraft, Held begier macht mir manche ist niemand als du, Rath Schmerzen; auch die Welt, giebest du in stiller Ruh; die schießet mir Pfeile nach Kraft bist du auch in dem Herzen. Mancherlei höchster Noth, Held ist dein Menschenscheu sucht mich Nam, o Wundergott! zu erschrecken und in Noth zu stecken. 4. Du Fels des Heils, erhalte mich, du Lebensstrom, fleuß mildiglich: fleuß doch in meine Seel hinein, ei kehre bei dem Sünder ein. 5. Die Zeit ist bis und Falschheit voll, ich weiß nicht, wie ich leben soll: du bist ein HErr, der groß von Rath, du bist ein GOtt, der stark von That. 4. Ach könnt ich doch, JEsu, dich, wie ich wollte, lieben, o möcht ich doch kräftiglich solche Lieb ausüben. Brünstiglich wünsche ich, dich im Geist zu küssen, in dir zu zerfließen. 6. Was willst du, HErr? das sage mir. Ich klopf, 5. Mein Geist weiß die Wollust wohl, was es sei, dich lieben: doch das Fleisch ist Trägheit voll, will die Herrschaft üben; Fleisch und Geist zieht ach thu doch auf die Thür; und reißt mich auf beiden ich ruf und schrei, du hörst Seiten, o da gilt es streiten! es wohl: Was willst du, HErr, daß ich thnn soll? Joachim Neander. 6. Ach was mach ich Armer doch? Wer wird Wohin mich erretten? flieh ich endlich noch? Wer wird mich vertreten? HErr, mein Heil, 273.( Seele.) Siehe, komm in Eil, brich des verMel. Straf mich nicht in deinem Soru. gefallner Knecht, voller firickten Stricke. Blut und Schläge, ich, 7.( JEsus.) Sich, ich dein Diener, bin wohl komme und erfüll, Seele, recht langsam, faul und dein Verlangen, ja ich kústråge. Ach mein GOtt Ze- se dich und will dich mit baoth, hör mein Schreien, Lieb umfangen; Fleischesnoth Von wahrer Buße. 223 noth, Welt und Tod, ja dein GOtt, mir ist nicht der Hillen Banden mache lieb des Sünders Tod; ich zu Schanden. vielmehr ist dies mein 8. Meinen Geist den Wunsch und Will, daß er schenk ich dir, der das von Sünden halte still, von Fleisch bezwinge; auch die seiner Bosheit kehre sich, Lieb, die dich zu mir zieh und lebe mit mir ewiglich. und kraftig dringe. Jch heil dich, dich will ich reingen und entbinden, stärken, kraftgen, gründen. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil 9. Deiner Wunden tie- und Gnad, die Gott dir fen Schmerz heilen meine zugesaget hat, und zwar Wunden; deine Schläge durch einen theuren Eid. hat mein Herz dir zum O selig, dem die Sünd Heil empfunden. Trag ist leid. Geduld, alle Schuld soll 3. Doch hüte dich vor mein Blut bezwingen, soll Sicherheit, denk nicht: mein Blut verschlingen. Es ist noch lange Zeit; ich 10. Dieser reine Purpur- will erst fröhlich sein auf schweiß machet alles rei- Erd, und wenn ich Lebens ne; was nicht reine, das müde werd, alsdann will wird weiß durch dies Blut ich bekehren mich, GOtt alleine: die Natur, Krea- wird wohl mein erbartur und dies ganze Wesen men sich. soll dadurch genesen. 4. Wahr ists, GOtt 11.( Seele.) O wie rein ist zwar stets bereit dem ist doch dein Blut, JEsu, Sünder mit Barmherzigmeine Wonne! Schnee- feit; doch wer auf Gnade weiß ist die Wundenflut, sündigt hin, fährt fort in heller denn die Sonne. seinem bösen Sinn, und Ganz und gar hell und seiner Seelen selbst nicht klar werden dort die Dei- schont, dem wird mit Unnen durch dein Blut er- gnad abgelohnt. scheinen. 5. Gnad hat dir zuge12. Dank sei dir, du saget GOtt von wegen GOtteslamm, daß du überwunden, daß du mir am Kreuzes stamm die Erldsung funden. Ich bin dein, dir allein will ich mich ergeben, in dir siegen, leben. Ludw, Andr. Gotter. Mel. Vater unser im Himmelreich. 274. Siebe, spricht und roth, ist morgen krank, wahr frisch, gesund ja Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis Morgen les ben sollt; daß du mußt sterben ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh morgen kommt, kanns åndern sich. 224 Von wahrer Buße. ja wohl gar todt. So du Lager fließen von den Thranun stirbest ohne Buß, nengüsſen. dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o HErr JEsu, ren Plagen; mein Herz ist hilf du mir, daß ich jetzt der Seufzer satt, die nach komme bald zu dir, und Hülfe fragen. Wie so lang Buße thu den Augenblick, machst du bang meiner areh mich der schnelle Tod men Seele in der Schwerhinrück; auf daß ich heut muthshöhle. und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann. In eigener Melodie. 275. Straf mich nicht in deinem Zorn; großer GOtt, verschone. Ach laß mich 7. Bater, dir sei ewig nicht sein verlorn, nach Preis, hier und auch dort Verdienst nicht lohne. Hat oben, wie auch Christo die Sünd dich entzündt, gleicher Weis, der allzeit lösch ab in dem Lamme zu loben; heilger Geist, deines Grimmes Flamme, sei gepreist, hoch gerühmt, Mel. 2. HErr, wer denkt im geehret, daß du mich erTode dein? wer dankt in höret. Joh. Georg Albinus. der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verSion klagt mit dammten Seelen, daß ich Angst und Schmerzen. dir für und für dort an 276. jenem Tage, höchster GOtt, Lob sage. ater, ach laß Trost erscheinen; siehest du dein 3. Zeig mir deine Va- Kind denn nicht bitterlich ters- Huld, stårk mit Troft mit Petro weinen? wie es mich Schwachen; ach, mit Manasse spricht? wie HErr, hab mit mir Ge- es schlägt an seine Brust? duld, mein Gebeine fra- wie die eitle Sündenluft chen; heil die Seel mit wird aus Reue so verdem Del deiner großen fluchet? wie es weinend Guaden, wend ab allen Gnade suchet? Schaden. 5. Ach ich bin so můd und matt von den schwe6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir: GOtt der hört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlik treten. Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir GOtt geschenket. 2. Hast du, Vater, nicht 4. Ach sieh mein Ge- geliebet mich vor aller beine an, wie sie all er- Ewigkeit? So mich nun starren; meine Seele gar die Schuld betrübet, trist nicht kann deiner Hülfe ich mich der Gnadenzeit; harren. Ich verschmacht; JEsu Kreuz und DornenTag und Nacht muß mein fron bring ich her vor detnen Von wahrer Buße. 225 nen Thron. Hat dein Sohn nicht das erlitten, und kann Fräftig für mich bitten? hilfet mir, wer führet mich zum Leben? Zu niemand, HErr, als nur zu dir will 3. 3war du bist gerecht, ich mich frei begeben. Du ich schäme mich der Un- bist, der das Verlorne sucht, gerechtigkeit. So ich Fei- du seanest das, so war genblätter nehme, meiner verflucht; hilf, Jesu, dem Werke nichtig Kleid, deckt Elenden. es doch die Blöße nicht; so du, Vater, vor Gericht Recht für Gnade läsfest gehen, wer ist rein, wer kann bestehen? 2. HErr, meine Sünden angsten mich, der Todesleib mich plaget: o LebensGOtt, erbarme dich, vergieb mir, was mich naget. Du weißt es wohl, was mir gebricht, ich weiß es auch und sag es nicht; hilf, Jesu, dem Betrübten. 4. Gleichwohl sagst du zu das Leben, und willst nicht der Sünder Tod; du willst schenken und vergeben, wo verlassen dein 3. Du sprichst, ich soll Gebot, wo aus bös- ver- mich fürchten nicht; du derbter Art auf der breiten rufft: Ich bin das Leben! Höllenfahrt ich mich habe Drum ist mein Trost auf lassen finden in ganz un- dich gericht, du kannst mir gebüßten Sünden. alles geben; im Tode kannst 5. Suche mich, dein du bei mir stehn, in Noth Schäflein, wieder, du mein als Herzog vor mir gehn; GOtt und treuer Hirt, hilf, Jesu, dem Zerwelches irrig auf und nie- knirschten. der Wölfen sonst zum 4. Bist du der Arzt, der Raube wird; schließ in Kranke tragt? auf dich will Jesu Wunden ein das ver- ich mich legen; bist du der scheuchte Täubelein, daß Hirt, der Schwache pflegt? es Satan nicht erwische in erquicke mich mit Segen. dem wüsten Weltgebüsche. Ich bin gefährlich krank 6. HErr, ich habe zwar und schwach; heil und ververzogen, bin, nach Noa bind, hör an die Klag; hilf Rabenart, sicher hin und JEsu, dem Zerschlagnen. her geflogen, habe Buße 5. Ich thue nicht, HErr, lang gespart; iet thu ich was ich soll; wie kann es zu dir den Tritt, bringe doch befiehen? Es drücket Reu und Glauben mit. mich, das weißt du wohl; HErr, ich komme hochbe- wie wird es endlich gehen? laden, nimm dein armes Elender ich, wer wird mich Kind zu Gnaden. doch erlösen vor dem Todesjoch! Ich danke Gott durch Christum. Joachim Neander. Benjamin Prätorius. Mel. Ans tiefer Noth schrei ich zu dir. o soll ich 277.* W bin, wer 10** Mel. 226 Don wahrer Bußze. ich wart und hoff: ach las Mel. Aus tiefer Noth mich Gnade finden. schrei ich zu dir. 6. Ich bin das unge278. Webmir, daß rathne Kind, das sich von ich so oft und mit dem und viel, als wär ich gar frechen Weltgesind sein verblendet, gesündigt ohne Erbtheil hat verschwendet; Zahl und Ziel, von GOtt dich, als das Lebensbrod, mich abgewendet, der mir ohn Scheu hintangesett, doch nichts denn lauter und wie die Sau mit TråGnad und Wohlthat stets bern sich gefüllet. erwiesen hat in meinem ganzen Leben. 7. Ich habe dir oft widerstrebt, gefolget meinen 2. Weh mir, daß ich Lüsten, und den Begierden vor meinem GOtt mein nachgelebt, die, was recht Herz so fest verschlossen, ist, verwüsten. Das höchda er mir doch ein Schuß ste Gut hab ich veracht, in Noth zu sein war un- auf das, was zeitlich ist, verdrossen. Viel Greuel gedacht, und in der Welt hab ich drein gebracht, es hoch pranget. ist jetzt wie ein garstig Schacht, darein der Satan wobnet. 8. Doch aber bitt ich dich, aus Gnad wollst deß nicht mehr gedenken, was 3. Mich überzeuget Herz ich geübt für Frevelthat, und Sinn, ich muß es ins Meer wollst du sie setfrei bekennen, daß ich der ken. Die Sünd erlaß, die größte Sünder bin, darf Straf abführ, ein neues mich nicht anders nennen; Leben schaff in mir um doch wenn ich dich, o GOtt, deines Sohnes willen. schau an, mit nichten ich Joh. Heermann. verzweifeln kann, du kannst und willst mir helfen. In eigener Melodie. 4. Groß ist zwar meine 279. Mirf ab von Missethat, die mich bisher besessen; doch ist weit gröBer deine Gnad, niemand kann sie ermessen. So groß, o großer GOtt, du bist, so groß ist auch zu aller Frist, bei dir die Gnad und Güte. schwere Joch der Sünden, errette mich, mein JEsu, durch dein Blut; wenn ferner mich die Lüste wollen binden, befreie mich durch deine Liebesglut. Hier ist 5. Die hast du keinem je mein Herze, zermalmt von versagt, weil diese Welt ge- Leid und Schmerze: du standen. Wer dir vertraut wirst mich ja nicht lassen und nicht verzagt, wird in den Banden; ich hab auf nimmermehr zu Schanden. dich gebaut, und, JEsu, Ich bitt, ich fleh, ich schrei, deiner Huld vertraut, drum Ich ruf, auf deine Gnad werd ich nicht zu Schanden. 2. Ich Von mahrer Buße. 227 2. Ich will dir nur mein| gen lechzet, also mein Geist falsches Herz bekennen, ich nach Lebenswasser stöhnt. zeuge hier von bem, das Komm ja, und leite mich mir bewußt; ich ließ in bald zu deiner Seite, und mir ein fremdes Feuer bren- ziehe mich mit Macht aus nen, und heuchelte mit der diesen Banden. Ach hilf verbotnen Lust; ich bin ge- mir dir vertraun, und Troff glitten, weil ich nicht treu in deine Seite baun, so gestritten. Du wollst mich werd ich nicht zu Schanden. nicht mehr lassen in den Banden; dieweil ich dir vertrau, und stets auf deine Wahrheit bau, so werd ich nicht zu Schanden. 3. Dich hatt ich nicht, o Höchster, stets vor Augen, noch deine Furcht mir recht in Sinn gedrückt; ich lůstete nach Dingen, die nicht taugen, die hätten mir fast meinen Geist erstickt. HErr, deine Treue, wird jetzo wieder neue, indem du mich befreiest von den Banden; Ich hab auf dich gebaut, und deiner Liebe nur getraut, drum werd ich nicht zu Schanden. 6. Gieb mir dein Fleisch doch würdig zu genießen, und drücke mich an deine sanfte Brust; laß auch dein Blut in meine Seele fließen, und schwäche so die Wurzel böser Lust, daß keine Sünden in mir den Wohnplak finden, und laß mich nicht mehr fesseln mit den Banden. Ich will dir stets vertraun, auf dich den Lebensfelsen baun, so werd ich nicht zu Schanden. 7. Gieb mir das Pfand der Seligkeit zu schmecken, und drücke mir dein werthes Siegel ein, zur Macht im Streit, zur Labung in 4. Ich strebte auch gar dem Schrecken, wenn da oft nach hohem Wesen, und mich siehst nach frischer ging nicht recht in wahre Kühlung schrein; zur Kraft Demuth ein; wenn meine im Kampfen, die FleischesLust was Schnddes sich er- lust zu dampfen. Ach HErr, lesen, mußt oft dein Dienst ach laß mich ja in keinen der Falschheit Schminke Banden; gieb, daß ich dir sein. O daß ich sage, und vertrau, und nur auf deinicht genug beklage! Ach nen Willen bau, so werd ziehe mich mit Macht aus ich nicht zu Schanden. diesen Banden; dieweil ich 5. siehe doch, wie 8. Laß deine Glut der dir vertrau, und nur auf Liebe in mir brennen, laß deine Güte bau, so werd deinen Tod mir in Gedanich nicht zu Schanden. fen ftehn; laß keine Lust mich jemals von dir trenmeine Seele åchzet, und nen, noch mich aus Furcht sich nach dir und deinem von dir zurücke gehn. Sonst Strömlein sehrt? Wiedür- wie dein Wille, ich halte res Land nach frischem Re- gerne stille. Wenn du mich prů 228 Von wahrer Buße prüfen willst in Kreuzes- 6. ft meine Bosheit banden, so will ich dir ver- groß, so werd ich ihr traun, und fest auf deine doch los, wenn ich dein Treue baun, so werd ich Blut auffasse, und mich nicht in Schanden. darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst thm bald verschwindet. Christian Friedrich Richter. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich ha280. Moſoll ich ben will, ist alles mir zu fliehen gute erlangt mit deinem bin, weil ich beschweret Blute, damit ich überwinde bin mit vielen großen Sün- Tod, Teufel, Höll und den? Wo soll ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, mein Angst fie nicht wegnahme. Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer, mir ganz entgegen war, darf ich doch nicht 2. DJEsu voller Gnad, verzagen, mit dir kann ich auf dein Gebot und Rath fie schlagen; dein Blut darf kommt mein betrübt Ge- ich nur zeigen, so muß ihr müthe zu deiner großen Truk bald schweigen. Güte: laß du auf mein 9. Dein Blut, der edle Gewissen ein Gnaden- Saft, hat solche Stärk tröpflein fließen. und Kraft, daß auch ein 3. Jch, dein betrübtes Tropflein kleine die ganze Kind, werf alle meine Welt fann reine, ja gar Sund, so viel ihr in mir aus Teufels Rachen frei, stecken, und mich so hef- los und ledig machen. tig schrecken, in deine tie- 10. Darum allein auf fen Wunden, da ich stets dich, HErr Chrift, verlaß Heil gefunden. ich mich; jetzt kann ich 4. Durch dein unschul- nicht verderben, dein Reich dig Blut, die schöne rothe muß ich ererben; denn du Flut, wasch ab all meine haft mirs erworben, da du Sünde, mit Trost mein für mich gestorben. Herzinde, und ihr 11. Führ auch mein Herz nicht mehr gfe, ins und Sinn durch deinen Meer fie tief verjeni. Seift dahin, daß ich mög 5. Du bist der, der mich alles meiden, was mich und tröst, weil du mich selbst dich kann scheiden, und ich erlöst: was ich gefündigt an deinem Leibe ein Gliedhabe, hast du verscharrt maaß ewig bleibe. im Grabe: da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. Johann Heermann. II. Vom Dom Glauben. II. Vom Glauben. 229 In eigener Melodie. recht durch deine Wunden, es ist nichts Sträf281. Mein Jesu, lichs mehr an mir; bin dem die aber ich versöhnt mit dir, Seraphinen im Glanz der so bleib ich auch mit dir höchsten Majestär selbst mit verbunden. bedecktem Antlik dienen, 5. Ach laß mich deine wenn dein Befehl an sie Weisheit leiten, und nimm ergeht: wie sollten blöde ihr Licht nicht von mir Fleischesaugen, die nur weg; stell deine Gnade verhafte Sünden- Nacht mir zur Seiten, daß ich mit ihrem Schatten trüb auf dir beliebtem Steg gemacht, dein helles Licht beständig bis ans Ende zu schauen taugen? wandle, damit ich auch 2. Doch gönne meinen zu jeder Zeit in Lieb und Glaubensblicken den Ein- Herzens- Freudigkeit nach gang in dein Heiligthum, deinem Wort und Willen und laß mich deine Gnad handle. erblicken zu meinem Heil 6. Reich mir die Waf und deinem Ruhm. Reich fen aus der Höhe, und deinen Zepter meiner Seele, stårke mich durch deine die sich wie Esther vor dir Macht, daß ich im Glauneigt, und dir als deine ben sieg und stehe, wenn Braut fich zeigt; sprich: Stärk und List der FeinJa, du bists, die ich er- de wacht; so wird dein wähle. Gnadenreich auf Erden, 3. Sei gnädig, JEsu das uns zu deiner Ehr: voller Güte, dem Herzen, führt, und endlich gar das nach Gnade lecht; mit Kronen ziert, auch in her, wie die Zung in dem mir ausgebreitet werden. Gemüthe: GOtt, sei mir 7. Ja, ja, mein Herz will Armen gnädig! achit. Ich dich umfassen, erwähl es weiß, du kannst mich nicht HErr, zu deinem Thron. verstoßen; wie könntest du hast du aus Lieb ehmals ungnädig sein dem, den verlassen des Himmels dein Blut von Schuld und Precht und deine Kron: Pein erlöst, da es so reich so würdge auch mein Herz, geflossen. o Leben, und laß es deinen 4. Ich fall in deine Himmel sein, bis du, wenn Gnadenhände, und bitte dieser Bau fällt ein, mich mit dem Glaubensfuß: wirft in deinen Himmel Gerechter König, wende, beben. wende die Gnade zu der 8. Jch fleig hinauf zu Herzensbuß! Ich bin ge- dir im Glauben, steig du in 230 Dom Glauben. in Lieb herab zu mir. Laß keit mir werd, wenn ich mir nichts diese Freude von Sünden bin beschwert, rauben; erfülle mich nur dein Kreuztod zugerechnet. ganz mit dir. Ich will dich 5. Den Glauben, HErr, fürchten, lieben, ehren, so laß trösten sich des Bluts, lang in mir der Puls sich so du vergossen: auf daß regt, und wenn derselb auch in deinen Wunden ich nicht mehr schlägt, so soll bleib allzeit eingeschlosſen; doch noch die Liebe währen. und durch den Glauben auch die Welt, und was dieselb am höchsten hält, für Koth und Staub nur achte. 6. War auch mein Glaub wie Senfkorn klein Sohn, und daß man ihn kaum merWolfg. Christoph Deßler. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 282. D GOttes HErr JEsu Christ, daß ke, wollst du doch in mir man recht könne glauben, mächtig sein, daß deine nicht jedermannes Ding so Gnad mich stärke, die das ist, noch standhaft zu ver- zerbrochne Rohr nicht bleiben: drum hilf du mir bricht, das glimmend Tocht von oben her, des wahren auch vollends nicht ausldGlaubens mich gewähr, schet in den Schwachen. und daß ich drin beharre. 7. Hilf, daß ich stets sorg2. Lehr du und unter- fältig sei, den Glauben zu weise mich, daß ich den behalten; ein gut Gewissen Vater kenne; daß ich, o auch dabei, und daß ich so Christe JEsu, dich den mög walten, daß ich ſei Sohn des Höchsten nen- lauter jederzeit, ohn Anne; daß ich auch ehr den stoß, mit Gerechtigkeit erkeilgen Geist, zugleich ge- füllt und ihren Früchten. lobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 8. HErr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn 3. Laß mich vom großen sich immer stärken, daß er Gnadentheil das wahr Er- sei fruchtbar für und für, kenntniß finden, wie der und reich in guten Wernur an dir habe Theil, dem ken; daß er sei thẳtig durch du vergiebst die Sünden. die Lieb, mit Freuden und Hilf, daß ichs such wie mir Geduld sich üb, dem Nachgebührt, du bist der Weg, sten fort zu dienen. der mich recht führt, die 9. Insonderheit gieb mir Wahrheit und das Leben. die Kraft, daß vollends bet 4. Gieb, daß ich traue dem Ende ich üb die gute deinem Wort, ins Herze Ritterschaft, zu dir allein es wohl fasse; daß sich mich wende in meiner letzmein Glaube immerfort ten Stund und Noth, des auf dein Verdienst ver- Glaubens End durch deinen lasse; daß zur Gerechtig- Tod, die Seligkeit, erlange. 10. HErr Dom Glauben. 231 10. HErr JEsu, der du 5. Aus Hoffnung wächst angezündt das Funklein in die Lieb; weil man aus mir Schwachen, was sich GOttes Händen nimmt vom Glauben in mir findt, alle Dinge an, nicht zurdu wollft es stärker machen; net, thut nicht schånden; was du gefangen an, voll- denn alles uns zu Nuh und führ bis an das End, daß Besten ist gemeint, drum dort bei dir auf Glauben dringt die Liebe durch auf folg das Schauen. Freunde und auf Feind. David Denicke. 6. Wir waren GOttes Mel. O GOtt, du from- Feind: er giebt uns seinen mer Gött. Sohne, sein eingebornes 283. Versuchet euch Kind, zu einem Gnaden= doch Liebe gegen ob ihr im Glauben stehet, haß; wer glaubig dies erob Christus in euch ist, ob kennt, wird bald in Lieb ihr ihm auch nachgehet in entzündt, die allen Haß Demuth und Geduld, in verbrennt. Sanftmuth, Freundlich- 7. Wie uns nun GOtt keit, in Lieb dem Nächsten gethan, thun wir dem sets zu dienen seid bereit? Nächsten eben: droht er 2. Der Glaube ist ein uns mit dem Tod, wir Licht, im Herzen tief ver- zeigen ihm das Leben; flucht borgen, bricht als ein Glanz er, so segnen wir. In hervor, scheint als der helle Schande, Spott und Hohn Morgen; erweiset seine ist unser bester Trost des Kraft, macht Christo gleich Himmels Ehrenkron. gesinnt, verneuert Herz und Muth, macht uns zu GOttes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und pflegt in Einfalt es dem nächsten wieder geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er die Gnade boch, bekennet JEsum Chrift. 8. Seßt uns GOtt auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der Glaube bringt Geduld, macht leichte alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt; weil aller Angst und Noth von GOtt ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht ver4. Er hofft in Zuversicht, stehen, wie auch des Höchwas GOtt im Wort zu- sten Güt; hält an mit faget: drum muß der Zwei- Bitten, Flehen, verzaget fel fort, die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie an sich selbst, und trauet Christi Kraft, vernichtet der Glaube bringt die Hoff- fich zu Grund, saugt nur rung an den Tag, hält aus JEsu Saft. Sturm und Wetter aus, 10. Hält sich an sein besteht im Ungemach. Verdienst, erlanget Geist und 232 Vom Gebet. und Stärke, in solcher auch wohl bewahren; alZuversicht zu üben gute lem Unfall will er wehren, Werke; steht ab vom Ei- kein Leid soll uns widergensinn, flieht die Ver- fahren; er forget für uns, messenheit, hält sich in hut und wacht, es steht GOttesfurcht im Glück alles in seiner Macht. und schwerer Zeit. 2. Wir glauben auch 11. So průfe dich denn an JEsum Christ, seinen wohl, ob Christus in dir Sohn und unsern HErlebet; denn Christi Leben ren, der ewig bei dem Vaists, wonach der Glaube ter ist, gleicher GOtt von strebet; erst machet er ge- Macht und Ehren; von recht, dann heilig, wirket Maria der Jungfrauen ist Lust zu allem guten Werk: ein wahrer Mensch gebosich, ob du auch so thust. ren, durch den heilgen HErr, so mehre Geist im Glauben, für doch in mir den wahren uns, die wir warn verloGlauben, so kann mich ren, am Kreuz gestorben, keine Macht der guten und vom Tod wieder Werk berauben. Wo Licht auferstanden durch Gott. ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein GOtt und HErr, bewahr mich als dein Haus, 12. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, GOtt mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, und mit Gaben zieret schöne; die ganz ChristenIn eigener Melodie. 284. Wir glauben heit auf Erden halt in eigar eben; hie nen GOtt, Schöpfer, Him- all Sünd vergeben wermels und der Erden, der den; das Fleisch soll auch sich zum Vater geben hat, wieder leben; nach diesem daß wir seine Kinder wer- Elend ist bereit, uns ein den. Er will uns allzeit Leben in Ewigkeit. ernähren Leib und Seel Dr. Martin Luther. III. Vom Gebet. Mel. Christus, der ist Worte bei uns, Erlöser mein Leben. werth, daß uns beid hier 285. Ach bleib mit und dorte ſei Güt und deiner beschert. de bei uns, HErr JEsu Christ, daß uns hinfort nicht schade des båsen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht, dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach Vom Gebet. 233 4. Ach bleib mit deinem 4. Denn der kann mich Segen bei uns, du reicher bei dir vertreten mit SeufHErr, dein Gnad und alls zern, die ganz unaussprechVermögen in uns reichlich lich sind; der lehret mich vermehr. recht glaubig beten, giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe JEsu Chrifti fet, daher ich Abba, lieber Vater! schret. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein HErr 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch und GOtt, Beständigkeit deines heilgen Geistes Kraft verleihe, hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmaun. und Trieb, so bricht dein Vaterherz, und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die ir, dir, e- Bitte nicht versagen kann, hovah, will die ich nach deinem Wil len hab gethan. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truße und fåll die böse Welt. In eigener Melodie. 286. tch singen; denn wo ist doch ein solcher GOtt, wie 6. Was mich dein Geift du? Dir will ich meine selbst bitten lehret, das ist Lieder bringen; ach gieb mir nach deinem Willen eingedeines Geistes Kraft dazu, richt, und wird gewiß von daß ich es thu im Namen dir erhöret, weil es im JEsu Christ, so wie es Namen deines Sohns gedir durch ihn gefällig ist. schicht, durch welchen ich 2. Zeuch mich, o Ba| dein Kind und Erbe bin, ter, zu dem Sohne, da- und nehme von dir Gnad mit dein Sohn mich wie- um Gnade hin. der zieh zu dir: dein Geist 7. Wohl mir, daß ich in meinem Herzen wohne, dies Zeugniß habe, drum und meine Sinnen und bin ich voller Trost und Verstand regier, daß ich Freudigkeit, und weiß, daß den FriedenGOttes schmeck alle gute Gabe, die ich von und fühl, und dir darob im dir verlange jederzeit, die Herzen sing und spiel. giebst du und thust über3. Verleih mir, Höch- schwenglich mehr, als ich ster, solche Güte, so wird verstehe, bitte und begehr. gewiß mein Singen recht 8. Wohl mir, ich bitt in gethan; so klingt es schön JEsu Namen, der mich zu in meinem Liede, und ich deiner Rechten selbst verbet dich im Geist und Wahr- tritt; in ihm ist alles Ja heit an; so hebt dein Geist und Amen, was ich von mein Herz zu dir empor, dir im Geist und Glauben daß ich dir Psalmen sing bitt. Wohl mir, Lob dir im höhern Chor. ließt und in Ewigkeit, daß du 234 Dom Gebet. du mir schenkest solche Se- lich dich: HErr, sich auf ligkeit! Barthol Craffelius. mich, HErr, sieh auf mich! 4. HErr, zieh auch mich mit deinem Gnadenblick, In eigener Melodie. 287. mich und auf das, was ist dahinten; merke auf mein Wort, ogieb, daß ich mein Gesicht du mein treuer Hort, denn nur einzig dahin richt, wo ich will vor dir beten, und sich das Kleinod finden und jetzt vor deinen Thron im das Ziel erlangen möge, das Geist durch deinen Sohn du mir hast vorgestecket; mit Flehen gläubig treten; auch nicht werde laß und du giebst mir biezu das tråge, bis ich hab den Lauf Wollen. Weil wir aber vollstrecket, und geendet sedoch nicht wissen, was und liglich. HErr, ziehe mich, wie wir bitten sollen, wird HErr, ziehe mich! dein Geist mich lehren müssen schreien, seufzen inniglich: HErr, höre mich, HErr, höre mich! 5. HErr, stårke mich mit deines Geistes Kraft in meiner Ritterschaft, daß ich mög tapfer ringen. 2. HErr, lehre mich, und Zeuch du zu aller Zeit selbst öffne mein Gehör, daß ich vor mir her im Streit, zu deiner Lehr mich gånz- damit ich kann bezwingen lich möge kehren, und in Teufel, Sünde, Welt und des Herzens Grund die alles, was mir nach der Stimm aus deinem Mund Seelen stehet, und sich recht deutlich könne hören. freuet meines Falles; deine Mache den Verstand ver- Rechte sei erhöhet über mir, ständig, und den Willen dir so siege ich. HErr, stårke recht willig; mache meine mich, HErr, stärke mich! Sinnen bändig, daß fie sein 6. HErr, merk auf mich, gesinnt, wie billig, dir zu wenn ich bin in Gefahr, dienen heiliglich. HErr, leh- und doch nicht immerdar re mich, HErr, lehre mich! dich sehe oder höre. Wenn 3. HErr, fieh auf mich, du dich stellest hart, wie und läß dein wahres Licht deine Gegenwart mir gar und gnädig Angesicht mir entzogen wäre, da giebHoffleuchten und mich leiten. nung und Vertrauen, daß Bewahre meinen Gang, ich treu sei bis ans Ende, damit mein Leben lang und kann ich dich gleich mein Fuß nicht möge glei- nicht schauen, nimm mich ten, noch von deiner Bahn doch in deine Hände, daß abweichen. Laß mich nicht ich merk und fühle dich; die Tücke fällen, so die HErr, merk auf mich, Feinde mir erzeigen, die HErr, merk auf mich! mir Neß und Stricke stellen, darum flebh und bitt 7. HErr, weide mich auf einer grünen Au, wo mir Dom Gebet. 235 mir dein Gnadenthau das in meiner Seel dein Manna giebt zu schmecken, Salb- und Freudendl dir und mach mich satt und stets zu Ehren quille, und frisch an deinem Himmels- daß hier all mein Begintisch, den du hast lassen dek- nen, als ein Opfer, dir wohl ken für die, so nach dir ver- rieche. Endlich, wenn ich langen, als die Schafe dei- scheid von hinnen, gieb ner Weide; laß mich da mir dort die volle Gnuge. vollauf empfangen, wo die HErr, behalt mich ewigGäste deiner Freude süß lich; da hast du mich, da und freundlich schmecken hast du mich! dich; HErr, weide mich, HErr, weide mich! Mel. Straf mich nicht in deinem 3orn. 8. HErr, leite mich zum frischen Wasser hin 288. Mache dich, bin nach mein Geist, deiner Lebensquelle, und bereit, wache, fleh und bete, meine Seele ächst, als wie daß dich nicht die böse Zeit ein Hirsche lechzt nach der unverhofft betrete; denn es Erquickungs- Stelle, da du ist Satans List über viele ihr wirst voll einschenken Frommen zur Versuchung von den Strömen deiner Freuden, und sie wirst mit kommen. 2. Aber wache erst recht Wollust tränken, daß sie auf von dem Sündennicht mehr Durft darf lei- schlafe, denn es folget sonft den; dahin seufz ich dur- darauf eine lange Strafe; stiglich: HErr, leite mich, und die Noth sammt dem HErr, leite mich! Tod möchte dich in Sun9. HErr, labe mich, den unvermuthet finden. wenn ich vor Angst und 3. Wache auf, sonst Schmach im Kreuz und kann dich nicht unser HErr Ungemach muß gar in erleuchten; wache, sonsten Ohnmacht liegen. Sei wird dein Licht dir noch fer4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf antreffe, weil er sonst behende ist, daß er dich beaffe; und GOtt giebt, die er liebt, oft in seine Stra10. HErr, habe mich zu fen, wenn sie sicher schlafen. deinem Ehren- Faß, füll 5. Wache, daß dich nicht mich mit vollem Maaß von die Welt durch Gewalt deiner GOttesfülle, damit bezwinge, oder, wenn sie fich mir da Labsals gnug, und ne deuchten; denn GOtt laß mich den Geruch vom will für die Füll seiner Lebensbalsam riechen, der Gnadengaben offne Audurch Geist und Seele drin- gen haben. get und die Kräfte ganz verneuet, der da neues Leben bringet und gar von dem Tod befreiet, daß ich leb und lobe dich; HErr, labe mich, HErr, labe mich! 236 sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und Mel. An Wasserflüssen fieh, damit nie viel von Dom Gebet. Babylon. falschen Brüdern unter 289. Gott, der D du in 6. Wache dazu auch für besbrunst ganz gegen uns dich, für dein Fleisch und entbrennest, und dich aus Herze, damit es nicht lieder- unerforschter Gunst selbst lich GOttes Gnad ver- unsern Vater nenneft, der scherze; denn es ist voller du im hohen Himmel bist, List, und kann sich bald und alles siehst, was nieheucheln und in Hoffart drig ist, auch uns selbst haft schmeicheln. gelehret, wie man recht kräftig beten soll: gieb, daß der Mund dich Eifers voll von ganzem Herzen ehret. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denu der HErre muß dich frei von dem allen machen, 2. Laß deines hohen Nawas dich drückt und be- mens Ruhm, dem sich die strickt, daß du schläfrig Thronen beugen, und dem bleibest, und sein Werk der Engel Fürstenthum nicht treibest. pflegt Ehre zu erzeigen, vor 8. Ja, er will gebeten dem sich Luft und Erdreich sein, wenn er was soll buckt und die erschrecklich geben; er verlanget unser Höll erschrickt, bei uns dreiSchrein, wenn wir wol- heilig heißen; gieb reine len leben, und durch ihn Lehr, und hilf dazu, daß unsern Sinn, Feind, Welt, wir uns, großer GOtt, Fleisch und Sünden kraf- wie du, der Heiligkeit betig überwinden. fleißen. 9. Doch wohl gut, es 3. Bergönn uns, HErr, muß uns schon alles dein Gnadenreich auch noch glücklich gehen, wenn wir in diesem Leben, bis dağ ihn durch seinen Sohn wir dermaleinst zugleich mit im Gebet anflehen; denn dir in Freuden schweben; er will uns mit Füll dein werther Geist der wohn feiner Gunft beschütten, uns bei, daß unser Herz wenn wir glaubend bitten. nicht irdisch sei; er schenk 10. Drum so laßt uns uns seine Gaben, daß wir immerdar wachen, flehen, in dieser Wanderzeit den beten, weil die Angst, Noth Vorschmack süßer Ewigund Gefahr immer näher keit und Himmels- Sehtreten; denn die Zeit ist nung haben. nicht weit, da uns GOtt wird richten und die Welt vernichten. 4. HErr, was du willst und dir gefällt, muß auch vollendet werden, gleichwie in deinem Himmels- Zelt, also bei uns auf Erden. Hilf Joh. Burkhard Freystein. Dom Gebet. 237 Hilf, daß wir dir gehorsam| Jammerthal nichts Gutes sein in Lieb und Leid, in ist zu hoffen, weil nichts Luft und Pein; laß uns, als Elend, Müh und Qual wenn du betrübest, beden- allhier wird angetroffen: ken, daß du, HErr, uns so steh uns in dem Unfall schlägst, und es also zu bei, und mach uns von machen pflegst mit denen, demselben frei, bis daß die die du liebest. Zeit wird kommen, daß wir zu deiner Herrlichkeit aus sterblicher Beschwerlichkeit Leib ernähret; wend ab die ganz werden aufgenommen. schwere Kriegesnoth, die 9. Denn dein, HErr, Leut und Land verheeret, ist das Reich und Thron, daß wir gesund mit guter wir sind dein Untersassen; Ruh das kurze Leben brin- es muß vor deiner Allgen zu, gesegn all unsre macht Kron all andre Macht Sachen; treib Theurung verblassen; ob alle Welt ab und Pestgefahr; hilf, gleich wird vergehn, bleibt daß wir dir uns trauen gar, deine Kraft doch ewig stehn. und dich nur lassen machen. Lob, Preis sei deinem Na6. Daß unsre sündig men! Weil JEsus selbst Adamsart durch schreckli- so bitten heißt, und uns ches Verbrechen gar oft- die rechte Betkunft weist, mals ist dein Widerpart, sind wir erhöret. Amen. wollst du, o HErr, nicht Joh. Franc. rachen; gleichwie auch wir 5. Gieb uns heute unser täglich Brod und was den aus Herzengrund denselben, Mel. Es ist das Heil die durch That und Mund uns kommen her. Bater, ununs Leid anthun, vergeben. 290. HErr, gieb uns einen sanften Geist, der auch den es ist unmöglich auszusinselben Guts erweist, die nen, wie du recht anzuruuns stehn nach dem Leben. fen bist, Vernunft fanns 7. Berleih auch einen nicht beginnen: deßhalben Heldenmuth, wenn wir jetzt geuß, wie du verheißt, selbst follen kämpfen mit Teufel, über uns aus deinen Geist Welt und unserm Blut, der Gnad und des Gebetes. hilf, daß sie uns nicht 2. Daß er bei dir uns dampfen. Sei du der rechte kräftiglich mit Seufzen Mittelsmann, und nimm mög vertreten, so oft wir dich unser treulich an, lehr kommen, HErr, vor dich, unsre Arme kriegen, daß zu danken und zu beten; wir behalten Oberband, und laß nicht nur plappern unwenn der Feind ist über- sern Mund, hilf, daß zu mannt, mit großen Freu- dir aus Herzensgrund, o den siegen. großer GOtt, wir rufen. 8. Und weil in diesem 3. 3euch unser Herz zu Eir 238 Vom Gebet. dir hinauf im Beten und stuhl ist da bereit, die Hülfe im Singen, und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit ben Lippen nah, und nicht von dir geheiligt werd, dein Reich entfernet. laß zu uns kommen, dein zu erlangen: drum laß hier und an allem End uns stets aufheben heilge Händ, zu dir gen Himmel schreien. 9. Dein Nam, o GOtt, 4. Im Geist und Wahr- Will geschehe auch auf heit laß zu dir das Herz Erd, gieb Brod, Fried, uns immer richten; mit Nuß und Frommen, all unAndacht beten für und für, fre Sünden uns verzeih, steh ohn fremdes Denk- und uns in der Versuchung bei, Dichten. Gieb uns des erlös uns von dem Ülebel. Glaubens Zuversicht, daß 10. Dies alles, Vater, wir die Bitte zweifeln nicht werde wahr, du wollest es durch Christum zu erhalten. erfüllen, erhör und hilf uns immerdar, um JEsu Christi willen; denn dein, o HErr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß; bei dem allein auch bleiben, was ist dein Will, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt In eigener Melodie. mehr und mehr befördert 291. Sieh, hier bin 6. Laß uns im Herzen könig, lege mich vor detund Gemüth auf unsre nen Thron; schwache ThraWerk nicht bauen; auf deine nen, kindlich Sehnen bring unaussprechlich Gut laß ich dir, du Menschensohn! einzig uns vertrauen; ob Laß dich finden, von mir, wir es gleich nicht würdig sein, wollst du aus lauter Gnad allein uns doch der Bitt gewähren. der ich Asch und Thon. 2. Sich doch auf mich, HErr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn; 7. Du, Vater, weißt dich alleine, ich nur meine, was uns gebricht, weil wir dein erkaufter Erb ich bin. noch sind im Leben; es ist Laß dich finden, gieb dich dir auch verborgen nicht, mir, und nimm mich hin. in was Gefahr wir schweben. Um Beistand flehen 3. Ich begehre nichts, o HErre, als nur deine wir dich an, dein Vater- freie Gnad, die du giebest, herze uns nicht kann verlassen deine Kinder. den du liebeft, und der dich liebt in der That. Laß dich finden, der hat alles, wer dich hat. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in JEsu Christ empfangen; der Gnaden4. Himmelssonne, Seelen= Dom Gebet. 239 lenwonne, unbeflecktes 4. Dein Will gescheh, | GOtteslamm, in der Höhle HErr GOtt, zugleich auf meine Seele suchet dich, Erden wie im Himmelreich. o Bräutigam. Laß dich Gieb uns Geduld in Leifinden, starker Held aus denszeit, gehorsam sein in Davids Stamm. Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Hår, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Leibes- Noth; bhut uns, HErr, vor Unfried 6. Dieser Zeiten Eitel- und Streit, vor Seuchen keiten, Reichthum, Wol- und vor theurer Zeit, daß luft, Ehr und Freud sind wir in gutem Frieden stehn, nur Schmerzen meinem der Sorg und Geizes můHerzen, welches sucht die sig gehn. Ewigkeit. Laß dich finden 6. All unsre Schuldn vergieb uns, HErr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuldn und Fehl In eigener Melodie. 292. Vater ater unser vergeben gern; zu dienen im Him- mach uns all bereit in rechmelreich, der du uns alle ter Lieb und Einigkeit. heißest gleich Brüder sein 7. Führ uns, HErr, in und dich rufen an, und Versuchung nicht, wenn willst das Beten von uns uns der böse Geist ansicht han: gieb, daß nicht bet zur linken und zur rechten allein der Mund, hilf, daß Hand; hilf uns thun stares geh von Herzen Grund. ken Widerstand im Glau2. Geheiligt werd der ben fest und wohl gerust, Name dein, dein Wort bei und durch des heilgen Getuns hilf halten rein, daß stes Trost. 2 wir auch leben heiliglich, 8. Von allem Uebel uns nach deinem Namen wür- erlds, es sind die Zeitn und diglich. HErr, behut uns Tage bös; erlis uns vom vor falscher Lehr, das arm ewigen Lod, und trist uns verfübret Volk bekehr. in der letzten Noth; begroßer GOtt, ich bin bereit! Joachim Neander. 3. Es komm dein Reich scher uns auch ein seligs zu dieser Zeit, und dort her- End, nimm unser Seel nach in Ewigkeit. Der hei- in deine Hånd. lig Geist uns wohne bei mit 9. Amen, das ist: Es seinen Gaben mancherlei. werde wahr! Stårk unsern Des Satans Zorn und Glauben immerdar, auf groß Gewalt zerbrich, vor daß wir ja nicht zweifeln ihm dein Kirch erhalt. dran, 240 In gemeinen Nöthen. dran, was wir hiermit ge-| sprechen wir das Amen beten han auf dein Wort fein. Dr. Martin Luther. in dem Namen dein; so Vom Kreuz und Leiden, als einem Hülfsmittel. I. In gemeinen Nöthen. geuß aus deines Himmels Haus, HErr, deine Gut und Segen aus auf uns 293. HErr, der du und unsre Häuser. 5. Ach daß ich hören hast dein Land mit Gna- sollt das Wort erschallen den angeblicket, und des bald auf Erden, daß Friede gefangnen Jakobs Band sollt an allem Ort, wo geldst und ihn erquicket, Christen wohnen, werden. der du die Sünd und Mis- Ach daß uns doch GOtt sethat, die dein Volk vor sagte zu des Krieges begangen hat, hast våter- Schluß, der Waffen Ruh lich verziehen: und alles Unglücks Ende. 6. Ach daß doch diese böse Zeit sich stillt in guten 2. HErr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet, und nach dem Tagen, damit wir in dem Zorn das süße Gut der großen Leid nicht mögen Lieb und Huld gesendet, ganz verzagen. Doch ist ja ach frommes Herz, ach GOttes Hülfe nah, und unser Heil, nimm weg und seine Gnade stehet da all heb auf in der Eil, was denen, die ihn fürchten. uns betrübt und fränket. Mel. O JEfu Chrift, du höchstes Gut. 7. Wenn wir nur fromm 3. Lösch aus, HErr, det- sind, wird sich GOtt schon nen großen Grimm im wieder zu uns wenden; Brunnen deiner Gnaden; den Krieg und alle andre erfreu und trift uns wie- Noth nach Wunsch und derům nach ausgestandnem also enden, daß seine Ehr Schaden. Willst du denn in unserm Land und überzurnen ewiglich, und sol- alle werd erkannt, ja stelen deine Fluten sich ohn tig bei uns wohne. alles End ergießen. 8. Die Gut und Treue 4. Willst du, o Vater, werden schön einander grüuns denn nicht nun einmal ßen müssen: Gerechtigkeit wieder laben, und sollen wird einhergehn, und Fries wir an deinem Licht nicht de wird sie küssent. Die wieder Freude haben? Ach Treue wird mit Lust und Freud In gemeinen llöthen. 241 Freud auf Erden blühn, Vor Hagel und Unwetter, Gerechtigkeit wird von Vor dem ewigen Tod dem Himmel schauen. Behut uns, lieber HErre GOtt! 9. Der HErr wird uns viel Gutes thun, das Land Durch deine heilige Geburt, wird Früchte geben, und Durch deinen Todeskampf die in seinem Schooße und blutigen Schweiß, ruhn, die werden davon Durch dein Kreuz und leben; Gerechtigkeit wird Tod, dennoch stehn, und stets in Durch dein heiliges Aufvollem Schwange gehn zur erstehn und Himmelfahrt, Ehre seines Namens. In unserer lebten Noth, Paul Gerharb. Am jüngsten Gericht Die Litanei. Hilf uns, lieber HErre GOtt! 294. Kyrie, prie, eleison! Wir arme Sünder bitten, eleison! eleiſon! Du wollst uns erhören, lieber HErre GOtt! erhöre uns! Und deine heilige chriftHErr GOtt, Vater im liche Kirche regieren und Himmel, führen, Erbarm dich über uns! Ale Bischöfe, PfarrberHErr GOtt Sohn, der ren und Kirchendiener im Welt Heiland, heilsamen Wort und hetErbarm dich über uns! ligen Leben behalten, HErr GOtt, heiliger Geist, Allen Rotten und AergerErbarm dich über uns! nisien wehren, Sei uns gnädig! Verschon uns, lieber HErre GOtt! Sei uns gnädig! Chrifte, Kyrie, Christe, Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist nnd Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Bldden helfen und trösten, Erhör uns, lieber HErre GOtt! Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und theu- Allen christlichen Königen rer Zeit, und Fürsten Fried und Eintracht geben, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Unserm König steten Sieg wider seine Feinde gönnen, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schüßen, Vor Feur und WassersNoth, 11 U1nHilf uns, lieber HErre GOtt! Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, In gemeinen Nöthen. 242 Unsern Rath und Gemeine segnen und behüten, Erhör uns, lieber HErre GOtt! Mel. Dater unser im Himmelreich. von Allen, so in Roth und 295. Nimm Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, uns, HErr, du treuer GOtt, die schwere Straf und große Ruth, die Allen Schwangern und wir mit Sünden ohne Zahl Sångern fröhliche Frucht verdienet haben allzumal. und Gedeihen geben, Behut vor Krieg und theuAller Kinder und Kranken| rer Zeit, vor Seuchen, pflegen und warten, Feur und großem Leid. Alle unschuldig Gefange- 2. Erbarm dich deiner nen los und ledig lassen, bösen Knecht, wir bitten Alle Wittwen und Waisen Gnad, und nicht das Recht. vertheidigen und versorgen, Denn so du, HErr, den Aller Menschen dich er- rechten Lohn uns geben barmen, wolltst nach unserm Thun, Unsern Feinden, Verfol- so müßt die ganze Welt gern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber HErre GOtt! vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. O JEsu Christe, GOttes Sohn, Erhör uns, lieber HErre GOtt! 3. Ach HErr GOtt, durch die Treue dein mit Troft und Rettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auffrischer That: wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. du GOtteslamm, das 4. Warum willst du doch der Welt Sünde trägt, zornig sein über uns arme Erbarm dich über uns! O du GOtteslamm, das der Welt Sünde trågt, Erbarm dich über uns! O du GOtteslamm, das der Welt Sünde trägt, Würmelein? Weißt du doch wohl, du großer GOtt, daß wir nichts sind als Erd und Koth. Es ist ja vor deinm Angesicht unsre Schwachheit verborVerleih uns steten Fried! gen nicht. Christe, erhöre uns! eleison! eleiſon! Kyrie, Christe, ( Beide Chöre.) Kyrie, eleison! Amen. 5. Die Sünd hat uns verderbet sehr, der Teufel plagt uns noch vielmehr; die Welt, auch unser Fleisch und Blut, uns allezeit verführen thut: solch Elend kennst du, HErr, allein, ach laß uns dir befohlen sein. 6. Ge In gemeinen Nöthen. 243 6. Gedenk an deins wollest du verschonen, nicht Sohns bittern Tod, sich an sein heilig Wunden roth; die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; deß trosten wir uns allezeit, und hoffen auf Barmherzigkeit. 7. Leit uns mit deiner rechten Hand; und segne unsre Stadt und Land; gieb uns allzeit dein heilges Wort, behut vors Teufels List und Mord; verleih ein selges Stundelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller. In eigener Melodie. 296. D großer GOtt von Macht und reich von Gütigkeit, willst du das ganze Land ftrafen mit Grimmigkeit? Vielleicht möchten noch Fromme sein, die thäten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 2. O großer GOtt von Ehr, dies ferne sei von dir, daß Bis und Fromm zu gleich die strenge Straf berühr; der möchten etwa funfzig sein, die thaten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den WerFen lohnen. nach den Werken lohnen. 4. O großer GOtt von Stärk, schau an das arme Land, und wende von der Straf dein ausgestreckte Hand; der möchten etwa vierzig sein, die thaten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 5. O großer GOtt von Kraft, laß doch erweichen dich, weil das elend Gebet so oft erholet sich; der möchten etwa dreißig sein, die thaten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 6. O großer GOtt von Gnad, erhör auch diese Stimm, und in deinm hohen Thron das Seufzen tief vernimm; der möchten etwa zwanzig sein, die thaten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 7. großer GOtt von That, schau, wie die arme Erd von deiner Mildigkeit noch einen Wunsch begehrt; der möchten etwa zehen sein, die thaten nach dem Willen dein: drum wolleft du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 8. O großer GOtt von 3. O großer GOtt von Lob, wenn ja das Maaß Rath, laß die Barmher- erfüllt der Sünden, und zigkeit ergehen, und halt aus Zorn uns ganz verein mit der Gerechtigkeit; derben willt; so möchten der möchten fünf und vier- doch die Kinderlein thun gig sein, die thaten nach nach dem rechten Willen dem Willen dein: drum dein: drum wollest du ver11* scho 244 Bei großer Dürre oder um Regen. schonen, uns nicht nach und Herz zu dir in wahrer Sünden lohnen. Reu und Schmerz, und 9. großer GOtt von suchen der Sünd Verge= Treu, weil vor dir nie- bung und aller Strafen mand gilt, als dein Sohn Linderung; JEsus Christ, der deinen Zorn gestillt: so sich doch an die Wunden sein, sein 4. Die du verheißest qnådiglich allen, die darum bitten dich im Namen deins Marter, Angst und schwere Sohns JEsu Christ, der Pein; um seinetwillen unser Heil und Fürschone, uns nicht nach sprechr ist. Sünden lohne. 5. Drum kommen wir, V. 1-8. Balthasar Schnurr. 0 HErre GOtt, und klaV. 9. Jeremias Weber. 297. In eigener Melodie. enn wir in höchften Nöthen sein, und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zu sammen insgemein dich anrufen, o treuer GOtt, um Rettung aus der Angst und Noth. 3. Und heben unser Aug II. Bei großer gent dir all unser Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sich nicht an unser Sünde groß, sprich uns derselbn aus Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber. großer Dürre oder um Regen. Mel. Wo GOtt, der 2. HErr, unsre Sünd HErr nicht bei uns hält. bekennen wir, die wollst du Ah 298. 2 Erre, uns verzeihen: all unfre ch du gerech- Hoffnung steht zu dir, Trost, ter GOtt, wir habens wohl Hůlf thu uns verleihen; verdienet mit unsrer Sünd gieb uns Regen und Segen und Missethat, daß unser dein, um deines Namen Feld nicht grünet, daß willn allein, HErr, unser Menschen und Vich trau- GOtt und Trifler. rig sein. Wenn du zuschleußt denhimmel dein, so 3. Gedenke, HErr, an deinen Bund, um deines müssen wir verschmachten. Namens willen bitten wir dich Danksagung für erlangten Regen. 245 dich aus Herzensgrund, und Regen geben: den Himmel thu unser Noth stillen vom hast du zugericht, darinnen Himml mit dem Regen thust du schweben: allmächdein. Denn dein ist ja der tig ist der Name dein, solchs Himml allein, ohn dich alles kannst du thun allein, Fann es nicht regnen. HErr, unser GOtt und Tröster. Samuel Zehner. 4. Kein nichtger Göz vermag es nicht, daß er sollt für erlangten III. Danksagung Regen. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein, so neiget sich der Regen; wenn du aufthust, so samAG HErre meln wir; wenn Schuk 299. Ag GOtt, wir und Schirm herkommt von loben dich, und preisen dei- dir, mag uns kein Unglück nen Namen, daß du uns schaden. haft so gnädiglich unser Gewachs und Samen befeuchtet mit dem Regen warm: o höchster GOtt, dich doch erbarm, und ferner uns bedenke. 5. Behut uns auch, o treuer GOtt, mit allem unsern Samen vor aller Feind Gewalt und Spott zu Ehren deinem Namen. Beschüß vors Türken Ty2. Gieb fruchtbarn Regn rannei, vors Papstes Mord und Sonnenschein zu rech- und Trügerei durch JEter Zeit und Stunden, daß sum Chriftum, Amen. unser Land mit Früchten fein erfüllet werd gefunden. Mel. Der Tag ist hin, Krön du das Jahr mit dei- mein JEsu, bei mir bleibe. nem Gut, halt unser Feld 300. Bereite dich, mein in guter Hut, und unsre Furchen tranke. aus allen Kräften; entzeuch 3. Du weißt ja, daß wir den Sinnvon irdischen Gedeine Kind und hochgeliebte schäften, nimm alsobald Erben, dazu deins Sohnes dein Saitenspiel zur Hand, Brüder sind, drum laß uns und sing ein Lied in Geinicht verderben. stesglut entbrannt. Behut uns, HErr, vor Hungersnoth, und gieb uns unser täglich Brod aus reichen milden Gnaden. 2. Schwing ießt empor die Flügel deiner Sinnen, und preise GOtt, der von des Himmels Zinnen hat 4. Wenn du aufthust dein Gebet und Seuffen dein milde Hand, so stehet angehört. Sprich HEralls im Segen; wenn du ren- HErr, dein Nam ift gnädig anschauft das Land, hochgeehrt. 3. Du 246 Danksagung für 3. Du hörest stets des armen Volkes Flehen, und pflegest sein Geschrei nicht zu verschmähen. Wir ha- 301. Gefich Ott, des erlangten Regen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ben kaum dir, großer Gnadenthron, die Noth geklagt, nicht endet, hast du denn da hilfest du uns schon. die Vaterhand gänzlich von 4. Du siehest an das uns abgewendet? Willst lechzende Gefilde, und was- du uns und unser Land ferst es ganz gnädiglich und mit den vielgedräuten Pla= milde; du giebst Befehl, daß gen ganz und gar zu Bosich die Wolkenflut ergie- den schlagen? ßen muß, als wie sie jetzt auch thut. 2. Warum willst du, GOtt der Götter, über 5. Ein Tropfenstrom, uns so zornig sein? Ach getrieben von dem Winde was sind wir? aus Westen her, neßt unsre veln, Blätter, Würmer, dürren Gründe; und unser Schaum, ein leererSchein; Feld, das vor so schmächStoplaß doch unsre heißen tig schien, das siehet jett 3ähren deinen Zorn in ganz fruchtbar, frisch und Gnade kehren. grün. 3. Sieh, o HErr, das 6. Wo ist doch wohl Land muß trauern, weil ein GOtt dir zu verglei- es nicht getränket wird; chen? Wer hat wohl je unsre Necker sind wie verübet solche Zeichen, wie Mauern, so ist alles ausdu, o GOtt? Dir muß gedürrt; unsre Gründe der Sonnenschein, Wind, sind ganz trocken, und die Regen, Blik stets zu Ge- Saat die bleibet stocken. bote sein. 4. Ist der Himmel denn 7. Nun, großer HErr, verschlossen? Soll fortwir danken deinem Na hin das Wolkenfaß nicht men; wir danken ihm, daß mehr werden ausgegossen? er Gras, Frucht und Sa- Soll forthin des Himmels men zu rechter Zrit durch Naß nicht mehr unser Feld Regen- Thau erquickt, und ergößen, nicht mehr unsre wieder drauf ein warmes Saat benetzen? Wetter schickt. 5. Soll das Land nun 8. Auch bitten wir, laß eisern werden? Soll das deinen Gnadensegen sich Feld nun dde stehn? Solferner noch um unsre Fel- len wir sammt unsern Heerder legen, daß wir mit den gar verschmachten, gar Dank in Ruh und unge- vergehn? Ach HErr, laß frånkt genießen das, was dich doch bewegen, laß doch deine Hand uns schenkt. deinen Zorn sich legen. Johann Frand. 6. Denke doch an detnen Bogen, den du in die Luft Danksagung für erlangten Regen. 247 4. So bittn wir nun, dein Gnad und Gût im Wort und Fried uns stets behüt: die Frücht der Erden uns bewahr, und gieb uns heur ein reiches Jahr. Luft gestellt, als du deinen Bund vollzogen nach der Sintflut erster Welt; du. HErr, haft noch nie gebrochen, was du damals haft versprochen. 7. Ja, du haft mit dei- 5. Ein fruchtbar Wetnem Segen uns zu jeder ter uns bescher, dem Hagl Zeit beschenkt, haft mit und Ungewitter wehr, früh und spatem Regen un- Schnee, Regen, Wind ser durres Land getränkt; und Sonnen Schein alldenn dein Wort bleibt zeit deinm Wort gehorsam ewig stehen, muß gleich sein. Erd und Luft vergehen. 6. Heuschreckn und Rau8. Drum, o HErr, pen sind dein Ruth, alls, wir wollen trauen, du was Schaden an Früchten wirst unsre Bitt erhörn; thut; solch Ungeziefer, du wirst unsre Felder bau- HErr, vertreib, daß dein en, und derselben Früchte Gab unbeschädigt bleib. mehrn: du wirst uns mit Fülle speisen, daß wir dich drum werden preisen. Johann Frand. Mel. Wenn wir in höchsten Möthen sein. 7. Denk, daß wir arme Würmelein dein Gschöpf, Erbgut und Kinder sein, und warten auf dein milde Hand, uns aus deinm Wort und Werk bekannt. 302. Gott Vater, Um Sonnenschein. 8. Die liebe Sonn uns du scheinen laß, heiß wachsen deine Sonn läßt scheinen Erz, Brod, Kraut und über Bös und Fromm, Gras, daß Leur und Vieh und der ganzen Welt da- ihr Nahrung hab, und dich mit leuchst, mit Regn und kennen aus deiner Gab. Thau die Erd befeuchtst! Um Regen. 2. Die Berg machst du 9. Durch Chrift, dein von oben naß, und läßt Sohn, hör unser Bitt, drauf wachsen Laub und theil uns ein gnådgen ReGras; in Gång und Fels gen mit, und krön das Jahr gut Er du legst; Fried, aus deiner Hand, mit dein Schuß und Recht du sel- Fußstapfen dung das Land. ber heast. 10. Den HErrn von 3. Du giebst auch reich- 3ion dich man nennt, in lich Brod und Wein, daß aller Welt dein Güt man Menschen Herz könn fröh- kennt, hörst unsre Bitt und lich sein. Du deckst auch hilfft allein. Gieb Gnad, unsre Sünde zu; dein daß wir dir dankbar sein. Wort bringt uns Troff, Nikolaus Hermann. Fried und Ruh. IV. Dan k= 248 Danksagung für Sonnenschein etc. IV. Danksagung für Sonnenschein, nach langem Regen und Ungewitter. Feld, aus deinem TrauerMel. Auf meinen lieben zelt; steh auf und laß nun GOtt. wieder die süßen Sommer303. Nun ist der lieder zu deines Schöpfers Regen Luft und Freuwohlauf, mein Herz und den hören. Sinn, fing nach betrüb- 7. Sieh hier, der Sontem Leiden GOtt, deinem nen Zier geht wieder schön HErrn, mit Freuden. herfür; bringt nach dem GOtt hat sein Herz gekeh- Schlagg und Regen den ret, und unsre Bitt erhöret. lieben warmen Segen, 2. Sein Zorn war sehr und wirkt auf Berg und entbrannt auf uns und Thalen mit wunderlichen unser Land; er sprach: Strahlen. Ihr Menschenkinder geht, seid und bleibet Sünder, wollt von der Bosheit Straßen euch gar nicht wenden lassen. 8. Die Erde wird erquickt, und was durch Näß erstickt, das wird nun wieder leben, und reife Früchte geben; die Necker gut Ge3. Drum soll mein Him- treide, die Wiesen Gras melslicht sein Flares An- und Weide. gesicht in schwarze, trube 9. Die Baume werden Decken und dunkle Wol- schön in ihrer Fülle stehn; ken stecken, und für das die Berge werden fließen, helle Scheinen nur immer und Wein und Dele giezu euch weinen. ßen; das Bienlein wird wohl tragen bei guten warmen Tagen. 4. Bald aber fiel sein Grimm durch unsers Seufzens Stimm; das ewige 10. Davon wird unser Gemüthe dacht an sein Theil das ewge Gut und ewge Güte, und ließ auf Heil uns allesammt zumesunser Schreien ihm seinen sen; wir werdens sehn und Zorn gereuen. essen, und mit dem Gut 5. Die Wolken flohen der Erden zur Gnug erweg, der feuchten Winde sättigt werden. Steg, daher die Wasser, flossen, nahm ab und wärd verschlossen: des hohen Himmels Tiefen, die hörten auf zu triefen. 11. Nun, GOtt ist fromm und treu, sein Huld ist immer neu, und läßt sich leicht verfühnen, giebt, was wir nicht verdienen, 6. Steh auf, du mattes läßt gnädiglich sich finden, und Gebet um Sonnenschein etc. 249 und nicht nach unsern und Liebe, daß dein Herz Sünden. nicht betrübe mit mehrerm 12. Darum, so richte Zorn und Schmerze das nun, o Mensch, auch du allerfrömmste Herze. dein Thun zu GOttes Lob Paul Gerhard. V. Gebet um Sonnenschein bei vielem Regen. Freundlichkeit? Du bist ia unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelsaal dein klares Licht und Sonne, und las uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Mel. Wo GOtt der HErr nicht bei uns hält. 304. Ott, der du das Firmament mit Wolken thust bedecken, der du ingleichen kannst behend das Sonnenlicht erwecken, halt doch mit vielem Regen ein, und gieb uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauren Wo GOtt der weit und breit, die Früchte Mel. leiden Schaden, weil sie HErr nicht bei uns hält, von vieler Feuchtigkeit und 305. M. Michael Schirmer. ( Crügers Gesangb. v. 1640.) HErr GOtt der du deiSegen, HErr, den du ge- ner Schaar haft zugesagt zeigt uns Armen, sich zur auf Erden, daß sie von dir Erden neigt, und will fast soll immerdar im Kreuz gegar verschwinden. tröstet werden, dazu auch das tägliche Brod sammt Rettung aus der Angst und Noth reichlichen überkommen: 3. Das machet unsre Missethat und ganz verFehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß 2. Gieb reine Luft, warm wir in Nöthen schweben; Sonnenschein, gut Thau wir müssen zeigen unsre und fruchtbarn Regen, daSchuld: weil wir die Buße mit die Früchte wachsen nicht gewollt, so muß der fein durch deinen milden Himmel weinen. Segen, die hier zu Lande auf 4. Doch denke wieder früh und spat der Ackersan die Treu, die du uns mann geworfen hat haft versprochen, und wohn dein Wort in die Erde. uns in Genaden bet, wie 3. Ohn dich so ist all wir dich findlich suchen. seine Kunst, Fleiß, Arbeit Wie hält sich so hart dieser und Vermögen vergebens, Zeit dein Herz und sanfte wo du deine Gunst nicht 11** ge= 250 Bei großem Ungewitter. geben wirst zum Pflügen, naß, auf daß wir mögen und allen Samen wecken Scheun und Faß durch auf, daß er wohl reif, und deinen Segen füllen. seinen Lauf mit gutem Gwinn erlange. 4. HErr, straf uns nicht 6. Gieb gnädig, was uns deine Hand jetzt thut gar reichlich weisen, und thu in deinem Zorn, gedenk an damit im ganzen Land all deine Güte; den Weinstock Kreaturen speisen. So wird und das liebe Korn uns dich loben Groß und Klein, gnädiglich behüte vor Ha- die Alten und die Kinderlein, gel, Frost, Sturmwind und was auf Erden lebet. und Schlagg, vor Mehlthau und was schaden mag den Früchten insgemeine. laß uns walten; du weißt 7. Wir trauen dir, o HErre GOtt, dein Gnade 5. Vor großer Dürre wohl, was uns mangeln uns bewahr; vergieb uns thut, haft lange hausgeunsre Sünde, damit nicht halten, und wirst noch feretwa mit Gefahr das Wet- ner so regiern, daß man ter was anzünde. Halt wird deinen Segen spürn, auch das Erdreich nicht zu und deinen Namen preisen. VI. Bei großem Ungewitter. Mel. Erbarm dich mein, hin und her: mit Zittern und wirfst die Strahlen HErre GOtt. treten wir zu Hauf. 306. Ach Gott, wie schrecklich ist 3. Wir hatten wohl verdient, o GOtt, mit unsern dein Grimm, wenn du Sünden schwer und viel, ftark auf den Wolken gehst, daß du uns schlägst mit und deine schwere Donner- Grimm zu Tod, weil fast stimm in starkem Krachen niemand gehorchen will; von dir stößt. Wir arme, doch weil wir deine Kinder blide Menschenkind erken- seind, dein Volk und Schafe nen deine große Macht; deiner Weid, ein Volk, drum wir in Furcht und das seine Schuld beweint, Schrecken find, dieweil der so hoffen wir BarmherHimmel blißt und kracht. zigkeit. 2. Der Erdball, der sich 4. Wir wissen nichts und sonst nicht regt, in großer nirgends hin, wenn wir Furcht erschüttert sich; durchlaufen alle Welt, zu wenn du nur schnaubest, wem wir ficher möchten wird bewegt der Berge fliehn; all Kreatur zur Grund, und fürchtet dich. Rach sich stellt. Wir wissen Dein Arm ist stark, dein nichts als deine Gnad, die Hand ist schwer, wenn du alle Morgen neu aufgeht, im Zorn sie hebest auf, die groß ist und kein Ende hat Danksagung nach schwerem Ungewitter 251 hat, die jedermann stets| sonst mehr ist deinter Gab, offen sieht. vor Schlossen, Hagel, Wasserflut, vor Feur und anderm Wetterschad; halt uns, o GOtt, in deiner Hut, wir wollen rühmen deine Gnad. 5. Wir schreien aus dem Jammerthal durch Chriftum, deinen lieben Sohn, zu dir hinauf ins Himmels Saal: um seinetwillen un- 8. Du bist allein der ser schon! O Vater der HErr und GDtt, dem Barmherzigkeit, straf uns Donner, Blizz, Feur, Luft ja nicht, wie wirs ver- und Wind, ja alles fiehet schuldi; uns ist die Sünde zu Gebot, und seinen Wilherzlich leid, kehr dich zu len thut geschwind. Ach uns mit Gnad und Huld. HErr, wo ist dir jemand 6. Laß nicht anzünden gleich im Himmel und in deinen Bliß, was du an aller Welt? Wer hat ein Nahrung hast verehrt; vor solch gewaltig Reich, dem Donnerschlägen uns be- alles stracks zu Fuße fällt? schük, laß unsern Leib sein 9.Drum sprich ein Wort, unversehrt; sei du bei uns so weichet bald des schwein dieser Noth, zu dem all ren Wetters Grausamkeit; Hoffnung ist gericht: behut dein Wort durchdringet mit vor bösem schnellen Tod, Gewalt, drum uns zu retmit deiner Hülf verlaß ten sei bereit. Ach komm, uns nicht. ach komm und thu Beweis, 7. Bedecke du mit dei- daß du der rechte Helfer ner Hand Leib, Leben, seist; so wollen wir dir finHaus, Bieh, Gut und Hab; gen Preis sammt Chrifto die Frücht erhalt durch und dem heilgen Geift. Feld und Land, und was Johann Heermann. VII. Danksagung nach schwerem Ungewitter. INC 2. HErr, deine Macht Mel. Don GOtt will ich wir preisen, dein Zorn ist nich: lassen. uns bekannt; doch thuft 307. Wir haben du uns auch weisen, wie ießt ver- deine Gnadenhand, die dich nommen, wie du, HErr anfliehen, schüßt. Wer sich Zebaoth, zu uns bist schreck- zu dir bekehret, der bleibet lich kommen durch Blik unverzehret, wie sehr es und Feuersnoth. Wir wä- kracht und blitt. ren gar verzehrt, wenn du 3. ft Tribsal da mit es nicht gewendet, und Haufen, so denkst du jederHülfe zugesendet, wie wir zeit an die, so dich anvon dir begehrt. laufen, hilffi in Barmhertig 252 In Kriegeszeiten. zigkeit. Du hast an uns die wir uns dir vertrauen gedacht, wie du deß nicht mit starker Zuversicht. vergessen, der in der Arch 6. Dankopfer wir dir gesessen: haft ihn zu Lande bringen für dies, was du bracht. getha; von deiner Hülf 4. Das Wetter ist ver- wir singen: ach nimms trieben durch deine Gnad in Gnaden an durch Chriund Kraft; du bist stets bei stum deinen Sohn, um ſeiuns blieben, hast Sicher- nes Verdiensts willen, der heit verschafft, wie du, deinen Zorn kann stillen, HErr JEsu Christ, im der wahre Gnadenthron. Schiff das Meer bedräuet, 7. Wenn du am jungdie Jünger drob erfreuet, sten Tage, der schon ist gewehrt des Teusels List. angestellt, mit deinem 5. Du hast Haus, Hof, Donnerschlage anzünden Leib, Leben, und was ein wirst die Welt; so streck ieder hat, mit deinem aus deine Hand, und Schuß umgeben bei uns zeuch uns, die wir glauund unsrer Stadt. Dein ben an dich und treu freundlich Angesicht läßt verbleiben, hinauf ins du uns wieder schauen Vaterland. Joh. Heermann. VIII. In Kriegeszeiten. In eigener Melodie. ljekund zu dieser Fris laß uns hinfort dein gött308. Du Frieden- lich Wort im Fried noch fürst, HErr JEsu Christ, wahr Mensch 4. Verdient haben wir und wahrer GOtt, ein alles wohl, und leidens starker Nothhelfer du bist mit Geduld; doch deine im Leben und im Tod; Gnad größer sein soll, drum wir allein im Na- denn unsre Sünd und men dein zu deinem Va- Schuld. Darum vergieb ter schreien. nach deiner Lieb, die du 2. Recht große Noth fest zu uns trågest. uns stößet an von Krieg 5. Es ist groß Elend und Ungemach, daraus und Gefahr, wo Pestilenz uns niemand helfen kann, regiert; aber viel größer denn du; drum führ die ists fürwahr, wo Krieg geSach, dein Vater bitt, führet wird; da wird verdaß er ja nit im Zorn acht und nicht betracht, mit uns woll fahren. was recht und löblich wäre. 3. Gedenk, HErr, je- 6. Da fragt man nicht Bund an dein Amt, daß nach Ehrbarkeit, nach du ein Friedfürst bist, und Zucht und nach Gericht; hilf uns gnädig allesammt dein Wort liegt auch zu sol In Kriegeszeiten. 253 solcher Zeit, und geht im und Reue; die Feinde Schwange nicht. Drum stürz, dein Volk beschütz, hilf uns, HErr, treib von auf daß sichs ewig freue. Cyriafus Schneegaß. uns fern Krieg und all schädlich Wesen. MI. Nun lob mein Seel den HErren. 4. Erleucht doch unser Sinn und Herz durch 310. Ott Lob, Gnad, nun ist erden Geist deiner daß wir nicht treiben schollen das edle Fried- und draus ein Scherz, der Freudenwort, daß nunmehr unsrer Seelen schad. Druhen sollen die Spieß und JEsu Christ, allein du Schwerter und ihr Mord. bist, der solchs wohl kann Wohlauf, und nimm nun ausrichten. Jac. Ebert. wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, singe Mel. Was mein GOtt Lieder, im hohen vollen will, das gscheh allzeit. Chor. Erhebe dein Geieb G Fried, müthe zu deinem GOtt, und sprich: HErr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 309. o frommer, treuer GOtt, du Vater aller Gnaden, wend ab die groß vorstehend Noth, ver- 2. Wir haben nichts verhut all unsern Schaden. dienet, ais schwere Straf Der Feind mit Macht da- und großen Zorn, weil hin nur tracht, die Völker stets noch bei uns grünet zu verheeren, die deinen der freche, schnöde SünSohn, den Heiland fron, dendorn. Wir sind fürerkennen, lobn und ehren. wahr geschlagen mit har2. Gieb Fried, o- JEsu, ter scharfer Ruth, und lieber HErr, du Schüßer dennoch muß man fragen: deiner Heerde, es langet Wer ist, der Buße thut? an dein Amt und Ehr, Wir sind und bleiben böse, den GOttesdienst so wer- GOtt ist und bleibet treu, the; solchs alls der Feind hilft, daß sich bei uns löse mit Ernst jett meint, wills der Krieg und sein Geschrei. hindern und ausrotten; hier steh uns bei, HErr JEsu, frei, die Feinde mach zu Spotte. 3. Sei tausendmal willkommen, du there, werthe Friedensgab, jetzt sehn wir, was für Frommen dein 3. Gieb Fried, o HErr Bei- uns- wohnen in sich GOtt heilger Geist, du hab. Jn dir hat GOtt Trifter aller Bldden, dein versenket all unser Glück Hülf uns jetzt und all- und Heil; wer dich betrübt zeit letst, laß dein Kirch und frånket, der drückt ihm nicht verdden; das Gbet selbst den Pfeil des Herzerweck, den Glauben leids in das Herze, und stårk, gieb wahre Buß löscht aus Unverstand die güld 254 In Kriegeszeiten. güldne Freudenkerze mit nicht zu Schanden werden seiner eignen Hand. die, so in ihren Nöthen 4. Das drückt uns nie- und Beschwerden bei Tag mand besser in unsre Seel und Nacht auf deine Güte und Herz hinein, als ihr hoffen, und zu dir rufen. zerstörten Schlösser und 2. Mache zu Schanden Städte voller Schutt und alle, die dich hassen, die Stein; ihr vormals schd- sich allein auf ihre Macht nen Felder, mit frischer verlassen. Ach fehre dich Saat bestreut, jetzt aber mit Gnaden zu uns Arlauter Wälder und dürre, men; laß dichs erbarmen! wüste Haid; ihr Gräber 3. Und schaff uns Beivoller Leichen und blutgem stand wider unsre Feinde; Helden- Schweiß, der Hel- wenn du ein Wort sprichst, den, deren gleichen auf Er- werden sie bald Freunde; den man nicht weiß. sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus bei- 4. Wir haben niemand, den Augen rinnen, geh in dem wir uns vertrauen, dein Herz und denke nach: vergebens ists, auf Menwas GOtt bisher gesen- schenhülfe bauen: mit dir det, das hast du ausgelacht; wir wollen Thaten thun nun hat er sich gewendet und kämpfen, die Feinde und väterlich bedacht, vom dåmpfen. Grimm und scharfen Drin- 5. Du bist der Held, der gen zu deinem Heil zu ruhn: sie kann untertreten und ob er dich möchte zwingen das bedrängte kleine Häufmit Lieb und Gutes- thun. leia retten. Wir traun auf 6. Ach laß dich doch er- dich, wir schrein in Jesu wecken, wach auf, wach Namen: Hilf, Helfer! Joh. Heermann. auf, du harte Welt, eh Amen. als das starke Schrecken dich schnell und plößlich Mel. Singen wir aus überfällt. Wer aber ChriHerzensgrund. ftum liebet, sei unerschrock- 312. Treuer Wachnes Muths; der Friede, Israel, det er giebet bedeutet al- deß sich freuet Leib und les Guts. Er will die Seel, der du weißest alles Lehre geben; das Ende Leid deiner armen Chrinaht herzu; da sollt ihr stenheit, o du Wächter, bei GOtt leben in ewgem der du nicht schläfft noch Fried und Ruh. p. Gerhard. schlummerst, zu uns richt Mel. Herzliebster JEsu dein hülfreiches Angesicht. was hast du verbrochen. 2. Schau, wie große Err, unser Noth und Qual trifft dein GOtt, laß Volk jeßt überall; täglich wird 311. In Kriegeszeiten. 255 wird der Trübsal mehr: daß dem Feinde davor grau hilf, ach hilf! schüß deine und mit Zittern sie anschau. Lehr; wir verderben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 8. Liebster Schaß, Immanuel, du Beschützer meiner Seel, GOtt mit uns in aller Noth, neben uns 3. Hoherpriester JEsu und in uns GOtt, GOtt Christ, der du eingegangen für uns zu aller Zeit: trop bist in den heilgen Ort zu dem, der uns thut ein Leid! GOtt durch dein Kreuz GOttes Straf ist ihm und bittern Tod, uns ver- bereit. söhnt mit deinem Blut, 9. Deines Vaters starausgelöscht der Höllen ker Arm, komm, und unser Glut, wiederbracht das dich erbarm! Laß ießzt sehen höchste Gut! deine Macht, drauf wir 4. Sist auch heut ins hoffen Tag und Nacht; Vaters Reich, ihm an aller Feinde Koppel trenn. Macht und Ehren gleich, daß dich alle Welt erkenn, unser Mittler und Patron, aller HErrenHErren nenn. seine höchste Freud und 10. Andre trauen ihrer Kron, den er in dem Her- Kraft, ihrem Glück und zen trägt, wie sich selbst Ritterschaft: deine Chrizu lieben pflegt, dem er sten sehn auf dich, trauen keine Bitt abschlägt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadir fich feftiglich; laß sie werden nicht zu Schand; bleib ihr Helfer und Beidenthur, wir, die du mit stand; sind sie dir doch höchstem Ruhm dir erkauft ganz bekannt. zum Eigenthum: Deines Baters Zorn abwend, der wie lauter Feur jetzt brennt und schier alle Welt durch trennt. 11. Gürte dein Schwert an die Seit als ein Held, und für sie streit, und zerschmettre deine Feind, so viel ihr auf Erden seind. 6. Zeig ihm deine Wun- Auf die Hälse tritt du ihn, den roth, red von deinem leg sie dir zum Schemel Kreuz und Tod, und was hin, und brich ihren stolzen du mehr hast gethan, zeig Sinn. ihm unsertwegen an; sage, 12. Du bist ja der Held daß du unsre Schuld haft und Mann, der den Kriebejahlet in Geduld, uns gern steuern kann, der da erlanget Gnad und Huld. Spieß und Schwert zer7. JEsu, der du JE- bricht, der die Bogen macht sus heißt, als ein JEsus zu nicht, der die Wagen Hülfe leist! Hilf mit dei- gar verbrennt, und der sner starken Hand, Men Menschen Herzen wendt, bschenhilf hat sich gewandt; daß der Krieg gewinnt ein seine Mauer um uns bau, End. 13. JE 256 In Kriegeszeiten. 13. JEfu, wahrer Frie-| 3. So wahr GOtt GOtt defürst, der der Schlan- ist und sein Wort, muß gen hat zerknirscht ihren Teufel, Welt und HöllenKopf durch seinen Tod, pfort und was dem thut wiederbracht den Fried bei anhangen, endlich werden GOtt: gieb uns Frieden zu Hohn und Spott: GOtt gnädiglich, so wird dein ist mit uns, und wir mit Volk freuen sich, dafür GOtt, den Sieg wolln ewig preisen dich. wir erlangen. Johann Heermann. In eigener Melodie. 4. Drum sei getroft, du kleines Heer, streit ritterlich für GOttes Ehr, und 313. Verleih uns laß dir gar nicht grauen. Frieden Er wird den Feinden nehmn gnädiglich, HErr GOtt, den Muth: daß sie sterben zu unsern Zeiten; es ist in ihrem Blut, wirst du doch ja kein andrer nicht, mit Augen schauen. der für uns könnte streiten, 5. Amen! das hilf, HErr denn du unser GOtt al- Esu Christ, dieweil du leine.[ Gieb unserm Kd- unser Schutzherr bist, hilf nig und aller Obrigkeit uns durch deinen Namen: Fried und gut Regiment, so wollen wir, deine Gedaß wir unter ihnen ein mein, dich loben und dir geruhig und stilles Leben dankbar sein, und fröhlich führen mögen in aller fingen, Amen. GOttseligkeit barkeit. Amen.] Dr. Martin Luther. und EhrMel. Warum betrübst da dich, mein Herz. Mel. Kommt her zu mir, 315. Wie fund ist so spricht groß 314. Verzage nicht, schwer die Laft, die du uns o Häuflein aufgeleget haft, o aller Götklein, obschon die Feinde ter GOtt, GOtt, der du willens sein, dich gänzlich streng und eifrig bist dem, der zu verstören, und suchen nicht fromm und heilig ist. deinen Untergang, davon 2. Die Laft, die ist die dir wird recht angst und Kriegesflut, so ießt bang: es wird nicht lange Welt mit rothem Blut währen. die und heißen Thrånen füllt. 2. Dich tröste nur, daß Es ist das Feur, das hißt und deine Sach ist GOttes, brennt, so weit fast Sonn dem befiehl die Rach, laß und Mond sich wendt ihn alleine walten. Er 3. Groß ist die Last, doch wird durch seinen Gideon, ist dabei dein starker Schuh den er wohl kennt, dir hel- und Vatertreu uns gar fen schon, dich und sein nicht unbekannt. Du strafft, Wort erhalten. und mitten in dem Leid et= In Kriegeszeiten. 257 erzeigst du Lieb und Freund- 1 GOttes Gnad und Güt lichkeit. erkennt, der ist fürwahr 4. Wir unsers Theils durchaus verblendt. find dir verpflicht dafür, daß du dein Heil und Licht uns niemals ganz versagt; viel andre hast du abgelohnt, uns hast du ja noch oft verschont. 5. Wie manchmal hat sich hier und dar ein groBes Wetter der Gefahr um uns gezogen auf. Dein Hand, die Erd und Himmel trågt, hat Sturm und Wetter beigelegt. 6. Wie oftmals hat bei Tag und Nacht der Feinde 13. Laß diese Lieb als List und große Macht uns, eine Glut in uns entdeine Heerd, umringt; du zunden Herz und Muth; aber, o du treuer Hirt, haft gieb engelische Brunst, daß unsern Wolf zurückgeführt. alle unsre Nederlein zu 7. Viel unsrer Brüder fingen dir bereitet sein. find geplagt, von Haus und 14. Laß auch einmal Hof dazu verjagt; wir nach so viel Leid uns wieaber haben noch beim Wein- der scheinen unsre Freud stock und beim Feigenbaum des Friedens Angesicht, ein jeder seinen Siz und das mancher Mensch noch Raum. nie einmal geschaut in 8. Sieh an, mein Herz, diesem Jammerthal. wie Stadt und Land an 15. Sind wirs nicht vielen Orten ist gewandt werth, so sieh doch an, die, zum tiefen Untergang; so kein Unrecht ie gethan, der Menschen Hütten sind die kleinen Kinderlein. verstört, die GOtteshäu- Solln sie denn in der ser umgekehrt. Wiege noch mittragen 9. Bei uns ist ja noch solches schwere Joch? Polizei, auch leisten wir 16. Erbarm dich, o noch ohne Scheu dem HEr- barmherzigs Herz/ Sert, fo ren seinen Dienst; man vieler Seufzer, die der lehrt und hört ja fort und Schmerz uns aus dem fort alltäglich bei uns Herzen zwingt. Du bist GOttes Wort. ja GOtt und nicht ein 10. Wer dieses nun nicht Stein, wie kannst du denn will verstehn, läßts in die so harte sein? Luft und Winde gehn, und 17. Wir sind an bbbei so hellem Licht nicht sen Wunden krank, voll Et11. O frommer GOtt, nimm von uns hin solch Unvernunft; richt unsern Sinn, daß wir zur Dankbarkeit mit Lobgesang und süßem Ton uns finden stets vor deinem Thron. 12. Nicht unserm Werk, nicht unserm Thun, allein dir, dir, o Gnadenbrunn, gebührt all Ehr und Ruhm. Wir haben Zorn und Tod verschuldt, du zahlest uns mit Lieb und Huld. 258 In Sterbens- Läuften. Eiter, Striemen, Koth thun, das glauben wir, und Stank: du, HErr, obgleich noch wenig scheibist unser Arzt. Geuß nen für die Mittel in der ein, geuß ein dein Gna- Welt; wenn alle Mittel denil, so wird geheilet stille stehn, dann pflegt Leib und Seel. detn Helfen anzugehn. Paul Gerhard. 18. Nun, du wirsts IX. In Sterbens- Läuften. Mel, Wenn wir in höch- lieber Vater; denn unser geben wir, o GOtt, du ften Nöthen sein. Wandel ist bei dir, hier 316. A tt, wird uns nicht gerathen. in Gnaden wir von uns wend dies große ten sein, ist nur Elend, Kreuz und groß Elend, da- Trübsal und Pein: bei mit wir sind umgeben gar, und stehn all Augenblick in Gfabr. dir der Freuden warten. 3. Kein Frucht das Weizenkörnlein bringt, es 2. Behüt uns, deine fall denn in die Erden: Kinderlein, um Christi so muß auch unser irdunsers HErren Pein, vor scher Leib zu Staub und Pestilenz und schnellem Aschen werden, eh er kommt Tod, und laß uns nicht zu der Herrlichkeit, die du in dieser Noth. uns, HErr Christ, hast bereit durch deinen Gang zum Vater. 3. In dieser Noth ach laß uns nicht; wend von uns dein Zorn und Gericht, daß dir lobfinge unser Mund für deinen Schuh aus Herzen Grund. Bartholomäus Ringwaldt. 4. Was wollen wir denn fürchten sehr den Tod auf dieser Erden? Es muß einmal gestorben sein; o wohl ist hier gewesen, welcher wie Simeon entschläft, sein Sünd er= kennt, Christum ergreift; 317. 2ch lieben so muß man selig sterben. A Christen, 5. Dein Seel bedenk, seid getrost; wie thut ihr bewahr dein Leib, laß so verzagen, weil uns der GOtt den Vater sorgen: HErr heimsuchen thut? sein Engel deine Wächter Laßt uns von Herzen sa- sein, behüten dich vorm gen: Die Straf wir wohl Argen; ja, wie ein Henn verdienet han, solches be- ihr Kuchelein bedeckt mit kenn ein jedermann, nie- ihren Flügelein, so thut mand darfsich ausschließen. der HErr uns Armen. 2. In deine Hand uns 6. Wir wachen oder schlaMel. Wo GOtt der HErr nicht bei uns hält. In Sterbensläuften. 259 schlafen ein, so sind wir ja scheucht, ein jeder vor uns des HErren; auf Christum läuft und fleucht, als wawir getaufet sein, der ren wir verbannet. kann dem Satan wehren. Durch Adam auf uns komt der Tod, Christus hilft uns aus aller Noth: drum loben wir den HErren. Johann Gigas. Mel. HErr, fraf mich nicht in deinem 3orn. 318. 5. Lehramt und andre Ordnung mehr gehn nicht in vollem Schwange; all unsre Nahrung welket sehr, uns ist von Herzen bange, und wissen weder aus noch ein; o Vater, fich genådig drein, und thu uns wieder trösten. 6. Las ab von uns mit und getreu- deiner Ruth, nimm sie von er GOtt aller, die auf unserm Rücken: was bast dich hoffen, es hat uns du Nuh an unserm Blut, eine schwere Noth durch wenns der Tod thut hindeine Hand getroffen; dein zücken? Ein todter KörZorn der drückt uns mit ver dich nicht preist, noch Gewalt, und wirft die iemand zur Erkenntniß Menschen jung und alt weist deines heiligen Namit Pestilenz darnieder. mens. 2. Du bist gerecht, und 7. Erzeig uns Gnad, o dein Gericht kann unser frommer HErr, thu deinen keiner strafen; von wegen Grimm aufheben, und sei unsrer Sund geschicht, daß mit deiner Hülf nicht fern! wir so schnell entschlafen. du hast ja Lust zum Leben, Ja, unsre große Missethat und bist ein GOtt von dich so gar hoch bewogen Wahrheit feft, der seinen hat, dein Pfeil in uns zu 3orn bald fahren läßt, wen schießen. man dich herzlich bittet. 3. HErr, vergieb und 8. O JEsu Christe, unstraf uns nicht im Zorn sol ser Heil, thu alles Üebel gar geschwinde; kehr doch wenden; nimm doch den des Vaters Angesicht zu Bogen und die Pfeil aus deinem lieben Kinde; laß deines Vaters Händen; finken dein gerechten Grim, heiß den Verderber hören uns wieder zu Genad an- auf, daß er nicht so ge= nimm um deines Sohnes schwinde lauf, zu würgen willen. deine Brüder. 4. Sieh, HErr, wie 9. Dein Will gescheh, wir betrübet gehn, kraft- wir bitten all, uns nicht los, mit Furcht umgeben, in Noth verlasse; hilf uns in Angst und großen Sor- nach deinem Wohlgefalln, gen stehn, und in viel du weißt die rechte MaaKummer schweben. Die ße, und wirst wohl deine Nachbarschaft sich vor uns Zeit ersehn, wenn uns hierin 260 In Sterbens- Läuften. in soll Hülf geschehn, das Lust und Freud mit deinen wolln wir dir vertrauen. Augen sehen an der Gott10. O heilger Geist, mit losen Herzeleid, wenn Verdeiner Kraft die sterben sol- geltung wird geschehen; len stårke, daß man des weil der HErr ist dein Glaubens Ritterschaft an Zuversicht, und dir der ihrem End vermerke; und Höchst sein Schuß verfie also mit Fried und spricht, drum, daß du ihm Freud nehmen ein sanften vertrauest. Abescheid in Christo, unserm HErren. Bartholomäus Ringwaldt. M. Wo GOtt der HErr nicht bei uns hält. 319. 5. Kein Uebels wird begegnen dir, kein Plag dein Haus wird rühren: denn er sein Engeln für und für befiehlet, dich zu führen und zu behüten vor Wer Wer in dem Unfall, auf Händen tragen dein Fuß leke. des Höchsten ist, und sich GOtt thut ergeben, der 6. Auf Lown und Stspricht: Du, HErr, mein tern wirst du gehn, und Zuflucht bist, mein GOtt, treten auf die Drachen; Hoffnung und Leben, der auf jungen Löwen wirst du ja wirst erretten mich du stehn, ihr Zähn und vons Teufels Stricken Gift verlachen: denn dir gnädiglich und von der Pe- der keines schaden kann; stilenze. kein Seuch kommt dem 2. Mit seinen Flügeln vom andern an, der auf deckt er dich, auf ihn sollst GOtt thut vertrauen. du vertrauen; sein Wahr- 7. Er begehrt mein aus heit schüßt dich gwaltig- Herzen Grund und hofft lich, daß dich bei Nacht auf meine Güte; drum kein Grauen noch Betrüg- helf ich ihm zu aller Stund, niß erschrecken mag, auch ich will ihn wohl behüten; kein Pfeil, der da fleugt ich will allzeit sein Helfer bei Tag, weil dir sein sein, drum, daß er fennt Wort thut leuchten. den Namen mein, deß soll er sich ja trösten. 3. Kein Pestilenz dir schaden kann, die in dem 8. Er ruft mich an als Finstern schleichet; kein seinen GOtt, drum will Seuch noch Krankheit ich ihn erhören. Ich steh rührt dich an, die im Mit- bei ihm in aller Noth, ich tag umstreichet. Ob tau- will ihm Hülf gewähren; send stürben dir zur Seit, zu Ehren ich ihn bringen und zehen tausend ander- will, langs Leben ihm auch weit, soll es doch dich nicht geben will, mein Heil will treffen. ich ihm zeigen. 4. Ja du wirst auch noch 9. Ehr sei dem Vater und Von der Erkenntniß GOttes u. JEfu. 261 und dem Sohn und dem Pfad, daß uns der arge heiligen Geiste, als er im Feind nicht schad. Wer Anfang war und nun, der das begehrt, sprech: Amen. Sebald Heyden. uns sein Gnade leiste, daß wir wandeln in seinem Von den Gütern des Heils. I. Von der Erkenntniß GOttes und JEsu. Mel. O GOtt, du from-, vermenget. Ja wohl, haft mer GOtt. aber du gehalten auch den sagst: Ich Bund, du mit GOtt 320. Dua: in gemacht in jener Gnadenbin Christ. Wohlan, wenn Werk und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben, so steht es wohl um dich. Ich wünsche, was du sprichst, zu werden alle Tag, nämlich ein guter Christ. 2. Du sagst: Ich bin ein Christ. Der ists, der JEsum fennet, und seinen GOtt und HErrn ihn nicht alleine nennet, sondern thut 6. Du sagst: Ich bin ein Christ, weil GOttes Wort und Lehre ohn allen Menschentand ich fleißig auch mit Fleiß, was for- les und höre. Ja, Lieber, dert sein Gebot. Thust du nicht auch also, ist, was du sagst, ein Spott. thust du auch, was dieses Wort dich lehrt? Nicht ders hört, sondern thut, der ist bei GOtt geehrt. 7. Du sagst: Ich bin ein Christ, ich beichte meine Sünden, und laß beim Beichtstuhl mich auch of termalen finden. Findt aber sich, mein Freund, ich bitte, sag es mir, nach abgelegter Beicht die Behrung auch bei dir? 3. Du sagft: Ich bin ein Christ. Wer sichs will nennen lassen, muß lieben, was ist gut, mit Ernst das Bife hassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünden liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen giebt. stund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als GSttes Kind dich, wie du haft versprochen, in allem Thun erzeigt, dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 4. Du sagft: ich bin ein Christ; denn ich bin ia be- 8. Ach du bleibst nach sprenget mit Wasser in der wie vor; dein Worte, Werk Tauf, mit Chrifti Blut und Sinnen wird oftmals 262 Von der Erkenntniß GOttes årger noch; dein Vorsak muth Stell sich zeiget Haß und Beginnen geht nach und Neid, so bist du ganz dem alten Trieb, und was gewiß vom Christenthum noch gut soll sein, ist, wenn sehr weit. mans recht besteht, nur lauter Heuchelschein. 14. Sagst du: Ich bin ein Christ, und rühmst dich 9. Du sagst: Ich bin deß mit Freuden; thust aber ein Christ, ich laß mich du auch mehr, als andre speisn und trånken mit fluge Heiden? Ach, öfters dem, was Christus uns nicht so viel, als Gutes im Abendmahl will schen- fie gethan; sie werden dorken. Wohl, aber zeige mir, ten dich gewißlich klagen an. ob Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut? 15. Sag nicht: Ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was 10. Du sagst: Ich bin du sagst, Beweis und Zeugein Christ; ich bete, les niß geben. Die Wort find und singe, ich geh ins GOt- nicht genug; ein Chrift teshaus, sind das nicht muß ohne Schein das, gute Dinge? Sie sind es; was er wird genannt, im aber wenn sie werden so Wesen selbsten sein. verricht, daß GOtt auch stets dabei ein reines Herje Frieat. 16. Ach mein GOtt, gieb Genad, mich ernstlich zu befleißen, zu sein ein 11. Du sagst: Ich bin wahrer Christ, und nicht ein Christ. Ich kann dirs nur so zu heißen; denn nicht gestehen, es sei denn, welcher Nam und That daß ichs werd aus deinem nicht hat und führt zugleich, Wandel schen. Wer sagt der kommet nimmermehr und rühmet, daß er Christo zu dir ins Himmelreich). angehör, und auch sein Junger sei, muß wandeln gleich wie er. Johann Adam Haßlocher. In eigener Melodie. 12. Bist du ein solcher 321. Erleuchte mich, Christ, so mußt du sein gefinnet, wie JEsus Chri- Licht, ich bin mir selbst stus war. Wenn reine verborgen, und kenne mich Liebe rinnet aus deines noch nicht; ich merke dieses Herzens Quell, wenn du zwar, ich sei nicht wie ich demüthig bist von Herzen, war; indessen fühl ich wohl, wie der HErr, so sag: du ich sei nicht, wie ich soll. seift ein Christ. 2. Ich lebt in stolzer 13. So lang ich aber Ruh, und wußte nichts noch an dir erseh und spüre, von Sorgen vor diesem; daß Stolz und Uebermuth aber nun bin ich ganz voldein Sinn und Herz reler Brast, und mir selbst giere; wenn an der Sanft- eine Laft; was vormals met und JEsu. 263 meine Freud, macht mir führ mich, wie du willt; jekt Herzeleid. dein bin ich, wie ich bin, 3. Kein zeitlicher Verlust, nimm mich zu eigen hin. verursacht diesen Schmer- 9. Wer dies nicht gründzen, so viel mir ja bewußt; lich meint, deß Glaub ift mich liebt manch treuer noch untüchtig, der bleibt Freund, mich überwindt noch GOttes Feind; sein kein Feind, der Leib hat Hoffnungsgrund ist Sand, was er will, Gesundheit, und hält zuletzt nicht Stand. Hüll und Füll. Der einge Glaubensgrund ist dieser Gnadenbund. 4. Nein, es ist Seelenpein, es kommt mir aus 10. Hier, sorg ich, fehlt dem Herzen, und dringt es mir; die Lieb ist noch durch Mark und Bein. nicht richtig, die ich, HErr Nur dies, dies liegt mir Christ, zu dir jetzt habe; an, daß ich nicht wissen weil ich doch, beinah ein kann, ob ich ein wahrer Christe noch, die Welt Christ, und du mein E- und Lust noch mehr gesus bist. liebt, als deine Ehr. 5. Es ist nicht so gemein, 11. Mein Herz, begreif ein Christe sein als heißen; dich nu, ich muß es redlich ich weiß, daß der allein wagen; ich komm eh nicht des Namens fähig ist, der zur Ruh. Sagst du hiermit seine liebste Lust durch der Welt, und was dem Christi Kraft zerbricht und Fleisch gefällt, rein ab und lebt ihm selber nicht. Christo an, so ist die Sach gethan. 6. Es ist ein Selbstbetrug, mit diesem Wahn 12. Du Erdwurm, sollsich speisen, als ob dies test du dem Könge dich schon genug zur Glaubens- versagen, dem alles stehet probe sei, daß man von zu, der allein weis und Lastern frei, die auch ein reich, der alles ist zugleich, blinder Heid aus Furcht der selbst die ganze Welt der Schande meidt. erschaffen und erhält? 7. Der zeucht nur Chri ftum an, der aus ihm selbst 13. Wenn alles wird vergehn, was Erd und Himgegangen, und seines Flei- mel heget, so bleibt er fest sches Wahn, Vermögen, Lust und Rath, Gut, Ehr und was er hat, von Herzen haßt, und spricht: Nur JEsus ist mein Licht! 8. Das ist des Glaubens 14. Wer aber in der Zeit Wort und dürftiges Ver- mit ihm sich nicht vertrålangen: HErr JEsu, sei get, der bleibt in Ewigkeit mein Hort, Versöhner, von GOttes Freudenhaus HErr und Schild, und ganz, ganz geschlossen aus, verbestehn, sein Wesen nimmt nicht ab; die Gottheit weiß kein Grab, und wen er einmal kennt, deß Wohlstand nimmt kein End. 264 Von der Erkenntniß GOttes Erden, und dann dort ge= tröstet werden. vergiß er in dem Weh auch, deßhalben traurig gehn, oft einen Thränensee. vor GOtt mit Thränen 15. Wünscht nun GOtt ftehn: diese sollen noch auf den Vertrag, laß ihn dein Ja- Wort schlichten, o liebe Seel, und sag: Dir opfr 4. Selig sind die fromich gånzlich auf, o mein men Herzen, da man SanftGOtt, meinen Lauf und muth spüren kann, welche Geist und Leib und Blut, Hohn und Troß verschmerLust, Ehre, Hab und Gut. zen, weichen gerne jeder16. Thu, was du willst, mann; die nicht sucheneigne mit mir, werd ich nur zu Rach, und befehlen GOtt gerichtet zu deinem Preis die Sach; diese will der und Zier, ein Faß der Herr- HErr so schüßen, daß sie lichkeit, mit deinem Heil bekleidt, geheiligt nun und dann: wohl mir, so ists gethan. Buchfelder. noch das Land befißen. Mel, Freu dich sehr, o meine Seele. 322. K Dommt, last euch den HErren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl; die bekennen mit dem Mund, glauben fest von Herzensgrunde und bemühen sich daneben, Guts zu thun, so lang sie leben. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sei; die da lieben Gleich und Recht, sind aufrichtig, from und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen, die wird GOtt satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Noth, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für fie GOtt; die behülflich sind mit Rath, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 2. Selig sind, die Demuth haben, und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß 7. Selig find, die funGOtt werd allein gepreist, den werden reines Herzens danken dem auch für und jederzeit, die im Werk, für; denn das Himmelreich ist ihr. GOtt wird dort zu Ehren sehen, die sich selbst gering hier schätzen. Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen GOtt mit Freuden. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; die 8. Selig sind, die Frieden machen, und draufſehn ohn und JEsu. 265 ohn Unteriaß, daß man kennen bei meinem Unmög in allen Sachen flie- verstand, was Weisheit hen Hader, Streit und sei zu nennen; vor allem Has; die da stiften Fried aber gieb, daß ich dich und Ruh, rather allerseits recht verehr aus deines dazu, sich auch Friedens Geistes Kraft nach deines selbst befleißen, werden Sohnes Lehr. GOttes Kinder heißen. 2. Ich leb im Christen9. Selig sind, die můs- thum: laß mich durch chriftsen dulden Schmach, Ver- lich Leben auf deines folgung, Angst und Pein, Sohnes Pfad nach reiner da sie es doch nicht ver- Tugend streben; weil ich schulden, und gerecht be- dir zugesagt: ich wollte funden sein; ob des Kreu- deinen Willn, nach metjes gleich ist viel, sebzet ner Taufe Bund, genau GOtt doch Maaß und durch dich erfülln. Ziel, und hernach wird 3. Die Lehr entspringt ers belohnen ewig mit von dir: sei du mein rechder Ehren- Kronen. ter Lehrer. Bist du der 10. HErr, regier zu al- Weishett Quell, so sei len Zeiten meinen Wan- auch ihr Vermehrer. Was del hier auf Erd, daß ich hilft mir mein Bemühn, solcher Seligkeiten aus mein Lesen, mein StuGenaden dirn, willst du mich nicht Gieb, daß ich mich acht ge- dadurch zu wahrer Turing, meine Klag oft vor gend führn. fabig werd. dich bring; Sanftmuth 4. Mein Denken und mein Wort, mein Thun und auch mein Lassen re11. Daß ich Armen helf giere ganz nach dir. Soll und diene, immer hab ein ich was Weiters faffen, so reines Herz, die im Unfried gieb, daß dirs allein zu stehn, versühne, dir an- Lob und Ruhm gelang, hang in Freud und wie ichs in deinem Sohn Schmerz. Vater, hilf von und dir allein anfang. deinem Thron, daß ich 5. Sink ich unachtsamglaub an deinen Sohn, lich in Schwachheitssunund durch deines Geistes den, nieder, so richte du Stärke mich befleiße rechter Werke. Dav. Denicke nach 3. Heermann. Mel. O GOtt du frommer GOtt. mich bald durch deine Hülfe wieder, daß ich mich ftets auf dich mit offnem Angesicht, und nimmer weg von dir auf diese Weltbahn richt. auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe. 323. D Weisheit 6. Dein theures Pfand, aus der mein Geist, mein Ehre, Hbb, gieb du mir zu er- Gut und Leben sei dir, 12 266 Von der Erkenntniß GOttes o HErr, allein in Schutz gegeben. Höchster, was ich bin, werf ich in deine Hånd; wie du mein Anfang bist, so bleib auch stets mein End. Chriftian Knorr v. Rosenroth. deinen| mich willst haben recht und Mein schlecht. Mel. Alles ist an GOttes Segen. 6. Hilf, daß ich dem Fleisch absage, nicht nach eitlen Ehren frage, reinge selbsten Herz und Sinn. Laß mich diese Welt verachten, Christi Schmach viel höher achten, als Égyptens Lustgewinn. 324. Tie iebe Glieder, mach uns dir zum Preuer Vater, des alten Adams so aus einem heißen Trie- Opfer wieder, lehr mich be mich in Christo auser- nur zu Christo gehn. Aus wählt, und, eh ich zur des alten Adams Modern Welt geboren, schon zur muß der neue Mensch aufKindschaft auserkoren, und lodern, und in Christo aufden Deinen zugezählt, erstehn. 2. Hat mich zwar bis- 8. Wenn am Eitlen her gesehen als ein Faß des andre kleben, zwischen Luft 3ornes gehen, doch getra- und Furcht noch schweben, gen mit Geduld, so, daß oder blind zur Höllen gehn, du nicht wollen strafen, will ich meine Glaubensnoch mich aus dem We- flügel schwingen zu dem ge raffen mitten in der Sternenbügel, und auf Sündenschuld. meinen Heiland sehn. 3. Da ich dacht, ich war 9. Wird man gute Werk ein Christe, und davon zu hoch achten, andrer Wanreden wüßte, brauchte del sehr betrachten, und Kirch, Altar dabei, sang man sondre Gaben ehrt; und Guts den Armen thate, werd ich mich daran erfeine grobe Lafter hatte, gößen, wenn mir GOtt war es doch nur Heuchelei. mit Cbristi Schäßen nur den Glauben recht beschert. 10. Will der Satan seine Disteln wieder in die Rosen nisteln, und mich gerne 4. Todtes Werk, historisch Wesen ist, was sich die Welt erlesen, und für ihren Christum hält. Schatten, Bildnis, Schein und an sich ziehn, zeigt er setMeinen, Judas- Kuß und nes Reiches Schätze, stellt Heuchelweinen ist ist der subtil und grobe Neße: Glaube dieser Welt. laß ihn sich umsonst bemühn. 5. Hierin hab ich auch gestecket, bis du mich hast 11. Sollte mich Egypaufgewecket; ach daß ich ten reuen, und nach ihren nun wachte recht, und den Töpfen schreien, Herz und Gnadenzug bedachte, wie Geist nach Sodom sehn: du, Herre, der Gerechte, laß mich beten, wachen, kam und JEsu 267 kämpfen, Sünde, Tod und Herze brünstig sein, dich Hille dampfen, und dem Anlauf widerstehn. mein Heiland zu umfangen, und dir ewig anzuhangen: sei du mein, ich bleibe dein. 18. Wird mich Babel gleich vernichten, will mich auch selbst Zion richten, trag ich solches mit Geduld, und will mich dabei vergnügen, wenn ich nur kann sicher liegen unter meines Esu Huld. 12. Wird mir Kraft und Muth genommen, und, wenns soll zum Treffen kommen, ich nur hab den Willen noch: so verleih auch das Vollbringen, Weisheit, Kraft in allen Dingen, und zu tragen Christi Foch. 13. Will die Eigenheit 19. Esu, was du anmich fällen, oder schlagen gefangen, das erwart ich Trubsalswellen auf mein mit Verlangen: ach verschwaches Schifflein zu: siegl es doch einmal. Laß weiß ich, daß es JEsum mich durch dein Geist führet, und er selbst das auf Erden stark am innern Steur regieret, bringt es Menschen werden; salb auch in Port der Ruh. mich mit dem Freudendl. 14. Wer kein Herling 20. Ich will nach der will verbleiben, muß sich Stille streben, und an deiChristo einverleiben, und ner Liebe fleben; gieb ein ein guter Rebe sein; Spr- festes Herze nur, daß ich gen, Geiz und Wollust stets aufrichtig handle, lauhassen, sich allein dem Hei- terlich in Liebe wandle, als land lassen, meiden allen durch göttliche Natur. Heuchelschein. 21. HErr, bekehr doch 15. Wer auf seinen Hei- auch die Meinen, schreib land trauet, der hat auf sie zu der Zahl der Deinen, den Fels gebauet, und be- zeige ihn'n dein Angesicht; fitt den Himmel schon; ziehe sie von oben kräftig, ob er gleich muß zeitlich sei durch deinen Geist geleiden, folgt doch Herrlich schäftig, bringe sie zum keit und Freuden dort vor rechten Licht. seines JEsu Thron. 22. Ja laß auch die an16. HErr, du wollst mich dern Heerden bald herzu selbst bereiten, wie in Zeit geführet werden, und viel und Ewigkeiten du dein tausend Seelen sein, die armes Kind begehrst; du dich ihren Hirten nennen, kannst fråftgen, stärken, und in rechter Wahrheit gründen, Mittel, Zeit und kennen, einst mit dir gehn Wege finden, da du mir Himmel ein. dein Heil gewährst. 17. Ich will gerne halten stille, meine Heilgung 23. Daß wir künstig allesammet, wenn die Hochzeit anbenamet, und der fei dein Wille; laß mein Brautigam allda, helle 12* Glau 268 Von der Gnade und Liebe Glaubenslampen bringen, meine Höhle, rede doch zu und dem Lamm ein Loblied meiner Seele; lehr fie halfingen: Hallelujah, Gloria! Ludwig Andreas Gotter. ten bis in Tod deiner Liebe Liebsgebot. Hilf mir in dem Lieben üben, und GOtt über alles lieben, meinen Nächsten gleich wie 325. Te ster, deine ' reuster Mei- mich laß mich lieben inniglich. Worte sind die rechte Him- 3. Lehr mich englische melspforte; deine Lehren Geberden, laß mir deine sind der Pfad, der uns führt Demuth werden; geuß mir zu GOttes Stadt. O wie deine Sanftmuth ein, mach selig, wer dich höret, wer mich klug in Einfalt sein. von dir will sein gelehret; wer zu jeder Zeit und Stund schaut auf deinen treuen Mund. Also werd ich mich entbinden, und der Seelen Ruhe finden; also werd ich in der Zeit sein gelehrt in 2. Sprich doch ein in Ewigkeit. Johann Angelus. Mel. HErr, nicht schicke deine Rache. II. Von der Gnade und Liebe GOttes und JEsu. Schönheit dauert nicht; die Zeit fann alles das verwüsten, was Menschen326. Ach sagt mir hände zugericht. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe JEfum, der mein Ziel. nicht, von Gold und Schähen, von Pracht und Schönheit die- 4. Sein Schloß kann ser Welt; es kann mich ja keine Macht zerstören, sein gar nichts ergohen, was Reich vergeht nicht mit mir die Welt vor Augen der Zeit; sein Thron bleibt stellt. Ein jeder liebe, was stets in gleichen Ehren, er will: ich liebe JEsum, von nun an bis in Ewigder mein Ziel. Feit. Ein jeder liebe, was 2. Er ist alleine meine er will: ich liebe JÉsum, Freude, mein Gold, mein der mein Ziel. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Schak, mein schönstes 5. Sein Reichthum ist Bild, an dem ich meine nicht zu ergründen, sein Augen weide, und finde allerschönstes Angesicht, was mein Herze stillt. Ein und was von Schmuck jeder liebe, was er will: ich um ihn zu finden, verbleiliebe Efum, der mein Ziel. chet und veraltet nicht. Ein 3. Die Welt vergeht mit jeder liebe, was er will: ich ihren Lüften, des Fleisches liebe JEsum, der mein Ziel. 6. Er GOttes und JEſu. 269 6. Er kann mich über Er giebt ihn in den Tod alls erheben, und seiner hinein, ja in die Höll und Klarheit machen gleich; er ewge Pein; zu unerhörtem kann mir so viel Schätze Leide stößt GOtt sein einge geben, daß ich werd uner Freude. schöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wieEsum, der mein Ziel. der möchtest stehen, und 7. Und ob ichs zwar noch durch ein theures Lösegeld muß entbehren, so lang ich aus deinem Kerker gehen. wandre in der Zeit: so Denn du weißt wohl, du wird er mirs doch wohl ge- schndde Braut, wie, da währen im Reiche seiner dich GOtt ihm anvertraut, Herrlichkeit. Drum thu ich du, wider deinen Orden, billig, was ich will, und ihm allzu untreu worden. liebe Esum, der mein Ziel. Johann Augelus. 5. Darüber hat dich Sünd und Tod und Satanas Gesellen zu bittrer Angst und harter Noth beschlossen in der Höllen. 327. lo bat Gott und ist hier gar kein andie Welt ge- drer Rath, als der, den liebt, das merke, wer es GOtt gegeben hat: wer höret, die Welt, die GOtt den hat, wird dem Hauso hoch betrübt, hat GOtt fen der hollschen Feind so hoch geehret, daß er sein entlaufen. eingebornen Sohn, den Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 6. GOtt hat uns seinen eingen Schak, die einge Sohn verehrt, daß aller Kron, das einge Herz und Leben mit Willen hingegeben. Menschen Wesen, so mit dem ewgen Fluch beschwert, durch diesen soll genesen: 2. Ach wie muß doch ein wen die Verdammiß hat einges Kind bei uns hier umschränkt, der soll durch auf der Erden, da man doch den, den GOtt geschenkt, nichts als Bosheit findt, Erlösung, Trost und Gaben so hoch geschonet werden; des ewgen Lebens haben. wie hitzt, wie brennt der 7. Ach mein GOtt, meiVatersinn, wie giebt und nes Lebens Grund, wo schenkt er alles hin, eh als soll ich Worte finden? er an das Schenken des Mit was für Lobe soll Eingen nur will denken. mein Mund dein treues 3. GOtt aber schenkt Herz ergründen? Wie ist aus freiem Muth und dir immermehr geschehn? treuem, mildem Herzen Was hast du an der Welt sein einges Kind, sein gesehn, daß, die so hoch schönstes Gut in mehr dich höhnet, du so gar als tausend Schmerzen. hoch gekrönet? 8. War 270 Von der Gnade und Liebe 8. Warum behieltst du Sohn, der ihm so klar nicht dein Recht, und lie- und nah ans Herz gestelBest ewig pressen diejenge, let war, auch einzig helfen die dein Recht geschwächt sollte, durchaus nicht haund freventlich vergessen? ben wollte. Was hattest du an der für Lust, von welcher dir doch 13. So fahre hin, du tolle Schaar, ich bleibe war bewußt, daß sie für bei dem Sohne; dem geb dein Verschonen dir schåndlich würde lohnen. ich mich, deß bin ich gar, und er ist meine Krone. 9. Das Herz im Leibe Hab ich den Sohn, so weinet mir vor großem hab ich gnug, sein Kreuz Leid und Grämen, wenn und Leiden ist ist mein ich bedenke, wie wir dir Schmuck; sein Angst ist so gar schlecht uns beque- meine Freude, sein SterDie meisten wol- ben meine Weide. ment. len deiner nicht, und was du ihnen zugericht durch deines Sohnes Büßen, das treten sie mit Füßen. 14. Ich freue mich, so oft und viel ich dieses Sohns gedenke; dies ift mein Lied und Saitent10. Du frommer Vater spiel, wenn ich mich heimmeinst es gut mit allen lich frånke. Wenn meine Menschenkindern; du ord- Sund und Missethat will nest deines Sohnes Blut, größer sein, als GOttes und reicht es allen Sün- Gnad, und wenn mir meidern; willst, daß sie mit nen Glauben mein eigen der Glaubenshand das, was Herz will rauben. du ihnen zugewandt, sich völlig zu erquicken, fest in ihr Herze drücken. 15. Ei, sprech ich, war mir GOtt geneigt, da wir noch Feinde waren, so 11. Sich aber, ist nicht wird er ja, der kein Recht immerfort dir alle Welt beugt, nicht feindlich mit zuwider? Du bauest hier, mir fahren anjeko, da ich du bauest dort, die Welt ihm versühnt, da, was ich schlägt alles nieder. Dar- Böses te verdient, ſein um erlangt sie auch kein Sohn, der nichts verschulHeil, fie bleibt im Tod, det, so wohl für mich und hat kein Theil am erduldet. Reiche, da die Frommen, 16. Fehlts hie und da? die GOtt gefolgt, hin- Ei unverzagt! Laß Sorg kommen. und Kummer schwinden, 12. An dir, o GOtt, der mir das Größte nicht ist keine Schuld, du, du versagt, wird Rath zum haft nichts verschlafen; der Kleinen finden. Hat GOtt Feind und Hasser deiner mir seinen Sohn geschenkt, Huld ist Ursach deiner und für mich in den Tod Strafen; weil er den gesenkt: wie sollt er, laßt uns GOttes und JEsu. 271 im Sinn, ich geh und fieh, und wo ich bin; wie 17. Ich bins gewiß und froh und selig werd ich sterbe drauf, nach meines sein, wenn es wird sein GOttes Willen; mein und bleiben mein. Kreuz und ganzer Lebens- 7. An die mein Herz har lauf wird sich noch fröh- seine Lust, vollkommen ist lich stillen. Hier hab ich die Lieb und just; mein GOtt und GOttes Sohn, Ruhm ist all auf dich geund dort bei GOttes ftellt, o JEsu, Heiland Stuhl und Thron, da aller Welt. Martin Rindkart. wird fürwahr mein Leben in ewgen Freuden schweben. Paul Gerhard. uns denken, mit ihm nicht mir alles schenken. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Mel. Lobe den HErren, den mächtigen König der Ehren. 329. Christe, mein JEsum Leben, Hoffen, mein Glauben, 328. A denken oft mein Wallen und das, was und viel bringt Freud Christen kann schmecken und Wonn ohn Maaß und einzig gefallen: richte und Ziel; recht aber ho- den Sinn, treuer Welthetnigsüßer Art ist seiner land, dahin, Ruhm dir zu Gnaden Gegenwart. bringen vor allen. 2. Nichts Liebers meine 2. Einzig Geliebter, du Zunge singt, nichts Rei- Wonne, dich will ich erheners meinen Ohren klingt, ben; ich will mich gänzlich nichts Süßers meinem dir schenken und völlig hinHerzen ist, als mein herz- geben; nimmst du mich liebster JEsus Christ. hin, ist es mein großer Gewinn, keinen wird frånfen mein Leben. 3. O JEsu, Herzensfreud und Wonn, o Lebensbrunn, o wahre Sonn, 3. Eines, das nöthig, lag ohn dich ist alle Freud mächtig vor allen bestehen, unwerth, und was man Ruhe der Seelen; laß alauf der Welt begehrt. les, was eitel, vergehen; einzige Luft ist mir nun ferner bewußt, Christus, 4. JEsu, deine Lieb ist süß: wenn ich sie tief ins Herze schließ, erquicket sie mir ewig ersehen. mich ohne Zahl viel tau4. Herzog des Lebens, send, tausend, tausendmal. du wollest mich selber re5 doch mit mir den, der uns liebet für und für, mit Lieb belohnet Lieb allzeit, und Ach liebt und lobet gieren so, daß mein Leben ich selig und heilig mag führen. Gieb du den Geist, reiche, was göttlich nur hört nicht auf in Ewigkeit, heißt, anders die Seele zu 6. Mein JEsulein liegt zieren. 5. Frie 272 Von der Gnade und Liebe 5. Friedensfürst, laß mich| nung deß, der sich bekehret, im Glauben dir treulich wie bist du so milde, wenn anbangen; eile zu stillen man dich begehret! Wie dies Wünschen, mein höch- bist du so gutig im Sustes Verlangen; von dir chen der Blinden, wie wirst nichts mehr, Heiland, ich du denn heißen, wenn man jepo begehr, nimm mich dich wird finden! dir selber gefangen. 4. O JEsu, du Süße 6. Centnerschwer sind der inneren Güter, du mir die Bürden, wo du Brunnquell des Lebens, nicht willst tragen: alles du Licht der Gemüther, was irdisch ist, trachtet die wo du bist, muß alle die Christen zu plagen. Laß Freude verbleichen; man es denn sein: lebt man nur kann es mit feinem VerChristo gemein, der wirds langen erreichen. wohl können verjagen. 5. Die Zunge verstum7. Nun, nun, so will met und kann es nicht ich auch immer und ewig- sagen, so kann es auch lich hassen Bürden, die niemand in Schriften vorChriftum, das Kleinod, tragen; Erfahrung die lehnicht in sich einfassen. Er ret, vom Glauben getriesoll mir sein Reichthum ben, was dieses bedeute, und alles allein: GOtt, dich, JEsum, zu lieben. GOtt, wer wollte dich lassen! 6. Dich such ich im Bette des Nachts bis am Morgen, Joh. Wilh.Kellner v.Binnendorf. wenn ich mich im Zimmer Mel. Ach alles, was des Herzens verborgen. Himmel und Erden um- So heimlich, als öffentlich schließet. unter dem Haufen sieht 330. Durch bloßes man mich vor Liebe dir, niß dein, JEsu, genießen, 7. Ich geh mit Maria kann Sinnen und Herzen in eifrigem Trabe, und wie Honig durchsüßen; suche dich, JEsu, des Morwillst aber du selber dich gens im Grabe; da muß bei uns befinden, muß alles, ich im Denken mich krångeschweige der Honig, ver- fen und winden und winschwinden. seln, dieweil dich kein Auge 2. Man finget nichts fann finden. Schöners in himmlischen 8. So will ich das Grab Chören, man kann auch auf denn mit Thrånen begieErden nichts Lieblichers ßen, so soll denn mein hören, so ist auch im Den- Aechzen die Höhle durchfen nichts Süßers zu loben, schießen. Drauf kommst als JEsus, die Gabe des du, da will ich zu Füßen Vaters von obett. hinknieen, die faß ich und bin nicht herunter zu ziehen. 9. Rab3. O JEsu, du Hoff GOttes und JEsu. 273 9. Rabbuni, du König mit wir im Suchen noch der himmlischen Wunder, brünstiger werden. so kommst du, so siegst du 15. Weil er uns gelienoch immer jekunder. Obet, so laßt uns ihn lieSüße, die mehr als mit ben; sonst wird ja die Worten kann laben, wie Liebe durch Liebe getrieben. brennt mein Verlangen, Kommt, laßt uns doch seidich immer zu haben. nem Geruche nachlaufen, 10. So bleib denn, mein und was er gewünschet, Liebster, vor meinem Ge- das wünschet mit Haufen. sichte; erleuchte mich Ar- Christian Knorr v. Rosenroth. men mit himmlischem In eigener Melodie. Lichte. Treib ferme das 331.& ins Chriften Dunkel vom Geist und Herz vom Willen, mich kleine sich nach hohen Dingen, Welt lieblich mit Lichte zu füllen. ein irdisch Herz nach dem, was irdisch heißt. Hålt 11. Und gehst du, so GOtt die Seel, kann sie komm doch auch wieder kein Weltgeist zwingen, zur Seelen, laß leuchten weil GOttes Kraft fic die Wahrheit ohn alles stärkt und zu sich reißt. Verhehlen: so wird sich GOtt ist getreu: wenn das Eitle der Welt von man sich zu ihm wendet, mir trennen, ich werde vor fångt er wohl an, er mitLiebe beginnen zu brennen. telt, er vollendet. 12. Denn hast du mich, 2. Ja, er fimmt selbst JEsu, nicht erfilich gelie- zuvor mit seiner Gnade, bet? Wie lieblich, wie süß er suchet uns und will uns ists, wenn man sich so übet; zu sich ziehn: es schätzt viel tausend Ergötung ist der HErr so groß die arme bei dir zu spüren, es kann Made: ob sie gleich ſollt es ja niemand mit Wor- init Jona vor ihm fliehn, ten ausführen. liebt er sie doch, und will 13. I denn nicht im ganz ungern lassen das Leiden dein Herze zerflos- Sündenkind, er sucht es sen? Hast du nicht dein zu umfassen. Blut wie die Ströme ver 3. Ach öffne mir die gossen, daß ich nun, erlö- Tiefe meiner Sünden, laß set, mich GOtt kann ver- mich auch sehn die Liefe trauen, und ewig verhoffe deiner Gnad; laß keine sein Antlik zu schauen? Ruh mich suchen oder fin14. Kommt, Seelen, den, als nur bei dem, der kommt alle, lernt JEsum solche für mich hat; der erkennen, beginnet vorliebe da gerufen: Ich will euch mit mir zu entbrennen; erquicken, wenn euch die kommt, laßt uns ihn suchen Sünd und ihre Laft recht mit Eifer auf Erden, da- drücken. 12** 4. O 274 Von der Gnade und Liebe 4. O theures Lamm, das Herzens Trost, der mich dort Johannes sahe, wie durch sein Blut hat erlöst, es vom Anfang her er HErr JEsu Christ, mein würget ist, nimm weg von GOtt und HErr, mein mir die Sünd, und sei GOtt und HErr, in Schanmir nahe, daß ich dich seh den laß mich nimmermehr. und schmecke, wer du bist. 2. Es ist ja, HErr, dein Laß mich durch dich, o Gschenk und Gab mein Lamm, recht überwinden Leib und Seel und was mein größtes Kreuz, die ich hab in diesem armen Greuel meiner Sünden. Leben; damit ichs brauch 5. Gieb mir ein reines zum Lobe dein, zu Nuß Herz, damit ich sehe, was und Dienst des Nächsten kein natürlich Aug gesehen mein, wollst mir dein Gnahat; gieb deine Lieb ins de geben. Behüt mich, Herz, daß ich verstehe, was HErr, vor falscher Lehr, nie ein Mensch erfahren des Satans Mord und in der That; laß mich doch Lügen wehr; in allem Kreuz vom verborgnen Manna erhalte mich, auf daß ichs essen, und dein o JEsu, trag geduldiglich. HErr ewig nicht vergessen. JEsu Christ, mein HErr und GOtt, mein HErr und GOtt, trist mir mein Seel in Todesnoth. 6. So soll dein Lob dann von mir stets erklingen, so lang ich noch in dieser Schwachheit bin: dort aber 3. Ach HErr, laß dein werd ich dir ein neu Lied lieb Engelein am letzten singen; inzwischen nimm End die Seele mein in dies Lallen von mir hin, Abrahams Schooß tragen; bis ich dort werde mit der Leib in seinm Schlafden Seraphinen in deinem kämmerlein gar sanft, ohn Tempel Tag und Nacht dir einge Qual und Pein, ruhn dienen. Marie Magd.Böhmer bis am jüngsten Tage; alsdann vom Tod erwecke In eigener Melodie. mich, daß meine Augen selieb hen dich, in aller Freud, o hab ich dich, GOttes Sohn, mein Heio HErr; ich bitt, wollst land und mein Gnadensein von mir nicht fern thron. HErr JEsu Chrift, mit deiner Hülf und Gna- erhöre mich, erhöre mich, ich den: die ganze Welt nicht will dich preisen ewiglich. erfreut mich, nach Himml Martin Schalling. und Erden nicht frag ich, wenn ich dich nur kann 332. Herzlich In eigener Melodie. ch haben, und wenn mir gleich 333. Jiebe meine mein lieben, du doch mein Zuversicht, Stärke, ich will dich liebent, mein Theil und meines meine Zier, ich will dich lie GOttes und JEsu. 275 lieben mit dem Werke und Herzen keusche Brunst. immerwährender Begier; Laß meine Seele sich geich will dich lieben schön- wöhnen, zu üben in der stes Licht, bis mir das Her- Liebeskunst. Laß meinen ze bricht. Sinn, Geist und Verstand stets sein zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, dich will ich lieben, meinen GOtt; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, GOtteslamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so Herze bricht. Joh. Angelus. spåt erkennet, du hochbelobte Schönheit du, und Mel. HErr, nicht schicke dich nicht eher mein genendeine Rache. Esu, net, bu böchstes Gut und 334. Jebesine Liebesflamwahre Ruh; ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spåt geliebt. me macht, daß ich die Welt verdamme, wenn sie mir das eitle Spiel ihrer Liebe zeigen will, deine Treu ist meine Freude, deine- Wollust meine Weide, und dein Segen mein Gewinn, bis ich todt und selig bin. 2. Dich will ich zur Perlen haben, deine Freund5. Ich danke dir, du schaft soll mich laben, und wahre Sonne, daß mir dein ich will der Widerschein Glanz hat Licht gebracht; deiner Gegenliebe sein. ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. Deine Wollust will ich wissen, dich will ich im Geiste küssen; dir will ichentgegengehn, und dem Fleische widerstehn. 6. Erhalte mich auf dei- 3. Ach was ist der Mennen Stegen, und laß mich schen Lieben? Wenig Lust nicht mehr irre gehn; laß und viel Betrüben. Wiegt meinen Fuß in deinen We- die Freundschaft kaum ein gen nicht straucheln oder Loth, ach so ist da Centnerstille stehn; erleucht mir noth; will man eine Rose Leib und Seele ganz, du brechen, muß man sich vielstarker Himmelsglanz. fältigstechen, und ein Tröpflein Herrlichkeit führt ein Meer voll Herzeleid. 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem 4. M4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet, und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 276 Von der Gnade und Liebe 4. Aber deine Lieb ist nur Trauren, Kreuz und süße, und je mehr ich sie Qual, Jammer, Trubsal, genieße, desto mehr vertie- Leiden, Plagen, Schrecken, fet sich meine Seele ganz Furcht und stetes Zagen; in dich; und wenn ich in ach, mein liebster JEsu, deiner Liebe mich nur we- ach! reiß mich aus dem nig Stunden übe, ist die Ungemach. kurze Zeit fürwahr besser als sonst tausend Jahr. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. 5. Nun, mein Freund, ſoll ich im Leben dir das 336. Jefus, JE Herz noch weiter geben, nichts oder ladt mich deine Wahl als JEsus soll mein Wunsch zu des Himmels Hochzeit- sein und mein Ziel. Jezmahl: ach so laß an allem jund mach ich ein VerOrte hören die verliebten bündniß, daß ich will, was Worte: Ich bin dein, und JEsus will. Denn mein du bist mein, ewig soll die Herz, mit ihm erfüllt, rufet Liebe sein! nur: HErr, wie du willt. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; JEsus ist es, dem 335. Imeine Son- geben hat. Ich bin in dein Esu, JEsu, was er mir gene, meiner Seelen Eigen- Blut verhüllt: führe mich, thum, mein Vergnügen, HErc, wie du willt. Lust und Wonne, meine 3. Scheinet was, es set Hoffnung, Ehr und Ruhm, mein Glücke, und ist doch dir hab ich mich ganz er- zuwider dir: ach so nimın geben in dem Tod und auch es bald zurücke, JEsu, gieb, im Leben; du allein, mein was nüket mir. Gieb dich JEsu, du, du bist meiner mir, mein JEsu mild; Seelen Ruh. nimm mich dir, HErr, wie du willt. 2. Nichtes soll mich von dir trennen, nicht Verfol- 4. Und vollbringe deigung, Angst und Noth; nen Willen in, durch und ewig will ich dich erkennen an mir, mein GOtt. Deimeinen Heiland, meinen nen Willen laß erfüllen GOtt, meinen Fürsten und mich im Leben, Freud und Erretter, meines Leidens Noth; sterben als dein Untertreter; so, mein lieb- Ebenbild, HErr, wann, ster JEsu, so, so bin ich wie und wo du willt. vergnügt und froh. 5. Sei auch, JEsu, 3. Ach wann komm ich stets gepriesen, der du dich in den Himmel zu dir in und viel dazu hast geschenden Freudensaal; hier in fet und erwiesen, daß ich diesem Weltgetummel ist fröhlich schreie nu: Mir ge GOttes und JEsu. 277 geschehe, GOtt, mein 6. Nun, laß deine Macht Schild, wie du willt, mich merken, hilf dem SohHErr, wie du willt. ne deiner Magd; wenn mich Furcht und Schrecken nagt, wollst du deinen Knecht, Mel. Ach was soll ich mich, stärken; gieb mir Sünder machen. deines Geistes muth: JELubämilia, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. 337. JEfus ist mein sus ist mein höchstes Gut. 7. Ein Gelübd will ich dir ben, JEsus ist mein Le- geben, dein getreuer Knecht benskron, JEsus ist mein zu sein, dir am Wort zu Gnadenthron, ihme thu dienen rein, gieb mir nur ich mich ergeben; mich erhält sein theures Blut: JEsus ist mein höchstes Gut. gesundes Leben, gieb mir deines Geistes Muth: JEsus ist mein höchstes Gut. 8. So will ich mit Freu2. Ohne JEsum muß ich den bleiben in dem Hause sterben, ohne seiner Gna- deiner Ehr, gerne hüten den Schein hab ich lauter deiner Thür, und es lasHöllenpein, Leib und Seele sen mir verschreiben; dirsoll muß verderben; drum sein dienen Geist und Blut: JEArm mir helfen thut: JE- sus ist mein höchstes Gut. fus ist mein höchstes Gut. Achasverus Fritsch. 3. Hab ich dieses Gut im Herzeit, ei so hab ich alles Mel. JEfu, meine Freude. ich haben Toh, das mir keinmal brin- 338. Jerzett, Esu, Sonn im get Schmerzen, das mir machet Herz und Muth: JEsu, Freud in SchmerJEsus ist mein höchstes zen, JEsu, Seelenluft! ach Gut. wo bist du blieben in mei4. Also will ich mich nem Betrüben, JEsu, unverlassen auf den HErren bewußt? Ach komm bald, JEsum Christ wider alle mein Herz ist falt; wärme Teufelslist; wenn mich mich mit deiner Liebe, JE= Welt und Menschen has su, meine Liebe. sen, wenn mich schreckt der Höllen Glut: JEsus ist mein höchstes Gut. 2. Wenn ich dich nicht finde, quålet mich die Sünde, JEsu, Seelen5. Niemand kann mir trost? Mein Herz will Rettung senden, ohne verzagen von dem schweChrist, der Gideon, GOt- ren Nagen; du hast mich tes eingeborner Sohn, erlist; drum so komm, o welcher sich wird zu mir JEsu fromm, triste mich wenden mit der Engel mit deiner Liebe, JEsu, Schaar und Hut: JEsus meine Liebe. ist mein höchstes Gut. 3. Wo ich fit und gehe, wo 278 Von der Gnade und Liebe wo ich lieg und stehe, sehn, ohne dich, würd ich doch ich mich nach dir; deine nicht reicher werden, sonGnad und Treue, JEsu, dern nur beschweren mich. mir verneue immer für 2. Aber, wer dich kann und für; JEsu, Freud genießen, dessen Herze in Lieb und Leid, labe lebt in Freud; du kannst mich mit deiner Liebe, allen Schmerz versüßen, JEsu, meine Liebe. du kannst wenden alles 4. Nicht der blaue Him- Leid; sollt auch Leib und mel, nicht das Weltgetüm- Seel verschmachten, bleibst mel, nicht was zeitlich ist, du doch mein Trost und meine Seel vergnüget; al- Theil, daß ich freudig kann les mich betrüget, was verachten, was die Welt nur irdisch ist. allein, mein Freudenschein, warme mich mit deiner Liebe, JEsu, meine Liebe. GOtt acht für ihr Heil. 3. JEsu, du bleibst meine Liebe, dich hab ich mir auserwählt; scheint der 5. Treuer Hirt der See- Himmel gleich mir trübe, len, laß mich hier nicht und dein Angesicht verquäler in der Wüstenei; stellt, bist du doch mein ich bin matt und můde, Gnadensonne, die mich bringe mich zum Friede, wieder blicket an, und mach mich los und frei; meins Herzens Freud mir ist bang, ach bleib und Wonne, die mich nicht lang, weide mich mit nicht betrüben kann. deiner Liebe, JEsu, meine Liebe. 4. Nun hab ich es wohl getroffen, leb befreiet aller 6. Dort in jenem Le- Pein: der Genuß, anstatt ben, so du mir wirst ge- des Hoffen, ist mir nun ge ben, JEsu, meine 3fer, räumet ein; JEsus Liebe will ich dich mit Freuden, mich umfanget, und wofrei von allem Leiden, loben nach ich mich gesehnt, hab mit Begier: JEsu, Herz, ich vollig jekt erlanget, mein Liebesschmerz, segne bleib bei JEsu ungetrennt. mich mit deiner Liebe, JEsu, meine Liebe. Mel. Dalet will ich dir geben. Mel. O du Liebe meiner Liebe. meines 340. 3" Herzens 339. Esu, wenn Grunde dein Nam, HErr habe, ob mir sonst gleich Zeit und Stunde, drauf alls gebricht, du bleibt kann ich fröhlich sein. Ermeine beste Gabe, meiner schein mir in dem Bilde Augen Sonn und Licht; zum Trost in meiner Noth, wird auch Himmel und wie du, HErr Christ, so die Erden mir gegeben milde dich haft geblut zu Tod. 2. n GOttes und JEsu. 279 2. In meines Herzens 7. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all Chrisi, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Wenn kann ich fröhlich sein. Aus alles um mich trübe, ganz deinem Namen strahlen schwarz und finster ist, laß Heil, Leben, Kraft und schimmern deine Liebe in mir, o JEsu Christ. Glanz, die meine Seel bemalen mit JEsu Farben ganz. 8. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr 3. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf Christ, allein funkelt all Zeit kann ich fröhlich sein. Den und Stunde, drauf kann Wenn will ich auch behalten in ich fröhlich sein. meines Herzens Schrein, in mir will entstehen Angst, bis ich einst werd erkalten Schrecken, Furcht und und in dir schlafen ein. Scheu, laß eiligft mir aufgehen dein JEsus- Nam als neu. 4. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all 9. n meines Herzents Zeit und Stunde, drauf Grunde dein Nam, HErr kann ich fröhlich sein. In Christ, allein funkelt all meiner Seele leuchte dein Zeit und Stunde, drauf JEsus- Nam und Glut, kann ich fröhlich sein. Trok mich durch und durch be- Teufel, Sund, Tod, Hölle, feuchte dein theures Ro- daß ihr mich tastet an! hier fenblut. ist an meiner Stelle, der es euch wehren kann. 5. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr 10. In meines Herzens Christ, allein fnnkelt all Grunde dein Nam, HErr Zeit und Stunde, drauf Chrift, allein funkelt all kann ich fröhlich sein. So Zeit und Stunde, drauf magst du, Welt, gleich toben kann ich fröhlich sein. Ach und troßen, wie du willt: Vater, meiner schone, mein ich weiß, daß einer oben, deß Herz zu Fuße fällt, sich Nam ist Sonn und Schild. bloß zu deinem Sohne und 6. In meines Herzens seinem Namen hält. Grunde dein Nam, HErr 11. In meines Herzens Christ, allein funkelt all Grunde dein Nam, HErr Zeit und Stunde, drauf Christ, allein funkelt all kann ich fröhlich sein. Die Zeit und Stunde, drauf Sonne laß mir scheinen, kann ich fröhlich sein. Nun, mit dem Schild decken zu, JEsu, es soll glänzen dein so bleib ich auch im Wei- Nam an meiner Brust, nen und Stürmen in der bis du dies wirst ergänzen, Ruh. und ich erwach mit Luft. 12. Ju 280 Von der Gnade und Liebe 12. In meines Herzens| giebet, und mich kräftiglich Grunde dein Nam, HErr vertritt: Liebe, dir zc. Christ, allein funkelt all 7. Liebe, die mich wird Zeit und Stunde, drauf erwecken aus dem Grab kann ich fröhlich sein. Er- der Sterblichkeit, Liebe, schein mir in dem Bilde die mich wird umstecken zum Trost in meiner Noth, mit dem Laub der Herrwie du, HErr Christ, so lichkeit: Liebe, dir ergeb milde dich hast geblut zu ich mich, dein zu bleiben Tod. Johann Caspar Schade. ewiglich. Johann Angelus. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. In eigener Melodie. 342. Meine Seele, 341. Niebe, die du nich zum willst du ruhn, und dir immer gutBilde deiner GOttheit hast lich than; wünscheft du gemacht, Liebe, die du mich dir von Beschwerden und so milde nach dem Fall Begierden frei zu werden: haft wiederbracht: Liebe, liebe JEsum und sonst dir ergeb ich mich, dein zu nichts, meine Seele, so bleiben ewiglich. geschichts. 1800 2. Liebe, die du mich 2. Niemand hat sich je erforen, eh als ich geschaf- betrübt, daß er JEsum hat fen war, Liebe, die du geliebt; niemand hat je Mensch geboren, und mir Weh empfunden, daß er gleich warst ganz und gar: JEsum sich verbunden; Liebe, dir zc. JEsum lieben und allein 3. Liebe, die für mich ist so viel als selig sein. gelitten und gestorben in 3. Wer ihn liebt, liebts der Zeit, Liebe, die mir höchste Gut, das allein hat erstritten erge Lust vergnügen thut. Seine und Seligkeit: Liebe, dir zc. Liebe pflegt zu geben ewge 4. Liebe, die du Kraft Freud und ewges Leben. und Leben, Licht und Seine Liebe macht die Zeit Wahrheit, Geist und Wort, gleich der süßen Ewigkeit. Liebe, die sich bloß ergeben mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir zc. 4. Drum, so du von aller Pein, meine Seel, wünschst frei zu sein, so 5. Liebe, die mich hat du suchst dich zu ergößen, gebunden an ihr Joch mit und in ewge Ruh zu sehen: Leib und Sinn, Liebe, die liebe JEsum und sonst mich überwunden, und nichts, meine Seele, so mein Herz hat ganz dahin: geschichts. Liebe, dir zc. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele 5. Liebe Seele, ach daß du diese wahre Seelenruh doch nicht eher haft erkenlitt, Liebe, die das Lbsgeld net, und dein höchstes Gut ge= GOttes und JEsu. 281 genennet! Laß dirs leid sum lieben heißt in uns sein, sei betrübt, daß du unsers GOttes Geist. GOtt so spåt geliebt. 12. Ach du reine Liebes6. Schäße weitlich Freud glut, brenn in meinem und Lust kaum für Koth Sinn und Muth; nach der und Sündenwust, weil Liebe laß mich ringen, schret doch nichts von solchen mir zu in allen Dingen: Dingen dir kann wahre JEsum liebe und allein: Ruhe bringen. JEsum sonst kannst du nicht selia lieben und allein wird die sein. v. 1-4. Joh. Angelus. V. 5-12. 3 C. Schade. wahre Ruhe sein. 7. Nun, mein JEsu, schenke mir, daß ich einzig für und für liebe dich von ganzem Herzen; alles an- 343. Minu weißt mein Gott, dre zu verscherzen, und zu lieben dich allein soll mein am allerbesten das, was Wunsch und Wille sein. mir gut und nüßlich sei. 8. Geuß selbst deinen Hinweg mit allen MenGeist der Lieb, seine Brunft schenvesten, weg mit dem und süßen Trieb mildiglich eigenen Gebäu. GiebHErr, in mein Gemüthe; laß daß ich auf dich nur bau, mich schmecken deine Güte, und dir alleine ganz vertrau. dich zu lieben unverrückt und aus mir in dich verzůckt. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 2. Reiß alles aus aus meiner Seelen, was dich nicht sucht und deine Ehr; 9. Wie mag einer See- ja wollte es sich auch verlen sein, deren Liebe zu dir hehlen, so prüfe selbst je rein, die nichts wünschet, mehr und mehr mein innere nichts verlanget, als nur Beschaffenheit, und gieb dich, dem sie anhanget! Mehr als alles bist du ihr, was sie sucht, findt sie in dir. 10. Ruhe, Fried und Sicherheit, Leben, Lust, Trost, Heil und Freud giebet, JEfu, deine Liebe; o daß sich mein Geist er hübe, rein und fest zu lieben dich, hilf, mein Helfer, seufze ich. mir Herzens- Redlichkeit. 3. Daß ich könn in der Wahrheit sprechen: Du bist mein Abba, Licht und Heil; du heilest alle mein Gebrechen, und schenkest mir an Christo Theil; du bist mein allerbester Freund, ders allzeit herzlich mit mir meint. 4.Denn fann ich dich nur Vater nennen, o Abgrund 11. GOtt, die Lieb, in der Barmherzigkeit, so muß wem er bleibt, lieb zu hal- mir alles nüßen können, ten stets antreibt; daß er was man sonst heißet Kreuz in uns, kann man merken und Leid; denn auch das an der Lieb und ihren Bittre süße ist, wenn du, Werken. GOtt und E- o GOtt, im Herzen bist. 5. Drum 282 Von der Gnade und Liebe 5. Drum gieb, daß ich, Namens Ruhm stets diene recht findlich glaube, und in Gerechtigkeit und dir nur fein frisch und unver- beliebter Heiligkeit. zagt, jedoch in Demuth, 11. Du mußt das Gute mir zuschreibe, was dein selbst vollbringen in Worso heilig Wort mir sagt. ten, Werken und Verstand; Dein Geist erkläre meinem drum reiche mir in allen iGeist, was deine Vater- Dingen aus Gnaden deine ntreue heißt. Vaterhand; denn hier gilt 6. Du unerschaffnes nicht, wer rennen kann, höchstes Wesen hast vor der bloß kommts auf dein ErWelt an mich gedacht, und, barmen an. da ich gar noch nicht gewesen, den liebevollen Schluß gemacht, daß ich in Christo dein soll sein, und frei von aller Höllenpein. 12. Legst du was auf, so hilfs auch tragen; gieb mir Geduld in Leidenszeit, und sei in gut- und bösen Tagen mein Trost, mein Rath und 7. Dein Kind, mein meine Freud. Gieb De= JEsus, hat vollendet, was muth, Einfalt, Lieb und du beschlossen vor der Zeit, Zucht; was falsch und hat Schuld und Strafen hoch ist, sei verflucht. abgewendet, und mir geschenkt die Seligkeit. Dein Geift, der mir dies macht bekannt, ist alles dessen Unterpfand. 13. Nun Amen! es sei fest geschlossen; nur daß des heilgen Geistes Kraft bleib über mir stets ausgegossen, als welche alles Gute schafft: so bleibts in Ewigfeit dabei, daß du mein und ich deine sei. Israel Clauder. 8. Ich weiß nicht, was ich sonst soll sagen von der Treu, die ich stets verspürt, da du mich hast in meinen Tagen bis hieher wunderIn eigener Melodie. bar geführt. Fa dort bei 344. Nun freut dir in Ewigkeit ist mir das Beste noch bereit. ben Christen gmein, und 9. Nun, HErr, ich falle laßt uns fröhlich springen, dir zu Füßen, und bitt, o daß wir getrost und all in allerhöchstes Gut, laß mich ein mit Luft und Liebe finwie Wachs doch ganz zer- gen, was GOtt an uns fließen in dieser deiner Lie- gewendet hat und seine besglut. Ach gieb, daß eine süße Wunderthat, gar Gegentreu doch stets in theur hat ers erworben. meiner Seelen sei. 2. Dem Teufel ich ge10. Und weil ich auf so fangen lag, im Tod war viele Weise, mein Vater, ich verloren, mein Sünd bin dein Eigenthum, so mich quälte Nacht und gieb, daß ich auch dir zum Tag, darin ich war geboPreise und deines großen ren. Ich fiel auch immer tie GOttes und JEsu. 283 tiefer drein, es war kein mein, und wo ich bleib, Guts am Leben mein, die da sollst du sein, uns soll Sund hat mich beseffen. der Feind nicht scheiden. 3. Mein guten Werk 8. Vergießen wird er die galten nicht, es war mir mein Blut, dazu mein mit ihn'n verdorben; der Leben rauben; das leid ich frei Will haffet GOtts alles dir zu gut, das halt Gericht, er war zum Gutn mit festem Glauben. Den erstorben; die Angst mich zu Tod verschlingt das Leben verzweifeln trieb, daß nichts mein, mein Unschuld trägt denn Sterben bei mir blieb, die Sünde dein, da bist zuc Höllen mußt ich sinken, du selig worden. 4. Da jammert GOtt 9. Gen Himmel zu dem in Ewigkeit mein Elend Vater mein fahr ich von übermaaßen; er dacht an diesem Leben; da will ich sein Barmherzigkeit, er sein der Meister dein, den wollt mir helfen lassen; Geist will ich dir geben, er wandt zu mir das Va- der dich in Trübniß trdterherz, es war bei ihm sten soll, und lehren mich fürwahr kein Scherz, es erkennen wohl, und in der ließ sein Bestes kosten. Wahrheit leiten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie zu' rbarmen; fahr hin, meins Herzens Herzens werthe 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich GOtts werd Kron, und sei das Heil gemehrt zu Lob und seidem Armen, und hilf ihm nen Ehren; und hut dich aus der Sündennoth, er vor der Menschen Gsatz, würg für ihn den bittern davon verdirbt der edle Tod und laß ihn mit dir Schaß, das laß ich dir leben. zu leke. Dr. Martin Luther. Mel. Ich ruf zu dir, HErr JEfu Chrift. 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward: er kam zu mir aus Erden von einer Jungfrau rein und 345. JEfu Chrift, zart, er der werden. Gar heim- stes Licht, der du in deiner lich führt er sein Gewalt, Seelen so hoch mich liebst, er ging in meiner armen daß ich es nicht aussprechen Gftalt, den Teufel wollt kann, noch zählen, gieb, er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn 2. Gieb, daß sonst nichts. ich bin dein, und du bist in meiner Seel als deine Liedaß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen, und als dein Eigenthum nur einzig an dir hangen. 284 Von der Gnade und Liebe Liebe wohne; gieb, daß ich( zwingen, wohl durchdrindeine Lieb erwähl als gen, und diesen Lebenssaft meinen Schatz und Krone. mir deine Liebe bringen. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen, und nicht gönnen, daß all mein Muth und Sinn in deiner Liebe brennen. 7. daß mein Herze offen stund, und fleißig möcht auffangen die Tropfen Bluts, die meine Sünd im Garten dir abdrangen! Ach daß sich meiner Augen Brunn aufthat, und mit viel Stöhnen heiße Thränen vergösse, wie die thun, die sich in Liebe 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, JEsu, deine Liebe; wo diese steht, kann nichts entstehn, das meinen Geist Drum laß nichts anders 8. daß ich wie ein denken mich, nichts sehen, kleines Kind mit Weinen fühlen, hören, lieben, eh- dir nachginge, so lange bis ren, als deine Lieb und dich, dein Herz, entzündt, mit der du sie kannst vermehren. Armen mich umfinge, und 4. O daß ich dieses hohe deine Seel in mein GeGut möcht ewiglich be- müth in voller süßer Liebe siken! O daß in mir dies sich erhübe, und also deiedle Glut ohn Ende möch- ner Güt ich stets vereinigt te hißen! Ach hilf mir wa- bliebe! chen Tag und Nacht, und diesen Schatz bewahren vor den Schaaren, die wider uns mit Macht aus Geift betrübe. sehnen! 9. Ach zeuch, mein Liebster, mich nach dir, so lauf ich mit den Füßen; ich lauf und will dich mit Begier Satans Reiche fahren! in meinem Herzen küssen; ich will aus deines Mundes Zier den süßen Trost empfinden, der die Sunden und alles Unglück hier kann leichtlich überwinden. 5. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Noth und Tod gegangen, und haft am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr verwundt, ach laß mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch rizen und verwunden. 10. Mein Trost, mein Schak, mein Licht, mein Heil, mein höchstes Gut und Leben, ach nimm mich auf zu deinem Theil, wie ich mich dir ergeben. Denn 6. Dein Blut, das dir außer dir ist lauter Pein; vergossen ward, ist köstlich, ich find hier überalle nichts gut und reine; mein Herz hingegen böser Art und hart gleich einem Steine. als Galle, nichts kann mir tröstlich sein, nichts ist, das mir gefalle. Ach laß doch deines Blu11. Du aber bist die tes Kraft mein hartes Herze beste Ruh, in dir ist Fried und GOttes und JEsu. 285 und Freude; gieb, JEsu, Werke lehren, steuern, wehgieb, daß immerzu mein ren der Sünd, und nach Herz in dir sich weide; sei der That bald wieder mich meine Flamm und brenn bekehren. in mir; mein Balsam, 16. Laß sie sein meine wollest eilen, lindern, hei- Freud im Leid, in Schwachlen den Schmerzen, der allhier mich seufzen macht und heulen. heit mein Vermögen, und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe 12. Was ist, ach Schön- legen, alsdann laß deine ster, das ich nicht an deiner Liebestreu, HErr JEsu, Liebe habe? Sie ist mein bei mir stehen, Luft zuweStern, mein Sonnenlicht, hen, daß ich getroff und mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelbrod, mein Kleid vor GOttes Throne, meine Krone, mein Schuß frei mög in dein Reich einPaul Gerhard. gehen. in aller Noth, mein Haus, 346.* darin ich wohne. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 13. Ach liebste Lieb, ist in dem wenn du entweichst, was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst ist all mein Gut verloren. So gieb, daß ich dich, meinen Gast, wohl such und bestermaßen möge fassen, und, wenn ich dich gefaßt, in Ewigkeit nicht lasſen. befte D Der Freund auf Himmel, Erden sind die Freunde rar, denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein JEsus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege, mein JE sus stehet felfenfest, daß, 14. Du hast mich je und wenn tch gleich darnieder je geliebt, und auch nach liege, nich seine Freunddir gezogen: eh ich noch schaft doch nicht läßt; er etwas Guts geübt, warst ists, der mit mir lacht und du mir schon gewogen. Ach weint: Mein JEsus ist laß doch ferner, edler Hort, der beste Freund. mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten! 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nußen kann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an; doch bier 15 Laß meinen Stand, darin ich steh, HErr, deine Liebe zieren, und, wo ich ist es nicht so gemeint: etwa frre gch, aisbald zu- Mein JEsus ist der beste rechte führen; laß sie mir Freund. allzeit guten Rath und gute 4. Er läßt sich selber für 286 Von der Gnade und Liebe für mich tödten, vergeußt den Flüssen und in großen für mich sein eigen Blut, Wassergüssen und du spürst er steht mir bei in allen nicht seinen Fuß: so auch Nothen, er spricht für in dem Meer der Sorgen meine Schulden gut, er hålt GOtt seinen Pfad hat mir niemals was ver- verborgen, daß man nach neint: Mein JEsus ist der ihm suchen muß. beste Freund. 4. In den ungegründten 5. Mein Freund, der Gründen, wo nur tiefer mir sein Herze giebet; mein Schlamm zu finden, im Freund, der mein, und ich Angst-, Kreuz- und Todesbin sein; mein Freund, der meer sieht man oft die mich beständig liebet; mein Christen schwimmen und Freund bis in das Grab sich im Verducken frůmhinein. Ach hab ichs nun men, als obs schon vernicht recht gemeint: Mein loren war. JEsus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde, sie sind doch 5. Kein Besinnen kann ersinnen, wo man könne Hülf gewinnen; die Vergar zu wandelbar; und hätt nunft ist hier zu blind: ich hundert tausend Feinde, so frümmen sie mir nicht ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Verborgne ein Haar. Hier immer taugen, dem sie allzublöde Freund, und nimmer Feind: Mein JEsus ist der beste Freund. Benjamin Schmolt. Mel. O wie felig find die Seelen. sind. 6. Weil der HErr im Dunkeln wohnet und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht sieht: bleibt die Sorge 347.* Wunderan- wohl bei Sorgen; wer fang! nicht trauen auf morherrlichs Ende! wo die gent, dem auch keine Hülfe wunderweisen HånteGOt- blüht. tes führen ein und aus. 7. GOtt muß man in Wunderweislich ist sein allen Sachen, weil er alles wunderherrlich wohl kann machen, End und du und Anfang geben frei. Er wird, was er angefan2. Denke doch: es muß gen, lassen so ein End erso gehen, was GOtt weis- langen, daß es wunderlich heißt geschehen, ihm herrlich sei. Rathen, seine Thaten; sprichst: Wo wills hinaus? und dir zur Herrlichkeit; 8. Rollet er mit dir im ob der Anfang seltsam schei- Schrecken durch die Dornet, ist das End doch gut nen, durch die Hecken, über gemeinet: Friede folget Stock und über Stein, nach dem Streit. Berg und Thal und Fel3. GOttes Weg ist in senklüften, Feuer, Wasser und GOttes und JEsu. 287 und in Lüften und was treff ich das Ziel, daß ich mehr kann schrecklich sein: so viel ich kann und will, 9. So las dir doch nim- dich allzeit lieben könne. mer grauen, lerne deinem Nichts auf der ganzen weiGOtt vertrauen, sei getrost ten Welt, Pracht, Wollust, und gutes Muths. Er, Ehre, Freud und Geld, fürwahr! er wird es füh- wenn ich es recht befinne, ren, daß dus wirst am kann mich, ohn dich gnugEnde spüren, wie er dir sam laben, ich muß haben thut lauter Guts. reine Liebe; die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seiHerzen Fried und 10. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht nem kennt. Er wird dir dein Ruh, erfreuest sein GewisKreuz versüßen, daß du sen. Es geh ihm, wie es wirst bekennen müssen: woll auf Erd, wenn ihn Wunderanfang! herrlichs gleich ganz das Kreuz verEnd! Heinr. Arnold Stockfleth. zehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trau348.JE, JE- ern muß verschwinden. GOttes 5. Kein Ohr hat dies Sohn, mein Bruder und jemals gehört, kein Mensch mein Gnadenthron, mein gesehen noch gelehrt, es Schak, mein Freud und läßt sich nicht beschreiben, Wonne, du weißest, daß was denen dort für Herrich rede wahr, vor dir ist lichkeit bei dir und von alles sonnenklar und klarer dir ist bereit, die in der als die Sonne. Herzlich Liebe bleiben. Gründlich lieb ich mit Gefallen dich läßt sich nicht erreichen, vor allen, nichts auf Er- noch vergleichen den Weltden kann und mag mir schäßen dies, was uns dort lieber werden. wird ergoßen. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 2. Dies ist mein Schmerz dies krånket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich meldt, aus Liebe mich stets dich lieben sollte. Von dir übe, bis ich endlich werd laß mir deine Güte ins Ge- abscheiden und mit Freumüthe lieblich fließen; so den zu dir kommen, aller wird sich die Lieb ergießen. Trůbsal ganz entnommen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o JEsu, meine Freude sein, daß ich dich berzlich liebe; daß ich in dem, was dir gefällt, und mir dein klares Wort ver3. Durch deine Kraft 7. Da werd ich deine Sů 288 Von der Gnade und Liebe Süßigkeit, die jetzt be- 4. Damit entzünde mich, rühmt ist weit und breit, o GOtt, in Liebe laß mich in reiner Liebe schmecken, brennen: von dir laß mich und sehn dein liebreich An- bis in den Tod nicht Höh, gesicht mit unverwandtem nicht Tiefe trennen. Ach steh Augenlicht ohn alle Furcht mir, dich zu lieben, bei mit und Schrecken. Reichlich deines Geistes Stärke; gteb werd ich sein erquicket und mir, daß ich ohr Heuchelet geschmůcket vor deinm auf deine Lieb nur merke. Throne mit der schönen 5. Laß dich zu lieben mich Himelskrone. Job.Heermann. aufstehit, nach deinem Liebes- Willen; in Liebe laß Mel. Was mein GOtt mich schlafen gehn, ach will, das gscheh allzeit thu mein Seuffen stillen. Vater- Herz Hilf mir dich lieben, was o Liebes- ich kann, mit innigsten Bebrunst, 0 Brunnquell gierden, und wandeln bloß aller Gnaden, o himmel- die Liebesbahn zur ewgett breite GOttesgunst, komm, Liebeszierden. 349. heile meinen Schaden; 6. Nach deiner Lieb laß komm, fomm, nimm Herz all mein Tag des Herund Sinnen ein, durch- zens Pfeile schießen, nach schwemme meine Seele; ihr muß meiner Thrawasch ab, mach heilig, licht nen und rein die dunkle Her- sich zenshöhle. Bach mit Strömen ergießen; dein Liebe bleib mein Siegspanier, 2. Erlang mir wieder zu welchem ich geschwoGOttes Huld, still seines ren, sie sei mein Burg, Grimmes Wellen; lösch mein Schild, mein Zier, aus den Brand, der ewig ohn sie bin ich verloren. wollt mich brennen in der 7. Nun, Gott der Höllen; treib aus das Böse, Lieb, dir bloß allein will das in mir den Geist macht ich mich ganz ergeben; dir kalt und trübe; dein ew- soll mein Herz zu eigen ges Licht sei meine Zier, sein im Sterben und im o höchste GOttesliebe. Leben. Nichts soll aus 3. 3wing Herz, Gewis- meinem Mund hinfür als sen, Sinn und Muth, zu deine Liebe schallen; es folgen deinen Lehren, und soll kein Wort, das nicht laß mich stets in stiller u ihr gericht sei, mir Hut deins Worts Ver- entfallen. mahnung hören; dämpf 8. Der GOtteslieb richt aus in mir das fremde ich zu Ehrn mein Reden Feur, das aus der Höllen und mein Schweigen, und stammet; die ewge Glut diese Flamm in mir zu kommt mir zu Steur, die mehrn, wollst du mir bloß aus Lieb entflammet. Gnad erzeigen; daß ich zn= nehm GOttes und JEsu. 289 nehm in dieser Brunst, su fraget, so kann das Herdich mehr und mehr zu ze doch auf Rosen gehn. lieben. Ach lehr mich Kein Ungewitter ist mir völlig diese Kunst und zu bitter, mit JEsu kann meisterlich zu üben. ichs fröhlich überstehn. 9. Entzund in mir die 4. Wenn Satans Lift feusche Glut der JEsus- und Macht mich will verLiebesflammen, daß nicht schlingen, wenn das Geder Höllen strenge Flut wissensbuch die Sünden schlag über mir zusam- sagt, wenn auch mit ihrem men. Laß deine süße Lie Heer mich will umringen bespein ohn Aufhörn in die Hölle, wenn der Tod mir walten, und meines am Herzen nagt: steh ich Herzens Flåmmelein zu doch feste; JEsus der BeFeiner Zeit erkalten. fte ist, der sie alle durch sein Blut verjagt. In eigener Melodie. 5. Ob mich auch will die Schönster Welt verfolgen, haſſen, [ Lieb- bet ster] Immanuel, Herzog iedermann, von meinen der Frommen, du meiner Freunden auch gänzlich Seelen Troft, komm, komm verlassen, nimmt JEsus nur bald; du haft mir, höchfter Schatz, mein Herz genommen, so ganz vor Liebe brennt und nach dir wallt. Nichts kann auf Erden mir Liebers werden, als 6. Drum fahret immer wenn ich meinen JEsum hin, ihr Eitelkeiten; o stets behalt. JEsu, du bist mein und meiner doch sich herzlich an, und stärkt mich Můden, spricht: Sei zufrieden, ich bin dein bester Freund, der helfen kann. 350. 2. Dein Nam ist zucker- ich bin dein: ich will mich süß, Honig im Munde, von der Welt zu dir beholdselig, lieblich, frisch reiten, du sollst in meinem wie fühler Thau, der Feld Herz und Munde sein. und Blumen neht zur Mein ganzes Leben sei dir Morgenstunde; mein JE- ergeben, bis man mich sus ist es nur, dem ich einsten legt ins Grab hinein. vertrau. Dann weicht vom Herzen, was mir macht Schmerzen, wenn 351. ich im Glauben dich anbet und schau. su, GOttes Lamm, habe 3. Ob mich das Kreuze Dank für deine Liebe, die gleich hier zeitlich plaget, mich zieht aus reinem Triewie es bei Christen oft be von der Sünden pflegt zu geschehn: wenn Schlamm, JEsu, GOtmeine Seele nur nach JE- tes- Lamm! 13 2. DeiIn eigener Melodie. eelen- Bräu 290 Von der Gnade und Liebe 2. Deine Liebesglut( stirbt, emsig sich bewirbt stårket Muth und Blut; um den lebendigen Glauwenn du freundlich mich bett, der wird bald emanblickest, und an deine pfindlich schauen, daß nieBrust mich drückest, macht mand verdirbt, der der mich wohlgemuth deine Welt abftirbt. Liebesalut. 10. Nun ergreif ich dich, 3. Wahrer Mensch und du mein ganzes Sch; ich GOtt, Trost in Noth und will nimmermehr dich lasTod, du bist darum Mensch sen, sondern gläubig dich geboren, zu ersehen, was umfassen, weil im Glau verloren durch dein Blut ben ich nun ergreife dich. so- roth, wahrer Mensch und GOtt! 11. Wenn ich meinen muß, wird dein Thränen4. Meines Glaubens fluß nun die meinen auch Licht laß verlöschen nicht; begleiten, und zu deinen falbe mich mit Freudenble, Wunden leiten, daß mein daß hinfort in meiner Thränenfluß sich bald stilSeele ja verldsche nicht len muß. meines Glaubens Licht. 12. Wenn ich mich aufs neit wiederum erfreu, freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich erfreu mich mit dir aufs neu. 13. Hier durch Spott 6. Held aus Davids und Hohn, dort die Eh Stamm, deine Liebes- renkron; hier im Hoffen flamm mich ernähre und und im Glauben, dort im verwehre, daß die Welt Haben und im Schauen; mich nicht versehre, ob sie denn die Ehrenkron folgt mir gleich gram, Held aus auf Spott und Hohn. Davids Stamm! 14. JEsu, hilf, daß ich 7. Großer Friedefürst, allhier ritterlich alles durch wie hast du gedürstt nach dich überwinde, und in der Menschen Heil und deinem Sieg empfinde, wie Leben, und dich in den so ritterlich du gekämpft Tod gegeben, wie du riefft: für mich. Mich dürfit! großer Friedefürst! 15. Du mein Preis und Ruhm, werthe Garons8. Deinen Frieden gieb Blum, in mir soll nun aus so großer Lieb uns den nichts erschallen, als was Deinen, die dich kennen, dir nur kann gefallen, werund nach dir fich Christen the Sarons- Blum, du nennen; denen du bist lieb, mein Preis und Ruhm! deinen Frieden gieb. Adam Drefe. 9. Wer der Welt abMel. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren, und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. GOttes und JEsu. 291 Sünden. O tiefe Lieb, o Wunder- Gütigkeit, die unsre Seel von solcher Schmach befreit! 352. ei hochge- 6. Du hast uns Menlobt, barm- schen deinen Rath durch heriger GOtt, der du dich JEsum Christum wissen unser angenommen und lassen, damit du, was da uns in unsrer Seelennoth Odem hat, in ihm zusammit Hülfe bist zu statten men möchtest fassen; er ist kommen: du schenkest uns der Grund, auf welchem von deinem Himmelsthron alles steht, was lebt und dein liebes Kind- und ein- webt, was lieget, fitzt und gebornen Sohn. geht. 2. Du segnest uns in 7. Er stiftet Frieden thm, dem HErrn, mit über- zwischen GOtt und uns, schwenglich reichem Segen, da wir noch Feinde waren, und gehest unsrer Armuth und wird der Welt und gern mit deiner theuren Holl zum Spott, den FrieGnad entgegen; was sind den auch in uns bewahren. wir doch, du allerschönstes D Herrlichkeit, daß wir Gut, daß deine Lieb so in Frieden stehn! nun dürGroßes an uns thut? 3. Was dringet dich? Wir sind ja nur des er- 8. Lebt Chriftus doch sten Adams Sündenkinder, in uns, und wir sind auch und sind auch alle von Na- durch ihn mit GOtt vertur verderbte Menschen, bunden; wir haben seiner schnöde Sünder und frem- Lieb Panier als eine starke de vom Verheißungs- Le- Festung funden. In ihm ftament, arm, lahm und sind wir voll Ruh und bloß, blind, taub, stumm Sicherheit, und schmecken und elend. schon die Kraft der Seligkeit. 4. Allein, du Vater voller Gnad hast unsers 9. Du giebest uns auch Elends dich erbarmet, und das Erbtheil durch Chriuns nach deinem Gnaden- stum, der es uns erworben, rath in Christo, deinem als er, der HErr, zu unSohn, umarmet, daß wir serm Heil am bitterm Kreuin ihm, wie du zuvor be- zesstamm gestorben; und dacht, nun Kinder sind sein Verdienst und Leiden und angenehm gemacht. macht allein, daß dir zum Preis wir nunmehr etwas sein. 5. Du läsfest uns in JEsu Blut Heil, Leben und ErIbsung finden, und wäschest 10. Durch dich und JEdurch die edle Flut uns sum, unsern Hort, erkenvon dem Unflath aller nen wir das Wort der 13* WahrMel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dant, Kraft und Macht. fen wir getrost zum Vater gehn. 292 Von göttlicher Vorsorge Wahrheit, und wachsen aus reiner Lieb in deinem immer fort und fort im Wege gehn, und deinen Lichte zur vollkommnen Ruhm mit Mund und Herz Klarheit; du selbsten bist erhöhn. das wesentliche Licht, das 14. So, Bater, so bist durch den Sohn die Fin- du bereit, in, durch und sterniß vernicht. um des Sohnes willen, 11. Du, Vater, wirkest den du gezeugt von Ewigauch durch ihn in uns den keit, uns mit dir selber zu lebendigen Glauben, den erfüllen, auf daß wir nichts, uns die Welt nicht kann er aber allerlei, ia alles gar entziehn, noch Satan aus in allen Dingen sei. dem Herzen rauben. Er 15. Drum wollen wir, wirket selbst, und seines HErr, deine Macht, du Geistes Trieb macht unsre Vater aller Herrlichkeiten, Seel unsträflich in der Lieb. die unsre Seel so wohl be12. Du hast mit deines dacht, von Herzen rühmen Geistes Pfand durch Chri- und ausbreiten. Es rühme stum unsre Seel geschmük- dich und deine große That ket, und ihn auf unsre was rühmen kann, was Brust und Hand zum festen lebt und Odem hat. Siegel aufgedrucket, zur 16. Ja, treuer GOtt, Versichrung, daß wir zu wir loben dich und ehren deinem Ruhm dein Erbe deinen großen Namen; sein und auch dein Eigen- Herz, Seel und Geist erthum. hebet sich und finget Hal13. Nun was wir sind, lelujah, Amen! Der HErr das kommt von dir: in ist GOtt, der dreimal heiChristo hast du uns ge- lig heißt, GOtt Vater, schaffen zum Lobe deiner Sohn und auch GOtt Macht, daß wir in GOttes heilger Geist. Kraft und Geistes Waffen Ludw, Andr. Gotter. III. Von göttlicher Vorsorge und Regierung. In eigener Melodie. 353. Befiehl du der wird auch Wege finden. da dein Fuß gehen kann. 2. Dem HErren mußt deine We- du trauen, wenn dirs soll ge, und was dein Herze wohl ergehn; auf sein Werk frånkt, der allertreusten mußt du schauen, wenn Pflege deß, der den Him- dein Werk soll bestehn. mel lenkt; der Wolken, mit Sorgen und mit GråLuft und Winden giebt men und mit selbst- eigner Wege, Lauf und Bahn, Pein läßt GOtt ihm gar nichts und Regierung. 293 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein wei3. Dein ewge Treu ser Fürst, und wird sich und Gnade, o Vater, weiß so verhalten, daß du dich und sieht, was gut sei oder wundern wirst; wenn er, schade dem sterblichen Ge- wie ihm gebühret, mit blut; und was du dann wunderbarem Rath die erlesen, das treibst du, star- Sach hinausgeführet, die ker Held, und bringst zum dich bekümmert hat. Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darfnicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner fich begeben, und solltst du für und für in Angst und Ndthen schweben, als frag er nichts nach dir: 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu 5. Und ob gleich alle verbleibst, so wird er dich Teufel hier wollten wider- entbinden, da dus am mindstehn, so wird doch ohne sten glaubst; er wird dein 3weifel GOtt nicht zurücke Herze lösen von der so gehn: was er ihm vorge- schweren Last, die du zu nommen, und was er ha- keinem Bdsen bisher geben will, das muß doch tragen hast. endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und 6. Hoff, o du arme trågst davon mit Ruhm Seele, hoff, und sei un- und verzagt: GOtt wird dich Sieg Dankgeschreie den und Ehrenkron; aus der Höhle, da dich GOtt giebt dir selbst die der Kummer plagt, mit Palmen in deine rechte großen Gnaden rücken: Hand, und du fingst Freuerwarte nur der Zeit, so den- Pfalmen dem, der dein wirst du schon erblicken die Leid gewandt. Sonn der schönsten Freud. 12. Mach End, o 7. Auf, auf, gieb dei- HErr, mach Ende an alnem Schmerze und Sor- ler unsrer Noth; stårk ungen gute Nacht; laß fah- fre Füß und Hände, und ren, was das Herze betrübt laß bis in den Tod uns und traurig macht. Bist allzeit deiner Pflege und du doch nicht Regente, der Treu empfohlensein: so ge alles führen soll: GOtt hen unsre Wege gewiß zum fißt im Regimente, und Himmel ein. Paul Gerhard. führet alles wohl. Mel. nichts nehmen, es muß erbeten sein. 294 Von göttlicher Vorsorge Mel. Ermuntre dich, dentlicher Fülle? Wer steht dein Gebein in ormein schwacher Geist. 354. Du u bist ein gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe Haut Mensch, und Hülle? Wer zog die das weißt du wohl: was Adern hier und dort ein strebst du denn nach Din- ied an ihre Stell und Ort? gen, die GOtt der Höchst Wer sette hin und wieder alleine soll und kann zu so viel und schöne Glieder? wege bringen? Du fährst 6. Wo war dein Her mit deinem Wiß und Sinn Will und Verstand, da durch so viel tausend Sor- sich des Himmels Decken gen hin, und denkst: Wie erstreckten über See und wills auf Erden doch end- Land und aller Erden Eflich mit mir werden? fen? Wer brachte Sonn 2. Es ist umsonst, du und Mond herfür? Wer wirst fürwahr mit allem machte Kräuter, Baum deinem Dichten auch nicht und Thier, und hieß sie ein einges kleines Haar in deinen Willen und Heraller Welt ausrichten; und zenslust erfüllen? dient dein Gram sonst nir- 7. Heb auf dein Haupt, gends zu, als daß du dich schau überall hier unten aus deiner Ruh in Angst und dort oben, wie GOtund Schmerzen stürzest tes Sorg auf allen Fall und selbst das Leben kürzest. für dich sich hab erhoben. 3. Willst du was thun, Dein Brod, dein Wasser was GOtt gefällt, und und dein Kleid war eher dir zum Heil gedeihet, so noch, als du, bereit; die wirf dein Sorgen auf den Milch, die du erst nahHeld, den Erd und Him- mest, war auch schon, da mel scheuet, und gieb dein du famest. Leben, Thun und Stand 8. Die Windeln, die nur fröhlich hin in GOt- dich allgemach umfingen tes Hand, so wird er dei- in der Wiegen, dein Bettnen Sachen ein fröhlich lein, Kammer, Stub und Ende machen. Dach und wo du solltest 4. Wer hat gesorgt, da liegen, das war ja alles deine Seel im Anfang zugericht, eh als dein deiner Tage noch in der Aug und Angesicht eröffMutter Leibeshöhl und net ward und sahe, was finsterm Kerker lage? Wer in der Welt geschahe. hat allda dein Heil bedacht? 9. Noch dennoch soll Was that da aller Men- dein Angesicht dein ganschen Macht, da Geist und zes Leben führen; du traust Sinn und Leben dir ward und glaubest weiter nicht, ins Herz gegeben? als was dein Augen spůren; was du beginnst, da soll 5. Durch wessen Kunst und Regierung. 295 soll allein dein Kopf dein sen Wegen; er geht und Licht und Meister sein; bringt uns an den Port, was der nicht auserkoren, da Sturm und Wind das hältst du als verloren. fich legen. Hernachmals, 10. Nun siehe doch, wie wenn das Werk geschehn, viel und oft ist schändlich so kann alsdann der Menumgeschlagen, was du ge- sche sehn, was der, so ihn wiß und fest gehofft mit regieret, in seinem Rath Händen zu eriagen. Hin- geführet. gegen, wie so manchesmal 15. Drum, liebes Herz, ist doch geschehn, was sei wohlgemuth, und laß überall kein Mensch, kein von Sorg und Gråmen: Rath, kein Sinnen ihm GOtt hat ein Herz, das hat erinnen können. nimmer ruht, dein Bestes 11. Wie oft bist du in vorzunehmen; er fanns großer Noth durch eignen nicht lassen, glaube mir, Willen kommen, da dein sein Eingeweid ist gegen verblendter Sinn den Tod dir und uns hier allzufürs Leben angenommen? sammen voll allzu süßer Und hätte GOtt dein Flammen. Werk und That ergehen lassen nach dem Rath, in dem dus angefangen, du wårst zu Grunde gangen. 16. Er hitzt und brennt vor Gnad und Treu, und also kannst du denken, wie seinem Muth zu Muthe 12. Der aber, der uns sei, wenn wir uns oftewig liebt, macht gut, was mals krånken mit so verwir verwirren, erfreut, gebner Sorgenbürd, als wo wir uns selbst betrübt, ob er uns nun gånzlich und führt uns, wo wir ir-| würd, aus lauterm Zorn ren; und dazu treibt ihn und Hassen, ganz hülfsein Gemüth und die so und trostlos lassen. deine Vaterqut, in der uns arme Sünder er trågt als liebe Kinder. 17. Das schlag hinweg, und laß dich nicht so liederlich bethören; obgleich 13. Ach wie so oftmals nicht allzeit das geschicht, schweigt er still, und thut was Freude kann vermehdoch, was uns nůßet; da ren: so wird doch wahrlich unterdessen unser Will und das geschehn, was GOtt, Herz in Aengsten fizet, dein Vater, ausersehn; was sucht hier und da, und er dir zu will fehren, das findet nichts, will sehn, wird kein Mensche wehren. und mangelt doch des 18. Thu als ein Kind Lichts, will aus der Angst und lege dich in deines Basich winden, und kann den ters Arme; bitt ihn und Weg nicht finden. flehe, bis er sich dein, wie 14. GOtt aber geht er pflegt, erbarme: so wird gerade fort auf seinen wei- er dich durch seinen Geist, auf 296 Von göttlicher Vorsorge auf Wegen, die du jeßt Luftgeschrei der Schaf und nicht weißt, nach wohl ihrer Hirten. gehaltnem Ringen, aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhard. 6. Die unverdrofne Bienenschaar fleugt hin und her, sucht hier und dar ihr edle Honigspeise. Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stark und Kraft in seinem schwachen Reise. Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. 355. jeb aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lie- 7. Der Weizen wächset ben Sommerzeit an deines mit Gewalt, darüber jauchGOttes Gaben; schau an zet Jung und Alt und rühmt der schönen Garten Zier, die große Güte deß, der so und siehe, wie sie mir und überflüssig labt, und mit so die sich ausgeschmůcket manchem Gut begabt das haben. menschliche Gemüthe. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruhn, des großen GOttes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt, dort in dem festen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch 10. Welch hohe Luft, baut und bewohnt sein welch heller Schein wird Haus, das Schwälblein wohl in Christi Garten speist die Jungen. Der schnelle Hirsch, das leichte Reb ift froh und kommt aus seiner Hdh ins tiefe Gras gesprungen. sein, wie muß es da wohl Flingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdroßnem Mund und Stimm ihr Hallelujah singen. 5. Die Bächlein rauschen 11. war ich da, o stund in dem Sand und malen ich schon, ach süßer GOtt, sich in ihrem Rand mit vor deinem Thron, und schattenreichen Myrthen; trüge meine Palmen: so die Wiesen liegen hart da- wollt ich nach der Engel bei, und klingen ganz vom Weis erhöhen veines Namens 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Taublein fleugt aus seiner Kluft, und macht sich in die Walder; die hochbegabte Nachtigall ergößt und füllt mit ibrem Schall, Berg, Hügel, Thal und Felder. und Regierung. 297 2. GOtt, der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Luft geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. mens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort, an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir, und segne meinen Geist mit Segen, 3. GOtt, der wirds wohl machen, laß das Wetter der vom Himmel fleußt, krachen und die Stürme daß ich dir ftetig blühe; gehn. Wenn mit großem gieb, daß der Sommer det Grausen alle Wellen braue ner Gnad in meiner See- sen, will er bei dir stehn. len früh und spat viel Jonas lag in dritten Tag. Glaubensfrücht erziehe. Schlägt sich Unglück auch darnieder, GOtt erhebt dich wieder. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, 4. GOtt, der wirds wohl und laß mich wohl beklet- machen, er wird selber maben. Verleihe, daß zu dei- chen über deiner Noth. nem Ruhm ich deines Gar- Wenn du willst verzagen tens schöne Blum und unter deinen Plagen, ist Pflanze mdge bleiben. der fromme GOtt auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 5. GOtt, der wirds wohl machen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in seinen Hånden; GOtt kann alles wenden. 356. Gott, Ott, wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit beimgestellt. 6. GOtt, der wirds wohl Er hat mich erforen, eh machen, wenn des Todes ich noch geboren bin auf Rachen gleich ist aufgethan; diese Welt; hat mir auch, wenn die Lebensjahre lienach seinem Brauch, was gen auf der Bahre, führt von nöthen, stets gegeben er himmelan. Dieser Bund hier in diesem Leben. hat seinen Grund: die ge13** lebt 15. Erwähle mich zum Paradeis, und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen: so will ich dir und deiner Ehr allein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen. Paul Gerhard. Mel. JEfu, meine Freude. der wirds 298 Don göttlicher Vorsorge lebt und leben werden, schaft deinem Leiden; er kommen in die Erden. leget deinen Sack von dir, 7. GOtt, der wirds wohl und gürtet dich mit Freumachen, der den alten Dra- den; er züchtigt als ein chen dampfet ritterlich; Vater dich; jedoch muß führt er gleich die Seinen seine Gnade fich darum über Stock und Steinen nicht von dir scheiden. vielmals wunderlich: sei 5. Wie wohl ist doch bereit zu Freud und Leid. der Mensch daran, der sich GOtt befiehl nur deine in GOttes Wege in tieffter Sachen; GOtt, der wirds Demuth schicken kann, ihm wohl machen. E. Stockmann. aushält alle Schläge; dies Mel. HErr, straf mich nimmt der höchsten Kunst nicht in deinem Born. den Preis. HErr, gieb uns, daß sich aller Fleiß Ott herr- auf dies zu lernen lege. schet und Mel. Nicht so traurig, hält bei uns Haus, was nicht so sehr. sagst du, Mensch, dawi357. st der? Was schlägst du set- 358. ten Willen aus? Leg int ch erhebe HErr, zu den Staub dich nieder; dir meiner beiden Augen schweig still, laß ihn nur Licht; mein Gesicht ist für Meister sein, er ist das Haupt, wir insgemein desselben schwache Glieder. 2. Belegt er dich mit Kreuz und Noth, und 2. Meine Hülfe kömmt greift dir nach dem Her- allein von des Höchsten zen, er schickt das Leben Händen her, der so kunstund den Tod, laß dir es lich, hübsch und fein Himetwas schmerzen; doch mel, Erde, Luft und Meer, hûte dich vor Ungeduld, und was in dem allen du möchtest sonst durch ist, uns zum Besten ausgroße Schuld dein bestes gerüft. Heil verscherzen. 3. Er nimmt deiner Füße Tritt, o mein Herze, wohl in Acht; wenn du gehest, geht er mit, und bewahrt dich Tag und Nacht. Sei getroft, das Höllenheer wird dir schaden nimmermehr. und für zu den Bergen aufgericht, zu den Bergen, da herab ich mein Hell und Hülfe hab. 3. Es bleibt schon so von Alters her: jest hält er sich verborgen, als wiß er nichts um dein Beschwer, låst immerhin dich sorgen, hat gegen dich fich hart gemacht, dies währt vom 4. Siehe, wie sein Auge Abend in die Nacht und wacht, wenn du liegest in wieder an den Morgen. der Ruh; wenn du schlä4. Jetzt ist er wieder fest, kommt mit Macht auf gnädig hier, giebt End- dein Bett geflogen zu sei= ner und Regierung. 299 ner Engel güldne Schaar, er mags mit seinen Sachen daß sie deiner nehme wahr. nach seinem Willen machen, 5. Alles, was du bist ich stell es bloß in seine und hast, ist umringt mit Gunst. seiner Hut; deiner Sorgen schwere Last nimmt er weg, macht alles gut; Leib und Seel hält er verdeckt, wenn dich Sturm und Wetter schreckt. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen, und was mir selig ist: ich nehm es, wie ers giebet, was ihm von mir geliebet, das hab auch willig ich erkiest. 6. Wenn der Sonnen Hiße brennt, und des Leibes Kräfte bricht; wenn dich Stern und Monde blendt mit dem klaren Angesicht, hat er seine starke Hand dir zum Schatten vorgewandt. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem lebel schůzt; leb ich nach seinen Såben, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 7. Nun, er fahre immer 5. Er wolle meiner Sünfort, der getreue fromme den in Gnaden mich entHirt, bleibe stets dein binden, durchstreichen meiSchild und Hort, wenn ne Schuld; er wird auf dein Herz geängstet wird; mein Verbrechen nicht wenn die Noth wird viel stracks das Urtheil sprechen, und groß, schließ er dich und haben noch mit mir in seinen Schooß. Geduld. 6. Leg ich mich spåte nieder, erroach ich frühe wenn du hörst, wenn du wieder, lieg oder zieh ich aus dem Hause gehst, und zurücke wieder kehrt, wenn du trittst aus oder ein, woll er dein Gefährte sein. fort, in Schwachbeit und in Banden, und was mir stößt zu handen; so tröstet mich sein süßes Wort. Paul Gerhard, Mel. Nun ruhen alle Wälder. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhangkein un359. Innen haten ter allen wird mir zu harte meifallen, ich will ihn freudig überstehn. 8. Ihm hab ich mich solls anders wohl gelingen, ergeben, zu sterben und uns selber geben Rath und That. zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder 2. Nichts ist es spåt und morgen, dafür laß ich frühe um alle meine Mühe, ihn sorgen, er weiß gar mein Sorgen ist umsonst; wohl die rechte Zeit. 9. So 8. Wenn du sitzest, wenn du stehst, wenn du redest, laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, 300 Don göttlicher Vorsorge 9. So sei nun, Seele, von Rath, stark von That deine, und traue dem al- ist, der uns erhalten hat leine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, mein Vater in der Höhe Joachim Neander. In eigener Melodie. der weiß zu allen Sachen 361. Nicht so trauRath. Paul Flemming. rig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir GOtt Glück, Gut und Ehr nicht In eigener Melodie. 360. Meine Hoff- so viel wie Andern giebt; ste- nimm vorlieb mit het feste auf den lebendi- GOtt, hast du GOtt, so gen GOtt; er ist mir hats nicht Noth. der allerbeste, der mir bei2. Du, noch einzig steht in der Noth; er al- Menschenkind habt ein lein soll es sein, den ich Recht in dieser Welt; tur von Herzen mein. alle, die geschaffen sind, 2. Sagt mir, wer kann sind nur Gåst im fremdoch vertrauen auf ein den Zelt; GOtt ist HErr schwaches Menschenkind? in seinem Haus, wie er Wer kann feste Schlösser will, so theilt er aus. bauen in der Luft und in dem Wind? Es vergeht, nichts besteht, was ihr auf der Erden seht. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt: schau den Himmel über dir, da, da 3. Aber GOttes Gute ist dein edles Gold; da ist währet immer und in Ehre, da ist Freud, Freud Ewigkeit; Vieh und Men- ohn End, Ehr ohne Neid. schen er ernähret durch er- 4. Der ist albern, der wünschte Jahreszeit: al- sich kränkt um ein Hand les hat seine Gnad dar- voll Eitelkeit, wenn ihm gereichet früh und spat. GOtt dagegen schenkt 4. Giebet er nicht al- Schätze der Beständigkeit: les reichlich und mit gro- bleibt der Centner dein sem Ueberfluß? Seine Gewinn, fahr der Heller Lieb ist unbegreiflich, wie immer hin. ein starker Wasserguß; 5. Schaue alle Güter Luft und Erd uns ernährt, an, die dein Herz für Güwenn es GOttes Gunst ter hält; feines mit dir begehrt. gehen kann, wenn du gehest 5. Danket nun dem aus der Welt. Alles bletgroßen Schöpfer durch bet hinter dir, wenn du den wahren Menschen- trittst ins Grabes Thür. Sohn, der uns wie ein 6. Aber was die Seele freier Torfer hat gemacht nährt, GOttes Huld und aus Erd und Thon. Groß Christi Blut, wird von Fet und Regierung. 301 Feiner Zeit verzehrt, ist gel speist, ziert und schmückt und bleibet Erdengut bricht, Seelengut schwindet nicht. allzeit gut. es herrlich aus; ja erwähzerfällt und let, dir zum Heil, dich zu das seinem Gut und Theil. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen bas du Menschenkind, und hast doch 13. Et, so richte dich empor, du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht; das benoch nie betracht halt, wenn dich die Nacht deiner Augen helles Glas: deines Kummers traurig siehe, welch ein Schaß ist das! macht. 14. Sebe, als ein Him8. Zähle deine Finger mels- Sohn, deinem Wilher und der andern Glie- len Maaß und Ziel; rühre der Zahl: keins ist, das stets vor GOttesThron deidir unwerth war, ehrst nes Dankes Saitenspiel; and liebst sie allzumal; weil dir schon gegeben ist keines gåbst du weg um mehrers, als du würdig bist. Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit GOttes einge9. Nun, so gehe in den denk; wie es kommt, nimm Grund deines Herzens, das alles auf als ein wohlbedich lehrt, wie viel dacht Geschenk; geht dirs Gutes alle Stund dir widrig, laß es gehn: GOtt von oben wird beschert. und Himmel bleibt dir stehn. Du best mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. Paul Gerhard. 10. Wüste, der im Himmel lebt, daß dirs wäre 362. GOttes Sohn von 11. GOtt ist deiner Liebe voll und von ganzem Herjen treu; wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. nuß und gut, wonach so begierlich strebt dein ver- Ewigkeit, wie selig war blendtes Fleisch und Blut, dieselbe Zeit, da man dich würde seine Frömmigkeit hat gesehen; ihr Augen dich nicht lassen unerfreut. voller Herrlichkeit, ihr Shren voller Lieblichkeit, wie wohl ist euch geschehen. Viele, viele Majestäten und Propheten wollten schauen, was die Jünger konnt erbauen. 2. Doch wars nur eine kleine Frist, daß solches 12. Unterdeffent trågt sein Licht erschienen ist im Geift dir in deines Herzens Fleisch und Wunderblicken. Haus Manna, das die En- Bald, sprach der HErr, bald Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern, 302 Von göttlicher Vorsorge bald wird es sein, so wird schneller Zeit es ernstlich euch nicht mehr dieser meint, und sucht uns zu verSchein durchs Angesicht schlingen? Immer schlimerquicken. Ein klein Stünd- mer, und je långer desto lein muß ichscheiden und viel strenger kämpft der Böſe, leiden und einschlafen, ich bis der Vater uns erlöse. trag eurerSündenStrafen. 7. Lob sei dir, JEsu, 3. Zwar ist er drauf GOtteslamm, daß du zuerstanden bald in schöner erst am Kreuzesstamm der Klarheit und Gestalt, war Schlangen Kopf zertreten. vierzig Tag auf Erden, Ich saug aus deinen Wunals er der eingeborne Sohn, den Saft, dein Auferstezu seines Vaters höchstem hung ist die Kraft, dadurch Thron nn sollt erhaben ich lerne beten. Mit dir werden. Eia, wer da möchte in mir will ich fåmpfen; sagen, was für Wagen ihn ich will dampfen alle Sünbegleitet, und was uns den, Welt und Satan dort sei bereitet. überwinden. 4. Indessen war nun 8. Allein wie kommts, abermal der freudenvolle HErr JEsu Christ, daß Sonnenstrahl den Jüngern du mir oft so ferne bist, weggenommen; fie blieben mit deinem Licht im Glauaber in der Lehr und sei- ben? Wie mancher Seufnem Wort je mehr und zer fleugt mir aus, und mehr, er werde wiederkom- bringet kein Delblatt zu men. Selig, ewig, die nicht Haus, wie Noah seine sehen, doch bestehen fest Tauben. Stille, Wille, im Glauben! diesen Trost laß dein Girren und Verkann niemand rauben. wirren: mein Vertrauen 5. Drum, liebe Seel, muß auf GOtt ohn Fühermuntre dich, dein JEsus len bauen. bleibt unsichtbarlich, er 9. Ein Weib, wenn sie ruft in deinem Herzen: gebären soll, befindt sich Et, hute dich vors Teu- vieler Schmerzen voll, und fels Strick; es ist ein klei- weiß von keiner Freude; ner Augenblick, so kannst bald, wenn der Mensch du mich verscherzen. Wa- zur Welt gebracht, geche, lache mit Erzittern denkt sie nur an GOttes und in bittern Freuden- Macht, und weiß von keithrånen, solcher Guß mag nem Leide. Warum? DarGOtt versöhnen. um, daß die Plage, Angst und Klage unterm Zagen hat die edle Frucht getragen. 6. Ein weises Wort spricht Salomo zur WeltLust: was, wie, wenn und wo bist du so toll mit Springen? Wer weiß denn nicht, daß unser Feind bei und klagt, man sei ver10. So ist der Glaube manchesmal in großen Ndthen, Furcht und Qual, laf= und Regierung. 303 lassen. Halt im Gedächtniß, recht selig, HErr, die DeiJEsu Tod und dessen wun- nen, ja selig und doch meidergroße Noth, der schreiet stens wunderlich. Wie könngleichermaßen: Blinder test du es böse mit uns meiSünder, so da meinet, nen, da deine Treu nicht wenn man weinet, GOtt kann verleugnen sich? Die sei ferne: in der Nacht Wege find oft krumm, und gehn auf die Sterne. doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn, da pflegt es wunderseltsam auszusehn; doch triumphirt zuletzt dein hoher Rath. 11. Durch solchen Weg geht Christus hin, und lenfet seines Vaters Sinn, wie er vorhin gegangen. Ein Kleines läßt er sich nicht sehn, wird aber in 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, dir auferstehn, er hält sich so die Vernunft und gute nur gefangen. dein Auf, auf! Meinung stellt. Den Zweisein Lauf ist die Sonne, fann meine Wonne; nichts denn Segen folget mir auf diesen Wegen. und felsknoten Schwert verleßen lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwet; was sich entgegensetzt, muß sinken hin. Ein Wort bricht oft den allerhöchsten Sinn; dann geht dein Fuß auch 12. Und soll ich mit der Kreuzeslaft, die du, mein Heil, getragen hast, bis in den Tod dich ehren: so ists doch ein geringes Nu, darauf denn bald, bald fol- durch Ünwege frei. get Ruh in Freuden ohn Aufhören. Endlich werd ich Jubilate und Cantate fröhlich singen, drum will ich nun tapfer ringen. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, theilt dein Verstand in Oft und Westen aus; was mancher unter Joch und Last will 13. GOttes Sohn biegen, setzt deine Hand in Ewigkeit, wir warten frei an der Sternen Haus. schon der letzten Zeit, da Die Welt zerreißt, und du wir dich sollen sehen. Ihr verknüpfst in Kraft; fie Augen voller Herrlichkeit, bricht, du baust; sie baut, ihr Ohren voller Lieblich- du reißest ein. Ihr Glanz feit, wie wohl wird euch muß dir ein dunkler Schatgeschehen. Lauter, lauter ten sein. Dein Geist bei Majestäten und Propheten Todten Kraft und Leben werden schauen GOttes schafft. Lamm auf grünen Auen. 4. Will die Vernunft Joachim Justus Breithaurt. was fromm und selig pretMel. Jehovah ist mein sent, so hast dus schon aus Licht und Gnadensonne. deinem Buch gethan; wem führst aber will dies 363. du och Beugniß weisen, den führst du 304 Von göttlicher Vorsorge du in der Still selbst him-| sest uns, wir sagen Besmel- an. Den Tisch der rung zu; drauf schenkt dein Pharisäer läßt du stehn, Geift dem Herzen wieder und speisest mit den Sün- Ruh, und hält im Zaum dern, sprichst sie frei. Wer den ausgeschweiften Sinn. weiß, was öfters deine Ab- 8. Du kennst, o Vater, sicht sei? Wer kann der wohl das schwache Wesen, tiefsten Weisheit Abgrund die Ohnmacht und der sehn? Sinnen Unverstand. Man 5. Was alles ist, gilt fann uns fast an unsrer nichts in deinen Augen; Stirn ablesen, wie es um was nichts ist, hast du schwache Kinder sei begroßer HErr, recht lieb. wandt; drum greifft du zu, Der Worte Pracht und und hältst und trågest fie, Ruhm mag dir nichts tau- brauchst Baterrecht und gen, du giebst die Kraft zeigest Muttertreu; wo nieund Nachdruck durch den mand meint, daß etwas Trieb. Die besten Werke deine sei, da hegst du selbst bringen dir kein Lob, fie dein Schäfchen ie und je. find versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu Herrscher, sei von 9. Also gehst du nicht die gemeinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was Flar, der Sinn zu grob. fich im Herzen rege, wenn 6. du in Dunkelheit mit uns uns gebenedeiet, der du willst gehn. Das Wideruns födtest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schak verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns 10. Auge, das nicht zu wohnen ist dir lauter Trug noch Heucheln leidet, Luft, die reget fich in dei- gieb mir der Klugheit scharner Vaterbrust, und gån- fen Unterscheid, dadurch gelt uns mit zartem Kinderschritt. spiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne haft. Wer meint, er hab den Vorsat recht gefaßt, der wird am End ein Andres oft gewahr. Natur von Gnade wird entscheidet, das eigne Licht 7. Bald scheinst du uns von deiner Heiterkeit. Laß was harte anzugreifen, bald doch mein Herz dich niefährest du mit uns ganz mals meistern nicht, brich säuberlich. Geschichts, daß ganz entzwei den Willen, unser Sinn sucht auszu- der sich liebt; erweck die schweifen, so weist die Zucht Lust, die sich nur dir eruns wieder hin auf dich. giebt, und tadelt nie dein Da gehn wir denn mit heimliches Gericht. bldden Augen hin, du küs- 11. Will etwa die Vernunft und Regierung. 305 nunft dir widersprechen, merst dich, und trågest und schüttelt ihren Kopf Schmerz nur um das zeitzu deinem Weg, so wollst lich Gut? Vertrau du deidu die Befestung nieder- nem HErrn und GOtt, der brechen, daß ihre Höh sich alle Ding erschaffen hat. nur bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir anzund, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht, und dir wohl gar so zu gefallen dächt! Ach selig, der dein Licht ergreift und findt! 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein HErre GOtt, der mir beisteht in aller Noth. 3. Weil du mein GOtt und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz. Ich Dein bin ein armer Erdenkloß, 12. So ziehe mich denn recht nach deinem Willen, und trag und heg und führ dein armes Kind. innres Zeugniß soll den auf Erden weiß ich keinen Zweifel stillen, dein Geist Troft. die Furcht und Lüste über- 4. Der Reich verläßt windt. Du bist mein Alles, fich auf sein Gut, ich aber denn dein Sohn ist mein; will vertraun meinmGOtt; dein Geist regt sich ganz ob ich gleich werd veracht, kräftiglich in mir; ich brenne so weiß und glaub ich fenur nach dir in Liebsbegier. stiglich: wer GOtt verWie oft erquickt mich dei- traut, dem mangelt nicht. ner Klarheit Schein. 5. Elia, wer ernähret 13. Drum muß die Kre- dich, da es so lange regnet atur mir immer dienen, nicht in so schwer theurer kein Engel schämt nun der Zeit? Ein Wittwe aus Gemeinschaft sich; die Gei- Sidonier Land, zu welchr ster, die vor dir vollendet du von GOtt warst gesandt. grünen, sind meine Brü- 6. Da er lag untrm der und erwarten mich. Wachholderbaum, ein EnWie oft erquicket meinen gel GOtts vom Himmel Geist ein Herz, das dich kam, und bracht ihm Speis und mich und alle Christen und Trank; er ging gar liebt. Ists möglich, daß einen weiten Gang, bis zu mich etwas noch betrübt? dem Brg Horeb genannt. Komm, Freuden- Quell, 7. Des. Daniels GOtt weich ewig, aller Schmerz! nicht vergaß, da er unter den Löwen saß; sein Engel sandt er hin, und ließ ihm Speise bringen gut 364. Marum be- durch seinen Diener HaGottfried Arnold. In eigener Melodie. trübst du bakuf. dich, mein Herz, beküm- 8. Joseph in Egyptn verfau 306 Don göttlicher Vorsorge kaufet ward, von Pharao nicht von deinm Angesicht gefangen hart um sein verstoßen werden ewiglich. GOttsfürchtigfeit: GOtt Hans Sachs. macht ihn zu einm groBen HErrn, daß er könnt Mel. Warum follt ich Vatr und Brüdr er= mich denn grämen. nährn. 365. Wou doch für arum 9. Es ließ auch nicht der treue GOtt die drei morgen, armes Herz, imMannr im Feur,- Ofen merwärts als ein Heide roth; sein Engel sandt er sorgen? Wozu dient dein bin, bewahrt sie vor des täglich Gramen, weil GOtt Feuers Glut, und half ih- will in der Still sich der nen aus aller Noth. Noth annehmen? 10. Ach GOtt, du bist 2. GOtt hat dir genoch heut so reich, als du schenkt das Leben, Seel bist gwesen ewiglich, mein und Leib: darum bleib ihm Vertraun steht zu dir; mach allein ergeben. Er wird mich an meiner Seelen ferner alles schenken: traue reich, so hab ich gnug hier fest, er verläßt nicht die und ewiglich. an ihn denken. 11. Der zeitlicht Ehr 3. Sage nicht: Was soll will ich gern entbehrn, du ich essen? GOtt hat dir wollst mir nur des Ew- schon allhier so viel zugegen g'währen, das du er messen, daß der Leib sich worben hast durch deinen kann ernähren; Uebriges berben bittern Tod: das wird indeß Gottes Hand bitt ich dich, mein HErr bescheren. und GOtt. 4. Es ist mehr als Trank 12. Alles, was ist auf und Speisen dieser Leib; dieser Welt, es sei Silber, darum glaub, daß GOtt Gold oder Geld, Reich- wird erweisen, daß er Speis thum und zeitlich Gut, und Trank kann geben dem, das währt nur eine kleine der sich festiglich ihm erZeit, und hilft doch nicht giebt im Leben. jur Seligkeit. 13. Ich dank dir, Chrift, o GOttes Sohn, daß du mich solchs erfen: en lan durch dein göttliches Wort; die Blumen auf den Felverleih mir auch Bestän- dern, wie so schön diese digkeit zu meiner Seelen stehn, und die Baum in Seligkeit. Wäldern. 14. Lob, Ehr und Preis 6. Sorgt ein Vogel auf sei dir gesagt für alle dein den Zweigen, wenn er singt, erzeigt Wohlthat, und bitt hüpft und springt, wer ihm demüthiglich: Laß mich soll anzeigen, was er effen soll 5. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? JEsus spricht: Sorge nicht solches thun die Heiden. Schau und Regierung. 307 foll und trinken? Nein, Brod in der Noth, wenn ach nein, er allein folgt er hört ihr Klagen. des Himmels Winken. kommt wahrlich sie zu Er trösten, eh mans meint, und erscheint, wenn die Noth am größten. 7. Ach der Glaube fehlt auf Erden: wår er da, müßt uns ja, was uns noth ist, werden. Wer GOtt kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. 8. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet, und zugleich GOttes Reich über alles achtet, der wird wahrlich nach Berlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf erlangen. 9. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin: ach mein Sinn soll zu JEsu fliehen. Er wird 16. Alles sei dir unvergeben, was mir fehlet, ob hohlen, was mir fehlt, ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. was mich quält, großer GOtt, befohlen; sorge du, so will ich schweigen, und vor dir nach Gebühr meine Kniee beugen. 14. Ihre Sorg ist für die Seelen, und ihr Lauf geht hinauf zu den Felsenhöhlen, zu des HErren JEsu Wunden; hier sind sie aller Müh und der Noth entbunden. 15. Nun, HErr JEsu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide: sorge nur für meine Seelen, so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 10. Will er prüfen metnen Glauben, und die Gab, die ich hab, mir gar lassen rauben; so muß mir zum Besten kommen, wenn GOtt mir alles schier hat hinweg genommen. 17. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob 11. Er kann alles wie- und Preis sei deinem Nader geben: wenn er nimmt, men! Sei mein Theil, so bestimmt er sein Wort Hülf und Heil, liebster zum Leben; ach wie viele Esu! Amen. fromme Seelen leben so, und sind froh ohne Sorg und Qualen! Laurentius Laurenti. In eigener Melodie. er nur 366. We den lie12. Sie befehlen GOtt die Sorgen, wie er will, ben GOtt låst walten, und sind still immer im und hoffet auf ihn allezeit, Verborgen. Was GOtt der wird ihn wunderlich will ist ihr Vergnügen, erhalten in allem Kreuz und wies er ohngefähr will und Traurigkeit. Wer mit ihnen fügen. GOtt, dem Allerhöchsten, 13. Doch kann ihnen traut, der hat auf keinen nicht versagen GOtt ihr Sand gebaut. ● 2. Was 308 Von göttlicher Vorsorge 2. Was helfen uns die richt das Deine nur geschweren Sorgen? was treu, und trau des Himhilft uns unser Weh und mels reichem Segen, so Ach? Was hilft es, daß wird er bei dir werden wir alle Morgen beseufzen neu; denn welcher seine unser Ungemach? Wir Zuversicht auf GOtt setzt, machen unser Kreuz und den verläßt er nicht. Leid nur größer durch die Traurigkeit. Georg Neumart. 3. Man halte nur ein In eigener Melodie. wenig ſtille, und sei doch 367. W D selbst wie unsers GOttes Gnaden- nicht giebt sein Gunst, so Wille, wie sein Allwissen- arbeit federmann umsonst; heit es fügt: GOtt, der wo GOtt die Stadt nicht uns ihm hat auserwählt, selbst bewacht, so ist umder weiß auch sehr wohl, sonst der Wächter Wacht. was uns fehlt. 2. Vergebens, daß ihr 4. Er kennt die rechten früh aufsteht, dazu mit Freudenstunden, er weiß Hunger schlafen geht, wohl, wann es mußlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden, und merket keine Heuchelei: so kommt GOtt, eh wir uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. und eßt eur Brød mit ungemach: denn wems GÖtt gönnt, giebt ers im Schlaf. 3. Nun sind sein Erben unsre Kind, die uns von ihm gegeben sind: gleich wie die Pfeil ins Starken Hand, so ist die Jugend GOtt bekannt. 5 Denk nicht in deiner Drangsalshike, daß du von GOtt verlassen seist, und daß GOtt der im 4. Es soll und muß dem Schooße size, der sich gschehen wohl, der dieser mit ftetem Glücke speist. hat sein Köcher voll; sie Die Folgezeit verändert werden nicht zu Schand viel, und sehet jeglichem noch Spott, vor ihrem sein Ziel. Feind bewahrt fie GOtt. 6. Es sind ja GOtt 5. Ehr sei GOtt Vater sehr schlechte Sachen, und und dem Sohn, sammt ist dem Höchsten alles beilgem Geist in Einem gleich, den Reichen klein Thron, welchs ihm auch und arm zu machen, den also sei bereit von nun Armen aber groß und reich; an bis in Ewigkeit. GOtt ist der rechte WunJohann Kolroß. dermann, der bald erhöhn, Mel. Alle Menschen bald stürzen kann. müssen sterben. 7. Sing, bet und geh 368. Wo omit soll auf GOttes Wegen, verich dich wohl und Regierung 309 wohl loben, mächtiger| dies mich achten, worHErr Zebaoth? Sende nach man zuerst soll trachmir dazu von oben dei- tent. Tausend, tausendnes Geistes Kraft, mein mal sei dir, großer König, GOtt. Denn ich kann Dank dafür. mit nichts erreichen deine 6. O wie hast du meine Gnad und Liebeszeichen. Seele stets gesucht zu dir Tausend, tausendmal sei zu ziehn, daß ich aus der dir, großer König, Dank Sündenhöhle möchte zu dafür. den Wunden fliehn, die 2. HErr, entzünde mein mich ausgeschnet haben, Gemüthe, daß ich deine und mit Kraft zum Lebent Wundermacht, deine Gna- laben. Tausend, tausendde, Treu und Güte fiets mal sei dir, großer König, erhebe Tag und Nacht. Dank dafür. Denn von deinen Gna- 7. Ja, HErr, lauter dengüssen Leib und Seele Gnad und Wahrheit find zeugen müssen. Tausend, vor deinem Angesicht; du, tausendmal sei dir, großer du trittst hervor in KlarKönig, Dank dafür. heit, in Gerechtigkeit, Ge3. Denk ich nur der richt, daß man soll aus Sündengassen, drauf ich deinen Werken deine Güt häufte Schuld mit Schuld, und Allmacht merken. Lauso möcht ich vor Schaam send, tausendmal sei dir, erblassen vor der Lang- großer König, Dank dafür. muth und Geduld, womit du, o GOtt, mich Armen haft getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 8. Wie du sehest jedem Dinge Zeit, Zahl, Maaß, Gewicht und Ziel, damit keinem zu geringe möcht geschehen, noch zu viel, so hab ich auf tausend Wei4. Ach ja, wenn ich sen deine Weisheit auch überlege, mit was Lieb zu preisen. Tausend, tauund Gütigkeit du durch sendmal sei dir, großer Köso viel Wunderwege mich nig, Dank dafür. geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 9. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, HErr, mein GOtt, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 5. Du, HErr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, bießest du auf 10. Wie ein Vater nimmt und giebet, nachdems Kindern 310 Don göttlicher Vorsorge und Regierung. dern müßlich ist, so hast du gehn in die Ewigkeiten. Da mich auch geliebet, HErr, will ich, HErr, für und mein GOtt, zu jeder Frist, für ewig, ewig danken dir. und dich meiner angenom- Ludwig Andreas Gotter. men, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tau- Mel. Nun laßt uns den send, tausendmal sei dir, Leib begraben. großer König, Dank dafür: 369. Zwei Ding, 11. Mich du HErr, bitt Adlersflügeln oft getragen ich von dir, die wollest du våterlich; in den Thälern, nicht weigern mir, weil ich auf den Hügeln wunder- in diesem Elend bin, bis bar errettet mich. Wenn mich mein Stündlein schien alles zu zerrinnen, nimint dahin: ward doch deiner Hülf ich innen. Tausend, tausend mal sei dir, großer König, Dank dafür. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei und Lügen ferne von mir sei, Armuth und Reichthum gieb mir nicht; doch dieses ich noch ferner bitt: 12. Fielen tausend mir zur Seiten, und zur Rechten zehnmal mehr, ließest da mich doch begleiten durch der Engel ftarkes Heer, daß den Nothen, die Weib, daß kein groß Noth mich drangen, ich jedennoch noch Mangel sei, und auch bin entgangen. Tausend, kein Ueberfluß dabei. tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 4. Sonst, wenn ich würd zu satte sein, verleugnet ich 13. Vater, du hast mir den HErrn mein, und erzeiget lauter Gnad und saget: Was frag ich nach Gutigkeit, und du haft zu GOtt, ich bin versorgt in mir geneiget, JEsu, deine aller Noth. Freundlichkeit, und durch 5. Oder wenn Armuth dich, o Geist der Gnaden, drückte mich, zum Stehlen werd ich stets noch einge- möcht gerathen ich, oder laden. Tausend, tausend- mit Sund trachten nach mal sei dir, großer König, Gut, ohn GOttes Scheu, Dank dafür. wie mancher thut. 3. Ein ziemlich Nothdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren Kind und 14. Tausendmal sei dir 6. Des HErren Segen gesungen, HErr, mein machet reich ohn alle Sorg, GOtt, Preis, Lob und wenn du zugleich in deinm Dank, daß es mir so wohl Stand treu und fleißig bift, gelungen. Ach laß meines und thust, was dir befohLebens Gang ferner doch len ist. durch JEsu Leiten nur Paul Cher. IV. Von 311 Von der Rechtfertigung. IV. Von der Rechtfertigung. Mel. Alle Menschen Mel. Herzlich thut mich müssen sterben. verlangen. GOtt, 370. Ach ein Wort 371. 2 ich mu Treue, das theur und an- dirs klagen, daß ich so elend nehmenswerth, ehre ich in bin; mein Herz will mir tieffter Reue lebenslang verzagen, mein Sünd liegt auf dieser Erd: Hier in mir im Sinn: ich kann diese Welt, ihr Kinder, ein ihr nicht vergessen, sie ist Erldser aller Sünder JE- so groß und schwer; fie sus Christus kommen ist. hat mich gar beseffen, bracht Troh nun Welt und Sa- in Noth und Gefähr. tans List! 2. In Sünd bin ich 2. Schöpfer, ach ich muß empfangen, in Sünd bin bekennen, jetzt zum Preise ich geborn, viel Sünd hab deiner Gnad: Böses war ich begangen, darum bin wohl nichts zu nennen, ich ich verlorn. Ich kann war dessen fähig satt; lei- nicht freudig werden, den der, ach vor andern allen, Himmel anzusehn, und ließ die Sünd ich mir ge- schäme mich, auf Erden fallen; aber die Barmher- vor dir, o GOtt, zu stehn. zigkeit sich weit größer anerbeut. 3. Nun sollt ich ja vertrauen deinem Sohn JEsu 3. Christe, drum muß Christ, auf sein Verdienst ich auch billig hier als ein fest bauen, weil er mein Egempel sein, wie du Fürsprech ist: so schreckt freundlich, gnädig, willig mich mein Gewissen, das alle Sünder ladest ein; zweifelt immerdar, und rufft: Ach kommt, ihr blb- spricht: dich werd verdrieden Tauben, tretet doch ßen, daß ich die Sündherzu im Glauben; ziehet nicht spar. an das Hochzeitkleid in der leßten Gnatenzeit. 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Le4. Hallelujah! kommt, ben mein, mit Werk, Wort ihr Armen, lobt mit mir und Geberden fromm und des Höchsten Gut; last gottsfürchtig sein: ichkanns uns preisen sein Erbarmen, so nicht vollbringen, wie eitel Gnade uns jetzt blüht. ichs oft hab bedacht; ich Leben er den Todten schen- laß mich davon dringen Fet, und mit seiner Lieb des Satans List und macht. uns tränket. JEsu, laß 5. Was soll ich denn uns für und für Hallelujah nun machen? Wie kann singen dir. ich doch bestehn? Ich fall der 3sh. Heinr. Schröder. 312 Von der Rechtfertigung. der Hill in Rachen, wenn mein Seufzn und Schreiich dir will entgehn. HErr, en, und mein furchtsazu dir komm ich wieder, me Wort, daß ich mich und such Barmherzigkeit; dein kann freuen, verachtn ich falle vor dir nieder, des Teufels Mord. mein Sünde ist mir leid. 11. Zuletzt laß mich ab6. Du hast dein Sohn scheiden mit einem selgen gegeben für aller Menschen End, und nimm aus dieSund, daß jedermann sollt sem Leiden mein Seel in leben, der an ihn glauben deine Hånd. Dafür will könnt; will gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dich preisen mitschuldger Dankbarkeit. GOtt wird ich dennoch fest; hilf du mir Gnad beweisen, und meinem Unglauben, dein helft in Ewigkeit. Hülfe ist die best. Barth. Rollenhagen. HErr, ich habe mißgehandelt. 7. Ich bin nicht werth der Güte, die du an mir Mel. gethan, daß für mich mit feinm Blute bezahlt dein 372. Ach was find lieber Sohn; bedarf es doch nothwendig, und glaub FEsum? Dürftig, jamdem Worte dein, das mir merlich und arm. zusagt beständig: Wer glaubt wird selig sein. Ach was sind wir? Voller Elend. Ach HErr JEsu, 8. So wahr, als ich dich erbarm. Laß dich selbst lebe, sprichst du, unsre Noth bewegen, die ewiger GOtt, ungern ich wir dir vor Augen legen. übergebe den Sünder in den Tod: ich will, daß er umkehre und leb ewig bei mir. 2. Wir sind nichts ohn dich, HErr JEsu; hier ist lauter Finsterniß; dazu Darum komm ich, quålet uns gar heftig der mein HErre, ich komm wieder zu dir. 9. Mit deinem heilgen Geiste mein mein schwachen Glauben mehr, mir Hülf 3. Ach ohn dich, geund Beistand leiste, sei mein treuer JEsu, schreckt der gnädiger HErr. Leit mich Teufel und die Höll; die auf deine Stege; vor aller Verdammniß macht mich Sünd und Schand, vor zittern, da ich steh auf dieTeufels Strick und Wege ser Stell; mein Gewissen bewahr durch deine Hand. ist erwachet, und der Ab10. Segne mein Leib grund flammt und krachet. und Leben, auch mein Be- 4. Ohne dich, herzliebruf und Werk, was du ster JEsu, kommt man mir haft gegeben, bebüt nicht durch diese Welt; fie durch deine Stärk; erhör hat fast auf allen Wegen unt= vergifte Schlangenbis. Dieses Gift steigt zu dem Herzen, und verursacht stete Schmerzett. 313 Von der Rechtfertigung. ansern Füßen Netz gestellt;| Grund; dann wird alles fie kann troßen und kann jubiliren, und dir singen heucheln, und hält uns Herz und Mund. Dann mit ihrem Schmeicheln. wird auf der ganzen Erden JEsus hochgelobet werden. Peter Lackmann. 5. Ach wie kraftlos, Herzens- JEsu, richten sich die Kranken auf. Unfre Macht ist lauter Ohnmacht in dem müden Lebenslauf. Mel. Liebster JEsu, wir find hier. Denn man sieht uns, da 373. Dasde gewißlich wir wallen, öfters straucheln, oftmals fallen. wahr, das sind theure 6. Darum stårk uns, werthe Worte: JEsus liebster Esu, sei in Fin- Christus stellt sich dar, sterniß das Licht; öffne und ist hier an diesem unsre Herzensaugen, zeig Orte zu den Bösen, nicht dein freundlich Angesicht; zum Frommen, in die spiel, o Sonn, mit Le- Welt herniederkommen. bensblicken, so wird sich 2. Daß er dort die das Herz erquicken. Sündenknecht, die schon 7. Tritt den Satan, in des Todes Rachen, starker JEsu, unter un- möchte ledig und gerecht sern schwachen Fuß. Komm und aus Gnaden selig mazu deiner Braut gegan chen, unter welchen ich gen, gieb ihr einen Liebes- von diesen mich als der kuß, daß sie Himmelsfreud vornehnist erwiesen. verspüre, und kein Leid 3. Aber darum ist an fie mehr berühre. mir die Barmherzigkeit je 8. Faß uns an, o sü- geschehen, auf daß Anfor JEsu, führ uns durch dre auch allhier möchten die Pilgerstraß, daß wir durch die Gnade sehen, auf den rechten Wegen wie er auch am bösen Zweigehen fort ohn Unterlaß; ge alle die Geduld erzeige. laß uns meiden alle Strik- 4. Daß ich war an meike und nicht wieder sehn nem Theil ein Exempel zurücke. denen Leuten, welche an 9. Laß den Geist der ihn, als ihr Heil, sollKraft, HErr JEsu, ge- ten in den letzten Zeiten ben unserm Geiste Kraft, fefte glauben und verdaß wir brünstig dir nach- trauen, und ein ewig Le wandeln nach der Liebe ben schauen. 2. Teller. Eigenschaft. Ach HErr, mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob 374. Der Gnadenz und Dank, HErr JEsu, fleust schallen aus des Herzens noch, den jedermann fann trin14 Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 314 Von der Rechtfertigung. trinken; mein Geist, laß Gieb diesen Trunk mir deinen GOtt dir doch um- stets, du Brunn der Güsonst nicht winken. Es tigkeit, so ist mir immer lehrt dich ja das Wort, wohl in der Gelassenheit. das Licht für deinen Fuß, Christian Knorr v. Rosenroth. daß Chriftus dir allein von Sünden helfen muß. In eigener Melodie. 2. Dein Thun ist nicht 375. Es ist das Heil uns geschickt zu einem bessern Leben; auf Christum richte her von Gnad und lauter dich, der kann dir solches Güte: die Werk die helgeben: der hat den Zorn fen nimmermehr, fie moversöhnt mit seinem theu- gen nicht behüten. Der ren Blut, und uns den Glaub sieht FEsum ChriWeg gebahnt zu GOtt, stum an; der hat gnug für dem höchsten Gut. uns all gethan, er ist der Mittler worden. 3. Die Sünden abzu thun, kannst du dir ia nicht trauen: dein Glaube muß allein auf GOttes Hülfe bauen. Vernunft geh wie sie will, der Satan kann sie drehn; hilft GOttes Geist dir nicht, so ists um dich geschehn. 4. Nun, HErr, ich fühle Durst nach deiner Gnadenquelle, wie ein gejagter Hirsch, auf so viel Sùn denfälle. Wie komm ich 2. Was GOtt im Gsetz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Noth vor GOtt so mannigfalte; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom Gset erfordert allermeist, es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, GOtt bått sein Gsek drum geben, als ob wir möchten seiber frei aus der Noth als durch nach seinem Willen leben: den Gnadensaft? Hilf mir durch deinen Geist, in mir ist keine Kraft. so ist es nur ein Spiegel art, der uns zeigt an die sündig Art, in unserm Fleisch verborgen. 5. Du hast ja zugesagt: du wollst, die Durst em- 4. Nicht möglich war pfinden nach der Gerech- dieselbig Art aus eignen tigkeit, befrein von ihren Kräften lassen; wiewohl Sünden; nun weiset mir es oft versuchet ward, doch den Weg, dein Sohn, der wahre Christ; nur du mußt Helfer sein, weil du voll Hülfe bist. mehrt sich Sünd ohn Maasen. Denn Gleißrers Werk GOtt hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schaad allzeit war angeboren. 6. O selig, willst du mir von diesem Wasser geben, das trånket meinen Geist 5. Noch mußt das Gset zu der Gerechten Leben. erfüllet sein, son warn wir Von der Rechtfertigung 315 wir all verdorben; darum men gwißlich her aus schickt GOtt sein Sohn einem rechten Glauben; berein, der selber Mensch denn das nicht rechter ist worden; das ganz Ge- Glaube wår, wolltst ihn set hat er erfüllt, damit der Werk berauben. Doch seins Vaters Zorn gestillt, macht allein der Glaub der über uns ging alle. gerecht, die Werke find 6. Und wenn es nun er- des Nächsten Knecht, dafüllet ist durch den, der es bei wirn Glauben merken. konnt halten, so lerne jetzt 11. Die Hoffnung wart ein frommer Christ des der rechten Zeit, was GOtGlaubens recht Gestalte. tes Wort zusagen: wann Nicht mehr denn: Lieber das geschehen soll zur Freud, HErre mein, dein Tod sekt GOtt kein gwisse Ta= wird mir das Leben sein, ge. Er weiß wohl, wanns du haft für mich bezahlet. am besten ist, und braucht 7. Daran ich keinen an uns kein arge List, das 3weifel trag, dein Wort solln wir ihm vertrauen. kann nicht betrügen; nun 12. Ob sichs anließ, als sagst du, daß kein Mensch wollt er nicht, laß dich es verzag, das wirst du nim- nicht erschrecken; denn wo mer lugen: Wer glaubt an er ist am besten mit, da mich und wird getauft, dem- will ers nicht entdecken. selben ist der Himml er- Sein Wort laß dir gewiskauft, daß er nicht wird ser sein, und ob dein Herz verloren. spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutheit willen willen GOtt 8. Er ist gerecht vor GOtt allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub giebt aus von ihm den Schein, so er die Werk Vater, Sohn und heilgem nicht låsset. Mit GOtt Geist, der woll mit Gnad der Glaub ist wohl daran, erfüllen, was er in uns dem Nächsten wird die angfangen hat, zu Ehren Lieb Guts thun, bist du seiner Majestät, daß heilig aus GOtt geboren. werd sein Name. 9. Es wird die Sünd 14. Sein Reich zukomm, durchs Gset erkannt, und sein Will auf Erd gscheh schlägt das Gwissen nieder; wie in Himmels Throne; das Evangelium kommt zu das täglich Brod noch heut Hand, und stärkt den Sün- uns werd; wollst unser der wieder; es spricht: Nur Schuld verschonen, als Freuch zum Kreuz herzu; wir auch unsern Schuldim Gsek ist weder Rast gern thun; laß uns nicht noch Ruh mit allen sei- in Versuchung stahn; lis nen Werken. uns vom Ulebel. Amen. 10. Die Werk die komPaul Speratus. In 14* 316 Von der Rechtfertigung. In eigener Melodie. ch Erde, was dir, du Strom des Lebens; o halt sie nicht vergebens. bin dessen 376. Jahn ich ja nicht werth, was meine mich? Ich Staub und Seel von dir begehrt, so Asche darf ich dich anre- hab ichs doch vonnöthen: den oder hören, du Fürst laß mich die Noth nicht und HErr der Ehren? tödten. 2. GOtt, ich erstarr und 11. Ach HErr, versagsteh ia kaum, an meiner test du mir das, so mußte Junge Elebt mein Gaum; bald mein Lebensglas zum auch die Gedanken fliehen, allerlehten laufen, und ich die ich will vor dich ziehen: zum Todten- Haufen. 3. GOtt, es erschrickt 12. Ich bin doch dein mein blöder Geist, den Geschöpf und Kind, obmeine Noth zu dir hinreißt; mein mattes Herz erzittert, der ganze Leib erschüttert. 4. Mein Haupt wird schwach und neigt sich gar, ju Berge stehen alle Haar; auch alle meine Sinnen gehn allgemach von hinnen. 5. Ganz feurig wird mir mein Gesicht, und das, was meine Zunge spricht, kann kaum mein Ohr vernehmen, ich bin voll Angst und Schämen. gleich an mir viel Sünden sind. Bin ich von dir gewichen, so sieh mich zu die friechen. 13. War ich nicht, wie ich sollte, dein, so will ichs ießt und fünftig sein. HErr, stårke nur den Willen, daß ich ihn kann erfüllen. 14. Ach JEsu, wohl erseh ich dich; dein süßer Anblick tröstet mich, dein Schweiß, die rothen Tropfen, dein schweres Herzensklopfen, 6. Unwürdig bin ich, du gerecht; du schlägest mich, HErr, deinen Knecht, nicht nur die Augenlieder zu deinen Füßen nieder. 15. Dein in- und außerliches Weh, die Angst, die gleichsam ich noch seh, die Geißeln und die Ruthen 7. Du weißst, HErr, und dein so mildes Bluten, was ich bitten will, ach 16. Die Rißen von der dessen ist bei dir gar viel; Dornenkron, der überich will mich gnug zu laben, machte Spott und Hohn, nur ein paar Tropfen haben. die Schmerzen von den 8. Laß deinen reichen Stricken, das Kreuz auf Gnaden- Quell, zu dem ich deinem Rücken, mich in Demuth siell, den dürren Mund bewässern, so wird sichs mit mir bessern. 17. Der spißgen Nägel barter Stahl, der GallenTrank, die Seelenqual, die 9. Die trocknen Lippen fünf bluthrothen Wunden, lechzen sehr, die Adern die bittern Lodesstunden, achzen mehr und mehr nach 18. Der letzte Kampf, das Von der Rechtfertigung. 317 das Grab, der Stein, das and für mich überstritten. 377. Jer, mein alles ist zum Theile mein, Mel. O( HErr) JEsu als auch für mich erlitten Chrift, du höchfles Gut. ch 0 19. Misch dich, o purpurfarbnes Blut, in meines Herzens Thranenflut; ach laß mich von dir schmekken, und tilge meine Flecken. GOtt, durch mich dich zwar erzurnen können; wie aber ich versöhne dich, weiß ich nicht auszufinnen. Dies weiß ich, daß dein liebstes Kind, an dem man nichts Sündhaftigs findt, ist mein Erlöser worden. 20. Du Unschuld, o du seidnes Kleid, bedeckest meine Häßlichkeit, umlegest meine Glieder, und ziereft alle wieder. 2. Vom Himmel ist er 21. Thr werthen Wun- williglich zu uns hernieden, nehmt mich ein, ihr der kommen, und hat aus follet meine Festung sein, großer Lieb an sich mein daraus ich kann zertrennen, Fleisch und Blut genomwas mich hart an will men, daß er mich Schwachen heilen möcht, und wiederum zurechte brächt, was rennen. 22. Nun ich, nicht ich, mein Heiland, du, du leider! ich verdorben. gehst mit mir dem Vater 3. Dich hat ein Mensch zu; ich hang an deinen zu Zorn bewegt, dich mußt Armen, er muß sich mein ein Mensch versöhnen; erbarmen. drum ward auf deinen 23. O Vater, schau auf Sohn gelegt, was billig deinen Sohn: soll ich, so uns verhöhnen und quälen muß er auch davon, und sollt in Ewigkeit. Num dein Gesichte meiden, er diese große Gutigkeit giebt last mich nicht abscheiden. mir Trost, Heil und Leben. 24. O Vater, ich ver- 4. Ja, das ist meine Zugnüge mich, dein huldreich versicht, dies ist mein ganz Äntlik zeiget sich durch dei- Vertrauen. Willst du der nes Sohnes Wunden, der Sünden halber nicht mich, mich ihm hat verbunden. großer GOtt, anschauen, so siehe mich in Gnaden an, weil gnug für mich dein Sohn gethan, und meine Schuld bezahlet. 25. Der Gnadenblick vermehret sich, und lasset mich ganz seliglich auf sein holdselig Winken in Ruh und Friede sinken. 5. Nimm wahr, o Vater, 26. Nun stårk ich mich, deinen Sohn, sei gnädig und laß mir nicht weg- deinem Knechte; kraft set= nehmen diese Zuversicht, nes Leidens meiner schon, du werdest Vater bleiben, und strafe nicht nach Rechte. dein Sohn mich dir ein- Wenn du siehst seinte nåLeibett. Georg Sigm. Vorberg. gelmaal, so laß doch meiner 318 Von der Rechtfertigung. ner Sünden Zahl daselbst 11. Darum, o gnadenverborgen bleiben. reicher GOtt, der du nicht 6. Schau an sein rosin- auszugründen, durch deifarbnes Blut, für mich nes Sohnes Blut und Tod am Kreuz vergossen; schau vergieb mir meine Sünden. an die schöne rothe Flut, Laß durch sein Unschuld die mildiglich geflossen. Weil meine Schuld, durch sein dich das Fleisch erzürnet Geduld mein Ungeduld hat, so laß dich auch das Fleisch zur Gnad hinwiederum bewegen. ganz ausgetilget werden. 12. Laß seine Demuth allezeit vor Hoffart mich 7. Groß ist es, was ich beschützen; laß wider meioft und viel durch Misse- nen Haß und Neid mir that verschuldet; jedoch ich seine Sanftmuth nůßen. nicht verzagen will, weil Er sei mir alles, was ich Christus hat erduldet ge- darf, so wird kein Urtheil horsamlich den bittern Tod, sein so scharf, das mich und mir dadurch, o treuer verdammen möchte. GOtt, die Seligkeit erworben. 8. Groß ist mein Un- Mel. HErr, ich habe mißgehandelk Joh. Heermann.( O HErr mein GOtt, ich habe dich.) gerechtigkeit, die deinen Zorn erwecket; sein Unſchuld aber ist das Kleid, 378. Efu, raft damit der blöden Kein Mensch so große Herzen, Trost in aller BanSünde findt, die nicht in gigkeit, Labsal in den SünChristi Tod verschwindt, denschmerzen, Arzt für alles der unser Bruder worden. Herzeleid, Pflaster für die 9. Wer ist so sehr in Todeswunden, das man aller Welt mit Sünden- stets voll Kraft befunden! schuld beladen, dem Chri- 2. Meines Herzens stus, unser Lösegeld, nicht Brünnlein quillet lauter hilft von allem Schaden? angebornen Wust; Mark 3war groß ist meine Mis- und Adern find erfüllet sethat, noch größer aber durch das Gift der bösen GOttes Gnad, in Christo Lust; kein Blutstropfen mir erworben. ist zu finden, der nicht starrt von andern Sünden. 10. Ja, wenn man legte Chrifti Pein und aller Men- 3. Ja, ich stecke voller schen Sünden in gleiche Pfeile durch den Teufel, Waageschalen ein: sowürde Fleisch und Welt; eh ich sich befinden ein solcher gro- zu dem Helfer eile, werd Ber Unterscheid, als zwi- ich wiederum gefällt; meine schen Nacht und Tageszeit, Seele muß erliegen, eh sie als zwischen Höll und recht kann Athem kriegen. Himmel. 4. Will ich mich zu dir er= Von der Rechtfertigung. 319 erheben, wird vor Tråg- und kann dich retten und heit nichts daraus; wenn umarmen. Komm weidein Geist in mir soll leben, nend, komm in wahrer jagt das wilde Fleisch ihn Buß, und fall im Glauaus, daß ich auch die Qual ben ihm zu Fuß, er wird der Schulden fort nicht fich dein erbarmen. långer kann erdulden. 3. Ein Hirt verläßt sein 5. Drum du Heil der Schäflein nicht, dems in kranken Sünder, Brunn, der Frr an Hülf gebricht, von dem das Leben springt, er sucht es mit Verlangen; selbst das Pflaster und Ver- er låsset neun und neunzig binder, dessen Kur stets wohl stehn, und sie gar in der gelingt: du kannst Pein Wüsten gehn, das eine und Schmerzen lindern, zu umfangen. ja des Todes Stoß verhindern. 6. Komm, o HErr, und drůck in Gnaden mir dein Bild ins Herz hinein, so wird meinem alten Schaden durch dein Blut geholfen sein; salbt dein Dele meine Wunden, so bin ich genug verbunden. 4. Es sucht der liebste JEsus Christ das Schäflein, das verloren ist, bis daß ers hat gefunden; so laß dich finden, liebste Seel, und flieh in JEsu Wundenhöhl, noch sind die Gnadenstunden. 5. Esu, deine Lieb ist groß, ich komm můh7. Flößest du denn mei- selig, nackt und bloß, ach ner Seele dich, o Helfer, laß mich Gnade finden. selber ein, so wird meiner Ich bin ein Schaf, das Adern Höhle voller neues fich verirrt, ach nimm Leben sein; ja mein Mund mich auf, weil ich verwird voller Weisen deinen wirrt im Strick und Netz Finger ewig preisen. der Sünden. Christian Knorr von Rosenroth 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin Mel. Kommt her zu mir, zum Abgrund schier; ach spricht GOttes Sohn. laß mich wiederkehren zu 379. Jhr armen deinem Schafftall, nimm Sünder, mich an, und mach mich kommt zu Hauf, kommt frei von Fluch und Bann, eilig, kommt, und macht dies ist mein Herz- Be= euch auf, mühselig und be- gehren. laden; hier öffnet sich das 7. Laß mich dein SchafJEsus- Herz für alle, die lein ewig sein, und du in Reu und Schmerz er- mein treuer Hirt allein kennen ihren Schaden. im Leben und im Ster2. Es heißt: er nimmt ben, laß mich vom eitlen die Sünder an; drum Weltgefind ausgehn, und komm, dein JEsus will mich als GOttes Kind um 320 Von der Rechtfertigung. um dich, mein Schatz, lich ångste mich, ich bete, bewerbent. und bin erbärmlich zuge8. Ich will von nun an richt; und wenn ich gleich sagen ab der Sündenluft mit Weinen vor dich trete, bis in mein Grab, und so trau ich doch mir selin dem neuen Leben, in ber nicht, ob denn dies, Heilig- und Gerechtigkeit, warum ich klage, mir auch dir dienen noch die kurze wohl zu Herzen geht, weil Zeit, die mir zum Heil des bbsen Zweifels Plage gegeben. aus mir leider selbst entsteht. 4. Mein Beten ist voll zweifelnder Gedanken; 9. Ach nimm dein armes Taublein ein, und laß es sicher bei dir sein in wenn gleich dein Wort deinen Wundenhöhlen; be- und Trost erschallt, so ist wahre mich vor Sun- und bleibt mein Glaube den- Werk, und gieb mir doch voll Wanken, mein deines Geistes Stårk an Herze scheinet todt und Leib und an der Seelen. kalt; es ist so voll Angst und Zagen und ganz in sich selbst verwirrt, ich kann kaum mich selbst ver Laurentins Laurenti. In eigener Melodie. 380.mmanuel, deß tragen, so gar ist mein nicht+ zu zählen, der Kranken 5. Die Wunder, die ich Arzt, der Blöden Heil, vormals selbst gepriesen, verborgner GOtt, du Troft die du von Anfang haft betrübter Seelen, der geist- gethan, und die du mir lich Armen Herzens- Theil! insonderheit erwiesen, seh da du, JEsu, selber woh- ich wie jener Blinde an, nest, neigst auf ihr Geschrei der die Menschen sah als dein Ohr, und mit viel Bäume: ja, ich halt sie Geduld verschonest das kaum für dein, und ist mir, zerbrochne Glaubensrohr. als ob mirs traume, daß 2. Ach siehe doch die sie je geschehen sein. Hillenangst, den Schmerzen, der so viel Seufzer aus mir zwingt. Ach len, und halte mit viel steure doch, HErr, mei- Thränen mir die süße nem eignen Herzen, aus Schrift von deines Vadem der böse Quell ent- ters Willen und meines springt, das mir will dein Esu Leiden für, ists, als Wort vernichten: ach ob ich Mährlein hörte, finHErr, laß es ihm nicht de keinen Glaubenssaft, zu; laß mich nicht den und was vor mein Herze Satan sichten, meinen nährte, giebt mir jekund Glauben stårke du. Feine Kraft. 6. Wenn ich mein Herz mit deinem Wort will stil3. Ich kämpf, ich schrei, 7. Wie kann ich doch dem Von der Rechtfertigung. 321 dem bösen Herzen trauen, die Todten auferwecken das auch dein Wort mir wie sollt dir denn unmögniederreißt, den Grund, lich sein, des Glaubens darauf ich soll mein Hof- Licht auch wieder anzufen bauen, und mich an stecken, und ein neu herz zu allem zweifeln heißt; das geben ein, das sich wieder ich muß zum Beten zwin- zu dir kehre, treulich und gen, und kanns mitte im ohn Heuchelei, ohne ZweiGeschrei leider doch nicht felmuth dich ehre, und sich dahin bringen, daß es son lasse deiner Treu? der Zweifel sei. 12. Du kannst, mein 8. Erforsche doch, erfah- Heil, und mußt mein 3are, wie ichs meine, durch- gen enden, dein eigne Ehre suche doch mein böses Herz, wills von dir, ich bin ja und prüfe mich, mein dein und steh in deinen GOtt, warum ich weite, Hånden; was hulf dein ob dies wahrhaftig sei mein schmerzlich Leiden mir, Schmerz, daß mein Glau- wenn du mich wolltft falbensdocht so wanket, daß len lassen, weil ich Glaumein Herz so laulich ist, und benskranker nicht dich gedir nicht mit Andacht danket, trost und fest kann fasob du mir mein Alles bist. sen, weil mein Herze mit 9. Findst du dennoch bei mir ficht? mir den rechten Willen, 13. 3war hab ichs wohl daß mein Herz um den mit Trägheit und mit Glauben schreit, so laß Sünden schon längst, o sich doch das Ungewitter GOtt, verdient, daß ich stillen, das in mir regt den jetzt weder Trost noch GlattZweifel- Streit. Jft mein| ben kann empfinden: ach, Glaube klein und schmäch- aber ach erbarme dich! JEtig, bin ich elend, blind su, hilf dem Unvermögen, und bloß, so sei deine Gnade ich will; wenn ich aber mächtig und in meiner ach! dir mein Herz recht Schwachheit groß. vor soll legen, auch mein Wollen ist sehr schwach. 10. Sollt aber, ach! mein Glaube sein verblichen, hat 14. Ach stärke, HErr, sich vielleicht mein Herz das Wollen und das Könder Welt, die mir mit ihnen, und gieb mir den gerem Fürsten nachgeschli- wissen Geist, daß ich mich chen, und denen Thoren wieder freudig dein kann zugesellt, die ganz feinen nennen, und glauben wie GOtt nicht glauben: ach dein Wort michs heißt; so andre meinen Sinn; kann ich dich nicht feste laß mich, JEsu, dir nicht halten, desto fester halt du rauben, mich, der ich dein mich; laß mein Herz nicht eigen bin. ganz erkalten, bis mein Glaub erholet sich. 11. Du kannst ja, GOtt, 14** 15. Troß 322 Von der Rechtfertigung. 15. Trotz meines Her-| zens zweifelnden Gedanken, troß meinem bösen Fleiſch und Blut, das mich 381. Was kann ich doch Mel. O GOtt, du frommer GOtt. immer wanken, daß mein für Dank, o HErr, dir Gemüthe nimmer ruht, dafür sagen, daß du mich sollst du doch mein E- mit Geduld so lange Zeit sus bleiben: ich will beten getragen, da ich in manund an dich, HErr, wie cher Sünd und Uebertreschwach es ist, doch glau- tung lag, und dich, du fromben, ist mein Herz gleich mer GOtt, erzurnte alle wider mich. Tag? 16. Kann ich gleich nicht 2. Sehr große Lieb und so, wie ich wünsche, fiegen, Gnad erwiesest du mir Arund fall aus Schwachheit men; ich fuhr in Bosheit bald zurück, so will ich doch fort, du aber in Erbarmit GOtt nicht unterite- men; ich widerstrebte dir, gen: ach JEsu, gieb mir und schob die Buße auf; einen Blick, wie du dort du schobest auf die Straf, dem Petro gabeft, der schon daß sie nicht folgte drauf. ganz gefallen war, daß du meine Seele labeft, und 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein verentreißest der Gefahr. richtet; du hast des Sa17. Nur zurne nicht mit tans Reich und Werk in deinem schwachen Kinde, mir vernichtet. HErr, deiund habe, HErr, mit mir ne Gut und Treu, die an Geduld; auch rechne mir, die Wolken reicht, hat auch was ich in mir befinde, mein steinern Herz gebronicht zur Verdammnißchen und erweicht. und zur Schuld. Laß die 4. Selbst fount ich allSchwachheit mir nicht zuviel beleidgen dich mit schaden, weil du kein Ver- Sünden, ich konnte aber dienst begehrst, sondern doch nicht selbst Gnade wieder nur bloß aus Gnaden uns finden; selbst fallen konnte die Seligkeit gewährst. ich, und ins Verderben 18. Ach, aber ach! ists gehn, ich konnte selber möglich, ists dein Wille, nicht von meinem Fall so laß den Kelch doch von aufstehn. mir gehn, und mache mich 5. Du hast mich aufgevon der Versuchung stille, richt, und mir den Weg und laß mich wieder feste gewiesen, den ich nun wantstehn, und mit ängstlichen deln soll: dafür sei, HErr, Gedanken in dem Glauben, gepriesen. GOtt set geden mein Mund frei beken- lobt, daß ich die alte Sünd net, nicht so wanken: mach, nun haß, und willig ohne o Arzt, mein Herz gesund. Furcht die todten Werke laß. Henriette Rath. v. Gersdorf. 6. Da Vom Frieden GOttes. 323 2. Jeßt aber hab ich Rub und Raft, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlaft für Schwachheit mich hat selbst getragen; stårk und darin mächtig sei, er hat mit dir verschuet und mein Gemüthe stets mich, da er am Kreuz ließ zu deinem Dienst erneu. tödten sich, auf daß ich selig würde. 7. Ach leit und führe mich, so lang ich leb auf 3. Drum ist getroft mein Erden, laß mich nicht ohne Herz und Muth mit kinddich durch mich geführet lichem Vertrauen; auf dies werden. Führ ich mich dein rofinfarbnes Blut will ohne dich, so werd ich bald ich mein Hoffnung bauen, verführt. Wenn du mich das er für mich vergossen führest selbst, thu ich, was hat, gewaschen ab die Mismir gebührt. sethat, und mir das Heil erworben. 6. Damit ich aber nicht aufs neue wieder falle, so gieb mir deinen Geist, dieweil ich hier noch walle, der meine 8. O GOtt, du großer GOtt, o Vater, hör mein Flehen. 4. In seinem Blut erJEsu, GOttes quick ich mich, und komm Sohn, laß deine Kraft zu dir mit Freuden; ich mich sehen. O werther, suche Gnad demüthiglich, heilger Geist, regiere mich von dir soll mich nichts allzeit, daß ich dir diene hier und dort in Ewigkeit. Dav. Denice. scheiden. Was mir erworben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterfron soll mir kein Teufel rauben. 382. Menn Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 5. Nichts hilft mir die dein Gerechtigkeit, die vom Geherzlieb- sek herrühret. Wer sich in fter Sohn, o GOtt, nicht eignem Werk erfreut wird war auf Erden kommen, jammerlich verführet; des und hätt, als ich in Sün- HErren JEsu Werk allein, den todt, mein Fleisch nicht das machts, daß ich kann angenommen: so mußt ich selig sein, der ichs mit armes Würmelein zur Hölle Glauben fasse. wandern in die Pein um meiner Sünden willen. Johann Heermann. V. Vom Frieden GOttes. Iter durch Chriftum im heiligen Geist, welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemüthe in Chrifto zum göttlicher Friede, vom Va- ewigen Leben aufschleußt: riede, ach Friede, ach den In eigener Melodie. 383. 324 Dom Frieden GOttes. den sollen die gläubigen zuwider ist, fliehen und Seelen erlangen, die alles meiden. verleugnen und JEsu anbangen. 6. Weislich und fleißig mußt du dich entschlagen 2. Richte deswegen, der bösen Gesellschaft und friedliebende Seele, dein sündlichen Rott, welche Herze im Glauben zu JE- den weltlichen Lüsten nachsu hinan; was da ist dro- jagen, nicht fürchten und ben bei Christo, erwäble, lieben den heiligen GOtt; verleugne dich selbst und denn die sich zu solchen den irdischen Plan. Nimm Gottlosen gesellen, die fahauf dich das sanfte Joch Christi hienieden, so findest du Ruhe und göttlichen Frieden. 7. Küchlein die bleiben bei ihrer Gluchenne, fie 3. Nahm doch der Mitt- schreien und laufen den ler des Friedens vie! Raben nicht nach; also Schmerzen von wegen auch, Seele, nur JEsu des Vaters Versöhnung nachrenne, dich sündlicher auf sich; nimm dies, o Brut und Weltvigel Seele, recht fleißig a Her- entschlag; so wird auch zen, und siehe, was thut dein Heiland sein Küchwohl dein JEsus für dich: lein beschirmen, wenn auf Er bringet mit seinem dich Welt, Teufel und Blut Friede zuwege, und Hölle losstürmen. machet, daß alle Unruhe fich lege. 8. Liebe und übe, was JEsus dich lehret, und was 4. Nun dafür bist du er dir saget, dasselbige ihm ewig verbunden, du thu. Hasse und lasse, mas sollst dafür gånzlich sein sein Wort verwehret, ſo Eigenthum sein; weil er findest du Frieden und ewidir ewge Erlösung erfun- ge Ruh. Denn selig, die den, und schleußt dich im also sich JEsu ergeben, Gnaden- und Frievens- und glaubig und heilig bund ein; drum siehe, daß du dich ihm gänzlich ergiebest, und immer beständig von Herzen ihn liebest. 9. nach seinem Wort leben. Esu, du Herzog der Friedens- Heerschaaren, o König von Salem, ach 5. Siehe, von seinen zeuch uns nach dir, daß wir Fried- Bundes- Genossen den Friedens- Bund treuerfordert er herzliche Lie- lich bewahren, im Wege be und Treu, darum sollst des Friedens dir folgen du von dir alles ausstoßen, allhier. Ach laß uns doch was seiner feindseligen Ge- deinen Geist kräftig regiegenpartei: Welt, Teu- ren, und dir nach im Friefel und Sünde, die mußt den zum Vater hinführen. du nicht leiden, was JEsu Barth. Traffelius. Mel. ren mit ihnen hinunter zur Höllen. Dom Frieden GOttes. 325 Mel. Wachet auf, ruft| Mel. Sieh, hier bin ich, uns die Slimme. Ehrenkönig. 384. Gewünschter 385. Ihan und ch will ein= Sabbath, heilge Stille, o Paradies der GOttes Fulle, o Seelen- Lust, o süße Ruh; mein Bräutigam voll Preis und Ehren läßt sich in seinem Tempel hören, spricht seiner Braut recht mir verstehn. lieblich zu. Mein Herz, sam gemeinsam mit dem eingent GOtt umgehn, und die Sinnen halten innen, was nicht GOtt ist, lassen stehn; das Getümmel und Gewimmel will sich nicht zu 2.O du süße stille Wüste, ach sei doch weit, freu da all das Geschöpfe dich der Herrlichkeit, Zions schweigt, da das Herze Lade der GOttes Macht, ohne Schmerze sich zum des Himmels Pracht wird großen Schöpfer neigt, und dir, mein Herz, jetzt zu- der Hände Unterpfände setgebracht. nem schönsten JEsu reicht! mit der Einigkeit; mit GOtt leb ich, an GOtt fleb ich in und außer aller Zeit. 2. Was hüpft ihr doch, 3. Mir hier stinket, was ihr stolzen Hügel? Hier da blinket nach der eitlen glänzet ja des Geistes Sie- Herrlichkeit, weil ich eingel, hier ist die güldne sam und gemeinsam handle Davidsstadt. Was fragt mein Licht nach Kalk und Steinen: im Herzen will er herrlich scheinen, wo er sein Heerd und Feuer hat. 4. Nach der Stille, ohn Das ist das Heiligthum, Gewühle, hat mein Heider Seelen Schmuck und land selbst getracht, und Ruhm. Hallelujah! das im Hause, und nicht drauFreudenmahl, der Ehren- ßen, dreißig Fahre zugefaal thut sich schon auf bracht, da er fleißig, ia das im Jammerthal. weiß ich, vor GOttes Pforten hat gewacht. 3. Nun ist der Vorhang aufgezogen, hier ist der 5. Himmlisch Wesen, Thron und Ehrenbogen, laß genesen mich in deiner hier glänzt und strahlt mein Gegenwart; und hergegen Freudenlicht. Ihr Sera- ganz ablegen Esaus welt= phim, deckt Augn und gesinnte Art, die das BrauFüße; ich aber schau, was sen liebet draußen, und sich ich genieße, mit aufgedeck- nicht vorm Feind bewahrt. tem Angesicht. Das Lamm, mein Bräutigam, der Held Mel. O du Liebe meiner Liebe. aus Davids Stamm springet, hüpfet, kommt mir so 386. Qaß mich dich, und ist schon und wohnt in mir, Hallelujah! loben in der sanften Herjetts= 326 Vom Frieden GOttes. zens- Still, trok der stolzen auf dem schönen stillen Sinnen Loben, trok dem Meer. Du, strengen Eigenwill. 6. Ei so laß mich denn du selbsten leg die Wellen, hinfahren nach dem frohen halt der Stürme Rachen Zions- Feld; du wirst mich ju, laß Vernunft- Wind ja wohl bewahren vor dem nicht mehr bellen, noch Sturm der Sündenwelt; versidren meine Ruh. laß in mir dein Lob er2. So wird deines Gei- schallen, GOtt, daß du ftes Leben, deiner From- dich freuest sehr, wenn men Herzenssaft, auf den wir so in Liebe wallen auf stillen Wassern schweben dem schönen stillen Meer. mit der holden Himmelskraft; so wird meine Seele Mel. O du Liebe meiner singen von des frommen Liebe. Vaters Treu, und dir ein 387. Meine Seel, in dir wohlgefällig sei. die Wunden Christi ein 3. Du wirst selbst die zur süßen Ruh, allwo Wort mich lehren in der Friede wird gefunden; hin, fanften Einsamkeit, wie ich o Täublein, fleuch hinzu; dich recht soll verehren hier gieb dich wie ein Lammi noch in der Lernenszeit. zufrieden, ruhe aller SørAch daß ich mich sollte gen los, da, wohin er dich trånken aus dem süßen beschieden, in dem theuren Liebessee, daß ich mich werthen Schooß. ganz drein sollt senken, zu 2. Auf, o Seele, von vergeffen Welt und Weh. der Erden schwinge dich 4. So wollt ich ganz in JEsu Herz; lasse dir ohn Aufhdren, in verstärk- nichts Liebers werden, denn tem Liebesmuth, JEsu, du hast sonst eitel Schmerz. stets dein Lob vermehren, Einem sei dein Herz ergedu mein liebstes, höchstes bent, JEsum liebe nur alGut. Doch du wirsts wohl lein; nur nach JEsu must freundlich machen, wie dirs du streben, also kannst du wohlgefällig ist: dir befehl ruhig sein. ich meine Sachen ohne arge Heuchel- Lift. 3. Als ein liebes Schaflein suche nur auf Esu 5. Du wirst mich wohl Rücken Plah: Sachen diezu dir ziehen auf dem stillen ser Welt verfluche, GOtt Friedensmeer; da will ich im Himmel sei dein Schat. vor Freuden fliehen zu dir, was willst du lange o mein GOtt und HErr. achten auf der Güter falSo ists ja dein Wohlge- schen Schein? Pein ists; falleit, GOtt, so freust du darum mußt du trachten, dich ganz sehr, willst mit bei dem liebsten Schatz deinen Frommen wallen zu sein. 4. Haft Dom Frieden GOttes. 327 4. Hast du Lust, dich zu sonsten trunken in meiner Wirst du ergößen? richte dich nach Seele macht. GOttes Wort; JEsus es nicht verlassen, so wird liebet ohn Verlehen, FE- dich solches fassen, so bleisus labet hier und dort. bet deine Nacht. Alles ist in ihm zu lieben, 4. Drum glaube ganz er hat allen Ueberfluß, gewiß, dies ist dein HinRuhe, Reichthum ohn Betrüben, Lebens- Gnuge ohn Verdruß. derniß; dies macht, daß deine Kräfte in außerem Geschäfte in lauter UnMag Satan 5. JEsus hält vor an ruh stehn. dern allen Freundschaft; nicht den Willen, den ſeisei ihm nur getreu. Eine Kräfte füllen, mit Unwas kann dir doch gefal- ruh leicht durchwehn? len? Reichthum? Davon 5. Kehr hierher dein Gemach dich frei. Dieser Brautgam will ja schenfen in der Welt, was dir ist Noth. Ei so mußt du dich nicht senken ein in dieser Erden Koth. sicht, du kannst die Ursach nicht der Unruh sonst ergründen: in dir wirst du es finden, was deinen Frieden stört; sonst wird selbst in den Wäldern, und auch in stillen Feldern, die Unruh wohl vermehrt. Mel. O JEsu, du bist mein. 6. So wage nur den388. Mein ein gnug Streit mit deiner Eigenbeschwer- heit; hält sie dich hart geter Sinn, wirf die Gedan- fangen, so stürme mit Verken hin, und wende dich zur langen in GOttes Liebe Stille, daß dein zerstreuter ein, und laß nicht ab im Wille entflieh, der Feinde Ringen, bis alle Bande List, weil ich in keinem springen, du wirst bald Winde solchs sanftes Sau- anders sein. sen finde, in welchem JEsus ist. 7. So wirst du Wunder sehn, so wird es dann geschehn, daß du in sanftem Frieden, von allem abgeschieden, mit Himmelskraft erfüllt, wirst Linderung empfinden; da muß dein Schmerz verschwinden, da wird dein Durst gestillt. 8. Da seufzet man nicht mehr, da giebt man kein 3. Weg mit dem Eigen- Gehör den rauschenden Gefinn, durch den ich finster danken; da kann man ohne bin; weg mit den wilden Wanken in GOttes Liebe Funken, und was mich ruhn; da kann es dann der See2. Kehr aus der Erden Rund in deiner Seelen Grund; die schweifenden Gedanken behalt in ihren Schranken, und suche deinen Freund mit fanften Liebesblicken, bis er, dich zu erquicken, mit Fried und Rub erscheint. 328 Dom Frieden GOttes. Seelen an Licht und Recht, 14. Drum folg ich dienicht fehlen; wer will ihr ser Spur, und suche dieses da was thun? nur im Geiste zu erlangen: 9. Man treibt solch Lie- so hält mich nicht gefangen besspiel, so ofte man nur der Sinnen Gaukelſpiel, will; man mag mit GOt- so bleib ich in den Schrantes Herzen in fanfter Liebe ken, so läuft man ohne scherzen. Da findt sich kein Wanken, so dringt man Verdruß, kein Zornblick recht zum Ziel. kann uns rühren; hier ist sonst nichts zu spüren, als Mel. So ist denn nun süßer Ueberfluß. die Hütte aufgebauet. 10. Wie zart ist das Ge- 389.* Mein Salodiesem dein mo, Wie lieblich ist die Speise, freundliches Regieren stillt wie angenehm die Weise alles Weh, das meinen in diesem HimmelsScherz, Geist beschwert. Wenn wenn solche süße Fluten, sich zu dir mein blödes mehr als man kann ver- Herze kehrt, so läßt sich muthen, durchströmen un- bald dein Friedensgeist verser Herz! spüren. Dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn, und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 11. Wenn du den Streit der Lust in dir empfinden mußt, wenn Höllen- Furcht dich iaget, wenn das Ge- 2. Gewiß, mein Freund wissen naget, so ist hier giebt solche edle Gaben, Linderung. Verbirgt sich die alle Welt mir nicht vernur der Wille in die er- schaffen kann. Schau an wünschte Stille, so kampfest du genung. die Welt, schau ihren Reichthum an, er kann ja nicht 12. Wie sicher wandelst die můden Seelen labcn. du in dieser stillen Ruh! mein JEsus fanns, er Hier bleibst du abgeschie- thuts im Ueberfluß, wenn den; denn GOttes reiner alle Welt zurücke stehen Frieden nimmt keine Sün- mus. den ein. Es können feine 3. süßer Freund, wie Sünden den Friedens- wohl ist dem Gemüthe, grund ergründen, laß dich das im Geset sich so ernur ganz hinein. müdet hat, und nun zu dir, 13. Wenn man sich tråge dem Seelenleben, naht und findt, so wird man hier schmeckt in dir die wunder, entzündt. Da machet uns süße Güte, die alle Angstdas Feuer von Zeit zu Zei- die alle Noth verschlingt ten freier, wenn den ge- und unsern Geist zu sanfschwächten Geist und die ter Ruhe bringt. erschöpften Sinnen so kråf4. Gewiß, mein Freund, tiglich von innen des Him- wenn deine Liebeszeichen mels Manna speist. mein Vom Frieden GOttes. 329 mein armes Herz so sånftig-| führt, und mit Geduld und lich durchgehn, so kann da Langmuth dich regiert. nur ein reines Licht entstehn, durch das ich kann das Vaterherz erreichen, in dem man nichts als nur Vergebung spürt, da eine Gnadenflut die andre rührt. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen; besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, daß ich das Licht in deinem Lichte seh, und könne schlechterdinas der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater Fehret, ie mehr es Kraft und Selig10. Wenn mein Gebrech feit genießt, daß es dabei der Eitelkeit vergißt, die mich vor dir niederschläget, sonst den Geist gedampfet und deinen Geist der Kindund beschweret; ie mehr schaft in mir dampft; wenn das Herz den süßen Vater das Geset mit meinem schmeckt, ie mehr wird es Glauben kämpft, und laujur Heiligkeit erweckt. ter Angst und Furcht in mir erreget, so laß mich in die Seele fließet, der doch dein Mutterherze sehn, wird in ihr ein Brunn des und neue Kraft und ZuLebens sein, so in das Meer versicht entstehn. des Lebens springt hinein und Lebensströme wieder von sich gießet. Behålt in dir dies Wasser seinen Lauf, so geht in dir die Frucht des Geistes auf. 6. Der Gnadenquell, der 11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen, mein Salomo foll mir mein Friede sein; ich wickle mich in deine Gnade ein, mein Element ist einig 7. Wenn sich in dir des dein Erbarmen; und weil HErren Klarheit spiegelt, du mir mein Ein und Aldie Freundlichkeit aus sei- les bist, so ists genug, wenn nem Angesicht, so wird dich mein Geist genießt. dadurch das Leben angericht, die Heimlichkeit der Weisheit aufgefiegelt, ia Christian Friedrich Richter. In eigener Melodie. ſelbst dein Herz in solches 390. Ruhe ift das Bild alle befte Gut, der Sünden abgekehrt. das man haben kann; Stil8. Was dem Gefeß un- le und ein guter Muth, möglich war zu geben, das steiget himmelan: die fuche bringt alsdann die Gnade du. Hier und dort ist keine selbst herfür: sie wirket Ruh, als bei GOtt: zu Lust zur Heiligkeit in dir, ihme zu: GOtt ist die Ruh. und andert nach und nach dein ganzes Leben, indem 2. Ruhe sucht ein jedes Ding, allermeist ein Chrift; fie dich aus Kraft in Kräfte mein Herz nach derselben ring, 330 Dom Frieden GOttes. ring, wo du immer bist ,, 8. Ruhe schmecket desuch Ruh, such Ruh. Hier nen wohl, die schwer find und dort ist keine Ruh, als gedrückt und mühselig, bei GOtt: zu ihme zu! schmerzenvoll, daß fie, fast GOtt ist die Ruh. erstickt, gern finden Ruh. 3. Ruhe giebet nicht hier und dort ist keine die Welt, ihre Freud und Ruh, als bei GOtt: zu Pracht; nicht giebt Ruhe ihme zu! GOtt ist die Ruh. Gut und Geld, Luft, Ehr, 9. Ruh aus lauter Gnad Gunst und macht; reicht verspricht JEsu treuer Feines zu. Hier und dort mund; sein so freundlich ist keine Ruh, als bei Angesicht aus des HerGOtt: zu ihme zu! GOtt zens Grund lockt all herist die Rub. zu. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 4. Ruhe giebt die Erde nicht, die ist kugelrund; den sie in die Höh gericht, 10. Ruhe so gar willigstürzet sie zur Stund: o lich JEsus bietet en: Ich schlechte Rüh! Hier und will euch erquicken, ich, dort ist keine Ruh, als bei ders am besten kann, als GOtt: zu ihme zu! GOtt selbst die Ruh. Hier und ist die Ruh. dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 5. Ruhe geben kann allein JEsus, GOttes Sohn, ladet alle Menschen 11. Ruhe labet und ein von des Himmels erquickt süßiglich ein Herz, Thron zur wahren Ruh. das da drückt und fast Hier und dort ist keine erstickt Kummer, Kreuz Ruh, als bei GOtt: zu und Schmerz, und schreit: ihme zu! GOtt ist die Ruh. Ach Ruh! Hier und dort 6. Ruhe wer da finden ist keine Ruh, als bet will, komme nur zu mir; GOtt: zu ihme zu! GOtt hast du gleich des Leidens ist die Ruh. viel, ich fanns lindern dir, 12. Ruhe kommt aus und geben Ruh. Hier und Glauben her, der nur JEdort ist keine Ruh, als bei sum hålt; JEsus machet GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. leicht, was schwer, richtet auf, was fällt: sein Geift 7. Ruhe schenkt er allen bringt Ruh. Hier und gleich, die beladen sind. dort ist keine Ruh, als Klein und Große, Arm bei GOtt: zu ihme zu! und Reich, Mann, Weib GOtt ist die Ruh. oder Kind findt bei ihm 13. Ruhe find ich alRuh. Hier und dort ist lermeist, wo Gehorsam keine Ruh, als bei GOtt: blüht; ein in GOtt gesehzu ihme zu! GOtt ist die Ruh. ter Geist macht ein still Gemüth und Seelenruh. Hier Dom Frieden GOttes. 331 Hier und dort ist keine ein: er ist die Ruh. Hier Ruh, als bei GOtt: zu und dort ist keine Ruh, ihme zu! GOtt ist die Ruh. als bei GOtt: zu ihme 14. Ruhe wächset aus zu: GOtt ist die Ruh. Geduld und Zufriedenheit, der in GOttes Zorn und Huld und in Lieb Johann Caspar Schade. und Leid fich giebt zur Ruh. 391. Wei mir, In eigener Melodie. wohl Hier und dort ist keine Ruh, als bei Gött: zu o Freund der Seelen, wenn ihme zu! GOtt ist die Ruh. ich in deiner Liebe ruh. 15. Ruhe hat, wer wil- Jch steige aus den Schwerliglich Christi sanftes Joch muths- Höhlen, und eile hingebucket nimmt auf deinen Armen zu: da muß sich: ist es lieblich doch, die Nacht des Traurens und schaffet Ruh. Hier scheiden, wenn mit so anund dort ist keine Ruh, genehmen Freuden die Lieals bei GOtt: zu ihme be strahlt aus deiner Brust. zu! GOtt ist die Ruh. Hier ist mein Himmel 16. Rube den erst recht schon auf Erden: wer wollergößt, der ein Schüler ist, te nicht vergnüget werden, und sich zu den Füßen setzt der in dir suchet Ruh seines HErren Christ, und und Lust. lernt die Ruh. Hier und 2. Die Welt mag dort ist keine Ruh, als meine Feindin heißen: es bei GOtt: zu ihme zu sei also; ich trau ihr GOtt ist die Ruh. nicht, wenn sie mir gleich 17. Ruhe nirgends lie- will Lieb erweisen bei eiber bleibt, als wo Demuth nem freundlichen Gesicht. ziert; was zur Niedrig- In dir vergnügt sich meikeit fein treibt, und Herun- ne Seele, du bist mein ter führt, giebt wahre Rub. Freund, den ich erwähle; Hier und dort ist keine du bleibst mein Freund, Ruh, als bei Gött: zu wenn Freundschaft weicht. ihme zu! GOtt ist die Ruh. Der Welt- Haß kann 18. Ruhe springet aus mich doch nicht fällen, der Quell, wo die Liebe weil in den stärksten Unfleust; ist das Herze klar und hell, sanft und still der Geist, da stromt die Ruh. 3. Will mich des Moses Hier und dort ist keine Eifer drücken, blikt auf Ruh, als bei GOtt: zu mich des Gesetzes Weh, ihme zu! GOtt ist die Ruh. droht Straf und Hille glückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 19. Ruhe, noch mit ei- meinem Rücken, so steig nem Wort, soll sie ewig ich glaubig in die Höh, sein, willst du ruhen hier und flieh in deine Seitenund dort, dring zu JEsu Wunden: da hab ich schon den 332 Von der Freude im heiligen Geiste. den Ort gefunden, wo ruht. Wen kann des Wemich kein Fluchftrahl tref- ges End erschrecken, wenn fen kann. Tritt alles wi- er aus mördervollen Hecken der mich zusammen, du gelanaet in die Sicherheit? bist mein Heil, wer will Mein Licht, so will ich verdammen? Die Liebe auch mit Freuden aus dienimmt fich meiner an. ser finstern Wildniß schei4. Führst du mich in den zu deiner Ruh der die Kreuzes- Wüsten, ich Ewigkeit. folg, und lehne mich auf 6. Wie ist mir dann, o dich; du nährest aus den Freund der Seelen, so Wolken- Brüsten, und la- wohl, wenn ich mich lehn best aus den Felsen mich. auf dich; mich kann Welt, Ich traue deinen Wunder- Noth und Tod nicht quawegen, sie enden sich in len, weil du, mein GOtt, Lieb und Segen. Genug, vergnügest mich. Laß solche wenn ich dich bei mir hab. Ruh in dem Gemüthe Ich weiß, wen du willst nachdeinerunumschränkten Herrlich zieren, und über Güte des Himmels süßen Sonn und Sterne führen, Vorschmack sein. Weg, den führest du zuvor hinab. Welt, mit allen Schmetcheleien, nichts kann als JEsus mich erfreuen. O weil Seele, Herz und Muth reicher Trost: Mein Freund in dir, der du verlassest ist mein! keinen, o allerliebstes Leben, 5. Der Tod mag andern düster scheinen: mir nicht, Wolfg. Christoph Deßler. VI. Von der Freude im heiligen Geiste. 2. Schau an die Welt Melt Wie schön leuchtet mit ihrer Luft und alle, der Morgenstern. die an ihrer Brust in hei392.* s ist etwas ßer Liebe liegen: sie essen, lands sein, ich dein, o fie trinken, und das Herz JEsu, und du mein," in bleibt matt, denn es ist Wahrheit sagen können; lauter Trügen. Träume, ihn seinen Hirten, Herrn Schäume, Schlåg im Herund Ruhm, und sich sein zen, Höllenschmerzen, ewSchaf und Eigenthum ohn ges Quälen ist der Lohn allen Zweifel nennen. Se- betrogner Seelen. lig, fröhlich sind die See- 3. Ganz anders ists bei len, die erwählen ohn Be- JEsu sein, und als ein denken, ihrem JEsu sich Schäflein aus und ein auf zu schenken. seinen Wegen gehen. Auf die Von der Freude im heiligen Geiste. 333 diesen Auen ist die Lust, ermeßne Pein gerad an dir die GOttes- Menschen nur verloren sein? das hieß das Onein, bewußt, im Ueberfluß zu Leben hassen. sehen: Weide, Freude, reine Schäflein, komm und wenTriebe süßer Liebe, Fried de dich behende zu den und Leben, Stärke, Licht Wunden, die dein Hirt für und viel Vergeben. dich empfunden. 4. Schau, armer Mensch, 8. Man hat auch wohl zu diesem Glück ruft stets ein wenig Schmach und dein Heiland dich zurück ein und andres Ungemach von jenem Grundverder bei diesem Herrn zu leiden; ben: er fam deswegen in doch ists nicht werth der die Welt, er gab für dich Ehr und Freud, die er uns das Lesegeld durch Leiden schon von Ewigkeit geund durch Sterben. Laß dachte zu bereiten. Krodich willig doch umarmen; nen, Thronen, Hosianna, sein Erbarmen, Blut und himmlisch Manna, SieLeiden sind ein Meer der gespalmen folgen auf die Seligkeiten. Kreuzes- Psalmen. 5. Du hast es lang ge- 9. Ja, liebe Seele, denk nug versucht, ob das, was daran: es sieht so lang JEsu Kreuz verflucht, dir nicht einmal an; schon hier wahres Wohl gewähre. auf dieser Erden soll dir Dein Herz sagt: Ja, für- bei jedem Tritt und Schritt wahr es ist so, wie man Geift, Kraft und Licht auf in der Bibel liest: der JEsu Bitt zum frohen Welt Lust, Pracht und Pfande werden; Kräfte, Ehre lüget, trüget. Wer Såäfte uns beleben, Wonne nur wollte, wie er sollte, geben, Taborsblicke strahja wer könnte, machte heut len oft auf uns zurücke. dem Spiel ein Ende. 10. Von Stund an kann 6. Das Wollen und Voll- ich nicht mehr mein, des bringen schaft des Wor- Teufels und der Sünde tes Esu GOttes- Kraft: sein, die mich bisher ge,, Mir nach, ihr armen bunden; mein Herr, den Sünder; ihr seid für mich, ich so sehr betrübt, der ich für euch da; könnt ihr aber mich viel mehr geliebt, gleich nichts, doch bin ich der hat mich überwunden. nah, nur folget mir als Nimm mich gänzlich, meine Kinder; ist doch mein Foch Freude, dir zur Beute und sanft und heilig, nur daß zum Lohne deiner blutgen freilich euer Wille mir sich Dornenkrone. laffe in der Stille!" 11. Wallt noch in mei7. O kannst du den Im- ner Adern Bach ein Tröpfmanuel so vor der Thüre lein Bluts, das JEsu deiner Seel vergeblich ru- Schmach und seinen Sinn fen lassen? Sollt seine un- wollt hassen: das soll ans Kreuz 334 Von der Freude im heiligen Geiste. Kreuz zum Opfer hin, ich| ches das Feuer der Liebe will ehr, was ich hab und gethan. Es flammet mein bin, als meine Liebe lassen. Muth mit himmlischer Ewig bleib ich dir ver- Glut; drum stirbet dahin schrieben, o dein Lieben mein irdischer Sinn:: soll mich treiben, auch im Leiden dein zu bleiben. 3. O irdische Sonne, du brennest zwar sehr, wenn 12. Doch weil ich mir du uns bestrahleft und in eigner Kraft das, was prachtig herprahlest; doch allein die Gnade schafft, brennen die Augen des schon öfters vorgenommen: Bräutgams viel mehr, so fällt mir eben jeho ein, wenn er uns anblickt, und daß ich mit aller Müh und Feuer abschickt, das heftiPein doch nicht zum Zweck ger sticht, als, Sonne, gekommen. So eil, mein dein Licht:: Heil, mich zu retten von 4. Ich sterbe vor Liebe, den Ketten meiner Sün- doch leb ich auch noch; den, die mich wider Wil- ertödtete Glieder, erholet len binden. euch wieder, und ziehet 13. Ach, mach mich von mit Freuden das selige mir selber frei und stehe Joch. Dein himmlischer mir in Gnaden bei, stårk Glanz erneuert mich ganz; meinen schwachen Willen, o JEsu, nur dir, dir leb durch deines werthen Gei- ich hinfür:: stes Kraft zu üben gute 5. Ein göttliches Feuer Ritterschaft, den Vorsatz empfindet die Brust; ich zu erfüllen, bis ich endlich weine vor Freuden, und schön geschmücket und ent- wünsche solch Leiden doch růcket allem Leiden darf stetig im Herzen zu fühlen bei dir, dem Lammlein, mit Lust. O süßeste Pein, weiden. Joh. Chriftian Storr. wie nimmst du mich ein. Ach, ach ich weiß nicht, ach wie mir geschicht:: 6. Wie wird mir doch Blicke, die werden, wenn du mich JEsus mir giebt, die ma- nun wirst mit himmlischen chen mir Schmerzen und Blicken dort ewig erquikdringen zu Herzen, daß ken, darnach mit Verlanich mich nun gänzlich in gen mein Herze so dürftt. JEsum verliebt; drum ist göttliche Zier, ach wår In eigener Melodie. 393. ie lieblichen auch mein Geist ganz aus ich bei dir; o himmlischer mir gereist, und suchet nur Schein, komm, hole mich dich, o JEsu, mein Ich:: 2. Die strahlenden Augen, die zunden mich an; ein!:: Chriftian Fried. Richter. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. Ott mein Herze bekennet, das 394.* Gift mein HErr Von der Freude im heiligen Geiste. 335 HErr mein Heil, das ich best erhöhen; sein Ruhm erwählet habe; er ist die soll in dem Heiligthum aus Kraft, dahin ich eil, und meinem Munde gehen, ich meine Seele labe. Was will ihm opfern Dank und will ich mich denn fürchten Preis, ich will sein Lob, nun, und wer kann mir so gut ich weiß, vor allem doch Schaden thun auf Volke singen. dieser ganzen Erden? 7. HErr mein GOtt, 2. Wenn mich die böse höre, wie ich schrei und Rott anfällt, und mein seufz in meinem Sinne; Fleisch will verschlingen, gieb, daß mein Bitten kråf= so kann sie dieser starke tig sei, und dein Herz einHeld gar leicht zu Boden gewinne. Mein Herz hält bringen; wenn sich auch dir, o treuer Hort, beständig gleich ein ganzes Heer legt vor dein eigen Wort: Ihr um mich her, was ists denn sollt mein Antlik suchen. mehr? Mein GOtt kann fie bald schlagen. 8. Nun such ich jetzt, ach laß mich nicht entgel3. Eins bitt ich nur, ten meine Sünden. Ich das hatt ich gern, wenn suche, HErr, dein Angemirs GOtt wollte geben, sicht, das laß mich gnådaß ich bei ihm, als mei- dig finden. Verstoße ja nicht nem HErrn, stets wohnen deinenknecht, denn du bists, sollt und leben, und alle der mir hilft zurecht, und meine Tag und Jahr in sei- bringt aus allen Nöthen. nem Hause bei der Schaar der Heiligen vollbringen. 9. Mein Vater, Mutter und was hier sonst ist 4. Da wollt ich meines von guten Leuten, die sind Herzens Freud an seinen zu schwach, und können Diensten sehen, und rüh- mir nicht treten an die ment, wie zur bösen Zeit Seiten: ich bin entsett mir so viel Guts gesche- von aller Welt: GOtt hen, da er mich fleißig hat aber nimmt mich in sein verdeckt in seiner Hütten, Zelt, da find ich alle Gmüge. und versteckt in einem starken Felsen. 5. Und also wird er ferner noch mich wissen zu regieren, er wird mich schüßen, und sehr hoch in fichre Derter führen, mein Haupt wird über meine Feind, ob sie gleich hoch erhaben seind, allzeit erhöhet bleiben. 10. HErr, mache mir gerade Bahn, halt mich in deiner Gnade, und nimm dich meiner herzlich an, daß mir kein Feind nicht schade; denn viel die reden wider mich, und zeugen, das sie ewiglich nicht können überweisen. 11. Noch dennoch hab ich guten Muth, und glau6. Dafür will ich denn be, daß ich werde im Lewiederum GOtt auf das benslande GOttes Gut dort 336 Von der Freude im heiligen Geiste. dort schn und auf der Erde.| ich noch so arm, doch soll Frisch auf, getrost und un- ich nicht verderben. Was verjagt! wers nur mit GOtt hilft mir denn mein steter im Glauben wagt, der Harm, als müßt ich Hunwird den Sieg erhalten. gers sterben? Er hat je Paul Gerhart. Brod, und wenn die Noth uns nach der Wüsten weiset, doch werden wir geſpeiſet. Ott lebt, 395.* G wie kann 6. GOtt liebt, ob ich die Vaterlieb in Schlägen ich traurig sein, als war nicht gleich finde; wie er kein GOtt zu finden? Er ein lieber Vater blieb am weiß ja wohl von meiner Kreuz bei seinem Kinde, Pein, die ich hier muß em- so bleibt er mir mein Vapfinden. Er kennt mein ter hier, der je und je mich Herz und meinen Schmerz, liebet, obgleich sein Kreuz so darf ich nicht verzagen, betrübet. und ihm nur alles klagen. Mel. Was GOtt thut, das ist wohlgethan. 7. GOtt lebt, wohlan 2. GOtt hört, wenn nie- ich merke das. GOtt hört, mand hören will: was will ich wills ihm sagen. GOtt der Feind denn sprechen; sieht, er hat ein Thränenals würde meiner Seufzer Maaß. GOtt führt, ich Ziel nicht durch die Wol- darf nicht klagen. GOtt ken brechen? Schrei ich giebt und liebt: nur unempor, so hört sein Ohr, so betrübt! Er wird mir endsteigt die Hülfe nieder, und lich geben, auch dort mit schallt das Amen wieder. ihm zu leben. Benj. Schmolf. 3. GOtt sieht, wie klaget denn mein Herz, als seh er nicht mein Weinen? Mel. GOtt Lob, es geht Vor auch der nunmehr zum Ende. tieffte Schmerz ganz offen= 396.* meinem Jaht ch gewiß bar erscheinen. KeinThranlein fehlt, so er nicht zählt, und ins Register setzet, bis er uns drauf ergößet. 4. GOtt führt, so geh ich immer fort auf allen in Glauben, der mich in Christum einverleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein meinen Wegen; und wenn theures Wort bekräftigt die Welt durch List und dies, drum sagt mein Mord will ihre Stricke Glaub: Ich bin gewiß. legen, so pflegt er mich 2. Ich bin gewiß in zwarwunderlich, doch selig meiner Liebe, die nur an auch zu führen, daß mich meinem JEsu klebt, daß, kein Fall kann rühren. wenn ich mich im Lieben 5. GOtt giebt, und war übe, mein JEsus in dem Hers Von der Freude im heiligen Geiste. 337 Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies, er lie- Mel. O daß ich tausend Sungen hätte. bet mich, ich bin gewiß. 3. Ich bin gewiß in 397.* den Grund ch meinem Leben, daß JEsu Gnade bei mir ist: die hilft mir allen Kummer beben; wenn sich mein Herz an seines schließt, so acht ich keine Hinderniß. GOtt sorgt für mich, ich bin gewiß. gefunden, der meinen Anfer ewig bålt: wo anders, als in JEsu Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt; den Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 4. Ich bin gewiß in 2. Es ist das ewige Ermeinan Leiden, kein En- barmen, das alles Denken gel und kein Fürstenthum übersteigt; es sind die offnen mag mich von meinem JE- Liebesarme deß, der sich zu su scheiden, er ist mein dem Sünder neigt, dem alHeil, mein Theil, mein lemal das Herze bricht, Ruhm: so schadet mir kein wir kommen oder kommen Schlangenbiß, Geduld sagt nicht. doch: Ich bin gewiß. 3. Wir sollen sticht verlo5. Ich bin gewiß in ren werden; GOtt will, meinem Hoffen, was ge- uns soll geholfen sein: desgenwärtig ist, vergeht; was wegen kam der Sohn auf künftig ist, steht mir noch Erden, und nahm hernach offen, dahin sich auch mein den Himmel ein; desweGeist erhöht. Die Hoffnung gen klopft er für und für macht die Wermuth süß, so stark an unsers Herzens weil sie stets singt: Ich sin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich kein Tod nicht tödten kann; er macht mich nur zu ei nem Erben von dem beglückten Canaan. Ein an- Christi Blut der Leben folat auf dies: schreit: Mein JEsus lebt, ich bin Barmherzigkeit! gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus den Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von JEsu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losing bleibt: Ich bin gewiß.Benj. Schmoll. Thür. 4. Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil beständig Barmherzigkeit, 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getroft vertraun, und, wenn mich meine Sünden Franken, nur bald nach GOttes Herze schaun; da finder sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Andre weg15 ge= 338 Von der Freude im heiligen Geiste. gerissen, was Seel und Leib| kest wahre Freude, daß ich erquicken kann; darf ich von falsche Freude meide: o du keinem Troste wissen, und süße Lust aus der Liebesscheine völlig ausgethan; brust! ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 2. Deine reine Quell giebet klar und hell geistliche Erquickungsfäfte, lebensvolle Himmelskräfte. Deine reine Quell giebt es klar und hell. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ia hauft sich Kummer und Verdruß daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß; ich endlich tiefe Güte, o wie werde ziemlich sehr zer- froh ist mein Gemüthe streut: so hoff ich auf gewaltger Trieb, o du Barmherzigkeit. JEsus- Lieb! 3. O gewaltger Trieb, o du JEsus- Lieb! O un8. Muß ich an meinen 4. Laßt mich in der Ruh, besten Werken, darinnen fragt nicht, was ich thu; ich gewandelt bin, viel Un- ich bin durch den Vorhang vollkommenheit bemerken, gangen, JEsum einig zu so fällt wohl alles Rüh- umfangen. Laßt mich in men hin; doch ist auch die- der Ruh, fragt nicht, was ser Trost bereit: so hoff ich thu. ich auf Barmherzigkeit. 5. Ich bin benedeit, weil 9. Es gehe nur nach mich GOtt erfreur; dieſe dessen Willen, bei dem so Freud niemand erfähret, viel Erbarmen ist. Erwolle als in dem sich GOtt ver selbst mein Herze stillen, da- klåret. Ich bin benedeit, mit es das nur nicht ver- weil mich GOtt erfreut. gist; so stehet es in Lieb 6. Denn das sinnlich und Leid in, durch und Theil fühlet nicht auf Barmherzigkeit. dies Heil; bloß der Geist der . 10. Bet diesem Grunde Seelenkräfte trinket dieſe will ich bleiben, so lange Himmelssäfte. Denn das mich die Erde trägt. Das sinnlich Theil fühlet nicht will ich denken, thun und dies Heil. treiben, so lange sich ein 7. In der Sabbathsruh Glied bewegt. So sing trit: er selbst herzu. O ich cinstens höchst erfreut: wie große süße Wonne Abgrund der Barm- strahlet dann von dieser berzigkeit! Sonne. In der SabbathsJoh. Andr. Rothe. rub tritt er selbst herzu. Mel. Seelen- Bräutigam. 8. Alles wird versenkt, was uns je gekränkt; diese du süße Freud weiß nicht von Lei398. uft aus den, weil in Freuden über der Liebesbruft, du erwek- Freuden alles wird verſenkt Von der Freude im heiligen Geiste. 339 nicht, was mir mein Erbarmer spricht. senkt, was uns je gekränkt. 9. O du süßer Hort, du lebendigs Wort, du mußt Philipp Friedrich Hiller. niemals mich verlassen hier Mel. Mein Freund zerauf dieser Pilgrimsstraßen, schmilzt aus Lieb in seio du süßer Hort, du lenem Blute. bendigs Wort! G. Arnold. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. 400.* Wie berrlich ists, Schäßlein Christi werden, und in der Huld des treu399.* Meicht, ihr sten Hirten stehn; kein höhBerge, rer Stand ist auf der ganfallt, ihr Hügel, GOttes zen Erden, als unverrückt Grade weicht mir nicht, dem Lamme nachzugehn. und der Friede hat dies Was alle Welt nicht geSiegel, daß GOtt seinen ben kann, das trifft ein Bund nicht bricht. Die folches Schaf bei seinem ses macht mich unverzagt, Hirten an. weil es mein Erbarmer sagt. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt. Kein Auge kann 2. Das sind Worte für die Blöden, die sind aller Annahm werth; das heißt an die Herzen reden, das die Gaben überschauen, die it Trost, wie man begehrt. GOttes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer spricht. es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgetheilt, das unaufhörlich ist, und nie vorüber eilt. 3. Hier ist Kraft für alle Miden, die so manches 3. Wie läßt sichs da so Elend beugt. Man findt freh und ruhig sterben, Gnade, man hat Frieden, wenn hier das Schaf im welcher alles übersteigt. Schooß des Hirten liegt. Mein Erbarmer, sprich mir Es darf sich nicht vor Höll du dies in allen Nöthen zu. und Cod entfärben, sein 4. Wenn mich meine treuer Hirt hat Höll und Sünden schmerzen und der Tod beffegt. Büst gleich Strafen lange Pein, ach der Leib die Regung ein, so rede meinem Herzen dei so wird die Seele doch kein ne Huld und Frieden ein, Raub des Moders sein. daß du mir in JEsu Christ ewig ein Erbarmer bist. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, 5. Gieb mir einen star- wenn gleich vor Zorn Welt, ken Glauben, der dein Wort Höll und Abgrund schnaubt. mit Freuden fast, so kann Es wird es ihm kein wilmir der Tod nicht rauben, der Wolf entwenden, weil was du mir geschenket hast; der allmächtig ist, an den auch die Hölle nimmt mir es glaubt. Es kommt nicht 15* un 340 JEsus- Lieder. um in Ewigkeit, und wird im Todes- Thal von Furcht und Fall befreit. 6. Doch ist dies nur der Vorschmack größrer Freuden; es folget noch die lange 5. Wer leben will und Ewigkeit: da wird das Lam gute Tage sehen, der wende die Seinen herrlich weiden, sich zu dieses Hirten Stab; wo der krystallné Strom hier wird sein Fuß auf sü- das Wasser beut. Da fießer Weide gehen, da ihm bet man erst klar und fret, die Welt vorhin nur Trå- wie schön und auserwählt ber gab; hier wird nichts ein Schäflein Ehristi sei. Gutes fe vermißt, dieweil Joh. Jac. Rambach. der Hirt ein Herr der Schäße GOttes ist. VII. JEsus- Lieder. 4. Du hast vorhin geMel. O GOtt, du from sagt: Ich will dich fest mer GOtt. umfassen. 21s einstmals 401. du ein Geist, hat geklagt die Seel, fie Christ, das rechte wahre ihr tröstlich zu: Sei still Leben, kann mir zu aller und harre doch, ich bring Frist Trost und Erquickung dich bald zur Ruh, und geben; wenn ich in Angst nehm dir ab das Foch. und Noth nur schrei, o GOtt, zu dir, so kann dein bittrer Lod erwecken Freud itt mir. 5. Wie freundlich sind die Wort! So ich daran gedenke, mein allerliebster Hort, ich mich tief in dich 2. Wie soll dein süßer senke, und wünsche nichtes Saft nicht innerlich er- mehr, denn daß in dir quicken? Es wird von aller allein zu deinem Preis und Last befreit in allen Stücken Ehr ich möcht vergraben mein Herz, das so beschwert, sein. kriegt aus den Wunden Kraft, so süßiglich es nährt und macht es tugendhaft. 6. Wie selig ist es doch, wenn man dich hat gefunden! und der, so trägt dein Joch, wird davon leicht 3. Wie traurig steht das Herz, wenn du willst hin- entbunden, so er betracht weg gehen, und fühlet die Noth, die du erduldet nichts denn Schmerz, weils haft bis in den Kreuzestod, so allein muß stehen. Ach da sich geendt die Last. geh doch nicht von mir, 7. Allein es thut auch mein Heiland, geh nicht weh, wenn du willst wieweg; ich schreie für und der gehen; da heißts: Nur für: HErr, lehr mich dei- stille sich im Wachen und nen Steg! im Flehen. D Seel, sei unt 341 unverzagt, halt nur fest am 13. Nun, ich will warGebet; den Feind, der dich ten dein mit sehnlichem verklagt, ich bald zu Bo- Verlangen: ach brich doch den tret. bald herein mit freuden8. So du nun wirst ge- vollem Prangen; laß doch treu in meinen Wegen ge- von aller Noth und Angst hen, in wahrer Herzens- entfernet sein die, so auf Reu auf meine Hülfe sehen, deinen Tod vertrauen ganz so glaub nur fest, daß ich allein. den Boswicht dampfen kann, daß er dir schade nicht, ob er dich gleich ficht an. 9. Ach daß mein Auge nur war stetiglich gerichtet nach deiner Liebesspur; ich weiß, daß du verrichtet des Hohenpriesters Amt; ich muß ja selig sein, ich werde nicht verdammt, weil du mein einges Ein. JEsus- Lieder. 15. Wenn auch des Vaters Will hierin erfüllt soll werden, so will ich halten still, bis du mich von der Erden zu dir wirst nehmen hin in jene Herrlichkeit, da sich mein Herz und Sinn soll freun in Ewigkeit. 16. Ich komm, o edler Schaß, ich hab dich mir erwählet. Nimm ein, nimm ein den Platz, du bist nunmehr gezählet zu denen, so das Land in meines Va= ters Reich ererben, ihm bekannt, und sind den Engeln gleich. 17. Hab Dank, mein Bräutigam, für deine große Liebe; du Low von Juda 12. du mein trautes Stamm, gieb, daß ich nicht Herz, ich will bald wieder betrübe den werthen heilkommen, alsdann du him- gen Geist, der da will fühmelwärts sollst werden ren hin den, so gen Himaufgenommen von dieser mel reist; der Tod ist mein argen Welt, da nichts denn Gewinn. Elend ist, und gehn ins 18. Komm, komm, du Freudenzelt, da du ganz selges Kind, geneuß der ficher bist. Himmels Freuden; hinweg 10. Mein allerliebste Braut, du darfst ja nicht verzagen, ich hab mich dir vertraut, du kannsts nur sicher wagen; ich kann dich lassen nicht vor großer Liebesflamm; mein Herz mir selber bricht, der ich bin GOttes Lamm. 14. Hierauf will ich mein Hand dir, liebste Seele, geben; zugleich ein Unterpfand, den Geist, der giebt das Leben dem, so fast gar verzagt, ja todt in Sunden ist, den sein Gewissen nagt und plagt zu aller Frist. 11. So will ich ferner mich dir ganz und gar ergeben, und glauben feftiglich, du einzig seift mein Leben, der mich nicht lassen kann, ob du gleich gehst von mir; du weichst, ich hang dir an, und weiche nicht von dir. 342 JEſus- Lieder. weg ist alle Sünd, ein deiner blutigen Todsge= Ende hat dein Leiden; trink stalt; ja, die laß uns immer ja mit Freuden ein, was vor Augen schweben und eingeschenket ist; ich mein dein wahrhaftiges Inunsden süßen Wein, bis daß leben zu sehen sein. du trunken bist. 7. Ein herzlichs Wesent und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus ch 402.* 2 mein deinen Wunden erhalt uns HErr JE- solche zu allen Stunden su, dein Nahesein bringt bei Freud und Leid. großen Frieden ins Herz 8. So werden wir bis hinein; und dein Gnaden- in Himmel' nein mit dir anblick macht uns so selig, vergnügt wie die Kindlein daß auchs Gebeine darüber sein; muß man gleich die fröhlich und dankbar wird. Wangen noch manchmal nezen, wenn sich das Herz nur an dir stets setzen und stillen kann. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele 9. Du reichst uns deine fanns schon gewahren: du durchgrabne Hand, die so kannst dich fühlbar gnug viel Treue an uns gewandt, offenbaren, auch ungesehn. daß wir beim Drandenken 3. O wer nur immer beschämt dastehen! und unbei Tag und Nacht dein ser Auge muß übergehett zu genießen recht war be- vor Lob und Dank. dacht. Der hått ohn Ende 10. Der Kuß von deivon Glück zu sagen, und nem erblaßten Mund Leib und Seele müßt im- macht und erhält unser merfragen: Wer ist wie du? Herz verwundt, und die Mel. Nun bitten wir den heiligen Geift. 4. Barmherzig, gnädig, Ueberströmung mit deinem geduldig sein, uns täglich Blute macht uns nach reichlich die Schuld ver- Seele, Leib, Sinn und zeihn, heilen, stilln und trö- Muthe dir ähnlich seint. sten erfreun undsegnen, und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. Christian Gregor. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil uns alle 403. Gwge Weise Tage heit, und laß unsre Seele fich Christ, da mein rechter immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blikfen ohn Unterlag. Brautschah ist: haft du schon vorlängst mir nicht ein Verlobniß zugericht? 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit 2. Ist die starke Liebeshand nicht mein sichres Un JEsus- Lieder. 343 Unterpfand? Hatt ich nicht, 12. Wie du mich nun, den Siegelring, als ich edler Gast, durch den Geist deinen Geist empfing? versiegelt hast, daß ich weiß, ich bleibe nun ewig in der Liebe ruhn: 3. Hast du mich nicht schon geliebt, ob ich dich gleich noch betrübt? Hast du deine Werbung nicht, Brautigam, auf mich gericht? 13. Also ziehe meinen Sinn gänzlich in dein Wesen hin, daß ich wie ein Siegel steh, und dich eingedruckt mir seh. 4. Bracht der Vater meinen Sinn nicht aus Liebe zu dir hin, als sein unverwehrter Zug den Unglauben überwog? 14. Ich begehr nur in dein Herz, sonst nicht aufnoch niederwärts; ohne dich will ich nicht sein irgendwo gedrucket ein. 5. Als ich mich nun zu dir wandt, machtest du dich mir bekannt, mehr als man Verlobte schaut mit einander sein vertraut. 15. daß dieses Siegel blieb auf den Armen meiner Lieb unverrücket eingeprägt, wenn sich nur mein Leben regt. 6. So viel Jahre, Tag und Stund ist mir deine Liebe fund, und der Treu Standhaftigkeit dauert fest auf deiner Seit. 16. So daß auch kein Augenblick mich von derGemeinschaft rück, nichts zu wollen, nichts zu thun, als in dir, mein Lieb, zu ruhn. 7. Mir ist auch das Hochzeitkleid in mir durch dein Heil bereit: deine Menschheit, JEsu Christ, die mir angezogen ist. 17. Laß dies Bild stets fester sein in mein Herz gedrucket ein: Tod und Leben mach mich gleich deinem 8. Dies ist die Gerechtigkeit, so die Sünde von Bild und Himmelreich. mir scheidt, da du, in mir neu geborn, bist nunmehr zum Heil erkorn. 18. Wer will also scheiden mich von der Lieb, die ewiglich als ein Siegel in mir steht, und aus GStt in GOtt eingeht. Gottf. Arnold. 9. Ja, es mangelt mir auch nicht Heiligung, Kraft, Lieb und Licht; du dringst ein, was In eigener mein ewig Theil ſoll ſein. 404.* 10. Aber Eines fehlt mir hier, das ich nicht ganz mußt mein JEsus bleiben. find in mir: der verbundnen Einigkeit unbewegte Festigkeit. Will rauhe Noth, Welt, Hölle, Tod mich aus dem Feld erhißter Treue trei11. Denn mein Wille ben: nur her! ich halte lenkt sich wohl manchmal mich, mein starker Held, aus dir, da er soll in dich an dich. Hör, was die eingekehret sein, dringen Seele spricht: Du mußt in das Eine ein. mein Melodie. nicht, u laß dich du 344 JEsus- Lieder. mein JEsus bleiben, ich, Wohl und Ach; dein weilaß dich nicht. ser Schluß kann allenKum2. Ich laß dich nicht, mer stillen. Dir, Lilie, du allerhöchste Liebe; wenn hang ich an, und achte Zweifel fich seßt wider keine Bahn, wo mich die mich; ich weiß, wie dich Distel sticht, führ mich nach die keusche Flamme triebe. deinem Willen, ich laß dich Du trugest Schuld und nicht. Pein, sollt ich verurtheilt 7. Ich laß dich nicht, fein an jenem Weltgericht? auch in dem Schooß der Du allerhöchste Liebe, ich Freude; denn wenn ich laß dich nicht. mich seh ohne dich, so ist 3. Ich laß dich nicht, die Lust mir eine Werdu süße Seelenstärke, die muthweide. Mir graut mich erlabt und Kraft be- vor ihrer Koft, wenn nicht gabt, wenn ich in mir des von deinem Trost mein Geistes Ohnmacht merke. Herz durchsüßet spricht, Macht mich der Krankheit auch in dem Schook der Ach durch Schmerzens- Freude: Ich laß dich nicht. nächte schwach, die frische Liebe spricht: Du süße Seelenstärke, ich laß dich nicht. 8. ch laß dich nicht. Was will die Hölle haben? HErr, ich bin dein, wie kann ich sein, als deine 4. Ich laß dich nicht, Taub, auch bei verdammdu Hülf in allen Nöthen. ten Raben? Mich reiniget Leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich tidten. Machs, wie du willst, mit mir, ich weiche nicht von dir; verstelle dein 9. Ich laß dich nicht, Gesicht, du Hülf in allen mein GOtt, mein HErr, Nothen, ich laß dich nicht. mein Leben; mich reißt dein Blut; Was drohet denn mit Glut ihr rauchendes Gesicht? Was will die Hölle haben? Ich laß dich nicht. 5. Ich laß dich nicht. das Grab von dir nicht ab, Sollt ich den Segen las- der du dich haft für mich sen? Nein, JEsu, nein, in Tod gegeben. Du starbst du bleibest mein. Dich aus Liebe mir; ich sag in halt ich noch, wenn ich Liebe dir, auch wenn das nichts mehr kann fassen. Herz zerbricht, mein GOtt, Nach kurzer Nächte Lauf mein HErr, mein Leben: geht mir der Segen auf Ich laß dich nicht. von dir, dem Segenslicht: Sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht. Wolfg. Christoph Defler. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 6. Ich laß dich nicht, Willen, ich folge nach durch 405.*/ glei JEfus- Lieder. 345 gleichet, dessen Ruhm kein an Vortrefflichkeit der GaMund erreichet, dom als ben, welche deine Bürger GOtt das Reich gebühret, haven: du beschüßest deine der als Mensch das Zepter Freunde, du bezwingest deiführet, dem das Recht ge- ne Feinde. hört zum Throne, als des 6. Herrsche auch in meiVaters ewgem Sohne, den nem Herzen über Zorn, so viel Vollkommenheiten Furcht, Lust und Schnerkrönen, zieren und begleiten. zen; laß mich deinen Schuß genießen, las mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, schwißen, dort mit auf dem Throne sizen. 3.3. Rambas. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde, nebst der ungezählten Heerde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern find, HErr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Mel. Höchster Priester, der du dich. Menschen- Sohn, dein machtig Drauen. 406. Liebster Brautgam, denkst du nicht an die theure Liebespflicht, da du dich mit tausend Wunden meiner Seelen hast verbunden? 3. Jn des Gnaden- Reiches Gränzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen, dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Zep- 2. Denkst du nicht an ter deines Mundes nach deinen Spott, an das Kreuz dem Recht des Gnaden- und an die Noth, und an Bundes sich von dir re- deiner Seelen Leiden, da gieren lassen, und wie du sie sollte von dir scheiden? das Unrecht hasſen. 3. Weißt du wohl, daß 4. In dem Reiche dei- deine Pein mein Erldsung ner Ehren kann man stets sollte sein? Und wie muß dich loben horen von dem ich denn auf Erden noch himmlischen Geschlechte, so lang gequälet werden? von der Menge deiner 4. Bin ich dir als deine Knechte, die dort ohne Braut schon verlobet und Furcht und Grauen dein vertraut, warum läßt du verklärtes Antlik schauen, meine Seele in des Leibes die dich unermüdet preisen, Trauerhöhle? und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Bin ich dein, und du bist mein, warum läßt 5. O Monarch in dreien du mich allein? Warum Reichen! dir ist niemand willst du mich, mein Leben, zu vergleichen an dem nicht alsbald zu dir erheben? Üleberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesetze, 6. Ich verschmachte vor Begier, die mein Herze hat 15** 346 JEsus- Lieder. hat nach dir, ich vergehe, 6. Denn wahrlich unser vor Verlangen, dich zu GOtt wird uns zu ihrens fehn und zu umfangen. 7 Denke doch, o GOttes Lamm, daß du bist mein Bräutigam. Denke, daß dirs will gebühren, deine Spott aus Babel führen; und die erkaufte Zahl zu Zion noch einmal die Saiten rühren. 7. Wie soll das neue Braut zur Ruh zu führen. Lied, daß Zion ewig blüht, 8. Nimm mich, Liebster, alsdann erschallen; wann in dein Reich, mach mich es von Babel beißt, die den Erwählten gleich. sich jetzt selig preist: fie ist Nimm mich aus der Trau- gefallen! erhöhle, JEsu, Bräutgam 8. Der Bräutgam ruft meinerSeele! 3oh. Angelus. schon laut zu der geliebtent Braut: Ja, ja, ich komme; nunmehr verzieh ich nicht, sei kraftig aufgericht, du meine Fromme. In eigener Melodie. 407. Mein ein JEfu, der du mich zum Lustspiel ewiglich dir hast erwählet, fieh, wie dein Eigenthum des großen Bräutgams Ruhm jo gern erzählet. 9. Ja, komm doch, liebster Hort, und laß dein wahres Wort nun bald ergehen, so wird die blinde Welt, die es für Thorheit 2. Vernimm, wie deine hält, mit Spott bestehen. Braut, darauf dein Auge 10. Und mich, die sie schaut, zu deinen Ehren verlacht, wird deine große ein Lied von Zion singt, macht mit Lieb bedekwie ihr das Herze springt, ken, wenn du auf Cherub dein Lob zu mehren. fühst, und aus den Wolken blitzst, die Welt zu schrecken. 3. Zwar hör ich deinen Hohn, du schnödes Babylon, und deiner Rotten, weil du gewohntet bist das, was von Zion ist, nur zu verspotten. 11. Ich halte fest an dir, und will dich nun in mir zu bleiben zwingen; ich lasse dich nicht aus; in meiner Mutter Haus muß ich dich bringen. 4. Allein mein Bräutigam, der Held von Davids Stamm, macht sie zu schan- 12. Laß es nur bald den; drum fing ich doch geschehn, der, die du haft dies Lied, das sie nicht ger- ersehn, dich zu verbinden. ne sieht in ihren Landen. Ist die Verlobung da, so 5. Es kommt auch wohl muß die Hochzeit ia fich ein Jahr, wenn GOtt die auch bald finden. werthe Schaar gen Zion bringet, daß Zion hoch erfreut von seiner Herrlich teit in Zion singet. 13. Jedoch ich weiß ia wohl, was bald geschehen soll, wer mag es wehren? Was dir zu thun gefällt, das JEsus- Lieder. 347 des soll bald alle Welt träuft ein angenehmer zum Zeugniß hören. 14. Die Braut fißt jeho schon im Geist auf deinem Thron, dir zu der Seiten, und macht sich schon bereit, dein Lob in Ewigkeit hoch auszubreiten. Joh. Wilh. Petersen. Mel. So führst du doch recht selig, HErr, die Deinen. Gnadenregen, hier gehet auf ein heller Morgenstern. Hier muß mein fråger Sinn entzucket fiehn, hier findet nichts als Thorheit mein Berstand, und hab ich Kraft und Fleiß schon angewandt, kann ich doch faum ein wenig schimmernd sehn. 408.* 4. O ewig Licht, laß deines Lichtes Strahlen Liebesglut, mich bringen auf die Spur die Erd der Weisheit dein, um mir und Himmel paaret, o dein Bundgeheimniß abzuWundersee, drein sich mein malen, wovon kein Fleisch Geift versenkt, daß GOtt noch Blut fann Lehrer noch Huld für seinen Feind sein. Des Geistes Augenbewahret, und seine Gunst falb mir lege bei, damit dem schnödsten Sünder was nie kein Mensch noch schenkt! Wie tief er mich Engel denkt, und was dein im Fluch und Blute fund, Wort von deinem Bunde sein ganzes All dringt in schenkt, mir nicht wie ein mein Nichts hinein, er versiegelt Buch mehr sei. will in einem Wurm ver- 5. Doch nimm zugleich Flåret sein, und nöthigt Verstand und Herz gefanmich zu seinem Gnaden- gen, da ich mich jetzt zu bund. deinen Füßen seb, um dir 2. Hier staunt der Gei- als Bundesgott stets anster Schaar, die Seraphi- zuhangen. Ach spanne nen bedecken hier mit Flü- mich in deiner Liebe Netz, geln ihr Gesicht; der Ewig- zwing mich, ze ich mich, Feit Geheimnis ist erschie- damit ich dir nachlauf; und nen, hier kom.nt der ganzen da du dich willst geben Gottheit Rath ans Licht. gånzlich mir, so gieb auch Die Herrlichkeit, die mit Kraft, daß ich mich gebe dem Werkbund war ge- dir, HErr JEsu, zeuch schåndet, bricht mit neuem mein ganzes Herz hinauf. Glanz herfür, entriegelt Fr. A. Lampe. steht die güldne Lebensthür, GOtt selbst stellt sich zum Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Gut des Sünders dar. 3. Dies ist der Mittel- 409.* Nebst du in mir, o punkt von GOttes Wegen, der Tiefen Schlüssel und res Leben, so sterbe nur, des Wortes Kern. Hier was du nicht bist; ein Blick von 348 JEsus- Lieder. Glaubens fefter von dir kann mehr mir ge-| bift des ben, als was der Welt ver- Grund. Wenn sich die gnüglich ist. O JEsu, du Zweifelsftunden finden, so sollst mein verbleiben; laß die Hülfe nicht vernichts wird mich von der schwinden, und mach den Liebe treiben, die du mir kranken Geist gesund. zugesaget haft. O süße Wonne, die mich trånket, wenn sich die Seel in dich versenket, und dich, o Brautigam, umfaßt. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gieb, daß sie alle Angst beffeget durch dich, der du 2. Herz, das in Liebes- mein Alles bist. Die Welt glut gestorben, ach laß mein mag auf das Eitle bauen, Herz in Flammen stehn; ich aber will auf dich nur entzund ein Herz, das du schauen, o JEfu, meiner erworben, und laß darin- Hoffnung Licht; ich will nen untergehn, was du dich stets in Lieb umfassen, nicht bist, o mein Vergnů- dich, der du mich nicht gen, laß mich in deiner wirst verlassen; denn deine Liebe siegen, ja siege du Liebe wanket nicht. nur selbst in mir; so werd ich fröhlich triumphiren, so wird dein Todessieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. 3. Zund auch in mir die Liebesflammen zum Dienste 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingerissen, so bin ich gleichfalls nicht betrübt. Dein Leben laß stets in mir leben, dein deiner Glieder an; bind Sterben laß mir Stärke mich und ihre Noth zu geben, wenn meines Lesammen, damit ich mich bens Ziel erscheint. Ich versichern kann, ich sei also will dir meinen Willen wie du gesinnet: wenn mein schenken, ich will in Tod Geist die Gestalt gewinnet, und Leben denken, daß du die deinem Sinn recht ähn- es gut mit mir gemeint. lich ist, so werd ich Freund Phil. Balth. Sinold. und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bist. 4. Gieb mir des Glau- 410.* Mein Freund bens Licht und Kräfte, damein, Mel. Ach GOtt und HErr. mit er wahre Früchte jeigt; und ich bin sein, ihm hab. mach mich zur Rebe voller ich mich ergeben: in Freud Säfte, die sich nach dir, und Leid bin ich bereit, dir, dem Weinstock, neigt. Du JEsu, stets zu leben. bist der Fels, auf den ich 2. Ich glaub an dich, baue, du bist mein Hei- an dir kleb ich ,, und will land, dem ich traue, du dich auch nicht lassen, bis du JEsus- Lieder. 349 du mich wirst, du Lebens-| allein du bist mein höchster Fürst, mit deiner Gnad umfassen. Schatz auf Erden: ach las mich nicht, mein LebensLicht, von dir geschieden werden. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinnst, dein Höllen- Angst und Sterben hat mich versdbut, ja gar gekrönt zu einem Himmelserben. 12. Denn du bist mein, und ich bin dein: dir bab ich mich ergeben, in Glück und Freud, in Kreuz und Leid, tm Sterben und im Joh. Neunherz. 4. Die Kreuzes- Laft, die du hier haft für mich auf Leben. dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das Mel. Auf meinen lieben GOtt. sonst auf mich gekommen. 5. Für mich hast du dich 411.* Mein JEfus getreu, aus der gegeben; ja gar in Tod und Höllennoth, damit ich möchte leben. er steht in Noth mir bet, auf ihn ist gut vertrauen, drum will ich auf ihn bauen, ihm bleibt mein Herz ergeben im Tod und auch 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich Sen frohen Engeln werden, und im Leben. ficher sein von aller Pein, 2. Der Welt ihr bester von allen Lastbeschwerden. Lohn ist Schaden, Schimpf 7. Trotz sei dem Tod, und Hohn: wer den nicht und aller Noth! von dir will erwerbent, der muß der kann mich nichts wenden, Welt absterben, der muß weil ich forthin verwahret vor ihr sich wehren, sich bin in deiner Seit und hin zu JEsu kehren. Hånden. 3. Wenn mich der Feinde 8. Troß sei nunmehr Schaar will stürzen in Gedes Teufels Heer! denn du, fahr, und mich mit Hohn du hast gebunden die alte belegen, mein JEsus ist Schlang, die auf mich zugegen: sein Schuß zu drang, mich tödtlich zu mir sich wendet, und alle verwunden. Feinde blendet. 4. Ob mich angehet Noth und war es auch der Tod, für mich mein JEsus ringet, und Noth und Tod bezwinget, ia aus der Höllen Rachen kann er raich 9. Troß sei der Hill! weil mein Gesell vie ganzlich hat zerstöret. Der Höllen Macht und dunkle Nacht ist nun ganz umgekebret. 10. Troß aller Welt! hier ist der Held, der für ledig machen. mich ist gestorben, dadurch 5. Wenn Sündenschuld er hat die güldne Stadt mich plagt, und mein Gedes Himmels mir erworben. wissen nagt, mein treuer 11. HErr JEsu Christ, JEsus wachet, mich tröstet und 350 JEsus- Lieder. und anlachet, sein Leiden| Wesen, das sie sich zur und sein Sterben läßt kei- Lust erlesen, gar zu einem nen nicht verderben. Geift vertraut. 6. Se: fort mein Wi- 6. Sie ist edler als derstand, mein Auge, Fuß Karfunkel; Diamanten und Hand, hilf mir auf sind zu dunkel vor dem allen Seiten, o JEsu, mu- Glanz der Herrlichkeit, thig streiten. Dann will der fie durch und durch ich deinen Namen von nun erfüllet, der wie Strome an preisen. Amen. aus ihr quillet, der die Ernst Christoph Homburg. Königin erfreut. In eigener Melodie. 7.Drum, wer wolltesonst 412. Swie felig was lieben, und sich nicht sind die beständig üben, des MoSeelen, die mit JEsu sich narchen Braut zu sein? vermählen, die sein fanf- Muß man gleich dabet ter Liebeswind so gewal- viel leiden, sich von allen tiglich getrieben, daß sie Dingen scheiden, bringts gan; daselbst geblieben, wo ein Tag doch wieder ein. sich ihr Magnet befindt!! 2. Denn wer fasset ihre Würde, die bei dieser Leibesbürde sich in ihnen schon befindt? Alle Himmel sind zu wenig für die Seelen, die der König so vortrefflich angezündt. 8. Schenke, HErr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüthe, einen fbniglichen Geist, mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 9. So will ich mich selbst 3. Wenn die Seraphim nicht achten; sollte gleich sich decken, und vor seiner der Leib verschmachten, Mach: erschrecker, wird er bleib ich JEsu doch gedoch von seiner Braut in treu. Sollt ich keinen der wundervollen Krone Troft erblicken, will ich auf dem gloridsen Throne mich damit erquicken, daß ohne Decke angeschaut. ich meines JEsu sei. 4. Sonst erfreut man 10. Ohne Fühlen will sich mit Zittern, und be- ich trauen, bis die Zeit dienet mit Erschüttern kommt, ihn zu schauen, dieses Königs Heiligkeit. bis er sich zu mir gesellt; Aber wer mit ihm ver- bis ich werd in seinen trauet, wird, wenn er sein Armen in gar süßer Lieb Antliß schauet, doch gar erwarmen, und er mit sänftiglich erfreut. mir Hochzeit hält. Christian Fried. Richter. 5. Wenn Jehovah man genennet, wird nichts Hdhers mehr erkennet, als die Herrlichkeit der Braut, In eigener Melodie. Sie wird mit dem höchfien 413.* Wollt ihr wissen, was JEsus- Lieder. 351 was mein Preis? wollt ihr zu dem Abendmahl der lernen, was ich weiß? wollt Hochzeit des Lammes beihr sehn mein Eigenthum? rufen sind!:: Lieb, ter Ewollt ihr hören, was su, liebstes Leben, der du mein Ruhm? JEsus der bist das GOtteslamm Gekreuzigte. das die Sünde auf sich 2. Wer ist meines Glau- nahm, dir hab ich mich bens Grund? wer stärkt ganz ergeben,:: dich will und erweckt den Mund? ich den Bräutgam nenwer trågt meine Straf nen, denn ich bin ja deine und Schuld? wer schafft Braut, die du ewig dir mir des Vaters Huld? JE- vertraut, nichts,:*:* sus der Gekreuzigte. nichts soll unsre Liebe trennen. 3. Wer ist meines Lebens Kraft? wer ist meines Gei- 2. Selig,:::: sind, die stes Saft? wer macht mich zu dem Abendmahl der gerecht und schlecht? wer Hochzeit des Lammes bemacht mich zu GOttes rufen sind!:: Laß mich Knecht? JEsus der Ge- diese Kühnheit üben, hier kreuzigte. in meinem Christenthum, 4. Wer ist meines Lei- daß nur dieses sei mein dens Troft? wer schüßt, Ruhm, daß kein Unfall, wenn der Feind erbost? kein Betrüben:: michdurch wer erquickt mein mattes Schrecken kann abziehen Herz? wer verbindet mei- von der Lieb, damit ich dir nen Schmerz? JEsus der bin verpflichtet für und Gekreuzigte. für, all,::: alle Lust 5. Wer ist meines To- der Welt zu fliehen. des Tod? wer hilft in der 3. Selig,:::: sind, die lebten Noth? wer verseßt zu dem Abendmahl der mich in sein Reich? wer Hochzeit des Lammes bemacht mich den Engeln rufen sind!:: Laß durch gleich? JEsus der Ge- deine Gnad geschehen, daß freuzigte. mir niemals Del gebricht: 6. Und so wißt ihr, was gieb, daß meines Glaubens ich weiß: ihr wist meinen Licht nimmer möq in mir Zweck und Preis, glaubt, ausgehen:;: laß die Lamlebt, duldt, sterbt: aber pen sein geschmücket durch wem, daß wir sind recht Gebet und Wachsamkeit, angenehm? JEsu dem Ge- und daß in der Dunkelheit kreuzigten. fie, fie stets scheint Joh. Christoph Schwedler. und helle blicket. In eigener Mel.( eigentl.: 4. Selig:::: find, die Liebster JEsu, liebstes zu dem Abendmahl der Leben.) 414. Hochzeit des Lammes beelig:::: rufen sind!:: Laß den sind, die Schlaf nicht überwinden mei 352 JEsus- Lieder. meine Augen, sondern gieb, wäge meine Schmerzen, daß durch deines Geistes die ich um dich leide, ETrieb du mich wachend su, meine Freude, innermögest finden,:,: und mit lich im Herzen. Herzlichem Berlangen war- 5. Komm, erzeig dich tend, wenn der Engel ruft milde deinem Ebenbilde; hoch von der gestirnten Luft. denn ich kann nicht leben Auf,:::: auf, der Braut- in des Leibes Höhle, wo gam kommt gegangen. du meiner Seele dich nicht 5. Selig:::: sind, die willst ergeben. zu dem Abendmahl der 6. Drum so laß mich Hochzeit des Lammes be- werden deine Braut auf rufen find!:: Laß mich Erden, daß ich kann mit dir entgegen gehen, wenn Freuden meine Zeit volldu mir entgegen kommst, enden, und in deinen Håndaß du mich zu dir ein- den aus der Welt verscheinimmst, da ich dich soll den. Joh. Angelus. ewig sehen.:: JEsu, du Mel. Alles ist an GOtwollst mich verneuen, daß tes Segen, oder: O wie bei deinem Abendmahl in der Auserwählten Zahl ich, selig sind die Seelen. ::: ich mich ewig kann 416. Meil ich meierfreuen. Joh. Wilh. Petersen. nen 415. In eigener Mel. od. GOt- sum habe, und an seiner tes Sohn ist kommen. Brust mich labe, fürcht ich keine Noth und Pein, piegel aller wer ihn liebet, wer ihn Tugend, fennet, wer weiß, wie sein Führer meiner Jugend, Herze brennet, der kann Meister meiner Sinnen, niemals traurig sein. JEsu, der vor allen, mir vorlängst gefallen, laß dich lieb gewinnen. 2. Wo ich size, wo ich stehe, wo ich liege, wo ich gehe, weicht mein JEsus 2. Laß mich in den Ar- nicht von mir; er ist mir men deiner Huld erwar fiets an der Seiten, thut men; laß mich dich genie- mich überall begleiten; ich Ben, und in deinem Lichte, bin seine Lust und Zier. schönstes Angesichte, deine Lippen Füssen. 3. Er hat mich zur Braut erforen; eh ich sollte sein 3. Trage deine Flam- verloren, müßt zergehn die men in mein Herz zusam- ganze Welt. Ach was sollt men, daß es sich entzün- mich denn betrüben, da de, und in heißer Liebe mich der se hoch thut lieben, durch deins Geistes Triebe sich mit dir verbinde. 4. Zähle meine Thränen und mein kläglich Sehnen; der ja alles trägt und hält. 4. Er hat sich mit mir verbunden, nichtes, nichtes wird gefunden, das ihn von JEsus- Lieder. 353 von mir trennen thut. Er ,, gratiosa Coeli Rosa, Frank mein Bråutgam und mein und glimmet mein Herz, König, achtet sonsten alles durch Liebe verwundet. wenig, ich bin ihm sein liebstes Gut. 4. Von GOtt kommt mir ein Freudenschein, wenn 5. Darum fröhlich, im- du mit deinen Neugelein mer fröhlich, weil ich bin mich freundlich thust anin JEsu selig, ich bin sein blicken. O HErr JEsu, und er ist mein; singen, mein trautes Gut, dein springen, jubiliren und in Wort, dein Geist, dein JEsu triumphiren soll nur Leib und Blut mich innermein Geschäfte sein. lich erquicken. Nimm mich freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von Gnaden: auf dein Wort 417. We leuchtet komm ich geladen. In eigener Melodie. Die schön der Morgenstern voll Gnad 5. HErr GOtt Vater, und Wahrheit von dem mein starker Held, du haft HErrn, die süße Wurzel mich ewig vor der Welt Jesse. Du Sohn Davids in deinem Sohn geliebet. aus Jakobs Stamm, mein Dein Sohn hat mich ihm König und mein Bräuti- selbst vertraut, er ist mein gam, haft mir mein Herz Schak, ich bin sein Braut, besessen, lieblich, freundlich, sehr hoch in ihm erfreuet. schön und herrlich, groß Eia, eia, himmlisch Leben und ehrlich, reich von Ga- wird er geben mir dort ben, hoch und sehr präch- oben; ewig soll mein Herz tig erhaben. ihn loben. 2. Ei meine Perl, du 6. 3wingt die Saiten werthe Kron, wahr GOt- in Cithara, und laßt die tes und Marien Sohn, ein süße Musika ganz freudenhochgeborner König, mein reich erschallen, daß ich Herz heißt dich ein Lilium; möge mit JEsulein, dem dein süßes Evangelium ist wunderschönen Bräutgam lauter Milch und Honig. mein, in fteter Liebe walEi mein Blümlein, Ho- len. Singet, springet, iufianna, himmlisch Manna, biliret, triumphiret, dankt das wir essen, deiner kann dem HErren: groß ist der ich nicht vergessen. König der Ehren. 3. Geuf sehr tief in mein Herz hinein, du heller Jaspis und Rubin, die Flamme deiner Liebe; und erfreu mich, daß ich doch bleib an deinem auser wählten Leib ein lebendige 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, deß klopf ich in Ribbe. Nach dir ist mir, die Hände. Amen, Amen. Komm, 354 JEsus- Lieder. Komm, du schöne Freu- wir, so da hienieden, dein denkrone, bleib nicht lange: Reich und deine Herrlichdeiner wart ich mit Ver- feit nicht recht erkennen langen. Philiry Nicolai. bis zur Zeit der siebenten Posaune. Met. Es ist das Heil uns kommen her. 418. 6. Da wird das Leben, das noch ist in GOtt sehr Licht vom tief verborgen, ausbrechen Licht, o Va- wie ein heller Blik, wenn ters Glanz, o Wahrheit jener liebe Morgen nach und das Leben, der du als vorgegangnem Abendlicht GOtt und Mensch dich wird sein, und jener Bbganz zum Opfer hingege- sewicht zum Abgrund stark ben für uns, und darauf versiegelt. deine Macht, aus deines großen Vaters Kraft, wie 7.So gehts auch uns, die wir erbaut aus deinem ein Held angenommen. Fleisch und Beinen, die 2. Als Hoherpriester stirbest du, als König hast du wieder verlassen deine Todesruh, und mit dir deine Glieder der Höll entführt; haft deinen Lauf nach ausgestandner Kreuzestaufzum Bater fortgesehet. du dir als dein Weib vertraut, und die du als die Deinen alleine kenneft, und in dir, o unbefleckte GOtteszier, gezeichnet und geschrieben. 8. Wir sind in deinen Tod getauft, und sammt 3. Derselbe hat dich, sei- dir auch begraben; da haft nen Sohn, gefeßt zu sei- du uns, die du erkauft, mit ner Rechten, daß du auf Licht, mit Heil und Gadeinen Ehrenthron für dei- ben, mit Ehr und Herrne Braut sollst fechten, lichkeit erfüllt; doch ist und ihrer Feinde List und dies alles noch umhüllt mit Werk durch deine große Sünd und SchwachheitsLöwenstårk zu Spott und windeln. Schanden machen. 9. Wir sind wohl selig, 4. So hat durch Todes- und von dir inwendig schön leiden dich mit Preis und geschmücket; doch sind wir Schmuck gekrönet, o GOtt, uns verborgen schier, weil dein GOtt, und wunder- uns noch täglich drücket lich den Stein, so da ver- Versuchung, Schwachheit, böhnet, zum Eckstein seiner Furcht und Noth, und dieKirch erwählt, zum Ehren- ser Leib zu Staub und haupt, das da beseelt die Koth noch dermaleinst muß Glieder seines Leibes. werden. 5. Er hat dir alles unt- 10. Ich selbst fag oft mit terthan, und dir das Reich liener Braut, die du doch beschieden; doch dieses nie- dir ernennet: Ich bin sehr mand leugnen kann, daß schwarz, auf mich nicht schaut JEsus- Lieder. 355 schaut, die Sonn hat mich, mir und Andern, bis du verbrennet. Mein Jakob mich zu dir ins Paradies und Immanuel, ich bin wirst führen. Freylinghausen. Lea, und nicht Rahel, wie soll ich dirs verhehlen? Viel will mich die Welt erkennen und 419. W ohl recht groß achten, weil ich mich wichtig Mel. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig, scham, nach Ehr und Geld und recht tüchtig ist der und ihrer Lust zu trachten; nenn ich in Demuth mich dein Kind, so wird sie rafend, toll und blind, wie Caiphas, der Heuchler. 12. Also bin ich, HErr JEsu Christ, mit dir in GOtt verborgen, so lange, bis du kommen wirst, und vollends von den Sorgen dein Zion, die geliebte Braut, darauf dein freundlich Auge schaut, erlösen und befreien. 2. Wohl recht wichtig und recht tüchtig sind der Christen Tage. Laß des Lebens Lauf zerrinnen, wenn die Sinnen nicht mehr finnen, fahren wir mit Freud von hinnen. 3. Wohl recht wichtig und recht tüchtig ist der Christen Freude. Wenn 13. Dann will ich dir, o fich wechseln Freud in LeiGOtteslamm, mit Pracht den, Licht in Dunkel, Fried entgegengehen, wie eine in Streiten, bleiben unsre Braut dem Bräutigam Fröhlichkeiten. und dir zur Rechten ste- 4. Wohl recht wichtig hen; da soll dein Esther und recht tüchtig ist der frei vor dir am gläsern Christen Schöne. Nur der Meere für und für auf Seelen Glanz bestehet, da, ihrer Harfe spielen. sobald ein Lüftchen wehet, alle Pracht der Welt ver14. Hier ist des Königs Tochter zwar inwendig gehet. schön gezieret; dort aber 5. Wohl recht wichtig wird sie ganz und gar aus- und recht tüchtig ist der wendig sein poliret mit Christen Stärke. WunChristen Leben. Ob gleich Zeit und Welt vergehet, alles Oberst unten stehet, lebt doch unser Leben, sehet! schön gestickter Kleider der! Schlachtschaf, die Schein; es wird kein Fleck noch Makel sein an ihrem flaren Leibe. als Riefen fiegen, wenn wir sterbend müssen Opfer- Blut und Geist ausgießen. 15. Ach drum brich auf, mein liebstes Heil, damit 6. Wohl recht wichtig ich dich bald sehe, wenn und recht tüchtig ist der ich dereinst in meinem Theil Christen Glücke. Unser mit Daniel aufstehe. Hier GOtt und Heil bestehet, bleib ich doch verborgen da der Welt Glück schnell ver 356 Dom Kreuz der Christen. vergehet, wie sich eine Ku- hier Glut und Flut ent gel drehet. stehen, Erd und Himmel 7. Wohl recht wichtig untergehen, wird man unund recht tüchtig ist der sern Reichthum sehen. Christen Ehre. Den die 11. Wohl recht wichtig Welt jetzt tritt mit Füßen, und recht tüchtig ist der wird, wenn sie vergehen Christen Herrschen. Hier müssen, dort die Himmels- als schnödes Fegsal lieGlori küssen. gen, dorten über alles siegen, kann das matte Herz 8. Wohl recht wichtig und recht tůchtig ist der vergnügen. Christen Wissen. Wenn 12. Wohl recht wichtig die Weisen Wik verlie- und recht tüchtig ist der ren, pflegt uns, ohne Dis- Christen Prangen. Die curiren, Christi Wort zu wir hier in Schmach geGOtt zu führen. sessen, werden alles Leid 9. Wohl recht wichtig vergessen, dorten prangen und recht tüchtig ist der unermessen. Christen Lichten. Der die Liebe lieb gewonnen, hat in JEsu, seiner Sonnen, mehr als alle Welt erronnen. 13. Wohl recht wichtig und recht tüchtig sind der Christen Sachen. Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen, 10. Wohl recht wichtig wer GOtt fürcht, bleibt und recht tüchtig sind der ewig stehen. Christen Schätze. Wenn Christian Eberhard Weißmaan VIII. Vom Kreuz der Christen. In eigener Melodie. 3. Pflanz nur Geduld ch GOtt! durch deinen Geist ins 420. erhör mein Herze und hilf, daß ich Seufzen und Wehklagen, es acht für keinen Scherze; laß mich in meiner Noth zu deiner Zeit wend ab nicht gar verzagen; du mein Leid: durch Mark weißt mein Schmerz, er- und Bein dringt mir der kennst mein Herz: hast du große Schmerze. mirs aufgelegt, so bilf mirs tragen. 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht verges2. Ohn deinen Willen sen, daß ich vor Leid mir kann mir nichts begegnen, sollt mein Herz abfressen; du kannst verfluchen und mitten in Noth denk ich auch wieder segnen. Bin an GOtt, ob er mich ich dein Kind, und habs schon mit Kreuz und Angst verdient, gieb warmen thut pressen. Sonnenschein nach trůbem Regen. 5. Es hat kein Unglück nie so lang gewähret, es hat Dom Kreuz der Christen. 357 hat doch endlich wieder der getraut hat auf JEaufgebdret; beut mir dein sum Christ. Hånd, und machs ein End; 3. Du bist der große auf dieser Erd mein Herz Wundermann, das zeigt sonst nichts begehret. dein Amt und dein Verum 6. Soll ich noch mehr son; welch Wunderding deinetwillen leiden, hat man erfahrn, daß du, so steh mir, HErr, mit mein GOtt, bist Mensch deiner Kraft zur Seiten; geborn, und führest uns fein ritterlich, beständiglich durch deinen Tod ganz hilf mir mein Widersa- wunderlich aus aller Noth. cher all bestreiten. 4. JEsu, mein HErr 7. Daß ich durch dei- und GOtt allein, wie süß nen Beist möq überwin- ist mir der Name dein; den, und mich allzeit in es kann kein Trauren sein deinem Haus laß finden; so schwer, dein süßer Nam zum Preis und Dank, erfreut viel mehr. Kein mit Lobgesang, mit dir Elend mag so bitter sein, thu ich aus Liebe mich verbinden. dein süßer Nam der linderts fein. 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auserwählten Namen preis herziglich, das bitt ich dich, durch JEsum Chriftum unsern HErren. Amen. Jacob Peter Schechs. Mel. Vater unser im Himmelreich. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, HErr, daß ichs nicht acht: wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was mich ewig erfreuent ſoll, Dein bin ich ja mit Leib und Seel, roas kann mir thun Sund, Tod und Höll? 6. Kein besser Treu auf Erden ist, denn nur bei 421. Gott, dir, HErr JEsu Christ. wie man- ch weiß, daß du mich ches Herzeleid begegnet mir nicht verläßt; dein Wahrzu dieser Zeit; der schmale sheit bleibt mir ewig fest. Weg ist Trůbsal- voll, den Du bist mein rechter treuer ich zum Himmel wandern Hirt, der mich ewig besoll; wie schwerlich läßt hüten wird. sich Fleisch und Blut zwin- 7. JEsu, mein Freud, gen zu dem ewigen Gut. mein Ehr und Ruhm, 2. Wo soll ich mich denn meins Herzens Schatz und wenden hin? Zu dir, HErr mein Reichthum, ich kanns JEsu, steht mein Sinn. doch ja nicht zeigen an, wie Bei dir mein Herz Trost, hoch dein Nam erfreuen Hilf und Rath allzeit ge- kann. Wer Glaub und Lieb wiß gefunden hat. Nie- im Herzen hat, der wirds mand jemals verlassen ist, erfahren mit der That. 8. Drum 358 Dom Kreuz der Christen. 8. Drum hab ichs oft du mein so ganz und gar und viel geredt: Wenn ich vergessen? Wie lange soll an dir nicht Freude hätt, der Sorgenstein mich and so wollt ich den Tod wün- mein Herze preffen? Wie schen her, ja, daß ich nie lange soll dein Angesicht geboren war. Denn wer sich von mir wenden? bich nicht im Herzen hat, Willst du nicht dich meider ist gewiß lebendig todt. ner mehr erbarmen? 9. JEsu, du edler Brautgam werth, mein höchste Bierd auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergiß weit über alle güldne Schatz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüth erfreuet sich. 2. Wie lange soll ich armes Kind der Seelenruh entbehren? Wie lange soll der Sturm und Wind der Herzensangst noch wahren? Wie lange soll mein stolzer Feind, ders niemals gut, stets böse meint, sich über mich erheben? 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl 3. Ach schaue doch, mein ich Fried und Trost in GOtt und Hort, von deimir; wenn ich in Nöthen ner heilgen Hütte, und bet und sing, so wird mein hdre meiner Klage Wort Herz recht guter Ding. und hochbetrübte Bitte: Dein Geist bezeugt, daß gieb meinen Augen Kraft folches frei des erogen Le- und Macht, und laß des bens Vorschmack set. Todes finstre Nacht mich nicht so bald befallen. 11. Drum will ich, weil Ich lebe noch, das Kreuz 4. Sonst würde meiner dir fröhlich trager nach; Feinde Mund des Ruhms mein GOtt, mach mich kein Ende machen; sie dazu bereit; es dient zum würden mein, als der zu Besten allezeit; huf mir Grund und Boden ganmein Sach recht greifen gen, lachen: Da liegt der, an, daß ich mein Lauf voll- würden sie mit Freud herenden kann. prahlen, der uns jederzeit 12. Hilf mir auch zwin- so viel zu schaffen machte. gen Fleisch und Blut, vor 5. Ich kenne fie und Sünd und Schanden mich weiß gar wohl, was sie behüt; erhalt mein Herz im Schilde führen; ihr im Glauben rein, so leb Herz ist aller Bosheit voll, und sterb ich dir allein. läßt sich nichts Guts reJEiu, mein Trost, hör gieren; du aber bist der mein Begier, o mein Hei- fromme Mann, HErr, land, war ich bei dir. mein GOtt, der nicht Conrad Hojer. laffen kann die, so sich Mel.( Herr) JEsu zu dir halten. Chrift, du höchstes Gut. 6. Deß trift ich mich ch HErr, wie und hoffe drauf, du wirst lange willst mir 422. Ad Dom Kreuz der Christen. 359 mir auch fromm blei-| und muß sich vor im Koth ben, und aller bösen Tücke und Staube wälzen. Lauf gewaltig hintertrei- 4. Das hat, HErr, ben. Mein Herze freut sich, dein geliebter Sohn selbst wenns bedenkt, wie gern wohl erfahrn auf Erden; du stets dein Heil geschenkt denn, eh er kam zum Ehdem, der sich dir vertrauet. renthron, mußt er gekreu7. Das thu ich, HErr, zigt werden. Er ging ich traue dir, du bist mein durch Trübsal, Angst und einge Freude, bewahrest Noth; ja durch den hermich, thust wohl an mir, ben bittern Tod drang und führst mich aus dem er zur Himmels- Freude. Leide. Dafür will ich mein Lebelang dir manchen schönen Lobgesang zum Dank und Opfer bringen. Pant Gerhard. 5. hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig fich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwiderstreben? Er ist der SpieMel. HErr, ftraf mich gel der Geduld, und wer nicht in deinem Born. sich sehnt nach deiner 423. ch treuer Huld, der muß ihm ähnGOtt, lich werden. barmherzigs Herz, deß Güte 6. Ach liebster Va= sich nicht endet, ich weiß, ter, wie so schwer ists daß mir dies Kreuz und der Vernunft, zu glauSchmerz dein Hand hat ben, daß du demselben, zugesendet; ja, HErr, ich den du sehr schlägst, ſollweiß, daß diese Last du test gunstig bleiben? Wie mir aus Lieb ertheilet hast, macht doch Kreuz so lange und gar aus keinem Hasse. Zeit, wie schwerlich will 2. Denn das ist allzeit sich Lieb und Leid zusamdein Gebrauch: wer Kind men lassen reimen. ist, muß was leiden, und 7. Was ich nicht kann, wen du liebst, den ståupst das gieb du mir, o höchdu auch, schicksi Trauern vor den Freuden; führst uns zur Höllen, thust uns weh, und führst uns wieder in die Höh, und so geht eins ums ander. sies Gut der Frommen, gieb, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trůbsal werd entnommen; erhalte mich, o starker Hort, befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren. 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergohen; was 8. Bin ich ja schwach, leben soll, muß erstlich sich laß deine Treu mir an die ins Todes Höhle setzen; Seite treten; hilf, daß ich was steigen soll zur Ehr unverdrossen sei zum Ruempor, liegt auf der Erd| fen, Seufzen, Beten. So lang 360 Dom Kreuz der Christen. lang ein Herze hofft und duld dein edle Huld nach glaubt, und im Gebet scharfer Prob erhalte. beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. 14. O heilger Geist, du Freuden- Del, das GOtt 9. Greif mich auch nicht vom Himmel schicket, erzu heftig an, damit ich nicht freue mich, gieb meiner vergehe; du weißt wohl, Seel was Mark und Bein was ich tragen kann, wies erquicket; du bist der Geist um mein Leben stehe; ich der Herrlichkeit, weißt was bin ja weder Stahl noch für Gnade, Trost und Stein; wie balde geht Freud mein in dem Himein Wind herein, so fall ich bin und sterbe. mel warte. 15. Ach laß mich schauen, 10. Ach JEsu, der du wie so schön und lieblich worden bist mein Heil mit sei das Leben, das denen, deinem Blute, du weißt die durch Trůbsal gehn, gar wohl, was Kreuze ist, du dermaleinst wirft geben; und wie dem sei zu Muthe, ein Leben, gegen welches den Kreuz und großes Un- hier die ganze Welt mit glück plagt; drum wirst ihrer Zier durchaus nicht du, was mein Herze klagt, zu vergleichen. gar gern zu Herzen fassen. 16. Dafelbft wirst du 11. Ich weiß, du wirst in ewger Luft aufs süste in deinem Sinn mit mir mit mir handeln; mein Mitleiden haben, und mich, Kreuz, das mir und dir wie ichs ießt dürftig bin, bewußt, in Freud und Ehr mit Gnad und Hülfe laben. verwandeln. Da wird mein Ach stärke meine schwache Weinen lauter Wein, mein Hand, ach heil und bring Aechzen lauter Fauchzent in bessern Stand das sein, das glaub ich, hilf Straucheln meiner Füße! mir. Amen. Paul Gerhard. 12. Sprich meiner Seel ein Herze zu, und tröste In eigener Melodie. mich aufs beste; denn du 424. Armseligs bist ja der Müden Ruh, Hürtlein der Schwachen Thurm meiner Seelen, du wüstes und Feste, ein Schatten Nest, was suchst du doch vor der Sonnenhit, ein in dem dir aufgelegten Joch Hütte, da ich sicher sitz dich selber mit Verdruß zu im Sturm und Ungewitter. quälen? Dein Haupt und 13. Und weil ich ja nach Heiland leidet Pein, und deinem Rath hier soll ein du, du willst befreiet sein? wenig leiden, so laß mich Sieh deines Herrscherstiefe auch in deiner Gnad als Wunden, die dich zu gleiwie ein Schaflein weiden, chem Bund verbunden. daß ich im Glauben die Geduld, und durch Ge2. Zwar du wirst recht mit Kreuz gekrönet: er letdet Dom Kreuz der Christen. 361 der sonder Recht und Fug| sanfte Bürde, o vortheilfür deine Bosheit, Trop bafte Kreuzeslaft, die du und Trug, der dich mit mir das erworben haft, deinem GO: t versöhnet. daß ich mit GOtt veretDu hafts verbrochen, bafts nigt würde! Wie leicht versebn: er will für dich ist, was GOtt aufgelegt, jur Marter gehn. Du hast weil Christus selber begt die Straf und Tod ver- und trägt; weil GOttes schuldet: er hat dies alls Kind selbst seinen Rücken für dich erduldet. will unter meine Bürde bücken. 3. Wie manchmal bat dein Fuß gegleitet, wie oft 7. Tilg, ach HErr JEbat die verwegne Hand sich su, mein Gebrechen, lbsch zu verbotnem Zweck ge- unsers GOttes Eiferglut, wandt, wie oft hat dich wo mir mein Lafter Schadein Aug verleitet! Was den thut, laß für mich, Satans Erbgift ange- HErr, dein Leiden sprehaucht, das hast du viel- chen; dampf alle Bosheite mals mit gebraucht. Mein alle Schuld; gieb Trost Herz hat aus des Geistes in Leiden, gieb Geduld; Schranken durch deinen lehr mich, daß deine BaTrieb oft müssen wanken. terruthe komm meinem ar4. Drum leide, was men Geist zu Gute. GOtt aufgeleget, er meint 8. Las mich dein Leiden, es mit dir herzlich gut; dein Verdrießen, was du kennst ja seinen Vater- HErr, dein Lieb für mich muth, damit er deine ertrug, als GOttes ZornSchwachheit tråget; dies ruth auf dich schlug, zu Joch, die Laft, die Bürd meinem Heil und Trost geund Pein laß dir ein sichres nießen; laß, HErr, das Merkmal sein, daß, wer Gut, das du erwarbst, als nicht hier auf Rosen gehet, du für mich am Holze bei seinem GOtt in Gna- starbst, mich, deinen Knecht, den stehet. dein Kind, ererben: so werd ich in dir selig sterben. 5. Laß denn das Heer des Abgrunds brummen; die theure Schuld, die hohe Post, die mehr als alle Schäße koft, die un- 425. Aus der Tie begreiflich fer rufe ich Mel. Nun komm der Heiden Heiland. men, die Satan auf uns zu dir, HErr, erhöre mich; bürden kann, die hat mein deine Ohren grådig leih, JEsus abgethan; hat mich merk die flehend Stimm von Sünten frei gezählet, und ewig sich mit mir vermåblet. dabei. 2. Aus der Tiefen rufe ich, Sünden gehen über 6. O süßes Joch, o mich: willst du rechten, 16 HErr 362 Dom Kreuz der Christen. HErr, mit mir, so besteh 2. Befiehl dem HErren ich nicht vor dir. früh und spat all deine 3. Aus der Tiefen rufe Weg und Sachen; er weiß ich: will denn niemand hd- zu geben Rath und That, ren mich? Ach so hör, kann alles richtig machen. o JEsu mein, du wirst Wirf auf ihn hin, was ja der Helfer sein. dir im Sinn liegt, und 4. Aus der Tiefen rufe dein Herz betrůbet; er ist ich ach schon lang erbär- dein Hirt, der wissen wird miglich; Kreuz und Leiden zu schüßen, was er liebet. halten an, JEsus mich erretten kann. 3. Der fromme Vater wird sein Kind in seine 5. Aus der Tiefen rufe Arme fassen, und die geich: warum, JEsu, läßt recht und gläubig sind, du mich? Ich harr, war- nicht stets in Unruh lassen. te, seufze ach! bis zur an- Drum, lieben Leut, hofft dern Morgen- Wach. allezeit auf den, der villig labet; dem schüttet aus, was ihr im Haus und auf dem Herzen habet. 6. Aus der Tiefen rufe ich: JEsus Gnade tröstet mich; ob es mir gleich gehet hart, ich doch der Erlösung wart. 7. Aus der Tiefen rufe ich: JEsus wird erlösen mich. JEsus machet, daß ich rein, werd von allen Sünden sein. 4. Ach süßer Hort, wie tröstlich klingt, was du verspricht dem Frommen: Ich will, wenn Trůbsal einher dringt, ihm selbst zu Hülfe kommen. Er liebet mich, drum will auch ich 8. Nunmehr hab ich ihn lieben und beschützen; ausgeruft: JEsus kom- er soll bei mir im Schooße met, machet Luft. Seele, hier, frei aller Sorgen, schwing dich in die Hdh, sitzen. sage zu der Welt: Ade! Georg Christoph Schwämlein. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 5. Der HErr ist allen denen nah, die sich zu ihme finden; wenn sie ihn rufen, steht er da, hilft fröhlich überwinden all Angst und 426. Vater, in die die schon darnieder liegen; er höchster GOtt, gedenk an macht und schafft, daß fie deine Worte. Du sprichst: viel Kraft und große Stärke Ruf mich an in der Noth, kriegen. und klopf an meine Pforte, 6. Fürwahr, wer meiso will ich dir Errettung nen Namen ehrt, spricht hier nach deinem Wunsch Christus, und fest glauerweisen, daß du mit Mund bet, deß Bitte wird von und Herzensgrund in Freu- GOtt erhört, sein Herden mich sollst preisen. zens- Wunsch bekleibet. Dom Kreuz der Christen. 363 So tret heran ein jeder vom Seufzen, das ich mann: wer bittet, wird übe. empfangen, und wer da sucht, der wird die Frucht mit großem Nutz erlangen. 7. Hört, was dort je rer Richter sagt: Ich muß die Wittwe hören, dieweil sie mich so treibt und plagt; sollt denn sich GOtt nicht kehren zu seiner Schaar, die hier und dar bei Nacht und Lage schreien? Ich sag und halt: er wird sie bald aus aller Angst befreien. 12. Willst du verstoßen ewiglich, und kein Guts mehr erzeigen? Soll dein 8. Wenn der Gerecht in Wort und Verheißung Nothen weint, will GOtt sich nun ganz zu Grunde ihn fröhlich machen; und neigen? Zurnst du so sehr, die zerbrochnen Herzens daß du nicht mehr dein seind, die sollen wieder Heil magst zu mir senlachen. Wer fromm will den? Doch, HErr, ich will sein, muß in der Pein und dir halten still, dein Hand Jammer- Straßen wal kann alles wenden. len; doch steht ihm bei 11. Ach HErr, wie lange willst du mein so ganz und gar vergessen? Wie lange soll ich traurig sein, und mein Leid in mich fressen? Wie lang ergrimmt dein Herz, und nimmt dein Antlik meiner Seelen? Wie lange soll ich sørgenvoll mein Herz im Leibe qualen? 13. Nach dir, o HErr, des Höchsten Treu, und verlanget mich im Jamhilft ihm aus dem allen. mer dieser Erden. Mein 9. Ich hab dich einen GOtt, ich harr und Augenblick, o liebes Kind, hoff auf dich; laß nicht verlassen. Sieh aber, sich zu Schanden werden, mit großem Glück und HErr, deinen Freund, daß Trost ohn alle Maaßen, nicht mein Feind sich will ich dir schon die Freu- freu und jubilire. Gieb denkron aufseßen und ver- mir vielmehr, daß ich mit ehren; dein kurzes Leid Ehr erhoben triumphire. soll sich in Freud und 14. Adh HErr, du bist ewges Heil verkehren. und bleibst auch wohl 10. Ach lieber GOtt, getreu in deinem Sinne; ach Baterherz, mein Trost darum, wenn ich ja kamvon so viel Fahren, wie pfen soll, so gieb, daß ich läßt du mich so man- gewinne. Leg auf die Ichen Schmerz und große Laft, die du mir hast beAngst erfahren! Mein schlossen aufzulegen; leg Herze schmacht, mein Au- auf, doch daß auch nicht ge wacht, und weint sich das Maaß sei über mein Frank und trübe, mein An- Vermögen. gesicht verleurt sein Licht 15. Du bist ja unge16* bund 364 Dom Kreuz der Christen. bundner Krast, ein Held, GOtt, der sich nicht kann der alles stürzet; du haft verleugnen; fein Unfall ein Hand, die alles schafft, darf sich ohne ihn ereignett. die ist noch unverkürzet. Er, er verfügts, er thut HErr Zebaoth wirst du, es ganz allein, er führt mein GOtt, genennt zu hinein. deinen Ehren; bist groß 2. Führt er hinein, so von Rath, und deiner kannst du freudig sein, er That kann keine Stärkej hat ja nicht Gefallen am wehren. Verderben, fein Sünder 16. Du bist der Trd- soll in seinen Sünder sterfter Israel und Retter aus ben. Damit das Herz von Trubsalen: wie kömmts Unflath werde rein, führt denn, daß du meine Seel er hinein. jetzt sinken läßt und fal- 3. Er meint es wohl, len? Du stellst und hast nicht daß man fallen soll, dich als ein Gast, der wenn dem Gefühl er seine fremd ist in dem Lande, Hand entziehet; nur die und wie ein Held, dems Vernunft ist blind, der Herz entfällt mit Schimpf Glaube fiehet, und kehret und großer Schande. sich zu GOtt, als seinem Pol, der meint es wohl. 17. Nein HErr, ein solcher bist du nicht, deß ist 4. Die Höllenpfort ist mein Herz gegründet; du oft der düstre Ort, in welstehest fest, der du dein chem man gedenket zu verLicht hier bei uns ange- finken; bald stillt der HErr zündet; ja hier hältst du, den Sturm mit einem WinHErr, deine Ruh bei uns, fen, und es verschwindet die nach dir heißen, und auf ein einges Wort die bift bereit, zu rechter Zeit Höllenpfort. uns aus der Noth zu reißen. 5. Die Todtenzahl sieht 18. Nun, HErr, nach man ein andermal in einem aller dieser Zahl der jetzt Blick schon vor und um erzählten Worte hilf mir, fich schweben, und eh mans der ich so manchesmal ge- hofft, giebt GOtt ein neues Elopft an deine Pforte; Leben, daß man sich sieht bilf, Helfer, mir, so will entfernt vom finstern Thal ich hier dir Freudenopfer der Todten- Zahl. bringen, auch nachmalsdort 6. Der HErr erhält den dir fort und fort im Him- weiten Kreis der Welt, den mel herrlich singen. Erdenball hat er hineinPaul Gerhard.gesebet; durch seinen Schuß bleibt alles unverlehet. Mel. Nur frisch hinein. Drum ifts gewiß, daß ket427.& r führt hin- ner gänzlich fällt, den er ein, er muß erhält. auch Helfer sein, der treue 7. Die Bitterfeit, die man 365 Dom Kreuz der Christen. man empfindet heut, kann Streit verwahrt, o große morgen schon dem Geist Seligkeit, vor Sicherheit. wie Honig schmecken. Und 13. Man lernt dabei, sollt er auch noch langer was für ein Held man sei, sich verstecken, so bleibt ob man nicht vor dem doch wahr: Es weichet Kampf Triumph gesungen, mit der Zeit die Bitter- und mit der Zungen nur Feit. voraus gesprungen; auch wie man muß im Leiden sein getreu, lernt man dabei. 14. Ist uns denn gut der Streit mit Fleisch und Blut, so müssen auch die Kräfte in den Lüften uns nüßlich sein, anstatt uns zu vergiften. Wer nur in GOtt durch Glauben stärkt den Muth, dem ist es gut. 9. So lang dies Gift kein Gegengift antrifft, pflegt es gar still und un- 15. Und wenn die Welt vermerkt zu tödten; wenn uns grimmig überfällt, und aber nun es selber kommt mit Verfolgung uns will in Nöthen, nachdem das unterdrücken, ja wenn sie Wort den Bußkampf an uns gar lockt mit Hurengestift, da braust dies Gift. Blicken, besieget doch, wer 10. Es folget nicht, daß sich zu JEsu hält, leicht uns da nichts gebricht, wenn auch die Welt. wir fein sanft auf unsern 16. Mit einem Wort: Hefen liegen, daß wir uns Es soll die Höllenpfort, selbst an unserm Thun ver- sammt aller Macht und agnügen; daß unsrer Seel Liftigkeit der Feinde, nichts alsdann so wohl geschicht, schaden dem, der JEsum das folget nicht. hat zum Freunde. Denn 11. Es ist Betrug, wenn JEsus ist der Seelen Fels man den ersten Flug, wo- und Hort, mit einem Wort. mit die Seel fich lieblich 17. Mitleiden muß, wer aufwärts schwinget, eh dort den Friedenskuß auf noch das Herz des Kreu- seinem Thron von ihme zes Dorn durchdringet, er- will erlangen. Wer Kronen kennen will für Christen- sucht, muß vor mit Dorthums genug: das ist Be- nen prangen; dieweil ein trug. Chrift, nach ewig festem Schluß, mitleiden muß. 12. Vor Sicherheit verwahrt der saure Streit, 18. Drum frisch hinein, den man in sich mit Fleisch lern nur gedulbig sein, o und Blut muß führen, lieber Christ, laß nichts di wenn sich nunmehr die das Ziel verrücken: sei flets bösen Lüfte rühren. Der getrost, es muß dir endlich glük8. Dies merke auch, was dir der Schlangen Hauch in Adam schon als Gift hat eingeblasen, versucht in dir nunmehr sein letztes Rasen. Wo Feur entsteht, da findet sich auch Rauch, dies merke auch. 366 Dom Kreuz der Christen. glücken; das rothe Meer so muß man auch von dir wird lauter Zuckerwein, die Proben sehen. So lang nur frisch hinein. es geht nach deinem Fleisch 19. Den Lobgefang mit und Blut, stehts noch süßem Freudenklang eilt nicht gut. Moses schon am 11fer vor- 3. Du hast genug von zusingen. Sieh Miriam Christenkreuz gehört, so dort am Reihen fröhlich hast du auch genug davon springen. So folget dir gesprochen; doch haftet auf deinem Kreuzesgang mehr, was die Erfahrung der Lobgesang. lehrt, drum komm getroft 20. Der Jubelschall zum Kreuz herançekrochen. giebt einen Gegenhall von Wer dieses faßt, dem wird oben her von den verklär- zuletzt zu Theil Kraft, ten Chören; man kann im Trost und Heil. Geist die Engelstimmen hd- 4. Eh Joseph steigt auf ren. Sie rufen laut, es to- der Egypter Thron, muß net überall der Jubelschall. er zuvor den schwarzen 21. Preis, Lob und Ehr| Kerker sehen. Eh David bringt unserm JEsu her, kommt zu der verheißnen der durch das Kreuz in Kron, muß er mit Schmach diese Freude führet, das im Elend umher gehen. HisHaupt mit Gold, die Hand kia wird erst nach der Stermit Palmen zieret. bensnoth befreit vom Tod. bleibt erhöht; bringt ihm je mehr und mehr Preis, Lob und Ehr. Er Johann Daniel Herenschmidt. 5. Dein JEsus selbst geht dir zum Beispiel vor: er mußte ja auf Erden vieles leidet, eh er sich hub zur Herrlichkeit empor, da er nun hat und giebt die ewgen Freuden. 428. er wird es Wer treulich kämpft, bringt & thun, der auch den guten Lohn zufromme, treue GOtt, er lekt davon. kann ja nicht ohn alle Maaß versuchen; er bleibet noch ein Vater in der Noth sein Segen- Mund wird seinem Kind nicht fluchen. Ei höre nur, wie er so freundlich spricht: Verzage nicht! 6. Drum hoffe nur auf den, der Vater heißt, er ist dir gut auch mitten in dem Jammer; dein Brautgam sieht, wenn dich der Kummer beißt, und schaut hinein in deine HerzensKammer; da sieht ers 2. Bedenke fein, daß du wohl, wenn du bist Troberufen bist in GOttes stes bloß und Hülfe los. Reich in Tribsal ein- 7. Und also bricht das zugehen. Du glaubest ja, Herz ihm gegen dir. Er du seist ein wahrer Christ, spricht: Ich muß mich über dich Mel. Es kostet viel ein Christ zu sein. Dom Kreuz der Christen. 367 dich erbarmen; du liebes Liebe, die dir Hånd und Kind hast niemand außer Füße an des Kreuzes Holz mir, drum halt ich dich gespießt, Liebe, die so hoin meiner Güte armen. nigsüße auf die arment Sei gutes Muths, die Sünder fließt. Hülfestund ist nah, dein Trost ist da. 3. Ach so denke nicht, wie lange ich dich, Braut8. Dir sei gedankt, du gam, nicht erkannt, wie auserwählter Freund, daß ich mich zur alten Schlange du dein Aug so richtest auf oft mit Herz und Sinn gedie Deinen; denn wenn wandt; sondern denk an uns jetzt der arge Friedens- deine Wunden, die dein feind so hat gefaßt, daß heilig Fleisch durchritt; wir verloren scheinen, so denk an deine Trauerftunstürzest du ihn in den Hol- den, da du Blut für mich len- Schlund zur rechten geschwißt. Stund 3. Stev, daß auch wir, 4. Fege durch die Kreuzesruthe alles aus dem Herdie du so innig liebst, dich zen aus; wasch es dann mögen stets in Lieb und mit deinem Blute, und Hoffnung ehren, weil du mach es zu deinem Haus. ja nicht von Herzen uns Ach eröffne selbst die Thubetrübst, und unser Leid re, wälz den Sündenstein in Frende willst verkehren. davon; gieb, daß ich dich So sei dir denn Lob, Ruhm drinnen spüre, du geliebter und Dank gebracht aus al- GOttessohn. ler Macht. 429. Fab Kahre 5. Wenn du es nun eingenommen, so laß gar nichts mehr hinein; denn ich hab mir vorgenommen, dein hinfort allein zu sein. Ich fort will selbst mich nicht mehr mit Liebes- kennen, nicht die Welt, Schlägen, süßer JEsu, nicht Fleischeslust; Augenliebster Hort, laß sich Trüb- lust, Stolz, sündlich Brenfalswinde regen, und bring mich hindurch an Port Ach ich biete dir den Rükken, schlag nur zu, ich habs verschuldt; Kreuz und Noth find Liebesstricke, Zeichen deiner großen Huld. nen sei mir niemals mehr bewußt. 6. Denn ich will in deinen Armen unterm Kreuz gar sanfte ruhn; doch vertrag auch mit Erbarmen, wenn mein Lassen oder 2. Ich bin lang von dir Thun noch mit Schwachgewichen, lang war mir heit sehr beflecket, die dir das Eitle lieb; doch bist nicht verborgen ist; dieſe du mir nachgeschlichen, aber wird verdecket, weil weil dich deine Liebe trieb: du mein Erlöser bist. 7. Nun Joh. Dan. Herrnschmidt. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 368 Vom Kreuz der Christen. 7. Nun, du sollst mein 3. Du gingest selbst zu in dem Leben, und im Ehren ein durch Schmach, Tod auch meine sein; dir Geduld und Leiden: sollt mit Leib und Seel ergeben, ich, mein JEsu, besser geh ich in mich selbst hit sein, und hier in Rosen ein; dich such ich in mei- weiden? Der Himmelslilnem Herzen, bis du dich jen Glanz wächst aus dem mir offenbarst; schenke mir Dornenkranz; dem, der des Glaubens Kerzen, wie den Rock des Kreuzes trägt, du vormals gnådig warst. wird dort der Purpur an8. Hör, ach hör mein gelegt. sehnlich Flehen, ach wie 4. Wo blieb des Herlang verbirgst du dich? zens Gartenvracht, wenn Hilf mir kämpfen, wider- Süd und Nord stets schliestehen, meine Kraft ver- fen? Nur das bewölkte lieret fich. Aber du bist Wehen macht, daß seine in den Schwachen mäch- Würze triefen. Indessen tig, wenn ihr Herz be- bleibest du doch meine trübt; drum magst du es Sonn und Ruh, die mich mit mir machen, JEsu, mit ihrem Licht ergößt, wie es dir beliebt. wenn mich des Kreuzes Phil. Balth. Sinold v. Schüß. Sturm beneßt. freut, und der Geduld die Palmen bringt, die sie nach Sieg des Leidens schwingt. 5. Denn du, mein GOtt, bist Sonn und Schild der Gläubigen auf Erden, die deinem Kreuz- und Marterbild hier sollen ähnlich mein Geist und Herz, auf werden, eh sie die HerrJEsus Dornenwegen; be- lichkeit mit ihrer Kron erkrieget mich hier Leid und Schmerz: auf Siegen folget Segen. Nur fröhlich aufgefaßt die leichte Lie- 6. Mein Herz kann diese beslast; das Leiden dieser Leidensehr, o JEsu, faft kurzen Zeit ist doch nicht nicht fassen. So komm, werth der Herrlichkeit. du liebe Last, denn her; wer will sein Wohl selbst JEsu, wohl der Schul- hassen? Mit JEsu hier Stark- Vermögen, verhöhnt, mit JEsu dort du weißt schon, was ich gekrönt; mit JEsu hier tragen soll, und was du ans Kreuz gedrückt, mit sollst auflegen. Leg auf, JEsus Freude dort erich halte dir, dein Will quickt. 2. Du kennest, liebster tern gescheh in mir; dein Will, 7. Wohlan, so will ich an dem mein Wollen hangt, in Geduld nach deinem das nichts, als was du Willen leiden; der Becher willst, verlangt. fließt von deiner Huld, den du Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. 430. Frischfi h, frisch hinnach, Dom Kreuz der Christen. 369 du mir hast bescheiden. Im zu rathen. Ich bins geKreuz erblick ich schon die wiß, GOtt läßt mich nicht, mir verheißne Kron. Du hilft mir mit seinem Anleuchtest in Geduld mir gesicht, deß werd ich ihm vor, ich folg, es geht zum noch danken. Sternenthor. 5. Ach GOtt, mein Seel Wolfg. Christoph Deßler. ist sehr betrübt, führt manMel. O( Herr) JEfu che sehnlich klage. DaChrist, du höchstes Gut. gegen dies den Trost mir giebt, du hålst gwiß dein 431. Gleichwie ein Zusage. Den Berg Zion Hirsch und man mit Begier zum Wasser, hört deines Wortes Stimm, sich zu frischen, so schreit hast du deinm Volk gemein Seele, GOtt, zu dir, geben. nach GOtt mein Seele dürstet. Des Lebens GOtt liegt mir im Sinn: ach wann werd ich kommen dahin, daß ich sein Antliß schaue? 6. Der Trübsal Fluth rauschet daher, ein Leid das andre reget, gleich wie auf ungestümen Meer ein Well die andre schläget. Täglich verspricht GOtt 2. Mein täglich Speise seine Guad; dafür lob ich Thränen seind, mein Leid ibn früh und spat, ruf an ich in mich fresse, wenn den GOtt meins Lebens. ich muß hören von dem 7. Ich sag: du bist min Feind: GOtt hab mein Fels, mein Hort, warum gar vergessen. Von sol- haft mein vergessen? Ich chem Spott bricht mir muß mich gråmen fort und mein Herz; drum ichs fort, wenn meitte Feind vor GOtt ausschütt mit mich pressen. Es gehet Schmerz, ihm meine Noth mir durch Mark und Bein, zu klagen. daß ich der Feinde Spott muß sein, die mir GOtts Gnad absagen. 3. Wie gerne wollt ich mit hingehn, zum Hause GOttes wallen, daß ich 8. Was btrübft du möcht bei dem Haufen stehn, dich doch, meine Seel, haft der dich, HErr, preifst mit Unruh früh und spate? Schallen. Zu danken in Harr nur auf GOtt, allm der großen Gmein mit Ungefäll weiß er gar wohl Frohlocken den Namen zu rathen. Ich bins gedein, wär meines Herzens wiß, GOtt låst mich Freude. nicht, thut Hülfe meinem 4. Was btrübst du dich Angesicht; deß werd ich doch, meine Seel, haft Un- ihm noch danken. ruh früh und spate? Harr nur auf GOtt, allm Ungefäll weiß er gar wohl Corn. Beder. 16** Mel. der Christen. 432. Greuz von luck zu, hefte Wahrheit fitzt in Majestät setztund, und die Liebe herrscht in Klarheit, die zuvor im Leiden stund. 10. Ja, im Himmel sieht ganzem Herzen; komm, geschrieben der Bekenner du angenehmer Gast, dein werthe Zahl, und der Schmerz macht mir keine Bråutgam ruft: Ihr LieSchmerzen, deine Last auch ben, kommt und halt das keine Last. Hochzeitmahl! 370 Dom Kreuz Mel. Seelenweide, meine Freude. 2. Kreuzesschmach ist 11. wer will nun keine Schande, es ist auch nicht mit Freuden Kreuz, kein Schimpf dabei; denn Verfolgung, Hohn und die harten Kreuzesbande Spott sammt der größfolgen nicht auf Büberei; ten Marter leiden, ja den der allerårgsten Tod? 3. Sondern sind Wahrheit Zeichen, für die 12. Jagt die Stimme auch Sankt Stephanus doch des Lieben und ein zu Jerusalem erbleichen einzig Liebeswort alles, und erbärmlich leiden muß. was uns kann betrüben, 4. Hing doch JEsus, nebest aller Schande fort. unser Leben, unser schön- 13. Drum so kommt, fter Bräutigam, welcher ihr Kreuzesbrüder, folfich für uns gegeben, selb- get unserm Bruder nach. sten an dem Kreuzesstamm. Kommt und singt ihm 5. Und wie ist er doch neue Lieder mitten in der den Seinen in der Liebe Todesschmach. beigethan, wenn sie bittre Thranen weinen unter dieser Kreuzesfahn! 14. Band und Striemen sind uns Kronen, unser Schmuck und Et6. Alle Zeugen und Be- genthum, und die Kerkenner rühmen iene Fes- ker sind uns Thronen, sel noch, und die Bande Schmach und Schande frommer Månner sammt unser Ruhm. der Mårtrer Kreuzesjoch. 15. Kommet, denn die 7. Glück zu, Kreuz, du Engel bringen, wenn uns lieber Bote der zukünft- gleich die Welt veracht, gen Herrlichkeit, der Ge- und wir mit dem Tode rechten in dem Tode lieb- ringen, Kraft und Stårliche Zufriedenheit! ke, Sieg und macht. 16. Sehtt wir doch den Himmel offen, wenn man uns zur Marter zieht. D erwägt, was da zu hoffen, wo das Auge JEsum sieht! 17. Last uns vor die 8. Komm, du Freundin aller Frommen, dein Gedächtniß ruht in mir; komm, ich heiß dich ja willkommen, und umfaß dich mit Begier. 9. Die ans Kreuz ge- Thore gehen, geht aus die Dom Kreuz der Christen. 371 dieser Hütten aus; der] 8. Was du willst, soll Stern, der uns GOtt läßt mir gefallen, mich behüte sehen, führt uns in des schlecht und recht, wo ich Vaters Haus. hier soll länger wallen: HErr, erldse deinen Knecht. Joh. Wilh. Petersen. Mel. Seelenweide, mei- Mel. Lobe den HErren, ne Freude. den mächtigen König der Ehren. so 433. Gott, machst dus 434.( Braut.) mit den Deinen, daß ich aft du kläglich fragen muß: Will denn, JEsu, dein Angedie Sonne noch nicht sicht ganzlich verborgen, scheinen nach dem trüben daß ich die Stunden der Thränengus? Nächte muß warten bis morgen? Wie. hast du doch, Süßester, indger annoch bringen die trau2. Ist der Himmel denn verschlossen, läßt er kein Gebet mehr ein? Sollt ich denn von GOtt verstoßen, rigen Sorgen? und er unerbittlich sein? 2.( Bräutigam.) Must 3. Hat die Güte denn du denn, Liebste, dich also ein Ende, hat Erbarmen von Herzen betrüben, daß aufgehört? Sind die gna- ich ein wenig zu lange bin denreichen Hände nun für außen geblieben? Weißt mich ganz ausgeleert? du denn nicht, wie ich mich habe verpflicht, Liebste, dich ewig zu lieben? 4. Ach wie lange, HErr, wie lange muß ich stehen vor der Thür! Mir wird 3.( Braut.) Meine befast um Trost sehr bange, der trübeten Geister die weinen sich sparsam findt bei mir. von Herzen, weil nun die 5. HErr, du siehest mein Flammen und Funken der Anliegen und den Kum- brennenden Kerzen in Liemer, der mich drückt, wie besglut leider dein Zürnen fichs nicht mit mir will austhut; soll ich nun diefügen, und zu keiner Aen- ses verschmerzen? drung schickt. 4.( Brautigam.) Ach du 6. Jst kein Räumchen bekümmerte Seele, sei mehr vorhanden, da ich fröhlich von Herzen, stille die endlich los und frei von traurigen Sorgen und quader fremden Wohlthat Banden, die nur dienstund dankbar ſei? lenden Schmerzen: keine Sintflut tilget die feurige Glut' meiner liebbrennenden Kerzen. 7. Doch ich ehre dein Gerichte über meine Sün- 5.( Braut.) Willst du denschuld, so, daß ich mich mich lassen in Nöthen, o dir verpflichte, still zu hal- JEsu, verderben? ei nun, ten mit Geduld. so lasse mich, Süßer, doch fe= 372 Dom Kreuz der Christen. feliglich sterben; auf daß| Gebäude. Ade, o Wolluft, ich kann dorten die himm- du süße, doch zeitliche Freulische Bahn endlich aus de. Ade, o Welt, mir es Gnaden ererben. nicht langer gefällt, darum zu JEsu ich scheide. 6.( Bräutigam.) Richte dich, Liebste, nach meinem Gefallen, und glaube, daß ich dein Seelenfreund im- theil, vom Vater gegeben, mer und ewig verbleibe, erbe die Schäße des Fimder dich ergibt, und in meis und ewiges Leben, den Himmel verfeßt aus da du mit mir für dies dem gemarterten Leibe. Weltleiden allhier ewig in Freuden sollst schweben. Mel. Herzliebster JEfu, was haft du verbrochen. 7.( Braut.) Muß ich in diesem bercubeten zeitlichen Leben gleich in des Todes gefänglichen Schranken 12.( Bräutigam.) Ach nun willkommen, mein Erbstets schweben, so wird mir dort JEsus am seligen Ort himmlische Freiheit doch geben. ab von uns in Gnaden, und laß nicht wüthen dei8.( Bräutigam.) Traue ne blutge Ruthe; richt nur sicher, und bleibe be- uns nicht streng nach unständig im Glauben: obsern Missethaten, sondern aleich Tod, Teufel und nach Güte. Hölle fich brüsten und 2. Denn wo du wollteft schnauben, sollen sie doch noch Verdienste strafen, nicht in ihr höllisches Foch wer könnte deinen Grimm dich aus den Händen mir und Hand ertragen? Alls raubett. müßt vergehen, was du hast geschaffen, vor deinen 435. HErr, deinen Zorn 9.( Braut.) Hiermit so will ich gesegnen die irdi- Plagen. schen Freuden, hiermit so will ich vom zeitlichen Lei3. Vergieb, HErr, gnådig unsre große Schulde, den abscheiden; ewige Luft laß über uns das Recht der wird mir bald werden be- Gnade walten, der du zu wußt, wenn mich der Himmel wird weiden. 10.( Bräutigam.) Herzlich verlangende Seele nach him: niischen Freuden, ei nun so schicke dich selig von binnen zu scheiden; trdste dich mein, daß ich dein Hirte will sein, und dich erquicken und weiden. schonen pflegst nach großer Hulde, uns zu erhalten. 4. Sind wir doch arme Würmlein, Staub und Erden, mit Erbsünd, Schwachheit, Noth und Tod beladen; warum solln wir denn gar zu nichte werden im Zorn ohn Gnaden? 5. Sich an deins Soh11.( Braut.) Ade, oErde, nes Kreuz und bitter Letdu schönes, doch schnides den, der uns erlöset hat mit Dom Kreuz der Christen. 373 mit seinem Blute, eröffnen Hände dein mich ganz lassen auch sein Herz und und gar ergeben. D Seiten der Welt zu gute. HErr, laß meine Zuver6. Darum, ach Vater, ficht auf dich zu Schanden laß uns nicht verderben, werden nicht, sonst bin dein Gnad und Geist ich ganz verlassen. durch Christum wollst uns geben; mach uns zugleich des Himmelreiches Erben, mit dir zu lebent. 5. HErr JEsu Chrifte, GOttes Sohn, zu dir steht mein Vertrauen; du bist der rechte Gnadenthron: Barth. Gefins. wer nur auf dich thut bauen, dem stehst du bei Mel. O( HErr) JEfu in aller Noth, hilfft ihm Christ, du höchstes Gut. im Leben und im Tod; 436. HErr JEfu darauf ich mich verlaſſe. Christ, ich Christ, schrei zu dir aus hochbe- das Elend mein thu gnåtrübter Seele; dein All- diglich ansehen; durch die macht laß erscheinen mir, heilig fünf Wunden dein und mich nicht also quäle. hör mein Gebet und FleViel größer ist die Angst hen: welchs Tag und und Schmerz, so ansicht Nacht mit Angst und und turbirt mein Herz, Schmerz zu dir ausgeußt als daß ichs kann erzählen. mein traurigs Herz. Ach laß dichs doch erbarmen! 7. HErr JEsu Christ, ne große Güte; mit Trost wenn es ist Zeit, nach deiund Rettung jetzt erschein nem Wohlgefallen, hilf meinm traurigen Gemů- mir durch dein Barmherthe, welchs elendiglich wird zigkeit aus meinen Menggeplagt, und, so du nicht sten allen; zerstör den hilfft, gar verjagt, weils Anschlag meiner Feind, teinen Trost fann finden. die mir zu stark und mach3. HErr JEsu Christ, tig seind; laß mich nicht groß ist die Noth, darin unterdrücken. ich jeht thu stecken. Ach 8. HErr JEsu Christ, hilf, mein allerliebster ich weiß kein Rath, des GOtt, schlaf nicht, laß Elends los zu werden, so dich erwecken. Niemand du nicht hilfft durch deine ist, der mir helfen kann, Gnad, so lang ich leb kein Kreatur sich mein auf Erden. Wenn es nimmt an; ich darfs denn dir nun je gefällt, auch niemand klagen. daß ich also ſoll sein ge4. HErr JEsu Chrift, quält, so gieb mir Kraft du bist allein mein Hoff- und Stärke. nung und mein Leben: 9. HErr JEsu Chrift, drum will ich in die verleih Geduld, bilf mir mein 2. HErr JEsu Christ, erbarm dich mein durch dei 374 Dom Kreuz der Christen. mein Kreuz ertragen: wend nicht von mir ab Mel. Du, schönes Weltdeine Huld, und so du gebäude. mich willst plagen, es 437. zeitlich hier am Leibe thu, ammer hat mich ganz gieb nur der armen Seelen umgeben, Elend hat mich Ruh, daß sie dort mit angethan, Trauren heißt dir lebe. mein kurzes Leben, Trüb10. HErr JEsu Christ, sal führt mich auf den das glaub ich doch aus Plan; GOtt der hat mich meines Herzens Grunde: gar verlassen; keinen Trost du wirst mich wohl erhs- weiß ich zu fassen hier auf ren noch zur rechten Zeit dieser Unglücksbahn:;: und Stunde; denn dul hast mich noch nie verlan, wenn ich dich hab gerufen an: deß ich mich herzlich triste. 2. Grausamlich bin ich getrieben von des HErren Angesicht, als ich, ihn allein zu lieben, nicht gedacht an meine Pflicht; drum muß 11. HErr JEsu Christ, ich so kläglich stehen; doch einiger Trost, zu dir will ich es ist mir recht geschehen: mich wenden; mein Herz- mein GOtt rief, ich hört leid ist dir wohl bewußt, ihn nicht:: du kannst und wirst es 3. Ach, mein Schifflein enden. In deinen Willen will versinken recht auf dieseis gestellt; machs, lieber GOtt, wie dirs gefällt, dein bin und will ich bleiben. sem Sündenmeer; GOttes Grimm läßt mich ertrinken, denn sein Hand ist viel zu schwer; ia mein Schifflein läßt fich jagen durch Verzweiflung, Angst und Plagen, ganz entankert hin und her:: 12. HErr JEsu Christ, die Seufzer mein, die ich vor dich thu bringen, besprenge mit dem Blute dein, damit sie hindurch 4. GOtt hat mich jetzt dringen, und erweichen das gar vergessen, weil ich nicht Vaterherz, daß er abwend an ihn gedacht; meine Sünd all Angst und Schmerz, hat er gemessen, und sich die mich von dir will meinen Feind gemacht, daß trennen. ich ringen muß die Hände, 13. HErr JEsu Christ, sein Erbarmen hat ein mit Hülf erschein allen, Ende, schier bin ich zur allen Elenden, die jetzt in Höllen bracht: großen Nengsten sein, thu dich zu ihnen wenden; mit starker Hand heraus sie reiß, dafür sie dir dort Lob und Preis werden. 5. Wo ist Rath und Trost zu finden, wo ist Hülf in dieser Noth? HErr, wer rettet mich von Sunewiglich singen den? wer erlöset mich vom Johann Schindler. Tod? Ich gedenke zwar der Dom Kreuz der Christen. 375 der Zeiten, da du pflagst ihr Ziel: Wechsel ist in alfür uns zu streiten, wenn len Sachen, nach dem Heuwir lagen gar im Koth:: len kann man lachen: 6. Aber nun hat sich GOtt der treibt mit die geendet deine Lieb und sein Spiel:: große Treu; ach dein Herz 11. Ist dein Heiland von ist abgewendet, und dein dir gangen, er wird wieGrimm wird täglich neu. derkommen schon, und mit Du bist gar von mir ge- Freuden dich umfangen, gangen, nur dein Zorn hält recht wie den verlornen mich gefangen, ich ver- Sohn. Hat dein Liebster schwinde wie die Spreu:: dich verlassen: ei, er kann 7. Höllenangst hat mich dich nimmer hassen, seine betroffen, mein Gewissen Güt ist doch dein Lohn:: quålet mich, kein Erldsung ist zu hoffen; ich empfinde Lodesstich und ein unaufhörlich Sterben. ich eile zum Verderben, ich vergehe jammerlich:: 12. Hat dich Gott dahin gegeben, daß dich Satan sichten soll, und das HErr, Kreuz dich mache beben: ei, er meint doch alles wohl; dies sind seiner Liebe Zeichen, die doch keiner kann erreichen, wenn er nicht ist Glaubens voll:: 8. Grauen hat mich überfallen, Zittern hat mich angesteckt; schwerlich kann ich nun mehr lallen, Angst 13. Ob dich dein Gewisund Furcht hat mich be- sen naget, ob dein Geist deckt. Ach ich wandle jetzt bekümmert ist, ob der Hdldie Straßen, da ich mich len Furcht dich plaget, ob muß martern lassen: o dich schreckt des Teufels wie wird mein Geist er- Lift: traure nicht! GOtt schreckt!:: wird es wenden, und dir große Lindrung senden, wenn du nur geduldig bist:,: 14. Moses hat dies auch erfahren, und sein Bruder Aaron; Noah und die 9. Will mir denn kein Troft erscheinen, spür ich gar kein Gnadenlicht? Nein, vergeblich ist mein Weinen, mein Gebet das hilft mir nicht; über mich mit ihm waren, sahen verlaßnen Armen will kein nicht die Gnadensonn; Helfer sich erbarmen, ich David, Joseph und Elias, bin todt, mein Herz zer- Petrus, Paulus und Tobricht:: bias trugen auch ihr Theil Chriftlicher Troft der davon:: angefochtenen Seele. 15. Sei zufrieden, liebe 10. Liebste Seel, hör Seele, billig trågst du solauf zu schreien, deines Kla- che Last; hier in dieser Ungens ist zu viel; nach dem glückshöhle weiß man doch Trauren kommt das Freu- von keiner Rast; drum so en, Herzensangst hat auch stille nur dein Zagen, und ge= 376 Dom Kreuz der Christen. gedenk, es sind die Pla-/ verschwindt, und sein endgen, die du långst verdie- lichs Ende findt. net hast:: 3. Ich verschmachte fast 16. Brausen jetzt die vor Sorgen, meine milde Wasserwogen, morgen ån- Thränenflut und des Kreudert sich das Meer. Ist zes heiße Glut sind mein dir heut ein Freud entzo- Frühstück alle Morgen. gen, morgen kommt fie Furcht, Betrübniß, Angst wieder her. Ist dir aller und Noth sind mein tagTroft entgangen, sei zu- lich Speise- Brod. frieden, dein Verlangen wird erfüllet nach Begehr:: 17. Was betrübst du dich mit Schmerzen, stille doch und harr auf GOtt; dan ken will ich ihm von Herzen, daß ich werde nicht zu Spott. Ob er mich gleich würde tödten, hilft er mir dennoch aus Nöthen, er, der starke Zebaoth:: 4. Seh ich jene bösen Rotten, die sich in die Welt verliebt, werd ich innerlich betrübt; denn sie höhnisch meiner spotten, wenn sie schreien: Seht den Mann, dem sein Gott nicht helfen kann! 5. Dann geh ich in meine Kammer, fall auf meine matte Knie, heul und winsel je und je, und beweine meinen Jammer; meiner Thränen milder Lauf steiget zu dir wolkenauf. 18. HErr, errette mich mit Freuden aus der Höllen Grausamkeit; hilf mir, daß ich auch im Leiden dir zu dienen jei bereit. Giebst du nur des Geistes Gaben, daß sie mir die Seele schwere Pein? Wann wirst laben, tret ich fröhlich an du mir grådig sein? ach den Streit:: Joh. Rist. wann wirst du mich umarmen? Ach mein GOtt, Mel. Ach, was soll ich wie lang, wie lang soll Sünder machen. 6. GOtt, wann wirst du dich erbarmen über meinte mir doch noch sein so 438. ch bin müde bang? zu le7. Seße mich doch einben, nimm mich, liebster mal nieder, laß' mich komGOtt, zu dir; muß ich men doch zur Ruh, allerdoch im Leben hier täglich liebster Vater du, tröste in Betrübniß schweben; mich doch einmal wieder; meine größte Lebenszeit gieb mir endlich doch einläuft dahin in Traurigkeit. mal Herzenslust nach die2. Möcht es dir, mein ser Qual. GOtt, gefallen, wollt ich 8. Doch wer weiß, wozu Herzlich gern ins Grab, da es nüßet, daß du mich so mein Leid geschnitten ab, zachtigest, daß ich werde so da mein schmerzenvolles gepreßt, und vor welcher Wallen dieses Lebens ganz Noth es schůzet? Denn wer 377 Vom Kreuz der Christen. wer in der Welt fich freut, HErren Zorn; denn für kemmt oft um die Seligkeit. das, was du verůbet, soütft 9. Darum laß die Straf du billig sein verlorn. O ergehen, schlage zu und du armer Erdenwurm, wer staupe fort, liebster GOtt, hilft dir in diesem Sturm? und schone dort; doch da- 5. Ach ich hab nicht mit ichs kann ausstehen, so angenommen den, der mir verleihe mir Geduld beiver- zu helfen kam; drum auf borgner Gnad und Huld. mich der Fluch ist kom10. Und nimm mich nach men, den sonst JEsus auf deinem Willen, nach der sich nahm. D der großen ausgestandnen Qual, in Missethat, die GOtt sehr den großen Freudensaal, erzurnet hat. da sich alle Noth wird stillen. Komm, mein GOtt, wenn dirs gefällt, und reiß mich von dieser Welt. Georg Neumart. 6. Recht man dich unselig nennet, ja auch aller Gnad unwerth, weil du solches nicht erkennet, und dich ganz von GOtt gekehrt; alle Angst fällt' auf dich hin, und zernagt dein Herz und Sinn. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. ch bin voller 439. ich, ja haft und dies schmerzet, und macht Leiden, und vergeh vor mich erst Jammers voll, Traurigkeit; bitter sind weil ich habe den verschermir alle Freuden, lang zet, der mein A und sein das Elend dieser Zeit; soll. Durch die Sünde mein Geblüt erstarrt in mir, und mein Herz verschmachtet schier. hab ich mir selbst gesperrt die Gnadenthür. 8. Du hast deine Gna2. Was bedeut dein La- densonne, die dir Licht und mentiren, du betrübtes Fs- Leben giebt, deine Freude, rael? Wessentwegen läst deine Wonne, armes Kind, du spüren solches Leid in zwar sehr betrübt; aber deiner Seel? Mußt du glaube, daß dich doch GOtt dich verlassen fehn, oder zur Behrung züchtigt noch. was ist sonst geschehn? 9. a, ach wenn nur 3. Ach wie sollt ich nicht einst mein Hoffen lief in erschüttern, weil der mein diesen Hafen ein, da mir Feind worden ist, vor dem Esus Wunden offen steErd und Himmel zittern, hen; aber ach der Pein, wenn er sich mit Eifer es sieht ja mein Glaub rust; dem ich viel zu Leid jetzt nicht seine Nägelmal; gethan, fieht mit Grimm das sticht. und Zorn mich an. 10. Geh nur auch zum 4. Billig bist du hoch be- Ort der Leiden, geh nur, trubet, weil du trägst des trink den Myrrhenwein, wel 378 Dom Kreuz der Christen. welchen JEsus dir beschei5. Wollen auch wohl den, bis du ångstlich voll meine Freunde mir nicht wirft sein; denn ein so anders, als die Feinde, zerknirschter Geist endlich hindern meine LebensGOttes Huld geneußt. bahn, JEsu, nimm dich 11. Nun, so trag ich meiner an. mein Betrüben, schleußt 6. Fehlet mirs an Kraft auch GOtt gleich zu die zu beten, laß mich deiHand; ich bin ja darein nen Geist vertreten, stärke geschrieben, sein Aug ist meine Zuversicht, und verauf mich gewandt; seine giß nur meiner nicht. Treue wirkt in mir dies 7. Will auch gleich der mein Seufzen und Begier. Glaub schwach werden, su, so vergiß mein nicht. 12. Kommt, wir wollen und nicht tragen die Begerne trinken diesen Lei- schwerden, wenn die denskelch, bis wir ganz Drangsalshike sticht, JEin unser Nichts versinken; quellt, ihr Augen, Thranen hier. Finsterniß ist bei GOtt Licht, wenn gleich alles Licht gebricht. 8. Bin ich irgend abgewichen, und hab mich von dir verschlichen, sei mein Wiederkehr und Licht, JEsu, und vergiß mein nicht. Mel. Allenthalben, wo ich gehe. 9. Wenn ich gånzlich bin verlassen, und mich alle hilf Menschen hassen, so sei du 440. in mir tragen; wenn in und vergiß mein nicht. bösen Jammertagen mich der arge Feind ansicht, JEsu, dann vergiß mein nicht. 10. Wenn ich hilflos da muß liegen in den letzten Lodeszügen, wenn mein Herz im Leib zer2. Wenn die falschen bricht, JEsu, so vergiß Rottgesellen denken gånz- mein nicht. lich mich zu fällen, und 11. Fahr ich aus dem mir Rath und That ge- Weltgetümmel, nimm bricht, JEsu Christ, ver- mich, JEsu, in den Himgiß mein nicht. mel, daß ich seh dein An3. Will mich böse Lust gesicht; JEsu Christ, ververführen, so laß mir das giß mein nicht. Herze rühren das zukünftige Gericht, und vergisse meiner nicht. In eigener Melodie. 4. Kommt die Welt mit 441. ein Chrift soll ihm ihren Tücken, und will mir die Rechnung machen, daß das Ziel verrücken durch lauter Sonnenschein hier ihr falsches Wollustlicht, um ihn werde sein, und JEsu, so vergiß mein nicht. er nur scherzen müß und la= Vom Kreuz der Christen. 379 lachen; wir haben keinen uns will offenbaren; weil Rosengarten hier zu ge- sie nach diesen kurzen Zähren soll ewig währen. Mel. warten. 2. Wer dort mit Christo hofft zu erben, gedenk auch für und für in dieser Welt allhier mit ihm zu Simon Dach. Ach GOtt und HErr. leiden und zu sterben. 442. Komm, Kreuz Hier wird, zeslast, du uns dort erforen, durch werther Gast, ich will dich Kreuz geboren. willig tragen; weil jeder 3. Was mußte Chri- Christ, so fromm er ist, stus selbst ausstehen! Er muß haben seine Plagen. mußte ia durch Noth und 2. Ich will gar gern iammerlichen Tod zu sei- den Zorn des HErrn und ner Herrlichkeit eingehen; seinen Eifer dulden, weil und du vermeinst mit seine Glut mein FrevelRecht zu klagen in bösen muth und Sünde wohl Tagen? verschulden. 4. Der Wein muß erst 3. Ich sag es recht: ich gefeltert werden, eh als Lasterknecht hab öfters mißsein süßer Saft das Trau- gehandelt; den Sündenren von uns rafft. Der pfad durch Missethat von Weizen, so uns stärkt auf Jugend auf gewandelt. Erden, kommt durch das 4. Dadurch hab ich geMahlen und durch Hike| stürzet mich in ewiges Veruns erst zu nůbe. derben, ja müßte fort zur Höllenpfort, und böses To5. Gold, Silber und viel ander Wesen muß auch des sterben: durchs Feuer gehn, eh als 5. Wo deine Gunft und es kann bestehn. Ein Kran- Liebesbrunst nicht vor den fer, will er recht genesen, Riß getreten, dein liebster wird über den Arzneige- Sohn, der Gnadenthron, tränken sich nicht viel bei dir mich losgebeten. kranken. 6. Weil du denn bist zu 6. Wer hat den Steges- ieder Frist, mein Gott, Franz getragen, der nicht sehr reich von Güte, und vom Uebermuth der Feind liebst dabei, wenn voller im Schweiß und Blut und Reu und Buße das GeKummer hat gewußt zu müthe: faqett? Wer wird das Ziel 7. So glaub auch ich im Wetterennen ohn Staub ganz sicherlich, du wirst mich lassen spüren dein erkennen? 7. Ist noch so viel uns Herrlichkeit, und mit der widerfahren, so ist doch Zeit mir meine Sach ausdieses Leid nicht werth der führen. Herrlichkeit, die GOtt an 8. Du wirst, mein GOtt, aus 380 Dom Kreuz der Christen. aus Hohn und Spott mich 5. All Kreatur bezeuget endlich ans Licht bringen; das, was lebt in Wasser, der Feinde Schaar nicht Laub und Gras, sein Leiimmerdar es lassen so ge- den kanns nicht meiden. lingen. Wer denn in GOttes Nam 9. Drum, Kreuzeslast, nicht will, zuletzt muß er komm, werther Gast, ich des Teufels Ziel mit schwewill dich willig tragen; rem Gwissen leiden. weil jeder Christ, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. 443.0 Dommt ber zu mir, spricht GOttes Sohn, all, die ihr seid beschweret nun, mit Sünden hart beladen. Jhr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich fann, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd ist gring, wer mirs nachträgt in dem Geding, der Höll wird er entweichen; ich will ihm treulich helfen tragn, mit met ner Hülf wird er eriagn das ewig Himmelreiche. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und lang, sich, morgen ist er schwach und Frank, bald muß er auch gar sterben. Gleichwie die Blumen auf dem Feld, also wird auch die schöne Welt in einem Hui verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod; wenn einer liegt in letzter Roth, dann will er gleich fromm werden. Einer schafft dies, der andre das, seinr armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt auf Erden. 8. Und wenn er nimmer leben mag, so hebt er an ein große Klag, will fich erst GOtt ergeben. Ich fürcht fürwahr, die göttlich Gnad, die er allzeit verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 3. Was ich gthan hab und glitten hie in meinem Leben, spåt und früh, das 9. Einm Reichen hilft sollt ihr auch erfüllen; was doch nicht sein Gut, dem thr gedenkt, ja redt und thut, Jungen nicht sein stolzer das wird euch alles recht Muth, er muß aus diesem und gut, wenns gschieht Maien; wenn einer hått nach GOttes Willen. die ganze Welt, Silber 4. Gern wollt die Welt und Gold und alles Geld, auch selig sein, wenn nur so muß er an den Reihen. nicht war die schwere Pein, die alle Christen leiden; so mag es denn nicht anders sein, darum ergieb dich nur darein, wer ewge Pein will meiden. 10. Dem Glehrten, hilft doch nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar umsonst; wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit, weil er lebt in Vom Kreuz der Christen. 381 in der Gnadenzeit, ewig, men, das hält und giebt muß er verderben. er gwiß fürwahr. Der 11. Hdret und merkt, helf uns zu der Engelihr lieben Kind, die jekund schaar durch JEsum ChriGOtt ergeben sind, laßt stum, Amen. Johann Witzstat. euch die Müh nicht reuen: balt stets am heilgen GOttes Wort: das ist eur Trost höchster Hort, GOtt und wird euch schon erfreuen. 444. Lebt tentan, to jemand so wie ich, so 12. Nicht Uebel ihr um Uebel gebt, schaut, daß ihr lebt er jammerlich; worbier unschuldig lebt, laßt über ich muß weinen, will ench die Welt nur affen. mir doch nicht erscheinen; Gebt GOtt die Rach und was ich such mit Begier, alle Etc, den engen Steg verbirget sich vor mir. geht immer her, GOtt wirs die Welt schon strafen. 2. m Himmel ist das Gut, darin mein Herze ruht; hinauf steht mein 13. Wenn es ging nach des Fleisches Muth, in Verlangen, dich JEsu, Gunst, Gesundheit, gro- zu umfangen; ich such und Fem Gut, würdt ihr gar finde nicht, was mir so bald erfalten. erfalten. Darum hoch gebricht. schickt GOtt die Trůbjal In eigener Mel, oder: HErr JEsu, ewges Licht. 3. Was mir sonst werher, damit das Fleisch ge- den kann, steht meiner Lieb zuchtigt war, zu erger Freud erhalten. nicht an; die Welt mit ihren Schäßen kann mich 14. Ist euch das Kreuz doch nicht ergößen; die bitter und schwer, gedenkt, Wollust dieser Erd ist keiwie heiß die Hölle wår, ner Liebe werth. darein die Welt thut ren4. Ich lieb, was ewig nen; mit Leib und Seel bleibt, was keine Zeit wegmuß leiden sein ohn Un- treibt, was meine Seele terlaß die ewge Pein, und mag doch nicht vet brennen. nähret, was keine Flut verzehret, und keine Glut verbrennt, kein Unglück von mir trennt. 15. Jhr aber werdt nach dieser Zeit mit Chrifto haben ewig Freud, dahin follt ihr gedenken. Es lebt kein Mann, der aussprechn fann die Glorie und den ewgen Lohn, den euch der HErr wird schenken. 16. Und was der ewig gutge GOtt in seinem Wort versprochen hat, geschworn bei seinem Na 5. ch lieb und werd gequält; denn was ich hab erwählt, giebt sich nicht zu genießen. Wie sollte nicht verdrießen, stets lieben ohne Frucht, nicht finden, was man sucht? 6. Wie lang hab ich geweint, weil mir kein Troft erscheint; wie lang hab ich ge= 382 Dom Kreuz der Christen. geklaget, daß mich die Liebe, ich bin schwach, und GOtt plaget! Stund nicht mein mich Furcht läßt finden: Herz und Sinn nach JEsu so weiß ich, daß kein Gwalt immer hin? bleibt fest, ists allerbest, das Zeitlich muß verschwinden. Das ewig Gut macht rechten Muth; dabei ich bleib, wag Gut und Leib; GOtt helf mir überwinden. 3. All Ding ein Weil, ein Sprichwort ist: HErr 8. Umsonst ist alles doch, JEsu Christ, du wirst mir ich muß am schweren Joch stehn zur Seiten, und sedes Lebens länger ziehen; umsonst ist mein Bemühen. Was mir sollt süße sein, das bringet bittre Vein. hen auf das Unglück mein, als war es dein, wenns wider mich wird streiten. Muß ich denn dran auf 9. Ich will doch nicht dieser Bahn: Welt, wie aufhörn, zu lieben und zu du willt. GOtt ist mein ehrn, den meine Seele lie- Schild; der wird mich wohl bet, obgleich die Lieb betrubet; ob ich sein nicht genieß, ist doch das Lieben süß. beletten. 7. Ach Himmel, thu dich auf, ich komm in vollem Lauf; laß mich nur eins erblicken den, der mich kann erquicken. Ach JEsu, laß nich ein! war oft mein Seufzerlein. Maria, Königin v. Ungarn. In eigener Melodie. 10. Der Wille bringt 446. Mein Freund die ist zerschmilzt andrer Lohn; das unge- aus Lieb in seinem Blute, ftillte Sehnen, vermischet sein Leiden ist der Höllen mit den Thränen, muß mitten in der Pein ein süBesLabsal sein. Heinr. Müller. In eigener Melodie. 445. strenge Pein; er löscht den Grimm, zerbricht des Treibers Ruthe, das Leben wirft sich in den Tod hinein; davon zerspringt des nun glück nicht mein Bräutigam mich wiewiderstahn, muß Ungnad derum gesund. han der Welt für mein 2. Er sabe mich in meirecht Glauben: so weiß ich nem Blute liegen, sein doch, es ist mein Kunst Herz entbrannt in heißer GOtts Huld und Gunst; Liebesmacht. Dies war die muß man mir erlau- genug, den Schöpfer zu ben. GOtt ist nicht weit, besiegen, das hat ihn bald ein kleine Zeit er sich ver- in solchen Trieb gebracht, birgt, bis er erwürgt, die daß er mit GOttes Zorn mich seins Worts berauben. gekämpft. Nun hat sein 2. RIcht, wie ich woll, sanftes Licht des Grimießund mein Sach, weil mes Quell gedämpft. 3. Du Dom Kreuz der Christen. 383 3. Du mußt mit Angst, Schlacke ist, was sich in die Feuersmacht zerschellen, Gliedern reget, derSchmeldie dergestalt in deinen Geist zer ist mein Freund, die geblißt, daß du geschmeckt Glut der Schmerz. Muß die Bitterfeit der Höllen, gleich das Gold durchs und in dem Kampf das Feuer gehn, so bleibt es milde Blut geschwitzt. Du doch verklärt in seinem sinkst so tief in Tod hin- Tiegel stehn. ein, daß du von deinem GOtt mußt wie geschieden sein. 8. Dann bringt mein Geist mit Freuden seine Garben, des Himmels 4. O Bråutgam, dein Blis durchstrahlet seinen geheimnisvolles Lieben hat Sinn; die Weisheit spielt dich selbst zum Anathema in ihren Wunderfarben, gemacht. Wie? wird die da blinkt das Herz wie Lieb auch bis zum Fluch Jaspis und Rubin. Wenn getrieben? Ach ja, der sich der Blick durchaus Trieb hat sie so weit ge- erstreckt, so friegt mein bracht. Das Leben nimmt Geist sein Kleid, und wird uns wieder an, und wird mit Licht bedeckt. selbst aus dem Buch des Lebens ausgethan. 9. Da füssen ihn der Weisheit süße Blicke, da 5. So hast du denn, o ruht die Seel in ihrem Tod, den Mann verschlun- Liebesschooß; da wird sie gen, und wußtest nicht, daß denn vom Tod, vom Sůnter das Leben trägt. Dem denstricke und von dem Leben ist der weise Rath Dienst der Eitelkeiten los. gelungen; des Todes Truß Wenn sie des Himmels wird vor ihm hingelegt. Klarheit ziert, wird sie Geh ich nur in den Tod als Königin zum Könige hinein, so muß der Tod geführt. mir selbst des Lebens Wurzel sein. 10. Drum scheu ich nicht des Leidens bittre Myrr6. Jn Christi Tod wird hen, in Myrrhen liegt die nun mein Tod vertrieben, schönste Balsamkraft; daer ist mir nur ein Weg bei kann mich des Fleiins Paradies: darinnen sches Schmerz nicht irren, wird der strenge Sinn zer- weil mir das Joch in rieben, wenn ich sein Blut Christo Ruhe schafft. Die und seinen Tod genieß. Liebe ging den schmalen Davon zerschmilzt die Hår- Steg, aus Liebe wähl ich tigkeit, und wandelt meine mir der Liebe Kreuzesweg. Pein in reine Himelsfreud. 11. Mein GOtt, ent7. Nun mird mein Gold und in mir des Kreuzes im Leiden rein gefeget, der Flamme, laß dessen Glut Ofen ist das Kreuz, der des Geistes Gold durchTest( Tieger) das Herz, die gehn, und stärke mich in dem 384 Dom Kreuz der Christen. dem erwürgten Lamme, 6. Daß du dein selbst daß ich verklärt im Tiegel nur erft fommst los, so bleibe stehn. Wenn gleich stehe aller Dinge bloß, set, das Fleisch sich fiäglich wie es geht, zufrieden. ftellt: gnug, daß der neue Nimm dich nichts an, so Mensch im Kreuz den Sieg ifis gethan, und bleibt die erhält. Christian Fried. Richter. Sünd vermieden. 7. Drum saß dich mit Beständigkeit, stets gleich zu stehn in Leid und Freud, 447.Mensch, drückt in Rettung und Verder= dein Kreuz ben, in Süß und Saur dich ohne Ziel, ist auch des wie eine Maur, im Leben Leidens noch so viel, werd und im Sterben. Mel. In dich hab ich gehoffet, HErr. ja nicht zum Rebellen; 8. Kreuz war die Wehr stårk deinen Muth, GOtt in Chrifti Hand, als er den meint es gut, dies wird Teufel überwand: wer zuletzt erhellen. kann das Kreuz gnug lo2. Kommst du in Un- ten? In allem Krieg erfall, Angst und Plag, Ver- hålts den Sieg, wenn lust, Verfolgung, Spott noch die Feind so toben. und Schmach den Kreuzweg hergegangen: lach oder und wein, es muß so sein, sollst du zum Heil gelangen. 9. Kreuz ist der Weg enge Pfad, der uns zum Himmel führt gerad, drum wollt ihn Chriftus 3. Wenn GOtt dich gehen. Wer dieses glaubt, schlägt an Geld und Gut, und folgt dem Haupt, kann an Ehr, Gerücht, an Fleisch für ein Glied bestehen. und Blut, an Seel, an 10. Kreuz ist das ZetMuth und Sinnen: duschen im Gericht, wenn bists nicht werth, denn er Christ, der HErr, das begehrt hierdurch dich zu Urtheil spricht: wer dann gewinnen. nicht will anhören das 4. Unmöglich ists mit harte Wort: Weicht von solchem Zeug zu gehen ein mir fort! muß fich zum in GOttes Reich; drum Kreuz hinkehren. 11. Kein Unglück nie die Seel betrübt, die in Geduid zum Kreuz sich giebt, ihr schadt kein Tod noch 5. Trägst du dein Kreuz Hölle. Unleidsamkeit bringt mit Liebe fort, so trägt es fteten Streit und ist der dich zur Himmelspfort, Sünden Quelle. da Lust für Last zu fin- 12. Des Eigenwillens den. Legst du eins bei, bbse Art hålt GÖtt in uns so findst du zwei, und fets Widerpart; wie wohl bleibst wohl gar dahinten. würds mit uns stehen, war will er von dir nehmen. was haßt und liebt, freut und betrübt, zur Reis dich zu bequemen. Vom Kreuz der Christen. 385 wår dieser todt: dann leb-| dir ergiebt, und dich recht te GOtt, und könnt sein liebt, bleibt unbetrübt. Sam aufgehen. 3. HErr, nimm dich 13. Der Eigenwill, des meiner Seelen an, und Satans Bild, ists, der die führe sie die rechte Bahn; Seele so verwildt, und laß deine Wahrheit leuchstürzt aus GOttes We- tett mir im Steige, der sen in Untergang; durch uns bringt zu dir. Kreuz und Drang muß wieder sie genesen. 4. Denn du bist ja mein einges Licht, sonst weiß ich 14. Drum lehrte Chri- keinen Helfer nicht; ich stus: Eins ist noth! und harre dein bei Tag und seßt uns auf ein neu Ge- Nacht: was ist, das dich bot durchs Wort vom so säumend macht? Kreuz und Leiden. Wer 5. Ach wende, HErr, hierum wirbt, der Sünd dein Augen ab von dem, abstirbt, und von sich selbst wo ich geirret hab. Was kann scheiden: denkst du an den Sündenlauf, den ich geführt von Jugend auf? 15. In dem steht auf ein neuer Mann nach Geift und Kraft, der alles kann 6. Gedenk an deine Gzu GOttes Wohlbehagen. tigkeit und an die große Was dem gefällt, für gut Süßigkeit, damit dein Herz er hält, macht Preis und zu trösten pflegt das, was Dank aus Klagen. sich dir zu Füßen legt. 16. Durchs Kreuz ging 7. Der HErr ist fromm unser HErr allein zu sei- und herzlich gut dem, der ner Herrlichkeit auch ein, sich prüft und Buße thut. den Weg mußt er erwäh- Wer seinen Bund und len. Die Wahrheit spricht: Zeugniß hält, der wird erGehst du ihn nicht, weh halten, wenn er fällt. deiner armen Seelen! Mel. O HErr) JEsu Christ, meins Lebens Licht. 8. Ein Herz, das GOtt von Herzen scheut, das wird in seinem Leid erfreut, und wenn die Noth am tiefsten steht, so wird 448. Nach dir, fein Kreuz zur Wonn ero HErr, langet mich, du bist mein 9. Nun, HErr, ich bin GOtt, ich hoff auf dich; dir wohl bekannt, meitt ich hoff und bin der Zu- Geift der schwebt in deversicht, du werdest mich ner Hand; du siehst, wie beschämen nicht. meine Seele thrånt, und 2. Der wird zu Schan- sich nach deiner Hülfe sehnt. den, der dich schändt, und 10. Die Angst, die mir sein Gemüthe von dir mein Herze dringt, und wendt; der aber, der sich daraus so viel Seuffer 17 zwingt Dom Kreuz der Christen. 586 zwingt, ist groß; du aber bist der Mann, dem nichts Mel. Sion klagt mit Angst und Schmerzen. zu groß entstehen kann. 11. Drum steht mein 449. Nichts Bes Auge dir, trübters ist trägt dir mein Begehren auf Erden, nichts kann so für. Ach laß doch, wie du zu Herzen gehn, als wenn pflegst zu thun, dein Aug arme Wittwen werden, auf meinen Augen ruhn! wenn verlaßne Waisen 12. Wenn ich dein darf, stehn ohne Vater, ohne so wende nicht von mir Muth, ohne Freund und dein Aug und Angesicht; ohne Gut. Wittwen sind laß deiner Antwort Ge- verlaßne Frauen; wer thut genschein mit meinem Be- auf die Waisen schauen? ten stimmen ein. 2. Wo die Zäune sind 13. Die Welt ist falsch, zerlücket, jedermann hindu bist mein Freund, ders übersteigt; auch ein Kind treulich und von Herzen die Früchte pflücket, da die meint. Der Menschen Aeste sind gebeugt. Wo Gunft steht nur im Mund, die Mauern sind zerspalt, du aber liebst von Her- da findt sich der Feind gar zensgrund. bald; wem der Schirm und Schatten weichet, den die Hiße bald erreichet. 14 Zerreiß die Netz, heb auf die Strick, und brich des Feindes Lift und Tück; und wenn mein Unglück ist vorbei, so gieb, daß ich auch dankbar sei. 3. Alio müssen stets die Armen leiden lauter Ungemach. Wenig ihrer sich erbarmen. Wittwen schreien 15. Laß mich in deiner Weh und Ach über den, Furcht bestehn, fein schlecht der sie oft preßt, und in und recht stets einhergehn; Nöthen stecken låst. Waigieb mir die Einfalt, die sen müssen sich nur schmiedich ehrt, und lieber dul- gen, und der Welt zu det als beschwert. Füßen liegen. 16. Regier und führe 4. Also muß es hier ermich zu dir, auch andre gehen in der Welt auch Christen neben mir; nimm, mir und dir; Waisen můswas dir mißfällt, von uns sen traurig stehen, Wittwen hin: gieb neue Herzen, müssen leiden hier. Denn neuen Sinn. wie könnte GOtt denn mein 17. Wasch ab all unsern und der Deinen Vater sein? Sündenkoth, erlds aus al- Sonsten wäre GOtt nicht ler Angst und Noth, und führ uns bald aus Gnaden ein zum ewgen Friedund Freudenschein. Richter und der Waisen Sachen Schlichter. 5. 3war der armen Wittwen Zahren fließen auf die Backen los; aber ihBaul Gerhard. Dom Kreuz der Christen. 387 hre Seuffer kehren sich 4. O liebster Gast, o zu GOttes Sternenschloß; süße Laft, Bewährung schreien über diesen Mann, aller Frommen, nimm hintder die Wittwen angsten weg die Ungeduld, MurFann, bis der höchste GOtt ren laß nicht kommen. das ende, und den Wittwen Hülfe sende. 5. Ertödt den Leib, die Lust vertreib, laß deine 6. Wittwen sind in GOt- Macht drein sehen, daß tes Armen, Waisen sind in Natur und Eigenheit weis GOttes Schooß; ihrer chen und vergehen. will er sich erbarmen, wars 6. Im Kreuz ist Lieb, die Noth noch eins so des Glaubens Trieb und groß. Ein solch ungerech- hoffnungsvolles Leben; es ter Mann tastet GOttes giebt Trost, versichert auch Auge an, der die armen der Kindschaft daneben. Watsen drücket, und der Wittwen Herz bestricket. 7. O sanftes Joch, du bleibest doch sehr leicht, 7. Wenn sie bleiben in wie Christus lehret; wer den Schranken, darein fie in dessen Kraft dies fühlt, GOtt hat gestellt, und liebet dich und ehret. von ihm nicht abe wan8. Geheime Ruh, wie bald wirst du bringen die schöne Krone, die den Siegern JEsus wird geben dort zum Lohne. 9. Zionskind, ach eil geschwind, streck aus die beiden Arme; nimm darein das Kreuz mit Luft, GOtt ist dein Gebarmen. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 10. Er ist sehr mild, dein 450. S Kreuzes- Burg und Schild, dein ten, weil er sich zu ihnen hålt, sollen sie im Himmelsschloß werden alles Kummers los; da soll nicht mehr, wie auf Erden, Wittwennoth gehöret werden. Michael Hunold. Stand, o Schußherr und Erretter, edles Pfand, das alle Strei- dein Immanuel und auch ter bindet, deinen süßen im Kreuz dein Vertreter. Honigsaft mein Herz wohl empfindet. 11. Der hat bereits und wird dein Kreuz noch fer2. O selig ist, wer dein ner helfen tragen; drum genießt, und mit dir tst will ich mit Zions Schaar gezeichnet! lauter Segen auch mit Amen sagen. last du nach dem, der dich erreichet. Mel. In dich hab ich gehoffet, HErr. 3. edler Schatz, hab ewig Plaß bei mir in met- 451. b schon das tem Kreuz, die ne Süßigkeit mit liebol- größte Qual des Leidens len Schmerzen. mich drückt allzumal, geb 17* tch 388 Vom Kreuz der Christen. ich doch kein Rebellen; 8. Wo eigner Will hat dein Joch, mein GOtt, ist überhand, so find wir von süß, im Spott dein Nam GOtt abgewandt; dann wird mehr erhellen. hast du überwunden, wenn 2. Wirst du betrübt, dein Will todt: so schmeckft geneidt, veracht, gedrückt, du GOtt, und hast die geschmäht, gehaßt, verlacht: Tugend funden. halt still, wie dirs auch gehet. Bitt nur Geduld von GOttes Huld, der Himmel offen fiehet. 9. Dies ist das rechte neu Gebot, das Christus lehrte, Mensch und GOtt, durchs Wort vom Kreuz 3. Schlägt dir schon und Leiden. Dein Lust GOtt in Geld und Gut, muß hier und bös Begier in dein Gerücht, in Fleisch von dir sein abgescheiden. und Blut, ins Herz und 10. Dann hast du dich dein fünf Sinnen: fall zum Geist bekehrt vom GOtt zu Fuß; Lieb leiden Fleisch, und kannst dich unmuß: GOtt thuts, dich verwehrt in GOttes Wilzu gewinnen. len üben, und danken GOtt in Kreuz und Tod: kein Leid wird dich betrüben. 4. Dein Muth faß mit Beständigkeit in Süß, in Saur, in Lieb und Leid, 11. So ginge durch das in Reichthum und Ver- Kreuz und Leid auch Chriderben. Halt dies Gebot ftus ein zur Herrlichkeit. in Freud und Noth, im Ach diesen Weg erwähle, Leben und im Sterben. wie GOttes Sohn; trittst 5. Kreuz tragen ist der du davon, weh deiner arenge Pfad, zum Himmel men Seele! führt er dich gerad, drum wollt ihn Christus gehen. Mel. Freu dich sehr, o Wer dieses glaubt, und folgt meine Seele. dem Haupt, kann für ein 452. Sei getreu in Glied bestehen. 6. Dies sind die Waffn den, lasse dich kein Ungein Chrifti Hand, da er den mach von der Liebe JEsu Teufel überwand; kein scheiden, murre nicht mit Mensch kann sie beschrei- Weh und Ach. Denke, ben. Die sind bereit in wie er manche Zeit dir zu allem Streit, im Kreuz helfen war bereit, da du fie stundhaft bleiben. ihm dein Herz verschlossen, ob ihn das nicht hab ver7. Nichts unsrer Seelen Schaden bringt, so lang drossen. die Trübsal auf uns dringt, 2. Sei getreu in deinem trotz Tod und Höllen Glauben, baue deiner Seegeister. Wo Kreuz nicht ist, len Grund nicht auf zweida wird durch List die felhafte Schrauben; sage Welt bald unser Meister. den gewissen Bund, so geschlos 389 Dom Kreuz der Christen. schlossen in der Tauf, dei- ich leiden, glauben, lieben, nem GOtt nicht wieder hoffen fest, und getreu auf; fange an ein besser sein bis zum Scheiden, Leben, deinem GOtt zum weil mein Esus nicht Dienst ergeben. verläßt den, der ihn bestån3. Set getreu in deiner dig liebt, und im Kreuze Liebe gegen GOtt, der dich sich ergiebt. Ihm befehl geliebt; an dem Nächsten ich meine Sachen, JEsus Gutes übe, ob er dich wirds zuletzt wohl machen. gleich hart betrübt. Denke, Benjamin Prätorius wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; so Was mein Gott mußt du verzeihen eben, will, das gscheh allzeit. foll GOtt anders dir ver- 453. Sei Gott geel. geben. treu, halt 4. Sei getreu in deinem seinen Bund, o Mensch, Hoffen; hilft GOtt gleich in deinem Leben; leg diesen nicht, wie du willt, er hat Stein zum ersten Grund, bald ein Mittel troffen, daß bleib ihm allein ergeben; dein Wünschen wird er denk an den Kauf in deifüllt. Hoffe fest, GOtt ner Tauf, da er sich dir ist schon hier, sein Herz verschrieben bei seinem Eid, bricht ihm gegen dir; hoffe in Ewigkeit als Vater dich nur, GOtt ist vorhanden, zu lieben. Hoffnung macht dich nicht 2. Sei GOtt getreu, zu Schanden. laß keinen Wind des Kreu5. Sei getreu in To- zes dich abkehren. Ist er desnöthen, fechte frisch den dein Vater, du sein Kind, leßten Zug; sollt dich gleich was willst du mehr beder HErr auch tödten, das gehren? Dies höchste Gut ist ja der letzte Druck. Wer macht rechten Muth; kann da recht mit JEsu ringt, seine Huld dir werden: und wie Jakob ihn be- nichts Bessers ist, mein zwingt, der gewißlich auch lieber Christ, im Himmel obsieget, und die Lebens- und auf Erden. Frone Frieget. 3. Sei GOtt getreu 6. Set getreu bis an von Jugend auf, laß dich das Ende, daure redlich kein Lust noch Leiden in aus den Kampf, leidest du deinem ganzen Lebenslauf gleich harte Stände, dul- von seiner Liebe scheiden; dest du gleich manchen sein alte Treu wird tågDampf: ist das Leiden die- lich neu, sein Wort steht ser Zeit doch nicht werth nicht auf Schrauben; was der Herrlichkeit, so dir er verspricht, das bricht wird dein JEsus geben er nicht, das sollst du kühndort in jenem Freudenleben. lich glauben. 7. So wohlan! so will 4. Set GOtt getreu in 390 Dom Kreuz der Christen. deinem Stand, darein er wirst du dich fort ewiglich dich geseket; wenn er dich in seiner Treu ergößen. hålt mit seiner Hand, wer Michael Frand. ist, der dich verleßet? Wer seine Gnad zur Brustwehr Mel. O du Liebe meihat, kein Teufel kann ihm ner Liebe. ſchaden; wo dies Stacket 454. Sei mir tauum einen bleibet wohl gerathen.. willkommen, süßes Leiden, 5. Sei GOtt getreu, sein liebes Kreuz! o du Manna liebes Wort standhaftig zu aller Frommen, labst du bekennen; steh fest darauf mich auch allbereits? Ja, an allem Ort, laß dich mein JEsus will mich davon nicht trennen. Was füssen jetzt in seiner DorDiese Welt in Armen hält, nenkron, und mein Abba muß alles noch vergehen; läßt mich wissen, daß ich sein liebes Wort bleibt sei sein lieber Sohn. emig fort ohn alles WanFen stehen. 2. O wie küß ich deine Ruthe, Abba; o ich küffe 6. Set GOtt getreu, fie; denn sie thut mir viel als welcher sich läst treu zu gute, tödtet meine und gnädig finden; streit Schlange hie. Drum so unter ihm nur ritterlich, schlag, o Vater, schlage laß über dich den Sünden nur noch besser meinen ja wider Pflicht den Zu- Feind, ders ia wahrlich gel nicht; war ja der Fall all mein Tage niemals geschehen, so sei bereit, gut mit mir gemeint. durch Buß bei Zeit nur 3. JEsu, sturm in mir wieder aufzustehen. die Hölle der verfluchten 7. Sei GOtt getreu bis Eigenheit; brich, zermalme in den Tod, und laß dich und zerschelle alle meine nichts abwenden: er wird Eitelkeit: so will ich dir und kann in aller Noth fröhlich fingen Lob und dir treuen Beistand senden; Preis und Gloria; Herz und und kam auch gleich das Mund soll noch erklingen höllsche Reich mit aller von Triumph. Viktoria. Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube Mel. Lobe den HErren, du, du bleibeft unbezwun- den mächtigen König der Ehren. gen. 8. Wirft du GOtt also 455. Soll ich den mein bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein Leben in Trauren beschlielieber Vater sei, wie er dir sen? Soll ich denn stündhat verheißen, und eine lich mit Thränen die WanKron zum Gnadenlohn im gen begießen? Willst du Himmel dir aufseßen; da mich nicht, JEsu, mein Dom Kreuz der Christen. 391 Leben und Licht, laffen nur hin, du bist verflucht auch Freude genießen? in meinem Sinn; o fal2. Ich will, was zeit- sches Lob, verkehrte Luft, lich ist, willig und gerne mir ist ein ander Lob be= verlassen, wandeln mit JE- wußt, das hier besteht in su, dem Heiland die himm- Sport und Schand, in lische Straßen; ewige Ruh Haß und Neid durchs ganze fühlet mein Herze ja nu, Land. weil ich dich, JEsu, thu fassen. 4. So ist das Leben allezeit gewesen, die der Ewig3. Ist doch dies zeitliche keit mit Eifer haben nachflüchtig und nichtige Leben gedacht, und allen Fleiß daimmer mit Krieg und Streit hin gebracht, zu drücken häufig und stündlich um- aus das Ebenbild des JEgeben; hier ist fein Ruh: su, welcher unser Schild. Esu, dir flieh ich nur zu, 5. Et, Seele, muntre laß mich im Himmel bald dich denn auf, dies ist der schweben. rechte Tugendlauf; du 4. Schaue, wie Thra- mußt allhier gehaffet sein nen und Seufzen mein von allen, und dies nicht Herze abnagen, wie ich allein von Feinden; ach muß jammerlich leiden und dein nächstes Blut, das dulden viel Plagen, daß führt dich oft vom höchich vor Noth öfters mir sten Gut. wünsche den Tod, dazu das ewige Leben. 6. Nun, Seele, geh mit Freuden fort durch Dornen und durch Stachelwort; dein Heiland, der die Sanftmuth war, geht vor dir her, er stirbet gar. Fahr fort, so lang es dir mehr ausstehn? O JEsu, gefällt, mich recht zu hassoll ich dir nachgehn durch sen, falsche Welt! 456. ( o soll ich denn noch Mel. Vater unser im Himmelreich. deinen schon gebahnten Weg, durch Kreuz und elendvolle hilf een tragen dieſes Joch, 457. 11er Freuden, damit ich sterbend lebe noch. Mel. JEsu, meine Freude. 2. Hier ist ja nichts als komm in meinem Leiden, Eitelkeit, hier lebt der und erfreue mich; ftrafe Mensch in Sicherheit; er meine Sünden, so daß ich denket wenig an das End, mag finden, daß du kråf= das augenblicklich her sich tiglich dich in mir, o werwendt; der arme Sünder the Zier, haft ergossen, daß ist zu blind, drum wälzet dein Lieben ich hier mög er sich in der Sünd. ausüben. 3. O falsche Freude, fahr 2. Laß nicht Lieb erkaltent 392 Dom Kreuz der Christen. ten in mir, sondern hal- wird geboren in dem ten meines HErren Wort. Kreuz die Friedenskraft, Lehre mich ergründen dies und die wahre Ruh geWort; laß mich finden hier schafft. Wer nun will an meinem Ort, werthes sein auserkoren, dringe Licht, was mir gebricht; durch die blutge Nacht, doch laß mich in meinem so wird er dazu gebracht. Klagen gleichwohl nicht Laßt uns sein darauf beverzagen. flissen! Durch viel Kreuz 3. Auch wollst du in und Leiden müssen, die Zeiten mich behutsam lei- gottsfürchtig wollen le= ten alle Wahrheit ein, daß ben, nach dem Reiche ich möge kämpfen ritter- GOttes streben. lich, und dämpfen, was mir bringet Pein. Wenn die Sund auf mich geschwind ihren Stachel schießt, mich stårke, daß ich Trost vermerke. 3. Wer dem Lamme will nachgehen, wo es hingeht allezeit, muß sich wagen in den Streit. Der wird noch auf Zion stehen, der sich innig ihm ergiebt, 4. Wenn ich nun soll und nicht seine Seele liebt. sterben, und mein Fleisch Denn der muß die Seel verderben, da verlaß mich verlieren, der durchs Kreuz nicht. Tritt mir an die sich nicht läßt führen; wer Seite; hilf, daß ich so sie aber wagt im Streite, ftreite, daß ich ins Gericht wird sie tragen noch zur ja nicht komm; o mache Beute. fromm mich, daß ich in diesem Leben bloß mdg hiernach streben! Christoph Runge. 4. Unsers Hauptes Vater tråget Vatersliebe gegent die, so ein wenig haben Müh unterm Kreuz, wenn er sie schläget, und der Kinder ihr Gemüth 458. Machet auf, mit der Liebesruthe zieht. ihr lie- Er zerschlägt und reißet ben Herzen, wachet auf, nieder, doch heilt er und und tret heran, seht, was bauet wieder; tödtet, und Esus hat gethan. Er schetikt auch das Leben, mußt durch viel Todes- denen, die sich ihm ergeben. schmerzen, durch so man- 5. Da der Heiland war chen harten Streit gehen auf Erden, ging es seinen ein zur Herrlichkeit. Ach Jüngern gut; aber da der so schickt euch auch zum Lei- Feinde Wuth wollte gar den, wer genießen will der zum Mörder werden an Freuden; gebt euch in des demselben, fürcht'ten sich Vaters Willen, er wird die Verlaßnen ångstigeuren Hunger stillen. lich. Endlich haben sie ihr 2. Kämpfet, denn es Leben selbst mit Freuden Mel. Freuet euch, ihr Christen alle. Dom Kreuz der Christen. 393 von sich geben, die gefol- dein Kreuz für unsre get GOttes Sohne, und Schuld so demuthsvoll geerlangt die Marterkrone. tragen: wie sollten wir uns nicht mit dir zum Kreuze gern bequemen, bis dus 6. Ach so laßt uns ihm nachgehen, da der Abend gehet weg, daß wir blei- hinweg wirst nehmen. ben auf dem Steg; durch 3. Wir warten dein: die letzte Wach wir sehen du hast uns ja das Herz schon den Blick der Morgenroth, da die Sonn von fern aufgeht. Es fängt nun bald an zu tagen, wie die Wächter alle sagen: Es wird keine Nacht mehr kommen, wenn vollendet ein Himmelsleben. sind die Frommen. schon hingenommen. Stets bist du uns im Geiste nah: doch willst du sichtbar kom= men; und dann wirst du bei dir uns Ruh, bei dir uns Freude geben, bei dir 4. Wir warten dein: 7. JEsu, du hast durch du kommst gewiß; dir dein Leiden uns gehei- klopfen schon die Herzen, ligt vor der Stadt. Nun, vergessen aller Kümmerniß, es ist des Vaters Rath, vergessen aller Schmerzen. daß wir uns zum Kreuz Dereinst, dereinst, wann bereiten auf der kurzen du erscheinst, wie soll das Pilgrimschaft. Ach so Lied dir klingen und ewig gieb uns allen Kraft, dir lobsingen.. B. Garve. daß wir deine Schmach mit tragen, und wenn Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. uns die Feinde jagen, laß uns, HErr, nur nicht 460. Wie nach eiverderben, daß wir tes Reich ererbent. Johann Christian Nehring. Mel. Was GOtt thut, ner Was serquelle ein Hirsch schreiet mit Begier, also auch mein arme Seele ruft und schreit, HErr GOtt, das ist wohlgethan. zu dir; nach dir lebendigen GOtt fie durft und dein, o Verlangen hat. Ach wann soll es doch geschehen, daß ich dein Antlitz mag sehen? 459.* mir warten GOttes Sohn, und lieben dein Erscheinen. Bald ist die Wartezeit entflohn, bald 2. Tag und Nacht mir kommst du zu den Deinen. meine Zähren sind wie ein Wer an dich glaubt, er- Speis oder Brod, wenn hebt sein Haupt, und sieht ich das hör mit Beschwedir froh entgegen. Du ren, daß man fragt: Wo ist bringst ja Himmelssegen. dein GOtt? Ich schütt 2. Wir warten dein, doch dann mein Herz gar aus, mit Geduld, in unsern denk, wie ich in GOttes Prüfunastagen. Du hast Haus geh mit Leuten, die 394 Dom Kreuz der Christen. lobsingen, hüpfen und mit du dich kränken? was Freuden springen. machst du dir selber Qual? 3. Mein Seel, was thust Hoff zu GOtt, und thu du dich frånken? was gedenken: Ich werd ihm machst du dir selber Qual? danken einmal, der mir Hoff zu GOtt, und thu sein Heil sichtbarlich stellt gedenken: Ich werd ihm vor Augen, und der sich danken einmal; der mir ferner wird hernach erhilft, wenn er nun richt klären als den meinen auf mich sein klar Ange- GOtt und Herren. ficht. Mein GOtt, weh ist Ambrosius Lobwasser. meiner Seelen, die sich gråmen thut und quälen. Mel. Freu dich sehr, o 4. Denn ich denk an meine Seele. dich, mein HErren, ien- 461. Bunderlich seit dem Jordaner Land und dem Berg Hermon so tes Schicken, wunderbarfernen, auch den Berg lich ist sein Rath; herrlich Misar genannt. Ein Ab- ist doch sein Erquicken, grund dem andern ruft, dies erweist zuletzt die That. wenn über mir in der Wohl dem, der es recht Luft deine Ungeffüme brau- bedenkt, seinen Sinn zu sen, und über dem Haupt GOtt nur lenkt, der wird hersausen. sich in seinem Leben GOt5. Alle deine Wasser- tes Obhut stets ergeben. Wagen, deine Wellen all- 2. Also pflegt es GOtt zumal über mich zusam- zu machen, dieses ist sein almenschlagen; doch tröst ter Brauch: über die ſein ich mich in Trůbsal, daß Augen wachen, die betrübt du helfen wirst bei Tag, und kränkt er auch; stößt daß ich des Nachts sin- in Jammer, Angst und gen mag, dich als meinen Noth, die er doch bald aus Heiland preise, anruf und dem Koth will erhöhen, anbet mit Fleiße. hoch versehen, und an Seel und Leib ergößen. 6. GOtt, mein Fels, will ich denn sagen, wie 3. Dies bedenk, du meine vergißt du mein so gar, Seele, wenn bei dir die wenn mich meine Feind Noth bricht ein, und dich so plagen, daß ich traure ja nicht selbsten quale, als immerdar? Ihr Schmäh- solltst du verlassen sein. wort und falscher Mund GOtt spielt mit dir wunmich bis aufs Gebein derlich, herrlich zu erretverwundt; denn fie täglich ten dich; laß dein Herze die Red treiben: Schau, nur nicht wanken, du wirst wo nun dein GOtt mag ihm noch einmat danken. bleiben? 7. Mein Seel, was thust 4. Denke selbsten nur zurücke, deine Jugend dich es Vom Kreuz der Christen. 395 es lehrt: o wie manches er die Zeit, wenn er wenden Ungelucke het GOtt schon von dir gekehrt. Defters, will dasLeid, wenn ers herrlich will ausführen, unser da man hätt gedacht, du Haupt mit Gnaden zieren. würdft in der Kreuzesnacht bleiben liegen und ersterben, ließ dich GOtt doch nicht verderben. 9. Hålts GOtt nun vor dir verborgen, wann, wie, wo er helfen will, mach dir darum keine Sor5. Nun, der große GOtt gen, sei nur in dem HErder Erden, der ist unver- rent still. Er will sehen, änderlich: wolltst du jetzt ob auch fest sich dein Herz verzaget werden, als sollt er auf ihn verläßt; er will, daß nicht schüßen dich? Nein, du ihn wohl kennest, desto sein werthes Vaterherz mehr auch Vater nennest. bricht ihm noch in deinem 10. Er will deine AnSchmerz: ja wies eine dacht mehren, welche sonst Mutter Frånket, so dein fast kalt und todt; er will GOtt an dich gedenket. gern das Lob anhören, so 6. Also fehlts auch nicht du nach erlittner Notb am Können, Gott kann ihm, als der dein Lebensmachen was aus nichts; fürst, noch erfreuter geben drum läßt er sich machtig wirst, wenn du greiflich nennen, wenn er redet, wirft erblicken GOttes so geschichts. Nimmt die herrliches Erquicken. Noth schon überhand, doch GOtt Mittel sind bekannt, wie er fönne dich erlösen wider all Vernunft vom Bösen. 11. Drum so lasse GOtt nur walten, ob du manchmal harren mußt; er wird dennoch bei dir halten, deine Noth ist ihm bewust, 7. Hör auch, was dir die er so genau abmißt, GOtt versprochen hie und daß auch aller Feinde Lift da in seinem Wort, das dir kein Härlein mag bebålt er dir unverbrochen, rühren ohne GOtt; fie so gewiß, als er dein Hort. muß verlieren. Himmel und die Erd ver- 12. Nun, mein JEsu, gehn, GOttes Wort muß sei gelobet, freilich bist du doch bestehn. Drum nur mir getreu; ob das KreuGOttes Zusaq traue, auf zesmeer schon tobet, ist doch sein Macht und Gnade baue. deine Hand dabei. Stärk 8. Doch, mein Herz, nur meine Zuversicht, daß noch dieses wisse, GOtt ist sie fest auf dich gericht. auch ein weiser Mann; Wunderlich) wirst dus noch denk nicht, daß er helfen schicken, herrlich dein Kind müsse plößlich, da er bel- ju erquicken. fen kann. Wunderlich fügt Joh. Weißenborn. 396 Vom geistlichen Kampf. IX. Vom geistlichen Kampf. auf zum Streit, auf, auf ch Mel. O( Herr) JEsu Chrift, du höchstes Gut. jum Ueberwinden! in dieChrist, du höchstes Gut. fer Welt, in dieser Zeit ist 462. A keine Wer der Satan giebt mir ein, du wollst der Sünden wegen mir forthin nicht mehr gnädig sein, ja 2. Der Teufel kommt ſeist mir ganz entgegen; mit seiner Lift, die Welt rufft alle Kreatur herbei, mit Pracht und Prangen; daß sie zur Rache fertig sei, das Fleisch mit Wollust, mich ewig zu verderben. wo du bist, zu fälln dich nicht will streiten, trägt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 2. Du wirst mich ja nicht, und zu fangen. Streitst liebster GOtt, von deiner du nicht wie ein tapfrer Gnade scheiden; dein Sohn Held, so bist du hin und bat ja durch seinen Tod und schon gefällt. ausgestandnes Leiden ver- 3. Gedenke, daß du zu tilget meine Sündenschuld, der Fahn deins Feldherrn und mir hinwieder Gnad hast geschworen; denk ferund Huld durch sein Ver- ner, daß du als ein Mann dienst erworben. zum Streit bist auserko3. Drum gieb mir einen ren: ja denke, daß ohn Gnadenblick, ich weiß sonst Streit und Sieg nie feiner nicht zu bleiben; vertreib zum Triumph aufstieg. des Teufels böse Tück, 4. Wie schmählich ists, und lehre mich fest gläu- wenn ein Soldat dem Feind ben, daß du mein Freund den Rücken kehret, wie und Vater seist, der alle schändlich, wenn er seinen Gnade mir erweist um Stand verläßt und sich JEsu Chrifti willen. nicht wehret; wie spöttlich, 4. Ach stell dich nicht wenn er noch mit Fleiß ſo lange Zeit, als wolltst aus Zagheit wird dem du mich nicht sehen; ich Feind zum Preis. mocht in meiner Bangig- 5. Bind an, der Teufel keit sonst ohne Troft ver- ist bald hin, die Welt wird gehen. Ach eil und sich leicht verjaget; das Fleisch mich gnädig an, daß ich muß endlich aus dem Sinn, mich wieder freuen fann: wie sehr dichs immer plaso will ich, HErr, dir danfen. get; o ewge Schande, wenn ein Held vor diesen dreien Buben fällt! Christoph Brunchorst. Mel. Machs mit mir, Gett, nach deiner Güt. 6. Wer überwindt, und Friegt den Raum derFeinde, 463. Auf, Christen- die vermessen, der wird im mensch, auf, Paradies vom Baum des ew= Dom geistlichen Kampf. 397 ewgen Lebens essen; wer Mel. Meine Hoffnung überwindt, den soll kein Leid noch Tod berührn in Ewigkeit. stehet feste. 464. Auf, ihr Chri7. Wer überwindt und sten, Chriseinen Lauf mit Ehren kann sti Glieder, die ihr noch vollenden, dem wird der hångt an dem Haupt, HErr alsbald darauf ver- auf, wacht auf, ermannt borgnes Manna senden, euch wieder, eh ihr werdet ihm geben einen weißen hingeraubt. Stein, und einen neuen an Namen drein. Satar beut den Streit Christo und der Christenheit. 8. Wer überwindt, be- 2. Auf, folgt Christo, eukommt Gewalt, wie Chri- rem Helden, trauet seinem stus zu regieren, mit Macht starken Arm; liegt der die Völker mannigfalt in Satan gleich zu Felde einer Schnur zu führen. mit dem ganzen HöllenWer überwindt, bekommt schwarm, sind doch der vom HErrn zum Feldpa- noch viel mehr, die da stets nier den Morgenstern. sind um uns her. 9. Wer überwindt soll 3. Nur auf Chrifti Blut ewig nicht aus GOttes gewaget mit Gebet und Tempel gehen, vielmehr Wachsamkeit; dieses madrin wie ein englisch Licht chet unverzaget und recht und güldne Saule stehen. tapfre Kriegesleut. Christi Der Name GOttes, un- Blut giebt uns Muth sers HErrn, soll leuchten wider alle Teufelsbrut. von ihm weit und fern. 4. Christi Heeres Kreu10. Wer überwindt, soll zesfahne, so da weiß und auf dem Thron mit Christo roth gesprengt, ist schon JEsu fißen, soll glänzen auf dem Siegesplane uns wie ein GOttessohn, und zum Troste ausgehängt. wie die Sonne blizen; ia Wer hier kriegt, nie erewig herrschen und regiern, liegt, sondern unterm Kreuund immerdar den Him- ze siegt. mel ziern. 5. Diesen Sieg hat auch 11. So streit denn wohl, empfunden vieler Heilgen ftreit feck und kühn, daß starker Muth, da sie hadu mögst überwinden; ben überwunden fröhlich streng an die Kräfte, Muth durch des Lammes Blut. und Sinn, daß du dies Sollten wir denn allhier Gut mögst finden. Wer nicht auch streiten mit nicht will streiten um die Begier? Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. 6. Wer die Sklaverei nur liebet in der Zeit und Ewigkeit, und den SünJohann Angelus. ( Auf, auf, o Seel.) den sich ergiebet, der hat me= 398 Dom geistlichen Kampf. wenig Luft zum Streit. nigs siegt, und hat sich Denn die Nacht, Sa- durch den Tod geschwuntans Macht, hat ihn in gen; wie höchst erfreulich den Schlaf gebracht. ists, daß es so wohl ge7. Aber wen die Weis- lungen, und daß der Draheit lehret, was die Frei- chenkopf vor seinen Füheit für ein Theil, dessen ßen liegt. Herz zu GOtt sich kehret, 2. Nun kann ich nicht seinem allerhöchsten Heil, mehr traurig sein, weil sucht allein ohne Schein der Beherrscher aller Chrifti freier Knecht zu sein. Schmerzen, das Wort, 8. Denn vergnügt auch mir nahe ist in meinem wohl das Leben, so der Frei- Mund und Herzen, und heit mangeln muß? Wer dringt als Sieger auch sich GOtt nicht ganz erge- in meine Kräfte ein. ben, hat nur Müb, Angst und Verdruß. Der, der Friegt recht vergnügt, der 3. Was grämt und kummert man sich doch, daß Satans Kraft sich bei uns sein Leben selbst besiegt. findet? Ist der nicht auch 9. Drum auf, laßt uns überwinden in dem Blute in uns, der seine Regung bindet, dcin Josua, dein Fürst, und überwindet noch? Esu Christ, und an unsre Stirne binden sein Wort, so ein Zeugniß ist, das uns deckt und erweckt, und nach GOttes Liebe schmeckt. 4. Sein Sieg ist noch nicht ganz geendt, er kämpft und siegt in unferm Geiste; die Helden10. Unser Leben sei ver- kraft, die er in dieser borgen mit Christo in Welt beweiste, die ruhet GOtt allein, auf daß wir nicht, bis er die Seinian jenem Morgen mit ihm gen vollendt. offenbar auch sein, da das Leid dieser Zeit werden 5. Wenn ihm nun alles unterliegt, da sollst du wird zu lauter Freud. dein Triumphlied singen, 11. Da GOtt seinen und sollst mit Freuden treuen Knechten Knechten geben dich durch alle Himmel wird den den Gnadenlohn, schwingen, weil auch der und die Hütten der Ge- lebte Feind, der Tod, rechten stimmen an den wird sein besiegt. Siegeston; da fürwahr GOttes Schaar ihn wird loben immerdar. Juftus Falkner. 6. Nur frisch im Glauben fortgekämpft, wenn sich die Schlange bei dir reget, und nur getrost den Fuß auf ihren Kopf beweget; so wird ihr schnddes Gift durch selchen Mel. Kommt, seid gefaßt zum Lammesmahl. 465. Das Leben un- Muth gedämpft. K7. Inzwischen nimmt das Dom geistlichen Kampf. 399 das Leben zu, und grünt, chelt, wie die Lahmen. Wo gar lieblich durch die Kräf- ist des Glaubens Eigente; der herbe Sturm und schaft? Wer hier ermüden Streit bewegt die Lebens- will, der schaue auf das fäfte, und wirket mit zur Ziel; da ist Freude. WohlFrucht der süßen Sab- an, so seid zum Kampf bebathsruh. reit: so krönet euch die 8. Du, GOtt, durch- Ewigkeit. dringst die Erde ganz, daß 3. Streitet recht die wesie die Rauhigkeit verlie- nig Jahre, eh ihr kommt ret, und man gar süße auf die Todtenbahre; kurz, Kraft in ihren Früchten kurz ist unser Lebenslauf. spüret, weil unser Erd- Wenn GOtt wird die Todreich fühlt des Himmels ten wecken, und Christus reinen Glanz. wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. GOtt Lob, wir sind 9. Gelobt set GOtt schon in der Zeit, der uns die Freude hat gegeben, versöhnt! Daß uns die daß, wenn man in fich Welt noch höhnt, währt spürt die Kraft des To- nicht lange; und GOttes des leben, man auch im Sohn hat längstens schon Glauben fühlt des Lebens uns beigelegt die EhrentTapferkeit! CH. Fr Richter kron. 4. JEsu, stärke deine Mel. Wachet auf! ruft Kinder, und mache die zum uns die Stimme. Ueberwinder, die du er466.* Rüftet euch, kauft mit deinem Blut. ihr Chri- Schaffe in uns neues Lestenleute, die Feinde su- ben, daß wir uns stets zu chen euch zur Beute; ja dir erheben, wenn uns entSatan selbst hat eur be- fallen will der Muth. Geuß gehrt. Wappnet euch mit aus auf uns den Geist, daGOttes Worte und kam- durch die Liebe fleußt in pfet frisch an jedem Orte, die Herzen: so halten wir damit ihr bleibet unver- getreu an dir im Tod und sehrt. Jft euch der Feind Leben, für und für. zu schnell? hier ist Immanuel. Hofianna! Der Starke fällt durch diesen Wilhelm Erasmus Arends. In eigener Melodie. Held, und wir behalten 467. Die Tugend wird durchs 2. Reinigt euch von eu- Kreuz geübet, denn ohne ren Lüften; beffeget sie, die das kann sie nicht sein. ihr seid Christen, und ste- Wenn sie nicht oftmals het in des HErren Kraft. wird betrübet, so merkt Stärket euch in JEsu Na- man gar nicht ihren Schein. men, daß ihr nicht strau- Sie muß im Kreuz die Står 400 Dom geistlichen Kampf. Stärke zeigen, die sie ver-, Streit und Kampf entferborgen in sich hat, daß sie net ist, und wo man recht den könne unterbeugen, die Ruh erfähret in GOtt, der ihr nachstellet früh und der alles Leid versüßt. spat. 6. Darum, wen GOtt 2. Wer sollte ohne Kampf zum Kind erflåret, der hat wohl siegen? Die Tapfer- am Satan einen Feind, keit kann nicht bestehn, wenn mit dem sein Kampf stets man nicht will zu Felde wird vermehret, weil ers liegen, und einen ernsten gewiß mit Ernste meint; Streit angehn. Der Feind er blåst ihm durch sein ist, wenn GOtt Kraft ver- giftges Hauchen oft Lüste liehen, flugs da, der sich mancher Laster ein, und ihr widersetzt; da soll man weiß sich großer List zu ja den Schlaf recht fliehen, brauchen, daß er möglleberwenn Satans Heer die winder sein. Schwerter weßt. 3. 7. Denn wie GOtt aufZwar drückt den wärts führt zum Leben, Palmbaum wohl zu Er- so führt der Feind zum den gar oft ein centner- Untergang. Er sucht mit schwer Gewicht, der doch Grimm zu widerstreben, nicht unterdrückt kann wer- und macht dem armen Menden, er stehet wieder aufschen bang; er will den gericht. So wird die Tu Muth darnieder schlagen, gend auch gedrůcket, daß drum wagt er alles, was fie fast als in Zügen liegt; er karn, und låsset nicht bald aber wird die Stark bald ab zu plagen, zu fällen erblicket, wenn sie mit ihn auf rechter Bahn. Macht den Feind besiegt. 8. Doch wie er viel ge4. Sie kann zu hohen schlagen nieder, so wird Stufen kommen, wenn sie er auch gar oft besiegt, im Streit geübet ist; Kreuz wenn man ermannt die ist der Weg, den alle From- matten Glieder in GOtt, men erwählen; wer sich und tapfer ihn bekriegt. selbst vergißt, und eilet zu Der Glaube muß ihm widen Ewigkeiten, wird durch derstehen, und hat in sich das Vaters Hand geführt, die GOttes- Macht; der der ihn durchs Kreuz sucht Satan muß vor ihm bald zu bereiten, eh er ihn mit gehen, wenn man sich wader Krone ziert. chend nimmt in Acht. 5. Denn GOtt hat uns 9. JEsu, der du mir nicht führen wollen durch erworben Heil, Kraft und einen Weg voll Zärtlich- Leben durch den Tod, da keit, worauf wir emfig lau- du am Kreuzesstamm gefen sollen in der so kurzen storben, nach ausgestandPilgrimszeit zum Leben, ner großer Noth: komm das da ewia währet, womiir zu Hilf und schaffe 401 Dom geistlichen Kampf. Leben in mir, und stürze, mir auch Ueberwindungsmeinen Feind, der über fraft, und laß mich in den mich sich will erheben, Kampfesstunden erfahren, wenn mir dein Licht nicht was dein Leiden schafft, belle scheint. dadurch du alles hast befieget, daß unter deinen Füßen lieget Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod: in mir all mein Geschäfte; nun mach sie auch an mir dein Friede bleib mir nur zu Spott. 10. Floß immer in mich neue Kräfte, damit ich hang an deiner Brust, und tödt bewußt. Stårk du, mein 4. Ich trau allein auf Held, mir selbst den Glau- deine Gnade, die mir dein ben, und zich mein Aug theures Wort verspricht; auf dich nur hin: so wird es sagt, daß nichts den mich wohl der Feind nicht Deinen schade, weils nie rauben, weil du in mir, an deiner Kraft gebricht. ich in dir bin. Nun hast du mich ja angenommen, als ich bin flehend zu dir kommen; es hats mein Herz ja wohl gespürt, als es dein GnaJoh. Christian Nehring. 468. Duju, mei- Senblick gerührt. In eigener Melodie. bist ja, ne Freude, warum ist 5. Weil ich denn nun an denn mein Herz betrübt? deinem Leibe ein Glied, Kann denn die Freud wiewohl unwürdig, bin, auch bei dem Leide sein so gieb, daß ich stets in in dem Herzen, das dich dir bleibe, und in mir habe liebt? Ach ja, mein JE- deinen Sinn.. Laß mich su, wenn ich übe mein nicht andre Helfer suchen, Herz in deiner süßen Liebe, laß falsche Lufte mich verso zeigt sich solche Freud fluchen; besize du mein oft an, die keine Zung Herz allein, dein Leben aussprechen kann. las mein Leben sein. 2. Weil aber noch ganz gedämpfet in mein boses Fleisch nicht 6. Gieb, daß ich mich mir in dir stets freue, weil dein und Herz mich beständig liebt; Blut, und noch der Geist doch auch dabei kein Leidawider kämpfet, wird den scheue, als welches oft dadurch gefrånkt der meinen Glauben übt, und Muth. Drum leg ich mich mach, daß ich viel stårvor dir mit Flehen, mein ker ringe, und immer nåHeil, laß Hülfe mir ge- her in dich dringe; bis schehen, und stärke mich endlich nach besiegter Pein in diesem Streit, daß ich in mir wird lauter Freumög überwinden weit. de sein. 3. Du hast, o Held, Christian Jacob Koitsch. mich überwunden, gieb Vom geistlichen Kampf. und Pein mich heilsamMel. Was Ott thut, lich erschrecken; die süße das ist wohlgethan. Luft in meiner Brust, 469. in Chrift, die liebsten Busenfunden, ein tapfrer die will ich überwinden. Kriegesheld, voll Geist, 6. Will Menschenfurcht voll Kraft und Stärke, und Menschengunft Leid verleugnet sich, bezwingt oder Freude machen, so die Welt, zerstört des herz ich die verschmähte Satans Werke, kämpft Kunst, verachte Drohen, innerlich und außer sich Lachen; ihr Haß und Gunst mit Teufel, Welt und ist lauter Dunst und BlåtSünden, und kann doch ter auf den Linden; drum überwinden. will ich überwinden. 402 2. Ich habe mich vorlångst gequält, und gab auch schier verloren, bis GOtt mich zu der Zahl ge7. Leb ich in fteter Traurigkeit, sind wenig gute Stunden in meiner kurzen Lebenszeit: ich habe GOtt zählt, die er aus sich ge- gefunden; der tröstet mich boren. Wer will die gar süßiglich, der kann den Kraft, die alles schafft, Schmerz verbinden, und und Christi Macht er- ich will überwinden. gründen, dadurch wir überwinden. 8. Die Welt mit aller Schmach und Hohn be3. Ich sprach: Ich bin fördert mich zu Ehren; ein schwaches Kird, wie sie muß an meiner Ehrenalle Menschenkinder, das Front die Edelsteine mehin sich kein Vermögen ren; wenn wider mich blutfindt, ich bin ein armer dürftiglich viel hundert tauSünder. Ach GOtt, gieb send stünden, so wollt ich Rath, gieb Willn und überwinden. That, und laß mich Gnade finden, so kann ich überwinden. 9. Der Teufel in der Löwenhaut will meine Seele schrecken; GOtt wird 4. Ich war ein Mensch das Küchlein, seine Braut, voll Eigensinn, voll Eigen- mit Allmachtsflügeln def= lieb und Ehre; ich lebte ken. Jft er erbost; ich bin nach den Lüften hin, und getroft: GOtt kann den nicht nach Christi Lehre. Satan binden, und ich Doch, Gott sei Ehr, ich kann überwinden. bins nicht mehr; ich streite mit den Sünden, und will sie überwinden. 10. Will er in falscher Heiligkeit sich als ein Engel stellen, und sucht durch 5. Kommt mir die alte zugelaßne Freud den schwaBosheit ein, und will chen Tritt zu fällen; ernoch lieblich schmecken, blick ich nur die Schlansoll JEsu Leiden, Kreuz genspur, und geh nicht wie die Dom geistlichen Kampf. 403 die Blinden: so kann ich überwinden. era, muß ich mit dem 470. Ci sot, In eigener Melodie. ntbinde mich, mein GOtt, höchsten Pfand, mit GOtt, wie Jacob, ringen, so will von allen meinen Banden, ich durch die Glaubenshand womit mein armer Geist den Allerstärksten zwingen; noch so gebunden ist; mach kann ich zur Stund aus des Philisters Strick und seinem Mund nicht bald Tücke ganz zu Schanden, den Trost empfinden, noch weil du mein Goel nur will ich überwinden. und auch mein Simson bist. Zerbrich, zerschlag, zerreiß, und mach mich durch den Sohn zum recht Gefreieten vor deinem Gnadenthron. 12 Hålt mir mein GOtt die Augen zu, kann ich nicht weiter sehen, als was ich gegenwärtig thu: so laß ichs gern geschehen. Kommt die Vernunft mit ihrer 2. Ach GOtt, erst war Zunft in ausgeschmückten ich recht ein Sklave aller Gründen, dann muß ich überwinden. Sünden, doch dein Erbarmen hat mich davon frei 13. Mir geht der Tod gemacht. Nun wollen sich nicht bitter ein, ich bin aufs neu subtile Stricke schon längst gestorben; er finden; ach so wird doch soll recht zuckersüße sein, mein Fuß zuleht ins Garn das Haus wird nur ver- gebracht! Vater, mach dorben. GOtt muß den mich frei, stell mich auf Gaft der Erdenlast auf sol- weiten Raum, daß sich che Art entbinden, das hilft mein Geist ausbreit als mir überwinden. wie ein Cedernbaum. 14. Bisher hab ich mich 3. Was zieht mich niederselbst bekriegt, und hatte wärts, daß ich nicht fann viel zu schaffen; GOtt Lob, auffliegen? Was macht die Welt ist bald b siegt mich denn so matt in meimit meinen Glaubenswaf- mem Christen- Lauf? Ach fen; ich lieg im Sarg, und welch ein Bleigewicht seh bin doch stark, vergesse, ich noch in mir liegen! was dahinten, will alles das drückt mich unterwärts, überwinden.. und läßt mich nicht hin15. Das Kleined ist mir auf. D woher frieg ich vorgesteckt, ich soll nur ta- Kraft von allem los zu pfer kämpfen. Drum bleibt sein, so frei und los gemein Arm stets ausgeftreckt, macht als wie ein Vögelein? mit GOtt den Feind zu 4. Ach dieser Todesleib dampfen. Nur unverzagt beschwert die arme Seele, und frisch gewagt! ich seh die Hütte drückt den Geist, die Krone binden, drum der drin gebunden liegt. will ich überwinden. Dwer macht mich doch frei 404 Dom geistlichen Kampf. frei aus dieser Sünden- und stört durch ihren Trieb höhle, daß mein Verlan- mir öfters alle Ruh. Dies gen Luft und freien Zu- schlägt die Freudigkeit der gang kriegt? Durchbrecher, Seelen mächtig nieder; brich doch durch, und mach kaum thut das Herz sich mich völlig frei, daß mein auf, so schleußt sichs mieGeist nicht, wie ich, mehr der zu. Soll Licht und Finso gefangen sei. sterniß denn stets im Wech5. Ich weiß, ich liebe sel sein? Wann kommt dich; doch, soll ichs recht mein volles Licht und stebekennen, noch lange nicht ter Sonnenschein? 6. Such ich die Einsamso viel, als meine Seel 9. Ach GOtt, en binde begehrt. Es ist noch was mich von allen meinen in mir, ich kann es selbst Banden, und was mich noch nicht nennen, das öfters subtil im Fleisch gefangen meinen Geist in deiner Liebe hält. Ist das nicht schon fort. Ach fand ich, denk ich genug, wenn eines nur voroft, doch nur ein Raume- handen, das mich noch binlein, da ich ganz ungestört den kann in dieser Sündendich möchte liebend sein. welt? Soll ich gebunden sein, so binde deine Treu keit, und mein es da zu mein armes Herz, auf daß finden, so war es freilich ich dein Gefangner sei. gut, wenn ich da könnt 10. Wen deine Liebe allein mich gänzlich von bindt, ist nicht ein Knecht mir selbst und meiner Last der Sünden, er bleibt in entbinden, daß ich auch Banden auch ein rechter ohne mich könnt recht al- freier Mann. Mein Abba, leine sein; doch nun trag so will ich mich gerne lasich mit mir mein arges sen binden, wenn ich dein Fleisch und Blut, das in freies Kind auf ewig bleider Einsamkeit auch nim- ben kann. Nur mach mich mer in mir ruht. von mir frei und von der 7. Gedanken plagen mich argen Welt, daß meine edle und tolle Phantaseien, Zer- Seel ihr Freiheitsrecht bestreuung mancherlet, die hält. Johann Joseph Winkler. Schwermuth der Natur, die kommt wohl noch dazu. In eigener Melodie. Ach wer wird mich befreien? 471. Ss kostet viel, Wer zeigt zur Freiheit mir ein Christ die rechte sichre Spur? Ich zu sein, und nach dem Armer, ach wie lang soll Sinn des reinen Geistes ich gebunden sein? Wann leben; denn der Natur schau ich durchs Gesetz der geht es gar sauer ein, sich vollen Freiheit ein? immerdar in Christi Tod 8.DieEigenliebe schleicht zu geben; und ist hier sich oft in meine Glieder, gleich Ein Kampf wohl Vom geistlichen Kampf. 405 ausgericht, das machts Seele zugeführet. noch nicht:: Die Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war:: 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die 7. Was GOtt genießt, ihren Gift in unsre Fersen genießt es auch, was GOtt bringen; da kostets Müh, besitzt, wird ihm in GOtt auf seiner Hut zu stehn, gegeben, der Himmel steht daß nicht der Gift kann bereit ihm zum Gebrauch; in die Seele dringen. Wenn wie lieblich wird es doch mans versucht, so spürt mit Esu leben! Nichts man mit der Zeit die Wich- höher wird an Kraft und tigkeit:: Würde sein, als GOtt allein:: 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man 8. Auf, auf mein mit Ernst die Herrlichkeit Geist, ermüde nicht, dich erwäget, die erdiglich ein durch die Macht der Finsolcher Mensch erfährt, der sterniß zu reißen: was sich stets hier aufs Himm- sorgest du, daß dirs an lische geleget. Es hat wohl Kraft gebricht? BedenMüh, die Gnade abermacht, fe, was für Kraft uns Wie daß mans nicht acht:: GOtt verheißen. 4. Man soll ein Kind gut wird sichs doch nach des Höchsten sein, ein rei- der Arbeit ruhn, wie wohl ner Glanz, ein Licht im wirds thun!:: großen Lichte; wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so liebChristian Fried. Richter. In eigener Melodie. lich im Geſichte, dieweil ihn 472. Fabre fort : die wesentliche Pracht Zion, fahso schöne macht!:: re fort im Licht, mache 5. Da wird das Kind deinen Leuchter helle, laß den Vater seht, Schauen wird es mit Lust empfinden; lautre Strom wird da ganz durchgehn, und es mit GOtt zu einem Geift verbinden. im die erste Liebe nicht, suche ihn stets die Lebensquelle, der Zion, dringe durch die es enge Pforte, fahre fort:: 2. Leide dich:: 3ion, leide ohne Scheu TrübWer sal, Angst mit Spott und weiß, was da im Geiste hohne: sei bis in den wird geschehn? Wer mags Tod getreu, siehe auf die verstehn?:: Zion, fühSchlangen Lebenskrone; lest du der Stich, leide dich:: 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter 3. Folge nicht:: Zion, hat gespüret; fie frönet es folge nicht der Welt, die mit ihrem Perlenkranz, dich suchet groß zu maund wird als Braut der chen: achte nichts ihr Gut und 406 Dom geistlichen Kampf. und Geld, nimm nicht, 1.( JEsus.) Ich helfe dir an den Stuhl des Dra- siegen, und lasse nicht liechen; Zion, wenn sie dir gen die Armen in Kåmviel Lust verspricht, folge pfen; ich helfe dir damnicht:: pfen der Sünden Begier, o glaube nur mir! 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, der 2.( Seele.) Errette die bir ruft zu beiden Seiten; Seele, und gieb mir doch thue nicht, was er dich Dele; laß mich nur im beißt, laß nur deinen Stern Wesen der GOttheit gedich leiten. Zion, beides nesen, o JEsu, hilf mir, das, was krumm und ich schreie zu dir. sd, lecht, průfe recht:: 2.( JEsus.) Ich höre dein 5. Dringe ein:: Zion, Flehen, und habe gesehen dringe ein in GOtt; stärke dein Elend im Herzen, die dich mit Geist und Leben; bitteren Schmerzen: nun sei nicht wie die andern, bin ich bereit, zu helfen todt, set du gleich den im Streit. grünen Reben. Zion, in 3.( Seele.) Laß mich bie Kraft, für Heuchel- recht eindringen, HErr, schein, dringe ein:: laß es gelingen; ach las 6. Brich herfür:: Zion, mich nicht fallen, erhöre brich herfür in Kraft, weil mein Lallen; verstoße mich die Bruderliebe brennet, nicht in deinem Gericht. zeige, was der in dir schafft, 3.( JEsus.) Mein Herze der als seine Braut dich steht offen, durch Glauben fennet. Zion, durch die und Hoffen wird dir es dir gegebne Thür brich gelingen, so mußt du einberfür: dringen. Wer gläubet, wird nicht vom Vater gericht. 7. Halte aus:: Zion, halte deine Treu, laß dich 4.( Seele.) Wenn du ja nicht laulich finden. mich willst hassen, wo wollt Auf, das Kleinod růckt ich mich lassen? HErr, lasse herbei; auf, verlasse, was die Sünden doch einsten dahinten. Zion, in dem verschwinden. Gieb Gnade legten Kampf und Strauß, für Recht, so bin ich dein halte aus:: Knecht. Joh, Eusebius Schmidt. In eigener Melodie. 473. Hilf, ( Seele.) JEfu, hilf fiegen, und laß mich nicht liegen im Kerter der Sünden; laß Gnade mich finden, o Jesu, mein Licht, ich lasse dich nicht. 4.( JEsus.) Wie wollt ich dich hassen? wie könnt ich dich lassen? Ich habe empfunden viel Schmerzen an mir, aus Liebe zu dir. 5.( Seele.) HErr, höre mein Girren, und laß mich nicht irren; gieb richtige Schritte, und wenn ich dich 407 Dom geistlichen Kampf. dich bitte, verbirge dich auch zerrinnen die Kräft nicht, o JEsu, mein Licht! und Vermögen, doch hoff 5.( JEsus.) Wer mir ich zu siegen. Ich halte, wird nachgehen, und auf HErr, dich: ach segne du mich stets sehen thut rich- mich! tige Schritte, und ob er gleich glitte, so irret er nicht. Ich bin ja sein Licht. 6.( Seele.) Sich Einfalt und Wahrheit, die göttliche Klarheit durchleuchte mein Herze, so weichet der Schmerze. Ich suche allein den göttlichen Schein. 9.( JEsus.) Dir ist es gelungen, du hast mich bezrungen, in Liebe zu geben dir Kräfte zum Leben; das glaube du mir, ich schenke mich dir. Joh. Chr. Nehring. Mel. Zeuch meinen Geist, o HErr, von hinnen. 6. Ejus) Rehr ein- 474. Hierleat mein ( JEsus.) wärts die Sinnen, daß Sinn sich mögen zerrinnen die Bilde vor dir nieder, mein Geist der Dinge, stets bete und sucht seinen Ursprung wieringe: so findest du hier der; laß dein erfreuend die Einfalt in mir. Angesicht zu meiner Anmuth sein gericht. 7.( Seele.) Ich warte vom Morgen zum Abend, 2. Schau her, ich fühle und Sorgen stets ångsten mein Verderben, laß mich die Seele, die Nächte ich in deinem Tode sterben; zähle. HErr, komme in o könnte doch in deiner Eil, und jeig mir dein Heil. Pein die Eigenheit ertödtet sein! 7.( JEsus.) Durch Warten vom Morgen zum Abend mit Sorgen kann man mich nicht finden, ich laß mich nicht binden. Sei tille in dir, so kommst du zu mir. 3. Du wollest, JEsu, meinen Willen mit der Gelassenheit erfüllen; brich der Natur Gewalt entzwei, und mache meinen Willen frei. 4. Ich füble wohl, daß ich dich liebe, und mich in deinen Wegen übe; nur jetzt gehen; ich bleibe fest ist von der Unlauterkeit stehen, und ringe mit dir, ergieb dich nur mir. 8.( Seele.) HErr, gieb mir den Segen. In finsteren Wegen läßt du mich die Liebe noch nicht ganz befreit. 8.( Jesus.) Die also im Ringen sich um mich fest schwingen, empfangen 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; den Segen und Licht auf der Sinn muß tiefer in den Wegen, wie Jacob das Licht bei Pniel anbricht. dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier gel9.( Seele.) HErr, laß dich gewinnen, wenn gleich 408 Dom geistlichen Kampf. gelten nichts der Menschen, Sünd, die schwere TodesThaten; wer macht sein Bürde, doch abgenommen Herz wohl selber rein? würde. Ach daß ich von Es muß durch dich ge der Last des Fleisches, die wirket sein. mich drůcket, und meinen Geist ersticket, bekäme Rub und Rast. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stebst mir bei, und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen, und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit erfiehst, und mich aus solchen Nehen ziehst. 3. JEsu, mein HErr und GOtt, du meines Todes Tod, du meines Lebens Leben, wann willst du dich erheben? Steh auf, erhebe dich; ertödt in deiner Stärke des todten Fleisches Werke, in dir ertidte mich. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen dir, met- 4. Ich bin des Lebens nem Vater, ganz befeh- satt, das mir eh süße that, len: ach drücke tief in weil es ein Tod und Stermeinen Sinn, daß ich in ben, und stetiges Verder dir schon selig bin. ben mehr als ein Leben 11. Wenn ich mit Ernst war. So will ich denn hieran gedenke, und mich nun streben nach einem in deinen Abgrund senke, bessern Leben mit Auserso werd ich von dir an- wählter Schaar. geblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: GOtt hat der Höllen Macht geschlagen: GOtt führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 2. Mein GOtt, wann hilfft du mir? wann zeucht du mich zu dir? Wie lange soll das Leben des Fleisches widerstreben dem edlen Geistes- Trieb? Wie lange soll ich leiden, was mich und dich kann scheiden, des Fleisches Werk und Lieb? 5. Wer hier dem Fleische nach will leben, der, o, ach 12. So wächst der Eifer ist an der Seel erstorben, mir im Streite, so schmeck er hat durchs Fleisch verich theils die süße Beute, dorben den edlen Geist und fühle, daß es Wahr- aus GOtt. Wer alles heit ist, daß du, mein GOtt, das will haben, was undie Liebe bist. Eh. Fr. Richter. ser Fleisch kann laben, deß Seele leidet Noth. Mel. O JEfu, du bist mein. 6. Des Geists und Fleisches Reich bestehen nicht armes das Fleisch muß 475. I Menschen untergeben, ſonst mag der kind, ach daß mir meine Geist nicht stehen. Denn wo Dom geistlichen Kampf. 409 wo das Fleisch regiert, o Weinstock deiner Reben, da schlägt es alles nieder, o JEsu, GOttes Sohn! was Herz und Geist hin- 12. Mein Schat, umwieder zum Leben neu ge- fasse mich, ich, Schat, biert. umfaffe dich, mein Hell, 7. Drum, JEsu, hilf mein Licht und Sonne, o du mir, daß mein Geift leb füße Seelenwonne! Du in dir; laß alles an mir bist mein Bräutigam. Mein sterben, verwesen und ver- Herz hat stets gethrånet, derben, was fleisch- und und sich nach dir gesehret, sündlich ist, daß sich zum eh ich, Schatz, zu dir kam. neuen Leben mein Geift mag auferheben, wie du erstanden bist. 13. Nun aber, ach nunmehr bin ich erfreuet sehr; die Augen sind erfrischet, die Thränen abgewischet; all meine Feinde sind, Triumph, Triumph! verschwunden. Ich habe JEsum funden. Ich bin ein seligs Kind! Heinrich Georg Neuß. 8. Gieb, daß ich sei der Belt mit dir ans Kreuz gestellt; gieb mir das recht zu fassen, was alle Menschen haffen, dein Kreuz und deinen Tod, und daß mir sei hingegen der Welt Luft, Freud und Segen mein Kreuz and meine Noth. 9. So werd ich auch mit 476. J dir rechten In eigener Melodie. HErr JEsu durch einen Tod eingehen, Christ, ich bitt, erhör mein und ta dir auferstehen zur Klagen; verleih mir Gnad Unverweslichkeit. Ich werd zu dieser Frist, laß mich im neuen Wesen des Gei- doch nicht verzagen; den fies wohl genesen in Him- rechten Weg, o HErr, ich melsluft und Freud. mein, den wollest du mir 10. So werd ich, JE- geben, dir zu leben, meinm fu, dich anschauen innig- Stächsten nuß sein, dein lich; du wirst mich dann Wort zu halten eben. umfassen, und mich dich 2. Ich bitt noch mehr, küssen lassen, o süße See- o HErre GOtt, du kannst len- Luft. Wie werd ich mich es mir wohl geben, daß erquicken, wenn JEsus ich nicht wieder werd zu mich wird drücken vor Spott; die Hoffnung gieb Lieb an seine Brust. daneben; voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mdg vertrauen, und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein Fein18 dent 11. Wie werd ich dich alsdann, mein JEsu, reden an. Mein Trost nach meinen Plagen! werd ich dann zu dir sagen, mein edie Perlenkron, mein theurer Schab, mein Leben, 410 Dom geistlichen Kampf. den mög vergeben; verzeih wenn Fleisch und Blut, mir auch zu dieser Stund, Satan und Welt mich zu schaff mir ein neues Leben; berücken ganz grimmig andein Wort mein Speis laß laufet, oder auch schmeiallweg sein, damit mein chelnd sich listig verstellt. Seel zu nähren, mich zu Wenn Babel wüthet von wehren, wenn Unglück geht außen und innen, las mir, her, das mich bald möcht HErr, niemals die Hülfe verkehren. zerrinnen. 4. Laß mich kein Luft 3. JEsu, hilf fiegen, ach noch Furcht von dir in wer muß nicht klagen: dieser Welt abwenden; be- HErr, mein Gebrechen ist ständig sein ans End gieb immer vor mir. Hilf, wenn mir, du hasts allein in die Sünden der Jugend Händen; und wem dus mich nagen, die mein Gegiebst, der hats umsonst, wissen mir täglich hält für. es mag niemand erwerben Ach laß mich schmecken dein noch ererben durch Werk Fräftigs Verfühnen, und deine Gnad, die uns er- dies zu meiner Demüthirett vom Sterben. gung dienen. 5. Ich lieg im Streit und 4. JEsu, hilf fiegen, widerstreb, hilf, o HErr wenn in mir die Sünde, Christ, dem Schwachen, Eigenlieb, Hoffart und an deiner Gnad allein ich Mißgunst sich regt; wenn kleb, du kannst mich står- ich die Last der Begierden fer machen. Kommt nun empfinde, und sich mein Anfechtung her, so wehr, tiefes Verderben Tarlegt: daß sie mich nicht umstoße. so hilf, daß ich vor mir Du kannst maßen, daß mirs selbst mag erröthen, und nicht bringt Gfähr; ich durch dein Leiden mein weiß, du wirsts nicht lassen. sündlich Fleisch tödten. 5. JEsu, hilf fiegen, und lege gefangen in mir die Lufte des Fleisches, 477.J Esu, hilf fie- und gieb, daß bei mir gen, du Für- lebe des Geiftes Verlanste des Lebens, fieh, wie gen, aufwärts sich schwindie Finsterniß dringet her- gend durch heiligen Trieb; ein; wie sie ihr höllisches laß mich eindringen ins Heer nicht vergebens mach- göttliche Wesen: so wird tig aufführet, mir schädlich mein Geist, Leib und zu sein. Satan der sinnet Seele geneſen. auf allerhand Ranke, wie 6. JEsu, hilf fiegen, er mich sichte, versidre und damit auch mein Wille frånke. dir, HErr, sei gånzlich 2. JEsu, hilf fiegen, der zu eigen geschenkt, und du mich erkaufet; rette, ich mich stets in dein WolMel. Einer ist König, Immanuel sieget. Dom geistlichen Kampf. 411 Wollen verhülle, wo sich die Nacht mit Ermüden die Seele zur Ruhe hin- will decken, wollst du mich, lenkt; laß mich mir ster- JEsu, ermuntern und ben und alle dem Mei- wecken. nen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 11. JEfu, hilf siegen. Wenn alles verschwindet 7. JEsu, hilf siegen in und ich mein Nichts und allerlei Fällen, gieb mir Verderben nur seh, wenn die Waffen und Wehre kein Vermögen zu beten zur Hand; wenn mir die sich findet, wenn ich muß höllischen Feinde nachstel- sein ein verschüchtertes len, dich mir zu rauben, Reh: ach HErr, so wollst o edelstes Pfand, so hilf du im Grunde der Seelen mir Schwachen mit All dich mit dem innersten macht und Stärke, daß Seufzen vermählen. ich, o Liebster, dein Dasein vermerke. 12. JEsu bilf fiegen, und laß mirs gelingen, 8. JEsu, hilf fiegen, daß ich das Zeichen des wer mag sonst bestehen, Sieges erlang: so will wider den listig verschmiz- ich ewig dir Lob und jeten Feind? Wer mag Dank singen, JEsu, mein doch dessen Versuchung Heiland, mit frohem Geentgehen, der wie ein En- sang. Wie wird dein Nagel des Lichtes erscheint? me da werden gepriesen, Ach HErr, wo du weichst, wo du, o Held, dich so so muß ich ja irren, wenn machtig erwieſen. mich der Schlangen List 13. Esu, hilf fiegen, sucht zu verwirren. laß bald doch erschallen, 9. JEsu, hilf fiegen, das Zion rufet: Es ist und laß mich nicht sin- nun vollbracht! Babel, die ken, wenn sich die Kraf- Stolze, ist endlich gefallen, te der Lügen aufblähn, und die da bishero so lang bat mit dem Scheine der gekracht. Ach HErr, komm, Wahrheit sich schminken, mache ein Ende des Krielaß doch viel heller dann ges, schmücke dein Zion deine Kraft sehn; steh mir mit Palmen des Sieges. zur Rechten, o König und 14. JEsu, hilf fiegen, Meister, lehre mich kam- damit wir uns schicken, pfen und prüfen die Geister. würdig zur Hochzeit des Lammes zu gehn; kleide dein Zion mit güldenen Stücken, laß uns den Untergang Babels einst sehn. Laß dein Gebet mich un- Doch wohlan! kracht es, endlich vertreten, der du so wirds auch bald lieversprochen, mein Für- gen. Auf, Zion, rüste dich, sprach zu sein; wenn mich JEsus hilft fiegen. 10. JEsu, bilf fiegen im Wachen und Beten; Hüter, du schläfft ja und schlummers nicht nicht ein. 18* 15. JE 412 Dom geistlichen Kampf. 15. JEsu, hilf fiegen; 4. Du bist nein Stärk, wenns nun fommt zum mein Fels, mein Hort, Sterben, mach du mich mein Schild, mein Kraft, würdig und stetig bereit, sagt mir dein Wort, meint daß ich mich könne recht Hülf, mein Heil, mein Lenennen dein Erben dort ben, mein starker GOtt in der Ewigkeit, hier in in aller Noth: wer mag der Zeit. JEsu, mein JE- mir widerstreben? su, dir bleib ich ergeben, bilf du mir siegen, mein Heil, Troft und Leben. 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügett und mit falschem Gdicht 16. JEsu, bilf siegen, viel Neß und heimlich wenn ich nun soll scheiden Stricke. HErr, nimm meint von dieser jammer- und wahr in dieser Gfahr, bhut leidvollen Welt, wenn du mich vor falschen Tücken. mich rufest, gieb, daß ich mit Freuden zu dir mdg fahren ins bimmlische Zelt. Laß mich, ach JEsu, recht ritterlich ringen, und durch das Leben und Tod zu dir dringen. V.1.bis 14. Joh. Heinr. Schröder. 6. HErr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein GOtt, weich nicht von mir. nimm mich in deine Hände. O wahrer GOtt aus aller Noth hilf mir am lebten Ende. In eigener Melodie. 7. Glori, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei GOtt Vater und Sohn bereit, dem hab mit Namen, 478. Jich gehoffet, Die göttlich Kraft mach HErr, hilf, daß ich nicht uns sieghaft durch JEsum zu Schanden werd noch Christum, Amen. ewiglich zu Spotte. Def Adam Reußner. bitt ich dich, erhalte mich in deiner Treu, HErr Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. 2. Dein gnädig Ohr neig 479. Schild und ft GOtt mein her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich berfür, eil Helfersmann, was wird bald mich zu erretten; in sein, das mir schaden kann? Angst und Wch ich lieg weicht, alle meine Feinde! und steh, hilf mir in mei- Die ihr mir listiglich nachnen Ndthen. steht, nur eurer Schmach 3. Mein GOtt und entgegen geht: ich habe Schirmer, sieh mir bei, Gott zum Freunde. fet mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mdg ftreiten wider mein Feind, 2. Ist GOtt mein Trost und Zuversicht, kein Leid kann sein, so mich ansicht: der gar viel seind an mir weicht, alle meine Feinde! auf beiden Seiten. Die ihr nur finnet auf Ge Dom geistlichen Kampf. 413 Gefahr, ich achte solches Mel. O( HErr) JEſu gar kein Haar: ich habe Chrift, du höchstes Gut. GOtt zum Freunde. 3. Ist GOtt mein 480. Meinerz Schirm und mein Panier, GOtt, Fein Ungemach kann scha- spricht selbst zu mir: Wo den mir; weicht alle meine willst du Gnade finden? Feinde! Die ihr mich ångstet Der große GOtt, der zurnt und betrübt, es ist umsonst, mit dir von wegen deiner was ihr verübt; ich habe Sünden. Wer GOtt mit GOtt zum Freunde. seiner Missethat so oft wie du beleidigt hat, dem ist er gar nicht gnädig. 4.3ft GOtt mein Schuß und treuer Hirt, fein un glück mich berühren wird: 2. Drum gieb du mir weicht, alle meine Feinde! nach deiner Gnad ein inDie ihr mir stiftet Angst niglichs Verlangen, Haß und Pein, es wird zu eurem gegen Sünd und MisseSchaden sein: ich habe that, und Lust dir anzuGOtt zum Freunde, hangen; daß ich an sol5. ft Gott mein Ret- chen Zeichen seh, wie ich ter und Patron, was acht noch fest im Glauben steh, ich der Welt Schimpf und und an dir, JEsu, bleibe. Hohn: weicht, alle meine 3. Ach lehr mich einig Feinde! Die ihr mich lå- und allein von ganzem stert früh und spat, es Herzen glauben, daß du wird euch richten eure mir wollest gnädig sein, That: ich habe GOtt zum und wohlgewogen bleiben Freunde. wend alle meine Traurig6. Jft GOtt mein Heil, keit, und mache mein Herz mein Hülf und Kraft, die voller Freud, Trost, Hülfe, böse Welt an mir nichts Heil und Leben. schafft: weicht, alle meine 4. Soll aber ich mich ferFeinde! Die ihr auf mich nerweit mit solchen Sorvergallet seid, ihr thut euch gen quälen: so hilf nach selbst gebranntes Leid: ich deiner Gütigkeit, HErr, habe GOtt zum Freunde. meiner armen Seelen, daß 7. Ift GOtt mein Bei- ich im Glauben feste steh, sland in der Noth, was bis diese Prob zu Ende geh, kann mir schaden Sund und ganz errettet werde. und Tod? weicht, alle Joachim Bartholomäus Meyer. meine Feinde! Tod, Sünde, Mel. O( HErr) JEfu Teufel, Höll und Welt, ihr Christ, du höchstes Gut. müsset räumen doch das Feld: ich habe GOtt zum 481. Schau, lieber Freunde. Ernst Christoph Homburg. meine Feind, damit ich stets muß kämpfen, so listig und 414 Dom geistlichen Kampf. und so mächtig seind, daß, Verleih mir deines Getsie mich leichtlich dämpfen. stes Stark, daß meiner HErr, wo mich deine Gnad Feinde Lift und Werk danicht hält, so kann der Teu- durch zerstöret werde. fel, Fleisch und Welt mich leicht in Sünden stürzen. 7. Laß diesen deinen guten Geist, mich innerlich 2. Der Satanas mit regieren, daß ich allzeit seiner List im Anfang gar thu, was du heißt, und süß locket; drauf, wenn die mich nichts laß verführen; Sund begangen ist, das daß ich dem Argen wiHerze er verstocket; er dersteh, und nicht von treibt mit Trug und mit deinem Weg abgeh zur Gewalt von einer Sünd Rechten oder Linken. zur andern bald, und endlich in die Hölle. 8. Ob bose Lust noch mannigfalt mich anficht, 3. Der Welt Art ist weil ich lebe, so hilf, dag auch wohl bewußt, wie die ich ihr alsobald im Ankann Anlaß geben zu Au- fang widerstrebe, und daß genlust, zu Fleischeslust, ich da vergesse nicht die zu hoffärtigem Leben. Todesstunde, das Gericht, Wenn aber GOttes Zorn den Himmel und die Hölle. angeht, ein jeder da zurücke steht, die Freundschaft hat ein Ende. 9. Gieb, daß ich denke jederzeit an diese letten Dinge, und dadurch alle Sündenfreud aus meinem Herzen bringe: damit ich mdg mein Lebenlang dir dienen ohne Furcht und Zwang in willigem Gehorsam. 4. Und dennoch will mein Fleisch und Blut von dem ungerne lassen, was ihm so großen Schaden thut, es will die Welt nicht hassen; die kurze Frend gefällt ihm 10. GOtt Vater, deine wohl, drum wills nicht, Kraft und Treu laß reichdaß ich meiden soll des lich mich empfinden. O Teufels Netz und Stricke. Esu Christe, steh mir bei, 5. Nun muß ich Armer daß ich kann überwinden. immerfort mit diesen Fein- Hilf, heilger Geist, in dieden streiten; sie angsten sem Krieg, daß ich da immer mich an allem Ort, und einen Sieg erhalte nach sind mir stets zur Seiten. dem andern. David Denicke. Der Satan seht mir heftig Mel. Freu dich sehr, o zu, die Welt läßt mir gar meine Seele. keine Ruh, mein Fleisch zur Sund mich reizet. 6. Zu dir flieh ich, o 482. Schutte deines Lichtreuer GOtt; ich weiß sie tes Strahlen, o mein Heinicht zu stillen; hilf, Va- land über mich; laß fie ter, hilf in dieser Noth mein Gemüth bemalen mit um Jesu Christi willen. der Klarheit mächtiglich, und Vom geistlichen Kampf. 415 und vertreib durch Heiter- deine Güte mein gepreßfeit in mir alle Dunkel- tes Herz empor; ziehe nach heit, daß ich möge vor dir dir mein Gemüthe, öffne stehen, und dein Gnaden- ihm des Himmels Thor, licht ansehen. daß es göttlich werd erdavon 2. Hemme in mir das freut, und flieh alle EitelZerstreuen meiner Sin- keit, an gar nichtes mehr nen, deine Kraft kann zu denken, was nicht kann mich leicht be- gen Himmel lenken. freien; ach wann wird 7. Reiße weg aus meidie hulf geschafft? Stehe nem Herzen allen Trost mir im Kampfe bei, daß der Kreatur; denn der linich Uleberwinder sei, weil dert nicht die Schmerzen, fich die Versuchungsstun- zeigt mir auch nicht deine den mächtig haben ein- Spur. Die Begierde gefunden. brennt in mir, o mein 3. Tödte in mir alle Heiland, nur nach dir; Thiere der Begierden, laß mich, wenn ich dich die allzeit mich bestreiten, gefunden, ewig mit dir und vollführe selbst in sein verbunden. mir zum Sieg den Streit, daß dein Friede je und je in dem Herzen kräftig blüh, und mein Mund Johann Christian Nehring. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. zu allen Zeiten möge dei- 483. Treuer Gott, nen ausbreiten. ich muß 4. HErr, gebeut den dir klagen meines Herstarken Winden, dem Ge- zens Jammerstand, ob witter und dem Meer, so dir wohl find meine Plamuß sich die Stille finden, gen besser als mir selbst ob sie wüthen noch so sehr. bekannt: große SchwachLasse deiner Wahrheit heit ich bei mir in AnSchein als ein helles Licht fechtung oftmals spür, mir sein; denn sonst bleib wenn der Satan allen ich schndde Erde, wenn ich Glauben will aus meinicht erleuchtet werde. nem Herzen rauben. 5. Laß von oben auf mich 2. Du, GOtt, dem nichts fließen deiner Gnaden ist verborgen, weißt, daß Süßigkeit, und den mat- ich nichts von mir hab, ten Geist genießen deinen nichts von allen meinen Himmelsthau allzeit. Geuß Sorgen, alles ist, HErr, in meine dürre Erd Le- deine Gab; was ich Gubensströme, daß ich werd tes find an mir, das hab fruchtbar, und vor allen ich allein von dir; auch Dingen, dir mög gute den Glauben mir und alFrüchte bringen. len giebst du, wie dirs mag 6. Ach so heb durch gefallen. 3. D 416 Vom geistlichen Kampf. 3. O mein GOtt, vor Fünklein auf, bis daß nach den ich trete ießt in mei- vollbrachtem Lauf ich den ner großen Noth: höre, Auserwählten gleiche, und wie ich sehnlich bete, laß des Glaubens Ziel erreiche. mich werden nicht zu 8. GOtt, groß über alle Spott; mach zunicht des Götter, heilige DreieinigTeufels Werk, meinen feit, außer dir ist kein Erschwachen Glauben stärk, retter, tritt mir selbst zur daß ich nimmermehr ver- rechten Seit, wenn der zage, Christum stets im Feind die Pfeil abdrückt, Herzen trage. meine Schwachheit mir 4. JEsu, Brunnquell aufrückt, will mir allen aller Gnaden, der du Trost verschlingen, und niemand von dir stößt, mich in Verzweiflung der mit Schwachheit ist bringen. sondern deine beladen, 9, 3euch du mich aus Jünger tröst: sollt ihr seinen Stricken, die er mir Glaube auch so klein wie geleget hat; laß ihm fehlen ein kleines Senfkorn sein, wollst du sie doch würdig schäßen, große Berge zu versehen. seine Tücken, dranf er finnet früh und spat. Gieb Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so öfters ich muß 5. Laß mich Gnade vor Feinde dämpfen. dir finden, der ich bin voll kämpfen, hilf mir meine Traurigkeit: hilf dus mir selbst überwinden, so oft 10. Reiche deinem schwaich muß in den Streit; chen Kinde, das auf matmeinen Glauben täglich ten Füßen sieht, deine Gnamehr, deines Geistes deuhand geschwinde, bis Schwert verehr, damit ich die Angst vorübergeht; wie den Feind kann schlagen, die Jugend gångle mich, alle Pfeile von mir jagen. daß der Feind nicht rühme 6. Heilger Geist ins sich, er hab ein solch Herz Himmels Throne, gleicher gefället, das auf dich sein GOtt von Ewigkeit mit Hoffnung stellet. dem Vater und dem Soh- 11. Du bist meine Hülf ne, der Betrübten Trost im Leben, mein Fels, meine und Freud, der du in mir Zuversicht, dem ich Leib angezündt, so viel ich an und Seel ergeben: GOtt, Glauben find, über mir mein GOtt, verzieh doch mit Gnaden walte, ferner nicht; eile, mir zu stehen deine Gab erhalte. bei, brich des Feindes Pfeil entzwei; laß ihn selbst zurücke prallen, und mit Schimpf zur Höllen fallen. 12. Ich will alle meine 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du angefangen hast. Blas das kleine Tage rühmen deine starke Hand, Dom geistlichen Kampf. 417 Hand, daß du meine Plag| tan macht mich auch fast und Klage haft so herzlich mürbe, daß mir auch der abgewandt. Nicht nur in Sieg verdürbe, wo mir der Sterblichkeit soll dein deine treue Kraft nicht geRuhm sein ausgebreit: ich wünschte Hülfe schafft. wills auch hernach erweisen, und dort ewiglich dich preisen. Johann Heermann. 5. Drum, mein JEsu, steh mir Armen in so groBer Schwachheit bei: las dich meiner Noth erbarmen, mache mich von allem frei, was mir will mein Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 484. Mer das Klei- Ziel verrücken; komm, mich nod will selbst recht zuzuschicken; erlangen, der muß laufen, gieb mir Krast und Freuwas er kann; wer die Krone digkeit, fördre meinen Lauf will empfangen, der muß und Streit. kämpfen als ein Mann; 6. Es verlohnt sich wohl dazu muß er sich in Zei- der Mühe, ob mirs gleich ten auf das beste zube- was sauer wird, wenn ich reiten, alles andern můßig mich der Welt entziehe, gehn, was ihm kann im die mich stets zurücke firrt: Wege stehn. deine trene Gnadenkrone 2. Herzens- JEsu, deine ist mir übergnug zumLohne; Güte steckt mir auch ein wirst du nur mein BeiKleinod für, das entzückt stand sein, so ist sie in mir mein Gemüthe durch Kurzem mein. 3oh. Menger. den Ausbund seiner Zier; o wie glänzt die schöne In eigener Melodie. ( ChriKrone von dem hohen Eh- 485.- Wer die du in der stus.) Herrlichkeit deinen Strei- überwindet, soll vom Holz tern haft bereit! genießen, das in dem Pa3. Mich verlangt von radiese GOttes grunt; er ganzem Herzen auch nicht soll von keinem Tod noch weit davon zu sein; ja ich Elend wissen, wenn er mir, ziele recht mit Schmerzen als dem HErrn des Lebens, auf den freudenvollen tient. Ich will ihn laben Schein: doch das Laufen mit Himmelsgaben, und thut mir bange, und der er soll haben, was ewig Kampf wird mir zu lange: trofit. der geschmückte Erdenwust nimmt mir öfters alle Luft. 2.( Seele.) O JEsu, bilf du mir selbst überwin4. Mein verderbter Ei- den; ich kämpfe zwar, jegenwille hat bald dies, bald doch mit wenig macht; das zu thun; hält im Lau- oft pflegt die Sünde mir fen vielmal stille, und will den Arm zu binden, daß in dem Streite ruhn. Sa- in dem Streite fast das 18** Herz 418 Vom geistlichen Kampf. Herz verschmacht. Du Werke bis an das Ende mit mußt mich leiten, selbst Beständigkeit, dem geb ich helfen streiten, und mich über Heiden Macht und bereiten, wie dirs gefällt. Stårke, daß er sie mit der eisern Ruthe weid, bis fie zerschmissen erkennen müsscn, daß all ihr Wissen vor mir nichts gilt. 8.( Seele.) JEsu, hilf 3.( Christus.) Wer überwindet, dem soll nichts geschehen vom andern Tode, der die Seele quält; er soll mein Angesicht vorm Throne sehen, wo das erwählte du mir selbst überwinden. Heer mein Lob erzählt. Gieb, daß mein ChristenNach tapferm Ringen soll thum recht lauter sei. Laß er mir singen, und Opfer sich nichts Heidrischs mehr bringen in Heiligkeit. an mir befinden. Ach ma4.( Seele.) JEsu, che mich vom finstern Wehilf du mir selbst überwin- sen frei. Du mußt mich dett; mein Glaub ist oft- lehren mein Herz bekehmals schwach und wirket ren, und das zerstören, was nicht. Schick einen Gna- dich betrübt. denstrahl, ihn zu entzun- 9.( Chriftus.) Wer überden, vertreib die Finster- windet, soll ganz weiß geniß durch helles Licht. Laß kleidet im Buch des Lemich recht brennen, in bens eingeschrieben sein, Schranken rennen, und dich erkennen, o Siegesfürst! wo seinen Namen nichts vertilgt noch scheidet, den 5.( Christus.) Wer über- ich bekennen will, daß er windet, dem will ich zu ist mein. Vors Vaters effen vom Manna geben, Throne, bei dem ich wohdas verborgen liegt. Sein ne, wird ihm die Krone Zeugniß bleibet auch gar des Heils geschenkt. nicht vergessen, ein neuer 10.( Seele.) JEsu, Name wird ihm beigefügt, hilf du mir selbst überden der verstehet, wer ihn winden. Mein Kleid der empfähet, und wen erhö- Seelen ist noch schwarz het des Lammes Blut. befleckt; der Werke Un6.( Seele.) O JEsu, hilf werth muß wie Rauch du mir selbst überwinden. verschwinden, vor deinen Die Welt legt mir ihr fal- Augen bleibt ja nichts versches Manna vor, darein deckt. Ach mach mich reine, verbirget sie das Gift der daß ich als deine im Buch Sünden. Ach ziehe mich erscheine, das ewig bleibt. von ihr zu dir empor! Du 11.( Christus.) Wer überwollst verjagen und nie- windet, soll ein Pfeiler derschlagen, die zu mir sa- bleiben im Tempel meines gen: Wo ist dein GOtt? GOttes früh und spat; 7.( Christus.) Wer über- ich will auf ihn den Nawindet, und hält meine men GOttes schreiben, Jeru Dom geistlichen Kampf. 419 rusalems, das GOtt er- Sinn, daß ich zwar wider wählet hat. Mein Na- Willen, HErr, wider dich menszeichen soll er errei- ohn alle Maaß vom bdchen, und nimmer weichen, sen Geist mein Herze laß noch von mir gehn. mit Lasterung anfüllen? 12.( Seele.) O JEsu, 2. Du haft mir ja von hilf du mir selbst überwin- Kindheit an an Leib und den. Wie leichtlich sinket Seel viel Guts gethan, doch mein Herz und Muth. und alle Gnad erwiesen; Du kannst mich vollberei- ist denn nun dies der ten, stärken, gründen, ach Dank dafür? Wirst du, waffne mich zum Siege mein GOtt, also von durch dein Blut. Du kannst mir für deine Güt geden Schwachen gnug Kräf- priesen? te machen, daß sie stets 3. Ach HErr, ich hatwachen und siegreich sind. te wohl verdient, daß 13.( Christus.) Wer über- du mich als ein bises windet, soll im Himmel Kind alsbald zur Höllen fiben auf meinem Stuhl, stießeft, und mich dagleichwie ich überwand. selbst bei höchster Qual die Ich mußt auch in der GOtteslästrung allzumal Welt am Kreuze schwißen, im Feuer büßen ließest. nun siz ich zu des Vaters 4. Du aber lehre mich rechten Hand. Hier soll verstehn, daß solches låfich laben an Himmels- sterliche Schmähn vom gaben, und Ruhe haben, bdsen Geist herrühre, daß wer recht gekämpft. er durch solche Lasterung 14.( Seele.) O JEsu, mich Armen in Verzweihilf du mir selbst über- felung und andre Laster winden. Der Feinde Zahl führe. ist groß, ach komm ge- 5. Rett dein und meines schwind; Welt, Teufel, Heilands Ehr, und laß den Fleisch und Blut, sammt Teufel nun nicht mehr in meinen Sünden sind mir meinem Herzen schmähen. zu stark. DHErr, erhör Ach gieb, daß ich dem dein Kind. So soll dort Lästergeist, der mich dich oben mein Geist dich lo- nur verlästern heißt, mög ben, wenn ich erhoben den kräftig widerstehen! Sieg erlangt. 6. Verleih, daß ich Amadeus Creuzberg. gleich zu der Zeit, wenn sich der böse Geist nicht Mel. Kommt her zu mir, scheut, durch Låsterung spright GOttes Sohn. zu toben, dich mög in 486. Wo o denk ich meines Herzens Grund armer und äußerlich mit metMensch doch hin, wie nem Mund mit hohem tomm ich doch auf diesen Ruhme loben. 7. Ach 420 Dom geistlichen Kampf. 7. Ach HErr, ich schreie, kehren ein, so mußt du noch zu dir: laß deinen erst Marta sein. guten Geist in mir mit 4. Was hilfts, daß seiner Gnade bleiben. Ich Christus uns geboren, und raum ihm gang mein uns die Kindschaft wieHerze ein, das soll sein der bringt, wenn, da beilger Tempel sein, sein dies Recht schon längst Werk darin zu treiben. verloren, man bierzu nicht 8. Ach heilger Geift, durch Buße dringt, als komm, heile mich, daß Kind im Geist sich neu Satan, der so ldsterlich gebiert, und stets ein göttdich stets geschändet, wet- lich Leben führt? che. Ach bleib und wirke Was hilft dem Mentdu in mir, daß alles, schen Christi Lehre, wer was ich nehme für, zu der Vernunft ein Sklave GOttes Lob gereiche. bleibt, nach eigner WeisJoachim Bartholomäus Meyer.| heit, Wahn und Ehre sein Leben, Thun und WanMel. Wer nur den lie- del treibt? Ein Chrift, der ben GOtt läßt walten. die Verleugnung ehrt, 487. Mohl dem, folgt dem nur, was sein der sich JEsus lehrt. mit Fleiß bemühet, daß 6. Was hilft uns Chrier ein Streiter Chrifti sei; fti Thun und Leben, was der nicht am Lasterseile Demuth, Lieb und Freundziehet, von Hochmuth, lichkeit, wenn wir dem Neid und Wollust frei; Stolz und Haß ergeben, der stets die arge Welt und schånden seine Heiligbekämpft, und seinen eig- keit? Was hilfts, nur im nen Willen dåinpft. Verdienst allein, und nicht im Glauben Christi sein? 2. Der heißt allein nur Chrifti Streiter, wer 7. Was hilft uns Christi ihm in allem folget nach; Angst und Leiden, wenn wem er føll sein Weg, man nicht will ins Leiden Licht und Leiter, der gehn? Nur uach der Pein trägt auch billig seine sind süß die Freuden, und Schmach; wer nicht den nach der Schmach steht Delberg mit ihm steigt, Purpur schön. Wer htet wird Thabors Glanz nicht seinen Adam kränkt, auch nicht gezeigt. wird Christi Kron auch 3. Was hilfts, daß nicht geschenkt. Chriftus hier empfangen, 8. Was hilft uns Christi und unser Fleisch theil- Tod und Sterben, wenn haftig ward, wenn wir wir uns selbst nicht sterben nicht auch dazu gelangen, ab? Du liebst dein Leben daß GOtt sich in uns offen zum Verderben, führst du bart? Und soll er in dich die Luft nicht in sein Grab, Dom süßen Troste GOttes. 421 Es bleibt dir Christi Tod hilft dir sein gen Himmel ein Bild, wenn du der Welt nicht sterben willt. gehen, flebst du noch att der Erden Koth? Was hilft dir sein Triumph und Sieg, führst du mit die 9. Was hilft sein Löfen und Befreien, wer mit der Welt im Bunde sicht? nicht selber Krieg? Was hilft, HErr, HErr 11. Wohlan, so lebe, und Meister schreien, wer thu und leide, wie JEfus nicht aus Satans Banden dir ein Vorbild war. Such, geht? Wie denkt doch der, er daß dich seine Unschuld set versühnt, wer noch der kleide, so bleibst du in der Welt und Sünden dient? Streiter Schaar. Wer TE10. Was hilft dir Christi) sum liebt, tracht nur allein, Auferstehen, bleibst du noch ein Weltbestreiter stets zu in dem Sündentod? Was sein. Jacob Gabriel Wolf. X. Vom süßen Troste GOttes. In eigener Melodie. nicht rauben, und lief er noch so heftig an. 488. Ash JEfu, 4. Ich weiß, daß GOtt meiner mich hat erkoren, daß mich Seelen Freude, mein sein Geift hat neu geboReichthum, wenn ich Man-[ ren, daß mir sein Sohn gegel leide, mein Heil in storben ist; ich weiß, HErr, meiner Sündenlast, mein daß du bist mein Leben, Anker, wenn mein Schiff daß du auch bist für mich will wanken, mein Licht, gegeben, ja, daß du noch wie kann ich dir verdant- mein Helfer bist. fen, daß du mich so geliebet haft? 5. Schlägt Moses seine Donnerflammen um mein 2. Jch armer Knecht, verdammtes Haupt zuich war verloren, und du, sammen: in dir, o JEsu, mein HErr, du wirst ge- find ich Ruh; muß ich mit boren, und giebst für mich Sünd und Hölle streiten, dich in Gefahr; ich war so lauf ich, HErr, auf dein Feind, du kommst deine Seiten, als meine gelaufen, mein Leben durch stärkste Festung zu. dein Blut zu kaufen, das anders nicht zu retten war. 3. Treu, die nicht ist auszufinnen, was soll ich Armer doch beginnen, der dies nicht wohl begreifen kann? Doch wohl, ich babe festen Glauben, den soll mir auch der Feind 6. Und kommt auch gleich der Tod gesprungen, hat JEsus doch für mich gerungen, und durch den Lod den Tod verjagt. Was darf mir vor dem Tode grauen, wenn ich durch ihn soll wirklich schauen, was mir mein JEsus zugesagt? 7. Nun 422 Dom süßen Trofte GOttes. 7. Nun, JEsu, laß mich viel getraut, hättst du, eh an dir kleben, so bleibet ich zugeschaut, mir zum dir mein ganzes Leben mit Fall ein Sieb gebaut. stets verbundner Treu ver-= 5. Ich erkenne deine List, pflicht; denn wer sich hier da du mit erfüllet bist; mit dir verbindet, der lebt, du belügst mir meinen obgleich sein Leben schwin- GOtt, und machst seinen det, und stirbet auch im Ruhm zu Spott; wenn Tode nicht. er setzt, so wirfst du um, Christian Knorr v. Rosenroth. Wenn er spricht, verkehrt dein Grimm seine süße Mel. Singen wir aus Vaterstimm. Herzensgrund. 6. Hoff und wart ich 489. Auf den Ne- alles Guts, bin ich froh bel folgt und gutes Muths: rückst die Sonn, auf das Trau- du mir aus meinen Sinn ren Freud und Wonn, auf alles gute Sinnen hin. die schwere bittre Pein stellt GOtt ist, sprichst du, fern sich Trost und Labsal ein. von dir, alles Unglück bricht Meine Seele, die zuvor herfür, steht und liegt vor fank bis zu dem Höllen- deiner Thur.. thor, steigt nun bis zum Himmelschor. 7. He's dich weg, verlogner Mund. Hier ist 2. Der, vor dem die GOtt und GOttesGrund; Welt erschrickt, hat mir hier ist GOttes Angesicht meinen Geist erquickt; seine und das schöne helle Licht hohe starke Hand reißt mich seinesSegens, seiner Gnad; aus der Höllen Band. Alle all sein Wort und weiser seine Lieb und Güt über- Rath steht vor mir in volschwemmt mir mein Ge- ler That. muth, und erfrischt mir mein Geblüt. 8. GOtt lågt keinen traurig stehn, noch mit 3. Hab ich vormals Angst Schimpf zurücke gehn, der gefühlt, hat der Gram mein sich ihm zu eigen schenkt, Herz zerwühlt, hat der und ihn in sein Herze senkt. Kummer mich beschwert, Wer auf GOtt sein Hoffhat der Satan mich be- nung setzt, findet endlich thört: ei, so bin ich nun- und zuleht, was ihm Leib mehr frei; Heil und Ret- und Seel ergößt. tung, Schuß und Treu steht mir wieder treulich bei. 9. Kommts nicht heute wie man roill, sei man nur 4. Nun erfahr ich, schud- ein wenig still; ist doch der Feind, wie dus habst morgen auch ein Tag, da mit mir gemeint; du hast die Wohlfahrt kommen wahrlich mich mit macht mag. GOttes Zeit hålt in dein Neß zu ziehn ge- ihren Schritt, wann die dacht. Hått ich dir zu kommt, kommt unsre Bitt und Vom süßen Troste GOttes. 423 und die Freude reichlich Angst und Noth, ich will mit. gehn bis in den Tod, ich 10. Ach wie ofte dacht will gehn ins Grab hinich doch, da mir noch des ein, und doch allzeit fröhTrubsals Joch auf dem lich sein. Wem der StärkHaupt und Halse saß, und ste bei will stehn, wen der das Leid mein Herze fraß: Höchste will erhöhn, kann Nun ist keine Hoffnung nicht ganz zu Grunde gehn. mehr, auch kein Ruben, Paul Gerhard. bis ich kehr in das schwarze Todtenmeer. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 11. Aber mein GOtt mein GOtt wandt es bald, heilt und 490. Der HErr ist mein gemich ich, was sein Arm gethan, treuer Hirt, hålt mich in nimmermehr gnug preisen seiner Hute; darum mir kann. Da ich weder hier gar nicht mangeln wird noch da eingen Weg zur irgends an einem Gute. Rettung sah, hatt ich seine Er giebt mir Weid ohn Hülfe nah. Unterlaß; darauf wächst 12. Als ich furchtsam das wohlschmeckend Gras und verzagt mich selbst und seines heilsamen Wortes. mein Herze plagt, als ich 2. 3um reinen Wasser manche liebe Nacht mich er mich weist, das mich ermit Wachen krank gemacht, quicken thue, das ist sein als mir aller Muth entfiel, fron heiliger Geist, der tratst du, mein GOtt, mich macht wohlgemuthe. selbst ins Spiel, qabst dem Er führet mich auf rechter Unfall Maaß und Ziel. Straß in sein Geboten ohn Ablaß von wegent setnes Namens. 13. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir 3. Ob ich wandert im dieser Wunderschein stets finstern Thal, fürcht ich vor meinen Augen sein. kein Ungelucke in VerfolIch will all mein Leben- gung, Leiden, Trubsal, und lang meinem GOtt mit dieser Welten Tücke; denn Lobgesang biefür bringen du bist bei mir stetiglich, Lob und Dank. dein Stab und Stecken 14. Allen Jammer, al- trösten mich, auf dein Wort len Schmerz, den des ew- ich mich lasse. gen Vaters Herz mir schon 4. Du b'reitest vor mir fetzo zugezählt oder künftig einen Tisch vor Feinden auserwählt, will ich hier allenthalben, machst mein in diesem Lauf meines Le- Herz unverzagt und frisch; bens allzuhauf frisch und mein Haupt thust du mir freudig nehmen auf. salben mit deinem Geist, 15. Ich will gehn in der Freuden Del, und schen 424 Dom süßen Troste GOttes. schenkest voll ein meinerlich GOttes Gnadenthau, Seel deiner geistlichen mit dem ich mich ernähre Freudent. 5. Viel Gutes undBarmherzigkeit laufen mir nach im Leben, und ich werd bleiben allezeit im Haus des HErren eben, auf Erd in der christlichn Gemein, und nach dem Tode werd ich sein bei Chrifto, meinem HErren. als meines Hirten Eigenthum, ver täglich mir darreichet sein süßes Evangelium, dem Milch und Honig weichet, wenn GOtt die Seele speiset. Und führet mich zum frischen Wasser. 4. Wird mein Geift durftig, führt er mich zu frischund stillen Flüssen, wo GOttes Lebensströme sich in Fülle recht ergießen; da schmeck ich meiner Taufe Kraft, die tausend Freude bringet, wenn meines HirGOttund ten Blutessaft mir recht ins Herze dringet im Abendmahl und Worte. GOttes Sohn, der in der Sünder Orden getreten, und vorlängsten schon mein Er erquick et meine Seele. Bruder ist geworden, und 5. Denn hier wird meine durch den höchften Liebes- Seel erquickt, die sonsten zug sich völlig dargegeben muß vergehen, wenn sie, in zum Lamm, das meine GOttes Troft entzückt, Sünde trug und sterbend kann glaubig GOtt anfeward mein Leben, der ist hen, wie sie in ihm und mein einger Hirte. er in ihr vereinigt sei und Mir wird nichts man- bleibe, daß auch von setner Liebsbegier sie kein Geschöpf abtreibe, ja weder Lod noch Leben. Er führet mich auf rechter Straßen. geln. 2. Drum wird kein Mangel in der Noth sich jemals bei mir finden; bin ich verwundet, schwach, ja todt, beschwert von Fluch und Sünden: ist er doch die Gerechtigkeit, durch die ich wieder stille mein Herz in jedem Kampf und Streit, zu seinem Gnadenkinde, und nehm aus seiner Fülle wenn meines Hirten ReiGehade um Genade. 6.Er führet: nich auf rechter Bahn, entfernt vom Pfad der Sünde, da nimmt mich GOtt in Buße an Er weidet mich auf einer grünen Aue. 3. Er weidet mich auf Wolfgang Meußlin. Mel. Es woll uns GOtt genädig sein, Der HErr ist mein Hirt. 491. D er wahre nigkeit mein unrein Herze decket, sein Geist auch taglich mich fortleit, und von der Sünd abschrecket, ergrüner Au der himmels- neurt zu seinem Bilde. füßen Lehre, da schmeck Umseines Namenswillen. 7. Um Dom süßen Troste GOttes. 425 7. Um seines Namens 10. Du haft bereitet eiwillen thut er alle diese nen Tisch voll himmelsGnade; bei mir ist kein süßer Lehre: da werd ich Verdienst noch Gut, viel recht gesund und frisch, mehr Verlust und Scha- und spott der Feinde de; der Nam ists, der Heere, die auf mich öf= aus Noth erlöst, der Fa- ters sehen zu, wenn Teucob Schuß verleihet, der fel, Höll und Sünde mir Nam, der auch den Mo- sidren wollen meine Ruh, ses trist, und Israel er- als die ich überwinde freuet, gepredigt von dem bloß durch das Schwert HErren. des Geistes. Und ob ich schon wandle im finstern Thal, fürcht ich doch kein Unglück. 11. Du salbest mir mein Haupt mit Del des Get8. Und ob ich wandr stes deiner Liebe; das drinim finstern Thal der tödt- get ein in meine Seel, daß lich schweren Schatten, ich mich nicht betrübe, da manche herbe Seelen- wenn Herzensangst und qual mich Armen ganz ab- Kreuzespein zusammen auf matten: fürcht ich gleich mich schlagen, weil meines wohl fein Unglück nicht, GOttes Trost und Scheint nichts, das mir könnte mir lindern alle Plagen schaden; nichts ist, das im Leben und im Sterben. mir mein Herze bricht, Und schenkest mir voll nichts, das mich könnt ein. beladen mit ewger Angst und Sorgen. Du salbest mein Haupt mit Dele. Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab triften mich. 12. Du schenkft den Kelch des Heils mir ein voll von Genad und Leben, voll Lieblichkeit und Freudenwein, die deine 9. Denn du, HErr, bist Wunden geben. Wenn ich doch stets bei mir, verei- im Glauben trink hievon, nigt in der Liebe; was ist macht mich voll Troft denn, das mich irgend dein Quälen; dein Bluthier beständiglich betrübe? schweiß, Angst, Schmach, Dein Stab und Stecken Spott und Hohn giebt trösten ja weit über alles Herrlichkeit der Seelen, Leiden: kommt mir das in selbst dein Tod das Leben. Unglück denn recht nah, Gutes und Barmher= weißt du mich wohl zu jigkeit werden mir folweiden mit Manna in gen mein Lebenlang. der Wüsten. 13. Barmherzigkeit und Du bereitest vor mir Vaterhuld begleiten mich einen Tisch gegen mei- im Leben; sie rufet mich ne Feinde. befreit von Schuld, pflanzt mich 426 Dom süßen Troste GOttes. mich in dich zum Reben, wer dich liebet, nicht erder an dem Weinstock trinket. Jch halt dich, halt Früchte trågt, lehrt mich das Abba beten; sie ist es, die mich sanfte schlägt, von Sünden lehrt abtreten, und tröstet bis ans Ende. kräftet bin, so kannst du Und werde bleiben im Hause des HErrn immerdar. du mich; halt du mich, mein Trost und Licht, ich will dich ja lassen nicht. 4. Wenn ich ganz entmich Schwachen halten, und bestårken meinen Sinn; deine Lieb kann nicht erkal14. In GOttes Hause ten. Ich halt dich, halt du werd ich nun stets blei- mich; halt du mich, mein ben ohne Ende, da werd Troft und Licht, ich will ich frei von allem Thun dich ja lassen nicht. und Mühe meiner Hände, 5. Wenn mein Herz mir wenn GOtt wird lassen endlich bricht in der letzschauen sich, und ich in ten Todesstunden, bist du Lieb entzücket, an seinen meine Zuversicht, ich erWegen freuen mich, dem greife deine Wunden. Ich Elend ganz entrůcket, in halt dich, halt du mich; JEsu Schooß und Armen. halt du mich, mein Trost Abraham Hinckelmanu. und Licht, ich will dich ia laffen nicht. In eigener Melodie. 6. Es mag gehen, wie es HErr im Tod, 492. Difu Chrift, und Leiden, nimmermehr, mein Hort, habe ich ge- o JEsu, soll mich und treu gefunden; ich halt dich hier etwas scheiden. mich zu deinem Wort und Ich halt dich, halt du zu deinen theuren Wun- mich; halt du mich mein ben. Ich halt dich, halt Trost und Licht, ich will du mich; halt du mich, dich ja lassen nicht. mein Trost und Licht, ich Johann Ludwig Winter. will dich ja lassen nicht. 2. Ob mich gleich schon Mel. Auf, hinauf zu alls verläßt, was mich kann deiner Freude. und will verlassen, so hältst du doch bei mir fest. Trob 493. dem, der mich will anfassen! Ich halt dich, halt du mich; halt du mich, mein Trost und Licht, ich will dich ja lassen nicht. Du mein, du mein schönstes ( Seele.) Leben, JEsu voller Süßigfeit, fieh, ach sieh, ich bin umgeben hier mit Leiden, Angst und Streit, hol mich 3. Du finkst nimmer, zu dir; Herz und Sinn meine Saul, wenn das nach dir verlanget, weil Glück zu Boden sinket; du mein Herz an deinem hanbist meiner Seelen Heil, get; ach komme schier. 2.( Chri Dom süßen Troste GOttes. 427 2.( Christus.) Harre noch Friede, Freude, Licht und ein wenig, harre, bald, gar Leben dir, liebes Kind. bald stell ich mich ein; dich Johann Caßrar Schade. in die Geduld verscharre; jetzt, ießt, will ich bei dir Met. Mein JEsu, der du mich. sein. Ich bin schon da. Mit dem Glaubensaug 494. Duares schaue, dem GOttesund der Wahrheit traue: Der lamm, du Freund HErr ist nah. Bräutigam betrübter See3.( Seele.) Ja, ja ja, len, wie lange soll denn ich kann bald spüren in sich so sehn- und angstigmir deine Gegenwart: dein lich mein Herze quälen? Geist meinen pflegt zu rüh- 2. Ach küß, ach füße ren mit Begier zur Him- mich, ach laß, ach laße dich melfahrt. Hinauf, hinein! doch gnädigst finden! Wann Auf der Erd mag ich nicht wirst du doch mir noch das bleiben, ich empfind ein schwere Sündenjoch einst stetes Treiben, bei GOtt ganz entbinden? zu sein. 3. Nach dir, nach dir 4.( Christus.) Da, sieh zeuch mich, JEsu, so laufe da, nun kannst du sehen ich in deinen Wegen, und mich, den deine Seele liebt. halte mich nur still, wenn Ei, komm, fomm, und laß mich die Welt gleich will uns gehen an den Ort, der mit Spott belegen. Wonne giebt; stell dich zur 4. Du bist, du bist ja Ruh; hast du doch, was mein, mein Freund, und du willst haben, Gaben, ich bin dein, lag dich doch die dich ewig laben, und sehen; mein Herze sehnet mich dazu. fich, weil du so jammer5.( Seele.) Wohl, sehr lich mich läsfest gehen. wohl bin ich vergnüget, 5. Mein Freund, komm Leid und Streit das hat doch zu mir, ich sehne mich ein End; so wie ichs ge- nach dir, du stehst verborwünscht, sichs füget, du gen. Ach komm, befrei bietst mir, ich dir die Händ: das Herz von Sündendu mein, ich dein; liebster Furcht und Schmerz und JEsu, meine Freude, in allen Sorgen. dir kann ich nach dem 6. Mein 6.( Christus.) O wie Esu, starker Leide recht fröhlich sein. Held, der du mich von der Welt zu dir gezogen, sich, froh, o liebe Seele, bist wie mich Fleisch und Blut, du, nachdem du erblickt das, was ihm möglich, thut, mich, den HErren, dessen so oft betrogen. Liebe dich so inniglich er- 7. Nimm du dich meiquickt und tief entzündt! ner an, weil ich sonst nirEwig, ewig will ich geben gend kann vor GOtt beste 428 Dom süßen Troste GOttes. stehen. Gieb mir dein Un- 2. Steckst du in Armuth schuldskleid, so kann in sehr, oder in Krankheit Ewigkeit ich dann GOtt schwer, und mußt auf allen sehen. Seiten bedrångt Verfol8. Du sprichst: Kommt dung leiden, so thu nur her zu mir, ich bin die fleißig beten, GOtt wird rechte Thür zum ewgen dich wohl erretten. Leben; nehmt nur mein 3. Hast du viel HerzeJoch auf euch, so werdet leid in dieser bösen Zeit, ihr im Reich des Vaters und mußt dich lassen plaschweben. gen, sollst du drum nicht verzagen; wenn du wirst fleißig beten, wird dich GOtt wohl erretten. 4. Bist du der Welt ein Spott, und steckft in groser Noth, von jedermann verlassen: thu ein frisch Herze fassen; wenn du wirst fleißig beten, wird dich 10. Ich bin nicht mehr betrübt, weil du mich so geliebt, und deine Seele für mich zum Lösegeld GOtt wohl erretten. giebst; drum fahr hin, o 5. Drum wer ein Chrift Welt, zur Abgrundshöhle. will sein, der schick sich 11. JEsu, du bist nur darein, und sei im mein; ach komm, und brich Kreuz geduldig, geb sich herein mit deinem Tage, vor GOtt nur schuldig, der, wie er mir die Freud, der ihn aus allen Nöthen der Welt bringt Traurig- gar wohl weiß zu erretten. keit und stete Plage. 6. Denn es zu jeder 12. Ach machs, ach machs Frist also beschaffen ist: nicht lang! sich, wie den wenn ein Kreuz nur aufChristen bang, so lang zu höret, bald ein anders einstehen. Der Geist und kehret; drum mußt du fleiBraut spricht: Komm, ja sig beten zu GOtt in allen komm, HErr JEsu, komm Nöthen. daß wir dich sehen. 9. Du kamst in diese Welt, daß du, wie dirs gefällt, das Leben gebeft, und in der Gläubgen Herz vertreibest allen Schmerz und drinnen lebeft. 7. Weil außerhalb der Noth unser Gebet ist todt, so muß GOtt Trubsal senden, daß wir uns zu ihm Mel. Auf meinen lieben GOtt. 495. risch auf, mein wenden, und allzeit fleißig Seel, in Noth beten, daß er uns tröst in vertrau allein auf GOtt, Nöthen. und laß denselben walten; 8. Ein Christ machs wie er wird dich wohl erhal- er will, so muß er leiden ten, und dich aus allen viel, wird fälschlich angeNöthen wohl wissen zu geben, man thut ihm widerfireben; drum muß er errettet. flet Dom süßen Troste 429 GOttes. fleißig beten, daß uns GOtt; trofi in Ndthen. Mel. Was mein GOtt 9. Denn wer hier in Ge- will, das gscheh allzeit. duld befiehlt Gott ſein 496. Feel, Femein auf Unschuld, der sie an Taq kann bringen, dem wirds verzage nicht, GOtt will endlich gelingen, wenn er sich dein erbarmen. Rath, in seinen Nöthen nur stets thut fleißig beten. 10. Und weil Trübsal Hulf wird er dir theilen mit, er ist der Schutz der Armen. Obs oft geht hart, und Noth der Christen im Rosengart kann man täglich Brod, Herzleid in nicht allzeit sißen. Wer allen Ständen, wo man GOtt vertraut, hat wohl sich thut binwenden, so gebaut, den will er ewig muß man fleißig beten, daß schützen. uns GOtt troft in Ndthen. 2. Dies hat Joseph, der fromme Mann, sehr oft 11. Darum, o frommer und viel erfahren. Von Chrift, der GOtt ergeben David, Job man lesent bist, laß die vorm Kreuz kann, wie sie in Unfall nicht grauen; thu auf den waren; noch hat fie GOtt HErren bauen, der dich in ihrer Noth genädiglich aus allen Nöthen wird behütet, denn wer GOtt wiffen zu erretten. traut, hat wohl gebaut, wenn noch der Feind so wüthet. 12. Wandle auf GOttes Weg, zum Guten fei nicht trag; fahr fort, leid 3. Trotz sei dem Teufel dich geduldig, ob du bist und der Weit, von GOtt gleich unschuldig; und bet mich abzuführen! Auf ihn herzlich in Nöthen, GOtt mein Hoffnung ist gestellt, wird dich wohl erretten. sein Gutthat thu ich spů13. Und obs hier nicht ren. Denn er mir hat geschicht, sollst du verza- Gnad, Hülf und Rath gen nicht: es wird nach in seinem Sohn verheißen. den Beschwerden im Him- Wer ihm vertraut, hat mel besser werden, da uns wohl gebaut, wer will mich GOtt wird erretten aus anders weisen? allen unsern Nöthen. 4. Wenn böse Leut schon 14. Da den all unser spotten mein, mich ganz Leid sich fehren soll in und gar verachten, als sollt Freud, und wir werden GOtt nicht mein Helfer zusammen preisen des HEr- sein, dennoch will ichs nicht ren Namen, befreit von achten. Der Schutzherr allen Nöthen vor GOttes mein ist GOtt allein; dem Antlig treten. hab ich mich ergeben; dem ich vertrau, fest auf ihn bau, der kann mich noch erheben. 5. Ob Josua Stegmann. 430 Dom süßen Trofte GOttes. 5. Ob sichs bisweilen, und traure nicht, dein JEschon anließ, als wollt mich sus lebt, er lebet; sein Aug GOtt nicht schůßen, und hat er zu dir gericht, sein bått die Welt mein Leber- Fittig ob dir schwebet. druß, wollt mir dazu auch Er ist dein Heil, dein Trost trußen, so weiß ich doch, und Theil, wie kannst du er wird mich noch zu sei- doch nun trauren? Der ner Zeit nicht lassen. Wer treue Hort in seinem Wort GOtt vertraut, hat wohl verspricht sich selbst zur gebaut, wie könnt er mich Mauren. denn hassen? 2. Ohn ist es nicht, es 6. Drum freu dich, mei- frånket zwar, wo so viel ne liebe Seel, es soll kein Sünd begangen, und ist Noth nicht haben; Welt, es leider allzuwahr, daß Sünd, Tod, Teufel und wir in Sünd empfangen; die Höll soll dir ewig nicht doch sieh darauf, daß in schaden. Denn GOttes der Tauf dir solche sind Sohn, der Gnadenthron, geschenket, und dir zu gut hat sie all überwunden. durch Christi Blut gar Auf GOtt vertrau, fest tief ins Meer gesenfet. auf ihn bau, der hilft zu allen Stunden. 3. Ja, sprichst du, wenn ich nicht aufs neu den 7. Der feinen er ver- Laufbund übertreten. Was lassen hat, die nach seinm du versehen hast, bereu, Willen leben, um Gnad und dann GOtt abgebeHülf suchen früh und spat, ten. Fall nur zu Fuß, und sich ihm gånzlich ergeben. thue Buß: er wird dich Glaub, Lieb, Geduld bringt gern aufnehmen, wenn es GOttes Huld, dazu ein kein Scherz, und sich dein gut Gewissen. Wer GOtt Herz des Bösen recht will vertraut, fest darauf baut, schamen. der solls ewig genießen. 4. Wenn es dich schmerzt, 8. Wer aber Hülf bei was du gethan, es nimMenschen sucht, und nicht mer zu begehen, aufs neue bei GOtt dem HErren, GOtt gelobest an, vergiebt derselb ist gottlos und er, was geschehen: weil verflucht, kommt nimmer- JEsus Christ der Mittler mehr zu Ehren. Denn ist für die, so an ihn glauGOtt allein will Helfer ben: doch siehe zu, es nicht sein, in JEsu Christi Na- mehr thu, kannst dich der men. Wer solches glaubt, Gnad berauben. und GOtt vertraut, soll selig werden. Amen. Caspar Schmucker. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 5. Glaub fest an Jesum, GOttes Sohn, daß durch sein Tod und Leiden, durch seine Wunden, Spott und Hohn nunmehr auf 497. Frih auf GOttes Seiten Gerechmein Seel, tig tigkeit, Gnad, Heil bereit, die Sünde dir Dom süßen Troste GOttes. 431 10. Gewiß, es ist kein erlassen. Noth so schwer, so bitter Du bist gerecht, wo du ist kein Leiden, es drück ihn schlecht im Glauben das Kreuz auch noch so weißt zu fassen. sehr, Schmerz sei auf al6. Fühlst du den Glau- len Seiten, der Muth entben nicht so groß, wie du steh, der Leib vergeh: darwohl möchtst begehren: um doch nicht verzaget. ergieb dich GOttes Wil- GOtt lebet noch, sitzt len bloß, ob er dir woll nicht zu hoch; nur frisch gewähren die Bitt, und auf ihn gewaget. trau, daß er genau dein Seufzen hör und kennel; halt dich ans Wort, bet immerfort, der Hülf nicht Zeit benenne. 11. Wohl, wohl und ewig, ewig wohl, wer steif auf GOtt vertrauet! es gehe, wie es mög und soll, er hat sehr fest gebauet; 7. Imgleichen, wenn die wenn bricht die Welt, der Liebe schwach, die Hoff- Himmel fällt, sein Glaub nung will verschwinden, wird doch nicht fallen; das und heißt: Dag doch der Wahrheitwort steht fort Freuden ach kein Fühlen und fort: GOtt hilft den und Empfinden! set in Seinen allen. GOtt still, fag: HErr, 12. Und sollt es auch der dein Will gescheh zu allen Tod gleich sein, so gieb Zeiten; das Best wird sein, ich geb mich drein, wie dus schickst, will ichs leiden. 8. Auch wenn das Fleisch selbst dich ansicht, die Sündenluste reizen, der Satan dich im Stebe sicht, argdich doch zufrieden; stell, liebe Seel, das Trauern ein, du bleibest ungeschieden bei dem, der ist dein JEsus Christ; im Tod ist Er dein Leben. Was willst du mehr? O freu dich sehr: listig, wie den Weizen, die bedenk, was dir gegebenį Welt bald lacht, bald haft, Joh. Caspar Schade. veracht, es scheint, GOtt woll nicht hören, ja hastwohl Mel. schwach zur bösen Sach Freu dich sehr, o meine Seele. gar lasſen dich bethören: 498. Gebt, ihr trauLauf und rigen Gemit Eil in allen diesen danken, die ihr mir mein Dingen zu JEsu Christo, Herz beschwert, flieht aus daß er heil, was scheinet meiner Sinnen Schranzu mißlingen, daß er was ken, daß ihr nimmer wieschwach an dir stark mach, und seinen Geist dir gebe, der in dir bleib, zum Guten treib, dem Bösen widerstrebe. derkehrt. Weg mit der Melancholei, ich will leben froh und frei. JEsus wird nach seinem Willen mein betrübtes Herze stillen. 2. Was 432 Dom süßen Troste GOttes. 2. Was soll ich mich sus hat des Todes Macht selber kränken, da mich durch sein Sterben umdoch mein JEsus liebt? gebracht, daß er mir ein Ich will fiets daran ge Durchgang worden zu der denken; Satan, du magst Himmelsbürger Orden. sein betrübt; du bist nicht 7. Es ist wahr, der Sawie ich getauft, du bist tan schrecket und ist über nicht wie ich erkauft; dir mich bemüht, daß er Angst ist Christus nicht gestorben, und Furcht erwecket, die dir ist nichts wie mir er- in mir zusammen zieht; worben. aber ich gedenk daran, JE3. Wenn ich sonst gleich| sus ist der starke Mann, alle Schäße, alles Gold der den Teufel hat geschlaund Geld der Welt gegen gen, und die Holle Schau diese Ehre sebze, gegen die- getragen. ses Lösegeld, war mir alle 8. JEsus bat durchaus Ehr und Luft in der gan- gestürmet die verdammte zen Welt bewußt: ei, fie Finsternis; er beschikt würde mich nicht laben, noch und beschirmet seine wenn ich JEsum nicht Gläubigen gewiß. Fürchte follt haben. dich nur nicht, mein Sinn, schlage die Gedanken hin; JEsus wird dich wohl erhalten, laß ihn nur geduldig walten. 4. Nun wohlan, er ist mir geben, daß ich mich sein freuen kann; Leiden, Tod, Verdienst und Leben, alles, was er hat gethan, 9. JEsu, meiner Seeer und was er hat, ist mein, len Freude, gieb mir deiund ich bin auch wieder sein: Teufel, Hille, Tod und Sunden kann ich durch ihn überwinden. 5. Es ist wahr, ich bin ein Sünder; aber meines JEsu But treibt der Sünden Zahl dahinter, und macht mich gerecht nen Freudengeist, der mein mides Herze weide, wie dein heilsam Wort verheißt. Ach mein Hort, benimm mir doch dieses schwere Trauerjoch; laß mich sein in dir zufrieden, und zw keiner Zeit geschieden. 10. Gieb, daß ich, in dir und gut. Das gerechte erfrenet, ein gerubigs Herze GOtteslamm mußte mich hab, welches, durch dich am Kreuzesstamm durch ganz verneuet, fich an dir sein heiliges Verdienen bei ergoß und lab; sei du meidem höchsten GOtt ver- ner Secle Hort, und laß sühnen. durch dein heilig Wort deinen Geist mich wohl erquicken, und darinnen dich erblicken. 6. Es ist wahr, ich muß auch sterben, und durch Todesthåler gehn; aber ich soll nicht verderben, ich 11. Laß mich Ungeduld soll wieder auferstehn; JE- vermeiden, die zuweilen fich Dom süßen Troste GOttes. 433 sich erregt; laß mich dir, wust zu büßen ihres Fletzu Ehren leiden, was du sches Luft nach dem vermir haft auferlegt; laß mich derbten Willen. 10 zwingen Fleisch und Blut, und erheben meinen Mutb; laß mich dein doch sein und bleiben, und von dir mich nichts abtreiben. 4. Die Kreatur entsezzet sich, und seufzet, fret zu werten; sie wartet und thut ångstiglich; der Himmel und die Erden, die 12. JEsu, laß mich ja deiner Finger Werke sind, nicht fallen, halte mich in und was sich in denseldeiner Hand; laß bestån- ben findt, beweinen solch dig mich in allen an dir Verderben. bleiben unverwandt. Laß 5. Wir hoffen dennoch mich alle Angst und Noth, fest zu dir, du werdest uns alle Furcht, ia selbst den erhören; wir Aben, o Tod durch dich fröftlich GStt, für und für, du wolüberwinden, und des Glau- left doch bekehren die sünbens Ende finden. 1981 denvolle blinde Welt, die Jahann Gottfried Olearius. sich für so glückselig hält, da sie zur Höllen eilet. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. Err, deine 499. 6. Erbarme dich, o treuer GOtt, der du die Welt die Treue ift fogans in Sünden todt, in groß, daß wir uns wun- Frrthum dich betrübet; dern müssen; wir liegen gieb deinem werthen Worte vor dir arm und bloß zu deinen Gnadenfüßen. Die Bosheit währet immer fort, und du bleibst doch der treue Hort, und willst uns nicht verderben. Kraft, daß es in solcher Herzen haft, die hart sind wie die Felsen. 7. Laß doch die Welt erkennen noch mit ihren blinden Kindern, wie sanft 2. Die Sünde nimmet und angenehm deir Joch sei überhand, du fiehest selbst denen armen Sündern, so die Schmerzen; die Wun- fühlen ihre Sündenschuld, den sind dir wohl bekannt und wenden sich zu deiner der sehr verstockten Her- Huld und deines Sohnes zen; die Schulden nehmen Wunden. täglich zu, es haben weder 8. Die Heerde, die du Rest noch Ruh, die dir haft erwählt, die sebe du den Rücken fehren. zum Segen; und schenke, 3. Dein Auge stehet wi- was ihr annoch fehlt, zu der die, so deine Wege gehn auf rechten Wegen. fehlen, und in dem gan- Laß deine Treue, Aug deinen zen Leben hie den frum- und Hand sein men Weg erwählen, und Gliedern wohl bekannt, suchen in dem Sünden- die deiner Gute trauen. 19 9. Ein 434 Dom süßen Troste GOttes. 9. Ein Vater und ein stand auch aufgericht; ich Hirte meint es treulich ging hin und her; mein mit den Seinen; du bist Sinn war bekümmert und noch mehr als beide seind, voll Sorgen durch die du fannsts nicht bdse mei- Nacht an Morgen. nen; drum trauen wir 4. Ich, als ich nicht allein auf dich: ach leite sabe, daß du mir so nahe, du uns väterlich nach dei- sprach zu dir im Sinn: nem Rath und Willen. Ich kann nicht mehr beten, 10. Hter sind wir deine komm, mein Heil, getreten, Reben schon, und freuen sonst sink ich dahin; ja uns daneben, daß du uns ich sink. Ei, sprach dein die Genadenkron nun- Wink, halt, meinst du, daß mehro bald wirst geben; ich nicht lebe, noch fort wir hoffen bald dein An- um dich schwebe? 10 geficht zu sehen dort in fenem Licht, da uns das Lamm wird weiden. Johann Weydenhein. Mel. JEsu, meine Freude. 5. Ich war noch im Glauben, den mir doch zu rauben Satan war bemüht, der die armen Seelen in der Leibes- Höhlen vielmals nach sich zieht. Ich sprach doch: Ich glaube noch; to Esu, fu, meine glaubt ich nicht, nicht wollt vor dich 500. ich oft betrübe hier in die- hintreten. Borg fer Welt, dir dankt mein 6. HErr, wer zu dir Gemüthe wegen deiner schreiet, seine Sünd anGüte, die mich noch er- speiet, ruft dich herzlich hält, die mir oft gar un- an aus getreuem Herzen, verhofft hat geholfen in dessen große Schmerzen dem Klagen, Noth, Leid, wirft du, HErr, alsdann Angst und Zagen. wenn er fest glaubt, dich 2. Nun ich will dran nicht läßt, als die deinen denken, wenn ich werd in selbst empfinden, tilgen, Kränken und in Aengsten seine Sünden.d sein; wo ich werde fle- 7. Drum, o meine Liehen, wo ich werde gehen, be, die ich oft betrübe hier will ich denken dein; ich in dieser Welt, dir dankt will dir, Heil, für und mein Gemüthe wegen deifür dankbar sein in meiner Güte, die mich noch nem Herzen, denken dieser erhält, die mir oft gar Schmerzen, unverhofft hat geholfen in 3. Jch bitt dich mit Chrä- den Klagen, Noth, Leid, nen, mit Leid, Angst und Angst und 3agen. Sehren; mein Aug und Gesicht hub ich auf und schriee, neigte meine Kntee, Mel. Dom süßen Troste GOttes. 435 meines Segens Schein ohn gehorsam sein, so soll dich alles End erfreuen. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 501. I nicht eine sen Rath wirft von mir du dich aber bbKron und meines Herzens wenden lassen, so will ich Wonne, mein trautes Kind, deinemisethat heimſuchen, mein theurer Sohn, mein doch mit Maaßen; und Stern und meine Sonne, wenn du wiederkehrft zu mein Augenlust, mein edle mir, so will ich wieder Blum, mein auserwähltes auch zu dir mich mit ErEigenthum und meiner barmen kehren. Seelen Freude? 7. Nun kehrt zu mir mein Ephraim, sucht Gnad in meinen Armen; drum bricht mein Herze gegen ihn, und muß mich sein erbarmen. gestraft und Der Unmuth fällt mir mit wohl geschlagen; er sucht Gewalt, mein Eingeweide mich heim mit harter Zucht: das ist mein Lohn, das ist die Frucht und Nußen meiner Sünden. 8. Kommt, alle Sünder, kommit zu mir, bereuer 3. Hör alle Welt, ich bin eure Sünden, und suchet getreu, und halte mein Gnad an meiner Thur, Versprechen; was ich ge- ihr sollt sie reichlich finden. redt, da bleibt es bei, mein Wer sich mit Ephraim beWort werd ich nicht bre- kehrt, wird auch mit Echen. Das soll mein E- phraim erhört, und hier phraim gar bald erfahren, und dort getröstet. und mich dergestalt recht aus dem Grund erkennen. 4. Ich denk noch wohl an meinen Eid, den ich gePaul Gerhard. schworen habe, da ich aus 502. Kehre wieder, lauter Gutigkeit mich ihm zu eigen gabe. Ich sprach: le, was betrübst und grämst Du hast mein Herz erfüllt du dich? Fleuch die Qualmit deiner Lieb, ich bin und Kummerhöhle, und dein Schild, und wills schau redlich über dich; ei auch ewig bleiben. 5. Ich will mit meiner starken Hand dich als ein Bater führen; dich selbst 2. Liegt das Kreuz auf will ich und auch dein Land deinem Rücken, will die aufs schönst und beste Angst vermengte Pein zieren; und wirst du mir deine Hoffnung niederdrüf19* 2. Ich höre seines Seufzens Stimm und hochbetrübtes Klagen: Mein GOtt hat mich, spricht Ephraim, hitzt und wallt in treuer Lieb und Gnade. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. gedenk, gedenke doch: GOtt, dein Vater, lebet noch. 436 Vom süßen Trofte GOttes. drücken, laß Geduld dein nach seinem Wort, und geLabsal sein; trägst du gleich ben, was ihn'n nüßet, hier ein schweres Joch: GOtt, zeitlich und auch dort. dein Helfer, lebet noch. 2. Allein ichs GOtt 3. Denkt der Satan heimstelle, er machs, wies dich zu fällen, und will ihm gefällt, zu Nuß meinr sein verdammtes Heer dei- armen Seele. In dieser ner Seligkeit nachstellen, argen Welt ist doch nur ei so fürchte dich nicht Kreuz und Leiden, und sehr; er gehört ins Höllen- muß auch also sein; denn loch: GOtt, dein Trößter, die zeitliche Freude bringt lebet noch. uns die ewge Pein. 4. Bist du arm und ganz 3. Treulich will ich Gott verlassen, ist doch GOtt bitten, und nehmen zum dein Höchstes Gut; ob dich Beistand in allen meinen gleich die Menschen has- Nöthen, ihm besser als sen, hält dich GOtt in sei- mir bekannt. Um Sduld ner Hut; wohl mir, wenn will ich stets bitten in ich sag und poch: GOtt, allm Anliegen mein; er mein Hüter, lebet noch. wird mich wohl behüten, 5. Laß es hageln, laß und mein Nothhelfer sein. es wittern, laß die Welt 4. Aus Glück und Unvoll Teufel sein, laß die gelücke das kömmt allein Erde sich erschüttern, du von GOtt; ich weiche nicht bist GOttes, er ist dein; zurücke, und steh in meischwebt das Kreuze noch ner Noth. Wie kann er so hoch: GOtt, dein Schir- mich denn haffen, der treu mer, lebet noch. and Nothhelfer mein? Ja, 6. Kehre wieder, meine wenn die Noth am größ= Seele, was betrübst und ten, so will er bei mir ſein. grämst du dich? Wenn ich 5. Reichthum und alle GOtt die Noth befehle, Schäße, was sonst der kann ich trohen festiglich; Welt gefällt, drauf ich duld ich viel, so sag ich mein Sinn nicht feb doch: GOtt, mein Leben, das bleibet in der Welt. lebet noch. Christian Junker. Ein Schaß hab ich im Himmel, der JEsus ChriIn eigener Melodie stus heißt, ist über alle oder: Herzlich thut mich Schäße, schenkt uns den verlangen. heilgen Geift. 503. Kettverschlossen in meines Her6. Thn hab ich eingelassen, der ihm vertraut zens Schrein; sein Blut allzeit, und ob ihn gleich hat er vergossen für mich viel hassen, geschieht ihm arms Würmelein, mich doch kein Leid. GOtt will damit zu erlösen von eroallzeit beschützen, die thun ger Angst und Pein. Wie finnt Dom süßen Troste GOttes. 437 Fönnt auf dieser Erden, nem Sinn; denn deine doch größre Liebe sein. Lieblichkeiten verblühen 7. Nun sollt ich mich er- mit den Zeiten; bei dir zeigen dankbar für solche ist kein Gewinn: fahr, Gnad: ich geb mich GOtt Welt, fahr immer hin! zu eigen mit allem, was ich 5. Kaum war dies Wort hab. Wie ers mit mir will gedacht, da mirs schon machen, sei ihm alls heim- Freude bracht; er gab gestellt: ich bsehl ihm all sich zu genießen mit taumein Sachen, er machs, send Liebesküssen, dent wies ihm gefällt. meine Seele liebt, der mich vorhin betrübt. 8. Amen! nun will ich schließen dies schlechte Lie- 6. Halt eint, du Thradelein. HErr, durch dein nenbach, du herzerzwungBlutvergießen laß mich nes Ach; jetzt kommt dein Erben sein. So hab nach bitterm Leiden mit ich alls auf Erden, was vielen süßen Freuden Emich erfreuet schon; im sus, der liebste Freund, Himmel soll mir werden den meine Seele meint. die ewge Gnadenkron. Andreas Keßler. 7. Mein Seuffen ist erhört, mein Weinen ist gekehrt in Lachen, mein Mel. HErr JEfu, ew- Betrüben in süß ges Licht. wünschtes Lieben; erder 504. Debt jemand Himmel tröpfelt ab die so wie ich, werthe Seelengab. fo lebt er seliglich; was 8. Was mir bracht bitich sucht alle Stunden, hab tre Pein, muß jeho süße ich nun eins gefunden; ich sein: je bittrer im Betrůbin der Sorgen los, und ben, je süßer in dem Liefit in JEsu Schoof. ben: verwandelt mir die Zeit in völlig Ewigkeit. 2. Ich aß das Thränenbrod, und gråmte mich 9. Dies quålet mich schier todt; ich ließ das annoch, daß ich vom LeWeltgetümmel, und hatt bensioch nicht kann erlohinauf gen Himmel mein fet werden: ach reiß mich Herz und Sinn gericht: von der Erden, daß ich allein ich fand ihn nicht. in Ewigkeit genieße dieser 3. Die Welt drang auf Freud! mich zu, versprach mir sü- 10. Ich bin des Lebens Be Ruh, die Wollust güld- satt, von vielem Kreuze ne Zeiten, die Hoffahrt matt; die Erde macht mir Herrlichkeiten, die Augen- bange. Mein JEsu, wie luft viel Gut, zu lenken so lange? Ach nimm mich meinen Muth. aus der Welt ins güldne Himmelszelt! 4. Fahr, Welt, fahr immer hin, sprach ich in meiHeinrich Müller. Mel. 438 Dom süßen Troste GOttes. 505. Meine eine Mel. Freu dich sehr, o 5. Es sind wahrlich alle nodd meine Seele. Frommen, die des HimSor- mels Klarheit sehn, aus gen, Angst viel Trůbsal hergekommen; und Plagen laufen mit darum siehet man sie sichn der Zeit zu End; alles vor des Lammes Stuhl Seuffen, alles Klagen, und Thron, prangend in das der HErr alleine der Ehrenkron, und mit kennt, wird, GOtt Lob, Palmen ausgezieret, weil nicht ewig sein; nach dem sie glücklich triumphiret. Regen wird ein Schein 6. GOttes Ordnung stevieler tausend Sonnen- het feste, und bleibt ewig blicke meinen matter Geist unverrückt; seine Freund crquicken.d belast und Hochzeitsgäfte wer2. Meine Saat, die ich den nach dem Streit begesået, wird zur Freude glückt. Israel erhält den wachsen aus; wenn die Sieg nachgeführtem Dornen abgemähet, so Kampf und Krieg; Katrägt man die Frucht zu naan wird nicht gefunden, Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Him mel wieder frei, nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die ErquikFungszeiten. wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich; GOtt wird trang dich gewiß errettet, das 3. Wenn man Rosen Gewitter leget fich; nach will abbrechen, muß man dem Blitz und Donnerleiden in der Still, daß schlag folgt ein angenehuns auch die Dornen ste- mer Tag, auf den Abend chen; es geht alles, wie folgt der Morgen, und die GOtt will. Er hat uns Freude nach den Sorgen. ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; In eigener Melodic. will man hier das Klet- 506. Nur frisch hin ein, nod finden, muß man erst überwinden. so tief nicht sein: das ro4. Unser Weg geht nach the Meer wird dir schon den Sternen, der mit Plaz vergönnen. Was Kreuzen ist beseit: hier wimmerst du? Sollt der muß man sich nicht ent- nicht helfen können, der fernen, ob er gleich mit nach dem Blik giebt heiBlut beneht. Zu dem tern Sonnenschein? Nur Schloß derEwigkeit kommt frisch hinein! tein Mensch hin sonder 2. Betrübter Christ, der Streit; die in Salems du in Schwermuth bist, Mauern wohnen, zeigen ermuntre dich und deine ihre Dornenkronen. blöden Sinnen; das schwere Dom süßen Troste GOttes. 439 re Kreuz wird doch einmal deinem Führer; dein TEzerrinnen, gleich einem sus ist der Erd- und MeerFluß, der dir zum Beispiel regierer, der watet durch, ift, betrübter Christ. und tritt für dich in Koth die Centnernoth. ni 3. Der Himmelsheld hat einen Weg bestellt, den 9. Er ist der Hirt, der niemand weiß. Eh sein dich nicht lassen wird: er Volk sollte sinken, muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken zur Mauer sein; er herrscht im Flutenfeld, der Himmelsheld. wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen; es wartet schon auf dich der Engelwagen zum sichern Schuß; und ob du dich verirrt, er ist der Hirt. 4. Die Tapferkeit ist jederzeit bereit, durch Kreuz 10.Auf, schwacher Sinn, und Schmach und durch wirf allen Kummer hin, die krausen Wellen zu drin- und schicke dich, die Liefe gen durch: kein Sturm- durchzuwaten. Kommt wind kann sie fällen; fie schon ein Sturm, dein hålt uns fest in steter St- JEsus wird dir rathen, cherheit, die Tapferkeit. und helfen aus; der Tod 5. Ein Kriegesmann ist dein Gewinn. Auf, muß tapfer halten an; es schwacher Sinn! sieht nicht wohl, wenn 11. Der Christenstand Krieger wollen flehen, weil ist hier also bewandt: es fie das End des Krieges muß ein Kreuz das andre nicht ersehen. Ein Christ ist auch, der tapfer kämpfen kann, ein Kriegesmann. 6. Es höret auf ein Ding, sobald sein Lauf zum Ende lauft. Was einmal an- 12. Wer wandern soll, gefangen, das nimmt ein muß oftmals traurensvoll End. Der HErr ist vor- durch Berg und Thal und gegangen, du folge nach, tiefe Pfüßen dringen: so und tritt nur tapfer drauf, muß ein Christ auch nach es höret auf. dem Himmel ringen, und 7. Des Kreuzes Pein leiden viel; der muß oft ge= wird ja nicht ewig sein: ben 3oll, der wandern soll. es ist ein Kelch, der seinen 13. Ach süßer Christ, Boden zeiget; man sieht wenn du nur bei mir bist, den Grund, wenn alles so will ich auch mit dir ausgeneiget. Dram bilde mein Leiden enden; zu dir, dir wie süßen Nektar ein mein GOtt, will ich mich des Kreuzes Pein. mgånzlich wenden, und tradi 8. Die Centnernoth zer- gen, was mir auferleget bricht der Falte Tod. Hin- ist, ach süßer Christ! durch, hindurch! und folgen Michael Kongehl. Kreuz veriagen; so ging es dem, der unser Kreuz ge= tragen am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand, der Christenstand. 440 Dom süßen Troste GOttes. In eigener Melodie. das kein Feind kann fållen, bråcht er gleich da507. Schwing dich vor Geschoß und Gefahr auf zu der deinem GOtt, du betrüb- 6. Stürme, Teufel, und te Seele. Warum liegst du, Tod, was könnt ihr mir du GOtt zum Spott in schaden? Deckt mich doch der Schwermuthshöhle? in meiner Noth GOtt mit Merkst du nicht des Sa- seiner Guaden: der GOtt, tans Lift? Er will durch der mir seinen Sohn selbst sein Kämpfen deinen Troft, verehrt aus Liebe, daß der den JEsus Christ dir er- ewge Spott und Hohn worben, dåmpfen. mich nicht dort betrübe. 2. Schüttle deinen Kopf 7. Schreie, tolle Welt, und sprich: Fleuch, du alte es sei mir GOtt nicht Schlange. Was erneurst gewogett: es ist lauter du deinen Stich, machst Täuscherei, und im Grund mir angst und bange? Ist erlogen. Wäre mir GOtt dir doch der Kopf zer- gram und feind, würd er knickt, und ich bin durchs seine Gaben, die mein eiLeiden meines Heilands gen worden seind, wohl dir entzückt in den Saal behalten haben. der Freuden: 8. Denn was ist im Him3. Wirfst du mir mein melszelt, was im tiefen Sündgen für: wo hat Meere, was ist Gutes in GOtt befohlen, daß mein der Welt, das nicht mir Urtheil ich bei dir über gut wäre? Weme brennt mich soll holen? Wer hat das Sternenlicht? Wozu dir die Macht geschenkt, ist gegeben Luft und Wasandre zu verdammen, der ser? Dient es nicht mir du selbst doch liegst versenkt und meinem Leben? in der Höllen Flammen? 9. Weme wird das Erd4. Hab ich was nicht reich naß von dem Thau und recht gethan, ist mirs leid Regen? Weme rünet von Herzen: da hingegen Laub und Gras? Weme nehm ich an Christi Blut füllt der Segen Berg und und Schmerzen; denn das Thale, Feld und Wald? ist die Ranzion meiner Wahrlich mir zur Freude, Missethaten; bring ich dies daß ich meinen Aufenthalt vor GOttes Thron, ist hab und Leibesweide. mir wohl gerathen. 10. Meine Seele lebt 5. Christi Unschuld ist in mir durch die süßen mein Ruhm, sein Recht Lehrett, so die Christen meine Krone, sein Ver- mit Gebühr alle Tage dienst mein Eigenthum, hören. GOtt eröffnet früh da ich frei in wohne als und spat meinen Geist in einem festen Schloß, und Sinnen, daß sie sei= nes Dom süßen Trofte GOttes. 441 nes Geistes Gnad in sich ziehen können. 16. GOttes Kinder såen zwar traurig und mit 11. Was sind der Pro- Thränen; aber endlich pheten Wort und Apostel bringt das Jahr, wonach Schreiben, als ein Licht sie sich sehnen. Denn es am dunklen Ort, Fackeln, kommt die Erntezeit, da die vertreiben meines her- fie Garben machen; da zens Finsterniß, und in wird all ihr Gram und Glaubenssachen das Ge- Leid lauter Freud und wissen fein gewiß und recht Lachen. grundfest machen? 17. Ei so faß, o Chriften12. Nun, auf diesen heil- herz, alle deine Schmerzen; gen Grund bau ich mein wirf fie fröhlich hinterGemüthe; sehe, wie der wärts, laß des Trostes Höllenhund zwar dawider Kerzen dich entzünden withe; gleichwohl muß mehr und mehr; gieb dem er lassen stehn, was GOtt großen Namen deines aufgerichtet; aber schånd- GOttes Preis und Ehr. lich muß vergeht, was Er wird helfen. Amen. er selber dichter. Paul Gerhard. 13. Ich bin GOttes, GOtt ist mein: wer ift, Mel. der uns scheide? Dringt das liebe Krenz herein mit 508. Wa dem bittern Leide: laß es Nun freut euch, lieben Christen gmein. as fann uns komdringen, kommt es doch men an für Noth, so uns von geliebten Hånden; der HErre weidet, und bricht und kriegt geschwind speiset uns mit Himmelein Loch, wenn es GOtt brod, und auf die Weide will wenden. leitet; dazu erquicket un14. Kinder, die der Va- fre Seel, und kühlet mit ter soll ziehn zu allem Gu- dem Wasserquell seins ten, die gerathen selten werthen heilgen Geistes. wohl ohne Zucht und Ru- 2. Uns wegen seines Nathen: bin ich denn nun mens groß er führt auf GOttes Kind, warum will rechter Straßen, und thut ich fliehen, wenn er mich zu keiner Zeit trostlos in vom meiner Sünd auf Angst und Noth uns lassen; was Guts will ziehen? darum wir stetig muthig 15. Es ist herzlich gut sein, auch in des Todes gemeint mit der Christen Schattn und Pein; denn Plagen. Wer bier zeitlich uns der HErr beiftebet. wohl geweint, darf nicht 3. Dein Stab, mit dem ewig klagen; sondern bat du letten tyus, uns tristet vollkommne Lust dort in und auch ftrafet; das Christi Carten, dem er Kreuz dämpfet des Fleteinig recht bewußt, endlich| sches Lust, daß es nicht zu gewarten. 19** Scha 442 Vom süßen Troste GOttes. Schaden schaffet dem Kreuzes Maaß und MentGeiste durch der Sünde ge; GOtt hat bestimmt Gift, die alles Bdse lei- die Länge, wie lange seine der stift, und thut sich Plagen du sollst und ftetes regett. kannst ertragen. 4. Du einen Tisch be- 3. Doch darob dich erreitet hast, den stetes wir freu, daß dein GOtt ist anschauen, deins heilgen getreu, und nicht von Wortes werthe Kost, die Herzen schläget, noch allwir im Herzen fauen; zuviel aufleget, die Wunwenn uns des Feindes den will verbinden, und List anfällt, die selb dann helfen überwinden. unsre Seel erhält, sammt deines Geistes Fülle. 4. Sein allerliebster Sohn, der ewge Gnaden5. Deint Güte und thron, hat sich um deinetBarmherzigkeit uns, HEr- wegen mit mehr denn taure, folgen werden von send Schlägen am Kreuze nun an bis in Ewigkeit, lassen würgen: o einen daß wir allhier auf Erden theuren Burgen! 5. Er ist versucht wie du, sein Arbeit bringt die Ruh, sein Sterben ist dein Leben; wirst du dich ihm 6. Das helf uns der ergeben, so wird sein heilHErr JEsus Christ, der ges Büßen dir all dein unsre Herzen bauet durch Leid versüßen. durch seligmachend Glauben sein, dort offenbar im Saale dein Bürger und Hausgenossen. Glauben, der recht thẳtig 6. Von seiner Kreuzesit, daß wir den Vater last du kaum ein Spånschauen durch ihn sammt lein hast, mein Herz, auf dem heiligen Geist; auf dich zu nehmen; drum daß werd dieser Wunsch wollst du dich nicht schågeleist, so sprecht einmů- men, noch so darüber flathig: Amen. nodagen, es JEsu nachzutragen. Andras Knöpfen. 7. Die sürliche Begier, die annoch wohnt in dir, Mel. Auf meinen lieben will in dergleichen Nithen der fromme Vater GOtt. 509. Marum be- tödten, wie sonst der Eltrübst du tern Ruthe den Kindern dich, und thust so ångstig- kommt zu gute. lich, mein Herz, als ob b 8. Nicht denk, er haſſe dein Zagen und kläglichs dich: GOtt, der in ChriJammerklagen das Leiden sto sich mit dir versöhnt könne stillen, und ändern erkennet, den dein Geist GOttes Willen? Vater nennet, der hat 2. O nein, es ist gefehlt: nie ungewogen die Liebe dir ist schon zugezählt des ausgezogen. 3. Nun Dom süßen Troste GOttes. 443 9. Nun, JEsu, liebster] 5. Vorhin ging ich geHort, ich wandre willig fort bůcket, mein Herz roar sehr durch dieses Thalder Thrå- betrübt; nun hat mich nen; nur ist mein Wunsch GOtt erquicket, der mich und Sehnen: Laß mich in Chrifto liebt; nun tritt nach Kreuz und Leiden bald die Freudensonne nach kurkommen zu den Freuden. zer Vein herfür; ich schrei mit Herzenswonne: GOtt zurnet nicht mit mir. Mel. Herzlich thut mich verlangen. as 510. Was lacht ihr Babels6. Ach wußtet ihrs, ihr Spoiter, was das für Freude bringt, wenn JEKinder, daß nun mein Herze sus, mein Erretter, mir springt, und jeho viel ge- recht ins Herze dringt, ihr schwinder als vormalsPsal- würdet mir nicht gönnen men fingt? Das Wasser der Christen höchste Zier, ist verflossen, mir ist die in Wahrheit sagen können: Gnadenthür nun wieder GOtt jürnet nicht mit mir. aufgeschlossen: GOtt zur- 7. So lacht, ihr Banet nicht mit mir. bels- Kinder, bis euch der 2. Ihr sichern, stolzen Fluch hinreißt. Laß du Seelen habt mich durch mich armen Sünder, HErr euren Spott noch mehr Christ, durch deinen Geist gedacht zu quälen; allein nur in dem Stande bleider treue GOtt, der mir das ben, bis an die GrabesHerz zerrissen, hålt mir nun thür zu reden und zu schreiwieder für den Trost; wollt ben: GOtt zürnet nicht ihr ihn wissen? GOtt mit mir. fürnet nicht mit mir. 3. Wie sicher war mein Leben, als ich in Babel Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. war; ich war der Luft er- 511. Weg, mein geben, stund doch in Gefahr des Todes und der den Gedanken, als ob du Hille. Viel besser sprech verstoßen wärst; bleib in ich hier an der Versöh- GOttes Wort und Schrannungsstelle: GOtt zürnet ken, da du anders reden nicht an mir. hörst. Bist du bbs und 4. 3uer haben meine ungerecht, ei so ist GOtt Sünden mich schrecklich fromm und schlecht; bast zugericht; Ulein GOt: läßt du Zorn und Tod verdiemich finden sein gnadig net: sinke nicht, GOtt ist Angesicht. In meines versübnet. drustrative JEsu Blute, barin ich mich 2. Du bist wie die anverlier, fomnit mir das dern alle angesteckt mit Wort zu gute; GOtt zür- Sündengift, welches Adam net nicht mit mir. mit dem Falle sammt der Schian 444 Dom süßen Troste GOttes. Schlangen hat geftift; aber] 7. Dennoch bleibt in so du kehrst zu GOtt, Liebesflammen sein Verund dich besserst, hats nicht langen allzeit groß, ruft Noth; fet getroft, GOtt und locket uns zusammen wird dein Fleben und Ab- in den weiten Himmels bitten nicht verschmähen. schooß. Wer sich nun da 3. Er ist ja kein Bår stellet ein, suchet frei und noch Leue, der sich nur los zu sein aus des Sanach Blute sehnt; sein Herz tans Reich und Rachen, ist zu lauter Treue und der macht GOtt und Enzur Sanftmuth angewöhnt. gel lachen. GOtt hat einen Vatersinn, 8. GOtt und alles Heer unser Jammer jammert hoch droben, dem der Himihn; unser Unglück ist sein mel schweigen muß, wenn Schmerze, unser Sterben frånkt sein Herze. sie ihren Schöpfer loben, jauchzen über unsre Buß; aber was gesündigt ist, das verdeckt er, und vergißt, wie wir ihn beleidigt haben; alles, alles ist vergraben. 4. So wahrhaftig als ich lebe, will ich feines Menschen Tod, sondern daß er sich ergebe an mich aus dem Sündenkoth. GOttes Freud ists, wenn auf Erd ein Verirrter wiederkehrt; will nicht, daß aus seiner Heerde das Geringst entzogen werde. 5. Kein Hirt kann so fleißig gehen nach dem Schaf, das sich verläuft. Solltst du GOttes Herze sehen, wie sich da der Kum- 10. Nun so ruh und set mer häuft, wie es durstet, zufrieden, Seele, die du achzt und brennt nach dem, traurig bist. Was willst der sich abgetrennt von ihm du dich viel müden, da und auch von den Seinen, es nicht vonnöthen ist? würdest du vor Liebe Deiner Sünden großes weinen. 9. Kein See kann sich so ergießen, kein Grund kann so grundlos sein, kein Strom so gewaltig fließen, gegen GOtt ist alles klein: gegen GOtt und seine Huld, die er über unsre Schuld alle Tage låsſet schweben durch das ganze Sündenleben. is Heer, wie dirs scheinet, ist 6. GOtt der liebt nicht nicht mehr, gegen GOttes nur die Frommen, die in Herz zu sagen, als was seinem Hause seind, son- wir mit Fingern tragen. dern auch die ihm genom- 11. Waren tausend Welt men durch den grimmen zu finden, von dem HöchSeelenfeind, der dort in sten zugericht, und du hätder Hölle sitzt und der test alle Sünden, die darMenschen Herz erhitzt wi- innen sind, verricht, war der den, der, wenn sich es viel, doch lange nicht reget sein Fuß, alle Welt so viel, daß das volle Licht beweget. sei Dom süßzen Troste GOttes. 445 seiner Gnaden hier auf küßt; sein Herz kann schon Erden dadurch könnt er- auf Erden der Himmel Idschet werden. Esu werden; sein Leben 12. Mein GOtt, öffne ist vergnügt, sein Tod den mir die Pforten solcher Tod besiegt. Wohlgewogenheit; laß mein 6. Ich halte JEsum mich allzeit aller Orten fest, mein JEsus mich schmecken deine Süßig nicht läßt; die zugeschickkeit; liebe mich, und treis ten Plagen hilft JEsus mich an, daß ich dich, so mir mit tragen; ich flich gut ich kann, wiederum gen Himmel auf, umfang und liebe, und ja JEsus ist mein Lauf. run nicht mehr betrübe. 7. Die Flügel find zwar schwer, ach Esu, hilf und wehr, vom heißen Mel. HErr JEsu, ew- Kreuz geschwärzet, vont ges Licht, JEsu Hand geherzet; ich 512. Wer einen Alieh, ich flieb allzeit in Paul Gerhard. meines hålt, so lang ihn quält 8. Ich höre deine Wort, die Welt, und JEsum o JEfu, Lebenshort; dein nicht will hassen auf sei- Leib und Blut mich stårnes Lebens Straßen, der ken in allen meinen Werschaut in JEsu hier die ken; du bist, HErr JEsu, offne Himmelsthür. mein: ich bin, HErr JE2. Wer seinen JEsum su, dein. faßt in aller Kreuzeslast, 9. Ich bin im Himmel und sie von seinem Rük- schon, o JEsu, meine ken auf JEsum nur kann Kron. In Esu ich stets drücken, dem macht sie schwebe, im Tod mit JEsu JEsus leicht, und hat die lebe; mein JEsus bleibet Ruh erreicht. mir all alles für und für. 3. Wer schwinget seinen Sinn zu seinem JEsu Mel. Nun danket alle hin, und läßt die GlaubensGOtt. flügel gehn über alle Hu- 513. V ohl dem, gel, der tritt die Himmelsder Fa bahn mit seinem JEsu an. fobs GOtt zum Helfer 4. Wer JEsu Lippen sich erwählet, der, was ehrt, und seine Stiftung sein Herze kränkt, voll lehrt, wer JEsu reine Hoffnung ihm erzählet, Wunden auf seine Seel der seine Zuversicht fest gebunden: dem gehet JE- auf den HErren stellt, su Blut durch Seel, Geift, der alle Hülfe thut und Blut und Muth. Glauben hält. Unmöglich ists, daß sein Hoffen fann be= ewig 5. Wem JEsus alles 2. tft, der recht den Himmel den 446 Dom süßen Troste GOttes. betrügen, der GOttes flandnem Leide sich seiner Wahrheit traut, die nim- Wohlthat rühmt, und ihm mermehr kann lügen. Der mit ganzem Fleiß ein HErr ist gut und fromm, Danklied singen kann zu und was sein Wort ver- seines Namens Preis. spricht, das folget in der That gewiß und fehlet nicht. 8. Laß du mich nur, mein GOtt, dein Lob hier zu 3. Wie gut ists, auf den erhöhen, nicht faul noch HErrn und nicht auf trage sein, wie du nie auf Menschen bauen; wie ei- mein Flehen zu merken tel, schwach und falsch, wie müde wirst, und stets, von schndd ist ihr Vertrauen, Kindheit an, so überso fich auf Fleisch verläßt schwenglich viel an mir und einig Menscherkind; haft Guts gethan. denn auch die Götter selbst auf Erden sterblich sind. 9. Gieb, daß ich ferner auch an dir feft hangen 4. Die sich mit ihrer bleibe, daß weder Glück Noth zu ihren Füßen ie- noch Noth mich von der gen, die müssen Zeugen Bahn abtreibe, die dein sein, wie nichtig ihr Ver- Gebot mir zeigt; gieb mögen, n, wie wie wandelbar meinem Geiste Kraft, tör Sinn und ihrer Ho- zu üben immerdar hier heit Pracht, wie mancher gute Ritterschaft. Unglücksfall ihr Können 10. Daß nichts, was eischamroth macht. tel ift, ich für mein 5. Viel fichrer ist mein Wohlsein achte, noch Trost; ich weiß, an wen ich Fleisch für meinen Arm, glaube, trok, daß die größ- daß ich nach sonst nichts te Noth mir solch Ver- trachte, als was du selber trauen raube zu dem, der bist. Adhy nimm, mein ewig bleibt, dem rechten GOtt, mich mir, entreiße Wundermann, dem keine mich der Welt, und zeuch Noth zu groß, der helfen mich ganz na dir. will und kann. 11. Laß mith in allem 6. In ihm ist meine Kreuz und auch im Tode Seel in höchster Unruh schmecken, wie freundlich fille; sein Hand ist un- di: mir bist; laß mich die verkürzt, sein gnadenvol- Schuld nicht schrecken, die ler Wille ist unverändert JEsus schmerzlid, anug gut, unendlich seine Kraft, schon längst an meiner die fiets von Alters her Statt gebüßt, und dir, bat Hülf und Rath ge- mein GOtt, durch sich schafft. bezahlet hat. 7. Drum balt ich mich 12. Laß seine Wunden zu GOtt; und das ist mir alsdann an meinem meine Freude, wenn mein Ende ein sichres Freischloß erquicktes Herz nach über- sein, dahin mein Geist sich Von der Freudigkeit des Glaubens. 447 sich wende, wenn mich Schwachheit hier er sich mein Herz verdammt, wenn schon hat vertraut. Satan noch zuletzt sein Heil an mir versucht, und grimmig an mich seht. 13. Daß wie ich JEsu 14. Daß an dem Freudenort, wo reine Geister wohnen, auch ich dich, einen GOtt, in allen hier mich ganz zu eigen drei Personen in deinem gebe, dort, wo er herrscht und lebt, ich ewig mit ihm lebe, als sein erkauftes Gut und theure, wer- lied stimmen an. the Braut, die in der klaren Licht vollkommen kennen kann, und in der Engel Chor mein DankHenriette Cath. v. Gersdorf. XI. Von der Freudigkeit des Glaubens. Sind Akong 5. Das Herz wird ganz in mir entzündt aus Lieb zu dir und Haß zur Sund, so bald es deiner wird gewahr, wie du dich mir giebst ganz und gar. 514. As Ich GOtt, in was für Freudigkeit schwingt sich 6. Es wünschet nur dich, mein Herz zu dieser Zeit, und allein in dich ganz tief so oft ich nur an JEsum zu senken ein; nur dich, denk, und mich in seine nur dich es haben will, eh Wunden senk. ruht es nicht, noch steht es still. Mel. O( HErr) JEsu Christ, meins Lebens Licht. 2. Wie freuet sich mein Geist in dir, was Ruh und Freude schenket mir der Glaub an dich, o JEsu Christ, der du mein Ein und Alles bist! 7. Nun, was für Trost und Zuversicht erweckt an dir der Glaube nicht? Ich trau und troße ungescheut auf dich, mein JEſu, allezeit. 3. Wenn ich dich recht und wohl betracht, mein 8. Wenn ich im GlauHerz all Lust und Welt ben bei dir sieh, und in die veracht; wenn mein Sinn rothen Wunden jeh, die ist zu dir gericht, die Erd du für mich trågst, fällt mir graut, ich acht ihr mir ein: sollt mir GOtt nicht. nicht genadig sein? 9. Gnädig er ist, er kann traun nicht mehr zurnen. Sein Sohn hat verricht, was zur Versöhnung nothig war; mit mir hat es nun kein Gefahr. 10. Wie4. In was für Liebe sezzet mich die Liebe, so bezwungen dich, daß du des Lodes für mich stirbst, mir Gnade, Leben, Fried erwirbst. #is 448 Von der Freudigkeit des Glaubens. 10. Wiewohl ich noch gleich der Mund, er hört ein Sünder bin, so nimmt die Bitt seins Geistes, der die Sund doch JEsus hin, dich wohl vertritt. und schenkt mir sein Ge- 18. Db diesem Trost rechtigkeit, hebt zwischen ganz innerlich mein Seel GOtt und mir den Streit. und Geist erfreuet sich, 11. Bin ich durch ihn wenn JEsus Name, Kraft gerecht vor GOtt, ist mir und Geist so mächtig sich all Anklag nur ein Spott; in mir erweist. wenn JEsus mich vertritt, komm an, der mich sodann verklagen kann. 19. Welch herrlich, machtig Kunststück ist der Glaub an dich, HErr JEsu Christ; 12. Wenn ich mit GOtt er machet heilig, freudig den Frieden hab, des wah- Muths, er schafft und wirren Glaubens Frucht und fet alles Guts. Gab: so ruh und schlaf 20. Wer ihn nicht hat, ich sanft und still ins Va- der wird verdammt, mit ters Schooß, will, was ihm die Heuchler alleer will. sammt; und wer ihn hat, 13. Und bin gewiß, daß schon selig ist, er lebt und kein Gefahr, kein Noth, stirbt ein wahrer Christ. Tod, ja der Teufel gar von meinem GOtt mich scheiden werd, so lang ich leb auf dieser Erd. 14. Denn, HErr, dein Geist selbst tröstet mich, und schreiet: Glaub nur festiglich, du bist ein Kind und Erb des Heils, nicht Satans, sondern JEsu Theils. 21. Drum, JEsu, stärke für und für den wahren Glauben, daß ich dir vertrau, dich lieb, dir leb und sterb, so bleibt die Seligkeit mein Erb. 22. So lang ich denn als Pilger werd noch wallen hier auf dieser Erd, so lange will ich deinen Ruhm ausbreiten ferner um und um. 15. Der Feind findt an dir keine Macht, du wirst bei Tag und Nacht bewacht durch meinen und der Engel Schuß; was dir begegnet, ist dein Nuß. 16. GOtt ist dein Vater: bitt und schrei, er läßt dich nicht, er steht dir bei; verzag in deiner Schwachheit In eigener Melodie. nicht, was du nicht kannst, 515. Alles ist an er selbst verricht. GOttes 23. Wenn aber sich das Leben schleußt, und meine Seel sich ganz ergeußt in dich, HErr JEsu, mit was Freud werd ich dich loba in Ewigkeit! Johann Caspar Schade. 17. Dein Seufzen allzeit Seegen und an seiner Gnad GOtt gefällt, das glaubig gelegen über alles Geld zu ihm ist gestellt; schweigt und Gut. Wer auf GOtt sein Von der Freudigkeit des Glaubens, 449 sein Hoffnung seket, der Freude, meine Seele, Herz behält ganz unverletzet und Sinn, weg, hinweg einen freien Heldenmuth. mit deinem Leide, hin zu 2. Der mich hat bisher deinem JEsu hin. Er ist ernähret, und so manches dein Schatz. JEsus ist Glück bescheeret, ist und dein einzig Leben; will die bleibet ewig mein; der mich Welt kein Ort dir geben, wunderlich geführet, und bei ihm ist Plak. noch leitet und regieret, 2. Fort, nur fort, steig wird forthin mein Helfer immer weiter in die Höh ſein. zu JEsu auf; an, hinan 3. Viel bemühen sich die Glaubensleiter flettre um Sachen, die nur Sorg mit geschwindem Lauf. und Unruh machen und GOtt ist dein Schuß; ganz unbeständig sind. Ich JEsus bleibet dein Bebegehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen, und man jezt gar selten findt. 51.919 schirmer wider alle Seelbestürmer, und bietet Truß. 3. Feft, fein fest dich angehalten an die starke 4. Hoffnung kann das JEsustreu; laß du GOtt Herz erquicken, was ich den Vater walten, seine wünsche, wird sich schicken, Gut ist täglich neu; er so es anders GOtt gefällt. meints recht gut. Wenn Meine Seele, Leib und die Feinde dich anfallen, Leben hab ich seiner Gnad müssen sie zurücke prallen, ergeben, und ihm alles hab guten Muth. heimgestellt. suo mitad 4. Ein, binein in GOt5. Er weiß schon nach tes Kammer, die dir JEseinem Willen mein Ver- sus aufgethan; flag und langen zu erfüllen; es hat sag ihm deinen Jammer, alles seine Zeit. Ich hab schreie ihn um Hilfe an. ihm nichts vorzuschreiben: Er steht dir bet. Wenn wie GOtt will, so muß dich alle Menschen hassen, es bleiben, wenn GOtt kann und will er dich nicht will, bin ich bereit. laffen, das glaube frei. 6. Soll ich länger all- 5. Hoch, so hoch du hier leben, will ich ihm kannst erheben deine Sinne nicht widerstreben, ich ver- von der Erd, schwinge dich, lasse mich auf ihn. Ist dem zu ergeben, was du doch nichts, das lang be- haft, der deiner werth. stehet, alles Frdische ver- Dein JEsus ist, der um gehet, und fährt wie ein dich so treulich wirbet, und Strom dahin. für dich aus Liebe stirbet; drum du sein bist. susi 6. Auf, hinauf, was droIn eigener Melodie. 516. Auf hinauf ben suche, trachte doch alzu deiner lein dahin, wo dein Efus 450 Von der Freudigkeit des Glaubens. sus; sonst verfluche allen Grund; du wollest uns schnöden Sünden- Sinn. thun leiten, HErr Christ, Zum Himmel zu! Welt zu allen Zeiten, auf daß und Erde muß verschwin- wir deinen Namen ewigden, nur bei JEsu ist zu rich preifen. Amen. finden die wahre Ruh. Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. Sigmund Weingärtner 1-4. 6. Mel. Erschienen ist der in herrlich Tag. 517. Auf einen 518. Brich durch, lieben GOtt trau ich in Angst und Noth; fochtnes Herz, brich durch der kann mich allzeit ret- den innern Seelenschmerz; ten aus Trůbsal, Angft komm, schaue deinen Brauund Nöthen; mein Ungluck tigam, den Gnadenbrunn, kann er wenden, steht alls das GOtteslamm am in seinen Händen. Kreuzesstamm. BON 2. Ob mich mein Sünd ansicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will 2, Dein JEsus reicht die Arme dir, und legt dir Ruh und Leben für, die ich bauen, und ihm allein Krone der Gerechtigkeit, vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben, di den Zugang, der uns ist bereit zur Seligkeit. 3. Sei nur getroft und 3. Ob mich der Tod ringe recht, durch Ringen nimmt hin, Sterben ist wirst du GOttes Knecht; mein Gewinn und Chri- denn aller Anfall lehret stus ist mein Leben: dem thu dich, wie man in ihm ganz ich mich ergeben; ich sterb| ritterlich bewaffne sich. heut oder morgen, mein 4. Die Wunden hålt dir Seel wird er versorgen. JEsus zu, die Sicherheit 4. O mein HErr JEsu und süße Ruh, darin der Christ, der du so gduldig Zuflucht finn kann, der bist für mich am Kreuz ihn im Glauben fiehet an, gestorben, haft mir das den Wundermann. Heil erworben, auch uns 5. Hier ist die Burg für allen zugleiche das ewig alle Noth, die Gegenkur Himmelreiche! für Höll und Tod, die 5. Erhöre gnädig mich, Quell, daraus das Leben mein Trost, das bitt ich quillt, das Meer, so Durst dich; hilf mir am letzten und Kummer stillt, mit Ende, nimm mich in deine Gnad erfüllt. susp Hände, daß ich selig abscheide zur Hinmelischen Freude. 6. Stürmt auf uns die Versuchung los, wohlan, wir treten zu ihm bloß: 6. Amen zu aller Stund da stärkt uns unser JEsprech ich aus Herzen sus Christ, wenn nur das Herf Von der Freudigkeit des Glaubens. 451 Herz aufrichtig ist, zu aller Frist. 14. Dies ewge Wort trägt volle Kraft, hier ist 7. Nun, süßer JEsu, die befte Ritterschaft. meine Ruh, ich eile deinen Wohlan denn, JEsu, Wunden zu; mein Herz und mein Gewinn, dir liefre Glauben läßt dich nicht, bis ich Herz, Seel und Sinn: auch dein theures Gna- ach nimm es hin. denlicht in mir anbricht. Justus Henning Böhme. 8. Mein Herz empfindet Sturm und Wuth, auf In eigener Melodie. allen Seiten strömt die 519. in feste Burg Flut; ich fühle stets der Sünden Pfeil, drum ich GOtt, ein gute Wehr zu dir im Glauben eil, und Waffen; er hilft uns und suche Heil.frei aus aller Noth, die 9. Zu deinen Wunden uns jetzt hat betroffen. Der fliehe ich, in deiner Seite alt böse Feind mit Ernst stårk ich mich; ich labe mich ers jetzt meint; groß Macht in deinem Blut, das auch und viel List sein grauſam durch deine Liebesglut mir Rüstung ist, auf Erd ist kömmt zu gut. nicht seins Gleichen. 10. unerschöpftes Gnadenmeer, Israels Ruhm und Zions Ehr, wie stärkt uns deine treue Hand, das auserwählte Gnadenpfand und Liebesband. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren: es streit für uns der rechte Mann, den GOtt hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? 11. Da hångest du aus Er heißt JEsus Christ, der großer Huld für fremde HErr Zebaoth, und ist Sünd, für unsre Schuld; kein andrer GOtt, das nur daß die angefochtne Feld muß er behalten. Seel erlang in deiner Sei- 3. Und wenn die Welt tenhöhl das Gnadendl. voll Teufel war, und wollt doch 12. Du Heilger wirst vor uns gar verschlingen, so aller Welt zum Trauer- fürchten wir uns nicht Schauspiel vorgestellt, und so sehr, es soll uns doch kaufest uns durch deinen gelingen. Der Fürst dieTod die Freiheit aus der fer Welt, wie saur er Seelennoth, bringst uns sich stellt, thut er uns zu GOtt. nicht, das macht, 13. Et wie sollt ich denn er ist gericht: ein Wörttraurig sein, ich kehr bei lein kann ihn fällen. dir, mein JEsu, ein. Hier 4. Das Wort fie sollen find ich wahre Ruh und lassen stahn, und kein Raft, weil du auf dich Dank dazu haben; er ist die Sündenlast genom- bei uns wohl auf dem men hast. Plan mit seinem Geist und 452 Von der Freudigkeit des Glaubens. und Gaben. Nehmen sie, Gnaden, und kann auch den Leib, Gut, Ehr, Kind die Gefahr mir selbst und Weib: laß fahren da nicht schaden. hin, sie habens kein Ge- 6. Verstößt mich jederwinn, das Reich muß uns doch bleiben! Dr. Martin Luther. mann mit Gram und Hasſen, kann ich mich doch den Neid nicht frånken lassen; denn Jesus steht mir bei in allen Gnaden, und kann In eigener Melodie. 520. s traure, wer die Feindschaft mir kein G ich will mich freuen, es soll 7. Schwebt auf der kein Trauergeist bei mir ganzen Welt nur Kreuz gedeihen; denn JEsus steht und Leiden, so lebt mein mir bei in allen Gnaden, Geist und Herz in laumir kann kein Kreuz, kein ter Freuden; denn JELeid, kein Teufel schaden. sus steht mir bei in al2. Ficht mich gleich Un- len Gnaden, drum kann glück an auf allen Ecken, kein Herzeleid der Freude so soll doch solches Leid schaden. mich nicht erschrecken; 8. Und wenn die Feinde denn JEsus steht mir bei noch so grausam toben, in allen Gnaden, mir kann so bin ich wohl verwahrt kein Ungemach, fein Jam- und aufgehoben; denn mer schaden. JEsus steht mir bei in 3. Hab ich nicht Geld allen Gnaden, er schüßt noch Gut, nicht Ruhm und und decket mich vor ihEhre, kränkt dieser Man- rem Schaden. gel mich doch nicht gar 9. Auch macht die tiefe sehre. Denn JEsus steht Noth und höchstes Leiden mir bei in allen Gnaden, in meinem lieben GOtt mir kann kein Armuth mich voller Freuden; denn nicht, kein Elend schaden. JEsus stet mir bei in 4. Bin ich hier ganz ver- allen Gnaden, so daß zur acht, muß unten liegen, Seligkeit mir nichts kann soll doch die stolze Welt schaden.ma mich nicht besiegen; denn 10. Was frag ich nach JEsus steht mir bei in al- der Welt und ihren Schäzlen Gnaden, mir kann kein zen, mich kann mein Hohn und Spott, fein reicher GOtt vielmehr erSchimpf nicht schaden. götzen; denn JEsus steht 5. Wenn gleich auch mir bei in allen Gnaden, Noth und Tod mich ganz er macht mich groß und umgiebet, ist nichts so reich, heilt allen Schaden. schwer und arg, das mich betrůbet; denn JEsus 11. Muß endlich Seel und Leib von hinnen scheisteht mir bei in allen den, so fahr ich fort von. hier des Glaubens. 453 5. Er hat mich zur Braut erkoren, eh ich ihm sollt sein verloren, müßt vergehn die ganze Welt; ach was sollt mich denn betrüben, weil mich der so boch thut lieben, der ja alles trägt und hält. Von der Freudigkeit hier zu JEsu Freuden; denn JEsus steht mir bei in allen Gnaden, drum bringet mir der Tod gar keinen Schaden. 12. Nun traure, wer da will, ich will mich freuen, es soll kein Trauergeist bei mir gedeihen; denn JEsus steht mir bei in allen Gnaden, mir kann kein Kreuz kein Leid, kein Teufel schaden. Salomo Liscow. 6. Darum fröhlich, immer fröhlich! ich bin schon in JEsu selig, ich bin sein und er ist mein. Singen, springen, jubiliren und in JEsu triumphiren soll nur mein Geschäfte sein. Mel. Alles ist an GOtspates Segen. by d Tröhlich, frihJohann Christian Lange. 521. Fermel. HErr JEfu Chrift, fröhlich! denn ich bin in wahr Mensch und Gott. Esu selig, babe schon den 522. uecht und inweg mit Himinel bier. Andre fresfen ihre Herzen durch die Traurigkeit, hinweg mit schweren Sorgenschmer- Zweifel, Angst und Leid! zen, mir kömmt gar nichts ich will nun haben guten Traurigs für. Muth, und hoffen auf das höchste Gut. 2. Weil ich meinen JEsum habe, und an seiner 2. Mein Trost ist JEBrust mich labe, so ver- sus, GOttes Sohn, der chwindet alle Pein. Wer in mir setet seinen Thron, ihn liebet, wer ihn kennet, der mich so liebt als eine wer weiß, wie sein Herze Braut, die ihm ganz innig brennet, der kann niemals ist vertraut. traurig sein. 3. Er hat sein kostbar3. Wo ich sitze, wo ich liches Blut vergießen wolstehe, wo ich liege, wo ich len mir zu gut; sein Legehe, weicht mein JEsus ben gab er in den Tod, nicht von mir; er ist mir daß er mich nur versöhnte stets an der Seiten, thut GOtt. mich überall begleiten, ich bin seine Luft und Zier. 4. Er hat sich mit mir verbunden, nichtes, nichtes wird gefunden, das ihn von mir trennen thut. Er, treue bitt. 4. Er hat mir seine Herrlichkeit versprochen und all ewge Freud; er wird mich auch schon bringen hin, wo ich ihm nur gemein Bräutgam und mein 5. Ob ich zwar ieko König, achtet sonsten alles muß allein gleichwie ein wenig, ich bin ihm sein Turteltäublein sein, so liebsfes Gut. wird 454 Von der Freudigkeit des Glaubens. wird er doch zu seiner Zeit die beste Zeit und Ziel. Ich erseßen dieses kurze Leid. harr auf ihn, denn so be6. Laß kommen Trüb- trügt die Hoffnung nicht: sal, Angst und Noth, las ich bin vergnügt. wüthen Teufel, Höll und 4. Ich bin vergnügt in Tod: wer nur nach GDt- meinem Leben: hab ich tes Willen thut, der bleibet ewig wohlgemuth. 7. Ich weiß, er wird in Todespein mein treuer Freund und Beistand sein. Er wird erfüllen mit der That, was er mir zugesaget bat. nicht viel und mancherlei, so glaub ich, daß mir alles geben kann, der mein GOtt und Vater sei. Obgleich der Arme unten liegt, so heißt es doch: ich bin vergnügt. 5. Ich bin vergnügt, wenn meiner spotten der Satan und die falsche Welt; was schaden mir die argen Rotten? Ein frommer Christ behält das Feld, wenn er sich nur geduldig schmiegt, und Demuth liebt: ich bin vergnügt. Johann Angelus. Mel. Wer nur den lie- auch in dem Sterben, 6. Ich bin vergnügt ben GOtt läßt walten. wenn nun der Geist vom 523. S ch bin ver- Körper eilt; ich weiß, daß gnügt und wir die Kron ererben, die uns vorlängstens zugetheilt, weil GOtt in seinem Wort nicht lügt; drum sag ich noch: ich bin vergnügt. halte stille, wenn mich gleich manche Trüdjal drückt, und denke, daß es GOttes Wille, der mir das Kreuze zugeschickt; und bat 7. Ich bin vergnügt in er mir es zugefügt, so bin JEsu Armen, und sauge ich doch mit ihm vergnügt. seine Liesbruft: da kann 2. Ich bin vergnügt in mein faltes Herz erwarallem Leiden, dieweil es men, ich achte keine Mendoch nicht ewig währt; es schenlust; ich habe nun die soll mich nichts von JEsu Welt besiegt, und bin vollscheiden, weil Leid in Freu- kommener vergnügt. de wird verkehrt; mein Heiland hat all Angst besiegt der ganzen Welt: ich bin Mel. Wer nur den lievergnügt. ben GOtt läßt walten. Clemens Thieme. 8. Drum will ich haben guten Muth, und hoffen auf das höchste Gut; und wenn mir gleich das Herze bricht, so will ich doch verjagen nicht. 3. ch bin vergnügt in 524. I Gott in ch trau auf meinem Hoffen; denn hilft GOtt gleich nicht, wie ich allen Sachen, denn wer will, so hat er schon den wollt Schluß getroffen, er weiß sein? daton sonst mein Helfer Ach niemand hilft dem Von der Freudigkeit des Glaubens. 455 dem armen Schwachen, GOtt, fröhlich, fröhlich, denn nur mein GOtt, der immer fröhlich: denn ich thuts allein; drum seh ich weiß in aller Noth, daß auch in meiner Noth zu- ich schon in GOtt bin sevörderst auf den lieben lig; weil der Freuden GOtt GOtt. mustern ist mein, so will ich stets fröhlich sein. 2. Und muß ich gleich zu trüben Zeiten was dulden, 2. Aber ach, ich Menet, was ists denn nun? schenkind, kann ich auch Ich will es herzlich gerne von Freude sagen, da doch leiden, GOtt wird mir die unzählig sind, die bald keinen Schaden thun. da, bald dort mich plagen? Drum seh ich auch in mei- Ja, weil GOtt der Helner Noth zuvörderst auf fer mein, so hilft er mir den lieben GOtt. fröhlich sein. 3. Er hats mir ja so oft 3. Will die Sünde quaversprochen, daß er mein len mich, JEsus hat sie Helfer wollte sein; ich schon gebüßet. Findet weiß, er hålt mirs unge- Kreuz und Trübsal sich, brochen, sein Wort trifft dieser hat es auch versusonsten richtig ein. Drum set; ist der Sünden Tilseh ich auch in meiner Noth ger mein, wohl mir, ich zuvörderst auf den lieben kann fröhlich sein. GOtt. 4. Läst GOtt die Vög lein nicht verderben, ei nun, so glaub ich steif und fest, daß er mich auch nicht Hungers sterben, noch sonst 4. Stürmet Satan auf mich los, will die Hölle mich verschlingen, so bin ich in Christi Schooß, daraus wird mich niemand bringen. Ist der Schlanin Noth verderben läßt. gentreter mein, sollte ich Drum seh ich auch in mei- nicht fröhlich sein? ner Noth zuvörderst auf ben lieben GOtt. 5. Hätt id) gleich gar keinen Freund, ei was 5. Wohlan, ich will be- sollte mir das schaden? ftändig bleiben bei GOtt Jft die ganze Welt mein in Roth und Todesqual: Feind, JEsus wird mich von GOtt soll mich kein Unglück treiben, dram sag ich ein für allemal: Ich seb in aller meiner Noth zuvörderst auf den lieben GOtt. sp wohl berathen; dieser Menschenfreund ist mein, mit ihm will ich fröhlich sein. 6. Bin ich elend und nicht reich, mangeln mir die hohen Gaben, bin ich dem Geringsten gleich, und Mel. Meinen JEfum laß kann nicht was Andre ich nicht, haben, so ist Gott, der 525. Ich will frdh- Reichſte, mein, und kann lich sein in auch sein. 7. Daß 456 Von der Freudigkeit des Glaubens. 7. Daß mein Feind mich| Welt schon selig, habe sonst beschwert, und will meinen Himmel hier; Anmich zum Spotte machen, dre fressen ihre Herzen ist des Traurens gar nicht durch die schweren Sorwerth, ich muß seiner Thor- genschmerzen, mir kommt beit lachen; denn weil gar nichts traurig für. GOtt, die Ehre, mein, kann 2. Bin ich krank, nur ich dennoch fröhlich sein. ungekrånket; der stäupt E. Will der Tod mich mich, der an mich denket, raffen bin, GOtt der stil- GOtt mein Vater, mich let bald sein Wüthen; ist sein Kind. Lazarum, den denn Sterben mein Ge- JEsus liebte, manche winn, ei so bin ich wohl Trůbsal auch betrübte; zufrieden: GOtt, des To- dies nur Liebesstreiche sind. des Gift, ist mein, in ihm kann ich fröhlich sein. 3. So viel Jahr hab ich genesen, bin gesund und 9. Herz und Muth sind frisch gewesen: sollt ich fröhlich nun, fröhlich, JE- einen kranken Tag nicht su, ist die Seele; gieb, daß von meinem GOtt annehfröhlich alles Thun dich men? Kann ich mich zur zum Zweck und Ziel er- Lust bequemen, warum wähle; laß mich, o mein nicht zur Liebesplag? d Sonnenschein, ohne dich 4. Wird von schar=" nicht fröhlich sein. fen Låsterzungen manches 10. Laß mich üben Leidlied mir gesungen, bin Traurigkeit, wo zu trau- ich darum traurig nicht. ren sichs gehöret, sonsten Mein Gewissen heißt fie aber Fröhlichkeit, die ganz schweigen, kann mir gunichts als dich begehret; tes Zeugniß zeigen, und du bist meine Freud allein, die Lästerhälse bricht. durch dich kann ich fröhlich sein. 5. Alle Welt mag mich verlassen, GOtt der weiß 11. Laß mich fröhlich mich so zu fassen, daß ich leben hier, fröhlich sein mächtig und getroft alin allem Leide; hilf mir lem, allem kann absagen, fröhlich sterben dir, gieb und nichts achten Spott mir bald die Himmels- und Plagen, noch was freude, so bleibst du die sonsten auf mich stößt. Freude mein, da, da will ich fröhlich sein. Ludämilia Gr. v. Schwarzburg. 6. Drum getrost, nur frisch gewaget, der mich ieko höhnt und plaget, so wirds die Långe treiben Mel. Alles ist an GOt- nicht. Jesus ist es, der stes Segen. mich stårket, der es siehet, ver es merket, und schon lich, immer kommet zum Gericht. fröhlich, ich bin auf der 7. Alsdann kommt, ihr 526. mmer frdhIn the e Lå= Von der Freudigkeit des Glaubens. 457 Lästerzungen, ist es euch 13. Muß ich um das allhier gelungen, so ver- Meine kommen, wird mir dammet mich dann auch. all mein Gut genommen, Ich steh als ein Held im dech kein Sorgen mich verGlauben; euer Wüthen, zehrt. Und was sag ich, euer Schnauben achte ich um das Meine? GOtt, wie Dampf und Rauch. dem höchsten Gut, alleine 8. Wenn ihr lästert, was ich habe zugehört. will ich flehen, wenn ihr 14. Dessen hab ich mich scheltet, will ich stehen vor verstehen: er hat, was er des Allerhöchsten Thron, nur gelieben, von mir wieund vor ihm mein Herz der weggethan, und die Last ausschütten, ob vielleicht mir abgenommen, daß ich ich könnt verbitten euren eber zu ihm fommen, und sonst verdienten Lohn. gen Himmel fleigen kann. 9. Ja, wenn gleich auf 15. Immer fröhlich, imallen Seiten sich erreget mer fröhlich! ich bin auf Krieg und Streiten, doch der Erd schon selig: hier noch fröhlich, unverzagt! fångt sich mein Himmel wenn das Schiff beginnt an. Ich will sagen, was zu krachen, weiß schon JE- ich meine: Es betrübt mich sus aufzuwachen: nur im nur alleine das, was GOtt Glauben frisch gewagt! erzurnen kann. Magnus Daniel Omeis. 10. Wüthet auch der Höllenrachen, mich, den Sunder, blöd zu machen, Mel. Valet will ich dir bleib ich dennoch wohlgegeben. muth. Meines JEfu Blu- 527. ft Gott für mich, rachen stopfen, löschen aus die Schwefelglut. trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, 11. Sterben mir die An- weicht alles hinter sich. verwandten, Eltern, Weib, Hab ich das Haupt zum Kind und Bekannten, bleibt Freunde, und bin geliebt die Freud doch unversehrt; bei GOtt, was kann mir der fie gab, hat sie genom- thun der Feinde und Wtmen: darum sei bei allen dersacher Rott? Frommen GOttes Name hochgeehrt. 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch 12. Ich habs ja nicht ohne Scheu, daß Gott ändern können, will sie der Höchft und Beste, mein meinem JEsu gönnen, den Freund und Bater set, und viel höher sie geliebt. Er daß in allen Fällen er mir nahm sie vom Weltgetüm- zur Rechten fieh, und mel, und nun ihnen in dämpfe Sturm und Weldem Himmel das verborgne len, und was mir bringet Manna giebt. Weh. 20 3. Der 458 Von der Freudigkeit des Glaubens. 3. Der Grund, da ich 8. Und wenn an metmich gründe, ist Christus nem Orte sich Furcht und und sein Blut, das machet, Schwachheit findt, so seufzt daß ich finde das ewge und spricht er Worte, die wahre Gut. An mir und unaussprechlich sind mir meinem Leben ist nichts zwar und meinem Munde, auf dieser Erd; was Chri- GOtt aber wohl bewußt, stus mir gegeben, das ist der an des Herzens Grunde der Liebe werth. erfiehet seine Lust. 4. Mein JEsus ist mein 9. Sein Geift spricht Ehre, mein Glanz und hel- meinem Geiste manch sules Licht; wenn der nicht ßes Trostwort zu, wie in mir wäre, so dürft und GOtt dem Hilfe leiste, könnt ich nicht vor GOt- der bei ihm suchet Ruh; tes Augen stehen und vor und wie er hab erbauet dem strengen Siß; ich ein edle neue Stadt, da müßte stracks vergehen wie Aug und Herze schauet, Wachs in Feuership. was es geglaubet hat. 5. Mein JEsus hat ge- 10. Da ist mein Theil, löschet, was mit sich führt mein Erbe mir prachtig zuden Tod; der ists, der mich gericht; wenn ich gleich rein waschet, macht schnee- fall und sterbe, fällt doch weiß, was ist roth. In mein Himmel nicht. Mug ihm kann ich mich freuen, ich auch gleich hier feuchhab einen Heldenmuth, ten mit Thränen meine darf kein Gerichte scheuen, Beit, mein JEsus und wie sonst ein Sünder thut. sein Leuchten durchsüßet 6. Nichts, nichts fann alles Leid. mich verdammen, nichts 11. Wer sich mit dem vernimmet mir mein Herz; bindet, den Satan fleucht die Hill und ihre Flam- und haßt, der wird vermen die sind mir nur ein folgt, und finoet ein harte, Scherz; kein Urtheil mich schwere Last zu leiden und erschrecket, kein Unheil mich zu tragen, geråth in Hohn betrübt; weil mich mit und Spott, das Kreuz Flügeln decket mein Hei- und alle Plagen, die sind land, der mich liebt. sein täglich Brod. 7. Sein Geist wohnt 12. Das ist mir nicht mir im Herzen, regieret verborgen, doch bin ich meinen Sinn, vertreibt unverzagt. Dich will ich mir Sorg und Schmer- lassen sorgen, dem ich mich zen, nimmt allen Kummer zugesagt. Es koste Leib hin; giebt Segen und Ge- und Leben, und alles, deihen dem, was er in mir was ich hab: an dir will schafft, hilft mir das Abba ich fest kleben, und nimschreien aus aller meiner mer lassen ab. Kraft. 13. Die Welt die mag fer= Von der Freudigkeit des Glaubens. 459 zerbrechen, du stehst mir Fühlen weichen; laß das ewiglich; kein Brennen, lette Tageslicht mich auf Hauen, Stechen soll tren- dieser Welt erreichen; wenn nen mich und dich; kein der Lebensfaden bricht, meiHunger und kein Dür nen JEsum laß ich nicht. ften, fein Armuth, keine Pein, kein Zorn des groBen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor setnem Angesicht meiner Eltern Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht. Meinen JEsum laß ich nicht. 14. Kein Engel, feine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, 5. Nicht nach Welt, nach kein Herzeleid, was man Himmel nicht meine Seele nur kann erdenken, es sei wünscht und stöhnet, JEklein oder groß, der keines sum wünscht sie und sein soll mich lenken aus dei- Licht, der mich hat mit nem Arm und Schoos. GOtt versöhnet, der mich freiet vom Gericht. Meinen JEsum las ich nicht. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud 6. JEsum laß ich nicht und Singer, sieht lauter von mir, geh ihm ewig an Sonnenschein. Die Sonne, der Seiten; Christus läßt die mir lachet, ist mein mich für und für zu dem HErr JEsus Christ; das, Lebens- Bächlein leiter. was mich singend machet, Selig, wer mit mir ſo ist, was im Himmel ist. spricht: Meinen JEsum laß ich nicht! Chriftian Keymann. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 528. Meinen E- Mel, Von GOtt will sum laß ich ich nicht laffen. Mich kann nicht; weil er sich für mich 529. gegeben, so erfordert meine GOtt Pflicht, flettenweis an ihm nicht verlassen, mein GOtt zu kleben. Er ist meines verläßt mich nicht; wenn Lebens Licht: meinen JE- ich kein Trost kann fassum laß ich nicht. sen, ist er mein Zuver2. JEsum laß ich nim- ficht. Daß GOtt mich mer nicht, weil ich soll auf nicht verläßt, das hab ich Erden leben. Ihm hab ich oft erfahren in meinen voll Zurersicht, was ich bin Kinderjahren, drum halt und hab, ergeben; alles ich an ihm fest. tft auf ihn gericht. Mei- 2. Er ist voll Gnad und nen JEsum laß ich nicht. Stårke; wer sich auf ihn verläßt, betrachtend seine Werke, der ist genug ge= 20* trost 3. Laß vergehen das Geficht, Hören, Schmecken, 460 Von der Freudigkeit des Glaubens. tröst: denn seiner Gna- 1 glaub und weiß ich dies, den Licht erquicket unsre GOtt hilft endlich noch Herzen in Nengsten, Käm- gewis.- Hülfe, die er pfen, Schmerzen mit fester aufgeschoben, hat er drum Zuversicht. nicht aufgehoben; hilft er 3. Mich kann auch nicht nicht zu jeder Frist, hilft verlassen Esus, der theu- er doch, wanns nöthig ist. re Mann, Wer ihn nur 2. Gleich wie Vater lernet fassen, deß nimmet nicht bald geben, wonach er sich an, erquicket seine ihre Kinder streben, so hält Seel mit seinen Liebes- GOtt auch Maaß und Ziel: gaben, in Ohnmacht ihn er giebt wem und wann ju laben aus seiner Wun- er will.- Seiner kann ich den Höhl. mich vertrösten, wann die Noth am allergrößten; er ist gegen seinem Kind mehr als väterlich gesinnt. 4. Willst du dich ihm ergeben, du findest in ihm Rub; er macht dir süß das Leben; drum geh ge- 3. Trotz dem Teufel, rade zu, ergreif sein theu trop dem Drachen! ich res Blut; will dich der kann ihre Macht verlachen: Satan schrecken, so wird trotz dem schweren Kreuer dich bedecken vor aller zesjoch! GOtt, mein VaFeinde Wuth. ter, lebet noch.- Troß 5. Mich kann auch nicht des bittern Todes Zähnen, verlassen des HErren wer- trop der Welt und allen ther Geist; ich will die denen, die mir sind ohn Sünde haffen und thun, Ursach feind! GOtt im was er mich heißt: so wird Himmel ist mein Freund. mich dessen Gut mit Mut- 4. Laß die Welt nur imterhänden leiten, und hier mer neiden: will fie mich mit Himmels- Freuden er- nicht länger leiden, ei so quicken mein Gemith. frag ich nichts darnach. 6. Er selbst wird durch Gott ist Richter meiner sein Leben ertödtett mei- Sach. Will sie mich men Tod, uni volle Kraft gleich von sich treiben, muß mir geben, zu dulden mir doch der Himmel bleiSchmach und Spott. In ben; wenn ich nur den allem, was ich thu, soll er Himmel krieg, hab ich almich stets regieren, und les zur Genug. endlich mit sich führen zur Freud und mit zur Ruh. 5. Ich will ihr gar gerne lassen, was ich sonsten pfleg zu hassen; ste hab ihren Erdenkoth, und laß In eigener Melodie. 530. Solltes gleich mir nur meinen GOtt. bisweilen Ach HErr, wenn ich dich scheinen, als wenn GOtr nur habe, sag ich allem verließ die Seinen: o so Andern abe; legt man mich gleich - Von der Freudigkeit des Glaubens. 461 gleich in das Grab, gnug, HErr, wenn ich dich nur bab. Christoph Titius. 8. Trau auf GOtt bet dürren Zeiten; denn er wird vom Himmel leiten seines Segens Strom und Quellen, die dein Herz zufrieden stellen. 9. Trau auf GOtt, wenn Feuersflammen schlagen über dich zusammen. GÖttes Engel schüßt die Frommen, die in Feuersnoth gekommen. In eigener Melodie. 531.Tra Frau auf GOtt in allen Sachen, die dich jeho traurig machen; trau auf Gott in allen Dingen, die dir zu dem Herzen dringen. 2. Trau auf GOtt in Seelenplagen, wenn dich deine Sünden nagen; denn GOtt ist in solchen Schmerzen ein recht Pflafter für die Herzen. 10. Trau auf Gott, wenns stürmt und schneiet, wenn die Donnerwolke schreiet, wenn dich trifft das böse Wetter; denn GOtt ist allein dein Retter. 3. Trau auf GOtt wenn Tod und Hölle, wenn der Teufel ist zur Stelle, und dir vom Verdammen saget: GOtt ist, der ihn alsbald jaget. 4. Trau auf GOtt im bösen Glücke; denn GOtt ist dir eine Brücke, drauf In eigener Melodie. du sichern Stand kannst 532. Von Gott will ich wenn um dich traben. nicht lassen, denn er läßt 5. Trau auf GOtt, nicht von mir, führt mich wenn bise Seuchen in auf rechter Straßen, da dem Land herummer schlei- ich sonst irret sehr. Er chen; denn er kann dich reicht mir seine Hand; den so bedecken, daß dich keine Abend als den Morgen darf anstecken. thut er mich wohl versorgen, sei wo ich woll in Land. 11. Trau auf GOtt in allen Sachen, denn er kann den Ausschlag machen; trau auf GOtt in allen Dingen, dann wirst du ein Danklied fingen. Justus Sieber. 6. Trau auf GOtt in Kriegsgefahren, denn er weiß dich zu bewahren; er 2. Wenn sich der Menkann machen, daß die schen Hulde und Wohlthat Feinde werden deine be- all verkehrt, so findt sich sten Freunde. GOtt gar balde, fein 7. Trau auf GOtt in Macht und Gnad bewährt; Hungersnsthen, dann wird hilfet aus aller Noth, erdich kein Hunger tödten; rett von Sünd und Schanwächset gleich kein Korniden, von Ketten und von auf Erden, dann wird Brod Banden, und wenns auch aus Steinen werden. war der Tod. 3. Auf 462 Von der Freudigkeit des Glaubens. 3. Auf ihn will ich ver- dulde hier Widerwärtigkeit, trauen in meiner schweren wie ichs auch wohl verZeit; es kann mich nicht schulde, kommt doch die gereuen, er wendet alles Ewigkeit, ist aller FreuLeid. Thm sei es heim- den voll; dieselb ohn einigs gestellt; mein Leib, mein Ende, dieweil ich Christum Seel, mein Leben sei GOtt kenne, mir widerfahren soll. dem HErrn ergeben; er machs, wies ihm gefällt. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen 4. Es thut ihm nichts hat; sein Sohn hat Guts gefallen, denn was mir die Fülle erworben und müßlich ist; er meints gut Genad; und GOtt, der mit uns allen, schenkt uns heilge Geist, im Glauben den HErren Christ, ja, uns regieret, zum Reich seinen lieben Sohn; durch des Himmels führet. Ihm ihn er uns bescheret, was sei Lob, Ehr und Preis. Ludwig Helmbold. Leib und Seel ernähret: lobt ihn ins Himmels Thron. In eigener Melodie. 5. Lobt ihn mit Herz 533. Warum sollt ich mich und Munde, er uns beides schenkt; das ist ein denn gråmen? Hab ich selge Stunde, darin man doch Christum noch, wer sein gedenkt; sonst verdirbt will mir den nehmen? Wer alle Zeit, die wir zubringn will mir den Himmel rauauf Erden; wir sollen se- ben, den mir schon GOtlig werden und bleibn in tes Sohn beigelegt im Ewigkeit. Glauben. 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, wedr Ehr da ich nahm meinen ersten noch Gut bestehet, so vor Odem. Nackend werd ich war groß geacht; wir wer- auch hinziehen, wenn ich den nach dem Tod tief in die Erd begraben, wenn nir geschlafen haben, will uns erwecken GOtt. werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein: GOtt allein ist es, ders gegeben; will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dettnoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein: follt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schooß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des HErren. Daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon Von der Freudigkeit des Glaubens. 463 es wenden; er weiß wohl, 11. HErr, mein Hirt, wie er soll all mein Un- Brunn aller Freuden, du glück enden. bist mein, ich bin dein, nie5. GOtt hat mich bei mand kann uns scheiden. guten Tagen oft ergößt, Ich bin dein, weil du dein sollt ich jetzt auch nicht Leben und dein Blut mir etwas tragen? Fromm ist zu gut in den Tod gegebent. GOtt, und schärft mit 12. Du bist mein, weil Maaßen sein Gericht, ich dich fasse, und dich nicht, kann mich nicht ganz und o mein Licht, aus dem gar verlassen. Herzen lasse. Laß mich, 6. Satan, Welt und laß mich hingelangen, da ihre Rotten können mir du mich und ich dich leibnichts mehr hier thun, als lich werd umfangen. meiner spotten. Laß sie spotPaul Gerhard. ten, laß fie lachen: GOtt mein Heil, wird in Eil In eigener Melodie. ſie zu Schanden machen. 534. Was Gott 7. thut, das Grauen soll ein Christ, ist wohlgethan, es bleibt wo er ist, stets sich lassen gerecht sein Wille; wie er schauen: wollt ihn auch fängt meine Sachen att, der Tod aufreiben, soll der will ich ihm halten stille Muth dennoch gut und Er ist mein GOtt, der in fein stille bleiben. der Noth mich wohl weiß 8. Kann uns doch kein zu erhalten: drum laß ich Tod nicht tödten, sondern ihn nur walten. reißt unsern Geist aus viel 2. Was GOtt thut, das tausend Nöthen; schleußt ist wohlgethan, er wird das Thor der bittern Lei- mich nicht betrügen; er den, und macht Bahn, da führet mich auf rechter man kann gehn zur Him- Bahn, so laß ich mir gemelsfreuden. mugen an seiner Huld, 9. Allda will in süßen und hab Geduld; er wird Schähen ich mein Herz auf mein Unglück wenden, es den Schmerz ewiglich er- steht in seinen Händen. gößen; hier ist kein recht 3. Was GOtt thut, das Gut zu finden, was die ist wohlgethan, er wird Welt in sich hålt, muß mich wohl bedenken; ec, als im Hui verschwinden. ein Arzt und Wundermann, 10. Was sind dieses Le- wird mir nicht Gift einbens Güter? Eine Hand schenken für Arzenei; GOtt voller Sand, Kummer der ist getreu, drum will ich Gemüther. Dort, dort auf ihn bauen, und seiner find die edlen Gaben, da Gute trauen. mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 4. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht 464 Von der Freudigkeit des Glaubens. Licht und Leben, der mir 3. Ich laß ihn nicht, ich nichts Böses gönnen kann; will ihn halten, es geh mir ich will mich ihm ergeben drüber, wie es geh; ich lasſe in Freud und Leid; es meinen JEsum walten, bei Fomint die Zeit da dffent- dem ich in Genaden steh; lich erscheinet, wie treu- was mir auch ewig drum lich er es meinet. geschicht, ich lasse meinen Esum nicht. 5. Was GOtt thut, das ist wohlgethan; muß ich 4. Er läßt mich nicht, den Kelch gleich schmek- sollt ich ihn lassen? ten, der bitter ist nach mei- nein, mein JEsus bleibet nem Wahn, laß ich mich mein; ich will ihn immer doch nicht schrecken; weil stärker fassen, und schließen doch zuletzt ich werd er- in mein Herz hinein; im gött mit süßem Troft im Glauben wird es zugeHerzen, da weichen alle richt, im Glauben laß ich Schmerzen. JEsum nicht. 5. Der Satan meint mich zu erreichen, die Welt kommt auf mich zugerennt, und dieses ist ein rechtes Zeichen, dabei man einen Christum kennt; ich aber bin ihm hoch verpflicht, ich lasse meinen JEsum nicht. Samuel Rodigast. Mel. Wer nur der lieben GOtt läßt wallen. enn ich betracht 535. We gericht: ich lasse meinen Esum nicht. 6. Man mag mich hier und da vertreiben, ich weiß schon einen fichern Ort, da man mich wohl muß lassen bleiben, das ist mein JEsus und sein Wort. mein sündlichs Wesen, und Mein Alles ist auf ihn daß ich doch in Gnaden bin, und wiederum in GOtt genesen, so freuet 7. Kommts gleich mit sich Herz, Muth und Sinn, mir gar bis ans Leben, und spricht: Mein JEsus weil ja die Welt nur Boshats verricht: ich lasse mei- heit übt: mein Esus wird nen JEsum nicht. mirs wieder geben, den 2. Von JEsu will ich meine ganze Seele liebt. nimmer wanken, der mich ch leb und sterb auf den geliebet Hatvorhin, und dem Bericht: ich lasse meinen ichs einzig hab zu danken, Esum nicht. daß ich jekund in Gnaden 8. Der Tod soll über bin; daher ihm Mund und mich im Sterben auch 6. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird GOtt mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. behalten Oberhand; mein Esus läßt mich nicht# Herz verspricht: Ich lasse nicht meinen JEsum nicht. Von der Freudigkeit des Glaubens. 465 nicht verderben, deß habs nem Licht, und meinen ich ein gewisses Pfand, so JEsum lassen nicht. mir sein heilsam Wort verspricht; ich lasse meinen JEsum nicht. Erasmus Fing. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 9. Die Welt muß endlich auch vergehen mit aller ih- 536. Wer Gott vertraut, rer ist, das ewig kann bestehen, als hat wohl gebaut im Himwas uns JEsus hat be- mel und auf Erden; wer reit; wenn Himmel, Erd sich verläßt auf JEsum und alles bricht, laß ich Christ, tem muß der Himdoch meinen JEsum nicht. mel werden; darum auf 10. Schlägt mich die dich all Hoffnung ich ganz Sund schon oftmals nie- fest und steif thu sehen; der, daß meit: Gewissen HErr JEsu Christ, mein fast verzagt, hilft JEsus Trost du bist in Todes doch und stärkt mich wie- Noth und Schmerzen. der, er hält, was er mir zugesagt; drum wenn mich schon mein Sünd ansicht, laß ich doch meinen FEsum nicht. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, JEsu Christ, der sie all schlägt darnieder. 11. Der jüngste Tag Und wenn ich dich nur hab kann mich nicht schrecken, um mich mit deinen. Geist ich dring vom Tod zum und Gnaden, so kann fürLebent ein; mein JEsus wahr mir ganz und gar will mich auferwecken, daß wedr Tod noch Teufel ich bei ihm soll ewig sein; schaden. an jenem großen Weltgericht, da laß ich meinen JEsum nicht. 3. Dein trift ich mich ganz sicherlich, denn du fannst mir wohl geben, 12. Ich laß ihn nicht in was mir ift Noth, du treuer jenem Leben, dort will ich GOtt, in diesm und jeihm zur Seiten ftehn, will nem Leben. Gieb wahre ewig, ewig an ihm fleben, Reu, mein Herz erneu, etund nimmermehr von JE- rette Leib und Seele. Ach su gehn; da will ich sehn höre, HErr, dies mein Besein Angesicht, und meinen gehr, und laß mein Bitt JEsum lassen nicht. nicht fehlen. 13. Da will ich Hallelujah singen und Amen in Mel. dem höchsten Ton, will GOtt, Johann Mühlmann. Machs mit mir, nach deiner Gut. Ruhm. Dank, Preis und 537. Wohl dem Ehre bringen Lob vor GOttes Thron, auf seinen GOtt recht kindwill mandeln dort in sei- lich kann verlassen; den 20** maa 466 Von der Begierde zu GOtt. mag gleich Sünde, Höll hier verdammen: so fürcht und Tod und alle Teufel ich doch dieselbe nie, denn bassen, so bleibt er dennoch GOtt, mein Freund, verwohl vergnügt, wenn er tilget fie. uur GOtt zum Freunde kriegt. 5. Dahero trok der Höllen Heer, trot auch des 2. Die böse Welt mag Todes Rachen, trok aller immerhin mich hie und da Welt! mich kann nicht befeinden; kann sich nur mehr ihr Pochen traurig mein Gemüth und Sinn machen. GOtt ist mein mit meinem GOtt befreun- Freund, mein Schuß und den, frag ich doch nichts Rath; wohl dem, der nach ihrem Faß; ist GOtt GOtt zum Freunde hat! mein Freund, wer thut mir was? Mel. Wer nur den lie3. Und ob ich gleich dar- beu GOtt läßt walten. über oft viel Unglück let 537ª. Ji, mich den müssen, so hat GOtt gleichwohl unverhofft mich kann nichts scheiden von wieder draus gerissen. Da meinem Heil, von meinem lernt ich erst, daß GOtt GOtt. Was frag ich nach allein der Menschen bester Welt, Kreuz und Leiden? Freund muß sein. was acht ich Noth, Tod, 4. Ja, wenn gleich mei- Hohn und Spott? Mir ner Sünden Schuld fich bleibts gewiß, was GOtt häuft in mir zusammen, verspricht; ich weiß, mein mich treibt in Angst und JEsus läßt mich nicht. Ungeduld, und will gleich Joh. Olearius. Von den Früchten des Heils. I. Von der Liebe und Begierde zu GOtt. Mei. O JEfu, mein 2. Trok deme, der denBräutgam, wie ist mir ket, daß seine ich sei! ich so wohl. bin nun verschenket, es [ ch laß dich bleibet dabei; nichts brinjetzt finden, get mir Schmerzen, weil komm, JEsu, komm fort, Esus allhier, der trägt mein Herze will binden dein mich im Herzen, ihn trag Herze, mein Hort. Nach ich in mir. JEsu ich schreie, den hab 538. A 3. O weichet, ihr Feinde, ich erwählt; mein JEsus denn JEsus ist mein; ihn ist treue, ihm bin ich ver- hab ich zum Freunde, sein mählt. bin ich allein; ich bleibe ſein $ Von der Begierde zu GOtt. 467 sein eigen, er hat mich er- 1 2. Ach wie sehn ich mich Fauft; sein Blut wird er dahin, daß ich vor Verlanzeigen, damit ich getauft. gen bin fast vergangen. 4. Auch kann ich ermes- Mocht ich können vor sein sen, daß JEsus mich liebt, heilges Angesicht treten, weil er mir zu essen sich und in Liebe brennen bei selbsten dargiebt; so hab dem süßen Gnadenlicht. ich auch wieder, was JEsu gehört, Leib, Seele und Glieder ihni gleichfalls verehrt. 3. Welches Vöglein ist doch wohl, wenn es Junge hecken soll, das nicht bald ein Nest fich mache, oder baue irgend an unter einem sichern Dache, da es sich erquicken kann. 5. Ja, ja, ich bin seine, wir beide sind eins, ich bin nicht mehr meine, uns scheidet nun feins; bleib gleich ich auf Erden, so lange er will, so hab ich den Werthen, dem halt ich auch still. 4. Warum sollt ich, Liebfier, nicht dein holdselig Angesicht zu erblicken auch verlangen, wo vor deinem Altar ich wahre Ruhe kann empfangen und mich laben ewiglich? 6. Jhn kann mir nichts rauben, der Stärkste, der fiegt; an den will ich glauben, im Herz er mir liegt; 5. Wohl den Menschen, im Schlafen und Wachen die bei dir sich befinden ist JEsus mir nah: ei sollt für und für; die sind nur ich nicht lachen, daß JE- allein bemühet, dich zu sus steht da? loben immerdar, weil thr 7. Lehr, JEsu, mich Herz von Liebe glühet bei fröhlich hier leben in Noth, der Auserwählten Schaar. lehr sterben mich selig, mein 6. Doch auch wohl dem, Esu, mein GOtt! der von dir Kraft emAn JEsu ich flebe, in pfänget für und für; richJEsu ich ruh; in JEsu tet sein Herz auf die Weich lebe, und sterbe dazu. ge, die zu deinem Tempel Ludämilia Elisabeth gehn, und ist nicht im Gräfin v. Schwarzburg. Laufe trage, ob er muß viel Kreuz ausstehn. Mel. Schwinge dich, mein schwacher Geist. 539. A& mein GOtt, wie 7. Denn die durch dies Thränenthal gehen nach dem Freudensaal, machen solches selbst zur Quelle, lieblich ist deine Woh- die zur Freude dienen muß, nung, da du bist; 3ions und der Regen, der so Burg, da man nichts hs- belle sich ergießt, bringt ret als des werthen Braut- Ueberfluß. gams Ruhm, womit feine 8. Denn das Kreuz, das Braut ihn ehret in dem hier ein Chrift, der nach Aillen Heiligthum. GOtt begierig ist, auf sich nim 468 Von der Begierde zu GOtt. nimmet, ist so süße, daß es 2. Wo wir dein Antlit Freud und Leben giebt; schauen, da sehn ich mich dazu kommen Gnaden- binein, da will ich Hütten flüsse von dem Geiste, der bauen; denn dort ist gut. fie liebt. zu ſein. 9. Da gehn sie aus 3. Da werd ich alles se-, Kraft in Kraft, bis daß hen: den großen Schöihre Wanderschaft fie be- pfungsrath, was durch dein schließen, und gelangen Blut geschehen und deines vor des Höchsten Ange- Geistes That. sicht, da sie vor ihm föstlich prangen, angethan mit lauter Licht. 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schaar, mit allen deinen Knechten, das große Jubeljahr. 5. Mit göttlich- süßen Weisen wird mein verkiårter Mund dich ohne Sünde preisen, du, meines Lebens Grund. 10. Run, mein GOtt, erhöre mich; GOtt Zebaoth, neige dich auch zu meinem armen Flehen; ach mein Schild, verschmäh mich nicht; gieb, daß ich auch möge sehen bald dein freundlich Angesicht. 6. Da werden meine Thränen ein Meer voll 11. Denn auch einen Freude sein. Ach stille Tag allein in dem Hause GOttes sein will ich noch viel höher achten, als viel tausend andre Tag; ich will lieber dahin trachten, Mel. Wo ist der Schönste, daß ich drinnen hüten mag. dent ich liebe. bald mein Sehnen und hole mich hinein. Ernst Gottlieb Woltersdorf. 12. Denn du, HErr, 541. Ach möcht ich 2[ ch bist Sonn und Schild, meinen Eder du deinen Kindern sum sehen, der meine Seel willt niemals etwas man- fo herzlich liebt, ob ich geln lassen. Wohl dem, ihn gleich so oft betrübt! HErr GOtt Zebaoth, der Uch mocht ich aus mir. seldich kann im Glauben faf ber gehen zu dem, der mich sen, und dir trauen in so kcaftia ziehet von dieser der Noth. Welt zu sich hinauf, bet der ich mich so sehr bemühet in meinem ganzett Lebenslauf! Chriftian Jatob Koitsch. Mel. Chriftus, der ist mein Leben. 2. Ach möcht ich doch 540.* Ad war ich die Füße küssen, und preiz ch schon sen seine droben, mein Heiland, war Müh und Schmerzen ohne ich da, wo dich die Schaa- Zahl, die er für mich erren loben und säng Hal- dulden müssen! Ach möcht lelujah! ich mich doch niedersetzen ADA zu Von der Begierde zu GOtt. 469 in seinen Füßen in Ge- 2. Ach wo bleibst du doch, duld, und sie mit Liebes- mein Licht? Komm doch thrånen neken, dieweil er fort, und saum dich nicht. tilget meine Schuld! Komm doch, weil mit gro3. Ach laß mich mit sem Schmerz auf dich Johanne liegen an deiner wart mein frankes Herz. fußen Liebesbruft, und treib aus mir den Sundenwust; laß nicht die Welt mich mehr betrügen, der ich so lang bin nachgegangen; ihr Land sei mir ganz unbe- 4. Allzeit weißt du, daß wußt hinfort, damit nur ich mich nicht erhalten kann mein Verlangen, zu dir obn dich, weil du, liebster geh, JEsu, meine Lust! JEsu Christ, meines Le3. Kommst du nicht jetzt alsobald, meines Lebens Aufenthalt, so vergeht vor Liebsbegier mein betrübter Geist in mir. bens Leben bist. 4. Ja, ich muß noch was Größers bitten: Zieh 5. Drum, so komm doch mich, mein JEsu, ganz in bald zu mir, und erfreue sich, und komm du selber mich mit dir; schleuß mich auch in mich; los mich in die Arme ein, die für nur bloß nach deinen Sit- mich verwundet sein. ten und beilgem Willen einhergehen; ia ruf und treib mich stets zu dir, und laß mich nicht zurücke seben, mein Heiland, so ge- ewig schaffet Lust. muget mir. 6. Reich mit deinen füßen Mund, thu mir deine Liebe fund, druck mich an die zarte Brust, die mir 7. Also werd ich dort 5. Ich will hinfort nun und hier fröhlich singen alles lassen, und folgen dir für und für, daß du, liebnur blindlings nach, auch ster Jesu Christ, meines achten ganz kein Ungemach. Lebens Leben bist. Ich will nun recht mein Leben hassen, damit Johann Angelus. ich moge zu dir kommen. Mach Mel. Wer nur den liemich nur fest durch deine Gnad, und führe mich zu ben GOtt läßt walten. deinen Frommen; gieb selbst zu allem Rath und That. Maria Magd. Böhmer. 543.[ ch wenn ich dich, GOtt, nur habe, nach Erd und Himmei frag ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, als du, mein GOtt, mein Troft und Licht. Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust, ohn dich ist mir kein Trost bewust. 542. 24 ch wann kommt die Zeit heran, daß ich möge schauen an meinen liebsten 2. Soll Leib und Seele JEsum Christ, der mein mir verschmachten, ich hoffe Lieb und Leben ist? doch Mel. Nun komm der Heiden Heiland, 470 Von der Begierde zu GOtt. doch getrost auf dich. Nicht| Mutter her vielleicht noch will ich alle Plagen achten, unbeschoiten war, und an dir allein erquick ich wüßte kaum was Fleisch mich; regt sich auch alles und Blut, was Geiz sei wider mich, es bleibt dabei, oder hoher Muth, und in ich liebe dich. dem allett sich selbst helfen kann, der ist ein blinder und ein armer Mann. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, was meine Seele wünschen kann; auch 5. Und wer auch in dem fürcht ich mich gar keines Glanz des Lichts sich sieht, Falles, liebst du mich nur, und sieht, er tauge nichts, was ficht mich an? Drum und geht und greift die spricht mein Herz: du bist Sache an, will eher Guts mein Theil, in dir ist meiner thun als er kann, und Seelen Heil. Benj. Schmolt. müht sich selber viel und was ein Erlöser set. mancherlei, der lernet nie, Mel. Wie schön ist unsers Königs Braut, 6. Wenn aber ein ver544.* Du unser aus- lornes Kind vom Tod erwacht, sich frümmt und Haupt, an welches unsre windt, und sieht das Bds Seele glaubt, laß uns in als Böse an, und glaudeiner Nägel Maal erblik- bet, daß es sonst nichts ken unsre Gnadenwahl, und kann, verzagt an sich, es durch der aufgespaltnen geht ihm aber nah: kaum Seite Schrein führ unsre fieht sichs um, so steht der Seelen aus und durch Heiland da. und ein. 7. Wie geht dirs? O, 2. Dies ist das wunder- es geht nicht gut, ich liege volle Ding: erst důnkts bier in meinem Blut. Da für Kinder zu gering, und spricht der Menschendann zerclaubt ein Mann freund: Mein Sohn, nimm fich dran, und stirbt wohl, bin die Absolution, und eb ers glauben kann; dar- sieh mich an, und glaub an erkennt man hier das und stehe auf, und freue Eleine Heer, und davon dich, und zieh dich an fingt man noch am gläsern und lauf. Meer. 8. Die Seele kriegt den 3. Solange eine Mensch- neuen Geift, fie glaubt und beit ist, so lange JEsus thut, was Ejus heißt; bleibt der Chrift, so bleibet fie sieht das Lamm mit dies das A und O vom Augen an, die GOtt alganzen Evangelio; und leine geben kann, steht auf, daß das GOtteskraft und bekommt ein unsichtbar GeWeisheit ist, das wißt ihr wand, und ist auf einmal alle, die ihr Wahrheit wißt. mit dem Lamm bekannt. 4. Wenn einer von der 9. Die Sünderschaam und Von der Begierde zu GOtt. 471 und GOttes= Kraft die 2. O vertreib die Finmachen gleich Genossen- sternisse, weichen müsse schaft, und bleiben immer deinem Lichte meine Nacht. ungetrennt im Herzen, das Nacht und Dunkel mögen den Heiland kennt; da geht schwinden, laß mich finden, fein guter Wille mehr zu- was mein Auge helle rück, denn ihre Arbeit ist macht. ein ewges Glück. 10. Erst heißt der Freund die Seele ruhit, dann essen und hernach was thun; so übt er ihre GlaubensFraft in einer treuen Rit- wahrhaft lieben kann. 3. O du Licht der Ewigkeiten und der Zeiten, blicke mich durchdringend an. Deiner Liebe Glanz erscheine, du alleine bists, der terschaft. Sie thut, und 4. Stelle selbst in meiwenn sie dann ihr Werk nem Herzen helle Kerzen gethan, denkt fie gemei- himmlischer Gedanken auf. niglich nicht weiter dran. Wenn zu dir das Herz fie ziehen, muß es glühen für den heilgen Glaubenslauf. 11. Und würde man ja irgendwo der eignen Gnadenarbeit froh, so kommt die heilge Schaam herbei, die zeiget uns so mancherlei, daß man GOtt dankt, wenn man sich selbst vergißt, und denkt an nichts, als daß ein Heiland ist. 5. Flöße du mir Himmelsfäfte, reine Kräfte deines Gnadenlebens ein. So werd ich nur, dich zu lieben, recht mich üben, treu in deinem Dienste sein. 6. Denke nicht mehr 12. Und allenthalben geht meiner Sünde, ach entder Sinn der Gläubigen winde ganz vielmehr mich zur Gnade hin, und sinnet, ihrer Schuld. Halte mich wie er Nacht und Tag in deinen Armen, voll Erdem Bräutigam gefallen barmen leuchte deine Vamag, der uns vom ewgen terhuld. Tode losgemacht und unverdient zur Seligkeit gebracht. Nic. Ludwig Gr. v. Zinzendorf. Mel. Thu, HErr, mein Geschrei erhören. 545.*( Sott, nur du 7. Laß mich, HErr, aus deinen Schranken nimmer wanken; leb und wirke selbst in mir. Laß mich nirgends je auf Erden fröhlich werden als, mein einzig Gut, in dir. bist meine Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o HErr. du bist meiner Seelen Licht. 546.* H Chrift, HErr Err JEsu Nichts als Dunkelheit und Schmerzen bleibt im Her- mein höchstes Gut, mein zen, wenn dein Gnaden- Seelenschak, mein Herglanz gebricht. zensmuth und aller Sinnen 472 Von der Begierde zu GOtt. nen Freude; ich bleibe den- Kreuz und Noth, durch noch stets an dir, so ist Marter, durch Gewalt und auch nichts, das dich von Tod auch Seel und Leib mir und unsrer Liebe schei- verschmachten: dies alles de; du machst mir deinen wird, wenns auch noch Weg bekannt, hältst mich mehr, ja gar wie eine Hölle bei meiner rechten Hand, wär, mein Glaube nichts regierst und führst den Le- nicht achten. Du bist und benslauf, und hilfest mei- bleibest doch mein Heil, Schwachheit auf. und meines Herzens Trost und Theil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. HErr JEsu Christ, ich hoffe fest:,: daß deine Kraft mich nicht verläßt. ner HErr JEsu Christ, du bist mein Licht:: ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet: 5. Wer von dir weicht, gehts gleich zu Zeiten wun- und auf der Welt dir nicht derlich, so weiß ich den beständig Giauben hält, noch, daß durch dich der muß freilich noch verderAusgang wohl gelinget. ben, und kann, weil er Nach hartem Tritt auf die Luft und Pracht des rauher Bahn, nimmst du Fleisches hier zum Himmel mich dort mit Ehren an, macht; den Himmel dort wo mich vor deinem Thron nicht erben. Wer mit dem erfreut die Krone der Ge- Teufel ärgerlich in Sunrechtigkeit, HErr JEsu den huret wider dich, und Christ, ach voll Begier:: denkt on keine Buße nicht, wünsch ich mich heute noch den bringst du um durch bet dir. dein Gericht; HErr JEsu Christ, du bist dabei:: dem, der dir treu ist, ewig treu. 3. Mein Alles ist auf dich gericht, hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden: denn 6. Drum balt ich mich war der Himmel ohne dich, getroft zu dir, du aber so könnte keine Lust für hältst dich auch zu mir, mich in tausend Himnieln und das ist meine Freude. werden. Wärst du nicht Ich sehe meine Zuversicht schon auf Erden mein, auf dich, mein Fels, der möcht ich auch nicht auf nicht zerbricht, in Freud Erden sein; denn keine tau- und auch im Leide: dein sendfache Welt hat nichts, Thur soll alles und allein das mir, wie du, gefällt. in meinem Herz und MunHErr JEsu Christ, wo de sein, bis ich dich kann du nicht bist:: ist nichts, was mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch mit Augen sehn. Ach möchte folches bald geschehn. HErr JEsuChrist, ich warte drauf * A Von der Begierde zu GOtt. 473 : komm, komm, mein, deinen Thron erblickt, und Schuß, und nimm mich hätte gerne mein Herz vorauf. Erdmann Neumeister. ausgeschickt, und hätte gern Mel. Nun laßt uns den mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingeLeib begraben. 547. u unbe- geben. greiflich 2. Das war so prachböchstes Gut, an welchem tig, was ich im Geist geFlebt mein Herz und Muth! sehn. Du bist allmächtig; ich dürft, o Lebensquell, nach dir: ach hilf, ach lauf, ach komm zu mir! drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit 2. Ich bin ein Hirsch, der durstig ist von großer Hiß; du, JEsu, bist für diesen Hirsch ein Seelentranf: erquicke mich, denn ich bin frank. 3. Ich schreie zu dir ohne Stimm, ich seufze nur: dir vereinigt. DHErr, vernimm; vernimm es doch, du Gnadenquell, und labe meine dürre Seel. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben, und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn; und ohn Ermüder will ich ihr 5. Wo bist du denn, o näher gehn, und ihre helBräutigam? Wo weidest len goldnen Gassen lebensdu, o GOtteslamm? An lang nicht aus den Augen welchem Brünnlein ruhest lassen. Joh. Timoth. Hermes. du? Ich dürfte, laß mich auch dazu. Mel. Nun freut euch 6. Ich kann nicht mehr, lieben Christen gmein. ich bin zu schwach, ich 549. GOtt Lob, ein Schritt zur schreie, dürft und ruf dir nach; der Hirsch muß bald gefühlet sein: du bist ja sein, und er ist dein. Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fleußt, und alle Gnade sich erJoachim Neander. Mel. Nun preiset alle GOttes. 4. Ein frisches Wasser sehlet mir, HErr JEsu, zeuch, zeuch mich nach dir; nach dir ein großer Durst mich treibt: ach war ich dir nur einverleibt! 548.* ch bab von geußt in meine Seel zum Leben. 2. Ich 474 Von der Begierde zu GOtt. 2. Ich zähle Stunden,| Zeit und Stunde, wiewohl l Tag und Jahr, und wird ich weiß, daß dirs gefällt, mir allzulange, bis es er- daß ich mit Herz und scheine, daß ich gar, o Le- Munde dich willkommen ben, dich umfange, damit, heiß, und darauf von nun was sterblich ist in mir, an richte meinen Lauf, daß verschlungen werde ganz ich dir komm entgegen. in dir, und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, daß sich entzündet, was in mir ist und mein Gemüth sich so mit dir verbindet, daß du in mir, und ich in dir, mit mir vermählen wirst, und ich doch immer noch allhier will näher in dich dringen. 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o theurer Lebensfürst, dich dort und mir dein Erbe schenken. 4. O daß du selber kåmest bald! ich zähl die Augenblicke; ach komm, eh mir das Herz erkalt und sich zum Sterben schicke! komm doch in deiner Herrlichkeit; schau, deine Braut hat sich bereit, die Lenden find umgürtet. 9. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet; und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 10. Wenn auch die Hände lässig sind, und meine Kniee 5. Und weil das Del wanken, so biet mir deine des Geistes ja in mir ist Hand geschwind in meines ausgegossen, du mir auch Glaubens Schranken, daselbst von innen nah, und mit durch deine Kraft mein ich in dir zerflossen: so Herz sich stärke, und ich leuchtet mir des Lebens himmelwärts ohn UnterLicht, und meine Lamp ist laß aufsteige. zugericht, dich fröhlich zu empfangent. 11. Geh, Seele, frisch, im Glauben dran, und set 6. Komm! ist die Stimme nur unerschrocken; laß dich deiner Braut, fomm, ru- nicht von der rechten Bahn fet deine Fromme; fie ruft die Lust der Welt ablocken; und schreiet überlaut: so dir der Lauf so langKomm bald, ach JEsu, sam deucht, so eile, wie komme. So komme denn, ein Adler fleucht, mit Flümein Bräutigam, du ken- geln süßer Liebe. nest mich, o GOtteslamm, 12. JEsu, meine daß ich dir bin vertrauet. Seele ist zu dir schon auf7. Doch sei dir ganz geflogen; du haft, weil du anheim gestellt die rechte voll Liebe bist, mich gånglich Von der Begierde zu GOtt. 475 lich ausgesogen. Fahr hin, Herzens Glanz und beſte was heißet Stund und Freud; des Himmels Glanz Zeit! ich bin schon in der weicht deinem Scheine, Ewigkeit, weil ich in JEsu die Weltlust aller Herrlebe. Aug. Herm. Frante. lichkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, Mel. Wer nur den lie- wer dich, GOtt, haben ben GOtt läßt walten. kann. err, wenn ich 550. ich dich nur an dich gedenke in meinem Leben allezeit, und mein Gemüth zum Himmel schwenke, entzückt der eitlen Eitelkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, GOtt, haben kann. Ahasverus Fritsch. und hoch 2. haſt batt du gebauet die ſter- 551.* hochgebaute In eigener Melodie. * erusalem, du nenreiche Himmelsstadt, werde haben, mein bestes Theil zu jeder Zeit, so wird sich Leib und Seele laben hier zeitlich und in Ewigkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, GOtt, haben fann. daß sie der Mensch mit Stadt, wollt GOtt, ich Lust anschauet, die so viel war in dir. Mein sehnlich Glanz und Klarheit hat? Herz so groß Verlangen Was geht mich Sternen- hat und ist nicht mehr bei klarheit an? Genug, wer mir. Weit über Berg und dich, GOtt, haben kann. Thale, weit über blachem 3. Wie reich ist doch Feld schwingt es sich über von Gold und Schäßen alle, und eilt aus dieser der Erden großes Wun- Welt. derfeld, wie weiß sich man2. schöner Tag und cher zu ergößen an Reich- noch viel schönste Stund, thum, Ehre, Gut und Geld. wann wirst du komment Was geht mich aller Reich- schier? da ich mit Lust, mit thum an? Genug, wer freudenfreiem Mund die dich, GOtt, haben kann. Seele gab von mir in 4. Kann anch ein feftrer GOttes treue Hände zum Bund im Leben, als zwi- auserwählten Pfand, daß schen Leib und Seele sein? sie mit Heil anlände bei Wenn die sich von ein- ienem Vaterland? ander geben, alsbald Ver- 3. Im Augenblick wird schmachtung fället ein. Was fie erheben sich bis an das geht mich dieses Leben an? Firmament, wenn sie verGenug, wer dich, GOtt, läßt so sanft, so wunderhaben kann. lich die Stått der Ele5. Du, GOtt, ja du ment; fährt auf Eliå Wa= bist mein alleine, meins gen mit engelischer Schaar, die 476 Von der Begierde zu GOtt. die sie in Händen tragen, tausend Zungen, mit Stimumgeben ganz und gar. men noch vielmehr, wie 4. O Ehrenburg, nun von Anfang gesungen das fei gegrüßet mir: thu auf himmelische Heer. die Gnaden- Pfort. Wie Joh. Math. Meyfart. große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin Mel. Ach bleib mit deikommen fort aus jenem] ner Gnade. böſen Leben, aus jener 552.* m Leben und GOtt im Sterben hat gegeben das Erb der tröst ich mich jederzeit, daß Ewigkeit! ich bald werd ererben die ewge Herrlichkeit. 5. Ein edles Volk und ein sehr werthe Schaar 2. Drum schließ ich meikommt dann gezogen schon; nen Willen in GOttes was in der Welt von Aus- Willen ein, der mag in erwählten war, seh ich, die mir erfüllen, was mir beste Kron, die JEsus mir, wird selig sein. der HErre, entgegen hat 3. Und weil ich ia soll gesandt, da ich noch war scheiden von dieser bösen ſo ferne in meinem Thra- Welt, so eil ich drauf mit nenland. Freuden zum schönen Himmelszelt. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch 4. Spann aus, spann Christen insgemein, die aus geschroinde, o treuer weiland dort trugen des GOtt, spann aus, und Kreuzes Joch und der Ty- hilf mir, deinem Kinde, rannen Pein, schau ich in ins ewge Himmelshaus. Ehren schweben, in Frei- 5. Hier hatt ich nichts heit überall, mit Klarheit als Plagen, als Jammer, hell umgeben, mit sonnen- Angst und Noth, und aß lichtem Strahl. in Müh und Klagen mein 7. Wenn dann zuletzt bittres Thränenbrod. ich eingelanget bin ins 6. Hier lebt ich stets schöne Paradeis, von höch- im Leide, in Angst, Noth fter Freud erfüllet wird und Gefahr, dort leb ich der Sinn, der Mund von stets in Freude zusammt Lob und Preis. Das Hal- der Engelschaar. lelujah reine man spricht 7. Die, die wird mich in Heiligkeit, das Hosianna annehmen mit freudenreifeine ohn End in Ewigkeit. chem Schein, all Angst, 8. Mit Jubelklang, mit Noth, Furcht und GråInstrumenten schön auf men wird weit, weit von Chören ohne Zaht, daß von mir sein. dem Schall und von dem 8. Da, da wird es wohl süßen Ton sich regt der klingen, wenn ich im HimFreudensaal, mit hundert melssaal werd heilig, heilig fin Von der Begierde zu GOtt. 477 fingen viel tausend, tau- doch die Unruh enden, daß fendmal. ich dich kräftig fühl in mir? 3. Ach fasse die zerfreuten Sinnen, und nahe dich mir gute Nacht! Hört auf, selbst von innen, daß mich hört auf zu weinen, GOtt hat es gut gemacht. nicht jede Regung för. Zeuch mich im Grunde stets von hinnen, daß mich das Fleisch nicht mehr bethör. 11. Spier bin ich euch entnommen auf eine kurze Zeit, dort sollt ihr zu mir kommen in ewge Ewigkeit. 4. Du, meine Lust, bist so behende, und mein Verlangen hat kein Ende, so kommst du einmal schnell vorbei; bis ich die Sinnen dir nachwende, ist mein Gemüth schon mancherlei. 12. Dann wollen wir uns füssen mit unerhörter 5. Ach beitre doch von so viel Dünsten die Seele, Lust, was wir hier dulden die dich, den Gewünschmüssen, bleibt uns dort ten, im Herzen stets zu unbewußt. finden sucht, daß ich mög 13. Drum weg, weg, wachen, und zum mindweg mit Schäßen, weg, sten dich noch erreich in weg, was irdisch ist; nichts, dieser Flucht. nichts kann mich ergößen, als mein HErr JEsus Christ. 14. Ade, ihr meine Lieben, ich eil ins Himmelszelt. Hört auf, euch zu betrüben. Ade, du falsche Welt. Johann Franc. 6. Weil noch so unståt die Gedanken, so bind das Herz in solchem Wanken an dich, du Hoffnung selger Fahrt; enthalte mich in Glaubensschranken, bis sich dein Licht einst offenbart. In eigener Melodie. dich 7. Jch fühle wohl, du bists alleine; ach nimm doch von mir all das 553. Ich sucher meine, daß ich der Gnade Ferne, mein Aufenthalt, mächtig werd. O JEsu, mein Licht und Sterne, komm, und mir erscheine, dein Pilgrim bin ich noch bis alle Hoffnung in dich auf Erd. Ach wie so bald, kehrt. ach wie so gerne war ich in dich gar eingekehrt. 8. Du bist mein GOtt und einigs Wesen, in dir 2. Komin, gürte mir allein bin ich geresett, wie die trågen Lenden, laß sich mag ich ohne Wesen sein? mein Herz dir ganz zuwen- Wenn gleich das Fleisch die den, und halte meinen Sinn Wort kann lesen, behält in dir. Wann wird sich es dennoch nur den Schein. 9. Ach 9. Drum, gute Nacht, ihr meinen, ihr meinen, 10. Müßt ihr mich gleich hier meiden; doch wird es bald geschehn, daß wir in großen Freuden einander werden sehn. 478 Von der Begierde zu GOtt. 9. Ach so befreie durch lein zu Ehren sich mein dein Wesen der Wahrheit Mund soll lassen hören. den, der kann genesen, den 3. JEsu, Paradies der Geist, und einge dir ihn Freuden, das mein Geift gar, daß er in einem mit Schmerzen sucht, o Wahrheit- Wesen die und du starker Trost im Letdu ihm seist offenbar! den, o du frische Lebens10. Erwecke doch den Frucht! alles Trauren, edlen Samen, der aus Je- alles Leiden wendest du in hovah höchstem Namen lauter Freuden. in dir ihn neu geboren 4. Komm, ach komm, du hat, daß er die Kraft, Trost der Heiden, komm, dir nachzuahmen, allzeit mein JEsu, stärke mich; erweise in der That. Fomm, erquicke mich mit 11. Laß die entbrannten Freuden, komm und hilf Liebesflammen der reinen mir gnädiglich; komm ( Beister in mir stammen, mein Wunsch, mein ganund nur nichts Fleischlichs zes Hoffen, komm, mein rühren mehr. Ach halte Herze steht dir offen. fest in dir zusammen, die von dir mit mir kommen her. 5. JEsu, richte mein Beginnen; JEsu, bleibe stets bei mir; JEsu, zähme 12. DeinGOttes- Leuch- mir die Sinnen; JEsu te, reine Liebe, laß fübren sei nur mein Begier; mich in heilgem Triebe JEsu, sei mir in Ge dir nach, und halte diese danken; JEsu, lasse mich Spur, wenn ich dich nur nicht wanken. aufrichtig liebe, mich nicht aufhalt die Kreatur. 6. JEsu, laß mich selig enden meine kurze Lebensjahr; trage mich stets auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freu554. Eu, du mein dig will ich dich umfasſen, liebstes wenn die Welt verlassen. ben, meiner Seelen Brautigam, der du dich für mich an des bittern Kreuzes Stamm, jetzt 555. I hönste Licht, In eigener Melodie. Esns das will ich mit süßen Weisen dich von ganzer Seele preiſen. JEsus ist des Vaters Freude, so er aus sich 2. Du bist GOtt, der uns selber spricht; er ist meine gegeben Seel und Leib, Lust und Weide. JEsus ist auch Ehr und Gut, der die süße Kraft, die mit Liebe du unser Leib und Leben mich entzündet, da mein schüßest durch der Engel Herz alleine findet, was mir Hut; drum auch dir al- Ruh und Freude schafft. 2. JEMel. HErr, ich habe mißgehandelt. Von der Begierde zu GOtt. 479 2. JEsus ist die Lieblich-| schon vertreiben, wenn er keit und der Seelen Luft- mich in sich erhebt. spiel worden; er verzehret 7. Ihr Gespielen, faget alles Leid, er erleuchtet mir, wo ich finde, den ich seinen Orden. JEsus ist meine? Ach wer bringet mein Freudenspiel, ich bin ganz mich zu dir? Saget ihm: in ihn entzündet, ich set nun seine. Sagt, weil man alles in ihm ich sei in ihn entbrannt findet, was man wünscht und was man will. und mit Liebesmacht durchdrungen; saget ihm, wie ich gerungen, da ich seinen 3. JEsus wird von mir gesucht, JEsus wird von Zug erkannt. mir begehret. Alles, alles 8. Doch, ich will ihn sei verflucht, was mich in selber sehn, ich muß JEdem Suchen störet; sagt sum selber sprechen, und mir nichts von Lust und ich weiß, es wird geschehn, Welt, sagt mir nichts von es wird ihm sein Herze guten Tagen: wollt ihr brechen; denn ich will nicht aber ja was sagen, sagt, eher ruhn, bis ich JEsum wie JEsus mir gefällt. fann umfassen, bis er sich wird sehen lassen und mir meinen Willen thun. 4. JEsu, JEsu, meine Ruh, JEsu, JEsu, laß dich finden; Esu, magst 9. Oft hast du mich andu mich doch nu mit den geblickt und gelabt mit Liebesfeilen binden. JEsum deinen Gaben, doch bin such ich nur allein, JEsus ich nicht gnug erquickt, soll mich nur befißen; laß ach ich muß dich selber die Höllenkräfte blißen, haben: JEsu, brich in mir kann ich nur in JEsu sein. herfür; JEsu, werde mir 5. Nenne mich nur deine zur Sonne: JEsu, JEsu, Braut, nenne mich nur meine Wonne, JEsu, ach deine Taube; mache mich ergies dich mir! dir recht vertraut, mache, daß ich an dich glaube; JEsu, JEsu, nimm mich auf, ich dein alleine Christian Friedrich Richter. beißen, mich von allen 556. och felbft Esu, komm Dingen reißen, so verhindern meinen Lauf. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. zu mir, und verbleibe für 6. Sage nicht, o Krea- und für; komm doch, wertur, daß ich dir noch sei ther Seelenfreund, Liebverbunden: nun hab ich ster, den mein Herze meint. die reine Spur meines 2. Tausendmal begehr Bräutigams gefunden; was ich dich, weil sonst nichts von dir noch an mir flebt, vergnüget mich. Tausendsoll nicht immer in mir mal schrei ich zu dir: JEsu bleiben; JEsus wird es JEsu, komm zu mir. albm 3. Kei 480 Von der Begierde zu GOtt. 3. Keine Lust ist auf der ten Sinn, laß ihn sich zu Welt, die mein Herz zu GOtt aufschwingen; richt frieden stellt. Dein, oihn stets zum Himmel hin, JEsu, Beimirsein nenn laß ihn in die Gnad ein tch meine Lust allein. dringen. Suche JEsum 4. Aller Engel Glanz und Pracht, und was ihnen Freude macht, ist mir, süBer Seelenfuß, ohne dich nichts als Verdruß. und sein Licht, alles Andre büft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zur Lebens5. Nimm nur alles vont quell binju, da kannst du mir bin, ich verändre nicht sie reichlich haben. Suche den Sinn. Du, o JEsu, JEsum und sein Licht, mußt allein ewig meine alles Andre hilft dir nicht. Freude sein. 4. Fliche die unselge 6. Keinem andern sag Pein, so das finstre Reich ich zu, daß ich ihm mein gebieret; laß nur den dein Herz aufthu; dich alleine Labsal sein, der zur Glaulaß ich ein, dich alleine bensfreude führet. Suche nenn ich mein. JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Dich alleine, Gttes Sohn, heiß ich meine Kron und Lohn; du, für mich verwundtes Lamm, bift allein mein Bräutigam. 5. Ach es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, dabei 8. so fomm denn, du fast bist erstorben. Suche süßes Herz, und vermin- JEsum und sein Licht, dre meinen Schmerz; denn ich schrei doch für und für: JEsu, JEsu, komm zu mir. alles Andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das 9. Nun ich warte mit Ziel verrücken; GOtt wird Geduld, bitte nur um diese aus dem Liebesmeer dich, Huid, daß du mir in To- der Kranken, wohl erdespein wollst ein süßer JEsus sein. 3oh. Angelus. Mel. JEsus, meine Zuversicht. qfen. Suche JEsum und jett: Piht, alles Andre hilft dir nicht. 557.* Seele, was 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Weſen beget, als dem ermüdsi Höchsten wohlgefällt und du dich in den Dingen dein Ursprung dir vorledieser Erden, die doch baid get? Suche JEsum und verzehren sich und zu lau- fein Licht, alles Andre hilft ter nichtes werden? Suche dir nicht. JEsum und sein Licht, 8. Du bist ja ein Hauch aus GOtt, und aus seinem alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammale den zerstreu- Geist geboren, darunt liege nicht Von der Begierde zu GOtt. 481 nicht im Koth; bist du nicht Erlöser; sehne mich, bet zum Reich erforen? Suche dir zu sein, mein Erlöser; Esum und sein Licht, JEsu, mein Erlöser! alles Andre hilft dir nicht. 3. Nichts ist lieblichers 9. Schwinge dich fein als du, liebste Liebe; nichts oft im Geist über alle ist freundlichers als du, Himmelshöhen; laß, was milde Liebe; auch nichts dich zur Erden reißt, weit süßers ist als du, süz Lievon dir entfernet stehen. be; JEsu, jüße Liebe! Suche JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Weide mich und mach mich satt, Himmelsspetse; tränke mich, mein Herz 10. Nahe dich dem lau- ist matt, Seelenweide: fet tern Strom, der vomThron du meine Ruhestatt, Ruh des Lammes fließet, und der Seelen; JEsu, Rub auf die, so keusch und der Seelen! fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche FEfum und sein Licht, alles Andre bilft dir nicht. 5. Ich bin frank, komm, stårke mich, meine Stärke; ich bin matt, erquicke mich, süßer JEsu; wenn ich sterb, 11. Laß dir seine Ma- so trdste mich), du mein feståt immerdar vor Augen Tröster; JEsu, du mein schweben; laß mit brünsti- Tröster! Johann Flittuer. gem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Esum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 559* Such wer da 12. Sei im übrigen ganz will ein still, du wirst schon zum ander Ziel, die Seligkeit Ziel gelangen; glaube, daß zu finden; mein Herz alsein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir dicht. Jak. Gabr. Wolf. lein bedacht soll sein, auf Chriftum sich zu gründen: sein Wort sind wahr, sein Werk find klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. In eigener Melodie. 558. Herzens Freud, süßer JEsu; metner Seelen Seligkeit, süBer JEsu; des Gemüthes Sicherheit, süßer JEsu; JEsu, süßer JEsu! 2. Tausendmal gedenk Ich dein, mein Erlöser; und begehre dich allein, mein Mel. Allein GOtt in der Höh sei Ehr. 2. Such wer da will Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Krecht, der für uns ist gestorben. 21 3. Ach 482 Von der Begierde zu GOtt. 3. Ach sucht doch den, steht der Garten voller laßt alles stehn, die ihr Wonne; alle Blumen thun das Heil begehret; er ist sich auf, wenn sie spüren der HErr und keiner mehr, deinen Lauf. der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzen Grund, sucht ibn 4. Was vor verstockt war und erfroren, das lebt dann und ist neu geboren; cin, denn wohl wird was verdorret war im sein dem, der ihn herzlich ehret. Fluch, das giebt himmlischen Geruch. 4. Meins Herzens Kron, 5. Komm, laß deins mein Freudensonn sollst du, Herzens Wasser springen, HErr JEsu, bleiben; laß und durch des meinen Erde mich doch nicht von dei- dringen. Deiner offnen nem Licht durch Eitelkeit Wunden Saft gebe mir vertreiben; bleib ou mein zu grünen Kraft. Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 6. Dein Haupt von Dornen ganz zerrissen laß alles Blut herunter fließen; deines Angesichtes Schweiß mache mich zum Paradeis. 7. So werd ich schön und herrlich grünen, und dir zur Lust und Freude dienen, und mein Herze wird so fein dein gewünschter Garten sein. Joh. Angelns. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. Valentin Thilo. In eigener Melodie. 561. Liebster Jesu, du wirst In eigener Melodie. 560. Komm, Liebkommen, zu erfreuen deiJEsu, ster, komm ne Fron: men, die bedrånin deinen Garten, auf daß get find allhier. die Früchte besser arten; mich, JEsu, mich verlangt komm in meines Herzens Schrein, komm, o JEsu, komm herein. nach dir. 2. Ach so laß mich deine bleiben, laß mich deinen 2. Komm, bring zurech- Geist stets treiben, daß te, was zerstreuet, und setz du allzeit wohnst in mir. es ein, damits gedeihet; JEsu, mich, JEsu, mich komm, tu edler Gartner verlangt nach dir. du, richts nach deinem Willen zu. 3. Richte, JEsu, meine Wege, bahne du selbst mei3. Wenn du herein- ne Stege; laß mich seufzen kommst, währe Sonne, so für und für: JEsu, mich, Von der Begierde zu GOtt. 483 JEsu, mich verlangt nach hast du mich zu deinem dir. Freudenleben; das weiß 4. Komm doch, JEsu, und glaub ich festiglich, mein Vergnügen, in mein kann doch nicht recht erHerz; laß mich nicht lie- beben mein Herz zu dir, gen vor des Fleisches Sun- stets für und für nach solBenthur; JEsu, mich, JE- chem Leben trachten; es ist su, mich verlangt nach dir. mir leid, daß in der Zeit ich solches nicht kann achten. 2. Wenn Kreuz und Trübsal kömmt heran, so laß mich nicht verzagen. Dein Wort ist, das mir helfen kann, mein Elend 6. Bilde du dein schö- leicht zu tragen. Ich weiß nes Wesen in mein Herz, ia wohl, wie daß ich ſoll das tu erlesen; spiegle du mit dir, HErr JEsu, dich selbst in mir; JEsu, leben; soll ich denn nicht, mich, JEsu, mich verlangt o du mein Licht, nach ſolnach dir. cher Wohlfahrt streben? 5. An dir hanget meine Seele, ohne die ich mich sehr quale; ohne dich vergeh ich schier; JEsu, mich, JEsu, mich verlangt nach dir. 7. Eia, JEsu, schönste Wonne, schein in mir, du Lebenssonne, es ist nichts im Leben hier; JEsu, mich, JEsu, mich verlangt nach dir. 3. Laß Fleisches-, Weltund Augen- Lust in mir nicht länger walten; ein Bessers ist mir ja bewußt, daran ich mich soll halten. Laß meinen Sinn 8. Traufle deine Liebes- sich schwingen hin zu dir tropfen, die dein Bild in mit Freud und Wonne. mir einpfropfen; geh durch Du bist mein Licht und meines Herzens Thür; JE- Zuversicht, ja meiner Seesu, mich, JEsu, mich ver- len Wonne. langt nach dir. 4. Ach, ach! wann wird 9. Halte meine Seele mein Bräutigam mich feste, du bist ja der Aller- einmal kommen heißen? beste: ach daß ich dich nicht Wann wird er mich aus verlier; JEsu, mich, JEsu, diesem Schlamm und eitmich verlangt nach dir. lem Leben reißen? Wann 10. Allerliebster Her- werd ich doch das schwere zensfreund, der es einzig Joch von meinen Schulgut gemeint, halt mich, tern legen? Wann wird bis du brichst herfür. JE- sich mir doch thun herfür des su, mich, JEsu, mich ver- Himmels Freudensegen? langt nach dir. Pfeiffer. 5. O mocht ich Armer doch, befreit von aller Mel. Was mein GOtt Angst und Schrecken, dein will, das gscheh allzeit. unaussprechlich Herrlichein GOtt, feit in jenem Leben schmek562. Meerschaffen 21* kent 484 Von der Begierde zu GOtt. ken! O süße Kraft, o Le- liebst du dich in mir selbst bens- Saft, wann werd ich Tag und acht; aus mir, dich empfinden? Komm, mein Lieb, kommt falsche Ewigkeit, mach mich be- Liebe her, in dir ich wahre reit; das Eitle laß ver- Liebe nur begehr. schwinden. Mel. Du Geist des HErrn, der du von GOtt ausgehst. 7. Die gieb mir, weil du selbst die Liebe bist, eröffne mir den Mund, der dich nur ißt; laß keine 563. Mein Heiland andre Kraft mich nehmett ein, als dich, o treue Lieb, zu lieben rein. recht lieben dich; ich leb ohn dich, mein Schak, 8. Schenkst du mir recht, sonst jammerlich. Du aber wie ich dich lieben soll, hast ja Lust zum Leben so werd ich deiner treuen nur, drum gieb dich mir, Liebe voll, so werd ich mein Lieb, zur rechten Kur. recht zur Liebe, wie du 2. Ich kann ja von mir bist, und koste stets, wie selbst dich lieben nicht; süß dein Lieben ist. drum gieb mir davon rechten Unterricht, daß ich dich lieb, zur Liebe fasse recht, und bleib in deiner Liebe recht und schlecht. ich dich lieb in alle Ewig3. Laß mich dich lieben keit, und trink mich voll 9. Sonst bin ich todt, mein Lieb, das weißest du, drum bringe mich durch deine Lieb zur Ruh, daß mit Beständigkeit, und deiner Barmherzigkeit. mach mein Herz und Sinn 10. Nan schaff in mir, zur Lieb bereit, daß ich, daß ich dich lieben kann, mein Lieb, auf ewig liebe HErr Zebaoth, du bist dich, wie du mich haft der rechte Mann, der du geliebet ewiglich. mich ja so hoch geliebet hast; lieb mich, so lieb ich dich, du lieber Gast. 4. Dies ist dein größtes Werk, das schaff in mir, daß ich, o Lieb, dich liebe für und für. Ach laffe mich ohn dich nicht leber: mehr, gieb mir dich ganz 564. der du mir 5. Nun kann ich nichts bist der Liebst auf dieser ohn dich, du Liebe, thun, Erden, gieb, daß ich ganz ich kann nur bald in an- in deinen Glanz mög aufdern Dingen ruhn. Ach gezogen werden. leid es nicht, mein schönstes Lieb, in mir, daß etwas in mir liebe außer dir. 2. Beuch mich nach dir, so laufen wir mit herzlichem Belieben in den 6. Giebst du dich mir, o Geruch, der uns den Fluch große Liebes- Macht, so veriagt hat und vertrieben. 3. Zeuch Mel. Ach GOtt und HErr. Von der Begierde zu GOtt. 485 3. Zeuch mich nach dir, zen kleben, süßes Leben so laufen wir in deine süßen was die Erde in sich hålt. Wunden, wo in geheim Sollt ich noch in dieser der Honigseim der Liebe Wüsten länger nisten? Stein, wird gefunden. ich eil ins Himmelsfelt. 4. Zeuch mich nach dir, 5. Herzensheiland, schenke so laufen wir, dein liebstes Herz zu küssen, und seinen Saft mit aller Kraft aufs beste zu genießen. Glauben deiner Tauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir girret meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 5. Zeuch mich in dich, und speise mich, du ausgegoßnes Dele; geuß dich in 6. wie bald kannst Schrein meins Herzens du es machen, daß mit ein, und labe meine Seele. Lachen unser Mund er6. OJEsu Christ, der füllet sei. Du kannst durch du mir bist der Liebst auf die Todes- Thüren traudieser Erden, gieb, daß ich mend führen, und machst ganz in deinem Glanz mög uns auf einmal frei. aufgezogen werden. I. Angelus( Zeuch mich nach dir). 7. Du hast Sünd und Straf getragen: Furcht und Zagen muß nun ferne In eigener Mel. oder: von mir gehn. Tod, dein Meine Armuth macht Stachel ist zerbrochen: mich schreien. meine Knochen werden 565** Unter Lilien fröhlich auferstehn. Freu- 8. Herzenslamm, dich den sollst du weiden: Seele, will ich loben hier und schwinge dich empor. Als droben in der zartsten Liebsein Adler fleug behende, begier. Du hast dich zum JEsu Hände öffnen schon ewgen Leben mir gegeben: das Perlenthor. hole mich, mein Lamm, 2. Laßt mich gehen, laßt zu dir. mich laufen zu dem Hau- Joh. Ludwig Gourad Allendorf. fen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor In eigener Melodie. der Seraphinen schon be- 566. starker 3eD baoth, du Leben meiner Seel und meiJubelton. 3. Löse, erstgeborner tes Geistes Kraft, o mein Bruder, doch die Ruder Immanuel, du Schöpfer meines Schiffleins; laß deines Kinds, schaff doch mich ein in den sichern ein reines Herz, o Esu, Friedenshafen zu den Scha- mehre doch in mir den fen, die der Furcht ent- Sündenschmerz.- Zu= růcket sein. frieden, o Seele, zufrie4. Nichts soll mir am Her- den und still, anschaue von 486 Von der Begierde zu GOtt. von weitem dein seliges o ewiges Licht, da niemand Ziel, und denke, daß die vergebens sucht, was ihm ses mein gnädiger Will. gebricht; lebendige Quel2. Ach ja, mein Seelen- le, so lauter und helle freund, ich bin noch weit sich aus seinem heiligen von dir; zeuch mich, zeuch Tempel ergießt, und in die mich hinauf, und gieb dich begierigen Seelen einfließt! gånzlich mir; GOtt, ein 2. Du sprichst: Wer reines Herz ist, das die begehret zu trinken von Seele sucht, Unreinigkeit mir, was ewiglich nähret, ist hier; ach, ach, ich bin der komme: allhier find verflucht!- Du bist nicht himmlische Gaben, die fü verfluchet, ich mache dich siglich laben; er trete im neu, ich, ich, dein Erlöser; Glauben zur Quelle herſet du nur getreu; ich an, hier ist, was ihn ewig will dich verneuen, ich beseligen kann. spreche dich frei. 3. Hier komm ich, mein 3. Was Freiheit? bin Hirte, mich dürftet nach ich doch gefangen von der dir; o Liebster, bewirthe Sünd; was Treue? der dein Schäflein allhier. Du ich stets die Untreu mehr kannst dein Versprechen befind. Wo ist das neue mir Armen nicht brechen, Herz, das du verheißen du siehst, wie elend und haft? wo der gewisse Geist dürftig ich bin; auch giebst bei meiner Sündenlast?- du die Gaben aus GnaIch will es dir geben, dem den nur hin. Teufel zum Spott, ich will 4. Du süße Flut ladich erretten aus ewiger best Geist, Seele und Noth; ich will es thun als ein wahrhaftiger GOtt. Muth, und wen du begabest, findt ewiges Gut. Wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet, es finget, es springet das Herz, es weichet zurücke der traurige Schmerz. 4. Wohlan, so will ich mich nun halten an dies Wort; das soll mein Anker sein, bis ich komm an den Port. Der Heiland aller Welt will mir auch 5. Drum gieb mir zu gnädig sein; drum, meine trinken, wies dein Wort Seele, geh in deinen Frie- verheißt; laß gånzlich ver= den ein. Seele, sei finken den sehnenden Geist ruhig und fasse dies Wort: im Meer deiner Liebe. ich bringe dich sicher zum Laß heilige Triebe mich seligen Port; ich laß dich immerfort treiben zum nicht, glaub es, ich bleibe Himmlischen hin; es werde dein Hort. Joachim Neander. mein Herze ganz trunken darin. O - In eigener Melodie. 6. Wenn du auch vom 567. Ursprung Leiden was schenkest mir des Lebens, eint, Von der Begierde zu GOtt. 487 zu; ich ein, so gieb, dir mit Freu- 4. O reiche Lebensquelle, den gehorsam zu sein. o JEsu, süße Ruh, du Denn alle die, welche treuer Kreuzgeselle, schlag mit trinken vom Kelche, nach Belieben den du hast getrunken im wills geduldig leiden, und Leiden allhier, die werden soll mich keine Pein von dort ewig sich freuen mit dir. deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 7. Dann laß mich auch werden, mein JEsu, er- 5. Mein Herze bleibt erquickt, da wo deine Heer- geben dir immer für und den kein Leiden mehr für, zu sterben und zu ledrückt, wo Freude die ben, und will vielmehr mit Fülle, wo liebliche Stille, dir im tiefften Feuer schwizwo Wollust, wo Jauch- zen, als, Schönster, ohne zen, wo Herrlichkeit wohnt, dich im Paradiese sitzen wo heiliges Leben wird veracht und jämmerlich. ewig belohnt. 6. Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geift will himmlisch werden und ist Christian Jakob Koitsch. Mel. Valet will ich dir geben. 568. über wo alle Schäz- wird geschauet; da sehn ze, o JEsu, liebster Schaß, ich mich hinein, wo JEan dem ich mich ergoße, sus Hütten bauet, denn hier hab ich einen Platz in dort ist gut zu sein. meinem treuen Herzen dir, 7. Nun, Jesu, mein Schönster, zugetheilt, weil Vergnügen, komm, hole du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. mich zu dir, in deinem Schooß zu liegen; komm, meiner Seelen Zier, und 2. Ach Freude meiner sehe mich aus Gnaden in Freuden, du wahres Him- deine Freudenstadt: so kann melbrod, damit ich mich mir niemand schaden, so kann weiden, das meine bin ich reich und satt. Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen, und mich in Leidenszeit erfreulich überfüllen mit Trost und Süßigkeit! Sal. Liscov. Me!. Eins ist Noth, ach HErr, dies Eine. 569. T rautfter E3. Laß, Liebster, mich ersu, Ehrenblicken dein freundlich An- könig, du mein Schak, gesicht, mein Herze zu er- mein Bräutigam; edler quicken, fomm, fomm, mein Hort, ach nur ein wenig Freudenlicht; den ohne dich richt dein Aug auf mich, zu leben, ist lauter Herzeleid, mein Lamm. Voll brunvor deinen Augen schweben stiger Liebe und heißem ist wahre Seligkeit. Verlangen erwartet mein Herz 488 Von der Begierde zu GOtt. Herz dich, mein Heil, zu die Kräfte der Höllen mit i umfangen; bereite mich, ihrem Anhange sich wider tilge die sündliche Art, o mich stellen. Geist, Macht, JEsu, sei inniglich mit Kraft und Stärke legt mir gepaart. JEsus mir bei, er selber 2. Nichts als dich, HErr, hilft siegen und machet ich erwähle, reinige nach mich frei. deinem Sinn Geist und 6. Lauter Wollust mich Leben, Leib und Seele, nun trånket, das, was mich nimm mich dir ganz eigen ergötzt allein, ist in JEsu hin. Erwecke durch dei mir geschenket: könnt anch ne heilbringende Gnade was erwünschter sein? mein Herze, zu laufen im Stimmt alle die Herzen göttlichen Pfade; nur die- zusammen im Loben, Licht. ses alleine, was köstlich vor Leben, Heil, Gnade erdir, schaff, o mein HErr scheinet von oben. Vor JEsu, und wirke in mir. allem hebt himmelauf hei3. Quelle, die das Leben lige Hånd: GOtt stärk quillet, deiner Ströme uns; o JEsu, hilf fiegen Süßigkeit sei mein Lab- ohn End! Sophia Schröder. sal, so da stillet Herzensangst, der Sünden Leid. In eigener Melodie oder: Unendlicher Ausfluß der Ach GOtt und HErr, verbinde wie groß. mich mit dir in heiliger 570** 3ch die, uns Zeuch Stille. Růck alle Gedannach ken nur himmelwärts bin, so kommen wir mit herztritt unter die Füße den lichem Verlangen hin, da irdischen Sinn. du bist, o Jesu Christ, 4. In dir werd ich ja aus dieser Welt gegangen. erquicket mit der reinen 2. Zeuch uns nach dir Engellust, so mich deine in Liebsbegier, ach reiß Liebe drucket an dein Herz uns doch von hinnen, so und deine Brust. Fried, dürfen wir nicht langer ewige Liebe, Freud, herz- hier den Kummerfaden lichs Erbarmen, das trån- spinnen. fet, ergoßzet und sättigt 3. Zeuch uns nach dir, mich Armen; ein volles HErr Christ, ach führ uns Meer deiner unendlichen deine Himmelsstege; wir Gut, mein JEsu, ergeußt irrn sonst leicht, sind abfich jetzt in mein Gemüth. geneigt vom rechten Le5. Liebster, hilf, daß ich benswege. auch treulich unverrückt 4. Zeuch uns nach dir, im Glaubenslauf diejes so folgen wir dir nach in Kleinod, das sehr heiltg, deinen Himmel, daß uns still und flüglich hebe auf. nicht mehr allhier beschwer Es mögen aisdann gleich das böse Weltgetůmmel. 5. Zeuch Von der Begierde zu GOtt. 489 5. Zeuch uns nach dir dein Herz haft zu mir genur für und für, und gieb, lenkt. Ich bins alleine, daß wir nachfahren dir in der den Müden kann Ledein Reich, und mach uns ben, Kraft, Erquickung gleich den auserwählten geben: so komme doch nun Schaaren. bald herzu. Ach schaue doch dein armes Leben, und schaffe deiner Seelen Ruh. Mel. Wo ist der Schönste, den ich liebe. ist W 571. Mo in mein Schäflein, das ich liebe, das sich so weit von mir verirrt, und selbst aus eigner Schuld verwirrt, darum ich mich so sehr betrübe? Wißt ihrs, ihr Wälder und ihr Hecken, so sagt mirs, eurem Schöpfer, an: ich will sehn, ob ichs kann erwecken und retten von der Frrebahn. 5. Willst du, o armes Lamm nicht hören, läufft immer weiter weg von ruf ich doch sehnlich für und für, ob du noch wolltest wiederkehren zu deinem Ursprung, deiner Quelle, aus welcher du geflossen bist, die ja so lieblich und so helle von Ewigkeit gewesen ist. 6. Kann dich mein Rufen nicht erweichen, das 2. Ach Schäffein, finde in der Wüsten laut erdich doch wieder zu dem, schallt, und in den Klüfder dich so herzlich liebt, ten wiederhallt, so bist du und nie was Böses hat doch recht zu vergleichen verübt an dir, der sich ge- den harten Felsen und den lassen nieder, um dich zu Steinen, die doch mein suchen und zu fassen auf Wort zerschmeißen kann. seine Achseln sänftiglich, Ach ich muß vor Erbarder nimmermehr dich kann men weinen, daß du mich verlassen: denn meine Lieb nicht willst hören an. währt ewiglich. 7.( Schäflein.) Weß ist 3. Ich kann dich ja nicht die Stimme, die ich höre langer wissen in solcher in dieser wilden Wüstentei? Abgeschiedenheit; du läufst Es scheint, als obs ein nun hin und her zerstreut, Hirte sei. Er rufet immer: und mußt die große Freude Wiederkehre! Sollt er mich missen, die andre Schäflein denn auch irgend meinen? bei mir finden, die nur in Ich sehe wohl, daß ich meinem Schooße ruhn: da verirrt. Nun bin ich lahm sind sie sicher vor den auf meinen Beinen, ach Winden, die ihnen können hätt ich mich nicht so verSchaden thun. wirrt! 4. Du findest eher kei- 8.( Hirte.) Ich will dir nen Frieden, bis du dich keine Ruhe lassen, ich will ganz in mich versenkt, und dich locken, daß du hörst, und 21** 490 Von der Begierde zu GOtt. und dich von Herzen zu sprich die Worte deines mir kehrst. Ach wie will Geistes in mir aus; öfftte ich dich dann umfassen, mir die Liebes- Pforte, und an mein Herz ganz schein ins dunkle Seelentsanfte drücken! In Liebes- Haus, bis dein Strahl feilen sollst du gehn; dann mich ganz durchblike und wird kein Feind dich mehr in voller Brunst erhike, berücken, in meinen Hüt- daß ich wie zerflossen steh, ten sollst du stehn. und nach deinem Wort ausgeb. 9.( Schäflein.) Ach holder Hirt, ich komm ge- 4. JEsu, aller Leben Lelaufen, so gut ich kann, ben, ist doch nichts so starr auf dein Geschrei; du mußt und hart, dem du nicht mich aber machen frei, und kannst Wärme geben, daß selbsten bringen zu dem es werde lind und zart, Haufen der andern Schäf- wenn es nur sich dir verlein, die dich kennen, die tranet, auf dich im Gedich nur ihre Augenlust horsam schauet; solltst du und allerliebsten Hirten mich nicht weg von mir nennen. Nun drück mich ziehen können hin zu dir? fest an deine Brust! Juliane Patientia v. Schultt. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 5. O ich will so lange stehen, bis ich deinen starken Zug in mir werde fiegend sehen, zu befördern meinen Flug nach den obern Seraphinen, die im Liebefeur zerrinnen, wenn dein lichtes Angesicht ist auf ihren Dienst gericht. 6. Wie der Vater mich 572. o mein Schatz liegt, ist mein Herze; was ich lieb, da lebe ich; wo es licht ist, brennt die Kerze der Begierden brünstiglich. zum Sohne hat gezogen in Kann das Schwere von der Buß, daß er in mir der Erden schon nicht leicht ewig wohne, und ich in gezogen werden, ziehet doch ihm bleiben muß: also sein Liebs- Magnet alles, zeuch, o JEsu, wieder was aus sich ausgeht. mich und alle deine Glie2. Ach daß meine Seel der zu des Vaters Stärk zerfließen, und wie Wachs und Lieb durch erneuten zerschmelzen könnt, wenns Liebestrieb. die Sonne fann durch- 7. Denn das neugeborne schießen, daß sie seine Härte Leben, das du wesentlich wendt! O könnt mich die selbst bist, will sich wieder Lieb erweichen, seineSanfte einergeben in den Brunn, zu erreichen: würde nicht der GOtt nur ist. So der harte Sinn als zer- kann denn der Sohn verschmolzen fallen hin? klären seinen Vater ihm zu Ehren, wenn er ihm nun wie= 3. Komm, o HErr, und Von der Begierde zu GOtt. 491 wieder giebt ganz vollen- den Geist laß in dir stille det, was er liebt. raster, in dir und deiner Ledigkeit. 8. Vater, kennst du deinen Samen, der die lautre 3. Ist das Geschöpf gleich GOttheit preist, so ver- noch so schöne, von mir klare deinen Namen, wel- muß alls verlassen sein. cher JEsus in mir heißt, Mein Auge dringt in den der sich wesentlich aus- hinein, nach dem ich mich breitet in dem Geist, den im Grunde sehne; von andu bereitet, dir zur Freude, dern kann ich nichts behalmir zum Heil. Göttlich ter, dich zieh ich selbst in leben sei mein Theil! mich, und du zeuchst mich in dich; ich laß dich walten, du schleußt mir Sinn und Herze zu. 4. Zwar sindt mein Geist noch manche Speisen, die geistlich und vergnüglich sind, darin man auch wohl Nahrung findt, doch kann ich nichts fürs Beste preisen, als dich Selbst- selbst, du Brod der Seelen! O selig und vollkommen sein, die dich zum besten Theil erwählen, bis sie in dich gesunken ein! Gottfr. Arnold. 9. So find ich den Ursprung wieder, leb in göttlicher Natur; nichts zeucht mehr zur Erden nieder die verneute Kreatur. Leib und Seel mag mir vergehen, GOttes Sohn bleibt in mir stehen. Selig, wer in sich so fühlt, wie in ihm die GOttheit spielt! Gottfried Arnold. Mel. Wo ist der Schönste, den ich liebe. 573. 3 eft, euch meinen Ceist, o HErr, von hinnen ganz Mel. HErr, ich habe über sich zu dir hinauf. mißgehandelt. Ich fehn mich sehr, den 574. 3cm ganzen dir zu euch mich, zeuch mich thun mit Herz und Sin- mit den Armen deiner gronen. Regier mich nur nach sen Freundlichkeit, JEsu deinem Willen, dem Füh- Christe, dein Erbarmen rer nachzufolgen schlecht. helfe meiner Blödigkeit; Was kann sonst meinen wirst du mich nicht zu dir Hunger stillen? Wer ist, ziehen, ach so muß ich von der mich vergnüge recht? dir flichen. 2. Weil aber so viel wi- 2. du Hirte meiner derfirebet dem abgewand- Seelen, suche dein verirrten Pilgrimsgeist, der zum tes Schaf, wem soll ich verheißnen Erbe reist, und mich sonst befehlen? Weck gern als ein Gefreiter le- mich aus dem Sündenbet: so nimm mir ab die schlaf; guter Meister, laß schweren Lasten der sinn- mich laufen nach dir und lich- groben Irdischkeit; nach deinem Haufen. 3. Wie 492 Dom Lobe GOttes insgemein. 3. Wie ein Wolf den 5. Zeuch mich mit den Wald erfüllet mit Geheul Liebesseilen, zeuch mich bei finstrer Stacht, also auch kraftig, o mein GOtt! Ach der Satan brüllet um wie lange, lange Weilen mich, wie ein Löwe wacht.[ machst du mir, HErr ZeHErr, er will dein Kind baoth? Doch ich hoff in verschlingen, hilf im Glau- allen Nöthen, wenn du ben ihn bezwingen. mich gleich wolltest tödten. 4. Seelenmörder, alte 6. Mutterherze will zerSchlange, Tausendkünft- brechen über ihres Kindes ler, schäme dich; schäme Schmerz; du wirst dich an dich, mir ist nicht bange; niir nicht rächen, o du mehr denn mein JEsus trötet als Mutterherz. Zeuch mich mich; weil er ziehet, nuß von dem bösen Haufen: ich laufen, er will nich nach eir, JEsu, will ich ihm selbst erkaufen. laufen. Joachim Neander. II. a) Vom Lobe GOttes insgemein. Mel. GOtt des im-| mels und der Erden. 4. GOtt des Himmels und der Erde, Vater, Sohn 575. Alle [ lle Welt und heilger Geist, daß dein was lebt Ruhm bei uns groß werund webet, was in Feld de, Beistand selbst und und Häusern ist, was nur Hülf uns leist. Gieb uns Stimm und Zunge hebet, Kräfte und Begier, dich jauchze GOtt zu jeder zu preisen für und für. Frist; dienet ihm, wer dienen kann, tret mit Luft zu ihm heran. 2. Sprecht: der HErr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, 576. Auf auf mein er hat und V. 1--3. Johann Franck. Mel. Serfließ, mein Geist, in JEsu Blut und Wunden. Geister an das Licht her- du, o mein Gemüthe, auf, vorgebracht. Wir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigenthum. meine Seel, auf, auf, mein Sinn. Auf, auf, mein Leib, Klein Herz und mein Ge3. Gehet ein zu seinen blüte, auf, alle Kraft und Pforten, geht durch seines was ich bin! vereinigt euch Vorhofs Gung; lobet ihn und lobt mit mir der Enmit schönen Worten, saget gel Trost, der Menschen ihm Lob, Preis und Dank; Zier; stimmt all in heißent denn der HErr ist jederzeit Liebesflammen zu Lobe voller Gnad und Freund- meines HErrn zusammen. lichkeit. 2. Er Dom Lobe GOttes insgemein. 493 2. Erhebt euch wie die geben mein Warten und Adler von der Erden, mein sehnlichs Leben. schwingt euch hinauf vor 6. Weil aber alls nicht feinen Thron; erscheint gnug ist, dich zu preisen, vor ihm mit dankbaren so wollst du selbst dein Lob Geberden, und singet ihm im höchsten Ton. Seid fröhlich, munter, jauchzt und klingt, frohlockt mit Händen, tanzt und springt; erzeigt euch voller heilger Freuden zu Lob und Ehren seiner Leiden. vollführn, und dir für mich Dank, Ehr und Preis erweisen, wie deiner Hoheit will gebührn. Du wollst ersetzen, o mein Licht, was mir an deinem Lob gebricht, bis du mich wirst in dich erheben, zu einem Glanz und einem Leben. Johann Angelns. 3. Es müssen dir zu Ehren deiner Wunden stets wachend meine Sinnen sein; zu deinen Ehrn werd immerdar gefunden in meiMel. GOtt des Himmels und der Erden. dem HErrn, ihr nem Fühlen deine Pein. 577. Dant Mein Auge dir zu Ehrn, mein Ohr merk auf Gottesknechte, kommt, erdein Wort und Lehrn, es hebet seinen Ruhm; er müsse mein Geschmack dir hält Firaels Geschlechte schmecken, nach dir nur doch noch für sein Eigenmein Geruch fich strecken. thum, Esus Christus ist 4. Es lobe dich, HErr, noch heut, gestern und in mein Verstand und Wille, Ewigkeit. GOtt, mein Gedächtniß lobe dich. Zu deinem Lob fei meine Bildung stille, mein Geist erheb sich über sich; mein Athem lob dich für und für, mein Puls schlag stets das Sanctus dir; es singen alle meine Glieder zu deinen Ehren tausend Lieder. 2. Sprich nicht: Es ist dieser Zeiten nicht noch, wie es vormals war; GOtt macht seine Heimlichkeiten jekund niemand offenbar; was er vormals hat gethan, das geht uns anicht nicht an. 3. Sprich so nicht. Des Höchsten Hände find mit 5. Mein Herze muß in nichten jetzt zu schwach; deiner Lieb zerfließen, die seine Gut hat auch kein Seel in deinem Ruhm Ende, er ist gnädig vor vergehn, mein Mund dich wie nach. JEsus Chriftets mit neuem Lobe küs- stus ist noch heut, gestern sen, und Tag und Nacht und in Ewigkeit. dir offen steht. Es müssen dienen dir zur Luft die tiefen Seuffer meiner Brust. Es müsse dich mit Lob um4. Halte dich in allen Dingen nur an deines GOttes Treu. Laß dich nicht zur Freude bringen, e= 494 Dom Lobe GOttes insgemein. ehe dich dein GOtt er- unser Schild und Retfreu; such in aller deiner tung ist; er hat uns vor Noth nichts zum Trost der Zeit erkiest, eh man als deinen GOtt. die Sternen zählet, da hat 5. All thr Knechte GOt- er uns erwäblet. tes, höret, sucht den HErrn 3. Der HErr hat alles in eurer Noth: wer sich zu wohl gemacht, dies rühwem anders kehret, als zu me, wer es höret, als er ihm, dem wahren GOtt, uns hat hervorgebracht, der geht irr in allem Stück, und nach der Hand geund bereitet Ungelůck. mehret; da er das mensch6. Die nur, die dem liche Geschlecht gesegnet, HErrn vertrauen, gehen daß auch Früchte bracht auf der rechten Bahn; die das Erdreich, und was in Angst, in Furcht und drinnen begriffen wird mit Grauen ihn nur einig Sinnen. laufen an, denen wird allein bekannt GOttes Herrlichkeit und Hand. 4. Der HErr hat alles wohl gemacht, da schon der Mensch gefallen: da 7. Drum dankt GOtt, hat er dennoch fleißig ihr GOttesknechte, kommt Acht auf ihn und auf uns erhebet seinen Ruhm; er alle. Er rief und ruft hält Israels Geschlechte noch mich und dich aus doch noch für sein Eigen- lauter Lieb und sehnet sich thum. Esus Christus ist in seinen süßen Flammen noch heut, gestern und in nach uns hier allzuſammen. Ewigkett. Heinr. Georg Neuß. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. er 578. 5. Der HErr hat alles wohl gemacht, der uns sein Wort gegeben, davon oft unser Herie lacht. HErr Wenn wir in engsten hat alles schweben, da ift er unsre wohl gemacht, er wird Zuversicht; er tröstet uns, nichts böse machen: dies, und läßt uns nicht in alfromme Seele, wohl be- len unsern Nöthen, und tracht in allen deinen Sa- sollt er uns gleich tödten. chen, in Freud und Leid, 6. Der HErr hat alles in Gnug und Noth, in wohl gemacht, da er für Krankheit, Jammer, Kreuz uns gesterben, uns Heil und Tod, in Kummer und Leben wieder bracht, Angst und Schmerzen; das gläub, o Herz, von Herzen. und durch sein Blut erworbet. Was willst du mehr, betrübter Geist? Komm her, schau hier, was lieben heißt: sollt der nicht alls dir geben, der für dich 7. Der 2. Der HErr hat alles wohl gemacht, noch eh er uns erschaffen; er hat uns mit dem Heil bedacht, das einig unser Waffen, ja giebt sein Leben? Dom Lobe GOttes insgemein. 495 7. Der HErr hat alles fehrten Wege richt nach mohl gemacht, da er vom seinem frommen Willen, Tod erstanden, und aus daß wir den eins erfüllen. ganz eigner Kraft und 12. Der HErr hat alles Macht uns von der Höl- wohl gemacht, wenn er len Bauden und ihren Ket- wird wieder kommen; und ten hat befreit, daß unser Mund getrost ausschreit: Wo ist der Sieg der Höllen und ihrer Mitgesellen? ob gleich alles bricht und kracht, wird er doch seine Frommen zu sich aufziehen in die Höh, und retten fie 8. Der HErr hat alles von allem Weh, da wir wohl gemacht, da er ist und sie erhoben ihn ewig aufgefahren gen Himmel, werden loben. da ein Herz hintracht, das 13. Der HErr hat alles Trubsal hat erfahren. Er wohl gemacht; es wird hat die Stått uns da be- kein Sinn erreichen hier reit, da wir nach dieser seintes Ruhmes große kurzen Zeit in Freuden sol- Pracht, er muß zurücke len schweben, und ewig weichen, und schreien aus mit ihm leben. 9. Der HErr hat alles wohl gemacht, wenn seinen Geist er sendet zu uns herab, der uns bewacht, und unfre Herzen wendet von die- wohl ser Welt zu GOtt hinauf; nichts und daß wir endlich unsern tråget dich gar sanft und Lauf ganz seliglich voll- sacht; drum in all deinen ziehen, wenn wir von hin- Sachen, in Freud und Leid, nen fliehen. in Gnug und Noth, in mit voller Macht: Der HErr hat alles wohl gemacht, dafür wir hier und oben ihn billig ewig loben. 14. Nun hat er alles gemacht, er wird böse machen. Er 10. Der HErr hat alles Krankheit, Jammer, Kreuz wohl gemacht, auch wenn und Tod, in Kummer, er uns betrübet, wenn uns Angst und Schmerzen gieb die finstre Kreuzesnacht be- ihm Lob, Dank von Herzett. fällt, und allzeit übet in Heinrich Müller. Kreuz und Widerwärtigkeit, in Angst, in Trůbsal Mel. Nun danket alle GOlt. und in Leid, wenn er uns 579. Duhochgelob= den ter niemand uns muß raubett. HErr Himmels und der 11. Der HErr hat alles wohl gemacht, wenn er in Lieb und Treue noch immerju an uns gedacht, und Hofstatt dir das ewge Hetmacht uns wieder neue: lig singt, vom Hallelujah wenn er den alten Men- schallt und ganz durchdringschen bricht, und die ver- lich klingt. 2. Dir Erden, es müsse Seel und Mund voll deines Ruhmes werden, wie deine 496 Dom Lobe GOttes insgemein. 2. Dir, König in der und was den Worten fehlt, Höh, dir jauchzen deine soll in den Herzen wallen; Schaaren; sie feiern dir ja aus den Worten selbst ein Fest zu tausend, tau- sei dir dein Lob bereit, ohn send Paaren. Von deinen Undank, Heuchelei, BosEngeln wird kein Lob- heit, Unreinigkeit. triumph gespart, auch selbst 8. Wehe dem, der noch von Sonn und Mond und so gut zu loben dich verStern nach ihrer Art. meinet, und doch in Furcht 3. Und alles, was auf und Lieb und Glauben leer Erd bis in die Tiefen grün- erscheinet. Verflucht ist, det, wiewohl dein Himmel wer dein Werk falsch und sich auch aller Orten fin- nachlässig thut, wer dich det, das beugt fich, HErr, nicht liebt und lobt bei vor dir, das fällt auf sein gut- und üblem Muth. Gesicht, das betet vor dir 9. Uns aber laß vor dir an, und ist zu dir gericht. im heilgen Schmuck an4. Wie herrlich ist dein beten, vor deine Majestät Nam, o HErr, in allen mit frischer Andacht treten. Landen! Mensch, Vich Ein freudenreicher Schall und Element, was ist und steig immer auf zu dir, erwas gestanden und was noch kommen soll, erhebt dich ganz und gar: HErr, Demuth, Furcht und Lieb stellt einen Dankaltar. fülle uns, dein Haus, mit Herrlichkeit und Zier. 10. Bringt, ihr Gewaltigen, bringt her nun Ehr und Stärke: wer ist wie 5. Dein Jubel ist uns unser GOtt? Schaut seinte mehr als Julep und Ju- großen Werke! Ein Dreiwelen, und Psalmen sind ling ist die Erd, der Himnoch weit vor Balsam zu mel wird umspannt, GOtt erwählen; so lieb und köst- reget Berg und Thal, die lich ists, in deinem Lob See und trocknes Land. zu stehn, und wenn zum Opferpreis der Lippen Farren gehn. 11. Die heiden sind ein Tropf, der in dem Eimer bleibet; die Inseln ebenso, 6. Ach könnten wir nur wie man ein Staublein auch dir so vollkommlich reibet. Das ist der HErr danken, als wie man sollt allein, deß Herrschaft nieand wollt in dieser mals fällt; das ist der Schwachheit Schranken. HErr allein, der offe Ach HErr, daß unser Tafeln hält. Dienst könnt mehr als 12. Von ihm und durch englisch sein! drum führ ihn sind die Wesen aller uns ja nur bald zu dei- Dinge; all eure Pracht nen Freuden ein. und Macht ist gegen ihn 7. Indessen laß dir doch geringe. Er setzet Könge das Lallen wohlgefallen, ab, und setzet wieder ein; beugt Dom Lobe GOttes insgemein. 497 beugt und demüthigt euch, ihr, du tilgest ihre Sünihr alle, Groß und Klein. den; die Bäche Belials, 13. Das ist der HErr die müssen uns verschwinallein, der mächtig, Fluch den; du überschattest uns und Segen, Lod, Leben, mit deiner Klarheit Strahl; Zorn und Gnad auf jeg- du überschüttest uns ohn liches zu legen; der nie alle Maaß und Zahl. und nirgends nicht der Allnatur vergißt, ja noch viel tausend Welt zu schaffen kräftig ist. 19. Die Seele schmeckt, empfindt, wie freundlich, HErr, du seiest, ein frommes Leben giebst, auch 14. Er stillt, was brau- Kraft und Geist erneuest; sen will und aller Völker wie Braut und BrautiToben; er leget Ehre ein, gam fich inniglich erfreut, und kehrt das Unterst oben. so schmelzet fast die Seel Kein Feind besteht vor ihm, vor süßer Lieblichkeit. er stürzt in einem Nun: er kann auch über Bitt ganz überschwenglich thun. 15. Der HErr wird nimmer arm, so viel er immer schenket: die Wohlthat mehret er, je mehr man 20. Drum höre in der Seel, was wir nicht sprechen können; HErr, fie erheber dich in lauter Liebesbrennen, und jauchzet, daß sie wird auf ewig bei dir sein; kommt, ihr Gedeß gedenket; denn aller segneten, sagst du, geht Himmel Kreis die träufeln bei mir ein. oben an, von Kind zu Kin- 21. GOtt, laß doch diese des- Kind fleußt alle Se- Freud bald ob dem Haupte gensgab. schweben: wollst lieblichs 16. Wer ihn nur liebt Wesen uns zu deiner und fürcht, der gehet nicht Rechten geben; indesſen verloren; der Bund fällt wohn in uns, und laß niemals hin, woraus der uns in dir ruhn. Laß uns Troft geboren. Er straft nach deinem Wort und und zuchtigt wohl, ver- deinem Willen thun. wirfet aber nicht, weil die 22. Du hoch gelobter Barmherzigkeit noch viel GOtt von großer Treu zu brünstig bricht. und Güte, von deinem 17. Mehr als der Sand großen Lob wird Sinn am Meer sind deine Lie- und Geist nicht müde; besthaten, damit du gnå- denn deine Wahrheit, dig willst, daß uns, HErr, Macht, Lieb, Trost und set gerathen. Kein Sinn, Grund besteht, so weit kein Wort, ja nichts spricht das Wolkendach und all es so herrlich aus, was du das Neußerst geht. der Seele thust, dem Tempel, deinem Haus. 23. Vor deinen heilgen Thron wirft sich der Himmel nieder, und alles, was 18. Du wirkest Reu in nur 498 Vom Lobe GOttes insgemein. nur lebt, singt dir die schauet nach Jacobs GOtt schönsten Lieder. HErr, und Heil. Wer dem sich was nur Odem hat, was anvertrauet, der hat das je von Adam stammt, das beste Theil, das höchste lieb und lobe dich allein Gut erlesen, den schönsten und allesammt. Schatz geliebt: sein Herz 24. Unendlich großer und ganzes Wesen bleibt GOtt, der du niemals ewig unbetrübt. verjahrest, der du im heil- 5. Hier sind die starken gen Drei dich einig offen- Kräfte, die unerschöpfte barest, es denkt auf dei- Macht; das weisen die nen Dank der Lieb- und Geschäfte, die seine Hand Lobesstreit; es ehrt dich um gemacht: der Himmel und die Wett die Zeit und Ewig- die Erde mit ihrem gankeit. Joh. Dan. Herrnschmid. zett Heer, der Fisch untzählig Heerde im großen Mel. Dalet will ich dir wilden Meer. geben. 580. u 6. Hier sind die treuen meine Sinnen, die niemand unSeele, recht thun, all denen Gufinge, wohlauf und singe tes gönnen, die in der schön dem, welchem alle Treu beruhn. GOtt hålt Dinge zu Dienst und Wil- sein Wort mit Freuden, und len stehn. Ich will den was er spricht geschicht und HErren droben hier prei- wer Gewalt muß leiden, sen auf der Erd; ich will den schüßt er im Gericht. ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod. Er nährt und giebet Speisen zur Zeit der Hun2. Ihr Menschen, last euch lehren, es wird euch müßlich sein; laßt euch doch gersnoth; macht schöne nicht bethören die Welt rothe Wangen oft bei gemit ihrem Schein. Ver- ringem Mahl; und die da lasse sich ja keiner auf Für- sind gefangen, die reißt sten Macht und Gunst, weil er aus der Qual. sie wie unser einer nichts 8. Er ist das Licht der sind, als nur ein Dunst. Blinden, erleuchtet ihr 3. Was Mensch ist, muß Gesicht, und die sich erblassen und sinken in schwach befinden, die stellt den Tod; er muß den Geist er aufgericht. Er liebet auslassen, selbst werden alle Frommen, und die Erd und Koth. Allda ists ihm günstig seind, die findann geschehen mit seinem den, wenn sie kommen, ant klugen Rath, und ist frei ihm den besten Freund. klar zu sehen, wie schwach sei Menschenthat. 9. Er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt er an, erfüllt der Wittwen Bit4. Wohl dem, der einzig Dom Lobe GOttes insgemein. 499 Bitte, wird selbst ihr Trost| Menschen anklebet, und und Mann. Die aber, die der ist gesegnet, wer JEihn hassen, bezahlet er mit su nur lebet. Grimm; ihr Haus, und wo sie saßen, das wirft er um und üm. 5. Es ist ja nur eine lebendige Quelle, die fråftig, zu stärken die durstige Seele. Nur löchrichte Brunnen find MenschenGedanken, und Wolken ohn Regen, die hin und 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der HErr allein ist König, ich eine welke Blum; jedoch weil ich ge- her wanken. Höre gen Zion in sein Zelt, ifts billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhard. Mel. Ach alles, was Himmel und Erden umschließet. 6. GOtt aber, der Heilige, bleibet der meine, und ich auch in Ewigkeit bleibe der seinte. Ehr, Ehre sei diesem GOtt hoch in der Höhe, sein allein geheiligter Wille geschehe! 581.hr, Ehre sei Joachim Neander. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. Sröffne dich, jeho mit Freuden gesungen, denn Wünschen und Beten ist 582. kräftig gelungen. Dent großmajestätischen König Mund, dem Höchsten Lob der Ehren, den wollen zu singen, der dich so wir preisen: wer kann es manchen Tag und Stund uns wehren? o schwacher in Ruhe zu läßt bringen; mein GOtt, der du von Jugend auf geleitet metnes Lebens Lauf, laß mir dies Lied gelingen. 2. Hinweg mit aller Eitelkeit, weil mein Herz GOtt verlanget; hinweg was giebt und nimmt die Zeit, damit der Weltling pranget. Was sichtbar ist, gar schnell vergeht; unsichtbar ist, was ewig steht, da meine Seel an hanget. 3. Die Vogel fliegen in der Luft, die Fisch im 4. Recht elend ist wer Wasser schweben, das Unauf die Fürsten vertrauet. geziefer in der Kluft, die Recht selig ist, wer auf Thier auf Erden leben: so den Mächtigen bauet. Der soll der Mensch zu GOt= ist sehr betrogen, wer tes Ruhm erschaffen, als sein 2. Saatmirdoch, wem haben wir alles zu danken, daß wir jetzt gelaufen in Tugenden- Schranken? und daß wir das Lebensbrod haufig noch haben? Sagt, sind das nicht GOttes langmüthige Gaben? 3. Ja freilich es ist so; Jehovah der lebe GOtt nimmer- vergessende Herzen uns gebe. Er lebe Jehovah! Dir wollen wir singen, und dir auch das Opfer der Lippen herbringen. 500 Dom Lobe GOttes insgemein. sein Eigenthum, stets nach dem Himmel strebent. 9. So wird auf diese feine Weis geheiligt GOt4. Gleichwie ein neuge- tes Namen, daß das Gebornes Kind hängt an der bet zu seinem Preis verMutter Brüsten, in selben mehrt des Glaubens Saseine Nahrung findt, ohn men. GOtt ist ein Geist, andrer Speis Gelüsten: der wohl versteht der Pulsalso mein Herz nach GOtt und Herzens- Andacht Red, verlangt, und stets an sei- und spricht dazu das Amen. nem Willen hangt in die- 10. Von diesem hohen ser Welte Wüsten. GOttesruhm soll uns 5. Mein GOtt, der du nichts mögen scheiden, nicht die Herzen kennst: kannst Welt, Gewalt, noch Fürihre Wort verstehen; der stenthum, noch Hunger, du mit heilgen Flammen Tod, noch Leiden, der heibrennst, die Deinen zu lig, heilig, heilig ist, ererhöhen: halt für ge- längert unsre Lebensfrist, nehm die stumme Sprach, wenn wir die Sünde indem mein Fuß nun meiden. nach und nach mit dir fich will begehen. 11. Gleichwie die güldne Sonnenblum sich nach dem 6. n dir, o Schöpfer Himmel kehret, und dieses aller Ding, in dir lebt Gartens Lenzes- Ruhm von unser Leben; du hast uns solchem Lichte nåhret: so einen Denkmal- Ring in wird von meinem ganzen unsern Leib gegeben: so Sinn und allem, was ich vielmal unser Herz sich kann und bin, GOtt stetigregt, und unser Puls im lich geehret. Leibe schlägt, soll dein Lob sich erheben. 12. Was dorten vor des Höchsten Thron die En7. Mein Herz klopft an gelschaaren klingen, das des Himmels Thür, indem kann mein Herz mit schwaes stetig schläget, und finget chem Ton auch ihm zu schwingend für und für, so Ehren singen; das Heilig, oft es sich beweget: O hei- Heilig fort und fort ist lig, heilig bist du, GOtt, meiner Seelen Heil und o heilig bist du Zebaoth, Hort, das mir kann Freude alls deine Güte tråget! bringen. 8. Mach mich gleich einer justen Uhr, in welcher eine Saiten hångt an dem Schöpfer der Natur, 13. Hingegen bebt all Augenblick und weist viel Trauerzeichen der Weltgeist, so des Teufels Strick Er wanket Tag und Nacht ohn Ruh, ihn zieht der heilig! schlägt, jetzt und Satan Höllen zu, da viel zu allen Zeiten. das Zeigerherz zu leiten. nicht denket zu entweichen. So vielmal sich mein Herz bewegt, so oft es heilig, sind seines Gleichen. 14. Das Dom Lobe GOttes insgemein. 501 14. Das Heilig, Heilig, lig, heilig: freilich, freilich: welches macht die blöden heilig ist GOtt, unser Lippen lallen, muß in dem GOtt, der HErr Zebaoth! Schlaf auch bei der Nacht 2. Hallelujah, Preis, Ehr in dem Gedder wallen. und Macht sei auch dem Mein Herz singt tausend, GOtteslamm gebracht, in tausendmal, das Heilig, dem wir sind erwählet, Heilig ohne Zahl, die En- das uns mit seinem Plut gel widerschallen. erkauft, damit besprenget 15. Jhr meines Leibes und getauft, und sich mit Nederlein, hört niemals auf uns vermählet. Hellig, zu schlagen; GOtt soll selig ist die Freundschaft von euch gelobet sein zu und Gemeinschaft, die wir gut und bösen Tagen. So haben, und darinnen uns vielmals in der Sterblich- erlaben. keit ihr meines Lebens Zeiger seid, sollt ihr stets heilig! sagen. 3. Hallelujah, GOtt heiliger Geist! sei ewiglich von uns gepreist; durch 16. Hierdurch ich GOtt den wir neu geboren, der vor Augen hab, und hute uns mit Glauben ausgemich vor Sünden; das ziert, dem Bräutigam uns Wort ist meines Herzens zugeführt, den Hochzeittag Gab, und macht mich frei erkoren. Eiu, Eia! da ist von Sünden; an meinem Freude, da ist Weide, da heilgen Lebensend wird sich ist Manna und ein ewig mein Geist in GOttes Hånd Hosianna. mit diesem Wort entbinden. 4. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr sei unserm GOtt Mel. Wie schön leuchtet je mehr und mehr und der Morgenstern. seinem großen Namen. 583. Hallelujah, Lob Stimmt an mit aller HimPreis und und Ehr sei unserm GOtt ie nun und immerdar mit mehr und mehr für alle Freuden: Amen, Amen! seine Werke; von Ewig- Klinget, finget: Heilig, keit zu Ewigkeit sei in uns heilig: freilich, freilich: allen ihm bereit Dank, heilig ist GOtt, unser Weisheit, Kraft und Stär- GOtt, der HErr Zebaoth! ke. Klinget, finget: HeiBartholomäus Craffelius. 584. Der Lobgefang Te Deum laudamus. Der andre Chor. Der erste Chor. Err GOtt, dich loben HErr GOtt, wir danken Dich, Vater in Ewigkeit Ehrt die Welt weit undbreit. All Engel und Himmels- Und was dienct deiner heer, Ehr, Der 502 Dom Lobe GOttes insgemein. Der erste Chor. Der andre Chor. Auch Cherubim und Se- Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser GOtt! raphim Heilig ist unser GOtt! Beide Chöre. Heilig ist unser GOtt, der HErre Zebaoth! Dein göttlich macht und Geht über Himmel und Herrlichkeit Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Und die lieben Prophe ten all, Zahl Die theuren Mårtrer allLoben dich, HErr, mit großem Schall. Rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, GOtt Vater im Dcinem rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. zumal Die ganze werthe Chrifienheit höchsten Thron, Den heilgen Geist und Trister werth Du König der Ehren, JEsu Christ, Der Jungfrau Leib nicht haft versd, maht, Du hast dem Tod zerstört sein Macht, Du fizst zur Rechten GOttes gleich Ein Richter du zukünftigbist Nun hilf uns, HErr, den Dienern dein, Laß uns im Himmel haben Theil Hilf deinem Volk, HErr JEsu Christ, Wart und pfleg ihr zu aller Zeit, GOtt Vaters ewger Sohn du bist: Täglich, HErr GOtt, wir loben dich, Zu' rlösen das menschlich Geschlecht. Und all Christen zum Himmel bracht. Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Alles, das todtund lebend ist. Die mit deinni theurn Blut erlöset sein. mit den Heilgen in ewgem Heil. Und segne, was dein Erbtheil ist; Und heb sie hoch in Ewigfeit. Und ehrn dein Namen stetiglich. Behut uns heut, o treuer Vor aller Sünd und Misſethat. GOtt, Sei uns gnädig, o HErre Sei uns gnädig in aller GOtt, Noth. Zeig uns dein Barmber- Wie unsre Hoffnung zu zigkeit, dir steht. Auf dich hoffen wir, lie- In Schanden laß uns ber HErr, nimmermehr. Amen. Dr. Martin Luther Mel. Dom Lobe GOttes insgemein. 503 Mel. Schönster( Lieb- werde nicht stumm, zu erheben die Macht, daß du ster) Immanuel, Herzog dein Regen kannst weiter erstrecken, als wie die der Frommen. 585. mirer der bracht. Lerne die Speisen Ibblichsten Dinge, der du einzig hoch preisen, welche, mich Armen so ferne ge- was Christum nur fennet, bracht, rühr mir die Zunge, hoch acht. damit ich dir singe, und eins beginne nach außerfter Macht, dich zu erheben, und dir zu leben, weil du mich mit so viel Gnaden bedacht. 6. Danket, ihr Glieder, GOtt alle fürs Fühlen, Hände fürs( Greifen, und Füße fürs Gehn; lasſet den Wandel doch einzig drauf zielen, daß ihr dort 2. Danket, ihr Augen, ewig wohl könnet bestehn; dem ewigen Lichte, daß wollt ihr in Sünden dort thr so sehend und offen nicht empfinden, wie sich da steht; danket ihm für die Strafen der Höllen das erlangte Gesichte, das erhöhn. auch noch dauert und noch nicht vergeht; schauet mit Wonne auf ihn, die Sonne, bis er euch unte: die Sterne erhöht. 7. Danket, Gedanken, Verstand und du Wille, danke, Gedächtniß und Urtheil dazu, schwinget die Flügel zur ewigen Fülle, laßt euch nicht halten das zeitliche Nu. Eur Lobgefieder sinke nicht nieder, bis ihr gelanget zur himmlischen Ruh. 3. Danket, ihr Ohren, dem Worte des Lebens, daß thr vernehmen könnt, was es euch heißt. Deffnet euch, daß es nicht rufe vergebens, laßt euch regieren 8. Wenn nun das Innere den ewigen Geist, bis ihr GOtt so gepriesen, stimmet könnt hören, wie man mit das Aeußere gleichfalls mit Chören dorten ihn ewig an. Freilich, o Bater, erhebet und preist. du hast mir erwiesen tau4. Danke, du Riechen, sendmal mehr, als ich dem Schöpfer der Nasen, aussinnen kann: Nahrung daß dich so mancherlei und Hülle, Güter die Geistwerk ergößt, daß er Fülle melden, dies habe den Lebensgeist in dich ge- GOtt alles gethan. blasen, daß er dir Christi 9. Nun denn, du Geber Fußstapfen vorseht, fleißig so herrlicher Gaben, weil zu spüren, wie die dich du mir giebest mehr als führen, alles zu meiden, ich begehrt, laß mich die was ewig verleßt. Augen stets inner mir 5. Danke, du Zunge, für haben, daß ich nichts Reden und Schmecken, mein acht, als was du be 504 Dom Lobe OOttes insgemein. beschert. Mach mich ge-| 3. Nach wohl vollbrachringe, Schöpfer der Dinge, tem Streit rechtfertigt sich bis sich mein Etwas in das Leben, das uns die Nichtes verkehrt. Lieb gegeben, zu großer 10. Und weil denn noch Jubelfreud. Steh auf, du ein Geschenke vorhanden, Fürst der Deinen, siegwelches viel höher als prächtig zu erscheinen in Himmel und Welt, nåm- deiner Lieblichkeit nach lich dein Sohn, der uns langgeführtem Streit. rettet aus Schanden, und dich nun wieder zufrieden gestellt, welches mit Wei4. Du bist nur liebenswerth: man wird dich immer müssen, du Allerschönsen nie gnug zu preisen, ster, küssen, so lang die Liebis du die Seele zun Engeln gesellt: be währt. Die Liebe wird Du bestehen, wenn alles muß 11. So nimm denn an, vergehen, wie uns dein was im Himmel erklin- Mund selbst lehrt. get, Macht, Reichthum, bist nur liebenswerth. Weisheit, Kraft, Ehre 5. Du festes Liebesund Preis, Danksagung band, wir sind von dir und was das Engelvolk gebunden, sobald uns hat finget GOtt und dem gefunden des HErren treue Lamme mit ewigem Fleiß. Hand. Komm, laß uns Alles sprech: Amen! wo in den Armen der süßen nur ein Namen je wird Gunst erwarmen; wir genennet von Kreise zu find dir nah verwandt, Kreis. du festes Liebesband. 6. Mit einem Herz und Mund soll in uns unsern oldseligs Meister, dich, Vater aller GOt- Geister, hoch preisen alle teslamm, sei hoch gebene- Stund. Frohlockn und deit, daß du die Lieb erneuet, jubiliren, in Liebe triumals unser Bräutigam. Die phiren sei unser neuer Bund Lieb wird triumphiren, und zu einem Herzen und Mund. uns mit Kronen zieren, weil sie vom Himmel fam: holdseligs GOtteslamm. 7. Der heilgen Engel Chor verkündigt deine Thaten, o Held von Kraft 2. Vereinte Liebe siegt, und Rathen, und hebt schwebt über alle Höhen, dein Lob empor. Zeuch kann überwunden sehen her in deiner Stärke, lag den Feind, der sie bekriegt. deine Liebeswerke erst komDie Siegespsalmen klin- men recht hervor, so singt gen, dem König Dank der Engel Chor. zu bringen, weil alls zu Boden liegt. Vereinte Liebe fiegt. 8. Der Aeltesten ganze Schaar, die vor dem Throne wohnen, die werfen Christian Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. 586. Dom Lobe GOttes insgemein. 505 fen ihre Kronen vors Lam-| Morgenroth ein täglich mes Füßen dar. Wir falln Opfer bringen. So oft die mit ihnen nieder, und fin- liebe Sonn aufgeht, so gen Liebeslieder; denn kurz: ofte will ich singen dem Er ist es gar! so ruft der großen Namen deiner Aeltsten Schaar. Macht, das soll auch in 9. Die Liebesharmonie der späten Nacht mein soll immer süßer spielen, ie Werk sein und Geschäfte. mehr sie Kraft wird fühlen 3. Die Welt die deucht ohn Ende dort und hie uns schön und groß, und Dein Reich muß in uns was für Gut und Gaben bleiben, vermischte Kraft fie trägt in ihrem Arm vertreiben der eitlen Phan- und Schooß, das will ein tafie durch Liebesharmonie, jeder haben: und ist doch 10. So wächst dein Le- alles lauter nichts; eh als ben mehr zur Manrheits- mans recht geneußt, zervoller Stärfe, wenn alle brichts und geht im Hut Liebeswerke dir bringen zu Grunde. Ruhm und Ehr. Wenn 4. GOtt ist alleine groß Lieb wird Engel machen, und schön, unmöglich ausso kann sie wohl veriachen zuloben, auch denen, die der Feinde ganzes Heer, doch allzeit stehn vor seiso wächst dein Leben mehr. nem Throne droben. Laß 11. Dank, Weisheit, Stark und Pracht, Lob, Herrlichkeit und Leben sei unserm GOtt gegeben, der sprechen, wer nu: sprechen kann; doch wird kein Engel noch kein Mann des Höchsten Größ aussprechen. uns zur Lieb gebracht! Das 5. Die Alten, die nun Lamm, das uns befreiet, nicht mehr sind, die habent sei hoch gebenedeiet; ihm ihn gepreiset; so hat ein sei Lob, Preis und Macht, jeder auch sein Kind zu Dank, Weisheit, Stårk und solchem Dienst geweiset; Pracht! Die Kinder werden auch nicht ruhn, und werden doch, o GOtt, dein Thun und Werk nicht ganz ausGottfr. Arnold. 587. h, der ich preiſen. 6. Wie mancher hat vor fes Leid und große Noth mir dein Heil und Lob mit muß gehen, will dennoch Fleiß getrieben, und siche, GOtt mit großer Freud mir ist doch mein Theil zu und Herzenslust erhöhen. loben übrig blieben. Ich Mein GOtt, du König, will von deiner Wunderhöre mich, ich will ohn alles Ende dich und deinen Stames loben. Macht und der so herrlich schönen Pracht bis an mein Ende reden. 2. Ich will dir mit der Mel. Nun freut euch, lieben Chriften gmein. 7. Und was ich rede, wird 22 von 506 Dom Lobe GOttes insgemein. von mir manch frommes unsers Kreuzes Noth und Herze lernen; man wird hält uns, wenn wir fallen; dich heben für und für hoch er steuert manches Unglücks über alle Sternen. Dein Lauf, und hilft uns wieder Herrlichkeit und starkeHand freundlich auf, wenn wir wird in der ganzen Welt ganz hingeschlagen. bekannt und hoch berufen werden. 13. HErr, aller Augen find nach dir und deinem 8. Wer ist so gnädig als Stuhl gekehret; denn du wie du? Wer kann so viel bists auch, der alles hier erdulden? Wer sicht mit solcher Laugmuth zu so vielen schweren Schulten, die aus der ganzen weiten Welt ohn Unterlaß bis an das Zelt des hohen Himmels steigen? 14. Du meinst es gut und thust uns Guts, auch 9. Es muß ein treues da wirs oft nicht denken; Herze sein, das uns so wie mancher ist betrübtes Hoch kann lieben, da wir Muths, und frißt sein Herz doch in den Tag hinein, mit Kränken, besorgt und was gar nicht gut ist, fürcht sich Tag und Nacht, üben; GOtt muß nicht GOtt hab ihn gänzlich anders sein als gut, daher aus der Acht gelassen und fleußt seiner Gute Flut vergessen. auf alle seine Werke. 15. Nein, GOtt vergist 10. Drum, HErr, so der Seinen nicht, er ist sollen dir auch nun all uns viel zu treue; sein deine Werke danken; vor- Herz ist stets dahin gericht, aus die Heilgen, deren daß er uns letzt erfreue. Thun sich hält in deinen Gehts gleich bisweilen etSchranken, die soen dei- was schlecht, ist er doch nes Reichs Gewalt und heilig und gerecht in allen schöne Regimentsgestalt seinen Wegen. mit vollem Munde rühnien. so våterlich ernähret. Du thuft auf deine milde Hand, machst froh und satt, was auf dem Land, im Meer und Luften lebet. 16. Der HErr ist nah 11. Sie sollen rühmen, und stets bereit einm jeden, daß der Ruhm durch alle der ihn ehret; und wer Welt erklinge, daß jeder- nur ernstlich zu ihm schreit, mann zum Heiligthum dir der wird gewiß erhöret. Dienst und Opfer bringe. GOtt weiß wohl wer ihm Dein Reich das ist ein gunstig sei, und deme steht ewges Reich, dein Herr- er denn auch bei, wenn schaft ist dir selber gleich, ihn die Angst umtreibet. der du kein End erreichest. 17. Den Frommen wird 12. Der HErr ist bis nichts abgesagt, GOtt thut, in unsern Tod beständig was sie begehren; er mist bei uns allen; erleichtert das Unglück, das sie plagt, und Dom Lobe GOttes insgemein. 507 und zählt all ihre Zähren, nen, werthen, edlen Fried und reißt sie endlich aus in unserm Vaterland? der Last; den aber, der fie kränkt und haßt, det stürzt er ganz zu Boden. 18. Dies alles und was sonsten mehr man kann für Lob erzwingen, das soll mein Mund zum Ruhm und Ehr des Höchsten tåglich singen. Und also thu auch immerfort, was webt und lebt an jedem Ort: das wird GOtt wohlgefallen. Paul Gerhard. 7. Ach HErr, meinGOtt, das kommt von dir, du, du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür, und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei 9. Du strafft uns Sunder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze 588. gar und seufzt und schreit, wirst giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. Mel. Lobt GOtt, ihr Christen allzugleich. < ch finge dir und Mund, HErr, meines Herzens Lust; ich fing und mach auf Erden fund, was mir von dir bewußt. 11. Du zählst, wie oft 2. Ich weiß, daß du der ein Christe mein, und Brunn der Gnad und ewge was sein Kummer sei; Quelle seist, daraus uns kein Zähr- und Thranallen früh und spat viel lein ist so klein, du hebst Heil und Gutes fleußt. und legst es bei. 3. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Bater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns geseßt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, Wohlauf, mein Herze, sing und spring, und habe guten Muth, dein GOtt, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 5. Wer warnet uns in Kålt und Frost? Werschütt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten findt. 14. Er ist dein Schat, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, 6. Wer giebt uns Leben dein Hilf und Heil, und Geblüt? Wer hält schafft Rath und läßt mit seiner Hand den güld- dich nicht. 22* 15. Was 508 Dom Lobe GOttes insgemein. 15. Was frånkst du dem Strick befreit? dein dich in deinem Sinn, und Leben vom Verderb gerisgrämst dich Tag und sen? Wer krönt dich mit Nacht? Nimm deine Sorg Barmherzigkeit, und läßt und wirf sie hin auf den, dich seine Rechte wissen? der dich gemacht. Bist du es nicht, du unerschöpfter Quell, der tågJugend auf versorget und lich noch auf uns fleust ernährt? Wie manchen stark und hell? schweren Unglückslauf hat er zurück gekehrt? 16. Hat er dich nicht von 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Re4. hat uns nicht deine Hand gefaßt, und wider aller Menschen Hoffen gebracht aus aller Sündengiment: nein, was er thut last, daß wir das Ziel der und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. Ruh getroffen, und reichen Fried vor Feinden um uns 18. Ei nun, so laß ihn her aenießen stets, von ferner thun, und red ihm Furchi und Zweifel leer? nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn, und ewig fröhlich sein. 5. Was zwischen uns sich sehen wollt, hat deine Kraft bald ausgetrieben; du bleibest deinem Temvel hold, daß bis hieher sein Bau ist blieben; daß Ruhm, Dank, Kraft und feste steht des Sohnes Macht. Herrlichkeit, die dir in uns Paul Gerhard. Mel. Preis, Lob, Ehr, 589. Pomm, beug der Vater hat bereit. dich tief 6. Du überschüttest uns mein Herz und Sinn, mit Lieb, und reinigest vors Lammes Thron im Herz, Mund und Sinnen, Staub darnieder; leg dich daß wir aus deines Geizu seinen Füßen hin, und stes Trieb dich stets in uns wiederhole deine Lieder. mehr lieb gewinnen. Du Erkenne, wie du selbst aus drückst dem Geist der dir nichts bist, wie GOtt Reinheit Siegel auf, daß in dir und allen alles ist. uns kein Koth befleckt den frohen Lauf. 2. Wo hättst du einen Funken Kraft, wenn du 7. So nimm dafür zum fie nicht erlangt von oben? Opfer hin uns selbst mit Wer hat dir so viel Ruh allem, was wir haben. geschafft von deiner Fein- Nimm Geist, Seel, Leib, de Lift und Toben? Wer Herz, Muth and Sinn fillte wohl das Brausen zum Eigenthum statt andieses Meers, und wer drer Gaben. Bereite dir bezwang die Macht des ein Lob selbst aus dem Höllenheers? Mund der Säuglinge, 3. Was hat dich von mach deinen Namen Fund. 8. Sind Dom Lobe GOttes insgemein. 509 8. Sind wir doch nichts seine Kinder worden sind. in uns ohn dich, was ha- Ewig solche:: Gnade wähben wir ohn dein Werke? vet, die er uns in ihm beDir, dir gebühret ewiglich scheret; ewig wollen wir Macht, Weisheit, Ehre, uns üben, über alles:: Kraft und Stärke; GOtt ihn zu lieben. und dem Lamm, das uns 3. Ja, wir wollen nur erkaufet hat, wird Lob ge- mit Freuden zu dem lieben sagt in unsrer Mutterstadt.:: Vater gehn; uns in 9. Gieb uns hierzu ein seiner Liebe weiden, wie Herz und Mund, halt dei- die thun, so:: vor ihm ne Einheit so zusammen, stehn: heilig, heilig, heilig daß unser Geist, von Lieb singen; Hallelujah soll erverwundt, dir stets zu- klingen unserm GOtte und schick die keuschen Flam- dem Lamm, unserm bolmen. Mach uns vor dir den Bräutigam. Lasset seials Wagen Cherubim, nen:: Ruhm erschallen, entzund uns stets als und erzählt sein Werk vor Feuer- Seraphim. allen, daß er ewig uns erwählet, und zu ſeinem:: Volk gezählet. Gottfr. Arnold. 4. Lernet euren JEsum In eigener Melodie. 590. Nasfet uns den kennen, der euch theur erHErren pret-:: Faufet hat; lernet ihn sen, und vermehren:: sei- fein lieblich nennen euren nen Ruhm, stimmet an Bruder,:: Freund und die süßen Weisen, die ihr Rath, euren starken Held seid sein: Eigenthum! im Streiten, eure Lust in Ewig währet sein Erbar- Fröhlichkeiten, euren Trost men; ewig will er uns und euer Heil, euer allerumarmen mit der süßen bestes Theil. Ewig solche Liebeshuld, nicht gedenken:: Güte währet, die euch unsrer Schuld. Preiset durch ihn widerfähret. Ewig ewig:: seinen Namen, soll das Lob erklingen, das die ihr seid von Abrams wir ihm zu:: Ehren singen. Samen. Rühmet Rühmet ewig 5. Tretet nur getrost seine Werke, gebet ihm zum Throne, da der GnaLob,:: Ehr und Stärke. den-:: stuhl zu sehn. Es 2. Ehe noch ein Mensch kann euch von GOttes geboren, hat er uns zu- Sohne nichts als Lieb und vor erkannt, und in:: Huld geschehn. Er erChristo auserforen, seine wartet mit Verlangen, bis Huld:: uns zugewandt. er könne uns umfangen, Selbst der Himmel und und das allerhöchste Gut die Erden müssen uns zu uns mittheilen durch sein Dienste werden, weil wir Blut. Große Gnad ist:: durch sein liebstes Kind da zu finden; er will sich mit 510 Dom Lobe GOttes insgemein. mit uns verbinden, und ret, der dich auf Adelers soll niemals etwas können Fittigen sicher geführet, uns von seiner:: Liebe der dich erhält, wie es dir trennen. immer gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den HErren, der 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner GOttheit ** aufgethan, und es ist künstlich und fein dich besein ernster Wille, daß nun reitet, der dir Gesundheit komme:: jedermann. Kei- verliehen, dich freundlich ner soll sich hierbei schå- geleitet; in wie viel Noth men, sondern Gnad um hat nicht der gnädige GOtt Gnade nehmen; wer ein über dir Flügel gebreitet? hungrig Herze hat, wird 4. Lobe den HErren, aus seiner Fülle satt. Ewig der deinen Stand sichtsolche:: Fülle währet, die bar gesegnet, der aus dem ans so viel Guts besche- Himmel mit Strömen der ret; Wollust, die uns ewig Liebe geregnet; denke dartränket, wird uns daraus an, was der Allmächtige :: eingeschenket. kann, der dir mit Liebe begegnet. 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir 5. Lobe den HErren, dir:: dankbar sein, laß was in mir ist, løbe den dir gnädig wohlgefallen, Namen. Alles, was Odem bis wir alle:: insgemein hat, lobe mit Abrahams ewig deine Gütigkeiten mit Samen. Er ist dein Licht, gesammten Lob ausbreiten, Seele, vergiß es ja nicht, da wir werden Gloria fin- lobende schließe mit Amen. gen und Hallelujah; Preis, Ehr, Ruhm, Dank: Macht und Stärke und Joachim Neander. In eigener Melodie. was rühmet seine Werke, 592. Lobet den HErwerde gegeben. Laßt uns ihm zu :: Ehren lebent. Christian Jakob Koitsch. In bekannter Melodie. 591. Lobe den HErren,:,: denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich, unsern GOtt zu loben::: sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den HErren:: 2. Singt gegn einander, ren, den mach-:: dem HErrn mit Dantigen König der Ehren, ken, lobt ihn mit Harfen, meine geliebete Seele, das unsern GOtt, den werthen. ist mein Begehren. Kom-: Denn er ist mächtig und met zu Hauf, Psalter und von großen Kräften. LoHarfe wacht auf, lasset die bet den HErren:: Musicam hören. 3. Er kann den Himmel 2. Lobe den HErren,:: nit Wolken bedecken. der alles so herrlich regie- Er giebt den Regen, wenn Dom Lobe GOttes insgemein. 511 er will auf Erden.:: Läßt| großen Herrlichkeit thut Gras wachsen gar hoch sein Lob weit ausbreiten auf dürren Bergen. Lo- in alle Ewigkeit. bet den HErren:: 4. Der allem Fleische:: giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter väterlicher Weise:: den jungen Raben, die ihn thun anrufen. Lobet den HErren:: 5. Er hat nicht Lust:: an der Stärk des Rosses, noch Wohlgefallen an jemandes Beinen,:: ihm gefalln allein, die auf ihn trauen. Lobet den HErren:: 3. Lobet ihn fröhlich alle mit der Posaunen Klang, dem HErren zu Gefallen macht ein lieblich Gesang mit Psalter, Harf und Geigen sammt andern Instrument; mit Pauken, Pfeifn und Reigen preiset sein Lob behend. 4. Des HErren Namen alle lobet mit Saitenspiel; mit hellem Cymbelschalle macht seines Lobes viel; mit Cymbeln, die wohl klingen, rühmt seine Gütigkeit; von seinem Lob thut singen immer und allezeit. 5. Es soll den HErren loben und preisen immerdar im Himmel hoch dort 7. O JEsu Christe,:: oben die engelische Schaar; Sohn des Allerhöchsten, desgleichen auch auf Erden gieb du die Gnade allen frommen Christen,:: daß fie dein Namen ewig preisen, Amen. Lobet den HErren:: alles, was Odem hat, soll seines Ruhms voll werden, preist seine Wunderthat. 6. Amen mit Mund und Herzen sprecht, o ihr glaubig Schaar, all TraurigMel, Valet will ich dir keit und Schmerzen treibt geben. von euch ganz und gar. 593. Nobet GOtt Seid fröhlich in dem HErunsern HEr- ren, und lobt ihn allezeit. ren in seinem Heiligthum; Er wird in Freud verkehzu Lobe seiner Ehren macht ren all euer Herzeleid. Herrlich seinen Ruhm; lobt ihn im Firmamente, da seine groß Gewalt und sein stark Regimente zu sehn ist mannigfalt. 7. Er wird euch reichlich geben alls, was euch ndthig ist, allhier in diesem Leben und dort zu aller Frist: wird euch in Him2. Lobet mit Herz und mel führen, und selig maMunde all seine Wunder- chen gar; thuts mit einm that, die er zu aller Stun- Eid betheuren, Amen, das de häufig verrichtet hat; werde wahr! ob seiner Majestäten und 6. Danket dem HErren, :: Schöpfer aller Dinge, der Brunn des Lebens thut aus ihm entspringen:: gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lobet den HErren:: Mel. 512 Dom Lobe GOttes insgemein. Mel. Nun lob, mein Mel. Auf meinen lieben Seel, den HErren. GOtt. 594. Man lobt dich 595. Mein Vater, in der Stille, du hocherhabner die du mir früh und spat Zionsgott; des Rühmens so reichlich haft erwiesen, ist die Fülle vor dir, du die sei von mir gepriesen; starker Zebaoth. Du bist jetzt und zu allen Zeiten doch HErr auf Erden, will ich dein Lob ausbreiten. der Frommen Zuversicht; 2. Auf, auf, mein Herz, in Trubsal und Beschwer- empor, hinauf zum Engelden läßt du die Deinen chor sollst du dich eiligst nicht. Drum soll dich schwingen, und mit demstündlich ehren mein Mund selben fingen: Lob, Preis, vor jedermann, und deinen Kraft, Macht und StårRuhm vermehren, so lang ke dem HErrn so großer er lallen kann. Werke. 2. Es müssen, HErr, sich 3. Wenn der durch seine freuen von ganzer Seel, Kraft in uns selbst wirkt und jauchzen schnell, welch und schafft, daß wir den unaufhörlich schreien: Ge- Vater kennen und Herlobt set der GOtt Js- zens- Abba nennen: so rael! Sein Name sei muß uns diese Erden ein gepriesen, der große Wun- schöner Himmel werden. der thut, und der auch mir 4. O süßer JEsu Christ, erwiesen das, was mir der du mein Reichthum nuß und gut. Nun, dies ist bist, dich hab ich treu ermeine Freude, daß ich an funden in schweren Kreuihm stets kleb, und nie- jesstunden; mich hast du mals von ihm scheide, so oft erquicket, wenn mich lang ich leb und schweb. die Last gedrücket. 3. HErr, du hast deinen 5. Du gabeft mir den Namen sehr herrlich in der Sieg und Waffen in dem Welt gemacht; denn als Krieg, auch Kräfte, recht die Schwachen kamen, haft zu kämpfen, halfft mir die du gar bald an sie gedacht. Feinde dampfen, und durch Du hast mir Gnad erzei- Kraft deines Blutes bin get, nun, wie vergelt ichs ich noch gutes Muthes. dir? Ach bleibe mir genei- 6. Wer Christi Blut erget, so will ich für und für greift, dem wird auch darden Kelch des Heils erhe- gereicht Vergebung seiner ben, und preisen weit und Sünden: die sind nicht breit dich hier, mein GOtt, mehr zu finden; ihm aber im Leben und dort in wird gegeben Trost, FrieEwigkeit. Johann Nift.de, Freud und Leben. ( Hausmusit 1654 S.350.) 7. Allein das Herz muß sein Dom Lobe GOttes insgemein. 513 sein aufrichtig, redlich, woll uns bei unserm Lerein; es muß die Sünde ben ein immer fröhlich Herz hassen, und alle Lüste las- und steten Frieden geben, sen, und JEsum einig und uns in seiner Gnad fassen, sich selbst und Welt erhalten fort und fort, verlassen. und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 8. Drum, Seele, wenn du nun in allem deinem 3. Lob, Ehr und Preis Thun im Licht vor GOtt sei GOtt dem Vater und wirst wandeln, und christgebührend handeln, so wird dir noch auf Erden viel Guts geschenket werden. dem Sohne, und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreieinigen GOtt, als er im Anfang war, und ist und bleiben wird jekund und immerdar. Martin Ninckart. 9. Viel Gnade., Kraft und Stärk in allem detnem Werk; er wird sich dir verbinden, und gnädig lassen finden: wirst du In eigener Melodie. nur in ihm bleiben, dich 597. Nun lob, mein Seel, ihm zum verschreiben. HErren, was in mir ist 10. Es wird dich sei- den Namen sein. Sein ne Fuld täglich von al- Wehlthat thut er mehren, ler Schuld und innerm vergiß es nicht, o Herze Greul der Sünden be- mein; hat dir dein Sünd freien und entbinden; denn vergeben, und heilt dein wo die Sünd vergeben, da Schwachheit groß, errett ist Geist, Kraft und Leben. dein armes Leben, nimmt 11. Und dafür preiset dich in seinen Schooß, mit dich, mein JEsu, inniglich, reichem Trost beschüttet, zu aller Zeit und Stunde veriungt dem Adler gleich; die schwache Zung im der Köng schafft Recht, Munde. Gelobet sei dein Namen bei mir und allen, Amen. behütet, die leidn in ſeinem Reich. 2. Er hat uns wissen laffen sein heilig Recht In bekannter Melodie. und sein Gericht, dazu sein un danket Güt shn Maaßen, es 596. alle GOtt manalt an seinr Erbarmit Herzen, Murd und mung nicht; sein Zorn Händen, der große Dinge läßt er wohl fahren, straft thut an uns und allen En- nicht nach unsrer Schuld, den; der uns von Mutter- die Gnad thut er nicht leib und Kindesbeinen an sparen, den Blöden ist er unzählig viel zu gut, und hold; sein Gut ist hoch noch jekund gethan. erhaber ob den, die fürchten ihn; so fern der Of 22** 2. Der ewig- reiche GOtt vom 514 Dom Lobe GOttes insgemein. vom Abend ist unsre Sünd dahin. In eigener Melodie. 3. Wie sich ein Vatr 598. daß ich tauerbarmet Kindlein klein, so thut der gen hätte, und einen tauHErr uns Armen, so wir sendfachen Mund, so stimmt ihn findlich fürchten rein. ich damit um die Wette Er kennt das arm Ge- vom allertiefsten Herzensmachte, GOtt weiß, wir grund ein Loblied nach dem sind nur Staub, gleichwie andern an von dem, was das Gras vom Rechen, ein GOtt an mir gethan. Blum und fallend Laub: 2. daß doch meine der Wind nur drüber wehet, Stimme schallte bis dahin, so ist es nimmer da; also wo die Sonne steht, o daß der Mensch vergehet, sein mein Blut mit Jauchzent End das ist ihm nah. wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wäre jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 4. Die GOttesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner liebn Gemeine, die steht in sei- 3. Was schweigt ihr denn, ner Furcht bereit, die sei- ihr meine Kräfte? Auf, nen Bund behalten. Er auf, braucht allen euren herrscht im Himmelreich. Fleiß und stehet munter Ihr starken Engel, waltet im Geschäfte zu GOttes, seins Lobs und dient zu- meines HErren, Preis; gleich dem großen HErrn mein Leib und Seele schicke zu Ehren, und treibt sein dich, und lobe GOtt Herzheilges Wort. Mein Seel inniglich. soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt 5. Sei Lob und Preis und regt euch doch mit mit Ehren GOtt Vater, mir; ihr schwanken GråsSohn, heiligem Geist; der chen in den Feldern, ihr woll in uns vermehren, Blumen, laßt doch eure was er aus Gnaden uns Zier zu GOttes Ruhm beverheißt, daß wir ihm fest lebet sein, und stimmet liebvertrauen, gånzlich ver- lich mit mir eint. lassn auf ihn, von Herzen 5. Ach alles, alles, was auf ihn bauen, stets unsr ein Leben und einen Odem Herz, Muth und Sinn ihm in sich hat, soll sich mir findlich thun anhangen. zum Gehülfen geben, denn Drauf singen wir ur mein Vermögen ist zu matt, Stund: Amen, wir werde: die großen Wunder zu ererlangen, glaubens vo: böhn, die allenthalben um Herzensgrund. mich stehn. Joh. Granmann 1-4. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Dom Lobe GOttes insgemein. 515 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 13. Drum reis ich mich mir so hülfreich hat erwie- ießt aus der Höhle der sen, und mich durch Blut schndden Eitelkeiten los, und Todesschmerz von aller und rufe mit erhöhter Teufel Grausamkeit zu dei- Seele: Mein GOtt, du nem Eigenthum befreit. bist sehr hoch und groß; 8. Auch dir sei ewig Kraft, Ruhm, Preis, Dank Ruhm und Ehre, o heilig- und Herrlichkeit gehört dir werther GOttes- Geist, für ieht und allezeit. deines Trostes süße Lehre, 14. Ich will von deiner die mich ein Kind des Le- Güte fingen, so lange sich bens heißt. Ach wo was die Zunge regt; ich will Guts von mir geschicht, die Freudenopfer bringen, das wirket nur dein gött- so lange sich mein Herz lich Licht. bewegt; ja, wenn der 9. Wer überströmet mich Mund wird kraftlos sein, mit Segen? Bist du es so stimm ich doch mit nicht, o reicher GOtt? Wer schußzet mich auf meinen Wegen? Du, du, o starker Zebaoth. Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor andern küß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden hast. Wie viel send Hallelujah vor. thut sie mir doch zu gute, Joh. Menger. In eigener Melodie. eine fie macht mich fromm und 599. Pehr, Ruhm, ich von zeigt dabei, daß deinen Liebsten sei. Dank, Kraft und macht 11. Ich hab es ja mein sei dem erwürgten Lamm Lebetage schon so manch lie- gesungen, das uns zu seibes Mal gespürt, daß du nem Reich gebracht und mich unter vieler Plage theur erkauft aus allen recht wunderbarlich haft ge- Zungen: in ihm sind wir führt. Denn in der größe- zur Seligkeit bedacht, eh sten Gefahr ward ich dein noch der Grund der ganTrosilicht stets gewahr. zen Welt gemacht. 2. Wie für Seel und Leib; Lob sei dir, mildester Berather, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nutzen haft bestellt. 7. Mein treuster JEsu, sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich Seufzen ein. 15. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein GOtt, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich ein schöner Engel bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tau 516 Dom Lobe GOttes insgemein. 2. Wie heilig, heilig, hei- 7. Deß Stadt, die schönlig ist der HErr der Herste Zion, ist mit Edelstein ren und Heerschaaren, der und Perlenthoren erbaut uns geliebt in JEsu Christ, zum Lobe JEsu Christ, für da wir noch seine Feinde uns, die er sich auserkowaren, und seinen Sohn ren; wir jauchzen dir mit zu eigen uns geschenkt, Dank, Lob, Preis und sein Herz der Lieb in un- Ruhm, o Freud, o Lust, ser Herz versenkt. o Licht, o Lebensblum! 3. Im Weinstock JEsu stehen wir gepfropft und ganz mit GOtt vereinet; dies ist die höchste 600. ei Lob und Wonn und Zier, ob schon Ehr dem der Unglaub solchs ver- höchsten Gut, dem Vater neinet, dadurch der Geist aller Güte, dem GOtt, der die Lebensquell ftets trinkt, die Seel in GOttes Lebensmeer versinkt. allein Wunder thut, dem GOtt, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem GOtt, der allen Jammer stillt. Gebt unserm GOtt die Ehre! 4. Thr sieben Fackeln vor dem Thron des Lamms, ihr Himmels- FreudenGeister, erhebt mit Jauchzen GOttes Sohn, der unser König, Hirt und Meister; lobt ihn mit uns gesammt in Ewigkeit, seins Namens Ruhm erschalle weit und breit. 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die alles also woh! bedacht. Gebt unserm GOtt die Ehre! 5. Jhm, der da lebt in Emigkeit, sei Lob, Ehr, Preis und Dank gesungen 3. Was unser GOtt von seiner Braut, der Chri- geschaffen hat, das will stenheit; ihn loben Mensch- er auch erhalten; darüber und Engelzungen; es iauch- will er früh und spat ze ihm der Himmel- Himel mit seiner Gnade walten. Heer, und was das Wort In seinem ganzen Königje ausgesprochen mehr. reich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm GOtt die Ehre! Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Die höchstgelobte Majestät der heilgen Einheit sei erhoben, die in sich 4. Ich rief dem HErrr felber wohnt und steht, in meiner Noth: AchGOtt, sie müssen alle Dinge lo- vernimm mein Schreien! ben. In ihr besteht das Da half mein Helfer mir Freuden- Lebens- Licht, von vom Tod, und ließ mir deffen Blick die distre Trost gedeihen. Drum Welt zerbricht. ach GOtt, drum dank dank, Dom Lobe GOttes insgemein. 517 gemacht. Gebt unGOtt die Ehre! Johann Jakob Schüb. dank ich dir, ach danket, recht danket GOtt mit mir. Gebt ferm unserm GOtt die Ehre! 5. Der HErr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr 601. Segen, Heil und Frieden. Der 96. Pfalm. In eigener Melodie. Singt dem HErrn Mit Mutterhanden leitet nah und fern, rühmet ihn er die Seinen stetig hin mit frohem Schall! Das und her. Gebt unserm Alte ist vergangen, das GOtt die Ehre! Neue angefangen. Laßt 6. Wenn Trost und Hülf die erneurten Sinnen ein ermangeln muß, die alle neues Lied beginnen. Es Welt erzeiget, so kommt vermehre seine Ehre, was und hilft der Ueberfluß, da lebet, was da schwebet der Schöpfer selbst, und auf der Erden überall. neiget die Vateraugen 2. Was nur fann, ftimdeme zu, der sonsten nir- me an, daß Jehovah werd gends findet Ruh. Gebt erhöht. Laßt euren Lobunserm GOtt die Ehre! spruch wandern von einem 7. Ich will dich all meir: Tag zum andern, die MenLebenlang, o GOtt, von schen ohn Aufhören von nun an ehren; man soll, seinem Heil zu lehren. o GOtt, dein Lobgesang Sagt mit Freuden auch an allen Orten hören. den Heiden alle Werke Mein ganzes Herz ermun- seiner Stärke, die ihr seine tre fich, mein Geist und Wunder seht. Leib erfreue dich. Gebt unserm GOtt die Ehre! 3. Groß ist GOtt Zebaoth, hochgelobt in seiner 8. Jhr, die ihr Christi Pracht. Er ist Regent und Namen nennt, gest un- Retter, dem alle Erdenserm GOtt die Ehre. Thr, götter mit Zittern zu den fallen die ihr GOttes Macht be- Füßen anbetend kennt, gebt unserm GOtt můüssen. Gößenknechte, eur die Ehre; die falschen Göt- Gemächte macht zunichte zen macht zu Spott, der im Gerichte, der den HimHErr ist GOtt, der HErr mel hat gemacht. ist GOtt. Gebt unjerm GOtt die Ehre! 4. Herrlichkeit, Wonn und Freud ist vor seinem 9. So kommet vor sein Angesicht. Auch seiner Angesicht mit jauchzenvol- Wohnung Würde besteht lem Springen; bezahlet in Kraft und Zierde. die gelobte Pflicht, und Drum eilt, ihr Völkerlaßt uns fröhlich fingen: haufen, begierig hin zu GOtt hat es alles wohl laufen, ihm zu singen, bedacht, und alles, alles thm zu flingen, ihm zu sprin 518 Dom Lobe GOttes insgemein. springen, ihm zu bringen| 9. Dieser ist JEsus Ehr und Macht in De- Christ, der von GOtt muthspflicht. bestimmte Mann, durch 5. Gebt mit Fleiß allen den der Kreis der Erden Preis seinem großen Na- nun soll gerichtet werden men hin. Doch sollt ihr in Licht und Recht und als die Reinen im heilge Klarheit nach Billigkeit Schmuck erscheinen, wenn und Wahrheit. Die Erihr wollt anzubeten in die quickung und Beglückung Vorhöfe treten. Er will ist, ihr Frommen, nun haben Liebesgaben; die gekommen. Stimmt das zu schenken, laßt euch Hosianna an! Herrnschmid. lenken. Aller Weltkreis fürchte ihn. In eigener Melodie. 6. Saget an auf dem 602. Sollt ich meivon nem wird bewohnt: daß er nicht singen? sollt ich allein regieret, daß er ihm nicht dankbar sein? das Scepter führet, daß Denn ich seh in allen Diner sich läßt auf Erden ein gen, wie so gut ers mit Reich befestigt werden. mir meint. ff doch nichts Er will richten, er will als lauter Lieben, das sein schlichten, alle Sachen treues Herze regt, das gleich zu machen. Er ists, ohn Ende hebt und trägt, der nach Werken lohnt. die in seinem Dienst sich 7. Freue dich inniglich, üben. Alles Ding währt Himmelsburg und him- seine Zeit, GOttes Lieb melsheer. Du Erde, lasse in Ewigkeit. spüren ein starkes Jubili- 2. Wie ein Adler sein ren; du Meer und auch Gefieder über seine Junihr Seen, laßt ein Getön gen streckt, also hat auch ergehen, lasset sausen, las- hin und wieder mich des set brausen, was ihr heget Höchsten Arm bedeckt, alund beweget: alles zu sobald im Mutterleibe, da Jehovah Ehr. er mir mein Wesen gab, 8. Was das Feld in und das Leben, das ich sich hålt, soll mit Hürfen hab und noch diese Stunfröhlich sein. Ja, über de treibe. Alles Ding alle Felder jauchzt ihr, ihr währt seine Zeit, GOttes grünen Wälder. Euch Lieb in Ewigkeit. Bäumen und euch Zwei- 3. Sein Sohn ist ihm gen gebührt es nicht zu nicht zu theuer, nein, er schweigen vor dem Höch- giebt ihn für mich hin, sten, der am nächsten daß er mich vom ewgen vor euch stehet. Sehet, Feuer durch sein theures sehet, wie er zum Gericht Blut gewinn. O du unzicht ein. ergründter Brunnen, wie will Dom Lobe GOttes insgemein. 519 will doch mein schwacher daß ich alle liebe Morgen Geist, ob er sich gleich schaue neue Lieb und Gut. hoch befleißt, deine Tief Wäre mein GOtt nicht ergründen können? Alles gewesen, hätte mich sein Ding währt seine Zeit, Angesicht nicht geleitet, GOttes Lieb in Ewigkeit. war ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch 8. Wie so mancheschwere die Welt zur Himmelspfort; Plage wird vom Satan daß er mir mein Herz er- rum geführt, die mich doch fülle mit dem hellen Glau- mein Lebetage niemals noch benslicht, das des Todes bisher gerührt. GOttes Reich zerbricht, und die Engel, den er sendet, hat Hilie selbst macht stille. das Böse, was der Feind Alles Ding währt seine anzurichten war gemeint, Zeit, GOttes Lieb in in die Ferne weggewendet. Ewigkeit. Alles Ding währt seine GOttes Lieb in 5. Meiner Seelen Wohl- Zeit, ergehen hat er ia recht wohl Ewigkeit. bedacht; will dem Zeibe Noth zustehen, nimmt ers 9. Wie ein Vater ſeinem Kinde sein Herz niegleichfalls wohl in Acht. mals ganz entzeucht, ob Wenn mein Können, mein es gleich bisweilen Sünde Vermögen nichts vermag, thut und aus der Bahne nichts helfen kann, fommt weicht: also hält auch mein mein GOtt, und hebt mir Verbrechen mir mein froman, sein Vermögen beizu- mer GOtt zu gut, will legen. Alles Ding währt mein Fehlen mit der Ruth, seine Zeit, GOttes Lieb und nicht mit dem Schwerte in Ewigkeit. rächen. Alles Ding währt 6. Himmel, Erd und seine Zeit, GOttes Lieb ihre Heere hat er mir zum in Ewigkeit. Dienst bestellt; wo ich nur 10. Seine Strafen, seine mein Aug hinkehre, find Schläge, ob sie mir gleich ich, was mich nährt und bitter seind, dennoch, wenn halt. Thier und Kräuter ichs recht erwäge, sind es und Getreide in den Grün- Zeichen, daß mein Freund, den, in der Höh, in den der mich liebet, mein geBüschen, in der See, über- denke, und mich von der all ist meine Weide. Alles schndden Welt, die uns Ding währt seine Zeit, hart gefangen hålt, durch GOttes Lieb in Ewigkeit. das Kreuze zu ihm lenke. 7. Wenn ich schlafe, Alles Ding währt seine wacht sein Sorgen, vnd Zeit, GOttes Lieb in ermuntert mein Gemüth, Ewigkeit. 11. Das 520 Dom Lobe GOttes insgemein. 11. Das weiß ich für- 4. Wohl euch, wohl wahr, und lasse mirs nicht euch, die ihr den HErren aus dem Sinne gehn: Chri- kennet, in JEsu Chrifti stenkreuz hat seine Maaße, wahrem Licht; ihr seids, und muß endlich stille stehn. die Christus seine Brüder Wenn der Winter ausge- nennet, in ihm seid ihr schneiet, tritt der schöne frei vom Gericht. Sommer ein: also wird 5. Nun singet, finget: auch nach der Pein, wers Wohl dem Volke, wohl, erwarten kann, erfreuet. wohl dem Volke, dem Alles Ding währt seine GOtt ihr GOtt ist! GOtt Zeit, GOttes Lieb in machet fie der Zions- FreuEwigkeit. de voll, voll, ihr Lebensbrod ift Jesus Christ. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in 6. Lob, Ehre, WeisGOttes Liebe findt, ei so heit, Dank, Preis, Kraft heb ich meine Hände zu und Stärke sei unserm dir, Vater, als dein Kind; GOtt in Ewigkeit! der bitte, wollst mir Gnade zeige seinen Knechten seine geben, dich aus aller mei- Werke, daß fie leben in ner Macht zu umfangen jener Zeit, Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis Mel. Machs mit mir, ich dich nach dieser Zeit GOtt, nach deiner Güt. Lob und lieb in Ewigkeit. 604. Tritt hin, o Paul Seel, und dank dem HErrn für In eigener Melodie. 603. Triumph, Tri- seine tausend Gaben, mit er und HErrn Gefalbter sieget, all gern geziert hat und erihr Gesalbten, freuet euch. haben. Dank ihm jeźt Triumph, Triumph! der und zu aller Zeit dafür alte Drach erlieget, es ist mit tausend Innigkeit. zerstört des Teufels Reich. 2. Er hat aus nichts 2. Die starken Sera- dich hergebracht, zu seiphinen fliegen, eilig zu nem Bild formiret; zu richten aus des HErrn seinem Gleichniß dich geGebot, einer der ruft zum macht, und stattlich ausandern: Heilig, heilig, hei- staffiret. Dank ihm zc. lig ist der HErr Zebaoth! 3. Er hat gar seines 3. Das ganze Land, wie Herzens Blut für deine GOtt zuvor verheißen, ist Schuld vergossen, und dich nun mit GOttes Ehr er- von Banden und der Glut füllt; kein Feind kann der Höllen losgeschlosſen. Zion hinfort mehr zerrei- Dank ihm zc. Ben, GOtt selbst ist in ihr Sonn und Schild. 4. Drauf er hat dich zum Kind und Sohn als Va= Dom Lobe GOttes insgemein. 521 Vater angenommen, und für dich gemacht mit alwill, daß du auf seinen len seinen Schäßen; er Thron sollst ewger Erbe wart mit seiner Lust und kommen. Dank ihm zc. Pracht vor alln dich zu ergößen. Dank ihm zc. 13. Ach, ach ist das nicht große Gunst, nicht große Huld und Gute, die dir schon jett erzeigt umsonst das göttliche Gemuthe? Dank ihm zc. 14. Und was noch mehr, er sieht nicht an, willst du nur Gnade finden, die Schmach, die du ihm angethan mit tausendfachen Sünden. Dank ihm te. 15. Er giebt sogar fich selbst für dich, er liebt dich wie sein Leben, und will sich endlich ewiglich dir schenken und ergeben. Drum dank ihm stets zu aller Zeit, o Seel, mit tautsend Innigkeit. Joh.Angelus. 5. Für dich hat er die ganze Welt erschaffen und erbauet; für dich ist sie so wohl bestellt, und was mandrinnen schauet. Dank ihm zc. 6. Dir dienet alle Kreatur, vor dir muß alls sich neigen; botmäßig muß sich die Natur im Glauben dir erzeigen. Dank ihm zc. 7. Dir trägt die Erde Brod und Wein und Arzenei für Schmerzen; dir hegt fie Thiere groß und klein, dir Gold in ihrem Herzen. Dank ihm zc. 8. Dort läuft und strömt das Wasser dir, da stehet es dir fille, bringt Perln, Korall und andre Zier, und Fische dir die Fülle. Dank ihm ic. In eigener Melodie oder: HErr, ich habe mißigehandelt. 9. Die Luft erquickt dich spät und früh von außen 605. Unser Herrund von innen; die Vögscher, unlein und das Federvieh ser König, unser allerhöchergößen deine Sinnen. fites Gut, herrlich ist dein Dank ihm zc. großer Name, weil er 10. Dir fährt die Sonn Wunderthaten thut, ISbdes Tags herein auf ih- lich nah und auch von rem güldnen Wagen; dir fernen, von der Erd bis låst der Mond mit seinem an die Sternen. Schein des Nachts herum 2. Wenig sind zu diesen sich tragen. Dank ihm zc. Zeiten, welche dich von 11. 3u deinen Dien- Herzengrund lieben, susten sind bereit die enge- chen und begehren: aus der lischen Schaaren; sie wa- Säugelinge Mund hast du chen jetzt und allezeit, daß dir ein Lob bereitet, welsie nur dich bewahren. ches deine Macht ausDank ihm zc. breitet. 12. Der Himmel ist ift 3. Es ist leider zu beFla 522 Dom Lobe GOttes insgemein. klagen, ja wem bricht das in der Wüstn mit Brod Herze nicht, wenn man sie versorget. het so viel tausend fallen an dem hellen Licht? Ach wie sicher schläft der Sünder! ist es nicht ein großes Seel versorgen. Wunder? 5. 3u bweisen deine 4. Unterdessen, HErr, hohe Wunderwerke, haft mein Herrscher, will ich du zerknirschet der Hethitreulich lieben dich; denn ter Stärke. ich weiß, du treuer Vater, daß du heimlich liebest mich. Zeuch mich kräftig von der Erden, daß mein Herz mag himmlisch werden. 6. Dazu ein ewgen Bund mit uns gemachet: wohl dem, der mit dem Herzent darauf achtet! 7. O Bater, deine Re5. HErr, dein Nam ist den find beständig, Gehoch gerühmet und in al- richte, Wahrheit, Werke ler Welt bekannt; wo die deiner Hände. warmen Sonnenstrahlen nur erleuchten einig Land, da ruft Himmel, da ruft Erde: Hochgelobt Jehovah werde! 4. Dabei wir sollen lernen heut und morgen, daß du willst unsern Leib und 8. Du sendest die Erlösung den Gefangnen, und trågest weg den Raub mit hohem Prangen. 9. Theur, schrecklich, un6. HErr, mein Herr- vergånglich ist dein Name; scher, o wie herrlich ist wer den fürchtet, der wird dein Name meiner Seel; zur Weisheit kommen. drum ich auch vor deinen 10. Lob und Ehr müsse Augen singende mich dir dir, o Vater, werden in befehl; gieb, daß deines Ewigkeit, auch hier auf Kindes Glieder sich dir dieser Erden. ganz ergeben wieder. Joachim Neander. Mel. Danket dem HErren, denn er ist sehr 607. Wer wohlauf freundlich. ist sund, hebe sein Gemüthe 606. Mas Lobes und erhöhe seinen Mund solln wir dir, o Vater, fingen? Dein That kann keines Menschen 3ung ausbringen. zudes Höchsten Güte. Last uns danken Tag und Nacht mit gesunden Liedern unferm GOtt, der uns bedacht mit gesunden Gliedern. 2. Du hast uns wahre Siegel aufgedrůcket, dabei wir deine Gunst und Güte schmecken. Mel. Christus, der uns felig macht. 2. Ein gesundes frisches Blut hat ein fröhlichs Leben; giebt uns GOtt dies 3. Den bösen Pharao einge Gut, ist uns gnug im Meer erwürget, Israel gegeben hier in dieser armen Dom Lobe GOttes insgemein. 523 men Welt, da die schön-| lieber will ich fröhlich gehn sten Gaben und des güld- in geringem Kleide, als nen Himmels Zelt wir noch mit Leid und Aengsten stehn künftig haben. in der schönsten Seide. 3. War ich gleich wie 8. Sollt ich stumm und Krisus reich, hatte Baar- sprachlos sein, oder lahm schaft liegen; wär ich Ale- an Füßen; sollt ich nicht gandern gleich an Triumph des Tages Schein sehen und Siegen: müßte gleich- und genießen; sollt ich gewohl siech und schwach ben spat und früh mit Pfühl und Betten drucken: verschloßnen Ohren: würd würd auch mich im Un- ich wünschen, daß ich nie gemach all mein Gut er- war ein Mensch geboren. quicken? 9. Lebt ich ohne Rath 4. Stünde gleich mein und Witz, war im Haupt ganzer Tisch voller Lust verwirret; hätte meiner und Freude; hätt ich Wild- Seelen Sitz, mein Herz, pret, Wein und Fisch und sich verirret; wäre wir die ganze Weide, die den mein Muth und Sinn nieHals und Schmack ergotzt: mals guter Dinge; wår wozu würd es nühen, wenn es besser, daß ich hin, wo ich dennoch aufgesetzt müßt ich her bin, ginge. in Schmerzen sizzen? 10. Aber nun gebricht 5. Hått ich aller Ehren mir nichts an erzählten Pracht, säß im höchsten Stücken; ich erfreue mich Stande; war ich mächtig des Lichts und der Sonaller Macht und ein Herr nen- Blicken; mein Geim Lande; mein Leib aber sichte sieht sich um, mein hätte doch auf- und an- Gehöre höret, wie der Vöggenommen der betrübten lein süße Stimm ihren Krankheit Joch: was hätt Schöpfer ehret. ich für Fromment? 11. Hand und Füße, 6. Ich erwähl ein Stück- Herz und Geist sind bei lein Brod, das mir wohl guten Kräften; alle mein gedeihet, für des rothen Vermögen fleußt und geht Goldes Koth, da man Ach in Geschäften, die mein bei schreiet. Schmeckt mir Herrscher hat gestellt hier Speis und Mahlzeit wohl, in meinem Bleiben, also und darf mein nicht scho- lang es ihm gefällt, in der nen, halt ich ein Gericht- Welt zu treiben. lein Kohl höher als MeIonen. 12. Ist es Tag, so mach und thu ich, was mir ge7. Sammt und Purpur bühret; kommt die Nacht hilft mir nicht mein Elende und süße Ruh, die zum tragen, wenn mich Haupt- Schlafen führet, schlaf weh, Stein und Gicht und und ruh ich unbewegt, bis die Schwindsucht plagen; die Sonne wieder mit dem hel 524 Dom Lobe GOttes am Marien-, hellen Strahlen regt meine gefallen. Deine VatersAugenlieder. Güte hast du lassen trie13. Habe Dank, du milde fen, ob wir schon von dir Hand, die du aus dem wegliefen. Hilf uns noch, Throne deines Himmels stårk uns doch; laß die mir gesandt diese schöne Zunge singen, laß die StimKrone deiner Gnad und me klingen. großen Huld, die ich all 2. Himmel, lobe prachmein Tage niemals hab tig deines Schöpfers Thaum dich verschuldt, und ten, mehr als aller Mendoch an mir trage. schen Staaten. Großes 14. Gieb, so lang ich Licht der Sonnen, schieße bei mir hab ein lebendigs deine Strahlen, die das Hauchen, daß ich solche große Rund bemalen; lotheure Gab auch wohl möge be gern Mond und Stern! brauchen. Hilf, daß mein sei bereit zu ehren einen gesunder Mund und er- solchen HErren. freute Sinnen dir zu aller Zeit und Stund alles Liebs beginnen. 15. Halte mich bei Stårk und Kraft, wenn ich nun alt werde, bis mein Stündlein hin mich rafft in das Grab und Erde; gieb mir meine Lebenszeit ohne sonderm Leide, und dort in der Ewigkeit die vollkommne Freude. Paul Gerhard. 3. du meine Seele, finge fröhlich, singe, finge deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist GOtt Sebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelejuh bringe, wet den HErren kennet, wer den HErren JEſum liebet; Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. D In eigener Melodie. 608. underba- wohl dir, glaube mir; endrer lich ohne nig, Herrscher von uns Sund ihn loben. allen, laß dir unser Lob Joachim Neander. b) Vom Lobe GOttes am Marien-, Johannis- und MichaelisFeste. In eigener Melodie. 2. Denn er hat die Nie609, Meine Seele drigkeit seiner Magd anerhebet gesehen; siehe, von nun den HErrn, und mein an werden mich selig preiGeist freuet sich GOttes, sen alle Kindes- Kind. meines Heilandes. 3. Denn er hat große Din Johannis- und Michaelis- Feste. 525 Dinge an mir gethan, 4. Daß er uns erretder da mächtig ist und tete von unsern Feinden deß Name heilig ist. und von der Hand aller, die uns haffent. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für 5. Und die Barmherund für bei denen, die zigkeit erzeigete unsern ihn fürchten. Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund. 6. Und an den Eid, der er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; 7. Daß wir, erldset aus der Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Lebelang, 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stöket die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebt die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läget die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft auf feinem Diener Israel. 9. Wie er geredet hat unsern Våtern, Abraham und seinem Samen ewiglich. seinen Weg bereitest, 10. Lob und Preis sei 10. Und Erkenntniß des GOtt dem Vater und Heils gebeft seinem Volk, dem Sohn und dem hetligen Geiste. die da ist in Vergebung ihrer Sünden; 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Suc. I, 46-55. 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers GOttes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem HErren hergehen, daß du Mel. Meine Seele erhebet den HErren. 610. 12. Auf daß er erscheine denten, die da siten im Finsterniß und Schatten gelobet sei des Todes, und richte der HErr, unsre Füße auf den Weg der GOtt Israel, denn des Friedens. Sel er hat besucht und eridset 13. Lob und Preis set sein Volk. GOtt dem Vater und 2. Und hat uns aufge- dem Sohn und dem heirichtet ein Horn des Heils ltgett Geifte. in dem Hause seines Dieners David. 14. Wie es war im Anfang, iezt und immerdar, 3. Als er vor Zeiten ge- und von Ewigkeit zu Ewigredet hat durch den Mund keit, Amen. Luc. 1, 68-79. seiner heiligen Propheten: 526 Dom Lobe GOttes am Marien-, In eigener Melodie. In eigener Melodie. 611. Gewonnen ge- 612. ewonnen ge- 612.& Err GOtt, der dich loben Satanas lieget, die hölli- alle wir, und sollen billig schen Geister sind alle be- danken dir für dein Gesieget: erfreue dich, Him- schöpf der Engel schön, die mel, erfreue dich, Welt, um dich schwebn in deinem der Satanas lieget, wir Thron. haben das Feld. 2. Sie glänzen hell und 2. Der unsere gläubigen leuchten klar, und sehen Brüder verklaget, ist ieho dich ganz offenbar; dein vom Hause des Himmels Stimm sie hören allezeit, gejaget, die höllische Grube des Kerkers steht bloß, die armen gefangeren Sklaven gehn los. und sind voll göttlicher Weisheit. 3. Die Pforten der Höllen sind niedergerissen, die Stricke des Jägers sind alle zerrissen. Der andere mannigfalt listig berückt, ist selber anieko mit Ketten bestrickt. 3. Sie feiern auch und schlafen nicht, ihr Fleiß ist aar dahin gericht, daß sie, HErr Christe, um dich sein, und um dein armes Haufelein. 4. Der alte Drach und böse Feind vor Neid, Haß und vor Zorne brennt; sein 4. Der Starke hat heute Datum steht alles darauf, den Stärkern gefühlet, und wie er zertrenne deinen feine vermeinete Beute ver- Hauf. spielet. Heil, Kräfte, Reich, Ehre und herrliche Macht ist alles in unserem Heiland gebracht. 5. Und wie er vor hat bracht in Noth die Welt, führt er sie noch in Tod; Kirch, Wort, Gesek, all Ehrbarkeit zu tilgen ist er stets bereit. 5. Set, Michael, daß du den Drachen bezwungen, mit ewigem Rühmen und Danken besungen; sei, daß du dem Teufel die Hölle zerstört, mit stetigem Preisen und Loben geehrt. 6. Darum kein Rast noch Ruh er hat, brüllt wie ein Löw, tracht früh und spat, legt Garn und Strick, braucht falsche List, daß er verderb, was chriftlich ist. 6. Gewonnen, gewonsten, der Satanas lieget, 7. Indessen wacht der die höllischen Geister find Engel Schaar, die Chrialle besieget: erfreue dich, sto folgen immerdar, und Himmel, erfreue dich, Welt, schüßen deine Christenheit, der Satanas lieget, wir haben das Feld. wehren des Teufels Listigkeit. Joh. Barthol. Meyer. 8. An Daniel wir lernen das, da er unter den Ldwent Johannis- und Michaelis- Feste. 527 wen saß; desgleichen auch 3. Was ist der Mensch dem frommen Lot der En- allhier auf Erd, den du gel half aus aller Noth. so wohl bedenkest, und 9. Dermaßen auch des Feuers Glut verschont und keinen Schaden thut den Knaben in der heißen Flam: der Engel ihn zu Hülfe kam. achtest ihn so hoch und werth, daß du ihm dazu schenkest mit andren auch noch diese Gnad, daß er die Himmelsgeister hat zu seinem Schuße stehen. 10. Also schützt GOtt noch heut zu Tag vorm Uebel und vor mancher Plaq uns durch die lieben Engelein, die uns zu Wachtern geben sein. 4. HErr, diese große Freundlichkeit und sonderbare Güte erheischet von uns allezeit ein dankbares Gemüthe; darum, o GOtt, 11. Darum wir billig so rühmen wir die große loben dich, und danken dir, Lieb, und danken dir für GOtt, ewiglich, wie auch solche hohe Wohlthat. der lieben Engel Schaar 5. Es ist der starken Heldich preiset heut und im- den Kraft gestanden uns merdar. zur Seiten, sonst waren 12. Und bitten dich, wollst wir schon hingerafft zu dieallezeit dieselben heißen sein sen bösen Zeiten: die Kirbereit, zu schützen deine che und die Polizei, ein kleine Heerd, so hält dein jeder auch, für sich dabei, göttlich Wort im Werth. ist gnädiglich erhalten. Paul Eber. 6. Ach HErr, lah uns durch deine Gnad in deiner Furcht verbleiben, und ia nicht selbst durch Uebelthat 613. Gott, der die Engel von uns treiben; du aus Hergieb, daß wir rein und heizensgrund die Menschen- lig sein, kinder liebest, uns uns zu ohn demüthig und Heuchelschein dem aller Zeit und Stund viel Nächsten gerne dienen. 7. Gieb auch, daß wir der Engel Amt ausrichten dir zu Ehren, und deine Wunder allesammt ausbreiten und vermehren, die 2. Wir preisen dich in- du uns in der ganzen sonderheit, daß du die En- Welt und deinem Wort gelschaaren zu deinem Lobe hat vorgestellt voll Weishaft bereit, auch uns mit zu heit, Macht und Güte. bewahren, daß unser Fuß 8. Und wie du durch die an keinem Stein, wenn wir Engel hast aus Noth uns auf unsern Wegen sein, oft geführet, so daß uns sich stoße und verleße. manche schwere Last und Pla= Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Gutes reichlichst giebest; wir danken dir, daß deine Treu bei uns ist alle Morgen neu in unserm ganzen Leben. 528 Dom Lobe GOttes am Marien-, etc. Plage nicht berühret, fo Welt, fie sei gereinigt thu es ferner noch hin- worden, weil sie sich eingefort, befiehl, daß sie an stellt nach GOttes Willn allem Ort um uns sich und Orden; sie bleibt bei stets berlagern. ihrem Wahn, und wer ihr 9. Laß deine Kirch und anders sagt, ist auf der unser Land der Engel Irrthums- Bahn: ach das Schuh empfinden, daß set GOtt geklagt! Fried und Heil in allem 4. Wie ist die ReiniStand ein jeder möge fin- gung doch viel ein ander den. Laß sie des Teufels Wesen und die ErneueMord und List, und was rung. Es muß, wer fie sein Reich und Anhang erlesen, stets kämpfen. ist, durch deine Kraft Ach wie viel findt da zerstören. ein GOtteskind zu bes10. Zulebt laß sie an sern, weil ohn Ziel der unserm End hinweg den Sünden Mängel sind. Satan jagen, und unsre Seel in deine Händ, in Abrahams Schooß tragett, da alles Heer dein Lob erklingt, und Heilig, heilig, heilig fingt ohn| einiges Aufhören. 5. Das Herz ist eine Quell, aus welcher nichtes fließet als Bosheit, die sich schnell in Wort und Werk ergießet. Wer nicht die Quelle leert, und flopft den Brunnen zu, wird nimmer recht bekehrt, und kommt niemals zur Ruh. 6. Es fehlt an Mitteln nicht, GOtt hat sie gnug 614. Wie wird doch gegeben, wenn man nur so gering will nach Pflicht des HErdie Reinigung im Herzen ren Wort nachleben; algehalten, als ein Ding, lein, es will die Welt nicht damit sich lasse scherzen; an die Kreuzigung, und es meint die eitle Selt, weil das Kreuz mißfällt, sie sei gereinigt schon, wenn folgt keine Besserung. sie einst niederfällt zum Schein vor GOttes Thron. 7. Es kann des HErren Aug der Schlangen Gift 2. Wenn zur gewohnten nicht leiden; es fiehet, was Zeit man will zum Nacht- nicht taug, drum muß man mahl gehen, so macht man alles meiden, auch den gefich bereit mit Beten und ringsten Schein. Es muß mit Flehen, bis daß das durch JEsu Blut das Werk vorbei; drauf fångt Herze werden rein, dann man wieder an zu sündi- ist der Wandel gut. gen aufs neu, wenn, wie und wo man kann. Mel. O GOtt, du frommer GOtt, 8. HErr JEsu, der du mich dies hast erkennen las3. Indessen meint die sen, gieb, daß ich für und für Dom Lobe GOttes des Morgens. 529 für mig alle Sünden has- ich die Heiligung durch sen, und in der Reinigung deine Kraft vollend. zunehmen bis ans End, bis Laurentius Laurenti. c) Vom Lobe GOttes des Morgens. Mel. Befiehl du deine Wege. 615. Auf, auf, mein Geist, zum Loben, auf, auf, und werd 5. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, und die ich jetzt empfinde, wie sie mein Herz betrübt. Verzeihe mir, und dämpfe all üpvige Begier, O HErr, verzeihe mir. erhitzt; bedenke, wie von mit der ich täglich kämpfe. oben der Höchste dich beschüßt. Hätt er dir nicht die Wache der Engel jugeschickt, so hätte dich der Drache im tiefen Schlaf erstickt. 2. Dir, dir und deiner Güte, dir, dir, mein GOtt, allein, dir, dir soll mein Gemüthe von Herzen dankbar sein; dir, dir, der du mein Leben haft bis 7. Gieb mir vor allen daher erlängt, und täglich Dingen getroffen Muth auch daneben viel Wohl- und Geist, dies freudig zu that eingeschenkt. vollbringen, was mein Be6. Send auch auf metnen Wegen mir deinen Engel zu, und sprich du selbst den Segen zu allem, was ich thu. HErr, sende du mir Kräfte von deiner Himmelshöh, auf daß all mein Geschäfte gewünscht von Statten geh. 70 3. Du HErr der Him- ruf mich heißt. Laß mich melszelten, wie sollty nach in guten Tagen nicht überGebühr, wie soll ich dir müthig sein, und laß mich vergelten, was du geryan auch nicht zagen, dringt an mir? Ich bin zwar zu gleich ein Kreuz herein. geringe, doch nimm dies Opfer hin, nimm hin, was ich dir bringe, ein dir ergebnen Sinn. 8. Hilf, daß in meinem Stande ich thu, was dir gefällt: auch laß mich nicht in Schande gerathen vor 4. Nur weg mit Horn der Welt. Richt, HErr, und Klauen, ich opfre Herz mein ganzes Leben nach und Brust; ein findliches deinem Willen ein; las Vertrauen, das, das ist auch mein Haus daneben deine Lust; das, das laß von dir gesegnet sein. dir gefallen; wie schlecht 9. Gieb, daß im Kreuz es immer scheint, so ist und Glücke ich stets so ledennoch vor allen dies ben mag, daß ich all AuOpfer gut gemeint. genblicke denk an den letz23 ten 530 Dom Lobe GOttes att ten Tag; und wenn der meiner Seelen Heil und wird einbrechen, so gieb, Schuß, und meines Nachdaß ich erfreut von Herzen sten Dienst und Nuß. könne sprechen: Komm, HErr, ich bin bereit. Johann Frand. 5. Behüte mich vor alle dem, was Leib und Seele Frånket; hingegen gieb, was angenehm, was deinen Segen schenket. Wend ab Gefahr und Noth, Krieg, 616. Auf Seel, Hunger, Feuer, Tod; und danke schickst du mir aber Kreuz deinem HErrn aus reinem mit zu, so gieb Geduld, Trost, Hülf und Ruh. 6. Ich will gern alles in dieser Morgenstunde. nehmen an zu Lieb und Die Sonn endecket dir auch zu Leide, weil deine der Güte GOttes Zier, Hand es ändern kann, und die sich zu GOttes Kin- wenden Leid in Freude. der Schau bespiegelt in Dein Herz, auf mich gedem Morgenthau. richt, kann mich verlassen nicht; denn wer im Glauben kommt zu dir, der ist gesegnet für und für. 7. Nur dir sei alles heimgestellt, Seel, Leib, Stand, Gut und Leben. Mach 2. Sprich: GOtt, ich bin nicht gnug dazu, die Gnade zu erzählen, die du durch fichre Leibesruh erzeigt haft meiner Seelen. Ich kann nicht zeigen an, was du mir Guts gethan nebst alles so, wie dirs gefällt, andern, die auch trauen dir hab ich es ergeben. dir, und eines Glaubens Bewahre Stadt und Land, sind mit mir. Lehr-, Wehr- und auch Nährstand; erhalte Wort und Sakrament, gieb ein vernünftig selig End. Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. Herzensgrunde. Das helle Licht vertreibt die Stern 3. Nun, meiner Seelen Hilf und Schuß, ich rühme deine Treue, die dei nen Kindern kommt zu 8. Mein HErr und GOtt, Nuß, die alle Morgen dich laß ich nicht, dir lieg neue. Ich dank herzinnig- ich hier zu Füßen, bis mir lich, daß du so gnädig dein Mund den Segen mich und auch die Mei- spricht, der alles kann nen diese Nacht durch dei- durchsüßen, wenn mich nen Engel hast bewacht. dein Himmel tränkt, und 4. Gieb, liebster GOtt, mir viel Guts einschenkt, daß ferner auch ich heute wenn mich dein süßer Gnachristlich wandle, und mei- dengeist aus meines JEsu ner Pflicht also gebrauch, Wunden speist. daß, was ich thu und handle, gereiche mehr und mehr 9. Hierauf nehm ich mit Freuden an, was mir ist zu deines Namens Ehr, zu anbefohlen; dein Geist mich führ des Morgens. 531 führ auf ebner Bahn, bis ter mein: ach laß dein Herz du mich wirst einholen ins offen sein. schöne Paradeis, zu deinem 6. Laß mich deinen Geist Lob und Preis: so wird regieren, daß ich möge mit der Tag in GOtt vollbracht, Anfang und Ende gut gemacht. Christ. Scriver. Berstand mein Beruf und Nahrung führen; leite mich bei deiner Hand; führe meine Tritt und Schritt, theile mir den Segen mit. Mel. GOtt des Himmels und der Erden, 617. Auf und finge, 7. Was ich rede, thu und denke, höchster GOtt, See- zur dein und zu meile, auf und lobe deinen ner Wohlfahrt lenke; lag GOtt; laß die Sorgen in dir auch befohlen sein meine der Höhle ganz vergraben Freunde überall, und die sein und todt; auf, erhebe Feind in großer Zahl deinen Sinn zu den höchsten Wolken hin. 8. Endlich), wenn ich soll abscheiden durch den Tod 2. Sprich: Mein GOtt, aus dieser Welt, so gieb, sei hoch gepriesen, hoch daß ichs thu mit Freuden; gepriesen ewiglich, daß du komm ich doch ins Himhaft den Höllenriesen ab- melszelt, da mir schon getrieben väterlich, daß er mein JEsus hat zubereinicht in dieser Nacht seine tet Raum und Statt. Macht an mir vollbracht. 3. Durch dich, HErr, In eigener Melodie. bin ich genesen, du, du bist 618. Aus meines der mein mein ftarker Schuß gewesen, daß Grunde sag ich dir Lob der Leib ohn Angst und und Dank in dieser MorPein frisch und munter genstunde, dazu mein Lesteht allhier, GOtt, mein benlang, o GOtt, in deiGOtt, das kommt von dir. nem Thron, dir zu Lob, 4. Sollte dich zum Zorn Preis und Ehren, durch bewegen meine Schuld der Christum, unsern HErren, Sünden groß, ach so scho- dein eingebornen Sohn. ne, laß fie tegen deinen 2. Daß du mich aus Grimm, und sprich mich Genaden in der verganglos; hier ist JEsus, dem nen Nacht vor Gfahr du hast aufgebürdet meine und allem Schaden beLast. butet und bewacht. Ich 5. Weil ich auch ohn bitt demüthiglich: wollst dich nicht leben, noch recht mir mein Sund vergeben, christlich wandeln kann, du womit in diesem Leben ich allein, du mußt mirs geben, hab erzurnet dich. drum so ruf ich sehnlich an dich, den liebsten Ba3. Du wolleft auch behüten mich gnädig diesen 23* Tag 532 Dom Lobe GOttes Tag vors Teufels List und Wuthen, vor Sünden und Mel. Christus der uns vor Schmach, vor Feur felig macht. stari und Wassersnoth vor 619. Christe, wahund vor den, vor Ketten und vor lenlicht, deiner Christen Banden, vor bösem schnel- Sonne, o du klares Anlen Tod. gesicht, der Betrübten 4. Mein Seel, mein Wonne, deiner Güte Leib, mein Leben, mein Lieblichkeit ist neu alle Ehr und Gut bewahr; Morgen; in dir bin ich in deine Hånd ichs gebe recht erfreut, darf nicht jebund und immerdar übrig sorgen. als dein Geschenk und 2. Wecke mich vom Gab; mein Obern und Sündenschlaf, der du bist Verwandten, mein Freun- das Leben; neues Leben in de und Bekannten, und alles, was ich hab. mir schaff; denn hast du gegeben dieser Welt das Sonnenlicht, welches all erfreuet, wirst du mich ja lassen nicht täglich unerneuet. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bis Feind hier in diesem 3. Ohne Licht sieht man Jammerthal sein Tuck an kein Licht, ohne GOttes mir nicht übe, Leib und Leuchten sieht kein MenSeel nicht betrübe, und sche Christum nicht, der bring mich nicht zu Fall. uns muß befeuchten mit 6. GOtt will ich lassen dem hellen Himmelsthau rathen, der alle Ding ver- seiner süßen Lehre; drum, may; er segne meine Tha- HErr Christe, auf mich ten, mein Bornehmen und schau, und dich zu mir kehre. Sach; denn ichs ihm 4. Kehre zu mir deine heimgestellt; meit Leib, Güt, freundlich mich anmein Seel, mein Leben blicke, daß mein innerstes sei GOtt dem HErrn ergeben: er machs, wies ihm gefällt. Gemüth sich in dir erquicke, und die süße Himmelslust mit Begierde 7. Darauf so sprech ich schmecke; sonsten sei mir Amen, und zweifle nicht nichts bewußt, so da daran, GOtt wird es alls Freud erwecke. zusammen ihm wohlge- 5. Las ia ferne von mir fallen lan; drauf streckt sein Hoffart, Augenich aus mein Hand, greif weide; Fleischeslust und an das Werk mit Freu- Augenschein, JEsu, mir den, dazu mich GOtt be- verleide, damit sich die scheiden ist meinm Beruf Welt ergötzt zu ihr Selbstund Stand. 3oh. Mathefius. Verderben; denn was fie fürs des Morgens. 533 fürs Beste schäßt, machet| barkeit lieben und Fleiß ewig sterben. drauf wenden als rechte Christenleut. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, Esu, meine 5. Gieb mildiglich dein Freude, bis der frohe Tag Segen, daß wir nach deinm anbricht, da nach allem Geheiß wandeln auf guten Leide ich in weißer Klei- Wegen, und thun das Amt derpracht werde freudig mit Fleiß; daß ein jeder springen, und, daß GOtt sein Neße auswerf, und es wohlgemacht, ohn Auf- auf dein Wort sein Trost hören singen. mit Petro sebze, so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein 620. Dan Christoph Prätorius. Mel. Sefiehl du deine Wege. ank sei GOtt zu Nutz, das will der Sain der Höhe tan wehren mit List und zu dieser Morgenstund, großem Truk; doch kann durch den ich wiedr auf er nichts vollbringen, weil stehe vom Schlaf frisch du, HErr JEsu Christ, und gesund. Mich hatte herrschest in allen Dingen, zwar gebunden mit Fin- und unser Beistand bist. sterniß die Nacht: ich hab fie überwunden durch GOtt, der mich bewacht. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsn 2. Wiedrum thu ich dich und leben, und bringen bitten, o Schußherr Israel, Frucht dazu. Hilf, daß du wollst treulich behüten wir an dir bleiben, und den Tag mein Leib und wachsen immermehr, dein Seel. All christlich Obrig- guter Geist uns treibe zu keiten, unser Schul und Werken deiner Ehr. Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein. Johann Mühlmann. 3. Erhalt uns durch dein Mel. Gute bet gsunder reiner Sehr, vor Keperei behüte, 621. Dott! die walt streit für dein Wort und Freu dich sehr, o meine Seele. Ehr, daß wir mit unserm Morgenröthe treibet weg Saamen immer in einem die schwarze Nacht, und Geist sprechen: Des HEr- der Tag rückt an die Stätte, ren Namen sei groß und der da alles munter macht. hoch gepreist! Drum so muntre ich mich auf, und mein Herz gedenket drauf, wie ich dir, mein GOtt, Lob bringe, und den Morgensegen singe. 4. Dem Leibe gieb darneben Nahrung und guten Fried, ein gsund und måßig Leben, dazu ein fröhlich Gmüth, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehr- 2. Loben doch bald mit dem Dom Lobe GOttes 534 dem Morgen dich die klei7. Würd etwa ich heute nen Vögelein; eh sie für sehen allerhand Gelegendas Futter sorgen, muß heit, Sünd und Laster zu es erst gesungen sein. Sollt begehen, so gieb, daß ich ein dummes Thierlein nun solche meid. Reizet mich mir hierin zuvor es thun? mein Fleisch und Blut, Nein, das Singen, Loben, zeigt die Welt mir Ehr Beten hab ich mehr als und Gut, so laß mich zu sie vonnöthen. nichts verführen, das mir 3. Wenn ich könnte über- würde nicht gebühren. sehen, was all für Gefähr- 8. Wenn ich aber was lichkeit ich gehabt hab aus- vornehme, draus zuvörzustehen meine ganze Lederst deine Ehr und des benszeit; in, was noch für nächsten Nußen kåme, Ungeluck, alle Stund und oder sonsten rühmlich wär, Augenblick, und so lang so befördre solches Werk, ich werde leben, über met gieb dazu Rath, That und nem Haupte schweben: Stark. All mein Arbeit muß gedeihen, wenn du, HErr, wirst Hülf verleihen. 4. Ach so würde ich erkennen, was für große Gütigkeit du den Men- 9. Von mir selbst bin schen pflegst zu gönnen, ich untüchtig, zu befördern was auch für Barmher- meine Sach; die Begierzigkeit du an mir thust den sind nicht richtig, der für und für, weil du so Verstand ist viel zu schwach; vielfältig mir Hülfe sen- schwach ist meiner Seelen deft in Genaden, wenn ich Kraft, und der Leib oft in Gefahr gerathen. mangelhaft; meine Wege auch gefährlich, die Verrichtung oft beschwerlich. 5. Drum so sei all mein Vermügen dich zu loben dran gestreckt. Mein Ge- 10. Drum, HErr, all bet laß vor dir tügen, wie mein Thun und Lassen sei ein Opfer angesteckt; und dir alles heimgestellt; führe verleih, daß dieser Tag mir mich auf rechter Straßen, auch glücklich werden mag. mach es, wie es dir geAch daß ich ihn doch mit fällt; segne den geringen Liebe und in deiner Furcht Fleiß, lehre mich, was ich vertriebe! nicht weiß; zeige mir, was ich nicht sehe, leite mich, wo ich hin gehe. 6. Gieb, daß ich mag recht erwägen, was erfordert meine Pflicht; was 11. Wird ein Fall mich derselben läuft entgegen, übereilen, ach so hilf mir laß mich ia beginnen nicht. wieder auf. Schüße mich Meine Sinnen und Ver- vor Satans Pfeilen, und stand richte, HErr, nach all meiner Feinde Hauf. deiner Hand, daß ich recht Kommt ein Unglück vor mein Amt verwalte, rein die Thür, steht mir was Gewissen stets behalte. Ge= des Morgens. 535 Gefährlichs für, laß mich deine Hülf empfinden, rit- Mel. HErr JEsu Christ, terlich zu überwinden. dich zu uns wend. 12. Willst du mir ein 622. Das Kreuz zuschicken, mach es, walt GOtt daß ichs kann ausstehn; Vater und GOtt Søhtt, will es mir nicht allzeit GOtt heilger Geist ins glücken und nach meinem Himmels Chron. Willen gehn, so isis meiner Sünden Schuld, doch gieb Hoffnung und Geduld: alles Unglück kannst du wenden, und mir wieder Glück zusenden. do( 1) Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht 2. Drum beug ich dieſen Morgen früh in rechter Andacht meine Krie; und ruf zu dir mit heller Stimm; dein Ohren neig, mein Herz vernimm. 13. Wird mir etwas auf gedichtet, oder sonst geredet nach, dir, HErr, der da alles richtet, ich befehle meine Sach. 3. Ich rühm von HerLaß mich zen deine Gut, weil du meiden nur die That, so mich gnädig haft behut, wird wohl der Lügen Rath, und ein gut Gewissen machet, daß man der Verlaumdung lachet. daß ich nun hab die finstve Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 14. Willst du mich denn etwa heute legen auf das Krankenbett, so gieb, daß 4. Ich schlief, und wußt nicht wie mir war, so schlich der Teufel um mich her; den hat, HErr, deinte ich mich beizeite schicke zu macht vertriebn, daß ich der Ruhestått. Hebe, trag und warte mich; soll ich fort, so wollst du mich ia vor schnellem Tod be wahren, und in Frieden lassen fahren. 15. Hierauf will ich nach Vermögen meine Arbeit fangen an; du, GOtt Va- und Scel regier, und mich ter, wirst es fügen, daß mit schönen Gaben zier; es wohl gerathen kann. er führ mich heut auf JEsu Christe, segne du, rechter Bahn, daß ich was heilger Geist, sprich ja Guts vollbringen kann. dazu. HErr, in deinem großen Namen sei mein End und Anfang. Amen. 7. Gieb, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nuß, und meinem Nachsten thue Guts. Martin Grünwald. 8. Hilf vor ihm in Ruh gebliebn. 5. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut; laß heut dein liebste Engelein mein Wachter und Gefährten sein. 6. Dein Geist mein Leib 536 Dom Lobe GOttes 8. Hilf, daß ich zu re- Schalle für dein Wohlgieren wiß mein Augen, thaten alle früh und spar Ohren, Hand und Füß, für und für. mein Lippen, Mund und 4. Auch sonderlich sag ganzen Leib; all bis Be- ich dir Dank mit diesem gierden von mir treib. Giang, daß du mich gnå9. Bewahr mein Herz diglich aus lauter Gnad vor Sünd und Schand, und Güte hast diese Nacht daß ich vom Uebel abge- behütet durch dein Engl wandt, mein Seel mit sicherlich. Sünden nicht beschwer, und mein Gewissen nicht versehr. 5. Und bitte dich, du wollst hinfort, ach GOtt mein Hort, ferner gena10. Behut mich heut diglich mich diesen Tag beund allezeit vor Schaden, hüten vors Teufels Macht Schand und Herzeleid. und Wüthen und Lift tauTritt zwischen mich und sendfältig. meine Feind, so sichtbar und unsichtbar seind. 6. Durch deine Gnad bewahr mir, HErr, Leib, 11. Mein Aus- und Ein- Seel und Ehr, vergieb die gang heut bewahr, daß mir Missethat. kein Hebel widerfahr; behut mich vor einm schnellen Tod, und hilf mir, wo mir Hülf ist Noth. Martin Böhm. In eigener Melodie. 623. Das walt mein GOtt, Vater und Sohn und heilger Geist, der mich erschaffen hat, mir Leib und Seel gegeben, im Mutterleib das Leben gesund ohn allen Schad. Vor Gefahr, Sünd und Schande, zu Wasser und zu Lande, behut mich früh und spat. 7. All Tritt und Schritt, in GOttes Nam; was ich fang an, theil mir dein Hülfe mit, und komm mir mels- Thron für uns gegebn in Tod, der für uns früh entgegen mit Glücke, Heil und Segen; kein Bitt versag mir nicht. 8. All mein Arbeit, in GOttes Nam; was ich fang an, gereich zur Nutzbarkeit. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, welchs du mir haft gegeben, lob 2. O treuer GOtt, der du dein Sohn aus Him- dich in Ewigkeit. Bafilius Förtsch. ist gestorben, das Himmel- Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. reich erworben mit seinem theuren Blut. 624. Der Tag bricht 3. Dafür ich dir aus an und zeiHerzengrund mit 3ung get sich: drum, meine Seeund Mund lobsinge mit le, geh in dich, wie du geBegier, und danke dir mit schlafen diese Nacht, ob du des Morgens. 537 du auch oft an GOtt was ich im Sinn führ, gedacht, wenn du er- gefalle dir. wacht? 2. Denn GOtt sieht ins Verborgne hin, prüft auch im Schlafen Herz und Einn. Er eifert, wenn du nicht zuerst ihm, wenn du aus dem Schlaf auffährst, den Dienst gewährst. 9. Ich opfre dir die 3ung und Mund, und mache mit dir diesen Bund, daß heute diesen Tag und fort von mir kein Fluch noch falsches Wort nicht werd erhört. 10. Die Werke, was ich 3. Drum walts GOtt laß und thu, ergeb ich Vater, der im Geist durch dir, regier sie du zu deiChristum mich stets beten ner Ehr, des Nächsten heißt. Dir will ich Opfer Nut, des Vaterlandes bringen, eh ich zum Be- Trost und Schuß, der ruf und Arbeit geh, wenn Bösen Truß. ich aufsteh. 11. Daß ich, dir ganz ge4. Was soll ich aber opfert auf, heut und den opfern dir? Ist doch vor ganzen Lebenslauf, des alles dein an mir; ia, eben Fleisches sündliche Begier das ist mein Gewinn, wenn, weil ich mich ganz schuldig bin, dir gebe hin. verleugne, ganz absterbe mir, und lebe dir. 5. Ich gebe dir die Seele hin, ach richte dein Reich auf darin, daß sie mit Tugend angesteckt, der Glaub und GOttesfurcht erweckt, bleib unbefleckt. 12. Sei du stets bei mir und in mir, mit deinem heilgen Geist mich führ; durch deiner lieben Engel Schaar vor allem Schaden und Gefahr mich heut bewahr. 6. Ich geb und opfre dir 13. Verleih der Nahmein Herz, ach nimms rung und Gewerb Gedeiund zeuchs in Lieb auf- hen, Segen, ohn Verderb, warts, daß ich mich stets daß alles dir zu Lob und im Geist erheb, an dem, Dank, was ich in dem was irdisch ist, nicht kleb, Beruf anfang, gut End nach GOtt nur streb. erlang. 7. Ich opfre dir ganz meinen Wiln, laß mich auch deinen Willn erfüllen, daß 14. Auf daß ich ehrbar und in Ruh mein Leben möge bringen zu, die Lein geduldigem Gelaß ich bensnothdurft mir beGutes thu, das Böse laß, und Sünde haf. scher; daß Armuth nicht mein Herz beschwer, mich ehrlich nähr. 8. Sinn und Verstand, und was ich denk, ich dir 15. Ein fröhlich Herz, zum Morgenopfer schenk; gesunden Leib, gieb mir, hilf daß kein böser An- den Freunden, Kind und schlag mir einkomm, und Weib; gieb, daß ich den 23** Feind 2014 538 Dom Lobe GOttes Feind überwind mit Sanft- in großer Schaar, der muth, und Gehorsam find alles regieret. bei dem Gesind. 3. Die Hähn und Vd16. Erhalt auch unser gel mancherlei loben GOtt Vaterland in guter Rub mit ihrem Geschrei, der und Friedensstand; wend fie speist und kleidet. ab Aufruhr, Brand, Krieg und Streit, Pest, Hunger, Kummer, theure Zeit und ander Leid. 4. Der Himmel, die Erd und das Meer geben dem HErren Lob und Ehr, thun sein Wohlgefallen. 17. Der Obrigkeit gieb 5. Alles, was je geschafStark und Wik, daß fie fen ward, ein jeglich Ding dein arme Kirche schük; nach seiner Art, preiset die dich und uns verfol- seinen Schöpfer. gen, HErr, durch deinen starken Arm bekehr, und ihnen wehr. 6. Ei nun, Mensch, so edler Natur, o vernünftige Kreatur, sei nicht so verdrossen. 18.Erlöse wer unschuldig ist um deintwillen ge- 7. Gedenk, daß dich dein fangen siht; beschütze, die HErre GOtt zu seinem falsch sind verklagt, tröst Bild geschaffen hat, daß alle, die geangst, geplagt du ihn erkennest. sind und verjagt. 8. Und lieb hättest aus 19. Den Armen gieb Herzen Grund, auch beihr Kleid und Brod, die kenntest mit deinem Mund, Kranken und wer leidet sein also genösfest. Noth mit deinem Trost beselige, die Waisen, WittFremdlinge verwent, theidige. 20. In Summa, was dir lieb, uns gut ist, gieb uns an Leib, Seel und Muth; wie du willst, sei dirs heimgestellt. Nur nimm uns selig von der Welt, wann dirs gefällt. 10. Sei munter, bet mit Fleiß und wach, sich, daß du stets in seiner Sach treu werdest befunden. 11. Du weißt nicht, wann der HErre kömmt, denn er dir keine Zeit bestimmt, ſondern stets heißt machen. David v. Schweinit. In eigener Melodie. 12. So üb dich nun in seinem Bund, lob ihn mit Her625. er Tag ver- zen, That und Mund, dank treibt die ihm seiner Wohlthat. finstre Nacht, o Brüder, 13. Sprich: O Vater seid munter und wacht, von Ewigkeit, ich dank dir dienet GOtt den HErren. aller Gütigkeit, mir bis2. Die Engel fingen im- her bezeiget. merdar, und loben GOtt 14. Durch JEsum Chriftum 9. Weil du nun ſeinen Geist gekost, und seiner Guad genossen hast, so dank ihm von Herzen. 539 ftum, deinen Sohn, welchem sammt dir im höchsten Thron all Engel lobsingen. 15. Hilf, HErr, daß ich 2. Im Licht muß alles rege sein, und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt früh das Vögelein, im dich gleicher Weis von Licht will es vollenden. nun an allzeit lob und So soll der Mensch in preis in Ewigkeit. GOttes Licht aufheben heilig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. Amen. Michael Weiße Mel. HErr JEsu Christ, dich zu uns wend. 3. Laßt uns an unsre 626. zu laßt uns, inte helle Sonn Arbeit gehn, den HErren herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; GOtt Lob, der uns heint diese Nacht behut hat vor des Teufels Macht. dem wir auferstehn, beweisen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stunde můßig sein: GOtt ists, 2. HErr Christ, den der uns erleuchtet. Tag uns auch behut vor 4. Ein Tag geht nach Sund und Schand durch dem andern fort, und undeine Gut; laß deine liebe ser Werk bleibt liegen. Engelein unser Hüter und Ach hilf uns, HErr, du Wächter sein. treuster Hort, daß wir 3. Daß unser Herz in uns nicht betrügen; gieb, Ghorsam leb, deinem Wort daß wir greifen an das und Willn nicht wider- Werk; gieb Gnade, Sestreb, daß wir dich stets gen, Kraft und Stärk im vor Augen han in allem, das wir heben an. Licht, das uns erleuchtet. 5. Du zeigst, was zu 4. Laß unser Werk ge- verrichten sei auf unsern rathen wohl, was ein jeder Glaubenswegen; so bilf ausrichten soll, daß unser uns nun und sich uns Arbeit, Müh und Fleiß bet, verleihe deinen Segereich zu deinm Lob, Ehrgen, daß das Geschäft und Preis. Nicolaus Hermann. von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, HErr, mach 627. Srbebe dich,( mich bereit zu dem, das o meine dir gefällig, daß ich recht brauch der Guadenzeit; so lehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn, und die sich fürchten vor dem Zorn, nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens des Morgens. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. Seel, die Finsterniß vergeht; der HErr erscheint in Israel, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, daß er was Gutes in dir schaff, indem er dich erleuchtet. 540 Dom Lobe GOttes bens sei in mir ein Licht| lassen, als dich, mein Licht der Kraft und Stärke; es und Theil, zum Licht und sei die Demuth meine Zier, Leben fassen. Sei du mein die Lieb das Werk der einig Wort, eröffne mein Werke. Die Weisheit fließt Gehör, und ziehe mich dir in diesen Grund, und öffnet nach, so lauf ich immer beides Herz und Mund, mehr. dieweil die Seel erleuchtet. 8. HErr, bleib bei mir du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu 629. heilige Dreimich durch dein Angesicht, o mach mich zum Guten tüch- hochgelobte Mel. HErr JEsu Christ, dich zu uns wend. Einigkeit, tig, bis ich erreich die güldne GOtt Vater, Sohn, heiStadt, die deine Hand ge- liger Geist, heut diesen gründet hat und ewiglich Tag mir Beistand leist. erleuchtet. Beter Lackmann. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, und mich der Satan nicht ver628. Erschein, du let, noch mich in Schand Morgen- und Schaden set. stern, leucht hell in mir, 3. Des Vaters Macht o Sonne, mein Heiland, mich heut anblick, des Sohwahres Licht, beständig in nes Weisheit mich erquick, mir wohne; erwärme du des heilgen Geistes Glanz mich ganz mit deiner Liebe und Schein erleucht meins Schein, und bringe lauter| finstern Herzens Schrein. Licht ins neue Herz hinein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei; o mein Erlöser, hilf mir frei; o Tröster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit werthen Gabe zier. Mel. O GOtt, du frommer Gött, 2. Schaff du mirs neu und rein mit dem gewissen Geiste, daß ich dir reinen Dienst in deiner Liebe leiste. Mach deines Lichts mich voll, verklår den Vater 5. HErr, segne und beganz, daß seine Liebesbrust hüte mich, erleucht mich, mich nähr in reinem Glanz. HErr, genädiglich, HErr, 3. So laß mich allezeit heb auf mich dein Angein die bestandig wandeln, sicht, und deinen Frieden und nicht in Finsterniß noch auf mich richt. Heuchelei was handeln. Faß mich mit deiner Hand, Mel. HErr JEsu Christ, dein Auge leite mich, daß meins Lebens Licht. ich dir folge schlecht, und 630. Nor deinen seh allein auf dich. tret 4. Laß mich kein ander ich hiermit, o GDtt, und Bild in meine Seel ein- dich demüthig bitt: wend dein mod des Morgens. 541 dein gnädig Angesicht von Wort und Sakrament mir, dem armen Sünder, behalt und lieb bis an nicht. mein End. 10. Daß ich fest in Anfechtung steh, und nicht In dir in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfindt, zuleht mit Freuden überwind. 2. Du hast mich, o GOtt Vater mild, gemacht nach deinem Ebenbild. web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar, mir zwischen Tod und Leben war. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o GOtt, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat. 4. Verstand nnd Ehr hab ich von dir, des Lebens Nothdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 5. GOtt Sohn, du hast mich durch dein Blut erIdset von der Höllenglut, 13. Hilf, daß ich sei von das schwer Gesetz für mich Herzen fromm, damit erfüllt, damit des Ba- mein ganzes Christenthum ters Zorn gestillt. aufrichtig und rechtschafsen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 6. Wenn Sund und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib ver- 14. Erlaß mich meiner zagt, alsdann brauchst du Sünden Schuld, und hab dein Mittleramt, daß mich mit deinem Knecht Geder Vater nicht verdammt. duld; fund in mir Glau7. Du bist mein Für- ben an und Lieb, zu jenem sprach allezeit, mein Heil, Leben Hoffnung gieb. mein Trost und meine 15. Ein selges Ende Freud; ich kann durch dein mir bescheer, am jungslen Verdienst allein hier ruhig Tag erweck mich, HErr, und dort selig sein. daß ich dich schaue ewig8. GOtt heilger Geist, lich; Amen, Amen, erdu höchste Kraft, deß Gnade höre mich!****** TENTO in mir alles schafft! ist etBodo von Hodenberg. was Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. In eigener Melodie. 9. Dein ists, daß ich 631. GOt des Him recht erkenn, mels und meinen HErrn und Va- der Erdet, Vater, Sohn ter nenn, sein wahres und heilger Geist, der es Tag 542 Dom Lobe GOttes Tag und Nacht läßt wer- sende, der des bösen Feinden, Sonn und Mond des Macht, List und Anuns scheinen heißt, dessen schlag von mir wende, und starke Hand die Welt und mich halt in guter Acht, was drinnen ist, erhält: der auch endlich mich zur 2. GOtt, ich danke dir Ruh trage nach dem Himvon Herzen, daß du mich mel zu. Heinrich Albert. in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und In eigener Melodie. Schmerzen behütet und berwacht, daß des te 632. Hüter, wird behütet bbdie Nacht sen Feindes List mein nicht der Sünden nicht vermächtig worden ist. schwinden? Huter, ist die 3. Laß die Nacht auch Nacht schier hin? Wird meiner Sünden jetzt mit die Finsterniß der Sinnen dieser Nacht vergehn; o bald zerrinnen, darein ich HErr JEsu, laß mich fin- verwickelt bin? den deine Wunden offen 2. Mocht ich wie das stehn, da alleine Hülf Rund der Erden lichte werund Rath ist für meine den. Seelen- Sonne, gehe Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich aufauf? Ich bin finster, kalt und trube, Esu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf. erstehen mag, und für 3. Wir sind ja im neuen meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 5. Führe mich, o HErr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter und bleibe du auch heute Nacht. Darum wollst du mein Beschüßer und mein mir, dem Deinen, auch erHort. Nirgends als von scheinen, der nach Licht dir allein kann ich recht bewahret sein. und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des 6. Meinen Leib und Lichtes Werke ohne Stärke meine Seele sammt den in der Finsterniß vollziehn? Sinnen und Verstand, Wie kann ich die Liebe großer GOtt, ich dir be- üben, Demuth lieben, und fehle unter deine starke der Nacht Geschäfte fliehn? Hand. HErr, mein Schild, 6. Laß doch nicht den mein Ehr und Ruhm, Geist der Seelen sich so nimm mich auf, dein Ei- quålen, zünd dein Feuer genthum. in mir an; laß mich fin7. Deinen Engel zu mir stern Wurm der Erden hel des Morgens. 543 helle werden, daß ich Gu-| Huld mein Sünd und tes wirken fann. Schuld; ich hab an dich 7. Das Vernunftlicht vergriffen mich, unrecht kann das Leben mir nicht gethan; HErr, gnad und geben: JEsus und sein schon zu aller Frist durch heller Schein, JEsus muß Jesum Christ, der unser das Herz anblicken und einger Mittler ist. erquicken, JEsus muß die Sonne sein. YbM Johann Freder. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht tau- 634. I andr In eigener Melodie. ch lieber HErnicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll er scheinen, muß das Auge reine sein. re, daß du mich haft bewahrt in dieser Nacht Gefährde, darin ich lag so hart mit Finsterniß um9. JEsu, gieb gesunde fangen, dazu in großer Augen, die was taugen, Noth; daraus ich bin entrühre meine Augen an. gangen, halfft du mir, Denn das ist die größte HErre GOtt. Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedr. Richter. 2. Mit Dank will ich dich loben, o du mein GOtt und HErr, im Himmel hoch dort oben. Den Tag mir auch gewähr, warum ch dank dir, ich dich thu bitten und GOtt, für auch dein Will mag sein; leit mich in deinen Sitten, und brich den Willen mein. 3. Daß ich, HErr, nicht abweiche von deiner rechten Bahn, der Feind mich nicht erschleiche, damit ich irr möcht gahn. Erhalt mich durch dein Güte, das bitt ich fleißig dich, vors Teufels List und Wüthen, 2. Ich bfehl dir, HErr, mein Seel und Ehr, Herz, Sinn und Muth, mein damit er setzt an mich. Leib und Gut und all das 4. Den Glauben mir Mein; der Engel dein hab verleihe an dein Sohn mich in Acht, daß nicht Esum Christ; mein Sünd find Macht der Feind an mir auch verzeihe allhier mir nach seiner Baier, zu dieser Frist. Du wirst noch mich in Sünd mit mirs nicht versagen, wie Listen führ. du verheißen hast, daß er 3. Auch wollest, HErr, mein Sünd thu tragen, vergeben mir durch deine und lös mich von der Last. 5. Die In eigener Melodie. 633. all Wohlthat, daß du auch mich haft gnädiglich die Nacht behut durch deine Gut, und bitt nun fort, o GOtt, mein Hort, vor Sünd und Gfahr mich heut bewahr, daß mir kein Boses widerfahr. 544 Dom Lobe 5. Die Hoffnung mir auch giebe, die nicht verGOttes In eigener Melodie. derben läßt; dazu chrift- 635. Liebe zu change it verletzt; daß ich ihm Guts in deinem Throne durch erzeige, such nicht derin JEsum Christum deinen das Mein, und lieb ihn lieben Sohne, daß du als mich eigen nach all mich wollen diese Nacht dem Willen dein. bewahren vor Schaden 6. Dein Wort laß mich und vor mancherlei Gebekennen vor dieser argen fahren, und bitte dich, wollst Welt, auch mich dein Die- mich an diesem Tage bener nennen, nicht fürchten hüten auch vor Sünden, Gwalt noch Geld, das Schand und Plage. mich bald möcht ableiten 2. Denn ich dir, HErr, von deiner Wahrheit klar, in deine Händ befehle wollst mich auch nicht ab- mein Leib und Gut und schneiden von der christ- meine arme Seele. Dein lichen Schaar. heiliger Engel zu allen 7. Laß mich den Tag Zeiten, der sei und bleib vollenden zu Lob dem bei mir auf allen Seiten, Namen dein, und mich auf daß der bös Feind, so nicht von dir wenden, arg und geschwinde, ganz ans End beständig sein; keine Macht an mir zu behüt mir Leib und Leben, üben finde. dazu die Frücht im Land: 3. Den lieben Frieden was du mir haft gegeben, ferner uns verleihe, und steht alls in deiner Hand. unsre Nahrung reichlich 8. HErr Christ, dir Lob benedeie: die Pest von ich sage um deine Wohl- unsrer Stadt und Land that all, die du mir all laß wallen, dein Wort in mein Tage erzeigt haft Ruh und Fried noch lånüberall. Dein Namen will ger schallen; Theurung ich preisen, der du al- vertreib, mit Segen uns lein bist gut; mit deinem erfülle, nach deinem Wort Leib mich speise, trånk und väterlichen Wille. mich mit deinem Blut. 4. Ich bitt für die, GOtt, 9. Dein ist allein die so dich Vater nennen, inEhre, dein ist allein der sonderheit dein reines Ruhm; die Rach dir nie- Wort bekennen, für alle mand wehre, dein Segen meine Blutsfreund und zu uns komm; daß wir Verwandten, sie ſeien Im Fried entschlafen, mit hier oder in fremden LanGnaden zu uns eil; gieb den; vor allem Unfall uns des Glaubens Waf- wollst du sie bewahren, fen vors Teufels listge laß ihnen alles Gutes wiPfeil! Johann Kolroß. derfahren. 5. All, des Morgens. 545 5. All, welche sind be- HErr, mir dein Hülfe trübt, Frank und gefan- sende. gen, in ihren Nöthen nach 7. Auf daß der Fürste dir, HErr, verlangen, die dieser Welt kein Macht wollest du von allem ih- an mir nicht finde; denn rem Bösen aus lauter wo mich nicht dein Gnad Gnaden endlich gar erls- erhält, ist er mir viel zu sen. All arme Sünder zu gschwinde. dir, HErr, bekehre, ein seligs End uns insgesammt beschere. 8. Ich hab es all mein Tag gehört, Menschenhulf ist verloren; so steh mir bei, du treuer GOtt, zur Hülf bist du erkoren. 9. Allein GOtt in der In eigener Melodie. dank 636. chon durch Höh sei Preis ſammt ſeideinen Sohn, o GOtt, nem eingenSohne in Einigfür deine Güte, daß du keit des heilgen Geists, der mich heint in dieser Nacht herrscht ins Himmels so gnädig haft behütet. Throne. 2. In welcher Nacht ich lag so hart mit Finfterniß umfangen, von aller Sünd geplaget ward, 637. JEL die ich mein Tag gangen. ne Wunderwerke, deine 3. Drum bitt ich dich Gütigkeit lobt mein armes aus Herzensgrund, du Leben, dich will ich erhewolleft mir vergebent all ben heut und jederzeit, daß meine Sünd, die ich be- dein Schuß mich vor dem gunnt mit meinem bösen Truß der verdammten HölLebent. lenschaaren gnädigst wolln verwahren. 4. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schutz erhalten, daß mir der Feind nicht schaden mag mit Listen mannigfalten. Mel. JEsu, meine Freude. Esu, meine 2. Schleuß mich aus Erbarmen, JEsu, in dein Arme, nun der Tag anbricht. Eile, von den Sünden mein Herz zu entbin5. Regier mich nach den, meiner Seelen Licht! dem Willen dein, laß mich Sich auf mich, ich bitte in Sund nicht fallen, auf dich; rett aus Angst und daß dir mög das Leben Finsternissen mein erschreckt mein und all mein Thun Gewissen. gefallen. 3. Wende, was betrů6. Denn ich befehl dir bet, wo es dir beliebet, Leib und Seel und alls heut in Freud und Lust, in deine Hände; in mei- daß von Furcht und Zaner Angst und Ungefäll, gen, Unglück, Kreuz und Pla 546 Dom Lobe GOttes Plagen mir nichts sei be- gelingen; zu deiner Ehr wußt. Was ich hab, ist des Nächsten Lehr auch deine Gab; die laß vor meine Zung erklingen. des Feindes Wüthen deine Macht behüten. 5. Nimm alles hin aus meinem Sinn, was dir 4. HErr, der Fürst der nicht mag behagen; laß Hillen suchet mich zu fål- mich geschwind all meine len so durch Lust als Weh. Sünd bekennen und beAch treib seine Tücke, List klagen. und Grimm zurücke, wo ich geh und steh; ich bin dein, du bleibest mein; mich wird nicht Freud, Angst und Leiden, JEsu, von dir scheiden. 6. Nach deinem Rath gieb auch die That, daß meine Seele liebe dich gar allein, im Glauben rein, den Nächsten nicht betrübe. 7. Es ist auch Noth, 5. Gieb, daß es gelinge, mein HErre GOtt, daß daß ich was vollbringe, HErr, zu deiner Ehr. Stärke mein Beginnen, leite meine Sinnen, triste, führ und lehr, bis ich werd von dieser Erd, wenn mein Ruhtag wird ankommen, zu dir eingenommen. ich beständig bleibe in ſolcher Lieb, auch mich drin üb, und wie ein Baum bekleibe. 8. So gieb nun Kraft und süßen Saft, daß ich viel Früchte trage; und jedermann, so viel ich kann, mit meinem Dienst behage. Andreas Gryphius. 9. Richt meine Tritt und alle Schritt auf deine rechte Stege, damit ich 638. Jeht leuchtet nicht, wie oft geſchicht, gevom Himmelsthron die Sonn mit klarem Scheine, und will furzum, mein Christenthum soll leuchten schön und reine. Mel. Ach dank dir schon durch deinen Sohn, 10. Ach ja, mein HErr, von mir abkehr das falsche Christenleben, da nur der Mund ohn Herzensgrund, Wort ohne That will geben. 2. O höchster GOtt, ich bin ganz todt, zu üben gute Werke. 11. Die Heuchelet und Trügerei sind lauter LeuAch weck mich felsstricke, dadurch er kann auf, und mich im Lauf des an jedermann beweisent Glaubens kraftig stärke. seine Tücke. 3. Halt mich allzeit in 12. Er weiß fast wohl, deinm Geleit, daß ich mein daß kürzlich soll die Welt Fleisch bezwinge; durch das Ende haben, der Analle Fäll in dir gar schnell tichrist und was sein ist zum Christenleben dringe. zur Höllen müssen traben. 4. Anfang und End re- 13. Drum will er sehr gier behend, laß alles wohl durch falsche Lehr und årger des Morgens. 547 gerliches Leben der ganzen und Unglück hat berühret, Welt, wies ihm gefällt, bald draus geführet. die letzten Stöße geben. 14. Ach liebes Herz, es ist kein Scherz, seufz über alle Gräuel, die Satan stellt und manchen fällt, vermeide solche Scheuel. noch aufgewecket. 5. Jetzt hast du auch durch deine Engelschaaren mich lassen heint in dieser Nacht bewahren, daß mich darin kein Unfall hat erschrecket, 15. Lieb immerfort das 6. HErr, mit meireine Wort, und richt dar- nem Munde und Gemünach dein Leben; die Sa- the erzähl und rühm ich Frament bis an dein End solche große Güte, die ich dir Kräfte werden geben. empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. 16. Du großer GOtt, wend alle Noth, daß ich an Christum glaube; mich ferner üb in steter Lieb, und ewig dein verbleibe. Johann Reichenwald. Mel. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen, en dieser Mor7. Ich bitt, du wollest über mir fort malten und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. 8. Hilf, daß ich bleib, wie alle frommen Christent, rein von der Welt 639. und ihren ich dich loben, o GDtt, daß ich auch meinen eigmein Vater in dem Himnen bösen Willen nicht mel oben. Was du für mög erfüllen. Gnade mir stets thust beweisen, will ich nun preisen. 9. HErr, laß in deinen Schuß sein eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kin2. Du hast mich an das der, Hausgenossen, und was Tagslicht lassen kommen, ich soust durch deine milde auch durch die Tauf in Gabe auf Erden habe. dein Reich angenommen, 10. Die Obrigkeit erund läsfest mich in deinem halt bei gutem Stande, Sohn entbinden von gieb Friede, Glück und Schuld und Sünden. Heil im ganzen Lande; bebut uns allerseits, o HErr, aus Gnaden vor Schand 3. Du giebest mir den heilgen Geist darneben, daß er mich lehr und führ in mei- und Schaden. nem Leben, damit ich lern 11. Du wolleft auch an auf dich alleine bauen, diesem Tag mich stärken und dir vertrauen. durch deine Kraft in meins 4. Du hast mich allzeit vå- Berufes Werken, auf daß terlich ernähret, was ich be- ich möge in denselben allen durft mir immerzu besche- dir wohlgefallen. ret, und wenn mich Noth 12. Zuletzt verleih, wenn ich 548 Dom Lobe GOttes ich aus diesem Leiden, es sei 5. Daß Dieb und Rauheut oder morgen, werd ber unser Gut und Leiber abscheiden, daß ich auf nicht angetast und grauChristi Tod mög fröhlich samlich verletzet, darwider sterben, den Himmel erben. hat sein Engel sich geseket. Lobet den HErren. 13. So bin ich denn an Leib und Seel genesen, 6. O treuer Hüter, und wohl auf dieser Welt Brunnen aller Güter, ach allhier gewesen; dort babe laß doch ferner über unser ich das rechte Kleinod fun- Leben bei Tag und Nacht den, hier überwunden. dein Hut und Güte schwe14. Das hilf mir, Vater, ben! Lobet den HErder du mit dem Sohne ren. und heilgem Geist regierst 7. Gieb, daß wir heute in einem Throne. Gieb, HErr, durch dein Geleite daß ich dessen, was ich jetzt auf unsern Wegen unverbegehret, ja werd gewähret. hindert gehen, und überall Justus Gesenius. in deiner Gnade stehen. Lobet den HErren. 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen; lehr uns verrichten heilige Ge640.Nobet den HEr- schäfte, und wo wir schwach ren alle, die sind, da gieb du uns Kräfte. ihn ehren, laßt uns mit Lobet den HErren. Freuder seinem Namen sin- 9. Richt unsre Herzen, gen, und Preis und Dank daß wir ja nicht scherzen zu seinem Altar bringen. mit deinen Strafen, sonLobet den HErren. dern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den In eigener Mel, oder: Lobet den HErren, denn er ist sehr freundlich. 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedek- HErren. ket, und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den HErren. 10. HErr, du wirst fommen, und all deine Frommen, die sich bekehren, gnå3. Daß unsre Sinnen diq dahin bringen, da alle wir noch brauchen können, Engel ewig, ewig singen: und Hand und Füße, Zung Lobet den HErren. und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den HErren. In eigener Melodie. Paul Gerhard. 4. Daß Feuersflammen 641. Morgenglanz uns nicht allzusammen mit Ewigunsern Häusern unversehns keit, Licht vom unerschöpfgefressen, das machts, daß ten Lichte, schick uns dieſe wir in seinem Schooß ge- Morgenzeit deine Strahsessen. Lobet den HErren. len zu Gesichte, und vertreib des Morgens. 549 treib durch deine Macht| Vieh, Menschen, Städt unsre Nacht. und Felder und was die 2. Die bewölkte Finster- Welt erhält. Ihr aber, niß müsse deinem Glanz meine Sinnen, auf, auf, entfliegen, die durch Adams thr sollt beginnen, was cuApfelbiß uns, die kleine rem Schöpfer wohlaefällt. Welt, bestiegen, daß wir, HErr, durch deinen Schein felig sein. 2. Wo seid ihr Sterne blieben? Der Tag hat euch vertrieben, der Tag, 3. Deiner Güte Mor- der Nächte Feind. Fahrt genthau fall auf unser matt immerhin, die Sonne, und Gewissen, laß die dürre Le- JEsus, meine Wonne, bensau lauter süßen Trost mich jetzt an eurer Stell genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 4. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre falten Werke tödte, und erweck uns Herz und Muth bei entstandner Morgenrithe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf stehn. anscheint. 3. Der Tag kommt angebrochen, die Nacht hat fich verkrochen am hellen Himmelslauf: so müssen dort ingleichen die Jammernächte weichen dem Tag, der ruft: Ihr Tod= ten auf: 5. Laß uns ja das Sün- 4. Der Leib geht aus der denkleid durch des Bundes Ruhe, legt an das Kleid Blut vermeiden, daß uns und Schuhe, damit er set die Gerechtigkeit mög als bekleidt: so geht uns auch wie ein Rock bekleiden, und entgegen dort JEsus, anwir so vor aller Pein sicher zulegen das Kleid der Ehr sein. und Herrlichkeit. 6. Ach du Aufgang aus 5. Dem Haupt und Händ der Höh, gieb, daß auch und Füßen muß nun die am jüngsten Tage unser Lust versüßen die saure Leichnam aufersteh, und Arbeitslast. Frisch auf! entfernt von aller Plage durch unser Mühen der sich auf jener Freudenbahn Faulheit wir entfliehen, freuen kann. die nur des Teufels Rott 7. Leucht uns selbst in nicht hast. jener Welt, du verklärte 6. Nun geht, ihr munGnadensonne, führ uns tern Glieder, greift an die durch das Thranenfeld in Arbeit wieder, es ist gedas Land der süßen Wonne, nug geruht. Es kommen da die Luft, die uns erhöht, Stund und Zeiter, da rie vergeht. man nicht darf arbeiten, Christian Knorr v. Rosenroth. vor Freuden nicht weiß, Mel. Nun ruhen alle was man thut. 7. Mein Augen, Ohren, un wachen Munde lobt GOtt aus AnWälder. 642. Nalle Wälder, Dom Lobe GOttes Andachts- Grunde: befehlt fråftig auf mich seh, ich ihm Leib und Seel, daß reise, geb, siz oder steh, er in allen Gnaden sie mich zu der Ewigkeit beschützen woll vor Scha- gleite; HErr, mich bereite. den, das Aug und Hüter 5. Laß Seel und Leib, so Israel. du gegeben, stets sein in 8. Esu, meine Freu- deiner Furcht bereit, als de, behut mich heut vor Waffen der Gerechtigkeit, Leide, zeig mir den Gna- auch in dem Tod dir andenschein. Will Satan zukleben, o Seelenleben. mich verschlingen, laß Engel mich umringen, ein Schuß und Wagenburg mir sein. 6. Gesegne mich auf meinen Wegen, mein Thun und Lassen lenke du, in Unruh bleibe meine 9. Auch meine Freund Ruh, bis ich zuletzt mich und Lieben laß den Tag werde legen in Fried und nicht betrüben ein Unfall Segen. Joachim Neander. noch Gefahr; der Noth und Klage wehre, o JEsu, mich erhöre, und mach mein sehnlichs Bitten wahr. Christe, Morgensterne, leucht uns mit hellem Schein, schein uns vons himmels Throne an diesem dunklen Ort mit deinem reinen Wort. 2. O JEsu, Trost der lich großes Guf, ich will Armen, mein Herz heb dir opfern Herz und Muth. ich zu dir, du wirst dich Stimmnt an mit mir, ge- mein erbarmen, dein Gnadenk. der Güter, all ihr de schenken mir; das trau Gemüther! ich gånzlich dir. Joh. Ulrich Riedner. In eigener Melodie, allerhöch fter Men643. D schenhüter, du unbegreif2. HErr, deiner Kraft 3. Ich kann und mag ich nur zuschreibe, daß ich nicht schlafen, ich kann noch Odem schöpfen kann, nicht fröhlich sein, mir du nimmst dich gnädig ist verwundt mein Seele, meiner an; du Vaterherz, und fürcht der Höllenmich nicht vertreibe, heut pein: o Christ, erbarm bei mir bleibe. mein. dich 3. Ifraels GOtt, da ist 4. O JEsu, lieber HErmein Wille, der sich dir re, du einger GOttes= willig untergiebt, dich über sohn, von Herzen ich bealles gerne liebt, das ist gehre, du wollst mir Hülfe mein Wunsch in früher thun; du bist der GnaStille, o Gnadenfülle. denthron. 550 In eigener Melodie. 644. D 4. Dein Angesicht mich 5. Du haft für mich verheilig leite, dein Auge gossen dein rosinfarbnes Blut des Morgens. 551 Blut, das las mich, Sünden und vor Schand, HErr, genießen, tröst vor Wunden und vor mich durch deine Güt, hilf Schlägen, vor ungerechmir, das ist mein Bitt. tem Segen, vor Wasser und vor Brand. 6.( JEsus.) Ist dir verwundt so sehre die arme 3. An meinem Geist mich Seele dein, thu du dich stärke, sowohl auch an dem zu mir kehren, ich will dein Helfer sein, vergeben Schuld und Pein. 7. Laß du von Sünden abe, und sei ein frommer Christ, ich will dich selber laben, und schenken meinen Geist, der dich zum Himmel weist. Leib, daß ich meins Amtes Werke mit allen Freuden treib und thu nach meiner Pflicht, so viel als mir befohlen, bis daß du mich wirst holen zu deinem hellen Licht. 8. Ich will dich selber speisen mit meinem Leib und Blut, mein Lieb an damit ich auch was hab für dir beweisen, und will dir theilen mit mein Schatz und höchstes Gut. mich in schweren Zeitett, und davon armen Leuten kann geben eine Gab. 5. Vor allem mich regie9.( Seele.) O JEsu, re mit deinem Gnaden Lob und Ehre sing ich dir Geist, daß ich mein Gdanallezeit; den Glauben in mir mehre, daß ich nach dieser Zeit mit dir eingeh zur Freud. ken führe im Himmel allermeist, und ja nicht ganz und gar sei mit dem Geiz besessen, und schändlich mög vergessen des lieben Himmels flar. 6. Erhalt mir Leib und Leben, so lang es dir gefällt, und thu mir, HErr, nur geben den Schatz in iener Welt; so gilt mirs gleich, und bin es zufrieden, ob ich nicht hinieden bin vor den Menschen reich. 7. HErr, hilf mir vollendent mein saure Le2. Beschüße mich auch benszeit, thu mir dein heute vor großer Angst Hülfe senden, und sei und Noth, vor GOtts- nicht allzuweit, wenn ich vergeßnen Leuten, und vor heim schlafen geh, auf einm schnellen Lod, vor daß ich friedlich fahre, und mit 1100 Mel. Don GOtt will ich nicht laffen. 4. Mein Gfichte mir verleihe bis an mein letztes End, und gnädig benedeie die Arbeit meiner Hånd, Gott, ich thu dir dan645. ken, daß du durch deine Gut mich haft vors Teufels Wanken in dieser Nacht alles behut, also daß er mich wohl fein hat müssen lassen schla- schon fen, und mir mit seinen Waffen nicht können schädlich sein. 552 Dom Lobe GOttes mit der Christen- Schaare tigkeit, so allen Seelen ist zum Leben aufersich. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. das rechte Ehrenkleid. 6. Mein JEsu, schmükke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld, durch dei646. Eu, füßes nes Geistes Triebe, auch Licht, nun mit der Demuth mich vor ist die Nacht vergangen, allem fleide an, so bin ich nun hat dein Gnadenglanz wohl geschmückt und köstaufs neue mich umfangen; lich angethan. nun ist, was an mir ist, 7. Bleib du mir dievom Schlafe aufgeweckt, sent Tag stets vor den und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. Augen schweben; laß deint Allgegenwart mich wie die 2. Was soll ich dir denn Luft umgeben, auf daß nun, mein GOtt, für mein ganzes Thun durch Opfer schenken? Ich will Herz, durch Sinn und mich ganz und gar in dei- Mund dich lobe innigne Gnad einsenken mit Leib, lich, mein GOtt, zu almit Seel, mit Geist heut ler Stund. diesen ganzen Tag: das 8. Ach segne, was ich soll mein Opfer sein, weil thu, ja rede und gedenich sonst nichts vermag. ke; durch deines Geistes 3. Drum siehe da, mein Kraft es also führ und GOtt, da haft du meine lenke, daß alles nur geSeele, fie sei dein Eigen- scheh zu deines Namens thum, mit ihr dich heut ver- Ruhm, und daß ich unmåhle in deiner Liebeskraft; verrückt verbleib dein Ei= da hast du meinen Geist, genthum. Joachim Lange. darinnen wollst du dich verkiaren allermeist. obald, o frommer 4. Da sei denn auch 647. mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung Christ, als du erwachet und zum Haus, ach aller- bist zur frühen Morgenliebstes Leben: ach wohn, zeit, so steh und halte ach leb in mir, beweg und du des Herzens Pforte rege mich, so hat Geist, zu vor aller Eitelkeit. Seel und Leib mit dir Denn es ist dein Gebühr, vereinigt sich. dieselbe Seelenthür erst 5. Dem Leibe hab ich GOtt nur aufzumachen. jetzt die Kleider angeleget: Jbn laß erst ziehn allein, laß meiner Seele sein und sonst nichts bei dir dein Bildniß eingepråget ein von andern schnöden in güldnem Glaubens- Sachen. schmuck, in der Gerech- 2. Bedenk erst, daß GOtt In eigener Melodie. des Morgens. 553 GOtt mag großen Tag mag an jenem| GOtt zu dir gefellet: so auch also hätte dich gewiß der Fürft leichte dich erwecken aus der Finsterniß mit Leib dem Grab, als er ießtund und Seel gefället. dich hab ermuntert sänfStim6. Erhebe zu dem End tiglich: wenn Christus Herz, Andacht, Augen, unsre Sonn auf seinem Hånd und deiner Wolkenthron in Klarheit me Klang; dein wird erscheinen, und uns trage für dem all insgesammt, wie Son- mit Gebühr in nen angeflammt, erklären Lobgesang: für die Seinen. Opfer Herren solchem Dreilicht eines Lichts im Lichte, 3. Da einer Sonnen dahin nichts, was sündGlanz den weiten Welt- lich ist, kann kommet, Freis ganz und hell erleuch- es werde mein Gebet, ten kann: mit was für auf Christum ausgeredt, in einem Schein und Glanze Gnaden aufgenommen. wird wohl sein der Tag 7. Dir dank ich herzigdann angethan, da manche lich, daß du zur Kindtausend Zahl an Sonnen schaft mich erwählt von auf einmal der großen Ewigkeit. Sonst könnte Sonn entgegen gezücket dir jekund dein Lob durch werden wird, und zu ihr meinen Mund nicht weraufgeführt, das Weltge- den ausgebreit. Mein richt zu hegen. Mund Dank finget dir 4. Wollust, Ehr und für alles Gut, das mir, Gewinn nicht also dei- GOtt, deine Gut erzeinen Sinn verblende, daß get, daß sie mein Herz du nicht, zu Schaden und mich zum Glauben deinem Feil, einst sol- und auf dich so kräftig left haben Theil an die hat geneiget. sem schönen Licht, an 8. Wo ich nur schaue dieser Herrlichkeit der un- hin, da seh ich, wie ich umschränkten Freud und bin von dir so wohl beAufbruch der Gerechten, dacht. Du haft mir Sinn diesem Sonnentag, und Muth, Seel, Ehre, an welchem keine Plag Leib und Gut beschattet uns weiter wird anfechten. diese Nacht; du bist ja 5. Halt deinem Sin- meiner mehr, als selber ne für, daß dein GOtt ich, o HErr, gewesen einüber dir und deinem Kis- gedenke; denn was ich bin sen sei. Er weiß auch und hab, ist deine Moreben nun dein Lassen und gengab und heutges neu dein Thun und was dir Geschenke. wohne bei. Ja, hätt auch diese Nacht sich mit seiner Wacht 9. Erwecke meinen Schlaf nicht von Sünden, und verschaff dein in mir ein reines Herz. 24 Auch 554 Dom Lobe GOttes nicht von deinem Ange- 648. Wach auf, Auch wirf mich, HErre, In eigener Melodie. mein Herz, zurück hinterwärts. Dieweil denn deine und singe dem Schöpfer Treu und Güte mir aufs aller Dinge, dem Geber neu erschienen alle Mor- aller Güter, dem fromgen: so raum ich dir allein men Menschenhüter. und deiner Fürsorg ein mein Thun und all mein Sorgen. 2. Heint, als die dunklen Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein begehret, GOtt aber hats gewehret. 10. Vergieb mir meine Schuld, damit ich deine Huld oft, oft verscherzet 3. Ja, Vater, als er hätt, da Gnad und Gute suchte, daß er mich fressen nicht vor deinem Halsge- mochte, war ich in deinem richt ausführlich mich ver- Schooße, dein Flügel mich tråt, und mir ruft allezeit, beschlosſe. daß ich in Buß und Leid fie solle wohl bereuen; auch immer mehr und mehr, ja mich vor nichts so sehr, als vor der Sünde scheuen. 11. Dein Volk, dein Eigenthum, das du zu deinem Ruhm haft dir fest auserwählt, erhalt, o groBer GOtt, in seiner schweren Noth, damit sichs jetzo quält; bring es mit starker Hand aus diesem Kriegesstand in Ruh und Herzensfriede, daß es allein nach dir sei wacker von Begier und dieses Lebens müde. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trotz dem, der dich betrüge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; vor Noth bin ich befreiet, dein Schuh hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen, und weißt 12. Nun steh ich wohi wohl, daß zur Gabe ich gestillt, mit Hoffnung an- ja nichts Bessers habe. gefüllt, von meinem La- 8. So wollst du nun ger auf; sei du mit deiner vollenden dein Werk an Wehr um mich und vor mir und senden, der mich mir her, und segne mei- an diesem Tage auf seinen nen Lauf, dazu mein gan- Handen trage. zes Haus, also daß allzeit aus und ein wir mit dir gehen, auch an des HEr9. Sprich ja zu meinen Thaten; hilffelbst das Beste rathen; den Anfang, Mittl ren Tag ohn alle Qual und Ende, ach HErr, zum und Plag im Frieden auf Besten wende. erstehen. 10. Mit des Morgens. 555 10. Mit Segen mich im Lieben, und nicht sorbeschütte, mein Herz sei gen deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhard. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. 649. Was willst du, mein Herz, anfangen? O vergiß nicht deiner Pflicht; las das eitele Verlangen, und vergiß des Lobes nicht, das du GOtte schuldig bist, der dein Leben dir gefristt. 2. Deiner Ruh hast du gepflogen durch die finstre lange Nacht, als der Feind herumgezogen und gesuchet, dich mit Macht zu vertilgen; aber sieh, GOtt hat dich beschüßet hie. 3. Ei so muß ich billig preisen dich, o JEfu, der du mir wollen solche Güt erweisen; o erzeige für und für mir dein ewge Lieb und Treu, laß fie fiets uns werden neu. allzusehr, noch im Mangel mich betrüben; o gieb Segen mehr und mehr, daß mein Arbeit wohl gedeih, und du mich erfindest treu. 7. Weil du großes Wohlgefallen hast, wenn dir man herzlich traut, dienet und dazu in allen Sachen auf dich einig schaut: so verleih, o JEsu, mir, dir zu trauen für und für. 8. HErr, nach deinem Rath und Willen leite du mich diesen Tag, daß mein Amt ich recht erfüllen und mich dir bequemen mag; auch erhalte meinen Freund, und bekehre meinen Feind. 9. Mich und all mein Anverwandten schük, auch was mir angehört, Hausgenossen und Bekannten; den, der deinen Namen ehrt, den erhalte deine Treu; uns in aller Noth erfreu. 10. Segne, was ich heut anfange, segne, wenn mir flucht mein Feind, triste, wenn er mir macht bange; wen gefährlich alles scheint, und man Krieg besorgen muß, halte Friede bei uns 4. Ich will heut mich dir ergeben, tritt du mir an meine Seit; laß mich dir alleine leben, auch abwende großes Leid; giebst du Kreuz, so gicb Geduld, Fuß. und vergiß all meine Schuld. 11. Wasser, Feuer, Pest und Seuchen und was son5. Rette mich aus allen sten mehr für Noth fich Nöthen, o HErr JEsu, bei uns hier kann einschleilaß mich nicht; wenn der chen, böser und geschwinFeind mich will ertödten, der Tod: dies heiß, weil und so etwas mir gebricht, du hilfest gern, alles von stehe deine Gnadentreu mir uns weichen fern. auf allen Seiten bei. 6. Laß mich alles thun 12. Will der Satan uns verklagen und bei dir drauf 24* hal 556 Dom Lobe GOttes halten an, daß er möge Liebe, meiner Liebe gieb Leid und Plagen uns so die That; tröfte, wenn ich anthun, wie er kann, o so mich betrübe; gieb auch diezeig ihm deine Pein, räume ser Bitte Statt: Wenn da keine Macht ihm ein. fommt mein lebtes Nu, 13. Mich erhalte deine nim du mich in erge Ruh! d) Vom Lobe GOttes des Abends. Verlangen, o mein HerMel. Ach, was soll ich zens- Freund, zu dir; neige Sünder machen. du dein Licht zu mir, da ch 650. Adh mein E- der Tag nunmehr verganich gen; du trete, da der Tag nunmehr sich neigt, und die Finsterniß sich zeigt, hin zu dei- 6. Laß mich meine Tage nem Thron und bete. Neige zählen, die du mir noch du zu deinem Sinn auch gönnen willt; mein Herz mein Herz und Sinnen hin. sei mit dir erfüllt, so wird 2. Meine Tage gehn ge- mich nichts können quaschwinde wie ein Pfeil zur len; denn, wenn du bist Ewigkeit, und die aller- Tag und Licht, schaden längste Zeit saust vorbet, uns die Rächte nicht. als wie die Winde, fleußt 7. Nun, mein theurer dahin als wie ein Fluß Heiland, wache, wache mit dem schnellsten Was- du in dieser Nacht; schüße serguß. mich mit deiner Macht, 3. Und, mein JEsu, sich, deine Liebe mich anlache. ich Armer nehme mich doch Laß mich selbst auch wachnicht in Acht, daß ich dich sam sein, ob ich gleich bei Tag und Nacht herz- jetzt schlafe eitt. lich suchte, mein Erbarmer. Lewin Johann Schlicht. Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. Mancher Tag geht so dahin, da ich nicht recht wakfer bin. In eigener Melodie. 4. Ach ich muß mich 651. Shrift, der du bist der herzlich schämen; du er helle Tag, vor dir die håltst, du schůzest mich Nacht nicht bleiben mag; Tag und Nacht so gnå du leuchtest uns vom Vadiglich, und ich will mich ter her, und bist des Lichnicht bequemen, daß ich tes Prediger. ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 2. Ach lieber HErr, bebut uns beint in dieser 5. Nun, ich komme mit Nacht vorm bösen Feind, und des Abends. 557 und laß uns in dir[ ru-| allem Leid, GOtt, Vahen fein, und vor dem ter der Barmherzigkeit. Satan sicher sein. 3. Vertreib den schwe3. Ob schon die Augen ren Schlaf, HErr Chrift, schlafen ein, so laß das daß uns nicht schad des Herz doch wacker sein; halt Feindes List; das Fleisch in über uns dein rechte Hand, Zuchten reine sei: so sind daß wir nicht falln in wir mancher Sorge frei. Sünd und Schand. 4. So unser Augen schlafen ein, laß unser Herzen wacker sein; beschirm uns, GOttes rechte Hand, und 4. Wir bitten dich, HErr JEsu Christ, behut uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer See- lös uns von der Sünden len tracht, daß er an Band. uns hab keine Macht. 5. Beschirmer, HErr 5. Sind wir doch dein der Christenheit, dein allzeit sei uns beererbtes Gut, erworben Hülf durch dein heilges Blut; reit. Hilf uns, HErr das war des ewgen Va- GOtt, aus aller Noth ters Rath, als er uns dir geschenket hat. durch dein Wunden roth. heilig fünf 6. Befiehl dem Engel, 6. Gedenke, HErr, der daß er komm und uns schweren Zeit, damit der bewach, dein Eigenthum; Leib gefangen leit; der gieb uns die lieben Wäch- Seele, die du hast erlöst, ter zu, daß wir vorm Satan habent Ruh. der gieb, HErr JEſu, deinen Trost. 7. So schlafen wir im 7. GOtt Vater sei Lob, Namen dein, dieweil die Ehr und Preis, dazu Engel bei uns sein. Du auch seinem Sohne weis, heilige Dreifaltigkeit, wir des heilgen Geistes Güloben dich in Ewigkeit. tigkeit von nun an bis in Ewigkeit! Wolfgang Meußlin. In eigener Melodie. 653. Erasmus Alberus. In eigener Mel. oder: HErr JEfu Christ, wahr Mensch und Gött. 652. Shrifte, der du bist Tag Licht und Pracht hat nun und Licht, vor dir ist, den Tag vollführet; die HErr, verborgen nichts; Welt hat sich zur Ruh du väterliches Lichtes gemacht, thu, Seel, was Glanz, lehr uns den Weg dir gebühret; tritt an die der Wahrheit ganz. Himmelsthur, und bring 2. Wir bitten dein ein Lied herfür, laß deigöttliche Kraft, behüt uns, ne Augen, Herz und Sinn HErr, in dieser Nacht: auf JEsum sein gerichbewahr uns, HErr, vor tet hin. 2. The lieben Der Sonnen 558 Dom Lobe GOttes 2. Ihr hellen Sterne| schlafen; der Engel starke leuchtet wohl, und glänzt Wacht hält es in guter mit Licht und Strahlen, Acht; ihr Heer und Lager. ihr macht die Nacht des ist sein Schuß, drum ſei Prachtes voll; doch noch auch allen Teufeln Truß. zu tausend Malen scheint 7. So will ich denn heller in mein Herz die nun schlafen ein, JEsu, ewge Himmelskerz, mein in deinen Armen; dein JEsus, meiner Seelen Aufsicht soll die Decke Ruhm, mein Schuß, mein sein, mein Bette dein ErSchat, mein Eigenthum. barmen; mein Kissen deine 3. Der Schlaf wird fal- Brust, mein Traum die len diese Nacht auf Men- süße Lust, die aus dem schen und auf Thiere; Wort des Lebens fleußt, doch einer ist, der droben und dein Geist in mein wacht, bei dem kein Schlaf Herz eingeußt. zu spüren; es schlummert 8. So oft die Nacht JEsus nicht, sein Aug mein Ader schlägt, soll auf mich gericht; drum dich mein Geist umfansoll mein Herz auch wa- gen; so vielmal sich mein chend sein, daß JEsus Herz bewegt, soll dies wache nicht allein. sein mein Verlangen, daß 4. Verschmähe nicht das ich mit lautem Schall mög schlechte Lied, das ich dir, rufen überall: JEsu, JEsus, finge; in meinem JEsu, du bist mein, und ich Herzen ist kein Fried, eh auch bin und bleibe dein. ich es zu dir bringe; ich 9. Nun, matter Leib, bringe, was ich kann, ach schick dich zur Ruh, und nimm es gnädig an! es schlaf fein sanft und ftille; ist doch herzlich gut gemeint, o JEsu, meiner Seelen Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein Hüter, auf mich sehn, und rathen meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, kein Hille, Welt noch Tod; Mel. Herzlich thut mich denn wer mit JEsu schlaverlangen. ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist GQttes Wille; schließt aber dies mit ein: HErr JEsu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster JEsu, gute Nacht. Christian Scriver. fen geht, mit Freuden wie- 654. Der Tag bat genei6. Ihr Höllengeister, get, die Sonn mit ihrem packet euch, hier habt ihr Schein von hinnen jetzt nichts zu schaffen; dies sich beuget, der Abend Haus gehört in JEsus dringt herein: HErr Christ, Reich, laßt es ganz sicher du Himmels- Sterne, mit dei des Abends. 559 deinem klaren Licht weichelzeit ihren Schein, so wirst von uns nicht ferne, sonst du ob uns walten und unmögn wir bleiben nicht. sre Leuchte sein. 2. HErr Christ, wir 7. Am Firmament die thun dirs klagen, denn du Sterne siehn fest an ihrem weißt unsre Noth, der Ort: also stehn wir auch Feind will uns erjagen gerne, HErr Christ, bei mit Finsterniß und Tod; deinem Wort. HErr, laß im Finstern er regieret, uns nicht befallen die dunkle und suchet überall, wo er finstre Nacht; wir schreien jemand verführet in die- zu dir alle, du hältst für sem Jammerthal. uns die Wacht. 8. Dein Schirm steht uns zur Rechten, dein Flůgel deckt uns zu; laß Satan immer fechten, in dir ist Fried und Ruh. Der Löw und Drach muß weichen, wenn er sieht deinen Schild; er kann uns nicht erschleichen, das machet deine Huld. 4. Kein Hülfe mögn wir finden, denn bei dir, 9. Dein Engel müssn HErr, allein; mach du uns tragen auf ihren Hånuns rein von Sünden und den rein, und diesen Feind bleib in dieser Gmein. veriagen, daß wir nicht an Geh auf, du Himmels- einm Stein uns stoßen und Sonne, leucht uns von hinfallen und brechen Seel deinem Thron; mit deiner und Leib: HErr, steh du Gnad hier wohne, und bei uns allen, den Würsend den Engel schon. ger von uns treib. 5. Der kann uns wohl 10. Nun wollen wir einbehüten, mit Leib, Seel, schlafen, HErr Christ, auf Weib und Kind, wenn Satan gleich thut wüthen mit List und Mord geschwind. HErr Christ, du Fürst des Lebens haft ihm gestürmt sein Haus; er jarnet doch vergebens, und ist gestoßen aus. deine Hand; du wirst uns Beistand schaffen, wir sind dir wohl bekannt. Laß wieder uns erleben die liebe Morgenroth; wir wollen dir Dank geben, und preisen deine Güt. Paulus Oderborn. 6. Ob schon der Tag Mel. O Traurigkeit, o vergangen, die Sonn entHerzeleid. wichen ist, doch haben wir 655. Der Tag ift zu Err mein JEsu Christ. Gleichwie die Geist und Sinn sehnt sich Stern erhalten bei Nacht- nach jenem Tage, der uns vol= 3. Sein List er immer übet, und schärfet seine Pfeil, damit er sehr betrůbet, und tödtet ganz in Eil; er will uns all verschlingen, und sichten im merhin, wo ers so weit kann bringen mit seinem Zorn und Grimm. 560 Dom Lobe GOttes völlig machen wird frei von der Tag anbrechen wird, aller Plage. dem kein Tag zu gleichen. 2. Die Nacht ist da, sei 11. n jener Welt, da du mir nah, JEsu, mit diese fällt, die Zion noch hellen Kerzen; treib der macht weinen, soll noch Sünden Dunkelheit weg heller siebenmal Mond und aus meinem Herzen. Sterne scheinen. 3. Der Sonnen Licht 12. Alsdann wird nicht uns jetzt gebricht; o uner- der Sonnen Licht Jeruschaffne Sonne, brich mit falem verlieren; denn das deinem Licht hervor, mir Lamm ist selbst das Licht, zur Freud und Wonne. das die Stadt wird zieren. 4. Des Mondes Schein 13. Hallelujah, ei war fällt nun herein, die Fin- ich da, da alles lieblich klinsterniß zu mindern; ach get, da man ohn Abwechdaß nichts Veränderlichs selung Heilig, heilig finget. meinen Lauf mocht hindern. 14. O JEsu du, mein 5. Das Sternenheer zu Hülf und Ruh, laß mich GOttes Ehr am blauen dahin gelangen, daß ich Himmel wimmert: wohl mög in deinem Glanz vor dem, der in jener Welt, dir ewig prangen. gleich den Sternen schimFreylinghausen. mert! 6. Was geregt und In eigener Melodie. vor bewegt ruht jetzt von 656. Dimein er Tag ift hin, seinen Werken: laß mich, HErr, in stiller Ruh dein Esu, bei mir bleibe, o Werk in mir merken. Seelenlicht, der Sünden 7. Ein jeder will bei sol- Nacht vertreibe; geh auf cher Still der süßen Ruhe in mir, Glanz der Gerechpflegen: laß die Unruh die- tigkeit, erleuchte mich, ach ser Zeit, JEsu, bald sich HErr, denn es ist Zeit. legen. 2. Lob, Preis und Dank 8. Ich selbst will auch sei dir, mein GOtt, genach meinem Brauch nun sungen, dir sei die Ehr, in mein Bettlein steigen: daß alles wohl gelungen laß mein Herz zu deinem nach deinem Rath, ob ichs fich als zum Bettlein nei- schon nicht versteh, du bist gent. gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was 9. Halt du die Wach, damif kein Ach und Schmerz mich empfindlich quålet, den Geist berühre: sende Beständigkeit im Guten deiner Engel Schaar, die mir noch fehlet, das weißt mein Bettlein ziere. du wohl, o Herzen- Kün10. Wann aber soll der diger, ich strauchle noch Wechsel wohl der Tag und wie ein Unmündiger. Nächte weichen? Wenn 4. Vergieb es, HErr, des Abends. 561 was mir sagt mein Ge4. Sollt etwa meine wissen, Welt, Teufel, Schuld noch angeschrieben Sund hat mich von dir stehen, so laß durch deine gerissen; es ist mir leid, Huld dieselbe doch vergemich stell ich wieder ein, hen; dein rosinfarben Blut da ist die Hand: Du mein, macht alle Nechnung gut. und ich bin dein. 5. Ich will mit dir, mein 5. Israels Schuh, mein Hort, aufs neue mich Hüter und mein Hirte, zu verbinden, zu folgen deimeinem Troft dein sieg- nem Wort, zu fliehn den haft Schwert umgürte; Wust der Sünden. Dein bewahre mich durch deine Geist mich stets regier, und große Macht, wenn Be- mich zum Guten führ. lial nach meiner Seelen tracht. 6. Wohlan, ich lege mich in deinem Namen 6.Du schlummerst nicht, nieder, des Morgens rufe wenn matte Glieder schla- mich zu meiner Arbeit wiefen, ach laß die Seel im der; denn du bist Tag und Schlaf auch Gutes schaf- Nacht auf meinem Nuk fen; o Lebens- Sonn, er- bedacht. quicke meinen Sinn; dich 7. Ich schlafe, wache laß ich nicht, mein Fels; du; ich schlaf in Jesu der Tag ist hin. Namen, sprich du zu meiJoachim Neander.ner Ruh ein kräftig Ja und Amen; und also stell In eigener Melodie. ich dich zum Wächter über 657. Die Die Nacht ist mich. Nach Paul Weber. der Thur, und liegt schon auf Mel. Der Tag ist hin, der Erden, mein JESu, mein JEfu, bei mir bleibe. tritt herfür, und laß es 658. Die Sonnhat helle werden. dir, o JEsulein, ist lauter Sonnenschein. sich mit ihrem Glanz gewendet, und was sie soll, auf diesen 2. Gieb deinen Gnaden- Tag vollendet; die dunkle schein in mein verfin- Nacht dringt allenthalben stert Herze; laß in mir zu, bringt Menschen, Vieh brennend sein die schöne und alle Welt zur Ruh. Glaubenskerze; vertreib die 2. Ich preise dich, du Sündennacht, die mir viel HErr der Nacht und Tage, Kummer macht. daß du mich heut vor aller Roth und Plage durch deine Hand und hochberühmte 3. Ich habe mancher Tag in Eitelkeit vertrieben; du hast den Ueberschlag Macht hast unverletzt und gemacht und angeschrieben; Ich selber stelle mir die schwere Rechnung für. frei hindurch gebracht. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich 24** nach 562 Dom Lobe GOttes nach dem, was finster ist, gen, und sei gegen diese gestrebet; laß alle Schuld Nacht ferner auf mein durch deinenGnadenschein Heil bedacht. in Ewigkeit bei dir erloschen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen Sünden, und will mich schweren Tag sich seiner mit dir verbinden reiß Kraft fein sanft erholen du nur aus meiner Brust mag. alle Wurzel böser Lust. 2. Neige dich zu meinen Bitten, stoß nicht dies mein Opfer weg. Hab ich gleich oft überschritten deiner Wahrheit heilgen Steg: so verfluch ich meine 5. Vergönne, daß der 3. HErr, es sei mein lieben Engel Schaaren mich Leib und Leben, und was vor der Nacht der Fin- du mir hast geschenkt, detfterniß bewahren, auf daß ner Allmacht übergeben, ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafen sicher sei. die den Himmel selbst beschränkt. Laß um mich und um die Meinen einen Strahl der GOttheit scheinen, der, was deinen Namen trägt, als ein Gut zu schützen pflegt. 4. Laß mich mildiglich bethauen deines Segens Ueberfluß; schirme mich 7. Und laß hernach, zu- vor Angst und Grauen, gleich mit allen Frommen, wende Schaden und Vermich zu dem Glanz des druß, Brand und sonst beandern Lebens kommen, trübte Fälle; zeichne meida du uns haft den gro- nes Hauses Schwelle, Ben Tag bestimmt, dem daß hier keinen nicht der keine Nacht sein Licht und Schlag des Verderbens Klarheit nimmt. treffen mag. Josua Stegmann. 6. HErr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes stecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 5. Wirke du in meinen Sinnen, wohne mir im Schatten bei, daß mein schlafendes Beginnen dir 659. Get mich er- schaffe, daß ich schon auf Ott, du nicht feft reichen abermal die Abend- Erden mag ein solcher zeit; das ist mir ein neues Tempel werden, der nur Zeichen deiner Lieb und dir und nicht der Welt Gutigkeit. Laß jetzund mein ewig Licht und Feuer hält. schlechtes Singen durch die trüben Wolken drin- den 6. Geht, ihr meine můGlieder, geht und fenkt des Abends. 563 senkt euch in die Ruh; um nicht gefangen, eine wenn ihr euch regt mor- Beut der Wölfe sein. JEgen wieder, schreibt es eu- sus, unser Seelenhirt, mich rem Schöpfer zu, der so zur Heerde holen wird; treue Wacht gehalten; leg in deinen Schooß mich wenn ihr aber müßt er- nieder, wenn er dir mich Falten, wird des bittern bringet wieder. Todes Pein doch der Seelen Vortheil sein. Fried. Rud. Ludw. v. Canip. 660. 5. Ich trat in den Sünder- Orden, ich bin diese Woche dir tausend Schulden schuldig worden. Wenn du rechnen willst mit mir, soll ich dein Register sehn, Ott, heut laß nur JEsum bei mir endet sich stehn; seine theure Blutdie Wochen, und es ist Goldgulden zahlen meine ihr letzter Tag diesen Morgen angebrochen, vor dir 6. Du Allgeber, deine ich mich selbst verklag. In Gabe, die du hast gelegt mir mein Gewissen mich, in mich, die mir anverhöchster Richter, stellt vor traute Habe braucht ich dich; neue Schulden leider wider dich. Ach fammt den alten mit mir ich hielte übel Haus; stoß wollen Rechnung halten. mich darum nicht hinaus; rothen Schulden. dich 2. Sonne, die ich seh ab- wollst in Gnaden, nicht gehen, du hast meiner Sün- nach Rechte, rechnen ab den viel diese Woche ange- mit deinem Knechte. sehen, die ich schwerlich zäh- 7. Richter, laß len will. Und was saget Vater nennen, wollst mir GOtt dazu, der gesehen heißen, der du bist; du mehr, als du, dessen Aug in wirst ja dein Kind noch die Gedanken schauet durch kennen. Ob es ungehorsam des Leibes Schranken? ist: ein Sohn macht uns Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 3. In dem Anfang die- alle gut, der nach deinem ser Woche hab ich dir Willen thut. GOtt, sei als Leben- Mann tausend gnädig JEsu Brüdern, Dienste, GOtt, verspro- trenn das Haupt nicht chen; ach, nicht einer ist von den Gliedern. gethan. Mit mir bösem 8. Deine Pflanze du Knecht geh nicht, Err mich nennest; aber wo ist des Himmels, ins Ge- meine Frucht? Mein verricht. Ob ich bin von dir dorrtes Thun du kennest, gewichen, hat uns doch laß mich drum nicht sein bein Sohn verglichen. verflucht. JEsus, mach 4. Hab ich mich von dir mich wieder grün, dessen vergangen, wie ein blödes Zweig ich worden bin; hilf Schäfelein, laß mich dar- mir, GOtt, ich will als Re 564 Dom Lobe GOttes Reben stets an diesem du diesen Tag geruht; Weinstock fleben. ich muß auch nach Ruhe 9. JEsu, Arzt, geangst- fragen, weil die Sund ter Geister, hier ist eine mir bange thut. Und ich franke Seel; hilf mir, zog mich müd genug diese JEsu, guter Meister, dir Woch am Lebens- Pflug; ich meine Noth befehl. laß mich heut in meinen Und wenn du mich recht Sachen fröhlich Feierbefiehlst, mein Herz todt abend machen. in Sünden ist. Ach so weck mich auf, o Leben, wollest mir mich wiedergeben. 10. Meine Seel zum Buhler- Hausen, ungetreue Braut, hat, o JEsu, sich verlaufen, und nach Fremden umgeschaut. Wollst ihr darum, o mein Licht, einen Scheid- 15. In dem Heilbad brief senden nicht; du deiner Wunden las mich haft sie mit Blut erwor- heut gewaschen sein, daß ben, ach laß sie nicht ich morgen werd erfunsein verdorben. 14. Dortmals riefest du auf Erden: Ihr Beladneit, kommt zu mir, kommt ihr sollt entbürdet werden! JEsu, ach ich komm zu deine dir. Moses Tafeln drücken mich; nimm du sie von mir auf dich, wirfdies harte Foch zu Stücken, meine Seel laß Ruh erquicken. den, die zu dienen, schön 11. Schreibe mich zu und rein; laß den Besett deinen Lieben diesen Tag wahrer Buß kehren aus mit deinem Blut; diesen den Mist und Ruß, daß letzten von den sieben laß du mich mögst morgett die sechse machen gut. ehren, in mein Herze einMein Gewissen heut be- zukehrett. Sigism. v. Birden. fried; ich mag alte Schulden nicht in die neue Woche bringen, JEsu, ach erbör mein Singen! Mel. O du Liebe meiner Liebe. 661. Gott der Str und 12. Ich will meiner Seele Schmerzen dir zu- Tag und Nächte, der tragen in dein Haus. Laß du schläfft noch schlummich mit getrofitem Her- merst nicht, schaue, wie zen, JEsu, wieder gehn dein arm Gemächte jetzt heraus. Wenn dein Die- nach seiner Kindespflicht, ner ledig zählt Seclen, da der Abend ist geworden, die die Sünde quålt: laß und der Tag sich hat geauch mich sein losgespro- neigt, sammt der Deinen chen von den Schulden ganzem Orden sich vor dieser Wochen. deinem Throne beugt. 13. Nach sechs deinen Schöpfungs- Tagen hast 2. Vater, ich bin zu geringe aller Treu und Gutig des Abends. 565 tigkeit, die du, Wesen al- nem Schak nachfahre, und ler Dinge, mir in meiner erwach nach seinem Bild. Lebenszeit und auch heute Freylinghausen. hast erwiesen. daß ich recht dankbar wår. HErr, Mel. HErr JEfu Chrift, dein Nam sei hoch ge- wahr Mensch und GOtt. prieſen, dein Herz ferner 662. Hinunter ift zu 3. Siehe nicht an mein nenschein, die finstre Nacht Verbrechen, ach gedenke bricht stark Herein: leucht nicht der Schuld, die dein uns, HErr Christ, du wahstrenges Recht könnt rå- res Licht, laß uns im Finchen, habe doch mit mir stern tappen nicht. Geduld; schaue an des 2. Dir sei Dank, daß Sohnes Wunden, dadurch du uns den Tag vor Schaich versöhnet bin, dadurch den, Fahr und mancher ich Erlösung funden, und Plag durch deine Engel das Leben zum Gewinn. haft behut aus Gnad und • 4. Ich verlange frei zu väterlicher Güt. werden durch das reine 3. Womit wir habn erLammesblut von der Sün- zürnet dich, dasselb verzeih denlust Beschwerden, von uns gnädiglich, und rechn der finstern Schlangenbrut. es unsrer Seel nicht zu: Ach. HErr, reinge mein laß uns schlafen mit Fried Gewissen, Leib und Seel und Ruh. dir heilig sei; dein Geist 4. Durch dein Engel mache mich geflissen, dir die Wach bestell, daß uns zu dienen ohne Scheu. der böse Feind nicht fäll; 5. Laß mich nicht da vor Schrecken, Gspenst hinten bleiben, laß mich und Feuersnoth behut uns nicht zurücke sehn; dein heint, o lieber GOtt. Geist müsse mich stets treiben, unverzüglich fort zu gehn, ia mit schnellem Schritt zu laufen zu dem Nikolaus Hermann. Kleinod, das das Lamm 663. hehe danke dir, liebreicher uns mit Blute zu fen ist gebracht ans Kreu- GOtt, daß du mich heut zes Stamm. vor Schand und Spott 6. Drauf will ich mich und schweren Fällen hast schlafen legen, laß mich behüt; es kommt von deidir empfohlen sein; Vater, ner Gnad und Güt. Mein gönne mir den Segen, der, ganz Verderben ist aus mir; am Leib und Geiste rein, mein Heil das kommt allein mich auch in der Nacht von dir. Mel. Vater unser im Himmelreich. bewahre; deine Gnade sei 2. Wenn du nicht hätmein Schild, bis ich mei- test mir gereicht, HErr, det 566 Dom Lobe GOttes deine Hand, war ich gar im großen Hauf. Du leicht gefallen auch so tief hast mir so viel Guts in Sünd, als sonsten andre gethan, daß ichs nicht gar Menschen- Kind. Ohn dei- erzählen kann. ne Hülf und Gnaden- Hand fällt auch der Frommst in Sund und Schand. 8. Ich bitte, halt auch grådiglich dein Augen of sen über mich, daß mich 3. Doch bin ich gar der Feind mit List und nicht engelrein, ich find, Macht nicht überfall in HErr JEsu, stets das dieser Nacht. Behut vor Mein; den alten Adam Unglück Seel und Leib; ich noch spür, der mich Gefahr und Noth weit anreizet für und für, daß von mir treib. ich mein Herz, Begier und Sinn zur Eitelkeit soll neigen hin. 9. Gieb, daß ich nach gepflogner Ruh erwach, aufsteh und freudig thu, 4. Ich flag an mein was du hast anbefohlen Unachtsamkeit vor dir, o mir, und einen guten GOtt, mit Reu und Leid; Wandel führ; mit deinem wie du auch selber haft Geifte sich mir bei, daß gesehn, was oft aus nichts Verdammlichs an Schwachheit ist geschehn. mir ſei. Den innern Menschen hab 10. Vor einem bösen ich nicht mit Fleiß ver- schnellen Tod, o du liebwahrt nach meiner Pflicht. reicher frommer GOtt, 5. Den Sinnen hab ich mich heint und jederzeit oft zu weit den Zaum ge- bewahr: laß bei mir sein gönnt zur Eitelkeit; ich der Engel Schaar, auf habe viel geredt, gedacht, daß der Satan diese Nacht gehört, gesehen und voll- an mir ja finde keine Macht. bracht, was mir nicht wohl gestanden an, und ich nicht alles wissen kann. Johann Heermann. In eigener Melodie.. 6. Aus Gnaden alles 664. Mein Augen mir vergieb, verbrenns im schließ ich Feuer deiner Lieb; du bist jeßt in GOttes Namen voll Heiligkeit und Gnad, zu, dieweil der müde Leib was mir noch fehlt, für begehret seine Ruh; weiß mich erstatt. Dein Blut aber nicht, ob ich den Mormich wasche, daß ich werd gen möcht erleben, es könnso rein, wie mich dein te mich der Tod vielleicht Herz begehrt. noch heint umgeben. 7. Ich dank auch, lieb- 2. Drum sag ich dir, o fter JEsu, dir für alle GOtt, von Herzen Lob Gaben, die du mir er- und Dank; ich will auch zeiget hast von Kindheit solches thun hinfort mein auf bis zu der Stund Lebenlang, weil du mich die des Abends. 567 diesen Tag haft wollen du so bist bedacht, für all so bewahren, daß mir mein Heil zu sorgen, und kein Ungeluck hat können mir zum frohen Morgen widerfahren. haft Hoffnung hier gemacht? 3. Du hast des Teufels 2. Was ist doch dieses Zorn von mir ganz abge- Leben, als eine Abendwehrt, der als ein grimmer zeit, mit Dunkelheit umLow zu fressen uns be- geben, mit eitel Müh und gehrt. Beschüß auch diese Streit? ja, lauter FinNacht mich, HErr, durch sterniß, darin wir sind deine Waffen, wenn als gefangen in stetigem Verein Todten- Bild der Leib langen, zu enden den wird liegen schlafen. Verdrieß? 4. Regiere mein Ge- 3. Du aber läßt mich muth, und richt es ganz wissen, daß noch ein zu dir, daß keine böse Lust Morgen sei, der mir einst durch Träume mich be- werd ersprießen, zu rührühr; auch deinen Engel men deine Treu, da JEmir an meine Seite sebe, sus Sonne ist, der mir daß mich der Satan nicht zu gute lebet, und sich durch seine List verleße. mit Wonn erhebet, zu 5. Also, wenn morgen schaffen neue Frist. ich das Tagelicht erblick, 4. Der wird den Glanz ich mich gar billig dann erstrecken in mein verzu deinem Lobe schick. Ihr schloßnes Grab, und machSorgen, weichet hin, du tig mich erwecken, wenn aber, HErr, verleihe den ich geschlafen hab, daGliedern ihre Ruh, daß mit ich geh herfür, ihm mir der Schlaf gedeihe. freudig zu begegnen, und dann von seinem Segnen die milden Strahlen spür. 6. Und da ja diese Nacht mein Ende kam herbei, so hilf, daß ich in dir, o JEsu, wacker set, auf daß ich seliglich und sanft von hinnen scheide; dann führe meine Seel hinauf zur Himmels- Freude. 5. Da werd ich sein umgeben mit dieser meiner Haut, die ich in diesem Leben so elend hab geschaut; doch wird ein Ehrenkleid er, seinem gleich, draus machen, das nimmer darf verlachen kein Feind, noch Matthäus Avelles v. Löwenstern. Mel, Von GOtt will ich schnöder Neid. nicht laffen. 6. Mein Leib wird set665. Mein Gott, nem Leibe verklaret ähnwie soll lich sein, so daß er ewig ich singen von deiner bleibe bei sonnengleichem großen Güt? was für Schein; und meinem bldein Opfer bringen aus den Aug wird solche Gnad fröhlichem Gemüth, daß geschehen, daß es GOtt selbst 568 Dom Lobe GOttes selbst zu sehen in neuen Kräften tang. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat 7. Drauf will ich denn dich vertrieben, die Nacht, nun grüßen den schönen des Tages Feind. Fahr Morgenschein, der soll mir hin, ein andre Sonne, mein das versüßen, was mir wird JEsus, meine Wonne, gar herbe sein im Abend dieser hell in meinem Herzen Zeit; denn ich weiß meine scheint. Sonne, die mir die wahre Wonne auf morgen hat bereit. 3. Der Tag ist nun vers gangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen 8. Soll ich denn irgend Himmelssaal: also werd siken hier in der Dunkel- ich auch stehen, wenn mich heit, und schauen nichts wird heißen gehen mein als Blizzen, so ists nur in GOtt aus diesem Jamder Zeit, die nicht lang merthal. währen mag. Bald wird das Licht aufgehen, so mich wird lassen sehen die Freiheit von der Plag. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zich ich 9. Ach möcht es bald aus; dagegen wird Chrinur kommen, ach war es stus mir anlegen den Rock doch schon da, daß ich mit der Ehr und Herrlichkeit. allen Frommen kam der 5. Das Haupt, die Füß Erlösung nah! Doch still, und Hände sind froh, daß gedulde nur, er wird nicht nun zum Ende die Arbeit lang verweilen; der Glaub kommen sei. Herz, freu sieht ihn schon eilen, und dich, du sollst werden vom merket seine Spur. Elend dieser Erden und von der Sünden- Arbeit frei. 10. Indessen geh ich schlafen so lang auf sein Geheiß; er wirds schon mit mir schaffen, wie er mein Bestes weiß, daß ich begehrt: es kommen Stund mag ruhig sein nach allen und Zeiten, da man euch Abend- Sorgen, bis mit wird bereiten zur Ruh ein dem frohen Morgen er end- Bettlein in der Erd. lich tritt herein. In eigener Melodie. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr 666. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Hui sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächun ruhen alle Walder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, mei- ter Israel. ne Sinnen, auf, auf, ihr 8. Breit aus die Flüfollt beginnen, was eurem gel beide, o JEsu, mei Schirfer mohlaefällt Frete des Abends. 569 Freude, und nimm dein Augen zu, und schlafe Küchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Englein fingen: Dies Kind soll unverletet sein. fröhlich ein; mein GOtt wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heinte nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr; GOtt laß euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schaar. 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn GOtt einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, HErr, in Himmel ein zur auserwählten Schaar. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 667. Nunt un sich der 10. Und also leb und sterb ich dir, du starker Tag geen- Zebaoth; im Tod und Ledet hat und keine Sonn ben hilf du mir aus almehr scheint, schläft alles, ler Angst und Noth. was sich abgematt, und was zuvor geweint. Johann Friedrich Herzog. 2. Nur du, mein GOtt, haft keine Rast, du schläfft noch schlummerst nicht; die 668. Unire miden dir Augenlieder weil du bist selbst das Licht. schließen sich jetzt schläfrig 3. Gedenke, HErr, doch zu, und des Leibes matte auch an mich in dieser Glieder grüßen schon die schwarzen Nacht, und Abendruh; denn die trüb schenke mir genadiglich den und finstre Nacht hat des Schirm von deiner Wacht. hellen Tages Pracht in der 4. Wend ab des Satais tiefen See verdecket, und Wütherei durch deiner die Sternen aufgestecket. Engel Schaar, so bin ich 2. Ach bedenk, eh du aller Sorgen frei, und gehst schlafen, du, o meibringt mir nichts Gefahr. nes Leibes Gast, ob du 5. Zwar fühl ich wohl der den, der dich erschaffen, Sünden Schuld, die mich heute nicht erzürnet haft? bei dir klagt an; doch aber Thu, ach thu bei Zeiten deines Sohnes Huld hat Buß, ach geh und fall gnug für mich gethan. ihm zu Fuß, und bitt ihn, 6. Den seh ich dir zum daß er aus Gnaden dich Bürgen ein, wenn ich der Strafe woll entladen. muß vor Gericht; ich kann 3. Sprich: HErr, dir ja nicht verloren sein in ist unverhohlen, daß ich solcher Zuversicht. diesen Tag verbracht anders, als du mir befohYox 7. Darauf thu ich mein Mel, Freu dich sehr, o meine Seele. 570 Dom Lobe GOttes len; ja, ich habe nicht be- Mel. Ach was soll ich tracht meines Amtes Ziel Sünder machen. und Zweck, habe gleich-= 669. Unerschaffne deinen lich, o mein GOtt, ver- sonne, Licht vom unerlassen, bin gefolgt der schaffnen Licht, das die Wollust Straßen. Finsterniß durchbricht, gehe 4. Ach HErr, laß mich auf zu meiner Wonne, und Gnad erlangen, gieb mir bestrahle meinen Sinn, da nicht verdienten Lohn; laß man spricht: Der Tag ist mich deine Hut umfan- hin. gen, sich an deinen lieben 2. Finster ist mein ganSohn, der für mich genug zes Wesen, und Egyptens gethan; Bater, nimm den dunkle Nacht, die die Höll Bürgen an: dieser hat für hervorgebracht, macht, daß mich erduldet, was mein ich nicht kann genesen, Unart hat verschuldet. wo nicht deiner Klarheit Schein meine Kräfte nimmet ein. 5. Deffne deiner Güte Fenster, sende deine Wach herab, daß die schwarzen 3. Ach drum dringet Nachtgesvenster, daß des meine Seele aus der SunTodes finstres Grab, daß den Dunkelheit hin zu deidas Uebel, so bei Nacht, ner Heiterkeit, die ich mir unsern Leib zu fällen tracht, zum Trost erwähle, wenn mich nicht mit dem Netz der Finsterniß Verdruß ich umdecke, und kein böser mit Schmerzen leiden muß. Traum mich schrecke. 4. Denn die Sünde 6. Laß mich, HErr, von bringt uns Leiden, als die dir nicht wanken, in dir aus dem Abgrund ist, von schlaf ich gut und wohl; dem, der durch seine Lift gieb mir heilige Gedanken, uns geführet in ein Scheiund bin ich gleich Schlafes der von der Liebe, die so voll, so laß doch den Geist zart sich ehmals mit uns in mir zu dir wachen für gepaart. und für, bis die Morgenroth angehet, und man von dem Bett aufstehet. 5. Aber dein Licht ist das Leben, das die Todten wecket auf, und befördert 7. Bater, droben in der ihren Lauf; o was Freude Höhe, dein Nam ist uns kann es geben! Nichts als theur und werth; dein Reich lauter Wollust ist, wo du komm, dein Will geschehe, Licht und Leben bist. unser Brod sei uns beschert, und vergieb wie wir die Schuld, schenk uns und sauber macht, daß ich deine Gnad und Huld, laß Fremdes gar nicht acht. uns nicht Versuchung tdd- Reiße weg die Sünden6. Laß mich diese Wollust schmecken, die so keusch ten, hilf uns, HErr, aus decken, welche machen, daß allen Nöthen. Joh. Franc. dein des Abends. 571 dein Glanz mein Herz nicht Handwerk und mein Kunst; erfüllet ganz. ohn dich geht nichts von Statten, ohn dich ist alls umsonst. 7. O daß doch der Abend kåme, da es soll so lichte sein, und des Geiftes hel= 4. Drum ich von Herler Schein uns dir machte zengrunde dich, HErr recht bequeme! ja was GOtt, lob und preis in mehr, daß ich im Sinn dieser Abendstunde, und hören möcht: Die Nacht bitt mit ganzem Fleiß, du ist hin. wollest gnädig hören mein 8. Nunmehr ist der Tag arm Vespergebet, das Gut erschienen, der nicht seines in mir vermehren durch gleichen hat, da der güld- dein Barmherzigkeit. nen GOttesstadt soll zur 5. Gleichwie vor alten Sonn und Leuchte dienen Zeiten du hast viel Guts das Lamm GOttes. Glo- erzeigt des Abends denen ria! Auf, Triumph, der Leuten, der Herz sich zu Tag ist da! Freylinghausen. Dir neigt und fest auf dich gebauet: so wollst du auch geruhn, wie unser Herz dir trauet, uns Liebs und Mel. Herzlich thut mich verlangen. 670. Wa alts GOtt, und Guts zu thun. mein Werk verstunde, 6. Als Noah hatt geich lasse, die Sonn Feir- lassen ein Taublein ans abend meldt; sie hat vol- seinm Schiff, kehrts wielendt ihr Straße, geht der seine Straßen, und wieder in ihr Zelt. So bracht ein Friedensbrief; mögen auch mein Sachen zur Vesperzeit im Munde ruhn bis zu seiner Zeit, führt es ein Delblatt grün, ich will Feirabend machen daraus Noah mit schuldger Dankbarkeit. des HErrn Zorn war dahin. 2. Mein Augen, Herz 7. 3ween heilger Engel und Hände, o JEsu, GOt- kamen des Abends zu tes Sohn, zu dir ich nun- dem Lot, in ihren Schuß mehr wende zum schuld- ihn nahmen wider die gottgen Tagelohn. Denn du los Rott, erlösten den bift selbst getreten an mei- Propheten, bald fiel ein ne Werkstatt gut, haft Schwefl und Feur, macht helfen mir arbeiten, re- den ruchlosen Städtett gierst mein Sinn und ihr Freud und Frevel theur. Muth. 8. Gleicher Weise wir 3. Mein Haupt hast du lesen, da Elt der Prophet, gestärket, mein Fingern im Hungerland gewesen: geben Kraft; hab dein Se- hört, was der HErre that: gen vermerket, der allein Vögel gedienet haben zu Frommen schafft. Daher Tisch dem Gottesmann: ist wohl gerathen mein Abends und Morgens Raben 572 Dom Lobe GOttes ben Brod und Fleisch preiset GOttesGüte, welch brachten an. er hat gethan an mir; 9. So wollst du, HErr, da er mich den ganzen uns geben Abend- und Tag vor so mancher Sorg Morgenbrod, und was und Plag hat erhalten und zu diesem Leben uns al- beschüßzet, daß mich Salenthalb ist noth. Dein tan nicht beschmiket. Engel wollst uns schicken, 2. Lob und Dank sei auf daß er uns bewahr dir gesungen, Vater der vors Teufels List und Barmherzigkeit, daß mir Stricken, so sind wir ohn ist mein Werk gelungen, Gefahr. daß du mich vor allem 10. Erhör auch unsreBit- Leid und vor Sünden ten, ach HErr, du treuer mancher Art so getreulich GOtt, die Stadt wollst hast bewahrt, auch die du behüten vor Feur und Feind hinweg getrieben, daß aller Noth. Und weil die ich unbeschädigt blieben. Feinde toben, erregen Krieg und Streit, so sende uns von oben den Fried zu unsrer Zeit. 3. Keine Klugheit kann ausrechen deine Gut und Wunderthat, ia, kein Redner kann aussprechen, 11. Ja weils will fin- was dein Hand erwiesen ster werden ums Wort, hat. Deiner Wohlthat ist der Gnaden Licht, denn zu viel, sie hat weder Satan auf der Erden Maaß noch Ziel; ja du viel Keßerei anricht: so hast mich so geführet, daß bleib bei uns, HErr kein Unfall mich berühret Christe, mit deiner Gnad 4. Dieser Tag ist nun und Schein; dein wer- vergangen, die betrübte thes Wort uns friste, als- Nacht bricht an: es ist hin dann wir sicher sein. der Sonnen Prangen, so 12. Hiermit ich nun uns all erfreuen kann. vollende mein Tags- Ge- Stehe mir, o Vater, bet, schäft und Sach, und bitt daß dein Glanz stets vor Herzlich zu Ende, HErr, mir sei, und mein kaltes den Feirabend mach; drauf Herz erhike, ob ich gleich der Sabbath angehet, der im Finstern size. währt viel tausend Jahr, 5. HErr, verzeihe mir der ewiglich bestehet. Amen, aus Gnaden alle Sünd das werde wahr! Michael Ziegenspec. In eigener Melodie. und Missethat, die mein armes Herz beladen, und sogar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Höllen ter, mein stürzen will; da kannst du Gemüthe, und, ihr Sin- allein erretten, strafe nicht ne, geht herfür, daß ihr mein Hebertreten. 671. We Werde erde munС Pin des Abends. 573 6. Bin ich gleich von Seele, Muth und Blut, dir gewichen, stell ich mich Weib und Kinder, Hab und doch wieder ein, hat uns Gut, Freunde, Feind und doch dein Sohn vergli- Hausgenossen sind in deichen durch sein Angst und nen Schuß geschlossen. Lodespein. Ich verleug11. Ach, bewahre mich ne nicht die Schuld; vor Schrecken, schuhe mich aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. vor Ueberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall; wende Feur und Wassers- Noth, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer GOtt, erhöre, was dein Kind gebeten hat; JEsu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schuß und Rath, und mein 8. Schüße mich vors Hort du werther Geist, der Teufels Neben, vor der du Freund und Tröster Macht der Finsterniß, die heißt, höre doch mein sehnmir manche Nacht zusez- lichs Flehen. Amen, ja, das zen und erzeigen viel Ver- soll geschehent. Johann Nift. drieß. Laß mich dich, o wahres Licht, nimmermehr verlieren nicht; wenn ich 7. O du Licht der from men Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen, diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein GOtt, bei mir, da es nunmehr dunkel schier, da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden. dich nur hab im Herzen, 672. Wo ist meinte Sonne fühl ich nicht der Seelen Schmerzen. blieben, deren Lieben mir 9. Wenn mein Augen so wohl und sanfte that, da schon sich schließen, und sie in den Sinnen spielte, ermüdet schlafen ein, muß und ich fühlte, was für mein Herz dennoch beflis- Kraft man durch sie hat? sen, und auf dich gerichtet 2. Aber nun empfind sein. Meiner Seelen mit ich Schmerzen, in dem Begier traume stets, o Herzen, die Versuchung GOtt, von dir, daß ich fest wächst in mir; und ich bint an dir bekleibe, und auch ganz matt zu kämpfen, schlafend dein verbleibe. und zu dämpfen, weil ich keine Sonne spår. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und 3. Ich kann nicht die süße Rub; alles Uebel laf Welt ertragen, ich wills waverschwinden, decke mich gen, vielleicht find ich meimit Segen zu. Leib und nen Freund, daß die schwere Nacht 574 Dom Lobe GOttes Nacht der Leiden sich muß keln Wegen deinen Sescheiden, wenn sein mäch- gen, weil die Nacht des tig Licht erscheint. Glaubens währt; hilf mir, 4. Seele, schlafe nur statt vergebner Klagen, alim Friede, du bist můde, les tragen, weil es nur du findst jetzt die Sonne die Kraft verzehrt. nicht; du mußt in der Still 12. Und dein Fried erertragen deine Plagen, bis halt die Sinne bei mir der Morgenstern anbricht. inne, er bewahre meinen 5. Meide nur der Nacht Sinn, daß die Nacht durch Geschäfte, laß die Kräfte deine Gnade mir nicht zu dem Licht gekehret sein; schade, bis ich ganz im so wird dir der güldne Lichte bin. Morgen ohne Sorgen endlich wieder treten ein. Christian Fried. Richter. 6. Weil die kleine Welt In eigener Melodie. wird stehen, wird man se- 673. Wo willst du hen Tag im Wechsel stehn; denn soll durch den Thau die Erden fruchtbar werden, muß die fühle Nacht ergehn. Abend ist, mein lieber Vilgrim, JEsu Christ? Ei, bleib doch hier und rast in mir, ich laß dich nicht, du ewges Licht, ich schrei dir nach mit tausend Ach. Ach bleib doch hier, mein Leben, ich will dir Herberg geben. 2. Die Sonne hat sich schon gesenkt, die Nacht 8. Schaue, wie die weise ist da, die mich bedrängt; Fügung nur Vergnügung komm doch herein, mein statt des bittern Klagens Freudenschein, zünd an macht. Danke diesem wei- mein Herz, wie eine Kerz; sen Vater und Berather, erleucht es ganz mit deidaß er es so wohl bedacht. nem Glanz, daß ich dich 9. Laß dir nur den theu- mög erkennen, und durch ren Glauben niemand rau- und durch entbrennen. ben und verharre im Gebet. Schlafe, und dein Herze wache, deine Sache in des Vaters Händen steht. 7. Kält und Hike muß den Frommen nůßlich kommen, Wind und Regen helfen nur; denn es kommen keine Früchte nur bei Lichte zur vollkommenen Natur. 3. Wenn du bei mir bleibst, werther Gast, so werd ich ledig meiner Last; du bringst mir Brod in 10. So nimmt dich die Hungersnoth; du treibest klare Sonne in der Wonne eigenthümlich in fich ein; da wird dich sein Bliz durch gehen, du wirst sehen, daß kein Theil wird finster sein. weit die Eitelkeit; du zeigst mir an die rechte Bahn; du machst, daß meine Sinnen die Wahrheit finden können. 11. JEsu, gieb in dun- 4. Ich lasse dich nicht, lieb vor und nach Tische. 575 liebster Freund, bis daß die wacht, hat deiner Acht; Sonne wieder scheint; hab ich will dich fest umfassen nur Geduld, und sei mir und nicht entweichen ashuld; du kannst nicht fort sen. Joh. Angelus. aus diesem Ort; mein Herze e) Vom Lobe Lobe GOttes vor und nach Tische. Mel. Wenn wir in höchften Nöthen sein. 674. Bescher uns, das wir allein auf dich, und wolln dich preisen ewiglich. Nicolaus Hermann. In eigener Melodie. täglich Brod; vor Theurung und und vor behut uns durch dein lie- 675. Danket dem ben Sohn, GOtt Vater in dem höchsten Thron. denn er ist sehr freund.ch, denn seine Güt und Wahrheit bleibt ewiglich. 2. HErr, thu auf dein milde Hand, mach uns 2. Der als ein barmdein Gnad und Gut be- herziger, gütiger GOtt uns kannt; ernähr uns, deine dürftige Kreaturen gespeiKinderlein, der du speist set hat. alle Vögelein. 3. Singet ihm aus Her3. Erhörst du doch der zensgrund mit Innigkeit: Raben Stimm, drum un- Lob und Dank sei dir, Vafre Bitt, HErr, auch ver- ter in Ewigkeit. nimm. Denn aller Ding du Schöpfer bist, und allem Vieh sein Futter giebst. 4. Der du uns als ein reicher, milder Vater speisest und kleidest, dein elende Kinder. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sund, die 5. Verleih, daß wir dich dich erzürnet hat; laß schei- recht lernen erkennen und ten dein Barmherzigkeit, nach dir, ewigem Schöpfer, daß wir dich lobn in uns sehnen. Ewigkeit. 6. Durch JEsum Chri5. HErr, gieb uns stum, dein allerliebsten ein fruchtbar Jahr, den lie- Sohn, welcher unser Mittben Kornbau uns bewahr; ler ist vor deinem Thron. vor Theurung, Hunger, 7. Der helf uns alleSeuch und Streit behut sammt allhier zugleiche, uns, HErr, zu dieser Zeit. und mach uns Erben in 6.* Unser lieber Vater seins Baters Reiche. du bist, weil Christus un- 8. Zu Lob und Ehren ser Bruder ist; drum trauen seinem heilgen Namen; wer Dom Lobe GOttes 576 wer das begehrt, der sprech von Herzen: Amen. Böhmische Brüder. V. 1-6. In eigener Melodie. 677. HErr Gott, 676. De haſt uns nun set geVater preiset, wir sagn dir groett wollen wir nun loben, der wohl gespeiset, und gebn uns, als ein milder GOtt, ein guten Trank, dein Milgnädiglich gespeift hat, und digkeit zu merken und untChristum, seinen Sohn, sern Glaubn zu stärken, durch welchen der Segen daß du seist unser GOtt. kommt vom allerhöchsten Thron. 2. Ob wir solchs habn genommen mit Luft und 2. Sprechen in der Wahr- Uebermaaß, dadurch wir heit: Dir sei Preis und möchten kommen vielleicht Klarheit, Danksagung und in deinen Haß, so wollst Herrlichkeit, o GOtt, von du uns aus Gnaden, o Ewigkeit, der du dich er- HErr, nicht lassen schaden weiset, und uns heut mit durch Christum, deinen deiner Gab leiblich haft Sohn. gespeiſet. 3. Also wollst allzeit 3. Nimm an dies Dank- nähren, HErr, unsre Seel opfer, o Vater und Schd- und Geist; in Christo ganz pfer, welchs wir deinem bekehren, und såttgen allerNamen thun in Christo meist, daß wir den Hundeinem Sohn; o laß dirs ger meiden, stark sein ir gefallen, und ihn mit sei- allem Leiden, und leben nem Verdienst zahlen für ewiglich. uns alle. Mel. HErr Christ, der einig GOttssohn. 4. Denn nichts ist zu Mel. Herzliebster JEfu, meiden, das dir möcht ver- was hast du verbrochen. gelten aller Gnad und 678. Nobet den Gütigkeit, erzeigt unsrer HErrn und Schwachheit. Et, wie mag dankt ihm seiner Gaben, auf Erden, weil alles dein die wir aus Gnad von eigen ist, dir vergolten ihm empfangen haben, jekt werden? an dem Tisch und sonst 5. O, nimm an un- an allen Enden, wo wir sern Dank sammt diesem uns wenden. Lebgesang, und vergieb, 2. Er hat uns an das was noch gebricht zu thun Licht der Welt lan kombei unsrer Pflicht; o mach men, und durch die Tauf uns dir eben, daß wir hier in sein Reich aufgenomin deiner Gnad und dort men; er läßt uns auch in ewig leben. Michael Weiße. seinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 3. Durch vor und nach Tische. 577 3. Durch seinen Geist| ner Gaben, die wir emer uns so wohl regieret, pfangen haben. ftraft, unterweist, erhält 2. Den Leib, die Seel, und herrlich zieret, auf daß das Leben hat er allein wir fest im Kreuz obn al- uns geben; dieselben zu les Grauen ihm können bewahren, thut er gar nichtes sparen. trauen. 4. Er thut auch wohl durch seine Engelschaaren 3. Nahrung giebt er dem Leibe, die Seele muß auch uns Tag und Nacht vor bleiben, wiewohl tödtliche Leibs- Gefahr bewahren, Wunden sind kommen von damit der Feind an uns der Sünden. sein bösen Willen nicht mig erfüllen. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das 5. Zudem er auch all Leben; Christus, für uns seine Kind ernähret, und gestorben, der hat das ihnen Hülf in aller Noth Heil erworben. bescheret, und läßt gewiß all ihre Feind auf Erden zu Schanden werden. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wi der allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Derhalben seid in GOtt getrost, ihr Frommen; denn ihr sollt Schutz 6. Durch ihn ist uns verund Brod genug bekom- geben die Sünd, geschenkt men, und über das nach das Leben. Im Himmel diesem armen Leben bei solln wir haben, o GOtt, Christo schwebent. wie große Gaben. 7. Deß danket ihm von 7. Wir bitten deine ganzem Herzensgrunde, und Güte, wollst uns hinfort bittet ihn desgleich zu aller behüten, uns Große mit Stunde, daß er uns nur, den Kleinen, du kannsts als seinen lieben Erben, nicht böse meinen. helf selig sterben. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch JEsum Chrtstum, Amen. Ludw. Helmbold. 8. So sind wir recht an Leib und Seel genesen, und reich genug in dieser Welt gewesen, und haben auch den besten Schatz gefunden, und überwunden. Mel. HErr Chrift, der Bartholomäus Ringwaldt. einig GOttssohn. Mel. Wach auf, mein 680. Vater aller Herz, und finge. Frommen, geheiligt werd dein Nam; 679. Nun last uns laß dein Reich zu uns komdem men; mach uns HErren Dank sagen, und zahm; gieb Brod; vergieb ihn ehren von wegen sei- die Sünde; kein Args das Herz 25 578 Dom Lobe GOttes Herz entzünde; lös uns aus doch an nirgends findt, bis aller Noth. Johann Agricola. es an die Welte kommt. 4. GOtt hat die Erd zugericht, läßts an Nahrung ( ingen wir mangeln nicht, Berg und aus Her- Thal die macht er naß, daß zensgrund, loben GOtt dem Vieh auch machst sein mit unserm Mund; wie er Gras; aus der Erden Wein sein Gut uns beweist, so und Brod schaffet GOtt hat er uns auch gespeist; und giebts uns satt, daß wie er Thier und Vögl der Mensch sein Leben hat. ernährt, so hat er uns auch beschert, welchs wir 5. Das Wassr, das muß geben Fisch, die läßt GOtt keztund habn verzehrt. tragen zu Tisch; Eir von 2. Lobn wir ihn als seine Knecht, das sind wir ihm schuig von Recht, er Fen r'n, wie er uns hat geli ot dem Menschen aus Graden giebt, daß er von Bein, Fleisch und Haut artig ist zusammengebaut, daß er des Tags Licht anschaut. Vögeln eingelegt, werden Junge draus geheckt, müssn der Menschen Speise sein; Hirsche, Schafe, Nindr und Schwein, schaffet GOtt und giebts allein. 6. Dankn wir sehr und bitten ihn, daß er uns geb des Geistes Sinn, daß wir 3. Alsbald der Mensch solches recht verstehn, stets sein Leben hat, seine Küche nach sein Geboten gehn, seivor ihm steht; in dem Leib nen Namen machen groß der Mutter sein ist er zu- in Christo ohn Unterlaß; gerichtet fein; ob es ist so fingen wir recht das Graein kleines Kind, Mangel tias. In eigener Melodie. 681. f) Vom Lobe GOttes am neuen Jahre. BAIX 12. Ich erschrecke, machMel. Fren dich sehr, o tig Wesen, Angst und meine Seele. Furcht bedecket mich; denn 682. bermal ein mein Beten, Singen, LeJahr ver- sen, ach das ist so schlåflossen näher zu der Ewig- ferig. Heilig, heilig, heikeit; wie ein Pfeil wird liger, großer Seraphinen abgeschossen, so vergehet HErr, wehe mir, ich muß meine Zeit. O getreuer vergeben, denn wer kann Zebaoth, unveränderlicher vor dir bestehen? GOtt, ach was soll, was 3. Schrecklich ist es ja soll ich bringen, deinerLang- zu fallen in die Hand von muth Dank zu singen? solchem GOtt, der rechtfer am neuen Jahr. 579 fertig zuruft allen: Nie- schick mich, die ich wamand treibe mit mir chend stehe, ehe denn ich Spott; irret nicht, wo das schnell vergehe. geschicht, ich Jehovah leid Joachim Neander. es nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, ewig bren- Mel. Vom Himmel hoch, nend ungeheuer! da komm ich her. 4. Aber du bist auch 683. Das alte Jahr sanftmüthig, o getreues vergangen Vaterherz, in dem Bür- ist: wir danken dir, HErr gen bist du gütig, der ge- Jesu Christ, daß du uns fühlt des Todes Schmerz; in so großr Gefahr behütet steh ich nicht in deiner haft lang Zeit und Jahr. Hand angezeichnet als 2. Wir bitten dich, ein Pfand, so du ewig ewigen Sohn des Va= willst bewahren vor des ters in dem höchsten Thron, alten Drachen Schaaren? du wollst dein arme Chri5. Auf, mein Herz, stenheit bewahren ferner gieb dich nun wieder ganz allezeit. dem Friedenfürsten dar; opfre dem der Lieder, welcher 3. Entzeuch uns nicht Seelen dein heilsam Wort, welchs Fröntet ist der Seelen höchster Tag und Jahr; fang Hort: vor falscher Lehr, ein neues Leben an, das Abgötterei behüt behut dich endlich führen kann HErr, und steh uns bei. mit Verlangen nach dem 4. Hilf, daß wir von Sterben, da du wirst die der Sünd ablan, und Kron erwerben. uns, 6. Soll ich denn in dieser Hütten mich ein Zeitlang plagen noch, so wirst du mich überschütfromin zu werden fangen an; keinr Sund im alten Jahr gedenk, ein gnadenreich neu Fahr uns schenk. 5. Chriftlich zu leben, ten mit Geduld, das weiß seliglich zu sterben, und ich doch. Sehe denn dein Herz auf mich; JEsu Christe, du und ich, wollen ewig treu verbleiben und von neuem uns verschreiben. hernach fröhlicham iungsten Tag wiedr aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehen. 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O JEsu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Jocob Tapp. 7. An dem Abend und dem Morgen, o mein Rath, besuche mich; laß der Heiden Nahrungssorgen nimmer mich und dich. Pruf in jedem Augenblick meine 684. Das neue schick, borne Kin25* descheiden Mel. Bom Himmel hoch, da komm ich her. 580 Dom Lobe GOttes delein, das Herzen liebe auch dazu, und gar mit JEsulein bringt abermal milder Hand sein Güter ein neues Jahr der aus- ausgespendet, Verwüstung erwählten Christenschaar. abgewendet von dieser Stadt und Land. 2. Des freuen sich die Engelein, die gerne um 4. Er hat unser verund bei uns sein. Sie schonet aus väterlicher fingen in den Lüften frei, Gnad; wenn er sonst hätt daß GOtt mit uns ver- belohnet all unsre Misse= föhnet sei. that mit gleicher Straf 3. Jft GOtt versöhnt und Pein, wir waren längst und unser Freund, was gestorben, in mancher Noth mag uns thun der arge verdorben, dieweil wir Feind? Troß Türken, Sünder sein. Papst und Hillenpfort! das 5. Nach Vaters Art und Esulein ist unser Hort. Treuen er uns so gnädig 4. Es bringt das rechte ist. Wenn wir die Sünd Jubeljahr; was trauren bereuen, glauben an JEwir denn immerdar? Frisch sum Christ herzlich ohn auf! es ist jetzt Singens Heuchelei, thut er all Sünd Zeit, das JEsulein wendt vergeben, lindert die Straf alles Leid. CyriacusSchneegaß. daneben, steht uns in Ndthen bei. In eigener Melodie. 6. All solch dein Gut 685. Helft mir wir preiſen, Bater ins GOtts Himmels die du Gute preisen, ihr lieben uns thust beweisen durch Kinderlein, mit Gsang Christum, deinen Sohn; und andern Weisen ihm und bitten ferner dich, gieb allzeit dankbar sein; vor- uns ein fröhlich Jahre, nehmlich zu der Zeit, da sich vor allem Leid bewahre, das Jahr thut enden, die und nähr uns mildiglich. Sonn sich zu uns wenden, Paul Eber. das neu Fahr ist nicht weit. 2. Ernstlich laßt uns be- Mel. Unser Herrscher, trachten des HErren rei- unser König, oder mit che Gnad, und so gering den eingeklammerten 3unicht achten sein unzäh- sätzen: Sion klagt lig Wohlthat; stets füh- Angst und Schmerzen. ren zu Gemüth, wie er 686. mit Hilf, HErr dies Fahr hat geben all JEsu, laß Nothdurft diesem Leben gelingen, hilf, das neue und uns vor Leid behüt. Fahr geht an; laß es reue 3. Lehramt, Schul, Kirch Kräfte bringen, daß aufs erhalten in gutem Fried neu ich wandeln kann. und Ruh, Nahrung für[ Laß mich dir befohlen sein, Jung und Alten bescheret auch daneben all das mein.] Neu am neuen Jahr. 581 Neues Glück und neues diesem neuen Jahr für Leben wollest du aus Gna- deine Gut, uns beweiset den geben. in aller Noth und Gfahr: 2. Laß dies sein ein Jahr daß wir haben erlebet die der Gnaden, laß mich bu- neu fröhliche Zeit, die volBen meine Sünd. Hilf, ler Gnaden schwebet und daß sie mir nimmer scha- ewger Seligkeit, daß wir den, sondern bald Verzei- in guter Stille das alte hung find,[ auch durch Jahr erfüllet. Wir wolln deine Gnad verleih, daß uns dir ergeben jekund ich herzlich fie bereu,] und immerdar; behut uns HErr, in dir; denn du, Leib und Leben hinfort das mein Leben, kannst die ganze Jahr. Sünd allein vergeben. 2. Laß uns das Fahr 3. Triste mich mit dei- vollbringen zu Lob dem ner Liebe, nimm, GOtt, Namen dein; daß wir demmein Flehen hin, weil ich selben fingen in der Chrimich so sehr betrübe, und sten Gemein: wollst uns voll Angst und Zagen bin; das Leben fristen du.ch [ wenn ich gleich schlaf dein allmächtig Hand. Eröder wach, sieh du, HErr, halt dein lieben Christen auf meine Sach;] stärke und unser Vaterland. Dein mich in meinen Nöthen, Segen zu uns wende, gieb daß mich Sünd und Tod Fried an allen Enden. nicht tödten. Gieb unverfälscht im Lande 4. HErr, du wolleft dein seligmachend Wort; Gnade geben, daß dies die Teufel mach zu SchanJahr mir heilig sei, und den hier und an allem ich christlich könne leben Ort. sonder Trug und Heuche3. Dein ist allein die lei,[ ich auch meinen Nach- Ehre, dein ist allein der ften lieb, und denselben Ruhm. Geduld im Kreuz nicht betrüb,] daß ich noch uns lehre. Regier all unallhier auf Erdei fromm ser Thun, bis wir getrofi und selig möge werden. abscheiden ins ewgen Vaters Reich zum wahren 5. JEsu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Fried und Freuden, den Jahr; trage stets mich auf Heilgen GOttes gleich. den Händen, halte bei mir Indeß machs mit uns alin Gefahr;[ fteh mir bei len nach deinem Wohlgein aller Noth, ach verlaß fallen. Solchs finget ohne mich nicht im Tod;] freu- Scherzen die christgläubige dig will ich dich umfassen, Schaar, ur wünscht mit wenn ich soll die Welt Mund und Herzen ein selig verlassen. neues Jahr. Joh. Rift. In eigener Melodic. Joh. Hermann, der ältere. 687.J Esu, nun seif gepreiset zu Mel. 582 Dom Lobe GOttes Mel. Erquiche mich, du Mel. Wach auf, mein Heil der Sünder. Herz, und singe. 688. Nachdem das 689. Ngen und un laßt alte verflossen, und wir, die treten mit Singen und mit GOtt nunmehr verneut, Beten zum HErrn, der desselben Gnad aufs neu unserm Leben bis hieher genossen, so sind wir bil- Kraft gegeben. lig höchst erfreut, daß uns derselbe Glück und Leben so reichlich bis hieher gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 2. Der geb uns lauter neue Kräfte, damit so Will als auch Verstand sich fest 3. Durch so viel Angst an ihn allein anhefte, und und Plagen, durch Zittern nimmermehr werd abge- und durch Zagen, durch wandt. Er geb uns auch den neuen Willen, sein neu G.bot nun zu erfüllen. Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 3. Er laß aufs neu sein Licht aufgehen, gleichwie die Sonn jetzt höher steigt. Sein Gnadenglanz bleib ob uns stehen, bis sich die 5. Also auch, und nichts Welt zum Ende neigt; da- minder, läßt GOtt ihm mit wir wie die Frommen seine Kinder, wenn Noth handeln, und immerfort im und Trübsal blißen, in Tage wandeln. 4. Der Name, den er selbst bekommen, als er für uns beschnitten ward, durch den wir unser Heil vernommen, sei unser Weg zur Lebensfahrt, der sei der Schmuck für unsre Krone, und zier uns vor des Höchsten Throne. seinem Schooße sizzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue. Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 5. Er lehr uns unser 8. Laß ferner dich erbitHerz beschneiden von allem, ten, o Vater, und bleib was uns von ihm trennt; mitten in unserm Kreuz er full uns mit erneuten und Leiden ein Brunnen Freuden, die nie kein welt- unsrer Freuden. lich Herz erke..nt; damit, 9. Gieb mir und allen was alt, in uns ersterbe, denen, die sich von Herund unser Geist sein Reich ererbe. zen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. Christian Knorr v. Rosenroth. 1083547 10. Schleuß am neuen Jahre. 583 10. Schleuß zu die Jam-| sche mehr; er ist ein GOtmerpforten, und laß an al- teskind, von oben her gelen Orten auf so viel Blut- boren, das alles, was ververgießen die Freudenströme loren, in seinem JEsu findt. fließen. 3. Doch wie muß dies 11. Sprich deinen mil- Beschneiden im Geist, o den Segen zu allen unsern Mensch, geschehn? Du Wegen. Laß Großen und mußt die Sünde meiden, auch Kleinen die Gnaden- wenn du willst JEsum sonne scheinen. sehn; das Mittel ist die 12. Sei der Verlaßnen Buß, wodurch das stetVater, der Frrenden Be- nern Herze in wahrer rather, der Unversorgten Reu und Schmerze zer= Gabe, der Armen Gut und knirschet werden muß. Habe. 4. Ach gieb zu solchem Werke in diesem neuen 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Jahr, HErr JEsu, Kraft Gedanken den hochbetrüb- und Stärke, daß sich bald ten Seelen, die sich mit offenbar dein himmlische Schwermuth quälen. Gestalt in vielen tausend Seelen, die sich mit dir vermählen; ja, thu es, JEsu, bald. 5. Ich seufze mit Verlangen, und Tausende mit mir, daß ich dich mög umfangen, mein aller14. Und endlich, was das Meiste, full uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Chri- schönste Zier. Wenn ich ften Schaare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhard. dich hab allein, was will ich mehr auf Erden? Es muß mir alles werden, und alles müßlich sein. 6. Ach ihr verflocktets Mel, Helft mir GOttes Güte preisen. 690. Wer eit be und Zeit, ihr abgewichnen sich im schneidet und als ein wah- Kinder, die ihr in Eitelrer Chrift des Fleisches keit und Wollust zugeTödtung leidet, die so hoch bracht, ach führt euch nöthig ist, der wird dem Gottes Güte doch einmal Heiland gleich, der auch zu Gemüthe, und nehmt beschnitten worden, und die Zeit in Acht. tritt ins Kreuzes Orden in seinem Gnadenreich. 7. Beschneidet eure Herzen, und fallet GOtt zu 2. Wer so dies Fahr Fuß in wahrer Reu und anbetet, der folget Christi Schmerzen; es wird die Lehr, weil er im Geiste Herzensbuß, in Glaubenslebet, und nicht im Flei- kraft geschehn, das Va= ter= 584 Dom Lobe GOttes terherz bewegen, daß man und Leiden durch deinen wird vielen Segen in die- bittern Tod. sem Jahre sehn. 9. So wollen wir dich 8. Ja, mein HErr JE- preisen die ganze Lebensfu, gebe, daß deine Chri- zeit, und unsre Pflicht erstenschaar mit dir im Geist weisen in alle Ewigkeit, so lebe in diesem neuen da du wirst offenbar, und Jahr, daß sie in keiner wir mit allen Frommen Noth sich möge von dir nach diesem Leben komscheiden; stårk sie im Kreuz men ins ewge neue Jahr. Laurentius Laurenti. g) Vom Lobe GOttes auf Reisen. 5. Die Weisheit laß mich küssen, gieb mir ein rein Gewissen und keuschMel. Uun ruhen alle Wälder. 691. Barmberger gesinntes Herz, daß fich GOtt und mein Thun und Tichten Vater, du treuer Men- nach dir, HErr, möge schen- Rather, auf dein richten; die Sünde sei Wort zieh ich aus ganz mir ja kein Scherz. unbekannte Straßen; wirst du mich nicht verlassen, so bin ich überall zu Haus. 2. Ach HErr, der du kannst neigen und nach Gefallen beugen des Menschen Herz und Sinn: erwecke fromme Leute, und bring auf meine Seite Befördrer, wenn ich einsam bin. 6. Wenns nicht nach Wunsch ergehet, und etwa Noth entstehet, gieb einen frischen Muth; werd ich auf dich nur bauen, so kann vor nichts mir grauen, es wird doch endlich alles gut. 7. Du wollst den lieben Meinen auch gnädiglich erscheinen, du, liebster Vater du; halt ab, was kann betrüben, und wann dirs wird belieben, so führ mich wieder heim zur Ruh. 8. Soll aber dies geschehen, daß ich nicht mehr soll sehen der Våter Grån4. Laß mich nach Tu- jestein, soll ich bei Fremgend trachten, und dein den leben, ich will nicht Gebot hoch achten: laß widerstreben, ist doch bet allen falschen Schein der Fremden auch gut sein. schndden Eitelkeiten, der lastervollen Zeiten von mir weit ausgebannet sein. 3. Behüte mich vor Feinden und heuchlerischen Freunden; gieb mir dein Engel zu gesegne meine Werke; sei Morgens meine Stärke, und dann zu Abend meine Ruh. 9. GOtt, du wirst meinen Reisen gewünschten Fortgang weisen; du wirst nach auf Reisen. 585 nach deinem Wort mich 8. Laß uns doch nun schützen und ernähren, auch wie Pilger thun, des FleiGlück und Heil bescheren: sches Lüste meiden, und in GOttes Namen reis stets durch dich geduldigich fort. Gottfr. Wilh. Sacer. lich Noth, Angst und Trübfal leiden. Mel. Ach Gott und HErr. 692. Err JEsu speisen. du selbst bist sehr weit um- und hier die Würmer hergezogen, ja welches Hand gemacht das Land, dazu die Wasserwogen. 2. Du bist der Mann, der schaffen kann, daß wir auf rechten Wegen fein friedlich gehn, und nimmer sehn, was uns kann Angst erregen. 10. Doch fährt die Seel aus dieser Höhl hinauf ins Reich der Freuden, da keine Noth, Gewalt noch Tod uns kann von JEsu scheiden. 11. Da darf ich nicht ohn einges Licht wie hier 3. Sieh, HErr, ich bin bei Nacht oft wallen. O bedacht, dahin in deiner süßer Ort, wo fort und Furcht zu reisen; du wol- fort mein Danklied soll Test mir doch für und für erschallen. Johann Rift. die sichre Straße weisen. 9. Es kommt hernach der Todestag, da wir fort müssen reisen, wenns GOtt 4. und Heil, daß ich in Eil die Reiſe 693. Hift mit In eigener Melodie. Err, so du wirst vollenbringe, und mir mein Werk durch deine Stärk, mir sein, und mich führen o Vater, wohl gelinge. aus und ein, und mich 5. Laß mich doch heut, wohl bewahren vor Sünd HErr, solche Leut auch zu und der Höllen Schaaren, Gefährten haben, die so soll mein Herz dein fromm, gelind und redlich Tempel werden, darinnen sind, auch sonst von guten Gaben. ich dich lob auf Erden; ja, du allein sollst sein 6. Dein Engelein laß mein GOtt, dem ich vermit uns sein, auf daß wir trauen will in aller Noth. ficher gehen, und unser Sei mein Schuß, und gieb Land in gutem Stand her- mir Stärke, damit ich mernachmals wiedersehen. Fe, wie deine Gute so wohl behüte. 7. HErr, lehr uns auch, daß den Gebrauch des Rei- 2. Alles steht in deiner sens wir im Leben ver- Hand, was wir thun, ist stehen recht als fromme dir bekannt; und was wir Knecht, die nach dem Him- anfangen, kann durch dich mel streben. zum Zweck gelangen. Drum geb 25** 586 geb ich mich in deinen Willen, du wollst an mir dein Wort erfüllen, daß Mel. Lobt GOlt, ihr Christen alle gleich. denen ſoll viel Guts ge- 695. Nun geht frisch schehn, die nur allein auf deinen Wegen gehn; sei geht nach Haus; ihr Rißmein GOtt, daß dein Rath lein, regt die Bein. Ich will lenke, was ich gedenke, und dem, der uns ein und aus deine Treue mich stets begleitet, dankbar sein. erfreue. 2. Es ist fürwahr nicht 3. Lehre mich die Pil- Menschenkunst auf sichern grims- Art auf der Christen Wegen gehn. Führt uns Kreuzesfahrt recht zu Her- nicht GOtt und GOttes zen nehmen, meines Flei- Gunst, würds oftmals sches Lust zu zähmen; seltsam stehn. gieb, daß ich dich allein 3. Es ist der alte große hoch achte, nach dem, was Drach doch allzeit ohne droben ist, nur trachte, Ruh. Wohin wir geht, auf daß mein Wandel sei allzeit im Himmel, wo die Stadt uns ist bereit. Sei 4. Er sucht zu Haus, er mein Schaß, nach dem sucht zu Feld, er sucht zur ich laufe, den ich erkaufe, See und Land, er sucht nach dem ich strebe, dem ich ganz lebe. da geht er nach, und setzt uns heftig zu. uns in der ganzen Welt mit unverdroßner Hand. Chriftian Jakob Koitsch. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 5. Noch dennoch trifft er uns nicht an, sein Anschlag geht zurück, denn GOttes Bahn 694. I'namenfah vor unsers Feindes Tück. GOttes ren wir, sein Hülf und 6. Es zeucht der heilgen Gnad begehren wir; des Engel Schaar mit WafVaters Gut behut uns fen ausgerüst, und wehheut, bewahr auch unser ret hier und wehret da des Seel und Leib. Kyrieleis. Tausendkünstlers List. 2. Christus sei unser Ge- 7. Es müssen ja noch leitsmann, bleib stetig bei immerfort die Mahanaim uns auf der Bahn, und gehn, und GOttes Volk wend von uns des Feindes auf GOttes Wort zu List, auch was seinm Wort Dienst und Willen stehn. zuwider ist. Kyrieleis. 8. Was GOtt geredt, 3. Der heilge Geist auch das ist vollbracht, meint ob uns halt mit seinen Ga- Herz, sei wohlgemuth, und ben mannigfalt. Er tröst laß ja nimmer aus der und stark uns in der Noth, Acht, was dein GOtt an und führ uns wieder heim dir thut. mit GOtt. Kyrieleis. 9. Du siehst und greifft, wie Dom Lobe GOttes auf Reisen. 587 wie gut er sei dem, der Glück der Reis gieb Ebr ihn ehrt und liebt. Er und Preis des guten ziert mit Lieb, er führt GOttes Güte. mit Treu ein Herz, das ihm sich giebt. 3. Ich schlief die Nacht, GOtt hat gewacht, deß Er 10. Er trågt uns, wie, Augen allzeit offen. wenn einher schlägt Bliz, war mein Schirm, daß Hagel, Regen, Wind, kein Gesturm der Feinde ein treuer, frommer Va- mich betroffen. ter trågt sein kleines zartes Kind. 4. Wie oft wünsch ich, o Bater, dich zu preisen 11. Er deckt uns zu mit recht auf Erden; nun was seirer Hand, wie eine man kann, das nimmſt Mutter thut, in deren du an; dort wir becedter Schooß das süßte Pfand werden. der keuschen Liebe ruht. 5. Nimm mich selbst 12. Er räumt aus un- dir zum Dank dafür, ich sern Wegen weg des Un- kann dir mehr nicht geglücks scharfen Stein, und ben; ich bin schon dein, schafft, daß unsre Bahn hilf mir es sein, und gieb und Steg fein schlecht und dir selbst mein Leben. eben sein. 6. Vergieb die Schuld, 13. Er führt uns über du hast doch Huld, ob Berg und Thal, und ich schon Haß verdienet. wenns nun rechte Zeit, so Dein Kind bin ich, erführt er uns in seinen kenne mich, den auch dein Saal zur ewgen Him- Sohn verjühnet. melsfreud. 7. Dein Himmelszelt 14. Alsdann werd ich die die Menschenwelt umlebte Reis und schönste hängt an allen Enden. Du Heinfahrt thun, und nach thust noch mehr, trägst dem sauren Erdenschweiß Erd und Meer in deinen in süßer Stille ruhn. Allmacht- Handen. Paul Gerhard. Mel. Ach Gott und HErr. 696. ach auf, 8. Ich werd allein ohn dich nicht sein, weil du bist allerwegen. Bist du bei mir, so ist mit dir auch Gluck auf meinen Stegen. mein 9. Ich brauche Glück. Her;, deni hinterwärts, Viel Netz und Strick auf die Sonn ist aufgegangen; einen Wandrer lauren. nicht wie zuvor mit schwar- Dein Enoelheer leg um zem Flor der Himmel ist mich her; t.es sind die behangen. besten Mauren. 2. Das Licht erwacht, 10. Laß diese Schaar veriagt die Nacht, erwach mich der Gefahr auf treuauch, mein Gemüthe; zu er Hand enttragen, so wird fein 588 Von der Gelasſenheit. kein Stein ein Anstoß sein| Wunsch zu meinen Liedem Fuß, Roß oder Wagen. ben; dies sei ein Tag, da 11. Dein Gnadenstrahl keine Plag, kein Leid fie durch fiastre Thal ohn mög betrüben. Furcht mich machet reisen. 16. So reis ich heut Mein Stab, dein Wort, in GOtts Geleit, las mich fördert fort, an ihm keine Furcht mich rühren. kann ich mich speisen. GOtt wird mich aus und Sigismund v. Bircken12. Weg, Feindes- Rott! auch zu Haus mit Freumit mir ist GOtt, an ihm den wieder führen. Fleb ich im Glauben. Troß der Gefahr! sie soll kein Haar mir krummen oder rauben. 13. Beuch mit mir aus, 697.3 erhebet fich udir, o GOtt bleib auch zu Haus, o Vater, bei den Meinen; mein Herz, und sucht demein Weib und Kind, müthislich dein väterlich mein Hausgefind wollst Beschirmen; hilf, daß ich du mit Schuk umzäunen. sei von Sorgen frei und von des Satans Stürmen. 14. Von Haus und Hab, als deiner Gab, 2. Dein Engel sei mein abwend auch allen Scha- Reisgesell, er bringe mich den. Sei dort und hier, gesund zur Stell, und bei ihr und mir; hör, wenn ich heim gedenke, und erhör in Gnaden. sei dein Geleit zu meiner 15. Die Liebe ruft: Seit, daß mich kein UnTrag hin, o Luft, den fall frånke. Mel. Ja dich hab ich gehoffet, HErr. III. Von der Gelassenheit. duld erregt, ist in Christi Mel. JEfus, meine 3u- Grab gelegt. versich.. 3. Meine Seele sorget 698* eine See- nicht, will vielmehr an Mei le senket nichts gedenken, was gleich fich hin in GOttes Herz spitzen Dornen sticht, und und Hände, und erwartet den Frieden nur kann frånruhiglich seiner Wege Ziel ken; Sorgen hört dem und Ende, liegt fein stille, Schöpfer zu, n.eine Seenackt und bloß in des le sucht nur Ruh. liebsten Vaters School. 4. Meine Seele gråmt 2. Meine Seele murret fich nicht, liebt hingegen nicht, ist mit allem wohl zu- GOtt in Leiden; Kumfrieden; waster eigne Wille mer, der das Herze bricht, spricht, ist zum Tode schon trifft und ångstet nur die beschieden: was die Unge- Heiden; wer GOtt in dem Schoo 589 Schooße liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. 4. Dir wirds an keinem Gute fehlen, wenn du dein 5. Meine Seele klaget Herz gewöhnst und lehrst, nicht, denn sie weiß von nur GOttes Willen zu erkeinen Nöthen, hangt an wählen, und deinem eignen GOttes Angesicht auch Willen wehrst, den stets alsdarn, wenn er will sein eigne Wahl betreugt, tddten; wo sich Fleisch und so gut ihm oft sein WolBlut beklagt, wird das len deucht. Freudenlicht verjagt. Von der Gelassenheit. 5. Gieb meinem Herzen 6. Meine Seel ist still solche Stille, mein Jeſu, zu GOtt, und die Zunge bleibt gebunden: also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von GOttes Preis und Ehr. daß ich sei vergnügt mit allem, was dein Gnadenwille mit mir und meinem Leben fügt; nur nimm dich meiner Seelen an, so hab ich, was ich wünschen kann. Joh. Jos. Winckler. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 699. Befiehl dem HErren 6. Ich weiß, du thusts, fie ist die deine, und koftet dir dein theures Blut; behalt fie dir nur schön und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein: so trifft mein ganzes Wünschen ein. deine Wege, und mache dich von Sorgen los; vertraue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer noch groß, das er, zu seines Namens Preis, nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft JEsu, dir zum Eigenthum rathen lassen, da hat er mich haft erwählt, und deialles wohlgemacht. Denn nen Schafen zugezählt. was dein Denken nicht kann 8. Dir sei auch ewig fassen, das hat er långst Lob gegeben, daß du so zuvor bedacht; wie dirs unermüdet haft für mich sein Rath hat ausersehn, gesorgt in meinem Leben; so und nicht anders muß so lang ich bin der Erden es gehn. Gast, ist alles liebreich, müß und gut, was deine Schikkung mit mir thut. 7. Indeß sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon hast erwiesen, da du, mein süßer 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit, wie leicht 9. Dort werd ich deiner wird alle Noth und Plage Liebe Thaten erst preisen dir werden in der Eitelkeit, in Vollkommenheit, wenn wenn du nichts wünscheft nun mein Hoffen ist gein der Welt, als was GOtt rathen, daß ich kann in der will und ihm gefällt. Seligkeit erkennen, wie dein. Wil Von der Gelasſenheit. 590 Wille mir so gut gewest ist für und für. 5. Auf daß ich thu, was mir gebührt, und alles möge meiden, was eigen ist und mich verführt, auch von dir fann abscheiden. Ach nimm mich mir, und gieb mich dir; laß mich dir fiets ankleben, und folgen still, wohin dein Will mich führt in Tod und Leben. Henr. Catharina v. Gersdorf. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 700. Das ist ia gut, was mein GOtt will, sein Will der ist der beste; dem folge ich und bin ganz still, an ihn halt ich mich feste. Der Mel. Mein Augen liebe hilft in der schließ ich jetzt. Moth, und will den nicht 701. Dschuld du, liebe Unverlassen, der auf ihn schaut. und ihm vertraut, er wird wie schlecht wirst du geacht; ihn fest umfasſen. wie oftmals wird dein 2. So sei denn immer Thun von aller Welt verstill zu GOtt, o Seele, und lacht. Du dienest deinem vergnüget; weich nicht von GOtt, hältst dich nach ihm in Noth und Tod, es seinen Worten, darüber ist gut, wie ers füget; in höhnt man dich, und drückt Lieb und Leid sei du bereit, dich aller Orten. dich ihm zu übergeben. Er 2. Du gehst geraden hut und wacht, stets für Weg, fleuchst vor der uns tracht in deinem gan- krummen Bahn; ein anzen Leben. drer thut sich zu, und wird 3. Wo du nur bist also ein reicher Mann, vergethan, so kann dir gar mehrt sein kleines Gut, nichts fehlen. Wer ist, der füllt Kasten, Boden, dir doch schaden kann, wer Scheunen; du bleibst ein mag dir etwas stehlen? Weil armer Tropf und darbest GOtt, dein Gut, steht auf mit den Deinen. der Hut, bereit für dich 3. Du strafft der Bizu streiten? Drum freue sen Werk, und sagst, was dich ganz ianiglich jeßt unrecht sei; ein andrer und zu allen Zeiten. braucht die Kunst der sü4. So führe mich denn ken Heuchelei: die bringt immerhin, mein GOtt, ihm Lieb und Huld, und nach deinem Willen, und hebt ihn auf die Höhen; gieb mir einen solchen du aber bleibst zurück, und Sinn dasselbe zu erfüllen, mußt da unten stehen. was über mich du gnå- 4. Du sprichst: die diglich in deinem Rath be- Tugend sei der Christen schlossen; laß deine Kraft schönste Kron; hingegen und Liebessaft in mir sein hält die Welt von Reputaausgegossen: tion. Wer diese haben will, sagt Von der Gelaſſenheit. 591 sagt sie, der muß gar eben so stürzt er unter sich, und sich schicken in die Zeit, muß zu Boden liegen. und gleich den andern lebent. 5. Du rühmeft viel von GOtt, und streichst gewaltig aus den Segen, den er schickt in seiner Kinder Haus; ist denn nun dem also, so laß doch, sagt man, sehen, was dir denn ist für Guts, für Glück und Heil geschehen. 10. Das ungerechte Gut, wers recht und wohl besieht, ist lauter Centnerlaft, die Herz, Sinn und Gemüth ohn Unterlaß beschwert, Seel und Gewissen dringet, und aus der sanften Ruh in schweres Leiden bringet. 11. Was hat doch mancher mehr, als armer Leute 6. Halt fest, o from- Schweiß? Was ist und mes Herz, halt fest und trinket er? Worin besteht bleib getreu in Widerwär- sein Preis, als in getigkeit: dein GOtt der raubtem Gut und armer steht dir bei; laß diesen Wittwen Thränen, die, deine Sach handhaben, wie ein durres Land, sich schüßen, führen, so wirst nach Erquickung sehnen? du wohl bestehn und end- 12. Heißt das nun selig lich triumphiren. sein? ist das die Herrlich7. Gefällst du Menschen keit? welch ein hartes nicht, das ist ein schlechter Wort wird über solche Leut Schad; all gnug ists, wenn am Tage des Gerichts aus du haft des ewgen Vaters GOttes Thron erschallen; Gnad. Ein Mensch kann wie schändlich wird ihr doch nicht mehr, als irren, Ruhm und großes Prahfehlen, lügen; GOtt aber len fallen! ist gerecht, sein Urtheil kann nicht trügen. 13. Du aber, der du GOtt von ganzem Herzen 8. Spricht er nun: Du ehrst, und deine Füße nicht bist mein, dein Thun ge- von seinen Wegen kehrst, fällt mir wohl, wohlan, wirst in der schönen Schaar, so sei dein Herz getrost die GOtt mit Manna weiund freudenvoll; schlag det, hergehn, mit Lob und alles in den Wind, was Ehr als einem Rock geböse Leute dichten, sei still kleidet. und siehe zu, GOtt wird fie balde richten. 14. Drum saffe deine Seel ein wenig mit Ge9. Stolz, Uebermuth duld; fahr immer fort, thu und Pracht währt in die recht, leb außer SündenLänge nicht; wenns Glas schuld, halt, daß den höcham hellsten scheint, fällts sten Schaß dort in dem auf die Erd und bricht; und andern Leben des Höchsten wenn des Menschen Glück milde Hand dir werd aus am höchsten ist gestiegen, Gnaden geben. 15. Was 592 Von der Gelassenheit. 15. Was hier ist in der gen die große Bürd und Welt, da sei nur unbe- Last. müht: wird dirs ersprieß5. Geduld kommt aus lich sein, wies GOtt am dem Glauben, und hängt besten sieht, so glaube du an GOttes Wort; das läßt gewiß, er wird dir deinen sie sich nicht rauben, das Willen schon geben, und ist ihr Heil und Hort; das mit Freud all dein Begeh- ist ihr hoher Wall, da bält ren stillen. Paul Gerhard. sie sich verborgen, läßt GOtt den Vater forgen, und fürchtet keinen Fall. Mel. Don GOtt will ich nicht lassen. 702. Geduld ist euch vonnöthen, 6. Geduld seht ihr Vertrauen auf Christi Lod und wenn Sorge, Gram und Schmerz. Macht Satan Leid, und was euch mehr will tddten, euch in das Herze schneidt. Dauser wählte Zahl, soll euch kein Tod nicht tödten, ist euch Geduld vonnöthen, das sag ich noch einmal. ihr ein Grauen, so faßt sie sich ein Herz und spricht: Zürn immerhin; du wirst mich doch nicht fressen, ich bin zu hoch gesessen, weil ich in Christo bin. 7. Geduld ist wohl zu2. Geduld ist Fleisch und frieden mit GOttes wetBlute ein herb und bittres sem Rath, läßt sich nicht Kraut. Wenn unsers Kreu- leicht ermüden durch Aufzes Ruthe uns nur ein we- schub seiner Gnad, hält nig draut, erschrickt der frisch und fröhlich aus, läßt zarte Sinn; im Glück ist sich getrost beschweren, und er verwegen: fommt aber denkt, wer wills ihm wehSturm und Regen, fällt ren, ist er doch HErr im Herz und Muth dahin. Haus. 3. Geduld ist schwer zu 8. Geduld kann lange leiden, dieweil wir irdisch warten, vertreibt die lange seind, und nur in lauter Weil in GOttes schönem Freuden bei GOtt zu sein Garten, durchsucht zu ihvermeint, der doch sich klar rem Heil das Paradies der erklärt: Ich strafe, die ich Schrift, und schüßt sich liebe, und die ich hoch be- früh und späte mit eifritrübe, die halt ich hoch gem Gebete vor Satans und werth. List und Gift. 4. Geduld ist GOttes 9. Geduld thut GOtGabe und seines Geistes tes Willen, erfüllet sein Gut; der zeucht und löst Gebot, und weiß sich wohl uns abe, sobald er in uns zu stillen in aller Feinde ruht; der edle, werthe Gast Spott. Es lache, wems erlöst uns von dem Zagen, beliebt, wird sie doch nicht und hilft uns treulich tra- zu Schanden; es ist bei ihr Von der Gelaſſenheit. 593 ihr vorhanden ein Herz Mel. Wer nur den liedas nichts drauf giebt. ben GOtt läßt walten. 10. Geduld dient GOtt zu Ehren, und läßt ſich 703. Geliebter von seiner Liebe Fehren; und schlug Verlangen geht bloß nach er noch so sehr, so ist sie meiner Ruhe hin; wie bist doch bedacht, sein heilge du mir nicht nachgegangen, Hand zu loben, spricht: eh ich dein Schäflein worDer im Himmel droben den bin. O mach mich, hat alles wohl gemacht. liebstes JEsulein, dir ferner ganz gelassen sein. 11. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jah- 2. Du weißt ja, was re Zahl, vertreibt und mich mißvergnüget, du dampft daneben, manch weißt, mein JEsu, was mir Angst und Herzensqual; fehlt, und was mir auf ist wie ein schönes Licht, dem Herzen lieget und davon, wer an ihr hanget, meine arme Seele quält; mit GOttes Hülf erlanget doch laß mich nur bei ein fröhlichs Angesicht. aller Pein, dir, Liebster, ganz gelassen sein. 12. Geduld macht große Freude, bringt aus dem 3. Wird schon die Seele Himmelsthron ein schö- sehr gesichtet, muß gleich nes Halsgeschmeide, dem der Leib in Aengsten gehn, Haupt ein edle Kron und wenn sie die Lust und königlichen Fut; stillt der Furcht ansichtet, und stets Betrübten Thränen, und in Unruh müssen stehn: füllt das heiße Sehnen so laß, o JEsu, nur almit rechtem guten Gut. lein mein Geist in dir 13. Geduld ist mein gelassen sein. Verlangen und meines 4. Ich lauf, ich renn, Herzens Lust, nach der ich ich bet, ich inge, um los oft gegangen; das ist dir zu sein der Eitelkeit, und wohl bewußt, HErr, voller doch in keinem dieser DinGnad und Huld. Ach gieb ge erlang ich die Gelassenmir und gewähre mein heit. War aber nur mein Bitten, ich begehre nichts Wille rein, so könnt ich anders als Geduld. auch gelassen sein. 14. Geduld ist meine 5. Es ist ja kein verBitte, die ich sehr oft und gnügter Leben, als bloß viel aus dieser Leibeshütte im Willen JEsu ruhn, zu dir, HErr, schicken und unsern eignen Willen will. Kommt dann der geben in JEsu Wirker, lebte Zug, so gieb durch Willn und Thun; dram deine Hände auch ein ge- zieh mich, Liebster, in Sich duldigs Ende, so hab ich ein, und mach mich ganz alles gnug. Paul Gerhard. gelassen sein. 6. So 594 Von der Gelaffenheit. 6. So will ich mir denn ster werden, und zu deinun absterben: komm, nem Besten schauen. Er Schöpfer, komm, ver- weiß dein Leid und heimschling mich nur: stürz lichs Gramen, auch weiß all mein Eignes ins Ver- er Zeit, dirs zu benehmen. derben, tödt alle Lust zur Gieb dich zufrieden. Kreatur. Nur laß mich, liebstes JEsulein, dir ganz und gar gelassen sein. In eigener Melodie. 704. Stet 5. Er hört die Seuffer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du GOtt ieb dich zu- gar kühnlich sagen; er ist frieden und nicht fern, steht in der sei stille in dem GOtte Mitten, hört bald und deines Lebens; in ihm gern der Armen Bittent. ruht aller Freuden Fülle, Gieb dich zufrieden. ohn ihn mühst du dich 6. Laß dich dein Elend vergebens. Er ist dein nicht bezwingen, halt an Quell und deine Sonne, GOtt, so wirst du siegen; scheint täglich hell zu dei- ob alle Fluten einher ginner Wonne. Gieb dich gen, dennoch mußt du oben zufrieden. liegen; denn wenn du wirst 2. Er ist voll Lichtes, zu hoch beschweret, hat Trost und Gnaden, un- GOtt, dein Fürst, dich gefärbten treuen Herzens; schon erhöret. Gieb dich wo er steht, thut dir ket- zufrieden. nen Schaden auch die 7. Was sorgst du für Pein des größten Schmer- dein armes Leben, wie dus zens; Kreuz, Angst und halten wollst und nähren? Noth kann er bald went- Der dir das Leben hat den, ja auch den Tod hat gegeben, wird auch Uner in Hånden. Gieb dich terhalt bescheren. Er hat zufrieden. ein Hand voll aller Ga3. Wie dirs und andern ben, da See und Land oft ergehe, ist ihm wahrlich sich muß von laben. Gieb nicht verborgen. Er sieht dich zufrieden. und kennet aus der Hd- 8. Sprich nicht: Ich be der betrübten Herzen sehe keine Mittel, wo ich Sorgen. Er zählt den such, ist nichts zum besten; Lauf der heißen Thränen, denn das ist GOttes Chund fast zu Hauf all un- ren- Titel, helfen wenn ser Sehnen. Gieb dich die Noth am größten. zufrieden. Wenn ich und du ihn 4. Wenn gar kein ein- nicht mehr spüren, da ger mehr auf Erden, dessen schickt er zu, uns wohl zu Treue du darfst trauen, führen. Gieb dich zufrieden. alsdann will er dein Treu- 9. Bleibt gleich die Hülf Von der Gelaſsenheit. 595 Hilf in etwas lange, mal der Lod Herspringen, wird sie dennoch endlich und aus der Qual uns kommen. Macht dir das sämmtlich bringen. Gieb Harren angst und bange: dich zufrieden. glaube mir, es ist dein 14. Er wird uns bringen Frommen. Was langsam zu den Schaaren der Erschleicht, faßt man gewis- wählten und Getreuen, ser, und was verzeucht, die hier mit Frieden abgeist desto süßer. Gieb dich fahren, sich auch nun am zufrieden. Friede freuen; da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufriedett. Paul Gerhard 10. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dich ten; laß sie nur immer weidlich spotten, GOtt wirds hören und recht In eigener Melodie. richten. It GOtt dein 705. Gott ist ge und deiner treu, der chen, was kann dein Feind, über meine Kräfte mich der Mensch, groß machen? armes Kind noch niemals Gieb dich zufrieden. hat versucht: vielleicht geschiehts, daß er die Angstgeschäfte des Trauergeists noch diesen Tag verflucht. Mein Herz, du sollst es 11. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht et- sehen, was dir für Hülfe was fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Piagen. Gieb dich zufrieden. sei in kurzer Zeit geschehen. GOtt ist getreu. 2. GOtt ist getreu in allen seinen Werken; macht er mir gleich die Bürde wieder allein 12. Es kann und mag noch so schwer, so kann er nicht anders werden, alle mich dabei noch Menschen müssen leiden; stärken, von ihm was webt und lebet auf kommt Trost und Labsal der Erden, kann das Un- her; und wenn die Zeit vorglück nicht vermeiden. Des handen, so machet er mich Kreuzes Stab schlägt un- frei von allen Jammersre Lenden bis in das Banden. GOtt ist getreu. Grab, da wird sichs en- 3. GOtt ist getreu, dem den. Gieb dich zufrieden. hält jetzt meine Seele sein 13. Es ist ein Ruhetag theures Wort mit festem vorhanden, da uns unser Glauben für: Kommt, ſuGOtt wird lösen. Er wird chet mich in eurer Kumuns reißen aus den Ban- merhöhle. Drum kommt den dieses Leibs und al- dein Kind, und sucht dich lem Bösen. Es wird ein mit Begier; du kannst mich 596 Von der Gelassenheit. mich nun nicht lassen, ich noch lachen. GOtt ift sag es ohne Scheu, du getreu. wirst dich selbst nicht hassen. GOtt ist getreu. Mel. Wer nur den lie4. GOtt ist getreu, er ber GOtt läßt walten. fößet ſeine Kinder im Zor- 706. Gott weiß es ne nicht von alles wohl hin; er zeucht von uns, sind zu machen, als der nichts wir gleich große Sünder, Böses je gethan; wer nur die Hand nicht ab, so red- sein Weinen und sein Lalich ist sein Sinn. Drauf chen nach GOttes Fügung kann und will ich wetten, fügen kann, der hält im die Noth sei, wie sie sei, er Glück und Unglück still, wird mich doch erretten. und will, was GOttes GOtt ist getreu. Wille will. 5. GOtt ist getreu, der 2. Kann doch kein Unfall wird mir Trost verschaf- mir begegnen, es sei denn fen, wenn gleich der Trost GOttes Will dabei; auch bei allen Menschen fehlt; kann mich niemand anders er wird den Geist, der segnen, als meines Schömich mit Trauer- Waffen pfers Vatertreu; so gehe so jammerlich bis auf die Seele quält, gar ferne von mir treiben; ich aber werde frei bei meinem JEsu bleiben. GOtt ist getreu. mirs wohl oder trub, geliebts nur GOtt, ist mirs auch lieb. 3. Zwar zähle ich wohl tausend Proben von meines 6. GOtt ist getreu, er Schöpfers Gütigkeit, die mags auch mit mir machen, ich nicht alle weiß zu loben so wunderlich und scharf er in meiner Unvollkommenimmer will; läßt er auf heit; daraus ich sicher schliemich gleich alle Wetter kra- ßen kann: Was GOtt thut, chen, er hat es macht, ich das sei wohlgethan. halte willig still; ja, will 4. Ergößen mich die er mich gleich tödten, so Freudenzeiten, beherrsche sag ich doch dabei: GOtt ich des Glückes Schooß, hilft aus allen Nöthen. dann schadet nicht zu ZeiGOtt ist getreu. ten leiden, es würde sonst 7. GOtt ist getreu, und der Muth zu groß; auch Troß sei euch, ihr Teufel, pruft so GOttes Prüfedaß ihr dies Wort aus mein echt bewährte nem Herzen kraßt; ihr brin- Christen setn. det mir den Trost in keinen 5. Drum n ch ich Zweifel, und wenn ihrgleich mir in Kreuz und fe von Grimm und Zorne Geduld und Demuth plaßt. Das Bischen Trau- derzeit, womit ich mich rigmachen geht endlich doch gehorsam schicke zu wahvorbei, o wie will ich rer GOttgelassenheit, und ach Von der Gelasſenheit. 597 achte weder Wohl noch| lich, deinem GOtt ist nichts Weh, wenn ich in GOttes zu viel. Gnaden steh. 707. Gott In eigener Melodie. Ott wills machen, daß die Sachen gehen, we es heilsam ist. Laß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei JEsu bist. 2. Wer sich kränket, weil er denket, JEsus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verachter, GOtt, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubenspflicht. 9. Seine Wunder find der Zunder, da der Glaube Funken fångt. Alle Thaten sind gerathen, jedesmal wie ers verhängt. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hülf mit Macht herein; und dein Gråmen zu beschämen, wird es unversehens sein. 11. Eignen Willen zn erfüllen, leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Noth und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum, wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willens- Ruh; auf 4. Im Verweilen und das Wollen fällt dem Solim Eilen bleibt er stets ein len die Vollbringungskraft Vaterherz; laß dein Wei- bald zu. nen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 13. Mehr zu preisen find die Weisen, die schon in der Uebung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 6. Laß dir süße sein die Küsse, die dir JEsu Ru15. Die da weichen und the giebt. Der sie führet das Zeichen ihres Brautiund regieret, hat nie ohne Frucht betrübt. gams verschmähn, müssen laufen zu den Haufen, die zur linken Seiten stehn. 7. Willst du wanken in Gedanken, fall in die Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen HErr ist fiber Leid und Freud. 16. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres JEsu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 8. GOttes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen 17. Amen, Amen! in hat kein Ziel. Its be- dem Namen meines JEsu schwerlich, scheints gefähr- halt ich still; es geschehe und 598 Von der Gelassenheit. und ergehe, wie und wann| merklich spüren in mir deine und was er will. Joh. Dan. Herrnschmid. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Gegenwart, und willst du mich also führen, daß, ob ich bei deinem Wort dich du dich gleich stellst hart, faß, auch des Abends nicht Err, besänf- ablaß, deine Wahrheit hoch tige mein zu preisen, und getrost mich 708. Hert Herze, mach es von Ge- zu erweisen. danken los, daß es in Geduld verschmerze, wenn es steht von Freuden bloß. Meinen Willen lenke so, daß ich stille sei und froh, ob du gleich dein Licht verbirgest, meinen Eigensinn erwürgest. 6. Gieb mir, daß ich dennoch hange an dem Eidschwur deiner Treu, daß dein Will gescheh, verlange, und mich auch hierinnen freu, daß mirs geht, wie dirs gefällt, weil mich doch dein Wort erhält. Nimmermehr wird der verlassen, der recht lernet JEsum fassen. 2. Laß mich sein fest angeheftet mit dir an dem Kreuzes- Baum, damit tåglich mehr entkräftet werd 7. Meiner Seel zwar die Sünd, und fasse Raum trefflich schmecket deine in mir deines GeistesStärk, Gut und Freundlichkeit; zu vollführen solche Werk, krümmt sich aber, wenn die aus Liebe zu dir flie- sie lecket aus dem Kelch Ben, sich als Glaubens- der Traurigkeit. Drum, ftröm ergießen. So o JEsu, lehre sie durch 3. Mein verkehrter Fleischeswille müsse angenagelt sein, daß er sterb und werde dein Beispiel je und je, daß sie beides gleich gewohne, sich nicht übrig stille, was an mir noch hei- lieb noch schone. Bet mein. Dein Will, der 8. Besser ist doch nichts allein ist recht, muß der zu finden, das da lieb und meine werden schlecht, daß müßlich sei, als ein Herz, ich, was du willst, beliebe, leide, preise, woll und übe. das sich tann binden an den Willen GOttes frei, 4. So oft mich Gedan- das in ihm ist ganz gestillt, ken schrecken, die nicht sind und aus dem dies einzge zu dir gericht, und nur Un- quillt: Bater, dein, dein gemach erwecken, so zer- Wohlgefallen ist das mein theil, o ewig Licht, dies Ge- und bleibts in allen. wolk und Herzens- Nacht, 9. Zwar Vernunft und treib es aus durch deine Fleisches- Fühlen streiten Macht; laß indeß mich ru- wider diesen Sinn, laufen big siehen, bis dein Geist fort und fort wie Mühlen, sie wird verwehen. wollen über GOtt nochhin; aber wenn der Glaubens5. Kann ich nicht so dia geist Von der Gelasſenheit. 599 geist in der Kraft sie schwei- recht durchdringen meine gen heißt, müssen legen sich Seel deins Kreuzes Kraft, die Wellen, Fleisch, Ver- siegreich alles umzubrinnunft zur Ruh sich stellen. gen, was das Fleisch will, wirkt und schafft; tödte durch dein Tod und Blut alles Bis, erweck den Muth, můßig aller Sünd nen, der einstellt, was sie zu gehen, dir zu Ehren verstieß. Nein, dein Nam aufzustehen. und Wunderthat, deine 10. Wär doch dies kein GOtt zu nennen, der Vernunft sich fassen ließ, und sein Werk von ihr erken15. daß doch mein Werke, Weg und Rath, Geist sich schwange tief in großer GOtt, weißt du deine Lebensquell, unter zu richten über Sinn, Vernunft und Tichten. sich das Irdisch zwänge, dir allein vergönnt die Stell, daß er fest mit dir vereint, wie du wolltest, dacht und meint, dir im Glauben heilig lebte, oben in dem Himmel schwebte. 11. Nur im Glauben kann man sehen dich, der du im Dunkeln bist. Fleisch und Blut kann nicht verstehen, was an dir das Kleinste ist. Aber wer, o GOtt, dich kann bloß im Glauben schauen an, siehet deine Güte walten, dabei wollst du mich erhalten. 16. Sollte das nicht einem Herzen schön, sanft, wohl und lieblich thun, wenn es, stund es gleich in Schmerzen, könnte so 12. Eins will ich mir in Esu ruhn? Wår es noch ausbitten, ich weiß, doch schon in der Zeit als du versagst mirs nicht: im Himmel und in Freud. Wenn mich stellen in die n nichts würd es sich Mitten meine Feind, die verlieben, und um nichts zugericht, mich von dir zu sich mehr betrüben. trennen ab, und zu rauben, 17. Drum fleh ich und was ich hab: eile du mir bitte heftig dich, mein liebbeizuspringen, laß ihr Tücke stes Brüderlein, ei laß nicht gelingen. mein Gebet so kraftig, und 13. Schwach und doch mich hier so selig sein, betrüglich finde ich mein daß ich nur allein dich lieb; eigen Fleisch und Blut; deinen Geist dazu mir was ihm lüftet ist nur gieb, der mich solches Sünde, fliehet das, was gründlich lehre, von der recht und gut; in ihm Welt zu dir mich fehre. wohnet allezeit Hochmuth, 18. Dann muß fichs wohl Heucheln, Furcht und lassen sterben, wenn die Neid; aber dein Geist Seel in JEsu steckt; wo kann dies dampfen, und viel Güter sind zu erben, ist in mir dagegen kämpfen. man bald dazu erweckt. 14. Drum so laß einst Aus der Erd in Himmel ein Von der Gelassenheit. 600 ein, laß mir einen Wechsel sein. Sollte wohl sich der Mel. Aus tiefer Noth sehr krånken, dem man schrei ich zu dir. wollte Kronen schenken? 19. Meinen Kelch, den 709. HErr, wie du so ich soll trinken noch zuletzt schicks mit mir im Leben an meinem End, wirst du und im Sterben; allein nebst einm Gnadenwinken zu dir steht mein Begier, segnen durch der Engel laß mich, HErr, nicht verHand; zu dem Trunk auch derben. Erhalt mich nur stårken mich, daß ich den- in deiner Huld, sonst, wie noch sanftiglich fahre heim, du willst; gieb nur Geohn alles Zagen, als auf duld, denn dein Will ist der meines Vaters Wagen. beste. 20. Dann wirds heißen: 2. Zucht, Ehr und Treu Komm, willkommen! dann verleih mir, HErr, und wirds an ein Küssen gehn. Lieb zu deinem Worte; beWas ich dir gesagt, du but mich, HErr, vor falFromme, siehe, ist es nicht scher Lehr, und gieb mir geschehn? Bist du nun hier und dorte, was mir nicht engelrein? Könnt der dienet zur Seligkeit; wend Himmel schöner sein? Bin ab all Ungerechtigkeit in ich, GOtt, nicht lauter meinem ganzen Lebent. Liebe? Ist auch was, das dich betrübe? 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser 21. O was Freud, was Welt abscheiden, verleih für Ergößen muß sein in mir, HErr, nur deine Gnad, der Seligkeit über das, daß es gescheh mit Freuwas davon schwätzen wir den. Mein Leib und Seel in Schwach- und Dun- befehl ich dir, o HErr, ein kelheit; tausend, tausend, seligs End gieb mir durch tausendmal schöner wirds JEsum Christum. Amen. sein überall. Könnt man Caspar Melissander. doch nur Flügel kriegen, und gleich jezo bald hin- Mel. Wer nur den liefliegen. ben Gott läßt walten. Doch ich muß und 710. hem wohl will erwarten diesfalls die Entbindungs- Stund, bis zufrieden, befind mich ruins Paradieses Garten mich hig und vergnügt, weil ich ruft meines JEsu Mund; hab GOttes Lieb hienieso lang will gedulden mich den, mein JEsus mir im hier auf Erden, bis das Herzen liegt, der heilae ich nach des Vaters Wil- Geist mich lehrt und lett, len scheide. und GOttes Wort mein dazu bereite. Herz erfreut. JEsu, mich Johann Caspar Schade. 2. Es troßt mein Herz in Von der Gelaſsenheit. 601 in meinem Leibe auf GOtt, ner mein, dieweil er dein weil ich sein eigen Kind. beginnt zu sein. Troß dem, der mich von thm abtreibe! es sei Welt, 2. Willst du mich auf das Siegbett legen? Ich Satan oder Sünd: GOtt will. Soll ich in Mangel ist mein alles ohne Trug, Ich habe GOtt und hab genug. sein? Ich will. Soll sich ein Unfall regen? Ich will. Und willst du, daß ich wein? Ich will. Und gtebft du mich dem Tod? Ich das Leben gar der Tod, will. Dein Will gescheh, ich bins zufrieden, weil es o GOtt. wendet zu meinem Besten 3. Soll Leid für Freud mir sein gesendet, und für 3. Willst du mich in den alles GOtt; wie GOtt Himmel bringen? HErr, will, so ist auch mein Will, dies ist meiner Wünsche wie er es macht, so schweig ich still. Füll! Soll mich die Hölle noch verschlingen? Ich 4. Um mich hab ich mich weiß, HErr, das ist nicht ausgekümmert, die Sorge dein Will; daß dein Will ist auf GOtt gelegt; ob so nicht wollen sollt, hat Erd und Himmel gleich deines Sohnes Tod gezertrümmert, so weiß ich wollt. doch, daß er mich trågt; 4. Sein Tod erklärt und wenn ich habe meinen mir deinen Willen, dein GOtt, so frag ich nichts Will ist, daß ich heilig nach Noth und Tod. set. So will ich zwar, 5. GOtt, einen solchen doch das Erfüllen verhinSinn laß haben mich jetzt dert leider mancherlei: und bis ins Grab hineti: bald will sich Unwill menmit deinen Leid- unv Freu- gen ein, bald Muthwill dengaben, wie du fie giebst, mein Beherrscher sein. zufrieden sein, und spüren die Vergnüglichkeit zur Le- was bens- und zur Sterbenszeit. Bis 5. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzb.- Rudolft. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Nicht so, mein Herz, GOtt dir giebet, oder Guts nimm willig an. Weg Eigenwill! was GOtt beliebet, das sei mit Lust von mir gethan. Ja, ja, mein Herz ruht sanft und still, es wählt, es will, was 711. di, mein mein Gott will. ch bin mit GOtt, zufrieden, und halte deinem Willen still. Was deine Güte mir beAndreas Ingolftätter. In eigener Melodie. habe grug Mein HEr Will, der zwar nicht fer- ist JEsus Christ, ich weiß 26 von ſchieden, damit vergnüget 712. ch fich mein Will: mein J% 602 Von der Gelasſenheit. von keinem mehr; wer will Leib und Seele deknur sein Knecht und treu- ken. Ich habe gnug. er Diener ist, der forget 6. Ich habe gnug. Mein nicht so sehr. Ich will treuer Vater sieht, er siehet ganz meinem GOtt an- immer scharf auf mich, hangen, und nicht mehr sein Kind, auf dies, was nach der Welt verlangen: mein Gemüth, was Seel so hab ich gnug. und Leib bedarf. Drum 2. Ich habe gnug. Ich laß ich Wald und Vögel bin der Sorgen los, und sorgen, bekümmre mich gar Frånke nicht das Herz. nichts um morgen: heut Ich bin vergnügt, und hab ich gnug. fit in GOttes Schooß, 7. Ich habe gnug, und der lindert allen Schmerz. sorge für den Geist, das Ich sorge nicht mehr für Andre fällt mir zu; nur mein Leben, der Höchste GOttes Reich, das JEkann mir alles geben: ich sus suchen heißt, dies giebt habe gnug. mir wahre Ruh; ich trach3. Ich habe gnug te nur des Vaters WilGOtt, der die Bögel len in Kraft des Geistes speist, und alle Welt er zu erfüllen; drum hab nährt, GOtt, der das ich gnug. Gras und Blumen wach- 8. Ich habe gnug. Ich sen heißt, und ihnen lieg an JEsu Brust und Schmuck beschert, der GOttes Vaterherz; was wird auch meinen Leib will ich mehr? Das gieernähren, Nahrung und bet mir nur Lust, durchKleider mir bescheren: ich süßet meinen Schmerz. habe gnug. Den Himmel hab ich 4. Ich habe gnug. Be- schon auf Erden, was will fiß ich schon nicht Gold, in jener Welt noch weres gilt mir alles gleich; den? Ich habe gnug. ich habe GOtt, und bin schon auf der Welt in Mel. Was mein Gott allen Stücken reich; denn will, das gscheh allzeit. JEfus ist mein Schaß 713. Gottes Jah ch hab in und Krone, der mir den Himmel giebt zum Lohne. Ich habe gnug. Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben; was 5. Ich habe gnug. Be- bdse scheint, ist mir Geschert mir GOtt ein Kleid, winn, der Tod selbst ist und läßt mirs wohl er mein Leben. Ich bin ein gehn, so ist es gut; kommt Sohn deß, der den Thron aber auch die Zeit, daß des Himmels aufgezogen; ich soll öde stehn: die ob er gleich schlägt, und Blöße muß mich nicht Kreuz auflegt, bleibt ooch erschrecken, mein GOtt sein Herz gewogent. 2. Das Von der Eelassenheit. 603 2. Das kann mir fehlen Glück und Heil beschwenimmermehr, mein Vater ret; hast spät und früh viel muß mich lieben; wenn Sorg und Müh, an deier mich auch gleich wirft nen Wunsch zu kommen, ins Meer, so will er mich und denkest nicht, daß, was nur üben und mein Ge- geschicht, gescheh zu deimüth in seiner Gut ge- nem Frommen. wöhnen fest zu stehen. 7. Fürwahr, der dich Halt ich dann Stand, weiß geschaffen hat, und ihm seine Hand mich wieder zur Ehr erbauet, der hat zu erhöhen. schon längst in seinem Rath 3. Ich bin ja von mir ersehen und beschauet aus selber nicht entsprungen, wahrer Treu, was diennoch formiret. Mein GOtt lich sei dir und den Deitsis, der mich zugericht, an nen allen; laß ihm doch Leib und Seel gezieret, zu, daß er nur thu nach der Seelen Sib mit Sinn seinem Wohlgefallen. und Wik, den Leib mit 8. Wenns GOtt gefällt, Fleisch und Beinen. Wer so kanns nicht sein, er wird so viel thut, deß Herz dich letzt erfreuen; was du und Muth kanns nimmer jetzt nennest Kreuz und böse meinen. Pein, wird dir zum Trost 4. Woher wollt ich mein gedeihen. Wart in Geduld, Aufenthalt auf dieser Erd die Gnad und Huld wird erlangen? Ich wärr lång- sich doch endlich finden; stens todt und kalt, wo all Angst und Qual wird mich nicht GOtt umfan auf einmal gleichwie ein gen mit seinem Arm, der al- Dampf verschwinden. les warm, gesund und fröh- 9. Das Feld kann ohne lich machet. Was er nicht Ungestüm gar keine Früchhålt, das bricht und fällt; te tragen: so fällt auch was er erfreut, das lachet. Menschen- Wohlfahrt üm 5. Zudem ist Weisheit bei lauter guten Tagen. und Verstand bei ihm ohn Die Aloe bringt bittres alle Maaßen; Zeit, Ort Weh, macht gleichwohl und Stund ist ihm be- rothe Wangen; so muß kannt, zu thun und auch ein Herz durch Angst und zu lassen. Er weiß, wann Schmerz zu seinem Heil Freud, er weiß wann gelangen. Leid uns, seinen Kindern, 10. Ei nun, mein GOtt, diene; und was er thut, so fall ich dir getrost in ist alles gut, obs noch so traurig schiene. deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis 6. Du denkest zwar, wenn an mein letztes Ende, wie du nicht hast, was Fleisch du wohl weißt, daß mei und Blut begehret, als seinem Geist dadurch sein mit einer großen Last dein Nuß entstehe, und deine 26* Ehr 604 Von der Gelaffenheit. Ehr je mehr und mehr an, was doch GOtt selbst sich in ihr selbs. erhöhe. erwählet. 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit 4. So fångt auch oft ein weiser Mann ein guFreuden; tes Werk zwar fröhlich an, solls aber Kreuz und Ln- und bringts doch nicht zu glück sein, will ichs ge- Stande; er baut ein Schloß duldig leiden. Soll mir und festes Haus, doch allhier des Lebens Thür nur auf lauterm Sande. noch ferner offen stehen: 5. Wie mancher ist in wie du mich führst und seinem Sinn fast über führen wirst, so will ich Berg und Spizzen hin, gern mitgehen. und eh er sichs versiehet, 12. Soll ich dann auch so liegt er da, und hat des Todes Weg und nnsire sein Fuß vergeblich sich Straßen reisen, wohlan, bemühet. so tret ich Bahn und Steg, 6. Drum, lieber Vater, den mir dein Augen wei- der du Kron und Zepter sen. Du bist mein Hirt, trågst im Himmelsthron, der alles wird zu solchem und aus den Wolken bliz Ende kehren, daß ich ein- zest, vernimm mein Wort mal in deinem Saal dich und höre mich vom Stuhewig möge ehren. le, da du sißest.. Paul Gerhard. Mel. In dich hab ich gehoffet, HErr. 714. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket, und ch weiß, mein da der rechten Weisheit GOtt, daß Kraft durch deine Kraft all mein Thun und Werk erwecket. auf deinem Willen ruhn, 8. Gieb mir Verstand von dir kommit Glück und aus deiner Höh, auf daß Segen; was du regiert, ich ja nicht ruh und steh das geht und steht auf auf meinem eignen Wilrechten guten Wegen. len; sei du mein Freund 2. Es steht in feines und treuer Rath, was Menschen Macht, daß sein gut ist, zu erfüllen. Rath werd ins Werk ge- 9. Pruf alles wohl, bracht, und seines Gangs und was mir gut, das gieb sich freue; des Höchsten mir ein; was Fleisch und Rath, der machts allein, Blut erwählet, das verdaß Menschenrath gedeihe. wehre. Der höchste Zweck, 3. Oft denkt der Mensch das beste Theil sei deine in seinem Muth, dies oder Lieb und Ehre. jentes jei ihm gut und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich ner 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiSeelen Sonn und Zier, Von der Gelassenheit. 605 Zier, gefallen und belie17. Du bist mein Vaben; was dir zuwider, laß ter, ich dein Kind, was mich nicht in Werk und That verüben. ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller 11. Jsts Werk von Gnuge. So hilf nun, daß dir, so hilf zu Glück, ich meinen Stand wohl ists Menschen- Thun, so halt und herrlich siege. treibs zurück, und andre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun je mehr und ihm selbst in kurzem zu mehr aus hocherfreuter zerrinnen. Seelen vor deinem Volk Paul Gerhard. 12. Sollt aber dein und aller Welt, so lang und unser Feind an dem ich leb, erzählen. was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rachen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt du zu mir und mache leicht, was Wonne, JEsu, meine beste mir sonst fast unmöglich Lust, JEsu, meine Freudeucht, und bring zum densonne, JEsu, dir ist guten Ende, was du selbst ja bewußt, wie ich dich so angefangen hast durch herzlich liebe, und mich ohWeisheit deiner Hände. ne dich betrübe; drum, o 14. Ist gleich der An- JEsu, komm zu mir, und fang etwas schwer, und bleib bei mir für und für. muß ich auch ins tiefe 2. JEsu, mein Hort Meer der bittern Sorgen und Erretter, JEsu, meine treten, so treib mich nur Zuversicht, JEsu, starker ohn Unterlaß zu seuf- Schlangentreter, Jesu, zen und zu beten. meines Lebens Licht, wie Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 715. J Esu, meiner Seelen 15. Wer fleißig betet verlanget meinem Herzen, und dir traut, wird al- JEsulein, nach dir mit les, da ihm sonst vor graut, Schmerzen; komm, ach mit tapferm Muth bezwin- fomm, ich warte dein, gen; sein Sorgenstein wird komm, o liebstes JEsulein. in der Eil in tausend Stücke springen. 3. Kömmst du? Ja, du kömmst gegangen, JEsu, 16. Der Weg zum du bist schon allhier, klo= Guten ist fast wild, mit pfest stark und mit VerDorn und Hecken ausge- langen an an meines Herfüllt; doch wer ihn freu- zens Thür; bleib doch nicht dig gehet, kommt endlich, so draußen stehen; willst HErr, durch deinen Geist, du wieder von mir gehen? wo Freud und Wonne Ach ich lasse dich durchaus stehet. nicht 606 Von der Gelasſenheit. nicht weggehn von meinem den gut- und bösen Tagen, Haus. 4. Ei warum sollt ich dich lassen, JEsu, wieder daß er mir mein Kreuz helf tragen. Weil er ist mein Weg und Licht, laß ich von mir gehn? Meine meinen JEsum nicht. 9. Ich sol't in der Höllen liegen immerfort und Wohne doch in ohne Zahl, und mich wie Wohlfahrt müßt ich hassen, wenn ich ließe dies geschehn. meinem Herzen, so muß ein Schlachtschaf biegen alle Noth und Schmerzen in dem Schwefelpfuhl und weichen alsobald von mir, Qual; ja, der Tod sollt wenn du, JEsu, bist allhier. ewig nagen mein Gewissen 5. Ach nun hab ich end- und mich plagen: JEsus lich funden den, den meine aber reißt mich raus aus des Satans Folterhaus. Seele liebt, der sich mit mir hat verbunden, und sich selbst für mich hingiebt. Den wiil ich nun fest umfassen, und durchaus nicht von mir lassen, bis er mir den Segen spricht; meinen JEsum laß ich nicht. 10. JEsus hat durch seine Wunden mich gesund gemacht und heil; daran den ich alle Stunden, drum ist er mein bestes Theil; denn durch seinen Tod und Sterben macht er mich zum Himmelserben, und das glaub ich sicherlich: JEsus machet selig mich. 6. Wohl mir, daß ich JEsum habe! O wie feste halt ich ihn, daß er mir mein Herze labe, wenn ich Frank und traurig bin; 11. O wie sollt ich JEJEsum hab ich, der mich sum lassen, weil er mir so liebet, und sein Leben für wohl gethan, und mich von mich giebet; ach drum laß der breiten Straßen hat ich FÉsum nicht, wenn mir geführet himmelan! JEgleich das Herze bricht. sum will ich immer lieben 7. Muß ich alles gleich in den Freuden und Beverlassen, was ich hab in trüben; JEsum laß ich dieser Welt, will ich doch nicht von mir, weil ich im Herzen fassen meinen leb auf Erden hier. JEsum; der gefällt mir 12. Wenn die Welt mit vor allen andern Schätzen, ihren Neben mich zu Boan dem ich mich kann er gößen; er ist meine Zuversicht, meinen JEsum laß ich nicht. den fällen will, und die andern sich ergößen an derselben Affenspiel, will ich meinen Esum fassen in den Arm, und ihn nicht lassen, bis daß ich mit ihm zugleich herrschen werd im Himmelreich. 8. Ach wer wollte Esum lassen? JEsum laß ich nimmermehr; andre mögen JEsum hassen, JEsum ich allein begehr in 13. Demnach mögen att Von der Gelasſenheit. 607 andre weiden sich in dieser Wonne. O, drum laß ich Eitelkeit, mich soll nichts JEsum nicht aus dem von JEsu scheiden und der Herzen und Geficht. ewgen Seligkeit, die mir JEsus hat erworben, da er für mich ist gestorben; Höllen Zwang; drum wird drum, o Welt, fahr immer hin, wenn ich nur bei JEsu bin. er mich auferwecken durch Posaunen- Hall und Klang, da ich dann erneuert wer14. Wenn ich nur kann de auferstehen aus der JEsum haben, nach dem Erde, JEsum schauen von andern frag ich nicht. Er Gesicht: meinen JEsum kann meine Seele laben laß ich nicht. und ist meine Zuversicht; 19. Ach wie wird mich in den letzten Todeszügen, JEsus herzen, meiner Auwenn ich hůlflos da muß gen Trost und Licht, alle liegen, und mir bricht der Thränen, alle Schmerzen Augen Licht, laß ich mei- wischen von dem Angenen Esum nicht. sicht, und mit großem Ju18. JEsus ist der Feinde Schrecken, JEsus ist der 15. Sollt ich meinen JE- biliren mich zur Himmelssum lassen? Er wird in freud einführen; drum so der letzten Noth auf der höret alle her: Esum laß finstern Todesstraßen bei ich nimmermehr. Martin Janus. mir stehen, wenn der Tod seine Grausamkeit ausübet, und die Meinigen Met. Allenthalben wo ich gehe. betrübet, und der Teufel mich anficht. Meinen JEsum laß ich nicht. 716. Esu, meiner Seelen Le16. Esum nur will ben, dem ich mich zum ich lieb haben, denn er Dienst ergeben, welchem übertrifft das Gold und auch der tieffte Grund alall andre theure Gaben; ler Herzen klar und kund: so kann mir der Sünden 2. Du, HErr, prüfest Sold an der Seele gar meine Sinnen, Reden, nicht schaden, weil sie Schweigen und Beginvon der Sünd entladen; nen; alles übertrågest du, wenn er gleich den Leib was ich vor- und nachersticht, laß ich dennoch her thu. JEsum nicht. 3. Ach ich wünsche dei17. JEsus bleibet meine nen Willen nur vor allem Freude, meines Herzens zu erfüllen; o steh diesem Trost und Saft; JEsus Vorsatz bei, mach mich steuert allem Leide, er ist eignen Willens frei. meines Lebens Kraft, mei- 4. Gieb mir Kräfte, daß ner Augen Lust und Sonne, in allen mir dein Wollen meiner Seelen Schatz und mag gefallen, so in Freudent Von der Gelaffenheit. 608 den als in Leid, so in Zeit als Ewigkeit. 13. Muß ich betend in den in Wehen gleichwohl 5. Stets nach deinem hülflos von dir gehen, Willen fireben heißt den bleibet endlich dies mein Engeln ähnlich leben, und Ziel: ich will nichts, was kann auch in Höllenpein GOtt nicht will. glaubger Seelen Labsal fein. nincsene 14. Schickest du mir Schmach und Bande, Ket= 6. Da hingegen sein ten, Fesseln, Hohn und Begehren nicht in deinen Schande, ja was årgers Willen kehren, bracht auch auszustehn, dein Will soll wohl im Himmelssaal un- an mir geschehn. ergründte Höllenqual. 15. Ob mich tausend 7. Deinen Willen in Tod schon tödten, bleibt sich ziehen und den eig- dein Will in allen Ndnen Willen fliehen macht, then, ja in schwerster daß ein betrübtes Herz Seelenlast bloß mein Labruhig lebt im größten sal, Ruh und Rast. Schmerz. 16. Summa, so es dein 8. Stündlich mit sich Belieben, mich im höchselber kämpfen, und den sten Kreuz zu üben, wo, eignen Willen dampfen, wie lang und was du bringt uns öfters in der willt, dies ists, was mir Zeit einen Schmack der stets gleich gilt. Seligkeit. 17. Doch, indem es 9. Drum so will ich schwer zu nennen, deinen mich bezähmen, niemals Willen recht zu kennen, ei etwas vorzunehmen, ohne so seufzt mein Herz und was zu jeder Frist deinem Mund: Mach mir selben Willen ähnlich ist. klärlich fund. 10. Willst du mich im Himmel haben, ei wie soll mich dies nicht laben; stößt du mich zur Höllenglut, was du willst, ist mir sehr gut. 18. Dein Geift, JEsu, woll mich stärken, daß im Lassen, Thun und Werken, ich von aller Eigenheit solchen weislich unterscheid. 19. Und ja, was ohn ihn 11. Doch versichert mich beginnet, oder Fleisch und dein Leiden, blutig Schwiz- Blut erfinnet, ich, obs zen, tödtlich Scheiden, daß noch so wohl gestalt, nicht du solches nie gewollt: o für deinen Willen halt. Trost, werther als das 20. Nun, der du wirkst Gold. guten Willen, send auch 12. Ist es aber dein Be- Kraft, ihn zu erfüllen, und hagen, mich mit neuer zu thun hier in der Zeit, Noth zu plagen, daß ich was dir lieb in Ewigkeit. keinen Trost kann sehn, 21. JEsu, JEsu, hilf Amen, ja es mag geschehn. vollbringen, hilf mir so Fleisch Von der Gelaſſenheit. 609 Fleisch und Blut bezwin- stark durch Hoffen; was sie gett; es wird doch nichts ie betroffen, tråget fie mit ausgericht, was nicht bloß Lust; fasset sich ganz måndurch dich geschicht. niglich durch Geduld und Glauben feste, am End kommt das Beste fru Mel. JEsu, meine Freude. 6. Amen, es geschiehet; 717. Meine Seel wer zu JEsu fliehet, wird ist stille zu es recht erfahren, wie GOtt GOtt, dessen Wille mir zu seinen Kindern pflegt das helfen feht; mein Herz ist Kreuz zu mindern, und das vergnüget mit dem, wies Glück zu sparn, bis zu GOtt füget, nimmt an, End alsdann sich wendt wie es geht; geht es nur das zuerst gekostte Leiden, zum Himmel zu, und bleibt und gehn an die Freuden. JEsus ungeschieden, so Johann Caspar Schade. bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir, und Gott, bei dir zu ſein 718. Meie es ge Seele, aller Ort und Zeiten, und Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. laß mag keinen leiden, der ihr hen, wie es in der Welt rede ein; von der Welt, jetzt geht; meine Seele, Ehr, Lust und Geld, wo- laß es stehen, wie es jeho nach so viel sind beflissen, geht und steht. Liebste mag fie gar nichts wissen. Seele, halte stille; denke: 3. Nein, ach nein, nur daß es GOttes Wille. einer, sagt sie, und sonst 2. Ist die Welt dir gleich keiner wird von mir ge- zuwider, und bist deiner liebt, JEsus, der Getreue, Feinde Spott, drücken in dem ich mich freue, sich dich die Feinde nieder, so mir ganz ergiebt. Er al- vertraue deinem Gott. lein, er soll es sein, dem Liebste Seele, halte stille; ich wieder mich ergebe, und denke, daß es GOttes Wille. ihm einzig lebe. 3. Jsts in deines Herzens 4. GOttes Güt ernäge, Kammer nichts, als lauund dich glaubig lege sanft ter Herzeleid, plaget dich in seinen Schoof; lerne sehr großer Jammer hier ihm vertrauen, so wirst du in dieser Sterblichkeit; bald schauen, wie die Ruh liebste Seele, halte stille; so groß, die da fleußt aus denke, daß es GOttes stillem Geift. Wer sich Wille. weiß in GOtt zu schicken, den kann er erquicken. 4. GOtt pflegt die getreuen Herzen, wenn sie durch das Kreuz bewährt, wohl zu trösten nach den Schmerzen, und thut, was 26** fie 5. Meine Seele barret, und sich ganz verscharret tief in JEsu Brust; sie wird 09 France 610 Von der Gelaſſenheit. sie nur begehrt. Liebste die du hast; sie sind doch Seele, halte stille; denke daß es GOttes Wille. nicht dein Gewinn, sondern nur des Herzens Last; 5. Auf den Regen scheint hab ich nur den liebenGOtt, die Sonnte, also kommet so hats mit mir keine Noth. Lust auf Leid; auf die Angst 5. Höre, meine Seel, folgt lauter Wonne, Freude hör auf, traure nicht, wie kommt auf Traurigkeit. vor, so sehr; führ nur Liebste Seele, halte stille; einen Tugendlauf, gieb dem denke, daß es GOttes Höchsten Lob und Ehr; Wille. Star geht dirs widrig laß es 6. Sollst du von der gehn, GOtt im Himmel Welt abscheiden, scheide bleibt dir stehn. nur getrost zu GOtt. Georg Michael Pfefferkorn. GOtt giebt auf das Scheiden Freuden, Freude giebt Mel. Aus tiefer Noth er auf die Noth. Liebste schrei ich zu dir. Seele, halte fille denke, 720. Noch dennoch 719. Mein Gemußt du drum nicht ganz in Traurigkeit versinken, GOtt wird des süßen Trostes Glanz schon wieder lassen muth, wie blinken. Steh in Geduld, so betrübt? Was ist, das wart in der Still, und dich traurig macht? Traurst laß GOtt machen, wie du, daß dir GOtt nicht er will, er kanns nicht giebt, was die schnöde Welt böse machen. hoch acht! Sei zufrieden, GOttes Gut theilet dir was bessers mit. Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr. 2. Ist denn dies unser erstes Mal, daß wir betrübet werden? Was ha2. Gut und Geld bleibt ben wir als Angst und in der Welt, drum begehre Qual bisher gehabt auf solches nicht; richte nach Erten? Wir sind wohl des Himmels Zelt dein be- mehr so hoch gekränkt, und trübtes Angesicht; da, da hat doch GOtt uns drauf ist dein Gut und Gold, geschenkt ein Stündlein das du lieber wünschen sollt. voller Freuden. 3. Mancher liebt die 3. So ist auch GOttes Eitelkeit, und vergisset sei- Meinung nicht, wenn er ner Seel; er denkt nur uns Unglück sendet, als auf diese Zeit, daß es ihm sollte drum sein Angesicht daran nicht fehl; aber, Herze, ganz von uns sein gewenlaß den Tand, und denk det. Nein, sondern dieses an dein Vaterland. ist sein Rath, daß der, so 4. Prange, Welt, nur ihn verlassen hat, durchs immerhin mit den Gütern, Unglück wiederkehre. 4. Denn Von der Gelassenheit. 611 4. Denn das ist unsers 9. Auf GOttes Liebe Fleisches Muth, wenn wir mußt du stehn, und dich in Freuden leben, daß wir nicht lassen fällen, wenn dann unserm höchsten Gut auch der Himmel ein am ersten Urlaub geben; wollt gehn, und alle Welt wir sind von Erd, und ze: schellen. GOtt hat halten werth vielmehr, was uns Gnade zugesagt, sein hier ist auf der Erd, als Wort ist klar, wer sich was im Himmel wohnet. drauf wagt, dem kann 5. Drum fährt uns es nimmer fehlen. He GOtt durch unsern Sinn, 10. So darfst du auch und läßt uns Weh ge- an seiner Kraft gar keinen schehen. Er nimmt oft, 3weifel haben. Wer ists, was uns lieb, dahin, da der alle Dinge schafft? mit wir aufwärs sehen, Wer theilt aus alle Gaund uns zu seiner Gut ben? GOtt thuts, und und Macht, die wir bis das ist auch der Mann, Her nicht groß geacht, als der Rath und That erKinder wieder finden. finden kann, wenn jedermann verjaget. 6. Thun wir nun das, ist er bereit, uns wieder 11. Deucht dir die Hülf anzunehmen, macht aus unmöglich sein, so souft dem Leiden lauter Freud, du gleichwohl wissen, Gott und Lachen aus dem Grå- räumt uns dieses nimmer men; und ist ihm das gar ein, daß er sich laß einschlechte Kunst, wen er schließen in unsers Sinnes umfängt mit Lieb und engen Stall; sein Arm ift Gunst, dem ist geschwind fret, thut überall viel geholfen. mehr als wir verstehen. 7. Drum falle, du be- 12. Was ist sein ganzes trübtes Heer, in Demuth werthes Reich als lauter vor ihm nieder; sprich: Wundersachen? Er hilft HErr, wir geben dir die und baut, wenn wir uns Ehr, ach nimm uns gleich deß gar kein HoffSünder wieder in deine nung machen; und das ist Gnade; reiß die Laft, die seines Namens Ruhm, du uns aufgeleget hast, hin- den du, wenn du sein weg, heil unsern Schaden. Heiligthum willst sehen, 8. Denn Gnade gehet ihm mußt geben. doch vor Recht, Zorn muß der Liebe weichen; Paul Gerhard. wenn wir erliegen, muß Mel. Es traure, wer da uns schlecht GOtt sein will, ich will mich freuen. D Erbarmen reichen; dies in 721. die Hand, die uns erhält, ( Seele.) wo wir die lassen, bricht JEsu, lehre mich, wie und fällt all unser Thun ich dich finde, und mich in Haufen. durch 612 Von der Gelaſſenheit. durch dich, mein Heil, stets| lich finden, und du wirst überwinde; wie ich die Ei- dich mit mir freundlich genheit und alles Leben, verbinden. das sich noch selber sucht, mög übergeben. 8.( JEsus.) O Seele, merke auf, sich auf die We2.( JEsus.) Stehin Ge- ge, wie ich die Meinen lassenheit, nimm wahr sonst zu führen pflege. mein Willen, und strebe Dann nehm ich erst hinselber nach, ihn zu erfüllen; weg, was ich gegeben, und ergieb dich gänzlich mir lasse dich von Troft entin Freud und Leiden, daß blößet schweben: ewig dich von mir nichts möge scheiden. 9. Dich hierdurch auf dich selbst fein recht zu 3.( Seele.) Wie kann ich führen, auf daß du an dir arme doch hier also leben? selbst nun mögest spüren, Wie kann ich mich so gar wie doch ein armer Mensch dir übergeben? Ich finde ja gar nichts vermöge, wenn so viel von aus und innen, ich ihm meine Kraft und das hindert meinen Lauf Hülf entzoge. und mein Beginnen. 10. Da wirst du denn 4.( JEsus.) Du mußt im Grund erst recht gelasalleine mir gelassen leben, sen, wenn du noch GOtt, und meiner Wirkung dich noch Trost, noch Gnad ganz übergeben, im Grun- kannst fassen. Wenn ich de deiner Seel in mich ver- dir alles, was du hast, entfenken: so werd ich dir ziehe, und von dir als ein in mir viel Kräfte schenken. Gaft entfremdet fliehe. 15.( Seele.) Wenn ich nun also dir mich übergehe, und in Gelassenheit des Willens lebe, wie muß ich mich gleichwohl hiebei verhalten, daß du dein Bild in mir mdgest gestalten? 11. Jo, wenn du ganz von dir bist abgekommen, und, deiner selbst beraubt, bist dir entnommen, in meinem Willen ruhst, ob Sünd und Hölle sammt allem ihrem Heer schrecken die Seele: 6.( JEsus.) Wenn du låst deinen Grund von 12. Siehe, o liebe Seel: GOtt bereiten, und gehest so kannst du finden mich von dir aus auf alle Zei- und auch dich durch mich ten, behältest nichts für selbst überwinden, so fällt dich in keinem Dinge, das die Eigenheit und alles ich nicht selbst in dir al- Wesen, das du dir jemals lein vollbringe. hier haft auserlesen. 7.( Seele.) Wie wird es mir, o HErr, alsdann ergehen, wenn ich nun werd in dir gelassen stehen? Ich werde ja in mir dich endhard 13.( Seele.) DJEsu, lehre mich, dich stets zu fassen, und mich und alle Ding durch dich zu lassen, und wenn der Himmel selbst sollt Von der Belasſenheit. 613 sollt offen stehen, dennoch beiden, wenn die Ernte nicht ohne dich hinein zu wird angehn. gehen. 14.( JEsus.) O Seele, folge mir, so solls geschehen, und wirst alsdann in mir noch Wunder sehen; leg dich in Demuth hin zu meinen Füßen, ich will auf dich die Kraft des Lebens gießen. 6. Saulus Schnauben frånkt den Glauben, und verfolgt die kleine Heerd; mein GOtt, höre, Viel bekehre, daß dein Kirchlein fruchtbar werd: 7. Und viel Glieder hin und wieder sich zu dir noch finden ein, so wird Freude nach dem Leide über die 15.( Seele.) Sch lege mich denn hin in aller Bekehrung sein. Stille, zu warten und zu sehn, was sei dein Wille; ich sterbe gånzlich mir und allem abe, gnug, wenn ich dich allein, o JEsu, habe. 8. Armes Zion, GOtt ist dein Lohn, bleibe du nur ihm getreu; sei geduldig, leb unschuldig vor der Welt, und rede frei. 9. Schmale Wege, enge In eigener Melodie. Stege zeigen wie vorsicheelen- Wei- tig wir wandeln sollen, de, meine wenn wir wollen ohne AntFreude, Esu, laß mich stoß leben hier. fest an dir mit Verlangen 722. 10. Furcht und Zittern dir anhangen, bleib mein muß erschüttern Leib und Schuß, Schild und Pa- Seel in wahrer Brß; Reu nier. im Herzen, Glaubensker2. Lebensquelle, klar und zen GOtt in uns anzunhelle bist du, wenn ich dich den muß. empfind; deine süße Liebesküsse süßer mir als Honig sird. 11. Brennt der Glaube, ei so schaue, was für Kräfte er uns giebt: du sollst meiden, willig leiden, gerne thun, was GOtt beliebt. 3. Laß mein JEsu, keinte Unruh mich von deiner Lieb abführn; ob die Welt schon auf dein Zion ihren Haß 12. Eifrig hassen, unterlassen, was nur GOtt und Grimm läßt spürn. zuwider ist, seinen Willen zu erfüllen, darnach strebt 4. Ob gleich Dornen mich von vornen und von ein wahrer Christ. hinten ganz umringt, schůzzest du mich, daß kein Dornstich seine Kraft an mir vollbringt. In eigener Adam Drese. Melodie. 0 bleibets dern also, 5. Weizenkörner, ÜnFrautsdörner hier beisam- daß ich nach deinem Wilmen müssen stehn; dort lent, mein treuer GOtt und wird scheiden GOtt die HErr, die nicht geringe Laft, 723. 614 Von der Eelaffenheit. Last, die du nun lange best, was unserm armen Zeit mir aufgebürdet hast, Fleisch für eine Arzenei, foll tragen, bis ich werd schwach oder aber stark, mein letzte Ruhstått füllen. allhier von nöthen sei, nach 2. Ich habe dich zwar weicher du denn auch im oft mit inniglichem Fle- Kreuzauflegen gehest. hen, mein GOtt, drum 8. Dein Herz ist viel zu angesucht, ob wolltest du zart, uns Schwachen aufes thun, daß ich vor mei- zulegen nur das geringste nem End auch einsten Kreuz, auch eine Stund möchte ruhn, und also allein, wo du nicht sähest deinen Ruhm mit Freu- vor uns solches nöthig sein; den noch erhöhen; die Absicht muß allzeit zu solchem dich bewegen. 3. Ob ich nur einen Tag erfreulich noch erleben und 9. Du thust uns ja sein genießen möcht, daß vielmehr unzählige Gentaich von Schmerzen frei, den; das sei uns denn und etwa eine Stund ohn| genug, und zwar um so solche ging vorbei: so sollte viel mehr, weil selbsten meine Seel sich dann zur auch das Kreuz uns dient Ruhe geben. zu einer Ehr, ja aber nimmer kann das wenigste nur schaden. 10. Drum, HErr, wie dirs gefällt, ich will dir nicht vorschreiben, wie du und könnte wider mich dem es machen sollst, ich lasse selben, deinem Grimm kein Lebendiger wehren. 4. Gleichwohl hast du bisher nicht wollen noch erhören mein sehnliches Gebet; ja vielmehr stellst du dich, ob wärest du erzurnt, das geschehn, was du das Beste findst, und werd 5. Doch kenn ich dich, noch endlich sehn, es müsse mein GOtt, daß du es doch dein Rath zuleht herzlich meinest, und su- der beste bleiben. cheft nur allein der Seelen Seligkeit; dieselbe willst du uns erhalten nach der Zeit, wenn du auf das Gebet so unbeweglich scheinet. 11. Und trag ich dann mein Kreuz, bis man mich selbsten tråget in meine Ruhestått, so trosit mich dieses doch: Du bist der 6. So kommt es denn da- treue GOtt, der solches her, daß du mir nicht will- schwere Joch zugleich auch fahrest auf meinen Wunsch tragen hilft, wie er es und Bitt, weil du allwis- aufgeleget. send bist, und auf das Künftige am allermeisten siehst, daher mich vor Gefahr genådiglich bewahrest. 12. So soll demnach forthin, o Vater, mich vergnügen nur deine Gnad allein, die unter aller Last 7. Du bist der rechte du immer bis daher mir Arzt, der du allein verste- noch ewiesen hast, wohl wis Von der Gelaffenheit. 615 wissend, daß ich nie gar dulden: so ist es mein Verwerde unterliegen. schulden; o HErr, dein Will gescheh. 13. Dies ist der beste Trost, recht kräftiglich zu stillen des Herzens Ungeduld, wenn etwa solches auch, nach anererbtem des gar bösen Fleisches Brauch, sich widersetzen will dem guten GOttes Willen. 2. Dir sind bekannt die Sorgen, die täglich drücken mich, und nicht die Noth verborgen, die in- und außerlich die matte Seele quält. Sie ist dir unverhohlen, drum sei sie dir befohlen: du weißt, HErr, was mir fehlt. 14. Nun, HErr, verfiegle denn ihn auch in meinem Herzen, wie ich 3. Willst du sie mir abes wohl bedarf, durch dei- nehmen, so will ich dannen werthen Geist, den ken dir; soll aber fie mir dein treues Wort noch zähmen mein Fleisch mit einem Eid verheißt: und Lustbegier, so fahre o bleib ich recht getroft in fort, mein GOtt, und allen meinen Schmerzen. schlage kräftig nieder, was 15. Hie bin ich deß dir an mir zuwider, die gewiß, hie mußt du mich ganze Sündenrott. erhören, wie ich gebeten 4. Kann ich es nicht hab, wo du nicht willst verstehen, warum bald dies, in Spott darsetzen dei- bald das hat müssen so nen Ruhm, wo einen geschehen, und daß ohn wahren GOtt, der nicht Unterlaß das Kreuz mich betrügen kann, du läsfest hat gedrückt: so wirst dus dich verehren. offenbaren, und werd ichs wohl erfahren, warum dus zugeschickt. 16. Ja, ich will in Geduld mein Kreuz nunmehr aussiehen, so lang dus haben willst; ich weiß, die meiste Zeit ist allbereit vorbei, daß in die Ewigkeit, vielleicht in kurzer Frist, ich werd mit Jauchzen gehen. Philipp Jakob Syener. Mel. Don GOtt will ich nicht laffen. 6. Ich weiß doch, daß 724. Soll ich nach mein Leiden mir nuß und sedeinem Willig ist, dieweil ich lerne meilen, o GOtt, gebucket sein, den der Sünden Schlanund hier mein Maaß er- genlist. Mein Sündenleib füllen, das mir geschenket verdirbt, und ich seh sich ein, soll ich des Kreuzes anheben des neuen Geistes Weh, so lang ich lebe, Leben, je mehr das alte stirbt. 7.€ 8 5. Drum will ich sein gelassen in Einfalt als ein Kind, und gehen meine Straßen, bis ich den Ausgang find; ich will in Hoffnung still auf dich, mein JEsu, schauen, und dir die Noth vertrauen, bis ich mein Theil erfüllt. 616 Von der Gelasſenheit. 7. Es lebt im Kreuz ver- Blute die Luft geleget sich, borgen mein liebster JE- die noch zur Sünde treibt; sus noch; und wo die größ- bis aller Zorn gedämpfet, ten Sorgen, als seines und, nachdem er bekamKreuzes Joch, da ist er vfet, der Liebe Herrschaft ganz gewiß mit großem bleibt. Heil und Segen im Herzensgrund zugegen, und stehet vor dem Rif. 13. So will ich dich erheben in allem Kreuzesstreit, und dir gehorsam 8. Drum, Seele, sei zu- leben in Zeit und Ewigfrieden, und dulde deine keit. Wenn dies das Kreuz Pein; es wechselt sich hie- gebiert, so hab ich gnug nieden beld Sturm bald erhalten, und lasse ferner Sonnenschein. Schau an walten dein Hand, wie sie die große Meng, die mit mich führt. dir auf dem Wege, und werde ja nicht trage, ob gleich der Weg ist eng. denn 9. Meinst du, daß deine 725. Soll ich mich Plagen sein überhäuft und groß, so denk, was andre lich kränken, und aufs tragen, die elend, nackt und Künftige gedenken? Soll bloß, ia gar gefangen sind, ich denn niemals mit Ruh die Freund und Feind vec- Nachts die Augen schlielassen, und als ein Scheu- ßen zu? Muß nur immer sal hassen, was deren Herz vor mir stehen, wie mirs empfindt. einstens wird ergehen? da doch durch mein Sorgen nicht das Geringst wird ausgericht. 10. Ach ja, es denks ein teder, und tröste sich dabei, daß über alle Brüder ergeh so mancherlei, so man- 2. GOtt, der mich Eische Leidensart, so manche her erhalten, höret noch Noth und Schmerzen, die nicht auf zu walten; oder sich in frommen Herzen sollt er jetzt allein dessen zugleich mit offenbart. müde worden sein? Ach 11. Drum sprich: Mein so laß ich Sorgen bleiben. GOtt, ich leide, was meine GOtt allein es heim zu Schuld verdient, weil ich schreiben, daß es, wie es in Lust und Freude mich ihm gefällt, mir zumalen vormals hab erkühnt, zu eines gelt. leben auf der Welt. Du 3. Er ists, der allein bist gerecht, drum richte, verstehet, wenn mirs so und mache ganz zu nichte, und so ergehet, ob dasselwas mich noch von dir hält. be nuß und gut, oder obs 12. Ich küsse deine Ru- mir the, und beuge willig mich, sonst Schaden thut; da wir in unsern Lübis in dem Fleisch und sten uns nicht zu entschlieMel. HErr, nicht schicke deine Rache. Von der Gelaffenheit. 617 schließen wüßten, öfters 8. Wird Gesundheit wählend ohngefähr, was mir gegeben, soll dieselb uns nur hochschädlich wår. in meinem Leben dazu 4. Soll ich denn stets dienen, daß ich mehr förniedrig leben, und nur dern könne seine Ehr, an der Erde fleben, daß, daß ich můßig nicht verwenn ich zur Ruh mich grabe, was ich drum emleg, niemand von mir pfangen habe, damit ich wissen mög? soll mich sol- es brauch dahin, wozu ches gar nicht kranken, ich berufen bin. sondern ich dasſelb be- 9. Soll ich aber Krankdenken, daß ich vieler Sor- heit leiden, will ich dengen frei und des Falles noch auch mit Freuden, ficher sei? weil mir seine Treu bekannt, aus des Höchsten Liebeshand solche Zuchund tigung annehmen, 5. Dennoch will ich auch nicht fliehen, wo er wollte selbsten ziehen mich hervor aus niederm Staub, mich nicht unmäßig gråweil ich solches sicher men, daß solch herbe Arglaub: es lieg nur an zenei meinem Fleisch von seinen Gaben, die wir nöthen ſei. dann gewiß auch haben, wenn wir seinem Wink al lein im Beruf gehorsam sein. 10. Soll ich viele Jahre zählen, und also mich lange quälen, so gescheh des HErren Will, dem ich 6. Will die Armuth gern auch halte still. Er meiner Hütten er mit wird doch Genade geben, Segen überschütten und daß in diesem Trauer- Lemit Gütern dieser Welt, ben je zuweilen komm ein sei es ihm auch heim- Tag, der mich noch ergestellt. Ich will ihm für freuen mag. solches danken, und nur beten, nicht zu wanken, daß nicht, wie sonst Viel gethan, ich das Herz auch hange dran. 7. 11. Bin ich aber bald vorüber, ist mir solches desto lieber, daß ich dann von Sünden frei, und in solchem Stande sei, wo ich meinem GOtt in allen t mir Armuth denn beschieden, bin ich Stücken möge wohlgefalauch damit zufrieden, len, so hier nicht gescheweil mir dieses himmel- hen kann, weil die Sund fest, daß er mich drum mir hänget an. nicht verläßt. doch ihm freudig und mein täglich bringen, bis nach armen Zeit folgt die Ewigkeit. W 1 Ich will 12. Also bleibts GOtt fingen heim gewiesen, und sein Opfer theurer Nam gepriesen, dieser was er auch in seinem reiche Rath über mich beschlossen hat. Ich will anders nicht 618 Von der Gelasſenheit. nicht mehr achten, son- wünsch und billig soll, dern dieses nur betrach- so wollt ich öffnen meinen ten, daß den Seinen zum Mund, und singen jeho Beschluß endlich alles diese Stund was GOtt frommen muß. gefällt. Philipp Jakob Spener. 7. Ich wollt erzählen seinen Rath und übergroße Wunderthat, das süße Heil, die ewge Kraft, die 726. Was gefällt, wirkt und schafft was GOtt gefällt. mein frommes Kind, nimm fröhlich an; stürmt gleich 8. Er ist der Herrscher der Wind und braust, daß in der Höh, auf ihm steht alles kracht und bricht, so unser Wohl und Weh; sei getrost; denn dir ge- er trägt dte Welt in seischicht, was GOtt gefällt. ner Hand, hinwieder trägt 2. Der beste Will ist uns See und Land, was GOttes Will, auf diesem GOtt gefällt. ruht man sanft und still; 9. Er hält der Elemente da gieb dich allzeit frisch hinein, begehre nichts als nur allein, was GOtt gefällt. Lauf, und damit hält er uns auch auf; giebt Sommer, Winter, Tag und Nacht, daß alles davon lebt und lacht, wasGOtt gefällt. 3. Der flügste Sinn ist GOttes Sinn, was Men- 10. Sein Heer, die schen sinnen, fället hin, Sterne, Sonn und Mond, wird plößlich kraftlos, gehn ab und zu, wie fie můd und laß, thut oft gewohnt. Die Erd ist was bös, und selten das, fruchtbar, bringt herfür was GOtt gefällt. Korn, Del und Most, Brod, Wein und Bier, was GOtt gefällt. 4. Der frommste Muth ist GOttes Muth, der niemand Arges gönnt noch thut. Er segret, wenn uns schilt und flucht die böse Welt, die nimmer sucht was GOtt gefällt. 11. Sein ist die Weisheit und Verstand, ihm ist bewußt und wohl bekannt, sowohl wer Böses thut und übt; als auch wer 5. Das treuste Herz ist Gutes thut und liebt, was GOttes Herz, treibt alles GOtt gefällt. Unglück hinterwärts, be12. Sein Häuflein ist schirmt und schützet Tag ihm lieb und werth; sound Nacht den, der stets bald es sich zur Sünden hoch und herrlich acht was GOtt gefällt. kehrt, so winkt er mit der Vaterruth, und locket, bis man wieder thut, was 13. Was Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 6. Ach könnt ich fingen, wie ich wohl im Herzen GOtt gefällt. Von der Gelaſſenheit. 619 13. Was unserm Herzen 20. Dein Erb ist in dem dienlich sei, das weiß sein Himmelsthron, hier ist Herz, ist fromm dabei, dein Zepter, Reich und der keinem jemals Guts Kron; hier wirst du schmekversagt, der Guts gesucht, ken, hören, sehn, hier wird dem nachgejagt was GOtt ohn Ende dir geschehn gefällt. was GOtt gefällt. Paul Gerhard. 14. Ist dem also, so mag die Welt behalten was ihr wohlgefällt; du aber, In eigener Melodie. mein Herz, halt genehm, 727. Was mein und nimm mit GOtt GOtt und dem, was will, das gscheh allzeit; GOtt gefällt. sein Will der ist der beste; 15. Laß andre sich mit zu helfen den er ist bestolzem Muth erfreuen reit, die an ihn glauben über großes Gut; du aber feste; er hilft aus Noth, nimm des Kreuzes Last, der fromme GOtt, und und sei geduldig, wenn züchtiget mit Maaßen; du hast was GOtt gefällt. wer GOtt vertraut, fest 16. Lebst du in Sorg auf ihn baut, den will er und großem Leid, hast nicht verlassen. lauter Gram und Herzeleid, ei sei zufrieden, trägst du doch in diesem sauren Lebensioch was GOtt gefällt. 2. GOtt ist mein Trost, mein Zuversicht, Hoffnung und mein Leben; was mein GOtt will, daß mir geschicht, will 17. Mußt du viel leiden ich nicht widerstreben; hier und dort, so bleibe fest sein Wort ist wahr, denn an deinem Hort; denn alle all mein Haar er selber Welt und Kreatur ist un- hat gezählet; er hût und ter GOtt, kann nichts als nur was GOtt gefällt. wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 18. Wirst du veracht von jedermann, höhnt dich 3. Drum will ich gern dein Feind und speit dich von dieser Welt hinfahrn an: sei wohlgemuth, dein in GOttes Willen zu JEsus Christ erhöhet dich, meinem GOtt; wenns ihm weil in dir ist was GOtt gefällt, will ich ihm halten gefällt. fiille; mein arme Seel 19. Glaub, Hoffnung, ich GOtt befehl in meiSanftmuth und Geduld ner letzten Stunden. Du erhalten GOttes Gnad frommer GOtt, Sund, und Huld, die schleuß in Höll und Tod hast du deines Herzens Schrein, mir überwunden. so wird dein ewges Erbe 4. Noch eins, HErr, sein was GOtt gefällt. will ich bitten dich, du wollst MA 620 Von der Gelasſenheit. wollst mirs nicht versagen, lassen, damit er dich will wenn mich der böse Feind fassen; denn dein Werk ansicht, laß mich, HErr, fördert GOtt. nicht verzagen; hilf, steur, 5. Er richts zu seinen und wehr, ach GDtt, mein Ehren und deiner SeligHErr, zu Ehren deinem keit; solls sein, kein Namen. Wer das begehrt, Mensch kanns wehren, dem wirds gewährt; drauf wenns ihm war noch so sprech ich fröhlich Amen. leid. Wills denn GOtt Markgr. Albrechtv.Brandendurg. haben nicht, so kanns niemand fort treiben, es muß zurücke bleiben: was GOtt Mel. Don GOtt will ich nicht laffen. will, das geschicht. 728. mas will a du dich 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sei es heimbetrüben, o meine liebe gestellt; nach nichts mehr Seel? Thu den nur herz- ich seast strebe, denn nur lich lieben, der heißt Fm- was ihm gefällt; sein manuel; vertrau dich ihm Will ist mein Begier, der allein, er wird gut alles ist und bleibt der beste, machen, und fördern deine das glaub ich steif und Sachen, wie dirs wird feste, wohl dem, der glaubt selig sein. mit mir. Johann Heermann. trauen Läßt sichs an 2. Denn GOtt verläffet keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm ver- 729. Wies Gott gefällt, ſo wunderlich, laß du dir gar gfällt mirs auch, und laß nicht grauen, mit Freuden mich gar nicht irren; ob wirst du schauen, wie GOtt mich zu Zeiten beißt der wird retten dich. Rauch, und wenn sich 3. Auf ihn magst du es schon verwirren all Sa= wagen getroft mit frischem chen gar, weiß ich fürwahr, Muth; mit ihm wirst du GOtt wirds zuletzt wohl ertragen, was dir ist mit richten; wie ers will han, und gut; denn was GOtt so muß bestahn; solls sein, haben will, das kann nie- so seis ohn Tichten. mand verhindern aus allen Menschenkindern, so viel ihr sind im Spiel. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 2. Wies GOtt gefällt, zufried ich bin, das Uebrig laß ich fahren; was nicht 4. Wenn auch gleich aus soll sein, stell ich ihm heim, der Höllen der Satan troz- GOtt will mich recht erziglich mit seinen Rott- fahren, ob ich auch will gesellen sich sette wider ihm halten still, wird auch dich: so muß er doch mit wohl Gnad bescheren; dran Spott von seinen Rånken zweifle nicht. Solls sein, Boar man Von der Armuth man spricht, so seis, dem kann nichts wehren. des Geistes. 621 6. Wies GOtt gefällt, so laufs hinaus, ich laß 3. Wies GOtt gefällt, die Vöglein sorgen; kömmt so gfällt mirs wohl in mir das Glück nicht heut allen meinen Sachen. Was zu Haus, wart ich desselGOtt versehen hat ein- ben morgen. Was mir mal, wer kann das anders beschert, bleibt unverwehrt, machen? Drum alls um- ob sichs schon thut versonst, Geld, Witz und Kunst, ziehen; mich nicht drum hilft auch nicht Haaraus- reiß; solls sein, so seis: raufen. Murr oder beiß, gfällts GOtt, mein Theil solls sein, so seis; wird werd kriegen. doch sein Weg nauslaufen. 7. Wies GOtt gefällt, 4. Wies GOtt gefällt, dasselb ich will und weiter laß ichs ge, chehn, will mich nichts begehren; meine darein ergeben; wollt ich Sach hat er gestellt ein seinm Willen widerstehn, Ziel, die bleiben muß und so müßt ich bleiben kleben. währen das Leben mein. Denn gwiß und wahr, all Drum geb mich drein, auf Lag und Jahr bei GOtt guten Grund will bauen, find ausgezählet; ich schick und nicht auf Eis; folls mich drein, geschiehts, solls sein so seis; wills GOtt sein; so seis bei mir er- allein vertrauen. wählet. 8. Wies GOtt gefällt, 5. Wies GOtt gefällt, so nehm ichs an, will um so wolls ergahn in Lieb Geduld nur bitten. GOtt und auch in Leide; dahin ists allein, der helfen kann, mein Sach will gstellet und wenn ich schon war han, daß sie mir sollen mitten in Argst und Noth, beide gefallen wohl; dar- låg gar im Tod, kann er um mich soll Ja oder mich wohl erretten gewaltNein nicht schrecken; ger Weis; solls sein, so schwarz oder weiß, solls seis; ich gwinns, wer sei, so seis; dann wird wollte wetten? redins GOtt Grad erwecken. Ambrosius Blaurer. IV. Von der Armuth des Geistes. Mel. HErr JEsu, ew- 2. 3war spricht dein ges Licht. strenges Recht: weil als 730. 20 ch Himmel, des Teufels Knecht ich Sffne dich, mich anher bezeiget, so begnade den, der sich vor sollt ich sein gebeuget zum deinem Throne schmieget, höllschen Qualgeschlecht; in Demuth vor dir lieget, so spricht dein strenges und flehet ångstiglich: Ach Recht. Himmel, bffne dich! 3. Ja, GOtt, ich leugne nicht 622 Von der Armuth des Geistes. nicht, daß dein gerecht auserkoren, so Herz, Geift Gericht mich ewig kann und Seel erfreut! verdammen, dahin, wo 2. Schwefelflammen für mich sind zugericht; mein GOtt, das leugn ich nicht. 4. Wenn du willsi Richter sein, so ist fast keine Pein so grausam zu erdenken, die mich nicht sollte Frånken; die Hölle schleußt mich ein, wenn du willst Richter sein. 4. der alles könnte 5. Doch bricht dein Ba- lassen, daß er, frei vom Eiterherz, und läßt auf mei- teln all, wandern möcht nen Schmerz die Gnaden- die Friedensstraßen, durch ftröme fließen, weil du dies Thränen- Famerthal. siehst JEsun büßen für mich mit Todesschmerz; drum bricht dein Vater herz. 5. war unser Herz entrommen dem, was lockt durch eiteln Glanz, und hålt ab, zu GOtt zu kom6. Dein Zürnen wei- men, in dem alle Gut ist chet weit, weil dir die offne ganz! Seit mein Glaubensbruder zeiget, und deine Wehmuth neiget auf mein betrübtes Leid; dein Zürnen weichet weit. 6. daß wir GOtt möchten finden in uns durch der Liebe Licht, und uns ewig ihm verbinden; außer ihm ist eitel nicht! 7. Nur laß das Richterschwert sein von dem Hals gekehrt, um Christi Purpurblute; straf mit der Vaterruthe, wenn ich bin Strafens werth, nicht mit dem Richterschwert. der alles hått vergessen, der nichts wußt, als GOtt allein, desen Güte unermessen, macht das Herz still, ruhiq, rein! 3. wer doch gar war ertrunken in der GOttheit Ungrundsee, damit war er ganz entsunken allem Kummer, Angst und Weh! In eigener Melodie. 731.* 7. O wår unser Aug der Seelen stetig nur auf GOtt gewendt, so hätt auch das sorglich Qualen im Gewissen ganz ein End! 8. Odu Abgrund aller Güte, zeuch durchs Kreuz 8. Der Himmel öffnet in dich hinein Geist, Seel, sich, und GOtt umfasset Herz, Sinn und Gemüthe, mich mit gnädigem Erbar- ewig mit dir eins zu sein! men: ich ruh in JEsu Ar Gottfried Arnold. men. Seele, freue dich, der Himmel öffnet sich. In eigener Melodie. 732. Qiebster Jesu, Trost der der alles Herzen, denen ihre Seehått ver- len schmerzen, einces Heil loren, auch sich selbst, der der ganzen Welt, wenn ich allezeit nur das Ein hätt bei mir überschlage, was für Von der Armuth des Geistes. 623 für Schuld ich an mir tra- dich wiederum versihge, die dein Buch verzeichnen. net hålt, ach so kann ich 6. ft im Himmel größre nicht ersehen, wie ich künf- Freude, wenn ein Suntig soll bestehen. der kehrt mit Leide wieder 2. Von Geburt bin ich zu der rechten Bahn, als ein Sünder, und von mei- um neun und neunzig nem Thun nicht minder; Fromme: ach so nimm weg ist meiner Seelen mich, wenn ich komme, Zier, dein Bild hab ich wieder zu Genaden an; ganz verloren, und des was ich bisher hab beTenfels Bild erkoren; gangen, will ich an zu nichtes ist mehr Guts an bessern fangen. mir, ja noch alle Tag und Stunden mach ich größer meine Wunden. 7. Weicht hinfort, ihr Sündengeister, denn mein heilger Seelenmeister, E3. HErr, wo soll ich sus, wohnt allein bei mir; mich hinwenden? Dein Zorn ohn ihn war ich ganz drückt mich aller Enden, verloren, durch ihn bin in mir hab ich keine Ruh, ich neu geboren, in ihm um mich ist das Welt- leb ich für und für, mit getümmel, oben schrecket ihm geh ich ein zur Ermich der Himmel, Satan den, und werd ewig selig spricht den Fluch dazu, werden. und mich dünkt, daß selbst die Erde über mich In eigener Mel, oder: schon Kläger werde. Hüter, wird die Nacht der Sünden. 4. Ach du frommer Sündenbußer, du getreu- 733. MeinerBlutvergießer, muth komm mir hier zu Statt, macht mich schreien zu dem sei mein Hülf und mein Treuen, der mich segnet Berather; sprich mich los und macht reich. Eju, vor deinem Vater, und du bists, den ich meine, streich aus mein Uebel- da ich weine, damit ich that; hast du wollen für dein Herz erweich. mich büßen, so laß mich 2. Ach wo nehm ich deß auch genießen. her die Kräfte zum Ge5. 3war ich muß es schäfte, dazu ich verbungern gestehen, daß ich den bin? HErr, mein gröblich mich versehen, und armes Herz anfeure, und verdient der Höllen Lohn; erneure den zerstreuten aber sieh, ich komme wie- Geist und Sinn. der, fall, o JEsu, vor 3. Sieh, es eilt zu deidir nieder, ich, dein lang ner Quelle meine Seele, verlorner Sohn, und er- von dem Durst geplagt suche dich mit Thränen, laß und matt; du kannst die Be 624 Von der Armuth des Geistes. Begierde stillen, und mich dunklen Herzen, da deifüllen, daß ich werd er- nes theuern Wortes Licht freut und satt. zerstreuet alle Schmerzen, 4. Treibe fernte, die mich und öffne mir die schöne hindern; du kannst min- Thür der Gnaden und dern der Versuchung starke der Wahrheit in lauter Kraft. Laß nichts mei- froher Klarheit. nen Glauben schwächen, 3. Ach selig und gar dich zu sprechen, so em- heilig ist, wer hierzu kann pfind ich Kraft und Saft. gelangen, daß du, o Mitt5. Eil mit ausgespann- ler JEsu Christ, den Wilten Armen zu mir Ar- len nimmst gefangen, und men, drücke mich an dei- bringst den Sinn zum ne Brust; du erkennst Vater hin, versöhnt mit mein tiefes Sehnen und deinem Blute, da schmeckt die Thränen, JEsu, mei- man alles Gute. nes Herzens Lust. 6. Du bleibst ewig mei4. Denn GOtt ist nicht ein Menschenkind, was ne Frende, auch im Leide, Böses zu erwählen; der wenn mich Anaft und beste Mensch ist oftmals Kummer plagt; denn du blind, und kann gar leicht bist der Auserforne, das Verlorne hast du nimmer weggejagt. lich fehlen. Wer aber sich ganz lediglich vergnügt in GOttes Wegen, der fintdet lauter Segen. Git 7. O vergnügter Kuß des Mundes und des 5. Drum schaff in mir, Bundes zuckersüße Sü- o heilger Geist, den wahBigkeit! Ach mein GOtt, ren Sinn des Sohnes, was soll ich sagen? Mein und gieb mir, der du TrdBehagen bleibest du in ster heißt, die Einfalt deiEwigkeit. nes Thrones; da ich ja frei vom Wollen sei, und Mel. Was GOtt thut, dein Will in mir lebe. od mich dir übergebe, daß das ist wohlgethan. 6. Zerbrich, o Gott, Christian Friedrich Richter. 734. reicher GOtt des Teufels Lift, der imvon Gütig- mer will verhindern, daß keit, von Gnade und Er- nicht, was auch dein barmen, sehr groß ist dei- Rathschluß ist, erscheine ne Gütigkeit bei allen geist- deinen Kindern. Stoß ab lich Armen. Mein Herz den Feind, ders bdse meint, ist still und spricht: Dein laß an das Licht nie komWill, o Vater in der men, was er zufügt dent Höhe, dein Will allein Frommen. geschehe. 7. Wenn aber deines 2. Laß leuchten nur Friedens Schein nun zeidein Angesicht in meinem get deinen Willen, fo wol Don Verleugnung der Welt. 625 wollest du ohn alle Peinsben in Demuth, Zucht, auch allen Zweifel stillen. Sanftmuth, Hoffnung, Versiegle du in tiefster Liebe. Ruh all Innigkeit der Seelen. Dein Wille sei mein Wählen. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil JEsus dich verfühnet: laß nimmer, nimmer, nimmer= Joachim Juftus Breithaupt. In eigener Melodie. 735 Schaffe in mir, mehr mich, dein Kind, also ein reines Herze, und gieb mir einen neuen gewissen Geist. fallen daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist 2. Verwirf mich nicht ninim nicht von mir, den von deinem Angesicht, und bösen Geist vertreibe, danimm deinen heiligen Geist mit er mich nicht nehme nicht von mir. dir, und ich stets deine 3. Trößte mich wieder bleibe; beherrschet mein mit deiner Hülfe, und er, Herz, Sinn und Muth der freudige Geist, entbalte der heilge Geist, so ist es mich. Pfalm 51, B. 12-14 aut im Leben und im Sterben. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. chaff in 5. Mit deiner Hülfe tröfte mich, hilf und verqieb die Sünden; wenn 735!* So, meine Seele suchet dich, ein reines Herz, mein Herz so laß dich von ihr finden, ist ganz verderbet; es füh- und dein Verdienst, HErr let von der Sünden JEsu Chrift, darinnen Schmerz, die ihm ist an- Troft und Hülfe ift, wider geerbet, und die es noch Sund, Tod und Teufel. thut ohne Scheu: ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinemFreudend!:, damit nicht 2. Gieb mir auch einen das Verzweiflungsioch verneuen Geist, der wie du derbe meine Seele; sei sei gesinnet, der stets dir meine Freude du allein, anhang allermeist, und was ach laß mich deine Freude du willst, beginnet; gieb, sein, und führe mich zur daß er hasse Fleisch und Freude. Endämilia Elisabeth, Blut, und üb den GlauGräf. v. Schwarzburg. V. Von Verleugnung der Welt. Mel. Allein zu dir, wer doch bald hinüber war, HErr JEfu Chrift, schrei ich aus Angst der Seelen, über das rothe 736.( Seele.) ch 27 Kreu 626 Von Verleugnung der Welt. Kreuzesmeer! wie lang muß| und Brod, da ist all Morich mich quälen? Wo ist gen neue Noth; wer ist, die Fahrt, wo ist die Bahn, der mich daselbst ernähr? da ich die Fluten waten Mein GOtt und HErr! ach kann? Ach ist denn nir- wer doch da hinüber wår! gends Hülfe mehr? Mein GOtt und HErr! ach wer Doch da hinüber war! 6.( JEsus.) Dir in der Wüsten ich beisteh, dir soll kein Mangel schaden; dich 2.( JEsus.) Ich bin bei alle Morgen ich anseh in dir, ich helfe dir, drum neuer Lieb und Gnaden. halte ein mit Flehet; aus Dir giebt der Felsen Wasdiesem kannst du glauben ser, Wind bringt Fleisch, mir, daß ich dir muß bei- das auf dich fleugt und fiehen, weil ich dich schon rinnt; dein Brod kommt herausgebracht aus Egyp- von des Himmels Höh. ten durch meine Macht; Ich mit dir geh, dir in hast du denn das vergessen der Wüsten ich beisteh. schier? Sieh, für und für bin ich bei dir und helfe dir. 7.( Seele.) Ach wer doch bald hinüber wår! Den 3.( Seele.) Ach wer doch Hunger wollt ich leiden, bald hinüber wår! Egyp- wenn nur Amaleks grauten ist zurücke; ich dacht, sams Heer ich könnte fliehn nun hätt ich mein Begehr, und meiden; das löckend und säß im vollen Glücke. Weltvolk ficht und fireit, Ach so geht erst recht an der Satan stehet ihm znr die Noth, auf allen Sei- Seit, das Fleisch thut dem ten steht der Tod; ach wie Geist Gegenwehr; mein ist mir das Herz so schwer; GOtt und HErr! ach wer mein GOtt und HErr! ach doch da hinüber wår! wer doch da hinüber wär!! 8.( JEsus.) Ich bin dein 4.( JEsus.) Ich bin bei dir, ich führe dich durch alle Kreuzeswellen; drum zage nicht, halt dich an mich, denn wir sind Reifgesellen; so kannst du in der tiefsten Flut noch den rechter Josua, der Amalek bekrieget; ich stehe dir zur Seiten da, ich bins der allzeit sieget; wenn Fleisch, Welt, Teufel dich ansicht, fo helf ich dir, und laß dich nicht: sei nur getroff! ich noch haben guten Muth, bin dir nah, ich Jehovah, und sie durchgehen seligich bin dein rechter Josua. lich. Nur trau auf mich; ich 9.( Seele.) Ach werdoch bin bei dir, und führe dich. bald hinüber wår! Jetzt 5.( Seele.) Ach wer doch Sinai mich schrecket, da bald hinüber wär! Ach was ihn bei des Gesetzes Lchr ist noch obhanden! Hinter Blitz, Feuer, Rauchdampf dem rothen Kreuzesmeer decket; da diese Donnerin jenen wüsten Landen, stimm abfällt: Verflucht da fehlet Wasser, Fleisch sei jeder, der nicht hålt was Von Verleugnung der Welt. 627 was ich in den Geboten weil das Land seine Leut lehr! Mein GOtt und verzehr. Ach GOtt und HErr! ach wer doch da HErr! ach ner doch da hinüber wår! hinüber wär! 10.( JEsus.) Ich selbst! bin des Gesetzes End; wer an mich herzlich glaubet, schenk zur Ritterschaft, 14.( JEsus.) Durch mich, durch meine JEsuskraft, durch meines Getvon dem ist alles abgewendt, stes Segen, den ich dir was Moses drohend schreibet. Wer sich in mein Ver- kannst alles du vermögen. dienst einhüllt, hat alles Es muß dir bleiben nichts schon in mir erfüllt; auch daß er alles halten könnt, helf ich behend; denn ich bin des Gesetzes End. zu schwer, dich nicht an lose Mäuler kehr, daß du nicht auch werdst hingerafft: alls wird geschafft durch mich, durch meine 11.( Seele.) Ach wer doch bald hinüber wår! JEsuskraft. Ach was für Berg und 15.( Seele.) Ach wer Höhen erblick ich, wo ich doch bald hinuser war! mich hinkehr, hier ist kein Hier sind noch FleischesWeg zu sehen. Ich gehe lüfte, derselben ich auch mehr zurück als fort, ich gern entbehr in dieser raufürcht, daß nicht an die hen Wüste; ich seh, daß sem Ort irgend ein Frr- Hölle, Schlangen, Feur, licht mich bethdr. Mein Murrn, Etel, Peors UnGOtt und HErr! ach wer geheur und anders Viele doch da hinüber wår! ganz verstbr. Mein GOtt 12.( JEsus.) Ich bin und HErr! ach wer doch der Weg, das Licht, die da hinüber wår! Pfort, durch mich kannst 16. JEfus.) Leg dich du eingehen. Ich trage an meine JEsusbrust, eil dich hie an den Ort, da her in meine Wunden; du mein Heil sollst sehen. mein Blut dämpft alle Die Berge müssen weichen Fleischesluft; wer sich zu bin; weil ich, der höchste, mir gefunden, ist frei von bei dir bin, so hast du einen allem lingeheu:: ich schütze sichern Port; ich helf dir ihn, ich wehr und steur; fort: ich bin der Weg, das das bleibe dir ja wohl beLicht, die Pfort. wußt, wenn sterben mußt, leg dich an meine JEsusbruft. 13.( Seele.) Ach wer doch bald hinüber wär! Hier hör ich nichts denn 17.( Seele.) Ach wer Klagen, dahin zu kommen doch da hinüber wår! Den sei zu schwer, es dürf es Jordan hab ich funden; niemand wagen; die mei- nichts denn der Tod ist ften kehren wieder um und übrig mehr, alsdann ist sagen: es gescheh darum, überwunden. Hab ich hier 27* gu 628 Von Verleugnung der Welt. guten Uebergang, so werde Ich seh das Land, du führst ich mit Lob und Dank mich drein mit starker dem Höchnen ewig geben Hand; dir bin und bleib Ehr; mein GOtt und ich emig nah. Dir JeHErr! ach wer doch da hovah, sei Preis und Ehr, hinüber war! Hallelujah! 18.( JEsus.) Mein Tod ist deines Todes Tod, mein Leben ist dein Leben; wie Mel. Auf meinen lieben GOtt. kann der Tod sein eine 737. 2de, du fuse Noth, ders Leben dir muß Welt, ich geben? Laß dir davor nicht schwing ins Himmelszelt werden bang, es ist ein die Flügel meiner Sinnen, Schneller Uebergang; fieb und suche zu gewinnen, nur an meine Wunden was ewiglich bestehet, wenn roth, so hats nicht Noth, dieses Rund vergehet. mein Tod ist deines Todes Tod. fahr hin mit deinen Schäßen, die nimmer recht ergößen. 2. Fahr hin mit seinem Gut, das eine kleine Flut 19.( Seele.) Ach wer so balde kann verheeren, doch schon hinüber wär! und eine Glut verzehren; Ach JEsu, hilf mir Schwachen, daß ich komm zu der Engel Chor, das kannst du balde machen. Dein 3. Fahr hin mit deiner Name ist heilig und hebr, Lust, sie ist nur Koth und du hast geholfen bis hieher, Wust; und deine Fröhlichein seligs Ende mir bescheer. keiten verblühen mit den Mein GOtt und HErr! Zeiten. Was frag ich nach ach wenn ich schon hin- den Freuden, auf die nur über wår! folget Leiden? 20.( JEsus.) Ich helfe 4. Fahr hin mit deiner dir hinüber schon, die letzte Pracht; von Würmern ist Bitt ich höre; ich seß dir gen.acht der Sammet und auf die Lebenskron, in eng- die Seiden, die deinen Leib lische Lustchöre führ ich bekleiden. Was mag gedich jebo seiig ein, da sollst nennet werden, ist lauter du bei GOtt ewig sein. Koth und Erden. Ich bin dein Schuld und 5. Fahr hin mit deiner großer Lohn, ich GOttes Ehr; was ist die Hoheit Sohn, ich helfe dir hin- nehr, als Kummer im über schon. Gewinnen, und Herfleid 21.( Seele.) Preis, Ehre im Zerrinnen? Was frag und Hallelujah sei dir, o ich nach den Ehren, die GOtt, gejungen; was ich nur das Herz beschweren? gewünscht, ich schon em- 6. Fahr hin mit deiner pfah, GOtt Lob, mir ists ge- Gunst; falsch lieben ist die lungen. Der Sieg ist da. Kunst, dadurch der wird be= Don Verleugnung der Welt. 629 betrogen, dem du dich zeigst gewogen. Was frag Mei. HErr, ich habe ich nach dem Lieben, das mißigehandelt. endlich muß betrüben? 7. Im Himmel ist der Freund, der mich recht Leben, Christi Leben Adams herzlich meint, der mir Tod; denn aus Lieb hat fein Herze giebet, und sich gegeben Christus in mich so brunstig liebet, des Adams Noth, auf daß daß er mich süß erquicket, Adam in ihm stürbe, nicht wenn Angst und Trüb- im andern Tod verdurbe. sal drucket. 2. Adams Tod ist Chri8. Des Himmels Herr- sti Leben, Adams Leben lichkeit ist mir schon jube- Christi Tod; Adam muß reit; mein Name steht nach Christo streben, stergeschrieben bei denen, die ben auch mit Hohn und GOtt lieben. Mein Ruhm Spott, auf daß er in kann nicht vergehen, so Christo bleibe, und erlang GOtt wird bestehen. steh im klaren Leibe. 9. Zions güldne 3. So wir nun mit Pracht, wie hoch bist du Christo sterben, seinem geacht! Von Perlen sind Tode werden gleich, werdie Pforten, das Gold den wir auch mit ihm erhat aller Orten die Gassen ben, herrschen auch in ſeiausgeschmücket. Wann nem Reich. Denn, so viel werd ich hingerücket? wir Christi haben, nießen wir auch seiner Gaben. 10. süße Himmelslust, wohl dem, dem du bewußt! Wenn wir ein Tröpflein haben, so karn er uns erlaben; wie wird mit großen Freuden, der volle Strom uns weiden! 4. So wir aber Adams Leben lieben im befleckten Rock, und nicht bleiben grüne Reben an dem reinen Weinestock: was hilft Lauten, Pfeifen, Singen, wenn wir faule Früchte bringen? 11. theures Himmelsgut, du machest rechten 5. O, es läßt sich so Muth. Was werden wir nicht machen, wie der alfür Gaben bei dir, HErr te Adam denkt; Christi JEsu, haben: mit was Kreuz vertreibt das Lafür reichen Schätzen wirst chen, wenn das Leben du uns dort ergößen! wird gekränkt, nicht allein 12. Fahr, Welt, fahr von Menschenkinden, sonimmer hin; gen Himmel dern auch Versuchungssteht mein Sinn; das winden. Frdisch ich verfluche, das 6. Solches muß im Geift Himmlisch ich nur suche. erfahren ein recht glauAde, du Weltgetümmel, big Christenmann; wenn ich wähle mir den Himmel. es kommt zu seinen JahHeinrich Müller. rent, 738. Shrifti Tod ist Adams 630 Von Verleugnung der Welt. ren, ja von seiner Jugend bleibt in der Hill bean muß er Christi Kreuze graben voller Schrecken, tragen, auch im Tode nicht Ängst und Plag. Denn wer Christum hier nicht tråget, den dort GOttes Rache schläget. verzagen. 7. Wer will solche Fluten zählen, solche Noth und Thränensaat? Ein Ge- 13. O hilf, Christe, durch scheuter thuts verhehlen, dein Leiden, daß wir dir hält sich fest an GOttes nachfolgen schlecht durch Rath. Seinen Trost auf viel Trubsal zu den FreuGOtt er seßet, ob ihn den; du allein machst uns schon die Welt verleßet. gerecht durch dein Blut Abraham v. Frankenberg. 8. Wie gewohnt zu thun und Marterkronen; laß die Frommen, die durch uns ewig in dir wohnen. Glauben und Geduld endlich zu der Ruhe kommen, und erlangen GOttes Huld: also mag ein Christ geneſen, lebt in Chrifti Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 739. Die Liebe letz det nicht 9. Den er herzlich liebt Gesellen, im Fall fie treu und ehret, seinem Leben und redlich brennt; wo folget nach, mit der Welt Sonnen mögen nicht ersich nicht bethöret, weil sie hellen beisammen an dem nur bringt Weh und Ach, Firmament. Wer Herren, welches ihrer Viel nicht die einander feind, bedieglauben, sich des letzten nen will, ist keines Freund. Trosts berauben. 2. Was hinkst du denn 10. Nun wir warten auf beiden Seiten, o Seel? allermaaßen, bis uns ft GOtt der HErr dein GOtt Lier fordert ab: o Schatz, was haben denn daß wir ihm ganz gelas- die Eitelkeiten für einen sen fröhlich suchten unser Anspruch, Theil und Plaß? Grab, erstlich zwar in Soll er dich nennen seine Christi Herzen, nachmals Braut, kannst du nicht in der Erd ohn Schmerzen! andern sein vertraut. 11. Denn auch Christi 3. Im Fall du Chriftum Grab ohn Sorgen und willst behalten, so halt sanft ruhig Bettelein ist ihn einig und allein; die mit Geist und Wort ver- ganze Welt soll dir erkalborgen in des Glaubgen ten, und nichts als lauHerzensschrein. Wer ihn ter Gräuel sein. Dein nur von Herzen liebet, in Fleisch muß sterben, eh dem lebt er unbetrübet. die Noth der Sterblichkeit 12. Wer ihn aber nicht dir bringt den Tod. will haben, und sein Kreuz 4. Warum sollt ich doch nicht leiden mag, der das umfangen, was ich so bald Don Verleugnung der Welt. 631 muß, was herbei, der mich aus Goabgekürztem sen führt; nunmehro bin Prangen bracht ewig Ekel ich frei von aller schweund Verdruß? Sollt ich ren Last; die Arbeit ist um einen Dunst und vollbracht. Egypten, Egyp= Schein ein Scheusal heil- ten, gute Nacht! gen Geistes sein? 2. Gomorra:: gute 5. Die Augen dieser Er- Nacht! und was in Soden lachen zwar weidlich in dom lebt; der Himmel der Sterblichkeit, beweinen thut sich auf, und draut aber in dem Rachen der mit Schwefelglut; ich Hillen ihr unendlich Leid; richte meinen Lauf zu metdie Engeltraub hergegen nem 3oar hin, da meine tränkt den, der mit Thrå- Ruhe wacht. Gomorra:: tten hier sich frånkt. gute Nacht! 6. Ach GOtt, wo sind 3. Mein Babel:: gute fie, die vor Jahren ergeben Nacht! Israel zeucht zur aller Eitelkeit, und in die Ruh, die Trübsal ist geWelt so brünstig waren wandt; ich komm auf verliebt? Des schnöden Lei- freien Fuß und in mein bes Kleid sind Würmer; Vaterland. Die Bande ihre Seele sißt in ewig fallen weg und werden heißer Glut und schwitzt. ausgelacht. Mein Babel:,: gute Nacht! Du 7. Die Welt senkt ihre Todten nieder, und weckt 4. Du Eitles:: gute fie nimmer wieder auf; mein Nacht! Es ist genug geSchatz ruft seine Todten fåmpft. Mein Geist eilt wieder zum unbeschränkten nun zur Ruh, er fleucht Lebenslauf, verklärt sie wie mit frohem Muth nach das Morgenroth, wenn 3ions Hügeln zu, da wahjene nagt der andre Tod. re Ruhe wohnt und recht 8. Was hab ich denn, Vergnügen macht. o Welt, zu schaffen mit Eitles:: gute Nacht! deiner leichten Rosen- 5. Laß deinen:: Diefron? Fleuch hin, und gieb ner fort nun, HErr wie fie deinen Affen, laß mir du gesagt; mit Frieden des Kreuzes Dorn und aus der Welt laß meinen Hohn. Besiß ich JEsum Abschied sein. Wenns dir, nur allein, ist alles, was mein GOtt, gefällt, so zu wünschen, mein. spanne selig aus. HErr ich trau auf dein Wort, laß deinen:: Diener fort. Erasmus Finx. In eigener Melodie. 6. Nun Alles:: gute Nacht! Egypten, gute gypten, gute Stacht, mit deiner SclaNacht! Die Dienstbarkeit verei! Gomorra, gute 740. Egypten, Eist aus; mein Moses rückt Nacht! von Babel bin ich frei: bald verlassen mir nach 632 Von Verleugnung der Welt. frei; mein JEsus, der mich auch umkehrten zum gröliebt, hat mich nun frei ßesten Haufen, so will ich gemacht von allem:: gute dir dennoch in Liebe nachNacht! Georg Courad Büttner. laufen; denn dein Wort, o JEsu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht In eigener Melodie. 741. Fins ist Noth, in JEsu geneußt? ach HErr, 5. Aller Weisheit höchste dies Eine lehre mich er- Fülle in dir ja verborgen kennen doch; alles andre, liegt. Gieb nur, daß sich wies auch scheine, ist ja nur auch mein Wille fein in solein schweres Joch, darun- che Schranken fügt, wor= ter das Herze sich naget innen die Demuth und Einund plaget, und dennoch falt regieret, und mich zu kein wahres Vergnügen er der Weisheit, die himmjaget. Erlang ich dies Eine, lisch ist, führet. Ach wenn das alles ersetzt, so werd ich nur JEsum recht kenne ich mit Einem in allem und weiß, so hab ich der ergößt. Weisheit vollkommenen Preis. 2. Seele, willst du die ses finden, suchs bet keiner Kreatur. Laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo GOtt und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da, ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 6. Nichts kann ich vor GOtt ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. JÉsu, es muß mir gelingen durch dein rosinfarbnes Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, als sie sich zu JEsu 7. Nun, so gieb, daß Füßen voller Andacht nie- meine Seele auch nach deiderließ; ihr Herze ent brann- nem Bild erwacht; du bist te, dies einzig zu hören, was ia, den ich erwähle, mir Esus, ihr Heiland, sie zur Heiligung gemacht. wollte belehren; ihr Alles Was dienet zum göttlichen war gänzlich in JEsum Wandel und Leben, ist in versenkt, und wurde ihr dir, mein Heiland, mir alAlles in Einem geschenkt. les gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Luft, dein Leben sei, JEsu, mir einzig bewußt. 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster JEsu, nur nach dir; laß mich tren lich dir anhangen, schenke 8. Ja, was soll ich mehr dich zu eigen mir. Ob oiel verlangen? Michbeschwent die Von Verleugnung der Welt. 633 die Gnadenflut. Du bist sich mit nichts vermengen einmal eingegangen in das kann. Heilge durch dein Blut. 2. Jhr Berg und ThåDa hast du die ewge Er- ler, helft mir fingen, belösung gefunden, daß ich fingen meines JEsu Preis, nun der höllischen Herr- der unter so geringen schaft entbunden; dein Ein- Dingen nich doch so lang gang die vollige Freiheit zu schüben weiß. Habt mir bringt, im findlichen gute Nacht, ich habs beGeiste das Abba nun dacht; es ist mit mir klingt. recht hohe Zeit, zu fliehen die Vergänglich, teit. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jeho ineine Seel 3. hr seid ja wohl, ergeht, weil auf eine frische ihr grünen Auen, im Weide mein Hirt, JEsus, Sommer lieblich anzumich gescht. Nichts Su- sehn; doch wird man auch ses kann also mein Herze an euch bald schauen, erlaben, als wenn ich nur, wie alle Schönheit muß Eju, dich immer soll ha- vergehn. Drum, gute ben; nichts, nichts ist, das Nacht, nimm dies in Acht, also mich innia erquickt, mein Hert; du liebest von als wenn ich dich, JEsu, Natur nur allzugern die im Glauben erblickt. Kreatur. 10. Drum auch, JEsu, 4. Hast du bishe: noch du alleine sollst mein Ein was geliebet, das dir hat und Alles sein; prüf, er- Zeit und Kraft verzehrt, fahre, wie ichs meine, tilge so sei denn auch nicht allen Heuchelschein. Sieh, mehr betrübet, wenn dir ob ich auf bösem, betrug- wird der Genuß gewehrt. lichem Stege, und leite Gieb gute Nacht, der mich, Höchster, auf ewigem Bräutgam wacht und Wege; gieb, daß ich hier will, daß seine Braut ihm alles nur achte für Koth, bleib ein wohlgeschmückt und JEsum gewinne, dies jungfräulich Weib. Eine ist noth. Job. Heinrich Schröder. In eigener Melodie. 5. Nun weg, du schnöde Eigenliebe, du must mein Herze laffen leer, zu folgen dessen Liebestriebe, 742.& ntfernet euch, dem nur gebührt allein die ihr matten Ehr. Nun gute Nacht, Kräfte, von allem, was was sich selbst acht; ich noch irdisch heißt; wirf geh nun von mir selber hin die feitlichen Geschäfte, aus, zu ziehn in meines mein gnug geplagter, mů- Liebsten Haus. der Geist. Nun, gute Nacht, 6. Ach reiß mich los es ist vollbracht. Ich fang von allen Banden, von ein ander Wesen an, das dem subtilsten Netze frei; mach 27** 634 Don Derleugnung der Welt. mach aller Feinde Rath große Paläste; Eitelkeit, zu Schanden, daß ich Eitelkeit, lachende Gäste. dein freies Schäfchen sei. Christen, die suchen ein Hab gute Nacht, du ewiges Haus, ihre GedanLift und macht, die mich ken sind nimmer daraus. so oft betrogen hat; euch 4. Eitelkeit, Eitelkeit, fehlt an mir nun Rath Kriege zu führen; Eitelund That. feit, Eitelkeit, fleischlich 7. Wie süß ist doch studiren. Christen die stretein freier Wandel in vol- ten den geistlichen Streit, ler Abgezogenheit, wenn und sie studiren, was JEdieser Welt ihr toller sus gebeut. Handel uns keine Sorg 5. Eitelkeit, Eitelkeit, noch Furcht bereit. Ja, niedliches Essen; Eitelkeit, aute Nacht, du Lust und Eitelkeit, GOtt zu verPracht, ich bin bereits in gesen. Christen genießen meinem Sinn verlobte verborgenes Brod, welBraut und Königin. ches ist ibr hochgelobeter 8. Verbirg mich GOtt. in deinem Frieden, und nur 6. Eitelkeit, Eitelkeit, druck mich tief in dei- Tanzen und Springen; nen Schooß; mach mich Eitelkeit, Eitelkeit, Spievon allem abgeschieden, len und Singen. Ewig und von den Kreaturen im Himmel Hallelujah bloß. Nnn, gute Nacht, klingt, wenn man auf die Liebe macht, daß ich Erden von Eitelkeit fingt. mich selbst vergessen kann, und sehne mich nur himmel an. Gottfried Arnold. Mel. Joachim Neander. HErr, ich habe mißgehandelt. In eigener Melodie. 743. Siteleit, Gi 744. was frag ich nach der telkeit, was Erden, wenn Jehovah bei wir hier sehen; Eitel- mir ist? Es muß mir der feit, Eitelkeit, was wir Himmel werden troß der begehen. Kindliche Tha- Welt und Teufels List; ten und findliches Spiel o HErr JEsu, meine ist auch der Alten ihr tåg- Krone, fomm, in meinem liches Ziel. Herzen wohne. 2. Eitelkeit, Eitelkeit, 2. Ei was frag ich nach köftlich sich zieren; Eitel Dukaten? Reich genug, feit, Eitelkeit, trobig bra- wer GOtt nur hat. Ich viren. Prächtig sich klei- verachte Ehren- Staater, den ist Liebe der Welt, droben ist die Ehrenstadt. mäßig fich schmücken den O mein Schöpfer, hilf Christen gefällt. doch glauben deiner bld3. Eitelkeit, Eitelkeit, den Turteltauben. 3. Et Von Verleugnung der Welt. 635 3. Et was frag ich nach thum hier? Nur ein dem Himmel? Himmels Stücklein Erde, eine Last, gnug, wer JEsum liebt. die für und für drücket Pfut, du schnödes Welt- mit Beschwerde; Beschwerde; eine getümmel, ach wie hast du Flamme, die das Herz mich betrübt! Nun will giftiglich entzündet; eine ich mich erst ergößen in den Dorne, da der Schmerz unsichtbaren Schätzen. unsre Seel verwundet. 4. Et was frag ich nach dem Schmähen, wenn ich meide böse That? Wie GOtt will, so muß es gehen; o der Lügen wird wohl Rath! Endlich wird der Wahrheit Leben hellen Mittagsglanz doch geben. 3. Was ist Ehr und Herrlichkeit? Nur ein Schein und Schemen; kommt und schwindet mit der Zeit, stürzet uns in Gramen; wenn wir wollen himmelan unsre Flügel schwingen, müssen wir 5. Ei was frag ich nach mit Haaman in die Schandem Loben? Darum bin de dringen. ich frömmer nicht; wahres 4. Deine Wollust ist Lob kommt nur von oben, ein Gift, künstlich übervon dem, der ins Herze zogen mit dem Zucker; fieht. So viel wird der went fie trifft, wird durch Mensch nur taugen, als er sie betrogen; wer sie isset, gilt in GOttes Augen. muß mit Pein in die Hölle fahren, trinken von dem Schwefelwein der verdammten Schaaren. 6. Ei was frag ich nach euch allen, Himmel, Erse, Geld und Ehr? Wenn ich nur kann GOtt gefallen, ei was will, was will ich mehr? GOtt allein will ich betrachten, wenn mir Leib und Seel verschmachten. Joachim Neander. 5. O du blinde Menschenseel, magst du das noch lieben, was dich in der Höllenhöhl ewig kann betrüben, und doch nichts ist als ein Rauch, als ein Dampfund Schemen? Auf verfluchten Liebe- Brauch folgt verfluchtes Gråment. 6. Bist du nicht vom Him745. Fabu chhode mel her, himmliſch an Gedu schnödé Welt, fahr aus meinen müthe; kannst genießen imSinnen; du sollst doch mit mer mehr deines GOttes deinem Geld mir nichts Gute; wie soll denn was angewinnen. JEsum Chri- irdisch noch dein Begierde stum hab ich mir auser- stillen? Kann das Erdenwählt zu lieben; alles an- vünktlein doch nicht den dre, was man hier liebet, Himmel füllen. kann betrüben. 2. Was ist aller ReichMel. Christus, ber uns selig macht. 7. Fabr bin, Welt, mit deinem Dreck, du fannst mich 636 Don Derleugnung der Welt. mich nicht laben; JEsus ist mein Liebeszweck; wenn Mel. Ich dank dir schon ich den mag haben, frag ich durch deinen Sohn, nichts nach aller Luh, die der 746. S Rehab dich Himmel heget; alles ist mir wohl, du Koth und Wust, was das schnide Welt, mit deinen Erdreich träget. Spezereien, Lust, Ehre, Reichthum, Gut und Geld, so du pflegst auszustreuen. 8. It im Himmel süße Luft, giebt das Erdreich Schätze, so ist mir doch 2. Reiz, wen du willst, mehr bewußt, wenn ich mit dem Geruch der Eitelmich ergehe in dem JE- feit zu Sünden; wer solsu, der allein kann ver- chem folgt, der wird dett gnüglich laben; ohne den Fluch anstatt des Segens ists lauter Pein Erd und finden. Himmel haben. 3. Dein Balsam ist mit Gift vermischt, reizt manchen hin zu laufen, da ihn 9. Er ist mir, was ich begehr, ohne List und Trůgen, mein erwünschtes des Satans Strick erWollustmeer, mein hoch- wischt. Ich mag nicht stes Vergnügen, mein Erd Reue kaufen. und mein Paradeis, mein 4. Mein Balsam, das Schatz und mein Leben, ist Jesus Christ, der edle meines Mundes höchster Preis; er kann mich erheben. both Gruch des Lebens, so metner Seelen Labjal ist, dem lauf ich nicht vergebens. 10. Fahr nur, Welt, 5. Vergebens lauf ich fahr immer hin mit den dem nicht nach, er tödtet güldnen Schätzen; JEsus Tod und Laster; macht kann mir meinen Sinn frei mich vou verdienter mehr als Gold ergößen; mangelt Gold, so hab ich GOtt; es wird mir ge- 6. Er giebt mir wunlingen, sollten auch die dergroße Kraft und AnRaben Brod mir vom much ohne Maaßen; es Himmel bringen. Rach und weiß wie Alabaster. 11. Bin ich vor der Welt veracht, und werd hier betrübet, so bin ich doch 7. Klopft Noth und werth geacht bei GOtt Tod an meine Brust, will und geliebet. Menschen- mich der Feind erschrecken, ehr muß wie ein Dunst, so kann der Balsam, Muth wie ein Schaum vergehen; und Lust zum letzten Kampf bleibet mir des Himmels erm.cken. Gunst, will ich doch bestehen. 8. GOtt hat ihn uns Heinrich Müller. in seinem Wort zum Besten Har mais ausgegossen, auf daß wir folist der allerstärkste Saft, drauf man sich kann verlassen. Don Verleugnung der Welt. 637 sollen fort und fort ihm solchen Schäßen streben, folgen unverdrossen. die uns bleiben, wenn die 9. Darum so laßt uns Welt in ihr erstes Nichts Her; und Muth mit die- zerfällt. sem Balsam streichen, mit Christi Namen, Lehr und Blut, das wird uns Kräfte reichen. 10. Auf daß wir laufen auf der Bahn, die zu dem Leben führet, die Christus selbst mit seiner Fahn des lieben Kreuzes zieret. 11. Du aber, HErr, zeuch uns zu dir mit deines Geistes Faden; man muß nur immer laufen hier in Seilen deiner Gnaden. 12. Zeuch mich, so folg und lauf ich hin, wohin du rufft, und werde zu dir mit Danken meinen Sinn erheben von der Erde. Michael Dillherr. Mel. Jesus, meine Suversicht. immelan geht unsre Bahn, 4. Himmelan! ich muß mein Herz auch bei metnem Schatze haben, denn es kann mich anderwärts kein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hin gehöre. Wenn mich dieses Wort verwahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan denk ich allzeit, we: n er mir die Tafeldecket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 7. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schö747. wir sind Gäste nur auf ne Loos von ferne, daß Erden, bis wir dort in mein Herz schon aufwärte Canaan durch die Wüste steigt über Sonne, Mond kommen werden. Hier ist und Sterne; denn ihr Licht unser Pilgrims- Stand, ist viel zu klein gegen jedroben inser Vaterland. nen Glanz und Schein. 2. Himmelan schwing 8. Himmelan wird mich dich, mein Geist; denn du der Tod in die rechte Heibist ein himmlisch Wesen, math führen, da ich über und kannst das, mas irdisch alle Noth ewig werde heißt, nicht zu deinem Zweck triumphiren. JEsus geht erlesen. Ein von GOtt er mir selbst voran, daß ich leuchter Sinn kehrt in sei- freudig folgen kann. nen Ursprung hin. 9. Himmelan, ach him3. Himmelan! die Welt melan! das soll meine Lokann dir nur geborgte Gü- sung bleiben. Ich will alter geben. Deine himm- len eitlen Wahn durch die lische Begier muß nach Himmels.ust vertreiben. Himbur 638 Von Derleugnung der Welt. Himmelan steht nur mein des Urtheil aus; brich entSinn, bis ich in dem Him- zwei des Mörders Pfeile, mel bin. Benjamin Schmolt. wirf den Drachen ganz dein neues erstandenes hinaus. Ach laß sich Leben in unser verbliche748. erzog unsrer nes Bildniß eingeben. ÉrSeligkei- jeig dich verklåret und ten, zeuch uns in dein herrlich noch hier, und Heiligthum, da du uns bringe dein neues Gedie Stätt bereiten, und schöpfe herfür. hier im Triumph herum 5. Kehre die zerstreuten als deine Erkaufte fieg- Sinnen aus der Vielheit prachtig willst führen; in das Ein, daß fie neuen laß unsere Bitte dein Her- Raum gewinnen, nur von ze jest rühren; wir wol- dir erfüllt zu sein. Ach len dem Vater zum: Opfer lege die Machten der Findarstehn, und in der Ge- sterniß nieder, und bringe meinschaft der Leiden hin- des Geistes verneuten gehn. Mund wieder, der von 2. Er hat uns zu dir der verkläreten Menschheit gezogen, und du wieder sich mehr, und gegen der zu ihm hin. Liebe hat GOttheit Verachter sich uns überwogen, daß an wehr. dir hangt Muth und 6. Stärke deinen zarten Sinn. Nun wollen wir Samen, der dein manngerne mit dir auch ab- lich Alter schafft, daß wir sterben dem ganzen na- hier in JEsus Namen türlichen Seelenverderben. fiehn vor GOtt in JungAch pflanze und seß uns lingskraft, den Bösewicht zum Tode hinzu, sonst völlig in dir zu besiegen, finden wir ewig kein Le- daß endlich die Feinde zun ben und Rah. Fußen da liegen: so soll Mel. Eins ist noth, ach HErr, dies Eine. 3. Aber hier erdenkt die aus dem Tode das Leben Schlange so viel Ausflucht entstehn, und hier noch in überall: bald macht sie völliger Mannheit aufdem Willen bange, bald gehn. bringt sie die Luft zu Fall. 7. Lebe dann und lieb Es bleibet das Leben am und labe in der neuen KreKleinsten oft kleben, und atur, Lebensfürst, durch will sich nicht völlig zum deine Gabe die erstatteté Sterben hingeben; es Natur; erwecke dein Paschüket die besten Absichten radies wieder im Grunde noch vor, und bauet so HB- der Seelen, und bringe hen und Festung empor. noch näher die Stunde, da du dich in allen den Gliedern verklärst, sie hier 4. Drum, o Schlangentreter, eile, führ des To noch Von Verleugnung der Welt. 639 noch des ewigen Lebens| Staub und Wind, ihr Luft gewährst. 8. Gönn uns doch noch Frist auf Erden, Zeugen det ner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, die muß zerstieben; nur GOtt, mein Schatz, behålt den Play, und bleibet unvertrieben. 4. Was hab ich denn in den Tod zu nehmen zuvor gethan, daß ich den ein des Lebens vollkom- Erdenlusten bin allzusehr mene Freiheit und Rech- gehangen an, die doch nur te, als eines vollendeten einer Wüsten ich gleiche Heilands Geschlechte. Der nun, weil all ihr Thun, Unglaub mag denken wir wie gut es uns mag důnbitten zu viel, so thust du ken, macht Seelennoth, doch über der Bitten ihr und nach dem Tod in emge Ziel. Gottfr. Arnold. Pein versinken? Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. ier ist mein 749. Herz, HErr nimm es hin, dir hab ich mich ergeben; Welt, immer fort aus meinem Sinn mit deinem schnöden Leben. Dein Thun und Tand hat nicht Bestand, deß bin ich worden innen; drum schwingt aus dir sich mit Begier mein freier Geist von hinnen. 2. GOtt ist mein allerbestes Gut, nach ihm steht mein Verlangen. Ach könnt ich doch mit frohem Muth nur meinem GOtt anhantgen! Ach daß mir doch das Sündenioch vom Hals war abgenommen, daß ich einmal in seinen Saal des Himmels möchte kommen! die Ursach sein, daß ich 5. Was mag doch wohl mich so bethöret? Die Sund, die mich genommen ein, hat meinen Sinn verkehret, daß ich allhier mich, GOtt, von dir, hab öfters lassen trennen. Dies lasse mich, ich bitte dich, mit fteter Reu erkennen. 6. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Himmel schwinge mit Lieb und herzlicher Begier, und mich ir. keinem Dinge erfreue hier, als nur in dir, GOtt, meiner Seele Leben. Du allermeist kannst meinem Geift die beste Såttqung geben. 7. Drum immer hin, was flüchtig ist, ich will es lassen fahren; GOtt einig hat mein Herz durchsüßt, der wird mich wohl bewahren, daß ich die 3. Ich sehe doch, daß in Pracht der Welt nicht acht, der Welt und allen ihren vielmehr nur ihn verlange Sachen, was sie von Gü- mit dankbarm Muth, das tern in fich hålt, ja gar höchste Gut, und ewig ihm nichts ist zu machen; ihr anhange. Sebastian Franck. Gut verschwindt wie Mel. 640 Von Derleugnung der Welt. fie im Mund bekennen; Mel. An Wafferflüssen sie schelten wohl für KetzeBabylon. rei, daß man sie wolt be750. ilf GOtt, reden frei; ein Christ muß Hilf wie gehts heilig leben: daß JEsus überwind, ist ihnen gar nicht eben. doch jeho zu? Was sind und sein Geist die Sünd doch das für Zeiten? Die durch Glauben in uns Menschen hassen ihre Ruh, und wollens gar nicht leiden, daß man sie lehr den 5. Drum, lieber GOtt, rechten Weg, daß man sie rett deine Ehr und JEsu, führ den schmalen Steg, deines Sohnes: laß leuchder nach dem Himmel füh- ten immer mehr und ret; sie sagen ungescheuet: mehr durch den Geist deiNein, wir wollen bleiben, nes Thrones, daß JEsus wie wir sein. Sieh, wie Christus Heil und Stärk, das Volk sich zieret. Genad und Wahrheit, 2. Genug ists nicht, daß Glaub und Werk befie dein Wort verwerfen fannt uns allen werden, und verachten, und nach und wie er für, in, mit der alten Weise fort den uns sei, lehr, was wir Bauch zu nähren trachten; an ihm haben frei im fie wollen noch dazu Pecht han; das größt Unrecht hat der gethan, der ihnen das verweiset; den halten sie Himmel und auf Erden. Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. für ungelehrt und ſeine 751. Höchfter PrieThun nicht hochpreiset. du dich selbst geopfert hast 3. Wer will von schroa- für mich, laß doch, bitt chen Menschen mehr, als ich, noch auf Erden, auch wir sind, wohl begehren? mein Herz dein Opfer Man treibt die Sach auch werden. allzu, ehr, und sagt nur von 2. Denn die Liebe nimmt Bekehren. Ei Lieber, laßt nichts an, was du, Liebe, es, wies vor war; Welt nicht gethant; was durch bleibet Welt, das seht ihr deine Hand nicht gehet, gar, ist Christus doch ge- wird zu GOtt auch nicht storben. Wenn wir zu- erhöhet. weiln zur Kirchen gehn, 3. Darum tödt und zur Beicht, und beten beim schlachte hin meinen WilAufstehn, ists denn so gar len, meinen Sinn; reiß verdorben? mein Herz aus meinem Herzen, sollts auch sein mit tausend Schmerzen. 4. Trage Holz auf den nen in dem Leben ie, was Altar, und verbrenn mich ganz 4. Dergleichen Reden führen die, so sich nach Christo nennen; verleug Von Verleugnung der Welt. 641 ganz und gar, o du al- mich gestorben; du hast lerliebste Liebe. Wenn doch mir durch dein theures nichts mehr von mir bliebe! 5. Also wird es wohl geschehn, daß der HErr Blut das Himmelreich erworben, und machest meine Sünden gut; drum bin es wird ansehn. Also werd ich, weil du dies verübt, ich noch auf Erden GOtt nicht mehr betrübt. ein liebes Opfer werden. Johann Angelus. Mel. Herzlich thut mich verlangen. ch bin 753. I Gaft auf trübt, und Erden, und hab hier keiweiß fast nicht, ob ich nen Stand; der Himmel mein sündlich Angesicht soll mir werden, da ist gen Himmel darf aufheben. mein Vaterland. Hier reis Ach meine große Misse- ich aus und abe; dort that, ach, ach mein sünd- in der ewgen Ruh ist lich Leben, das meinen GOttes Gnadengabe, die GOtt erzürnet hat! Ach, schleußt all Arbeit zu. ach was hab ich doch verübt! Ich bin betrübt. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner 2. Ich bin betrübt, der Jugend an, als Müh Sünden Last hat mich und Noth gewesen? So mit Stricken so umfaßt, lang ich denken kann, daß ich nicht kann ent- hab ich so manchen Morkommen; sie hat, gleich gen, so manche liebe Nacht wie des Meeres Sand, mit Kummer und mit Soran Menge zugenommen, gen des Herzens zugeund trachtet nach der bracht. Oberhand. Ach, ach was bab ich doch verübt! Ich bin betrübt. In eigener Melodie. 752. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blitz, 3. Ich bin betrübt. Ach Donner, Wind und Regen gehe nicht mit mir, HErr hat mir manch Angst erChrist, in dein Gericht; du weckt; Verfolgung, Haß hast ja für die Sünden der und Neiden, ob ichs gleich ganzen Welt genug ge- nicht verschuldt, hab ich than; ach laß mich Gna- doch müssen leiden und de finden, und schaue mich tragen mit Geduld. mit Gnaden an. Ach, ach 4. So gings den lieben was hab ich doch verübt! Alten, an deren Fuß und Ich Ich bin betrübt. Pfad wir uns noch täglich 4. Ich bin halten, wenns fehlt an Doch tröst ich mich, mein gutem Rath. Wie mußte Trost, HErr Christ, geht sich doch schmiegen der nur auf dich, weil du für Vater Abraham, eh als ihm betrübt. 642 Don Verleugnung der Welt. ihm sein Vergnügen und 10. 3u dem steht mein rechte Wohnstatt fam. Verlangen, da wollt ich 5. Wie manche schwere gerne hin; die Welt bin Bürde trug Isaak, sein ich durchgangen, daß ichs Sohn. Und Jakob, dessen fast müde bin. Je långer Würde stieg bis zum ich hier walle, je wenger Himmelsthron: wie mußte find ich Lust, die meinem der sich plagen; in was Geist gefalle, das meist ist für Weh und Schmerz, eitel Bust. in was für Furcht und Zagen sank oft sein armes Herz! 11. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel, ach komm, mein 6. Die frommen, beilgen GOtt, und löse mein Seelen, die gingen fort und Herz, wenn dein Herz will. fort, und ånderten mit Komm, mach ein selges Qualen den erstbewohnten Ende an meiner WanderOrt; sie zogen hin und schaft, und was mich wieder, ihr Kreuz war im- fränkt, das wende durch mer groß, bis daß der Tod deinen Arm und Kraft. sie nieder legt in des Grabes Schooß. 12. Wo ich bisher geſessen, ist nicht mein rechtes 7. Ich habe mich er- Haus. Wenn mein Ziel geben in gleiches Glück und ausgemessen, so tret ich Leid; was will ich besser dann hinaus; und was ich leben, als solche große hier gebrauchet, das leg Leut? Es muß ia durch- ich alles ab, und wenn ich gedrungen, es muß gelit- ausgehauchet, so scharrt ten sein; wer nicht hat man mich ins Grab. wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 13. Du aber, meine Freude, du meines Lebens 8. So will ich zwar Licht, du zeuchst mich, wenn nun treiben mein Leben ich scheide, hin vor dein durch die Welt; doch denk Angesicht; ins Haus der ich nicht zu bleiben in ewgen Wonne, da ich diesem fremden Zelt. Ich stets freudenvoll gleich als wandre meine Straßen, die helle Sonne nebft die zu der Heimath führt, andern leuchten soll. da mich ohn alle Maaßen 14. Da will ich immer mein Vater trösten wird. wohnen, und nicht nur als 9. Mein Heimath ist ein Gast, bei denen, die mit dort droben, da aller Engel Kronen du ausgeschmůcket Schaar den großen Herr- hast; da will ich herrlich scher loben, der alles ganz singen von deinem großen und gar in seinen Händen Thun und frei von schndtråget und für und für den Dingen in meinem Erberhält, auch alles hebt theil ruhn. Paul Gerhard. und leget, nach dems ihm wohlgefällt. Mel. Don Verleugnung der Welt. 643 754* Jan auf der Mel. Seelenbräutigam. schrecken, JEsus will mich Esu geh vor- decken. 3. Troß dem alten DraLebensbahn; und wir wol- chen, troß dem Todesralen nicht verweilen, dir chen, trotz der Furcht dazu! getreulich nachzueilen: führ Tobe, Welt, und springe; uns an der Hand bis ins ich steh hier und finge in Vaterland. gar fichrer Ruh. GOt= 2. Solls uns hart er- tes Macht hålt mich in gehn: laß uns feste stehn, Acht; Erd und Abgrund und auch in den schwersten muß verstummen, ob fie Tagen niemals über Lasten noch so brummen. Flagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 4. Weg mit allen Schäzzen! Du bist mein Ergößen, 3. Rühret eignerSchmerz JEsu, meine Lust. Weg, irgend unser Herz, kümmert ihr eitlen Ehren, ich mag uns ein fremdes Leiden: o euch nicht hören, bleibt so gieb Geduld zu beiden; mir unbewußt. Elend, richte unsern Sinn auf Noth, Kreuz, Schmach das Ende hin. und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst JEsu scheiden. du uns durch rauhe Wege: gieb uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nic. Ludw. Graf v. Zinzendorf. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Esu, meine Pracht, dir sei ganz, du In eigener Melodie. 755. gute nes Herzens Weide, JEsu, gegeben. meine Zier; ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange, und verlangt nach dir! GOttes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, JEsus, tritt herein. Denen, die GOtt lieben, muß auch ihr Betrüben, lauter Zucker sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Esu, meine 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß Freude. Johann Franck. den Satan wittern, laß den Feind erbittern, mir Mel. Nun steht Esus bei. Ob es den ob Hölle lob mein Seel HErren. ist gleich kracht und blißt, 756. Last uns doch nicht begehrett, 644 Von Verleugnung der Welt. ren, o liebsle Seel, in die-| nicht ein Haar; ich will ser Zeit das, was doch kann nach Ehren trachten, die beschweren, ja hindern an frei sind von Gefahr; laß der Seligkeit. Was will mich die Welt nur hassen, man Ehre suchen, die doch ich will mit Lieb nd vergänglich ist, auch gar Treu nur meinen JEwohl zu versuchen, als sum fassen, so bleib ich welch in kurzer Frist uns sorgenfrei. grausamlich läßt fallen in 5. Die Welt mag mich Trubsal, Angst und Pein? verfluchen, ist doch mein Drum suchen wir vor al- Segen JEsus Christ; in len bei GOtt geehrt zu sein. JEsu kann ich suchen und 2. Was kann uns Wol- finden, was mir rüßlich lust nüßen, o werthe Seel, ist; laß mich die Welt nur in dieser Welt? Was kann sehen in Angst und Trauuns Reichthum schüßen, rigkeit, mein JEsus kann wenn uns der Würger ergoßen mein Herz zu alüberfällt? Die rechte Lust ler Zeit; und sollt ich schon ist oben, wo mein HErr hier sterben noch mehr JEsus wohnt, den alle als tausendmal, kann ich Zungen loben, der uns so doch nicht verderben, dort reich belohnt, daß wir ge- rührt uns keine Qual. Frönet werden im hohen 6. Das aber kann ich Himmelssaal. Ach eilt zeugen, das kann ich rühdoch von der Erden zu men Tag und Nacht, daß feinem Hochzeitsmahl. mir mein GOtt für eigen 3. Was Pracht, was sein Königreich hat zugesoll ein Leben führen, das unvergänglich heißt. fröhlichs Leben, was Reich- dacht. Ihr Sterblichen thum, Ehr und Herrlich auf Erden, lebt wohl in Feit? der Himmel fann uns dieser Welt. Ich soll gegeben, was uns an Leib kronet werden; mir ist ein und Seel erfreut. In JEsu Reich bestellt; ich soll mit sich ergößen, bleibt ewig GOtt, regieren, den Erd süß und gut; sein Reich und Himmel preist; ich für alles schätzen, erquicket Geist und Muth. In JEsu Reichthum haben, 7. JEsu, meine Freuin JEsu sein geehrt, kann de, wann kommt die lieuns ohn Ende laben, als be Zeit heran, daß ich er uns selbst gelehrt. von hinnen scheide, daß ich 4. In JEsu hab ich dich herzlich loben kann? Güter, in JEsu hab ich Wann werd ich doch geLieb und Lust, wie dir, zieret mit Kleidern weiß du Menschenhüter, ist mehr und hell? Wann werd ich denn auwohl bewußt. aufgeführet zu dir? Ach Laß mich die Welt ver- laß mich schnell, HErr, achten, das kränkt mich güldne Kronen tragen, welch Von Derleugnung der Welt. 645 welch unvergånglich sind; wählen den Bråutgam dann werd ich dir beha- der Seelen, und alles gen als dein herzliebes das andre ohn Unterlag Kini. Joseph Beck. fliehn. Er füllet die Brust mit himmlischer Luft, und Mel. Die lieblichen Blik- was man begehrt, wird ke, die JEfus mir giebt. in ihm gewährt. ein Herze, 6. Er ist auch der beste 757. Mein wie wan- und treueste Freund. Es fest und flatterst du noch? wallet von Liebe und inWas hilft dir das Ringen( nigstem Triebe sein Herze, nach irdischen Dingen, das allzeit es brüderlich und immer zu ziehen das meint. Er schenket zusündliche Toch? Das nö- gleich sein ewiges Reichy, thigste Theil ist JEsus, in welchem es nicht an dein Heil. Drum richte Freude gebricht. den Sinn zum Himmlifchen bin. 2. Mein holdester JEsu, du süßeste Lust rechtschaffener Seelen, die dich nur erwählen, wie wenig ist mir noch dein Wesen bewußt! Laß sterben in mir des Fleisches Begier; nach dir nur allein lag hungrig mich sein. 7. So ziehe, mein JEsu, mich aårzlich in dich; aß in mic zerrinnen die Herrschaft der Sinnen, und leite die Ströme der Liebe in mich; dein himmlischer Glanz durchleuchte mich ganz, hinführo allein dein eigen zu sein. 8. Mein Wille sei gånzlich in deinen versenkt; im 3. Tu dir ist die Fülle Leben und Freuden, im des allett, was gut. Das Wirken und Leiden werd andre betrüget, was fleisch- alles nach deinem Gefallen lich vergnüget; es schwa- gelenkt. Dir geb ich mich chet den Glauben, ent- hin im findlichen Sinn; kräftet den Muth. Wer ach lebe in mir, so lebe ich alles verläßt, und hanget dir. Christian Jak. Koitsch. nur fest an JEsu allein, kann freudiger sein. Mel. Machs mit mir, nach deiner Güt. 4. Ach lehre mich keh- GOtt, ren in inneren Grund: 758. Mir Dir nach, spricht laß mich recht im Wesen der Gottheit genesen, und thue die richtigen Wege mir fund; verleihe du mir zu finden in dir, was ewig ergößt und nimmer verletzt. 5. Ums Irdische will Kreuz und Ungemach auf ich mich nicht mehr be- euch, folgt meinem Wanmühn; ich will nur er- del nach. 2. Ich Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer 646 Von Verleugnung der Welt. 2. Ich bin das Licht, ich ewgen Lebens nicht daleucht euch für mit heilgem von. Joachim Angelus. Tugendleben; wer zu nir kommt und folget mir, darf Mel. Der Tag ist hin, nicht im Finstern schweben; mein JEfu, bei mir bleibe. Ich bin der Weg, ic; weise hl, wie man wahrhaf- 759. Nuacht, du un gute tig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll eitles Weltgetümmel, mein Demüthigkeit, voll Liebe Herze sehnt sich fort nur meine Seele; mein Mund nach dem Himmel; denn der fleußt zu jeder Zeit deine Lust bringt nichts als von süßem Sanftmuthöle; Pein und Last, in Chrifti mein Geist, Gemüthe, Liebe find ich Ruh und Raſt. Kraft und Sinn ist Gott 2. Mein Heiland ruft, ergeben, schaut auf ihn. mich ihm zur Braut zu 4. Jch zeig euch das, werben, zu seiner Ehr und was schädlich ist, zu fliehen seines Reiches Erben. Was und zu meiden, und citer ist dem gleich? Ach nichts Herz von arger List zu rein- auf dieser Welt, nicht Kreagen und zu scheiden; ich tur, nicht Gold, das sonst bin der Seelen Fels und gefällt. Hort, ich führ ench zu der Himmelspfort. 3. Sollt ich denn wohl mein Glücke selbst ver5. Fällts euch zu schwer, scherzen? Das möcht ich ich geh voran, ich steh euch ja wohl nimmermehr veran der Seite; ich kämpfe schmerzen. Nein, JEsu, selbst, ich brech die Bahn, dir ergeb ich mich allein, bin alles in dem Streite. du sollst nun mein, ich dein Ein böser Knecht der still vollkommen sein. darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 4. Mit dir, mein Schatz, will ich mich recht verbin6. Wer seine Seel zu den, mein Herz kann doch finden meint, wird sie ohn sonst keine Ruhe finden. mich verlieren; wer sie um nur deine Lieb mein sümich verlieren scheint, wird ßes Labsal ist; drum fleuch, fie in GOtt einführen. o Welt, ich liebe JEsum Wer nicht sein Kreiz nimt Christ. und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 5. Er ist mein Lamm, das zartste Kind auf Er7. So laßt uns denn den, das schönste Bild, so dem lieben HErrn mit un- mag gefunden werden. serm Kreuz nachgehen, und Sein Augenlicht hemmt wohlgemuth, getrost und mir mein Herz und Sinn, gern in allem Leiden ste- daß ich vor Freud nicht hen; wer nicht gekämpft, bei mir selber bin. trågt auch die Kron des 6. O großer HErr, hoch über Von Verleugnung der Welt. 647 über alle HErren, GOtt aufrichte mein CentnerZebaoth, den auch die schwerer Sinn; schneid Engel ehren, was ist der ab das Bleigewichte, das Mensch, daß du sein so aus des Himmels Lichte gedenkst, und deine Lieb in mich zeucht zur Erden hin. feine Seele senkst? 5. Hier ist kein Ruheplat, hier find ich keinen Schatz für meine arme Seele; denn was ich hier erwähle, ist von der Eitelkeit, und kann die Seel nicht laben; denn sie wird es nicht haben nach gar geringer Zeit. In eigener Melodie. 6. Du, JEsu, bist mein 760. bit mein, ruht; dich kann ich nun JEsu, du Gut, da meine Seel auf nicht finden in diesen leeren Rinden der schndden ben sei dir, mein Hort, Eitelkeit. Wer an der ergeben. Nimm hin den Welt noch hänget, und ganzen Mich; wie du in ihre Schäß umfånget, der Beinen Händen mich kehren willst und wenden, so müsse werden ich. ist von dir noch weit. 7. Im Himmel ist dein Thron, o meiner Seelen 2. Ich müsse nun nicht Lohn; drum wer nach dir mehr, obs vor geschehen will streben, der muß sich wår, nach meinem Willen auch erheben, weit über leben; dir müsse sein er- selbsten sich, weit über geben mein ganzer Will seine Sinnen und auch des und Thun; ich müsse mich Himmels Zinnen. Wer verlassen, und mich selbst dies thut, findet dich. an mir haffen, in dir allein zu ruhn. 8. Ei, nun zerschneide doch dies zähe Jammer3. Mein Herz, was zie joch, das mich zur Erden het dich, und warum jeuchst senket, und mich von dir abdu mich stets zu der Er- lenket; schneid ab, schneid den nieder, und senkest dich ab die Last, so schwing ich stets wieder hin in die Eitel- mich zum Himmel aus keit? Ist denn des Him- diesem Erdgetümmel zur mels Freude dir nicht ge- Stelle meiner Raft. nug zur Weide? suchst du noch diese Zeit? 7. Hallelujah! es ist mir schon gelungen, mein Heiland hat mich süßiglich bezwungen; drum, schnöde Welt, fahr hin mit deiner Lust, mit ist forthin nur GOtt allein bewußt. und ich will auch dein sein: Herz, Seele, Leib und Le9. Schneid ab die Laft der Welt, die mich hienie4. Ach JEsu, ziehe den hält, daß ich dich dort mich; mein Herze sehnet mag finden, mich fest mit sich. Ach sei du mein dir verbinden; daß meir Gewichte, daß sich zu dir Herz sei bei dir, und stetig 648 Von Verleugnung der Welt. tig bei dir bleibe, aud, 15. So frag ich niralles Leid vertreibe mit gends nach, und sollte dir, o meine Zier. gleich ein Krach des Him10. Ich will ia williglich mels und der Erden allum deinetwillen mich ver- hier gehöret werden; und leugnen und nicht kennen, sollte gleich dazu mein wenn du mich nur willst Leib und Seel verschmachnennen den allerkleinsten ten, so will ichs doch Knecht. Ich will mich selbst nicht achten, und bleiben verlassen, und mich selbst stets in Ruh. an mir hassen, und bleiben schlecht und recht. 16. Denn du, du bist mein Heil und meines 11. Die Welt mag im Herzens Theil, mein Trost merhin in ihrem stolzen in meinem Zagen, mein Sinn mich für unsinnig Arzt in meinen Plagen, schäßen, und mich zu unten mein Labsal in der Pein, sehen, sie mach es, wie sie mein Leben, Licht und will; sie leg auf mir zu Sonne und freudenreiche tragen Kreuz, Trůbsal, Wonne. O JEsu, du bist Angst und Plagen, doch mein. Heinr. Georg Reuß. will ich halten still. 12. Sie lege heimlich In eigener Melodie. mir die Neke vor die Thur; 761. So oft ein S'Blick mich fie fluche, låstre, schände, sie wasche ihre Hände, ists aufwärts führet, und meinoth, in meinem Blut; sie, nen Geist ein Strahl bemühe sich, mein Leben ins rühret, der von Zions Todes Hand zu geben; sie Glanz ausgeht, mill mein thue, was sie thut: Herz zu enge werden, weils auf Erden schon in Himmelskräften steht. 13. Jch bleibe doch an dir, mein JEsu, für und für; mich soll von dir nichts 2. Da bin ich in die trennen, ob mir es schon Höh geflogen, und jener mißgönnen der Teufel und Welt schon nachgezogen, die Welt. Was können sie alles wird mir viel zu mir schaden, wenn du mit klein, daß mein Herze deiner Gnaden dich hast Platz da håtte; denn die zu mir gesellt? Stätte muß ein weiter 14. Befeste nur den Himmel sein. Sinn, daß ich beständig 3. Was sollen mir denn bin; behüte mich vor nun die Sachen, die ein Wanken, und zeuch Sinn Gemüth voll Unruh maund Gedanken, mein FE chen? Ich kann ihr entsu, stets zu dir. Laß Herz, übrigt sein. Denn meint Seel und Verlangen an Auge kennt den Führer Sir alleine bangen, und und Regierer, der mich bleiben für und für. führt zum Einen ein. 4. Der Don Verleugnung der Welt. 649 4. Der Schatten ist mir 10. Ach willst du dieses zu geringe, daß er mich noch verschieben, und deiin das Wesen bringe, so nen Himmel selbst nicht die Weisheit mir gezeigt. lieben, Seele, siehst du Dich schätze mich für nicht den Trug? Ach die felig, und bin fröhlich, Vielheit ist dein Schade, daß mein GOtt mich in GOttes Gnade macht dich sich zeucht. durch das Eine klug. 5. Ich hab es nun so 11. Die Zeit isf kurze lang erfahren, ich konnte und dein Verlangen ist mich nicht selbst verwah- nur nach langem Heil ren vor den Feinden mei gegangen: drum ſoll dies ner Ruh, bis ich, in mich die Meinung sein, daß selbst gekehret und bewäh- ich Welt und Himmel ret, laufe nach dem Ei- brauche, wie es tauge, und nen zu. dem HErrn belieb allein. 6. Drum, scheint gleich 12. Mein Vater, du bist etwas als das Beste, und nicht zufrieden, wenn ich setzt die Lieb darinnen nicht völlig bin geschieden feste, fällts doch endlich auch vom Quell der kleinalles hin, wenn es GOtt sten Pein. Du willst mich nicht selbst gewesen; dessen vollkommen haben, deine Wesen füllt allein den Gaben solln in mir vollleeren Sinn. kommen sein. 7. So lang ich noch 13. Drum thu ich nichts nicht konnte fliehen, was mehr zu gefallen der Krehin und her das Herz kann atur, und will vor allen stehen, war mein Jammer meinem Schöpfer bleiben übergroß, und zerstreute treu. Der wird mich aldie Gedanken, wenn sie leine richten, alles Lichwanken und von ihrem ten ist sonst Land, wie Grund sind ios. flug es set. 8. Sollt ich nun nicht 14. Das Auge soll in den Gößen fluchen, und Einfalt schauen auf ihn, außer GOtt noch etwas mein Herz ihm völlig suchen, welcher alles in trauen, sich in keinem halmich legt, was ich nur zur ten auf, was nur falsches Noth soll haben, wenn Urtheil heget; denn er le die Gaben mir sein Geist get mir ja vor den leichtins Herze prägt? sten Lauf. 9. Da darf ich nicht 15. So laß, mein GOtt, nach Fremden gaffen, er mir noch auf Erden dich kann im innern Tempel selbst in allen alles werden, schaffen, was zu seinem daß dein arme Kreatur dir Dienst gehört. Ja, wenn allein den Preis hingebe, keine Stimmen schallen, und nicht lebe nach Vermuß gefallen, was ihm in nunft und nach Natur. sich selbst verehrt. 28 16 Uch 650 Von Verleugnung der Welt. 16. Ach bring mich un4. Der Sonnen Glanz ter deinen Willen, und mir oft entbricht, der Sonlaß ihn ganz in mir erfül- nen, die mit Gnadenlicht len, daß ich brauche dei- in unverfälschte Herzen ne Kraft, die mich aus strahlet; Wind, Regen der Vielheit reißet, Heil stürmen auf mich zu: mein beweiset, und in Einem matter Geist findt nirgend alles schafft. Gottfr. Arnold. Ruh. Doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich Ju eigener Melodie orer: die güldne Himmelsthur Ich bin ja, Herr, in dei- mir stell im Glaubn und ner Macht. Hoffnung für. 762.* 5. Israels Hüter, JEsu ist ein Pil- Christ, der du ein Pilgrim grimstand: ich reise nach worden bist, da du mein dem Vaterland, nach dem Fleisch haft angenommen: Jerusalem, das droben zeig mir im Worte deine GOtt selbst als eine feste Tritt; laß mich bei einem Stadt auf Bundesblut ge- jeden Schritt zu deinem gründet hat; da werd ich Heil stets näher kommen. Jacobs Hirten loben. Mein Mein Leben fleucht: ach Lebe:: ist ein Pilgrimstand, eile du, und fleuch gleich ich reise nach dem Bater- wie ein Hirsch herzu. land. 6. Durch deinen Geist 2. So schnell ich Land mich heilig leit; gieb in und Sand verlaß, so schnell Geduld Beständigkeit; vor läuft meines Lebens Glas, Straucheln meinen Fuß und was vorbei ist, kommt beschüße. Ich falle stundricht wieder; ich eile zu lich: hilf mir auf; zeuch der Ewigkeit. HErr JEsu, mich, damit ich dir nachmach mich nur bereit: er- lauf; sei mir ein Schirm dfine meine Augenlieder, in Trubjalshite; laß. deidaß ich, was zeitlich ist, nen süßen Gnadenschein veracht, und nur nach tem, in Finsterniß nie ferne sein. was ewig, tracht. 7. Wenn mir mein Herz, 3. Kein Reisen ist ohno Gnadenfüll, vor Durst Ungemach; der Lebensweg nach dir verschmachten hat auch sein Ach. Man will, so laß mich dich zum wandelt nicht auf weichen Labsal finden; und wenn Rojen. Der Steg ist eng, ich schließ die Augen zu, der Feinde viel, die mich so bring mich zu der stolabreißen von dem Ziel. zen Ruh, da Streit und Ich muß mich oft in Dor- alle můj verschwinden: nen stoßen: ich muß durch laß mich da sein in Abrams dürre Wüsten gehn, und Schooß dein Liebling und kann selbst keinen Ausweg dein Hausgenoß. sehn. 8. Bin ich in diesem Mesechs Von Verleugnung der Welt. 651 sechsland der blinden Welt 4. Unser Wandel ist im schon unbekannt: dort sind Himmel; raste weder Tag die Freunde, die mich, ken- noch Nacht, schlafe nicht, nen; dort werd ich mit o Himmelskind, bis das der Himmelsschaar dir blinde Weltgetümmel unjauchzend dienen immerdar ter Christi Kreuze lieget. und in der reinsten Liebe Faffe GOtt mit aller brennen. Mein Bräuti- Macht, laß ihn nicht, bis gam, komm, bleib nicht sich dein Geist aus dem lang: in Kedars Hütten Kerker, von der Last, von wird mir bang. dem Dienst der Sünden reißt. Friedr. Ad. Lampe. In eigener Melodie. 5. Umser Wandel ist im Himmel; reiß nur alle 763. 11nfer Wandel Mauern ein, schwing dich ist im Him- über Berg und Thal, über mel, richte doch dein Herz alles Weltgetimmel; um dahi; Seele, denke, daß den Himmel muß das Leich hier in dem schndden ben, Leib und Kraft geWeltgetümmel unter Me- waget sein. Lobe GOtt, sech, unter Kedar nur ein daß JEsus Christ an dem fremder Pilgrim bin. Laß Kreuze deire Lust und dein den Kindern nur das Spiel; Reichthum worden ist. aber schaue du allein auf das vorgesteckte Ziel. 6. Unser Wandel ist im Himmel; richte nur dein 2. Unser Wandel ist im Angesicht, schau die AusHimmel; rufe, schreie, wei- erwählten an, wie sie diene doch, seufze, liebes Chri- ses Weltgetümmel unter stenherz, über alles Welt- Schmach und Spott begetümmel, und beklage, fieget. Hier ist Christi Himdoch mit Thränen Babels mel nicht. Lust und Schäße= Dienst, Egyptens Joch; liebt die Welt; aber wer leg dich an des Himmels Thur; alles, was die Erde liebt, tritt mit Füßen unter dir. GOtt angehöret, sucht und liebt des Himmels Zelt. 7. Unser Wandel ist im Himmel; reiß nicht aus, wenn Spott und hohn, Schmach und Marter auf dich fällt; du mußt in dem Weltaetümmel unter lauter Dornen blühen, dort unters Kreuz des lieben kommt erst der Ehrenth: on. JEsu. Mach dich ganz vom Eitlen leer, lebe Jeju nur allein; ach dein treuer Seelenfreund muß dein Licht, dein Leben sein. Leide nur. und weine mit, aber denke, wie dein( Ott dir getrofit zur Seite tritt. 8. Unser Wandel ist im Hin: mcl; rede das zu aller 28* Zeit, 3. Unser Wandel ist im Himmel; reinge dich je mehr und mehr, schütte nur die Sünden raus, leg das eitle Weltgetümmel 652 Von Derugmung der Welt. Zeit, prich und denke nur Das aber, was allein davon. Ach wie wird das mein Herz für rühmlich Weltgetümmel um dein hält, ist JEsus nur alHerze nochmals buhlen; lein. Was frag ich nach aber dieser Kampf und der Welt? Streit legt dir lauter Kronen bei: ach so ringe, weil du kannst, bis tas Kleinod deine sei. 4. Die Welt sucht Geld und Gut, und kann nicht eher raften, sie habe denn zuvor den Mammon in 9. Unser Wandel ist im dem Kasten. Ich weiß ein Himmel, Richter, HErr der besser Gut, wonach mein ganzen Welt, süßer JEsu, Herze stellt; ist JEsus nur bring uns bin, hast du doch mein Schak, was frag vom Weltgetümmel unsre ich nach der Welt? Seelen losgerissen. D 5. Die Welt bekümmert HErr JEsu, starker Held, sich, im Fall sie wird verlaß es bald ein Ende sein; achtet, als wenn man ihr ach dein armes Sion schreit: mit List nach ihren Ehren Mach ein Ende meiner trachtet. Jch trage Chrifti Pein. Schmach, so lang es ihm gefällt. Wenn mich mein Heiland ehrt, was frag ich nach der Welt? Mel. O GOtt, du frommer SOft. 764. Mas frag ich nach der 6. Die Welt kann ihre Luft nicht hoch genug erWelt und allen ihrenSchåz- heben, sie dürfte noch dazen, wenn ich mich nur an für wohl gar den Himmel dir, HErr JEsu, fann er- geben. Ein andre halts gößen? Dich hab ich ein- mit ihr, der von sich selbst zig mir zur Wollust vor- nichts hält. Ich liebe meigestellt: du, du bist meine nen GOtt, was frag ich Rub; was frag ich nach nach der Welt? der Welt? 7. Was frag ich nach 2. Die Welt ist wie ein der Welt, im Hui muß Rauch, der in der Luft sie vergehen, ihr Ansehn vergehet, und einem Schat- kann durchaus dem Tod ten gleich, der kurze Zeit nicht widerstehen, die Gübestehet. Mein JEsus aber ter müssen fort und alle bleibt, wenn alles bricht Lust verfällt; bleibt JEsus und fällt; er ist mein ftar- nur bei mir, was frag ich ter Fels; was frag ich nach der Welt. nach der Welt? 3. Die Welt sucht Ehr und Ruhm bei hoch erbabnen Leuten, und denkt Georg Michael Pfefferkorn. In eigener Melodie oder: Mein Augen schließ ich jest. nicht einmal drauf, wie 765. Was frag ich bald doch diese gleiten. der Welt, Don- Verleugnung der Welt. 653 Welt, fie giebt mir schlech-| freut mich mehr, als ob ten Trost. Du bisis, der ich alles Glück des falmir gefällt, du, der den schen Reichthums hätte, Liebesmost mir Liebeskran- und unter Rosen låg auf ken reichst aus deinem hohem Ehrenbette. Wunden- Keller, der meine Seel erfrischt, die Augen machet heller. 2. Mein JEsu, deine Lieb ist meiner Seelen Luft; wird hier mein Himmel trüb, ich ruh an deiner Brust. So kann ich meine Sonn in schönster Klarheit sehen, wenn mich die Welt anblißt, und Trübfalswinde wehen. 7. Du bist mein höchstes Gut, mein Schab, dem keiner gleicht. Du tröstest Herz und Muth, wenn andrer Reichthum weicht. Ich bin in Armuth reich. Wie kann mir auch was fehlen? Wer dich zum Segen hat den darf kein Mangel quälen. 8. Ich mag die Ehre nicht, den Schatten, der 3. Nur du vergnügest vergeht, wenn unsrer Tage mich, o meiner Seelen Licht beim letzten Abend Licht, in dir erfreuet sich steht. Genug, mein JEmein Herz, auch wenn es su, ists, daß du mich bricht. Laß mich doch mehr und mehr der Liebe Balsam spüren, so wird sich Lieb und Lust der Welt in mir verlieren. Erde liebest, und mir mit deiner Lieb Herz, Kron und Himmel giebest. 9. Ach laß mich mehr und mehr empfinden Ge4. Durchstrahle mich genlieb, und tödte und doch ganz mit deinem Gna- zerstör, was hindert ihren denschein, so wird der Er- Trieb; vervittre mir die den Glanz mir Nacht und Ekel sein. Zeig deine Schönheit mir, o Schönster aller Schönen, wenn ausbreiten. die geschminkte. Welt will meine Lieb entkrönen. Welt, daß deine SüßigFeiten bei desto weiterm Raum sich in der Seel 5. Erleuchte mich, mein Licht, wenn mir die Eitelkeit umnebelt das Gesicht mit Sachen dieser Zeit; und laß mich so vergnügt was geben, so gieb dich in deiner Liebe stehen, daß ich nicht anders mig als dich, mein GOtt, ansehen. 10. Weg, Welt, die schnelle Zeit verändert dich und sich: der Kram der Eitelkeit hat keine Waar für mich. Willst du mir in der Welt, mein JEsu, etselber mir, mein Theil, mein Heil, mein Leben! Wolfgang Christoph Defler. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 6. Mich hungert nicht nach Glück, mich dürstet nicht nach Ehr; ein einig 766. Was gibt von erdu denn, 0 654 Von Verleugnung der Welt. o meine Seele, GOtt, den, wie ihr möget selig der dir täglich alles giebt? werden. Was ist in deines Leites 2. Daß nun dieses mdq Höhle, das ihn vergnügt geschehen, müßt ihr nicht und ihm beliebt? Es muß nach Fleisch und Blut und das Best und Liebste sein: desselben Neigung gehen; gieb ihm, gieb ihm das sondern was GOtt will Herz allein. und thut, das muß einig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allen übel oder wohl gefallen. 2. Du mußt, was GOttes ist, GOtt geben. Sag Seele, wem gebührt das Herz? Dem Teufel nicht, er haßt das Leben; wo 3. Ihr habt Ürsach zu dieser wohnt, ist Höllen- bekennen, daß in euch noch schmerz. Dir, vir, o GOtt, Sünde steckt, daß ihr dir soll allein mein Herz Fleisch von Fleisch zu nenaufwärts gewidmet sein. nen, daß euch lauter Elend deckt, und daß GOttes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ia daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 3. So nimm nun hin, was du verlangeft, die Erstgeburt ohn alle Lift, das Herz, damit du, Schöpfer, prangeft, das dir so sauer worden ist. Dir geb ichs willig, du allein, hast es bezahlt, es ist ja dein. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht, und die 4. Wem sollt ich mein Sünden in sich dämpfet; Herz lieber gönnen, als selig, wer die Welt verdem, der mir das seine schmäht! Unter Christi giebt? Dich ann ich mei- Kreuzesschmach iaget man ne Herzlieb nennen, du hast dem Frieden nach. Wer mich in den Tod geliebt. den Himmel mill ererben, Mein Herz, dein Herz, muß zuvor mit Christo ein Herz, allein soll dein sterben. und feines andern sein. Joh. Leonhard Stöberlein. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern tråg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. 767* Schaffet, Ohne tapfern Streit und Menschenkinder, schaffet, Krieg folget niemals rechschaffetter Sieg; wahren Siegern eure Seligkeit: bauet nicht, wird die Krone nur zum wie freche Sünder, nur beigelegten Lohne. auf gegenwärtge Zeit: son6. Mit der Welt sich dern schauet über euch, rin- lustig machen, hat bei Chriget nach dem Himmelreich, sten keine Statt; fleischlich und bemühet euch auf Er- reden, thun und lachen schwächt Von Verleugnung der Welt. 655 schwächt den Geist und In eigener Mel. oder etmacht ihn matt. Ach bei wa: Nun sich der Tag Christi Kreuzesfahn geht geendet hat. es wahrlich niemals an, 768. Was mich daß man noch mit, frechem auf dieHerzen sicher wollte thun ser Welt betrübt, das und scherzen. währet kurze Zeit; was 7. Furcht muß man aber meine Seele liebt, vor GOtt stets tragen; das bleibt in Ewigkeit. denn er kann mit Leib und Drum fahr, o Welt, mit Seel uns zur Höllen nie- Ehr und Geld und deiderschlagen: er ists, der des ner Wollust hin; im Kreuz Glaubens Del und, nach- und Spott kann mir mein dem es ihm beliebt, Wol- GOtt erquicken Muth len und Vollbringen giebt. und Sinn. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade an zuflehen. 2. Die Thorenfreude dieser Welt, wie süß fie immer lacht, hat schleunig 8. Und dann schlagt die ihr Gesicht verstellt, und Sündenglieder, welche A- den in Leid gebracht, der dam in euch regt, in den auf sie baut; wer aber Kreuzestod darnieder, bis traut allein auf GOttes ihm seine Macht gelegt. Treu, der fichet schon die Hauet Hand und Füße ab, Himmelskron, und freut was euch ärgert, senkt ins fich ohne Reu. Grab, und denkt mehrmals 3. Mein JEsus bleian die Worte: Dringet bet meine Freud, was durch die enge Pforte! frag ich nach der Welt? 9. 3ittern will ich vor Welt ist nur Furcht und der Sünde und dabei auf Traurigkeit, die letztlich JEsum sehn, bis ich sei- selbst zerfällt. Ich bin ja nen Beistand finde, in der schon mit GOttes Sohn Gnade zu bestehn. Ach im Glauben hier vertraut, mein Heiland, geh doch der droben siht, und hier nicht mit mir Armen ins Gericht! gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. beschüßt sein auserwählie Braut. 4. Ach JEsu, tödt in mir die Welt und meinen 10. Amen, es geschehe, alten Sinn, der deinem Amen! GOtt versiegle dies Willen widerbellt; HErr, in mir, auf daß ich in JEsu nimm mich selbst nur hin, Namen so den Glaubens- und binde mich ganz fekampf ausführ. Er, er stiglich an dich, o HErr, gebe Kraft und Stärk, und mein Hort; so irr ich regiere selbst das Werk, daß nicht in deinem Licht bis ich wache, bete, ringe, und in die Lebenspfort. also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter. Michael Franc. Met 656 Don Verleugnung der Welt. Mel. Wachet auf, ihr faulen Christen. auf! verlaßt die falsche Ruh; auf, auf! es geht zum Himmel zu. Hin769** Wathr, be6. Auf, auf! Ist dieser trogne Seelen, noch immer- Weg schon enge und voller hin auf beider Seit? Fällts Dorn und rauher Stein; euch zu schwer, das zu er- bringt euch die Welt oft wählen, was euch des Him- ins Gedränge, stellt Samels Ruf anbeut? O sehts ten sich geharnischt ein; mit offnen Augen an, und erhebet sich sein ganzes brechet auf der schmalen Reich; Immanuel ist auch Bahn hindurch. as hinket durch! bei euch. Hindurch! 2. Bedenkt, es sind nicht 7. GOtt fordert nichts, Kaiserkronen, nicht Reich- geliebte Seelen, als daß thum, Ehr und Lust der ihr euch nur zu ihm halt, Welt, womit euch GOtt und ohne heuchlerisch Verwill ewig lohnen, wenn hehlen vor ihm die schwaeuer Kampf den Sieg er- chen Hände falt't. Er hålt: GOtt selbst ists und die Ewigkeit voll Pust und Rub, voll Seligkeit. Hindurch! streit für euch; er macht euch Bahn: Trotz dem, der euch besiegen kann. Hindurch! 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, die Weisheit hält bei euch die Wach, die GOttheit selbsten will 3. Drum gilt hier kein halbirtes Leben; GOtt Frönet fein getheiltes Herz. Wer JEsu sich nicht recht euch leiten: folgt nur mit ergeben, der macht sich sel- treuen Schritten nach. ber Müh und Schmerz, Wie Manche hat nicht dieund tråget zum verdienten se Hand schon durchgeführt Lohn hier Qual und dort ins Baterland! Hindurch! die Holl davon. Hindurch! 9. Nur spart es nicht 4. Wer aber mit Gebet auf andre Zeiten, ihr habt und Ringen auf ewig al- schon jeho viel versäumt; lem Abschied giebt, und ihr mehrt euch selbst die den Monarchen aller Din- Schwierigkeiten, wo ihr ge von Herzen und alleine das süße Heut verträumt. liebt: der wird der Krone Eilt, eilet, denn die Gnawerth geschätzt und auf des denzeit rennt zügellos zur Königs Stuhl gesetzt. Hin- Ewigkeit. Hindurch! durch! 10. Laßt euch das Fleisch 5. Zerreißet denn die mor- nicht tråge machen, verschen Schlingen, die euch in flüchet seine Zärtlichkeit; diesem schönen Lauf ver- ihr gebt euch ja um eitle hindern und zum Säumen Sachen in tausend Müh bringen, und rafft euch und Fährlichkeit: wie, daß heut von neuem auf. Auf, ihr um das höchste Gut so Don Derleugnung der Welt. 657 so faul, verzagt und sorg- Schöpfer ehrt; das ist los thut? Hindurch! Weisheit, das sind Gaben, 11. O sehet nicht das die nur Himmelsbürger arme Leben und den gerin- haben. gen Hausrath an, will Joseph euch doch Gojen geben und mehr, als Erd und Himmel kann. Wer 4. Boses meiden, Gutes suchen, iagen nach Gottseligkeit, alle Luft der Welt verfluchen, so ist um Thon und Sand be- verschwindet mit der Zeit: trübt, wenn man ihm Gold und Silber giebt? Hindurch! das heißt recht Verstand zu haben, welcher Leib und Seel kann laben. 12. Eilt, fast einander 5. Willst du dieses jetzt bei den Händen! Seht, wie nicht glauben, o du falsch ist unser Ziel so nah, wie berühinte Kunst, wahrlich, bald wird unser Kampf sich du wirst doch verstauben, enden! da steht dann un- und wo bleibt dann Menser König da: er führt schengunst? Ach wie bald uns ein zur stillen Ruh, wie bald verschwindet, und urtheilt uns das Klei- was sich nicht auf Chrinod zu. Hindurch! stum gründet. Leopold Franz Friedrich Lehr. Joachim Neander. In eigener Melodie. 770. We eg mit al771. Weltlich Ehe lem, was lich Gut, Wollust und da scheinet irdisch Flug in aller Uebermuth ist eben wie dieser Welt, was mich ein Gras. Aller Pracht nicht mit dem vereinet, und stolzer Ruhm verfällt der der Kinder Herz ge- wie ein Wiesenblum. O fällt, welcher ist ein GÖtt Mensch, bedenk eben von Machten, unbegreif- das, und versorge dich lich zu betrachten. doch baß. Mel. HErr, ich habe mifgehandelt. 2. Was mich, sag ich, 2. Dein End bild dir nicht hinführet zu dem täglich für: gedenk der Tod allerhöchsten GOtt, das ist vor der Thür, und will ist nichts; ia mir gebüh- mit dir davon. Er klopft ret dies zu nennen lauter an, du mußt heraus, da Koth. Es find andre wird nun nichts anders Wissenschaften, die mit draus; hättest du nun recht JEsu mich verhaften. gethan, so fändest du guten Lohn. 3. Fragst du, worin dies bestehet, das mein Herz 3. Wenn die Seel von so sehr begehrt: Wenn hinnen fährt, und der Leib, ein Mensch in Furchten von Würmern verzehrt, gehet, und Sen großen wieder wird auferstehn, 28** als 658 Don Verleugnung der Welt. alsdann vor göttlicher Kraft| nach, so kommst du zur geben sollen Rechenschaft: Engel- Schaar, die deß o wie wird er da besicht, wartet immerdar. weil er jetzt will můßig 9. Glaub dem HErrn gehn. aus Herzens Grund, und 4. Denn dort wird ein bekenn ihn mit deinem reines Herz vielmehr gel- Mund, und preis ihn mit ten, denn alle Schäß und der That; thu ihm fleißig aller Menschen Gut. Wer deine Pflicht, wie dich sein fich hier verfügt mit GOtt, Wort unterricht, so wird der wird dort nicht leiden er mit seiner Gnad dir beiNoth. Wer ießt GOt- stehn in aller Noth. tes Willen thut, der wird dort sein wohlgemuth. 10. Regier dich nach seiner Lehr und gieb ihm 5. Ein gut Gewissen allzeit Lob und Ehr mit allein ist viel besser denn Unterthänigkeit; sprich herz edle Stein und köstlicher lich mit Innigkeit: O GOtt denn Gold. Wer es in in Dreifaltigkeit, dir set Chrifto erlangt, und ihm Dank und Herrlichkeit hier ordentlich anhangt, dem und dort in Ewigkeit! vergiebt GOttseine Schuld, sieht ihm bei und ist ihm hold. Michael Weiße. In eigener Melodie. 6. Kein Reichthum, auch 772. Welt, vacke Feine Gwalt, keine 3'erdich; ich heit, noch schön Gestalt sehne mich nur nach dem hilft was zur Seligkeit; Himmel; denn droben ist es sei denn das Herz zu- Lachen und Lieben und gleich in göttlichen Gab. n Leben, hier unten ist alles reich und geziert mit Geist- dem Eitlen ergeben. lichkeit, in Christi Theilhaftigkeit. 2. Du Lügnerin, rach deinem Sinn willst du 7. Christus redet offen mich richten. Ich folge bar, und spricht zu aller der Wahrheit zum ewigent Menschen Schaar: Wer Leben, das Esus, die mit mir herrschen will, Wahrheit, den Fronimen der nehm auch sein Kreuz wird gebent. ouf sich, unterwerf sich 3. Welt, du bist voll williglich, halt sich nach Trug und List, du legst meinem Beispiel, thu nicht, mir Stricke. Ich bin dir wie sein Adam will. entgangen, und will dir 8. Mensch, sich an entgehen; denn JEsus JEsum Christ, so fern er bleibt ewig zur Rechten dir zum Beispiel ist, und mir stehen. untergieb dich gar. Nimm 4. Du blinde Welt, wers auf dich sein süßes Joch, mit dir hålt, stürzt in die und folg ihm hier treulich Grube. Ich folge dem Lam Von Verleugnung der Welt. 659 Lamme, dem Lichte und 12. 3: lekt, zuletzt werd Leben, das uns das Lamm ich ergößt; hier will ich GOttes dort oben wird dulden; mir ist schon der geben. Himmel von dem, der mich leitet, dir aber die höllische Grube bereitet. 5. Du mühest dich, zu fiören mich und meinen Frieden. Ich liege und 13. Hallelujah, Halleluschlafe voll göttlichen Frie- jah, wo seid ihr Klugen? den, und lasse dich toben Der Bräutigam kömmer und wüthen hienieden. voll Gnade und lachet, 6. Du spottest mein; ach schmücket die Lampen, Ich lache dein und deiner seid munter und wachet. Waffen. Verfolge, ver- 14. Welt, packe dich, sporte, verhöhne mich eben, du hältst nicht Stich, du es bleibet mir dennoch das Trügerinne! Ich lobe den ewige Leben. Himmel, und liebe das Leben, das JEsus im Himmel den Frommen 7. Ott ist bei mir; Satan mit dir, wer wird gewinnen? Ich siege durch wird geben. Chriftum, ich kämpfe und streite, und trage die Seele von dannen zur Beute. 15. Nur fort, du Welt; komm, Sternenzelt, mich zu ergößen. Ich suche den 8. Mein Schild ist himmel, das freudige LeGOtt; in aller Noth ich ben, das wolle mir JEsus, auf ihn traue. Du wirst der Lebensfürst, geben. noch verstieben, ich werde Justus Sieber. bestchen, wenn alles zu Mel. Erquiche mich, du Boden und Trümmern Heil der Sünder. wird gehen. 773. Melt, tobe, 9. Auf, rüste dich, streit wie du wider mich, spanne den willst, und wüthe, mein Bogen; dein Bogen wird Ziel bleibt dennoch unverbrechen, die Sehne zer- rückt; mein Sinn und Herz schnellen, damit du mich und mein Gemüthe sind nie listig gedachtest zu fällen vor deiner Lust entzückt; denn ob mich Welt und Luft schon triebe, bleibt doch gekreuzigt meine Liebe. 10. Du rufft: Da, da! Hallelujah ist meine Stimme; du suchest mein Elend, das siehest du gerne; ich suche und sehe den Himmel von ferne. 2. Die Liebe, die vergånglich bleibet, ist schon aus meinem Sinne hin; 11. Jerusalem, Jerusa- ich bin derselben einverlem wird dennoch bleiben, leibet, die, JEsu, dich auch unter dem Kreuze führt zum Gewinn; denn fein lustig, fein stille, denn ob mich Welt und Luft GOttes fein Brunalein schon triebe, bleibt doch hat Wassers die Fülle. gekreuzigt meine Liebe. 3. Mein 660 Von Verleugnung der Welt. 3. Mein Herz ist himm-| bensruhm muß man die lisch nur geſinnet, was Wollust meiden. Wenn weltlich ist, bleibt unbe- Christi Geist die Seel entrührt. Die Liebe, die den reißt von ihren TodesbanPreis gewinnet, ist diese, den, so spurt sie Kraft, die zum Himmel führt; die JEsus schafft, mit dem denn ob mich Welt und sie auferstanden. Lust schon friebe, bleibt doch gekreuzigt meine Liebe. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, laß mich 4. Ob ich der Welt gleich bekräftigt werden: es ist bin verhafset, weil mir ver- Gerechtigkeit und Stärk haft ist, was sie liebt, so mein bestes Theil auf Erleb ich doch mit Lieb um den. Du machst gerecht fasset von dem, dem sich uns, dein Geschlecht, und mein Herz ergiebt; denn willst zugleich uns stärken, ob mich Welt und Lust daß wir in dir des Glauschon triebe, bleibt doch bens Zier, die Macht der gekreuzigt meine Liebe. Gnade, merken. 5. Brich durch, o starfer Gottessohn, damit auch wir durchbrechen. Laß uns, er sich o 774* Wuf feine nicht mehr von SchwachSchwachheit steurt, der heit sprechen, wenn deine bleibt in Sünden liegen; Hand das theure Pfand wer nicht Herz, Sinn und des Geistes uns gegeben, Muth erneurt, wird sich dadurch wir, frei von Heugewiß betrügen. Den Him- chelei, im Streit stets fiegmelsweg und schmalen reich leben. Steg hat er nie angetreten; er weiß auch nicht in GOttes Licht, was kämpfen sei und beten. Mel. Durch Adams Fall ist gatz verderbt. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen. Gieb Kraft, wenn Satans 2. Was jeßt die Welt Macht und List uns schwanur Schwachheit heißt, ist chen will im Kämpfen. ihrer Bosheit Stärke; da- Wenn uns die Welt viel durch mehrt dann der Hdl- Anstoß stellt, gieb Kraft, lengeist sehr mächtig seine sie zu vernichten, so wird Werke. Auf, Seele, auf, in Noth, ja selbst im Tod richt deinen Lauf zur All- uns deine Kraft aufrichten. macht, die dich rettet; des Bernh. Walth. Marperger. Heilands Blick zerreißt die Mel, Don GOlt will ich nicht lassen. 3. Der erste Schritt im 775. W um recht er Christenthum macht von der Sünd uns scheiden; will lieben, muß selbst verbei einem wahren Glau- leugnen sich, und gänzlich von Von Verleugnung der Welt. 661 von sich schieben der alten höchste Gut ist GOtt; zu Schlange Stich: ich meine dem sollt du dich kechren, solche Lust, in der wir uns ihn herzlich zu verehren, gefallen, wie Adams Kin- und nicht des Satans Rott. dern allen dieselb ist wohl bewußt. 7. Es heißt: Was du recht meinest, ist dir an 2. Wer sich nicht selbst GOttes Statt; wenn du will hassen sammt seiner das gleich verneinest, so Werke Schein, kann Christum nimmer fassen, noch auch sein Diener sein; denn wer in GOttes Haus mit ganzer Macht will dringen, der muß vor allen Dingen die Hoffahrt treisen aus. zeigt es doch die That. Der, so sich liebt zu sehr, darf über GOtt fich beben, dem Schöpfer widerstreben, und rauben ihm die Ehr. 8. ft GOtt, wie wir 3. Wie nicht zur Frucht bekennen, der Anfang und kann werden das edle Wei- das Ziel, das A und O zenkorn, es sei denn in der zu nennen, was harren Erden durch Faulen schier wir denn viel, Leib, Leben, verlorn: so will der höchste Herz und Muth allein GOtt auch keinem nicht ihm zuzuwenden? Denn erscheinen, bis er durch er will uns ia senden sich kläglichs Weinen wird al- selbst, das höchste Gut. ler Welt zum Spott. 9. Laß dich die Lieb 4. Geh aus von deinem entzünden, nicht die verLande, sprach GOtt zu gånglich ist, als welche Abraham; o Mensch, in leicht zu finden im faulen diesem Stande friech aus Sündenmist; ach nein, dem Sündenschlamni. Ach dies Ungeheur soll alle denke, mer du bist, und Welt verfluchen, wir Chriwie du GOtt betrübest, sten wollen suchen ein beswo du dich selber liebest: ser Liebesfeur. fürwahr kein rechter Christ. 10. Das Feur bleibt 5. Gleichwie es nie ge- nicht auf Erden, es schwinschehen, daß einer hat zu get sich hinauf, und will gleich gen- Himmel aufge- erhöhet werden durch seisehen, und nach dem Er- nen schnellen Lauf. Der denreich: so fanns auch Liebe Feur in dir soll gar nicht sein, sich neben auch vor allen Dingen GOtt zu sehen, und dem sich in den Himmel sich gleich zu schätzen; schwingen mit himmlischer GOtt will die Ehr allein. Begier. 6. Das höchste Gut 11. Noch will ich ferim Leben dem Menschen ner lehren, wie der, so zugewandt, das GOtt Christum liebt, sich gar uns hat gegeben, ist Lie- nicht soll verehren, als be nur genannt. Dies der ihm selber giebt, was 662 Von Verleugnung der Welt. was GOtt allein gebührt;| recht will lieben, der achwer dessen Lob nicht su- tet nicht der Eitelkeit: chet, derselb ist ganz ver- ihn kann kein Ungemach fluchet, wird hin zur Pein betrüben, er bleibt auch geführt. treu bei rauher Zeit; wer 12. Die schönen Leibes- JEsum hat und JEsum gaben, auch Glück, Wik, liebt, der liebt den, der Ehrund Geld, sammt allem, den Himmel giebt. was wir haben, hat GOtt 2. Wer Esum liebt, uns zugestellt; weil diese muß alles lassen, was Brunnelein nun sich aus falschen Schein der Liebe ihm ergießen, so müssen macht, nur seinen JEsum sie auch fließen zum selben muß er fassen, auf ihn Meer hinein. alleine sein bedacht; wer 13. Gleichwie der Son- JEsum hat und JEsum nen Strahlen, wenn sie liebt, der liebt den, der mit vollem Lauf ein gan- den Himmel giebt. zes Land bemalen, viel 3. Wer Esum liebt, Blümlein schließen auf, verlangt den Himmel, und die suchen wiedrum sehr ruht an seines JEsu Brust; die Sonn an allen En- er läßt das böse Weltgeden: so muß man alles tůmmel, und scufzet nach wenden zu GOttes Preis der Himmelsluft; wer JEund Ehr. sum hat und JEsum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. 14. Als jener König lobte die Babel seiner Macht, und gleich vor Freuden 4. Wer JEsum liebt, tobte, voll Hoffahrt, Stolz der kann nicht fierben, er und Pracht, da wird er lebt auch in dem Tode toll und wild. Das heißt noch; sein JEsus läßt ihn sich selber lieben; dies ist, nicht verderben, ob ihn o Mensch, geschrieben der hier drückt der Sünden Welt zum klaren Bild. Jock; wer JEsum hat 15. Ach stelle deinen und JEsum liebt, der Willen nach GOttes liebt den, der den Himmel Willen an, der deine Bitt giebt. erfüllen und dich erhöhen 5. Wer Esum liebt, kann. Doch zeig es mit kann sich ergeben, wenn der That; fannst du dich ihn sein liebster JEjus selber zwingen, so wirst füst; wenn er ins Leben du vollenbringen, was ihn wird setzen und alles GOtt befohlen hat. Herzeleid versüßt. Wer Johann Nift. Ejum hat und JEsum Mel. Wer nur den lieliebt, der liebt den, der ben GOtt läft walten. ten Himmel giebt. 776. Wer er seinen JEsum Mel. Dom Chriftlichen Leben. 663 und schweigen, der findet Mel. Valet will ich dir seine Huld. Sucht ihn in geben. Wüsteneien und Abgeschie777. Mollt ihr den denheit; die mit der Welt HErrent sich freuen, die fehlen seifinden, so sucht ihn, weil ner weit. es 3cit; wollt ihr den 4. Sucht ihn in Kreuz Brautgam binden, so thuts, und Leiden, in Trubsal weil ers verleiht; wollt ihr und Elend; denn durch die Kron empfangen, so der Wollust Freuden wird rennet nach dem Ziel: mer man von ihm getrennt. viel meint zu erlangen, der Sucht ihn, wo er im Grabe sucht und müht sich viel. der Welt gestorben ist; denn wer nicht allm stirbt abe, wird nicht von ihm erkiest. 2. Sucht ihn mit Kindsgeberden im Kripplein auf dem Heu; denn wer kein 5. Sucht ihn im HimKind will werden, der geht mel droben, im Chor der ihm stracks vorbei. Sucht Seraphim; denn die ihn ihn, den reichen Knaben, liebend loben, sind nicht in der Jungfrauen Schooß; sehr weit von ihm. Sucht denn wer dies Gold will ihn in eurem Herzen mit haben, muß sein von tiefer Innigkeit, so werdt Keuschheit groß. ihr frei von Schmerzen 3. Sucht ihn, soll er jetzt und in Ewigkeit. sich zeigen, im Wege der Geduld. Wer meiden kann Joh. Angelus. VI. Vom Christlichen Leben. In eigener Melodie. bensgeist, sein Werk ist auBerlich vollendet. Wir 778. 2 Abba, glauben seinem Thun und Ah schenk in Leiden, wodurch er uns Esu Namen uns deinen erworben hat, uns als Erallerliebsten Sohn, des faufte zu bereiten zur ewGlaubens Schild und gro- gen Freud- und Friedenssen Lohn, den auserkor- stadt. nen Weibessamen. Ge- 3. Doch eben darum denk an deine theuren Re- sticht der Glaube im Geiste den, da du ihn uns ver- die Erfüllungskraft, so uns sprochen haft zum König, die volle Ruh erst schafft, Priester und Propheten für daß nichts die Frucht des alle Noth und Sündenlast. Lebens raube. Er muß 2. Du hast ihn zwar ins auch selbst in uns einge= Fleisch gesendet, und ihn hen, Tod, Teufel, Höll im Geift gerecht beweist, und Sünd zerstörn, so ist verkündigt durch den Glau- die Rettung ganz geschehen, 664 Dom Christlichen Leben. hen, daß wir ihn als den 8. Wir wenden uns in Heiland ehrn. seine Wunden, in seines 4. Drum, Vater, bitten Herzens offne Seit, bis wir dies Leben, das in dem in des Leidens Bitterfeit Sohn der Liebe ist, worin das Fleisch den Tod recht du selbst verklåret bist, daß hat gefunden. Wir opfern du ihn wollst als Weis- uns in ihm zum Sterben, heit geben, Gerechtigkeit und wollen mit gekreuzigt und heilge Hülle, als ewige sein, daß wir sein himmErldsungskraft; denn dies lisch Leben erben, und hier ist dein vollkommner Wille, noch gehen recht darein. der unsre Wiederbringung schafft. 9. Dein Will, o Vater, sei die Speise, das rechte 5. Gieb ihn aus deiner Brod vom Himmel schenk, Liebe Munde, das ewge daß keine Schuld uns weiLeben, Licht und Wort, ter krånk, nåhr uns nach den Weg, die Wahrheit, deiner Kinder Weise. Erund die Pfort zum Heil öffn uns auch den Brunn im tiefsten Seelengrunde. der Gnaden, das liebesBlas uns mit seinem Geist volle JEsusherz, und hei und Odem lebendig und der Seelen tiefen Schaerquirkend an, daß unsers den, nimm weg den banHerzens dürrer Boden in gen Sündenschmerz. ihm nun lieblich grünen Fann. 10. Komm selbst, o Sohn, im Geist erscheine, 6. Ist er nicht gestern, vollende dein befohlnes heut und eben derselbe auch Werk, und uns dazu im in Ewigkeit? So muß ers Glauben stårk, dir anzuuns auch werden heut, wie hangen ganz alleine. Laß er zuvor war Abrams Le- uns in deinem Herzen wohben. Jetzt ist die selge nen und bleib du auch in unStunde kommen, darin serm stehn; du wollst nur dein Sohn verklåret werd, Feines Argen schonen, bis wozu er hat von dir ge- wir uns ganz erliset sehn. nommen die Glori, diel 11. Führ durch das Blut er hat auf Erd. des ewgen Bundes die 7. Sind wir verordnet, Seelen der Erkauften hin; gleich zu werden dem Bil- belebe Herzen, Muth und de seiner Heiligkeit, so Sinn mit dem Geist deisei sein Blut zur Kraft nes eignen Mundes; daß bereit, daß wir uns hier wir dem Lamm mit Freud noch auf der Erden zu ihm nachgehen, und bleiben uns lassen neu gebåren. von der Erd erkauft; den Drum drůck uns ein sein Wandel laß im Himmel göttlich Bild; die Sanft- stehen, mit Geist und und Demuth wollst uns Feuer recht getauft. lehren, bis uns des Lamms Gestalt erfüllt. 12. Komm, heilger Geist, laß Dom Christlichen Leben., 665 laß dich hernieder in un-| leihe mir, daß ich nur dich sern armen Herzensgrund; begehre, und daß ich christerfül mit Kraft vom neu- lich für und für durch dich en Bund, bring uns zu mich net gebäre; daß ich, GOttes Einfalt wieder; dein Kind, dich such und erweck der ersten Liebe Le- find in allem Kreuz und ben, weh uns mit deinem Leiden, damit der Tod, Odem an, daß dein Ge- noch Höllennoth mich nimschöpf dir Ehre geben und in dir göttlich leben kann. mer von dir scheiden. 2. Gieb meinem Herzen 13. Du heilge Dreiheit, wahre Reu, und Thränen die so eben zu unserm Heil meinen Augen, daß ich bemühet ist, ach offenbar hinfort das Böse scheu, dich, wie du bist! du mußt und meine Werke taugen; uns dir und dich uns geben. hilf, saß ich sei ohn HeuO Vater, zeuch uns recht chelei, ein Schuß und Trost von neuem; D Wort den Armen, auch jederzeit sprich uns Erlösung ein; voll Freundlichkeit mich o Geist, laß uns dein ihrer mig erbarmen. Licht gedeihen; o Lieb, 3. Lösch aus in mir des laß uns dir ähnlich sein. Fleisches Wust, daß ich in Samuel Zehner.deiner Liebe, nicht in der Welt empfinde Lust, und Mel. Kommt her zu mir, stets also mich übe, nach spricht GOttes Sohn. deinem Wort, an allem Ort in tugendlichen Dingieb du uns gen: so wird mein Geist sich deine Gnad, daß wir all allermeist zu dir, HErr Sünd und Missethat buß- JEsu, schwingen. fertiglich erkennen, und 4. Treib aus von mir glauben fest an Esum den stolzen Sinn, laß Christ, der zu helfen ein mich in Demuth leben; Meister ist, wie er sich Rach, Neid und Zorn selbst thut nennen. nimm von mir hin, so 2. Hilf, daß wir auch kann ich bald vergeben, nach deinem Wort gott- wenn schon durch List seliglich leben hinfort zu mein Nebenchrist ins Elend Ehren deinem Namen, daß mich getrieben; weiß ich uns dein guter Geist re- doch wohl, daß man auch gier, auf ebner Bahn zum soll die årgsten Feinde Himmel führ durch E- lieben. sum Christum, Amen. 779. A ch GOtt, 5. HErr, gieb mir diese Gottfried Arnold. dreierlei: erst einen festen Mel. Was mein GOtt Glauben, bei welchem will, das gscheh allzeit. rechte Treue sei, die nimch 780. 2 höchster mer steh auf Schrauben; A હ્ન GOtt, ver- daß ich mich SHORT F Lieb 666 Dom Christlichen Leben. Lieb, und hoff auf deine wohl in dir, HErr JEsu, Güte, die mich, o GOtt, sterben. vor Schand und Spott 10. Ach, gieb mir deiauch bis ins Grab be- nen guten Geist, daß ich hüte. die Laster fliehe, und nur 6. Nach vielem Reich- um das, was christlich thum, Gut und Geld, heißt, son Herzen mich HErr, laß mich ja nicht bemühe; so kann kein Leid trachten. Gieb, daß ich alle in dieser Zeit aus deiner Pracht der Welt mig Hand mich treiben, be inniglich verachten; auch sonders ich werd ewiglich nimmermehr nach hoher bei dir, HErr JEsu, bleiEhr und großem Namen bent. strebe, besonders nur nach rechter Schnur der wahren Christen lebe. Johann Rift. 7. Vor Schmeicheln, Mel. Ach alles, was Himmel und Erde umschließet. Lift und Heuchelei bewah- 781. Ach JEfu, mein re Sinnen, und mich ia durch Gleißnerei erquicke mich Armen; ach den Nächsten nicht gewin- zeuch mich, ach zeuch mich nen; laß Ja und Nein zu dir mit Erbarmen; mein Antwort sein, dar- gieb, daß ich ganz brünnach man sich zu richten; stig voll Liebe mög werdenn dieses kann bei je- den, so lang ich noch ledermann die Sachen ben soll hier auf der Erden. leichtlich schlichten. 2. Die Ströme des Le8. HErr, säubre doch bens laß immer stark flievon Eitelkeit mein sünd- sen, und in mir von Tag liches Gemüthe, daß ich sich zu Tage ergießen; bein dieser kurzen Zeit vor schwemm mich mit Fluschnöder Lust mich hüte; ten der hohen Genaden, der Herzensgrund sei wie und laß mir im Segen der Mund, dem Nach- doch alles gerathen. sten nicht zu Schaden: so 3. Du Vater der Lichwerd ich nicht, wie sonst ter, schieß deine Lichtgeschicht, mit Schmähen strahlen tief in mich, dein überladen. heiliges Bildniß zu ma9. Gieb, daß ich ja den len; ach gieb mir die Müßiggang sammt aller Sanftmuth und Demuth Trägheit hasse; dagegen, vor allen, daß ich mög HErr, mein Lebenlang dem HErren, dem Schönmein Arbeit so verfasse, sten, gefallen. daß ich zur Noth mein 4. Gerechtigkeit wollst täglich Brod mit Ehren du, o JEsu, mir geben, mög erwerben, und, wenn auf daß ich im Friede und ich soll, fein sanft und Freude kann leben; die Früch 667 Dom Christlichen Leben. Früchte des Geistes laß und will ja nimmer ruhn, allzeit sich finden; bewahr er suchet nichts als Schamich vor Werken des den thun, will unsre SeeFleisches, vor Sünden. len fällen. 5. HErr JEsu, du 3. Wie mancherlei ist wollst dich in Liebe vez seine List, wie heimlich binden, mit deiner herzflam- seine Tücke, da er nur menden Lieb mich ent- stets bemühet ist, zu brinzünden. Du wollst mich gen uns in Stricke, zu doch einmal recht freund- rauben, was du wesentlich lich anschauen, so geb ich uns schon geschenkt, und das Herz dir mit vollem wie er dich und uns mög Vertrauen. wieder trennen. 6. HErr JEsu, du Kd- 4. Er suchet uns in nig und Herrscher der Hei- Sicherheit und in den den, ach laß mich doch Schlaf zu bringen, daß er werden ein Mitglied der des Nachts bei dunkler Freuden! ach laß mich den Zeit uns möge gar verHimmel auf Erden genie- schling, en. AchHErr, HErr, Ben! das bitterste Leiden gieb uns deinen Geist, der kannst du mir versüßen. uns den Weg zur Wahr7. Im Kreuz und An- heit weist, und uns darinfechtung laß du mich em- nen führet. pfinden die Kräfte des Hei- 5. Beschüß uns durch ligthums, zu überwinden die Wachsamkeit der heiden Satan, die Welt und ligen Heerschaaren; laß sie die fleischlichen Lüfte, die um uns stets stehn bereit; alle versammelt fich wider mich rüsten. ach laß uns widerfahren auch diese Gnad, daß früh und spät viel Rauchwerk uns zu dem Gebet von dir gegeben werde. Mel. Ach GOtt vom Himmel, sieh darein. treuer 782. A GOtt, wie 6. Ach deine Liebe flamm uns an mit neuen Liebesnöthig ist, daß wir jebund flammen; führ du uns auf recht beten und wachen, der Pilgerbahn, daß wir da des Feindes List uns im Geist zusammen versucht zu untertreten. Ver- einigt brennen von dem suchung ist gar n.ancherlei, Trieb der wundersüßen ach treuer GOtt, ach steh GOtteslieb, und ganz veruns bei, errett uns von zehret werden. dem allen! 7. Ersäufe durch die Lie2. Umzingle uns mit besglut in uns das sunddeiner Macht, o Abgrund lich Wesen; denn wenn aller Treue, der Šatan du uns gemachet gut, daß ist darauf bedacht, wie er wir davon genesen, so brinuns nur zerfireue; er kann gen wir die Opfer dar, die 668 Dom Christlichen Leben. die dir gefallen ganz und uns nun lebst allein, du gar, weil du sie selbst ge- Quelle aller Freuden? wirket. 13. O treuer GOtt, er8. Alsdann sind wir da- höre heut, was deine Kinzu bereit, daß wir theil- der bitten; mach uns durch haftig können recht wer- deine Kraft bereit, uns nun den noch in dieser Zeit der zu überschütten mit reichem Gnaden, die du gönnen Maaß der Heiligkeit, daß haft wollen deiner Franken wir dir in der letzten Zeit Heerd, die sich durch Liebe mit vieler Treue dienen. selbst verzehrt, und dir zu eigen worden. 14. Den Ursprung hat die Seel aus dir, sie sehnt 9. Ach stårk uns aus sich von der Erden, und der heilgen Hih, iaß brennet von der Liebsbewir die Kron erlangen, gier verschlungen ganz zu und nach dir laufen wie ein Reh, und brünstig dich umfangen; steh uns mit deiner Gnade bei, und lasse deine Vatertreu in unserm Kampfe spüren. werden. HErr, ach nimm uns wieder ein, und lasse deinen Freudenschein uns ewiglich genießen. 10. In Wüsten wandeln wir jetzt noch, ach HErr, du wollst uns spei- 783. Ach wie wichda sen, und tränken stets, wir das Joch des Kreuzes, dich zu preisen in der Nachfolg, dir tragen nach; aus Todten uns lebendig mach, daß wir dir gänzlich leben. Johann Christian Nehring. Mel. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig. richtig ist der Christen Leben. Denn sie GOtt von Herzen lieben, ihre Buße nicht aufschieben, und sich stets im Guten üben. 2. Ach wie wichtig, ach wie richtig sind der Christen Tage. GOtt hat alle abgezählet und zum Besten auserwählet, giebt auch Trost, wei.n Kummer quålet. 11. Wir sind nicht unser eigen mehr, dir müssen wir nun leben. Wir wollen auch, weil du so sehr gern dich für uns gegeben, durch deine Gnad die Dei- 3. Ach wie wichtig, ach nen sein, und dienen dir, wie richtig ist der Christen dem HErrn, allein mit Freude. Denn sie sich an ganzem Geist und Seelen. GOtt ergoßen, alle Hoff12. Gemeinschaft haben nung auf ihn sehen, darum wir also mit dir in Leid kann sie nichts verletzen. und Freuden; zuletzt wir 4. Ach wie wichtig, ach werden mit dir froh, wenn wie richtig ist der Christen sich geendt die Leiden; Schöne. Sie sind innerlich denn wie könnt da was gezieret, mit dem GlauTraurigs sein, wo du in bensschmuck staffiret, leben auch, Dom Christlichen Leben. 669 auch, wie sichs gebüh-| Christen Prangen. Alle tet. Pracht der Welt fie met5. Ach wie wichtig, ach den, sich in Chrifti Unwie richtig ist der Christen schuld kleiden, und gehn Stårke. Denn GOtt selbst her in reiner Seiden. in ihnen streitet, sie zum 13. Ach wie wichtig, Kämpfen recht bereitet, und ach wie richtig sind der den Sieg zu ihnen leitet. Christen Sachen. Weil 6. Ach wie wichtig, ach sie alles GOtt befehlen, wie richtig ist der Christen und das beste Gut erGlücke. Obs gleich oft sehr wählen, kann es ihnen hart hergehet, bald doch nirgends fehlen. ihnen Hülf entstehet, und zuletzt erfreulich gehet. 14. Ach mein Heiland, ach mein Beistand, JEsu, 7. Ach wie wichtig, ach voller Güte! mich durch wie richtig ist der Christen deinen Geist regiere, daß Ehre. Denn GOtt fie als ich so mein Leben führe; Kinder liebet, ihnen auch dir sei ewig Preis und den Himmel giebet; nichtig Ehre. Siegmund v. Birken. ift, was sie betrübet. 8. Ach wie wichtig, ach Mel. Wenn wir in höchwie richtig ist der Christen sten Nöthen sein. Allein Allein auf GOtt set Wissen. Weil fie ihren E- 784. kennen, im Glauben Bruder nennen, und dein Vertraun, auf Menauch bis in Tod bekennen. 9. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Tichten. Stets hinauf ihr Herz rur trachtet, und was droben ist, hochachtet, und 2. Bewahr dein Ehr, was irdisch ist, verachtet. hüt dich vor Schand, Ehr schenhülf sollst du nicht baun. GOtt ist allein, der Glauben hålt, sonst ist kein Glaub mehr der Welt. 10. Ach wie wichtig, ist fürwahr dein höchstes ach wie richtig sind der Pfand; wirst du die Schanz Christen Schäße. Es mag einmal versehn, so ists um Flut und Glut entstehen, deine Ehr geschehn. und die ganze Welt vergehen, bleibt ihr Schak doch ewig stehen. 3. Claff nicht zu viel, sondern hör mehr, das wird dir bringen Preis und Ehr; mit Schweigen sich verredt niemand, Claffen bringt manchn in Sünd und Schand. 11. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Herrschen. Ueber Sünd, Lod, Teufel, Hille haben fie die Oberstelle; trotz 4. Dem Größten weich, dem Feinde, der sie fälle. acht dich gering, daß er 12. Ach wie wichtig, dich nicht in Unglück bring; ach wie richtig ist der dem kleinsten auch kein Unrecht 670 Dom Chriftlichen Leben. recht thu, so lebst du stets| b. endt, daß niemand recht in Rast und Ruh. damit erkennt. 5. Erheb dich nicht in 13. Nicht schåm dich, rath stolzem Muth, wenn du ich allermeist, daß man dich bekommen haft groß Gut; lehr, was du nicht weißt. es ist dir nicht darum ge- Wer etwas kann, den hält gebnt, daß du dich dadurch man werth, den Ungesollst erhebn. schicktn niemand begehrt. 6. Frömmigkeit laß ge- 14. O merk, so einer fallen dir viel mehr denn führt ein Klag vor dir, Gold, das glaube mir; sollst du sobald der Sach wenn Geld und Gut sich nicht glauben, auch nicht von dir scheidt, so weicht richten fort, sondern hörn doch nicht die Frömmigkeit. erst des Andern Wort. 7. Gedenk der Armn zu aller Frist, wenn du von 15. Pracht und Hoffahrt meid überall, daß du nicht GOtt gejegnet bist; sonst kommest zu Unfall; mandir das widerfahren kann, cher war ein behaltner was Christus sagt vom rei- Mann, hått er Hoffahrt chen Mann. und Pracht gelan. 16. Quad von niemand gedenk noch sprich, dern kein Mensch lebet ohn Gebrech; redest du alls nach deinm Willn, wird man dich gar bald wieder stilln. 8. Hat dir jemand was Guts gethan, da sollst du allzeit denken dran; es soll dir sein von Herzen leid, wenns deinem Nächsten übel geht. 9. In deiner Jugend sollst du dich zur Arbeit halten fleißiglich; hernach gar schwer die Arbeit ist, wenn du zum Alter kommen bist. 10. Kehr dich auch nicht an jedermann, der dir vor Augen dienen kann; nicht alles geht von Herzengrund, was schön und lieblich redt der Mund. 17. Ruf GOtt in allet Nöthen an, er wird ge= wißlich dir beistaha; er hilft einm jeden aus der Noth, der nur nach seinem Willen thut. 18. Sieh dich wohl vor, die Zeit ist bos, die Welt ist falsch und sehr gottlos; willst du der Welt viel hantgen an, ohn Schad odr Schand komst nicht davon. 19. Tracht stets darnach 11. Laß fein Unfall verdrießen dir, wenn das Glück wohnet nicht bei dir; An- was recht gethan, ob dich fang und Ende sind nicht schon nicht lobt jedermann; gleich, wie solches ofte fin- es fanns doch keiner madet sich. chen so, daß jedermann gefallen thu. 12. Mäßig im 3orn sei allezeit, um klein Ursach 20. Verlaß dich nicht auf erheb kein Streit; durch irdisch Ding, all zeitlich Zorn das Herze wird ver- Gut verschwindt gering; dar Dom Christlichen Leben. 671 darum der Mensch gar muß sich recht dazu beweislich thut, der allein reiten, so ist der schmale sucht das ewig Gut. Weg voll Süßigkeiten. 21. Wenn jemand mit 3. Wie kann ein Bar dir hadern will, so rath des Schafes Sanftmuth ich, daß du schweigest still, üben? Kein wilder Wolf und ihm nicht helfest auf giebt sich in Schranken die Bahn, da er gern wollt ein. Wie kann das Fleisch eit Ursach han. nach GOtt gesinnet sein, und diesen Weg des Geistes lieben? Es kann kein Bår des Schafes Sanftmuth üben. 22. Xerres verließ sich auf sein Heer, darübr ward er geschlagen sehr; so du mußt friegen, GOtt vertrau, sonst allezeit den Frieden bau. 4. Du mußt erst Geist aus Geist geboren wer23. Ye långer, je mehr den, dann wandelst du kehr dich zu GOtt, daß des Geistes schmale Bahn; du nicht kriegst des Teufels Spott. Der Mensch ein solchen Lohn wird han, wie er im Leben hat gethan. sonst ist es schwer, und gehet doch nicht an. Weg, schnöder Sinn, du Schaum der Erden! ich muß erst Geist aus Geist geboren werden. 24. Zier all dein Thun mit Redlichkeit, bedenk 5. Wer die Geburt zum End End den letzten aus Christo hat erlanBscheid; denn vor gethan get, der folgt allein dem und nach bedacht, hat man- HErren treulich nach: er chen in groß Leid gebracht. leidet erst, er trägt erst Bartholomäus Ringwaldt. seine Schmach, eh er mit ihm im Lichte pranget, In eigener Melodie. der die Geburt aus Chrier schmale fto bat erlanget. Der Weg ist 785. Der 6. Er wird mit ihm breit genug zum Leben; in seinen Tod begraben, wenn man nur sacht und er wird im Grab auf grad und stille geht, so eine Zeit verwahrt, er wird man nicht so leichtlich umgeweht: man muß sich recht hinein begeben, so ist er breit genug zum frommen Leben. stehet auf, und hält die Himmelfahrt, er kriegt darauf des Geistes Gabent, wenn er vorher mit ihm im Lod begraben. 2. Des HErren Weg 7. Derselbe Geist, der ift voller Süßigkeiten, Christum hier geübet, derwenn man es nur im selbe übt die Jünger Chris Glauben recht bedenkt, sti auch; der eine Geist wenn man das Herz nur hält immer einen Brauch, fröhlich dazu lenkt; man feir andrer Weg wird song 672 Dom Chriftlichen Leben. sonst beliebet; der Jün- Licht, und laß von delger wird, wie Christus, nem Angesicht mein Herz hier geübet. und Seel mit deinem 8. Und ob es gleich Schein durchleuchtet und durch Tod und Dornen erfüllet sein. gehet, so triffts doch nur 2. Ertddt in mir des die Fers und nicht das Fleisches Lust, und nimm Herz; die Traurigreit läßt hinweg den Sündenwust. feinen tiefen Schmerz, Bewaffne mich mit Kreft wer nur getroft und tefte und Muth, zu streiten stehet, ob schon es durch wider Fleisch und Blut. den Tod und Hölle gehet. 3. Schaff in mir, HErr, 9. Das sanfte Foch den neuen Geist, der dir kann ja nicht harte druk- mit Lust Gehorsam leift, ken, es wird dadurch das ein willig Opfer willst ja Bose nur gedrückt; der du, und altes Fleisch taugt Mensch wird frei, damit nicht dazu. 4. Mach in mir das Gedächtniß neu, daß es auf dich gerichtet sei, und was dahinten ist verges, und stündlich Christi Lod ermeß. 10. Die leichte Last macht nur ein leicht Gemůthe, das Herz hebt sich 5. Des Fleisches Wildarunter hoch empor; der len tödt in mir, und mach Geist kriegt Luft, sein ihn unterthänig dir; durch Wandel kommt in Flor, deine Liebe treib ihn an, und schmeckt dabei des zu gehn auf deiner LebensHErren Güte; die leichte bahn. Last macht nur ein leicht Gemüthe. 6. Und wie ich ohu dein Gnadenlicht erkenne dei11. Zeuch, JEsu, mich, nen Willen nicht, so leuchte zeuch mich, dir nachzulau- du, o GOtt, allein in fen; zeuch mich dir nach dem Verstand mit deinem zeuch mich, ich bin noch Schein. weit. Dein schmaler Weg 7. Mach in mir das ist voller Süßigkeiten, das Gewissen rein, und laß Gute folgt uns da mit es abgewaschen sein: so Haufen. Zeuch, JEsu, Fann ich dann durch deimich, zeuch mich, dir nach- nen Sohn mit Freuden zulaufen. stehn vor deinem Chron. 8. Auf dich laß meine Sinnen gehn, und stets Sinauf gerichtet stehn, daß ich dein Wort mit Freu786. C rneure mich, den hör, mein Herz nach o ewigs ihm in allem fehr. er nicht erstickt; wer sich nur weiß darin zu schikten: das sanfte Joch kann ja nicht harte drücken. Chriftian Fried. Richter. Mel. O( HErr) JEsu Christ, meins Lebens Licht. 9. Gieb, Dom Christlichen Leben. 673 9. Gieb, daß ich finde will ich, mein JEsu, le deine Kraft und schmecke ben ewiglich. deiner Güte Saft; las Joh. Friedrich Ruopp. mich dein freundlich Angesicht mit Freuder: sehn In eigener Melodie. in deinem Licht. 10. Wenn ich in deiners 787.& glänget der Christen inWort dich such, so laß es wendiges Leben, obgleich mir sein ein Geruch, der sie von außen die Sonne Leben, Kraft und Süßigfeit in meiner Seelen Krafte streut. verbrannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt. Was niemand, verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchtete Sinne gezieret, und sie zu der göttlichen Würde geführet. 11. Und weil du voller Gute bist, die schmeckend und erfreulich ist, so gieb, daß ich dich fühl in mir, und ganz unschlossen sei von dir. 12. Und wie ich von 2. Sie scheinen von aumir selbst nichts kann, so ßen die schlechtesten Leute, treib durch deinen Geist ein Schauspiel der Engel, mich an, daß er in mir ein Efel der Welt, und das Ruder führ, Geist, innerlich sind die lieblichSeel, Herz, Sinn und sten Braute, der Zierrath, Mund regier. die Krone, die JEsu ge13. Wie dieses ohne fällt; das Wunder der ZeiGlauben nicht in mir kann ten, die hier sich bereiten, werden ausgericht, der den König, der unter den Glaub auch ohn dies nicht Lilien weidet, zu küssen, besteht, wo er nicht in die in güldenen Stücken geWerke geht: kleidet. 14. So wirke, HErr, 3. Sonst sind sie des durch deinen Geist den Adams natürliche Kinder, Glauben, der sich kräftig und tragen das Bilde des weist, und in ein neues Irdischen auch; sie leiden Wesen dringt, und seine am Fleische wie andere Lebensfrüchte bringt. Sünder, sie essen und trin15. In allem, o HErr ken nach nöthigem Brauch. JEsu Christ, laß mich mit In leiblichen Sachen, im Kraft sein ausgerüst, zu Schlafen und Wachen sieht fechten wider Fleisch und man sie vor andern nichts Blut, und nimm mich un- sonderlichs machen, nur ter deine Hut. daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 16. So acht ich nicht des Teufels List, der jez4. Doch innerlich sind sie zund voller Grimmes ist. aus göttlichem Stamme, Ich bleib im Sieg, in dir die GOtt durch sein mäch29 tig 674 Dom Christlichen Leben. tig Wort selber gezeugt, nach sich dein Seufzen ein Funke und Flammlein mit ihnen vereinet. aus göttlicher Flamme, die 8. JEsu, verborgeoben Jerusalem freundlich nes Leben der Seelen, du gesaugt. Die Engel sind heimliche Zierde der inBrüder, die ihre Loblieder neren Welt, gieb, daß wir mit ihnen gar freundlich die heimlichen Wege erund lieblich absingen; das wählen, wenngleich uns muß denn ganz herrlich, die Larve des Kreuzes ver= ganz prächtig erklingen. stellt. Hier übel genennet 5. Sie wandeln auf Er- und wenig erkennet, hier den, und leben im Him- heimlich mit Christo im mel, fie bleiben ohnmäch- Vater gelébet, dort oftig, und schüßen die Welt; fentlich mit ihm im Himsie schmecken den Frieden mel geschwebet. bet allem Getümmel, sie Christian Friedrich Nichter. kriegen, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen Mel. HErr, nicht schicke in bleiben in deine Rache. Freuden, sie scheinen er- 788. Fruft uns das Colget mir, tödtet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens von innen. Leben, was ihr bittet, will ich geben, gehet nur den 6. Wenn Christus, ihr rechten Steg; folget, ich Leben, wird offenbar wer bin selbst der Weg. Folden, wenn er sich einst, get mir von ganzem Herwie er ist, offentlich stellt, zen, ich benehm euch alle so werden sie mit ihm, als Schmerzen; lernet von Götter der Erden, auch mir insgemein sanft und Herrlich erscheinen zum reich von Demuth sein. Wunder der Welt. Sie 2. Ja, HErr JEsu, werden regieren und ewig dein Begehren sollt ich floriren, den Himmel als billig dir gewähren, weil prachtige Lichter auszieren; ich weiß, daß der kein da wird man die Freude Christ unter uns zu nengar offenbar spüren. nen ist, der sich gleichsam 7. Frohlocke, du Erde, pflegt zu schamen, deine und jauchzet, ihr Hügel, Last auf sich zu nehmen, dieweil du den göttlichen ach ich weiß es gar zu Samen geneußt; denn das wohl, daß man dir nachist Jehovah sein göttliches wandeln soll. Siegel, zum Zeugniß, daß 3. Aber, HErr, wo find er dir noch Segen ver- ich Stärke, zu vollbrinheißt. Du sollst noch mit gen gute Werke, dir mit ihnen aufs prächtigste grü- Lust zu folgen nach? nen, wenn erst ihr verbor- Ach mein GOtt, ich bin genes Leben erscheinet; wo- zu schwach. Geh ich schon auf Dom Christlichen Leben. 675 auf guten Wegen, muß 8. HErr, wie bist du ich bald mich niederlegen; doch gelaufen unter jedich zu lieben, o mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. nem schnöden Haufen, damals als der Sünden Macht dich hat an das 4. 3war mein Geist Kreuz gebracht, und ein wird oft bewogen, aber übergroße Liebe dich für bald durchs Fleisch betro- uns zu sterben triebe, gen, wenn die Wollust da dein theur vergoßnes tritt herfür, freundlich ru- Blut uns erwarb das fend: Folge mir! Ehr und höchste Gut. Pracht sammt andern Sachen wollen dich zum Herren machen; Geiz und Ungerechtigkeit kommen auch zu diesem Streit. 5. Ach wie seh ich doch 9. Laß uns auch in solchen Schranken christlich laufen sonder Wanken, daß uns Lieb und Freundlichkeit fest verknüpf in dieser Zeit. Niemand seh ein Rennen nach den Gü- in diesem Stücke, wohl tern, die wir kennen. Lie- zu leben, hier zurücke. bet doch die schnöde Welt Christus gehet vor uns nur den Reichthum und her; folget, das ist sein das Geld; und dem HEr- Begehr. ren, der das Leben nach 10. JEsus, du mein dem Sterben uns will ge- Licht und Leben, deine ben, folget niemand mit Schritte sind ganz ebett, der That, ob mans gleich versprochen hat. und die Stapfen deiner Füß halt ich über Honig 6. Aber, HErr, ich will süß. Hilf, daß ich im nicht lassen, dich mit Freu- Koth der Sünden meiden zu umfassen; hilf nur nen Gang nie laffe fingnädig, stärke mich, steif den; zeig, HErr, deinem und fest zu halten dich. armen Knecht alle Steg Jener Wege laß ich fah- und Wege recht. ren, nur mit dir will ich 11. Las mich deine Gngmich paaren; jener Wege de spüren, meinen Tritt sind Betrug, wer dir fol- also zu führen, daß ich get, der ist flug. in der Unschuld geh, und 7. Du bist vor uns nicht bei den Spöttern hergegangen, nicht mit steh. Hilf, daß ich nicht großem Stolz und Pran- nur in Freuden, sondern gen, nicht mit Hader, auch in Kreuz und Leiden Zank und Streit, sondern durch so manchen Kampf mit Barmherzigkeit. Gieb, und Streit dir zu folgen daß wir als Hausgenossen sei bereit. dir zu folgen unverdros- 12. Laß mich, HErr, sen wandeln in der Tu- doch nicht verbrießen, gendbahn, wie du hast vor 2ngst und Trübsal zu geuns gethan. 29* nie 676 Dom Christlichen Leben. nicßen, weil man weiß, 2. O stiller JEsu, wie daß diese Bahn ist ein dein Wille dem Willen rechter Unglücksplan, da deines Vaters stille und man maß in Dornen ba- bis zum Tod gehorsam den und mit Elend sich war: also mach auch gleibeladen, da dann laufend chermaßen mein Herz und jedermann gar zu schleunig Willen dir gelassen, ach fallen kann. stille meinen Willen gar. 13. Laß mir doch mein Mach mich dir gleich geZiel auf Erden nicht zu sinnt, wie ein gehorsam schnell verrücket werden, Kind, stille, stille. JÉsu, daß ich ja das Gnaden- ei nün, hilf mir dazu, daß licht in der Zeit verliere ich fein stille sei, wie du. nicht. Gieb, daß ich von 3. Wachsamer JEsu, meiner Jugend bis ins ohne Schlummer, in groAlter mir die Tugend ßer Arbeit, Müh und recht von Herzen, nicht Kummer bist du gewesen zum Schein, hoch laß an- Tag und Nacht; du mußgelegen sein. test täglich viel ausstehen, 14. Hilf mir, HErr, des Nachts lagst du vor vor allen Dingen, meinen GOtt mit Flehen, und Lauf also vollbringen, daß haft gebetet und gewacht. ich mich in deiner Lieb Gieb mir auch Wachsamund der wahren Demuth keit, daß ich zu dir allzeit üb; hilf, daß ich dir hier wach und bete. JEsu, ei vertraue, und dich dort nu, hilf mir dazu, daß ich mit Freuden schaue. Je stets wachsam sei, wie du. nes gieb mir in der Zeit, dieses in der Ewigkeit. Johann Rift. 4. Gütiger JEsu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig bist du doch gegen Freund und Feind! Dein Sonnenglanz der scheinet allen, 789. Heilighter E- bein Regen muß auf alle dir ungungsquelle, mehr als dankbar seind. Mein GOtt, Krystall rein, klar und ach lehre mich, damit hierhelle, du lautrer Strom innen ich dir nacharte. JEder Heiligkeit, aller Glanz su, ei nu, hilf mir dazu, der Cherubinen und Hei- daß ich auch gütig sei, ligkeit der Seraphinen ist wie du. gegen dich nur Dunkel- 5. Du sanfter JEsu, heit. Ein Vorbild bist warst unschuldig und litdu mir: ach bilde mich test alle Schmach gedulnach dir, du mein Alles! dig, vergabß und ließt nicht JEsu, ei nu, hilf mir Rachgier aus; niemand dazu, daß ich mag heilig kann deine Sanftmuth messein, wie du. sent, Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Dom Christlichen Leben. 677 sen, bei der kein Eifer dich ich stets nüchtern sei, gefressen, als den du hattst wie du. ums Vaters Haus. Mein 9. Nun, liebster JEsu, Heiland, ach verleih mir liebstes Leben, mach mich Sanftmuth, und dabei gu- in allem dir recht eben, ten Eifer. JEsu, ei nu, und deinem heilgen Vorhilf mir dazu, daß ich sanft- bild gleich; dein Geist und müthig sei, wie du. Kraft mich ganz durch6. Ertiefter JEsu, Eh- dringe, daß ich viel Glaurenkönig, du suchtest deine bensfrüchte bringe, und Ehre wenig, und wurdest tüchtig werd zu deinem niedrig und gering; du Reich. Ach zeuch mich wandeltst ganz ertieft auf ganz zu dir, behalt mich Erden in Demuth und in für und für, treuer HetKnechtsgeberden, erhubst land! JEsu, ei nu, laß dich selbst in keinem Ding. mich, wie du und wo du HErr, solche Demuth lehr bist, einst finden Ruh. mich auch je mehr und mehr stetig üben. JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich demüthig sei, wie du. 7. keuscher JEsu, all dein Wesen war züchtis, 790. Weisheit und von tugendvoller Sittsamkeit; Quell und Grund, dir ist Gedanken, Reden, Glie- all mein Vermögen kund; der, Sinnen, Geberden, wo du nicht hilfft und Kleidung und Beginnen deine Gunst, da ist mein war voller lautrer Züch- Thun und Werk umsonst. tigkeit. O mein Immanuel, mach mir Geist, Leib und Seel keusch und zuchtig. 2. Jch, leider, als ein Sündenkind, bin von Natur zur Guten blind, JEsu, ei nu, hilf Mein Herze, wenn dirs mir dazu, so keusch und dienen soll, ist ungeschickt rein zu sein, wie du. und Thorheit voll. Barthol. Crasfelius nach Jodocus v. Lodenstein. Mel. HErr JEfu Chrift, wahr Mensch und GOtt. lete 8. Mäßiger JEsu, deine 3. Ja, HErr, ich bin Weise im Trinken und Ge- gering und schlecht zu hannuß der Speise lehrt uns deln dein Gesetz und Recht; die rechte Mäßigkeit. Den was meinem Nächsten müß Durst und Hunger dir zu im Land, ist mir verdeckt stillen, war, statt der Kost, und unbekannt. des Vaters Willen und 4. Mein Leben ist sehr Werk vollenden, dir bereit. Furz und schwach, ein LuftHErr, hilf mir meinen Leib lein, das bald låsset nach. stets zähmen, daß ich bleib Was in der Welt zu prandir stets nüchtern. gen pflegt, das ist mir weei nu, hilf mir dazu, daß nig beigelegt. JEsu, 5. Wenn 678 Dom Christlichen Leben. 5. Wenn ich auch gleich 13. Jhr Mund ist süß vollkommen war, hätt al- und tröstet schön, wenn ler Gaben Ruhm und Ehr, uns die Augen übergehn, und sollt entrathen deires wenn uns der Kummer Lichts, so war ich doch eit. niederdrückt, so ist fies, lauter Nichts. die das Herz erquickt. 6. Was hilfts, wenn 14. Sie ist voll Ehr einer gleich viel weiß, und und Herrlichkeit, bewährt hat zuvörderst nicht mit vorm Tod und großem Leid; Fleiß gelernet deine Furcht wer fleißig um sie kämpft und Dienst; der hat mehr Schaden als Gewinnst. und wirbt, der bleibet lebend, wenn er stirbt. 7. Das Wissen, das ein Mensche führt, wird leichtlich in ihm selbst verirrt; wenn unsre Kunst am meisten kant, so stößt sie aller Enden an. 15. Sie ist des Schöpfers nächster Rath, von Worten mächtig und von That; durch sie erfährt die blinde Welt, was GOtt gedenkt in seinem Zelt. 8. Wie mancher stürzet 16. Denn welcher Mensch seine Seel durch Klugheit, weiß GOttes Rath? Wer wie Ahitophel, und nimmt, ists, der je erfunden hat weil er dich nicht recht den Schluß, den er im Fennt, mit seinem Wizz ein schrecklich End. Himmel schleußt, den Weg, den er uis laufen heißt? 17. Die Seele wohnet in der Erd, und wird durch ihre Last beschwert. Die Sinne, hin und her zerstreut, sind ja vom Frrthum nicht befreit. 18. Wer will erforschen, was GOtt setzt, und sagent, was sein Herz ergikt? Es sei denn, der du ewig lebst, daß du uns deine Weisheit gebst. 9. GOtt, mein Vater, fehre dich zu meiner Bitt, und höre mich. Nimm solche Thorheit von mir hin, und gieb mir einen bessern Sinn. 10. Gieb mir die Weisheit, die du liebst, und denen, die dich lieben, giebst, die Weisheit, die vor detnem Thron allstets erscheint in ihrer Kron. 11. Ich lieb ihr liebes 19. Drum sende fie von Angesicht, sie ist meins deinem Thron, und gieb Herzens Freud und Licht; fie deiner Magde Sohn; sie ist die Schönste, die ach schütt und gieß fie mich hält, und meinen reichlich aus in Augen wohlgefällt. meines Herzens armes Haus. 12. Sie ist hoch edel 20. Befiehl ihr, daß sie auserkorn, von dir, o Höch- mit mir sei, und wo ich ster, selbst geborn; sie ist gehe, stehe bei; wenn ich der hellen Sonnen gleich, arbeite, helfe sie mir traatt Tugend und an Ga- lgen meine schwere Müh. ben reich. 21. Gieb Dom Christlichen Leben. 679 21. Gieb mir durch ihre Geist, daß ich in deinem weise Hand die recht Er- Willen schwebe, und thne kenntniß und Verstand, daß n: r, was du, mein GOtt, ich an dir alleine kleb, und mich heißt. Ach nimm:: nur nach deinem Willen leb. dich meiner allzeit an, und 22. Gieb mir durch sie führe mich, führ mich auf Geschicklichkeit, zur Wahr- ebner Bahn. heit laß mich sein bereit, daß ich nicht mach aus sauer süß, noch aus dem Lichte Finsterniß. 3. Mein JEsu, laß mich mit dir sterben und mit dir leben in der Ewigkeit, was sündlich ist, laß ganz verderben, ach mache mch, mein GOtt, fein bald bereit. Ach nimm:,: dich meiner Seelen an, und führe mich, führ mich die Lebensbahn. 23. Gieb Lieb und Lust zu deinem Wort, hilf daß ich bleib an meinem Ort, und mich zur frommen Schaar gesell, in ihren Rath mein Wesen stell. 24. Gieb auch, daß ich 4. Wenn ich von aus gern jedermann mit Rath und innen leide Anfechund That, so viel ich kann, tung, Schmach, Verfolaus rechter ungefälschter gung, Angst und Pein, Treu zu helfen allzeit wil- so gieb, daß ich stets bleib lig ſet in Freude, und allzeit 25. Auf daß in allem, könne gutes Muthes sein. was ich thu, in deiner Lieb Ach nimm:: dich metich nehme zu. Denn wer ner treulich an, so fehl sich nicht der Weisheit ich nicht, ich nicht der giebt, der bleibt von dir rechten Bahn. auch ungeliebt. 5. O JEsu Christe, Heil der Menschen, o wahrer GOtt von aller Ewigkeit, die Sünde wollst du ganz versenken, die sich in noch zu Err 791. Chrift, mein Zeit. Ach nimm:: dich Licht und Leben, erneure meiner herzlich an, und meinen Geist sammt Leib führe mich, führ mich die und Seel. Dir, dir hab Lebensbahn. Johann Fried. Sannom. ich mich ganz ergeben, mit meiner Seel dich inniglich vermähl. Ach nimm:: dich Mel. HErr Christ, der einig GOtts Sohn, Paul Gerhard. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. zeige mir, führ mich die 792. Christ, mein Err Lebensbahn. 2. Und weil ich auch all- Leben und einge Zuverhier noch lebe, so gieb mir sicht, dir hab ich mich erdeinen heilgen, guten geben verlaß, verlaß mich nicht. 680 Dom Chriftlichen Leben. nicht. Ach laß mich dei- deine Frommen von allem nen Willen beständiglich Band und Joch. Ach erfüllen, du meiner See- JEsu, komm und dampfe len Zier. das Fleisch, gieb, daß ich 2. Ach schenk mir dei- kämpfe allein durch deine ne Liebe, mein Hort und Kraft. Bräutigam, gieb, daß ich 8. Nun, Vater, hör nicht betrübe dich, wer- mein Lallen; mein Esu, thes GOtteslamm. Ach meine Bitt laß dir doch laß mich an dir hangen, nicht mißfallen, und selber im Herzen dich umfangen, mich vertritt. GOtt heildenn du bist liebenswerth. ger Geist, erfülle mein Johann Fried. Sannom. 3. In Liebe laß mich Herz, daß ich sei stille, brennen, und an dir hal- und allzeit lobe dich. ten fest; von dir laß mich nichts trennen, du bist der Allerbest. Ach laß mich Mel. HErr Christ, der mit dir und nach- einig GOtts Sohn. mals auch ererben das 793. Gnaden Err JEsu, He Reich der Herrlichkeit. 4. Ach laß mich allzeit sonne, wahrhaftes Lebleiben ein grüner Reb an benslicht, laß Leben, Licht, dir; dir will ich mich ver- und Wonne mein blödes schreiben, ach weiche nicht Angesicht nach deiner von mir; ich bleib dir Gnad erfreuen, und meiganz ergeben im Tod und nen Geist erneuen; mein auch im Leben, ach hilf GOtt, versag mirs nicht. mir Armen bald. 2. Vergieb mir meine 5. Nun JEsu. sei mein Sünden, und wirf sie hinLeben, mein Alles ganz ter dich: laß alles Zürnen allein; nach dir laß mich schwinden, und hilf gestets streben, so werd ich nådiglich, daß deine Frieselig sein. Ach laß mich densgaben mein armes dich stets suchen, und al- Herze laben; ach HErr, les das verfluchen, was erhöre mich. mich von dir hält ab. 3. Vertreib aus meiner 6. Gieb, daß ich mein Seelen den alten Adams= Vertrauen nur seß auf sinn, und laß mich dich erdich allein. HErr, laß wählen, daß ich mich künfmich auf dich schauen, tighin zu deinem Dienst erund warten allzeit dein; gebe, und dir zu Ehren leja laß mich dich stets' o- be, weil ich erlöset bin. ben, hier und hernach dort oben in alle Ewigkeit. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein See7. Mein Heiland, du lenhort, und öffne mein willst kommen, ja komm, Verständniß durch dein geach komme doch; erlöse heiligt Wort, damit ich an dich Dom Chriftlichen Leben. 681 dich glaube, und in der völlger werd, verleugne Wahrheit bleibe zu Troß gar mich selbst, verleugne der Höllenpfort. Welt und Erd. 5. Trank mich an deinen Brüsten, und freuzge mein Begier sammt allen bösen Lüsten, auf daß ich für und für der Sünden2. Kein Heuchelschein, kein kalt noch laulich Wesen, ein rechter Ernst und Vorschmack jener Zeit sei im Bestand all meine welt absterbe, und nach Frömmigkeit. Nach deinem dem Fleisch verderbe, hingegen lebe dir. Licht, so wir im Worte lesen, erleuchte meinen Gang, daß ich durch dein Geleit geh ohne Finsterniß in Lieb und Thatlichkeit. 3. Gieb, daß ich stets zum Wohlgefallen bestän- in allem Thun bedenke, dig möge wallen auf rechter Liebesbahn. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir ob deine Ehr desſelben Endzweck sei? ob ob ich 7. Nun, HErr, verleih was thu, das mich am mir Stärke, verleih mir End gereu? vb ich mich Kraft und Muth; denn das stets nach meinem Tauffind Gnadenwerke, die dein bund lenke? ob ich auch Geift schafft und thut; hin- durch und durch von dir gegen meine Sin: en, mein mich heilgen laß; ja, ob Lassen und Beginnen ist vielleicht noch heut der böse und nicht gut. Tod mich mache blaß? 8. Darum, du GOtt 4. Mein Seligsein laß der Gnaden, du Vater mich mit Zittern schafaller Treu, wend allen fen, die Eitelkeit so fliehen Seelenschaden, und mach als Verbot, und gegen mich täglich neu; gieb, dich ansehn als garsigen daß ich deinen Willen Koth, in Ehr und Freud, gedenke zu erfüllen, und in Geld mich nicht versteh mir kräftig bei. gaffen, damit ich nicht dabei der armen Seel vergeß, nicht jenseits zaghaft set, noch diesseits Laurentius v. Schnüffis. In eigener Melodie. 794. HErr, Lehr mich vermeß. mich thun 5. Daß du, mein GOtt, nach deinem Wohlgefallen, erfüllest das in allen, daß dein guter Geist führ mich du, mein GOtt, allgegenauf ebner Bahn, daß ich wärtig bist, und deinem dich mehr und mehr er- Aug gar nichts verborkennen kann, und mit dem gen ist, das halt mich ab, Sinn schon in dem Him- in Sunde nicht zu fallen. mel wallen. Hilf, daß ich Dein Name werd mir fort und fort am Glauben groß, dein Zorn mir nicht 29** zu 682 Dom Chriftlichen Leben. zu Theil, und deine Gna- lebe; vor dir erschein, Herzde sei mein Schak, mein lich bewein all meine Glück und Heil. Missethaten; die Hånd allzeit laß sein bereit, dem Dürftigen zu rathen. 6. Auch was du willst, davor soll mir nicht grauen: ich scheue nichts, kein Lei- 3. Die Lust des Fleiden, keine Noth; es tritt sches dåmpf in mir, daß mein Kampf mit dir die sie nicht überwinde. RechtFeind in Koth. Gieb, daß schaffne Lieb und Lust zu ich nur allein dir mög ver- dir in meinem Herzn antrauen; ich weiß, du weißt zünde, daß ich in Noth, vielmehr die Sorge, die bis in den Tod, dich und uns plagt, verläßt, ver- dein Wort bekenre, und saumst uns nicht, gleich mich kein Truß, noch etwie du zugesagt. gen Nuk von deiner Wahrheit trenne. 7. Laß mich schon hier von deiner GOttheit schmecken, 4. Behüte mich vor ach laß schon hier em- 3orn und Grimm, mein pfinden deine Kraft, bis Herz mit Sanftmuth ziemich dein Will gar in re; auch alle Hoffart von den Himmel schafft, da mir nimm, zur Demuth fich dein Lob auf ewig mich anführe. Was ich wird erstrecken, da die noch find von alter Sünd, Vollkommenheit ist ewig laß mich hinsort ablegen; Freud und Licht, da ich Trost, Fried und Freud in Klarheit schau dein laß jederzeit sich in mir herrlichs Angesicht. Armen regen. 5. Den Glauben stårk, Mel. Was mein GOtt die Lieb erhalt, die Hoffwill, das gscheh allzeit. nung mache feste, daß ich 795. Hilf ilf mir, mein von dir nicht wanke bald, GOtt, hilf, Beständigkeit ists beste; daß nach dir von Herzen den Mund bewahr, daß mich verlange, und ich nicht Gefahr durch ihn dich suche mit Begier, mir werd erwecket. Speis wenn mir wird angst und ab den Leib, doch daß er bange. Verleih, daß ich bleib von Geilheit unbemit Freuden dich in mei- flecket. ner Angst bald finde, gieb 6. Gieb, daß ich treu mir den Sinn, daß ich und fleißig sei in dem, was forthin meid alle Schand mir gebühret, laß durch und Sünde. Ehrgeiz und Heuchelet 2. Hilf, daß ich stets mich nicht werden vermit Reu und Schmerz führet; Leichtfertigkeit, mich deiner Gnad ergebe, Haß, Zank und Neid laß hab immer ein zerknirsch- in mir nicht verbleiben. tes Herz, in wahrer Buße Verstockten Sinn und Diebs Dom Chriftlichen Leben. 683 Diebsgewinn wollst ferne hat einer Ehr und große von mir treiben. Würd, ach mit was gro7. Hilf, daß ich folge ßer Last und Bürd ift, treuem Rath, von falscher der vor andern ist geehrt, Meinung trete; dem Ar- vor andern auch dabei men helfe mit der That, beschwert! für Freund und Feind stets 5. ft einer heute gutes bete; dien jedermann, so Muths, ergötzt und freut viel ich kann; das Böse sich seines Guts: eh ers haß und meide nach dei- vermeint, fährt sein Genem Wort, o höchster winn zusammt dem guten Hort, bis ich von hinnen Muthe hin; wie plößlich scheide. Johann Heermann. kommt ein Ungestům, und wirft die großen Güter um. 6. Bist du denn fromm und fleuchst die Welt, und 796. Idei mirfelbst und Geld, so wird dein ch hab mehr als Gold Ruhm, dein Schmuck und Kron in aller Welt zu Spott und Hohn. Denn wer der Welt nicht heuund cheln kann, den sieht die Mei. Vater unser im Himmelreich. bedacht, wenn ich den Lauf der Welt betracht, ob auch das Leben dieser Erd uns gut sei und des Wünschens werth? ob nicht der viel besser Welt für albern an. thu, der sich fein zeitig leg zur Ruh? 7. Nun ist es wahr es steht uns hier die Trüb2. Denn, Lieber, denk, sal täglich vor der Thür, und sage mir, was für und findt ein jeder überein Stand ist wohl allhier, all des Kreuzes Noth und dem nicht sein Angst, sein bittre Gall. Sollt aber Schmerz und Weh all- drum Ser Christen Licht täglich überm Haupte steb? gar nichts mehr sein? Ist auch ein Ort, der Kum- Das glaub ich nicht. mers frei und ohne Klag und Sorgen set? 8. Ein Christe, der an Christo klebt und stets im 3. Sieh unsern ganzen Geist und Glauben lebt, Lebenslauf: ist auch ein dem kann kein Unglück, Tag von Jugend auf, keine Pein im ganzen Leder nicht sein eigne Qual ben schädlich sein; gehts und Plag auf seinem ihm nicht allzeit, wie es Ruken mit sich trag? It soll, so ist ihm dennoch nicht die Freude, die uns allzeit wohl. stillt, auch selbst mit Jam- 9. Hat er nicht Gold, mer überfüllt? so hat er GOtt, fragt 4. Hat einer Glück und nichts nach böser Leute gute Zeit, hilf GOtt, wie Spott, verwirft mit Freutobt und zürnt der Neid! den und verlacht der Welt 684 Vom christlichen Leben. Welt verkehrten und Pracht. Stolz| Kind bleibt seines Vaters Sein Ehr Kind, obs gleich des Vaist Hoffnung und Ge- ters Zucht empfindt. duld, sein Hoheit ist des 15. Drum, liebes Hert Hochfier Huld. sei ohne Scheu, und sieh 10. Es weiß ein Christ auf deines Vaters Treu. und bleibt dabei, daß GOtt Empfindst du hier auch sein Freund und Vater sei; seine Ruth, er meirts er hau, er brenn, er stech, nicht bös, es ift dir gut. er schneid, hier ist nichts, Gieb dich getrost in seine das uns von ihm scheid; Hånd, es nimmt zuletzt je mehr er sagt, je mehr ein gutes End. er liebt, bleibt fromm, ob er uns gleich betrübt. 16. Leb immerhin, so lang er will, ists Leben schwer, 11. Laß alles fallen, so sei du still: es geht zuwie es fällt, wer Chrifti letzt in Freuden aus; im Lieb im Herzen hält, der Himmel ist ein schönes ist ein Held und bleibt Haus, da, wer nach Christo besteht, wenn Erd und hier gestrebt, mit Christi Himmel untergebn; und Engeln ewig lebt. wenn ihn alle Welt verPaul Gerhard. läßt, hält GOttes Wort ihn steif und feſt. Mel. Komm, o komm, 12. Des Höchsten Wort du Geist des Lebens. dampft alles Leid, und 797. I hier auf Ern dem Leben kehrts in lauter Lust und Freud; es nimmt dem den ist doch nichts als EiUnglück alles Gift, daß, telkeit, bis Exempel, viel obs uns gleich verfolgt Beschwerden, Plage, Klaund trifft, es dennoch ge, Müh und Streit, unser Herje nie in allzu Kummer, Sorgen, Angst großes Trauren zieh. und Noth, Krankheit und zuleht der Tod. 13. Ei nun, f3 måßge deine Klag; ist dieses Le- 2. O so denke drauf im ben voller Plag, ists Herzen, frommer Christ, dennoch an der Christen mit allem Fleiß, wie du Theil auch voller GOttes solche Noth und SchmerSchuß und Heil. Wer jen brechen kannst als GOtt vertraut und Chri- Grundes- Eis. Laß aus stum ehrt, der bleibt im Seinem Herzen nicht dieKreuz auch unversehrt. sen treuen Unterricht. 14. Gleichwie das Gold 3. Habe deine Lust am durchs Feuer geht, und in HErren, laß ihn sein dem Ofen wohl besteht, so dein höchstes Gut; er ist bleibt ein Christ durch nah und nicht von ferren, GOttes Gnad im Elends- einzusprechen Trost und ofen ohne Sched. Ein Muth; seine Gnad und star Dom Christlichen Leben. 685 starke Hand gehet durch stille, er liebet mich in das ganze Land. Freud und Schmerz; wie 4. Augenlust und schnd- gut ist GOttes Vaterwilde Freude, Ueppigkeit, als le, wie freundlich sein Wust und Koth, vor den mich liebend Herz! Er Augen GOttes meide, ist mein Hort und meine willst du sein befreit vorm Zier; was Gott gefällt, Tod; deinen Leib, das Faß gefällt auch mir. der Ehrn, sollst du nimmermehr versehrt. 2. Mein GOtt weiß alles wohl zu machen, er 5. Nimm dir vor, vor ist der ewig treue Freund; andern allen, daß du su- er läßt mich nach dem chest GOtt allein mit dem Weinen lachen, was er Glauben zu gefallen, vol- thut, das ist wohlgeler Lieb ohn argen Schein. meint. Sein Lieben wahBeichte deine Sünd und ret für und für; was Schuld, so bekommst du GOtt gefällt, gefällt auch GOttes Huld. mir. 6. Nimmer gehe falsch im Handeln, noch im Reden, noch im Thun; willst du vor dem HErren wan3. Sein Wille bleibet mein Vergnügen, so lang ich leb auf dieser Welt. Was kann mein eigner deln, dermaleinst auch se- Wille tügen, der das nicht lig ruhn: liebe Wahrheit, Recht und Zucht als des Geistes rechte Frucht. will, was GOtt gefällt? Ich denk an meine Christgebühr: was GOtt ge7. Eitle Ehr und Pracht fällt, gefällt auch mir. verachte, Demuth lieb 4. Er will und wird und Niedrigkeit; nach dem mich ewig lieben, er weiß Himmel ernstlich trachte, wohl, was mir nützlich trag geduldig Kreuz und sei; er hat mich in die Leid; GOtt thut keinem Hand geschrieben mit launicht mehr an, als was term Golde seiner Treu. er ertragen kann. Weg, eigner Wille, weg mit dir; was GOtt gefällt, gefällt auch mir. 8. Stets ans Ende hier gedenke, und an Chrifti Kreuz und Tod; in sein 5. GOtt will, daß mir Wunden dich einsenke, geholfen werde, er will also kommst du aus der der Seelen Seligkeit; Noth, von der Pein und drum reiß ich mich von bösen Zeit zur gewünsch- dieser Erde durch wahre ten Seigkeit. David Böhm. Gottgelassenheit; seinm Willn ergeb mich dort und hier; was GOtt gefällt, gefällt auch mir. Lorenz Wilhelm Crank. Mel. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 798. Ich halte Gott in allem 686 Vom Christlichen Leben. 9. Stårk mein sonst Mel. Nun sich der Tag schwache Glaubenshand, geendet hat. 799. Mein Gott, das Herz ich bringe dir zur Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, deß bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth, du findest anders schuld ziehen an, daß ich auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. von allen Sünden rein vor GOtt bestehen kann. 12. GOtt heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein; ergieß um JEsu willen dich tief in mein Herz hinein. zu fassen auf dein Blut als der Vergebung Unterpfand, das alles machet gut. 10. Schenk mir nach deiner Jesushuld Gerechtigkeit und Heil, und nimm aufdich mein Sündenschuld und meiner Strafe Theil. 5. Doch aber steht es nun in Reu, erkennt sein Uebelstand, und tråget jebo vor dem Scheu, davons zuvor Lust fand. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht; ich gebs, so gut ichs geben kann, kehr zu mir dein Gesicht. 13. Dein göttlich Licht 4. Zwar ist es voller schütt in mich aus und Sündenwust und voller Brunst der reinen Lieb; Eitelkeit, des Guten aber lösch Finsterniß, Finsterniß, Haß, unbewußt, der wahren Falschheit aus, schenk når Frömmigkeit. stets deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen tren im Glauben meinem GOtt, daß mich im Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn er nur mich nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß, und schreit: Nur schlage zu; zerknirsch, o Vater, daß ich Buß rechtschaffen vor dir thu. 7. Zermalm mir meine Hårtigkeit, mach mürbe meinen Sinn, daß ich in Seufzen, Reu und Leis und Thränen ganz zerrinn. 8. Sodann nimm mich, mein JEsu Christ, tauch mich tief in dein Blut; ich glanb, daß du gekreuzigt bist der Welt und mir zu gut. 11. In dich wollst du mich kleiden ein, dein Un16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nichtseiAugenschein durchs Werk zu deinem Preis. 17. Hilf, daß ich sei von Herzen schlecht, aufrichtig, ohn Betrug, daß meine Wort und Werke recht, und niemand schelt ohn Fug. 18. Hilf, Dom Christlichen Leben. 687 18. Hilf, daß ich sei von kann sich zufrieden gebent; Herzen klein, Demuth und er gerath in was für Noth, Sanftmuth halt, daß ich wars auch Satan, Sund von aller Weltlieb rein, und Tod. vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm ohn alle Heuchelet, damit mein ganzes Christenthum dir wohl gefällig sei. 2. Meinen JEsun laß ich nicht, weil kein begrer Freund auf Erden; denn er, JEsus, unser Licht, springt in allerlei Beschwerden mir getreulich an die Seit, liebt mich bis in Ewigkeit. 20. Nimm gar, o GOtt, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es auch dein Wohnhaus sein in fener Ewigkeit. 3. Meinen JEsum laß ich nicht; wenn mich alle Menschen hassen, und der 21. Dir geb ichs ganz Feinde Macht einbricht, zu eigen hin, brauchs, wo zu dirs gefällt; ich weiß, daß ich der deine bin, der deine, nicht der Welt. auch gedenket so zu fasſent, daß ich gleich soll untergeht, bleibt mir seinte Rettung stehn. 22. Drum soll sie nun 4. Meinen JEsum laß und nimmermehr dies rich- ich nicht; wenn mich meine ten aus bei mir, fie lock Sünden quälen, wenn und droh auch noch so sehr, mein sperz und Satan daß ich soll dienen ihr. spricht: sie sind groß und 23. Jn Ewigkeit ge- nicht zu zählen, spricht er: schicht das nicht, du fal- Sei getrost, mein Kind, sche Teufelsbraut; gar we- ich, ich tilg all deine nig mich, GOtt Lob, an- Surd. ficht dein glänzend Schlangenhaut. 5. Meinen JEsum laß ich nicht, wenn mir bricht 24. Weg, Welt, weg, in letzten Zügen meiner Sünd, dir geb ich nicht schwachen Augen Licht; mein Herz; nur, JEsu, da erst, da hilft er mir dir ist dies Geschenke zu- fiegen; ja ins letzte Weltgericht, behalt es für gericht lässet er mich komund für. men nicht. Johann Caspar Schade. Mel. Meinen JEsum laß ich nicht, weil oder: JEfus, meine Suversicht. 6. Meinen JEsum laß ich nicht, denn er wird auch mich nicht lassen. Dieses glaub ich, anders nicht, und er wird mich 800. Meit einen E- nimmer hassen. Darum sum laß sprech ich: Fhut, mein ich nicht, denn er ist allein Licht, meinen JEsum laß mein Leben; wer ihn hat, ich nicht. Georg Linzner. dem nichts gebricht, und Mel. 688 Dom Chriftlichen Leben. Brod, mein Trank dein Blut. Trank aus deinem Brünnelein meine Seel, tieffte Liebe, in mein Verlangen; laß du aller- und führe ein deine Lieb mich sein in dir gefangen. 6. Adam ist von dir gemein Herze nicht vergißt, wichen, und ich auch in schenke mir doch deine Kron ihm zugleich. Drum ift und dein Perllein, o mein auch mein Bild verbliLohn, drück es doch.in chen, und ich todt am meine Seele, die ich dir Himmelreich; nun, so weck nun ganz befehle, 2. O du allersüßte Liebe, ich bin zwar unrein 7. Es hat ja all deinen Frommen zugesagt dein treuer Mund, daß du willst zu ihnen kommen, wohnen in des Herzens Grund; ja, dein süßer Mund verheißt 3. Führe meirer See- denen deinen guten Geist, ler Dürsten doch durch die in deinen heilgen Hütdeinen Tod und Graus, ten suchen dich, und daro du Fürst der Siegesfür- um bitten. es durch dein Wort wieder in mir auf, mein Hort, gieb du wieder Geist und vor dir, daß ich mich Leben, ich will mich dir drum stets betrübe, und wiedergeben. fast schäme selbst vor mir; aber du, mein HErr und GOtt, ach zerbrich durch deinen Tod, was die arme Seel beflecket, und sie ins Verderben stecket. sten zu dem Triumphiren 8. Nun, ich führ in die aus. O mein GOtt, HErr Zusage meiner Seelen Zebaoth, schlage doch in Hunger ein; dies Wort deinem Tod ganz den al- soll mein Lebetage mein ten Menschen neder, daß Brod in dem Hunger sein. der neue Lebe wieder. Ach vermehre du in mir Mel. Sion flagt mit Angst und Schmerzen. 801. die in Christo JEsu ist, in der ich mich stetig übe, der 4. Bist du doch in mir meinen Hunger stets nach erschienen, ei so bleib doch dir; stärke mich, o süße auch in mir, ich will dir Liebe, in des Geistes Kraft ja willig dienen, und dein und Triebe. bleiben für und für. Fasse 9. Weck in dir mich auf mich doch ganz in dich zum Leben, da ich deine halt mich in dir festiglich, Süßigkeit möge schmecken, daß ich nicht von dir kann und erheben meinen Geist weichen, laß mich dieses aus dieser Zeit. Bleibe Heil erreichen. doch durch deine Kraft 5. Du bist mir ganz aus- selbst in mir. Ach gieb doch erlesen, o du meiner See- Saft, edler Weinstock, deile Gut; JEsu, ach dein nen Reben; ohne dich kann himmlisch Wesen sei mein ich nicht leben. 10. O Dom Chriftlichen Leben. 689 10. du allersüßte ne Kraft in mir eine rechD Liebe, durch die Liebe bitt te Kraft herfür. Ach laß ich dich, die des Vaters mich mit Früchtebringen Zorn vertriebe, und ver- nach des Vaters Segen schlang zur Lieb in sich: ringen. ach verschling doch auch den Zorn, der in meiner Seel erborn, durch die selbe große Liebe, daß sie sich im Lieben übe. 15. Dich will ich mir auserwählen, denn du bist mein süßes Licht; leuchte meiner armen Seelen, du weißt, daß es ihr gebricht, 11. Führe dich in mei- weil dies Fleisch zu nen Willen, und mich auch dieser Frist ihr ein finin deinen ein; laß dein strer Kerker ist; führe Herz mein Herze stillen, sie auf rechter Straße, laß mein Herz in deinem daß fie falsche Wege hasſe. sein. Dein Gehorsam sei 16. Triff mein Herz in mir, mein Gehorsam mit deinem Hammer; fühsei in dir, daß ich dir noch re mich, o JEsu, du auf der Erden möge ganz durch des grimmen Togehorsam werden. des Kammer ein in dei12. Was soll ich mich nen Tod und Ruh, daß hier noch qualen, und de: mein Leib am jüngsten Melt anhängig sein? Tag in dir auferstehen Nimm du den Durst mei- mag auf dein Wort aus ner Seelen doch in dei- deinem Sterben, und dein ne Wunden ein; in die ewigs Leben erben. Wunden, da dein Blut 17. Lehre du mich alausquoll, und des Zornes les halten, was du von Glut in der süßen Liebe mir forderst nun; laß mich dammet, und den Grimm dich nur lassen walten, der Höllen hemmet. fei mein Wissen, Will 13. Führ in deine hohle und Thun. Ach mein Seiten, daraus Blut und Leiter, laß doch mich nirWasser rann, meinen Hun- gends gehen ohne dich; ger jeder Zeiten; nimm, denn mich hab ich deio Fels, dein Taublein an; nem Namen ganz und wirf mich ganz und gar gar ergeben. Amen. darein, ich bin dein, sei du doch mein; labe mich Mel. O du Liebe meiin deinem Leben; laß ner Liebe. mich feſt an dir bekleben. 802. 14. Edler Weinstock, Durchbreder aller cher immer bei dem ich diene, gieb doch Bande, der du deinem Reben Saft, daß uns bist, bei dem Schaich in dir wachs und den, Spott und Schangrüne, aus dir ziehe mei de lauter Lust und Himne Kraft; bring durch dei- mel ist; übe ferner dein Ge 690 Dom Chriftlichen Leben. Gerichte wider unsern boßte Macht entzwei; dentAdamssinn, bis uns dein ke, daß ein armer Waise so treu Gesichte führet dir im Tod nichts nüße aus dem Kerker hin. fei. Heb ihn aus dem 2. Ists doch deines Va- Staub der Sünden, wirf ters Wille, daß du endest die Schlangenbrut hindieses Werk; hiezu wohnt aus; laß uns wahre Freiin dir die Fülle aller Weis- heit finden in des Vaters heit, Lieb und Stärk, daß Hochzeithaus. du nichts von dem verlierest, wes er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit, wie dus nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber 3. Ach, so mußt du uns unser Geist der bindet vollenden, willst und kannst dich im Glausen, läßt ia anders nicht; denn wir dich nicht, bis er die Ersind in deinen Händen, dein lösung findet, da ihm Zeit Herz ist auf uns gericht; und Maaß gebricht. ob wir wohl von allen Leu- 8. Herrscher, herrsche, ten als gefangen sind ge- Sieger, siege, König, acht, weil des Kreuzes brauch dein Regiment; Niedrigkeiten uns veracht und schnöd gemacht. führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei 4. Schau doch aber un- ein End; laß doch aus der fre Ketten, da wir mit der Grub die Seelen durch Kreatur seufzen, ringen, des neuen Bundes Blut; schreien, beten um Erld- laß uns långer nicht ſo sung von Natur, von dem qualen, denn du meinsts Dienst der Eitelkeiten, der mit uns ja gut. uns noch so harte drückt, ungeacht der Geist in Zeiten sich auf etwas bessers schickt. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach so laß uns nicht stets hangen in dem 5. Ach erheb die mat- Tod der Eitelkeit; denn ten Kräfte, sich einmal zu die Last treibt uns zu rureißen los, und durch alle fen, alle schreien wir dich Weltgeschäfte durchgebro- an; zeig doch nur die erchen stehen bloß. Weg sten Stufen der gebrochmit Menschenfurcht und nen Freiheitsbahn. Zagen, weich, Vernunfts- 10. Ach wie theur fird Bedenklichkeit, fort mit wir erworben, nicht der Scheu vor Schmach und Menschen Knecht zu sein. Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns 6. HErr, zermalme, auch machen rein; rein und brich und reiße die ver- frei und ganz vollkommen, nach Dom Christlichen Leben. 691 nach dem besten Bild ge- selber tragen. Gieb, daß ich bildt; der hat Gnad um meinen Feind mit SanftGnad genommen, wer muth überwind, und, wenn aus deiner Hüll sich füllt. ich Rath bedarf, auch gu11. Liebe, zeuch uns in ten Rath erfind. dein Sterben, laß uns mit 5. Laß mich mit jedergekreuzigt sein, was dein mann in Fried und FreundReich nicht kann ererben; schaft leben, so weit es führ ins Paradies uns ein. christlich ist. Willst du mir Doch wohlan, du wirst etwas geben an Reichnicht säumen, wo wir nur thum, Gut und Geld, so nicht lässig sein; werden gieb auch dies dabei, daß wir doch als wie träumen, von unrechtem Gut nichts wenn die Freiheit bricht untermenget sei. herein. Gottfried Arnold. In eigener Melodie. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen GOtt, du sauren Tritt hindurch ins frommer Alter dringen, so gieb GOtt, du Brunnquell aller Geduld, vor Sund und Gaben ohn den nichts ist, Schanden mich bewahr, was ist, von dem wir alles auf daß ich tragen mag haben: gesunden Leib gieb mit Ehren graues Haar. mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Lod abscheiden: die Seele#imm 2. Gieb, daß ich thu mit zu dir hinauf zu deinen Fleiß, was mir zu thun ge- Freuden; dem Leib ein bühret, wozu mich dein Be- Räumlein gönn bei seifehl in meinem Stande ner Eltern Grab, auf daß führet. Gieb, daß ichs thue er seine Ruh an ihrer bald, zu der Zeit, da ich soll, Seiten hab. und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 8. Wenn du die Todten wirft an jenem Tag 3. Hilf, daß ich rede erwecken, so thu auch detstets, womit ich kann be- ne Hand zu meinem Grab stehen; laß fein unnützlich ausstrecken; laß hören deiWort aus meinem Mun- ne Stimm, und meinen de gehen;- und wenn in Leib weck auf, und führ meinem Amt ich reden soll ihn schön verklärt zum und muß, so gieb den auserwählten Hauf. Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. Jahann Heermann. 4. Find sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen. O denmuth, das Kreuz hilf 804. JEfu, meiLe803. 692 Dom Chriftlichen Leben. Leben, mein höchster Schat sich ein Herz GOtt so erund meines Herzens Lust, geben, daß Christi Sinn dir will ich mich, mein es ganz erfüllt, wenn sich GOtt, ergeben, ach dämpfe der Geist, nach Christi Bildu in mir den Sünden- de, in Licht und Recht wust. Ach nimm dich, JE- hat aufgericht, und unter su, meiner Seelen an, und solchem klaren Schilde zeige mir, zeig mir die durch alle falschen Höhen Lebensbahn. bricht. 2. Wenn mir die Welt 2. Was andern schön die Stricke leget, wenn und lieblich scheinet, ist solSatan mich von dir will chem Herzen Kinderspiel; ziehen ab, wenn in mir sich was Böses reget, so fei, o GOtt, mein Licht und fester Stab. Ach nimm dich, JEsu, meiner Seelen an, und zeige mir, zeig mir die Lebensbahn. was mancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt absagen, hier heißts, rührt kein Unreines an; das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgethan. 3. GOtt, du Licht der frommen Herzen, vor 3. Die Himmelskost dir ist alles, alles sonnen- schmeckt viel zu süße dem klar; du zähleft ab der Herzen, das in JEsu lebt; Frommen Schmerzen, du die Braut bewahrt Haupt, hilfest deiner auserwählten Herz und Füße, und wo Schaar. Ach nimm dich, ihr etwas noch anklebt, das JEsu, meiner Seelen an, zu dem Glanz der Welt und zeige mir, zeig mir die gehöret, das ist ihr lauter Lebeatsbahn. Höllenpein, und wo sie 4. Ach sende, HErr, recht in GOtt einkehret,/ aus deinem Throne Licht, da macht sie sich von alLeben, Kraft und Gnade lem rein. deinem Kind. Hilf Isra- 4. Die Einfalt Chrifti eli, deinem Sohne, vergieb schließt die Seele vor alaus Gnaden alle unsre lem Weltgetümmel zu; da Sünd. Ach nimm dich, sucht sie in der dunklen JEsu, meiner Seelen an, Höhle, in Horeb, GOtt und zeige mir, zeig mir die und ihre Ruh; wenn sich Lebensbahn. das Heuchelvolk in Lüsten der Welt und ihrer Eitelkeit, auch wohl bei gutem Schein will brüsten, fühlt durd; s Kreuz geübet. jene Kampf und harten Heinrich Georg Neuß. Mel. Die Tugend wird 805. D süßer Streit. Stand, o 5. Die Einfalt weiß von seligs Leben, das aus der keiner Zierde, als die im wahren Einfalt quillt, wenn Blute Christi liegt; die rei Dom Christlichen Leben. 693 reine himmlische Begierde hat solche Thorheit schon Mel. O GOtt, du frombesiegt; an einem reinen mer GOtt. GOtteskinde glänzt GOt= 806. tes Name schön und rein; wie könnt es denn vom die Leidenschaft verwirret; eitlen Winde der Welt mich reizen Feind und Welt, noch eingenommen sein? mein Fleisch ist blind und 6. Von Sorgen, Noth, irret; drum steh mir durch und allen Plagen, damit den Geist des neuen Bundie Welt sich selbst an- des bet, und gieb, daß ficht, vom Neid, damit sich Christi Bild in meiner andre tragen, weiß Christi Seelen sei. Sinn und Einfalt nicht; 2. Laß meine Liebe nicht den Schaß, den sie im auf schndden Körpern steHerzen heget, behält fie hen, und sie allein auf dich wider allen Neid; ist jemand, der Lust dazu tråget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 7. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, 3. Laß mich keitt eitel Ding auf dieser Welt begehren; gieb mir auch harrt nur, bis euch die Maaß im Trank, in dem, Nacht berückt. Was find was mich soll nähren, was die Lampen sonder Dele? Schein ohn Einfalt und Christi Sinn. Sucht doch was bessers für die Seele, und gebt der Welt das Ihre hin. Bater, fieb, wie mich und meinen Nächsten gehen; ja wenn er auch mein Feind. Reiß auch das Geld aus mir, damit ich, was mir lieb, nicht lieb als nur in dir. mich bekleiden soll, was mich bei Ehren hält; damit ich nichts begehr, als dich auf dieser Welt. 4. Laß meine Hoffnung nicht aus deinen Schran8. Ach JEsu, drücke kent gehen; nicht hoffen, meinem Herzen den Sinn daß ich könn ohn dich durch der lautern Einfalt ein; mich bestehen; nicht auf reiß aus, ob schon mit tau- des Glückes Gunst, noch send Schmerzen, der Welt meiner Feinde Tod, und ihr Wesen, Land und was ich hoffen soll, set Schein; des alten Dra- deine Gnad, o GOtt. chen Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen, das ist die neue Kreatur. Joh. Jos. Winkler. 5. Laß mich nicht freudig sein, bloß aus Natur getrieben, nicht in dem Glück allein, nicht, wenn mich andre lieben, nicht in der Rache Grimm, nicht bei Gewinn und Spiel: nur 694 Dom Christlichen Leben. nur deine Gnad allein sei Zorn allein mit Glimpf meiner Freude Ziel. zur Bessrung für. 6. Laß keinen Haß in 11. Laß, was zu achten mich, wenn mich die Feinde ist, mich deinethalben achFrånken; wenn mich die ten; was ich verachten soll, Strafe soll hin auf das nicht voller Stolz betrachGute lenken; viel minder ten. Laß auch in Demuth bloß durch Neid, bei an- mich nicht achten, was ich drer Glück und Höh, und sei, und mach mich endlich gieb, daß all mein Haß gar von allen Lastern frei. nur auf die Sünde geh. 12. Wirst du mir nun, 7. Laß mich, in dir ge- o HErr, so helfen überstärkt, des Kreuzes Last winden, so wird in mir nicht fliehen; wenn man sich nichts von groben Sünmich. lehren will, mich den finden. Füll mich durch nicht der Zucht entziehen. deinen Sohn so voller GeiGieb, daß ich flich die stes an, daß ich im GlauWelt, Geschwäß und mů- ben dir gleichförmig diesig sein; und das, was nen kann. fleucht vor dir, das laß mich fliehn allein. Christian Knorr v. Rosenroth. Mel. Alle Menschen müffen sterben. 8. Bezähm in mir die Furcht, wenn was will böse scheinen, wenn mir 807. Schaffet, daß der der Schmerz, ihr Gefahr, Verlust des Met werdet, ihr, die ihr wollt nen und sonst dergleichen selig sein, euch zwar chriftdroht; und laß mich sor- lich hier geberdet, doch dagenfrei, daß nichts als deine Furcht in meinem Herzen sei. von tragt bloßen Schein. Denket, wenn der HErr wird kommen, hier zu richten Bbs und Frommen, daß ihr schafft mit Furch. allein, wie ihr möget felig seint. 2. Schafft mit großer Furcht und Zittern, o ihr 9. Laß mich durch Traurigkeit den Kopf nicht niederhånken, wie andre von Natur und sonst in Noth sich frånken: mein Trauren sei um dies, daß ich Sünder allzumal, wenn dich je betrübt, und daß der jüngste Tag wird witnicht bei mir ist mein E- tern, daß ihr dann der sus, der mich liebt. Hillenqual mit erfreuter 10. Auf die, so mehr als Seel entgehet, nicht zur ich, laß mich nicht zornig Linken JEsu stehet; schafft werden; auch auf die Glei- mit Furcht hier insgemein, chen nicht verstellen die Ge- daß ihr dann mögt selig berden; auch nicht, wenn sein. Unfall kommt; und dem, 3. Schaffet, daß ihr seder unter mir, demgeh mein lig werdet, traut nicht elt= Dom Chriftlichen Leben. 695 eurem Fleisch und Blut, theure Seelen, werdet das sich heilig hier ge- flug, und folget doch des berdet, und thut euch doch Geistes Zug. Wachet! 4. Wachet! denn die alte Schlange sucht Tag und Nacht mit macht und List die Menschen in ihr Nek zu fangen, weil wenig Zeit vorhanden ist. Ergreifet nimmer gut; flieht das falsche Christenleben, bleibt an JEsu Leben kleben; dem folgt, schafft hier insgemein, daß ihr möget selig sein. 4. HErr, der du durch dein Leiden uns von Sünd erlöset hast, laß uns nicht fen gilt. Wachet! sein abgescheiden von dir, 5. Wachet! eh die ToAnker, Steur und Mast. desstunde das unvermerkWir zwar kleben stets an te Ziel erreicht; ihr seht Sünden; aber laß uns ja, wie der Tod GesunGnade finden: deine treue de sowohl als Kranke hinLieb allein schaffe, daß terschleicht. Der letzte Stoß wir selig sein. ist ungewiß. Ach werthe Christen, merket dies. Wachet! In eigener Melodie. doch des Glaubens Schild, und wisset, daß nicht schla808. Wª 6. Wachet! daß ihr euch ihr fau- bereitet auf jenen großen len Christen, bedenket, daß Tag des HErrn; denn euch GOttes Gnad vom wie uns GOttes Wort tiefsten Schlaf der Sün- bedeutet, so ist derselbe denluste zum Leben auf- nicht mehr fern. Ach schikerwecket hat. Verlasset ket euch, vielleicht kommt doch die finstre Gruft, heut der erste Tag der und höret, wenn euch JE- Ewigkeit. Wachet! sus ruft: Wachet! 7. Wachet! JEsus hats 2. Wachet! denn die geboten; ach folget seiSündennächte entwei- ner Wächterstimm. Was chen vor dem hellen Licht, schlafet ihr doch wie die das GOtt dem menschli- Todten? Ermuntert euch, chen Geschlechte im Wort und kehret üm; bedenket und Herzen aufgericht. doch, was euch behagt Ach wandelt doch in sol- und daß GOtt mir und chem Schein, sonst könnt allen sagt: Wachet! ihr keine Christen sein. Wachet! Ludwig Andreas Gotter. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 3. Wachet! Ist der Geist schon willig, so ist das Fleisch doch gar zu schwach 809. Wa as willst du ardrum folgen wahre Chriften billig dem Geist und mer Erdenkloß so sehr nicht dem Fleische nach. mit Hoffahrt prangen! Dein 696 Dom Christlichen Leben. Dein Elend ist zu viel zu gut ergangen; des Menund groß, du bist in Sünd schen Seel, so thear und empfangen, mit Weh ge- werth, hat diese Gnad emboren auf die Welt, Web pfangen: die ist ein solch dein ganz Leben überfällt, theur Pfand und Gut, das mit Weh mußt du von ohne seines Sohnes Blut dannen. nicht kann erliset werden. 2. Was zierest du den 7. Ist deine Seel so hoch Leib, das Haus, drin al- vor GOtt, wie kannst du les Siechtbum stecket, und sie denn haffen, und wagen füllest ihn so zärtlich aus hin, als war es Koth, den mit dem, was ihm wohl man findt auf der Gaffen? schmecket? Weißt du denn Gedenk, daß GOttes liebnicht, nach wenig Tag daß ster Sohn gestiegen von er muß sterben mit Weh- des Himmels Thron, sie Elaq, und ihn die Wür- hat vom Tod errettet. mer fressen? 8. Denn als er sie aus 3. Vielmehr die edle schwerer Schuld vom TeuSeele zier mit Buß und fel fand gebunden, und sie guten Werken; das Him- verdammet werden sollt melbrod ihr sehe für, da- zur Höllen alle Stunden, durch sie sich kann stärken. vor Kummer ihm zerbrach Denn sie ists, die ohn sein Herz, er weinte über allen Tod im Himmel ihren Schmerz, davon sie schweben soll vor GOtt selbst nichts wußte. und allen heilgen Engeln. 9. Ja, was noch mehr, 4. Warum vflegst du des so ließ er sich um ihrentFleisches wohl, und läßt die willen tödten, errettet fie Seel verschmachten? Jsts ganz kräftiglich aus allen recht, daß man die Magd ihren Nöthen. Sein Blutjetzt soll mehr als die Frau schweiß war das Lösegeld, selbst achten? Der Geist das er, der Heiland aller führt sonst das Regiment, Welt, für sie baar ausbei dir ist solches umge- gezahlet. wendt, das Fleisch den 10. An dieses Opfer Geist regieret. denke recht, das für dich 5. GOtt selbst, der gro- ist gegeben; die Seele Be HErr und Held, des schätze nicht so schlecht, Menschen Seel hoch schäz- thu GOtt nicht widerzet, und sie weit über alle streben; schau doch, wie Welt und alle Himmel sez- sehr war sie verwundt, zet. Denn für wen hat er da sie sonst nichtes heilen seinen Sohn, sein höchste kunnt, als Christi Blut Zierde, Freud und Kron, und Striemen. ins Kreuzes Pein gegeben? 11. Wenn sie der Satan 6. Traun, nicht dem Him- nicht zu Grund, der alles mel, nicht der Erd ist dies Unglück stiftet, durch Lift mit Dom Chriftlichen Leben. 697 mit seinem Lügenmund bis der årgste Feind ist unser auf den Tod vergiftet, so Fleisch und Blut. hätte GOttes Sohn den 3. Man kann so manche Tod und so viel Marter, Sünd unwissentlich beHohn und Spott am gehen, vor GOt kommt Kreuz nicht dürfen lei- der Gedank gleich einem den. Werk zu stehen. Ein einzig råudig Schaf verdirbt den ganzen Stall. Wer steht, der sehe zu, daß er nicht plötzlich fall. 4. Ihr sollet, saget GOtt, wie ich bin, heilig leben, mir eure Seele ganz, nicht halb getheilet geben; vom Adel und Gewalt hab 13. Hilf, GOtt, daß ich ich nicht viel erwählt; viel mein Lebenlang dies alles HErr- HErrsager sind der recht bedenke: für deine Höllen zugezählt. Treu dir Lob und Dank 5. Und wird ein Fromin tieffter Demuth schenke; mer schlimm, so soll ihm daß ich von Sünden trete das nichts dienen, daß er ab, mein Herz bei dir im vor solcher Zeit rechtschafHimmel hab, nach meinem fent gut geschienen. Der Heil stets trachte. Knecht, der es nicht thut, den Willen aber weiß, macht fich vervielte Schläg durch seiner Bosheit Fleiß. Johann Heermann. 810. Welch 6. Ein einzger Apfelbiß eine konnt uns so heftig schaSorg und den, und Christus mußt Furcht soll nicht bei Chri- sich selbst in GOttes Zorften wachen, und sie be- ne baden; ein Bruch an hutsamlich und wohl be- deiner Lauf spricht dir dächtig machen. Mit den Meineid zu; vielleicht Furcht und Zittern, heißts, kommt Tod und Erd in schafft eurer Seelen Heil. diesem Blick und Nu. Wenn kaum der Fromme bleibt, wie denn der sündge Theil. 12. Darum, o Mensch, verachte nicht das groß und schwere Leiden, das er für dich hat selbst verricht, thu alle Bosheit meiden. Schau doch, wie sich so treulich hat des Sohnes GOttes Majestät in Noth dein angenommen. Mel. O OOtt, du frommer GOtt. 7. Man hat genug ju thun, die einzge Seel zu leiten; wer noch viel an2. Der Satan geht um- ders hat, wie kann er das her und suchet zu verschlin- vertreten? Je größer Amt gen, legt tausend Netz und urd Gut und Pfund und Strick in unvermerkten Gaben sein, je größre ReDingen; die Welt ist toll, chenschaft bild man sich verführt, und bindt ihr fecklich ein. selbst die Ruth, ia gar 8. Die ganze erste Welt 30 mußt 698 Dom Christlichen Leben. mußt jammerlich vergehen;| Glauben scherzen; thu alacht Seelen sind allein vor len Kizel weg, Trägheit, GOtt gerecht ersehen. Vermessenheit, VerstokNicht zehn Gerechte sind kung, Heuchelet, Bosheit, in Sodoms Nachbarschaft. Unheiligkeit. Des Samens vierter Theil geht nur in Frucht und Kraft. 14. Hilf siegen über das, was du schon überwunden; zerstör des Teu9. Es sind nur etliche fels Reich, laß ihn bald in Canaan gegangen. Auch sein gebunden, daß wir aus den Zwölfen selbst ist mit Fleiß und Sorg verJudas aufgehangen; der leugnen, widerstehn, anZehnte dankte nur, daß er halten mit Gebet, entflievom Aussah rein. Ach möch- hen und entgehn. ten fünf doch klug, und 15. Verleih Geduld fünf nur thöricht sein. und Trost im Kämpfen 10. Des Richters Zu- und im Ringen; sorgfältkunft wird gleich einem ge Wachsamkeit laß mit Blik geschehen; was nn- Bestand durchdringen; laß rein und gemein, darf nicht uns in heilger Furcht und in Himmel gehen; es fühlt in Bereitschaft stehn, daß die letzte Plag Egyptens wir mit Freudigkeit vor erstes Kind; es wird fast deinen Augen gehn. kein Haus sein, da nicht Verdammte find. Johann Reinhard Hedinger. 11. HErr GOtt, so oft ich dies nach aller Lång bedenk, so schneidet Angst 811. Wohl dem und Adern und Gelenke, so schauert mir die Haut, so gellt und klingt das Ohr, so bebet Mund und Herz, und hebet sich empor. in GOttes Furcht steht, und auch auf seinem Wege geht. Dein eigen hand dich nähren soll; so lebst du recht und geht dir wohl. Mel. HErr JEfu Chrift, dich zu uns wend. 12. Ich lebe zwar ge2. Dein Weib wird in trost durch Glauben, Lieb deinm Hause sein wie und Hoffen, und weiß, ein Reben voll Trauben daß deine Gnad noch al- fein, und dein Kinder um len Menschen offen, und deinen Tisch wie Deldeine Lieb und Treu mich pflanzen gesund und frisch. tröstet und erhält; doch fleh ich desto mehr für mich und alle Welt. 13. Senk deine wahre Furcht in aller Menschen Herzen; laß niemand mit der Buß und wahrem 4. Aus Zion wird GOtt 3. Sieh, so reich Segen hangt dem an, wo in GÖttes Furcht lebt ein Mann; von ihm läßt der alte Fluch und Zorn, den Menschenkindern angeborn. jeg= Dom Christlichen Leben. 699 segnen dich, daß du wirst zeit sehr hoch und werth schauen stetiglich das Glück von ihm geacht. der Stadt Jerusalem, vor GOtt in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Leben dein, und mit Güte stets bei dir sein, daß du sehen wirst Kindeskind, und daß Israel Friede find. 4. Hat er doch seinen Sohn für dich dahin ge= geben, weil du in Ewigkeit in ihm sollst selig leben. Was hatt er dies bedurft? Er kam aus freier Wahl. Was lockte ihn zu dir? Gar nichts nicht überall. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, sammt 5. Nichts Gutes war heilgem Geist in einem in dir; hingegen war zu Thron, welchs ihm auch finden ein Strudel voller also sei bereit von nun Wuth und eine Welt voll an bis in Ewigkeit! Sünden, ein gråuelvolles Meer, ein Pfuhl voll Höllenkoth; in solcher HäßlichMel. O GOtt, du from- keit lag meine Seele tødt. mer GOtt. 6. Als ein verworfen Dr. Martin Luther 1-5. 812. Woran fehlts Kind lagst du in deinem immer Blute; nicht eine Kreatur mehr, mein Herze, daß that etwas dir zu Gute; du bleibest nur immer die arme Seele trug des schwach und Frank, und Teufels Larv an sich, dein fort dein Klagen treibest? Zustand durch und durch Wer ist denn Schuld dar- war gar zu jammerlich. an? Geh in den innern 7. Da kam der SeelenGrund. Durch rechtes freund, und nahm sich in Forschen wird die Ursach Genaden des armen Menendlich kund. schen an. Er heilte dei2. An GOtt fehlts kein- nen Schaden mit seinem mal nicht, denn er ist theuren Blut, und daß er selbst die Liebe; sein Herz völlig dich mit GOtt verift allzeit voll der süßen Liebestriebe, dem Men schen Guts zu thun. Sein 8. Und was hat wohl Wille bleibet fest, sich das Herz des Baters fo mitzutheilen dem, der ihn bewogen, daß er so vielnur wirken läßt. einigte, nahm er dein Fleisch an sich. mal dich durch seinen Drum 3. GOtt ist der Ursprung Geist gezogen? selbst der theuren Men- liegt es nicht an GOtt, schenseelen: wie sollt er der es gar treulich meint: sich denn wohl vor ihnen du bist dir heimlich selbst so verhehlen, und seine der allerårgste Feind. Kraft entziehn? Was er 9. Ach ja, mein treuer hervorgebracht, wird alle- GOtt, du bleibest der 30* Ge 700 Don ver Keuschheit. Gerechte, auch wenn dich Wille sei allein und allerichten will das sündliche zeit mein Zweck. Geschlechte. Du hast mich 12. Vollbringe, HErr, jederzeit gesucht in dich dein Werk, das du haft zu ziehn; ich aber nur angefangen. Laß mich gesucht, dein Gnadenwerk durch deinen Geist einmal zu fliehn. dahin gelangen, wohin dein 10. Nun, HErr, er- Wort mich weist, daß ich forsche mich, und sich auf zur Reinigkeit, die deinem meine Wege, und wende Volk gebührt, gelang in meinen Fuß vom falschen dieser Zeit. Heuchelstege; du, HErr, 13. So wird mein Leib erkennest mich, erleuchte und Seel und Geist in meinen Sinn, weil ich dir fich freuen, und tågnoch aar zu blind in dei- lich deinen Ruhm und nen Wegen bin. süßes Lob erneuen. Wohl 11. Der Seelett Auge mir! wird sein mein laß in mir einfältig wer- Wort; GOtt hat viel den, daß es nicht mehr Gad erzeigt, sein Ruhm zugleich sich richte nach erstrecke sich, so weit der der Erden und nach dem Himmel reicht. Himmel zu; nimm alle Schalkheit weg; dein Chriftian Jacob Koltsch. VII. Von der Keuschheit. Mel. Wenn wir in höchften Nöthen sein. 813.* 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gieb in reines Herz, Weisheit, Stärke, Rath, HErr, schaffin mir, schleuß Verstand aus deiner milzu der Sünde Thor und den Gnadenhand. Thu.; vertreibe sie, und 5. So will ich deines schaffe du, daß sie vor Namens Ruhm ausbreitett meiner Thür nicht ruh. als dein Eigenthum, und 2. Dir öffnt ich, JEsu, nur dies achten für Gemeine Thür, ach komm winn, wenn ich dir nur und wohne du bei mir; ergeben bin. treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. Heinrich Georg Neuß. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 3. Geistes Licht und dein hell- 814. Kuch von Deuscher Esu, hoch glänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Geldel, unbeflecktes GOtmuth, o Brunnen uner- teslamm, züchtig, heilig, schöpfter Gut. ohne Tadel, du mein reiner Von der Keuschheit. 701 ner Bräutigam, o du Krone| Gnadenthron; laß doch keuscher Jugend, du Lieb- sein zurück gebeten den haber reiner Tugend, ach hierdurch verdienten Lohn. entziehe mir doch nicht dein Soll es nach dem Rechte holdseligs Angesicht. gehen, o so ists um mich geschehen; dein für mich vergoßnes Blut sei für diese Wunden gut. 2. Darf ich dir in Wehmuth klagen meinen tiefen Jammerstand? Ach ich schẳm michs fast zu 7. Sollen itur dein Antsagen; doch dir ist es schon litz schauen, die von Herbekann, wie mein ganzes zen keusch und rein: o so Herz beflecket, und ganz werden ja mit Grauen voll von Unflath stecket. sinken hin in Höllenpein, Dieser Greuel, dieses Gift die aus unverschämten Hermich von Mutterleibe trifft. zen ihre Reinigkeit ver3. Ach es ist mir ange- scherzen. Drum, HErr boren nichts als nur Un- JEsu, steh mir bei, mach reinigkeit; aber du bist aus- mich dieser Bande frei. erkoren, unbesuvelt ist dein 8. Ich kann auch nicht Kleid. An Maria, der züchtig leben, wenn dein Jungfrauen, läßt sich nichts Gnaden- Ueberfluß mirs Unreines schauen; denn nicht wird von oben gewenn sie gleich schwen- ben, o drum fall ich dir ger heißt, ist es doch vom heilgen Geist. zu Fuß; du wollt ein rein Herze schafen, mich an4. Was Natur in mir than mit Keuschheitsverdorben, hat der reinen Waffen. Ach mein Heil, Keuschheit Ruhm deiner verstoß mich nicht weg Menschheit mir erworben, von deinem Angefickt. weil du bist mein Eigen- 9. Gieb, daß unverfälschthum. O du unbeflecktes ter Glaube mich vom UnWesen, laß mich doch durch flath mache rein, und dein dich genesen; mehr als Geist, die reine Taube, engelreines Lamm, tilge nehm mein Herz zur Wohmeinen Sündenschlamm. nung ein. Laß mich stets in 5. Hat was Böses an- Buße kämpfen, und die bdgestiftet dieser Abgrund sen Lüfte dämpfen; auch schnöder Luft, und mir die neue Kreatur zeige mir Leib und Seel vergiftet, die Keuschheitsspur. wie dir alles wohl bewußt, 10. Hilf, daß Satan weil Begierden und Ge- nicht befize mich, als sein berden leichtlich angeflam- unreines Haus, noch mit met werden, wo der reine seiner Glut erhiße; stoß GOttesgeist nicht im Her- ihn völlig von mir aus, zen Meister heißt: daß er nicht den Leib an6. O so wollst du mich stecke, Geist und Seele vertreten, mein geneigter nicht beflecke: halt von set= 702 Von der Keuschheit. seiner Teufelei mir auch Schaar, wie auch von undie Gedanken frei. reinen Heiden; sehe du mich 11. Alle schnöde Un- ganz und gar dir zum fezuchtsflammen hilf durch sten Pfand und Siegel, deine GOtteskraft in mir sei mir ein verwahrter tilgen und verdammen: Riegel; laß mich, als dein gieb, was Zucht und Ehre Liebesschrein, keinem als schafft. Meine Lenden, dir offen ſein. meine Nieren laß den 16. Mach in feuscher Gurt der Keuschheit zie- Glaubenstreue mich die ren; reiner Zweig aus ganzlich angenehn., daß Davids Stamm, sei al- mich nicht als Koth auslein mein Brautigam. spete dort dein neu Je12. Fasse mich mit dei- rusalem. Diese Thore, ner Liebe, und vermähle diese Gassen können nichts hich mit mir; laß mein Unreines fassen. Wer Herz mit keuschem Triebe den Palast will besehnt, sein erfüllet für und für; der muß weiß gekleidet meine Sinnen und Ge- gehn. danken halte stets in Zucht und Schranken; deine feusche Liebesglut ist stets vor Verführung gut. 17. Hilf, daß ich dir mög anhangen als ein Geist, ein Herz, ein Leib; auch ganz innig dich umfangen, 13. Hilf, daß ich an dei- und dir stets vereinigt bleib; nem Leibe, o mein auser- ja recht brünstig dir nachwähltes Licht, stets ein laufe, weil schon in der reines Glied verbleibe; heilgen Taufe du zu wahach verhüte, daß ich nicht rer Heiligkeit mich gewadurch verführische Geschen und geweiht. berden mög ein Glied des 18. Weil du meinten Satans werden. Laß mich Leib willst ehren, daß er sein ein rein Gefäß, dei dir ein Tempel sei, und ner Herrlichkeit gemäß. den gänzlich willst verhee14. Mache mich zur ren, der denselben bricht saubern Hütte, da du stets entzweit; o so sei, was gehst aus und ein, und du geehret, nie durch Unhilf, daß ich nicht ver- keuschheit zerstöret. Alles, schütte deiner Gaben alles bleibe rein, was dir Glanz und Schein. Laß soll ein Tempel sein. mich das ja nicht verlie- 19. Nun, mein Liebster, ren, womit du mich wollen der du weidest unter Rosen zieren; laß mich, dir zum reiner Zucht, keine WolPreis allein, dein ver- luft- Nesseln leideft, dein schloßner Garten sein. Kuß reine Lippen sucht: du 15. Laß mich Zucht sollst stets vor andern alund Keuschheit scheiden len meinen Augen wohlvon unsaubrer Geifter gefallen. Laß denn auch bei 703 Von der Keuschheit. bei mir nicht ein, was dir frommen Schaare könnte widrig sein. drießlich sei und schade. 20. Du hafst dich mit 3. Bewahr, o Vater, mir vermählet, dein Geist mein Gehör auf dieser ist mein Unterpfand; auch schnöden Erde vor allem, ich habe dich erwähler, und dadurch deine Ehr und mit Herzen, Mund und Reich beschimpfet werde. Hand meine Treue dir Laß mich der Låstrer Gall geschworen; dich allein und Gift ja nimmermehr hab ich erforen; es wiß berühren; denn wen ein alle Kreatur: JEsum, solcher Unflath trifft, den JEsum lieb ich nur. pflegt er zu verführen, auch wohl gar umzukehren. 21. Keuscher JEsu, hoch von Adel, unbeflecktes 4. Regiere meiner AuGOtteslamm, züchtig, hei- gen Licht, daß sie nicht lig, ohne Tadel, du mein Arges treiben. Ein unverreiner Bräutigam, o du schämtes Angesicht laß ferKrone keuscher Jugend, ne von mir bleiben; was du Liebhaber reiner Tu- ehrbar ist, was Zucht ergend, laß mein End und hält, wonach die Englein Anfang sein: JEsum lieb trachten, was dir beliebt ich ganz allein. und wohlgefällt, das laß auch mich hoch achten, all leppigkeit verlachen. Jacob Baumgarten. Mel. Es woll uns GOtt genädig sein. 5. Gieb, daß ich mich nicht lasse ein zum Schlem815. men Schöpfer, deine Lust mein eigen sein, edler Fürst und Bater die andre fliehn und hassen. meines Lebens, wo du Die Luft, die unser Fleisch mein Leben nicht regierst, so leb ich hier vergebens, ia, ich bin auch lebendig todt, der Sünden ergeben. ergößt, die zeucht uns nach der Höllen, und was die Welt für Freude schätzt, ganz pflegt Seel und Geist zu fålWer sich wälzt len und ewiglich zu quälen. in dem Sündenfoth, der 6. selig ist, der stets hat das rechte Leben noch sich nährt mit Himmelsniemals recht gesehen. speis und Trinken, der 2. Darum so wende dei- nichts mehr schmeckt, nichts ne Gnad zu deinem armen fieht und hört, auch nichts Kinde, und gieb mir allzeit begehrt zu denken, als nur, guten Rath, zu meiden was zu dem Leben bringt, Schand unt Sünde, da man bei GOtte lebet, Behüte meines Mundes und bei der Schaar, die Thür, daß mir ja nicht fröhlich singt, und in der entfahre ein solches Wort, Wollust schwebet, die keine dadurch ich dir und deiner Zeit aufhebet. Paul Gerhard. VIII. Son 704 Von der brüderlichen Liebe. VIII. Von der brüderlichen Liebe. 816. Ju derfahren, was du, HErr, zur Straf und Last, denen die mit falschen Waarent Esu aller- handeln, angedråuet hast, liebster Bru- da du sprichst: du wolleft der, ders am besten mit scheuen, und als Unflath mir meint, du mein An- von dir speien aller Heuchker, Mast und Ruder, ler falschen Muth, der Guts und mein treufter Herzens- vorgiebt, und nicht thut. freund, der du, ehe was geboren, dir das Menschenvolk erkoren, auch mich armen Erdengast die zur Lieb ersehen hast. 6. Gieb mir ein beståndigs Herze gegen alle meine Freund auch dann, wenn mit Kreuz und Schmerze fie von dir beleget seind, 2. Du bist ohne Falsch daß ich mich nicht ihrer und Tücke, dein Herz weiß schäme, sondern mich nach von keiner List; aber wenn dir bequeme, der du, da ich nur erblicke, was hier wir arm und bloß, uns auf der Erden ist, find ich geseht in deinen Schooß. alles voller Lügen: wer am 7. Gieb mir auch nach deibesten kann betrügen, wer nem Willen einen Freund, am schönsten heucheln kann, in dessen Treu ich mein ist der allerbeste Mann. Herze möge stillen, da mein 3. Ach wie untreu und Mund sich ohne Scheu verlogen ist die Liebe die- dffnen und erklären möge, ser Welt! Ist sie jemand da ich alles abelege, nach wohl gewogen, währts dem Maaße, das mir gnügt, nicht länger als sein Geld. was mir auf dem Herzent Wenn das Glück uns fügt liegt. und grünet, sind wir schön 8. Laß mich Davids und hübsch bedienet; fommt Glück erleben, gieb mir ein wenig Ungestům, kehrt einen Jonathan, der mir sich alle Freundschaft um. sein Herz möge geben, der 4. Treib, HErr, von auch, wenn nun jedermann mir, und verhüte solchen mir nichts Gutes mehr will unbeständgen Sinn. Hätt gönnen, sich nicht lasse von ich aber mein Gemüthe, mir trennen, sondern fest weil ich auch ein Mensche in Wohl und Weh als ein bin, schon mit diesem Felsen bei mir sieh. Koth besprenget und der 9. HErr, ich bitte dich, Falschheit nachgehänget: erwähle mir aus aller Menso erkenn ich meine Schuld, schen Meng eine fromme, bitt um Gnad und um heilge Seele, die an dir Geduld. fein kleb und hẳng; auch 5. Laß mir ja nicht wi- nach deinem Sinn und GetMel. Du, o schönes Weltgebäude. Von der brüderlichen Liebe. 705 Geiste mir stets Trost und dirs wohlgefallen, bleib Hülfe leiste, Trost, der in mein Freund bis in mein der Noth besteht, Hülfe, Grab; bleib mein Freund, die von Herzen geht. 10. Wenn die Zung und Mund nur liebet, ist die Liebe schlecht bestellt; wer mir gute Worte giebet, und den Haß im Herzen hält, wer nur seinen Kuchen schmieret, und wenns Bienlein nicht mehr führet, alsdann gehet nach der Thür, ei der bleibe fern von mir. 817. und unter allen mein getieuster, stärkster Stab. Wenn du dich mir wirsi verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. Paulus Gerhard. In eigener Melodie. hinder ich SchwachHöchheit und Gebrechen, HErr, ften, wie stehts um die so lenke meinen Freund, Liebe? Wie folgt man dem mich in Gute zu besprechen wahrer Vereinigungstrieund nicht als ein Löw und be? Bleibt ihr auch im Feind. Wer mich freund- Bande der Einigkeit stehn? lich weiß zu schlagen, ist ft keine Zertrennung der als der in Freudentagen Geister geschehn? Der reichlich auf mein Haupt Vater im Himmel kann mir geußt Balsam, der am Jordan fleußt. Herzen erkennen, wir durfen uns Brüder ohn Liebe nicht nennen, die Flamme des Höchsten muß lichterloh brennen.:: 12. O wie groß ist meine Habe, o wie köstlich ist mein Gut, JEsu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und beständigs Herz erfreue. Wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist solch ein Schatz beschert. 2. To bald wir von oben aufs neue geboren, so find wir von Chrifto zu Brůdern erkoren. Ein Vater, ein Glaube, ein Geist, eine Tauf, ein voller zum Himmel gerichteter Lauf kann unsere Herzen vollkömmlich verbinden; wir können nichts anders als Süßigkeit finden; Verdacht, Neid und Aergerniß müssen verschwinden.:: 13. Gute Freunde sind wie Stäbe, da der Menschen Gang sich hålt, daß der schwache Fuß sich hebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen; der hat einen schwe3. Die Mutter, die droben ist, hält uns zusammen, und schickt uns ren Lauf: wenn er fällt, herunter die himmlischen wer hilft ihm auf? Flammen. Kein Unter14. Nun, HErr, laß schied findet hier einige 30** Statt, 706 Von der brüderlichen Liebe. Statt, weil Demuth die ben. Ein Glied fühlt Herzen vereiniget hat. Wo und leidet des andern Eigenheit, Zank und Haß Verderben.:: können regieren, da kann 7. Ach laßt uns einander man den Funken der Liebe erinnern und führen, daß nicht spüren, noch in den wir nicht die Krone des Chor englischer Thronen Lebens verlieren. Wenn ihn führen.:: Babel nun trunken wird 4. Die Zioitsgesellschaft von Zions Blut, so stehn verläßt die Verwandten, wir vereinigt auf unserer setzt Brüder am höchsten Hut. Das Schreien der vor allen Bekannten. Wer Kinder wird wahrlich ernoch ist bezaubert vom höret, durch völlige EinLieben der Welt, und sich tracht wird Batel zerfidret. in der Falschheit zum Wer ist, der verbundenen Bruder verstellt, den kann Geistern was wehret?: sie unmöglich zum Bruder anr: ehmen, er mußt sich denn völlig zur Buße bequemen. Sie darf sich des redlichen Sinnes nicht schämen.:; 8. Drum laffet uns lieben und freuen von Herzen, versüßen einander die leidenden Schmerzen; dringt kräftig, ihr Geister, in Etnes hinein, vermehret die 5. Seht aber, wie selig Strahlen vom göttlichen wir haben erwählet, die wir Schein. Das låsset der find zum Segen der Brü- Vater ihm herzlich gefallen; der gezählet, wir sind die im Loben kann auch sein erkaufete seligste Schaar. Ruhm herrlich erschallen, Ach lobet den Vater; denn wenn Kinder vor Liebe entfurg: er ists gar. Singt zündet nur lallen.:: ihm mit vereinigtem Her- 9. In jener Welt wird zent und Murde, ohn Lo- es noch besser hergehen, ben und Lieben vergeh kei- da wird vor dem Vater ne Stunde. Wir stehn vor die Brüderschaft stehen dem HErren als einer im im heiligsten Feuer, in seBunde.:: ligster Brunst, die ziehet 6. Was ich bir, mein zusammen des Königes Bruder, das bist du auch Gunst. Ach schließt in einworden, wir sind an dem ander die Herzen und himmlischen Erbe Con- Hårde, und bittet, daß fortent. Ein jeder für 3ion er Hülfe bald sende; alle zum Vaterland dringt, so fennet die Liebe nicht die Kirche nach Einem Anfang noch Ende.:;: ftets kämpfet und ringt. Christian Andreas Bernstein. Wir müssen bereit sein, für Brüder zu sterben, wie Jesus uns auch 818. Mein gemacht hat ErIn eigener Melodie. mir Von der brüderlichen Liebe. 707 mir dein Gesek ins Herz, Eigenheit erbärmlich let= daß meinen Geist ergiß den muß. der königliche Trieb: zund 7. Es spielt der Unmir das sanfte Feuer an, schuld Lauterkeit, wenn und führ mich auf der im bekrönten Liebesstreit Freude Bahn durch engel- die muntern Geister stehn, gleiche Lieb. und außer der Parteilichkeit, von Meinungen und Zank befreit, zugleich ins Eine gehn. 2. Du schickst die Lieb vom Himmel her, sie macht sich aus dem Engel- Heer auf dieses Erdenrund. Doch faßt man dieses Kleinod nicht, bis uns das volle Licht anbricht, und macht ihr Wesen fund. 3. Dann wird der harte Sinn erst weich, geschmeidig und dem Wachse gleich, und schmilzt in heifer Brunst. Die Hochmuthsflügel fallen hin, es zeigt der recht gefinnte Sinn dem Bruder freie Gunst. 4. Wie schöne sieht das Wesen aus, wenn Freude hemmt. des betäubten Leibes Haus 10. Du Vater aller Lichein holder Wirth be- ter du, laß diese ungemeiwohnt; da Liebe stets den ne Ruh nur allen sein Zepter führt, und dem, gemein. Wir sehen nicht den sie nach Wunsch re- die Seligkeit, die Liebe giert, mit Himmels- Nek- wird dann recht bereit, far lohnt. und ungetrennet sein. 5. Da lacht das frohe 11. Was störet Zion Angesicht, der Augen un- diesen Trost? Was hinverfälschtes Licht das dert für ein harter Frost funkelt von Begter, dem der Knospen offne Bluth? Freund vollkonimen Guts Wann bricht der liebe zu thun; die kann nicht in Frühling an, der uns dem Dienen ruhn, so bricht auf selger Liebe- Bahn die Fiamme für. zu reifen Früchten zieht? 6. So steht in GOttes 12. Das Vorspiel muß Herrlichkeit ein selger Geist gespielet sein der Liebe, zur Lieb bereit, befiegend die vollkommen rein in den Verdruß, den Wollust, jener Welt regiert; o seNeid, Verdacht und S.reit, lig, den ein starker Zug, Geiz, Hoffart und die befreit vom Schein und Hey8. Denn in der Eintracht gleichem Lauf hålt uns kein falscher Geift nicht auf, die Lust wird nicht gestört, und was von oben ist entzündt auch seinen Ursprung wiederfindt, dawo es hingehört. 9. So schmeckt des Himmels süßen Kuß der Bruder, den der Liebe Guß von andern überschwemmt, wenn ihn ein tiefer Fried erquickt, und in das Paradies entzückt, wo nichts die 708 Von der brüderlichen Liebe. Heucheltrug, zu diesem Schmack hinführt! 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und 13. Der weiß zu sagen vieler Sprachen, dadurch von der Luft, die GOttes fie, in der Welt zerstreut, Liebsten ist bewußt, kein sich von einander brachen, Bisam fehlt ihm nicht; hat sie dein guter Geist und seinem angenehmen geführt, und sie mit HerrMund ist zur Erquickung lichkeit geziert in Einigalle Stund ein Balsam feit tes Glaubens. zugericht. 3. Ach set doch auch 14. Der dringt immer zu dieser Zeit uns, Vater, durch Mark und Bein. wieder gnädig, und mach Der muß ein rechter Aaron uns von dem falschen sein, wer so bei Brüdern Streit hinwieder frei urd lebt, und aus dem Wer- ledig. Gieb, daß dein muth Zucker macht, ja nie Häuflein für und für in aus falschen Augen lacht, einem Geiste diene dir, und so in Frieden schwebt. in deiner Liebe lebe. 15. Lieb, ich kenne 4. Ach schaue, wie des deine Gunst, o Gottheit, Satans Lift sic jammergieb nur deine Brunst lich zertrennet, wie sichs in den erfrornen Geist, im Zanken beißt und frißt, und laß ihn brennen für im Unverstande brennet; und für; dies Opfer sei wie alles in Verwirrung geheiligt dir, so deinen geht, da eins das andre Willen preist. nicht versteht, und sich unnöthig zweiet. 16. Mein Name soll nur Liebe sein, die Sinnen 5. Ach HErr, hilf diemüssen stimmen ein, der sem Uebel ab, versammle Mund bekennt nur Lieb; dein: Heerde, daß unter die Hände wirken diese deines Wortes Stab fie nur, die Füße folgen die- wieder einig werde; daß ser Spur: so herrscht das Band der Vollkomdes Königs Trieb. menheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe. Gottfried Arnold. Mel. Ach GOtt vom Himmel sich darcin. 6. Wie schön und lieb819. Bater der lich sieht es aus, wenn sind zigkeit, der du dir deine einträchtiglich in einem Heerden gesammelt zur Haus, und stehn in LieApostel Zeit, und herrlich besflammen; wenn sie im lassen werden, du hast Geist zusammen stehn, zu durch deines Geistes Kraft GOtt in einem Sinne die große Schaar der Hei- flehn, und halten an mit dettschaft zu deinem Reich Beten. berufen. 7. Gleichwie der Balsam Von der brüderlichen Liebe. 709 bleibt da die Liebespflicht? sam edler Art, auf Aarons sich hin in der Welt nach Haupt gegossen, ins ganze seinem Sinn, denkt an Kleid von seinem Bart keinen andern nicht: wo kam niederwärts geflossen, und wie der Thau von Hermonim fällt auf Zions Gebirg herum, und alles Land erquicket: 8. Also fleust GOttes Geistes Gnad von Christo zu uns nieder, auf die so er erwählet hat, auf alle seine Glieder; das ist die Frucht der Einigkeit, Heil, Segen, Leben allezeit und alle Himmels- Güter. 7.D HErr JEsu, GOttes Sohn, schau doch einft von deinem Thron, schaue die Zerstreuung an, die kein Mensche bessern kann. 8. Sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich hat verwirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein. 9. Geuß den Balsam deiner Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein, strahl Mel. Nun kommt der in uns den Freudenschein. Heiden Heiland. 10, Bind zusammen Heinrich Georg Neuß. 820.Sieb, wie lieb- Herz und Herz, laß uns lich und wie trennen keinen Schmerz. fein ists, wenn Brüder Knüpfe selbst durch deine friedlich sein, wenn ihr Hand das geheiligt BrüThun einträchtig ist, ohne derband. Falschheit, Trug und List. 11. Sowie Vater, Sohn 2. Wie der edle Balsam und Geist, drei und doch fleust, und sich von dem nur eines heißt, werd verHaupt ergeußt, weil er einigt ganz und gar deine von sehr guter Art, in des ganze Liebesschaar. Aarons ganzent Bart. 12. Was für Freude, 3. Der herabfleußt in was für Lust wird uns da sein Kleid und erreget Luft nicht sein bewußt, was und Freud; wie befällt der sie wünschet und begehrt, Thau Hermon, auch die wird von GOtt ihr selbst Berge zu Zion. gewährt. 4. Denn daselbst verheißt der HErr reichen Segen nach Begehr, und das Leben in der Zeit, und auch dort in Ewigkeit. 13. Alles, was bisher verwundt, wird mit Lob aus einem Mund preisen GOttes Liebesmacht, wenn er Alls in Eins gebracht. 14. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höch5. Aber ach wie ist die Lieb so erloschen, daß kein Trieb mehr auf Erden sten ellezeit, welcher, wie wird gespürt, der des an- er ist in Ein, uns in ihm dern berze rührt. låst Eines sein! 6. Jedermann lebt für Michael Müller. Mel, 710 Von der brüderlichen Liebe. 6. Die Liebe ist nicht Mel. O Gott, du stolz, die Liebe basset feifrommer GOtt. nen, sucht ihren Nußen 821. Wenn enn Einer nicht, sie rathet den Gealle Kunst meinen; die Liebe zurnet und alle Weisheit hätte, nicht, die Lieb hilft jederwenn er mit Menscher- mann, und wendet Schaden und mit Engelzungen redte, ab, wo sie nur immer hätt aber sonst dabei der kann. wahren Liebe nicht, so wäre doch vor GOtt damit nichts ausgericht. 7. Die Liebe ist betrübt, wenn unrecht wird gerichtet, und freut sich, wenn 2. Er wäre wie ein Erz, man der Wahrheit fest beidas zwar sehr helle klin- pflichtet; die Liebe decket get, sonst aber keine Frucht auch des Nächsten Mangel und keinen Nußen brin- zu, vertråget alles gern, get. Es war ein solcher und liebet Fried und Mensch ein solcher guter Ruh. Christ, wie eine Schell, an der kein Geist noch Leben ist. 8. Ohn Argwohn glaubet fie das Beste uur von allem; fie hoffet Bes3. Wenn er weissagen serung, wenn jemand ist könnt, und hätte allen gefallen in Sünd und Glauben, daß er auch Missethat; hat sie gleich Wunderwerk an Bergen, keine Schuld, so leidet fie Blinden, Tauben erwies, dennoch, was möglich, mit und hatte doch der wah- Geduld. ren Liebe nicht, so wäre abermals damit nichts ausgericht. 9. Wenn dort die Wissenschaft einmal wird ganz aufhören, so wird die Liebe 4. Wenn Einer auch sein doch sich fort und fort verHab und alles Gut den mehren; wenn Glaub und Armen hingåbe, aber es Hoffnung auch vergehet mit nicht thate aus Erbarmen; der Zeit, so bleibet doch wenn er sich brennen ließ, und hätte nicht dabei der Liebe: sag ichs doch, daß er nichts nüße sei. die Lieb in alle Ewigfeit. 10. HErr JEsu, der du bist ein Vorbild wahrer 5. Die Lieb ist sanft- Liebe, verleihe, daß auch muthsvoll, langmüthig und ich am nächsten Liebe übe; gelinde, sehr freundlich je- gieb, daß ich allezeit von Bermann, stets fertig und Herzen jedermann zu diegeschwinde in Nöthen bei- nen sei bereit, wo ich nur zustehn; die Liebe eifert soll und kann. nicht, die Liebe siehet Lucas Bacmeister. zu, daß keinem Leid geschicht. IX. Von Von der Hoffnung. IX. Von der Hoffnung. Lauf vollendet: so gehst Me!. Herzliebster JEsu, du ein zu deiner Ruh. was hast du verbrochen. 2. Die Ruhe hat GOtt 822.** Christe/ du auserkoren, die Ruhe, die Beistand Ende deiner Kreuzgemeine, eile, da noch kein Mensch ge= mit Hülf und Rettung uns boren, die Liebe sie uns erscheine! Steure den so bestimmt. Das LammFeinden: ihre Blutgedichte lein wollte darum sterben, mache zu nichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kampfet wider deine Glieder, shirze darnieder. uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit urd breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Polizei gewähre, Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gieb zu genießen. 711 3. So kommet denn, hr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt: eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr krumm und sehr ge4. Also wird zeitlich deine bückt. Ihr habt des Tages Gut erhoben, also wird Last getragen; dafür läßt ewig und ohn Ende loben euch das Lämmlein sagen: dich, o du Wächter dei- Ich selbst will eure Ruhner armen Heerde, Himmel und Erde. Matth. Apell. v. 2öwenstern. statt sein. Ihr seid mein Volk gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben: seid nur getrost und gehet ein. 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? vorhanden: auf, můdes Wo jener nur ein BettHerz, und werde licht. Du lein haben und sanfte darseufzest hier in deinen Ban- auf ruhen kann: wenn dieden, und deine Sonne schei- ser sich darf niedersehen, net nicht: sich auf das an einem frischen Trunk Lamm, das dich mit Freu- ergoßen; wie sind sie beide den dort wird vor seinem so vergnügt. Doch dies Stuhle weiden; wirf hin find kurze Ruhestunden: die Laft, und eil herzu, es ist noch eine Ruh erBald ist der schöne Kampf funden, da man auf ewig geendet, bald, bald der saure stille liegt. 5. Da Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 823.* s ist noch eine Ruh 712 Von der Hoffnung. 5. Da wird man Freudengarben bringen; denn Mel. Kommt alle zu mir, unsre Thränensaat ist aus. spricht GOttes Sohn. I welch ein Jubel wird 824. Auf Leiden erklingen und ins Vaters Haus. Schmerz, Herrlichkeit, Triumph, Seufzen, Leid, Tod und Triumph nach kurzem dergleichen wird müssen Streit! so singt die kleine fliehn und von uns wei- Heerde, die bald der allerchen. Wir werden auch treuste Hirt mit großer das Lämmlein sehn; es Kraft erlösen wird von wird beim Brünnlein uns hrer Lastbeschwerde. erfrischen, die Thränen von 2. Ihr zarten Schafiein, den Augen wischen: toer gehet fort, es rufet euch weiß, was sonst noch soll geschehn? das ewge Wort mit der bekannten Stimme: Folgt 6. Kein Durst noch Hun- mir auf meinem engen ger wird uns schwächen; Pfad, und sucht in Dedenn die Erquickungszeit muth meine Gnad: ich ist da. Die Sonne wird schütz euch vor dem uns nicht mehr stechen; Grimme. das Lamm ist seinem Volke 3. Die Welt die rast nah. Es will selbst über bis an ihr Ziel, und sammihnen wohnen und ihre let ihrer Sünden viel; ei Treue wohl belohnen mit lasset sie nur sammeln. Man Licht und Trost, mit Ehr wird bald sehn die hohe und Preis. Es werden die Pracht erniedrigt und Gebeine grünen. Der große zunicht gemacht durch Sabbath ist erschienen, da Kinder, die noch stamman von keiner Arbeit rseiß. meln. 4. Sie schimpft, fie 7. Da ruhen wir, und schlägt, sie höhnt, fie sind im Frieden, und leben würgt, weil euer Vater ewig sorgenlos. Ach fasset sich verbirgt: allein er dieses Wort, ihr Müden, wird erscheinen, und relegt euch dem Lamm in ten aus die Spitze- Dorn, seinen Schooß. Ach! Flu- auch schlagen im gerechten gel her, wir müssen eilen, Zorn, was Babel zeugt, und uns nicht langer hier verweilen: dort wartet an Steinen. 5. Ihr Kinder, seid nur schon vie frohe Schaar. wohlgemuth; denn GOtt, Fort, fort, mein Geist, zum der große Wunder thut, Jubiliren. Begürte dich hat sich schon aufgema= zum Triumphiren. Auf, chet. Ich bin der HErr, auf, es kommt das Ruhe- Immanuel, ich gehe her fahr. vor Israel, und bin vom Schlaf erwachet. Johann Sigismund Knuth. 5. Be Von der Hoffnung. 713 6. Bewahret euch mit fröhlich Gsang in unserm meinem Sinn, nehmt mei- Leid: Ach Lieber, thut uns nen Lebens- Odem hin, um- singen ein Lobgesang, ein qürtet euch mit Stärke. Liedlein schön von den GeIhr Glieder in der Liebes- dichten aus Zion, das fröhfett, steht wie die Starken lich thut erklingen. um mein Bett, und thut die großen Werke. 3. Wie sollen wir in solchem Zwang und Elend, 7. Der Glaube bricht ieht vorhanden, dem HErdurch Stahl und Stein, ren singen sein Gesang so und faßt die Allmacht in sich gar in fremder Landen? ein, wer will euch übermei- Jerusalem, vergeß ich stern? Was ist dem Feuer dein, so wolle GOtt der leichtes Stroh? Der Sa- Rechten mein vergessen tan flammt in lichter Loh in meinm Leben. Wenn mit allen Gegengeistern. ich nicht dein bleib ein8. Schaut in der Ein- gedenk, mein Zung sich falt nur auf mich, ich führ oben annehång, und bleib die Meinen wunderlich am Gaumen kleben. durch meine Allmachts4. Ja, wenn ich nicht hånde. Doch endet sich ihr mit ganzem Fleiß, JeruLeid und Streit in dem Triumph der Herrlichkeit, und nimmt ein herrlich Ende. Peter Lackmann. In eigener Melodie. salem, dich ehre, im Anfang meiner Freuden Preis, von jetzt und immermehre. Gedenk der Kinder Edom sehr am Tag Jerusalem, 0 HErr, die in ihr 825. A Waher Bosheit sprechen: Reiß ab, flüssen Bareiß ab zu aller Stund, bylon, da saßen wir mit vertilg fie gar bis auf Schmerzen; als wir ge- den Grund; den Boden dachten an Zion, da wein- wolln wir brechen. ten wir von Herzen; wir 5. Du schnöde Tochter hingen auf mit schwerem Babylon, zerbrochen und Muth die Harfen und die Orgeln gut an ihre Baum der Weiden, die drinnen zerstöret; wohl dem der dir wird gebn den Lohn und dir das wiederkehret, dein sind in ihrem Land; da Uebermuth und Schalkheit mußten wir viel Schmach und Schand täglich von ihnen leiden. groß, und mißt dir auch mit solchem Maaß, wie du uns haft gemessen; wohl 2. Die uns gefangen hiel- dem, der deine Kinder klein ten lang so hart an selben erfaßt, und schlägt sie Orten, begehrten von uns an den Stein, damit dein ein Gesang mit gar spött- werd vergessen. lichen Worten, und suchten in der Traurigkeit ein Wolfgang Dachstein. Mel. 714 Von der Hoffnung. schreien: Komm, spricht Mel. Preis, Lob, Ehr, der Geist, komm, spricht Ruhm, Dank, Kraft und die Braut; Ein JEsus Macht. soll die zwei erfreuen. Der Komm, 826. Der Geist, der Geist ſpricht: von des und stellts der Braut schon Höchsten Thron mit Blitz für. Die Braut spricht: und Licht und Kraft aus- Komm, in schmerzlicher gehet, der mit dem Vater Begier. und dem Sohn in ewig 6. Der Geist verlangt gleichem Wesen stehet, der die große Schaar und sich herab zu uns Elenden Zahl der Heilgen voll zu neigt, uns durch den Sohn haben; drum ruft und den Weg zum Vater zeigt: lockt er immerdar, und 2. Der Geist, der uns, bricht hervor mit seinen als GOttes Pfand und Gaben. Je stärker sich die Siegel, die Versichrung Zahl der Frommen mehrt, giebet, daß GOtt mit je näher wird sein Ruf: treuer Liebeshand uns Ach komm, gehört. hålt, und wie ein Vater 7. Die Braut, wie werth liebet, der Geist, der uns fie JEsus hält, so liegt sie in alle Wahrheit führt, doch in Spott und Plader uns mit Licht, mit gen, ist allezeit ein Fluch Kraft und Gnade ziert: der Welt, und muß die 3. Und sie, die auser- Schmach des Lammes trawählte Braut, durch Chri- gen; drum sehnt sie sich fi Blut und Tod erwor- nach ihrem Bräutigam ben, aus seiner offnen und spricht: Ach komm, Seit erbaut, da er für komm, Held aus Davids sie am Kreuz gestorben, Stamm! die keusche Braut, des 8. Der Geist, der hier Himmels Königin, voll auf Erden zeugt, zeugt GOtteskraft, voll Christi auch in seiner Boten Geist und Sinn: Munde, daß sich die Welt 4. Die schöne Braut, in zum Ende neigt. Er ruft: Christi Blut gewaschen Es ist die letzte Stunde. und schneeweiß gebadet, Er ruft der Welt: Komm, die GOtt mit seiner Se- es ist hohe Zeit; er ruft gensfluth an Seel und dem HErrn: Komm, komm Geist so hoch begnadet; zur Herrlichkeit! die Braut, die er, der 9. Die Braut trägt hier Brautgam, frei gemacht, den Sündenleib, und hat und sie vom Wust der so viel mit sich zu kämpfen; Erden weggebracht: sie weiß von keinem Zeit5. Die zwet, ob man sie vertreib, als nur die gleich nicht schaut, so schndden Lüste dampfent. hört man sie doch beide Drum wirkt der Geist LII Von der Hoffnung. 715 in ihr dies Ach- Geschrei:| seinen Geist mich kräftig Komm, JEsu, komm, zog, und fand das Leben. und mach mich einmal frei! Denn alles, was nur Gna10. Der Geist wird von de heißt, hat er, mein Hirte, der Welt verlacht, und mir gegeben. Er kam zu fie, die Braut, ist hier mir, eh ich noch zu ihm auf Erden verdeckt in ihrer kam; ich kam zu ihm, da Zier und Pracht; dort er in Schooß mich nahm. hofft sie offenbar zu wer- 15. Wie lieblich hat er den. Der Geist spricht: mich erquickt, wie oft hab Komm, zeuch Macht und ich von ihm getrunken! Eifer an! Die Braut Wie hat er mich ans Herz spricht: Komm, bring gedrückt; wenn ich in seine mich nach Canaan! Lieb gesunken! Wie man 11. So spricht der Geist, chen Trost hat seine Liebesso spricht die Braut: kraft aus seinem Wort in Komm, JEsu, komm! meiner Seel geschafft! Und wer es höret, der ruf und schrei auch über laut: Komm! Alles, was GOtt angehöret, das spreche: Komm! Es wird 16. Wie oft hab ich in dieser Lust, in Kraft des Geistes: Komm! geschrieen, wenn er in meiner matten Brust den Glauben mir auch bald geschehen. Es dazu verliehen. Ich war hats die Braut im Geist durch ihn ein Glied von vorher gesehen. seiner Braut; drum hat 12. Kommt doch nun mein Geist oft nach ihm her, die ihr das Heil der ausgeschaut. Seelen ernstlich sucht und 17. Und siehe da, es ist meinet; kommt doch und vollbracht; ich rufte: Kom! nehmt das beste Theil, in Glaubensblicken; mein kommt, eh noch unser Bräutgam, komm zur MitHeld erscheinet. Er selber ternacht, mich hin vor deispricht: Ja, ja, ich komme nen Thron zu rücken. Ich ging mit ihm zu seiner her, eh noch sein Zorn Hochzeit ein, wo Geist erschallt. und Braut vor ihm beisammen sein. bald. Ach kommt denn 13. Kommt, trinket, wenn ihr durstig seid, hier öffnet sich die LebensIn eigener Melodie. quelle; Licht, Kraft und 827. Du, o schdhier bereit nes WeltArzenei auf alle Fälle. gebäude, magst gefallen, Kommt, nehmt das Heil wem du willt: deine scheinaus Christi Hånden an, barliche Freude ist mit lauund seht, was er, mein ter Angst umhüllt; denen, Schak, an mir gethan. die den Himmel hassen, will 14. Ich kam, als er durch ich ihre Weltlust lassen; mich 716 Von der Hoffnung. mich verlangt nach dir al- der, bringe mich in sichern lein, allerschönstes JEsu- Port; es mag, wer da will, lein. dich scheuen, du kannst mich 2. Müde, die der Ar- vielmehr erfreuen; denn beit Menge und der heiße durch dich komm ich hinein Strahl beschwert, wün- zu dem schönsten JEſulein. schen, daß des Tages Länge 7. Ach daß ich den Leiwerde durch die Nacht ver- beskerker heute noch verzehrt, daß sie, nach so vie- lassen müßt, und kam an len Lasten, könnten anft den Sternen- Erker, wo und süße rasten; mein das Haus der Freuden ist! Wunsch ist bei dir zu sein, Da wollt ich mit Wortallerschönstes JEsulein. gepränge bei der Engel großen Menge rühmen deinen GOttheit- Schein, allerschönstes JEsulein. 3. Ach möcht ich in deinen Armen, so wie ich mir wünschen wollt, allerliebfter Schaß, erwarment, so wollt ich das feinste Gold, das in Ophir wird gegraben, nicht für dies Ergdhung haben, wenn ich Fönnte bei dir sein, allerschönstes JEsulein. 8. Doch, weil ich die Seelenauen und den goldnen Himmelssaal jeßt nicht kann nach Wünschen schauen, und muß hier im Thranenthal noch am Kummerfaden spinnen, ei, so sol4. Andre mögen durch len meine Sinnen unterdie Wellen und durch Wind deß doch bei dir sein, alund Klippen gehn, ihren lerschönstes JEsulein. Handel zu bestellen, und da Sturm und Noth ausich will meine GlauJoh. Franc. bensflügel schwingen an die 828. Goch! See In eigener Melodie. Ott lebet Sternenhügel, ewig da bei dir zu sein, allerschönstes le, was verzagst du doch? JEſulein. GOtt ist gut, der aus Er5. Tausendmal pfleg ich barmen alle Hülf auf Erzu sagen, und noch tausend- den thut, der mit Macht mal dazu: Ach würd ich und starken Armen machet ins Grab getragen, ei so alles wohl und gut. Gott kam ich ja zur Ruh! und kann besser, als wir denken, mein bestes Theil das alle Noth zum Besten lenwürde, frei von dieser Lei- ken. Seele, so bedenke besbürde, je und ewig um doch: lebt doch unser HErr dich sein, allerschönstes GOtt noch. JEsulein. 2. GOtt lebet noch! 6. Komm, o Tod, du Seele, was verzagst du Schlafesbruder, komm, doch? Sollt der schlumund führe mich nur fort; mern oder schlafen, der das lösemeines Schiffleins Ru- Aug hat jugericht? Der die Von der Hoffnung. 717 die Ohren hat erschaffen,| Seele, was verzagst du sollte dieser hören nicht? doch? Will dich alle Welt GOtt ist GOtt, der hört verlassen, und weißt weund siehet, wie den From- der aus noch ein: GOtt men Weh geschiehet. See- wird dennoch dich umfasle, so bedenke doch: lebt sen, und im Leiden bei dir boch unser HErr GOtt sein. GOtt ist, der es noch. herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser HErr GOtt noch. 3. GOtt lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verbullet mit den Wolken weit und breit, der die ganze 7. GOtt lebet Roch! Welt erfüllet, ist von uns Seele, was verzagst du nicht fern und weit. Wer doch? Laß den Himmel GOtt liebt, dem will er sammt der Erden immerhin senden Hülf und Trost an zu Trümmern gehn; laß allen Enden. Seele, so die Höll entzündet werbedenke doch: lebt doch den; laß den Feind erbitunser HErr GOtt noch. tert stehn, laß den Tod 4. GOtt lebet noch! und Teufel blizen: wer Seele, was verzagst du GOtt traut, den will er doch? Bist du schwer mit schützen. Seele, so beKreuz beladen, nimm zu denke doch! lebt doch unGOtt nur deinen Lauf. ser HErr GOtt noch. GOtt ist groß und reich 8. GOtt lebet noch! von Gnaden, hilft den Seele, was verzagst du Schwachen gnädig auf; doch? mußt du schon geGOttes Gnade währet ångstet wallen auf der harimmer, seine Treu vergehet ten Dornenbahn: es ist nimmer. Seele, so be- GOttes Wohlgefallen, dich denke doch: lebt doch un- zu führen himmelan. GOtt ser HErr GOtt noch. wird nach dem Jammer5. GOtt lebet noch! leben Friede, Freud und Seele, was verzagst du Wonne geben. Seele, so doch? Wenn dich deine bedenke doch: lebt doch unSünden frånken, deinser HErr GOtt toch. Johann Friedrich Zihn. Verbrechen quält dich sehr; komm zu GOtt, er wird persenken deine Sünden Mel. JEfu, hilf fiegen, in das Meer. Mitten in du Fürste des Lebens. der Angst der Höllen kann 829. Großer Fmer dich zufrieden stellen. manuel, Seele, so bedenke doch: schaue von oben auf dein lebt doch unser HErr GOtt erlöstes, erkauftes Genoch. schlecht. Siehe doch, wie 6. GOtt lebet noch! die Tyrannen noch lo= bent, 718 Von der Hoffnung. ben, wie sie verkehren die es sei das nur eigener Wahrheit und Recht. Lu- Wille. gen und Irrthum muß 6. Daß wir nur sollen gelten auf Erden, Un- fein balde vergessen, was schuld und Wahrheit muß Keßerei werden. du so theuer verheißen oft haft, laßt man uns aus 2. Seelen, die sonsten den Fleischtöpfen noch es= sehr eifrig gerungen, wer- sen, doppelt daneben die den jetzt müde und schla- tägliche Last. Man will fen fast ein. Scheints doch, die Hoffnung der Hülfe als wenn sie der Arge be- so rauben, dampfet die zwungen, weil sie so eifrig Seuffer, und schwächet im Kampf nicht mehr sein. den Glauben. Menschenfurcht pflegt man als Weisheit zu preisen, Laulichkeit soll nun Verleugnuug gar heißen. 7. Weil denn die Armen so seufzen und sidhnen, wollest du, JEsu, dich machen bald auf, retten von allen, 3. Kinder, die bis zur die trokig uns höhnen, Geburt sind gekommen, und uns aufhalten in unsterben, weil Kraft zu gebå- serem Lauf; kräftig und ren gebricht. Jünglingen freudig die Wahrheit zu werden die Kräfte genom- lehren, wollest du schenken men, völlig zu brechen dem Vater zu Ehren. durchs Finstre ans Licht. 8. Willige Opfer wird Alles wird irre, weil Arg- dir alsdann bringen nach wohn regieret, und auch einfältige Herzen verführet. dem Triumphe die heilige Schaar; liebliche Lieder da 4. Schmerzlich erfähret werden erklingen, weil nun man, wie sich jest tren- angehet das selige Fahr, nen Kinder der Mutter, welches zu Zions Errettung die droben gebiert, wie bestimmet, und uns zur völauch die Brüder einander ligen Freude einnimmet. nicht kennen, herzliche Christian Andreas Bernstein. Freundschaft sich täglich verliert; viele fich scheiden und viele sich spalten, weil man die Liebe so låsset erkalten. 5. Lange, ach lange 830. Guter Sirte, willst du schon seufzen die Deinen, nicht deines Schäfleins daß man uns Freiheit und dich erbarmen, und nach Frendigkeit krånkt, mit dir, deiner Schuld und Pflicht, o Heiland, es treulich zu tragen heim auf deinen meinen, recht zu gebrau- Armen? Willst du mich chen, was du uns geschenkt. nicht aus der Qual holen Wolln wir dir dienen in in den Freudensaal? heiliger Stille, sagt man, 2. Schau, wie ich vertr= Mel. Meinen JEfum laß ich nicht, oder: IEsus, meine Zuversicht. Von der Hoffnung. 719 trret bin auf der Wüsten gend an gewesen; auf ihn dieser Erden. Komm und hab ich mein Thun gericht, bringe mich doch hin zu und ihn zum Schuß er= den Schafen deiner Heer- lesen. Er gab sich mir an den. Führ mich in den Vaters statt als mich noch Schafftall ein, wo die in der Wiegen mein Vater heilgen Lämmer sein. schon gesegnet hat und 3. Mich verlangt, dich mich ließ troftlos liegen. mit der Schaar, die dich 3. GOtt ist mein Trost loben, anzuschauen, die und Zuversicht auch in der da weiden ohn Gefahr Fremde blieben. Wie oft auf den fetten Himmels- hat doch sein Gnadenlicht auen, die nicht mehr in gestillet mein Betrüben, Furchten stehn, und nicht wie hat er doch so treulich Fönnen irre gehn. mich behüt auf meinen Wegen! Er ließ mein Thun ihm våterlich stets bleiben 4. Denn ich bin hier sehr bedrängt, muß in steten Sorgen leben, weil die angelegen. Feinde mich umschränkt, 4. GOtt ist mein Trost und mit List und macht und Zuversicht in allen umgeben, daß ich armes meinen Nöthen; ob mich Schäfelein feinen Blick oft Sünd und Angst ankann sicher sein. ficht, und Elend mich will 5. HErr JEsu, laß tödten, dennoch vertrau mich nicht in der Wölfe ich ihm allein: er kann Rachen kommen; hilf mir aus Unfallsketten, von nach der Hirtenpflicht, daß Sünden, Krankheit, Noth ich ihnen werd entnommen; und Pein, ja auch vom bole mich, dein Schäfelein. Tod erretten. in den ewgen Schafstall ein. 5. GOtt ist mein Trost Johann Angelus. und Zuversicht, wenn Freunde mich verlassen, Mel. Was mein GOtt wenn mir es sonst an Trost will, das gscheh allzeit. gebricht und mich die Men831.* Gºt * Ott ist mein schen hassen; wenn alle Trost und Welt gleich tobt und brüllt Zuversicht, sobald ich ward und mich vermeint zu dåmgeboren, ihm hab ich alle pfen, so ist er doch mein Treu und Pflicht vom sichrer Schild, der mich Taufstein an geschworen, lehrt muthig kämpfen. auch hat er bis auf diese 6. GOtt ist mein Trost Zeit mich gnädiglich be- und Zuversicht, wird es schirmet, in Trüůbsal mich auch ewig bleiben; er will gar oft erfreut, hat gleich auch, wie sein Wort verdie Noth gestürmet. spricht, des Todes Qual 2. GOtt ist mein Troft vertreiben. Drum glaub und Zuversicht von Ju- lich fest und bin vergwißt, ich 720 Von der Hoffnung. ich soll den Himmel erben, was schafft; heilige lauweil GOtt mein Trost tre und zu dir doch ziehe und Helfer ist im Leben und alles, daß dein Zion ewigim Sterben. Joh. Franc. lich blühe. Mel. JEfu, hilf fiegen, du Fürste des Lebens. 5. Sufester Abba, laß alle bestehen in der Ge nade, die du gethan hast. errlichste Laß uns in findlichem 832. He Maje- Geiste hingehen zu dir, ståt, himmlisches Wesen, ohne alle geseßliche Last. deine Verheißung wird im- Hilf uns im süßen Gemer mehr klar; was wir horsam dir dienen, so kann bishero in Schriften ge- die Lieb in uns immerdar lesen, wird nun von in- grünen. nen und außen recht wahr. 6. Dir sei für alle Lange gnug hat uns der Verschmähung gedanket, Schatten bedecket; nun welche der Drache dem wird das Wesen vom Lich- Kindlein anthut. Dank te entdecket. sei dir, weil dein Rath 2. Sieht gleich der nimmermehr wanket! AlBlinde nicht einmal am les ist, was du nur maTage, stößt sich und schlie- chest, recht gut. Du hast Bet die Augen mehr zu, dir nur das Verachte erwird ihm das süße Licht wählet, Babel hat deines selber zur Plage: gnug, daß Raths immer verfehlet. bei Kindern des Lichtes 7. König der Ehren, ist Ruh; diese erblicken die dich wird man erst ehren, seltsamen Weisen, wenn wenn dir muß alle Welt sie die Weisheit in Ein- unterthan sein; wenn deifalt nur preisſett. ne Rechte wird Babel zer3. Vater der Lichter, stören, gehet dein Zion zur schleuß unsere Herzen mit Herrlichkeit ein. Preis und dem Davidischen Schlüs- Dank sei dir, o König, sel weit auf. Laß uns gegeben, ewige Herrlich= mit göttlichen Wundern keit, ewiges Leben! nicht scherzen, sondern dir 8. Gebet, ihr Menschen, lassen den villigen Leuf. dem Schöpfer alleine alle Was feste beschlossen, kommt nun von Zeiten zu Zeiten geflossent. du von Ewigkeit vollkommenste Stärke und Macht; spart es nicht, bis er im Grimm euch erscheine, küffet den Sohn, weil 4. Mache zu Schanden sein Angesicht lacht; wahrHochmuthige Geister, alle lich, ihr müsset in Abgrund Unwissende rühre mit verfallen, wenn nun sein Kraft, daß fie nun hören Donner im Zorne wird den einigen Meister, der knallen. in den niedrigen Herzen 9. Aber, ihr Kinder, aus Zion Von der Hoffnung. 721 Zion geboren, hebet die 3. Höre, wie dein Zion Häupter nur wacker em- klaget unter Babels Dienstpor; glaubet, ihr seid barkeit jetzt in dieser finnur zur Freude erkoren, stern Zeit. Doch du wirst stimmet die Lieder im hd- den, der fie plaget, stürzen heren Chor. Habt ihr bald durch deinen Geist, der doch lange erniedrigt gesessen; wer wird bald euere Höhe ermessen! die Frommen fingen heißt: Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! er ist die 10. Vater, dich wollen wir einstens recht loben, jebo geschiehts nur mit Genadensonne. lallendem Mund; doch 4. Gieb nur, JEsu, daß wir erstatten die kleinesten wir machen und im GlauProben, bis uns dein ben munter sein, wenn du volliges Wesen wird fund. kommst und brichst herein Herrscher, regiere, behalt mit Posaunen und mit uns ganz inne; lobe dich Krachen, zu erlösen deine selber in unserem Sinne. Braut, die du ewig dir vertraut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! er ist die Genadensonne. Gottfried Arnold. Mel. Freuet euch, ihr Christen alle. 833. Err, wann HErr wirst du Zion bauen, Zion, die ge- 5. Drücke uns dein heiliebte Stadt, die sich dir lig Siegel an die Stirne, ergeben hat? Ach soll sie an die Hand, dir zu Ehnicht einmal schauen ihre ren, uns zum Pfand, daß Mauern aufgericht? Ja, wir uns durch Glaubensder HErre läßt sie nicht. flügel können schwingen Freude, Freude über Freu- himmelan, da uns niemand de! Christus wehret allem schaden kann. Freude, FreuLeide. Wonne, Wonne de über Freude! Christus über Wonne! er ist die wehret allem Leide. WonGenadensonne. ne, Wonne über Wonne! 2. O wann soll die er ist die Genadensonne. Stimm erschallen, da man 6. Zeichne mit dem heilrufet überall in der aus- gen Zeichen uns, dein Volk, erwählten Zahl: Sie, die dein Eigenthum, schönster Stolje, ist gefallen, mit der Esu, höchster Ruhm, so stolzen Hurenpracht, die muß Satan von uns wetvormals war hochgeacht! chen, weichen muß das Freude, Freude über Freu- Sündenkind, weil wir dein de! Christus wehret allem Erkaufte sind. Freude, Leide. Wonne, Wonne Freude über Freude! Chriüber Wonne, er ist die stus wehret allem Leide. Genadensonne. über Wonne, Wonne 31 Won 722 Von der Hoffnung. Wonne! er ist die Genn- Ruh und Friede, ich bin densonne. matt und müde. 7. Ach wie wird dein 3. Was ich denk und Volk dich ehren, wenn es thue, ist nach Himmelsnun entnommen ist Babels ruhe nur allein gericht; Stolz, des Thieres List. alles ist doch Mühe, was Deinen Ruhm wird es ver- nur spåt und frühe von mehren, und in alle Ewig- der Welt geschicht. Gotkeit dich zu loben sein be- tes Schein, der giebt alreit. Freude, Freude über lein Fried und Ruhe meiFreude! Christus wehret nem Herzen, lindert Seeallem Leide. Wonne, lenschmerzen. Wonne über Wonne! er ist die Genadensonne. 4. Weichet nun, ihr Sünder, weichet ihr Welt8. Darum, Zion, unbe- kinder alle, fern von mir, trůbet, die Erquickungs- die ihr streitet, krieget, die zeit ist da, und des HEr- ihr öfters sieget in dem Bbren Hülf ist nah; selig, sen hier. Himmelsfreud der sich ihm ergiebet, und ist mir bereit; sanfte Ruh vor seinem Heiland kann und süßes Leben wird mir stimmen dieses Liedlein an: JEsus geben. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne Ahasverns Fritsch. über Wonne! er ist die 835. Ku liebster Rom Genadensonne. Joach. Lange. In eigener Melodie. Domm, su, Schatz der Seelen, fomm, fomm, vermähle dich mit mir, reiß mich aus dieser Trübfalshöhlen, komm, J'su 834. der Seelen, führe mich hinauf zu dir Esu, Ruh laß mich nicht so quålen auf Zions 3innen, weil hier in dieser Welt; ich mir die Welt und ihr Bebin matt und můde, suche ginnen gar nicht gefällt; Ruh und Friede in dem nur fort, o Welt. Himmelszelt; fomm, ach 2. Ich bin dein eitles komm, HErr JEsu, komm, Wesen můde, das ganz führe mich aus diesem Lei- nach Sodoms Lusten den hin zur Himelsfreuden. schmeckt, weil unter dei2. Dein Knecht hat ge- nem: süßen Frieden nichts, ftritten, Kreuz und Noth denn ein bittrer Wermuth erlitten; JEsu, Seelen- steckt; drum auf, o Seel, freund, laß mich nun aus- komm, gehe aus aus Sorasten von den Arbeitslasten doms Höhle, dem Sünmorgen oder heut: komm, denhaus, geh eilend aus. ach komm, HErr JEsu, 3. Zeuch deinem Brăukomm, bringe mich jur tigam entgegen, verlaß die TråMel. IEsu, meine Freude. Von der Hoffnung. 723 Tråber dieser Welt; zeuch meinen Schmerz dein so ein, zeuch ein mit reichem gütig Bruderherz zur ErSegen in das erwünschte lösung doch bewegen. Himmelszelt. Sage mit 6. Ach wie herrlich Freuden: Welt, gute wird es sein, wenn mit Nacht, die manches Lei- vollem Glanz und Schein, den auf mich gebracht; Welt, gute Nacht! In eigener Melodie, chönster Brautauf dem schönen Himmelswagen mich der Cherubinen Chor von der Erden hoch empor nach der Sternenburg wird tragen. 7. JEsu, spanne doch gam, soll ich nicht bald nur an, weil ich mich, dein heiligs Angesicht in schon auf die Bahn hader Seligkeit erblicken? be långstens zugeschicket. Ach willst du denn nun Komm tsch, komm, daß nicht bald, meiner See- meine Seel aus der sielen Aufenthalt, mir den chen Leibeshöhl eilig werTodeswagen schicken? de weggerücket. 836. 2. Soll ich denn auch 8. Gute Nacht, o schndlange noch das betrübte de Welt, dort am schöSündenjoch hier auf die- nen Himmelszelt seh ich ser Erde ziehen? Ach meinen Bräutgam stehen. wie lange wird mein Schau, wie winkt er auf Geist noch mit Thränen- mich zu, daß ich soll zu brod gespeist, eh er kann meiner Ruh in sein Freuvon hinnen fliehen? denreich eingehen. 3. Denke doch an dei- 9. Nun, so fahr ich nen Eid, den du mir hast fröhlich fort; denn mein allbereit durch dein theu- Heiland wartet dort, mich) res Wort verheißen: daß im Himmel zu umfangen. ich soll der Deine sein, Was für süße Lust und keine Macht, Gefahr noch Pein soll aus deiner Hand mich reißen. Freud, was für Glanz und Herrlichkeit wird mich dort bei ihm umfangen! 4. Ei so nimm mich doch einmal auf in deinen Himmelssaal, sehe mich an deine Seiten. Laß doch deine 837.* tark ist meiBraut nicht hie mit des nes JEsu bittren Kreuzes Müh durch Hand, und er wird mich so lange Nächte streiten. ewig fassen; hat zu viel 5. Komm und spanne an mich gewandt, um mich mich doch aus, daß das wieder loszulassen. Mein Franke Seelenhaus ich Erbarmer läßt mich nicht; das ist meine Zuversicht. kann fröhlich von mir legent. Ach laß endlich Mel, JEsus, meine Suversicht. 2. Sicht mein Klein31* muth Von der Hoffnung. 724 muth auch Gefahr, fürcht o wünsch ich nun ich auch zu unterliegen: In eigener Melodie. Christus beut die Hand 838. mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß ein gute Nacht der Welt, mich GOttes Held verficht, und laß fie fahren; ob sie das ist meine Zuversicht. mir gleich viel Jammers 3. Wenn der Kläger mich macht, GOtt wird mich verklagt, Christus hat mich wohl bewahren. Ich meint, schon vertreten. Wenn er die Welt war eitel Geld, mich zu sichten wagt, Chri- befind es nun viel anders. stus hat für mich gebeten. 2. Ein Hirsch, von Daß mein Mittler für Schlangen angesteckt, nach mich spricht, das ist meine frischem Wasser schreiet Zuversicht. also hat mich zum Durst 4. Würd es Nacht vor erweckt die Welt vermalemeinem Schritt, daß ich deiet; auch that mir bang keinen Ausgang wußte, die alte Schlang, daß ich und mit ungewissem Tritt zu GOtt muß weinen. ohne Licht verzagen müßte: 3. Wann fomm ich in Christus ist mein Stab dein Paradeis, da schon und Licht; das ist meine viel Christen wohnen, und Zuversicht. fingen dir Lob, Ehr und Preis, bekleidet mit der Sonnen? Wann holst du Ohne mich ins Himmelreich, daß Halt ist all ihr Glück; ich dein Antlitz schaue? wahrlich, sie hat Grund 4. Mein Seel hat Noth zu zagen. Daß mein An- und leidet Qual, daß ich fer nie zerbricht, das ist so lang muß harren, gemeine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick beben oder ångstlich klagen! 6. Will der HErr durch strenge Zucht mich nach seinem Bild gestalten, den noch will ich ohne Flucht seiner Hand nur stille haltent. Er übt Gnad auch im Gericht, das ist mein Zuversicht. spannet auf dem Fammerthal, als zög ich schwere Karren; da treibt ihrn Sport die falsche Rott mit mir in meinen Nothen. 5. Sie fragen: Ja, wo bleibt dein GOtt? Ja, daß er dir erscheine! Der 7. Seiner Hand entreißt Hohn kränkt mir mein mich nichts. Wer will die- Herz und Blut, daß ich sen Trost mir rauben? vor Trubsal weine. Ei Mein Erbarmer selbst ver- komm doch bald, mein sprichts. Sollt ich seinem Aufenthalt, und reiß mich Wort nichtglauben? JEsus von der Erden. läßt mich ewig nicht; das tft meine Zuversicht. 6. Ei nimm mich in den Freudensaal, von dir Carl Bernhard Garve. be= Von der Hoffnung. 725 bereitet droben, da dich 12. Geduld, Geduld, die Patriarchen all mit du traurig Seel, Geduld den Propheten loben, und ist hie vonndthen; bis da die Schaar der Engel uns der lieb Immanuel klar um deinen Thron von diesen argen Rotten her schweben. wohl zu sich reiß ins Paradeis; da werden wir ihm danken. phil. Nicolai. 7. Was krånkst du dich, mein arme Seel? Sei still, und thu nicht wanken; GOtt ist mein Burg, mein Trost und Heil, deß Mel. Werde munter, mein Gemüthe. werd ich ihm noch dan= 839* ion, gieb dich fen. leid nur ein kleine Zeit, nach Angst den, GOtt ist noch bei dir kommt Freud und Wonne. darin, du bist nicht von 8. Das Krautlein Pa- ihm geschieden; er hat eitientia wächst nicht in al- nen Vaterfinn. Wenn er len Garten. Ach GOtt, straft, so liebt er auch; dies schaff du mirs immerdar, ist sein beliebter Brauch: daß ich könn deiner war- Zion, lerne dies bedenken; ten; sonst bin ich sehr warum willst du dich so betrübt und schwer von Franken? Angst auf dieser Erden. 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: 3fon, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 10. Darum bin ich der Welt so můd, all Tag 3. Berg und Felsen mound Nacht ich weine, und gen weichen, ob sie noch laß nicht ab, bis deine Güt, so feste stehn; ia die ganze verheißen mir, erscheine. Welt desgleichen möchte Nun eil doch fort, mein gar auch untergehn: dentreur Hort, und nimm noch hat es keine Noth mich hin in Frieden. in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des Bundes GOttes Schranken. 9. Ich seh, daß dein Born wie ein Fluth dem ganzen Land begegnet, und daß es schrecklich brausen thut, wo sich dein Grimm erhebet. Die Wellen gar ich auch erfahr sammt deinen Wasserwogen. 11. Wie lang soll ich hier traurig sein, da mich die Feinde plagen? Es ist ein Mord in meinem 4. Müssen schon allhier Gbein, daß fie ganz höhnisch die Thränen deine schönfragen: Sag an, wo ist sten Perlen sein, muß das dein JEsus Christ? Ja, Seufzeu und das Stöhnen daß er dich erlöſe! sein das beste Liedelein, muß 726 Von der muß dein Purpur sein das Blut, und der Mangel In eigener Melodie. Hab und Gut: Zion, laß dir 840. War Gott år doch nicht grauen, du kannst nicht mit deinem GOtt vertrauen. uns diese Zeit, so soll Is5. Draut man dir mit rael sagen, war GOtt nicht Schmach und Banden, mit mit uns diese Zeit, wir dem Tod und Herzeleid, hätten mußt verzagen, die so et du wirst doch nicht zu ein armeshäuflein sind, verSchanden, denk nur an acht von so viel Menschendie Ewigkeit. Sei nur fröh- kind, die an uns setzen alle. lich, wohlgemuth; denn der 2. Auf uns ist so zornig HErr ists, der es thut. ihr Sinn: wo GOtt hätt Zion, GOtt wird dich das zugeben, verschlungen schon stärken: dieses mußt hätten sie uns hin mit gandu eben merken. zem Leib und Leben; wir Hoffnung. 6. Freue dich, nun ist warn als die ein Flut erdas Ende und der Abend säuft, und über die groß schon berbei; gieb dich nur Wasser läuft, und mit Gein GOttes Hände, der walt verschwemmet. dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron. Zion, dn wirst wieder lachen; drum so laß die Welt nur machen. 3. GOtt Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen; wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick 7. Hallelujah! deine ist entzwet, und wir sind Wonne, liebes Zion, wird frei; des HErren Name nun groß; denn die schöne steht uns bei, des GOttes Gnadensonne nimmt dich Himmels und Erden. recht in ihren Schooß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten LieDr. Martin Luther. In eigener Melodie. beskuß. Zion, wo ist nun 841. Gott dein Klagen? Jetzt du von Freuden sagen. der HErr nicht bei uns hält, wenn 8. Dihr Engel, Him- unsre Feinde toben, und melserben, freuet euch mit er unsrer Sach nicht zuZion hier; denn die jest fällt im Himmel hoch dort hat wollen sterben, soll droben; wo er Israels nun leben für und für, Schuß nicht ist und selund sich freuen ohne Zahl ber bricht der Feinde List, in dem schönen Himmels so ists mit uns verloren. faal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? 2. Was Menschen Kraft und Witz anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er fizet an der höchsten Stätt, der Joachim Bauli. -D Wo Von der Hoffnung 727 der wird ihrn Rath auf- hilf nur, daß wir nicht decken. Wenn sies aufs wanken. flügste greifen an, so geht doch GOtt ein andre Bahn, Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künftig will fie es steht in seinen Händen, trauen nicht, da du wirst 3. Sie wüthen fast und selber trösten. fahren her, als wollten 8. Den Himmel und fie uns fressen; zu würgen auch die Erden hast du, steht all ihr Begehr, GOtts HErr GOtt, gegründet; ist bei ihn vergessen. Wie dein Licht laß uns helle Meereswellen einherschlan, werden, das Herz uns werd nach Leib und Leben sie entzündet, in rechter Lieb uns stahn: deß wird sich des Glaubens dein bis GOtt erbarmen. an das End beståndig sein; die Welt laß immer murren. Justus Jonas. 4. Sie stellen uns wie Keßern nach, nach unserm Blut fie trachten; noch rühmen sie sich Christen In eigener Melodie. ion auch, die GOtt allein groß 842. 3 mi achten. Ach der theure Name dein muß Schmerzen, Zion, GOtihrer Schaltheit Deckel tes werthe Stadt, die er sein: du wirst einmal trägt in seinem Herzen, aufwachen. die er ihm erwählet hat. 5. Aufsperren sie den Ach, spricht sie, wie hat Rachen weit, und wollen mein GOtt mich verlassent uns verschlingen. Lob und in der Noth, und läßt Dank sei GOtt allezeit, es mich so harte pressen; meiwird ihn nicht gelingen. ner hat er ganz vergesſen! Er wird ihr Strick zer- 2. Der GOtt, der mir reißen gar, und stürzen thre hat versprochen seinen Betfalsche Lahr, sie werden stand jederzeit, der låst GOtt nicht wehren. sich vergebens suchen jett 6. Ach HErr GOtt, in meiner Traurigkeit. wie reich tristest du, die Ach will er denn für und gånzlich sind verlassen; der für grausam zürnen über Gnaden Thür steht nimmer mir? Kann und will er zu; Vernunft kann das sich der Armen jeßt nicht nicht fassen; sie spricht: wie vorhin erbarmen? Es ist nun alls verlorn, 3. Zion, o du Vielgeda doch das Kreuz hat neu liebte, sprach zu ihr des geborn, die deiner Hülf HErren Mund, zwar du erwarten. bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauren ein: wo mag eine 7. Die Feind find all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken; ihr Anschlag ist dir wohl bekannt; Mutter sein, die ihr eigen Kind 728 Dom Tode und Auferstehen. Kind kann hassen, und denn anders sein? Ich aus ihrer Sorge lassen? muß ja gedenken dein; 4. Ja, wenn du gleich deine Mauern muß ich möchtest finden einen sol- bauen, und dich fort und chen Mutterfinn, da die fort anschauen. Liebe kann verschwinden, 6. Du bist mir stets vor so bleib ich doch, der ich den Augen, du liegst mir bin. Meine Treu bleibt in meinem Schooß, wie die gegen dir, Zion, o du Kindlein, die noch saugen; meine Zier; mein Herz meine Treu zu dir ist hast du mir besessen, deiner groß. Dich und mich kann Fann ich nicht vergessen. keine Zeit, keine Noth, 5. Laß dich nicht den Gefahr, noch Streit, ja Satan blenden, der sonst der Satan selbst nicht nichts als schrecken kann. scheiden. Bleib getreu in Siehe, hier in meinen allem Leiden. Johann Heermann. Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es Von der Einführung zu dem völligen Genuß des Heils. I. Vom Tode und Auferstehen. Aa GOtt, ich muß in Mel. O( HErr) JEsu 3. Bei wem soll ich auf Christ, du höchstes Gut. dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Theil nicht Glauben hält, Traurigkeit mein Leben die Treu will gar vernun beschließen, dieweil der schwinden. Ich glaub und Tod von meiner Seit so red es ohne Scheu, die best eilend hat gerissen mein ist doch getraute Treu, der treues Herz, der Tugend muß ich jetzt entrathen. Schein: deß muß ich jetzt 4. Fürwahr, mir geht beraubet sein. Wer kann ein scharfes Schwert jezmein Elend wenden? 843. A und durch meine Seele, 2. Wenn ich an ihre die abznscheiden oft begehrt Freundlichkeit gedenk in aus ihres Leibes Höhle. Wo meinem Herzen, die sie mir du nicht, o HErr JEſu hat zu jeder Zeit in Freud Christ, in solchem Kreuz und auch in Schmerzen mein Tröster bist, muß ich erwiesen ganz beständiglich: in Leid verzagen. mein Kreuz und Weinen 5. treugeliebtes selmehret sich, vor Angst ges Herz, zu dir will ich möcht ich vergehen. mich wenden in diesem meinen Vom Tode und Auferstehen. 729 nen großen Schmerz, ob in höchster Freude, Wonn sich mein Angst woll en- und Lust, die deine Seele den; ich will betrachten täglich kostt, drauf ich mich deinen Stand, wie GOtt herzlich freue. dir alles Leid gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst und Trübsal, Web und Noth kann 11. O wie mit großer Freudigkeit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit dich iehund verleßen; im der bittre Lod mehr trenHimmel thut der fromme nen. Ach welche Freude GOtt mit Liebe dich er- wird dann sein, wenn ich gößen. Die Seele schaut die, die ich jetzt bewein, mit mit Lust und Freud die Freuden werd umfangen! heilige Dreieinigkeit mit allen Auserwählten. 12. Dies will ich stets in Traurigkeit mir zu Ge7. Der Höchst hat dich müthe führen; erwarten in seinem Schooß, und in Geduld der Zeit, wie wischt dir ab die Thränen; Christen will erfüllet dich mit Freuden groß, danach wir uns noch sehnen. Du stehest bei der Engel Schaar, lobfingest nes Namens Ehren. GOtt, frei von Gefahr, mit gebühren. GOtt alles Trostes steb bei mir, und mich durch seinen Geist regier zu seiJoh. Heermann. süßem Ton und Schalle. 8. Der Leib, der ruht Mel. O JEsu Christ, meins Lebens Licht. gar sanft und fein; ohn alle Qual und Sorgen vor 844* Ach mein herz und liebstes Flein, liegt er darin ver- sulein, wie gern wollt ich borgen; kein Beinlein, ja bald bei dir sein. Ist doch fein Stäubelein wird dir in diesem Jammerthal davon verloren sein, die Angst, Noth und Trübsal Engel dich bewahren. überall. 9. In kurzer Zeit wird 2. Bscher mir ein seligs JEsus Christ dich wieder Stundelein, daß ich fein auferwecken, und weil du sanft mög schlafen ein, und auch sein Schaflein bist, mit den lieben Engelein wird er die Hand ausstrek- anschaun das lieblich Anken, dich führen in sein gsicht dein. Himmelreich, daß du mit Leib und Seel zugleich bei ihm sollst ewig bleiben. 3. Dein Will gescheb HErr JEsu Chrift, der allezeit der beste ist; wer an dich glaubt auf dieser Erdn, der soll gewißlich 10. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben; ich aber selig werden. komm hinauf zu dir, da werd ich mit dir schweben 4. Wenn mir gleich Leib und Seel verschmacht, 31** nichts 730 Dom Tode und Auferstehen. nichts mehr versteh oder und Arbeit überall, auch betracht, so bist du doch meins Herzens Troft, HErr JEsu, der du mich erlöst. wenn dirs wohl gelinget. 2. Ach Adams Fall und Missethat solchs alles auf 5. Ich werd nicht sterben, uns erben. O GOtt, gieb sondern lebn, dem HEr du uns guten Rath, daß ren Christ Lob und Preis wirs erkennen lernen; daß gebn. HErr JEsu Christ, wir so blind und sicher sein in deine Hånd bfehl ich mitten in Trůbsal und mein Seel am letzten End. in Pein, das ist ja zu 6. Du bist meins Lebens erbarmen. Kraft und Sinn: Sterben in GOtt ist mein Gewinn. Ich werd wohl fein sanft schlafen ein, beim HErren Christo ewig sein. 7. Er hat die Stått mir selbst bereit in der ewigen Seligkeit, da unsre lieben Eltern sind und alle heilgen Gotteskind. 3. HErr GOtt, du unsre Zuflucht bist, dein Hülfe thu uns senden; denn du der Deinen nicht vergißt, die sich zu dir nur wenden; mit deinem Geiste steh uns bei, ein seligs Stündlein auch verleih durch JEsum Christum, Amen. Johann Gigas. 8. Er hat gebet: O Vater mein, laß meine Gläubgen bei mir sein, auf daß fie meine Herrlichkeit an- 846.* Bedente, Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. Mel. Herzlich thut mich verlangen. schauen in der Ewigkeit. Mensch, 9. Ade, du arge böse das Ende, bedenke deinen Welt, das Himmelreich ist Tod; der Tod fimmt oft mir bestellt. Fahr hin, du behende: der heute frisch elends Jammerthal, dein und roth, fann morgen acht ich nichts mehr überall. und geschwinder hinweg gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 10. GOtt Vater in dem höchsten Thron, auch Christ feinm allerliebsten Sohn, dem Trister, dem heiligen Geist sei gesagt immer Lob und Preis. 3. Herm. Schein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedente das Gericht; es müssen alle Stände vor JEsus Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, hier muß ein jeder dran, 845. 2ch wie elend und wird den Lohn bekommen, nachdem er hat gethan. ist unsre Zeit allhier auf dieser Erden. Gar bald der Mensch darnieder leit, wir müssen alle sterben. Allhier in die sem Jammerthal ist Müh 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Dom Tode und Auferstehen. 731 zes Freuen, dort at er ewig- schen Freude! Wie fich lich ein flåglich Schmer- wechseln Stund und Setzensschreien. Ach Sünder, ten, Licht und Dunkel, hüte dich. Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, 4. Ach wie nichtig, ach daß dich ja nichts abwende wie flüchtig ist der Menvon jener Herrlichkeit, da- schen Schöne! Wie ein mit vor GOttes Throne Blümlein bald vergehet, die Seele wird verpflegt; wenn ein rauhes Luftlein dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 5. HErr, lehre mich be- 5. Ach wie nichtig, ach denken der Zeiten lette Zeit, wie flüchtig ist der Mendaß sich nach dir zu lenken schen Stärke! Der fich mein Herze sei bereit; laß wie ein Löw erwiesen, mich den Tod betrachten überworfen mit den Rieund deinen Richterstuhl, sen, den wirft eine kleine laß mich auch nicht verach- Drüsen. ten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Ach wie nichtig, ach 6. Hilf, GOtt, daß ich wie flüchtig ist der Menin Zeiten auf meinen leh- schen Glücke! Wie sich ten Tag mit Buße mich eine Kugel drehet, die bereiten und täglich sterben bald da, bald dorten stemag. Fm Tod und vor het, so ist unser Glücke, Gerichte steh mir, o Esu, fehet! bei, daß ich ins Himmels Lichte zu wohnenwürdig sei. Benjamin Schmolt. 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Ueber den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, In eigener Melodie. 847. 21h wie nich- geht man morgen gar mit tig, wie flüchtig ist der Menschen 8. Ach wie nichtig, Leben! Wie ein Nebel ach wie flüchtig ist der bald entstehet und auch Menschen Wissen! Der wieder bald vergebet, so ist das Wort konnt prachtig unser Leben, sehet! führen, und vernünftig discuriren, muß nun allen Witz verlieren. 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein 9. Ach wie nichtig, ach Strom beginnt zu rin- wie flüchtig ist der Mennen, und im Laufen nicht schen Dichten! Der, so hält innen, so fährt unsre Kunst hat lieb gewonnen, Zeit von hinnen. und manch schönes Werk 3. Ach wie nichtig, ach ersonnen, wird zuletzt von wie flüchtig ist der Men Tod erronnen. 10. Ach 732 Dom Tode und Auferstehen. 10. Ach wie nichtig, 3. Wenn ich werde mit ach wie flüchtig sind der ihm leben, herrschen und Menschen Schätze! Es in Freuden schweben, o kann Glut und Flut ent- wie selig werd ich sein bet stehen, dadurch, eh wir den lieben Engelein! uns versehen, alles muß zu Trümmer gehen. 4. Herzlich werd ich mich erfreuen, wenn mich 11. Ach wie nichtig, ach Christus wird verneuen, wie flüchtig ist der Men- und in Himmel führen schen Herrschen! Der durch ein prächtig, stets bei ihm Macht ist hoch gestiegen, zu sein. muß zuletzt aus Unvermögen in dem Grab darniederliegen. 5. Zung und Herze wird da klingen, und dem HErren Esu singen; ewig 12. Ach wie nichtig, werd ich stimmen ein mit ach wie flüchtig ist der den lieben Engelein. Menschen Prangen! Der 6. Besser Leben werd im Purpur hoch vermes- ich finden ohne Tod und sen ist als wie ein GOtt ohne Sünden. O wie segesessen, dessen wird im lig werd ich sein bei den Tod vergessen. lieben Engelein! Ahasverus Fritsch. 13. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das 849. muß fallen und vergehen. hristus, der ist mein Wer GOtt fürcht, wird Leben, Sterben ist mein ewig stehen. Gewinn; dem thu ich mich 14.* Ach mein Heiland, ergeben, mit Freud fahr ach mein Beistand, JEsu ich dahin. voller Güte, wollst mein 2. Mit Freud fahr ich Herz also bereiten, daß von dannen zu Christ, mich solche Nichtigkeiten dem Bruder mein, auf niminer von dir abeleiten. daß ich zu ihm komme, Michael Frand. und ewig bei ihm sei. In eigener Melodie. 3. Nun hab ich überwunIn eigener Melodie. 848. Allenthalben den Kreuz, Leiden, Angst ich und heigehe, sit, liege, oder ste- lig fünf Wunden bin ich he, sehn ich mich nach versöhnt mit GOtt. JEfu Chrift, der für mich gestorben. 2. Von der bösen Welt zu scheiden nich so vielem Kreuz und Liden, wenn es ihm gefällig ist, bin ich fertig und gerust. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, HErr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehen wie ein Licht Dom Tode und Auferstehen. 733 Licht, das hin und her ich wende mich mit aller thut wanken, wenn ihm Kraft zu dir, ach thu mir die Flamm gebricht: auf die süße Lebensthür. 6. Ach laß mich an dir 5. Ich gebe dir von ganFleben wie eine Klett am zem Herzen hin, was du Kleid, und ewig bei dir erlöst, und was ich durch leben in der himmlischen dich bin; nimm meine Freud. Seel, wenn sie vom Leib 7. Alsdann fein sanft ist los, in deine Hand und und stille laß mich, HErr, våterlichen Schooß. schlafen ein nach deinem 6. Du bist mein Ziel, Rath und Willen, wenn mein Ende, Ruhm und kommt mein Stünde- Preis, mein Mittelpunkt, lein. mein süßes Paradeis; in dir allein findt meine Seele Rub, drum seufz ich Ehr und Preis, und ewig auch dir unaufhörlich zu. bei dir wohne, Vater, Sohn, heilger Geist! 8. Wohl in des Himmels Throne fing ich Lob, 7. Ach, ach wie sehr verlangt mich doch nach dir, komm doch, mein Trost, mein Leben, komm zu mir; verzeuch doch an, die JE- nicht, aus dieser finstern sus hat bestimmt, da alles Höhl in deinen Hof zu Leid bei mir ein Ende Holen meine Seel. nimmt. Gehab dich wohl, In eigener Melodie. ie Zeit geht 850. 8. Ich warte schon mit mein Kerker, böse Welt, sehnlichem Verdruß auf mit allem dem, was dei- dich, mein Lieb, und deinem Geist gefällt. nen ewgen Kuß. Ich bin 2. Komm, meine Seel, fast krank, und mein verwir wollen nunmehr gehn, liebter Geist ist gleichsam wo GOttes Sohn und weg von mir nach dir feine Diener stehn; wir gereist. wollen uns gesellen zu der 9. Jedoch, damit ich dir Schaar, die unverrückt nicht schreibe für, so will frohlocket immerdar. ich gern und willig bleiben 3. Gebenedeit sei ewig hier, bis kommt die Zeit, in dieser Tag, an welchem welcher ich, als Braut, dir ich durch GOtt verlassen meinem GOtt und Brautmag, was sterblich ist und gam werd vertraut. blendt mein Augenlicht, daß ich nicht seh des Liebften Angesicht. Joh. Angelus. Mel. Christus, der uns selig macht. 4. Ach JEsu Christ, mein Leben in dem Tod, 851. Einen guten Kampf hab mein Trost in Pein, mein Freund in Angst und Noth: ich auf der Welt gekåmpfet; 734 Vom Tode und Auferstehen. pfet; denn GOtt hat ge- Ach GOtt, erhör mein nådiglich meine Noth ge- Klagen. dampfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vol2. Laß mich, HErr Christ, an deinem Leib ein grünes lendet, und die Seele 3weiglein bleiben; mit deihimmelauf Christo zugesendet. nem Geist, HErr, bei mir bleib, wenn sich mein Seel 2. Forthin ist mir bei- soll scheiden; wenn nun gelegt der Gerechten Kro- vergeht meins Lebens Frist, ne, die mir wahre Freud und meines Bleibens nicht erregt in des Himmels mehr ist allhier auf dieser Throne; forthin meines Erden. Lebens Licht, dem ich hier 3. So laß mich nicht vertrauet, nämlich GOttes in dieser Noth umkommen Angesicht, meine Seele und verzagen; spring mir schauet. zu Hülf, o treuer GOtt, 3. Diese gar verboste mein Angst hilf du mir Welt ist, was meinem Leben tragen; denk, daß ich bin nunmehr gänzlich nicht ge- am Leibe dein ein Glied fällt; drum ich mich er- und grünes Zweigelein; im geben meinem JEsu, da Fried laß mich hinfahren. ich bin jetzt in lauter 4. Gedenk, HErr, an Freuden; denn sein Tod den theuren Eid, den du fit mein Gewinn, mein selbst haft geschworen, so Verdienst fein Leiden. wahr du bist von Ewigkeit, 4. Gute Nacht, ihr ich soll nicht sein verloren; meine Freund, ihr, o meine ich soll nicht kommen ins Lieben! Alle, die ihr um Gericht, den ergen Lod mich weint, laßt euch nicht auch schmecken nicht, dein betrüben diesen Abtritt, Heil willst du mir zeigen. den ich thu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch morgen wieder. 5. Ach GOtt, laß mir ein Leuchte sein dein Wort ewig zum Leben; ein seligs Ende mir verleih, ich will mich dir ergeben; ich traue dir, mein HErr und GOtt, denn du verläßt in feiner Noth, die deiner Hülf thun Heinrich Albert. Mel. O( HErr) JEsu Christ, du höchstes Gut. 852. in Wurm- warten. lein bin ich 6. Drauf will ich nun arm und klein, mit Todes- befehlen dir mein Seel in #oth ungeben; kein Trost deine Hånde; ach treuer weiß ich in Mark und Bein, GOtt, feh fest bei mir, im Sterber und im Leben, deinn Geist nicht von mir denn daß du selbst, HErr wende; und wenn ich nicht JEsu Christ, ein armes mehr reden kann, so nimm Wurmlein worden bist. den letzten Seufzer ant durch Dom Tode und Auferstehen. 735 durch JEsum Christum, Barthol. Fröhlich. Amen. Ich hab mein Sach 854. Femeine SeeIn eigener Melodie. reu dich sehr, Mel. GOtt heimgestellt. 853.& ift genug, le, und vergiß all Noth HErr, hole und Qual, weil dich nan mich, mein Herz, das wart Christus, dein HErre, ruft und sehnet sich nach einer aus diesem Jammerthal. sanften Himmelfahrt, dar- Aus Trubsal und großem auf es spart sein Trost Leid sollst du fahren in die und größte Freudenart. Freud, die kein Ohr je hat gehöret, und in Ewigkeit auch währet. 2. Der kranke Leib fühlt seine Noth, kömmt immer näher nun dem Tod. Die 2. Tag und Nacht hab Seele hat auch jederzeit ich gerufen zu dem HErviel Kampf und Streit, rent, meinem GOtt, weil und so empfindt fie manches Leid. mich stets viel Kreuz be= troffen, daß er mir hülf 3. Viel Seufzen dieses aus der Noth; wie sich mir treibt aus, und sehn sehnt ein Wandersmann, mich nach des Vaters daß sein Weg ein End mög Haus; an Leibeskräften han, so hab ich gewünschet ausgezehrt, sich stets ver- eben, daß sich enden mög mehrt, was meinen Muth mein Leben. und Trost verheert. 4. Die Seele gänzlich abgematt, wird dieses Le3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornen spizzig gar, also auch bens ziemlich satt; denn die Christen gehen in laudeine Zucht, o Vater, macht, daß sie verschmacht, und keiner Weltlust nicht mehr acht. ter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind, und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser 5. Dennoch, HErr JE- Lauf voller Beschwerden. su, Himmelskost, bleibest 4. Die Welt, Teufel des Herzens Theil und Sund und Hölle, unser Trost; wenn alles hin, und eigen Fleisch und Blut du nur bleibst, das Leid plagen stets hier unsre vertreibst, und alle Thrå- Seele, lassen uns bei keinen abereibst. nem muth; wir sind vol6. Nichts tröstet mich ler Angst und Plag, lauauf dieser Welt, nur JE- ter Kreuz sind unsre Tag, sus mir allein gefällt. Du wenn wir nur geboren bleibst meins Herzens Trost werden, findt sich Jammer und Theil, HErr GOtt, gnug auf Erden. mein Heil, mich heimzuholen nicht verweil. 5. Wenn die Morgenröth herleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Joh. Caspar Schade. 736 Vom Tode und Auferstehen. und Kummer daher strei- Schooß, und erfülle fie chet, Müh findt sich an mit Trost, bis der Leib allem End. Unsre Thränen kommt aus der Erden, wird sind das Brod, so wir mit ihr vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o die Sonn nicht mehr thut meine Seel, und vergiß all scheinen, ist nur lauter Klaq und Weinen. essen früh und spat; wenn Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein HErre, 6. Drum, HErr, Christ, ruft aus diesem Jammerdu Morgensterne, der du thal. Seine Freud und ewiglich aufgehst, sei von Herrlichkeit sollst du sehn mir jekund nicht ferne, in Ewigkeit, mit den Enweil mich dein Blut hat geln jubiliren, in Ewigkeit erlöst; hilf, daß ich mit triumphiren. Simon Graff. Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; Mel. Herzliebster JEfu, ach sei du mein Licht und was hast du verbrochen. Straße mich mit Bei- 855. stand nicht verlasse. eliebten Freund, 7. In dein Seite will was thut ihr so verzagen, ich fliehen an meinm bit- mit vielem Seufzen, Heutern Todesgang; durch len und Wehklagen, dardein Wunden will ich um, daß dieser Leib soll in ziehen ins himmlische Va- die Erden geleget werden? terland; in das schöne Pa- 2. Wißt ihr nicht, daß radeis, drein der Schå- sein Stündlein ist gekomcher that sein Reis, men? Der HErr hat ihn gewirst du mich, HErr nådig weggenommen, und Chrift, einführen, und mit aus der Angst, die ihn oftewger Klarheit zieren. mals gebissen, gänzlich gerissen. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehöre 3. Hier hat er müssn in ganz verschwindt, meine Fahr zu allen Zeiten mit Zung nicht mehr kann spre- Teufel, Fleisch und bösen chen, der Verstand sich Menschen streiten, viel nichts befinnt, bist du doch Herzeleid erfahren und ermein Licht und Hort, Leben, tragen mit großem Klagen. Weg und Himmelspfort; 4. Nun ist er aller seidu wirst mich in Gnad ner Feinde Loben und regieren, auf ier rechten alles Jammers frei und Bahn heimführen. überhoben; nun mag ihm feine Kreatur zusetzen, noch ihn verleßen. 5. Nun hat er alles Unglück überwunden, den rechten Fried und besten Schatz gefunden, darnach er 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen roth, meine Seele wohl bewahren wie Laf'rum nach seinem Tod. Laß fie ruhn in deinem Gelieb Dom Tode und Auferstehen. 737 er hat gleich als ein Christ sie die begraben, fein gestrebet, dieweil er le Hoffnung haben. bet. 13. GOtt helf, daß wir 6. Sein Geist der lebt zur Zeit auch still einschlajehund in großer Freude, fen, und von dem HErrn ist angethan mit einem sammt allen seinen Schaweißen Kleide und preiset fen am jüngsten Tag hoch mit englischem Ge- zum Leben aus der Erden dichte GOttes Gerichte. erwecket werden. 7. Aber sein Leib, der jetzt wird hingeleget, ist wie ein Korn ins gute Land gesået, wird auferstehn in Kraft mit großem Preise 856. GOtt Lob, die Stund Bartholomäus Ringwaldt. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 8. Das wird geschehn, kommen, da ich werd aufwenn ihm und auch uns genommen ins schöne Paallen die Stimm des gro- radeis. Ihr Eltern dürft Ben GOttes wird erschal- nicht klagen, mit Freuden len, der wiederum all un- sollt ihr sagen: Dem Höchgeschickte Sachen wird sten sei Lob, Ehr und Preis. richtig machen. 2. Wie kanns GOtt 9. Dann wird er uns, besser machen? Er reißt wenn seine Glocken flin- mich aus dem Rachen des gen, mit großer Freud Teufels und der Welt, wiedrum zusammen brin- die jest wie Löwen brülgen, und prächtiglich mit len, ihr Grimm ist nicht vielem Triumphiren zum zu stillen, bis alles übern Himmel führen. Haufen fällt. 10. Da wir dann fein 3. Dies sind die letzten in himmlischen Geber- Tage, da nichts als Angst den ohn Sünd und Klag und Plage mit Haufen beinander bleiben wer- bricht herein; mich nimmt den, von Teufel, Tod nun GOtt von hinnen und allen Aergernissen und lasset mich entrinnen gar nichts mehr wissen. der überhäuften Noth und 11. Sondern vollkom- Pein. men und gar engelreine uns lieben in verklärtem Fleisch und Beine, und ewiglich GOtt lobn in seinem Reiche, den Engeln gleiche. 12. Das wollt ihr, meint geliebten Freund, beden- sein lauter Freud. ken, und euer Herz nicht 5. GOtt eilet mit den wie die Heiden Frånken, Seinen, läßt sie nicht lange die von den Todten, wenn weinen in diesem Thränenthal. 4. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessers wird mir geben GOtt: der Ewigkeit; da werd ich nicht mehr sterben, in feiner Noth verderben, mein Leben wird 738 Dom Tode und Auferstehen. thal. Ein schnell und selig zu erfüllen, und sich ihm Sterben ist schnell und in Geduld ergiebt. glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 12. Ade, nun seid gesegnet, was euch jekund be6. Wie öfters wird ver- gegnet, ist andern auch geführet manch Kind, an dem schehn. Viel müssens noch man spüret rechtschaffne erfahren. Nun, GOtt woll Frömmigkeit; die Welt voll euch bewahren; dort wolList und Tücke legt heim- len wir uns wiedersehn. lich ihre Stricke bei Tag und Nacht zu jeder Zeit. Johann Heermann. 7. Ihr Neke mag sie eigener Melodie stellen, mich wird sie nun oder: Wenn mein Stündnicht fällen, sie wird mir lein vorhanden ist. Err JEsu thun kein Leid. wer fann den verlegen, 857. H Chrift, ich vollden Christus jetzt wird weiß gar wohl, daß ich seben ins Schloß einmal muß sterben: wann kommner Sicherheit. aber das geschehen soll, und 8. Zuvor bracht ich wie ich werd verderben dem euch Freude, jetzt, nun ich Leibe nach, das weiß ich von euch scheide, betrübt nicht, es steht allein in sich euer Herz; doch, wenn deinm Gericht: du siehst ihrs recht betrachtet, und mein lettes Ende. was GOtt thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 2. Und weil ich denn, als dir bewußt, durch deines Geistes Gabe an dir 9. GOtt zählet alle allein die beste Lust in meiStunden, er schlägt und nem Herzen habe, und hetiet Wunden, er kennet gwißlich glaub, daß du aljedermann; nichts ist je- lein mich haft von Sund mals geschehen, das er gewaschen rein, und mir nicht vor gesehen, und, dein Reich erworben: was er thut, ist wohlgethan. 3. So bitt ich dich, HErr 10. Wenn ihr mich JEsu Christ, halt mich bei werdet finden vor GOtt, den Gedanken, und laß frei aller Sünden, in mich ja zu keiner Frist von weißer Seiden stehn, und diesem Glauben wanken, tragen Siegespalmen in sondern dabei verharren Händen, uns mit Psalmen fest, bis daß die Seel aus des HErren Lob und ihrem Nest wird in den Ruhm erhöhn: Himmel fahren. 11. Da werdet ihr euch 4. Kanns sein, so gieb freuen, es wird euch herz- durch deine Hand mir ein lich reuen, daß ihr euch so vernünftig Ende, daß ich betrübt. Wohl dem, der mein Seel fein mit VerGOttes Willen gedenket stand befehl in deine Hände Dom Tode und Auferstehen. 739 de, und so, im Glauben gwiß, am jüngsten Tag sanft und froh, auf mei- zum Lebent auferwecken. nem Bettlein oder Stroh aus diesem Elend fahre. Bartholomäus Ringwaldt. 5. Wo aber du mich in dem Feld, durch Raub auf 858. Chrift, HErr In eigener Melodie. Err JEsu fremder Gränze, in Wassersnoth, Hiß oder Kält, wahr Mensch und GOtt, oder durch Pestilenze nach der du littst Marter, Angst deinem Rath wolltst neh- und Spott, für mich am men hin, so richt mich, Kreuz auch endlich starbft HErr, nach meinem Sinn, und mir deins Vaters Huld den ich im Leben führe. erwarbst: 6. Wo aber ich aus Schwachheit groß mich nicht rechtschaffen hatte, ging etwa oder låge bloß, und unbescheiden redte, so laß michs, HErr, entgelten nicht, weils wider mein Bewußt gefchicht, und mich nicht kann befinnen. 7. HErr, gieb mir in Todes Pein ein säuberlich Geberde, und hilf, daß mir das Herze mein fein sanft gebrochen werde, und wie ein Licht, ohn übrig Weh, auf dein unschuldig Blut vergeh, das du für mich vergossen. 2. Jch bitt durchs bitter Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein, wenn ich nun komm in Sterbensnoth, und ringen werde mit dem Tod. 3. Wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, und meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, und mir all menschlich Hülf zerrinnt: so komm, o HErr Christ, mir behend zu Hülf an meinem letzten End; 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual; die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib; 6. Bis sich die Seel vom Leib abwendt; dann nimm fie, HErr, in deine Händ; der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, noch dir mein End vorschreiben, sondern dir allweg halten still, bei deinem Wort verbleiben, und glauben, daß du als ein Fürst des Lebens mich erhalten wirst, ich sterb gleich, wie ich wolle. 9. Derhalben ich in meinem Sinn mich dir thu ganz ergeben; denn sieh, Tag naht herzu. der Tod ist mein Gewinn, 7. Ein fröhlich Urstånd da aber bist mein Leben, mir verleih, am jüngsten und wirst mein Leib ohn Gricht mein Fürsprech sei, alle Klag, das weis ich und meiner Sünd nicht mehr 740 Dom Tode und Auferstehen. mehr gedenk, aus Gnaden von Sünd, Tod, Teufel, mir das Leben schenk. Hill; es hat dein Blut 8. Wie du hast zugesa- gekostet, drauf ich mein get mir in deinem Wort, Hoffnung stell. Warum das trau ich dir: Fürwahr, sollt mir denn grauen fürwahr, euch sage ich, vorm Tod und höllschen wer mein Wort halt und Gsind? Weil ich auf dich glaubt an mich, thu bauen, bin ich ein 9. Der wird nicht selges Kind. kommen ins Gericht, und 3. Wenn gleich süß ist den Tod ewig schmecken das Leben, der Tod sehr nicht; und ob er gleich bitter mir, will ich mich hier zeitlich stirbt, mit doch ergeben, zu sterben nichten er drum gar ver- willig dir. Ich weiß ein dirbt; besser Leben, da meine 10. Sondern ich will Seel fährt hin, deß freu mit starker Hand ihn rei- ich mich gar eben, Sterßen aus des Todes Band, ben ist mein Gewinn. und zu mir nehmen in 4. Der Leib zwar in der mein Reich, da soll er Erden von Würmern wird dann mit mir zugleich verzehrt, aber erwecket 11. In Freuden leben werden, durch Christum ewiglich. Dazu hilf uns schön verklärt, wird leuchja gnädiglich. Ach HErr, ten als die Sonne, und vergieb all unsre Schuld; lebn ohn alle Noth in hilf, daß wir warten mit himmlscher Freud Freud und Geduld, Wonne. Was schadt mir denn der Tod? 12. Bis unser Stündlein kommt herbei; auch 5. Ob mich die Welt unser Glaub stets wacker auch reizet, långer zu lesei, deinm Wort zu trau- ben hier, und mir auch en festiglich, bis wir ent- immer zeiget Ehr, Geld, schlafen seliglich. Gut, all ihr Zier; doch ich das gar nicht achte, es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, Paul Eber. In eigener Melodie. 859. Herzlich thut das bleibt in Ewigkeit. ver- 6. Wenn ich auch gleich langen nach einem selgen nun scheide von meinen End, weil ich hie bin Freunden gut, das mir umfangen mit Trůbsal und ihn bringt Leide: und Elend; ich hab Lust doch trofit mir meinen abzuscheiden von dieser ar- Muth, daß wir in größern gen Welt, sehn mich nach Freuden zusammen werewger Freuden: o JEsu, den kommn, und bleiben Fomm nur bald. ungescheiden im himmelischen Thron. 2. Du hast mich ia erlöset 7. Ob Dom Tode und Auferstehen. 741 7. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, Mel. HErr JEfu Christ, derr Noth mich über- dich zu uns wend. maaße jammert im Herzen 860. Hilf, Helfer, mein, will ich gerne in sterben, und trauen mei- Angst und Noth, erbarm nem GOtt: er wird sie dich mein, du treuer GOtt; wohl versorgen, retten aus sich bin ja doch dein liebes aller Noth. Kind, trok Teufel, Welt und aller Sünd. 8. Was thut ihr so sehr zagen, ihr armen Waise- 2. Ich trau auf dich, lein? Sollt euch GOtto GÖtt, mein HErr; Hülf versagen, der speist wenn ich dich hab, was die Raben klein? Frommer will ich mehr? Ich hab Wittwen und Waisen ist ia dich, HErr JEsu Christ; er der Vater treu, trot du mein GOtt und Erdem, der sie beleidet; das löser bist. gläubt ohn alle Scheu. 3. Deß freu ich mich 9. Gesegnt euch GOtt von Herzen fein, bin guder HErre, ihr Vielge- tes Muths und harre dein, liebten mein, trauret nicht verlaß mich gänzlich auf allzusehre über den Ab- dein Namn; hilf, Helfer, schied mein; beständig hilf. Drauf sprech ich: bleibt im Glauben, wir Am't. Nicolaus Selneccer.. werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. Mel. Vater unser im Himmelreich. 10. Nun will ich mich 861. Hier lieg ich armes ganz wenden zu dir, HErr Christ, allein; gieb mir ein melein, kann regen weder seligs Ende, send mir dein Hand noch Bein; von Angst Engelein; führ mich ins mein Herz im Leib zerewge Leben, das du er- springt, mein Leben mit worben hast durch dein dem Tode ringt. VerLeiden und Sterben und nunft und alle Sinn sind blutiges Verdienst. matt, meins Lebens bin. 11. Hilf, daß ich gar nicht ich můd und satt. wanke von dir, HErr JE- 2. Darum, HErr JEsu Christ, den schwachen su, zu mir eil, vertreib Glauben stärke in mir zu des Teufels seurig Pfeil, aller Frist. Hilf mir ritter- der um mich jetzt thut lich ringen, dein Hand brüllen her gleich wie ein mich halt in Acht, daß ich Löw und grimmger Bår, mag fröhlich fingen: GOtt daß mich von deiner Lieb Lob, es ist vollbracht! nicht scheid Anfechtung, Angst und Herzeleid. Christoph Knoll. 3. HErr, laß mich in dem 742 Dom Tode und Auferstehen. dem Reiche dein nur den Zier, mit höchster Herzensgeringsten Diener sein; den angst befallen, Gehör und festen Glauben mir ver- Rede nehmen ab, die Auleih, daß ich gerecht und gen werden mir ein Grab; selig set, erlöset durch dein doch krånkt die Sünde theures Blut von Sün- mich vor allen; des Saden, Tod und Höllenglut. tans Anklag hat nicht Ruh, 4. HErr, wenn mein seht mir auch mit VersuStündlein kommt heran, chung zu. so laß dein Engel um mich 4. Ich höre der Posaustahn, daß sie mein Seel nen Ton, und seh auch in Himmels Saal heim- den Gerichtstag schon, der führen aus dem Jammer- mir auch wird ein Urtheil thal, und sie da bleib in fällen. Hier weiset mein deiner Hand, als dein durchs Gewissensbuch, da aber Blut erworbnes Pfand. des Gesehes Fluch mich Martin Moller. Sündenkind hinab zur Höllen, da, wo man ewig, In eigener Melodie. ewig: Leid! Mord! Jammer! Angst und Zeter! Die Antwort fiehe Nr. 899. 862. Herr, in J ch bin ja, schreit. 5. Kein Geld und Gut deiner Macht, du hast mich errettet mich, umsonst eran dies Licht gebracht, du beut ein Bruder sich, den unterhältst mir auch das andern hier erst los zu Leben; du kennest meiner machen; er muß es ewig Monden Zahl, weißt, wann lassen stehn; wir werden ich diesem Jammerthal auch ewig nicht entgehn, kriegt wieder gute Nacht muß einmal uns der Höllenrageben; wo, wie und wann chen; wer hilft mir sonst ich sterben soll, das weißt in dieser Noth, wo du du, Vater, mehr als wohl. nicht, GOtt, du Todes 2. Wen hab ich nun Tod? als dich allein, der mir in 6. Der Teufel hat nicht meiner letzten Pein mit Macht an mir, ich habe Trost und Rath weiß zu- blos gesündigt dir, dir, zuspringen? Wer nimmt der du Missethat vergiebest. sich meiner Seelen an, Was maßt sich Satan wenn nun mein Leben dessen an, der kein Geset nichts mehr kann, und ich mir geben kann, nichts hat muß mit dem Tode rin an dem, was du, HErr, gen, wenn aller Sinnen liebest? Er nehme das, was Kraft gebricht; thust du es, sein ist, hin. Ich weiß, GOtt, mein Heiland nicht? daß ich des HErren bin. 3. Mich dünft, da lieg 7. HErr JEsu, ich dein ich schon vor mir in gro- theures Gut, bezeug es fer Hiß ohn Kraft, ohn mit selbst deinem Blut, daß Dom Tode und Auferstehen. 743 daß ich der Sünden nicht du preisen mit den Fromgehöre. Was schont denn men, die zu ihrem JEsu Satan meiner nicht, und kommen. schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre. 3. Bei GOtt zu sein verlangt mich sehr; die Luft vermehrt sich mehr und mehr, dich, JEsu, zu umfassen. Solls nicht bald werden, Herzensfürst, daß der, so innig nach dir dürst, werd einmal losgelassen? Heraus spann aus aus dem Loche, von dem Joche den, so schreiet, und den JEsus nur erfreuet. 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Theil, zu tief in deinen Wunden siken. Hier lach ich aller Macht und Noth, es mag Gesek, Höll oder Tod auf mich her donnern oder bitßen. Dieweil ich Johann Caspar Schade. lebte, war ich dein, jetzt kann 864. Sach Gott 3 In eigener Melodie. mein heimgestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt. Soll ich allhier noch langer lebn, nicht widerstrebn, seinm 863. Ich freue mich Willen thu ich mich ervon Was giebest du mich fremder Hand, und hast so viel an mich gewandt? Simon Dach. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. zensgrund auf diesen Tag, 2. Mein Zeit und Stund auf diese Stund, da ich ist, wann GOtt will, ich foll schlafen gehen; wie schreib ihm nicht vor ließlich wird es doch wohl Maaß noch, Ziel; es find thun, wenn mein Leib, gezählt all Härlein mein, sanfte auszuruhn, in sei- betu groß und klein; fållt nem Sarg wird stehen? keines ohn den Willen sein. Erden werden kann nicht schaden, ans Genaden wird erwecken JEsus, was sich hier muß strecken. 3. Es ist allhier ein Jammerthal, Angst, Noth und Trůbsal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit, voll 2. Denk nach, mein Mühsel'gkeit, und wers beHerz, wie wird dir sein denkt, ist immr im Streit. so wohl, so lieblich, süß 4. Was ist der Mensch? und fein, wenn du hast Ein Erdenkloß. Von ausgezogen das Sünden- Muttrleib kommt er nackt Fleid der Sterblichkeit, und bloß, bringt nichts mit und nun der Geist hier sich auf diese Welt, kein aus der Zeit zur Ewigkeit Gut noch Geld, nimmt geflogen; droben loben nichts mit sich, wenn er GOtt, den Weisen wirst hinfällt. BRI 5. Es 744 Dom Tode und Auferstehen. 12. 5. Es hilft kein Reich-| getreuer GOtt für mich thum, Geld, noch Gut, in Tod sein liebsten Sohn m kein Kunst noch Guns, gegeben hat. noch stolzer Muth; vorm Derselbe, mein mi Tod kein Kraut gewach- HErr JEsus Christ, für sen ist, mein frommer all mein Sünd gestorbent Christ; alles, was lebet, ist, und auferstanden mir i sterblich ist. zu gut, der Höllen Glut 6. Heut sind wir frisch, gelöscht mit seinem theugesund und stark, morgen ren Blut. todt und liegen im Sarg; 13. Dem leb und sterb heut blühn wir, wie die ich allezeit, von ihm der Rosen roth, bald frank bittr Tod mich nicht und todt; ist allenthalben scheidt. Ich leb odr sterb, Müh und Noth. so bin ich sein; er ist allein 7. Man trägt eins nach der einig Trost und Hel dem andern hin, wohl aus fer mein. den Augen, aus dem Sinn; 14. Das ist mein Trost die Welt vergiffet unser zu aller Zeit, in allem bald, sei jung odr alt, auch Kreuz und Traurigkeit; unsrer Ehren mannigfalt. ich weiß, daß ich am 8. Ach HErr, lehr uns hingsten Tag ohn alle bedenken wohl, daß wir sind sterblich Klag werd auferstehn aus meinem Grab. allzumal, auch wir allhier kein Bleibens han, müssn all davon, gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 15. Mein lieber frommr getreuer GOtt all mein Gebein bewahren thut; da wird nicht eins vom Leibe mein, sei groß odr klein, umkommen noch Y 9. Das macht die Sünd, du treuer GOtt; dadurch ist kommn der bitter Tod, verloren sein. der nimmt und frißt all 16. Mein lieben GOtt Menschenkind, wie er sie von Angesicht werd ich findt, fragt nicht, weß anschaun, dran zweifl ich Stands odr Ehrn sie sind. nicht, in ewger Freud und 10. Ich hab hie wenig Seligkeit, die mir bereit. guter Tag, mein täglich Fhm sei Lob, Preis in Brod ist Müh und Plag. Ewigkeit. Wenn mein GOtt will, 17. JEsu Christe, so will ich mit hinfahrn GOttes Sohn, der du für im Fried. Sterbn ist mein uns haft gnug gethan, Gwinn und schadt mir ach schleuß mich in die nit. Wunden dein; du bist al11. Und ob mich schon lein der einig Trost und mein Sünd anficht, den- Helfer mein. noch will ich verzagen 18. Amen, mein lieber nicht; ich weiß, daß mein frommer GOtt, bescher uns Dom Tode und Auferstehen. 745 uns alln ein felgen Tod; hilf, daß wir mögen allzugleich bald in dein Reich 866. lich. und Johann Pappus. Mel. Herzlich thut mich verlangen. In eigener Melodie. ch will hang und 865. hab mich GOtt er nicht weifeln in der guten Zuversicht zu dir, JEsu, trotz den Teufeln. Was mein GOtt will, das geschicht. Wenn die Himmel schon vergehn, geben, dem liebsten Va- dieses Wort bleibt ewig ter mein; hier ist kein feste, sollt die Erd auch Immerleben, es muß ge- nicht bestehn: mein Erldschieden sein. Der Tod ser bleibt der Beste. kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in GOttes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt wenn mit Krachen alles vorüber, o Welt, was fällt, wenn aus Furcht acht ich dein? Der Him- das Volk verschmachtet, mel ist mir lieber, da muß JEsus bei der Hand mich ich trachten ein; mich hält: wohl dem, der es nicht mit Sünd beladen, nun betrachtet! weil ich wegfertig bin; in GOttes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. GOttessohn, daß du mich 3. Du hast mir ins Herz geschrieben, allerhöchster 3. Ach selge Freud und willst ewig lieben, mich, Wonne hat mir der HErr mich Asche, Staub und bereit, da Christus ist die Thon. O du große MajeSonne, Leben und Selig- ståt, wer kann deine Treu Feit. Was kann mir doch aussprechen? Nichts vor nun schaden, weil ich bei deine Liebe geht, die dein Christo bin? In GOttes weiches Herz kann brechen. Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Deine Gnad hat angefangen dieses gute Werk in mir, daß ich freudig kann gelangen zu der schmalen Himmelsthür. Du wirst mich auch laffen ein, du, der Weg, die Thür, das Leben: alles wirst du mir 2. Laß die Elemente schmelzen von des letzten Feuers Hitz, laß sich durch einander wälzen Wasser und der Berge Spitz; 4. Gesegn euch GOtt, ihr meinen, ihr Liebsten allzumal, um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual; den rechten Port noch heute nehmt fleißig ia in Acht; in GOt- dann sein, wenn du dich tes Fried und Freuden mir selbst wirst geben. fahrt mir bald all hernach. Johann Leo. 5. Laß die Lampe metner Seele, schönster Him32 mels 746 Dom Tode und Auferstehen. 4. Kein mels- Bräutigam, brennen mich verläßt, so thue du von dem Glaubens- Dele, bei mir das Best. wenn du kommst, o GOtReichthum, tes- Lamm, in der letzten Geld noch Gut, kein fühMitternacht, da man wird ner Heldenmuth hilft vor Posaunen hören; selig, wel des Todes Grimm und cher munter wacht, wenn Wuth. All Ehr und வா sich alles wird verkeh- Gunst und Macht vor ihm ist ganz umsonst. Ach ren. 6. Nun ich weiß, GOtt GOtt, wenn alles mich wird vollführen, was er verläßt, so thue du bei angefangen hat; JEsus mir das Best. wird mich auch regieren 5. Was Schmerz, was durch des Geistes Wunder- Angst und Pein, o GOtt, that, bis auf den Tag, wenn wird um mich sein, wenn allein das hoch dreimal nun der Tod wird brechen heilig Wesen nur wird ein. Wer wird alsdann mein Jehovah sein; dann mit Trost sich meiner nehwird meine Seel genesen. men an? Ach GOtt, wenn Joachim Neander. alles mich verläßt, so thue du bei mir das Best. In eigener Melodie. 6. Wenn mein Gewis867. ein Stünd- sensbuch and des Gesetzes lein geht Fluch, wenn Sünd und dahin, es liegt mir in dem, Satan zum Versuch tritt Sinn, ich bin, auch immer, wider mich, wer ist, der wo ich bin, daß mich der mein erbarmet sich? Ach Tod wird setzen in die letzte GOtt, wenn alles mich Noth. Ach GOtt, wenn verläßt, so thue du bet alles mich verläßt, so thue mir das Best. du bei mir das Best. 7. Wenn Sprach, Ver2. Hier ist kein Aufent- stand und Sinn auf einhalt, der Tod hat die Ge- mal fällt dahin, und ich walt; er frißt und würget nicht mehr bin, der ich Jung und Alt, er reißt bin; wer schreit mir zu, uns fort aus unserm Or- wenn mir der Schmerz läßt den, Stand und Ort. Ach feine Rub? Ach GOtt, GOtt, wenn alles mich wenn alles mich verläßt, verläßt, so thue du bei so thue du bei mir das mir das Best. Best. 3. Kein Rath, kein Ar- 8. Wenn meiner Augen zenei, kein Heulen noch Licht mir ferner leuchtet Geschrei, kein Bruder nicht, und mir das Herz kann mich machen frei, im Leibe bricht vor Angst in aller Welt ist nichts, und Qual; wer führt das endlich mich erhält. mich durch das finstre Ach GOtt, wenn alles Thal? Ach GOtt, wenn al= Dom Tode und Auferstehen. 747 alles mich verläßt, so thuel du, JEsu, stårkefst mich. du bei mir das Best. Wenn die Leibesglieder beben, sucht das Herz fich zu erheben zu GOtt, der mein Heil und Licht: JEsum laß ich nimmer nicht. 9. HErr JEsu, du allein sollst mir in Todespein die beste Hülf und Labsal sein; auf dich will ich die Welt gesegnen williglich. Ach GOtt, wenn alles mich verläßt, so thue du bei mir das Best. 4. Daß ich tåglich schwacher werde, spür ich wohl, doch bin ich froh; denn ich hoffe, schudde Erde, deiner 10. HErr JEsu, nimm los zu werden so. Matmich auf, zu dir in tigkeit läßt sich zwar spůHimmel nauf, wenn ich ren, Beine wollen nicht vollendet meinen Lauf; mehr führen, doch ist mein ich ruf zu dir, so lang ein Lauf drauf gericht: JE= Odem ist in mir: Achsum laß ich nimmer GOtt, wenn alles nich ver- nicht. läßt, so thue du bei mir das Best. Michael Frant. 5. Wunderlich sind GOttes Wege, dessen sich mein Herz erfreut; meine:: schwachen Leib ich lege hingestreckt, doch wird verneut meiner Seelen geistlich Le= diese Glie- ben. Eins nimmt GOtt, Mel. Alle Menschen müssen sterben. 868. a abnehmen der, laß verwesen diesen daß er könn geben Bessers Leib, JEsus giebet alles wieder; wenn ich nur in ihm verbleib, so mag alles von mir fallen. Ejus drum mir nichts gebricht; JEsum laß ich nimmer nicht. 6. Arbeit, Lelden, Müh und Wachen meine Kräfte matten ab; GOtt mags, wie er will, auch machen, 2. Leibeshütte, du magst gnug, HErr, wenn ich dich brechen, irdisch Haus, fall nur hab. Willst du, daß immer ein. Tod, willst du ich langer lebe, darein ich mein Herz durchstechen? mich auch ergebe. Wie wie GOtt will, es mag GOtt will! mein Herze drum sein. Eins weiß ich, spricht: JEsum laß ich und glaub es feste: Was nimmer nicht. GOtt thut, das ist das 7. Wollst ia deinen Knecht Beste. Alles gut, was mir geschicht; JEsum laß ich nimmer nicht. abholen, der so můd und matt, nur bald. Dir set Leib und Seel befohlen, 3. Meine äußern Kräfte liebster Vater, mit mir schwinden, und die Stärk wuit nach Genade und Beverlieret sich; dabei kann lieben; in dem will ich mich ich recht empfinden, wie noch üben, daß mein Sinn 32* bleib alles und in allen bleibet meine Zuversicht: JEsum laß ich nimmer nicht. 748 Dom Tode und Auferstehen. bleib so gericht: JEsum seiner Kammer ohne Sørlaß ich nimmer nicht. gen, sanft und wohl, und verschläft den großen Jammer, dessen jetzt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der nichts affet ab, ihr als lieben kann, der auf seinen Schooß mich seket, und mit höchster Freud ergötet. meine Lieben, lasset ab von Traurigke. Was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr deß 6. In der Welt ist nichts versichert seid, daß ich alle zu finden, nichts als TheuQual und Noth überwun- rung, Pest und Streit, den, und bei GOtt mit den Auserwählten schwebe volund was mehr die großen Sünden bringen für Beler Freud und ewig lebe? schwerlichkeit. Sonderlich kommt noch ein Schwert, das der Christen Herz durch2. Derer Tod soll man beklagen, die dort in der Höllenpein müssen leiden fährt. viel besser, selig alle Plagen, so nur zu erdenken sein; die GOtt aber nimmt zu sich in den Himmel, gleich wie mich, und mit lauter Wollust trånket, wer ist, der darob fich Frånket? sterben, denn durch diesen Zwang verderben! 7. Solcher Noth bin ich entgangen, nichts ist, das mich ångsten kann; Fried und Freud hat mich umfangen, kein kein Feind Joh. Caspar Schade. Mel. Bion klagt mit Angst und Schmerzen. 869. 3. In des HErren JE- darf mich sprengen an; su Wunden halt ich mich ich bin sicher ewiglich in geschlossen ein, da ich alles des HErren Hand, der reichlich funden, wodurch mich ihm zum Eigenthum ich kann selig sein. Er ist erworben, da er ist am die Gerechtigkeit, die vor Kreuz gestorben. GOtt gilt iederzeit. Wer dieselb ergreift im Glauben, dem kann nichts den Himmel rauben. 8. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schützen wider alle Feinde GOttes 4. Niemand sag, ich sei Sohn, der starke Held. umkommen, ob ich gleich Seid und bleibt ihm nur gestorben bin; mein GOtt getreu, seine Gnad ist hat mich hingenommen, täglich neu; wer Betrübte Sterben ist jetzt mein Ge- will berrüben, ber muß winn. Vor dem Unglück wie die Spreu je: ftieben. hat er mich hingerafft so 9. Nun, ich will euch väterlich. Jetzt fann mich dem befehlen, der sich eukein Trubsal pressen, aller ren Vater nennt, der die Angst ist nun vergessen. Thränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt; 5. Der Leib schläft in Vom Tode und Auferstehen. 749 brennt; der wird euch in ein! Wessen wird mein eurem Leid trösten, und zu Vorrath sein? Und wo seiner Zeit in den Ort, da werden meine Lieben nach ich bin, führen, und mit einander hin verstieben? höchster Klarheit zieren. 4. Doch was darf es 10. Da wird uns der dieser Sorgen? Soll ich Tod nicht scheiden, der nicht zu JEsu gehn? Lieuns jetzt geschieden hat; ber heute noch als morGOtt selbst wird uns als- gen; denn mein Fleisch dann weiden und erfreun wird auferstehn. Ich verin seiner Stadt. Ewig, zeih es gern der Welt, ewig werden wir in dem daß sie alles hier behält, Paradies allhier mit ein- und bescheide meinen Erander jubiliren, und ein ben einen GOtt, der nicht englisch Leben führen. fann sterben. Johann Heermann. 5. Herrscher über Tod und Leben, mach einmal mein Ende gut; lehre mich den Geist aufgeben mit 870. ieber Gott, recht wohl gefaßstem wann werd Muth; hilf, daß ich ein ich sterben? Meine Zeit ehrlich Grab neben from= läuft immerhin, und des men Christen hab, und auch alten Adams Erben, unendlich in der Erde nimmerter denen ich auch bin, mehr zu Schanden werde. haben das zum VaterCaspar Neumann. theil, daß fie eine kleine Weil arm und elend sind In eigener Melodie. auf Erden, und dann ſel- 871. Machs mit ber Erde werden. mir, GOtt. 2. Ich zwar will mich nach deiner Güt, hilf auch nicht roidern, zu be- mir in meinem Leiden; schließen meine Zeit; trag was ich dich bitt, versag ich doch in allen Gliedern mir nit: wenn sich mein Samen von der Sterb- Seel soll scheiden, so nimm lichkeit; geht doch immer sie, HErr, in deine Händ; da und dort, einer nach dem ist alles gut, wenn gut antern fort, und schon man- das End. cher liegt im Grabe, den ich wohl gekennet habe. 2. Gern will ich folgen, lieber HErr, du wirst 3. Aber, GOtt, was mirs nicht verderben; werd ich denken, wenn es denn du bist ja von mir wird ans Sterben gehn? nicht fern, ob ich gleich Wo wird man den Leib hier muß sterben, verlasversenken? Wie wirds sen meine lieben Freund, um die Seele stehn? Ach dies mit mir herzlich gut was Kummer fällt mir gemeint. 3. Rubt Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 750 Dom Tode und Auferstehen. 3. Ruht doch der Leib| laden durch dein theuer sanft in der Erd, die Seel heilsam Wort, an allem zu dir sich schwinget; in Ort erschollen. deiner Hand sie unversehrt 4. Er ist das Heil und durch Tod ins Leben drin selig Licht für die Heiget. Hier ist doch nur ein den, zu' rleuchten, die dich Thränenthal, Angst, Noth kennen nicht, und zu weiund Trůbsal überall. den. Er ist deins Volks 4. Tod, Teufel, Hill, Israel der Preis, Ehr, die Welt und Sünd mir Freud und Wonne. können nichts mehr schaDr. Martin Luther. den; bei dir, o HErr, ich Rettung find, ich tröst In eigener Melodie. mich deiner Gnaden; dein 873. Mitten wir aus im Leben und Huld für mich bezahlt sind mit dem Tod umfanhat alle Schuld. gen. Wen suchn wir, der 5. Warum sollt ich denn Hülfe thu, daß wir Gnad traurig sein, weil ich so erlangen? Das bist du, wohl bestehe? bekleidt mit HErr, alleine. Uns reuet Christi Unschuld rein, wie unsre Missethat, die dich, eine Braut hergehe? Ge- HErr, erzürnet hat. Heihab dich wohl, du schnöde liger HErre GOtt, HeiltWelt, bei GOtt zu leben ger, starker GOtt, Heiliger, mir gefällt. barmherziger Heiland, du ewiger GOtt! laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth. Kyrie Johann Hermann Schein. In eigener Melodie, 872. Mit Fried und eleiſon. ich 2. Mitten in dem Tod fahr dahin in GOttes ansicht uns der Höllen Wille; getrost ist mir mein Rachen. Wer will uns Herz und Sinn, sanft und aus solcher Noth frei und stille; wie GOtt mir ver- ledig machen? Das thust heißen hat, der Tod ist du, HErr, alleine. Es mein Schlaf worden. jammert dein Barmher2. Das macht Christus, zigkeit unsre Sünd und wahr GOttes Sohn, der großes Leid. Heiliger treue Heiland, den du mich, HErre GOtt, Heiliger HErr, hast sehen lan, und starker GOtt, Heiliger, macht bekannt, daß er sei barmherziger Heiland, du das Leben und Heil in ewiger GOtt! laß uns Noth und Sterben. nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrie eleison. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen 3. Mitten in der HölGnaden; zu seinem Reich len Angst unsre Sünd uns die ganze Welt heißen treiben; wo solln wir dentit Dom Tode und Auferstehen. 751. denn fliehen hin, da wir] 7. Nun lassen wir ihn mögen bleiben? Zu dir, hier schlafen, und gehn all HErr Christ, alleine. Ver- heim unsre Straßen; schikgossen ist dein theures Blut, ken uns auch mit allem das gnug für die Sünde Fleiß; denn der Tod kommt thut. Heiliger HErreGOtt, uns gleicher Weis. Heiliger, starker GOtt, Hei- 8. Das helf uns Chriliger, barmherziger Hei- ftus, unser Trost, der uns land, du ewiger GOtt! durch sein Blut hat erlöst laß uns nicht entfallen vons Teufels Gwalt und von des rechten Glaubens ewger Pein; ihm sei Lob, Trost. Kyrie eleison. Preis und Ehr allein. Nach Michael Weiße. Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. un laßt uns 874. Net Leib den begraben, daran wir kein 875. Nun lieg ich arer am Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. jüngsten Tag aufstehn, und melein, und ruh in meinem unverweslich hervor gehn. Kämmerlein; ich bin durch einen sanften Tod entgangen aller Angst und Noth. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden, und von der Erd wieder auf stehn, wenn GOttes Posaun wird angehn. 2. Was schadet mir, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seelchen schwebet ohne Leid im Himmelsglanz und Herrlichkeit. 3. Sein Seel lebt ewig in GOtt, der fie allhier aus lauterGnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu einem selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gstorben und lebet doch noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis am füngsten Tag, an welchem GOtt ihn verklären, und ewiger Freud wird gewähren. 3. In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor GOttes Thron allhier; mein JEsulein ist meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. 4. Was frag ich nun nach jenter Welt? Mein Esulein mich füßt und hält; in ihm erfreu ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht fröhlich sein. 5. Mit Weinen war ich erst gebor, zum Jauch6. Hier ist er in Angst zen bin ich nun erkorn; ich gewesen, dort aber wird finge mit der Engelscheer er genesen, in ewiger Freud| das ewig neue Jubeljahr. und Wonne leuchten, wie die helle Sonne. 6. Nichts liebers meine Zunge singt, nichts reiners mei= 752 Dom Tode und Auferstehen. meinen Ohren klingt, nichts Groß und Kleine stehn, zur süßers meinem Herzen ist, himmelischen Christtagsals mein herzliebster JE- freud mit höchster Ehr und sus Chrift. Herrlichkeit. M. Michael Schirmer. 7. Drum, liebe Eltern, höret auf zu klagen meivollkommen worden bald. 876.meins Lebens kurzen bin In eigener Melodie. Wer selig stirbt, ist gnugsam alt. Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 9. Wer auf der Erden lange lebt, derselb auch lang 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Paradeis; da ist mein rechtes Vaterland, an Sünden klebt, muß daran du dein Blut haft streiten oft mit Fleisch und Blut, das manchem weh und bange thut. 10. Ja, leiden muß er Kreuz und Noth, und noch wohl einen langen Tod; hier hab ich schon nach kurzem Streit erlangt die Kron der Herrlichkeit. 8. Bedenket meinen Freudenstand, und wie es in der Welt bewandt; bei euch rumoret Krieg und Streit, hier herrschet Fried und Fröhlichkeit. gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein mein Seele schreit in mir: HErr, hol mich heim, nimm mich zu dir. 4.Drum stark mich durch das Leiden dein in meiner 11. Wie manches Kind letzten Todespein. Dein fällt fich zu Tod, wie man- Blutschweiß mich tröst und ches stirbt in Wassersnoth, erquick, mach mich frei wie leidet manches lange durch dein Band und Qual, eh es kommt aus dem Jammerthal. Strick. 5.Dein Backenstreich und Ruthen frisch der Sünden Striemen mir abwisch; dein Hohn und Spott, dein Dornenkron laß sein mein Ehr, mein Freud und Won. 13. Drum legt die Hand 6. Dein Durst und Galauf euren Mund, und seht lentrank mich lab, wenn ich auf GOtt, der euch ver- sonst keine Stärkung hab; wundt, der euch zu heilen dein Angstgeschrei kommt ist bereit, wenns dienet mir zu gut, bewahr mich eurer Seligkeit. vor der Höllen Glut. 12. Sollt es euch denn nicht tröstlich sein, daß ich so sanft geschlafen ein, daß mir das liebe JEsulein verkürzet meine Todespein? 14. An jenem Tag wir 7. Wenn mein Mund werden gehn, da vor GOtt nicht kann reden frei, dein Geist Vom Tode und Auferstehen. 753 Geist in meinem Herzen Schaar ewig schauen dein schrei. Hilf, daß mein Artlik flar. Martin Böhm. • Seel den Himmel find, wenn meine Augen wer- Mel. HErr JEfu Chrift, den blind. meins Lebens Licht. Wort 877.eu, G laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herz zerbricht. Behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. tes Lammelein, ich leb odr sterb, so bin ich dein; ich bitt, laß mich mit dir zugleich ein Erbe sein in deinem Reich. 9. Dein Kreuz laß sein 2. Denn was wår sonst mein Wanderstab, mein dein Sterbensnoth, so Ruh und Rast dein heil- viel Striemen und Wunges Grab; die reinen Gra- den roth, wenn ich auch betücher dein laß meine nicht der Seligkeit genieSterbekleider sein. Ben sollt in Ewigkeit? 10. Laß mich durch 3. Warum hättst du Deine Nägelmal erblicken dein Leib und Lebn im die Genadenwahl; durch Grab verschlossen und deine aufgespaltne Seit aufgebn, wenn nicht mein mein arme Seele heim Tot durch deinen Tod geleit. verjagt sollt werdt, du 11. Auf deinen Ab- treuer GOtt? schied, HErr, ich trau, 4. Darum, o JEfu, steb darauf mein letzte Heim- mir bei, gewissen Troft fahrt bau. Thu mir die und Hülf verleih; verlaß Himmelsthür weit auf, den nicht, HErr JEsu wenn ich beschließ meins Christ, der mit deinm Lebens Lauf. Blut besprenget ist. 12. Am jüngsten Tag 5. Im Friede laß mich erweck mein Leib, hilf, schlafen ein, und in dir daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welchs das erschrecklich Urtheil hen, HErr. spricht. haben Ruhe fein; ein selges Ende mir bescher, dein Antlit laß mich se6. Ich bitt durchs bitter Leiden dein, laß dies mein letztes Wünschen sein; so wie der Sonnen Glanz, will ich lobenjallezeit dich, o und ähnlich sei deinm HErr GOtt, in Ewigkeit. gleich Georg Weiffel. 13. Alsdann mein Leib erneure ganz, daß er leucht Flarza Leib, auch den lieben Engeln bleib. 14. Wie werd ich dann Mel. Was GOtt thut, so fröhlich sein, werd findas ist wohlgethan. gen mit den Engelein, und 878. treuster E du 32** bift 754 Vom Tode und Auferstehen. bist mein Hirte, Trost ster Freund und Brautiund Leben, mein bester gam, dem ich mich ganz erFreund zu jeder Frist, dem geben; komm bald zu mir, ich ganz mich ergeben: ich nimm mich mit dir aus diebitte dich ganz inniglich, sem See der Leiden ins laß mich doch nicht ver- Reich der ewgen Freuden. derben, went fommt die Johann Angelus. Zeit zu sterben. 2. Steh mir am letzten Ende bei, und hilf mir Mel. Nun ruhen alle Wälder. überwinden; mach mich 879. Welt, ich von meinen Schulden frei, und sprich mich los von lassen, ich fahr dahin mein Sünden; in aller Noth, Straßen ins erge Vatersei mir dein Tod und land. Mein Geist will unverschuldtes Leiden ein mich aufgeben, dazu mein Anblick großer Freuden. Leib und Leben setzen in 3. Erscheine mir zur GOttes gnädig Hand. selben Zeit mit deinen 2. Mein Zeit ist nun offnen Wunden, die du, vollendet, der Tod das Ledaß ich soll sein befreit, aus lauter Lieb empfunden; dein theures Blut fomm mir zu gut, und labe meine Seele in ihrer Freud ich fahr dahin. matten Höhle. ben endet; Sterben ist meir Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und 3. Ob mich gleich hat 4. Und wenn ich nicht betrogen die Welt, von mehr sprechen kann, noch GOtt gezogen durch meinen Mund bewegen, Schand und Büberei; so nimm die schwachen will ich doch nicht verSeufzer an, die sich im zagen, sondern mit GlauHerzen regen. Laß für und ben sagen, daß mir mein für gar süß in mir den Na- Sünd vergeben sei. men Jesus schallen, wenn mirs Gehör entfallen. 4. Auf GOtt steht mein Vertrauen, sein Angsicht 5. Daneben bitt ich, will ich schauen wahrlich treuer GOtt, du wollst durch Esum Christ, der mich ganz umfassen, und für mich ist gestorben, des ja nicht in derselben Noth Vaters Huld erworben; aus deinen Armen lassen. mein Mittler er auch worAch möcht ich doch auch den ist. heute noch die theure 5. Die Sünd mag mir Gunst erwerben, in dei- nicht schaden, erlöst bin nem Schooß zu sterben! ich aus Gnaden umsonst 6. Et nun, so komm zu durch Christi Blut. Kein deinem Lamm, mein Hirte, Werk kommt mir zu FromTroft und Leben, mein be- men; so will ich zu ihm fom Dom Tode und Auferstehen. 755 Fommen allein durch wah- benslauf, mich ganz zu ren Glauben gut. GOtt gewendet, und geh 6. Ich bin ein unnuk jett himmelauf. Sehr matt Knechte, mein Thun ist bin ich von Thränen, mein viel zu schlechte, denn daß Herz ist schwach von Noth, ich ihm bezahl damit das von Seufzen und von ewge Leben; umsonst will Stöhren; drum fomm, o er mirs geben, und nicht nach meinm Verdienst und Wahl. lieber Tod! 2. In allen meinen Jahren, von zarter Ju7. Drauf will ich fröhlich gend an, hab ich es wohl sterben, das Himmelreich er- erfahren, wie schwer die erben, wie er mirs hat be- Himmelsb. hn; ich bin auf reit. Hier mag ich nicht keinen Rosen gegangen mehr bleiben, der Tod thut jederzeit, wie etwa die mich vertreiben, mein Seele| Gottlosen in stolzer Sisich vom Leibe scheidt. cherheit. 8. Damit fahr ich von 3. Was ist der Menhinnen. Welt, thu dich schen Leben? Wenn sie befinnen, denn du mußt aufs allerbest sich können auch hernach. Thu dich hier erheben, so ist es Müh zu GOtt bekehren, und gewest; ia nichts, denn eivon ihm Gnad begehren, tel Sorgen, nur lauter im Glauben sei du auch Gram und Noth, den nicht schwach. Abend als den Morgen; drum ist man lieber todt. 9. Die Zeit ist schon vorhanden; hör auf von Sünd 4. Wie oft hab ich und Schanden, und richt geklaget, gleich wie ein dich auf die Bahn mit Be- Wandersmann: Ach hätt ten und mit Wachen; sonst ich Rast! gefraget: Wann all irdische Sachen sollst komm ich himmelan? werd du gutwillig fahren lan. ich noch lange gehen auf 10. Das schenk ich dir eitler Erden Tand? ach am Ende: Ade, zu GOtt werd ich nicht bald sehen dich wende; zu ihm steht das rechte Vaterland? mein Begehr. Hüt dich 5. GOtt Lob, nun soll vor Pein und Schmerzen, es werden, nun ist die nimm mein Abschied zu Stund herbei, daß ich Herzen, meins Bleibens von dieser Erden soll werift ießt hier nicht mehr. den los und frei. Nun hab ich ausgeklaget, ich hab in meinem Streit Mel. Herzlich thut mich mich ritterlich gewaget; verlangen. die Kron ist mir bereit. Johann Hesse. 880. So hab ich 6. Liebsten, laßt das nun voll- Weinen, es ist ja ohne Noth; endet den schweren Le GOtt eilet mit den Seinen 756 Dom Tode und Auferstehen. nen durch einen selgen Tod,| tet zu dem Licht der Heiden, eh noch viel Trubsal kom- das uns seht in Freuden. men; GOtt weiß, sie drauen 3. Hier hab ich gestritschon. Wohl dem, der nur ten, Ungemach erlitten, genommen zum schönen ritterlich gekämpfet, manHimmelsthron. chen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Thränen mußt ich lassen, weinen ohne Maa7. Wenn ihr euch könnt bedenken, wenn ihr mich lieben wollt, so dürft ihr euch nicht frånken ob diesem Todessold. In diesem Welt- ßent, schwere Gånge lattgebäude hab ich euch ja fen mit der Christen Haugeliebt; drum gönnt mir fen, über Sünde klagen, doch die Freude, die mir Kreuz und Trübsal tragen. mein Heiland giebt. 5. Nunmehr soll sichs 8. Wir werden sein, wenden, Kampf und Lauf verbunden ohn alle Noth sich enden; GOtt will und Leid nach wenig Zeit mich erlösen bald von alund Stunden dort in der lem Bösen. Es soll besſer Ewigkeit. Da wird uns werden, als es war auf GOtt verneuen, da wer- Erden. den wir uns auch recht mit einander freuen nach himmelischem Brauch. 6. Frieden werd ich fintden, ledig sein von Sunden, und auf allen Seitent 9. Ade! nun muß ich nicht mehr dürfen streiten; scheiden, zu tausend gute mich soll ganz umgeben Nacht, zur Himmelslust himmlisch Freudenleben. und Freuden; ihr Liebsten, 7. Mir ist beigeleget, seid bedacht, wie ihr mich wo man Zepter tråget, wollet finden im schönen eine schöne Krone zum Paradeis, da eitel Uleber- Genadenlohne; da werd winden. Ei gute Nacht, ich ergötet und zur Ruh ich reiſ. Joachim Pauli. gesehet. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer. Frih881* ohne will Mel. GOttes Sohn ist kommen. Err, nun laß lebenssatt und müde, deier mich aufwecken. uen Diener fahren zu den 9. Dieser Leib soll gehen Himmelsschaaren; selig und in Klarheit stehen, und im Stillen, doch nach wenn die Todten werden deinem Willen. erstehn von der Erden. Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Thme will ich fingen, Lob und Ehre bringett, 2. Gerne will ich sterben und den Himmel er ben; Christus mich geleitet, welchen GOtt berei Dom Tode und Auferstehen. 757 gen, rühmen seine Güte| Wonne, voll Seligkeit, wo mit Seel und Gemüthe, allezeit GOtt selbsten ist preisen seinen Namen ohn die Sonne. Aufhdren. Amen. The thes David Böhm. 5. Der Herzog meines Lebens ist durch Tod zum Leben gangen und ich werd auch zu meinem Christ auf diesem Weg gelangen; der lebte Schritt zur SeligMel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 882.( o fomm, geSterben. Ist er, mein Haupt, in Herrlichkeit, wie kann sein Glied verderben? 6. Drum zage nicht, mein den. Ach liebster Tod, schwacher Sinn, verlaß den komm bald heran, ich warte Leib der Erden; wirf alles mit Verlangen, in weißen Eitle willig hin, die Erd Kleidern angethan, vor muß Erde werden. Die GOttes Thron zu prangen. Seele bleibt in GOttes 2. Ihr schwachen Glie- Hand bei solchem Wohlder scheuet zwar, so früh vergnügen, das nur der entseelt zu werden, die Geist und kein Verstand Seele selbsten kann nicht anießt begreifen mögen. gar ohn alle Pein der Erden, darinnen sie bisher gelebt, den letzten Abschied sagen. Bald ist sie freu- der Seele vorig Kleid auch denvoll, bald schwebt sie aus dem Staub erwecken wieder voller Zagen. und ewig herrlich machen 7. Auch wird die schöne Freudenzeit am End der Zeit entdecken, daß Gott 3. Doch, JEsu, deine kann; da wird sein volle Liebe macht mir alle Furcht Wonne, wenn wir mit verschwinden; ich werd in Klarheit angethan dort dieser Todesnacht dich Le- leuchten wie die Sonne. bensfürsten finden. Ich 8. An uns stirbt nichts finde, ia ich halte dich, als Sterblichkeit, wir selbst mein Leben, mein Verlan- sind unverloren; der Leib gen; mein Leben, du wirst wird nur der Last befreit, selber mich mit deinem und himmlisch neu geboLicht umfangen. ren. Denn was man hier 4. Drum sterb ich nicht verweslich såt, was hier in diesem Tod, der Tod verdirbt im Dunkeln, das ist nur mein Leben; nach wird, sobald es aufersteht, kurzem Kampf, nach fur- voll Glanz und Schönheit zer Noth ist dort ein ewig funkeln. Schweben voll Herrlichdesstund, komm, Ausgang meiner Leiden; ich seufz aus diesem Sündengrund nach jenen Himmelsfreu9. Drum gebt, ihr schwakeit, voll Ruh und Freud, chen Glieder, ihr euch wilvoll Fried, voll Trost, voll lig hin der Erden; es wird von 758 Dom Tode und Auferstehen. von eurer Zahl und Zier| mich selig abscheiden, ſek qar nichts verloren wer- mich in dein Erbgut. den. Die Haut, die vor- 3. In meines Herzents mals euch bedeckt, wird Grunde dein Nam und dort mich wieder kleiden, Kreuz allein funkelt all Zeit wenn ich, in meinem Fleisch und Stunde, drauf kann erweckt, beschaue GOttes ich fröhlich sein. Erschein Freuden. mir in dem Bilde, zu Trost in meiner noth, wie du, HErr Christ, so milde dich hast geblut zu todt. 10. Dem ich im Glauben hier gedient, der wird mich dorthin bringen, wo tausend, tausend vor ihm 4. Verbirg mein Seel sind, und ewig Heilig fin- aus Gnaden in deine offgen. Da werd ich seine ne Seit; růck fie aus allem Herrlichkeit mit meinen Schaden zu deiner HerrAugen sehen, und was in lichkeit. Der ist wohl hier Zeit und Ewigkeit von ihm gewesen, wer kömmt ins mir Guts geschehen. Himmels Schloß; der ist ewig genesen, der bleibt in deinem Schoos. 11. GOtt selbst mit seinem Angesicht wird ewig mich erquicken; so werd 5. Schreib meinen Namn ich auch in seinem Licht aufs beste ins Buch des mir selbten ihn erblicken. Lebens ein, und bind Herrlichkeit, wie find mein Seel fein feste ins ich mich, wenn engelreine schöne Bündelein der, Seelen mit sonnenklaren die im Himmel grünen Leibern sich vor GOttes und vor dir leben frei, Stuhl vermählen! so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger In eigener Melodie. 883. VALEt will ich dir ge= ben, du arge, falsche Welt, dein fündlich böses Leben 884. Beil nichts durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut woh- ist als Sterben, und bald nen, hinauf steht mein Be- vielleicht die Reih an mir, gier; da wird GOtt ewig so will ich mich bei Zeit lohnen dem, der ihm dient bewerben um ein recht seallhier. ligs Sterben hier. Ich 2. Rath mir nach deinem will erst sterben, eh ich Herzen, o JEsu, GOttes sterb, daß ich im Tode Sohn! Soll ich ja dul- nicht verderb. den Schmerzen, hilf mir, 2. Weil aber dies ist eine HErr Christ, davon. Ver- Sache, die nicht in Menkürz mir alles Leiden, stårk schenkräften steht; so weiß meinen blöden Muth; laß ich, wie ichs klüglich mache, daß Mel. Wer nur den lieben GOtt läst walten. Vom Tode und Auferstehen. daß mein Vorhaben doch dich mir fortgeht. Ich laufe gerade Heer. zu dem Mann, der zum Wohlsterben helfen kann. 8. Ich bitt mir aus dein heilge Wunden zur Ruh, 3. Das ist mein JEsus, dein Wort zur Arzenei, der sein Leben für meines deins Leidens Kraft zur bat geopfert auf, mir sein letzten Stunden, das VaterVerdienst zum Trost gege- herz, des Trösters Treu, ben, sein Blut zu meiner dein Blut zur Kron und Seelen Kauf, und mir Sterbekleid, zuletzt zum durch seine Todesnoth er- Grabe deine Seit. worben einen selgen Lod. 9. Auf diese Weise mag 4. Ach liebster Schatz, ich sterben in kurzem oder gedenk doch meiner, und über lang, mir ist als eihalte bei mir redlich aus; nem Himmelserben und laß allzeit mich genießen GOtteskinde gar nicht deiner, und reiß aus aller bang. Die GOtteslieb, das Noth mich raus; denn JEsusblut machts schon ich will habn in diesem mit meinem Ende gut. Nun mit niemand als mit dir zu thun. Christian Weiſe. 759 mir mit deinem 5. Laß mich abfterben Mel. Wenn mein Stündmeinen Sünden durch lein vorhanden ist. fete Neu und wahre 885. WeLodesenn ich in Buß; im Glauben mich mit dir verbinden, und nöthen bin, und weiß kein lernen, daß ich sterben Rath zu finden, so nehm muß, damit ich mich all ich meine Zuflucht hin zu Augenblick zu einem sel- Christi Tod und Wunden; gen Sterben schick. darinnen find ich Hülf und Rath widr GOttes 3orn und Missethat, auch wider Tod und Hölle. 2. Es ist kein Schmerz, fein Leid, kein Noth, kein Angst so groß auf Erden, so nicht durch Christi Wunden roth geheilet fönnte werden. Sein Tod mein 7. Bereite mich von Leben und Gewinnst, mein aus und innen, wie du Hoffnung, Zuflucht und mich selber haben willt, Verdienst, mein Schat, den Glauben mehr, stårk mein Ehr, mein Krone. meine Sinnen, und sei 3. Er streckt am Kreuz für mich stets Sonn und aus Hånd und Füß, mich Schild; die Sünde tilg, freundlich zu umfangen; dem Satan wehr, und jete sein aapt seigt er i zu 6. Ich gebe dir zu treuen Hånden, HErr, meine Seel, dein Eigenthum. Das Deine mag ich nicht entwenden, es bleibet dein zu deinem Ruhm. Gieb du nur selber Achtung drauf; HErr JEsu, meinen Geist nimm auf. 760 Vom Tode und Auferstehen. zu einm Kuß aus herz- den; nun ist alls Leid lichem Verlangen; sein und Traurigkeit aus meiSeite er eröffnen ließ, daß nem Herzn verschwunden. ich darin mög schauen Fahr hin, mein Seel, süß sein Herz, sein Lieb GOtt wartet dein mit und Treue. seinen lieben Engelein, 4. Das ist die Thür der führt dich ins Himmels Gnaden fest, die uns stets Saale. Johann Kämpf. offen stehet. Gleichwie GOtt Noah bauen läßt In eigener Melodie. ein Kasten, drein er ge- 886. Menn mein het zur groß mit all den Seinn: also lein vorhanden ist, und ich sind Christi Wunden rein soll fahrn mein Straße, die Thür zum Gnaden- so g'leit du mich, HErr throne. JEsu Christ, mit Hülf 5. Darein will ich mich mich nicht verlasse. Mein finden fein, und mich dar- Seel an meinem letzten in verdecken, gleichwie ein End befehl ich dir in klein Waldvögelein im deine Hånd: du wollst fie hohlen Baum verstecken, mir bewahren. bis Ungewittr vorüber geht; also will ich mich finden stet zu Christ, dem Baum des Lebens. 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein Gwissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie 6. Moses schlug einen Sand am Meer: doch Felsen hart, daß Wasser will ich nicht verzagen; draus that fließen; also gedenken will ich an dein ward Christi Seite zart Lod, HErr JEsu, und mit einem Speer geris- dein Wunden roth, die sen, daraus viel Blut und werden mich erhalten. Wasser floß; der Gnaden- 3. Ich bin ein Glied an brunn sich da ergoß, der deinem Leib, deß tröst ich mich im Tod erquicket. mich von Herzen; von dir 7. O ewger Vater ins Himmels Thron, laß mich von hinnen scheiden. JEsu Christe, GOttes Sohn, du willst mich ich ungeschieden bleib in Todesnoih und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir mit auch geleiten. heilger deinem Tod erworben. Geist, thu auf die Thur, 4. Weil du vom Tod und mich zum Baum des erstanden bist, werd ich Lebens führ, und zum im Grab nicht bleiben; Brunn der Genaden. mein höchster Trost dein 8. Nun fühl ich Schutz, Auffahrt ist, Todsfurcht Trost, Ruh und Freud kann fie vertreiben; denn in deinen heilgen Wun- wo du bist, da komm ich hin Dom Tode und Auferstehen. 761 hin, daß ich stets bei dir ewgen Tagen mit der leb und bin; drum fahr größten Freude tragen. ich hin mit Freuden. 4. Drum, o Seele, sei doch fertig, eile, daß du fommest dar, weil da dei5. So fahr ich hin zu JEsu Christ, mein Arm thu ich ausstrecken, so ner auch gewärtig ist der schlaf ich ein und ruhe fein, Auserwählten Schaar, die, kein Mensch kann mich viel tausend an der Zahl, aufwecken, denn JEsus ießt schon kommen allzuChristus, GOttes Sohn, mal an die Himmelsthür der wird die Himmelsthür gegangen, dich mit Freuaufthun, uns führn zum den zu empfangen. ewgen Leben. Nicolaus Hermann 1-4. 5. Es sind dabei viel der Deinen, deren Wunsch von Herzen ist, daß du mdgest bald erscheinen, weil du sehr willkommen bist. mun- Denke, wie dir wird geter, liebe schehn, wenn du die wirst Seele, balde wird es sein wiedersehn, welche dir vor gethan, daß du aus des vielen Jahren durch den Leibes Höyle dich recht Tod aenommen warett. schwingest himmelan. All 6. Diese auserwählten dein Leiden, Kreuz und Frommen, auch die EnNoth endet sich nun durch gel, werden dich heißen den Lod. Nunmehr wirst tausendmal willkommen, du überwinden, und ein und dich führen prachtigbesser Leben finden. lich hin zu deines GOt2. Siehe, wie viel En- tes Thron, allwo sie mit gel schweben um dein schönem Ton werden ihren Bette, welche dir das Dank erweisen, und GOtt Geleite wollen geben hin herzlich dafür preisen. bis an die Himmelsthur! 7. Lob und Preis mit Siehe doch, GOtt sen vielen Ehren sei dir, det schon her von seinem HErr, daß unsre Zahl sich hohen Thron den Tri- noch täglich muß vermehumph- und Ehrenwagen, ren, bevor ab daß diesesder dich soll gen Himmel mal gegenwärtig frommes tragen. Kind auch nunmehr sich 3. GOtt begehret, du bei uns findt. Laß doch sollst kommen zu ihm bald die andern Frommen nauf, er wartet dein, und will dir bei andern Frommen räumen deine Stelle 8. Dein GOtt selbst ein. Er hat auch das weiße will dich empfangen mit Kleid und die Kronen schon viel Lieb und Freundlichbereit, die du sollst zu keit; dir abwischen von den Wanaus der Welt auch zu uns kommen. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 887. Werde erde 762 Dom Tode und Auferstehen. Wangen alle Thränen, so Christi Blut, machs nur das Leid dir hier ausge- mit meinem Ende gut. presset hat. Er wird an 2. Es kann vor Nachts derselben Statt dir sein leicht anders werden, als himmlisch Freudenleben in es am frühen Morgen Befik auf ewig geben. war; denn weil h leb 9. Da wirst du alsdann auf dieser Erden, leb ich in von Sünden, Kreuz und steter Todsgefahr. Mein Elend wissen nicht; lauter GOtt, ich bitt durch ChriWonne wirst du finden, sti Blut, machs nur mit und vor GOttes Ange- meinem Ende gut. ficht bis in alle Ewigkeit 3. HErr, lehr mich stets leben in der Herrlichkeit, mein End bedenken, und, die dein JEsus dir erwor- wenn ich einstens sterben ben, als er für dich ist muß, die Seel in gestorben. Esu Wunden senken, und ja 10. Nun denn, liebe nicht sparen meine Buß. Seele, reise hin zu deinem mein GOtt, ich bitt durch lieben GOtt. Wohl dir, Christi Blut, machs nur daß auf solche Weise sich mit meinem Ende gut. beschließet deine Noth. 4. Las mich bet Zeit Lebe wohl in Ewigkeit, mein Haus bestellen, daß freue dich der Seligkeit, ich bereit sei für und für, da dirs mehr, als wir und sage frisch in allen verstehen, ohne Ende wohl Fällen: HErr, wie du wird gehen. willst, so schicks mit mir. mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur 11. Aber weh uns, die wir müssen in der Welt noch bleiben hier, und an- mit meinem Ende gut. noch nicht können wissen, 5. Mach mir stets zufwann wir dürfen folgen kersüß den Himmel, und dir. GOtt, fich uns auch gnädig an, hilf, wie du jetzt haft gethan, daß uns bald von allem Bösen mög ein sanfter Tod erlösen. Christoph Gensch von Breitenau. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. gallenbitter diese Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigfeit sei vorgestellt. Mein GOtt, ich bitt durch Chrifit Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach Vater, deck all 888. We Wer weiß, meine Sünde mit dem wie nahe Verdienste JEsu zu, darmir mein Ende; hin geht ein ich mich fest gläubig die Zeit, her kommt der winde, das giebt mir recht Tod. Ach wie geschwinde erwünschte Ruh. Mein und Schende kanr kommen GOtt ich bitt durch Chrimeine Todesnoth. Mein fri Blut, machs nur mit GOtt, ich bitt durch meinem Ende gut. 7. Ich Vom Tode und Auferstehen. 763 7. Ich weiß, in JEsu get, wie es mein GOtt Blut und Wunden hab ich füget, ich glaub, und bin mir recht und wohl ge- es ganz gewiß: durch deine bett; da find ich Trost in Gnad und Christi Blut Todesstunden, und alles, machst dus mit meinem was ich gerne hätt. Mein Ende gut. Aemilie Juliane, GOtt, ich bitt durch Chri- Gräfin v. Schwarzb.- Rudolst. sti Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 8. Nichts ist, das mich ich von JEsu scheide, nichts es sei Leben oder Tod; leg die Hand in seine Seite, und sage: Mein HErr und mein GOtt! Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. Mel. Ich hab mein Sach GOtt heimgestellt. 889. mie fleugt Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit; wie winig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der tråge Mund! 9. Ich habe JEsum an- 2. Das Leben ist gleich gezogen schon längst in mei- wie ein Traum, ein nichtesner heilgen Lauf; du bist werther Wasserschaum; im mir auch daher gewogen, Augenblick es bald vergeht, hast mich zum Kind ge- und nicht besteht, gleichwie nommen auf. Mein GOtt, ich bits durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. thr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist, ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich 10. Ich habe JEsu Fleisch gegeffen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst allein bei JEsu bin. du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm, und er in mir. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende qut. 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, mag. daß mirs mit JEsu glückt; 5. Was hilft die Welt ich bin und bleib in deinen in letter Noth? Lust, Ehr Sorgen, mit JEsu Blut und Reichthum in dem Tode schön ausgeschmückt. Mein Mensch, du läufst dem GOtt, ich bitt durch Chri- Schatten zu, bedenk es nu, sti Blut, machs nur mit du kommst sonst nicht zu meinem Ende gut. wahrer Ruh. 4. So lang ich in der Hütten wohn, ei, lehre mich, o GOttes Sohn; gieb, daß ich zähle meine Tag, und munter wach, daß eh ich sterbe, sterben 12. Ich leb indeß mit dir vergriaet, und sterb ohn alle Kümmernis; mir gmi6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt; das 764 Vom Jüngsten Gericht. such ich nur, das bleibet| vor deinem Throne steh? mir, o mein Begier, HErr Du unterdessen lehre mich, JEsu, zeuch mein Herz daß stetig ich mit Flugem nach dir. Herzen suche dich. Joachim Neander. 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh, und bald II. Vom Jüngsten Gericht. 890. Du mir die Haar empor, mein Mel. Kommt her zu mir, Herz fühlt Angst und spricht GOttes Sohn. Schrecken. Ihr hohen Hufiehest, gel, heb ich an, ihr Berg Mensch, und was sich stürzen kann, wie fort und fort der eine fallt her, mich zu bedecken. hier, der andre dort uns 6. HErr JEsu, meine gute Nacht muß geben; Zuversicht, ach laß dein der Tod hält keinen anstrenges Zorngericht, ach dern Lauf, er sagt zuleht laß es mir nicht schaden. die Wohnung auf uns al- Beut an dem Vater den len, die wir leben. Vertrag, damit ich freudig hören mag den süßen Spruch der Gnaden. 2. Bedenk es weislich in der Zeit, und fleuch den Schlaf der Sicherheit, sei augenblicklich wacker; denn wiß, es bleibet dabei nicht, daß man dich hin aus diesem Licht trägt auf den GOttesacker. 7. Gieb, daß ich mich bei gutem Sinn, und weil ich noch bei Kräften bin, zum Sterben fertig halte, und nicht, o JEsu, meine Lust, begriffen in der Sünden 3. Wir werden aus den Wust, zum ewgen Tod Gräbern gehn, und alle erfalte. Simon Dach. vor Gerichte stehn, das Christus selbst wird hegen, Mel. Nun freut euch, liewenn auf der Engel Feldben Christen gmein. geſchrei die Glut das große 891. ich an der s ist gewißWeltgebau wird in die Asche legen. Herrlichkeit, Zeit, daß GOttes Sohn 4. Alsdann wird erstlich wird kommen in seiner aller Welt Belohnung wer- großen den zugestellt, die Sünder richten Bös und Fromsollen büßen, und ihnen men. Dann wird das ohn Betrug und Schein Lachen werden theur, wenn selbst Kläger, Richter, Hen- alles wird vergehn im ker sein, verdammt durch ihr Gewissen. Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welt ihr 5. Ach GOtt, kommt mir dies Urtheil vor, so steigen Dom Jungsten Gericht. 765 ihr Ende; darauf bald den bang von wegen viewerden auferstehn all Lod- ler Plage. Komm doch, ten gar behende; die aber komm doch, du Richter noch das Leben han, die groß, und mach uns in wird der HErr von Stun- Genaden los von allem den at verwandeln und Uebel, Amen. verneuen. Bartholomäus Ringwaldt. 3. Danach wird man ablesen bald ein Buch, In eigener Melodie. darin geschrieben, was alle 892. Es wird schter Menschen, jung und alt, auf Erden han getrieben; Tag herkommen, denn da denn gewiß ein jeder die Bosheit hat sehr zumann wird hören, was genommen; was Christus er hat gethan in seinem hat vor gesagt, das wird ganzen Leben. jetzt beklagt. 4. web demselben, 2. Der Abfall vom welcher hat des HErren Glauben wird erfahren, Wort verachtet, und nur daß er sei geschehn vor auf Erden früh und spat langen Jahren, wie Paunach großem Gut getrach- lus, der fromme Mann, tet! Der wird fürwahr gar klärlich zeiget an. kalt bestehn, und mit dem Satan müssen gehn von Chrifto in die Hölle. 3. Der verdammte Sohn hat lang gesessen in dem Tempel GOttes hoch vermessen, sich gerühmt und sein Gebot, gleich als war er GOtt. 5. O JEsu, hilf zur sel ben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden; dar4. Viel falsche Propheten find erstanden, ja noch an ich denn auch zweifle Rotten undSekten vorhannicht; denn du hast ja den Feind gericht, und meine Schuld bezahlet. 5. Weil uns nun der 6. Derhalben mein Für- antichristisch Orden durch sprecher sei, wenn du nun GOttes Wort offenbar ist wirft erscheinen, und lies worden, so laßt uns fliemich aus dem Buche frei, hen mit Fleiß seine Lehr ddarinnen stehn die Deinen; und Weis. den, die mit ihrer That und Lehr der Welt schaden sehr. auf daß ich sammt den 6. Laßt uns in den Brüdern mein mit dir Bund des HErren treten, geh in den Himmel ein, und darinnen stets wachen den du uns haft erworbent, und beten; denn der letzte 7. O JEsu Christ, du Tag geht her, kommt uns machst es lang mit dei- immer nähr. nem jungsten Tage; den 7. Die Welt mehret fich Menschen wird auf Er- in Sünd und Thorheit, und 766 Dom Jüngsten Gericht. und trachtet zu dampfen da meintet ihr, es war GOttes Wahrheit; der nichts vor mir. HErr wirds lassen geschehn, ihr also zusehn. 16. Weicht von mir, all ihr Vermaledeiten, in das Feuer, welchs vor langen sie hab gewonnen, und sei Zeiten allen Teufeln ist allem Ungelůck entronnen, bereit für ihre Bosheit. 8. Aber wenn sie meint, wirds ihr erst mit aller Macht kommen hundertfach. 9. Große Plag wird sie sen in unaussprechlicher plößlich umgeben, und ihr Pein, der kein End wird alle Schöpfung widerstre- sein. ben; da wird Christus kom- 18. Aber sein Volk, von men frei, daß er Richter sei. diesen gescheiden, wird er 10. Und er wird seinen führen zur himmlischen Erzengel schicken, und alle Freuden, wo es wie der Gestorbnen lassen wecken, Sonnenschein ewiglich daß sie allsammt auferstehn, wird sein. und vor ihm gestehn. 17. Damit werden sie zur Höllen müssen, und daselbst ihre Untugend bů15. So ihr doch Gottfeligkeit verachtet, und nur nach Untugend habt getrachtet: ich schwieg, und 19. Ei nun, HErre, steh uns bei auf Erden, und bereit uns, daß wir würdig werden, zu schauen in Ewigkeit deine Herrlichkeit. Michael Weiße. 11. Dann wird er zu seinen Engeln sprechen: Nun will ich mich an mein Feinden rächen; wer wider mich hat gethan, wird nehmen sein Lohn. 12. Versammlet mir ber mein Auserkornen, alle Gläubigen und Neugebor- 893. Fuju Türst der Fürsten, nen, die meinen Bund wohl bedacht treulich han Christ, der der Erden Richvollbracht. ter bist, nimm dich meiner Seel jetzt an, daß ich dort bestehen kann. 13. Und die werden sie zur Rechten stellen, wo der HErr ein lieblich Urtheil fällen, sie wird sehen gwaltiglich in die Luft bei sich. 14. Aber zun Gottlosen wird er sprechen: Nun wohlan, ich werde mit euch rechnen; warum habt ihr meinen Bund genommen in Mund? Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 2. Schreib mich in das Lebensbuch zu einm süßen Gottsgeruch, daß dein Grimm mich schrecke nicht, wenn du halten wirft Gericht. 3. Siehe mich genadig an, wie du Petro haft gethan; las mich, wie die Magdalen, wohl getröstt von hinnen gehn. 4. Wie Matthão in dem Zoll und Zachão hoffnungsvoll Vom Jüngsten Gericht. 767 5. Laß mich bei den Lammern stehn, wenus Gerichte wird angehn; laß voll, wie dem Schächer fürwahr kein Scherzen. sei mir huld, und vergieb Drum wenn ich dieſe mir alle Schuld. lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden mich deiner rechten Hand, weit und breit so schreckliebster Jesu, sein bekannt. lich als die Ewigkeit. 6. Laß mich hören, wenn 4. Wenn der Verdammdein Mund den freudrei- ten große Qual so manchen Spruch thut kund: ches Jahr, als an der Zahl Kommt, die ihr gebenedeit, hier Menschen sich ernähin das Reich der Herrlich- ren, als manchen Stern feit! der Himmel hegt, als manches Laub die Erde trägt, noch endlich sollte währen, so wäre doch der Pein zuleßt ihr recht bestimmtes Ziel gesetzt. 5. Nun aber, wenn du die Gefahr viel hundert 894. Ewigkeit, tausend, tausend Fahr haft D du Don- kläglich ausgestanden, und Die nerwort, o Schwert, das von den Teufeln solcher durch die Seele bohrt, o Frist ganz grausamlich geAnfang sonder Ende! martert bist, ist doch kein Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Schluß vorhanden. ich weiß vor großer Trau- Zeit, so niemand zählen rigkeit nicht, wo ich mich kann, die fånget stets von hinwende. Mein ganz er- neuem an. schrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen flebt. 6. Ach GOtt, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht so hart 2. Kein Unglück ist in im Pfuhl der Schmerzen. aller Welt, das endlich Auf kurze Sünden dieser mit der Zeit nicht fällt, Welt hast du so lange und ganz wird aufgeho- Pein bestellt. Ach nimm ben; die Ewigkeit hat dies wohl zu Herzen, benur kein Ziel, fie treibet tracht es oft, o Menfort und fort ihr Spiel, schenkind; kurz ist die Zeit, läßt nimmer ab zu toben; der Tod geschwind. ja, wie mein Heiland selber 7. Ach fliehe doch des spricht: aus ihr ist kein Teufels Strick; die WolErldsung nicht. luft kann ein Augenblick 7. Daß ich voller Freuden sei, und mich dir nah, froh und frei, daß ich deiner Gütigkeit danke bis in Ewigkeit. 3oh. Angelus. In eigener Melodie. 3. Ewigkeit, du und länger nicht ergötzen; machst mir bang; o ewig, dafür willst du. dein armé ewig! ist zu lang, hier gilt Seel hernachmals in des Teu 768 Vom Jüngsten Gericht. Teufels Höhl, o Mensch, Mann, der dieses Werk zum Pfande setzen; ia aussprechen kann? schöner Tausch, ja wohl 12. Ewigkeit, du gewagt, das bei den Teu- Donnerwort, o Schwert, feln wird beklagt. das durch die Seele bohrt, 8. So lang ein GOtto Anfang sonder Ende! im Himmel lebt und über Ewigkeit, Zeit ohne alle Wolken schwebt, wird Zei, ich weiß vor großer solche Marter währen; es Traurigkeit nicht, wo ich wird sie plagen Kålt und mich hinwende; nimm du Hiz, Augst, Augst, Hunger, mich, wenn es dir gefällt, Schrecken, Feur und Blitz, HErr JEsu, in dein Freuund sie doch nicht verzehren. Denzelt. Johann Rift. Dann wird sich enden diese Pein, wann GOtt nicht Mel. Nun last uns den mehr wird ewig sein. Leib begraben. 9. Bach auf, o Mensch, 895. mensch, be Sündenvom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, denk den Tod, der letzten und besre bald dein Leben. Stunde Angst und Noth, Wach auf, es ist doch hohe mach dich mit wahrer Zeit; es kommt heran die Buß bereit, zu leben in Ewigkeit, dir deinen Lohn der Ewigkeit. zu geben. Vielleicht ist 2. Besißest du die ganze heut der letzte Tag: wer Welt mit höchster Ehr weiß noch, wie man ster- und allem Geld, erfreut ben mag? es dich ein kleine Zeit und 10. Ach laß die Wol- dienet nicht zur Ewigkeit. 3. Erschallt in deinen Ohren nicht: Thr Todten, kommet vor Gericht? Ift doch der jüngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. luft dieser Welt, Pracht, Hoffahrt, Reichthum, Ehr und Geld dir langer nicht gebieten; schau an die grose Sicherheit, die falsche Welt und böse Zeit, zusammt des Teufels Wüthen. Vor allen Dingen hab in Acht die vorerwähnte lange Nacht. 4. Wenn du begehreft GOttes Huld, so meid der Sünden schwere Schuld, die wider deine Seele fireit, 11. du verfluchtes so bist du frei in Ewigkeit. Menschenkind, von Sin- 5. linzählig ist der Sternen toll, von Herzen blind, ne Heer, die Tropfen und laß ab die Welt zu lie- der Sand am Meer: doch ben. Ach, ach soll denn haben sie Maaß, Ziel und die Höllenpein, da mehr Zeit, und gleichen nicht denn tausend Henker sein, der Ewigkeit. ohn Ende dich betrüben? 6. Befinn und denke Wo ist ein so beredter fort und fort, was Ewig für Vom ewigen Leben. 769 für cin Donnerwort. Ach vom Himmel pråchtig, von keiner Zeiten Zeit befreit Gnaden stark, von Wahrdie Ewig- Ewig- Ewigteit! heit machtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werachet auf, te Kron, JErr JEsu, ruft uns GOttes Sohn! Hosianna. Wir folgen all zum Freudensaal, und halten mit das Abendmahl. In eigener Melodie. 896. die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt 3. Gloria sei dir gesundiese Stunde; fie rufen gen mit Menschen- und uns mit hellem Munde: englischen Zungen, mit Wo seid ihr klugen Jung- Harfen und mit Cymfrauen? Wohl auf, der beln schön. Von zwölf Brårtgam kömmt! Steht Perlen sind die Pforten auf, die Lampen nehmt! an deiner Stadt, wir sind Hallelujah. Macht euch Consorten der Engel, hoch bereit zu der Hochzeit; ihr um deinen Thron. Kein müsset ihm entgegen gehn. Aug bat je gespürt, kein 2. Zion hört die Wach- Ohr hat mehr gehört solter singen, das Herz thut che Freude; deß sind wir ihr vor Freuden springen, froh, io, io! ewig in dulfie wachet und steht eilend ci jubilo. Philivy Nicolai. auf. Ihr Freund kommt III. Vom ewigen Leben. ound hohn giebet fie jum Neid, Verfolgung, Spott besten Lehn. Ach du schnd897. Ach wer schon des Weltgetümmel, wäre im Himmel ich aus dir im Himmel! Mel. Fren dich sehr, meine Seele. wäre, liebster GOtt, bei 3. Wie wohl wird mir dir, bei dir! Höre doch, doch geschehen, wenn ich mein Schöpfer, höre, und immer die GOttheit kann laß mich nicht länger hier. in drei Personen sehen Ich muß ja sein, wo du und der Dreien Einigkeit; bist, wo mein Schatz, mein wenn ich sehe GOtt, das JEsus ist; ich muß aus Licht, GOttes heilig Andem Weltgetümme!, weil gesicht; o wer aus dem mein Tröster ist im Himmel. Weltgetümmel bei Gott 2. Hier fann ich kein wäre dort im Himmel! Gnugen finden in der bösen 4. Keine Ruhe kann ich Fammerwelt; denn sie ist haben hier in dieser Zeitvoll lauter Sünden, ihr lichkeit. Will Wollust, ganz Wesen mir mißfällt. Geld, Gut mich laben: 33 weg, 770 Vom ewigen Leben. weg, weg mit der Eitel- dieser Zeit, so hilf mir stets keit! es ist doch nur Unbe- christlich handeln, mein stand; ach heim, heim ins GOtt, mache mich bereit, Vaterland, heim aus die- weis mir, wie ich leben sem Weltgetümmel zu der soll, wie ich sterbe sanft Ruhe, in den Himmel! und wohl, und laß dieses Weltgetümmel mich nicht n wenden von dem Himmel. 5. Dort kann mir kein Feind nicht schaden, keine Angst, Gefahr und Noth; denn ich bin in GOttes Gnaden, GOtt in mir, und ich in GOtt. Da erreiche ich mein Ziel, alsdann will ich, was GOtt will; drum weg, du Weltgetümmel, ich erwähle mir den Himmel. 10. Weil du nur hier bist hi im Herzen, so bin ich imm Himmel zwar; aber mein Herz macht mir Schmerzen, denn es ist so böser Art. Darum will ich Sünden los lieber bald ins Himmels Schloß; ach nimm aus dem 6. Krankheit, Hunger, Weltgetümmel mich zu dir, Durst, Frost, Hike, Sorge, du bist mein Himmel. Furcht und steter Streit 11. Strecke deine Arm machen, daß ich oft hier und Hände zu mir aus, ich schwiße, daß sich häufet will hinein: fomm, mein Leid mit Leid; alles aber Bräutgam, komm behende, höret auf, wenn ich ende ich will deine sein allein; meinen Lauf. O was bist schenk du alle Sünden mir, du, Weltgetümmel? Wåre öffne doch die Himmelsther; ich aus dir zum Himmel! ich bin aus dem Weltgetummel ist der Hoffnung schon im Himmel. 7. Wie so lieblich wird es schallen, wenn ich das Hallelujah finge mit den Engeln allen. O wer doch schon wäre da! Laß indeß meins Herzens Schrein, In eigener Melodie. mein GOtt, deinen Him- 898. Alle Men= mel sein; aus dem schen müsWeltgetümmel, dich zu sen sterben, alles Fleisch rühmen, mich in Himmel. vergeht wie heu; was da 8. Bin ich etwa hier in lebet muß verderben, soll Freuden, so ist Trauern es anders werden neu; diewohl nicht weit, Freude ser Leib, der muß verwesen, aber ohne Leiden ist dort in wenn er anders soll genesen der Ewigkeit. Weiche, Un- der so großen Herrlichkeit, vollkommenheit; droben ist die den Frommen ist bereit. die Seligkeit. Gute Nacht, 2. Drum so will ich diedu Weltgetümmel, eins ses Leben, wenn es meinem und alles ist im Himmel. GOtt beliebt, cuch ganz 9. Soll und muß ich aber willig von mir geben, bin wandeln långer noch in darüber nicht betrübt; denn int Ludämilie Elisabeth, Gräfin v. Schwarzburg. Dom ewigen Leben. 771 in meines FEsu Wunden ßen Himmelskleid; mit der hab ich nun Erlösung fun- güldnen Ehrenkrone steh ich den, und mein Trost in da vor GOttes Throne; Todesnoth ist des HErren schaue solche Freude an, die JEsu Tod. kein Ende nehmen kann. 3. JEsus ist für mich ge- 8. Hier will ich nun ewig storben, und sein Tod ist wohnen; liebster Schaß, mein Gewinn. Er hat mir zu guter Nacht; eure Treu das Heil erworben; drum wird GOtt belohnen, die fahr ich mit Freuden hin ihr habt an mir vollbracht. hier aus diesem Weltge- Liebsten Kinder und Vertümmel in den schönen wandten, Brüder, Freunde GOttes Himmel, da ich und Bekannten, lebet wohl werde allejeit schauen die zu guter Nacht, GOtt ſet Dreifaltigkeit. Lob, es ist vollbracht! Joh. Georg Albinus 1-7. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen GOtt vor seinem Thron; da die Seraphinen Mel. Ich bin ja, HErr, in deiner Macht. Antwort zu Nr. 862. Ich bin ja, HErr zc. recht, mein prangen, und das hohe Lied 899. Kind, ergieb S heilig, anfangen: Heilig, heilig heißt GOtt der Va ter, Sohn und Geist. dich mir, das Leben gab ich Anfangs dir, bis hie5. Da die Patriarchen her hab ichs auch erhalten. wohnen, die Propheten all- Ich bins, der dir den Odem zumal; wo auf ihren Eh- giebt, und wenn es mir renthronen fizet die ge- einmal beliebt, wird auch zwölfte Zahl; wo in so viel dein siecher Leib erfalten; tausend Jahren alle From- doch wann du sollst sein men hingefahren; da wir ausgespannt, das steht alunserm GOtt zu lein in meiner Hand. ewig Hallelujah hörn. Wen hab ich nun ic. Ehrn 6. Jerufalem, du 2. Ja, ich bins, der dich Schöne, ach wie helle glån- retten kann, und nehm jest du! ach wie lieblich die letzten Seufzer an, die Lobgetöne hört man da in die gepreßte Brust läßt fliesanfter Ruh! Ach der gro- gen; wenn aller Sinne Ben Freud und Wonne, iez- Kraft gebricht, so fehlt jund gehet auf die Sonne; doch meine Hülfe nicht. jebund gebet an der Tag, Idh, Jehovah, ich kann ber kein Ende nehmen mag. nicht lügen; ich komme 7. Ach ich habe schon er- meinen Worten nach, inblicket alle diese Herrlich sonderheit beim letzten Ach. feit; ießund werd ich schön mich důnkt, da lieg zc. zeschmůcket mit dem wei- 3. Getroft, mein Kind, 33* und 772 Vom ewigen Leben. und leide dich, set deine Sünden will verfluchen. Hoffnung ganz auf mich, Ich löse des Gesetzes das alles wird uns doch Bann, und rehme mich nicht trennen. Nimmt schon der Meinen an. die Kraft von außen ab, HErr JEsu, ich dein 2c. und siehst du nichts als 7. Getroft, mein Kind, Tod und Grab, dein Geist mein theures Blut kommt wird doch nicht sterben kön- freilich dir auch mit zu gut, nen. Was ficht dich Sünd wenn du nur meiner recht und Satan an? Jch bins, begehrest; ach fürcht dich der dich erretten kann. vor dem Satan nicht, ihn Ich höre der Posaunen ic. drůcket selbst das Zorn4. Hörst du gleich der gericht, darunter du nicht Posaunen Ton, und siehst mehr gehörefi; er bleibt du den Gerichtstag schon, von mir verflucht, vergetrost, laß dichs doch bannt, dich schüßet meine nicht erschrecken; hier wird Gnadenhand. mein Leiden und Geduld, dort meines VaNein, nein, ich weiß zc. 8. Wohlan, suchst du in ters Gnad und Huld mir dein Heil, so sollst du dich mit dem Schild der als mein wahres Theil, Gnaden decken. Ich hab in meinem Schooß geruhig der Höllen Macht ge- fizent; hier lache aller Angst schwächt, im Himmel ist und Noth, es mag Gesetz, dein Bürgerrecht. Hill oder Tod auf dich Kein Geld noch Gut zc. herdonnern oder blizen; 5. Ja, ja, ich, GOtt, verbleibst du nur im Ledes Todes Tod, ich helfe ben mein: im Tod wirft dir aus dieser Noth, wo du keins Fremden sein. alle Hülfe sonst verschwunden; denn freilich Ernst Gottfr. Spener. hilft kein Geld noch Gut, Mel. Dalet will ich dir ia durch vergoßnes Bruderblut wird keine Ret 900. geben. tung nicht gefunden. Doch er Brautgam wird wer mich ruft im Glauz bald rufen: Kommt all, thr ben an, da hat die Hill Hochzeitgåst! Hilf, GOtt, kein Macht daran. daß wir nicht schlafen, in Der Teufel hat nicht zc. Sünden schlummern fest, 6. Recht so! an dem, bald han in unsern Hånwas mir vertraut, und den die Lampen, Del und nur auf mich im Glau- Licht, und dürfen uns ben schaut, fann Satan nicht wenden von deinem auch kein Antheil suchen. Angesicht. Ich bins, der Missethat 2. Da werden wir mit vergiebt dem, der da mich Freuden dent Heiland von Herzen liebt, und alle schauen an, der durch sein Vom ewigen Leben. 773 fein Blut und Leiden den Weh und Klagen, von Himmel aufgethan, die Krankheit, Schmerz und lieben Patriarchen, Pro- Leid, von Schwermuth, pheten allzumal, die Mår- Zorn und Zagen, von aller trer und Avostel bei ihm bösen Zeit. Johann Walther. ein große Zahl. Die 3. werden uns Mel. Wachet auf, rust annehmen als ihre Brü- uns die Stimme. derlein, sich unsrer gar 901. nicht schämen, uns mener Tod führet uns zum gen mitten ein; wir wer- Leben; seid fröhlich, die den alle treten zur Rech- ihr GOtt ergeben, der ten JEsu Christ, als un- Tod ist todt und ferne hin. sern GOtt anbeten, der Sein Stachel gehet ins unsers Fleisches ist. Verwesen, der Leib steht 4. GOtt wird sich zu auf und wird genesen, der uns kehren, einm jeden Christen Tod ist ihr Gesehen auf ein güldne Kron winn. Was ist es, das der Ehren, uns herzen hier stirbt? Die Sünde freundlich drauf; wird uns nur verdirbt. Hochgelobet an sein Brust drücken aus sei unser GOtt in TodesLieb ganz väterlich, an Leib noth, weil in dem Tod und Seel uns schmücken der Tod ist todt. mit Gaben mildiglich. 2. Der Feind ist nun 5. Da wird man hd- überwunden, der Strick ren klingen die rechten zerreißt, der uns gebunSaitenspiel; die Musika den, wir sind von allem wird bringen in GOtt Jammer los. Nun schaut der Freuden viel; die die Seele ins Unendlich, Engel werden singen, all und GOtt ist ihr als Heilgen GOttes gleich. GOtt recht kenntlich, der mit himmelischen Zungen in der Majestät ist groß. ewig in GOttes Reich. Seht, wie die Seel geziert, wie hoch sie triumphirt. Victoria! ruft fie 6. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zu bereiten zu durch GOtt. Was ist seinem Lob und Preis; der Tod? Der Tod ist da wird sein Freud und nichtes, als ein Spott. Wonne in rechter Lieb und Treu aus GOttes Schaß und Brunne, und tåglich werden neu. 3. Sollte uns der Tod anfechten, da JEsus sitzt zu GOttes Rechten, der von dem Tod erstanden 7. Also wird GOtt er- ist? Der HErr fann ösen uns gar aus aller jeßund nicht mehr sterben, Noth, vom Teufel, allem kein Glied kann an dem Bösen, von Trubsal, Angst Leib verderben, id) sin and Spott, von Trauern, sein Gited, ein nabrer Christ. 774 Vom ewigen Leben. Chrift. Darum ist mir 4. 2ch was wird doch | der Tod ein rechter Freu- dein Wort, o süßer Seedenbot. Erlöste Seel, du lenhort, was wird doch wirst jetund in GOttes sein dein Sprechen, wenn Bund vom Elend los und dein Herz aus wird brerecht gesund. chen zu mir und meinen 4. Wohlauf, da du Brüdern, als deinen Leisollst hintreten vor GOt- bes- Gliedern! tes Stuhl, und den an- 5. Werd ich denn auch beten, der heilig, heilig, vor Freud in solcher Gnaheilig heißt! Dein JE- denzeit den Augen ihre sus trägt dich mit Erbar- Zähren und Thränen könmen, und nimmt dich nen wehren, daß sie mir fröhlich auf die Arme, nicht mit Haufen auf meidaß er erquicke deinen ne Wangen laufen? Geist; der Tod ist mir 6. Was für ein schönes und dir die rechte Lebens- Licht wird mir dein Angethur: GOtt öffnet sie. ficht, das ich in jenem LeEi, was ist das? Ich ben werd erstmals sehen, werd nicht blaß, ich finge geben! Wie wird mir ( GOtt das Gratias. deine Güte entzücken mein Gemüthe! Peter Lackmann. 902. Die ie Zeit ist 7. Dein Augen, deinen Mund, den Leib, der noch verwundt, da wir so fest auf trauen, das werd ich nunmehr alles schauen; auch innig nah, HErr JEsu, du herzlich grüßen die maal bist da; die Wunder, die an Hand und Füßen. den Leuten dein Ankunft sollen deuten, die sind, wie wir gesehen, in großer Zahl geschehen. 8. Dir ist allein bewußt die ungefälschte Luft und edle Seelenspeise in deinem Paradeiſe; die kannst du wohl beschreibent, ich kann nichts mehr als glauben. 9. Doch was ich hier geglaubt, das steht gewiß, und bleibt mein Theil, lem andern Fammer. dem gar nicht gleichen die Güter aller Reichen. All anders Gut vergehet, mein Erbtheil das bestehet. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 2. Was soll ich denn nun thun? Ich soll auf dem be ruhu, was du mir hast verheißen, daß du mich wollest reißen aus meines Grabes Kammer und al3. Ach JEsu, wie so schön wird mirs alsdann ergehn! Du wirst mit tausend Blicken mich durch 10. Ach HErr, mein und durch erquicken, wenn schönstes Gut, wie wird ich hier von der Erde mich sich all mein Blut in alzu dir schwingen werde. len Adern freuen, und auf das Dom ewigen Leben. 775 das neu verneuen, wenn| Wunsch und Willen noch du mir wirst mit Lachen möchtest heut erfüllen! die Himmelsthür aufmachen. 17. Doch du weißt deine Zeit; mir ziemt nur, stets 11. Komm her, foram bereit und fertig da zu und empfind, o auser- stehen, und so zum HErrn wähltes Kind, komm, zu gehen, daß alle Stund schmecke was für Gaben und Tage mein Herz ich ich und mein Vater ha- zu dir trage. ben; fomm, wirst du sagen, weide dein Herz in ewger Freude. 18. Dies gieb, HErr, und verleih, auf daß dein Huld und Treu ohn Unterlaß 12. Ach du so arme mich wecke, daß mich dein Welt, was ist dein Gold Tag nicht schrecke, da unund Geld hier gegen diese ser Schreck auf Erden soll Kronen und mehr als Fried und Freude werden. güldne die Paul Gerhard. Thronen, Christus hingestellet dem Volk, das ihm gefället. Mel. Dalet will ich dir geben. 13. Hier ist der Engel Land, der selgen Seelen 903. Ein Tropflein hier als Singen, hier seh ich ben der süßen Ewigkeit kann nichts als Springen; hier mehr Erquickung geben als ist kein Kreuz, kein Leiden, dieser eitlen Zeit gesammte kein Tod, kein bittres Wollustflüsse; und wer nach Scheiden. jenem strebt, tritt unter seine Füße, was hier die 14. Spalt ein, mein schwacher Sinn, halt ein, wo Welt erhebt. denkst du hin? Willst du, 2. Wer von dir möchte was arundlos, gründen, sehen nur einen Blick, o was unbegreiflich, finden? GOtt, wie wohl würd Hier muß der Witz sich ihm geschehen! Die Welt neigen, und alle Redner war ihm ein Spott mit schweigen. allem ihren Wesen; so herrlich und so rein, so lieblich, so erlesen ist deiner Augen Schein. 15. Dich aber, meiate Zier, dich laß ich nicht von mir; dein will ich stets gedenken, HErr, der du mir wirst schenken mehr, als mit meiner Seelen ich wünschen kann und zählen. 3. Den wahren GOtt zu schauen, das ist die Seligkeit und aller Himmels auen ihr schönstes Blu16. Ach wie ist mirso weh, menkleid; wie war nach eh ich dich aus der Höh, seinem Blicken der AbraHErr, sehe zu uns kom- ham so froh, wie wünscht men; ach daß zum Heil er zu erquicken sich an dir, der Frommen du meinen A und O! 4. Sprach 776 Vom ewigen Leben. 4. Sprach mit Triumph dort, und in dir selbsten und Prangen der liebe Ja- haben den Reichthum fort kob nicht: Ich habe GOt- und fort; denn GOtt, vor tes Wangen und klares An- welchem Kronen und Pergesicht gesehn, und bin ge- len Staub und Spott, wird nesen? Wie glänzte Mo- selber in uns wohnen, und ses Haut, als er bei GOtt wir in unserm GOtt. gewesen, und seinen Mund geschaut! 10. Wann werd ich einmal kommen zu solcher 5. Du reichlichste Be- Freudenquell? War ich lohnung der auserwählten doch aufgenommen, und Zahl, wie lieblich ist die schon bei dir zur Stell! Wohnung, da deinerGOtt- HErr Christe, nimm mein heit Strahl sich offenbar- Flehen so lang indessen an, lich zeiget! O herrlich edler bis ich dich selbst ansehen Tag, dem diese Sonne stei- und recht beschauen kann. get, und ihn erleuchten Erasmus Finx. mag. 6. Licht, das ewig In eigener Melodie brennet, dem keine Nacht oder: Valet will ich dir bewußt, das keinen Nebel geben. kennet! Gesellschaft, reich 904. rmuntert an Luft, da GOtt und euch, ihr Engel kommen mit Men- Frommen, zeigt eurer Lamschen überein, und ewig- pen Schein; der Abend ist lich die Frommen gesegnet gekommen, die finstre Nacht werden sein. bricht ein. Es hat sich auf7. Vollkommne Liebe gemachet der Bräutigam bringet dort immer neue mit Pracht. Auf, betet, Freud; aus ewger Lieb kämpft und wachet, bald entspringet ein ewge Fröh- ist es Mitternacht. lichkeit. GOtt selbst ist 2. Macht eure Lampen solche Wonne, ist solcher fertig, und füllet sie mit Liebe Preis, ist seiner Blu- Del, und seid des Heils men Sonne im bunten Pa- gewärtig, bereitet Leib und radeis. Seel. Die Wächter Zi8. Sein Licht wird in uns ons schreien: Der Brauleuchten, sein Del und Ho- tigam ist nah; begegnet nigsaft soll unsre Lippen ihm im Reihen, und singt feuchten; von seiner Stär- Hallelujah! : Kraft mit Weis- und 3. Ihr klugen Jungfraun Schönheit werden wir ganz alle, hebt nun das Haupt erfüllet sein, und spiegeln empor mit Fauchzen und die Geberden in seinem hellen Schein. mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit, auf, aur, ihr 9. Was wünscheft du für Gaben? Du wirst fie finden Vom ewigen Leben. ihr Reichsgenossen, der schenkt man Freuden Brautqam ist nicht weit. wein. 4. Er wird nicht lang 9. Hier ist die Stadt verziehen, drum schlafet der Freuden, Jerusalem, nicht mehr ein; man sieht der Ort, wo die Erlisten die Bäume blühen, der weiden, hier ist der fichre schöne Frühlingsschein ver- Port; hier sind die güldheißt Erquickungszeiten; nen G..ssen, hier ist das die Abendrithe zeigt den Hochzeitmahl, hier soll sich schönen Tag von weiten, niederlassen die Braut im davor das Dunkle weicht. Rosenthal. 5. Wer wollte denn nun 10. JEsu, meine schlafen? Wer klug ist, der Wonne, komm bald, und ist wach. GOtt kommt mach dich auf; geh auf, die Welt zu strafen, zu verlangte Sonne, und eile üben Grimm und Rach deinen Lauf. JEsu, an allen, die nicht wachen, mach ein Ende, und führ und die des Thieres Bild uns aus dem Streit; wir anbeten sammt dem Dra- heben Haupt und Hande chen; drum auf, der Löwe nach der Erldsungszeit. brüllt. Laurentius Laurenti. 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion Mel. Wie schön leuchtet liebt, mit freudigen Geder Morgenstern. berden, und ſeid nicht mehr 905. in Gef sts, oder ist mein Geist denstunden gekommen, und entzückt? Mein Auge hat der Braut wird, weil sie jetzt was erblickt, ich seh überwunden, die Krone den Himmel offen; ich sehe nun vertraut. GOttes Königsthron, zur 7. Die ihr Geduld ge- Rechten JEsum, GÖttragen und mit gestorben tes Sohn, auf den wir seid, sollt nun nach Kreuz alle hoffen. Singet, flinund Klagen in Freuden get, spielt auf scharfen sonder Leid mit leben und Davidsharfen, jauchzt von regieren, und vor des Lam- Herzen; JEsus ftillet alle mes Thron mit Jauchzen Schmerzen. triumphiren in eurer Stegeskron. 2. Ich seh, er machet alles neu, die Braut fährt 8. Hier sind die Sieges zu ihm ohne Scheu in ralmen, hier ist das weiße; reiner schöner Seide; die Kleid; hier siehn die Wei- Kleider sind mit Gold zenhalmen in Frieden nach durchstickt, der Bräutgam dem Streit, und nach den hat sie selbst geschmückt Wintertagen; hier grünen mit theurem Halsgeschmeidie Gebein, die dort der de. Meister, Geister, CheTod zerschlagen; hier rubinen, Seraphinen wün33** schen 7.9 778 Vom ewigen Leben. schen Glücke; JEsus giebt| Wonne. Ihre Thüre, ihr ihr Liebesblicke. Pforte dieser Orte steheds 3. Der Braut ist nichts offen; da ist keine Nach als Lust bewußt, GOtt zu hoffen. sieht an ihrer Schönheit 7. Von GOttes Stubl Luft, fie glänzet wie die quillt ein Fluß, der mitter Sonne; man führt sie in auf der Gassen muß das den Brautpalast, in Freu- Holz des Lebens wässern denhaus, zur stolzen Rast, Die Frucht, die der Baum zu ihres Königs Wonne. zwölffach trägt, und jedet Klagen, Zagen, Sonnen- Blättchen, das er hegt, so0ol hike, Donner- Blike sind die Gesundheit bessertt verschwunden; GOttes Schlechte Knechte, Her Lamm hat überwunden. ren, Fürsten, Kaiser dur4. GOtt hat sie aus sten nach der Quelle; sie dem Strom erfrischt, der fleußt recht krystallenhelle. AugenThränen abgewischt, 8. Wie herrlich ist die d GÖtt fömmt bei ihr zu neue Welt, die GOtt den wohnen. Er will ihr GOtt, Frommen vorbehålt! fein is fie sein Volk sein, selbst Mensch kann sie erwerben. bei ihr gehen aus und ein: O JEsu, HErr der Herrwie reichlich kann GOtt lichkeit, du hast die Stått lohnen! Trauet, schautet auch mir bereit, hilf mir fie GOttes Güte, GOttes auch ererben. Weise, preise Hütte bei den Kindern; ihre Kräfte, ihr Geschäfte GOtt wohnt bei bekehr- mir Elenden. Laß mich auf ten Sündern. Anblick enden. den Ahasverus Fritsch. 5. Wie heilig ist die neue Stadt, die GOtt unds Lamm zum Tempel hat, Mel. Komm, o komm, Grunde die zwölf du Geist des Lebens. Boten. Gar nichts Gemei- 906. Mens beste i nes geht hitiein, wer greuelt, muß verbannet sein, Freude ist der Himmel, fein Theil ist bei den Lod- GOttes Thron; meiner ten. Reine, feine Edel- Seelen beste Weide ist mein steine sind gemeine; ihr JEsus, GOttes Sohn; Licht flimmert, wie ein hel- was mein Herze recht erler Jaspis schimmert. freut, ift injenerherrlichkeit. 6. Die Stadt darf kei- 2. Andre mögen sich erner Sonne nicht, nicht quicken an den Gütern dieunsers Mondes blasses ser Welt; ich will nach dem Licht, das Lamm ist ihre Himmel blicken und zu Sonne; ihr Leuchter GDt- JEsu sein gesellt; denn der tes Herrlichkeit; die Hei Erden Gut vergeht, JEden wandeln weit und sus und sein Reich besteht. breit bei dieses Lichtes 3. Reicher kann ich rirgend Vom ewigen Leben. 779 gend werden, als ich schon denwort, o Freud, die ewig in JEsu bin; alle Schäße dieser Erden sind ein schndder Angstgewinn; JEsus ist das rechte Gut, das d der Seelen sanfte thut. gehet fort, o Anfang sonder Ende, o Ewigkeit, Bett ohne Zeit, it, weiß vor großer Fröhlichkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz entzücktes Herz ist voll der Freude, die da kommen ſoll. 4. Glanzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn, währt es doch nicht in die Lange, und ist bald damit geschehn; plötzlich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 2. Kein Freud ist noch in aller Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt, und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit hat nur kein 5. Aber dort des Him- Ziel, der Freuden unvermels Gaben, die mein JE- ändert Spiel wird nimmer sus inne hat, können Her; aufgeschoben; ia Paulus und Seele laben, machen der bekennet frei, daß fie ewig reich und satt; und ganz unaussprechlich ſei. vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 3. O ewig freudenvoller Gang, o Ewigkeit, 6. Einen Tag bei JEsu verzeuch nicht lang, wir sitzen ist viel besser, als warten dein mit Schmerdie Welt tausend Jahr in zen. Drum, wenn ich jene Freuden nutzen. Aber ewig Himmelspracht zusammt sein gestellt zu des HErren der großen Freud betracht, rechter Hand, bleibt ein erfreu ich mich von Herauserwählter Stand. zen. Nichts ist zu finden weit und breit so lieblich als die Ewigkeit. 7. Trinken, Essen, Tanzen, Springen labet met ne Seele nicht; aber nach 4. Was acht ich irdsche d dem Himmel ringen, und Lust auf Erd, dies alles ist auf JEsum sein gericht, faum nennenswerth, es ist der Seelen schönste Zier, kann nicht lange währen; geht auch aller Freude für. tas war es, wenn gleich 8. Ach so gonne mir die einer lebt, und fünfzig Frende, Eju, die dein Jahr in Freuden schwebt? Himmel hegt; sei du sel- So würd ichs nicht begehber meine Weide, die mich ren; denn diese Freud hier und dort verpflegt; und an dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein. Sal. Liecow. faut selten ein, und kann bazu nicht ewig sein. 5. Es ist die Freud ohn alle Qual, währt manches Jahr als ohne Zahl die Menschen sich ernähren, als manchen Stern Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 907. Ewigkeit, der Himmel hegt, als man= du Freuches 780 Vom ewigen Leben. ches Laub das Erdreich fromm, es kommt der Tod trågt, und Vögel sich ver- geschwind. mehren. Sie bleibet ewig 10. Die irdsche Luft ist unverleßt, fein End und voller Tücke, und kann doch Ziel wird ihr gesetzt. kaum ein Augenblick, und 6. Nun aber, wenn du långer nicht ergößen; flich immerdar viel hundert solche Lust nur allezeit, tausend tausend Jahr in hier kann man ja in Ewigsolcher Lust gestanden, und feit die Seel in Freuden sammt den Engeln sol- seßen. Ein schöner Tausch cher Frist mit Freud und recht wohl gewagt, der Wonn ergißet bist, ist uns in Ewigkeit behagt. doch kein Schluß vorhan- 11. So lang ein GOtt den; die Zeit, die niemand im Himmel lebt, und über zählen kann, sie fånget alle Wolken schwebt, wird stets von neuem an. solches Jauchzen währen. 7. Sucht einer gleich Kein scharfe Kält, noch hier in der Welt Ergohung blasse Hik, kein Angst, in seinm Gut und Geld, kein Feuer oder Blitz wird es ist vergänglich Wesen. diese Ruh verheeren; sie Kein Freud ist es, nur bleibet unverrückt allein, lauter Müh, und stete Sor- so lange GOtt ein GOtt gen macht es früh, ia das, wird sein. was er erlesen, bringt ihm auf jeden Glockenschlag Angst, Kummer, herbes Ungemach. 12. Die Freude bleibet immerdar, als anfangs sie beschaffen war, sie kann sich nicht vermindern; da ist 8. Ach was ist das? Es fein Arbeit, sondern Ruh, wird der Schein der ewgen und nimmt an Fröhlichkeit Lust nicht irdisch sein, stets zu bei jenen frommen und mit der Zeit sich enden; Kindern: so folget auf die es wird sich der Erwähl- Thränensaat die Freudenten Schaar in Lieb und ernte in der That. Friede immerdar mit gro- 13. Wach auf, betrübsem Jauchzen wenden; ter Mensch, vom Schlaf, und diese unzerstörte Freud ermuntre dich, verlaßnes soll währen bis in Ewigkeit. Schaf, denk auf das Freu9. Ach GOtt, barm- denleben; wach auf, es herzig und gerecht, wie kommt die schöne Zeit, es lohrst du dem frommen kommt die frohe Ewigkeit, Knecht mit triumphirnder die JEsus dir wird geben, Wonne! Auf kurzes Lei- wer weiß, ob er nicht komden dieser Welt hast du men mag? Komm heut, so lange Freud bestellt; erwünschter Freudentag. fomm nur, o Gnaden- 14. Die Lt ist Laft sonne. Nun merk auf in dieser Welt, die nur den dies, o Menschenkind, sei Ueppigen gefällt, der Fromme Vom ewigen Leben. 781 me wird sich hüten; las jul nen Armen durch den laß ja doch keine Sicherheit dir Glauben fest geschränkt, deine Herzensfröhlichkeit und durch deiner Lieb Erdurch Erdenlust verbieten; barmen wird mir Freude vor allen Dingen hab in eingeschenkt, die nach deiAcht dein Heil, das Chri- nem Nektar schmecket, dent stus dir gebracht. du in der Ewigkeit mei15. Du hoch erlöstes ner Seele haft bereit. Aber Menschenkind, des Geistes diese Lust erwecket Durst, voll, geh ab geschwi.id den nichts, mein GOtt, als von diesem Erdenhügel, du, sättiget in voller Ruh. und schwing dein Herze 3. Es verlanget mich zu da hinein, wo hundert- sehen ohne Decke dein tausend Engel sein, mach Gesicht, und von Sünden deiner Seelen Flügel; wo frei zu stehen, reines Lamm, lebt ein so beredter Mann, in deinem Licht; doch ich der jene Freud ausspre- will dir nichts vorschreichen kann! ben, und mein Himmel 16. Ewigkeit, du ist schon hier, wirst du, Freudenwort, o Freude, meine Seelen- Zier, nur die da gehet fort, o An- mit mir vereinigt bleiben; fang sonder Ende, o Ewig- denn wie sollt auch ohne keit, Zeit ohne Zeit, ich dich Himmelslust vergnůweiß vor großer Fröhlich- gen mich? keit nicht, wo ich mich hin- 4. Du bist meine Seewende; nimm du mich, len- Wonne, wenn mich wenn es dir gefällt, o JE- Angst betrüben will; mein su, in dein Freudenzelt. Caspar Heunisch. Mel. Sollt im meinem GOtt nicht fingen. 908. Herz nennt dich seine Sonne, und das Sorgenmeer wird still, wann mir deine Blicke lachen, deren liebbeglänzter Strahl trennet alle Nacht und Qual; du kannst mich vergnüget lenthore, o du Schmuck machen, in dir hab ich der Himmelsstadt, Licht Himmelsfreuo, außer dir vom Licht zum Licht er- Verdruß und Leid. kcren, eh die Welt den 5. Laß mich, Baum des Anfang hatt. Eile, Lieb- Lebens, bleiben an dir eifier, heim zu führen meine nen treuen Zweia, der, Seele, deine Braut, die wann ihn hier Stürme du dir haft anvertraut. treiben, stårker werd und Laß mich diese Klarheit höher steig, auch im Glauzieren, wo mich keine Sün- ben Früchte bringe; und denmacht mehr betrübt und verseh mich nach der Zeit finster macht. in das Feld der Ewigkeit, ta ich mich in dir ver2. Ich lieg schon in deijún= mir die Per 782 Vom ewigen Leben. junge, wann des Leibes ganz gnadenvoll erlaten. welkes Laub wieder grünt Bleibe mein, ich bleibe dein, aus seinem Staub. dein will ich auch ewig 6. Gieß indessen in die sein. Dich, mein JEsu, Seele deinen süßen Le- will ich haben; Erd und bensfaft, Leben, dem ich Himmel acht ich nicht, mich vermähle, und laß ohne dich, mein Trost und deiner Liebe Kraft mich Licht. Wolfg. Christoph Deßler. 909. In eigener Melodie. Selige. Gläubige. wie ſelig ſeid ihr doch, lieben Brüder, unser a, sind wir, ihr Fronimen, die ihr durch den Tod zu GOtt Mund ist voller Freudengekommen; ihr seid ent- lieder; doch was gangen aller Noth, die schauen, wird GOtt euch uns noch hält gefangen. gar bald auch anvertrauen. wir 2. Muß man doch hier 2. ihr Lieben, seid wie im Kerker leben, da nur doch ja zufrieden; wünscht Sorge, Furcht und Schrek- nicht Freude, weil ihr ken schweben; was wir seid hienieden; laßt euhier kennen, ist nur Müh ren Willen sich nur sanft und Herzeleid zu nennen. in GOttes Gnade stillen. 3. Ihr hergegen ruht 3. Aber gleichwohl mußin eurer Kammer, sicher ten wir auch kämpfen, und befreit von allem Jam- da in uns war Sund und mer; fein Kreuz und Lei- Tod zu dämpfen. Was den ist euch hinderlich in euch jetzt quälet, daran hat euren Freuden. es uns auch nicht gefehlet. 4. Duldet euch nur euch alle Thränen, babt fort bei euren Thränen, das schon, wonach wir bleibt getreu, euch hiruns erst sehnen; euch wird melan zu sehnen; eur gesungen, was burch keines ickigs Leiden ist der SaOhr allhier gedrungen. m'n zu kiuftigen Freuden. 5. Ach wer wollte denn 5. Freilich ists hier nicht gerne sterben, und gut bei Chrifto leben, den Himmel für die Welt doch könnt ihr euch in ererben? Wer wollt hier Geduld ergeben; all euer bleiben, sich den Jammer Streiten lohnet Christus länger lassen treiben? hier mit Herrlichkeiten. 4. Chriftus waschet ab 6. Komm, o Christe, 6. Ach ihr theuren fomm uns auszuspannen, Seelen, eure Kronen, euIss uns auf, und führ uns re Palmen, eure güldnen bald von dannen; bei dir, Thronen sind schon bereio Sonne, ist der frommen tet; schafft nur, daß ihr Seelen Freud und Wonne. recht zum Siege streitet. Bei Vom ewigen Leben. Beide Chöre. 7. Nun wir wollen beider- lobt, ihr Himmelschöre, seits dann loben GOtres gebt dem höchsten GOtt Lamm, das uns in GOtt allein die Ehre; die Ewigerhoben; ein ewiges Leben feiten werden unsers GOtist uns beiderseits gewiß tes Lob ausbreiten. gegeben. Simon Dach 8. Lobt, ihr Menschen, und Jacob Baumgarten. 783 910. Welt ade! merton; aber dort ist alle Seligkeit. In eigener Melodie. Hohn und ein steter Jamich bin Freud und dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird ſein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Noth, Sorgen und der bittre Tod; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh 2. Wenn ich werde dahin kommen, bin ich aller und Selegkeit. Krankheit los, und der 6. Nun es wird dennoch Herzensangst entnommen, geschehet, daß ich auch in ruhe sanft in GOttes kurzer Zeit meinen HeiSchooß. In der Welt ist land werde sehen in der Angst und Noth, endlich großen Herrlichkeit; denn gar der bittre Tod; aber bei uns ist lauter Noth, dort ist allezeit Friede, Müh und Furcht, zuletzt Freud und Seligkeit. der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erden Freude? Nebel, Dunst und Herzeleid. Hier auf dieser 7. O wer nur dahin schwarzen Heide sind die Laster ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. gelanget, wo jetzund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget, und die Stimme schwingt empor; denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Him4. Unaussprechlich schö- mel allezeit Friede, Ruh ne finget GOttes auser- und Seligkeit. wählte Schaar: heilig, hei8. Zeit, wann wirst du lig, heilig klinget in dem doch anbrechen? Stunden, Himmel immerdar. Welt, o wann schlaget ihr, daß bei dir ist Spott und ich mich doch mag bespre 784 Vermischte geistliche Lieder. sprechen mit dem Schön| Thun vor GOtt besteht, sten für und für? Welt, daß, wenn alles wird zerdu hast nur Sturm und krachen: es heißt: kommet! Streit, lauter Qual und und nicht: geht! Welt, bei Traurigkeit; aber dort ist dir ist Angstgeschrei, Sorallezeit Friede, Freud und ge, Furcht und Heuchelei; Seligkeit. in dem Himmel allezeit 9. Jeht will ich mich Friede Ruh und Seligkeit. fertig machen, daß mein Johann Georg Albinus. Vermischte geistliche Lieder. Ruh uns so mildiglich beMel. Singen wir aus schert; ja was unser Herz Herzensgrund. begehrt, hast du reichlich 911. Abe bermal ist uns gewährt. eins dahin 5. Billig sagen wir dir von der Zeiten Anbeginn; Dank für die Kleidung, abermal ist dieses Jahr, Speis und Trank, ur Gewie wir selber, wandelbar; es ist nunmehr alt und kalt; höret, wie die Zeitung bald von dem neuen Jahr erschallt. sundheit, Ehr und Gut; Lob sei dir, daß auch die Glut, noch das Wasser, noch der Wind uns, die wir so stråflich sind, nicht verderbt so gar geschwind. 2. GOtt sei Lob, daß abermals eins dahin ist von 6. Zwar du hast uns lasder Zahl unsrer Fahre, die sen sehn, wasien Sündern wir sehn schneller als den muß geschehn; aber deine Rauch vergehn; da von Gut und Treu war doch unsrer Pilgrimschaft aber alle Morgen neu. Ach reeins ist hingerafft durch so gier uns Herz und Sinn, schneller Zeiten Kraft. daß wir jetzt zum Anbeginn alle Boshett legen hin. 3. HErr, wie groß ist deine Gut; ach wie fromm 7. Gute Nacht, verist dein Gemüth! hast du gangnes Jahr, sammt der doch zu Tag als Nacht die- Trubsal und Gefahr, gute ses Jahr an uns gedacht, Nacht, du Sündenkleid, da doch wir, nur Staub decke mich, o Frömmigkeit! und Koth, nichts verdie- Süßer JEsu, führe mich nen als den Tod, ja sogar zu dem Neuen grådiglich, der Höllen Noth. daß ich lieb und lebe dic. Joh. Rist. 4. Err, Dein Nachtmahl, Lauf und Wort Hat bu noch an unserm Ort In eigener Melodie. reix erhalten, und dazu 912. Ach Gott, thu den dich erbarmen Vermischte geistliche Lieder. 785 men durch Christum, dei-| Saufn und Fressen, Hochnen Sohn, über Reich und muth und großen Pracht? übr Armen, hilf, daß wir GOtt wirds die Länge letBuße thun, und sich ein den nicht, schau, daß dich jedr erkennen thut. Ich nicht erhasch sein Gricht, fürcht, GOtt hat gebundn sonst bist ewig verloren, eine Ruth, er will uns dem Teufel auserkoren, damit strafeit, den Hirten mit den Schafen, es wird ihm feiner entlaufen. wär besser nie geboren. 6. GOtt eilt gewiß zum Ende, das zeigt all Krea2. GOtt hat uns lang tur; er wird kommen begerufen durch seine treuen hende, des han wir schön Knecht; unsre Ohrn sind Figur. Das glaubet der abr nicht offent, darum ge- Gottlose nicht, der wohl schieht uns recht; sein in seinem Herzen spricht: Straf habn wir feßt in Es kann noch lang Zeit dem Land, ich fürcht, ihr währen, wir wollen schlemfind mehr vor der Hand; men und zehren. Der TeuGOtt woll sie von uns fel thut sies lehren. wenden, und seine Gnad uns senden, es steht in seinen Händen. 7. Die Welt läßt nun nicht abe, das wild vielköpfig Thier, man werf fie 3. Es gschehn groß Wun- denn ins Grabe; es wird derzeichen, noch schlagn geschehen schier. Der Teuwirs alls in Wind, die uns fel hats dahin gebracht, sollten erweichen, so gar daß man GOtt und sein sind wir verblendt, daß wir Wort veracht, fragt nicht erkenn'n die Wahrheit nicht, nach seinm Gebote, treibet wie uns jetzt GOttes Wort daraus nur Spotte, sagt bericht, daß wir uns daran wohl: es sei kein GOtt. kehrten, und seiner Gnad begehrten, nicht so dawider sperrten. 8. Die Art ist schon geleget dem Baum an seine Wurz, als uns Johannes 4. Aerger ists nie gewe- zeiget, ins Feuer muß er sen von Anbeginn der Welt; kurz. Wohl dem, der es ein jeder mags wohl lesen, zu Herzen nimmt, und was Christus hat gemeldt: wacht, wann sein Erlöser Kein Lieb noch Glaub auf kommt, liebt allezeit das Erden ist, ein jeder braucht Gute; der wird sein wohl sein Tuck und List; der behute, ja vor der Höllen Reich den Armen zwinget, Glute. und ihm sein Schweiß abdringet, daß nur sein Grofchen Flinget. 9. Shriftus fein Prophetft nun erfüllet gar; ein jeder merk dabeie, und 5. Wer forns alles er- nehm sein eben wahr, daß messen, was treibt die Welt er sein Leben anders schick, mit Macht, mit ihrem und Christum in sein Herz ver 786 Vermischte geistliche Lieder. verstrick. Niemand weiß, Engelschaaren; darum man welche Stunde, spricht fröhlich fingen mag: Heut GOtt aus seinem Munde, ist der lieben Engel Tag, die Welt wird gehn zu die uns gar wohl bewahren. Grunde. 2. Sie lagern sich, wenn 10. Solchs alles ist ver- kommt die Noth, in Eil borgen in der Gottlosen gefaßt fich machen, und Sinn. Das sieht man alle reißen die, so fürchten Morgen, wie läuft die GOtt, aus ihrer Feinde Welt dahin, daß sie nur Rachen; darum man fröhkrieg das zeitlich Gut, lich singen mag: Heut ist das ewge sie vergessen der lieben Engel Tag, die thut; daran will niemand immer für uns wachen. denken, thut Leib und 3. Sie führen auf den Seel versenken; manch Straßen wohl die Großen Christen thut es frånken. sammt den Kleinen, daß 11. GOtt hat in seiner feiner Schaden leiden soll Hute all, die er hat er- an Füßen oder Beinen; weckt, erkauft durch Christi darum man fröhlich finBlute, am Kreuz hoch gen mag: Heut ist der lieausgestreckt, da er uns ben Engel Tag, die uns all erlåset hat vom Teufel, mit Treuen meinen. Sünd und ewgen Tod, 4. Solch Wohlthat deist selbst für uns gestor- nen wird erzeigt, die nach ben, des Vaters Huld er- dem HErren fragen, die worben, sonst warn wir Engel ihnen sind geneigt, all verdorben. den Satan sie verjagen. 12. Dies Lied sei ießt Darum man fröhlich singesungen zu Trost der gen mag: Heut ist der lieChristenheit, den Alten und ben Engel Tag, die uns den Jungen; und dem sein gen Himmel tragen. Sund ist leid, der bitte Georg Reimann. GOtt allzeit um Gnad, daß er nimmer in Sün- Mel. Da JEfus an dem dent bad. Das helf uns Kreuze stund. GOtt allsammen, zu Lobe 914. Da JEfus an seinem durch JEsum Christum, Amen. des Kreuzes Stamm der ganzen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die lasset uns erwägen wohl im R. Münger. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 913. Aus us Lieb läßt Herzen. GOtt der 2. Zum ersten: Bater, Christenheit viel Gutes strafe nicht an ihnen, was widerfahren: aus Lieb hat mir jetzt geschicht, weil sie er ihr zubereit viel tausend es nicht verstehen. Versieb Vermischte geistliche Lieder. 787 gieb uns, GOtt, wenn 9. Wer oft an diese wir auch noch aus Irr- Wort gedenkt, wenn seithum was begehen. ne Missethat ihn frånkt, 3. Zum andern er des der wird es wohl genieSchächers dacht: Füc- ßen; denn er durch GOtwahr, du wirst noch vor tes Gnad erlangt ein ruder Nacht in meinem Reich higes Gewissen. heut leben. HErr, 10. Verleih uns dies, nimm uns auch bald zu HErr JEsu Christ, der dir, die wir im Elend schweben. du für uns gestorben bist, gieb, daß wir deine Wun4. 3um dritten: Deinen den, dein Leiden, Marter, Sohn sich, Weib! Jo- Kreuz und Tod betrachten hannes ihr zu Dienste alle Stunden. bleib, und sie als Mutter! liebe. Versorg, HErr, die Mel. HErr JEfu Christ, wir lassen hie, daß niemand sie betrübe. dich zu uns wend. 915. Der Drei in du bist 5. 3um vierten saget er: Mich dürft! DJE- Einigkeit, ein wahrer GOtt su, großer Lebensfürst, von Ewigkeit: da nun die du hast Durst und Ver- Sonne von uns weicht, langen nach unsrer Se- gieb, daß uns deine Gnad ligkeit; drum hilf, daß wir erleucht. sie auch empfangen. 2. Des Morgens, GOtt, dich loben wir, des Abends beten auch vor dir; HErr, unsre Psalmen rühmen dich jekund, und hernach ewiglich. 3. GOtt Vater in dem höchsten Thron, und JEsus Christ, sein einger 6. 3um fünften: mein GOtt, mein GOtt, wie läßt du mich so in der Noth! Hier wirst du, HErr, verlassen, daß uns GOtt wieder dort aufnehm. Den Trost laß uns wohl fassen. 7. Zum sechsten: Hier- Sohn, mit sammt dem mit ists vollbracht, und werthen heilgen Geist sei alles nunmehr gut ge- nun und immerdar gepreist. macht! Gieb, daß wir Nach Dr. Martin Luther. auch durchdringen; und, was du, HErr, uns aufDer 110. Psalm. erlegst, hilf seliglich voll- Mel. Nun freut euch, liebringen. ben Christen gmein. 8. 3um siebenten: Ich 916. Der Err meine Seel, o GOtt, mein sprach in Bater, dir befehl zu dei- seinm höchsten Thron zu nen treuen Händen! Dies Christo, meinem HErren: Wort sei unser letter Du bist mein eingeborWunsch, wenn wir das ner Sohit, dir gbührt Leben enden. die 788 Vermischte geistliche Lieder. großer die, so die göttlich Ehre; drum thun gar viel setz dich zu meinr rechten Schlacht widr Hand, bis daß ich leg dein ihn vernichten. Er wird Feind allsammt zum Sche- dem Fürsten dieser Welt, mel deiner Füße. der sich ihm stets zuwider 2. Der HErr wird stellt, sein höllisch Reich dir auch aus Zion deins zerreißen. Reichs das Zepter senden; 7. In Schwachheit, Leidein Wort soll sich da den, Kreuz und Tod wird heben an, und gehn bis e: hier zeitlich sterben, zur Welt Enden, daß du und überwinden alle Noth, sollst herrschen ganz und all GOttes Güter erben, gar übr alle deiner Fein- und auferstehn am dritten de Schaar, daß sie ihr Tag, daß er ewig regieSünde büßent. ren mag, ein Köng übr 3. Wenn du wirst durch Himml und Erden. das Leiden dein den Tod und Sünd bekriegen, wird dir dein Volk ganz willig sein, durch dich im GlauBurcard Waldis. ben siegen. Dir werden 917. s stehn vor deine Kind geborn, wie GOttes der Thau fühl und aus- Throne, die unsre Diener erkorn, früh vor der Morgenrithe. 4. Der HErr geschworn hat über dich, und wird find, der in seinem lieben Sohne liebt aller Menschen Kind, daß er auch nicht der eines veracht will ihn nicht gereuen: Du bist han so kleines, als jemals ein Priester ewiglich, den ist geborn. GOttsdienst zu verneuen, 2. Sie sehn sein Angeganz nach der Weis Mel- fichte, und haben fleißig chisedech, das alt Opfer muß gar hinweg, wenn du dich selbst läßt tödten. Acht, was er ihn auszurichten befiehlet Taq und Nacht; da sind die 5. Noch wird der HErr lieben Engel geschwind, stets bei dir sein, und regen die Flügel, zu fahstehn zu deiner Rechten, ren hin und her. und frafen mit ewiger 3. Wo Christenleute Wein ail, die dir wider- wohnen in Häusern groß fechten, zur Zeit, wenn und klein, da sie selber einst sein Zorn ergrimmt, nicht können vor Feinden die gwaltiges König hin- sicher sein, wo nicht ein nimmt, wird sie mit Macht englisch Lager umher werd zerschmeißen. aufgeschlagen mit steter Hut und Wacht. 6. Er wird herrlich mit großer Pracht unter den 4. Solches hat Lot erHeiden richten. Er wird fahren, auch Abram mit ſeinm Mel. HErr Christ, der einig GOttessohn. Vermischte geistliche Lieder. 789 seinm Knecht; saak bei Das ist ein Zeichen vor vierzig Jahren nahm so dem jungsten Tag. 5. Elias war entschlafen, Rebekkam recht; Jakob 3. Täglich erdenkt man sah auf der Leitern die neue Netz, das sind der Boten GOttes flettern Gottlosen Gefeß, damit auf und ab alle voll. fie alles Gut zu sich gern wollten reißen gwaltigein Engel weckt ihn auf; lich. Das ist ein Zeichen Elisa kriegt zu schaffen, viel Engel warten drauf; erschienen auch den Hirten, und große Freude lehrten, da Christ geboren war. vor dem jüngsten Tag. 6. Bei dieses Kindes Wiegen der Joseph schlafend lag; ein Feind wollt ihn bekriegen, ein Engel es ihm sagt; zog mit in 5. Es ist doch eitel Bubeferne Lande. Das soll rei; die Welt treibt große in seinem Stande gläu- Schinderet, als ob fein ben ein jeder Christ. GOtt im Himmel war; 4. Man rühmt das Evangelium, und will doch niemand werden sromm. Fürwahr, man spott den lieben GOtt. Noch sprechen fie: Es hat kein Noth. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. Endwig Helmbold. In eigener Melodie. 918. Stt hat das 7. Auch Lazarus, der die Armuth muß sich leiArme, wenns gleich zum den sehr. Das ist ein ZeiSterben kommt, GOtt, chen vor dem jüngsten Tag. der sich sein erbarme, hat 6. Die Schätz der Kirschon Engel bestimmt, die chen nimmt man hin; das ihn gen Himmel bringen. wird uns bringen klein Dem laßt uns alle fingen Gewinn; die Armen läßt ewiges Lob und Preis. man leiden Noth, und nimmt ihn aus dem Mund das Brod. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 7. Die Schäß der KirEvangelium chen sind ihr Gift, fie find gegeben, daß wir werden von ihnen nicht gestift. fromm. Die Welt acht Noch nehmen sie das Kirsolchen Schaß nicht hoch, chengut; sieh, was der der mehrer Theil fragt leidge Geiz nicht thut. nichts darnach. Das ist Das ist ein Zeichen vor ein Zeichen vor dem jung- dem hingsten Tag. sten Tag. 8. Man fragt nach GOtt 2. Man fragt nichts nach dem HErrn nicht mehr, der guten Lehr; der Geiz die Welt stinkt ganz nach und Wucher nun viel- eitel Ehr, die Hoffahrt mehr hat überhand genom- nimmt gar überhand, Bemen gar; noch sprechen trügen, Lügen ist kein fie: Es hat kein Fahr. Schand. Das ist ein Zetchen 790 Vermischte geistliche Lieder. chen vor dem füngsten sehn den lieben jüngsten Tag. Tag. Erasmus Albern. 9. Wo bleibt die brüderliche Lieb? ganze Welt ist voller Dieb; kein 919. Julein In eigener Melodie. ch weiß Treu noch Glaub ist in der Welt; ein jeder spricht: hübsch und fein, das thut Hått ich nur Geld! Das mir wohlgefallen; es liebt ist ein Zeichen vor dem mir in dem Herzen mein jüngsten Tag. das Blümelein vor andern 10. Die Welt will ihr Blümlein allen. nicht lassen wehrn, an 2. Das Blümlein ist GOtts Wort will sich das göttlich Wort, das niemand kehrn; sie haben GOtt uns hat gegeben; nichts gelernet mehr, denn es leucht uns durch die immer fressen, saufen enge Pfort, ja hier und sehr. Das ist ein Zeichen dort, wohl in das ewige vor dem jüngsten Tag. Leben. 11. Ihr größte Kunst 3. Er ist der Weg, das ist banketirn und in der Licht, die Pfort, die WahrBüberei studirn; das kann heit und das Leben; wer sie aus der Maßen wohl; Reu für seine Sünde die Welt ist aller Schalk- hat, und bitt um Gnad, heit voll. Das ist ein Zei- find sie im Glaubn verchen vor dem jüngsten Tag. geben. 12. Die liebe Sonne 4. Er spricht selber. kann nicht mehr zuschn Kommt her zu mir all, und sich entseket sehr; dar- die ihr seid beladen; ich um verliert sie ihren will nach eures Herzn Schein; das mag ein große Begier, das glaubet mir, Trubsal sein. Das ist ein heilen all euren Schaden. Zeichen vor dem jüngsten Tag. 5. Nehmt hin und est, das ist mein Leib, den ich 13. Der Mond und each jetzt thu schenken; ich Sterne ångsten sich, und vrschreib euch all mein ihr Gestalt sieht jammer- Gut dabei, das glaubet lich; wie gern sie wollten frei, daß ihr mein sollt werden frei von solcher gedenken. großen Büberei. Das ist ein Zeichen vor dem jungften Tag. 6. Nehmt hin, trinkt all, das ist mein Blut, das ich für euch vergossen, welchs gnug für eure Sunde thut, so oft ihrs thut, wie ichs euch hab gelassen. 7. Wir bitten dich, HErr Esu Chrif, wohl durch 14. Darum fomm, lieber HErre Christ. Das Erdreich überdrüßig ist zu tragen solche Höllenbrand; drum machs einmal mit ihr ein End, und laß uns dein bitter Leiden, weil du für Vermischte geistliche Lieder. 791 für uns gestorben bist, sein, sondern in Frieden HErr JEsu Christ, du fahr ich fein. wollst nicht von uns scheiden. 7. So warten wir nun auch der Stund, und bit8. Nimm uns für deine ten dich von Herzengrund, Kinder an, daß wir dich du wollest nicht ausbleialle loben. Dein Wort ben lang, und straf einmal die alte Schlang. bekennt ein jedermann, auf rechter Bahn, durch Esum Christum, Amen. Mel. Nun lasit uns den Leib begraben. 920. hr lieben Jhr Christen, freut euch nun, bald wird erscheinen GOttes Sohn, der unser Bruder worden ist, das ist der lieb HErr Esus Christ. 8. Der alle Welt ermordet hat, und kann nicht Lügens werden satt, den nimm sammt seiner Låsterschul, und wirf fie in den feurgen Pfuhl. 9. Dein lieben Kinder warter. all wenn doch einmal die Welt zerfall, und wenn des Teufels Reich vergeh, und er in ewgen Schanden steh. 2. Der jungste Tag ist 10. Er ists, der deinen nun nicht fern; komm, Namen schåndt, und der JEfu Christe, lieber HErr; die armen Leut verblendt; kein Tag vergeht, wir war- der böse Geist sucht seiten dein und wollten gern nen Ruhm, und hindert, bald bei dir sein. daß dein Reich nicht komm. 3. Verrathen ist der Widerchrist, sein Heuchelei und arge List sind offenbar und gar am Tag, deß führt er täglich große Klug. 4. Du treuer Heiland, 12. Der Satan läßt JEsu Christ, dieweil die nicht ab zu wehen, daß Zeit erfüllet it, die uns sich so wenig Leut bekehrn: verkündet Daniel, so er wendt die Leut von deikomm, lieber Immanuel. nem Wort und richtet an 5. Sanct Simeon wart Haß, Neid und Mord. auch auf dich, und deiner 13. Der Teufel brächt Zukunft freut er sich; er uns gern zu Fall, und ward auch seiner Bitt ge- wollt uns gern verschlinwährt, da er sah, was sein gen all; er tracht nach Her begehrt. Leib, Seel, Gut und Ehr; HErr Christ, dem rothen Drachen wehr. 6. Er sprach: Nun will ich sterben gern, weil ich gesehn hab meinen HErrn; 14. Die Welt fann doch soll es nicht gestorben nun nicht länger stehn, ist schwach 11. Was du befiehlst, das låstert er, und tobt dawider greulich sehr; was uns beschert dein milde Hand, das nahm uns gern der Höllenbrand. 792 Vermischte geistliche Lieder. schwach und alt, fie muß tilgen meine Sündenschuld. vergebn; sie kracht an allen Treib den Satan fern Orten sehr, und kann die von mir, öffne mir die Last nicht tragen mehr. Gnadenthur. In den tiefen Jesuswunden hab ich allzeit Trost gefunden. 15. Die Kreatur nicht långer kann der Eitelkeit sein unterthan, und wollt 3. Ich bin ganz und gar gern wieder werden frei verlassen, JEsu, liebster vons Türken Mord und Seelenfreund, laß mich Heuchelet. deine Lieb umfassen, die 16. Der Papft hat sie es herzlich mit mir meirt; so hart beschwert und all deine Liebe mich erfreut gut Ordenung verkehrt; und erquickt in allem Leid; drum war sie gern sammt wenn mein Glaub und uns erlöst; wir hoffen all Hoffnung sinket, deine Lieb auf deinen Trost. mir bald zuwinket. 17. Die alten Våter 4. Deinen süßen JEwart'ten all, wenn du er- susnamen will ich in scheinst mit großem Schall, mein Herzensschrein als mit aller liek n Engel den edlen Gnadensamen Schaar, drauf wart'ten sie schließen und bewahren manch hundert Jahr. rein, dessen himmelsüße Kraft, lieblich Manna, Lebenssaft meine Seele soll stets nähren, allen Sündenschmerz verzehren. 18. Ei lieber HErr, eil zum Gericht, laß sehn dein herrlich Angesicht; das Wesen der Dreifaltigkeit. Deß helf uns GOtt, in Ewigkeit. 5. Weichet all, ihr Seelenfeinde, mein HErr JEsus ist bei mir; weicht, ihr Welt- und JudasFreunde, JEsum lieb ich für und für; seine Treu 921. Niebster JEsu, und Freundlichkeit mir hör.mein zu helfen ist bereit, wenn Klagen, meiner Seelen mich Todesfurcht umgeAngstgeschrei; fiehe mei- ben, und sich enden will nes Herzens Zagen, stehe mein Leben. mir in Ndthen bei; mich 6. JEsum will ich stets der Sünden Last sehr umfangen, JEsum liben drückt, und mir allen Trost allezeit; JEsu will ich stets entrückt; Tod und Hölle anhangen hier in dieser mich erschrecken, und des Sterblichkeit. Wenn der Himmels Zorn entwecken. letzte Tag anbricht, werd 2. JEsu, komm, und ich sehn sein Angesicht, hilf mir Armen, zeig mir preisen seine Treu und deine süße Huld; du wirst Gite ewig mit frohem dich ia mein erbarmen, Gemüthe. Mel. Erasmus Alberus. Mel. 3ion klagt mit Angst und Schmerzen. Vermischte geiftliche Lieder. 793 Propheten kund, und breits aus durch ihren Mund, davon König und fromme 922. Von Adam Leut sein warteten vor lanher so lan- ger Zeit. ge Zeit war unser Fleisch 9. Ob fie wohl, wie ibr vermaledeit, Seel und Herz begehrt, des leiblich Geist bis in Tod ver- nicht wurden gewährt, doch wundt, am ganzen Men- hatten fie im Glauben Trost, schen nichts gefund.. daß sie sollten werden erlöst. 2. Uns hatt umfangen 10. Da aber kam die große Noth, über uns rechte Zeit, von welcher herrschte Sünd und Tod; Jakob prophezeiht, las er wir sunken in der Höllen ihm eine Jungfrau aus, Grund, und war niemand, der helfen kunnt. einm Manr vertraut vok Davids Haus. 11. In der wirkt GOtt mit seiner Kraft, schuf vom Blut ihrer Jungfrauschaft das rein und benedeite Kind, bei dem man Gnad und Wahrheit findt. 12. Christe, benedette Frucht, empfangen in Keuschheit und Zucht, gebenedei und mach uns fret, sei unserHeil, Trost und Arznei. Michael Weiße. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 3. GOtt sah auf aller Menschen Städt nach einem, der sein Willer that. Er sucht ein Mann nach seinem Muth, fand aber nichts denn Fleisch und Blut. 4. Denn die rechtschaffne Heiligkeit, Würdigkeit und Gerechtigkeit hatten sie in Adam verlorn, aus welchem sie waren geborn. 5. Als er so groß Siechthum erkannt, und keinen Mel. Valet will ich dir Ärzt noch Helfer fand, geber. dacht er an seine große 923. Macht auf, Lieb, und wahrhaftig blieb. ihr Menschenkinder, ach wachet, 6. Sprach: Ich will wacht recht auf! Wacht Barmherzigkeit thun, für auf, ihr frechen Sünder, die Welt geben meinen wach auf, du frecher Hauf! Sohn, daß er ihr Arzt und Willst du noch lange schlaHeiland set, sie gesund fen? Die Zeit fleucht wie mach und benedei. ein Pfeil, wer seiner Seel will schaffen ihr ewig Heilp der eil. 7. Er schwur ein Eid dem Abraham, auch dem David von seinem St: mm, verhieß ihn zu gebzu den Sohn, und durch ihn der Welt Hülfe thun. 8. Er thats auch den 2. Eil, wer da kann ents rinnen der schweren Höls lenpein; haft du och deine Sinnen, o Mensch, denk, was werd sein, die Feu34 ers= 794 Vermischte geiftliche Lieder. ersglut der Höllen dort lei-| wird da sein, wenn in die den ohne Ziel; man kann Marterkammer der Henker fichs faum vorstellen, der schleppt hinein! Marter ist zu viel. 8. Dahin, wo keine Reue, 3. 3u viel sind alle kein Klagen helfen kann; Schmerzen, zu groß ist ihre die Marter geht aufs neue Qual; doch fasts niemand nach tausend Jahren an. zu Herzen, das sieht man Da ist kein Glied so kleine, überall. Wie wills zuleßt das nicht sein Leiden hat, ablaufen; man lebt in Tag der Leib, der fühlt Sas hinein, in Schlemmen, seine, die Seel auch früh Fressen, Saufen; das End und spat. kann nicht gut sein. 9. In großer Furcht 4. Gut fanns nicht sein und Schrecken, in finstrer bei denen, die in die Welt Dunkelheit wird die Ververliebt, und bloß danach dammten decken Angst, sich sehnen, was sie für Grauen, Traurigkeit; die Lust ausgiebt, Hoffahrt, Zähte werden klappen vor Fleisch, Augenluste zu ih- Frost und großer Hiß, rem Zweck gesetzt; ach daß und werden blindlings tapdoch mancher büßte dafür, pen nach einem frischen si das ihn ergößt! Sik. 5. Ergökst du dich an 10. Sie werden ewig falDingen, o Mensch, ein len ins Loch, das keinen Augenblick, die ewig Lei- Grund, und auf einander den bringen, und liebest prallen zusammen in den deinen Strick, der dir das Schlund, sich beißen, fresLeben raubet, dich tödtet sen, plagen, sich fluchen, und verkehrt? Kaum einer lästern stets, der Tod wird dieses glaubet, bis er es fie recht nagen ohn Ende. selbst erfährt. Seht, so gehts. 6. 3u spät ists, zu er- 11. So geht es den Verfahren, was Höll und fluchten in ihrem HöllenEwigkeit; ach willst dus loch, den Schlemmern und darauf sparen? Thus nicht, Verruchten, ach glaubets, heut its noch Zeit; be- glaubets doch: wollt ihr darfehre dich von Herzen, an noch zweifeln? so wahr daß du der Qual ent- ists, so wahr GOtt; ihr gehst; denk, dann gilt es fahret zu den Teufeln, wo nicht Scherzen, wann du ihr dies halt für Spott. vorm Richter stehst, 7. Der dir das Urtheil fället, das Leben rund ab12. Wacht auf, und laßt euch rathen, thut Buß in diesem Ru; man warnet spricht, zum Teufel dich euch vor Schaden, kehrt gefellet, des ewgen Tods euch zu JEsu zu, daß, wie Gericht. Zeter, ach weh, er euch erkaufet, auch mach Jammer, welch Heulen von Sünden frei, und ihr der Vermischte geistliche Lieder. 795 der Höll entlaufet, er euch für deine Schuld gebüßet, sein Geift verleih. der dich mit wahrem Glauben füllt, und all dein Mel. Es woll uns GOtt Kreuz durchfüßet mit sei genädig sein. nem heilgen Worte. W 924. Mas alle – 5. Erhebe dich, steig zu Weis- ihm zu, und lern ihn heit in der Welt bei uns recht erkennen; denn solch hier kaum kann lallen, das Erkenntniß bringt dir läßt GOtt aus dem Him- Ruh, und macht die Seele melszelt in aller Welt er- brennen in reiner Liebe, schallen, daß er alleine die uns nährt zum ewgent König sei, hoch über alle Freudenleben, da, was allGötter, groß, mächtig, hier kein Ohr gehört, GOtt freundlich, fromm und wird zu schauen geben den treu, der Frommen Schuß Augen seiner Kinder. und Retter, ein Wesen, drei Personen. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hier 2. GOtt, Vater, Sohn selbst verblendet, GOtt und heilger Geist heißt von sich stößt, und seine sein hochheilger Name; Ehr auf Kreaturen wenso kennt, so nennt, so rühmt det! dem wird gewiß des und preist ihn der gerechte Himmels Thur einmal Same, GOtt Abraham, verschlossen bleiben; denn GOtt Isaak, GOtt Ja- wer GOtt von sich treibt kob, den er liebet, HErr allhier, den wird er dort Zebaoth, der Nacht und auch treiben von seinem Tag uns alle Gaben giebet, Heilgen Throne. und Wunder thut alleine. 7. Ei nun, so gieb, du 3. Der Vater hat von großer Held, GOtt Hims Ewigkeit den Sohn, sein mels und der Erden, daß Bild gezeuget; der Sohn alle Mer: schen in der Welt hat in der Füll der Zeit zu dir bekehret werden; im Fleische fich erzeiget. erleuchte, was verblendet Der Geist geht ohne Zeit geht, bring wieder, was berfür vom Vater und vom verirret; reiß aus, was uns Sohne, mit beiden glei- im Wege steht, und freventcher Ehr und Zier, gleich lich verwirret die Schwaewig, gleicher Krone und chen in dem Glauben. ungetheilter Stärke. 8. Auf daß wir also 4. Sieh hier, mein Herz, allzugleich zur Himmels= das ist dein Gut, dein pforten dringen, und derSchak, dem keiner glei- maleinst in deinem Reich chet; das ist dein Freund, ohn alles Ende singen, daß der alles thut, was dir zum du alleine König seist, hoch Heil gereichet; der dich ge- über alle Götter, GOtt, baut nach seinem Bild, Bater, Sohn und heil34* ger 796 Vermischte geistliche Lieder. ger Geift, der Frommen 5. Drum kann mir nieSchuß und Retter, ein mand hier verdenken, wenn Wesen, drei Personen. ich in meiner Einsamkett Paul Gerhard.mich also suche zu beschränken, daß GÖtt alMel. Wer nur den lieben lein mein Herz erfreunt. GOtt läßt walten. Die Welt ist voller Trug 925. Allein und und Lift, wohl dem, der doch nicht ganz alleine bin ich in 6. Ein Weltkind mag meiner Einsamkeit; denn Gesellschaft suchen, ich liewenn ich ganz verlassen be GOtt in stiller Ruh; scheine, vertreibt mir JE- und sollter mir die Neider sus selbst die Zeit; ich fluchen, so schließ ich meine bin bei ihm und er bei Kammer zu, und nehme mir, so kommt mir nich- GOtt mit mir hinein, so tes einsam für. wird der Neid betrogen sein. 2. Komm ich zur Welt, 7. Mit GOtt red ich in man redt von Sachen, die seinen Worte, und durch nur auf Eitelkeit gericht; da muß sich lassen der verlachen, der etwas von dem Himmel spricht; drum wünsch ich lieber ganz allein, als bei der Welt ohn GOtt zu sein. sein Wort redt er mit mir; bet ich an einem stillen Orte, so findet er sich bald zu mir; brauch ich in meinem Kreuze Rath, er ist, der mich getröstet hast. 8. Mach ich im Stillen 3. Verkehrte können meine Sachen, so hat er leicht verkehren, wer greift seine Hand bei mir; ich Pech ohne Kleben an? mag nun schlafen oder Wie sollt ich denn dahin wachen, so stellt er mir sein begehren, wo man GOtt Bildniß für; auch in den bald vergessen kara? Ge- Träumen spieiet er, als fellschaft, die verdächtig wenn ich wachend bei ihm scheint, wird oftmals nach war. dem Fall beweint. 9. Wer wollte denn nun 4. Zu dem kann sich ein nicht bekenren, daß ich Mensch verstellen, wer stets in Gesellschaft bin? kann in aller Herzen sehn? Und will die Welt mich Man sieht oft heimliche einsam nennen, so thue sie Gesellen, die sich nur nach es immerhin; gnug, daß dem Winde drehn, daß bei mir, wenn ich allein, der, so voller Zucker war, GOtt und viel tausend bald eine Schlange drauf Engel sein. gebar. Benjamin Schmoll An Zum Advent. Anhang geistlicher Lieder. 1. Zum Advent. Mel. Meinen JEfum laß ich nicht. 797 926.* cfianna! Davids ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Junger an, der dir nicht gehorchen kann. Sohn kommt in Zion eingezogen. Ach bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 7. Hosianna! laß uns hier an den Delberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hostanna in der Höh! 2. Hosianna! sei gegrüßt, komm, wir gehen dir ent- 8. Hosianna! nah und gegen; unser Herz ist schon fern, eile bei uns einzugegerust, will sich dir zu hen. Du Gesegneter des Füßen legen. Zeuch zu HErrn, warum willst du unsern Thoren ein, du draußen stehen? Hosiansollst uns willkommen sein. na! bist du da? Ja, du 3. Hosianna! Friedens- kommst, Hallelujah! Benjamin Schmolk. fürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du schaffen wirst, das ist un- Mel. Unerschaffne Lefre Siegesbeute. Deine benssonne. Rechte bleibt erhöht, und G27* ommst du dein Reich allein besteht. J 4. Hosianna! lieber Gast, Licht der Heiden? Ja, wir sind deine Reia, sge- du kommst und säumest nossen, die du dir erwah- nicht, weil du weißt, was let hast; ach so laß uns uns gebricht, o du starker unverdrossen deinem Zep- Troft im Leiden! JEsu, ter zinsbar sein, herrsche meines Herzens Thür steht du in uns allein. dir offen, komm zu mir. 5. Hosianna! komme bald, 2. Ja, du bist bereits laß uns deine Sanftmuth zugegen, du Weltheiland, küssen; wollte gleich die Jungfraunsohn! meine Knechtsgestalt deine Ma- Sinne spüren schon deijestät verschließen, ei so nen gnadenvollen Segen, kennet Zion schon GOttes deine Wunder- Seelenkraft, und auch Davids Sohn. deine Frucht und Herzens6. Hosianna! steh uns saft. bei, o HErr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir 3. Adle mich durch deine Liebe, JEsu, nimm mein Fle= 798 Zum Advent. Flehen hi, schaffe, daß 3. wohl dem Land, mein Geist und Sinn sich o wohl der Stadt, so diein deinem Lieben übe; sonst sen König bei sich hat. zu lieben dich, mein Licht, Wohl allen Herzen insge= steht in meinen Kräften mein, da dieser König zienicht. het ein. Er ist die rechte 4. JEsu, rege mein Ge- Freudensonn, bringt mit müthe, JEsu, öffne mir sich lauter Freud und den Mund, daß dich mei- Wonn. Gelobet sei mein nes Herzens Grund innig 3Ott, mein Tröster früh preise für die Güte, die und spat. du mir, o Seelengast, Lebens Zeit erwiesen hast. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur 5. Laß durch deines Gei- Herz zum Tempel zubereit; ftes Gaben, Liebe, Glau- die Zweiglein der GOttben und Geduld, durch seligkeit steckt auf mit AnBereuung meiner Schuld, dacht, Lust und Freud; so mic) zu dir sein hocher- kommt der König auch zu haben; dann so will ich euch, ja Heil und Leben für und für Hosianna! mit zugleich. Gelobet sei fingen dir. mein GOtt, voll Rath, voll That, voll Gnad. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. 5. Komm, o mein Heiland JEsu Christ, meins 928* Macht hoch Herzens Thür die offen die Thür, ist; ach zeuch mit deiner die Thor macht weit, es Gnaden ein, dein Freundkommt der HErr der Herr- lichkeit auch uns erschein. lichkeit, ein König aller Dein heilger Geist uns Königreich, ein Heiland al- führ und leit den Weg ler Welt zugleich, der Heil zur ewgen Seligkeit. Dem und Leben mit sich bringt; Nanen dein, o HErr, ſet derhalben jauchzt, mit Freu- ewig Preis und Ehr. den fingt: Gelobet sei mein GOtt, mein Schöpfer reich von Rath. Georg Weiffel. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 2. ein Helfer werth, Sanftmu- 929* Nuas neue un kommt thigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heilig- Kirchenjahr, deß freut sich keit, sein Zepter ist Barm- alle Christenschaar; dein herzigkeit; all unser Noth König kömmt, drum freue zum End er bringt, der dich, du werthes Zion, ewighalben jauchzt, mit Freu- lich. Hallelujah. den singt: Gelobet sei mein GOtt, mein Heiland groß von That. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns Zu Weihnachten. 799 uns den Weg zum Leben Glauben stets vermehrt, weist: GOtt sei für seine das laß bekleiben, daß wir Gnad gepreist. Hallelujah. dir Lob und Preis sagen 3. GOtt, was uns deine für und für. Hallelujah. Wahrheit lehrt, die unsern Johann Olearius. II. Zu Weihnachten. GOtt ein armer Knecht, Mel. Meine Seel, er- Saß er mir den Segen brinmuntre dich. ge: O HErr JEsu, dein 930* Adam bat im Beginnen übersteiget alle Paradeis seinen Bund mit GOtt ge6. Nimmst du nicht die brochen; GOtt, der ihn Engel an, die sich auch doch nicht verstieß, hat Er- von dir verloren? Was lösung uns versprochen, hat denn der Mensch geund nun kommt in seinem than, daß du nur für ihn Namen der verlangte Wei- geboren? Was kann Fleisch bessamen. und Blut dir geben, daß wir sollen ewig leben? 2. Komm, mein Helfer in der Noth, komm, o 7. Auf, mein Herz, hier Heiland aller Sünder; du ist dein GOtt, heiß ihn wirst Mensch, und bist auch tausendmal willkommen; GOtt, für uns arme Men- deine Sünde, deinen Tod schenkinder; denn wer kön hat er schon auf sich gete sonst erretten, wenn wir nommen; künftig wird er keinen Esum hätten? für dich sterben, und du 3. Aber, GOtt, was wirst den Himmel erben. bin ich doch, daß du dei8. Drum so danke wer nen Sn mir giebest? da kann GOtt dem Vater reicht die Gnade schon so aller Gnaden, betet seinen hoch, wenn du deire Feinde Heiland an, der uns hilft liebest, was wird sie denn aus allem Schaden. Ehre künftig geben senen, die sei GOtt in der Höhe, und in Christo leben? des Satans Reich vergehe! Caspar Neumann. 4. Daß du Menschen haft gemacht, hat dich ja vor dem gereuet: wer hats denn zuwege bracht, daß ſich nun dein Herze freuet, 931* Da Christus wenn man Sohn auf Erden sieht zu Menschen werden? geboren cinem war, freuten sich der Engel Schaar, und sungen 5. Ist die Krippe nicht mit Haufen schön: Ehr sei zu schlecht? ist der Stall GOtt im höchsten Thron. nicht zu geringe? wird mein GOttes Sohn ist Mensch Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 800 Zu Weihnachten. geborn, hat versöhnt Vaters Zorn: freu fich, des Vaters Zorn: freu dem sein Sünd ist leid. sich, dem sein Sund ist Vitus Wolfrum. leid. 2. Die Hirten erschra- Mel. HErr GOtt, dich ken ganz von des Engels loben alle wir. Hellem Glanz, hörten fröh- 932* Dies ies ist der# lich neue Mähr, daß ChriTag, den stus geboren war. GOt- GOtt gemacht, sein werd tes Sohn ist Mensch ge- in aller Welt gedacht; ihn born, hat versöhnt des Ba- preise, was durch ters Zorn: freu dich, dem sein Sünd ist leid. Esim Christ im Himmel und auf Erden ist. 3. Sie suchten das Kin- 2. Die Völker haben dein delein eingehüllt in Win- geharrt, bis daß die Zeit delein, wie der Engel hat erfüllet ward; da sandte vermeldt, welches trägt die GOtt von seinem Thron ganze Welt. GOttes Sohn das Heil der Welt, dich, ist Mensch geborn, hat ver- seinen Sohn. söhnt des Vaters Zorn: 3. Wenn ich dies Wunfreu fich, dem sein Sünd der fassen will, so steht ist leid. mein Geist vor Ehrfurcht ftill, er betet an, und er ermißt, daß GOttes Lieb unendlich ist. 4. Sie funden das Kindlein zart liegend in der Krippen hart, bei dem Vieh im finstern Stall, welchs 4. Damit der Sünder die Stern erschaffen all. Gnad erhält, erniedrigst du GOttes Sohn ist Mensch dich, HErr der Welt, geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn: freu fich, dem sein Sund ist leid. nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Aus der Mutter Brust so rein nähret sich das Kin- 5. Dein König, Zion, delein, welches durch sein kommt zu dir: ,, Ich komm, göttlich Kraft allem Vieh im Buche steht von mir; sein Futter shafft. GOt- GOtt, deinen Willen thu tes Sohn ist Mensch ge- ich gern." Gelobt sei, der Sorn, hat versöhnt des Ba- da kommt im Herrn! ters Zorn: freu sich, dem sein Sünd ist leid. 6. HErr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel 6. Solch große Barm- und Friedefürst, auf den herzigkeit laßt uns preisen die Väter hoffend sahn, allezeit, in GOttsfurcht dich, GOtt Messias, bet und Glauben rein, mit ich an. Geduld gehorsam sein. 7. Du, unser Heil und GOttes Sohn ist Mensch höchstes Gut, vereineft dich geborn, hat versöhnt des mit Fleisch und Blut, wirst un Zu Weihnachten. 801 unser Freund und Bru- euch, Hirten und Heerder hier, und GOttes Kin- den. der werden wir. 3. Sehet dies Wunder, 8. Gedanke voller Ma- wie tief sich der Höchste jestät, du bist es, d. das hier beuget; sehet die Liebe, Herz erhöht. Gedanke vol- die endlich als Liebe fich ler Seligkeit, du bist es, zeiget. GOtt wird ein der das Herz erfreut. Kind, tråget und hebet die Sünd: alles anbetet 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler und schweiget. ists, der sie erhält. Was 4. GOtt ist im Fleische, jagt der Mensch, wenn wer kanr: dies Geheimniß der ihn schützt, der in des verstehen! hier ist die Pforte Vaters Schooße sitzt? des Lebens nun offen zu 10. Jauchzt Himmel, sehen; gehet hinein, macht die ihr ihn erfuhrt, den euch dem Kinde gemein, die Tag der heiligsten Geburt, ihr zum Vater wollt und Erde, die ihn heute gehen. sieht, sing ihm, dem HErrn, ein neues Lied. 5. Haft du denn, Höchster, auch meiner noch 11. Dies ist der Tag, wollen gedenken? du willst den GOtt gemacht, sein dich selber, dein Herze der werd in aller Welt gedacht; Liebe mir schenken; sollt ihn preise, was durch FE- nicht mein Sinn innigst fum Christ im Himmel fich freuen darin und sich und auf Erden ist. in Demuth ersenken? Chriftian Fürchtegott Gellert. 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein den mächtigen König der Herze in Liebe verbinde; Ehren. du sollst es sein, den ich Mel. Lobe den HErren, 933.* auchzet, ihr erwähle allein: ewig entich Himmel, frohlocket, ihr englischen 7. Süßer Immanuel, Chöre, finget dem HErren, werd auch geboren inwendem Heiland der Menschen dig; komm doch, mein Heizur Ehre; sehet doch da, land, und laß mich nicht GOtt will so freundlich länger elendig: wohne in und nah zu den Verlor- mir, mach mich ganz Eines nen sich kehren. mit dir und mich belebe beständig. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket ihr Enden 8. Menschenfreund JEder Erden, GOtt und der su, dich lieb ich, dich will Sünder die sollen zu ich erheben; laß mich doch Freunden nun werden. einzig nach deinem GeFriede und Freud wird uns fallen nur leben; gieb mir verkündiget heut: freuet auch bald, JEsu, die Kin34** der= nun 802 Zu Weihnachten. dergestalt, an dir alleine Lilie dieser Welt, las ab= zu kleben. Gerhard Tersteegen. Warts flammen deinen Schein, denn so will GOtt Mel. Wachet auf, ihr geboren sein. Christen alle. 934** Jus hr Christen 2. Nicht von des Mannes Kraft noch Lieb, ach auserkoren, nein, bloß durch des Geifreut euch von Herzen sehr stes Trieb empfängt die keuder Heiland ist geboren. sche Jungfrauhier; eswohnt Recht gute neue Mähr! ein göttlich Heil in ihr. Deß freuen sich dort oben 3. Wunder, das kein der heilgen Engel Schaar, Mensch versteht, daß eine und GÖtt den Vater lo- Jungfrau schwanger geht! ben jetzt und fort immerdar. der Leib wird schwer durch 2. So fingen sie mit GOttes Kraft, doch unSchalle: Ihr Christen in verletzt der Jungfrauschaft. gemein, freut euch von 4. Komm an, dir steht Herzen alle ob diesem der Keuschheitthron schon Kindelein. Euch, euch ist offen, JEsu GOttesSohn; es gegeben, und hat das komm an, du zweigestammHeil bereit, daß ihr bei ter Held, geh muthig durch GOtt sollt leben in steter dies Thal der Welt. Seligkeit. 5. Du nahmest erdwärts 3. Kein Mensch sich ja deinen Lauf, und stiegst betrübe, denn dieses Kinde- auch wieder himmelauf; lein euch bringet süße Liebe: dein Abfahrt war zum was wollt ihr traurig sein? Höllenthal, die Stückfahrt Den Himmel will er schen- in den Sternensaal. ken, die an ihn glauben 6. O höchster Fürst, dem fest. Daran sollt ihr ge- Vater gleich, besieg hier denken, euch freuen auf dieses Fleisches Reich; denn das best. unsers siechen Leibes Haft 4. Nun seid ihr wohl sehnt sich nach deiner Himgerochen an eurer Feinde melskraft. Schaar; denn Christus 7. Es glänzet deiner hat zerbrochen, was euch Krippen Strahl, ein Licht zuwider war. Tod, Teu- leucht durch dies finstre fel, Sünd und Hölle find Thal, es giebt die Nacht ganz und gar geschwächt: so hellen Schein, der da bei GOtt hat seine Stelle wird unverlöschlich sein. das menschliche Geschlecht. Johann Franc. In eigener Melodie. JEsulein Georg Werner. Mel. Von Adam her so 936.*, JElange Zeit. 935* K Domm, Hei- sulein mild, deins Vaters denheiland, Willn hast du erfüllt; Lösegeld, komm, schönste bist kommen aus dem Himmel Zu Weihnachten. 803 melreich uns armen 2.en- mel hat zerriffen, die sich schen worden gleich: oJE- zu mir ins Elend niedersulein süß, o JEsulein mild! ließ: was für ein Trieb 2. JEsulein süß, o hat dich bewegen müssen, JEsulein mild, deins Va- der dich zu mir ins Jamters Zorn hast du gestillt; merthal verwies? Die du zahlst für uns all un- Liebe hat es selbst gethan, ser Schuld, und bringst sie schaut als Mutter mich uns in deins Vaters Huld: in meinem Jammer an. o JEsulein süß, o JEsnlein mild! 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du 3. JEsulein süß, o für mich das größte WunJEsulein mild, mit Freud( der thust; die Liebe macht hast du die Welt erfüllt; dir meinerwegen Schmerdu kommst herab vons zen, daß du bei mir nur Himmels Saal und tröst unter Dornen ruhst. D uns in dem Jammerthal: unerhörter Liebesgrad, der o JEsulein süß, o JEsu- selbst des Vaters Wort lein mild! ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden: mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit. Der GOttheit Quell lebt nun in meinem Orden: die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. O JEsulein süß, o JEsulein mild, sei unser Schirm und unser Schild: wir bitten durch dein Gburt im Stall, beschüß uns all für Sündenfall; 9 JEsulein süß, o JEsulein mild! 5. JEsulein süß, o JEsulein mild, du bist der Lieb ein Ebenbild; zůnd an in uns der Liebe Flamm, daß wir dich loben alle samm: o JEsulein süß, o JEsulein mild! 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgesdhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; sie wird als 6. JEsulein süß, o Braut der GOttheit nun JEsulein mild, hilf, daß gekrönet, da sie der Himwir thun alls, was du mel selbst so angelacht. willt: was unser ist, ist Die Menschheit wird nun alles dein, ach laß uns ganz erneut, und als ein dir befohlen sein: o E- reiner Thron der GOttsulein süß, o JEsulein heit eingeweiht. mild! Valentin Thilo. 5. Die Weisheit spielt Mel. Mein Freund zer- nun wieder auf der Erden, schmelzt aus Lieb in sei- dadurch das Paradies im nem Blute. Menschen grunt. Nun 937* Liebe, bie können wir aus GOtt geden Him boren werden, weil die Ge= 804 Geburt des HErren dazu nun dient. Die wohl geborne spür! Seele spürt, daß sie ein ander Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun Zu Weihnachten. ein Wohlgefallen Christian Friedrich Richter. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. unser Herz besiegen: Im 938.* un underbarer Gnamanuel ist bei uns in der Noth. Ich darf ia nur denthron, GOttes und die Gnadenquelle rügen, Marien Sohn; GOtt und fo dient mir selbst das Mensch, ein kleines Kind, Elend und der Tod. Der das man in der Krippen Jammer hängt mir nur findt; großer Held von noch an, der mir in Chri- Ewigkeit, dessen Macht sto doch nicht schädlich und Herrlichkeit rühmt die werden kann. ganze Christenheit. 7. Die Sünde kann mich 2. Du bist arm, und auch nicht mehr verdam- machst zugleich uns an men, dieweil sie selbst Leib und Seele reich; du durch ihn verdammet ist. wirst klein, du großer Was schaden nun der See- GOtt, und macht Höll len ihre Flammen, weil und Tod zu Spott. Aller Christi Blut und Wasser Welt wird offenbar, ja in fie fließt? Immanuel auch deiner Feinde Schaar, löscht ihren Trieb: er låst daß du, GOtt, bist wundie Seele nicht, er hat sie derbar. viel zu lieb. 3. Laß mir deine Güt 8. Ich habe nun ein ewig und Treu täglich werden Leben funden, viel Reich immer neu; GOtt, mein thum, Ehr und Wollust GOtt, verlaß mich nicht, schenkt er mir: ich bin wenn mich Noth und Tod mit ihm, er ist mit mir ansicht. Laß mich deine verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom der Herrlichkeit erfüllt. 9. Auf, auf mein Geift, 939.* Eine Heerde vergiß die Trauerlieder, herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit! Joh. Olearins. Mel. JEfus, meine Suversicht. erfreue dich in dieser Lie- Hirt! wie wird dann dir besmacht. Des Himmels sein, o Erde, wenn sein Kraft und Glanz bestrahlt Tag erscheinen wird? Freue dich wieder, und der Ver- dich, du kleine Heerde, luft ist völlig wiederbracht. mach dich auf und werde O, ewig, ewig wohl ist Licht: JEsus hält, was mir, daß ich in Christo er verſpricht. 2. Hit Zu Weihnachten. 805 2. Hüter, ist der Tag erschienen: meine Seele noch fern? Schon ergrunt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dammernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht; JEsus hält, was er verspricht. will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und 3. Komm, o fomm, qe- damit beschenket bin: so treuer Hirt, daß die Nacht ist dirs die liebste Gabe. zum Tage werde; ach wie Laß es auch bewährt und manches Schäflein irrt fern rein in dem Kreuzesofent von dir und deiner Heerde! sein. Kleine Heerde, zage nicht; JEsus hält, was er verſpricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flicht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet durfiend an der Lebensquelle; Amen drauf. ihn umleuchtet Morgen- 4. Nimm die Myrrhen licht; JEsus hält, was er verspricht. bittrer Reu; ach mich schmerzet meine Sünde! 5. Gråber harren auf Aber du bist fromm und gethan; rauscht, verdorrete treu, daß ich Trost und Gebeine; macht dem Bun- Gnade finde, und nun fröhdesengel Bahn; großer lich sprechen kann, JEsus Tag des HErrn, erscheine! nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeifter. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben vor dir tügen; Herz und Lippen soben stets, ihn zu opfern vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und JEsus ruft: Es werde Licht! JEsus hält, was er verspricht. 6. des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, 941* daß doch du, die Sonne, und auf bald dein Erden weit und breit Licht Feuer brennte, du unausund Wahrheit, Fried und sprechlich Liebender, und Wonne! Mach dich auf, bald die ganze Welt eres werde Licht! JEsus kennte, daß du bist Körig, hålt, was er verspricht. GOtt und HErr. Dr.Friedrich AdolphKrummacher. 2. 3war brennt es schon in heller Flamme jeßt hier, Mel. Meinen JEsum jetzt dort in Oft und West, dir, dem für uns erwürglaß ich nicht. 940* Eu, großer ten Lamme, ein herrlich Mel. Errelt mich, o mein lieber HErre. stern, der aus Jacob ist 3. Und noch entzündett Him 3u Weihnachten. Himmelsfunken so man- JEsuChrist, Davids Sohn, ches falte, todte Herz, und dein Reich soll ewig wahmachen Durstgefreudetrun- ren, im Himmel ist dein fen, und heilen Sünd- und Thron: hilf, daß allhier Höllenschmerz; auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe, und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, die nur den großen Einen füßt. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie fie 5. Erwecke, lautre und vor dir beugen, weil du vereine des ganzen Chri- ihnn bist bekannt. Der neu stenvolkes Schaar, und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offe.ibar. Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort, drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 806 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, all3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift mächtig starker Gottes- vermeldt, doch achtest du hauch, dein Feuermeer firdm nicht vergebens; ach zund in unsern Herzen auch. 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen, und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Baters ganzes Haus. gar wenig vergånglich Gut und Geld, prangst nicht auf theurem Rosse, trägst keine güldne Kron, sizst nicht in steinernm Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gefieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit floriret um dein Gerech8. Beleb, erleucht, erwarm, entflamme doch bald die ganze, weite Welt, tigkeit. Du wollst die und zeig dich jedem VdlFerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sizzen, 9. Dann tonen dir von die Bdsen stürzen bald. Millionen der Liebe Ju- 5. Du wollst dich mein bel- Harmonien, und alle, erbarmen, in dein Reich die auf Erden wohne.., knien vor den Thron des Lammes hin. nimm mich auf; dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Mein Feinden wollst du wehren, dem Mel. Herzlich thut mich daß sie mich nicht versehTeufel, Sünd und Tod, ren: rett mich aus aller Johann Ludwig Fricker. verlangen. König al- Noth. 942* ler Ehren, 6. Du wollst in mir entzůn Zu Weihnachten 807 zünden dein Wort, den schö-| finster werden, so daß auch nen Stern, daß falsche Lehr des Höchsten Ehr und der und Sünden sein von Wahrheit unterdessen in meinm Herzen fern. Hilf, dem Finstern ward verdaß ich dich erkenne und gessen. mit der Christenheit dich meinen König nenne jept und in Ewigkeit. Martin Böhm. In eigener Melodie. 943* Werde erde licht, 6. GOttes Rath war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns du Stadt sollte gebent. der Heiden, und du Sa- 7. Aber wie hervorgelem, werde licht; schaue, gangen ist der Aufgang aus welch ein Glanz mit Freu- der Höh, haben wir das den über deinem Haupt an- Licht empfangen, welches bricht! GOtt hat derer so viel Angst und Weh nicht vergessen, welch im aus der Welt hinwegge= Finstern sind gesessen. trieben, daß nichts Dunkles übrig blieben. 2. Dunkelheit die mußte weichen, als dies Licht kam 8. JEsu, reines Licht in die Welt, dem kein an der Seelen, du vertreibst ders ist zu gleichen, wel die Finsterniß, welch in dieches alle Ding erhält. Dieser Sündenhöhlen unsern nach diesem Lichte sehen, Tritt macht ungewiß; JEdürfen nicht im Finstern su, deine Lieb und Segen gehen. leuchten uns auf unsern Wegen. 3. Ach wie waren wir verblendet, ehe noch dies 9. Nun, du wollest hie Licht brach an! Ja, da verbleiben, liebster JEsu, hatte sich gewendet schier Tag und Nacht, alles Finvom Himmel jedermann; fire zu vertreiben, das uns unsre Augen und Geber- so viel Schreckens macht; den klebten böslich an der laß uns nicht im Dunkeln Erden. waten, noch ins Höllen 4. Trdisch waren die Ge- Meer gerathen. danken, Thorheit hielt uns 10. Liebster JEsu, laß gar verstrickt, Satan macht uns leuchten dein erfreuuns schändlich wanken, lichs Angesicht, laß uns wahre Tugend lag verrückt, deine Gunst befeuchten, Fleisch und Welt hatt uns wenn das Kreuzfeur auf betrogen und vom Himmel uns sticht, laß uns ja wie abgezogeit. Christen handeln und in deinem Lichte wandeln. 11. Schenk uns, HErr, das Licht der Gnaden, das ein 5. Finsterniß fand sich auf Erden, finster war es in der Lehr, alles wollte 808 Zur Passion. ein Licht des Lebens ist, hernach im Freudenleben ohne welches leicht in heller als die Sterne schweSchaden fallen kann ein bent. frommer Christ; laß uns 14. Dein Erscheinung dieses Licht erfreuen, wenn müß erfüllen mein Gewir aus der Tiefe 1chreien. muth in aller Noth; dein 12. Dieses Licht läßt Erscheinung müsse stilen uns nicht wanken in der meine Seel auch gar im rechten Glaubensbahn. Tod. HErr, in Freuden Ewig, HErr, will ich dir und in Weinen müsse mir danken, daß du hast so wohl dein Licht erscheinen. gethan und uns diesen 15. JEsu, laß mich endSchaß geschenket, der zu lich gehen freudig aus der deinem Reich uns lenket. bösen Welt, dein so helles 13. Gieb, HErr JEsu, Licht zu sehen, was mir Kraft und Stärke, daß wir dort schon ist bestellt, wo dir zu jeder Zeit durch be- wir sollen unter Kronen liebte Glaubenswerke fol- in der schönsten Klarheit gen in Gerechtigkeit und wohnen. Joh. Rift. III. Zur Passion. Mel. HErr JEsu Christ, meins Lebens Licht. Ruh, in deines Grabes Höhle, und erweckest durch 944* Der du, HErr den Lod meine todte Seele. Rub 2. Man senkt dich ein und Rast in deinem Grab nach vieler Pein, du meigehalten haft: gieb, daß wir nes Lebens Leben, dich hat in dir ruhen all, und un- jett ein Felsengrab, Fels ser Leben dir gefall. des Heils, umgeben. 2. Verleih, o HErr, uns 3. Ach bist du falt, mein Stark und Muth, die du Aufenthalt! Das macht erkauft mit deinem Blut; die heiße Liebe, die dich in und führ uns in des Him- das kalte Grab durch ihr mels Licht zu deines Va- Feuer triebe. ters Angesicht. 4. Lebensfürst, ich 3. Wir danken dir, o weiß, du wirst mich wieGOtteslamm, getödter an der auferwecken: sollte des Kreuzes Stamm; laf denn mein gläubig Herz vor ja uns Sündern deine Pein der Gruft erschrecken? ein Eingang in das Leben jein. Georg Werner. Mel. O Traurigkeit, Herzeleid. 5. Sie wird mir sein ein Kåmmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich onun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt: doch wird 945** S( o ruhest du, o meine Zu Ostern. 809 wird er auferstehen, und 2. Habe ich doch Phain ganz verklärter Bier rao und seine Reuter geaus dem Grabe gehen. stürzt ins Meer: und du 946* Was ich dir In eigener Melodie. as habe 7. Indeß will ich, mein hast mich überantwortet JEsu, dich in meine Seele den Hohenpriestern und senken, und an deinen bit- den Heiden. Habe ich dich tern Tod bis in Tod ge- doch gespeiset mit Manna denken. Salomon Frand und getränket von dem Wasser des Felsen in der Wüste: und du hast mich getrånket mit Galle and Effig. Heiliger HErre GOtt! gethan, mein Volk, und Heiliger starker GOtt! womit habe ich dich belei- Heiliger barmherziger Heidigt? Antworte mir! Habe land! du ewiger GOtt! ich dich doch aus Aegyp- laß uns nicht versinken in tenland geführt: und du des bittern Todes Noth! haft zur Geißelung überantwortet deinen Heiland. Habe ich dich doch aus dem Diensthause erlöset: und du hast ans Kreuz geschlagen deinen Erlöser. 3. Was habe ich dir gethan, mein Volk, und womit habe ich dich beleidigt? Antworte mir! Heiliger HErre GOtt! Heiliger starker GOtt! Heiliger HErre GOtt! Heiliger barmherziger HeiHeiliger starker GOtt! land! du ewiger GÖtt! Heiliger barmherziger Hei- laß uns nicht versinken in land! du ewiger GOtt! des bittern Todes Noth! laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! Christian Carl Josias Bunsen, nach dem Lateinischen. IV. Zu Ostern. Mel. JEsus, meine Zuversicht. er dafür hoch gepriesen. Denn es kommet in der That, was sein Mund ge947* 2uf mein redet hat. Hert, des 3. Unsre Schulden find HErren Tag hat die Nacht wohl groß: aber doch ist der Furcht vertrieben, Chri- GOtt vergnüget, denn ftus, der begrabeu lag, ist im mein Bürge kommet los, Lode nicht geblieben. Nun- der für mich im Grabe mehr bin ich recht getrofit, lieget. Aller Zorn ist abJEsus hat die Welt erlöst. gelehnt, und der Mensch mit GOtt versöhnt. 2. Nunmehr ist er GOttes Sohn, und hat dieses 4. Sterben war der Flar erwiesen. Allen Fein- Sünden Sold; nun ist den auch zum Hohn, sei Christus unser Leben, der für 810 Zu Ostern. für mich nicht Geld noch von des Todes Bandet.. Gold, sondern sich selbst Deß freuet sich der Engel hat gegeben; und sein Auf- Schaar, singend im Him erstehen macht, daß ich mel immerdar Hallelujah. jeßt fein Sterben acht. 2. Der für uns sein 5. Sterbe, wer da ster- Leben in Tod hat gegeben, ben kann, JEsum werd der ist nun unser Osterich doch behalten; darum lamm, deß wir uns freuen liegt mir wenig dran, ob allesammt. Hallelujah. die Meinen auch erkalten; 3. Der, ans Kreuz gewenn man alle Welt be- hangen, kein Trost fonnt gråbt, weiß ich noch, daß erlangen, der lebet nun in JEsus lebt. Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Halle6. Ja, wenn GOtt mich selber ruft, daß ich lujah. werde sollen sterben, fürcht 4. Der so ganz verschwieich mich vor keiner Gruft, gen zur Höllen gestiegen, ich will doch den Himmel den wohlgerüstten Starken erben; denn mein Simson band, der wird nun in der hat bei Nacht Grab und Höh erkannt. Hallelujah. Himmel aufgemacht. 5. Der da lag begraben, 7. Dieser Erstgeborne der ist nun erhaben, und lebt, den wir alle Bruder sein Thun wird fråftig nennen, dessen Herz an erweist und in der Chrimeinem klebt, der sich nicht stenheit gepreist. Hallelujah. von mir will trennen. Darum hat es keine Noth, weil nun JEsus nicht mehr todt. 6. Erlaßt nun verkünden Vergebung der Sünden, und wie man die durch rechte Buß nach seiner Ordnung suchen muß. Hal8. Tod, wo ist nun deine Kraft? Hölle, to find deine Ketten? Hier ist GOtt, lelujah. der Hülfe schafft, hier ist 7. Christe, Osterlamm, einer, der kann retten, wenn speis uns heut allesammt, gleich unser Fleisch und nimm weg all unsre MisBein lange wird verwe- sethat, daß wir dir fingen ſet sein. früh und spat Hallelujah. Michael Weiße. 9. HErr, dies glaub ich dir zu Ruhm, und mein Trost ist nicht ver- Mel. HErr GOtt, dich gebens; denn ich bin dein loben alle wir. Eigenthum, gleich wie du 949* Erinne dich, Geist, Dir sei auch viel Dank erfreut des hohen Tags bereit jekund und in Ewig- der Herrlichkeit; halt im Feit. Gedächtniß JEsum Chrift, der von dem Tod erstanCaspar Neumann. In eigener Melodic. 948* Chriftus ist den ist. erstanden 2. Guth. Zu Ostern. 811 2. Fühl alle Dankbar-| be gehn und rein zu deifeit für ihn, als ob er ner Rechten stehn. heute dir erschien, als sprach 10. Mit Engeln und er: Friede sei mit dir! mit Seraphim, mit Throso freue dich, mein Geist, nen und mit Cherubim, in mir. mit allen Frommen aller 3. Schau über dich und Zeit soll ich mich freun bet ihn an, er mißt den in Ewigkeit. Sternen ihre Bahn; er 11. Zu welchem Glück, lebt und herrscht mit GOtt zu welchem Rühm erhebt vereint, und ist dein Kd- uns nicht des Christenthum! nig und dein Freund. Mit dir gekreuzigt, GOttessohn, sind wir auch auferstanden schon. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war; 12. Nie komm es mir sein Name sei gebenedeit aus meinem Sinn, was von nun an bis in Ewig- ich, mein Heil, dir schulfeit. dig bin, damit ich mich, 5. Glaube, der das in Liebe treu, zu deinem Herz erhöht! was ist der Bilde stets ernen. Erde Majestät, wenn sie 13. Er ists, der alles mein Geist mit der ver- in uns schafft; sein ist das gleicht, die ich durch GOt- Reich, sein ist die Kraft. tes Sohn erreicht? Halt im Gedächtniß JC6. Vor seinem Thron, sum Christ, der von dem in seinem Reich, unsterb- Tod erstanden ist. lich, heilig, Engeln gleich Christian Fürchtegott Gellert. und ewig, ewig selig sein: HErr, welche Herrlichkeit Mel. Erschienen ist der ist mein! herrlich Tag. 7. Mein Herz erliegt 950* Erstanden ist heilge froh Lieb und Verwundrung kämpft in Chrift, der aller Wel: ein mir, und voll von Ehr- Heiland ist, das zeugen furcht, Dank und Pflicht uns die Engel fein, die fall ich, GOtt, auf mein den Frauen erschienen sein. Angesicht. Hallelujah. 8. Du, der du in den 2. Als sie früh kamen Himmeln thronst, ich soll zu dem Grab, und brachda wohnen, wo du wohnst, ten köstlich Salben dar, und du erfüllst einst mein bekümmert waren um den Vertraun, in meinem Stein, den niemand wålFleische dich zu schaun. zenkonnt allein: Hallelujah: 9. Ich soll, wenn du, 3. Da that sich auf des des Lebens Fürst, in Wol- Grabes Thür, und stund ken göttlich kommen wirst, ein schöner Engl dafür. erreckt aus meinem Gra- Er sprach: Was kommt ihr عام 812 Zu Ostern. also früh? Den jetzt ihr| Himmels Erben ins Land sucht, der ist nicht hie. des Lebens gehn. Hallelujah. 2. Du liegeft in der s 4. Er ist erstanden sicher- Erde, und hast sie eingelich mit Sieg des Tods weiht, wenn ich begraben gewaltiglich. Besucht das werde, daß sich mein Herz Grab, ihr findt nicht mehr, nicht scheut, auch in den denn die Grab- Tücher lie- Staub zu legen, was gent leer. Hallelujah. Asch und Staub vermehrt, 5. So geht nun hin weil dir doch allerwegen und glaubet mir, ihr werdt die Erde zugehört. den HErren sehen schier, solchs sagt sein Jüngern und Petro, damit sie wieder werden froh. Hallelujah. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohi schauen, der mir zur Seite steht. 6. Deß freu fich nun ein jeder Christ, daß JEsus auferstanden ist, welcher für uns am Kreuze starb, und uns seins Baters Huld erwarb. Hallelujah. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei: wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch 7. Der lebt und herr- frei. Du wirst den Stein schet uns zu gut, der Tod schon rücken, der auch mein ihm nicht mehr Schaden Grab bedeckt; da werd ich thut. Er giebt Weisheit, den erblicken, der mich vom Gerechtigkeit, Erldsunound Tode weckt. die Seligkeit: Hallelujah: 5. Du fåhrest in die 8. Allen, die zu ihm Höhe und zeigest mir die Zuflucht han, und ihn mit Bahn, wohin ich endlich Glauben rufen an. Ach gehe, da ich dich finden JEsu Christ, des Todes kann. Dort ist es ficher Tod, komm uns zu Hülf wohnen, wo lauter Glanz in Sterbens Noth. Hal- um dich; da warten Himlelujah. Melch. Vulpius. melskronen in deiner Hand auf mich. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 6. meines Lebens Leben, o meines Todes geh zu will dir 951** Ideinem Gra- ergeben in meiner lehten Noth. Ich will meine Bette machen in deine liebe Gruft be, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen da werd ich schon erwawirst, wie man kann fröh- chen, wenn deine Stimlich) sterben, und fröhlich| me ruft. auferstehn, auch mit des 7. Du wirst den Delberg Zu Ostern. 813 berg zeigen, wo man gen Macht der Finsternis, keine Himmel fährt; da will Herrlichkeit, kein Leiden; ich fröhlich steigen, bis daß er giebt Kraft zu dieser ich eingekehrt in Salems Pflicht; dies ist meine ZuFriedenshäuser; da heißts versicht. Bictoria! da trägt man 6. JEsus lebt, nun ift Siegesreiser; ech wär ich der Tod mir ein Eingang nur schon da! Benjam. Shmolf. in das Leben; welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: HErr, HErr, meiMel. JEsus, meine Suversicht. JEfus mit ihm Chriftian Fürchtegott Gellert. * Esus lebt, ne Zuversicht! 952.* auch ich, Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, Mel. HErr Chrift, der er lebt und wird auch mich einig GOtts- Sohn. von den Todten aufer- 953.* Mein Fels wecken. Er mich hat überin sein Licht; dies ist mei- wunden der Hölle ganzes ne Zuversicht. Heer, der Drache liegt ge2. JEsus lebt, ihm ist bunden; die Sünde kann das Reich über alle Welt nicht mehr mich durchs gegeben; mit ihm werd Gesetz verdammen; denn auch ich zugleich ewig alle Zornes- Flammen hat herrschen, ewig leben. JEsus ausgelöscht. GOtt erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor, vertreib die 3. JEsus lebt, wer nun Furcht und schwinge im verzagt, låstert ihn und Glauben dich empor. Wirf GOttes Ehre; Gnade hat des Gewissens Nagen, dein er zugesagt, daß der Sün- Sorgen und dein Zagen der sich befehre. GOtt in Chrifti leeres Grab. verstößt in Christo nicht; 3. Ift JEsus auferstandies ist meine Zuversicht. den, mit Herrlichkeit ge4. JEsus lebt, sein Heil schmückt, so bist du ja ist mein, sein sei auch mein den Banden des Todes ganzes Leben; reines Her- mit entrůckt. Kein Fluch zens will ich sein und ist übrig blieben, die Quitden Lüften widerstreben. tung ist geschrieben, daß Er verläßt den Schwachen alles sei bezahlt. nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Ach willst du noch nicht glauben, du unge5. JEsus lebt, ich bin wisser Geist? Welch Teugewiß, nichts soll mich fel kann dirs rauben, was von JEsu scheiden, keine JEsus dir verheißt, der Licht, 814 Zur Himmelfahrt. Licht, Kraft, Fried und die Fesseln sind entzwei; Leben geneiget ist zu ge- des Werk- Bunds Donner- 19 ben, als seines Sieges feile, des Satans Feuer- 19 Frucht. pfeile zermaimt mein Glau- u bensschild. 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, ich bring di:, 10. Hast du den Tod was ich hab, ich matte verschlungen, verschling mich vergebens bei meinen ihn auch in mir. Wo du bist Wunden ab. Ich kann durchgedrungen, da laß sie nicht verbinden; soll mich folgen dir. Erfülle ich Genesung finden, du mein Verlangen und laß mußt sie rühren an. den Kopf der Schlangen in mir zertreten sein. 6. Gieb meinem Glauben Klarheit, zu sehn, HErr 11. Den Gößer. EigenJEsu Christ, daß du Weg, liebe, das ist das SeelenLeben, Wahrheit, daß du Gift, zerstör in mir und mir alles bist. Die finstern giebe, daß alle FleischesWolken theile der Zwei- Trift, die dich ans Kreuz felung und heile des Glau- geheftet, ganz måge sein bens dürre Hand. entkräftet durch deines Kreuzes Kraft. 7. Laß mich nicht lån ger wanken gleich einem Rohr im Wind, besänftge die Gedanken, die voller Unruh find. Du bist der Stuhl der Gnaden; wer mühsam und beladen, den rufst du ja zu dir. 12. Lebst du, laß mich auch leben als Glied an deinem Leib, daß ich gleich einem Reben an dir, dem Weinstock, bleib. Gieb Geistes- Saft zur Nahrung; gieb Stärke zur Bewahrung der Pflanzung deiner Hand. 8. Ich will nicht mehr vergeblich bei mir mich halten auf; ich finde nichts 13. Leb in mir als Proerheblich, zu hemmen mei- phete und leit mich in dein nen Lauf zu deinen offnen Licht, als Priester mich Armen, die ganz dein frei vertrete. Mein Thun und Erbarmen mir angelweit Lassen richt, um deinen aufthut. ganzen Willen als König 9. Ich darf dem Ab- zu erfüllen. Leb, Christe, grund pochen auf deine leb in mir. Macht und Treu. Die Riegel sind zerbrochen, Friedrich Atolph Lampe. V. Zur Himmelfahrt. In eigener Melodie. uns hernieder? Den Trd954.** Christ fuhr fer, den heiligen Geist, dem gen Himmel, was sandt er meift. Hallelujah. 2. Chri Zur Himmelfahrt. 815 2. Christus unser Hei-| JEsus, der Treue, bleibt land sitzt zur rechten GOt- ewig dir stehen. tes Hand, vertritt das 4. Zion, wie lange haft arm menschlich Geschlecht, du nun geweinet? Auf, daß wir durch ihn werden gerecht. Hallelujah. und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe die Sonne 3. Wår er nicht hin- der Freuden erscheinet kaugangen, der Tröster war sendmal heller, als du es nicht kommen; seit daß er geglaubt. JEsus der lebet, hingangen ist, so habn wir die Liebe regieret, die zu den Geist durch JEsum den Quellen des Lebens Christ. Hallelujah. dich führet. 4. In Himmel fuhr der beilig Christ, der aller 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; JEWelten Heiland ist. Halle- sus, der bittet: Kommt lujah, Hallelujah, Halle- alle zu mir! Sehet, wie lujah. Christophorus Solius. lieblich, wie lauter ind In eigener Melodie. helle fließen die Strome des Lebens allhier. Trin955**& inter ift Kb- ket, ihr Lieben, und wernig, ist Erldmanuel sieget, bebet ihr sung für alles, was drücket. Feinde, und gebet die Flucht. 6. Streitet nur unverZion hingegen sei innig ver- zagt, seht auf die Krone, gnüget, labe dein Herze die euch der König des mit himmlischer Frücht; Himmels anbeut; selbsten ewiges Leben, unendlichen Jehovah wir's Siegern zum Frieden, Freude die Fülle Lohne: wahrlich, dies Kleihat er uns beschieden. nod verlohnt sich den Streit; streitet nur unverzagt, seht auf die Krore, selbsten Jehovah wird Stegern zum Lohne. 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen GOtt: JEsus, die Liebe versüßet die Schmerzen, reißet aus Aengsten, aus Jammer und Noth; ewig gewaltige siegende Schaar muß unsere Seele genesen deine unendliche Hoheit erin dem holdseligsten, lieb- höhen, alles, was Odem lichen Wesen. hat, ruft: Er ists gar. 7. Herrliches Lammlein, da, da wird man sehen eine 3. Halte, o Seele, im Sehet, wie Kronen und Leiden fein stille, schlage Thronen hinfallen; höret, die Ruthe des Vaters nicht wie donnernde Stimmen aus; bitte und schöpfe aus erschallen: göttlicher Fülle Kräfte zu 8. Feichthum, Kraft, fiegen im Kampfe und Weisheit, Preis, Stärke, Strauß; Fluten der Trüb- Lob, Ehre GOtt und dem sal verrauschen, vergeben: Lamm, und dem heiligen Geist! 816 Zur Himmelfahrt. Geist! Wenn ich da stünde, oir aufzuspfern sind be= 9 o wenn ich da wäre! sprin- müht. Hallelujah, Halget ihr Bande, ihr Fesseln lelujah! zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was in mir ist, lobe den HErren! Allendorf. 6. GOtt Vater sei von uns geprett, sammt deinem Sohn und heilgen Geist: Hallelujah, Hallelujah! der heilge unsrer Mel. Heut triumphiret Seelen Grund, damit dir GOltes Sohn. danke Herz und Mund. 956*& fäbret beu- Hallelujah, Hallelujah! Mel. JEsu, der du meine Seele. Sohn hinauf zu seines Vaters Thron: Hallelujah, Hallelujah! er gehet ein 957* Großer Mittzur die ler, zur all st ausgebreit. Hallelu- Rechten seines großen Bajah, Hallelujah! ters sitzt, und die Schaar 2. Er hat zerstört des von seinen Knechten in Teufels Macht, sein Heer dem Reich der Gnaden erlegt und umgebracht: schüßt, den auf dem erHallelujah, Hallelujah! wie habnen Throne in der kdmit Gewalt ein starker niglichen Krone alles Heer held im Treffen seine Fein- der Ewigkeit mit verhüllde fällt. Hallelujah, Hal- tem Antlitz scheut! lelujah! 2. Dein Geschäft auf die3. 3wing unser Fleisch, ser Erden und dein Opfer HErr JEsu Christ, der ist vollbracht; was vollendu der Sünder Heiland det sollen werden, das ist bift: Hallelujah, Hallelu- ganzlich ausgemacht; da du inh! daß wir, indem du bist für uns gestorben, ist uns machst rein, theilhaf- uns Gnad und Feil ertig deines Sieges sein. worben, und dein fiegreich Halleluiah, Halleluiah! Vuferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligthum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zumThron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werthe Namen trågest du auf deiner Brust, und an den ge= 4. Laß sein den Feind in uns gedämpft, weil du uns hast das Heil erkämpft: Hallelujah, Hallelujah! tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel enipör. Hallelujah, Hallelujah! 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich als Ottes Kinder in dein Reich: Hallelujah, Hallelujah! da wir ein ewigs Freudenlied Zu Pfingsten. 817 gerechten Samen denkest] terstüßt, da in der vollbu mit vieler Luft; du kommnen Hütte die ververtrittst die an dich klärte Menschheit sitzt; glauben, daß sie dir ver- nun kannst du des Satans einigt bleiben, und bittft Klagen majestätisch niederin des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. schlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt 8. Die Verdienste deiner gehorchen, nicht, weil dein Leiden stellest du dem VaHerz dir vor Erbarmen ter dar, und machst liebüber ihrem Elend bricht: reich und bescheiden dein daß dein Vater ihrer fajone, Verlangen offenbar, daß daß er nicht nach Werken er wolle Kraft und Leben lohne, daß er andre ihren deinem Volk auf Erden Sinn, ach da zielt dein geben, und die Seelen zu Bitten hin. dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 6. 3war in deinen Fleisches- Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, haft du dich vor GOtt gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sürder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit. 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht un9. Großer Mittler, sel gepriesen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu an uns bewiesen, dir sei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letter Noth, wenn den Mund verschließt der Tod. 3. 3. Rambach. VI. Zu Pfingsten. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ist kommen, GOttes Geift, das Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, reuet euch, unser Schuß und Zuver958.* Preiset seine Gut F ihr GOt- ficht. tes Kinder, freuet euch, ihr Menschen all, freuet euch, ihr armen Sünder, jauchzet GOtt mit großem Schall: dort mit ihm zu leben. euer Tröster kommt zu euch, und Treu, die noch alle Morgen neu, so wird er euch allen geben, hier und Joh. Olearius. der euch in sein Freudenreich will aus diesem Jam- Mel. JEfu, meines Lemer bringen, helfen fröhlich siegen, ringen. bens Leben. 2. Unsers Herzens Trost 959.** ter und vom eift vom Va35 Soh 818 Zu Pfingsten. Sohne, gleicher Majestät| Fleisch und Blut, das sonst und Kraft in dem höchsten nichts als Böses thut. Himelsthrone, gieße neuen 6. Gieb mir Kraft zu Lebenssaft in mein Herz, widerstehen, wenn die böse Seel und Gemüthe, daß Luft sich regt. Laß es der Reichthum deiner Güte nimmermehr geschehen, und die Stärke deiner Hand, daß ich werde gar erlegt; an mir Schwachen werd steh mir in dem Kampf zur erkannt. Seiten, hilf mir ritterlich 2. Komm, erleuchte mei- bestreiten diesen Feind, der ne Sinne, komm, durch- in mir wohnt, und mit strahle den Verstand, daß Tod und Hölle lohnt. die Finsterniß zerrinne und 7. Du bist heilig, laß nicht nehme überhand. mich werden rein und hei Deffne meiner Seelen Au- liq immer mehr; tödt die gen, daß sie zu erkennen Glieder, die auf Erden witaugen der Geheimniß tie- derstreben deiner Ehr. Laß fen Grund, die uns lehret mich in dem neuen Leben Christt Mund. wachsen und dahin bestreben, daß die Seel mit GOttes Bild auf ein neues werd erfüllt. 3. Niemand ohne dich verspüret reiner GOttesliebe Brunst; wen nicht deine Gnade rühret, den bethåret eitler Dunst; kom, ach komm! mein Herz entzünde, daß ich nichts in mir empfinde, als der Liebe heiße Glut, die allein in JEsu ruht. 4. Laß mich alles Eitle haffen, da die Welt sich drin verliebt, und mit Liebesarmen fassen, dem sich Seel und Geist ergiebt, JEsum, den die keuschen Mel. Liebster JEfu, wir Seelen sich für ihren Schak find hier. 8. Endlich, wenn ich soll durchs Leiden meinem Hetland folgen nach, und zu meines HErren Freuden gehen durch viel lingemach: leite mich durch deine Güte, daß mein Geist, Seel und Gemüthe lobe dich in süsem Ton, sammt dem Vater und dem Sohn. Gottfried Hoffmann.( † 1728.) erwählen, daß ich dessen 960* tt, du haft ganz allein und zu eigen möge sein. in deinem Sohn mich von Ewigkeit 5. Ach, der Unflath mei- erwählet. Sende nun von ner Sünden ist dir mehr deinem Thron, was noch als mir bewußt! Du al- meinem Heile fehlet; und lein, HErr, kannst ergrün- gieb mir des Geistes Gaden, wie die angeborne ben, sodann werd ich alles Lust, die von Adam ist er- haben. erbet, Leib und Seele hat 2. Ach ich bin lebendig verderbet; drum so steure todt und zum Guten ganz ver Zu Pfingsten. 819 verloren. Heilger Geist, gar nichts sagen, hilf mir mein HErr und GOtt, beten, wie ich soll, hilf mache du mich neugeboren; mir auch mein Kreuze tradenn das Fleisch ist mein gen. Wenn es Zeit ist, Verderben, und kann nicht hilf mir sterben, und daden Himmel erben. bei den Himmel erben. Casp. Neumann. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 3. Treibe weg die finstre Nacht meiner irrigen Gedanken. Dämpfe das, was GOtt veracht, halte die Vernunft in Schranken, 961.*, ich als gerne, selbst von dir die Weisheit lerne. den Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; 4. Was mein Herze dicht Bater, gieb vom Himmel und tracht, ist von Jugend Segen, trånke du dein auf nur böse; aber hilf, durstig Land. Laß des daß deine Macht mich auch heilgen Geistes Gab über von mir selbst erlöse: und zu allen guten Dingen gieb mir Wollen und Vollbringen. mich von oben ab wie die starken Strome fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 5. Schaffe mir ein rei- 2. Kann ein Vater bier nes Herz, daß ich stets an auf Erden, der doch bös GOtt gedenke, und mich ist von Natur, seinen lieoft mit Reu und Schmerz ben Kindern geben nichts über meine Sünden kränke; als gute Gaben nur: solldoch nach den betrübten test du denn, der du heißt Stunden führe mich in guter Vater, deinen Geist JEsu Wunden. mir nicht geben, und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 6. Pflanze mich daselbst in ihn als ein Glied an feinem Leibe, und wenn gieb mil3. JEsu, der du hinich sein eigen bin, hilf mir, gegangen zu dem Vater, daß ich es auch bleibe; er sende mir deinen Geist, sei Stock, und ich die Rebe, den mit Verlangen ich erdaß ich ganz in JEsu lebe, warte, HErr, von dir. Laß 7. Hierzu bitt ich diese den Tröster ewiglich bei drei, Glauben, Hoffnung mir sein, und lehren mich), und die Liebe; steh auch in der Wahrheit fest zu sonst mir also bet, daß stehen und auf dich im kein Teufel mich betrübe. Glauben sehen. Gieb mir Demuth, Fried 4. Heilger Geist, du und Freude, und auch Kraft der Frommen, kehre Sanftmuth, wenn ich leide, bei mir Armen ein, und 8. Hilf mir reden recht sei tausendmal willkomund wohl, auch zuweilen men; laß mich deinen Tem35* pel 820 Zu Pfingsten. pel sein. Såubre du nur| 3. So kann ich den felbst das Haus meines HErrn erkennen, der mein Herzens; wirf hinaus alles, Gottversöhner ist, und ihn was mich hier kann schei- freudig Heiland nennen, den von den süßen Him- meinen HErrn und metmelsfreuden. nen Christ. Ja, so darf 5. Schmücke mich mit ich Abba beten und als deinen Gaben, mache mich Kind zum Vater treten. neu, rein und schön; laß Friedrich August Weihe. mich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch 963.* und Blut; lehre mich vor Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. Mel. HErr JEfu Chrift, dich zu ung wend. GOtt hintreten, und im ewger GOtt, du höchster Geist und Wahrheit beten. Tröster in der Noth, von 6. So will ich mich dir Herzensgrund ich ruf dich ergeben: dir zu Ehren soll an, wollst meine Bitt nicht mein Sinn dem, was himm- fehlen lan. lisch ist, nachstreben, bis 2. Ach sei mein Troft ich werde komme: hin, da und Zuversicht, laß mich mit Vater und dem Sohn in Sünd verzagen nicht; dich im höchsten Himmels- wend ab von mir des Feinthron ich erheben kann des List, erhalt mich fest und preisen mit den süßen an Jesum Christ. Engelweisen. 3. Daß ich demselben Maurit. Kramer.allezeit treulich zu dienen sei bereit, und ihn in wahrem Glauben rein erkenne für den Heiland mein. omm, du fanfter hellger Geist, du 962.* 4. Leit mich auf rechter, ebner Bahn, christlich mein Gnadenregen, komm, du Lebn zu stellen an, daß Geist der Herrlichkeit, ich nach dieser Sterblichkomm, du Segen aller feit erlangen mög die ewge Segen. Mache du mich Freud. selbst bereit, dich mit wartendem Verlangen hier be- Mel. Ein feste Burg ist gierig zu empfangen. unser GOtt. 2. Fulle mich mit dei- 964* JEfu, einen Gaben. Ach, komm nig wahres selbst zu mir herein; denn Haupt der heiligen Geich muß dich selber haben. meine, die an dich, ihren Laß mich deine Wohnung Heiland, glaubt und nur sein, laß in deinem Licht auf dir alleine als ihrem mich sehen und aus Kraft Felsen sieht, der nie unterin Kräfte gehen. geht, wenn gleich die ganze Welt 3u Pfingsten. 821 Welt zertrümmert und zer-| armes Hauflein, ftreit, daß fällt: erhör, erhör uns, es erhalten werde; den JEsu. Aergernissen wehr; was 2. Laß uns, dein kleines dich baßt, bekehr; was sich Häufelein, das sich zu dir nicht beugt, zerbrich: mach bekennet, dir ferner anbe- endlich seliglich an aller fohlen sein; erhalt uns Noth ein Ende. ungetrennet. Wort, Tauf 7. Ach JEsu, ach wir und Abendmahl laß in sei- bitten dich in deinem JEner Zahl und ersten Rei- susnamen: erhör, erhör nigkeit bis an den Schluß uns gnädiglich; sprich, JEder Zeit zu unserm Troste su, Fa und Amen. Willt bleiben. du uns JEsus sein, und 3. Hilf, daß wir dir zu wir, Esu, dein: so halt aller Zeit mit reinem Her- dein JEsuswort, und laß zen dienen; laß uns das uns hier und dort darüber Licht der Seligkeit, das jubiliren. Johann Menger. uns bisher geschienen, zur Buße kräftig sein und zum bellen Schein, der unsern Glauben mehrt, der Sünden und Mel. Erhalt uns HErr, bei deinem Wort. o o 965** Rett Err JEsu, rett fromme Christen machet. dein Ehr, das Seufzen 4. Laß uns beim Evan- deiner Kirchen hör: der gelio Gut, Blut und Le- Feind Anschlag und Macht ben wagen. Mach uns da- zerstör, die jetzt verfolgen durch getrost und froh, deitte Lehr. das schwere Kreuz zu tragen; gieb uns Beständigkeit, daß uns Luft und Leid von dir nicht scheiden mag, bis wir den Jubeltag bei dir im Himmel halten.. 2. Groß ist ihr List, ihr Truß und macht, sie fahren hoch daher mit Pracht. All unsre Hoffnung wird verlacht: wir sind bei ihn wie richts geacht. 3. Vergieb uns unsre 5. Auf unsers Landes- Missethat: vertilg unsnicht, vaters Haus geuß von dem erzeige Gnad. Beweis den Guadenthrone den Segen Feinden in der That, es deines Blutes aus; um- gelte wider dich kein Rath. strahle seine Krone mit 4. Steh deinem kleinen deiner Herrlichkeit, ihm Häuflein bei: aus Gnaden zur Sicherheit, zu seiner Fried und Ruh verleih; Feinde Truß, und zum ge- laß jedermann erkennen wünschten Schuß uns sei- frei, daß hier die rechte nen armen Kindern. Kirche sei. 6. Erbarm dich deiner 5. Laß sehn, daß du seist Christenheit; vermehre dei- unser GOtt, der unsre ne Heerde; für uns, dein Feinde setzt zu Spott, wirft 822 Zu Pfingsten. wirft ihre Hoffart in den gen, schütte deinen Segen Koth und hilft den Seinen aus der Noth. Johann Heermann. auf das Kirchenfeld; lasse Strime fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt; und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Früchte bringe, Mel. JEsu, meine Freude. 966** Schmückt das und ihm stets gelinge. Fest 6. Schlage deine FlamMaien, lasset Blumen men über uns zuſammen, streuen, zündet Opfer an; wahre Liebesglut! laß dein denn der Geist der Gna- sanftes Lehen auch bet den hat sich eingeladen, uns geschehen, dampfe machet ihm die Bahn; Fleisch und Blut; laß uns nehmt ihn ein, so wird doch das Sündenjoch nicht sein Schein euch mit Licht mehr wie vor diesem zieund Heil erfüllen und den hen, und das Böse flieKummer stillen. hen. 2. Tröster der Betrüb- 7. Gieb zu allen Dinten, Stegel der Geliebten, gen Wollen und VollbrinGeist voll Rath und That, gen, führ uns ein und aus; starker GOttesfinger, Frie- wohn in unsrer Seele, densüberbringer, unser Ad- und des Herzens Höhle vokat: gieb uns Kraft und sei dein eigen Haus. WerLebenssaft, laß uns deine thes Pfand, mach uns betheuren Gaben nach Ver- kannt, wie wir JEsum gnügen laben. recht erkennen und GOtt Vater nennen. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir JEsum 8. Mach das Kreuze nennen; führ den Geist süße, und im Finsternisse empor; gieb uns Kraft zu set du unser Licht; trag beten, und vor GOtt zu nach Zions Hügeln uns treten, sprich uns selber mit Glaubensflügeln und. vor; gieb uns Muth, du verlaß uns nicht, wenn der höchstes Gut, tröst uns Tod, die lekte Noth, mit kräftiglich von oben bei uns will zu Felde liegen, der Feinde Loben. daß wir fröhlich siegen. 4. Helles Licht, erleuchte, 9. Laß uns hier indesklarer Brunn, befeuchte fen nimmermehr vergessent, unser Herz und Sinn; daß wir GOtt verwandt. Gnadenöl, erquicke; dein Dem laß uns stets dienen, Magnet entzücke bis zum und im Guten grünen als Himmel hin; bane dir den ein fruchtbar Land, bis Tempel hier, daß dein wir dort, du werther Hort, Heerd und Feuer brennet, bei den grünen Himmelswo man GOtt bekennet. maien ewig uns erfreuen. 5. Güldner HimmelsreBenjam. Schnolt. In Zu Pfingsten. 823 In eigener Melodie. 967.* Kirche dauern. Nicht Men( ie ist mir schenwitz, noch macht und lieb, die List zerstören ihre Mauwerthe Magd, und kann ern. Der starke GOttesihr nicht vergessen; Lob, Sohn hoch auf des VaEhr und Zucht von ihr ters Thron, der bleibt ihr man sagt, fie hat mein Herz Schutz und Hort; vor besessen. Ich bin ihr hold; seinem Geist und Wort und wenn ich sollt groß flten alle Höllenmächte. Unglück han, da liegt nicht an: sie will mich deß ergehen mit ihrer Lieb und Treu an mir, die sie zu mir will seßen und thun all mein Begier. 2. Preis dir, o Kirchenoberhaupt, noch währet deine Gnade. So lang an dich die Kirche glaubt, verderbet sie kein Schade. Dank dir, HErr JEsu Christ, daß du noch bei ihr bist, dein Licht und Recht ihr gönnst, sie noch zu segnen brennst. Wohl uns des Segensfürstent! 2. Sie trägt von Gold so rein ein Kron, da leuchten in zwölf Sterne; ihr Kleid ist wie die Sonne schön, das glänzet hell und ferne; und auf dem Mond ihr Füße stahn; sie ist die Braut, dem HErrn vertraut; ihr ist weh und muß gbåren ein schönes Kind, den edlen Sohn und aller Welt ein HErren, tem sie ist unterthan. 3. Mit deinem Wort, mit deinem Blut, das unauflöslich bindet, haft du ihr Haus, trotz Sturm und Flut, auf Felsengrund gegründet. Die Kirche wähltest du zum Size deiner Ruh; du schmücktest sie mit Heil, gabst ihr zum Erb und Theil die reichen Himmelsgüter. 4. O sei und bleib ihr Schutz und Hort zur Welt3. Das thut dem alten Dracher Zorn, und will das Kind verschlingen; sein Toben ist doch ganz verlorn, es kann ihm nicht gelingen: das Kind ist doch versuchungsstunde. gen Himmel hoch genommen hin, und lässet ihn auf Erden fast sehr wüthen. Die Mutter muß gar sein allein, doch will fie GOtt behüten, und der rechte Bater seint. Dr. Martin Luther. Mel. Ein feste Burg ist unser GOtt, D 968.* Christus ist, wird seine schall in ihr dein Kreuzes= wort mit Kraft aus aller Munde. Erhalte dir zum Ruhm auch unser Heiligthum! Sein Leuchter wanke nicht, rein brenne dir sein Licht, bis Erd und Himmel sinken. Karl Bernhard Garve. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. auf, du Geist der lange Christus 969* Wach 824 Zu Pfingsten. der ersten Zeugen, die auf Reich bald aus, zu deines der Maur als treue Wach- Namens Preis. ter stehn, die Tag und 6. Ach daß die Hülf aus Nächte nimmer schweigen Zion fame! o daß dein und die getroft dem Feind Geist so, wie dein Wort entgegengehn; ja deren verspricht, dein Volk aus Schall die ganze Welt dem Gefängniß nähme! durchdringt und aller Völ- o würd es doch nur bald fer Schaaren zu dir bringt. vor Abend Licht! Ach reiß, 2. O, daß dein Feuer o HErr, den Himmel bald doch bald brennte, o mocht entzwei, und komm herab es doch in alle Lande gehn. zur Hülf und mach uns frei. Ach HErr, gieb doch in 7. Ach laß dein Wort deine Ernte viel Knechte, recht schnelle laufen; es die in treuer Arbeit stehn. sei kein Ort ohn desſen DHErr der Ernt, ach Glanz und Schein. Ach fiehe doch darein: die Ernt ist führe bald dadurch mit groß, da wenig Knechte sein. Haufen der Heiden Füll 3. Dein Sohn hat ja in alle Thore ein. Ja wecke mit klaren Worten uns doch auch Israel bald auf: diese Bitt in unsern Mund und also segne deines Worgelegt. O siehe, wie an tes Lauf. allen Orten sich deiner 8. beffre Zions wüste Kinder Herz und Sinn be- Stege; und was dein Wort wegt, dich hierum herzin- im Laufe hindern kann, brünstig anzuflehn; drum das raum, ach raum aus hör, o HErr, und sprich: jedem Wege. Vertilg, o Es soll geschehn! HErr, den falschen Glau4. Wie kannst du uns benswahn, und mach uns denn dies versagen, was bald von jedem Miethling uns dein Sohn selbst deut- frei, daß Kirch und Schul lich bitten heißt? Wie denkst ein Garten GOttes sei. du dieses abzuschlagen, wo- 9. Laß jede hoh und zu du uns selbst treibst niedre Schule die Werkdurch deinen Geist? Denn, statt deines guten Geistes daß wir hierum brün- jein; ia fiße du nur auf stig zu dir flehn, das ist al- dem Stuhle und präge lein durch deinen Geist dich der Jugend selber ein, geschehn. daß treuer Lehrer viel und 5. So gieb dein Wort Beter sein, die für die ganze mit großen Schaaren, die Kirche flehn und schrein. in der Kraft Evangelisten 10. Du hast uns hirsein; laß eilend Hülf uns ten ja versprochen, die du widerfahren und brich in nach deinem Herzen geben Satans Reich mit Macht willt. Nun wird dein Wort hinein. breite, HErr, niemals gebrochen, ein jeauf weitem Erdenkreis tein des Wort wird Punkt für Punkt Zu Pfingsten. 825 Punkt erfüllt; drum halt! ich dieses klare Wort dir vor: ach denke dran und neig uns Herz Ohr. und 970 er recht die Pfingsten 11. Ach wird dein Herze feiern will, der wird in nicht beweget, da du, o seinem Herzen still; Ruh, GOtt, die Liebe selber bist Friede, Lieb und Einigkeit und, was von Lieb in uns find Zeichen einer solchen sich reget, aus deinem Lie- Zeit, worin der heilge Geist besfeur ein Fünklein ist? Da regiert: der ist es, der zur wir in schwacher Liebe nun Andacht führt, er kann so flehn, was soll nicht von kein Weltgetümmel leiden: der Liebe Quell geschehn! wer ienes liebt, muß dieses 12. HErr, wo willst meiden, und GOtt allein du dich binwenden? siehst gehorsam sein. du denn nicht den großen 2. Sein Tempel ist da Jammer an? ach willst du aufgericht, da dient man uns nicht Hülfe senden? ihm nach rechter Pflicht, ach siehst du nicht, was da giebt er Klugheit und JEsus hat gethan? Ist Verstand, da wird der er denn nicht der Heiland Sprachen Grund erkannt, aller Welt? wie kommt der Zungen Feuereifer es, daß der Feind so Platz behålt? 13. HErr, fürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Äsche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, HErr, 0 nimm mein Bitten glimmt, er zeigt, was niemand sonst vernimmt, schenkt das Vermögen, auszusprechen, was der Vernunft, dem Wiß der Frechen und aller List zu machtig ist. ant. Mel. Komm heiliger Geist, HErre GOtt. 3. Nun dieses ist der Geist aus GOtt, der Frommen Trost, der Bösen Spott; die sich der Sündenluft entziehn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, der wird rein, er geht zu keinen Stolzen ein, verleiht der bist. Laß nur dein Wort Demuth reiche Gaben, der den Streit hier schlichten, wenn deine Lieb in uns 14. Du wirst wohl wissen recht zu richten, da du ja aller Welt ihr Richter geistlich Arme soll sie haben; denn sein Gebet wird im Zweifel ist; und treib nicht verschmäht. uns ferner, dich nur anzu- 4. Es ist der Odem und flehn; es wird doch endlich der Wind, der Seelen annoch viel mehr geschehn. bläft und entzündt, der Karl Heinrich v. Bogatty. von des HErren Munde 35** webt 826 Dom Worte GOttes. webt und, was erstorben ein Vorrath und verheißist, belebt; es ist ein Wort,[ ner Segen, ein Himmelsdas neu gebiert, deß Deu- thau und milder Regen, tung man im Werke spürt, der das erzieht, was grunt ein Zeugriß, das zum Glau- und blüht. ben treibet und das Geset ins Herz einschreibet, daß jedermann es wissen kann. 7. Es ist ein Del, deß Lauterkeit zu Königen und Priestern weiht, die Salbung, die uns mitgetheilt, 5. Es ist die Kraft, die die Wunden und Verderballes regt, ein Strahl, niß heilt; ein Abgrund, der durch die Felsen schlägt, drin die Wahrheit steckt, ein heller Glanz, der uns die sich dem innern Aug erleucht, ein Licht, dem entdeckt, wogegen Kunst Nacht und Schatten weicht, und menschlich Wissen der ein Lehrer, der aufs Gute Thorheit ähnlich werden dringt, ein Helfer, welcher müssen: sie machet fret Stärke bringt, ein Rath, von Heuchelei. der uns zurechte weifet, ein Labsal, das mit Gnade speiset, und den erquickt, den Elend drückt. 8. Du theurer Gaft und höchster Schaß, sei unser Beistand und Entsaz, an den sich das Vertrauen 6. Es ist der Ausfluß hält, wenn uns Versuaus der Höh, der Weis- chung überfällt; vermehr heit unerschöpfte See, ein in uns die Zuversicht, wehr Wasser, das vom Unrecht aller Furcht, verlaß uns wäscht, ein Quell, der nicht, daß wir in Noth Durst und Sehnsucht nicht unterliegen, vielmehr löscht, ein Brunnen, wel- beherzt den Tod besiegett, cher ewig quillt und das wenn uns die Zeit das Gemüth mit Gütern füllt, Ende dråut. Ernst Lange. VII. Vom Worte GOttes. In eigener Melodie. 971* Auf auf, mein Erlösungswerk Herz, und JEsus ist erstanden aus dem Grab; heut hat er sein geendet; heut hat er auch den Geift du, mein ganzer Sinn, herabgesendet. wicf alles heut, was Welt 3. Dies heilig Heut heißt ist, von dir hin. Heut hat dich auch heilig sein; GOtt das Werk der Schöpfung diesen Tag bei dir will fieangefangen, da diesem hen ein. So ruhe du von Rund das Licht ist aufge- Arbeit und von Sünden, gangen. daß er in dir mög seine Ruhe finden. 2. Auf, auf, mein Herz, leg alles Irdisch ab: het 4. GOtt giebet dir sechs Ta Vom Worte GOttes. 827 Tage für den Leib: der fie-| GOtt, den ehrt er auch bente der Seele eigen bleib; auf Erden: wer ihn verfie muß ja auch von sie acht, soll auch verachtet ben einen haben, daß sie werden. Siegmund v. Birken. sich mög mit Himmelspeise laben. 5. Viel Sünden dir die Woche ladet auf: an diesem Tag mit Bitten Gnade 972* Bru runn alles kauf; leg ab die Last, geh, Heils, dich GOttes Wort zu hören: ehren wir, und öffnen undies laß dich heut die Wo- sern Mund vor dir; aus chenwege lehren. deiner GOttheit Heilig6. Sechs TagedichGOtt| thum dein hoher Segen segnet, schützt, und nährt; auf uns komm. Heut er dafür mit Dank 2. Der HErr, der Schdwill sein geehrt. Der erste pfer, bei uns bleib: er segne soll heut für die andern uns nach Seel und Leib, bitten, daß GOtt sie woll und uns behüte seine Macht mit Segen überschütten. vor allem lebel Tag und Nacht. 3. Der HErr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben fret, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der HErr, der Trdster, ob uns schweb, seir Antlitz über uns erheb, daf uns sein Bild wert eingedrückt; und geb uns Frieden unverrückt. 7. GOtt wöchentlich giebt sieben Tage dir; gieb einen du, den ersten, ihm dafür. Der erste wird die andern sechse zieren, wirst du heut GOtt im Mund und Herzen führen. 8. Am ersten du nach GOttes Reiche tracht: obschon die Welt nur deiner Andacht lacht. Der Schad ist ihr: dir aber wirds gedeihen, GOtt alles Glück auf dich wird reichlich ftreuen. Mel, Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunst, 5. Jehovuh, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! Gerhard Zersteegen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am HErrn: was dein Herz wünscht wird er dir geben gern. Befiehl nur GOtt heut deine Weg und Sachen, und hoff auf thn: gewiß, er wirds wohl- Mel. Was GOtt thut, machen. das ist wohlgethan. 10. Wirst aber du thm 973* Dein Wort, HErr, nehmen so macht er dir die Woche ist milder Thau für trostvolle: Plag. Wer ehret bedürftge Seelen. Laß Fei 828 Dom Worte GOttes. keinem Pflänzchen deiner weich es uns aus Geist Au den Himmelsbalsam und Mund und nie von fehlen; erquickt durch ihn unserm Samen. Laß imlaß jedes blühn und in der merfort dein helles Wort Zukunft Tagen dir Frucht in allen Lebenszeiten uns und Samen tragen. triften, warnen, leiten.. 2. Dein Wort ist, HErr, 7. sende bald von ein Flammenschwert, ein Ort zu Ort den Durft Keil der Felsen spaltet, nach deinen Lehren, den ein Feuer, das im Herzen Hunger aus, dein Lebenszehrt und Mark und Bein wort und deinen Geist zu durchschaltet. D laß dein hören; und send ein Heer Wort noch fort und fort von Meer zu Meer, der der Sünde Macht zer- Herzen Durst zu stillen, scheitern und alle Herzen und dir dein Reich zu füllen. lautern! Carl Bernhard Garve. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für un- Mel. Wer nur den liesre Pilgerreise. Er führt ben GOtt läßt walten. auch Thoren hin zum 974* in neuer Tag, und macht die neues Einfalt weise. Dein Him- Leben geht mit der neuen melslicht verlösch uns nicht, Woche an: GOtt will und leucht in iede Seele, mir heut aufs neue geben, daß keine dich verfehle. was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gåbe mir sonst Troft und Licht. 4. Ich suchte Troft und fand ihn nicht: da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. 2. Ich grüße diesen lieSie zeigte mir den Weg ben Morgen, und küsse zu dir, und leuchtet mei- GOttes Bater- Hand, die nen Schritten bis zu den ewgen Hütten. diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von 5. Nun halt ich mich mir abgewandt. Ach HErr, mit festem Sinn zu dir, wer bin ich Armer doch? dem sichern Horte: wo Du sorgst für mich, ich wendet ich mich anders hin? lebe noch. HErr, du hast Lebenswor- 3. Nun das erkennet te. Noch hör ich dein meine Seele, und giebt sich Komm, du bist mein!" selbst zum Opfer hin; doch das rief mir nicht verge- weil ich noch in dieser bens, ein Wort des ewgen Höhle mi: Noth und Tod Lebens. umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hülfe steht bei dir. ist Ja und Amen. Nie 4. Mein Glück in diefer 6. Auf immer gilt dein Segensbund: dein Wort Dom Worte GOttes. 829 Hallelujah. ser neuen Woche soll nur Christ heißt GOttes Kind in deinem Namen blühn. Ach laß mich nicht am 4. Mein GOtt, laß mir Sündenioche mit meinem dein Lebenswort; führ mich Fleisch und Blute ziehn. zur Himmels Ehrenpfort; Gieb deinen Geist, der laß mich hier leben heiligmich regier, und nur nach lich und dir lobsingen ewigdeinem Willen führ. lich. Hallelujah. 5. Soll ich mein Brod mit Kummer essen, so laß Johann Olearius. es doch gesegnet sein; und Mel. GOtt des Himwas du sonsten zugemessen, mels und der Erden. das richte mir zum Beſten 976* Groer alten GOtt ein. Ich bitte keinen Ueberfluß, nur was ich nöthig haben muß. Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu 6. So thue nun, mein auf allen Seiten mich von GOtt, das Deine, und Jugend auf geführt; heute laß mich auch das Meine weckt des Tages Lauf mich thun; behüte beides Groß zu lauter Andacht auf. und Kleine, daß sie auf 2. Ach wie lieb ich diese deiner Huld beruhn, und Stunden, denn sie sind daß ein jedes diesen Tag des Herren Fest, das mit mit dir vergnügt beschlie- so viel Trost verbunden, Ben mag. Benj. Schmolt. Da mein GOtt mich ruhen läßt, und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 975* t Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein GOtt das Eitle wenig acht. Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Hallelujah. 3. Doch das bloße Müfiggehen und der Kleider leere Pracht werden schlecht bei GOtt bestehen, der das HErr, ich bringe was ich kann, nimm du nur mich selber an. 4. Habe Dank für die2. Das ist der Tag, da sen Morgen, der mir Zeit JEsus Christ vom Tod für zum Guten schenkt; das mich erstanden ist, und sind unsre besten Sorgen, schenkt mir die Gerechtig- wenn der Mensch an GOtt keit, Trost, Leben, Heil gedenkt und von Herzen und Seligkeit. Hallelujah. bet't und singt, daß es durch 3. Das ist der rechte die Wolken dringt. Sonnen- Tag, da man 5. Was ist schöner, als sich nicht gmug freuen GOtt dienen? was ist sümag, da wir mit GOtt ßer, als sein Wort? da versöhnet sind, daß nun ein wir sammeln, wie die Bienen, 830 Dom Worte GOttes. nen, und den Honig tra- vor mein muntres Angegett fort. Selig ist, wer sichte; wohne mir mit Tag und Nacht also nach Glanze bei, daß mein Sabdem Himmel tracht. bath lustig sei. 6. O mein GOtt, sprich 2. Brunnquell alier Süselber Amen; denn wir find ßigkeit, laß mir deine Str dein Eigenthum. Alles me fließen, mache Munv preise deinen Namen, alles und Herz bereit, dich in mehre deinen Ruhm, bis Andacht recht zu küssen. es fünftig wird geschehn, Streu das Wort mit Sedaß wir dich im Himmel gen ein, laß es hundertLehn. Kaspar Neumann. früchtig sein. Mel. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort. Err 3. Zunde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget, sei mir WeisLicht und daß 977.* Herhalt une tein Frethum mich betrůfür und für die reine Ka- get, und kein fremdes Feuer techismus- Lehr, der jungen brennt, welches dein Altae einfältigen Welt durch dei- nicht kennt. nen Luther vorgestellt. 4. Laß mich heut und 2. Daß wir lernen die allezeit Heilig, Heilig, Heizehn Gebot, beweinen un- lig! fingen, und mich in fre Sünd und Noth, und die ewigkeit mit des Geidoch an dich und deinen stes Flügeln schwingen, Sohn glauben, im Geist Gieb mir einen Vorschmack erleuchtet schon; ein, wie es wird im Himmel sein. 3. Dich, unsern Vater, rufen an, der allen helfen 5. Ruh in mir und ich will und kann; daß wir in Sir, bau ein Paradies als Kinder nach der Tauf ins Herze. Offenbare dich christlich vollbringen un- doch mir, und geuß metfern Lauf. ner Andachtskerze immer 4. So jemand fällt, nicht neues Dele zu, o du Lieliegen bleib, sondern zur bes- Flamme du. Beicht komm und glaub, zur Stärkung nehm das Sacrament. Amen! GOtt geb ein seligs End. 6. Dieser Tag set dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten: nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. Ludw. Helmbold. Mel. Meinen JEsum laß ich nicht. 978** Nicht vom Licht, erleuchte mich 7. Du bist mehr als Salomon, laß mich deine Weisheit hören; ich will bei dem neuen Tages- Lichte. deinen Gnadenthron mit Gnaden- Sonne, stelle dich gebeugten Knieen ehren, bis Vom Worte GOttes. 83₁ bis mir dein Sonne lacht einen Acker, der die Frucht und den så önsten Sonntag macht. Benj. Schmolt. nicht schuidig bleibt. Mache mir die Auger wacker; und was hier dein Finger Mel. GOtt des Himmels schreibt, präge mir im Herzen ein, laß den Zweifel und der Erden. 979* Theures Wort ferne ſein. 7. Was ich lese, laß mich Munde, das mir lauter merken; was du sagest, laß Honig trägt, dich allein mich thun. Wird dein Wort hab ich zum Grunde mei- den Glauben stärken, laß ner Seligkeit gelegt. In es nicht dabei beruhn; sondir treff ich alles an, was dern gieb, daß auch dabei zu GOtt mich führen kann. ihm das Leben ähnlich sei. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich la8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Nichtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse ben, weil bei dir ein Tisch wie ein Felsen stehn, daß gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser trånkt. mein Geist auch Rath und That in den größten Nothen hat. 3. Du mein Paradies 9. Loß dein Wort mir auf Erden, schleuß mich einen Spiegel in der Folge stets im Glauben ein; laß JEsu sein. Drücke draufmich täglich flüger werden, ein Gnadensiegel, schleuß daß dein heller Gnaden- den Schatz im Herzen ein, schein mir bis in die Seele daß ich fest im Glauben bringt, und die Frucht des steh, bis ich dort zum Lebens bringt. Schauen geh. B. Schmolt. 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an GOttes Brüste leat, öffne mir Mel. GOtt des Himmels und der Erden. des Himmels Pforte, daß 980* Thut mir auf erdie wägt, was für Schätze Pforte, führet mich in Zion GOttes Hand durch sein ein: ach wie wird an dieWort ihm zugesandt. sem Orte meine Seele fröh5. Lasse mich in diesen lich sein! Hier ist GOtSchranken sonder eitle tes Angesicht, hier ist lauSorgen sein. Schließel ter Trost und Licht. mich mit den Gedanken 2. Ich bin, HErr, zu in ein stilles Wesen ein, dir gekommen, fomme du daß die Welt mich gar nicht nun auch zu mir. Wo du tort, wenn mein Herz dich Wohnung hast genommen, cedent hört. da ist lauter Himmel hier. 6. Gieb dem Samkorn 3teh doch in mein Herz hin 832 Von der heiligen Taufe. hinein, laß es deinen Tem-| nimmer aus dem Herzen pel sein. rauben; halte stets dein 3. Laß in Furcht mich Wort mir für, daß es mir vor dich treten, heilge du zum Leitstern dient und Leib, Seel und Geist, daß zum Trost im Herzen grunt. mein Singen und mein 6. Rede, HErr, so will Beten ein gefällig Opfer ich hören, und dein Wille heißt. Heilge du, HErr, werd erfüllt. Nichts laß Mund und Ohr, zich das meine Andacht stören, wenn Herze ganz empor. der Brun des Lebens quillt: speise mich mit Himmelsbrod, triste mich in aller Noth. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samforn auf mich fällt, gieb mir Licht in dem Verstande: 7. Deffne mir die grüund was mir wird vorge- nen Auen, daß dein Lamm stellt, präge meinem Her- fich weiden kann, lasse mir zen ein, laß es mir zur dein Manna thauen, zeige Frucht gedeihn. mir die rechte Bahn hier 5. Stårk in mir den in diesem Jammerthal zu schwachen Glauben, laß des Lammes Ehrensaal. dein theures Kleinod mir Benjamin Schmolt. VIII. Von der heiligen Taufe. dein Bund verheißt, selbst Mel. Liebster JEsu, wir in ihm des Heils Geschäfte, find hier. daß es stets an JEsu Leibe 981.*, * Ott undBa- ein lebendig Gliedmaß ter, nimm bleibe. jeßund dieses Kind von unsern Armen; nimm es auf in deinen Bund, und Mel. In dich hab ich gehoffet HErr. erzeig ihm dein Erbarmen, 982* tt Bater, es alle ner Kindschaft Zeichen Bitt, theil diesem Kind trage. den Segen mit, erzeig ihm 2. Wasche es mit dei- deine Gnade. Es sei dein nem Blut, treuer JEsu, Kind: nimm weg die Sünd, von den Sünden; laß in daß ihm dieselb nicht schade. seiner Taufe Flut den ge- 2. HErr Christe, nimm erbten Fluch verschwinden, es gnädig auf durch dieſes und sein Leben auf der Bad der heilgen Tauf zu Erden deinem Vorbild ähn- deinem Glied und Erben; lich werden. damit es dein mog allzeit 3. Und du, werther heil- sein, im Leben und im ger Geist, schenk ihm deine Sterben. Gnadenkräfte; treibe, wie 3. Und du, o allerwerthfter Von der heiligen Taufe. 833 fter Geist, sammt Vater schreite, so laß mich nicht und dem Sohn gepreist, verloren gehn; nimm mich, wollst gleichfalls zu uns dein Kind, zu Gnaden an, kommen: damit jehund in wenn ich hab einen Fall deinen Bund es werde gethan. aufgenommen. 5. Ich gebe dir, mein GOtt, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue, und nimm Besitz von meinem Sinn. fei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, HErr, deinen Willen thut. Es 4. heilige DreieinigFeit, dir sei Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte. Gieb, daß dafür wir dienen dir; vor Sunden uns behüte. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 983.* 6. Weich, weich, du Fürst Hier der Finsternissen, ich bleibe deinen Namen, GOtt Va- ist zwar ein befleckt Geter, Sohn und heilger wissen, jedoch mit JEsu Geist, ich bin gezählt zu Blut besprengt. Weich, deinem Samen, zum Volk, eitle Welt, du Sünde, das dir geheiligt heist. Ich bin in Christum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. ch bin geauf weich: GOtt hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsat nimmer wanken GOtt 2. Du hast zu deinem Vater, Sohn und heilger Kind und Erben, mein Geift. Halt mich in deilieber Vater, mich erklärt. nes Bundes Schranken, Du hast die Frucht von dei- bis mich dein Wille sternem Sterben, mein treuer ben heißt. So leb ich dir, Heiland, mir gewährt. Du so sterb ich dir; so lob ich willst in aller Noth und dich dort für und für. Pein, o guter Geist, mein Trister sein. Joh. Jac. Rambach. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugeſagt; 984* Eu, meiner mich reinem Triebe dein Eigenthum zu ben, meines Herzens höchfeit gewagt; hingegen sagt ste Freud, dir will ich ich bis ins Grab des mich ganz ergeben jezo und Satans schudden Werken in Ewigkeit. Meinen GOtt ab. will ich dich nennen, und 4. Mein treuer GOtt, vor aller Welt bekennen, auf deiner Seite bleibt die- daß ich dein bin und du ser Bund wohl feste stehn; mein, allerliebstes JEsuwenn aber ich ihn über- lein. 2. Dei 834 Von der heiligen Taufe. 2. Deine Güt hat mich sie ist mein Hüter. Ich bin umfangen, als mich erst dein und du bist mein, allerdie Welt empfing; dir bin liebstes JEsulein. ich schon angehangen, als 7. Schmäht man mich, ich an den Brüsten hing. ist sie mein Ehre; trotzt Dein Schooß hat mich man mir, ist sie mein Truß; aufgenommen, wenn ich zweifle ich, ist sie die Lehre; nur bin zu dir kommen. Ich jagt man mich, ist sie mein bin dein und du bist mein, Schuß. Niemals hab ich allerliebstes JEsulein. was begehret, war es gut, 3. Auf der Kindheit ich bins gewähret. Ich wilden Wegen folgte mir bin dein und du bist mein, stets deine Güt, deines allerliebstes JEsulein. Geistes Trieb und Regen 8. Deiner Liebe Süßigregte mir oft das Gemüth, feiten sind in mein Herz so ich etwa ausgetreten, eingeflößt, durch den Blick daß ich wiederkam mit Be- der Herrlichkeiten deines ten. Ich bin dein und Himmels wird getröstt mein du bist mein, allerliebstes Gemüth in seinem Zagen; JEsulein. alles Kreuz hilfft du mir tragen. Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes 4. Ach wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die JEsulein. Frömmigkeit und Tugend 9. Dein Geist zeiger war in meinem Sinn ver- mir das Erbe, das im hast. Ach ich wäre längst Himmel beigelegt. Ich gestorben, außer dir, und weiß, wenn ich heute fterlängst verdorben. Ich bin be, wo man meine Seel dein und du bist mein, hinträgt: zu dir, JEsu, allerliebstes JEsulein. in die Freude; troß, daß 5. Ja, in meinem gan- mich was von dir scheide. zen Leben hat mich stets Ich bin dein und du bist dein Licht geführt; du hast, mein, allerliebstes JEſuwas ich hab, gegeben, du lein. haft meinen Lauf regiert; 10. Dieses alles ist gedeine Güt, die täglich wah- gründet nicht auf meiner ret, hat mich immerdar er- Werke Grund; dieses, was nähret. Ich bin dein und mein Herz empfindet, thu du bist mein, allerliebstes ich allen Menschen kund: JEsulein. daß es kommt aus deinem 6. Frr ich, sucht mich Blute; das allein kommt deine Liebe; fall ich, hilfet mir zu Gute. Ich bin fie mir auf; ist es, daß dein und du bist mein, alich mich betrübe, triftt lerliebstes JEsulein. sie mich in meinem Lauf: 11. Drum, ich sterbe bin ich arm, giebt sie mir oder lebe, bleib ich doch Güter; haßt man mich, dein Eigenthum; an dich ich Von der heiligen Taufe. 835 ich mich ganz ergebe, du 4. Ob sie gleich zeitbist meiner Seele Ruhm, lich sterben, ihre Seele meine Zuversicht und Freu- GOtt gefällt; denn sie de, meine Süßigkeit im sind GOttes Erben, lasLeide. Ich bin dein und sen die schnöde Welt. Sie du bist meint, allerliebstes find frei aller Gfahr und JEsulein. 12. Hire, TEsu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab. Wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund dürfen hier nicht leiden; fie loben GOtt mit Freuden dort bei der Engel Schaar. Cornel. Beder. 985* affer die Kindlein kommen Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. was vorzutragen, laß mich 986 Niebster JEfu, doch zuletzt noch sagen: sind hier, Ich bin dein und du bist deinem Worte nachzuleben: mein, allerliebstes JEsu- dieses Kindlein kommt zu leint. dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe; denn das Himmelreich ist ihre. Christian Scriver. Mel. Von GOtt will ich nicht laffen. 2. Ja, es schallet allerzu mir, spricht GOttes meist dieses Wort in unSohn: sie sind mein Freud sern Ohren: Wer durch und Wonne, ich bin ihr Wasser und durch Geist Schild und Kron; auch nicht zuvor ist neu gebofür die Kinderlein, daß sie ren, wird von dir nicht nicht wärn verloren, bin aufgenommen und in GOtich ein Kind geboren: tes Reich nicht kommen. drum fie mein eigen sein. 3. Darum eilen wir zu 2. Der HErr gar freund- dir, nimm das Pfand von lich küsset und herzt die unsern Armen; tritt mit Kinderlein, bezeugt mit deinem Glanz herfür, und Worten süße, der Him- erzeige dein Erbarmen, daß mel ihr soll sein; dieweil es dein Kind hier auf Ersein theures Blut, das aus den und im Himmel möge fein heilgen Wunden am werden. Kreuzesstamm gerunnen, 4. Wasch es, JEsu, hnen auch kommt zu gut. durch dein Blut, von den 3. Drum nach Christi angeerbten Flecken; laß es Verlangen bringet die Kin- bald nach dieser Flut deiper her, damit sie Gnad nen Purpurmantel decken; erlangen; niemand es ih- schenk ihm deiner Unschuld ten wehr. Führet fie Chri- Seide, daß es sich in dich to zu: er will sich ihr erbar- verkleide. nen, legt sie in seine Arme, barin fie finden Ruh. 5. Mache Licht aus Finsterniß, setz es aus dem Zorn 836 Von der Buße. Zorn zur Gnade; heil den 3. Ach was könnte grdtiefen Schlangenbiß durch ßer sein, als die Kindschaft die Kraft im Wunderbade; GOttes baben? Dieser laß hier einen Jordan rin- helle Gnadenschein übernen, so vergeht der Aus- steiget alle Gaben; dieſes faz drinnen. ist des Himmels Spiegel, 6. Hirte, nimm das dieses ist des Lebens Schäflein an, Haupt, mach Siegel. es zu deinem Gliede; Him- 4. wie rein und o me! sweg, zeig ihm die Bahn, wie schön hat dich Chrifti Friedefürst, schenk ihm den Blut gebadet! also kann Friede; Weinstock, hilf, dein Schmuck daß dieser Rebe auch im wenn dich GOtt zur HochGlauben dich umgebe. zeit ladet; Adam in dir 7. Nun, wir legen an ist ertrånket, Christus in dein Herz, was von Her- dich eingesenket. bestehn, zen ist gegangen; führ die 5. Nun so denk an dieSeuffer himmelwärts und sen Bund, weil du einen erfülle das Verlangen; ja, Athem hegest, daß du auf den Namen, den wir ge- den festen Grund deinen ben, schreib ins Lebensbuch Christenbau stets legest. zum Leben. Benj. Schmolt. Wer sich läßt auf JEsum Mel. Liebster JEsu, taufen, muß in JEsus wir sind hier. Wegen laufen. un 987.* Nob, es ift zen nicht, wem du jetzt 6. Laß aus deinem Herfolge vollbracht, und der Bund hast widersprochen; mit GOtt geschlossen. Was nicht dem Bösewicht, sonuns rein und selig macht, sten wird der Bund geist auf dieses Kind geflos- brochen; tritt in Chrifti sen: JEsus hat es einge- Kraft mit Füßen ihn mit segnet und mit Himmels- seinen Hindernissen. thau beregnet. 7. Werde fromm und 2. O du dreimal seligs wachse groß, werde deiner Kind, vom Dreieinigen ge- Eltern Freude, und dein liebet, dem der Vater sich jetzt erlangtes Loos tröste verbindt, dem der Sohn dich in allem Leide; deine das Leben giebet, dem der Taufe sei die Thüre, welche Geist ist eingeflossen und dich zum Himmel führe. der Himmel eingegossen. Benjamin Schmolt. IX. Von der Buße. Mel. HErr, wie du willst, zigkeit, ich falle dir zu Fuße; fo fchichts mit mir. verstoß den nicht, der zu 988.* Bater der dir schreit und thut noch Was ich be Von der Buße. 837 begangen wider dich, ver- Noth, und dann der letzte zeih mir alles gnädiglich Feind, der Tod, nur sei durch deine große Güte. die Thür zum Leben. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat nimm In eigener Melodie. von mir, was mich qua- 989* Ringe recht let; wenn David Denice. schaffe Rath, worinnen tes Gnade dich nun ziemirs sonst fehlet; gieb het und bekehrt, daß dein Willen, Mittel, Kräft und Geist sich recht entlade von Stårk, daß ich.mit dir all der Laft, die ihn beschwert. meine Werk anfange und vollende. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal: hier bleibt alles im Gedränge, was mich Armen getragen aller nicht zielt zum Himelssaal. Sünden Last, wollst mei- 3. Kampfe bis 3. JEsu Christe, der du hast am Kreuze für aufs ner dich erbarmen. O wah- Blut und Leben, dring rer GOtt, o Davids Sohn, hinein in GOttes Reich.; erbarm dich mein und mein will der Eatan widerstreverschon; sieh an mein ben, werde weder matt Fläglich Rufen. noch weich. 4. Laß deiner Wunden 4. Ringe, daß dein Eitheures Blut, dein Todes- fer glühe und die erste pein und Sterben mir Liebe dich von der ganzen kommen kräftiglich zu Gut, Welt abziehe; halbe Liebe daß ich nicht müß verder hält nicht Stich. ben. Bitt du den Vater, 5. Ringe mit Gebet daß er mir im Zorn nicht und Schreien, halte damit lohne nach Gebühr, wie feurig an; laß dich keine ich es hab verschuldet. Zeit gereuen, wars auch 5. heilger Geist, du Tag und Nacht gethan. wahres Licht, Regierer der 6. Hast du dann die Gedanken, wenn mich die Perl errungen, denke ja Sündenlust ansicht, laß nicht, daß du nun alles mich von dir nicht wan- Böse haft bezwungen, das ken. Verleih, daß nun noch uns Schaden pflegt zu thun. nimmermehr Begierd nach Reichthum oder Ehr in meinem Herzen herrsche. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr: hier in 6.Und wenn meinStünd- dieser Leibeshöhle schwebst lein kommen ist, so hilf du täglich in Gefahr. mir treulich kämpfen, daß 8. Halt ja deine Krone ich des Satans Truß und feste; halte månnlich, was List durch Christi Sieg du haft. mbg dämpfen; auf daß ist das beste: mir Krankheit, Angst und ein böser Gast. Recht beharren Rückfall ist 9. Laß 838 Dom Glauben. 9. Laß dein Auge ja nicht und fürchtet euch; geht gaffen nach der schnöden doch alle Tage weiter, bis Eitelkeit; bleibe Tag und ihr kommt ins Himmelreich. Nacht in Waffen, fliehe Tråg- und Sicherheit. 17. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht 10. Laß dem Fleische der letzte sei; bringt die nicht den Willen, gieb der Lampen ins Geschicke, holt Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. ftcts neues Del herbei. = 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? steht nicht So11. Fleisches- Freiheit dom in der Glut? Seele, macht die Seele kalt und wer soll dich erlösen? Eisicher, frech und stolz, frißt len, eilen ist hier gut. hinweg des Glaubens Dele, läßt nichts als ein faules Holz. 19. Eile, wo du dich erretten, und nicht mit verderben willt; mach dich 12. Wahre Treu führt los von allen Ketten, fleuch mit der Sünde bis ins als ein gejagtes Wild. Grab beständig Krieg, rich- 20. Lauf der Welt doch tet sich nach keinem Winde, aus den Händen; dring sucht in jedem Kampf den ins stille Zoar ein. Eile, Sieg. daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 13. Wahre Treu liebt Chrifti Wege, steht beherzt 21. Laß dir nichts am auf ihrer Hut, weiß von Herzen kleben; fleuch vor Feiner Wollustpflege, hält dem verborgnen Bann. sich selber nichts zu gut. Such in GOtt geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: Du bist toll! weil es, wenn GOtt wird er scheinen, lauter Heulen werden soll. 22. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Brautgam hüpft und springt, und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen GOt= tes bringt. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr 23. Eile, lauf ihm doch Schaß doch in dem Him- entgegen, sprich: Mein mel: drum ist auch ihr Herz allda. Licht, ich bin bereit, nun mein Huttlein abzulegen; 16. Dies bedenket wohl, mich dürst nach der Ewigthr Streiter, streitet recht, keit. Johann Joseph Winckler. X. Vom Glauben. In eigener Melodie. werden! Herz, glaubst dus, 990.* A us Gnaden oder glaubst dus nicht? soll ich selig Was willst du dich so blöd ge= Dom Glauben. 839 geberden? Ifts Wahrheit, Gnaden zur verheißnen was die Schrift verspricht, Ruh; doch den geht seine so muß auch dieses Wahr- Gnad nicht an, der noch heit sein: aus Gnaden ist auf Gnade sündgen kann. der Himmel dein. 7. Aus Gnaden! Wer 2. Aus Gnaden! Hier dies Wort gehöret, tret gilt kein Verdienen: die ab von aller Heuchelei. eignen Werke fallen hin. Denn wenn der Sünder GOtt, der aus Lieb im sich bekehret, so lernt er Fleisch erschienen, bringt erst, was Gnade sei; beim uns den seligen Gewinn, Sündgen scheint die Gnad daß uns sein Tod das Heil gering: dem Glauben ists gebracht, und uns aus ein Wunderding. Gnaden selig macht. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter den Verzweiflungs- Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nahm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wår? 9. Aus Gnaden! hier4. Aus Gnaden kam auf will ich sterben; ich sein Sohn auf Erden und fühle nichts, doch mir ist übernahm der Sünden wohl; ich kenn mein sündLaft. Was nöthigt ihn, liches Verderben, doch auch dein Freund zu werden? den, der mich heilen soll: Sags, wenn du was zu mein Geist ist froh, die rühmen haft? Wars nicht, Seele lacht, weil mich die daß er dein Bestes wollt, Gnad schon selig macht. und dir aus Gnaden helfen sollt? 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel, 5. Aus Gnaden! Die- ich schwinge meine Glauser Grund wird bleiben, bensfahn, und geh getrost so lange GOtt wahrhaftig troß allem Zweifel durchs heißt. Was alle Knechte rothe Meer nach Kanaan; JEsu schreiben, was GOtt ich glaub, was JEsu Wort in seinem Wort anpreist, verspricht, ich fühl es oder worauf all unser Glaube fühl es nicht. ruht, ist Guade durch des Lammes Blut. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das biet dir GOtt aus Gnaden an. Christian Ludwig Scheit. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Aus Gnaden! Doch, du fichrer Sünder, denk 991.* Der Glaub nicht: Wohlan, ich eine auch zu! Wahr ists: GOtt Zuversicht zu GOttes rufet Adams Kinder aus Gnad und Gute; der bloße Bet 840 Dom Glauben. Beifall thut es nicht: es Gedanken, ins weite Feld muß Herz und Gemüthe der Ewigkeit; erhebt euch durchaus zu GOtt gerich- über alle Schranken der tet sein und gründen sich alten und der neuen Zeit: auf ihn allein, ohn Wan- erwägt, daß GOtt die Liebe ken und ohn Zweifel. set, die ewig alt und ewig neu. 2. Wer seiu Herz also stärkt und steift im völli- 2. Der Grund der Welt gen Vertrauen, und JE- war nicht geleget, der Himsum Chriftum recht ergreift, mel war noch nicht geauf sein Verdienst kann macht, so hat GOtt schon bauen: der hat des Glau- den Trieb geheget, der mir bens rechte Art und kann das Beste zugedacht; da ich zur seligen Hinfahrt sich noch nicht geschaffen war, schicken ohne Grauen. da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Das aber ist kein Menschenwerk, GOtt muß es 3. Sein Rathschluß war, uns gewähren; drum bitt, ich sollte leben durch seidaß er den Glauben stårk nen eingebornen Sohn; und in dir woll verm hren. den wollt er mir zum MittLaß aber auch des Glau- ler geben, den macht er bens Schein in guten Wer- mir zum Gnadenthron; in ken an dir sein; sonst ist dessen Blute sollt ich rein, dein Glauben eitel. geheiliget und selig sein. 4. Es ist ein schändlich biser Wahn, des Glaubens sich nur rühmen, und gehen auf der Sünder Bahn, das Christen nicht kann ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur seiHeuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 4. Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt, un mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt. Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe hin5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst auf zu dieser Quelle steigt, sein angelegen, daß er auf- von welcher sich ein Strom richtig jeder Frist sich halt der Güte zu mir durch alle in GOttes Wegen, daß Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Glaub ohne Heuche- sein Zeugniß giebt: GOtt lei vor GOtt dem HErrn hat mich je und je geliebt. rechtschaffen sei und vor 6. Wer bin ich unter dem Nächsten leuchte. Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Mel. O daß ich tau- Höh und Tiefe wohnen, send Sungen hätte. daß er mich bis hierher ge992.* Geht hin, ihr bracht! Ich bin ja nur Blatt, Staub Dom Glauben. 841 Staub, der keine Stätte ewig lieben, der du mich hat. unaufhörlich liebst? Sollt 7. Ta freilich bin ich ich mit Undank dich bezu geringe der herzlichen trüben, da du mir Fried Barmherzigkeit, womit, o und Freude giebst? VerSchöpfer aller Dinge, mich ließ ich dich, o Menschendeine Liebe stets erfrcut; freund, so wär ich selbst ich bin, o Vater, selbst mein ärgster Feind. nicht mein, dein bin ich, HErr, und bleibe dein. 8. Jm sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, HErr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn: dies Wort der Wahrheit bleibet ftehn. 13. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Leblied stimmt ich an; es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein GOtt, an mir gethan: nichts ist so köstlich, nichts so schön, cls, hochster Vater, dich erhöhn. 14. Doch nur Geduld! es kommt die Stunde, da. 9. Wenn in dem Kampfe mein durch dich erlöster schwerer Leiden der Seele Geist im höhern Chor mit Muth und Kraft gebricht, frohem Munde dich, schönso salbest du mein Haupt ste Liebe, schöner preist; mit Freuden, so tröstet drum eilt mein Herz aus mich dein Angesicht: da dieser Zeit und sehnt sich spur ich deines Geistes nach der Ewigkeit. Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. Joh. Gottfr. Hermann. 10. Du läsfest auch vom Gut der Erden mir, was Me!. HErr, wie du willt, so schicks mit mir. du willst nach deinem Sinn, 993.* Hult in t im Gedächtniß jedoch, zu Theile werden, als ich im klein- JEsum Christ, o Mensch, sten würdig bin: mein Geist der auf die Erden vom zerfieußt, wenn er bedenkt, Thron des Himmels komwie treulich mich dein Auge men ist, dein Bruder da lenkt. zu werden. Vergiß nicht, 11. Die Hoffnung schauet daß er dir zu gut hat anin die Ferne durch alle genommen Fleisch und Schatten dieser Zeit; der Blut: dank ihm für diese Glaube schwingt sich durch Liebe. die Sterne und sieht ins 2. Halt im Gedächtniß Reich der Ewigkeit: da JEsum Chrift, der für zeigt mir deine milde Hand dich hat gelitten, ja gar mein Erbtheil und gelob- am Kreuz gestorben ist, tes Land. und dadurch hat bestritten 12. O sollt ich dich nicht Welt, Sünde, Teufel, Hill 36 842 Dom Glauben. Höll und Tod, und dich ten Weg verfallen. Hier s erlöft aus aller Noth: dank ist, was sie retten kann: ihm für diese Liebe. JEsus nimmt die Sunder an. 2. Keiner Gnade find dr am dritten Lage siegreich wir werth; doch hat er s vom Tod erstanden ist, be- in seinem Worte eidlichb freit von Noth und Plage. sich dazu erklärt; sehet s Bedenke, daß er Fried ge- nur, die Gnadenpforte ist hi macht, sein Unschuld Le- hier völlig aufgethan: JEben wiederbracht: dank ihm sus nimmt die Sünder an. für diese Liebe. 3. Wenn ein Schaf in 4. Halt im Gedächtniß verloren ist, suchet es ein ni JEsum Christ, der nach treuer Hirte; JEsus, der s den Leidenszeiten gen Him- uns nie vergißt, suchet mel aufgefahren ist, die treulich das Verirrte, daß Stått dir zu bereiten, da es nicht verderben kann: du sollst bleiben allezeit und JEsus nimmt die Sün-- t sehen seine Herrlichkeit: der an. dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß JEsum Chrift, der auch 4. Kommet alle, kom- n 5. Halt im Gedächtniß met her, kommet, ihr beJEsum Christ, der einst trübten Sünder; JEsus wird wiederkommen, und rufet euch, und er macht sich, was todt und lebend aus Sündern GOttes s ist, zu richten vorgenom- Kinder. Glaubets doch men. denke, daß du da und denket dran: JEsus bestehst, und mit ihm in nimmt die Sünder an. sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 5. Ich Betrübter komme st hier und bekenne meine 6. Gieb, JEsu, gieb, Sünden; laß, mein Heidaß ich dich kann mit wah- land, mich bei dir Gnade s rem Glauben fassen, und zur Vergebung finden, daß nie, was du an mir ge- dies Wort mich tröstett n than, mig aus dem Her- kann: JEsus nimmt die zen lassen; daß dessen ich Sünder an. in aller Noth mich trösten 6. Ich bin ganz getromög, und durch den Tod sten Muths; ob die Sunzu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther. Mel. JEsus meine Zuversicht. den blutroth waren, müßten sie, kraft deines Bluts,& dennoch sich in Schneeweiß kehren, da ich glaubig sprechen kann: JEsus B 994.* Jus nimmt nimmt die Sünder an. die Sünder 7. Mein Gewissen beißt an! Saget doch dies Trost- mich nicht; Moses darf wort allen, welche von der mich nicht verklagen; der rechten Bahn auf verkehr- mich frei und ledig spricht, hat Vom Gebet. 843 hat die Schulden abge- den Himmel aufgethan, tragen, daß mich nichts daß ich selig zu ihm komverdammen kann: JEsus men und auf den Troft nimmt die Sünder an. sterben kann: JEsus nimmt 8. JEsus nimmt die die Sünder an. Sünder an! Mich hat er auch angenommen und XI. Vom Mel. Straf mich nicht in deinem Sorn. Erdm. Neumeifter. Gebet. schen mit Begier alle sich den Kleinen, Engel, Menvereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das er995.* Betgemeinde heilge dich mit dem heilgen Dele. JE- schallen! su Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. 6. der unerkannten Laß Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöthen: Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum Ent der Feinde. 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig 7. O so betet alle drauf, anzuhangen. Heilger Rauch betet immer wieder. Heilge sei es auch, der zu GOtt Hände hebet auf, beilget aufgehet, wenn dein Herze eure Glieder. Heiliget das flehet. Gebet, das zu GOtt sich 3. Das Gebet der frem- schwinget: betet, daß es men Schaar, was sie fleht dringet. und bittet, das wird auf 8. Betet, daß die letzte dem Rauchaltar vor GOtt Zeit vollends übergehe, ausgeschüttet; und da ist daß man Chrifti HerrlichJEsus Christ Priester und keit offenbaret sehe; ftimBerfühner aller seiner met ein insgemein mit der Diener. Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. 4. Kann ein einiges Gebet einer glaubgen See- 9. Eure Bitten, die ihr len, wenns um Herzen thut zu GOtt von der GOttes geht, seines Zwecks Erden, sollen eine heilge nicht fehlen: was wirds Glut des Altares werden. thun, wenn sie nun alle Aber eur eignes Feur lasor ihn treten und zu- fet weit von dannen von ſammen beten? der heilgen Pfannen. 5. Wenn die Heilgen 10. Das Gebet hat ort und bier, Große mit Chrifti Gunst, wo mans 36* ernst 844 Vom Gebet. ernstlich übet; und das ist 4. Majestätisch Wesen, der Heilgen Kunst: beten, möcht ich recht dich preiwie ers fiebet, daß gescheh sen und im Geist dir Dienst ie und je, wie ers vorge- erweisen. Möcht ich wie nommen, auf sein endlichs die Engel immer vor dir Kommen.. stehen, und dich gegenwär11. Dies Verlangen muß tig sehen. Laß mich dir vorher in der Seele glim- für und für trachten zu men, so macht aus dem gefallen, liebster GOtt, in Bitten er Donner, Blitz allen. und Stimmen; die ergebn und geschehn, daß die Feinde beben und GOtt Ehre gebett. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben; Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder: ich senk mich in dich hinunter. Ich in dir, du in mir: laß mich ganz Chrift. Carl Ludw. von Pfeil. 996.* Gott ist ge- verſchwinden, dich nur ſehn genwärtig! Lasset uns anbeten und in 6. Du durchdringest alEhrfurcht vor ihn treten. les: Laß dein schönstes GOtt ist in der Mitten! Lichte, HErr, Alles in uns schweige und sich innig vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder: kommt, ergebt euch wieder. mein Gesichte. berühren Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten: laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen, und dich wirken lassen. 2. GOtt ist gegenwärtig, dem die Cherubinen 7. Mache mich einfälTag und Nacht gebůcket tig, innig abgeschieden, dienen. Heilig, Heilig! sin- sanfte und im stillen Friegen alle Engelchöre, wenn den; mach mich reintes fie dieses Wesen ehren. Herzens, daß ich deine HErr, vernimm unsre Klarheit schauen mag im Stimm, da auch wir Ge- Geist und Wahrheit; laß ringen unsre Opfer bringen. mein Herz überwärts wie 3. Wir entsagen willig ein Adler schweben, and allen Eitelkeiten, aller Er- in dir nur leben. Mel. Wunderbarer König. denlust und Freuden; da 8. HErr, komm in mir liegt unser Wille, Seele, wohnen, laß mein Geist Leib und Leben, dir zum auf Erden dir ein HeiligEigenthum ergeben. Du thum noch werden; komm, allein sollst es sein, urser du nahes Wesen; dich in GOtt und HErre; dir ge- mir verkläre, daß ich dich bührt die Ehre. fiets lieb und ehre. Wo ich Allgemeine Fürbitte. 845 ich geh, siz und steh, laß kann, ist der allerbeste mich dich erblicken, und Mann: der wird allzeit vor dir mich bücken. Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne GOttes Weise merken, die er bei den Seinen hält: er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt; unser hat betreten, wenn du GÖtt der lebt ja noch, steckst in Angst und Noth, schweigt er gleich, so hört mußt du fleißig zu GOtt er doch; schrei getroft, du beten: beten hilft in Noth mußt nicht zagen, denn und Tod; daß du GOt- GOtt kann dir nichts vertes Angesicht auch im sagen. Kreuz auf dich gericht 2. Keiner wird ja nie zu Schanden, der sich seinem 5. Laß dich GOttes Wort kannst aus seinem Wort regieren, merke, was die erblicken, und dein Herz Wahrheit lehrt; Satan mit Troft erquicken. wird dich nicht verführen, der die ganze Welt verkehrt; GOttes Wahrheit ist dein GOtt vertraut. Licht, dein Schußz, Trost Kommt dir gleich viel Noth und Zuversicht; trau nur zu handen, hast du auf ihn GOtt, der kann nicht lùwohl gebaut: obs gleich gen, bet, du wirst gewiß scheint, als hört er nicht, obfiegen. weiß er doch, was dir ge- 6. Lob set GOtt für bricht; deine Noth mußt seine Gnade! seine große du ihm klagen, und in kei- Gut und Treu macht, daß ner Noth verzagen. mir kein Feind nicht schade, 3. Rufen, Schreien, sie ist alle Morgen neu; Klopfen, Beten ist der drum will ich mein LebenChristen beste Kunst, allzeit glaubig vor ihn treten finlang immer sagen Lob und Dank meinem GOtt in det Hülfe, Gnad und Gunst; allen Dingen, fröhlich Halwer GOtt fest vertrauen lelujah singen. Joh. Olearius, Gerh. Tersteegen. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 997.* W enn dich Unglück XII. Allgemeine Fürbitte. Mel. Freu dich sehr, o und Stärk. Ohne deine gieb uns Weisheit, Kraft meine Seele. Segenshand ist verloren Stadt und Land. Hilf uns, HErr, in allen Dingen, und laß alles wohl 998.* Hilff ilf uns, HErr, in allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl gelingen. anfangen und vollbringen, 2. Hilf uns, HErr, an al= 846 Allgemeine Fürbitte. allen Orten, wo wir dein hoher Fürst von Himmel, bedürftig sein; brich der Erd und Zeiten, du setzest Höllen Macht und Pfor- Obrigkeiten, die du erhalten, und gieb deinem Häufe- ten wirst. lein und der ganzen Chri- 2. Es sagen deine Knechstenheit Liebe, Fried und te: daß keine Obrigkeit Einigkeit. Hilf uns, HErr, als nur durch deine Rechte in allen Dingen, und laß und dein Gebot gebeut; alles wohl gelingen. du hast sie hoch geschätzt, 3. Hilf uns, HErr, auf wer ihr zuwider lebet, derallen Seiten, im Gelůck selbewider strebet dem selbst, und Ungeluck, kampfen, was GOtt gesetzt. streiten und arbeiten wider 3. Ach lieber Vater, lehre Satans List und Tück, mich selbst durch deinen wider Fleisches Lust und Geist, daß ich erkenn und Pracht, wider weltlich Ehr ehre, was deine Ordnung und Macht. Hilf uns, HErr, heißt. Sie tragen ja dein in allen Dingen, und laß Bild; gieb, daß ich Dealles wohl gelingen. muth übe, und sie mit 4. Hilf uns, HErr, aus Ehrfurcht liebe, wie du allem Leiden in der letzten es haben willt. Todesnoth, laß uns fahren 4. Verleihe deine Güte, hin mit Freuden, und durch und lege Recht und Licht dich und deinen Tod bald in ihr erlaucht Gemüthe und glücklich kommen fort zum Urtheil im Gericht, zum gewünschten Lebens- damit ihr Regiment den port. Hilf uns, HErr, in Unterthanen müßet, die allen Dingen, und laß al- Unterthanen schüßet, dem les wohlgelingen. Guten Schuß vergönnt; 5. Hilf uns, HErr, in 5. Damit durch ihr Reletten Zügen aus der letz- gieren wir mit Zufriedenten Höllenangst; laß uns heit ein ehrbar Leben führitterlich obsiegen, wie du ren in wahrer Frömmigobgesieget långst. O HErr keit. Du herrscheft selbst JEsu, deine Hand leist im Land; das Herz der uns Beistand und Bestand, Obrigkeiten kannst du wie daß wir dir in allen Din- Bache leiten, es steht in gen ewig Lob und Ehre deiner Hand. fingen Martin Rindfart. 6. Die uns allhie regteMel. Aus meines Her- ren, HErr, die regiere du zens Grunde. durch deines Geistes Rühehovah, ren und Weisheit immerHErr zu; damit sie fort und und König der Könige und fort dein Wort viel lieber HErrn! Dir ist man unter- haben, als Rache, Luft und thänig, du herrscheft nah Gaben, denn es ist Got999.* Jehova und fern. Großmächtigst tes Wort. 7. Laß Zur Friedensfeier. 847 7. Laß ihre Thür weit| lomo. Sei ihnen immer offen, die Thor erhöhet nah. Gieb ihnen Simsons sein, und ziehe, wie wir Stärke, den Glauben, hoffen, du Ehrenkönig, ein, Sieg und Werke des Heldu HErr HErr Zebaoth, den Josua. an Ehren groß und prächtig, im Streiten stark und machtig, ein Helfer in der Noth. 12. Gieb ihnen rechte Liebe zu der Gerechtigkeit, gieb ihnen tapfre Triebe und Großmuth in dem Streit. Mit Lastern streiten sie und ausgebrochnen Sünden, 8. Laß sie zu Pflegern werden, laß sie Säugammen sein des Kirchleins, so laß sie überwinden. Ja, das auf Erden muß um HErr, verlaß fie nie. Erlösung schrein. Laß fie 13. Das was sie angemit Furcht den Sohn recht schlagen, das schlage glückküssen, nicht erbittern, sich lich aus. Laß sie auch etfreuen und doch zittern. was wagen für GOttes Sein Zorn entbrenet schon.! Ruhm und Haus. Ihr Leund laß Schick 9. Hier ist ein groß Ge- ben sei voll Ruh, tümmel, hier ist Egyptens fie lange leben. Frohn; gieb Weisheit von ihnen auch daneben getreue dem Himmel, die stets um Råthe zu. deinen Thron; durch fiej 14. Bchute fie vorheuchregiert man hie, ein Raths- lern, die schlaue Füchse herr spricht die Rechten sein, vor unverschämten durch Weisheit denen Schmeichleru, vor falschem Knechten, ein Königherrscht Hoheitsschein, vor Wollust, durch sie. Pracht und Krieg, vor frechem: Blutvergießen; und wenn sie kriegen müssen, Wittwen, so gieb dem Recht den Sieg. 10. Lehr Gnådge dein Erbarmen, bring ihnen das Geschrei der Waisen, Armen und Un- 15. Verschonte ihre Månterdrückten bei, so beugen gel, lass ihnen wohl erfie kein Recht; halt selbst gehn, laß deine guten Enfie in den Schranken, gieb gel als Wächter um fie fürstliche Gedanken dem stehn. HErr GOtt, du fürstlichen Geschlecht.posegnest gern; wir bitten ohn 11. Gieb ihnen Davids Ermüden, schaff unsern Glücke, gieb, daß ihr Herze Gränzen Frieden, durch so die wahre Weisheit JEsum unsern HErrn. schmücke, als wie den SaPhil. Fr. Hiller. XIII. Zur Friedensfeier. Mel. Nun danket alle dich loben wir! regier, HErr, unsre' Stimmen; GOtt. 1000.* t, Err laß deines Geistes Glut H GOtt, in 848 Dom Hausstand. in unsern Herzen glimmen. mit Herzen, Zung und Komm, komm, o edle Mund: HErr GOtt, wir Flamm, ach komm zu uns danken dir! allhier, so singen wir mit Lust, HErr GOtt, dich loben wir! 6. HErr GOtt, dich t loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem 2. HErr, GOtt, dich lo- Zorn nicht gar hast wegben wir; wir preisen dei- geraffet; es hat die Vane Güte, wir rühmen dei- terhand uns deine Gnane Macht mit Herzlichem denthür jetzt wieder aufGemüthe. Es steiget un- gethan. HErr GOtt, wir fer Lied bis an die Him- danken dir! melsthür und tönt mit 7. HErr GOtt, wir großem Schall: HErr danken dir, daß du Land, GOtt, dich loben wir! Kirch und Häuser, den 3. HErr GOtt, dich lo- frommen Fürstenstamm ben wir für deine große und dessen grüne Reiser Gnaden, daß du das Va- bisher erhalten hast; gieb terland von Kriegeslast ent- ferner Gnad allhier, daß laden, daß du uns blicken auch die Nachwelt fing: läßt des güldnen Friedens HErr GOtt, wir danken Zier; drum jauchzet alles dir! Volk: HErr GOtt, dich loben wir! 4. HErr GOtt, dich loben wir, die wir in lan8. HErr GOtt, wir danken dir, und bitten, du wollt geben, daß wir auch künftig stets in stolzer Ruhe gen Jahren der Waffen leben. Krön uns mit deischweres Joch und frechen nem Gut, erfüll jest nach Grimm erfahren. Jetzt Begier, o Vater, unsern rühmet unser Mund mit Wunsch. HErr GOtt, Herzlicher Begier: GOtt wir danken dir! Lob, wir sind in Ruh. 9. HErr GOtt, wir HErr GOtt, wir danken danken dir mit Orgeln dir! und Trompeten, mit Har5. HErr GOtt, dich fen, Cymbelschall, Posauloben wir, daß du die nen, Geigen, Flöten; und Pfeil und Wagen, Schild, was nur Odem hat, erBogen, Spieß undSchwert tön jetzt für und für: gerbrochen und zerschlagen. HErr GOtt, dich loben Der Strick ist nun ent- wir, HErr GOtt, wir danzwei; darum so fingen wir ken dir! Johann Franck. XIV. Vom Hausstand. Met. Es ist das Heil uns kommen her. 1001.* n GOttes Namen fang ich an, was mir zu thun gebühret. Mit GOtt wird alles wohl gethan, und Vom Hausstand. 849 und glücklich ausgeführet. das, was du mich schaffen Was man in GOttes Na- heißt, gescheh mit lauter men thut, ist allenthalben Freuden; auf daß ich dir recht, und gut, und kann mit aller Treu auf dein uns auch gedeihen. Gebot gehorsam sei, und meinen Nächsten liebe. 2. GOtt ists, der das Vermögen schant, was 7. Nun, JEsu, komm Gutes zu vollbringen. Er und bleib bei mir; die giebt uns Segen, Muth Werke meiner Hände beund Kraft, und läßt das fehl ich, liebster Heiland, Werk gelingen, daß uns dir; hilf, daß ich sie volein reicher Zug entsteht, lende zu deines Namens und dergestalt zur Nah- Herrlichkeit, und gieb, daß rung geht, daß wir Ver- ich zur Abendzeit erwünschgnügen haben. ten Lohn empfange. Sal. Liscov. 3. Wer erst nach GOttes Reiche tracht, und bleibt auf seinen Wegen, Mel. Freu dich sehe, o der wird gar leichtlich reich meine Seele. gemacht durch Gottes 1002.* Sorge doch orgedoch milden Segen; da wird der Fromme voll und satt, ne Kinder, Vater, nimm daß er von seiner Arbeit dich ihrer an; ob sie gleich hat, auch Armen Brod zu geben. 4. GOtt ist der Frommen Schild und Lohn, er frånet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. GOtt dek- 2. Sie sind dir von ket fie mit ſeiner Hand, Kindes- Beinen und von er segntet ihre Stadt, ihr ihrer ersten Etund zugeLand, und füllet fie mit worfen als die Deinen, Freuden. und durch deinen Gnavor dir sind Sünder, find sie dir doch zugethan, und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut, darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschüzzen und berathen. 5. Drum komm, HErr den- Bund hast du sie in JEsu, stärke mich, hilf ihrer Tauf väterlich gemir in meinen Werken; nommen auf, daß sie, wenn laß du mit deiner Gnade fie sollten sterben, wären dich bei meiner Arbeit mer- deines Reiches Erben. fen. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 3. Du hast fie bisher ernähret, und so manchen Unglücks- Fall mehr als väterlich gewehret, der sie 6. Regiere mich Surch hier und überall hätte deinen Geist, den Mu- leichtlich umgestürzt, ja siggang zu meiden, daß das Leben abgekürzt; aber 36** dei 850 Vom Hausstand. deine Vater- Treue bleibt den eine Laft, wenn eine bei ihnen täglich neue. Noth und ein Unfall sie be4. Sollt ich nicht für trifft; wehre selosten allem solche Güte immer dir Gift, daß die Feind nicht verpflichtet sein, und mit ihrer lachen, und ihr Undankbarem Gemüthe sol- glück größer machen. chen Glücks- und Se- 9. Endlich wenn die gens- Schein rühmen, und Jahr verflossen, daß fie vor jedermann deine Wohl- diese Lebens- Zeit haben that zeigen an? ach so ehrlich hier genossen, und müßt ich ganz vermessen sie in die Ewigkeit sollen GOttes, meines Heils, ver- ihren Eintritt thun, so laß gessen. alle Schmerzen ruhn, und laß fie in ihrem Sterben glaubensvoll den Himmel 5. Sammlen andre große Schäße, daß ihr Haus in solchem Heil sich an erben. Geld und Gut ergöße, 10. Gönne mir die groso bist du mein einzig ßen Freuden, daß am lieTheil. Bleib auch mei- ber. jüngsten Tag, nach ner Kinder GOtt, lasse so vielem Kreuz und Leifie in keiner Noth und den, ich mit Jauchzen sain keinem Kreuz verderben, gen mag: liebster Vater, bis sie endlich selig sterben. ich bin hier, und die Kin6. Schütze sie vor bo- der, die du mir hast in sen Leuten und vor der jener Welt bescheret. EVerführer Schaar, daß wig sei dein Nam geehret. ihr Fuß nicht möge glei- Joh. Ludw. Schlosser. ten; laß sie ihre LebensJahr in der Tugend bringen zu, bis du fie, wie mich zur Ruh wirst ins 1003.* Mie schou Grab versenken, und ifts die Seligkeit uns schenken. doch, HErr JEsu Christ, 7. Können sie in diesem im Stande, da dein SeLeben hier, und wo es gen ist, im Stande heildir gefällt, was zu deinen ger Ehe! Wie steigt und Ehren geben, so laß in neigt sich deine Gab und der ganzen Welt ihnen, alles Gut so mild herab wo sie immer gehn, deine aus deiner heilgen Höhe, Furcht vor Augen stehn, wenn sich an dich fleißig daß sie dich im Thun halten Jung und Alten, und Lassen stets in ihre die im Orden eines Lebens Herzen fassent. einig worden. 8. Lasse sie auch meinen 2. Wenn Mann und Feinden nicht zum Hohn, Weil sich wohl begehn, o lieber GOtt, werden, und unverrückt beisammen noch auch meinen Freun- stehn im Bande reiner TreuMel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Beim Gewitter. 851 Treue, da geht das Glück schauet schöne Söhne und in vollem Lauf, da sieht die Tocken, die den Rokman, wie der Engel Hauf ken fein abspinnen, und im Himmel selbst sich freue. mit Kunst die Zeit geKein Sturm, kein Wurm winnen. kann zerschlagen, kann zer- 6. Sei gutes Muths nagen, was GOtt giebet wir find es nicht, die diedem Paar, das in ihm sich sen Orden aufgericht, es liebet. ist GOtt, unser Vater: der hat uns ie und je geliebt, und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rather. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 3. Vor allen giebt er seine Gnad, Gnad, in derer Schooß er früh und spat sein Hochgeliebten beget. Da streckt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget. Da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sit der Frommen. 7. 3war bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leidens voll die Thränen 4. Der Mann wird ei- lässet schießetz; jedennoch, nem Baume gleich, an wer sich in Geduld ergiebt, . Nesten schön, an Zweigen deß Leid wird GOttes Huld reich; das Weib gleicht in großen Freuden schlieeinem Reben, der seine ßen. Sike, schwiße nur Traublein trågt und nährt, ein wenig: unser König und sich je mehr und mehr wird behende machen, daß vermehrt mit Früchten, die die Angst sich wende. da leben. Wohl dir, o 8. Wohl her, mein KdZier, Mannessonne, Hau- nig, nah herzu, gieb Rath seswonne, Ehrenkrone, im Kreuz, in Nöthen Ruh. GOtt denkt dein bei sei- in Aengsten Trost und nem Throne. Freude. Deß sollst du ha5. Dich, dich hat er ihm ben Ruhm und Preis, wir auserkorn, daß aus dir ward wollen fingen bester Weis, herausgeborn das Velk, das und danken alle beide, bis sein Reich bauet; sein Wun- wir bei dir, deinen Wilterwerk geht immerfort, len zu erfüllen, deinen Naund seines Mundes starkes men ewig loben werden. Wort macht, daß sein Auge Amen. Paul Gerhard. XV. Beim Gewitter. Mel. Auf meinen lieben| get auf: mein Herz zu GOtt. GOtt hinauf! Fall thm 1004.* in Wet- geschwind zu Fuße durch stetwahe 852 Von der Ernte. wahre Reu und Buße, da-| kindlich traue, und auf dein mit gleich deine Sünden Helfen baue. durch Christi Tod verschwinden. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelas2. HErr, der du gut sen sein; dein Flügel wird und fromm: zu dir ich uns decken, verjagen alles glaubig komm; bitt mir aus Schrecken, und lassen uns dein Erbarmen, hab Chri- aus Gnaden das Wetter sium auf den Armen: gar nicht schaden. um dessenwillen schone, 5. Wohlan! verlaß uns mir nicht nach Sünden nicht; bleib unsre Zuverlohne. sicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben, so wolln wir, und Muth, das sich nicht weil wir leben, die Preis knechtisch scheue, viel lie- und Ehre geben. ber deiner Treue in allem 3. Durch Christi theures Blut mach mir ein Herz XVI. Von Mel. Don GOtt will Nemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzb.- Rudolft. der Ernte. noch ererbt; doch hat GOtt mehr gethan aus urverich nicht laffen. dienter Gute, als Mund, 1005.* Die ist nun Würden rühmen kann. Ernt nach zum Ende, der Segen ein- 4. Er hat sein Herz gegebracht, woraus GOtt neiget, uns Sünder zu eralle Stände satt, reich und freun, und gnugsam sich fröhlich macht; der alte bezeiget durch Regn und GOtt lebt noch, man kann Sonnenschein; wirds aber es deutlich merken an so nicht geacht, so hat er sich viel Liebes- Werken, drum verborgen, und durch verpreisen wir ihn hoch. borgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld 5. O allerliebster Vater, bestellt, und oft ohn un- du hast viel Dank verdient; fre Bitte gethan, was uns du mildester Berather, gefällt; die immer noch machst, daß uns Segent geschont, ob wir gleich arunt. Wohlan! dich loben gottlos leben, die Fried wir für abgewandten Schaund Ruh gegeben, daß den, für viel und große jeder sicher wohnt. Gnaden, HErr GOtt, wir danken dir. 3. 3war manchen schönen Segen hat bdses Thun 6. Zum Danke kommt verderbt, den wir auf gu- das Bitten, du wollest, ten Wegen sonst hätten frommer GOtt, vor Feuer uns Von der Ernte. 853 uns behüten, und aller schen alle zählen, die heut andern Noth; gieb frieden- bei dir zu Tische gehn? volle Zeit, erhalte deine Doch muß die Nothdurft Gaben, daß wir uns damit feinem fehlen, denn du laben, regier die Obrig- weißt allen vorzustehn, und Feit. schaffest, daß ein jedes Land sein Brod bekommt aus deiner Hand. 7. Besonders laß gedeihen dein reines wahres Wort, daß wir uns dessen 3. Du machst, daß man freuen, und auch an unserm auf Hoffnung fäet, und Ort dies gute Sam- Körn- endlich auch die Frucht lein verlangte Früchte brin- geneußt; der Wind, der ge, und wir in allem durch die Felder wehet, Dinge recht fromme Leute die Wolke, so das Land sein. begeußt, des Himmels Thau, der Sonnen- Strahl sind deine Diener allzumal. 8. Gieb, daß zu dir nas lenket, was du zum Unterkalt des Lebens haft geschenket: daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben ſehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre gebent, o laß es doch geschehn. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brod; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schten, als war es todt, 9. Kommt unser Lebens- bis in der Ernte Jung und ende, so nimm du unsern Alt erlanget seinen UnGeist in deine Vaterhånde, terhalt. da er der Ruh geneußt, 5. Fun, HErr, was da ihm kein Leid bewust; soll man erst bedenken? ſo ernten wir mit Freuden der Wunder hier sind gar nach ausgestandnem Leiden zu viel. So viel, als du, die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann. kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 1006.* Gott, werth. von dem 6. Wir wollens auch wir alles haben, die Welt feinmal vergessen, was uns ist ein sehr großes Haus, du aber theilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich: ach lieber GOtt, wer ist dir gleich? dein Segen tråget ein. Ein jeder Bissen, den wir effent, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll Lebersiang für unsre Nahrung sagen Dank. Caspar Neumann. 2. Wer kann die MenMel. Von der göttlichen Vorsehung. XVII. Von der göttlichen Vorsehung. | Gesundheit, Ehre, Glück Mel. Was GOtt thut, und Pracht sind nicht das das ist wohlgethan, Glück der Seelen. Wer 1007.* Auf Gott GOttes Rath vor Augen und nicht hat, dem wird ein gut Ge auf meinen Rath will ich wissen die Trübsal auch mein Glücke bauen, und versüßen. dem, der mich erschaffen 6. Was ist des Lebens hat, mit ganzer Seele Herrlichkeit, wie bald ist trauen. Er, der die Welt] fie verschwunden! Was ist allmächtig hält, wird mich das Leiden dieser Zeit? in meinen Tagen als GOtt wie balb ists überwunden! und Vater tragen. Hofft auf den HErrn, er 2. Er sah von aller hilft uns gern; seid fröhEwigkeit, wie viel mir lich, ihr Gerechten, der müßen würde, bestimmte HErr hilft seinen Knechten. meine Lebenszeit, mein Chriftian Fürchtegott Gellert. Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ft auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht 1008.* zu besiegen wäre? 854 Mel. Meinen JEsum laß ich nicht. Dennoch bleib 3. GOtt fennet, was ich stets an dir, wenn mir mein Herz begelrt, und alles gleich zuwider. Keihatte, was ich bitte, mir ne Trübsal drückt in mir gnädig, eh ichs bat, ge- die gefaßte Hoffnung tiewahrt, wenns seine Weis- der, daß, wenn alles bricht heit litte. Er sorgt für und fällt, dennoch deine mich stets våterlich. Nicht, Hand mich hält. was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 2. Leite mich nach deinem Rath, der wohl wun4. Ist nicht ein unge- derlich geschiehet; aber endftortes Glück weit schwerer lich in der That auf die oft zu tragen als selbst schönste Wohlfahrt siehet. das widrige Geschick, bei Denn du führst es wohl dessen Last wir klagen? hinaus, sieht es gleich verDie größte Noth hebt doch kehret aus. der Lod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug gekämpfet habe; führe mich 5. An dem, was wahr- die Lebensbahn, zu dem haft glücklich macht, läßt Himmel aus dem Grabe; GOtt es keinem fehlen; endlich zeige mir das Loos Von der göttlichen Vorsehung. 855 Loos in der Auserwählten| augenblicks vorbei; sei, School. Seele, nur getroft: GOtt ist und bleibt getreu. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich feste stehen; ich muß, trok sei aller Pein, den noch, dennoch selig sein. Benjamin Schmolt. 5. GOtt ist und bleibt getreu! und stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren; nimm an von GOttes Hand den Kreuzfelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt: GOtt ist und bleibt getreu. 1009.* Gats bleibt trachen, Gott wird der 6. GOtt ist und bleibt getreu! Laß alle Wetter Ott und getreu! sein Herze bricht Trubsal doch ein solches von Lieben, pflegt er gleich Ende machen, daß alles oftermals die Seinen zu Kreuz und Noth dir ewig betrüben; er prüfet durch nůßlich sei. So liebt der das Kreuz, wie rein der Höchste dich: GOtt ist und Glaube sei, wie standhaft bleibt getreu. die Geduld. GOtt ist und bleibt getreu. Mel. Nun dankei alle GOtt. Mel. Ach! was soll ich Sünder machen. 2. GOtt ist und bleibt getreu! er hilft ja selber 1010.* ollt ich meinem trauen, der tragen, was er uns aufgelegt, die Last der schwe- GOtt nicht ren Plagen; er braucht die mich liebt so väterlich, Ruthe oft, und bleibet doch der so herzlich sorgt für dabei ein Vater, der uns mich? Sollt ich auf den liebt: Ott ist und bleibt Fels nicht bauen, der mir getreu. ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 3. GOtt ist und bleibt getreu! er weiß, was wir 2. Er weiß alles, was vermögen, er pfleget nie mich drůcket, mein Anliezu viel den Schwachen gen, meine Noth, er steht aufzulegen; er macht sein mir bei bis in Tcd; er Israel von Last und Ban- weiß, was mein Herz erden frei, wenn große Noth quicket; seine Lieb und entsteht: Gott ist und Vatertreu bleibt mir ewig bleibt getreu. immer neu. 4. GOtt ift und bleibt 3. Der die Vögel all getreu! er tröstet nach dem ernähret, der die Blumen, Weinen, er läßt nach trů- Laub und Gras kleidet ber Nacht die Freuden- schön ohn Unterlaß, der sonne scheinen; der Sturm, uns alles Guts bescheret, der Kreuzessturm geht sollte der verlassen mich? Nein 856 Dom geistlichen Kampf. Nein, ich trau ihm sicher- ich laß meinen GOtt lich. versorgen alles, weil doch 4. Wenn ich seinem aller Zeit ihre Sorge schon Reich nachtrachte, wenn bereit. ich durch Gerechtigkeit 6. GOtt Lob, der mein finde meine Seligkeit, wenn Herz erfreuet, daß ich glauich Geld und Gut ver- be feftiglich, GOtt, mein achte, segnet mein GOtt Vater, sorgt für mich früh und spat Wort und GOtt Lob, der den Trost erWerke, Rath und That. neuet, daß ich weiß: GOtt 5. Ei so mag der andre liebet mich, GOtt verMorgen bleiben! Was sorgt mich ewiglich. noch künftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ; Joh. Dlearius. XVIH. Vom geistlichen Kampf. In eigener Melodie. 4. Ganz großmüthig fie 1011.* Nowen, verlachten, was die Welt laßt für Vortheil hält und woeuch wiederfinden, wie im nach die meisten trachten, ersten Christenthum, die es mocht sein Ehr, Wolnichts konnte überwinden: luft, Geld. Furcht war seht nur an ihr Marter- nicht in ihnen, auf die thum, wie in Lieb sie Kampfschaubühnen spranglühen, wie sie Feuer gen sie mit Freudigkeit, hielsprühen, daß sich vor der ten mit den Thieren Streit. Sterbenslust selbst der Satan fürchten mußt. 5. O daß ich, wie diese waren, mich befand auch 2. In Gefahren uner- in dem Stand! Laß mich schrocken, und von Lüsten doch im Grund erfahren unberührt, die aufs Eitle dein hülfreiche, starke Hand, Fonnten locken, war man mein GOtt, recht lebendamals: die Begierd ging dig! Gieb, daß ich benur nach dem Himmel, ständig bis in Tod durch fern aus dem Getümmel deine Kraft übe gute Ritwar erhoben das Gemüth, terschaft! achtete, was zeitlich, nit. 6. Ohne dich bin ich 3. Alle Ding nach ih- nicht tüchtig, irgend etwas rem Wesen, und nicht nach Guts zu thun, und dazu der Meinung, va wurden was, das so wichtig, es gründlich abgemessen, das thut blos auf dir beruhn. Urtheil im Licht geschah; HErr, HErr, meine Hoffin Unglück glückselig wa- nung, halte dein Verheiren sie und fröhlich, fern sung, hilf mir, daß ich von Menschensclaverei und als ein Held mit der Tuvon ihren Banden frei.[ gend werd vermählt! 7. Gieb, Dom geistlichen Kampf. 857 7. Gieb, daß ich mit der Schlangen Samen Geisteswaffen kampf in sich dem Glauben widerJEsu Löwenstärk, und hier seht und das Schlachtniemals moge schlafen, schwert auf uns weßt. daß mir dieses große Werk 12. Gebt euch in das durch dich mög gelingen, Leiden wacker! Mit dem und ich tapfer ringen, Blut der Märtyrer wird daß ich in die Luft nicht gedüngt der Kirchenacker; streich, sondern bald das diese Fettigkeit treibt sehr Ziel erreich. und macht stark aussprosfen, wenn mit wird begossen; o dann trågt er reichlich Frucht, eine schöne Gartenzucht. 8. Es dürft wieder dazu kommen, daß des Feindes tolle Wuth zu der Schlachtbank deine Frommen führte und vergöß 13. Schwängre vor, o ihr Blut: nach gemeiner güldner Regen, uns, dein Sage große Trubsalstage durres Erb und Erd! daß werden kommen uns zu wir dir getreu sein mögen, Haus und noch ein sehr und nicht achten Feur harter Strauß. und Schwert, als in Lie9. Jekund kommen erst be trunken und in dir verdie Hefen; denn das Maaß sunken! Mach dein Kirch muß sein erfüllt und das an Glauben reich, daß das Letzt noch übertreffen, wenn End dem Anfang gleich! man sieht auf Christi Bild, was sein Kirch im Anfang benn am Abend starb das leiden mußt beim Eingang: Lamm, das doch früh ans Kreuze kam. Mel. Sion klagt mit 1012.* T'te einer Angst und Schmerzen. Heerde, deiner Glieder 10. Et wohlan, nur fein starker Schuß, sieh doch, standhaftig, o ihr Brüder, wie die Asch und Erde, tapfer drauf! Lasset uns großer GOtt, mit Grimm doch recht herzhaftig fol- und Truk tobt und wügen jener Zeugen Hauf! thet wider dich, und verNur den Leib berühret, mißt sich freventlich, deine was ihm so gebühret; er Kirche zu zerstören, und hats Leiden wohl verdient, dein Erbtheil zu verheeren. und die Seel darunter grunt. 2. Du, HErr, bist ja unser König, wir sind dein 11. Fort, weg mit dem mit Leib und Seel: MenSinn der Griechen, denen schen- Hülf ist hier zu weKreuz ein Thorheit ist! nig, wo nicht du, ImmaO laßt uns zurück nicht nuel, zu der Deinen RetFriechen, wenn ans Kreuz tung wachst, und dich selbst soll Jesus Christ! Steht zu Felde machst, für dein in JEsu Namen, wenn wahres Wort zu kämpfen, und 858 Dom Lobe GOttes. und der Feinde Rath zu dampfen. 6. Hilf den Deinen, und bekehre der Verfolger blin3. Es trifft deines Na- des Heer; der Verfolgung mens Ehre, deiner Wahr- steur und wehre, daß fie heit Heiligthum, JEsu, uns nicht werd zu schwer. deine Glaubens- Lehre, dei- Nimm dich der Bedrångnes Leidens Kraft und ten an, leit auch die auf Ruhm, und den Dienst, rechter Bahn, die noch den dir allein wir zu lei- jetzt durch Satans Lügen sten schuldig sein: dazu sich selbst um ihr Heil kannst du ja nicht schwei- betrügen. gen, deine Macht- Hand wirst du zeigen. = 4. Du verlachst der Fein- Tauben- Einfalt, dir ganz de Tücke, treibst der bösen gelassen, heilig wandeln, Herzen Schluß, Rath und doch dabei uns klüglich Anschlag selbst zurücke, daß hier schicken in die böse er nicht gelingen muß. Zeit, und vor falscher HeiDie Verfolgung hat ihr ligkeit, auch der Feinde Ziel, du verhängst ihr nicht List und Wüthen uns mit zu viel, und pflegst derer Schlangen- Klugheit hunur zu spotten, die, HErr, ten. wider dich sich rotten. 7. Last uns recht und redlich handeln, und in 8. Laß mit Beten und 5. Stärke nur den schwa- mit Wachen stets uns stehn chen Glauben, den, bei so auf unsrer Hut, und nur betrübter Zeit, Fleisch und dich, HErr, lassen machen, Satan uns zu rauben, so wird alles werden gut. und mit Furcht und Bld- JEsus streitet für uns digkeit uns zu schrecken sind hier, und vertritt uns dort bemüht. Deine Weisheit bei dir, bis wir auf der kennt und sieht deiner Kin- neuen Erden mit ihm trider schwach Vermögen, und umphiren werden. wirst nicht zu viel auflegen. Henriette Cath. v. Gersdorf. XIX. Vom Lobe GOttes. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. freut, bis hieher mir geHolfen. 2. Hab Lob, hab Ehr, 1013.* Bis bieber bab Preis und Dank für hat mich Treue, die du, GOtt gebracht durch seine o GOtt, mir lebenslang große Güte, bis hieher hat bewiesen täglich neue; in er Tag und Nacht bewahrt mein Gedächtniß schreib Herz und Gemüthe. Bis ich an: der HErr þat hieber hat er mich geleit, Großs an mir gethan, bis bis hieher hat er mich er- hieher mir geholfen. 3. Hilf Dom Lobe GOttes. 859 Vater, GOtt der Sohn, und GOtt der werthe Geist. 5. Dem wir das Heilig an all und jedem Ort, hilf ießt mit Freuden lassen mir durch JEsu Wunden; klingen, und mit der Endamit ich sag bis in den gelschaar das Heilig, HeiTod: Durch Christi Blut lig singen, den herzlich hilft mir mein GOtt, er lobt und preist die ganze hilft, wie er geholfen! Christenheit, gelobet sei mein GOtt in alle Ewigkeit. Johann Olearius. In eigener Melodie. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt. Mel. Nun danket alle GOtt. 3. Hilf ferner weit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir 1015.* Lobe den 1014.* Selber meine Seele, horren HErren, HErr, mein GOtt, mein ihn loben bis in Tod. Weil Licht, mein Leben, mein ich noch Stunden auf ErSchöpfer, der mir hat den zähle, will ich lobsinmein Leib und Seel gege- gen meinem GOtt. Der ben, mein Vater, der mich Leib und Seel gegeben hat, schützt von Mutterleibe an, werde gepriesen früh und der alle Augenblick viel spat. Hallel., Hallelujah! Guts an mir gethan. 2. Fürsten sind Men2. Gelobet sei der HErr, schen, vom Weib geboren, mein GOtt, mein Heil, und kehren um zu ihrem mein Leben, des Vaters Staub; ihre Anschläge find liebster Sohn, der sich für auch verloren, wenn nun mich gegeben, der mich er- das Grab nimmt seinen liset hat mit seinem theu- Raub. Weil denn fein ren Blut, der mir im Mensch uns helfen kann, Glauben schenkt das aller- rufe man GOtt um Hülfe höchste Gut. an. Hallelujah, Hallelujah! 3. Gelobet sei der HErr, 3. Selig, ja selig ist der mein GOtt, mein Trost, zu nennen, deß Hülfe der mein Leben, des Vaters GOtt Jacob ist; welcher werther Geist, den mir vom Glauben sich nicht der Sohn gegeben, der mir läßt trennen, und hofft gemein Herz erquickt, der trost auf Jesum Christ. mir giebt neue Kraft, der Wer diesen HErrn zum mir in aller Noth Rath, Beistand hat, findet am Troft und Hülfe schafft. besten Rath und That. Hallelujah, Hallelujah! 4. Gelobet sei der HErr, mein GOtt, der ewig lebet, den alles lobet, was in allen Lüften schwebet. Gelobet sei der HErr, deß Namen heilig heißt, GOtt let werden, was er uns ein4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist, gemacht; alles muß pünktlich erfül 860 Dom Lobe GOttes. einmal zugedacht. Er ists, schen in der Welt, dem, der Herrscher aller Welt, dessen Lob der Engel Heer welcher uns ewig Glauben im Himmel stets vermeldt. hålt. Hallel., Hallelujah! 2. Ermuntert euch und 5. Zeigen sich welche, die fingt mit Schall GOtt, Unrecht leiden; er ists, der unserm höchsten Gut, der ihnen Recht verschafft. seine Wunder überall und Hungrigen will er zur große Dinge thut, Speis bescheiden, was ih3. Der uns von Mutnen dient zur Lebenskraft. terleibe an frisch und geDie hart Gebundnen macht er frei; seine Genad ist mancherlei. Hallel., Hallelujah! sund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, ich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tiefgebeuget gehn. Wo er gutes Muths, die Straf erkann einige Frommen fin- läßt, die Schuld vergiebt, den, die läßt er seine Liebe und thut uns alles Guts. sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Truß, Wittwen und Weisen hält er Schuß. Hallelujah, Hallelujah! 5. Er gebe uns ein fröhlichHerz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz irs Meeres Tiefe hin. 7. Aber der GOttesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der 7. Er laffe seine Lieb HErr ist König ewiglich; und Gut um, bei und mit Zion, dein GOtt sorgt ftets uns gehn, was aber ångfür dich. Hallel. Hallelujah! ftet und bemüht, gar ferne 8. Rühmet, ihr Men von uns stehn. schen, den hohen Namen, 8. So lange dieses Ledeß, der so große Wun- ben währt, sei er stets under thut. Alles, was D- ser Heil; und bleib auch, dem hat, rufe Amen, und wenn wir von der Erd abbrit.ge Lob mit frohem scheiden, unser Theil. Muth. Ihr Kinder GO- 9. Er drücke, wenn das tes, lobt und preift Va- Herze bricht, uns unsre ter und Sohn und heilgen Augen zu, und zeig uns Geist. Hallel., Hallelujah! drauf sein Angesicht dort Joh. Dan. Herrnschmidt. in der ewgen Ruh. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 1016.* Nun un dan6. Er laffe seinen Frieden ruhn in Israelis Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil zu allem Stand. Paul Gerhard. Mel. HErr JEfu Chrift, dich zu uns wend. fet all 1017* un jauchzt dem HErund bringet Ehr, ihr Men Am Marientage. 861 HErren alle Welt! Kommt nun und immerdar ge= her, zu seinem Dienst euch preist. stellt; kommt mit Froh locken, säumet nicht, kommt Dav. Denicke, nach Corn Becker. In eigener Melodie. vor sein heiligs Angeſicht. 1018.* Nun prete 2. daß fet alle ist unser HErr, der uns er- GOttes Barmherzigkeit; schaffen ihm zur Ehr, und lobt ihn mit Schalle, wernicht wir selbst; durch thefte Christenheit! Er GOttes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. läßt dich freundlich zu sich laden: freue dich, Israel, 3. Er hat uns ferner seiner Gnaden. wohl bedacht und uns zu 2. Der HErr regieret seinem Volk gemacht; zu über die ganze Welt; was Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. sich nur rühret, ihme zu Füße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, 4. Die ihr nun wollet Psalter und Harfen ihm bei ihm sein, kommt, geht Ehre geben. zu seinen Thoren ein mit 3. Wohlauf, ihr HeiLoben durch der Psalmen den, lasset das Trauern sein: Klang, zu seinem Vorhof zu grünen Weiden stellet mit Gesang. euch willig ein. Da läßt 5. Dankt unserm GOtt, er uns sein Wort verkünlobsinget ihm, rühmt sei- den, machet uns ledig von nen Nam mit lauter allen Sünden. Stimm; lobsingt und 4. Er giebet Speiſe danket allesammt: GOtt reichlich und überall, nach ioben das ist unser Amt. Vaters- Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und spaten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 6. Er ist voll Gut und Freundlichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wer7. GOtt Vater in dem theste Christenheit! Uns höchsten Thron, und JE- soll hinfort kein Unfall sus Christ, sein einger schaden: freue dich, Is= Sohn, sammt GOtt, dem rael, seiner Gnaden! werthen heilgen Geist, sei Matthäus Avelles v.Löwenstern. XX. Am Marientage. Mel. Allein GOtt in JEsus macht mich rein der Höh fei Ehr. von allen meinen Sünden; Lob, was er muß 1019** Gott ein et ſein, nun kann mich nicht 862 Am Marientage. nicht mehr binden der bring mich zu deiner HerrSunden Strick, des Teu- lichkeit, hilf seliglich vol- I fels Macht, drum mein lenden; komm bald, hilf Glaub Hdll und Tod ver- mir aus aller Noth, hilf lacht, weil JEsus ist mein niir, HErr, durch dein Leben. Blut und Tod; ia komm, HErr JEsu! Amen. 2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch, der das Gesetz erfüllet, der durch Joh. Olearius. In eigener Melodie. 1020.* fu, Sicht des Vaters Zorn gestillet; was er hat, das ist alles der Heiden, der Frommen mein, wie könnt doch Schatz und Lieb, wir komgrößer Reichthum sein, als men jetzt mit Freuden durch was mir JEsus schenket? deines Geistes Trieb in 3. Weil JEsus mich diesen deinen Tempel und von Sünden rein durch suchen mit Begier, nach sein Verdienst will machen, Simeons Exempel, dich daß ich, los aller Qual großen GOtt allhier. und Pein, nicht fürcht 2. Du wirst von uns des Todes Rachen: so gefunden, o HErr, an jetrift mich seine Heiligkeit, dem Ort, dahin du dich sein Unschuld, Heil und Seligkeit ist mein Schaß und mein Leben. verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß 4. So kann ich auch man dich gleicher Weis mit Fried und Freud, wie auf Glaubensarmen trage, Simeon, mein Leben be- wie hier der alte Greis. schließen frei von allem 3. Sei unser Glanz in Leid, mich meinem GOtt Wonne, ein helles Licht ergeben. So bald ich thu in Pein, in Schrecken unmein Augen zu, so wird sre Sonne, im Kreuz ein mein Tod mein Schlaf Gnadenschein; in Zagheit und Ruh, seh ich des Him- Glut und Flamme, in mels Freude. Noth ein Freuden- Strahl, 5. Wie werd ich dann in Krankheit. Arzt so fröhlich sein, wenn ich die Welt verlassen, wenn mich die Himmelsgeister- 4. HErr, laß auch uns Icin geführt zur Lebens- gelingen, daß leßt, wie ftraßen; wenn ich erblickt Simeon, ein jeder Chrift die Ewigkeit, wenn ich er- Fanr fingen den schönen langt die Seligkeit, die Schwanenton: Mir wermir mein GOtt bereitet. Den nun mit Frieden mein 6. Hilf, GOtt, daß ich Augen zugedrückt, nachdem sei ftets bereit, laß mich ich schon hienieden nichts von dir wenden; Heiland hab erblickt. und Amme, ein Stern in Todesqual. den 5. Ja, Morgenlieder. 863 5. Ja, ja, ich hab im 6. Hier blickst du zwar Glauben, mein JEsu, dich zuweilen so scheel und geschaut: kein Feind kann schwül mich an, daß oft dich mir rauben, wie hef- vor Angst und Heulen ich tig er auch draut. Ich dich nicht kennen kann: wohn in deinem Herzen, dort aber wirds geschehen, und in dem meinen du; daß ich von Angesicht zu uns scheiden keine Schmer- Angesicht soll sehen dein zen, kein Angst, kein Tod immer Flares Licht. dazu. Johann Frand. XXI. Morgenlieder. Mel. Auf meinen lieben Geist sich wenden: nimm GOtt. ihn zu treuen Händen; 1021.* Der schöne und laß auf deinen Namen Tag bricht an: die Nacht ist abgethan, die Finsterniß vergangen: laß uns dein uns fröhlich fahren. Amen. Aug. Buchner. Mel. Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunst. Licht umfangen, du unser 1022.* Des MorSonn und Leben, der Welt zum Heil gegeben! 2. Befiehl der Engel Schaar, daß sie uns heut bewahr; du selbst dein Hand ausstrecke, daß uns dein Schild bedecke, und alles Uebel weiche, der Arge nicht beschleiche. gens wenn ich früh aufsteh, und des Abends zu Bette geh, sehn meine Augen, HErr, auf dich, HErr JEsu, dir befehl ich mich. 3. Laß unter deiner Hut uns nichts thun, als was gut, und recht wie Kinder leben, dir Herz und Sinn ergeben, in deinen Wegen gehen und fest im Glauben stehen. 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut: mein Schatz ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o HErr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm; drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, HErr, allzeit bei mir sein. 4. Befällt uns Uebelstand, so beut uns selbst die Hand, daß wir in al- 4. Dein Engel mir stets len Stücken uns drein ge- halte Wacht; drum ich Lod, buldig schicken; denn dir Teufel, Höll nicht acht; nicht widerstreben ist ja dcnn wo ich bin, bist du Das beste Leben. bei mir: mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Ich leb odr sterb, so 5. Trank und speis unfern Mund, halt auch den Beib gesund. Muß unser bin ich dein; darum ich dir 864 Morgenlieder. dir die Seele mein befehl 5. Ich hab erhoben zu sekund und auch im Tod: dir hoch droben all meine s nimm sie zu dir, o treuer Sinnen: laß mein BeginGOtt! nen ohn allen Anstoß und d glücklich ergehn. Laster und d 1023.* Die Son- Bande, Fallen und Lucke In eigener Melodie, güldne ne, voll Freud und Wonne, treib ferne zurücke; laß bringt unsern Gränzen mich auf deinen Geboten mit ihrem Glanzen ein bestehn. herzerquickendes liebliches 6. Laß mich mit FreuLicht. Mein Haupt und den ohn alles Neiden sehen Glieder die lagen darnie- den Segen, den du wirst der; aber nun steh ich, bin legen in meines Bruders munter und fröhlich, schaue und Nähesten Haus. Geiden Himmel mit meinem ziges Brennen, unchriftliGesicht. ches Rennen nach Gut 7. Menschliches Wesent, was ists? Gewesen! In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Lüftlein des Todes dreinblåst. Alles in allen muß brechen und 2. Mein Auge schauet, mit Sünde das tilge ge= was GOtt gebauet zu sei- schwinde von meinem Hernen Ehren, und uns zu zen und wirf es hinaus. lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann fie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergånglichem Schooß. fallen: Himmel und Erden 3. Lasset uns singen, die müssen das werden, dem Schöpfer bringen Gů- was sie vor ihrer Erschafter und Gaben, was wir nur fung gewest. haben, alles das sei GOtt 8. Alles vergehet, GOtt zum Opfer gesetzt. Die aber stehet ohn alles Wanbesten Güter sind unsre ken; seine Gedanken, sein Gemüther; dankbare Lie- Wort und Wille hat ewider sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergößt. gen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Her4. Abend und Morgen en die tödtlichen Schmersind seine Sorgen; segnen zen, halten uns zeitlich und und mehren, Unglück ver- ewig gesund. wehren sind seine Werke 9. GOtt, meine Krone, und Thaten allein. Wenn vergieb und schone. Laf wir uns legen, so ist er meine Schulden in Gnad zugegen; wenn wir auf- und Hulden aus deinen stehen, so läßt er aufgeben Augen sein abgewandt. über uns seiner Barmher- Sonsten regiere mich, lenke zigkeit Schein. und führe, wie dirs gefället: ich Morgenlieder. 865 ich habe gestellt alles in 3. Der Sonnen Licht deine Beliebung und Hand. aufs neu anbricht: o un10. Willst du mir geben, erschaffne Sonne, brich mit womit mein Leben ich kann deinem Licht hervor mir ernähren, so laß mich hd- zur Freud und Wonne. ren allzeit im Herzen dies 4. Des Mondes Glanz heilige Wort: GOtt ist verliert sich ganz, er muß das Größte, das Schönste dem großern weichen: mit und Beste; GOit ist das dir, Glanz der Herrlichkeit, Süßte und Allergewißte ist nichts zu vergleichen. aus allen Schäßen, der edelste Hort. 5. Der Sterne Pracht muß mit der Nacht vom Himmel Abschied nehmen: unsers Morgensternes Pracht darf sich niemals schamen. 6. Der MenschenSchaar, die als todt war, greift jetzt zu ihren Werken: laß mich), HErr, bei meinem Werk, dein Werk in mir merken. 11. Willst du mich kranken, mit Gallen tranken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan! so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tuchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, haft niemals keinen zu sehre betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes- Sausen leuchtet der Sonnen gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten, dahin sind meine Gedanken gericht. 8. Denn ich will auch nach meinem Brauch zu meinem Werke greifen; aber laß aus deiner Ruh mein Herz nie ausschweifen. Paul Gerhard. 9. Halt du die Wach, damit kein Ach Ach und Schmerz den Geist berühlauf deine Hand regiere. re; meinen ganzen LebensMel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 1024** Die ie Nacht 10. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag ist hin und Nächte weichen? Wenn mein Geist und Sinn sehnt der Tag anbrechen wird, sich nach jenem Tage, dem kein Tag zu gleichen. vor dem völlig weichen 11. Ju jenter Welt, da muß Finsterniß und Plage. diese fällt, die Zion noch 2. Der Tag ist da, das macht weinen, soll noch Licht ist nah, das Dunkle heller siebenmal Tag und zu vertreiben: vor dir, Sonne scheinen. JEsu, schönstes Licht, kann nichts dunkel bleiben. 12. Ja dann wird nicht der Sonnen Licht Jeru37 sa= A 7. Ein jeder will der süßen Still und Ruhe 1'rlaub geben: JEsu, deine stille Ruh sei des Geistes Leben. 866 Morgenlieder. falem verlieren; denn das Sach also mit GOtt anLamm ist selbst das Licht, gefangen: ei so hat es das die Stadt wird zieren. keine Noth, wirst den 13. Hallelujah! Ei wår 3weck erlangen; es wird ich da, wo meine Sonne folgen Glück und Heil wohnet, wo die Arbeit die- hier in diesem Leben, endser Zeit völlig wird belohnet. lich wird dir GOtt dein Theil auch im Himmel geben. 5. Nun, HErr JEsu, all mein Sach sei dir übergeben: es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, JEsu, in deinm Namen; laß es doch sein wohlgethan! Ich ang dein sprech darauf Amen. 14. O JEsulein, gieb Licht und Schein in unsern dunklen Zeiten: führ uns aus der finstern Welt in die Ewigkeiten. Joh. Anast. Freylinghausen. Mel. Schwing dich auf, zu deinem Gott, 1025.* Werk mit JEsu an: JEsus hats Mel. Quem pastores lau in Händen; JEsum ruf davere, oder: Den die Hirten lobten sehre. zum an: sirds wohl enden. Steh 1026.* mi: JEsu morgens auf, geh mit JEsu schlafen; führ mit JEsu deinen Lauf, lasse JEsum schaffen. JEsus gehet und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: komm, HErr JEsu, unser Gast! 2. Morgens soll der Anfang sein, JEsum anzu- 2. Nun so lasset ihn nicht beten, daß er woll dein dorten, thut ihm auf des Helfer sein stets in allen Herzens Pforten und ruft Nöthen. Morgens, Abends ihn mit süßen Worten: uni bei Nacht will er eile, JEsu, kehre ein! fehn zur Seiten, wenn 3. Wollest täglich bei des Satans List und uns bleiben, alle Feinde Macht dich sucht zu be- von uns treiben, uns ins fireiten. Buch des Lebens schreiam morgen 3. Wenn dein JEsus ben und der gute Hirte mit dir ist, laß die Feinde sein; wüthen; er wird dich vor 4. Weiden uns auf grü threr Lift schüßen und be- ner Auen, daß wir deine huten. Seß nur das Ver- Fülle schauen und auf deitrauen dein in sein All- nen Reichthum bauen, mit machtshände, und glaub dir gehen aus und ein. sicher, daß allein er dein 5. Amen, ja, es soll geUnglück wende. schehen! JEsus wird heut 4. Wenn denn deine mit uns gehen und wir wer Morgenlieder. 867 werden fröhlich sehen, daß in sein Leiden, Tod und er uns nicht läßt allein. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. Schmerz, in des höchsten und die mir verwandt. Trösters Hand schließt mich 7. Ach mit Segen ob 1027.* Efu Gute mir waltet, im Gebete hat kein stårket mich, in dem Glauben mich erhaltet, und daß GOtt gefalle ich, macht mich GOttes Geistes voll, leben, leiden, sterben wohl. 2. JEsu Hände, die da sorgen, daß auf eine gute 8. Macht mich los von meinen Sünden, last mich einen gnådgen GOtt und ein gut Gewissen finden; Nacht folget ist ein guter jagt weg Schrecken, Angst Morgen, da man sieht, und Noth, steht mir bei, wie GOttes Macht mich, damit ja hier nichts Verdie Meinen, Hab und Gut dammlichs sei an mir. hab beschützt durch JEsu Blut. Ende, sie ist alle Morgen neu, das beweisen JEsu Hände, die da schaffen, o der Treu! daß ich leb: doch ich nicht hier, sondern Christus lebt in mir. 3. JEsu, dir sei Dank gegeben für die Treue deiner Händ, sür die Gnade, für das Leben, und was du mir zugewendt. Ach zich von mir bis ins Grab diese deine Hånd nicht ab. 9. Seid ihr alles mir in allen, meine Hülfe, was ich thu, mein Stab, wenn ich bin gefallen; mein Schuß wenn ich geh zur Ruh, meine Freude, wenn ich wach; mein Arzt, wenn ich krank und schwach. 10. Seid mein Leben, 4. Sie sinds ja, darein weil ich lebe, und verbletgegraben steht mein Nam bet ja bei mir, wenn ich mit deinem Blut, die mich meinen Geist aufgebe, den fell bereitet haben, mich ich euch befehle hier, macht gekrönt mit Himels- Gut; ihn alles Leidens los, und fa, fie finds, die bis anikt tragt ihn in Christi Schooß. mich versorget und beschüßt. 11. Jch indeß bin voll Vergnügen, halt es für 5. Laß fie weiter mich die größte Freud, daß in umfassen, weil ich ihrer euch verschlossen liegen ich, eigen bin; laß sie mich, die Meinen, Land und Leut. mich sie nicht lassen, dieses Ich leb oder sterbe nu, ist und bleibt mein Sinn: weiß ich, daß ich in euch Satan, dir entsage ich; ruh. JEsu! dir ergeb ich mich. 6. Nehmt mich drauf, Mel. Ich dank dir schon the JEjus- Hände: schließt mich in GOtt Vaters Herz 1028.* und in JEsu Blut behende, durch deinen Schn. 37* Nemilie Juliane, Gräfin zu Rudolst. JEsu meines Le 868 Morgenlieder. Lebens Licht, nun ist die 10. Zeig mir in jedem Nacht vergangen; mein Augenblick, wie ich dir Geistesaug zu dir sich soll gefallen; zeuch mich richt, dein Anblick zu vom Bdsen stets zurück, empfangen. regiere mich in allem. 2. Du hast, da ich nicht 11. Da sei mein Wille sorgen konnt, mich vor gånzlich dir in deine Macht Gefahr bedecket, und auch ergeben; laß mich abhängvor andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schen du mir aufs neu, es sei lich für und für und die gelassen leben. 12. Laß mich mit Kraft und williglich mir selbst auch dir verschrieben, mit und allem sterben; zerneuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. stör du sebber völliglich mein gründliches Verderben. 13. Gieb, daß ich mei4. Dir, JEsu, ich mich nen Wandel führ im Geist ganz befehl; im Geiste in deinem Lichte, und als dich verkläre, dein Werk- ein Fremdling lebe hier vor zeug nur sei meine Seel, deinem Angesichte. den Leib bewahr und nähre. 14. Nimm ein, o reine Liebesglut, mein Alles dir alleine; sei du nur, o vergnügend Gut, mein Vorwurf, den ich meine. 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinnen und Gedanken, bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sei mir nah, steh immer nicht fall noch weiche; mir zur Seiten, und wann zeuch weiter durch der ich irre, wollst du ja mich Liebe Band, bis ich mein wieder zu dir leiten. Ziel erreiche. 15. Ach halt mich feft mit deiner Hand, daß ich 7. Drück deine Gegenwart mir ein, bewahr mich eingekehret, daß ich dir innig bleib gemein, in allem ungestöret. 8. Sei du alleine meine Gerhard Terfterren. Mel. Ihr lieben Christen, freut euch nun, oder: Vom Himmel hoch da komm ich her. Lust, mein Schat, mein 1029* Steht auf ihr Trost und Leben, fein anders Theil sei mir bewußt; den Kinderlein; der Mordir bin ich ganz ergeben. genstern mit hellem Schein 9. Mein Denken, Re- läßt sich frei sehn gleich den und mein Thun nach wie ein Held und leuchtet deinem Willen lenfe: zum in die ganze Welt. G: hen, Stehen, Wirken, 2. Set willkommen, du Ruhn mir slets, was noth schöner Stern; du bringst ist, schenke. uns Christum, unsern HErrn, Morgenlieder. 869 HErrn, der unser lieber| Heiland ist; darum du Mel. Wie schön leuchtet hoch zu loben bist. der Morgenstern. 3. Ihr Kinder sollt bei 1030.* Wie schön diesem Stern erkennen leucht Christum, unsern HErrn, uns der Morgenstern vom Marien Sohn, den treuen Firmament des Himmels Hort, der uns leuchtet mit fern; die Nacht ist nun seinem Wort. vergangen; all Creatur 4. GOtts Wort, du macht sich herfür, des edbist der Morgenstern, wir len Lichtes Pracht und können dein gar nicht ent- 3ier mit Freuden zu embehrn; du mußt uns leuch- pfangen: was lebt, was ten immerdar, sonst siken schwebt, hoch in Lüften, wir im Finstern qar. tief in Klüften, läßt zu Ehren seinem GOtt ein 5. Leucht uns mit deinem Glanzen klar und Danklied hören. JEsum Christum offenbar; 2. Du, o mein Herz, jag aus der Finsterniß Ge- dich auch aufricht, erheb walt, daß nicht die Lieb dein Stimm und säume in uns erfalt. nicht, dem HErrn dein 6. Sei willkommen, du Lob zu bringen; denn, lieber Tag; vor dir die HErr, du bists, dem Lob Nacht nicht bleiben mag. gebührt, und dem man Leucht uns in unsre Her- billig musicirt, dem man zen fein mit deinem him- läßt innig klingen mit melischen Schein. Fleiß Dankpreis, Freu7. JEsu Christ, wir densaiten, daß von weiten warten dein; dein heiligs man kann hören dich, o Wort leucht uns so fein. meinen Heiland, ehren. Am End der Welt bleib 3. Ich lag in stolzer Stnicht lang aus und führ cherheit, sah nicht, mit uns in deins Vaters was Gefährlichkeit ich dieſe Haus. Nacht umgeben; des Teu8. Du bist die liebe fels List und Büberei, die Sonne flar; wer an dich Hill, des Todes Tyranglaubt, der ist fürwahr nei stund mir nach Leib ein Kind der ewgen Se- und Leben, daß ich schwerligkeit, die deinen Christen lich war entkommen und ist bereit. entnommen diesen Ban9. Wir danken dir, wir den, wenn du mir nicht loben dich hie zeitlich und beigestanden. dort ewiglich für dein 4. Allein, o JEsu, meigroße Barmherzigkeit von ne Freud in aller Angst nun an bis in Ewig- und Traurigkeit, du haft keit. Amen. mich heint befreiet; du hast der Feinde Macht gewehrt, mir Erasmus Alberus. 870 Abendlieder. nen stets sich wenden, seinen Lauf in dir zu enden. mir Schuß und sanfte Ruh mein Sinnen und Beginbeschert: deß sei gebenedetet. Mein Muth, mein Blut soll nun singen, soll 7. Wend Unfall ab, fanns nun springen: all mein anders sein; wo nicht, so Leben soll dir Dankeslie- geb ich mich darein, ich der geben. will nicht widerstreben: 5. Ei mein HErr, sü- doch komm, o süßer Morser Lebenshort, laß ferner genthau, mein Herz erfrisch, deiner Gnaden Pfort mir daß ich dir trau, und bleib heut auch offen bleiben; im Kreuz ergeben, bis ich sei meine Burg und festes endlich nach dem Leiden zu Schloß, und laß kein feind- den Freuden werd erhoben, liches Geschoß daraus mich da ich dich kann ewig lonimmer treiben: stell dich bent. vor mich hin zu kämpfen und zu dämpfen Pfeil und Eisen, wenn der Feind will Macht beweisen. 8. Indeß, mein Herze, sing und spring, in allem Kreuz sei guter Ding: der Himmel steht dir offen. 6. Geuß deiner Gnaden Laß Schwermuth dich nicht reichen Strahl auf mich nehmen ein; denk, daß die vom hohen Himmelssaal, liebsten Kinderlein allzeit mein Herz in mir verneue; das Unglück troffen; drum dein guter Geist mich leit so sei froh, glaube feste, und führ, daß ich nach daß das Beste, so bringt meiner Amtsgebühr zu Frommen, wir in jener thun, mich einig freue. Welt bekommen. Gieb Rath und That; laß Burchard Wiesenmeyer. XXII. Abendlieder. denn allen Sündenschaden Mel. Nun ruhen alle deckt JEsus nun in GnaWälder. den mit seinem Purpur1031.* Det er Sab- Mantel zu. bath ist 3. D du dreieinigs Wevergangen, ich habe mein sen, mein Geist ist schon Verlangen nach Herzens- genesen, weil ich dein TemWunsch erfüllt. GOtt hat pel bin. Ich habe Licht mich unterweiset, mit Leh- vom Lichte, dein leuchtend bensbrod gespeiset, und Angesichte treibt alle Finmeiner Seelen Durst ge- sternisse hin. stillt. 4. Du wirst schon bei 2. GOtt ruht durchs mir wachen, und eine Wort im Herzen, drum Sonne machen auch mitleg ich ohne Schmerzen ten in der Nacht, bis bei auch meinen Leib zur Ruh; den Cherubinen ein Sonntag Abendlieder. 871 tag ist erschienen, der alle Schuld vergeben; erlös Nacht zu Schanden macht. uns. Amen! 5. Ich schlafe ganz verBöhmische Brüder. perge lieget, da iſt der 1033.*- denn wo mein In eigener Melodie. Err JE su, ewEngel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, es ges Licht, das uns von träumt mir nur vom Him- GOtt anbricht, pflanz doch mel. Ach wer doch nur bald in unsre Herzen recht helle droben wår! Benj. Schmolt. Glaubenskerzen, ja nimm In eigener Melodie, oder: uns gånzlich ein, du heilHerzliebster JEsu, was ger Gnadenschein. haft du verbrochen. 2. Ein Strahl der Herrie Nacht lichkeit und Glanz der Ewigkeit wirst du von dem genennet, der dich durch dich erkennet. Ach leucht auch in uns klar, mach dich uns offenbar. 1032.* Die Nacht lichkeit ist fommen, drin wir ruhen sollen; GOtt walts zu Frommen nach seinm Wohlgefallen, daß wir uns legen, in seinm Gleit und Segen der Ruh zu pflegen. 3. Bon dir kommt lauter Kraft, die Gutes wirkt und schafft; denn du bist GOttes Spiegel, sein heilig Bild und Siegel, sein Hauchen voller Gnad und sein geheimer Nath. 2. Treib, HErr, von uns fern die unreinen Geifier; halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schußherr, Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flu4. Hochheilig Lebensgel; send uns dein Engel. licht, dein Gnadenangesicht 3. Laß uns einschlafen und majestätisch Wesen mit guten Gedanken, fröh- leucht uns, daß wir gelich aufwachen und von nesen, und werden ganz dir nicht wanken. Laß uns befreit aus finstrer Dunmit Zuchten unser Thun kelheit. und Tichten zu deinm Preis richten. 5. Gieb dich in unsern Sinn, nimm unsre Herzen 4. Pfleg auch der Kran- hin, full sie mit deiner ken durch deinen Gelieb- Liebe und deines Geistes ten. Hilf den Gefangnen; Triebe, daß wir wahrhaftröfte die Betrübten. Pfleg tig dein, der Weisheit, auch der Kinder; sei selbst Kinder sein. ihr Vormünder; des Feinds Neid hinder. 6. Verneure du uns ganz durch deines Lichtes 15. Vater, dein Name Glanz, daß wir im Lichte werd von uns gepreiset; wandeln, und allzeit thun dein Reich zukomme, dein und handeln, was Lichtes Wille werd beweiset. Frist Kindern ziemt und deinen unser Leben, wollft die Namen rühmt. 7. Trank 872 Abendlieder. 7. Trank uns mit dei- söhnt Gewissen sei meit nem Wein, dein Wasser Schulterkissen: drum ver wasch uns rein, salb uns gieb die Schuid. Dent mit deinem Dele, heil uns dein Sohn hat mich davon an Leib und Seele, bring durch die tief geschlagnen t uns ins Licht zur Ruh, Wunden gnädiglich entdu ewge Weisheit du. bunden. Barthol. Craffelius. Mel. Christe, der du bist Tag und Licht. 1034.* G Ott Lob, der Tag ist nun dahin, drum ich mein GOtt, dir dankbar bin, daß ich den Abent hab erlebt, und deine Gnad ob mir noch schwebt. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben: sie sind mein und dein i Schleuß uns mit Erbaru men in den Vaterarmentor ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschleuß die Kammer, und laß allen 2. Ach HErr, set gnå- Jammer ferne von uns in dig, hab Geduld, vergieb sein. Sei du Schloß und in mir alle Sündenschuld; Riegel; unter deinen Flü dein heilger Engel mich gel nimm dein Küchlein bewahr vor aller Angst, ein. Decke zu mit Schuh Noth und Gefahr. und Ruh, so wird uns 3. Laß mich auch mit nicht dürfen grauen vor o der Morgenstund aufwa- des Satans Klauen. chen fröhlich und gesund, 5. Wie wenn ich meini daß ich hier deine Ehr aus- Bette heut zum Grabe breit und dich dort lob hätte? Wie bald roth, in Ewigkeit. 3oh. Olearius. bald todt! doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht 1035.* Hirte dei- wider dich; lieg ich nur ner in sterb di Schafe, der von keinem ich alle Stunden. Schlafe etwas wissen mag; 6. Nun wohlan, ich deine Wundergüte war thue in vergnügter Ruhe mein Schild und Hütte Mund und Augen zu. den vergangnen Tag. Sei Seele, Leib und Leben die Nacht auch auf der hab ich dir ergeben, o du Wacht, und laß mich von Hüter du! Gute Nacht, deinen Schaaren um und nimm mich in Acht; und um bewahren. erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolt. Mel. Mel. JEsu, meine Freude. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Loben mit der Vaterhuld; ein ver Abendlieder. Mel. In dich hab ich von der Himmelswacht gehoffet HErr. 1036.* Mit it meinem 873 Preis, Lob und Ehr gebracht: o JEsu, Amen! 2. Weg Phantasie! Mein GOtt geh ich zur Ruh HErr und GOtt ist hie. und thu in Fried mein Du schläfft, mein WachAugen zu; denn GOtt ter, nie: dir will ich wains Himmels Throne über chen. Ich liebe dich: ich mich wacht bei Tag und geb zum Opfer mich und Nacht, auf daß ich sicher lasse williglich dich mit wohne. mir machen. 2. Ich ruf zu dir, HErr 3. Es leuchte dir der JEsu Christ, der du allein Himmelslichter Zier; ich mein Helfer bist: laß kein sei dein Sternlein, hier Leid widerfahren, durch und dort zu funkeln. Nun deinen Schuh vors Teufels Truß dein Engel mich bewahren. kehr ich ein; HErr, rede du allein beim tiefsten Stillesein zu mir im Dunkeln. Gerhard Tersteegen. 3. Befiehl du deinen Engelein, daß fie fiets um und bei uns sein, alls Ne- Mel. Nun laßt uns den bel von uns wenden; GOtt Leib begraben. heilger Geist, dein Hülf 1038. 1038.* uns leist an unserm leßten Ende. JEsu, treuster Heiland mein, ich geh in 4. HErr, meinen Geist mein Schlafkammerlein; befehl ich dir; mein GOtt, ich will mich legen in die mein GOtt, weich nicht Ruh, schleuß du die Thür von mir, nimm mich in selbst nach mir zu. deine Hände; o wahrer 2. Verzeih mein Sünd GOtt, aus aller Noth aus Gnad und Gut; schädhilf mir am letzten Ende. lich und schändlich Traum verhüt: laß säuberlich mich schlafen ein und ruhen sanft in Armen dein. 5. Glori, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dir, GOtt Vatr und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit 3. Und wenn ich schlaf, Namen; die göttlich Kraft so wach für mich; treib mach uns sieghaft, durch alles Unglück hinter sich; JEsum Christum. Amen. breit über mich dein Flugel aus, laß stehn dein Engel um mein Haus. In eigener Melodie. 1037.* nun schla4. Behut vor Feur und fet man; Wassersnoth, vor einem und wer nicht schlafen bösen schnellen Tod; vor kann, der bete mit mir Diebstahl und vor Leibsan den großen Namen, gefahr mich und die Meidem Tag und Nacht wird nigen bewahr. 37** 5. Las 874 Tischlieder. 5. Laß mich zu deinem| han; vergiebs uns alls, o Lob aufstehn und fröhlich GOttes Sohn. Hallelujah. an mein Arbeit gehn; so will ich dein BarmherzigFeit loben und preisn in Ewigkeit. KATHA 3. Laß dein Engel stets um uns sein, die allzeit uns bewachen fein, daß der Teusel hab keine Macht 6. GOtt Vater, nimm an uns weder zu Tag mich in dein Hut; GOtt noch Nacht. Hallelujah. Sohn, wasch mich mit 4. Vor Feur, vor Seeldeinem Blut; GOtt heil- und Leibesnoth behút uns, ger Geist, erleuchte mich: lieber HErre GOtt; in daß in den Himmel fom- deinm Namen laß schlafen me ich. ein uns, deine lieben Kinderlein. Hallelujah. 5. Es gscheh, was mag, wir sind ja dein, erlöst ir dan- durch Wunden 1039.* Wendit, rein; dir leben wir, dir HErr JEsu Christ, daß sterben wir; dein Kinder du unser Erlöser bist, und sind wir für und für. bhutest uns vor aller Gfahr durch deiner lieben Engel Schaar. Hallelujah. 6. Amen, Amen, zu quter Nacht, der Engel Göttes uns bewacht. GOtt 2. Wir gehn nun hin Lob und Dank in Ewigzu unsrer Ruh; ach rechn keit, wir gehn zur Ruh es unsrer Seel nicht zu, ohn alles Leid. Hallelujah. was wir leider gesündigt Nic. Selneccer. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. XIII. Tischlieder. 3. Drum gieb uns beides, HErre GOtt; hilf endlich auch aus aller Noth: so preisen wir dein GütigGesegn keit hier und auch dort in Mel. O HErr( JEsu) Chrift, meins Lebens Licht. 1040.* Se uns, HErr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung sein; bilf, daß dadurch 1041.* werd der dürftge Leib auf dieser Erd. GOtt Vater im Himmelreich, 2. Denn dieses zeitlich wir, deine Kinder allzuBrod allein kann uns nicht gleich, bitten dich jetzt aus gnug zum Leben sein; dein Herzensgrund: speis uns göttlich Wort die Seele auch zu dieser Stund. speist, hilft auch zum Leben allermeist. Ant In eigener Melodie. Err He 2. Thu auf dein reiche milde Hand; behut uns all Zu Neujahr. 875 all vor Sünd und Schand, und Nahrung geben: bis und gieb uns Fried und wir endlich zu den FromEinigkeit; bewahr uns auch men an die Himmelstafel vor theurer Beit. kommen. Amett. 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besiten ewiglich in unsers HErren Chrifti Namn. Wer 1043** Wer das begehrt, der spreche: Amn. Johann Heermann. Mel. Komm, Herr JEfu, sei unser Gast. 1043* W ir danfent GOtt für seine Gabn: die wir von ihm empfangen Mel. Schmücke dich, obabn. Wir bitten unsern liebe Seele. lieben HErrn: er woll uns 1042* Seis uns hinfort mehr beschern, und speisen uns mit Wort, daß wir satt werden hier und dort. GOtt, deine Kinder; trößte die betrübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, Ach lieber GOtt, du die wir jebo vor uns ha- wollst uns gebn nach diesm ben, daß sie uns zu die- Elend das ewig Lebn. Asem Leben Stärke, Kraft men. Michael Prätorius. XXIV. Zu Neujahr. Mel. O( HErr) JEsu Bitt und Flehn hast du Chrift, meins Lebens erhört und angesehn, oft mehr verliehn, denn wir Licht. 1044.* Das alte begehrt; dafür sei stets von uns verehrt. Fahrist nun dahin, dir, höchster 5. Wir bitten ferner, GOtt, ist unser Sinn für frommer GOtt, steb uns alle deine Gütigkeit mit noch bei in aller Noth, hohem Preis und Dank verzeih uns unsre Sünd bereit. und Fehl, hilf an dem Leib, hilf an der Seel. 2. Du hast uns dies vergangne Jahr aus Noth gerissen und Gefahr, in Gnaden unser stets verschont, und nie nach Würden abgelohnt. 6. Dein Wort, der Seelen Medicin, laß bei uns, HErr, noch ferner blühn; gieb treue Lehrer, treib vorbet des Teufels List 3. Den edlen Echab, und Keßerei. dein werthes Wort, haft 7. Gieb unsrer Obrigdu vergönnet unserm Ort, feit auch Gnad, wend ab uns dadurch an der Seel den Krieg, oieb Friedensgeipeist, dem Leib auch rath, daß wir und sie in reiche Gnad erweist. stiller Ruh all unser Leben 4. All unsers Glaubens' bringen zu. 8. Feucht 876 Zu Neujahr. 8. Feucht auch das Land, chem Ort, und wird uns gieb Sonnenschein, laß klar verkündet. wachsen Gras, Getreid und Wein, daß Vieh und Wild von deiner Gab auch neben uns zu leben hab. 9. Gieb, was uns dient, 3. Die reine Lehr und Sacrament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stanzu jeder Zeit, nicht Uleber- de. GOtt krönt das Jahr fluß, nicht Dürftigkeit, da- mit seinem Gut, und hält mit nicht uuser Herz be- die Schuln in guter Hut, schwert, noch sonst durch auch aller Christen Häuser. Geiz verführet werd. 4. Deß danken wir dem 10. Hättst du es auch, lieben HErrn, und freun o GOtt, ersehn, wir soll- uns solcher Güte; er wol ten theils mit Lod abgehn, den Feinden steurn und so laß uns nicht, hilf, steh wehrn, und uns fort auch uns bei, ein selges Stünd- behüten. Er geb ein selig lein uns verleih. neues Jahr und helf uns 11. Nimm auf die Seel zu der Engel Schaar, da in deine Hand, den Leib wolln wir ihn schön pretscharr ein ins dürre Land, sen. Cyriacus Schneegaß. bis du fie beide bringst zur Freud, da sie dich lobn in Ewigkeit. Burchard Wiesemeyer Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 1045.* as liebe Mel. Herzlich thut mich verlangen. 1046.* Dur urch Stau= ern und durch Plagen, durch Noth, durch Angst, durch Pein, durch HoffDas neue nung und durch Klagen, Jahr geht an, das alte durch manchen Sorgenhat ein Ende: drum jauchzt stein bin ich, GOtt Lob, und freut sich jedermann, gedrungen; dies Jahr ist erhebt sein Herz und Hände hingelegt: dir, GOtt, ſei zu unserm GOtt ins Him- Lob gesungen, mein Herze mels Thron, dankt ihm wird erregt. und seinem lieben Sohn, auch GOtt dem heilgen Geiste. 2. Der du mich bast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück 2. GOtt Vater hat den vertrauet, du bist und bleibst Sohn gesandt, GOtts mein Theil. Du hast mich Sohn ist Mensch geboren, wohl erhalten, du bist mein GOtt heilger Geist macht fester Trost; dich laß ich solchs bekannt uns, die ferner walten, wenn mich wir warnt verloren. Im die Noth anstost. felgen lieben GOttes Wort 3. Mein GOtt, o meine geschrieben ists an man- Liebe, was du willst, will auch Zu Neujahr. 877 auch ich: gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider Mel. Machs mit mir, dich. Dir ist mein Will GOtt, nach deiner Git. ergeben, ja, er ist nicht 1047.* Gin Jahr mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, HErr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, 2. Allein, wo ist, wo ja, HErr, befehle mir. Soll ist die Frucht, die wir bisich Verachtung tragen, ach her getragen? Wie oft ich gehorch auch hier. hat GOtt umsonst ge= geht nach dem andern hin, der Ewigkeit entgegen. Ach möchte doch der tråge Sinn dies fleißiger erwägen! Ach brachte doch ein jedes Jahr viel neue gute Früchte dar! 5. Soll ich verlassen sucht, wie hat er müssett fiken, HErr GOtt, dein klagen! Es that ihm weh, Wille gilt. Soll ich in wenn seine Hand anstatt Nengsten schwitzen, mein der Frucht nur Blätter Heiland, wie du willt. fand. Soll ich denn Krankheit 3. Haut ab, spricht er, leiden, ich will gehorsam den Fahlen Baum, der sein. Soll ich von dannen scheiden, HErr, dein Will ist auch mein. keine Früchte tråget! Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod der alles schläget, komm, leg die Art der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan. 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen; trägt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. 5. So gieb denn, lieber Heiland, Kraft, dies Jahr bringen. Feut ist das Jahr Ach halt des strengen Urbeschloffen; HErr, deine theils Lauf doch dies Jahr Gnad sei heut auf mich noch, mein Vater, auf. neu ausgegossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so viel Frucht zu werd ich, GOtt, bei dir Ach laß doch deines Getauch neuen Segen finden; stes Saft in unsre Zweige dein Wort verspricht es dringen. Schütt auch auf mir. unfrer Eltern Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jac. Rambach. XXV. Ges Gottfried Wilhelm Sacer. 6. Soll ich zum Himmel dringen, gar gern, o GOtt, mein Licht. Soll mich die Höll einschlingen, ach dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rothe Höllenglut, du aber bist verfühnet durch deines Sohnes Blut. 878 Gelaffenheit. phin is XXV. XXV. Gelassenheit. 65 Mel. Alle Menschen müssen sterben, 5. Steckst du jeund noch in Nöthen, weißest 1048.* as be- nicht wo aus noch ein; trübst will dich Angst und Schrekdu dich, mein Herze, war- ken tödten, lebest du in um grämst du dich in Furcht und Pein wegen mir? Sage, was für Noth dessen, was geschehen, daß dich schmerze, warum ist du es sehr oft versehe Fein Muth bei dir? Was nicht gelebt, wie du gefür Unglück hat dich trof- sollt, nicht gethan, was fen, und wo bleibt dein GOtt gewollt: freudig Hoffen? Wo ist 6. Ei so komm und brindeine Zuversicht, die zu ge Reue, komm und beichGOtt sonst war gericht? te deine Schuld; bitte, 2. Denke nicht, du seist daß dirs GOtt verzeihe, verlassen und GOtt achte suche seine Gnad und deiner nicht. Seine Hän- Huld; unterwirf dich seide, die dich fassen, und nen Schlägen: so wird sein gnädig Angesicht ha- sich sein Zürnen legen, ben Acht auf deine Trit- und nach vielem harten te, deine Thränen, deine Dräun wird GOtt wieSchritte; alle Trubsal, der gnädig sein. die dich quält, wird genau von GOtt gezählt. 7. Er wird alle deine Sachen, alles, was dich 3. Geht dirs nicht nach vor betrübt, wieder wissen deinem Willen: ei jo gehts gut zu machen; denn er nach GOttes Rath; der schläget, die er liebt; er wird doch sein Wort er- verleßt und wirft darriefüllen, das er zugesaget hat: der, er erhebt und heilet daß er die, so ihm ver- wieder: Thränen, Angst trauen und auf seine Güte und bitter Leid wandelt schauen, die auf seinen er in Fröhlichkeit. Wegen gehn, nicht will lassen hulflos stehn. 8. Drum befiehl ihm deine Wege: wirf den Kum4. Ei so laß den Kum- mer ganz auf ihn, fraue mer fahren, der die Seele seiner Baterpflege, laß dein nur beschwert: denke, was Seufzen zu ihm flichn; von vielen Jahren dir rufe, weine, bete, finge, schon Gutes widerfährt; bis es ihm zu Herzen drinund viel Unglück ist ver- ge; laß nicht ab, zu ihm gangen, wie viel Trost hast zu flehn, bis dir Hülfe du empfangen! und was dir wird geschehn. 9. Sprich: O mein GOtt, schau mich Armen, schau oft Leid gebracht, hat GOtt alles gut gemacht. Gelassenheit. 879 schau zugleich mein Elend wählen; geschieht, was er an; ach erweise dein Er- mir ausersehn, wird mirs barmen, wie du vormals an keinem fehlen. Wie er haft gethan; stärke meine mich führt, so geh ich mit, matten Glieder, gieb mir und folge willig Schritt Muth und Freude wieder, vor Schritt in kindlichem rüste mich zum Kampf Vertrauen. und Streit, mache mich im Kreuz erfreut. 10. Laß mich nimmermehr verzagen, wehre aller Ungeduld, hilf die Kummerburde tragen, 2. Wie GOtt mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten; obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie tröste GOtt mich führt, bin ich mich mit deiner Huld; bereit in Zeit und auch in gieb, daß ich dir treulich diente und in mir die Hoffnung grüne, daß du mir aus allem Leid helfen wirst zur Herrlichkeit. seinen Ewigkeit, stets Schluß zu ehren. 11. Da will ich mit Freuden preisen deine Gut und Wunderthat, wie mich auf den Lebensreisen deine Hand 3. Wie GOtt mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will fehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt: er mache, geführet hat: da wie es ihm gefällt, zum will ich mein Danklied Leben oder Sterben. bringen und ein Hallelu- 4. Wie GOtt mich führt, jah singen. D mein JE- so geb ich mich in seinen su, rufe mich, daß ich Baterwillen. Scheints der komm und preise dich. Vernunft gleich wunder12. Doch, so lang ich lich, sein Rath wird doch in der Höhle dieses Jam- erfüllen, was er in Liebe mers bleiben muß, so be- hat bedacht, eh er mich wahre meine Seele, und an das Licht gebracht; ich regiere meinen Fuß, daß bin ja nicht mein eigen. ich nicht in Sünden falle, 5. Wie GOtt mich führt, sondern dir zu Ehren walle so bleib ich treu im Glauund, wenn ich den Lauf ben, Hoffen, Leiden. vollbracht, fröhlich gebe Steht er mit seiner Kraft gute Nad, t. mir bei: was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was GOtt mir widerfahren läßt, muß mir zum Beften dienen. Zachar. Hermann. Mel. Mein HerzensJEfu, meine Lust. Mie 1049.* WiGott 6. Wie GOtt mich führt, mich führt, so will ich so will ich gehn, es geh gehn, ohn alles Eigen- durch Dorn und Hecken. Von 880 Chriftliches Leben. Von vornen läßt sich rath mich treu und wohl GOtt nicht sehn, doch geführet hat: dies sei mein letzt wird ers aufdecken, Glaubensanker. wie er nach seinem Vater- sist Lampertus Gedicke. POR XXVI. Christliches Leben. sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. 1050.*& fchwer, Geduld, wenn du nicht & s ist nicht 5. dein Herze in ein Christ zu sein und nach gleich des Vaters Hülfe dem Sinn des reinen Gei- merfest. Versiehst dus oft stes leben; zwar der Na- und fehlst aus eigner tur geht es gar sauer ein, Schuld, so siehe nur, daß sich immertar in Christi du dein Herze stårkest: ſo Tod zu geben; doch führt wirds gewiß mit seiner die Gnade selbst zu aller Hülf erfreut zu seiner Zeit. Zeit den schweren Streit. 6. Laß nur dein Herz 2. Du darfst ja nur ein im Glauben ruhn, wenn Kindlein sein, du darfst ja dich wird Nacht und Finnur die leichte Liebe üben. sterniß bedecken; dein VaO blöder Geist, schau doch, ter wird nichts Schlimmes wie gut ers mein; das mit dir thun; vor keinem kleinste Kind kann ja die Sturm und Wind darfst Mutter lieben. Drum du erschrecken. Ja siehst fürchte dich nur ferner du endlich ferner feine nicht so sehr: es ist nicht Spur, so glaube nur. schwer. 7. So wird dein Licht 3. Dein Vater fordert aus Nacht entstehn, und nur das Herz, daß er es wirst dein Heil mit größselbst mit reiner Gnade rer Klarheit schauen; was fülle. Der fromme GOtt du geglaubt, wirst du dann macht dir gar keinen vor dir sehn, drum darfft Schmerz; die Unlust schafft du nur dem frommen Vain dir dein eigner Wille; ter trauen. D Seele, sieh drum übergieb ihn willig doch, wie ein wahrer Christ in den Tod, so hats nicht so selig ist. Noth. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 8. Auf, auf, mein Geist, 4. Wirf nur getroft den was säumest du, dich deiKummer hin, der nur dein nem GOtt ganz findlich Herz vergeblich schwächt zu ergeben? Geh ein, und plaget; erwecke nur mein Herz, geneuß die zum Glauben deinen Sinn, süße Ruh; im Friede sollft wenn Furcht und Weh dein du vor dem Vater schweschwaches Herze naget; ben. Die Sorg und Last wirf Chriftliches Leben. 881 wirf nur getroft und kühn| Zeit fein Trost vom Himallein auf ihn. Chriftian Friedr. Richter. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. mel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn GOtt und Efus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren the * Ott, der sein! 1051.* st du Her- 5. Nein, Ehre nicht, zenskenner bist, HErr, dem nicht Gut und Geld, kein die Falschheit Gräuel ist Fürstenthum und keine und jede Lüg Verbrechen: Welt soll mich so weit kein Wort spricht je ein verführen! Um alle Leifalscher Mund, das dir, den dieser Zeit will ich Allwissender, nicht kund; doch GOtt und Seligkeit du, Heiliger, wirsts råchen. muthwillig nicht verlieren. Laß jederzeit mein Ja und Wie klein mein Glück Nein, wies Christen ziemt, auch immer sei: nur GOtt aufrichtig sein. und reines Herz dabei. 2. Und wenn ich schwi rend vor dir steh, dir in dein heilig Antlik seh, die 6. GOtt, lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Hand zum Himmel hebe, Wahrheit treulich sprechen. wenn ich zum Zeugen Beschwör ich heilig Amt feterlich anrufe, Hocher- und Pflicht, so laß mich habner, dich, durch den auch im Kleinsten nicht die ich bin und lebe: dann theure Zusag brechen. Auch sei von Trug und Heu- dir, GOtt, schwur ich chelei mein Herz und treu zu sein: erhalt mich meine Zunge frei. ewig, ewig dein. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken. Web dem 1052.* bem, der GOtt und GOttes Johnnn Karl Dan. Bickel. Mel, Von GOtt will ich nicht lassen. Kommt, kin= Macht zum Siegel seiner der, laßt uns gehen, der Bosheit macht, sie vor Abend kommt herbei, es der Welt zu decken! Herz, ist gefährlich stehen in dieschau den GOtt mit zit- ser Wüstenei: Fommt, stårtern an, der Seel und ket euren Muth, zur EwigLeib verderben kann!! Feit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 4. GOtt, wenn du nicht mein GOtt mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein 2. Es soll uns nicht Heiland ist, dein Himmel gereuen der schmale Pilnicht mein Erbe; wenn grimspfad, wir kennen ja mich beim Leiden dieser den Treuen, der uns getu 882 Chriftliches Leben. rufen hat; kommt, folgt man verstrickt und tråg. und trauet dem; ein Je- Es geht uns all nicht an; der sein Gefichte mit gan- nur fort; durch Dick und zer Wendung richte steif Dünne, kehrt ein die leichnach Terusalem. ten Sinne, es ist so bald 3. Der Ausgang, der gethan. geschehen, ist uns fürwahr 8. Ist gleich der Weg nicht leid, es soll noch was enge, so einsam, besser gehen zur Abgeschie- krumm und schlecht, der denheit: nein, Kinder, seid Dornen in der Menge nicht bang, verachtet tau- und manches Kreuze trågt: send Welten, ihr Locken es ist doch nur ein Weg; und ihr Schelten, und laß sein! Wir gehen weigeht nur euren Gang. ter, wir folgen unserm Lei4. Gehts der Natur ter und brechen durchs entgegett, so gehts gerad Geheg. und fein; die Fleisch und 9. Was wir hier hörn Sinnen pflegen, noch und sehen, das hörn und schlechte Pilger sein. Ver- sehn wir faum; wir las laßt die Kreatur und was sens da und gehen, es ireuch sonst will binden, laßt ret uns kein Traum. Wir gar euch selbst dahinten, gehn ins Ewge ein, mit es geht durchs Sterben GOtt muß unser Handel, im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß 10. Wir wandeln einund wahrlich leer; viel gefehret, veracht und unsammeln, halten, handeln bekannt, man siehet, fennt macht unsern Gang nur und höret uns faum im schwer. Wer will, der fremden Land; und höret trag fich todt: wir reisen man uns ja, so höret man abgeschieden, mit Weni- uns singen von unsern gem zufrieden, wir brau- großen Dingen, die auf chens nur zur Noth. uns warten da. 6. Schmückt euer Herz 11. Kommt, Kinder, aufs Beste, sonst weder laßt uns gehen; der VaLeib und Haus; wir sind ter gehet mit, er selbst hier fremde Gäste und will bei uns stehen in jeziehen bald hinaus. Ge- dem sauren Tritt; er will mach bringt Ungemach; uns machen Muth, mit ein Pilger muß sich schicken, süßen Sonnenblicken uns sich dulden und sich buk- locken und erquicken; ach ken den kurzen Pilger- Tag. ia, wir habens gut. 7. Laßt uns nicht viel 12. Ein Jeder munter besehen das Kinderspiel cile, wir sind vom Ziel am Weg; durch Säumen noch fern, schaut auf die und durch Stchen wird Feuersäule, die Gegenwart des Nächstenliebe. 883 des HErrn. Das Aug der folgt dem andern, bald nur eingekehrt, da uns fällt das Fleisch ins Grab; die Liebe winket und den, nur noch ein wenig der folgt und finket, den Muth, ach nur ein wenig wahren Ausgang lehrt. treuer, vor allen Dingen freier gewandt zum ew13. Des süßen Lammes Wesen wird uns da ein- gen Gut! gedrückt, man fanns am 17. Es wird nicht lang Wandel lesen, wie kind- mehr währen, halt noch lich, wie gebückt, wie ein wenig aus; es wird sanft, gerad und still die nicht lang mehr währen, Lämmer vor sich, sehen so kommen wir nach Haus: und ohne Forschen gehen da wird man ewig ruhn, so, wie ihr Führer will. wenn wir mit allen From14. Kommt, Kinder, laßt men daheim zum Vater uns wandern, wir gehen kommen, wie wohl, wie Hand an Hand, Eins wohl wirds thun. freuet sich am andern in diesem wilden Land. Komt, laßt uns findlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten: die Engel uns begleiten als unsre Brüderlein. 18. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswerth, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert; Welt, du bist uns zu klein; 15. Sollt wo ein Schwa- wir gehn durch JEsu Leicher fallen, so greif der ten hin in die Ewigkeiten; Stårkre zu; man trag es soll nur JEsus sein. man helfe allen, man pflan- 19. O Freund, den wir ze Lieb und Ruh: kommt, erlesen, o allvergnügend bindet fester an, ein Jeder Gut, o ewig- bleibend sei der Kleinste, doch auch Wesen, wie reizest du den wohl gar der Reinste auf Mutb! Wir freuen uns unsrer Liebesbahn. in dir, du unsre Wonn 16. Kommt, laßt uns und Leben, worin wir munter wandern, der Weg ewig schweben, du unsre kürzt immer ab; ein Tag ganze Zier. Gerh. Tersteegen. XXVII. Nächstenliebe. Sie ist dazu erschienen, und Menschen fund gemacht, daß sie sich deß be1053* Gott Ott ist dienen, was sie hervorgedie wahre Liebe, die ihn ohn Maaß und Ende treibt; ihr Blick wird dem nicht trübe, der sie umfaßt und in ihr bleibt. bracht. Sie leuchtet aus dem Sohne, den er zu uns gesandt, der ist ihr Glanz und Krone, und ihr Verfichrungs- Pfand. 2. Er Mel. Nun lob, mein Seei, den HErren. 884 Nächstenliebe. 2. Er ist ein Mensch kein Verlangen; noch hat geboren, der GOttes Herz er uns befreit; er ist uns und einigs Kind; sonst nachgegangen, hat aus gingen die verloren, die Barmherzigkeit sich unser mit ihm eines Fleisches angenommen; wir waren sind. Sie sollen durch ihn in der Flucht, er ist uns leben und GOtt versöhnet vorgekommen, hat unser sein, doch sich ihm wieder heil gesucht. geben. Denn er will nicht 6. Ach lasset uns ihn allein vom Untergang fie lieben, denn er hat uns retten, er schenkt auch sei- zuerst geliebt, ist immer nen Geist, damit sie alles treu geblieben, wie viel hatten, was dieser Bund wir wider ihn verübt. Nun verheißt. hat er uns gefunden, wir 3. Bedenket dieß, ihr ihn im Sohn erkannt, er Lieben, wo trefft ihr etwas sich mit uns verbunden, Größers an? Er hat sich und wir sind ihm vereuch verschrieben, und blei- wandt. Wollt ihr ihn alle bet ewig fest daran. Was kennen, so thut, was ihm fordert er dagegen? Auch gefällt: ach laßt die Hereure Lieb und Tren, wor- en brennen in Lieb vor an euch selbst gelegen: aller Welt! Ernst Lange. er wohnt euch darin bei; ihr könnet reicher werden, Mel. O du Liebe meistrebt, ner Liebe. als welcher bier auf Erden 1054.* Serverund viel tausend Schätze gråbt. 4. Der liebt nach sei- eint zusammen, sucht in nem Willen, der gegen GOttes Herzen Ruh, lasGOtt in Liebe brennt; set eure Liebesflammen loer kann die Glut nicht dern auf den Heiland zu. stillen, bis sie sich auch Er ists Haupt, wir seine zum Nächsten wendt; dem Glieder; er das Licht und wird er so geneiget, wie wir der Schein; er der er sich selber ist, daß er Meister, und wir Brüder; ihm Dienst erzeiget, und er ist unser, wir sind sein. keine Pflicht vergißt. Es 2. Kommt, ach kommt, ist ein kindlich Zeichen, wenn ihr Gnadenkinder, und erman die Brüder liebt, der neuert euren Bund, schvdVater thut desgleichen, ret unserm Ueberwinder der alles Gute giebt. Lieb und Treu aus Her5. Drum laßt uns auf zensgrund; und wenn euihn sehen, und folget. ihm rer Liebeskette Festigkeit mit Eifer nach; ihr wisset, und Stärke fehlt, o so was geschehen: wir hatten flehet um die Wette, bis Unglück Sünd und sie JEsus wieder stählt. Schmach, nach Freiheit 3. Tragt es unter euch, ihr Nächstenliebe. 885 thr Glieder, auf so treues heit in der That erleuchLieben an, daß ein Jeder tet ist. für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so zerfloß er dort im Blut; denkt doch, wie es ihn betrůbet, wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Einer reize doch den Andern, unserm blutbefreundten Lamm vor das Lager nachzuwandern, das 8. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß wie du Eins mit ihnen, also fie auch Eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 9. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben für uns zur Schlachtbank soll, o so mache doch die kam. Einer soll den Andern wecken, alle Kräfte Tag für Tag nach Vermögen dran zu strecken, daß man ihm gefallen mag. todten, trågen Geister lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, ftehen auch für einen Mann. 10. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem 5. Nichts, als nur des Bräutgams Stimme, sei die Regel unsrer That, weil er nicht mit Löwen- Vater bist, bis schon hier grimme uns in Staub getreten hat, sondern mit gehäuften Strömen seines Bluts den Zorn ertrånkt, ei so muß sich Jedes schåmen, das sich ihm nicht willig schenkt. auf dieser Erden kein getrenutes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. nicol. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. Mel, Wunderbarer König. 6. Hallelujah! welche Hihen, welche Liefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du unsichtbarer Meifter uns so fühlbar nahe bist. 1055* Kommt ins Reich der Liebe, o ihr lieben Kinder, ihr in Blut gewaschne Sünder! Lernt von eu7. Ach du holder Freund, rem Lamme eure Brüder vereine deine dir geweihte lieben und euch recht darSchaar, daß sie sich so innen üben; folgt dem herzlich meine, wies dein HErrn; traget gern, was letzter Wille war. Ja, ver- nach JEsu fraget, wenns binde in der Wahrheit, die auch fällt und klaget! du selbst im Wesen bist, 2. Sünde zu vergeben alles, was von deiner Klar- und auch zu vergessen, das hat 886 Tod und Auferstehen. hat keiner so besessen, als das Liebesfeuer alle Tage s der Freund der Sünder, treuer. der mit eignem Blute set- 5. Soll das Reich des nen Feinden selbst zu gute Sohnes voll von großen alle Schuld, o der Huld, Heerden, fest und reich geewiglich begraben, völlig segnet werden: o so laßt aufgehaben. uns lieben und in Liebe 3. Wirft der Feind der brennen. JEsu, hilf, daß Seelen zwischen eure Her- wir es können! Satan zen Streit, Verdacht und wehrt; denn das Schwert Haderschmerzen: o so seid festverbundner Liebe schlägt nicht stille, wartet nicht so ihm tiefe Hiebe. lange, bis zum Sonnen- 6. Abba, lieber Vater, untergange; tödtet bald die Sohn und Geist der GnaGewalt aller Zwistigkeiten, den! heile allen unsern die den Fall bereiten. Schaden. Falschheit, 4. Bleibt nicht so be- Schein und Tücke, Stol ständig auf dem eignen und Eigenliebe Freuzige Rechte; werdet gern der durch deine Triebe. Saandern Knechte; denn die tans Macht wird verlacht, süße Liebe deckt die Sün- wenn wir dich nur kennen denmenge, duldet ohne und in Liebe brennen. Maaß der Länge. Liebt E. G. Woltersdorf. euch sehr, liebet mehr, nährt XXVIII. Tod und Auferstehen. Bräutigam; dich deckt bei die Liebesflamm der holde ungestörter Ruh der Liebe Mel. Der lieben Sonnen Licht und Pracht. 1056.* Die Chri- ftiller Schatten zu. gehn 3. Wir freun uns in Gevon Ort zu Ort durch inan- laffenheit der großen Ofnigfaltgen Jammer, und fenbarung; indessen bleibt kommen in den Friedens- das Pilgerkleid in heiliger port, und ruhn in ihrer Verwahrung. Wie ist das Kammer; GOtt nimmt Glück so groß in JEsu sie nach dem Lauf in sei- Arm und Schooß! Die nen Armen auf; unds Wai- Liebe führ uns gleiche zenkorn wird in sein Beet Bahn, so tief hinab, so auf Hoffnung schöner hoch hinan. Frucht gesät. Micol. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist; gelobt sein eure Schritte, du allbereits Mel. Es ist das Heil uns kommen her. befreiter Geiſt, du jehzt ver- 1057.* Dir nährt Gott, du Tod und Auferstehen. 887 du bist ja für und für die 6. Das ist das Feur, das Zuflucht deiner Heerde. uns versehrt das Mark Du bist gewesen, eh allhier in allen Beinen. Daher gelegt der Grund zur Erde; kömmt, daß der Tod verund da noch kein Berg zehrt die Großen und die war bereit, da warst du Kleinen; drum fahren unin der Ewigkeit, o Anfang sre Tage hin wie ein Gealler Dinge! schwätze durch den Sinn, wenn wir die Zeit vertreiben. 2. Du läßt die Menschen in das Thor des To- 7. Wie lang hält doch des häufig wandern, und dies Leben aus? Gar selsprichst: Kommt wieder, ten siebzig Jahre; werns Menschen, vor, und fol- hoch kommt, werden achtget jenen andern; denn dir zig draus, und wenn man sind, Höchster, tausend alle Waare, die hier geJahr als wie ein Tag, der wonnen, nimmt zu Hauf, gesterr war, und nunmehr ifs lauter Müh von Inist vergangen. gend auf und lauter Angst gewesen. 3. Du läßt das schnöde Menschenheer wie einen 8. Wir rennen, laufen, Strom verfließen, und wie sorgen viel, und eh wirs die Schifflein auf dem uns versehen, da kommt Meer bei gutem Wind hin- der Tod, steckt uns das schießen: gleichwie ein Ziel, und da ists denn geSchlaf und Traum bei schehen: wir fliehen eilend Nacht, der, wenn der und behend, und ist doch Mensch vom Schlaf er- niemand, der sein End und wacht, entfallen und ver- GOttes Zorn bedenke. geffen. 9. Lehr uns bedenken, 4. Wir sind ein Kraut, frommer GOtt, das Elend das bald verdorrt, ein Gras, dieser Erden, auf daß wir, das jetzt aufgehet, wird wenn wir an den Tod ge= aber schnell von seinem denken, kluger werden. Ach Ort entführet und verwe- kehre wieder, kehr uns zu het. So ist ein Mensch: dein Angesicht, und steh beut blühet er, und morgen, in Ruh mit deinen bösen wenn ihn ohngefähr ein Knechten. Wind rührt, liegt er nieder. 10. Erfüll uns früh mit 5. Das macht, HErr, deiner Gnad an Leib und deines Zornes Grimm, daß an der Seelen, so wollen wir so bald verschwinden; wir dir früh und spat dein dein Eifer stößt und wirft Lob und Dank erzählen. uns um von wegen un- Erfreu uns, o du höchste frer Sünden: die Sünden Freud, und gieb uns wiestellest du vor dich, davon der gute Zeit nach so viel brennt und entrustet sich bösen Tagen. dein allzeit reines Herze. ORDI 11. Bisher hats lauter Kreuz 888 Tod und Auferstehen. Kreuz geschneit, laß nun worden, ist mein Trost, die Sonne scheinen; be- und hat mich durch sein scher uns Freude nach dem Blut erlist. Leid, und Lachen nach dem 2. O GOtt Vater, reWeinen. Laß deiner Werke gier du mich mit deinem süßen Schein, HErr, dei- Geiste stetiglich. Laß deinen Knechten kundbar sein, nen Sohn, mein Trost und dein Ehr ihren Kin- und Lebu, allzeit in meidern. nem Herzett schwebn. 12. Bleib unser GOtt 3. Und wann die Stund und treuer Freund, halt vorhanden ist, nimm mich uns auf festem Fuße, und zu dir, HErr JEsu Christ; wenn wir etwa irrig seind, denn ich bin dein und du so gieb, daß sich mit Buße bist mein: wie gern wollt das Herze wieder zu dir ich bald bei dir sein! wend; auch fördre das 4. HErr JEsu Christe, Thun unsrer Hånd, und hilf du mir, daß ich dein segne unsre Werke. 3weiglein bleib in dir, und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichfeit eingeh. Joh. Gigas 1-3. Joh. Leon. 4. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 1060.* ch sterbe Ja ta Paul Gerhard. Mel. Meine Seel erhebt den HErren. HErr, nun 1058.* läsfest du deinen Diener in Frieden fahren: wie du gesagt haft. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen: welchen du bereitet haft vor allen Völkern. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden: und zum Preis deines Volkes Israel. Lob und Preis sei GOtt dem Vater und dem Sohn: und dem heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, jetzt und immer dar: und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden tråget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt feinen aus, mein Leib ist 1059.* mensch auch ein Todtenhaus. ch armer doch gar nichts bin, GOtts 3. Es schickt der Tod Sohn allein ist mein Ge- nicht immer Boten, er winn: daß der Mensch kommet oft unangemeldt, und Mel. O JEsu, du mein Bräutigam. Tod und Auferstehen. 889 und fordert uns ins Land so erbarme dich, und lasder Todten; wohl dem, se der Verlaßnen Schrein der Haus und Herz be- durch seinen Trost erhörstellt! Denn ewigs Glück lich sein. und Ungelück hängt nur an einem Augenblick. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so 4. HErr aller HErren, schließe mir den Himmel Tod und Leben hast du auf; verkürze mir des allein in deiner Hand: wie Todes Schmerzen, und lange du mir Frist gegeben, hole mich zu dir hinauf: das ist und bleibt mir so wird mein Abschied unbekannt. Hilf, daß ich keine Pein, zwar eilig, denjeden Seigerschlag an mei- noch selig sein. nen Abschied denken mag. Benjamin Schmoll. 5. Es kann vor Abends anders werden, als es am In eigener Melodie. Morgen mit mir war; 1061.* ch weiß, den einen Fuß hab ich mein auf Erden, den andern auf Erlöser lebt, ob ich schon der Todtenbahr; ein klei- hie auf Erden hab Sund ner Schritt ist nur dahin, gethan und sterbe. wo ich der Würmer Speise bin. AN meine Feinde find erlegt, nicht einer fann mir scha6. Ein einiger Schlag den. So groß ist Gotkann alles enden, wenn tes Gnade, welcher mir Fall und Tod beisammen seinen lieben Sohn, JEsein; doch schlage nur mit sum Christ, hat geschenker. Baterhånden, und schleuß Liebers war nichts in seiHerz gedenket. in Christi Tod mich ein, nem Thron; hieran mein daß wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an JEsu Kreuz fich hålt. 2. Er wird hernach mich aus der Erd leiblich wieder 7. Vielleicht kann ich erwecken; mich soll kein kein Wort nicht sagen, Feind mehr schrecken; Hill, wenn Auge, Mu" und Teufel, Lod oder was Ohr sich schleußt; drum mehr entgegen ist der Freubet ich bei gesunden Ta- den, räumt er auf mit gen: Err, ich befehl dir seinm Leident. Trob, daß meinen Geist. Verschlie- ihm etwas widerbell; zersen meine Lippen sich, so treten ist die Schlange. ichreie JEsu Blut für O HErr, mein Seel ich wich. dir befehl, Gnad ist bei dir die Menge. 3. 3u dir hab ich mein Zuversicht und werde nicht betrogen; sei bei den Unerzognen, uuf daß sie, 38 durch 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich: wenn lauter Thrånen um mich regnen, o Trdster, 890 Tod und Auferstehen. durch dein Wort erleucht, weinet nicht; ihr Eltern, Christen werden und blei- gute Nacht! ben, himmlische Güter lie- 5. Thr Eltern, gute ben, selig vollenden diese Nacht! Die Angst- und Zeit, sammt den, so dei- Marterstunden die sind in nen Namen erkennen und dieser Welt nun völlig in Ewigkeit neu dich an- überwunden; mein Leib schauen. Amen. schläft sanft, bis daß er Ludwig Helmbold. wiederum erwacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Mel. O GOtt du from- Eltern, gute Nacht! mer GOtt. 1062.* Jbr hr tern, Nun es an ein Scheiden: ich fahr 1063** Juden Christi zu JEsu hin in seine Himmelsfreuden, zu Jesu, schlaf ich ein, die machen welcher mich in Ewigkeit mich von Sünden rein; aniacht. Ach weinet, wei- ja, Christi Blut und Grechnet nicht; ihr Eltern, g tte tigkeit das ist mein Schmuck Nacht! und Ehrenkleid, damit will ich vor GOtt besteht, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Jhr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da ießt mein zarter Leib wird hin ins 2. Mit Fried und Freud Grab getragen: wist, daß ich fahr dahin, ein GOttes= die Seele ist zur Himmels- kind ich allzeit bin. Dank ruh gebracht. Ach weinet, hab, mein Tod, du förder weinet nicht; ihr Eltern, mich, ins ewge Leben wangute Nacht! dre ich, mit Chrifti Blut 3. Jhr Eltern, gute gereinigt fein. HErr JE= Nacht! Sehr herrlich ist su, stårk den Glauben zu wohnen im schönen mein. Himmelsschloß, da man Paul Eber. erblicket Kronen, die GOtt Mel. Wer nur den lieden Frommen hat aus ben GOtt läßt walten. Gotthard Schuster. Mel. Vater unser im Himmelreich. Gnaden zugedacht. Ach 1064.* Mein GOtt, weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! ich weiß wohl, daß ich 4. Ihr Eltern, gute stérbe, ich bin ein Mensch, Nacht! Muß ich euch schon der bald vergeht, und finde verlassen, so werdet ihr hier kein solches Erbe, das mich doch mit Herzenslust ewig in der Welt besteht: umfassen, wenn GOtt mit Drum zeige mir in Gnaeuch und mit der Welt ein den an, wie ich recht selig Ende macht. Ach weinet, sterben kann. 2. Mein Tod und Auferstehen. 891 2. Mein GOtt, ich weiß wie mich der so hoch ernicht, wann ich sterbe; kein höht, der selbst so hoch Augenblick geht sicher hin, erhoben: ich weiß, ihr wurwie bald zerbricht doch det anders thun, vnd meieine Scherbe, die Blume ner Seelen süßes Ruhn kann in leicht verblühn: mit eurem Munde loben. drum mache mich nur ftets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 2. Der saure Kampf, den ich dort hab in eurer Welt empfunden, der ist 3. Mein GOtt, ich weiß durch GOttes Gnad und nicht, wie ich sterbe, die- Gab all glücklich überweil der Tod viel Wege wunden. Es ging mir, wie hålt: dem einen wird das es pflegt zu gehn all deScheiden herbe, wenn sonst nen, die bei Christo stehn ein andrer sanfte fällt. und von der Welt sich Doch, wie du willst, gieb, scheiden: wer Chrifto folgt, daß dabei mein Ende nur vernünftig ſei. der muß mit ihm das Kreuz und alles Ungestům 4. Mein GOtt, ich weiß auf seinen Wegen leiden. nicht, wo ich sterbe, und 3. Nun bin ich durch, welcher Sand mein Grab GOtt Lob und Dank! bedeckt: doch, wenn ich hier kommt ein ander Ledieses nur erwerbe, daß ben; hier wird mir, was deine Hand mich aufer- mein Leben lang ich nicht wedt, so nehm ich leicht gesehn, gegeben: ein ganein Stellchen ein, die Erd zer Himmel voller Licht, ist allenthalben dein. ein Licht, davon mein An5. Nun, liebster GOtt, gesicht so schön wird als wenn ich ja sterbe, so nimm die Sonne. Hier ist ein du meinen Geist zu dir, ewges Freudenmeer: woden ich mit Christi Blute hin ich nur die Augen farbe und hab ich den im fehr, ist alles voller Wonne. Grabe hier, so gilt mirs gleich, und geht mir wohl, wenn, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolt. 4. Nun lobt, ihr Menschen, wie ihr wollt, des Erdenlebens Güte: was ist darinnen, das mir sollt jest neigen mein GemüMel. An Wasserflüssen the? Was ist das Beste, Babylon. das ihr liebt? Was giebt 1065** Mein her- die Erde, wenn sie giebt, als und ter, weint ihr noch, und Schmerzen? Was ist das ihr, die mich geboren? Was güldne Gut und Geld? gråmt ihr euch? was macht Was bringt der Schein ihr doch? ich bin ia un- und Pracht der Welt, als verloren. Ach sollt ihr se- Kummer euren Herzen? hen, wie mirs geht und 5. Was ist der großen 38* Leu 892 Tod und Auferstehen. Leute Gunst, als Zunder Nacht von eurem Sohn großes Neides? Was ist gegönnet. Es kommt die das Wissen vieler Kunst, Zeit, da mich und euch als Ursprung vieles Lei- vereingen wird in seinem des? Denn wer viel weiß, Reich, der euch und mich der gråmt sich viel; und getrennet. welcher Andre lehren will, 9. Da will ich euer Treu muß leiden und viel tra- und Müh und was ihr gen. Seht alles an, Ruhm, eurem Kranken erwieſen Lob und Ehr, habt Freud habt, im Himmel hie, sound Lust: was habt ihr bald ihr kommt, verdantmehr, als endlich Weh ken. Ich will erzählen, und Klagen? 6. Nichts ist so schön und wohlbestellt, da man hier wohl auf stehe; drum nimmt GOtt, was ihm wohlgefällt, bei Zeiten in die Höhe, und setzet es in Hals euch fallen. seinen Schooß: da ist es wie ihr habt euch selbst betrübt und mich gelabt, vor Christo und vor allen. Und für den heißen Thranenfluß will ich, mit mehr als einem Kuß, um euren alles Kummers los, darf nicht, wie ihr, fich från- Mel. Paul Gerhard. Welt, ich muß dich lassen. fen, die ihr oft denket, wie doch wohl dies oder 1066.* Wenn Flet jenes werden soll, und könnets nicht erdenken. ne himmelserben in ihrer 7. Wer selig stirbt, der Unschuld sterben, so büßt schleußet zu die schwarzen man sie nicht ein: sie werJammerthore; hingegen den nur dort oben vom schwingt er sich zur Ruh Vater aufgehoben, damit im güldnen Engelchore, fie unverloren sein. legt Aschen weg, kriegt 2. Sie sind ja in der Freudenil, zeucht aus das Taufe zu ihrem ChristentFleisch und schmückt die laufe für ICsum eingeSeel in reiner weißer Set- weiht, und noch bei GÖtt den. Er läßt die Erd und in Gnaden: was sollt es nimmet ein die Lust, da ihnen schaden, daß sie die Christi Schäfelein in lau- Krone schon erfreut? ter Rosen weiden. 3. Die Unschuld einzu8. So gebt, ihr Liebsten, büßen, stets an das Kämevd doch schlecht dahin pfen müssen, gar leicht verOttes Willen. Cein loren gehn, das Sterben Rah ist aut, sein Thun schwerer machen, sindwahrist rech, und wird wohl lich keine Sachen, nach wieder stillen den Schmer- welchen kluge Leute steht. zen, die er euch gemacht; 4. Wie leichtlich geht und hiermit sei euch gute bei Kindern von uns erwachs Ewigkeit. 893 wachsnen Sündern das denn nur bei GOtt ift fremde Feuer an! O Glücke, wahrer Trost und Ruh, wenn wir wissen, daß nichts da wird kein Schmerz ermehr einzubüßen, daß fie fragt. Hier müssen wir kein Tod mehr tödten kann. in Alengsten schweben: 5. wohl auch diesem dort kannst du ewig fröhKinde! Es stirbt nicht zu lich leben. Zeuch hin, geschwinde. Zeuch hin, du mein Kind! liebes Kind! Du gehest 4. Zeuchn, mein ja nur schlafen, und blei- Kind! hinauf an GOttes best bei den Schafen, die Schul, da GOtt selbst ewig unsers JEsu find. Johann Andreas Nothe. Mel. Es ist genug! so nimm, HErr, meinen Geist. 1067.* 3 * euch hin, Lehrer ist; da lauter Lust, da du vor GOttes Stuhl beim Chor der Engel bist. Da kannst du deinem JEsu singen, die Himmelslieder lassen klingen. Zeuch mein hin, mein Kind! Kind, denn GOtt selbst 5. Zeuch hin, mein Kind! fordert dich aus dieser wir folgen alle nach, so argen Welt. Ich leide bald es GOtt gefällt. Du zwar, dein Tod betrůbet eilest fort, eh denn das mich; doch weil es GOtt ungemach mit Haufen fich gefällt, so unterlaß ich al- einstellt. Wer lange lebt, les Klagen und will mit steckt lang im Leide: wer stillem Geiste sagen: Zeuch frühe stirbt, kommt bald hin mein Kind! zur Freude. Zeuch hin, 2. Zeuch hin, mein Kind! mein Kind! der Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum be6. 3euch hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. fiehlt er dir jetzt wieder fort- Du fiehest auch, wie JEzuziehn. Zeuch hin! GOtt sus, GOttes Sohn, dir hat es so versehen: was die schon die Krone weist. ser will, das muß gesche- Nun wohl, dein Seelchen hen. Zeuch hin, mein Kind! ist entbunden, du hast in 3. 3euch hin, mein Kind! JEsu überwunden. Zeuch im Himmel findest du, hin, mein Kind! was dir die Welt versagt; Gottfried Hoffmann. XXIX. Mel. Vater unser im Himmelreich. 1068.* Ewigkeit. Ewigkeit, wie lang bist du, o Ewigkeit! Doch eilt zu dir schnell unsre Zeit, Ewig- gleichwie das Heerpferd dem Streit, nach Haus der 894 Ewigkeit. der Bot, das Schiff zum Ewigkeit! Verständig ist, Port, der schnelle Pfeil der dich vom Bogen fort. 8. betracht, des es Fleisches Lust er leicht 2. Ewigkeit, o Ewig- veracht; bei ihm die Welt keit, wie lang bist du, o nicht Platz mehr findt; Ewigkeit! Gleichwie an die Lieb zum Eitlen bald einer Kugel rund kein An- verschwindt. fang und kein End ist fund, Ewigkeit, o Ewigalso, o Ewigkeit, att dir keit, wie lang bist du o nicht Ein- noch Ausgang Ewigkeit! Wer dich befinden wir. finnt, zu GOtt so spricht: 3. Ewigkeit, o Ewig- Hie brenn, hie schneid, keit, wie lang bist du, ohie straf und richt, hie Ewigkeit! Du bist ein handle nach Gerechtigkeit; Ring, unendlich weit, dein verschon nur nach der Mittelpunkt heißt ,, Alle- Gnadenzeit. zeit" ,,, Niemal" der weite Umkreis dein, weil deiner vie fein End wird sein. 1. Ewigkeit, o Ewig feit, wie lang bist du, o Ewigkeit! könnt ein Vöglein klein Herrlichkeit; es währet all ganzer Welt Sand, Berg und Stein, wenns auch nur kam all tausend Fahr: von dir wär noch nichts weg, fürwahr! Wegnehmen Höll und an der Frommen V. 1-6 v. e. Unbekannten. V. 7-9 v. Daniel Wülffer. 5. O Ewigkeit, o Ewig- Mel. O wie selig feid keit, wie lang bist du, oihr doch, ihr Frommen. Ewigkeit! In dir, wenn 1069.* nur all tausend Jahr ein nute mỗ= gen wir Aug vergiß ein kleine Zähr, doch unser Leben so der würd wachsen Wasser sol- Welt und ihrer Luft erche Meng, daß Erd und geben, und uns selbst scheiHimmel war zu eng. den von der Frommen Ruh 6. Ewigkeit, o Ewig- und tausend Freuden? feit, wie lang bist du, o 2. Müssen wir nicht Ewigkeit! Hör, Mensch: auch nach kurzen Jahren zu So lange GOtt wird den Todten in die Grube sein, so lang wird sein fahren? Es wird gescheder Höllen Pein, so lang hen, daß ein Jeder seinen wird sein des Himmels Lohn wird sehen. Freud! O lange Freud, o langes Leid! 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und 7. Ewigkeit, o Ewig- der Richter wird vom Himkeit, wie lang bist du, o mel kommen, der wird entdek9. Ewigkeit, o Ewigfeit, wie lang bist du, o Ewigkeit! 5 Mensch, oft deine Sinnen stell, zu denken an die Qual der beides ohne Zeit! Betracht, o Mensch, die Ewigkeit. Ewigkeit. 895 decken alles, was wir mein- der Pein, von Freiheit in ten zu verstecken. den Banden, von Ehren in den Schanden, von Ruhe in der Qual zu sein; 4. was wird er für ein Urtheil- fällen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen? wenn er wird finden, wie wir hier gelebt in lauter Sünden? 3. Im Fluch auf ewig brennen, GOtt seinen GOtt nicht nennen, o das ist ja betrübt! Ach GOtt, ich flich gerade allein zu deiner Gnade, mein GOtt, der du die Welt geliebt. 5. HErr Christe, wolleft meiner schonen, und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen: ich will verlassen alle Welt und ihre Lüfte hassen. 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren nimmer sich von deinem Wort abkehren. Dein will ich bleiben, keine Welt soll mehr von dir mich treiben. 5. Ich war dem Tod zum Raube; nun gieb mir, 7. Deine Gnadenthür daß ich glaube. Werglaubt, steht allen offen, die auf wird selig sein; so geh ich dich in diesem Leben hof- nicht verloren, so bin ich fen; die ohn dich sterben, neu geboren, so dring ich müssen dort mit Leib und in das Leben ein. Seel verderben. Philipp Friedrich Hiller. 4. Du hast den Sohn gegeben, im Sohn ein ewig Leben; im Schn will ich dich flehn, dich flehn um deine Liebe, dich flehn aus heißem Triebe: laß mich das Heil in JEsu sehn. 8. Darum schließ ich mich in deine Wunden, da ich meinen Sünden Rath Mel. In dem Leben hier auf Erden. gefunden; dein Kreuz und 1071* Wer der find die vor Leiden führe mich zun wahren Himmelsfreuden. Heinrich Albert. GOttes Throne, was ist das für eine Schaar? Trăget jeder eine Krone, glänzet gleich den Sternen klar; Hallelujah fingen all, loben GOtt mit hohem Schall. 2. Wer sind die, die boren, als ewiglich verlo- Palmen tragen, wie ein ren, von GOtt getrennt Sieger, in der Hand, wenn sich sehn, von keinem Heil er seinen Feind geschlagen, nichts wissen, vom Licht und geleget in den Sand? zu Finsternissen, vom Le- Welcher Streit und welben zu dem Tode gehn. cher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 2. Von Freuden in dem Klagen, vom Hoffen im 3. Wer sind die in reiVerjagen, von Wollust in ner Seide, welche ist GerechMel. Nun ruhen alle Wälder. 1070* Viel iel besser nicht ge 896 Ewigkeit. rechtigkeit, angethan mit dem Stuhl sie leitet zu dem weißem Kleide, das zer- rechten Lebensbronn; Hirt reibet feine Zeit und ver- und Lamm, das ewig Gut, altet nimmermehr? Wo lieblich fie erquicken thut. find diese kommen her? 10. Es sind die, die 4. Es sind die, die wohl hart gedrücket manche hargekämpfet für des großen te Trübsalshiz. Nun sind GOttes Ehr, haben Fleisch sie hinweggerücket dahin, und Blut gedämpfet, nicht wo des HErrer Sik, wo gefolgt des Satans Heer; die Hütte GOttes ist, wo die erlanget auf den Krieg kein Feind, kein Argelist. durch des Lammes Blut 11. Es sind die, von den Sieg. deren Wangen Thränen 5. Es sind die, die viel find geflossen stark, deren erlitten Trubsal, Schmer- Herz die Angst umfangen zen, Angst und Noth, im und das Leid verzehrt ihr Gebet auch oft gestritten Mark. Nun GOtt ihre mit dem hochgelobten Seeln erfrischt, sind die GOtt; nun hat dieser Tyrånen abgewischt. Kampf ein End; GOtt 12. Ach HErr JEsu, hat all ihr Leid gewendt. meine Hände ich zu dir 6. Es sind Zeugen eines nun strecke aus; im Gebet Namens, der uns Huld mich zu dir wende, der und Heil gebracht; haben sich noch in deinem Haus in dem Blut des Lammes hier auf Erden sich im ihre Kleider hell gemacht; Streit: jag, o HErr, die sind geschmückt mit Hei- Feinde weit. ligkeit, prangen nun im 13. Hilf mir Fleisch und Ehrenkleid. Blut besiegen, Teufel, 7. Es sind die, so stets Sünde, Höll und Welt; erschienen hier als Priester laß mich nicht darnieder vor dem HErrn, Tag und liegen, wenn ein Sturm Nacht bereit zu dienen, mich überfällt. Führe mich Leib und Seel geopfert aus aller Noth, HErr, mein gern: nunmehr stehn sie Fels, mein treuer GOtt. all heram vor dem Stuhl im Heiligthum. 14. Gieb, daß ich sei neu geboren; an dir, als 8. Welche wie ein Hirsch ein grünes Reis, wachse, gelechzet nach dem Strom, und sei auserkoren, durch der frisch und hell, also dein Blut gewaschen weiß; ihre Seel geachzet nach meine Kleider halte rein, dem rechten Lebensquell: meideallen falschen Schein. nun ihr Durst gestillet ist, 15. Daß mein Theil ſei da sind sie bei JEsu Christ. bei den Frommen, deinem 9. Auf dem Zionsberg Bild die ähnlich sind, und fie weider GOttes Lamm, aus großer Trůbsal komdie Lebenssonn, mitten in men; hilf, daß ich auch über Ewigkeit. 897 überwind alle Trübsal, du A und O, mit unverNoth und Tod, bis ich wandten Blicken. komm zu meinem GOtt. Dein Dasein macht uns immer froh, dein Wort kann uns erquicken, dein Kreuz ist unser Siegspanier. Wir schweren Treu und folgen dir durch deine öden Wüsten. 16. Mache mich bereit zu dienen, daß ich als ein Priester dein im Gebet mich darf erkühnen dich zu nennen Vater mein; Deine Hütte decke mich vor dem heißen Sonnenstich. 4. Die Krone bleibt uns im Gesicht, die dort die Sieger tragen; und darum scheuen wir auch nicht Tod, Ungemach und Pla17. Meinen Durst und Hunger stille auf der fetten Zionsau; mein Verlangen auch erfülle deines gen. Es hat uns unser Angesichtes Schau; meine Thränen wische ab, meine Seel dein Geist stets lab. Siegesheld nicht bloß für diese Welt bestellt; wir sind nur für den Himmel. 5. Man drückt uns, wir verzagen nicht; man schilt uns, und wir segnen. Wir müssen auch nach unsrer Pflicht denFeinden sanft begegnen. Wir sind der Welt hier unbekannt, und haben doch ein Vaterland; GOtt kennt uns als die Seinen. 6. Wen noch ein Bann gefangen hålt, wer JEsu 18. Dwie groß wird sein die Wonne, wenn wir werden allermeist schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Theodor Schend. Mel. Mein HerzensJEsu, meine Luft. wer 1072.* 3de, u noch durch Furcht vor diedeiner Ruh; dein Erbtheil ser Welt am fremden Joche ist dort oben. Dein E- jiehet, und wer die Hand sus schwöret es dir zu, es an Pflug gleich legt, und sei dir aufgehoben. Er ge- doch verbotne Lust noch het selber gar voran und hegt, der ist kein rechter bricht die rauhe Pilgerbahn. Streiter. Zeug, Israel, in Frieden! 7. Wir aber geben ganz 2. Wir folgen dir, du um ganz, verleugnen alle GOttesheer, als wahre Sachen, die uns den schöStreitgenossen. Der Glau- nen Siegeskranz noch könnbe fürchtet sich nicht mehr, ten streitig machen, und die Lieb ist unverdrossen. unsre Seele glaubet fest: So stehen wir für Einen Was man darum hier fahMann. Ein jeder ringe, ren läßt, ist nicht werth was er kann, das Kleinod jenes Erbes. zu erlanger. 8. Die Kraft dazu liegt 3. Wir sehn auf dich, nicht in uns; wir sind gar 38** bald 898 Schlußlied. bald verloren. Zur Quelle und JEsus alles! Thr alles unsers Thuns ist uns räumen wir die Ehre ein das Lamm erkoren; das ihm, unserm Trost de Lamm, das alles schon Falles. Er segne ferne vollbracht und unsre Sache unsern Lauf und nehm gut gmacht, dem ist es unsre Seelen auf, went zu verda, ¹ken. wir nun ausgestritten. Johann Daniel Hense. 9. Drun. foll es unsre Losung sein: wir nichts, Schlußlied. 1073.* Amen, Amen, in einem In eigener Melodie. Ehre; bringt alle Sprachn in einem GlauVatr und Sohne sei Lob Glauben, Amen. ins Himmels Throne; 4. Amen, kein Tod soll sein Geift stårk uns im schrecken, Christus will uns Glauben, und mach uns erwecken, der selbst zuvor selig, Amen, und mach begraben, nun lebet ewig, uns selig, Amen. Amen, nun lebet ewig, Amen. 2. Amen, es wird geschehen; wir werden Chri- 5. Amen, GOtt sei gestum sehen in den Wol- preiset! Der Geist auf ken herkommen, uns mit Christum weiset. Der helf zunehmen, Amen, uns uns alln zusammen im mitzunehmen, Amen. ewgen Leben, Amen, im 3. Amen, uns ewig wah- ewgen Leben, Amen. re die Freude, GOtt die Ludwig Helmbold. GOtt allein die Ehre! Re 免 兔兔 兔兔 兔兔 兔兔 兔兔 兔兔 兔兔 兔兔 兔兔 兔兔 兔 免 免 免 免 免 免 Register der Lieder. A. Abermal ein Jahr verfloſſen ist eins dahin Ach Abba, schenk in JEsu Namen Ach alles, was Himmel und Erden Ach bleib bei uns, HErr JEsu Ach bleib mit deiner Gnade Ach ein Wort von großer Treue Ach Gnad über alle Gnaden Ach GOtt, der Satan giebt mir Ach GOtt, erhör mein Seufzen und Ach GOtt, gieb du uns deine Gnad Ach GOtt, ich muß dirs flagen Ach GOtt, ich muß in Traurigkeit Ach GOtt, in Gnaden von uns wend Ach GOtt, in was für Freudigkeit Ach GOtt, ist noch dein Geist bei Ach GOtt, mich drückt ein Ach GOtt, thu dich erbarmen Ach GOtt und HErr, wie groß Ach GOtt vom Himmel sieh darein Ach GOtt, wie manches Herzeleid Ach GOtt, wie schrecklich ist dein Ach HErre, du gerechter GOtt Ach HErre GOtt, wir loben dich Ach HErr, mich armen Sünder Ach HErr, wie lange willst du Ach Himmel, öffne dich Ach höchster GOtt verleihe mir Ach JEsu, dessen Treu Ach JEsu, meiner Seelen Freude Ach JEsu, mein Schönster Ach komm, du süßer Herzensgaft Ach laß dich jetzt finden Ach lieben Christen seid Ach mein GOtt, wie lieblich * Ach mein HErr JEsu, dein Nahesein * Ach mein herzliebstes JEsulein Ach mein JEsu, sieh ich trete * Ach mein JEsu, welch Verderben Ach möcht ich meinem JEsum Ach sagt mir nichts von Gold Ach schone doch, o großer Ach treuer GOtt, barmherzigs Seite. 578 784 663 56 154 232 311 173 396 356 665 311 728 258 447 193 109 784 194 154 357 250 244 245 195 358 621 665 42 421 666 173 466 258 467 342 729 556 196 468 268 196 359 Ach Register. Ach treuer GOtt, wie ndihig * Ach war ich schon dort droben Ach wann kommt die Zeit Ach was sind wir ohne Esum Ach was soll ich Sünder machent Ach weh, ach weh, wo soll ich hin * Ach wenn ich dich, mein GOtt, nur habe Ach wenn ich mich doch könnt Ach wer doch bald hinüber wär Ach wer schon im Himmel Ach wie elend ist unsre Zeit Ach wie erschrickt die böse Ach wie nichtig, ach wie flichtig Ach wie wichtig, ach wie richtig Uch wie will es endlich werden Ach wo ist mein JEsus blieben Ach wundergroßer Siegesheld * Adam hat im Paradies Ade, du süße Welt Allein auf GOtt seß dein Vertraun Allein GOtt in der Hdh sei Ehr Allein, und doch nicht ganz alleine Allein zu dir, HErr JEsu Christ Alle Menschen müssen sterben Allenthalben wo ich gehe Alles ist an GOttes Segen Alle Welt was lebt und webet * Als GOttes Lamm und Leue Als JEsus Christus GOttes Sohn Als JEsus Christus in der Nacht Also hat GOtt die Welt geliebt Also heilig ist der Tag * Amen, GOtt Vater und Sohne An JEsum denken oft und viel An Wasserflüssen Babylon Armseligs Hüttlein meiner Seelen Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Geist, erhebe Auf, auf, mein Geist, und du Auf, auf, mein Geist, zum Loben Auf, auf, mein Herz, mit Freudett * Auf, auf, mein Herz, und du Auf, Christenmensch, auf Auf Christi Himmelfabrt Auf den Nebel folgt die Auf diesen Tag bedenken wir * Auf GOtt, und nicht auf meinen Rath Seite 667 468 469 312 197 197 469 174 625 769 730 18 731 668 199 200 129 799 628 669 1 796 201 770 732 448 492 57 138 175 269 110 898 271 713 360 11 175 492 529 110 826 396 130 422 130 854 Auf Register. Auf, hinauf zu deiner Freude Auf, ihr Christen, Christi Glieder Auf Leiden folgt die Herrlichkeit Sluf meinen lieben GOtt * Auf, mein Herz, des HErren Tag Auf, Seele, auf, und säume nicht Auf, Seele, sei gerüst Auf, Seel, und danke deinem Auf, und singe, meine Seele Aus der Tiefe meiner Sinnen Aus der Tiefen rufe ich * Aus Gnaden soll ich selig werden Aus Lieb läßt GOtt der Christenheit Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Noth schrei ich B. Barmherzger GOtt und Vater Barmheriger Vater, höchster GOtt * Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl dem HErren deine Wege Befiehl du deine Wege Bereite dich, mein Herz Bescher uns, HErr, das täglich Betgemeinde, heilge dich Bis gegrüßt, du Königskammer * Bis hieher hat mich GOtt gebracht Bist du Ephraim betrübet Brich durch mein angefochttes * Brunn alles Heils, dich ehren Brunnquell aller Güter C. Chrift, der du bist der helle Tag Christe, der du bist Tag und Licht * Christe, du Beistand deiner Christe, du Lamm GOttes Christe, mein Leven, mein Christe, wahres Seelenlicht * Christ fuhruf gen Himmel Christ fuhr gn Himmel Christ ist erst inden von Chrifti Tod ist Adams Leben Christi lag in Todes Banden Christo, dent Osterlämmelein Christum wir sollen loben Christ un er HErr zum Jordan Seite.. 449 397 712 450 809 19 176 530 531 201 361 838 786 531 202 584 362 730 589 292 245 575 843 61 858 202 450 827 138 556 557 711 58 271 532 814 131 111 629 111 112 21 168 Chri Register. Christus der ist mein Leben Christus der uns selig macht * Christus ist erstanden von * Da Christus geboren war Da JEsus an dem Kreuze stund Da JEsus an des Kreuzes Stamm Danket dem HErren, denn er ist Dank sei GOtt in der Höhe Dankt dem HErrn, ihr GOttesknechte * Das alte Jahr ist nun dahin Das alte Jahr vergangen ist Das Elend weißt du GOtt Das ist ja gut, was mein GOtt Das ist je gewißlich wahr Das Leben unsers Königs siegt * Das liebe neue Jahr geht an Das neugeborne Kindelein Das walt GOtt, die Morgenrithe Das walt GOtt Vater und Das walt mein GOtt Dein Blut, HErr, ist mein Dein Geist, mein JEsu Chrift * Dein Wort, o HErr, ist milder Thau * Dennoch bleib ich fiets an dir Den Vater dort oben Der am Kreuz ist meine Liebe * Der beste Freund ist in dem Der Bräutgam wird bald rufen Der du bist drei in Einigkeit * Der du, HErr JEsu, Ruh Der Geist, der von des höchsten * Der Glaub ist eine Zuversicht Der Gnadenbrunn fleußt noch Der HErr, der aller Enden Der HErr hat alles wohlgemacht Der HErr ist mein getreuer Der HErr sprach in seinm Der lieben Sonnen Licht und Pracht * Der S.bbath ist vergangen Der schmale Weg ist breit * Der schöne Tag bricht an Der Tag bricht an urd zeiget sich Der Tag der is so freudenreich Der Tag hat sich geneiget Der Tag ist hin, mein Geist Seite. 732 58 810 799 58 786 575 533 493 875 579 203 590 313 398 876 579 533 535 536 177 340 827 854 576 59 285 772 787 808 714 839 313 155 494 423 787 557 870 671 863 536 21 558 559 Der Register. Der Tag ist hin, mein JEsu Der Tag vertreibt die finstre Der Tod führet uns zum Leben Der wahre GOtt und GOttes Sohn * Des Morgens, wenn ich früh aufsteh Dich, HErr JEsu Chrift, mein * Die Christen gehn von Ort zu Ort * Die Ernt ist nun zu Ende * Die güldne Sonne, voll Freud Die helle Sonne leucht jetzt Die Liebe leidet nicht Gesellen Die lieblichen Blicke * Die Nacht ist hin, mein Geist * Die Nacht ist kommen, drin Die Nacht ist vor der Thür Die Seele Christi heilge mich * Dies ist der Tag, den GOtt gemacht Dies ist die Nacht, da mir Dies sind die heilgen zehn Gebot Die Sonn hat sich mit ihrem Die Tugend wird durchs Kreuz Die Zeit geht an, die JEsus Die Zeit ist nunmehr nah Dir, dir Jehovah, will ich singen Dreieinigkeit, der GOttheit Du bist ein Mensch, das weißt Du bist ja, JEsu, meine Freude Du dreimal großer GOtt Du fährst gen Himmel, FEsu Du Friedefürst, HErr JEsu Chrift Du Geist des HErrn, der du Du hochgelobter GOtt Du Lebensbrod, HErr JEsu Chrift Du Lebensfürst, HErr JEsu Christ Du liebe Unschuld du Du mein, du mein schönstes Lebent Du meine Seele, finge Du, o schönes Weltgebäude Durch Adams Fall ist ganz Durch bloßes Gedächtniß * Durch Trauern und durch Plagen Du sagst ich bin ein Christ Du siehest, Mensch, wie fort Du unbegreiflich höchstes Gut * Du unser auserwähltes Haupt Du wahres GOtteslamm Du weineft vor Jerusalem Seite 560 538 773 424 863 426 886 852 864 539 630 334 865 871 561 60 800 22 156 561 399 733 774 233 1 294 401 2 131 252 139 495 178 131 590 426 498 715 157 272 876 261 764 473 470 427 205 Register. Egypten, Egypten, gute Nacht Ehr, Ehre sei jeho mit Freuden Ein Christ, ein tapfrer Kriegesheld * Eine Heerde und ein Hirt Einen guten Kampf hab ich * Einer ist König, Immanuel sieget Ein feste Burg ist unser GOtt * Ein Jahr geht nach dem andern Ein Kind geborn zu Bethlehem Ein Kind ist uns geboren heut Ein Lammlein geht und trägt die Ein neuer Tag, ein neues * Ein reines Herz, HErr, schaff Eins Christen Herz sehnt sich Eins ist Noth, ach HErr, dies Ein Tropflein von den Reben * Ein Wetter steiget auf Ein Würmlein bin ich arm Eitelkeit, Eitelkeit, was Ei was frag ich nach der Erden Entbinde mich, mein GOtt Entfernet euch, ihr matten Erbarm dich mein, o HErre GOtt Er führt hinein, er muß auch Erhalt uns, HErr, bei deinem Erhebe dich, o meine Seel * Erinnre dich, mein Geist, erfreut Erleucht mich, HErr, mein Licht Ermuntert euch, ihr Frommen Ermuntre dich, mein schwacher Geist Erneure mich, o ewigs Licht Eröffne dich, o schwacher Mund Erschein, du Morgenstern Erscheine süßer Seelengast Erschienen ist der herrlich Erstanden ist der heilge Christ Er wird es thun, der fromme * Es fähret heute GOttes Sohn Es glänzet der Christen Es ist das Heil uns kommen * Es ist etwas, des Heilands sein Es ist genug, HErr Es ist gewißlich an der Zeit * Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein * Es ist noch eine Ruh vorhanden Seite 631 499 0 402 804 733 815 451 877 22 23 62 828 700 273 632 775 851 734 634 634 403 633 206 364 158 539 810 262 776 24 672 499 540 179 112 811 366 816 673 314 332 735 764 880 711 Es Register Es kostet viel, ein Christ Es spricht der Unweisen Mund Es stehn vor GOttes Throne Es traure wer da will Es wird schier der letzte Tag Es woll uns GOtt genådig sein Ewge Weisheit, JEsu Christ Ewig sei dir Lob gesungen Fabre fort mit Liebesschlägen Fahre fort:: Zion Fahr nur hin, du schnöde Welt * Fang dein Werk mit JEsu an Fließt, ihr Augen, fließt von Folget mir, ruft uns das Leben Freu dich sehr, o meine Seele Freuet euch, ihr Christen * Freuet euch, ihr GOtteskinder Friede, ach Friede, ach Frisch auf, mein Seel, in Noth Frisch auf, mein Seel, und traure Frisch auf, mein Seel, verzage Frisch, frisch, hinnach Fröhlich, fröhlich, immer fröhlich Fröhlich soll mein Herze Froblocket mit Händen * Früh am Morgen JEsus gehet Frühmorgens, da die Sonn aufgeht Fünf Brünnlein find Fürst der Fürsten, JEsu Chrift Geduldigs Lämmlein, JEfu Chrift Geduld ist euch vonndthen Gegrüßet seist du, GOtt, mein Gegrüßet seist du, GOtt, meine Kron Gehab dich wohl, du schudde Welt Geh auf, meins Herzens morgenstern Geh aus, mein Herz, und suche * Geht hin, ihr gläubigen Gedanken Geht, ihr traurigen Gedanken Geist aller Geister * Geist vom Vater und vom Sohne Geliebten Freund, was thut ihr Geliebter JEsu, dein Verlangen Gelobet sei der HErr, der GOtt * Gelobet sei der HErr, mein Gott Seite. 404 158 788 452 765 159 342 25 367 405 635 866 63 674 735 26 817 323 428 430 429 368 453 26 133 866 113 65 766 66 592 65 66 636 43 296 840 431 141 817 736 593 525 859 Ge= Register. Gelobet seist du, JEsu Christ Gen Himmel aufgefahren ist * Gesegn uns, HErr, die Gaben dein Gewonnen, gewonnen, der Satanas Gewünschter Sabbath, heilge Gieb dich zufrieden, und set Gieb Fried, o frommer, treuer Gleichwie ein Hirsch eilt mit Glück zu, Kreuz, von ganzem * GOtt der du Herzenskenner bist GOtt der Vater wohn uns bei GOtt der wirds wohl machen GOtt des Himmels und der Erden GOtt, deß Güte sich nicht endet * GOtt, du hast in deinem Sohn GOtt, du läsfest mich erreichen GOttes Sohn ist kommen GOtt fährt auf gen Himmel * GOtt, gieb einen milden Regen GOtt hat das Evangelium GOtt herrschet und hält bei GOtt, heut endet sich die Woche * GOtt ist die wahre Liebe * GOtt ist gegenwärtig GOtt ist getreu, der über meine * GOtt ist mein Licht, der HErr mein * GOtt ist mein Trost und Zuversicht * GOtt ist und bleibt getreu GOtt lebet noch, Seele, was * GOtt lebt, wie kann ich traurig * GOtt Lob, der Sonntag kommt * GOtt Lob, der Tag ist nun dahin GOtt Lob, die Stund ist kommen GOtt Lob, ein Schritt zur Ewigkeit * GOtt Lob, mein JEsus macht mich GOtt Lob, nun ist erschollen * GOtt, nur du bist meine Sonne GOtt sei Dank durch alle Welt GOtt sei gelobet und gebenedeiet * GOtt sei Lob, der Tag ist kommen GOtt sei uns gnädig und GOtt, so machst dus mit * GOtt und Vater, nimm jekund GOtt Vater, der du deine Sonn * GOtt Vater, höre unsre Bitt GOtt Vater, sende deinen Geist GOtt Bater, Sohn und heilger Seite 283 1338 874 526 325 594 253 369 370 881 E 3 297 541 246 818 562 12 133 819 789 298 563 883 844 595 334 719 855 716 336 829 872 737 473 861 253 471 28 180 179 3 371 832 247 832 141 169 GOtt Register. GOtt weiß es alles wohl zu GOtt wills machen * Großer GOtt von alten Zeiten Großer Immanuel, schaue * Großer Mittler, der zur Rechten Großer Prophete, mein Herze Groß ist die Qual, o HErr Gute Nacht, ihr eitlen Freuden, gute Guter Hirte, willst du nicht Sp. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr * Halt im Gedächtniß JEsum Chrift Hast du Angst im Herzen Hast du denn, JEsu, dein Heiligster JEsu, Heiligungs- Quelle Helfer meiner armen Seele helft mir GOttes Gute preisen HErr, aller Weisheit Quell und HErr, besänftige mein Herze HErr Christ, der einig GOtts Sohn HErr, deinen Zorn wend ab HErr, deine Treue ist so groß HErr, der du vormals hast dein * HErre, nun läsfest du deinen Diener HErr GOtt, der du erforscheft HErr GOtt, dich loben alle wir HErr GOtt, dich loben wir, HErr * HErr GOtt, dich loben wir, regier * HErr GOtt, du bist ja für und für * HErr GOtt, erhalt uns für und für HErr GOtt, nun sei gepreiset * HErr GOtt Vater im Himmelreich HErr, höre mich und merke HErr, höre, was mein Mund HErr, ich habe mißgehandelt HErr JEsu Chrift, dein theures HErr JEsu Christ, der du selbst HErr JEsu Christ, dich zu uns * HErr JEsu Christ, du höchstes Gut HErr JEsu Christe, mein getreuer HErr JEsu Christ, ich schrei zu HErr Jesu Christ, ich weiß gar * HErr JEsu Christ, mein höchstes Gut HErr JEsu Christ, mein Leben HErr JEsu Christ, mein Licht HErr JEsu Christ, wahr Mensch Seite. 596 597 829 717 816 44 207 67 718 501 841 208 371 676 134 580 677 598 29 372 433 240 888 3 526 501 847 886 830 576 874 234 209 210 69 585 143 185 181 373 738 471 679 679 739 * HErr Register. * HErr JEsu, deine Angst und Pein HErr JEsu, dir sei Preis und * HErr JEsu, erges Licht HErr JEsu, Gnadensonne * HErr JEsu, Licht der Heiden HErr, lehr mich thun nach deinem Herrlichste Majestät HErr, nicht schicke deine Rache * HErr, nun laß im Friede * HErr, öffne mir HErr, so wirst du mit mir * HErr, stårke mich, dein Leiden HErr, straf mich nicht in deinem HErr und GOtt der Tag und HErr, unser GOtt, laß nicht HErr, wann wirst du Zion bauen HErr, wenn ich dich nur werde HErr, wie du willst, so schicks Herzlich lieb hab ich dich, o HErr, Herzlich thut mich verlangen Herzliebster JEsu Christ Herzliebster JEsu, was hast Herzog unsrer Seligkeiten * Herz und Herz vereint zusammen Heut ist das rechte Jubelfest Heut ist des HErren Ruhetag Heut triumphiret GOttes Sohn Hier ist mein Herz, HErr Hier legt mein Sinn sich vor Spier lieg ich armes Würmelein Hier liegt, den meine Seele Hilf, GOtt, wie gehts doch jezzo Hilf, Helfer, bilf in Angst und Hilf, HErr JEsu, laß gelingen Hilf, JEsu, hilf fiegen Hilf mir, mein GOtt, hilf, daß * Hilf uns, HErr, in allen Dingen * Himmelan geht unsre Bahn Hinunter ist der Sonnet Schein Hinweg mit Furcht und * Hirte deiner Schafe Hochheilige Dreieinigkeit Höchster Formirer der Höchster Priester, der du Holdseligs GOtteslamm * Hosianna! Davids Sohn Hüter wird die Nacht der Seite. 60 0 182 S 871 680( 862 S 681 720 G 211 756 165 585 69 212 564 254 721 475 600 274 740 160 68 638 884 143 159 115 639 407 741 29 640 741 580 406 682 845 637 565 453 872 5 503 640 504 797 542 J. Register. J. * a Ja, höchft selig sind wir, lieben Brüder rammer hat mich ganz umgeben Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket Ich armer Mensch doch gar nichts bin sch armer Mensch, ich armer Ich armer Sünder komm charmes Menschenkind Ich bin betrübt, und weiß Ich bin ein Gaft auf Erden Ich bin getauft auf deinen Namen * d) bin gewiß in meinem Ich bin ja, HErr, in deiner ch bin mit allem wohl zufrieden bin mit dir, mein GOtt Ich bin måde, mehr zu leben Ich bins gewiß, mich kann Ich bin vergnügt und halte Ich bin voller Angst und Leiden Ich dank dem HErrn von ganzem Ich dank dir, GOtt, für all Ich dank dir, lieber HErre Ich dank dir schon durch ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir, liebreicher GOtt Ich danke dir, o GOtt Ich, der ich oft in tiefes Leid Ich Erde, was erkühn ich Ich erhebe, HErr, zu dir Ich freue mich in dir Ich freue mich von Herzensgrund * ch geh zu deinem Grabe Ich grüße dich, du frömmster Ich habe gnug: mein HErr * Ich habe nun den Grund gefunden Ich hab ihn dennoch lieb Ich hab in GOttes Herz und ich hab mein Sach GOtt Ich hab mich Gott ergeben hab oft bei mir selbst Ich hab, o HErr, mein GOtt Ich hab von ferne, HErr Ich halte GOtt in allem stille * ch komme, HErr, und suche Ich komm jetzt als ein armer * Ich laß dich nicht, du mußt mein JEsus Seite. 782 374 801 888 213 213 408 641 641 833 336 742 600 601 376 466 454 377 183 543 543 545 71 565 544 505 316 298 30 743 812 71 601 337 45 602 743 745 683 317 473 685 185 183 343 Ich Register. Ich lebe nun nicht mehr Ich liebe dich herzlich ich ruf zu dir, HErr JEsu Christ Ich finge dir mit Herz und Mund Ich steh an deiner Krippen hier * ch sterbe täglich, und mein Leben Ich suche dich in dieser Ferne Ich trau auf GOtt in allen Sachen Ich weiß, daß mein Erlöser lebt Ich weiß ein Blümlein hübsch Ich weiß, mein GOtt, daß all Ich will dich lieben, meine Ich will einsam und gemeinsam Ich will fröhlich sein in GOtt Ich will ganz und gar nicht Ich will von meiner Missethat * Jehovah, HErr und König Jehovah ist mein Licht und * Jerusalem, du hochgebaute Stadt Jesaia dem Propheten JEsu, allerliebster Bruder Esu, deine Liebesflamme Esu, deine Passion Esu, deine tiefe Wunden JEsu, der du meine Seele Esu, du mein liebstes Leben Esu, frommer Menschenheerden * Esu, geh voran * a JEsu, großer Wunderstern * Esu Güte hat kein Ende Esu, hilf mein Kreuz mir JEsu, hilf siegen, du Fürste des Esu, JEsu, meine Sonne Esu, komm doch selbst zu mir Esu, komm mit deinem Vater Esu, Kraft der blöden Herzent Esu, liebster Schatz der Fromment Esu, meine Freude Esu, meine Liebe JEsu, meiner Seelen Leben, dem ich * Esu, meiner Seelen Leben, meines JEsu, meiner Seelen Licht Esu, meiner Seelen Ruh Esu, meiner Seelen Wonne JEsu, meines Herzens Freud, süßer Esu, meines Lebens Leben JEsu, meine Stärke Seite. 72 S 47 409 e 507 31 888 8 477 454 889 05 790 0 604 274 325 455 745 215 846 5 475 6 704 275 72 73 216 478 44 643 805 867 378 410 276 479 161 318 218 643 434 607 833 75 45 605 481 74 545 Register. JEsu, nun sei gepreiset JEsu, rufe mich von der Welt JEsu, Ruh der Seelen JEsus Christus, GOttes Lamm JEsus Christus, unser Heiland, der den JEsus Christus, unser Heiland, der von JEsus, JEsus, nichts als JEsus JEsus ist das schönste Licht Esus ist der schönste Nam JEsus ist mein Freudenleben Esus ist mein Freudenlicht * JEsus lebt, mit ihm auch ich Esus meine Zuversicht, und mein * JEsus nimmt die Sünder an JEsu, Sonn im Herzen JEsu, wenn ich dich nur habe rekt leuchtet schon Jehund betrachten wir a Ihr alle, die ihr JEsum liebt Ihr armen Sünder, kommt zu * Ihr Christen auserforen Ihr Christen, seht, daß ihr hr Eltern, gute Nacht Thr Kinder des Höchsten, wie stehts Ihr lieben Christen, freut euch nun Im finstern Stall, o Wunder * m Leben und im Sterben Immanuel, deß Güte nicht zu Immer fröhlich, immer fröhlich In allen meinen Thaten * In Chrifti Wunden schlaf ich ein In dem Leben hier auf Erden In dich hab ich gehoffet, HErr In dieser Morgenstund will ich Tn GOttes Namen fahrent In GOttes Namen fang ich In meines Herzens Grunde Israel bekehre dich It Ephraim nicht meine Kron If GOtt für mich, so trete Ist GOtt mein Schild und Ists, oder ist mein Geist entzückt Kehre wieder, meine Seele Kein Christ soll ihm die Rechnung Keinen hat GOtt verlassen Seite 581 32 722 73 116 184 276 478 46 277 49 813 115 842 277 278 546 135 76 319 802 116 890 705 791 33 476 320 456 299 890 684 412 547 586 848 278 218 435 457 412 777 435 378 436 Kein Register. Kein Stündlein geht dahin Keuscher JEsu, hoch Kleiner Knabe, großer GOtt * König, dem kein König Komm, beug dich tief, mein Herz * Komm, du sanfter Gnadenregen Komm, GOtt Schöpfer, heiliger * Komm, Heidenheiland, Lösegeld Komm, heilger Geist, du Komm, heilger Geist, HErre GOtt Komm, heiliger Geist, erfüll Komm, JEsu, liebster Schatz Komm, Kreuzeslast, du werther Komm, Liebster, komm in deinen Komm, o komm, du Geist des * Kommst du, kommst du, Licht Kommst du nun, FEju, vom Kommt her, und schauet an mein Kommt her zu mir, spricht GOttes * Kommt ins Reich der Liebe * Kommt, Kinder, laßt uns gehen Kommt, laßt euch den HErren lehren Komm, Tristez, komm hernieder Kommt, und laßt uns Christum * Kyrie, ach Vater, allerhöchster Kyrie eleisont * Kyrie, GOtt aller Welt Kyrie, GOtt Vater Laß abnehmen diese Glieder Lasset ab, ihr meine Lieben * Lasset die Kindlein kommen Lasset uns den HErren preisen, o ihr Lasset uns den HErren preisen, und Lasset uns mit Esu ziehen, seinem Laß mich dein sein und bleiben Laß mich dich, mein Heiland, loben Last uns alle fröhlich sein Laßt uns doch nicht begehren * Lebst du in mir, o wahres Leben Lebt Chrisius, was bin ich betrübt Lebt jemand so wie ich, so lebt er jdmmerlich Lebt jemand so wie ich, so lebt er seliglich * Licht vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde Lieber GOtt, wann werd ich sterben Seite 740 700 338 344 508 820 144 802 145 146 145 722 379 482 146 797 33 77 380) 885 8 881 264 147 34 6 241 7 7 747 748 835 117 509 77 162 325 34 643 347 119 381 437 830 D 280 749 Lieb Register. Liebster Bräutgam, denkst du Liebster JEsu, du wirst kommen Liebster Esu, hör mein Klagen Liebster Esu, liebstes( siehe Selig:: sind) Liebster JEsu, Trost der Herzen * Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Liebster JEsu, wir sind hier, dich Liebster Immanuel, f. Schönster Immanuel Liebster Vater, ich dein Kind Lobe den HErren, den mächtigen * Lobe den HErren, o meine Seele Lobet den HErren alle, die ihn Lobet den HErren:: denn Lobet den HErrn und Lobet GOtt, unsern HErren Lob sei dem allerhöchsten GOtt Lobt GOtt, ihr Christen alle gleich Löwen, laßt euch wiederfinden M. Mache dich, mein Geift, bereit Machs mit mir, GOtt, nach * Macht hoch die Thür, macht mag ich Unglück nicht widerstahn Man lobt dich in der Stille * Marter GOttes, wer kann dein Mein Augen schließ ich jetzt Meine Armuth macht mich schreien Meine Hoffnung stehet feste Meine Liebe hängt am Kreuz Meinen JEsum laß ich nicht, denn Meinen JEsum laß ich nicht, weil Meine Seele erhebet den HErren Meine Seele, laß es gehen Meine Seel, ermuntre dich * Meine Seele senket sich Meine Seele, millst du ruhn Meine Seel ist stille zu GOtt Meine Seel, komm in die Wunden Meines Lebens beste Freude Meine Sorgen. Angst und Plagen * Mein Fels hat überwunden * Mein Freund ist mein ,, und ich Mein Freund zerschmilzt Mein Gemüth, wie so betrübt Mein genug beschwerter Sinn Mein GOtt, das Herz ich 39 Seite. 345 482 792 351 622 835 162 289 219 510 859 548 510 576 511 12 35 856 235 749 798 382 512 93 566 623 300 79 687 459 524 609 78 588 280 609 326 778 438 813 348 382 610 327 686 Mein Register. Mein GOtt, du weißt am Mein GOtt, erschaffen haft * Mein GOtt, ich weiß wohl, daß ich sterbe Mein GOtt, wie soll ich singen Mein Heiland, lehre mich Mein Herzens- JEsu, meine Luft * Mein herzer Vater, weint ihr noch Mein Herze schwinge dich Mein Herze, wie wankest und Mein Herz, o GOtt, spricht Wein JEsu, dem die Seraphinen Mein JEsu, der du mich zum Mein Esu, hier sind deine Brüder Mein JESu, schönstes Leben Mein JEsu, süße Seelenlust Mein JEsus ist getreu Mein König, schreib mir dein Geset * Mein Leben ist ein Pilgrimsstand * Mein Salomo, dein freundliches Mein Vater, deine Gnad Mein Vater, zeuge mich dein Mensch, brückt dein Kreuz Mensch, willst du leben Mich kann GOtt nicht verlassen Mir nach, spricht Christus Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Fried und Freud ich fahr * Mit meinem GOtt geh ich Mitten wir im Leben Morgenglanz der Ewigkeit N. Nachdem das alte Jahr Nach dir, o HErr, verlanget Nichts betrübters ist auf Erden Nicht so traurig, nicht so sehr Nikim von uns, HErr Noch dennoch mußt du Nun bitten wir den heilgen Geist Nun danket alle GOtt * Nun danfet all und bringet Ehr Nun danket GOtt, ihr Christen Nun freut euch, GOttes Kinder Nun freut euch, lieben Christen Nun geht frisch drauf Nun GOtt Lob, es ist vollbracht Singe * Nun GOtt Lob, es ist vollbracht, und Nun, gute Nacht, du Seite. 2818 483 8900 567 484 49 891 35 645 413 229 346) 186 120 52 349 706) 650 328 512 51 384 162 459 645 13 750 873 750 548 582 385 386 300 242 610 148 513 860 121 135 262 586 162 836 646 Nun Register. Nun hat das heilge GOtteslamm Nun jauchzet all, ihr * Nun jauchit dem HErren alle Welt Nun ist auferstanden Nun ist der Regen hin Nun ist es alles wohlgemacht Nun kommt der Heiden Heiland * Nun kommt das neue Kirchenjahr Nun laßt uns den Leib begraben Nun last uns gehn und treten Nun laßt uns GOtt dem HErren Nun lieg ich armes Würmelein Nun lob mein Seel den HErren * Nun preiset alle GOttes Barmherzigkeit Nun ruhen alle Wälder * Nun schläfet man, und wer Nun sich der Tag geendet hat Nun singet und seid froh Nun wachen alle Wälder Nur frisch hinein, es O allerhöchster Menschenhüter Angst und Leid Ob ichon das Kreuz O Christe, Morgensterne * * daß doch bald dein Feuer daß ich tausend Zungen der alles hätt verloren O du allersüßte Freude O du allertieffle Liebe du Liebe meiner Liebe D Durchbrecher aller Bande O du süße Luft Deffne mir die Perlenthor D Elend, Jammer, Angst und DEwigkeit, du Donnerwort O Ewigkeit, du Freudenwort * Ewigkeit, o Ewigkeit O frommer und getreuer GOtt aller O frommer und getreuer GOtt ich hab O GOtt, da ich gar keinen Rath O GOtt, der du aus Herzensgrund D GOtt, der du das Firmament O GOtt, der du in Liebesbrunst D GOtt, du frommer GOtt O GOtt, du unser Vater bist 39* Seite. 122 14 860 123 248 80 14 798 751 582 577 751 513 861 568 873 569 36 549 438 550 220 387 550 805 514 622 148 688 81 689 338 781 81 767 779 893 259 220 170 527 249 236 691 165 Register. O GOttes Sohn, HErr JEsu Christ GOttes Sohn von Ewigkeit O GOtt, ich thu dir danken D GOtt, mein Schöpfer, edler Fürst * O GOtt, von dem wir alles haben D großer GOtt ins Himmels Thron O großer GOtt von Macht O Haupt voll Blut und Wunden Oheilger Geist, du ewger GOtt O heilger Geist, kehr bei uns Oheilige Dreifaltigkeit, o hochgeloote O heilige Dreifaltigkeit, voll heiliger Geist, o heiliger GOtt O HErre GOtt, dein göttlich Wort DHErre GOtt, Vater O HErre GOtt, der du deiner Herz des Königs aller O JEfu Chrift, dein Kripplein ist Esu Christ, der du mir bist O JEsu Christ, du höchstes Gut O JEsu Christe, GOttes Lamm O JEsu Christe, wahres Licht Esu Christ, ich preise dich Esu Christ, mein schönstes DJEsu Christ, meins Lebens Licht Eju, du bist mein, und O JEsu, du mein Bräutigam * O JEsu, einig wahres Haupt O JEsu, GOttes Lämmelein O JEsu, JEsu, GOttes Sohn O JEsu, lehre mich * D JEsulein süß, o JEfulein O JEsu, meiner Seelen Leben O JEsu, meines Lebens Licht O JEsu, meine Wonne JEsu, süßes Licht O JEsu süß, wer dein gedenkt * O JEsu, treuster Heiland mein * D König, aller Ehren Kreuzesstand Lamm GOttes hoch erhaben O Lamm GOttes unschuldig * Licht vom Licht, o Vaters Glanz O Liebe, die den Himmel hat Liebesglut, die Erd und Himmel O meine Seel, erhebe dich O Mensd), bewein dein Sünde Seite. 230 301 551 703 853 82 243 83 820 149 540 15 150 163 7 249 84 36 484 221 86 164 171 283 752 647 187 820 753 287 611 802 691 867 188 552 53 873 806 387 94 88 354 803 347 Register. O Mensch, wie ist dein Herz bestellt O milder GOtt, allerhöchster O reicher GOtt von Gütigkeit Oso hast du nun dein Leben O starker GOtt, o Seelenkraft O starker Zebaoth, du O Sündenmensch, bedenk den Tod O süßer Stand, o selig Leben Otheurer Trifter, heilger Geist Otheures Blut, o rothe Flut O Tod, wo ist dein Stachel nun O Traurigkeit, o Herzeleid O treuster JEsu, der du bist O Ursprung des Lebens Vater aller Frommen * * O Vater, allmächtiger GOtt Vater der Barmherzigkeit, Bronn Vater der Barmherzigkeit, der du Vater der Barmherzigkeit, ich * Vater der Barmherzigkeit, wir O Vaterherz, o Liebesbrunst * Bater, sieh, wie mich Vater, unser GOtt, es ist O Weisheit aus der Höh O Welt ich muß dich lassen Welt, sich hier dein Leben * O wie selig seid ihr doch wie mögen wir doch unser Leben wie selig sind die Seelen P. O wir armen Sünder Preis, Lob, Ehr, Ruhm R. * Rett, o HErr JEsu, rett * Ringe recht, wenn GOttes Gnade * Rüstet euch, ihr Christenleute Ruhe ist das beste Gut Seite. 164 6 624 92 221 485 S. Schaffe in mir, GOtt, ein reines Herze, und Schaffet, daß ihr selig werdet Schatz über alle Schätze Schau, lieber GOtt, wie Schmücke dich, o liebe Seele * Schaffet, schaffet, Menschenkinder * Schaff in mir, GOtt, ein reines Herz, mein 768 692 151 97 124 97 753 486 577 7 7 708 836 6 288 693 237 265 754 98 894 782 350 99 515 821 837 399 329 625 694 654 625 487 413 188 * Schmückt Register. * Schmückt das Fest mit Maien Schönster Bräutgam, soll ich nicht Schönster Immanuel, Herzog der Schütte deines Lichtes Strahlen Schwing dich auf zu deinem GOtt * Seele, geh auf Golgatha Seelenbräutigam, JEsu Seelenweide, meine Freude * Seele, was ermüdst du dich Seid zufrieden, liebe Brüder Sei fröhlich alles weit und breit Sei getreu in deinem Leiden Sei GOtt getreu, halt seinen Sei hochgelobt, barmherzger Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut Sei mir tausendmal gegrüßet Sei mir tausendmal willkommen Sei wohl gegrüßet, guter Hirt Selig, find, die zu dem Abendmahl Seligstes Wesen, unendliche Wonne Selig, wer ihm suchet Raum Siehe, ich gefallner Knecht Siehe, mein getreuer Knecht Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sieh, wie lieblich und wie fein * Sie ist mir lieb, die werthe Magd Singen wir aus Herzensgrund Singt dem HErrn nah und fern So bald des großen Sabbaths Sobald, o frommer Christ So bleibets denn also So führst du doch recht selig So gehest du, mein JEsu, hin So hab ich nun vollendet So komm, geliebte Todesstund * So lange Christus Christus ist Soll ich denn, JEsu, mein Leben Soll ich mich denn täglich Soll ich nach deinem Willen Sollt es gleich bisweilen scheinen Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern Sollt ich meinem GOtt nicht singen * Sollt ich meinem GOtt nicht frauen So oft ein Blick mich So recht, mein Kind, ergieb * Sorge doch für meine Kinder * So ruhest du, o meine Ruh Seite. 822 723 289 414 440 100 289 613 480 38 125 388 389 291 516 101 390 102 351 9 100 222 102 238 709 823 578 517 126 552 613 303 104 755 757 823 390 616 615 460 166 518 855 648 771 849 808 Register. So soll ich denn noch mehr So wahr ich lebe, spricht dein So wünsch ich nun ein gute Nacht * Speis uns, o GOtt, deine Kinder Spiegel aller Tugend * Stark ist meines JEsu Hand * Steht auf, ihr lieben Kinderlein Straf mich nicht in deinem Zorn Strahl der Gottheit, Kraft * Such, wer da will, ein ander Ziel Süßes Seelenabendmahl T. * Theures Wort aus GOttes Munde * Thut mir auf die schöne Pforte Trau auf GOtt in allen Trautster JEsu, Ehrenkönig Treuer GOtt, ich muß dir klagen * Treuer Hirte deiner Heerde Treuer Vater, deine Liebe Treuer Wächter Israel Treuster Meister, deine Worte Tritt hin, o Seel, und dank Triumph:: des HErrn Gesalbter Triumph, Triumph, es kommt 11. Unerschaffne Lebenssonne Unser Herrscher, unser König Unser Wandel ist im Himmel Unsre müden Augenlieder * Unter Liljen jener Freuden Unveränderliches Wesen Ursprung wahrer Freuden Valet will ich dir geben Vater, ach laß Trost Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Versuchet euch doch selbst Verwundter Heiland Verzage nicht, o Hauflein klein * Viel besser nicht geboren Vom Himmel hoch da komm ich Vom Himmel fam der Engel Von Adam her so lange Zeit Von GOtt will ich nicht lassen Seite. 391 223 724 875 352 723 868 224 152 481 189 831 831 461 487 415 857 266 254 268 520 520 127 570 521 651 569 485 105 391 758 224 239 256 231 104 256 895 38 39 793 461 Vor Regiſter. Vor deinen Thron tret ich hiermit Vor Gricht, HErr JEsu, steh ich W. * Wach auf, du Geist der ersten Zeugen Wach auf, mein Herz, denk Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und singe Wachet auf, ihr faulen Christen Wacher auf, ihr lieben Herzen Wachet auf, ruft uns die Stimme Wacht auf, ihr Menschenkinder War GOtt nicht mit uns Walts GOtt, mein Werk ich Warum betrübst du dich, mein Herz Warum betrübst du dich, und Warum sollt ich mich denn gråmen Warum willst du doch für morgen Warum willst du draußen stehen Was alle Weisheit in der Welt Was bedeut dies, ihr Jungfrauen * Was betrübst du dich, mein Herze Was frag ich nach der Welt, fie Was frag ich nach der Welt und Was fürchtst du, Feind Herodes Was giebst du denn Was GOtt gefällt, mein Was GOtt thut, das ist wohl * Was habe ich dir gethan * Was hinket ihr, betrogne Seelen Was kann ich doch für Dank Was kann uns kommen an für Noth Was lacht ihr, Babelskinder Was Lobes solln wir dir, o Vater Was mein GOtt will, das gscheh Was mich auf dieser Welt Was willst du armer Erdenkloß Was willst du dich betrüben Was willst du, mein Herz, anfangen Weg, mein Herz, mit den Gedanken Weg mit allem, was da scheinet Weh mir, daß ich so oft und viel * Mit ihr Berge, t Esum habe ibeti tch meinen Weil nichts gemeiners ist Welch eine Sorg und Furcht Welt Ade! ich bin dein müde Seite. 540 0 207 823 587 128 554 695 392 769( 793 726 571 305 442 462 306 17 795 106 878 652 652 40 653 618 463 809 656 322 441 443 522 619 655 695 620 530 443 657 226 339 352 758 697 783 Welt Register. Weltlich Ehr und zeitlich Gut Welt, packe dich, ich Welt, tobe, wie du willst Wenn dein herzliebster Sohn * Wenn dich Unglück hat betreten Wenn einer alle Kunst und Wenn ich betracht mein sündlichs Wenn ich in Todesnöthen bin * Wenn fleine Himmelserben Wenn mein Stündlein vorhanden Wenn meine Sünd mich frånken Wenn Vernunft von Christi Wenn wir in höchsten Nöthen Wer Chriftum recht will Wer das Kleinod will * Werde licht, du Stadt der Heiden Werde munter, liebe Seele Werde munter, mein Gemüthe Wer GOtt vertraut, hat wohl Wer in dem Schutz des Höchsten Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben GOtt lågt * Wer recht die Pfingsten feiern will Wer seinen JEsum hålt, so Wer seinen Esum recht will * Wer sich auf seine Schwachheit steurt Wer sich im Geist beschneidet * Wer sind die vor GOttes Throne Wer überwindet, soll Wer weiß, wie nahe mir mein Wer wohlauf ist und gesund Wie fleugt dahin der Menschen * Wie GOtt mich führt, so will ich * Wie herrlich ists, ein Schäflein Wie ist so groß und schwer Wie nach einer Wasserquelle Seite. 657 658 659 323 845 710 464 2226 * Wie schön ists doch, HErr JEfu Chrift Wie schön leuchtet der Morgenstern voll * Wie schön leucht uns der Morgenstern vom Wies GOtt gefällt Wie soll ich dich empfangen Wie wird doch so gering Wie wohl hast du gelabet Wie wohl ist mir, o Freund Wir Christenleut Wir danken dir, H. J. C., daß du für uns Wir danken dir, H. J. C., daß du gen 39** 759 892 760 107 107 244 660 417 807 761 572 465 260 55 307 825 445 662 660 583 895 417 762 522 763 879 339 256 393 850 353 869 620 16 528 190 331 40 108 136 * Wir Register. * Wir danken dir, H. J. C., daß du unser Wir danken dir, H. J. C., daß du vom * Wir danken GOtt für seine Gabn Wirf ab von mir Wir glauben all an einen GOtt Wir haben jetzt vernommen Wir Menschen sind zu dem Wir singen dir Immanuel * Wir warten dein, o GOttes Sohn Wo denk ich armer Mensch doch Wo GOtt der HErr, nicht bei Wo GOtt zum Haus nicht Wohl dem, der Jakobs GOtt Wohl dem, der in GOttes Furcht Wohl dem, der sich auf seinen Wohl dem, der sich mit Fleiß Wohl dem Menschen, der nicht Wohl recht wichtig und recht Wo ist der Liebste hingegangen Wo ist meine Sonne blieben Wo ist mein Schaflein Wollt ihr den HErren finden * Wollt ihr wissen, was mein Preis Wo mein Schatz liegt Womit soll ich dich wohl Woran fehlts immer mehr Wo soll ich fliehen hin * Wo soll ich bin, wer hilfet mir Wo willst du hin * Wunderanfang, herrlichs Ende * Wunderbarer Gnadenthron Wunderbarer König Wunderlich ist GOttes Schicken 3. Zerfließ, mein Geist, in Zeuch ein zu meinen Thoren * Zeuch hin, mein Kind, denn * Zeuch, Israel, zu deiner Ruh Zeuch meinen Geist, o HErr Zeuch mich, zeuch mich, * Zeuch uns nach dir, so kommen wir * Zion, gieb dich nur zufriedett Zion klagt mit Angst und 3u dir, o GOtt, erhebet Zwei Ding, o HErr, bitt Seite. 874 129 P 875 226 232 251 167 40 393 419 726 308 445 698 465 420 168 355 137 573 489 663 350 490 308 699 228 225 574 286 804 524 394 191 152 893 897 491 491 488 725 727 588 310 Geistreiche Gebete, aus Johann Arnds Paradies- Gärtlein und andern zusammengezogen. Um Andacht und die dir, und wie du antworteft durch Trost und heilige GeGnade des Gebetsdanken, und daß keine Hülfe Bar armherziger, gnädiger, und wahrer Trost ohne Geliebreicher Bater im bet könne erlanget werden; Himmel: du hast mir be- habe dessen so viel Eremfohlen zu beten; dein lie- pel der Heiligen und meiber Sohn hat michs geleh- nes HErrn JEsu Christi. ret, und mit einem theu- Dennoch bin ich so faul ren Eid die Erhörung zu- und träge zum Gebet, vergesaget; dein heiliger Geist lasse mich mehr auf meine erinnert mich oft in mei- Arbeit und Weisheit, denn nem Herzen des Gebets; auf deine Hülfe und Gnaund ich weiß, daß alle gu- de. Ach vergieb mir solche te und alle vollkommene Sicherheit, Thorheit und Gaben von oben herab Verachtung deiner göttlikommen müssen, von dem chen Verheißung! Wende Bater des Lichts, und von mir die schwere Straweiß auch, daß kein wah- fe, die du drauest den Verres, beständiges, gedeihii- ächtern deiner Gnade, daß ches Gut, es sei himmlisch du sie wollest wieder veroder irdisch, zeitlich oder achten, und daß die, so et= ewig, ohne Gebet fann er- nem andern nacheilen, langet werden; weiß auch, groß Herzeleid haben soldaß es deine Ehre betrifft, len, und gieb mir den und meine höchste Noth- Geist der Gnade und des durft erfordert; weiß auch, Gebets. was für ein freundlich Ge- Herz mit inniger spräch das Gebet ist mit brünstiger Entzünde mein und Andacht, und mit 2 Um inbrünstige Andacht. dir mit dem Licht deiner Gna- Ines Herzens still halten, den. Laß mein Gebet vor befestigen und viel besser riechen, wie das regieren, denn ich selbst. Opfer Noah. Laß mich Stehe auf, HErr, be= meine Hände zu dir auf- draue den Sturmwind heben, wie Moses. Laß und das unruhige Meer mein Gebet vor dir klin- meines Herzens, daß es gen, wie die Cymbeln am stille sei, in dir ruhe, Kleide Aarons und wie die dich ohne Hinderniß anHarfe Davids. Zunde in schaue, und mit dir vermir an den heiligen Durst einigt bleibe. Führe mich nach dir, wie ein Hirsch in die geistlichen Wüsten, da schreiet nach frischem Was ich nichts sehe noch höre fer. Rühre und reinige von der Welt, denn dich meine unreinen Lippen mit allein, daß du mit mir aldem himmlischen Feuer, lein reden mögest, daß ich wie dem Jesaia; laß mich dich freundlich küssen möge, deine Herrlichkeit im Geist und es niemand sehe und und Glauben sehen, wie mich höhne. Erneure mein Ezechiel; erhöre mich, wie Herz, Sinn und Gemüth; Daniel; öffne mir die zünde in mir an dein Licht, Augen, wie dem Diener daß es in mir leuchte, daß Elisä; laß mich mit Pe- mein Herz brenne und tro und Maria bitterlich entzündet werde in deiner weinen: erleuchte mein Liebe und Andacht. Nimm Herz, wie dem Schächer das steinerne Herz hinam Kreuz; laß mich die weg, daß ich empfinde Knie meines Herzens vor deines Geistes Flamme, dir beugen, wie Manasse; Liebe, Trost und freundthue mir mein Herz auf, liche Antwort. Auch nimm wie der Lydia, daß ich al- weg durch deine Griade ler zeitlichen Dinge in mei- alles, was meine Andacht nem Gebet vergesse. Ach hindert, es sei die Welt HErr, aller Herzen Kün- oder deines Fleisches Wildiger, der du Herzen le, als Zorn, Rachbeund Nieren prüfest, du gier, ungeduld, Unglauweißt, wie unbeständig ben, Hoffart, Unversöhnmenschliche Herzen und lichkeit, Unbußfertigkeit. Gemüther sind, viel be- Laß deinen heiligen Geist weglicher denn Wasser, in meinem Herzen seufzen, so vom Winde beweget schreien, rufen, beten, lowird. Ach befestige mei- ben, danken, zeugen und ne Undacht, daß ich nicht meinen Geist Zeugniß gedurch so mancherlei Ge- ben der Kindschaft Gotdanken hin und her be- tes. Laß ihn mein kalweget werde! Ach du tes Herz mit seinem himmkannst das Schifflein mei- lischen Feuer entzünden, et= Um wahre Andacht. 3 Dr. Martin Luther. erwärmen und mich ver- vergieb du uns, lieber HErr, treten bei GOtt mit un- und stärke uns den Glauaussprechlichem Seufzen. ben. Amen. Laß deinen heiligen Geist in mir wohnen, und mich zum Tempel und Heiligthum GOttes machen, und mich erfüllen mit göttlicher Liebe, Licht, Herr, es ist deine Ehre und dein Andacht, himmlischen Ge- dadurch du gerühmt wirst, danken, Leben, Trost, daß ich vor dir bettele; Stärke, Freude und Frie- darum, lieber HErr, fiede. Laß deinen heiligen he nicht an, daß ich ſo Geist den Tempel meines unwürdig bin, sondern daß Herzens mit dem himm- ich deiner Hülfe nothdürflischen Weihrauch der gött- tig bin, und du der rechte lichen Andacht lieblich einige Nothhelfer bist aller und wohlriechend machen. Sünder. Darum dir geLaß uns durch deinen hei- schiehts zu Ehren, daß ich ligen Geist, o Vater, mit dich anrufe; so kann ich deinem lieben Sohn JE- deiner Hülfe nicht entsu Christo vereinigt wer- rathen, und du kannst und den, daß wir in ihm, durch willst geben denen, die ihn, mit ihm beten, als dich bitten. Amen. Amen. mit unserm Haupte. Laß Dr. Martin Luther. Um rechte Würdigkeit zu beten. uns auch durch den heiligen Geist mit allen glau- Gebet auf GOttes Sebigen Herzen und der ganfehl und Verheißung. zen heiligen Kirche vereini- ieber HErr, du weißt, get werden, daß wir mit daß ich ja nicht von der ganzen Kirche für die mir selbst und aus eigeganze Kirche und in der nem Vermessen, noch auf Kirche, als in deinem Hei- meine Würdigkeit vor dich ligthum beten und im komme; denn so ich das Namen JEsu Chrifti er- wollte ansehen, so dürfte höret werden. Amen. ich die Augen nicht vor dir aufheben, und wüßte nicht, wie ich anfahen sollte zu beten; sondern dardaß wir so fleißig wa- auf komme ich, daß du ren zu beten, zum wenig- selbst geboten haft, und ften mit Seufzen des Her ernstlich forderst, daß wir zens, als du bist mit Rei- dich sollen anrufen, und zen, Locken und Gebieten, auch Verheißung zugesagt Verheißen und Nöthigen hast, dazu deinen eigenen zum Gebet! Ach wir sind Sohn gesandt, der uns faul und undankbar, das gelehret, was wir beten solUm wahre Andacht. Nieber HErr GOtt! sollen, und die Worte vor4 Täglicher Seufzer zur heil. Dreifaltigkeit. Ich danke dir, mein gesprochen hat; darum Himmlischer Vater, durch weiß ich, daß dir solch JEsum Chriftum, deinen Gebet gefällt, und mein lieben Sohn, daß du mich Vermessen, daß ich mich diese Nacht vor allem GOttes Kind vor dir Schaden und Gefahr berühmen darf, scheine wie hütet hast, und bitte dich, groß es wolle, so muß ich du wollest mich diesen Tag dir gehorsam sein, der du auch behüten vor Sünden es so haben willst, damit und allem Uebel, daß dir ich dich nicht Lügen stra- alle mein Thun und Lefe, und mich über andere ben gefalle. Denn ich beSünde noch schwerer ge- fehle mich, meinen Leib gen dich versündige, beides und Seele, und alles in mit Verachtung deines Ge- deine Hände; dein heilibots und Unglauben an ger Engel sei mit mir, daß deine Verheißung. Luther. der böse Feind keine Macht an mir finde, Amen. Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen, und etwa ein Lied gesungen, als die Zehn Gebote, oder was deine Andacht giebt. Der Abendsegen. Des Abends, wenn du zu Bette gehest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuze und sagen: Täglicher Seufzer zur heiligen Dreifaltigkeit. ch GOtt Vater, gieb uns gnädig, was zu Leib und Leben gehöret! Ach du Sohn GOttes, hilf uns von Sünden, sei une gnädig, und gicb uns deinen Geist! ch GOtt heiliger Geist, heile, tröste und stärke uns wider den Leufel, und gieb uns end- Des walte GOtt Ba= ter, heiliger lich weckung vom Tode. Amen. Geist, Amen. Dr. Martin Luther. Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vaterunser. Willst du, so magst du dies Gebetlein dazu sprechen: Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch JEsum Christum, deinen ter, Sohn, heiliger lieben Sohn, daß du mich Der Morgensegen. Des Morgens, so du aus dem Bette fährest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: Des walte GOtt Vadiesen Tag gnädiglich beGeist, Amen. Darauf knieend oder ste- hütet hast, und bitte dich, hend den Glauben und du wollest mir vergeben Vaterunser. Willst du, alle meine Sünden, wo so magst du dies Gebet- ich Unrecht gethan habe, lein cazu sprechen: und mich diese Nacht gna Das Benedicite. 5 gnädiglich behüten; denn Luft an der Stärke des ich befehle mich, meinen Rosses, noch Gefallen an Leib und Seele und al- Jemandes Beinen. Der les in deine Hånde; dein HErr hat Gefallen an heiliger Engel sei mit mir, denen, die ihn fürchten, Saß der böse Feind keine und die auf seine Güte Macht an mir finde, Amen. warten. Und alsdann flugs und fröhlich geschlafen. Darnach das Vaterunser Dr. Martin Luther. und dies folgende Gebet: Wir danken dir, HErr GOtt Vater, durch JEDas Benedicite. fum Christum, unsern Die Kinder und Gesinde HErrn, für alle deine sollen mit gefalteten Wohlthat, der du lebest Händen und züchtig vor und regierest in Ewigkeit, den Tisch treten und Amen. Dr. Martin Luther. sprechen: Aller Augen warten auf Ein allgemeines Morgengebet. dich, HErr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit: du thust deine Hand auf, und såttigest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Es segne mich mein GOtt und Vater, und wasche, heilige und reinige mich in dem Blute JEsu durch seinen Geist. Amen. Darnach das Baterunser Abba, lieber Bater, ich Gebet: HErr GOtt himmii- auch für diese Nacht, so scher Vater, segne uns du mich überleben, und und diese deine Gaben, die für diesen Tag, so du mich wir von deiner milden erleben lassen. Laß das Gute zu uns nehmen, rechte göttliche, geistliche durch JEsum Christum un- und himmlische Leben, das sern HErrn, Amen. aus dir ist, durch den Geist der Gnaden in mir neu werden, damit ich nicht lebe, sondern Christus in mir, und ich im Glauben des Sohnes GOttes stets erneuert werde als eine Pflanze der Gerechtigkeit, Das Gratias. Also auch nach dem Effen sollen sie gleicherweise thun, züchtig und mit gefalteten Händen sprechen: anket dem HErrn, denn seine Güte währet ewig dir zum Preis, und auslich. Der allem Fleische zubrechen in lebendige und Speise giebt, der dem dir wohlgefällige Früchte Viehe sein Futter giebt, des Geistes, meinem Nachden jungen Raben, die sten in Nuß und Dienst. ihn anrufen: er hat nicht Ich ergebe mich dir aufs ntette, 6 Erneuerung des Taufbundes. neue, mein Vater: mache gieb ihnen, gleich wie ich mit mir, was dir wohlge- ihnen von Herzen vergebe. fällt; reinige, läutere und Alle meine Anverwandten bewahre mich, daß ich lege ich in deine Liebesein rechtschaffner Christ arme. Kirchen und Schuset, und zu dem Fsrael len, Obrigkeit und UnterGOttes gehöre, über wel- thanen befehle ich dir, chem ist Friede und Barm- mein GOtt. Ach siche herzigkeit. Ich begehre an den elenden Zustand Feine Ehre, als deine Kind- in allen Ständen, mache schaft, keinen Reichthum, dich auf und hilf uns, daß als die Gerechtigkeit JEsu deine Ehre gerettet und Christi, keine Wollust, als des gottlosen Wesens ein die gnadenreiche Beiwoh- Ende werde. Hilf den Arnung des heiligen Geistes. men und Elenden, die zu Für mein Leibliches wirst dir schreien. HErr, mein du wohl sorgen, denn du GOtt, verschmähe mein haft gesagt: Ich will dich Gebet nicht, sondern ernicht verlassen noch ver- höre mich um deines lieber säumen. Doch bewahre Sohnes JEsu Chrifti milmich vor Müßiggang, laß len. Amen, das heißt, ja, mich arbeiten, nicht aus ia, es soll also geschehen! Geiz, sondern in herzlicher Liebe gegen meinen Nachsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen, die auf dem Erdboden wohnen, Danksagung und Erneuerung des Bundes mit Chrifto. mein Heiland, wie groß ist deine Liebe und deine Güte über und unbeschreiblich deine alle dein Geschöpf. Ge- Treue! Denn du hast mich denke deiner Kinder, die erkauft nicht mit vergångdich kennen und in der lichem Silber oder Golde, Einigkeit des Geistes ver- sondern mit deinem heibunden sind als lebendige ligen theuren Blute. Du Glieder an ihrem hochge- bist ein Fluch worden um benedeieten Oberhaupte meinetwillen. Du haft deiJEsu Christo. Laß un- nem himmlischen Vater ser aller Gebet ein Gebet für meine Sünden genug sein vor dir durch Chri- gethan, und mich versöhstum, in welchem du uns net mit GOtt durch den dir selbst angenehm ge- Tod deines Leibes. Du macht hast. Sei du selbst hast mich verlornen und eine ewige Vergeltung verdammten Menschen erallen denen, die mir Liebe löset vom Lode, vom beweisen. Meine Belei- Teufel, von der Hölle diger siehe mit erbarmen- und ewigen Verdammniß. den Augen an, und ver- Du hast mir erworben Gna Erneuerung des Taufbundes 7 Gnade, Vergebung der nach Eitelkeit, und meine Sünden, Gerechtigkeit und Ohren abwenden, daß sie Friede, ehe ich noch ge- nicht hören nach Narrenboren, und mir die er- theiding. Ich will meine worbenen Güter mitge- Zunge schweigen, daß fie theilt, da ich wiedergebo- nicht Böses rede, und meiren. Für diese und alle nen Füßen wehren, daß fie andere deine Wohlthaten nicht treten auf den Weg sage ich dir von Grund der Sünder. Ich will nicht des Herzens Lob und am Joche ziehen mit den Dank, und übergebe mich Ungläubigen, sondern nehdir mit Seel und Leib men das Kreuz auf mich, und alle dem, was ich und folgen dir nach, in an Seel und Leib Gu- gewisser Zuversicht, daß tes von dir habe. Du hast deine Stårke mir zu Hülfe über das alles noch mit fomme in meiner Schwachmir in der Taufe einen heit, und dein Ueberfluß Bund gemacht, zu dem wird erstatten meinen ManEnde, daß ich soll dein gel. Laß dein Leben meieigen sein, und in deinem ner Füße Leuchte sein. Reich unter dir leben und Denn wer dir nachfolget, dir dienen in ewiger Ge- der wird nicht wandeln in rechtigkeit, Unschuld und Finsternis, sondern wird Seligkeit. Diesen Bund das Licht des Lebens hazu erneuern komme ich ben. Laß mich mit die im vor dich, und entsage mit Glauben und in der Liebe gutem Bedacht von neu- allezeit verbunden bleiben. em dem Teufel und al- Heilige, was noch in mir len seinen Werken. Ich Unheiliges, und thue gnåsage ab der Welt und al- diglich von mir hinweg, lem Wesen der Welt, uis was dir misfällig ist. Augenlust Fleisches und Tödte durch deinen heiliHoffärtigem Wefen. Ich gen Geist, was ich noch fage ab metnem eigenen Eigenes an mir habe, daFleische meinem eigenen mit ich dir allein lebe und Men, meiner eigenen mit der Wahrheit sagen Ehre, meinem eigenen kann: Ich lebe nun, doch Ruhm, meinem eigenen nicht ich, sondern Christus Nußen, und was sonsten lebet in mir; denn was an mir, das wider dich, ich jest lebe, das lebe ich meinen HErrn und Hei- im Glauben des Sohnes land ist. Denn wer nicht GOttes, der mich geliebet allem dem abgesaget, der hat, und sich selbst für mich kann nicht dein Jünger dargegeben. Verleihe mir sein. Ich will mit mei- dazu Gnade, mein Heinen Augen einen Bund land, und hilf mir, du machen, daß sie nicht sehen Liebhaber des Lebens, nach det= ( Allgemeines Abendgebet. Ein allgemeines Abendgebet. Ich überschwenglichen| dern von diesem Elende zurückgelegt, und wir kommen immer näher zu unferer ewigen Herrlichkeit. Indessen hast du Geduld Es segne mich der dreiei- mit uns, und vergiebest uns nige und ewige GOtt! täglich und reichlich alle unJa, segne du mich, mein sere Sünden; darum habe Vater, mit himmlischen ich auch einen freien ZuGütern in Chrifto JEsu. gang zu dir, mein Vater, ch lobe und preise dei- in dem Blute JEsu, welnen heiligen Namen, ches mich abgewaschen und daß du mich erhöret und gereinigt hat von allen mein Gebet nicht verschmå- meinen Sündett. Wie het hast, das ich heute in groß ist deine Liebe, daß der Morgenstunde gebracht du mich also aus Gnaden habe vor dein heilig An- selig gemacht hast, mein gesicht. Zwar ist mir deine Vater! Ich werfe deine wunderbare Güte um mei- Gnade nicht weg, ob ich ner Schwachheit willen wohl meine Gebrechen und noch am meisten verbor- Untugenden an mir erkenne. gen; darum kann ich dich Du weißt, daß es meines nicht so völlig und kräftig Herzens Wunsch und Verloben, als ich schuldig bin, langen ist, völlig davon ja als ich durch deine Guta- befreiet zu werden, und de wünsche und verlange. daß mich darum die sterbDoch preise ich dich mit liche Hülle am meisten meinen Lippen, wie du mir drüůcket, weil ich mich in deine Gnade dazu reichest, derselben nicht recht zu dir beides für die erkannten aufschwingen kann, noch und unerkannten Wohltha- mich völlig mit dir vereiten, bis ich dahin gelange, nigen, sondern immer von daß ich sie alle erkennen, ja der Sünde, die mich andich selbst von Angesicht reizet, zurück gehalten werzu Angesicht anschauen de. Doch laß mir nur werde. Weil ich hier bin, diese Gnade widerfahren, will ich dich insonderheit mein Vater, daß mein preisen für das liebe Kreuz, Christenthum rechtschaffen welches du mir als einem sei bis ans Ende, und daß Jünger Christi täglich auf- ich deine Gnade nicht verlegest, damit meine Seele geblich empfahe zu meinem von den Lüsten dieser Welt täglichen Wachsthum, so recht entwöhnet und zu dir genüget mir. Nimm mich gewöhnet werde. Nun ist nun zur Ruhe, lieber Abja auch die Last dieses Ta- ba, denn ich lege mich in ges überwunden, und also deine Arme, und ergebe ein Schritt nach dem an- mich unter den Schuß und Schirm 8 deiner Liebe. Amen. Morgengebet am Sonntag. Schirm deiner Flügel, in gläubiger Zuversicht auf Morgengebet am Sonndeine Gnade. Schließe du 9 mir meine Augen zu durch bleibe tag. du Bater des Lichts, indessen vereinigt mit mei- Licht dieser Welt uns scheinem Geist, daß der Sa- nen läsfest, sende doch auch tan keine Macht an mir heute und allezeit das wahrfinde. Du bist ja der Hu- haftige Licht, Esum Chriter und Wächter Israel, ftum, in mein Herz, und der nicht schläfet noch laß ihn darein leuchten und schlummert. Du wollest alle Finsternisse vertreiben, nicht allein meinen Leib damit ich dich, o ewiger und Seele, und alles, was GOtt, in deinem liebsten du mir gegeben hast, gnå- Sohn erkenne und lieb diglich behüten und be- gewinne. Siehe, ich bin wahren, sondern auch al- durch die Sünde in der ler Menschen in der Welt Finsterniß der Eitelkeit ge= und aller deiner Geschöpfe, fangen und verdunkelt. insonderheit aber aller dei Darum lehre du mich selber ner Kinder, aller meiner durch deinen heiligen Geist Mitbrüder und Mitschwe- aus deinem heiligen Worte, stern in Christo JEsu dich wie ich mich zu dir bekeherbarmen, und sie auch an ren und dir im Glauben diesem Abend meines ar- gehorsam werden könne. men Gebets mit genießen So werde ich mich erst lassen. Deffne mir denn recht mit Lob und Dank wieder an dem morgenden zu dir wenden, und dir in Tage meine Augen, und deinem Lichte dienen und erfülle meinen Mund aufs gefallen können. HErr neue mit deinem Lobe, da- Esu Christe, du Sonne mit ich dich so lange preise der Gerechtigkeit, gehe du und dir zu Ehren lebe, bis mir auf als ein Morgender Abend dieses zeitlichen stern, und schenke mir dein Lebens, danach ich mich Heil unter deinen Flügeln, herzlich sehne, heran kom- damit mir alle Tage meime, und du mich ins Grab nes Lebens zu rechten zur Ruhe legeft, und mich Sonntagen werden. Lehre wiederum auferweckest an mich aufwachen vom dem rechten Ruhe- und Schlaf meiner natürlichen Freudentage deiner Kinder, Sicherheit, und aufstehen da meine Sonne ewiglich von allen todten Werken nicht untergehen wird, son- und Gesellschaften, damit dern ich in ewiger Wahr- du mich, JEsu, erleuchheit und Klarheit vor dir ten mögest. Du bist ja leben werde. Amen. der Glanz der Herrlichkeit, ach so lasse mich nicht mir fel= 10 Um wahre Erleuchtung. selber leben, sondern dir, um führe mich aus dem der du für mich gestorben, dunklen Kerker meiner eiund heute wieder aufer- genen Einbildungen an das ftanden bist. O brich an, helle Licht deiner Gnaden, du helles Licht, in meinem und eröffne mir das VerHerzen, und herrsche über ständniß, daß ich die Schrift alle deine Feinde in uns, verstehe und recht gebraudie du in deiner Auferste- che. Vertreibe allen Nebel hung bezwungen hast. Und, der Anfechtungen, Begiero heiliger Geist, schicke un- den und Verwirrungen, sere Herzen heute zu, daß damit du in deinem Temfie deine Tempel werden, pel selbst ungehindert lehdarin du den ganzen Tag ren könnest, was recht ist. lehren könneft. Heilige alle Sei mein Meister und Gedanken und Sinne, dein HErr, daß du mich in alle Wort zu fassen und zu be- Wahrheit leitest, wie du halten, auch dir ohne durch deinen Geist zu thun Falsch zu gehorchen, und versprochen haft. Aber laß in täglicher Buße diese mich auch hören, wenn ganze Woche und allezeit du, HErr, redest, daß ich fortzugehen. Halte selbst dir folge, und deinem deinen Sabbath oder Ru- Worte, welches Wahrheit hetag in uns, und habe ist, nicht widerstrebe. Flöße dein Werk in unsern Her- mir, als einem unmündizen, daß wir dir gefällig gen Kinde, deine himmlische seien in Zeit und Ewigkeit. Weisheit ein, und leuchte Amen. durch dein Wort und Geist machtig in meinem HerUm wahre Erleuchtung.zen, daß ich nicht strauGlanz der Herrlich- chele noch falle. Schenke keit und Ebenbild des mir aus Gnaden den rechgöttlichen Wesens, JEsu ten Unterschied zwischen Christe, du Licht der Welt, Bosem und Gutem, jenes wie kann ich dir nachfol- zu verwerfen, dieses aber gen, damit ich das Licht zu erwählen. Hilf mir aus des Lebens habe, wo du allem Zweifelmuth, Frrmich nicht selbsi erleuch thum und falschen Weg test? Meines Herzens Fin- allzeit auf deine göttliche fterniß ist groß und dick, Bahn, darauf mich die daß ich dein shelles Licht da- Thoren nicht irren mögen. durch nicht erblicken kann, Lehre mich genau auf deine es sei denn, daß du meine göttlichen Wirkungen in Unwissenheit und Frrthu- meiner Seele Acht haben, mer vertrieben, welche bei daß ich deine süße Herzensallem Ruhm der Religion stimme, o mein Heiland, doch oft sehr groß unter kennen lerne, und von eiden Menschen sind. Dar- ner fremden wohl unterſchet Abendgebet am Sonntag. 11 scheide. O da ewiges Wort Licht mit in meinen Gedes Vaters, mache mir schaften, und erleuchte meidein Wort süßer als alles. ne Gemüthsaugen, zu průSegne mir alle Mittel, fen, was auch unter gudie mich zu dir, meinem ten Dingen das beste sei. Propheten, führen und Reiße weg den Vorhang weisen. Laß dein prophe- des verderbten Fleisches tisches Wort mir den hel- und der Hülle unsers Herlen Tag und dich, den zens, dadurch dein Wille Morgenstern selber, brin- uns verdecket werden will. gen; dein heilsamer Rath, Stelle mir den hellen dein Gebot, dein göttlicher Spiegel deiner himmlischen Wink, dein freundlicher Wahrheit stets vor, mich Zuspruch sei mir allzeit darin zu besehen, und auch lebendig und empfindlich, alle Flecken an mir zu er= bevoraus zur Zeit der kennen. Verrathe mir durch Noth, wenn mir aller deinen heiligen Geist und Trost verschwindet. Laß dessen scharfe Ueberzeugung mir nicht mehr zu, nach alle meine Ungeftalt, Vermeinem Rath zu wandeln. hindernisse, Zerstreuungen Gieb mich nicht zur Strafe und Unordnungen des Gedem eigenen Gutdunken müths. So werde ich endmeines Herzens über, noch lich lernen, beständig in meinen Einbildungen; son- deinem Lichte wandeln, dern laß mich lediglich thun wie du im Licht bist, und und lassen nach deinem Gemeinschaft haben mit vollkommenen Wohlgefal- dem Vater und Sohn im len, und führe mich durch Geist, und mein Gang deinen Geist auf ebener wird gewiß werden auf Bahn. Sprich zu meiner deinen Fußsteigen. Dazu Seele: Es werde Licht! wollest du beharrlich an so wird dein heller Schein mir arbeiten, und nicht in mein Herz kommen zur ablassen, bis ich werde ein Erkenntniß deiner Klar- erleuchteter Mensch nach heit in dem Angesichte deinem Herzen. Amen, des ewigen Lichtes JEsu. durch dein ewiges Licht Durchleuchte alle Winkel und Leben, Amen. meines Herzens, und was sich von natürlicher Fin- Abendgebet am Sonntag. sternik, Falschheit, Eigen= Dir sei allein Preis und liebe, Vorurtheilen und BeLob o lialstücken aufhalten will, liger HErr und GOtt, das treibe du aus mit dei- der du mir heute dein Licht nem unbetrüglichen Zeug- haft lassen helle werden, niß, dem nichts widerste- und so viel Gnade an hen kann. Theile mir auch Seel und Leib gegönnet. aus Gnaden Verstand und Ach bewahre du selber in 12 Um ein neues Herz und Leben. in meinem Herzen, was niemand in GOttes Reich dein Geist durch dein Wort kommen, er sei denn von in mich gepflanzet hat, da- neuem geboren: wie wemit ich viel Frucht bringe nige glauben diesem deinem in Geduld zum ewigen Le- wahren Wort und Eidben. Vergieb mir alles, schwur, ja die meisten wisworin ich deinem vollkom- sen nichts davon. Ich habe menen Willen nicht nach- selber mich auch auf meine gelebet haben mag. Laß Taufe verlassen und mich mich auch den neidischen für wiedergeboren gehalFeind diese Nacht oder ten, ob ich gleich nicht den sonst nicht sichten, noch Bund deiner Gnaden habe das Gute, so du mir ge- in mir bestätigen und bezeiget haft, rauben. Auch wahren lassen, sondern vielwollest du sonst aus Gna- fältig gebrochen. O wie den wachen über alles, was hohe Ursachen haben wir du mir gegeben und in verderbte Menschen um deiner heiligen Ordnung deine wahrhaftige Kindanvertrauet hajt. Sei meinschaft zu bitten, wollen Licht in meiner Seele, wir anders selig sterben. wenns dunkel wird, und Ach schenke uns aus Gnameine Kraft bei aller den deinen heiligen Geist Schwachheit, mein Schuß, als die rechte heilige SalHeil und Leben. In dein bung, der uns neu gebåre, liebevolles Herz, HErr JE- und deinen heiligen Bund su, ergebe ich mich ein, du in und mit uns fräftiglichk einiges Heil meiner See- erneuere. Entdecke uns doch len. Seße deinen heiligen in unserm Herzen durch Willen in mir doch bestän- dein Wort und Zeugniß dig fort, und laß mich unsern tiefen Seelenschaauch im Schlaf mit dir den mit aller unserer linreden. Erinnere mich des art, Thorheit, Arglist, Eigehörten Worts stetiglich, genliebe, Hoffahrt, falschen daß alle meine Sinne und Einbildung, Schalkheit und Gedanken zu dir gerichtet Heuchelei, wie wir deiner bleiben, damit es immer göttlichen Natur und Heifort Sonntag und ein bel- ligkeit so gar entfremdet, ler Schein deines Lichts ja meist schnurstracks zuin meinem Gemüth bletbe, wider sind, auch wo es oft der du meine ewige Rube am besten scheinet, oder und Seligkeit sein mußt worin wir von andern geewiglich. Amen, durch det- lobet und gebilliget wernen heiligen Geist, Amen. den. Ach wie können wir Um ein neues Herz und doch mit solchen UnreinigFeiten in dein Heiligthum Sollten wir Leben. Ho Err JEsu, der du ge- eingehen! schworen hast, es solle denn nicht umzukehren tradys Um ein neues Herz und Leben. 13 trachten, um als Kinder wegungen und Kräfte. Laß vor dir zu erscheinen? Ach uns nicht länger auf dem Fleisch und Blut und der verführerischen Wege alles irdische Sinn kann ja dein Fleisches bleiben, der zur Reich nimmer erben. Dar- Verdammniß eilet, sondern um erneure uns doch ein- hilf uns gnädiglich, aller mal nach deinem Bilde, Kreatur und der Welt und und sehe uns dazu in den uns selbst täglich absterben, rechten Kampf, doß wir alle eigene Wahl, fie fei nach der göttlichen Natur noch so scheinbar, fliehen, von nun an ernstlich und und dein Wort, Licht und beständig ringen, derselben Geist unverrückt in Acht recht theilhaftig zu werden. nehmen. So laß uns endErtddte uns durch deine lich erwachen nach deinem Gute an dem Sinn des Bilde, und bringe uns ein alten Adam, und zerstöre in deine Ruhe, daraus wir das Alte, daß wir neue in Adam gefallen sind, und Kreaturen und dein Werk aus dem Fleisch in deinen werden, geschaffen in Chri- Geist, der allein in unslebe. sto zu guten Werken, dar- Ziehe uns an den neuen innen zu wandeln. Segne Menschen, der nach dir gedazu alle deine göttlichen schaffen sei in GerechtigMittel, und erwecke dei- keit und Heiligkeit der nen heiligen Samen in Wahrheit, dadurch wir dir uns zum wahren Leben in wiederum nach und nach Christo. Laß wachsen das ähnlich werden, die wir zuGewächs der Gerechtigkeit, vor dem Satan ähnlich und gieb uns neuen gött- waren. Ach, JEsu, zielichen Verstand, als Kin- he dich mir selbst an in der von ihrem Vater ha- deiner Liebe und Kraft, ben, daß wir allein nach gieb mir den Geist der Kinddir, unserm Vater, uns schaft und erneure deinen sehnen, und nach der Re- heiligen Bund mit mir, zum gierung deines Geistes im Pfande des ewigen Erbes. findlichen Sinn vor dir Taufe mich mit dir in deileben. Zertritt, o HErr nen Tod, und begrabe mich JEsu, der Schlange den darinnen kräftiglich, auf daß Kopf in unsern verderbten ich auch mit dir zum neuen Herzen; stoße aus den Leben wieder aufstehe, und grimmigen und eigenwill- in dir in Heiligkeit und Gegen Drachen; mache ein rechtigkeit vor dem Vater Ende des Widerchrists, und ewiglich lebe. Alsdann werverderbe das Kind des Ver- de ich dich mit neuer Zunge derbens, nämlich alles Bd- und reinem Herzen loben, se in uns. Schaffe dage- wenn alles in mir neu sein gen ein neues Herz, neue wird. Amen. und heilige Gedanken, Be-| Mor 14 Morgengebet am Montag. Morgengebet am Montag. Um göttlichen Beistand in seinem Beruf. ei diesem der B Woche rufe ich zu du Brunnquell alles Heils Segens, bir, o heiliger Vater, im Namen JEsu Christi, du der du mir diese meine Arwollest mein Herz, Muth beit anbefohlen hast, und und Sinn mit deinem hei- deine gefallene Kreatur so ligen Geist erfüllen, damit gerne wiederum durch deiich allein das denke, rede nen Sohn aus dem Fluch und thue, was du selber in deinen Segen versehest; in mir willst und wirkest. gieb mir doch Weisheit Ach vereinige meine Ge- und Verstand, in allem danken und Begierden mit recht nach deinem Willen dir durch die Liebe Chrifti, zu handeln, deinem Naund reinige mein Gewissen men zu Liebe und Lob und durch sein Blut, damit ich meinem Nächsten wie auch in deinem heiligen Gehor- mir zu gute. Und weil sam einhergehe. Siehe, ich meine verderbte Natur übergebe mich dir auf die mir an deinem Segen am ganze Woche, ia auf mein meisten hinderlich ist, so Lebenlang; stärke mich mit bewahre mich doch vor deiner Kraft, mache mich allem Mißbrauch deiner aufrichtig, dir und meinem Gaben zum Uebermuth, Nächsten in Liebe zu die- Geiz oder Wollust, damit nen. Lehre mich wider alle ich mir selber nichts zuVerführungen meines ver- schreibe, sondern auf dich, derbten Herzens und böser den Ursprung alles GuMenschen streiten. Mache ten, allein sehe. Steure mir die Eitelkeit recht bitter, meinem eigenen Willen, daß du mir desto süßer wer- der deiner Regierung imdest. Hilf mir die Last dieser mer vorläuft, und daß Woche tragen; leite mich, nur dein Wille an und in wie ein lieber Vater, und mir geschehe, und ich dem mache mich findlich gehor- Exempel meines Heilandes sam. Sprich selbst deinen folge, wie er auf der Welt Segen über meine Arbeit, gewandelt hat. Geuß du und gehe mir mit deiner seine Sanft- und Demuth Weisheit vor, damit ich in mein Herze ein, damit fröhlich und getrost darin- ich in seiner Liebe gegen nen, aber auch gewissenhaft alle Menschen stehen könne, und treu sei. Ja, werde und du in mir wirkest, was du selbst in mir und allen du willst, als in deinem meinen Dingen Anfang, armen Gefäß, das du zu Mittel und Ende zu dei- Ehren machefi. Ja ver= nem Preis und meinem einige meiu Herz so kräfHeil. Amen. tig mit dir, daß du mich braus Abendgebet am Montag. 15 brauchen könnest, wie du meinem Beruf. Lehre mich weißt, daß es mir heilsan erkennen, wie ich ohne dich sei. Ich ergebe dir Leib, unmöglich kann sicher bletSeel und Gemüthe, hab ben, und wie du hingegen und Gut, und was du mir Macht genug habest, alle gegeben hast. Ich entsage deine Kinder zu erleuchten auch meinem eigenen Wil- und zu schützen. Das len, denn der ist meine Un- Fleisch laß in Züchten reine ruhe, und senke mich in sein von allen sündlichen die Kraft deines Wohlge- Lusten. Laß mich dir alle fallens und Segens, dar- das Meine anvertrauen, in mir allein wohl ist. in deinen Namen mich Wirst du mit mir sein, und einergeben, in dir sanfte mir Brod zu essen und ruhen, und mit guten GeKleider anzuziehen geben, danken und Begierden wiewie du denn treulich thust, der aufwachen zu einem so sollst du mein GOtt hellen und fröhlichen Tag sein immer und ewiglich. Amen. deiner Gnade in Christo JEsu, meinem HErrn und Heiland. Amen. Abendgebet am Montag. Heißger und gerechter Um wahre Gottfeligkeit. wissender und gerechz GOtt, wi follen in täglicher Buße uns im- ter, merdar zu dir wenden, und deine Gnade also von neuem suchen. Darum er innere du mich selber durch den Geist deiner Zucht, worin ich etwa diesen Tag muß leider an meiner gefallenen Natur gewahr werden, wie ungöttlich fie gefinnet ist, wie gerne sie ohne GOtt in der Welt lebete und also ohne deine über oder sonst von dir ab- Furcht und Zucht bliebe, gewichen sei. Laß mich wenn nicht dein Geist meistets mit dem verlornen ner mächtig würde. Dir Sohn wieder zu dir na- aber klage ich meine Noth hen mit zerknirschtem Her- und leugne nicht, sondern zen, und komme mir mit bitte nur um deine heildeiner Erbarmung zuvor same Gnade, daß sie mich in allem meinem Elend, treulich züchtigen wolle, damit mich die Finsterniß vor deinem Angesicht gottnicht ungewaffnet über- selig zu wandeln, und falle. Nimm mich von fromm oder aufrichtig zu neuem auf in deine heilige werden. Gieb mir einen Vorsorge wider alle Fein- herzlichen Verdruß und de, vornehmlich die unsicht- Schrecken über alles, wobaren, und habe zugleich durch dein Name im geDank für die heutige Be- ringiten beleidiget und gewahrung und Hülfe in schändet wird. Lehre mich, Del40 16 Morgengebet am Dienstag. deine unwerthe Kreatur, nach meinem Verdienst, wie ich dich recht erkennen, sondern nach deinem guten ehren und anbeten solle. und heiligen Willen in Ach laß mich doch deiner Christo JEsu. Durch desunzähligen Gutthaten nicht selben Gnade und Geist so schändlich und leicht- regiere mich in Gedanken, finnig vergessen, sondern Worten und Werken, daß qieb mir eine ehrerbietige dir alles in ihm an mir Erkenntlichkeit gegen alle wohlgefalle, und ich dir deine Führungen, und eine durch ihn ein angenehm fröhliche Ueberlegung dei- Opfer werde. Sammle ner Treue in allen ihren meine Seele aus aller ZerFußstapfen und Merkma- streuung in das einige len. Dies müsse mich trei- Nothwendige, darin ich ben und verbinden, dir in das beste Theil durch deine allem gehorsam und treu heilige Unterweisung finzu werden, auch ferner den mag. Also zeige mir mich dir aus ganzer Macht kraftiglich, wie ich aus dem zu vertrauen und zu über- Abfall der bösen Natur wiegeben. Verleihe mir aus der zu meiner Erlösung Gnaden, daß ich die Lüste eilen möge, deine ewige der Welt meiden, auch Wahrheit allein suchen, und alle Versuchungen treulich also eines innes und Willerne bestreiten, daß ich lens werde mit meinem thue, was du willst, und Heilande und durch ihn mit lasse, was du nicht haben dir, o Vater, und deinem willst. So lehre mich vor ewigen Geist. In dieser dir leben nach deinem und Vereinigung hoffe und nicht nach meinem oder der wünsche ich dich ewig anbösen Welt Willen. Neige zubeten und zu preisen. mein Herz unaufhörlich Amen. zur Niedrigkeit, meinen Sinn zur Lauterkeit und Wahrheit, mein Leben zur ÜnReinigkeit, Keuſchheit, Un- Set, ir sei Preis für und dacht und Gehorsam. Aber das alles kann ich nicht er- all deine Güte, daß du langen, wo du mir nicht mich unter dem Schatten deinen Sohn selbst in mein deiner Flügel haft ruhen Herz schenkest, durch den lassen. Desto mehr laß ich allein alles vermag, weil nun auch diese künftige ich ohne ihn nichts Gutes Zeit über mich zu deiner thun kann. Deswegen laß Liebe erwecket werden, mich allezeit in Demuth daß ich nicht begehre zu nach ihm verlangen, und leben, ohne nur in dir, laß mich nicht ohne ihn und was ich noch lebe, leben. Führe mich nicht bloß im Glauben deines SohMorgengebet am Dienslag. Wider die zeitlichen Sorgen. 17 Sohnes lebe, ja daß er deinen Frieden gebest im mein wahres Licht und Namen JEsu, Amen. Leben werde. Hierzu übergebe ich mich dir ganz von neuem zu deiner Reinigung und Regierung. Gtt, gieb mir doch, du daß ich mein VerGlauben und dadurch Chri- trauen nicht auf mich selbst stum in meinem Herzen oder andere Kreaturen wohnen, daß er die Früch- seße, sondern mich auf te des Glaubens in mir dich allein verlasse. Denn wirke, als Liebe, Hoff- dazu läsfest du jekund nung, Demuth, Sanft- solche große Plagen hermuth und Geduld. Lehre einbrechen, uns zu prüfen, mich, keine Wollust zu ob wir unsere Zuversicht verlangen, als deine Lie- auf dich allein setzen wolbe, feine Vortheile, als len oder nicht. Also laß die Schäße deiner Gna- uns doch durch deinen heiden, keine Ehre, als deine ligen Geist alles brauchen Kindschaft, wenn ich in zur gesegneten Uebung im dir von neuem geboren Glauben, Geduld und werde. Für das Zeitliche Gebet. Mangelt uns etlaß mich ja nicht ängstlich was, so ersetze du solches sorgen, denn du wirst mich mit deiner Treue und Lienicht verlassen noch ver- be, die besser ist als alle fäumen. Heilige und be- Schäße in der Welt. nedeie das Werk meiner Fällt uns aber etwas zu, Hände selbst, und neben so laß uns doch ja das mir auch alle, die dich Herz nicht daran hängen. suchen. Ja breite deine Dies sei unsre feligste Barmherzigkeit über alle Ruhe, mit deinen heiligen Menschen aus, und hole Schickungen zufrieden zu einen jeden herum aus sein, deine Gerechtigkeit feinem Verderben, abson- zu ehren, und auch den derlich die Feinde deiner Raub der Güter, wo du Wahrheit. Insbesondere ihn verhingst, mit Freuempfehle ich deiner Gna- den zu erdulden. Die denregierung die Meini- Welt mit ihrem falschen gen, wie auch meine Oberen Trost laß uns nicht beund Vorgeseßten. Erbar- trügen, sondern wenn wir me dich des allgemeinen dich haben, nichts nach Elendes in allen Ständen, ihr fragen. Geduld sei und mache der Bosheit unsere Stärke, und unser und den Aergernissen ein Gewinn Gottfeligkeit mit Ende. Hilf auch allen Vergnügsamkeit. Unsere Nothdurft hilf uns mäßigallen gnädig, daß du uns lich gebrauchen, und nicht Nothleidenden und sei uns 40* mit Wider die zeitlichen Sorgen. 18 Abendgebet am Dienstag. mit übermäßiger Begierde auch mit vielem Verschodarein verstricket werden. nen. Laß uns ja deine Ach laß uns von der Gnade nicht wegwerfen, schåndlichen Bauchsorge noch auf Muthwillen zienicht verschlungen werden, ben, sondern mache uns und reinige die Herzen von rechtschaffen vor deinem dieser Abgötterei. Deine Angesicht, und prüfe, wie Hand regiere uns doch in wirs meinen. Ja, las der rechten Mittelstraße, uns täglich in deiner Lieund erlöse uns von un- be und Erkenntniß wachndthigem Kummer über sen, und was versäumet ist, geringe Dinge, daß wir ersetze du selbst. Nimm sie sowohl als alles für uns nun in deinen Frievergänglich halten, und den ein, und wirke die nonach bessern Gütern stre- thige Zuversicht auf deine ben lernen, die uns kein Bewahrung. Bleibe du Dieb, Rost oder Fall rau- in und bei uns, daß kein ben kann. Ach daran soll Feind einbreche. Erbarme mein Herz ewig genug ha- dich aller deiner Kinder, ben. Amen. ja aller deiner Geschöpfe, und morgen öffne uns Abendgebet am Herz und Mund, dich daDienstag. für ju loben, und in deiiewohl ich deine Gü- ner Kraft einher zu gete, o himmlischer Va- hen, bis endlich der Abend ter, nicht völlig erkenne, unsers Lebens kommt, und die ich nur heute, geschwei- dein ewiger Tag einbricht, ge mein Lebelang genos da feine Nacht und Finsen habe, so wollest du sterniß ist. Amen. doch meinen schwachen Dank in Gnaden annehmen, und noch dieses zu deinen vorigen unzähligen Um den lebendigen Glauben. du Anfänger und Vollunsers du mich in Chrifto gna- bens, ich bin zwar in der diglich mit meinem Lob- christlichen Kirche geboopfer ansehest. Dir sei ren und erzogen, habe auch insonderheit Dank, da wohl etwa den Glauben du mir etwa auch heute mit dem Munde bekannt eine Züchtigung und De- und vorgegeben, und mich müthigung zugeschickt haft, einen Christen und Rechtmeine Seele von der gläubigen nennen lassen. Welt abzuziehen. Du hilfft Allein ob solches alles in ja nur immer eine Last der That und Wahrheit nach der andern überste- an mir eingetroffen, das hen, und trägst dabei weißt du, allwissender riel Geduld, regierft uns HErr, am besten. Deine Au 19 Um den lebendigen Glauben. Augen sehen ja nach dem| ben als ein Gerechter lebe. Glauben, und prüfest auch Laß mich ja nicht im bloeinen jeglichen, ob sein ßen aufblähenden Wissen Glaube rechtschaffen er- beruhen, sondern gieb mir funden werde. Ein jeder eine lebendige Erkenntniß Baum wird an seinen Chrifti in mein Herz. Sp Früchten erkannt, und wel- oft ich aber ob demselben cher nichts Gutes bringet, Glauben kämpfen muß und der wird abgehauen und wegen meiner Verderbniß ins Feuer geworfen. Des- Furcht und Zweifel aufwegen bitte ich dich um steiget, wollest du aus Gnaden Geist des Glaubens; den das glimmende Docht du wolleft ihn reichlich über nicht gar auslöschen, sonmich ausgießen, auf daß dern nur helfen überwinich mich von allem miß- den durch des Lammes trauen, Falschheit, Zwei- Blut, daß Christus durch fel, ungöttlichem Sinn, den Glauben in meinem Irrthum und Aberglau- Herzen bleibe, und durch ben kräftiglich abkehre zu die Liebe ich in ihm eindem seligmachenden Licht wurzele und gründe. Und deiner wahren Erkenntniß. wenn mein arges Herz etBehüte mich vor dem blo- wa sich auf Kreaturen verBen Wahn- und Heuchel- lassen, und mit dem Verglauben, der ohne Frucht trauen von dir abweichen als todt vor dir nicht be- wollte, so bestrafe und züchstehen kann. O lieber tige du mich alsbald mit GOtt und Vater, erleuch- deinem wahren Wort, daß te mich mit deiner göttli ich nicht am chen Wahrheit, daß ich von Schiffbruch leide. derselben göttlich überzeu- HErr JEsu, sei du mein get und versichert werde treuer lebendiger Weg im nach deinem wahren Worte. Glauben zum Vater; sei Ueberwinde in mir den na- mein Licht in Finsterniß, türlichen Unglauben durch mein Stecken und Stab in das lebendige Zeugniß dei Gefahr, mein Heil und Lenes heiligen Geistes, und ben im Tod, auf daß ich befriedige mein unruhiges durch den Glauben die Herz in deinen unbetrügli- Welt überwinde, und mich chen Verheißungen, daß ich für einen East und Fremddadurch neu geboren und ling auf der Welt erkenne. erwecket werde, dir, meinem Ja, laß mich nicht mehr himmlischen Vater, unver- aus und nach der unglaurůckt im Glauben anzuhan- bigen Vernunft leben und gen, alle Ehre der Wahr- von dir ferne bleiben, sonheit, Gerechtigkeit, Treue dern laß mich, was ich und Liebe dir willigst gebe, noch im Fleische leben muß, und also aus dem Glau- blos im Glauben an dich Glauben Ach den 20 Morgengebet am Mittwoch. den Sohn GOttes, leben,| Seligkeit, davon bringe. Aund werde du selbst also men, um deiner theuren Vermein Leben. Denn der heißungen willen, Amen. Glaube soll und mag keines andern leben, als deiner allein. Denselben wollest du auch, o mein HErr Qu dir, o himmlischer Vaund GOtt, durch die Liebe ter, wende ich meine lassen in mir thätig sein, ersten Gedanken anjezzo, als dein göttlich Werk in und erhebe mein Herz damir, das mich verwandele zu, damit ich in dir nunund neu gebare, und den mehr allein leben, stehen alten Adam in mir tödte, und gehen möge. Sei du auch aus mir einen ganz ferner meine Burg und andern Menschen mache Zuversicht, wie du es diese von Herz, Muth, Sinn Nacht ja so treulich waund allen Kräften. Sower- rest, dafür dich mein Gede ich erst ein Rechtgläu- muth preisen und anbeten biger in der That werden müsse. Nun wache heute und Abrahams Same, auch ferner über mich, über nach der Verheißung ein meine Sinne und Glieder, Erbe sein des Ziels, wel vornemlich über mein Herz. ches der Glaube mir vor- Gieb mir eine tägliche hält, daß ich Gemeinschaft Buße über all meine Verhaben könne mit allen Glau- derbniß und übrige Unreibigen hier und dort oben. nigkeit. Laß mich in dir Alsdann soll mich auch reden und wirken dein nichts von solchem festen Wohlgefallen, in dir essen Grunde GOttes abführen, und trinken, weben und noch von deiner Liebe schei- bewegen. Und weil du deiden, weil du mir höher nen Namen, o HErr, ein bist als alle Schäße Egyp- festes Schloß nennest, so tens. Also laß mich den laufe ich mit allen, die du Fußstapfen der alten Gläu- im Glauben deines Sohnes bigen nachfolgen, und die gerecht machest, dahin. In zeitliche Ergötzung derSün- diesem ergebe und opfere den im Glauben meiden, ich dir auch alles, was du damit ich deine Herrlichkeit mir geschenkt hast, auch und Belohnung erkenne, alle meine Mitglieder, fie und desto mehr nach dir und seien nahe oder ferne, auf deiner Gerechtigkeit ver- daß wir allesammt dein lange; bis ich endlich in ewig Eigenthum werden deinem Bilde erwache, und und bleiben, auch dich also nach dem Glauben im zusammen als Einer mögen Schauen ewig in dir lebe anbeten. Laß deinen Geist und das Ende des Glau- den ganzen Tag an uns bens, nemlich der Seelen züchtigen und arbeiten, damit Morgengebet am Mittwoch. Für seinen Beruf. 21 mit wir in den Schranken Nächsten zu lieben und zu deiner Gebote fort laufen, meinen wie mich selbst, daund der Feind uns nicht mit ich deine Gnade und könne von dir trennen. gut Gewissen behalte. Segne uns in Christo JE- Schenke mir ein genugsu mit allem, was dir ge- sames Herz und Liebe zu fällt, und gieb uns so viel den Armen, weil ich nur Kraft und Weisheit zu dem dein Haushalter sein soll, Stand, darin du uns zu der nichts Eigenes auf der deinen Dienern gesehet hast. Welt, sondern alles von Ach zeige uns die Fußsta- dir hat. Laß mich in deipfen deines Sohnes, ihm ner Liebe effen und trintreulich zu folgen; bewahre ken, arbeiten und ruhen, uns vor allen bösen Leu- schlafen und wachen, daß ten, und laß sie uns we- der Fluch und Neid des der schaden noch verführen. Feindes mich nicht rühre, Dein guter Engel führe auch keine Nachstellung biuns auf Weg und Steg, ser Menschen. Am allerund hilf uns wandeln auf meisten aber laß mir nicht dem Weg zur Ewigkeit zu, etwas ohne deine Andurch Christum in dem rufung um Hülfe anzuheiligen Geist. Amen. fangen, sonst werde ich stets zu Schanden und leide Schaden. Allen Stolz und du Schöpfer aller Neid und Ueberfluß laß Dinge, du hast mich ferne von mir sein. Die zu deinem Erbe und Dienst Lust am Zeitlichen ertödte geschaffen, und beweiseft in mir durch die Unschuld nun durch deinen heiligen JEsu Christi, daß ich mein Beruf, wie du uns nach Herz an nichts hänge als dem Fall wieder heimsu- an dich, und dich über alchest und zu dir ziehest, les in der Welt hoch und wenn wir uns zu dir be theuer achte. So wird kehren. Durch diese Liebe mich nichts Zeitliches noch in Christo JEsu rufe ich Frdisches leichtlich können dich an, du wollest mir betrüben noch erfreuen, deinen Segen und Bei- sondern ich werde in dir stand nicht entziehen in meiner schweren Arbeit, damit ich mich darin nicht unter dem Zorn verzehre, Für seinen Beruf. D Ruhe finden, und mein Tagewerk in dieser Zeit vollenden, bis der ewige Sabbath anbricht, da wir oder durch falsche Absich ruhen sollen von unserer ten verderbe. Ach laß Arbeit. Amen. Abendgebet am Mittwoch. ( ammle, o GOtt, alle meine Kräfte und Gedanmich nicht meinen Nachsten etwa beleidigen oder betrügen, sondern gieb inir ein redlich Herz, meinen 22 Um die Liebe zu GOtt u. d. Nächsten. danken nun in dir zusammen, als in dem Brun- um die Liebe zu Gott nen meines Lebens, damit und dem Nächsten. ich dir würdiglich danken Ach du GOtt der Liebe des ich stum, deinen Sohn, weil bitte dich um deiner undu mich heut so gar son aussprechlichen Liebe wilderbar begnadet und mir len, gieb mir zu erkennen, beigestanden hast. Nun em- wie lieblos und hart meipfehle ich dir auch in fol- ne gefallene Natur ist, dich chem Vertrauen mein gan- oder meinen Nächsten göttzes Wesen und Leben, wie lich zu lieben. Ach ich bin auch alles andere zu deiner von Natur eine zornige, Verwaltung. Ja ich fliehe unbarmherzige, widerwarwider alle meine Feinde in tige, eigensinnige Kreatur, dein liebevolles Herz, und die nur sich selbst und das suche meine Befriedigung Ihre liebet und suchet, in dir allein, weil mich nicht aber, was GOttes sonst im Himmel und auf oder des Nächsten ist. Es Erden nichts stillen und wachet wohl gar bisweilent vergnügen kann. So wirke eine Hölle des Zorns, der du nun allein in meinem Rachgier, UnbarmherzigGemüth, damit feine an- keit und Bosheit in metdere Kraft an mir hafte, nem Herzen auf. Ich eifere und weder böse Geister, wohl etwa zuweilen unter noch sonst etwas Feindse- dem Schein des Guten liges zu mir nahen könne. wider meinen unschuldigen Schleuß du selbst deinen Nächsten, und ist zum weTempel, mein Herz mit nigsten keine rechte Treue deinen feurigen Rossen und und Mitleidigkeit in mir Wagen als mit einer Ring- gegen die Elenden, Unwismauer ein, so kann ich senden und Frrenden. Ach wohl sicher ruhen, und ia es mangelt mir an der mit allem zufrieden sein, wahren Liebe allenthalben, wie du mit mir verfahren HErr, das weißt du. Wie willst. Denn ich bin ein- soll ich aber dazu kommen, mal dein, und dein Sohn wenn du, o unerschöpflihat mich so theuer erkauft, che Quelle der Liebe, mir auf daß ich zugleich mit solche nicht schenkest? Ich ihm leben soll, ich wache komme zu dir als arm, oder schlafe. Darum lebe, blos und verdorben. Ach schlafe und ruhe ich nicht gieb mir aus deinem Liemir, sondern dir. Das besherzen ein Tropflein schaffe du selbst in mir deiner göttlichen Liebe, dadurch Christum im heili- durch mein Herz und Gegen Geist allezeit. Amen. muth erweichet, gesänftiget, durchsüßet und liebreich Um die Liebe zu GOtt u. d. Nächsten. 23 reich gemachet werde. O mich selbst verleugnen und HErr JEsu, du Sohn aus Liebe dir williglich der Liebe, du Herz des nachfolgen möge. Denn Baters, gieße deine Liebe das ist die rechte Liebe, aus in mein Herz durch daß ich dein Gebot halte, deinen heiligen Geist, daß die machet mir auch alles ich dich lieben könne mit leicht. O du reine Liebesdeiner eigenen Liebe, die flamme des Vaters und du mir schenkest. O laß des Sohnes, heiliger Geift deir heißes Blut reichlich entzünde auch mein kaltes, fließen in meine arme liebloses Herz mit deiner Seele! Siehe, ich bringe Mildigkeit, Gütigkeit und dir das leere Gefäß meines Huld, ohne welche ich Herzens dar, gieß das lin- ganz todt bin, dich zu liedernde Del deiner Barm- ben. Vereinige mich in der herzigkeit hinein in meine Wahrheit mit deinem LieWunden, die mir der zor- besleben, daß ich in dir nige Drache durch meine und deiner Liebe bleibe, Eigenliebe so oft geschla- wenn ich einmal mit dir gen hat. Ueberwinde, o verbunden bin, und nicht HErr JEsu, durch deinen mehr hinaus gehe oder zur Todeskampf, darin du den Liebe der Kreaturen mich Zorn mit deiner Liebe über- wende. Laß mich alle Men= wunden hast, auch mei- schen, vornemlich deine nen Zorn und alle auch Gläubigen, lieb haben, aber verborgenste Feindseligkei- nur in deiner göttlichen ten meiner Natur. Zer Liebe und um deinetwillen. brich dessen Macht, lösche Zeuch mich hingegen desto das wilde Feuer durch mehr in deine göttliche deine Liebesfluten aus in Liebe, begegne mir mit meiner Seele. Ach JEsu, deinerLieblichkeit. Dagegen ich schreie zu dir in mei- laß mich dir wiederum treunem Elend um die rechte lich entgegen gehen und Nahrung meines Geistes, mit Liebe antworten, dawelche in reiner Liebe be- mit ein ewig Band entstehet. Schenke mir aus stehe zwischen dir und mir Gnaden dies Brod des durch die Kraft des verLebens; gieb mir diesen gossenen Blutes JEsu himmlischen Saft und Chrifti in der Einigkeit Trank zur Labung meines der zartesten Liebe des Vain der Natur verschmach- ters. Hilf mir aus Liebe teten Herzens. Durch dei- alles dulden, mit allem zune unschäßbare Liebe, da- frieden sein, wie du es mit mit du die Deinigen gelie- mir machest. Doch wenn bet haft bis in den Tod, du mich deine Liebe und erfülle auch mich mit Lie- Süßigkeit läsfest schmecken, be, kraft welcher ich gerne so laß sie mich ju defto 40** grd= 24 Morgengebet am Donnerstag. größerer Treue gegen dich sten zu Dienst in deiner bewegen und zu mehrerer Liebe. Wende dagegen von Mildigkeit und Huld gegen mir ab die giftigen Bemeinen Nächsten. Auf daß gierden und Kräfte böser also meine ganze Natur Geister und Menschen. erweichet, gemildert und Gütige auch die Feinde gebessert und ich deiner vor mir wie Esau vor Jagöttlichen Natur, welche fob, und laß mich in deilauter Liebe ist, ähnlich nem Weinberg treulich arwerde; ja, daß nichts an beiten als ein gehorsam mir zu sehen sei als dein Werkzeug deiner Gnade. liebreicher, friedseliger, Laß mich keine Sicherheit freudenreicher, barmherzi- noch Heuchelei einnehmen. ger und mildester Sinn, Schenke mir ein freudig der sich in Christo durch Gemüth in seliger Einunzählige Gutthaten offen- stimmung mit deinem Wilbaret. Amen, o ewige Lie- len, und halte deine Liebe be, Amen. beständig über mir, daß deine Gnadensonne nicht untergehe, sondern mich von Anfang bis zu Ende regiere in Chrifto Esu. meinem HErrn, Amen. Morgengebet am Donnerstag. Mun un segne mich ferner die ewige Liebe des Vaters in dem Blute TEsu Christi durch die Kraft des heiligen Geistes. Dank und Lob sei dir, du dreieinige, ewige Gottheit, beständigen Gebet bei Empfindung innerer und äußerlicher Noth. Getreuester und erbarmender Vater, unser Schuß, Rath und Trost, verderbtes Wesen hat uns damit du mir noch nie alle diese und andere Noth entstanden bist in aller zugezogen, und noch viel Gefahr und auch in die mehr zum Lohn der irdiser Nacht. Wie sollte ich schen Lüste verdienet. Wir mich nicht weiter dir allein schuldigen uns auch gerne aus ganzer Macht anver- selbst, und beschweren uns trauen, der du so unzäh- nicht über deine gerechten lige Pfänder deiner Treue Schickungen. Aber sei nur mir gegeben! Ich befehle unser in Gnaden eingedenk, mich dir billig mit allem, und werde allen Trostlosen worein du mich zum Haus auf der Welt die wahre halter geordnet hast. Du Hülfe und Zuflucht in wollest doch meines Sin- Kraft deiner unendlichen nens und Beginnens An- Allmacht, zu welcher wir fang und Ende sein. Laß uns im Glauben wenden. es alles zu deinem Lobe Zeige uns in allen Zustangereichen, und dem Nach- den deine kräftige Gegenwart Morgengebet am Donnerstag. 25 wart durch eine gnädige etwa werden möchte, je Errettung aus dem Ver- näher sei uns, o GOtt, derben, und bringe uns auf mit deinem Trost, und lag den rechten Weg der Be- uns denselben stets wohrkehrung, damit uns das Lei- nehmen und genießen, bis den heilsam sei zur Selig- wir als Gold und Silber keit. Werde unsern schüch- geläutert und bewähret in ternen Seelen ein Trost im dein Reich einzutreten fåTrauern, und sprich uns hig worden sind, durch unsüßiglich zu, wenn uns das sern treuen Vorgänger und Uebel zusehet und die Fein- mitleidigen Hohenpriester. de angsten wollen. Be- Amen. schirme uns durch das neue Leben deines Sohnes wider allen Tod, und laß uns DAbendgebet am Donnerstag. nach der Angst wieder- Wo soll ich mich nun o in deinem lebendigmachenden Geist. meines Lebens, als zu dir, Laß uns nicht nach ver- da nun die Finsterniß und gånglichem Trost umher- so manches Bdse einbricht? gaffen, dadurch wir deiner Deffne mir doch dein vergessen und uns das E- freundlich Herz in Christo lend ardßer machen möch- JEsu, und lasse mich in ten. Vielmehr treibe uns seiner offenen Seite ruhen. durch deinen heiligen Geist Denn ich will nun meinen zum Glauben und Gebet, Schlaf nur in deiner Liezu Geduld und Hoffnung. be und Vereinigung vorSo werden wir dem Zorn- nehmen, damit er mir in gericht entgehen, und nur dir gesegnet und müßlich als Kinder zu Nuk gezüch- sei. Verhüte du doch selbtiget werden, deine Heili- fien, daß mich keine falgung zu erlangen. Als- sche Kraft berühre, und zerdann werden wir mehr Lust brich alle Pfeile, die etwa und Begierde zu dir und auf mich zuschießen möchdeiner Treue bekomen, und ten. Laß auch den Satan die vergänglichen Dinge mich durch keine böse Lust gerne fahren lassen zu un reizen, sondern das Fleisch frer wahren Besserung und in Züchten reine sein. DaErldsung. Ach so segne uns gegen jünde deine Liebe in alle deine heiligen Schik- mir an, so kann ich die kungen; fege deine Tenne, ganze Nacht mit dir im reinige die Tempel un- Gemüthe zu thun haben, serer Herzen durch das hei- o mein Licht und Heil, wenn lige Feuer deines Kreuzes, gleich der Leib schläft. Desund mache uns würdig um wegen versenke ich mich deinetwillen etwas zu lei- ganz und gar in deine Erden. Ja, ie größer die Noth| barmung, und begehre nur in 26 Um die Nachfolge Christi. Um die Nachfolge Chrifti. ein HErr und mein in deiner Kraft zu ruhen Jünger nicht sein, wenn nebst allen deinen Freun- ich nicht mein Kreuz tågden, an denen du sowohl lich auf mich nehme. So als an mir Armen deine tilge doch zu Grund aus Barmherzigkeitwollest groß in meinem Herzen die machen in Zeit und Ewig- schåndliche Eigenliebe, das keit. Amen. Eigengesuch und die Falschheit der Natur, die sich selbst zum GOtt machet, wie Lucifer that. Hingegen lehre mich, williglich GOtt, der du mir entsagen mir selbst, meinem durch dein Exempel den eigenen Wollen, können, Weg gewiesen, darauf ich haben, Tichten und Trachzum Bater kommen soll: ten, welches von Jugend ich muß bekennen, daß ich auf böse gewesen ist. Gieb gar keine wahre Lust und mir scharfe Augen des GeiErnst zu deiner Nachfolge stes, mich selbst alsbald in in mir finde, sondern viel- meiner Eigenliebe zu ermehr nach dem Fleisch met- greifen, wo sie herrschen nem Willen und Fleisches- und das Gute vergiften will, trieb gerne folgete. Das damit ich alsdann wider Frånket mich aber schmerz- mich selbst in großem Ernst lich, daß du, getreuester kämpfe, und um deinetwilFreund, durch alle dein Lei- len gerne mich alles andern den und Noth und durch verzeihe und begebe. Dazu deinen unschuldigen Wan- wolle dein Geist des Gedel nicht so viel Treue bei bets mir helfen ringen und mir noch erlanget hast. anhalten, mir selbst abzuGleichwohl ist kein anderer sterben, dir aber mich selbst Weg zum Leben als der- und alles zu eigen zu gejenige, den du uns selbst ben, dessen es auch alles vorgegangen bist. Und nun ist. Ach dein Leiden, dein muß es doch endlich ein- Tod, dein abgeschieden Lemal gewaget und angebo- ben wirke auch in mir deiben sein. Darum wende nen göttlichen Sinn, der ich mich nun mit ganzem du mich über dich selbst geHerzen in deine Gnade und liebet haft bis in den Tod. bitte dich durch eben dein Diese Liebe mache mich beilig Vorbild, das du mir auch dich wieder lieben gelassen hast, gieb mir nun über mich und alles bis in einen ernsten Haß meiner den Tod. Deine Treue selbst und m..cs eigenen sei meine Treue, deine Arfalscher Lebens, welchen muth sei meine Fülle, dein in täglicher Buße bei vollkommen Opfer bringe mir wirken wollest. Sie- mich dem Vater zum ewis be, ich kann ia sonst dein gen Eigenthum dar. Dringe Mein Morgengebet am Freitag. 27 ge du mich durch deiner diesem Morgen suchen, der Liebe Kraft, dir unverrückt du mir näher bist als ich nachzufolgen. Dein un- selber. Du lebendige Quelschuldiges Bild müsse auch le alles Segens, von dir an mir nach und nach her- bole ich nun ferner, was vorkommen und Gestalt ge- mir noth thut. Zuvor aber winnen, daß, wie du wa- sage ich dir Dank aus allen rest, auch ich sei in der meinen Kräften in JEsu Welt. Sei du mein eini- Christo durch deinen Geist ger Weg, den ich gehe, das wegen deiner väterlichen Licht, das ich sehe, die Hut und Wacht in dieser Wahrheit, die ich lerne, vergangenen Zeit. Nimm das Leben, das ich ausübe. Laß kein ander Leben in mir sich bewegen, als deines. Mache mich mit dir einen Geist durch nun mein elendes, unwerthes Herz zu einem Morgenovfer durch eben denselben Hohenpriester auf, unzertrenn- und gieße deine Liebe darliches Anhangen. Versenke ein aus durch deinen Geist, mich in die Gemeinschaft so werde ich den ganzen deines Geistes, pflanze mich Tag in solcher Liebe wanmit dir zu gleichem Tode, deln können. Ich kann ja, und laß deine Auferstehung wie du weißt, nicht einen mich erwecken zum ganz Augenblick ohne dich beneuen Leben ir dir. Das stehen; darum vereinige jei allezeit meine Speise, meinen Willen mit dir, daß deinen Willen zu thun. sich nichts in und an mir Mein Eigenwille hingegen ohne dich bewege, geschweimüsse vor dir todt und ver- ge ich außer deiner Regieworfen bleiben, auf daß ich rung etwas wirke. Was mit dirübereinstimme, gleich ich aber versehe, das verwie fichs gebühret einer Braut gegen ihren Bräutigam. In dit wünsche ich über alle Dinge zu ruhen, dein ewig zu bleiben und nimermehr wiederum mein eigen zu werden. Amen, also geschehe es durch dich selbst, Amen. bessere du durch deine vollkommene Liebe, und hilf mir in wahrer Buße unverrückt fortgehen, wie du es von mir verlangst. Ich entsage williglich allem Argen, und überlasse mich und alles andere deinem Regiment und heiliger Ordnung: du wirsts in allem wohl machen und mir endlich durch alle Trubsale und Mühseligkeiten hindurch helfen in GOtt und Schöpfer, dein Himmelreich. Dir sel meine Augen sollen aufdich in allem Ehre und Herrlichsehen, und in deinem Licht feit gegeben. Amen. dich, das wahre Licht, an Morgengebet am Freitag. u lebendiger, wahrer Um 28 Um die Kraft des Leidens Christi. Um die Kraft des Leidens Chrifti. Schelten, bösen und guten Gerüchten, Lüften und Schrecken, Vortheilen und Beschädigungen. Alles dies Getr etreuester Immanuel, dein verdorbenes und mache doch ganz todt in elendes, aber doch durch mir, wie du, allen Dindich erkauftes Geschöpf, gen erstorben, am Kreuz das Werk deiner Hande, hingst. Verwunde, triff wirft sich im Geiste nieder und zeichne mein Herz mit an dein Kreuz, und dür- deiner Wunden Kraft so stet nach der verborgenen tief, so beständig und em= Gnade und Kraft, die du pfindlich, daß es mir eine in dein Leiden gelegt haft. Qual sei, einen Augenblick Die äußerliche Geschichte ohne deine Gesellschaft zu desselben ist zwar lieblich leben, und ein Himmel, und erbaulich: aber was mit dir zu reden, zu wirhilft sie mir ohne die in- fen und zu leiden. Sehe wendige Wirkung? Ich mich durch dein Leiden in finde nicht Ruhe, bis ich eine solche Gnade und Liebe die Frucht genieße: gleich bei deinem Vater, daß ich wie du nicht ruhetest, bis nicht nach meinem Veralles vollbracht war. Also dienst, sondern nach deinem verkläre mir doch deine hei- von ihm angesehen werde. lige Passion in meiner Laß dein Blut für mich Seele, und fldse mir das und in mir schreien, ja Leben ein, das darinnen alle deine Wunden mich verborgen liegt. Ich werfe vertreten wider alle meine mich mit Stöhnen und Feinde. Dein Geist maSehnen meines Geistes in che sie mir zu sichern Felsdeine ausgedehnten Arme, löchern, darein ich zu flieja in deine tiefen Wunden hen mich stets übe und also hinein, und begehre mit bewahret und erhalten werallen Kräften deines To- de. O meine einzige Hoffdes kräftiglich theilhaftig zu nung, gieb mir eine selige werden. Deffne mir doch Nachfolge in allen deinen deine hohle Seite, und zie- heiligenFußstapfen, die du he dahin all mein Verlan- nach dir gelassen haft. Zeige gen. Denn ich wünschte sie mir in allen meinen gar zu gern aller Dinge Schritten, die ich zur Eüber dir zu vergessen und wigkeit thue, und laß mich müßig zu gehen. Ja ich nicht im geringsten davon fanns nicht aussprechen, ausschweifen, noch die breiwie herzlich gerne ich mich te Bahn der Welt jemals allein rühmen möchte in mehr betreten. Du haft deinem Kreuz, daß mir die mich deinem Vater mit Welt gekreuji et bliebe, und sammt deinem Geist zu ich ihr mit allem Loben und treuen Händen empfohlen; all Abendgebet am Freitag. 29 allda versiegle und zeichne, lieber frommer GOtt und fårbe und durchdringe mei- Vater, und wir sind allne Seele mit deinem ro- zu schwach, uns selbst zu sinfarbnen Blut, auf daß helfen oder zu verwahrett. er fie darin erkenne und Darum stärke du uns doch aufnehme, wenn sie vom durch die Kraft des GlauLeibe scheidet. Begleite du bens, und widerstehe allen fie vor deines Vaters An- feindlichen Mächten, die gesicht. Vertilge in ihr die uns mit List oder Gewalt Luft zur Sünde, die du ge- schaden könnten. Und weil büßet haft. Hilf mir durch uns das äußerliche Licht deine Geduld und Lammes- nun entzogen ist, so blicke natur alle mein Elend über- uns desto mehr inwendig winden, und kämpfe jelbst an mit dem ewigen Licht in mir den guten Kampf deiner Gnaden, damit wir des Glaubens in der Kraft in unserer Noth und Gedeines leßten Streites. brechlichkeit allzeit Rath Dein ängstliches Seufzen und Zuflucht bei dir suchent unterhalte auch mein Stöh- und finden. Kehre unser nen zu dir bis ans Ende. Herz und Sinn zu dir, daß Unterdessen laß detne brun- wir nicht irre gehen. Haft stige Liebe zu mir auch solche du uns aber heute von dir Liebe in mir wirken, dir abweichen gefunden, so zu Liebe alles anzunehmen, rufe uns wieder mit deiwie du es fügeft, und alle ner heiligen züchtigenden Anfechtungen in Liebe zu Gnade zu dir, und bringe befiegen. Deswegen du mir alles Verirrte zurecht. Erauch in allem zu Hülfe halte uns wider alles Arge, kommen wollest, und meine daß wir dir zu Lobe und Begierde mit dir allezeit Dienst leben, so wollen stillen, daß ich unter dei- wir rühmen in dir, und nem Joch bleibe und nach nichts uns selber zuschreinichts anderm mich umsehe. ben, sondern dir allein alle Schreibe deine Striemen Ehre geben. Das wollest und Någelmale in meinen du uns selber lehren, und Sinn, zum Andenken dei- dazu alle deine Gläubigen ner Liebe, die mich auch dankbar mache und erleuchte, deiner Erlösung ewig zu genießen, und zwar durch die Kraft aller und jeder deiner Leiden und Schmerzen. Amen. regieren, ja deine ganze Gemeinde in der Welt dir befohlen sein lassen, und einem jeden Gliede das Maaß seines Leidens helfen überwinden, bis es alles vollendet werde, und wir zur ewigen Ruhe kommen Abendgebet am Freitag. in Christo deinem Sohne, er Abend hat uns nun der unser Friede worden überfallen, o mein ist. Amen. Der Um Um Geduld. Um Geduld. geduldiger Heiland, meine störrige, harte Unart; dein Gehorsam breche metnen Eigensinn; deine VerJEsu Christe, welch leugnung bezwinge meine eine unaussprechliche Ge- Eigenliebe; deine unüberduld und Leidsamkeit haft windliche Geduld in allen du in deinem ganzen Le- deinen Schmerzen zähme ben, sonderlich aber im Lei- meine Ungeduld. Komm, du den und Sterben aller Welt mächtiger Siegesfürst, beubewiesen; was mächtige ge meinen Rücken in Zeiten Fußstapfen hast du gelassen, unter dein Joch, lehre michs daß ich ihnen nachfolgen bei Zeiten tragen, übe mich solle! Aber ach wie unlei- in wahrer Gelassenheit, und dig, unständig, ungebrochen Uebergabe meines Willens, und ungelassen der natur- daß mein Wille dein Wille liche Sinn dazu sei, HErr, und dein Wille meiner sei. das weißt du. Ich weiß, Ach wenn ich doch deintem man kann ohne Trůbsal leidsamen Lammesbilde so nicht in dein Reich einge- ähnlich möchte werden, o hen; noch dennoch wehre HErr JEsu, daß ich deiich mich wider alles Lei- nen Willen gern erduldete den so sehr, und entziehe und mich der Trübsal freumich, wo ich nur weiß und en und rühmen könnte! kann. Bisweilen meine ich Drücke mir doch deinen wohl was Gutes zu thun; Sinn in meine Seele, du aber Leiden und deine liebster Freund. Laß mich Schmach, Kreuz und Noth doch gefinnet werden, wie willig zu übernehmen, ge- du auch warest. Laß mich het mir schwer ein. Wo doch lieber das Kreuz ersoll ich aber endlich Ge- dulden und deine Schmach duld herkriegen, entweder erwählen, als eine kurze in gegenwärtiger böser Zeit, Zeit Ergohung, Lob und oder auch im künftigen bb- Beifall mit Sünden haben. sen Stündlein, ia in der Gieb mir, du Brunn aller letten Todesnoth? Ach du Tugenden, ein gutwillig leidsames Lamm, in dich Herz, dem Vater in dir winde ich mich mit allen mei- ein Opfer zu werden, und nen Begierden und Kräften dir nicht mehr zu widerein, und wickle mich in dein streben, wenn du mich auch Leiden durch einfältigen zu meinem Besten hart halGlauben. Ja ich will nir- ten müßtest um meiner Ungends als in deinen Wun- art willen. Verleihe mir, den Kraft suchen wider mei- deinen guten und treuen ne Unart; den in dir und dei- Willen an mir zu erkennen, 30 Q daß ich nimmermehr wider nem Herzen finde ich alles, was mir mangelt. Deine dich in langwierigen oder Lammesart überwinde doch größern Leiden murre, viel we Morgengebet am Sonnabend. 31 weniger deiner Hand zu ent-[ mich dir auch in der größgehen trachte. Deine Lie- ten Gefahr enthalte, und be müsse mich in allen 3u- wie die drei Männer im fällen zufrieden sprechen Ofen oder Daniel unter und überzeugen, wie mir den Löwen bewahre. Ja, ohne deinen Willen nichts HErr JEsu, vereinige all begegnen kann, ja wie ich mein Elend mit deinem noch viel mehr nöthig hätte, heiligen Leiden, und beneund dir zu größern Züch- deie es mir durch dessen tigungen so manchen An- Kraft zu meinem Besten laß gegeben. Dein williger und Seligkeit, auf daß du Geist wirke in mir freu- an mir allezeit hochgepreidige Hoffnung, Lust zum set werdest in Lieb und Leid, Leiden, Treue und Bestän- im Leben und Tod, ja in digkeit, Demuth und Ver- die Ewigkeit der Ewigkeiurtheilung meiner selbst. ten. Amen. So wirst du mich nicht dürfen nach der Schärfe richten, sondern nur väterlich züchtigen, und zwar zu Abulf, daß ich dich diebba, Nuß, daß ich deine Heili gung gewiß erlange. Osen Morgen und allezeit im so heilige und segne alles Geist und in der Wahrheit Widrige zu meiner Besse- anbete, aber auch nichts berung. Bewahre meinen gehre, als was dein Wille ist. Glauben wie Gold im Erleuchte mich mit deinem Feuer der Leiden, entzun heiligen Geist, und reinige de desto mehr Liebe in mir, mein Gewissen von allen und befestige die Hoffnung. todten Werken, dir, dem Vor allen Dingen aber gieb lebendigen GOtt, heut und mir den Geist der Gnaden allezeit zu dienen durch und des Gebets, daß ich Verdienst deines Sohnes nie verdrossen oder můde Jesu Christi. Gieb, daß werde, dich in der Noth ich nichts in mein Geminth anzurufen. Dein heilig Lei- faffe, als was dir gefällt. den stärke mich in allem An- Siehe, ich bin dein, und liegen, und dein Geist wol- du hast mich deinem Sohn le mir solches stets leben- in der Buße gegeben; setze dig und mich dadurch stark du solche täglich in mir machen, wie du von einem fort durch deinen heiligen Engel gestärket wurdest. Geist, daß ich wider alles Wehre dem Geist der Trau- Böse ernstlich streite, und rigkeit, daß er mich nicht mir mein Christenthum eisichte in Leidenszeit oder nen rechten Ernst sein lasſe. in Kleinmuth stürze: son- Wende von mir ab alle der gieb mir deinen freu- unnüße und böse Worte digen willigen Geist, der und Werke, sei durch dein Wort Morgengebet am Sonnabend. 32 Bußgebet.ardz Wort ein Richter der Ge- tes. Und was soll ich vor danken und der Sinne des dir sagen, o du Richter alHerzens. Auch bewahre les Fleisches? Hier stehe ich meinen Fuß, daß ich nicht vordir nackend undbloß, und auf verbotenen Wegen ge- weiß von nichts, als von deihe; denn du weißfi, lieber ner unergründlichenBarmVater, wie viel Feinde um herzigkeit, die sich in dem und nach meiner Seele ste- Tode deines Sohnes offenhen, und wie leicht ich be- baret hat. In demselben růcket und befleckt werde. Leiden und Sterben JEsu HErr, es soll auch dein Chrifti wollest du dich meiRuhm alleine sein, wenn ner erbarmen, und meine du meine Hülfe wider das Seele von den schweren Straucheln sein wirst, und Sündenbanden erlösen und mein Glaube wird dadurch befreien. Nimm mich auf gestärket werden, daß ich in deine unergründliche dir ewiglich anhange und Barmherzigkeit, darein du nicht von dir weiche. Ich alle buffertigen Sünder will auch deine Wunder eingelassen haft, und erlöse andern erzählen, die du auch mich aus der Hölle; errette sowohl als mich zu dir zie- mich vom Tode, absonderben und in Seilen deiner lich von meinem eigenen Liebe leiten wolleft durch Willen, der mich von dir den Sohn deiner Liebe in getrennet hat. Ich kann Kraft des heiligen Geistes. mich selber weder bekehren Amen. noch bessern, darum hilf du mir meine Sünden durch dein Verdienst überwinden, und ziehe mich zu deinem Sohne, der sich selbst für mich gegeben hat, auf daß ob ichs wohl nicht würdig ich von den Stricken des bin, und bitte dich, du wol- Feindes erlöset werde, und lest mich selber bekehren und dein Heil in Christo erfahre. überzeugen, wie treulos ich Ach erwecke mich selber aus an deiner Gnade worden meinem Tode zum wahren bin. Denn ich liege im neuen Leben, und wende Schlamm der Sünden und mein Herz, Muth und Sinn bin gleich dem verlornen ganz zu dir, daß ich diesen Sohn, der sein väterlich Augenblick die Eitelkeit verErbe verprasset hat. Ich lasse, und mich bekehre, danehme aber dennoch in mei- mit ich lebe. Erleuchte ner Noth Zuflucht zu dir, mich selbst zu einem neuen und leugne nicht, daß ich Leben, das in Christo ist, vor dir gesündigt habe, und und schenke meiner armen dadurch todt und blind bin hungrigen Seele deine verworden am Reiche GOt- borgene Kraft, die da mit th= Bußgebet. großer, unermeßlicher HErr und GOtt, ich komme vor dein Angesicht, Abendgebet am Sonnabend. 33 ihrer heilsamen Gnade alle dige meinen Leib und Seele Menschen züchtiget, daß ich durch deine unverdiente vor dir gesättiget, getröstet, Barmherzigkeit, die mir gereiniget und selig gema- besser ist, denn das Leben. chet werde. Durch dein Thue mir auf deinen erbarBlut und Tod hilf mir, menden Schooß der Gnalieber HErr GOtt! Dar- den, und bedecke mich in deiein ergebe ich mich zu meiner Hütten zur bösen Zeit. ner Erlösung, ja ich lasse Ja wenn mir mein Feind dich nicht, du segnest mich am nächsten sein möchte, denn. Amen. so sei du mir doch noch viel näher, und beweise, daß du der Hüter Israels bist, der nicht schläft noch Abendgebet am Sonnabend. o Himmel, alle Ehre al- auch nicht sicher werden, lein gegeben, daß du mich sondern erwecke meinen bis hieher geführet, und so- Geist, zu dir zu seufzen und wohl den Tag, als die ganze auch beim Schlaf an dir Woche vollendenlassen. Ich zu hangen. So soll mich bekenne dir zum Preis, daß nichts von dir trennen, denn ich nicht einmal bei Leben ich lasse dich nicht, du seg= bleiben, geschweige ruhig nest denn mich und alle, leben können, wo dein Auf- die es mit mir begehren. sehen nicht meinen Odem Amen. bewähret håtte. Wer sollte sich nun einem solchen holdseligen HErrn und Vater nicht weiter anvertrauen? ſo Lob des dreieinigen GOttes. immlischer Vater, ich nerstes nach dir, daß ich in Sohn in dem heiligen Geist, dir und du in mir bleibest, und bete dich an in meiund ich ohne dich, HErr nem Herzen, wollte auch JEsu, nichts thue, ja nicht nicht gerne etwas anders ruhe, bis ich dich lebendig denken oder sagen, als was in mir wohnend und wir- dein Wille ist. Dich preise kend habe. O beruhige ich, Vater und HErr Himmein Herz in dir durch wah- mels und der Erden, daß re Bekehrung zu dir, laß du mich nicht nur geschafd deine Liebe stärker sein als fen, denn das wäre mir meinen Tod der Eitelkeit nach dem Fall noch feine und als alles in der Welt, Seligkeit, sondern auch in damit ich durch dich in al- Christo zur Herwiederbrinlem weit überwinde, was mich anficht und verunruhiget. Lege deine Linke ungung verordnet und erwählet, und durch den heiligen Geist berufen und zu ter meine Rechte und befrie- deinem Reich eingeladen haft. 34 Gebet eines busfertigen Sünders. hast. Ach laß mich dich neu gebierest. Dein Troft für diese unzähligen Wohl hat mich immerzu aufge= thaten jetzt und allezeit richtet, deine Wahrheit würdiglich anbeten, ehren treulich gelehret, deine und lieben, damit ich auch Kraft unterstützet, deine eine neue Kreatur werde, Liebe erquicket, dein Leben geschaffen in Christo zu gu- erwecket. So nimm dafür ten Werken. Ich danke meinen ganzen Willen mit dir, o ewiger Sohn GOt- deinem Lobe ein, und betes, der du von deinem Va- size, brauche und regiere ter mir gemacht bist zur mich wie du willst. Laß Weisheit, Gerechtigkeit, mein Herz und Mund deines Heiligung und Erldsung. Ruhms voll werden, und Du bist um meinetwillen mache mich zu einem heiliMensch worden, und hast gen Werkzeug deines Lobes mich von meinen Feinden hier und ewiglich. Amen. dadurch wollen frei machen, Vor der Beichte. auf daß ich dir dienete ohne Furcht mein Lebenlang. Gebet eines busfertigen So ergebe und widme ich Sünders um Vergebung seiner Sünden. mich nun fraft dieser dei= ner Erlösung zu deinem Lobe und Dienst, damit Barmherziger GOtt, unich alles bloß zu deinem dein Zorn, Lob und Gefallen hinfort welchen du allen muthwilthue, wolle und rede. Ich bin dir allzu theuer erkauft, wie sollte ich mir selbst leligen Sündern drauest; aber unermeßlich ist deine Gnade, welche du allen ben oder meine Ehre su- busfertigen Sündern verchen? Nein dir, o du heißen hast. Darum rufe Lamm, das für mich er- ich aus der Tiefe, HErr, würget ist, gebührt Preis zu dir: erhöre meine Stimund Ehre, Weisheit und me, laß mein Flehen vor Stärke, Heil und Sieg in dich kommen, und vergieb Ewigkeit. Denn du hast mir alle meine Sünden. uns erkauft mit deinem Denn du bist gnädig, barmBlute, und willst uns zu herzig, geduldig und von Königen und Priestern ma- großer Güte. Du hast keichen vor deinem Vater. nen Gefallen am Tode des Auch sage ich dir Dank Gottlofen, sondern willst, und Lob, o heiliger Geist, daß er sich bekehre und lebe. weil du mich durch deine Darum sei mir gnädig, der Güte, Kraft und Weisheit ich mich durch deine Gnade bis anhero so treulich ge- zu dir bekehre, und laß wonnen, regieret, geleitet mich nicht sterben, sondern und erhalten hast, und mich leben. Du willst nicht, daß zur lebendigen Hoffnung einer soll verloren werden, son Gebet eines bekehrten Sünders. 35 sondern daß sich jedermann und Vollbringung des Bbjur Buße bekehre. Dar sen Sündliches begangen. um erbarme dich meiner, Heilige meinen Willen, daß mein GOtt, und vergieb ich je länger je mehr das mir alle meine Sünden, Bose hasse und das Gute der ich mich in wahre Bu- liebe. Zerschlage mein Herz, se von der Finsterniß zum daß ich meine Sünden Licht und von der Gewalt ernstlich bereue, und stärke des Satans zu dir bekehre, meinen Glauben, den du Handle nicht mit mir nach durch die bekehrende Gnade meinen Sünden, sondern in meinem Herzen gewirnach dem Reichthum dei- fest hast. Und weil ich mir ner Gnade in Christo JEsu. beständig vorgenommen, Sei mir gnädig nach dei- die reizenden Lüste meiner ner Güte, und tilge alle verderbten Natur zu dămmeine Sünden nach deiner pfen, wissentlich in feine großen Barmherzigkeit. Sünde zu willigen, sonWasche mich wohl von mei- dern züchtig, gerecht und ner Missethat, und reinige gottselig zu leben, so hilf, mich von meinen Sünden daß ich durch deine Kraft um Jesu Christi, deines vollbringe, was ich mir lieben Sohnes, meines durch deine Gnade vorgeHeilandes willen. So will nommen zu deines herrliich deinen Namen rühmen chen Namens Ehre und hier in der Zeit und dort meiner Seelen Seligkeit, in Ewigkeit. Amen. um JEfu Chrifti meines Erlösers willen. Amen. Gebet eines bekehrten Sünders. nådigerGOtt, ich weiß, daß ohne dich und deine Gebet eines Wiedergebornen um Vergebung seiner fündlichen Schwachheiten. gnädigen Wirkungen niemand seine Sünden weder Nicher Bater, mir vorachdem ich lieber so heilsam erkennen, noch so herzlich bereuen kann, genommen, zum Tische des wie es dein heiliger Wille HErrn zu gehen, so komme genugsam erfordert: darum ich zu dir, und bitte debitte ich demüthig, verleihe müthigst um Vergebung mir Gnade und Kraft, da aller meiner Sünden. mit beides nach deinem Denn ob ich gleich nach Wohlgefallen geschehen geschehener Prüfung mich mdge. Erleuchte meinen durch deine Gnade frei von Verstand, daß ich erkenne, der Sünden Herrschaft bewas ich wider dich mit Ge- finde; so bin ich doch von danken, Worten und Wer- dem einwohnenden Uebel ten gesündigt oder durch und was aus demselben Unterlassung des Guten ohne meinen Willen und Wohl Seufzerlein beim Beichten Wohlgefallen entstehet, so ken das Blut Christi, zu gar nicht frei, daß ich viel- deines allerheiligsten Namehr zu sagen habe: In mens Ehre und meinem mir, das ist, in meinem ewigen Heil. Amen. Fleische, wohnet nichts 36 Gutes, und zu klagen: Seufzerlein, Ich elender Mensch, wer indem man beichten wird mich erlösen von dem will. Leibe dieses Todes! Denn Mein GOtt! wie viel sündliche Neigungen und Bewegungen finde ich bitte von ganzem Wie Herzen, sei mir gnåMein Heiland! oft wird aus einem bloßen dig, und vergieb mir alle Gedanken eine böse Be- meine Sünden, um des gierde, und aus einer bd- theuren Verdienstes JEsu sen Begierde eine sündliche Christi, meines Heilandes Ergozung. Wie oft setzet willen. Amen. mir die böse Lust so zu, daß zwischen mir und dem geist- Du hast gesagt: wer zu lichen Tode nichts mehr dir kommet, den wolleft übrig ist, als die Einwil- du nicht hinausstoßen. Auf ligung und Vollbringung. diese deine tröstliche VerDaß aber diese nicht er heißung komme ich und folget, solches habe ich dei- bitte, laß mich Gnade finner Gnade einzig und al- den vor deinen Augen, und lein zu danken. Wie viel vertritt mich bei deinem mals sündige ich, daß iche himmlischen Vater zu meinicht weiß, wie viel- ner Seelen Heil und Semals geschichts aus ligkeit. Amen. Schwachheit mit Gedanfen, Worten und Werken. Darum bitte ich herzlich, vergieb mir, lieber Vater ich nicht allein in wahrer im Himmel, alle meine Bußfertigkeit mit Mund Sünden, um deiner Güte und Herzen beichte, sonwillen. Vergieb mir, was dern auch die Stimme ich ohne Vorsatz, aus Un- deines Dieners annehme bedacht oder Uebereilung als deine Stimme, zur Sündliches geredet oder Stärkung meines Glaugethan, um deiner Barm- bens und zu mehrer Verherzigkeit willen; verzeihe ficherung der gnädigen mir alle verborgene Fehle. Vergebung meiner SunDu bist ia treu und gerecht; den um Chrifti willen. darum vergieb mir nach Amen. Heiliger Geist! Erwecke mein Herz, daß deiner Verheißung, und( Siehe die Buslieder, mache mich würdig zu es- und betrachte eins nach sen den Leib und zu trint- dem andern andächtig. Nach Sündenvergebung. 37 Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen. Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünde vergiebt, und frönet dich mit Gnade und Barmherzigkeit. Laß mich ferner Gnade finden, und bereite mich durch deinen heiligen Geist, damit ich im heiligen Abendmahl würdig esse den Leib und trinke das Blut Christi zu mehrer Versicherung deiner Gnade und der gnädigen Vergebung meiner Sunden, um JEsu Christi, deines liebsten Sohnes, meines Heilandes willen. Amen. Danksagung eines wiedergebornen Kindes GOttes, zens find, und hilfft denen, Mein Bater, wie kann die ich dir vergelten alle haben. Denn da ich rief, deine Wohlthaten, die du hörtest du es, und halfest mir lebenslang erwiesen haft mir aus meiner Noth. und noch täglich erweisest? Nun kann ich aus eigener Denn du hast mir gegeben Erfahrung sagen, daß deine Seel und Leib, und was Barmherzigkeit groß und ich an Seel und Leib Gu du dich gnädig finden läs- tes habe, das habe ich von seft denen, die sich zu dir dir. Du hast durch das bekehren. Nun merke ich, Blut deines lieben Sohnes daß du nicht handelst mit mir erworben Gnade, Geuns nach unsern Sünden, rechtigkeit, Friede, Leben und vergiltst uns nicht nach und Seligkeit. Du hast unserer Missethat; sondern, durch die Heiligung des so fern der Morgen ist vom Geistes mich aller der erAbend, läsfest du unsere worbenen Güter theilhaftig Uebertretung von uns sein; gemacht. Denn du haft und wie sich ein Vater mich vom geistlichen Tode erbarmet über seine Kinder, befreiet, und zum geistlichen so erbarmest du dich über Leben wiedergeboren. Du die, so dich fürchten. Dar- hast mich von der Gewalt um lobe den HErrn, meine des Satans errettet, und in Danksag. n. erlangter Nach der Beichte. Danksagung eines Bußfertigen, nach erlangter Vergebung der Sünden. Sn nådiger GOtt, barmherziger Vater, ich sage dir von Herzen Dank, daß du mein Gebet erhöret, und mir um Christi willen alle meine Sünden vergeben hast. Nun er fahre ich in der That, daß du keinen Gefallen habest am Tode des Gottlosen, sondern wollest, daß er sich bekehre und lebe. Denn du hast meine Seele vom Tode und mein Leben vom Verderben errettet. Nun empfinde ich in der Wahrheit, daß du bist nahe denen, die zerbrochenes Her 38 Gebet um die Gnade der Heiligung. in das Gnadenreich JEsu ieht mir aus Gnaden alle Christi versetzet. Du hast Sünden vergeben hast. mir gegeben den Glauben, Darum lobe den HErrn, und durch denselben alle meine Seele, und was in meine Sünden vergeben. mir ist seinen heiligen NaDu hast mich zum Kinde men. Lobe den HErrn, angenommen, und zu meh- meine Seele, und vergiß rer Versicherung des ewi- nicht, was er dir Gutes gen Erbes den Geist der gethan hat; der dir alle Kindschaft geschenket. Du deine Sünden vergiebt, und hast dich mit mir im Glau- heilet alle deine Gebrechen; ben vereiriget, und ver- der dein Leben vom Vermöge der Vereinigung mit derben erlöset, der dich frdgetheilet allen Reichtbum net mit Gnade und Barmdeiner Güte in Christo JE- herzigkeit Laß mich ferner su. Du hast durch den heili- Gnade finden vor deinen gen Geist meinen Verstand Augen. Lehre mich thun erleuchtet, meinen Willen nach deinem Wohlgefallen; geheiliget, meine Begier denn du bist mein GOrt. Sen gezähmet und meine Dein guter Geist führe Glieder zu Waffen der Ge- mich auf ebener Bahn. Errechtigkeit gemacht. Du halte mein Herz bei dem hat mich durch die Gnade Einigen, daß ich deinen der Heiligung befreiet von Namen fürchte; so will ich der Herrschaft der Sünde, deinen Namen preisen hier und Kräfte gegeben, zu im Reich der Gnaden und leben in Gerechtigkeit und dort im Reich der HerrHeiligkeit. Du hast mich lichkeit. Amen. im wahren Glauben erhalten, und durch denselben Gebet eines Gerechtferin deiner Gnade behalten. tigten um die Gnade der Du hast mich mit vielem Heiligung. Verschonen regieret, und mit Gnädiger Gott, nachdu mir alle meine großer Geduld ertragen. Sünden vergeben, und mich Du hast mir vergeben alle zum Kinde angenommen meine Sünden, da ich zum bast, so bitte ich demüthig: Kinde von dir angenom- Schaffe in mir ein reines men wurde, und was ich Herz, und gieb mir einen hernach aus Unwissenheit neuen gewissen Geist. Eroder Schwachheit gesündi- leuchte meinen Verstand get, das hast du mir nicht mehr und mehr, zu erkenzugerechnet; sondern wie nen deinen Willen, und heiein Vater fich erbarmet lige meinen Willen, zuthun über seine Kinder, so haft nach deinem Wohlgefallen. du dich über mich erbar- Gieb mir Kraft, zu kreuztmet; wie du denn noch gen mein Fleisch sammt den bd= Vor dem heiligen Abendmahl. 39 bösen Lüsten und Begier- würdig machest. Darum den, damit ich, der Sünde komme mir zuvor mit deiabgestorben, der Gerechtig- ner Gnade, und bereite keit lebe. Laß mich wach- mich. Nimm dich meiner sen an dem geistlichen Leibe, Seelen an nach deiner groda JEsus Christus das ßen Liebe. Gedenke, daß Haupt ist, und täglich zu- ich von mir selber zwar nehmen an dem inwendi- viel Böses, aber nichts gen Menschen. Mache aus Gutes habe, und hilf mir meinen Gliedern Waffen um deiner Güte willen. der Gerechtigkeit, daß sie Siehe doch, wie arm und heilig werden. Mache mich elend ich bin ohne dich. fruchtbar in allen guten Gedenk an deine Treue, Werken. Leite mich in alle du Heiland der Welt, und Wahrheit. Erhalte mich im erfülle mein Herz mit Gnawahren Glauben und durch de. Wie gern wollt ich denselben in deiner Gnade mit brünstiger Andacht in Nimm gnädig von mir, was völligem Glauben hingemich unwürdig macht des hen; aber das Vollbringen Lisches, welchen du für fehlet mir, wenn ichs von deine Kinder bereitet hast, dir nicht erlange, du Anund gieb mir nach deiner fånger und Vollender des Güte, was zur würdigen Glaubens. Darum nimm Genießung nöthig ist. So gnädig von mir, was dir will ich deinen Namen rüh- mißfällt, oder bedecke es men hier zeitlich und dort mit dem Rocke deiner Geewiglich. Amen. rechtigkeit, und gieb mir, ( Sefiehe ferner die Dank- was dir wohlgefällt. Wohl lieder, und betrachte der Seele, die dir angeeins nach dem andern.) nehm! Entledige mein Herz von allen fremden Vor dem heiligen Gedanken, und mein GeAbendmahl. muth von aller Zerstörung und Zerstreuung. Du hast Gebet um die Gaben, deinen Jüngern die Füße welche zum würdigen Ge- gewaschen, ehe sie das heinusse nöthig sind. lige Abendmahl genommen. ter komme ich, mein Wasche mich auch, daß Heiland, auf deine ich rein werde von aller freundliche Einladung. Laß Unreinigkeit. Stärke metmich Gnade finden vor det- nen Glauben, entzünde nen Augen, du Liebhaber meine Liebe, vermehre metdes Lebens. Wäre ich gleich ne Hoffnung, erwecke meiheiliger als die Engel, 10 ne Andacht. Heilige mich wäre ich doch deswegen durch und durch, auf daß nicht würdig dieses Tisches, ich in herzlicher Zuversicht es sei denn, daß du mich hinzutrete, mit reinem 41 Mun 40 Sehnl. Verlangen nach d. heil. Abendm. Munde und heiligem Her-| Arznei wider alle Seelettzen nehme, esse und trinke krankheit, ein heilsames zu meiner Seelen Leben, Mittel wider den geistlichen Heil und Segen. Amen. und ewigen Tod. Erhebe meine Seele über alle menschliche Vernunft und über alle leibliche Sinne. Du bist meiner Seelen ewiges Leben und meines LeSehnliches Verlangen ei ner gläubigen Seele nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Mein Heiland, wie groß bens einiger Aufenthalt. In und dir volle Genüge. wie unaussprechlich deine Zeuch mich nach dir. ErTreue! Wer kann dich ge- quicke mich nach deiner gnanugsam lieben und nach digen Verheißung. Stärke Würden loben? Sollte ich meinen Geist nach allen gleich in Gegenliebe ganz seinen Kräften um deiner zerfließen, so würde es doch, Gute willen. Laß mich semein Lieber, gegen deine hendeine Freundlichkeit und Liebe weniger zu achten schmecken deine Süßigkeit. sein, als ein Tropfen ge- Laß mich spüren deine gen das große Meer. Denn Gnade und empfinden deidu bist die ewige Liebe ne Güte. Speise meine selbst. Was ist aber das Seele mit deinem Leibe, Endliche gegen das Unend- und tränke sie mit deinem liche? Selig sind, die dei- Blute, damit sie weder ner Liebe wirklich genießen. hungern noch durften mdSelig sind, die du im Abend- ge in Ewigkeit, zu deines mahl speisest und tränkest. heilgen Namens Ehre und Denn was ist dieses Mahl meiner ewigen Seligkeit. anders, als ein Berzis dei- Amen. ner Liebe, ein Pfand deiner beständigen Treue, ein Danksagung für die EinBand der geistlichen Ver- sehung und Stiftung des Abendmahls, einigung, ein Zeugniß dei- heiligen ner gnädigen Gegenwart, nebst Anrufung um würein Gedächtniß deines Lei- dige Bereitung und heildens, ein Siegel der Aufsamen Gebrauch. erstehung zum ewigen Le- ch du holdseliger, liebeine der ewigen Seligieit. Dar- freundlicher HErr JEsu um verlanget und sehnet Christe, welch eine große sich meine Seele. Laß mich Liebe haft du uns durch in der That erfahren, daß die Stiftung des heiligent diese Speise sei eine Stärke Abendmahls erzeigt, daß in Schwachheit, ein Trost du uns mit deinem heiliin Traurigkeit, eine Freude aen Leib und Blut speisest in Leiden, eine bewährte und tränkest! Was kann Tröst Danksagung f. d. Einsetzung d h. Abendm. 41 dein Blut, welches auch zeuget und rufet in unserm Herzen; dadurch hast du wollen zu Hülfe kommen unserm schwachen Glauben. Denn ob uns wohl Tröstlichers gesagt werden, unserer Erlösung, nämlich denn dies Wort: Wer mein Fleisch isset, und mein Blut trinket, der bleibet in mir und ich in ihm? Was ist Tröstlichers, denn in Christo bleiben? Was ist Freundlichers, denn daß du in uns dein Wort kräftiglich im bleibest? Wenn wir in dir Glauben stärkt, so wird und du in uns bleibest, was doch der Trost kräftiger, kann uns Tod und Teufel wenn wir dies Wort hdschaden? In dir sind wir ren: Das ist mein Leib für ja sicher vor allem Unglück. euch gegeben; das ist mein Ach mein GOtt und HErr, Blut, welches für euch was bin ich, daß du mir vergossen ist, zur Vergedich giebst zur Speise und bung der Sünden. DarTrank? Ich bin Erde und um, o mein Herz, was Asche, ein stinkend Gefäß, trauerst du? was zagest du? und du legest einen so ed- was fürchtest du Tod und len Schatz in mich; daran Berdamminiß? Ist doch erkenne ich deine große Lie- dein HErr und Erlöser für be, weil du mir ein so gro- dich gestorben, und giebt Bes Pfand der Liebe giebst, dir zum Pfande deiner Erdas ja nicht größer sein lösung seinen heiligen Leib kann im Himmel und auf und Blut, auch zum Pfande Erden. Das Pfand des seiner herzlichen Liebe und Geistes hast du mir zwar der Vereinigung mit dir, gegeben, daran ich erkenne, daß dich weder Tod noch daß ich ein Kind GOttes Leben von ihm scheiden bin; aber im Abendmahl soll. Ach mein GOtt und giebst du mir das Pfand HErr, lehre mich bedendeines Leibes und Blutes: fen, mit was demüthigem daran erkenne ich, daß du Herzen ich diesen edlen mein Bruder bist, mein Schaß empfangen solle. Fleisch und Blut. Welch Ach ich Unreiner komme einen herrlichen und gro- zu dem Brunnen aller ReiBen Zeugen meiner Erld- nigkeit; ich Elender und sung giebst du mir im hei- Durftiger komme zu dem ligen Abendmahl! nemlich dein Blut, welches auf dem Gnadenbrünnlein; ich Erden zeuget von unserer Kranker komme zu dem Erldsung; denn obwohl der rechten Arzt; ich Hungriheilige Geist auch dein Zeu- ger und Durstiger zum ge ist in unserm Herzett, rechten Himmelsbrod und so hast du doch auch uns Brunnen des Lebens. Du einen äußerlichen Zeugen aber, du Allerheiligster, und Siegel geben wollen kommst zu den Unheiligsten. Wo Reichen; ich Sünder zu 41* 42 Danksagung f. d. Einsetzung d. h. Abendm. Wo hat man je so eine GOttes und meines NächWunderliebe gehört, daß sten vermehrt werden, denn der HErr aller Herren zu daß mich mein HErr Chrieinem armen Bettler stus durch seinen Leib und kommt; ja daß ein solcher Blut mit ihm und allen armer, elender Mensch den Gläubigen vereiniget und HErrn Himmels und der Einen Leib aus uns maErden zu eigen haben solle, chet? Wie kannst du mir, zur himmlischen Speise und o lieber HErr, meine HoffTrank. Ach laß mich ja nung besser stärken und dieser Liebe nimmermehr kräftigen, denn daß du m vergessen, laß mich deines mit einer unsterblichen Leidens und Todes ohn Speise ins ewige Leben Unterlaß eingedenk sein, speisest? Ach mein HErr auf daß meine Seele da- und GOtt, ich bitte dich durch gespeiset und getrån- demüthiglich, weil du mein fet werde geistlicher und Fleisch und Blut worden himmlischer Weise ins ewi- bist, laß mich auch alles, ge Leben. Denn in deinem was dir wohlgefällt, lieLeiden und Tod ist alles, ben; deinen Willen laß was meine Seele erquik- meinen Willen sein; was ken und wonach ihr hun- dir zuwider ist, laß auch gern und dürsten kann. mir zuwider sein; mein Ach bereite mein Herz Fleisch und Blut ist dein würdiglich durch wahren Fleisch und Blut, und dein Glauben, durch wahre Fleisch und Blut ist mein Buße, Liebe und Demuth, Fleisch und Blut; darum zu empfahen diesen großen laß michs nicht zur Sünde Schatz. Welch einen schö- mißbrauchen, sondern dir nen Tabernakel und Lem- allein zu Ehren und Wohlpel bereitete Moses und gefallen. Laß mich auch Salomon dem Gnaden- hinfüro durch Kraft deistuhl! Ach schmücke meine nes Fleisches und Blutes Seele mit dem Licht der williger und stärker werAndacht, mit dem Gold den, mein Kreuz zu traund Glanz des Glaubens, gen, geduldig sein in Trübmit den schönen Teppichen fal, demüthig in Verachder Liebe und Demuth, mit tung, sanftmuthig in Beder Krone der Hoffnung, leidigung, brünstig und bevermehre und stärke in mir ständig in der Liebe, antalle geistlichen Gaben. dächtig im Gebet, daß ich Denn wie kann mein die Kraft deines Leibes und Glaube besser gestårket Blutes in meinem Leben werden, als wenn die Ver- und die Frucht deiner Ergebung der Sünden durch Ibsung in meinem GlauChristi Blut versiegelt und ben allezeit fruchtbarlich ins Herz geschrieben wird? empfinden möge. Amen. Wie kann in mir die Liebe Gebet vor Empfahung des heil. Abendm. 43 Err JEfu Christe, mein liche Kleid des Glaubens, durch welchen ich dein heilig Verdienst ergreife, und dasselbe mein schönes Kleid festhalte und bewahre, dagetreuer Hirt und Bi- mit ich nicht ein unwürschof meiner Seelen, der diger Gast bin. Gieb mir du gesagt haft: Ich bin ein demüthiges, versöhndas Brod des Leben, wer liches Herz, daß ich metvon mit isset, den wird nen Feinden von Herzennicht hungern, und wer grund vergebe. Tilge aus an mich glaubet, den wird meinem Herzen die Wurzel nimmermehr dürften. Ich aller Bitterkeit und Feindkomme zu dir, und bitte seligkeit; pflanze dagegen dich demüthiglich, du wol- in meine Seele Liebe und left mich durch wahren Barmherzigkeit, daß ich Glauben bereiten, und jum meinen Nächsten, ia alle würdigen Gaste machen Menschen in dir lieb habe. dieser himmlischen Mahl- Ach du wahres Osterlämmzeit; wollest mich, dein ar- lein, set du meine Speise, mes Schäflein, heute wei- laß mich dich genießen und den auf deiner grünen Au- essen mit bittern Salzen en, und zum frischen Was- der herzlichen Reue und ser des Lebens führen. Du mit dem ungesäuerten wollest meine Seele er- Brode eines heiligen bußquicken, und mich auf rech- fertigen Lebens. Ach ich ter Straße führen um dei- komme zu dir mit vieler nes Namens willen. Du großen Unsauberkeit belawollest mich würdig ma- den: ich bringe zu dir einen chen zu deinem Tisch, und unreinen Leib und Seele, mir voll einschenken den voller Aussaß und Greuel. Becher deiner Liebe und Ach reinige mich, du höchste Gnade. Ich armes Schäf- Reinigkeit. Dein heiliger lein komme zu deiner Wei- Leib, als er vom Kreuz de, zum Brod des Lebens, abgenommen ward, wurde zum lebendigen Brunnen. in eine reine Leinwand geAch du wahres süßes Him- wickelt. Ach wollte GOtt, melbrod, erwecke in mir ei- ich möchte dich mit so reinen geistlichen Hunger und nem Herzen aufnehmen, heiligen Durst, daß ich nach als es dir wohlgefällig. dir schreie, wie ein Hirsch Ach daß ich dich mit heischreiet nach frischem Was- liger Andacht umfahen und ser. Vor allen Dingen in meine Liebe einwickeln, aber gieb mir wahre herz- und mit den Myrrhen des liche Reue und Leid über zerbrochenen Herzens und meine Sünde, und lege Geistes salben sollie. Das mir an das rechte hochzeit- Himmelbrod maßte in einem Gebet vor Empfahung des heiligen Abendmahls. 44 Danksagung nach dem heil. Abendmahl. nem güldenen Gefäß auf-| deiner Liebe, den Geruch gehoben werden zum Ge- deines seligen, ewigen Ledächtniß in der Lade des bens, den Geschmack deiBundes. Ach wollte GOtt, ner Gerechtigkeit, die ich möchte dich in einem Schönheit deiner Freundganz reinen Herzen bewah- lichkeit, die Lieblichkeit deiren. Ach mein HErr, du ner Güte, die Zierde deihast ja selbst gesagt: Die ner Demuth, die Frucht Starken bedürfen des Arz- deiner Barmherzigkeit. Ach tes nicht, sondern die mein himmlischer Arzt, ich Kranken: ach ich bin krank, bringe zu dir eine tødte ich bedarf deiner, als mei- Seele: mache sie lebendig; nes himmlischen Seelen- eine kranke Seele: heile arztes. Du hast ja gesagt: fie; ein Herz, das leer ist Kommet her zu mir alle, von allen wahren gründdie ihr mühselig und be- lichen Tugenden: erfülle es laden seid, ich will euch mit deiner Gnade, mit deierquicken. Ach HErr, ich nem Geiste, mit deiner komme mit vielen Sünden Liebe, mit deiner Sanftbeladen; nimm sie von mir, muth, mit deiner Demuth, entledige mich dieser gro- mit deiner Geduld. Ach ßen Bürde. Ich komme du wahres Brod des Leals ein Unreiner: reinige bens, speise mich ins ewige mich! als ein Bliuder: er- Leben, daß mich in Ewigleuchte mich! als ein Ar- keit nicht hungere noch mer: mache mich an mei- dürste; in dir habe ich volle ner Seele reich! als ein Genüge, du bist mir alles, Verlorner: suche mich! als bleibe ewig in mir, und ein Verdammter: mache laß mich ewig in dir bletmich selig! Ach JEsu, ben, wie du gesagt haft: mein liebster Seelenbrau- Wer mein Fleisch isset und tigam, führe mich von mir mein Blut trinket, der selbst ab, und nimm mich bleibet in mir und ich in auf zu dir, ja in dich; denn ihm, und ich werde ihn in dir lebe ich, in mir sel- auferwecken am jungsten ber sterbe ich; in dir bin Tage. Amen. ich gerecht, in mir bin ich eitel Sünde; in dir bin ich selig, in mir bin ich lauter Verdammniß. Ach du mein himmlischer Bräutigam, fomm zu mir, ich will dich führen in die Kam= llertheuerster Heiland, mer meines da groß sind will ich dich küssen, auf der und deine Gedanken, daß mich niemand höhne. die du an uns beweisest. Bringe mir die Süßigkeit Dir ist nichts gleich, ich will Nach dem heiligen Abendmahl. Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. Danksagung nach dem heil. Abendmahl. 45 will sie verkündigen und gegeben deinen Leib und davon sagen, wiewohl fie Blut zu mehrer Versichenicht zu zählen sind. Denn rung deiner Gnaden und du hast dich erniedriget, meiner geistlichen Erldsung. mich zu erhöhen. Du hast Darum freuet sich mein menschliche Natur an dich Herz und meine Seele ist genommen, damit ich der fröhlich; denn was hätte göttlichen möchte theilhaf- ich wohl Besseres begehren, tig werden. Du hast dich und was hättest du mir gefangen nehmen und bin wohl Heilsamers geben den lassen, damit ich von können, als daß du mich den Stricken des Satans mit deinem Leibe gespeiset und Banden der Sünden und mit deinem Blut gelos würde. Du hast be- trånket hast, über aller zahlet, was du nicht ge- Menschen Vernunft ganz raubet, mich von aller wunderbarer Weise. Nun Schuld zu befreien. Du erfahre ich in der That, daß bist um meiner Sünde wil dein Fleisch sei die rechte len gestorben, und um mei- Speise und dein Blut ſei ner Gerechtigkeit willen der rechte Trank. Denn auferwecket. Wie kann ich wie ich von dem sündlichen dir vergelten alle deine Fleische des Adams habe den Treue, die du mir erwie- Tod, so habe ich von deisen haft? Wer kann die nem allerheiligsten Fleische Breite und die Länge, die das Leben. Dadurch wird Tiefe und die Höhe deiner meine Seele dermaßen erLiebe begreifen? Du hast quicket, daß ich mit Recht es aber hieran nicht lassen sagen kann: Sei nun wiegenug sein, sondern haft der zufrieden, meine Seele, mich überdies noch zu ei- denn der HErr thut dir Gunem unvergånglichen Leben tes. Dadurch finde ich mich wiedergeboren. Du hast nach dem inwendigen Menmich durch dein Blut ge- schen so gestärkt, daß ich reiniget von aller Sünde. in Ansehung meiner geistDu hast mich zum Erben lichen Feinde unerschrocken und Miterben des Himmel- sagen kann: Der HErr ist reichs gemacht. Du hast mein Licht und mein Heil, dich mit mir vereiniget, und vor wem sollte ich mich vermöge der Vereinigung fürchten? Der HErr ist alle erworbenen Schake meines Lebens Kraft, vor mitgetheilt. Du hast mich wem sollte mir grauen? angezogen mit den Klei Dadurch ist meiner Seele dern des Heils und mit so viel Gutes widerfahren, dem Rock der Gerechtig- daß ich billig fage: Wie feit bekleidet. Und damit groß ist deine Güte, die du nichts für dich behal- du verborgen haft denen, ter mögest, so hast du mir die dich fürchten, und erzei= 46 Um die Erhaltung der Gnade. zeigest denen, die vor den můde werde. Gieb, daß Leuten auf dich trauen! ich die Welt immer mehr Darum erhebe den HErrn, und mehr verschmähe, mich meine Seele, und mein selber verleugne, mein Kreuz Geist freue sich GOttes, auf mich nehme, und dir meines Heilandes. Denn beständig nachfolge. Gieb er hat große Dinge an mir Muth und Stärke, zu wigethan, der da möchtig ist, derstehen meinen geistlichen und deß Name heilig ist. Feinden, zu tödten in mir Danket dem HErrn, denn die Werke des Teufels, er ist freundlich, und seine und zu untertreten der Güte währet ewiglich. Lo- Welt Augenlust, Fleischesbe den HErrn, meine See- luft und hoffärtiges Wele! Amen. sen. Laß meine Seele zunehmen an geistlichen und übernatürlichen Kräften. Laß mich reich sein an den innern Kräften des Geiun in dieser deiner stes. Laß mich zunehmen Kraft will ich hinge- am Glauben und an der hen, mein Heiland, und Liebe. Laß mich wachsen was noch übrig im Fleisch zu einem unbefleckten Leibe. zu leben ist, nach deinem Laß mich wachsen in allen Willen zubringen. Weil Stücken an dir, meinem es aber in eines Men- Haupte, bis ich gelange schen Kraft nicht stehet, an das Maaß deines vollwie er wandle und seinen kommenen Alters. Laß mich Gang richte, so gieb mir im Glauben bringen Tudas Vollbringen. Regiere gend, in der Tugend Bemich mit deinem heiligen scheidenheit, in der BeGeiste. Laß deine Güte scheidenheit Mäßigkeit, in und Treue mich allewege der Mäßigkeit Geduld, in behüten. Laß mich empfin- der Geduld Gottseligkeit, den, daß du durch den in der Gottseligkeit brůGlauben in mir wohnest, derliche Liebe und in der durch die Liebe in mir le- brüderlichen Liebe gemeine best und durch die Hoff- Liebe. Vollführe das gute nung mich täglich stärkest. Werk, welches du in mir Gieb, daß ich ohne Heu- angefangen hast. Bleibe chelet in Sanftmuth und in mir, und laß mich in Demuth beständig einher- dir bleiben; denn wenn gehe, damit dein Leben an ich nur dich habe, so habe. mir immer mehr und mehr ich alles. Laß mich in deioffenbar werde. Gieb mir ner Liebe und in deiner alle Tage neue Kraft, daß Erkenntniß zunehmen. Laß ich wandle den Weg mei- mich bleiben im Glauben nes Berufs, und nicht und in der Heiligung. Gieb, daß Gebet um die Erhaltung und Vermehrung der Gnade. Um den heil. Geist und die Heiligung. 47 daß ich am Ende meines Sohnes, da er spricht: Lebens mit freudigem Ge- Weil ihr, die ihr böse seid, wissen sagen kann: Ich euren Kindern könnet gute habe einen guten Kampf Gaben geben, wie vielmehr gekämpfet, ich habe den wird mein himmlischer Va= Lauf vollendet; hinfort ist ter den heiligen Geist gemir beigelegt die Krone ben allen, die ihn darum der Gerechtigkeit. Und zu bitten. Laß denselben deidem Ende rüste mich aus nen werthen heiligen Geist mit Kraft aus der Höhe, meinen Leib, Geist und daß ich hier ritterlich streite Seele heiligen zum Gebet, und siege, damit ich dort und den Tempel meines in der triumphirenden Kir- Herzens reinigen von aller che mit allen Engeln und Unsauberkeit, und darin anAuserwählten fingen md- zünden das Feuer der göttge: Lob und Preis und lichen Liebe und brünstiDank und Weisheit und gen Andacht, das Licht Stårke sei unserm GOtt deiner göttlichen Erkenntvon Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. niß, das Böse zu meiden, die Guade des Verstandes meines Berufes treulich zu Um den heiligen Geist und warten, die himmlische feine Gaben, und um göttliche Weisheit, das die Heiligung. höchste Gut zu lieben, die chyheiliger, himmlischer, Heiligkeit der Furcht GOtlieber Vater, ich klage tes, dir wohl zu gefallen, und bekenne dir, daß ich die Herzhaftigkeit der Kraft von Natur ungeistlich, un- GOttes, mein Kreuz geheilig, ungöttlich bin, und duldig zu tragen, die La= mich mehr mein Fleisch pferkeit der göttlichen Stårund Blut und des bösen ke, zu überwinden den TeuGeistes Betrieb habe füh- fel, die Welt und alle Menren lassen, denn deinen hei- schenfurcht. Gieb mir den ligen Geist. Ach vergieb Geist der Wahrheit, der mir diese Sünde und er- mich lehre, den Geist des barme dich mein. Wende Trostes, der mich erquicke, von mir die Strafe, die den Geist der Freudigkeit, du drauest allen denen, so der mich erfreue, den Geist deinem heiligen Geiste wi- der Wiedergeburt, der mich derstreben: denn die den erneure, das Siegel GOt= Geist Christi nicht haben, tes, durch welches ich bedie sind nicht sein. Und kräftiget werde im Glaudie sind GOttes Kinder, ben, das Pfand des ewidie der Geist GOttes trei- gen Erbes, welches meine bet. Darum gieb mir dei- Hoffnung stårke. Schreibe nen helligen Geist nach der durch deinen göttlichen Verheißung deines lieben Finger dein Gesek in die 41** Ta= 48 Um die Ruhe der Seele in Chrifto. Tafel meines Herzens, dei- mich. O eine selige Seele, nen Willen in Lieb und die dich hat zum EinwohLeid zu vollbringen. Gieb ner! Denn du erleuchtest mir den Geist der Kind- der Seelen Finsterniß, du schaft GOttes, der in mei- heilest die verwundete Seenem Herzen zeuge, daß ich le, du tröstest die traurige GOttes Kind bin. Geuß Seele, du stärkest die schwaaus deine Liebe in mein che Seele, du erhältst die Herz durch deinen heiligen strauchelnde Seele, du lehGeist. Zünde durch den- rest die demüthige Seele, du selben in mir an eine hei- erquickest die můde Seele, lige Begierde und Verlan- du giebst Kraft den Stergen nach himmlischen Din- benden, wenn Leib und Seegen und nach dem ewigen le sich scheiden, du bleibest Leben. O GOtt heiliger ewiglich bei der gläubigen Geist, der du fliehest die Seele. Amen. Ruchlosen für und für, aber dich giebst in die hei- Um die Ruhe der Seele ligen Seelen, und machest in Chrifto. Propheten und GOttes Ach du ewiger FriedeFreunde: mache mein Herz fürst, Jesu Christe, zu einem lebendigen Opfer, du allerheiligste und höchste das im Feuer deiner Liebe Ruhe aller gläubigen Seebrenne und aufgeopfert len, du hast gesagt: Komwerde, daß alle meine met her zu mir, so werfleischliche Begierde durch det ihr Ruhe finden für das heilige Feuer verzeh- eure Seelen; in der Welt ret werde. Komm in mein habt ihr Angst, in mir Herz, du göttliches Feuer, habt ihr Friede. Ach wie du göttliche Liebe, du him- oft habe ich Ruhe gesucht lischer Trost, du süßer Gaft in dieser Welt und im meiner Seele, du göttliche Zeitlichen, habe sie aber Zierde, du göttliche Kraft! nicht gefunden; denn es Treib von mir alles, was kann die unsterbliche Seele fleischlich ist, und gieb mir nicht gesättiget noch gedagegen, was göttlich ist, stillet noch besänftiget wermache mich zur Wohnung den, denn mit unsterblichen und Heiligthum GOttes. Dingen, nåmlich in dir Du himmlisches Taublein, und mit dir. O du untdas du über meinem HErrn sterblicher GOtt, wo du Christo in seiner Taufe ge- nicht bist, da ist keine Ruhe ruhet haft, gieb mir hei- der Seele; denn alles Zeitlige findliche Einfalt des liche eilet zum Untergang Herzens, daß mich schlecht und verschleißet wie ein und recht behute. Dugött- Kleid. Die Erde veraltet liche Salbung und Freu- wie ein Gewand, fie verden- Del, lehre und tröfte wandelt sich, und du, unwan Für die Lehrer der Kirche. 49 Ruhe finden? wandelbarer GOtt, wirst der Welt, auf daß du mich sie verwandeln. Wie sollte mit himmlischen Gaben erdenn meine unsterbliche füllest. O JEsu, meines Seele in den sterblichen, Herzens Ruhe, du heiliger wandelbaren, flüchtigen Sabbath meiner Seelen, Dingen bringe mich in die Ruhe Denn gleich wie du, lie- der ewigen Seligkeit, da ber GOtt, unser Schöpfer, Freude die Fülle ist und in keiner Kreatur ruhen lieblich Wesen zu deiner wolltest, ohne in dem Men- Rechten ewiglich. Amen. schen( denn als du den Menschen geschaffen hattest, ruhtest du von deinen ch HErr JEsu Christe, des Menschen Seele in du ewiger Hoherpriekeiner Kreatur ruhen, denn ster und Haupt deiner allein in dir, o GOtt. Kirche! Du bist aufgefahMeine Seele kann nicht ren in die Höhe, und hast gesättiget werden, denn etliche unter deinen Diemit dir, o GOtt, der du nern gesetzt zu Aposteln, alles Gut bist. Darum etliche zu Propheten, ethungert und durftet meine liche zu Evangelisten, etSeele nach dir, und kann liche zu Hirten und Lehnicht eher ruhen noch ge- rern, daß durch sie dein fåttigt werden, sie habe geistlicher Leib erbauet dich denn selbst. Derhal- werde, bis wir alle hinan ben du, mein HErr Christe, kommen zu einerlei Glaukomm zu mir und stille bent und Erkenntniß. Ich mein Herz; halt in mir klage und bekenne dir, daß deinen Sabbath; laß mich ich diese große Wohlthat hören, was du in mir re- und Gaben hiebevor nicht dest; laß mich empfinden, recht erkannt habe, die, daß du in mir lebest, o welche du gesandt hast, mein Leben; wie du mich nicht gehalten für deine liebeft, o meine Liebe; wie Diener und für Haushaldu mich tröstest, erquickest, ter über deine Geheimniſſe, erfreuest und erleuchtest, habe sie auch ihres Amo mein Trost, o meine Er- tes halben nicht defto liequickung, o meine Freude, ber gehabt, und nicht beo mein Licht! Laß mich dacht, was du sagest: Wer dir mein ganzes Herz ge- jeuch höret, der höret mich; ben, dieweil du mir dein wer euch verachtet, der ganzes Herz gegeben hast, verachtet mich. Vergieb Laß mich von mir selbst mir diese Sünde, und rechFür die Lehrer der Kirche. ausgehen, auf daß du zu ne mir dieselbe nicht zu. Wende die Strafe von mir eingehest; laß mich mein Herz ausleeren von mir, die du drauest denen, die 50 Für die Lehrer der Kirche. die deine Diener höhnen.| ihnen, die unvergångliche Ich sage dir aber herzlich Krone der Ehre empfahen, Dank für deine getreuen wenn du als der Erzhirte Boten, die dein Heil ver- erscheinen wirst. Gieb, liekündigen, Gutes predigen, ber GOtt, deinem DonFriede verkündigen. Und ner Kraft, und dein Wort bitte dich, du wollest an mit großen Schaaren Eallen getreuen Dienern der vangelisten, daß sie ihre Kirche und Lehrern deines Stimmen erheben wie die Wortes deine Verheißung Posaunen, und nicht schoerfüllen, da du sprichst: nen, sondern uns unsere Ich lege mein Wort in Uebertretung verkündigen, deinen Mund, und bedecke und daß sie machtig sind, dich unter dem Schatten zu strafen und kräftig zu meiner Hände, auf daß trösten. Hilf, daß sie die ich den Himmel pflanze und verlorenen Schäflein sudie Erde gründe. Pflanze chen, die Verwundeten heideinen geistlichen Himmel, len, die Schwachen verbinlieber GOtt, mit gläubi- den und die Fetten warten. gen, leuchtenden Sternen, Hilf, daß sie mit feurigen und ziere die Erde mit Zungen reden, daß es durchs Pflanzen der Gerechtigkeit Herz gehe, daß unsere Herzu deinem Lob und Preis. zen zu dir bekehret und Schmücke die Lehrer der von der Welt abgewandt Kirche mit vielem Segen, werden, und von der Audaß sie einen Sieg nach genluft, Fleischeslust und dem andern erhalten wider von dem hoffährtigen LeSünde, Tod, Teufel, Hölle ben; daß durch ihre Bußund Welt, daß man sehe, predigten in uns heilsame der rechte GOtt sei zu Traurigkeit erweck et werde, Zion. Gieb auch, daß wir die eine Reue wirke zur unsern Lehrern gehorchen Seligkeit, die niemand geund ihnen folgen, als die reuet. Thue unsere Herzen da wachen für unsere auf, wie der Lydia, daß Seele, und dafür Rech- wir hören und verstehen, nung geben müssen, daß was sie uns in deinem Nasie ihr Amt mit Freuden men predigen. Sei durchs thun, und nicht mit Seuf- Wort fraftig. Gieb uns zen; denn das ist uns nicht den heiligen Geist, der uns gut. Gieb ihnen auch, daß lehre und in alle Weisheit sie ihr Amt williglich thun, leite. Lehre du inwendig und die Heerde weiden, und erleuchte unsern Vernicht gezwungen, sondern stand. Tröste du inwenwilliglich, nicht um schånd- dig im Herzen. Denn so liches Gewinnstes willen, du inwendig nicht lehrest, sondern von Herzensgrund, so ist alle auswendige Lehre daß beide, fie und wir mit unfruchtbar. Darum, wenn Pau4 Fürbitte für die christliche Jugend. 51 Paulus pflanzet und Apollo| Mütter, Schul- und Lehrbegießt, so gieb du das Ge- meister ihre Kinder, Gedeihen dazu. Wehre und finde und alle Jugend fleisteure dem bösen Feinde, ßig auferziehen in heilsadaß er nicht Unkraut un- mer Lehre und Erkenntniß ter den Weizen såe. Wecke deines Willens, in guten uns auf, daß wir nicht freien Künsten und Tuschlafen und sicher seien. genden, zu Ehren deiner Heiliger Vater, heilige uns göttlichen Majestät und zu in deiner Wahrheit. Dein ihrer Seelen Seligkeit, in Wort ist die Wahrheit. Dein aller Zucht und Ehrbarkeit, Wort ist die rechte Lehre, auf daß sie von Kindheit und Heiligkeit ist die Zierde auf dich ihren GOtt, Schödeines Hauses ewiglich. Laß pfer und Erlöser lernen uns das Himmelsbrod dei- von ganzem Herzen fürchnes Wortes aufsammeln ten, lieben, über alle Dinin das Gefäßlein unserer Seele, daß wir ewig satt und selig werden. Amen. hüte auch, daß die liebe Jugend nicht etwa durch Fürbitte für die chrift- falsche Lehre und unrechten Gottesdienst oder durch liche Jugend. unchristlichen Wandel verBarmherziger GOtt, ewi- führet werde. Behüte fie ger Vater, der du die vor böser Gesellschaft und Kinder liebest und sie durch Trunkenheit, vor Unzucht deinen Sohn zu dir heißeft und Müßiggang, und daß bringen, denn aus dem sie durch böse Exempel Munde der Unmündigen iicht geärgert werde. Gieb und Säuglinge willst du auch Gnade allen Kindern, dir ein Lob zurichten und daß sie sich züchtigen und bereiten. Darum hast du ziehen lassen, ihren Eltern, auch geboten, daß man die Oberherren und LehrmeiJugend in deiner Furcht stern gehorsam seien, in und Erkenntniß soll auf- Einfältigkeit des Herzens erziehen und sie nicht ver- annehmen Weisheit und säumen. Ich bitte dich Verstand, klug zu werden um deines Sohnes willen, in der Furcht GOttes. der ein Kind und uns zu Weil aber das menschliche gute geboren und sein theu- Herz durch den Fall unres Blut am Stamme des serer ersten Eltern verderbet Kreuzes für die Kinder, als und von Jugend auf nur auch miterben der Gna- zum Bösen geneiget ist, so den, sowohl als für die nimm hinweg die Thorheit, Alten vergossen hat, du welche den jungen Leuten wollest Gnade verleihen, im Herzen steckt, daß fie daß alle Hausväter und nicht der angebornen Seuche ge, vertrauen und in deinen Geboten wandeln. Ver 52 Gebet d. Unferthanen für ihre Obrigkeit. che und dem Erbschaden von ihnen Schuß habe, daß ju viel einräumen, in ihrem ich unter ihnen ein filles, Muthwillen und eigenen geruhiges Leben führen Sinnen aufwachsen, wider- möge in aller Gottseligkeit spenstig und halsstarrig und Ehrbarkeit. Und weil werden. Darum, o du du, lieber Vater, der Könige heiliger GOtt, pflanze in Herzen in deiner Hand haft die Herzen aller Jugend und leiteft dieselben wie die die Furcht deines göttlichen Wasserbäche, so regiere auch Namens, und der heilige unsere liebe Obrigkeit mit Geist, welchen sie in ihrer deinem heiligen Geist, daß Taufe empfangen haben, sie vor allen Dingen GOtregiere und treibe sie zu tes Wort lieb haben, ihre allem Guten, daß sie dein Thore weit machen und Wort, dein Gesetz und die Thuren in der Welt Gebote lernen, dasselbige hoch, daß bei ihnen und auf ihr Herz binden und in ihren Landen der König an ihren Hals hängen, als derEhren einziehe, der HErr ihren Schmuck, damit sie Zebaoth stark und machtig dir dienen in rechtschaffe- im Streit; daß sie Pfleger nem Glauben und christ- und Säugammen seien detlichem Gehorsam, hier zeit- ner heiligen christlichen Kirlich und dort ewiglich. che; daß sie deinen lieben Amen. Habermann. Sohn küssen, daß er nicht zurne; daß fie dem HErrn dienen mit Furcht und sich für die Obrigkeit. freuen mit Zittern. Ich GOit, du HErr al- ihnen deine himmlische ler HErren und König Weisheit, die um deinen aller Könige, du Herrscher Thron ist. Denn durch über den ganzen Erdkreis, dieselbe regieren die Könige, der du alle Obrigkeit hast und die Rathsherren setzen eingesetzt und gesagt durch das Recht. Gieb, daß fie deinen werthen Apostel: hören das Geschrei der ArEs ist keine Obrigkeit, fie men, und der Wittwen und ist von GOtt geordnet; Waisen Recht nicht beugen. und wer der Obrigkeit wi- Laß sie fürstliche Gedanderstrebet, der widerstrebet fen haben und darüber halGOttes Ordnung. Gieb ten. Gieb ihnen die Glückmir, lieber Vater, und lehre seligkeit Davids, die Weismich, daß ich die Obrigkeit heit Salomonis, die Siegfür deine Ordnung erkenne, haftigkeit Josua, die Stärke dieselbe fürchte, liebe und Simsons. Gieb ihnen die ehre; und verleihe Gnade, Liebe der Gerechtigkeit, bedaß ich und alle Untertha- ständigen Muth und Tanten durch sie mit Gerech- pferkeit wider alle Ungetigkeit regieret werde und rechtigkeit, glücklichen Fortgang Gebet der Unterthanen Gieb Gebet eines Hausvaters. 53 gang ihrer Anschläge, ge- dem Segen, daß er bei mir treue, verständige, fluge set in allem, das ich vorRäthe, gesundes und langes nehme. Gieb mir von dem Leben. Behüte sie vor Thau des Himmels und Heuchlern und Fuchs- von der Fettigkeit der Erde schwänzern, vor Kriegen und laß mich die Ströme und Blutvergießen. Schuz- und Wasserbäche, so mit ze sie durch deine heiligen Milch und Honig fließen, Engel. Segne das ganze sehen. Der Heiden Götter Land und schaffe unsern können nicht Güter geben, Grenzen Friede, durch du aber füllest die Erde JEsum Christum unsern mit deinen Gütern und seg= HErrn. Amen. Joh. Arnd. test uns allenthalben, daß wir des Landes Gut genießßen; dein Segen machet reich ohne Mühe und giebst es den Deinen im Schlaf. Thue uns deinen Schaß auf und gieb wahrhaftige Guter, die da bletwie es dich gut deucht, du ben und immerdar gedeihaft Adam den ersten Men- hen. Laß uns ordentlich schen vor dem Fall zum Er- haushalten, vorsichtig und ben, Herrn und Hausvater weislich handeln und under Welt gemacht und in sere Sachen so verrichten, den Garten des Paradieses daß wir niemand Schaden gesetzet, daß er den bauen thun und eine Last seien. und bewahren soll, auch Laß uns nicht Wein und nach dem Fall auferleget, Del lieben, in Wollust und im Schweiß seines Ange- Müßiggang leben, unsere sichtes und seiner Hände Nahrung gering achten, Arbeit sein Brod zu essen; deine Güter verprassen und durch deinen Segen habe übel umbringen, daß uns ich auch eine Haushaltung nicht Noth und Armuth und Nahrung, Acker und übereile. Lieber Vater, der Feldbau und nähre mich du der rechte Hausvater im mit meiner Hande Arbeit. Himmel und auf Erden Lieber Vater, der du uns ge- bist, laß mich dein Wort segnet haft mit allerlei geist- und Befehl an alle Hauslichem Segen in himmli- väter zu Herzen nehmen und schen Gütern durch Chri- meine Sachen darnach richftum, gereichet es zu dei- ten, daß ich meinen Kindern ner Ehren und meiner See- und Gesinde und allen, die len Seligkeit, so segne auch mir angehören, deine Gemeine zeitlichen Guter, daß bote schärfe und zu Haus meine Nahrung zunehme und Feld, wenn ich mich und sich ausbreite, gebeut niederlege und aufstehe, mit thGebet eines Hausvaters um Segen und Gedeihen zur Wahrung. Err, allmächtiger GOtt, der du einem jeglichen Menschen giebst, H& 54 Gebet christlicher Eheleule. ihnen davon rede, daß sie, geerntet haben, wider mich HErr, deine Wege halten gen Himmel schreie und und thun, was recht und mir Sünde sei, sondern gut ist, auf daß ihnen alles des Tages gebe, daß die das Gute widerfahre, das Sonne nicht darüber undu uns geredet hast, daß tergehe. Laß mich nicht ich den HErrn ehre von Wucher und Uebersatz von meinem Einkommen, den meinem Nächsten nehmen Armen und Dürftigen Gu- und ihn beleidigen, daß mein tes thue, auf daß der Se- Segen nicht verflucht werde gen in meinem Hause bleibe und mir alles unter den und ein bleibend Wesen Händen zerrinne, daß ich habe. Laß mich des gegen- mir genügen lasse an dem, wärtigen Gutes zum Le- das da ist, und gefallen, ich ben und nicht zur Sünde habe wenig oder viel; auch brauchen, daß ich von dei- thue mir deine Gnade, daß tem Segen in deiner Furcht ich mich in allem meinem esse und trinke, meiner sau- Thun und Leben als ein ren Arbeit genieße und nicht christlicher Hausvater erzeiein anderer sie verzehre. ge und in deinen Gütern O reicher GOtt im Thron! treu beweise, damit ich in Armuth und Reichthum der Rechnung wohl bestehe gieb mir nicht, laß mich und als ein frommer und aber mein bescheiden Theil treuer Knecht über viel geSpeise dahin nehmen, ich setzet werde, zu meines möchte sonsten, wo ich zu HErrn Freude eingehe und satt würde, verleugnen und sagen: Wer ist der HErr? ich habe genug, wie kann mirs fehlen? Oder wo ich zu arm würde, möchte ich stehlen und mich an dem Namen GOttes vergreifen, selig werde, um Chrifti willen: so will ich dir hier zeitlich danken, daß du mich mit deinen Gütern gesåttiget hast, und dort mit Abraham, Isaak und Jakob, deinen Dienern, im zürnen GOtt und meinem Himmelreich dich ewig pretKönige fluchen. sent. Ament. 3. Heermann. Lieber Gebet christlicher Eheleute. HErr und Meister, der du alles mit Lindigkeit und vielem Verschonen regierest, laß mich meinem eigenen Barmherziger gnädiger der und Gesinde christlich du hast uns nach deinem regieren, Arbeitern and Ta- gnädigen Willen und göttgeldhnern nicht unrecht licher Vorsehung in den thun, damit nicht der ab- heiligen Ehestand gesetzt, gebrochene Lohn der Ar- daß wir nach deiner Ordbeits- und Ackersleute und nung darin leben sollen. derer, die unser Land ein- Darum trösten wir uns auch O Gebet christlicher Eheleute. 55 auch deines Segens, da nen ein gehorsames Herz dein Wort sagt: Wer eine daß es ihnen möge wohl Ehefrau findet, der findet gehen, und sie lange lebent was Gutes und schöpfet auf Erden. Gieb uns auch Segen vom HErrn. Ach das tägliche Brod, und lieber GOtt, laß uns ja segne unsere Nahrung. in deiner göttlichen Furcht Verzäune unser Haus und bei einander leben. Denn Güterlein wie des heiligen wohl dem, der den HErrn Hiobs, daß der böse Feind fürchtet, und große Lust und seine Werkzeuge keihat an seinen Geboten; nen Eingriff thun können. deß Same wird gewaltig Behüte unser Haus, Habe sein auf Erden. Das Ge- und Gut vor Feuer und schlecht der Frommen wird Wasser, vor Hagel und gesegnet sein. Laß uns vor Ungewitter, vor Dieben allen Dingen dein Wort und Mördern. Denn allieb haben, und gern hören les, was wir haben, das und lernen, daß wir sein hast du uns gegeben. Darmögen wie ein Baum am umwollest du es auch machWasser gepflanzet, der sei- tiglich bewahren. Denn ne Frucht bringet zu seiner wo du nicht das Haus Zeit, und seine Blätter bauest, so arbeiten umsonst, verwelken nicht, und alles, die daran bauen. Wo du, was er macht, das geräth HErr, die Stadt nicht bewohl. Laß uns auch in wahrest, so wachet der Friede und Einigkeit leben, Wächter umsomst. Deinen daß wir der dreien schönen Freunden giebst du es schlaDingen eines, so GOtt und fend. Gieb uns auch, lieMenschen wohlgefällt, bei ber GOtt, fromm, getreu uns haben und behalten und gehorsam Gesinde, und mögen. Denn daselbst hat bewahre uns vor ungeder HErr auch verheißen treuen Dienstboten. Denn Segen und Leben immer du ordnest und regierest alund ewiglich. Laß uns in les, und bist ein HErr unserm Ehestande Zucht über alles, belohnest auch und Ehrbarkeit lieb haben, alle Treue und Liebe, und und dawider nicht handeln, strafest alle Untreue. Und auf daß in unserm Hause wenn du uns ja, lieber Ehre wohne, und wir einen GOtt, Kreuz und Trübehrlichen Namen haben md- sal zusenden willst, so gieb gent. Gieb Gnade, daß uns Geduld, daß wir uns wir unsere Kinder in der gehorsamlich deiner våterFurcht und Ermahnung zu lichen Ruthe unterwerfen, deinen göttlichen Ehren und mache es gnädig mit auferziehen, daß du aus uns. Laß von dem HErrn ihrem Munde dir ein Lob unsern Gang gefördert werbereiten mögest. Gieb ih- den, und habe du Lust an un 56 Gebet der Eltern für ihre Kinder. unsern Wegen. Fallen ten, begnade auch meine wir dann, so wirf uns nicht armen Kinder mit deinem weg, sondern halt uns bei heiligen Geist, der in ibder Hand, und richte uns nen die wahre Furcht wieder auf. Lindere uns GOttes anzünde, welche unser Kreuz, und tröste uns ist der Weisheit Anfang wieder, und verlaß uns und die rechte Klugheit; nicht in unserer Noth. wer darnach thut, deß Lob Gieb auch, daß wir das bleibet ewiglich. Beselige Zeitliche nicht lieber haben, sie auch mit deiner wahdenn das Ewige. Denn ren Erkenntniß, behüte fie wir haben ja nichts in die vor aller Abgötterei und Welt gebracht, werden auch falscher Lehre, laß sie in nichts mit hinaus bringen. Dem wahren seligmachenDarum laß uns nicht dem den Glauben und in aller leidigen Geiz, der Wurzel Gottseligkeit aufwachsen alles Ulebels, nachhängen, und darin bis ans Ende sondern nachjagen dem verharren. Gieb ihnen ein Glauben und der Liebe, gläubiges, gehorsames, deund ergreifen das ewige Le- müthiges Herz, auch die ben, dazu wir berufen sind. rechte Weisheit und VerGOtt der Vater segne uns stand, daß sie wachsen und und behüte uns! GOtt zunehmen an Alter und der Sohn erleuchte sein Gnade bei GOtt und den Angesicht über uns und Menschen. Pflanze in ihr sei uns gnädig! GOtt der Herz die Liebe deines gottheilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Friede! Die heilige Dreieinigkeit bewahre unsern Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Joh. Arnd. lichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes und gegen jedermann, aufrichtig in Handlung, schamhaftig in Geberden, züchtig in Sitten, wahrhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in GeschäfAch getreuer, lieber GOtt tett, glückselig in Berrichtungen Berufes und und Erhalter aller Crea- Amtes, verständig in Saturen! Ich danke dir von chen, richtig in allen Herzen für die Leibesfrüch- Dingen, sanftmuthig und te, so du mir durch deinen freundlich gegen alle MentSegen gegeben han; und schen. Behüte sie vor albitte dich herzlich, weil du len Aergernissen dieser gesagt hast, du wollest dei- Welt, daß sie nicht vernen heiligen Geist geben führet werden durch böse allen, die dich darum bit- Gesellschaft. Laß sie nicht in Gebet der Eltern für ihre Kinder. Gebet frommer Kinder für ihre Eltern. 57 in Schlemmen und Un- mir abwenden, die du im zucht gerathen, daß fie vierten Gebot draueft. Gieb sich ihr Leben nicht selbst mir aber ein gehorsames verkürzen, auch andere und dankbares Herz gegen nicht beleidigen. Sei ihr sie, daß ich sie ehre, fürchte, Schuß in allerlei Gefahr, liebe, mit meinem Gehordaß sie nicht plößlich um- sam und deiner göttlichen kommen. Laß mich ja nicht Furcht erfreue, daß ich sie Unehre und Schande, son- für GOttes Ordnung erdern Freude und Ehre an kenne, und ihre väterlichen ihnen erleben, daß durch sie wohlmeinenden Strafen auch dein Reich vermehret, geduldig annehme. Lehre und die Zahl der Gläubigen mich auch bedenken, wie groß werde, daß sie auch sauer ich meiner Mutim Himmel um deinen ter worden bin, und mit Tisch her fißen mögen, was großer Mühe und als die himmlischen Del- Arbeit sie mich erzogen. zweige, und dich mit allen Laß mich dieselbe wieder Auserwählten ehren, loben ehren mit Gehorsam, Lieund preisen mögen, durch be, Demuth, Furcht in JEsum Christum, unsern Worten und Werken, auf HErrn. Amen. Joh. Arnd. daß ich den Segen und Darauf bete den 127. und nicht den Fluch ererbe, 128. Pfalm. sondern ein langes Leben. Laß das Exempel des Gehorsams meines HErrn Gebet frommer Kinder für ihre Eltern. Esu Christi immer vor ch gnädiger, barmher- meinen Augen stehen, welziger GOtt, lieber Va- cher seinem Vater gehorter, der du bist der rechte sam gewesen bis zum Tode, Vater über alles, das Kin- ja zum Tode am Kreux. der heißet im Himmel und Gieb mir den Gehorsam auf Erden! Ich danke dir Isaaks, die Furcht Jakobs, herzlich, daß du mir meine die Zucht Josephs, die lieben Eltern, Vater und Gottesfurcht des jungen Mutter gegeben und bis Tobia; und gieb meinen daher in guter Gesundheit lieben Eltern den Glauund Wohlstand erhalten ben Abrahams, den Sehaft. Dir sei Lob, Ehre gen Isaaks, den Schuß und Dank für diese deine Jakobs, die Glückseligkeit große Wohlthat. Und bitte Josephs und die Barmherdich, du wollest mir mei- zigkeit des alten Tobia. nen Ungehorsam, damit Laß fie in einem feinen ich mich gegen meine lie- geruhigen Leben, in Friede ben Eltern oft versündiget und Einigkeit alt werden. habe, aus Gnaden verge- Lindere ihnen thr Kreuz ben, und die Strafe von und hilfs ihnen tragen. Er 58 Gebet einer Waise. Erhöre ihr Gebet und segne allen Lüsten des Fleisches ihre Nahrung. Behüte sie widerstehen, damit ich dir vor allem Uebel Leibes und sowohl jetzt in meinen under Seele. Und wenn ihre mündigen Jahren, als Zeit vorhanden ist, so laß künftig in meinem vollstånsie sanft und stille einschla- digen Alter, in meinem Befen, und nimm sie zu dir ruf, mit unbeflecktem Geins ewige Vaterland, durch wissen diene, und endlich JEsum Christum. Amen. dein ewiges Reich ererbe Joh. Arnd. um meines lieben Heilandes willen. Amen. Rambach. Gebet einer Waise. Nieber himmlischer Vater, da du mir meine irdiGebet zur Zeit des Aufruhrs und Krieges. Umächtiger, schen Eltern durch den Tod ewiger hinweggenommen, so halte GOtt, barmherziger * ch mich desto genauer zu himmlischer Vater, wiedir, dem Vater über alles, wohl wir durch unsere was Kinder heißt im Him- mannigfaltige Bosheit, unmel und auf Erden. Du süchtig Leben und schwere hast mich ia in der heili- Laster nicht allein den augen Taufe zu deinem Kin- ßerlichen Krieg, sondern de angenommen, auch be- den ewigen Tod und Versonders in deinem Wort derben ganz wohl verdieversprochen, ein Vater und net haben: ach HErr, so Erretter der Waisen zu sein. bekennen wir uns vor detAch bewahre mich, daß ich ner göttlichen Majestät als mich deiner Fürsorge nicht arme Schuldige, und bedurch muthwillige Sünden gehren Gnade und Barm= verlustig mache, sondern herzigkeit, bitten und bevielmehr in meinem gan- gehren auch, o gütiger zen Leben sie reichlich er- GOtt, du wollest zu diefahren möge. Erwecke mir ser Zeit rechte Mittel und gute Gönner und Freunde, Wege gnädiglich verschafdie sich meiner erbarmen. fen und schicken, daß der Gieb, daß meine Vormun- Krieg, daraus alles lebel, der und Pfleger sich mei- Jammer und Elend, beide ner treulich annehmen und an Leib und Seel, durch mich zu allem Guten er des Feindes Anstiftung er= ziehen; ich aber ihnen eben folget, niedergeleget und geden Gehorsam, den ich leib- meiner Friede und Einiglichen Eltern schuldig bin, keit gemacht werde, daß erweise, ihrem Rath folge wir in Stille und rechter und ihrer Strafe mich un- Ruhe des Gemüths und terwerfe. Laß mich in dei- der Zeit mögen deiner herrner Furcht wandeln, böse lichen Namen preisen, in Gesellschaft vermeiden, und deinem Beruf und Willen wan Gebet in peftzeiten. 59 wandeln und die ewige Se- diglich abwenden, auf daß ligkeit erwerben durch JE- wir in Gesundheit unseres sum Christum, deinen lie- Lebens eine gnädige Buße ben Sohn, unsern HErrn mögen thun, und mit dir und Heiland. Amen. emiglich in seliger Freude leben durch das bittere Letden und Sterben JEsu Christi, deines lieben Sohnes, unsers HErrn. Amen. Gebet in Pestzeiten. D GOtt in Ewigkeit, ein Vater aller Barmherzigkeit und Gerechtigkeit! wie du den erleuchteten König und Propheten David um seiner Sünde in mit einer so grausamen Pesti- Schöpfer Himmels und der lenz gestrafet und geplaget Erde! du erhörest Gebet, hast, daß in dreien Tagen darum kommt alles Fleisch von früh an bis zu der zu dir. Ach HErr, wir bestimmten Zeit aus dem haben diese theure Zeit sehr Volk von Dan zu Bersa- wohl verdienet, denn du ba siebenzig tausend Mann hast gedråuet, es soll ein gestorben sind, und du auf fruchtbar Land nichts tradie Beichte seiner Sünde gen, um der Sünden wilund auf sein inniges Ge- len derer, die darauf wohbet das Sterben und Pe- nen. Ach HErr, unsere stilenz hast lassen aufhören: missethat drücket uns hart, o HErr, so müssen wir du wollest uns unsere Sünbekennen, daß du uns diese de vergeben. Erhöre uns grausame Pestilenz allein nach deiner wunderlichen geschickt haft zu einerStrafe Gerechtigkeit, GOtt, ununserer unzähligen Sün- ser Heil, der du bist die den, mit denen wir dich Zuversicht aller auf Erden auf das höchste und ohne und ferne am Meer. Ach Unterlaß zu Zorn beweget HErr, thue auf deine milde und beleidigt haben. Und allmächtige Hand und såtdarum, o barmherziger tige alles, was lebet, mit GOtt und Vater, bitten Wohlgefallen. Du kannst wir dich mit innigem Her- ja rufen dem, das nichts zen in Bekenntniß unserer ist, auf daß es etwas set, Sünden, daß du uns die- zu Lobe deinem Namen und selbigen wollest gnädiglich deiner tröstlichen Gnade, verzeihen und deines gött- denn deine Brünnlein halichen billigen Zornes ver- ben Wassers die Fülle. Ach gessen, und diese schreck- HErr, suche das Land heim liche Plage der Pestilenz und wässere es und mache und des jähen Todes guå- es sehr reich. Laß das GeGebet in theurer Seit und Hungersnoth. [ llmächtiger, barmherzi 60 Gebet in theurer Zeit und Hungersnoth. Getraide wohl gerathen wie find deine Werke so und baue selbst das Land. groß und viel! Du haft Tränke seine Furchen und sie alle weislich geordnet, segne sein Gepflügtes, ma- und die Erde ist voll deiche es weich mit Regen nerGüte. Ach HErr, thue und segne sein Gewächs. auf die Fenster des HimKröne das Jahr mit dei- mels und schütte herab Senem Gute, laß deine Fuß- gen die Fülle. Ach HErr stapfen triefen vom Fett. Esu, du speisetest ja in Mache fröhlich alles, was der Wüste etliche tausend da lebet, beide des Mor- Mann mit wenig Broden gens und Abends. Denn undließestdie übrigenBrokdu, HErr, unser GOtt, ken aufheben: ach HErr, bist groß und von großer theile nun die übrigen Kraft, und ist unbegreiflich, Bricklein aus unter die wie du regiereft. Du kannst Hungrigen, deine Hand ist den Himmel mit Wolken ja nicht verkürzet. Es bedecken, du giebst Regen wartet alles auf dich, daß auf Erden. Du läsfest Gras du ihnen Speise gebeft zu wachsen auf den Bergen. seiner Zeit. Wenn du ihDu giebst dem Vieh sein nett giebest, so sammeln sie; Futter, den jungen Raben, wenn du deine Hand aufdie dich anrufen. HErr, thust, so werden sie mit du hilfest beiden, Menschen Güte gesättiget. Verbirund Vieh. Du läsfest gest du dein Äntlik, so er= Brunnen quellen in den schrecken sie. Du nimmst Gründen, daß die Wasser weg ihren Odem, so verzwischen den Bergen hin- gehen sie und werden zu fließen, daß alle Thiere auf Staub. Du låsfest aus dem Felde trinken und das deinen Oden, so werden Wild seinen Durst lösche. sie geschaffen, und verneuAn denselben siken die erst die Gestalt der Erde. Vegel des Himmels und Darum, o HErr, stärke ungen unter den Zweigen. und speise uns mit deiner Du feuchtest die Berge von lebendigen Kraft, als mit oben her, du machesk das dem rechten Himmelsbrød. Land voll Früchte, die du Denn der Mensch lebet schaffest. Du läsfest Gras nicht von Brod allein, wachsen für das Vieh, und sondern von einem jegliSaat zu Nuß den Men- chen Wort, das aus deischen, daß du Brod aus nem Munde gehet: Nimm der Erde bringest und daß deine Kraft und Segett der Wein erfreue des Men- nicht hinweg vom Brod, schen Herz, und seine Ge- sondern segne unsere Speiſe stalt schön werde vom Del, und såttige unsern Leib mit und das Brod des Men- wenigem, wie Elisa hunchen Herz stärke. HErr, dert Mann speisete mit zwant Gebet um Gesundheit des Leibes. 61 zwanzig Broden. Triste Gesundheit, lange zu leben, und speife alle Hungrigen und erbarme dich über mich, und ernähre sie in der daß ich gesund mein Alter Theurung, der du die Vög- erlange. Lege der Kranklein des Himmels speisest heiten keine auf mich, die und keinen läsfest Hungers du auf die Egypter gelesterben. Gieb allen Ar- get, denn du bist der HErr, men Geduld, HErr, und mein Arzt. Behüte mich laß sie an deiner allmäch- vor einem schnellen Lod. tigen Hülfe nicht verzagen. Strafe mich nicht in deiVermehre ihr Brod wie nem Zorn, und züchtige das Mehl der Wittwe zu mich nicht in deinem Sarepta. Speise auch un- Grimm. Behüte mich vor sere Seele mit deinem gott- Pestilenz, Schlag, schwelichen Wort, laß uns das ren Gebrechen, Unsinnigselbe süßer sein denn Ho- keit und dergleichen. nig und Honigseim, bis Ich erkenne wohl, liewir endlich in deinem Reich ber himmlischer Vater, daß über deinem Tisch mit dir ich dergleichen Strafen meiessen und trinken, das ist, ner Sünden wegen sowohl dein Antlik schauen in Ge- als andere, verdienet. Ich rechtigkeit und satt werden, bitte aber um deines Nawenn wir erwachen nach mens willen, sei mir gttådeinem Bilde. Joh. Arnd. dig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach Gebet um Gesundheit deiner großen Barmherzigdes Leibes.St feit, und behüte mich gnaGOtt, der du bist diglich vor dergleichen ein HErr über Leben schrecklichen Strafen; hilf und Geist und ein GOtt mir aber, daß ich meine alles Fleisches, der du gie- Gesundheit auch nicht selbst best Gesundheit, Leben und verwahrlose mit Fressent Segen. Ein gesunder Leib und Saufen, daraus ein ist ja besser denn groß Gut, unordentliches Leben folder Tod ist besser als ein get; gieb mir dagegen, daß fieches Leben und stete ich mich nüchtern und măKrankheit. Ich lobfinge sig halte. Hilf, daß ich dir, mein Schutz und mein mir genügen lasse. Wende GOtt, daß du bishero Le- von mir den falschen Weg, ben und Wohlthat an mir und gönne mir dein Gesek. gethan, und dein Aufsehen Erhalte mein Herz bei dem meinen Odem bewahret, Einigen, daß ich deinen auch meinen Leib durch Namen fürchte, daß ich deine große Barmherzig- dich lobe, weil ich lebe und keit gesund erhalten. Gieb gesund bin. Laß meinen mir auch hinfüro nach Gang gewiß sein in deinem deinem väterlichen Willen Wort, und laß kein Unrecht Ach 62 Morgengebet eines Kranken. recht über mich herrschen. Lob und Dank, daß du mich Erhalte mich bei Leibes- diese vergangene Nacht in Fräften, wie deinen Knecht meiner schweren Krankheit Kaleb. Verlaß mich auch so våterlich bewachet und nicht im Alter, wenn ich bewahret hast, und bitte grau werde, daß ich deinen dich demüthiglich, du wolArm verkündige Kindes- lest mir aus Gnade um Findern, und deine Werke Chrifti JEsu willen meine preise, auch ie mehr und Sünde gnädiglich verzeimehr reich werde in allerlei hen, wo ich sonderlich wähErkenntniß und Erfah- rend dieser Krankheit, wie rung, daß ich wandele Fleisches und Blutes Art würdiglich, dir, meinem ift, ungeduldig gewesen, und HErrn, zu allem Gefal- diesen angehenden Tag auch len, und fruchtbar sei in bei mir stehen, und mich in allen guten Werken, und meiner Krankheit stårken, geschickt werde mit aller trösten, Geduld und BeKraft nach deiner herr- ständigkeit verleihen, die lichen Macht; daß ich eine Schmerzen mildern und gute Ritterschaft übe, mir endlich helfen, es sei Glauben und gut Gewis zu dem gegenwärtigen oder sen bewahre, mein Amt ewigen Leben, wie es dein treulich ausrichte, und des göttlicher Wille, welches sen, was du mir befohlen allezeit der beste ist. Dein hast, mich stets annehme, heiliger Engel sei mit mir, und endlich zu meinen Vå- auf daß der böse Feind und tern hinfahre mit Freuden, all sein Anhang und teufliund in gutem Frieden, in sche Ungeheuer keine Macht gutem und ruhigem Alter noch Gewalt an mir und begraben werde. Alsdann allem dem Meinen finden. nimm, o Vater, meine Amen. Seele in deine Hände, und erwecke dermaleinst meinen Leib zum ewigen Leben. Erhöre mich, gütigster Abendgebet eines Kranken. GOtt und Vater, ich Sohnes willen, und ge- diesen Tag so gnädig ge= währe mich meines Ge- holfen, und bitte dich von bets, das ich in findlichem Grund meines Herzens, Vertrauen auf deine große hilf mir schwachen und und unendliche Barmher- Franken Menschen auch gigkeit vor dir gethan habe. durch diese Nacht mit detAmen. ner Gnade, mit deiner Kraft, mit deinem Trost und mit deinem Geiste. meinen Morgengebet eines Kranken, allmächtiger, ewiger Ich befehle dir GOtt, ich sage dir schwachen kranken Leib und met Um Linderung der Schmerzen. 63 meine Seele in deine Hän- so wollest du mir helde, dein heiliger Enge! sei fen. O du gütiger GOtt, mit mir, daß der böse Feind so komme mir zu Hülfe, keine Macht an mir finde, und wo ich ja mein Ledurch JEsum Christum, ben mit solchem Schmerz deinen lieben Sohn, unsern und großer Noth beschließen HErrn, in Kraft des hei- soll, so wende doch dein våligen Geistes. Amen. terliches, freundliches und gnädiges Angesicht nicht von mir, sondern hilf mir durch den heiligen ch lieber Vater im Him- Geist in solcher meiner mel, wie große Schmer- Noth, daß ich das unzen, Angst und Noth habe aussprechliche, große Leiich an meinem Leibe, die den und die große Qual ich leider mit meinen Sün- meines HErrn Christi vor den wohl verdienet habe. Augen habe und ihm nach Lieber Vater, schaue an, mein Leiden mit Geduld wie meine Krankheit reißt, ertrage, damit ich nicht tobt, wüthet, peiniget und solcher Leibesnoth halber hitzt und so gar anhält mich versündige, sondern und laß dich erbarmen; beständig bleibe im Glaudenn ich bin ia dein liebes ben und Anrufung bis an Kind und ein Bruder dei mein Ende, wie die lieben nes geliebten Sohnes JE- Märtyrer, um JEsu Chrisu Christi. Thuts doch ei- fti, deines lieben Sohnes nem irdischen Vater wehe willen. Amen. Si und geht ihm ins Herz, wenn er sein Kind sieht Ergebung in Krankheit. gutige: Roth und Schmerzen lei- tt, ich sage dir von den: das wollest du vielmehr an mir thun und aus Herzen Dank für deine solcher Erbarmung mir zu väterliche Züchtigung, daHülfe kommen in dieser mit du mir zu erkennen großen Leibesnoth. Lin- giebst, daß ich auch dein dere meine Schmerzen, und Kind bin, dieweil du meiwenn dirs gefällt, so nimm nem Geist helfen willst, wifie gar weg. Ach HErr, der das muthwillige Fleisch wie willst du mein fo gar zu streiten, welches mich vergessen; eile mir zu hel- oft verführt und überwunfen, ich verzage sonst in den hat. Aber ich bitte dieser Angst. Hast du mich dich, barmherziger GOtt, doch heißen dich um Hülfe um Gnade und Geduld, anrufen in der Noth, und daß ich diese dein Züchtiversprochen, daß du daraus erretten willst, und gesagt, weil ich deiner begehre, Um Linderung der Schmerzen. gung nach deinen Willen möge annehmen und erleiden, und daß ich in der 42 Wahr Danksagung nach wiedererhaltener Gesundheit. 64 Danksagung n. wiedererhalt. Gesundheit. Wahrheit mit dem lieben Herzen ist. Du hast mich David möge sprechen: gezüchtiget, aber dem Tode ,, Wohl mir, daß du mich nicht übergeben. HErr, du gedemüthigt hast." HErr, Liebhaber des Lebens, du ich bin deine Kreatur, hast mich als ein Vater mache es mit mir, wie du gezüchtiget, mit Lindigkeit willst. Da liege ich und gerichtet und mit viel Verbin bereit, nach deinem schonen regieret. Ichsprach: Willen zu leben oder zu un muß ich zur Höllensterben. Jch kann mir Pforten fahren; ich muß selber nicht helfen, habe nicht mehr sehen den auch nicht verdient, daß HErrn, ja den HErrn im mir geholfen werde, aber Lande der Lebendigen; nun ich versehe mich alles Gu- muß ich nicht mehr schauen ten zu dir. O gütiger Va- die Menschen bei denen, ter, du wirst mich nicht die ihre Zeit leben. Da ich verlassen, sondern gnädig- aber mitten in der Angst lich erretten durch deinen wandelte, erquicktest du lieben Sohn, unsern lie- mich. Ich sprach in meiben HErrn, JEsum Ehri- nem Zagen: Ich bin von stum. Amen. deinem Angesicht verstoßen, du aber erhörtest meines Flehens Stimme; du machtest mich gesund, und haft meine Seele aus der HdlGOtt, man lobet dich len geführet. Dein Zorn in der Stille zu Zion, währet einen Augenblick, und dir bezahlet man Ge- und du hast Lust zum Lelübde; du erhöreft Gebete, ben; den Abend lang wähdarum kommet alles Fleisch ret das Weinen, aber des zu dir. Ich danke dir, HErr, Morgens die Freude. Du von ganzem Herzen, daß haft mein Klagen verwandu mich gedemüthigt hast, delt in einen Reigen, du daß ich deine Rechte ler- haft meine Trauer ausge#tete. HErr, du bist ge- zogen, und mich mit Freurecht, ich aber muß mich ben gegürtet, auf daß dir schamen, und erkenne, lobsinge meine Ehre und daß du mich nach aller nicht stille werde. HErr, deiner Gerechtigkeit mit mein Gott, ich will dir Krankheitheimgesuchet.Du danken in Ewigkeit. Du haft mir solches zugeschicket, haft mein Gebet gehört, um meiner großen Misse- meine Thränen gesehen und that und um meiner star- mich gesund gemacht. Du fen Sünde willen. Du hast mich errettet, daß ich hast mich gedemüthiget und nicht stürbe. Darum danke versuchet, auf daß kund ich dir um deine Güte und würde, was in meinem um deine Wunder, die du an Gebet, wenn man verreisen will. 65 an den Menschenkindern meinem Liede. Ich will thust. Ich opfre dir Dank, dir mein Gelübde bezahlen und erzähle deine Werke vor allem deinem Volk. mit Freuden. Es hat mich Ach HErr, hilf, daß ich weder Kraut noch Pflaster nicht mehr fündige, daß geheilet, aber dein Wort, mir nicht was Aergeres welches alles heilet; denn widerfahre. Hilf, HErr, du haft Gewalt, beides daß ich mein Herz reinige über Leben und Ted. Du von aller Missethat, mein führest in die Hölle, und Herz keusch mache, und wieder heraus. Ich danke dir diene in Heiligkeit und dir, daß du zornig gewesen Gerechtigkeit, die dir ge= bist über mich, und dein fällig ist. Behüte mich Zorn sich gewendet hat, hinfüro vor allen bösen und tröstest mich. Siehe, Krankheiten, insonderheit GOtt ist mein Heil, ich vor einem bösen schnellen bin sicher und fürchte mich Tod. Und wenn mein nicht; denn GOtt der Stündlein vorhanden ist, HErr ist meine Stärke laß meine Seele mit Freitund mein Helm und mein den ausziehen und im FrieHeil; ich bin sicher und den geleitet werden zu der fürchte mich nicht. Du ewigen Seligkeit und Gehast mich erquicket auf sellschaft aller Auserwählmeinem Siechbette, und ten und Heiligen im Himmir von aller Krankheit mel. Erhöre mich, o GOtt, geholfen. Stricke des To- um Jesu Christi, deines des hatten mich umfangen, geliebten Sohnes willen. und Angst der Hölle hatte Dir sammt ihm und dem mich betroffen: ich kam in heiligen Geiste sei Ehre, Jammer und Noth; aber Lob und Preis in Ewigkeit. ich rief an den Namen des Amen. HErrn, und du haft meine Augen von den Thranen, meinen Fuß vom Reisegebete. reifen will. Gleiten und meine Seele Gebet, wenn man vervom Tode gerissen. Meine Krankheit ist nicht zum TodeiHErr, der du vor Zeiten ner Ehre. Gelobet seist du, durch wunderliche Wege HErr, denn du hast erhd- und durch eine wunderliche ret die Stimme meines Wüste mit einer Wolke Flehens; du, HErr, bist und hellem Feuer geleitet, meine Stärke und mein und ihnen des Tages ein Schild, auf dich hofft mein Schirm, des Nachts eine Herz und mir ist geholfen. Flamme gewesen: weil ich Mein Herz ist fröhlich, und meines Berufs halber reiich will dir danken mit sen muß, so bitte ich dich 42* von 66 Danksagung nach der Reise. von Herzen, du wollest mit| Engel Raphael frisch und mir und vor mir herziehen, gesund hin und her bin und mich den rechten Weg geleitet worden. Dieses führen, auch zu rechter alles habe ich deiner våterZeit gesund wieder heim- lichen Fürsorge und allbringen. Trage mich, wie machtigem Schuße zu danein Mann seinen Sohn ken, und bitte dich von trågt, durch alle Wege, Herzen, du wollest mich dahin ich wandern muß. und die Meinigen fortan Decke mich mit deiner auch gnädiglich behüten Hand, und errette mich und in deinen Schuß nehvon der Hand der Feinde. men, und an Leib und Laß mich deine Engel be- Seele bis zum ewigen Legleiten, und alles wohl ben seliglich erhalten, um schicken, was ich vorhabe; JEfu Christi willen. Amen. also, daß ich mit Freuden wieder heim komme, Um Bereitung zum seliflüglich handele, und mir gen Sterben. alles wohl gelinge. Bewah Ach du lieber GOtt und Einlebe, re gang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Danksagung nach der Reiſe. Sn ich weiß nicht wie lange. Ich muß sterben, und weiß nicht wann. Du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieset Tag nådiger GOtt, himm-( diese Nacht) oder dieſe lischer Vater, ich Stunde die lehte meines danke dir von Grund mei- Lebens sein, HErr, dein nes Herzens, daß du mich Wille geschehe, der ja allemeine vorgehabte Reise zeit und allewege allein der haft glücklich lassen voll- beste ist. Nach demselben bringen, und mich durch deinem heiligen Willen bin meiner lieben Engel Schuß ich allezeit bereit, in wahmit Freuden wiederum zu rem Glauben an JEsum den Meinigen gebracht, und Christum, meinen Erlöser, vor allem Hebel, Frrthum zu leben und zu sterben. und Feindschaft våterlich Allein, mein frommer bewahret, daß ich nicht von GOtt, gewähre mir nur Räubern und Mördern diese Bitte, daß ich nicht bin umgebracht oder in möge plößlich in meinen Wassernoth und andere Sünden sterben und verFährlichkeiten gerathen, derben. Gieb mir rechtdaß ich auch keinen Arm schaffene Erkenntniß, Reue oder Bein gebrochen, noch und Leid über meine besonst beschädigt bin: in gangenen Sünden, und Summa, daß ich wie der stelle fie mir noch in diejunge Lobias durch den sem Leben unter Augen, da Gebet in Todesnöthen. 67 damit sie mir hier verge-| mich aus der Hand des ben und nicht am jung- Feindes, tröste und stärke sten Tage zu meiner Ver- mich, erhalte mich in deidammung vorgestellt und ner Erkenntniß und festem, zugerechnet werden. Ver- starkem Vertrauen auf deileihe mir so viel Zeit und ne große Gnade und BarmRaum zur Buße, daß ich herzigkeit. Ach HErr GOtt, meine Üebertretung recht laß das letzte Wort deines erkenne und bekenne, von lieben Sohnes am StamHerzen bereue und be- me des Kreuzes auch mein weine, und derselben Ver- lektes Wort sein, daß ich gebung und Trost aus dei- mit starkem und gläubigem nem seligmachenden Wort Vertrauen in dem Herzen erlangen möge. darf sagen: Vater, in deine Ach barmherziger Va- Hande befehle ich meinen ter, verlaß mich ja nicht, Geist, denn du hast mich und nimm deinen heiligen erlöset, du getreuer GOtt. Geist nicht von mir; mein Im Fall aber, da ich aus Herz und meines Herzens Schwachheit und Größe Zuversicht ist allein zu dir. meiner Krankheit solches Laß mich sterben, wenn es mit dem Munde nicht dir gefällt; nur verleihe mir ein vernünftiges, sanftes und seliges Ende. Ach HErr JEsu, nimm meine Seele in deine Hände, und laß fie dir befohlen sein. Amen. Ament. könnte ausreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. A. Musculus. Sehnsucht, daheim zu fein bei dem Herrn. Err Trost und meine Gebet in Todesnöthen. HE JEfu Chrifte, mein u frommer, getreuer ne, wie verlangt meine GOtt und Vater un- Seele nach dir! Wie ein sers lieben HErrn Esu Hirsch schreit nach frischem Chrifti, dich bitte ich von Wasser, also schreit auch Herzen, du wollest mich meine Seele nach dir; meiin meiner Noth nicht ver- ne Seele dürftet nach dir, lassen, sondern mit dem meinem lebendigen GOtt. Licht deiner wahren Er- Wann werde ich dahin kenntniß erleuchten, daß kommen, daß ich dein Anich in demselbigen aus e- gesicht schaue? HErr JEser Finsterniß zu dir, dan su, du ewige Wahrheit, ewigen Licht, möge wan du weißt, meine Zeit, meideln. O HErr, sei du bet ne Tage stehen in deinen mir, wenn ich sterben soll, Hånden. Ach wann? Sostehe du zu meiner rechten bald du willst, HErr JEsu: Hand, wenn ich soll mei- Mein Herz sehnt sich zur nen Geist aufgeben, errette Ruhe, zur ewigen, lebendi 68 Seufzer in Sterbensneth. digen Ruhe, aus dieser GOtt, nicht von deinem Finsterniß zum Lichte, aus Angesicht, und nimm deidem Trauern zur Freude, nen heiligen Geist nicht aus der Unruhe zum Frie- von mir; erhalte mich im den, aus der Mühseligkeit rechten Glauben und tröste zur Herrlichkeit, aus der mich mit deinem Geiste am Schwachheit zur Vollkom- letzten Ende, daß ich im menheit. HErr JEsu, du Tode von dir nicht abge= weißt alle Dinge, du weißt schieden werde. Ach HErr, auch, daß dich meine Seele laß dir befohlen sein meine herzlich lieb hat und trägt arme Seele, welche du mit ein sehnliches Verlangen, deinem theuren rosinfarbdein Angesicht zu schauen. nen Blut erworben und erSieh doch, allerliebster Hei- kaufet hast. O treuer GOtt, Land, wie fließen die Thrå- verkürze mir die Todesnen der Liebe aus meinen qual und gieb mir ein sanfAugen. Merke doch, daß meine Augen vor Freude weinen, und mein Herz vor Liebe krank ist, seufzt, dürstet, verlangt und wünscht, bei dir daheim zu sein und auf deinem Schooße, tes, seliges Ende, um deiner großen Gnade und Güte willen, die von der Welt her gewesen ist, daß ich dir dafür danke immer und ewiglich. Amen. Embdenius. in deinen Armen zu ruhen. Fürbitte für einen SterMein HErr und GOtt, benden. wie wohl wird mir da ſein! du Sohn des AllerHErr JEsu Christe, Fröhlich wird meine Seele und mit großen Freuden höchsten, unser einiger Heiausrufen: Hier ist gut sein! land, Erlöser und SeligHErr JEsu, gedenke an macher! wir bitten dich demich in deinem Reich und müthiglich: erlöse diesen sprich zu meiner Seele: sterbenden Menschen von Heute sollst du mit mir allen gräulichen und erim Paradiese sein. Amen. schrecklichen Bildern und Anblicken des Teufels, der Sünden und der Höllen. Erlöse ihn, wie du gnädigvon Seufzer in Sterbensnoth. ilf, o HErr JEsu ChriGnade in dieser meiner der Sündflut, Lot von leßten Noth möge fröh- der: Verderben Sodomå, lich überwinden! Gedenke, di: Kinder, Israels vvn der o HErr, nicht der Sün- Gewalt Pharaonis. Also den meiner Jugend und erlöse auch), o HErr GOtt, meiner Uebertretung, ge- die Seele dieses fierbendenke aber meiner nach den Menschen von aller deiner großen Barmher- Fährlichkeit. Eröffne ihm zigkeit. Verwirf mich, o heut zu Tage die Thür des Kirchen- Gebete. 69 des Paradieses, die Pfor- wir uns getrösten: wir haten des ewigen Vaterlan- ben die Person gar nicht des und den Eingang des verloren, sondern nur vorewigen Lebens. O HErr angesendet, der ungezweiJEsu Christe, verzeihe ihm felten Hoffnung, daß du alle seine Sünden, und den verstorbenen Leichnam, führe ihn mit Freuden in der allhier in Schwachheit das Reich deines himm- vor uns liegt, am jüngsten lischen Vaters zur ewigen Tage mit großer Kraft und Ruhe und Freude, auf daß Herrlichkeit auferwecken er dich sammt allen aus- wirst und wir einander bei erwählten Kindern GOttes dir im ewigen Leben wiemit ewigen Freuden lobe, derfinden werden. Wollest ehre und preise von Ewig- uns auch sämmtlich deines keit zu Ewigkeit. Amen. heiligen Geistes Gnade verleihen, daß wir uns an diesem Todtenbette erinnern, wie bald es um einen Menschen geschehen sei, und daß. wie es heute an diesem Mendu unser armes Gebet und schen gewesen, es morgen Flehen nicht verachtet, son- an uns sein könne, damit dern gnädiglich erhört hast.jwir in stetiger und immerDu hast unsern Bruder währender christlicher Be= aus der Angst gerissen und reitschaft erfunden werden, eingeführt in die ewige Ru- dir, wenn das Stündlein be. Ach lieber Heiland, kommt, durch das finstere wir sprechen mit Hiob: Thal des Todes mit FreuDer HErr hats gegeben, den zu folgen in dein Reich, der HErr hats genommen, der du sammt dem Vater der Name des HErrn sei und heiligen Geiste lebst gelobet! und mit dem Volke und regierst in Ewiakeit. im Evangelio: Er hat alles Amen. wohl gemacht! Hilf, daß ir danken dir, HErr JEsu Christe, daß Gebet, wenn ein Christ verschieden ist. Kirchen- Gebete an Sonn- und Festtagen schüßer aller, die auf Wenn man in die Kirche hoffen, ohne welche kommt. de niemand nicht sidd Ilmächtiger GOtt, der noch etwas vor hin be du bist ein Be- deine Barm' leur nomid A .aß uns reich70 Vor und nach der Predigt. reichlich widerfahren, auf auch muthwillig verachten, daß wir, durch dein heilig verfolgen und lästern. Eingeben, denken was recht Luther. ist, und durch deine Wirkung dasselbige vollbringen, Niebster GOtt, gieb uns um Jesu Christi, deines Sohnes, unsers HErrn willen. Amen. Luther. deinen heiligen Geist, der das gehörte Wort in unser Herz schreibe, also, daß wir annehmen, glauben, und uns dessen in EwigVor der Predigt. Nieber GOtt, du spricht keit erfreuen und trösten durch deinen lieben mögen. Amen. Luther. Nach der Predigt. Sohn die selig, so dein Wort hören. Wie viel billiger wäre es, daß wir dich, ieber HErr Christe, der o ewiger, barmherziger Va- du mein Herz mit deiter, ohne Unterlaß mit ner Wahrheit erleuchtet fröhlichem Herzen selig haft, wollest mir auch deipreiseten, dir dankten und nen Geist und Kraft gedich lobten, daß du dich so ben zu thun und zu lassen, freundlich, ia väterlich ge- was deinem gnädigen Wilgen uns arme Würmlein len wohl gefällt. Amen. erzeigest, und mit uns von der größten und höchsten Luther. Sache, Nieber gen Leben und Seligkeit, fte, bereite, stärke und redest. Gleichwohl unter befestige uns vollends zu läsfest du es nicht, uns deinem ewigen Reich, mit freundlich zu locken durch aller Fülle deiner Weisdeinen Sohn, dein Wort heit und Erkenntniß. Dir zu hören, da er spricht: sei Lob und Dank in EwigSelig find, die GOttes feit. Amen. Wort hören und behalten; als könntest du unsers Gehörs nicht entbehren, und wir, die wir Erd und Asche Luther. find, Danksagung für das gehörte Wort GOttes. GOtt, Vater aller Barmherzigkeit, danken dir höchlich und allemehr deines seligen Wortes bedürften. Ď wie un- zeit, daß du uns, nach dem aussprechlich groß und überschwenglichen Reichwundersam ist deine Güte thum deiner Gnaden, haft und Geduld! Wiederum gebracht zu dem Schatz Ach und Wehe über die deines Wortes, darinnen Undankbarkeit und Staar- wir haben Erkenntniß deiblindheit derer, die dein nes lieben Sohnes, das ist Wort nicht allein nicht ein sicher Pfand unsers hören wollen, sondern es Lebens und Seligkeit, die im Im Advent. 71 unsern HErrn Luther. im Himmel zukünftig ist, nen Sohn JEsum Chri und bereitet allen, die in stum, reinem Glauben und brün- Amen. ftiger Liebe beständig bis ans Ende beharren; wie wir denn hoffen und bitten, du werdest uns, barmherund vollkommen machen mit al- dich herzlich, gieb uns, daß len Auserwählten, in einem wir deinen lieben Sohn Sinne, zu gleichem Bild erkennen und preisen, wie deines lieben Sohnes JE- der heilige Simeon ihn su Christi, unsers HErrn. leiblich in die Arme geAmen. Luther. nommen, und geistlich gesehen und bekannt hat, durch denselbigen deinen Sohn, JEsum Chriftum unsern HErrn. Amen. Luther. Am Tage der Reinigung Mariä. mächtiger, ewiger bitten Im Advent. Ash Ich du lieber GOtt himmlischer Vater, gieb Glück und Heil dem Sohne Davids, deinem lieben Sohn Christo JEsu, zu Su Epiphanias. seinem Königreich. Laß ihn Nieber GOtt, führe uns auch bei uns eintreten in mit den Weisen durch deinem Namen, daß es gebenedeiet sei und wohl gehe. Amen. Luther. Nieber HErr GOtt, wecke den Stern deines heiligen Worts zu deinem Sohn Christo JEsu, und bewahre uns vor allem Anstoß in Ewigkeit, so kommen wir uns auf, daß wir be- recht in unser Vaterland, reit seien, wenn dein da wir herkommen sind, Sohn kömmt, ihn mit das ist zu GOtt, von dem Freuden zu empfahen, und wir geschaffen sind, und dir mit reinem Herzen zu kommt das Ende mit dem dienen, durch denselbigen Ursprung wieder zusammen deinen Sohn JEsum Chri- wie ein güldener Ring; stum, unsern HErrn. das helf uns GOtt durch Amen. Luther. Christum, unsern König und Priester in Ewigkeit. Amen. Luther. Su Weihnachten. ilf, lieber GOtt, baß wir der neuen E- wiger GOtt, lieber leiblichen Geburt deines Vater, der du uns liet n Sohnes theilhaftig durch deinen lieben Sohn, werden und bleiben, und unsern HErrn und Hei von unsrer alten sünd- land JEfum Chriftum, so lichen Geburt erledigt wer- reichlich erleuchtet haft, den, durch denselben dei- stårke uns auch durch deinen 72 Zur Passionszeit. nen heiligen Geist mit schonet hast, sondern für völligem Glauben, und gieb uns alle dahingegeben, daß uns Kraft, daß wir sol- er unsere Sünde am Kreuz chem Licht treulich und tragen sollte: verleihe, daß fleißig folgen, und dich unser Herz in solchem sammt allen Heiligen prei- Glauben nimmermehr ersen und loben, beide, mit schrecke noch verzage, durch Lehren und Leben. Dir denselben deinen Sohn, sei Dank und Ehre für JEsum Chrifium, unsern alle deine unaussprechliche HErrn. Amen. Luther. Gnade und Gaten in Ewigkeit. Amen. Luther. Am Osterfeste. Sur Passionszeit. Allmächtiger GOtt, der du durch den Tod deiger GOtt, der du für und den Tod zunichte geuns haft deinen Sohn des macht, und durch sein AufKreuzes Pein lassen leiden, erstehen Unschuld und ewiauf daß du von uns des ges Leben wieder gebracht Feindes Gewalt treibest: haft, auf daß wir von der verleihe uns also zu bege- Gewalt des Teufels erldben und danken seinem Lei- jet, in deinem Reich lebent: den, daß wir dadurch der verleihe uns, daß wir solSünden Vergebung und ches von ganzem Herzen vom ewigen Tod Erld- glauben, und in solchem sung erlangen, durch den Glauben beständig dich alleselben deinen Sohn JE- zeit loben und dir danken sum Christum, unsern durch denselbigen deinen HErrn. Amen. Luther. Sohn, Jesum Christum, Am Grün- Donnerstag. unsern HErrn. Amen. Luther. Ach du lieber GOtt, der du uns bei diesem wunderbarlichen Sakra- Nieber GOtt, verleihe uns ment deines Leidens zu deinen heiligen Geist, daß durch JEsum Christum gedenken und zu predigen befohlen haft, verleihe uns, wir solcher deiner Auferdaß wir solch deines Lei- ftehung uns red, t trösten, bes und Blutes Sakra- und in solchem Glauben ment also mögen brauchen, und Zuversicht und Hoffdaß wir deine Erlösung nung von Tage zu Lage in uns täglich fruchtbarlich zuneh: nen, und endlich daempfinden. Amen. Luther. durch selig werden. Amen. Luther. Am Charfreitag. ewiger Am GOtt, der du deines einigen Sohnes nicht verA Himmelfahrtsfeste. Umächtiger Gott, verleihe uns, HErr 3u Pfingsten. 73 die wir glauben, daß dein einiger Sohn, unser HeiLand, ſei heute gen Him- Heiliger GOtt, himmlischer wir mel gefahren, daß auch wir freuen uns über unsere mit ihm geistlich im geist- Pfingsten von Herzen, weil lichen Wesen wandeln und dieselben weit herrlicher wohnen, durch denselben find, denn der Juden Pfingdeinen lieben Sohn, JE- sten; sintemal der heilige sum Christum, unsern Geist durch Christum über HErrn. Amen. alles Fleisch ist ausgegossen worden, daß wir durch das Evangelium GOtt erkennen, und durch den heiligen Geist heilig und fromm werden an Seele und Leib, tröstlich und freudenreich so wir uns anders recht Fest wir an der Himmel- christlich mit Beten, Prefahrt unseres lieben HErrn digthören und einem urårChristi haben; derhalben gerlichen Wandel dazu loben, danken und preisen schicken wollen. Darum, Luther. Nieber HErr GOtt, unser gnädiger Vater im Himmel, wir sehen, wie ein wir dich und bitten, du gnädiger Vater, verleihe wollest uns in solcher Gna- uns solche deine Gnade, de erhalten, und endlich um daß wir Christum lieben Jesu Christi, deines Soh- und an seinen Worten bleines willen ein selig Stünd- ben, dasselbe durch seinen lein bescheren, daß wir ihm heiligen Geist behalten, selig nachfahren und das und also mögen selig werewige Leben und Seligkeit den; dazu helfe uns durch sammt ihm besitzen; das Christum der heilige Geist. verleihe uns, lieber HErr. Amen. Luther. Amen. Luther. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. H& Allmächtiger, ewiger 3u Pfingsten. Err GOtt, lieber Vater, der du an diesem Tage deiner Gläubigen Herzen durch deinen heiligen Geist erleuchtet und gelehret haft: gieb uns, daß wir auch durch denselbigen Geist rechten Verstand haben, und zu aller Zeit seines Trostes und Kraft uns freuen, durch denselbigen Glauben allezeit fest erhalbeinen Sohn, JEsum ten wider alles, was dageChristum, unsern HErrn. gen uns mag anfechten, der Amen. Luther. Su lebest und regierest von gelehret hast, im rechten Glauben zu wissen und bekennen, daß du in drei Personen, gleicher Macht und Ehren, ein einiger ewiger GOtt, und dafür anzubeten bist: wir bitten dich, du wolleft uns bei solchem Ewig Amen. 74 Am Kirchweih-( Reformations-) Fest. Ewigkeit zu Ewigkeit.| schaue vom Himmel, und Luther. siehe an und suche heim deinen Weinstock, und halte ir glauben an GOtt ihn im Bau, den deine Vater, GOtt Sohn Rechte gepflanzet hat, und und GOtt den heiligen den du dir festiglich erwähGeist. Gott helfe uns let hast, auf daß sein Geallen, daß wir in solcher wächs ausgebreitet und Lehre und Glauben bis an seine Zweige groß werden; unser Ende beständig und verzäune ihn mit deinem rein erfunden werden. Schilde. Nimm uns, deine Amen. Schaafe, in deinen Schutz, daß uns niemand aus detAm Kirchweih-( Refor- ner Hand reiße. Behüte Luther. D mations-) Feft. uns vor allen denjenigen, Vater aller Barmher- so da suchen Vertilgung zigkeit, der du dir eine rechter Lehre, Aufrichtung heilige Gemeine und Kirche und Bestätigung ihrer auf Erden durch dein Wort schändlichenAbgötterei. Laß und heiligen Geist sammelst dein liebes Wort, das helle und erhältst: ich bitte dich, und unwandelbare Licht, du wollest deine kleine so uns jetzt scheinet, nicht Heerde, das arme Häuflein, unterdrücket oder ausgeso dein Wort durch deine löschet werden, sondern Gnade angenommen, ehret thue Hülfe durch deinen und fördert, bei der rechten, großen ausgestreckten Arm, erkannten, reinen und allein und erhalte deine Kirche seligmachenden Lehre, auch und Gemeine unter so viebei rechtem Gebrauche der len Anstößen in der Welt, hochwürdigen Sakramente auf daß du unter uns hier stets und fest erhalten, wi- auf Erden auch habest ein der alle Pforten der Hölle, Volk, das dich erkenne, ehre wider alles Wüthen und und anbete, und deinem heiToben des leidigen Teu- ligen Namen diene. Ach fels, wider alle Bosheit HErr, schone deines Volks, und Tyrannei der argen und laß dein Erbtheil nicht Welt. Erhalte dein Schiff zu Schanden werden, laß lein sammt deinen Christen uns nicht entgelten unsere mitten auf dem ungestü- Sünden, der du die Missemen Meere unter allen that vormals vergeben hast Wellen und Wasserwogen, deinem Volk, und alle ihre daß es nicht sinke noch un- Sünde bedecket, der du vortergehe. Laß deine Kirche mals haft allen deinen Zorn fest und unbeweglich flehen aufgehoben und dich geauf dem Grundfelsen, dar- wendet von dem Grimm auf sie erbauet ist. OGOtt deines Zorns. Triste uns, Zebaoth, wende dich doch, GOtt, unser Heiland, und laß Beschluß und täglicher Seufzer. 75 laß ab von deiner Ungnade| GOtt, der bald Hülfe über uns. Beschüße deine schaffen kann, da keine iſt. arme Christenheit, welche Du kannst aus nichts etwas fich auf dich allein verlåsset, machen; denn alles, was daß die Pforten der Höllen du willst, das thust du im sie nicht überwältigen. Sei Himmel und auf Erden, und bleibe du mitten unter uns, und weiche nicht von deiner Gemeine. Thue solches um deines Namens willen, daß er nicht entheiliget werde, ja thue es um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. Habermann. und ist niemand, der dir kann und darf widerstreben, oder der dich hindern kann, uns zu helfen. Darum, mein GOtt und Helfer, hilf mir um deines Namens willen, wie du weißt, daß mir nach deinem gnädigen Willen nüß und selig ist. HErr, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Ich bin gewiß, es gehe mir, wie es wolle, wohl oder übel, daß mir alles muß zum Besten gereichen. D mein gütiger GOtt, himmlischer Vater, dir ist meines Herzens Anliegen besser bekannt, als mir sel- Leb ich, so leb ich dein, ber. Du bist ja unser GOtt, fterb ich, so sterb ich auch der uns bereitet hat, unser dein. Nur allein gieb mir Vater, der Tag und Nacht Geduld, dir in allem Kreuimmer fort und fort Sorge ze still zu halten, und deifür uns tråget, der du nicht nem Willen', der allewege schläfest, sondern deine vå- der beste ist, in allem willig terlichen Augen stets auf und gerne zu folgen, und uns wendest, daß auch nicht ungezweifelt zu glauben, ein Hårlein von unserm du werdest es mit mir so Haupte wider deinen Wil- wohl machen, daß ich mit len fallen mag. Herzlichem Seufzen: Der Ach mein HErr und mein HErr hat alles wohlgeGOtt, so hilf mir doch nun, macht! dich werde loben, wie du am besten weißt, rühmen und preisen. Hilf wie mir zu helfen stehet; mir, mein JEsu, zu der du bist ja der allmächtige ewigen Seligkeit. Amen. Beschluß und täglicher Seufzer. -105 Inches + ₂²7 2 1 Centimetres Blue 3 4 Cyan 2 5 11 ¹6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 | 10| 11 Red 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8