İRİRSİKİSİNİRİNKNESESERIEIND MAKKARAR Clie 0209 ARA BUJE PANER vor Anten ni im ORDREBERKEERDEEEEEAAAAAAAAMERAMALEEEN D Bei Buchbinder Fr. Creuzer in Marburg am Hirschberg, sind stets gebunden zu haben: Bibeln, Gefang-, Gebet-, Notiz-, Quittungs-, Bilder- und Schulbücher, Predigt, Erbauungs-, Conto- und Nachtbücher; sowie weißes, buntes, Gold- und Silberpapier, Bilder, Brieftaschen, Blei-, Stahl- und Gänse- Federn, Halter, Siegellack, Oblaten u. dgl. mehr. 5096 Gb 24 26 Ich bitte eine aus den heilige Wunden zur Rüch. dein Wort zur Agenei, dries Leidens Kraft zur letzten Stunden, des Vaters Herz das Töchterke Treu; deine Bluf zuletzt zur Fren und Sterbekleid Grabe deine Seit. ex Auf diese Weise in Kügen, oder über lanz: Mir ist als einen Hönmerkverben. Getteskrue var nicht bang. word. die Gotteklieb das Besübblut machts schon mit. 18 30. ich sprobenn. Enur gut. Hoff,& bedrängte Seele! Hoff und sei unsegagt! Gott weiß es, was dich guäle, den Kummies der dich nagt; Er wird dich ihm entrücken. Erwarte nur die nur die Zeit! Bis dich mit holden Blicken Sein Angesicht erfreut. Auf! wehre deinem Schmerzen der Sorgen bange Nacht. Laß fahren, was das Herze Betrübt und traurig macht. List du doch nicht Regente, der alles führen soll. Gott sitzt im Regimente, Und führet alles wohl. Ihn, ihn laß thun und walten. Und wird sich so verhalten, wundern wirst. daß du dich Wenn er, wie 6 ihm gebühret, Mit wunderbarem Rat das Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat. Meinen Heiland im Herzen, da schreckt mich keimatis Er bleibet dem betreden Kinde vereint. Annen. Hotzhaufen den 4. Mar 1884. 94% 6 ا اور کہا Neues Gesangbuch für die evangelisch- lutherischen Gemeinden in den ehemals furhessischen Landen. Caffel, 1869. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. 96 24 26 pina0 in 300 duisas Univ. Bibl. Glessen Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubenslehre. 1. Enthält die Liever von Gott, von Nr. 1-10. 2. Von den Eigenschaften Gottes, von Nr. 11-30. a. Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes, Nr. 11-13. b. Von der Allwissenheit Gottes, Nr. 14, 15. c. Von der Weisheit Gottes, Nr. 16. 17. d. Von der Allmacht Gottes, Nr. 18. e. Von der Augegenwart Gottes, Nr 19. f. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, Nr. 20. 21. g. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes, Nr. 22. h. Von der Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes, Nr. 23-29. i. Von der Geduld und Langmuth Gottes, Nr. 30. 3. Von der heiligen Dreieinigkeit, Nr. 31-34. 4. Von der Schöpfung, Nr. 35-39. 5. Von der Vorsehung Gottes, Nr. 40-50. 6. Von den Engeln, Nr. 51-53. 7. Von den Menschen und seiner Bestimmung, Nr. 54-60. 8. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen, Nr. 61-65. 9. Von der Erlösung des Menschen, Nr. 66-72. 10. Bon Christo, dem Erlöser, Nr. 73-76. 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi, Nr. 77-99. a. Advents- Lieder, Nr. 77-81. b. Weihnachts- Lieder, Nr. 82-93. c. Von der Erscheinung Christi, Nr. 94. 95. d. Auf die Darstellung Christi im Tempel, Nr. 96. 97. e. Am Tage Mariä Verkündigung, Nr. 98. f. Von dem Vorläuferamte Jobannis, Nr. 99. 12. Vom Wandel Christi auf Erden, Nr. 100-102. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jefu, Nr. 103-141. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu, Nr. 103. 104. b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu, Nr. 105-112. c. Kraft und Trost der Leiden Jesu, Nr. 113. 114. d. Gebet zu dem Versöhner, Nr. 115-118. e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung, Nr. 119-122. f. Das Leiden Jesu am Delberge, Nr. 123. 124. g. Gefangennehmung Jesu, Nr. 125. h. Ueber die Verlassung Jesu von seinen Jüngern, Nr. 126. 1* Inhalt. i. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gericht, Nr. 127-129. k. Das Leiden Jefu am Kreuz, Nr. 130-138. 1. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu, Nr. 139. m. Begräbniß Jesu, Nr. 140. 141. 14. Von der Auferstehung Jesu, Nr. 142-156. 15. Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sitzen zur Rechten Gottes, Nr. 157-164.ro 4 16. Vom heiligen Geiste, Nr. 165-181. 17. Vom Worte Gottes, Nr. 182-193. a. Von den zehn Geboten insbesondere, Nr. 189. 190. b. Vom Evangelio, Nr. 191-193. 18. Von der Taufe, Nr. 194-198. a. Vor und bei derselben, Nr. 194-197. b. Nach derselben, Nr. 198. 19. Vom heiligen Abendmahl, Nr. 199-215. a. Vor und bei demselben, Nr. 199-211. b. Nach demselben, Nr. 212-215. 20. Von der christlichen Kirche, Nr. 216-225. 21. Vom Tode, Nr. 226-253. 22. Von der Auferstehung der Todten, Nr. 254-260. 23. Vom jüngsten Gericht, Nr. 261-267. 24. Von der Ewigkeit, Nr. 268-275. 3weite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 1. Von der Buße und Bekehrung, Nr. 276-296. a. Ueberhaupt, Nr. 276-294. b. An öffentlichen Bußtagen, Nr. 295. c. Nach geschehener Bekehrung, Nr. 296. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen, Nr. 297-307. 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt, Nr. 308-323. 4. Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 324-327. 5. Von der Furcht Gottes, Nr. 328-330. 6. Von der Liebe und Treue gegen Gott, Nr. 331-333. 7. Von der Freude an Gott, Nr. 334-336. 8. Vom Gehorsam gegen Gott, Nr. 337. 338. 9. Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen, Nr. 339-354. 10. Vom Gebete, Nr. 355-362. nhalt. 11. Vom Lobe Gottes, Nr. 363-370. 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 371-381. 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser, Nr. 382-392. 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 393-398. 15. Von der Selbstliebe, Nr. 399. 400. 5 16. Von der Sorge für die Seele, Nr. 401-404. 17. Von der Sorge für den Leib, Nr. 405-408. 18. Von der Arbeitsamkeit und Treue iur Beruf, Nr. 409-413. 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen, Nr. 414-417. 20. Vom rechten Gebrauch des Lebens, Nr. 418-421. 21. Von der Zufriedenheit, Nr. 422-426. 22. Von der Geduld, Nr. 427-439. 23. Von der Liebe des Nächsten, Nr. 440-445. 24. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit, Nr. 446. 447. 25. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Nr. 448-454. 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit, Nr. 455-458. 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, Nr. 459. 460. 28. Von der Freundschaft, Nr. 461. 462. 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, Nr. 463-472. Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Vorfälle. 1. Von dem öffentlichen Gottesdienst, Nr. 473-483. a. Beim Anfange desselben, Nr. 473-481. b. Beim Schlusse desselben, Nr. 482. 483. 2. Von der Feier des Sonntags, Nr. 484-487. 3. Bei der Katechismus- Lehre, Nr. 488. 489. 4. Bei der Confirmation junger Christen, Nr. 490. 491. 5. Für die Obrigkeiten und Unterthanen, Nr. 492-494. 6. Bei Einführung eines neuen Predigers, Nr. 495. 7. Bei Einsegnung neuangehender Eheleute, Nr. 496. 497. 8. Für Eltern und Kinder, Nr. 498-501. 9. Für Herrschaften und Gesinde, Nr. 502. 503. 6 3nhalt. 10. Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen, Nr. 504-508. 11. Neujahrs- Lieder, Nr. 509-514. 12. Von den vier Jahreszeiten, Nr. 515-518. a. Vom Frübling, Nr. 515. b. Vom Sommer, Nr. 516. c. Vom Herbst, Nr. 517. d. Vom Winter, Nr. 518. 13. Morgenlieder, Nr. 519-532. 14. Abendlieder, Nr. 533-542. a. Abendlieder überbaupt, Nr. 533-540. b. Abendlied am Sonntage, Nr. 541. c. Abendlied am Ende der Woche, Nr. 542. 15. Bei Reisen, Nr. 543. 544. a. Vor der Neise, Nr. 543. b. Nach glücklich vollbrachter Reise, Nr. 544. 16. Vor und bei der Erndte, Nr. 545-551. Bei sparsamer Erndte, Nr. 551. 17. In allgemeiner Noth, Nr. 552-554. 18. Witterungs- Lieder, Nr. 555-558. a. Um Regen, Nr. 555. b. Nach erhaltenem Regen, Nr. 556. c. Um Sonnenschein, Nr. 557. d. Nach erlangtem Sonnenschein, Nr. 558. 19. Bei Fenersnöthen, Nr. 559. 560. a. Für Abgebrannte, Nr. 559. b. Nach der Feuersgefahr, Nr. 560. 20. Beim Gewitter, Nr. 561-563. Nach dem Gewitter, Nr. 563. 21. In Wassersnoth, Nr. 564. 565. Nach geendigter Wassersnoth, Nr. 565. 22. Jn Kriegszeiten, Nr. 566-569. Nach erlangtem Frieden, Nr. 568.569. 23. In Theurung, Nr. 570. 24. Bei gefährlichen Seuchen, Nr. 571. 25. In Krankheiten, Nr. 572-581. Nach der Genesung, Nr. 581. 26. Jn Todetnöthen, Nr. 582-587. Fürbitte für einen Sterbenden, Nr. 588. 27. Bei Begräbnissen, Nr. 589. 590. Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubens- Lehre. 1) Von Gott. Mel. Nun danket alle gort 2c. Mel. Sey lob und chr' dem: c. 1. Anbetungswürd'ger gott, Mit 2. Der er herr ist gott und keiner mehr: zu nennen! Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können: O flöße meinem geist Die tiefste demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll ehrerbietung seyn! Frohlockt ihm, alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der herr ist groß! sein nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen wesen. 2. Du riefst dem, das nicht war, Um luft und seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst, Verstand und rath sind dein: Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: werde! Entstand dein großes werk, Der bimmel und die erde. Mit deinem kräft'gen wort Trägst du die ganze welt, Und deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der herren berr; Der erde majestäten Sind, höchster, vor dir staub; Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Des hobeit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im fleisch dich sehen? Kein sterblich auge reicht Bis zu den lichteshöhen, Von welchen du mit huld Auf deine schöpfung blickst, Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückst. 6. Ja, bier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber der maleinst Der vorhang weggenommen, Der dich, unendlicher, Noch unserm blick verschließt: Dann sehn wir heller ein, Wie berrlich du, gott, bist. 7. Indeß sey auch schon seht Dein ruhm von uns besungen. Verschmäbe nicht ein lob Von äußerst schwachen zungen! Dort soll, wann wir dereinst In Hellerm licht dich sehn, Auch stärker unser lied Dich, großer gott, erhöhn. 2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt Die dauer seines lebens; Wir menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel. 3. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle bimmel nicht, Die seine kraft erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern. 4. Wir sind allein durch seine kraft Das, was wir sind und werden! Er kennet alles, was er schafft, Im bimmel und auferden. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und kraft unb stärke; seine hand Umspannet erd und himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, da sich dem Herrn Ein mensch verbergen möge? Umsonst büllt ihn in finsterniß? Was ihr beginnt; er siebts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den weltbau obne dich, O herr, vor seinem falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein auffehn über alle? Du bist voll freundlichkeit, voll buld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner, als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut; Denn du beløbnst mit wonne; Du bast unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig seyn. Hast freuden, gott, die fülle. 8 8. Dir nur gebühret lob und dank, Mel Christ, unser herr ,, zum 2c. Anbetung, preis und ebre. Kommt, 4. Gott, mache du mich ſelbst bereit, Vor deinen thron werdet gottes lobgesang, Ihre alle, seine beere! Der herr ist gott, und keiner mebr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen. Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit 2. oder: Eigner Melodie. 3.& r rhabner gott, was reicht an deine größe; Denk ich an dich, so findt sich meine blöße; Sch fübte, herr, daß du unendlich bist, Und daß umschränkt mein forschend denken ist. 2. Du wohnst im licht, dazu kein mensch kann kommen: Was ists, das wir von deinem ruhm vernommen? Ach nur ein theil von deiner majestät, Die über alles dich, o gott, erhöht. 3. Dein ew'ges sein, dein ganz vollkommnes wesen; Das, was du wirkst, und was dein rath erlesen, Ist viel zu hoch für menschlichen verstand; Von engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich staub, mich unterwinden Unendlicher, dich völlg zu ergründen; O mache mich von solchem dünkel frei, Daß mir dein wort des glaubens richtschnur sey. Erste Abtheilung. 5. Mein eigner geist kann sich leicht hintergehen; Dein wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich wesen nicht: So gnüge mir davon dein unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle dinge: Gieb, daß ich dir mich selbst zum opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die welt regierst: So sei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; Einst werd ich mehr von deinem rath erfahren: Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, Geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum bilf, daß ich mit ehrfurcht vor dir wandle; In allem thun nach deinem willen handle; Zufrieden sey wie du mich hier regierst, Bis du mich einst zu deinem himmel führst, 9. Dann werd' ich dich im hellern lichte sehen, Und, froh in dir, dein ewig lob erhöhen: Herr! du bist groß und zeigst es mit der that, Unendlich groß an huld, an macht und rath. zu treten, und deine große herrlichkeit Boll ebrfurcht anzubeten: Laß, berr, vor deinem angesicht Mein Herz sich deiner freuen, Und einen strahl von deinem licht Die finsterniß zerstreuen, Die mich hier noch umgiebet. 2. Du bist der herr und feiner mehr; Nichts sind der beiden götter. Nur dir gebühret preis und ehr; Kein helfer noch erretter Ist außer dir: laß mich allein Auf dich, o herr, vertrauen, Mein ganzes leben dir nur weihn, Mein glück blos auf dich bauen, Und dich niemals verleugnen. 3. Du bist der böchstvollkommne geist, Der vater aller geister; Dich preiset, was vernünftig heißt, Als seinen berrn und meister: Laß meiner seele hohen werth Mich diese tugend Lehren, Daß ich, wie es dein wort begehrt, Dich möge kindlich ehren, Im geist und in der wahrheit. 4. Du bist, o gott, von ewigkeit, Und wirst allzeit bestehen; Es bleibet Deine herrlichkeit, Wann himmel selbst vergeben. Laß von der erde eitlem tand mein herz sich stets erheben zu meinem wahren vaterland, Und mich nach dem recht streben, Was ewig mich erfreuet. 5. O gott, was seyn wird, ist und war, Und was wir thun und dichten, Das ist dir alles offenbar; Du wirst einst alles richten. Laß mich bein helles auge scheun, Aufrichtig vor dir wandeln, Und, deines beifalls mich zu freun, Auch dann rechtschaffen handeln, Wann finsterniß mich decket. 6. Unendlich ist, herr, deine macht Zu retten, die dich lieben, Und wenn der frevler dich verlacht, Auch strafrecht auszuüben: Gieb, daß mich deiner allmacht schuß Stets als ein schild bedecke; Mich auch nicht menschengrimm und truß, Nur dein gericht erschrecke: Du strafest leib und seele. 7. Voll höchster weisbeit bist du, gott! Kein mensch kann sie ergründen. Ümringt uns allenthalben noth, Du, herr, weißt rath zu finden; Bewahre 1. Von Gott. mich, daß ich mich nicht mit bangen sorgen quäle. Gieb, daß ich dir mit zuversicht Mein wohl und weh befehle, Und findlich auf dich traue. 8. Gott, du bist beilig und gerecht, Und kannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sey dein knecht, Muß jede sünde meiden: Gieb, daß ich mich der beiligkeit Mit rechtem ernst befleiße, Nachiage der rechtschaffenheit, Unddeine wege preise, So wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädia, gott, und gut. Vergiebst die schuld dem fünder; Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner finder: Laß reichen trost, von deiner huld, In meine seele fließen; Und laß mich nach bereuter schuld Auch wieder rub genießen, Und dann vorsichtig handeln. 9 laufbahn eilet, Und wie durch beide tag und nacht der erde Regieret werde. 5. Was machts, daß diese ordnung stets vorhanden, Und unverrückt jahrtausende bestanden? Kannst du der gottheit daseyn, kraft und wesen nicht darin lesen? 6. Sieb, mensch, du edler unter freaturen! Sieb an dir selbst der gottbeit klare spuren! Kannst du mit wahrheit dich verständig nennen, Und gott mißkennen? 10. Gott, dessen wahrbeit stets bestebt: Wohl denen, die dir gläuben! Wann erd und himmel einst vergebt, Wird dein wort ewig bleiben: Gieb, daß ich fürchte dein gericht, Und alles, was du dräuest: Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs gern verleihest: Wer hofft, wird nicht zu schanden. 8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen. Oft leugnets doch der mensch durch sein betragen, Wenn er, als wär kein gott, in sünden wandelt, Und gottlos handelt. 9. Du fagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn auch recht zum dienst ergeben? Ist dank und gegenliebe im gemüthe Für sein güte? 10. Im wohlstand tropig, zagbaft in beschwerden, Vergötterst du oft dinge dieser erben, Machst gold zum trost, hälist fleisch für deinen retter; Elende götter! 11. O bilf uns, gott, doch deinen heil'gen willen Mit redlichkeit und herzenslust erfüllen; Sonst werden wir, beim ruhm des glaubens lügen, Uns selbst betrügen. 12. Laß uns dein wort den weg der wahrbeit lebren, Uns zeigen, wie wir dich stets recht verehren, Bis du 5. uns erheben, 11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein wort zum grunde seßze: Erfreu' ich mich darüber mehr, Als über alle schätze: Bis ich dort dich, mein heil und licht! Vollkommener erkenne, Von angesicht zu angesicht Dich schaue, dich erkenne, Und unaufhörlich lobe. Mel. Herzliebster jesu, was haft 2c. oder: Eigene Melodie. st auch ein gott? wer darf 7. O sünder! frag das nagende gewissen: Ist denn ein gott? o fübl doch in den bisfen, Tic du empfindest, fühl bei böser sache Den berrn der rache. man nicht laute stimmen, die es Bei dir zu leben. sagen? Es zeigen schrift, vernunft und treaturen, Der gottheit spuren! Mel. Wach auf, mein herz 2c. 2. Sich um dich ber, fich himmel, 6. gott, aus deinen werken Kann ich dein daseyn merländer, meere; Sieb der geschöpfe fen; In allen treaturen Find ich unzählbare heere! Schließ von dem der gottheit spuren. bau und vom verstand der geister, Auf ihren meister. 3. O! sieb hinauf zu den gestirnten höhen, Wo welten sich in ihren freisen drehen, Und von der babn, ibr jahrsziel zu erreichen, Kein baarbreit weichen. 2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend chören: Gott ist, gott mußt du ebren! 4. Sieh! wie die sonne jabr und tage theilet, Wie auch der mond durch seine 3. Wer sprach es, daß die erbe, Und daß der bimmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des wassers sammlung wäre? 10 4. Wer ließ in jenen höhen Das sternenheer entsteben? Wer bieß des bonners brüllen Die welt mit furcht erfüllen? Erste Abtheilung. 5. Du bists, gott! deine werke Erzählen deine stärke Und deine weise güte Dem achtsamen gemüthe. 6. Das würmchen in dem staube, Die bunte raup' am laube, Das gras, die schlanken balmen, Sind deines rubmes psalmen. 7. Herr, du bist boch erhoben, Und Mel. Aus meines herzens grunde 2c. 7. Schwingt, beilige gedanken, Euch dies ist dein beruf. Auf! widme deine kräfte Dem würdigsten geschäfte, Wozu dich gott erschuf. Gott, frei von allen schranken, Ist unaussprechlich groß. Er ist ein geist! lobsingt Vor seinem angesichte! Gott wohnt in einem lichte, Zu dem kein auge dringt. 2. Kein mensch kann ihn erreichen, Kein endlicher verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer kann den höchsten sehen, Ob er gleich alle höhen Und jede tief erfüllt? 3. Die sonn' in hoher ferne Mag strahlenreicher glühn; Glänzt heller noch, ihr sterne! Was seyd ihr gegen ihn? Ihr seyd mit eurer pracht, In eurem schönsten lichte, Vor seinem angesichte Noch dunkler, als die nacht. 4. Wie sollen wir dich nennen, Dich, schöpfer der natur? Was wissen wir? wir kennen Nicht halb die freatur, Die du bervorgebracht; Und du bist doch viel größer Und unaussprechlich besser, Als werke deiner macht. 5. Von dir strömt alles leben; Du bist der reinste geist; Hast alle kraft gegeben Dem engel, der dich preißt. Zu deines namens ehr' Ertönen lobgesänge In seiner brüder menge, Im ganzen himmelsheer. 6. Stimm in der engel chöre, O! meine seele, auch; Sey voll von seiner ehre, Du seines odems hauch! Dies, 7. Im geiste bet ihn, seele, Bet ihn in wahrheit an! Liebst du des berrn befehle, Wie selig bist du dann! Er hat unsterblichkeit, Und seligkeit und leben: Das alles will er geben Dem, der sich ganz ihm weiht! ewig hoch zu loben, Wenn auch der sün- 8. der rotten Dich leugnen und verspotten. 8. Laß alle, die dich kennen Und dich mit ehrfürcht nennen, Und die dir fest vertrauen, Dein gnädig antlig schauen. Mel. Mein gott, das herz i br. ic. oder: Nun danket all', und bringet 2c. ingt unserm gott ein frohes lied! Er ist's und keiner mehr. Groß, unaussprechlich groß ist er, Der weltkreis sein gebiet. 2. Groß ist sein nam! er will und sprichts: Da steht voll herrlichkeit, Der welten meng; und er gebeut; Sie fallen in ihr nichts. 3. Licht ist sein kleid: unendlich reich, Ein meer voll seeligkeit; Von ewigkeit zu ewigkeit Ist er; wer ist ihm gleich? 4. Er überschaut, was ist und war Im himmel, erd und meer, Und seiner werke zahllos heer Bleibt vor ihm offenbar. 5. Deff' freuet euch! die lieb ist gott, Das beste seine wahl; Groß seine thaten allzumal Und heilvoll sein gebot. 6. Gerechtigkeit und wahrbeit ist Die feste seines throns. Lobt ihn, der auch des erdensohns, Des menschen, nicht vergißt. 7. Er fennet uns; er ist mir nah, Im Abgrund, in der höh, Wohin ich fliehe oder geb, Ist er doch immer da. 8. Er ist um mich, vernimmt mein flehn, Schafft meiner seele rub, Siebts, wann ich fehl und gutes thu Und eilt, mir beizustehn. 9. Er wog mir seine gaben dar, Schrieb aufsein buch auch michUnd meiner tage zabl, da ich noch unbereitet war. 10. Ihm dank ich alles; nichts ist mein, Das gott nicht angebört. Herr, deine huld, die ewig währt, Soll stets mein loblied seyn. 11. Wer faffet deiner wunder pracht, Die da sind, wenn du rufft? Ein jeder staub, den du erschusst, Verkündigt deine macht. 1. Bon Gott. 12. Hell strablet aus dem kleinsten halm, Gott, deine weisheit her, Und au und hügel, luft und meer Sind deiner ehre psalm. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2c. 13. Froblockend preiset dich das 10. Web dem, der leugnet, daß gott land, Das deine milde tränkt! Und korn und wein und freud empfängt Der mensch aus deiner hand. 14. Herr, ohne deinen willen fällt Kein sperling bin, und ich, Ich freute nicht des trostes mich, Taß deine huld mich hält? 15. Ich fürchte, bleibest du mein schuß, Gefahr und schrecken nicht, und biete voller zuversicht Der ganzen bölle trug. Rel. Herzliebster jesu. was 0. oder: Ist auch ein gott? wer 2c. 9. ann ich, gott, meinen geist zu dir erhebe, Dich suche, dich zu finden mich bestrebe: So mußt du selbst, recht groß von dir zu denken, Die kraft mir schenken. 2. Was ist im himmel, böchster, was auferden, Das so, wie du, verdient, erkannt zu werden? Welch wissen ist wohl herrlicher zu nennen, Als dich erkennen? 3. Dich suchen, ist die herrlichste der sorgen; Zwar bist du unerforschlich und verborgen! Doch willst du, wenn wir nur dein licht nicht hassen, Dich finden lassen. 4. Mit lauter stimme lehren deine werke Uns deine weisheit, deine güt und stärke; Auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn, was du lehrst, wir nur getreu bewahren; Wenn wir, was deine lehren wirken sollen, Uns bessern wollen. 6. Ach, möcht ich, gott, aus allen meinen kräften Dich suchen; auch bei sorgen und geschäften, Mein herz, zu dir mich leichter aufzuschwingen, Zur andacht bringen! lieb entbrennen, Dir gern geborchen, fröhlich dich erheben, Und, gott, dir leben. 7. Drum führe durch dein wort doch meine seele, Daß sie den weg zum lichte nicht verfehle; sieb mir, weil ihre kräfte leicht ermüden; Ernst, lust und frieden. 8. Dann werd ich immer besser dich erkennen, Und täglich mehr von deiner menschenleben ist Ihm leer von edler freude. Sein wilder, lasterbafter blick Sebnt sich umsonst nach wahrem glück, Umsonst nach trost im leide. Die lust zu guten thaten flieht Vor ihm, der seinen gott nicht siebt. Nie füblet sich sein herz erfreut Von wonne der unsterblichkeit. Gott, unser gott! wie jammervoll, wie fürchterlich Wird unser leben ohne dich! 2. Wenn du nicht bist, wer trägt und hält, Und wer regieret dann die welt? Wer sorgt auch für mein leben? Wem danke ich mein leben dann? Wer nimmt bis jetzt sich meiner an? Wem kann ich mich ergeben? Verhängniß oder ungefähr Wär dann mein gott: und arm ist der; Dann wär vernunft und freiheit, spott; Und schreckenvoll wär mir der tod! Gott, wahrer gott! Wie graunvoll wird mir deine welt, Wenn nicht dein arm sie führt und hält. 3. Kann ohne dich ein glück erfreun, Für mich ein guth auf erden seyn, Und kann ichs froh genießen? Was bilft mir freiheit und verstand, Was jede wohlthat deiner band, Was nüßt ein gut gewissen? Bist du nicht, so erfreun sie nie; Ein traum ist ihre lust, wie sie. Die erd ist finsterniß; kein licht Strahlt her von deinem angesicht. Kein schutz ist da! Auf tugend wartet dort kein lohn; Und bier folgt ihr oft schmach und bohn. 4. Nein! eh ich zweifle, daß du seyst, Unwandelbarer ew'ger geist, Mag mich die welt verspotten! Laut will ich zeugen, daß du bist, Daß es ein schnöder frevel ist, Dich fühlen und dich spotten! Mein geist und leib freut sich in dir! Du ewiger, weich nicht von mir! Was sind die leiden dieser zeit Dem, der sich seines gottes freut? Dort im gericht, Wenn erd und himmel untergehn, Wird dich der gottesleugner seyn. 12 Erste Abtheilung. 2) Von den Eigenschaften Gottes. a. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel Liebster Jesu wir sind hier ic. 11. Gott, ott, du bist von ewigkeit! Deine majestät und größe Mehrt und mindert keine zeit: Gieb, daß ich nie das vergesse, Nie auf treaturen baue, Sondern dir allein vertraue. 2. Ewig und unwandelbar Ist dein grenzenloses wissen. Was dir einmal wabrheit war. Wirds auch ewig bleiben müssen. Nie kanns deiner weisbeit fehlen, Nur das beste zu erwählen. 3. Du bist nicht, wie menschen sind, Daß dich etwas reuen sollte; Bleibest immer gleich gesinnt, Und was je dein rathschluß wollte, Weiß dein mächtiges regieren Herrlich auch binauszuführen. feind! Webe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du 13. Uumschließt mit ihren schranMel. Sey lob und ehr dem zc. den keine zeit derer freund, Die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen dingen Deinen willen treu vollbringen. 5. Smmer ist dirs eine lust, Menschenkinder zu beglücken. Wobl dem, der sich auch mit lust Lernt in deine ordnung schicken. Der, der geht auf sichern wegen Deinen segnungen entgegen. 6. Deine worte trügen nicht, Du du bist der ewig treue, Der das bhält, was er verspricht: Gieb, daß ich mich deffen freue, Und mich, bis ich einst ertalte, Fest an deine wahrbeit halte. 7. Mag doch dann die welt vergebn, Mag mich alles doch verlassen: Du, du bleibst mir ewig stebn. Deine huld wird mich umfassen, Wenn ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine freude. Mel. Dreieinigkeit, der gottheit zc. oder: Erhabner gott, was: e. 12. du bist gott in allen ewigkeiten; Du warft es schon, eh erd und himmelward, Eb du dich noch uns bast geoffenbart. err gott, du bist die zu3. Dubast vorbin die erbe zubereitet; Dein arm bat, gott, den bimmel ausgebreitet: Doch sie vergebn, veralten wie ein kleid; Du aber daurst in alle ewigkeit. 4. Das ist der troft, die boffnung aller frommen: Du schüßest sie und läßst sie nicht umkommen. Ihr redlich berz kann sich stets deiner freun. Du bleibst ihr gott, und sie sind ewig dein. 5. Das sey mein trest in allen trüben stunden: Vom tode selbst werd ich nicht überwunden. Nicht er, nur fünd trennt mich, o gott, von dir, Du bleibst mein trost, mein heil, auch ewig mir. 2. Was bin ich, herr, was alle menschenkinder? Staub ist vor dir der heilige, der fünder. Wie schnell enteilt dies leben doch von mir! Du, höchster! du nur bleibest für und für. ten; Beim anblick deiner ewigkeit Vergehn mir die gedanken. Ich sinne nach bewundrungsvoll, Und weiß nicht wie ichs fassen soll: Du bistund bleibest ewig. 2. Noch ward von keiner sonne licht Durch eine welt verbreitet; Die bimmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine macht bereitet; Noch war kein land, noch strömt kein meer An hoher berge gründen ber: Du aber warst schon ewig! 3. Von ewigkeit her sahest du Die fünftge welt entstehen, und maßest ihre zeit ihr zu, Und sabst sie untergeben. Vom engel bis zum wurm berab Wogst jedem du sein schicksal ab Und nanntest ihn mit namen. 4. Längst steht nun deine schöpfung da, Von dir bisher erhalten. Einst kommt sie ihrem ende nab; Sie eilet zu veralten. Denn ihrer jahre werden viel, Und du bestimmtest ihr ein ziel, 5. Kaum eine stund ist es vor dir Vom anfang bis zum ende. Kaum augenblicke leben wir, Die werke deiner hände. Niemals nimmt, gott, dein alter zu: In aller ewigkeit wirst du Derselbe seyn und bleiben. 6. Ja, du bist ewig, stirbest nie, Bleibst ewig meiner seele Der fels, 13 4. Von den Eigenschaften Gottes. den sterbend ich für sie Zur sichern| deinem beil, Gott, deinen wahrenfreunzuflucht wähle. Denn deine grad und wahrheit ist So ewig als du selber bist: Heil mir, daß ich dir traue! 7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen: Dein wort, das wahrbeit ist, verbeißt, Er soll dein antlig schauen. Mein fleisch rubt auch nur furze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du es auferwecken. 8. Wenn alles um mich her vergebt, Soll ich doch nicht vergeben; Vor deinem thron, der ewig stebt, Soll ich auch ewig stehen. Du giebst an allem den theil: Auch mir gewiß mit ihnen! 9. Einst fallen erd und bimmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig seyn, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten. 10. Der seligen unsterblichkeit, Die du mir dort willst schenken, Laß mich in dieser kurzen zeit, O gett, mit ernst bedenken! Sie sy mein trost, mein böchstes gut, Sie stärke mich mit kraft und muth; Gerecht vor dir zu leben! b. Allwissenheit Gottes. im verborgnen jest geschicht, Und schante, furcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen. Mel. Chrift, unser herr, zum jordan: c.. gericht Wird alles einst entdecken, Was 14. Allwissender vollkommner geist! Değ auge alles sie het, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziebet: Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, Und vor gericht zu bringen. 6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen. Das nie ein heuchler hintergebt Mit falschen schmetcheleien. Durchbringe träftig feel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande beißt, Sammt allen bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden. 2. Selbst die gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein augé seben, Vor dir ist alles offenbar! Du prüfest fiebst du flar, Die unfer thun regieren; 15. Sir bin ich unverborgen; alle mel. D gott, du frommer gott. err, erforschest mich, Nichts bleibt vor dir verborgen. Du kennst mein ganzes thun Und alle meine sorgen; Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh der ge= danke noch In meiner seel' entstand. 3. Was deiner freunde herz begehrt, Das weißt du, eb' sie beten, Ihr seuf zen wird von dir erhört, Eb sie noch vor dich treten Was deiner feinde ratb beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken. 2. Nie spricht mein mund ein wort, Das du, o herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seb ich auf dich; Wie groß ist deinverstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wobin soll ich Vor deinem geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl Mich deinem aug entziehen? Führ ich gen himmel auf; So bist du, böchster, da; Führ ich zur tief hinab, Auch hier bist du mir nah. 4. Was nach verfließung vieler zeit, Noch künftig wird gescheben, Las fiebt dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst noch soll werden, Und was nun ist, und was einst war Im himmel und auf erden. Wer sollte dich nicht fürchten. 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt verschwiegen: Go wird dein Auge fünftig doch Die finsternißbesiegen. Dein unpartheiisches 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die fittige vom morgen; Selbst an dem fernsten meer Bleib ich dir nicht verborgen: Auch da umschlösse mich 14 Doch deine allmachtsband; Denn du bist überall, Und dein ist jedes land. 5. Wollt ich in finsterniß Mich deinem aug' entziehen, So sucht ich doch umsonst, Auch da dir zu entflieben: Die dickste finsterniß Ist vor dir helles licht! Die nacht glänzt, wie der tag, Vor deinem angesicht. 6. Du warst schon über mir In meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz, Gott, daß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, Und meiner, eh ich war, Schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein gebein, Eb ich ans licht gekommen, da ich im Erste Abtheilung. Mel. Wer nur den iieben Gott zc. oder: Eigene Melodic. dunkeln erst Die bildung angenommen, Dein auge sah mich schon, Eb ich bereitet war, Und meiner tage lauf War dir schon offenbar. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, Krönt auch, so bald du willst, die that: Wenn tausend bindernisse kommen, So triumphirt dein hoher rath, Den besten zweck wählt dein verstand: Die mittel stehn in deiner hand. 8. Was für erkenntnisse, Für köstliche gedanken! Unzählbar sind sie mir; Denn sie sind ohne schranken. Mit ebrfurcht will ich stets Auf dich, mein schöpfer, sebn, Cir folgen und dein lob, So gut ich kann, erhöhn. c. Weisheit 5. Die menge so verschiedner willen, Wojeder seinen weg erwäblt, muß doch den deinen bloß erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, Und aller feinde stolzen wahn, Als unvernunft beschämen kann. 6. O weisheit! decke meiner seele Des eigendünkels thorbeit auf, Damit sie dich zum führer wähle In dieses 9. Erforsche mich, mein gott, ind prüfe, wie ichs meine; Ob ich der wirklich bin, Der ich zu seyn mir scheine. Sieb, ob mein fuß vielleicht Sich einem irrweg naht. Und balte mich zurück Auf ebnem sichern pfad. Gottes. lebens ganzem lauf. Ich weiß den weg zur wohlfabrt nicht: Drum leite mich 16. Dweiser schöpfer aller dein sichres licht. dinge. alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht! Sie ists, die deine große welt In ihrer daur und pracht erhält. 2. Die vielen wundervollen werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, So auch durch deine weisheit da. Unendlich, berr, ist dein verstand: Der ganze weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen meisterbänden, Mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was du böchst frei bervorgebracht; Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beistand nicht. 7. Luhast mich durch mein ganzes leben Bisher aufs weisefte geführt, Ja, dir muß ich die ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert: O leite mich durch welt und zeit Hinüber in die ewigkeit. Mel. Gott des himmels und der: c. 17. Unerforschlich sey mir immer Meines gottes weg und ratb, Und die nacht sei ohne schimmer, Die mich bier umschattet bat; Doch ist alles, was er thut, Wie's auch scheine, weis und gut. 2. Sollt ich das von gott nur loben, Wo ich rath und weisheit seb? Ists nicht ein geschenk von oben, Wenn ich seinen weg versteh? Frevelt der nicht, welcher klagt, Daß ihm gott mehr licht versagt? 3. Soll ein vater unterlassen, Was dem kinde tborheit ist? Kühner tadler! engel fassen Das, wo du im dunkeln bist: Hier sollst du dem berrn vertraun; Und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt er zu regiererinnen Seiner werke, seiner welt, Meine lüste setzen? sinnen, Ordnen, thun, was mir gefällt? Wohluns, wenn er nie gewährt, Was ein thöricht herz begehrt! 2. Von den Eigenschaften Gottes. 15 5. Hier in meinem pilgerstande 6. Darum auch auf rauhen wegen, Sey mein theil zufriedenbeit! Dort Christenseele, flage nicht: Was bier in meinem vaterlande Wobnt die wabre seligkeit. Fübrt mein gang zum himmel ein, Mag er immer dunkel seyn. 18. dein d. Allmacht Mel: Machs mit mir, gott, nach: 0. err! deine allmacht reicht Daß, wesen reichet. Nichts ist, das deiner berrlichkeit, Und deinen tbaten gleichet. Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs wortFällt alles dir zu füßen. Du führest deinen anschlag fort Bei allen bindernissen. Du winkst, so stebet plößlich da, Was vorher noch kein auge sab. 3. Dur bast dein großes schöpfungswerk Allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein augenmerk, Und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die welt, Weil dein allmächtig wort sie hält. schmerzet, wird dort segen, Was bier nacht ist, wird dort licht; Und ich faß erst gottes sinn, Wann ich ganz vollendet bin. Gottes. 4. Die menge vieler wunder zeigt, die die natur schöpfer! dein vermögen Weit bewegen. Du bleibst ihr berr, und ibren lauf Hebst du nach weiser willkühr auf. 5. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst seben, Wann nach der langen grabesnacht Die todten auferstehen! Wann du von unserm staub den rest Zu neuen törpern werden läßt. 6. Uch zünd in mir den glauben an, Der sich auf dich verlasse. Ist etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, berr! umfasse? Gieb, daß ich traue deiner traft, die alles kann, und alles schafft. In voriger Melodie. 19. Di u bist, o unermeßlicher, Und wirkst an allen enden! Ich bin, wo ich auch bin, o herr, In deinen vaterhänden! Ich leb und athme nur durch dich; Du trägst, du unterstüßest mich 2. Was je mein Herz empfunden hat, Was ich verwerf und wäble, Der erste trieb zu jeder that, Der stillste wunsch der seele, Der leiseste gedank in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir! 3. Wohl mir, wenn ich durch deine kraft Mein Herz zu dir erhebe, Und redlich und gewissenhaft Nach deinem willen lebe! Du siehst es herr, und stehst mir bei, Damit ich immer treuer sey! e. Allgegenwart Gottes. alle meine fehle; Du zeigst sie mir, und züchtigst mich zu meiner beßrung väterlich. 5. Du börst auch meinen seufzern zu; Schaffst, daß mir hülf erscheine; Boll mitleid, vater, zählest du Die thränen, die ich weine; Dein trost erquicket mein gemüth, Und jeder schmerz und kummer flieht. 6. O drück, allgegenwärtiger, Dies tief in meine seele, Daß, wo ich bin, mein herz, o herr, Nur dich zur zuflucht wäble; Daß ich dein beilig auge scheu Und dir zu dienen eifrig sey! 7. Laß ohne falsch und heuchelef Mich alle fünde meiden, Daß ich vor dir unsträflich sey, Im glück 4. Du kennest sicher und gewiß, und auch im leiden; Weil deine huld Was ich der welt verheble; Siebst so mächtig ist, Weil du allgegenjedes werk der finsterniß, Siebst wärtig biſt. 16 Erste Abtheilung. Gerechtigkeit Gottes. f. Heiligkeit und Mel. Es ist gewißlich an der zeit zc. 20. Gerechter gott! vor dein gericht Muß alle welt sich stellen; Du wirst in ihrem angesicht Auch mir mein urtheil fällen. Mel. Jesu, deine tiefen wunden. laß mich jede ſünde scheun, Und 21. Gott! vor deffen angeſichte dir billig uns erfüllt! Ew'ges licht, aus dessen lichte Stets die reinste klarbeit quillt! Laß doch deine beiligkeit Unsern herzen jederzeit Kräftige ermuntrung geben, Nach der heiligung zu streben. 2. Hellig ist dein ganzes wesen, Denn kein böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines armes stärke Wirkst du stets vollkommne werke. 3. Herr! du willst, daß deine finder Deinem bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der fünder; Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebelthätern bist fünden, Kann vor dir nicht gnade du feind. Wer beharrt in seinen finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen! Töot in uns der fünden macht! Denn was sind wir, gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer gott, wie oft wir fehlen? einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem bohen thron Auf alle menschenfinder; Bestimmtest jedem seinen lohn, Dem fremmen und dem sünder. Nie siehst du die personen an; Auf das allein, was wir gethan, Siehst du gerechter richter. 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen; Du schüßest sie vor manchem leid, Darein die fünder kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet. 4. Sa, herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein freund der from men. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen; Sein sinn und thun gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht, so wie er soll, Ganz heilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o gott, nicht scheut, Dem frevelnden verbrecher, Der dein geseß und recht entweibt, Bist du ein strenger rächer. Verachtung, elend, schmerz und bobn, Gewissensmarter sind sein lohn Oft schon in diesem leben. 6. Und bleibt auch hier viel ungestraft, Viel gutes unbelohnet, So kommt ein tag der rechenschaft, Der keines sünders schonet. Da stellest du ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht; Dann triumphirt der fromme. 7. Gerechter gott, laß mich wie du, Das gute, eifrig lieben; Gieb selber mir die kraft dazu, Es willig auszuüben. Regt sich die fünde noch in mir, So stärke mich die furcht vor dir, Daß ich sie überwinde. 8. Und weil vor dir, gerechter gott Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des mittlers tod Bei wahrer reue seben: So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von schuld und straf befreit Im glauben eifrig suchen. 5. Uns von sünden zu erlösen, Gabst du deinen sohn dahn. O! so reinige vom bösen Durch ihn unsern ganzen sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten geist, Daß er unsern geist regiere Und zu allem guten führe. 6. Keiner sündlichen begierde Bleibe unser berz geweibt! Unsers wandels größte zierde Sey rechtschaffne heiligteit! Mach uns deinem bilde gleich! Denn zu deinem bimmelreich Wirst du, herr! nur die erheben, Die im glauben heilig leben. 2. Von der Eigenschaft Gottes. g. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel Wer nur den lieben gott 2c. och nie hast du dein wort 22. Noch gebrochen, Nie deinen bund, o gort, verlegt; Du bältst getreu, was du versprochen, Vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn erd' und bimmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein wort bestehn. 2. Du bist kein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund verheißen bat! Nach deiner macht, nach deiner treue Bringst du, was du versprichst, zur that. Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine huld uns zugedacht: So wird, wenn du vergeltung übest, Dein drohwort auch gewiß volbracht: Wer dich, o gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner strafe schwere last. 4. O drücke dies tief in mein berze, Daß es vor jeder sünd' sich scheut; Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer ac. 23. Dir, gott, dir will ich fröhlich singen, Dir, dessen freude wohlthun ist: Dir will ich dank und ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, gott, du bist ganz gnad' und treu, Gieb, daß mein Herz ganz freude sey. 2. Dich preisen alle engelheere, Dir fingen die verklärten dank. Dir, herrscher, brausen wind und meere; Ihr brausen ist dein lobgesang. Die ganze schöpfung ruft mir zu: Es sey kein solcher gott, wie du. 17 Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze, mit deiner strafgerechtigkeit; Nie werde das von mir gewagt, Was dein befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem glauben Dem worte deiner gnade traun. Wer kann den trost uns jemals rauben, Den wir auf dein versprechen bau'n? Du bist ein fels, dein bund steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßt! h. Sieke, Güte und Barmherzigkeit Gottes. 6. Wie stark sind unsers glaubens gründe: Hier ist dein wort, das niemals trügt: Und daß dies allen beifall finde, Hast du den Eid hinzugefügt Wahrbaft'ger! was dein mund beschwört, Ist völlig unsers glaubens werth. 7. Erwäge dies, o meine seele! Und traue gott, der's treulich meint. Sey gern, nach seines worts befehle, Der wahrheit freund, der lügen feind, Beweise dich als gottes kind, Dem treu und wahrheit heilig sind. | Lehr alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 5. Wer schuf die seel' und ihre kräfte, Gedächtniß, willen und verstand? Wer segnet des berufs geschäfte? Wer stärkt die arbeitsame band? Wer schüßte mich vor der gefahr. Die unsichtbar mir nahe war? 6. Wer fristet meine lebenstage? Wer krönet sie mit lust und heil? Du, vater, thust's: drum seele, sage: Gott, du bleibst ewiglich mein theil. Vom ganzen Herzen liebst du mich. Von ganzem Herzen preif' ich dich. 7. Dir will ich fernerhin vertrauen, Denn du bast mir stets wohlgethan, Ich will mit glauben auf dich schauen, Schau mich mit vaterblicken an. So geh' ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. 3. Dir, böchster, ist nichts zu ver. gleichen; Denn deine güte reicht so weit, Als über uns die wolken reichen, Von ewigkeit zu ewigkeit. Kein wurm friecht unbemerkt dahin: Du siebst, erhältst und schüßest ihn. 4. Auch, vater, hast du mein gemüthe Durch manche gnadengab' ermel. Herzliebster jesu, was hast du: c. oder: Ist auch ein gott, wer 20. er ist freut: D gieb mir auch nach deiner 24. Savon großer güte, Barmgüte Den trieb zur frohen dankbarkeit. 2 Evangel. luth. 18 Erste Abtheilung. herzig und von duldendem gemütbe; 4. Wo ist ein gras! wo nur ein Will denen beil und ew'ge lust besche- blatt, Ein stäublein auf der erde, ren, Die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern fünden. Und läßt verschonend uns das nicht empfinden, Was wir, weil wir ihm unser herz nicht gaben, Verschuldet baben. Wodurch, o mensch. nicht gottes rath Und kraft verherrlicht werde: O, wie ist seine macht so reich! Was aber deiner trägbeit gleich, Daß du's nicht siebst, nicht fühleft? 3. Hoch ist der himmel über seiner erde, So groß ist auch, daß er gelie bet werde, Die huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, Und gutes üben. 4. So zärtlich sich ein vater seiner finder Erbarmet, so erbarmt sich gott der fünder, Wenn sie von herzen sich zu ihm bekebren, Ibm treue schwören. 5. Er schlägt und beilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der mensch ist ein zerbrechlich wesen; Erdenkt daran, daß das geschöpf aus erde Doch asche werde. 6. Von ewigkeit zu ewigkeiten wäbret Die güte gottes dem, der tugend ebret. Uch! leite denn auch mich auf deinem pfade, Du gott der gnade! 7. So werd ich ewig deiner huld genießen; So wird mein leben sanft vor dir verfließen: So werd' ich dort mit allen engelchören Dich fröhlich ehren. MI. Es ist das heil uns kommen ic. eder: Eigene Melodie. 25. obfinget gott und betet an! Es dank', es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß, wie schön ist seine kraft! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! 2. Wie schön, wie würdig seiner macht mit allen ihren beeren Die himmel! wie viel licht und pracht Bestrahlt sie, ihr zu ebren! Das auge sieht sich nimmer satt, Sicht, was es auch gesehen bat, Doch immer neue wunder! 3. Nicht wunder für das aug' allein: Auch wunder für die seele: Damit es ihr, sich zu erfreun, An teiner schönheit fehle. Wie kunstvoll ändert gott sie ab! Dem mangelt, was er andern gab; Und jedes ist doch herrlich. 5. Gab seine macht, die schöpferin, Zum führer deines lebens Dir deinen geist, so manchen sinn, so viel gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, Erhält und schmücket seine kraft So viele große werke? 6. Dein gott bedarf nichts; seine band, Die feine schöpfung schmückte, Gab dir empfindung und verstand, Damit er dich beglückte. Willst du, o mensch, nicht glücklich seyn? Will sich nicht deine seele freun, Nicht immer froher werden? 7. Er selbst entflammt in deincr brust Die sehnsucht nach vergnügen. Er schuf auch quellen, die voll lust Stets rinnen, nie versiegen. Gieb nur auf seine güte acht; Denn seine segenvolle macht Schafft allen wahre freude. 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr ziel; Laß dich zum dank erwecken! O hätt' ich doch genug gefühl, Wie gut er ist, zu schmecken! Ist seiner wohnung vor bofschon So schön; wie wird mich einst sein thron, Wie wird er selbst entzücken! 9. Lobsinget gott und betet an! Es dank, es rühm, es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß ist unsers schöpfers macht! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! Mel. Nun lob, mein seel', den ic. 26. O gott, du bist die liebe; Üns wohlzuthun ist deine lust. Drum preist mit frohem triebe Dich unsre dankerfüllte brust. Wie so gar ohne grenzen Ist deine gütigkeit! So weit die himmel glänzen. Uebst du barmherzigkeit. Du siehst mit wohlgefallen Auf das, was du gemacht; Und bast auch uns, uns allen, Viel gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, Erschufft du uns und deine welt, Die vier schon zum entzücken So viele wunder in sich 2. Von den Eigenschaften Gottes. 19 hält; Noch gröğrer gütte proben hat, gebürgen währt Die güte, bie dein für uns deine hand Im himmel aufgehoben, Der wonne vaterland. Dahin uns zu erheben, Sandtst du den jobn berab, Der buldreich selbst sein leben Für uns verlorne gab. 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, als du? Auch auf dem sündenpfade Siebst du uns voller langmuth zu. Tu lockest uns zur buße, Und fallen wir gebeugt Voll reue dir zu fuße, Voll reu, die beßrung zeugt; So schenkest du uns armen Auch trost an deiner huld, Und tilgest aus erbarmen Die ganze sündenschuld. 4. Mit jedem neuen morgen Ist immer deine güte neu! Selbst unserm wunsch und sorgen Kommst du zuvor mit vatertreu. Du, ursprung aller gaben, Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig baben, Versagst du keinem nicht. Wie sind doch unsre tage Von deinem wohlthun voll; Selbst ihre last und plage Lenkst du zu unserm wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du bast uns ja zuerst geliebt, Und bist stets treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit gnaden uns zu ewig 28. dank dir zu begegnen, Sey stets auch unsre lust! Zu ehren deinen willen, Uns selbst zum glück und beil, Ibn freudig zu erfüllen, Sey unser bestes theil! 6. Wer hier auf seinen wegen Dein wort vor augen hat und hält, Den setzest du zum segen Schon bier, noch mehr in jener welt. Du schaffst ihm felbst aus leiden Den herrlichsten gewinn, Und führest ihn zu freuden, Die ewig währen, hin. Wie groß ist deine güte! Mich ihrer stets zu freuen, Laß, gott, auch mein gemüthe Voll liebe zu dir seyn. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 27. Soweit nur beine ſounen glänzen, Neicht deine huld, die uns erhält; Reicht über unfers himmels grenzen, O vater, bis zur fernsten welt; Gleich ewigen volk verehrt. 2. Dir, gott, ist kein geschöpf verborgen! Nictt eins, vom menschen bis aufs tbier; Du würdigst aller deiner sorgen, Sie danken Lust und leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn, Dir, gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommen freurigen gemüthe Erheb ich, gott voll gnade, dich! Wie herrlich ist nicht deine güte! Wie liebst du uns so väterlich! Uns, die wir ohne furcht und graun Stets deinem schuß und segen traun! 4. Mit welchem reichen überflusse Erfüllst du diese welt, dein haus! Du theilst ihn allen zum genusse, So väterlich, so reichlich aus, Und jedes lebens quelle fließt Aus dir, der du das leben bist. 5. Wir sehn, o berr, in deiner sonne, Den segen deiner huld, dein licht; Entzeuch uns deiner güte wonne, Dein gnadenvolles aussehn nicht! Herr, deine huld erfreue die, Die dich verehren! segne sie! In eigner Melodie. 2 Wie groß ist des allmächtgen güte? Ist der ein mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem gemütbe Den dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine liebe zu ermessen, Sey ewig meine größte pflicht. Der herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß, mein herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue fraft? Wer läßt mich so viel guts genießen? Ists nicht sein arm, der alles schafft? 3. Blick, o mein geist, in jenes leben, Für welches du erschaffen bist; Wo du, mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sebn wirst, wie er ist. Du baſt ein recht zu diesen freuden; Durch gottes güte sind sie dein. Sieh, darum mußte christus leiden, Damit du könntest selig seyn. 2* 20 Mel. Sey lob und ehr' dem ic. 4. Und diesen gott sollt' ich nicht ehren, Und seine güte nicht verstehn? Er sollte rufen? ich nicht hören? Den 29. Wie viele freuden dank ich weg, den er mir zeigt, nicht gebn? Sein verliehen! Und wie viel sünden hast dir, Die du mir herr, will' ist mir ins herz geschrieben; du mir Aus gnaden nicht verziehen! Sein wort bestärkt ihn ewiglich; Gott, voll erbarmung und geduld, soll ich über alles lieben, Und meinen Auch bei der mir verborgnen schuld, nächsten so, wie mich. Währt ewig deine liebe. ott Blick ich in jene ferne, Und überseh 2. Bedenk ich, schöpfer, deine macht, des himmels pracht Und sonne, mond und sterne; So bet ich dich voll ehrfurcht an. Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest? So geht er nicht verloren. Nicht für 3. Dein auge schaut auf ihn herab; die welt, nicht für das grab Ist er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer lust; Der du den willen gottes thust, Dein glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk ich dein, Und wann ich schlafen gehe; Denn du, mein vater, kannst verleihn, Was ich von dir erflehe. Drum seufz' ich kindlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir Um deiner güte willen. Erste Abtheilung. wie er. 5. Dies ist mein dank; dies ist sein wille: Ich soll ganz liebe feyn, So lang ich dies gebot erfülle, Stell ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb' in meiner feele, So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht. 6. O gott, laß deine güt' und liebe Mir immerdar vor augen seyn. Sie stärk in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn: Sie tröste mich in noth und schmerzen, Sie leite mich zur zeit des glücks; Und sie besieg in meinen Herzen Die furcht des letzten augenblicks. i. Geduld und Mel. Ein lämmlein geht zc. 30. Set etreuer gott, wie viel geduld Beweisest du uns armen! Wir häufen leider unsre schuld; Du aber dein erbarmen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Und dem gesetz entgegen; Und gleich wohl, vater, suchst du ihn Langmüthig davon abzuziehn, Zur beßrung zu bewegen. 2. Der menschen elend jammert dich; Selbst wenn sie sich verstocken, So suchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie lange sahst und riefest du Nicht ehmals deinem volke zu, Damit es sich bekehrte! Wie trugst du nicht mit gütigkeit Die erste welt so lange zeit, Eh sie die fluth verheerte. 3. Noch giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaren baum Nicht ohne pflege stehen; Du schonest ſein 6. Laß diese langmuth und geduld, Langmuth Gottes. von zeit zu zeit, Verziehest voll barmverzigkeit, Ihn gänzlich abzubauen; Du wartest sein mit größter treu, Und hörst, damit er fruchtbar sey, Nicht auf, an ihm zu bauen. Bezeigst du frechen fündern; Und o! 4, Langmüthigster! so große huld nicht weniger geduld Hast du mit deinen findern; Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ihnen häufig Sie straucheln, sie vergehen sich, Und neßze stellt, Oft sicher, matt und träge; fehlen oftmals wider dich, Auf blind gewähltem wege. So oft sie irre gehen; Reichst ihnen 5. Da warnst du sie vor der gefahr, band und stärke dar, Von sünden aufzustehen; Du trägest sie mit vaterhuld, Bist willig, ihre sündenschuld Durch christum zu vergeben: Giebst ihnen neue tugendkraft, Und nach vollbrachter pilgerschaft, Ein ewig freudenleben. 3. Von der heiligen Dreieinigkeit. 21 Gott, unsre berzen rühren! Nie müß' sinn, Daß wir die fünde haffen, Und uns deine vaterhuld Zur sicherheit ver- uns noch in der gnadenzeit, Den führen! Trag uns erbarmend ferner- reichthum deiner gütigkeit Zur beßrung hin; Doch gieb uns auch dabei den leiten lassen. 3. Von der heiligen Dreieinigkeit. Bekannte Melodie. stand er siegreich auf, Und fubr ver31. Allein gott in der böh sey klärt zu gott binauf; Kömmt einst, ehr, Und dank sey seiner gnade. Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und unfall schade. Uns woblzuthun ist er bereit! Er will nur unsre seligkeit. Erhebet ihn mit freuden! wann diese welt vergeht, Und richtet dann voll majestät Die lebenden und todten. 2. Ja, vater, wir erheben dich Mit freudigem gemüthe. Du herrscheft unveränderlich Mit weisheit und mit güte. Unendlich groß ist deine macht, Und stets geschieht, was du bedacht, Wohl uns, daß du regierest! 3. O jesu christ, des höchsten sohn! Dich seinen eingebornen, Dich sandte gott vom himmelstbron Zur rettung der verlornen. Du mittler zwischen uns und gott, Hilf uns im leben und im tod; Erbarm' dich unser aller! 4. O heil'ger geist, du geist von gott, Erleuchte, beß're, trößte, Die jesus christ durch seinen tod Zum dienst des berrn erlößte. Auf deinen beistand beffen wir; Ach leit' uns stets, so sind wir bier Und auch einst ewig selig. Mel. Wie schön leucht't uns der zc. obfinget gott! bank, preis und ehr' Sey unserm gott je mehr und mehr, Für alle seine werke! Bon ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, und herrschet weit und breit. Mit weisheit, güt' und stärke. Singet, Bringet Frobe lieder! Fallet nieder! glaub'an gott, den eini- Gott ist berrlich; Unaussprechlich groß den Mel. Ich glaub' an einen gott 20. h 32. 3. Ich glaub' auch an den beil'gen geist, Der mich der finsterniß entreißt, Den weg des glücks mich lebret, Und mich zu gott bekehret. Auch er ist ew'ger wabrer gott! Er tröstet mich in jeder noth, Läßt in der noth der sünden Mich grad' und rettung finden. Er macht mich fromm und tugendhaft, Und giebt zum guten lust und kraft. Er führet mich zur seligkeit, Zu der, wann gott die welt erneut. Mein leib auch auferstehet. berrlichen. Der bimmel und die erde Ward, als er sprach: es werde; Er ist mein water, dessen ruf Auch mich zu seinem dienst erschuf. Er hat auch mir zum leben Empfindung und vernunft gegeben. Er, groß durch weisheit, güt' und macht, hat vor der welt an mich gedacht, Bleibt stets mein vater und mein gott, Der für mich sorgt, mir hilft in noth, Mich nähret, mich beschüßzet. 2. Ich glaub' an jesum, gottes sobn. Er herrscht mit gott auf einem tbron, Er wurde mensch, vom bösen Mich fünder zu erlösen. Er tilgte meiner fünden schuld, Erwarb durch blut mir gottes huld, Und ließ für mich sein leben, Den himmel mir zu geben. Vom tode 33. 2. Lobsinget gott! dank, preis und ruhm Sey von uns, deinem eigenthum, Herr jesu, dir gesungen. Lu, mittler zwischen uns und gott, Haft, durch geborfam bis zum tod, Das leben uns errungen. Heilig, Selig, Ist die freundschaft Und gemeinschaft Aller frommen, Die durch dich zum vater kommen. 3. Lobsinget gott! du geift des Herrn Sey nie von unserm geiste fern, Mit kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis und rein, Hilfst uns getrost und siegreich seyn Im streit mit unsern lüsten. Leit' uns, Stärk uns, In der freude, Wie im leide, Gott ergeben Und der tugend treu zu leben. 22 Erste Abtheilung. In bekannter Melodie ic. 34. Mir glauben an den ein'gen gott, Schöpfer himmels und der erden. Er, aller vater, unser gott, hieß uns seine kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, Jedes wabre gut gewäbren. Er erwog schon, eh' wir waren, Unsre rettung in gefabren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht. Und alles steht in seiner macht. 2. Wir glauben auch an jesum christ, Gottes sohn, den eingebornen, Den herrn, der mensch geworden ist, Den erretter der verlornen. Er, er achtete 4) Von der Schöpfung. gefällt; Und end ich diesen kurzen lauf, So nimm zu deiner ruh mich auf. Mel. Wie schön leuchtet der zc. gegenwärtig bist, Bon niemand kannst 36. Gott, beffen starke band die dem kein ding verborgen ist; Auch ziehe mein gemüth zu dir, Und deine größe leb' in mir. welt Erschaffen noch erhält, Ich sehe deine güte; Sch sebe sie und werd' entzückt, Wohin auch nur mein auge blickt, So bald ich mein gemüthe Auf dich, Schöpfer, Achtsam lenke Und ich denke, Find' ich armer Dich als vater und erbarmer. 2. Seh ich, so weit mein auge reicht, Gen himmel, so entdeckt' ich leicht Die spuren deiner güte. Der himmelslichter lauf und pracht, Sein sternenheer, das du gemacht, Erwecket mein gemütbe, Großer Schöpfer, Dich zu singen, Dir zu bringen Ehr' und stärke. Groß sind deiner allmacht werke. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer: c. 35. Beberrscher bimmels und der erden, Der du all2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find' ich deiner gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke Dein wert, die berrliche natur, So ruft sie nah und fern mir zu: Wie groß ist gott, wie klein bist du! 3. Uns zeigen alle elemente, Wie weis' und gut der schöpfer sey; O wenn das stumme reden könnte, Es stimmte der ermunt'rung bei; Rübmit, menschen, gottes güt' und macht, Die euch und uns bervorgebracht! 4. Herr, gott, wie groß ist deine liebe; Die erd' ist deiner güte voll. Verleih' mir deines geistes triebe, Dich zu erkennen, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, 3u deinem dienst auf ewig bin. sein leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand; berrscht boch erböbet, In dem reich, das nie vergebet; Er läßt auch uns im grabe nicht, Und kommt dereinst zum weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen geist, Unsern göttlichen regierer, Den jesus christus uns verbeißt, Uns zum beistand und zum fübrer. Der in trübsal seine christen Eilt mit muth und kraft zu rüsten; Der uns lebrt vergebung finden, Und der tugend werth empfinden, Er flößet uns in todesschmerz. Des ew'gen lebens trost ins Herz. 5. Hilf, daß die güter dieser er den Mich zu dir locken, höchstes gut. Daß sie mir nicht zum fallstrick werden, Und ihr genuß mir schaden thut. Laß allen mißbrauch ferne seyn; Mein letztes ziel set du allein. 6. Hier ist mein leben eine reise, Hier geht mein weg zur andern welt; Drum mache du mich fromm und weise, Daß ich bier thu', was dir 3. In ungewittern, sturm und wind, Die deines thrones diener sind, Entdeck ich deine güte. Das feuer, wie der wasser grund, Macht deine große liebe kund. Mit fröhlichem gemüthe Will ich Täglich Darauf achten, Und betrachten Deine werke; Rühmen deine huld und stärke. 4. Dein erdreich, gott, das jedermann Giebt brod und kleider, seh' ich an Und schmecke deine güte; Sch rieche, fübl' und höre sie Im feld und wald; ich sehe sie In aller fluren blüthe. Vor dir Zeugen Alle dinge, So geringe Sie mir scheinen: Wie im großen, so im lleinen. 4. Von der Schöpfung. Mel. Warum sollte ich: c. mein the! Gott ist gut, Was er thut Ist voll lieb' und güte. Er nur. weiß in allen sachen, Groß an rath. Wie von that, Alles wohl zu machen. 2. Beides, erd' und himmel, preisen Seine macht, Tag und nacht Müssen sie beweisen. Sonn' und mond, das heer Mel. Ein lämmlein geht zc. 37. Lobsinget gott! er schuf die der sterne, Was sich regt Und bewegt, ihn und welt schauplaß seiner güte: Lobsingt ibm, der sie noch erhält, Mit freudigem gemüthe. Gott ist die liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, Die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine gütigkeit Mit jedem morgen sich erneut, Und ewig, ewig währet! 2. Daß außer dir nicht alles leer Von freud' und leben bliebe, Schafft du, o gott, der himmel beer Und unsere erd' aus liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher, du ließest sie zu ihrem glücke werden. Du aber sättigest dich nun Mit wonne, allen wohlzuthun Im himmel und auf erden. 5. O zeuch mich über welt und zeit Zu dir, o herr der herrlichkeit, Durch 38. deine große liebe. Auf dich laß mich in allem sehn. Für jedes gute dich erhöh'n, Belebe meine triebe, O mein vater, Dir in allen, Zu gefallen; Dir zu leben Sey mein einziges Bestreben. 23 3. Kein mensch, kein engel selbst, ermißt Die größe deiner segen; Wie gütig deine weisheit ist In allen ihren wegen. Gott, deine güte reicht so weit, Als deines reichs unendlichkeit, So weit, herr, als dein leben. Ach, was sind wir? die deine macht Aus todtem staub hervorgebracht, Uns ewig beil zu geben. 4. O vater, welchem keiner gleicht An liebe, wie an stärke! Kein dank, kein lobgesang erreicht Die wunder deiner werke. Doch ist dirs angenehmer bank, Dir ist es mehr als lobgesang, Wenn ich dich thätig liebe! Und gern in meiner lebenszeit Erbarmen und wohlthätigkeit An andern menschen übe. 5. Du bist die liebe, dank sey dir, Daß ich dich so erkenne, Und dir zum rubm, zum troste mir, Dich meinen vater nenne. Auch ich will gerne liebreich seyn, Will glücklich machen, will erfreu'n, Will belfen gleichen. und dieser pflicht, O gott der liebe, laß mich nicht, So lang' ich lebe, weichen. 3. Schau' die werke seiner bände! Mensch und thier Melden dir Seinen ruhm ohn' ende, Was mir noch so kleines nennen, Gras und laub, Selbst der staub, Giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf bergen und in gründen, In der höh', In der see, Ober sonst zu finden, Rühmt die weisheit feiner werke; Jeder wurm, Wind und sturm, Preisen seine stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben; Wie so gar Wunderbar Gab er mir mein leben! Was ich bab' ist sein geschenke, Auch der geist, Der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues sorgen, Tag und nacht Nimmt in acht, Das zeigt jeder morgen. Jå kein augenblick verschwindet, Der mich nicht, Gott, mein licht! Dir zum dank verbindet. 7. Seßten mir des kreuzes plagen Heftig zu, So halfst du, O mein gott, sie tragen; War kaum noch geduld vorbanden: Deine kraft Hat geschafft, Daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; Denke dran, Wird dir jemals bange, Als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht Wahrlich nicht: Er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergieb dich seinem willen, Heiße gut, Was er thut, Er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen sachen Groß von ratb, Wie von that; Er, er wirds wohl machen. Mel. Sey lob und ehr' dem 2c. 39. Wenn ich, o schöpfer, deibeit deiner wege, Die liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, 24 Erste Abtheilung. Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein| meere. Bringt, ruft auch der geringste gott, mein herr und water! wurm, Bringt meinen schöpfer ebre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, bat gott gemacht; Bringt unserm schöpfer ehre! 2. Mein auge sieht, wobin es blickt, Die wunder deiner werke. Der himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du gott der stärke! Wer hat die sonn' an ihm erhöbt? Wer kleidet sie mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 5. Der mensch, ein leib, den deine band So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein verstand Dich zu erkennen leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Ift sich ein täglicher beweis Von deiner güt' und größe. 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erde auf, Mit vorrath uns zu segnen? DO gott der macht und herrlichkeit, Gott, deine gute reicht so weit, So weit die wolken reichen. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm Dich preist der fand am 5) Von der Rel. Herzliebster jesu, was 2c. oder: Ist auch ein gott? wer: c. Vorsehung Gottes. 40. ein reich, o gott, ist herrlich; ewig währen Dein reich und deine macht, die wir verehren, Und ewig wird von aller völker zungen Dein lob gesungen. 2. Der berr bewahret alle, welche fallen; Der böchste hilft den unterdrückten allen; Ist stets bereit, mit segen, die ihn bitten, Zu überschütten. 6. Erheb' ibn ewig, o mein geist, Erhebeseinennamen! Gott unservater, sey gepreist' Und alle welt sag': amen! Und alle welt ehr' gott den berrn, Und hoff' auf ihn, geborch ihm gern! Wer wollte gott nicht dienen? 3. Nach dir, gott, schauen aller menschenblicke, Daß deine hand sie väterlich erquicke! Du giebst auch einem jeden seine speise, Daß er dich preise. 4. Herr, du erbältst mit deinem wohlgefallen, Was lebt; thust deine hand auf und glebst allen, Was sie bedürfen: keiner sucht vergebens, Dich, quell des lebens. 8. Auf ewig will ich seinen namen loben. Von allen menschen werde gott erhoben! Was lebet, müsse, herr, zu allen zeiten Dein lob verbreiten! Mel. Sey lob und ehr' dem 2c. 41. Dir, unserm gott, ist niemand gleich Im himmel und auf erden: Du bist der höchste; und dein reich Kann nie begriffen werden. Unendlich ist die majeſtät, Die über alle dich erhöht, Die kron' und scepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein auge sieht, Da seb' ich deine größe. Weit, über alle bimmel weit, Geht deines reiches herrlichkeit. Du herrscheft über alles. 3. Du herrscheft weislich, recht und gut Nach heiligen gesezen: Du willst auch deiner treuen but Das kleinste würdig schäßen. Auf alles geht dein augenmerk, Und immer ist's dein liebstes werk, Zu segnen, zu beglücken. 4. Wohl uns! daß du das regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den zweck erkennt, Dazu du uns regierest! Sch, dein so schwacher unterthan, Ich bete dich in demuth an; O, sich auf 5. In allen wegen gottes strahlet gnade, Untadelbaft sind alle seine pfade, Und was er thut, gereicht zu seinem preise, Ist gut und weise. 6.- Der berr behütet alle, die ihn lieben, Und ernstlich sich im wahren guten üben; Er thut, was diese, die ihn so verehren, Mit recht begehren. 7. Ter herr beglücket alle, die ihn lieben, Die aber, die betrug und frevel üben, Verstößt er, bis er alles das vollführet, Was sich gebühret. mich in gnaden. 5. Von der Vorsehung Gottes. 25 5. Ich bin verderbt und fehlervoll:| und leid. Schick' alles, herr, zu Bin auf dem tugendwege Nicht stets so deiner ehre Und meiner seelen feligkeit. eifrig, wie ich foll! bin oft zum guten So preif' ich einst vollkommen dich; träge. Doch du bist gnädig; und voll So freu' ich dein auf ewig mich. buld Vergiebst du reuenden die schuld; Drum hoff' ich auch vergebung. Mel. Vater unser im himmelreich: c. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, 43. Gott, deine weise macht Den du für mich gegeben. Mein jesus, welcher für mich litt, Erwarb mir recht zum leben. Sein tod macht mich vom zweifel frei, Ob ich der gnade fähig sey: Auch mich bat er versöhnet. erhält ganze lebenvolle welt, Und aller augen freuen sich, Und warten hoffnungsvoll auf dich. Auf dich, der du sie alle liebst, Und allen ihre speiſe giebst. 2. Du öffnest deine hand, so fließt herab, was jedem nötbig ist; Mit wohlgefallen sättigt sie Dein auffehn und versäumt sie nie. Nie sind geschöpfe deiner hand Dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein gott und heil, Noch täglich mein bescheiden theil; Gabst mirs mit huld und freundlichkeit, So lang' ich bin, zu rechter zeit. Kein vater sorgt so väterlich Für seinen sohn, als du für mich. 7. Herr! ewig will ich deinen ruhm Mit lob und dank erheben. Dir will ich, als dein eigenthum, Mich ganz zum dienst ergeben. Mit lust will ich, bis in den tod, Nach deinem heiligen gebot, Durch deinen beistand wandeln. 42.& Mel. Wer nur den lieben gott: c. ürwahr, du bist, o gott, verborgen! Dein rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre sorgen; Du sorgtest, eh' die welt noch war, Für unser wohl schon väterlich: Dies sev genug zum troft für mich. 2. Dein weg ist zwar in finsternissen Vor unsern augen oft versteckt; Doch, wenn wir erst den ausgang wissen, Wird uns die ursach auch entdeckt. Warum dein rath, der niemals feblt, Den uns so dunkeln weg gewählt. 3. Nie sind die tiefen zu ergründen Von deiner weisheit, macht und güt': Du kannst viel tausend wege finden, Wo die vernunft nicht einen sieht. Aus finsterniß bringst du das licht; Du sprichst, o gott, und es geschiebt. 4. So weicht denn, ängstliche gedanken; Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', seele! in der demuth schranken; Die demuth wird von gott erhöht. Ja, herr, du liebst den, der dich liebt, ünd deiner führung fich ergiebt. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht Verlassen, meine zuversicht! Ich bins gewiß, du thust mir wohl, So lang' ich hier noch leben soll. Nicht überfluß bitt' ich von dir; Was ich bedarf, das giebst du mir. 5. Der vogel bauet nicht das land, Doch nährst du ihn mit milder hand. Du schmückst die blume königlich; Doch hat sie nicht verstand, wie ich. Vergiß es, meine seele, nie; Weit mehr bin ich vor gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für dieſe zeit; Mein ziel ist in der ewigkeit, Du gabst mir weisheit und verstand, Und machtest selbst dich mir bekannt; Nichts, was die erde zeugt und nährt Gleicht mir an boheit und an werth. 7. Von dif, der das an mir gethan, Werd' ich auch speis und tranf empfayn. Selbst dem, der dich mit sünden schmäbt, Giebst du sie ohne sein gebet; Wie solltest du bei fleiß und flehn Mich nicht genug damit versehn? 8. Laß du mich nur genügsam seyn, Und deiner gaben mich erfreun, 6. Gieb, daß dies mein vertrauen Doch mehr noch deiner, der du dich, mehre Im glück und unglück, freud So freundlich zeigest gegen mich, 5. Drum will ich mich dir überlassen, Mit allem, was ich bab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf dich, den gott der liebe, bin; Der ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein rath voll güte war. Erste Abtheilung. 26 Und selbst des segens quelle bist, Aus welcher alle wohlthat fließt! 9. Bei deiner gaben überfluß Erhalt mich mäßig im genuß; Bewabr' mich in der dürftigkeit Bor schmach und unzufriedenheit. Du nährst mich immer; preis und dank Bring' ich dir, gott, mein lebenlang. Mel. Von gott will ich nicht ic. 44. Gott, der an allen enden Unzählig gutes tbut, Du bist's, in dessen bänden Mein ganzes schicksal rupt; Der für die übungszeit Mir jeden meiner tage, Mein glück und meine plage Bestimmt von ewigkeit. 2. Da ich noch ganz verborgen Im mutterleibe lag, Da wachte schon dein sorgen; Ach! vater, wie vermag Mein dürftiger verstand Das gute zu erheben, Daß du in meinem leben Mir buldreich zugewandt! 3. Du bist schon treu im lieben, Noch eh' wir sind, und hast Nie lust uns zu betrüben; Und, drückt uns müh' und last, So bleibst du mitleidsvoll; Hilfst liebreich deinen findern Sie tragen und vermindern; Beförderst stets ihr wohl. 4. Stets bat in meinem leben Mir dieses trostes licht von neuem kraft gegeben, Und frobe zuversicht. Wenn ich bekümmert war: So seufz't ich und war stille, Und dein stets guter wille Entriß mich der gefahr. 5. Dein name sey gepriesen, Der jederzeit an mir So herrlich sich erwiesen. Mein Herz und mund soll dir, Ou retter aus gefahr! Ein schuldig opfer bringen, von deiner güte singen Jepund und immerdar. Die wunder deiner hand. Mein herz ift frob! ich singe: Herr, meine luft bist du! Dir, dem ich lieder bringe, Dir jauchz' ich, höchster, zu. 2. Du bist auf deinem throne Der richter aller welt, Der jeglichem zum lobne Das rechte urtheil fällt. Wenn dich die fünder schmäben, Dann strafst du ihren spott; Du sprichst, und sie vergehen Vor deinem bauch, o gott! 3. Du, herr, bast zum gerichte Dir deinen thron erhöht. Bor deinem angesichte Bleibt nicht, wer widersteht. Ihr fühnen fünder zittert: Bereut noch euren spott! Sein thron wird nie erschüttert; Der herr bleibt ewig gott. 4. Du, herr, regierst und liebest, Was ungerecht ist, nicht. Du wägst die welt und übest Partheilos dein gericht. Die waage sinkt und steiget, Wie dein gesez gebeut; Und jedes land bezcuget, Gott, deine beiligkeit. 5. Du bist ein fels der armen, Ein fels in jeder noth. Sie trau'n auf dein erbarmen. Wenn ibnen unfall drobt. Die thränen, die sie weinen, Sind dir bekannt und werth. Du, gott, versäumest keinen, Der deinen schug begehrt. 6. Ihr finder gottes preiset, Verfündigt in der welt, Wie groß sich gott beweiset, Der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget Nach des gerechten blut, Er bört ihn, wann er klaget, Und stillt der wetter wuth. 7. Herr, sey mir gnädig: schaue Voll huld auf meine noth! Du bist's, bem ich vertraue: Du bilfst auch selbst vom tod. Nach überwundnen leiden Geb'ich in's heiligthum; Und über dich, voll freuden, Erheb' ich deinen ruhm. Mel. Mein gott, das herz C. 6. Du hast mir woblgerathen, Und lauter guts getban; Daß deiner 46. liebe thaten Ich nicht g'nug rühmen kann. Hilf, vater, daß ich dort Verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen frommen, Dir danke immerfort. lust, Bor bir, berr, boch erfreut: Ich sing' aus dankerfüllter brust Von deiner gütigkeit. 2. Was ist der mensch, der staub, vor dir, Daß seiner du gedenkst? Herr aller welt, was haben wir, Mel. Beficht du deine wege 2c. 45. Gott, meine ganze feele Wenn du es uns nicht schenkst? Macht be- 3. Wer hat den himmel ausgekannt. Dir dant ich und erzähle spannt, der unser aug' entzückt? Univ, fol. Glossen 5. Von der Vorsehung Gottes. Wer hat mit göttlich milder hand, Den erdkreis ausgeschmücket? 4. Wer kleidet hügel, thal und au, Und ziert mit pracht den hain? Tränkt sie mit regen und mit thau? Und giebt der Saat gedeihn? 5. Wer führt die sonn' in ibrer pracht mit jedem tag uns zu? Wer spricht zum mond in dunkler nacht: Den menschen leuchte du! 6. Wer frönt mit segen jedes jabr Daß unser herz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, Auch wann sein donner dreut! 7. Wer sichert uns vor der gefahr, Die uns von ferne droht? Wer ret tet oft so wunderbar Aus gegen wärt'ger noth? 8. Herr, unser herrscher, nur von dir Fließt alles heil uns zu. Dein volk, dein eigenthum sind wir, Und unser gott bist du! 9. Wie groß ist deine buld und treu! Du zählest unser haar, Stehst uns allgegenwärtig bei In jeglicher gefahr. 10. Uns fünder trägst du mit geduld, Lehrst uns durch deinen geist, Und reut uns recht der sünden schuld So siebst du's und verzeibst. 11. Ja, deine güte reicht so weit, So weit die wolken ziehn; Der junge rab', erbarmer, schreit Zu dir; du näbrest ibn. 12. Und rührte dich, o menschenfreund, Nicht eines christen schmerz? Die stille zähre, die er weint, Bemerkt dein vaterherz. 13. Web dem, der, herr, an dir verzagt, Und seine zuversicht Auf menschen feßt, und beidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 27 Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. ch 47. h weiß, mein gott, daß all' Auf nem willen muß berubn, Von dir kommt glück und segen; Was du regierst und fördern willst, Geht selnem ziel entgegen. 2. Es steht in keines menschen macht, Daß das gescheh, was er bedacht, Und er sich dessen freue; Dein segen, höchster, macht's allein, Daß menschenratb gedeibe. 3. Oft denken wir mit sicherm muth, Dies oder jenes sey uns gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sehn wir auch für schädlich an, Was doch dein rath erwählet. 4. Drum gieb mir weisheit aus der höh' Mein vater, daß ich nicht besteh auf meinem eigenwillen; Sey du mein licht und lehre mich Nur deinen rath erfüllen. 14. Er liebt dich mehr, als du verstebst: Ist, seele, dir nicht fern, Und eilt zu helfen, eh' du flebst. Vertraue gern dem Herrn! 15. Er schaut herab von seiner böh' Auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, unsterbliche, Zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing' ihm, bet ihn ewig an Mit frommer zuversicht. Wie viel bat er an dir gethan! Vergiß es, seele, nicht. 5. Was dir gefällt, gefall' auch mir, Zufrieden seymein berz mit dir Bei allen deinen wegen; Und was dir misfällt, laß mich nie In meiner seele hegen. 6. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich däucht. Reichst du mir deine bände, So kömmt, was angefangen ist, Gewiß zum guten ende. 7. Ist gleich der anfang etwas schwer, Und muß ich gleich ins tiefe meer Der bittern leiden treten: So stärke mich der glaub' an dich Und ein trostvolles beten. 8. Wer christlich betet, dir vertraut, Wird alles das, wovor ihn graut, Mit tapferm muth bezwingen. Du beißest seine sorgen fliebn, Hilfst ihm den sieg erringen. 9. 3war rauh ist oft der tugend pfad, Den uns bein wort gewiesen bat; Doch, wer ihn muthig gebet, Wird endlich, berr, durch deinen geist Zu steter wonn' erhöhet. 10. Du bist mein sater, ich dein kind; Was ich bei mir nicht bab und find', Hast du in voller gnüge. So bilf nun, daß ich meinen stand Wohl balt' und herrlich siege. 11. Dein sey, gott, aller rubm und ehr: Ich will dein thun je mehr 28 Erste Abtheilung. und mehr Aus bocherfreuter seelen Vorgehe, wie es gehe! Dein vater in der deinem volk und aller welt, So lang' ich leb', erzählen. höbe Weiß doch zu allen sachen rath. Mel. Vor deinen thron tret' zc. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. On allen meinen nach Von deinem Laß 48. Sid bid, boter, tatben, 49. . Mein auge siebt, o gott, throne bilf du mir! Mein beil kömmt nur von deiner macht, Die diese welt hervorgebracht. Der alles kann und hat. Du mußt in allen dingen, Soll etwas mir gelingen, Mein helfer seyn mit rath und that. 2. Nichts hilft mein banges sorgen Vom abend bis am morgen; Nichts meine ungeduld. Du magst mit meinen sachen Nach deinem willen machen: Ich traue deiner vaterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was dein rath ersehen, Und für mich nüßlich hält. Ich nehm' es, wie du's giebest; Was du von mir beliebest, Das hab' ich völlig auch erwählt. 4. Ich traue deiner gnade, Die mich auf deinem pfade Vor allem übel schüßt. Leb' ich nach deinen säßen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir wirklich nüßt. 5. Laß mich nur meiner fünden Vor Mel. Befiehl du deine wege: c. dir vergebung finden, Und tilge meine 50. Nimmt gott, dem wir ver Nicht leih mir muth und kräfte, Und habe dann mit mir geduld. 6. Leg' ich zum schlaf mich nieder Weckt mich der morgen wieder zu meines lebens pflicht; Irr' ich auffinstern wegen, Geh' ich dem leid entgegen, So giebt dein wort mir trost und licht. 7. An das, was du beschlossen, Will ich ganz unverdrossen, Mit froher hoffnung, gehn. Kein unfall unter allen Wird je zu schwer mir fallen; Mit dir werd' ich ihn überstehn. 8. Dir hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, Wie es dein wink gebeut; Es sey mein end' verborgen, Es komm' beut oder morgen, Du weißt dazu die beste zeit. 2. Getrost, mein berz! mein treuer birt Schafft, daß mein fuß nicht gleiten wird; Der mich behütet, schlummert nicht, In finsterniß ist er mein licht. 3. Kein übel sey mir fürchterlich, Denn gottes rechte schüßzet mich: Durch seine treue vaterband Wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein schuß gewährt mir sicherheit Sein troft füllt mich mit freudigkeit. Er leitet mich auf ebner bahn, Und nimmt mich einst zu ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein heil, ich hoff' auf dich. Dein segen folg' aus dieser zeit Mir bis in jene ewigkeit. 9. So sey nun, seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen bat! Es werks sich an: Will er das haus nicht bauen, Vergebens baut man dann: Will er die Stadt nicht schüßen, Er, groß durch rath und macht, Was wird der wächter nützen? Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Was hilfts, daß spät und frühe Ihr est voll traurigkeit Das brod der sorg und mühe, Und häuft euch gram und leid? Was nüßt der bange kummer, Da gott dem, der ihn liebt, Was er hat, wie im schlummer Und unerwartet giebt? 3. Weil denn an deinem segen, Wie niemand läugnen kann, O gott, so viel gelegen; So segne du uns dann. Laß deines sohnes segen Die seele recht erfreu'n, So wird auf unsern wegen Gewiß auch segen seyn. 6) Von den Engeln. Mel. Nun ruhen alle wälder ze. 51. Duberr der feraphinen! Um deinen ruhm recht zu erhöh'n. geistertönig! Ichbin zwar viel zu wenig, güte Mit nen, Und zu gebote ftehn; Gott, aller dankbarem gemüthe Für deiner enge 2. Doch 6. Von den Engeln. schaar; Das menschliche geschlechte Beschüßzet deine rechte Durch ihren beistand in gefahr. Mel. In allen meinen thaten 2c. 53. Mer zählt der engel heere, Die du zu deiner ehre, 3. Doch sollen sie nicht weichen: berr der welten schufft? Sie freu'n So laß mich ihnen gleichen An wahrer heiligkeit. Wie sie nur tugend lieben, Und sie auch stets ausüben, So mach' auch mich dazu bereit. sich, deinen willen Geborsam zu erfüllen, Wie flammen schnell, wenn du ste rufft. 4. Sie thun nur deinen willen; Laß ihn auch mich erfüllen. Sie leben beilig, rein: Olaß mich nichts beflecken; Nein, wenn mich schatten decken, Stets so wie sie, die fünde scheun. 2. Sie eilen, in gefahrenDen frommen zu bewahren, In seiner pilgerzeit. Sie freu'n, an deinem throne, Sich einst auch seine krone, Wie ihrer eignen seligkeit. 5. Hilf aug' und herz bezähmen, Kein ärgerniß zu nehmen, Lehr' mich behutsam seyn; Nie durch ein böses leben Dem nächsten anstoß geben: Denn dieses stürzt in ew'ge pein. 3. Bekehren, gott, sich fünder Und werden deine finder, Die dir dein sohn gewinnt; Dann jauchzen ihre lieder, Daß ihre neuen brüder Dem fluch entrissen worden sind. 6. Wenn ich dann endlich scheide, So führe mich zur freude In ibren umgang ein: Da werd' ich dich recht loben, Und in dem himmel broben Dir und den engeln ähnlich sein. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c, err, du hast in deinem 52. Hreich Millionen beil'ger engel! Ihnen bin ich noch nicht gleich, Sondern vielmehr voller mängel. Ach, wann werd' ich auch so rein, Als wie diese geister seyn? 29 2. Mich verführt noch fleisch und blut; Stärke mich bei der beschwerde; Rüste mich mit fraft und muth, Daß ich hier schon auf der erde, Als dein erbe und dein kind, Smmer himmlisch sey gesinnt, 3. Gieb mir weisheit, gieb mir fleiß, Dich, o gott, recht zu erkennen, Laß mich deines namens preis Gern auch vor der welt bekennen, Daß ich darin auf der erd' Deinen engeln ähnlich werd'. 4. Sie fauchzen deinem sobne, Daß du sie ihm zum lohne Für seine leiden giebst; Daß du sie trägst und leitest, Zum himmel vorbereitest, Und zärtlich wie ein vater liebst. 5. In solchen geister- chören Dich ewig zu verehren, Welch eine seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von sünden, Sich, ihrer gleich zu werden, freut. 6. Giebst du, daß ich auf erden Kann ihnen ähnlich werden, Mir lust und stärke nur; So mag mich in gefahren Erhalten und bewahren Dein engel oder die natur. 7. Ich zittre nicht; ich schaue Auf dich nur! dir vertraue, Gott meines heils, ich mich Vergnügt, daß einst mit engeln Ich heilig; rein von mängeln, Dein antlig schaue, vater, dich! 8. Wenn du zu ihren liedern, Zu meinen höhern brüdern, Vor deinen thron mich rufft: Empor will ich mich schwingen Und dank und preis dir singen, Daß du für mich auch engel schufft. 4. Herr! dein wille soll geschehn, Wie 9. Sie, über mich erhoben, Sie im himmel, so auf erden; Laß uns doch lehren, dich zu loben, Mich ihren stets darauf sebn, Daß wir dir gehor- böhern dank. In deinem heiligtbume sam werden; So in deinem willen Wird dann zu deinem ruhme Der ruhn, Wie die reinen geister thun. ganze himmel ein gesang. 7) Von dem Menschen und seiner Bestimmung. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 54. Bewegung, kraft und leben. Was at deine huld umächtig großer gott, geist und körper heißt, Was erd' und erheben; Du gabst der ganzen welt gebaut, Die alles noch beglückt. 30 2. Du schusst, ich dank' es dir, Mel. Wer nur den lieben gott: c. Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest, 55. Dit mein leben. ein bin ich, gott; dein gnädigster! Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Ter in mir lebt und denkt, Mir zur unsterblichfeit Aus freier huld geschenkt. 3. O welch ein großer zwed, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das glück, Wozu du mich berufest! Dir, böchster, ähnlich seyn, Wohlthätig seyn, wie du! Owohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dies große ziel Doch 2. Du gabst mir die vernünft'ge seele, Die nur so lang' im fleische lebt, Bis sie, daß ihr kein wohlseyn erhebt; Gedächtniß, willen und verfeble, Dein ruf zum bessern stand stets vor augen schweben; Mein aller- stand, Hab' ich allein von deiner stärkster wunsch, Mein eifrigstes bestreben In allen meinem thun Sey dies, o gott, allein, Daß ich auch, so wie du, Gefinnet möge seyn. 5. Du bist der wahrheit freund; Laß mich auch wahrbeit lieben, und mit stets munterm fleiß, In allem dem mich üben, Was mich zur weisbeit führt; Zur weisheit, die dich eört, Und allem beifall giebt, Was du uns selbst gelebit. Erste Abtheilung. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets znm muster nehmen, Hilf mir die sünde fliehn, Die sinnlichkeit bezähmen; Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülflich seyn. 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der fummer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ihm verfüßt, Und wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, gott, von diesem ziele; Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freu'n. tröstlich ist mein ursprung mir; Du bast den odem mir gegeben; Mein ganzes wesen tömmt von dir. Du, sater, riefst mich aus dem nichts Zum frohen anschaun deines lichts. hand. 3. Wenn ich auf meinen förper sebe, Den du so kunstvoll ausgebild't, berz mit ehrfurcht ganz erfüllt: Ein Co wird, o vater in der höhe! Mein jedes glied, ein jeder sinn, Reißt mich 3u deinem lobe hin. walten, Die mich von findheit an 4. Durch deiner vorsicht gnädig's umfing, Bin ich bis hierher noch erIch stebe noch und preise dich; Herr, balten, So daß der tod vorüberging. deine rechte schüßet mich! Ich bin nicht werth der großen güte, Die du, mein gott, an mir gethan; Beschämt empfindet mein gemüthe Die schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich babe, was mich sehr erschreckt, Vielfältig seel und leib befleckt. 6. Ja, herr, ich habe meine glieder Zu sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in demuth nieder! Vergieb, was ich nicht recht bedacht; Verwirf mich, water, nicht von dir, Schaff selbst ein treues herz in mir. 7. Hilf, daß ich dir zur ehre lebe, Und redlich thu', was dich erfreut, Und geist und leib und glieder gebe Zum dienste der gerechtigkeit! Daß ich bis in den tod dir treu, Und stets ein freund der tugend sey. 8 Fällt dieses leibes hütte nieder; Vollend' ich dieses lebens lauf: D gott, so richte du mich wieder Verherrlicht aus dem staube auf. Dein ewges leben sey mein theil, So preis ich ewig dich, mein heil. 7. Von dem Menschen Mel. Es ist das heil uns kommen: c. 56. Dir, gott, fen preis und dank gebracht! Dich soll mein lied erheben! Ich bin ein wunder deiner macht, Du schufft auch mich zum leben! Mein ganzer leib erbaut von dir, Sammt einem jeden sinn an mir, Beweiset deine größe. 2. Haupt, aug' und ohr, herz, mund und band, Die ich zu dir erbebe; Die haut, so künstlich ausgespannt, Der nerven fein gewebe, Und alle glieder sagen mir: Ich sey, o gott, ein werk von dir, Ein werk von deiner weisheit. 3. Ach hättest du mein auge nicht So künstlich zubereitet: Was nüßte mir der sonne licht, Der glanz, den sie verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher pracht, Du, herr, durch deine weise macht, Was du erschaffen, schmückest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Froh bet' ich meinen schöpfer an: Ihn überall zu finden, In allen werken, die er schuf, Das ist mein seligster beruf, Mein lobgesang und opfer. 5. Wer leitet meines lebens lauf? Regiert des Herzens schläge? Bewegt die lung' und schwellt sie auf, Damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles tbut. Schlag', herz! entflamme mich, mein blut! Daß ich den schöpfer preise. 6. O preis' ich, höchster, immer dich, wenn ich die sinnen brauche, Geb', lieg' und ausrub', oder mich Bewege, athme, bauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! Und daß mein leib ein tempel sey, Worin dein geist stets wohne. Mel. Her nur den lieben gott zc. 57. Gott ott werde stets von dir erhoben, Du, deines schöpfers bild, mein geist! Sollt' ich nicht meinen vater loben, Den jedes seiner werke preist? Er schuf mich ja, sein bild zu seyn, Ihn einst zu schau'n, mich sein zu freu'n. 2. Anmuthig, prächtig zum entzücken, Ist gottes ganze förperwelt, und seiner Bestimmung. 31 Wer zählt die reize, die sie schmücken! Was ich bier sehen kann, gefällt? und dennoch kann sie nicht, wie schön, Wie wundervoll sie sei, verstehn. 3. Für geister nur, und nur für seelen, Die zu den geistern gott erhob, Sind sie so berrlich! sie erzäblen Nur ihnen meines schöpfers lob. O seele! jauchze, daß der ruf Der allmacht dich zum geiste schuf. 4. Gott! ich kann denken; ich gewinne, Weil ich zu einem geiste ward, Durch die empfindung meiner sinne, Gedanken tausendfacher art; Groß, mannigfaltig ist ihr beer, Und doch wird ihrer täglich mehr. 5. Ich kann sie sammeln und verbinden, Und trennen, wie es mir gefällt; Die welt empfinden, mich empfinden, Weit unterschieden von der welt. Zu tausend thaten hab' ich kraft! Wer gieb sie? gott, der alles schafft. 6. Wie feurig dürftet meine seele Nach glück und lust und seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, Was mich nach dem genusse reu't. Doch, das ist, vater! meine schuld; Vergieb sie mir nach deiner huld. 7. Begabt mit wundervollen sinnen, Mit freiheit, mit vernunft von dir, Sollt' ich nur dich, gott! lieb gewinnen, Dich nur: und was gebräche mir? Ach, möchte meine seele dein Mit allen ibren träften seyn! 8. Gott, meine lust sey, dich zu fennen, Dich, urquell der vollkommenheit! Von deiner liebe ganz zu brennen, Das sey mir ruhm und seligkeit. Bin ich durch christum nur mit dir Vereint, mein gott, was fehlet mir? Mel. Nun sich der Tag zc. 58. ch bin, o gott, dein eigenewig dein. Mein größtes glück, mein wahrer rubm Ist ewig dein zu seyn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen geist, Bewundernd einzusehn, Wie dich, berr! deine schöpfung preist; Mit ihr dich zu erhöh'n. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! deine berrlichkeit. Zu ihrem preise reizt mich hier Selbst jede jahreszeit Erste Abtheilung. 32 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn, Und dich, herr! rühmen nicht? Ein herold deines ruhms zu seyn, Dazu bin ich verpflicht't. 5. O mache dieser pflicht mich treu, So treu, herr, als ich soll. Mein berz, mein mund, mein wandel sey, Stets deiner ehre voll. 6. Wer dich verebrt, hält bein gebot: Ihm ist's nicht last, nicht pein. Drum gieb auch mir die kraft, o gott! Gehorsam dir zu seyn. 7. Was du befiehlst, ist für uns gut, Du willst nur unser heil. Wobl dem, der deinen willen thut, Du bist sein trost und beil. Er wandelt hier auf ebner bahn; Und selbst in traurigkeit Schmeckt er, dir, böchster! zugethan, Durch dich zufriedenbeit. 9. Nach bier vollbrachter prüfungszeit Nimmt ihn der himmel ein. Herr! aß nach dieser seligkeit Mein ganz bestreben seyn. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 59. gott! ich preiſe deine güte, Die wunderbar erschuf, Und mit froblockendem gemüthe Verehr' ich deinen schöpfersruf, Ein berold deines ruhms zu seyn; Und deiner wunder mich zu freun. 3. Und diesen geist, der in mir denket, Schufst du nicht blos für diese zeit. Du hast mir, vater, ihn geschenket Zum leben in der ewigkeit, Um da vollkommner zu verstehn, Was sterbliche nur dunkel sehn. 4. Zu eng sind dieses lebens schranten Für seinen forschenden verstand. Der keim zu höheren gedanken, Als je ein sterblicher empfand, Entwickelt sich erst nach der zeit Im hellern licht der ewigkeit. Daß er auf immer ruhig werde, Bedarf er mehr, als ihn erfreu. Er fühlt, daß diese ganze welt Sein wünschen nicht zufrieden stellt. 6. 3war ist er tief berabgesunken Von seines ursprungs berrlichkeit, Sucht oft, von lust der erde trunken, Sein glück in dingen dieser zeit: Jedoch er sucht, und findet nicht, Was ihm der äußre schein verspricht. 7. Du prägtest ihm durch sein ge wissen Gefühl von recht und unrecht ein, Daß böse böses leiden müssen Und tugendhafte glücklich seyn, Erkennt er; doch sieht er noch nicht Den richter hier schon im gericht. 5. Shn sättiget kein guth der erde; Kein zeitlich glück, so groß es sey, 8. Dem tugendhaften ist hienieden Oft ein sehr widriges geschick Zum loos für diese zeit beschieden; Dem lasterhaften oft viel glück. Gewiß! erst eine andre welt Ist zum vergeltungsort bestellt. 2. Du gabst zum denken und empfinden, Allgütiger, mir diesen geist, Derzwar zu schwach ist, zu ergründen, Wie berrlich du, mein schöpfer! seyst; Mel. Allein gott in der höh 2c. Jedoch, was du an mir gethan, Ere 60. Wie wichtig ist doch der kennen und bewundern kann. beruf, Den uns der berr gegeben! Gott, als uns deine liebe schuf. Da schuf sie uns zum leben: Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser vaterland; Allein bei dir, gott, droben; Da ist der ort, wo deine hand Das glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. 9. Gott, wenn mein geist dies überleget, So bofft er schon unsterblichkeit. Noch stärker fühl' ich mich beweget Beim licht, das mir dein wort verleiht; Da seh' ich weit gewisser ein, Daß ich auch einst soll selig seyn. 10. Herr! laß zu jenem bessern leben Mich täglich hier die ausfaat streun. Laß deinen geist das wollen geben Und das vollbringen auch verleihn Owonne der unsterblichkeit! Sei stets mein trost in allem leid. 3. D laß mir doch dies große ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wann ich auch noch so viel Von gütern dieser erden; Von ehre, gelb 8. Von der Sürde und dem und lust gewinn, Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein himmeireich zu erben? 4. Dein pilgrim bin ich ja nur bier, Laß mich dies nie vergessen! Nur wenig tage hast du mir Zur wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein traum, sind sie vollbracht, Und dann wird dieser erde pracht Auf ewig mir vergeben. 7. Und solch ein herz das wollst 5. Drum laß des himmels herrlich- du mir, Gott, aus erbarmen geben, keit Mich stets vor augen baben. Laß Damit ich möge auch schon hier Nach mich in meiner übungszeit Umjene begre den gesetzen leben, Die selbst im himgaben, Eie mir im tode nicht entfliehn, mel gültig sind; Bis ich als dein Am ersten und mit ernst bemühn, bewährtes find Zu deiner freude Damit ich nicht einst darbe. gehe. 8) Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. 61. D u, der kein böses thut! Du schufft den menfchen gut; Du, böchster, gabst ibm träfte Zum scligen geschäfte, In heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. Verderben des Menschen. 33 6. Ein herz, das dich, o vater! liebt, Und deines sohns sich freuet; Das durch den glauben tugend übt, Und sich vor sünden scheuet: Ein solches herz, das wird allein Sich ewig deiner güte freun, Und einst dein antlig schauen. 4. Verderbt ist unser sinn. Die weisheit ist dabin, Die uns regieren sollte, Nur, was dein wille wollte, Mit freudenvollen trieben Zu wählen und zu üben. 2. Wo ist der unschuld rubm; Ach! wir, dein eigenthum, Wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein menfch ganz rein von sünden Vor dir, o gott, zu finden? 3. Hier ist kein unterschied. Dein belles auge siebt Auf alle menschenFinder, Und find't sie alle sünder; Mel. Nun freur euch, lieben 2c. Da ist vor dir, berr, keiner Unschul- 62. Gott, du bist beilig und dig, auch nicht einer. gerecht In 5. Der sinne luft und schmerz Rührt, leider! unser Herz Mehr, als die höhern freuden, Mehr, als die größern leiden, Die wir auf ewigfeiten Selbst unserm geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns zwang. Des herzens böser hang Neißt uns mit starkem triebe Zu schnöder fündenliede. Ach, können wir wohl zählen. Wie oft wir vor dir fehlen? 7. O herr, gieb uns dein licht, Daß wir, was uns gebricht, Beschämt Grangel futh vor dir erkennen, Und von dem ernst entbrennen, Der fünde zu entsagen, Der beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch beilen, Uind kräfte uns ertheilen, Schon wiederum auf erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr! diese deine buld Laß uns durch unsre schuld Nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre berzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. wegen. Vor dir bleibt nicht ein böser knecht; Den frommen frönt dein segen. Auf ihm ruht deine vaterbuld; Der böse träget seine schuld; Ihn treffen deine strafen. 2. Du bist der richter aller welt. Nach heiligen geseßen. Die deine weisheit festgestellt, Mußt du die menschen schäßen; Mußt übertret.rn strafe dräun, Und wenn sie sich vor dir nicht scheun, Die strafe auch vollziehen. 3. O herr! dein heiliges gericht Entdeckt sich schon auf erden. Du läsfest, fürchten wir dich nicht, Uns hier schon innen werden, Daß du auf unsre thaten siehst, Und ein gerechter richter bist, Das böse heimzusuchen. 3 34 Erste Abtheilung. 4. Es flagt uns das gewissen an, was dein, Ach! was würd' mir Wenn wir dir widerstreben, Und übrig seyn! sagt, daß wir unrecht gethan Durch unser böses leben. Es raubet uns die inn're rub', Und spricht uns die vergeltung zu, Die missethat verdienet. 4. Doch die menge deiner gaben Klagt nur meinen undank an, Weil ich sie oft ganz vergraben, Oder damit groß gethan; Oft voll leichtsinn sie verschwendet; Und zu sünden angewendet. O wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld! 5. Oft stäubst du hier den sünder schon Für seine bösen thaten, Und läsfest ihn in schmach und hobn Und andre noth gerathen. Hat ihn der sünden lust erfreut, So muß er auch das berzeleid, Das sie gebiert, empfinden. 6. Jedoch, o herr! zur besserung Strafst du noch hier die sünder, Und züchtigst auch zur beiligung Oft deine trägen finder. Wohl dem, der deinen willen lernt, Und sich vom sündenpfad entfernt, Und deiner zucht geborchet! 7. Ten aber trifft dein zorngericht, Das ohn' aufhören wäbret Der in der zeit der gnade nicht Sich recht zu dir befehret. Er bat veracht't sein ewig beil. Drum wird er dort, herr, keinen theil An deinem himmel haben. 8. Herr! dies bezeugt dein klares wort. Wahrhaftig ist dein dräuen. So hilf denn, daß wir immerfort Den weg der sünde scheuen. Erbarm' dich unser allesammt, Daß niemand unter uns verdammt, Ein jeder selig werde. 5. Si b', hier lieg' ich in dem staube Tief vor dir, mein gott, gebückt; Doch mein demuthsvoller glaube, Der auf meinen heiland blickt, Hofft auf deine vatergüte, Und mein tief beschämt gemütbe, Das den muth fast ganz verlor Hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die wunder deiner liebe Zieben ganz mein herz zu dir. Ach! erhalte selbst die triebe Treuer dankbarkeit in mir. Bater! laß das schwache lallen Meines lobes dir gefallen. Bilde mich, dein eigenthum, Ganz zu deines namens ruhm. 7. Meine kräfte, meine glieder Sind zu deinem dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder Voller ebrerbietigkeit. Deinen willen thun und leiden, Sey die quelle meiner freuden Gott und herr der ganzen welt, Thu' mit mir, was dir gefällt. Mel. Auc menschen müssen sterben 2c. 63. Großer gott, erbab'neswer 64. Hverben, Ach! es regt in Mle. Herr, ich habe mißgehandelt: c. du kennest mein versen, as voll begier. Menschen sich zum dienst erlesen! Ach! was ist der mensch vor dir, Wenn ich deine größ' erwäge; Und, was ich bin, überlege: O wie niedrig und wie klein Muß ich mir nicht selber seyn? meiner brust, Wie bei allen adamserben, Sich noch immer böse lust, Die mein berz, herr, von dir neiget Und viel böse thaten zeuget. 2. Ach, es herrscht der trieb zur fünde Mächtig oft in dem gemüth, Und macht mich zu einem finde, Das vor seinem vater flieht. Ach, ich sch' mit reu' und schrecken Tausendfebler, tausend flecken, Und in der verderbten brust Regt sich öfters böse lust. 2. Wie verderbt sind meine wege! Wie verkehrt mein eigner sinn! Ich empfind' es, gott, wie träge Ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom bang zum bösen Mich doch endlich ganz erlösen? 3. Was ich gutes an mir habe, Ist von deiner vaterhand. O wie manche gute gabe hast du, berr, mir zugewandt; Selber auf dem sündenpfade Trägt mich schonend deine gnade. Nähmest du zurück 3. Hilf mir durch den geist der gnaden Von der angeerbten noth; Heile meiner seelen schaden Durch des mittlers kreuzestod; Tilge alle meinen sünden; Laß mich vor dir gnaden finden. 4. Deinen willen hier auf erden zu vollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, Mußt 8. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 35 du selbst von oben ber Kraft und stärke mir verleihen, Und mein sündhaft herz erneuen. 2. Des bösen herzens grund Wird oft durch thaten tund, Die mich vor dir verklagen Und mein gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, Wer wird mir rettung schaffen? 5. Schaffe dann ein reines herze, Herr, durch deinen geist in mir, Daß ich nicht mein beil verscherze; Laß der fündlichen begier Mich mit nachdruck widerstehen, und auf deine bülfe seben. 3. Ich habe wider dich, Den nächsten und auch mich Vielfältig, herr, gehandelt; Ich bin den weg gewandelt, Der menschen von dir wendet, Und sich mit schrecken endet. 6. Unter wachen, beten, ringen, Hilf mir selbst mein fleisch und blut Unter deinen willen zwingen; Denn dein wille, gott, ist gut. Was nicht kann dein reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben. 4. Ein jegliches gebot Zeugt wider mich und droht, Weil ich( dies schlägt mich nieder) Nur gar zu oft dawider Gedacht, gethan, gesprochen, Und deinen bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir; Hilf, herr, erbarmend mir! Erneure meine seele, Daß sie nur gutes wähle. Wer kann mich sonst vom die 7. Reize mich durch jene frone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn die sünd' in mir sich regt; Hilf mir selber muthig kämpfen, Alle böse lüste dämpfen 8. Sollt' ich etwa unterliegen; Obösen, Als du, o herr, erlösen? so hilf mir wieder auf! Laß durch deine kraft mich siegen, Daß ich meinen lebenslauf Unter deinen treuen händen Möge gut und selig enden. 6. Drückt mich der sünden joch Gleich mächtig, so bleibt doch Weit mächt'ger deine gnade; Wie groß auch nur mein schade, So kannst du ihn doch heilen, Und leben mir ertheilen. Mel. Wo soll ich fliehen hin, weil 2c. 65. Mein gost, dir ist bewußt, Die inn're böse lust, Die quelle meiner sünden, Die menschen nicht ergründen. Oheile du aus gnaden Der seele tiefen schaden. 7. Hat sonst des fleisches macht In mir ihr werk vollbracht: So gieb mir lust und stärke, Daß ich nur gute werke Beschließe und vollbringe, Und ewig dir lobsinge. 9. Von der Erlösung des Menschen. 3. Wo ist des todes herrschaft nun? Hier ist sein überwinder. Die furcht davor hinweg zu thun, Starb er, das heil der fünder. Gebrochen ist uns nun Mel. Sey lob und ehr' dem höchst. 2c. 66. Auf, cbriften, laßt uns an 3ur ew'gen wonne leitet. unfern gott Mit frohem dank erheben! Er hat nicht lust an unserm tod, Will, daß wir ewig leben. Was uns zum beile nöthig ist, Das hat er uns durch jesum christ Erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen rath Kam er, sein sohn auf erden. Von unsrer schuld und missethat Ein retter uns zu werden. Er ward's; und hat sein werk vollbracht, Und sich nach kurzer grabesnacht Gen himmel aufgeschwungen. die babn, Die von der erd' uns himmel4. Wie hat uns doch der berr fo lieb! Wie sucht er unser bestes! Er giebt für uns aus freiem trieb Sein Preis liebstes und sein größtes. ihm! der so viel an uns thut. Preis seinem sohn: der uns zu gut Sich bis zum tod erniedrigt. 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen bänden. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das beil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun Und seine stimme bören; Auf feine mittlers- hülfe baun, Ihn mit gehorsam ehren. Das ist der weg zum ew'gen 3* 36 Erste Abtheilung. wohl: Der weg, auf den man friede- Allen kummer zu zerstreun; Ibrer voll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen pfad! Zeuch uns zu deinem sobne! Daß glaub' an ihn auch mit der that In unsern herzen wohne. So baben wir an seinem heil, Zur freude für uns, ewig theil; So preisen wir dich ewig. größe mich zu freun; Turch ihr anschaun schon auf erden Herrlich und entzückt zu werden. 2. Ich verehre dich, o liebe! Daß du dich erbarmet hast, Und aus freiem, edlen triebe Ten allweisen rath gefaßt, Der verdammnißwerthen welt, Durch ein theures lösegeld, Durch des eignen johnes sterben, Gnad' und freibeit zu erwerben. 3. D ein rathschluß voll erbarmen Voller huld und freundlichkeit! Welcher uns hülflosen armen Gnade, trost und bülfe beut. Liebe, die den sohn uns schenkt, Der mit dir die welten lenkt, Um die fünder zu erretten Aus den schweren sündenketten. mel. Von gott will ich nicht lassen: c. rhebt den herrn, ihr from 67. Gr men! Er hält, was er verspricht. Der beiland ist gekommen, Der völker trost und licht. Gott, der uns nicht verstößt, Hat uns zum heil und leben Selbst seinen sohn gegeben; Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche liebe Hat uns der Herr erzeigt! Mit welchem vatertriebe Sein herz zu uns geneigt! Von seiner himmel thron Kömmt, rettung vom verderben Uns sündern zu erwerben, Sein eingeborner sobn. 3. Er kömmt zu uns auf erden In tiefer niedrigkeit, Nimmt auf sich die beschwerden von unsrer pilgerzeit; Enthält sich seiner macht, Verleugnet himmelsfreuden, Bis er durch todes. leiden Sein großes werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! o bringet Gott euren lobgesang Erlöste menschen, singet Dem mittler ewig dank. Wo niemand helfen kann, Da hilft er gern aus anaren, Heilt unsrer seelen schaden. O nehmt ihn gläubig an. 5. Du freund der mensenfinder! Verwirf uns, jesu, nicht. Tein name, heil der fünder, Ist unsre zuversicht. Gieb unfern seelen rub; Hilf jeden reiz zu finden Uns glücklich überwinden! Gieb muth und fraft dazu. 6. Dich wollen wir erheben Fier und in ewigkeit, Wo uns ein beß'res leben Vor deinem thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, Und nichts wird uns mehr fehlen; Dann werden unsre seelen Vollkommen setig seyn. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 68. sw'ge liebe, mein gemüthe Wagt mit findlichem vertraun, In den abgrund deiner güte Ehrfurchtsvoll hinab zu schaun, 4. Doch, du hast, o weise liebe! Eine ordnung auch bestimmt, Daß darinnen jeder bliebe, Der am segen antheil nimmt: Wer nur an den mittler gläubt, Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. 5. Da du keinen zum verderben Obne grund bestimmet hast: Tragen sünder, wenn sie sterben, Ihrer eignen bosheit last. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat noth und tod zum lobn: Sein muthwillig widerstreben Schließt ihn aus vom heil und leben. 6. Ewig sey mit dank befungen, Was dein rath beschlossen hat; Mit uns preisen engelzungen Diesen weisen heilgen rath, Den der glaub' in demuch ehrt, Die vernunft erstaunend bört, Wo ver engel tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, Meines beils gewiß zu seyn. Richte selbst mein ganzes leben So nach deinem willen cin, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geist selbst in mir schafft. Mir zum zeu zniß dienen möge: Ich sey auf dent rechten wege. 8. Laß mich einst dich selbst anschauen Und vor deinem throne stehn; So nur werd' ich ohne grauen Meinem tod entgegen gehn; Steine kreatur wird mich, Den du licbest, ewiglich Deiner huld entreißen können, Noch von deinir liebe trennen. 9. Von der Erlösung des Menschen. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. 69. Se edanke, der uns leben giebt Wer kann dich ganz durchdenken? Also bat gott die welt geliebt, Uns seinen sohn zu schenken. 2. Hoch über die vernunft erböht, Umringt mit finsternissen, Erbebst du gottes majestät, Und stillest mein gewissen. 3." Ich kann der sonne wunder nicht, Noch ihren bau ergründen; Und doch kann ich der sonne licht Und ihre kraft empfinden. 4. So kann ich auch nicht gottes rath Von jesu tos ergründen; Allein das göttliche der that, Das kann mein berz empfinden. 5. Fehlt mir der trost, daß jesus christ nicht meine schuld getragen; Nicht gett und mein erlöser ist: Wie angstvoll werd' ich zagen! 6. Ist christi wort nicht gottes sinn; So werd' ich irren müssen, Und wer gott ist, und was ich bin, Und werden foll, nicht wissen. 37 14. Erfüll' mein berz mit dankbar= keit, So oft ich dich nur nenne, Und bilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, Deswegen schmach zu leiden, So laß mich weder furcht noch pein Von deiner liebe scheiden. 7. Nein, diesen trost der christenheit Soll mir kein spötter rauben; Ich fühle seine göttlichkeit Und balte fest am glauben. 8. Ich bin nun ganz dein eigenthum, Und auch des himmels erbe: Lies, sobn des höchsten! ist mein ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deines geistes kraft, Im glauben mich zu stärken; Der wollen und vollbringen schafft Zu allen guten werfen. 16. Ja, sollt' ich gleich nicht für und für Des glaubens freud' empfinden. So lebe er doch so in mir, Daß er mich schüß' vor sünden. 17. Hat gott uns seinen sohn geschenkt( Laß mich noch sterbend denken): Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken? 70. Gott, der du für uns detnen Wer kann doch gnugsam deine huld erbeben? Wie herrlich zeigst du im erlöfungewerke Der gnade stärke! 2. Dein ewger sohn stirbt für die menschenkinder; Der heiligste tritt an die statt der fünder; Der seligste begiebt sich seiner freuden, Für uns zu leiden. 10. Solang' ich gottes willen gern Mit reinem berzen thue: So fühl ich freude in dem herrn, Und im gewissen rube. 11. Und wenn mich meine fünde kränkt, Und ich zu dir, berr, trete, Weiß ich, daß dein berz mein gedenkt, Und thut, warum ich bete. Rel. Herzliebster jesu, was hast 2c. oder: Ist auch ein gott?: c. 12 Ich weiß, daß du, mein bei land, lebst, Uno mich einst aus der erde Erweckst und dann dahin erherst, Wo ich dich schauen werde. 13. Kann unsre lieb' im glauben hier Für dich jemals erkalten? Doch ist dies liebe nur zu dir, Dein wort von Herzen halten. 3. Er wird das lamm, das aller sünden träget, Drauf du die strafe weislich selbst geleget: Daß du die schuld an den verlornen schaafen Nicht dürftest strafen. 4. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest, Und deinen sohn ihm zum verföhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen Für weblgefallen? 5. Verdient verachtung gütiger geseße, Verdient verschwendung unschäßzbarer schäße, Verdient gebäufte gröbliche verschuldung So viele duldung? 6. O welche tiefe deiner menschenliebe? Wer faßt, o gott, die größe ihrer triebe? Du thust weit mehr zu unserm wohlergeben, Als wir verstehen. 7. Ach lebre mich recht deine buld erkennen, Voll zuversicht dich meinen vater nennen, und zum gehorsam dir mein ganzes leben Willig ergeben. 8. Was mir dein sohn, da er für mich gestorben, Von deiner huld 38 durch seinen tod erworben, Das werde mir zu meinem ew'gen beile Nun auch zu theile. Mel. Es ist das beil uns kommen 2c. oder: Lobsinget gott, und: c. 9. Dein friede wobne stets in meinem 72. Heil uns, aus unsrer fünherzen, Undtröste mich bei des gewissens schmerzen; Dein geist sey mit mir, deinen guten willen Treu zu erfüllen. Erste Abtheilung. el. Wenn mein stündlein: c. 71. Gott, bätte dein geliebter sohn Sich mein nicht angenommen, Und wär' er nicht von seinem thron Zu uns herab gekommen, So müßte mir vor ew'ger pein, Gerechter richter, bange seyn, Um meiner sünden willen. 2. Doch er schafft dem gewissen rast, Nun darf ich nicht verzagen. Denn meiner sünden schwere last Hat er für mich getragen. Am kreuz versöhnt er mich mit dir; Da floß sein blut, damit er mir Die seligkeit erwürbe. 3. Wohl mir, mein berz schöpft neuen muth, Faßt kindliches vertrauen. Ich kann auf sein versöhnend blut Mein ewig heil nun bauen. Dies blut, das mich gereinigt bat Von aller meiner missethat, Wird ewig, ewig gelten. 4. Hinweg mit banger fümmerniß, Sey, scele, voller freuden! Dein heil ist dir nun ganz gewiß: Von gott kann dich nichts scheiden. Was dir des böchsten sohn erwarb, Da er in schmach und martern starb, Kann dir kein satan rauben. 5. Nichts nüßet die gerechtigkeit, Die stolz auf werke bauet; Der ist von seinem heil noch weit, Der eignen kräften trauet. Er erntet schaden statt des lohns: Nur die gerechtigkeit des sohns Macht uns gerecht und selig. 6. Auch mich macht sie gerecht, weil ich Sie fest im glauben fasse; Auch ewig selig macht sie mich, Weil ich nicht von ihr lasse. Gott, der erfüllt, was er verbeißt, Erhält auch mich durch seinen geist In seines sohns gemeinschaft. 7. Du, vater, warfest unsre schuld Auf deinen sohn, als bürgen. Du, jeſu, ließest in geduld Dich, als ein lamm, erwürgen. Du, geist, theilst dieses heil uns zu. In alle ewigkeit sey du, Dreieiniger, gepriesen. erworben. Der herr will nicht des sün. ders tod. Was adams fall verdorben, Hat er aus gnaden uns erseßt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein erbarmen. 2. Selbst seinen eingebornen sohn Sandt' er zu uns auf erden, Von dem verdienten fündenlohn Ein retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser heil; Er kam, am ew'gen leben theil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o tod, dein stachel nun? hier ist dein überwinder. Für unsre schuld genug zu thnn, Starb er, das beil der fünder. Wo ist nun, sünde, deine kraft? Hier ist er, der uns kräfte schafft, Dein joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei gott! gelobt sein sohn, Der retter unsrer seelen! Nun kann uns auch auf erden schon Das wahre glück nicht fehlen; Getrost und frob in gott zu seyn, Wenn wir uns nur dem heiland weih'n, Den gott für uns verordnet. 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen bänden. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Tas beil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am freuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. Olaßt uns ihm uns anvertraun, Und niemals sein uns schämen; Auf seine mittlersbülfe bau'n, Und sein joch auf uns nehmen. Das ist der weg zum ewgen wohl, Der weg, auf dem man friedevoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese seligkeit Doch über alles schätzen. Nie können güter dieser zeit Den mangel uns ersetzen, Wenn uns das größte gut gebricht, Ein reines berz voll zuversicht Zu dir, gott, unserm vater! 8. D lent' auf dies erhab'ne glück Der seele stärkste triebe! Zeuch mächtig unser berz zurück Von schnöder fündenliebe. An dem uns theu'r erworbnen beil Laß uns im wahren glauben theil Stets suchen und behalten. 10) Von Christo, dem Erlöser. Mal. Es ist das heil uns kommen 2c. 73. Der ein, berr jefu! für u stelltest dich zum mittdie fünder, Und wolltest haupt und bürge seyn Gefallner adamskinder; Nahmst alle ihre schuld auf dich, Trugt ibre lasten williglich, Sie los und frei zu machen. 2. Du, deines vaters ew'ger sohn, Gebor'n ein mensch auf erden, Erirugst in früher kindbeit schon Die größesten beschwerden: Nahmst nach und nach an weisheit zu; Turch frübe tugend wurdest du Ein vorbild frommer jugend. 3. An jahren reif, an weisheit groß, Verließest du die stille, Darin dein jugendlauf verfloß; So war's des vaters wide. Am jordan weibetest du dich, Durch deine taufe, öffentlich Zum antritt deines amtes. 4. Dein vatergoß vom himmelstbron Auf dich des geistes gabe, Und sprach: dies ist mein lieber sobn, Dran ich gefallen habe. So wurdest du, berr! vor der welt Vom himmel selber dargestellt Als auserforner mittler. 5. Zwar dem, der unser erstes haupt, Ter adam, überwunden, Ward auch an dir viel macht erlaubt In langen prüfungsstunden: Doch hier ward er des siegs nicht frob. Du standst als beld, und satan floh. Die engel sahn's und jauchzten. 39 berrscheft und regierst Zu unserm heil und segen. 9. Herr jesu, großer mittler! fey Von berzensgrund gepriesen Für deine gnade, huld und treu, Die du an uns erwiesen! Gieb, daß wir gänzlich dir vertraun, Geborsam seyn, und einst dich schaun Zu unsrer ew'gen freude. Mel. Ein lämmlein geht und: c. 74. Lob, ebre, preis und dank sei dir, O jesu unser leben! Preiswürdig bist du für und für: Wer kann dich g'nug erbeben? Eh' noch die welt ward, warst du schon Groß, berrlich und des böchsten sohn, Ein erbe seiner ebre. Dein ist das reich, die herrlichkeit, Und du beherrschest weit und breit Der freaturen heere. 2. Dein sind sie; denn durch wessen kraft Ward himmel, meer und erde? Wer hat das leben uns verschafft? Wer sprach zum engel: werde! Du bist es, dessen allmachtsruf Die ganze welt aus nichts erschuf; Du bist's, der alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was erd' und himmel in sich schließt, Und was im meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut In diese welt gekommen; Hast willig unser fleisch und blut, Oberr, an dich genommen; Aus der erschrecklichsten gefahr zu retten, was verloren war, Wardst du ein knecht auf erden. O buld, die sonst nichts gleiches bat! Du starbst für unsre missethat, Ein heiland uns zu werden. 6. Bestimmt nach gottes weisem rath Zum lehrer und propheten, Sab man dich nun, durch wort und that, Voll kraft dies amt vertreten. Des lasters schande straftest du, Sprachst müden seelen freundlich zu, Und predigtest gewaltig. 4. Du wardst es uns, und bist es 7. So warest du das wabre licht Mit aufwand deiner kräfte; Jedoch, noch Jetzt auf der himmel throne; o herr, dies war noch nicht Dein wich- Suchst liebreich von der fünde joch Und tigstes geschäfte. Zum hohenpriester- ihrem schnöden lohne, Die ihr noch thum bestellt, Gabst du zum opfer dienen, zu befrein; Beschwerter berfür die welt Dein eignes theures leben. zen trost zu seyn, Ist deines herzens 8. Dem tode nahmst du seine freude: Du giebst den müden feelen macht, Fuhrst zu des himmels bö- rub, Und wer dich liebt, den stärfest hen, Wo dich in deiner siegespracht| du, Daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der deinigen gebet, Die himmelebürger seben, Und wo du unsre sache führst, Als könig Und endest ihre plage; Du bleibst 40 bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch alle tage. Herr, dir sey ewig dank und ruhm Für deinen tod und marterthum, Für alle deine liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; Gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, In deinem lobe übe. Erste Abtheilung. 75. Meir Mel. Nun lob', mein seel', den ic. ein beiland! deine größe Gebt über alle bimmel weit; Wer ist, der fie ermesse? Du warst bei gott von ewigkeit; Du bist der erstgeborne Vor aller kreatur; Kamst zwar für uns verlorne In menschlicher natur; Doch in der menschbeit orden Tratst du erst in der zeit. Eh' noch die welt geworden, Hait'st du schon berrlichkeit. 2. Der himmel und die erde Sind durch dein kräftges wort gemacht; Auf dein allmächtig: werde! Entstand die welt mit ihrer pracht. Du bist auch unser meister! Auch uns schuf deine hand So, wie das heer der geister, Das dich noch eh'r erkannt. Ein erbe über alles, Das ist dein ew'ger ruhm; Trumjammert dich des falles Von deinem eigentbum. 3. Du trägest alle dinge Durch deiner allmacht starkes wort. Das große und geringe Geht blos durch deinen willen fort. Sohn gottes! du regierest Den ganzen freis der welt! Weil du das ruder führest, Geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht tod und leben; Drum wird einst jede gruft Die todten wiedergeben, Wann deine stimme ruft. 4. Gott läßt dir ehr' erzeigen, Die keinem andern widerfährt: Tirsoll sich alles beugen: Denn göt lich groß ist, berr, dein werth. Du bist das beil der erden. Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht selig werden; Wer aber dich verebrt, Dem hilfit du vom verderben, Schaffst ihm zufriedenbeit, Und machst ibn einst zum erben Vollkommner seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein name Schon jept, o herr, in aller welt; Dich preist der frommen saame, Der gläubig dir zu fuße fällt. Dich preisen seraphinen, Erhabener menschensohn! Mit freuden dir zu dienen, Stebn sie vor deinem thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, preis und ruhm Auch berr, von uns zu nehmen, Uns, deinem eigenthum. 6. Sobn gottes, ich verebre Und bete dich in demuth an. Beschäme und bekebre Die, die dir noch nicht zugethan, Die deinem wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, Die schuld'ge ehre rauben: Theil ihnen gnace mit, Dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt. Von deiner liebe trennen. Dein rubm füll' jedes land! 76. Mel. Herr chrift, der einig' gottes 2c. ohn gottes, eingeborner, Von ewigkeit gezeugt; Des vaters auserkorner, Zu dem sein berz sich neigt. Mit ihm von einem wesen, Jom, wie du stets gewesen, Stets gleich an herrlichkeit. 2. Für uns ein mensch geboren, Der keuschen jungfrau sobn; Zu suchen, was verloren, Kamst du von deinem thron; Starbst, daß wir leben möchten, Erbobst uns zu gerechten Und erben veines reichs. 3. Gieb doch in reichem maaße Erkenntniß deines heils; Dağ feiner je verlasse Die wahl des besten theils. Dich über alles schätzen, Undir sich gern ergößen, Macht himmel aus der welt. 4. Du schöpfer aller dinge, Des vaters ew'ge kraft, Obn' den ich nichts vollbringe, Der alles gute schafft: Gieb, daß mich nichts verblende, Mein berz nichts von dir wende; So bleib ich stets an dir. 5. Brich alle macht der sünden Durch deinen kreuzestod; Und hilf mir überwinden, Was mit verführung droht. Cein triumphirend leben kann mir ein leben geben, Das neu und vimmlisch ist. 6. Dank, lob und preis und ehre Sep gott in ewigkeit, Für diese gnad' und lebre, Womit er uns erfreut! Sie tröst' uns, wann wir leiden; Sie stärk' uns, wann wir scheiden; Sie schüß' uns im gericht! 11) Von der Menschwerdung und Geburt Christi. Abvents Lieder. a. Mel. Lobt gott, ihr christen: 0. oder: Nun danket all' zc. Und vor aller kreatur Es zum wohlthun dir erwäblet! Ja, in dir du gottessohn, Herrscht die menschheit auf dem thron. ſo bat gott die welt geliebt Daß er aus freiem trieb Uns seinen sohn zum heiland giebt; Wie hat uns gott so lieb. 3. Du, du bist der völker segen; Kamst, von noth uns zu befrei'n; Und wir können deinetwegen. Jetzt Echon in der ewigkeit Zu unserm beil schon kinder gottes seyn. Hat die beschlossen hat, Vollf" 2. Was sein erbarmungsvoller rath 3. Er, aller men Der alle segnen fa die kinder, fleisch un sünde an. orben: O so bast iligung verit erworben, ein, Aehnlich 4. Ich freue mic dir; Du nimmst m Was fehlt mir ni mir, Wer ist dann 5. Du sohn des Auch mir rath, fra vater und mein fr das heil der welt. 6. Was mir zum Das, herr, erwar söhnung, leben, tri hab' ich nun an d 7. Dein mangel theil; Dein leiden Durch deine knechte Gewinn ich herrlic 8. Gelobt sey sobn, Durch den Lobt, engel, ihn Erheb' ihn auch n Johann der Beständige+ 1532. Eti, tung der Universität Berlin 1810. August 16 Sonntag 10. Sonntag nach Trinitatis En. But. 19, 41-48. Ep. 1. Kor. 12, 1-11. S.-A. 4,4 M.-A. 11,09 6.-U. 7,25 D- u. 4,43 41 228-137 1914 ttler worden, rsöhnt; Haft. roen Wieder In den himgottes herrübungszeit, n. Fromme, et fest; nur Mel. Sollt' ich er du gen, 78. Der gottes- sohn! Ewig gen, Daß du von i Uns zu gut, ins fleif du voller freundlicht vor meiner zeit, Dich auch meiner angenommen, Und mein bruder worden bist: Sey gelobt herr jesu christ! 2. Sey gelobt! denn dir gehöret 79. Lobsinge gott, o christenPreis und dank und ruhm mit recht. O wie hoch hast du geehret Unser sterbliches geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet Mit der göttlichen natur, heit; Und danke deinem berrn! Ihm, welcher dich so oft erfreut, Dir bilft so herzlich gern. 2. Ein ganzes jahr hast du sein wort, Sein göttlich wort, gehört. ott verlassen, s bin? Nein, iffen, Trösten dann kann Er, der meimich gnädig herr zu gottes ich gott vermein freund. t deine güte! in. Laß doch the Voll von mmer will ich ich mich ganz en, auf dich it zu messen; freu; Dir auf Mel. Zobr gott he chriften: c. oder: Nun danket all', und 2. 40 bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch alle tage. Herr, dir sey ewig dank und ruhm Für deinen tod und marterthum, Für alle deine liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; Gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, In deinem lobe übe. gottesfürchtiger Seelen. Erste Abtheilung. 75. Met Mel. Nun lob', mein seel', den 2c. ein beiland! deine größe Gebt über alle bimmel weit; Wer ist, der sie ermoffe? D warst bei gott von der erstgeborne Kamst zwar für menschlicher natur beit orden Tratſi Eh' noch die wei du schon berrlich 2. Der Himme durch dein kräftge dein allmächtig: welt mit ihrer p unser meister! 2 hand So, wie i Das dich noch erbe über alles, ruhm; Trumjar Von deinem eige 3. Du trägest deiner allmacht große und gering deinen willen for regierest Den ga Weil du das rud was dir gefällt. leben; Drum w Die todten wiede stimme ruft. 4. Gott läßt d keinem andern wit alles beugen: O* herr, dein werth der erden. Wer bört, Der kann m er sünden Durch o bilf mir überführung droht. en Kann mir ein Wer aber dich verebrt, Dem bilfit leben geben, Das neu und vimmlisch ist. du vom verderben, Schaffst ihm zufriedenbeit, Und macht ibn einst zum erben Vollkommner seligkeit. Tägliches zu fuße fällt. Dich preisen seraphinen, Erhabener menschensohn! Mit freuden dir zu dienen, Stebn sie vor deinem thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, preis und ruhm Auch berr, von uns zu nehmen, Uns, deinem eigenthum. 6. Sobn gottes, ich verebre Und bete dich in demuth an. Beschäme und bekehre Die, die dir noch nicht zugethan, Die deinem wort nicht glauben, Und " Die schuld'ge ehre nare mit, Dich Laß nichts, die er liebe trennen. land! Herr, ich flich' in deine Hände, Dein Erbarmen hat kein Ende; Außer dir ist keine Ruh. Wer ist gnädiger als du? Gebet 5. Wie herrlich ist dein name Schon jegt, o herr, in aller welt; Dich preist der frommen saame, Der gläubig dir usgabasa su un po n agar un r gun gibasa ( 13 einig' gottes 2C. 8, eingeborner, igkeit gezeugt; er, Zu dem sein hm von einem ! stets gewesen, chkeit. bis ensch geboren, sobn; Zu suKamst du von t, daß wir leben 3 zu gerechten hs. sem maaße ErDaß feiner je 3 besten theils. Undir sich gern el aus der welt. er dinge, Des n' den ich nichts 8 gute schafft: hts verblende, on dir wende; dir. 6. Dank, lob und preis und ehre Sep gott in ewigkeit, Für diese gnad' und lebre, Womit er uns erfreut! Sie tröst' uns, wann wir leiden; Sie stärk' uns, wann wir scheiden; Sie schüß' uns im gericht! 11) Von der Menschwerdung und Geburt Christi. Advents Lieder. a, Mel. Lobt gott, ihr christen: c. oder: Nun danket all' ic. so bat gott die welt geliebt Daß er aus freiem trieb Uns seinen sohn zum heiland giebt; Wie hat uns gott so lieb. 2. Was sein erbarmungsvoller rath Schon in der ewigkeit Zu unserm beil beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. 3. Er, aller menschen höchstes gut, Der alle segnen kann, Rimmt, wie die kinder, fleisch und blut, Doch ohne sünde an. 4. Ich freue mich, mein beil, in dir; Du nimmst mein fleisch an dich: Was fehlt mir nun? ist gott mit mir, Wer ist dann wider mich? 5. Du sohn des allerhöchsten, wirst Auch mir rath, kraft und beld, Mein vater und mein friedefürst, So, wie das heil der welt. 6. Was mir zum seligseyn gebricht, Das, herr, erwarbst du mir: Versöhnung, leben, trost und licht, Das hab' ich nun an dir. 7. Dein mangel wird mein reiches theil; Dein leiden stillt mein leid; Durch deine knechtsgestalt, mein heil, Gewinn ich herrlichkeit. 41 8. Gelobt sey gott! gelobt sein sobn, Durch den er gnad' erweist! Lobt, engel, ihn vor seinem thron! Erheb' ihn auch mein geist. Und vor aller kreatur Es zum wohlthun dir erwäblet! Ja, in dir du gottessohn, Herrscht die menschheit auf dem thron. 3. Du, du bist der völker segen; Kamst, von noth uns zu befrei'n; Und wir können deinetwegen. Jetzt schon kinder gottes seyn. Hat die fünd' uns gleich verdorben: O so bast du neue kraft Uns zur beiligung verschafft, Und die tüchtigkeit erworben, Einst von sünden völlig rein, Nehnlich dir, o herr, zu seyn. 4. Du, du bist der mittler worden, Der die welt mit gott versöhnt; Haft. der schwachen menschheit orden Wieder mit dem recht bel hnt, In den himmel einzugehen, Und da gottes herrlichkeit, Nach vollbrachter übungszeit, Ewig einst verklärt zu seben. Fromme, faffet zuversicht, Glaubet fest; nur fündigt nicht 5. Sollte mich wobl gott verlassen, Wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein heil wird mich umfassen, Trösten den betrübten sinn. Und dann kann mich nichts anfechten. Er, der meinen jammer kennt, Und mich gnädig bruder nennt, Sigt als herr zu gottes rechten; Durch ihn bin ich gott vereint; Gott ist vater und mein freund. 6. Herr, wie groß ist deine güte! Meine seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz gemütbe Voll von deinem ruhme seyn. Nimmer will ich Mel. Sollt' ich meinen gott zc. 78. Der du uns das beil errungen, Mensch gewordner gottes- sohn! Ewig sey dir lob gesungen, Daß du von des himmels thron, Uns zu gut, ins fleisch gekommen; Der du voller freundlichkeit, Längstens schon vor meiner zeit, Oich auch meiner angenommen, Und mein bruder worden bist; Sev gelobt herr jesu christ! 2. Sey gelobt! denn dir gehöret 79. Lobsinge gott, o christenPreis und dank und ruhm mit recht. O wie hoch hast du geehret Unser sterbliches geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet Mit der göttlichen natur, heit; Und danke deinem Herrn! Ihm, welcher dich so oft erfreut, Dir bilft so herzlich gern. 2. Ein ganzes jahr hast du sein wort, Sein göttlich wort, gehört. dein vergessen; Lir will ich mich ganz vertraun, Freudig folgen, auf dich baun. Deine buld ist nicht zu messen; Gieb, daß ich für deine treu; Dir auf ewig dankbar sey. Mel. Lobt gott, ihr chriften: c. oder: Nun danket all', und 2. 42 Erste Abtheilung. Und heute wirds an diesem ort Von| brachtem edlem lauf Fuhrest du zu neuem dich gelehrt.:,: 3. Herr, dir und deiner vatertreu Bring' ich mein opfer dar. Gieb, daß dein volk gesegnet sey Im neuen Hirchenjahr.:: 4. Hilf uns! und bis an unser end' Erhalt' uns dein wort rein. Laß deine heil'ge sakrament Mit trost das herz erfreun.:,: 5. Erleuchte, was in irrthum steckt. Giebt, daß zu deiner ebr' Der fünder, durch dein wort erschreckt, Rechtschaffen sich bekehr'.:,: 6. Gieb allen lehrern freudigkeit Und weisheit, muth und kraft. Welch glück für uns, wenn jederzeit Ihr vortrag nußen schafft!:,: 7. Regiere uns mit deinem geist Bei unserm kirchengehn, Und laß bei dem, was du uns heißst, Ohr und berz offen stehn.:,: 8. Wie wir auf eine kurze zeit Allhier versammelt seyn, So werden wir in ewigkeit Uns miteinander freun.:,: Mel. Nun kommt der beiden heil 2c. 80. Sohn, der uns verbeißen war, Den die jungfrau uns gebar, Friedefürst, rath, kraft und held, Herr und heiland aller welt. 2. Du entsproffest nicht wie wir; Gottes geist selbst richtet dir Deiner menschheit hütte zu; Wunderbar erscheinest du. 3. Gottmensch, du betrittst die welt, Eilest mächtig als ein beld, Rubst nicht, bis, was uns bekriegt, Ganz zu deinen füßen liegt. 4. Deinem vater gleich an kraft Hast du sieg und beil geschafft. Herr, von rath und hülf entblößt Waren wir; und sind erlöst! 5. Preis sey dir in ewigkeit; Auf, dir ihr erlöset seyd! Rühmet den, der, groß von that, Euch vom tod erlöset bat. 6. Du, der solchen sieg vollbracht, Brich in uns des fleisches macht. Du vermagst es, herr der welt, Dessen machtwort sie erhält. 7. Von dem vater, der dich gab, Kamest du zu uns herab. Nach vollihm hinauf. 8. Lob sey dir! du kamst berab; Lob dem vater! der dich gab; Lob dem geiste! dankt und singt, Daß er uns zu jesu bringt. Bekannte Melodie. 81. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller. sterblichen! Du freude, du verlangen Der trostbedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, Wie, deiner güte voll, Dich meine seele nennen, Dich würdig preisen soll. 2. Dein zion streut dir palmen, Und meine dankbegier Ergießt in freudenpsalmen Sich, gütigster, vor dir. Dich, dich will ich erheben, So gut ich schwacher kann; Mein herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnädig an. 3. Nur daß du mich befreitest, Gabst du dich selbst für mich. Mich zu erretten, freutest Du, seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner Vermögend g'nug dazu. Da jammerte dich meiner, a kamst und halfest du. 4. Du machst mich von den banden Des tod's auf ewig los. Entreißest mich den schanden Der fünde, machst mich groß, Und hebst mich boch zu ehren, Und schenkest güther mir, Die unvergänglich währen. Dank, ewig dank sey dir. 5. O du, an den ich glaube, Was war's, das dich bewog? Was war's, das dich zum staube, 3u mir herniederzog? Dein göttliches erbarmen! Ja, du, o jesu hast Mit mitleidsvollen armen Die ganze welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure herzen, Betrübte, trau'rt nicht mehr. Zagt nicht in euren schmerzen, Als ob kein helfer wär'. O sehet auf; ihr habet Den besten helfer nah. Der eure seele labet, Der treue freund ist da. 7. Die ihr mit ernster reue Still eure schuld beweint: Wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der men 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 43 schenfreund, Ruft heilbegier gen sün- stets gewußt? Erfreun ist seine freude dern Der gnade trostwort zu, Macht Und woblthun seine lust. sie zu gottes kindern, Schafft ihren seelen ruh. 8. Er übersiehet keinen Und weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die seinen Von anbeginn geschüßt? Nicht sie in ihrem leide Zu trösten An seiner rechte stehn! 9. Er kommt zum weltgerichte und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem bösewichte Und beil dem tugendfreund. Wohl ewig allen denen, Tie seine wege gebn, Und einst mit freudentbränen. b. Weihnachts- Lierer. Mel. Wir christenleut': c. oder: Eigene Melodie. 82. Au ruf schicke dich, Recht feierlich Tes beilands fest mit danken zu begehen! Lieb' ist der bank, Der lobgesang, Durch den wir ihn Den gott der lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat gott die welt in seinem sobn geliebet! O, wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem sohn geliebet? 3. Er, unser freund, Mit uns vereint, Zur zeit, da wir noch seine feinde waren; Er wird uns gleich, Um gottes reich Und seine lieb' an uns zu offenbaren. durch jesum chrift, Im himmel und auf erden ist. 2. Tie väier haben dein gebarrt. Doch, als die zeit erfüllet ward, Da sandte gott von seinem thron, Dich, heil der welt! dich, seinen sohn! 4. An ihm nimm theil! Er ist das beil: Thu täglich buß, und glaub an ſeinen namen! Der ehrt ihn nicht, Wer: berr, herr, spricht, Und doch nicht sucht sein beispiel nachzuabmen. 5. Aus dank will ich In dürft'gen dich, Dich gotteesohn, bekleiden, speisen, tränken; Der frommen herz In ibrem schmerz Mit trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, kraft und held, Durch den die welt Und alles ist, im bimmel und auf erden! Die christenheit Preist dich erfreut, Und aller knie soll dir gebeuget werden. 7. Erbebt den berrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn ehrt, den wird ſein name trösten. Gelobt sey gott, Gelobt sey gott, Freut euch des Herrn und jauchzt ihm ihr erlösten. Wenn ich dies wunder fassen will, So steht mein geist vor ehrfurcht still! Er betet an und er ermist, Daß gottes lieb' unendlich ist. 4. Damit der fünder gnad' erhält, Erniedrigst du dich, herr der welt! Nimmst selbst an unfrermenschheittheil, Erscheinst im fleisch zu unserm heil. 5. Und zu erfüllen gottes rath, Sprachst du sowohl durch wort als that: Gott, deinen willen thu' ich gern. Lob sey dir, der da kam vom Herrn! Mel. Vem himmel hoch, da ic. 83. Dies ist der tag, den gott gemacht; Sein werd in aller welt gedacht! Ihn preise, was 6. Dich, der du mensch geboren bist, mit uns vereint, dich, jesum christ Auf den die völker hoffend sahn, Dich bet' auch ich, mein beiland, an. 7. Du unser trost und böchstes guth! Vereinigst dich mit fleisch und blut, Wirst unser freund und bruder bier, Und gottes tinder werden wir. 8. Gedanke voller majestät! Du bist es, der das berz erhöht. Gedanke voller seligkeit! Du bist es, der das herz erfreut. 9. Durch eines sünde fiel die welt, Ein mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, Der in des vaters schooße sitzt? 10. Jauchzt himmel! die ihr ihn erfuhrt, Den tag der beiligsten geburt, Und erde! die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem herrn, ein neues lied. 11. Herr, der du uns den tag gemacht, Der uns solch großes heil gebracht, Dich preise, wer, durch jesume christ, Dein freund und dein verehrer ist. 44 Erste Abtheilung. Bekannte Melodie. 84. Gelobetseyst du, jesu christ, Der du uns geboren bist, Und uns zu gute wardst wie wir, Preis sey, o welterlöser, dir, Auf ewig preis! 2. Dich, unsern beiland, unsern berrn, Sahn die väter schon von fern: Du, aller völker trost und licht, Du warst auch ihre zuversicht. Gelobt sey gott! 3. Die nacht entfliebt, der tag bricht an Ueber die, so nie ihn sahn; Auf die, so finsterniß umgab, Glänzt gottes wahrheit nun herab. Gelobt ſey gott! 4. Er, durch den uns geholfen ist, Der einst richtet, jesus christ, Der schöpfung herr, fömmt in sein reich), Erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt sey goit! 5. Jauchzt bimmel! erde, freue dich! Gott versöhnt die welt mit sich; Une adams fündiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sey gott! 6. Gelobet feyst du, jesu christ, Daß du mensch geworden bist. Ceß freue sich die christenbeit, Und dank es dir in ewigkeit. Gelobt sey gott! du erschienen, Um mir zum beil zu dienen! 4. O lebre mich den großen werth Von deiner huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser erd' Dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts, als noth, Verachtung, kummer, schmerz und tod; Und doch kamst du auf erden, Ein menschensobn zu werden. 5. Viel stärker, herr, als schmerz und tod, War deine menschenliebe. Tu sabest unsre sündennoth Mit mitleidsvollem triebe. Du stellrest, unser heil zu seyn, Nach deines vaters ratb dich ein, Wardst mensch und kamst mit freuden, Für uns den lod zu leiden. 6. Dein, sohn des böchsten, freu' ich mich; Du bist auch mein erretter. Auch mir zum troste sandte dichy Der herr, der gott der götter. Was mir ein wahres wohl verschafft, Erleuchtung, friede, beßrungstraft, Und freuden, die stets währen, Willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter freund, Für deine treue geben? Du bist's, der mich mit gott vereint, Du bringst mir beil und leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zum dienste bin: Ich will 85. ott, beine gnade fey ge- rich obn' aufhören Mit leid und geist Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ic. verehren. preist! Sie schuf uns heil und leben. Ermuntre dich, mein träger geist, Ihr wohlthun zu erheben. Dink an die nacht, da auf der welt Des höchsten fohn sich dargestellt, Um sein so theures leben Für fünder hinzugeben. 3. Der du zu uns, gesandt vont Herrn, Aus deinem bimmel kamest, Und unser fleisch und blut so gern In demuth an dich nahmest! Sobngottes! o wie hast du dich So tief erniebrigt auch für mich! Wie arm bist 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; Doch wirst du wiederkommen, Und dann schau'n dich von angesicht, Herr, alle deine frommen. Dann werd' auch ich, berr jesu christ, Dich schau'n, so herrlich, als du bist; Dann wirst du mich zum leben, Das bei dir ist, erheben. 2. O große that! erwünschte nacht! Von engeln selbst besungen; Du hast den mittler uns gebracht, Cer uns das beil errungen. In dir erschien der Mel. Jesu, meine freude, meines zc. starke beld, Der alles schuf und alles 86. Gottes fobn ist kommen! Der freund der Des todes überwinder. frommen, Dankt ihm, daß er kam! Daß er hier auf erden, Unser heil zu werden, Seine wohnung nabm. Mensch wie wir Erschien er bier, Um des vaters gnäd'gen willen. An uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen. Danken! daß er allen Freund und bruder ist, 11. Von der Menschwerdung und Geburt Chriſti. Gott, auf seinem throne, Liebt uns in dem sobne, Hilf durch jesum christ. Welch ein heil! An christo theil, Theil an seiner sendung gaben, An gott selbst, zu haben. 3. Keine macht der leiden Kann von ihm uns scheiden; Er bleibt ewig treu. Einst wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen; Hier steht er uns bei. Unser freund, Mit gott vereint, Kann nicht seine brüder hafsen, Noch sie bülflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns in frieden In des grabes nacht. Unfre todten glieder Giebt die erde wieder Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte, Den das grab auch deckte. 5. Auf dem richterthrone Werden wir im sohne Unsern retter schau'n. Heil und ewig leben Wird er allen Er geben, Tie ihm hier vertraun. ward hier Versucht, wie wir; Ueberschwenglich wird er lohnen, Und der schwachbeit schonen. 6. Eilet! eilt, ihr fünder! Werdet gottestinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr frommen! Seyd wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ion, Taß er erschien, Und sich für euch hingegeben Durch ein göttlich leben. Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. 87 Laßt uns mit ehrfurchtsvollem dank Den gott lieb' erHöhen, Mit feierlichem lobgesang Des beilands fest begehen! Preis sey dem vater, der ibn gab! Preis sey dem sohn! er kam herab, Und ward das heil der menschen. 45 meinen habt gethan, Das, spricht er Und er, er babt ihr mir gethan. will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuen herzen ehrt, Den wird sein name trösten. Vertraut auf ihn, der flehn erhört, Lobsingt ihm, ihr erlösten! Es freut sich deine christenheit, Herr, deiner menschenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig ehre! 2. Ist der ein christ, der dieses heil Nicht schäßt und lieb' gewinnet? Nimm frob an seiner liebe theil, Und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er, gesinnet ist, Der ehrt ihn nicht, ist nicht ein christ, Der Herr erkennt die seinen. 3. In dürfi'gen last uns ihn erfreun, Bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe geber seyn, Und sein dabei gedenken. Was ihr den Mel. Fröhlich soll mein herze zc. fingen! Hoch erfreut Laßt 88. Laßt uns unserm gott lobuns heut Ihm anbetung bringen. In des himmels hohe chöre Stimmet ein: Gott allein, Unserm gott sey ehre! 2. Jeder, der sich füblt verloren, Freue sich Inniglich; Christus ist geboren. Er, der tönig aller wesen, Steigt berab Bis in's grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann gottes rathschluß fassen? Aber dies Ist gewiß: Gott kann uns nicht bassen. Kömmt der sohn aus freien trieben Zu uns her, Wie, sollt' er Nicht die menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm er dann Menschheit an, Daß er uns errette? Deß soll sich der erdfreis freuen! Zum gericht Kommt er nicht, Sondern zum verzeihen. 5. Eilt in geist nach bethlems bütten, Seht, was er, Euer herr, Schon für euch erlitten. Er wird niedrig eurentwegen. Welch ein freund! Er erscheint Feinden selbst zum ſegen. 6. Er, er will für eure schulden Armuth, noth, Echmach und tod Göttlich groß erdulden. Lernt den menschenfreund erkennen, Gnadenreich Will er euch Seine brüder nennen. 7. Dankt ihm, der das innere sehnen Sehen kann, Betet an, Opfert freudenthränen. Liebt ihn, der von liebe brennet, Traut dem herrn, Der euch gern Seine brüder nennet. 8. Wenn euch eure sünden kränken, Eilt berzu, Suchet ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit glaubensblicken! Zittert nicht! Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Trückt euch hier so manche plage; Euren schmerz Fühlt sein Herz, 46 Kein erlöster zage. Bringet ibm an seinem feste Preis und ehr'! Wisset, er Wählt für euch das beste. Erste Abtheilung. 10. Er verläßt euch nicht, ihr schwachen; Mehr, als ihr, Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Diese kurze zeit der leiden Und der müh, Was ist sie, Gegen ew'ge freuden. 11. Jesu, du nahmst meine bürde Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde. Wer kann deine lieb' ergründen? Ewig soll Freudenvoll Sie mein herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher befreier, Folg ich nach Obwohl schwach, Coch um so viel treuer. Keine freatur, kein leiden, Keine noth Und kein tod Soll von dir mich scheiden. 13. Du fömmst einst zum weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, tich Schaun von angesichte. Wenn da, gott, die fünder beben, So werd' ich Deiner mich Freun und ewig leben. 2. Ibn sandt' er, unser trost zu seyn, Vom sündendienst uns zu befrei'n! Mit licht und fraft uns bei zustehn Und uns zum himmel zu erhöhn. 3. O welch ein liebevoller rath! unaussprechlich große that! Gott thut ein werk, dem keines gleicht, Das feines menschen lob erreicht. stimmt, Und der sich liebreich dein annimmt. 4. Sein sohn, durch den er alles schuf, Nimmt willig auf sich den beruf, Uns vom verderben zu befrei'n, Und schämt sich nicht uns gleich zu seyn. 5. Er kommt zu uns in knechtsgestalt, Verleugnet boheit und gewalt, Und läßt, selbst bis zum tod und grab, Zu unsrer rettung sich berab. 5. Was sind wir, daß uns gott so liebt, Und seinen sohn selbst für uns giebt? Was nützen wir dem höchsten guth, Daß es so großes an uns thut? 7. Nimm seele, nun dein bestes wahr, Verschmähe den nicht undankbar, Den gott zum helfer dir be8. Bet' ihn als deinen retter an, Und sey ihm willig unterthan. Durch seine lehre zeigt er dir Den weg zum leben, folge ihr. 9. Bei dieser treue bast du theil An dem von ihm erworbnen heil. Wo nicht, ach! so verschließst du dir Muthwillig selbst des himmels thür. 10. Sein erste zukunft in der zeit War voller huld und freundlichkeit; Die andre wird, zu großer pein Der sünder, majestätisch seyn. 11. Zu chren aber nimmt er dann Mit freuden seine frommen an, Und wird sie in des vaters reich Verklärt erhöhen, engeln gleich. 12. Gelobt sey gott, der ihn ge fandt! Sein rubm erfülle jedes land! Gelobt sey von uns jesus christ, Der uns zum beil erschienen ist! Bekannte Melodie. 89. Lob fey dem allerböchsten 90. Lobt gott, ibr cbriften gott! Erbarmend er unsre noth, Uno sandte jesum, seinen sohn, Zu uns von seiner himmel thron. Mel. Lobt gott, ihr christen, allzugl. oder: Nun danket aul', uno 2c. freuet bimmel thron Beruft er uns zu seinem reich Und sendet seinen 2. Der sohn tommt nach des vaters rath, Mit beil uns zu erfreu'n, Und auf des ew'gen lebens pfad Der welt ein licht zu seyn. 3. Bet seinem eintritt in die welt Umgiebt ibn teine pracht, Die glänzend in die augen fällt, Und groß vor menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten knechte gleich, Begehrt kein erdenglück, Verlangt allhier kein königreich Von einem augenblick. 5. Er kömmt, durch seiner wahrbeit macht Zu gott uns hinzuziehn; Vor seinem lichte muß die nacht Des aberglaubens fliehn. 6. Er lebret uns die sünde scheun, Er giebt auch kraft dazu, Und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und ruh. 7. Er bringt den trost der bessern welt Vom himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre hütte fällt, Den frommen geist kein grab. 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 47 8. Er öffnet uns dereinst die thür| gekommen. Mit uns ist gott Nun in Zu seinem himmelreich. Ihr christen, der noth. Froblockt dem berrn und wie beglückt sind wir, Lobt gott und hofft auf ihn, ihr frommen! freuet euch. 4. Auch mein gesang, Herr, bringt dir dank. Du wurdest mensch, damit wir selig würden; Du machst uns groß und ewig los Vom fluch der sünd' und ihren schweren bürden. 5. Gelobt sev gott! auf unsre noth Sah er mit hülfe mitteidsvoll her= nieder. O christenheit! Preis ihn erfreut! Des höchsten john bringt das verlorne wieder. Mel. G3 ist das heil uns kommen: c. 91. Mei ein jesu, du hast unsre schuld, Mit idrer strafe plagen,( O unerbörte lieb und buld!) Freiwillig wollen tragen. Du, der gerechte, ließest dich Zum fünder machen, daß ich mich In dir gerecht kann nennen. 2. So beißest du nicht jesus nur: Du bist was du Weil du die menschliche natur Aus allem jam- 93. Vgel schaar Des nachts den Mel. Vom himmel kam der engel 2c. om himmel ward der enmer reißest. Cie that stimmt mit dem namen ein: Du wolltest, was du heißest, seyn, Mein beil, mein seligmacher. hirten offenbar, Und große freude that ihr mund Mit lautem fubel ihnen fund. 3. In keinem andern ist ja heil: Kein mittel ist gegeben, wodurch wir können nehmen theil An seligkeit und leben: Du bist's allein, der jedermann Ein ew'ges leben schenken kann, Verehret werd' dein name! 2. Sebt, eflet bin, geboren ist In davids statt der herr, der christ, Des vaters eingeborner sohn, Der fünder heil, der frommen lohn! 3. Seyd fröhlich, daß er sich mit euch Vereinigt, obne sünd' euch gleich; Selbst gott, doch euch durch fleisch und blut Verwandt und euer höchstes gut. 4. Jbr habt mit euch den wahren gott! Euch schrecke nie mehr sünd' 92. welt Mel. Wir christer leut sind zc. oder: Auf! schicke dich zc. christenheit! Sey bochwelt, der mittler, ist geboren. Nimm freudig theil An seinem heil; Wer an ihn glaubt, geht nimmermebr verloren. 2. Welch große that! Nach gottes rath Hat sich sein sohn für uns dabin gegeben. Ein menschenkind, Doch obne sünd', Wird er, und bringt uns allen beil und leben. 3. Er, er befreit Uns von dem leid, Das durch der fünde macht auf uns drobn! Ein mensch, wie ihr, ist gottes sohn. 5. Auf ihn seßt eure zuversicht, Und seyd gewiß, er läßt euch nicht; Fiel auch ein ganzes beer euch an: Truß, daß euch einer schaden kann. 6. Ihr seyd nun göttlichen geschlechts, Und mit uns gleichen bürgerrechts; Jhr siegt, nur stebet fest im streit; Euch bleibt zuletzt die seligkeit. 3. Von der Erscheinung Christi. Mel. Es ist das heil uns kommen ic. 94. Dein heil hat beut', volk gottes, sich zu nähern angefangen, Ein belles licht ist auch für dich Den völkern aufgegangen. Dies sey dir, welt, ein freudentag. Die nacht, die auf den völkern lag, Durchbrach zuerst sein schimmer. 2. Kaum sandte gott mit seinem sohn Der erde große freuden So sammelt er sich selber schon Die erstlinge der heiden. Zu ihrem neugebornen berrn Muß sie ein wunderbarer stern Aus fernen landen führen. 3. Der vor'gen zeit denkt, christen, doch. Heil euch! sie ist verschwunden. Was war't ihr, eb' der herr euch noch, Eh' ihr noch ibn gefunden? Fragt euch nur selbst, was waret ihr? O deutsches volt, er 48 wecket dir Dein vor'ges bild nicht grauen? 4. Ein volk, mit gott ganz unbe kannt, Von seiner lebr' entfernet, Das, von der tugend abgewandt, Nur böses thun gelernet; Das todten stein, geschnißtes bolz, Wohl gar auf seine blindbeit stolz, Als seine götter ehrte. 5. Du gingst in schand' und laster bin, Wie jede lust dich führte. Wenn ja noch den verkehrten sinn Einst das gewissen rührte: So konnte da doch aus der noth, Die die natur schon sündern droht, Dir nichts den ausweg zeigen. Erste Abtheilung. 6. Beglückter tag, der jene macht Des gößendienst's entwendet! Daran uns gott nach langer nacht Sein licht und heil gesendet! Da gott, in dir, immanuel, Mit deinem wabren israel Nun auch die beiden danken. 7. Nun prüfe heut', volk gottes, dich Vor seinem angesichte. Beharrst du unveränderlich In seiner wahrbeit lichte? Was helfen opfer des gebets Zum wahren gott; wenn du noch stets Der sünde sclavisch fröhnest? S. Was bilft es, daß du gott erkennst, Und seinen ganzen willen, Wenn du das thun und wissen trennst. Zu träg', ihn zu erfüllen? Wenn du oft treu gelobst und brichst: Zwar christlich glaubst, und christlich sprichst, Und doch als heide wandelst? 9. Ach prüfe rich! gott nimmt sein licht, Wenn man's nicht schätzt, zurücke. Steh' auf vom schlaf, damit er nicht Sein wort auch dir entrücke. Gott, hör' uns nicht zu tragen auf, Und fördre deiner lehre lauf Noch zu den fernsten heiden. Mel. Schmücke dich, o liebe seele: c. 95. Gott Zott! dein unsichtbares wesen Läßt sich in dem lichte lesen, Das du uns für dieses leben Haft mit der vernunft gegeben. Daß du gott bist, muß ich merken, Herr, aus deinen großen werken; Und die pflicht, dich zu verehren. Kann mich deine schöpfung lehren. 2. Die vernunft zeigt deine größe, Und entdeckt mir meine blöße: Ich soll mich mit gott verbinden; Doch dies hindern meine sünden: Und to kann sie nicht verfühnen; Meine kraft kann nichts verdienen. Ach vernunft! dies ist der schade, Aber wie find' ich nun gnade? 3. Hier erscheint in größter Klarheit Uns ein licht, das wort der wahrheit; Dies verspricht den geistlich armen ist beil für menschenkinder; Hier ein Niches, göttliches erbarmen. Hier bürge für die fünder; Hier ſteht allen, die sein hoffen, Nun der weg zum himmel offen. 4. Lob und preis, und dank und ehre Scy dir, herr, für diese lehre, Die ein licht uns aufgestecket, Uns den weg des heils entdecket. Da du deinen sohn zum leben Der verlornen welt gegeben, Sehr wir unsers gottes klarbeit, Und empfangen guad' und wahrheit. 5. Gott! wie groß in deinen wegen, Und für uns wie reich an segen Zeigt dich uns das wort vom glauben! Wer will uns den himmel rauben, Wenn wir auf dein zeugniß bauen. Deiner vaterhuld vertrauen, Jesum gläubig beiland nennen, Und das durch die that bekennen? 4. Auf die Darstellung 6. Ist dies nicht von uns geschehen; vergieb uns das vergeben! Sieb hier unsers herzens reue, Und mach' unsern glauben neue. Ach, das wort des ew'gen lebens Gabst du uns doch nicht vergebens. Laß es ihm bei uns gelingen; Laß es uns zum himmel bringen! Christi im Tempel. zens troft und theil, Erfreue mich Mel. Vom himmel hoch da komm: c. 96. Dich bitt' ich, beiland aller mit deinem heil. welt! An welchem sich 2. Weil du mein treuer heiland mein glaube hält, Sey meines ber- bist, Der mir von gott gegeben ist; 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. So reinige herz, sinn' und muth, Und mache mich gerecht und gut. 3. Zeig' mir die bahn, o belles licht! Daß ich des beils verfehle nicht. Du bist allein mein preis und ruhm, Und ich dein ew'ges eigenthum. 4. Dein frieve, berr, bewahre mich; Mein auge blicke stets auf dich: So will ich gern aus dieser welt Hinfahren, wann es dir gefällt. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. 97. Moblauf, mein berz! verlaß die welt, Dem, der für dich sich dargestellt, Nun dich auch darzustellen! Er ist das licht; drum sey gewiß, Er werd' auch deine finsterniß Durch seinen glanz erhellen. 2. Ach! du sollst ihm sein tempel seyn! Er selbst macht dich von sünden rein, Und hat hier lust zu wohnen. Toch hoffe nicht, daß jesus christ In solchen herzen wohnhaft ist, Die noch den lüsten frohnen. 49 3. Was nur dem fleische wohlgefällt, Das opfre die verkebrte welt Dem fatan, ibrem gotte. Sie erndtet schaden blos für müb; Für ihren sündendienst wird sie Einst ewiglich zu spotte. 4. Doch, wer vom geist, wie simeon, Sich treiben läßt; nur gottes sobn Zum beil begehrt zu haben; Gott fürchtet, sich der welt entwöhnt, Aus ibr sich nach dem himmel sehnt: Der opfert rechte gaben. 5. Wer durch das wort, darauf er traut, Im glauben seinen heiland schaut, Der kann im frieden fahren. Der beiland hält, was er verspricht, Er wird sich ihm in seinem licht Dort herrlich offenbaren. Mel. Durch adams fall ist ganz zc. oder: Das jesulein soll dich 2c. 6. Herr, mache mich gerecht und rein! Herr, laß mich stets voll glaubens seyn, Und stets im geiste leben! Bis du auch mich, wann dirs gefällt Sn frieden wirst aus dieser welt, Hinauf zu dir erheben. e. Am Tage Mariä Verkündigung. jesus ist empfangen. Der uns erhält, Hat sich gesellt Zu den verlornen 98. Nun ist der tag der feligkeit fündern. War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen menschentindern. Den fündern angebrochen, Die langerwünschte gnadenzeit, Die gott der welt versprochen: Denn gottes sohn Ist von dem thron Zu uns bernieder kommen; Das böchste gutb Hat fleisch und blut Von menschen angenommen. 3. D jesu! unser Herr und gott! Der du ins fleisch gekommen, Und uns'rer dich bis in den tod So hülfreich angenommen, Hast nach dem streit Die herrlichkeit Des ew'gen reichs empfangen. D'rum werden wir auch einst bei dir Ein ew'ges glück erlangen. 2. Nun ist des vaters wort erfüllt; Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzenswunsch gestillt; Denn f. Von dem Vorläufer Amte Johannis. Mel. O gott, du frommer gott: c. 99. Es lag die ganze welt Mit sündennoth beladen: Da öffnetest du, goit, Die schäße deiner gnaden. Deinsohn erscheint; du schickst Den, dessen dienst die bahn Dem herrn bereiten soll, Als seinen knecht, voran. 2. Die juden sollte er Von deinem heil belehren. Gott, ihn auch ehrest Evangel. luth. du, Um deinen sobu zu ehren. Sein vater wird erst stumm; Der ſtumme schnell beredt, Und weissagt, da auf ibn Der geist des herrn geräth. 3. Allein zu jefu hin Verweist er seine jünger; Allein auf jesum zeigt Sein ausgestreckter finger; Sebt gottes opferlamm, Das mit der schuld belegt, Für uns geschlachtet wird, Und alle strafen trägt. 4 Erste Abtheilung. 50 4. Wohl dem, der diesen tod, Auf den jobannes weiset, Mit festem glauben faßt Und dankbar beilig preiset. Wer, seinem taufbund treu, iesu ganz ergiebt, Der wird in ihm von gott Begnadigt und geliebt. ich 12) Vom Wandel Mel, Machs mit mir, gott, nach: c. 100. Du wesentliches ebenbild Der allenhöchsten liebe! Tu wark, o jesu, ganz erfüllt mit guttgeweibtem triebe. Gott war dein zweck, dein höchstes guth, Ihm folgtest du mit beldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein sinn, ein herz; Sein wille war dein wille: Tu ehrtest ibn, gedrückt von schmerz, Mit höchst zufriedner stille; Auch auf der allerraubsten bahn Sahst du ihn doch als vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein gebot Vollkommen zu erfüllen, Und unterwarfst dich bis zum tod Ganz deines vaters willen. Dein hauptgeschäft war dies allein, Vollführer seines plans zu seyn. 4. Du gingst ganz still zum kreuze hin, Die martern auszustehen; Bereit, mit göttlich großem sinn, Für mörder selbst zu flchen. Wie trugst du nicht, in gott gefaßt, Der schande und der marter last! 5. Kerr, lehre mich, dein eigenthum, Nach deiner tugend streben. Dir gleichgesinnt seyn, sey mein ruhm, Und wonne, so zu leben. O bilf, daß ich, so gern wie du, Den willen deines vaters thu. mel. Vater unser im himmelreich 2c. Dein lehrer dir, 101. Reden weisheit und gleich. an liebe reich Warst du, so wohl durch wort als that, Der schwachen menschen sich'rer rath. Es freut mein geist im glauben sich, Herr jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von gott gesandt, Und machtest uns den wes bekannt, Auf dem wir frei von fündenschulo Theilhaftig werden seiner 5. Das werd auch unser theil! Jobannis amt und lebre Verherrliche noch stets, Gott, deines namens ehre. Wer buße tbut und glaubt, hat trost zu jederzeit. Wer glaubt und beilig lebt, Der bleibt in ewigkeit. Christi auf Erden. huld. Auf ewig sey dir dank und rubm, Herr, für dein evangelium. 3. Im lichte der allwissenbeit Sabst du mit aller deutlichkeit, Was nach des höchsten weisem rath Die welt noch zu erwarten bat; Und m chtest dann durch deinen mund Das künstige den menschen fund. 4. Dies und die wunder deiner hand Sind uns ein göttlich sich'res pfand, Daß das, was man von dir gehört, Die wahrheit sey, die gott uns lebit. Nie schwäche mir der frepler spott, Den glauben an dies wort von gott. 5. Du lebrctest durch wort und that. Man trifft der reinsten tugend pfad In deinem beil'gen wandel an. Gieb, berr, daß ich auf dieser babn Gestärkt von dir, mit steter treu Dir nachzufolgen eifrig sey. 6. Du bist es, herr! von dem das amt, Das die versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer lebrer mund Noch jetzt dein heil den menschen kund. Begleite stets mit deiner traft Ihr amt, damit es nußen schafft. 7. Noch immer bilsst du deinem wort In seinen siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein mund verheißt, Noch immer deinen guten geist, Der dem, der wabrbeit sucht unb liebt, Zum glauben licht und kräfte giebt. Mein mir, Daß er mich zu der wabrbeit führ, Ben eigendünkel mich befreit, Damit ich dir gehorsam sey; Bis mich dereinst in ewigkeit Ein hellres licht bei dir erfreut. Mel. Schmücke dich, o liebe seele zc. orbild wahrer menschen102. tebe, Jesu, veines mitleids triebe Zogen dich berab auf 51 Gottes strafen abzuwenden, Unter frecher mörder händen Angst und unerbörte schmerzen Littest mit gelaßnem berzen; Als ein missethäter starbest Und uns ew'ges beil erwarbest. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. erden, Der verlornen beil zu werden, Und für sie sogar dein leben In den tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die größe Deiner lieb' und huld ermesse? 2. Obne vortbeil zu begehren, sich in andrer dienst verzebren; Jedem gerne guts erzeigen, Zn beleidigungen schweigen, Auch an feinden wobitbun üben: Das heißt, menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher güte, War, erlöser, dein gemüthe. 6. Deine huld hat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu üben; Haß mit haß nicht zu vergelten, Deine schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu segnen, Deine feinde zu vertreten Und für mörder selbst zu beten. 3. D du zufluckt der elenden! Wer hat nicht von deinen bänden Segen, trost und beil genommen, Der gebeugt zu dir gefominen? Wie ist dir dein herz gebrochen, Wenn dich krante angesprochen: Und wie pflegtest du zu cilen, Das gebetne mitzutbeilen! 7. Demutb war bei spott und bobne Deiner tugend schmuck und krone; Nie bast du nach ruhm getrachtet, Und auf menschenlob geachtet. Deines vaters heil'gen willen Mit geborsam zu erfül4. Dienschenseelen zu beglücken, Neu- len, Und uns beil und trost zu geben, erfüllte zu erquicken, Unverständ'ge War der zweck von deinem leben. zu belebren, A gewichne zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, riebreich zu dir hinzulocken, War dein tägliches geschäfte, Selbst mit schwächung deiner träfte. 8. Laß mich, herr! zu reichem segen, Deinen wandel oft erwägen. Laß mich in der angst der fünden, Trost und bülfe bei dir finden! Heilige auch meinetriebe Zurrechtschaffnermenschenliebe. Laß mich immer mehr auf erden Deinem bilde ähnlich werden. 5. Und wie boch stieg dein erbarmen, Da du, mittler, von uns armen 13) Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jefu. Mel. Christus, der uns selig: c. 103. Deine leiden, gottes sohn, Herzlich zu bedenken, Wollst du mir von deinem thron Geist und andacht schenken. Uch erschein' in diesem bild, Jesu, meinem berzen, Wie du gottes zorn gestillt Durch die größten schmerzen. 2. Laß mich aber nicht allein Deine schmerzen sehen; Laß die ursach deiner pein mich zugleich verstehen. Ach! die ursach war auch ich, Ich und meine sünde; Diese schlug und quälte dich, Daß ich gnade finde. 3. Hilf, daß ich in bus und reu 4. Drohet mir die höllenpein Um der fünde willen: Ach, so tritt ins mittel cin, Hilf die schrecken stillen. Laß mich dann mit beilbegier, Dich, mein jesu, fassen. Halt' ich gläubig mich an dir, Kann mich gott nicht baffen. 5. Gieb auch, jesu, daß ich gern Dir das kreuz nachtrage, Wabre demuth von dir lern', Nicht in noth verzage; Daß ich in der prüfungszeit Nimmer von dir wante, Und dann einst in ewigkeit Dir, herr! fröhlich danke. Mel. Herzliebster jesu, was hast zc. Dieſes recht bedenke, Und dich künftig 104. Her stärke ochten, nicht auf's neu die sünde kränke. Dämpf' in mir bie fündenlust, Laß mich alles meiden, Was du, jesu, büßen mußt Mit so schwerem leiden. leiden zu bedenken, Mich in das meer der liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller schuld des bösen Uns zu erlösen. 4* Bu had Erste Abtheilung. 52 2. Vereint mit Gott, ein mensch gleich uns auf erden, und bis zum tod am kreuz gehorsam werden; An unsrer statt gemartert und zerschlagen, Die fünde tragen! 3. Welch wundervoll bochheiliges geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so sinfen meine kräfte, Mein berz erbebt: ich sebe und empfinde Den fluch der sünde. 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles bösen. Gott ist die lieb' und läßt die welt erlösen. Dies kann mein geist mit schrecken und entzücken Am freuz erblicken.. 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst darnieder. Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. 6. O berr, mein beil! an den ich berzlich glaube, Ich liege bier gebückt vor dir im staube; Verliere mich mit dankendem gemütbe In deiner güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen gedanken. Allein, soll ich darum im glauben wanken? Ich bin ein mensch: darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Des böchsten thun ist gnad' und lieb erweisen; Uns kömmt es zu, sie bemutbsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn gott uns gnad' erzeiget, Die gnade steiget. 9. So sey dann ewig auch von mir gepriesen Für das erbarmen, das du mir erwiesen! Da du, mein beiland, auch für mich dein leben Dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit freuden deinen willen üben; O gieb zu diesem seligen geschäfte Stets neue fräfte! b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu. mel. Jesus meines lebens leben 2c. treffen müssen. Wie verpflichtet bin 105. Du, der menschen beil ich dir nicht auf ewig, berr, dafür. und leben, Deß sich 5. Frevler Frönten dich zum bohne. meine seele freut, Der für mich sich Deine stirn, die blutete Unter einer bingegeben, Stifter meiner seligkeit; dornenfrone, König aller könige. Mir Du, der lieber wollte sterben, Als zu gut bast du's erlitten; Mir die mich lassen im verderben: Ach, wie ehrenkron' erstritten. Preis, anbetung, dank', wie dank' ich dir, Mein erlöser, dank sey dir, Liebenswürdigster, dafür. g'nug dafür! 2. Menschenfreund, von gott gesendet, zu erfüllen seinen ratb, Längst hast du dein werk vollender, Weg zu thun die missethat! Doch in den gedächtnißtagen Deiner leiden, jesu, sagen Deine theu'r erlösten dir Billig neuen dankı dafür. 6. Du, der tausendfache schmerzen Mir zur liebe gern ertrug, Deinem großmuthsvollen berzen War mein heil belohnung g'nug. Trost in meinen letzten stunden Floß für mich aus deinen wunden. Herr, ich dank', ich danke dir Einst im tode noch dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, Willig deine leidensbabn; Stiegst, uns leben zu erwerben, Gern den todesberg hinan; Trugst, vergessend eigner schmerzen, Deine menschen nur im herzen. Diese liebe preisen wir, Unvergeßlich sey sie mir.. 4. Meinetwegen trugst du bande, Littest du der läsſtrer ſpott, Achtetest 106. Fund bele gottes gute Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. Problocke mein du nicht der schande, Mein versöhner und mein gott. Mich hast du der In deinem beiland an. Was selbst schmach entrissen, Die mich hätte der engelschaaren Zu thun nicht fähig 7. Rub im leben, trost am grabe, Unaussprechlicher gewinn, Den ich dir zu danken babe! Dir, deß ich nun ewig bin; Jesu, dir mein berz zu geben, Deiner tugend nachzustreben. Dir zu traun, zu sterben dir; Dies, dies sey mein dank dafür. und Begräbniß Jesu. 53 6. Herr jesu! deine angst und pein, Uno dein versöhnend leiden, Laß meine legte zuflucht seyn, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen tod Fein sanft beschließe meine noth, und selig sterbe, amen. 13. Von dem Leiden, Tode waren, das hat des menschen sohn getban. 2. Schau bin, wie der gerechte Für uns, der sünden knechte, Den bittern zornkelch trinkt: Wie er, ans freuz erhöhet, Für seine mörder slehet Und siegreich in den tod binsinkt. 3. Wir fünder sollten sterben, Fluch lag auf adams erben; Fluch auf der argen welt; Doch er kam uns zu gute, Und gab mit seinem blute Für uns ein ew'ges lösegeld. 4. Rein freund meint es mit freunden So treu, als es mit feinden Er, unser mittler, meint. Preis ihm, dem überwinder, Nun sind wir gottes finder, Mit gott versöhnt durch unsern freund. Rel. Wenn mein stündlein vorh. 2c. 107. Hund vein Und dein vererr jesu, deine angst föhnend leiden, Laß allezeit mir vor augen seyn, Die fünde zu vermeiden. Laß mich an deine große noth Und deinen herben bittern tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Die angst, die deine seele litt, Da schrecken sie umfingen; Was du ertrugst, um uns damit Befreiung zu erringen: Das präge tief mir, jeſu, ein, Und laß mir's ernste warnung seyn, Wenn mich die fünde reizet. 3. Die wunden alle, die du hast, Hab' ich dir helfen schlagen. O du, der meine fündenlast So willig hat getragen; Ach liebster beiland, schone mein, Laß diese schuld vergessen seyn, Für recht laß gnad' ergeben. Mel. Christus, der uns selig 2c. 108. esu meiner seelen licht, den, Wie viel trost und zuversicht Fließt aus deinem leiden! Nimmt den dank in gnaden an, Den ich dir jetzt singe; Deß, was du an mir gethan, Bin ich zu geringe. 2. Ich erwäg' es hin und her, Was dich angetrieben, Eine sünderwelt so sebr. Wie du thust, zu lieben; Uns verlorne zu befrei'n, Hast du angst und banden, Geisseln, schmach und todespein Willig ausgestanden. 4. Du hast verlassen deinen thron, Bift ins gericht gegangen; Vertrugest schläge, spott und bohn, Und wurd'st ans freuz gehangen, Auf daß du fur uns schafftest rath, Und unsre schwere missetyat Bei gott versöhnen möchtest. 3. War es unsre würdigkeit? Nein, des vaters güte, Deines herzens freundlichkeit Und dein treu gemüthe; Dies hat dich ans kreuz gebracht, Daß kein mensch verzagte, Wenn dersünden meng und macht Das gewissen nagte. 4. O du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O du wunderbare that, Die man nirgend findet! Sünden, deren gott zum bobn, Menschen sich erfrechen, Die läßt gottes eigner sobn An sich strenge rächen. 5. Drum soll mein herz voll dankbarkeit, Erbarmer, dir lobsingen. Und wenn du einst zur seligkeit Aus gnaden mich wirst bringen, Dann will ich, dein erlöſeter, Dich ewig und viel würdiger Mit allen sel'gen loben. 5. Meine große sündenschuld Traf den treuen bürgen; Er ließ sich aus großer buld, Mir zu gut, erwürgen. So bat er uns heil gebracht; Sollt' uns nicht geziemen, Seiner liebe starke macht Ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein friede sei mit mir, Und auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß von dir Trost und freude fließen! Trost ergießt in jedes berz Sich aus deinem Herzen. Auch den bängsten, herbsten schmerz Heilen deine schmerzen. 7. Laß, so bald mein Herz erschrickt Ueber seine sünden, Wenn auf dich mein glaube blickt, Mich, berr, gnade finden! Sieb, ich fall', zerknirscht von reu, Mit wahrhafter buße Und dem vorsaß besfrer treu, jesu, dir zu fuße. 54 Erste Abtheilung. erworben. 8. Nun ich weiß, worauf ich bau| da du für mich gestorben, Dies glück Und bei wem ich bleibe, Wessen für sprach ich vertrau, Und an wen ich glaube. Jesu, du, du bist's allein, Welcher mich beschirmet, Wenn gleich des gewissens pein Auf die seele stürmet. 9. Ich bin ja dein, schon selig bier im glauben! So wird mir nichts, nichts meine Frone rauben; So werd' ich dort von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 10. Ja, wenn ich stets der tugend pfad betrete. Im glauben kämpf', im glauben wach' und bete: So ist mein beil schon so gewiß erstrebet, Als jesus lebet. 11. Lockt böse lust mein berz mit ibrem reize, So schrecke mich dein wort, das wort vom freuze, Und Mel. Herzliebfter jesu, was: c. 109. Laß deinen geist mich stets, werd' ich matt in übung guter werke, 9. Hier bin ich dein eigentbum, Soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem rubm Leben und auch sterben; Daß auch ich einst rühmen mag, Aus dem grab erstanden: Meines jesu großer tag, Heil mir! ist vorhanden. Das wort von deinem freuze so zu ebren, Daß ich getreu in dem beruf der liebe Mich christlich übe. 2. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, Herr, diese pflicht lehrt mich dein heilig leiden. Könnt' ich zugleich das böse mir erlauben, Und an dich glauben? 6. Ich will nicht baß mit gleichem baß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; Du heiliger! du herr und haupt der glieder, Schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines berz, gleich deinem edlen berzen, Dies ist der dank für deine kreuzesschmerzen; Und gott giebt uns die fraft, in deinem namen, Dich nachzuahmen. Mine 12. Seb' ich dein freuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorbeit werden; So sey's doch mir, trop alles frechen spottes, Die weisbeit gottes. 3. Da du dich selbst für mich dabin gegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem willen leben, Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner ehre? el. Christus, der uns selig ic. 4. Ich sollte nicht, wenn leiden 110. Mein erlöser gottes sobn, dieser erden, Wenn freuz mich trifft, gelagnen berzens werden; Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? Der du für mich littest, Und auch auf der bimmel thron Jezzt noch für mich bittest; Welche wobltbat ist für mich Dein versöhnend leiden! O, wie preif' ich würdig dich, Ursprung meiner freuden. 5. Für welche du dein leben selbst gelassen, Wie könnt' ich sie, sie, meine brüder, bassen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 2. Unermeßne berrlichkeit War dir, berr! gegeben; Und du konntest jederzeit Voller freuden leben. Aber, o der großen buld! Daß ich selig würde, Uebernahmst du in geduld Schwerer leiden bürde. 3. Nun kann meine missetbat Noch vergebung finden: Denn du starbst, nach gottes rath, Auch für meine fünden. Meine schulden trugest du, Ließ'st für mich dich strafen, Meiner feele trost und ruh Gnädig zu verschaffen. 4. Was mir lust zur beff'rung schafft, Was zur tugend leitet, Dazu hast du neue fraft Curch dein kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich 8. Unendlich glück! du littest uns zu gute; Ich bin versöhnt in deinem theuren blute, Du haft auch mir, 13. Wann endlich, herr, mich meine 5 meine fünden kränken, So laß dein freuz mir wieder ruhe schenken; Dein sterben sey, wenn ich den tod einst leide, Mir fried' und freude. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 55 um kraft bewerben, Gottes willen durch deinen tod erworben, Das bast treu zu thun, Sünden abzusterben.( du, von barmherzigkeit geleitet, Auch mir bereitet. 5. Nun kann ich dem todesibal Froh entgegen sehen; Und zu jener welt einmal Obne schrecken geben. Du, herr, bast aus aller noth Rettung mir errungen, Und durch deinen freuzestod Meinen tod bezwungen. 6. Sollt' ich mich nun noch frevel6. Herr! was bin ich, daß du mein So dich angenommen; Daß die fruchtbaft erfühnen, Der sünde, die dich von deiner pein Auch auf mich soll tödtete, zu dienen: So könnt' ich kommen? Gieb mir weisheit, gieb mir mich mit den von dir erlösten Nicht kraft( Du bast sie in bänden), Was deiner trösten. du mir zum heil verschafft, Treulich anzuwenden. 7. Laß das wort von deinem freuz Mich mit muth beleben, Ernstlich jedem sündenreiz Hier zu widerstreben, Treib' mich mächtig darurch an, Gottes zorn zu scheuen: Was ich unrecht je getban, Innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine sündennoth, Straft mich mein gewissen; O! dann laß aus deinem tod Mich den trost genießen, Daß du auch für meine schuld 5. Erbalte selbst mein herz bei diefem glauben; Kein banger zweifel müsse mir ibn rauben; Er müsse mich zuni fleiß in guten werken Beständig stärken. Rel. Herzliebster jesu. was c. oder: Ist auch ein gett? Met Ein lämmlein geht, und 2c. Bügend bist gestorben, Und mir alle 112. Was ist der mensch, bes gott erworben. 9. Stärke mich durch deinen tod Auf die letzten stunden. Wie du deine todesnotb Siegreich überwunden: O! so bilf dazu auch mir. Laß mich fröblich scheiden; Herr! so dank' ich ewig dir Für dein bitt'res leiden. gedenkst? Was bin ich? gott! erbarmer! Du, der du tausend welten lenkst? Was bin ich, berr! ich armer? Ich lag im blut, und meine noth War fluch, und der gedrohte tod; Wo sollt' ich rettung finden? Der berr erbarmte meiner sich, Jehova sprach ganz väterlich: Ich tilge deine sünden. 2. O göttliche barmherzigkeit! Der sohn soll für uns sterben; Der mittler, wohlzuthun bereit, Entziebt uns dem verderben. Er kleidet sich in fleisch und blut. Und was kein freunt, kein bruder thut: Wer kann was größres denfen? Er stellt sich aller marter blos; Er leidet, er stirbt göttlich groß, Und läßt ins grab sich senken. 3. Ganz faßt dich selbst ein engel nicht, Gedanke zum erschüttern; Zwar bist du meine zuversicht, Doch denk' ich dich mit zittern. Wenn ich im geist gethsemane, Wenn golgatha im geist ich seh, Was ist's, das ich empfinde? Ich weine, berr, doch nicht um dich, Ich wein' und klage über mich und über meine fünde. 7. Nein, dir allein, der du durch beine wunden Auf ewia mich zu deinem dienst verbunden; Nur dir, mein beiland, sey mein ganzes leben Zum dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine liebe mit dankvollen zungen Stets wird besungen. en bochgepriesen, herr, für deine liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen triebe, Für eine welt voll fünder selbst dein leben Tabin zu geben. nfrer fün2. Fürwahr, du trugest unsrer den schmerzen. O welch ein berz gleicht deinem edlen herzen? Du ließest unsre schuld an dir bestrafen, Uns heil zu schaffen. 3. O laß dies beil doch auch mein erbe werden! Was hab ich sonst für sichern trost auf erden? Was giebt mir sonst wohl sichern grund zur freude, Wenn ich einst scheire? 4. Du bist mein heiland, auch für mich gestorben. Was du der welt 56 4. Was du bezahlt, ist meine schuld; Der herr stirbt für die knechte. Es büßt mit göttlicher geduld Für sünder der gerechte. Mein ist die last, die jesus trägt, Der zorn des böchten, der ibn schlägt, Der sollte mich verderben. Es war nur meine missethat, Die, heiland, dich gemartert bat; Des todes sollt' ich sterben. Erste Abtheilung. 5. O fünde, sünde, gute nacht! Zu lang, ach viel zu lange, Hast du das berz um trost gebracht; Nun will ich, falsche schlange! Dich bassen, deine lockung fliehn, Und mich der liebsten lust entziehn. Bei christi tod am freuze, Entsag' ich, was dem fleisch gefällt, Der bösen lust der argen welt, Und ihrem falschen reize. Mel. Jesu, deine tiefen wunden. Resu christ, durch deine 6. Herr! laß mich aus barmherzigfeit, Wie freundlich du bist, schmecken. Wenn sünden der vergangnen zeit Mit ew'gen strafen schrecken. Es stärke mich in seelennotb, Herr jeſu, dein versöhnungstod, Die kraft von deinen wunden. Es tröste mich dein banges flehn, Da du nach rettung ausgesehn In beißen prüfungsstunden. c. Kraft und Trost der Leiden Jesu. 113. tervollen tod, Hab' ich beil bei gott gefunden, Kraft zur tugend, trost in notb. Fällt mir etwas arges ein, Denk' ich, herr, an deine pein: Die verbietet meinem herzen, Mit der sünde je zu scherzen. 2. Schmachtet nach verbotnen freuden Mein verderbtes fleisch und blut: O so blick ich auf dein leiden; Schnell verlöscht die wilde glut. Streb' ich eitler ebre nach, Und ich denk' an deine schmach; Schnell erniedrigt sie mich wieder, Und schlägt meinen stolz darnieder. 7. Dank, mein erlöser, dank sey dir Für jede deiner plagen, Für alle leiden, die du bier An seel' und leib getragen. Für allen schmerz, für alle angst, Darin du für mich fünder rangst, Sey ebre deinem namen. Gedenk, berr, meiner in der noth, Gedenk auch meiner einst im tod, Und im gerichte, amen! 5. Ja, für alles, was mich fränmein an gedenket, ket, Schaffen deine wunden rath; Geb' ich frisch den schmalen pfad. Mich erschrecket kine müb, Denn der troft erleichtert sie, Daß du, herr, als du gestorben, Mir ein ewig heil erworben. 6. Auf dich sey' ich mein vertrauen, Du bist meine zuversicht; Selbst der tod macht mir kein grauen: Du befreist mich vom gericht. Durch dein mir erworbnes heil Hab' ich an dem bimmel theil. Wahrlich, herr, ein ewigs leben Wirst du nach dem tod mir geben. 3. berr, mich manche Während meiner prüfungszeit, Dit 114. Weränken, Mein briMel. Wenn meine sünd' mich 2c. mich zur zu mürrisch bangen klagen. Und unzufriedenheit: O so denk ich an die pein, Die du uns zu gut allein Unverschuldet hast ertragen, Und dann schäm' ich mich, zu klagen. land, jesu christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist; Wie du auch meine schuldenlast, Am stamm des heil'gen kreuzes, Auf dich genommen bast. 4. Wenn mein schreckendes gewissen Mir mit fluch und strafe droht: 0, in diesen kümmernissen, Denk' ich, herr, an deinen tod, Und wie du auch meine last An dem freuz getragen hast; Dies kann mein gewissen stillen, Und mein herz mit trøst erfüllen. 2. O wunder obne maßen, Für sündiges geschlecht Hast du dich martern lassen; Du, herr, starbst für den knecht. Du, wahrer mensch und wahrer gott, Gabst für mich armen menschen Dich selber in den tod. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 3. Nun kann sie mir nicht schaden, Der schulden große last; Ich bin bei gott in gnaden, Weil du bezablet hast. Auch meine schulden tilgt dein blut: Ich darf den zorn nicht fürchten und nicht die böllenglut. 4. Drum fag' ich dir von herzen, Jeßt und mein leben lang. Für deine pein und schmerzen O jesu, lob und dank, Für deine nots und angstgeschrei, Für dein unschuldig sterben, Für deine lieb' und treu. 57 6. Mein kreuz und meine plagen, Selbst bittern bobn und spott, Hilf mir geduldig tragen: Gieb, o mein herr und gott, Daß ich verläugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. 5. Stets reize mich dein leiden, Die fündliche begier Mit allem ernst zu meiden, Und fromm zu seyn vor dir: Es komme nie mir aus dem finn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Jhm dienen, wo ich kann, Obn' eigennuß und heuchlerschein, Und wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb' allein. Bekannte Melodie. 115. Cbrifte, du lamm gottes! Der du trägst die fünde der welt, Erbarm' dich unser! 2. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die fünde der welt, Erbarm' dich d. Gebet zu dem Versöhner. 8. Laß endlich deine wunden, Auch in der letzten pein. In jenen finstern stungen, Mir trost und zuflucht seyn. O herr, auf den allein ich trau, Erbarm' dich mein im tode, daß ich dich ewig schau! 3. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die fünde der welt, Gieb uns deinen frieden! amen. Mel. O lamm gottes! unschuldig: c. 116. Erlöser, der im staube Einst lag mit angstschweiß bedecket, Dein tröste sich mein glaube, Wenn tod und sünde mich schrecket; Dein tiefer schmerz, dein klagen, Dein todeskampf, dein zagen, Sei meine ruhe, herr jesu! al 2. Du littest ganz unschuldig Von frevlern schmähung und schmerzen, Und trugst sie doch geduldig Mit sanftem versöhnlichen Herzen. Dein bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, herr feſu! uns ab von sünden; Er müss' uns dir verbinden 3u innigem danke, berr jesu! Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. 117. Laßt uns doch christo dankbar daß er für uns in große pein Sich willig bingegeben; Auch laßt uns seyn der sunde feind, Und, weil gott nunmehr unser freund, Nach seinem willen leben; Die lieb' erzeigen jedermann, Wie christus selbst an uns gethan. O menschenkind! betracht' es recht, Wie gottes zorn die sünde schlägt! Herr fesu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Von sünden schrecke mich dein tod. 3. Am freuze hingst du kläglich, Entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein tod belehr' uns täglich, Wie hoch du seelen geachtet. Er schreck Bekannte Melodie. bi 118. big Am stamm des Slamm freuzes geschlachtet! Allzeit erfunden geduldig, Wie sehr du wurdest verachtet, Die sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen; Erbarm' dich unser, o jesu! 2. O lamm gottes! unschuldig 2c. Erbarm' dich unser, o jeſu! 3. D lamm gottes! unschuldig 2c. Gieb uns deinen frieden, o jesu! 58 Erste Abtheilung. Die Liebe Jefu in dem Werke der Erlösung. e. Mel. Dir, dir, jehovah: c. 119., fieb ihn dulden, bluten, sterben! O meine ſeele, fag' ibm frommen dank! Sieb gottes ein'gen sohn und erben! Wie mächtig ibn die menschenliebe drang. Wo ist ein freund, der je, was er getban? Der so, wie er, für fünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren fene stunden, D berr, und welche lasten drückten dich! Wie quoll das blut aus deinen wunden! Und ach, es floß zum heil und trost für mich; Und ruft noch beute mir ermunternd zu, Daß du mich liebst, du frommer duld r, du. 3. So sollt' es seyn, du mußtest leiden; Dein tod macht mir des vaters liebe fund. Er wird für mich dich gott für mich zum opfer giebt, So feste stebts, daß er mich herzlich liebt. Mel. Ein lämmlein geht und 2c. ein quell der freuder, Ein fiegel auf 120. Ein lamm gebt bin und den wabr trägt die Der abgefallnen kinder: Geht hin und büßet in geduld Die fünden aller fünder. Es geht den rauhen todesgang, Folgt seinen würgern ohne zwang, Begiebt sich aller freuden, Und siebe die marter, die ihm droht, Und will die schmerzen und den tod Doch gern und willig leiden. 2 Das lamm ist jesus, unser freund; Zum heiland unsrer seelen Wollt ihn der strenge sündenfeind, Der ew'ge vater, wählen. ,, Sohn". sprach er, ,, nimm dich derer an, Die außer dir nichts retten kann vom schweren fluch der sünden. Groß ist die schuld, die strafe groß; Doch übernimm's, so sind sie los, Und sollen gnade finden." 3. ,, Ja, vater", sprach der große fobn ,,, ein sünder soll verzagen! ,, Ich steig' herab von deinem thron, Und will die sünden tragen." O liebe! liebe! deine macht Ist stärker als ein mensch gedacht, Als je ein engel dachte! Du dringst den sohn dem vater ab, Und streckest den ins finstre grab, Der erd' und himmel machte. 4. Er büßt für uns am freuzesstamm, Damit wir gnade finden. Er 4. Dein bin ich nun und gottes erbe; Ich sehe in sein vaterberz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, Kann ich unmöglich je verloren feyn. Wenn sonn und mond und erde untergebn, So bleibt mir gottes gnade ewig stehn. hin; Ich folge dir, weil ich dein jünger bin. 8. Was fürcht' ich noch des todes schrecken? Cu schliefst auch einst im grab, o seclenfreund. Mag sie doch meine asche decken, Die erde, wann des todes nacht erscheint. Der gott der dir das leben wiedergab, Wälzt einstens auch den stein von meinem grab. 9. Nimm hin den dank für deine plagen, Mein retter, den die treuste liebe bringt. Dort will ich dirs noch besser sagen, Wenn dich mein geist im engelchor befingt. Dann stimmen alle sel'gen fröhlich ein; Der ganze bimmel soll dann zeuge seyn. 6. Herr, dies dein beispiel soll mich lebren, Des lebens unschuld sey mein ebrenkleid. Ich will treu deine stimme hören, Und gerne thun, was mir dein wort gebeut Die dankbarkeit dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du? 7. Nie will ich mich am feinde rächen: Auch dies lern' ich, mein beiland, bier von dir; Nie gottes schickung widersprechen, Wär' gleich sein pfad jezt noch so dunkel mir. Auf bornen gingst bu selbst zunt ziele 5. Ja, mir zum trost und dir zur ebre, Bereicht dein ganzer kampf, dein Freuzestod; Bestätigt ist nun deine lebre; Ich baue fest darauf in jeder noth. Unschuldig littest du: doch preis und ruhm Ist auch im kampf, der unschuld eigenthum. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 59 wird geschlachtet wie ein lamm, Zum 5. Der feind nehm' alles, alles hin! opfer für die sünden. Für alle stirbt Das glück, daß ich versöhnet bin, er, auch für mich Ergießt sein theu- Ist meiner seelen höchstes guth, Und res leben sich In milden strömen blutes. Lamm gottes, ewig dank' ich dir! Doch nie genug, du thatest mir, Eb' ich noch war, schon gutes. macht mir auch im tode muih. 5. So lang' ich lebe, will ich dein, O jesu, stets gedenken; Mein herz soll dir gew ihet seyn, Ganz will ich dir es schenken, Nur dir gefallen, sey mein ruhm; Ich will mich dir zum eigenthum Auf ewig übergeben Nur du bist meine zuversicht, Und wann Mel. Herzliebster jesu, was hast zc. mein aug' im tobe bricht, Bist du 122, Wie grundlos sind die auch dann mein leben. tiefen deiner liebe! Wie treu und zärtlich, jesu, deine triebe! Kein mutterherz gleicht deinem treuen herzen, Du mann der schmerzen. 2. W..s zicht dich dann, o heiland, auf die erde? Was schadet dir's, wenn ich verdammet werde? Du bletbest doch, wenn ich gleich strafe leide, Des vaters freude! 3. Verehrt mit dank den weisen rath, ihr christen, Den einzusevn, die engel selbst gelüsten. Bewundert bier in dem erlösungswerte Ler liebe stärke! 4. Des höchsten fobn büßt für die menschenkinder: Der heiligste bezablet für die fünder; Des lebens fürst, und aller bosheit räder, etirbt für verbrecher! 6. Was ist das leiden dieser zeit, Und alles, was mich kränket, Wenn meine feel' in traurigkeit, Herr, an dein leiden denket? Dies flögt in meine bange brust, Zur zeit der trübſal sanfte tust, Läßt mich nicht unterliegen, Und stärket mich mit kraft und muth, Auch über welt und fleisch und blut Im schwersten kampf zu siegen. 7. Ist endlich ganz vollbracht, was mir Gott auferlegt zu leiden, Und rufst du, jesu, mich zu dir Und dei: nes himmels freuden: Dann reichest du von deinem thron Mir jenen großen gnadenlohn, Den mir dein tod erworben; Dann werde dir in ewigfeit Anbetung, preis und dank geweiht, Daß du für mich gestorben! 6. Wann des gesetzes fluch mir drobt; Dann tröstet mich dein mittlerstod: Ich weiß, daß du auch meine last Am kreuze, herr, getragen hast. 7. Und ist die letzte stunde da, Dann blick' ich bin nach golgatba; Der trost, daß ich begnadigt bin Macht mir das sterben zum gewinn. Mel. O jesu christ, mein's lebens c. 121. bu mein mittler und mein gott! Ich danke dir für deinen tod, Der mir des bimmels seligkeit, Und hier gewissenruh' verleibt. 2. Ach, glaubt' ich deine gottheit nicht, So schreckte mich doch das gericht: So würde deines todes pein Für mich kein geltene opfer seyn. 3. Wärst du der menschen heiligster, Und nicht auch gott, gefreuzigter! So würd' ich nicht von sünden rein, Nicht durch dein blut verföhnet seyn. 4. Ich weiß es, jesu, du bist gott; Versöhnend ist dei freuzestod: Und dieses troftes göttlichkeit Versichert mich der seligkeit. 5. Herr, lehre selbst mich deine buld erkennen, In rechtem glauben meinen herrn dich nennen! Erbarme dich, und heile meinen schaden, Du brunn der gnaden! 6. Ich bin verderbt vom fuße bis zur scheidel, Mein herz ist tropig, widerspenstig, eitel; Mein bestes thun ist mangelhaft und fündlich: Ich fehle stündlich. 7. Ich flieh', o herr, zu deinen liebesarmen, Ich such' und bitte nichts, als dein erbarmen; Verstoß den nicht, der seine sünden haffet, Und dich umfaſset. 8. Was machst du, feind, mir christi huld verdächtig? Schweig! seine fraft ist in den schwachen mäch 60 Erste Abtheilung. tig. Er selbst macht den gerecht, der deinen tod erworben; Das werde mir, an ibn gläubet, Und in ihm bleibet. zu meinem ew'gen heile, Nun auch 9. Zeuch mich, o gotteslamm, zu dei- zu theile. nem freuze, Damit dein blut die seele dring' und reize, Dich, den erwerber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. 10. Was du auch mir, da du für mich gestorben, Aus gnaden bast durch Durch deine wunden. 11. Dir, jesu, leb' ich; dir will ich auch sterben. Laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben; O bilf mir jetzt, und in den letzten stunden, 1. Das Leiden Jesu am Delberge. Mel. Christus, der uns selig 2c. Mel Gin lämmlein geht, und: c. 123. Herr des himmels, starker 121. So gebst du jeſu, wilheld! Was wird mit dir werden? Warum liegst du blaß, entstellt, Bebend auf der erden? Trost ist es, was du verlangst, Tröster unsrer seelen? Was kann mit so schwerer angit Deine ſeele quälen? lig bin, Dein leiden anzutreten, Für mich, der ich verloren bin, Zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen bast, Gehst bin, um aller fünder last Allein auf dich zu laden. Ich nur verdiente strafen, ich; Du aber nimmst sie all' auf dich, Damit sie mir nicht schaden. 2. Kann den der allen stärke giebt, Kann den auch furcht erschüttern? Selbst christi seele wird betrübt, Und seine glieder zittern. Ach, bingesunken auf die knie, Arbeitet er in schwerer 3. Fiebe strahlte dir sonst stets Aus müh', und betet, kämpst und zaget! des vaters blicken, Und in stunden Er wünscht den schweren kampf verdes gebets Mußt' sie dich erquicken. fürzt; Wer stehts und höret nicht Da nun gottes straf' dich schreckt;| bestürzt, Wie leidenvoll er klaget. Da er in gewittern Furchtbar sich vor dir versteckt, Solltest du nicht zittern? 2. Vor dir liegt,( denn dir kann ia, Herr, sich nichts verbehlen;) Eine welt voll sünden da, D, wer kann sie zählen? Niemand, als nur gott und du, Können sie ergründen. Und für alle büßest du, Als für deine sünden. 4. Hier fühl' ich der sünden gräu'l, Ganz von angst erschüttert. Auch für mich hast du, mein beil, hier im staub gezittert. Held, da sünd' und strafgericht Dich fast niederstürzen: Soll der gräu'l der sünde nicht Meinen geist bestürzen? 5. Aber du versöhntest mich; Denn auch mir zum segen Ließest du allein auf dich, Gott, die strafe legen. Du ergabst dich demuthsvoll In des vaters willen, Um das, was uns retten soll, Sterbend zu erfüllen. 6. Nun, berr, meine zuversicht, Hilf du meiner seele, Daß im letzten tampfe nicht Sündenangst sie quäle, Uch, laß deinen blut'gen schweiß, Wann ich ganz beklommen, Alsdann teine bülfe weiß, Mir zu statten fommen. 3. Gott, du bist heilig; wunderbar In allen deinen werken. Ein knecht, ein engel muß sogar Den herrn vom Himmel stärken. Er ringt, sein beilig angesicht Träuft blutschweiß, wer entsegt sich nicht? Wer litt, wie er, auf erden? Der du in reiner unschuld prangst, Wie konntest du von solcher angst, O herr, bestürmet werden? 4. Du zagst, mein heiland; ach, nur ich, Ich hätte zagen sollen; Doch selbst durch leiden bast du mich vom tobe retten wollen. Ach, hättest du nicht sein gericht Auf dich genommen, wär' ich nicht In jammer ganz versunken? Nun laßt der richter, auf dein flehn, Vor mir den kelch vorüber gebhn; Denn du bast ihn getrunken. 5. Heil mir, der sohn des höchsten bat Für mich sich richten lassen. Gott, wer kann deinen weisen rath, Wer dein erbarmen fassen? Nun jauchze, 13. Von dem Leiden, Tore und Begräbniß Jesu. wen die sünde reut, Wer jesu christi sich erfreut: Er wird vor gott besteben; Du, der du glaubst, wer schadet dir? Wer will verdammen? gott ist bier! Du wirst den tod nicht sehen. 6. Doch denk', um welchen theuren preis Dein heiland dich erkaufet. Er jesum traf und zittre. 61 rang, bedeckt mit todesschweiß, Mit blut für eich getaufet Ach, wache, daß die fünde sich Nie dein bemächtige, noch dich In deiner treu erschüttre. Lockt ibre stimme, böre nicht; Schau hin zum ölberg ins gericht, Das g. Die Gefangennehmung Jesu. Mel. Jefus meines lebens leben 2c. 4. Treuer bürg' um unsertwillen Resu christe, dessen wun- Streckst du deine hände dar; Gottes 125. uns zu erfüllen, du der den. frechen schaar; Webrst dem schwerte deines freundes; Keilst die wunde deines feindes; Nimmst die bande willig an, Da dein arm sich weigern kann. 5. Dank dir für so große güte; Zeige nun auch deine treu, Und befreie mein gemütbe Von der fünden sclaverei, Daß mein fleisch mich nie verstricke, Weltverführung nie berücke; Deß versuchers arglist nie In sein neß mich wieder zieb. 6. Und soll ich den ruhm erlangen, Daß ich deines geistes voll, In bekennerfesseln prangen, Deinetwegen leiden soll: Gieb dann mir in meinen banden Reichen trost aus deinen banden, Daß, gleich dir ich sie nicht scheu, Ich, gleich dir, gelassen sey. gebracht. Ach wie bart wirst du gebunden, Du verbrechern gleich gemacht. Deiner feinde ganze tücke Kennst du, und weichst nicht zurücke; Giebst mit edlem beldensinn Dich in ihre bande hin. 2. Mehr als zwölf der legionen, Die um deines vaters thron, eines winks zu warten, wobnen, Stebn bereit, o menschensohn. Nur ein wint, du bist befreiet Und der feinde heer zerpreuet. Doch wie viel ibr grimm verbricht; Du winfft deinen engeln nicht. 3. Du bist selber reich an stärke, Die auch hier sich nicht verlor. Aber berr, in diesem werke Geht geduld der allmacht vor. Niemand nimmt von dir dein leben, Du willst selbst für uns es geben; Du nicht schmach noch martern scheun, Aus der höll' uns zu befrein. h. Ueber die Verlassung Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. 126. Mein jefu, für dein berz Welch ein so herber schmerz, Den du weit mehr empfunden, Als striemenschläg' und wunden! Cie kleine zahl von freunden Kränkt dich, gleich deinen feinden. 2. Kaum naht sich die gefahr, So bebt der jünger schaar. Die erst sich boch vermessen, Eb' sie der treu vergessen, Den tod auch vorzuziehen, Verlassen dich und flieben. 3. Der kühn sein schwert gezückt, Dein petrus selbst, erschrickt; Er fliebt, eb' bande drohen; Schämt sich, daß er geflohen: Und eilt doch recht verwegen dem tiefern fall entgegen. Jesu von seinen Jüngern. 4. Wie ist der mensch so schwach, So viel sein muth versprach! Dort liegt er da im staube; Erloschen ist sein glaube; Sein kübner muth gedämpfet, Ach coristen! wacht und kämpfet. 5. Wo ist nun petri treu? Der iesum vormals frei, Für gottes sohn bekannte, für ibn vor eifer brannte, Der bat vor jesu ohren, Bald frech ihn abgeschworen. 6. Doch, herr, dein liebesblick Bringt ihn alsbald zurück. Er fühlte sein verbrechen, kann nun vor schmerz nicht sprechen, Und weint nur bitt're thränen, Die sich nach gnade sehnen. 7. Er sucht und findet sie. Verzagt drum, sünder, nie; Gott ist unendlich 62 Erste Abtheilung. gütig! Seyd glaubig, nicht fleinmü-| Die stets mir netel stellt, Einst, jeſu, thig, So groß sind keine sünden, von den deinen: Laß mich mit petro Sie können gnade finden. weinen, Um gnad' in demuth beten, Nie judä weg betreten. 8. Ach, trennt mich auch die welt, i. Das Leiden Jefu vor Mel. O gott, du frommer gott ac. 127. Sebt, welch ein mensch! ach seyt! Mit schand ist er bedecket, Der glanz der berrlichkeit! Schaut, menschen, und er schrecket! Des böchsten sohn habt ihr So tief berabgebracht! So viele noth hat ibm Nur eure schuld gemacht. 2. Seht, welch ein mensch! weh euch, Wenn hier noch vor den fünden Nicht euren herzen gräult! Sein zorn wird sich entzünden: Dann fordert er die Schmach, Die er für euch empfand, So ihr euch nicht bekehrt, Mit recht von curer band. 5. Seht, welch ein mensch! ach sebt! Wie ist sein leib zerriffen! Seht, was für ströme bluts Aus feinen wunden fließen. Heilsame tbeure fluth! aus diesen wunden quillt, Was unfre schäden heilt, Und das gewissen stillt. 6. Seht, welch ein mensch: ach seht! Schmerzbafte dornen krönen ein majestätisch haupt! Doch mag die welt dich höhnen, Mein jesu, mir bleibst du Ein könig auch noch hier! Boll ehrerbietigkeit Beng' ich die knie vor dir. dem weltlichen Gerichte. hand Ein eisern zepter trägt! Sorgt, frevler, daß fie euch nicht einst, gereizt, zerschlägt. 8. Sebt, welch ein mensch! schaut bin! Erblickt ihr nicht mit schrecken, Wie schmach und speichel ihm Sein antlig überdecken? Gott, wie viel bitt'rer spott Trifft deinen sobn um mich! Mein dank ergießt vor dir In beißen thränen sich. 9. 3. Sebt, welch ein mensch! die ihr In heiligkeit ibm dienet; Schaut, wie er sünden büßt Und wie er uns versübnet! Wobl euch, daß seine schmach Euch schmerzet und betrübt! Mel. Menn mein stündlein 2c. Erfreuet euch des heils, daß diese 123. Sebt, welch ein mensch! schmach euch giebt! 4. Seht, welch ein mensch! hier stebt, Verbrechen gleich gebunden, An dem sein richter selbst Ganz feine schuld gefunden! Dies zeugniß ist mir werth! Denn wär' er nicht ganz rein, Wie könnt' er da fur uns Ein gültigs opfer seyn? wie lag so schwer Auf ibm die last der fünder! Wie unaussprechlich duldet er Für euch, ihr menschenkinder! So leiden sab von anbeginn Die erde keinen je, als ihn; So wird auch keiner leiden. 7. Seht, welch ein mensch! ach feht! Er muß, vom robr zerschlagen, Noch in der eignen hand Des frevels werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese ebt, welch ein mensch! mein berz Soll seiner stets gedenken. Ob diese leiden mir Schon ew'ge freuden schenken! So laß, berr, ihrer nie Mich ohne beß'rung freun, Und laß mich ja für dich Nie sport und schande scheun. 2. Der sohn des böchsten und selbst gott, Ein belfer, ein gerechter, Ward frecher missethäter spott, Und seines volfs gelächter. Wie ein verbrecher stand er da, Verklagt, verläumdet; wer ihn sah, Der sah ihn mit verachtung. 3. Ganz unbegränzt war ihre wuth, Den heiligsten zu plagen. Bedeckt mit striemen und mit blut, Zergeisselt und zerschlagen, Mit einem dornenkranz gekrönt, In königskleidern ausgeböhnt, Stand er vor seinen feinden. 4. Den beiden, der sein richter war, Ergriff ein menschlich schrecken: Er stellt ihn seinen brüdern dar, Ihr mitleid zu erwecken. Sebt, welch ein mensch! ich kann ihn nicht Verdam 13. Von dem Leiden, Tebe und Begräbniß Jeſu. 63 men: denn die unschuld spricht Zuzur schmach gekrönet, Gegeisfelt, und mächtig für sein leben. von schmerzen schon entkräftet, Ans Freuz gebeftet. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war Die menschlichkeit des beiden; Die aufgebrachte wilde schaar Sab jesu schmach mit freuden. Sein tod befriedigt sie allein; Ste stürmten auf den richter ein, Und schrie'n: er sterb' am freuze! 3. Was ist die ursach' aller solcher plagen? Ach unsre sünden haben dich geschlagen. Zu ibrer tilgung hast du, Herr, erduldet, Was wir verschuldet. 4 Wie wunderbarlich ist doch diese strafe! Du, guter birte, leidest für die schaafe; Die schuld bezahlst du, berr, für böse knechte, Du, der gerechte. 5. O große lieb'! o liebe, kaum zu fassen; Auch mir zum heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne fünden ernstlich meiden. Willst du, herr, leiden. 6. Du denkest obne schaudern nie An dieses wort der fünder; Du sprichst: die rache strafte sie, Und straft noch ihre kinder. Doch, seele, denkst du auch dabei An deine sünden? bist du frei Bon schuld am tode jesu? 7. Sieb, welch ein mensch! er wird für dich Verschmähet und zerschlagen! Hör' ibn, er spricht: ich felber, ich muß deine fünden tragen, Die schuld ist dein! durch meinen tod Versöhn' ich, sünder, dich mit gott, Und sterb' um deinetwillen. 8. O hochgelobter gottessobn, Du tilger meiner fünden, Erhöht auf deines vaters thron, Ach, laß mich gnade finden! Laß deines todes schmach und pein Gerechtigkeit und heil mir seyn, Um deiner liebe willen. 9. Ich schwöre, welterlöser, dir, Und ewig will ich's balten: So wabr du lebest, soll in mir nie deine lieb' erkalten. Dein leiden und dein tod soll mich, So lang' ich lebe, herr, an dich Und deine lieb' erinnern. 10. Entzündet sich der lüste glutb, Lockt mich die welt zur sünde: Dann rüste mich mit kraft und muth, Dağ ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk, welch ein mensch ich war, und du, Du wolltest mich nicht lieben? Bekannte Melodie. 129. Unschuld'ger jefa, was baft du verbrochen, Daß man das todesurt beil dir gesprochen? Tu heiligster, bist ja in missethaten Niemals gerathen 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, Mit einem dornenkranz 6. Ach, großer mittler, groß zu allen zeiten, Wie kann ich g'nugsam deine treu ausbreiten? Kann ich sie ir, beherrscher aller welten, Wohl je vergelten? 7. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe; Dir folge und des fleisches lüste dampfe; So sev dann auch forthin mein ganzes leben Nur dir ergeben. 8. Gieb selbst zu diesem seligen geschäfte mir schwachen deines guten geistes fräfte, Daß er mich zu dir ziehe und regiere, Zum guten führe. 9. Dann werd' ich dankvoll deine buld betrachten, Die lust der welt, aus lieb' zu dir, verachten; Mit allem eifer suchen, deinen willen Treu zu erfüllen. 10. 3u deiner ebre will ich alles wagen, Kein droben achten, feine schmach noch plagen; Mich sollen auch des bängsten todes leiden Nicht von dir scheiden, 11. Dies alles, ob's für schlecht gleich ist zu achten, Wirst du doch, mein erbarmer, nicht verachten; Du wirst dies opfer gnädig von mir nehmen, Dich mein nicht schämen. 12. Empfang' ich dann dereinst vor deinem tbrone, Aus deiner band der überwinder krone; So soll dich, höchster, unter engel chören Mein loblied ehren. 64 Erste Abtheilung. Das leiden Jesu am Kreuz. 130. Be k. Mel. Ein lämmlein geht und: c. egleite mich nach golgatha, christ, auf dessen höhen, Die welt die höchste liebe sab, Sab, was sie nie geseben! Komm, denke jenen' worten nach, Die sterbend dein erlöser sprach. Sie können dir im leben, Und, betest du gott gläubig an, Einst, wenn dich nichts mehr trösten kann, Noch trost im tode geben. 2. Hör' ihn, bei seinem größten schmerz, Für seine feinde beten; Und sieb sein sanftmuthvolles herz, Noch sterbend sie vertreten. Vergieb ,, vergieb( ruft er gott an), ,, Sie wissen ,, nicht, was sie getban!" Muß, mensch, dich dies nicht rühren? Auf, abme ſeinem beispiel nach: Laß nie beleidigung und schmach Zur rache dich verführen! 6. Von allem, was erquickt, entblößt, Wünscht er, der herr der erde, Daß ihm, der uns so tbeu'r erlöst, Sein durst gestillet werde. O mensch! noch jetzt ruft er zu dir Aus tausend armen neben dir, Die noth und mangel drücket. Oselig, wer den ruf erfüllt! Den wer den durst der ar men stillt, Hat jesum felbst erquicket, 7. Der heiland spricht: ,, es ist vollbracht!" Nun endet sich sein leiden. Es nimmt dem tode seine macht, Dies wort des siegs und freuden. Heil uns! wer klagt uns nun noch an, Da er für uns genug gethan? Wer kann von gott uns scheiden Gieb, daß an meinem sterbetag Auch ich mit freuden sagen mag: Vollbracht ist nun mein leiden! 8. Das legte wort aus deinem mund Laß mir zum trost gedeihen; Mir noch in meiner todesstund, Herr, muth und kraft verleihen. Du rufest: ,, vater, ich befehl' In deine hände meine seel'!" Laß mich auch nicht verderben, Der du den menschen heil erwarbst: Du neigtest sanft dein baurt und starbst: Ach, laß mich auch so sterben! 3. Dein zärtlich berz, o herr, empfahl, Aus kindlich frommen triebe, Die mutter, unter schmerz und qual Dem jünger deiner liebe. Ach, wenn auch einst mein auge wint, Einst sterbend für die meinen weint, Cann soll dies wort mich trösten. Da wirst auch ihnen troft verleihn, Jbr beistand, belfer, pfleger seyn, Auch sie sind dein' erlösten. Mel. Werde munter mein gemüthe zc. 4. Wer sich bekehrt, fürcht kein 131. Der er am freuz ist meine liebe! Meine lieb' ist gericht: reuige verbrecher! Hört, was der mund der liebe spricht Zu dem gebeugten schächer: ,, Du wirst ,, noch heut' mit mir dich freun, mit ,, mir im paradiese seyn!" So rust er ihm entgegen. O berr, dies gnadenreiche wort Echenk mir auch an des todes pfort' Erquickung, muth und segen. " 1 5. Als jefus an dem kreuze rief: Gott, bast du mich verlassen?" Wie beugt ihn da sein schmerz so tief! Wer kann die leiden fassen, Die er für unsre sünden trug, Da er, unschuldig, als ein fluch, Verlassen da gebargen? Mein herr und goit, verlaß mich nicht; Du bist, anch mir zur zuversicht, In deinen tod gegangen. jesus chrift, Dem ich treu zu sein mich übe, Weil er mein erlöser ist. Jede fünde basset gott, Jbre liebe bringt den tod: Jesum will ich nie betrüten, meinen jesum will ich lieben. 2. Der am freuz ist meine liebe! Sünder, was befremdet's dich, Daß ich jesum christum liebe? Er, mein heiland starb für mich; Er bat mich mit gott versöhnt, Hat mit gnade mich gefrönt. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 3. Der am kreuz ist meine liebe! Aller sünd' entsag' ich gern, Daß ich ihn nur nicht betrübe, Meinen heiSünde tritt land, meinen herrn. sein blut mit hohn, Kreuzigt wieder 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. gottes sohn; Drum will ich ibn nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 4. Der am freuz ist meine liebe! Schweig, gewissen, gott vergiebt. Darum preist gott seine liebe, Weil sein sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? gott ist bier! Gott verzeibt durch christum mir. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jeſum will ich lieben. 5. Der am kreuz ist mein vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, Keine noth, kein todesgrauen, Reißt von dir mich, jesu christ. Nicht gewalt, nicht gold, nicht rubm, Engel nicht, kein fürstenthum! Dich, dich will ich ewig lieben, Nie mit fünden dich betrüben. 6. Der am freuz ist meine liebe! Kommt der tød, er ist mein freund! Dies verwesliche zerstiebe; Dann werd' ich mit gott vereint. Auf des glaubens kurzen streit Sch' ich seine berrlichkeit. Jesum will ich nie betrüben, Ewig meinen heiland lieben. In bekannter Melodie. 132. Du, der voll blut und wonn' hinauf. wunden Für uns am Mel. Wer nur den lieben gott 2c. Und lebensstunden Den größten troft erwarb: Du, der 133. Evem leiden Des sterbenist nach sein theures leben, Noch eh' ich war, auch mir Zum beil bast hingegeben: Mein jesu, dank sey dir. den erlösere mund. O wort voll trost's und beil'ger freuden! Du machst mir die erlösung fund. Das große opfer ist geschehn, Das gott auch mir zum heil ersehn. 2. Mein jesus stirbt! die felsen beben; Der sonne schein verlieret sich; In todte dringt ein neues leben; Der beil'gen gräber öffnen sich; Der vorbang reißt, die erde kracht! Der welt versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein heil, hast du vollendet, Als dir das berz im tode brach! Du bast die straf hinweggewendet, Die auf der welt voll fünder lag, Und uns aus finstrer todesnacht Zur frohen ewigkeit gebracht. 2. Entblößt von allem reize, Der menschen woblgefällt, Hingst du an deinem freuze, Ein fluch vor aller welt. Da folgte schmerz aufschmerzen, Da traf dich spott und schmach, Schwer lag auf deinem herzen Angst, die das berz dir brach. 65 schuldet bat, Und hilf mir aus erbarmen von meiner missethat. 5. Ich will auf dich stets sehen, Mit aller zuversicht. Wohin soll ich sonst geben? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich ruhe finden, Wenn du mich, berr, nicht liebst? Wo reinigung von fünden, Wenn du sie mir nicht giebst? 6. Du hast mir durch dein leiden, Vergebung, beßrungskraft, In trübsal trost und freuden, Tie ewig sind, verschafft. Ogieb an dieser gnade Auch meinem glauben theil, Und auf des lebens pfade mir muth, kraft, trost und beil. 7. Mit innig frohem triebe Bring ich dir meinen dank: Die größte defner liebe Bleibt stets mein lobgesang. Gieb nur, daß ich mich halte Zu dir mit gegentreu, Daß, wenn ich einst erkalte, Ich noch der deine ſey. 8. Belebe dann mein hoffen, Zum himmel einzugehn. Laß mich im geist ibn offen, Und dich verherrlicht sehn. Da ruf ich dann mit freuden: Nimm meinen geist, herr, auf! Und du nimmst ihn im scheiden Zu deiner 3. Wer kann dir nachempfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du, von sünden Uns zu erretten, rangst. Die laft gebäufter plagen Fiel da so schwer auf dich, Daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläß'st du mich? 4. Ach diese laft und mübe Fab ich dir auch gemacht.. O mein erlöser, siehe Vom throne deiner macht In gnaden auf mich armen, Der sich ver4. O hili mir, berr, nun auch vollbringen, Was wabre dankbarkeit begebrt; Laß nach der heiligung mich Eisie Abtheilung. 66 ringen, Dazu dein tod mir kraft gewährt. O stärke mich dazu mit macht, Bis meine beß'rung ist vollbracht. 5. Du litt'st so viel zu meinem leben. Wie, sollt' ich nicht voll eifer seyn, Mich deinem dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor schmach mich scheun? Dein dienst, mein heiland, sey mein rubm; Denn ich bin ganz dein eigenthum. 6. Soll ich, bei dir ergeb'nem berzen, Auch hier durch manche trübfal gehn, Und hat mein gott gebäufte schmerzen Zu meiner prufung ausersebn; So laß die hoffnung mich erfreun: Auch das wird einst geendigt seyn. 7. Fühl' ich zulegt des todes schmerzen, Go stärte mich in solcher last, Und mach' es lebbafe meinem berzen, Daß du den tod besieget baft. So geh' ich froh zur grabesnacht Mit siegsgesang: es ist vollbracht! lich dich verklagen, Daß ich könnte sicher seyn; Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du obne trost gehangen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 6. Du warst ganz von fluch bedecket, Und litt'st alles mit geduld; Herben tod bast du geschmecket, Um zu büßen meine schuld. Daß ich würde losges zählet, Wardst du bis zum tod gequälet: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 7. Deine tiefe demuth büßte Meines finns vermessenheit, Und dein berber tod verfüßte Mir des todes bitterfeit. Was dich quälte, wird mir armen Heil und trost, durch dein erbarmen: Tausend, tausendmal sev dir, Liebster jesu, dank dafür. 8. Nun ich danke dir von berzen Jesu, für gesammte noth, Für die marter, für die schmerzen, Für den berben bittern tod: Für dein zittern, 134. toves alle deine pein für dein zagen, Für die tausendfache In eigner Relodie. Refu, meines lebens leben! Jesu, für mich hingegeben In die tiefste seelennoth! Ach, du scheutist kein verderben, Nur, daß ich nicht durfte 135. welt, fie bier dein Tausend, dir, Liebster jesu, dank dafür. leben Am des kreuzes schweben; Dein heil sinkt in den tod. Der große berr der ehren Läßt willig sich beschweren Mit banden, schlägen, bohn und spott. 2. Dv, ach, du bast ausgestanden Lästerreden, spott und Sohn,@peichel, schläge, strick und banden, Du gerechter gottessohn, Nur, mich von den sündenketten Und vom todė zu erretten: Tausend, tausenomal sey dir Liebster jesu, dank dafür. 2. Tritt her und schau mit fleiße, Sein leib ist ganz mit schweiße Tes blutes überfüllt. Aus seinem edlen berzen, Für unerbörte schmerzen, Ein seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein heil, und dich mit plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein sünder, Wie andre menschenkinder; Von missethaten weißt du nicht. 4. Wir, wir und unsere sünden, Der sich so viele fincen, Als sandes an dem meer: Die haben dich geschlagen, Die brachten diese plagen Und diese martern auf dich her. ich ewig dankbar seyn Mel. In alien meinen thaten 2c. 3. Ach, zu beilen meine plagen, Und für meine seelenrub, Liepest du bir wunden schlagen: Wer war mehr geplagt, als du? Ja, du ließest, mir zum segen, Dich mit fluch und tod belegen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 4. Ach, wie hart warst du verböhnet, Und sogar zur bittern schmach Mit der dornenkion' gekröret! Was litt'st du für ungemach? Mir einst kronen aufzufezen, Mußten dornen dich verlegen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 5. Gerne ließest du dich schlagen, was du ausgestanden, Verdient' ich Abzuwenden meine pein; Liepest fälswegen meiner schuld. 5. Auch ich, ich sollte büßen, Die strafe leiden müssen, Entbehren gottes buld; Die geißeln und die banden, Und 13. Von dem Leiben, Tode und Begräbniß Jesu. 67 6. Du nimmst auf deinen rücken so getrost, wie du, Ten geist an meiDie lasten, die mich drücken, Bis zum nem ende In deines vaters hände ertörten schwer. Du wirst ein fluch, Befehlen zu der ew'gen ruh. dagegen Erwirbst du mir den segen; Wie berrlich und wie groß ist der! 7. Du sebest dich zum bürgen; Ja läsfest dich erwürgen Für mich und meine schuld. Für mich läßt du dich Frönen Mit dornen, die dich böhnen, Und leidest alles mit geduld. 8. Tu gehst, auch meinetwegen, Der todeenacht entgegen Mit wahrem heldenmuth; Tu stirbst, mir vom verderben Errettung zu erwerben, Und alles thust du mir zu gut 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein heil, zu allen stunden Bin ich dein eigenthum. Es tvätig zu beweisen, Soll feel und leib dich preisen. Mein ganzer wandel sey dein rubm. 10. Was könnt' in diesem leben Ich dir sonst wiedergeben? Das, jefu, will ich thun; Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 12. Wie strenge gott verbrechen An denen einst wird rächen, Die feine huld verschmähn: Wie viel die werden leiden, Die nicht die fünde meiden, Will ich aus deinem leiden ſehn. 13. Tein beispiel soll mich lehren, Des böchsten ratb zu ebren, Auch wenn er trübsal schickt. Ich will des lebens plagen Getrost und willig tragen Bis gottes bülfe mich erquickt Mel. Jejus, meine zuversicht 2c. oder: Meinen jesum laß ich nicht. 14. Nie will ich wieder schelten, Nie spott mit spott vergelten; Nie, wenn ich leide, dräun. Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden, Wie du, von herzensgrund verzeihn. 136. Seele, fomm zum golgatha, bin zu deines jesu kreuze, Und bedenke, was dich da Für ein tod zur buße reize. Hier kannst du nicht fühllos seyn; Hier muß dich die fünde reun. 2. Schaue jesum, dir zu gut. Hier am kreuze hülflos bangen. O wie strö met hier sein blut! Alle kraft ist ihm noth! Jesus duldet meinen tod. vergangen. Gott, was duldet er für 11. Ich wille vor augen setzen, mich stets daran ergößen, Ich sey auch, wo ich sey; Es soll mir seyn ein spiegel 5. Nun ich weiß, was du begehrst: Der unschuld, und ein siegel, Von dei- Dies mein berz soll ich dir geben. Dir ner großen lieb' und treu'. gehört es, du gewährst Ihm auch unschuld, beil und leben. Dein, o jesu, seys in notb, Dein im leben, dein im tod. 6. Laß mich nur vor dir bestehn; Laß mich in der trübsal stunden Deiner liebe größe sehn, Deine huld in deinen wunden; Und, wenn ich zu ihnen flieb, Ach, so tröste mich durch sie. 7. Was du bassest, laß mich, herr, Stets verabscheun und verachten; Laß mich immer eifriger Nur nach deinem reiche trachten, Führe mich durch glück und leid, Wie du willst, zur seligkeit! 8. Laß mich auch die letzte noth Frob und standhaft überwinden. Nirgends müsse mich der tod Als im stand der gnade finden. Wer sich dich zur zuflucht macht, Spricht getrost: es ist vollbracht! 3. D lamm gottes, ohne schuld, Alle strafen meiner schulden Willst du willig, blos aus huld, Um mich zu befreun, erdulden; Selbst am kreuze willst du dich, Herr, jetzt opfern, herr, für mich. 4. Solche liebe kann ich dir Nimmer, o mein heil, vergelten; Viel zu weiten. Was ich habe, berr, ist dein! wenig ist dafür Aller reichthum aller Ach, wie soll ich dankbar sein? 15. Gerührt von deinen plagen, Will ich mit ernst entsagen Dem, was dir nicht gefällt; Was deine augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Mel. D lamm gottes, unschuldig zc. Gefiel es auch der ganzen welt. 137. Steb, gott und herr, 16. Soll ich denn endlich sterben, wir fallen Anbetend So laß bein reich mich erben, Und vor dir nieder. Zu deinem himmel Erste Abtheilung. 68 schallen Die jubel deiner brüder. Du haft den sieg errungen, Für uns den tott verschlungen. Preis sey dir ewig, o jesu! 2. Du sahst von fern die bande, Die dir die bosheit drohte; Sahst vor dir qual und schande Und martern bis jum tode; Doch du, voll huld und gnade, Gingst gern die marterpfade. Preis sey vir ewig, o jesu! 3. Vor deinem antlig standen Der adamskinder schulden. Was diese nie empfanden. Von qualen, willst du dulden: Durch marter, tod und ihränen Willst du uns, herr, versöhnen. Preis sey dir ewig, o jesu! 4. Von tiefer angst erschüttert, Lagst du vor gott im staube. Wie hattest du gezittert! Doch überwand deine glaube. Dich faßte todesgraun; Doch bliebst du voll vertraun. Preis sey dir ewig, o jesu! 5. Für uns untreue kinder Wardst du mit schmerz geschlagen; Für uns, die großen fünder, Hast du den fluch getragen; Für uns den sieg errungen, Dir singen alle zungen Preis, dank und ehre, herr jesu! Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2c. 138. Um gnade für die fünderwelt Flebt jesus, blutend und entstellt Vom grimm der bösen rotten. Er fühlet zwar der feinde wuth, Die, nicht gesättiget von blut, Am kreuz ihn auch verspotten. Doch sieht er mit erhabnem blick von ihnen weg, auf den zurück, Den diese schaar in ihm entehrt; Ruft, daß es erd' und himmel hört: Vergieb, o gott! Und führe nicht Sie ins gericht; Das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh' ich diese huld. Wie mitleidsvoll ist die geduld, Tie mördern so begegnet! Jbr, die ihr euren heiland ehrt, Füblt seiner großmuth bohen werth, Die selbst die feinde segnet. Er bat, durch segnendes gebet, Auch uns ein ewig heil erfleht. Er sagt auch une, zu unsrer ruh, Erbarmen und vergebung zu. Herr jesu christ! Gelobt seyft du Für deinen tod! Gott ist durch dich noch unser gott. 3. Daß gott mit langmuth und geduld, Auch selbst bei sehr gebäufier schuld, Der fünder dennoch schonet; Daß er so liebreich ibrer denkt, Und ihnen frist zur buße schenkt, Eh', nach verdienst er lobnet: Daß ich noch fröblich sagen kann: Auch mich, mich sünder, nimmt gott an! Hast du durch deiner fürsprach' fraft, Mein treuer heiland! mir verschafft. O jeſu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Vertrittst du mich bis an den tod. 4. Wird je mein herz vom trofte leer, Weil meiner sünden furchtbar beer Aufs neue mich erschrecket; O dann versichre mich aufs neu, Du stebest mir als mittler bei, Der meine schuld bedecket. Mein geift blickt glaubensvoll auf dich, Und freuet deiner bülfe sich. Beschließ ich meine pilgrimschaft, So stärke mich mit neuer kraft. Herr jesu christ! Der lette kampf Wird mir verfüßt, Wenn du mein tros im tode bist. 5. Wobl mir, wenn ich dir äbnlich bin; Drum flöße deinen sanften finn Doch auch in meine seele: Gieb, daß, bei unverdientem schmerz, Ich dir des feindes beit und berz Und meine fach' empfeble. Besänftige mein reges blut; Und flammt des zornes wilde gluth Mein Herz zur rachbegierde an; so erinnre mich daran, Herr jesu christ! Wie du am freuz Durch dein gebet Selbst deinen mördern gnad' erflebt. 6. Mich tröste dein versöhnungstod, Es bilde mich dein geist, mein gott, Daß ich dir ähnlich werde D zeuch mich, du erböbter hild, Zu dir binauf vom dienst der welt, Zum himmel von der erde! Du bist das baupt, wir folgen dir. Zeuch dir uns nach, so laufen wir; So wollen wir uns deiner pein Und deiner fürsprach ewig freun. Herr jesu christ! Wie selig ist, Wie felig ist Der mensch, dem du ein heiland bist. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 1. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu. Mel. Ich hab' mein sach' gott zc. 139. Nun ist es alles wohl gemacht, Mein jesus ruft: es ist vollbracht! Der neigt fein haupt, o mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an hobeit keiner gleicht, Der Herr der herrlichkeit erbleicht. Was wunder, daß die erde kracht, Und dicke nach: Verhüllt der sonne glanz und pracht. 3. Das heiligthum steht aufgedeckt, Die felsen bersten, alles schreckt; Der todten gräber öffnen sich. Wie sichtbarlich Zeigt hier der gottheit finger sich. 4. Weil denn die kreatur sich regt, So werd' auch du, mein berz bewegt, Empfinde reuvoll deine schuld; Aus gottes huld Starb jesus auch für deine schuld. 5. Sein tod( o nimm es wohl in acht!) hat trost und heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum grab Sich für dich gab, Und stirb dem sündenleben ab. 6. Ja, vater, unter pein und hohn Erbleicht am kreuz dein eigner sohn; Mcl. traurigkeit, o herzeleid zc. 140. Am m kreuz erblaßt, Der marterlast, Der todesqualen müde, Findet mein erlöser erst In dem grabe friede. 2. Ein beil'ger schmerz Durchdringt mein herz; Und herr, was kann ich sagen? Nur an meine brust kann ich, Tief gerübret, schlagen. 3. Du schüßest mich, Und über dich Gehn aller trübsal wetter. Sterben wolltest du für mich, Einziger erretter. 4. Du bast's gethan. Dich bet ich an, Du fönig der erlösten; Dein will ich im tode mich Glaubensvoll getrösten. m. Begräbniß Jesu. 5. Es ist vollbracht; Riefst du mit macht. Du zeigst, daß du dein leben, Mein versöhner, göttlich frei Habest hingegeben. 69 Nun ist kein zweifel, deine Huld Tilgt meine schuld, Und trägt forthin mit mir geduld. 7. Hin auf sein kreuz will ich stets sehn Und dankvoll seine treu' erhöhn; Trost soll er mir im sterben seyn, Mich dann erfreun. So schlaf' ich sanft und selig ein. 8 Und dient' ich nun der sünde noch? Fern sey von mir ibr schnödes joch! Auf, seele, daß du dich erhebst, Nur jesu lebst, Shm zu gefallen dich bestrebst. 9. Ertödte selbst in meiner brust, Mein heiland, jede böse lust; Dein tod, der mir das leben schafft, Verleib mir fraft Im kampf mit meiner leidenschaft. 10. Gestärkt von dir, besieg' ich sie, Und scheue dabei keine müh. Ich sege, freudig auf dein wort, Den kampf hier fort, Und volle ruh' erwart ich dort. 11. Wie dank' ich dir, herr jesu christ, Daß du für mich gestorben bist! Dich preis' ich hier schon bocherfreut, Doch, nach der zeit, Noch frober in der ewigkeit. 6. Hochbeil'ge that! Des höchsten rath Will ich in demuth ehren. Der erwerber meines heils Wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief. Den fodten; sie erstanden. Leicht entschwingt der lebensfürst Sich des todes banden. 8. Das finstre tbal Will ich einmal Durchwandeln ohne grauen; Denn durch dich, erlöser, ist's Mir der pfad zum schauen. 9. Ich preise dich, Erforsche mich, Und siehe, wie ich's meine; Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, So werde mein In ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine lieb' ermessen. 70 Erste Abtheilung. In voriger Melodie. 141.3 ur grabesrub Entschliefest du, Der du für uns gestorben Und am kreuz uns schmerzenevoll Ew'ges beil erworben. 2. Du bist erblaßt, O berr, und hast Doch in dir selbst das leben. Gleich den sterblichen bielt dich Einst das grab umgeben. 3 Coch, beil sey mir, Tu konntest bier Nicht die verwesung sehen. Bald hieß dich des höchsten kraft Aus dem grabe geben. 4. Ich weiß, du wirst, Mein lebensfürst, Wie dich, auch mich erwecken; Sollte denn mein gläubigs herz Vor der gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, Bis du erscheinst, In sanftem frieden liegen. Denn durch deinen tod kann ich Tod und grab besiegen. Mel. Sey lob und ehr' dem: C. oder: Zobsinger gott, und 2c. 6. Shr, die die welt Gefesselt bält, Zagt nur vor der verwesung. Ich, ich hoff' in christo einst Steines leibs erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt, Selbst das, was stirbt, Der leib, wird auferstehen, Und zu himmelsglanz verklärt, Aus dem grabe geben. 14) Von der Auferstehung Jesu. 5. Mein herr, mein gott, bilf mir dazu! Befreie mich von sünden. Laß mich für meine seele rub' Im frieden mit gott finden! Und pflanze deinen sinn in mir, Damit ich, gott ergeben, hier, Als dein erlöster, wandle. 8. So sink ins grab, Mein leib, binab; Ich will mich drum nicht fräne ken, Sondern, jesu, mir zum trost, An dein grab gedenken. 6. Dein ist das reich, dein ist die macht, Verstorbne zu erwecken. Du 142. Bringt preis und ruhm rufst einst, und der gräber nacht Wird dem uns lockt ihm alle frommen! Er, der für uns getödtet war, Ist aus dem grab' gekommen. Gelobt seyst du, jesus christ. Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden. 2. Dein leben in der majestät Befestigt unsern glauben. Wer kann, da dich dein gott erböht, Den großen trost uns rauben: Taß du uns von der sünde macht Befreiung bast ans licht gebracht, Den himmel ums geöffnet. 3. Gott selbst, der dich dem grab' entrückt, Hat dem, was du gelebret, Der wahrbeit siegel aufgedrückt, Und dich als sohn geehret; Und deines opfers hoben werth Hat er aufs herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. auferstanden bist, So werd' auch ich, o jesu christ, Durch dich einst aufersteben. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im glauben an dich wandeln, Und jederzeit nach deinem sinn, Und stets rechtschaffen bandeln; Daß ich, wenn ich einst aufersteh', Und dich, des todes sieger, seh', Vor dir dann nicht erschrecke. 8. Da, wo du bist, da soll auch cinst Dein jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, Zu deiner freud' erheben. Laß dieses auch mein erbtbeil seyn; So werd' ich ewig deß mich freu'n, Daß du vom tod erstanden. 4. Erstandner! ich froblocke dir, Mel. Ermuntre dich, mein schwachir zc. Daß du nun ewig lebest. Du lebst 143. Das grab ist leer; des und siegst, auch Das ew'ge leben gäbest; Daß du auch mein erretter sevst. Und neue träfte mir verleibst, Mit freuden gott zu dienen. des todes banden! Nun schallete der jubelton: Der Herr ist auferstanden. Herr, den der engel so gepreist, Entreiße du doch meinen geist Den lüsten dieser erde, Daß er dir heilig werde! 2. Ich sterblicher vermag noch nicht Mit dir empor zu steigen, als bis einst diese hütte bricht. Wird dann mein baupt sich neigen; So nimm du 14. Von der Auferstehung Jesu. nach vollbrachtem lauf Auch mich in deinen bimmel auf; Nimm, herr, an meinem ende Den geist in deine hände. 3. Doch soll ich einst, o gottessohn, In deinem reich dich seben, Go muß ich auf der erde schon Vom sündentod aufsteben; Der lebt nicht, den die lust der welt Und ihre pracht gefesselt hält. Nach gott und tugend streben, Nur das beißt wirklich leben. 4. Du auferstandner menschenfreund, Erweck in mir die triebe, Turch die man sich mit dir vereint, Den glauben und die liebe! Ich will, o herr, dein eigen seyn: Laß mich mit ernst die fünde scheun; Und gieb selbst muth und kräfte Zum beiligungsgeschäfte. 5. So kann ich als ein wahrer 71 Nun kann ich meines tods mich freun. Gelobt sey gott! 7. Er führt mir nach des todes rub Auch meine lieben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich Und mit ibm eingehn in sein reich. Gelobt sey gott! In voriger Melodie. christ Jetzt leben und einst sterben: 145. Der herr bat alles wohl Und endlich da, wo du nun kommne freuden erben. Dahin, mein heiland, bilf du mir; So bring' ich ewig frob in dir, Mit deiner frommen menge Dir lob- und dankgesänge. große werk vollbracht! Nun ist die welt mit gott versöhnt, Und jesus ist von gott gekrönt. Gelobt sey gott! 2. Aus liebe sandt' gott seinen sohn, Der litt von menschen schmach und bohn, Und starb, stieg aus dem grab Mel. Erschienen ist der herrlich: c. 114. Dein beiland lebt, o hervor, Und siegreich schwang er sich empor. Gelobt sey gott! christenheit! Heil dir in zeit und ewigkeit! Das grab ist leer, der sieg ist sein; Und wir, o jesu! wir sind dein. Gelobt sei gott! 2. Wo ist dein stachel, nun, o tod? Der heiland starb, und bleibt doch gott; Nun bleibt auf seines vaters thron, Zu unserm trost, des menschen sohn. Gelobt sey gott! 3. Gelobt, gelobr sey jesus christ, Daß er vom tod erstanden ist! Lob sey dem Herrn der herrlichkeit Von ewigkeit zu ewigkeit. Gelobt sey gott! 4. Auf diesen felfen will ich baun: Er lebt! dies stärket mein vertraun. Er flebet noch zu gott für mich, Fleht göttlich, und fleht brüderlich. Gelobt jep gott! 8. Durch seiner auferstehung kraft Vollend' ich meine pilgrimschaft. Herr, bilf mir nur, daß ich dir trew, In guten thaten fleißig sey. Gelobt sey gott. 9. Dann rufe mich, wann dirs gefällt, Aus dieser sündenvollen weit, Und fübre mich an deiner hand Hin in mein bimmlisch vaterland. Gelobt sey gott! 6. Leb' ich, so forget er für mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich: Denn wo er ist, da soll ich seyn: 3. Er hat auf erden gott geehrt, Gewandelt so, wie er gelehrt. Folgt, christen, christi lebr' und rath; Thut, was er euch zum fürbild that. Gelobt sey gott! 4. Er, der fein leben für uns gab, Für uns verläßt er auch sein grab. Zerstört ist nun des todes macht, Unsterblichkeit an's licht gebracht. Gelobt sey gott! 5. Er ist im himmel noch mein freund; Ich bin als glied mit ibm vereint! Er, der versöhnend für mich litt, Fühlt seiner freunde leiden mit. Gelobt sey gott! Mel Vor deinen thron tret' 2c. 5. Bei aller leiden ungeftüm Sev 146. Dich bet' ich an, erstanddies mein ich ihm. Das haupt läßt seine glieder nicht: Dies bleibe meine zuversicht. Gelobt sey gott! ner beld, fünderwelt! Du, unsre zuflucht für und für, Frob buldigt meine seele dir. 2 Um deinen tbron, der ewig stebt, Glänzt wahrbeit, beil und majestät Ich nabe mich voll zuversicht Zu dir denn du verwirfst mich nicht. Erste Abtheilung. 72 3. Ferr, meine seele preiset dich. Erlöst bast du auf ewig mich; So wahr du selbst vom bimmel kamst, Dein leben gabst, und wieder nabmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der gott, durch den die himmel sind, Der ist mein vater, ich sein kind. 5. Nun ist dies erste leben mir Ein segensreicher weg zu dir. So lang' ich bier bin, herr, mein heil, Hab' ich an deinem frieden theil. 6. Zwar trifft noch mancher schmerz uns hier, Noch, o erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, Und ewig werden wir es seyn. 7. Ich weiß, daß mein erlöser lebt: Otrost, der meinen geist erhebt! Hierdurch gestärkt, seh' ich aufs grab Mit unerschrocknem aug' hinab. 8. Welch' neue welt voll seligkeit Erwartet mich nach dieser zeit. Da findet der verklärte christ Das heil, das unaussprechlich ist. 9. Der du für unsre seele wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst, Laß mich, mit freudigem vertraun, Im tod auf dich, vollender, schaun! 2. Fühl' alle dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien; Als spräch' er: friede sey mit dir! So freue dich, mein geist, in mir. 11. Zu welchem glück, zu welchem ruhm Erhebt uns nicht das christenthum! Mit dir gekreuzigt, gottes sohn, Sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem sinn, Was ich, mein beil, dir schuldig bin; Damit ich mich, in liebe treu, Zu deinem bilde stets erneu'. 13. Er ift's, der alles in uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die kraft; Halt im gedächtniß jesum christ, Der 147. Grinn're dich, mein geist, von dem wod erstanden ist. Mel. Vom himmel hoch, da 2c. oder: Wo gott zum haus nicht zc. erfreut, Des hohen tags der herrlichkeit. Halt im gedächtniß Mel. Erschienen ist der herrlich 2. ieſum chrift, Der von dem tod erstan- 148. Er ist erstanden, jeſus den ist. christ, trost und heiland ist! Er ist nicht mehr des todes raub; Als sieger tritt er auf den staub. Gelobt sey Gott. 2. Er hat erfüllt, was er verbieß, Eb' er für uns das leben ließ; Drei tage sollen nicht vergehn, So werdet ihr mich lebend sehn. Er bat's erfüllt! 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr Sollt leben, gläubige, mit mir! Ich komme, meine stimme ruft: Verlaßt, ihr todten, eure gruft! Und folgt mir nach! 4. Er wird's erfüllen, jesus christ, Der selbst vom tod erstanden ist: Durch ihn ist unvergänglich beil Und neues leben unser theil, In ewigkeit. an. 3. Schau über dich, und bet' ihn Er mißt den sternen ihre babn. Er lebt und berrscht mit gott vereint, Und ist dein könig und dein freund. 4. Kraft, ruhm und bobeit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Sein name sey gebenedeit Von nun an bis in ewigkeit. 6. Vor seinem tbron, in seinem reich, Unsterblich, beilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig seyn, Herr, welche berrlichkeit ist mein! 7. Mein herz erfreut sich des schon hier; Lieb und verwund'rung kämpft in mir, Und voll von ehrfurcht, dank und pflicht, Fall' ich, gott, auf mein angesicht. 8. Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein vertraun, Verkläret dich dort anzuschaun. 5. O glaube, der das Herz erfreut, Was ist der erde herrlichkeit, Wenn sich mein geist das glück gedenkt, Das jesus bier und dort mir schenkt. 9. Ich soll, wann du, des lebens fürst, Mit majestät einst kommen wirst, Erweckt aus meinem grabe gehn, Und frob zu deiner rechten stehn. 10. Erhabner mittler, gottes sobn, Mit engeln dort vor deinem tbron, Mit allen frommen aller zeit, Soll ich mich freun in ewigkeit. 14. Von der Auferstehung Jeſu. Rel. Jesus, meine zuversicht 2c. 149. tag hat die nacht der böchste tugend. Preue dich, des berren furcht vertrieben. Christus der im grabe lag, Ist im tode nicht geblieben. wie hoch sind wir getröst't! Jesus bat die welt erlöst. 2. Er ist gottes ew'ger sohn. Ewig sey er auch gepriesen! Seiner feinde schaar zum bohn Hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte durch die that, Was er prophezeiet hat. 3. Unsre schulden sind zwar groß; Doch wir dürfen nicht verz gen, Gott läßt unsern bürgen los, Der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit preis gefrönt, Und wir sind mit gott versöhnt. 4. Sterben war der fünden sold: Nun ist christus unser leben, Der für unsre schuld nicht gold, Nein, sich selber bingegeben. Er hat aus des grabes nacht Neues leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist gott, der hülfe schafft; Hier ist leſus, der kann retten, wenn gleich und in verwandelt sein. 6. Herr, dies glaub' ich, dir zum rubm, Und mein trost ist nicht vergebens, Denn ich bin dein eigenthum, Du, der schöpfer meines lebens. Hocherfreuet sing' ich dir Jetzt und ewig dank dafür. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 150. reiwillig bast du darge. uns, o berr, dein leben. Du battest, es zu lassen, macht: Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein gott, Weil du, geborsam bis zum tod, Dich bast für uns erniedrigt. 73 zwar der welt ein gräul; Doch sterben für der feinde heil, Dies ist die 2. Du warst nur eine kleine zeit Von deinem gott verlassen: Er frönte dich mit herrlichkeit, Die sterbliche nicht fassen. Dein freuz, daran man dich erhöht, Verwandelt sich in majestät, Denn du gingst aus dem grabe. 3. Gebaßt in deiner niedrigkeit, Warst du ein ziel des spottes, Und zeigtest doch zu gleicher zeit An dir die hoheit gottes. Dein kreuz schien 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Dein ruhm nicht menschenebre. An demuth groß, an lieb' ein held, Und göttlich in der lebre; Geduldig und von sünden rein, Gehorsam bis zum kreuze seyn; Dies war, berr, deine größe. 5. Nun irren mich nicht schmach und spott, Noch deines kreuzes schanden. Du bist mein herr, du bist mein gott; Denn du bist auferstanden. Du bist mein beil, mein fels, mein hort, Der herr, durch dessen mächtig wort uch ich einst ewig lebe. 6. Wir sind nun göttlichen geschlechts, Durch dich des himmels erben. Dies ist die hoffnung deines knechts; In dieser will ich sterben Wie du vom tod erstanden bist. So werd' auch ich, herr jesu christ, Durch dich einst auferstehen. Mel. Nun danket all', und zc. 151. Froblockt, ihr chriften, preist und eures mittlers gott! Der vater bat den sohn erhört, Erbört in seiner noth. 2. Die mörder triumphirten schon: Wo ist des sohnes macht? Der Herr errettet seinen sohn, Sein rathschluß ist vollbracht. 3. Der sohn befahl in seine hand Dem vater seinen geist; Er ward begraben, er erstand; Gott hält, was er verbeißt. 4. Dies rühme, wer errettet ist, Und werd' ihm unterthan; Welt, die du nun sein erbtheil bist, Lobsing' und bet' ihn an. 5. Preist jesu vater, denn er hat Nicht seines sobns gebet, Nicht, was er für die fünder that, Sein opfer nicht verschmäht. 6. Das ist des mittlers preis und lohn: Der, welchem er verzeiht, Soll ewig leben, wie der sohn, In seiner herrlichkeit! 7. Sagt aller welten völkern an: Bekehret euch zum berrn! Ihm werde jeder unterthan, Und jeder dien' ihm gern. 74 8. Des vater reich ist auch das reich Des sobnes: er regiert, An ruhm und macht dem vater gleich, Dem aller rubm gebührt. Erste Abtheilung. 9. Es febl' ibm an bekennern nie, Solange diese welt Noch menschen bat, so lange sie Der arm des herrn erhält. Mel. Auf christenmensch! auf! 1C. 152. Hversicht. Du lebſt: auch zuversicht. err, du bist meine zu- den ich werd' leben Mir wirst du, was dein wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein jünger kommt nicht ins gericht: Dies stärke meine zuversicht. 2. Hier geb' ich oftmals weinend bin, Den saamen auszustreuen: Dort wird der berrlichste gewinn Der ernte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag' ich nicht, Denn du bist meine zuversicht. 3. Und sinkt dereinst mein leib in staub, Gott wird ihn neu beleben. Er werde der verwesung raub, Dort werd' ich ewig leben. Wie start ist dieser trostgrund nicht, Wie sicher meine zuversicht. 4. Herr, diesen segen dank ich dir. Mich aus der gruft zu beben, Gingst du aus deinem grab berfür: Du lebit, und ich soll leben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht; Dein wort ist meine zuversicht. 5. In diesem glauben stärke mich, Laß mich den trost empfinden, Den großen trost, daß ich durch dich Den tod soll überwinden. Grab und verwesung schreckt mich nicht: Denn du bleibst meine zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ibn und gottes ebre. Gnade hat er zugesaat, Daß der fünder sich befehre. Den, der folgt, verstößt er nicht: Dies ist meine zuversicht. 4. Jesus lebt, sein heil ist mein; Sein sey auch mein ganzes leben. Reines berzens will ich seyn, Und den lüßten widerstreben. Er verläßt schwachen nicht: Dies ist meine 2. Jesus lebt, ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben, und ich werd' mit ihm zugleich Ewiy dort in freuden leben. erfüllt, was er verspricht: Dies ist meine zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß; Nichts soll mich von jesu scheiden, keine macht der finsterniß, Keine berrlichfeit, kein leiden. Er giebt kraft zu dieser pflicht: Dies ist meine zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der tod Mir der eingang in das leben. Welchen trost in todesnoth Wird es meiner seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, berr! meine zuversicht. Mel. Heut triumphiret gottes: c. 154. Lebt christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie berzlich er mich liebt; Und stirbt auch alle welt mir ab, G'nug, daß ich ihn zum freunde bab! Lob fei dem Herrn! 2. Er nührt, er schüßt, er tröstet mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jegt lebt, komm' ich auch hin; Weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sey dem herrn! 3. Durch ibn bin ich mit gott verföhnt; Durch ihn mit gnad' und beil gekrönt. Mein banges berz ermuntre fich! Gott und die Engel lieben mich. Lob sey dem berrn! 4. Durch seiner auferstehung kraft Vollend' ich meine pilgerschaft; Freu ſeiner mich in seinem reich, Und bin dort 153. Gefus lebt, mit ihm auch seinen engeln gleich. Lob sey dem berrn! Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. ich. Tod wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den todten auf erwecken; Er verklärt mich in sein licht: Dies ist meine zuversicht. 5. Für solchen troft der seligkeit Dankt dir, herr, deine christenbeit. Wenn wir dereinst dein antlig sehn, soll dich ein würd'ger lied erhöhn. Lob sey dem Herrn! Mel. Machet auf! ruft uns die ic. 155. obt ben böchften! fefus lebet! Erlöste menschen o erhebet Des welterlösers majestät! 15. Von der Himmelfahrt Jesu 2c. Hörte, betrübte fünder, gebet Der freude raum; denn jesus lebet; Gott hat ihn aus dem staub erböbt. feele, dein gesang Erschalle ihn zum dank! Jbm zur ebre! Tich, großer held, Erhebt die welt, Weil deine band den sieg behält. 2. Jesu jünger, webrt dem leide, Lobsinget ihm, und nehmt voll freude Am siege theil, den er erstritt. Seyd ihr gleich des grabes finder; Er ist des todes überwinder. Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig seyn? Getrost könnt ihr euch freun! Jesus lebt In ewigkeit, Zu aller zeit Bleibt er zur hülfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, ver brecher! Gott ist euch nun fein strenger rächer, Wenn ihr die schuld mit ernst berent. Durch des todes überwinder Ist er dem reuerfüllten sünder Ein vater der barmherzigkeit. Er nimt ihn liebreich auf, mit kraft zum tugend: lauf Ihn zu segnen. Preis sey der huld, Die unsre schuld Bertilgt und trägt mit uns geduld! 4. Tod, wo sind nun deine schrecken? Nicht ewig wird das grab uns decken; Verwest der leib gleich in der gruft, Einst wird er zum bessern leben Sich aus des todes staub erbeben, Wenn jeſus den entschlafnen ruft. Dann wird des todes feld Zu einer regen welt. Alles lebet, So wie verneut Zur Frühlingszeit, Sich alles regt und alles freut. 75 5. D erstandner, welch ein segen Erwartet uns, wenn wir auf wegen Einbergehn, die dein fuß betrat! Unerforschte seeligkeiten, Die ewig währen, sind die beuten, Die uns dein sieg erkämpfet bat. Einst sind sie unser theil; Einst frönet uns das beil Deines lebens. Gelobt sei gott! Auch noch im tod Ist er und bleibet unser gott. 2. Zu unſerm vater fährst du auf, nimmst wohnung gottes Laß nach vollbrachtem pilgerlauf Auch uns dort ewig bei dir sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 156. ein jesus lebt, mag ich doch sterben! Hier ist mein baupt und triumpbirt: Nun muß auch ich das leben erben, Weil seine macht der tod verliert. Ich fürchte seinen fluch nicht mehr: Mein jeſus lebt, fein grab ist leer! 2. Mein jesus lebt; er bat bezwungen, Was mir das leben rauben fann; Er hat mir heil und sieg errungen, Und ihm ist alles unterthan. Der hölle tiefster abgrund bebt; Denn sie vernimmts, daß jesus lebt! 3. Mein jesus lebt, das grab ist offen: Mit freuden geh' ich in die gruft, Auf seine stimme will ich hoffen, die mich vom tod ins leben ruft. Wie lieblich schallt sie nicht schon bier: Ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 4. Mein jesus bleibe denn mein leben, Der tod soll mir nicht schmerzlich seyn. Ich will ihm dienen, ihm er geben, mich seiner auferstehung freun, Weil er auch mich zum himmel hebt, So wabr er jesus ist und lebt! 15) Von der Himmelfahrt zur Rechten Mel. Komm, o gott, schöpfer 2c. 157. Anbetung, Lob und preis sey dir, Sobn gottes, auch von uns geweibt! Du fäbrest auf, dess' jauchzen wir, Zu deines vaters herrlichkeit. Jesu und seinem Sitze Gottes. 3. C segne heut' in uns das wort, Das uns von deinem throne lehrt: Es sey zur ew'gen freude dort, Zum trost bier stets dem berzen werth. Mel. Nuein gott in der höh zc. 158. Auf christi bimmelfahrt allein Soll sich glaube gründen; Und sorge, zweifel, furcht und pein Dadurch stets über Erste Abtheilung. 76 winden. Mein haupt, das nun im himmel ist, Wird mich, sein glied, nach kurzer frist, zu sich gen himmel holen. 2. Gen himmel fubr mein heiland zu: Zu gott ist er gegangen. Nun kann mein herz auch seine rub' Im himmel nur erlangen; Denn wo mein freund gekommen bin, Da ist auch stets mein herz und sinn: Nach ihm geht mein verlangen. 3. Ach, herr, laß deine auffahrt mich, Dein kind, doch dabin bringen, Daß durch die kraft des glaubens ich Mag aufwärts zu dir dringen; Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt. Serr höre doch mein fleben. 9. Du hast die stätte uns bereit't, Bei dir zu seyn in ewigkeit. Nach treu vollbrachtem glaubenslauf Nimmst du uns in den bimmel auf. 10. Ozeug uns immer mehr zu dir; Hilf uns mit eifrigster begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter heiland bist. 11. Dein eingang in die herrlichkeit Stärk' uns in unsrer prüfungszeit. Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein antlig schaun. 12. Dann werden wir uns ewig dein, Herr cbrist, du menschenfreund, erfreun. Dann singen wir von deinem ruhm Ein neues lied im heiligthum. Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. roßer mittler, der zur Mel. Vom himmel hoch da komm: c. 160. 159. Auf! jesu freunde, freuet 160. Gro euch! Der herr fährt auf zu seinem reich, Er triumphirt, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hober stimm'! 2. Sein werk auf erden ist vollbracht; Zerstört hat er des todes macht; Er hat die welt mit gott versöbnt, Und gott hat ihn mit preis gefrönt. 3. Weit, über alle himmel weit, Geht seine macht und herrlichkeit; Ihm dienen selbst die seraphim. Lobsinget ihm mit hoher stimm'! 4. Sein sind die völker aller welt; Er berrscht als sieggewohnter held; Er herrscht bis unter seinen fuß, Der feinde heer sich beugen muß. 5. Er schüßet feine christenbeit, Erbält sie bis in ewigkeit; Er ist ihr baupt: lobsinget ihm, Lobsinger ihm mit hoher stimm'! 6. Ja, heiland, wir erbeben dich, Und unsre herzen freuen sich Der herrlichkeit und majestät, Dazu dich gott, dein gott, erböht. 7. Wohl nun auch uns! denn herr, bet dir Steht fraft und macht und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an, Was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner hand ist unser beil. Wer an dich glaubt, dem giebst du theil Am segen, den du uns erwarbst, Als du für uns am kreuze starbst. vaters, sigt, Und die schaar von seinen knechten Ueberall beglückt und schüßt; Dir fioblocken, dir zur ehre, Aller deiner engel chöre, Und in ihren lobgesang Jauchzet aller frommen dank. 2. Denn du kamst uns zu erlösen; Und das opfer ist vollbracht, Das von aller schuld des bösen Uns befreit und selig macht. Allen giebst du beil und leben, Die sich gläubig dir ergeben, Herr, du starbst und überwandst Tod und grab; denn du erstandst. 3. Alles sollen wir empfangen, Was uns noth ist; denn du bist In den himmel eingegangen, Der nun unsre heimath ist. Da regierst du, da vollendest Du dein großes werk und sendest Deinen geist auf die herab, Die zum erbe gott dir gab. 4. Herrlich wirket deine lebre, Denn du giebst ihr licht und kraft, Sünder macht sie, gott zur ehre, Gläubig und gewissenhaft. Alle lehret sie, den sünden Widerstehn und überwinden. Straucheln sie in ihrem lauf: Hilfst du ihnen mächtig auf. 5. Du vertrittst bei gott die deinen; Du versäumst sie heiland, nie. Alle thränen, die sie weinen, Zählst du und belobnest sie. Alle, welche standhaft gläuben Und mit dir vereinigt bleiben, Führst du aus der welt hinaus, Hin in deines vaters hin. 15. Von der Himmelfahrt Jesu zc. 6. Du entzeuchst dich auch den armen, Die noch nicht bekehrt sind, nicht, Weil dein Herz dir aus erbarmen Ueber ihrem elend bricht; Bittest gott, sie zu verschonen, Nach verdienst noch nicht zu lohnen, Zeit zur buße zu verleihn, Der sich selbst die engel freun. 7. So vertrittst du, so regierest Du dein erbe, bis du einst Ganz dein großes werk vollfübrest, Wenn du zum gericht erscheinst. Dann ist ernte! heil den christen, Welche kämpfen mit den lüsten, Weil sie deinem thron sich nahn, Deine krone zu empfahn. 8. Großer mittler, sey erhoben! Weil wir leben, wollen wir Deiner herrschaft würde loben, Opfern dank und ehre dir. Können wir einst nicht mehr beten, Wollest du uns noch vertreten, Bis der ganz verklärte geist Dich mit allen himmeln preist. 77 5. Dort bereite mir die stätte In des vaters hause zu. Rufst du frühe oder späte Mich zu meines grabes rub; Leucht auch mir in dieser nacht Durch die stärke deiner macht, Die des todes macht bezwungen, Und für uns den sieg crrungen. Mel. Freu dich sehr, o meine seele 2c. 161. H err, du fährst mit glanz und freuden Aufzudeiner herrlichkeit; Doch mich drücken noch die leiden Dieser armen lebenszeit. Jesu, gieb mir muth und kraft, Daß ich meine pilgrimschaft So mit dir zurückelege, Daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen geist zurücke, Aber zeuch mein herz nach dir; Wenn ich nach dem himmel blicke, O so öffne du ihn mir. Neig' zu meinem flehn dein ohr, Trag es deinem vater vor, Daß er mir die schuld vergebe, Daß ich mich bekehr' und lebe. 6. Kommst du endlich glorreich wie: der An dem ende dieser zeit: O ſo sammle meine glieder, Wenn verwesung sie zerstreut: Heil'ge und verklär sie ganz, Daß der leib im himmelsglanz, Frei von diesem staub und erde, Aehnlich deinem leite werde. Mel. Von gott will ich nicht zc. den 162. Mein jeſus triumphiret mel ein. Er bat sein werk vollführet, Vom fluch uns zu befrein. Die hohen serapbim Empfangen ihn mit freuden Nach überstandnem leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns, die auf ihn boffen! Nun jesus triumphirt, Steht uns der weg auch offen, Der zu dem himmel führt. Er selbst, er macht uns bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, Ihm folgt, und treu ihm bleibet, Der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht bier auf erden, Ist unser bestes theil. Um felig einst zu werden, Erwarb der herr uns heil. Erlöste, macht euch auf, Wo jesus hingegangen, Dahin blickt mit verlangen, Dabin geb euer lauf. 3. Lebre mich die welt verachten, Und was in ihr eitles ist; Lebr mich nach dem himmel trachten, Wo du, mein erlöser, bist. Wollust, ehrgeiz und gewinn Soll mich nicht zur erde ziehn, Da ich jenseit überm grabe Eine größre hoffnung habe. 4. Herr, hilf uns eifrig ringen Nach jener herrlichkeit. Laß unsern fleiß gelingen, Und stärk' uns in dem streit. Laß uns in dieser welt Im glauben an dich wandeln, So denken und so handeln, Wie dir es wohlgefällt. 5. Was sind der erde freuden? Wie bald sind sie dahin! O bilf uns alles meiden, Was hier noch unsern sinn 4. Laß nichts diese hoffnung rau- Bereitelt und uns stört, Auf deinen ben; Du erwarbst sie theuer mir. Jeho feb' ich sie im glauben, Dort find' ich He selbst bei dir: Dort beløbnst du das vertraun Deiner gläubigen durch schaun; Und verwandelst ihre leiden In unendlich große freuden. ruf zu achten, Und nur nach dem zu trachten, Was ewig heil gewährt. 6. Sey du selbst unser leiter In unsrer prüfungszeit, Und bring' uns immer weiter zu deiner berrlichkeit; Bis diese zeit vorbei, Bis wir dich, 78 Erste Abtheilung. beiland, sehen, und freudig vor dir auch gelangen. Dafür Soll dir Von stehen, Von allem fummer frei. uns allen Dank erschallen. Ohn aufhören Wollen wir dich, beiland, ehren. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Mel. Eiswienen ist der herrlich zc. 163. Wie berrlich, jeſu, starfer held, Lu retter einer fündenwelt, Hat sich dein freuz 164. Wir freuen uns, berr geendet! Nach überstandnem leidenslauf Fährst du verklärt zum vater auf, Der dich zu uns gesenoet. Ewig Trifft dich Nun kein leiden; Voller freuden Lebst du droben, Ueber alles hoch erhoben. jesu christ, Daß du erhöht gen bimmel bist. O du, den unser loblied preist, Stärk auch im glauben unsern geist, Der auf dich hofft. 2 Du sigest auf der himmel thron, Als unser freund, als menschensohn. Du schämst auch da dich unser nicht; Drum bist du unsre zuversicht In ewigkeit. 2. Tir dienen alle seraphim, Und wir vereinen herz und stimm' Mit ihnen, dich zu loben; Weil du dein großes werk vollbracht, Nach überstanoner leidensnacht Gen himmel dich erhoben. Preis dir! Daß wir Auf der erden können werden Gottes finder Und des todes überwinder. 3. Du, du bist unser haupt und wir Sind deine glieder, nur v.n dir Kommt auf uns heil und leben. Was unsern seelen nußen schafft, Licht friede, freude, tugendkraft Wird uns von dir gegeben. Laß doch Lein joch Gern uns tragen, Und entsagen Allen sünden, Daß wir hier schon ruhe finden. 4. Zeuch unsre herzen ganz zu dir; Hilf, daß vor allen dingen wir Nach deinem reiche trachten. Mach uns von allen sünden rein, Und flöß uns muth und etfer ein, Das eitle zu verachten. Jede Unart Hilf uns meiden, Und mit freuden Unser leben Deinem dienste ganz ergeben. 5. Sey unser schutz und unser hort, Und tröst uns durch dein heilsam wort, Wenn hier uns trübsal dränget. Nur da ist wonne, wo du bist; Die freude, die man hier genießt, Ist noch mit leid vermenget. Von dir stommt hter Troft im herzen; Laß in schmerzen Uns schon offen Leinen himmel sehn, und hoffen. 6. Du bist, uns sterblichen zu gut, Nach theuer hier vergojnem blut, 3ur freude eingegangen. Zeuch, jeju zeuch auch uns dir nach, Daß wir, nach kurzem ungemach, 3ur freude 3. Dein ist die macht, dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, jede treasur Ist dein, beherischer der natur! Gelobt seyst du? 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine hasser wider dich; Dein tbron steht fest und wanket nicht, Wenn gleich der frevler widerspricht. Gelobt seyst du! 5. Du, unser triumpbirend haupt, Wie selig ist wer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein trost, sein theil, Siin starter schuß, sein ew'ges heil. Gelobi seyst du! 6. Herr, unsre herzen trau'n auf dich; Dein freuet unsre seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst Und gern uns deinen segen schenkst, Bist unser trost. 7. Was uns beglückt, ist dir befannt, Und alles ist in deiner hand! Von keinem deiner freunde fein, Bemertst du ihn und bilsst ihm gern. Erbarmender! 8. Blick auch uns an mit freundlichkeit Bom throne deiner herrlich eit! bilf unserm schwachen glauben auf, Und kröne unsern lebenslauf Mit deinem heil. 9. Gen himmel fährst du auf als held: Als verr und richter aller welt Wird dich dereinst der ertkreis sebn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, Und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der glaub' an bich; Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, berr jefu cbrist! Dir, der du unser beiland bist, Sep ewig preis! 16) Vom Heiligen Geist. Mel. Werde munter, mein gemüthe. er du uns als vater 165. Der liebest, Treuer gott, und deinen geist Denen, die dich bitten, giebest; Ja, uns um ihn bitten heißst. Demutvsvoll fleb' ich vor dir: Vater! send ihn auch zu mir, Daß er meinen geist erneue Und ihn dir zum tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinen wissen Leben, kraft und fruchtbarkeit; Und mein herz bleibt dir entrissen, Und dem dienst der welt geweiht, Wenn er nicht durch seine kraft Die gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner ebre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit ächter treu' Meinen gott und berrn dich nennen, Stehet mir bein geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als mitiler ehre Und auf deine stimme höre. 4. Ew'ge quelle beil'ger güter, Hochgelobter gottesgeist, Der du menschliche gemütber Besserst und mit trost erfreust! Nach dir, herr, verlangt auch mich; Ich ergebe mich an dich, Mache mich, zu gottes preise, Heilig und zum himmel weise. 6. Geist des friedens und der liebe! Bilde mich nach deinem sinn, Daß ich lieb' und sanf muth übe, Und mir's rechne zum gewinn, Wenn ich je ein friedensband Knüpfen kann, wenn meine band, Zur erleicht'rung der beschwerden, kann dem nächsten nüßlich werden. 79 7. Lehre mich, mich selber kennen, Die verborgnen fehler sehn, Sie voll demuth gott bekennen, und ihn um vergebung flehn. Mache täglich ernst und treu, Sie zu bessern, in mir neu; Zu dem beiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue fräfte. 8. Wenn der anblick meiner sünden Mein gewissen niederschlägt; Wenn sich in mir zweifel finden, Die mit angst mein Herze begt; Wenn mein aug' in nöthen weint, Und gott nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner seelen Nicht an trost und stärtung fehlen. 9. Was sich gutes in mir findet, Ist dein gnadenwerk in mir; Selbit den trieb hast du entzündet, Daß mich berr, verlangt nach dir. O so sebze durch dein wort Deine gnadenwirkung fort. Bis sie durch ein selig ende Herrlich sich an mir vollende. vollendet. 2. Erfüllt von seiner wunderkraft, Gehn sie, die welt zu lehren. Der 5. Fülle mich mit heil'gen trieben, geist, der neue berzen schafft, Hilft Daß ich gott, mein höchstes guth, ihnen sie bekehren. Die völker hören, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit hocherfreut, Die botschaft ihrer seliggetrostem muth Seiner vaterbuld mich keit, Vernunft und wabrheit stegen. freu, Und mit wahrer findestreu Stets Die blindheit und das laster fliebt; vor seinen augen wandle, Und recht- Wo man den finger gottes sieht, Muß schaffen denk' und handle. Mel. An wasserflüssen babylon: c. 166. Dir vater, der du deinen sohn Zum heil uns hast gegeben, Dir dant ich hier mit freuden schon, Noch mehr im höhern leben. Ich danke dir, daß du den geist, Der uns der finsterniß entreißt, Zur erde hast gesendet. Er boten stärke gab, Daß sie dein werk tam auf jesu wort berab, Der seinen beides unterliegen. 3 Umsonst, daß wilder eifer tobt, Verfolgung zu erregen. Dein name, jesu, wird gelobt; Dein wort ist fraft und segen. Die jünger schreckt nicht pein noch müh, Dein geist, o vater, stärkte sie In martern und im tode; Sie bleiben ihrem berrn getreu, Bekennen seinen namen frei, Und preiſen ibn im tode. 4. Noch jetzt bist du der geist der kraft; Noch jeßt der menschen lehrer. Du machst sie weis' und tugendhaft, Des sündenreichs zerstörer. In sün Erste Abtheilung. 80 dern wirkst du reu und leid, In frommen seelen trost und freud', Und muth im kampf der sünden; In bangen stunden schenkest du, so wie im tode, seelenrub, Und lehrst ibn überwinden. 5. Des vaters und des sobnes geist, Du quell des lichts, der liebe, Den jesus betenden verheißt, Ach heil'ge meine triebe: Gieb über meine sünden schmerz, Und muth zum glauben in mein herz, Hilf mir mit andacht beten; In bangen stunden tröste mich und deine hülfe zeige sich Mir einst in todesnöthen. Mel. Komm, gott schöpfer 2c. 167. Du führer, der mit treuer hand Den weg uns zu dem himmel weist; Du unsers erbes unterpfand! Gepriesen seyst du, heil'ger geist! 2. Auch dich preist deine christenheit, Du geist des vaters und des sohns! Du bist, wie sie, von ewigkeit; Mit ihnen herrscher eines throns. 3. Der gottheit willen that'st du kund. Durch dich weissagte der pro phet. Du legtest ibm in seinen mund Das wort des heils, das nie vergeht. 4. Nichts schließt vor deinem blick sich zu Den abgrund der unendlich. keit, Der gottbeit rath erkennest du Mit göttlicher allwissenheit. 5. Du hast dem erdkreis offenbart, Was keine weisheit je erkannt; Als dich, nach seiner himmelfahrt, Der herr den seinen zugesandt. 6. Welch eine pracht verklärte dich. Ein schnelles brausen füllt das baus. Da gießest du dich sichtbarlich Auf sie in feuerflammen aus. 7. Nun scheuten sie nicht schmach nicht müh; Denn du hast alle furcht entfernt. Die thaten gottes priesen sie In sprachen, die sie nie erlernt. voll! Stärk, herr, in drangfal unsern muth! Tröst uns in angst und leit uns wob!! 10. Des vaters liebe, christi gnad', Und die gemeinschaft deiner kraft Verleib uns tugend, trost und rath Auf unsrer ganzen pilgerschaft. Mel. Jesu, deine tiefen wunden 20. 168. Du, der frommen beßte freude, Und ihr in traurigkeit, Der ihr berz in allem leide, Und im tode selbst erfreut: Geist des höchsten, komm zu mir, Und indem ich gläubig dir Lob und ruhm zum opfer bringe, O so höre, was ich singe: 2. Edelster von allen segen, Die uns gott in christo gab! Du träufst als ein milder regen Aus des himmels schoos berab. Du machst harte herzen weich, Wüsten auch an früchten reich; Und dein sanfter trost erquicket, Was der Drangsal bize drücket. 3. Du kannst alle berzen prüfen, Du durchschaust sie ganz und gar; Selbst der gottheir innre tiefen Sind vor dir, herr, offenbar. Nun, so kennst du auch gewiß Meiner seele finsterniß. Drum gieb weisbeit und vor allen, Daß ich möge gott gefallen. 4. Du bist selber rein, und siebest Auch an reinen deine lust. Böses hasfest du und fliehest Aller fünden gräul und wust. Heilige du selbst mich dir! Schaff ein reines berz in mir, Daß ich, was tu liebest liebe ,. Nie mit vorsatz dich betrübe. 5. Du, herr, machst mein herz zufrieden, wenn mir menschentrost gebricht. Bleib ich von dir ungeschieden, O so fehlts an trost mir nicht. Bleib ich nur dein eigentbum. So werd' ich zu deinem rubm, Um die tugend mich bemühen, Und die sünde standhaft flieben. 6. Nur ditt' ich, daß du mich stärkest; Stebe mir im kampfe bei. Hilf, mein belter, wenn du merkest, Daß mir bülfe nötbig sey. Den verkehrten eitlen sinn imm aus meiner seele bin, Daß ich mich nun ganz verneue Und 8. Wir haben, geist der gnad' und stärk, An deinen gaben gleichfalls theil. Unsichtbar schaffest du dein werk In uns, zu unsrer seelen heil. 9. Seß uns auch in die reinste gluth! Mach uns der liebe gottes mein got: sich meiner freue. 81 7. Sei mein beistand, wenn ich Mel. Liebster jesu, wir sind hier: c. ſterbe! Zeige dem gebrochnen blick, 170. Gott! du baft in deinem Mir zum trost, mein erbe, Ewig unverwelklich glück! Stärke du das matte herz, Taß ich, unter allem schmerz, Noch im letzten todesschweiße, Gott in jsu vater heiße. sohn Mich von ewigkeit erwäblet; Sende nun von deinem thron, Was zu meinem beil noch feblet; Und gieb mir des geistes gaben: Durch sie werd' ich alles baben. 16. Bom heiligen Geist. 2. Mich umfangen noth und tod Mel. Zion klagt mit angst und: c. Auf dem finstern sündenpfade; Heil169. du gnace; mich eist vom vater und vom ger geist, mein herr und gott! Nette los von dem verderben, Laß mich nicht in sünden sierben! 3. Treibe weg die finstre nacht Falscher zweifelnder gedanken: Wenn die welt mich irre macht, Halte die vernunft in schranken. Würd' ich mich von dir entfernen, O, wo will ich weisheit lernen? tröster bist, Und von unsers goites throne Hülfreich auf uns schwache siebst, Stebe du mir kräftig bei, Daß ich gott ergeben sey: O so wird mein herz auf erden Schon ein tempel got tes werden. 2. Laß aufjedem meiner wege Deine weisheit mit mir seyn; Wenn ich bange zweifel hege, Deine wahrheit mich erfreun. Lente kräftig meinen sinn Auf mein wahres weblseyn bin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: Werd' ich nie mein heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens triebe, Daß ich, meinem gott getreu, Ihn stets über alles liebe; Daß mir nichts so wichtig sey, Als in seiner huld zu stehn. Seinen namen zu erhöbn; Seinen willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. tärke mich, so oft zur fünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O so rühre du mein berz, Daß ich unter reu' und schmerz Mich vor gott darüber beuge, Und mein herz zur beßrung neige. 5. Reize mich, mit flehn und beten, Wenn mir hülfe nöthig ist, zu dem gnadenstubl zu treten. Gieb, daß ich auf jesum cbrist, Als auf meinen mittler schau', Und auf ihn die hoff4 Schaffe mir ein reines berz, Daß ich stets an gott gedenke, Und mich oft mit reu und schmerz Ueber meine sünden kränke; Laß mich, nach dem schmerz der sünden, Trost bei meinem jesu finden. empfangen. 6. Stebe mir in allem leiden Stets mit deinem troste bet, Daß ich auch aledann mit freuden Gottes fübrung folgsam sey. Gieb mir ein gelaßnes herz. Laß mich selbst im todesschmerz, Bis zum frohen überwinden Deines trestes kraft empfinden. Evangel luch. 5. O verbinde mich mit ihm, Als ein glied an seinem leibe; Und wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe; Mich ihm völlig übergebe, Und zu seiner ehre lebe. 6. Glaube, lieb' und hoffnung sey Stets die stärke meiner seele: In versuchung steh' mir bei, Daß ich nicht mein heil verfeble: Bieb mir bemuth in den freuden; Gieb geduld und muth im leiden.. 7. Hilf mir reden recht und wohl; Hilf mir meine christenpflichten, Wie du fordert, wie ich soll, Ohne beuchelei verrichten; Christlich leben, selig sterben, Und dein himmlisch reich einst erben. bau', Gnad' um auf mein verlangen, von dem vater zu 171. Hönieder. Geist des berrn, Mel. Fröhlich soll mein herze zc. öchster tröster, Sey nicht fern, Stärke jesu glieder. Der, der nie sein wort gebrochen, Jesus hat Deinen rath Seinem volk versprochen. 2. Geist der weisheit, gieb uns allen Durch dein licht Unterricht, Wie wir gott gefallen. Lehr' uns freudig 6 Erste Abtheilung. 82 Mel. Licbfter jesu, wir sind z. vor gott treten, Sey uns nab, Und sprich ja, Wenn wir gläubig beten. kämpfen, Gieb uns muth, Fleisch und blut, Sünd' und welt zu dämpfen. Laß uns trübsal, kreuz und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod, Nicht von jesu scheiden. 3. Hilf den kampf des glaubins 173. Komm auf uns, o geist des Herrn, Lehr' uns zu dem vater beten, Und beleb' uns, daß wir gern Und voll glaubens zu ihm treten. So wird er, um christi willen, Unser bitten gern erfüllen. 4. Hilf uns nach dem besten streben; Schenk uns kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, Treib uns an, Froh die bahn Deines worts zu gehen. 2. O du geist der herrlichkeit, Wohn' und wirke in uns allen. Jedes herz sey dir geweiht! Schmück es aus nach wohlgefallen. Reich sind wir versehn mit gaben, Wenn wir deine salbung haben. 5. Sey in schwachheit unsre stüße, Steh uns bei, Mach uns treu In der prüfungshige. Fübr', wenn gott 174. K uns nach dem leide Sterben beißt, Unsern geist In des himmels freude. 6. Wecke aus dem sündenschlafe, Rette doch Heute noch Die verlornen schaafe! Reiß' die welt aus dem verderben; Laß sie nicht Im gericht Der verstockung sterben. Mel. Komm, heilger geist 2c. 172. H ör' unser gebet, geist des Herrn! Du hörst der menschen flehen gern. Wir wollen unser herz dir geben; O lehre heilig uns leben! Rüst' uns mit stärke, muth und kraft, Du, der das gute in uns schafft, Daß nicht die lockungen der sünden Uns, christi jünger, überwinden. Wir trau'n auf dich! Wir trau'n auf dich! 2. Du heiliges licht, starker bort! Laß uns der wahrbeit belles wort Auf dieses lebens pfaden leiden, Daß unsre füße nicht gleiten. Treib fern von uns tes irrthums nacht, Laß fiegen deiner wahrheit macht; Daß jesus christ der ganzen erde Bekannt und angebetet werde. O hiif dazu! O hilf dazu! 3. Laß, freudiger geist, voll vertrau'n, In noth auf deine hülf' uns schau'n. Lehr uns, wenn wir zum water treten, Mit froher zuversicht beten! Mach uns durch deine kraft bereit Zum sterben und zur ewigkeit! Daß wir mit frobem muthe ringen, Zu dir durch tod und leben dringen. Erhöre uns! Erhöre uns! Mel. Gott des himmels und der zc. Pomm, o komm, du geist des lebens! Hilf uns schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens Hier in unserm pilgerlauf Um das beil, das gottes rath Für uns ausersehen hat. 2. Gieb in unser aller seelen Weisbeit und entschlossenbeit, Daß wir anders nichts erwählen, als was uns dein wort gebeut, Steh mit deinem licht uns bei, Und mach uns von irrthum frei. 3. Zeig uns selbst die rechten stege Zu der wahren wohlfahrt an, Näume alles aus dem wege, Was daran uns bindern kann; Wirke reue nach der that, Wenn der fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein zeugniß ha= ben, Daß wir gottes finder sind; Stärke uns mit deinen gaben, Wenn sich trübfal für uns find't: rehr uns, daß des vaters zucht Einzig unser bestes sucht. 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten Rindlich und mit freudigkeit, nur nach seinem willen beten, Und vertritt uns allezeit! So wird unser flehn erhört, Und die zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um hülfe bange, Seufzt das berz voll traurigkeit: Ach, mein gott, mein gott, wie lange? D so wende unser leid! Sprich der feele tröstlich zu: Gieb ihr muth, geduld und ruh. 7. O du geist der kraft und stärke! Der in uns das gute schafft, Fördre in uns deine werte, Und im kampfe 16. Vom heiligen Geiste. 83 gieb uns fraft, Wenn versuchung auf nicht, Die tovesstunde, das gericht, uns dringt, Daß uns dann der sieg gelingt. Den Himmel und die bölle. 8. Ja, bewahr uns unsern glauben, Daß verfolgung, schmach und sport Niemals ihn uns möge rauben. Du bist unser schuß, o gott. Sagt das Herz gleich zweifelnd nein! Laß dein wort gewisser seyn. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, O so steb mit trost uns bei; Gieb, daß uns als gottes erben Jene herrlichkeit erfreu, Die uns unser gott bestimmt, Und die nie ein ende nimmt. Mel. Komm, o gott schöpfer ic. o Schaff 175. Komm, fchöpfer, fomm, beiner menschen herzen neu! Du kennest dein geschöpf und weißt, Wie jeglichem zu helfen sey. 2. Du geist der weisheit, leite du Uns zu der wahl des besten theils Den himmel führ' uns alle zu, Du führer auf der bahn des heils. 3. Des lebens wort, das gottes sohn Vom himmel uns herab gebracht, Erleuchte jede nation Durch deiner leitung fanfie macht. 4. Vereine deine christenheit Durch deines sel'gen friedens band. Erinnr' uns pilger dieser zeit Stets an das beßre vaterland. 5. Gott, unserm gott, und jesum christ Recht kennen, dieses ist der quell, Aus welchem ewig wonne fließt. Mach' diese kenntniß in uns hell. 6. Lob sey dem vater, lob dem sobn, Lob dir, o tröster, gottes geist! Einst singen wir vor deinem thron Ein lied, das würdiger dich preist. 3. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese legten dinge, Und dadurch alle fündenfreud' Aus meinem herzen bringe; Damit ich dich mein lebenLang Berebre ohne furcht und zwang Mit willigem gehorsam. 2. Ob böse lust auch bier und dort Mich anficht, weil ich lebe: So bilf mir, daß ich ihr sofort Im anfang widerstrebe; Und daß ich ja vergeffe 4. O stärke mich dazu mit kraft, So wird es mir gelingen; Hilf jede böse leirenschaft Des herzens mir bezwingen. Steh mir in diesem kampfe bei, Daß ich dazu stets wacker sey, Und immer überwinde. Mel. Mein gott, das herz: C. oder: Nun danket all' 2c. 177. Nicht um ein flüchtig guth um deinen geist, Gott, den zu meiner seligkeit Dein theures wort verheißt. 2. Die weisheit, die vom himmel stammt, Ovater, lehr' er mich; Die weisheit, die das Herz entflammt zur liebe gegen dich. 3. Dich lieben, gott, ist seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirft edlere zufriedenheit, Als alles glück der welt. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir, Dann schenket selbst dein geist Das freudige bewußtseyn mir, Daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur wahrheit bin, Zur tugend stärk' er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines herz Versiegle deine buld, Und er bewaffne mich im schmerz Mit muth und mit geduld. Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. Bekannte Melodie. 176. Laß, water, deinen guten 178. Nun bitten wir den heil'. geist Mich allezeit regieren, Daß ich zu dem, was unrecht heißt, Mich lasse nichts verführen; Der sünde reizung widersteb', Und stets auf deinen willen seb', Darnach allein zu handeln. gen geist, Welchen jesus christus uns verheißt, Daß er uns behüte vor falscher lebre; Alle, die im irrthum sind, bekehre. Erbarme dich, herr! 2. Du geist der wahrheit und der fraft! Mach uns durch dein wort auch tugendbaft; Hilf, daß wir ihm glauben, dem treuen besland, Der uns €* 84 Erste Abheilung. bringen will zum rechten vaterland. im sterben Einst vollkommnes glück Erbarme dich, berr! 3. Du geist der lieb' und einigkeit! Mach uns allsammt dazu bereit, Daß wir uns von berzen einander lieben; Gern verzeibn und nicht gern betrüben. Erbarme dich, berr! 4. Du höchster trest in aller noth! Hilf, daß wir nicht fürchten grab noch tod! Laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, Sondern mach ans frei von allen plagen. Erbarme dich, herr! 3. Steb uns stets bei mit deinem rath, Und führ' uns auf den rechten pfad es beils, den wir nicht wissen, Verleih uns willigkeit, daß wir Dir großer gott, du reines treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Trückt laft Uns fast Mutblos nieder, Laß uns wieder Trost empfinden, Und die trübsal überMel. Wer nur den lieben gott c. 179. wesen, Du nur reine berzen dir zu deiner wohnung auserlesen: Ach, schaff cin reines berz in mir, Ein herz, das unbefleckt und frei von allen bösen, lüsten sey. 2. Ich falle dir, mein gott, zu fupe, Mich mache christi blut auch rein; Laß redlich meines Herzens buße, Und ernstlich meinen glauben seyn: So mache mich zur reinigkeit Des lebens fertig und bereit. ererben. 2. Tu quelle, draus die weisheit. fließt, Die uns zum heil so nötbig ist, Oscent' aus deiner fülle Uns so viel einsicht und verstand, Daß beilsam von uns werd' erkannt Des höchsten gnäd'ger wille. Ja, gieb Den trieb Unsern seelen, Nur zu wählen Und zu üben, Was er uns hat vorgeschrieben. winden. 4. Stärk' uns durch deines trostes kraft Zum fampf mit jeder leidenschaft, Darüber berr zu werden; Und sind wir wo dem falle nah, So sey mit deiner hülfe da, Erheb' uns von der erden. Neue Treue Gieb uns schwa3. Dein guter geist, o gott, regiereen, Tu kannst machen, daß wir sieMein ganzes Herz und stebe mir Ingen, Und im tampf nicht unterliegen. meiner schwachheit bei und führe Mich von der eitelkeit zu dir; Gieb einen geist, der dir getreu, Und willig zu gehorchen sey. 4. Durch deine gnade stärk' mich schwachen; Mach mich vorsichtig in gefahr. Gieb, daß ich durch gebet und wachen Die seele unverlegt bewahr'. Laß mich in deiner gnade stehn, Stets in der beßrung weiter gehn. 5. Nimm deinen geist, den geist der liebe, Den geist des glaubens nie von mir, Und starte mich durch seine triebe, Durch seinen beistand für und für! So leite durch die pilgerzeit Mich aus der welt zur seligkeit. Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 180. beil'ger geist, tehr' bei uns ein, Und laß uns deine wohnung seyn, Du unsrer feelen sonne! Laß deiner wabrb it bellen schein In unsern herzen kräftig sein, 3u steter freud' und wonne; Taß wir Schon pier, Gott ergeben, Rubig leben, Und 5. Erhalte bei uns immerfort Den glauben an rein göttlich wort. Nichts muß von ihm uns trennen. Gieb, daß wir ihn von herzensgrund Mit thaten so, wie mit dem mund, Vor aller welt bekennen. Jesum Cbriftum Ohn² aufbören Recht zu ehren, Mach uns tüchtig, Und sein veil uns werth und wichtig. 6. Nimm alle bärte von uns bin; Erfülle uns nach deinem sinn Mit wahrer menschenliebe, Daß unser herz mit buld und tren Stets zugethan dem nächsten sey, Und sich darinnen übe. Kein neid, Kein streit Tich betrübe! Fried' und liebe Wollst du geben, Daß wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer heiligkeit Wir fübren unfre lebenszeit; Sey unsers geistes stärke! Laß uns stets bleiben unbewußt Der eitelkeit, der sinnen lust, Und ihre schnöden werke. Rübre, Führe Unsre sinnen Und begins nen Von der erden, Daß wir himmels erben werden. 17. Vom Worte Gottes. Mel. Komm, heilger geist 2c. 181. Sey, weltverföbner, ſey gepreist! Du fandtest uns den theuern geist, Der uns in alle wahrbeit leite, Uns uns zum himmel zubereite. Er lebret uns des glaubens kraft, Stärkt urs in dieser pilgerschaft, Den lauf zum ziele zu vollbringen, Und einst die frone zu erringen. Gelontsey gott! Gelobt sey gott! 2. Durch deines geistes frait erfreut, Wagt deiner boten schaar den streit, Kämpft gegen falscher götter beere, Und siegt durch deines freuzes lebre. Begabt mit stärke, ging ihr wort Bis an der erde grenzen fort, Erleuchtete die nationen, Und drang von hütten zu den thronen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey gott! 3. O send' ibn auch zu uns, den geist, Der uns den weg zur wahrheit weist. Ach dunkel sind des lebens pfade: Erleuchte sie durch seine gnade! Er lebr' uns gottes heil verstehn, Er leit' uns, wenn wir irre gebn; Und wenn wir straucheln und ermüden, Dann stärk' er uns durch gettes frieden! Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 85 4. Hier, in dem heiligtbum des. berrn, Hier warten deiner, geist des herrn, Wir christen, unsers bauptes glieder; Komm segensvoll auf uns bernieder! Hilf uns, gieb dem verstande licht, Tem berzen muth und zuversicht, Daß uns von ihm, den wir bekennen, Hier weder glück noch leiden trennen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 5. O leit' uns, herr, an deiner hand Hinauf ins wahre vaterland. Entreiß uns mächtig dem verderben: Erhalt uns gläubig, bis wir sterben. Dann stärk' uns in des todes schmerz Das schwache, freudenleere herz, Daß wir mit muth zum himmel dringen Und dann den letzten sieg erringen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 6. Dort, wo der zeugen jesu schaar, Die bier durch dich erleuchtet war, Am thron des lammes jauchzend stebet, Und deiner werte preis erböbet; Dort ist auch unsers erbes theil; Auch uns ist der erlösung heil Durch dich versiegelt: und wir komm n Curch dich zur seligkeit der frommen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 17) Vom Worte Gottes. schap, weit köstlicher und größer, Als alle schäße dieser welt. Wer das thut, was dein wort gebeut, Dem ist dein segen stets bereit. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 182. Dein wort, o böchster, ist vollkommen: Es lehrt uns unsre ganze pflicht; Es giebt dem sünder und dem frommen Zum leben sichern unterricht. D felig, wer es achtsam bört, Bewahrt, und mit gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unfern we gen, Zerstreut des irrthums finsterniß; Verkündigt gnade, heil und segen, Und machet unser berz gewiß. Es lehrt uns, böchſter, was du bist, Und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein wort ermuntert, dich zu lieben; Lehrt, wie viel gut's du denen giebst, Die dein gebot mit freuden üben, Und wie du väterlich uns liebst. Und was, o berr, dein mund verspricht, Bleibt ewig wahr, und trüget nicht. 2. Vorurtheil und finsterniß Füllen 4. Herr, deine tröstungen sind besser, unsre seelen; Unser blick ist ungewiß, Als alles silber, gold und geld; Ein Unsre schlüsse fehlen; Aber dein versinge. Gott, den kein verstand ermißt, ursprung aller dinge! Alle weisheit kommt von dir Zu den menschenkindern. Sie erleuchtet uns, wenn wir Selbst ihr licht nicht hindern. 5. Drum laß auch mich mit luft betrachten, Was mich den wort, o höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, Was dein befehl von mir begehrt: So fließen troft und feelenruh Auch mir aus deinem worte zu. Mel. Christus, der uns selig ic. 183. Der du ſelbſt die wahrheit zu dem 86 Erste Abtheilung. stand weicht nicht von der lautern| seele trauen; Ich wandle hier, Mein wahrbeit. Was du denkest, das ist gott, vor dir Im glauben, nicht im licht, Richtigkeit und klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches geschlecht, Dankbar ihm zu füßen! Seine wahrbeit und sein recht Lässet er dich wissen. Weit erschallt das wort des berrn, Das die welt befehret; Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein wort verspricht, Wird und muß gescheben; Deine drohung kann auch nicht Leer vorüber geben. Haben tausende nicht schon, Welche vor uns waren, Deine strafen, deinen lohn, Unfehlbar erfahren? 4. Dein wort erklärt er feele werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Ist diese zeit Von dir mir ja gegeben. 5. Tein ew'ger rath, Die missethat Der fünder zu verfühnen, Den fennt' ich nicht, Wär' mir das licht Nicht durch dein wort erschienen. mein reu und Mel. Erhalt' uns, herr, bei deinem 2c. er spötter reißt 184. Det fort. Erhalt schmerz Der fünden nicht vergehenz Nein, du verzeibst, Lehrst meinen geist Recht kindlich zu dir flehen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines beils geschäfte. Durch meine müh Vermag ich's nie; Dein wort giebt mir die kräfte. uns, herr, bei deinem wort! So können, vater! wir uns dein Im leben und im tode freun. 2. Ein haufe läst'rer wagts, o gott! Mit wildem, ausgelaßnem spott, Den beiland, deinen sohn, zu schmähn, Verachtend auf sein beil zu sehn. schauen. 2. Dein wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine kräfte schmecken. Laß keinen spott, Oberr, mein gott, mich von dem glauben schrecken. 3. Wo bätt' ich licht, Wofern mich nicht Dein wort die wahrbeit lehrte? Gott, obne sie Verstünd' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 3. Ach! ihrer lebre pest, o herr! Schleicht jego nicht im finstern mehr: Sie bricht am mittag selbst bervor, Und hebt ihr tödtend haupt empor. 8. Erhalt uns, berr, nur deine lebr'! Du haft fie uns gegeben. Sie sey mein theil, Sie sey mir beil, Und kraft zum ew'gen leben. 4. Sie herrscht durch große dieser welt. Herr, herr, wenn uns dein arm nicht vált; So reißt ſie uns zum 186. glaub und weiß, Der err, tod auch fort. Gieb sieg und leben durch dein wort. 5. Beschüße uns, berr jesu christ! Der du zur rechten gottes bist! Sep unser schild und starke wehr! Nichts ist vor dir der spötter beer. 6. Du hast von ewigkeit gesehn, Wie lange noch ihr trop bestehn Und wider dich hier toben foll. Vielleicht ist nun ibr maaß bald voll. 7. Auch sie, o herr, hast dit ver. föbnt, Sie, deren spott dich jetzt verböhnt. Gieb, daß noch vor der todesnacht Zur ernsten reu ihr herz erwacht. mel. Wir christerleut haben 2c. oder: Auf! schicke dich zc. grund des beils sind deine lebensworte. Bei diesem licht Verfehl' ich nicht Den schmalen weg, die enge himmelspforte. 2. Wir menschen sind Verkehrt und blind, Und keiner weiß den weg ins ew'ge leben. Den unterricht, Der uns gebricht, kann uns allein das wort der wahrheit geben. 6. Daß jesus christ Mein heiland ist, Daß er für mich und meine schuld gestorben; Daß ich durch ihn Erlöset bin, Daß mir sein blut die seligkeit erworben; 4. Daß sich mein geift Dem leib Mel. ch gott und herr! wie ac. 185. Seine lebr' Soll meine lich ist und bleibet! Daß mich mein 17. Vom Worte Gottes. 87 hirt Erwecken wird, Wenn gleich den demuth lernen, Und von zweifelsucht leib des todes macht zerstäubet; entfernen. 5. Daß einst die welt In trümmern fällt, Wenn gottes sohn wird majestätisch kommen; Daß er den lohn Von seinem thron Dann geben wird den bösen und den frommen; 6. Daß er, mein freund, Wenn er erscheint, Mich zu sich nimmt ins ew'ge freudenleben: Davon bat er, Mein gott und berr, Nur durch sein wort erfenntniß mir gegeben. 7. Dies wort erfreut In traurigkeit, Und lindert mir den kummer, der mich drücket: Die schwermuth weicht, Das herz wird leicht, Wenn mich in angst, o berr, bein wort erquicket. 8. D laß hinfort Dein gnadenwort Mein ganzes Herz zu deinem ruhm beleben; Bis nach der zeit, In ewigkeit, Ich besser dich im himmel werd' erheben. Mel. Liebster jesu, wir sind hier ic. err, mein licht, erleuchte 187. und dich erkenne; Daß ich voll vertrauen dich Meinen gott und vater nenne: Daß ich dadurch auf der erte Für den himmel weiser werde. 2. Lauter wahrbeit ist dein wort: Lehre mich es recht versteben. Hilf selbst meinem forschen fort, Richtig daraus einzusehen, Was zu meinem heil mich führet, Und mir, deinem knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein Richtig seinen sinn verstehen; Laß mein herz auch folgsam seyn, Den erkannten weg zu geben. Denn sonst würd' ich, bei dem wissen, Doppelt streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den unterricht Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst erfabre. Ja, es sev in meinem leiden Mir ein quell von trost und freuden. 5. Hilf auch daß von zeit zu zeit Meine kenntnisse sich mehren. Find' ich dann noch dunkelheit Bei des glaubens hohen lebren: O so laß mich 6. Lenke, höchster, meinen sinn Von den gütern dieser erde Durch dein wort zum himmel bin, Wo ich ewig selig werde. Laß mich diese welt verachten, Und nach ew'gen freuden trachten. 7. D verleih' mir stets die kraft, Deinem wort gemäß zu handeln, Und vor dir gewissenhaft Auf der tugend pfad zu wandeln: So wird einst in jenem leben Mich ein hell'res licht umgeben. Mel. Uus tiefer noth schrei ich zc. 188. Mir menschen sind zu dem, o gott, Was geistlich ist, untüchtig. Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig; Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht zeiget. 2. Von jeher hast du ausgesandt Propheten, deine knechte; Sie machten ſelbst bein in der welt bekannt Dein heil und eigner sohn, O vater, von des bimmels tbron Gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches heil sey, berr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben, Und gieb uns deinen guten geist, Daß wir dem worte gläuben, Daß wir's annehmen jederzeit Mit ebrfurcht, treu und willigkeit, Als gortes, nicht der menschen. 4. Hilf, daß der frevler frecher spott Uns nicht vom wort abwende: Denn du bist ein gerechter gott, Und strafft gewiß am ende. Erweck uns durch der wahrbeit kraft, Und was sie gutes in uns schafft, Das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du verstand und herz, Daß wir dein wort recht fassen; In lieb' und leid, in freud' und schmerz Es aus der acht nicht lassen: Daß wir nicht börer nur allein, Nein, auch desselben tbäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist gottes! mache selbst uns gleich Dem fruchtbar'n guten lande, Daß wir, an guten werken reich, In unserm amt und stance Das thun, was uns dein wort gebeut, Und, frei Erste Abtheilung. 88 vom dienst der eitelkeit, Des glaubens kraft beweisen. licht auf unsern wegen seyn. Hilf, daß wir d'raus genießen Fraft, rath und trost in aller notb, Daß wir im leben und im tod Beständig auf dich trauen. 9. Es müsse sich zu deiner ebr', Gott vater, weit ausbreiten! Hilf, jesu, daß uns deine lebr' Erleuchten mög' und leiten! O heil'ger geist, dein göttlich wort Laß in uns wirken immerforr Lieb', hoffnung, trost und glauben. Geboten insbesondere. 7. Laß uns, dieweil wir leben bier, Der fünder weg vermeiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, Im woblstand, wie im leiden. Rott aus, was dir, herr, nicht gefällt, Hilf uns die sorgen dieser welt Und böse lüste dämpfen. 8. Erhalt uns dein wort klar und rein, Und laß es unsern füßen Ein a. Von den zehn Mel. Allein gott in der böh' sey 2c. err, deine rechte und 7. Unreine werk' der finsterniß Laß 189. gewiß Mit schwer gemich sorgfältig meiden. Du siehst bäuftem leiden! Schaff in mir, gott, ein reines berz, Daß ich schandbare wort' und scherz Und alles schwelgen fliebe. 8. Verleib, daß ich mich redlich näbr', mich böser ränke schäme; Mein berz niemals zum geize febr', Mit unrecht nichts binnebme; Und von ders arbeit meiner händ', Was recht ist, gern auf arme wend', Und nicht auf pracht und hoffarth. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf Zu retten mich befleiße, Von ihm abwende schmach und schimpf; Coch böses nicht gut beiße. Gieb, daß ich lieb' aufrichtigkeit, Hab' einen abscheu jederzeit Am lästern und an lügen. 10. Laß mich des nächsten haus und gutb Nicht ungerecht begehren; Was aber mir vonnöthen thut, Das wollst du mir gewähren; Doch, daß es niemand schädlich sey, Jch auch ein ruhig herz dabei, Und deine gnad' behalte. 11. Mein gott! dein mir gegebnes recht Und deinen heil'gen willen, Wie mir gebühret, deinem knecht, Auf immer zu erfüllen, Vermag ich von mir selber nicht; Ich fühle, daß es mir gebricht Dazu an eignen kräften. follen leben, zu halten, wollest du o gott, Mir fraft und gnade geben, Daß ich zum guten willia sey Mit forgfalt, obne beuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau', Dich über alles rebe; Auf menschenhülf' und trost nicht bau', Nicht muthlos mich betrübe: Daß mir nicht andrer menschen gunst, Macht, ansebn, reichtbum, wiß und kunst Zu einem abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen gnadenbund Recht schäße und erkenne: Von berzen, nicht blos mit dem mund, Dich und dein wort betenne: Daß ich bedenke jederzeit, Wie sehr mich meiner taufe eid Zum dienste dir verbindet. 4. Am tage deiner heil'gen rub' Laß mich gern vor dich treten, Die zeit auch beilig bringen zu Mit danken und mit beten! Daß ich bab' meine luft an dir. Dein wort so höre, daß ichs mir Auch recht zu nuße mache. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, Die vorgesetzt mir werden, Laß mich verebren jederzeit, Daß mir's woblgeb' auf erden; Taß ich für ihre sorg' und treu Recht folgsam und recht dankbar sey, Und sie niemals betrübe. 6. Hilf, daß ich niem als eigne rach' An meinem feinde übe; Und die mir zugefügte schmach Verzeib', vielmehr ihn liebe: Sein glück gern gönne jedermann; Seb', ob ich jemand dienen kann, Und es dann thu mit freuden. 12. Drum gib du mir von deinem thron, D vater, gnad' und stärke! Verleib, berr jesu, gottes sobn, Daß ich thu' rechte werke! O heil'ger geist, bilf, daß ich dich Von ganzem berzen, und, wie mich, Den nächsten thätig liebe! 17. Vom Worte Gottes. 89 In voriger Melodie 190. H 5. Der geist, von sündenliebe rein, err, dein gesey, das du Soll sich zu gott erheben, Soll imder welt Zur richtschnur merbin beslissen seyn, Treu jeder haft gegeben, Das du zur regel vorge- pflicht zu leben. Begierig auf des stellt, Wornach wir sollen leben, Das nächsten wohl, Nach weisheit und der deinen willen offenbart, Ist ganz von tugend, soll Der mensch voll eifer einer andern art, Ale menschliche gesege. streben. 6. So hat uns gott geoffenbart Sein recht und seinen willen. Willst du, o mensch, auf solche art, Nun sein gesetz erfüllen? Wie oft der sünden sclaverei Der wille unterworfen sey, Das wirst du leicht erkennen. 2. Mit äußerlicher ehrbarkeit Läßt es sich nicht begnügen, Obgleich die hand nicht schlägt, noch dräut, Die lippen nicht betrügen, Tas auge nichts verbotues siebt, Und unbefleckt sonst jedes glied In seiner ordnung bleibet. 3. Ob man nicht flucht, betrüget nicht, Ob man kein sabbatbsschänder, Kein frevler, der die ebe bricht, Kein mörder, kein verschwender, Kein freund von sündlichem geschwäß: So ist dein beiliges gesetz Doch damit nicht zufrieren. 4. Es fordert, daß das berz dich, gott, Wie du's verdienest, liebe, Und sich, zu halten dein gebot, Aus allen kräften übe. Es will, daß, wie du heilig beiß'st, Auch unser berz und ganzer geist Sey heilig und unsträflich. b. Vom Mel. Ich rufe zu dir, herr jesus zc. eil deinem volke, dem 191. offenbarest, Da du regierst, und väterlich Auf ebner bahn bewabrest! Heil uns, denn dies dein volk sind wir; Du lebrst uns deinen willen Recht erfüllen, Und unsern durst nach dir Selbst aus der quelle stillen. 2. Web denen, die sich finsterniß, Gott, für dein licht erwählen! Wie Hoffnungslos, wie ungewiß Sind ibre stolzen seelen! Du selbst berufst sie immer noch, Dein himmlisch reich zu erben, Nicht zu sterben! Jhr leichifinn stürzt sie doch In ewiges verderben. 3. Der Flügler sagt, du werdest nicht Uns etwas neues lehren; Denn die vernunft sei schon das licht, Dich würdig zu verebren. Toch wem nur dieser schimmer scheint, Der kann nicht völlig seben. Sicher geben: Nein, sinket, wenn er meint, Auf festem grund zu stehen. 7. Entschließ dich drum, zu deinem beil, Dem mittler zu ergeben; Komm, nimm an dessen gnade theil, Durch den die sünder leben; Nimm dankbar, froh und gläubig an, Was er zu deinem heil gethan, Und preise seine liebe! 8. Laß aber auch in deinen geist Dir sein geseße schreiben, Tou' alles willig, was er heißt, Laß seinen geist dich treiben. Denn wer die sünd' nicht redlich fliebt, Nicht ihm zu leben sich bemüht, Der bleibet im gerichte. Evangelio. 4. 3war die vernunft erkennet dich In deinen großen werken, Weiß dein gebot; sie guten nicht zu stärken. Wir sündigen, und sie kann nie Uns wieder dir versöbnen. Unsre tbränen Siehst du; doch können sie nicht g'nug thun, nicht versöhnen. 5. Aus furcht des todes würden wir 3um traurigsten geschlechte, Wenn uns dein wort nicht, gott! vor dir Des himmels boffnung brächte. Der sünder kann durch jesum christ Für alle seine sünden Gnade finden; Der lüste macht und list Durch glauben überwinden. 6. Ach theu'r und werth sey uns dies wort; Denn du bast's uns gegeben! Es leit' uns bier, es bring' uns dort, O gott, zum ew'gen leben! lebr' auch die Spötter, die es noch Mit stolzem muth verachten, Darnach schmachten, Und so bei jesu licht Nach seinem reiche trachten. 90 Mel. Liebster jesu, wir sind hier ac. 192. Köhlich, o mein beiland, ist Deines Erste Abtheilung. lehre. Gieb, daß ich mit folgsamkeit Treulich ihre vorschrift ehre; Dem, was sie verbeißet, traue, Fest mein hoffen darauf baue. 2. Deines wortes unterricht Lehret uns gott recht erkennen, Ibn mit herzenszuversicht Unsern gott und vater nennen, Und nach seinem heil'gen willen Unsre pflichten treu erfüllen. 3. Was die weisen dieser welt Unerforscht gelassen haben, Das hast du ans licht gestellt, Und durch deives geistes gaben Bringst du es in unsre seelen, Daß wir beil und leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre schuld, Und der fünde großen schaden; Aber auch des höchsten huld, Und den reich thum seiner gnaden; Lehrst uns allerunfrer sünden Gnädige vergebung finden. 5. Du rufft uns voll liebe zu: Kommt zu mir, ihr müden seelen, Es soll euch zu eurer ruh' Nicht am trofte bei mir feblen; Werdet ihr von mir nur lernen, Wird der kummer sich entfernen. 6. Herr, dein evangelium Hat viel tausend tausend zeugen, Die zu deines namens ruhm Dankbar ihre kniee beugen, Taß du noch dies wort erfülleft, Und der seele kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den dank, Den ich dir voll ehrfurcht bringe; Höre meinen lobgesang, Ten ich bocherfreut dir singe: Du beilst allen meinen schaden, Herr, und krönest mich mit gnaden. 8. Köstlicher, als gold sey mir, Was dein göttlich wort mich lehret! Dank, ja ewig dank sey dir Für den trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir erhoben, Will ich würdiger dich loben. 18) Von Mel. Jesus, meine freude, meines c. vom 193. Wort, aus gottes munde! bunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, Ließ dich gott erschallen! Du bist unser rubm! Gottes fraft, Die glauben schafft, Gute botschafft, uns zum leben Von gott selbst gegeben. 2. Was dein wohlgefallen Vor der zeit uns allen, Gott! bestimmet hat; Was sonst dunkle schatten Vorgebildet hatten Das vollführt dein rath. Daß dein eid Dich nicht gereut, Zeigst du nun; in jesu namen Wird er ja und amen. 3. Alles ist vollendet. Gott hat den gesendet, Der verheißen war. Jesus, der sein leben Wollte für uns geben, Stellt sich wirklich dar; Ja er bat Des höchsten rath Ganz vollbracht und lebt in ehre. Ach, erwünschte lehre! 4. Da uns strafen drohten, Thaten, friedensboten Heil von gott uns fund. Was für holde lehren Lassen sie uns hören! Welch ein theurer bund! Gottes huld Tilgt unsre schuld, Und wer thn mit glauben ehret, Wird von ihm erböret. 5. Auf, und wehrt den schmerzen; Kommt ihr, deren perzen Das gesetz zerschlug; Kommt zu dessen gnaden, Der, für euch beladen, Alle schmerzen trug. Jesu tod Versühnt euch gott; Gott, der euch als vater liebet, Und die schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, Und in ihm mich freun. Ibm nur will ich leben, Jhm mich ganz ergeben, Ewig treu ihm seyn. So werd' ich Auch einst durch dich, mein heiland! selig sterben, Und den himmel erben. Taufe. der T a. Vor und bei derselben. Wel. Wer nur den lieben gott zc. 194. gnade bat; sey deine freundKerr, der du keinen je im glauben dir genaht; Nie unerfreut den von dir ließest, Der dich um deine 18. Von lichkeit, Die gern erhöret und erfreut! 2. Du wiesest ehmals nicht die kleinen, Die dir die ältern brachten, ab; Erkanntest, berr, sie für die deinen, Und ließest buldvoll dich herab. laßt, sprachst du, laffet sie zu mir, Und wißt, das bimmelreich ist ihr. 3. Du bist, erhabner freund der kinder, Tie auch durch dich erlöste sind, Zur rechten gottes jetzt nicht minder Holdselig gegen sie gesinnt. Du bleibst der deinen zuversicht, Vergisfest ihrer ewig nicht. 4. Dir sey auch dieses kind empfoh- Und falls ich ihn auch überschreite, len, Dir, dessen treu unwandelbar! Läßt du dein vaterberz doch sehn; Du Wir bringens, wie du selbst befohlen, klopfst an mein gewissen an, Und lockst Dir in der heil'gen taufe dar. O mich auf die rechte bahn. segne es, herr jesu christ, Der du der taufe stifter bist! 5. So geb' ich denn, mein gott, aufs neue mich ganz zu deinem opfer bin. Erwecke mich zu neuer treue, Und bilde mich nach deinem sinn. Weich, eigner sinn! o fünde, weich! Gott bört es; feßt entsag' ich euch, 5. Laß durch dies siegel deiner gnade Sein christenrecht bestätigt seyn, Und weih es nun in diesem bade Zu gortes find und erben ein. Das glück, daß es dir angehört, Herr, sey ihm ewig theu'r und werth. 195. Hvor bir siehst dies Mel. Liebster isu, wir sind hier zc. err, hier stehst du uns kind auf unfern armen. Dich, o vater, bitten wir, Dich auch seiner zu erbarmen, Daß es gottes kind auf erden Und der Taufe. 91 2. Du hast mich für dein kind erkläret, O vater, in der taufe schon: Du hast auch mir das beil gewähret, Das du erworben, gottessohn: Du, geist des höchsten, stehst mir bei, Taß ich dir ganz geheiligt sey. 3. Die liebe ist nicht zu ermessen, Die du, mein gott, mir zugewandt. O laß mich nie die pflicht vergessen, Dazu ich selbst mich die verband. Als du in deinen bund mich nahmst, Und mir mit heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu; auf deiner seite Bleibt dieser bund stets feste stehn. 2. Heiland jefu! es ist dein: Laß es durch dich gnade finden. Heil'ger geist, kehr bei ihm ein, laß es deine fraft empfinden, Die in ihm den fünden steuert, Es zu gottes bild erneuert. 3. Mach uns alle in der welt Dir von berzensgrund ergeben, Daß wir, wie es dir gefällt, Eingedenk des taufbunds leben; Und daß wir auch nach dem sterben Unsrer taufe segen erben. 197. gott, bei bir ist bett und gnad' In aller notb zu finden. Du schenkst uns durch dein wasserbad Vergebung unsrer fünden. Du lehrst, o vater, schn und geist, Uns durch ein sichtbar zeichen, Wie sehr du unsers heils dich freust, Der du nicht deines gleichen An gnade bast, an liebe. 2. Du hast uns, herr, durch deinen bund Zu kindern angenommen; Machst jedem deine weze kund, Willst, daß sie alle kommen. Ach, strafe nur verdienten wir: Und du( wer kann es 196. uns Und fassen?) Vereinigst uns, o gott, mit M.1. Wer nur den lieben gott: c. ch bin getauft, nach vater, deinen sohn und geist so zu bekennen und zu ehren, Daß berz und mund und that dich preist, Und dann des glücks, ein christ zu seyn, Mich bier und ewig zu erfreun. 6. Befestige dies mein versprechen, Mein vater! und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes leben preise dich! Gott meines beils, sey ewig mein, Und laß mich bein auch ewig ſeyn. Mel. Ghrift, unser herr, zum: c. willst uns selig machen. 3. Dadurch bin ich nun, als dein kind, Versichert deiner gnaden: Was sich für schwachbeit an mir find't, Das lässt du mir nicht schaden. Du giebst Erste Abtheilung. 92 Jur heiligung mir kraft, Erbörst mich, wenn ich bete. Und wenn ich Fromm und tugendhaft, Dein recht nicht übertrete, Soll mir kein gutes mangeln. 4. Hochbeilig sei denn mir die pflicht, Der fünde macht entrissen, Zu dir zu baben zuversicht Und auch ein gut gewissen: Dich nicht, o vater, sohn und geist, Blos meinen berrn zu nennen; Dich, wie dein wort mich unterweist, Mit thaten zu bekennen, Dir nur, und gern zu dienen. 5. Der sünd' bab' ich entfagt, o gott, Und allen ihren werken. Laß wider trug, gefabr und spott Mich deine gnade stärken! Zu deinem tempel wäblst du mich; Dir bin ich neu geboren; Daß ich dich fürchte, herr, nur dich, Dazu bin ich erkoren, Erschaffen und erlöset. 6. Dem alten sinne sterb' ich ab, Damit ich göttlich lebe, Und deinem muster bis ins grab Zu näbern mich bestrebe. Der tugend bang ich eifrig on Und liebe deinen willen; Mit fleiß und sorgfalt denk ich dran, Wie ich ihn mög' erfüllen Durch deines getstes stärke. b. Nach der Taufe eines Kindes. 7. Gott vater, fohn und geist, verleib, Daß ich an dich fest gläube; Mich deines bundes tröst' und freu', Und treu darin auch bleibe; Daß ich das böse flich und und haff', Auf deiner bahn nicht gleite, Im guten nimmer werde laß, Hier bis ans ende streite, Und dort dein reich ererbe. Mel. Nun lob, mein seel', den ic. eweiht zum christen198. Ge thume. Ist dieses kind nun gott geweiht! Erzieh' es, dir zum ruýme, O vater der barmberzigkeit! Berlängert deine liebe Sein leben; so verleih Durch deines geistes triebe, Daß es dir immer treu, Den hohen werth der tugend Schon früh empfinden lern'. Es ziere seine jugend Die sel'ge lust am herrn! 2. Auch wir sind gott geweibte, Durch unsre taufe gott geweiht; Dies glück entflamm' uns heute zu lob und preis und dankbarkeit; Erweck' lich ist. Mel. Jesus, meine zuversicht zc. 199. Die ibr chrifti fünger erlöste brüder! Alle seinem dienst geweibt, Alle seines leibes glieder: Kommt, versöhnte! tommt, erneut Euren bund der seligkeit. 2. Die, so jezt mit zuversicht, Jesu! deines beils sich freun, Die laß stets in diesem licht Wandeln und 19) Vom heiligen Abendmahl. a. Vor und bei demselben. uns zum vertrauen, Mit kindlich frobem finn Gen himmel aufzuschauen, Zu unserm vater hin; Erweck' uns, zu ermessen, Was uns sein wort verspricht, Und nimmer zu vergessen Der ihm gelobten pflicht. 3. Du vater von uns allen, O lehre du uns selber thun Nach deinem wohlgefallen; Laß deinen ſegen auf uns rubn! Du wirst zu dieſem leben, Wie du bisher getban, Was wir bedürfen, geben. Verleib uns nur alsdann Die besten deiner gaben, Daß wir durch jesum christ Theil an dem erbe haben, Das unvergängsich ganz dir weihen; Laß ihr herz vom stolze rein, Voll von deiner demuth 3. Tröste, die in traurigkeit Ueber ihre seelen wachen; Stärke, berr der berrlichkeit, Ihren glauben, hilf den schwachen, Die gebeugt von ferne stehn, Können unerhört nicht flehn. 4. Hoherpriester! ja du bist In den himmel eingegangen; Segne uns, 19. Bom heiligen Abendmahl. 93 Herr jesu christ! Da wir nun dein| mir, O vater, ich lobsinge dir. Gieb, mahl empfangen. Hilf, o berr! daß daß ich jeden tag aufs neu Mich deiwir es nicht Jemals nehmen zum ner vaterhuld erfreu. Gott meines gericht. beils! sey ewig mein, Sey ewig mein, Und laß mich dir recht dankbar seyn. 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich mich Vor dir, fobn gottes! der bu Für mich haft Es komme mir nie aus dem sinn, Wie viel ich dir, herr schuldig bin. Dein tod bringt mir das leben. Durch deines opfers ew'ge kraft Hast du, o berr! auch mir verschafft, Was mich vor dem verderben schüßt, Was meinem geiste ewig nüßt. Herr jesu christ! Wie liebst du mich! Wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit inbrunst fleh' ich, herr, zu dir: Befördre du doch selbst in mir Ein gläubiges gemütbe! Mich dürftet, gleich dem dürren land, Bei deiner liebe unterpfand, Nach deiner großen güte Ich fühle wohl, was mir gebricht, stärke meine zuversicht, Daß du auch mein versöhner seyst, Und mich vom ew'gen tod befreist. Herr, dieser trost Sey fest in mir, Sey fest in mir, o dien' ich voller freuden dir. 4. Zur weisheit und gerechtigkeit, Zur heiligung und seligkeit Bist du mir ausersehen. Auf diesen herrlichsten gewinn Laß mich treu richten meinen sinn, Mein streben und mein flehen: Mein beiland, zieh mich ganz du dir: Ja, durch den glauben wohn in mir: So nimmt in mir die seelenruh, Und meines berzens bess'rung zu. Mein herr und gott! Verlaß mich nicht, Verlaß mich nicht! Nur du bist meine zuversicht. 5. Zu deinem himmel hilf du mir. Der freuden fülle ist bei dir; Laß mich sie einst genießen. Belede mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgrimschaft zu fübren und zu schließen, Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 201. Gelobt fest du, herr, Daß mir dein wort steis beinig sey, unser gott; Gelobt für unsers mittlers tod, Der uns das heil erworben! Wie hoch hast du auch mich geliebt! Er, der uns ewig's leben giebt, Ist auch für mich gestörben. Mein ganzes virz froblockt in Daß ich, bis in den tod dir treu, Mit freuden thu', was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt. O herr, mein beil, Sey stets mit mir, Sen stets mit mir: So komm ich einft gewiß zu dir. Mel. An wasserflüssen babylon 2c. 200. Du, berr, bastaus barmmal deiner gnaden, Das ganze volk der christenheit Wohlthätig eingeladen. Du rufft: mübsel'ge, kommt zu mir! Ich komme, heiland! ja zu dir Erbeb' ich meine seele. Entzeuch mich deiner gnade nicht, Sey auch mein trest, mein heil, mein licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner schulden sind weit mehr, Als ich vermag zu zählen. Ich fühl' es wohl, und leide sehr Vor unruh meiner seelen. Doch du bist meine zuversicht, Verlaß mit deinem trest mich nicht; Du siehest meine reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; Du bist's, der helfen will und kann! Daß sich mein herz erfreuc. 3. Nach deinem troste sehn' ich mich, Gebückt vor dir im staube; Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn; Versprichst, den schwachen beizustehn, Die nach der beff'rung trachten. Stets bleibst du deinen worten treu, Und wirst ein gläubig berz voll reu, Auch meines, nicht verachten. 4. Regiere nun auch künftig mich, Daß ich vorsichtig bandle, Und beilig, voll vertrau'n auf dich, Nach deinem willen wandle. Gieb, daß aus dank für deine huld, In liebe, glauben und geduld Ich dir auf erden lebe! Bis ich dereinst in deinem reich Verklärt, unsterblich, engeln gleich, Dich ewig frob erhebe. 94 Erste Abtheilung. Mel. jesu christ, mein's lebens: c. 202. Herr, eram matervollen 203. Hereiten Bu beines Mel. Machet auf! ruft uns die zc. err, du woll'st vordu willig, freuzesstamm, Beschwert mit unsrer fündenlast, Dich selbst für uns geopfert haft. 2. Hier fei'r ich deinen mittlertod; Hier nährst du mich mit himmelsbrod; Hier ist das unschätzbare gutb, Das du mir giebst, dein leib und blut. 3. O liebe, welcher keine gleicht! O wunder, das kein mensch erreicht! Mir unbegreiflich und doch wabr; Du sagst es, und dein wort ist klar. 4. O gott- mensch, hilf mir, daß ich ja Mit tiefster ehrfurcht dir mich nab! O berr, mein mund empfahe nicht Dein heilig mahl mir zum gerich!! 5. Hier deinen liebevollen tod Vertündigen, ist dein gebot. So preise denn mein ganzes herz Dich jetzt für deinen todesschmerz! 6. O wie so großen segen giebt Dein leib und blut dem, der dich liebt! Ihm ist's ein pfand der seligkeit, Ein siegel der gerechtigkeit. 8. Wie feurig du, mein jesu, liebst, Bezeugt dies pfand, das du mir giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich. Mich liebest du; ich liebe rich. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 7. Ach, wie so reich ergießet fich 204. Hier bin ich, jeſu, zu Hier meines gottes lieb' in mich! Hier schmeck' ich voll zufriedenheit Des besten vaters freundlichkeit. erfüllen, Was du in deiner leidensnacht, Nach deinem gnadenvollen willen, Zur pflicht und wohlthat mir gemacht. Verleib, zur übung dieser pflicht, Mir deines geistes kraft und licht. 9. Ja, herr, dich lieb ich unverrückt, Wenn sünde lockt, wenn kummer drückt, Verschmachtet leib und seele mir; doch lieb' ich dich und bleib in dir. mahles seligkeiten; Sey mitten unter ibnen, gott! Heil und leben zu empfaben, Laß mürdig sie zum beiland nahen Und sprich sie los von sünd' und tod! Sind sie schon nicht ganz rein, So sind sie, jesu dein, Und unsterblich! Laß, laß sie sebn In deinen böh'n, Von fern der überwinder lohn! 10. Herr, dieses beil'gen mables kraft Stärkt mich in meiner pilgerschaft, Den feinden treu zu widerstehn, Die mir nach meiner seele stehn. 11. Es steuert allem stolz und neid; Vermehret lieb' und einigkeit; Giebt trost, der nie das Herz verläßt; Und macht den guten vorsatz fest. 12. Nun, jesu, führ ihn selbst zur tbat, Und leite mich nach deinem rath; So bring' ich in gelaßner ruh Die tage meiner wallfahrt zu. 13. Und wenn du mich, du lebensfürst, Zur seligkeit einst führen wirst; So nehm ich wohl vollkommen theil An deinem uns erworbnen heil. 2. Nehmt und ess't zum ew'gen leben Das brod, das euch der herr will geben! Sein trost und friede sey mit leben Den felch des beils, auch euch euch! Nehmt und trinkt zum ew'gen gegeben! Ererbt, crerbt des mittlers reich! Wacht! eure seele sey Bis in weg ist schmal, Seyd in der zahl Der den tod getreu! Amen, amen! Der sieger, die der richter frönt. 2. Es werde mir für mein gewissen Dein mahl ein tröstlich unterpfand, Daß ich, der sündenschuld entriffen, Durch dich bei gott vergebung fand; So freuer meine secte sich In deinem heil, und lobet dich. liebe, Womit du unser heil bedacht; 3. Bewundernd denk ich an die Wie start sind deines mitleids triebe, Es mache, herr, dein todesschmerz Die dich bis an das kreuz gebracht! Jeßt neuen eindruck auf mein herz! 4. Laß mich mit ernst die sünde scheuen, Für welche du, erlöfer, starbst; Durch schnöden mißbrauch nie entwetben, Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur sicherheit Der trost, den mir dein tod verleibt. 5. Ich übergebe mich auf's neue, D du, mein herr und gott, an dich! Ich schwöre bir bestänt'ge treue Bet 19. Von heiligen Abenbmahl. deinem mahle feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn, Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor jemand schämen Der ehre, die man dir erweist; Mich nie zu einem schritt bequemen, Den mein gewissen sündlich beißt. O flöße mir den eifer ein, Wie du, herr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit ernst den nächsten lieben, Und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und sanftmuth üben, Aus wirklich christlichem gemüth; Stets eingedenk der schuldenlast, Tie mir, 8. Es stärfe sich in mir der glaube, Daß meine seele ewig lebt, Und daß einst aus des grabes staube Mich dein allmächt'ger ruf erhebt, Wenn du dich, großer lebensfürst, Den völkern sichtbar zeigen wirst. 95 geben. Nur soll ich dem, der für mich starb Und mir so großes heil erwarb, Von ganzem Herzen leben. 4. Ja herr, mein glück ist dein gebot: Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen tod Tie kraft zu diesem willen: Laß mich von nun an eifrig seyn, Mein ganzes leben dir zu weihn, Und deine huld zu preiſen. Laß mich den ernst der heiligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. 9. Im geist lieg' ich zu deinen süßen Mit dank und lob, gebet und flehn. Laß neue gnade auf mich fließen! Mein beiland, laß es doch geschehn, Daß mir, zur stärkung meiner treu, Dein abendmahl gesegnet sey. Mel. Es ist das heil uns kommen: c. oder: Lobsinget gott, und 2c. 206. Shein beil, Für deine berr, todesleiden. Hab' ich an ihren früchten theil, Was fehlt dann meinen freuden? Du wardst ein opfer auch für mich: O gieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge. 2. Du läsfest mich in deinem tod Das wahre leben finden, Erlösung aus der größten noth, Bergebung aller fünden, Gewissensrub', zur bess'rung kraft. Das hast du, berr, auch mir verschafft, Da du am freuze starbest. Mel. An wasserflüssen babylon 2c. 3. Dein abendmahl ist mir ein pfand 205. du an flärte mein ch komme, herr, und Von dieser großen güte. Wie viel haft gemüthe Zum gläubigen vertraun auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deiner gnade halte. und beladen. O mein erbarmer, würdge mich Des siegels deiner gnaden. Ich liege hier vor deinem thron, Sobn gottes und des menschen sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner sünden müh', Ich suche rub' und finde sie Im glauben der erlös'ten. 4. Ich fühle, herr, voll reu' und schmerz Cie last von meinen fünden. Laß mein vor dir gebeugtes herz Den großen troft empfinden, Daß du, aus gottes vaterbuld. Auch mir vergebung meiner schuld Auf buße bast erworben. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das beil der fünder, Hast ihre schulden abgethan, Und wir sind gottes 5. Der trost, den mir dein tod kinder. Ich denk' an deines leidens verschafft, Werd' ewig mir zum segen; macht, und an dein wort: es ist Er stärke mich mit neuer kraft Auf vollbracht! Du hast mir beil erwor- allen meinen wegen, Nur das zu ben. Für mich bast du dich dargestellt. thun was dir gefällt. Und alle furcht Mit sich versöhnte gott die welt, Da und lust der welt, Standhaft zu du für sie gestorben. überwinden! 6. Wie soll ich die barmherzigkeit, Die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu keiner zeit Undankbar mag vergessen: Daß ich aus ächter gegentreu Ganz deinem dienst ergeben 3. So freue dich, mein herz, in mir; Er tilget meine fünden, Und läßt, bet seinem mable bier, Mich gnad' um gnade finden; Er bört der reue sehnlich flehn, Will gern mich frei und glücklich seyn, Will mir die schulo ver- jev, Und dir zur ehre lebe. 96 7. Laß deines leidens großen zweck Mir stets vor augen stehen; Nimm alle hindernisse weg, Die ebne bayn zu gehen, Tie mir dein heilig vorbild weist, und die einst den erlösten geist Zu deiner freude fübret. 8. Zu meinem heile hast du dich Für mich dahin gegeben; Dein abendmahl erwecke mich, Mit ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, Und werd' ich einst der welt entrückt, So sey dein tod mein leben. Erste Abtheilung. Mel. Schmücke dich, o liebe seele 2c. 207.Gefu, freund der menschen- ganz empfinden. finder, Der du dich zum Von des Mel. Sollt' es gleich bisweilen: c. boven freuden zu den bangsten todes- 208. Jleben in den te für Pesus christus hat sein Zu In leiden Willig haft berabgelassen, Wer uns gegeben, uns vom tode zu befrein, fann dein erbarmen fassen? Tief ge- Uns zum himmel einzuweihn. rührt von solcher güte, Preist dich dankvoll mein gemüthe. 2. Daß wir niemals dess' vergessen, Giebt er uns sein mahl zu essen. Brod soll deines leib's, und wein Deines bluts gemeinschaft seyn. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, Was zum wahren wohl mich leitet; Licht, den weg des beils zu finden; Trost, bei dem gefühl der sünden; Kraft, der bess'rung nachzuiagen; Muth, des lebens last zu tragen; Und die Hoffnung beff'rer zeiten In dem reich der ewigkeiten. 3. Willst du diesem mahl dich nahen: Such' es würdig zu empfahen! D, in was für elend sinkt, Wer unwürdig ist und trinkt! 3. Ja, du willst mit deiner gnade Selbst mich auf des lebens pfade Zum genuß der seligkeiten, Die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten, Und zum erbtheil der erlösten, Zu des bimmels herrlichkeiten, Folg' ich dir nur, vollbereiten. 4. Nun, so sey der bund erneuet: Ganz sey dir mein herz geweihet; Täglich will ich mich bestreben, Nur nach deinem wort zu leben; Was du liebst, will ich auch lieben, Ernstlich mich im guten üben; Was du basseft, will ich hassen, Stets von dir mich letten lassen. 6. Hilf mir wider alles streiten, Was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten reiz zu sünden Hilf mir glücklich überwinden. Daß ich hier stets im gewissen Teinen frieden mag genießen, Und dereinst auch über'm grabe Theil an deinem segen babe. 7. D, wie will ich dich erheben, Wenn du mich im böbern leben Zu den freuden deiner frommen( Herr, ich hoff' es) lässest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, Dich aufs innigste zu ehren; Da, da werd' ich, frei von fünden, Teinen frieden 5. Doch, ich fühle meine schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, Ach, wie leicht ist das gebrochen! Schneller oft, als ich's versprochen. Darum stärk' in mir die triebe Dankbeflißner gegenliebe, Daß ich, bis ich einst ertalte, Treu dir sey und glauben halte. 4. Gott den vater sollst du preifen, Daß, die gnade zu beweisen, Selbst sein eingeborner starb, Und vergebung bir erwarb. 5. Glauben sollst du, und nicht wanken, Daß er ist das heil der kranken, Dich so hoch und treulich liebt, Seinen leib, sein blut dir giebt. 6. Auch der schwachen, auch der armen Will der heiland sich erbarmen. Sey bußfertig, fürchte nicht Dann sein heiliges gericht. 7. Er spricht selber: kommt ihr armen; Ich will eurer mich erbarmen. Starken ist der arzt nicht noth: Kranke nur rett' ich vom tod. 8. Könntest du dir was erwerben: Hätt' ich dürfen für dich sterben? Willst du selbst dir velren; dann Geht dich auch mein mahl nicht an. 9. Doch fühlst du, was du bekennest, Wenn du deinen herrn mich nenneft; Dann bist du geschickt und ich S.ärke durch mein maht auch dich. 19. Vom heiligen Abendmahl. 10. Gläubig mußt du dann dich üben, Deinen nächsten auch zu lieben Nimm dich seines elends an, Denn gott hat's an dir gethan! Mel. Herr jesu christ, mein's c. 209. S jeſu christe, gottes lamm, lieb' am freuzesstamm, Zur tilgung meiner fündenlast, Den schwersten tod erduldet hast. 3. Du bist der arzt, der seelen heilt, Der reuerfüllten trost ertheilt, Und zur rechtschaff'nen heiligkeit Den schwachen muth und kraft verleiht. 2. Ich komm zu deinem abend- den bängsten tod gegeben, Dir auf mahl, Gebeugt durch manchen sün- zeit und ewigkeiten Heil und wohldenfall; Doch meines herzens zuver- fahrt zu bereiten. sicht Steht, herr, zu dir, verwirf mich nicht! 2. Zum genusse seiner gnaden Wirst du von ihm eingeladen. Eil ihm demuthsvoll entgegen, Und nimm theil an seinem segen. Komm getrost, es ist sein wille; Komm und schöpf' aus seiner fülle Neuen muth und neue triebe Zur verehrung seiner liebe. 3. Herr, ich komme mit verlangen, Glaubensstärkung zu empfangen; Der du huldreich deinen frieden Sterbend auch mir haft beschieden. Hier fall' ich zu deinen füßen; Laß mich würdig noch genießen Deines mahls, der seelen speise, Mir zum heil und dir zum preise. 4. Darum, herr jesu! bitt ich dich, Von meinen fünden heile mich; Mach in mir das gewissen rein, Und laß mich ganz dein eigen seyn. 5. Erleuchte durch dein wort mein Herz, Und richt' es zu dir himmelwärts, Daß glaubensvoll und dankbarlich Ich deiner lieb' erinnre mich. 6. Gieb, daß ich's mir zum heile thu', Zur förd'rung meiner seclenruh', Zur stärkung in der heiligung Und wahrer lebensbesserung. 7. Tilg alle laster aus in mir; Mein Herz mit glaub und liebe zier Und was sonst ist von tugend mehr Das pflanz in mir zu deiner ehr'. 8. Gieb mir, was meiner feele nüßt Und mich vor dem verderben schüßt. Du bist mein heil: laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Du bist's, der in uns gutes schafft. Ach stärke mich dazu mit kraft, Damit ich glücklich welt und sünd', Im glauben an dich, überwind'. 10. Dein freue meine seele sich! Mein ganzes leben preise dich! Den guten vorsaß, den ich hier Erneure, mache fest in mir. 97 12. Bis du mich, o du lebensfürst, In deinen bimmel nehmen wirst, Daß ich da bei dir ewiglich In deiner güte freue mich. 11. Gieb, daß ich treu sey meiner pflicht, und mich nach deinem willen richt'; So bring ich christlich und in ruh Xuf erden meine tage zu. Granoel luth. Mel. Schmücke dich, o liebe seele zc. 210. Schide dich, erlöste ſeele, Gläubig, nach des berrn befeble, Seinen mittlerstod zu feiern, Deinen dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein leben In 4. O, wie sehnt sich mein gemüthe. Menschenfreund, nach deiner güte! Ewig währet deine treae, Und du: siehst mein herz voll reue. Ach, so wollst du meinen zähren Deine tröstung auch gewähren. Meiner sünden nicht gedenken, Und mir deinen frieden schenken! 5. Ja, ich boff' auf deine gnade, Daß sie mich der schuld entlade, Und mit neuer fraft, zum werke meiner du für uns starbest, Jedem, der gott heiligung, mich stärke. Was du, da sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges leben Wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, Ganz mich deinem dienste weißen, Nur nach deinem willen leben, Und dich dankbar froh erheben. Deine huld ist unermeßlich; Herr, sie sey mir unvergeßlich! Daß ich dich auf alle weise Herzlich lieb' und thätig preise. 7 98 Erste Abtheilung. 7. Ou, dem die verklärten schaa. nem tische nahn? Ja, mit neuem ernst ren, Die, wie ich, auch schwache will ich mich vor fünden scheun, und waren, Ewig dank und jubel singen, dich Durch ein dir geheiligt leben Mit Daß sie bier dein heil empfingen; Laß vermehrtem fleiß erheben. auch mich einst dahin kommen, Daß ich mich mit allen frommen Ewig deiner huld erfreue, Und dir meine jubel weihe. Rel. Jefu, deine tiefen Munden 2c. oller ehrfurcht, dank 211. Vol und freuden, Komm ich, berr, auf dein Gebot, Zu dem denkmal deiner leiden, Und gedenk' an deinen tod. Mittler, der du für mich starbst, Mir ein ewig beil erwarbst, Dir zur ehre stets zu leben. Sey mein eifrigstes bestreben. 2. Ich empfind es jeßt aufs neue, Was ich dir, herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer treue Ganz dich, mir zum dienste hin; Wiesest mir den weg zu gott, Und ertrugst den schwersten tod, Mir im leben und im sterben Sich're tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu gottes gnade Freier zutritt, und die kraft, Auf der tugend sel'gem pfade Fest einher zu gehn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir Durch dein nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem segen nehme Und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt ich, jesu, denn vergebens Diese deine huld empfahn? Nicht zur besf'rung meines lebens Mich zu deib. Nach dem heiligen Abendmahl. Mel. Gott sey gelobt und: c. 212. Hebu bast dein leben Für uns fünder hingegeben! Stärk' unsern glauben! deine himmelsspeise Heilige uns, dir zum preise! Du verföhner gottes! 5. Tiesen vorsag, den ich habe, Thätig dankbar dir zu seyn, Präg' thn, jesu, bis zum grabe Tief in meine feele ein. Gieb mir fraft, ibn zu vollziehn. Lehre mich mit vorsicht fliehn, Was ihn könnte bei mir schwächen, Was mich reizt, ihn gar zu brechen. 6. Laß mich über alles schätzen Dein mir theu'r erworbnes heil, Und nie aus den Augen seßen, Wie nur der daran bat theil, Der auf deine stimme hört, Mit gehorsam dich verehrt. Und in deinem dienst auf erden Immer besser sucht zu werden. 7. Geh' mir, wo ich bin und wandle, Immerført mit hülfe nach, Daß ich als ein christ stets handle; Und wird ja mein glaube schwach, so bilf mir liebreich auf, Daß ich in dem tugendlauf Nimmer wanke, nie ermüde. So erquicke mich dein friede. 8. Ewig will ich dir es danken, Daß du so barmherzig bist; Daß auch, wenn wir schwache wanken, Deine treu' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und fest, Daß sie mich auch nicht verläßt. Zu des himmels seligkeiten Wird sie mich gewiß auch leiten. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 213. N un habe dank für deine liebe, Odu, mein mittler, jesu christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß das gedächtniß deiner pein Mir immerdar geerr, sey gelobet, daß segnet seyn! 2. Und euch, ihr seines leibes glieder, Die jesu heil, wie mich, erfreut, Euch lieb' ich stets als seine brüder, Als erben seiner herrlichkeit. Wir haben einen herrn und gott: Uns tränkt und speis't ein wein, ein brod. 3. Hinfort soll weder spott noch leiden, Noch ehre, freud' und lust der welt, Mich, herr! von deiner liebe scheiden, Die selbst im tobe mich erbält. Du bist und bleibest ewig mein; Und ewig will ich dein auch seyn. 20. Von der christlichen Kirche. Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. oder: Lobsinget gott, und: c. 214. iesu! bir sey ewig dank Für deine treu" und gaben. Ach! laß durch diese speis' und trank Auch mich das leben baben; Denn du giebst mir des lebens brod: Mein wird dein leiden, blut und tod: Wie soll ich dir dank sagen? 2. O jesu christ! du kannst allein Mein Herz beständig laben. Nun bin ich dein, und du bist mein mit allen deinen gaben. Hier hab' ich, was ich haben soll; Dein gnadenbrunnen ist stets voll: Hier find' ich trost und leben. 3. Laß mich auch ewig seyn in dir, Laß dir allein mich leben, und bleib' du ewig auch in mir! Mein gott, du wollst mir gében, Daß ich, kraft die ser speis' und trank, Stark bleibe, wenn ich schwach und krank Die letzte prüfung dulde. Bekannte Melodie. 216. sich darein, Und laß es dich erbarmen, Wie wenig berzen sind noch dein! Entzieh' dich nicht uns armen. Dein theures wort hält man für spott; Empört sich wider dich, o gott! Will deinen Sohn nicht kennen. 2. Die anstalt, so die gnade traf, Von aller macht des bösen, Und aller wohlverdienten straf' Die menschen zu erlösen, Betrachtet man als ein gedicht, Und scheut und schämt sich endlich nicht, Es öffentlich zu sagen. 3. Man rühmt sich großer ehrlichfeit, Die erles denken übe, Ja glänzender rechtschaffenheit In warmer menschenliebe, Und zählt auf gnad' und huld bei gott, Auch ohne seines sohnes tod Und seines geistes gnade. 4. Gott sicht's, und spricht: bald kömmt die zeit, Daß ich dem frevel steure, Damit sich in der christenheit Kein heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden wahn mein wort mit starken waffen an und bleib' unüberwindlich. 99 Meinen jefum laß ich zc. 215. Tag, den mir der berr gemacht; Sev gesegnet, tag der freude! Du erhebst des kummers nacht, Und erquickest mich im leide. Heil und leben schenkst du mir: Gott, wie dank' ich dir dafür! 20) Von der christlichen Kirche. 2. Widerspenstig seinem ruf, Hab' ich meinen gott betrübet, Jhn, der mich zum glück erschuf, Und mich stets so treu geliebet: Ich verdiente straf' und tod, Den er frechen sündern droht. 3. Dennoch nimmt der güt'ge mich Wieder auf zu seinem kinde; Heut' vergißt er väterlich Seines zorns und meiner fünde; Giebt durch seiner boten hand Mir der gnade unterpfand. 4. Tag der wonne, heilig's mahl, Ewig will ich dein gedenken! Meines jesu todesqual, Soll mir trost im leiden schenken, Und mein leben soll allein Seinem dienst gewidmet seyn. 5. O herr, beschüß' uns, daß uns frevelnde In schlaue neße zieh', Nie unter uns sich flechte: Denn alle bosbeit wächst geschwind, Wo frecher spott erst kraft gewinnt; Sein gift ertödtet seelen. 6. Ja dämpfe seibst, du starker gott, Die dir die ehre rauben. O jesu christ, bei ihrem spott Stärk' träftig unsern glauben. beil'ger geist, verleib' uns gnad, Daß wir stets auf dem schmalen pfad, Von dir geleitet wandeln. Mel. Sey lob und ehr dem 2c. oder: herr jesu christ, du höchstes zc. 217. Die feinde deines kreuzes drohn, reich herr, zu verwüsten; Du aber, mittler, gottes sohn, Beschüßest deine christen. Dein thron bestehet ewiglich: Vergeblich wird sich wider dich Die ganze bölle waffnen. 2. Dein reich ist nicht von dieser welt, Kein werk von menschenkindern: Drum konnte keine macht der welt, Herr, seinen fortgang hindern. Dir können deine passer nie Dein erbe 7*. 100 Erste Abtheilung. rauben; selbst durch sie Wird es ver- der welt Sich schon grimmig stellt, größert werden. Uns doch schreckt er nicht, Er ist ja längst gericht't. Ein wort kann ihn schon fällen. 3. Weit woll'st du deine herrschaft noch In dieser welt verbreiten, Und unter dein so sanftes joch Die völfer alle letten! Vom aufgang bis zum niedergang Bring alle welt dir preis und dank, Und glaub an deinen namen. 4. Auch deine feinde, die dich schmäh'n, Die frevelnd sich empören, Laß deiner gnade wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen bimmel schau'n Und unerschüttert im vertraun, Auf deine zukunft warten. Bekannte Melodie. 5. Uns, deine christen, wollest du 219. Erhalt uns, herr, bei Fest in der wahrheit gründen. Daß wir durch sie heil, trost und rub' Für unsre seelen finden! Mach unsers glaubens uns gewiß; Vor irrthum und vor finsterniß Bewahr uns, weil wir leben! 6. Ein reines herz schaff in uns, herr, Ein herz nach deinem willen, Und lebre täglich williger Uns dein gebot erfüllen! Gehorsam deiner vorschrift sein, Und dann uns deiner gnade freu'n, Sey unser heil auf erden! 7. So wird dein volk dir untertban, Und lernt die fünde meiden, Und du führst es auf ebner bahn Zu deines reiches freuden: Und herrlich wird in dieser zeit, Noch herrlicher in ewigkeit. Dein großer name werden. 4. Das wort steht fest! die stolze welt Mag noch so heftig toben! Der herr mit uns! der starke beld! Der giebt uns sieg von oben. Tödten sie den leib, Nehmen kind und weib, Rauben gut und ehr'; Sie nehmen's! was ist's mehr? Uns muß der himmel bleiben. deinem aller feinde list und mord. Die jesum christum, deinen sohn, Vom throne frech zu stürzen droh'n. 2. Zeig' deine macht, berr jesu chrift! Der du herr aller herren bist: Beschirme deine christenheit, Daß sie dich lob' in ewigkeit. 3. Gieb, beil'ger geist, uns einen sinn, Nimm alle zwietracht von uns hin. Vor deines wortes licht und macht Entflieh des wahns und irrthums nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen seyn In aller noth; wir sind ja dein. Er halt' im glauben uns getreu; Mach uns nur von der sünde frei. Mel. Eine feste burg ist unser 2c. 5. Laß alle welt erkennen doch, Du, unser herr gott, lebest noch, Und stehst 218. Ein starker schutz ist unser bei deiner firche fest, Die sich allein auf dich verläßt. gott Auf ihn steht unser hoffen. Er hilft uns treu aus aller noth, So uns bat je betroffen. Satan, Mel. Es woll' uns gott gnädig zc. unser feind, Der mit ernst es meint, 220. Es wolle gott uns gnädig seyn, Und seinen segen Rüstet sich mit list, Troßt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein feind auf erden. 2. Nicht unsre macht ist's; die ihn fällt; Wir wären bald verloren: Es kämpft für uns der rechte held, Den uns gott selbst erkoren. Frägst du, wer er ist? Er heißt jesus christ, Der berr zebaoth. Er, unser herr und gott, Er muß den sieg behalten. 3. Und wenn die welt voll feinde wär, Und wollten uns verschlingen: So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Wennder fürst geben. Mit seines wortes Hellem schein Erleucht' er uns zum leben. Laß uns erkennen, unser gott, Dein großes werk auf erden; Laß jesu christi heil und tod Erkannt von allen werden, Und alle sich bekehren. 2. So danken dir und loben dich, gott, die völker alle! Und alle welt erfreuet sich, Und singt mit großem schalle, Daß du auf erden richter bist, Die sünd nicht läsfest walten, Und daß dein wort das mittel ist, Uns alle zu erhalten, Und uns zu dir zu führen. 20. Von der christlichen Kirche. 3. So danke, gott, und lobe dich Dein volk durch gute thaten. Es bringe frucht und beff're sich! Dein wort laß wohl gerathen. Der vater segn' uns und der sohn, Und der, so herrscht mit beiden! Es segn' uns gott von seinem thron; Tröst uns in allen leiden, Und Belf uns selig sterben. 3. Laß sie dein wort mit frommer achtung ebren; Denn es verkündigt bei. nes mundes Mel. Herzliebster jesu, was: c. oder: Ist auch ein gott?: c. erwiesen; Sey dafür inniglich Gelobet und gepriesen! O pflanz dein wort in uns, Daß es je mehr und mehr Recht 221. Las boch, o jesu, laß dein reiche früchte bring' Zu deines namens ehr! reich auf erden Unter den fündern ausgebreitet werden, Schenke noch ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen. 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu erkennen, Daß sie dich gläubig ihren heiland nennen; Gieb ihnen eifer, deinen guten willen Treu zu erfüllen. 5. Sey du ihr licht in ihren finsternissen; Heile selbst ihr verwundetes gewissen. Schlägt oft ein kummer ibre herzen nieder, Stärke sie wieder! 6. Schüße uns mächtig mitten unter bösen, Bis du von ihnen ganz wirst uns erlösen; wir zum umgang verklärten frommen Frohlockend kommen. 101 4. Ewig, o beiland, sey dein nam' erhoben; Ewig frohlockend müsse dich einst loben, du beschirmer deiner schwachen heerde, Himmel und erde. In voriger Melodie. 222. Schüße die deinen, die nach dir sich nennen, Und dich, o jesu, vor der welt bekennen. Laß deinen bänden, wie du selbst verheißen, Nichts ste entreißen. 2. Laß deine wahrheit rein verkünbigt werden; mach ihre siege herrlicher auf erden. Gieb muth und weisheit denen, die sie lehren, Dein reich zu mehren. Mel Mun danket alle gott: c. 223. Sehr groß, berr, ist die Die du an uns sterbliche vergebens Worte des lebens. unsern zeiten! Du kannst alleine mäch4. Steure, erbarmer! deiner feinde| tiglich Für unsre wohlfahrt streiten grimme; Warne die deinen vor des Nur du, herr! kannst es alleine. irrthums stimme; Lehre sie prüfen, daß fie falsche freuden Klüglich vermeiden. 2. Gieb unserm fürsten und aller obrigkeit Fried' und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbarkeit. Amen. 3. Du hast noch niemals, herr, dein wort gebrochen; Führe die deinen wie du selbst versprochen; Fübre sie endlich aus dem kampfbienieden Zum ew'gen frieden. 2. Im glanze deines lichts Laß uns hienieden wallen! Zu unserm wahren heil Und dir zum woblgefallen! Breit' deine lehre aus; Schüß deine christenbeit; Und fübr' uns allesammt Zum licht der ewigkeit! In bekannter Melodie. 224. Verleib uns frieden gnagnäMel. Ein' feste burg ist unser gott. 225. Wenn christus seine kirche mag hölle wüthen; Er, der zur rechten gottes sigt, Hat macht, ibr zu gebieten. Er ist mit hülfe nab; Wenn er gebeut, stebts da. Er schüßt, zu seinem rubm, Mit macht sein christenthum; Mag doch die bölle wüthen! 2. Gott siebt wohl fürsten auf dem thron Sich wider ihn empören, Die den gesalbien, seinen sohn, Den berrn der welt, nicht ehren. Von ihrer macht bethört, Durch wollust ganz verkehrt, Ist's christenthum ihr spott: Doch duldet sie noch gott, Ob sie sich gleich empören. 3. Der frevler mag die wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest am glauben. Gelobt Erste Abtheilung. 102 sey jesus christ! Wer bier sein jünger ist, Sein wort von berzen hält, Dem kann die ganze welt Die seligkeit nicht rauben. 4. Auf, christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drobn erschrecken! 21) Vom Bekannte Melodie. 226. Alle menschen müssen sterben, Ihre herrlichkeit verblüht. Und wer kann den himmel erben, Der zuvor den tod nicht sieht? Staub wird dieser leib von erde: Doch damit er himmlisch werde, Wird er einst von gott erneut, Und zieht an unsterblichkeit. Mel. Ich hab mein sach' gott 2c. 2. Darum will ich dieſes leben, 227. Dein sind wir, gott, in es gott beliebt, ihm zurücke geben, Ihm, der mir den himmel giebt. Hab' ich doch in jesu wunden Gnade, beil und rub gefunden, Und mein trost in todesnoth Ist des großen mittlers tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er und ich bin sein. Er er füllt, was er verheißen; Sein soll ich mich ewig freun. Ja mir soll's durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen; Freudenvoll vor ihm zu stehn, Seine berrlichkeit zu sehn. Er, welcher von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der herr, der höchste gott, Fält über sein gebot, Giebt uns geduld in noth, Und fraft und mutb im tod: Was will uns dann erschrecken. 4. Da, da ist das freudenleben, Wo viel tausend feelen schon, Mit des himmels glanz umgeben, Gott vor seinem höchsten thron Dank und preis und ehre bringen, Und mit allen engeln singen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der vater, sohn und geist! 5. Vaterland verklärter frommen, Heil, unsterblichkeit und rub, Was kein sterblicher vernommen, Gottes heil gewährest du! Freudenernten schenkt gott denen, die erst bier gesä't mit tbränen; Alle thränen trocknet er; Sünd' und elend sind nicht mehr. 6. Ich entbrenne von verlangen, Was ich glaub', im licht zu sehn, Jene krone zu empfangen; Bald erhböret gott mein flehn. Diese hütt' zerfall im staube! Ich, ich weiß, an wen ich glaube; mir ist sterben ein gewinn, Denn zum Vater geb' ich hin. Tode. 7. Welche tröstung, das zu wissen! Dieser großen boffnung voll, Zag' ich nicht in kümmernissen, Die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese leiden, Sie verwandeln sich in freuden, Wenn ich christlich sie ertrug, Bis gott spricht: es ist genug! hand steht unsre zeir. Eh zeiten waren, ward schon mir mein leben hier, Und auch sein ziel bestimmt von dir. 2. Ist dies erreicht, so schaue dann Erbarmend unsre seelen an! Hilf uns in unsrer letzten noth, Herr, unser gott: Ein sanfter schlaf werd' uns der tod! 3. Begleitet ihn der krankheit schmerz, So stärke das beklemmte herz. Selbst in der schmerzen größten wuth Gieb uns den muth, Der freudig denkt: gott machts doch gut! 4. Verleih' gelassenheit und ruh! In unsern herzen wohne du! Und laß mit freudigem vertrau'n. Und ohne grau'n, Auf unser nahes grab uns schau'n. 5. Sey von uns schwachen dann nicht fern! Zeig uns den himmel, geist des Herrn! Laß uns, wenn wir zum vater flebn, Getröstet sehn, Wie der uns liebt, zu dem wir gebn. 6. Ach, gnad' ergehe dann für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist auch der heiligste nicht rein. Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine gnade seyn. 7. O sey uns dann nicht fürchterlich! Erbarme, vater, unser dich! Wann unser auge sterbend bricht Leit' uns dein licht: So fehlt uns trost im tode nicht. 21. Vom Tode. Mel. Von gott will ich nicht lassen. 228. Der lette meiner tage Ist mir vielleicht nicht fern; O dann wird meine klage Ein lobgesang dem herrn! Vollbracht ist dann mein lauf: Sch trete zu dem throne, Und gott segt mir die krone Der überwinder auf. 2. Für seines reiches erben Hat jesus mich erklärt; Was fürcht' ich mich, zu sterben, Wie er mich sterben lehrt? Mir ist der tod gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, Entschwing ich mich der erde, Und geh zum bimmel bin. 3. Nicht mich, nur meine bürde, Verschließt die finstre gruft. Mich hebt zu höb'rer würde Mein vater, der micht ruft. Er ruft mich durch den tod: Der reißt die sündenglieder, Den trägen leib darnieder: Mich selbst führt er zu gott. 103 Mel. Befiehl du deine wege: c. oder: Balet will ich dir geben 2c. 229. Die auf der erde wallen, Die sterblichen, sind staub; Sie blühen auf und fallen, Tes todes sich'rer raub. Verborgen ist die stunde, Da gottes stimme ruft; Doch jede, jede stunde Bringt näher uns zur gruft. 2. Getrost gehn gottes finder Die schreckenvolle bahn, Zu der verstockte sünder Verzweiflungsvoll sich nab'n: Wo selbst der freche spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dir, seinem retter, Erzittert und verzagt. 3. Wann, diese babn zu gehen, Dein will' einst mir gebeut; Wann vor mir offen stehen Gericht und ewigkeit: Wann meine träfte beben Und wann mein Herz schon bricht: Herr über tod und leben! O dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, todes-überwinder! Hilf dem in solcher angst, Für den du, heil der sünder! Selbst mit dem tode rangst! Und wann des kampfes ende Gewaltiger ihn faßt, Nimm ihn in deine bände, Den du erlöset hast. 4. Ich, der gefahr entronnen, Geb' aus dem kampf bervor. Hoch über alle sonnen Hebt mich mein glaub' empor. Da tret ich in die reih'n Der engel, meiner brüder: In ibre hohen lieder Stimm' ich mit jauchzen ein. 5. Gott schaut von seinem throne Mit huld auf mich berab, Dem er in seinem sobne Tas recht der kindschaft gab. In seiner ewigkeit Wird er zu größern freuden Mich einstens sicher leiten, Wenn ich mich ihm geweiht. 6. Die leiber seiner frommen Sind saat, von gott gefä't: Die freudenzeit wird kommen, Da reif die ernte steht. Dann wird der erntetag Ein neues ew'ges leben Auch meinem staube geben, der tief im tode lag. 7. Mit dir steh' ich im bunde, Herr, meines lebens fürst, Der du mir einst die stunde Des todes senden wirst! Erhalt' mich stets bereit Im Mel. Wer nur den lieben Gott. glauben deiner frommen: Laß dann 230. Du, herr und vater meistunde kommen, Die mich und sie erfreut. die 8. Dann geb ich, frei von fummer, Des todes dunkle bahn; Mir bricht nach kurzem schlummer Ein ew'ger morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, Der lette meiner tage! Er komint, und meine klage Wird lobgefang dem Herrn. ner tage! Du weißt, daß ich, dein schwaches kind, Des todes keim in gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind: Drum gieb, daß ich zu jeder zeit Zu metnem tode sey bereit. 5. Des himmels hobe freuden Ermißt kein sterblich berz; O trost für kurze leiden Für kurzen todesschmerz! Dem fünden- überwinder Sey ewig preis und dank! Preis ihm, der für uns fünder Den kelch des todes trank. 6. Heil denen, die auf erden Sich schon dem himmel weih'n; Tie, aufgelös't zu werden, mit heil'ger furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, Wann gott, ihr gott, gebeut, Fließt dies ihr sterblich leben hin zur unsterblichkeit. 2. Daß du, o höchster, meinem leben Ein mir verborgnes ziel bestimmt Und daß die zeit, die mir 104 Erste Abtheilung. gegeben, Vielleicht gar bald ein ende bigen entzücken Laß meine seele sehn, nimmt; Das flöße mir die weisheit Wie im gericht für fünder, Du mit ein, Recht für mein beil besorgt zu dem tode rangst, Und wie du, überseyn. winder, Allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe siegsgedanke: Wo ist dein stachel, tod? Stärk' mich, daß ich nicht wanke In meiner todesnoth! So ist, obgleich ich sterde, Doch sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe! Dein wort sagt, daß ich's bin. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, Mein Herz von sünden abzuziehn, Mich von der weltlust zu entfernen. Und um den himmel zu bemühn: mache mich dazu geschickt, Eb' mich der tod der welt entrückt. 4. Nicht auf der erde, sondern droben Bei dir, gott, meiner feele theil, Ist mir das beste aufgehoben; Dort ist für mich vollkommes heil, Da, wo dies heil ist, sey mein herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Hier allen sünden abzusterben; 3u leben der gerechtigkeit, Um einst dein himmelreich zu erben, Dazu laß meine sterblichkeit Mir stets, mein gott, vor augen seyn, Und deine hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum heil geschehn; Doch, soll ich heute noch erblassen, So höre, vater, auf mein flehn! Sey, wann mein herz im tode bricht, mein trost und meine zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, Dir dessen eigenthum ich bin; Bist du, mein heiland, nur mein leben, So bleibt selbst sterben mein gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir! Sei nur mein trost, so g'nüget mir. 5. Du bist der herr des lebens, Sch aber bin ja dein: Kann denn dein blut vergebens für mich vergossen sein? Dir trauet meine seele, Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner seele, Der du die liebe bist. Mel. Befiehl du deine wege ic. oder: Valet will ich dir geben 2c. Mel. Mit fried' und freud' ich fahr': c. 232. Getrost und freudig geb ich hin! In gottes willen Ergeb' ich mich; er, deß ich bin, Wird erfüllen, Was er gnädig mir verhieß, Der tod ist mir ein schlummer. 2. Erbarmend sprach der herr zu mir: Dir ist vergeben! Mein heil, mein friede sey mit dir, Du sollst leben! Fürchte nichts; denn du bist mein, Ich habe dich erlöset. 3. Dies ist mein trost: ich bin erlöst Und gottes, erbe! Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, Wann ich sterbe. Dich mit deinen schrecken, tod, Werd' auch ich überwinden. 4. Er ist mein fels! auf ihn allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu seyn, Ihn zu schauen, 231. Gern will ich mich erge. Dürstet meine seele lang', Und dort ihn anzubeten. ben, Dich zu verlassen welt. Ich geh' zum bessern leben, Sobald es gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine seele liebte, Noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft, zur zeit der schmerzen, Uns voll erbarmen zu: Kommt her, beladne ruh'. Dihs wort aus deinem munde Laß, herre mich zu erfreun, In meiner legten stunde Mir geist und leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den kampf zu überstehn. Im gläu5. Im letzten schlummer soll too Mich nur entfleiden. Dann komm, o tag, bestimmt von gott, Tag der freuden!( sanz unsterblich, wonnevoll, Fall ich vor ihm dann nieder. Mel. Jesu, meine zuversicht: c. erzen, zu mir, und findet 233. mich, Denn des todes err, H schrecken nahen, Und das grab eröffnet sich, Meine glieder zu empfahen. Stärke mich mit deiner macht, Denn um mich wird alles nacht. 21. Vom Tode. 2. Lind're, wenn es dir gefällt, Meine leiden, meine schmerzen! Laß die freuden dieser welt Seyn verbannt aus meinem berzen; Steure jeden eitlen sinn, Daß der tod sey mein gewinn! 3. Tröste mich mit jesu tod, Tröste mich mit jesu wunden, Daß ich in der leßten noth, Daß ich in den letzten stunden, Wann mein mattes berze bricht, Standhaft gehe zum gericht. In voriger Melodie. 234. Here err, ich hab' aus deiner treu', Mir zum beil, noch zeit in händen. Gieb, daß ich beflissen sey, Sie auch weislich anzuwenden; Denn wer weiß, wie bald zur gruft Deiner vorsicht wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die mir zugezählten stunden! Wie ein traum sind sie dahin, Und auf ewig mir verschwunden; Nur der augenblick ist mein, Deß ich mich noch jetzt kann freun. 5. Dann laß ihn fröhlich auferstehn 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit Mich, Und mich dein gnädig antlig sehn. mein gott doch nie vergessen, Wie un- Gedenke nicht mehr meiner schuld schäßbar sey die zeit, Die du hier uns Gedenk an deine lieb' und huld: Das zugemessen: Wie, was hier von uns geschieht, Ew'ge folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh die zeit des heils verlaufen, Mir zur wohlfahrt, dir zum preis, Jede stunde auszukaufen, Die zu meiner seligkeit Deine gnade mir verleiht. 5. Deine schonende geduld, Trage mich hier nicht vergebens! Ach vergieb mir meine schuld, Daß so manchen theil des lebens Ich zu meiner seele wohl nicht gebraucht ſo, wie ich foll. 6. Laß besserung Für mein hauptgeschäfte achten, und nach meiner heiligung mit so treuem eifer trachten, Als erwartete noch heut Mich gericht und ewigkeit. 7. Deine gnade steh mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an tugendfrüchten sey, Und ich reif zum Himmel werde. Nahet dann mein ende sich, O so stärk' und tröste mich! 105 den tod des freuzes starbst, Und mir des vaters huld erwarbst; Ich bitt', kraft deiner todespein: Du wollst mir sünder gnädig seyn. 2. Wenn ich nun komm' in sterbensnoth, Und ringen werde mit dem tod; Wenn mir vergehet mein gesicht, Und meine ohren hören nicht; Wenn meine zunge nicht mehr spricht, Und mir vor angst das herze bricht; 3. Wenn mein verstand im dunkeln irrt, Und menschenhülfe kraftlos wird; So steh' im legten angstgeschrei Mir, berr! mit deiner gnade bei; Verkürze mir des todes qual, Und führ' mich aus dem jammerthal. 4. Laß deinen geist stets bei mir seyn, Und seinen trost mein herz erfreun, Bis sich die seel' vom leibe trennt: Dann nimm sie, herr! in deine bänd', Der leib rub' in der finstern gruft; Bis einst dein großer tag ibn ruft. Mel. Vater unser im himmelreich 2c. err jesu christ, mein 235. du erlitteft angst und spott, Für mich leben( berr! ich traue dir), Verheißt dein eignes wort selbst mir. 6. Vergieb mir nur, berr! meine schuld: Schent mir zum kampf muth und geduld, Mach meinen glauben stark und fest Wenn mich die ganze welt verläßt! Und bricht alsdann der tod herein, So laß ihn sanft und selig seyn. Mel. Dewigkeit, du donnerwort. 236.h bin ja berr, in bei ia ner Du hast mich an das licht gebracht, Du sorgest für mein leben. Du kennest meiner tage zahl, Weißt, wann aus diesem thränenthal Mein geist sich soll erheben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, herr des lebens, wohl. 2. Wer wird in meiner letzten pein Mich fünder trösten, mich erfreun, Mir muth und hoffnung geben? Wer nimmt sich meiner seele an, Wann ich von dem, was ich gethan, Gott rechenmich du es, o mein schaft soll geben? Wer ist, der alsdann heiland, nicht? 106 3. Mich dünkt, da lieg' ich schon; ich seh, Daß ich am finstern grabe steb', Mit todesangst umgeben: Der augen licht verdunkelt sich, Und finsterniß umhüllet mich; Ein traum ist dann mein leben. Dort schweigen meine sünden nicht; Sie fordern mich vor bein gericht. Erste Abtheilung. 4. Jch bör' bereits des richters ton, Ich sehe mich vor seinem thron, Das urtheil mir zu sprechen; Ich seh' vor seinem angesicht, Ich seh' in dem bellsten licht Die reihe der verbrechen, Die ich in dieser welt getban? Wer ist's, der mich nun retten kann? 5. Kein geld an arme rettet mich; Und weint' ich noch so bitterlich: Es kann mich nicht erlösen. Nein, jeder wird alsdann empfabn Nach dem, was er allhier gethan; Nichts schüßt als dann die bösen. Hier ist gott zum verzeihn bereit; Dann übet er gerechtigkeit. 6. Wie soll ich dann, o gott, bestehn, Wenn du in das gericht willst gehn, Und nach verdienst mir lohnest? Wie kann ich deiner straf entfliehn, Mich dir in deiner welt entzicbn, Wenn du nicht meiner schonest? Ach, herr, ach geb nicht ins gericht! Verwirf mich armen fünder nicht! 7. Voll reu und buße such ich dich. Errette, gott, bekebre mich, Uno tilge meine fünden. Gebeiligt sey dir meine zeit, Dein dienst seg meine feligkeit. Ach, laß mich gnade finden! Gieb, daß ich, meiner pflicht getreu! 3um tove stets bereitet sey. Mel. Vater unser im himmelreich 2. 2h füble, daß ich sterb. 237. Slich bin; Mein leben welkt, wie gras, dahin. Wer weiß, wie unerwartet bald Des höchsten ruf an mich erschallt: Mensch, kehre wieder in den staub! Wie leicht bin ich des todes raub! 2. Wenn man ins finstre grab mich senkt Und meiner bald nicht mehr gedenkt: So bleibt, was irdisch ist, zurück, Und hätte gleich der erde glück Mich bier beständig angelacht, Und glänzend vor der welt gemacht! 3. O thorheit! hätt' ich mich verfannt, Und nach der erbengüter tand, Nach großem überfluß gegeizt, Und von dem niedern stolz gereizt, Dem schnöden prunk der eitelkeit Mein herz und mein bemühn geweißt! 4. Wie viele nimmt dies blendwerk ein! Herr, laß es ferne von mir seyn. Ich übergebe ganz mich dir; Hier bin ich, es geschehe mir Nach deiner weisbeit besserm rath, Die nur mein heil zur absicht bat. 5. Der mensch, der oft ein stolzer thor, Schreibt findlich dir oft weisheit vor. Du liebst ihn mehr, als er sich liebt; Toch wenn ihm deine hand nicht giebt. Was seinem wabne glücklich scheint, So denkt sein herz, du seyst sein feind. 6. Der dich gemacht hat, sorgt für dich! Nicht auf die erde schränket sich Des höchsten große absicht sein: Du sollst, o mensch, unsterblich sein. Dies leben ist ein augenblick; Ein früblingstraum sein längstes glück. 7. Gedanke der unsterblichkeit! Du bebst uns über welt und zeit. Erfülle meine ganze brust, Wenn mich die lockung falscher lust Vom guten abzuführen strebt. Wohl dem, der hier der tugend lebt! 8. Die rosen um der laster baupt Verblüben, eb' ihr sclav es glaubt. Shr schändlicher genuß entweibt: Und dauert doch nur kurze zeit. Nur freuden, die der bimmel näbrt, Sind meiner ganzen sorge werth. Mel. Herr jesu chrift, mein's lebens. weiß, mein ende 238. Jabet fich; Mit je dem pulsschlag rückt die zeit, Die oft so ungenügt verstrich, Mich näher bin zur ewigkeit. 2. Herr, lebre mich der stunden werth, Die du mir zugezählt, verstehn; Laß keine, die mir noch gehört, Aus leichtsinn ungenüßt vergehn. 3. Und wann von dir geordnet, dann Die richterliche stund erscheint; So nimm dich meiner seclen an, Du, mein erlöser und mein freund. 4. Verleibe sterbensklugbeit mir! Von eitelkeiten abgewandt, Sey meine 21. Vom seele ganz bei dir, Der für mich starb und auferstand. 5. Mich stärk, ob auch mein herz erbebt, Das felsenfeste glaubenswort: Ich weiß, daß mein erlöser lebt; Sein bin ich ewig hier und dort. 6. Es sei mein berzlicher entschluß, Mein leben meiner pflicht zu weibn, Und bei zufriedenem genuß Mich dank bar gottes zu erfreun. 7. Mein ende komm früh oder spät, Wie es mein weiser vater schickt, In deffen band mein leben steht; Ich weiß, daß mir's mit jeſu glückt. Tode. 107 daß ich vielleicht Allbier noch zu leben babe? Denf, o mensch an deinen tod, Säume nicht, denn eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du bier erwirbst, Würden die dir menschen gaben, Werden dich dann nicht erfreun; Diese güter sind nicht dein. 4. Du, herr, erstand'st, so werd' auch ich nicht in dem grabe bleiben; Ja, deine auffabrt lehret mich Die todesfurcht vertreiben. Wo du bist, 3. Nur ein herz das gutes liebt; Nur ein rubiges gewissen. Das vor gott dir zeugniß gient, Wird dir deinen tod versüßen; Dieses berz von gott erneut, Giebt im tode freudigkeit. Mel. Wenn mein stündlein vorh,: c. str da, Von dieser welt zu scheiden: So sey mit deiner bülfe nab, Du treuster freund im leiden: Nimm du dich meiner seele an, Dir übergeb' ich sie alsdann O jesu, mein erlöser. 2. Sind meine sünden dann vor mir, Drückt ihre last mich nieder! So ist mein seufzen auch vor dir, Und du erbebst mich wieder. Ich denk' in meiner tiefen noth un deine liebe bis zum tod; Die, die wird mich erhalten. 6. Ueberwind ihn durch vertrau'n, Sprich: ich weiß, an wen ich gläube; Und ich weiß, ich werd' ihn schaun 3. Ich bin an deinem leib ein glied, Einst in diesem meinem leibe. Er, der Deß tröst' ich mich von berzen. Erbar- rief: es ist vollbracht, Nahm dem tode mer ver mich leiden siebt, Du linderst meine schmerzen. Und sterb' ich nun, so sterb ich dir, Ein ew'ges leben hast du mir Durch deinen tod erworben. seine macht. 4. Wenn in deiner letzten notb 239. um dich Dann wird über welt und tod Dich dies reine berz erbeben. Dann erschreckt dich kein gericht, Gott ist deine zuversicht. 5. Ueberlaß des todes zeit Gott allein, und bet' und wache, Caß er dich zur ewigkeit Fertiger im guten mache. Uebe dich, recht fromm zu seyn: Lerne, dich des todes freun. 7. Tritt im geist zum grab oft bin, Siebe dein gebein versenken; Sprich: berr, daß ich erde bin, Lehre du mich selbst bedenken, Daß ich täglich weiser sey, Bis zum tode dir getreu. Mel. Wer nur den lieben gott ze. da komm' ich auch hin, Daß ich bei dir 241. Mein gott! ich weiß wobl, ich bin stets leb' und bin. Ich gebe hin mit freuden. 5. Dein bin ich, dein in ewigkeit. Mich soll das grab nicht schrecken. Ich ruh; nach kurzer zwischenzeit Wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o gottessobn, Du menschenfreund, vor deinem tbron Mit freudenliedern danken. ein mensch, der bald vergeht: Und finde bier kein solches erbe, Das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein gott! ich weiß nicht, wann ich sterbe, Kein augenblick geht sicher hin; Wie bald zerbricht doch eine scherbe; Die blumen müssen bald verblübn. Drum mache du mich stets Mel. Jesu, meine zuversicht zc. 240. Meine lebenszeit ver- bereit Hier in der zeit zur ewigkeit. streicht, Stündlich 3. Mein gott! ich weiß nicht, wie ich eil' ich zu dem grabe; Und was ist's, sterbe, Die weil der tod viel wege hält. 108 Dem einen wird das scheiden herbe, fällt. Mel. Ich hab' mein fach' gott: c. ein leben steht in gottes Wenn Doch wie du willst; gieb nur dabei, 243. M hand; Er thu', was Daß ich wohl zubereitet sey. er mir heilsam fand; Er zäblte mir, so wie mein baar, Schon eb'ich war, Auch meine lebensstunden dar. Erste Abtheilung. 4. Mein gott! ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher sand mein grab bedeckt. Doch, wenn ich nur das heil ererbe, Daß mich dein wort zum leben weckt. So kann dies mir gleichgültig seyn, Die erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster vater! wann ich sterbe, So nimm du meinen geist zu dir. Denn, bin ich nur dein kind und erbe, Und hab' ich jesum nur bei mir; So gilt mir's gleich und gebt mir wohl, Wann, wie und wo ich sterben soll. 2. Ich nüte mit zufriedenheit Die tage meiner sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie gott! Doch müh' und noth Sind ihr gefolg', und dann der tod. Mel. Christus, der ist mein leben. 242. Mein jesus ist mein leben, Reißt schon der tod mich bin; Was sollt' ich ängstlich beben; Der tod ist mein gewinn. 4. Wer rüstet mich mit muth und kraft Auf's ende meiner pilgerschaft? Und wer beruhiget mich bier? Allein von dir, O herr, kommt muth und ruhe mir. 5. Du bringst mich, steh' ich nur 2. Wer an ihn glaubt, wird selig; bereit, Zum sichern glück der ewigkeit. Dies wort steht ewig fest; Die freuden Wo man des kurzen grams vergißt, sind unzählig, Die es mich hoffen läßt.| Wo mancher christ Schon froh vor3. Drum geh ich einst mit frieden Zu dir, o jesu christ! Von dir stets ungeschieden, Der du mein bruder bist. 4. Du kennest einen glauben, Und keine furcht noch pein Soll mir dies kleinod rauben; Ich bin und bleibe dein. 5. Durch ihn bin ich gereinigt, Durch ihn mit gott versöhnt, Durch ihn dir fest vereinigt Und bald mit preis gekrönt. 6. Wer kann dich g'nug erheben? Du hast, sohn gottes, dich Für uns dahin gegeben, Ünd, wohl mir! auch für mich. 8. 3u dir, herr, will ich fleben, So lang ich lallen kann; Du fannst mein inn'res sehen, Und nimmst auch seufzer an. 9. Du selber hilfst mir ringen Allmächtig hilfst du mir, Ins leben durchzudringen; Und dann bleib ich bei dir. 3. Die blume pranget und fällt ab; So blübt der mensch und sinkt ins grab. Nichtjugend schüßt, nicht stand noch geld; Nichts in der welt Ist, was ihn dafür sicher stellt. 10. O wohl mir! ich vollende Vielleicht bald meinen lauf, Und geb' in deine hände Den geist; du nimmst ihn auf. Mel. Herr jesu chrift, mein's 2c. 7. Geheilt ist nun mein schade. Im himmel ist mein theil. Otheure hohe 244. Ober du einst gestorben gnade! O unaussprechlich beil! bist, Nun ewig lebeft, jesus christ! Mein Herz erhebt sich ganz zu dir, Und ruft und schreit: sey gnädig mir! 2. Des lebens legte stunde naht; Mein leib und jedes glied ist matt Doch dich, der neu beleben kann, Bet' ich mit frohem glauben an. angegangen ist. 6. Frob werd' auch ich, wenn's dir gefällt, Ein bürger der vollkommnen welt. Den meinen fag' ich auf dein wort: Gott, unser bort, Vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den trost, o jesu! dank ich dir; Du brachtest ihn vom himmel mir. Du hast gefaget: ihr send mein, Auch ihr sollt seyn, Wo ich bin, und euch ewig freun. " 3. Dein wahres wort, herr, sey mein licht! Mein glauben an dich wanke nicht; Mein herz verlange nur nach dir; Und deine huld sey alles mir. 4. Und wann des grabes dunkle nacht dem schwachen herzen bange macht; 21. Vom Tode. 109 So rufe du dem herzen zu: Ich lebe,| mehr, als wir, hat er auf der erd' geleben sollst auch du! litten. Laß uns gläubig auf ibn sehn, Und durch ihn im kampf bestehn. 5. Mein trost sey, wann der tod mir dräut, Unsterblichkeit! unsterblichkeit! Wer an dich glaubt, der stirbet nicht; Ihn schreckt kein grab und kein gericht. 6. Der erde schnell vergänglich's glück, Und allen schmerz laß ich zurück; Dring ewig frei von aller noth, Ins freudenleben durch den tod. 7. Der gott, der mich so zärtlich liebt, Der vater, der so gern vergiebt, Vergiebt nach seiner großen huld, Mir die mit ernst bereu'te schuld. 8. Herr! viel vergebung ist bei dir. Ja, du vergiebst, herr jesu, mir; Verzagen müßt' ich ohne dich, Du aber, jesus, tröstest mich. 9. Für mich vergosfest du dein blut; Was ich verdorben, machst du gut; Von jeder sünde machst du rein; Vom tode kannst du mich befrei'n. 10. Ich werfe mich in deinen schooß, Herr! Herr! denn deine huld ist groß: Du nimmst gebeugte fünder an, Und hilfst, wo niemand helfen kann. 11. Mich leitet deine treue hand Mel. Wachet auf, ruft uns 20. Sanft bin ins behre vaterland. Ich 216. Selig find des himmels erben, todten, sterb', um, heiland, dich zu sehn; Ich sterd', um herrlich aufzustehn. die im herren sterben, Zur auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Des todesschlummers augenblicken folgt entzücken, Folgt wonne der unsterblichkeit! Im frieden ruhen sie, Los von der erde müh! Gelobt seg gott! Vor seinem thron, Zu seinem sohn, Begleitet ihre tugend sie. 12. 3u frommen seelen eil' ich bin, Wenn ich dir ganz ergeben bin. Und wen mir früh der tod geraubt, Den find' ich, hat er dir geglaubt. 13. O frohe aussicht, nahes ziel! Wie warten mein der freuden viel! Wie selig bin ich, wenn mein geist Sich dieser hütte bald entreißt. 4. Was ist diese lebenszeit? Ach! nur eine kurze stunde, Gegen jene ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese stunde, Die gott noch verkürzen kann, Unser ew'ges schicksal an. 5. Gieb uns weisheit, herr, und kraft, Diese stunde wohl zu nüßen; Und beim schluß der pilgrimschaft Wollest du uns unterstützen, Daß wir freudig aufdich sehn, Und getroft zum todegehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, Daß du uns wirst auferwecken: Diese kraft der bessern welt Laß uns, wann wir sterben, schmecken! Flöß' uns muth und ruhe ein, Selbst im tode froh zu seyn. 7. Wenn wir, um auch einst zu rubn, Zu den todten gottes geben: Woll'st du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre todesnacht Riefst du einst: es ist vollbracht! Eigene Melodie. Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. Selig, gott! find die, 247. Was sorgit du ängstlich für dein leben? Es gott gelassen übergeben, Ist wahre ruh' und deine pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßen, Es dankbar, als ein glück, besigen, Verlieren, als verlörst du's nicht. 245. die nun Schon im friedenvollen grabe Von des lebens arbeit rub'n, und sich deiner größten gabe, Eines ew'gen lebens freun. Möchten wir es auch schon seyn. 2. Doch du willst's; wir leben noch Mühsam bier in pilgerhütten. Alle trugen einst dies joch, Die des lebens fron' erstritten. Endlich aber führt der tod Uns auch hin zu dir, o gott! 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in pilgerhütten. Noch unendlich 2. Der tod soll nicht dein herz erschrecken; Doch, dich zur weisheit zu erwecken, Soll er dir stets vor augen seyn. Er soll den wunsch zu leben mindern; Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Vielmehr die kraft dázu verleihn. 110 3. Ermattest du in deinen pflichten: Mel. Wenn mein stündlein sc. So laß den tod dich unterrichten, 248.Mann einst mein sterbend Wie wenig deiner tage auge legter hauch verschwindet, Mein leib erstarrt, und selbst es nicht, Daß er entschläft, empfindet; Wann um mich, den entschlummernden, Gott, alle meine lieben stehn, Und traurig zu dir weinen: Erste Abtheilung. sollt' ich pflichten wohl verschieben? Nein, meine zeit, sie auszuüben, Ist kurz und sie verfliegt geschwind. 4. Dent' an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ibre liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben, und könnt' ich auch die welt ererben, Beging' ich doch solch übel nie. 5. Denk' an den tod, wenn ruhm und ehren, Wenn deine schätze sich vermehren, Daß du sie nicht so heftig liebst. Dent' an die eitelkeit der erden, Daß, wann sie dir entrissen werden, Du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Denk an den tod bei froben tagen. Kann deine lust sein bild vertragen; So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein vergnügen zu versüßen: Welch glück werd' ich erst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll. 2. Dann, vater, nimm ihn auf, den geist, Der freudig zu dir fliehet, Der dankbar deine gute preist, Daß er den tod nicht siebet: Und tröste die betrübt um mich Mit thränen klagen; laß sie sich Mehr meiner wonne freuen! 9. Denk an den tod, wenn freche rotten glaubens und der spotten, Und lasterstolz ihr haupt er höhn. Sprich bei dir selbst: gott trägt die spötter; Doch endlich ist für sie kein retter, Wenn sie nicht hier noch in sich gehn. 10. So suche dir in allen fällen Den tod oft lebhaft vorzustellen, So wirst du ihn nicht zitternd scheun: Dann wird er dir ein trost im klagen, Ein weiser freund in guten tagen, Ein schild in der versuchung seyn. 3. Mein hingefall'ner leib bl hier, Ibn wird das grab verschließen. Wohl mir! das grab wird dennoch dir Ihn wieder geben müssen. Du kommst! erwecker! deiner macht, Die ibn aus nichts hervorgebracht, Kann auch aus staub ihn bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß int tod Mein leib zu staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da ibn gott Vom tode wieder fodert? O hoffnung, daß nach kurzer rub' Mein leib erwacht, wie groß bist du, Und welch' ein trost im tode! 7. Denk' an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wornach die reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in christo sterbe, Dann ist ein unbefleck- 5. Des todes schmerzen, gott, will tes erbe, Dann ist des himmels reich- ich, Wann er nun kommt, nicht ach thum mein. 8. Dent' an den tod, wenn leiden kommen; Sprich: alle trübsal eines frommen Ist zeitlich und durch hoffnung leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen; Er ist's, der mir die krone reicht. ten; Mit glaubensvollem blick auf dich Nach meinem ziele trachten, Und mich dem tode freudig nabn. Mein himmlisch kleinod zu empfah'n, Das jesus mir erworben. In eigner Melodie. oder: Wer nur den lieben gott 2c. 249. Wer weiß, wie nahe mit gebt bin; es kommt der tod. Ach, wie geschwind ach, wie behende Kann kommen meine todesnoth! Mein gott, ich bitt durch christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, Uls es am frühen morgen war; So lang' ich lebe auf der erden, Leb' ich in steter tod'sgefahr Mein gottic. 3. Herr! lehr mich stets aus ende denken, Und laß mich, eh' ich sterben 21. Vom Tode. muß, Das beil der seele wohl bedenken, Ja nicht verschieben meine buß'. Mein gott 2c. 4. Laß mich doch bald mein haus bestellen, Daß ich bereit sey für und für, Und sagen könn' in allen fällen: Herr! wie du willst, so schick's mit mir. Mein gott 2c. 5. Gieb mir ein brünstiges verlangen Nach deinem himmel; laß, o gott, Mich fest an meinem beiland hanMel. Ermuntre dich, mein schwacher: c. gen: So überwind ich leicht den tod. 251. Wie ungewiß ist, berr! Mein gott 2c. 6. Ach, vater deck' all meine sünden Mit dem verdienste christi zu, Damit ich hier vergebung finde, Und dort bei dir vollkommne ruh. Mein gott 2c. Der wallfabrt auf der erde? Cb ich noch wenig oder viel An tagen zählen werde, Das weiß ich nicht; du weist's allein. Ich kann vielleicht der nächste seyn, Bom abgekürzten leben Ein beispiel abzugeben. 7. Nichts ist's, das mich von jesu scheide, Nichts, es sey leben oder tod; Er bleibt im leiden meine freude, Mein schuß, mein alles in der noth, Mein gott 2c. 2. Befret mich, gott! von wayn und dunst, Von irdischen beschwerden, Und lebre mich die große kunst, Bet gräbern flug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, Wie viel von seinem tod abhängt, Und der dazu in zeiten Sein berz sucht zu bereiten. 8. So komm mein end' heut oder morgen: Ich weiß, daß mir's mit iesu glückt. Er ist's, der mich in allen sorgen, Er ist's, der mich im tod erquickt. Drum glaub ich fest: durch christi blut Macht's gott mit meinem ende gut. 111 um sein lager weinen, Ermahnt und tröstet sie; Und seiner treue wegen, Erfüllt gott seine segen, Und weichet auch von diesen nie. 6. Bott! laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dies glück erwirbt: Damit ich, als ein erbe Der seligkeit, auch sterbe So freudig, wie ein frommer stirbt. 3. Hilf, daß aufs vorgesteckte ziel Mein auge stets sich kehre, Daß nicht der weltlust eitles spiel Mein schwaches herz bettöre. Und sieht dein auge, daß mein schritt noch nicht den rechten weg betritt, So wollst du, herr! in Mel. In allen meinen thaten 2c. 250. Wie fanft sehn wir den zeifen Auf solchen weg mich leiten. bald der erd' entnommen, Sich seinem ziele nahn! Wo sich des lebens freuden Vom frechen fünder scheiden, Da gehn des christen freuden an. 4. Daß ich mich vor der kalten hand Des todes nicht entfärbe: So mache mich mit ihm bekannt Vorher noch eb ich sterbe. Laß mir sein bild vor augen seyn, Damit ich lerne sünden scheun, Die das gewissen schrecken, Und todesfurcht erwecken. 2. Er freut sich auf sein ende, Und hebt voll dank die hände Zu seinem vater auf. Gesichert vor verderben, Kann er nun fröhlich sterben. Nach einem wohl vollbrachten lauf. 3. Sein rubiges gewissen Bebt nicht vor finsternissen Der bahn, die er nicht kennt. Die schreckensvollen pfade Erleuchtet ihm die gnade Des gottes, den er vater nennt. 4. Kein angstgeschrei mit thränen, Kein unruhvolles stöhnen Quält sein gelaßnes herz. Es ist zu gott erhoben, Empfängt den trost von oben, und fried' und freude in dem schmerz. 5. Er segnet froß die seinen, Die 5. Gieb, daß ich dich mit frohent muth, Als meinen gott betrachte; Hingegen freude, glück und gut, nicht als mein eigen achte: So wird mein tod mir angenehm, Ein schlaf mir seyn, und nichts von dem, Was du mir bier verliehen, Mein berz zur erde ziehen. 6. Laß des erlösers berrlichkeit Mit hoffnung mich erquicken, Und mitten in der dunkelheit Mich diefen trost erblicken. Dann nimm, herr! nach vollbrachtem lauf, Den geist aus dieser bütte auf, Die einst im reich der deinen Wird neugebaut erscheinen. 112 Erste Mel. Wie schön leuchtet der 2r. 252. Wie wird mir dann, mein heiland, seyn, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde! Alsdann werd' ich auch ganz befreit Von sünde und von sterblichkeit, Entflieben dieser erbe. Freu' dich Innig, meine seele, Und erwähle, Schon hienieden, Was dir dient zum ew'gen frieden. 2. Besiege denn des todes graun, Mein geist, er ist ein weg zum schaun In jenem bessern leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich! Zum allerheiligsten wird dich Der herr dadurch erheben. Hier wird Dein birt, Nach den thränen, Nach dem sehnen, Dich erlösten, Völlig und auf immer trösten. 3. Herr, berr! ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn nun mein auge bricht, zu deinen todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre macht, Eh' ich dies flehen noch vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Mach mich Fertig! Ich befehle Meine seele Deinen bänden; Laß mich meinen lauf gut enden. 4. Vielleicht sind meiner tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die krone schimmert. Bin ich von meinem ziel noch weit; So sey mein leben dir geweibt, Bis einst mein leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir Ganz mein leben Zu ergeben, Daß ich droben Dich ohn' ende könne loben. 5. Wie wird mir dann mein heiland seyn, Wann ich mich deiner ganz erfreun, Dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von sünd' und leid, Ein mitAbtheilung. genoß der herrlichkeit, Nicht mehr ein mensch von erde. Preis dir! Daß mir Durch dein leiden Jene freuden Offen stehen; Ewig will ich dich erhöhen. Mel. Mitten wir im liben sind 2c. 253. Mir, der erbe pilger, sind mit umfangen. Ach wer nimmt sich unser an, Daß wir gnad' erlangen? Das thust du, herr, alleine. Es reut uns unsre missethat, Die dich, herr, erzűrnet bat. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Laß uns gnade finden, Mach uns recht zum tod bereit; Erbarm dich unser! 2. Bei dem sterben werden uns Unsre sünden schrecken; Ach! wer wird, wer wird uns dann Vor'm gerichte decken? Das thust du, herr, alleine. Denn wegen unsers heilands tod Finden wir nun gnad' bei gott. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Sey von uns nicht ferne In der allerleßten noth! Erbarm dich unser! 3. Ach, wann uns in dieser angst Unsre sünden treiben: Wo, wo fliehen wir dann hin, Daß wir sicher bleiben? zu dir allein, versöhner! Vergossen ist dein heilig's blut, Das g'nug für die fünde thut. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger barmHerziger tröster! Du ewiger gott! Hilf uns überwinden Durch des rechten glaubens kraft; Erbarm dich unser! 22) Von der Auferstehung der Todten. Mel. Was gott thut, das ist 2c. melreich Ich ewig werde leben, Mit herrlichkeit umgeben. S zeit, Da werd auf- 3. Der du die auferstehung bist, 254. h freue mich ber frohen erstehen. Dann werd' ich in der herrlichkeit Dich, gott mein heilano sehen. Dann werd' auch ich, herr! durch dich, Vereint mit allen frommen, Zur ew'gen ruhe kommen. Du bist's, auf den ich traue; Ich weiß, daß ich durch dich, berr christ, Einst auferweckt, dich schaue. Auch werd' ich nicht Vor dein gericht, Wie die, die dich verschmähten, Mit angst und schrecken treten. 2. Ja, berr, du führst sie einst heran, Die stunde der erlösung; Die stunde, da ich hoffen kann Trost, freiheit und genesung! Da engeln gleich, Sm him4. Ich hoffe dann mit freudigkeit Vor dir, mein haupt zu stehen, Und mit dir in die herrlichkeit Frohlockend 22. Von der Auferstehung der Todten. einzugehen. O hilf mir doch Ans gnaden noch Zum glück der ewigkeiten Mich würdig zu bereiten. Mel, Christus, der ist mein leben 2c. geb' ohne beben 255. zu meinem tobe bin; Denn christus ist mein leben und sterben mein gewinn. 2. Ich scheue nicht die schrecken Der freudenleeren gruft; Der wird mich auferwecken, Der mich zum grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, Auch heute schon mein gott; So geb' ich hin mit freuden, und sterb' auf fein gebot. 4. Ich hoff' ein beğres leben, Das nimmermehr verfließt. Ein leib wird mich umgeben, Der ewig herrlich ist. 5. Tann eil' ich dir entgegen, Mein triumphirend haupt! Und seh' entzückt den segen Des heils, das ich geglaubt. In bekannter Melodie. Resus, meine zuversicht, 113 6. Dann werd' ich in hellem licht Seine große lieb' erkennen; Und wie freudig werd' ich nicht Ihn dann meinen retter nennen, Wann er von der sterblichkeit Nun auf ewig mich befreit. 10. Laß uns nur den geist erheb'n Von den lüsten dieser erden, Und uns 256. Denn wer schon bier dem ergeb'n, Dem wir seiner sich will freun, Muß hier rein und beilig seyn. 3. Ich bin durch des glaubens band 3u genau mit ihm verbunden. Er, der auch den tod empfand, hat für mich auch überwunden. Er erstand! und einst erwacht Auch mein leib durch seine macht. Fleisch und blut kann gott nicht ſehen. Irdisch wird mein leib gesä't, Himmlisch wird er auferstehen. Erst verweset mein gebein; Dann wird's unverweslich seyn. 8. Seyd getrost und bocherfreut! Jesus kennt uns, seine glieder. Christen, wehrt der traurigkeit! Sterbt verlassen wir die gruft, Wann uns ihr, jesus ruft euch wieder. Dann gott aus solcher ruft. 9. Wo ist dein triumph, o tod? Nimm den staub hin; obne grauen Folgen wir, wir werden gott Und auch unsern fesum schauen. Dann wird schwachbeit und verdruß Liegen unter unserm fuß. ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht Sich mein Herz zufrieden geben, Was die lange grabesnacht mir auch für gedanken macht? Mel. Wenn mein stündlein: c. 2. Jeſus, mein erlöſer lebt, Und 257. Mein beiland lebt; er macht ich kann ihm sicher trauen, Daß er mich zu sich erhebt: Warum sollte mir denn grauen? Läsfet auch dies haupt ein glied, Das es einst nicht nach sich zieht? 4. Ich bin staub und muß daber Wiederum zu staube werden. Dieses weiß ich, aber er Weckt mich wieder aus der erden, Daß ich in der herrlichkeit Bei ihm sey in ewigkeit. 5. Da wird mich, statt dieser haut, Ein verklärter leib umgeben, Für die neue welt gebaut, Und geschickt zum bessern leben; Und in diesem leib seh' ich meinen jesum ewiglich. Evangel. luth. todes ganz bezwungen, Und siegreich aus des grabes nacht Zu gott sich aufgeschwungen. Er ist mein haupt; sein sieg ist mein. Sein soll mein ganzes leben sein, Und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein wort bält, Den tod, o jesu! schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, Selbst bet der gräber graun. Ich bin getrost und unverzagt, Weil du den deinen zugesagt: Ich leb' und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein leib des todes raub, Er wird doch wieder leben, Und einst aus der verwesung staub sich neugebild't erheben, Wenn du, o großer lebensfürst, Einst deinen todten rufen wirst, Zum leben aufzuwachen. 4. Wie froh und berrlich werd' ich dann Vor dir, mein beiland, stehen! 3 Erste Abtheilung. 114 Dann nimmst du mich mit ehren an; Läff'st in dein reich mich geben. Forthin von keiner last beschwert, Hingegen berrlich ganz verklärt. Leb' ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein sel'ges theil ist mir In jener welt bereitet! Der freuden fülle ist bei dir. Von dir, o herr, geleitet, Werd' ich in deinem himmelreich Unsterblich, deinen engeln gleich, Vollkommne lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, Die hier dir folgen, leben, Und Mel. Wer nur den lieben gott zc. oder: du weiser schöpfer 2c. ewig frei von schmerz und müb, Bon 259. Warum erhebst du, meine Bei dem gedanherrlichkeit. I was sind leiden dieser zeit. Herr, gegen jene freuden. 7. Laß die zukünft'ge berrlichkeit Mir stets vor augen schweben, Und oft in dieser prüfungszeit Mein berz dahin erheben, Wo keine schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der sterblichkeit entrückt, Froblockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, Und als ein christ, auch dir zum preis, Nach deinem wort zu leben. Und fühl ich hier noch noth und schmerz. So tröste felbst damit mein herz: Es kommt ein beßres leben. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc, 258. Machet auf, ruft einst die stimme, Des sobnes gottes allmachtsstimme; Verlaßt, ihr todten, eure gruft! Wachet auf, erlös'te sünder! Versammelt euch, ihr gottestinder! Der welten herr ist's, der euch ruft. Des todes stille nacht ist nun vorbei, erwacht, Und lobt den berrn! Macht euch bereit Zur ewigkeit Sein tag, sein großer tag ist da! 2. Erd' und meer und Hölle beben, Die frommen stehen auf zum leben, Zum neuen leben stehn sie auf! Ihr versöhner kommt voll klarheit, Vor ihm ist gnade, treu' und wahrheit, Des glaubens lohn krönt thren lauf Licht ist um deinen thron Und leben, gottes Preis dir, 3. Ew'ges lob sey dir gesungen! Wir sind zum leben durchgedrungen! Am ziel sind wir beim großen lobn. Christus strömt der freuden fülle Auf uns, wir schaun ihn ohne bülle, Jhn, unsern freund und gottessohn. Kein auge sabe sie, Dem ohr erscholl sie nie, Diese wonne. In ewigkeit Sey dir geweibt, Herr! unser dank und lob und preis! löser! dir, Dir folgen wir zu deines vaters herrlichkeit. ken an das grab? Nicht dich umschließt einst seine höble; Nur deine bütte sinkt hinab. Sie schuf der allmacht wink aus staub; Drum wird sie der verwesung raub. 2. Du, zur unsterblichkeit erlesen, Schwingst dich empor du gottes licht, Und schaust den ursprung aller wesen Von angesicht zu angesicht; Bewunderst deines gottes macht In jener welten bau und pracht. 3. Dann, seele, wirst du das verstehen, Was hier kein weiser mund erklärt: Was bier vollkommen einzusehen, Des wissens trieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich wahn und irrthum nicht, und selbst die finsterniß wird licht. 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, Den hier allein der glaube sieht; Den, der dich ewig zu beglücken, Für deine sünd' am kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein wahn, kein spott Dich hier getrennt von deinem gott. 5. Wann nun der tag des Herrn erscheinet, Verläßt dein leib der gräber ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet, Wird er unsterblich, so wie du. seele, zittre darum nicht, Daß deiner hütte bau zerbricht! Mel. Befiehl du deine wege: 0. oder: Valet will ich dir geben zc. 260. Wenn einst in meinene grabe todes stille nacht Ich durchgeschlummert babe, So weckt mich jesu macht, Giebt Messen 23. Vom jüngsten Gericht. 115 diesem leib aus staube Des bimmels steben, Die in dem keime war. Es berrlichkeit. Otrost! den mir der glaube An gottes wort verleiht! wächset jede blume Aus ihrer saat bervor: Zu seiner allmacht ruhme Steht sie in neuem flor. 2. Es soll mir diesen glauben, Der fest, als felsen rubt, Kein spötter jemals rauben, Kein feind, kein zweifelmuth. Es mag der unchrist beben, Sinft er in tod und gruft: Ich kenn' ein neues leben, Wozu mich jesus ruft. 6. Kann gott denn nicht auch machen, Daß einst aus tod und gruft Die glieder neu erwachen, Wann seine stimme ruft? Es werden diese glieder, Wie saamen ausgefä't Gott will: ste leben wieder; Der neue leib entsteht. 3. Den beiden hier auferden Wardieser trost verdeckt, Daß wir dereinstens werden Aus tod und grab erweckt. Sie, die das licht nicht hatten, Das uns der tag gebracht, Umgaben todesschatten Und furcht der grabesnacht. 7. Ich frag' nicht nach dem spotte Verwegner zweifeler, Und weiß von meinem gotte: Er ist des todes herr. Daß tode leben sollen, Ruht ganz in seiner macht; Und sollt er nicht auch wollen, Daß einst mein leib erwacht? 4. Des spötters fühnes lachen Beschimpft ihn selber nur. Es sind gar leichte sachen Dem schöpfer der natur, Den leib neu zu beleben, Den er aus staub erschuf; Ihm klarheit auch zu geben Durch seiner allmacht ruf. 8. Die aus des grabes banden Gott eb'mals schon erweckt, Und jeſum, der erstanden, Da er den tod geschmeckt, Betrachtet unser glaube, Und siegreich 5. Aus saamen, den wir säen, Läßt rühmet er: Auch uns weckt aus dem gott ja alle jahr Die neue frucht entstaube Zum leben einst der herr. 23) Vom jüngsten Gericht. Rel. O ewigkeit, du donnerwort. du 261. Erhöhter jeju, gottes sobn! der himmelthron, Als herrscher, eingenommen, Du wirst dereinst zu rechter zeit In großer kraft und herrlichkeit Vom himmel wieder kommen. Gieb, daß dann froh und mit vertraun Dich, herr! auch meine augen schaun. 2. Hier faßt kein sterblicher die pracht, Die deinen tag einst herrlich macht; Wie groß wirst du dich zeigen, Wann du auf lichten wolken einst mit deiner engel heer erscheinst, Die selbst sich vor dir beugen: Dann sieht die welt die majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. bösen schmach und pein, Den frommen aber fübrst du ein In das verheißne leben. Dann zeigt die that, christ, Daß du der erden richter bist. berr 5. O gieb, wann dieser tag erscheint, Daß ich in dir dann meinen freund Und treuen beiland finde; Daß ich mit freuden vor dir steh, Und mit dir in den himmel geh Ganz frei von aller sünde! Wie wird dein anblick mich erfreun! Wie werd' ich dann so selig seyn! 6. Dein name sey mir ewig werth, Und was dein wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze himmel preist, Dich müsse bier auch schon mein geist Aus allen Fräften lieben: So schreckt mich deine zukunft nicht, So hab' ich muth auch im gericht. 3. Dann tönt dein ruf in jedes grab Mit allmachtsvoller kraft hinab, Und schafft ein neues leben. Auf deinen wink muß erd' und meer Das große unzählbare beer Der todten wieder| Mel. Es ist gewißlich an der zeit. geben. Sie stehn durch dich, berr! neu 262. Er kommt, er kommt zur 4. Du sammelst sie vor deinen thron, Um jedem den bestimmten lohn Nach seiner that zu geben, Dann trifft den land, den wir ehren: weigert euch, erlöste, nicht, Seßt auf sein wort zu hören. Wer hier nicht seine stimme 8* Erste Abtheilung. 116 hört, Und sie nicht mit gehorsam ehrt, Wird nicht vor ihm besteben. 2. Herr, laß mich deiner majestät Mit wahrer freude dienen! Wie berrlich dich dein gott erhöht, Ist zwar noch nicht erschienen; Doch was uns bier verborgen war, Macht jener tag uns offenbar, An welchem du erscheinest. 3. Da, wann vor dir die erde bebt, Und unter deinen süßen Sich alles, was dir widerstrebt, Wird völlig beugen müssen; Wann alle engel vor bir stebn: Da wird auch jedes auge sehn, Wie hoch dich gott erhoben. 4. Da werden, herr, auf dein geheiß, Die todten wieder leben: Dein feind mit furcht, dein freund mit preis Sich aus dem grab erbeben; Und wer wird da, berr jesu christ. Daß du der herr des lebens bist, och ferner leugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner kraft, Wann du, die bier dich flieben, Für ihre schuld zur recherschaft Mit majestät wirst ziehen? Wie wird, wann dich ihr aug' erblickt, Und sie dein strafgerichte drückt, Der spötter beer verstummen! Väterlich Führst du mich Auf des lebens wegen Meinem ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer kraft Zum gericht auf erden: Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Schonet nicht, Richter aller welten! Denn du willst vergelten. 3. Weh dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine kräfte, meine zeit Hier gemißbraucht habe! Web dann mir, bab' ich hier Dein geschenk verschwendet, Und nicht angewendet! 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben; Möcht' ich mich stets, meiner pflicht Treu zu seyn, bestreben! Daß ich nie Thöricht sie Außer augen septe, Noch mit fleiß verleßte! 5. Lehre mich gewissenhaft Meine tage zählen, Eingebenk der rechenschaft, Nur was gut ist, wäblen! Gieb, daß ich Ernstlich mich, Täglich und auch heute, Zum gericht bereite. 6. Zeigt sie erst die ewigkeit Furchtbar in der näh, O! dann ist es selten zeit, Daß ich in mich gebe: Wann dir tod Mir schon droht. O dann ist gewißlich Meine buße mißlich! 6. Und wann du dann die deinen nun Mit preis und ehre zierest, Sie ewig ibnen wohlzutbun, Zu deinem himmel führest: Wie völlig wird's dann offenbar, Daß es in deinen händen war, Die deinen zu beglücken. 7. Gieb, daß ich dann, herr jesu christ, Mit freuden vor dir stehe, Uno dir, der du so herrlich bist, Getrost entgegen sehe. Wann deiner feinde rotte zagt, Von reu' und angst und furcht geplagt, Dann jauchze meine seele! 8. mag, So laß in dieſem leben, beiland, 264. Su richter aller welt! Mel. Ach herr! mich armen ic. ch an deinen großen tag Mir stets vor augen schweben Er reize mich, dir mich zu weihn, In deinem dienste treu zu seyn, Und so mein heil zu hoffen. Dem thor sey's ein gedichte, Das schwachen nur gefällt: Mich soll sein wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich licht, Und mein gewissen lebren: Du haltest einst gericht. 2. Umsonst dann Mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. err, ich eigen263. Herbum; Dein ist auch vor deines armes traft. Herr, alle mein leben! Mir zum heil und dir zum ruhm, Haft du mir's gegeben. menschentinder Ziebst du zur rechenschaft. Du rufst, und sie erscheinen 7. Mein gewissen strafe mich Gleich für jede sünde, wiittler, daß ich bald durch die Gnade such' und finde! Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben! Sünder, du sollst leben! 8. Dann werd' ich auch im gericht Vor dir, herr, bestehen, Und vor deinem angesicht Freud' und wonne sehen. Ewig dein Werd' ich seyn, Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben. 23. Vom jüngsten Gericht. Vor deinem richtertbron. Den sündern und den deinen Giebst du gerechten lohn. 3. Froblockend sebn die frommen Dein göttlich angesicht; Schon hier dem fluch entnommen, Zagt ihre feele nicht. Nun triumpbirt ihr hoffen; Erlöst von aller müb', Sehn sie den himmel offen, Und du, berr, segnest sie. 4. Wie angstvoll aber beben Die hier dein wort verhöhnt, Und durch ein sündlich leben Das eitle herz verwöhnt. Du giebst den sündenknechten Jbr theil in jener pein, Und führest die gerechten Zu deinen freuden ein. 5. Dram laß, berr, dein gerichte Mir stets vor augen seyn, Und drücke fein gewichte Tief ins gewissen ein! Vor dir laß recht mich handeln Und bier zu aller zeit, So wie ein weiser wandeln, Der seinen richter scheut. 6. Ist dann dein tag vorbanden, Wird diese welt vergehn: So hoff' ich nicht mit schanden Vor deinem thron zu stehn. Du stellst mich dann zur rechten von aller schuld befreit, Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. Führst mich mit deinen knechten In 266. Wachet auf vom schlaf deine Erwacht! Mel. Es ist gewißlich an der zc. 117 fünder, die dich hier verschmäht, Gehn dann gewiß zur höllen. Da trifft ste unerforschte pein; Wer wird dann noch ihr retter seyn? Ihr warten ist verloren. 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der frommen werth erscheinen! Du berr, nimmst sie zu ehren an, Erklärst sie für die deinen; Und sie sehn mit erstauntem blick, Daß glaub' und lieb' das höchste glück Aus gottes huld ererben. Schon ist der tag von gott 265. auf erden wandelt, Sein loos aus gottes händen nimmt, Nachdem er bier gehandelt. Er kommt, er kommt, des menschen sobn; Er fommt und wolken sind sein thron, Den erdenkreis zu richten. 2. Hier, an dem rand der ewigkeit, Hier stehn die millionen, Die seit dem ersten tag der zeit Auf dieser erde wohnen, Nur dem allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am meer der sand; Hier stehn sie vor dem richter. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterliegen! Hier, wo das recht die waage hält, Wird keine bosheit siegen; Hier ist zur buse nicht mehr frist, Hier gilt nicht mehr betrug und list; Hier gilt kein falscher zeuge. 4. O herr, mit welcher majestät Wirst du das urtheil fällen; Die 6. Sie gehn nun in das sel'ge reich, Das gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, engeln gleich, Ihr woblsein ausgebreitet. Das stückwerk wird vollkommenbeit, Rein kummer, keine traurigkeit Stört forthin ibre freude. 7. Mein beiland, laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken! Es stärke meine zuversicht Wenn hier mich leiden fränken; Es reize mich, gewissenbaft Und eingedenk der rechenschaft Nach deinem wort zu wandeln. denn euch, o menschenkinder, Erwarten tod und ewigkeit. Lohn und strafe, tod und leben Wird der gerechte richter geben. noch zeit. Gerecht, gerecht ist gott, Er bört der frevler spott. Frevler, zittert! Wißt, was er spricht, Gereut ihn nicht, Er kommt gewiß und hält gericht. 2. Plößlich wird sein zorn entbrennen; Dann wird der spötter ihn erkennen, Des vaters eingebornen sohn. Jauchzet, jauchzt ihr, seine frommen, Er wird zu eurem heile kommen. Bald kommt er und mit ihm sein lohn; Euch richtet christus nicht. Er selbst ging ins gericht Für die fünder, Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. We überwindet wird gekrönt. 3. Seyd bereit, thn mit verlangen, Mit reinem herzen zu empfangen, Denn plößlich bricht sein tag herein, Und der richter wird vom bösen ein volk, die frommen, ganz erlösen, Von sünd' und tode sie befrei'n. Dann ist vollkommnes heil In ewigkeit ihr theil. Jauchzt, 118 ihr frommen, Seyd stets bereit Auf diese zeit Und singt gott dank in ewigkeit. Erste Abtheilung. Mei. Wer nur den lieben gott 2c. oder: du weiser schöpfer 2c. 267. Wenn ich auf gottes wegen wante, Und straucheln will, so schrecke mich Der herzerschütternde gedanke: Gott richtet eint die welt und dich! Er bat's verkündigt; sein gericht Ist unausbleiblich, strauchle nicht. 2. Den weg der tugend, den ich walle, Sey raub und steil: wo führt er hin? Zum himmel, wenn ich gott gefalle, Weil ich getreu und standhaft bin; Gestärkt, o gott, durch deine bulb Zur selbstverläugnung, zur geduld. 3. Laß mich zu meiner ſeele sagen: Die welt vergeht mit ihrer luft: Wohl mir, wenn ich bei allen plagen, mir teines frevels bin bewußt! Es kommt, es kommt die ewigkeit Die mich aus jeder noth befrei't. 4. Denn jesus wird vom himmel kommen: Ich werd' ihn, meinen beiland, sehn, Ihn, wie er ist; mit allen frommen Aus meinem grab' auch auf erstebn. Ihm werd' ich völlig ähnlich seyn, Mich ewig meines glaubens freun! 5. Ich werde seine stimme, hören: Der du zu meiner rechten bist, Du warst gehorsam meinen lehren; Nimm hin, was dir bereitet ist! Sey treuer christ, den engeln gleich! Komm, erbe meines vaters reich! Mel. Sey lob und ehr' dem zc. oder: Lobsinget gott, dem: c. 268. Der freuben füll' ist, gott, bei dir; Und in dem höhern leben Wird deine buld daraus auch mir zu voller g'nüge geben. Was mich mit reiner lust erfüllt, Was meiner seele sehnsucht stillt, Und sich hin' ende mehret. 6. Du hast in deinen armen brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; Ich nahm in meines leibes gliedern Den segen deiner wohlthat an! Komm nun, gesegneter, zu mir! Den himmel geb' ich dir dafür. 2. Dich lern' ich dann im hellern licht In deiner größe kennen, Und mit vollkommner zuversicht Dich meinen vater nennen. Mit hoher freude bet' 7. Solch eine wonne wartet meiner, Wenn ich mit brüderlichem sinn, Den nächsten lieb' und gern mich seiner Erbarm', und jesu ähnlich bin. Gott, wer kann hart und lieblos seyn? Betrübte sehn, und nicht erfreun? erbarmen Nie menschenfreundlich sich 8. Dort, dort trifft den, der ohn' beweist; Der, fühllos bei der noch der armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist; Den hungrigen sein brod nicht bricht, Ein unbarmherziges gericht. Verschlossen habt ihr eure hand, Ver9. Fühllose( wird der richter sagen), achtet eurer brüder klagen: Entweicht; ich hab' euch nie erkannt! Wer mich bekennt, und doch nie sucht, Was menschen froh macht, sev verflucht! 10. So wirst du jede sünde richten, Die nicht bereu't ist; wenn du einst Den übertretern ihrer pflichten In deiner majestät erscheinst. Dann wird der fromme nur bestebn; Wer lasterbaft blieb, wird vergebn. 24) Von der Ewigkeit. 11. Gieb mir denn licht und muth und stürke, Damit mein glaube dir getreu, Geübt in jedem guten werke, Bewährt und unverwerflich sey! So werd' ich ewig selig seyn; Mich ewig deiner, gott, erfreun. ich dann Auf ewig dein erbarmen an. Das mich zum himmel führte. 3. Wann mein erböhter geist da sieht, Was ich dir zugetrauet; Wann er dein unumschränkt gebiet Noch beller überschauet: Gott, welche wonne ist dann mein! Wie werd' ich deiner da mich freun! Wie selig da mich finden! 4. Noch größre werke seh ich dann Von deiner schöpfersgüte, Als ich auf erben seben kann, Und mein entzückt gemüthe Verliert voll dank und freude 24. Von der Ewigkeit. fich In deiner berrlichkeit, die ich In vollem glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen gnäd'gen rath Noch mehr, als hier verstehen; Dir danken, daß du mich den pfad Der tugend bießeft gehen. Und selbst durch leiden dieser zeit Mich zu dem glück der ewigkeit So väterlich bereitet. 6. In unbefleckter heiligkeit Werd' ich dann, gott, dich lieben, Und was deine wille mir gebeut, Mit frohem herzen üben. O welche quelle reiner luft, Sich keiner fünde mebr bewußt, In allem richtig handeln! 7. Mein leib, aufs herrlichste verklärt, Mit himmelsglanz umgeben, Von allem frei, was ihn beschwert, Geschickt zum höhern leben, Auch der nimmt dann an allem beil Und an der hoben wonne theil, Die meinen geist entzücket. 8. Den beiland, den ich bier geliebt, Seh' ich dort, mir zur wonne. Die herrlichkeit, die ihn umgiebt, Ist mir auch licht und sonne. Auch da ist er mein berr, mein freund, Durch den ich, gott, mit dir vereint, Stets neue freuden schmecke. 9. Mit allen bürgern jener welt, Die deinen thron umgeben, Werd' ich dort, ihnen zugesellt, In reinster freundschaft leben. Wie klopfet dann in meiner brust Mein ganzes berz voll lieb' und lust, Die ich mit ihnen theile. 10. Ja, ewig ist, mein gott, bei dir Der freuden reichste quelle. Ich schöpfe d'raus, doch bleibt sie mir Stets voll auf alle fälle. Mein glück währt da in ewigkeit, Nichts fehlt ihm an vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Mel. Wenn mein stündlein 2c. 269. in frembling bin ich in der welt, Und kurz sind meine tage: So manche noth, die mich befällt, Reizt mich hier noch zur flage, Doch, vater, jene seligkeit Verfüßt mir meine pilgrimszeit, Und stärkt mich selbst im leiden. 119 merkt, wie oft er feble? Doch einst werd' ich vollkommen rein, Ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine seele. 3. Wenn mich der zukunft schicksal schreckt, Die noth der fernen tage! Wenn sie in mir die sorg' erweckt, Ob ich sie auch ertrage: So mildert mir die ewigkeit Das kurze elend dieser zeit, Daß nicht mein herz verzage. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, Der tod mir näher winket; Wenn nach der arbeit dieser zeit Mein haupt zum schlummer sinket: So sterb' ich frob; die ewigkeit Zeigt mir des himmels herrlichkeit, Die alles übersteiget. 2. Jetzt, da die fünde mich noch drückt, Seufzt meine bange feele; Wie bald ist nicht mein herz bedrückt; Wer 5. Herr, diesen trost, der mich erfreut, Vermehr in meinem berzen. Es stärke mich die feligkeit Bei meiner wallfahrt schmerzen. Sie sey in meinem tod mein heil Und einst mein längst gewünschtes theil, Wann ich vom tod erwache. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 270. Es ist noch eine rub' vor gott ergeb'nen geist, Wenn er sich dieses körpers banden, Nach gottes willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf erden, lebt und denkt. 2. Die, herr, zu dieser rube kommen, Wie selig sind doch alle die! In deinen himmel aufgenommen, Rub'n sie von dieses lebens müh'. Nach aller laft, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquickt. 3. Wie mütter ihre finder trösten, So segnet mit zufriedenheit Auch deine gnade die erlösten Nach überstand'ner übungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, Wie gut stets beine führung war. 4. Da schweigen alle ihre flagen; Da bringt mit frobem lobgefang, Selbst für die ausgestandnen plagen, Dir ihre seele frohen dank. Nun jauchzen sie: es ist vollbracht! Der berr hat alles wohl gemacht! 5. Forthin bekümmert sie kein leiden, Kein schmerz, selbst keine furcht nicht mehr. Gott führt sie zu den böch 120 ften freuden, Und frönet sie mit preis und ebr'. O unaussprechlich füße rub! Wie herrlich, berr, beglückest du! Erste Abtheilung. 6. Wer kann hier deine gnade fas sen? Du willst den, der dich redlich liebt, Nicht ewig in der unruh lassen, Die dieses leben noch umgiebt. O, mach uns ja hier in der zeit Recht würdig für die ewigkeit. 5. Vor seinem antlig wandeln sie, Auf ewig frei von aller müb, Und schmecken seine Güte. Hier stört den frieden ibre brust Und ihre tausendfache lust Kein feindliches gemüthe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Unter seelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 6. Gott! welche schaar ist dort vereint! Lie frommen, die ich bier beweint, Find ich dort alle wieder. Dort sammelt deine vaterhand, Die deine liebe hier verband, Herr, alle deine glieder. Ewig Werd' ich Frei von mängeln, Selbst mit engeln Freundschaft pflegen. O, ein umgang voller segen! 7. Da komm' ich zu des menschen sohn, Der für mich starb, um dessen thron Viel tausend sel'ge steben. Der du der deinen wonne bist, Dich werd' Mel. Wie schön leuchtet der zc. 271. Mein ganzer geist, gott, ich da, berr jeſu christ, Auch mit entwird entzückt, Wann er nach jenem bimmel blickt, Dabin dein wort uns leitet; Wo deine milde vaterband Aus neuen wundern wird erkannt, Die du da bast verbreitet. Mächtig Fühl ich mich getrieben, Dich zu lieben, Der zum leben Jener welt mich will erheben. zücken sehen. Da wird, Mein hirt, Von den freuden Nichts mich schei. den, Die du droben Deinen freunden aufgeboben. 7. Mein heiland, der du selbst auf erden, Der leiden joch getragen bast; Will ich des lebens müde werden, Und fühl' ich meiner bürde last: So stärke mächtig meinen geist, Daß er dem unmuth sich entreißt, 8. Gieb, daß in hoffnung jener ruhe, Die gottes volk verbeißen ist, Ich gern des vaters willen thue, Wie du darin mein vorbild bist: So folget auf der leiden zeit Gewiß vollkommne seligkeit. 2. Was sind die freuden dieser zeit, Herr! gegen jene herrlichkeit, Die dort bet dir zu finden! Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner güte dar, Daß wir sie frob empfinden; Doch hier sind wir Bei den freuden Noch mit leiden Stets umgeben, Cort ist nur vollkomm'nes leben. 3. Kein tod ist da mehr und kein grab, Dort wischest du die thränen ab Von deiner kinder wangen. Da ist kein leid mehr, kein geschrei, Denn du, o herr! machst alles neu; Das alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für gerechte, Deine knechte, Keine plagen Mehr zur prüfung zu ertragen. neu besungen. Völlig Giebt sich Den erlösten, Sie zu trösten, Der zu kennen, Den sie hier schon vater nennen. 4. In deinem böbern heiligtbum Erschallet deines namens ruhm Von lauter frohen zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Da wird sie 8. Wie selig werd' ich da erst seyn! sie sicher werd' ich mich dann freun! Dir ewiglich lobsingen. O jeſu! berr der berrlichkeit! Du bast dies glück auch mir bereit't, Hilf mir es auch erringen! Laß mich Eifrig Darnach streben Und so leben Auf der erde, Daß ich dort deine erbe werde! Mel. Wer nur den iteben Gott 2c. oder: Du weiser Schöpfer: c. 272. Nach einer prüfung kurzer tage Führst du uns, gott, zur ewigkeit. Dort, dort verliert sich jede klage In himmlische zufriedenbeit. Hier übst du unsern tugendfleiß, Dort aber reichst du uns den preis. 2. Du schenkst dem frommen schon auf erden So manchen sel'gen augenblick; Doch alle freuden, die ihm werden, Sind noch kein recht vollkomm nes glück. Er bleibt ein mensch, und seine rub' Nimmt in der seele ab und zu. 24. Von der Ewigkeit. 121 3. Bald stören ihn des Körpers| O gott, wie muß dies glück erfreun, schmerzen, Bald das geräusche dieser Der retter einer seele seyn! welt; Bald kämpft in seinem eignen berzen Ein feind, der öfter siegt als fällt; Bald sinkt er durch des nächsten schuld in kummer und in ungeduld. 12. Was seid ihr, leiden dieser erden, Doch gegen jene herrlichkeit, D an uns offenbar soll werden, Von ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh! 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist; Wo man den glücklichen bencioet, Und des bekümmerten vergißt; Hier können wir nie frei von pein, Nie frei von aller schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur, dort werd ich's finden; Dort werd' ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich großen werih; Dich, gott der liebe, werd ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o herr, dein heil'ger wille Mein will' und meine wohlfahrt fein: Und lieblich wesen, heil die fülle, An deinem throne mich erfreun. Dann läßt mein dir geweihter sinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im licht erkennen, Was ich auf erden dunkel fab; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschab; Da denkt mein geist mit preis und dank Die schickung im zusammenbang. 8. Da werd' ich zu dem throne dringen, wo gott, mein heil, sich offenbart; Ein beilig, beilig, beilig singen Dem, der für mich geopfert ward; Und aller himmel sel'ges beer Jauchzt ihm einstimmig preis und ehr. 9. Da werd' ich in der engel schaaren Mich ihnen gleich und heilig sebn: Das nie gestörte glück erfahren, Mit frommen stets fromm umzugebn; Da wird durch jeden augenblick Ihr heil mein heil, mein glück ihr glück. 10. Da werd' ich dankvoll dem begegnen. Der gottes weg mich geben hieß, Ibn mit entzückter rührung segnen, Daß er mir ihn so treulich wies; Da find' ich in des höchsten hand Den freund, den ich auf erden fand. Mel. O traurigkeit, o herzeleid 2c. schrecklichs leid Der ewigkeit, Das sünder dort erfahren, Die durch keine zucht von gott Hier zu bessern waren. 2. Durch ihre schuld Von gottes buld Und angesicht geschieden, Sebn sie nimmermehr das licht, haben nimmer frieden. 273. 3. In dieser welt Zum ort bestellt, Wo wir geprüfet werden, Haben auch die bösen noch Theil am glück der erben. 4. Hier können sie In ihrer müh Sich noch des eitlen freuen, Und, wenn das gewissen plagt, Ihr gemüth zerstreuen. 5. In jener welt, Die nichts entbält Für sie an guten gaben, Auch ein tröpflein wassers nicht, Sie im durst zu laben; 6. Und wo forthin Ihr böser sinn Umsonst zerstreuung suchet, Da, da fühlen sie sich nun Von dem Herrn verfluchet. 7. Ihr wurm, der nagt Und sie zerplagt; Stirbt nimmer im gewissen; Nie verlischt des feuers brand, Den sie leiden müssen. 8. So dräut der berr; Gerecht ist er, Wahrhaftig ist sein dräuen. Webe denen, welche doch Sein gericht nicht scheuen. 9. O gott des heils! Wir unsers theils Verehren dich im glauben, Laß den trest der beff'ren welt Reinen feind uns rauben! 10. O rette doch Auch fünder noch, Die feßt dir widerstreben! Laß sie recht zu dir bekehrt, Ewig mit uns leben! Mel. Alle menschen müsfen, sterben ze. wie unaussprechlich 274. 274. O wir im 11. Da ruft( o möchte gott es geben!) Vielleicht auch mir ein sel'ger zu:" Heil sey dir! denn du hast mein himmel seyn! Da, da ernten wir unleben, die seele mir gerettet, bu!" zählig Unsers glaubens früchte ein. 122 Da wird, ohne leid und zähren, Unser leben ewig währen. Gott! zu welcher seligkeit Führst du uns durch diese zeit. 2. Hier ist zwar, was du den frommen Dort für glück bereitet hast, Noch in feines Herz gekommen. Welcher mensch auf erden faßt Deines himmels große freuden? Doch nach dieses lebens leiden Werden alle, die dir traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Neue wunder deiner gute Werden 275. Wie wobl thust du, mein da ihr glück erhöhn. Mit erstaunendem gemüthe Wird dann unser auge sehn, Deine huld sei überschwenglich, Und das gute unvergänglich, Das dem, der dich redlich liebt, Deine vaterhand dort giebt. gott, den deinen! Du führst sie einst zum himmel ein. Da werden leid, geschrei und weinen Mir nur ein dunkles traumbild seyn. Da wird auf leicht verschmerzte pein Vollkommne wonne mich erfreun. Erste Abtheilung. 4. Dann wirst du dich unsern seelen Offenbaren, wie du bist. Keine wonne wird uns fehlen, Da, wo alles wonne ist. Zu den reinsten seligkeiten Wird uns dort der mittler leiden, Der uns dieses glück erwarb, Als er an dem kreuze starb. 5. Da wird deiner kinder menge Ein herz, eine seele seyn; viebe, dank und lobgesänge Dir, erhabenster, zu weihn; Dir, und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten freund, Sind wir ewig dann vereint. 6. Dwer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu seyn, Wo, nach kummer, noth und thränen, Ew'ge güter uns erfreun; Wo sich unser kampf in palmen, Unser klagelied in psalmen. Unsre angst in lust verkehrt, Die forthin kein kummer stört! 7. Was ist unser loos auf erden? Ob's auch noch so köstlich sey, Ist's doch nie ganz von beschwerden, Sørgen, furcht und kummer frei. Schnell folgt bier auf lust oft weinen; Dort nur wird die zeit erscheinen, Wo kein wechsel mehr uns beugt, Wo die wonne immer steigt. 8. Sep, o seele, hocherfreuet Ueber das erbabne glück, Das dir einst dein gott verleihet! Richte deiner hoffnung blick Oft nach jener stadt der from men, mit dem ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du bier noch bist, Recht nach dem, was droben ist. 9. Ohne heiligung wird keiner, Herr, in deinen himmel gehn. O, so mache immer reiner Hier mein berz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner seele, Daß sie nicht den weg verfeble, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewig dir lobsingt. 2. Wie fröhlich wird mein ganzer wille Da, berr, in deinem willen rubn! Da find ich aller wünsche fülle; Was ich gehofft, das schau ich nun; Ja, über alle boffnung weit Empfind' ich da glückseligkeit. 3. Wie überwiegend ist die wonne, Die den erlösten geist entzückt, Wenn er nun dich, der deinen sonne, In deiner herrlichkeit erblickt. Und so, mein heiland, seb ich dich, Und freue dein auf ewig mich. 4. Da komm ich zu den edlen feelen, Die nun, durch höh'res licht verklärt, sie durch prüfungen bewährt, Und Sich gottes führungen erzählen; Der wundervoll nach seinem rath Zum ew'gen glück erhoben hat. Ins reich der sel'gen geister ein; Kein 5. Nie gebt ein frevler, ein empörer schadenfrober Friedenstörer, Kein menschenfeind wird da mehr seyn, Wo der, der in dem himmel thront, Der frommen treu dereinst belohnt. 6. Wie wohl wird uns da seyn, wo klarbeit Durch alle wege gottes scheint; Wo lauter liebe, lauter wahrheit Des himmels bürgerschaft vereint, Und wo du dich, berr jesu christ, Verklärt uns zeigest, wie du bist. 7. 3ur böffnung solcher seligkeiten, In der vereinigung mit dir, Wollst du, o berr, mich vollbereiten; Drum schaff ein reines herz in mir! Du, den ich schauen soll, bist rein; So laß auch meine seele seyn. Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 1. Von der Buße und Bekehrung. Mel. Jesu, meines Lebens leben: c. 276. Ad, wann werd' ich von der fünde, Gott, mein vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig fey? Noch nicht, ich gesteb's mit thränen, Kann ich mich von ihr entwöhnen; Ach, zu oft noch regt sie sich, Und versucht zum bösen mich. 5. O, ich armer, dem zur treue Feste seelenstärke fehlt, Den so oft schmerzvolle reue Und so oft doch fruchtlos quält! Ach! wer wird mich ganz vom bösen, Von der bösen lust erlösen? Ich elender! wer befreit Ganz mich von der sündlichkeit? 123 vorsag strafft du nur. Hätt' ich nicht den trost, ich würde Unter meiner febler bürde Ganz erliegen und mich dein, höchstes gut, nie können freun. 7. Stellet mir denn hier auf erden Lebenslang die fünde nach; Kann ich nicht vollkommen werden, Bin und bleib' ich oft so schwach; O, so segne mein bestreben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von heuchelei und von bosbeit ferne sei. 8. Wenn ich wanke, laß mich's merken; Laß mich streben fest zu stehn; Eile, mich, dein kind, zu stärken; Lehre selbst mich sicher gehn; Warne mich; sey mein begleiter; Täglich führe, gott, mich weiter, Bis ich in der ewigfeit Dringe zur vollkommenheit. 2. In der andacht sel'gen stunden, Wo mein geißt die wahrheit hört, Hab' ich oft das glück empfunden, Das die frömmigkeit gewährt; Habe auch gar sehr bienieden Mir gewünscht den innern frieden, Und ein berz, dir ganz geweiht, So wie meine seligkeit. 3. Voll von heiligen entschlüssen Schwur ich dann, dir treu zu sein, Und mit wachsamen gewissen Meiner unschuld mich zu freun; Willig wollt' Mel. Herzliebster, jesu was hoft 2c. ich da mein leben Dir, mein gott, zum 2 ch, wider dich, mein dienst ergeben, Aller fünde widerstehn, Standbaft deine wege gehn. gott, hab' 4. Aber, ach! zu schnell empöret Sich der leidenschaften macht; Die verdunkelt, schwächt und störet, Was ich sonst so gut bedacht. Plößliche versuchungszeiten, Beispiel, reiz der eitelfeiten, Deren schwarm mich stets umringt; Das ist's, was zum fall mich bringt. 6. Du verzeibst, gott, die gebrechen Meiner fündigen natur. Nicht die schwachheit wirst du rächen; Bösen digt! O laß die gnade, die dein sohn verkündigt, Wenn sünden uns von ganzem Herzen reuen, Auch mich erfreuen. 2. Er selbst bat ja sich auch für mich gegeben. Laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die sünden, welche mich entweiben, Weil sie mich reuen. 3. schaff' in mir, gott, eine reine feele, Ein neues herz, das deine wege wähle. Befördere und stärke mein bestreben, Nur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem angesichte! Gieb deinen geist, daß er mich unterrichte; Gieb ihn, daß er auf deiner wahrheit wege Mich leiten möge. 5. Erquicke mich in meiner seele leiden Mit deiner bülfe, gieb den geist 124 der freuden, Damit er, weil ich keine kraft besitze, Mich unterstüße. 6. Mit neuer treue will ich dich verebren; Ich will die fünder deine wege lehren. Mein beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. Zweite Abtheilung. 7. O böre, gott, erbarmend auf mein fleben, Wie sollst du ein reuend herz verschmähen, Das deine huld im glauben ernstlich suchet, Der sünde fluchet. 8. Ein herz voll reu und glauben willst du haben, Das liebst du, dem schenkst du des geistes gaben. Du willst die, so nach deiner gnade schmachten, Gott, nie verachten. Bekannte Melodie. 278. Allein zu dir, herr jeſu christ, Steht mein vertrauen auf erden Ich weiß, daß du mein tröster bist; Kein trost kann mir sonst werden. Es ist kein retter außer dir, Kein mensch, kein engel, welcher mir Aus meinen nötben helfen kann. Tich ruf' ich an: Du bist's, der helfen will und kann. 2. 3war meine schuld ist übergroß; Doch reut sie mich von berzen. barme dich, und sprich mich los Durch Er3. Gieb mir auch aus barmherzigkeit, Durch diesen glauben, stärke, Zu dem, was mir dein wort gebeut, Z3u jedem guten werke; Vor allem laß mich lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich: Und kömmt die letzte stund' heran, So stärk' mich dann, Daß ich mich dein getrösten kann. Mel. Herzliebster jesu, was hast ic. 279. Aus us einem tief vor dir gebeugtem herzen, Ruf' ich zu dir in meinen sündenschmerzen: mache mich, gott, meines fummers ledig, Und sey mir gnädig. 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine sünden; Laß, vater, mich erbarmung vor dir finden. Willst du auf schuld und übertretung sehen, Wer wird besteben? 4. Lob sey gott auf dem höchsten thron, Dem vater aller güte; Und dir, o jesu, seinem sobn, Der uns schafft beil und friede: So wie auch deinem guten geist, Der une den weg zum himmel weist. Laß uns dir treu ergeben seyn, Daß wir uns dein, Und beincs beiles ewig freun. 3. Bei dir allein, berr, steht es, zu vergeben, Du schenkst uns gerne wahres glück und leben; Muß uns nicht diese große liebe lehren, Dich treu zu ehren? el. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. deines todes schmerzen. Ich nehm' dich als den beiland an, der auch 280. Herr err, an dir hab' ich Dein ge genug für mich gethan, Dann werd' ich los der fündenlast. Mein glaube faßt, Herr, was du mir versprochen baft. verkündigt Jedem übelthäter fluch. rechter urtheilsspruch, Allerheiligster, und was kann vor deinen schrecken, Nichter aller welt mich, decken. 2. Kann ich deinem arm entfliehen? Du bist allenthalben nab. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, Himmelan, so bist du da; Stürzt ich in die tiefe nieder, Deine rechte faßt mich wieder. 3. Herr, ich flieb' in deine hände; Außer dir ist keine rub. Dein erbarmen hat kein ende; Wer ist gnädiger, als du? Du bist gott und kannst vergeben; Ach vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meine sündenschulden, Ihre last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, Deine langmuth müde wär, Müßt ich, würdest du nur winken, In des todes nacht versinken. 4. Verzeihe mir, herr, alle meine feble; Dein barret, vater, meine müde ſeele; Laß troft und ruh, um des versöhners willen, Mein herz erfüllen. 5. Von einem tag bis an den andern morgen, Hoff' ich auf dich; o stille meine sorgen! Du schenkest ja beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz au gottes gnade; Viel größer ist sie als dein seelenschade: Und endlich wird sie dich von allem bösen Herrlich erlösen. 1. Von der Buße und Bekehrung. 5. Mich für straflos zu erklären, Reichet nicht becaurung zu. Und zerflöß mein berz in zähren, Fänd' ich darum doch nicht rub. Können eines sünders thränen Dich, o heiliger, verföhnen? 6. Herr, mein heiland, dein erbarmen, Dein für mich vergognes blut, Und dein tod erlöst mich armen, Heilet mich und giebt, mir muth; Dein verdienst ist's, was mich decket, Wenn mich dein gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen sünden, Schaff' ein reines berz in mir, Laß bei dir mich ruhe finden, Zieh mich immer mehr zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, Mein erlöser, dir zu leben. In eigner bekannter Melodie. err jesu christ, du böchstes gut, Tu zuflucht 2. Wie drückt mich meiner sünden last! Nimm du sie mir von berzen, Der du auch mich versöhnet hast Am Freuz mit tedesschmerzen; Daß nicht mein berz vor angst und web Bei der empfindung ganz vergeb, Wie sehr ich mich verschuldet. 3. Denn, denke ich mit ernst zu rück An mein geführtes leben, An das durch sünd' verscherzte glück, Was kann mir da trost geben? Doch find' ich ihn bei dir allein, Und brauche nicht trostlos zu sein, Weil ich dein Wort nun habe. 281. der erlösten! Ich komme mit gebeugtem muth Zu dir, mich dein zu trösten; Mel. Jesus, deine tiefe wunden c. Durch dich zum vater mich zu nahn, 282. Höchster, denk ich an die Von vergebung zu kraft zum neuen leben. Und 4. Dies ewig theure wort verspricht Ja allen gnad' und leben, Die sich von neuem ihrer pflicht Und ihrem gott ergeben, Und nun vom sündenfoch befreit, mit ganzer herzenswilligkeit Treu deine wege wandeln. 125 sie auf euch und fast Die Hoffnung, rub' zu finden 5. Du rufft ja fündern selbsten zu: Ihr reuerfüllten alle Kommt her zu mir! ich schaff' euch rub' Und richt' euch auf vom falle; Mein joch ist fanft, leicht meine last, Nehmt willig 6. Drum komm ich, herr, auf dein gebot, Erfüllt mit haß der fünden, Und hoff', in meiner seelennoth, Bet dir auch trost zu finden: Erbarme dich doch über mich; Bergieb mir, was ich wider dich Von jugend auf begangen. 7. Wie groß ist doch die seligkeit, Sein herz durch dich zu stillen, Und dann zu thun auch seyn bereit, Herr, deines vaters willen! O leite mich auf dieser bahn, Daß ich geborche und fortan Nur dir zu ebren lebe. 8. Stärk' auch mit deinem freudengeist Mich in den letzten stunden, Wenn sich mein geist der erd' entreißt, Von sünden ganz entbunden, Und nimm mich so, wann dirs gefällt, In wahrem glauben aus der welt, Zu deinen auserwählten. her erzeigt: O so wird mein ganz gemütbe Zu der tiefsten schaam gebeugt, Daß ich dich gering geschäßt, Häufig dein gebot verleßt, Und dich, der mich so geliebet, Doch mit fünden oft betrübet. 2. Alle meine seelenkräfte, Meine glieder, sind ja dein, Und sie sollten zum geschäfte Deines dienstes fertig seyn; Doch hab' ich der eitelkeit Unbedachtsam sie geweiht: Ja zum ſchnöden dienst der sünden Ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine huld war jeden morgen Ueber mir, o vater, neu. Von wie manchen schweren sorgen Machtest du mein berze frei. Was mir nüßte, gabst du mir; Aber ach! wie dankt ich dir? wie hab' ich, so vermessen, Deiner langmuth zweck vergessen! 4. Bei so hellem licht der gnaden Sollt' ich ja die sünde fliehn, Und um rettung von dem schaden Meiner seele mich bemühn. Deine güte lockte mich Oft zur buße, aber ich loh vor ihrem sanften locken, Suchte selbst mich zu verstocken. 126 Zweite Abtheilung. 5. Ich bereue meine fünden, Beuge| dem gott, ber gern vergiebt, Und mich, mein gott, vor dir. Laß mich lieber segnet, als betrübt. bei dir gnade finden, Neige deine buld zu mir; Ach vergieb, was ich getban! Nimm mich noch erbarmend an! Fübre mich vom fündenpfade Auf den sel'gen weg der gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; Gieb, daß mein gebeugter geift Deiner vaterhuld sich freue, Die dein tröstend wort verbeißt. Was mein heiland mir erwarb, Als er für die fünder starb, Fried' und freude im gewissen, Ach! das laß mich auch genießen. 7. Stärke selbst in meiner seele Den entschluß, mich dir zu weibn; Gieb, daß mirs an kraft nicht fehle, Folgsam deinem wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, Mache du mich ſelbst recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, Sey mein herzliches bestreben. Mel. Ker nur den lieben gott zc. 283. J charmer mensch, o herr, ich fünder, Steh bier vor deinem angesicht. Erbarmer aller menschenkinder, Gott, geh' mit mir nicht ins gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, Daß mir noch gnade widerfährt. 2. Um troft ist meiner seele bange; Die last gebäufter missethat Liegt schwer auf mir, die mich so lange Von dir, mein gott, entfernet bat. Weß tröst' ich mich, ich schuldiger, Als deiner nur, barmherzigster? 3. Soll ich an deiner huld verzagen, Ich, dein Geschöpf? das willst du nicht. Du, der du mich bis jetzt ertragen, Bleibst ewig meine zuversicht. Du, gott, durch den ich leb' und bin, Giebst mich nicht dem verderben hin. 4. Du siehst die folgen meiner sünden; Und denk' ich: wer vertilget die? So läsfest du mich rube finden, Und sprichst: ich, ich vertilge sie! Du schenkest mir an jesu beil, Zur stillung meiner unruh, theil. 5. Auch mir hat er das glück erworben, Getroft zu dir empor zu sehn; Auch ich soll, da er ist gestorben, Durch ihn begnadigung erflehn, Bei dir, 6. Sprich dann zu mir: dir ist vergeben! Und stille des gewissens schmerz; Und will mein zaghaft herz noch beben, So sprich du kräft'ger als mein herz. Dein gnadenwort mach' alles gut, Und schenke selbst zur beßrung muth. 7. Ich zweifle nicht: ich bin erböret; Mein glaube sagt mir, daß ich's bin. Der trost, der sich im Herzen mebret, Der neue dir geweihte sinn, Mein kindliches vertraun auf dich Bezeugen's: du begnadigst mich. 284. Mel. Jesu meines Lebens leben 2c. ch erhebe mein gemüthe Sehnsuchtsvoll, mein Ich verebre deine güte; wie theuer ist sie mir! Gott der liebe und des lebens, Reiner harrt auf dich vergebens! Nur verächter deiner huld Stürzet ihre eigne schuld. gott, zu dir. 2. Lehre mich, berr, deine wege; Zeige deinen willen mir! Leite mich die rechten stege, Führe du mich selbst zu dir: Gott, du siehest mein vertrauen: Sicher kann ich auf dich bauen; Deine vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke an die sünden Meiner jugendjahre nicht! Laß mich vor dir gnade finden, Geh nicht mit mir ins gericht. Sünden, die wir recht bereuen, Willst du, vater, ja verzeiben: O so böre denn auch mich! Meine seele hofft auf dich. Seine seele ist dir werth; Gnädig 4. Gott, du willst des sünders leben. willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner pflicht Umkehrt! den verwirfst du nicht. herz sich dir ergibt, Die sich flehend 5. Du erquickest die elenden, Deren zu dir wenden, Ueber ihre schuld betrübt. Freude schenket deine güte Dem geängsteten gemüthe, Welchem du die sündenlaft Liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für seligkeiten Du, in jener bessern welt, Jeden frommen noch willst leiten, Der bir treu und 1. Von der Buße und Bekehrung. glauben hält, Offenbarst du allen feelen, Die zu ihrem theil dich wäblen, Deinen theuern gnadenbund Machst du deinen kindern fund. 7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, Treu seyn meiner ganzen pflicht: Keine schnöde lust der sünden Soll mich ferner überwinden; Denn du nimmst dich meiner an, Daß ich standhaft bleiben fann. 4. Was weigre ich mich denn, Das laster zu verlassen? Weil es mein unglück ist, Besichlst du, es zu bassen. Was säum' ich länger noch, Der tu285. du gend mich zu weihn? Weil sie mich Mel. Herzliebster jesu, was haft: c. ch flebe, gott, von ewig mit heilsbegierigem Gemüthe. Wer hofft auf dich, der hoffet nicht vergebens, Du gott des lebens. 2. Du willst nicht opfer, richter aller welten! Was könnten doch geschenke vor dir gelten? Du kennst das herz, und willst, statt aller gaben, Nur bess'rung haben. 3. Wenn sich der fünder wieder zu dir kehret, Und dich durch glaubige gesinnung ebret: So willst du seiner sünden nicht gedenken, Ihm gnade schenken. 4. Statt aller opfer, richter aller welten, Soll christi tod für mich alsdann auch gelten: Um seinetwillen soll ich meiner fünden Vergebung finden. 5. Allwissender, du siehest meine reue, Mit der ich bess'rung dir gelob' aufs neue; Sie wirst du, der du in das herz kannst sehen, Gott, nicht verschmäben. 127 ner werth zu seyn, Im glauben mich bestrebe. Wenn ich das gute thu', Das mir dein wort gebeut: So dien' ich stets mir selbst Und meiner seligkeit. 3. So süß ein laster ist, So giebts doch keinen frieden. Der tugend nur allein Hast du dies glück beschieden. Wer dir, o gott! gehorcht, Erwählt das beste theil. Wer dich, o gott! verläßt, Verläßt sein eignes heil. 6. Stärk mich, des lasters falschen reiz zu fliehen, Ein gut gewissen allem vorzuziehen; Mit beil'gem ernst gelob' ich dir auf's neue Beständig treue. 5. Die buße führt mich nicht In eine welt voll leiden: Sie führet mich vielmehr zu dauerbaften freuden; Macht meine Seele rein, Füllt mich mit zuversicht, Giebt weisheit, wahre rub, Und muth zu meiner pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, Sein eignes herz bekämpfen; Begierden widerstehn, Und seine lüste dämpfen, Doch bleibts ja meine pflicht; Und diese schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die zeit. 7. Je öfter ich das thu, Was böse lust befohlen, Se stärker wird der bang, Die that zu wiederholen. Scheu ich mich heute nicht, Dein feind, o Herr, zu sein, Um wie viel weniger Werd' ich es morgen scheun? 8. Du reichst ja kräfte dar, Uns selber zu besiegen. Der steg, so schwer er ist, Bringt doch gar groß vergnügen. Geht er im anfang gleich Nur noch sehr langsam fort: So bist du gott, mir nah, Und stärkst mich durch dein wort. 9. Wie schnell kann nicht der tod Mich dieser welt entrücken! Und buße ist kein werk Von wenig augenblicken. Mel. O Gott, du frommer gott 2c. 286. Las mich doch, o mein Ein seufzer, gott! zu dir, Ein wunsch nach besserung, Und angst auf missethat, Sst noch nicht heiligung. gott, Die buße nicht verschieben, Die mir dein wort gebeut; Wie könnt ich sonst mich lieben? Ist wahre besserung nicht meiner seele glück? O warum säum' ich denn Noch einen augenblick? 2. Du, gott, gewinnest nichts, Wenn ich mich dir ergebe, Und, bet10. So gieb denn, weil ich noch, Herr! deine stimme höre, Daß ich mich ungesäumt Von allem bösen febre: So darf ich nicht dereinst Zu meiner größten pein Mein hier versäumtes glück, Wiewohl zu spät, bereun. 128 Zweite Abtheilung. Mel. Schwing dich auf zu deinem: c. Willst, daß ich redlich bandeln soll 287. Liebfier vater, ich, dein Zu meinem und des nächsten wohl. Falle vor dir nieder. Tu weißt, was mein herz empfind't: O erbarm' dich wieder! Groß ist meine sündenschuld, Die mich innigst reuet, Größer deine vaterhuld, Tie mich noch erfreuet. 4. Und doch verlegt ich diese pflicht, Und schätte deine gnade nicht; Ein elend scheingut zog ich thor Oft ihr und meinem heile vor. 5. Mein herz, das seine schuld erkennt, Das siehest du, und wie's entbrennt, zu thun, was dein Gesetz befiehlt, Das nur mein bestes mir empfiehlt. 2. 3war ich bins nicht werth, zu dir Kindlich aufzusehen; Doch du bleibst ein vater mir, Du vernimmst mein flehen; Kennst mein herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen: Denn du hörst mich väterlich Noch um christi willen. 6. Ich traue der barmherzigkeit, Die sich noch jeden Tag ernent; Der vaterhuld, die immerdar Verirrter seelen zuflucht war. 3. Du bist meine zuversicht; Ohne dich ist's keiner; Mich, voll reu, verwirfst du nicht, Du erbarmst dich meiner; Der du deinen sohn für mich In den tod gegeben! Sein erlöster bin auch ich, Theu'r erkauft zum leben. 7. Dein wort giebt mir versicherung Vollkommener begnadigung; Ich bin gewiß durch jesum christ, Daß sie auch mir verliehen ist. 8. Doch nie entfall es meinem sinn, daß ich, als christ, berufen bin, Auch meines mittlers tugenden Hier thätig zu verkündigen. 4. Dies, dies soll in jedem schmerz Mein vertraun erwecken. Vor der sünde soll mein herz, Nicht vor dir, erschr. cken. Trauen will ich, vater, dir, Stets die sünde bassen, Nie vergessen, daß du mir So viel schuld erlassen. 9. Wie ich die gaben angewandt, Die ich empfing aus deiner band: Dies wird die große frage sein, Bricht dein entscheidungstag herein. 10. Ein herz, das sich des guten freut, Voll menschenlieb' und gott geweiht, Dies soll ich dort nicht erst empfahn; Mein richter fordert's schon alsdann. 5. Preis set dem allgütigen, Der mein seufzen kennet! Der dem gnadesuchenden Freien zutritt gönnet. Sing es, seele, vor dem herrn, Fleuß von freuden über! Gott, dein gott, verstößt nicht gern, Er begnatigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner seele! Auch wenn ich, dein strauchelnd kind, Noch aus schwachheit fehle; So gedenkst du, der du weißt, 11. Schaff' dieses herz in mir; denn, ach! Du weißt es, vater, ich bin schwach. Mein troft sei mein vertraun auf dich, Und redlichkeit behüte mich. Mel. Wenn mein stündlein 2c. Daß mein berz dich ehret, Meiner 289. vater der barmher schwachheit, und verzeihst Dem, der wiederkehret. falle dir zu Fuße, Und thu' noch in der gnadenzeit Von ganzem herzen buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, 288. Nach bir verlanget mich, Erbarmer, das verzeihe mir, Nach Mel. Wenn wir in höcbsten 2c. nach dir; Gott, meine hülfe kommt von dir! Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an macht und weisheit gleich? 2. Uch, mein erbarmer, rechne du Mir meine missetbat nicht zu! Sie reuet, gott, fie reuet mich, Und meine feele bofft auf dich. 3. Wie gut, wie leicht ist dein gebot, Du willst, ich soll dich lieben; gott; deiner großen güte. 2. Du geber wahrer seelenruh, Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine gnade wirke du, Woran es mir noch fehlet. Gieb mir den geist der heiligung, Daß ich in meiner besserung Es täglich weiter bringe. 3. Und du, o jesu, der du dich Für uns dahin gegeben, Du hast aus freier huld auch mich Erlöst zum 1. Von der Buße und Bekehrung. 129 ew'gen leben. Mein seligmacher und die pflicht zur freude machen; Unabmein gott, Erbarm dich meiner seelen- lässig sich bemühn, Selbst beim spott noth, Und gieb mir deinen frieden. und hohn der welt, Das zu thun, was gott gefällt: Dieses wollen und vollbringen Heißet, nach dem himmel ringen. 6. Drum entreißet euch den lüsten, Wenn ihr noch gefesselt seyd, Und beweiset euch, als christen, Muthig, standhaft in dem streit. Schont der liebsten fünde nicht, Wär' es auch die schwerste pflicht, Und denkt oft an christi worte: Dringet durch die enge pforte. 7. Bittern will ich vor der sünde, Und dabei auf jesum sebn, Daß ich seinen beistand finde, In der tugend zu bestehn. Ja, mein heiland, ach! geh' nicht mit mir armen in's gericht. Gieb mir deines geistes waffen, Meine seligkeit zu schaffen. 8. Gieb zum wollen das vollbringen, Muth und kräfte zu dem streit; Lehre mich, mich selbst bezwingen, Und verleib beständigkeit! Zeige mir von deinem thron Den verheißnen gnadenlohn, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum Himmel dringe. 4. Für sünder floß dein theures blut Zur Rettung vom verderben: So komm es denn auch mir zu gut Im leben und im sterben. Es halte von verschuldungen, Der reichtbum der erbarmungen Des höchsten mich zurücke. 5. Geist gottes, du, der seelen licht, Regierer der gedanken, Erinnre mich ans weltgericht, Wenn ja mein Herz will wanken; Damit ich jedes laster flieh Und, ehrsucht, geiz und wollust nie Mein herz beflecken möge. 6. Und schlägt die letzte stunde mir, So bilf mir überwinden! Laß meine feele troft bei dir, Du gott des trostes, finden! Belehre mich, daß schmerz und noth, Der krankheit last und selbst der tod, Mich doch zum leben führe. Mel. Jesu, deine tiefe wunden. 290. chaffet, schaffet, menschenkinder, Schaffet eure seligkeit! Bauet nicht, wie sichre sünder, Auf die ungewisse zeit; Unverweilt bekebret euch Ringet nach dem himmelreich, Und bemüht euch, bier auf erden Heilig, selig dort zu werden. 2. Doch, geschehen, So müßt ihr mit festera muth After fünde widerstehen, Nur was gott, das höchste guth, Von euch fordert, muß allein Eures lebens richtschnur seyn, Wenns gleich eurem schwachen Herzen Freude dünket oder schmerzen. 3. Selig, wer durch glauben kämpfet! Selig, wer im kampf besteht, Wer der sünde lüste dämpfet, Standhaft ihren reiz verschmäht! O so jagt dem guten nach, Seht dabei auf christi schmach; So könnt ihr den himmel erben, Fröblich leben, rubig sterben. Mel. Mache dich, mein geist zc. 291. Sichrer mensch, noch ist es zeit, Aufzustehn vom schlafe! Nahe ist die ewigkeit, Nahe lohn und strafe. Hör, gott spricht: Säume nicht, Seinen ruf zu hören, Und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der posaunen schall Nicht die todten alle; Noch bebt nicht der erdenball, nahe seinem falle; Aber bald, Bald erschallt Gottes ruf; zur erden Sollst du wieder werden. 3. Kömmt nun, ehe du's gedacht, Unter sündenfreuden, Deines lebens legte nacht, Was wirst du dann leiden, Wenn dein herz, Von dem schmerz Deiner schuld zerrissen, wird verzagen müssen? 4. Wenn vor deinem antlig sich Jede sünd' enthüllet, Wenn dann eine jede dich Ganz mit graun erfüllet; Dich nichts dann Stärken kann, Keine deiner freuden: Was wirst du dann 9 4. Werd't ihr aber nicht recht ringen, Sondern träg und lässig seyn, Eure neigung zu bezwingen; Wie kann euch der sieg erfreun? Denn es folget nie ein sieg Ohne solchen ernsten krieg; Nur die sieger schmückt, zum lohne, Unverwelkt die himmelskrone. 5. Fleißig beten, all'zeit wachen; Die versuchung weislich fliehn. Sich leiden? Evangel. luth. 130 5. Nah' dem untergang, wirst du, Mel. Wer nur den lieben Gott zc. An des grabes stufen, Bang um troft 293. Wie theuer, gott, ift und seelenruh, Dann vergebens rufen: Rette, gott, Mich vom tod! Rette noch im sterben Mich von dem verderben! deine Die alle missethat vergiebt, So bald ein reuendes gemüthe Die sünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlich haßt, Und zuversicht zum mittler faßt. 2. Doch laßt mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade bist! Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir zum heil gegeben ist! Gieb, daß ſie mir recht wichtig ſey; Daß ich sie meiner bess'rung weih. 3. 3war deine gnade zu verdienen, Sind reu und bess'rung viel zu klein. Doch darf sich auch kein mensch erkühnen' zu glauben, dir versöhnt zu seyn, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein wort von herzen hält. 4. Wie kannst du dem die schuld erlassen, Der frevelnd schuld aufschulden häuft. Der kann kein herz zu jeſu fassen, er zwar auf sein verdienst sich steift, Doch in der fünde noch beharrt, Dafür er aufgeopfert ward. 5. Drum fall' ich dir, mein gott, zu füßen, Vergieb mir gnädig meine schuld, Und heile mein verwundt gewissen Mit trost aus deiner vaterhuld, Ich will mit ernst die sünden scheun Und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit gerechtigkeit auch stärke Durch christum mir geschenket sey, Will ich durch übung guter werke Beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der liebe gegen dich! Sie dringe stets und leite mich. Zweite Abtheilung. 6. Noch, noch wandelst du allhier Auf des lebens pfade; Noch ist zur errettung dir Nab des ew'gen gnade. Eil' ihr zu, Daß du rub Für dein berz empfindest, Und vergebung findest. Mel. Vater unser im himmelreich. 292. So wahr ich lebe, spricht mein gott, Mir ist, nicht lieb des sünders tod; Mein wunsch und wille ist vielmehr, Daß er rechtschaffen sich bekehr'; Sich beßre in der gnadenzeit, Und mit mir leb' in ewigkeit. 2. O sünder, drum verzage nicht, Bedenk' es, was gott selbst verspricht Der dir vergebung, trost und gnad' Auch hierdurch zugesaget hat. Und er besiegelt's mit dem eid, Sey nur zur besserung bereit! 3. Hüt' dich dabei vor sicherheit, Denk nicht: zur buß' ist's immer zeit, Ich will erst thun, was mir gefällt, Und werd' ich müde dieser welt, Alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: gott ist stets bereit Zum wohlthun, zur barmherzigkeit; Doch fündigst du auf gnade hin, Beharrst in deinem bösen sinn, Und willst nicht sorgen für dein heil, So nimmst du nie am himmel theil. 5. Um christi willen bat zwar gott Verheißen leben für den tod; Allein entdeckt er dir auch wohl, Wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir fund; Verborgen ist die todesstund'. 6. Heut lebst du, beut bekehre dich; Noch heute kann es ändern sich. Wer beut ist stark, gesund und roth, Ist morgen frank, vielleicht auch tødt. Stirbst du nun ohne bess'rung bin, Wie willst du denn der höll' entfliehn? 7. Hilf, o herr jesu, hilf du mir, Daß ich jetzt komme gleich zu dir, Und mich befehre unverweilt, Eh' mich mein ende übereilt; Damitich heut' und jederzeit Zu meinem hingang sey bereit. 7. Laß mich zu deiner ehre leben, Der du die missethat vergiebst! Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß, vater, mein gewissen rein, Und beilig meinen wandel seyn. Bekannte Melodie. 294. Wo soll ich fliehen bin, Wenn beschweret bin Von dem gefühl der sünden? Wo soll ich rettung finden? Wer wird sich mein erbarmen? Wer schaffet trost mir armen? 1. Von der Buße und Bekehrung. 131 2. D, mein herr jesu, du Nufst gute gabe, Die ich noch nöthig habe auch mir gnädig zu. Mit hoffendem Du wirst mich unterstüßen, und in gemüthe Flieh ich zu deiner güte; Du versuchung schüßen. hilfft beladnen seelen, Die dich zum helfer wählen. 3. Ich traue frob auf dich, Dein blut floß auch für mich; Du rettest mich von sünden, Läss'st mich den frieden finden, Den der hat, der dich liebet, Und den die welt nicht giebet. 4. Wie groß die fünde sey, Tu machst von ihr mich frei, Wenn ich dein wort recht fasse, Mich fest darauf verlasse. Du sprichst: dir ist vergeben! So fühl ich neues leben. 5. 3war viel noch mangelt mir; Doch, gütigster, von dir Kommt jedé 6. Wie unerschrocken ruht Das herz in deiner hut; Du hast ja selbst verheißen, Nichts solle mich entreißen Dir, dem ich angehöre, Folg ich nur deiner lehre. 7. Darum verlaß ich mich, O jesu, ganz auf dich; Jetzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich ererben: Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 8. Herr, deß ich ewig bin, Gieb mir den festen sinn, Das alles stets zu meiden, Was mich von dir kann scheiden: So leb' ich dir, und erbe Den himmel, wann ich sterbe. Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. 295. Du gott, der unsre zu flucht ist, Gott, unser mittler, jesu christ, Gott, heil'ger geist der gnaden! Unendlicher! verwirf uns nicht; Wir kommen vor dein angesicht Mit missethat beladen. Nimm von uns unsre sündenschuld. Du gott der langmuth und geduld! Und merk' auf unser heißes flehn, Daß wir dein heil, erbarmer, sebn. Herr, unser gott! Verbirg uns nicht ein angesicht, Und geb' mit uns nicht ins gericht. 2. Wir haben unsern stand entweiht, Den stand der christen, unsern eid, Und deinen weg verlassen: Doch, sieb, wir kehren voller reu Zurück zu dir: b. An öffentlichen laß aufs neu Uns deine rechte fassen! Laß sie uns leiten auf den Pfad, Den dein befehl geheiligt hat; Daß irrthum und versuchung nie Uns auf die bahn des lasters zieb. Herr, unser gott! Vor ungeduld, Vor aller schuld Behüt' uns deine vaterbuld. Bußtagen. schüß' uns, nicht ihr raub zu seyn; Laß sicherheit das land erfreun. Herr, unſer gott! Das land ist dein, O laß gedeihn Und sicherheit das land erfreun! 4. Sohn gottes, der zur erde kam, Und unsre schwachheit auf sich nahm, Um gott uns zu versöhnen; Der durch den tod ins leben drang, Sich dann zu rechten gottes schwang, Wo ehr' und preis dich krönen: Vertritt, o mittler, uns bei gott! Durch deine leiden, deinen tod, Stärk' uns in unsrer prüfung lauf, Und wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr, unser gott! Dein trost, dein licht Verlaß uns nicht Im tod, im grab, im weltgericht. 3. Dein antlig leucht' auf unser land; Ringsum bedeckt von deiner hand, Laß es der rub genießen! Wend' ab von uns, mit deiner but, Der flamme grimm, den zorn der fluth, Des krieges blutvergießen. Eey rettend mit uns, wenn die noth Des mangels und der seuchen droht, Und 5. Schütz' uns vor irrthum und gefahr; Erhalte deiner frommen schaar Der eintracht glück und seegen! Uns leite, gott, dein guter geist, Und was dein wort verspricht und heißt, Sey licht auf unsern wegen! Laß auch in lehr' und wandel rein Die diener deines wortes seyn, Und bringe zu der wahrheit glück, Zu dir, die irrenden zurück. Herr, unser gott! Breit' aus dein wort An jedem ort, Gieb geist und kraft zu deinem wort. 6. Auch die regenten lenke du, Daß sie durch weisheit und durch ruh Der länder wohlstand heben; Dem fürsten, 9* 132 Zweite Abtheilung. der uns schüßt und liebt, Gieb, der| Bereitle der verfolger rath, Und lehre in ihm so viel uns gibt, Das beste sie den rechten přad. Herr, unser spät'ste leben! Noch lange sey sein gott! Durch alles leid Terpilgerzeit vaterblick Uns, seinen kindern, schuß Führ' uns zu deiner herrlichkeit. und glück; O! schütt' auf ihn, und auf sein Haus, Und seine räthe fegnung aus! Herr, unser gott! In deiner hand Ist unser land; Beglück' es, segne jeden stand. 7. Bernimm der leidenden gebet; Wer in gefahr und noth dir flebt, Dem hilf aus seinen nöthen! Gieb tranken linderung und ruh; Die sterbenden erlöse du, Erhör' ihr christlich beten! Sey aller unterdrückten heil, Der witwen und der waisen theil; uns, leit' uns väterlich! c. Nach geschehener Bekehrung. Mel. D gott, du frommer gott. 296. Was kann ich doch für dank, O herr, dir dafür sagen, Daß du mich mit geduld So lange zeit getragen: Da ich in großer sünd' Und übertretung lag, Und dich, o beil'ger gott, Erzürnte manchen tag. 2. Sehr große lieb' und huld Erwiesest du mir armen; Ich fuhr in bosheit fort, Du aber in erbarmen: Ich schob die buße auf Und widerstrebte dir! Du schobst die strafe auf, Und trugst geduld mit mir. 3. Daß ich nun bin bekehret, Verdank' ich deiner gnade; Du, du, riefst mich zurück Von des verderbens pfade. Durch deine güt' und treu, Die an die wolken reicht, Hast du mein har tes herz Gerühret und erweicht. 8. Du thust weit mehr, als wir verstehn, Kannst mehr gewähren, als wir flehn; Laß uns erbörung finden! O! neig' auf unser flehn dein ohr, Heb' unser Herz zu dir empor, Und mach uns rein von sünden. Laß uns nun ganz dein eigen seyn, Im leben und im tode dein; Wir sind durch christi blut erlöst; O du, der fünder nicht verstößt, Herr, unser gott; Erbarme dich, Erbarme dich! Vergieb 4. Selbst konnte ich dich wohl Beleidigen mit sünden; Doch konnt' ich ohne dich Den weg zum heil nicht finden. Selbst fallen konnte ich Und ins verderben gehn: Nur selbsten konnt' ich nicht von meinem fall aufstehn. 5. Du bast mich aufgericht't, Und mir den Weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll; Dafür sey, herr, gepriesen! Sen hochgelobt, daß ich Die alten sünden bass'; Und das, was dir mißfällt, Nun willig unterlaß. ben, Und was uns nüßlich ist, Getrost zu suchen haben: O sieh erbarmend 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle: So gib mir deinen geist, So lang' ich hier noch walle, Der mich, den schwachen, stärk, Und in mir mächtig sey, Auch mein gemüthe stets Zu deinem Dienst erneu. 7. Ach leit' und führe mich, So lang' ich leb auf erden; Laß mich nicht, ohne dich, Durch mich geführet werden. Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich leicht verführt; Wenn du mich leitest selbst, Thu' ich, was mir gebührt. 8. O gott, du großer gott! O vater, hör' mein flehen! Laß, jesu, gottes sohn, Mich deine wege gehen; Regier' o beil'ger geist, Durch dein wort mich allzeit, Daß ich dir diene hier, Und dort in ewigkeit. 2) Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. In voriger Melodie. mich In meiner schwachheit an, Weil err, allerböchster gott! ich nicht, wie ich will, Dir recht ver297. Het dem wir alle ga- trauen fann. 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem glauben; Oft will 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 133 die zweifelsucht Mir alle Hoffnung| daß ich dir im glück Undunglück stets rauben. Wer macht das Herz gewiß, Als du, o berr, allein? Laß deine hülfe doch Von mir nicht ferne sein. getreu, Und dem, was du gebeutst, Von Herzen folgsam sey. 3. O reiche du mir selbst Aus gnaden deine bände! Mach, daß dein guter geist Sein werk in mir vollende. Ist schon, dem senfkorn gleich, Mein glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir In stetem wachsthum seyn. 4. Gieb, daß ich stets in mir Die zuversicht vermehre, Daß du mein vater seyst, Und ich dir angehöre; Daß alle meine schuld Von dir vergeben sey: Damit mein herz sich dein, Als seines gottes freu. 5. Mach diese zuversicht In mir, v gott, so kräftig, Daß ich mein lebenlang In deinen dienst geschäftig, Und stets beslissen sey, Zu thun, was dir gefällt: So bab' ich schon in dir, Den himmel auf der welt. 6. Mein heiland! der du einst Für deine jünger batest, Und, wenn sie 4. Auch hilf mir, daß ich den, Den du gesandt, erkenne. Ihn meinen herrn und gott, In geist und wahrheit nenne; Und treu und redlich thu, Was mich sein wort gelehrt, Daß ihn herz, mund und that Als meinen heiland ehrt. In voriger Melodie. 5. Sein göttliches verdienst Sey mir beständig theuer; Es fülle mich mit trost; Es mache mich stets freier Vom schnöden sündendienst; Es stärke mich mit kraft, zu deines namens rubm, In meiner pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann Im glauben schon auf erden! Noch herrlicher wird einst Mein theil im himmel werden. Da werd' ich, was ich hier Geglaubt, im lichte schaun Und du erfüllst dann ganz Mein kindliches vertraun. Mel Kommt her zu mir, spricht 2c. ch Ach, unterſtüg auch jest Meinjen: 299. Foruto tuf deine sehnliches gebet, Und schenke glaubenskraft Dem, der dich darum fleht. stem muth gnad' und christi blut; Ich hoff' ein ewig leben! Du bist ein vater, der verzeibt, Hast mir das recht zur seligkeit Durch deinen sohn gegeben. 7. In deiner mittlershand Ist beil und aller segen. Herr, unterstütze mich Auf allen meinen wegen! So geh' ich freudig fort, In dieser pilgerzeit, Zu meines glaubens ziel, Der seelen seligkeit. 2. Herr, welch ein unaussprechlich beil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel haben! Im herzen turch den glauben rein, Dich lieben und versichert sey Von deines geistes gaben! err, ohne glauben kann 3. Dein das wort 298. Here in een vor bir feit, Wirtt göttliche zufriedenheit, bestehen; Drum wend' ich mich zu Wenn wir es treu bewahren; Es Verdir Mit demuthsvollem fleben; spricht uns trost im elend zu, zünde selbst in mir Den wahren glau- süßet uns des lebens ruh, Und stärkt ben an, In welchem ich allein Dir uns in gefahren. wohlgefallen kann. 4. Erhalte mir, o herr, mein hort, Den glauben an dein göttlich wort, Um deiner güte willen! Laß ihn mein licht auf erden seyn, Ihn täglich mehr mein herz erneun, Und mich mit trost 2. Laß mich, gott, daß du seyst, Mit überzeugung glauben. Nichts müsse mir das woit Aus meinem Herzen rauben: Daß du dem, der dich sucht, Stets ein vergelter seyst, Und erfüllen. bier und ewig ihn mit deinem heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein wert. Gieb, 300. daß ich darauf traue, Und meine boffkomme, zu vir! Erbarmend nung fest Auf deine treue baue; Gieb, rufst du ja auch mir, Den frieden zu Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 134 empfangen. Die fündenlast ist mir zu schwer: O laß mein berz von trost nicht leer, Laß es zur rub gelangen! Die jedem tief gebeugten geist Dein theuer werthes wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein herz von fünden rein? Herr jesu christ, Mein trost, mein licht! Mein trost, mein licht! Verwirf mein sehnlich fleben nicht. Zweite Abtheilung. 2. Anbetend steh' ich, herr, vor dir; Dein antlig neige du zu mir. Und sev mir fünder gnädig! Wenn mein vergehn um rache schreit, So mache aus barmherzigkeit Mich aller strafe ledig. Der du am freuz gelitten bast, Du trugst auch meiner sünden last, Als du zum heil der sünder starbst, Und ihnen gottes huld erwarbst. Herr iesu christ, Mein gott und herr! Mein gott und herr! Gieb mir den trost, begnadigter. 3. Du, du bist meine zuversicht! Durch dich entflieh' ich dem gericht, Dem schweren lohn der sünden; Durch dich kann ich der straf' entgebn, Und mich mit gott vereinigt sehn, Durch dich das leben finden. Dein tod ist der verlornen heil, Gieb mir an seinem segen theil! Er schaff auch mir berubigung, Und wahre lebensbesserung Herr jesu christ! Ich hoff' auf dich! Ich hoff' auf dich! In dieser hoffnung stärke mich. einer bessern welt, Leb' ich hier nur im glauben; Dort schau' ich, was ich bier geglaubt; Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es rubt in jesu händen. 2. Mein leben ist ein kurzer streit, Und herrlich ist die krone. Das glück der ganzen ewigkeit Wird mir zum frohen lohne. Du bast für mich den tod geschmeckt; Mir, wenn nur deine buld mich deckt, Kann selbst der tod nicht schaden. 3. Oberr, du bist mein ganzer ruhm, Mein bester trost auf erden; In jener welt mein eigenthum; Was kann mir größers werden? Von fern glänz mir mein klein zu; Du schaffst mir nach dem streite ruh, Und reichst mir meine krone. 4. Herr, lenke meines geistes blick Von diesem weltgetümmel Auf dich, auf meiner seele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Vergeht und währt nur kurze zeit, Im himmel sey mein wandel. 5. Jeßt, da mich dieser leib beschwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene begre welt gewährt, Wo wir gott ewig dienen. Dann, wenn mein auge nicht mehr weint, Und nun vollkommnes glück erscheint, Dann werd' ich's freb empfinden. 6. Jm dunkeln seh ich hier mein heil; Dort seb ich's klar und heiter. Hier ist die schwachheit noch mein theil; Dort hebt mein geist sich weiter. Hier ist mein werth mir noch verbüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein bild Mich cinst vollkommen schmücket. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, O herr, durch deine leiden; Auf deinen tod bin ich getauft, Wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine hand; Ich bin dir, herr, du mir bekannt, Mein sind des himmels freuden. Mel. Sey lob und ehr' dem: c. oder: Lobsinget gott, dem: c. ch weiß, an wen 8. Wie groß ist meine herrlichkeit! Empfinde sie, o seele! Von lust der erde unentweiht. Erbebe gotr, o seele! Der Nur 301. aub ich bält, Rein des gerechten wohl besteht Durch alle feind soll mir ihn rauben; Als bürger ewigkeiten. 4. Mein ganzes leben preise dich! Erlöst, mein mittler, hast du mich, Dein eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nicht! Nichts einst am tage des gerichts, Nichts hier auf dieser erden. Auf dieser bahn zum vaterland Entzeuch mir niemals deine band; Zu allem guten stärke mich, Und laß mich siegen einst durch dich. Herr jesu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Hilf mir zum leben durch den tod. 2. Vom Glauben und Mel. Kommt her zu mir, spricht: c. 302. ch 303. daß ich Erlöst bin gottes sohn, durch dich Vom schnöden dienst der fünde. Gelobt sey gott! ich bins gewiß, Hilf, mein erretter, daß ich dies Bis an mein end' empfinde. 2. In dieser so verderbten zeit Des leichtsinns und der sicherheit Wach' über meinen glauben! Du freund der menschen, wache du, Daß keine zweifel meine ruh Und meinen trost mir rauben. 3. Den spott der frevler über dich Und deinen tod am freuz laß mich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer begier Laß meine seele, herr, nach dir Und deinem reiche trachten. seinen nächsten Folgen. 4. Wenn mir die welt gelegenheit Zur sünde giebt, zur eitelkeit, Und zu verbotner freude: So dämpfe du in meiner brust Die reizung aller bdsen lust, Daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, Die fünde, die den tod gebiert, Mich übereilen lassen; Mich dann aus sündenlust vergehn, Und deiner wahrheit widerstehn, Ihr helles licht gar haffen. 6. Wenn meine freudigkeit zu dir, Mein glaub' und meine Hoffnung mir Hierdurch entrissen würde: So würde nichts mich recht erfreun, Die welt mir trüb' und traurig seyn, Mein leben eine bürde. 7. Dann würd ich nach dem him. mel nicht mit freud', o berr, im angesicht, mit seelenruhe sehen: Dann bätt' ich keinen heitern sinn; Dann wär' die frohe Hoffnung bin, Zu ihm einst einzugehen. Gleich alles wider mich: Denn wenn ich gläubig bete, Zeigt er mit hülfe sich: Hab' ich ihn nur zum freunde, Und liebet mich mein gott, Was schad't mir dann der feinde Verfolgung, schmach und spott? 8. Gewissensschrecken würden mich, Der ich vom pfad des guten wich, Schon hier zur qual ergreifen, Und peinigende furcht vor dir, Der welten richter, sich in mir mit jedem tage bäufen. Mel. Befieh! du deine wege zc. Caft 135 2. Ich weiß und glaub' es feste, Und rübm es ohne scheu, Daß gott, der höchst' und beste, Mein freund und vater sey. Er wird in allen fällen Zu meiner rechten stehn: Er dampfet sturm und wellen, Läßt mich nicht untergehn. 9. Der du für mich am freuze starbst, Und hoffnung mir und trost erwarbst, Laß mich so tief nicht fallen! Erhalt mir meines glaubens ruh', Und meinen wandel lenke du Nach deinem wohlgefallen. 3 Der grund, worauf ich baue, Ist christus und sein blut: In ihm, dem ich vertraue, Find' ich das ew'ge gut. An meinem armen leben Ik nichts auf dieser erd', Was christus mir gegeben, Das ist der liebe werth. 4. Er ist mein ruhm und ehre, Er ist mein troft und licht. Wenn er nicht für mich wäre. So käm' ich ins gericht. Wie würd' ich da bestehen Vor seinem richtersiz? Ich müßte gleich vergeben, Wie wachs in feuers bizz. 5. Doch jesu bat sein leben, Zur tilgung meiner schuld, Am kreuz dabin gegeben; Wie groß ist diese buld! Ich darf mich seiner freuen, Hab einen heldenmuth; Darf kein gericht mehr scheuen, Wie sonst ein fünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Denn jesus starb für mich; Die höll' und ihre flammen Sind mir nicht fürchterlich: Kein urtheil kann mich schrecken; Nichts, was uns sonst betrübt: Denn christus will mich decken, Mein heiland, der mich liebt. 7. Sein geist wohnt mir im Herzen, Regiert mir meinen sinn, Stillt forgen, furcht und schmerzen, Nimmt feden kummer bin: Gieb auch in trüben tagen Mir freudigkeit, und schafft, Daß ich kann, vater, sagen, Durch seines wortes traft. 8. Der spricht auch meinem geiste Manch andres trostwort zu: Wie gott dem hülfe leiste, Der bei ihm suchet rub, Und wie er hab' erbauet Mir eine neue stadt, Wo aug' und herz einst schauet, Was es geglaubet hat. 136 9. Da ist mein theil und erbe Mir Herrlich zugericht; Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein himmel nicht. Mein jesus hilft mir ringen, Und muß ich manche zeit Mit weinen auch hinbringen, Versüßt er mir mein leid. 10. Kein schmerz und keine freuden, Nicht herrlichkeit, noch noth, Kein noch wir glück und keine leiden, nicht angst, denken können, So groß es immer sey, Soll mich von jesu trennen; Ich bleib' ihm ewig treu. 11. Mein Herz ist voller freuden, Wie sollt' ich traurig seyn? Ich achte nicht der leiden, Seh beitern sonnenschein; Der für mich lebt und wachet Ist mein herr jesus christ; Das, was mich jauchzen machet, Ist, was im himmel ist. Zweite Abtheilung. Mel. O gott, du frommer gott: c. 304. Mag doch der spötter beer Sich deines namens schämen; Ich freue mich, dein heil, Herr jesu, anzunehmen. Dein kreuz ist thorheit nur Dem, der es nicht versteht, Und keiner spottet sein, Der gottes wege geht. 2. Du kamst, des böchsten sohn, Im leben und im sterben Uns weisheit, kraft und trost, Und gnade zu erwerben. Du warst der welt ein licht; Und folg' ich seinem schein, Wie weise bin ich dann! Wie selig werd' ich seyn! 3. Ich kann bier freilich nicht Das große wunder fassen: Gesandt vom ewigen, Der himmel thron verlassen, Die thaten gottes thun, Als eingeborner sohn, Und dann am kreuz empfahn Der missethäter lohn! 4. Doch tann mein berz gar wohl Der wahrheit kraft empfinden, Die meinen geist belebt, mich reiniget von fünden; Auch hab' ich, herr, durch dich Gerechtigkeit und beil, Und an der seligkeit Der gottversöhnten theil. 5. Dies müsse meine lust An dir, o herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen rath Der gottheit zu entdecken, Nehm' ich dein großes heil Mit dank und freuden an, Und folge dir getreu Auf ebner tugendbahn. 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, Und deine große lieb' Durch schauen mir erklären. Unendlich ist mein heil. O glaube, der erfreut! Gelobet sey der herr, Gelobt in ewigkeit. Rel. Es ist gewißlich an der zeit. 305. gottes ſohn, herr jeſu christ! Dein ist es, mir zu geben, Was mir zum glauben nüße ist, Was ihm giebt kraft und leben; Drum bilf du mir von oben her, Daß ich, gestärkt je mehr und mehr, Recht und beharrlich glaube. 2. Durch dein wort unterweise mich, Den vater recht zu kennen, Mit freudenvoller ehrfurcht dich Des böchsten sobn zu nennen! Daß ich auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weißt, Von ganzem herzen folge. 3. Laß mich dein großes gnadenbeil Im rechten licht erblicken, Und mich dazu an meinem theil Mit allem eifer schicken. Durch dich nur find' ich trost und ruh, Und ewiges heil; der weg bist du, Die wahrheit und das leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem wort Es tief zu herzen fasse; Daß sich mein glaube immer fort Auf dein verdienst verlasse; Daß zur gerechtigkeit mir werd', Der ich mit sünden bin beschwert, Dein heil auch zugerechnet. 5. Doch soll auch stets mein glaube sich Des bluts, das du vergossen, Nicht anders trösten, als daß ich, Zu deinem dienst entschlossen, Durch ſeine kraft die arge welt, Und was sie dir entgegenstellt, Besieg und überwinde. 6. 3war ist mein glaube schwach und klein; Oft kann ich ihn kaum merken: Doch willst du mir, herr, kraft verleihn, Und kannst mich mächtig stärken. Das schwache rohr zerbrichst du nicht, Verlöschest kein noch glimmend licht; Drum stärke mich, den schwachen 7. Hilf, daß ich recht sorgfältig sev, Den glauben zu bewahren, Ein gut gewissen auch dabei; Daß ich bei den gefahren Der welt, sey wachsam allezeit, Durch früchte der gerechtigkeit Des glaubens kraft beweise. 2. Vom Glauben und 8. D laß den glauben stets in mir So wachsen und sich stärken, Daß er fey fruchtbar für und für, Und reich an guten werken, Daß er sei thätig durch die lieb', mit freuden und geduld sich üb' In dem, was gott gefällig. 9. Insonderheit gieb mir die kraft Daß ich an meinem ende Den letzten schritt der pilgrimschaft Durch glauben froh vollende. O, mache mich, herr stets bereit, Daß ich der seelen seligkeit, Des glaubens end', erlange. Mel. Mach's mit mir gott 2c. 306. er gottes wort nicht hält, und spricht: Ich kenne gott, der heuchelt, In dem ist gottes liebe nicht, Wie sehr er sich auch schmeichelt. Wer aber sein wort glaubt und hält, Der liebt ihn so, wies ihm gefällt. 2. Der glaube, den sein wort erzeugt, muß auch die liebe zeugen; Je höher dein erkenntniß steigt, Je mehr wird diese steigen. Der glaub' erleuchtet nicht allein; Stärkt auch das Herz und macht es rein. 3. Durch jesum rein von misse that, Sind wir nun gottes kinder; Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der flieht den pfad der sünder, Folgt christi beiſpiel als ein christ, Und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer seinen willen thut, in dem Ist wahrlich gottes liebe: Ein immer thätig's christenthum: Das ist des glaubens frucht und ruhm. 5. Der bleibt in gott, und gott in ihm, Wer in der liebe bleibet. Die lieb' ist's, die die seraphim Gott zu geborchen treibet. Gott ist die lieb'! an seinem heil Hat ohne liebe niemand theil. Mel. Jesu, meine freude: c. 307. Wie ie getrost und beiter, Herr mein licht und leiter, Machst du meinen geist! Der du, die dich lieben, Selbsten im betrüben, Doch so gern erfreust. Niemals wird Bei dir, mein hirt, Freund und tröster meiner seelen, Mir erquickung fehlen. seinen nächsten Folgen. 137 2. Deinem rath ergeben, Freu' ich mich zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich schwacher; Du, mein seligmacher, Schenkst mir kraft und muth, Wenn die Welt Erbebt und fällt, Wenn gericht und hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne grauen Tod und grab anschauen; Mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem staube Mich sein arm erhebt. Todestag, dein schrecken mag Eines frevlers herz erschüttern: Was brauch' ich zu zittern? 4. In mir ist noch sünde: Doch, ich überwinde Sie, gestärkt durch dich. Sink' ich schwacher nieder; Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine huld tilgt meine schuld, Nie läßt du reuvollen seelen Dein erbarmen fehlen. 5. Daß ich gott erkenne, Froh ihn vater nenne, Und mich ewig seyn; Daß ich hier am grabe Trost und hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein geist Mich unterweist, Und mich führt auf deinem pfade, Dank' in deiner gnade. 6. Du hast blut und leben Für mich hingegeben, Daß in meiner noth Ich nicht hülflos bliebe: Groß ist deine liebe, Stärker als der tod. Herr, und ich, Sch sollte mich Deiner huld nicht dankbar freuen? Dir mein herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sey mein bestreben, Meine lust und pflicht! Was die welt vergnüget, O mein gott, das gnüget Meiner seele nicht. Hab' ich dich, Wie gern will ich Das, wornach die sünder trachten, Reich in dir, verachten. 8. Macht ein gut der erde, Dağ ich glücklich werde In der ewigkeit? Sind nicht auch die ehren, Die den sinn bethören, Wahre eitelkeit? Du erfreust, Herr, meinen geist: Und du willst, die dich verehren, Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen frieden Schmeck' ich schon hinieden: Und was hoff' ich dort? Unbegrenzte zetten, Voller seligkeiten Hoff' ich auf dein wort. Sie sind 138 mein, Durch dich allein; Bleib' ich dir getreu im glauben, Wer kann sie mir rauben. Zweite Abtheilung. 10. Voll von deiner güte Froblockt mein gemüthe, Gott, mein heiland, dir; Dieser geist der freuden Stärke mich im leiden, Weiche nicht von mir! Laß mich so Beherzt und froh Einst durch's thal des todes dringen, Dort dein lob zu singen. 3) Vom thätigen Christenthum überhaupt. Mel. Chrift, unser herr, zum zc. zu gute, Schmachvoll an dem kreuze 308. Bewahre mich, berr, daß starbst; Ach, wie dienen deine christen Immer noch der fünde lüsten; Leben obne besserung, Fern von wahrer heiligung. der wahn Nie mein gemüth bethöre, Als wär' es schon genug gethan, Wenn dir nur äußere ehre Der mensch, dein unterthan, erweist. Erinnre mein gewissen, Daß alle christen dir im geist Und wahrheit die nen müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins himmelreich, Die, herr! zu jesu sagen. Und nicht mit rechtem ernst zugleich Der heiligung nachjagen, Nur die, die deinen willen thun, Läss'st du als deine kinder, gott, im ew'gen frieden ruhn, Wenn heuchlerische sünder Von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom glauben nie Ein heilig leben trennen; Mich nicht für einen christen bie Blos äußerlich bekennen. Gieb, daß mein glaube thätig sey, Und tugendfrüchte bringe, Daß ich, vom sündendienste frei, Mit eifer darnach ringe, Im guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o gott, der menschen berz, Und liebst, die redlich handeln; Olaß in freude, wie im schmerz, Mich christlich vor dir wandeln. Dein wille sey mein augenmerk; Hilf mir ihn treu vollbringen Durch dich muß jedes gute werk, Sollt' es auch nicht gelingen, Zum segen mir gereichen. 5. Doch, wenn ich aus unwissenheit Und übereilung fehle; So thu an mir barmherzigkeit, Und richte meine seele Durch gnade auf von diesem fall. Erbalt' mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den deinen Dir ohne fehltritt diene. 2. Herr, du litt'st, uns vom verderben, Von der sünd' uns zu befrein; Und wir wollen lieber sterben, Lieber ihre knechte seyn? Glauben immer noch, in sünden Unsere lebens glück zu finden, Und vergessen dein gebot, Deine schmach und deinen tod. 3 Ach, wann werden wirs erkennen, Warum du gestorben bist? Wann uns nicht blos christen nennen, Sondern tbun, was christlich ist? Wann, um deines todes willen, Jesu, dein gesetz erfüllen, Und den sünden widerstehn, Weil sie deine leiden schmähn? 4. Wer dich sieht von gott verlassen In der tiefsten traurigkeit; Dich erlöser, sieht erblassen Nach vollbrachtem schweren streit; Und läßt doch zum dienst der fünden Seine lüste sich entzünden: Der hat nicht an deinem heil, Nicht an göttes gnade theil. 5. Meiden könnt er sein verderben, Hülfe giebt ihm gott genug; Aber ach! er selbst will sterben: Denn sein glaub' ist wahn und trug. Er bekennet deinen namen, Obne doch dir nachzuahmen; Nühmet seines glaubens sich, Und verleugnet, herr, doch dich. 6. Ach, wenn uns der trieb zur sünde Reizet wider unsre pflicht! Heiligster, so überwinde Uns der trieb zur fünde nicht! Lehr' uns muthig ihn bekämpfen, Und die macht der lüfte dämpfen; Steh' uns in versuchung bei, Und erhalt uns dir getreu! Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. 7. Jesu, lehr' auf dich uns schauen, Uns besieg' die fünde nie. Laß dein beispiel uns erbauen! Stärke selbst uns 309. die deiner er du uns mit deinem thum erwarbst, Und uns fündern, uns zen Präge tief in unsre herzen, Daß 139 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. wir, von der fünde rein, Heiligster gewissen; Nie wird es jemals dich dir ähnlich seyn. gereun, Wenn du, unsträflich fromm zu seyn, Dich redlich haft beslissen. 2. Gehorch nicht deinem fleisch und blut; Geborche gott! gott meint es gut; Was er gebeut, ist segen. Er liebt uns menschen väterlich, Führt auf der bahn der tugend dich Dem höchsten beil entgegen. 3. Gott theilt dir seine stärke mit; Drum gehe stets mit festem schritt Fort auf der tugend pfad. Tie lust verführt, die tugend nie; Und gott, dein gott, belohnet sie Mit segens= reicher gnare. 4. Laß dir die schreckenvolle pein Der sünde hell vor augen seyn, Wenn sie dich lockt mit freuden. Gott fennt den quälenden verdruß, Der auf die fünde folgen muß, Und will sie dir verleiden. Rel. Ein lämmlein geht, und: c. 310. Erbarm bich, berr; mein schwaches herz, Geneigt zu eitelkeiten, Läßt bald durch freude, bald durch schmerz, Sich auf den irrweg leiten. Gleich einem robr, vom wind bewegt, Wankt auch, von leidenschaft erregt, Oft meine schwache seele. Wann' komm ich zu der wahren ruh, Daß ich recht feste tritte thu Und nur das gute wähle? 2. Laß doch mein herz nicht fernerhin In seiner neigung wanken. Stärk metnen ungewissen sinn Zu festeren gedanken. Wenn von der lust zur eitelkeit Mich deines geistes kraft befreit, Wie will ich dir lobsingen; Mich ganz zu deinem dienst zu weihn, Soll stets mein ernster wille seyn, Gieb dazu das vollbringen. 5. Gott siehet jene ew'ge nacht, 3. Auch wenn ich aufder tugend pfad, Wo fünder, die ihn hier verlacht, Bisweilen gleitend walle, So unter- Sn tietem jammer schmachten. Gott stüße deine gnad' Mich vor dem nahen kennt der tugend hohen werth, Und falle. Wenn in mir böse lust aufsteigt, den bat jesus dich gelehrt; Und den Und ich zum weichen bin geneigt, So willst du verachten? lenke meinen willen; Erhebe meinen schwachen muth, Daß ich der leidenschaften wuth Durch dich, herr, möge stillen. 6. Nein, übe sie mit allem fleiß, Zu deinem glück und gottes prets: Er stehet dein bestreben, Und wird dir einst gewiß dafür, Nach treuem tugendlaufe bier, Der freuden fülle geben. 4. Mein gott, mein gott, gedenke nicht Der sünden meiner jugend. Wie hart schien mir oft meine pflicht: Wie rauh die bahn der tugend! Und doch Mel. ser nur den lieben gott 2c. trugst du mich mit geduld; Laß, pater, 312. Gott! dir gefällt kein gott. los wesen; Wer bös laß mich Nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres heil: O laß mich's, als mein bestis theil, Auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein mensch; du kennest mich. Wie schwach sind meine kräfte! Doch meine seele hofft auf dich; Du wirst zu dem geschäfte Der heiligung mir kraft verleihn, Mein berz je mehr und mehr erneun, Vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der zeit Und einst in der vollkommenheit, Herr, deine fraft erheben. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 311. Ermuntre, feele, dich und gott, der dich erschuf, getreu, Und folge dem ist, bleibet nicht vor dir, Drum laß von sünden mich genesen, Und schaff' ein reines berz in mir; Ein herz, das sich vom sinn der welt Entfernt, und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen fünden Mit inniger beschämung sehn! Durch christum vor dir gnade finden, Und auf den weg der tugend gehn. Ich will forthin das unrecht scheun, Und deinem Dienst mein leben weihn. 3. O stärke mich in dem gedanken! Gieb meinem vorsatz festigkeit: Und will mein schwaches berz ie wanken, So bilf der unentschlossenheit! Wie viel vermag Nimm deinen geist nur nicht von mir. 140 4. Gieb, daß er mir stets hülfe leiste, Und muth und kräfte mir verleib, Daß ich mit kindlich treuem geiste Dir bis zum tod ergeben sei: So sieg' ich über sünd' und welt, Und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus schwachheit fehle, Mein vater! so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten seele, Wenn sie dich sucht, dein angesicht; Und mache in bekümmerniß Mein herz von deiner huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen freuden, Schaff' ein getreues herz in mir; Und stärke mich in freud' und leiden, So halt ich mich, mein gott, zu dir, Bis nach vollbrachter übungszeit, Der deinen erbtheil mich erfreut. Zweite Abtheilung. mir von Herzen geht. 2. Du willst, daß ich mich treu In jeder tugend übe, Der glaube, den du wirkst, Soll fruchtbar durch die liebe In wahrer heiligkeit, in guten werken seyn; Drum will ich dir, mein gott, Mein ganzes leben weihn. 3. Dies will ich; und doch macht Die schwäche meiner seele, Und der versuchung reiz, Daß ich so oft noch fehle. Ich seh der tugend glück! Ich wünsche gut zu seyn: Und doch giebts immer noch so vieles zu bereun. zum muth, Und hilf dem schwachen siegen! Mein auge laß allein Auf deine weisheit schaun, Mein Herz dir folgsam seyn, Und dann dir froh vertraun. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 313. He err, höre mein gebet, Und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer ernst, Auf deiner bahn zu wallen. Ergreife, Mel. Herr christ, der einig gottes: c. leite, stärt' Den schwachen, der bir 314. Her es wahren lebens licht! Laß leben licht und wonne, Die allen kummer bricht, Mein ganzes berz erfreuen, Und meinen geist erneuen. Ties glück versag' mir nicht. 2. Vergib mir meine sünden, Und laß mich, berr, durch dich Der gnade trost empfinden. Verleihe gnädiglich Daß an des friedens gabe Mein herz stets antheil habe. O herr, erhöre mich! 3. Tilg' ganz aus meiner seele Des alten menschen sinn, Daß ich, was du willst, wähle, Voll eifer mich forthin Treu deinem dienst ergebe, Und dir zu ehren lebe, Weil ich erlöstet bin. 4. Das siehst du, herr, mein gott, Osieh es mit erbarmen, Und reiche 4. Beförd're dein erkenntniß In mir, väterlich Doch deine hand mir armen! mein seelenbort, Und öffne mein verGieb meinem geiste licht, Gieb meiständniß Durch dein heilsames wort; nem vorsaß kraft; So tämpf ich Damit ich an dich glaube, Nichts glücklicher Mit welt und leidenschaft. böses mir erlaube, Sey selig hier 5. Eröffne den verstand, Stets und dort. beller einzusehen, Daß sünd' uns elend macht, Daß wahres wohlergeben, Und innrer friede nur Aus reinem herzen fließt; Daß du mit deiner huld Der freuden quelle bist. 6. Laß in versuchung mich Nicht zaghaft unterliegen; Ermuntre mich 7. Ich bin ein pilger hier, Umringt von vielen sündern; Ihr beispiel könnte leicht Der tugend eifer hindern, Wenn der verführung gift, Des leichtsinns frecher spott, Tem geist gefährlich wird, Dann steh' mir bei, mein gott. 8. Bewahre mein gemütb, Daß mich, bis an mein ende, Die falsche fröhlichkeit Der sünder nie verblende Ihr thöricht lachen wird Bald lange reu und pein; Laß diesen wechsel mir Doch ja vor augen seyn. 9. So werd' ich, berr, mein gott, Dir nicht umsonst vertrauen; Einst, wenn ich treu dir bin, Der freuden fülle schauen. Und, wenn du ewig lohnst Für jede gute that, Frohlocken, daß mein herz Sich dir geheiligt hat. 5. Ach, zünde deine liebe In meiner seele an, Daß ich aus innerm triebe Dich ewig lieben kann, Und dir zum wohlgefallen, Beständig möge wallen Auf rechter tugendbahn. 6. Du giebst den schwachen stärke. Verleih auch mir die kraft Zu jedem 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. guten werke, Die dein geist in uns schafft. Mein eigenes bestreben, In die sem armen leben, Ist viel zu mangelhaft. 7. Ich hoff' auf deine gnade; Mich tröstet deine treu, Auf deinem guten pfade Mach immer mehr mich neu! Und daß ich deinen willen Aufrichtig mög' erfüllen, So steh' mir kräftig bei. Mel. Was mein gott will, das ic. oder: Das jesulein soll doch ic. 315. Hilf mir, mein gott, bilf 141 Der wahrheit freund, Laß mich aufrichtig wandeln; Und jederzeit Nach billigkeit Mit meinem nächsten handeln. 7. Gieb, daß ich stets den müssiggang mit wahrem abscheu fliehe: Daß ich dem nächsten lebenslang zu dienen mich bemühe; Laß meinen fleiß, Zu deinem preis, O gott, mir wohl gelingen, Und segne du Das, was ich thu, So wird's auch nußen bringen. 8. Hilf, daß ich folge treuem rath, Von falscher meinung trete; Den armen helfe mit der that, Für freund 3. Laß glauben, lieb' und hoffnung sich In meinem Herzen mehren, So ist mir wohl und so kann ich Als wahrer christ dich ehren. Nimm dich auch dann Des leibes an, So lang ich hier noch walle: Damit dabei, Von kummer frei, Ich dir stets wohlgefalle. zen mich verlange; Daß ich dich suche mit begier, Und standhaft dir an bange Verleih, daß ich mit freuden dich In deiner hülfe schaue, Im berzen rein, Auf dich allein Mein ganzes glücke baue. Mel. Wenn mein stündlein 2c. ch 2. Gieb, daß in wahrer beiligkeit 316. bin ein christ; gott Ich nach dem guten strebe; Gottselig, züchtig allezeit In deinem reiche lebe; Und wanke ich, So stärke mich Bald wieder, fest zu stehen, Und stets dabei, mit wahrer treu, Der tugend pfad zu geben. So viel ich kann, Und alles unrecht meide An allem ort, Nach deinem wort, Bis ich von hinnen scheide. 4. Gieb, daß ich treu und fleißig sey In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht durch heuchelei Und ehrgeiz werd' verführét; Ja, daß ich nicht Je meine pflicht Durch eigennuß entchre, Und nie durch neid, Haß, falschheit, streit, Des nächsten ruhe störe. 5. Steh' du mir bei, daß mein gemüth Kein wilder grimm regiere, Daß ich vielmehr durch sanfte güt Auch selbst den haffer rühre. Vergeß ich mich, Daß hoffarth sich Will in der seele regen, So bilf du mir Gebeugt vor dir, Der demuth schmuck anlegen. dieser hohen würde Steb' ich, und fürchte keinen feind, Trag muthig meine bürde. Dies glück erfüll' mit muth und kraft Mein Herz in dieser pilgerschaft, Darin ich hier noch wandle. 2. Mein glaube steht und wanket nicht; Start, fest ist er gegründet. Er stüzet sich voll zuversicht Auf jesum christ, und findet Bei ihm kraft, rath, trost, rub und beil, Und nimmt an allem segen theil, Den christus bat erworben. 3. Mich soll hinfort nicht eitelkeit, nicht bitterkeit der leiden, Auch nicht ein schlaf der sicherheit Von gottes liebe scheiden. Was gott an meiner feele thut, Macht mir zum kampfe starken muth, Darinnen nicht zu weichen. 4. Was sind die leiden dieser zeit Doch gegen jene kronen, Womit gott in der herrlichkeit Die frommen will belohnen? Was ist die eitle lust der welt, Wenn man das glück dagegen hält, Das gott uns dort will schenken? 5. Mich soll auch nicht des todes macht Von gottes liebe scheiden. Er führt mich durch des grabes nacht zu jenem licht der freuden, Darinnen ich, nach allem leid, Ihn seh' in seiner herrlichkeit Und ewig mit ihm 6. Lehr' mich auch, berr, enthaltfamkeit, Und gieb ein rein gemüthe, Daß ich in dieser übungszeit Bor böser lust mich hüte: Der lügen feind, lebe. 142 Zweite Abtheilung. Mel. Ich hab' in gottes herz: c. oder: Das jesulein soll doch: c. 317, lag nicht, mein berz, bat, genommen. wie schwer es sey, Hier als ein christ zu wandeln, Und täglich gottes willen treu, Zu denken, und zu handeln. Wahr ist's, die tugend kostet müh, Und sie besiegt die lüste, Doch, richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freun, Trifft die kein schmerz bienteden? Ste sind die sclaven eigner pein, Und haben keinen frieden. Der fromme, der die lüfte dämpft, hat oft auch seine leiden; Allein der schmerz, womit er kämpft, Verwandelt sich in freuden. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen: Allein sein fortgang wird gefahr, Sein ende nacht und grauen. Der tagend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als mühe blicken: Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 4. Was wär' es, hätt' uns gott vergönnt Nach unsers fleisches willen, Wenn wollust, neid und zorn entbrennt Die lüste frei zu stillen; Ließ er den raub, den undank zu, Den frevel, dich zu kränken, Den menschenhaß: was würdest du Von diesem gotte denken? mehr bekommen; Wer sie nicht brauchet, dem wird auch Das, was er 7. Lern' nur geschmack am wort des herrn Und seiner gnade finden; Und übe dich, getreu und gern, Dein herz zu überwinden. Wer kräfte hat, wird durch gebrauch Von gott noch 8. Du streitest nicht durch eigene fraft; Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wann gab ein vater einen stein Dem sohn, der brod begehrte? Bet' oft! gott müßte gott nicht seyn, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der tugend pfad Das beispiel sel'ger geister: Ihn zeigte dir, und ihn betrat Ja selbst dein herr und meister. Laß dich nur nie des frechen spott Auf diesem pfade hindern; Der wahre ruhm ist ruhm bei gott, Und nicht bei menschenkindern. 10. Sey stark, o feele, allezeit, Denk' oft an deine bahre; Vergleiche mit der ewigkeit Den kampf so kurzer jabre. Das kleinod, das dein glaube hält, Wird neuen muth dir geben; Und kräfte der zukünft'gen welt, Die werden ihn beleben. 11. Denk' endlich zur beruhigung, Daß gott den schwachen duldet, Der bei dem ernst der heiligung Doch manches noch verschuldet. Gott liebet herzens redlichkeit, Und sieht auf dein bestreben; Er ist ein vater, der verzeiht, Und er hat luft zum leben. 5. Gott will, wir sollen glücklich seyn? Drum gab er uns gesetze. Sie Mel. Jesus, deine tiefe wunden 2c. ſind es, die das berz erfreun, Sie 318. Kommt und laßt euch jesum Kommt sind des lebens schäße. Er spricht zu uns durch den verstand, Er spricht durch das gewissen, Was wir, geschöpfe seiner hand, Fliehn oder wählen müssen. 6. Ihm folgen, das ist weisheit nur, Und freiheit ist's, dies wählen; Ein thier folgt trieben der natur, Ein mensch dem licht der seelen. Was ist des geistes eigenthum? Was sein beruf auf erden? Die tugend; was ihr lohn, ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden. und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören zu der rechten christenzahl; Die im glauben fest bestehn, Freudig gottes wege gehn, Und den beiland frei bekennen, Dürfen sich die seinen nennen. 2. Selig, wer in demuth lebet, Seine schwachheit nie vergißt, Nie sich selbst mit stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes huld wird ihn erfreun, Und das himmelreich ist sein; Gott wird dort zu ehren setzen, Die sich hier geringe schäßen. 3. Selig ist, wer seine sünde Webmuthsvoll vor gott bereut, Und, damit er ruhe finde, Sich vor neuen sünden scheut. Gott will ihm die schuld ver 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 143 11. Daß ich hilfreich mich gewöhne, Immer hab' ein reines herz, Die in feindschaft stehn, versöhne. Dir anhang in freud und schmerz. Vater, bilf von deinem thron, Daß ich glaub' an deinen sohn, Und, durch deines geistes stärke, Mich befleiße guter werke. zeihn, Kraft zum guten ihm verleihn, Und er soll schon hier auf erden, Und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer sanftmuth übet, Seinem feinde niemals flucht, Seine fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Rubig seine pflicht vollbringt, Und sein eigen berz bezwingt. Gott wird selbst sich sein annehmen, Daß sich seine feinde schämen. Mel. Dir, dir, jehovah zc. 5. Selig, die mit ernst verlangen, 319. Laß mich, o herr, in allen Recht gesinnt und fromm zu seyn: Die fest an dem guten hangen, Und sich ganz der tugend weihn; Deren berz nichts mehr begehrt, Als was gottes ruhm vermehrt, Gott wird ihr verlangen stillen, Und den frommen wunsch erfüllen. dingen Auf deinen willen sehn, und dir mich weihn; Gieb selbst das wollen und vollbringen, Und laß mein herz dir ganz gebetligt seyn. Nimm meinen leib und geist zum opfer hin; Dein, herr, ist alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem glauben muth und stärke, Laß ihn durch menschenliebe thätig seyn, Daß man an seinen früchten merke, Er sey kein eitler traum und falscher schein. Er stärke mich in meiner wanderschaft Und gebe mir zum kampf und siege kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, Auch an dem bösen tage seyn vergnügt, Und deinem willen mich ergeben, Der mir zum besten alles weislich fügt. Gieb fürcht und demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und trost, wenn du mir trübsal schickst. 4. Ach, bilf mir beten, machen, ringen, So will ich einst, wenn ich den lauf vollbracht, Dir ewig dank und ehre bringen, Dir, der du alles haft so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein, ganz dir geweiht. Dein lob verkündigen in ewigkeit. 6. Selig, wer der noth des armen Niemals fühllos sich entzieht, Ihm aus zärtlichem erbarmen Wohlzutbun sich frob bemüht, Und wenn er um bülfe weint, Shm mit bülf' und trost erscheint. Dieser wird auch hülf empfangen, Und barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemüßen, Züchtig, keusch und rein zu seyn; Die der wollust neße fliehen, und der beiligkeit sich weihn. Die der lockung dieser welt, Und dem, was dem fleisch gefällt, Treu und standhaft widerstehen, Werden gottes antlig sehen. 8. Selig, wer im frieden lebet; Wer die rub und einigkeit zu erhalten sich bestrebet, Und wenn feindschaft, haß und streit, Seiner brüder glück zerstört, Sie die pflicht der eintracht lehrt, Die des friedens sich befleißen, Werden gottes finder heißen. Mel. O gott, du frommer gott 2c. 9. Selig, die ums guten willen Leiben und sich dessen freun: Stand- 320. Mein ein vater und mein Der bu in baft ihre pflicht erfüllen, Und der tugend müh' nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, Und will sie für thre treu Einst mit wonn' und siegeskronen Auf das herrlichste belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten Auf der wahren tugendbahn, Daß ich dieser seligkeiten Hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sey, Meine schuld vor dir beren, Die gerechtigkeit stets liebe! Auch an feinden sanftmuth übe. diesem leben, Die reine christuslehr, Zum führer mir gegeben, Regiere doch mein herz Durch deinen guten geist, Daß ich stets folgsam sey Dem, was dein wort mich heißt: 2. Verleih, daß ich zuerst Nach dei-. nem beifall trachte, Und kein vergänglich gut mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem ewigen Mit rechten eifer ringt, Empfängt schon bier zum lohn, Was wahre ruhe bringt. 144 3. Gieb, daß ich von der sünd Mich unbefleckt erhalte, Und daß in mir der trieb Zum guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, Im kampf des glaubens treu, Und in der Hoffnung start Und unbeweglich sey. Zweite Abtheilung. 4. Gieb, daß ich als ein christ Mich christo ähnlich zeige, Und folgsam mein gemüth Zu seiner lehre neige. Sein geist regiere mich, Und nicht der geist der welt; So bleib ich auf dem weg, Der dir, o herr, gefällt. In bekannter Melodie. 321. gott bu frommer gott, Du quelle aller gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben; Gefunden leib gieb mir, Und daß in solchem leib Ein' unverletzte feel Und rein gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret; Wozu mich dein befehl In meinem stande führet; Gieb, daß ichs jedesmal Thu, wann und wie ich soll, Und so gerathe mirs Durch deinen segen wohl. und muß, So gieb ben worten. kraft Und nachdruck obn' verdruß. 5. Hilf, daß ich dich, mein gott, Von ganzer seele liebe, Und lieb und gütigkeit Auch an dem nächsten übe. Demüthig, dankbar laß mich bei des glückes schein: Geduldig, hoffnungsvoll In trüben tagen seyn. 6. Nie müsse sich mein herz Des fleisches lust ergeben, Und nie dem schnöden geiz! Mein dir geweihtes leben Sey von betrug und neid, Von unbarmherzigkeit, Von ungerechtem guth Und stolzem sinn befreit. 7. Will deine hand mich hier Auf rauhe wege leiten: So unterstüße mich, Wenn meine tritte gleiten. Laß mich in aller noth Auf deine hülfe bau'n, Und auch, wenn sie verzeucht, Dir doch getrost vertrau'n. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen leiden; Und ist die stunde da, Aus dieser welt zu scheiden: Ovater, so verlaß, meine bricht, Mich Mel. Ein lämmlein geht und zc. den mit trost Und froher Hoffnung nicht. 322. Wdrift zu seyn, Wenn as christ ich nicht christlich lebe, Und beilig, fromm, gerecht und rein Zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen beruf, Zu welchem mich mein gott erschuf, Nicht würdig mich beweiſe, Und den, der mich erlöset bat, In worten blos, nicht durch die that Und gute werke preise? 2. Was hilft der glaub' an jesum christ. Den ich im munde fübre, Wenn nicht mein herz rechtschaffen ist, Und ich die furcht verliere; Wenn mich die eitelkeit der welt Mit ihrer lust gefangen hält, Ich ihre fesseln liebe, Und, fühlbar für der sünde reiz, Zorn, hoffarth, fleischeslüfte, geiz In werk und thaten übe? 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen. Laß kein unnüßes wort Aus meinem munde gehen; Und wenn nach meiner pflicht Ich reden soll 4. Find't sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gieb einen frohen muth Und trost in leidenstagen. Gieb daß ich meine feind' Durch sanftmuth überwind; Und sende hülf' und rath, Wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit jedermann In fried' und eintracht leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben, An reichthum, ehr und glück: So gieb auch dies dabei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz, nicht sicher sey. 6. Soll ich in dieser welt Mein leben höher bringen, Und unter mancher last Hindurch ins alter dringen: So gieb, daß ich auch stets Ein frommes herz bewahr, Damit ich tragen mag Mit ehren graues baar. 7. Laß mich auf christi tod Einst froh von hinnen scheiden, Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen freuden; Es ruhe sanft der leib In seiner stillen gruft, Bis ihn dein allmachtswort Ins neue leben ruft. 8. Wenn alle todten dann Auf dein gebot erwachen, So wird auch meinen staub Dein ruf lebendig machen: Dann führe mich verklärt In deinen himmel ein, Und laß mich selig dort Mit allen frommen seyn. 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 3. Weit strafenswürd'ger bin ich dann, Ich, der ich christum kenne, Weiß, was er einst für mich gethan, Ihn berrn und heiland nenne. Als der, der in der finsterniß Des irrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Was nüßt mir seines wortes licht, Was hilft mir aller unterricht, Wenn ich nicht darnach handle. 4. Und woher nehm' ich trost und ruh, Wenn leiden mich umgeben, Und meine fünden noch dazu Mir dann vor augen schweben? Was hilft mir in der letzten noth, Wenn sich der schauervolle Tod Mir zeigt mit seinen schrecken, Und mein gewissen wachet auf, Von meinem ganzen Lebenslauf, Die schuld mir aufzudecken? 5. Web mir, was hilft es mir einst dort, Erweckt aus meinem grabe, Daß ich an christum und sein wort Zum schein geglaubet habe, Wenn keine fromme gute that Mein leben hier bezeichnet bat, Den glauben zu bestärken? Denn meine ganze seligkeit Wirkt glaube und rechtschaffenheit, Der glaub' in guten werken. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe; Gieb mir erkenntniß, fraft und muth, Damit ich welt und fleisch und blut Im glauben überwinde, Und dann, nach wohldurchlebter zeit, Den lohn in jener ewigkeit Um christi willen finde. Mel. O gott, du frommer gott ac. 323. Wer er kann doch, großer gott, Dich würdig g'nug erheben? Du gabst der ganzen welt Bewegung, kraft und leben Der geister zahllos heer, Die ganze körperwelt Hat deine hand gemacht, Die jetzt noch alles hält. 2. Du schufft( ich dank' es dir!) Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest, 145 gütigster, Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur unsterblichkeit, Aus deiner Huld geschenkt. Evang. luth. 3. D welch ein großes ziel, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das theil, Dazu du mich berufest! Dir böchster, ähnlich seyn, Vollkommen seyn, wie du. O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß dieses große ziel Mir stets vor augen schweben! Des herzens größter wunsch, Mein eifrigstes bestreben In allem meinen thun, Sey dies, o gott, allein, Mit ernst je mehr und mehr, Wie du gesinnt zu seyn. 5. Du bist der wahrheit freund, Laß mich auch wabrheit lieben; Mit unverdroßnem fleiß, In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt, Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem beifall giebt, Was uns dein wille lehrt. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen. Hilf mir die fünde flichn, Des fleisches lüste zäbmen, Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülflich seyn. 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der fummer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ihm versüßt, Und, wo er helfen kann, Zum belfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, O gott, von diesem ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch Mit dir vereinigt seyn, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freun. 10 146 4) Von der Erkenntniß Gottes. Me. Vom himmel kam der engel 2c. oder: Wo gott zum haus nicht ic. 324. Gº ott, heilig sey dein nam' und recht Dem ganzen menschlichen geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, Im geist und in der wahrheit an! 2. Verbreite deines wortes schall, Wie deine werke, überall, Daß alle lernen, wer du seyst, Der allerhöchst und beste geist. 3. Durch jesum christ, den du gesandt, Werd' immer mehr der welt bekannt, Daß du stets unser vater bist, Und er der völfer heiland ist. 4. Lehr uns doch deinen Rath verstehn, Gehorsam deine wege gehn. Durch deines wortes licht und Mach gläubig uns und tugendhaft. 5. Durch wahrheit dämpfe jeden wahn; Erleucht' uns allen unsre bahn. Das Laster tilg' aus unsrer brust Und tödt' in uns die böse lust. kraft 6. So preiset deine christenheit, Herr, deinen namen in der zeit; Ste ist und bleibt dein eigenthum Und ihre Thaten sind dein ruhm. 7. Du sättigst sie mit seligkeit von nun an bis in ewigkeit, Und ewig ist ihr frommer dank, Herr, deiner gnade lobgesang. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 325. Mein gott, du wohnest zwar im lichte, Dabin kein sterblich auge dringt, Doch giebst du uns zum unterrichte Dein wort, das uns erkenntniß bringt, Was du, o allerhöchster, bist; Was mit uns deine absicht ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, Als auf ein Licht im dunkeln ort; Und wenn ich ernstlich es betrachte, So hilf selbst meinem forschen fort. Für deiner wahrheit hellen schein Laß aug' und herz stets offen seyn. 3. Hilf, daß ich deinem worteglaube, Das mich macht klug und tugendhaft, Damit fein falscher wahn mir raube, Was mir ein ew'ges beil verschafft. Kein spöttergeist verführe mich; Kein zweifel sey mir hinderlich. 4. Das ist der weg zum ew'gen leben, Daß wir, o vater, dich und den, Den du zum heil uns hast gegeben, Erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser bahn Mich auch zu diesem glücke an. 5. Vor allem gieb, daß stets leben: sey, Und daß ich dir darnach beständig dig Bei mir, gott, dein erkenntniß Lieb', ebrfurcht und gehorsam weib'. Gieb, daß ich thu' mit allem fleiß, Was ich von deinem willen weiß. Wenn's nicht zu deiner liebe treibt? 6. Was hilft das richtigste erkenntniß, Was nüßt ein aufgeklärt verständniß, Wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum bilf, daß ich der wahrheit treu, Und daß mein glaube thätig sey. Die quelle wahres trøstes seyn; Um 7. Laß dein erkenntniß mir im leiden, mich, wenn leib und seele scheiden, Des beßren lebens zu erfreun. Da irr' und wank' ich weiter nicht, Und sehe dich im hellern licht. Me!. Lobt gott, ihr christen: c. oder: Nun danfet all', und 2c. 326. Mie felig bin ich, wenn mein geist Hinauf zu gott sich schwingt, Und wenn er seinen schöpfer preist, Der engel werk vollbringt.:,: 2. Wer gleicht ihm, wer ist so ge schmückt mit herrlichkeit und licht? Wie herrlich ist er; wen entzückt Sein werk, die schöpfung, nicht?:,: 3. Ein voller strom von freude quillt Aus seiner gür' und kraft; Denn er ist selig und erfüllt Mit freuden, was er schafft.:,: 4. Er schuf die welt, das werk der zeit, Um nicht für sich allein In grenzenloser ewigkeit Der selige zu seyn.:: 5. Er spricht ein wort, und schnell umringt Den seeligen ein beer, Das selig ist und ihm lobsingt, Das niemand zählt, als er.:,: 6. So will es der, der mich erschuf; Auch ich soll selig seyn. Deil, seele, dir, denn dein beruf Ist, gottes dich zu freun.:,: 7. Noch siehst du, als im widerschein, Den unaussprechlichen; Einst Zweite Abtheil.- 5. Von der Furcht Gottes. 147 6. Noch heller scheint von allen feiten, In deinem worte, gott, dein licht; Doch blendwerk schnöder eitelkeiten Verdunkelt da oft mein gesicht. Drum gieb mir deinen guten geist, Der mich dadurch recht unterweist. wirst du größern lichts dich freun, Und ihn viel heller sehn.:: Mei. Wer nur den lieben gott 2c. 327. Wo find' ich gott, den meine ſeele Weit über alles schäßt und liebt? Gott, den ich mir zum freunde wähle, Und der allein mir freude giebt? Wann kommt die zeit, da gott, mein freund, Sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt' ich meinen gott nicht preisen, Wenn ich ihn sähe, wie er ist? Zwar deine werke, herr, beweisen, Wie unaussprechlich groß du bist. Wie glänzen sie! doch zeigt ihr glanz Mir deine herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im spiegel, Und bete dich in schwachheit an; Ach, hätte meine seele flügel, Sich dir, mein schöpfer, mehr zu nahn: Wie würde sie sich deiner freun! Wie selig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich am fuße deines thrones mit deinen engeln dich erböbn; Könnt ich im antlig deines sohnes, Wie deine seligen dich sehn: Ich, der ich jetzt schwach loben kann, Welch hobes loblied stimmt ich an! 5. Mir macht zwar jedes deiner werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt; Es zeigt mir deiner allmacht stärke, Und deinen weisesten verstand. Und gnade, die das größte lob, Zu schwach, nie würdig g'nug erbob. 5) Von der Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: du weiser schöpfer zc. 328. Dich, böchster, ehrerbietig scheuen, Ist unser glück und unsre pflicht. Kein mensch kann deiner huld sich freuen, Scheut er dein heilig auge nicht. Drum flöße, um mich dein zu freun, Mir wahre kindesehrfurcht ein. 7. Zwar, wenn in meinen finsternissen Er auch mein blödes aug' erhellt: Was lern' ich, gott, von dir? mein wissen Bleibt immer stückwerk in der welt. Ich suche dich und forsche nach. Und bleibe. dich zu sehn, zu schwach. 8. Doch hört' ich nur auf deine stimme In dein em worte, hört ich nur, Wie du verdienest, auf die stimme Der dir lobsingenden natur: So lernt ich hier schon, gott, allein, Mich deiner herrlichkeit erfreun. 2. Sie leite mich auf meinen wegen; Sie sey mir weisheit und verstand, Und treibe mich, das abzulegen, Was tch als unrecht hab' erkannt. Denn wer lieben! Mit welchem Eifer würd' ich 9. Wie feurig würd' ich dann dich mich Dir, vater, zu gefallen üben! Wie selig würd' ich blos durch dich! Nun aber täuscht oft meinen geist, Gleich findern, tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch elend! vater, ich empfinde, Mein elend; zeuch mich mehr zu dir! Entkräfte ganz die macht der fünde, Dein geist der weisheit wohn' in mir, Damit ich vor der täuscherei Der sünde stets gesichert sey. 11. Gieb, daß dein geist durch deine wabrheit Mein leben leite, bis ich dort Dich näher seh, und mit mehr klarheit Als bier an diesem prüfungsort. Ich, der ich hier nur stammeln kann, Erhebe würdiger dich dann. Furcht Gottes. noch luft zur sünde hat, Ehrt wahrlich dich nicht in der that. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nebme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das vor dir zu thun mich schäme, Was dir, mein gott, zuwider ist. Der beifall einer ganzen welt Hilft demt ja nichts, der dir mißfällt. 4. Nie laß mich dein gericht vergessen, Mich nie mit sündern sündlich freun; Nie mutblos, doch auch nie vermessen Und stolz in deinem dienste seyn; Nie führe mich zur sicherheit Der reichthum deiner gütigkeit. 10* 148 Zweite Abtheil.- 5. Von der Furcht Gottes. 5. Laß mich mit weiser vorsicht fliehen, Rel. Wer nur den lieben gott ze. Was mich zu fünden reizen kann, 330. Millst du der weisheit bemühen, Mich um ein reines berz Und nimm dich meiner bülfreich an: So komm'ich in der gnadenzeit Durch dich zur wahren seligkeit. quelle kennen? Es ist. die furcht vor gott, dem Herrn, Nur der ist weis' und klug zu nennen, Der alle seine pflichten gern, Weil gott fie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich dazu kein mensch ihn zwingt. 2. Lern' gottes größe recht empfin den, Und fühle deine nichtigkeit! So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörigter verwegenheit Zutadeln, was sein rath beschließt, Der wunderbar, doch beilig ist. 3. Wirst du den höchsten findlich scheuen, So wird dir keine pflicht zur last: Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet hast. Wer gott als zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten that. 4. Wenn nacht und dunkelbeit dich decken, Die dem verbrecher muth verleibn, Wird dich die furcht des Herrn erwecken, Auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk' nur: vor seinem angesicht Ist finsterniß wie mittagslicht. 5. Den höchsten öffentlich verehren, Sowohl als in der einsamkeit; Auf des gewissens stimme hören, Und willig thun, was sie gebeut: Auch das lehrt dich die furcht des herrn; Auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Erhalt' in mir ein gut gewissen, Das weder spott noch trübsal scheu', Und mache von den hindernissen Der wahren tugend selbst mich frei. Nie störe furcht und lust der welt Mich das zu thun, was dir gefällt. 7. Mit ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, Und stets, ich sey auch wo ich sey, Nach deiner vorschrift redlich handeln, Entfernt von aller heuchelei. Wer dich von Herzen liebt und ehrt, Nur der ist dir, o vater, werth. 8. In deiner gnade laß mich sterben, So schreckt mich weder tod noch grab; So werd' ich jenes leben erben, Dazu dein sohn sich für mich gab. Da werd' ich dein mich ewig freun, Und völlig durch dich selig seyn. Mel. Es ist gewißlich an der zeit 2c. 329. ap doch in meines herzens grund Gott! deine furcht stets wohnen! So werd' ich auch mit meinem mund! Herr, deine ehre schonen, Und nicht durch fluchen sie entehr'n, nicht aus gewohntem leichtsinn schwör'n, Nie deinen namen lästern. 2. Groß, majestätisch bist du, berr, Im himmel und auferden Soll deines großen namens ehr Tief angebetet werden. Wer deines namens heiligkeit Durch lästrung, fluch und schwür entweiht, Den treffen deine strafen. 3. O weh dem verwegnen mund, Der gerne flucht und schwöret! Der macht den größten leichtsinn fund, Der so dich, berr, entebret. Wer oft so schwöret, fündigt oft, Und wird von dir wohl unverhofft Zur strafe hingeraffet. 4. Herr! laß voll ebrerbietigkeit Uns deiner stets gedenken. Wer dich, den höchsten, kindlich scheut, Wird seine zunge lenken, Daß sie sich nicht zum fluch und schwur, Zu deiner ehr', zum guten nur, Nach deinem willen rege. 6. Läßt dich der thor verachtung merken, Wenn du dich fromm von ihm entfernst: Die furcht des höchsten wird dich stärken, Daß du dich selbst recht schätzen lernst. Wer gott, dem höchsten, wohlgefällt, Ist glücklich, selbst beim spott der welt. 7. Sich stets vor dem allmächt'gen. scheuen, Giebt beldenmuth und tapferkeit, Wenn uns der menschen stolzes dräuen, Was gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist gott mein schuß, mein heil und licht, So beb' ich vor den. menschen nicht. 8. Laß deine furcht, gott, mich regieren, Auf dich den höchsten, stets zu sehn; Laß sie mich zu der weisheit fübren; So werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut ,. Dich fürchten, gott, ist seligkeit. 6) Von der Liebe und Treue gegen Gott. Mel. Aus meines herzens grunde. 331. An dich, mein gott, zu denken, Ist pflicht und trost für mich. Wenn sorg'und gram mich kränken, So sieht mein aug' auf dich. Dann mindert sich mein schmerz, Dann fliehn die bangen sorgen, Wie nebel vor dem morgen, Und rub' erfüllt mein herz. 2. Denk' ich an deine liebe, Wie werd' ich dann erfreut; Dann fühl' ich neue triebe Zur dankbeslissenheit, Mein Herz dir ganz zu weihn, Dich freudig zu erheben, Zur ehre dir zu leben, Vor sünden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus erbarmen Den sohn, der für mich starb, Und großmuthsvoll mir armen Dieseligkeit erwarb. O welch ein glück ist mein, Gott, wenn ich dies erwäge, Wie wird mein herz so rege, Dir ewig treu zu seyn! 4. Mit hoffendem gemüthe Denk' ich an deine treu'. Und harre deiner güte: Sie ist mir täglich neu. Du unterstüßest mich: Auch wenn ich schweiß vergieße, Wird mir die arbeit süße, Seh' ich dabei auf dich. 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die welt mag immerhin Ihr herz auf's böse lenken, Wie schlecht ist ihr gewinn! Ich halte mich zu gott! Dies bringt mir wahre freude, Dies stärkt mich wenn ich leide, Und ist mein trost im tod. 6. Drum will ich an gott denken, So lang ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So geb' ich zwar die bahn, Da mich die welt vergißt; Doch du, herr, denkst noch meiner, Wenn auch auf erden keiner Mein eingedenk mehr ist. 149 du mir dazu vorschrift giebst; Was dir gefällt, gefall' auch mir, Nichts scheide mich, mein gott, von dir. 3. Bewahre mich durch deine liebe, Wenn böses beispiel mich verführt, Und gieb, daß ich verläugnung übe, Wenn sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie, sollt ich je die kreatur Dir vorziehn, schöpfer der natur? 4. Laß mich um deiner liebe willen Gern thun, was mir dein wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh auf meine willigkeit; Und rechne mir, nach deiner huld, Die schwachheit, vater, nicht zur schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit freuden Das thut, was dir, o gott, mißfällt; Drum laß es mich mit ernst vermeiden, Gefiel es auch der ganzen welt. Die kleinste sünde selbst zu scheun, Laß, vater, mich behutsam seyn. 6. Aus lieb' zu dir will ich auch leiden, Was mir dein weiser rath bestimmt. Du führst durch trübsal auch zu freuden, Und wer sie willig übernimmt, Geduldig trägt und weislich nüßt, Wird mächtig von dir unterstüßt. 7. In deiner liebe laß mich sterben, So ist selbst sterben mein gewinn; So werd' ich deinen himmel erben, Wo ich ganz frei vom übel bin. Da werd' ich einmal völlig rein Dich lieben und ganz selig seyn. Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. 333. heiten, Gott, mein der gott, wie lieb' ich dich, Und mit welchen seligkeiten Sättigt deine liebe mich! Seel' und leib mag mir verschmachten: Hab' ich dich, will ich's Mel. Wer nur den lieben gott zc. 332. Duvaterbeiner menschen nicht achten, Mir soll deine lieb' allein Mehr als erd' und himmel seyn. finder, Der du die liebe selber bist, Und dessen herz auch gegen sünder Noch gütig und voll mitleid ist: Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen träften seyn! 2. dieb, daß ich als dein kind dich liebe, Da du mich als ein vater liebst, Und so gesinnt zu seyn mich übe, Wie 2. Denk ich recht an deine güte, Wie frchlockt mein herz in mir! Mit dem frohesten gemüthe Seh' ich sie, und danke dir. Jeder blick auf deine werke, Deine güte, deine stärke, Wie entledigt er mein Herz Von bekümmerniß und schmerz. 150 3. Floß aus deiner segensfülle Mir nicht so viel gutes zu? Daß ich ward, das war dein wille; Daß ich noch bin, das machst du; Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren Vater nennt. Erste Abtheilung. 4. Du erlösest vom verderben Mich, durch deinen sohn, o gott; ließest den gerechten sterben, Mir zum leben ward sein tod: Dadurch bast du mir gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben, Ewig veiner mich zu freun, Und von dir geliebt zu seyn. 5. Sollt' ich den nicht wieder lieben, Der mir so viel gutes giebt? Und mit mehr als vatertrieben So unendlich mich geliebt? Könnt' ich kommnen liebe lohn. 7) Von der Freude an Gott. Mel. Christus, der uns selig ic. 334. Deines gottes freue dich, Dank ihm, Gorget er nicht väterlich, Daß dir glück nicht fehle? Schüßt dich seine vorsicht nicht, Wenn gefabren bräuen? Ist's nicht seligkeit und pflicht, Seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein gott, ich hab' an dir, Was mein herz begebret: Einen vater, welcher mir, Was mir nüßt, gewähret: Der mich durch sein göttlich wort Hier zum guten lenket, Und mit himmelswonne dort Meine seele fränket. ruhig hier auf erden, Ohne dich zu lieben, werden; Ohne dies nach dieser zeit Würdig sein der seligkeit. 6. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist! Daß mein herz vom baß der sünde Inniglich durchdrungen ist; Daß auf dein gebot ich achte, Und es zu erfüllen trachte. Heil mir! du verbirgest nicht Einst vor mir dein angesicht. 7. Noch lieb ich dich unvollkommen; Meine feel' erkennt es wohl. Dort, im vaterland der frommen, Lieb' ich dich, herr, wie ich soll. Ganz werd' ich doch deinen willen Kennen, ehren und erfüllen, Und empfahn an deinen thron Der voll3. Wenn ich dich, mein herr und gott, Kindlich ehr' und liebe, Wenn ich redlich dein gebot Und mit freuden übe: O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein gemüthe Seliger empfindung voll, Voll von deiner güte! 4. Dann darf ich mit zuversicht Nach dem himmel blicken; Meine leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und zufriedenheit Wohnen mir im berzen, Trösten und erböb'n mich weit Ueber alle schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann: Wer ist der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine gnade; Dir ist meine wohl fahrt werth! Der du mir das leben Schenktest, wirst auch, was mich nährt Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem rath In die welt gekommen; Alle meine missethat Hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet' ich an, Glaub' an seine leiden; Folg ihm treulich und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du trost der sterblichkeit, Heil des bessern lebens, Himmlische vollkommenheit, Such ich nicht vergebens! Wenn mein lauf vollendet ist, Und vollbracht mein leiden, Ruft mein mittler, jesus christ, Mich zu seinen freuden. 8. Meine lust an dir, mein gott, Wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der tod, Er wird sie nicht stören; Willig werd ich mein gebein Der verwesung geben, Denn sie macht mich frei von pein, Führt zum neuen leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier In der fremde walle Das bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein gott gefalle! Diese sanfte freudigkeit, Die ich zu dir babe, Sey mein heil in dieser zeit, Und mein trost am grabe. 10. Laß die lustzur sünde nie Die ses beil mir rauben! Rüste felbst mich wieder sie, Stärke meinen glauben: Gieb mir deinen geist, der mich Und 7. Von der Freude an Gott. mein thun regiere, Daß ich mein vertrau'n auf dich Ewig nicht verliere. 151 7. Bei dir ist bis in ewigkeit Der reinsten freuden fülle, Des wohlseyns größte sicherheit, Vollkommne ruh und stille. Nie reize mehr lust, geld und ehr', Zur sünde mein verlangen! Bis in den tod Soll dir, mein gott, Getrost mein herz anhangen. Mel. Was mein gott will, das ic. oder: Das jesulein soll doch ic. 335.Her ter ist mein herz, herr, nimm es hin, Dir sey es ganz ergeben. Was hat die seele für gewinn vom schnöden fündenleben? Der tand nicht bestand, Mel In dich hab' ich gehoffet 2c. freue mich, gott, Und statt den geiſt zu nähren, Süut 336.Jif bird, ein er das Herz mit reu' und schmerz; Wie sollt' ich's so beschweren? trost, und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du, herr, bist mein, Und ich bin dein; Was mangelt meiner fcelen? 2. Nur du, gott, bist das höchste gut; Nach dir steht mein verlangen. Erfülle mich mit fraft und muth, Allein dir anzuhangen. O, bätt' ich doch dein sanftes joch All'zeit auf mich genommen! So wär auch ich Schon längst durch dich Zur wahren rub' gekommen. 2. Du hast mich von der welt erwählt, Und deinen kindern zugezählt; Nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein wohl, Hast gnadenvoll Mein glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit geduld, Vergibst durch christum mir die schuld, Wenn ich aus schwachheit fehle. An seinem beil Hab' ich auch theil; Dies tröstet meine seele. 4. Undir bab' ich den treuen freund, Der es auf's beste mit mir meint; Wo find'ich deines gleichen? Du stehst mir bei, Und bleibst mir treu, Wenn berg und hügel weichen. 5. In finsterniß bist du mein licht, Erfreust mein berz; drum acht ich nicht zu sehr das gut der erde. Denn ohne dich Ist nichts für mich, Das einst zum trost mir werde. 6. Du bist mein allerhöchstes gut; Du stärkst im leiden meinen muth; Durch dich muß mirs gelingen; Eelbst was mich kränkt, Das muß, gelenkt Von dir, mir segen bringen. 7. Und schließ ich dann einst meinen lauf, So nimmst du mich zu dir hinauf, Zu deines himmelsfreuden! Und da vergißt der fel'ge christ, Des lebens längste leiden. 8. 3war bat's fein menschlich ohr gehört, Was uns dein bimmel einst gewährt, Doch seh' ich's schon im glauben! Vollkommnes beil ist da mein tbeil; Und niemand wird mir's rauben. 3. Kann auch das größte glück der welt Das herz vor kummer schützen? Kann es, wenn trübsal uns befällt, Mit trost uns unterstüßen? Sein glanz verschwind't! Wie rauch vom wind, Und schnell fliehn seine freuden; Nur deine treu wird täglich neu, Und giebt auch rub im leiden. 4. Wer dich zu seinem troft erwählt, Sein berz zum guten neiget, Das arge haßt, und wenn er fehlt, Sich gläubig vor dir beuget: Der schmeckt schon bier, Erfreut in dir, Der seele wahren frieden; Und volles heil İst einst das theil, Das du ihm haft beschieden. 5. Wie thöricht irrt' ich doch umber! Fern von dem sinn des christen, Sucht' ich, an wabrer freude leer, Rub' in der erden lüsten. Welch ein betrug! Es fey genug, Mich so getäuscht zu haben. Richt meinen finn, gott, forthin, Nach wünschenswürd'gern gaben; 6. Hilf, daß ich mein gemütb zu dir In andacht oft erhebe, Und mit der eifrigsten begier Nackt deiner gnade strebe; Dir folgsam sey, Und dein mich freu, Du meiner feete leben! Denn, gott, nur du kannst wahre ruh Und trost dem herzen geben. 152 8) Vom Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 337. Geborsam ist die beste gabe, Die man, o gott, dir bringen kann; Wenn ich sie dir geopfert habe, Welch' ruh' und freud' empfind' ich dann! Nur muß ich, dir zum preis und dank, Aus liebe folgen, nicht aus zwang. 2. Mein heiland ist mir vorgegangen, Er thate deinen willen gern, Will ich des christen ruhm erlangen; Und ihm gefallen, meinem herrn; So muß auch ich von lastern rein, Gleich ihm, zum guten willig seyn. 3. Laß deine heiligen gesetze Mir immer vor den augen sein, Und gieb, daß ich sie nie verlege; Stets fürchte, was sie sünden dräun. Wie schwer's auch meinen lüsten däucht; So ist dein joch doch sanft und leicht. 4. So oft ich deine stimme höre, So mache leib und geist bereit, Daß ich mit folgsamkeit sie ehre, Und thue, was sie mir gebeut: Ich soll nicht hörer nur allein, Ich soll und will auch thäter seyn. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 338. Gut und heilig ist dein wille, Wie du selbst es bist, o gott; Du gebeutst! in tiefster stille Hört die schöpfung dein gebot. Die im himmel dir lobsingen, Stehn um deinen thron bereit, Freuen sich der seligkeit, Deinen willen zu vollbringen: Nur der mensch erkennt's oft nicht Für sein glück und seine pflicht. und schöpfer, wider dich. Deine herr3. Oft empört sich seine seele, Herr lichen befehle Wirft er thöricht hinter sich, Läßt sich nicht von dir regieren; Klüger oft, nach seinem wahn, Wählt er eine andre bahn, Die ihn soll zum heile führen: Aber seine 5. Beut mir die welt gleich tau- bahn, sein sinn Führt ihn ins versend freuden, Damit ich ungehorsam derben hin. sey, Und droht sie mir auch tausend leiden, So bleib' ich dennoch dir getreu: Dir will ich folgen, o mein gott, Dir, mehr als menschen, bis in tod. 6. Wenn ich mich im gehorsam übe, So bin ich sicher, daß ich dich Von ganzem Herzen redlich liebe, Und wie so sehr liebst du dann mich! Auch den gehorsam in der zeit Belohnst du in der ewigkeit. 7. Drum laß mich, herr, mit treuem herzen Dir folgen, dir gehorsam seyn; O laß im glücke, wie in schmerzen, Stets treu mich deinem dienste weihn: So bin ich glücklich in der zeit, Und selig in der ewigkeit. Selg'er geister zahllos heer. Deine 2. Dir georcht mit sanfter wonne veste, deine sonne, Sturm und donner, erd' und meer, Alles dienet deinem willen; Alles, höchster, was du schufft, Eilt und drängt sich, wenn du rufft, Dein gebot stets zu erfüllen; Nur der mensch erkennt's oft nicht, Für sein glück und seine 4. Gott, laß es uns doch empfinden, Daß uns unser Herz verführt, Daß die eitle lust der sünden Uns zuletzt den tod gebiert. Mach uns deinen willen wichtig, Führ' auf deine bahn uns bin, Lehr' uns jeden irrweg fliehn; Denn dein weg allein ist richtig. Mach uns unsern pflichten treu, Daß der wandel beilig sey. 5. So wird auch bei uns auf erden, Wie im himmel, dein gebot, Willig ausgerichtet werden, Heiliger und großer gott! Alle werke deiner hände Werden unterthan dir seyn, Alle deiner huld sich freun, Bis an deiner schöpfung ende. Denn, der deinen willen thut, Hat allein es ewig gut. 153 9) Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. Mel. Alles ist an gottes 2c. 339. Alles ist an deinem segen, Großer gott, allein gelegen; Du bist unser höchstes gut. Ueber alles hoch dich schätzen Und auf dich die hoffnung setzen, Giebt allein getrosten muth. 2. Der du mich bisher ernähret, Manche freude mir gewähret, Bist und bleibest ewig mein. Du mein vater und regierer, Wirst mein helfer und mein führer Durch mein ganzes leben seyn. 3. Sollt' ich ängstlich mich um sachen, Die mir sorg' und unruh machen Und vergänglich sind, bemühn? Ich will mehr nach gütern streben, Die mir wahre ruhe geben, Und im tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnungkann erquicken. Was mir gut ist, wirst du schicken; Du bist herr der ganzen welt. Dir will ich mich froh ergeben Glück und trübsal, tod und leben, Alles sey dir heimgestellt. Mel. Was gott thut, das ist zc. 340.Auf gott, und nicht auf meinen rath 3. Gott kennet, was mein herz begehrt, und hätte, was ich bitte, Mir gnädig eh' ich's bat gewährt, Wenns meine wohlfahrt litte. Er sorgt für mich recht väterlich! Nicht, was ich mir ersehe, Sein wille nur geschehe. mein glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der die welt allmächtig hält, Wird mich in meinen tagen, Als gott und water, tragen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine lebenszeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der zu des glaubens ehre Nicht zu besiegen wäre? 4. Ist nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bei dessen last wir klagen? Die größte noth Hebt einst der tod! Und ehre glück und habe Verläßt uns doch im grabe. 5. An dem, was seelen glücklich macht, Läßt gott es keinem fehlen; Gesundheit, weltlust, ehr' und pracht, Sind nicht das glück der seelen. Wer gottes rath Vor augen hat, Dem wird ein gut gewissen Die trübsal auch versüßen. 5. Ist mein wunsch nach deinem willen, Oso wirst du ihn erfüllen, Und Mel. In allen meinen thaten 2c. gewiß zu rechter zeit. Dir bab' ich nichts 341. Auf deine weisheit vorzuschreiben; Wie du willst, so soll es bleiben, Was du willst, ist seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben, O so wollst du kraft mir geben, Mich um das recht zu bemüh'n, Was in ewigkeit bestehet, Alles irdische vergehet Und fährt wie ein strom dahin. 6. Was ist der erden herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser zeit? Wie bald ist's überwunden; Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; Seyd fröhlich, ihr gerechten! Der herr hilft seinen knechten. güte trauen, Das schafft zufriedenheit. Wer kann mein wohl entscheiden? Wer schenkt mir beß're freuden, Als du, herr aller seligkeit? 2. Vor dir ist nichts verborgen; Wie sollt' ich ängstlich sorgen, Da du mein vater bist? Du, herr, gabst mir mein leben, Und wirst mir alles geben, Was mir zur wohlfahrt nöthig ist. 3. Wir streben oft nach dingen, Die, wenn sie uns gelingen, Des unglücks quellen sind. Ein schein der uns bethöret, Und unsern stolz vermehret Macht uns für wahre güter blind. 4. Der bang zu eitelkeiten Stört doch zu allen zeiten Die wahre seelenrub. Wann wir dir unser leben, O vater, übergeben, Dann fließt dem verzen frieden zu. 5. Dein rathschluß sev mein wille, Ich will in beil'ger stille Mich deiner 154 Zweite Abtheilung. vorsicht freun. Dein ewiges erbarmen, und bahn, Der wird auch wege finDein beistand soll mir armen Zufriedenheit und muth verleihn. den Die dein fuß gehen kann. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, Wenn traurige gedanken Mir deinen trost entziehn. Ich werde nie vergebens Zu dir, berr meines lebens, mit kindlichem vertrauen fliehn. 7. Erleicht're meine leiden Durch deines geistes freuden; Durch muth und hoffnung mir. Drückt mich die last der schmerzen, Dann sprich zu meinem Herzen! Ich, dein erretter, helfe dir. 8. Was sollt' ich mich betrüben? Den menschen, die dich lieben, Muß alles segen seyn. Ich bin ja dein erlöster; Sonst weiß ich keinen tröster, Sonst keinen schuß, als dich allein. Mel. Wo soll ich hin, weil ic. 342. Auf meinen lieben gott Die ihn um rettung flehten, Verließ er nie in nöthen. Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 2. Auch beim gewissensschmerz Verzaget nicht mein herz. Auf christum will ich bauen, Und fest auf ihn vertrauen; Ihm bleib' ich stets ergeben Im tobe wie im leben. 3. Und nimmt der tod mich hin, Ist's dennoch mein gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube, Er läßt mich nicht im staube. Es mag der leib erkalten; Den geist wird gott erhalten. 4. Mein beiland, jesu christ, Der du aus liebe bist Für mich am kreuz gestorben, Du hast mir heil erworben: Du schenkst nach allem leiden Den deinen ew'ge freuden. 5. Ich harr' und traue dir, Einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein versprechen, Das kannst du nimmer brechen. Auch ich bin wenn ich sterbe, Des ewigen Lebens erbe. Bekannte Melodie. 343. Reficht du deine wege, kränkt Der treuen vaterpflege Değ, der den weltfreis lenkt: Der wolken, fluth und winden Giebt ordnung, ziel 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn dir's soll wohlergehn, Auf ihn mußt du stets schauen, Wenn dein werk soll bestehn: Mit sorgen und mit grämen, Und mit selbsteigner pein Läßt gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten seyn. 3. Dein aug'o gott der gnade! Siebt immer ungeschwächt, Was gut sey oder schade Dem sterblichen geschlecht. Und was du dann erlesen, Dein rath für's beste hält, Bringst du zum stand und wesen, Wie es dir woblgefällt. 4. An mitteln und an wegen Fehlt dir's allweiser, nicht: Dein thun ist gnad' und segen, Dein gang ist recht und licht: Dein werk kann niemand hindern, Du kannst nicht träge ruhn, Wenn du, was deinen findern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und wollten welt und teufel Hier boshaft widerstehn; So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn: Was er sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen zu seinem zweck und ziel. 6. Hoff' o bedrängte seele! Hoff', und sey unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, Den kummer, der dich nagt; Er wird dich ihm entrücken, Erwarte nur die zeit! Bis dich mit holden blicken Sein angesicht erfreut. 7. Auf! wehre deinem schmerze, Der sorgen bange nacht. Laß fahren, was das berze Betrübt und traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll; Gott sitzt im regimente, und führet alles wohl. 8. Ihn, thn laß thun und walten, Er ist ein weiser fürst; Und wird sich so verbalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie's ihm gebühret, mit wunderbarem rath Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine weile Mit seinem trost verziehn, Und thun an Er deiner sich begeben, Und sollst du für und für In angst und nöthen schweben; Als fragt er nichts nach vir. 9. Vom Vertrauen auf Gott. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst; So wird dein leid verschwinden, Da du's am mindsten gläubst: Er wird dein herz erlösen Von der so schweren last, Die du zu keinem bösen Bisher getragen bast. 11. Wohl dir! denn deine treue Trägt da den sieg davon; Sieb muthig auf, und freue Dich über ihren lohn: Gott schmückt mit siegespalmen Gewiß einst deine hand, Und du singst freudenpsalmen Dem, der dein leid gewandt. 12. Herr! mach' ein fröhlich ende Mit aller unsrer notb, Und reich' uns deine hände Im leben und im tod. Stets laß uns deiner pflege Und treu empfohlen seyn: So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. In voriger Melodie. 344. Chrift, alles, was dich fränket, Befiehl getrost dem Herrn! Er, der die bimmel lentet, Ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem schlummer, Zu gott erhebe dich! Er sichet deinen kummer, Und liebt dich väterlich. 2. Sind's sünden, die dich schmerzen, So fühle deine schuld, Doch trau' mit ganzem Herzen Aufdeines mittlers huld. Zu wahrer ruhe führet Die reu', die gott gefällt; Allein den tod gebieret Die traurigkeit der welt. 3. Trau'gott, nicht deinen schlüssen, Die wahl des besten zu. Sprich, wer wirds besser wissen, Dein schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet In jedem augenblick; Was er, dein vater, wählet, Das dient zu deinem glück. wegen Gerecht und weis' und gut: Und was er seinen findern Zu ihrem heil ersab, Kann kein erschaffner bindern! Wann er gebeut steht's da. 155 6. Gott zählet deine zähren, Und wird was gut ist, gern Auch deinem wunsch gewähren; Harr in geduld des berrn, Der's niemals böse meinet Hoff' unverzagt auf ihn; Wann seine zeit erscheinet, Wird deine wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit freuden, Sey stark durch seine kraft! Sey auch zur zeit der leiden Ein christ und tugendhaft! Und dann ergreif im glauben, Den trost der ewigkeit. Wer kann dir diesenrauben, Derallen gram zerstreut? 8. Sey froh! dein gott regieret, Sein rath ist wunderbar: Einst wirst du überführet, Daß er der beste war. Will auch dein herz oft wanken, Als dächt er deiner nicht. Wirst du ihm doch einst danken. Er hält, was er verspricht. 5. Vergeblich toben feinde Auch noch so fürchterlich, Hast du nur ihn zum freunde, Ist er, dein gott, für dich Wer gleicht ihm? seinen winken Gehorchen erd' und meer! Laß deinen muth nicht sinken, Dein schirm und schild ist er. 9. Wie, sollt er dein nicht denken, Er, der dich kennt und liebt? Nicht trost und glück dir schenken; Er, der fo gerne giebt? So gern mit seinem segen Der menschenherz erfreut. Auch auf den rauhsten wegen Führt er zur seligkeit. 10. Mit ruhigem gemüthe Verlaß auf ihn dich fest, Und wiss' daß seine güte Dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer weile Dich desto mehr erfreun; Zu deinem größten heile Verzeucht er; barre sein! Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. 4. Der gott auf deſſen ſegen Dein 345.Du baft, mein vater und ganzes in mein gott! Mich durch dein wort belehret, Daß deine hand der frommen noth Dereinst in freude febret; Und daß ich alles, was mich kränkt, Auf dich, der unser schicksal lenkt. Mit zuversicht foll werfen. 2. So will denn, auf dein wort, auch ich Der sorgen mich entschütten. Erböre, gott, mein vater! mich, Erhör' mein kindblich bitten. Gieb meiner seele wahre rub. Was mich bekümmert, lenke du Zu meinem ew'gen besten. 11. Wohl dir alsdann, du treuer, Wie groß ist einst dein lohn! Dein richter, dein befreier Reicht dir die siegeskron. Aufkurze prüfungstage Folgt ewger preis und dank; Dann schweiget jede klage Und wird ein lobgesang. 156 3. Dersorgen macht hat freilich oft Mich übermeistern wollen. Stets hab' ich nicht auf dich gehofft, Wie ich wohl hoffen sollen. Mein gott, wie groß ist meine schuld! An dir hab ich durch ungeduld Vielfältig mich versündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir Nach deiner großen güte; Erfülle mit vertraun zu dir Mein schüchternes gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, Du werdest nie, als vater, mich Verlassen noch versäumen. Zweite Abtheilung. 4. Hoff', seele, hoffe nur auf gott, Des sünders trost verschwindet, Wenn der gerechte in der noth Die gunst des schöpfers findet. Wenn jener fällt, Ist er ein held, Er steht, wenn jene zittern, Als fels in ungewittern. 5. Drum werf ich nicht die hoffnung bin, Die mir mein glaube reihet. Wie elend, die zu menschen fliehn! Wohl! wer von gott nie weichet! Mein heiland starb; Er, er erwarb, Durch seine todesleiden, Mir ew'ge himmelsfreuden. 6. Getrost bin ich, wenn um mich her Sich ungewitter sammeln! Du bilfst, gott, wenn wir freudenleer Zu dir um gnade stammeln, Die zeit der qual, Der thränen zahl! Zählst du, du wiegst die schmerzen Und wälz'st sie von dem berzen. 7. Herr, du bist meine zuversicht; Auf dich hofft meine seele. Du giebst, was meinem glück gebricht, Giebst, daß ich mich nie quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger! verlassen, Und muth und hoffnung fassen. 8. In deine hand befehle ich mein wohlfeyn und mein leben. Mein hoffend auge blickt dich: Dir will ich mich ergeben. Sey du mein gott; Und einst im tod Mein fels, auf den ich traue, Bis ich dein antlig schaue. Tel. Alle menschen müssen sterben. Mel. Was gott thut, das ist zc. 346. D" verſicht, Mein eing'ger 347. Gott der wahrbeit, deſſen troft im leben. Mir fehlt es nie an trost und licht, Weil ich mich dir ergeben; Du bist mein gott, Auf dein gebot Wird meine seele stille; Denn gut stets dein wille. treue hoffnung stüßt und hält! Ich erkenn' es voller reue, Daß mich kleinmuth oft befällt. Ach, mein herz hängt noch an dingen, Die nie wahre ruhe bringen; Und wie oft vergeb' ich mich, Aengstlich zweifelnd wider dich! 5. Seh' ich schon keine wege noch Zur rettung vor mir offen; Auch da laß mich, mein retter! doch Auf deine hülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an rath, Und immer mächtig auch an that, Mein bestes zu besorgen. 6. Dies sev mein trost, dies sey mein licht, Wenn mich die sorgen kränken. Erfüllst du meine wünsche nicht, So laß mich gläubig denken, Daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste weisheit bist, So schickst du stets das beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir Auf's reichlichste erseßen, Wenn ew'ge freuden mich bei dir In deinem reich ergößen. Da ist mein erb' und höchstes gut, O, stärke mir dadurch den muth Bis an mein selig ende. 2. Wer wollte dir, herr, nicht vertraun? Du bist des schwachen stärke. Die augen, welche auf dich schaun, Sehn deiner weisheit werke. Herr, groß von rath Und stark von that! Mit gnadenvollen händen Wirst du mein glück vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlassen sehen müssen: Du läßt ihn, wenn ihn noth umgiebt, Doch deinen troft genießen. Des frommen herz Wird frei von schmerz. Der fünder böses dichten Pflegst du oft zu zernichten. 2. Gott, vergieb mir diese sünde; Nimm die kleinmuth von mir hin, Schenke, vater, deinem kinde Einen dir ergebnen sinn, Der von dir nur hülfe beischest, Den nicht falsche hoffnung täuschet, Die das Herz aufs eitle zieht Und so schnell wie rauch entflicht. 3. Laß mich gram und sorgen meiden, Weil dein auge für mich wacht, Und du schon in manchen leiden Mit mir alles wohl gemacht! Laß mich auf deix 9. Vom Vertrauen auf Gott 2c. wort stets hoffen, Das doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem wort nicht traut, hat auf leichten sand gebaut. 4. Laß mich fest im glauben werden, Daß dein wort wahrhaftig sey; O, so werd ich hier auf erden Von so mancher unruh frei. Dann werd' ich, gott, mit vertrauen Stets auf deine hülfe schauen; Dann wächst meine zuversicht Und die hoffnung trügt mich nicht. 5. Auch erhebt sie meine seele Selbst noch über tod und grab, Wenn ich den zum führer wähle, Der sich einst auch für mich gab. Er, der siegreich auferstanden, Macht mich los ven todesbanden, Führt mich zu dem leben ein; Wo kein leid wird weiter seyn. 6. Muß ich gleich noch hier auferden, Gott, vor dir ein pilgrim seyn, Wirst du doch von den beschwerden Dieser zeit mich einst befrei'n. O erwünschte sel'ge stunden! Ewig aller noth entbunden, Werd' ich dich, mein heiland, seh'n, Und, wie du, zur freud' eingeh'n. nieden kränkt und drückt, Das ist dein weiser rath und wille, Der nichts zu meinem schaden schickt. Du bist, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten wegen Führst du mich zur glückseligkeit; Von jeder trübsal ernt' ich segen, Ist dir nur, gott, mein herz geweiht. Ihr ausgang wird erfreulich seyn, Siehts gleich mein blöder Geist nicht ein. 157 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen. Wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unsre wünsch' und sorgen Voll thorheit und voll unverstand! Wer kann, was seinem wohlergehn Zum schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, gott, kennst und wählst das beste. Ovater, mache selbst mein berz In dieser überzeugung feste; So ehr' ich auch im größten schmerz Dich stets mit der entschlossenbeit: Was gott will, das gescheh' allzeit. 6. Die stunde wird gewiß doch kommen, Da mich vollkommnes glück erfreut. Denn einmal führst du deine frommen Zur völligen zufriedenheit. Und dann wird ihnen offenbar, Daß nur dein rath der beste war. Herr, herr, meine zuverſicht! Bis das 349. und finn Mein herz Mel. Was mein gott will, das 2c. ch hab' in alles eingetroffen, Was auch mir dein wort verspricht. Auf di quelle alles lebens, Harrt der glaube nie vergebens! Was wir glauben, schauen wir Einst gewiß, o herr, bei dir. und sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir gewinn, Der tod selbst ist mein leben; Denn gott ist mein, Und ich bin sein. Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, Und kreuz auflegt, Ist doch sein thun voll gnade. kann mir Mel. Wer nur den lieben gott 2c. err, mache seele 348. He Was mich hic- Mein vater muß mich lieben; Läßt er auch oft mich freudenleer, So will er mich nur üben Und mein gemüth In seiner gür' Gewöhnen, sich zu fassen; Ueb' ich geduld, Trau seiner huld, Wird er mich nicht verlassen. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, Wenn du mir prüfung hast bestimmt. Dein vaterherz steht dem doch offen, Der zu dir seine zuflucht nimmt. Wer hier treu deinen willen thut, Mit dem machst du's auch immer gut. 7. Da ernt' auch ich von meinen plagen Die fel'gen früchte ewig ein! Da wird mein herz statt aller klagen, Nur voll des froben lobes seyn; Der herr, der für mein heil gewacht, Hat alles mit mir wohlgemacht. 3. Ich bin ja nicht von ungefähr Entsprungen aus der erden; Gott ist's der mich zu seiner ehr' Das, was ich bin, ließ werden. Sab er das seyn Dem leib allein, Der kurze zeit nur währet? Nein, auch dem geist, Der jegt ihn preist, Und der ibn ewig ehret. 4. Und wer erhält mit allgewalt Mir jede kraft zum leben? Wär' ich nicht längstens todt und kalt, Wenn mich nicht gott umgeben Mit seinem arm, Der alles warm, Gesund und 158 fröhlich machet? Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. Zweite Abtheilung. 5. Bei ihm ist weisheit und verstand Mehr, als wir menschen fassen; Er hat von ewigkeit erkannt, Was er will kommen lassen. Er weiß, wann freud', Er weiß, wann leid Uns, seinen findern, diene, Uns was er thut, Ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was sinnenlust begehret, Als fey mit einer großen last Dein lebensgang beschweret; Hast spät und früh Viel sorg und müh Auf selbstgewählten wegen, Und denfest nicht, Daß, was geschicht, Geschehe dir zum segen. 7. Es kann bei lauter sonnenlicht Das feld nicht früchte tragen; So reift auch menschen- wohlfabrt nicht Bet lauter guten tagen. Wie bitter sey, Die arzenei, Schafft sie doch neues leben; So muß das leid Zu neuer freud' Und wahrem glück erheben. 8. Ey nun, mein gott, so fall' ich dir Getrost in deine Hände. Nimm mich, und mach' es so mit mir Bis an des lebens ende, Wie dir's gefällt, Der du die welt Nach weisem rath regierest, Und so auch mich Stets väterlich Auf richt'gem pfade führest. 9. Willst du mir geben sonnenschein, So nehm' ich's an mit freuden; Soll's aber schmerz und trübsal seyn, Will ich's geduldig leiden. Willst du allhier Noch länger mir Des lebens kraft erhalten; Wie du mich führst Und führen wirst, So laß ich gern dich walten. 10. Auch noch im tode bin ich dein, Vor ihm soll mir nicht grauen; Er führt zum bessern leben ein, Er ist der weg zum schauen. Du bist mein hirt, der alles wird zu solchem ende kehren, Daß ich mit dank Und lobgesang Dich ewig werde ehren. 2. Räum alles weg aus meiner seelen, Was deinem willen widerspricht, und wollte mirs sich auch verhehlen, So stelle du mir selbst ins licht, Was mir noch fehlt an kindessinn, Und neige dann mein Herz dahin. 3. Hilf mir in geist und wahrheit sprechen; Du bist mein vater, licht und heil, Verzeihst mir gnädig meine schwächen, Und schenkst auch mir an christo theil; Du bist mein allerbester freund, Der's treu und redlich mit mir meint. 4. Denn darf ich mich dein kind nur nennen, Bist du mein vater und mein freund; So muß mir alles nüßen können, Was mir auch noch so böſe scheint. Das bitterste wird mir versüßt, Wenn du nur, gott, mir gnädig bist. 5. Drum gieb, daß ich dir findlich traue, Und demuthsvoll, doch unverzagt, mein hoffen sicher darauf baue, Was dein so theures wort mir sagt. Dein geist erkläre meinem geist, Was deine vatertreue heißt. 6. Ich bin ja auf so viele weise, Mein herr und gott, dein eigenthum; Drum gieb, daß ich, zu deinem preise, Und deines großen namens ruhm, Dir diene in gerechtigkeit Mit williger ergebenheit. 7. Du schaffst das wollen und vollbringen, Von dir kommt weisheit und verstand; Drum reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vaterhand. Erbarme meiner schwachheit dich Und stärk' zu allem guten mich. 8. Legst du was auf, so hilf's auch tragen. Gieb mir geduld in leidenszeit, Und sey in gut und bösen tagen. Mein trost und meines herzens freud'. Gieb demuth, einfalt, lieb' und zucht; Was unrecht ist, das sey verflucht. 9. Nun, herr, du siehest mein bestreben; Verleih' mir deines geistes traft! Du willst sie ja dem gerne geben, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 350. Mein gott, du weißt am Der treulich gutes durch sie schafft. allerbesten Das, was mir gut und nüßlich ist; Du bleibst, ist auch die noth am größten, Mein Dann zeigt mein redlich frommer sinn, Daß ich dein ewig bleib' und bin. In voriger Melodie. belfer, wie du's ewig bist. Gieb, daß 351. Mein schuß ist gott; ihn einzig dir menschenhülfe bau'. auf walten; Ich hoff' auf ihn, er kennet mich. Im 9. Vom Vertrauen auf Gott 2c. 159 feblts, die seinen zu erhalten, An er auch gewähren, Was unsern leib mitteln nie, und sein bin ich; Ich ernähren, Den geist erfreuen kann. gründe meine zuversicht Auf diesen fels und wanke nicht. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Ihn, der uns beides schenkt. Gesegnet ist die stunde, Darin man sein gedenkt; So braucht man recht die zeit. Wir sollen ja auf erden Durch ihn schon selig werden, Noch mehr in ewigkeit. 6. Mag doch die welt vergehen Mit aller ihrer pracht! Das glück bleibt ewig stehen, Das gott mir zugedacht. Zwar schließ ich hier den lauf; Doch, wenn ich nun im grabe Genug geruhet habe, Weckt er mich wieder auf. 7. Die seel' ist unverloren In gottes vaterband; Der leib wird neu geboren Zum bessern vaterland; Wie selig werd ich seyn! Mit gott und seinen frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde Viel leiden dieser Zeit, Wie ich's auch oft verschulde, Kommt doch die ewigfeit. So großer freuden voll, Die, da ich christum kenne Und mich von ihm nicht trenne, Mein erbtheil werden soll. ** 2. Was quäl ich mich? bin ich ein beide, Der obne gott und hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens freude, Daß du, o gott, mein Helfer bist. Hilf, mein erbarmer, stärke mich; Denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der berr erziebt hier seine kinder Zur ewigkeit mit weiser huld; Er schont, er züchtigt viel gelinder, Als wir verdient, und hat geduld; Er hat nicht lust an unserm schmerz; Ganz anders denkt sein vaterberz. 4. Die lieb' ist gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht jefum christ? Was könnte mir ein gott versagen, Der so unendlich gütig ist? Erhabner trost, der nimmer trügt, Und jeden zweifel überwiegt! 5. Ich barre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die prüfungszeit! Dann schöpf' ich dort aus seiner fülle Unendliche zufriedenheit. Er leite mich nach seinem rath, Wie er mir zugesaget hat. 9. Das ist des vaters wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines sohnes fülle Empfahn wir gnad um gnad'; Er giebt uns seinen geist, Damit er uns regiere, Die bahn zum himmel fübre. Hoch sey der herr gepreist! In bekannter Melodie. 352. Von gott will ich nicht lassen; Denn er verläßt mich nicht; Im kummer mich zu fassen, Giebt er mir kraft und licht. Mel. In allen meinen thaten 2c. Er steht mir bülfreich bei! Mit jedem 353. Was soll ich ängstlich der neuen morgen Weiß er mich zu versorgen, Ich sey auch, wo ich sev. 2. Wenn menschen- gunst und liebe In kaltsinn sich verkehrt, Bleibt er voll mitleidstriebe, Er, der mein fleben hört. Er hilft in jeder noth, Hilft von der fünde banden, Befreit von ihren schanden Und rettet selbst vom tod. 3. Jhm, ihm will ich vertrauen Auch in der schwersten zeit. Auf seine hülfe bauen; Er wendet alles leid. Ihm sey es beimgestellt; Leib, seele, gut und leben Will ich ihm übergeben! Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nüglich ist; Gut meint ers mit uns allen: Er gab uns jesum christ. Hat er so viel gethan, So wird noth verzagen? Der höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner seele Kein wahres wohlseyn fehle Genug zum trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen Und jeden neuen morgen Mit neuem kummer sehn? Du, vater meiner tage, Weißt, eh' ich dirs noch sage, Mein leid und auch mein woblergebn. 3. Auf deine hand zu schauen, Dir findlich zu vertrauen, Das, herr, ist meine pflicht. Ich will sie treulich üben Und dich, mein vater, lieben; Denn du versäumst die deinen nicht. 4. Der du die blumen fleidest Und alle thiere weidest, Du schöpfer der natur! Weißt alles, was mir fehlet. 160 Zweite Abtheilung. Drum, seele, was dich quälet, Befiehl| traurigkeit. Wer gott, dem allerhöchdem heirn, und glaube nur. sten, traut, Der hat auf keinen sand gebaut. 5. Herr, alle meine sorgen, Die noth, die oft verborgen An meinem berzen nagt, Werf' ich auf dich, den treuen; Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach deiner bülfe fragt. 2. Was helfen uns die schweren sorgen, Was hilft uns unser web und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser kreuz und leid Nur größer durch die traurigkeit. 6. Wenn meine augen thränen, Und sich nach bülfe sehnen, So klag' ich dirs, dem herrn: Dir, vater, dir befehle Ich jeden wunsch der feele. Du hörst, du hilfft, du segneft gern. 7. Der du mir hier im leben Schon größres heil gegeben, Und deinen sohn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Und mir zum besten lenken, Was mich bekümmert, quält und kränkt. 3. O halte doch dem höchsten stille, Und sey mit seinem rath vergnügt, Erwarte, wie sein guter wille, Wie sein' allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten freudenstun den, Weiß, wenn uns hülfe nüßlich sey? Wenn er uns nur hat treu erfunden, Geduldig, ohne heuchelei, So kommt er, eb' wir's uns verfehn, Und lässet uns viel gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner trangfalsbizze, Daß du von gott verlassen seyst, Daß ihm nur der im schooße size, Den alle welt für glücklich preist; Die zufunft ändert oft sehr viel Und seget jeglichem sein ziel. 6. Es sind ja gott sehr leichte sachen, Und seiner allmacht gilt es gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich; Er ist der herr, der jedermann Gar bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf gottes wegen, Verrichte deine pflicht getreu! Trau ihm und seinem reichen segen, 354. W er neu er nur den lieben gott Denn wer nur seine zuversicht Auf gott setzt, den verläßt er nicht. 8. Du führest, herr, die deinen Nie so, wie sie es meinen; Nein, nur nach deinem rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein rath voll liebe; Das zeigt der ausgang mit der that. 9. Wenn ich bier tiefen sehe, Und es nicht ganz verstebe, Was du mit mir gethan, Kann ich doch deß mich trösten: Du nimmst mich, mich erlösten, Gewiß dereinst zu ehren an. 10. Dort bei den frommen schanren, Dort werd' ich es erfahren, Wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit freuden, Nach überstandnem leiden, Den dank, der deiner huld gebührt. In bekannter Melodie. fet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller noth und 10) Vom Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. oder: Du weiser Schöpfer: c, Gebäte. was dir nüßt, geschehen, Ist dir zu helfen niemals fern; Und thut, so du nur zu ihm flehst, Mehr, als du bittest und verstehst. 355. Dein beil, o christ, nicht zu verscherzen, Sey wach und nüchtern zum gebät! Ein 3. Welch' glück, so boch geehrt findlich flehn aus gutem berzen Hat zu werden, Und im gebät vor gett gott, dein vater nie verschmäht; Er zu stehn! Der herr des himmels ist die liebe selbst, und hört, Was feiner finder herz begehrt. und der erden, Bedarf der eines menschen flehn? Er will blos deine seligkeit, Wenn er zu bäten dir gebeut. 2. Erhebe dich zu seinen höhen Mit dank und flehen oft und gern. Er lässet, 10. Vom Gebäte. 161 4. Sagt gott nicht: bittet, daß ihr mich zur seligkeit Der glaubenden nehmet? Ist des gebätes frucht nicht gerechten. dein? Wer sich der pflicht zu beten schåmet, Der schämt sich, gottes freund zu seyn; Und stößt das angebotne glück Muthwillig selbst von sich zurück. 5. Sein glück von seinem gott begehren, Ist wahrlich keine schwere pflicht, Und seine wünsche gott erklären, Gereuet sicher niemals nicht. Es giebt uns muth und stärkt die kraft Zur dämpfung jeder leidenschaft. 6. Sich in den leidensstunden stärken, In dem vertraun, das gott uns liebt, Im fleiß zu allen guten werken, Ist diese pflicht für dich betrübt? So triffst du nichts auf erden an, Das dauerhaft erfreuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein heil verscherzen, Gieb lust und kraft mir zum gebät, Und wenn mein mund aus gutem herzen Zu dir um hilf' und gnade flebt; So höre mich von deinem thron Durch jesum christum, deinen sohn. mel. Sey lob und ehr' dem 2c. 356. Gott, beine güte reicht so weit, So weit die wolken geben; Du frönst uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns beizustehn, Bist mächtig väterlich gesinnt; Vernimm mein flebn, hör mich, dein kind! Denn ich will vor dir beten. 3. Ich bitte nicht um ehr' und ruhm, So sehr sie menschen rühren. Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer ruhm sey meine pflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. Mel. Was mein gott will, das 2c. 357. Gott! ott! dessen nam' ist, wie dein ruhm, Ich 4. So bitt ich dich mein herr und gott, Auch nicht um langes leben; Im glücke demuth, trost in noth, Das wollest du mir geben. Miß mir zu, wie du willst, die zeit, Nur führe Evangel, luch. wag's zu dir zu treten, Und will, als für mein eigentbum, Für andrer wohlfahrt beten. Für sich allein Beglückt zu seyn, Bringt christen nicht g'nug freuden; Drückt mich kein joch, So kränkt mich doch Des nebenchristen leiden. 2. Du schufft ja, was von adam stammt, Zum wahren glück und leben; Willst allen auch, von lieb entflammt, Die seligkeit gern geben. Erleuchte doch, Die jego noch, Bei dicken finsternissen, Sich selbst allhier Den weg zu dir Durch sünd' und wahn verschließen. 3. Erweihe der verstockten berz, Befehre die verführten. Ach! daß sie doch der sünden schmerz, Und deine gnade spürten, Daß keiner nicht In dein gericht Und strenges urtheil fiele! Ach, leite fie Doch spät und früh Zum vorgesteckten ziele. 2. Ich bitte nicht um überfluß Und 5. Hilf, daß die ganze christenheit schätze dieser erden, Laß mir, so viel Dich, als den höchsten, ehre, Daß ich haben muß, Durch fleiß und ar- weder hochmuth, baß, noch neid Dein beit werden. Gieb mir nur weisheit beilig wort vertebre. Laß seine macht und verstand, Dich, gott, und den, Des irrthums nacht, Der fünde reich den du gesandt, Und mich selbst zu bestreiten. Und seinen schall Sich überall Zu unserm glück verbreiten. erkennen. 4. O stärke die im glauben stehn, Und findlich dich verebren, Daß deinen weg sie freudig gebn: Und deinen ruhm vermehren. Hilf ihnen auf In ihrem lauf, Wenn ihre füße gleiten, Und lehre sie Des lebens müh Durch deine kraft bestreiten. 5. Gieb, daß sich ehre, recht und reu Im ganzen lande küsse; Daß jeder fromm und heilig sey Ünd richte jedes füße Vom sündensteg zum himmelsweg, Daß deines namens ebre, Herr! durch dein wort Sich fort und fort Bei allen menschen mehre. 7. Cie armen laß durch deine huld Sich ihrer arbeit nähren: Den tranken wollest du geduld. Betrübten trost gewähren. Wer dich verehrt, Sich redlich nährt, Dem wollest du, herr, 11 162 geben Zu aller zeit Zufriedenheit, Glück, bülfe, trost und leben. 8. Wir alle, vater, wir sind ja Ein werk von deinen händen; Laß nie, ist angst und trübsal da, Dein schuß sich von uns wenden. Du bist ja der, Dem nichts zu schwer; Drum sprich durch jesu namen Zu deren flebn, Die vor dir stehn, Dein ja, und mächtig amen. Zweite Abtheilung. Mel. Bater unser im himmelreich zc. 358. Gº ott vater, an erbarmen reich, Der du in eintracht uns zugleich Als brüder heissest, zu dir nabn, Wir rufen auf dein wort dich an. Doch laß, herr! unsers mundes flebn Aus unsres herzens fülle gebn. 2. Dein name müss' uns heilig seyn; Dein wort erhalte bei uns rein; Damit, wie du selbst beilig bist, Auch 4. Dein will' gescheh' auf erden schon, Wie er geschieht vor deinem thron Mach' uns, o gott! in freud' und leid Zu dem, was dir gefällt, bereit; Und wehr des fleisches übermuth, Das wider deinen willen thut. 5. Gieb uns heut' unser täglich brod! Du kennst am besten unsre noth Hiif uns, entferne krieg und streit, Pest, seuchen, mißwachs, theure zeit Laß bei uns heil und friede blühn, Und laß uns geiz und sorgen fliebn. 6. Vergieb uns alle unsre schuld, Und trage doch mit uns geduld. Begnadiget vor dir dem Herrn, Verzeihn wir unsern schuldigern, Und du thust auch barmherzigkeit An dem, der gern, wie du, verzeiht. 8. Mach' uns von allem übel frei, Daß unser heil vollkommen sey; Bewahr uns vor dem ew'gen tod; Hilf uns in unsrer sterbensnoth; Vollende selig unsern lauf, und nimm uns in den bimmel auf. Mel. Vor deinen thron tret' 2c. beilig ſey ein jeder chriſt. Bebür uns, 359. homme vor ein ange herr, vor falscher lehr', Und die im irrthum sind, bekehr. 3. Dein gnadenreich komm' in der zeit, Und einst das reich der berrlichkeit. Steh' uns mit seinem geiste bei; Mach' uns von sündenknechtschaft frei. Dämpf aller feinde macht und wuth: Nimm deine kirch' in deine hut. 7. Herr! in versuchung führ' uns nicht, Und wenn's im Kampf an fraft gebricht; So hilf mit deiner starken hand, Und gieb uns fraft zum widerstand, Daß wir zuletzt als sieger stehn, Und deiner gnade ruhm erhöhn. 9. Das reich, die kraft, die berrlichkeit Sit dein o berr, in ewigkeit. Wir alle sind dein eigentbum, Gebät erhören ist dein ruhm. Unendlich mehr, als wir verstehn, Kann stets durch deine band geschebn. 10. Herr! amen! ja es werde wah:! Stärk' unsern glauben immerdar, Daß wir nicht zweifeln, unfer flehn Durch deine gnad' erfüllt zu sehn. Ein freudig amen sprechen wir, O vater! auf das wort von dir. mein flehen nicht: Vergieb mir alle meine schuld, Du gott der gnade und geduld. 2. Schaff' du ein reines berz in mir; Ein herz voll lieb und furcht zu dir; Ein herz voll demuth, preis und dank; Ein ruhig herz mein lebelang. 3. Sey mein beschützer in gefahr, Sch barre deiner immerdar; Wo ist ein übel, das mich schreckt. Wenn deine vaterhand mich deckt. 4. Ich bin ja, herr, in deiner hand, Von dir empfing ich den verstand; Erhalt ihn mir, und durch dein wort Erleucht' und leit' ibn immerfort. 5. Laß, deiner güte mich zu freun, Sie stets vor meinen augen seyn; Laß meines glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig seyn. 6. Das ist mein glück, was du mich lebrst; Das sey mein glück daß ich zuerst nach deinem reiche tracht' und treu In allen meinen pflichten sey. 7. Ich bin zu schwach aus eig'ner kraft, Zur dämpfung meiner leiden. schaft. Du aber ziehst mit kraft mich an, Daß ich den sieg erlangen kann. 8. Gieb von den gütern dieser welt, So viel mir nüßt und dir gefällt, Bei wenigem zufriedenheit, Zu meinem fleiße heiterkeit. C 10. Vom 9. Schenkst du mir aber überfluß, So laß mich mäßig im genuß, und, dürft'ge brüder zu erfreun, Mich einen frohen geber seyn. 10. Gieb mir gesundheit, und verleib, Daß ich sie nüß' und dankbar sey, Und nie aus liebe gegen sie, Mich zaghaft meiner pflicht entzieh 11. Erwecke mir stets einen freund, Der's treu mit meiner wohlfahrt meint, Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath und trost und beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres ziel, Und werden meiner Tage viel: So sey, herr, meine zuversicht; Verlaß mich auch im alter nicht. 13 Und wann sich wird mein ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an, Und sey, durch christum, deinen sohn, Mein schirm und schild, mein großer lohn. 3. Bet' oft zu gott und schmeck' in freuden, Wie freundlich er, dein vater ist; Bet' oft zu gott, und fühl im leiden, Wie treulich er das leid versüßt. Gott hört's, gott ist's, der hülfe schafft; Er giebt den müden trost und kraft. Gebäte. 163 6. Bet' oft, gott wohnt an jeder stätte; In keiner minder oder mehr. D. nk nicht wenn ich mit vielen, bete, So find' ich ehr bei gott gebör. Ift nur dein wunsch gerecht und gut, So sey gewiß, daß gott ibn thut. 360. K Mel. Wer nur den lieben gott 2c. omm betend oft und mit vergnügen, O christ, vor gottes angesicht. Laß keine trägheit dich besiegen In der Erfüllung dieser pflicht. Dübe sie, zu gottes preis Und deinem heil mit treuem fleiß. 2. Bet' oft in einfalt deiner seelen; Gott sieht aufs berz, gott ist ein geist. Wie können dir die worte fehlen. Wenn In voriger Melodie. nur dein Herz dich beten heißt: Der 361. Wer kann, goit, je was haben, glaub' an gott und seinen sohn Rührt ihn, nicht leerer worte ton. 4. Bet' oft und heiter im gemüthe, Schau dich an seinen wundern satt; Schau auf den ernst, schau auf die güte, Womit er dich geleitet hat. Oft irrtest du, er trug geduld; Erkenn' und preise seine huld. 5. Bet' oft, durschau mit frohem muthe Die herzliche barmherzigkeit Deff', der mit seinem theuern blute Uns vom verderben hat befreit: Und eigne dir, zu deiner ruh' Und heiligung sein opfer zu. 7. Doch säume nicht in den gemeinen Auch öffentlich gott anzuflehn, Und seinen namen, mit den seinen, Mit deinen brüdern, zu erhöhn. Fühl der vereinten andacht werth, Die deine eigne stärkt und nährt 8. Bet' oft zu gott für deine brüder, Für alle menschen, als ihr freund; Denn wir sind eines leibes glieder, Kein glied sou seyn des andern feind; Solch bitten, das aus liebe fließt, Gefällt dem, der die liebe ist. 9. Bet' oft; so wirst du glauben halten, Dich prüfen und das böse scheun, An lieb' und eifer nicht erfalten, Und reich an guten werken seyn; Denn muth und fraft und seelenruh. Sagst du, gott, dem, der bittet, zu. 10. Dies reize mich, vor dich zu treten Mit lob und dank, mit wunsch und siehn; Doch meine fehler bei dem beten Wollst du, mein vater, übersebn, Weil der, der dir zur rechten ſigt, Mich, als mein mittler, unterstüßt. nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, Und immer groß an rath und that. Du willst, daß mit gebät und flehn Wir stets auf deine bülfe sehn. 2. Drum komm ich auch mit meinem beten, gott, vor deinen heil'gen thron. Wie freudig kann ich vor dich treten, Denn mich vertritt bei dir dein sohn; Durch ibn bin ich voll zuversicht, Mein schwaches fleyn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deinem willen, Was deinem kinde heilsam ist; Nur du kannst mein verlangen stillen. Weil du des segens quelle bist. Vor allen dingen sorge du Für meines geistes wahre rub'. 4. Gieb mir beständigkeit im glauben, Laß meine liebe thätig sein. Will 11* 164 etwas mir dies kleinod rauben, So schränke die versuchung ein, Und stärke mich mit kraft und muth, So steg' ich über fleisch und blut. Zweite Abtheilung. 5. Bewahr' in mir ein gut gewissen, Ein herz zu dir voll freudigkeit; Ein herz auf's gute stets beslissen, Das sich vor deinem auge scheut; Und febl' ich, gott, so zücht'ge mich, Zu meiner besf'rung, väterlich. 6. Ein herz, das in beglückten tagen, D vater, deiner nie vergißt; Ein herz, das unter noth und plagen Mit deinem ratb zufrieden ist; Ein herz voll zuversicht zu dir, Und voll geduld, verleihe mir. 7. Du wirst es alles weislich fügen; Du weißt am besten was mir nüßt. An deiner huld laß ich mir g'nügen, Die schwache mächtig unterftüßt: Zufrieden, vater, folg' ich dir; Befest'ge diesen sinn in mir. 8. Soll ich auf erden länger leben, So gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben; Und kommt dereinst mein sterbetag; So sey mein ausgang aus der zeit Ein eingang in die herrlichkeit. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. u dir, mein gott, 362.3mich liebt, mir leben, beil und segen giebst, Erheb' ich herz und hände. Was deine weisheit will und thut Nimmt stets ein gutes ende. 2. Ich weiß nicht was mir nützlich ist, Du weißt'st, der du mein vater bift, Und willst mein wohlergeben. Drum laß mich nie mit eigensinn Auf meinen wunsch bestehen. 3. Wenn unser blödes auge wählt, Dann wird sehr leicht das ziel verfeblt Nach dem wir ringen wollten, Wir suchen oft nach unserm wahn Das, was wir fliehen sollten. 4. Du willst, wir sollen voll vertraun Auf deiner vorsicht wege schaun, Und dir uns übergeben; Denn du, du sorgst mit vaterhuld Für unser ganzes leben. 5. Wo ist auch wohl ein bess'rer freund? Wer kann den, der verlassen scheint, Mit segen überschütten? Du, gott, thust überschwenglich mehr, Als wir verstehn und bitten. Dein unermeßlicher verstand Weiß 6. Du hast die welt in deiner hand; alles wohl zu machen. Wie sollte deine vorsicht nicht Für meine wohlfahrt wachen? 7. Wenn deine macht für mich gebeut, Wie könnte meine sterblichkeit und ohnmacht mich erschrecken? Du wirst mich in gefahr und noth Mit deinem schuße decken. 8. Ach leite mich durch deine kraft Auf meiner kurzen pilgrimschaft, Daß ich von dir nicht weiche, Den weg der tugend freudig geh, Und einst das ziel erreiche. 9. will gnade und nicht auf menschenhülfe baun, Die uns so leicht betrüget. Gieb nur, daß sich mein schwaches herz Mit deiner huld begnüget. 10. Gabst du mir deinen sobn zum beil, So wirst du mir gewiß auch theil An deinem himmel schenken. Ich kann nun an die ewigkeit Im glauben freudig denken. Gottes. Mel. Nun danket all', und: c. 3. Von unsrer zarten kindheit an 363. Auf, chriften, bringet at er uns unterstüßt; Er, der allein preis und ehr' Dem herrscher aller welt; Dem mächtigen, der erd' und meer, Und alle bimmel hält. uns belfen kann, Und gern uns hilft und schüßt. 2. Lobt gott mit frohem jubelschall, Ibn, unser böchstes gut, Der große wunder überall, Auch an uns menschen thut. 4. Aus seiner fülle nehmen wir Noch immer, was uns näbrt, Und unsern seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er breftet stets auf unserm pfad Viel freuden um uns her. Die noth, 11) Vom Lobe 11. Vom Lobe Gottes. 165 womit sein weiser rath Uns prüft,| Die sprache dankt ihr ihm allein, Und erleichtert er. wolltet nicht voll rühmens sein? 6. Er trägt nach gütger vaterart, Uns schwache mit geduld; Er züchtigt wohl, doch nie zu hart, Und schenkt uns gern die schuld. 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche gabe sollt uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? Gebt ihm ein berz voll dankbegier, Das ganz in seiner lieb' entbrennt; Das ist es, was ihr geben könnt. 11. Auf, christen! preist mit mir den herrn. Wer preist nicht milde geber gern? Gedenkt, was er an uns gethan; Wer ist, der ihn g'nug loben kann? 7. Er weckt uns das gewissen auf, Ruft uns zur besserung, Und stärkt uns, achten wir darauf, mit kraft zur heiligung. 8. Er bleibt uns treu; sein wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, Kommt, wenn er diese welt verläßt, Zum glück der bessern welt. 9. Drum, christen, singt ihm preis und freundlichkeit. Dort preist ſie unser lobgesang Noch 365. Heer gott! wir danken In bekannter Melodie. dich loben wir! mehr in ewigkeit. Mel. Vom himmel hoch, da komm' ic. oder: Wenn gott zum haus nicht zc. dir! Dein, vater, ist in ewigkeit Das reich, die fraft, die herrlichkeit. Die welt, dein werk und eigenthum, Ver364. Wuf, christen! preist mit kündigt deines namens rubm. Der mir den herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, den der ganze himmel ehrt, Jst unsers höchsten lobes werth. engel beer, die seraphim, Lobsingen dir mit boher stimm'; Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott, Der herr, herr zebaoth! 2. Lobt ihn! sein ganzer nam' ist rahm; Unendlichkeit sein eigentbum. Dies grenzenlose meer von licht Durchschaut der höchste engel nicht. 3. Ja, freuet euch, ihn zu erhöhn; Solch lob ist heilsam, herrlich, schön, Es zeigt verstand, erfreut das Herz, Und stillt im leiden unsern schmerz. 2. Weit über alle himmel weit, Gebt deine macht und berrlichkeit; Sie, die den erdkreis wunderbar Bekehrten, deiner boten schaar; Sie deiner lehre märtyrer, Erheben ewig dich, o berr! Auch deine ganze christenheit Preist dich auf erden weit und breit, Dich, vater, auf der himmel thron, Und jesum, deinen ein'gen sohn, Samt deinem geiste, dessen kraft Ein neues leben in uns schafft. 3. Du berr der ehren, jesu christ, Der du der fünder beiland bist, Du wardst, um unser troft zu seyn, Ein mensch, wie wir, doch sündenrein. Du bast den weg zu gott gelehrt, Des todes macht bast du zerstört. Nun herrschest du in's vaters reich An majestät und gnad' ihm gleich. Im grabe läsfest du uns nicht: Du kommst dereinst und hältst gericht. 4. So hilf uns denn, dir dankbar seyn, Dir folgen und uns deiner freun. Einst sey im bimmel ew'ges beil, mit allen frommen, unser theil. Hilf deinem volk, berr iesu chrift, 4. Wie wird der geist dadurch entzückt; Hinauf zum himmel hingerückt; Mit seinem bocherhabnen freund, Mit gott, stets inniger vereint. 5. Welch ein so berrlicher beruf, Zu dem gott selbst die engel schuf; Welch eine theure, süße pflicht, Die uns so reichen lohn verspricht! 6. Ja, pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, Ihr, denen er verstand geschenkt! Die ehre des verstandes ist, Daß ihr den ew'gen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, Die ihr von ihm ein herz empfingt, Das sich zu gott mit inbrunst nahn Und seine größe fühlen kann. 8. Auch euer mund, so oft er spricht, Erinnert euch an diese pflicht. 166 Und segne, was dein erbtbeil ist. Leit uns durch unsre prüfungszeit, Bis zu der froben ewigkeit. 5. Täglich, berr gott, wir loben dich, Dir heiligt unsre seele sich Vor aller ungerechtigkeit Bebüt' uns heut und allezeit. Een gnädig uns o treuer gott! Sey gnädig uns in aller noth! Wenn wir zu dir, erbarmer, flebn, So laß uns deine hülfe sehn. Auf dich steht unfre zuversicht; Verlaß uns auch im tode nicht! Amen. Zweite Abtheilung. Mel. Nun danfet all': c. 366. J ch singe dir mit herz und mund, Herr, meines berzens lust! Ich fing', und mach' auch andern kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du von ewigkeit Die reiche quelle bist, Woraus uns allen jederzeit Viel beil und gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir Von gütern aller art, Das uns, o vater, nicht von dir Allein gegeben ward? 4. Du bast des himmels schönen bau So prächtig ausgeschmückt. Du bist's, der unser feld mit thau Und regen stets erquickt. 5 Du sorgst für uns beim größten frost, Bei allem sturm und wind. Du machst, daß jährlich korn und most Für uns vorhanden sind. 6 Du giebst uns leben und gedeihn. Du schenkst mit treuer hand Den frieden, deß wir uns erfreun, In unserm vaterland. 7. Allgütiger, allein von dir Fließt alles beil uns zu. Geschöpfe deiner hand sind wir, Und unser schuß bist du. 8. Du nährest uns von fahr zu jahr, Bleibst immer gut und treu, Und stehest uns auch in gefahr Und nöthen gnädig bei. 9. Du trägst uns fünder mit geduld, Und strafft nie allzusehr; Ja endlich nimmst du unsre schuld, Und wirfst fie in das meer. 10. Das unglück, das von ferne droht, Kehrst du so oft zurück, Und die schon gegenwärt'ge noth Berwandelst du in glück. 11. Du kennest unsrer arbeit müb Und bist mit kraft nicht fern! Du förderst und vertilgst uns ste, Erfreust und segneft gern. 12. Du füllst Mit gütern, die bestehn, Wenn dielebens mangel aus ses leibes irdisch haus, Einst wird zu trümmern gehn. 13. O feele, die du zagbaft bist, Sey froh und fasse muth, Gott, alles guten ursprung, ist Und bleibt auch stets dein gut. 14. Er ist dein schuß, dein ewig theil, In finsterniß dein licht, In aller noth dein trost und beil; Schafft rath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem sinn, Und grämst dich tag und nacht? Nimm deine sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. Versorget und ernährt, Und wunderbar 16 Hat er dich nicht von jugend auf der dinge lauf Zu deinem glückgekehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem regiment; Nein was ein gutes end'. er thut und läßt geschehn, Das nimmt Und red' ihm nicht darein; So wirst 18. Ei nun! so laß ihn ferner thun, lich seyn. du hier in friede ruhn, Und ewig fröhMel. Nun lob', mein' seel' den 2c. 367. Man lobt dich in der stille; o gott. Aus deiner segensfülle Fließt Denn du erhörst gebät, alle freud' und bülf' in noth. Nur du bist herr auf erden, Der frommen zuversicht; In trübfal und beschwerden Läßt du die deinen nicht. Drum soll dich freudig ehren Mein mund vor jedermann, Und deinen rubm vermebren, So lang' er reden kann. 2. Es müsse dein sich freuen, Wer deiner güte größe kennt; Und deinem dienst sich weiben; Wer jesu christi namen nennt. Hoch sevst du stets gepriesen, Du bist's, der wunder thut, Und hast auch mir erwiesen Das, was mir nüß' und gut. Drum geb' ich mich mit freuden Dir zum geborsam bin. Nichts soll mich von dir scheiden, So lang ich hier noch bin. 11. Vom Lobe Gottes. 167 3. Herr, du haft deinen namen test mich nach deinem rath, Der nur Sehr berrlich in der welt gemacht. Wenn schwache zu dir kamen; Haft du mit bülf' an sie gedacht. Auch mir balf deine gnade. Herr, wie vergelt' ich's dir? Bleib auf des lebens pfade Noch fernerbin mit mir; So will ich dich erheben, Tich, der so gern erfreut, Und dir zur ehre leben Hier und in ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 368. tönnt ich dich, mein gott, recht preisen, Wie du res preises würdig bist! Könnt' ich dir gnug den dank beweisen, Den bies mein herz bir schuldig ist! Dies berz, das deiner gütigkeit Sich täglich mit entzücken freut. 2. Wer überströmet mich mit segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßzet mich auf meinen wegen? Wer schenkt dem geiste troft und licht? Wer giebt zu meinem thun gedeihn? Allgütiger, du bist's allein. 3. Zu zählen sind sie nicht, mein vater, Die werke deiner segenshand. Du warst schon lange mein beratber, Eb' mein bedürfniß ich empfand; Selbst eh' ich war, da maßest du Mir schon mein schicksal liebreich zu 4. Du stärkst mir das geschentte leben, und lässt es nie ganz freudenleer; Zum böbern glück mich zu erheben, Schickst du zwar manche trübsal ber; Doch stehst du auch mii fraft mir bet, Daß ich nicht troft- und muthloe sev. 5. So oft hab' ich in meinen tagen Mit freud' und dank es schon verspürt, Wie du mich unter allen plagen Zwar wunderbar, doch gut geführt: Ich werd' in drohender gefahr Stets deines trostes licht gewahr. 6. Wie, sollt' ich denn nicht voller freuden Beständig deinen ruhm er böhn? Wie, sollt' ich, auch im tiefsten leiden, nicht freudig trauend auf dich sebn? Und fiele selbst der himmel ein, So wirst du mein beschirmer seyn. 7. Drum reiß ich aus des fummers böble Mein sorgendes gemütbe los, Und rufe mit erfreuter seele; Wie gut bist du, mein gott, wie groß! Du leimein heil beschlossen hat. 8. Von deiner güte will ich singen, So lange sich die zunge regt; Dir will ich dank und ehre bringen, So lange sich mein herz bewegt; Und wird mein mund auch kraftlos seyn; So stimm' ich noch mit seufzen ein. 9. Dies schwache lob kann ich nur geben Nimm es, mein gott, in gnaden an, Bis ich in einem bessern leben Dich würdiger erheben kann. Da steiget mit der engel chor Mein lobgefang zu dir empor Mel. Es ist das beil uns 2c 369. Sey lob und ehr' dem höchsten gutb, Dem vater aller güte; Dem gott, der alle wunder thut; Dem gott, der mein gemüthe Mit seinem reichen troft erfüllt: Dem gott, der allen jammer stillt. Gebt unserm gott die ebre! 2. Es danken dir des himmels heer, Beherrscher aller thronen! Und die auf erden, luft und mehr, In deinem schatten wohnen, Die preisen deine schöpfersmacht, Die uns und sie bervorgebracht. Gebt unserm gott die ehre! 3. Was unser gott geschaffen hat, Das will er auch erbalten; Darüber will er früh und spat Mit seiner gnaden walten. In seinem ganzen königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm gott die ehre! 4. Ich rief zum berrn in meiner noth! Ach gott, vernimm mein weinen; Da balf mein belfer mir vom tod Und ließ mir trost erscheinen, Drum dank' o gott, drum dank' ich dir! Ach danket, danket gott mit mir! Gebt unserm gott die ehre! 5. Gott ist uns nab, und niemals nicht Von seinem volk geschieden; Er ist der frommen zuversicht, Jbr segen, beil und frieden. Mit vaterbänden leitet er Die seinen glücklich hin und her. Gebt unserm gott die ehre! 6. Ruft man die welt um bülfe an, Die sie doch nicht erzeiget, Dann bilft, der ewig helfen kann, Der schöpfer selbst, und neiget Die vatersaugen denen zu, Die sonsten nirgends finden ruh. Gebt unserm gott die ehre! 168 7. Ich will mein ganzes leben lang, freudig len meinen lobgefang Auch deine bimmel bören. Mein geist und leib erhebet dich: Mein ganzes herz erfreuet sich! Gebt unserm gott die ehre! 8. Jhr, die ihr christi namen nennt, Gebt unserm gott die ebre! Jhr, die ihr gottes macht erkennt, Gebt unserm gott die ebre! Die falschen gößen macht zu spott; Der herr ist gott! der herr ist gott! Gebt unferm gott die ebre! 9. Kommt, laßt uns vor sein an gesicht Mit frober ehrfurcht dringen! Bezablet die gelobte pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Der herr bat alles woblbedacht, Und alles recht und gut gemacht. Gebt unserm gott die ehre! Zweite Abtheilung. 12) Von der Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Vom himmel hoch da, 2c. oder: Wo gott zum haus nicht giebt. 4. Mich führte deine gütigkeit Langmürbig stets in dieser zeit, Und stürmte trübsal auf mich zu, Wer half mir überwinden? du. Mel. Nun dantet alle gott 2c. 370. So lang ich athme, gott, breiten. Das leben giebst du mir, Will ich dein lob verUnd glück von allen seiten. Du kennen kann. Und botest ew'ges heil schenktest mir verstand, Der dich erDurch deinen sohn mir an. so viel mir schenkest? Was ist der mensch), 2. Was bin ich, gott der huld, Daß du der staub, Herr, daß du sein gedenkest? Ja, du gedachtest, herr, Schon vor meiner stets, Regierst mich väterlich. der welt an mich, Und denkst noch auf deinen segen. Mein ganz bestreben 3. Ich freue mich in dir, Und trau sey, Zu gehn auf deinen wegen. Bis auf den letzten bauch Sey dir mein dank geweibt, Und einst vor deinem thron, Gott der barmherzigkeit. 371. Dich, berr und water aller welt! Preist mein gesang, und dir mißfällt Der frommen stammelnd danklied nicht, Dies, gott, ist meine zuversicht! 2. Schon früh warst du ein vater mir; Froh dank' es meine seele dir. Daß du auch jetzt mein vater bist, Der seines findes nicht vergißt! Mel. In allen meinen thaten 2c. 3. Früh ward ich in der taufe schon Geweihet dir und deinem sohn. Und deines wortes unterricht, was gab 372. Dir bank ich für mein mir der für kraft und licht! leben, Gott, der du Du bast, von huld bewogen, Mich mirs gegeben; Ich danke dir dafür, aus dem nichts gezogen; Durch deine güte bin ich hier. 2. Du, herr, bast mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis diesen augenblick. Du gabst mir frohe tage, und selbst der leiden plage Verwandeltest du in mein glück. treu viel zu geringe, Mit der du mich 3. Ich bin, herr aller dinge, Der bewacht. Damit ich, staub und erde, schon ewig mein gedacht. Auf ewig glücklich werde, Hast du 4. Du börtest schon mein sebnen, Und zähltest meine thränen, Eb' ich 5. Du sabst mich stets voll güte an, Und ließ'st auf meiner pilgrimsbahn, Für mich so viele freuden blühn; Durch wohlthun mich zu dir zu ziebn. 6. Du bist und warest immerdar Mein schuß, mein retter in gefahr, Der stifter meines wohlergebns, Und der erhörer meines flehns. 7. Wie oft entfernt' ich mich von dir! Doch du bliebst stets ein vater mir, Der, wenn ich reuvoll wieder kam, Voll huld mich, als sein kind, aufnabm. 8. Unzählbar sind und täglich neu Die proben deiner vatertreu. Dir fließt, o gott! der gern erfreut, Die zähre meiner dankbarkeit. tann, So nimm dies schwache opfer 9. Gott, weil ich nichts vergelten an. Aus pflicht und dank bin ich ganz dein; Mein leben müsse zeuge seyn. 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. bereitet war; Eh' ich zu seyn begonnte Und zu dir rufen konnte, Da wogst du schon mein theil mir dar. 5. Du ließ'st mich gnade finden, Und sabst doch meine fünden Vorher von ewigkeit. O höchster, welch erbarmen! Du forgest für mich armen, Und bist ein water, der verzeiht. 6. Für alle deine treue, Für das, deß ich mich freue, Lobsinget dir mein geist. Dein größestes geschenke Ist er, durch den ich denke; Dein ist's, daß er dich fröblich preist. 7. Daß du mit kraft mich stärkest, Auf meine tage merkest, Dies, vater, dank' ich dir; Daß du mich liebreich fübrest, mit deinem geist regierest, Dies alles, vater, dank' ich dir. 8. Was mir in dieſem leben Noch nüßt, wirst du mir geben. Du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, vater, dir befehle Ich meinen leib und seele. Herr, segne und behüte mich. Mel. Nun danfet alle gott 2c. u bist's, dem chr' und 169 8. Ich danke dir für deinen sohn, Der für mich fünder starb, Und der zu deinem gnadenthron Den zutritt mir erwarb. 373. das, berr, bring' ich dir. Mein schicksal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. 2. Wenn angst und noth sich mir genabt; So börtest du mein flebn, Und ließest mich nach deinem rath Hülf' und errettung sebn. 3. Wenn ich in schmerz und frank beit sank, Und rief: berr, rette mich! So halfst du mir: mit welchem dank, Mein gott, erheb' ich dich? 4. Betrübte mich des feindes haß, So flagt ich dir den schmerz! Du balsst mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst geduld ins herz. 5. Wenn ich den rechten pfad verlor, Und mich verschuldet sah, Rief ich zu dir, mein gott, empor, Und gnad war mir nab. 6. Herr, für die leiden dank ich dir, Dadurch du mich geübt, Und für die freuden, welche mir Dein milder segen giebt. 7. Dir dank ich es, daß die natur Mich näbrt und mich erfreut. Ich schmeck in jeder kreatur, Gott deine freundlichkeit. 9. Wie sehr liebt gott der menschen wohl! Erheb' ihn, volk des berrn! Die erd' ist seiner güte voll; Er bilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die traurigfeit Bald vor uns übergehn; Will uns nach kurzer prüfungszeit Zu ew'gem glück erböön. 11. Vergiß nicht seele, deinen gott; Nicht, was er dir gethan. Verehr' und halte sein gebot, Und bet' ihn ewig an. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 374. Durch dich, o großer gott, bin ich handen; Die himmel und ihr heer Sind durch dein wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiebts; Wenn du gebeutst, stehts da. Mit allmacht bist du mir, Und auch mit güte nah. 2. Du bist der gott der fraft. Dich predigen Die wunder deiner ebre. Dich bet' ich dankend an; Mein heil kommt von dem berrn. Du hörst der menschen flehn Und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner huld, O gott gewürdigt werde, Was frag' ich außer dir Nach allem glück der erde! Im bimmel donnerst du, Und schrecken füllt das land; Doch fürcht ich nichts, denn du Deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die himmel seh, Die du, herr, ausgebreitet, Der sonne majestät, Den mond, den du bereitet; So sprech ich: was ist doch Der mensch, daß du sein denkst, Und daß du täglich uns Unzählig gutes schenkst! 5. Voll güte läßt du uns Auf grünen auen weiden, Nährst uns mit speis' und trank, Und füllst das herz mit freuden. Du dachtest mein, ch' mich Die mutter noch gebar; Ja, sabst mich, eh' der grund Der welt geleget war. 6. Du wogst mein glück mir ab, Und leiden, die mich üben; Und meiner tage zahl War in dein buch geschrie 170 ben. Du bist der frommen schuß, Du bist der müden rub'; Ein gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, gott, bist du! Zweite Abtheilung. 7. Wem sollt' ich sonst vertrau'n, Als dir, du gott der götter? Wen ebren, so wie dich, mein schuß und mein erretter? Wie sanft ist dein befehl: Gieb mir dein Herz, mein sohn, Und wandle meinen weg; Ich bin dein schild und lobn. 8. Herr, dein gebot ist heil, Dein weg ist fried' und leben. Wie, könnt' ich einem gott Der liebe widerstreben? Der lasterbafte mag In stolzem glücke blühn; Mich soll er dennoch nicht In seine nege ziebn. 9. Auch wenn kein mensch mich siebt, Will ich die fünde fliehen; Denn du wirst aller werk Vor dein gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem fleisch Was böses noch gelüst, Bedenken, daß mein leib, O goit, dein tempel ist. 10. Sollt' ich nach ehr' und rubm Mit sünd' und unrecht trachten? Nein, herr, wenn du mich ehrst, Mag mich die welt verachten. Du bist es, dem zum dienst Ich leib und seele weib'; Gieb, daß mein wandel stets Dir wohlgefällig sey. Mel. Freu dich sehr, o meine seele zc. 375. Sott Met. Ben gott will ich nicht laffen. roß ist des höchsten güte, ott, mein vater, deine 376. Gro Wer sie nicht achtete! liebe Reicht, so weit der himmel ist. Deines wohltbuns starke triebe Sind so ewig, als du bist. Deiner huld unendlichteit, Gott, erschöpfet keine zeit; Und wer kann die vielen proben Deiner güte würdig loben? Welch fühllos herz verriethe Der uns erkenntliche! Sie rettet uns aus noth, Erquicket uns im leide, BVerwandelt es in freude, Versüßet selbst den tod. 2. Als ich noch mir selbst verborgen Auf dem schooß der mutter lag, Wachtest du, für mich zu sorgen, Ueber mich schon jeden tag. Durch den beistand deiner macht Bin ich nun so weit gebracht, Und was hat mein ganzes leben Gutes, das du nicht gegeben? 2. Wenn meine lippen schwiegen, O so versagt ich mir, Das himmlische vergnügen, Gott, lobzusingen dir! Nein, Herr, von meinem dank Sey jeder morgen zeuge, Und jeden abend steige Zu bir mein lobgesang. unwerth ich's auch bin; Treu bleibt 3. Du wirst mich ferner leiten, So zu allen zeiten Dein milder vaterfinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in kümmernissen Mir wohl zu helfen wissen; Dir überlaß ich mich. 3. Nie gedenket mein gemüthe, Obne warme dankbegier, Jener unverdienten güte, Da du durch die taufe mir Das erhabne recht gewährt, Daß zu deinem find erklärt, Ich es der mensch versteht; Dein rath 4. Ja, deine buld ist größer, Als des segens der erlösten Mich voll zu- unendlich besser, Als was sein wunsch versicht darf trösten. erflebt. Herr, meine zuversicht! Dir 4. In den zarten jugendjabren Warst du meines lebens stab; Mein beschirmer in gefahren: An dir hab' ich bis ins grab Einen vater, der mich liebt, Einen vater, der mir giebt, Was zum wabren wohl mir nüßet; Einen vater, der mich schüßet. 5. Gott, du machst's mit uns stets besser, Als wir wünschen und verstehn. Deine güte ist viel größer, Als die fraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so boch mein dank, Wie der seraphim gefang; Dennoch würde durch mein loben Deine huld nicht g'nug erhoben. Herr, mein ganzes berz zu dir; Stärk' 6. O, so neig' durch deine liebe, und mehre selbst die triebe Wahrer dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; So mich deines wohltbuns freun, Daß auch mir auf dieser erde Wohlthun wahre freude werde. zu brauchen mich bemühn; Stets den 7. Ja, laß jede deiner gaben Recht zweck vor augen haben; Dazu du sie mir verliehn. Deine güte reize mich, Daß ich immer treuer dich Lieb' und deinen beilgen willen Freudig suche zu erfüllen. 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. frob mich zu ergeben, Dich dankbar zu erheben, Sey meine liebste pflicht. Mel. Wach auf mein herz, und: c. 377. Last unserm gott uns singen, Ihm dank und ebre bringen, Daß wir so viele gaben Von ibm empfangen baben. 2. Nur er hat uns das leben Und feel' und leib gegeben. Er ist es, der sie schüßet, Und giebt, was beiden nüßet. 3. Dem letbe giebt er speise; Die seele macht er weise, Damit sie, frei von sünden, Mög' wahres glück empfinden. 4. Für uns dabingegeben, Ward christus, unser leben; Er, der für uns gestorben, hat uns das beil erworben. 5. Sein wort wird, uns zum segen, Ein licht auf unsern wegen; Zu allen guten werken Soll selbst sein geist uns stärken. 171 4. Du willst des menschen wahres glück, Eh' er geboren ist; Und so ward ich( o welch ein glück), Schon als ein find ein christ. 6. Er läßt uns gnade finden, Vergiebt uns unsre sünden, Wenn sie uns herzlich reuen Und wir forthin ste scheuen. 7. Da wir denn schon auf erden So hoch begnadigt werden: Gott was wird nicht für gaben Für uns dein himmel haben! 5. Noch schwach und klein, ward ich durch dich Geschüßet unsichtbar; Am geist und leibe stärkte mich Dein arm von jahr zu jahr. 6. Wenn in der jugend ich vom pfad Der tugend mich verirrt: So bat mich, Herr, dein treuer rath Darauf zurückgeführt. 9. Wie froh und beiter ist mein blick, Da du so hoch mich liebst; auch tommt von dir der freundschaft glück, Wodurch du trost mir giebst. 10. Und welche wohlthat, herr, ist nicht Dies herz, das fühlen kann; Dies herz, ganz dein, das dantbar spricht, Was du an mir gethan! 8. Wir bitten deine güte, Daß sie uns stets behüte; Laß, dir zum wohlgefallen, Uns gute wege wallen. 11. Frob soll mir jeder tag vergebn. Bei deinem ruhm und preis; Ich will dich lieben und erböhn, So gut ich kann und weiß. 12. In schrecken, angst, gefabr 9. Leit' uns durch deine wahrbeit, und noth, Trau ich allein auf dich. Bis wir in voller klarheit Dich sehn, Durch dich gestärkt, ist selbst der tod und deinen namen Dort ewig prei- Mir nicht mehr fürchterlich. sen; amen! 7. Du warst mein schutz und meine wehr Vor unglück und gefahr; Und vor dem laster, das noch mehr Wie sie, zu fürchten war. wie es danken soll. 3. Da ich noch in der mutter schooß, Mir selbst verborgen, schlief: Bestimmtest du für mich das loos, Das mich zum leben rief. 8. In frankbeit bast du väterlich Mir neue frist geschenkt; Und deine buld erquickte mich, Wenn sünden mich gefränkt. 13. Und wenn einst erd' und himmel bebt Durch dich, den herrn der welt. Will ich den preisen, der stets lebt, und mich alsdann erbält. Mel. Lobt gott, ihr christen, allzugl. oder: Nun dantet all', und 2c. 378. Mein geist erstaunt, allmächtiger! Wenn er das gute denkt, Das du auch mir, mein gott und herr, So unverdient geschenkt. 2. Dann ist mein herz so boch Mel. Wer nur den lieben gott 1c. erfreut. Ganz deiner güte voll, und 379. Mein herz, erreure 14. Denn, herr, auch bei der welten sturz Bleib ich dein eigenthum. Die ewigkeit selbst ist zu kurz zu deinem lob und ruhm. gottes, der dein vater ist! Bedenke, auf wie viele weise Du ibm zum dank verpflichtet bist. Bring' ihm, der stets dein belfer war, Mit freuden ruhm und ehre dar. 172 Zweite Abth.- 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 2. Herr! deine hand ist immer offen, und allen enden; Der uns von mutter3u geben, was mir nüglich ist. Und leib und findesbeinen an Bis diesen dennoch wanket oft mein boffen Auf augenblick Unzäblig guts gethan. dich, der du die liebe bist. Mein gott! wie wenig bin ich's werth, Daß mir noch gnade widerfährt! 2. Der ewig reiche gott Woll uns, so lang' wir leben, Ein immer fröhlich Herz Und edlen frieden geben; Und uns in seiner gnad' Erhalten immerfort, Und uns aus aller noth Erlösen hier und dort. 3. Unendlich groß ist dein erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt: Drum wird auch mir, mein gott, mir armen, von dir nicht nach verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine freu mit segen, trost und bülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen sorgen Mit rettung mir entgegen eilt; Und wenn sie, noch vor mir verborgen, Nach meinem wahn zu lang verweilt; So kommst du, eh' ich mich's versehn, Und hilfst mir und erhörst mein flebn. 3. Lob, ehr' und preis sey gott, Dem vater und dem sohne, Und seinem beil'gen geist. Er, der vom bimmelsthrone Erbarmend auf uns siebt, Bleibt, wie er ewig war, Unendlich groß und gut. Lob sey ihm immerdar! Mel. Warum betrübst du dich zc. 5. Du wählst und wirkest stets das beste, Und wenn auch meine noth sich häuft, so steht durch dich mein wohl doch feste; Und wenn mich elend ganz ergreift, So willst du mein erbarmer seyn, Mich vom verderben zu befrein. 6. Du bist mein beil! mein ganz gemüthe Ist deines ruýms, mein ret- pracht Der werke deiner weisen macht. ter, voll. könnt' ich deine große güte Doch so erheben, wie ich soll! Doch meine kraft reicht nicht dahin, Du weißt es, gott! wie schwach ich bin! 381. Voll freud' und frommer meinen geist zu dir, Mein vater und ich mein gott. Wie froh und beiter machet mich Der himmlische gedank' an dich! 2. Mein aug' erblickt' die stolze Du riefft, da wurden sie. Und erd' und himmel sind noch heut Ein spiegel deiner herrlichkeit. 3. Da freuet sich, allgütiger, Ein zahllos heer lebendiger Der milden vaterhuld, Die neu an jedem morgen ist, Und auch des wurmes nicht vergißt. 7. Und hätt' ich auch viel tausend zungen; So würde deines wohlthuns preis Nie würdig g'nug von mir besungen; Auch bei dem größten ernst und fleiß. Denn mehr guts, als ich zählen kann, hat deine buld an mir getban. 4. Du, herr, durch den ich leb' und bin, Giebst mir so vieles gute hin zum fröhlichen genuß. Was ist der mensch hier, deß du dich So gnädig annimmst? was bin ich? 8. Jedoch, du siehst mit wodlgefallen Auch auf des berzens redlichkeit; Und hörest selbst das schwache lallen Der deinen mit zufriedenbeit; Du hörst es, wie ein vater pflegt, Der seiner finder schwachheit trägt. 5. Den menschen krönte deine hand, Dich zu erkennen, mit verstand; Sie bildete dies berz, Das dankbar froh empfinden kann, Wie viel sein gott an ihm getban. 9. Drum soll mir deine huld und güte Beständig, gott, vor augen seyn. Ich will mit redlichem gemüthe Mein leben deinem lobe weihn, Bis ich vollkommner deinen ruhm Erheb im böhern heiligtbum. 6. Und welche sel'ge boffnungen Schenkst du nicht den erlöseten; Du stifter unsers heils! Versüßt wird jedes leid durch sie, Und leicht der tugend edle müh'. Bekannte Melodie. 7. Ihr will ich, deiner werth zu seyn, Die theuren lebensstunden weihn, 380. Nun banket alle gott Mit Die mir noch übrig sind. Viel höhern berzen, mund und händen, Der große dinge thut An uns frieden bab' ich dann, Als diese welt mir geben kann. 13) Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. sie dir der bimmel singen: Menschen jauchzet ihm! engel, feraphim, Groß ist jesus, Mel. Meinen jesum laß ich zc. 382. Dom thron, Und kamst u, o berrscher, stiegst 173 als ein knecht auf erden; Du bist würdig, gottes sobn, Ewig bochgelobt Mel. Alle menschen müssen erben 2c. zu werden, Freund, der frob sein 383. Eins ist noth! o berr, und bleib' mir dies eine Lebre meine seele doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist nur ein beschwerlich joch, Unter dem das herz sich quält Und der ruhe doch verfehlt. Nur dies einzige giebt mir Wahren frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner treatur. Laß nicht irdisches dich binden; Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf gottes throne Hocherhöhten menschensohne Findest du dein wahres heil Und das allerbeste theil. ewig groß! 2. Du, crlöser, bist mein theil; Denn du bist für mich gestorben, Du bast gnade, trost und beil Und den himmel mir erworben. Alles, alles ist nun mein. Wie kann ich g'nug dankbar seyn? 3. Für die leiden ohne zabl, Für die leibs- und seelenschmerzen, Und für deine todesqual Dank' ich dir mit treuem herzen. Treu dank' ich, doch mangelhaft; Gieb zu besserm dank mir kraft. 4. Welche liebe! daß für mich Du dich ganz dahin gegeben; Feurig, ewig lieb' ich dich, Und will dir zu ehren leben, Will dir stets gehorsam seyn; Denn ich bin ja ewig dein. 3. Dir ist auch das glück beschieden, Was maria sich erlas, als sie, ohne zu ermüden, Fromm zu jesu füßen saß. O wie brannt ihr berz, die lebren Aus der weisheit mund zu bören! Da vergaß sie welt und sich, Als sie börte, jesu, dich. 5. Nichts soll mich so sebr erfreun, Als, daß ich dir angehöre, Jesum lieben, jesum sein, Ist des christen trost und ehre. Wenn ich dein, o beiland! bin, Wird mir alles zum gewinn. 4. Also richt' auch mein verlangen, Mein erlöser! stets nach dir; Deiner wahrbeit anzuhangen, Schenke trieb* und kräfte mir! Wenn auch andre sie nicht achten, Will ich sie mit lust betrachten, Und, mich deines bheils zu freun, Ihren lehren folgsam seyn. 6. 2n dir, jesu, balt' ich fest, Weil ich werd auferden wallen. Wehe dem, der dich verläßt! Er muß in's verderben fallen; Meine ganze seele spricht: Meinen jesum laß ich nicht. 7. Durch dich bin ich reich und boch, Ich bin gottes find und erbe; Gott liebt mich: was fehlt mir noch? Eins noch daß ich selig sterbe. Auch so sterben hilfst du mir, Und dann nimmst du mich zu dir. - 5. In dir liegt der weisheit fülle. Was die seel' allein beglückt, Zeigst du mir; und wenn mein wille Sich in deine ordnung schickt, Dann werd' ich wahrbaftig weise, Mir zum heil und dir zum preise. Lerne gottes rath verstehn Und den weg des lebens gehn. 6. Mit vergebung aller fünden, Herr, begnacigst du mich dann! Läßt mich wahre ruhe finden, Daß ich fröhlich rühmen kann: Ich bin auch bet gott in gnaden; Und was kann mir denn nun schaden? Meines mittlers gütigkeit Dank ich diese sicherheit. 8. Drum, erlöseten des berrn, Preiset ihn, lobsingt ihm fröhlich. Alle sünden trug er gern. Nichts war für ihn zu beschwerlich; Für die welt, die strafbar war, Gab der beiligste sich dar. 7. Aber du bist meiner secte Auch 9. Preis und dank, und herrlichkeit müsse dir der weltkreis bringen. zur beiligung gemacht, Daß sie nicht Und wenn aufhört erd' und zeit Müff' mit vorsag fehle, Fliehe vor der fün 174 den macht. Muth und kraft zum heil'gen leben kannst und willst cu allen geben, Die mit ernst sich nur bemühn, Schnöde sündenlust zu fliebn. Zweite Abtheilung. 8. Darum sollst du mir das eine, Jesu, und mein alles seyn. Pür' und forsche wie ich's meine, Tilge allen heuchelschein! Daß ich hier schon auf der erde Durch dich gut und selig werde, Und dir treu sey bis zum tod: Nur dies eine ist mir noth. Mel. Seelenbräutigam, jesus 2c. 384. Held aus davids stamm, gottes Selbst von gott zum heil erkoren Allen denen, die verloren; Wie erheb' ich dich, Heiland! würdiglich? 2. Uns von aller noth, Ja selbst von dem tod, Vom gericht und allem bösen Uns auf ewig zu erlösen, Kamst du in der zeit, Herr der ewigkeit! 5. Auf der gottheit thron, Gottund menschensohn! Sigest du nun Hocherhaben, Und theilst deine gnabengaben, Als der herr vom Haus, Deinen findern aus. 6. Hetland voller huld! Unfrer sünden schuld Wollest du nicht mehr gedenken, Vielmehr uns vergebung schenken. Durch dich laß uns rein Von den fünden seyn. 7. Was durch deine kraft Neue Herzen schafft, Was der sünden herrschaft wehret, Und die lust zur tugend mebret: Das erbitten wir, Heiligster! von dir. gieb, Daß mit wachen und mit beten 9. Deines geistes trieb In die seele Wir, als kinder, vor dich treten; So verlischt das licht Unsers glauvens nicht. 3. Jesu, höchstes gut! Unser fleisch und blut Nahmst du an, für uns zu sterben; Sündern leben zu erwerben, Schmecktest du den tod, Wahrer mensch und gott! 4. Für die ganze welt War das lösegeld Detnes theuren blut's bindie lich, Welche gottes rath Uns ver- 385. Herr! Und meine In bekannter Melodie. erzlich lieb schaffet hat. seele schäßt nichts mehr Als deiner gnaden gaben. Die ganze welt erfreut mich nicht, Nach ihren schäßen frag' ich nicht, Wenn ich dich nicht follt' haben. Wenn auch mein herz im tode bricht, Bist du doch meine zuversicht, Mein heiland, der, weil ich erlöst, Mich auch im tode nicht verstößt, Herr jesu christ, Mein herr, mir im leben und im tod. und gott; Mein herr und gott! Hilf 8. Weck' uns nur recht auf, Daß wir unsern lauf Unverrückt zu dir vollenden; Führ' uns fort mit treuen Händen Auf der tugend bahn; Führ' uns himmelan. 10. Obne prüfung ist Nie ein wahrer christ; Willst du uns in leiden fübren, Laß uns dich nur nicht verlieren; In der trübsalsnacht Nimmft du uns in acht. 11. Deine freundlichkeit, Wenn sie uns erfreut, Treibe herz und mund zum danken, Und bewahr uns in den schranken Einer heil'gen freud', Ohne ſicherbeit. gut und blut Gern um deinetwillen 12. Einen beldenmuth, Der auch lasse, Und des fleisches lüste basse, mehr. Gieb zu deiner ehr' Uns je mehr und hier Alles durch dich überwinden, Und 13 Jesu, bilf, daß wir Ritterlich alldurch deine kraft empfinden, Daß ein wahrer christ Treu und standhaft ist. 14. Wird's zum sterben gehn, Wollst du bei uns stehn, Uns zur seligkeit bereiten Und durchs todesthal beglei ten; Daß wir einst uns sehn, Dir zur rechten stehn. Mein geist, mein leib und was ich 2. Es ist ja dein geschenk und gab', hab' In meinem ganzen leben. Daß ich es deinem lobe weih, Den nächsten damit nüßlich sey, Woll'st du mir gnade geben. Laß mein vertrauen auf dich rein Und heilig meinen wandel seyn; In aller trübsal stärke mich, Daß ich sie dulde williglich. Herr 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. jesu christ, mein herr und gott! Mein Herr und gott! Hilf mir auch in der letzten notb. 3. Verleib, wenn du mich sterben heißt, Daß dann dein engel meinen geist In's reich der wonne trage. Dann wird mein leib und mein gebein Zwar erde, doch nicht länger seyn, Als bis zum letzten tage. Du läsfest mich im tode nicht; Du kommst, du kommst und bältit gericht. Ach! laß mich dann dich ohne graun, Getrost als meinen richter schaun. Herr jesu christ, Erhöre mich! Erhöre mich! So preis' ich hier und ewig dich. Bekannte Melodie. 386. er troft im leide! Refu, meine freube! BeMeines herzens theil! Deine minlertreue Macht, daß ich mich freue Deiner, herr, mein heil. Hab' ich dich, wie reich bin ich! Obne dich kann ich auf erden Nie recht glück lich werden. 2. Unter deinem schirme Können keine stürme Mir erschrecklich seyn. Laß die felsen splittern, Laß den erdkreis zittern, Und den einsturz dräun! Was ist s mehr? Rings um mich her Mag es stürmen, donnern, blizen! Jesus will mich schüßen. 175 6. Weich, verbotne liebe, Weicht, der wollust triebe! Gift ist eure lust: Sünden, eure freuden Will ich ewig meiden, Flieht aus meiner brust. Ueppigkeit, Geiz, bochmuth, neid, Ibr beschweret das gewissen, Euch will ich nicht wissen. 3. Wenn der fünde schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der tod sich nahen, Mich das grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht Das weltgericht: Freudig, daß ich isum sebe, Blick ich auf zur höhe. nem 4. Wer ist, der den glauben Meirzen rauben, Ihn erschüttern kann? Bei der feinde toben Stimm' ich, gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht, des mittlers macht, Die kann selbst der feinde wüthen Auch in eil' gebieten. 5. Lockt nur, gold und schäße; Ebre sey der göze Der so stolzen welt! Mich follt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, Der mich treu erhält. Elend, noth, Kreuz, schmach und tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von jesu scheiden. 7. Weg mit forg'und zagen! Schweiget, bange klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, Muß, was erst betrübet, Noch zuletzt erfreun. Hab' ich bie Viel angst und müb: Jesu, auch im bängsten leide Bleibst du meine freude. In eigner bekannter Melodie. einen iefum laß ich nicht; Weil er sich für mich gegeben, So erfordern dank 387. Mei und pflicht, Ihn zu lieben, ihm zu leben. Er ist meines Lebens licht: meinen jesum laß ich nicht. 2. Er, der welt und mir gesandt, Uns zu lehren, uns zu retten, Gab sein leben uns zum pfand, Daß wir gottes gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht's! Meinen jefum laß ich nicht. 3. Durch ein herz voll dankbarkeit, Durch gehorsam, den ich übe, Das zu thun, was er gebeut, Halt' ich fest an seiner liebe; Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich jesum nicht. 1. So ist er mein theil und ruhm Bis an meines lebens ende; Ihm geb' ich zum eigentbum Ganz mich bin in feine bände. Er ist meine zuversicht: Meinen jefum laß ich nicht. 5. Wenn mein auge schon verlischt, Wang' und lippen sich entfärben, Mich fein labsal mehr erfrischt, Alle sinnen mir ersterben, und das matte berz nun bricht, Laß ich meinen jesum nicht. 6. Auch im himmel ist er mir Seligkeit, und trost, und freude; Da belohnt er, was ich bier Ihm zu ehren willig leide; Da schau' ich sein angesicht; meinem jesum laß ich nicht. 7. Nichts auf dieser erden ist's Was des berzens wünsche stillet; Du, o jesu, du nur bist's, Der sie einst noch ganz erfüllet. Dich, mein reichtbum, ruhm und licht, Dich, mein jesu, laß ich nicht. Zweite Abtheilung. 176 8. Dich, mein jesu, balt ich fest, Lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt! Jbr beraubt euch ew'ger freuden. Selig! wer in wahrheit spricht: Meinen jesum laß ich nicht. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 388.jefu, jefu, gottes sobu, Der du, noch eh' ich war, mich schen Geliebt aus reinem triebe. Vor dir ist alles sonnenklar; Mein Herz ist dir auch offenbar, Du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich Such' ich Dir vor allen Zu gefallen, Nichts auf erden kann und soll mir theu'rer werden. 2. Dies eine nur bekümmert mich, Daß ich mit solcher treue dich Nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es nur zu sehr, Daß ich durch thaten dich noch mehr, Mein beiland, lieben sollte. Laß mich Glaubig Deine güte In's gemüthe Stärker fassen, Dir mich ganz zu überlassen. 3. Du stehst mit deiner kraft mir bei: Drum will ich auch mit größter treu, Und ewig dir anhangen. Nichts was sonst menschen wohlgefällt. Nicht lust der sinne, ebr' und geld Befriedigt mein verlangen. Ohn' dich Kann mich nichts von schäßen Recht ergözzen Und beglücken; Du nur kannst mein Herz erquicken. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, Dem schaffst du für die seele ruh Und trost für sein gewissen. Ob mich auch manche noth bier drückt, So werd' ich doch durch dich erquickt In meinen kümmernissen. Endlich Wird sich Nach dem leide Volle freude Für mich finden; Da wird all' mein trauern schwinden. 5. Noch hat kein aug' es ie gesehn, Es kann's auch hier kein mensch verstehn Und würdig g'nug beschreiben, Was denen dort für berrlichkeit Bet dir und von dir ist bereit't, Die dir ergeben bleiben. Was hier Von dir Ist gegeben, Unser leben zu ergößen, Ist dagegen nichts zu schäßen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O jesu, meine freude seyn, Daß ich dich herzlich liebe, Und mich in dem, was dir gefällt, Je mehr und mehr in dieser welt Nach deinem worte übe, Bis sich Für mich Jenes leben Wird anbeben, Wo die frommen Aller trübsal sind entnommen. 7. Da werd' ich deine gütigkeit, Die mich schon hier so sehr erfreut, In vollem Umfang schmecken; Da ſeb tch in dem hellsten licht Dein gnadenvolles angesicht Auf immer frei von schrecken. Wohl mir! Preis vir! Der mir droben Aufgeboben Ew'ge freuden; Nichts, herr, soll mich von dir scheiden. Mel. Machs mit mir, gott, nach 2c. 389. iefu, wahrer frömmigexempel; Dein herz, dem vater ganz geweibt, Was jeder tugend tempel; Dein wandel, rein von aller schuld, Gott werth und würdig seiner huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des vaters willen? Dir war es ruhm und seelenruh, Ihn treulich zu erfüllen; Dir keines eigenruhms bewußt, War, ihn zu preisen, deine lust. 3. Wenn wo dein auge frevler sab, Warst du voll edler schmerzen: Doch wenn des vaters wort geschah, Quoll freud' aus deinem herzen. An ihm nur hing dein ganzer sinn; Auf ihn fah stets dein auge hin. 4. Ihn ehrtest du mit wort und that Vor aller welt mit freuden. Du warft bereit, nach seinem rath, Zum beil für uns zu leiden. Wie er die liebe selber ist, So warst du's auch, berr jesu christ. 5. Du zeigtest, daß die größte noth Dich nicht zum murren reize; Warst gott gehorsam bis zum tod, Ja bis zum tod am freuze; Auch da war deine zuversicht Auf ihn allein und fest gericht't. 6. Von ihm verlassen, blieb dein herz An ihm, trop alles spottes. Dein hoffen war im größten schmerz Die sichre bülfe gottes. Und was du bofftest, ist geschehn; Gott hörte deiner stimme flehn. 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 7. Mit ehr' und preis von ihm gekrönt, Lebst du zu seiner rechten Voll majestät, und die ertönt Von allen gottesknechten Das lob, dess' du so würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein exempel mir, Mel. Seelenbräutigam, Jesu: c. Auch nun zum muster ſeßze, Und gott 391. Wer ist wohl wie du, ruh? den gleich dir, Weit über alles schäßze, Mit freuden seinen willen thu', Und ganz in seiner fügung ruh. Mel. Schwing' dich auf zu deinem 2c. 390. Soll ich jetzt noch, da mir schon Deine güt' erschienen, Dich verlassen, gottes sohn, Und der fünde dienen? Mit den lüsten dieser zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die freudigkeit Metnes glaubens schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine ruh' gefunden; Mittler, heiltest du doch mir Liebreich meine wunden; Und ich sollte dein gebot, Wie die sünder, bassen, Und mein recht an deinem tod Wieder fabren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein christ, Folge deinen lehren, Lasse weder macht noch list Meinen glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; Mag's die welt verdrießen! Sie wird mein vertrau'n auf dich mir doch lassen müssen. 4. Zeigt sie mir ein beil, wie du? Bringt sie kraft den müden, Den bedrängten trost und ruh, Sündern gottes frieden? Giebt sie mir die zuversicht, Daß ich, trot dem grabe, Jener ewigkeiten licht Zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor gott Einst die völker stehen, Und das leben und den tod Ihm zur seiten sehen? Wenn der sichre nun zu spät Aus dem schlaf erwachet; Und der spötter, der hier schmäht, Bebt und nicht mehr lachet? 177 mein herr und gott, Jemals von dir scheiden. Sünden, welt und eitelkeit Und die bösen triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine liebe. 6. O wie thörigt, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes buld genieße; Da ich weiß, auf wessen wort Ich die hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad und leben finde! 7. Nicht das leben, nicht der tod, Trübsal nicht, noch freuden, Sollenmich, Evangel, luth. Jesu, freund der menschenkinder, Netter der verlornen fünder! Licht und seelenruh Fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit! Zur bestimmten zeit Kamst du uns zum heil auf erden, Warst zur duldung und beschwerden Unfrer niedrigkeit Großmuthsvoll bereit. 3. Tiefe schmach und noth, Selbst den freuzestod Hast, zur tilgung unfrer schulden, Du, als mittler, wollen dulden, Hast durch deinen tod Uns versöhnt mit gott. 4. Keine furcht der welt Schreckte dich, o held! Sünd und tod hast du bezwungen Und cin ew'ges heil errungen Für die ganze welt, Durch dein lösegeld. 5. Deine majestät, König und prophet! Will ich demuthsvoll verehren Und auf deine stimme hören; Denn dein reich besteht, Wann die welt vergeht. 6. Laß mich dir zum ruhm, Als dein eigentbum, Recht und nach gewissen handeln, Und mit freuden dir nachwandeln. Wahres christenthum Sey mein größter ruhm. 7. Zeuch zu dir mein herz; Laß in freud' und schmerz Mich an deine treue denken, Und, wenn noth und furcht mich fränken: O, so gieb in schmerz Muth und trost ins herz! 8. Bilde mich nach dir, Daß ich eifrig bier Mich in wahrer sanftmuth übe, Und, wie du, die demuth liebe; Stolz und rachbegier Herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein sinn Zu dem eiteln bin: D, dann warne meine seele, Daß sie nicht ihr ziel verfehle! Lenke meinen sinn Auf das ew'ge hin. 10. Wecke mich stets auf, Daß in meinen lauf Nichts von dir zurück mich balte, Und mein efter nicht erkalte; In dem tugendlauf Hilf mir schwachen auf! 12 178 11. In versuchungszeit Stärke mich zum streit; Laß mich wachen und mit beten Vou vertrauen vor dich treten, Bis nach kampf und streit Mich der fieg erfreut. 12. Will der trübsal nacht Und der menschen macht Meine bange scele schrecken, Müsse mich dein schild bedecken. Hab' in solcher nacht Huldreich auf mich acht! Zweite Abtheilung. 13. Einen edlen muth, Daß ich irdisch gut Willig, ja mein eigen leben, Mag für ew'ges glück hingeben: Solchen weisen muth Gieb mir, höchstes gut! 14. Soll's zum sterben gebn, Laß mich auf dich sehn! Bleib mir bülfreich dann zur seiten, Mich durch schmerz und tod zu leiten, Bis ich einst dich seh; Dir zur rechten steh. schrecken floben? Macht nicht, List nicht, Deine gaben, Mittler, haben Dich verkläret, Und den weg zu gott gelebret. 3. Wir werden deinen ruhm erhöbn, Wir werden deine bimmel ſehn, Den preis von deinen leiden; Genießen, was du uns erwarbst ,. Als du für uns am kreuze starbst, Der engel bobe freuden. Welche Gnade, Daß wir fünder, Gottes kinder Werden sollen, Wenn wir an dich glauben wollen. 4. Du hast dich deiner herrlichkeit Entäußert eine kurze zeit, Und deinen thron verlassen; Doch nun, mit ehr' und ruhm gekrönt, Nun machst du selig, die versöhnt Der sünden gräuel hassen. Ihnen Willst du Heil und leben Gerne geben, Und uns allen Helfen, daß wir gott gefallen. el. Wie schön leuchtet uns der 2c. 5. Vom aufgang bis zum untergang Erschallet dir der lobgesang Er 392. Wie ie groß, wie angebe- retteter gerechter, Unzäblbar sind die tet ist Cein name, schaaren schon, Die gerne dir vor deinem thron Ein würdig loblied brächten. Shrer Mehr noch Jesu, werden Schon auf erden, Dir lobsingen, Preis und dank und ruhm dir bringen. o herr jesu christ! Wie theuer deinem volte! Welch licht ging in der finsterniß Mit dir der welt auf, wie zerriß. Wie floh des irrthums wolke! Als du Kamest, örten taube, Und der glaube Half den kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur schwache warens, die dein licht Verbreiteten, die weisen nicht. Wo sind sie, wo die hohen? Und wo die reichen? wo die macht, Vor der des gößendienstes nacht Und seine die himmel wiederhallen. 3. Entzieh' ich mich den sünden Auch stets aus rechten gründen? Aus 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein name, heiland, jesu christ, Wie herrlich bei den deinen! Fübrst du uns einst zu deiner rub, O wie weit herrlicher wirst du Den frommen dann erscheinen; Ewig Müsse, Dir zu ehre, Ihrer chöre Lob erschallen, Durch 14) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen thaten 2c. wahrer frömmigkeit? Oft sind die 393. Gieb, gott, wenn ich dir guten triebe Nicht früchte deiner liebe, Nur früchte der natur nnd zeit. diene, Daß ich mich nicht erfühne, Auf mich selbst stolz zu seyn. Wer kann bei seinen werken, Wie oft er fehlet, merken? Wer ist von mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen willen So eifrig zu erfüllen, Als es dein wort gebeut? Trag' ich der tugeud bürde, Aus kenntniß ihrer würde, Auch immer mit zufriedenheit? 4. Der fünden meiner jugend, Der mängel meiner tugend, berr, gedente nicht! Willst du mit deinen knechten, Wie sie's verdienen, rechten: So trifft sie alle dein gericht. 5. Doch, wenn auch dir zur ebre, Rein meine tugend wäre, Weff' ist dies eigenthum? Wer ließ mich unterrichten! Wer ließ in meinen pflich ten Mein glück mich sehn und meinen ruhm? 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 179 was mich selbst entehrt, Mich allzeit innigst schämen. Nie komm' es mir aus meinem sinn, Was alles ich vermag und bin, Durch deine weise güte. 2. Du schufst mich nicht bloß fleisch und bein' Du hauchtest mit dem leben Mir auch zugleich die seele ein, Und bast es ihr gegeben, Noch mehr, als was die sinne rührt, Und durch sie schmerz und lust gebiert, zu fasſen, zu erwägen. 3. Gott, diesen vorzug gabst du mir Vor so viel millionen, Die, auch beseelt, genährt von dir, Auf deiner erde wohnen. Was jenen fehlt, verliebst du mir, Vernunft und freiheit, und mit ihr Gefühl von recht und unrecht. 6. Wer gab mir, dich zu lieben Und dein gebot zu üben, Die lust und freudigkeit? Wer stärkte meine Fräfte Im heiligungs- geschäfte? Wer gab mir muth und sieg im streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wäble; Du rufst mich, wenn ich feble, Auf rechten weg zurück; Du ziehst mich ab von sünden, Und läßt mich gnade finden, Und giebst zu meiner bessrung glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, Was du mir, herr, gegeben? Hab' ich zum lohn ein recht? Könnt ich auch alles üben, Was du mir vorgeschrieben: Wer bin ich? ein geringer knecht. mel, D, gott, du frommer gott.zc. err, der du alles giebst. 394. voll Was ist mein stand, mein glück Und jede gute gabe? Es ist nicht mein, es ist Ein unverdientes gut; Darum bewahre mich Vor stolz und übermutb. 2. Wenn ich vielleicht der welt Mehr, als mein nächster nüße; Und wenn ich mebr verstand, Als er besigt, besize? Bin ich drum mehr, als er? D, beides kommt von dir, Verstand und tüchtigkeit, Und du erhältst es mir. 3. Wenn mir ein größer glück Nach deinem rath begegnet, Und deine gütigkeit Mich mehr als andre, segnet; Giebt diese deine huld Mir wohl zum stolz ein richt? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein Enecht? 4. Wenn ich geehrt und groß In höhern würden stehe, Und andere und mir Sm kleinern glücke sehe: Wer machte sie gering, Und wer erböbte mich? Ist nicht mein nächster oft Viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o gott, Des guten überheben; Was ich besitz' ist dein! Von dir hab' ich mein leben, Und was ich gutes thu', Dazu giebst du gedeihn: Crum laß mich ewig fern Von stolz und hochmuth seyn. 4. Du schufst mich zur geselligkeit Und für der freundschaft freuden; Mel. Es ist gewißlich an der zc. 395. Laß mich des menschen wahren werth, Mein gott, zu herzen nehmen, Und dessen, Für andrer glück und leiden; Noch mehr, ein herz, das fäbig ist, Sich dein, der du mein vater bist, zu freun und dich zu lieben 5. In stiller andacht kann mein geist Sich bis zu dir erheben, Und dir, den jeder himmel preist, Auch preis und ebre geben. Auch ich kann deinen willen thun, In deiner vorsicht rath beruhn, Und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht blos für diese furze zeit Riefst du mich in dies leben; zu freuden einer ewigkeit Soll sich mein geist erheben. Und wird auch gleich der leib zu staub, So bleibt er nicht des grabes raub; Du wirst ihn auferwecken. 7. Vom himmel kam, gesandt von dir, Dein sohn zu uns auf erden; Er kam und ward ein mensch, wie wir, Der menschen heil zu werden, Wie hoch sind wir durch ihn geehrt: Wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, Der menschheit werth zu schäßen! 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn, und gleich den thieren bandeln? Der fleischeslust ergeben seyn, Und nicht vor dir, gott, wandeln? Fern sey ein solcher sinn von mir! Verwahre mich, mein gott, dafür, Daß ich mich so nicht schände. 9. Gieb mir vielmehr, daß ich allzeit Auf mein gewissen achte, Nach weisheit und gerechtigkeit mit allen 12* 180 effer trachte; Dich liebe, und mich deiner freu', Und so des vorzugs würdig sey, Den du mir hast verliehen. Zweite Abtheilung. sey nur klein Und jene pflicht nicht wichtig. Nun ist er seinem falle nah, Fällt unvermerkt und glaubt noch da, Er wandle fest und richtig. Mel. In allen meinen thaten 20. 3. So schwach, ist berr, der mensch, 396. Was ich nur gutes babe, so bald zur fünde fortgerisſen! Sein gabe, Ist deine milde Du vater alles lichts! Mein daseyn und mein leben Ward mir von dir gegeben; Und ohne dich vermag ich nichts. eifer wird gar leichtlich kalt, Nachgebend sein gewissen. Web ihm, wenn er vermessen ist, Wenn seiner schwachbeit er vergißt, In sich nur stärke siebet! Der irrthum und die sinnlichkeit Besiegen ihn in jedem streit, 2. Sowohl verstand als kräfte Zum nüßlichen geschäfte, Hab ich aus dei- Wenn er nicht flüglich fliehet. ner huld. Dein ist's, wenn gute thaten Dem vorsatz wohl gerathen; Die febler find nur meine schuld. 3. Das glück, deß ich mich freue, Schaffst du nach deiner treue, Du herr der ganzen welt! Du ordnest unsre tage, Ihr glück und ibre plage, Nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Wer sich selbst, gott, vor dir erhöht, Kann nicht vor dir bestehen: Wer seine niedrigkeit gesteht, Nur den wirst du erhöhen. Veracht' ich andre neben mir, So mißfällt meine tugend dir, Wie groß ich sie auch finde. Mein glaube bat da keinen werth. Dem, der auch demuthsvoll dich ehrt, Vergiebst du seine sünde. 4. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Viel gutes wiederfährt? Was hat dich, herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der buld, herr aller dinge, Die du mir bast erzeigt. O laß mich's nie vergessen, Wenn sich mein herz vermessen Zum stolz und eigendünkel neigt. 6. Tas nüßlich anzuwenden, Was du mit vaterbänden Mir gütig zugewandt: Dies sey in meinem leben Mein eifrigstes bestreben! Dazu gieb demuth und verstand. Mel. Ein lämmlein geht zc. 397. Wenn ich, o gott, von nen wegen wandle; Wenn ich durch deinen geist regiert, Nach deiner vor schrift handle; Wenn mir mein herz das zeugniß giebt, Daß meine seele mehr dich liebt, Als alles gut auf erden: So laß durch stolz und sicherheit Mich deiner huld und gütigkeit Doch nicht verlustig werden. 2. Wie leicht erliegt ein sichrer sinn, Bekämpft durch seine lüfte! Siebt rubig auf gefahren bin, Wovor er zittern müßte. Vollkommen glaubt er ſchon zu seyn; Denkt, diese sünde 5. Drum lehre mit behutsamkeit Auf meine bahn mich schauen, Und niemals aus vermessenheit Auf meine kräfte bauen, Wenn wo versuchungen mir drohn, So zeige sie von fern mir schon, Daß ich mich zeitig) rüste. Aufmerksam mache meinen blick Auf diese welt, auf zeit und glück, Und auf die macht der lüste. 6. Du weißt's, zum guten, herr, bin ich nur öfters falt und träge. Mein täglich straucheln mache mich Vorsichtig allewege. Find'ich mich auf der rechten bahn: So gieb, daß ich so gut ich kann, Bei jedem schritte wache. Bewahre meinen fuß, daß nicht Stolz und vermeßne zuversicht mich fallen " 7. Mein glaube, meine frömmigkeit, Und was ich an mir babe Von tugend und rechtschaffenheit, Ist alles deine gabe. Ich bin nur staub, den du erschufft. Den du begnadigst und berufst, In deinem reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolz und wahn, Mit demuth deine gab empfahn, Und dir die ehre geben. 8. So werd' ich, gott, von dir geführt, Auf deinen wegen wandeln, Durch deinen guten geist regiert, Nach deiner vorschrift Handeln. Ich 15. Von der Selbstliebe. werde nicht durch sicherheit, Durch Drum laß mich oft und ernstlich_prüstolz und durch vermessenbeit Von deinem worte weichen So bleibt auch deine gnade mir, Und ich werd, unterstüßt von dir, Des glaubens ziel erreichen. fen, Ob ich sey christo gleichgesinnt. Befreie mich vom falschen wahn, Der auch den klügsten täuschen kann. 5. Wie kann der, der bei allem wissen Des herzens zustand sich verhehlt, Auf wahre beßrung seyn beflissen, Er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, 398. Mer bin ich? wichtig ist verstand, Drum mache mich mit mir bekannt. ist die frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gieb, daß ich mir die wahrheit sage, Um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht fennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. Mel. Wer nur den lieben gott zc. oder: Du weiser schöpfer 2c. 2. Ich bin ein werk von deinen bänden, Du schufft mich, gott, zu deinem preis; Dazu mein leben anzuwenden, Das ist dein väterlich gebeiß. Doch, leb' ich, als dein eigenthum, Auch, wie ich soll, zu deinem ruhm? 3. Ich bin ein christ nach dem betenntniß; Doch, bin ich das auch in der that? Herr, öffne selbst mir das verständniß, Necht einzusehn, ob ich den pfad, Den jesus mir gewiesen, geh, Und ob ich auch im glauben steb. 4. Du kennest unfres berzens tiefen, Die uns selbst unergründlich sind; 2. Hilf, mir alle meine pflichten Recht verstehn, und mit bedacht Auf das mein bestreben richten, Was wahrbaftig glücklig macht. Wer dir, o du höchster, lebt, Und dir zu gefallen strebt, Der nur kennt der seele adel, Der nur liebt sich ohne tadel. 181 15) Von der Selbstliebe. Mel. Jesus, deine tiefe wunden zc. Sucht und findet niemals rub, Hofft 399. Das ich mich mein gott, fie, und kommt nie dazu, Weil es sich verliert in dingen, Die kein wahres glück uns bringen. selbst liebe, Kann dir nicht mißfällig seyn; Du, du pflanzeft ja die triebe Tief biezu den menschen ein. Lenke du nur meinen finn Auf die wahre weisheit hin, Daß ich nicht mein glück verfehle Und selbst das verderben wähle. 4. Wir versäumen unsre pflichten, Von bequemlichkeit regiert; Werden, wenn wir gut's verrichten, Oft von eigennuß verführt. Nur gar selten trachten wir nach dem wahren ruhm bei dir; Und, wie oft feblts uns am wollen, Wenn wir andern dienen sollen. 3. Doch, wie oft und leicht verführet Eigenliebe unser berz, Durch den äußern schein gerühret, Wünscht es freud' und wählt den schmerz, 6. Was mir zu meinem heil noch fehlet, Mein vater, das entdecke mir! Hab' ich der wabrheit weg erwählet, So gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem licht So, täuschen mich verführer nicht. 7. Bin ich jept von dem sichern pfade, Der mich zum leben führt, noch fern; So wecke mich durch deine gnade, Daß ich ihn ernstlich suchen lern'. Gieb mir zur beßrung lust und kraft. Du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, Was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, Wo reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum himmel klug Und frei vom schnöden selbstbetrug. 5. Mache, o mein gott, in gnaden Mich von solcher unart frei, Daß ich nicht zu meinem schaden Gegen mich verblendet sey. Pflanze selbst den trieb mir ein Mich vor allem dein zu freun, Auch nach andrer wohl zu trachten Und sie, wie du willst, zu achten. 6. Gieb mir dann auch das voll; bringen, Mich zu lieben, wie ich soll 182 Laß mich eifrig darnach ringen, Was mir dient zum wahren wobl. Auch dem nächsten beizustebn, Liebreich stets auf ihn zu sehn; Ueber alles dich zu lieben: Das, das hilf mir treulich i en. Zweite Abtheilung. Mel. D gott, du frommer gott zc. 400.Du u willst es, berr, mein gott, Daß ich mich selber liebe. Gieb, daß ich diese pflicht Nach deiner Vorschrift übe Und laß den sel'gen trieb, Mich meines glücks zu freun, Den du mir eingepflanzt, Nie mein verderben seyn. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz Sich deiner liebe weibe, Und daß ich überall Dich findlich ehr' und scheue. Wer als ein christ sich liebt, Der flieht auch als ein christ, Was deinem heil'gen rath, O gott, entgegen ist. 3. Kein schnöder eigennuß Beberrsche meine seele, Und wenn zu meinem glück Ich weg' und mittel wähle; So laß mich stets dabei Auf recht und wahrheit schaun, Und nie mein wohlergebn Auf andrer elend baun. 4. Dein fluch trifft jedes glück, Dabei die tugend leidet, Dabei der, 16) Von der Sorge für die Seele. der es fucht, Gott, deine wege meidet. Wer unrecht liebt und thut Erbt deinen himmel nicht, Nie treffe mich, o gott, Dies schreckliche gericht! 5. Nie blende mein gemüth Der eitelkeiten schimmer: Die welt mit ihrer lust Vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze luft? Was hilft uns eitle pracht? Nicht ein vergänglich gut Ist's, was uns glücklich macht. 6 Ein gottergebnes berz, Ein unverletzt gewissen, Nur das kann uns allein Des lebens last versüßen; Das bleibt uns auch im tod Und folgt uns aus der zeit Zum großen segen nach Bis in die ewigkeit. 7. O selig, wer darnach Mit beilgem eifer trachtet Und für sein größ tes glück, Gott, deine gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der find't schon in der Zeit Die wahre rub und einst Vollkommne seligkeit. 8 Das sey mein zweck, mein fleiß; O segne mein bemühen! So wird das wahre wohl nicht meinem wunsch entflieben. So liebe ich mich so, Wie dir es wohlgefällt, Und über alles dich, Mein gott, und nicht die welt Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. nicht durch eigne schuld Das beil, 401. Herr, meiner feele großen das beine vaterhuld Ihr auserfehn, werth, verlieren! theures wort erklärt, Laß mich mit ernst bedenken, Und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't, Welch glück hast du thr zugedacht! Wie viel an sie gewendet. Du schuf'st fie, gott, dein bild zu seyn, Und bast, es in ihr zu erneun, Selbst deinen fobn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze zeit, Bestimmt zum glück der ewigkeit, Lebt sie im fleisch auf erden, Durch glauben und gottseligkeit zu größerer vollkommenheit Im himmel reif zu werden. 4. Mit großer treue willst du sie Selbst durch des lebens kurze müh', Zu jenem leben führen. D, laß mich 5. Wie du, o gott, gesinnt zu seyn, Mich ewig deiner huld zu freun, Und dich zum trost zu wäblen: Das sey mein fleiß und böchster zweck; Laß mich dazu den rechten weg Aus leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer sünde liebt, bleibt nicht vor dir: Drum schaffe selbst, o gott, in mir Ein herz, das sünden hasset, Tas seine schuld vor dir bereut Und das zu deiner gütigkeit Durch christum boffnung faffet. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb'; Und was ich noch auf erden leb', Laß mich im glauben leben An jesum christum, der auch mich So hoch geliebet, daß er sich Für mich dabingegeben. 8. In meiner ganzen pilgrimschaft Laß mich, gestärkt durch deine fraft, 16. Von der Sorge für die Seele. 183 Nach jenem kleinod trachten, Das 8. Nun, so will ich immerdar mir dein ruf vor augen stellt, Und alle güter dieser welt Wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht seyn; Schon hier werd ich mich detner freu'n, Durch dich, gott, rubig leben: Und du wirst nach vollbrachter zeit Auch mich gewiß zur herrlichkeit In deinem reich erheben. Mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. 402. Mache ache dich, mein geist bereit! Wache, fleb' und bete! Daß dein Herz zur bösen zeit nicht von gott abtrete. Ach, schon ist Mancher christ, Von versuchungsstunden Plößlich überwunden! 2. Auf dann, und ermuntre dich Aus dem sichern schlafe! Immer! glaub' es, zeiget sich Bald darauf die strafe. Der fällt leicht, Dem es deucht, Daß der sicher stehe Auf der tugend höhe. 3. Wache! denn hier hat der christ Noch von allen seiten Was der feele schädlich ist, Mutbig zu bestreiten. Gott läßt zu, Daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In versuchung fallest. 4. Wache; daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge! Oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach' und fleh', Daß dich nie Lie verführer fällen, Die dir neßze stellen. 5. Wach' und bab' auf dich wohl acht, Trau nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes huld verscherzen. Ach, es ist Voller list, Weiß sich selbst zu heucheln Und mag gern sich schmeicheln. 6. Aber bet' auch stets dabei, Bete bei dem wachen; Das wird dich von trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Munterkeit Auf dem rechten pfade Durch erbetne gnade. Wachen, kämpfen, beten, Und vermehrt sich die gefabr, Nie von gott abtreten. Kurze zeit Währt der streit, und welch eine krone Wird mir dann zum lohne! Met. Was mein gott will, tas 20. oder: Das jesulein toll doch zc. 403. ein gott, erschaffen bast du mich, Einst ewig frob zu leben. O möchte doch mit inbrunst sich Mein berz dahin erheben, Wo volles heil Dem wird zu theil, Der bier dich treu verébret; Wo alles leid Der Prüfungszeit In wonne sich verfebret! 2. Wenn dieses lebens last mich drückt, Weß soll ich dann mich trösten? Die hoffnung ist's, die mich erquickt, Einst auch mit den erlösten Bei dir zu seyn, Und, frei von pein, Sollt ich In ewigkeit zu leben. denn hier nicht mit begier Nach solcher boffnung streben? 3. Was stärkt mein herz mit muth und kraft, Nach deinem wort zu wandeln, Und auch alsdann gewissenhaft, Wenn sünde lockt, zu handeln? Ein öftrer blick Auf jenes glück Des wonnevollen lebens; Nicht ich dabin Nur meinen sinn, So tämpf ich nicht vergebens. 4. So gieb denn, daß ich allezeit Vorzüglich darauf achte, Und nach dem glück der ewigkeit Vor allen dingen trachte! Damit ich treu Im glauben sey, Der tugendfrüchte bringet. Denn ew'ges heil Wird nur zu theil Dem, der darnach recht ringet. 5. O wäre dieses beil schon mein! O schmeckt ich schon die freuden, Die dort sich finden, frei von pein, Und frei von allen leiden! Sich dieser zett Mit ruh und freud' Doch stets, mein geist, entgegen! Herr, steh' mir bei, Im guten treu, Den lauf zurück zu legen. 7. Nahe dich denn mit gebet Oft zu seinem throne! Wenn dein herz nur gläubig flebt, Hört er in dem Mel. Es ist gewißlich an der zeit: c. Mit ihm fraft und leben, Auf 404. N feit Laß, berr, mich dein flebn zu geben. eifrig ringen! Sollt' ich die kurze gna 184 Zweite Abtheilung. denzeit In sicherheit hinbringen: Wie welt Mit allem, was sie in sich hält, würd' ich einst vor dir bestehn? Wer Mir deine gnad' erseßen. in dein reich wünscht einzugebn, Muß reines herzens werden. 5. Was führt mich zur zufriedenheit Schon hier in diesem leben? Was kann mir trost und freudigkeit In noth und tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück, Nur gottes gnade und ein blick Aufjenes lebens freuden. 6. Nach diesem kleinod, berr, lag mich Vor allen dingen trachten, Und was mir daran hinderlich, Mit edlem muth verachten. Daß ich auf deinen wegen geh' Und im gericht dereinst besteh', Sey meine größte sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor trägheit mich beschüßzeft, Und mich zur treu' in dieser pflicht Mit kräften unterstüßest? O stärke mich, mein gott, dazu! So find ich hier schon wahre ruh Und dort das ew'ge leben. 2. Erst an dem schluß der lebensbahn Auf seine sünden sehen, Und wenn man nicht mehr fünd'gen kann, Gott um erbarmung flehen. Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o gott, dein unterricht In deinem wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur beiligung; Drum laß auch hier auf erden Des geistes wabre besserung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärk' in mir dazu den trieb: Nichts sey mir je so groß, so lieb, Mich davon abzuwenden. 4. Gewönn' ich auch die ganze welt Mit allen ihren freuden, Und sollte das, was dir gefällt, O gott, darüber meiden; Was hülfe mir's? nie kann die 17) Von der Sorge für den Leib. 405. Der spott; Ste sind vor dem gewissen schande, Und noch weit mehr vor dir, er wollust reiz zu wi- o gott! Der lasterfilas entfliebt dir derstreben, christ, nicht; Du forderst ihn vor dein gericht. laß deine weisheit seyn! Bewahre, liebst du glück und leben, Dein herz von ihrem gräuel rein. Vor ihrer schnöden lockung fliehn, Heißt dem verderben sich entziehn. 6. Tu übergiebst den dem serderben Schon bier, der seinen leib entweiht; Und nie wird der den himmel erben, Der sich unreiner lüfte freut, Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir, O schaff ein reines berz in mir! Mel. Ber nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2. 2. Die wollust kürzet unfre tage, Sie raubt dem körper seine kraft, Und armuth, seuchen, schmerz und plage Sind früchte dieser leidenschaft. Der baßt sich selber, der sie liebt, Und sich in ihre fesseln giebt. 3. Sie raubt dem geiste muth und stärke, Schwächt den verstand, der feele licht; Sie raubt den eifer edler werke, Und ernst und lust zu ieder pflicht. Sie und schmerz In das ihr hingegebne berz. 4. Ter mensch sinkt unter ihrer bürde Zur niedrigkeit des thiers berab; Er schändet und entehrt die würde, Die ihm sein weiser schöpfer gab; Vergißt den zweck, dazu er lebt, Weil er nach niedern lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der wollust bande! Schon vor der welt sind sie ein 7. Gieb, daß ich allen bösen lüften Mit muth und nachdruck widersteh; Und stets, dawider mich zu rüsten, Auf dich allgegenwärt'ger, seb. Denn, wer dich, gott, vor augen hat, Fliebt auch verborgne missethat. In voriger Melodie. 406. Des leibes warten und ist, o schöpfer, meine pflicht; Durch eigne schuld ihn zu zerstören. Verbietet mir dein unterricht. Oftebe mir mit weisbeit bei, Daß diese pflicht mir beilig sey! 2. Sollt ich, o herr, geringe schäzzen, Was deine band mir anvertraut? Den wundervollen bau verlezen, Den du, als schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein leib? er ist ja 10. Von der Sorge für den Leib. 185 3. Sollt' ich dies glück mir rauben? O berr, laß mir, im glauben Der fünft'gen erndtezeit, Mein leben auf der erden So wertb und wichtig werden, Als es mir selbst dein wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen, Ist wider meine pflicht. Ein redliches gemüthe Lobnt nie mit undank güte; Entweicht auch dem berufe nicht. 5. Was leicht in krankheit stürzet, Das leben leicht verkürzet, Laß mich mit forgfalt fliebn; Doch auch nicht ängst5. Drum gieb, daß ich mit sorg lich zagen, Für meine pflicht zu wagen, falt meide. Was meines körpers wohl- Was du mir, gott, für sie verliebn. seyn stört; Daß nicht, wenn ich je 6. In deine vaterbände Befehl ich, krankheit leide, Mein geist den innern berr, mein ende, Und meiner tage vorwurf bört: Ou selbst bist störer lauf. Es sev mein ganzes leben Dir deiner rub', Du zogst dir selbst dein bier zum dienst ergeben; Hilf du nur übel zu! selbst der schwachheit auf. 6. Laß jeden sinn und alle glieder Mich zu bewahren achtsam seyn; Und drückt mich eine frankbeit nieder, So flöße selbst geduld mir ein. Gieb frohen mutt, und dann verleih, Daß auch des arztes rath gedeih. dein: Sollt' ich denn sein zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, Giebst du mit milder vaterband Die mittel, die dazu uns nüßen, Und zum gebrauch giebst du verstand. Dir ist die sorge nicht zu klein: Wie sollte sie es mir denn seyn. 4. Gesunde glieder, muntre kräfte, O gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des berufs geschäfte, Wenn krankheit seinen leib beschwert? Ist nicht der erde größtes gut Gesundheit und ein heitrer muth? Mel. Wer nur den licben gott 2c. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, Was auf des körpers pflege 108. Wie mannigfaltig sind zielt; Und stets in jenen schranken bleibe, Die dein gebot mir anbefi.blt. Des leibes wobl laß nie allein Das ziel von meinen sorgen seyn. die gaben, Wodurch, berr, deine buld uns nährt, Die alles gute, was wir baben, Beständig und ſo gern gewährt! Auch das, was unser mund genießt, Zeigt uns, wie gut und mild du bist. 8. Mein größter fleiß auf dieser erde Sey meinem geiste, gott, geweiht, Daß er zum bimmel weise werde, Noch in der vorbereitungszeit: So wird sich leib und seele dein In alle ewigkeit erfreun. Mel. In allen meinen thaten ze. 407. Was ist mein zeitlich gott, gegeben? Ein unschäßbares gut. Du gabst mirs, bier auf erden Zum himmel reif zu werden, Worauf mein wahres glück beruht. 7. Wie beilsam ist das leben Dem, der dir ganz ergeben, Nach wahrer tugend strebt! Drum will ich dich treu lieben, Mich stets im guten üben: So hab' ich lang' und wohl gelebt. 2. Hier wird die saat gestreuet, Dort erndtet man, erfreuet, Der tugend früchte ein; Je länger ich bier lebe Und gut zu handeln strebe, Je größer wird mein glück bort seyn. 2. Du gibst uns brod für unser leben; Und läsfest auch, uns zu erfreun, Die mittel, die uns nahrung geben So viel, so mannigfaltig seyn. Wie angenehm ist der genuß Von dem, was uns ernähren muß! 3. Du fegnest auen und gefilde Mit unerschöpfter fruchtbarkeit, Die, vamilde, hungern mög', erneut; Daß jedermann, von sorgen fret, Gesättigt werd und dankbar sey. 4. Du giebst, daß ich nicht mangel leide, Was nöthig ist; auch mehr als brod: Giebst zum bedürfniß auch noch freude Für einen jeden sinn, o gott! So Wie ist, zum wechsel im genuß, groß, so reich dein überfluß! 186 5. So will ich denn mit freuden effen, Was deine vaterhuld mir schenkt; Nie aber auch, o berr, vergessen, Daß sie mich speist, daß sie mich tränkt; Nie, daß sie keine lust mir wehrt, Als die, die schadet und zerstört. Zweite Abtheilung. 6. Drum laß die kraft, uns zu vergnügen, Die du in speis und trank gelegt, Mich nie, o höchster, so besiegen, Daß sie zum schwelgen mich bewegt; Laß, deiner gaben mich zu freun, Mich mäßig im genusse seyn. 7. Mit speis' und trank sich so beschweren, Daß man derselben übervoll, Dadurch wird das, was uns ernähren Und unser Herz erquicken soll, Ein gift, das in die adern schleicht, Und krankheit, schmerz und tod erzeugt. 8. Unmäßigkeit raubt uns die kräfte zu dem, was uns die pflicht gebeut! Macht träge zum berufsgeschäfte, Untüchtig zur gottseligkeit; Erweckt unordnung, streit und zank, Erstickt den dir, gott, schuld'gen dank. 18) Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. 409. us deiner milden segenshand, Du geber aller gaben, Muß jedes volk und jedes land Des guten zufluß haben. Mit großer weisheit bältst du haus, Und breitest deine güte aus, Der völker wohl zu gründen. 3. Als milder geber zeigst du dich Den völkern aller lande; Und du verknüpfft sie unter sich Durch deines segens bande. Zum fernen oft, zum fernen nord Strömt deines segens quelle fort Von westen und von süden. 9. Wer sich den bauch zum gott erforen, Unmäßig deine gaben braucht; Der ist für's himmelreich verloren, Zu dem kein knecht der lüste taugt. Gott, laß mich ja dies laster scheun, Enthaltsam, mäßig, nüchtern seyn! 10. So oft ich speis' und trank genieße, So laß es mit vernunft geschebn; Und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf dich, den geber, sehn; Auf dich, der du mich zärtlich liebst, Mir nabrung und erquickung giebst. 5. Du segneßt jedes menschen fleiß 3um nußen seiner brüder. Was er nur gutes kann und weiß, Das kommt von dir hernieder. Was deine band uns zugewandt, Das fließest stets aus hand in hand Durch nüßliche gewerbe. 2. Von dir kommt kunst und wif- baus Zu deines namens ebre. senschaft, Wodurch die länder blüben, Du schenkest jeglichem die kraft, Sich nüßlich zu bemühen In seinem amt, beruf und stand, Dazu dein raty ihn tüchtig fand, Zum besten mitzu7. Hilf, daß ein jeder redlich sey In seinem thun und bandel; Rechtschaffen, brüderlich und treu In seinem ganzen wandel. Mit lust, o vater, wendest du Dem lande deinen segen zu, Das solch ein volk bewohnet. wirken. 6. Herr, unser gott, wir preisen dich Mit dankbarem gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit weisheit und mit güte. Geuß deinen segen ferner aus Auf unser land, auf jedes Mcl. Herr jesu christ dich ic 410. Gott, deffen band die jedermann sein theil gewährt, Laß welt ernährt, Und deinen segen auf mir ruhn, Und mein werk mit freuden thun. 4. Du giebst den schiffen ihren lauf Auf strömen und auf meeren, Und daß ich Auch sorgen soll, zu thun, 2. Du sorgt für mich, doch so, bilfft dem flor der bandlung auf, was mich Dein offenbarer wille beißt: Biel tausende zu nähren. Zur noth- Dazu verleib mir beinen geist. durft, zur bequemlichkeit Vertheilst du deine gaben weit von einem land zum andern. welt So lebe, wie es dir gefällt: 3. Hilf, daß ich stets in dieser Mich von der fünde zu befrein, Laß meine erste sorge seyn. 4. Stehts erst mit meiner seele wohl, Dann lebre mich auch, wie ich soll, 18. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. 187 lebens müh', Ihr herz mit trost und hoffnung. 4. Drum gieb, o gott, daß ich auf dich Bei meiner arbeit sebe. Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich nie wege gehe, Die mir, herr, dein gesetz verbeut. Nach christlicher rechtschaffenheit Laß mich vor allem trachten. 5. Laß müßiggang und trägbeit mich, Als dir mißfällig, meiden, Und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, Voll muth, mit lust und freuden, In meinem stand geschäftig sey; Cein segen kröne meine treu, Daß sie auch andern nüßze. 6. Sey überall, mein gott, mit mir! Die werke meiner bände Befehl ich, allerböchster, dir; Hilf, daß ich sie vollende Zu deines großen namens preis, Daß mir die frucht von meinem fleiß In jenes leben folge. Auf meines leibes wohlergehn Mit wahrer christenweisheit sehn. 5. Dich ruf' ich an, verlaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willst geben, gieb du mir, Und dann zufriedenheit mit dir. 6. Mit beten geh' ich an mein werk, Gieb du dem leibe kraft und stärk; Mit dir fang' ich die arbeit an, Durch den ich sie vollenden kann. 7. Erleichtre mit der arbeit last, Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was meines standes ist; Erfreut, daß du mein belfer bist. 8. Zu dir hoff' ich voll zuversicht, Du werdest meinem fleiße nicht Dein segnendes gedeihn entziehn; Vergebens ist sonst mein bemühn. 9. Du machst die dürren berge naß, Du fleidest blumen, laub und gras; Für deine sorg' ist nichts zu klein: Du wirst auch mein versorger seyn. 10. Verstünd ich nur nach deinem sinn, So lang' ich noch auf erden bin, Mit deinen gaben umzugehn; Wie wohl würd' es dann um mich stehn! 11. O mache mich dazu recht treu, Daß ich dir tätig dankbar sey! Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; Ja, sorge du, so geht mir's wohl. Mel. Nun freuet euch, lieben zc: oder: Zobsinget gott, und: c. 411. Gott ift's, der das vermögen schafft, Das gute zu vollbringen. Er giebt zur arbeit muth und kraft, Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, Wird, wenn's mit seinem willen stimmt, Nicht ohne fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem bauptzweck macht, Gefällig ihm zu werden, Zuerst nach seinem beifall tracht't Dem giebt er auch auf erben Vom zeitlichen mit milder band, So viel, beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der frommen schild und John; Er krönet sie mit gnaden: Was sollte ihrer feinde bohn Und mißgunst ihnen schaden? Mit seinem schuß be= deckt er sie, Und segnet, bei des Mel. Wer nur den lieben gott: c. 412. Mit dir geb' ich an mein geschäfte. O gott! du giebst durch deinen geist mir auch gewiß zur arbeit kräfte, So lange du mich leben beißt. Laß, dieser hoffnung mich zu freun, Auch deinen ratb mir heilig seyn. 2. Der ehrt dich nicht, der seine tage In trägem müßiggang verlebt, Und, sich und andern gleich zur plage, Das ihm geliehene pfund vergräbt. Du bist's, der uns den fleiß gebot, Und wer ihn übt, ehrt dich, mein gott! 3. Du gabst, mit so viel andern trieben, uns auch den trieb zur thätigkeit, Und, ibn aufs nüßlichste zu üben, Giebst du uns auch gelegenbeit. Du kennest unsrer arbeit müh, Und deine kraft erleichert sie. 4. Laß mich auf diese ordnung sehen, Ihr folgen und mich ihrer freu'n Wie, sollt' ich dabei frre geben Und nicht vielmehr gesegnet seyn Von dir, der du der arbeit last Auch reichen Lobn beschieden bast? 5. So wart ich, gott, auf deinen segen, Und sorge nicht, wie's wer= den soll; Ich geb' ihm doch gewiß 188 entgegen und bin der frohen boffnung voll: Mein fleiß ist woblgefällig dir; Du siehst und du vergilist ibn mir. 6. Jch tröste mich des nicht vergebens, Bleibt er gleich unvergolten bier; Du reichst am abend meines lebens Auch mir der treue lohn dafür. Dann freu' ich mich in ewigkeit Des nüglichen Gebrauchs der zeit. Zweite Abtheilung. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. lach 413. gott, sind wir Zum fleiß bestimmt auf erden; Du willst es, daß wir alle hier Einander nüßlich werden. Gieb mir verstand und luft und kraft, Geschickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret. 2. Hilf, daß vor träger weichlichkeit Ich standhaft mich bewahre; Und wo die pflicht mir müh' gebeut, Nie meine fräfte spare. Erholen darf ich mich nur dann, Wenn ich, vor kraft erschöpft, mich kann Zu neuer arbeit stärken. 3. Gieb treuen fleiß, und laß mich nicht Die zeit mit nebendingen, Und mit versäumung meiner pflicht, VerMcl. Es ist gewißlich an der zeit 2c. 414.wiffenbaft Mein zeiterr laß mich doch gelich gut verwalten. Gieb selbst mir weisheit, gieb mir kraft, Damit wohl bauszuhalten; Auf daß ich, im geringern treu, Durch deine gnade fähig fey Zu größern gnadengüthern. schwenderisch verbringen. Das müsse mein vergnügen seyn, Mich den geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. 2. Mein hab' und gut kommt ja von dir Und deinem milden segen. Nicht zum verderben gabst du mir Mein zeitliches vermögen. Du gabst es mir zum wahren wohl: Drum gieb, herr, daß ich's wie ich soll, Nach deiner Vorschrift brauche. 4. Ein heil'ger trieb belebe mich, O böchster, meine pflichten In deiner furcht, gestärkt durch dich, Mit freuden zu verrichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterkeit, Macht leichter unsre lasten. 5. Laß mich von dir, herr, unverMit einem Das geiz und ehrsucht nie bestrickt, Gewissenlos zu handeln. Mein leben deinem dienst zu weihn, So nüßlich, als ich kann zu seyn: Das sey mir ehr' und reichthum. 6. Dir zu gefallen, sey mein ziel Bet allem, was ich thue; So hat, es gehe, wie es will, Doch mein gewissen rube; Denn wer dir, beiligster mißfällt, Was nützer dem die ganze welt mit allen ihren schäßen. 19) Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen. 7. Gieb, daß mein fleiß in dem beruf, Dazu mich auf der erde Dein eine stufe werde, Worauf ich nach weiser rath, mein gott, erschuf, Mir vollbrachter zeit Zur höheren geschäftigkeit Des bessern lebens steige. winn Mein berz so weit zum eiteln bin, Daß ich mein heil vergesse. 4. Was hülfe mir dir ganze welt mit allen ihren schäßen, Verblendete mich gut und geld, Mich dir zu widersetzen? Verschmäht ich, was dein wort begebrt, Was mir ein ewig beil gewährt; Wie elend würd ich werden! 5. Mein stärkstes trachten sei allhier Nach deines geistes gaben. Wie reich bin ich, o gott in dir, Kann ich nur diese baben! Besiz' ich, höchster deine huld, Bin ich voll glauben und geduld: Was fehlt dann meinem glücke? 6. Den geiz laß ferne von mir 3. Es ist das mir geschenkte guth, seyu, Die wurzel alles bösen. Von Bergänglich, wie die erde. Hilf, daß sünden und gewissenspein Kann ich nie zum übermuth Dadurch verlei- reichthum nicht erlösen. Er hilft in tet werde. Nie reiß ein irdischer ge- todesstunden nichts, Und nichts am 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter 2c. 189 tage des gerichts; Gold schützt da Feinen sünder. 7. Nie laß mich ruhm erschmeicheln, Der mir doch nicht gehört; Nie als ein gleisner heucheln, Den menschengunst bethört. Der tugend meinen fleiß zu weihn, Und andrer glück zu fördern, Laß mein bestreben seyn. 8. Auf dieser bahn der ehre Erhalte meinen gang, Durch deines sohnes lehre, Mein ganzes lebenlang: So werd ich bei verständigen Das glück des guten namens Mir g'nug gesichert sehn. 9. Gieb mir, o herr, die gnade, Mich dieses glücks zu freun. Leit mich aufrechtem pfade, Ein solcher mensch zu seyn, Den einst die ehrenkrone schmückt, Die ewig deine frommen In jener welt beglückt. 7. Lehr' mich die weise sparsamkeit Um das nicht zu verschwenden, Was du mir gabst in dieser zeit Es nützlich anzuwenden. Gieb mir die klugheit, daß ich hier, Dadurch den nächsten so wie mir, Des lebens müh erleichtre. 8. Es kommt ein tag der rechenschaft: Das laß mich stets bedenken, Und mein gemütb gewissenhaft Zur heil'gen sorgfalt lenken, Also die güter dieser zeit Zu nüßen, daß ich dort, erfreut, noch segen davon erndte. Mel. Wenn meine sünd' mich 2c. 415. ich niemals geizig err, laß nach eitler ehre seyn. Gieb, daß dein geist mich lehre Der ehre mich zu freun, Die ewiglich vor dir beſteht, Und mit mir von der erde Zum himmel übergeht. 2. Sie müsse rang mich blenden, Noch ansehn vor der welt; Das oft aus ihren bünden Der böse auch erhält: Wer weis' und fromm ist in der that, Ist edler, als der größte, Der würden, aber dies nicht hat. 3. Nicht im besig von schätzen, Und gütern dieser zeit, Laß meinen rubm mich seßen; Sie sind doch eitelkeit, Sind oftmal auch des thoren glück, Verlassen uns im sterben, Und bletben hier zurück. 4. Laß mich in demuth leben. Wenn mich die welt verehrt; Durch stolz mich nie erheben, Wenn sich mein ansehn mehrt; Und schenkst du mir der erde gut, O vater, so bewahre Mich auch vor übermuth. 5. Dich kennen, meine pflichten Mit treu und redlichkeit Gewissen: haft verrichten, Wie mir dein wort gebeut, Und überall mein christenthum Nach jesu vorbild üben: Das sey mein wahrer ruhm. 6. Dein beifall ist das beste, Was ich mir wünschen kann; Wenn ich mich deß getröste, So bab' ich g'nug daran, Wenn mir es auch an ruhm der welt, Bei allen guten thaten, Die ich verrichte, fehlt. Mel. O gott, du frommer gott 2c. 416. Laß mich doch nicht, o gott! Den schätzen dieser erden So sehr ergeben seyn, Daß sie mein abgott werden! Oft fehlt beim überfluß Doch die zufriedenheit, Und was ist ohne sie Des lebens herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich gut Auch unsre wünsche stillen? Es steht ja sein besig nie blos in unserm willen. Nicht stets wirds dem zu theil, Der ängstlich darnach ringt; Und schnell verlierts oft der, Dem sein bemühn gelingt. 3. Ein gut, das unsern geist Wahrhaftig soll beglücken, Muß nicht vergänglich seyn Und für den geist sich schicken. Der sünder hat oft geld, Und wünscht sich dessen mehr; Doch dabei bleibt sein herz Von wahrer ruhe leer. 4, D gott, so wehre doch Den ungerechten trieben, und heilige mein herz, Nie sclavisch das zu lieben, Was man mit müh gewinnt, Bald schwelgerisch verzehrt, Bald unruhvoll bewacht, und bald mit fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes herz, Das sey mein schatz auf erden. Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir entrissen werden, Dies bleibt im tod auch mein, Dies folgt mir aus der zeit, Zum seligsten gewinn, Bis in die ewigkeit. 190 6. Wann dieses fehlt, dann ist Das Herrlichste vergnügen Nur süßen träumen gleich, Die unsern geist betrügen. Drum lente, gott! den wunsch Vom irdischen gewinn, Durch deines geistes kraft, 3u ew'gen gütern hin. Zweite Abtheilung. Mel. Mach's mit mir, gott, c. ohl dem, der begre 417. W bam, lebt, is schäße dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer übt, an tugend reich zu werden; Und in dem glauben, deß er lebt, Sich über diese welt erhebt. 2. 3war ächte tugend webrt uns nicht, Hier güter zu besitzen. Gott gab sie uns, und auch die pflicht, Mit weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser berz erfreun, Und unsers fleißes antrieb seyn. 3. Doch, nach den gütern dieſer zeit Mit ganzer seele schmachten, Nicht mehr nach wahrer frömmigkeit Und gottes beifall trachten: Ist dieses eines menschen ruf, Den gott zur ewigkeit erschuf? 4. Ter geiz erniedrigt unser herz, Erstickt die edlern triebe. Die liebe für ein schimmerd erz Verdrängt der tugend liebe, Und machet, der vernunft zum spott, Der erden gold zu deinem gott. 5. Der geiz, so viel er an sich reißt, Läßt nichts recht froh genießen; Er quält durch habsucht deinen geist, Und tödtet dein gewissen; Und reißt durch 20) Vom rechten Mel. Wer nur den lieben Gott zt. น 418. Du gabft mir, ew'ger, dieses leben nicht für den augenblick der zeit; Du hast es mir, o gott, gegeben Zur saatzeit für die ewigkeit: Hier ist der vorbereitungsort, Belohnung und bestrafung dort. 2. Du schenktest mir verstand und willen, Die wahrheit zu erkennen licht; Kraft, deinen willen zu erfüllen, Und lebrtest selbst mich meine pflicht; Zur tugend gabst du mir gefübl, Und freiheit, wie ich wählen will. schmeichelnden gewinn Dich blind zu manchem frevel hin. 6. Um vortheil wird er gar wohl schon Aus dir mit meineid sprechen; Dich zwingen, der arbeiter lohn Unmenschlich abzubrechen; Er wird in dir der witwen flehn, Der waisen thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein berz, vom geize hart, Des wohltbuns freuden schmekfen, und in des unglücks gegenwart Den ruf zur hülf entdecken? Und wo ist eines standes pflicht, Die nicht der geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein vater und aus geiz Entziehst du dich den Kindern, Und läſfest dich des goldes reiz, Ihr herz zu bilden, hindern, Und glaubst, du babst sie wohl bedacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. Und du wirst dich erfrechen, Die fache, 9. Du hast ein richterliches amt; die das recht verdammt, Aus habsucht recht zu sprechen: Und selbst der tugend größter feind Erkauft an dir sich einen freund. 10. Gewinnsucht raubt dir muth und geist, Die wahrheit frei zu lehren; Du schweigst, wenn sie dich reden heißt; Ebrst, wo du nicht solist ebren, Und wirst um ein verächtlich geld Ein schmeichler, und die pest der welt. 11. Erhalte mich, o gott, dabei, daß ich mir g'nügen lasse; Geiz ewig, als abgötterei, Von mir entfern' und hasse. Dich lieben, berr, mit frohem muth, Sey meines lebens größtes gut. Gebrauch des Lebens. | 3. Der leib ist oft der seelen bürde; Doch schmücktest du, herr, dies ihr haus, Daß sie durch ihn auch fröhlich würde, Mit vielen fähigkeiten aus: Und wie viel lust giebst du nicht hier Durch jeden meiner sinne mir! 4. Du hast mich aber lassen wissen, Daß dies mein irdisch haus zerbricht; Ich soll zwar diese welt genießen, Doch, als genöß ich ihrer nicht; Ich soll der sinnen lüfte fliehn, Wenn sie mich zu dem bösen ziehn. 20. Vom rechten Gebrauch des Lebens. 5. Dein unterricht sey nicht vergebens: Gieb, vater, daß ich ihm getreu Und beim genusse dieses lebens, Zu dir zu kommen würdig sey. Vollkommne freude wohnt nicht hier, Wohnt nur im himmel, gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich es redlich wage, Der großen freudé werth zu seyn, Und diese kurzen übungstage Nur dir und meiner pflicht zu weihn; Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der mich zu meinem heile führt. 7. Wohl mir, wenn ich den bang zur fünde, All' böse lust in dieser welt, Und jede lockung überwinde, Die macht, daß sünde mir gefällt: Dann bin ich schon ein sieger hier, Werd' dort gewiß gekrönt von dir. 8. Gieb du mir deines geistes stärke, Der du in schwachen mächtig bist, Mir, der zu diesem großen werke Gar oft zu schwach und sinnlich ist; Laß mich, das böse zu verschmäbn, Stets auf mein ewig kleinod sehn. 9. Laß, gott, schon in gesunden tagen, Im geist, mich oft zum grabe gebn, Und stets bei freuden und bei plagen, Auf dich und jene zukunft sehn; Daß ich, stets meinen pflichten treu, Des höhern lebens fähig sey. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. oder: Du weiser schöpfer: c. 419. G s eilt der leßte von den tagen, Die du hier lebst, v mensch, herbet. Erkauf die zeit! und statt zu klagen, Sie sey zu kurz, gebrauch sie treu; Nimm mit erkenntlichem gemüth Der nahen stunde wabr; sie flieht. 191 4. Drum eil', errette deine seele, Und denke nicht: ein andermal. Sey wacker, bär' und überzähle Der menschen tage kleine zahl. Geseßt, dein ende wär auch fern: So wandle du doch vor dem Herrn. 5. Ja, gott, mit jedem neuen morgen Erwecke mich zu dieser pflicht, Denn dir, o herr ist nichts verborgen, Ich bin vor deinem angesicht, Und will, mich deiner huld zu freun, Mein leben gern der tugend weihn. 2. Getäuscht von eitlen kleinigkeiten Verlierst du deines lebens zweck, Verschiebst dein heil auf ferne zeiten, Und wirfst leichtsinnig jabre weg. Bist du, verwegner sterblicher! Des nächsten augenblickes herr? 3. Ein ewig glück einst zu besitzen, Sollst du des kürzen lebens zeit, Als deine saatzeit weislich nüßen, Und thun, was dir der berr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, eins ist noth! was säumest du? 6. Erleucht' und stärke meine seele Weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein' heil erwähle, Aus gnaden mir noch diesen tag. Was ist nicht eine stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir! wenn ich aus allen kräften Nach gottes beifall bier gestrebt; In gottgefälligen geschäften Die pilgertage durchgelebt, Und einst im glauben sagen kann: Du nimmst mich, berr! zu ehren an. 8. Mein sprachlos flehn bei meinem ende Vernimmst du verzenstündiger! In deine treuen vaterhände Befehl' ich meinen geist, o berr! Er schwingt sich über grab und welt Zu dir, wenn seine hütte fällt. mel. Jesus, meine zuversicht 2c. err der zeit und ewig420. ich bis ans ende, so wie mir dein wort gebeut, Klüglich meine zeit verwende: Die mir noch dein weiser rath Auf der welt beschieden hat. 2. Wie ein traum, so schnell entfliehn Jahre, zeiten, tag und stunden, Das, womit wir uns bemühn, Ist mit ihnen nicht verschwunden. Der vergeltung ewigkeit Folgt auf diese arbeitszeit. 3. Gott, wie thöricht hab' ich schon Hier so manche meiner zeiten, Die bereits mir sind entflohn, Unter schnöden eitelkeiten, Und auf solche art verbracht, Die mich jest bekümmert macht! 4. Doch, erbarmend schenkst du mir Jetzt noch zeit und raum zur buße; Herr, ich komm', und falle dir Bit 192 tend und beschämt zu fuße; Sey mir gnädig! sieb, mich reut Meine hier verlorne zeit. Zweite Abtheilung. 5. Wiederbringen kann ich nicht, Was mir einmal ist verschwunden; Doch bin ich der zuversicht, Nüz' ich nur getreu die stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich, die kurze frist, Die du mir hast zugemessen, So, wie es dein wille ist, Brauchen, und es nie vergessen: Hier nur sey die übungszeit Zu dem glück der ewigkeit. 7. Säen muß ich hier mit fleiß Zu der erndte jenes lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, Dies geschehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner faat, Wer bier treulich gutes that. 8. Gott, laß deinen guten geist Mich zu dieser weisheit führen, Und, wie es bein wort verheißt, Meinen wandel so regieren, Daß ich gutes bier ausstreu' Und mich dessen ewig freu'. Mel. Ich hab' mein sach' gott: c. ie flieht dahin der men421. Wi schen zeit! Wie eilen wir zur ewigkeit! Wie mancher sinkt, 21) Von der Mel. In allen meinen thaten 2c. 422. Dir bab' ich mich ergeben, Mein gott, im ganzen leben, Im unglück wie im glück! Dir dank ich meine freuden; Dich preif' ich auch im leiden, Bis an den letzten augenblick. 2. Du bist's, der für mich wachte, Noch eb' ich war, und dachte. Du bast mit treuer hand Mich huldvoll stets geleitet, Auch da mir glück bereitet, Wo ich nur schmerz und letden fand. 3. Was helfen meine sorgen? Ist mir mein glück verborgen, So ist's doch dir, herr, nicht. Dir will ich mich empfehlen, Du weißt, was meiner seelen Und meinem leibe hier gebricht. 4. Warum ich heute flehe, Das möchte, wenns geschäbe, Schon moreh' ers gedacht, Ins todes nacht! O seele, nimm dies wohl in acht?. 2. Dies leben ist gleich einem traum, Gleich einem leichten wasserschaum Ist alle seine berrlichkeit. Der strom der zeit Reißt schnell uns fort zur ewigkeit. 3. Nur du, mein gott, du bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Es falle berg und bügel bin! Mir bleibts gewinn, Wenn ich dein todt und lebend bin. 4. So lang' ich noch auf erden wohn', Erwecke mich, o gottessobn! Verborgen ist mein todestag; Gieb, daß ich wach', Und wann er kommt, bereit seyn mag. 5. Was hilft die welt in todesnoth? Was ehr' und reichthum nach dem tod? Bedent's, o mensch, was eilest du Dem schatten zu? Kein irdisch. glück giebt wahre ruh. 6. Das eitle schafft nur kurze lust; Mir ist ein beßres gut bewußt; Dahin geht stets mein Hauptbegier, Das bleibet mir. Herr jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir seyn, wenn ich dich feb', Und froh zu deiner rechten steh'? O mein erlöser, stärke mich, Daß eifrig ich Bis an mein ende liebe dich. Zufriedenheit. gen mich gereun. Nur einen wunsch von allen Laß dir, o berr! gefallen, Zufrieden allezeit zu seyn. 5. Wenn ich verlassen scheine, In leiden zag' und weine, Was wünscht mein banges herz? Ach, hilf es mir besiegen! Es wünschet sich vergnügen, Und was es wünscht, wird oft sein schmerz. 6. Drum will ich findlich schweigen, Zufrieden mich bezeigen Mit allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlassen, Die dir vertrau'n, nicht hassen; Weil du die frommen ewig liebst. 7. Nicht das, warum ich flebe, Dein wille nur geschehe, Und was mir selig ist. Ich will dir ganz ergeben, Getroft und ruhig leben, Bis einst der tod mein auge schließt. 21. Von der Zuversicht. 193 Mel. Wie groß ist des 2c. 424. Du flagst, und fühleft die beschwerden Des stand's, in dem du mühsam lebst; Du strebest glücklicher zu werden, Und siebst, daß du vergebens strebst. Ja, klage, gott erlaubt die zähren; Doch denk im klagen auch zurück. Ist denn das glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wabres glück? 2. Nie schenkt der stand, nie schenken güter Dem menschen die zufriedenheit. Die wabre rube der gemüther Ist tugend und genügsamkeit. Genieße, was dir gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht bast. Ein jeder stand hat seinen frieden, Ein jeder stand auch seine last. 3. Den leib schuf gottes weise band, Ein wunder seiner werke; Gab jedem 3. Gott ist der herr, und seinen glied den rechten stand Und ange: segen Vertheilt er stets mit weiſer meßne stärke. Er fügte bei dem wun- band; Nicht so, wie wirs zu wünderbau Ein glied ans andre ganz schen pflegen, Doch so, wie ers uns genau; Gab jedem seine kräfte Und heilsam fand. fedem sein geschäfte. Willst du zu denken dich erkühnen, Daß seine liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Ist dir dein vorzug nicht bekannt, Die hoheit deiner seele? Der schöpfer gab ihr den verstand Und willen, daß sie wähle. Sie schauet ja mit ihrem blick Auf heut', die zukunft, und zurück, Geschehenes zu wissen Auf das, was kommt, zu schließen. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ze. 423. Du bist ein christ, was quälst du dich, Und sorgst schon beut für morgen? Nur blinde heiden quälen sich Mit tausend bangen sorgen. Dein vater lebt, dein gott regiert; Drum sey vergnügt, wie er dich führt. Willst du durch gram und plagen Dir selbst dein glück versagen? 2. Wer bat gesorgt, wer hat gewacht Im anfang deiner tage, Da noch dein leib in finstrer nacht Dir selbst verborgen lage? Wer bat da schon dein heil bedacht? Was thät da aller menschen macht, Da geist und sinn und leben Dir ward von gott gegeben? 4. Verzehre nicht des Lebens kräfte In träger unzufriedenheit; Besorge deines stands geschäfte Und nüße deinelebenszeit. Bei pflicht und fleiß sich gott ergeben, Ein ewig glück in hoffnung sebn; Dies ist der weg zu rüh und leben. Herr, lehre diesen weg mich gehn! 5. Hat gott dich nicht von jugend auf Mit seiner macht getragen? Durchdenke deinen lebenslauf, Kannst du es anders sagen? Du athmest seine luft in dich; Sein boden trägt und nähret dich, Und seine gnad und treue Wird alle morgen neue. Mel. Herzliebster jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott? zc. 6. Kannst du, was gott an dir 425. Gott kann allein das beste gethan, Die wohlthat alle zählen? Fang' bei der frühsten kindbeit an, Und wenn dir zahlen fehlen, So zähle erst der sterne heer, Und dazu auch den sand am meer, Und nimm dann diese zahlen zu millionen malen. für uns wählen. Wie thöricht bandeln unzufriedne seelen! Sie quälen sich und machen ihren Herzen Vergeblich schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen sorgen Für den noch ungewissen andern morgen? Der uns doch, daß wir uns umsonst gegrämet, Schon oft beschämet. 7. Gott, ich kann überdenken nicht Die größe deiner güte; Drum sezz ich meine zuversicht, Mit rubigem gemüthe, Zu aller zeit, auf dich, den Herrn; Du sorgest und du hilfft uns gern. Ich will stets mit vertrauen Auf deine hülfe bauen. 3. Es ist umsonst: wir werdens nicht erzwingen, Wenn wir auch nächte durch mit fummer ringen, Ung tag vor tag mit ängstlichen geschäften Den leib entkräften. 13 Evang. luth. Zweite Abtheilung. 194 4. Mein glück berubt, o gott! auf deinem segen. Vertrau ich dir und geb auf deinen wegen, So wirst du * mir, auch ohne sorg' und kränken, Was gut ist, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verliebnen pfunde, Und harr ich nur der Mel. Wer nur den lieben gott 2c. rechten segensſtunde; So kommt ſie, 426. ch bin mit deiner huld thaten Zum und glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die werke meiner hände. Gesegnet sey der anfang und das ende! Gieb guten rath, damit, was ich vollbringe, Mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit treue meine pflicht erfüllen; Und dann mein berz mit frober hoffnung stillen. Sollt ich mit dem, was du, herr, mir beschieden, Nicht seyn zufrieden. 8. Kann ich den leib nicht so, wie andre laben, So gieb mir nur zufriedenheit, und gaben, Die mehr, als alles irdische erquicken, Uns stets beglücken. Mel. Was gott thut, das ist: c. bier ie bahn ist rauh, auf 9. Dann werd' ich auch, o gott, mit allen frommen Zu dem genuß der himmelsgüter kommen; Dann wird mein wunsch, den irdisch gut nie stillet, Völlig erfüllet. 427. meiner heimath eile. Wie viel gefahr seh' ich vor mir! Wie droht fie meinem heile! Gott, wärst du nicht, Mein trost und licht, Mein heil in finstern tagen, So müßt ich längst verzagen. 2. Vor dir darf ich mein traurig herz, Erbarmer, nicht verhehlen; Darf meinen fummer, meinen schmerz Vertraulich dir erzählen; Dann schaffest du Mir trost und ruh Aus deiner segensfülle; Und meine seel' ist stille. 3. Dulebrest mich den hoben werth Der trübsal, die ich leide; Daß sie mich dir vertrauen lehrt, Mich führt zu wahrer freude. Ich würde dein Mich minder freun, Nur dieser welt begehren, Wenn keine leiden wären. 22) Von der Geduld. 4. Dein wort giebt mir die zuversicht Du forstst für meine tage, Dein auge schläft und schlummert nicht, Du dem, was du zum theil An glück und leiden mir beschieden: Dein weiser rath sucht stets mein heil; Ob er gleich wunderbar oft scheint, Doch weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Du weißt allein, wodurch auf erden Mein glück und wohlfahrt für und für Muß fester und vollkommner werden: Dies zeiget deine weisheit mir; Drum bin ich ruhig und vergnügt mit allem, was dein ratb, herr, fügt. 3. Wird mir die freudensonne scheinen, So dank ich's fröblich deiner buld; Muß aber ich in trüb sal weinen, So nehm ich's auch an mit geduld. Denn das, was deine weisheit thut, Ist alles ewig recht und gut. börest meine flage; Du krönst mich wonne, preis und einst, Wenn du erscheinst, In deinem ruhme. 5. O, dann wird alle traurigkeit Aus meiner brust verschwinden; Vergessen werd ich ganz mein leid; Und nur dein heil empfinden. Mein lobgesang, Voll preis und dank, Wird dir zum wohlgefallen, Durch deinen himmel schallen. 6. Mich, den vollendeten, darf dann Nicht mehr die sünd' entweihen; Mit unschuld steh' ich angethan In der verklärten reihen. Und ewiglich Erfreust du mich, Daß ich, der mensch von erde, Gleich deinen engeln werde! 7. Drum will ich dieses lebens schmerz, Mein gott, geduldig tragen; Beruhigen soll sich mein herz, Nicht mehr voll unmuth klagen. Du bist bereit, Zur rechten zeit, gott, von allem bösen Mich herrlich zu erlösen! 22. Von der Geduld. Mel. In allen meinen thaten 2c. 428. Du fühlst, o christ! das leiden, Daß nun der geist der freuden Von dir gewichen ist. Du rufft: herr, wie so lange; Gott schweigt, und dir wird bange, Daß du von gott verlassen bist. 2. Ist meine sünd' vergeben( Klagst du) und beil und leben Durch christum mir verschafft; Warum fühl ich die liebe, Und seines geistes triebe, Und Hoffnung nicht in voller fraft? 3. Mühselig und beladen Hör' ich das wort der gnaden, Und ich empfind es nicht; Bin träg', vor gott zu treten, Und kann nicht freudig beten, Und fühle keine zuversicht. 6. Christ, fasse muth! die schmerzen Sind zeugen beff'rer berzen, Als dir das deine scheint. Wünsch'st du recht, gott zu lieben, Wie kannst du dich betrüben? Du bist gewiß mit ihm vereint. 7. Vermagst du gott zu kennen, Und jesum Herrn zu nennen, als nur durch gottes geist? Den hast du ja empfangen; Er ist's, der gott- verlangen Und seine gnad' dich suchen beißt. 4. Mir, der ich seinen willen Treu suchte zu erfüllen, War sonst sein wort gewiß. Jest kann ich's nicht recht faffen; Sein licht will mich verlassen, Mich decket gleichsam finsternis. 5. Sonst konnte ich die fünden Weit besser überwinden. Und ich bestritt sie gern. Jeßt ist die fünd geschäftig, 429. Ein berz, o gott, in leid Und ihre reizung beftig. Ich fühle keine kraft vom Herrn. und geduldig, Das bin ich dir, gott, meinem heile schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergessen, Doch recht ermessen. 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, herr, nicht ein übertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren tage, Standhaft ertrage? 8. Trau gott! er wohnt bei denen, Die sich nach hülfe sehnen; Er kennt und will dein glück. Er höret deine stimme Und schweigt, doch nie im grimme, Nur einen kleinen augenblick. 9. Gott ließ schon manchen frommen In dies gedränge kommen, Und stand ihm dennoch bei. Du'sollst dich kennen lernen, Von bochmuth dich entfernen Und sehn, was gottes gnade sey. 195 11. Es fammert gott der fünder, Wie väter ihre kinder, Wenn sie ihn kindlich scheun. Er läßt sich gnädig finden, Und schuld und straf' der fünden Von ihnen weit entferner seyn. 10. Die sicherheit zu hindern, Schickt gott oft seinen findern, Auch dir jetzt diese last. Er reinigt dich im feuer, Macht dir dein heil jest theuer, Damit du haltest, was du hast. 12. Zwar ist dir jetzo bange, Denn züchtigung, so lange Sie da ist, scheint uns hart; Doch nachmals wird sie geben Friedsame frucht und leben Dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr betend fort zu wachen. Stark ist gott in den schwachen, Und gütig für und für. Sein ausspruch kann nicht trügen! Er heißt: laß dir genügen An meiner gnad'; ich helfe dir. 14. Du willst in diesen nöthen Mich ,. herr, also nicht tödten: Darum harr ich ferner dein. Du wirst mich, den erlösten, Einst schon noch völlig trösten, Da werd' ich dein mich ewig freun. Mel. Herzliebster jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott? wer zc. 3. Wie oft, o gott, wenn wir das böse dulcen, Erdulden wir nur unsrer thorheit schulden, Und nennen lohn, den wir verdient bekommen, Trübfal der frommen! 4. Doch selbst, o gott, in strafen unsrer sünden Läßt du den weg zu unserm beil uns finden, Wenn wir sie uns, die misserhat zu hassen, Erwecken lassen. 5. Streb' ich nur nach dem frieden im gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, berr, regierst, und stets gewährt dein wille Gutes die fülle. 6. Ich bin ein gast und pilger auf der erden, Nicht bier, erst dort soll ich ganz glücklich werden; Und was sind gegen euch, ihr ew'gen freuden, Dieser zeit leiden? 13* 196 7. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde, Wenn ich als mensch, als christ, bier leid' und dulde; So kann ich mich der bülfe der erlösten Sicher getrösten. 8. Ich bin ein mensch, und leiden müssen fränken; Doch in der noth an seinen schöpfer denken Und ihm vertraun, dies stärket unsre herzen Mitten in schmerzen. Zweite Abtheilung. 9. Schau über dich: Wer trägt der himmel heere? Merk auf! wer spricht: bis bieber! zu dem meere? Ist er Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. nicht auch dein belfer und berather, 431. Sey, feele! stark und uns verzagt, irgend dich ein kummer plagt. Befiehl gott deine sachen. In aller pein Vertrau allein Auf ihn, er wirds wohl machen. 2. Kein leiden kommt von obngefähr; Die hand des höchsten schickt es her; Sein ratb hats so ersehen. Drum sey nur still, Was dein gott will, Laß immer gern geschehen. 10. Willst du soviel, als der allweise, wissen? Jeßt weißt du nicht warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine wege waren, Nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die beiligung des geistes zu empfahen, und mit dem trost der bülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 12. Das freuz, o gott! wirkt weisheit und erfahrung, Und diese giebt dem glauben muth und nahrung. Drum stehe ich in meinem glauben feste; Gut thut das beste! 5. Wenn ich in christo sterbe, Bin ich des bimmels erbe; Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des todes pfade Bertrau ich deiner gnade; Du, herr, bist bei mir in der noth. 6. Ich will dem fummer wehren, Dich durch geduld verebren, Im glauben zu dir flehn; Ich will den tod bedenken; Du, berr, wirst alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. In allen meinen thaten 2c. 430. bab in guten stunch den Des lebens glück empfunden, Und freuden ohne zahl! So will ich denn gelassen Mich auch im leiden fassen; Bersüßen durch geduld die qual. 2. Ja, herr, ich bin ein fünder, Und stets strafft du gelinder, Als es der mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit schulden, Kein zeitlich weh erdulden, Das doch zu meinem besten dient? 3. Erweckt dir gleich das leiden pein. So solls dir doch nicht schädlich seyn; Gott kann seyn kind nicht hassen. Wer ihn recht liebt, Sich ihm ergiebt, Ten wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der frommen leid? Nicht ewig, herr! nur kurze zeit, Nach überstandnem leide Erquickest du Jbr berz mit ruh, Und einst mit ew'ger freude. 5. Drum bab', o seele! guten muth: Vertraue gott! es wird noch gut Nach aller trübsal werden. Er ziehet dich Durch freuz zu sich Zum bimmel von der erden. 6. Gott ist dein gott! er ist getreu, Und stehet dir als vater bei In aller noth auf erden. Der leiden beer Wird nie zu schwer Durch ihn dem christen werden. 3. Dir will ich mich ergeben, Und weder ruh' noch leben Mehr lieben, als den Herrn. Dir, gott, will ich vertrauen, Und nicht auf menschen bauen; Du bilfft und du errettest gern. 7. Es haben ja zu aller zeit Die heiligen in traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du Hier nur von ruh, Und nichts von trübsal wissen? 4. Laß mich nur gnade finden, Mich 8. bet und sieb auf deinen gott alle meine sünden Erkennen und be- In aller deiner angst und noth! Laß, reun. Jezt hat mein geist noch wie er will, es geben. Sein will ist kräfte; Mein heil laß sein geschäfte, gut; Behalte muth! Gott wird dich Dein wort mein trost und führer seyn. einst erhöhen. 22. Von der Geduld. 197 und voll vertrauen an. 9. Der du ein gott des trostes| der mich nicht bassen kann, Voll dank bist, Laß jeden, der hier traurig ist, Doch deinen trost empfinden. Hilf, den du liebst, Durch trübsal übst, Den unmuth überwinden. Mel. Was gott thut, das ist 2. Sest 432. mir geschieht, Zu meinem heil mir diene. Gut ist, was mir mein gott beschied, Wenns noch so traurig schiene. Höchst beilsam ist, Was gott beschließt. Allweisheit, so wie gnade, Sind alle seine pfade. 2. Schon hat, seid erd' und himmel stehn, Sein herrlich reich gewähret. Und niemals hat noch ein verfehn Dasselbe je entehret. Nein! was er thut, Ist alles gut, Ist seines namens ehre, Wenns noch so dunkel wäre. 3. Sebr berbe zwar, doch reich an frucht, Sind gottes züchtigungen. Was güte selbst umsonst versucht, Ist wohl durch sie gelungen; Oft wird das herz, Durch ihren schmerz, Recht frei von den gebrechen, Die leicht den glauben schwächen. 4. Ich weiß, was auch für trübsal dräut, Daß der doch meiner schone, Der mich zu seiner herrlichkeit Berief. in seinem sobne. Wie könnte der, Der mich so sehr Hienieden wollen lieben, Zum schaden mich betrüben? 2. Du, der du selbst die weisbett bist, Du kennest, was mir heilsam ist: Nur du siehst, was mir jedes leid Für heil bringt in der ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, 5. Gott, führe denn mich, wie du willst, Dir bleib' ich stets ergeben. Wenn du dich schon in dunkel hüllst, Will ich doch niemals beben. So wunderbar der weg auch war, So hat mich doch geführet Dein rath, und wohl regieret. du doch meine zuversicht, Bist in der nacht, o gott, mein licht. 4. Verzage, Herz, verzage nie! Gott legt die last auf, gott kennt sie. Er weiß den kummer, der dich quält, Und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, berr, weint ich, und wie oft Half deine hand mir unverhofft! Oft jammert ich untröstbar heut, Und morgen ward ich schon erfreut. 6. Oft fab ich keinen ausgang mehr; Dann weint' ich laut und klagte sehr: Wo bist du, gott? wie, schauest du Dann meinem elend ruhig zuº 6. Zwar schien der weg, den ich erlas, Mir besser: doch ich fehlte. Bald pries ich selbst dich über das, Was erst mein herz nicht wählte; Drum faß ich muth. Ja er ist gut, Der kreuzpfad, den ich gehe, Wenn ichs schon nicht verstehe. 7. Dann hörtest du, o herr, mein flehn, Und eiltest, bald mir beizustehn, Du öffnetest mein auge mir: Sch sab mein glück und dankte dir. 8. Sagts alle, die gott je geprüft, Die ihr zu ihm um bülfe rieft; Sagts, fromme, ob er das gebät Geduldig leidender verschmäht? 9. Die stunde kommt früh oder spät, Wo dank und freud' aus leid entsteht; Wo pein, die stunden nur gewährt, In freudenjahre sich verkehrt. 10. Du erntest deiner leiden lohn Vielleicht in diesem leben schon; Vielleicht daß, eh' du ausgeweint, Dir gott mit seiner hülf' erscheint. 11. Schau deinen heiland gläubig an; Wenn niemand dich erquicken kann, So schütte du in seinen schooß Dein herz aus; seine huld ist groß. 12. Einst hat er auch, der menschenfreund, Im thränenthale bier geweint. Auf deine thränen giebt er acht, Und dir zu helfen hat er macht. 13. Ja, gott, du hilfst, ich zweifle nicht; Denn jesus, mein erbarmer, glaub an spricht: Folg' treulich mir, ich rette Mel. Wenn wir in höchsten: c. 433. unon dir, o vater, nimmt fall, freuden oder schmerz, Von dir, mich. 198 Zweite Abtheilung. Bekannte Melodie. 434. W mein herz, Und quaarum betrübst du dich, left dich mit bangem schmerz, Blos um ein zeitlich gut? Vertraue dem nur, der die welt Erschaffen hat, und noch erhält. 2. Dich lassen will und kann er nicht; Auch weiß er wobl, was dir gebricht, Die ganze welt ist sein. Er ist dein vater und dein gott, Und hilft dir gern in aller notb. 3. Weil du nun, gott, mein vater bist, So weiß ich, daß mich nie vergißt Dein väterliches berz; Sch, staub und asche, habe hier Ja keinen trost, als nur bei dir. 4. Ach gott, so reich bist du noch heut, Als du es warst von ewigkeit; Zu dir steht mein vertraun. Mach mich an meiner seele reich, So gilt mir alles andre gleich. 5. Mir mangele reichthum, rubm und pracht; Wenn jesus mich nur selig macht, So bin ich reich genug. Der erde glück währt kurze zeit, Und schenkt mir nicht die seligkeit. 6. Dir, jefu, gottes sohn, sey preis, Daß ich aus deinem worte weiß, Was ewig selig macht; Gieb, daß ich nun auch fest und treu Im glauben und im guten sey. 7. Lob, ehr' und preis sey dir gebracht, Daß du es immer wohl gemacht! Du bist höchst weis und gut; Das zeigst du uns in dieser zeit, Und noch mehr in der ewigkeit. geben, Nebm ers hin; Mein gewinn Bleibt ein ewigs leben. 4. Schickt er mir ein freuz zu tragen, Dringt herein Angst und pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenden; Er weiß wohl, Wie er soll Ull' mein unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergößt, Solltlich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich doch drum nicht minder. Nie zu schwer Züchtigt er Seine treuen finder. Können mir nichts mehr hier Thun, 6. Stolz, baß, neid und ihre rotten als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein heil, Wird in eil' Sie zu schanden machen. ein christ, Wo er ist, Stets sich las7. Unverzagt und ohne grauen Soll sen schauen. Was sollt er zu schrecklich finden? Auch den tod Hilft ihn gott Freudig überwinden. 8. Denn er kann den leib nur tödten: Und dann reißt Er den geist Aus viel tausend nöthen; Endigt dieses lebens leiden, Und giebt mir Einst dafür Dauerhafte freuden. Geist und herz Auf den schmerz Ewig9. Dann wird sich an bessern schätzen lich ergößen. Hier ist kein recht gut zu finden; Was die welt In sich hält, Muß wie rauch verschwinden. Unbestand, Eitler tand, Lasten der 10. Was sind dieser erden güter? gemüther. Dort, dort sind die edlern gaben, Da mein hirt, Christus, wird Mich ohn' ende laben. Mel. Fröhlich soll mein herz 2c. 11. Herr, mein heil, quell aller freuden! Du bist mein, Ich bin dein, 435. Warum sollt' ich mich Niemand kann uns scheiden. Ich bin denn grämen? Hab ich doch jesum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon Gottes sohn Beigelegt im glauben. dein, weil du dein leben Und dein blut, Mir zu gut, In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, Und dich nicht, O mein licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich bingelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd umfangen. 2. Arm und bloß kam ich ins leben, Da es mir Ward von dir, Herr, zuerst gegeben; Nichts nehm ich auch von der erde, Wann ich sie, Nach viel müh, Einst verlassen werde. 3. Was ich bab', leib, feel und leben, Ist nicht mein; Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wieder Bekannte Melodie. 436. Was gott thut, das ist und bleibt sein wille. Er nimmt sich wohlgethan, Gut ist stets der seinen an; Drum halt ich 22. Von der Geduld. ibm auch stille. Er ist mein gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten 2. Was gott thut, das ist wohlgethan, Sein wort kann ja nicht trügen; Er führet mich auf rechter bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner huld, Und hab' geduld: Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen bänden. 3. Was gott thut, das ist wohl gethan, Er wird mich wohl bedenken, Zu dem, was ich von selbst nicht kann, Mir licht und kräfte schenken: Denn seine treu Ist täglich neu; Drum will ich auf ihn bauen, Und seiner güte trauen. 4. Was gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein licht und leben, Der mir nichts böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben In freud' und leid; Es kommt die zeit, Da es gewiß erscheinet, Wie gut ers mit uns meinet. 5. Was gott thut, das ist wohlgetban! Muß ich gleich bittres schmekken, So nehm' ich's doch geduldig an und lasse mich nicht schrecken; Weil er zuletzt Mich doch ergötzt Mit süßem troft im Herzen; Da weichen alle schmerzen. 6. Was gott thut, das ist wohlgethan, Darauf will ich stets bauen; wenn er will, todesbahn Betreten ohne grauen: Denn da wird mich Gott väterlich In seinen armen balten! Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer: c. 199 3. Du stärkst mir unter aller plage, O gott, auf mein gebät, den muth, Daß ich gelassen sie ertrage, Und machst zuleßt doch alles gut. Auf kummer folgt zufriedner dank, Auf klagen froher lobgesang. 437. Mas ist mein leben auf der erde? Ein wechsel ist's von lust und leid. Hier stört oft unruh und beschwerde Die sanfteste zufriedenheit. Hier wohn? ich noch in einer welt, Cie fein vollkommnes glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o berr, denn trösten? Nur deiner huld, du bist mein beil. Und bleibst, wenn auch die noth am größten, Doch meines herzens trost und theil, Und stehst, nach deiner vatertreu, Mir stets mit rath und hülfe bei. 4. Was bist du denn, o meine seele! In deiner noth so kummervoll? Du weißt ja wohl, daß gott nur wähle, Was dir zum besten dienen soll. Einst dankst du ihm nach der gefahr, Daß er dein gott und retter war. 5. Er wird es seyn, ruf in gefahren Ibn, als den besten helfer, an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, Und da, wo niemand helfen kann, Fehlt ihm die kraft zum helfen nicht. Dies stärke deine zuversicht. 6. Empfehl' dich seiner vaterpflege; Hoff' und vertrau ihm allezeit. auch auf dem allerraubsten wege Sieb fröhlich hin zur ewigkeit, Da wirst du, frei von aller pein, Ganz selig, ganz zufrieden seyn. 7. So laß mich, gott, stets dahin schauen, Und dann mit starkem muth auf dich, Auch in der größten noth vertrauen. Du bist bei mir; das stärke mich. Wer dessen stets versichert ist, Der lebt und stirbt getrost als christ. Mel. In allen meinen thaten: c. 438.Was ist's, daß ich mich quäle? Harr' gottes, meine seele, Harr' und sey unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßzet! Gott weiß es, und gott schüßzet; Er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage Mein glück und meine plage, Eb' ich die welt noch fah. Eh' ich mich selbst noch kannte, Eh' ich ihn vater nannte, War er mir schon mit hülfe nah. 3. Die kleinste meiner sorgen Ist dem gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, Cas dient zu meinem frieden, Wär's auch die größte last der welt. 4. Ich lebe nicht auf erden, Ganz glücklich hier zu werden; Die lust der welt vergebt. Ich soll mein glück hier gründen, Um dort ein heil zu finden, Das ewig, wie mein geist, besteht. 200 5. Was dieses glück vermehret, Sey mir von dir gewäbret; Gott! du gewährst es gern. Was dieses glück verleßet, Wenns alle welt auch schäßet, Sey von mir jetzt und ewig fern. 6. Sind auch der krankheit plagen, Der mangel schwer zu tragen, Noch schwerer baß und spott: So barr' ich doch in stille; Denn nicht mein eigner wille, Dein wille nur gescheh', o gott! Zweite Abtheilung. 7. Du bist der müden stärke, Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein gott, bewahrest mich. 5. Es sind nur liebesschläge, Wenn voller buld. Du willst den eifer mehich es recht erwäge, Voll gnad' und ren, Gehorsam dich zu ehren Mit glauben, hoffnung und geduld. 6. Was will uns, herr, auch schei den Von dir und jenen freuden, Die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, So wird uns, deinen erben, In voriger Melodie. 439. Will mich, o gott! bie- Doch einst der bimmel offen stehn. nieden Des lebens last ermüden, So stärke meinen geist. Wenn mich die leiden fränken, So laß mich wohl bedenken; Auch das sey gut, was trübsal heißt. du auch mich erheben; Der tod ist 7. Zu jenem bessern leben Willst mein gewinn. Muß gleich mein leib verwesen, Wird doch mein geist genesen; Er eilt zu seligkeiten hin. 8. D drücke meinen herzen Bei allen seinen schmerzen Dies doch aufs tiefste ein: Es kann der, der dich liebet, Auch wenn er wird betrübet, Doch niemals unglückselig seyn. 2. Nicht ewig soll sie währen; Oft werden unsre zähren Auch hier schon abgewischt: Und seufzen wir: wie lange İst unsrer feelen bange? So wird das Herz mit trost erfrischt. 3. Du wendest solche bürden, Die uns erdrücken würden, Gott! gnädig von uns ab. Du siebst bei unsern plagen Auch auf die kraft zu tragen, Die reine hand uns selber gab. uns, als kinder, ziehen, zu thun, 4. Dein väterlich bemühen Will was dir gefällt; Will eignen willen brechen, Die macht der sunde schwächen Und uns entwöhnen von der welt. 23) Von der Liebe des Nächsten. 3. Cine sterbliche natur Hat er jedermann gegeben, Und auch eine hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres leben; Wenn wir hier in dieser welt Redlich thun, was ihm gefällt. Mel. Jefus, meine zuversicht. beherrschen lassen? Wer kein freund 440. Allen menschen und auch des nächsten ist, Ist fürwahr kein mensch, kein christ. mir Hat der herr dies vorgeschrieben: Euren nächsten follet ibr, Als euch selbst, von Herzen lieben! Christen, was gott hier gebeut, Sey uns heilig allezeit. 2. Wir sind bürger einer welt, Kinder eines vaters, brüder ,, Die er huldreich all' erhält; Alle eines leibes glieder, Die sein weiser allmachtsruf All' zum ew'gen glück erschuf. 4. Und wir sollten uns entzwein? Lieblos uns einander bassen? Und, zu unsrer eignen pein, Stolz und neid 5. Was wir auch aus göttes hand Zum voraus vor andern haben: Ansebn, reichthum, hoher stand, Leibeskräfte, geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht Von der menschenliebe pflicht. 6. Selbst der gaben unterschied Dient zum allgemeinen besten, Wenn nur jeder sich bemüht, Von dem kleine sten bis zum größten, Andern und nicht sich allein, Nüßlich, wie er kann, zu seyn. 7. Darum gieb uns, gott, ein herz, Voll von wahrer menschenliebe, Das an andrer freud' und schmerz Antheil nehm', und gern das übe, Was der liebe pflicht begehrt, Wie fie uns dein sohn erklärt. 21. Von der Liebe des Nächsten. 8. Laß uns, großer menschenfreund! Alle dir recht ähnlich werden, Daß wir, bier mit dir vereint, Nach voll brachtem lauf auf erden, Einst auch ewig bei dir seyn, Deiner lieb' uns ganz zu freun. 441. Der Mel. Ein lämmlein geht, und zc. er du die liebe selber bist, Und gern die menschen segnest, Ja selbst dem, der dein feind noch ist, Mit freundlichkeit begegnest: O bilde meinen sinn nach dir, Und laß mich doch, mein heiland, hier, Wie du gewandelt, wandeln! Die können keine christen seyn, Die sich nicht andrer woblfahrt freun Und menschenfeindlich handeln. 2. Dein leben in der sterblichkeit War für die menschen segen; Dir folgten lieb' und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wohin du gingst, ging wohlthun mit; Dein wort, dein werk, und jeden schritt Begleitete erbarmen; Du übernahmst die schwerste pein, Uns vom verderben zu befrein, Und starbst zum heil uns armen. 3. Auch jetzt noch auf der himmel thron Bist du das heil der sünder; Auch da bleibst du, o gottes sohn, Ein freund der menschenkinder. Du schaffst den deinen wahre rub Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten; Du hörst der seufzenden gebät, Und brauchest deine majestät, Nur segen auszubreiten. 4. Olaß in meiner pilgerschaft Mich auf dein vorbild sehen! Erfülle mich mit lust und kraft, Dem näch sten beizustehen; Betrübter herzen trost zu seyn, Mich mit den fröhlichen zu freun, mit weinenden zu klagen, Und dem, der mir sein herz vertraut, Die redlichkeit, auf die er baut, nicht treulos zu versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher buld Des nächsten fehler decken; Durch sanftmuth, mitleid und geduld Zur beßrung ihn erwecken; Und fündiget er gegen mich, So freue meine seele sich, Ihm willig zu vergeben; So werd' ich dich, berr jesu christ, Der du die liebe selber bist, Auf's würdigste erheben. 201 Mel. D gott, du frommer gott 2c. 442. Gieb mir, o gott! ein berg, Tas jeden menschen liebet; Bei seinem wohl sich freut, Bei seiner noth betrübet; Ein berz das eigennuß Und neid und härte flieht, Und sich um andrer glück, Wie um sein glück bemüht. 2. Seh' ich den dürftigen, So laß mich liebreich eilen, Von dem, was du mir giebst, Ibm willig mitzutheilen! nicht aus dem eitlen trieb, Groß vor der welt zu seyn Und mich verehrt zu sehn; Nein, menschen zu erfreun. 3. Dies sey mir gottesdienst! Auch unbemerft von ihnen, Den nebenmenschen gern Mit rath und that zu dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an; Nein! was ich andern thu, Das sey dir, gott, gethan. 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet; Ein blick voll trost, mit dem Mein herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Sm kummer andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft herz, Unfrieden anzurichten; So laß mich sorgsam seyn, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmähsucht störe nie Mein mund des nächsten ruh; Er rühme sein verdienst, Deck seine fehler zu. 6. Die rach' ist dein, o gott! Du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille seyn, Wenn menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeib, der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich haßt: Den segue, der. mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich woblergehen mit eingeschränk tem blick Bei meinem nächsten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfreun; Noch mehr sein seelens Heil mir angelegen seyn. 8. Den, der im glauben wankt, zu leiten und zu stärken; Den, der noch sicher ist Bei seinen bösen werken, Von der verkehrten bahn Des lasters abzuziehn: Dazu verleih mir kraft, Und segne mein bemübn. 9. heilige du selbst, Herr, meiner seelen triebe, Durch deine lieb' und 202 furcht, Zu wabrer menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, Gebt nicht zum himmel ein. Laß diefe wahrheit gott, Wir stets vor augen seyn. Zweite Abtheilung. 443. Hurch deine große güte, Mel. Nun ruhen alle wälder: c. err! neige mein gemütbe Mich fremden glücks zu freun; Und fern von meinem berzen Laß, bei des nächsten schmerzen, Doch alle schaden freude seyn. 2. Wer sich des guten freuet, Was deine buld verleibet, Er find' es, wo ers find't: Der ist nach deinem bilde Barmberzia, gütig, milde Und menschenfreundschaftlich gesinnt. 3. 3war wird mit Hindernissen Mein geist oft kämpfen müssen Bei übung dieser pflicht; Denn scheint's, daß fremde gaben Für mich viel nachtheil haben, Alsdann gefallen sie mir nicht. 4. Dann schöpft, versucht vom neide, Mein berz nicht lust und freude Aus andrer woblergebn; Dann regen sich die triebe Der stolzen eigenliebe, Des nächsten glück nicht gern zu sehn. 6. Gott, dein sind ja die gaben, Die ich und andre haben; Mit weisbeit bältst du baus, Und theilest unter allen, Nach weisem woblgefallen, Die güter deines bauses aus. 7. Dich selbst, den allerböchsten, Wenn ich beneid' den nächsten, Greift ja mein tadel an. O, welche schwere sünde! Wenn ich mich unterwinde, 3u tadeln, was dein rath getban. 8. Ich spür' an meiner seele, Daß ich mich selbst nur quäle, Herrscht neid in meiner brust. Drum mach, o berr! dies laster Mir immer mehr verbaßter: Des nächsten glück sey meine lust! Ibn nicht verläumde, nicht durch falsche ränke Sein wohlfeyn kränke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des nächsten feble, Wenn's meine pflicht erlaubt, der welt verhehle, Und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stebe, Mit vorsicht sebe. 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu bessern trachte. Und seiner seele wohlfahrt theuer achte. Wie viel hast du für sie in todesbanden Selbst ausgestanden! Mel. Herzliebster jefu, was haft: c. oder: Ist auch ein gott? 2c. 4. Laß mich aufrichtig schäßen andrer gaben, Die sie doch auch von deiner güte baben; Es müsse nie mein herz des nächsten freuden Und glück beneiden. 5. Doch, da hilfst du mir kämpfen, Die böse neigung dämpfen, Tie mich zum neid reißt hin; Wenn ich nur deiMel. Machs mit mir gott 2c. nem triebe, Zur wabren nächstenliebe, 445. So jiemand spricht: ich In meinem leben folgsam bin. liebe gott, Und haßt doch seine brüder, Der treibt mit gottes wabrbeit spott, Und handelt ganz darwider. Gott ist die lieb', und will, daß ich Den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser erden güter hat, Und sieht den nächsten leiden, Und macht den hungrigen nicht satt, Läßt nackende nicht kleiden: Der übertritt die erste pflicht, Und liebt den gott der liebe nicht. 3. Wer seines nächsten ehre schmäht, Und gern sie schänden höret; Frohlockt, wenn sich sein feind vergebt, Und nichts zum besten kehret, Verläumdern niemals widerspricht; Der liebet setnen nächsten nicht. 5. Gieb, daß ich nie zum zorne leicht entbrenne, Nie auch dem feinde etwas übels gönne; Und allen zu beweisen güt und treue, Mich herzich freue. 6. Laß mich, mein heiland, immer mehr auf erden, An lieb' und gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb kraft dazu, so schmeck' ich schon hienieden, Herr, deinen frieden. 4. Wer, wenn er auch mit rath und schuß Den nächsten unterstüzet, Doch nur aus stolz und eigennuß, Aus flf, jesu, daß ich meinen 444. Snächsten liebe; Durch aus gehorsam, nicht aus pflicht; Auch lieblos richten ihn ja nicht betrübe, der liebt seinen nächsten nicht. 24. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. 203 5. Wer nur dem hilft, der sehr! 10. Wir haben einen gott und gebückt Vor seinem stolz erscheinet; berrn, Sind eines leibes glieder. Wer nicht den dürftigen erquickt, Der Drum diene deinem nächsten gern; beimlich vor ihm weinet, Wer kärg- Denn wir sind alle brüder. Gott schuf lich giebt dem, dem's gebricht: Auch die welt nicht blos für mich; Mein der liebt seinen nächsten nicht. nächster ist sein kind, wie ich. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit härt' und vorwurf quälet, Und ohne nachsicht straft und ftürmt, Sobald sein nächster fehlet: Wie bleibt bei solchem ungestüm Des nächsten liebe wohl in ihm? 7. Wer für der armen heil und zucht Mit rath und bat nicht wachet; Dem übel nicht zu wehren sucht. Das oft sie dürftig machet; Nur sorglos ihnen gaben giebt: Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die that zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, und wünscheft dir die kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. 9. Ermattet dieser trieb in dir, So such, ihn zu beleben; Cenk oft: gott ist die lieb', und mir Hat er sein bild gegeben. Das, was ich babe, ist nicht mein: Sollt' ich, wie er, nicht gütig seyn? 2. Gerechter gott! laß deinen geist Zu dem, was recht und billig beißt, Stets meine seele lenken: Nie komm es mir doch in den sinn, Aus schnöder habsucht, um gewinn, Des nächsten recht zu kränken. 11. Sein beil ist unser aller gut. Ich sollte brüder bassen, Die gott durch seines sobnes blut So theu'r erkaufen lassen? Daß gott mich schuf, und mich verfüvnt, Hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 3. Pflanz redlichkeit in meine brust Und laß mich stets mit wabrer lust Der liebe pflichten üben. Ein herz, das gern auf unrecht denkt, Gern 12. Du schenkst mir täglich so viel schuld, Du, herr von meinen tagen! Ich aber sollte nicht geduld Mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch von diesen, Das siebst du, mein erlöser, an, Als bätt' ich dirs erwiesen. Und ich, ich sollt' ein mensch noch seyn, Und dich in brüdern nicht erfreun? 24) Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. Kommt Her zu mir, spricht 20. 446. Du liebst, o gott! gerechtigkeit, fest den, der sie entweiht, Am nächsten unrecht übet. Du bist's, der jedem seinen lohn, Ohn' alles ansehn der person, Nach seinen werken giebet. 14. Ein streng und höchst gerecht gericht Wird über den ergeben, Der liebreich seinen nächsten nicht In noth eilt beizusteben; Drum gieb mir, gott, durch deinen geist, Ein herz, das dich durch liebe preist. schaden sucht, und andre kränkt: Wie kann das brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich, Mein ganzes berz bestrebe sich, Dem nächsten gern zu geben, Was er mit recht verlangen kann; Und immerført mit jedermann In einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dabin sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ich's von ihm begehre; Damit ich feines menschen berz, Durch meine bärte, fe mit schmerz Und kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem maaß, damit ich bier Dem nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur billigkeit; So werd' ich auch zu feiner zeit Der liebe pflicht vergessen. Zweite Abtheilung. 204 Mel. Erhalt' uns, herr, bei deinem: c. oder: Wenn wir in höchsten 2C. Durch dieberei, an seinem gut Und seiner habe schaden thut. 7. Das des versey 447. Feiton aller ungerech- flucht, Wird hier auch schon oft beimtigkeit; Wie tönt ich gottes freund sonst seyn, Und seiner gnade mich erfreun. 2. Wer seines nächsten rechte kränkt, Aufseinen schaden bosbaft denkt, Verlezet des gewissens pflicht, Und ebrt den gott der liebe nicht. 3. Du schriebst in jedes herz, o gott, Tief cin das heilige gebot: Was dir mißfällt, wenn dir's geschicht, Das thue du auch andern nicht. gesucht, und dort trifft vollends dein gericht Den ungerechten bösewicht. 8. Darum, mein Gott, bewahre mich Vor allem unrecht väterlich: Beging ich's je, so sey mir's leid Und zum ersatz mein herz bereit. 4. Wenn ich dies billige geseß Durch ungerechtigkeit verley', Verurtheil ich ja ſelber mich als übertreter wider dich, 10. Er kann nicht wahre buße thun, Dein segen kann nicht auf ihm ruhn, Eb' er das böse, das er that, Nach möglichkeit ersezzet hat. 5. Dein wort, das sündern strafe droht, Schärft mir dies beilige gebot, Frei von unrechtem gut zu seyn, Mit noch viel größerm ernste ein. 11. Gieb, berr! daß ich dies wohl bedenk, Und nie durch unrecht andre 6. Es brohet jedem deinen fluch, fränk. Die habsucht, auch die armuth Der seinen nächsten durch betrug, nicht, Verleite mich von meiner pflicht. 3. Wir geloben dir mit freuden: Willig wollen wir verzeihn; Nie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um rache schrein; Vielmehr vor dein antlig treten, Und für unsre feinde beten. 9. Wer andern schaden einst gethan. Und irgend ihn erstatten kann, Doch deff' sich weigert, findet nicht Vor dir erbarmen im gericht. 25) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. Herr, ich habe mißgchandelt: c. 448. llen, welche nicht vergeben, Wirst, du, richter, nicht verzeibn; Trostlos werden sie im leben, Trostlos einst im tode seyn, Unentladen ihrer sünden, Nimmer vor dir gnade finden. 4. Vater, stärk' uns, deine from men, Treu zu bleiben dieser pflicht! Wenn wir in versuchung kommen, So besiege sie uns nicht: Laß uns sanftmuth dann empfinden, um sie schnell zu überwinden. zu vergeben; Denn, wenn ihnen wir verzeihn, Läffest du uns gnade finden Uuch für unsre eignen sünden. 2. Wie dein Herz mit jedem sünder Väterliches mitleid hat; Wie der freund der menschenkinder Selbst für seine mörder bat: So soll auch der Mel. Sollt' ich meinen gott 2c. christ verzeihen, Und sich nicht der 449. Gott, der du die menschen Der du 6. Wohl uns! gott verzeiht uns sündern, Geht nicht mit uns in's gericht, Nimmt uns auf zu seinen kindern, Strafet uns dann ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Rachsucht in uns stets zu dämpfen. ein strenges recht, Sondern lauter gnade übest An dem sündlichen geschlecht, Laß mich deinen geist beleben, Daß ich, vater, als dein kind, Liebreich sey, wie du gesinnt. Herr, du wollst den sinn mir geben, Der bei feblern nachsicht zeigt, Und mit sanftmuth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines nächsten schonen, Willig tragen seine last; Und, so lang' ich hier soll wohnen, Bleibe zanfsucht mir verhaßt! Auch das ist, 5. Laß in unserm ganzen leben Unso gott, dein wille, Und die eintracht bir gleichgesinnet seyn, Willig feinden liebest du; O so bilf mir auch dazu, 25. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Gieb ein herz mir, das die stille Und den frieden such und liebt, Das, statt rache, sanftmuth übt. 3. O, wie wird das herz beschweret Durch des zornes leidenschaft! Zantsucht, rachgier, baß verzehret Nach und nach des lebens kraft; Kürzt das ziel von unsern jahren, Macht zum bimmel ungeschickt. Herr, der auf mich schwachen blickt, Ach, du wollest mich bewahren, Daß des jähzorns raseret Nie des Herzens meister sey. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, So wie mein erlöser that, Und dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum zanken neigung bat; Für die feinde will ich beten, Und vor dich, du friedensfürst. Wenn du menschen richten wirst, Mit dem schmuck der liebe treten. Gott des friedens, stärke du mich mit deiner traft dazu! In voriger Melodie. 5. Ewig heil ist dem beschieden, 451. Herr, mein erlöſer, der du mich littest, Der nach frommer eintracht strebt. Höchster, gieb mir deinen frieden, Der zur sanftmuth uns erhebt. Er regiere herz und sinnen; Denn, wenn er das herz regiert, Wird, was zu der zwietracht führt, Niemals übermacht gewinnen, Bist einst in der herrlichkeit Ew'ger friede uns erfreut. Mel. Herzliebster jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott? wer zc. err, deine sanftmuth 205 5. Vergieb mir, herr, und wende mein verderben! Bei wildem zorn läßt sich dein reich nicht erben; Und jener tag vergilt nach strengem rechte Dem harten knechte. 6. So bilf mir denn die rachbegier ersticken! Laß sich dein bild in meine seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, Nicht wieder bassen. 7. Flucht mir mein feind, so gieb, daß ich ihn segite, Und seinem grimm mit freundlichkeit begegne; Daß mich das böse, das ich dann empfinde, Nicht überwinde. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große güte Recht zu gemüthe. 2. Du segnetest mitleidig, die dir fluchten; Du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner feinde toben Der sanftmuth proben. 3. Und ich, herr, sollte mich den deinen nennen, Und doch von rachgier gegen andre brennen? Ich sollte 450. mit baß vergelten, 3. Ach, glich ich dir, o heiland! ich bekenne, Daß ich noch oft von schnellem zorn entbrenne, Und mich vor dir manchmal, durch eigne rache, Verwerflich mache. 8. Verleih mir das, um deiner sanftmuth willen; So erb'ich auch, im lande deiner stillen, Die seligkeit, wozu sie jenes leben Einst wird erheben. 4. Dir, herzenskündiger, dir muß ich's klagen, Wie wenig kann mein stolzes Herz vertragen; Wie schwer weiß ich, wenn andere mich hassen, Mich recht zu fassen! Und noch zur rechten gottes für mich bittest: Erweck' in mir, du muster wahrer liebe, Der sanftmuth triebe. 2. Wann hast du jemals baß mit baß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten, Du segnetest mit wohlthun nicht blos freunde, Auch deine feinde. wieder schelten? 4. Wie kann ich vater zu dem höchsten sagen, Und groll im herzen gegen brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, Und rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine sünden Auch nicht bei dir o herr, vergebung finden. Dein jünger ist nur, der, wie du, vergiebet, Und feinde liebet. 6. o beilige denn meiner seelen triebe, Mein heiland, durch den geist der wabren liebe; Daß nie die unglück sel'ge lust der rache Mich strafbar mache. 7. Wenn meine brüder sich an mir vergeben, So lehre mich ihr unrecht übersehen, Und, sollten sie mich 206 Zweite Abtheilung. auch empfindlich kränken, An dich ge-| cbrist, zum frieden, Zu diensten willig denken. 8. Erwecke dann, o berr, in meinem Herzen Aufs neue das gedächinip jener schmerzen, Die du in deinen schweren leidensstunden Für mich empfunden. seyn. Wenn mich zu untertreten, Jbn güte mehr erhißt, So will ich für ibn beten Und gott vertraun; gott schüßt! 9. Laß mich mit sanftmuth meinem feind beg- anen, Und, so wie du, den, ber mir fluchet, fegnen. Herr, mache gegen alle, die mich bassen, Mein herz gelassen. 10 Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als würd' ich sonst mein ganzes glück verlieren: So zeig' mir, herr, dies sey mein glück auf erden, Dir ähnlich werden. 11. Denn du beglückest den, der christlich bandelt, Und überall nach deinem vorbild wandelt; Drum lag in allem mich schon hier auf erden Tir ähnlich werden. 3. Kinder gottes sollt' ich bassen, Lieblos, unbarmherzig seyn? Meinem feinde nicht verzeihn? Keine schulden ihm erlassen? Gott, nicht fürchten dein gericht? Dein erbarmen achten nicht? der du für übelthäter Um Mel. Herzlich thut mich verlangen: c. will wieder fluchen, 452. Niemnicht en gaffer vergebung batst, bie laft, Welche du flucht; Nie tem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Ich will ihm fanft begegnen, Nicht droben, wenn er drobt, Schilt er, so will ich segnen Dies ist des herrn gebot. getragen bast, War die last der übertreter; Doch warst du von rache fern, Duldetest, vergabest gern. 2. Mein jesus, der gerechte, Vergalt die schmach mit buld; Die wuth ergrimmter knechte Ertrug er mit geduld. Sout' ich denn wieder schelten, Da er nicht wieder schalt, Mit liebe nicht vergelten, Wie er dem feind vergalt? 3. Verläumdung dulden müssen, Ist schwer; doch diese pflicht Wird leicht, wenn das gewissen Für meine unschuld spricht. Dies will ich treu bewahren: So bessert mich mein feind, Und lehrt mich klug verfahren, Indem er's böse meint. 4. Ich will die fehler scheuen, Die er von mir ersann; Auch die will ich bereuen, Die er nicht wissen kann. Turch huld will ich mich rächen, An ihm das gute sehn, Und gutes von ihm sprechen: Wie? könnt' er länger schmähn? Mel. Ach, was soll ich sünder ic. 453. Sollten menschen, meine gott, nicht theuer seyn? Sollt' ich brüder, Mir, mein christen glieder Dessen, der für alle sie nicht gern erfreun? Sind nicht alle starb, Allen gottes buld erwarb? 2. lle sind wir eines stammes, Gleich an dürftiger natur; Allen hilft lammes, Und dieselbe seligkeit Ist ein opfer nur Des unschuld'gen gottesfür alle gleich bereit. 5. Ich will niemals ermüden, Ihm bätig zu verzeihn, Und, als ein 5. Wenn mein herz, vom hang zur fünde hingerissen, dich verkennt, Und zu haß und rach' entbrennt: Hilf dann, daß ich überwinde Meinen haß, und laß mich sehn In den tod für uns dich gehn. 6. Wie dir deine thränen flossen, Als dein aug' um mich geweint; Wie du, großer menschenfreund, Auch für mich dein blut vergossen, Wie du litt'st, mich zu erfreun: Das laß mir vor augen seyn. 7. Gieb es mir so zu erkennen, Daß ich thu, wie du gethan. Wer nicht licbt, geht dich nicht an; Ift kein glied von dir zu nennen; Ist dem gott der lieb' ein gräu'í Und verscherzt sein eignes heil. 8. O so bilf mir, daß ich übe, Was dein wille mir gebeut, Nachsicht, sanftmuth, gütigkeit; Daß ich, wie du liebest, liebe, Innig liebe, milde, treu, Sanft, und leicht versöhnlich sey. 9. Sa, ihr meines bauptes glieder, Christi, der für alle starb, Allen gnad 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit zc. 207 5. Jbm folgen, ist dein wahrer rubm. Beleidigern verzeibn Ist ebre für dein christentbum; Sich ihres falls nicht freun. Nicht den, der dich schmäbt, wieder schmähn, Gereicht dir selbst zum woblergebn. 6. denkt niemand Mel. Mach's mit mir, erbitt're gott,: c. dein leben 454. Verit, chrift, durch nach, Was gott gefallen ſollte. Die rache selbst vermehrt die schmach, Die man bestrafen wollte. Kein schimpf wird ungeschehn gemacht, Wenn deine rachgier wild erwacht. 7. Die rachgier reißt gerechtigkeit, Reißt glauben aus dem herzen, Stört des gemütbs zufriedenheit Und straft mit bittern schmerzen. Sie hindert dank, gebät, vertraun Und raubt den muth, auf gott zu baun. 8. Durch sanftmuth( übe nur die pflicht!) Wirst du den feind bestegen. Draube deiner seele nicht Dies göttliche vergnügen. Dann wird der herr auch dir verzeihn, Dein vater und vergelter seyn. 9. Laß mich aus liebe, gott, zu dir Das unrecht nicht selbst rächen. Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir Ein gnädig urtbeil sprechen. Von dir kommt auch der sanftmurb sinn; Nach deiner gnade gieb mir ihn. und huld erwarb, Lieben will ich euch, ihr brüder! Für euch beten, euch erfreun, Wohlthun, dulden und verzeihn. eigne rache; Verzeihen ist des christen pflicht, Vergelten gottes sache. Die sanftmutb, die sein wort gebeut, Liebt feinde, segnet und verzeibt. 2. Wahr ist's empfindlich ist der schmerz, Von menschen unrecht let den; Und dennoch soll des christen herz Am zorne sich nicht weiden, Soll nicht ein eigner richter seyn; Soll alles unrecht gern verzeihn. 3. So widrig diese pflicht dir scheint, So mußt du sie doch üben; Sonst bist du nicht des beilands freund, Der sie dir vorgeschrieben. Empört dein Herz dawider sich, So sieh' auf ihn; besiege dich. 4. Wer hat wohl größern widerspruch Von sündern hier erduldet, Als er, der herr, der schmach und fluch Von andern nie verschuldet; Und dennoch will er langmuihsvoll, Daß keiner ewig sterben soll. 26) Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. Mel. In allen meinen thaten 2c. 455. Du, aller menschen vater, Du gütigster berather In allem, was uns drückt! Die freuden, die wir haben, Sind einzig deine gaben; Du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich von uns fündern Durch undank nicht verhindern, Uns täglich zu erfreun; Zu ew'gen seligkeiten uns sterbliche zu leiden, Wird immer dein vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine milde! Barmherz'ger vater, bilde Mein Herz nach deinem sinn. Daß ich der noth der armen Mich willig mög erbarmen; Nimm alle härte von mir hin. 4. Gieb daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So, wie mein heiland that, Der ärztliche erbarmer, Den kein bedrängter armer Vergebens je um bülfe bat. 5. Erhalt' in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe; Wie du mir guts gethan, So laß, um deinetwillen, Mich andrer seufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 6. 3um fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken: Vor dir, dem herrn der weit, Der frohe geber liebet, Sey, was man willig giebet, Ein opfer, das dir wohlgefällt. 7. Owohl mir! ich gewinne Schon hier, bei diesem sinne, Trost und zufriedenheit, Und einst vor gottes throne Zum unschäßbaren lohne, Die freuden einer ewigkeit. 208 Zweite Abtheilung. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 456. Nicht icht mürrisch, finster, ungesellig Ist, wer ein christ zu seyn sich freut; Ist ohne schmeichelei gefällig; Vereinigt ernst und freundlichkeit; Sst traurig mit den traurigen, Und fröhlich mit den fröhlichen. 2. Es liegt in keinem seiner blicke, Als wie in einem binterbalt, Auflaurend schadenfrohe tücke, Und baß in lächelnder gestalt. Sein blick, kein blick der heuchelet, Ist liebreich, offen, gut und frei. 3. Sein antlig, heiter, wie der morgen, Wird trüb und seine freud' entflieht, Wenn es bekümmerniß und sorgen In seines bruders auge sieht; Und strahlt in neuer heiterkeit, Wenn ein getrösteter sich freut. 4. Bescheiden, sittsam, ebrerbietig Ist, wer ein jünger jesu ist; Nie sclavisch; auch nicht übermürbig, Wenn er vor andern glücklich ist. Er ist, weil er, wie jesus, liebt, In allem, was erfreut, geübt. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, Nicht traurig, heuchlern gleich, einher; Doch fündenreizende geberden Haßt, wie sein gott sie haßt, auch er; In seinem blick auch keusch und rein, Stets fröhlich, ohne frech zu seyn. 8. Nicht rauh, noch bart, noch menschenfeindlich, Nein, eifrig, jeden zu erfreun, Und sanft, und anmuthsvoll, und freundlich, Soll jeder jünger jesu seyn. Ach wären wir's! ach glichen wir, D vorbild aller liebe, dir! menschen freude werden, Dir, heiland, immer ähnlicher; So werden wir uns ewig freun Und gottes wahre kinder seyn. 9. In allen worten und geberden, In allen thaten laß, o herr! Uns aller Mel. Herr, ich habe mißgehandelt: c. 457. Sen barmherzig! menheilige gebot, Das uns jesus christus schen, höret, Hört das lehret: Seyd barmherzig! seyd's, wie gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, Was euch noth ist, heil und leben! der, Denn ein gott ist's, der uns 2. So viel menschen, so viel brüschuf. Wir sind alle christi glieder; Allgemein ist gottes ruf. Seine sonne läßt er scheinen Auch den bösen, wie den seinen. Seyd barmherzig! seyd's, wie er! 3. Gleicht dem vater im erbarmen! Gebt den dürftigen und armen; Was ihr gebt, empfängt der herr! Helft und eilt, auch ungesehen, Euern brüdern beizustehen! 5. Herr, wir geben von dem dei6. Durch liebliches gespräch erhei- Fühllos seyn, wo brüder weinen! nen, Was wir geben; laß uns nie tert Er auch des blöden angesicht: Unser mitleid tröste sie; Daß, wenn Und jedes herz fühlt sich erweitert Und wir zu dir uns nahen, Wir auch trost freudenvoller, wenn er spricht: Denn, und hülf empfahen. was er sagt und was er thut, Ist wohlgemeint, ist wahr und gut. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 7. Er muß gefallen, er gebiete, Er Der dienstbegierde warn, er straf auch; er gebeut, Er 458. Wie selig lebt ein mensch, warnt, er straft aus lieb' und güte, Mit ernst, und doch mit freundlichkeit; Und tröstet er: wie leicht vergißt Sein nächster, was sein fummer ist. Sie beschüßen und erfreun, Kummer 4. Hülfreich zu bedrängten eilen, lindern, wunden heilen, Wohlthun, trösten und verzeihn, Und dies ohne stolz verrichten: Das sind jedes christen pflichten. kennet, Und andern wohlzuthun Aus menschenliebe brennet! Der, wenn ihn auch kein eid Zum dienst der welt verbind't, Beruf und eid und amt Schon in sich selber find't. 2. Dir, höchster, ahmt er nach, Im wohlthun dir zu gleichen, Durch dienstbeflissenheit Sucht er dies zu er reichen: Er hält für eignes wehl Sich nicht allein gemacht; Er hält sich für die welt Von dir hervorgebracht. 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 209 ergeben Sind mittel, die er braucht, Bebülflich gern zu sein, Um einen leidenden Mit troste zu erfreun. 6. Was andrer nothdurft beischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zur wahren menschenliebe. Kein stolz, noch eigennut Wirkt seine gütigkeit. Er siebt auf seinen gott, Der liebe ihm gebent. 3. Er denkt, die welt hat recht Auf meinen dienst und kräfte, Ihr nützen ist für mich Ein seliges geschäfte. Als glieder schuf uns gott, Als bürger einer welt, In der des einen band Die hand des andern hält. 7. So laß mich auch gesinnt, Mein gott, durch christum werden! Voll regen eifers sey Mein leben hier auf erden, So nüßlich, als ich kann, 5. Er eilt, dem, ders bedarf, Mit Dem nächsten stets zu sein! Dann bülfe beizustehen; Sein ansehn und geh ich einst zu dir Ins reich der sein freund, Sein stand, sein wohl- liebe ein. 4. So denkt der menschenfreund; Und das ist sein bestreben, So treu, als er sich lebt, Zum wohl der welt zu leben. Ihm wird des nächsten beil Sein eignes bimmelreich; Er füblet fremde noth, Als träf ihn selbst der streich. 27) Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Mel. Alle menschen müssen sierben 2c. 459. Maß mich, böchster, dar nach streben, Stets der wahrheit freund zu sein. Zu des himmels froßem leben Geht kein frecher lügner ein, Und vor deinem verborgen ist: Dies erwecke mein ge- müthe, Daß ich mich vor lügen büte; Denn du liebst den wahrheitsfreund Und bist allem falschen feind. Mel. Befiehl du deine wege 2c. angeſichte Werden ſie, beschämt, zu 460. Wohl dem, der richtig nichte; Denn vor dir sind immerdar Aller berzen offenbar. 2. Andern zu gefallen lügen, Leeren schwäßern gleich zu seyn, Heuchelnd brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wabrheit leit an allen orten Mich in werken und in worten; Redlich sey des berzens grund, Redlich sprech' auch stets der mund. wandelt, als ein wahrheitsfreund In wort und werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der recht und treue liebet, Und von dem sinn der welt, Die trug und falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 3. Die der falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o gott, ein greul' Und ein unglückselig leben Ist gewiß ihr fünstges theil. Hier schon trifft verdiente schande Sie bei redlichen im lande! Denn ein jeder menschen freund Ist der falschheit ränken feind. 2. Wohl dem, der lügen Haffet, Und der, so oft er spricht, So seine reden fasset, Caß er die wahrheit nicht mit vorbedacht verleget, Und der an jedem ort Sich dies vor augen setzet: Gott merkt auf jedes wort. 4. Schmäht mich, ohne mein verschulden Der verläumder lästermund, O so laß michs still erdulden! Einst wird doch die wahrbeit fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, Meine 4. Herr drücke diese sache Mir unschuld zu bezeugen; So verleihe, tief ins herze ein, Daß ich's zur daß dabei Herz und mund voll sanft- pflicht mir mache, Der lügen feind muth sey zu seyn: Erinnre mein gewissen, 3. Wohl ihm, wenn sein gemüthe, Gott, so die wahrheit übt; Ihn leitet deine güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. 5. Daß du, berr, an jedem orte, Du hasfest heuchelei, Damit ich Zeuge meines wandels bist, Daß kein stets beslissen Der treu und wahreinz'ges meiner worte Deinem ohrheit sey. Evangel. Iuth. 14 210 5. Laß niemals mich versprechen, Was ich nicht balten kann, Auch nie zusagen brechen, Die ich einmal getban; Nie mich den stolz verleiten Und nie des beispiels macht, Als wabrbeit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen zeiten Auch deiner wahrheit licht, Herr, meine seele leiten, Damit ich meine pflicht Mit flugheit üb' und wisse. Wann ich für andrer wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schweigen toll. Zweite Abtheilung. 28) Von der 2. Man schäßt den freund in jedermann, Wär er auch nicht ein christ. Doch ganz unschäßbar ist er dann, Ist er auch wahrer christ. 3. Als wahrheits- und als tugendfreund Besiget er mein herz. Ich theil mit ihm, der's redlich meint, Mein glück und meinen schmerz. Mel. Nun danket all', und 20. 461. Das glück ist groß, das woblsevn fehlt. gott mir schenkt In einem wahren freund! Der als ein christ rechtschaffen denkt, Und treu es mit mir nteint. 4. Ich schmeck' des lebens süßigkeit In doppelt starker kraft, Wenn mich das edle glück erfreut, Das so ein freund verschafft. 5. Manch leid umwölket mein gemüth; Ich klag' es meinem freund, Fühl', daß schon halb der kummer flieht, Wenn er nur mit mir weint. 6. Oft lindert mir sein guter rath Des leidens herben schmerz. Oft hilft er mir auch mit der that; Und frob dankt ihm mein berz. 7. Freimüthig ohne bitterfeit Straft er mich, wenn ich fehl, Und eigne unvollkommenheit Hält er vor mir nicht behl. 8. Manch wort, zu unsers gottes ruhm, Theil ich mit ihm vertraut; Und werd' in meinem christenthum Oft fehr durch ibn erbaut. 7. Wenn jemals, mich zu drücken, Des feindes rath gelingt, Wenn er mit bösen tücken In kümmerniß mich bringt: So stärke meine ſeele, Daß sie nicht unterlieg', Und alles dir befehle; Du giebst der unschuld sieg. 8. Ein herz voll treu und glauben, Tas, gott, dein auge scheut, Das soll mir niemand rauben; So kann mit freudigkeit Ich bier zu dir aufsrben Und dort vergiltst du mir, Wenn falsche nicht bestehen, Mit wonn' und preis dafür. 9. Ich freue mich mit ibm der zeit, Da uns, in jener welt Verklärt zum Freundschaft. glück der ewigkeit, Nichts mehr an 10. Da wir, vor gottes thron vereint, Von allen mängeln rein, Ibn sehn, den allerhöchsten freund, Mit ihm uns ewig freun. 11. O gott, mein gott, wie dank ich dir, Wenn so ein freund mich schätzt! Ich bitte dich, erhalte mir Dies glück stets unverlegt. Mel. Allein gott in der höh' seyy 2c. 462. Welch glück, o gott, in hier, In diesem pilgerleben! Sie kann im unglück und im glück Uns troft und freuden geben. Sie ist der jugend starkes band; Es fübret ihre fromme hand Uns ab vom sündenwege. 2. O jesu, bester menschenfreund, Der du uns fünder liebtest, Nur das, was groß und edel beißt, Uns hier zum beispiel übtest; So göttlich liebreich für uns starbst, Selbst gottes freundschaft uns erwarbst, Uns ewig zu beglücken. 3. Schent mir auch einen frommen freund( Nur du kannst ihn mir geben), Der edel und rechtschaffen denkt, Der mir in meinem leben Ein reizend tugendmuster sey, Und bei mir standhaft und getreu Im glück und unglück stehe. 4. Der meine unvollkommenheit Mit sanfter schonung trage, Mir fehler ohne bitterkeit, Nur mich zu bessern, sage; Der mich vor sünden 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. im merdar, Vor irrthum, schaden und gefahr An leib und seele warne. 5. Doch laß mein herz vorsichtig seyn, Mit wem es freundschaft mahet. Kein spötter der religion, Der über tugend lachet: Kein wollüstling, kein stolzes berz, Wer fübllos ist bei andrer schmerz, Sey niemals mein vertrauter. 6. Ein mensch, vom laster angesteckt, Wird mich auch leicht anstecken; Laß mich ihn fliebn als eine pest, Mich nicht durch ihn beflecken, Und wie kann der, der ohne scheu Stets gott ver 463. 29) Von der Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. In allen meinen thaten 2c. men: ich bin dein; Im glauben der erlösten, Sich deiner huld getrösten: Welch glück, mein gott, kann größer seyn? in rubiges gewissen Laß, berr! mich stets genießen. Denn bab ich dieses nur, So ist für mich in tagen, Wo andre ängstlich zagen, Nichts schreck liches in der natur. 8. Läßt du mich im gewissen Einst diesen trost genießen, Wenn alles von mir weicht; Kann ich dann, voll ver2. Wenn meine schuld mich beu- trauen, Auf dich noch, vater, schauen, get, Und dann dein geist bezeuget, So wird mir selbst das sterben leicht. Daß ich begnadigt bin; Wenn mich dein trost erquicket, So oft mich trübsal drücket: Wie unschäßbar ist mein gewinn! 9. O laß zu allen zeiten Mich deine weisheit leiten, Und mache selbst mich treu! 3um fleiß in guten werken Laß mich die boffnung stärken, Daß groß der lohn im himmil sey. 3. Sollt ich solch ruhig leben Für lust der fünde geben, und dann die innre pein, Mich selber zu verklagen, 211 leugnet, menschen treu Und redlich seyn und bleiben? In meinem bufen tragen? Gott, lag dies ferne von mir seyn! 7. Doch hab ich einen wabren freund Von dir, o gott, erhalten; So laß denn auch mein warmes herz Nie gegen ihn erkalten. Laß mich verschwiegen, redlich seyn, Neid, falschheit, arawobn, schmetchelein Und eigennuß stets fliehen. 8. Gott, präge du der liebe sinn So freunden ein als feinden. Auch die, die meine feinde sind, Lie mache mir zu freunden. Bild unser berz zur einigkeit; Lehr uns, daß jene seligkeit Sey wahre lieb' und freundschaft! 4. Sein eignes berz bekämpfen, Und seine neigung dämpfen, Ist freilich schwere pflicht; Doch, wenn wir uns bestegen, Welch bimmlisches vergnügen Gewährt die überwindung nicht! 5. Nichts kann im wohlergeben So unser glück erhöhen, Als ein gerubig berz. Das schafft uns innre freuden. Und mildert auch im leiden Durch seinen trost den größten schmerz. 6. Die freuden zu verachten, Wornach die fünder schmachten, Was giebt uns dazu muth? Was tröstet gottes kinder Beim spotte frecher fünder? Ein rubig herz, das beste gut. 7. Zu dir gen himmel schauen, gott, und mit vertrauen Sich rühMel. Wer nur den lieben gott 2c. 464. Gott, deine gnad' ist unser Sie schafft uns heil und seelenruh. Dein ists, die sünden zu vergeben, Und willig ist dein berz dazu. Du nimmst die fünder gnädig an, Die sich voll reue zu dir nahn. 2. Uns, uns verlorne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen sohn, Er litt, damit wir friede hätten, Für uns den tod, der fünde lohn. D gott! wie bast du uns geliebt! Welch ein erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig dank sey deiner treue, Die niemand g'nug erheben tann! Nun nimmst du jede wahre reue Um christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, Und gläubig seinen mittler ehrt. 14* 212 4. Den, herr, befreist du von den plagen, Die dem gewissen furchtbar sind; Der kann getrost und freudig sagen; Gott ist für mich, ich bin sein kind; Hier ist der, welcher für mich litt, Und mich noch jetzt bei gott vertritt. 5. O herr, wie selig ist die seele, Die so sich deiner gnade freut! Ob auch groß irdisch gut ibr fehle, Feblt thr doch nicht zufriedenheit; Gott, deine huld ist weit mehr werth, Als alles, was die welt gewährt. 6. Dein friede stärkt mit frohem muthe Das herz auch in der größten noth; Giebt hoffnung zu dem ew'gen gute, Und macht getrost selbst in dem tod; Wer diesen frieden hat, genießt Lust, die des himmels anfang ist. 7. Laß, vater, denn in diesem frieden Auch meine seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies glück beschieden; Denn auch für mich genug zu tun, Ward sterbend der am kreuz ein fluch, Der aller menschen sünden trug. Zweite Abtheilung. 8. O laß mich dies im glauben fassen, Und mich mit starker zuversicht Auf deine vatertreu verlassen; Wenn- alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein heil steht unbeweglich fest. 9. Lobfingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner gnade freun, Und deinem dienst mein ganzes leben In kindlichem gehorsam weihn; Denn du vergabst mir meine schuld; Nie, nie vergeß ich diese huld. mit dem tode streiten: Dann hilft er der schwachheit auf, Und erleichtert kampf und lauf. 3. Wenn uns stolze sünder meiden, Weil wir ihre freuden fliehn, Dann giebt er uns feine freuden; Unser berz empfindet ihn. Kann ich größres glück begehren? Ewiger, bat dich mein Herz: O so wird es ohne schmerz Den besig der welt entbehren. Alles andre wird mir klein Gegen deine Gnade seyn. 4. Wenn mich leiden niederdrücken, Nehm ich sie als woblthat an Von der band, die nur beglücken, Aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine schmerzen Mit der seele heiterkeit, Und versüßest alles leid Durch die sanfte ruh' im berzen, Die mich stets mit muth belebt, Ueber alles leid erhebt. 5. Von gefahr und noth umgeben, Ueber diesen rauhen pfad Geh ich, vater, in dein leben, Das nicht leid, nur wonne hat. Sollten mich der erde freuden, Sollte mich der fünder spott Und das elend und der tod, Herr, von deiner liebe scheiden? Raubt ich meine frone mir! Nein, ich leb', ich sterbe dir. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 466. Mein glaub' ist meines lebens rub, Und führt mich deinem bimmel zu, O du, an den ich glaube! Ach gieb mir, herr, beständigkeit, Daß diesen trøst der sterblichfeit Nichts meiner seele raube. Tief präg es meinem Herzen ein: Welch glück es sey, ein Christ zu seyn! Mel. Sollt' ich meinen gott: c 2. Du haft dem sterblichen geschlecht 465. Gott, durch welchen alle 3ur sel'gen ewigkeit ein recht Durch deinen mein dinge wir ken und vergehn, Stärk' mich, daß ich dich besinge; Lehre mich, dein lob erböhn! Laß mich dich im stillen loben, Mich, den du voll lieb' und buld Aus den tiefen seiner schuld zu des christen glück erhoben! Dich erheb ich immerdar, Der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die gestirne zäblen: Gottes gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre seelen, Ist ihr freude, trost und licht. Wenn wir mit den eitelkeiten, Mit versuchungen der lust, Mit dem feind in unsrer brust, Wenn wir leib zwar asch' und staub, Doch nicht des todes ew'ger raub; Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein erlöster bin, Ist, daß ich sterbe, nun gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein christ; Mein herz ist ruhig, und vergißt Die schmerzen dieses lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein theil mir zu, Hter kurzen schmerz, dort ew'ge ruh. 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 213 4. Was seyd ihr leiden dieser zeit| Bringt eine noth mich ins gedränge, Mir, der ich jener herrlichkeit Mit ruh' So hab' ich doch den trost an dir, entgegen schaue? Bald ruft mich gott, Daß du auch leiden dieser zeit Stets und ewiglich Belohnet und erquickt er lenkst zu meiner seligkeit. mich, Weil ich ihm hier vertraue; Bald, bald verschwindet aller schmerz, Undhimmelsfreuden schmeckt mein herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der sünde schändlich foch In meinem lauf auf erden, Die tugend ist mir süße pflicht! Und wenn ich gleich hienieden nicht Ganz frei von fehlern werde, So ist mein trost: gott hat geduld Und straft nicht meiner schwachheit schuld. 6. Der du den tod für mich bezwangst, Du hast mich, mittler, aus der angst, Die ich verdient, gerissen. Dir, dir verdant' ich meine ruh; Du heilest meine wunden zu, Du stillest mein gewissen; Und fall' ich noch in meinem lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sey gott! ich bin ein christ, Und seine gnad' und wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner heiligung, Ich spüre täglich besserung Des herzens und des lebens. Ich fühle durch des geistes kraft Mich, herr, getrost und tugendhaft. 8. Dank sey dir, vater, dank und ruhm! Du lehrtest mich das christenthum Fest glauben, redlich üben; Es macht mich rubig und erfreut, Führt mich zur wahren seligkeit; Wie, sollt' ich es nicht lieben? Erhalte stets mein herz dabei, So preis'' ich ewig deine treu'. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 467. Mit bir, o böchster, friede haben, Und deiner huld versichert seyn, Das ist die die größ aller gaben, Die jedes menschen herz erfreun, Das bleibt auch in der ewigkeit Die quelle der zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner seele grauen, Wenn du mir, gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getrost auf dich nur schauen, Dem alles unterworfen ist: So seh' ich auch mit heiterm sinn Auf alles andre ruhig hin. 3. Beschämt mich meiner fehler menge: Du, vater, du verzeihst sie mir. 4. Froh seh' ich deinem höhern segen, Den deine hand in jener welt Den deinen aufbewahrt, entgegen; Und wenn mein leib in staub zerfällt, So zagt mein herz doch darum nicht: Denn du bist meine zuversicht. 5. Mein beil steht blos in deinen händen, Und dein ist, vater, alle macht, Mir jedes gute zuzuwenden, Das deine huld mir zugedacht; Nur du vollführst stets deinen ratb. Wohl dem, der dich zum freunde hat. 6. Dies ist das glück der reinen seelen, Die sich mit ernst vor sünden scheun, Nur dich zu ihrem trost erwählen, Und vor dir, recht zu thun, sich freun. Wer dich mit solchem sinn verehrt, Der ist dein freund, der ist dir werth. 7. Der hat dich auch in allen fällen Gewiß zum trost, und kann sein berz Durch dich, o gott, zufrieden stellen Bei jedem gram, in jedem schmerz! Den wird zum ew'gen wohlergehn Unfehlbar deine huld erhöhn. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, Um deiner gnade mich zu freun, Nach einem reinen verzen strebe, Und präg' es mir aufs tiefste ein: Kein größres glück sey auf der welt, Als wenn man dir, gott, wohlgefällt. Mel. Allein gott in der höh' set ze. 468. welch ein unschäßbares gut Ist doch ein gut gewissen! Hab' ich nur das, so bab ich muth, Wenn andre zagen müssen. Dann zittert meine seele nicht; Mich schreckt kein tod und kein gericht: Denn ich hab' gott zum freunde. 2. Bin ich mir dessen, gott, bewußt, Und steh' bei dir in gnaden, So wohnet ruh' in meiner brust Und wer will dann mir schaden? Ich seb' auf dich in aller noth, Womit die zukunft mich bedroht; Mich tröstet deine liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch Das gift der lästerungen; Wird 214 Zweite Abtheilung. meines Herzens rube doch Dadurch| ich gutes nur allein; Such' ich, vater, nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mehr als allen, Such' ich stets dir mein gewissen rein, Und flieb' ich auch den bösen schein, Wirst du mich schon beschüßen. zu gefallen, So sind ew'ge freuden mein. 5. Kann ich, wenn mich menschen bassen, mich auf dich nur, gott, verlassen, Und verdammt mein herz mich nicht: O, so bin ich voller freude, Und verlier', auch wenn ich leide, nicht den muth zu meiner pflicht. 6. Laß den retz der eitelkeiten Nie von dir mein herz ableiten, Bleib du mir mein höchstes gut! Hilf mir den betrug der fünden Sehn und standbaft überwinden; Gieb mir dazu kraft und muth. 7. Lenke, vater, mein bestreben Hin zu einem bessern leben; Lebre mich schon in der zeit An dem ewigen ergößen, Hier den wert der dinge schätzen, Wie einst in der ewigkeit. 4. Ich sehe mit zufriedenbeit D künft'gen welt entgegen; Sie giebt mir muth und freudigkeit Auf allen meinen wegen. Denn dort macht selbst, o herr, dein mund Den hohen werth des christen kund; Da wird der fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum heil, Ein unverletzt gewissen, Des lebens allerbestes theil, Zu baben sey beslissen. Mit dir, gott, ausgeföhnt zu seyn: Dein heilig recht nicht zu entweihn: Das sey mein größter eifer. 6. Des richtigen gewissens spruch Laß mich stets folgsam ehren, Und immer aufmerksam genug, Auf seine warnung bören. Erinnerts mich an Mel. Wer nur den lieben gott: c. meine schuld, so laß mich, vater, 470. Wer durch dein wort ist Voll glauben neu geboren, und von dir empfängt Ein berz, das dich zum heil erkoren, Der sünd' entsagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt; wie selig ist Ein solcher mensch, ein wahrer christ! 2. Befreit von seinen finsternissen Und von der fünde sclaverei; Begnadigt, rubig im gewissen, Von strafen des geseßes frei; Sieht er in dir, Mel. Uues ist an deinem 2c. besten freund. 469. Vater, den mein herz mit dir vereint, Den vater und den verehret, Dem mein leben angehöret, Heilig sey mir dein gebot: Ueber alles dich zu lieben, Det nen willen gern zu üben, Und dir treu zu seyn, o gott! suchen. 7. Mit deiner gnade tröste mich Und stärke meine seele, Daß sie von sünden hüte sich, Und nie aus vorsaß fehle: Denn wer nur reines herzens ist, hat immer dich durch jesum christ, Allgütiger zum troste. 2. Ohne dich ist doch kein friede; Und die seele quält sich müde Um das blendwerk dieser zeit. Ibren durst kanst du nur stillen, Und du willst ihn gern erfüllen Hier und auch in ewigkeit. 3. Sieb, berr, daß das glück der erde Nie für mich verführung werde; Deine buld sey mehr mir werth. Sie nur ist das glück der seelen, Und das werd' ich nicht verfehlen, Wenn mein berz dich findlich ehrt. 4. Friede werd' ich im gewissen, Und den himmel hier genießen, Lieb' 3. Er darf, o gott, von dir verlangen, Was ihm dein eigner sohn erwarb; Er wird es auch von dir empfangen, Weil er auch ihm znm heile starb; Verständniß, so wie muth und fraft, Zum kampf in seiner pilgrimschaft. 4. 3um sichern siege deine stärke, Und deinen geist der heiligung Zu einem jeden guten werke; Im leiden trost und linderung; Und selbst, in dieser übungszeit, Den vorschmack jener herrlichkeit. 5. In seinem kindlichen gebäte Ist er der froben zuversicht, Daß ihn dein sobn vor dir vertrete, Und du beschämst dein kind auch nicht: Ja, 215 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. deine vaterbuld gewährt Ihm immer| zu bereun; Sucht gnad und strebt noch mehr, als er begehrt. mehr Der tugend treu zu seyn. 6. Bereit zu belfen und zu trösten, Lenkst du mit väterlicher huld Zum besten alles dem erlösten, Und bast, wenn er auch fehlt, geduld; Hilfft ihm in seiner schwachheit auf, Und förderst seinen tugendlauf. 4. Getreu in seinem stand, Genießt er gottes gaben Vergnügt, wenn andre gleich mehr glück und ansehn haben. Mit dem, was gott ibm giebt Zufrieden, frei von neid, Von habsucht und von geiz Von stolz und eitelkeit. 7. Er wandelt gern auf deinen wegen, Liebt alle menschen brüderlich; Sein thun, o herr, wird endlich segen, Auch freut er deines beifalls sich; Wenn alle sünder ihn verschmähn, Bleibt doch sein trost und glück bestebn. 8. Er, sicher, daß er felig werde, Zufrieden stets mit seinem loos, Ist für die schnöde lust der erde Zu glücklich schon, zu reich, zu groß. Ein zeitlich glück ist ihm zu klein; Denn er wird ewig glücklich seyn. 9. Er sieht den tod von ferne kommex, Und zittert nicht, er ist sein freund; Von dir zum erben angenommen, Froblockt er, wenn der tod erscheint; Er endet fröhlich seinen lauf Und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer so neu geboren, Ein frommes herz von dir empfängt, Und dich zum eigenthum erforen, Der sünd' entsagt, und göttlich denkt, Und beilig lebt: wie selig ist Dein kind, dein eigenthum, der christ! 2. Er merkt auf seinen gang, Gebt ihn mit festem muthe; Wird in der schwachbeit stark, Liebt immer mehr das gute. Ihn machet gottes geist Durch sein wort tugendhaft, Und er nimmt immer zu An kenntniß und an kraft. 5. Schenkt gottes band ihm viel, So wird er vielen nüßen; Tes freundes glück erhöhn, Verlaßne tugend schüßen; Auch selbst beleidiger Wird er in noth erfreun; Gut, wie sein gott gesinnt, Und milde wird er seyn. 6. Er fränkt den nächsten nie, Schüßt seinen ruhm, sein leben: Er trägt ihn mit geduld, Ist willig, zu vergeben: Und übereilt ion auch Der zorn, so faßt er sich, Und denfet bald: wie oft Verschonet gott auch mich. 7. Er suchet jedes berz Im guten zu bestärken; Und jeden reizet er Zu allen guten werken: Mit allen suchet er Ein herz und sinn zu seyn, Mit ihnen eines herrn Und heils sich einst zu freun. Mel. Wie groß ist des allmächt'gen. Mel. D gott, du frommer gott. 471. Wer gottes wege geht, 472. Wie mächtig spricht in Nur der hat wabren frieden. Wie herrlich ist sein glück Shm selbst von gott beschieden: Voll glaubens widersteht Er jeder bösen luft, Ist seiner tugend sich Frob vor dem Herrn bewußt. 3. Gott hat er allezeit Vor augen und im herzen; Wacht über sich und scheut Sich vor der sünde schmerzen; Er eilet, wenn er fällt, Den fall gleich 8. Das heil der ewigkeit, Das hier der fromme schmecket, Erbält ihn so getrost, Daß ihn kein unfall schrecket! Es schafft ihm frohen mutb, Und stillet seinen schmerz: Im tode selbst frohlockt Sein gottergebnes herz. meiner seele, Herr, deine stimme voller huld! Du schonest meiner, wenn ich fehle; Zürnst nicht; haft väterlich geduld; Schickst deinen geist, mich zu regieren; Sprichst meinem herzen freundlich zu; Wirst niemals müde, mich zu führen, Und sorgt für meine wahre ruh. 2. Erbarmer deiner Freaturen! Liebreicher herr der ganzen welt! Die deiner güte reiche spuren In jedem sonnenstaub enthält: Zu groß sind sie, daß ich ermessen Die wunder deiner liebe kann. Nie will ich undankbar vergessen, Was du zu meinem heil gethan. 3. Sollt' ich nun noch den gott mit willen Beleidigen, der mir ver 216 Dritte Abtheilung. giebt? Der mir, gebote zu erfüllen, Die weder mensch noch engel büßt; Gegeben hat, weil er mich liebt; Der die erfüllung meiner pflichten Aus lauter güte mir vergilt? Und der, anstatt mich streng zu richten, Mein herz mit trøst und freud' erfüllt? Wie freudig kann ichs dann empfinden, Daß christus mein erlöser ist! 5. Den großen tröstenden gedanken Geb ich für alle welten nicht. Wahr bleibt er, wenn auch thronen wanken, 4. Sein dienst ist glück für meine Fest steht er, wenn die welt auch seele; Gehorsam meine seligkeit! Wie bricht. Es mögen sündigen und zitfindlich wein' ich, wenn ich fehle, tern, Die finder des verderbens sind! Vor ihm, dem vater, der verzeiht! Gott wird der erde grund erschüttern; Ich fühl die schwere meiner sünden, Ich bebe nicht: ich bin sein kind. Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Vorfälle. 1) Lei dem öffentlichen Gottesdienste. a. Beim Anfange desselben. Mel. Vom himmel hoch, da ic. oder: Wenn wir in höcsten 2C. bringe, Und daß es uns mächtig stärke Zur vollbringung guter werfe. 473. Gr Erbör uns, gott, wir flehn um licht, Versage deinen geist uns nicht, Laß uns dein heilig wort verstehn Und freudig deine wege gehn. 2. Erleuchte unsre seelen nun, Stärk' uns, und lehr' uns redlich thun Nach deinem wohlgefallen, gott; Denn wir im tod. 3. Mach uns im glauben stark und 475. Hicht Sind wir bier, err, vor deinem angefrei Bon trägheit und von heuchelei; Zu dienen dir die lebenszeit In christlicher rechtschaffenheit. 4. O höchster! unser lobgesang Gefalle dir und unser dank, Bis wir vor deinem throne stehn Und dann vollkommner dich erhöhn. Mel. Liebster jesu, wir sind hier: c. 474. Gieb, berr, daß dein theures wort Unsern geist heut so durchdringe, Daß es dann auch immerfort Frucht in unserm leben 2. Laß es uns seyn trost und licht, Herr, auf allen unsern wegen; Unfre starke zuversicht, Wenn sich noth und trübsal regen; Es vermehre unfre freuden Bis wir von der welt einst scheiden. In voriger Melodie. dich anzubeten; Laß uns ohne andacht nicht, nicht ohn ernst dein baus betreten; Gieb uns herzen, die dich ehren, Christlich flehn, aufmerksam hören. 2. Laß dein seligmachend wort Viele gute früchte bringen, Und uns seine kraft sofort Tief in unsre seelen dringen; Laß es unsern sinn erneuen Und des irrthums nacht zerstreuen. 3. Daß, mit deinem wort bekannt, Wir, was du befohlen, üben; Dich und den, den du gesandt, Jesum 1. Bei dem öffentlichen Gottesdienſte. christum herzlich lieben! Daß kein leid und keine freud Uns von dieser liebe scheide. In bekannter Melodie. 476. Jesu christe, wir sind hier, Um dein göttlich wort zu hören: Gieb uns andacht und begier Nach der wahrheit theuern lebren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir erhoben werden. 2. Ohne dich ist der verstand Sehr mit finsterniß umgeben, Drum so mach' uns recht bekannt, Was uns dient zum frommen leben. Gutes denken, gutes üben, Komt von deines geistes trieben. 3. Deines wortes göttlich licht Leuchte feßt so unfern seelen, Daß wir seinem unterrichtFolgen und das gute wählen. Lenke du gebät unb lehre Üns zum heil und dir zur ehre. Mel. Ach bleib' bei uns, herr 2c. 478. Sbetliger geist! laß uns dein wort In bekannter Melodie. 477. ven weg Pomm, beilger geist! ner gläubigen, Und entzünd' in ihnen Das feuer deiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfaltigkeit Der zungen, Die völker Der ganzen welt versammelt hast, In einigkeit des glau- gend bahn. bens. Halleluja, Halleluja. beut und ferner fort, Daß sich auch stets durch deine lehr', Glaub', lieb' und hoffnung in uns mehr'. 2. Erleucht' uns huldvoll durch dein licht, Versag uns deinen beistand nicht; Tröst' uns in aller unsrer noth, Gieb kraft zum guten bis in den tod. 217 Daß ich mit fleiß gewissenbaft Und treu dein wort vollbringe! Auch mache mir bis auf den grund Mein herz mein ganzes leben kund, Daß ich nie heucheln möge! 3. Gieb alles, was dein sohn verbeißt, Und send' uns kraft von oben, Damit wir dich mit einem geist Aus einem munde toben! Laß unser lob und unser flehn, Auch unsern dank von berzen gehn, Und dir, o herr, gefallen! 4. Dann sehen und empfinden wir Schon deine buld auf erden; Dann wird auch unsre andacht bier Recht heilsam durch dich werden; Dann werden wir, nach dieser zeit, Zur rub in jener seligkeit Dereinst unfehlbar kommen. Mel. Allein gott in der höh' sey zc. 479. berr, wenn deine lebren mir Den weg zum himmel zeigen: So laß die seel' empor zu dir In stiller andacht steigen; Erleuchte mich und gieb verstand, Daß mir dein wille recht bekannt, Und ich stets weiser werde. 2. Gieb, daß des wortes geist und kraft Mein ganzes herz durchdringe, mel. Herr jesu chrift, dich: c. 480.vater, send' uns deinen geist, Den uns dein göttlich wort verheißt, Daß er uns stärke, tröst', regier', Und uns 2. Stärk' unsern glauben und verstand; Mach' deine lehr' uns recht bekannt; Treib auch zur heiligkeit uns an, Und führ' uns auf der tu3. Macy' uns geschickt, den engeln gleich, Zu preisen dich in deinem reich, Und dich zu sehn von angesicht In ew'ger freud' und sel'gem licht. 4. Dir, gott, den erd' und bimmel preist, Oir, vater, deinem sohn und geist, Dir, der mit hülf' uns gern erfreut, Sey lob und preis in ewigkeit. Mel, Liebster jesu, wir sind 2c. 481. Wir erscheinen heut' vor dir, Dich, o vater, zu verehren, und in deinem hause bier Dein bochheilig wort zu bören; Vom geräusch uns zu entfernen Und, was uns beglückt, zu lernen. 2. Gieb uns deinen geist, o gott! Und durch ibn fruchtbaren glauben; Nicht der welt list, macht und spott Laß uns diesen jemals rauben; Gieb vielmehr muth, licht und stärke Uns zu jedem guten werke. 218 Dritte Abtheilung. 3. Hilf, daß alle fünder sich Durch bein wort zu dir bekebren, Und wir alle, gott, durch dich Treu vollbrin- selig werden. b. Beim Schlusse desselben. Mel. Jesu, deine tiefe wunden 2c. 482. Gott, ott, durch den wir sind und leben! Höre, wie der christ dich preist, Daß du uns dein wert gegeben, Das uns beilsam unterweist, Las uns unsre pflichten lehrt, Warnt, ermabnet, straft, bekehrt, Und, wenn uns ein leiden drücket, Uns mit reichem trost erquicket. 2. Gieb, daß wir dein wort recht 3. Darum drückt', was wir vernommen, Tief in unire feelen ein; Laß uns zur erkenntniß kommen und des wortes thäter seyn; Dein geist treibe stets uns an, Daß dich von uns jeder mann Recht erkenne, ehr' und liebe, Und mit fünden nicht betrübe. gen, was wir bören: Daß wir alle fromm auf erden Und dereinst auch Daß wir uns im guten üben, Und nicht 483. Tree, at du uns bein Mel. Liebster jesu, wir sind hier zc. gott, wir danken bloße börer seyn; Denn wer deinen willen weiß, Und ibn doch nicht thut mit fleiß, Der ist ärger als die beiden Und wird doppelt streiche leiden. wort gegeben: Hilf uns ferner, daß auch wir Nach demselben heilig leben: Gieb dem glauben solche stärke, Daß er thätig sey durch werke. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 484. Den böchsten öffentlich verebren Und in sein baus mit freuden gehn, Um andachtsvoll sein wort zu hören und ihn lobpreisend zu erhöhn, Ist eine pflicht, wozu der christ, So lang' er kann, verbunden ist. 4. Um dies alles recht zu wissen, Sey dein wort uns rath und licht. Laß uns trost daraus genießen, Wenn es uns an trost gebricht. Es versüß uns jede noth; Es erquick' uns auch im tod, Durch die hoffnung, nach dem leiden Dort zu schmecken himmelsfreuden. 2. Denn billig ist's, das höchste wesen, Durch das der mensch ist, lebt und denkt, Den herrn und richter aller wesen, Den, der uns jede wohlthat schenkt, Mit lob und preise zu erhöhn, Um neue huld ibn anzuflehn. 3. Wenn du nur in der still' ibn ebrest. Und jefum deinen beiland neist; Doch ihn nicht öffentlich verehrest, Ibn nicht auch vor der welt bekennst: Bist du dann sein? bist du ein christ, Der seinem heiland dankbar ist? 2) Von der Feier des Sonntags. wir thun und glauben sollen; Schenk 2. Uns, o vater, lehreft du, Was uns deine kraft dazu; Gieb zum wissen auch das wollen. Und zum wollen das vollbringen, So wird alles wohl gelingen. 4. Wer sich dem dienst des Herrn entziehet An dem dazu beſtimmten tag, Aus leichtsinn die versammlung fliehet, Und nicht mit andern beten mag: Ter, der verletzet seine pflicht, Verachtet gott, ehrt jesum nicht. 5. Auch deinen nächsten zu erbauen, viele sind, die auf dich schauen. Die Mußt du zum bause gottes gebn; Wie sehr auf andrer beispiel sebn; Wenn einer durch dich träge wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? 6. Und selbsten uns in unsern pflichNoch immermehr zu unterrichten, In ten, Und von der bahn zur seligkeit, dieser vorbereitungszeit: Wie nöthig ist dies nicht, o christ, Der Du geneigt zu fehlern bist! 7. Der gottesdienst ist ein geschäfte, Dazu aus lieb' uns gott verband; Er 2. Von der Feier des Sonntags. 219 stärket unsers geistes kräfte, Giebt mebr erfenntniß und verstand; Er ist ein mittel, das uns kraft 3um glauben und zur tugend schafft. 7. D, laß auch heute deinen geist mich lebren, Vom weg, der dir mißfällt, mich abzukehren: Er leite mich, daß meine ganze seele Zum trost dich wähle. 8. Hast du nicht auch oft troft empfunden, Wenn du das wort des 8. Dein tag sey mir ein denkmal herrn gehört? Sind dir nicht lieb die deiner gute Er bring' mir beil, und frohen stunden, Da man gott öffent- lenfe mein gemüthe Auf jenes glück, lich verehrt, Und um das ewige be- Das du der welt erworben, Da du mübt, sich dem geräusch der welt gestorben. entzieht? 9. Was gleicht dem himmlischen entzücken, Das bier ein frommes berz belebt, Wenn es in stillen augenblicken mit andern sich zu gott erbebt, Und, voll des glücks, das es genießt, Von dank und freuden überfließt. 10. Kommt dann, o chriften, theure brüder! Vereint im geist vor gott zu stebn; Kommt, wir sind eines teibes glieder; Kommt, unsern vater zu erböhn! Froblockend preiset jesum christ, Der unser herr und heiland ist. Mel. O jesu chrift, mein's lebens 2c. 486. gott! du bist mein preis und rubm, Mein berz sey ganz dein eigentbum, Laß mir den sonntag beilig seyn, Und gern ibn meinem glücke weibn. 2. Gieb, daß ich mein gemütb beies ist der tag, an wel- wahr', Wenn ich mit deiner christenMel. Herzliebster jesu, was hast: c. oder: Ist auch ein gott 2c. 9. Dich bet ich an, du todesüberwinder! an diesem tag bast du zum beil der fünder, Die fern von gott in todesschatten saßen, Dein grab verlassen. 10. Es fet're dankbar diesen tag die erde, Daß jedes land voll deines rubmes werde! Lob sey, erlöser, deinem großen namen Auf ewig; amen! 485. Herr; in dein baus, dich anzubeten, kommen; Mit lob, gebät und dank dich zu verehren, Dein wort zu hören. 2. Er sey nun auch, o beiland, dir geweibet, Ibn feiert gern, wer deines beils sich freuet. O laß auch mich mit freuden vordich treten, Dich anzubeten! 3. Dich preift der lobgefang der himmelsheere ,. Auch unsertempel schall von deiner ebre! Auch unser dank und unsrer ehrfurcht flehen Soll dich erböben. 4. Wie freu ich mich, die stätte zu begrüßen, Wo durstigen des lebens bäche fließen, Und wo dein heil von der erlösten jungen Froß wird besungen. 5. Mich lockt die welt umsonst zu ihren freuden, Mein geist soll sich an deiner lebre weiden; Dein himmlisch wort, das deine boten lehren, Dae will ich bören. 6. Mit andacht will ich heute vor dich treten: Ich weiß, du hörst, die Hindlich zu dir beten. Der menschen glück, die sich der fünde freuen, Kann nicht gedeihen. Und so mit andacht vor dir steb. 3. Erinnre selber meinen geist, Daß du mir gegenwärtig seyst, Damit ich deines geistes lehr' Begierig und mit nupen bör'. 4. Drück alles tief ins berz hinein, Und laß mich nicht blos börer seyn; Steb' mir mit deiner gnade bet, Daß ich der lebre thäter sey. 5. Hilf, daß ich deinen ruhetag Zu meinem segen feiern mag; Bewahr' mich vor dem geist der welt, Der diesen tag verächtlich hält. 6. Was dein wort heute in uns schafft, Behalt die ganze woche kraft; Taß jeder tag und allezett Sey detnem lob und dienst geweiht. Mel. er nur den lieben gott: c. 487. Wie beilfam ist doch, herr, die stäite, Wo deines namens ebre wobnt; O gieb, daß ich sie gern betrete, Weil da dein segen die belobnt, Die deiner lebre sich erfreun, Sich feierlich dir ofte weihn. 220 2. Wobl dem, der dich in deinem temvel, Gott, zu verehren, ernst beweist! Du börst sein lob: und sein exempel Stärk auch des nebermenschen geist, Daß er auf deiner wabrheit bahn Rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein wort bleibt niemals obne fegen Wenn mans nur recht zu herzen nimmt; Es giebt uns trost auf trübsalswegen, Die du zu unserm heil bestimmt; Es giebt im kampf uns muth und kraft, So wie es sieg und freude schafft. Dritte Abtheilung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 488 Du läsfest, herr, uns unterweisen, Turch deiner lehre belles licht. O gieb, daß wir dich dafür preisen Und segne jetzt den unter richt An uns, aus unsers lebrers mund! Mach' dich recht unsern seelen kund! 3) Bei der Katechismuslehre. 2. Hier wird dein saame ausgestreuet, Der künftig früchte tragen soll. Wer sich dir in der jugend weibet, Legt grund zu seinem wabren wohl. Aus jugendlicher frömmigkeit Quillt segen unsrer fünft'gen zeit. 3. So gieb denn feßt zu deinen lehren Auch bei uns allen das gedeihn; Faß uns mit lehrbegierde bören, Und auch der lebre thäter seyn. O pflanz' dadurch zu deinem ruhm In uns das wahre christenthum. Mel. Nun ruhen alle wälder ic. 489. ommt, finder, anzubeten; Laßt uns zum vater treten, Der aller vater beißt; Er ist's, der uns das leben, und feinen sobn gegeben; Er schenk uns auch den heil'gen geist. scheinen! Dein tag, herr, bring' auch 4. D, laß auch mir dein licht heut mir gewinn, Wenn andachtsvoll ich mit den deinen Vor dir an beilger stätte bin. Laß dir das lob, das wir dir weihn, Ein angenehmes opfer seyn. 2. Feblis uns in unsrer jugend, An weisheit und an tugend, Und fennen wir dich nicht: So mach uns, dir zum preise, D berr, doch fromm und weise Durch deines theuern wortes licht. O segne beute deine lebr'! Erhör', 5. Du bist der vater aller frommen, wenn wir zusammen kommen, Der frommen wunsch zu deiner ehr; Wir suchen nur, berr, deine gnad', Ach, leit uns auf der tugend pfad! 3. Lehr' uns den heiland kennen, Gieb, daß, wenn wir ihn nennen, Sich unser Herz erfreu! Hilf, daß wir an ihn gläuben, Und ihm geborsam bleiben; Mach' unser Herz ihm recht getreu. wir anbeute hören, Tief in die ber4. Präg deine heilgen lehren, Die zen ein; Gieb, daß wir sie, zum fegen, Bebalten und erwägen, Laß uns des wortes thäter seyn. 5. Hilf unsern guten trieben, Die folgsamkeit; Mach leichsinn und das eltern recht zu lieben; Gieb fleiß und laster Uns täglich mehr verbaßter; Laß uns thun, was dein wort gebeut. 6. Wir sind schon jetzt als tinder, O vater, vor dir fünder, Ach, geh nicht ins gericht; Gott! sey uns gnädig, schenke Uns unsre schuld; gedenke Doch unsrer fugend fehler nicht! 7. Wir sind noch unerfahren, Uns reißt in jungen jahren Der leichtsinn oft dabin; Laß uns die lust der sünde, Das sie uns nicht entzünde, Als tödtend gift der schlangen fliehn. deine gnade leiten, Auf jeder guten 8. Herr! laß zu allen zeiten Uns bahn; Führ' uns in früher jugend Durch gottesfurcht und tugend Zum glück des ew'gen lebens an. 4) Bei der Confirmation junger Christen. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 490. herz bie treue! Und err! dir gelobt mein neuen fleiß im christenthum. Dir, jeſu! geb ich mich aufs neue Zu bei. 491. Herbich In christo aller cl. Nuein gott in der höh' sey 2c. err, unser gott! erbarme nem ew'gen eigenthum. Von deinem guten geist allein Will ich hinfort geleitet seyn. 2. Nimm, treuer gott! von deinem finde Den theuern eid der treue hin. Reizt mich in zukunft noch die sünde, So will ich ihre netze fliehn; Will jung mich schon der tugend weihn; Sieh, dieser tag soll zeuge seyn. 3. Oft hab' ich schon das wort gebrochen, Das ich dir in der taufe gab; Oft hab' ich besserung versprochen, und ließ doch nicht von fehlern ab; Nun, heute kehr' ich ganz zu dir, Ich will mich bessern, hilf du mir. 4. Nie will ich hierin treulos werden, Nie deine guten wege fliehn. Kein scheingut, keine lust der erden, Kein unglück soll mich dir entziehn; Weich, fünde, o unglaube, weich! Gott bört es, jetzt entsag' ich euch. 5. Ja, ja, gott höret mein verspreChen; Tief sieht er in mein herz binein; Sollt' ich's in zukunft treulos brechen, So wird er einst mein richter seyn: Gewissensangst und ew'ge pein Wird meiner falschheit strafe seyn. 6. Darum regiere du mein leben, Und mache selbst mein herz dir treu, Daß ich, o höchster, dir ergeben, Stets beilig, fromm und weise sey! Denn ohne dich ist immerdar Mein herz verkehrt und wandelbar. 221 7. So werd ich, herr! vor deinem throne Mich dieses beil'gen tages freun; Geschmückt mit jener siegeskrone, Werd ich dann ewig selig seyn. O welch ein heil' wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! sünder, Und sieh auch jego gnädiglich Auf diese unsre kinder; Du nabmst sie schon bei ihrer tauf' Durch deinen sohn zu kindern auf Und erben deines himmels. 2. Zu ihres glaubens rechenschaft, Zu ihrem angeloben, Gieb, vater, deines geistes fraft, Daß sie des glaubens proben, Voll eifer für das christenthum, Zu ihrem heil und deinem ruhm Im ganzen leben zeigen. 3. Zwar wird wohl einst in ihrer brust Auch fünde sich empören: Sie werden oft zur bösen lust Gefährlich locken hören: An sie wird der versuchung macht, Die nur zu ihrem schaden wacht, Sich unvermerkt einst wagen. 4. Allein es kann doch deine gnad' In größesten gefahren, Auf ächter tugend ebnem pfad, Sie unverrückt bewahren; Erbarme dich, steh' ihnen bei, Daß ihre lebenszierde sey Beständigkeit im guten. 5. Sie nahen sich zu dir, o gott! Dir heilig zu versprechen; In freud' und leid, bis in den tod Den taufbund nie zu brechen; Gieb ihnen doch durch deine kraft, Die alles gute in uns schafft, Tas wollen und vollbringen. 6. Uns selbsten, herr, verlasse nie, Die wir es freudig wagen, Für uns zu bitten, und für sie: Du wollst uns liebreich tragen; Ja, nimm dich aller gnädig an Ünd leit' uns auf die tugendbahn, Die zu dem himel führet. 5) Für die Obrigkeiten und Unterthanen. Mel. Kus tiefer Roth schrei ich zc. werden; Verleib ihr weisheit, trieb 492. Erhalt uns, herr, die und kraft, Was wahres wohl dem lande obrigkeit, Die du uns gabst auf erden, Mit wohlstand und mit sicherheit Durch sie beglückt zu schafft, Mit sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gieb, daß sie, deinem vorbild gleich, Uns väterlich regiere, Und stets 222 Dritte Abtheilung. an huld und weisheit reich, Die berr- 7. Um seinen stub sei immerdar schaft glücklich fübre, Daß sie ein schuh Recht und gerechtigkeit; Und dann der unschuid sey, Den redlichen im land beschüß ibn in gefahr, Wenn ihm erfreu, Dem unrecht kräftig steure. und uns sie draut. 3 Laß uns, durch ihren schuß bewacht, des friedens glück genießen, Und rubig unter ihrer macht Das leben uns verfließen. Hilf, daß sie in gottseligkeit Dir diene, und in unsrer zeit Wir frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen schuß, Daß, die ihr übels gönnen, Mit ihrer lift und ibrem truß Jbr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten that, Die unser glück zur absicht hat, Dein segnendes gedeihen! Doch zeucht er in den frieg, 3u 8. Er wünsche nie der helden rubm; schüßen recht und eigenthum, Só folg' ihm muth und sieg. 5. Er zeig' in seinen thaten sich Als deinen treusten sohn; Den lastern sey er fürchterlich, Der tugend schuß und lohn. 9. Auch ihm hast du bestimmt das ziel, Das er erreichen soll; Laß werden seiner tage viel, Und jeder segensvoll. 5. Gieb denen eifer, fleiß und treu, Die ihr sind untergeben, Daß jedermann beflissen sev, Nach seiner pflicht zu leben. Erleichtre ihr des lebens Rel. Nun kommt der heiden heil zc. müb, mit deinem ſegen töne fie, 494. Wer geborcht, der thu's Und sey ibr lohn auf ewig. mit lust; Jeder, der ren tann, Sey ein guter unterthan. sich wohl bewußt, Daß er nicht regie6. Laß sie mit uns beslissen seyn, In deiner furcht zu leben; Uns deiner oberberrschaft freun, Mit ihr dein lob erheben; Daß so vor deiner majestät, Die über alle bobeit geht, Regent und volk sich beuge. Sey vergnügt mit deinem loos, 2. Bist du niedrig, bist du groß, Schäm' dich deines standes nicht; Nüglich ist doch jedes pflicht. 3. Zur gemeinen wohlfahrt sey Dem geseße stets gerreu; Gott will das von jedermann, Der es dir ver6. Beglückter völker liebe sey Sein edelster Gewinn; Und kein gerechter seufzer schrei Um rache wider ibn. 10. Sein werd in jedem flehn zu dir Mit lieb' und dank gedacht. Erbör' uns, gott! so jauchzen wir Und preisen deine macht. Mel. Nun dantet all', und 2c. 493. 8 freu' der fürst des lan- gelten kann. des sich, Gott, deiner allezett! Sein auge sebe stets auf dich; Sein herz sey dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner fraft, Und deines geistes voll, Gedenk' er stets der rechenschart, Die er dir geben soll. 3. Sehr groß und schwer ist seine pflicht, Und er ein mensch, wie wir; Wie sebr braucht er vor andern licht Und rath und fraft von dir. 4. Verleih ihm das, wenn er begehrt, Dir ähnlich, gott, zu seyn; Und laß ihn, in dein bild verklärt, Sein volk, wie du, erfreun. 4. Schaue jesum christum an; Er war auch ein unter: han. Thu, wie obrigkeit gebot. er, obn' zwang und noth Deiner 5. Gieb dem ruhm, dem ruhm gebührt; Schoß und zoll dem, der regiert. Gieb, als gäbst du's gott dem Herrn, Was du schuldig bist, stets gern. Schutz und fried' und sicherheit Ist 6. Ordnung und gerechtigkeit, ein glück, das man nur hat Durch der obern rath und that. 7. Leben wir gewissenbaft, Einge denk der rechenschaft; So wird gott, der höchste herr, Uns dies geben mehr und mehr. drum den höchsten an; Fürchtet ihn: 8. Obrigkeit und untertban, Betet denn sein gericht Wird gerecht seyn, fündigt nicht. C 6) Bei der Einführung Mel Liebster Jesu, wir sind hier 2c. err, hier stehet unser eines neuen Predigers. 3. Ruf' ibm zu: so bab' nun acht 495. er andre wacht, Er Auf dich selbst und auf die heerde; nicht selbst verwerflich werde; Daß er nicht die frucht der lehre Durch den wandel selbst zerstöre. 4. Legt er endlich in das grab Lebenssatt die matten glieder, Und auch seinen hirtenstab Nach der sauren arbeit nieder: Herr! so gib ibm dort zum lohne Die verheißne gnadenkrone. nun angetreten, Der uns künftig weiden wird; Höre sein und unser beten; Sein gebet, uns recht zu lebren, Unser flebn, ihn recht zu hören. 2. Gieb ihm kraft, nach seinem flevn, Das verwundete zu heilen, Den verirrten nachzugehn, Den bestürzten zu zueilen, Frevler heilsam zu erschrecken Und die trägen zu erwecken. 7) Bei Einsegnung neuangehender Eheleute. Mel. Erhalt' uns, herr, bei deinem zc. 9. Und trennet dann auch sie der 496. Du haft gestiftet, herr, die eh, Schau auf dies paar aus deiner böh', Das vor dir stebt, den festen bund Hier vor dir schließt mit herz und mund. tod: So wissen wir, daß unser gott, Die tugendhaft sich hier geliebt, Einander ewig wiedergiebt. 2. Mit gnade schau auf sie herab, Daß fie zusammen bis ins grab Verträglich, freundlich, gleichgesinnt, vor 3. Laß sie einander inniglich Stets lieben, doch nicht mehr, als dich; Bon untreu fern, im berzen rein, Keusch auch in wort und thaten seyn. 223 4. Mach sie in heil ger einigkeit Zu deinem lob und dienst bereit; Zum beten und zur freud' an dir Geschickt und eifrig für und für. 5. Was ihnen ihr beruf gebeut, Das laß sie thun mit munterkeit; Und so geling' ihr treuer fleiß Zu ihrem wohl und deinem preis. 6. Und wenn des lebens last und müh Auch sie beschwert, so lenke sie, Daß jedes an dem sauern tag Des andern bürde hülfreich trag. 7. Willst du durch finder sie erfreun, So gieb zu deren zucht gedeihn; Laß sie sich christlich treu bemühn, Dem himmel solche zu erziehn. Mel. Vom himmel hoch, da komm': c. oder: Wenn gott zum haus nicht zc. gott! deß gnadenvoller 497. eingeseßet hat, Der du ihn segnest, schüßzest, liebst, Und ihm gluck, heil und gnade giebst. 2. Gieb diesem neuen paare beut' In deinem dienst einmüthigkeit; Und laß, so oft sie zu dir flebn, Ihr thun beglückt von statten gehn. 3. Auch wenn sie kreuz und kummer drückt; So zeige, daß du es geschickt; Hilf bald, und gieb, daß sie zulegt Dein gnadenreicher trost ergößt. 4. Laß böses beispiel stets sie fliehn, Wenn sie einst finder auferziehn, Daß durch sie gottesfurcht und treu Mit jedem tage werde neu. 5. Gieb treuen fleiß in ihrem stand, Auch segen, herr, durch deine hand; Laß sie stets deinen willen thun, Und unter deinem schuße ruhn. 8. Wenn freuz, nach deinem rath, 6. Und so sey ihre lebenszeit Durch sie drückt, Laß sie darin nicht uner- dich stets voll glückseligkeit, Bis dich, quickt; Gieb heitre tage nach dem gott vater, sohn und geist, Ihr froher leid, Und leite ste zur seligkeit. dank dort ewig preist. Dritte Abtheilung. 8) Für Eltern und Kinder. Mel. Aus meines herzens grunde. Und sich befleißen jederzeit Der tu498. Aus freudigem gemüthe gend, zucht und frömmigkeit. Sing' ich zu gott hinauf; Es zeugt von seiner güte Mein ganzer lebenslauf. Von dir, mein gott! von dir Kommt jede gute gabe, Kommt alles was ich habe, auch kinder gabst du mir. 7. Daß wir in ihnen christen sehn, Die freudig deine wege gehn, Und menschen einst, voll lust und muth, 3u thun, was edel ist und gut. 8. O hilf uns, water, sohn und geist, Bis man dich dort im himmel preist! Dann danken noch vollkommner wir mit allen unsern tindern dir. 2. Laß mich stets überlegen, Daß du ihr vater bist, Und daß auch ihrentwegen Dein sohn gestorben ist. Verbute, daß ich die Nicht ärgre, nicht verachte, Die christus selig machte: Ach, dies gescheh' ja nie! 3. Dir, vater! dirzum preise, Wollt' ich sie gern erziehn, O! mache du mich weise, Und segne mein bemühn. Dies sey mein augenmerk, Dir, gott, sie zuzuführen, und keines zu verlieren: Welch großes, wicht'ges werk! 4. Zu schwach sind meine kräfte, zu schwach ist mein verstand; Der kinderzucht geschäfte Steht unter deiner hand: Gott! drum bitt' ich dich, um jesu christi willen.( Du wollst die bitt' erfüllen!) Regiere sie und mich. 224 mel. Jesus, meine zuversicht zc. mein ganzes leben. Denn aus freier 500. Gott, bir sey mein dank geweiht, Heilig dir mildigkeit Hast du selbst es mir gege ben; Es durch eltern mir verliehn, Die zur tugend mich erziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein herz Und daß ich, trifft sie ein schmerz, Kindlich sey und nicht blos scheine; Zu dir fromme thränen weine, Für ihrer wohlfahrt freu. ihr glück dir dankbar sey Und mich 3. Laß auf ihre winke mich Kindlich und mit sorgfalt achten; Ja, selbst ihren wünschen mich Noch zuvorzukommen trachten: Gern was sie verMel. Herr jesu christ, mein 2C. 499. Die kinder, deren wir gnügt, vollziehn; Stets, was ihnen mißfällt, fliehn. uns freuen, Sind alle, gott und vater, dein; Sind deine beste gab', o herr! Bewahre sie, barmherziger! 2. Wenn treuer eltern liebe sucht Sie aufzuziehn in deiner zucht: So steh', damit sie glücklich sey, Mit deiner weisbeit ihnen bei. 4. Jesus stelle mir sich dar, Er, das beispiel frommer finder. Der der das heil der fünder; Er war doch von herr vom himmel war, Gottes fohn, kindheit an Seinen eltern unterthan. 5. Freude sey es dann auch mir, Folgsam seyn, denn das ist billig, Und gefällig, gott! vor dir. Mach' du selbst dazu mich willig. Wohl mir dann! es wird auch mein Dein verbeißner segen seyn. 3. Gieb allen kindern lehrbegier, 3um guten lust und lieb' zu dir; Und laß sie meiden ohne zwang Troß, eigensinn und müssiggang. 4. Gesegnet fey ihr unterricht! Laß sie durch deines wortes licht Dich recht erkennen; laß sie nie Gefährlich irren; leite sie. Mel. Aus tiefer noth schrei ich: c. 5. Im glauben mache sie gewiß: 501. berr, mein gott! ich Bewahre sie vor ärgerniß Und wider der verführung list, Weil jesu ihr erlöser ist. bitte dich um weisheit und um tugend. Regiere du mich väterlich In meiner frühen jugend. Laß deinen Segen auf mir rubn, Nur das zu lieben und zu thun, Was dir, mein gott! gefällig. 6. Hilf, daß sie dich an jedem ort Vor augen haben und dein wort 9. Für Herrschaften und Gesinde. 225 2. Gieb, daß sich meine eltern freun, wohlergeben. Das gute, was sie mir Mich tugendhaft zu sehen. Laß ihre gethan Von meiner ersten kindheit zucht an mir gedeihn zu meinem an, O das vergilt du ihnen. 9) Für Herrschaften und Gesinde. Mel. Machs mit mir, gott, nach: c. 2. Du heißest mich den menschen 502. Durch dich, gott, bin ich dienen; Und dir nur folg' ich, dien' was ich bin, Und es ist deine gabe, Daß ich, als herr, so viel gewinn Von meinen brüdern babe: Sie leihen ihre kräfte mir; Dies, böchster herr! verdank' ich dir. ich ihnen, Mit fleiß und treue, herr mein gott! Drum bilf mir, meiner herrschaft willen, Gewissenhaft und froh erfüllt, Als deinen willen, dein gebot. 2. Mich zu beglücken, dienen sie, Verzehren ihre kräfte, Und dulden gern des lebens müh' In meinem bausgeschäfte. Laß dieses vorrechts fromm mich freun, Nie hart, nie stolz, nie lieblos seyn. 3. Auch der geringste diener ist Bestimmt zum ew'gen leben. Für ihn und mich bat jesus christ Sich in den tod gegeben. Vor deinem richtstuhl hat mein knecht Mit mir dereinst ein gleiches recht. Mel. Was sorgst du zc. 503. Gott! dessen weisheitsvollen willen, Ein jeder mensch hier soll erfüllen, Laß meine pflicht mir heilig seyn; Laß treu mich alle meine kräfte Sich gern und willig dem geschäfte, zu dem du mich beriefest, weihn. 3. Bewahre mich vor bittern flagen, Lebr' mich mein foch gelassen tragen, Und stets auf deinen willen sehn. Herr! lehr' mich reden, lehr' mich schweigen, mich unbeweglich treu erzeigen, Und nur gerade wege gebn. 4. Gott! präg dies meinem Herzen ein. Als bruder ihn zu lieben, Laß immer mich beflissen seyn. Wie sollt' 5. D! gieb mir weisheit, mich ich den betrüben, Der über meine zu schmiegen, Gehorsam, herr, sey grausamkeit Um rache still gen him- mein vergnügen, Und freude sey mir melt schreit? jede pflicht. Ich bin ja, wo ich geh' 5. Laß mich ihm seine saure pflicht und wandle, Bei allem, was ich thu' Durch lindigkeit versüßen. Er soll, und handle, O herr! vor deinem wenn hülfe ihm gebricht, Sie stets angesicht. von mir genießen. Ihn tragen will ich, ihm verzeihn, Und wird er krank, sein pfleger seyn. Evangel luth. 4. Der berrschaft glück soll mich erfreuen, Laß jeden fehler mich bereuen, Und frömmer werde stets mein herz. Bewahre mich vor stolz und neide, Vor ungeduld, herr, wenn ich leide; Sey du mein trost in jedem schmerz. 6. Du bist der treue, der gerechte, Der herr der herren und der knechte, Der armen wie der reichen heil. Der allerniedrigste auf erden Kann groß in deinem reiche werden, Hat dort an ew'gen ehren theil. 7. Ja, du wirst ewig mich belohnen, In deinem himmel werd' ich wohnen, Und mich mit deinen engeln freun. Ach, herr! laß mich dies recht ermessen, Nie dein und deines reichs vergessen; So werd' ich ewig glücklich seyn. 15 226 Dritte Abtheilung. 10) Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen. Mel. In allen meinen thaten 2c. 2. Du pflanzest, herr, in meine 504. Gott hat in meinen ta- brust Berlangen nach vergnügen; Laß gen Mich säterlich mich den hang zu jeder lust. Die du getragen, Von meiner jugend auf; verbeutst, besiegen! Dein unausbleibHat mich auf meinen wegen Gelei- liches gericht Vergesse meine seele tet und zum segen Gelenket meines nicht; Und weder glück noch leiden lebens lauf. Laß, berr, von dir mich scheiden. 2. Ich hatt' oft große sorgen: Doch wie ein heit'rer morgen Durch dunkle nächte bricht, So hab' ich stets erfahren: Der herr weiß zu bewahren, Und führt durch finsterniß zum licht. 3. War menschenrath vergebens, So kam der herr des lebens Und half und machte babn. Ich ließ ihn thun und rathen, Denn er thut große thaten, Und nimmt sich aller mächtig an. 4. Bis zu des alters tagen Will ich dich heben, tragen, Und dein erretter seyn, Dies hat mir gott versprochen; Hat nie sein wort gebrochen; Deff' will ich auch als greis mich freun. 3. Wenn, vater, sich auf meiner bahn, Mich in ihr neß zu ziehen, Verführer meiner seele nähn, So laß mich klüglich flieben. Ihr beispiel, berr, entferne nicht Mein berz von dir und meiner pflicht; Ihr spotten und ihr lachen Laß nie mich wankend machen. Rel. Ermuntre dich, mein schwacher ze. 505. h dein angesicht, Du schöpfer meiner jugend! Verwirf mein kindlich flehen nicht Um weisheit und um tugend. Mein ganzes leben dank ich dir; Erbarmer, weiche nicht von mir, Damit ich deine wege Unsträflich wandeln möge. 4. Der tugend heilige mich ganz, Mein schöpfer und erhalter! Sie werde meiner jugend glanz Und einst mein trost im alter. Erhalte mein gewissen rein; Laß keinen meiner tage seyn, Der nicht zu deiner ehre Von mir geheiligt wäre. 5. Ach, lebre mich den werth der ich mit weiser thätigkeit Zum guten fie zeit, Daß ich sie nie verschwende; Daß verwende. Laß meiner jugend fleiß und müh Umsonst nicht seyn, und segne sie; Laß auch durch mich auf erden Dein werk gefördert werden. 5. Er wird in meinem alter Mich tragen; mein erhalter Ist gütig und getreu. Bin ich gleich schwach und müde: Bei ihm ist trost und friede; Er steht auch meiner schwachheit bei. 6. Nach wenig bangen stunden hab' ich ganz überwunden: bin dem siele nah; Dem ziele meiner leiden; 506. jamfeit Mein herz will in einD welche hohe freuden Erwarten meiner seele da! 7. Ich harre froh und stille, Bis meines gottes wille Mich nach dem kampfe frönt. An meiner laufbahn ende Sink ich in jesu hände; Denn er hat mich mit gott versöhnt. zu dir erheben; Nur deinem dienste seys geweiht, Dir ewig, gott ergeben. Vernimm, o vater, mein gebät, Das stets um licht und stärke flebt, Ganz deinen guten willen Mit treue zu erfüllen. In voriger Melodie. 2. Preis dir und dank, mein schöpfer, gott! Du gabst mir meine seele, Preis dir und mein mittler, gott; Du starbst für meine seele. Preis sey dem geiste dank und lob, Der mich zu seinem licht erbob, Der mich zur wahrheit führet, Erleuchtet und regieret. 3. Ich bin, o herr, mein gott, dein kind; Mein heil ist's, dich zu 10. Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen 2c. lieben. O mache mir dir gleichgeallen meine seele keusch und rein, Stets deiner liebe wobnung seyn, Und suchen, dir vor allen, O vater, zu gefallen! 4. Vor eitler selbstgefälligkeit Bewahre meine jugend; Stets sey ihr schmuck bescheidenheit Und ihre schönbeit tugend. Kein schmuck gefalle mir, wie sie, Den gieb mir, gieb, daß ich mich nie Für unbescheidne blicke, Um sie zu reizen, schmücke! 5. Die lust zur eitelkeit laß nicht Mein junges herz entzünden; Sie streitet wider meine pflicht, Und locket mich zu sünden. Was hilft das prangen vor der welt, Wenn, gott, mein herz nicht dir gefällt? Drum will ich mich bescheiden In zucht und demuth kleiden. 6. Auch sey mein auge, wie mein berz Unsträflich; nie entzünde Ein freier unsittsamer scherz Geheime lust zur fünde, Die unschuld sey mein liebster ruhm; Ein guter ruf mein eigenthum, Den jeder gern mir gönne Und niemand lästern könne. Mel. Wenn wir in höchsten: c. 507. S gott, erbarme väterlich Der witwen und der waisen dich! Sey ihr versorger; laß sie nie Verzagen; schüß' und ſegne sie. 2. Sey selbst ihr vater, troft und rath. Die witwe, welche finder bat, Soll, dir sie zu erziehn, sich freun; Keusch, sittsam, still, untadlich seyn 3. Fromm, lehrreich, nur geschwäzzig nicht Sey jede; sey ein scheinend licht Für ihr geschlecht, sanft, voll geduld, Und hoffnung, berr, auf deine buld. 7. Gieb, daß in stiller häuslichkeit Ich eitle zeitvertreibe Stets gern entbehr', und allezeit Im guten thätig bleibe! Der umgang, der verführung droht, Sen mir mehr schrecklich, als der tod; Laß seine wilden freuden, Wie eine pest, mich meiden. 8. Mit wahren frommen müss' ich mich Durch frömmigkeit verbinden; Und, ihrer liebe werth, durch dich Der freundschaft glück empfinden. Laß diesen umgang sanft und rein, Mir lehrreich durch ihr beispiel seyn, Daß mich, wenn ich mich freue, Nie mein vergnügen reue. 227 4. Es nehme, wer ihr dienen kann. Sich ihrer mild und liebreich an, Wohl dem, der sie beglückt und ehrt! Denn er ist dir und menschen werth. 5. Hilf ihnen! sey der waisen gott, Früh lehre diese dein gebot, Fleiß! demuth, dienstbeslissenheit, Zur tugend lust und willigkeit. 6. Bewahre sie vor ärgernis, Und mach' auch ihren gang gewiß Auf deinen wegen, leite sie; Verlaß sie in versuchung nie. 7. Daß, wer sie sieht, sich ihrer freu, Und gern ihr rath und beistand sey; Daß sie, bier glücklich, sich auch dein, O gott, in deinem himmel freun. 9. Ach, sende deine hülfe mir, Dies gern zu thun! erhöre Mein brünstiges gebät zu dir, Daß ich dich ewig ehre. Dir weih' ich gott, mein lebenlang Der unschuld und der tugend dank; Und will, zu dir erhoben, Dich einst vollkommen loben. Mel. Herr jesu christ, mein's lebens. 508. So früh bringt, gott, mich deine band In einen kummervollen stand! Und ach! auf einer dunklen bahn Tret' ich den lauf des lebens an. 2. Ich fasse deinen rathschluß nicht: Doch sey es, vater, meine pflicht, Im dunkeln auch auf dich zu sehn, Und willig deinen pfad zu gehn. 3. Wie treulich du mit mir es meinst, Dies, o mein gott, erfahr' ich einst; Vielleicht noch in der prüfungszeit, Gewiß in deiner ewigkeit. 4. Gieb stärke, daß ich dir getreu In meinem frühen leiden sey! Laß nur der tugend weg mich gehn Und stets auf deine hülfe sehn. 15* Dritte Abtheilung. 11) Neujahrs- Lieder. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. treu vollenden. Der tage last erleichtre 509. Du, gott, du bist der mir, Bis meine rube einst bei dir auch der ewigkeiten! Laß mich auch lob 228 Gigner Melodie. verbreiten. Ein jabr ist abermal ba- 510. vie erden Durch ihren Wem H err, die und noch bin? Nur deiner gnad' und güte. 2. Dich, ewiger, dich bet' ich an, Dir hab' ich mich ergeben! Dir, den kein wechsel treffen kann, Bertrau' ich frob mein leben. Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich; Du bleibst den frommen gnädig. bau voll pracht erhöhn! Durch dessen machtwort welten werden, Und welten wieder untergehn! Herr, den durch frohe lobgesänge Der kreaturen ganze menge Und aller zeiten lauf erhob; Der engel chöre nachzuahmen, Dankt unser herz stets deinem namen, Und unsern mund erfüllt dein lob. 3. Herr, ewig währet deine treu, Mit huld uns zu begegnen; Und jeden morgen wird sie neu, Mit wohlthun uns zu segnen. Ich kenne feinen augenblick, Da nicht von ihr stets neues glück Uns zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen jahr Uns väterlich geleitet; Und wenn das herz voll sorgen war, Uns bülf' und trost bereitet. Von ganzer seele preis' ich dich. Auf's neue, gott, ergeb' ich mich Ganz deiner weisen führung. 5. Vergieb mir die bereute schuld Von den verfloßnen tagen, Und laß doch deine vaterhuld Mich liebreich ferner tragen. Laß mich in deiner gnade rubn, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem wohlgefallen. 6. Gieb neue luft und neue kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, berr, stets gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein geist belebe herz und muth, Dich, o du allerböchstes gut, Und sünde nicht, zu lieben. 7. Die welt vergeht; dies reize mich, Die böse luft zu fliehen. Um beßre freuden müsse sich Mein geist schon jetzt bemühen. Denn hier ist nur mein pilgrimstand; Im himmel ist mein vaterland, Dahin, herr, laß mich trachten. 8. O mache mich geschickt, die zeit Recht weislich anzuwenden. Laß mich den lauf der ewigkeit mit vorsicht 2. Wie deine kraft die welt bewahre, Verkündiget der tag der nacht. Ein fahr erzählt dem nächsten jahre Die großen wunder deiner macht. Dein thron, o gott, bleibt ewig stehen. Du bleibst derselbe; wir vergehen. Wie schnell verströmet unsre zeit! Schon wieder ist ein jahr vom leben, Das deine huld uns hat gegeben; Im abgrund der vergänglichkeit. 3. Kommt! dies sey uns ein tag des bundes! Bleibt gott, dem höchsten, ewig treu; Und den gelübden unsers mundes Stimm' unverstellt das Herz auch bei; O land! gelobe, gott zu dienen; Und du wirst wie ein garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Nur wandelt treu auf seinen wegen; Und aus der fülle seiner segen Macht uns dann seine gnade sätt. 4. Gott, schau berab von deinen böben! Du! der du deine menschen liebst! Erhöre unser kindlich fleben, Weil du uns gerne gutes giebst; Gieb unserm fürsten langes leben, Laß huld und weisheit ihn umgeben Allzeit auf seinem fürstenthron! Laß ihn auf recht und tugend schauen, Stets seines landes wohlfahrt bauen, Und dann sey du sein schuß und lohn. 5. Tritt den gewaltigen zur seite, Die um den stuhl des fürsten stehn, Daß ihren anschlag glück begleite, Und sie des volkes wohl erhöhn. Auf alles, was das land kann bauen, Laß sie mit wahrer sorgfalt schauen, Sie 11. Neujahrs- Lieder. die des fürsten hülfe sind. Der un-| schuld flehn, des land's begehren, Laß sie mit wahrer sorgfalt bören, Sie, die das ohr des fürsten sind. 6. Schenk weisen eifer unsern lehrern Für deiner lehre lauterkeit; Mach sie zu redlichen verehrern Der fanftmuth, lieb' und frömmigkeit. Hilf ihnen, herr, daß ihre lebren Nie ohne früchte wiederkehren; Wir ganz der gottesfurcht uns weihn. Laß deinen segen auf uns fließen, Denn, berr, sie pflanzen und begießen, Von dir kommt aber das gedeihn. 229 3. Du bast uns dies jahr gegeben: Gieb, daß dirs gebeiligt sey! Laß uns fromm und christlich leben, Redlich, ohne heuchelei, Und voll nächstenliebe seyn, Auch den feinden gern verzeihn, Daß wir glücklich hier auf erden, Und dort ewig selig werden. 4. Jm vertraun auf deine liebe, Gehn wir dann getrost dahin; Was ist, das uns noch betrübe, Bei dem dir ergebnen sinn? Lebend, sterbend sind wir dein, Du wirst uns stets gnädig seyn, Und uns, wenn wir zu dir freten, Schüßen, segnen und erretten. 7. Die obrigkeiten dieses landes Mach' doch, Herr, ihren pflichten treu, Daß uns die wohlfahrt jedes standes Und unsers fleißes frucht erfreu. Bild' auch das Herz der zarten jugend, und hilf, daß weisheit, fleiß und tugend In allen unsern schulen blüb. Des landes hoffnung laß ge= rathen, Daß man da bürger für die staaten, Und für den himmel selbst erzieh. 8. Ach, keinen laß sein heil verscherzen, Mach für ihr heil die sünder flug! Gieb trest und kraft bedrängten herzen, Und unsern armen brød genug. Dies unser flehn sey ja und amen Durch jesum; denn in jeſu namen Giebst du, was unser berz begehrt. Auch dies jahr segne, dir zum preise! O vater, auch an uns beweise, Du seyest es, der gebät erhört. 511. Mel. Werde munter, mein gemüthe. das ilf, herr, laß es wohl neue jahr geht an; Laß es neue kräfte bringen, Neuen segen jedermann. Unsern leib, seel', hab und gut Nimm in deine vaterhut; Neues glück und neues leben Wollst du uns aus gnaden geben. 2. Laß dies seyn ein jahr der gnaden, Habe ferner noch geduld; Denn wir sind mit schuld beladen, Ach, erlaß sie uns aus huld! Wirke wahre reu und leid, Dann laß aus barmberzigkeit Uns vergebung aller sünden In dem blute jesu finden. 5. O, so laß uns fröblich enden Dieses angefangne jahr! Leit' uns, Herr, mit vaterhänden, Schüße uns doch in gefahr. Steh uns bei in aller noth, Auch verlaß uns nicht im tod. Dann so können wir mit freuden Auch dereinst von hinnen scheiden. Mel. Nun last uns gehn und 2c. 512. Mit freuden laßt uns treten Vor gott, ihn anzubeten! Denn er hat unserm leben Bisher noch kraft gegeben. 2. Wir erdenpilger wandern Von einem jahr zum andern; Die schnelle flucht der stunden Wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese wandertage Sind nie ganz frei von plage; Wir gehn auf rauhen wegen Der ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist voll erbarmen Und wirst mit vaterarmen In nöthen und gefahren Uns schüßen und bewahren. 5. Erhalter unsers lebens, Wir kraft nicht unsorgen ja vergebens, Wenn du uns terstüßest. 6. Lob dir, o gott, dem treuen, Durch den wir uns erfreuen; Lob deinen vaterhänden, Die so viel noth abwenden. 7. Hör' ferner unser fleben, Und eil' uns beizustehen; Gieb mäßigung in freuden, Geduld und trost im leiden. 8. Gieb uns und allen denen, Die sich von berzen sehnen zu thun, herr, deinen willen, Auch kraft, ihn zu erfüllen. 230 Dritte Abtheilung. 9. D, wehre du den kriegen, Laß menschenliebe siegen, Und wo nur thränen fließen, Sich deinen troft ergießen. 10. Gieb deinen reichen segen Zu allen guten wegen. Laß großen, berr, und kleinen Die gnadensonne scheinen. 11. Sey der verlaßnen vater, Der irrenden berather, Der unversorgten gabe, Der armen hülf' und habe. 12. Hilf gnädig allen franken; Gieb fröhliche gedanken Den fummervollen seelen, Die sich mit sorgen quälen. 13. Vor allem, bherr, verleihe Uns deinen geist aufs neue, Der uns mit tugend ziere, Und so zum himmel führe. 14. Das wollest du uns geben, Du herr von unserm leben; So gehen wir im segen Der ewigkeit entgegen. 2. O goites eingeborner sohn, Wir nahen uns zu deinem thron, Und bitten um barmherzigkeit Für deine ganze christenheit. - 3. Erhalte doch an jedem ort, Zum unterricht und trost dein wort; Erbalt uns, deinem dienste treu, Von sünd und aberglauben frei. 4. Laß uns dem bösen widerstebn, Und freudig deine wege gehn; Bestrafe dann durch dein gericht Des alten jabres sünden nicht. 5. Beweis in diesem jahre dich An uns aufs neue väterlich; Wach' über unser ganzes land, Und segne huldreich jeden stand. 6. Dem leib gieb sein bescheiden theil, Den ſeelen stets mehr licht und heil, Und laß dies jahr, das wir dir weihn, Ein gnadenreiches jahr uns seyn! 11. Neujahrslieder. der augenblick, Der einst, o herr, aus dieser zeit Uns führt zu deiner herrlichkeit. 8. Dann danken und frohlocken wir Mit allen engeln ewig dir. treuer heiland, laß uns dein Im leben und im tode seyn! Mel. Vom himmel hoch da komm 2c. 513. Verflossen ist das alte dich gelungen. jabr, Das uns ein fahr der gnade war; Herr jesu, freudig bringen wir Dir unsern froben dank dafür. Mel. Nuein gott in der höh' sey 2c. 514. Wer schuf die sonne und und freud' zu geben? Gott ist es, den mond, Uns licht der uns noch verschont, Und noch tag und nacht; Auf, laßt uns setne erhält im leben; Er forget für uns gut und macht, Voll frohen danks, erheben! 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten zungen Sey dir für das versloßne jahr Ein betlig lied gesungen; Für leben, wohlfahrt, trost und rath, Für fried' und ruh, für jede that, Die uns durch 3. Laß auch dies jahr gesegnet seyn, Das du uns neu gegeben. Verleih uns kraft, denn sie ist dein, In deiner fürcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zuerst Nach deinem beifall streben. 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, Des lebens rub und freuden; Doch schadet uns das glück der welt, So gieb uns freuz und leiden. Nur gieb zugleich ein freudig herz, Und laß uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volke väterlich In diesem jahre wieder. Erbarme der verlaßnen dich, Nähr' unsre armen brüder. Gieb glück zu jeder guten that, Und laß dich, gott, mit heil und rath Auf unsern fürsten nieder. 6. Daß weisheit und gerechtigkeit Auf seinem stuble throne; Daß tugend und zufriedenheit In unserm lande wobne; Daß treu' und liebe bei uns sey; Dies, herr und vater, dies verleih In christo, deinem 7. Laß fromm uns leben, une zum glück; Dann schreckt uns nicht sohne. 12) Von den vier Jahreszeiten. a. Vom Mel, Sollt' ich meinen gott 2c, och am himmel steht die Frühling. fanfte chöre; Hier der lauten nachtigall, Dort der lerche frohen schall! 515. dem ebre! auch du ihm lob und dank! Preif' ihn fröhlich, mein gefang! 5. Duftend und im feierkleide Prangt die blüthenreiche flur; Jede blume lächelt freude Vor dem schöpfer der natur, Der mit thau die erde tränket Und sie wärmt, bis ihre saat, Wenn sie sich entwickelt bat Sich von früchten schwer nun senket. Bringe meinem schöpfer dank! Preis' ibn fröhlich, mein gefang! 6. Dieser frübling, wie geschwinde, O mein gott, wird er verblühn! Wie ein schiff vom stoß der winde Fortgeführt, wird er entfliehn! Aber dort vor deinem throne Wird ein ew'ger frühling sein; Ewig wird er die erfreun, Dich die ehr'n in deinem sohne. Opfre meinem schöpfer dank! Preif' ihn fröhlich, mein gesang! uns nun ihr licht. Alles leben athmet woñe, Wonn'ist jedes angesicht. Pracht des frühlings senkt sich nieder In die wälder, auf die flur. Die erstorbene natur Lebet auf und wirket wieder. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gefang! 2. Schreckenvolle stürme heulen Nun nicht durch die luft daher, Und die vollen segel eilen Rubig wieder hin aufs meer. Nicht mehr strömen regengüsse, Deren fluth das thal erfüllt, Und kein dicker nebel hüllt Stadt und land in finsternisse. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang. 3. Munter zu der arbeit wallet Nun der landmann bin ins feld, Und sein fröblich lied erschallet Hoffnungsvoll dem herrn der welt. Er vertraut die faat der erde, Ehrt durch fromme zuversicht Seinen gott und zweifelt nicht, Daß sie gut gerathen werde. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 4. Gebt, wie in die weiten felder Freudenvoll die heerden ziehn; Fröblich wandern durch die wälder Satter thiere schaaren hin. Hört der vögel 231 2. Du giebst uns regen früh und spät, Und jeder grashalm zeuget Von dir, vor dessen majestät Die volle ähr' sich neiget. Daß flur und auen sich erneun, Dazu giebt deine huld gedeihn Durch sonnenschein und regen. 7. Diese herrlichkeit der erde Ist ein schatten von dem licht, Das ich ewig schauen werde Dort' vor gottes angesicht; Auch das freudenvollste leben Hier auf erden, ist nur todt egen jenes, das mir gott Dort verheißen hat zu geben. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ibn ewig, mein gefang! b. Vom Sommer. Mel. Allein gett in der höh' set 2c. 516. auf das ganze land Des segens liebgott! fo bald der tag lichkeiten. Es trieft von ibrem milden erwacht, berg und thal fuß. was da webet; Und abends danket Wir freun uns seiner spuren. deiner macht, Was auf der erde lebet. Voll segens machst du unser land, Und schenkest uns mit milder band Die frucht, die uns ernähret. 3. Du frönft mit unerschöpfter hand Das jahr in sommerzeiten, Und schütteft 4. Das korn, von deinem segen schwer, Bedecket nun die felder; Die freude breit't sich weit umber, Auf wiesen und durch wälder, In jedem thier, das du ernährst. Und dem du überfluß gewährst, Mit freuden fatt zu werden. 5. Der fromme landmann bringt dir dank Für deinen milden segen. Dir schallt sein frober lobgefang Aus voller brust entgegen. Wir stimmen in sein lied mit ein, Und wollen diz, herr, dankbar sein Für so viel reiche gaben. 232 Dritte Abtheilung. Herbst. 4. Bald wird ersterben die natur; zum neuen leben fraft, Das Jedoch sie schläft und ruhet nur, Emdeine hand ihr wieder schafft. Erleichtre allen ihre noth, Die in der 5. Inmittelst segne uns, o gott! rauhen jahreszeit Kein obdach, so wie uns, erfreut. c. Vom Mel. Erhalt' uns, herr, bei ic. u gott und vater aller 517. wie es dir gefällt; Doch theilest du die jahreszeit Mit weiser unpartheilichkeit 2. Der nahen sonne glanz und kraft Hat uns nun freud' und brod verschafft; Nun eilt sie andern brüdern zu: So weis' und gnädig berrschest du. 3. 3war fliebt uns jetzt die sommerlust, Dafür erfreust du unsre brust deinem segen, vater, zu. Wenn frost, 6. Der armen hütten decke du Mit Mit dieses jahres speis und trank: Owenn hungershoth sie drückt, Schaff' dafür sagen wir dir dank! hülfe, welche sie erquickt. d. Vom Wel. Auf christenmensch! auf! 2c. 518. Des jabres schönheit ist nun fort! Wie traurig stebn die triften! Es stürmt ein ungestümer nord Aus schwer beladnen lüften. Die erde starrt vom froste nun, Und ihre nabrungskräfte ruhn. 2. Wohl mir bei dieser rauhen zeit! Ich darf vor frost nicht beben. Mich schützt mein dach, mich wärmt mein kleid, Und brod erhält mein leben. Auf meinen betten schlaf' ich ein Und kann mich sanfter rube freun. 3. So hat's der arme bruder nicht, Dem brod und kleidung fehlet, Den, wenn es sehr daran gebricht, Frost oder hunger quälet. Und dreifach fühlt er seine pein, Wenn krankheit plagt und finder schrein. Winter. 4. O zaudre, zaudre nicht, mein berz, Ihm liebreich zuzueilen! Fühl seinen jammer, seinen schmerz, Dein brod mit ihm zu theilen; Wer seiner brüder noth vergißt, Verdient nicht, daß er glücklich ist. Mel. Aus meines herzens grunde. 519. A llmächtiger, ich bebe Mein aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, Und neuer dank dafür! Herr, deine huld ist groß, Und niemals bat das lallen Des dankens dir mißfalien, Das aus dem herzen floß. 5. Vor tausenden bist du beglückt, Die in der stille klagen, Da wärm' und nahrung dich erquickt In diesen rauhen tagen. Lobsinge, frohes herz, in mir, Und bringe gott den dank dafür! noch fehlt, Und mancher mehr besitzet: 6. Sieh nicht auf das, was dir Nein; auf die noth, die andre quält, Auf gott, der dich beschüßzet. Ach vater! lindre jeden schmerz, Und gieb mir ein zufriednes herz. 23) Morgen- Lieder. Durch sie bin ich auf's neue Mit heitrem muth erwacht. traue stets auf dich. Was soll ich 3. Beschüßer unsrer seelen, Sch für mich wählen? O wähle du für mich! Gieb, was mir nüßlich ist. Gott, dem ich alles danke, Mich mich bist. stärke der gedanke: Daß du stets um 2. Daß nicht in tiefem schlummer Des lebens licht verlischt, Und daß mich, frei von kummer, Ein sanf- thun, was dir gefällt; Er tröste mich 4. Er stärke mich, mit freuden Zu ter schlaf erfrischt: Dies dank ich im leiden; Und will die lust der welt. deiner macht Und deiner vatertreue. Mich jemals nach sich ziehn, Helf' er 233 den ganzen tag Mich so vor dir, herr, wandeln, Daß ich nicht blos fromm bandeln, Nein, auch from denken mag. 2. Fromm laß mich, doch gesellig; Klug, doch von falschheit rein; Freimüthig, doch gefällig; Und stark zur tugend seyn; Auch standhaft in der noth; Kein zorn schwäch' meine liebe, Kein ernst der sanftmuth triebe, Kein scherz die furcht vor gott. 3. Was dein gebot verleget, Laß nie mit lust mich schaun; Wenn es die welt ergößet, Erweck' es mir doch graun. Schnell wirkt des lasters gift. Nichts nichts sey mir verbaßter; Doch daß mein haß das laster, Nicht 13. Morgen- Lieder. mein berz bewahren, Helf er mir die gefahren Der sünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du die meinen Nach deiner gütigkeit. Verlaß der Armen keinen, Wend' alles herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, Eilft allen beizustehen: Doch soll der liebe flehen Dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich angehöre, Dein segen rub auf mir. Mein seufzen, meine zähre, Erbarmer, ist vor dir; Deß soll mein herz sich freun: Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe, So bin ich ewig dein. Mel. Gott des himmels und der zc. 520. Der du alle deine werke meinen nächsien trifft. Liebtest, gott, von ewigkeit, Du bist auch mit huld und stärke Ihnen nahe in der zeit. Deine güt' und deine treu' Ist mit jedem morgen neu. 2. Unter vielen millionen Siehst du liebreich auch auf mich; Sicher läsfest du mich wohnen, Und beschirmst mich väterlich. Dafür preist mit neuem dank Dich mein froher lobgesang. 3. Darf ich, erd' und staub, es wagen, Heut' zu dir empor zu sehn? Meinen kumer dir zu klagen? Kindlich frei dich anzuflehn? Ja durch christum babe ich Dieses zutraun gegen dich. 4. Du läßt meine kümmernisse, Bin ich redlich fromm, entfliehn. So wie alle finsternisse, Da die morgensonn' erschien. Keine sorge raubt dann mir meine freudigkeit zu dir! 4. Des nächsten ehre schmälern, Entehrt mein christenthum. Ein rubm aus fremden fehlern Ist schande und kein ruhm. Laß mich das richten fliehn; Nie schlimm, was gut ist, deuten, Und seh ich andre gleiten, Es jedem aug' entziehn. 5. Bei fleiß und arbeit schleiche Kein geiz sich in mein berz, Und fremde noth erweiche Mich leicht zu edlerm schmerz. Rein glück, das andern blüht, Empöre mich zum neide; Und kein genuß der freude Verzärtle mein gemüth. 6. Bewahr' an viesem tage Mich vor gefahr und leio, Und trifft mich eine plage, So gieb gelassenheit; Nur bilf, o vater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, nicht murre, christlich dulde, Voll zuversicht zu dir. 7. Wie bald ist überwunden Das leiden dieser zeit; Auf wenig bange stunden Folgt glück in ewigkeit: Dies stärket mich in notb, Daß ich nicht ängstlich zage; Am letzten meiner tage Gieb dies mir muth im tod. 8. Der tod fomm, willst du, heute; Denn da ich dein, herr, bin, So giebst du, daß er leite Gewiß zu dir mich hin; Und wenn er kommen soll, Soll er mich frei von sünden, Dir wohlgefällig finden: Dana vater, sterb' ich wohl. 5. Du gewährst mir neue stunden Zur vollbringung meiner pflicht, Werd ich da nur treu befunden, So bin ich voll zuversicht, Wenn mein richter nun erscheint, Der erhabne menschenfreund. 6. Stärke du mich schwachen; leite Mich mit deinen segnungen. Ich ergebe mich auch heute Deinen weisen fügungen. Herr, mich sieht dein vaterblick: O, wie groß ist dies mein glück! Mel. Aus meines herzens grunde. es morgens stunde Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 521.D will ich, mein gott, 522 Dich ſeb ich wieder, more dir weihn. Mein herz stimmt mit dem freue munde Zu deinem lobe ein. Ja, laß mich der edeln pflicht, Dem höchsten 234 lobzusingen. Ich will voll frommer dankbegier, mildester erbarmer, dir Preis und anbetung bringen. Schöpfer, Vater! Deine treue Rührt aufs neue Mein gemüthe. Froh empfind ich deine güte! 2. Du warst auch diese nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich So hülfreich mir bewiesen? Zu meinem leben sepest du Jezt einen neuen tag binzu; Sey hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, und ich merke Neue stärke; Dich erhebe Herz und mund, so lang ich lebe! Dritte Abtheilung. 3. Verleih, o gott der lieb' und macht, Daß sünd' und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir fliebe! Daß ich bie kurze lebenszeit In christlicher zufriedenheit Zu nüßen mich bemühe. Prüfe, Siebe, wie ich's meine, Dir ist keine Meiner sorgen, Auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein christ; o herr, verleib', Daß ich des namens würdig sey! Mein ruhm sey deine gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend schaaf; erhalte mich, Mein birt, auf deinem pfade. Stärk mich, Daß ich Stets mich übe, Deine liebe Zu betrachten, Ueber alles dich zu achten. 5. Auch im geräusch der welt soll mich Der heilige gedank' an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln thale wall ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum licht und höhern leben. Auf dich Hoff ich. Herr, ich werde Mich der erde Gern entschwingen, Dir dort ewig lobzusingen. Sohn gottes, dein so theures blut! 4. Vergossen hast du mir zu gut, Du bists, der liebreich für mich starb, Und mir des vaters huld erwarb. 3. Gesundheit, leben und verstand Empfing ich, herr, aus deiner hand, Ein christlich herz, das gern vergiebt, Und alles gute redlich liebt. 5. Du starbst ja auch zu meinem theil; Ich kann durch dein verdienst heil, Durch dich hab' ich am himmel allein Hier ruhig und dort selig seyn. fraft In uns ein neues leben schafft: 6. Gott, heil'ger geist, du, dessen Das gute, was ich hab an mir, Kommt durch dein wort, kommt ganz vou dir. 7. Durch dich erfenn ich, als ein Und daß mein Herz ihn kindlich ehrt, christ, Daß gott mein treuer vater ist; hat mich dein theures wort gelebrt. Dies giebt mir kraft und zuversicht In 8. Dies wort ist meiner seelen licht, aller trübfal, aller noth, Und endlich auch gewiß im tod. 9. Drum preis' ich dich zur moreiniger, voll dankbarkeit, Für deine gen-( mittags-, abends-) zeit, Dreilangmuth und geduld, Für alle proben deiner huld. mein schuß, So biet ich jedem un10. Sey auch nun ferner, herr, fall trup: Leib, seel' und leben, baab und gut Befehl ich deiner vaterhut. ruhm, Daß immerfort mein christen11. Verleih, o herr, zu deinem thum Aufrichtig und rechtschaffen sey, Nicht augenschein, noch heuchelet. Und bricht dein großer tag herein, So 12. Dann wird mein ende selig seyn; wecke und verkläre mich! Dann preis' ich ewig, ewig dich. In bekannter. Melodie. Mel. Vor deinen thron tret': c. 523. Du schufft, von vater- 524. Gott des himmels und huld erfüllt, Mich gott, nach deinem ebenbild; Ich bin und leb allein durch dich, Du nährst, erhältst, und schüßest mich. und heil'ger geist! Der es tag und der erden, Vater sobn nacht läßt werden, Sonn' und mond uns scheinen heißt; Tessen starke band die welt, Und was drinnen ist, erhält. 2. Wie oft warst du mit hülfe xah, Wenn ich den tod fast vor mir sab! Wie oft sank ich in meinen lauf, Und du halfft väterlich mir auf. Daßdu mich in dieser nacht Vorgefabr, 2. Gott, ich danke dir von herzen angst, noth und schmerzen Hast so gnäschuld, Mich noch trägst mit vaterhuld. diglich bewacht, Und bei aller meiner die strafen, die mir drobn; Laß mich 3. Ich gedenk an meine fünden, An troft und gnade finden! Denn ich glaub 13. Morgen- Lieder. 235 an deinen sohn, Der für meine misse- 5. O du, den meine seele preist! Erthat Sich am freuz geopfert hat. wecke mich durch deinen geist Zur übung meiner pflicht; Er helfe meiner schwachbeit auf, Bis ich vollende meinen lauf. 4. Dir will ich an diesem morgen Ganz zu deinem dienst mich weihn; Will für meine seele sorgen, Will dir treu, geborsam seyn: Dann werd' ich erschrecken nicht, Wenn erscheinet dein gericht. 5. Auf der bahn der tugend leite Du mich selbst, verlaß mich nicht; Und verleibe mir auch heute Muth und kraft zu jeder pflicht. Dein geschenk, die gnadenzeit, Werde nie von mir entweibt. 6. Deinem schuße sey ergeben Alles, was ich hab und bin. Dir vertrau' ich feel und leben, Werf auf dich die mich ruhm, Denn ich bin bein eigenthum. 7. Hülfe wollest du mir senden, Wenn gefahr und noth mir droht; Alles mir zum besten wenden, Es sey leben oder tod. Sterb' ich, herr, so bringe du Mich zu jener himmelsruh. 8. Höre, gott, was ich begehre; Gieb mir, was dein wort verheißt! Dir sey preis und dank und ehre, Dir, o vater, sohn und geist; Du erhörst gebät und flehn; Ewig will ich dich erhöhn. 6. Ein gut gewissen sey mein theil, Dies wirk' in mir, o herr, mein heil, Und segne meinen fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deiner Hand. Mel. Warum betrübst du dich zc. hm, der das licht ent7. Die blume fleidest du mit pracht, Nährst jeden vogel, gott der macht! Bin ich nicht mehr denn sie? Ich werfe meine sorg' auf dich, Du, mein erbarmer, forgst für mich. Mel. Befiehl du deine wege: 0. 526. Lobt gott am frohen mør gen, in der nacht, Da wir ganz ohne sorgen Sanst schliefen, für uns wacht. Der uns im schlaf erquicket, Und unfre kraft erneut; Für uns die erde schmükfet, Uns jeden tag erfreut. 2. Jbn preist der engel heere Mit hohem lobgesang; Auf, singt in ihre chöre, Auch euern frohen dank. Wer sollte gott nicht loben, Und ihm nicht dankbar seyn? Da seiner güte proben Sich jeden tag erneun. 3. Dir will ich mich ergeben, Durch den ich leb' und bin; Denn dies mein irdisch leben Eilt schnell zum tode hin; Bald ist es ganz verschwunden: Doch 525. an gesund erwachen ließ, Sep preis und froher dank! Ihm bring' ich dieses opfer heut; Ihm sey mein ganzes herz geweiht. 2. Sieb, herr, ich unterwinde mich, Mit dir zu reden, obgleich ich Zum theil nur asche bin. Gleich einem todten lag ich hier, Daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Ein jedes gut, dess' ich mich freu, Empfang' ich jezzo wieder neu Aus deiner milden hand. Mein auge wird, wohin es blickt, Von wundern deiner buld entzückt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, Dich, vater, bet' ich findlich an; Ich opfre dir mein berz. Ein berz, voll lieb' und zuversicht, Ein dankbar herz verwirfst du nicht. stunden, Das glück der ewigkeit. 4. Dies reize meine seele Zum fleiß im guten an, Daß ich nichts denk' und wähle, Was dir mißfallen kann: Dann kann ich nicht verderben; Ich fürchte nicht den tod: Ich werde selig sterben, Denn ich bin dein, o gott! 5. Dann tröstet mich der glaube; Ich werd' nicht ganz vergehn! Ich werd' erweckt vom staube Zum himmel auferstehn. Dies will ich nicht vergessen, Und dieser hoffnung voll, Will täglich ich ermessen, Was ich dann werden soll. 6. Durch dies gestärkt ermüde Ich in der tugend nicht. Mich stärket gottes friede Mit kraft und zuversicht. Ich siege in dem streite, Des sieges lohn ist nah. Getrost! vielleicht ist heute Des kampfes ziel schon da. 236 Dritte Abtheilung. Mel. Ich dank' dir schon durch: c. 527. Mein ein erst geschäft sey preis und dant! Er hebe gott o seele! Der herr hört deinen lobgesang, Lobsing' ihm meine seele. 2. Mich selbst zu schüßen ohne macht, Lag ich, und schlief in frieden. Wer schafft die sicherheit der nacht, Und ruhe für die müden. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren? Wer stärkt mein blut in seinem fleiß, Und schüßt mich vor gefahren? 4. Wer lehrt das auge seine pflicht, Sich sicher zu bedecken; Wer ruft dem tag und seinem licht, Uns wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, gott und herr der welt, Und dein ist unser leben. Du bist es, der es uns erhält, Und mirs feßt neu gegeben. 6. Gelobet sevst du, gott der macht! Gelobt sey deine treue, Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tags erfreue. 7. Laß deinen segen auf mir rubn, Mich deine wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen. 8. Nimm meines lebens gnädig wahr: Auf dich hofft meine seele. Sey mir ein retter in gefahr; Ein vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein berz voll zuversicht, Erfüllt mit lieb und rube; Ein weises berz, das seine pflicht Erkenn' und willig thue. 10. Daß ich, als dein geborsam kind, Dir zu gefallen strebe: Dir treu erge ben, gut gesinnt In deinem reiche lebe. 11. Daß ich, dem nächsten beizustehn, Nie fleiß und arbeit scheue, Mich gern an andrer wohlergebn, Und ihrer tugend, freue. 12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht genieße, Und meinen lauf mit freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 528. Mein gott, auch dieser neue morgen kündigt deine gnade mir. Mit mir erwachen meine sorgen, Jedoch, auch mein vertraun zu dir. Ich werfe meinen kummer bin Auf dich, durch den ich leb' und bin. 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo alles wohl sich mischt mit web, Und ich, zu größerer beschwerde, So manchen fehltritt noch begeh. Gott, der mich schützet und ernährt, Wär' ich doch deiner liebe werth. 3. Laß den entschluß mein herz erfüllen, Stets gern zu thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach deinem willen, O weiser herrscher aller welt! Schließ mich in deine vorsicht ein, Dein will ich tod und lebend seyn. Vergieb, was ich nicht recht gethan. 4. Vergieb mir, vater, alle fünde. Nimm mich zu deinem gnadenkinde Und meines mittlers willen an. In seinem namen bitt' ich dich! Er litt und starb ia auch für mich. Ich bin mir selbsten nicht genug. Be5. Hilf du in allen sachen rathen; hüte mich vor missethaten, Vor böser menschen list und trug; Erhalt mich auf der tugend bahn; Was ich dann thu, sey woblgethan. ben, Verwandte, freunde, ehr' und 6. Bewahre mir leib, seel' und legut. Willst du mir freuz zu tragen geben, So stärke mich mit trost und muth; Und willst du mich mit glück erfreun, So laß mich dir auch dankbar seyn. Mel. Christus, der ist mein leben. 529. Noch läßt der herr mich gemüth Eil' ich, ihn zu erheben, Er leben! Mit fröhlichem hört mein frohes lied. Der morgensonne pracht, Ich falle 2. Zu ihm ruft mich jetzt wieder gemacht. vor ihm nieder, Der sie und mich dich auch meiner an; Wie soll ich dir 3. Du herrscher aller welten, Nimst vergelten, Was du an mir gethan? 4. Wirst du nach opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur vertrauen Und liebe, gott, von mir. 5. Drum will ich dir lobsingen, Mich deines namens freun, Nach 13. Morgen- Lieder. deiner gnade ringen, Mein ganzes herz dir weihn. 6. O tilger meiner fünden, Mein beiland, jesu christ! Laß mich den trost empfinden, Daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab' ich mich ergeben, Ich freue mich in dir. Viel köstlicher als leben, Ist deine güte mir. 8. D führe mich auch heute Aufwabrer tugeud pfad. Du, ewigweiser! leite Mich selbst nach deinem rath. 9. Noch eins laß mich erfleben: Das christlich weise herz, Auf dich stets auf zusehen In freuden, wie im schmerz. 10. Laß mich am ersten trachten Nach dem, was dir gefällt: Mehr deinen beifall achten, Als allen rubm der welt. Mel. Werde munter mein gemüthe 2c. 531. Wenn ich einst von jenem schlummer, Welcher tod beißt, aufersteh; Und erlöst von allem fummer, Jenen schönen morgen seb; O dann wach ich anders auf. Schon am ziel ist dann mein lauf. Sorgen, die mich ängstlich machten, Werd ich dann für träume achten. 2. Hilf, daß keiner meiner tage, Geber der unsterblichkeit, Im gericht mich einst verklage, Er sey ganz von mir entweiht. Auch noch jetzt bin ich erwacht, Dank sey deiner güt' und macht; Laß mich heilig und im segen Jeden tag zurücke legen. 3. Daß ich froh gen bimmel sebe, Wenn mein letter tag erscheint, Wenn zum dunkeln thal ich gehe, Und mein freund nun um mich weint. Lindre dann des todes pein; Laß mich da am stärksten seyn, Daß ich ihn zum In bekannter Melodie. 530. Wach auf, mein berz, bimmel weise, Und dich, herr des und singe Dem schö- todes, preise. 11. Laß mich dir kindlich trauen. Das gute redlich thun, Getrost gen himmel schauen, In deinem willen ruhn. 12. Daß frei vom dienst der sünde, Getrost und glaubensvoll, Der tod alsdann mich finde, Wenn ich einst sterben soll. pfer aller dinge, Dem geber aller güter, treuem hüter. 237 7. In allen meinen thaten Wollst du mir selber rathen; Mich stets zum besten leiten; Zum himmel auch bereiten. 8. Auf allen meinen wegen Begleite mich dein segen: Dein wort sey meine speise Auf meiner pilgerreiſe. Mit göttlichem erbarmen Be- 532. 3erwacht, Drum bring' Mel. Nun danket all': c. u deiner bin ich ich ruhm und preis Dir, gott, der durch die ruh' der nacht Uns zu erquicken weiß. 2., O vater, deine gütigkeit Ist alle morgen neu. Du thust uns wohl zu aller zeit, Und groß ist deine treu. 3. Jetzt schenkst du mir zu meinem heil Von neuem einen tag. Gieb, daß ich davon jedes theil Mit weisheit nützen mag. 4. Die zeit, in deinem dienst vollbracht, Bringt ewigen gewinn, So fließe vor dir, gott der macht, Auch dieser tag mir hin! 5. Gieb, daß ich fern vom müssiggang, In meinem stande treu, Und wem ich kann, mein lebenlang Bereit zu dienen sey. decktest du mich armen; Und stärktest mein vertrauen, Der sonne licht zu schauen. 3. Und dies, berr, ist geschehen: Ich kann das licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue Mich meines lebens freue. 4. Du mußt ein opfer haben! Hier bring ich meine gaben: Mein leib, mein seel' und leben Sey dir, herr, ganz ergeben. 5. Hör meinen dank, mein fleben: Du kannst ins herze seben, Und weißt, daß ich zur gabe Für dich nichts bessers habe. 6. Du wollst in meinen tagen Mich ferner huldreich tragen: Mir deinen segen senden; Dein werk an mir vollenden. 238 6. In allem, was ich denk' und thu', Sey dein gebot vor mir; Und wenn ich von geschäften ruh', So sey mein herz bei dir. 7. Was du mir zum vergnügen giebst, Vermehr in mir die lust, Ganz dein zu seyn, der du mich liebst Und so viel gut's mir thust. Dritte Abtheilung. 533. Auf Mel. Werde munter mein gemüthe. fuf, o feele! werde munter! Lob ist immer deine pflicht: Denn die sonne geht zwar unter, Aber gottes güte nicht, Heut' auch hat sie mich genährt; Heut' auch freud' und trost gewährt, Vor gefahren mich beschüßet, Meine schwachheit unterstüzet. 14) Abend- Lieder. 4. Doch von ernster reu durchdrungen Wag' ichs, gott, mich dir zu nahn. Sieh nicht die beleidigungen, Sieh den tod des mittlers an. Sprich mich frei von straf und schuld; Schenk mir ferner deine huld; Laß vergebung aller sünden Mich durch teinen mittler finden. 8. Wenn sorg' und kummer mich befällt, So laß mich auf dich schaun, Und deiner vorsicht, herr, der welt, Mit frohem muthe traun. 5. Gieb nun bis zum frohen morgen Meinem leibe sanfte rub, Durch dich schlaf' ich ohne sorgen, Wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und leib befehl ich dir; Walt allmächtig über mir. Sey auch du der gott der meinen; Laß sie ruhen als die deinen. Sie ist mein bestes theil; Mein troft 9. An deiner gnade g'nüge mir! und meine zuflucht hier, und dort mein volles heil. 2. Stèts verchret, hochgepriesen Sey mein treuer gott, von mir; Was du gutes mir erwiesen, Dankt mein ganzes Mel. Nun ruhen alle wälder zc. leben dir. Du hast, war ichs schon nicht 534. Befreit von allem kumnun in werth, Dennoch mein gebät erhört, Das ich heut, als ich erwachte, Dir durch jesum glaubig brachte. 3. Gott, da ich voll danks erzähle, Wie so groß dein wohlthun war; Stellen sich auch meiner seele Die begangnen fünden dar. Ihre zahl ist gar nicht klein. Denn nicht wort und werk allein: Nein, gedanken und geberden können mir zur fünde werden. 6. Ach laß uns kein banges schrecken, Weder raub noch feuersgluth, Plößlich aus dem schlafe wecken: Halt uns, herr, in deiner hut. Hilf, wenn krankheit oder tod Uns im sichern schlafe droht, Schickst du aber schnelles sterben, So geschehs nicht zum verderben. 7. Höre, vater; ach erhöre, Was dein kind von dir begehrt. O sohn gottes, dir zur ehre Werd es mir durch dich gewährt. Heil'ger geist! verlaß mich nicht, Gieb mir kraft und zuversicht. Hör', dreieiniger! mein fleben. Amen! ja! es wird geschehen. süßem schlummer Ein theil der müden welt. Auf, sammelt euch, ihr kräfte! Zum seligsten geschäfte, Zu einem dank, der gott gefällt. auch an diesem tage Mein gott mir 2. Lobsinge, feel'! und sage, Wie wohlgethan. Durch jesu blut versöhnet, Mit gnad und heil gekrönet, Bet ich dich, vater, kindlich an. 3. Dein ist's, daß ich noch lebe, Jetzt deine treu' erhebe, Mich deiner liebe freu'. Zu jeglichem geschäfte Verliehst du mir die kräfte, Und standest mir auch segnend bet. 4. Zwar wank ich oft und gleite. Ich weiß, mein gott, auch heute Sind meiner febler viel; Doch du hast mich geleitet, Und, wenn mein fuß gegleitet, Es nicht gestattet, daß ich fiel. 5. Umsonst sinnt mein gemüthe, Wie es, herr! deine güte Noch würpen preisen soll. Doch hab ich sie empfunden, Denn jede meiner stunden Ist, vater, deines wohlthuns voll. 6. Stets bist du hoch zu loben, Von deiner liebe proben Zeugt nicht der tag allein; Gott! deine liebe wollte, 14. Abend- Lieder. 239 6. Und wie genoß mein hrrz Des umgangs süße stunden? Fühlt' ich der freundschaft glück? Hab' ichs mit dank empfunden? War stets mein ernst auch sanft, Mein scherzen unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gered't, Das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die meinigen Durch sorgfalt mir verpflichtet? Sie durch mein beispiel still Zum guten unter richtet? War zu des mitleids pflicht Mein Herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War das mir angenehm? Daß selbst die nacht auch sollte Für uns reich an erquickung seyn. 7. Wenn wir die augen schließen. Im schlaf nichts von uns wissen, Bewahret uns dein schuß. Willst du mich nun beschirmen, So biet' ich allen stürmen Und aller list der bos= heit truß. 8. Ich darf nicht ängstlich beben, Denn der bewahrt mein leben, Der selbst, der mir es gab. Bis ich die wallfahrt schließe Und ewig sein genieße, Zieht er von mir die hand nicht ab. 9. Nun, water, ich befehle Dir 8. War mir mein fehltritt leid, alles, leib und seele, Und schlaf in' Sobald ich ihn begangen? Bestritt sichrer ruh. Ich trau' auf deine gnade. ich auch in mir Ein unerlaubt verWas ist wohl, das mir schade? All- langen? Und wenn in dieser nacht mächtiger, mein schuß bist du.( diesem jahr) Gott über mich gebeut, Bin ich, vor ihm zu flehn, Auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, Was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die schwachheit meiner seelen. Bergieb durch christi blut, Mir die verlegte pflicht; Vergieb und gehe du Nicht mit mir ins gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, Den seine sünden kränken; Du liebst barmherzigkeit, Und wirst auch mir sie schenken. Auch diese nacht( dieses jahr) bist du Der wächter über mir. Leb' ich, so leb' ich dir! Sterb' ich, so sterb' ich dir! Mel. Nun danfet alle gott 2c. 535. Der tag( bas jabr) ist wieder hin; Und diesen heil des lebens, Wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mich allem ernst Dem guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir nicht meiner pflicht gelebt? 2. Hab' in der furcht des herrn Ich ihn auch angefangen? Mit dank und mit gebät, Mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von gott, Der tugend mich zu weihn, Und züchtig und gerecht, Und gottes freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem beruf, Den gott mir angewiesen, Durch eifer und durch fleiß Ihn, meinen gott, gepriesen? und dienst gethan, Weil ihn der herr gebot, Nicht weil mich menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen tag( dieses jahr) Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn, Der unser flehn bemerkt? Und hab' ich im vertraun Auf ihn mein herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem genuß Der güter dieser erden An den allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrte ich ihn recht? Empfand ich seine huld? Trug ich das glück mit dant, Den unfall mit geduld? Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. Qür 536. Gott vater, sohn und heil'ger geist! Jhr bin ich zu geringe. Vernimm den dank, Den lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner Herzlich an, Hast großes heut' an mir gethan, Mir mein gebät gewähret; Hast väterlich Mein Haus und mich Beschützet und ernähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein geschenk; Der geist, mit dem ich dein gedenk, Ein ruhiges gemüthe. Was ich vermag, Bis diesen tag, Ist alles deine güte. 4. Sey auch, nach deiner lieb' und macht, Mein schuß und schirm in 240 dieser nacht; Vergieb mir meine fünden. Und fommt mein tod, Mein Herr und gott, So laß mich gnade finden. Dritte Abtheilung. 5. Du führst aus dunkler ferne Den mond und tausend sterne Mit majestät herauf: Sie leuchten, dir zur ehre, Hoch über erd' und meere, Und deine hand lenkt ihren lauf. 6. wenn der morgen Mel. In allen meinen thaten 2c err, der du mir das 537. Hleben Bis dieſen tag Groß, wenn der abend thauet; Groß in der stillen nacht; Im sonnenschein und sturme, Am menschen und am wurme; Groß zeigst du, vater!! deine macht. 7. Voll ordnung, pracht und stärke Stehn deiner hände werke In deiner schöpfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du gott und herr der welten Warst auch mit deiner buld mir nah. 8. Wem kann ich ohne grauen Mich froher anvertrauen, Allmächtiger, als dir? Ja, vater! dir befehle Ich darum leib und seele, Verherrliche dich auch an mir. gegeben, Dich bet ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe Der treu, die ich besinge, Die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem gemüthe Freu' ich mich deiner güte; Ich freue mich in dir. Du giebst mir kraft und stärke, Gedeih'n zu meinem werke, Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott! welche ruh' der seelen, Nach deines worts befehlen Einher im leben gehn; Auf deine güte hoffen, Im geist den himmel offen, Und dort den preis des glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube, Zu dir, o gott, mein heil; Ich bin der schuld entlaben, Ich bin bei dir in gnaden; Und in dem himmel i mein theil. 5. O leite mich im segen Dem großen ziel entgegen, Dahin dein wort mich weist. Mein leben und mein ende Ist dein, in deine hände Befehl ich, vater, meinen geist. Mel. Nun ruhen alle wälder zc. est sinkt die sonne nie538.Jer, Die stille nacht kommt wieder, Und schlaf und ruh' mit ihr. Sie schenkt uns neue fräfte Für jedes tags geschäfte; Das danten wir, o vater! dir. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter seele, Was du an mir gethan; Sey dankbar, mein gemüthe! Besing' des schöpfers güte! Stimm' ihm ein frohes loblied an. 3. Von dir kommt jede gabe; Das leben, das ich habe, Die sicherheit der nacht, Auch alle andre güter Verdank ich, treuer hüter, Blos deiner vaterhuld und macht. 4. Du läßt es finster werden Und hüllst den kreis der erden In schwarze dunkelheit. Doch auch in dunkler stille Wohnst du mit deiner fülle Und zeigst uns deine herrlichkeit. 9. Dir dafür ruhm zu singen, Und ferner dank zu bringen, Sey meine liebste pflicht. Ich leg' nun meine glieder Getrost und freudig nieder: Du wachst für mich, ich sorge nicht. 10. Soll mir der schlaf zum leben Nech neue kräfte geben, So schlaf ich fröhlich ein: Soll er mein leben enden, So wi du mich vollenden Und auch mein gott im tvode seyn. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 539. todes finstre nacht, Wo fein frommer 539. Sin ich einst in jenen schlummer, In des mehr zum fummer Dieser zeitlichkeit erwacht: O dann schlaf ich anders ein; Weg aus dieses lebens pein Eil' ich hin zu deren hütten, Die vordem auch standhaft litten. 2. Jest boff ich noch auszuwachen Aus dem schlaf für diese zeit. Laß mich doch stets fertig machen, Vater! zu der ewigkeit, Daß ich, als ein wandrer, sey Wacker, tugendhaft und frei Von den lüsten dieser erde, Wenn ich abgerufen werde. 3. Laß mich meine tage zählen; Wie ein strom verlaufen sie; Laß das beste theil mich wählen, Daß ich, nach des lebens müh, Rube, freude, sicherheit, Wonne, ew'ge seligkeit, Dort vor deinem thron genieße, So wird mir mein sterben süße. 14. Abend- Zieder. Mel. Nun sich der tag geendet hat. oder: Nun danket all', und 2c. 540. So fliehen unsre tage bin! Auch dieser ist nicht mehr. Die nacht, der müden trösterin, Eilt wieder zu uns her. 2. Nur du, berr! bleibest wie du bist, Du schläfft und schlummerst nicht; Die finsterniß, die uns um schließt, Ist deinem auge licht. 3. Voll zuversicht befehl' ich mich Dir auch in dieser nacht: Ich bin getroft, ich trau' auf dich; Mich schüßet deine macht. 4. Sab' ich an deiner gnade nur Noch theil, o herr, mein gott! So fürcht' ich keine kreatur; Und scheue nicht den tod. In voriger Melodie. 541. un bricht die finstre nacht schen wir; Doch ehe wir noch schlafen ein, Spricht unser herz mit dir. 2. O vater, gott und berr der welt! Den niemand sehen kann, Du fietst, wer dir zu füße fällt, Sieh' uns auch gnädig an. 3. Der tag, den wir nunmehr vollbracht, Der war, o böchster, dein! Dir follt' er auch bis in die nacht Von uns geheiligt seyn. b. Abend- Lied 4. Doch ach! wir müssens nur gestebn, Oberr! daß fleisch und blut Auch heute manches hat versehn, War gleich der wille gut. 241 5. 3war ich erkenne meine schuld, Mit reue fühl ich sie; Doch, mein versöhner, deine huld, Wie troftvoll ist mir die! 5. Drum schenk' uns gnad' von deinem thron; Steh' unsre schuld nicht an, Und denke, daß dein theurer sohn Für uns genug gethan. 6. Ich eil' im glauben zu dir bin, Und weiß, wie sicher ich Im schatten deiner flügel bin; Du wachestüber mich. mir, Du, jesu! wohn' allein In 7. Flieht, bange sorgen, weit von meinem Herzen, weib' es dir Zu deinem tempel ein! 8. Ist dies vielleicht die letzte nacht In meiner pilgrimszeit; So führe mich durch deine macht Zum licht der ewigkeit. Mel. Wenn wir in höchsten zc. 542. 11 nwiederbringlich schnell entfliehn Die tage, die uns gott verliehn. Die woche kommt( Das jahr tritt ein) und eilt davon! Vergangen ist auch diese( dieses) schon. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin ich auch im tod! Du, mein erretter! bist bei mir, Und hilfft aus aller noth. am Sonntage. 6. Schreib' das, was du uns heut' uns, wirs auch gelehrt, In unsre herzen ein, Und gehorsam seyn. 7. Gieb, daß stets fruchtbar sey dein wort, Und thu' uns ferner wohl; Damit wir dir auch immerfort Treu dienen, wie man soll. 8. Nun suchen wir, gott! unsre ruh; Steh' deinen kindern bei, Und lasſe keinem übel zu, Daß es uns schädlich sey. 9. So stehen wir, wenn dirs gefällt, Frob morgen wieder auf; Und wir vollbringen in der welt Dann glücklich unsern lauf. 10. Und dann führst du uns, wenn es zeit, Auch in den himmel ein. Da wird in deiner herrlichkeit Für uns stets freude seyn. Am Ende der Woche. 2. Dank dir, du ewigtreuer gott! Für deinen beistand in der noth. Für tausend proben deiner treu: Denn deine huld war täglich neu. 3. Wenn unser Herz von schuld befreit Sich mancher guten that erfreut: Weß war die fraft? wer gab. 242 gedeihn? Dir, herr! gebührt der ruhm allein. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht, Verzeih' uns die verletzte pflicht. Du siebst, erbarmer! unsre reu: Um christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem strom der zeit Stets näher bis zur ewigkeit. Du hast die stunden zugezählt, Die legte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers lebens! mache du Dritte Abtheilung. 15) Bei Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ich bitt ich, gott, beweise, 543. mit mir; Beglücke meine reise; Denn ich vertraue dir. Auf allen meinen wegen Begleite väterlich mit deinem schuß und segen, Mit deiner hülfe mich. 2. Ich bin in deinen Händen, Deß soll mein herz sich freun; Denn du kannst rettung senden, Wo mir gefahren dräun. Bin ich bei dir in gnaden; So fürcht ich nichts, o gott! Du wehreft allem schaden, Mein retter in der noth. a. Vor der Reiſe. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 544. Dank sey dir, vater meimich froh zurückgebracht; Ich flehte nicht zu dir vergebens, Du hast mich väterlich bewacht: Durch deine gnade bin ich bier, Dein schuß und schirm war über mir. Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der tod uns unbereitet find't. 2. Gesundheit hast du mir verliehen Und schaden von mir abgewandt; Du hast gesegnet mein bemühen Durch deine milde vaterband; 7. Ist einst die zahl der stunden voll, Die jeder hier durchleben soll: So führ' uns aus der übungszeit Zu jener frohen ewigkeit. 16) Vor und 8. Da sind wir unsers beils gewiß: Da wechseln licht und finsterniß, Wie hier auf erden, ferner nicht; Herr, unser gott! verlaß uns nicht. b. Nach glücklich vollbrachter Reiſe. In voriger Melodie. 545. Dir, milder geber aller gaben, geReisen. 3. So will ich denn mein leben Getroft und wohlgemuth, Dir, vaherr, so manches gute zu. nes lebens, Du hast huth: Erhalte meine kräfte; Beglücke meinen fleiß Und meiner pflicht geschäfte, zu deinem ruhm und preis. 4. Laß dir auch meine lieben Zum schuß empfohlen seyn; Nichis müsse uns betrüben, Dein trost uns stets erfreun. Und sehen wir uns wieder In rub und wohlergehn, Wie sollen unsre lieder Dann deine huld erhöhn! Auch meiner seelen wandest du, O 3. Nun kann ich wieder mit den meinen Mich deiner gür' und bülfe freun; Mit ihnen mein gebät vereinen, Und dir des dankes opfer weihn; Daß du mit deiner vaterhand Gefabr und schaden abgewandt. Für alles gute, das du mir Auf meiner 4. Sey ewig, gott, sey hochgepriesen reise hast erwiesen; Mein frohes lob gefalle dir: Dir will ich nun mich ferner weihn, Dein lebend und im tode seyn. bei der Erndte. bühret ruhm und dank. Du hörst das schrein der jungen raben, Und aller vögel dein obr 16. Vor und bei der Erndte. zu mir! Du forverst dank; ich danke dir. 2. Die kleinste deiner kreaturen Macht deine weisheit offenbar. Man siebet deiner güte spuren Und deine macht von jahr zu fabr. Ein jeder tag belehret mich: Du seyst mein gott; drum preis' ich dich! 3. Du forgst nach treuer väter weise Für alle werke deiner band; Und allem fleisbe giebst du speise, Beschirmst und segnest jedes land; Du liebest unveränderlich; Der bösen selbst erbarmst du dich. 243 3. Vater, du hast aus erbarmen, Uns unwürdige ernährt. Du hast reichen, du hast armen Milder gaben viel gewährt. Gott, der uns viel guts erwiesen, Sey gelobt und hochgepriesen. 4. Du bast sonnenschein und regen Uns zur rechten zeit geschickt, Daß man deinen vatersegen Allenthalben hat erblickt. Berg und thäler, tiefen, Höhen Lassen deine huld uns sehen. 4. Der erdkreis ist von deiner güte, Von deiner weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein gemütbe, sie ich dich würdig loben soll; Gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel gutes giebt. 5. Das saamkorn wird in deinem namen Auf Hoffnung in das feld gestreut; Allgütiger, du gabst dem saamen, Da du ihn schufft, die fruchtbarkeit, Zur aussaat giebst du auch allein Dem landmann fraft, zeit und gedeihn. 6. Was dürr ist, feuchtest du mit regen; Was kalt ist wärmt dein sonnenschein; Du theilst die zeiten, wie den segen, Zu unserm besten weislich ein. Bet wärme, hize, tält' und frost Grünt, wächst und reifet unsre kost. 5. Ach! wer ist, der deine güte Dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares gemüthe Für die große woblthat an; Unser mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit wohlgefallen. 6. Hilf uns, herr, daß trank und speise, Die uns deine buld gewährt, Ja nicht, nach der fünder weise, Werd' zu unserm fluch verzehrt: Bleiben wir in alten sünden, Kann das gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch vergnügte bere zen; Stolz und geiz laß ferne seyn; Laß den undank nichts verscherzen; Gieb uns ferner dein gedeihn. Willig laß mit deinen gaben Uns die dürftigen auch laben. 8. Laß es deinem wort gelingen, Daß auch wir zu deiner ehr', Hier schon reichlich früchte bringen: Stärke du uns immer mehr. Schenk uns auch, nach allem leide, Droben mehr als erndtefreude. 7. Kommt, preist des schöpfers buld und stärke, Bringt seinem namen ehre dar! Groß ist der herr, und seine werke Sind herrlich, groß und wunderbar! Kommt, laßt uns seine macht erböhn! Mel. Nun danket all' 2c. Der herr ist gut! sein lob ist schön! 547, Gott forgt für uns! o Eigene Melodie. singt ihm dank, Ihr christen, singt ihm gern! Vom aufgang bis zum niedergang Trägt uns die huld des berrn. 546. Gott im himmel und auf erden, Herrscher 2. Vom menschen bis zum kleinsten in der ganzen welt; Laß das Herz wurm Reicht seine gnad' und macht; voll preises werden, Da man dir zum sonnenschein, so wie im sturm, fuße fällt, Für den nahen erndteIst er auf beil bedacht. segen Dank und opfer darzulegen. 2. Herr! dir jauchzen feld und auen, Wald und hügel zeugt von dir; Ueberall läßt du dich schauen: Und undankbar schwiegen wir, Gleich als ob zu deiner ehre Feld und au so schön nicht wäre! 3. Mit froh gerührter seele bringt Ein herz voll dank ihm dar! Die ähre, die vom segen sinkt, Ist sein; gott krönt das jahr. 4. Ja, böchster! wir verebren dich Mit kindlich frohem dank; Du nährst 16* 244 uns und giebst mildiglich Auch mehr als speis' und tranf. Dritte Abtheilung. 5. Fried' und gesundheit, kraft, gedeihn Zu unser hände fleiß: Auch das giebst du, und dir allein Gebührt dafür der preis. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 6. Laß deines jegens überfluß Uns 549., daß doch bei der rei nun auch nüßlich seyn; Und hilf uns, daß wir beim genuß Uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr in uns die zuversicht, Dir ewig zu vertraun, Bis wir dereinst in deinem licht Des glaubens erndte schaun. du, höchster, uns erfreuft, Ein jeder froh empfinden lernte, Wie reich du, uns zu segnen, seyst; Wie gern du unsern mangel stillst, Und uns mit speis' und freud' erfüllst. 2. Du siehst es gern, wenn deiner güte, vater! unser herz sich freut; Und ein erkenntliches gemüthe Auch das, was du für diese zeit Uns zur Mel. In dir hab ich gehoffet 2c. 548. Liebreicher gott, dein se- erquickung bast bestimmt Mit dant aus deinen Händen nimmt. genswort Erzeiget sich noch immerfort In seiner kraft auf erden, Daß unser feld Mit nuß bestellt und angebaut kann werden. 2. In hoffnung streun wir saamen aus; Doch segnest du nicht feld und baus, So ist die müh vergebens. Nur deine fraft und güte schafft Uns unterbalt des lebens. 3. Laß unsre saat gesegnet seyn; Gieb regen, wind und sonnenschein. Daß wachsthum und gedeihen Uns spät und früh, Nach sorg' und müh'. Einst wiederum erfreuen. Viel gute frucht zu bringen: So will ich dir Dereinst dafür In ewigkeit lobsingen. 4. Bewahre sie das ganze jahr Vor so vielfältiger gefahr, Die sie leicht kann verlegen, Und den, den beut Sein feld erfreut! In fummer bald versehen. 5. Bei solcher saat seb' ich allhier Zugleich manch tröstlich bild von mir. Denn unter sturm und winden Erhebt sie sich: So muß auch ich Beim kreuz den himmel finden. 6. Und wie das förnlein erst verdirbt, Und in der erde gleichsam stirbt Um neue frucht zu bringen; So werd', o gott! Ich durch den tod Ins beßre leben dringen. 3. So kommt denn, gottes huld zu feiern, Kommt christen, laßt uns seiner freun; Und bei den angefüllten scheuern Dem Herrn der erndte dankbar seyn. Ihm, der uns stets versorger war, Bringt neuen dank zum opfer dar. 4. Nimm gnädig an das lob der liebe, Das unser herz dir, vater, weiht. Dein segen mehr in uns die triebe zum thätgen dank, zur folgsamkeit; Daß preis für deine vatertreu Auch unser ganzes leben sey. 5. Du nährest uns blos aus erbarmen, Diesi treib auch uns zum wohlthun an. Nun sey auch gern ein trost der armen, Wer ibren mangel stillen kann. Herr! der du aller vater bist, Gieb jedem, Was ihm nüßlich ist. 6. Thu deine milden segenhände, Une zu erquicken ferner auf. Verforg uns bis an unser ende, Und mach' in unserm lebenslauf Uns dir im kleinsten auch getreu; Daß einst uns größres glück erfreu. 7. Bewahr uns den geschenkten segen; Gieb, daß uns sein genuß gedeih, Und unser herz auch seinetwegen Dir dankbar und ergeben sey. Du, der uns täglich nährt und speist, Erquick auch ewig unsern geist. 7. Auf diesen seligen gewinn Freut sich bereits mein berz und sinn; Muß ich bei trüben fällen Die thränenfaat, Nach deinem rath, Gleich öfters bier bestellen. In voriger Melodie. 8. Nur mache mich, o gott; be- 550. Wir singen, berr, von deinen segen, Wiereit Im glauben und gottseligkeit wohl sie nicht zuzählen sind. Du giebst 16. Vor und bei der Erndte. uns sonnenschein und regen, Frost, bißze, donner, thau und wind; So blüht und reifet unsre saat, Nach deinem wundervollen ratb. 2. Der himmel träufelt lauter güte, Die erd ist deiner schätze voll: Damit ein achtsames gemüthe Dich finden und bewundern soll, Dich, der durch seine weise macht Das alles bat hervorgebracht. 3. So sey die liebe denn gepriesen, Gepriesen sey die wunderkraft, Die auf den feldern, auf den wiesen Den erdbewohnern nahrung schafft. Du nährest uns, wir werden satt; Du giebst's, daß man noch übrig bat. 4. Du schüttest deines segens fülle Herab, die wir doch nicht verdient. Es ist allein dein guter wille, Daß feld und au und garten grünt, Und 245 uns, sind wir es gleich nicht werth. Die frucht der erde reichlich nährt. 551. Pref Mel. Was gott thut, das ist 2c. reift, christen, mit zufriedenheit, Preist gott! den herrn der erndte, Daß sich nicht ganz die fruchtbarkeit Von au und feld enfernte. Noch stets erbält Er seine welt; Was nöthig ist zum leben Will er uns alles geben. 2. Es ist der berr; in seiner hand Ist, was die erde bringet. So sehr auch menschenfleiß das land Baut, pfleget und bedünget: Kommt doch allein Von ihm gedeihn. Nur er, er läßt die saaten Blühn, reifen und gerathen. 5. Bewahre ferner unsre saaten, Und unsre Häuser, bab' und gut, Bewahre uns vor missetbaten; Vor wollust, geiz und übermuth; Weil sonst im reichsten überfluß, Die feele doch verderben muß. 6. Ja, wenn wir, vater, dein vergeffen, Der du so liebreich an uns denkst, So muß der fluch den segen fressen, mit dem du feld und haus beschenkst. Wird auch der vorrath nicht zerstreut, So mangelt doch zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf erden, Des guten saamens auszustreun, Nie müde, nie verdrossen werden, Und uns vielmehr der erndte freun, Die einst nach dieser zeit der saat, Dein rath für uns ersehen hat. Bei sparsamer Erndte. giebet er doch sicherlich, So viel wir nöthig haben; Ist stets bedacht, Voll gnad' und macht, Die feinen zu erhalten, Die ihn nur lassen walten. 5. Und, o, was ist's für ein gewinn, An dem sich gnügen lassen; Was da ist, und mit heiterm sinn Das feste zutraun fassen, Daß, der die welt Regiert und bält, Auch uns, so lang' wir leben, Was nöthig ist, wird geben. 3. Oft sehn wir frob in hoffnung schon Der reichsten erndt' entgegen, Und plößlich ist er uns entflohn, Der uns gezeigte segen. Gott nimmt und giebt, Was ihm beliebt, Daß er als Herr der erde Von uns verehret werde. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich Der reichthum seiner gaben; So 6. Ja, böchster, wir verehren dich In allen deinen wegen, Und trauen unveränderlich Auf deinen milden segen. Auch unser brod Wirst du uns, gott. Von zeit zu zeit gewähren, Wenn wir dich kindlich ehren. 7. Wir beten demuthsvoll dich an, Der alles weislich füget, Deß vorsicht niemals irren kann, Deß wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erbalter, dir, und preifen deine gute, Mit g'nügsamen gemüthe. 17) In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben gott 2c. bittern schmerzen Sich das gebät der 552. Es züchtigt deine band armen; Erbör es mit erbarmen. O böchster, jeßt das land. Zu deinem vaterberzen Erhebt in 2. Du siehst des landes noth, Sie kam auf dein gebot. Du kannst mit 246 mächt'gen händen Sie lindern und auch enden. Ein wort aus deinem munde Verändert zeit und stunde. 3. O berr, wir murren nicht; Gerecht ist dein gericht Bei allem, was wir dulden; Denn groß sind unsre schulden, Und du bestrafft uns minder, Als wir's verdient, wir fünder. 4. Doch, vater, deine buld Ist größer, als die schuld. Gedenke an die deinen, Die reuend vor dir weinen; Gedenke mit erbarmen An die gebeugten armen! Dritte Abtheilung. 5. Verkürze doch, o gott, Die dauer unsrer noth! Laß, die voll angst dir fleben, Trost und erleicht'rung sehen; Verwandle alles leiden In neue lebensfreuden. 6. Doch wenn, herr aller welt, Es dir noch nicht gefällt, Die trübsal zu entfernen: So stärk uns, daß wir lernen. Mit ehrfurchtsvollem schweigen, Vor dir uns kindlich beugen. 7. Ja, deine züchtigung Leit' uns zur besserung; Laß sie die sichern schrecken, Die schläfrigen erwecken, Auf dein gebot zu merken, Und redlich fromme stärken. 8. Wenn unser herz dich liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum heil gedeihen, Und uns zuletzt erfreuen; So wird uns deine gnade Zum licht auf dunkelm pfade. 9. So stärke denn das herz, Daß auch im größten schmerz És nie an muth uns fehle; sprich zu unsrer seele: Getrost; dich soll kein leiden Von meiner liebe scheiden. 10. Am schluß von unserm lauf, Dann klärt sich alles auf; Dann wird die aussicht heiter; Dann thränt kein auge weiter; Und dieses lebens leiden Verwandeln sich in freuden. heiligster, mit deinem wort, Wie mit der fünde scherzen; und wilde sittenlosigkeit, Gestärkt durch falsche sicherheit, Kennt oftmals keine grenzen. 3. Wir flehn, Allmächtiger, zu dir, Du wollst dem übel wehren; Noch mancher kann, das hoffen wir, Zu dir sein herz bekehren. Nur beispiel, schein und lust der welt Ist, was ibn in vers blendung bält, Daß er dem bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer gott, Der tiefgefallnen seelen, Diejetzt verführt, in sünden tod, Ihr wahres wohl verfehlen. Der wahrheit licht erleuchte sie, Und furcht der strafe schrecke die, Die nicht die liebe bessert. 5. Die aber thun, was dir gefällt, Erhalt in deinem segen; Gieb ihnen kraft, trog aller welt, Zu gehn auf rechten wegen. Laß deine treue vaterhand Seyn deinen findern wohlbekannt, Daß sie dir treu verbleiben. Mel. Aus tiefer noth schrei 2c. err, deine langmuth ist 6. Ein vater und ein hirte meint Es treulich mit den seinen; Mehr bist du, größrer menschenfreund, Du kannst's nicht böse meinen; Drum traun wir dir, und bitten dich: Erhalt' uns ferner väterlich In deiner furcht und liebe. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 554. Sebn wir nun trübfal um keinen ausgang mehr, und finden uns her, Und wissen weder schuß noch rath, Ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Dann ist es unser trost allein, 553. zu dir, bu treuer gott, Daß wir uns deiner noch erfreun, Du bester helfer in der noth. g'nug ermessen? Lebt gleich so mancher zügellos, Und seiner pflicht vergessen; Doch schonst du seiner lange zeit, Und trägst ihn mit barmherzigkeit: Und willst nicht sein verderben. 3. Wir beben unser aug' und herz Hinauf zu dir in unserm schmerz Und flehn dich um begnadigung Und aller strafen linderung. 2. Der leichtsinn herrschet immerfort In der verkehrten herzen, Die, schon Gewinn für dieses leben; Doch 7. Dir treu zu seyn, ist freilich wirst du einstens größern lohn Den deln wir in deinem licht! Dann wird treugebliebnen geben. Dann wanuns sel'ge ferner nicht Des lasters anblick fränken. 4. Nach deiner gnade sagest du Sie allen, die drum bitten, zu, Durch 18. Witterungs- Lieder. den, der unser mittler ist, Durch unsern heiland, jesum christ. 5. Drum kommen wir, herr unser gott, Und tlagen dir all' unsre noth. Ach, deine vateraugen sehn, Wie so verlassen wir da stehn! 6. Nur du bist unsre zuversicht, 247 Vergilt nach unsrer schuld uns nicht, Steb' uns in allen nöthen bei Und mach' uns aller plage frei. 7. Dann danken und lobsingen wir Mit freud' erfülltem herzen dir: Gehorsam deinem theuern wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 18) Witterungs- Lieder. a. Um Regen. 2. Die felder sind ein dürres land, Von langer hiße ausgebrannt; Sich, es verdorret immer mehr, Send einen milden regen her. 3. Betäubt und mit gebeugtem haupt Der hoffnung und des troft's beraubt, Schaun wir das feld und sind betrübt, Weil es uns sein gewächs nicht giebt. 4. Entkräftet steht fast alles da, Dem gänzlichen verderben nah. Die boffnung, die das feld uns gab, Nimmt jeden tag zusehens ab. 5. Wir alle schrein aus tiefer noth; Nimm uns nicht unser täglich brod; In voriger Melodie. 555. In unserm kummer kom- helfer und erretter ſeyn. wir Gebeugt, doch 6. Ach, gieb uns noch zu rechter glaubensvoll zu dir; Wir rufen dich zeit Den regen, der das land erfreut, im himmel an, Daß er für uns werd' Der die zerborstne erde tränkt Und aufgethan. sich in ihre tiefen senkt. el. Ach bleib' mit deinen 2c. 556. in milder regen sinket Erquickend auf die flur, Wie labt sie sich, wie trinket Ihn freudig die natur! 2. Die sanften ströme fühlen Der lüfte weites meer, Und die geschöpfe fühlen Nicht mehr sich träg' und schwer. Hilf uns im elend! du allein Kannst 3. Gott spricht, das seufzen schweiget, Und hitz' und dürre fliehn; Der frommen danklied steiget Hinauf und preiset ihn! b. Nach erhaltenem Regen. 4. Mit freud' im angesichte Siebt man feßt flur und feld, Erquickt hat gott die früchte, Der vater dieser welt. 7. Straf' unsre sünden nicht, o gott, Mit theurung und mit hungersnoth; Vergieb uns gnädig unsre schuld, Du gott voll liebe, voll von huld. 8. Sey gnädig uns durch deinen sohn, Der mit dir herrscht auf deinem thron; Er ist's der liebreich für uns spricht, Drum wende, herr, doch dies gericht. 9. Wir wollen dir gehorsam seyn Und dir nur unser leben weihn. Tröst' uns, o herr, verlaß uns nicht Und stärk' uns selbst in jeder pflicht. 5. Nun wird die saat, die ähren Von gottes fegen voll, Der seine menschen nähren, Und sie erfreuen soll. 6. Auf, preiset gottes milde! Er ist's, der regen schickt, Und lechzendes gefilde Voll vaterhuld erquickt. 7. Du sendest, vater, regen, Giebst milden sonnenschein; Du eilst, mit deinem segen Uns alle zu erfreun. 8. Ach, laß uns nicht vergebens Doch diese buld empfahn, Erbalter unsers lebens, Zu dem wir dankbar nabn. 9. Laß keine buld vergebens Uns je von dir empfabn, Und nimm, bherr unsers leben, Dich unser ferner an. 248 Dritte Abtheilung. c. Um Sonnenschein. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zc. 557. gott, du kannst den himmel ganz Mit wolken überziehen; Doch müssen vor der sonnen glanz Sie, wenn du willst, entfliehen; Halt doch den regen jetzt zurück Und laß der sønne frohen blick Uns wiederum erfreuen. 2. Die felder trauern weit und breit, Die früchte leiden schaden; Sie sind von vieler feuchtigkeit Ertränkt und überladen. Dein segen, den du uns gezeigt, Der sich betrübt zur erde neigt Scheint nahe dem verderben. 3. Herr! unsre sünd' und missethat Hat dieses wohl verdienet; Jedoch erzeig' uns deine gnad' Weil uns dein Mel. D, gott, du frommer gott sc. 558. Mein gott! bu bist gerecht, Und auch dabei voll liebe, Selbst, wann es dir gefällt, Daß leiden uns betrübe; Scheints gleich als dächtest du, Bei unsrer sündenschuld, Nicht mehr an uns, dein volf, Mit vatertreu und huld. 2. Wir reizen freilich dich Gar oft mit unsern fünden, Und gleichwohl läsfest du Uns huld und gnade finden: Wenn du den arm auch schon zu strafen ausgestreckt, Und der gedrobte schlag Die menschen heilsam schreckt. 3. Herr, dein erbarmen fann Kein menschensinn erreichen; Wer ist dir, böchster gleich? Wen berg und hügel weichen, Wen erde, sonn' und mond Aus ihrem laufe gehn: Bleibt deine gnade doch Stets unbeweglich stehn. sohn verfühnet. Wir nahen dir voll reu uns nun, Wir wollen ernstlich buße thun Und unser leben bessern. d. Nach erlangtem Und laß uns bülfe seben; Mach' 4. Gedenk', o gott! an deine treu deine gnade bei uns neu, Um die wir findlich flehen; Entzeuch uns deine freundlichkeit Doch nicht bei dieser trauerzeit, Du bist ja unser vater! Den beitern schein der sonne, Und 5. Gieb uns, o du liebreicher gott, überschütt' uns nach der noth Mit freude, lust und wonne; Und zeig' uns jetzt nach deiner treu, Daß außer dir kein segen sey Im himmel und auf erden. Mel. Run ruhen alle wälder zc. Sonnenschein. 4. Durch wolken ließest du Das sonnenlicht bedecken: Wind, regenwetter, sturm Erfüllten uns mit schrecken, Weil man den Himmel nicht, Nur stetes regnen, sab, Und unsers landes frucht War dem verderben nah. schien die sonne wieder; Das trauern 5. Doch, herr, auf deinen wink Erist vorbei; Wir singen freudenlieder, Und preisen deine hald, Daß du auf unser flevn, Bet unsrer kümmerniß, Erbarmungsvoll gesehn. Mit freudigem gemüthe. O sorg' auch 6. Ja, herr, wir preisen dich fernerbin Für uns mit vatergüte; Gieb uns zu rechter zeit Thau, regen, sonnenschein: Wir wollen dir dafür Von herzen dankbar seyn. 19) Lieder bei Feuersnöthen. a. Für Abgebrannte. maaß von thränen Ist bei dem bangen 559.jammervolle tage, Da fehnen Jeßt unsre speise früß und spat. so viel angst und plage Uns hart betroffen bat. Ein großes 2. Drum falen wir in buße Dir, böchster gott, zu fuße, Erkennen unsre 20. Beim schuld. Erbarme dich der fünder, Verstoß nicht deine tinder, Erzeug' uns wieder gnad' und huld. 3. Gedenk an deine treue, Wir flehen voller reue, Ach, merk auf unser flehn! Du bist ja unser vater, Erhalter und berather, Laß uns nicht gänzlich untergehn. 4. So groß der sünden schade: Se ist doch deine gnade Noch größer, als die schuld. Du kannst uns nicht verder ben; Denn christi blut und sterben Erwarb uns deine gnad' und buld. 5. Wir flebn durch seine wunden, Wo wir stets heil gefunden: Ach! gieb uns troft und heil. Laß sich um deren willen Doch unser elend stillen, Gieb uns an deiner gnade theil. 6. Es soll dir leib und leben Zu e. Nach der 2. So manche häuser hats verzehrt; So mancher menschen glück zerstört! Auch dies hat deine band gethan; Wir weinen, herr, und beten an. Gewitter. 249 deinem dienst ergeben Und aufgeopfert seyn. Dein geist, berr, soll uns führen Und jederzeit regieren: Dein wort, o herr! soll uns erfreun. Feuersgefabr. Mel. Wenn wir in höchsten zc. 5. O gieb, daß, wer verschonet 560. Gott, beffen macht des ward, nicht Bergesſe seiner schönsten feuers kraft segen pflicht, zu erund verderben schafft: Mit welcher freun, Barmherzig und auch mild zu schrecklichen gewalt Verwüstets und seyn! wie leicht, wie bald! 6. Was du uns nimmst, das kannst du; gott, Auch wieder geben; jede noth In beil verwandeln; weis' und gut Sst alles, was dein wille thut. 7. Gieb unterwerfung und geduld, Daß wir nie deiner vaterhuld Verlustig werden: voll vertraun, Dich, wo kein leid ist, einst zu schaun. 3. Wir weinen; doch verehren wir Auch deine huld; sie half auch hier, Und hielt der flammen schnellen lauf, Der übrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern brüdern seufzen wir In ihrem jammer, gott, zu dir! Laß sie nicht bülflos; tröste die, Die du gebeugt haft; segne sie. 7. Indessen gönn uns armen, vater! dein erbarmen, Und steh' uns mächtig bei; Daß fünftig neuer segen Auf allen unsern wegen, Nach deiner huld, stets bei uns sey. 8. Ersetze, was zusammen Wir durch die wuth der flammen So schleunig eingebüßt. Erfülle dies begehren; Du wirst uns, gott, gewähren, Was unsrer wohlfahrt dienlich ist. 9. Erbaue, was zerstöret, Und was die gluth verzehret; Steu'r fünftig allem brand; So wollen wir von neuem Uns deiner güte freuen, Und ehren dankbar deine hand. el. Herzliebster jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott 2c. 8. Schütz unser ganzes vaterland Vor mangel, seuchen, frieg und brand! Gieb, weil du unser vater bist, Uns allen, was uns selig ist! 20) Beim Gewitter. wenn sie die welt erschüttern, Der fromme zittern? 561.K seine größ' erbeben; ommt, laßt uns gott und Und nicht vor seinem donner heidnisch beben, Und nicht( denn er kann segnen und uns schüßen) Vor seinen blißen. 3. Ist gottes absicht, daß sie beben sollen, Wo donner unter seinem throne rollen; Und daß, wo blize flammen, dann zur rache Sein zorn erwache? 4. Sie zeugen ja, wie alle deine werke, 2. Sie können tödten uns und unsre O gott! von deiner weisheit huld und beerden; Zerstörer seyn, und auch stärke. Gleich herrlich ist im sturm wohlthäter werden; Soll aber dann, und in der stille Dein rath und wille. 250 5. Von tiefer ehrfurcht, herr, vor dir durchdrungen, Sebn wir in der natur erschütterungen. Auch güte, die fie schmücket und belebet, Selbst wenn fie bebet. Dritte Abtheilung. 6. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine frommen, Geprüft zu werden, oft in trübsal kommen. Wir leiden, durch geduld zu edeln werken Uns mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröblicher der tugend saaten Zu mannigfaltigern und schönern thaten. Sie werden, wenn die trübsal sie bewähret, Nur mehr verkläret. 8. So strahlt, wenn donner die natur erschüttern, In größrer schönheit sie nach ungewittern, Als schmückte sie nun eine neue sonne Mit neuer wonne. 9. Verderbenschwangre dünft' ent= fliebn, und feuchen, Die uns und unfern heerden drobn, entweichen; Auch athmen wir, von leichtrer luft umgeben, Mehr kraft, mehr leben. 10. So steigt, wenn einst am größten aller tage Für fromme nicht mehr sein wird leid und flage, Empor nach jenes weltgerichts getümmel Ein neuer himmel. 11. Wir werden dann zu einem neuen leben Hervorgehn, werden dir entgegenschweben, In diesen neuen himmel aufgenommen Mit allen frommen. 12. Weil wir noch bier sind, sey von uns erhoben! Dann werden wir mit neuer fraft dich loben; Dir bringen, herr, für alle deine werke, Preis, dank und stärke. Mel. Nun danket alle gott: c. 562. böchster! desſen kraft Luft, meer und erde träget; Der erde, luft und meer Durch einen wink beweget: Ich traue deiner güt', Und ehre deine macht, Obschon bei deinem blitz Der donner schreckend kracht. 2. Du führest väterlich, Der saat zum reichen segen, In wolken über uns Den oft gewünschten regen Durch wind und wetter ber, Machst durch der blize brand Die luft von dünsten rein Und tränfst das dürre land. 3. O allmacht unsers herrn; O güte, der nichts gleichet! O weisheit, die kein wiß Der sterblichen erreichet! Laß deine größe uns In deinen werken sehn, Und selbst im wetter auch Uns deine huld verstehn. 4. Denn, wenn darüber gleich Luft, erd' und meer erschüttern, So darf ein frommes herz Doch darum gar nicht zittern. Schreckt dich des schöpfers macht; So denke froh dabei, Daß sie auch groß genug Zu deinem schuße sey. 5. Du ehrst, o christ! ihn nicht, Wenn du nur knechtisch bebest, Bei jedem donnerschlag In ängsten trostlos schwebest: Sieh deinen starken gott Doch nicht so machtlos an, Daß er im wetter dich Nicht auch beschüßen kann. 6. Es wirket seine macht Ein ebrfurchtsvolles grauen; Doch diese macht wirkt auch Bei frommen das vertrauen. An uns liebt unser gott Zwar ebrerbietigkeit, Doch mehr noch zuversicht, Mehr noch gelaſſenheit. 7. Und sollte dieser sturm Dir etwa schaden bringen, So suche christlich stark Die unruh zu bezwingen. Es kann dir nichts geschehn, Als was durch ihn geschicht; Und das ist alles gut, Begreifst du es schon nicht. 8. Doch, weil so fester muth In unsrer macht nun stehet, Und man sich nur durch dich Zu dir, o herr! erhöhet: So flehe ich zu dir, Der alles gute schafft, Gieb mir, dir zu vertraun, Muth, willigkeit und kraft. 9. So oft wir blizen sehn, So oft wir donnern bören, Laß uns durch hoffnung dich Und auch durch ehrfurcht ebren, hat deine güte schon Den bliß hervorgebracht, So ist sein strahl doch auch Ein werkzeug deiner macht. 10. Was ists, das dir dein nichts Mehr fühlbar machen könte. Omensch! als dieser sturm Empörter elemente? Er predigt, sterblicher, Der oft so troßig ist, Mit lauter stimme dir, Wie klein, wie schwach du bist! 11. Gott, der die wolken lenft, Erbarme dich aus gnaden, Laß dies gewitter doch, Ovater! uns nichts schaden! Gieb, daß der feuerstrahl, 21. In Wassersnoth. Wind und der schloßen beer Uns nicht an leib und gut. Almächtiger versehr. 12. Ach, laß in der gefahr, Bei donner, bliß und stürmen, Uns deine Nach dem Mel. Wer nur den lieben gett c. 563. S 2o ist nach gottes rath und wille, Dies wetter glücklich nun vorbei, Und bei der angenehmsten stille Lebt alles auf und lebt auf's neu. Herz! fordert dies nicht deinen dank! Und deinen frohen lobgesang? 2. O feele! preise den erretter: Der seine große kraft bewies: Den starken gott! der sich im wetter So majestätisch hören ließ; Der selbst des blizes strahlen lenkt, Und stets an uns in gnaden denkt. 3. Wann die erbitten dünste glühen, So, daß die menschen und das vieb Den odem matt undschmachtend zieben, Wie froh, wie munter werden sie, So bald nur in die schwüle luft Der donner fühle winde ruft. 251 lieb' und macht Bedecken und beschirmen! Vor allem aber gieb, Wenn die gefahr vorbei, Daß dir für schuß und buld Auch jeder dankbar sey. Mel. Was mein gott will, das 2c. 564.W ir sind in noth! Laßuns, o gott, Die fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in acht; Wehr' ihrer macht; Du kannst die wogen bemen. Verbirg jetzt nicht Dein angesicht: Gedenk an uns in gnaden. Gott, wenn uns jetzt Dein arm beschützt: Was kann die fluth uns schaden? Gewitter. 4. Wie lieblich bebt sich das getreide, Getränket durch den regenguß! Und wie vergnügt betritt die weide Der neu belebten thiere fuß! Der muntern vögel frohes beer Singt frober des erbalters ehr. 21) In Wassersnoth. 5. O gott es bringt uns manchen segen Der bliß und donner deiner band, Er babnt den weg woblthät'gem, regen, Und fruchtbarkeit strömt auf das land. Trum wird dir, wann der frevler zagt, Vom christen freudig dank gesagt. Mel. Nun danket alle gott 2c. 565. Lob, ebr' und bank sey dir, großer gott! gesungen, Daß du durch deine macht Die wilde fluth bezwungen. Es tobete der wind, Das waffer schreckte sebr, Die wellen rauschten schon Fast über uns daher. 6. Sept sprichst du zwar nicht mehr aus wettern, Doch heilig bleibst du für und für; Dein bliß drobt nicht mehr zu zerschmettern, Doch bleib ich ehrfurchtsvoll vor dir; Du bleibst stets meine zuversicht, Ich liebe dich, und zage nicht. 2. Doch mitten in der flutb Beweisest du erbarmen, Und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns armen, 2. Ach hilf uns, herr, Allmächtiger! Um jesu christi willen! Ach du allein Kannst uns befrein Kannst sturm und wellen stillen! Erbarme dich; Hilf väterlich; Beschüß' uns gut und leben! Dann wollen wir Dir, gott! dafür Dank, preis und ebre geben. Nach geendigter Wassersnoth. Daß du von Herzen doch Die menschen nie betrübst, Und im betrüben auch Ste, als ein vater, liebst. 3. Nun ist der sturm vorbei, Die fluth bört auf zu toben. Gott! du bast sie bedroht, mit starker band von oben. Die wasser laufen ab, Der mensch wird wieder frob, Der voll von furcht und angst, Nach boben orten flob. 4. So sey denn nun gepreist, O vater aller güte! Nimm an, was 252 wir dir jetzt aus dankbarem gemüthe Für deine große treu Zum opfer bringen dar: Selbst unser berz soll seyn Der lob- und dankaltar. Dritte Abtheilung. 5. Wir rühmen deine macht; Denn die gebot den wellen, Daß sie sich legeten, Und uns nicht konnten fällen; Du sprachest nur ein wort: Bis hierber sollt ihr gehn! Da konnten wir uns gleich Frei und errettet sehn. 6. Wir wollen dir hinfort Allein 22) In Kriegszeiten. Mel. Uch gott vom himmel: c. 7. O herr! wir fallen dir zu fuß 566., gott! wir treten bier Und bitten um erhörung. Gieb wahvor dich Mit trauri- ren ernst zur wahren buß Und eifer gem gemüthe; Wir bitten dich demü- zur bekehrung; Damit wir nicht an thiglich: Rett' uns durch deine güte. unserm theil Durch neue fünden unser Schau, wie die große kriegsgefahr heil, Den frieden, selbst verhindern. Sich zu uns naht und auch sogar Uns zu verderben drohet. 8. Breit' wieder über unser land Die flügel deiner gnaden. Beschüß' und segne jeden stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche gütigkeit Und vatertreu zu jeder zeit Mit dankbarkeit erheben. zur ehre leben, Und nicht mehr, wie bisher, mit fünden widerstreben: So balt denn ferner auch mit deinen strafen ein, Und laß in deiner hand Uns eingezeichnet seyn. 7. Erfreue nun das land, Das du bisher betrübet! Erquicke, herr! dein volk, Das sich dir, herr, ergiebet Zu ewig treuem dienst; Gieb neue fruchtbarkeit, Und schenk' auf diese fluth Uns segensvolle zeit. 2. Gedenke, vater! doch nicht mehr, Daß wirs verschuldet haben. Gedenke nicht, daß wir so sebr Die uns verliehne gaben Oft schändeten, und lange zeit Zur wollust, pracht und sicherheit Undankbarlich mißbrauchten. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 3. Oft ward, der unser nächster 567. Es zieht, o gott! einfrieund betrogen; schein des rechts, gewalt und list Das seine ihm entzogen. Orum drückt uns deine schwere hand. Die sünde, die wir nie erkannt, Wird öffentlich vergolten. unser haupt einher. Doch, bist du geswetter über unser schuß und retter, So fürchten wir uns nicht so sehr, Wie heftig auch gefahr und noth Den völkern und den ländern droht. 4. Verzeib uns alle misfetbat Um jesu christi willen. Da er für uns gelitten hat, kannst du dies unglück ftillen. Dein sohn, der unsre sünden trägt, Die du ihm selber aufgelegt, Ist ja auch unsrer mittler. 5. Um feinetwillen schone du Und stille unsre klagen, Verleih' uns wieder fried' und ruh, Und wehre allen plagen. Erbarm', o herr! erbarme dich, Und rette uns doch gnädiglich Von krieg und kriegsbeschwerden. 6. O gott! du kannst der fürsten berz, Wie wasserbäche, lenken. Ach! laß sie doch der völker schmerz Recht väterlich bedenken. Präg'ihnen und den räthen ein, Was beißt, der länder väter seyn; Damit sie frieden lieben. 2. Gieb, vater, in so trüben tagen Uns nur den sinn, auf dich zu sehn, Und da, wo andre trostlos zagen, Mit zuversicht zu dir zu flehn; Weil nie doch menschenhülfe nüßt, Wenn deine rechte uns nicht schüßt. 3. Kein blinder zufall herrscht auf erden; Du bist es, der die welt regiert. Ein jeder wird schon inne werden, Daß deine hand die welt regiert. Drum wollen wir, herr, voll vertraun, Auf deinen schuß und hülfe baun. 4. Wir fallen gern in deine arme, O vater der barmherzigkeit! Und fleben demuthsvoll; erbarme Dich über uns, zu dieser zeit! Laß gnade nur für recht ergehn', So bleiben wir noch aufrecht stehn. 22. In Kriegszeiten. 253 5. Und findet, herr, dein weiser unsrer noth erbarmst du dich. Wir wille Noch ferner züchtigungen gut; So faffen wir in frommer stille Dennoch zu dir den frohen muth: Dağ du gewiß zur rechten zeit Uns zu erretten seyst bereit. sollen nur durch angst und pein Geläutert und gereinigt seyn. 6. Du züchtigest doch stets mit maßen Und meinst es immer väterlich; Auch 7. Froh werden auch wir rühmen müssen, Wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen schlüssen, Zum heil uns auch durch noth die bahn. Du bleibest unsre zuversicht. uns wirst du nicht ganz verlassen; Und Barmherziger, verlaß uns nicht. Nach erlangtem Frieden. In voriger Melodie. 7. Nimm, vater, unsers dankes 568. Gelobt, gelobt seyst du lieder Auch jetzt mit wohlgefallen an! mit freuden, Gott, der du liebreich an uns denkst, Und nun auch nach des krieges leiden Des friedens wonne wieder schenkst! Du heißest die verwüstung fliehn, Und sicherheit und segen blühn. Frob schallen unsre tempel wieder Von dir, der uns so wohl gethan. Herr, unser gott, dich loben wir! Herr, gott, wir danken, danken dir! 2. Herr, das thust du; was du behütest, Dem darf sich kein zerstörer nahn. Wenn du, allmächtiger, ge- zum preise! Vernimm gerübrter herbietest, Ist alle zwietracht abgethan. zen dank, Daß du nach vatersweise Auch über uns hast du gewacht! Uns wieder vast so wohl gethan, Und Auch uns die ruh zurückgebracht. alle zwietracht abgethan, Der völker dich erbarmet. 3. D christen! fühlt das ganz, und preiset Frohlockend ihn, der uns erfreut, Der seines armes macht beweiset, Und bei der macht barmherzigkeit! Der uns auf gnadenflügeln trägt, Und wunden heilet, die er schlägt. 4. Preist ihn durch freudiges vertrauen; Ihr seht, was seine hülfe kann. Er läßt sie uns auch ferner schauen Und nimmt sich unsrer mächtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, Wird, was uns nützt, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch wohlthun und erbarmen, Wo ihr der brüder noth erblickt, Daß ihr die leidenden und armen Speist, tränket, kleidet und erquickt; Damit sich alles, alles freu, Und durch den frieden glücklich sey. Mel. Sey lob und ehr' dem 20. 569. Gott, unfer frober lobgesang Erschallet dir 6. Preist, preist ihn durch ein frommes leben; Dies ist der beste lobgesang. So viel ist uns von ihm gegeben! So sehr verdient er diesen dank! Olaffet herz und wandel rein Und ihm ein würdig opfer seyn. 2. Wie sehr ward nicht so manches land Von friegeslast beschweret; Von der zum streit erhobnen hand Geängstigt und verheeret! Nur du hast größerm leid gewehrt, Du hast gebät und flehn erhört; Auch diese noth geendet. 3. Wo furcht und angst die herzen brach, Wo mordgewehre schreckten, Wo zucht und ordnung niederlag, Das feld erschlagne deckten: Da kehrt zurück die goldne zeit, Erholung, ruhe, sicherheit, Und deines segens fülle. 4. Der landmann sammelt ungestört In ausgeleerte scheuern, Was gott, ihm deine band bescheert, Frob deine huld zu feiern. Gerechtigkeit und güt' und treu Begegnen wieder sich auf's neu, Der länder glück zu bauen. 5. Gott, unser vater, sey gepreist, Daß du die herzen lenkest, Und in der herrscher sinn und geist Die friedensliebe senkest! Herr, dir gebühret unser dank, Und dich preist unser lobgesang; Der du so gern erfreuest. 254 Dritte Abtheilung. 6. Webr' ferner nun, nach deiner In mißbrauch nicht verkehren, Und treu, Wehr' mächtia allen kriegen, nicht durch stolz, durch üppigkeit Daß uns der fiiede lang erfreu'; Laß Durch leichtſsinn, ungerechtigkeit Uns merschenliebe siegen! Beschüße du mit eigne noth bereiten. starker hand Des fürsten stuhl, das ganze land, Und jedes standes wohl fabrt 8. Erbebt, erhebt gott immerdar, Den geber aller güter! Er ist und bleibet, wie er war, Der menschen freund 7. Wir trauen auf rich, nur wollst und büter. Gleich herrlich, so von rath du auch Uns wahre weisbeit lehren, als that, Hilft er, wie er geholfen Daß wir des friedens rechten brauch bat. Ihm sey allein die ehre. 23) In Theurung. Mel. Von gott will ich nicht: c. 570. der uns Beberrscher aller welt! Du vater, voll erbarmen, Der ewig glaub n bält! Du unsre zuversicht, zu dem wir alle stehn, Aufden wir findlich sehen, Verlaß, verlaß uns nicht! 2 Erbarmender, ach wende Der zeiten schweren lauf; Thu deine milden hände, Uns zu versorgen, auf! Was irgend leben hat, Nährst du mit wohl gefallen. Nähr' uns auch! schaff uns allen, Bei unserm mangel, ratb. 3. Herr, der du auch uns schufest, Steh uns mit hülfe bei. Allmächtiger, du rufest Dem nichts, damit es sey; 3u belfen ist dir leicht, Du kannst dem mangel wehren. In überfluß ihn lehren, Wenns uns unmöglich däucht. dein auge nicht bewacht: Wer wacht, wer hilft uns armen? Erretter, dir, Dir flehen wir; Du wollest dich erbarmen. 2. Der seuchen gift verbreitet sich Weit um uns ber; erbarme dich; Laß uns nicht plößlich sterben! Entzeuch dem tod uns, der uns droht; Entreiß uns dem verderben. 4. Die früchte laß gerathen, Und 3. Du bist ein gott, der gern verzeibt; Laß uns denn noch barmherzigkeit Vor deinem throne finden; Und dein gericht Vertilg uns nicht In unbeweinten fünden. saaten, So oft sie traurig stehn. Herr, baue selbst das land, Tränk' es mit tbau und regen, Und füll' es an mit segen aus deiner milden hand. 24) Bei gefährlichen Seuchen. Mel. In dich hab' ich gehoffet 20. 4. Kein reichthum schützt, kein stand, 571. Du, gott, bist unsre bülf' kein ort; Hier weinen witwen, eltern und macht. Wenn uns dort, Und da verwaiste kinder. Die seuch' erreicht Auch den, der fleucht, Den frommen, wie den fünder. 5. Erbör uns, vater, fröne Das jahr mit deinem gut, Daß sich das herz gewöhne Zu wohlgefaßtem muth. Lehr' es, sich deiner freun; Stets zutraun zu dir haben, Und deine segensgaben Durch mißbrauch nie entweihn. und deine treu. Oft bat uns noth 6. Allgütiger! wir hoffen Auf dich betroffen, Und da stand'st du uns bet Sprich nur dein mächtig wort! Das wird den mangel heben: Wir werden froher leben, Dich preisen hier und dort. 5. Deß alles sind wir werth! doch wir Beweinens, gott, und flehn zu dir, Du wollest uns vergeben! Wir wollen gern dir, unserm Herrn, Gehorchen, dir nur leben. 6. Auch glauben wir an deinen sohn, Um jesu willen duld' uns schon', Und laß uns trost erscheinen! Streck aus die band, und laß das land Nicht länger bülflos weinen. 7. Sey mit den sterbenden, daß fie Dein antlig schaun und alle die Noch 25. In Krankheiten. leben, die bewahre; Tröst' in dem schmerz, Daß bald ihr herz, Wie gern du hilfst, erfahre. 8. Das ganze volk frohlockt dir 25) In Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 572. Us! könnt ich doch mm 573. A bich, hilf mir und Mel. Uus tiefer noth schrei' ich ic. lieber gott! ich bitte " mit deinen Im tempel, jesu, dich erböhn, Und freu- andern kranken, Und segne jeden doch, denvoll mit deinen brüdern Das denk- wie mich mit heiligen gedanken, Gieb mal deines tod's begehn; Doch weil uns gelassenheit und rub; Und unser mich noch und krankheit plagt, Ist bester arzt sey du, In schmerzen undiese freude mir versagt. ser tröster. Krankheiten. 255 dann, Und betet dich, erretter, an, Und preiset deine gnade Dann wandeln wir, O gott, vor dir, Mit freuden deine pfade. 2. Sieh, hier auf meinem krankenbette Feir' ich dein abendmahl allein. Doch herr, ich weiß, an jeder stätte Hast du verheißen, nah zu seyn. Wo je ein frommer seufst und weint, Da bist du, großer menschenfreund. 3. Um troft ist meinem Herzen bange; Ich suche, herr, dein angesicht. Um deine hülfe, gott, wie lange Ruf' ich! und du erhörst noch nicht! Ach, stärke bei des leibes schmerz Mein banges und beklemmtes herz! 4. Vielleicht, o herr! empfang ich beute Zum letzten mal dein leib und blut; Drum gieb dadurch dem herzen freude, Und der verzagten seele muth. Noch einmal, jesu, flehe ich; Ach trößte und erfreue mich! 5. Laß das gedächtniß deiner leiden Mir schwachen trost und kraft verleihn. Laß es die quelle sanfter freuden Und jenes lebens vorschmack seyn. Dein leiden, dein versöhnungstod Erquicke mich in meiner noth. 2. Belohne, treuer vater, die, Die liebreich meiner pflegen: Für ihre treue segne sie mit deinem richen segen. Gieb gegen sie mir freundlichkeit, Laß mich aus unzufriedenheit Sie nie durch murren fränken. 3 Soll diese krantbeit tödtlich seyn, Soll ich die welt verlassen; So laß von sündenlieb' mich rein Im glauben dich umfassen. Gieb lust und kraft zu jeder pflicht, Lebr mich, im glauben ans gericht, Die liebste fünde haffen. 4. Doch willst du, bester vater mir Gesundbeit wieder schenken; So fleht mein Herz dankbar zu dir, Es allzeit so zu lenken, Daß ich in meiner pilgrimszeit Mit neuer treu' und redlichkeit Auf deinen wegen wandle. 5. Du weißt, wie wenig ich vermag, Du wollest selbst mich leiten; Und recht auf meinen sterbetag Durch frömmigkeit bereiten: Daß über alles, alles ich Dich lieb', und dankvoll gegen dich, Dir lebe, gott, dir sterbe. 6. Ich sehe schon den himmel offen: Ich tröst' mich meiner seligkeit. Was kannst du, seele, größres hoffen, Als was vir ba bein gott verleißt? Nun 574. Auch diesen tag hab ich komm' ein neues her, Mein berz erbebt dafür nicht mehr. 7. Und naht der tod mit seinen schrecken, Ich bin getrost und zage nicht. Vom tode wirst du mich erwecken, Ich fürchte, herr, nicht dein gericht. Ich bin getrost, dein leib und blut Sibt mir im tode troft und muth. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. eder: Nun danket all' 2c. seiner noth. Nur deiner vaterlieb' und macht Verdank' ich es, o gott. 2. Warst du nicht meines lebens traft, Mein retter und mein bheil; So würd' in meiner pilgrimschaft Kein trost mir je zu theil. 3. Ach, ohne dich, allgütiger, Verging ich in der noth; Von freudig Dritte Abtheilung. 256 keit und hoffnung leer Wär' ohne dich mein tod. 4. Doch welchen trost fühlt nun mein herz: Du bist und bleibst mein gott! Dein wort versüßt mir meinen schmerz, Und lindert meine noth. 5. Frob kann ich mich dem schlaf vertraun, Auch schlafend bin ich dein, Vor feinem unfall soll mir graun. Du wirst mein Helfer seyn. 6. Und sollt', o vater, diese nacht Auch kommen selbst der tod: Wohl mir, dann ist mein lauf vollbracht, Geendigt alle noth. Rel. Menn mein stündlein c. 575. Dein wille, berr und vater, ist, Daß ich jetzt schmerzen leide: Doch weiß ich, daß du vater bist, Und dies ist meine freude. Dir ist die krankheit wohl bekannt; Mein leben steht in deiner hand, Du zählest meine tage. 2. Wenn in mir manchen augenblick Gesundes blut geflossen: So schenktest du mir, gott, dies glück, Das ich so oft war ich von jedem schmerz, War gutes muths; drum, o mein herz, Leid'jetzt auch unverdrossen. 3. Nein, bester vater, gieb nicht zu, Daß ungeduld mich kränke; Gieb deinen geist mir, der mir rub Für meine seele schenke! Den geist, der stark in schwachen ist; Damit ich als ein wahrer christ Ties leiden willig trage. 4. Vergessen laß michs, vater, nie, Du feyst und bleibst die liebe. Gieb nicht zu, daß mein berz doch je Ungläubig sich betrübe. Trug jesus nicht auch meine schuld? Ist grenzenlos nicht deine huld, Nicht ewig deine liebe? 5. Das eilen meiner lebenszeit, Laß mich, mein gott, erwägen: Der todesnacht, der ewigkeit Flieg' ich stets mehr entgegen. Erst dann, wenn dies mein geist bedenkt, Sich recht zu dir, zum himmel lenkt. Wird mir mein schmerz zum segen. 6. Voll hoffnung wend' ich mich zu dir, Dir will ich mich ergeben; Schenk wahren ernst und weisheit mir, Wie du befiehlst, zu leben. Bewahre nur für heuchelei O gott, mein herz; zum himmel sey Gerichtet mein bestreben. 7. Ach, jeden, jeden augenblick, Laß mich, mein gott, dir weihen! Zieh' von der erde mich zurück; Laß nichts den geist zerstreuen; Kein glück der welt, fein traum der zeit, Gott, und das glück der ewigkeit, Sey meine böchste freude. 8. Ach, zum gebäte schenke mir Noch munterfeit und stärke; Mein herz wird sonst entfernt von dir, Und träg' zum guten werke. Will gleich mein geist, der leib ist schwach: Hilf deinem finde, vater, mach', Daß deine kraft ich spüre. 9. Laß nicht zu, daß der krankheit pein zu groß mir schwachen werde; Laß deine gnade mich erfreun Und mildre die beschwerde. Du, vater, weißt, was jeden tag Dein schwaches kind ertragen mag. Hilf mir, erbarm' dich meiner. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 576. Der morgen kommt, und Wird mit diesem morgen nen, Wie trauria eilen mir die tage Der bangen pilgrimschaft vorbei! Der sonne neugeschenktes licht Erheitert meine seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der erde, Wo mich gefahr und notb umringt, Wo täglich härtere beschwerde Zu klagen und zu thränen zwingt: Noch immer fleb ich unerhört Um rettung, die mein herz begehrt. 3. Herr, eile doch, mir beizustehen, Verlaß den schwachen pilger nicht! O neige, vater, auf mein fleben Zu mir dein gnädig angesicht; Gieb mir geduld, und bei dem schmerz Ein hoffend und zufriednes berz. 4. Mir ist mein schicksal noch verborgen, Das diesen tag mich treffen soll. Auf dich, gott, werf ich meine sorgen: Du kennst und suchst mein wahres wohl; Und was dein rath beschließt und thut, Ist immer höchst gerecht und gut. 5. Soll ich die last noch länger tragen: Ich halte deinerfügung still. Mit In Krankheiten. 257 dersank; Mein bester freund und tröster, Ach siebe! dein erlöster Liegt jetzt nach deinem willen krank. 6. Nach allen leidensvollen stunden Rückt einst mein ende doch berbei: Dann hab' ich ewig überwunden, Und bin von aller trübsal frei; Und ich empfang vor deinem thron Den mir verheißnen gnadenlohn. 2. Wie viel gesunde stunden Sind wie ein strom verschwunden! Wie schnell verfloß ein jahr! Du, herr, hast mich gestärket; Ich hab' es kaum gemerket, Daß ich gesund und glücklich war. 3. Jetzt, da ich schmerz empfind, Denk' ich an meine sünde mit wahrer 7. Gestärkt durch diesen frohen glau- reu und leid. Du hast mich stets ben Vollend' ich meinen leidenspfad. geliebet Und treu' an mir geübet; Herr, stärke, stärke meinen glauben Doch liebte ich dich nicht allzeit. Auch dann, wann sich der tod mir naht. Vielleicht erscheint er heut; wohl mir! Dir lebt' ich; und dann sterb' ich dir. 4. Ich warf mich nicht in demuth Und nicht in wahrer wehmuth Vor dir, erhabner, bin. Sezt wirfst du meine glieder Aufs krankenbette nieder, Und lehrst mich, daß ich erde bin. dir zufrieden, will ich sagen: Herr, wie du willst, nicht wie ich will; So laß mich ohne falschen schein Geduldig, wie mein beiland, seyn. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. 577. Die krantbeit, du gerechter gott, Die ich jetzt an mir spüre, Bezeugt mir, daß ich meinen tod Stets in und bei mir führe; Ja, jede stunde, jede zeit Erinnert mich der sterblichkeit Und spricht: denk' an dein ende. 2. Du hast die schmerzen auferlegt, Die meine glieder tragen; Doch da mich deine liebe schlägt, Willst du mir damit sagen: Des todes ursach' ist in dir, Dein leben aber kommt von mir Und steht in meinen bänden. 3. Ja wahrlich! deine vaterhand Will mich durch leiden rühren, Und mich von allem eiteln tand zu edlern sorgen führen. Wenn ich gleich sehr entkräftet bin, Wird doch dein treuer vaterfinn Mir, wo es dienlich, helfen. 4. Beschlössest du in deinem ratb, Ich solle länger leben; So kannst du leicht auch in der that Den mitteln kräfte geben. Ist aber dies dein weiser schluß, Daß ich nunmehro sterben muß, So bin ich auch zufrieden. 5. Dies eine bitt' ich: heile nur Die wunden meiner seelen, Wenn gleich im leiblichen die kur Und alle mittel fehlen. Denn leb' ich fromm vor dir, o gott! So werd' ich auch bis in den tod Stets deine wege preisen. 5. Ich wandte meine kräfte Nicht stets zum Hauptgeschäfte, Nicht stets zur tugend an. Das fühl' ich jetzt mit reue, Gelob' dir wahre treue, Dieweil ich gutes denken kann. 6. Wie oft bin ich beim beten Ohn ernst vor dich getreten, Wie laulicht sucht' ich dich! Jeßt lernt mein herz nun ringen Und ernstlich zu dir dringen, Jetzt ruf' ich zu dir flehentlich. 7. So hilsst du, herr, in gnaden Und beilst den seelenschaden, Wenn du den körper stäubst. Mein leiden wird mir segen; Auch auf den rauben wegen Seh' ich, daß du die liebe bleibst. 8. Vernimm mein gläubig flehen, Laß mich doch hülfe sehen, Verbirg dich nicht vor mir. Mein bester helfer, eile, Erquicke, lindre, heile, Denn meine Hoffnung steht zu dir. 9. Vermindre meine plage, Verlängre meine tage, Wenn es mir nüßlich ist. Im neugeschenkten leben Will ich mich dir ergeben, Und rühmen, daß du hülfreich bist. 10. Doch soll ich bald erblassen Und diese welt verlassen, So waffne mich mit muth. Laß mich mein baus bestellen, Und mach's in allen fällen Mit mir und mit den meinen gut. Mel. Nun ruhen alle wälder: e. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 578. Mein iefu, der voll 579. Sie kommt, ſie kommt die schmerzen Und matt letzte stunde! Schon ist am leib und herzen Am ölberg nie- der richter vor der thür! Was für Evangel. luth. 17 Dritte Abtheilung. 258 Mel. Befiehl du deine wege ic. ein wert aus seinem munde, Bestimmt du mein ewig fchidfat mir ,, Scomm, bu 580.3eit, die ich feufzend zäble, schicksal mach! Betrübt ist meine seele, Und kraft und odem schwach; Fast jeder morgen mebret Besorgniß mir und schmerz, Doch gott will seyn geehret; Ehr' ihn auch nun, mein herz. 2. Was zieht dich noth und plage Von freud' und danken ab? Gecenk' der ersten tage, Die dir dein vater gab. O tage! reich an freuden, An tausend segen reich! Was sind nun diese leiden, Vergleich ich sie mit euch? 3. Daß ihr mich einst beglücket, Wem dank' ich's, gottes buld! Daß krankheit mich jetzt drücket, Wem dank' ich's? meiner schuld! Nun muß mir schmerz beweisen, Was leichtsinn oft vergißt, Daß unser leib nicht eisen, Sein bau nicht ewig ist! 5. Du willst, ich soll die sünd' verlaffen: Thu ich es treu und mit geduld? Vergab ich denen, die mich haffen, Mit hand und herzen ihre schuld? That ich auch einem menschen leid, Der über mich noch rache schreit? 4. Mein gott! in tiefer reue Mir meiner schuld bewußt, Komm' ich, der ungetreue, Und schlag an meine brust! Laß mich nur gnade finden; So duld' ich demuthsvoll, Was mich von meinen sünden Zum guten Iciten ſoll. 5. Denn du lenkst unsern herzen 6. Empfahl ich dir auch recht die Selbst plagen zum gewinn; Zeigst meinen? Hab' ich auch treu für sie mir in großen schmerzen, Wie schwach, gewacht? Darf ihrer feiner darum wie nichts ich bin; Und läßst mich weinen, Daß ich nicht als ihr freundinnen werden, Daß diese ganze welt, gedacht; Und sterb' ich in der zuver- Und alles gut der erden nicht trost sicht: Der herr verläßt die meinen für mich enthält. nicht? zur Höllenpein." 2. Herr, zeige mir noch vor dem grabe, Lehr' mich recht, wie mein herz es meint, Und was ich zu erwarten babe, Wenn jesus zum gericht erscheint. Bin ich noch nicht auf rechter bahn, So nimm dich, vater, meiner an. 3. Allwissender, ist mein vertrauen Auf jesum auch von rechter art? Nicht, wie auf ihn die heuchler bauen, Bei denen er zum spotte ward; Die niemals auf sein beispiel sehn, Nie folgsam seine wege gehn. 4. Hat auch mein glaube dank und liebe Vor dir, mein gott, in mir erzeugt? Entflammte er, der demuth triebe, Damit ich kindlich mich gebeugt, Wenn du mich als ein vater trugst, Wenn du mich als ein vater schlugst? 7. Such' ich in deinem wort erquifkung, Wenn mir um trost jept bange wird? Sehnt sich mein herz nach der entzückung, Die mir der herr, mein guter birt, Erworben, und in jener welt, Am quell des lebens, vorbebält? 8. Mir sagt dein wort und mein gewissen, Daß ich ein übertreter bin. Laß ich auch fromme thränen fließen Und fliebe betend zu dir hin? Bleib' ich getrost durch christi tod, Auch wenn des grabes schrecken droht? 9. Gott! richter! vater! schone, schone! Weil er den felch des leidens tranf. Gieb kraft mir zu der siegeskrone, Die er dem frommen christ errang; Dann sag ich durch des glaubens macht Getrost und froh: es ist vollbracht! 6. Du machst mich los von sünden, Dämpfst meinen übermuth, Und läsfest mich empfinden, Das leiden sey mir gut. Du zeigst mir in der nähe Tod, ewigkeit, gericht. Wenn ich nun in mich gehe. Verstößest du mich nicht. 7. O gott! dein weg ist güte, Und ewig wird er's seyn. Drück' tief in mein gemüthe Mir tiese wahrheit ein. Daß in den tiefsten nötben Sch doch von dir nicht lass', Und scheints, du wollst mich tödten, Ich dich im glauben fas'. 8. D, schenk' mir licht und gnade! Lebendig einzusehn, Es sey für mich kein schade, Den trübfalsweg zu gehn; Damit die last ich trage In siegender geduld, Und nimmermehr verzage An dir und deiner huld. 16. In Todesnöthen. 9. Nun, so gescheb dein wille; Getreuer gott! zu dir Ist meine seele fille: Denn täglich hilsst du mir. Nach der Mel. Aus meines herzens grunde. fls in der krankbeit schmer581.2 zen Die feele fast versant, Und nun aus vollem herzen Mein flehn zum bimmel drang: Da börte gott mein fleyn; Der treue, der erbalter! Nun soll auch den erhalter Mein dauk und lob erhöhn. 2. Herr über tod und leben, Du meiner väter gott! Wie soll ich dich erbeben, Mein beil, mein berr, mein gott? Zu wenig ist mein dank; Wer hat dich g'nug erboben? Zu schwach ist, dich zu loben, Der engel lobgesang. Mel. Nun laßt uns den leib zc. 582. D es todes graun, des grabes nacht Fliebt, herr, vor deiner wahrheit macht; Mein geist, erhellt von deinem licht, Bebt vor des leibs zerstörung nicht. 26) In Todesnöthen. 2. Es falle nur die bütte bin, Mit der ich hier umgeben bin; Ich selber, lebend, wie zuvor, Schwing aus den trümmern mich empor. 259 Wovor sollt ich erbeben? Du bist, o gott, mein theil; Im tode, wie im leben Bist du mein licht und heil. 3. Ein innres mächtiges gefühl Verkündigt mir mein höhres ziel; Dies streben nach der ewigkeit Erhebt mich über erd' und zeit. 4. Dich höchster, hab' ich bier erkannt, Voll liebe vater dich genannt; In dieser seclenwürde liegt Ein boffnungsgrund, der nimmer trügt. Genesung. 3. Und doch von dir zu schweigen, Wär' eine freveltbat, Ich wills, ich wills bezeugen, Wie gott errettet bat. Hörts, menschen! gott nur kann Vergeben und erretten. Ach, wenn wir gott nicht bätten, Wer hülf' uns armen dann? 4. Dir will ich nun ganz leben, Und seyn dein eigentbum, Mein deiner künftiges bestreben Sey gnade rubm: Dir weib' ich meine zeit; Vor dir will ich stets wallen, Dir dienen und gefällen In alle ewigkeit. 5. Dein sohn zeigt mir die besf're welt; Nun ist mein glaube festgestellt. Wie herrlich wird der menschheit werth Durch jesu zusag' aufgeklärt. 6. Glücksel'ge aussicht auch für mich! Entzüct bebt meine seele fich; Ich seb' im geist des chriften lohn, Ich sehe meinen himmel schon. 8. Viel freude gabst du mir schon bier, O gütiger, wie dank ichs dir? Stets folgte fleinerm ungemach Die größere versüßung nach. 9. So hat schon ticser kindheitsstand Der höhern boffnung unterpfand; Die liebe, die mich hier beglückt, Die bleibt und segnet unverrückt. 10. Des freudigsten vertrauens voll, Erwart' ich, was mir werden soll, Wenn ich, von sünd und noth befreit, Nun reife zur vollkommenheit. 11. Der tod darf mir nicht schrekkend seyn; Er führt zum wahren leben ein. Durch gottes fraft besiegt mein berz Der frankheit last, der trennung schmerz. 12. Wenn hier von uns, die gott vereint, Der letzte auch hat ausgeweint Dann wird ein frohes wieder= sehn Auf ewig unser glück erhöhn. 13. Herr unsrer tage, führe du Uns alle diesem ziele zu, Daß uns, bei standbafi frømmer treu, Des lebens end' erfreulich sep. 7. Da sind ich, was dein guter Mel. D jesu christ, mein's I- bens c. err rath zu meinem wohl geordnet bat; 583. licht, Mein tr oft und Genieße deines gnacenblicks Und der vollendung meines glücks. meine zuversicht! Tief beugt mich mei17* 260 Dritte Abtheilung. ner leiden last; Ach! unter ihr erlieg| Wohin ich ging, wobin ich sah, War ich fast. mir stets deine güte nah. 4. Auch jetzt auf meinem sterbebette Sieh meine noth mit mitleid an; Erquicke, lindere, errette! Denn du bists, der mir helfen kann. Stärk mich im guten bis ans end', Damit ich treu den lauf vollend. 2. Mein gott, wo nehm ich kräfte her? Der gang zur ewigkeit ist schwer. Nimm deinen pilgrim an der hand, Und führ' ihn in das vaterland. 3. In mir tobt jetzt des todes schmerz, Voll ist davon mein armes herz; Es schreiet sehnsuchtsvoll in mir: Nimm mich, o herr, nimm mich zu dir! 4. Ich seh zu deinem kreuz empor, Und halte mir dein sterben vor, Denn nichts kann, selbst in todespein, Mir tröstender, als dieses seyn. 5. Wenn dann mein sterbend baupt sich neigt, Und sich mein grab mir traurig zeigt; So sey dein wort: es ist vollbracht! Mein licht in meiner todesnacht. 6. Mit sieg gekrönt gingst du in's grab, Ich folge dir getrost hinab. Ich geb zu gott mit freuden hin, Und fauchze, daß ich selig bin. 7. Ich traue, herr, auf deinen tod, In meiner lehten todesnoth; So schließ ich meinen lebenslauf, Und du nimmst mich im bimmel auf. 8. Am füngsten tag erweckst du Mel. Wer nur den lieben gott: c. Sch mich, Da ſieht mein auge frob auf 585. dh will dich, gott, im tod erheben, Selbst nah am grabe dank ich dir. Zum segen gabst du mir mein leben, Und auch zum segen nimmst du's mir. Mein leben sucht ich dir zu weihn; Drum bleib ich auch im tode dein. du mich, deinen freund, ja nicht. 9. Unsterblich werd' ich auferstehn, Verklärt werd' ich den vater sehn, Und du machst mich in deinem reich Auf ewig deinen engeln gleich. Mel. Wer weiß, wie nahe: C. 584. h faffe, vater, deine glauben fest; Verlaß den nicht an seinem ende, Der ewig sich auf dich verläßt; Du bist mein gott von jugend auf, Hilf glücklich enden meinen lauf. 2. Du hast nach deiner vatergüte Beständig wohl an mir gethan; Erbör' auch meine letzte bitte: Nimm, gott, mich dort zu ehren an! Ach! vater, ach! noch eins ist noth Ein gutes end', ein sel'ger tod. 5. Mein heiland, treib' die furcht zurücke, Besiege meinen letzten feind; Lenk auch im sterben meine blicke Auf deinen tod, o seelenfreund! Sprich mir trost, muth und freude zu, Mach' ende, bringe mich zur ruh! 6. Ibr, meine güter dieser erden, Ihr machet mir den tod nicht schwer; Denn jepund werd ich selig werden, Drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, gott, bists, wenn das eitle weicht, Der mir des Lebens frone reicht. 7. Ich übergebe dir die meinen, Du vater der barmherzigkeit; Laß ihnen stets dein trostlicht scheinen, und bleib ihr gott zu aller zeit. Behüte sie vor ungemach, Und bringe sie mir selig nach. 3. Du hast mich je und je geliebet, Versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, Mich oft erquickt, durch leid geübet, Oft wunderbar, stets wohl geführt. 2. Gott, welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd entziehst, Auf mich, den du getreu befunden. Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlösten, nicht. 3. Der leib wird schwach, die morsche hütte, In der mein geist hier wohnt, zerfällt; Schon gehen meine müden schritte Den weg zu gott aus dieser welt. Ich bin getrost und zage nicht; Denn gott ist selbst mein heil und licht. 4. Wie? sollt ich vor tem tode beben, Da du, erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der weg zum leben, Das du am freuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn. Wie du, werd ich auch auferstehn. 26. In Todesnöthen. 5. Laß auch das grab in seiner nähe Mir noch die letzten schrecken dräun, Du, herr, auf den ich hoffend sehe, Wirst auch noch dann mein beistand seyn. So nab' dem lohn, den gott verspricht, So nab' am ziele zag' ich nicht. 6. Du wachest über meine seele, Wenn sie ihr haus, den leib, verliert, Giebst deinen boten dann befeble, Der sie zu deinen freuden führt, Zu denen der rechtschaffne christ Durch jesu tod berechtigt ist. 7. Ich will dich noch im tod erheben, Selbst nab' am grabe preis' ich dich; Denn ewig werd' ich bei dir leben, Und da erfreu' ich ewig mich; Für mich ist selbst der tod gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! 2. Dann sinkt der leib ins fühle grab, Der staub zu allem staub herab, Nicht sterblich mehr zu leben: Mit freiem flug und frohem blick Kehrt der entbundne geist zurück Zu dem, der ihn gegeben. 3. Wohl meinem geist, wenn er dann ruht, Wenn er rechtschaffen, fromm und gut, Wenn thaten ihn begleiten! Wenn er vereint mit jesu christ, Unsträflich, rein und fähig ist Zum glück der ewigkeiten. 261 6. Wie wird mir dann zu muthe seyn, Wenn alle todten, groß un klein, O jesu! vor dir stehen! Wen du mich dann beim namen nenn Vor gott und engeln mich bekennst Ich ewig dich soll sehen. 7. Wann ich in jener großen stadt, Die gottes band gegründet hat, Im anschau'n mich verliere! Wann ich in deinem himmelreich, Den engeln und dir selber gleich Ein neues leben führe. 8. Ich, ich, der jetzt noch thränen weint, Ich werde, wenn der Herr erscheint, Dann leuchten, wie die sonne! Ich fünder werd' von sünden rein, Ich sterblicher, unsterblich seyn, Ich, gottes bild und wonne! Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. och ich im thrä586. Nomentbal, gedrückt von aussprechlich glück Noch unaussprechlich höher. kummer, müh' und qual, Doch nur noch wenig tage; Dann eile ich aus dieser zeit Hinüber in die ewigkeit, Weit weg von jeder plage. 4. O bobes glück, vor gott zu stebn! freude, jesus, dich zu sehn, Und mit dir deine glieder! Zu sehen dich in deinem licht Von angeficht zu angesicht, Dich, größter aller 5. Doch erst am tag des auferstehns, Am tag des frohen wiedersehns! Wenn neu wird diese erde; Am tag, wo gottes wunderkraft Mich ganz verklärt und neu erschafft! Was ich erst dann seyn werde! 9. Befreit und ewig fern von qual; Erquickt mit freuden ohne zahl, Gott immer, immer näher: Dann steigt mit 10. Und aller seraphinen schaar, Und wer auf erden heilig war, Sind alle meine brüder; Sind alle nur ein leib mit mir, Und singen ewig, iesu, dir Aus frohem munde lieder! 11. Wie sind der freuden, herr, so viel! O freuden ohne maaß und ziel, Hoch über alles sehnen! O ewigkeit! o ewigkeit! Was ist das leiden dieser zeit? Wie nichts sind alle thränen. 12. Sey stark! sey freudenvoll mein geist! Gott lebt, gott bält, was er verheißt! Gott ist der gott der frommen! Glaubs nur, nichts ist für dich zu groß, Für dich, zu dem aus gottes schooß Der eigne sohn gekommen. Mel Dewigkeit, du donnerwort. 587. Wann, beiland, meine pilgerzeit Nun ganz durchlebt ist, und der streit Des glaubens ausgestritten! Wann kaum mein sterbend berz mehr spricht: Dann jesu komm und schweige nicht zu seinen letzten bitten; Erhöre mich, wann mein gebät Um trost zu dir, um gnade fleht. Dritte Abtheilung. 262 2. Wann mich kein freund mebr trösten kann, und doch mein berz bebt, sage dann: Die fünd' ist dir vergeben! Ach, wann des todes schrecken mich Ergreifen, dann, mein beiland, sprich: Ich leb' und du sollst leben! Dies wort von dir nur, und mir g'nügt; Des toves schrecken sind besiegt; 3. Dann drob' mir nicht dein angesicht, leich missethätern, das gericht, Und laß mich nicht verderben. Nicht sterben laß mich, berr, wie die, Tie dich verwarfen, die sich nie Bereiteten zu sterben! Was ist so furchtbar, als der tod, Der ewige verwerfung droht? 4. ch, sterben, sterben wird den tod, Der ewige verwerfung drobt, Wer, herr, dein heil verachtet! Wer nicht in deinem blute rein, Sich boshaft weigert, fromm zu seyn, Mit vorsaß dich nicht achtet; Ach, den ergreift der tod, der tod, Der ewige verwerfung drovt. Mel Ich hab' mein sach' gott zc. 583. Du u wollst erbören, gott, gerichte mit ihm gehn, Der jego deiner ewigkeit Sich nabt, befreit Nun bald von dieser eitelkeit. 2. Des lebens und des todes berr! Nun ist für ihn die zeit nicht mehr! Du hast gezählt des bauptes baar, Sein todesjabr Bestimmt, als teine zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner leiden zahl; Er leidet jetzt das legtemal! Ach! sey in seiner todesnoth Sein freund und gott! Ein schlummer sey für ihn der tod! Fürbitte für einen Sterbenden. 4. Vollende, vater, seinen lauf, Nimm ibn zu deinem frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein herz nun bricht, Verlaß ihn nicht, Herr! herr! mit deinem gnadenlicht. 5. Von angst des todes ist der frei, Der dir geweiht ist, dir getreu; Ihm ist er keine strafe. Gelobet fey der berr, mein licht; Des todes nacht schreckt mich ja nicht: Mir wird er nur zum schlafe. Es ist ein finstrer weg; doch mir Ein weg zum leben und zu dir. 5. Erleichtre ihm den letzten schmerz! Von dir erquicket, rub' sein her;! Durch jesu todesschweiß und blut, So ihm zu gut Vergossen, stärke seinen muth. 6. Gelobet sey der berr, mein schild, Der mich mit rub' und trost erfüllt, Mit willigkeit zu sterben! Ich glaub' an ihn, und bin gewiß, Er führt mich aus der finsterniß Zu seiner freuden erben. welchen jubel stimm' ich dann Dem todesüberwinder an! 7. Gieb deinen frommen, jesu, kraft, Den schwersten schritt der pilgerschaft Getrost, wie du, zu enden. Sprich zu den schwachen seelen: ich Bin euer heiland; freut euch! sprich: Ich will euch nun vollenden! Erquicke sie und nach dem streit Erhöhe sie zur seligkeit, 6. In ihm vermehre deine ruh! gotes, laß vertraun, Auf Sein armes herz erquicke du, Geist fesum schaun, Und so entgehn des todes graun. 7. Mach ihn getrost, o geist des berrn! Zeig' ihm den gnadenlohn von fern; Laß ihn den himmel offen sehn, Und jesum stehn, Bereit, ihn gnädig zu erhöhn. 8. Ach gnade, gnad' ergeb' für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht It selbst der heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott! ohne deine huld sich freun? 9. Sey, richter! ihm nicht fürchterlich; Erbarme seiner seele dich! Auch aus der tiefe rufet sie; Erhöre sie! Erlöse, gott! erlöse sie! 10. Behüte ihn in seinem tod; Ihn segne, segne, segne gott! Wenn nun sein auge sterbend bricht, Leit' ihn dein licht; Tröst' ihn vor deinem angesicht! 27) Bei Begräbnissen. Mel. Nun last uns den leib 2c. In veriger Melodie. 589. Begrabt den leib in seine 590. Grabt mein verwesliches Bis richters stimme ruft. Wir säen ihn: einst blübt er auf Und steigt verklärt zu gott hinauf. gebein, D ihr noch sterblichen, nur ein? Es bleibt, es bleibt im grabe nicht: Denn jesus kommt und hält gericht. 2. Aus staube schuf ibn einst der berr. Er war schon staub, und wirds nur mebr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Tereinst aus dieser todesnacht. 3. Des frommen seele lebt bei gott, Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller ihrer missethat Durch seinen sohn erlöset bat. 4. Hier hat ihn trübsal oft gedrückt; Nun wird er, gott, von dir erquickt. Hier trug er jefu sanftes joch; Entschlief im tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein grab, Nun wischt gott seine thränen ab. Was sind die leiden dieser zeit, Gott, gegen deine berrlichkeit? 6. Nun, du erlöster, schlaf in rub'. Wir gebn nach unsern hütten zu, Und machen zu der ewigkeit Durch glaub' und tugend uns bereit! 263 7. Ach, jesus christ! dein bitt'rer tod Stärt uns in unsrer letzten noth! Laß unsre ganze seele dein, Und selig unser ende seyn. 2. Du wirst mein aufgelöst gebein, O du verwesung, weit verstreun; Allein gezählt ist, wie mein baar, Mein staub, gott weckt mich wunderbar. 3. Gott ist barmherzig, und verstößt Im tode nicht, die er erlöst, Die nicht, für deren missethat Der mittler sich geheiligt hat. 4. Bei euch bat trübsal mich gedrückt, Nun hat mich gottes ruh' erquickt: Ich trug des beilands sanftes joch, Entschlief im tod, und leb' doch noch. 5. Jbm blieb ich treu bis an mein grab; Nun wischt er meine thränen ab. Was sind die leiden jener zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? 6. Nun lasset mich in meiner rub' Und gebt nach euern bütten zu; Schafft, daß ihr selig werdet; ringt Bis ihr euch auch der erd' entschwingt. 264 Register der Gesänge, nach dem Alphabet, und auf die Nummer der Lieder eingerichtet. Ach gott, som himmel ſieh Ach, gott! wir treten Auf, christen, bringet preis Auf, christen, laßt uns unsern Auf, christen, preist mit mir Auf christi himmelfabrt allein Auf deine weisheit schauen Auf gott und nicht auf Auf, jesu freunde! freuet Auf meinen lieben gott Auf, o seele! werde munter Auf, schicke dich recht feierlich Aus deiner milden segenshand Aus einem tief vor dir Aus freudigem gemüthe 216 Cbrift, alles, was dich 566 Christe, du lamm gottes 572 573 119 276 277 31 278 226 Ach! könnt ich doch mit deinen Ach, lieber gott! ich bitte dich Ach, sieh ihn dulden, bluten Ach, wann werd' ich von Ach, wider dich, mein gott Allein gott in der höh' sey Allein zu dir, herr jesu christ Alle menschen müssen sterben Allen menschen und auch mir Allen, welche nicht vergeben Alles ist an deinem segen Allmächtiger, ich hebe Allmächtig- großer gott Allwissender vollkommner geist Als in der krankheit schmerzen Also bat gott die welt geliebt Am Freuz erblaßt, der marter Anbetung, lob und preis Anbetungswürd'ger gott 94 355 40 227 575 182 484 131 Der am freuz ist meine liebe Der du alle deine werke Der du die liebe selber bist 520 441 An dich, mein gott, zu denken 331 Der du selbst die wahrheit bist 183 Auch diesen tag bab' ich 574 165 Befiehl du deine wege Befreit von allem fummer Begleite mich nach golgatha Begrabt den leib in seine Beherrscher himmels und der Bewahre mich, berr, daß der Bringt preis und ruhm dem 440 448 339 519 54 14 581 77 140 157 363 66 364 158 341 340 159 342 533 82 409 279 498 Dank sey dir, vater meines Das glück ist groß, das Das grab ist leer; deß Daß ich mich, mein gott Dein bin ich, gott; dein ist Deine leiden, gottes sobn Deines gottes freue dich Dein heiland lebt 308 142 Dein heil hat heut, volk Dein heil, o christ, nicht zu Dein reich, o gott, ist herrlich Dein sind wir, gott, in Dein wille, herr und vater Dein wort, o böchster, ist Den höchsten öffentlich Der du uns als vater liebest Der du uns das heil errungen Der du uns mit deinem blute Der freuden füll' ist, gott Der herr hat alles wohl Der herr ist gott und keiner Der lette meiner tage Der morgen kommt: und Der spötter strom reißt viele Der tag( das jahr) ist wieder Der wollust reiz zu widerstr. Des jahres schönheit ist nun Des leibes warten und ihn Des morgens erste stunde Des todes graun, des grabes 343 Dich bet' ich an, erstandener 534 Dich bitt' ich, gott, beweise 130 Dich bitt' ich, heiland aller 589 Dich, herr und vater 35 Dich, böchster, ebrerbietig Dich seh' ich wieder Die auf der erde wallen 344 115 544 461 143 399 55 103 334 144 78 309 268 145 2 228 576 184 535 405 518 406 521 582 146 543 96 371 328 522 229 Die bahn ist rauh, auf der Die feinde deines Freuzes Die ihr christi jünger seyd Die kinder, der wir uns Die krankheit, du gerechter Dir dank ich für mein leben Dir, gott, die will ich fröhlich Dir, gott, sey preis und dank Dir hab' ich mich ergeben Dir, milder geber aller gaben Dir, unserm gott, ist niemand Dir, vater, der du deinen Dies ist der tag an welchem Dies ist der tag den gott Du, aller menschen vater Du bester troft der armen Du bist ein christ, was Du bist, o unermeßlicher Du bist's, dem ehr' und ruhm Du, der frommen beste Du, der kein böses thut Du, der menschen beil und Du, der voll blut und Du füblst, o christ! das leiden Du führer, der mit treuer Du gab'st mir, ew'ger, dieses Du, gott, bist unsere bülf Du, gott, der unsre zuflucht Du, gott, du bist der berr Du gott und vater aller weit Du bast gestiftet, berr Du hast, mein vater und Du, herr, bist meine zuversicht Du, herr der seraphinen Du, herr haft aus Du, herr und water meiner Du klagst und fühlest die Du läsfest, herr, und Du liebst, o gott gerechtigkeit Du, o herrscher, stiegst Durch dich, gott, bin ich Durch dich, o großer gott Du schuft, von vaterhuld Du stellest dich zum mittler Du, vater deiner menschenk. Du weiser schöpfer aller Du wesentliches ebenbild Du willst es, berr, mein Du wollst erhören, gott Ein fremdling bin ich in Ein herz, o gott, in Ein lamm geht hin und Register. 427 Ein milder regen sinket 217 Ein ruhiges gewissen 23 56 422 199 Eins ist noth; o herr, dies 499 Ein starker schuß ist unser 577 Erbarm dich, herr! mein Erhabner gott, was reicht Erhalt uns, berr bei Erhalt uns, berr, die 372 Erhebt den herrn, ihr from. Erhöhter jesu, gottes sohn Erbör uns, gott wir flehn Erinnre dich, mein geist Er ist erstanden, jesus 455 Er kommt, er kommt zum Erlöser, der im staube 570 Ermuntere, seele, dich und 423 Es eilt der letzte von den 311 419 Es freu' der fürst des landes 493 Es ist noch eine rub vorhanden 270 Es ist vollbracht! ruft nach 133 99 220 567 552 68 545 41 166 485 83 19 373 168 61 Es lag die ganze welt 105 Es wolle gott uns gnädig 132 Es zieht, o gott! ein friegesw. Es züchtigt deine hand 428 167 Ew'ge liebe mein gemüthe 418 571 Fern sey mein leben 295 509 517 496 345 346 51 200 Fest glaub ich, daß, was Freu dich! des herren Freiwillig bast du dargebracht Froblocke, mein gemüthe Froblockt, ibr christen Für alle güte sey gepreist Führwahr, du bist, o gott 265 556 463 383 218 310 230 424 Gehorsam ist die beste 488 Geist vom vater und vom 446 Gelobet fepst du jesu 382 Gelobt, gelobt seyst du 502 Gelobt seyst du, herr 374 Gerechter gott! vor dein 523 Gern will ich mich ergeben 73 Getreuer gott, wie viel 332 Getrost und freudig geh ich Geweiht zum christenthume 100 Gieb, gott wenn ich dir 400 Gieb, berr, daß dein theures 588 Gieb mir, o gott, ein berz Gott deine gnade sey gepreist 269 Gott, deine gnad' ist unser 429 Gott, deine güte reicht 120 Gott, deine weise macht 16 3 219. 492 67 261 473 147 148 262 116 447 432 149 150 106 151 536 42 Gedanke, der uns leben giebt 69 337 169 84 568 201 20 231 30 232 198 393 474 442 85 464 356 43 266 Gott, dein unsichtbares wesen Gott, der an allen enden Gott, der du die menschen Gott, der du für uns deinen Gott der wabrbeit dessen Gott des bimmels und Gott, dessen band die welt Gott, dessen macht des feuers Gott, dessen nam' ist wie Gott, dessen starte band Gott, dessen weisbeitsvoller Gott, dir gefällt fein gottlos Gott, dir sey mein dank Gott, du bist heilig und Gott, du bist von ewigleit Gott, du hast in deinem sohn Gott, durch den wir sind Gott, durch welchen alle Gottes sobn ist kommenGott, bätte dein geliebter Register. 420 123 490 152 15 95 Herr, der du mir das leben 44 Herr, der du willig als 449 Herr der zeit und ewigkeit 70 Herr des himmels! starker 347 Herr, dir gelobt mein herz 524 Herr! bir sey preis! ich glaub' 186 410 Herr, du bist meine zuversicht 560 Herr, du erforschest mich 357 Herr, du fäbrst mit glanz und 36 Herr, du hast in deinem 503 Herr, du kennest mein 312 Herr, du wohst sie vorbereiten 500 Herr gott, dich loben wir 62 Herr gott, du bist die zuflucht Herr, bier siebst du uns Herr, bier steht unser hirt 482 Herr, böre mein gebät 11 170 465 Herr, ich bin dein eigenthum 86 Herr, ich bitte, stärke Herr, ich hab' aus deiner Herr jesu christ, du böchstes Herr jesu christ, mein berr Herr jesu, deine angst und Herr jesu, gnadensonne 411 Herr jesu, meines lebens 425 Herr, laß mich doch 4 Herr, laß nach eitler chre 45 Herr, mache meine seele stille 375 Herr, meiner seele großen 547 Herr, mein erlöser, der 569 Herr, mein licht, erleuchte 358 Herr, neige mein gemüthe 21 Herr, obne glauben kann 57 Ferr, sev gelobet, daß 590 Herr, stärke mich, dein 63 Herr, unser gott, erbarme 160 Herr, vor deinem angesicht 376 Herzlich lieb' hab ich dich 338 Fier bin ich, jesu, zu Herr, deine allmacht reicht Herr, deine langmutb ist sehr Herr, deine rechte und Herr, deine sanftmuth ist Herr, dein geseß, das du Herr, den die sonnen und Herr, der du alles giebst Herr, der du keinen je 71 504 Gott bat in meinen tagen 546 185 Gott, beilig sey dein nam' und 324 Gott im bimmel und Gott ist mein herr! auf ( sott ist's, der das vermögen Gott kann allein das beste Gott, mache du mich selbst Gott, meine ganze feele Gott, mein vater, deine Gott sorgt für uns Gott, unser froßer lobgesang Gott vater, an erbarmen Gott, vor dessen angesichte Gott werde stets von dir Grabt mein verwesliches Großer gott, erbabnes Großer mittler, der zur Groß ist des böchsten güte Gut und beilig ist dein wille Heil deinem volke, dem Heil uns! aus unsrer Held aus davids stamm Herr, allerböchster gott Hier ist mein berz, herr, 191 Hilf, berr, laß es wohlgelingen 72 Silf, jesu, daß ich meinen 384 Hilf mir, mein gott, bilf Hoch am bimmel steht die Höchster, denk' ich an die Höchster tröster, komm Hör unser gebät, geist des 297 Herr, an dir bab' ich gefündigt 280 18 553 189 450 Jauchzt unserm gott! er ist 190 Sch armer mensch 510 Ich bin ein christ, gott ist 364 Ich bin getauft, nach jesu 194 Ich bin ja, herr, in deiner 537 202 161 52 64 203 365 12 195 495 313 263 233 234 281 235 107 31 583 414 * 415 348 401 451 187 443 298 212 104 491 475 385 204 335 511 444 315 515 282 171 172 24 283 316 196 236 Ich bin mit deiner buld Ich bin, o gott, dein eigenth. Ich denk' an dein gerichte Register 426) Kommt, Kinder, anzubeten 58 Kommt, laßt uns gott und Kommt und laßt euch jesum 264 Ich erbebe mein gemüthe 284 Ich fasse, vater, deine bände 584 Laß deinen geist mich stets Ich flehe, gott, von ewig 285 Laß doch in meines 254 Laß doch, o jesu, laß dein 336 Laß mich des menschen 237 Ich freue mich der froben zeit Ich freue mich, mein Ich füble, daß ich sterblich Ich geb' einst obne beben Ich glaub' an gott, den Ich bab' in gettes berz und Ich bab' in guten stunden Ich boff', o gott mit festem Ich komme, friedensfürst, zu Ich komme, berr, und 299 300 205 359 Ich komme vor dein angesicht Ich komme vor dein anges., du 505 Ich preise dich, o berr 206 366 Kein lehrer ist dir, jeſu Klag nicht, mein berz Köstlich, o mein heiland Komm auf uns, o geist Komm betend oft und Komm, beiliger geist, erfüll' Komm, o komm, du geist Komm, schöpfer, komm 255 32 349 430 Ich finge dir mit herz und Ich singe meiner seelen 46 Ich weiß, an wen mein glaub' 301 238 Ich weiß, mein ende nabet Ich weiß, mein gott, daß Ich weiß, und bins gewiß Ich will dich, gott, im Ich will in stiller einsamkeit Jesu christ, durch deine Jesu christe, dessen wunden Jesu christe; wir sind Jesu, freund der menschenk. Jesu, meine freude Jesu, meiner seelen licht Jesu, meines lebens leben Jesus christus hat sein leben Jesus lebt, mit ihm auch Jesus meine zuversicht Jeßt sinkt die sonne nieder Ihm, der das licht entsteben In allen meinen thaten In unserm kummer kommen Ist auch ein gott? wer Ist gott für mich, so trete Ist nun auch meine stunde Laß mich doch nicht, o gott Laß mich doch, o mein gott Laß mich, böchster, darnach Laß mich, o herr, in allen Laß, vater, deinen guten Liebreicher gott, dein segensw. Liebster vater, ich, dein Lob, ehre, preis und dank Lob, ebr' und dank sey Lob sey dem allerböchsten 47 Lobsinge gott, o christenheit 302 Lobsinge gott! dank, preis 585 Lobsinge gott, er schuf 506 Lobsinget gott und betet an 113 Lobt den höchsten! jesus 207 386 125 Lobt gott am froben morgen 476 Lobt gott, ihr christen 267 489 561 318 aßt uns doch christo dankbar Laßt unserm gott uns singen Last uns mit ehrfurchtsvollem 87 Laßt uns unsern gott lobsingen 88 Lebt christus, was bin 154 Mache dich, mein geist 108 Mach doch der spötter 134 Man lobt dich in der stille 208 Mein auge sicht, o gott 153 Meine lebenszeit verstreicht 256 Meinen fesum laß ich nicht 538 Mein erlöser, gottes sobn 525 Mein erst geschäft sey preis 48 Mein ganzer geist, gott 555 Mein geist erstaunt, allmächt. 5 Mein glaub ist meines 303 Mein gott, auch dieser neue 239 Mein gott, dir ist bewußt Mein gott, du bist gerecht 101 Mein gott, du weißt am 317 Mein gott, du wohnest zwar 192 Mein gott, erschaffen bast 173 Mein gott, ich weiß wohl 360 Mein heiland, deine größe 477 Mein heiland lebt, er hat 174 Mein berz, ermuntre dich 175 Mein jesu, der voll schmerzen 109 329 221 395 416 286 459 319 176 117 377 548 287 74 565 89 79 33 37 25 155 526 90 402 304 367 49 240 387 110 527 271 378 466 528 65 558 350 325 403 241 75 257 379 578 268 Mein jesu, du hast unsre Mein jefu, für dein herz Mein jesus ist mein leben Mein jesus lebt, mag ich doch Mein jesus triumphiret Mein leben steht in gottes Mein schuß ist gott, ihn Mein vater und mein gott Mit dir geh' ich an mein Mit dir, o höchster friede Mit freuden laßt uns treten Nach deinem rath, o gott Nach dir verlanget mich Nach einer prüfung kurzer Nach meiner seelen seligkeit Nicht mürrisch, finster Nicht um ein flüchtig gut Nie will ich wieder fluchen Nimm gott, den wir Noch läßt der herr mich Noch nie hast du dein wort Noch walle ich im thränenthal Nun bitten wir den. heil'gen Nun bricht die finstre nacht Nun danket alle gott Nun habe dank für deine Nun ist der tag der seligkeit Nun ist alles wohlgemacht christenheit, sey bocherfreut D, daß doch bei der D, der du einst gestorben du, mein mittler und gott, aus deinen werken gott, bei dir ist heil und gott, des gnadenvoller gott, du bist die liebe gott, du bist mein preis gott, du frommer gott gott, du kannst den himmel gott, erbarme väterlich gottes sohn, berr jesu gott, ich preise deine nnnnnn gott, sobald der tag erwacht großer gott, du reines heil'ger geist, kehr' bet heil'ger geist, laß uns herr, mein gott! ich herr, wenn deine lehren böchster, dessen fraft Djammervolle tage, da S Register. 91 126 242 jesu christe, gottes lamm fefu, dir sey ewig dank O jesu, jeſu, gottes sohn 156 Djesu, wabrer frömmigkeit 162 könnt' ich dich, mein gott 243 O lamm gottes, unschuldig 351 320 412 467 schrecklichs leid der ewigkeit vater der barmherzigkeit 512 O welt, sieh hier dein leben O wie unaussprechlich selig vater, sead' uns deinen geist 480 welch ein unschäßbares 468 135 274 423 288 Preist, christen, mit 272 404 Quelle der vollkommenheit 456 177 Schaffet, schaffet, menschenk. 452 Schicke dich, erlöste 50 Schon ist der tag von gott 529 Schüße die deinen, die nach 22 Schwingt, beilige gedanken Seele, komm zum golgatha Sehn wir nur trübsal 586 178 244 Sey, feele, stark und 121 Sey, weltversöhner, sev 6 Sev zufrieden, mein 209 214 388 197 Sidh'rer mensch. noch ist es 497 Sieb, gott und herr, wie 26 Sie tommt, sie kommt, die 486 Singt unserm gott ein frohes 321 Sink ich einst in jenen 557 So fliehen unsre tage hin 507 So früh bringt, gott, mich 305 Eo gehst du, jesus, willig 589 368 118 273 289 290 210 265 222 7 436 554 541 Sehr groß, herr, ist die 223 127 128 380 Seht, welch ein mensch! ach 213 Seht, welch ein mensch, wie 98 Selig, gott! sind die, die Selig sind des himmels erben 246 Seyd barmherzig, menschen 245 139 457 111 92 Sen hochgepriesen, berr 549 Sey lob und ehr' dem höchsten 369 431 181 38 291 137 579 516 59 Sohn, der uns verheißen war Sohn gottes, eingeborner 179 So jemand spricht: ich liebe 180 So ist nach gottes rath und 478 So lang ich athme, gott 501 Sollten menschen, meine 479 Sollt' ich jetzt noch, da mir 562 So wahr ich lebe, spricht 559 So weit nur deine sonne 551 333 8 539 540 508 124 80 76 445 563 370 453 390 292 27 Tag, der mir der herr Treuer gott, danken Um gnade für die fünderwelt Unendlicher, den feine zeit Unerforschlich sey mir immer Unschuld'ger jesu, was hast du Unwiederbringlich schnell Vater, den mein herz Verbittre dir dein leben nicht Verflossent ist das alte fahr Verleib uns frieden gnädiglich Voller ehrfurcht, dank und Voll freund und frommer Vom himmel ward der engel Von dir, o vater, nimmt Von gott will ich nicht lassen Vorbild wahrer menschenliebe Register. 269 470 Wer durch dein wort ist neu Wer gehorcht, der thus mit Wer gottes wege gebt 494 471 306 323 361 354 Wer gottes wort nicht hält Wer ist wohl wie du, Stifter 391 Wer kann doch, großer gott Wer kann, gott, je was Wer nur den lieben gott Wer schuf die sonne und den Wer weiß wie nahe mir Wer zählt der engel heere Wie flieht dahin der menschen Wie getrost und heiter 514 249 53 421 413 307 224 28 211 392 122 Wie groß ist des allmächtgen Wie groß, wie angebetet ist 381 Wie grundlos sind die tiefen 93 Wie heilsam ist doch, herr 433 Wie herrlich, jesu, starker 352 Wie mächtig spricht in meiner 472 102 Wie mannigfältig sind 487 163 408 250 326 530 258 458 81 9 Wie sanft sehn wir den Wie selig bin ich, wenn Wie selig lebt ein mensch 266 Wie soll ich dich empfangen 248 Wie theuer, gott, ist deine 587 Wie ungewiß ist, herr 531 Wie viele freuden dank' ich Wie wichtig ist doch der 434 Wie wird mir dann, mein 259 Wie wohl thust du, mein 435 Will mich, o gott, hienieden 436 Willst du der weisheit quelle 322 Wir, der erde pilger, sind 396 Wir erscheinen heut vor dir 112 Wir freuen uns, herr jesu 437 Wir glauben an den eingen 407 Wir menschen sind zu dem 438 Wir sind in noth; laß uns 296 Wir singen, herr, von deinen 353 Wo find' ich gott, den meine 247 Woblauf, mein herz, verlaß 10 Wohl dem, der heff're schätze 462 Wohl dem, der richtig 225 Wort, aus gottes munde 260 Wo soll ich fliehen hin Wach auf, mein herz, und Wachet auf! ruft einst Wachet auf vom schlaf, ihr Wann einst mein sterbend Wann, heiland, meine Wann ich einst von jenem Wann ich, gott, meinen geist Warum betrübst du dich Warum erhebst du, meine Warum sollt' ich mich denn Was gott thut, das ist Was hilft es mir, ein Was ich nur gutes habe Was ist der mensch, dess' Was ist mein leben auf der Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich quäle Was kann ich doch für dank Was soll ich ängstlich klagen Was sorgst du ängstlich für Web' dem, der leugnet Welch glück, o gott, ist Wenn christus seine kirche Wenn einst in meinem grabe Wenn ich auf gottes wegen Wenn ich, o gott, von dir Wen ich, o schöpfer, deine Wenn mich die sünden Wen bin ich? wichtig ist die 215 483 138 13 17 129 542 469 454 397 Beit, die ich seufzend zähle 39 Zu deiner ehr bin ich erwacht 114 Zu dir, mein gott, der du 398 3ur grabesruh, entschliefest 293 251 29 60 252 275 439 330 253 481 164 34 188 564 550 327 97 417 460 193 291 580 532 362 141 270 Einige Gebete. 1) Morgengebete. a. Längere Morgen- Andacht. Pf. 5, 4. Herr, frübe wollest du meine Stimme hören? frübe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken. deine Gnade habe ich wieder diesen Tag erlebt, und mit dankbarem Herzen erkenne ich auch darin, wie viel ich dir schuldig bin. Daß ich mich durch den Schlaf erquickt, an meinen Kräf ten jeho von neuem gestärkt, und durch den Anblick des Tageslichts und der sichtbaren Natur erfreuet finde: das ist dein Werk. O gieb, daß ich das mit Aufmerksamkeit bedenke, und ja deiner nie vergesse, dem allein ich mein Leben und dessen Erhaltung zu danken habe. Dein allmächtiger väterlicher Schuß war über mir, da ich, meiner selbst nicht bewußt, in unbesorgter Ruhe lag; und nun fellest du mich in deine Welt hin, daß ich dich in deinen Werten sehen und bewundern und mit wiederbergestellter Munterfeit meiner Geschäfte wahrnehmen kann. So läsfest du mich auch an mir selbst erfahren, daß deine Güte alle Morgen neu, und deine Treue groß ist. Nimm dafür, o mein Gott, das demüthige freudige Lob meiner Seele an. Erhalte mich auch heute bei dem einigen, daß ich dich stets auf die rechte Art vor Augen habe, daß ich der christlichen Frömmigkeit und Tugend unverrückt treu bleibe, da ich doch auf keinem andern Wege ein wirklich zufriednes Herz und wahres dauerhaftes Glück finden kann. Hilf mir immer mehr zu einer richtigen lebendigen Erkentniß dessen, was zu meinem Besten dienet. Befestige in mir den Glauben an Jesum, meinen Heiland, seine Erlösung und Lebre, die ſo zuverlässig meine Seele, wenn sie darauf achtet, weise und gut macht. Stärke meinen Vorsag, auch diese mir aufs neue geschenkte Zeit meines Lebens mit dir zu heiligen und die Bewabrung eines unverleßten Gewissens höherzu achten, als alles Irdische, was ich mir durch die Sünde verschaffen könnte. Entferne von mir alle gefährliche Versuchungen, zu welchen mein Beruf, mein umgang, meine Verbindung mit Andern, auch selbst meine eigene natürliche Gemüthsart mir Gelegenbeit geben könnten; und wenn solche Versuchungen mir nabe kommen sollten, so stebe mir bei o Gott! und unterstüße meine dann vielleicht wankende Seele durch den großen Gedanken deiner Gegenwart, deiner Wohltbaten und deiner Vergeltung; damit ich nicht von dir abweiche, nicht in Sünden geraibe, und mich nicht der tröstlichen Beruhigung eines guten Gewissens und deines Beifalls beraube. Gieb dein Gedeiben zu einem jeden dir woblgefälligen Vorhaben, womit ich heute zu thun haben werde, und verleibe mir Muth und Kräfte, das recht auszurichten, was in meinent Stande und Berufe mir obliegt. Bewahre meine Gesundheit; mein Vermögen und meinen guten Namen vor Schaden. Walte mit deiner gnädigen Beschirmung über meine Angehörigen, daß uns der freudige Genuß deiner woblttätigen Güte durch keinen Unglücksfall gestöret werde. Soll ich aber auch, nach deinem Ratb, beute meinen Antheil an den Bitterkeiten des Lebens empfinden und von Widerwärtigkeiten 1. Morgengebete. 271 Herzen für die Gnade, daß du mich auch diesen Tag erleben lassen. Du hast mich die Nacht über beschüßt und durch den Schlaf erquickt; und von dir habe ich die Munterkeit, mit welcher ich nun abermals die Vollbringung der mir obliegenden Pflichten übernehmen kann. Gieb mir dies so zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinn komme, wie ich dir ganz angehöre, und wie viel ich dir schuldig bin. Leite mich nun auch an diesem heutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, die doch am Ende nichts anders, als das äußerste Elend nach sich ziehet. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mir heute vorfommen könnten, damit ich nicht am Abend Vergebungen gegen rich, und Untreue gegen mein Gewissen, mit bitterm Schmerze zu bereuen babe. Gieb meinen rechtmäßigen Geschäften und Unternehmungen einen guten Fortgang, da ohne dein Gedeihen doch alle unsere Arbeit vergebens ist. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. und Bekümmerniß befallen werden: so waffne mein Gemüth mit der christlichen Standhaftigkeit und Ergebung in deinen Willen, mit dem tindlichen Vertrauen auf dich, und mit der getrosten Hoffnung einer bessern Zufunft, durch welche das Gefühl der Leiden so sehr gemildert, und ihre Last um so vieles erträglicher gemacht wird. Führe du mich, Herr, wie es dir wohlgefällt; denn du weißt besser, was mir gut ist, als ich selbst. Zu dir, lebreicher Vater alle: Menschen, der du allen gütig bist, und rich aller deiner Werke erbarmest, zu dir bete ich auch für alle diejenigen, die neben mir von deiner Güte leben. Erfülle die Welt mit deinem Segen, der alles erfreuet. Segne unsern Landesberrn, sein Haus und seine Regierung, zur Sicherheit und zum Wohlergeben so vieler Tausenden. Breite über alle Stände und alle Ordnungen meiner Nebenmenschen deine Wohlthätigkeit aus, und wirke dabei die Gesinnungen in ihnen, daß sie darin seine Vaterband erkennen und desto dankbarer gegen dich werden mögen. Und so gehe ich, mein Gott und Vater, an die heutigen Pflichten meines Lebens, mit einem dir geweihten Herzen. Sey du mit mir, so werde ich sicher bleiben, und kein Uebel fürch ten. Dies hoffe ich von dir nach deiner Barmherzigkeit, und nach der Verheißung, die du mir durch Jesum Christum gegeben hast. Amen! Klagl. Jerem. 3, 23. 24. Die Barmherzigkeit des Herrn ist alle Morgen neu, und deine Treue, o Gott, ist groß. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele; darum will ich auf ibn hoffen. b. Kürzeres Morgengebet. Pf. 63, 7, Wenn ich erwache, so rede ich von dir. Dir, mein Gott, übergebe ich also auch für heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß dann alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnädig erhören, wie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen. P. 73, 23, 24. Ich bleibe stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, und leitest mich nach deinem Rath, und nimmst mich endlich mit Ehren an. Mehrere gute Gebete am Morgen sind in den Morgenliedern dieses Gesangbuchs von Nummer 519 bis Herr, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines Lebens, dir danke ich jego wieder mit erfreuetem 532 enthalten. 272 c. An Sonn- und Festtagen, bei dem Morgengebete hinzuzufügen. Verleibe mir auch insonderheit, o Gott, die Gnade, daß ich mir den heutigen Tag nach deiner Absicht und zu meinen eignen Besten recht zu Nuße mache. Es ist Wohlthat für meine Seele, daß eigene Zeiten verordnet und bestimmt sind, an welchen das Andenken an dich und die Sorge für mein geistiges Wohl stärker und feierlicher erweckt werden soll. Mache also den Eindruck davon in meinem Gemüthe auch heute so lebendig, daß ich mich von allen irdischen Zerstreuungen mehr, als sonst, loßreiße; mit ernsthafter Ueberlegung meine Gedanken zu diesem wichtigen Geschäfte sammle; den öffentlichen Unterricht aus deinem Worte mit Aufmerksamkeit höre und annehme; bei der gemeinschaftlichen Anbetung mit meinem Nebenchristen mein Herz, so viel lebbafter gerührt, zu dir erhebe; und in meinen eigenen Andachtsübungen und Betrachtungen ein ernstliches Nachdenten auf mich selbst und auf meine weitere Besserung richte. Laß mich auf solche Weise von diesem Tage wahren Segen erfahren, dessen ich mich in dem Wachsthum meiner Erkenntniß, in der Ermunterung meiner Gottseligkeit und in der Stärkung meines Vertrauens und meiner Hoffnung noch auf meine folgende Lebenszeit erfreuen könne. Heilige mich ganz dir und deiner Verehrung, so werde ich glücklich seyn und dir dafür danken in Ewigfeit. Amen. 1. Morgengebete. Gott; darum ist es für mich böchst notbund zu den Absichten zu gebrauchen, wendig, denselben nach seinem Willen zu welchen er ihn mir gegeben hat. 1) Vor allen Dingen will ich mir deßwegen jego wieder den Gedanken tief und lebendig ins Gemüth prägen, daß Rechtthun und Gottgefallen der Hauptzweck meines Lebens ist, weil ich dabei allein ein ruhiges Herz und eine freudige Hoffnung durch Jesum Christum, meinen Heiland, baben kann. 2) Ich will mich hieran diesen Tag über, so oft ich kann, auch während meiner Geschäfte, und unter den Umständen, worin ich mich etwa befinden mag, wenigstens mit einem kurzen ernstlichen Gedanken, zu erinnern suchen, damit es mir ja nie ganz aus dem Sinne komme, wozu ich in der Welt lebe. 3) Ich will zum voraus mit Aufmerksamkeit bedenken, was für Gelegenheiten zu Verfündigungen in meinem Berufe und in demjenigen, was ich mit andern Menschen zu thun babe, mir beute aufstoßen möchten; und ich will auf meiner Hut seyn, daß ich mich nicht zu etwas Bösem hinreißen lasſe. 4) Besonders will ich über die Neigung meines Gemüths wachen, von welcher ich weiß, daß sie am meisten in mir herrschet und am leichtesten mich übereilet. 5) Ich will, so viel es sich thun lässet, solche Gesellschaften, Verbindungen und Unternehmungen vermeiden, wo entweder ein äußerliches Vergnügen zu leicht mein Gewissen betäuben, oder eine Absicht auf zeitlichen Gewinn zu leicht mein Herz verblenden, und mich verleiten könnte, etwas zu reden oder d. Nöthige Entschließungen am zu thun, was mich hernach bittere Reue fosten würde. Morgen. Pf. 25, 4. 5. 6) In den Verrichtungen meines Berufes will ich mit Treue und Fleiß Herr, zeige mir deine Wege, und lehre arbeiten; nicht allein um meines eigemich deine Steige. Leite mich in deinen Vortheils willen, sondern auch ner Wahrheit und lehre mich; denn vornämlich aus der Betrachtung, daß du bist der Gott, der mir hilft. es Gottes Ordnung und Wille ist, der mich zu dem Ende in diesen meinen Stand geseßt bat, daß ich darin thätig und nüßlich seyn soll. Ich habe alles, und also auch diesen neuen Tag meines Lebens, von 1. Morgengebete. 7) Jeder Betrug in meinen Geschäften, jede Berückung meines Nächsten, jedes unrechtmäßige Mittel des zeitlichen Erwerbes, oder irgend einer andern zeitlichen Absicht, soll mir ein Abscheu seyn, so sehr auch etwa das Urtheil und die Gewohnheit meines Gleichen solches, als etwas Erlaubtes, zu rechtfertigen scheinen mag. Denn Gott siebt mich, und ihm muß ich Rechenschaft davon geben. 8) Bei allen meinem Verfahren gegen meinen Nebenmenschen soll mir die große heilige Regel vor Augen schweben: ihnen das zu thun, was ich mit Billigkeit will, das sie mir thun möchten. 9) Wenn mir beute ein Hülfsbe dürftiger bekannt, oder in Erinnerung gebracht wird, so will ich mit berzlicher Willigkeit nach meinen Umständen und nach dem Maaße meines Vermögens, und durch eigene Mildthätigkeit, oder durch Fürsprache, Nath und Trofst die Liebe an ibm beweisen, die ich, als Mensch und als Christ, ihm schuldig bin. 273 12) Bei allem aber was mir Erfreuliches und Glückliches wiederfährt, auch bei den gewöhnlichsten täglichen Wohlthaten der Gesundheit, der Ernährung, des Genusses von Speise und Trank, der Gemächlichkeiten des Lebens, die ich etwa genieße: bei dem allen will ich es mir immer mehr zur Gewohnheit machen, mit dankbarem Herzen an Gott, den gütigen Geber desselben, zu denken, weil das an sich selbst so billig ist, und weil zugleich dadurch meine Freude an solchen Gaben so viel reiner und rührender wird. 10) Ich will mich sorgfältig hüten, daß ich meinen Angehörigen, Hausgenossen, Freunden oder Anderen, mit welchen ich sonst umgebe, durch Worte oder Thaten keinen Unstoß gebe, damit ich nicht die schwere Verantwortung auf mich lade, ihnen eine Ursache zur Sünde und zum Verberben geworden zu seyn. Vielmehr soll es mir mit Ernst am Herzen liegen, wo ich kann, und wo irgend ein guter Erfolg davon zu boffen ist, durch meine Reden, Ermahnungen und Vorstellungen, wenigstens durch mein eigenes gleichförmiges, gewissenhaftes Verhalten meinem Nächsten zu seiner Besserung oder Befestigung im Guten beförderlich zu seyn. 11) Vielleicht soll mich heute auch noch eine Noth und Plage befallen; und dann will ich mein Gemütb in Geduld und Gottergebenbeit fassen, mit der festen Ueberzeugung, daß mein Vater im Himmel das, woran ich nicht durch eigene Thorheit und Sünde schuld bin, gewiß auch für mich zu etwas Gutem lenken werde. Evangel, luth. 13) Ueberhaupt will ich den seligen Gedanken von der beständigen Gegenwart meines Gottes so feste zu balten, und in meinem Gemüthe immer so nabe zu haben suchen, daß er bet jeder Gelegenheit bald in mir merklich und rege werde, daß er mich in Gefabren der Versuchung warne und stärke! daß er mein Vergnügen reinige und erhöhe, daß er die last der Leiden mir erleichtere, und daß ich also, gleichsam in seiner steten Begleitung, den ganzen Tag über so viel sicherer und froher wandele. 14) Auch dies Heute wird bald nicht mehr seyn, und ist dann, was seine Dauer betrifft, unwiderruflich und auf ewig verschwunden. Nur die Folgen und Früchte davon, wie ich diesen Tag angewendet habe, die bleiben; es sey nun zum Guten, oder zum Bösen; zu meinem Glück, oder zu meinem Elende. Ich will mit Gottes Hülfe dafür sorgen, daß es fein verlorner Tag, kein Tag des künftigen Vorwurfs und eines schrekkenden Andenkens für mich seyn möge. Und du, allwissender und beiliger Gott, bist Zeuge dieser meiner Vorfäße; sey du aber auch mein Beistand sie zu erfüllen. Lebre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geift fübre mich auf ebener Bahn. Amen! Pf. 119, 5. O, daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte. 18 274 +2) Abendgebete. jeder Regung in meinem Gemüthe, jeder Absicht bei meinen Unternehmungen, jedem Schritte in meinem Verhalten zugesehen, und untrüglich erkannt, was darin gut oder böse ist: und also sind dir in dem hellsten Lichte auch alle die Vergehungen und Fehler offenbar, deren ich mich schuldig gemacht, und wodurch ich, in größerem oder geringerem Maaße, das wahre Glück meines Lebens zerstöret oder vermindert habe. Gieb nicht zu, guter und heiliger Gott, daß ich unwissend und gleichgültig darüber hinweg gehe. Stelle mir vielmehr mein Unrecht so klar vor Augen, daß es einen tiefen, dauernden Eindruck in meine Seele mache, und daß ich mit Reue und Schaam das betrachte, wodurch ich dir mißfällig und meiner eigenen Wohlfahrt schädlich geworden bin. Vergieb mir dann, nach deiner väterlichen Erbarmung die von mir begangenen Fehltritte, und laß den seeligen Trost des Glaubens an Jesum Christum, meinen beiland, und an die Verheißungen seiner heiligen Lebre in mir lebendig werden, daß redliche Bereuung und thätige Umkehrung zu dir, für Niemand vergeblich seyn soll. Über laß dann auch diese ernstliche Empfindung meiner Schuld und deiner Gnade bei mir zu einem fräftigen Antriebe werden, immer treuen Eifer in meiner Besserung und Gottfeligkeit zu beweisen; damit ich mich fa nicht zu meinem eigenen Schaden, in unfruchtbaren Abbitten beruhige, sondern vielmehr in den folgenden Tagen meines Lebens wirklich Früchte meiner Reue und meines besseren Vorsaßes zeige. Mach mich aufmerksam auch auf die Mängel, die mir geringer scheinen möchten; und lehre mich kennest mich und so über mich selbst wachen, daß ich alle meine Wege. Du hast heute aus eigener glückseliger Erfahrung a. Längere Abend- Andacht. 1. Sam. 6, 12. Bis hierher hat uns der Herr geholfen. Barmherziger Gott, ich komme jegt am Ende dieses Tages wieder mit Dank und mit Gebet vor dich, der du mir bis hierher geholfen, und auch heute deine wohlthätige Güte so mannigfaltig bewiesen hast. Dein Auge hat über mich gewacht und deine Hand hat mich geleitet, daß ich vor Unglück bewahret geblieben. Von dir ist mir Gedeihn und Fortgang in meinen Verrichtungen gekommen, indem du meine Gesundheit und meine Kräfte erhalten, mir Muth und Freudigkeit zu meinen Berufspflichten gegeben, und auch die äußerlichen Umstände zu meinen Nußen gelenfet hast. Dir allein habe ich auch jede angenehme Stunde und Empfindung zu danken, deren ich heute in dem Genusse der Gaben der Natur und in der Verbindung mit der menschlichen Gesellschaft frob geworden bin. Selbst die erquickende Ruhe des Schlafes, der ich mich jego überlassen will, ist deine Woblihat, um mich durch erneuerte Kräfte zu demjenigen, was ich morgen zu thun habe, so viel geschickter zu machen. So sichtbar wird mir in dem allen, wenn ich es nur recht bedenken will, deine liebreiche Fürsorge; Und so viel Ursache habe ich, mit dankbarer Seele mich dessen zu freuen, was du an mir thüst. Ja, mein Gott, dir will ich danken und deinem Namen lobsingen, der du so gnädig bist. Wäre doch nur auch dieser Tag in allen Stücken so von mir angewendet, daß ich mich deshalb mit einem ganz reinen und zuversichtlichen Herzen vor dir darstellen dürfte! Du, o Herr, 2. Abendgebete. inne werde, wie sehr jeder Wachsthum in der Lauterkeit und Unschuld des Herzens auch meine Zufriedenheit und Freude durch Jesum Christum vergrößert. Wer weiß, wie viel Zeit mir noch in diesem Wachsthum im Guten übrig seyn mag! Ein Theil derselben ist auch schon mit dem heutigen Tage wieder vorbei; und so komme ich mit jedem zurückgelegten Schritte meiner irdischen Wanderschaft näher, wo die gegenwärtige Vorbereitungszeit auf höret, und die vergeltende Ewigkeit anfängt. O Gott, verleibe mir die Weisheit, das zu bedenken, und also auf die mir verborgene Stunde bereit zu seyn, da ich dir von dem Gebrauche meiner Tage Rechenschaft geben und die Folgen desselben erfahren soll. Erinnere selbst mich daran, wie leicht ein jeder Tag für mich der letzte syn kann, und bewahre mich dadurch vor dem gefährlichen Aufschube der Sorge für meine Seele und vor aller Verwahrlosung dieser meiner wichtigsten Angelegenbeit. In dieser Gesinnung und in dem Vertrauen auf deine Barmherzigkeit suche ich nun die leibliche Ruhe. Ou, Allmächtiger und Allgütiger, wachest über mich während der Zeit, da ich zu meiner Beschüßung selbst nichts vermag. Nimm mich auch diese Nacht über in deine väterliche Aufsicht und Beschirmung. Wende Gefahr, Schrecken und Unglücksfälle ab von mir und von den Meinigen, von diesem Orte und von allen Menschen. Laß einen sanften gesunden Schlaf mir zu meiner Erholung und Erquickung gereichen; und laß mich morgen mit neuem Danke gegen dich, mit neuen Vorfäßen zur christlichen Rechtschaffenheit und mit neuer Thätigkeit zu meinen Geschäften fröhlich wieder erwachen. Deine Grade sey mit mir iegt und immerdar. Amen! Pf. 4, 4. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn du, Herr, hilfest mir, daß ich sicher wohne. 275 b. Kürzeres Abendgebet. Pr. 63, 7. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich. Gnädiger Gott, unter deiner Beschüßung und Leitung ist nun auch dieser Tag wieder von mir zurückgelegt; und ich beschließe ihn mit dem innigsten Danke gegen dich, für alles das Gute, welches du mir an demselben bast widerfabren lassen; für die mir erhaltene Gesundheit, für die Abwendung so manches sonst mög: lichen Unglücks, für den gesegneten Fortgang meiner Geschäfte, und auch für die Wohlthat, daß ich mich nun einer erquickenden Ruhe überlassen kann. Das erkenne ich mit gerührtem Herzen, und freue mich deiner Güte. Siehe du aber auch mit Langmuth auf die Fehler, mit welchen ich an dem heutigen Tage mein Herz und mein Leben etwa befleckt habe, und mache sie in meinen eigenen Augen so offenbar, daß ich sie mit ernstlicher Empfindung bereue, und mit treuer Gewissenhaftigkeit fürs künftige vermeide. Laß mich dann mit Freudigkeit Antheil haben an der Vergebung der Sünden und an deiner Grade, welche auch mir dein Sohn, Jesus Christus, durch seinen Tod verschafft, und durch seine heilige Lehre versichert hat. Gieb mir, da wieder ein Tag dabin ist, hierdurch einen neuen lebendigen Eindruck von der schnellen Flucht meiner Lebenszeit, und hilf mir, einen jeden Theil derselben so anzuwenden, daß ich auch vor dem letzten meiner Tage, der vielleicht bald und unvermuthet kommen mag, nicht erschrecken darf. Darauf lege ich mich nun auch jest getrost zur Ruhe, und übergebe mich, die Meinigen und alle Menfchen deinem allmächtigen väterlichen Schußt. Wache du über mich mit deiner Liebe, so wird kein Verderben mich treffen; und wenn ich morgen erwache, foll mein berz wieder mit 18* 276 Freuden deines Preises voll seyn. Segne mich, mein Gott und Vater nach deiner ewigen Güte, um Jesu Christi, meines Erlösers, willen. Amen! Pf. 40, 12. Laß deine Güte und Treue mich alle Wege behüten. 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn 3) Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. a. Vertrauen auf Gott und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn. Zur Prüfung am Abend lese man das Lied in diesem Gesangbuche Nr. 535: ,, Der Tag ist wieder bin 2c." Auch mehrere gute Abendgebete sind enthalten in den Abendliedern dieses Gesangbuches von Nr. 533 bis 542. Barmberziger Vater und Schöpfer der Menschen, von dir allein muß ich alles, was zur Nahrung, Bekleidung und Erhaltung meines Leibes und Lebens, und überhaupt zu meinem ganzen Glücke in Zeit und Ewigkeit nothwendig und ersprießlich ift, erwarten; und ich kann dies auch, nach deiner gnädigen Zusage, bei einem redlichen Gehorsam gegen deine Gefeßze erwarten. In deine allmächtigen treuen Vaterhände lege ich daber alles, was du mir von irdischen Gütern, an Bequemlichkeit, Vergnügen und Ehre verlieben hast, in Demuth nieder. Dank sey dir, Vater! für den fröhlichen Genuß, den du mir davon bisher, wider alles mein Verdienst, geschenkt bast. Durch deine Gnade will ich mich bereit balten, dies alles, wenn du es befiehlst, freudig wieder binzugeben. Ja, ich bitte dich berzlich, laß mir alle meine irdischen Vortheile nicht einen Augenblick länger, als es mit Bewabrung und Stärkung meines Glaubens und guten Gewissens bestehen kann. Laß feinen meiner Wünsche, wovon du, nie irrende Weisbeit! einsiebest, daß er thöricht ist, und meiner unsterblichen Seele zum Fallstrick und Berberben gereichet, erfüllet werden; fon dern vereitele sie alle. Ehe du o Vater meiner Seele, zuläsfest, daß ich nach so unermeßlichen, unaussprechlichen, unzäblichen Wobltbaten, die du mir erwiesen hast, in irgend eine vorsäßliche Sünde gegen dich falle; oder daß meine Andacht und Christentugend einige Abnahme leide: so nimm mir lieber, so bitter und peinlich es mir auch immer seyn mag, meine Gefundbeit, meine Bequemlichkeit, mein irdisches Vermögen( meine Ehrenstellen in der Welt); und belege mich dagegen mit schmerzhafter, langwieriger Krankheit, bitterer Armuth, unschuldiger Verachtung, und andern Leiden dieses bald, bald vorübereilenden Lebens. Nur bitte ich dich inbrünstig, laß mich nicht meine Leiden etwa durch Unmäßigkeit, durch Lieblosigkeit, oder sonst eine Vera legung meiner Pflichten selbst verurfachen. Und wenn dann ein Leiden aus deiner Hand über mich kommt, oder auch etwa durch meine Schwachheit verursacht würde: so laß es mich, nach deiner väterlichen Absicht, in der Beherrschung aller unordentlichen Begierden, in dem himmlischen Sinn, in der allerseligsten Kunst, deinen Willen schlechterdings zu dem meinigen zu machen, befestigen und stärken. mit meiner Seele die himmlischen Früchte einer festgegründeten und geübten Tugend geben. Laß mich auch auf den Fall vorbereitet seyn, wenn du von mir, für den Dienst der Wahrheit und der Tugend und Wandel vor Gott. 277 allem meinem Thun und Vornehmen mit meinem Erlöser sage; Gott, nicht mein, sondern dein Wille geschebe! daß ich allzeit und unter allen Umständen dich findlich fürchte, liebe und dir vertraue, und mit deiner väterlichen Regierung immer zufrieden, ruhig und dankbar bin. Amen. meine irdischen Vortheile( meine Gü-| nen Wünschen und Hoffnungen, bei ter, mein Amt, meine Ehrenstellen, und selbst mein Leben) zum Opfer fordern, und mich in die Umstände führen solltest, wo ich, um ein unverlegtes Gewissen zu bewahren, meine Vorzüge und Bequemlichkeiten aufgeben, und mich drückenden Umständen blosstellen müßte.- So soll denn von nun an alles, was irgend einer Verdrießlichkeit oder mürrischen Klage über deine Regierung ähnlich sieht, mir abscheulich und aus meinem Herzen und Munde verbannet seyn. Dagegen will ich mich treulich bestreben, alle Müsseligkeiten dieses Lebens, die Beschwerden eines siechen Leibes, und was du mir sonst an andern Trübsalen binzufügen möch test, nicht allein mit demüthiger Ergebung in deinen Willen, sondern auch als Erhörung meiner frommen Gebete, und als wahre Wohltbaten mit einem dankbaren und beitern Herzen zu tragen, und zu meiner immer größern Reinigung und Bes serung anzuwenden. Auch will ich mich befleißigen, ein aufgeräumtes freundliches Wesen im Umgange mit meinen Nebenmenschen immer mehr anzunehmen, um dadurch deiner göttlichen Regierung in der Welt Ehre, und meinen Nebenmenschen Freude zu machen. Wie viel tausendmal babe ich dir, mein Gott! zu danken Ursache gehabt, daß du ehedem diejenigen Wünsche vereitelt, diejenigen Absichten mich nicht hast erreichen lassen, die mich damals so angenehm waren, und mir zu meinem Wobl unentbehrlich schienen! Hättest du mich das vermeinte Glück erlangen lassen, das ich so ängstlich und rastlos suchte; hättest du mir die Vortheile gewäbret, die ich als mein Glück so sehnlich wünschte; so wäre mein ganzes irdisches und ewiges Wohl zernichtet. Dies seb ich jezo ein, da der Ausgang deiner weisen und gütigen Führungen vor mir liegt. D! dies stärke mich; daß ich schlechterdings keinen anderen Willen babe, als den deinigen; daß ich bei allen meib. Demuthsübung. Durch deine Gnade, du beiligstes und vollkommenstes Wesen, will ich es stets zu meinen Hauptgeschäfte machen, meine Seele von allem Unflat des für mich so thörichten, und dir so abscheulichen Stolzes zu reinigen. Ach! noch immer ist in meinem Herzen ein so trauriger Ueberreft dieser schändlichen und schädlichen Gemütbsart und der ebemaligen bösen Gewohnheit und Fertigkeit, vorhanden, der mich an der Ausübung der Tugend so sehr hindert, und mich in so manche, und selbst grobe Fehltritte stürzt. So will ich denn( du Gott, einziger Geber aller meiner Kraft zum Guten, wirst mir belfen!) so will ich denn mir die Betrachtung und Empfindung immer gewohnter, geläufiger und kräftiger zu machen suchen, daß ich alle meine Kräfte und Gaben nur von dir empfangen habe: daß ich sie nur dazu empfangen habe, um dadurch Vergnügen, Ruhe und Wohlfabrt in deiner Familie, unter meinen Nebenmenschen auszubreiten, und daß ich folglich ein schändlicher Rebell in deinem liebevollen Reiche werde, wenn ich eine deiner Kräfte und Gaben dazu mißbrauche, irgend einen deiner Menschen ohne Noth und Necht zu fränken, zu betrüben, zu beleidigen und zu beschädigen. Ich will es oft erwägen, daß ich nur ne gar sehr geringe Brauchbarkeit in deinem Dienste babe, vielleicht auch durch Nachlässigkeit und Trägheit schuld daran bin; und daß vingegen so viele hundert meiner Nebenmenschen viel 278 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn größere Kenntnisse und Geschicklich- sonders derer, die sich mit mir um keiten besitzen, und deinem Reiche einerlei Sache und Vortheile bewerweit mehrere und wichtigere Dienste ben, fliehe; so wie die übergroße leisten. Ich will es nie vergessen, Begierde nach Ruhm und Beifall vor daß der Tadel und die Widersprüche, der Welt; damit ich alle Regungen die ich von Andern erfahre, in dei- eines gebieterischen und auffahbrenden ner Hand Segnungen werden, und Wesens, sogleich mit unerbittlicher Mittel sind, meine Einsichten zu Strenge aus meiner Seele verbanne. berichtigen, meine Handlungen zu O Vater! jene uneingeschränkte, unbessern! und manche Tugenden zu verbrüchliche Unterwerfung unter dich, üben. Oft will ich es meinem Ge- jene bescheidene Meinung von mir mütbe vorhalten, daß die wahre Ehre selbst, und jene liebevolle Beurtheinicht in den meist leichtsinnigen, ver- lung und aufrichtige Werthschätzung änderlichen und nichts bedeutenden meiner Nebenmenschen erhalte und Urtheilen der Welt, sondern nur in vermehre täglich in mir; jene chriftdem Ruhme vor dir, und in deinem liche Gelassenheit bei den auch ungeBeifall bestehet: und insbesondere soll rechten und bittern Widersprüchen es mir nie aus dem Sinn kommen, und Tadel Anderer; jener sanfte, daß ich durch mein ehemaliges sünd- nüßliche, menschenfreundliche Gebrauch liches Leben, und durch meine noch aller meiner Kräfte und Gaben; dieſe immer fortdauernde große und viel- ächte Demuth deines Sobnes und fältige Mängel, Schwachheiten und meines Herrn, ach, diese Zierde Fehltritte, von dir nicht allein gar meiner Seele, und diese Grundlage nichts Gutes, sondern vielmehr Strafe aller meiner Tugenden, laß immer verdiene. Ach, wie würde es mit mehr mein Eigenthum werden. Darmir stehen, wenn du mit mir nach um bitte ich dich um Jesu Christi Gerechtigkeit, ohne Erbarmung ver- willen. Amen! fahren wolltest! Herr mein Gott! thue du durch deine allwaltende Vorsehung, sollte es mich auch die kränkendsten Urtheile und Verachtung meiner Nebenmenschen kosten; thue alles, so bitter und peinlich mir es immer seyn mag, um diesen Unter der Aufsicht deiner schüßenStolz, den ich hasse, aber doch noch den Vorsehung, mein Gott und immer so sehr in mir fühle, zu Vater, und unter dem Einfluß deischwächen und allmählig mit der ner herzlenkenden, bessernden Kraft, Wurzel auszurotten. Gieb jenen Be- will ich zu allen Zeiten meine chrifttrachtungen die Kraft in meinem liche Mäßigkeit und Keuschheit zu Herzen, daß ich dadurch alle Re- bewahren und zu stärken trachten. gungen der Unzufriedenheit bei den Alle Gelegenheiten zu jenen unwürTrübsalen meines Lebens, alle Re- digen, schimpflichen, viebischen Lügungen einer aufblähenden Meinung sten; alle neugierigen Anblicke, und von meinen Einsichten, Gaben und allen unvorsichtigen Genuß der NatVorzügen; oder einer verächtlichen rung will ich mit aller Sorgfalt, Meinung von meinem Nebenmen- aber auch mit aller christlichen Klugschen, und insbesondere von denen, heit zu vermeiden suchen. Da, wo die mit mir in einerlei Geschäften ich diesen Gelegenheiten und Gefah( oder Amte) arbeiten, mit Ernst ren nicht ausweichen kann, ohne unterdrücke; die Unleidlichkeit bei mich in Aengstlichkeit, Mutblosigkeit, den Widersprüchen und dem Tadel Bestürzung und öftere Versuchung zu Anderer, und alle verächtliche Beur- sezen, oder irgend eine meiner Pflichheilung meiner Nebenmenschen, be- ten zu vernachlässigen oder zu überC. Um Reuschheit und Mäßigkeit. und Wandelungen vor Gott. 279 Vorsicht, Selbstbeherrschung und Entbaltsamkeit zu mir nehme, damit ich ja nicht deine Geschenke schändlichertreten! da will ich ihnen getrost und muthig entgegen gehen, und suchen, mich daran zu gewöhnen, und die gefährlichen Eindrücke davon auf weise mißbrauche, noch meine christmeine Seele zu verringern. Du, all- liche Arbeitsamkeit, Andacht, Keuschwissender Vater! der du weißt, daß beit, und andere Tugenden deines ich es nicht aus Selbstvermessenheit Gesetzes, hindere und mir selbst Mit solcher christlichen oder Kühnbeit thue, sondern in der erschwere. frommen Absicht, deinen Willen desto Mäßigkeit will ich denn trachten, dein besser, leichter und freudiger zu kostbares Geschenk, meine Gesundheit üben: du wirst mich gewiß mit dei- und Leben, zu erhalten und zu bener Gotteskraft da nicht verlassen, nutzen. Ich will dir meine herzliche und mich der Sünde zur Beute nicht Dankbarkeit für deine väterliche Fürbingeben. Mit einem demüthigen sorge zu beweisen, und meine AnHerzlichen Danke nehme ich zu mei- dacht und christliche Tugenden auf ner Stärkung die trostvolle Zusage eine edle Art zu bewahren und zu deines Evangelii an, daß du die üben suchen. Lehre mich, Vater, unwillkührlichen Regungen dieser und eben solche Mäßigkeit auch in dem andrer mir abscheulichen Gedanken Gebrauche aller deiner andern irdiund Begierden, die ich hasse, be- schen Güter, aller auch unschuldigen kämpfe, und zu verhindern suche, mir Vergnügungen des Lebens, die du um Jesu Christi willen gar nicht zu- mir gönnest. Ich will sie besitzen rechnest; hingegen jeden treuen Kampf und genießen mit dem lebbaften dawider mit einem höhern Grade Gefühl der Geringfügigkeit und Verdeines Beifalls und Vaterliebe beloh- gänglichkeit aller, auch der besten nest. Hierdurch gestärket, will ich irdischen Güter, und mit der standalle muthlose Furcht und Aengstlich- haften Entschlossenheit, sie auf deikeit ihrentwegen verbannen, und sie nen Befehl in deine wohlthätige Vaübersehen und verachten; aber auch terhand gern zurkck zu geben. Ich durch deine Gnade, mein Gott, ihnen will sie besitzen und genießen als ein nicht den geringsten Aufenthalt in Christ, der unendlich bessere Güter meiner Seele gestatten, sondern sie kennet, und für eine selige Ewigkeit augenblicklich durch Gebet, durch arbeitet. Stehe du mir dazu bet, Nachdenken und Betrachtung, oder um Jesu, meines Erlösers, willen. auch durch beilsame Beschäftigung, Amen. mit Haß und Abschen in ihrer ersten Geburt ersticken; und diesen treuen, edlen, christlichen mit unverbrüchlicher Treue fortseßen, erquickt und gestärkt durch das frühliche Bewußtseyn: daß du der liebevolle Zeuge und Richter desselben bist. Und so will ich mich von ganzem Herzen bestreben, daß ich dir heute und jederzeit mit einer ganz unbefleckten Reinigkeit der Seele, der Rede und des Wandels diene, und dir durch Jesum Christum wohlgefalle. Auch bitte ich dich um die Gnade, mich so zu regieren, daß ich die Speisen, den Trank und die Nahrungsmittel, die deine Vaterliebe mir schenken wird, jederzeit mit aller Glaubenskampf, d. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid. Liebreicher und gnädiger Gott und Schöpfer deiner Menschen, unendlich gütiger und wohlthätiger Regent der ganzen Welt! fedes, rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen ist ein Geschenke deiner allgemeinen Vaterliebe: Neid, Mißgunst, schadenfrobes Wesen machen mich folglich zu einem Rebellen in deinem liebevollen Reiche. Durch diese feindseligen Leidenschaften werde ich den niedrigsten und unwürdigsten Geschöpfen, ja dem Teufel und seiner höllischen Gesellschaftähnlich, und 280 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn in den aller unseligsten Zustandgestürzt, besonders derer, die mit mir einerlei wo ich, obne Gotteslästerung, von dir Stand, Amt und Vortheile baben, als keine Gnade und Antheil an dem Ver- mein eigenes Vergnügen mit Freude zu dienste deines Sohnes erwarten kann. empfinden: vornemlich aber da, wo es Weit, weit größere Ehre und Freude meinen eigenen irdischen Ruhm und schaffet es mir, wenn ich mit Selbst- Ebre verdunkelt, und meine irdischen überwindung das Vergnügen meiner Vortheile verringert. Auch da will ich Nebenmenschen empfinde, als wenn ich mich bestreben, ihr Bestes auf alle mir den glänzendsten Rubm, und den lau- mögliche Art zu suchen, zu befördern, testen Beifall der ganzen Welt erbielte. durch gelegentliche, rühmliche Urtheile, Und je mehr Selbstüberwindung mir Warnung vor Schaden, und Vereitlung diese Tugend kostet; desto edler und böser Anschläge gegen sie, oder durch wichtiger ist sie, nach deiner liebreichen nüßliche Rathschläge, Nachrichten und Schäßung; und allen den Verlust, den Empfehlungen, oder auf andere mir ich je an eigenem irdischen Ruhme, Be- mögliche Art und Weise; auch wenn quemlichkeit, und andern Gütern der das Gespräch bierauf in Gesellschaft Erde leiden kann, erseget sie mir durch fällt, so will ich durch geflissentliche den höbern Grad deines Beifalls und Fortsetzung desselben meinen Neid zu Vaterliebe unendlich. Durch diese Be- kränken, und meine brüderliche Getrachtung gestärkt, will ich mir denn müthsart zu stärken suchen. Herr, mein jene höllischen Leidenschaften, Neid, Gott! bilf mir auch hierin die trauriMißgunst und Schadenfreude, immer gen lleberreste meines ehemaligen bösen verbaßter undabscheulichermachen, und unchristlichen Lebens immer mehr verfie, wenn sie sich in meiner Seele regen, nichten. Sieb mir Gegenwart des Gemit aller Macht daraus verbannen. müths und Weisheit, daß ich dieſe Hingegen will ich mich immer mehr an Christen- Tugend nicht blos zur Hälfte eine zärtliche, christlichbrüderliche Theil ausübe; nicht blos mein Herz vom nehmung bei der Notb meiner Neben- Neide reinige, sondern auch die, noch menschen zu gewöhnen suchen; sie als so sehr schwache, zärtliche Mitfreude die meinige ansehen und fühlen, sie stärke, und die Mittel dazu immer auf alle mir mögliche Urt, mit Gelde, besser erkenne, und treuer anwende. durch thätigen Beistand, undvornemlich Um Jesu Christi, deines Sohnes, des mit meinen Kräften und Gaben, zu größten Menschenfreudes willen, erleichtern oder zu endigen suchen; und bitte ich dich hierum. Amen. mich in die Bereitschaft verseßen, sie ihnen, wenn es deiner Weisheit so gefiele, abzunebmen, und an ihrer Stelle zu tragen. Zu diesem Ende will ich, so viel immer möglich ist, keinen Armen, der sich an mich wendet, geben lassen, ohne ihn selbst zu sprechen. Kann ich ihm gleich nicht belfen, so kann ich ihm doch vielleicht Muth und Trosteinsprechen; oder er hilft mir durch diesen Anblick seiner Noth, daß ich dankbarer gegen dich, meinen wohltbätigen Vater, der du mich, obne mein Verdienst, mehr als ihn beglücket hast, und mitleidiger gegen deine Menschen werde. Insbesondere aber will ich mich, weil mir dies am schwersten wird, immer mehr befleißen, jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen, e. Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist, der mit den Sündern nicht nach Verdienst verfäbrt, und die so oft wiederboltenFehltritte und Schwachheiten der Menschen mit unbegreiflicher Geduld und Schonung trägt! Olaß mich doch, mein Gott! durch die dankbare Erinnerung des unermeßlichen Reichtbums deiner Langmutb, Vatertreue, Nachsicht, Herablassung, Leutseligkeit und Freundlichkeit, welche du mir um Jesu Christi willen immerfort schenkest, erweckt und gestärkt werden, mich von aller auffahrender Heftigkeit, Ungestüm und Wandel vor Gott. 281 Treue und Lust ins Wert zu richten; und dies will ich thun, nicht etwa aus Schmeichelei und Menschengefälligkeit, sondern durch die edle Begierde, dir, mein Gott, ähnlich zu werden; und deine Menschen aufs mögligste zu vergnügen, will ich mich antreiben und erwecken lassen, nicht allein in großen und wichtigern Dingen, sondern auch in Kleinigkeiten gütig, sanft und freundlich zu seyn; und andern wohlzuthun auf die gefälligste Weise. Dies soll und Hiße zu reinigen, die einem Unter- Kleinigkeiten zu bemerken, und mitaller than und Kinde des so berablassenden freundlichen Gottes, und einem Erlöseten des so sanftmüthigen Heilandes äußerst, äußerst schimpflich ist. Laß mich täglich erweckt und gestärkt werden, diesen bösen Negungen mit aller Wachsamkeit den Eingang in meine Seele zu verschließen; und wenn sie sich da einfinden, mir alsdann keine Rede und That eher zu erlauben, bis ich die Sache dir im Gebet vorgetragen, und mir da eine dir gefällige Art des Verfahrens vorgeschrieben babe. Ja, mein Gott! unter deinem Beistand will ich mich als ein Christ befleißigen, sowohl bei den Unordnungen und Vergebungen derer, die mir untergeben sind, als auch bei allem dem, was mir an meinen Nebenmenschen unangenehm und verdrießlich ist, mich an eine immer gröBere Nachsicht zu gewöhnen. Ich will mich bemühen, die nöthigen Erinnerungen, Verweiseoder Bestrafungen, die ich Ändern zu geben babe, mit einem sanften und leutseligen Wesen zu geben; und in der Belehrung und Besserung der Irrenden und Feblenden nie zu ermüden; aber ich will auch, so viel immer möglich, die sanften Mittel den Arengen vorziehen; und überhaupt so mich antreiben, die Ebre meiner Nebenmenschen mit der größten Zärtlichkeit zu behandeln, und allezeit wohl eingedenk zu seyn, welche schmerzende Kränkungen Andern durch die Verlegung ibrer Ebre und guten Namens verursacht werden; den großen Zweck, zu vergnügen und woblzuthun, will ich stets vor Augen haben. Das, das ist Ebre, Rusm und Glück für mich, einen Cbristen, der berufen ist, Segen von dir zu empfangen und Segen unter deine Menschen zu verbreiten. O Gott! laß mich dies bei teiner Gelegenbeit vergessen, und erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen! sanft gegen andere seyn, als strenge g. lim christliche Viebe gegen gegen mich selbst. Dazu bilf mir durch dein Beispiel und dein Wort um deiner unendlichen Güte willen. Amen! Feinde. f. Um christliche Gefälligkeit und Freundschaft. Alles das, mein Gott! was irgend einem meiner Nebenmenschen, obne Noth nnd Recht, nur einen mißvergnügten Augenblick verursacht, will ich mir immer verbaßter und abscheulicher zu machen, und alles mürrische, verdrießliche und unfreundliche Wesen immer mehr und mehr abzulegen suchen. Dagegen will ich mich( bilf du mir selbst dazu!) immer mehr gewöhnen, alles, was irgend einem meiner Nebenmenschen ein rechtmäßiges Vergnügen und unschuldige Freude macht, auch in Sollten mir auch, o Gott, unter deiner allwissendenundväterlichen Vorschung, Beleidiger, auch grobe Beleidiger und Feinde begegnen: o so will ich aus herzlicher Dankbarkeit für deine ganz unermeßliche Gnade, auch meinen ärgstenFeindensogleichundvon ganzem Herzen vergeben, da du mir solche Beleidigungen um Jesu Christi willen vergeben baft, gegenwelcheauchdiegröbsten Feindseligkeiten der ärgsten Bösewichter gegen mich wie nichts zu rechen sind. Ich will auch meinen ärgsten Feinden aus eben d'eser Ursache alles Gute aufrichtig gönnen und anwünschen: jeden mir möglichen Dienst ihnen gerne leisten; und nach dem Duster meines Herrn Jefu Christi, durch Woblibun und Liebe sie zu besiegen trachten. Diese 282 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Gesinnungen, barmberziger und verzeibender Gott! Verleibe, erbalte und befestige in mir, zur Ehre deines Namens und deiner heiligsten Religion, und zu meiner eigenen Ruhe und Seligkeit. Amen! will ich wachsam auf den Beruf und die Gelegenheit seyn, die du mir giebst, vor der Welt ein dankvolles Bekenntniß meiner unendlichen Verpflichtung gegen deine Religion, und das göttliche, ewig theure Verdienst meines gekreuzigten Heilandes abzulegen. Bei allen schicklichen Anlässen will ich es meinen Nebenmenschen sagen, daß ich alle meine Gewissensruhe, alle meine Kraft, Licht und Stärke zum Anfange in der Tugend, alle Freuden dieses Lebens, allen Treft im Tode, alle frohe Aussichten jenseits desGrabes nur dem Verdienste Jesu zu danken babe; und hierdurch will ich suchen mich und meine Nebenmenschen immer mehr zur ehrfurchtsvollen tiefen Werthschätzung und treuen Ausübung dieser ewig, ewig ersprießlichen Religion zu erwecken. Verleihe mir dazu Kraft und Gnade, Gott der Wahrheit und meines Heils! um Jesu Christi willen. Amen! h. Um Heiligkeit der Reden und des ganzen Betragens. Laß mich, o Gott, stets bedenken, daß auf mein Verhalten im Umgange mit andern Menschen so viel ankommt, und daß üble Reden nicht selten, eben so viel Unbeil stiften, als üble Thaten. Gieb! daß ich mich daher bei meinen Reden und in meinem ganzen Betragen sowohl bei den Geschäften meinesStandes( und Amtes), als im Umgange mit Andern, einer sorgfältigenlleberlegung immer mehr befleißige. Laß mich da, nach dem Muster deiner Treue und Wahrbaftigkeit, die allerstrengste christliche Aufrichtigkeit üben, und mir nicht das geringste unwahre Wort gestatten. i. Um christlichen Gebrauch der Laß mich auch über mein Herz fleißig wachen, daß nicht etwa der Anfang der Heuchelei sich bei mir einschleiche, das zu scheinen, was ich nicht bin, oder es mehr zu scheinen, als ichs bin. Ja, unter deinem Beistande fasse ich hiermit die feste Entschließung: allenthalben soll mich der christlich liebevolle Geist in der Beurtheilung meiner Nebenmen schen so regieren, daß ich nie eine Unwahrbeit, nie etwas erdichtetes Böses oder Nachtbeiliges von ihnen sage; daß ich ihre Mängel, Fehler und Vergehungen aufjede rechtmäßige Art unter drücke und verberge; daß ich davon nie ohne Noth, nie anders, als zu irgend einer guten Absicht, und immer mit einem innern Widerwillen, immer mit dem Wunsche, das Gegentheil sagen zu können, spreche. Die allgemeine Menschenliebe, diese große und beilsame Pflicht des Christen, soll mich vielmehr antreiben, daßichalleranderer Menschen rühmliche Eigenschaften und Handlungen sorgfältig bemerke, und diese zum liebsten Inbalte meiner Unterredungen und Gespräche mache. Auch Vergebungen, Therheiten und Laster meiner Nebenmenschen. Wenn ich Thorbeiten, Vergebungen und Laster von meinem Nebenmenschen sehe oder höre; so laß, o mitleidsvoller und barmherziger Gott! diese traurigen Erfahrungen meine Menschenliebe gegen sie nicht schwächen; und verhindre dies in mir durch die erweckendenLehren deiner Religion. Denn diese überzeugt mich, daß auch dem ärgsten Bösewicht, in jedem Augenblicke, der Zutritt zu deiner Gnade eröffnet ist, um durch sie gebessert, geheiliget, begnadiget und zu deiner Freundschaft wieder aufgenommen zu werden: und daß böse Neigungen und Handlungen bei meinen Nebenmenschen Unwissenheits- und Schwachbeits- Sünden seyn können, welche bei mir den Verlust des Gnadenstandes unausbleiblich verursachen würde, weil ich mehr Erkenntniß und Mittel zur Besserung habe. Dann aber laß mich auch eben diese traurigen Erfahrungen von den Thorheiten, Vergebungen und Lastern nach der Beleh und Wandel vor Gott. 283 rung deines Wortes, als ein Christ| bierdurch die Erhaltung meiner Chrigebrauchen. Laß mich sie anwenden, stentugend mir so sehr erleichtert und mich zur Demuth zu erwecken und zu mir mein Leben beilsam, und nützlich stärken; indem ich mich dadurch an für mich und andere gemacht wird. Ich mein eigenes ehemaliges Sündenleben, preise dich, gnadenvoller Gott, daß du und an die noch fortwährenden großen mir bisher dies Leben, diese Kräfte und Mängel und Flecken meiner Tugend Munterfeit meines Leibes und Geerinnere. Laß mich sie anwenden, meine mütbs, den fröblichen Gebrauch meiner Dankbarkeit gegen dich zu erwecken Augen und andererSinne, meiner Verund zu stärken durch die Erinnerung nunst und Sprache, und andere irdische deiner unermeßlichen Gnade, die mich Gaben anvertrauet bast, und mir daaus dem Abgrunde des Lasters und des durch das ehrenvolle Zeugniß giebst, Unglücks herausgerissen, und mich vor daß du mich in deinem Reiche noch so manchen großen Sünden bewabret nüßlich findest. Aber nicht blos mein bat. Laß mich sie zur Erweckung und Mund, sondern auch mein Herz und Stärkung meiner eigenen Vorsicht und Wandel soll dir dafür danken, indem Wachsamkeit gebrauchen, durch die Be- ich diese deine Geschenke als ein treuer trachtung, daß ich selbst den Saamen Haushalter gebrauche. Durch deine zu allen solchen und andern Lastern in Gnade will ich die Geschäfte in dem mir trage, und meine Tugend ohne Stande und Berufe( in dem Amte und Vorsicht und Wachsamkeit jeden Augen- Posten), den du mir in deiner Welt, blick gleichen tödtlichen Gefahren aus- angewiesen hast, weil sie einen Hauptgesetzt seyn kann. Laß mich endlich dadurch zum christlichen Mitleiden und zur Woolthätigkeit erweckt und gestärkt werden, daß ich dies allergrößte Elend meiner Nebenmenschen mit herzlicher Theilnehmung empfinde, und, anstatt sie durch Verachtung, daß und harte Begegnung zu erbittern und in das Elend noch tiefer hinein zu stürzen, vielmehr alle Gelegenheiten forgfältig bemerke und treulich gebrauche, um durch ihre Besserung ein Wohlthäter sowohl an ihnen, als an deinem ganzen Reiche auf der Erde zu werden. Lag mich auch hierin das Beispiel meines menschenfreundlichen Erlösers stets zum Muster und zur Nachfolge vor Augen haben, und erhöre mich um desfentwillen. Amen. theil meines Christenberufs hier in dieser Vorbereitungszeit ausmachen, zuvörderst ausrichten mit aller Treue, mit Anstrengung aller meiner Kräfte, und nöthiger Selbstüberwindung in gewissenbafter Hintanseßung der mir angenehmern Beschäftigungen. Ich will sie stets mit freudiger Unverdrossenbeit, als einen christlichen Gottesdienst, verrichten; ich will dabei mit einem kindlichen Vertrauen dich ehren, und deswegen die Beschwerden, als deine Anordnung geduldig tragen, die mir etwa meine eigene Schwachheit des Leibes oder andere Zufälle dabei verursachen, und ich will zufrieden seyn, wenn ohne meine Schuld der gute Erfolg meiner Geschäfte mißlingen sollte. Ich will vielmehr ohne alle ängstlichelleberlegungen und unruhige Bestrebungen, den Fortgang u. Ausgang davon lediglich deiner weisen und väterlichen Vorsebung überlassen. Insbesondere schenke mir, Bater meiner Seele, deine Gnade, daß ich die Geschäfte meines Berufs immer mehr mit einer recht christlichen Lauterkeit ausrichte. Reinige mich von der großen Anhänglichkeit an dem irdischen Lobe und Beifalle, und von aller übertriebenen Begierde, dadurch mir zeitliche Vortheile zu erwerben. Sepe k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben Gottes. Mit Herzlichem, ehrfurchtsvollem Danke erkenne und rühme ich deine Gnade, mein Gott, daß du mich bier auf der Erde in ein arbeitsames Leben, in einen solchen Stand u Verbindung gesetzt hast, wo mich eine Arbeit nach der andern beschäftigen muß, und eben 284 doch deswegen mein Herz, durch die Liebe zu dir und durch die christliche Hoffnung jenes ewigen Lebens, immer mehr in die allerfeligste Verfassung, daß ich alle meine Geschäfte, wo möglich o mein Gott! nur ganz allein in der edlen Absicht thue, dadurch dir zu gefallen, deinen Befehl auszurichten, deinem Reiche nüßlich zu werden, und für die selige Ewigkeit beilsam zu arbeiten. Wie vernünftig, wie edel, wie heilsam ist es doch für mich, wenn ich, bei solchem Herzen und Leben, es dir lediglich überlasse, ob, und wie viel irdische Ehre, Beifall und andere zeitliche Güter du mir durch meine Geschäfte schenken willst. Durch deine Gnade will ich mich aber auch bereit balten, die andern menschenfreundlichen Handlungen, wozu ich in dem Laufe eines jeden Tages Gelegenheit und Kräfte finde, mit aller Treue und Lust auszurichten. Wo ich meinen lieben Nebenmenschen mit Belehrung und gutem Natbe zu statten kommen, liebreichen freundlichen Umgang mit ihnen pflegen, thätige Unterstüßung, Erquicung, Erfreuung, Aufmunterung zum Guten, oder etwas bergleichen ihnen geben oder durch Andere verschaffen kann; dann will ich nie vergessen, an ihrer Woblfahrt und an der Wohlfabrt deines Reichs, o Gott, zu arbeiten. Die Woblthaten, die du mir selbst an Leib und Seeleerzeigen wirst, will ich mitfrobem, dankbarem, unschuldigem, zufriednem Herzen genießen. Ich will darin deine Baterliebe schmecken und empfinden mich über dich freuen, und durch solche Freude meine Dankbarkeit undwilligen Geborsam gegen dich zu stärken suchen. Jede Freude, die mir auf dem Wege durch dieses Leben begegnet, laß mich mit einem solchen Herzen voll von Zärtlichkeit gegen dich und voll Liebe zu deinen Menschen, so gang und inniglich genießen. Denn du, Vater der Freude! gieb sie uns nur dazu, daß wir uns so freuen sollen; und sie so freudig genießen, ist sehorsam gegen dich. Ich will endlich die allerfeligste Erlaubniß, die du mir durch Jesum geschenket hast, in jedem Augenblicke mit lind 3. Tägliche Erweckung zum frommen inn licher Freimüthigkeit mich dir zu nahen, sorgfältig benußen; ich will das beständige Andenken an dich in mir erhalten; meine Seele mit öfteren gottfeligen Empfindungen, Betrachtungen oder auch Seufzern und Gebeten für mich und meine lieben Nebenmenschen, zu dir emper schwingen, und mich also in die christliche Gesinnung des beständigen Gebets immer mehr zu versehen suchen. Freund und Vater meiner Seele! bilf du mir zu der Gegenwart des Gemüths, daß meine Pflichten, nebst den großen Bewegungsgründen und den schicklichen Mitteln, sie zu erfüllen, mir zu jeder schicklichen und bequemen Zeit einfallen, und mich zu allen jenen guten, edlen, seligen Thaten stärken. Schaffe du selbst in mir, was dir wohlgefällt. Ewig seh dir Ehre und Anbetung gebracht. Amen! I. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott. So vor dir, mein Gott, zu wandeln; so vor dir als ein Christ zu wachen, zu kämpfen, zubeten, zu denken, zu wollen, und zu bandeln, soll mich ermuntern: 1) Die kindliche Liebe und Dankbarkeit gegen dich. Ganz unzäblich und unermeßlich sind deine Woblibaten, womit du mich durch das Verdienst Jesu Christi erfreuet bast, und noch immerfort erfreuest. Jeder Tag, jede Nacht sind mit neuen Gunstbezeigungen bezeichnet. Der sanfterquickende Schlaf, den du mir schenkest! dieser fröhliche Gebrauch meiner Augen, Chren und anderer Sinne, meiner Vernunft und Sprache; die Verrichtung meiner dir woblaefälligen und der Welt heilsamen Geschäfte; mein zeitlicher Wohlstand; meine Gemüths- und Leibeskräfte; die gnädige Erlaubniß, zu dir zu beten: diese neue Nabrung für meine Seele.Doch, Herr! mebr als Haare auf meinem Haupte, mehr als Sandkörner an dem Ufer des Meers, mehr als Strahlen aus der Sonne seit dem Anfang der Welt gefabren sind, sind die Gunstbezeigungen, die du mir bisher und Wandel vor Gott. erwiesen bast, und noch immerfort durch alle Ewigkeiten erzeigen willst. Gott! wie äußerst schändlich und strafbar wird für mich jede Sünde! wie stark und viel sind die Bande der Liebe und Treue, womit ich dir zum kindlichen Gehorsam verbunden bin! O, ich müßte der allerniederträchtigste, schändlichste Mensch, ein rechtes Scheufal und Schandfleck in deiner Schöpfung seyn, wenn ich mich nun noch von irgend einer Sünde wollte sclavisch beherrschen, und durch irgendetwas in deinem Dienste mutblos und verdrossen machen lassen. Gott, mein Vater! gieb mir Weisheit und Kraft, daß ich in dem Laufe eines jeden Tages deine vorzüglichen Liebesproben forgfältig bemerfe; mein Herz zu dir, dem so liebreichen, so großmüthigen und freundlichen Wohlthäter, durch innige Empfindungen oder auch Seufzer und Gebete des Ruhms und ankes empor bebe, und dadurch dieser meiner noch so sehr schwachen Liebe und Dankbarkeit gegen dich neue Nahrung und Stärke verschaffe. So laß denn auch heute meine Seele immer mehr mit der allertiefsten Ehrfurcht und Anbetung deiner unermeßlichen Majestät, und mit einer recht zärtlichen Liebe gegen dich, mein Vater, angefüllet werden; und hierdurch neue Gotteskraft zum Hasse und ewigen Kampf wieder alle Sünde, und zu einem ungetheilten recht willigenfreudigem Geborsam gegenalle deine, auch noch so bittern Schickungen, und gegen alle deine, auch noch so schweren Befehle empfangen. 285 Freunde und Vater, äbnlich zu werden, und in allen Stücken meiner erhabenen Würde gemäß zu denken, zu begehren und zu handeln. Ich ermuntre mich dazu 3) durch die christliche erleuchtete Selbstliebe. Zum Ruhme deiner Barmherzigkeit muß ich es bekennen, daß dein redlicher Dienst bisher, aller seiner vielen und großen Mängel und Flecken ungeachtet, eine so göttliche Rube, Zufriedenbeit, Heiterkeit, und so manche himmlische Freuden in meiner Seele verbreitet bat. Nur die Sünde allein ist der einzige Feind und Störer meines Glücks. Tiese will ich daher von ganzem Herzen baffen und fliehen, und alle meine Kräfte darauf richten, daß ich die Zabl meiner christlichen, gottseligen Gesinnungen und Thaten immer vermehre, und dadurch neue göttliche Ruhe und Freude in meine Seele leite. Ich ermuntre mich zu diesem fromen Wandel 2) durch die christliche Ehrbegierde, durch die Betrachtung der Größe, der Vorzüge und Glückseligkeit, die ich als ein Christ besige und dereinst noch besigen werde. Diese edle Empfindung meiner allererhabensten Würde um Jesu willen dein Freund und Kind zu seyn, soll mich mit Etel und Abscheu gegen alle Sünde, als die alleräußerste Schande anfüllen; mirEhrfurcht gegen mich selbst, und ein demüthiges Selbstgefallen einflößen, und dadurch ein fräftiger Antrieb werden, daß ich aus aller Macht dahin strebe, dir, meinem Ich ermuntre mich 4) dazu durch das lebhafte Andenken an deine Allgegenwart. In alle Ewigkeit kann ich dir die allerseligste Belehrung, die mir deine Religion giebt, nicht genug verdanken, daß du, mein allmächtiger, allwissender, unendlich liebreicher Gott und Vater, mir allenthalben und zu allen Zeiten, im Hause und außer dem Hause, bei meinen Arbeiten und Ergößungen, in meiner Einsamkeit und in meinen Gesellschaften, bei meinen Leiden und Freuden, unmittelbar zugegen, und cer allwissende liebevolle Zeuge meiner Handlungen, Reden, Begierden, und der geheimsten Gedanken meiner Seele bist. So weiß ich denn, daß mich feine zu schwere Versuchung befallen, und es mir nie an Kraft zum Guten fehlen tann; denn deine Macht ist mir stets zur Seite. So weiß ich auch, daß nicht das Geringste von allen dem, was ich in deinem redlichen Dienste unternehme, verloren ist. Jede gottselige Ergebung in deinen Willen, womit ich die Mübseligkeiten bei meinen Arbeiten, die Trübfale dieses Lebens, die Krankheiten oder Beschwerden eines siechen Leibes, die du mir etwa auflegen möchtest, ertrage, fennest du; jede Selbstüberwindung, die ich mir bei dem 286 Gebete für die, welche zum heiligen Genusfe der Nahrung und erlaubter die Beschwerden und Mübfeligkeiten Vergnügungen, oder bei den Beleidigungen anderer, bei den Regnungen des Stolzes, oder bei andern Gelegenbeiten, aus Gehorsam gegen dich anthue, ist dir nicht verborgen; jeder treue Kampf, den ich gegen die Unmäßigkeit, Heftigkeit, Zorn, und andere Reizungen führe; jede fromme auch blos innere Bestrebung, womit ich dir wohlzugefallen trachten werde, siehst du, Allwissender; ja, jeden Kummer, jede Sehnsucht, jeder Seufzer, den mir die Empfindung meines geistigen Unvermögens, und das Andenken der bessern ewigen Welt auspresset: dies alles, so schuldig, so unvollkommen und wenig bedeutend es auch ist, wird von dir, meinem Gott, mit Gnade bemerkt; bleibt, wenn ich es selbst schon lange vergessen habe, deinem allwissenden Verstande ewig gegenwärtig; wird mir von dir um Jesu willen mit deinem Beifalle und größern Liebe belohnt; mir ein Denkmal vor dir im Himmel, und wird mich noch nach Jahrhunderten in deinem Himmel ergößen. Dies soll mir dieses Leibes und Lebens mich niederschlagen; wenn die Peinlichkeiten bei den Kämpfen wider die Sünde mich muthlos und verdrossen machen wollen; oder wenn die Mühe, die mein verdorbenes Herz mir bei der Ausübung und Befolgung deiner Gebote verursachet, mir eine Last werden will! alsdann laß die fröhliche Erwartung des fünftigen bessern, durch die vollkommenste Tugend und feurigste Undacht ewig beglückten Lebens, und die Erinnerung, daß mich jeder Augenblick dahin einführen kann, meine Anfer, meine Stüße, mein Labsal werden. Da will ich dann meine Glaubensblicke in jene ewige Welt richten, sie an mein Vaterland heften, und mich dadurch göttlich stärken. Du bist meine Hülfe. So will und so werde ich heute, mein Gott, und in der folgenden Zeit meiner Tage leben, daß ich in jedem Augenblicke mit Zustimmung meines Gewissens und mit llebereinstimmung meines ganzen Lebens, sagen kann: ,, ich babe den edlen Glaubenskampf gekämneue Lust und Stärke einflößen, allent= pfet, ich habe den Lauf vollendet, halben nur nach glaubigen edlen Wer ich habe Treue gegen mich bewahret. ken, und hiedurch nach dem ewigen ,, Drum liegt nun auch die Krone der Leben mit Geduld zu trachten. ,, Tugend für mich bereitet da, welche Endlich 5) laß mir das große Ziel, du, Herr, mein gütiger Richter, aller christlichen Wünsche, Hoffnungen ,, mir und allen den vielen tausenden und Bestrebungen, die selige Ewigkeit geben wirst, die dich von Herzen nie aus dem Gesicht kommen. Wenn lieb haben." Amen! Amen! 4) Gebete für die, welche zum heiligen Abendmahl gehen wollen. Nachdenken über den Zweck unterlassen darf, wenn ich ein Christ und Nutzendes heiligen Abend- seyn will. Vielmehr lege ich durch mahls. diesen Genuß ein feierliches Bekenntniß ab, daß ich ein Christ bin, daß ich es Das heilige Abendmahl, das von Jesu für eine Ehre und Glück halte, ein Christo gestiftet und eingesetzt, und Christ zu seyn, und daß ich mich meines dessen Genuß mir und allen Bekennern Erlösers vor Gott und aller Welt rühme seiner heiligsten Religion anbefoblenist, und freue. Und will ich von diesem ist eine gottesdienstliche Handlung, die Genusse Nußen haben, so bin ich nicht ich eben so wenig, als die übrigen An- nur verbunden, mich desselben oft zu ordnungen seiner Religion vorsäglich bedienen, und den Genuß fleißig zu Abendmahl gehen wollen. wiederholen; sondern mir auch richtige Begriffe davon zu machen, und mit dem Gebrauche desselben die rechten Absichten und eine schickliche christliche Gemüthsverfassung zu verbinden. 287 empfinde ich, wenn ich in mein voriges Sündenleben zurück sehe! Mehr als Sand am Meer sind seine Gnaden! An dies alles erinnert mich das Gedächtniß meines Erlöfers, in welchem und durch welchen mir alle diese Gnaden wiederfabren sind und noch wiederfahren! und dies soll, dies muß mich nothwendig zur aufrichtigsten innigsten Dankbarkeit, Verehrung und Liebe gegen Gott, meinen höchsten Wohlthäter und treuesten Freund, erwecken. Dieser Genuß des heiligen Abendmahls aber soll mir 1) ein demüthiges und herzliches Lobopfer für die unermeßliche Gnade meines Gottes seyn, daß er mir durch Jesum Christum die Mittel zu meiner Besserung, Begnadigung und Seligkeit geschenkt, und mir so unzählige, schändliche und strafbare Sünden vergeben hat. Welch eine Der Genuß des heiligen Abendunaussprechliche Wohlthat ist es, daß mabis soll mir 2) eine dankbare ErGott der Welt und mir einen Erlöser innerung und Verherrlichung des am geschenkt, der mir durch seine heiligste Kreuze gestorbenen Erlösers seyn. Lehre den deutlichsten und zuverlässig- Jesus, der Sohn Gottes, der allersten Unterricht von dem Willen meines erbabenste, der Gegenstand des allerSchöpfers, von meiner Bestimmung, höchsten Wohlgefallen Gottes, stirbt von meinen Pflichten, von dem Wege am Kreuze aus Gehorsam gegen seinen zu meiner Glückseligkeit, und dabei die himmlischen Vater! Was für Begriffe trostreiche Versicherung gegebenhat, daß giebt mir diese Unterwerfung von seiner er für meine Sünden gestorben sey, da- erhabenen Seele! mit welcher Ehrmit ich durch ihn Gnade, Vergebung, furcht muß ich ihn nicht preisen und Unsterblichkeit und ewiges Leben er- verehren! Wie muß mir nicht dieser langen sollte! Ach, was würde aus Anblick die Wahrheit tief einprägen, mir geworden seyn; wo wollte ich daß nichts als liebevoller Gehorsam Rube des Gewissens, Muth und Kraft gegen Gott, uns vor ihm theuer zum Anfange und Fortgange in der und werth mache! Dies soll meinen Tugend, hernehmen, wenn ich nicht himmlischen Sinn mit neuer Stärke die Wahrheiten der Religion und das beleben. Nicht in den Gütern dieVerdienst meines Heiländes hätte! ser Welt, nicht in dem Beifalle und Welch eine unaussprechliche Liebe Got: Ruhme, dem Ansehen, dem Gelde, tes, die so viel für mich gethan, mir und der Macht der Erde; sondern so viel vergeben hat! Was thut Gott in dem Besige der durch Jesum, den nicht noch an mir, indem er mir den Gekreuzigten, uns erworbenen göttGenuß dieser Gnade noch immer fortlichen Gnade und Seligkeit im Himseget; mich in der Theilnehmung an mel, soll ich von nun an mit verstärkder christlichen Religion und der Erlösung Jesu noch immer bleiben Ich soll mich dabei 3) des Heilanläßt; mir tägliche Erweckungen, täglich des dankbar erinnern, der für unfre Hülfemittel zur christlichen Frömmig- Sünde gestorben ist. Welch ein einkeit schenkt; mir jede Stufe der Het- leuchtender, schrecklicher Beweis des ligung erleichtert; mir die Versuchun- beiligsten Hasses Gottes gegen alle gen zur Sünde überwinden, und die Sünde, und seiner allervollkommensten Hindernisse auf dem Wege der Tugend Strafgerechtigteit! Dies soll denn auch besiegen hilft! Welche unermeßliche meinen Haß und Abscheu gegen alle Reichthümer von Langmuth, zärt- und jede Sünde verstärken. Keine licher Batertreue, Sorgfalt und Be- einzige Sünde darf ich hegen. Jede mühung für meine Besserung, welche soll ich verabscheuten, ewig haffen Barmherzigkeit, Woblthätigkeit und und verbannen. Auch alles Glück Freundlichkeit Gottes erblicke und der Welt soll mir nichts werth, foll tem Eifer mein Ein und Alles suchen. 288 Gebete für die, welche zum Heiligen nusse des heiligen Abendmahls. mir schrecklich seyn, wenn ich es durch| b. Selbstprüfung vor dem GeSünden erkaufen muß. Dies aber soll auch meinen Glauben, mein Vertrauen auf Gott durch Jesum Christum stärken und neu beleben. Durch seinen Tod sind nun alle meine Sünden versöbnet; auch alle meine noch fortdauernden Mängel u. Schwachheiten gut gemacht. Nun kann mein Glaube in Gott einen gnädigen Gott anbeten, zuversichtlich seinen ununterbrochenen Beistand zu allem Guten bis an meinen seligen Tod erwarten, und freudig nach dem bessern, in Tugend und Andacht vollkommnen Leben aussehn. Dies soll endlich meine treueste, dankbarste, zärtlichste Gegenliebe gegen meinen Erlöser, an welchen und durch welchen Gott solche Wunder einer unermeßlichen Liebe bewiesen bat, stärken und mit neuer Kraft beleben. Endlich 5) soll mir dieser Genuß eine dankbare Erinnerung und Lobpreisung des Heilandes seyn, der für alle Menschen gestorben ist. Wie theuer, wie unermeßlich theuer ist also ein Mensch in den Augen meines Heilandes und meines Gottes! und ich, ich sollte den nicht ehren, dem nicht wohlwollen, den nicht herzlich lieben, für den Jesus sein Leben gelassen, für den Gott seinen Sohn dahin gegeben bat? Ja, bier im Abendmahle überzeuge ich mich aufs neue von meiner Pflicht einer allgemeinen Menschenliebe, und wiederhole dazu meine heiligsten Gelübde. Bei dem Brode, von dem ich in Gesellschaft mit meinen vornehmen und niedrigen, mit meinen reichen und armen Nebenmenschen effe; bei dem Freundschaftsbecher, aus welchen ich mit ihnen allen trinke; bei diesem Ehren- und Freudenmable des Menschengeschlechts, zu dem ich geladen werde, bei dem Leibe und Blut meines Bruders und Herrn, gelobe und schwöre ich:„ Neid, und " Groll, und Haß, und Lieblosigkeit sollen meine ärgsten Feinde; jeder „ Mensch, auch der niedrigste Knecht, auch mein ärgster Feind, soll ein Gegenstand meines Wohlwollens; Andern Vergnügen machen und Wohl" thun soll meine Freude seyn!" ft Dies soll die Absicht, dies soll der Nußen, dies sollen die Gesinnungen und die Gemüthsfassung seyn, womit und weswegen ich mich bei dem Tische des Herrn für seinen Jünger und Nachfolger erkläre, und durch diese beilige Handlung es jedermann sage, daß ich mich glücklich schäße, Gemeinschaft mit ibm zu haben, und sein Verehrer, sein Erlöster, sein Untertban zu seyn. Über babe ich diese Absicht wirklich? Habe ich die Eigenschaften an mir, die wahre Christen baben müssen? Halte ich Jesum Christum für denjenigen, der er wirklich ist? Verehre ich ihn als den Sohn und Gesandten Gottes, als den. Herrn und König der Welt? Weiß ich, was er zum Besten der Menschen gethan und gelitten hat, und empfinde ich den Werth seiner großmütbigen, alles für uns aufopferndenLiebe? Habe ich eine hinlängliche, eine zu meiner Besserung und Berubigung hinlängliche Erkenntniß von der Lehre, die er vom Himmel gebracht und uns durch seine Boten kund gemacht, und von den Regeln des Verbalters, die er mir vorgeschrieben hat? Halte ich diese Lehre für wahr und göttlich? Sebe ich diese Vorschriften als Gefeße an, denen ich allen Geborsam schuldig bin? Verlasse ich mich auf seine Berbeißungen als auf Zusagen Gottes, die mich unmöglich täuschen können? Ehre ich ihn also mit wabrem Glauben, mit dem festen Zutrauen, daß ich unter seiner Unführung und in seiner Nachfolge nicht irre geben, und des Ziels der Vollkommenheit nicht verfehlen kann? - Bin ich durch Jesum wirklich selig geworden? Genieße ich wirklich, wenigstens dem Anfange nach, die Freibeit, die er den Menschen zu verschaffen in die Welt gekommen ist? Bin ich frei von dem heidnischen Aberglauben und der jüdischen Aengstlichkeit, in Absicht auf Religionssachen und gottesdienstliche Gebräuche? frei von allen knechtischen Gesinnungen gegen Gott, und von allen feindseligen Gesinnungen gegen Abendmahl gehen wollen. 289 die Menschen? frei von der Herrschaft| Vater verehrte? Ziehe ich, gleich ihm, der Sünde und des Lasters? von der Tyrannei unordentlicher Begierden und Leidenschaften? von der sklavischen Furcht vor dem Tode und der Hölle? seine Gunst und sein Wohlgefallen allen Gütern und Freuden dieser Erde, dem Beifalle der ganzen Welt vor? Ist es mir, gleich ihm, vornehmlich darum zu thun, seinen Willen zu erfüllen, die Absichten, weswegen er mich auf den Erdboden und in den Stand, worin ich mich befinde, gesetzt hat, zu erreichen; die Gaben und Kräfte, die er mir verliehen, auf die nüglichste Art anzuwenden, und seine Ehre durch ein heiliges Leben zu befördern? Richte ich, wie mein Heiland that, meine Gedanken und mein Herz auf Gott, um ihm alles Gute, als unverdiente Wohlthaten, zu verdanken, und alles Böse, als weise, gütige Schickungen seiner Vorsehung, von seiner väterlichen Hand anzunehmen? Finde ich, gleich meinem Heilande, ein inniges Vergnügen daran, mich mit meinem Geiste zu ihm zu erheben; mich mit seiner Anbetung und Lobpreisung zu beschäftigen; ihn öffentlich und gemeinschaftlich mit meinen Brüdern zu verehren, und durch dies alles Gemeinschaft mit ihm zu haben, und mich seiner nähern Gemeinschaft immerfähiger zu machen? Bemühe ich mich insbesondere, um immer mehr ein Christ, und dadurch immer seliger zu werden? Bemühe ich mich ernstlich, meinen Sinn und mein Verhalten ganz nach dem Sinne und dem Verhalten Jesu Christi einzurichten? Dies, dies ist ja das wesentlichste Kennzeichen des wahren Christen. Mein Heiland selbst sagt mir: Wer mein Jünger seyn will, der verläugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thun sollt, wie ich euch gethan habe. Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch geliebet habe. Und seine Boten rufen mir allenthalben zu: Ein jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus gesinnt war! sehet auf Jesum, das böchste Muster der Treue undtandhaftigkeit; wer in ihm bleibt, wer seiner Gemeinschaft sich rühmen will, der soll auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat. Kommt denn wobl meine Gesinnung und Denkungsart, kommt mein Verhalten mit dem Sinne und dem Verhalten meines Herrn über ein? Könnte wohl derjenige, der die Geschichte Jesu läse, und dann ein unbemerkter Zeuge meiner Gesinnungen und meiner Handlungen wäre, den richtigen Schluß daraus ziehen, daß ich mir die Person, deren Geschichte er gelesen, zum Muster vorgesetzt hätte, und daß sich eine merk. liche Aehnlichkeit zwischen ihr und mir zeigte? Bin ich so gegen Gott gesinnt, wie Jesus Christus gegen seinen vimmlischen Vater gesinnt war? Wird mein Herz von den Empfindungen der Ehrfurcht, der Liebe, des Gehorsams, der Unterwerfung, der Dankbarkeit, des Vertrauens gegen dieses erhabenste Wesen belegt, wie Jesus zu allen Zeiten und unter allen Umständen seinen Evangel, luth. Bin ich ferner so gegen meine Nebenmenschen gesinnt, wie Jesus gegen die Menschen gesinnt war? Verhalte ich mich so gegen sie, wie er sich gegen sie verhielt? Er liebte sie alle als seine Brüder, als Kinder seines Vaters, und schloß selbst seine Feinde und Verfolger nicht von seiner Liebe aus. Er suchte ihnen allen nüßlich zu werden, that gerne allen Gutes und ließ sich auch durch ihren größten Undank nicht abhalten, solches zu thun. Er war gegen jedermann gerecht, billig, freundlich, gütig, herablassend; bewies sich gegen alle demüthig, sanftmüthig, geduldig, versöhnlich; ob er gleich die größten Vorzüge vor allen besaß, und niemanden die geringste Ursache gegeben hatte, ihn zu beletdigen, oder ihm mit Verachtung zu begegnen. Nie vergalt er Böses mit Bösem, oder Scheltworte mit Scheltworten; nie rächte er sich selbst, ob er 19 290 Gebete für die, welche zum heiligen gleich die Macht dazu in Händen hatte,| wissen und meiner Pflicht aufzuopfern, und das Unrecht allemal ganz allein wenn ich sie nicht behalten kann, ohne auf der Seite seiner Beleidiger war. diese zu verletzen? Wollte ich lieber Enthaltsamkeit, Selbstverleugnung, noch so arm, noch so verachtet, in Aufopferung, Leiden, Neden, Thun, den Augen der Welt noch so elend alles war dem Besten seiner Brüder, seyn, als daß ich vorsäßlich Böses dem Heile der Menschen, gewidmet. thun, und die Gesetze meines Gottes Ist dies auch die Art, wie ich alle übertreten sollte? Suche ich hingegen meine Nebenmenschen ansehe; wie ich, in der Erkenntniß der Wahrheit, in sie liebe, wie ich mit ihnen umgehe, wie der Ausübung der Tugend, in einem ich ihre zeitliche und geistliche Glückse- frommen, woblthätigen, gemeinnüßiligkeit suche und befördere? Sind gen Leben meinen größten Gewinn dies die Regeln, denen ich in meinem und meine ganze Ehre, wenn ich gleich Verhalten gegen sie folge, ich mag es vor der Welt unbekannt und wenig mit Niedrigen oder mit Vornehmen, geachtet und unbelohnt bleibe? Gemit Armen oder mit Reichen, mit währet mir jeder Sieg, den ich über Klugen oder Einfältigen, mit Fein- mich selbst erhalte; jede gute That, den oder mit Freunden zu thun ha- die ich verrichte; jeder Schritt, woben? Denke und empfinde, und ar- durch ich mich der christlichen Vollbeite und lebe ich eben sowohl und kommenheit nähere, mehr wahres Vernoch mehr für Andere, als für mich gnügen, als der glückliche Fortgang selbst? Welche Vortheile, welche Ver- meiner irdischen Geschäfte?-Betrachte gnügungen, welche Bequemlichkeiten ich mich, gleich meinem Erlöser, als opfere ich ihnen wohl auf?- Strebe einen Gast und Fremdling hier auf ich wenigstens ernstlich und unablässig Erden, der seine höhere Bestimmung darnach, mir diesen demüthigen, ver- stets vor Augen bat, nach dem Hause fühnlichen, gemeinnüßigen, großmü- seines Vaters eilet, und schon jest thigen Sinn Jesu recht zu eigen zu mit seinen vornehmsten Gedanken und machen, und darin meine Ehre und Begierden da ist, wo er ewig zu seyn Glückseligkeit zu suchen, wenn ihn auch gedenket? Sind Tod, Gericht und alle Welt für Schwachheit, für Nie Ewigkeit, sind die Schicksale, die in derträchtigkete, für Mangel des Muths der zukünftigen Zeit' auf mich warund der Empfindlichkeit halten sollte? ten, meinem Geiste oft gegenwärtig, und gewöhne ich mich daran, stets so zu denken, zu urtbeilen, zu handeln, wie ich dereinst wünschen werde, gedacht, geurtheilt und gehandelt zu haben? Bin ich endlich so gegen die gegenwärtigen und zukünftigen Dinge gesinnet, wie Jesus Christus gesinnet war? Beurtheile ich die Güter, die Vorzüge, die Vergnügungen der Erde so, wie er sie beurtheilte? Halte ich Ach, welche wichtige, viel in sich sie, gleich ibm, für Dinge, die keinen fassende Fragen! wie kann ich mit großen Werth baben, deren Besiß Ueberzeugung und Beruhigung darwir nie zum leßten Ziele unseres Be- auf Ja antworten! vielleicht ist mir strebens allein machen, die wir nicht manche darunter noch ganz fremd; als Endzwecke, sondern als Mittel, unsre Kräfte und unsere Tugend zu üben und andern wohlzuthun, schäßen und lieben dürfen? Suche ich in dem Besige und in dem Genusse dieser Dinge eben so wenig meine ganze böchste Glückseligkeit, als er sie darin suchte? Bin ich, gleich ibm, bereit, alle diese Dinge, ja mein Leben selbst, fahren zu lassen, und sie meinem Gevielleicht habe ich über manche davon noch nie ernstlich nachgedacht! und doch ich keine einzige darunter unnöthig. So soll, so muß ich seyn, wenn ich ein Christ seyn, wenn ich mich bei dem Genusse des heiligen Abendmahls meines Göttes und meines Erlösers dankbar freuen will. Denn wer Christi Sinn nicht hat, der ist nicht sein. Wer sich nicht aufrichtig und unnach Abendmahl gehen wollen. 291 lässig bemühet, in allen Stücken so digen hast du zur Erkenntniß dieses wie er, gesinnet zu seyn, und sich so, wie er, zu verhalten: dem wird der Name, den er trägt; die Lehre, die er bekennt; das Abendmahl, das er bält: dem werden alle äußeren Merkmale, Vorzüge und Uebungen eines Christen nichts belfen. Ich kann es nicht leugnen, ich bin noch weit, noch immer weit von der Vollkommenheit dieser Cbristen gesinnung und dieses Christenwandels entfernt. Was will ich also thun? Ilm mich bei dem beiligen Abendmable nicht mit Heuchelei für einen Christen aus zugeben; um mich da mit gegründe ter Zuversicht der Seligkeiten zu getrösten, die mir mein Gott durch Jefum verbeißen und bereitet hat, will ich von nun an meine tägliche Beschäftigung daraus machen, meinem Gott, meinem Erlöser immer ähnlicher zu werden, und bei dem heiligen Abendmahle meine Vorfäße und Entgroßen Heils gebracht. Auch mir bietest du, auf die billigsten Bedingungen, Vergebung der Sünden. Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen die feierlichsten Pfänder und Versicherungen mittheilen, wenn ich mit wabrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsage, ein beiliges Leben zu führen, zu dir nabe. O Gott! wie wollte ich dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, wenn ich mich durch diese Beweise deiner Güte nicht zur Buße und zur Dankbarkeit leiten ließe! Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich an den Früchten der Erlösung, die durch Shriftum aefcheben ist, Theil zu Abschied.*) Wir beiden haben geweinet, Der Abschied wurde schwer; So treu, wie Du's gemeinet, So meint es keiner mehr. Treue! der du Onave veivelser, ne vergiebst Misfetbat, Uebertretung und Sünde: dich bete ich an als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du baft ihn, deinen Söhn, für uns in die Welt gefandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben baben. Du bast ihn für uns in den Tod dabingegeben, und willst uns mit ihm und um feinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwürerecht und willig und inter welhäßbaren üllen. D Versenkt, versenkt im Herzen Tief ruht Dein liebes Bild; Ach, nur ein leis Erinnern ich bisher Löst mir die Schmerzen mild. ft zuwider Licht dankwww Deinem barer und geborsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen babe. Meine Sünden haben mich von dir entfernt; aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz fagt mir von deinetwegen: Ihr sollt mein Antlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dein Angesicht nicht vor mir. Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote soll mein ganzes übriges Leben gewidmet seyn. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens seyn. Ach schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen! Laß die Betrachtung beiner unendlichen Liebe; laß den Genuß der Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn 290 Gebete für die, welche zum heiligen gleich die Macht dazu in Händen hatte, wissen und meiner Pflicht aufzuopfern, und das Unrecht allemal ganz allein wenn ich sie nicht behalten kann, ohne auf der Seite seiner Beleidiger war. diese zu verletzen? Wollte ich lieber Enthaltsamkeit, Selbstverleugnung, noch so arm, noch so verachtet, in Aufopferung, Leiden, Reden, Thun, den Augen der Welt noch so elend alles war dem Besten seiner Brüder, seyn, als daß ich vorsäßlich Böses dem Heile der Menschen, gewidmet. thun, und die Gesetze meines Gottes Ist dies auch die Art, wie ich alle übertreten sollte? Suche ich hingegen meine Nebenmenschen ansebe; wie ich, in der Erkenntniß der Wahrheit, in sie liebe, wie ich mit ihnen umgehe, wie der Ausübung der Tugend, in einem ich ihre zeitliche und geistliche Glückse- frommen, woblthätigen, gemeinnüßiligkeit suche und befördere? Sind gen Leben meinen größten Gewinn dies die Regeln, denen ich in meinem und meine ganze Ehre, wenn ich gleich Verhalten gegen sie folge, ich mag es vor der Welt unbekannt und wenig mit Niedrigen oder mit Vornehmen, geachtet und unbelohnt bleibe? Gemit Armen oder mit Reichen, mit währet mir jeder Sieg, den ich über Klugen oder Einfältigen, mit Fein- mich selbst erhalte; jede gute That, den oder mit Freunden zu thun ha- die ich verrichte; jeder Schritt, woben? Denke und empfinde, und ar- durch ich mich der christlichen Vollbeite und lebe ich eben sowohl und kommenheit nähere, mehr wahres Vernoch mehr für Andere, als für mich gnügen, als der glückliche Fortgang selbst? Welche Vortheile, welche Ver- meinerirdischen Geschäfte?-Betrachte gnüaunaen welche Bequemlichkeiten opf vom 5. Januar 1831 enthält ich ang: Der Kurfürst ist das dare Person ist heilig und unfüh der hessischen Bevölkerung in thin die Verfassung bei ihrer ing erst mit Abneigung und Glindlich die Worte seine Person" alllebige Gräfin Reichenbach bederträchtigkeie, für Mangel des Muths und der Empfindlichkeit halten sollte? ma Bin ich endlich so gegen die gegenwärtigen und zukünftigen Dinge gesinnet, wie Jesus Christus gesinnet war? Beurtheile ich die Güter, die Vorzüge, die Vergnügungen der Erde so, wie er ste beurtheilte? Halte ich sie, gleich ihm, für Dinge, die keinen großen Werth baben, deren Besitz wir nie zum letzten Ziele unseres Bestrebens allein machen, die wir nicht als Endzwecke, sondern als Mittel, unsre Kräfte und unsere Tugend zu üben und andern wohlzuthun, schäzen und lieben dürfen? Suche ich in dem Besige und in dem Genusse dieser Dinge eben so wenig meine ganze böchste Glückseligkeit, als er sie darin suchte? Bin ich, gleich ibm, bereit, alle diese Dinge, ja mein Leben selbst, fahren zu lassen, und sie meinem Geund ich mich, gleich meinem Erlöser, als waitingy just pecuber auf schaftlichen Beziehungen mung auch mehr auf den Anshause auf das katholische und jest Mehrere Male wurde und Tagen dem Kurfürsten seyn Seele gestellt, ob er nich te in der zukünftigen Zeit auf mich warten, meinem Geiste oft gegenwärtig, und gewöhne ich mich daran, stets so zu denken, zu urtbeilen, zu handeln, wie ich dereinst wünschen werde, gedacht, geurtheilt und gehandelt zu baben? Ach, welche wichtige, viel in sich fassende Fragen! wie kann ich mit Ueberzeugung und Beruhigung darauf Ja antworten! vielleicht ist mir manche darunter noch ganz fremd; vielleicht habe ich über manche davon noch nie ernstlich nachgedacht! und doch ich keine einzige darunter unnöthig. So soll, so muß ich seyn, wenn ich ein Christ seyn, wenn ich mich bei dem Genusse des heiligen Abendmahls meines Gottes und meines Erlösers dankbar freuen will. Denn wer Christi Sinn nicht hat, der ist nicht sein. Wer sich nicht aufrichtig und unnach 291 digen bast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du, auf die billigsten Bedingungen, Vergebung der Sünden. Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen die feierlichsten Pfänder und Versicherungen mittheilen, wenn ich mit wabrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsage, ein beiliges Leben zu führen, zu dir nabe. O Gott! wie wollte ich dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, wenn ich mich durch diese Beweise deiner Güte nicht zur Buße und zur Dankbarkeit leiten ließe! Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu baben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, unter welhen du mir alle diese unschäßbaren Vortbeile anbieteft, zu erfüllen. D Gott! verzeibe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt; daß ich mich nicht dankbarer und geborsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen babe. Meine Sünden haben mich von dir entfernt; aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz fagt mir von deinetwegen: Ihr sollt mein Antlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dein Angesicht nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote soll mein ganzes übriges Leben gewidmet seyn. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens seyn. Ach schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen! Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe; laß den Genuß der Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn Abendmahl gehen wollen. lässig bemühet, in allen Stücken so wie er, gesinnet zu seyn, und sich so, wie er, zu verhalten: dem wird der Name, den er trägt; die Lehre, die er bekennt; das Abendmahl, das er bält: dem werden alle äußeren Merkmale, Vorzüge und Uebungen eines Christen nichts belfen. Ich kann es nicht leugnen, ich bin noch weit, noch immer weit von der Vollkommenbeit dieser Cbristen gesinnung und dieses Christenwandels entfernt. Was will ich also thun? Ilm mich bei dem beiligen Abendmahle nicht mit Heuchelei für einen Christen aus zugeben; um mich da mit gegründeter Zuversicht der Seligkeiten zu getrösten, die mir mein Gott durch Jesum verbeißen und bereitet hat, will ich von nun an meine tägliche Beschäftigung daraus machen, meinem Gott, meinem Erlöser immer ähnlicher zu werden, und bei dem heiligen Abendmahle meine Vorsätze und Entschließungen zum Guten stärken und befestigen, und mir Gottes Kraft zu ihrer Ausübung erbitten. c. Um Vergebung der Sünden. Herr, Herr Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue! der du Gnade beweisest, nnd vergiebst Misfetbat, Uebertretung und Sünde: dich bete ich an als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Bater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du bast ihn, deinen Söhn, für uns in die Welt gefandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben baben. Du bast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwür 292 Gebet nach dem heiligen Abendmahl. empfangen werde; laß die Hoffnung| ich nicht der Undankbarste, der Nieder zukünftigen Herrlichkeit, die du derträchtigste unter allen Sterblichen mir vorbältst, so gesegnete Eindrücke seyn, wenn ich dein vergäße, wenn auf mich machen, daß ich alle Ver- ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgülsuchungen zum Bösen mit neuem tigkeit an dich gedächte; wenn ich mich Muthe bestreite, alle Pflichten meines weigerte, dir die Ebre und den Dank himmlischen Berufs mit neuer Sorg- zu geben, die dir gebühren? Nein, falt erfülle, und dir bis in den Tod göttlicher Erlöser! ich folge deiner getreu bleibe. Amen! liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verd. Vor dem Gebrauch des bei- ebrer zu bekennen, und es jedermann ligen Abendmahls. Göttlicher Erlöser, Herr Jesu Christ! du bast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden septest du das beilige Abendmahl zum Troste deiner Verebrer, und zur Stärkung ihres Glaubens ein: und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchristen zu begeben. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommnen Mittler zwischen Gott und Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne; daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu deinen Erlös'ten und Freunden zählen darf! O, wie viel babe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahingegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet; aller Trost, der mich erquicket; alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß seyn! Würde zu sagen, daß ich es für mein größtes Glück und meinen böchsten Rubm balte, dein zu seyn. Ich komme, als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftest baft. Ich fomme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigentbum aufzuopfern, und den beiligen Vorsaß zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. O Herr, laß mein Vorbaben gesegnet seyn! Erlaube nicht, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit den Herzen fernt von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist. und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit ſo bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt, und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit un. verbrüchlicher Treue zu halten. Amen! e. Nach dem heiligen Abendmahle. So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen 5. Gebete für Krante und bei Sterbenden. 293 Baters und Wohlthäters, gewidmet. dankbar gegen dich, und so feindselig So habe ich mich verpflichtet, als ein gegen mich selbst handle. Sey du in Jünger und Nachfolger meines boch- meiner Schwachbeit mächtig. Befegelobten Erlösers zu leben, und ibn stige meine guten Entschließungen, und mit meinem Geiste und meinem Leibe, verleihe mir Gnade, an der Ausfübdie beide seyn Eigenthum sind, zu rung derselben unverzüglich und unerpreisen. Wie beilig sind diese Ver müdet zu arbeiten. Schenke mir neue pflichtungen! Wie undankbar, wie Kraft deines Geistes, und leite mich unglücklich würde ich nicht seyn, wenn durch ibn zu allen Tugenden, damit ich diese Zusagen vergäße, wenn ich ich meine Heiligung treu und redlich diese Versprechungen nicht hielte! Welch vollende. Bewabre mich vor allzugeeine Verantwortung, welch ein Ge- fährlichen Versuchungen; stärke mich, richt würde ich zu erwarten haben, allen Reizungen zum Bösen zeitig zu wenn ich nun noch der Sünde diente; widerstehen, und laß mich die ewige wenn ich nicht all Fehler, alle böse Seligkeit, zu welcher du mich durch Gewohnheiten, die ich an mir babe, Christum berufen und erlöset baft, nie ernstlich bestritte; wenn ich eben so aus den Augen verlieren. So werde träge und nachlässig im Guten wäre, ich den guten Kampf kämpfen, den als ich es ebemals gewesen bin! So Glauben behalten, und meinen Lauf würde ich mich ja aller Vorrechte und glücklich vollenden. So werde ich Seligkeiten, die ich als ein Christ dereinit die Krone der Gerechtigkeit besitze, verlustig, und meine Verdamm- aus deiner Hand empfangen, und niß um so viel schwerer machen. Ach dir Lob und Ehre bringen in EwigGott! laß es nicht zu, daß ich so un- keit. Amen. 5) Gebete für Kranke a. Demüthigung vor Gott in Krankheit. Nun erfahre auch ich es in der That, mein Gott! was der Mensch ist, wie hinfällig und wie leicht seine Gesundheit und Kraft dahin ist! aber Dank sey dir, daß ich weiß: du könnest nie deinen schwachen Geschöpfen zu viel auflegen, du babest auch jede Last der Krankheit gemäßiget, daß sie erträglich sey, und du werdest auch diese Veränderung mir zum Besten dienen lassen. Was sollt ich also unrubig klagen oder ängstlich sorgen? Was kann ich besseres thun, als zu dir aufzusehn, dem Gott, der da bilft, und der es nie böse meinen kann. Du hast mich bisher so väterlich geleitet, mir so manche Freude geschenket, und mehr Gutes an mir gethan, als ich bitten nnd verstehen konnte. Auch mit alle dem, was mir jedesmal Leid, Unruhe oder Schmerz und bei Sterbenden. verursachet bat, bast du es immer weislich gewendet. Gott, das alles erkennet meine Seele wobl! Ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele ist stille zu dir, obne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! Auch das wirst du wohl machen. Stärke mich in diesem dankbaren, dir ergebenen und vertrauenden Sinn. Füge sonst es mit der Dauer und mit dem Ausgang meiner Krankheit, wie es dein väterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, welches besser für mich und meine Verbindung in der Welt seyn möchte, ein langes oder kurzes Krankenlager, das Leben oder der Tod. Wähle du für mich! Auf dich traue ich! Nur lebre mich in meiner vielleicht noch ganz kurzen Lebenszeit, meine Seligkeit mit ganzem Ernst schaffen. Wie ich diese Zeit bisher angewendet habe; wie ich mit den mir verliehenen Kräften und Gelegenheiten zum Guten umgegan 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. 294 gen bin; wie ich gegen alle meine Nebenmenschen gesinnet gewesen bin; wie ich mein Herz und mein Leben rein von lasterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht babe; wie werth mir die Religion gewesen, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin; das ist die ernstliche Ueberlegung, die ich jetzt anzustellen habe. Gieb, daß ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu Ende eilen, und mir die Tröstungen des Evangelii Jesu Christi fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freilich bei dir viel Vergebung; auch mir willst du Barmberzigkeit wiederfahren lassen. Es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nebme, in der zufünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte für mich seyn wird. Steks sey mir also der Zuruf Jesu Christi erinnerlich: Selig sind, die reines Herzens sind die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die ein aufrichtiges Verlangen baben, gut zu seyn, und so nach der Gerechtigkeit bungern und dürften! Das erwecke mich, mein Herz von allem dem loszureißen, was es noch an das Irdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des Zukünftigen erbaulich zu werden. Dann tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der rubigen, freudigen Gesinnung bebarren. Herr, ich warte auf dein Heil! Amen. b. Gebet bei Sterbenden. Siehe in diesem Gesangbuche das Lied Nr. 588, wo auch noch mehr gute Gebete für Kranke von Nr. 572 bis Nr. 587 anzutreffen sind. Verzeichniß der Gebete. 1. Morgengebete. 2. Abendgebete. a. Längere Morgen- Andacht. b. Kürzeres Morgengebet. 271 c. An Sonn- und Festtagen, bei dem Morgengebet hinzuzufügen 272 d. Nöthige Entschließungen am Morgen 272 a. Längere Abend- Andacht b. Kürzeres Abendgebet.. + ♦ ♦ ● ♦ 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. a. Vertrauen auf Gott, und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn 276 b. Demuths- Uebung. 277 c. Um Keuschheit und Mäßigkeit. * 278 d. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid e. Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth ♦ ♦ ✦ + ♦ f. Um christliche Gefälligkeit und Freundschaft g. Um christliche Liebe gegen Feinde.. h. Um Heiligkeit der Reden und des Betragens i. Um christlichen Gebrauch der Vergebungen, Thorheiten und Laster unserer Nebenmenschen. ♦ k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben Gottes 1. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott.. ♦ ♦ Seite 270 ♦ • ● 4. Gebete für die, welche zum heiligen Abendmahl gehen wollen. a. Nachdenken über den Zweck und den Nußen des heiligen Abendmahls.. b. Selbstprüfung vor dem Genusse des heiligen Abendmahls c. Um Vergebung der Sünden... d. Vor dem Gebranche des heiligen Abendmahls e. Nach dem heiligen Abendmahle. 5. Gebete jür Kranke und bei Sterbenden. a. Demüthigung vor Gott in Krankheit a. Gebet bei Sterbenden. ♦ ♦ ♦ ♦ + ◆ ♦ 274 275 + 279 280 281 281 282 282 283 284 286 288 291 292 292 293 294 Der Kleine Catechismus Herrn D. M. Luthers. Frage und Antwort für die Kinder, so da sollen confirmiret und zum erstenmal zur Communion gelassen werden. Der Kirchendiener fragt das erste Kind: Bist du ein Christ? Ja, Herr! Woher weißt du das? Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Christi, und die christliche Lehre weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? Die in den Schriften Mofis, der Propheten und Apostel verfasset und begriffen ist. Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Fünf. Das erste: Die zehen Gebote Gottes. Das andere: Die Urtikel des christlichen Glaubens. Das dritte: Das Gebet des HENNN. Das Sacrament der heiligen Taufe. Das vierte: Das fünfte: Das Abendmahl des Herrn oder das Sacrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen: erstlich, wer wir sind, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach, wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen versöhnt und vereiniget werden. Das erste Hauptstück. Von den zehen Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? Du sollst keine andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben, und ihm allein vers trauen. Das andere Gebot? Du sollst den Namen deines Herrn nicht unnüßlich führen. Das erste Hauptstück. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen: sondern denselbigen in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. 2 Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten: sonden dasselbige heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohlgehe, und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herrn nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun: sondern ihm helfen und fördern in allen Leibes- Nöthen. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben, in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld und Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen: sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden, oder bösen Leumuth machen: sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zu Besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Das erste Hauptstück. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechtes an uns bringen: sondern ihm dasselbe zu erhalten, förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern bei denselbigen anhalten, daß sie bleiben und thun was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? 3 Er sagt also: Jch, der Herr, dein Gott, bin ein starker eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht, an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausende Glied. Was ist das? Gott drohet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Wozu sind uns die zehen Gebote Gottes nu? Zu zweierlei: Erstlich zeigen sie die Sünde an, und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir veranlaßt werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod, bei unserm Herren und Heiland Jesu Christo zu suchen. Zum andern lehren sie, welches die guten Werke seien, so die Gläubigen und Neugeborenen zu thun schuldig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebot und Gesetz erfüllen? Ach nein! denn unsere guten Werke sind nicht vollkommen gut, weil wir arme Sünder sind, und wann wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. Röm. am 7. Wer hat denn das Gesetz und die zehn Gebote Gottes erfüllet? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Geset genug gethan, anders nicht als ob wir selbst das Gesetz gehalten: Und um desselbigen willen gefallen Gott auch unsere guten Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienst, ob schon Mangel an denselbigen ist. Das andere Hauptstück. Das andere Hauptstück. Von den Artikeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Artikel des christlichen Glaubens? 4 Dieses sind sie: Der erste, von der Schöpfung. Der andere, von der Erlösung. Der dritte, von der Heiligung. Wie lautet der erste Artikel? Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat sammt allen Creaturen, mir Leib und Seel, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat, und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker und Vieh; und alle Güter, mit allers lei Nahrung und Nothdurft des Leibes und Lebens, reichlich und täglich versorget, wider alle Gefährlichkeit beschüßet und beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret, und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit, deß alles ich ihm zu danken, und zu loben, und dafür zu dienen, und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der andere Artikel? Von der Erlösung. Und ich glaube an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist; geboren aus Maria der Jungfrau; gelitten unter Pontius Pilatus; gekreuziget, gestorben und begraben; niedergefahren zu der Hölle; am dritten Tage auferstanden von den Todten; aufgefahren gen Himmel; sizend zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigfeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, mein Herr sei, der mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuren Blut, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er aufers standen von dem Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der dritte Artifel? Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist; eine heilige christliche Kirche, bie Gemeinschaft der Heiligen; Vergebung der Sünden; Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. 5 Das andere Hauptstück. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum meinen Herrn glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammlet, erleuchtet, heiliget, und bei Jesu Christo erhält, im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünde reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir sammt allen Gläubigen in Christo Jesu, ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen, und was sein gnädiger Wille gegen uns sei. Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn, und Gott der heilige Geist, brei unterschiedliche Personen, in einem einigen ewigen unzertrennlichen Wesen. Sind denn drei Götter? Nein: Es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben, und mittheilen das ewige selige Leben. Wozu nüßzet uns die Erkenntniß des göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben erlangen, und durch den Glauben selig werden. Welche unter den dreien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, nämlich: der ewige Sohn Gottes. Wer ist nun Christus unser Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren: Mein Herr.( Ober kürzer:) Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat dieses deines Erlösers Jesu Christi? Er hat mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben und errettet von allen Cünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Glaubest du auch, daß Christus dein Herr bei seiner lieben Kirche allhier auf Erden und auch bei dir sei? Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset hat, also schüßet und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. Das andere Hauptstück. Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein ander Werk als durch den ganzen allerheiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Christi, und durch sein allerbitterstes Leiden und Sterben, das halt ich mit festem Glauben und darauf steht all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. 6 Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Christum? Es ist eine Gabe des heiligen Geistes, der wirket und gibt mir sie durch sein heiliges Wort und Evangelium und die heiligen Sacramente. Das dritte Hauptstück. Vom Gebet des HENNN. Es lautet also: Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost, und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater bitten. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geheiliget werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig, als die Kinder Gottes, darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes; davor behüte uns, lieber himmlischer Bater. Die andere Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet, von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet, aber wir bitten in diesem Gebete, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, und das hindert, was uns den Namen Gottes nicht heiligen, und sein Reich nicht kommen lassen Das dritte Hauptstück. will, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben, bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gieb uns heute. 7 Was ist das? Gott giebt das tägliche Brod auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen: Aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse, damit wir mit Dank empfangen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Alles, was zur Leikesnahrung und Nothdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde, und um derselben Willen unsere Bitte nicht versagen, denn wir sind deß keines werth, was wir bitten, habens auch nicht verdienet, sondern er wolle uns alles aus Gnaden geben, denn wir fündigen täglich viel und verdienen wohl eitel Strafe. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt, und unser eigen Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schand und Laster. Und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen, und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Uebel, Leibes und der Seele, Gutes und der Ehre, erlöse, und zulegt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitte sei dem Vater im Himmel angenehm und von ihm erhört; denn er selbst hat uns geboten also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Das dritte Hauptstück. Wozu dienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen alles, was zur Erhaltung dieses zeitlichen und Er. langung des ewigen Lebens gehöret, könne man nirgends anders woher haben denn von Gott, und es derohalben von ihm mit gläubigem Herzen bitten und erlangen. 8 Das vierte Hauptstück. Vom Sacrament der heiligen Tanfe. Was sind die heiligen Sacramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen ( oder in seinem Wort verfaßten Elementen) die unsichtbaren verheißenen Gnadengüter versiegelt und übergiebt. Wozu sind die Sacramente eingesetzt? Zur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Verheißung. Wieviel sind Sacramente im neuen Testament? Zwei: die Taufe und das Abendmahl des Herrn. Zum ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort unsere Sünde gnädiglich um Jesu Christi willen vergiebt, und uns zu seinen Kindern annimmt, und uns zu Erben aller seiner himmlischen Güter macht. Oder: Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern fie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Jesus Christus spricht, Matth. am legten: Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes, und des heiligen Geistes. 3um andern: Was giebt oder nutzt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und giebt die ewige Seeligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. 3um dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Waffer thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bet dem Wasser ist, und der Glaube der solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser, und keine Taufe; aber mit dem Wort Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreiches Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie Sanct Paulus sagt zu Tito im dritten Kapitel: Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland ausges gossen hat, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Das vierte Hauptstück. 3um vierten: Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen, und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. 9 Wo stehet das geschrieben? St. Paulus an die Römer am sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket, durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in einem neuen Leben wandeln sollen. Wozu nutzet uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu seinen Kindern angenommen, und wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismi: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat? Der Herr Christus hat uns alles dieses erworben in seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat er es uns geschenket und zugeeignet. Das fünfte Hauptstück. Vom Abendmahl des HERRN oder Vom Sacrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist eine göttliche Handlung, bei welcher der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und uns mit Brod und Wein seinen wahren Leib und Blut übergiebt, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben, und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sacrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christ, unter dem Brod und Wein, uns Christen zu essen und zu trinken, von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Erangelisten Matthäus, Marcus, Lucas und Sanct Paulus. Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht da Er verrathen ward, nahm Er das Brod, dankete und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abenmahl, dankete und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergessen wird, zur Vergebung der Sünden: Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Das fünfte Hauptstück. Was nützet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns die Worte an:( Für euch gegeben und vergossen, zur Vergebung der Sünden). Nämlich: daß uns im- Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird: Denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. 10 Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Effen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, welche da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Diese Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken, das Hauptstück im Sacrament, und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen, und wie sie lauten: Nämlich Bergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sacrament würdig? Fasten und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine äußerliche Zucht: Aber der ist recht würdig und wohlgeschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort: Für euch erfordert eitel gläubige Herzen. Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nu? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, er uns doch solches verzeihen, und unser gnädiger Vater sein und bleiben will. Und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu seinen Kindern angenommen hat; das Abendmahl aber, daß er uns unsern Ungehorfam nicht will entgelten lassen. Was empfängst du im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein. Warum gehest du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum, durch den Genuß seines Leibes und Bluts stärke, und meine arme Seele tröste. Glaubest und bekennest du dieses alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre jetzt gesagt hast? Ja Herr. Willst du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubest und bekennest, hinfort thun und leben, und was du allhier verheißest und zusagest, thun und getreu halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jesu Christi. Von der Beichte. Was ist die Beicht? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Gins, daß man die Sünden bekenne: Das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfange, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien badurch vergeben vor Gott im Himmel. Von der Beichte. Welche Sünden soll man denn beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünde bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welches sind die? Da siehe deinen Stand an, nach den zehen Geboten: Ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, oder Magd seiest? Ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, häßig gewesen bist? Ob du jemand Leid gethan hast mit Worten oder Werken? Ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset, oder sonsten Schaden gethan haft? Ein Mensch), wann er beichten will, soll also zum Beichtiger sagen: Würdiger, lieber Herr, ich bitte Euch, Ihr wollet meine Beicht hören, und mir die Vergebung meiner Sünden sprechen um Gottes willen. 11 Wenn dann der Beichtiger ja gesagt hat, sagt er weiter, also: charmer Cünder erkenne in meinem Herzen, und bekenne mit meinem auch mit allerhand wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken, Gott meinen Herrn gröblich erzürnt, und hierdurch zeitlicher und ewiger Strafe schuldig worden bin. Solches ist mir nun von Grund meines Herzens leid, habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzigkeit, und bitte ihn demüthig, daß er um des Todes Jesu Christi, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen, mir meine Sünden verzeihen wolle. Damit ich aber der Vergebung derselben desto gewisser sein, auch das hochwürdige Abendmahl des Herrn, morgen geliebts Gott, desto freudiger empfangen möge: So bitte ich Guer Ehrwürden, Ihr wollet mir, vermöge Eures Amts, aus Gottes Wort Trost zusprechen, und die heilige Absolution meiner Sünden an Christi statt widerfahren lassen. Ich will ins künftige durch die Gnade Gottes und den Beistand des heiligen Geistes mein Leben bessern und frömmer werden. Eine kurze Beicht für die Einfältigen. bekenne und ein armer Sünder bin: Denn ich habe gesündiget wider Gott und meinen Nächsten. Bin auch sonsten in allen Geboten Gottes sträflich. Das ist mir nun von Herzen leid: Aber ich bitte um Gnade. Ich will mich bessern und mit der Hülfe Gottes frömmer werden. Besondere Fragstücke D. M. Luthers, für die, welche zum heil. Abendmahl gehen wollen. Glaubest du, daß du ein Sünder bist? Ich glaube ich bin ein Sünder. Wie weißt du das? Aus den zehen Geboten, die ich nicht gehalten habe. Sind dir deine Sünden auch leid? Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündiget habe. Was hast du mit deinen Sünden bei Gott verdient? Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammniß. Nöm. 6. 12 Besondere Fragstücke. Ja, ich hoffe es. Hoffest du auch selig zu werden? Weß tröstest du dich denn? Meines lieben Herrn Christi. Wer ist Christus? Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. Wieviel sind Götter? Nur einer, aber drei Personen, Vater, Sohn und heiliger Geist. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich sein tröstest? Er ist für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergoffen, zur Vergebung meiner Sünden. Ist der Vater auch für dich gestorben? Nein: denn der Vater ist nur Gott, der heilige Geist auch: Aber der Sohn ist wahrer Gott und Mensch, für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergossen. Wie weißt du das? Aus dem heiligen Evangelio und aus den Worten vom Sacrament und bei seinem Leib und Blut im Sacrament, welche mir zum Pfand gegeben. Wie lauten diese Worte? Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da Er verrathen ward, nahm Er das Brod, dankete, und brachs und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm Er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden: Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. So glaubest du, daß im Sacrament der wahre Leib und daß wahre Blut Christi ſei? Ja, ich glaube es. Was bewegt dich das zu glauben? Die Worte Christi: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib: Trinket alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen, und sein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Wir sollen seinen Tod und sein Blutvergießen verkündigen, und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihrs thut, zu meinem Gedächtniß. Warum sollen wir seines Todes gedenken und denselben verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß keine Creatur hat genug thun können für unsere Sünden, als Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch: Und daß wir lernen erschrecken vor unsern Sünden, und dieselbigen lernen groß achten und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselbigen Glauben selig werden. Besondere Fragstücke. 13 Was hat ihn dann bewegt, für deine Sünden zu sterben und dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet. Joh. 14. Röm. 5. Gal. u. Ephef. 5. Cap. Warum willst du zum Sacrament gehen? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünden willen aus großer Liebe gestorben sei, wie gesagt. Und darnach auch von ihm lerne Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen reizen und vermahnen, daß Sacrament des Alters oft zu empfahen? Von Gottes wegen sollen ihn beide, des Herrn Christi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Halse liegt, antreiben, um welcher willen solches Gebieten, Locken und Verheißung geschieht. Was soll aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst zum Sacrament empfindet? Dem kann nicht besser gerathen werden, als daß er erstlich in seinen Busen greife, und fühle, ob er auch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon sagt. Gal. 5. Nöm. 7. Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt. Joh. 15 u. 16. 1 Joh. 2. u. 5. Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennet. Joh. 8 u. 16. 1 Petr. 5. Eph. 6. 2 Tim. 2. Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, Amen. ch danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen und Gefahr behütet hast: Und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, auf daß dir all mein Thun und Lassen möge wohlgefallen: Denn ich befehle mich, mein Leib und Seel, und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Abendsegen. Das walle Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobet in Ewigkeit, Amen. ch danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen unsern haft: Und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seel, und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Gebet vor dem Essen. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine milde Hand auf, und sättigest alles, was da lebet mit Wohlgefallen. Vater unser 2c. 14 Die Haus- Tafel. err Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet nach dem Essen. anket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich, Er hat nicht Lust an der Stärke des Nosses, noch Gefallen an jemandes Beinen, der Herr hat Wohlgefallen an denen, die ihn fürchten, und auf seine Gebote warten. Vater unser 2c. unsern Herrn, für alle deine Gaben und Wohlthaten, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Die Haus: Tafel. Den Bischöffen, Pfarrherren und Predigern. in Bischoff soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinsäufer, nicht häßig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht Haderhaftig, nicht geizig, der seinem eignen Hause wohl fürstehe, der gehorsame Kinder habe, mit allerlei Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen, durch die heilsame Lehre, und zu strafen die Widersprecher. 1. Tim. 13, 2. Tit. 1, 6. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. Effet und trinket, was sie haben, denn ein Urbeiter ist ſeines Lohnes werth. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1. Cor. 9, 11. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet: Grret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6 u. 7. Die Weltesten, die wohl fürstehen, die halte man zweifacher Ehren werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen der da drischet, das Maul nicht verbinden. 1. Tim. 5, 17 u. 18., aus dem 5. B. Mos. am 25, 4. Wir bitten euch lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten und euch fürstehen in dem Herrn, und euch vermahnen, habt sie desto lieber um ihres Werkes willen, und seit friedsam mit ihnen. 1. Theffal. 5, 12 u. 13. Gehorchet euren Lehrern, und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie es mit Freuden thun und nicht im Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Von weltlicher Obrigkeit. Je edermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit seget, der widerstrebet Gottes Ordnung: Die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil em Die Haus- Tafel. 15 pfangen. Denn sie trågt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Råcherin zur Strafe über den, der Böses thut. Röm. 13, 1. 2 u. 3. Von den Unterthanen. ebet dem Kaiser, was des Raisers ist, und Gott, was Gottes ist. Matth. 22, 21. So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Deshalben müsset ihr auch Steuer geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So gebet nun jedermann was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebühret, 3oll, dem der 3oll gebührt, Furcht, dem die Furcht gebührt, Ehre, dem die Ehre gebührt. Rom. 13, 5. 6 u. 7. So ermahne ich euch nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit, denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heiland. 1. Tim. 2, 1. 2 u. 3. Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam sein. Tit. 8, 1. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Uebelthäter und zum Lobe der Frommen. 1. Petr. 2, 13 u. 14. Den Ehemännern. Fich hr Månner wohnt bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem weiblichen, als dem schwächsten Werkzeug, seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1. Petr. 3, 7. und seid nicht bitter gegen sie. Col. 3, 19. Den Ehefrauen. Die ie Weiber seien Unterthan ihren Männern, als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr, deren Töchter ihr worden seid, so ihr wohl thut und nicht schüchtern seid. 1. Petr. 3, 6. Den Eltern. hr sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Eph. 6, 4. Den Kindern. The Kinder seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig; auf daß dirs wohlgehe, und du lange lebest auf Erden. Eph. 6, 1. 2. u. 3. Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern. 3 th hr Knechte seid gehorsam euren leiblichen Herrn, mit Furcht und Zittern in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo. Nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi. Daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen, und wisset, was ein jeglicher Gutes thun wird, das wird er von dem Herrn empfangen, er sei Knecht oder Freier. Eph. 6, 5. 6. 7 u. 8. Die Haus- Tafel. Den Hausherren und Hausfrauen. hr Herren thut auch dasselbige gegen sie, und lasset das Drohen, und im der Person. 16 Den Alten. u aber rede, wie es sich geziemet, nach der heilsamen Lehre zu den Alten, daß sie nüchtern seien, ehrbar, züchtig, gesund im Glauben, in der Liebe und in der Geduld. Den alten Weibern desselbigen gleichen, daß sie sich stellen, wie den Heiz ligen geziemet, nicht Lästerinnen seien, nicht Weinsäuferinnen, gute Lehrerinnen. Daß sie die jungen Weiber lehren züchtig sein, ihre Männer lieben, fittig sein, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde. Tit. 2, 1 und 5. Der gemeinen Jugend. 3be hr Jungen seid den Alten unterthan, und beweiset darinnen die Demuth, denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen giebt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petr. 5, 5 u. 6. Den Jungfrauen. Cine Cine fromme christliche Jungfrau soll nicht sorgen, wie sie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle( wie Maria, die Mutter Gottes, welche allen Jungfrauen eine rechte Krone gewesen ist, gethan hat), auf daß sie heilig set, beides am Leibe und auch am Geist, 1 Cor. 7, 34. Und so sie Eltern oder Oberherren hat, soll sie sich ohne derselben Rath oder Willen nicht verändern oder verheirathen. 2 B. Mos. 22, 17. Den Wittwen. Melche eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott, und bleibet ihm Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 1 Tim. 6, 5 u. 6. Der Gemeine. Liebe iebe deinen Nächsten als dich selbst; in diesen Worten sind alle Gebote begriffen. Nöm. 13, 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1 Tim. 2, 1. Ein jeder lern seine Lection, So wird es wohl im Hause stohn. ENDE. Gebruckt und zu haben bei C. L. Pfeil in Marburg. Evangelien und Episteln auf alle Sonn- und Festtage. Um 1. Sonntage des Advents. Laßt uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, Evangelium, Matth. 21, 1-9. nicht in Kammern und Unzucht, nicht Da fie nun nabe bei Serufalem in Hader und Neid; fondern ziehet an Jesum und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. gen an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei, und sprach) zu ihnen: Gebet bin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eielin finden, angebunden, und ein Füllen bei tbr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen; so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschab aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zions: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen bin, und thaten, was ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber vieles Volk breitete die Kleider auf den Weg; die andern bieben Zweige von den Bäumen und streucten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hostanna, dem Sobne Davids; gelobt sey, der da fommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Nöm. 13, 11-14. weil wir wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzusteben vom Schlafe( sintemal unser Heil jeßt näber ist, denn da wir es glaubten); die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen; so laßt uns ablegen die Werke der Finsterniß. und anlegen die Waffen des Lichts. ( Ev. Luch.) Um 2. Sonntage des Advents. Evangelium, Luc. 21, 25-36. Es werden Zeichen geschehen an der Sonne, und Mond, und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange seyn, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erren, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wann aber dieses anfängt zu gescheben, so sehet auf, und behet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ibnen ein Gleichniß: Sebet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jest ausschlagen, so sebct ihr es an ihnen, und merfet, daß jetzt der Sommer naye ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles febet angeben, so wisset, daß das Reich Gottes ich dies Geschlecht wird nicht vergeben, bis doß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergeben, aber meine Worte vergeben nicht. Aber bütet cuch, das eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme tiefer Tag schnell über 1 Am 2., 3. und 4. Sonntage des Advents. 2 euch: Denn wie ein Fallstrick wird er lommen über Ulle, die auf Erden wobnen. So send nun wacker allezeit, und betet, das ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Ullen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Epistel, Röm. 15, 4:13. Liebe Rieben Brüder: Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift poffnung haben. Gott aber der Geduld and des Troftes gebe euch, daß ihr einertei gesinnet send unter einander nad Jesu Christo. Auf daß ihr ein müthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Chriftus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen. Daß die heiden afür haite uns Jedermann, námEpistel, 1 Cor. 4, 1-5. lich für Christi Diener und aber Gott loben um der Barmherzig: Haushalter über Gottes Geheimnisse. keit willen, wie geschrieben stehet: Nun sucht man nicht mehr an den Darum will ich dich loben unter den Haushaltern, denn daß sie treu erHeiden, und deinem Namen singen. funden werden. Mir aber ist es ein und abermal spricht er: Freuet euch, Geringes, daß ich von euch gerichtet thr Heiden mit seinem Volk. Und aber werde, oder von einem menschlichen mal: Lobet den Herrn, alle Heiden, Tage; auch richte ich mich selbst nicht. und preiset thn, alle Völker. Und Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber abermal spricht Esaias: Es wird seyndarinnen bin ich nicht gerechtfertiget; die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr villige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Her: zen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob wiederfahren. Am 3. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 11, 2:10. D a aber Johannes im Gefängniß die sandte Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussägigen werden rein, und die Zauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir årgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Boll von Johannes: Bas seyd ihr hinaus: gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was feyd ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was sevd ihr hinaus. gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten fehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist es, von dem geschrieben ftehet: Siehe ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. er seiner Jünger zwei, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johannes wie: der, was ihr sehet und höret; die Um 4. Sonntage des Advents. Evangelium, Joh. 1, 19:28. und dies ist das Zeugniß Johannis, von salem Priester und Leviten, daß fie thn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ibn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich hin Am 1. und 2. heiligen Christtage. es nicht. Bist du ein Prophet? Und ließe mit Maria, seinem vertrauten er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Propbet Esaias gesagt hat. Und die gefantt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, een thr nicht fennet. Der ist es, der nach mir kommen wird, welcher vor mir ge wesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschab zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufte. Epistel, Pbil. 4, 4-7. Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ibn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die büteten des Nachts ibre Heerde. Und siebe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sebr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, stebe, ich verkündige cuch große Freude, die allem Velk wiederfahren wird; denn euch ist beute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war ba bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der den Menschen ein Wohlgefallen. Höbe und Friede auf Erden, und Epistel, Tit. 2, 11-14. s ist erschienen die beilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottseelig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christt. Der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöfete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Lieben Brüder: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigfeit lasset kund seyn allen Menschen. Der Herr ist nabe! Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Dantfagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher böher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. 3 Um heiligen Christtage. Evangelium, Luc. 2, 1-14. s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäget würde. Und diese Schazung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Josepb aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Start Davies, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war; auf daß er sich schäßen Um 2 Christtage, oder am Tage St. Stephani. Evangelium, Matth. 23, 34-39. zu fern und Schriftgelehrten und Obersten der Juden: Siebe, ich sende zu euch Propheten, und Weise, und Schriftgelehrte, und derselben werbet 1* 4 Am Tage St. Johannis des Evangelisten. ihr etliche tödten und freuzigen, und Als er aber voll heiliges Geiftes etliche werdet ihr geiffeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blute an des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Bacha: rias Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und dem Witar. Wahrlich ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödteft die Propheten, und steinigeft, die zu dir gefandt sind! wie oft babe ich deine Kinder versammein wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer aus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich fage euch: Ihr werdet mich von jett an nicht sehen bis ihr sprecht: Gelobet sey, der da kommt im Namen des Herrn. war, sab er auf gen Himmel, und sabe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmten einmüthiglich zu ihm ein, und stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jüngings, der hieß Saulus. und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: berr Jesu, nimm meinen Geift auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Günde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Lection, Upoft. Gesch. 6, 8:15 und 7, 55-59. tephanus aber, voll Glauben und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner und der Cyrener, und der Alexanderer und derer, die aus Sicilien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehört Läfterworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Weltesten und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und riffen ihn hin, und führten ihn vor den Rath; und stellten falsche Zeu: gen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Zásterworte wider diese heilige Stätte und das Geseg. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und åndern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Um Tage St. Johannes des Apostels und Evangelisten. Evangelium, Joh. 21, 15= 24. hatten, ſpricht Jeſus zu Simon sie nun das Mahl Petro: Simon Johanna, haft du mich lieber, denn mich dieſe haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmale zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? Und sprach zu ihm: Herr du weißt alle Dinge, du weißt daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Bahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du jünger wareft, gürteteft du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wollteft; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Underer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Und da er das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte Um Sonnt. n. d. Christtage. Um Neujahrstage. 5 sich um, und sahe den Jünger folgen,| bar werden. Und es war eine Prophe: welchen Jesus eb hatte, der auch tin, Hanna, eine Tochter Phanuels, an seiner Brust am Abendessen gele: vom Geschlechte Uffer, die war wohl gen, und gesagt hatte: Herr, wer betagt, und hatte gelebt sieben Jahre ist es, der tich verråth? Da Petrus mit ihrem Manne, nach ihrer Jungdiesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, frauschaft, und war nun eine Witwe was soll aber dieser? Jesus spricht bei vier und achtzig Jahren, die kam zu ihm: So ich will, taß er bleibe, nimmer vom Tempel, diente Gott bie ich komme, was gehet es tich mit Faften und Beten Tag und Nacht. an? Folge du mir nach. Da ging Diefelbe trat auch hinzu zu derselben eine Rede aus unter den Brüdern: Stunde, und pries den Herrn, und Dieser Jünger stirbet nicht. Und Je- redete von ihm zu allen, die auf die sus ſprach nicht zu ihm: Er stirbet Erlösung zu Jerufalem warteten. Und nicht, sondern: so ich will, daß er da sie es alles vollendet hatten, nach bleibe, bis ich komme, wae gehet es dem Gefeß des Herrn, kehrten sie did an? Dies ist der Jünger, der wieder nach Galildam, zu ihrer Stadt von diesen Dingen zeuget, und hat Nazareth. Aber das Kind wuche, und dies geschrieben, und wir wissen, daß ward stark im Geist, voller Weisheit, fein Beugniß wahrhaftig ist. und Gottes Gnade war bei ihm. Lection, Sirach 15, 1-8. oldes thut Niemand, denn der speren und wer an Gottes Wort bålt, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfangen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tránken mit Wasser der Weisheit. Da durch wird er stark werden, daß er fest stehen kann; und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn frönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottloser können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Epistel, Galater 4, 1: 7. a fage aber: So lange der Erbe ein und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Bater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gefeß gethan; auf daß er die, so unter dem Geset waren, erlöscte, daß wir die Kind: schaft empfingen. Beil ihr denn Kins der seyd, hat Gott gefandt den Geist feines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ift nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Chriftum. Um Sonnt. nach d. Christtage. Evangelium, tuc. 2, 33-40. Und nd sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von Jesu geredet ward, und Simeon fegnete fie, und sprach su Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gefegt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem denn aber der Glaube kam, widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele bringen, wurden wir unter dem Gefeß auf daß vieler Herzen Gedanken offen- verwahrt, und verschlossen auf den Epistel, Gal. 3, 23-29. & be Am Neujahrstage. Evangelium, fuc. 2, 21. da um daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher ges nannt war von bem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. 6 Am Sonnt. n. d. Neuenjahr. Am Fest Epiphania. Glauben, der da iofite offenbaret wer- Um Fest Epiphaniá, oder der den. Also ist das Gesep unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glauben gekommen ist, find wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seyd alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie Biele eurer getauft sind, die baben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seyd allzumal einer in Chriño Jesu. Seyd ihr aber Chrifit, so send thrja Abrahams Saamen, und nach der Verbeißung Erben. Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 2, 1-12. a Jesus geboren war zu BethLande, zur ihn Zeit des Königs Heroves, siebe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerufalem, und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir baben seinen Stern geſehen im Morgenlande, und sind gekommen, Herodes hörte, erschrack er, und mit anzubeten. Da das der König ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus ibm: Zu Bethlebem im jüdischen Lansollte geboren werden. Und sie sagten de; denn also slebet geschrieben durch den Propbeten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes die Weisen beimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlebem, und sprach: Ziehet bin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so sagt mir es wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehört batten, zogen sie bin. Und siebe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen batten, ging vor ihnen bin, bis daß er kam, und stand oben über, da bas Kindlein war. Da sie den Stern saben, Dª a aber erschien die Freundlichkeit wurden sie hoch erfreuet; und gingen und Leutseligkeit Gottes unsers in das Haus und fanden das KindHeilandes, nicht um der Werke willen lein mit Maria seiner Mutter, und der Gerechtigkeit, die wir gethan fielen nieder und beteten es an. Und batten, sondern nach seiner Barm- tbaten thre Schäße auf, und schenkten berzigkeit, machet er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des beiligen Geistes, welchen er ausgegessen bat über uns retchlich durch Jesum Christum unsern Hetland, auf daß wir durch befſelben Gnade gerecht und Erben Hoffnung, das ist je gewißlich wahr. Epistel, Tit. 3, 4-7. ihm Gold, Weibrauch und Myrrhen. Und Gott befabl ibnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in tbr Land. Lection, Jes. 60, 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn lichkeit des Herrn gehet auf über dir. Um Sonntage n. d. Neuenjahr. Evangelium, Matth. 2, 13-15, a die Weisen aus Morgenland aber binweg gezogen waren, siebe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traume, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und feine Mutter zu dir, und fliebe nach Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir fage; denn es ist vorbanden. daß Herodes das Kindlein suche, taffelbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich nach Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodes. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. 7 er mit ihnen rebete. Und er ging mit ihnen binab, und tam gen NaAm 1. u 2 Sonnt. n. d. Erscheinung Christi. Denn siehe, Finsterniß bedecket daß Erbreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gebet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über die aufgebet. Hebe deine Augen auf, und siehe umber, versammelt fommen dir. Deine Söhne werden von ferne fommen, und teine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Luft sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekebret, und die Macht der Helden zu dir kommt. Dean die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. arcib, und war ibnen untertban. Und seine Mutter beblelt alle dieſe Worte in ihrem Herzen. Und Jesus rahm zu an Weisheit, Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, 1-6. euch, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr füréletber begeber zum Opfer, das da lebendig, beilig und Gott wohlgefällig siy, welches sey euer vernünftiger Gottesdienst. Und stillet euch nicht dieser Welt gleich; sondern verändert euch durch Verneuerung euers Sinnes, auf dap ibrprüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige, und der vokitommene Gottes Wille. Denn ich fage durch die Gnare, rie mtr gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich balte, denn sichs gebührt zu halten; sondern daß er von ihm mäfiglich bale, ein Jeglicher, nachdem Goit ausgetheilt bat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte baben, also sind wir viele ein Letb in Chriftr, aber unter einander ist einer bes anderen Glied, und haben mancherlei Gaben, nach cer Gnace, bie uns gegeben ist. Am 1. Sonntage nach der Um 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Luc. 2, 42-52. a Jefus zwölf Jahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnkeit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem. und sine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefäbiten, und kamen eine Tagereise und suchten ibn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da se ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ibn. Und es begab sich nach Hochzeit zu Cana, in Galiläa, bret Tagen, fanten sie ibn im Tempel und tie Mutter Sefu war da. Jefus sißen, mitten unter den Lehrern, daß aber und seine Jünger nurden auc er ihnen zuhörete und sie fragte, und auf die Hochzeit geladen. Und da es alle, die ihm zuhörten, verwunderien an Wein gebrac, spricht die Mutter sich seines Verstandes und seiner Ant- Jefu zu ibm: Sie haben nicht Wein. wort. Und da sie ibn saben, entfesten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum bast du uns das getban? Siche, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ibnen: Was ift's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und fie verstanden das Wort nicht, das Erscheinung Chrifti. Evangelium, Job. 2, 1-11. Und am dritten Tage war eine Jesus spricht zu ibr: elb, was babe ich mit dir zu fchaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu ten Dienern. Was er euch faget, das thut. Es waren aber attta sechs steinerne Wasserkrüge gesept, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen awet ober drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet bie Wasserkrüge mit 8 Am 3. Sonnt. n. d. Erscheinung Christi. Und Und Wasser. Und sie fülleten sie bis oben| Und siebe, ein Ausfäßiger kam und an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet betete ihn an, und sprach: Herr, so nun und bringet es dem Speisemeister. du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und sie brachten es. Als aber der Und Jesus streckte seine Hand aus, Spetsemeister fostete den Wein, der rührte ihn an, und sprach: Ich will Wasser gewesen war, und wußte nicht, es tbun, sey gereinigt. Und alsbald von wannen er kam( die Diener aber ward er von seinem Aussatz rein. Und wußten es, die das Wasser geschöpfet Jesus sprach zu ihm: Siebe zu, sage hatten), da rufet der Speisemeister es Niemand; sondern gehe bin, und den Bräutigam, und spricht zu ihm: zeige dich dem Priester, und opfere Jedermann giebt zum ersten guten die Gabe, die Moses befohlen hat zu Wein, und wenn sie trunken geworden einem Zeugniß über ste. Da aber sind, alsdann den geringeren; du hast Jesus einging zu Capernaum, trat den guten Wein bieber behalten. Das ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, ist das erste Zeichen, das Jesus that, und sprach: Herr, mein Knecht liegt geschehen zu Cana in Baliläa, und zu Hause, und ist gichtbrüchig, und offenbarte seine Herrlichkeit. bat große Qual. Jesus sprach zu ihm: seine Jünger glaubten an ibn. Ich will kommen, und ihn gesund Epistel, Röm. 12, 6-16. machen. Der Hauptmann antwortete Lieben Brüder: Wir haben mancher- und ſprach: Herr, ich bin nicht werth, let Gaben nach der Gnade, die daß du unter mein Dach gebest, sonuns gegeben ist. Hat Jemand Weissa- dern sprich nur ein Wort, so wird gung, so sey sie dem Glauben ähnlich. mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Hat Jemand ein Amt, so warte er Mensch, dazu der Obrigkeit unterdes Amts. Lebret Jemand, so warte than, und habe unter mir Kriegser der Lehre. Ermahnet Jemand, so knechte; noch wenn ich sage zu einem: warte er des Ermabnens. Giebt Je- Gebe bin; so gebet er; und zum anmand, so gebe er einfältiglich. Re- dern: Komme ver; so kommt er. Und gieret Jemand, so sey er sorgfältig. zu meinem Knechte: Thue das; so Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue thut er's. Da das Jesus börete, verers mit Luft. Die Liebe sey nicht falsch. wunderte er sich, und sprach zu denen, Hasset das Arge, banget dem Guten die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich an. Die brüderliche Liebe unter ein- fage euch, solchen Glauben habe ich ander sey herzlich. Einer komme dem in Israel nicht gefunden. Aber ich sage andern mit Chrerbietung zuvor. Seyd euch: Viele werden kommen vom Mornicht träge, was ihr thun sollt. Seyd gen und vom Abend, und mit Abrabrünstig im Geist. Schicket euch in ham und Isaac und Jacob im Himdie Zeit. Seyd fröblich in Hoffnung, melreich sizzen. Aber die Kinder des geduldig in Trübsal, baltet an am Reichs werden ausgestoßen in die Gebet. Nehmet euch der Heiligen Noth- äußerste Finsterniß binaus, da wird burft an. Herberget gerne. Segnet, feyn Heulen und Zähnklappern. Und die euch verfolgen; segnet und fluchet Jesus sprach zu dem Hauptmanne: nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, Gebe bin, dir geschebe, wie du geund weinet mit den Weinenden. Habt glaubt hast. Und sein Knecht ward einerlei Stun untereinander. Trachtet gesund zu derselben Stunde. nicht nach bohen Tingen, sondern baltet euch berunter zu den Niedrigen. Um 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Mattb. 8, 1-13. a Jesus aber vom Berge Herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Epistel, Röm. 12, 17-21. Halter altet euch nicht selbst für flug. Vergeltet Niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ebrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so babet mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Am 4., 5. und 6. Sonnt. Raum dem Zorn; denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich wil vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; bürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das ihust, so wirst du feurige Koblen auf sein Haupt sammeln. Luß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. n. d. Erscheinung Christi. 9 kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Waizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, bast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getban. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir bingehen, und es ausgäten? Er ſprach: Nein, auf daß mit Um 4. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 8, 23-27. trat in das Schiff ſeine Jünger folgten ihm. Und ausraufet, so thr das Unkraut ausstehe, da erhob sich ein großes Unge- gätet. Lasset beides mit einander stüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr bilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ibnen: Jbr Kleingläubigen, warum seyd ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrobete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? wachsen, bis zu der Erndte: und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Watzen fammelt mir in meine Scheuern. Epistel, Coloss. 3, 12-17. o ziebet nun an, als die Auserwählten Gottes, Hellige und Geliebte, herzliches Erbarmen, FreundItchkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch untereinander, so Jemand Klage bat wider den andu Epistel, Röm. 13, 8-10. Niemand wie denn daß ihr euch untereinander Itebet; denn wer den andern liebet, der bat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ebebrechen; du sollst nicht tödten; fost nicht stehlen; tu sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfaffet: Du sonst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gefeßes Erfüllung. ben hat, also auch ibr. Ueber alles aber ziebet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regtere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen send in einem Leibe, und seyd dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Welsbeit, lehret und vermabnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr tout, mit Worten, oder mit Werken, das ihut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danfet Gott und dem Vater durch ihn. Um 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 13, 24-30. Refue legte ihnen ein ander GleichUm 6. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Evangelium, Matth. 17, 1-9. der guten Saamen auf seinen Acker und nach sechs Tagen nahm Jeniß vor, und sprach: das Himmelreich ist gleich einem Menschen, schliefen, zu Jakobum, 10 Um Sonntage Septuagefimá. und Jobannem, seinen Bruder, und| gung aus menschlichem Willen berführete e beiſeits auf einen hohen vorgebracht, sondern die heiligen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, Menschen Gottes baben gerebet, geund sein Angesicht leuchtete, wie die trieben von dem beiligen Geist. Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siebe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die reteten mit ihm. Petrus aber Um Sonntage Septuagefimá. Evangelium, Matth. 20, 1-16. Resus sprach zu antwortete, und sprach zu Jeſu: Jas Himmelreich ist gleich einem Herr, hier ist gut seyn, willst du, so wollen wir bier cret Hütten machen, dir eine, Mosi eine, und Elias eine? Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolfe, und siche, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlaefallen babe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf thr Angesicht und erschracken sebr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an, und sprach: Siehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufbuben, saben sie Niemand, denn Sesum alleine. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Totten auferstanden ist. Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mietben in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelobn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus, um die dritte Stunde, und sabe andere an dem Markte müsstg stehen, und sprach zu ibnen: Gehet ihr auch bin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen bin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig steben, und sprach zuibnen: Was stebet ihr hier den ganzen Tag müssig? Ste sprachen zu ihm: Es bat uns Niemand gedinget. Er sprach zu lönen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht seyn wird soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Epistel, 2. Petr. 1, 16-21. W ir baben nicht den klugen Fabeln than haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir baben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Bater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschab von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme baben wir geböret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiltgen Berge. Wir haben ein festes propbetisches Wort, und ihr thut wobl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkelen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgebe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie teine Weissadie Arbeiter, und gieb ihnen den Lobn und bebe an, an den letzten bis zu den Ersten. Da kamen die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein Jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein Jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfinger, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese legten baben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Laft und Hize getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm was bein ist und gehe hin. Ich will aber diesen leßten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht macht zu 11 trug bundertfältige Frucht. La er das sagte, rief er: Wer Obren bat, zu hören, der böre. Es fragten ibn aber seine Jünger, und sprachen: Was Er aber dieses Gleichniß wäre? sprach: Euch ist es gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß piffet ihr nicht, daß die, so in fie es nicht sehen, ob sie es schon ben es thun was ich will, mit dem Meinen? siebest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die ersten, und die Ersten die Letzten seyn. Denn viele find berufen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, 1 Cor. 9, 24. 27. u. 10, 1-5. Um Sonntage Sexagesima. fen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: Jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf das Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streicher. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme tbn, daß ich nicht andern prebige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verbalten, daß unsere Bäter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durch das Meer gegangen, und sind alle unter Mofen getauft, mit der Wolfe und mit dem Meere; und haben alle einerlei getftliche Speise aegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; ste tranten aber von dem geistlichen Fels, der mitsolgte, welcher war Chrtslus. Aber an ihrer vielen hatte Gott feinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Um Sonntage Seragefimá. Evangelium, Luc. 8, 4-15. a nun vicles Volf bet einander war, und aus den Städten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu fäen seinen Saamen, und indem er fäete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und et lices fiel auf den Fels, und da es aufging, vertorrete es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dernen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und Dª schon bören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Saamen ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege find, tas sind, die es bören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und felig werden. Die aber auf dem Fels, find rie, wenn sie es hören, nehmen ke das Wort mit Freuden an, und die baben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so ee bören, und geben bin, unter den Sorgen, Reichibum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2 Cor. 11, 19-33. u. 12, 1-9. Lieben Brüder: Ihr vertraget gern Ihr vertraget, so euch Jemand zu Knechten machet, so euch Jemand schindet, so euch) Semand nimmt, so euch Jemand tropet, so euch Jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unebre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand fübn ist( ich rede in Thorbeit), darauf bin ich auch fühn. Sie find Ebräer; ich auch. Sie sind Israeliten; ich auch. Sie sind Abrahams Samen; ich auch. Sie find Diener Chrifti( ich rede ibörlich), ich bin wohl mehr. Ich babe mebr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Totesnötben gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, meniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, 12 Am Fastnachts Sonntage. dreimal habe ich Schiffbruch erlitten,| Jemand mich höher achte, denn er Tag und Nacht babe ich zugebracht in der Tiefe( des Meers). Ich babe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter ben Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Obne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rübmen soll, will ich mich meiner Schwachbeit rühmen. Gott und der an mir siebet oder von mir böretUnd auf daß ich mich nicht der hoben Offenbarung überbebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überbeke, dafür ich dreimal dem Herrn geflebet babe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, tenn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rübmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wobne. Bater unsers Herrn Jefu Chrifti, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damascus der Landpfleger des Königs Areta, verwahrte die Stadt der Damasker, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nicts nüße; boch will ich kommen auf die Gefichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht. Gott weiß es). Derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne tenselben Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er word entzückt in das Paradies, und börte unanssprechliche Worte, welche tein Mensch sagen fann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, obne meiner Schwachbeiten. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht : Um Fastnachts: Sonntage. Esto mihi oder Quinquagefimà genannt. Evangelium, Luc. 18, 31- 13. Jeſus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sebet, wir geben hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmäbet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und tödten, und am britten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der Reines, und die Rede war ihnen verborgen, und wuſsten nicht, was das gesagt war. Es geschab aber, da er nabe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber börete das Volk, daß durchhin ging, forschte er, was das wäre? Da vertündigten sie ibm, Jesus von Nazareth ginge vorüber, und er rief und sprach: Jefus, du Sobn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedrobeten ibn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille, und ließ ibn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ibn und sprach: Was willst du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich seben möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sep sehend, dein Glaube bat bir gebol 13. Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sobn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete, und mit und mit W Engelzungen redete, und hätte sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da fübrte ibu der Teufel mit sich in die betlige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu tbm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird feinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du den Fuß nicht an einen Stein stöjest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du solist Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt. und ihre Herrlichkeit; und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stebet geschrieben: Du sollst anbeten Goit, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ tón der Teufel, und siebe, da traten die Engel zu ihm, und dienten ihm. Um 1. Sonntage in der Fasten. fen, und alsbald ward er sehend, und folgte ibm nach, pries Gott, und alles Volk, das solches sabe, lobte Gott. Epistel, 1 Cor. 13, 1-13. der Liebe nicht, so wäre ich ein tönen des Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weisfagen könnte, und wüste alle Gebeimnisse und alle Erkenntnip, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge verseßte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meire Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie bläbet sich nicht. Sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das thre, sie lässet sich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträgt alles, fie glaubet alles, ste boffet alles, sie duldet alles. Die Liebe bört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufbören werden, und das Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stüdwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was findisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wot, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jeßt erkenn ich es slückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleib Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Um 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit genannt. Evangelium, Mattb. 4, 1-11. award Jesus vom Geist in die WüEpistel, 2 Cor. 6, 1-10. Lieben Brürer, wir ermahnen euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils gebolfen. Sebet, jest in die angenebme Zeit, jept ist der Tag des Heils, Laffet uns aber Niemand nirgend ein Nergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verläßert werde. Sondern in allen Dingen lasſet uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübfalen, in nötben, in Aengslen, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufrußren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschbett, in Erkenntniß, in Langmutb, in er von in dem 14 Am 2. und 3. Sonntage in der Fasten. in ungefärbter Liebe, in dem Wort| welche Gebote wir euch gegeben haben, der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch den Herrn Jesum. Denn das durch Waffen der Berechtigkeit, zur ist der Wille Gottes, eure Heiligung, Rechten und zur Linken, durch Ehre daß ihr meidet die Hurerei, und ein und Schande, durch böse Gerüchte und Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu gute Gerüchte, als die Verführer und behalten in Heiligung und Ehren, nicht doch wahrhaftig, als die Unbekannten, in der Luftfeuche, wie die Heiden, die und doch bekannt, als die Sterbenden. von Gott nichts wissen; und daß Nieund siehe, wir leben; als die Bezüch- mand zu weit greife, noch vervortheile tigten, und doch nicht ertödtet; als seinen Bruder im Handel; denn der die Traurigen, aber allezeit fröhlich; Herr ist Rácher über das alles, wie wir als die Armen, aber die doch Viele euch zuvor gesagt und bezeugt haben. reich machen, als die Nichts inne ha- Denn Gott hat uns nicht berufen zur ben, und doch Ulles haben. Unreinigkeit, ſondern zur Heiligung. Um 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere genannt. Evangelium, Matth. 15, 21:28. Und Jefus ging aus von dannen, und δ war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen spraentwich in die Gegend Tyrus und Sydon. Und siehe, ein Canandisches Weib ging aus derselben Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Uch Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meichen: Er treibet die Teufel aus durch ner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Las sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlorenen Schaafen von dem Hause Ifrael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, bilf mir. Über er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Web, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu der selben Stunde. Beelzebub, den obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er vernahm aber ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihne selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Catanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich triebe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahrt, so bleibt das seine mit Frieden, wenn aber ein stárkerer über ihn kommt, und über: windet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und Evistel, 1 Theff. 4, 1: 7. We eiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, Um 3. Sonntage in der Fasten, Oculi genannt. Evangelium, Luc. 11, 14 28. Um 4. Sonntage in der Fasten. 15 findet sie nicht; so spricht er: Ich will| ging hinauf auf einen Berg, und legte wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin; und wann er kommt so findet er es mit Besemen gekehret and geschmückt. Dann geht er bin, und nimmt sieben Geister zu sich, die årger sind, denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselben Menschen årger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete. erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind die Gottes Wort hören und bewahren. sich daselbft mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Feft. Da hob Jesus seine Augen auf, und sieht, daß vieles Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen? ( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: 3wei hundert Pfennige werth Brodes ift nicht genug unter sie, daß ein Seglicher unter ihnen ein Wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der bat fünf Gersten: Brode und zwei Fische, aber was ist das unter so Viele? Jesus aber ſprach: Epistel, Ephef. 5, 1-9. So fend nun Gottes Nachfolger belt die lieben und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebt, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sen dern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein purer noch Unreiner, oter Geiziger( welcher ist ein Gößendiener), Erbe cat an dem Reiche Chrifli und Gottes. Eaßt euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum send nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Schaffet, daß ſich das Volk lagere. He war aber viel Gras an dem Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desfeiben gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gersten Broden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen ſahen, das Jefus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jefus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. : Epistel, Gal. 4, 21:31. aget mir, die ihr unter dem Geseg seyn wollt, habt ihr das Geseg nicht gehdret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testa: mente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist Um 4. Sonntage in der Fasten, Låtare genannt. Evangelium, Joh. 6, 1:15. weg Meer an der Stadt Syberias in Galilda. Und es zog ihm vieles Voll nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber Am 5. und 6. Sonntage in der Fasten. mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ebret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seyd. Aber ich kenne ihn, und balte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag seben sollte, und er fube ibn, und freute sich. Da sprachen die Juden zu den Mann hat. Wir aber, lieben Brü- ibm: Du bist noch nicht funfzig Jahr der, sind Isaaks, nach der Verbeifung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgeten den, der nach dem Geist geboren war, also gebet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freten. alt, und bast Abrabam gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wabrlich, wabrlich, ich sage euch: Ehe denn Abrabam ward, bin ich. Da boben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jehus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. 16 die Agar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Frete, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sey fröblich du Unfruchtbare, die du nicht gebterest; und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Ein same hat viel mehr Kinder, denn die Um 5. Sonntage in der Fasten Judica genannt. Je Evangelium, Sob. 8, 46-59. Resus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort: darum böret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete, ich habe keinen Teufel, sondern ich ebre meinen Vater, und ihr unebret mich. Ich suche nicht meine Ebre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wabrlic, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu thm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel baft. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort bält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mebr, benn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Prophe. bir selbst? Jesus antwortete! So ich du aus Epistel, Hebr. 9, 11-15. Sbrißus aber ist gekommen, daß er sep ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkomgemacht ist, das ist, die nicht also gemenere Hütte, die nicht mit der Hand bauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und bat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kub gesprenget, belliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mebr wird das Blut Cbrißi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert bat, unser Gewissen reinigen von den tobten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verbeißene ewige Erbe empfangen. Am 6. Sonntage in der Fasten. palmarum genannt. Evangelium, fiehe am ersten Sonntage des Advents. Epistel, Philipp. 2, 5-11. Ein Jeglicher sey gesinnet, wie Je Christus war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, 17 Am 1. und 2. heiligen Ostertage. hielt er es nicht für einen Raub, Gottfeget den alten Sauerteig aus, auf gleich seyn, sondern außerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Gebe: den als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehoriam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Na: men gegeben, der über alle Namen ist: Daß in dem Namen Jesu fich beugen sol len aller derer Kniee, die im Himmel und auf der Erde, und unter der Erde find; und alle 3ungen bekennen ſollen, daß Jesus Christus der Herr sey, jur Ehre Gottes, des Vaters. Um heiligen Oster: Tage. Evangelium, Marc. 16, 1: 8. Unt nd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome, Specerei, auf daß sie kámen und Jesum salbten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter ein ander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie ent: fegten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entfeget euch nicht; ihr suchet Jefum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinleg: ten. Gehet aber hin, und sagt es feinen Jungern und Petro, daß er vor each bingehen wird in Galitda; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entsegen angekommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1 Cor. 5, 6: 8. Suer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr den ganzen Teig versäuert? Darum ( Ev. Luth.) daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. Um zweiten Oster: Tage. Evangelium, Luc. 24, 13:35. Ind siehe, zwei aus den Jüngern Le des Herrn gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feld- Weges weit, deß Name heisset Emmahus. Und fie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und send traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen gescheben ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet baben zur Verdammniß des Todes und gefreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel eriösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, da folches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewefen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. und etliche unter une gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden fie ihr Thoren und trážes Herzens, zu 2 18 Um 1. Sonntage nach Ostern. glauben allem dem, das die Propheten| gehänget. Denselben hat Gott aufer: geredet haben; mußte nicht Chriftus wecket am dritten Tage, und ihn lassen folches leiden, und zu seiner Herrlichkeit offenbar werden, nicht allem Volk, son: eingehen? Und sing an von Mose und dern uns, den vorerwählten Zeugen von allen Propheten, und legte ihnen alle Gott, die wir mit ihm gegessen und geSchriften aus, die von ihm gesagt wa trunken haben, nachdem er auferstanden ren. Und sie kamen nahe zum Flecken, ist von den Todten. da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Ubend werden, und der Tag bat si geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleib n. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische faß, nahm er das brach es, es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und fie standen auf zu derselben Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simon erschienen. Und sie erzählten isnen, was auf dem Wege geschehen war, von ihnen erkannt wåre, an dem, da er das Brod brach. und wie Lection, Up. Gesch. 10, 34-41. und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israels gesandt hat, und verkündigen las sen den Frieden durch Jesum Chriftum, welcher ist ein Herr über Ulles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galilda, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselben Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen Ulles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den baben sie getödtet, und an ein Holz Um 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti genannt. Evangelium, Joh. 20, 19:23. m Abend aber desselben Sabbaths, da die die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen, Friede sey mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jefus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1 Joh. 5, 4:10. lles, was von Gott geboren ist, Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, oder der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Waffer allein, sondern mit Wasser und Blut. und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei find beisammen. So wir der Menschen Seugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von feinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Um 2. und 3. Sonntage nach Ostern. Um 2. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Evangelium, Job. 10, 12-16. J$ ch bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte lasset sein Leben für die Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, stehet den Wolf kommer, und verläffet die Schaafe und fliebt; und der Wolf erbaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fliebt, denn er ist ein Mietbling, und achtet der Schaafenicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin befannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater und ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die find nicht aus diesem Stalle. Und die selben muß ich herfübren, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Epistel, 1 Petr. 2, 21-25. enn dazu seys thr berufen, finte mal auch Christus gelitten bat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan bat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht brobete, da er litte; er stellete es aber dem beim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert bat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seyd beil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schaafe; aber ihr seyd nun bekebret zu dem Hirten und Bischoff eurer Seelen. 19 ein Kleines, so werdet ihr mich nicht seben, und aber über ein Kleines, fo werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Bater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er saget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da mertte Jefus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werret ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; tbr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebäbret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren bat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und andemselbenTage werdet ihr mich nichts fragen. nes, so werdet ihr mich seben, denn ich gebe zum Vater. Da sprachen Etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist tas, daß er faget zu uns: Ueber Epistel, 1 Petr. 2, 11-20. ieben Brüder, ich ermahne euch, als Enthaltet euch von fleischlichen Lüßen, welche wider die Seelestreiten; undführet einen guten Wandel unter den Hetden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Ulebelthätern, eure guten Werke seben, und Gott pretsen, wenn es nun andenTag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersien, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihmi, zur Rache überdiellebelthäter, und zukobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenbeit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht eber ein Kleines, so werdet ihr mich als bättet ihr die Freiheit zum Deckel nicht sehen, und aber über ein Kleider Bosheit, sondern als die Knechte Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate genannt. Evangelium, Job. 16, 16-23. Uebe Gottes. Tbut Ebre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte feyd unterthan mit aller Furcht den Herren, 2* 20 Um 4. u. 5. Sonntage nach Ostern. nicht allein den Gütigen und Gelinden,| zeuget nach seinem Willen durch das sondern auch den Wunderlichen. Denn Wort der Wahrheit, auf daß wir wären das ist Gnade, so Jemand um des Ge- Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, wissens Willen zu Gott das Uebel ver- fteben Brüder, ein jeglicher Mensch trägt und leidet das Unrecht. Denn sev schnell zu hören, langsam aber zu was ist das für ein Ruhm, so ihr um reten, und langsam zum Zorn. Denn Missethat willen Streiche leidet? Aber des Menschen Zorn thut nicht, was wenn ihr um Wohlthun willen leidet vor Goit recht ist. Darum so leget ab, und ertuldet, das ist Gnade bei Gott. alle Unsauberkeit und alle Bosbett, und nehmet das Wort an mit Sanftfann eure Seelen feltg machen. muth, das in euch gepflanzt ist, welches Um 4. Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Evangelium, Job. 16, 5-15. Nun un aber gebe ich bin zu dem, der mich gefandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du bin? Sonderndieweil ich solches zueuch Evangelium, Job. 16, 22-30. Jabrlich, wahrlich, ich euch: geredet habe, ist ever herz vou Trau: W So thr den Vater age bu rens geworden. Aber ich fage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingebe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber bingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbe kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gebe, und ihr mich hinfortnichtsebet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber iener, der Geist der Wahrbeit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch ver. kündigen. Derselbe wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gefagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Epistel, Jak. 1, 17-21. Al; lle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater tes Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns geUm 5. Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bieber habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet; es fommt aber die Zett, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch fret heraus verkündigen von meinem Vater. An demselben. Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich denVater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich lieber und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gebe zum Vater. Sprechen zu ibm seine Jünger: Stebe, nun redest du fret heraus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel, Saf. 1, 22-27. eyd aber Täter des Worts, und nicht hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Tbäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich be Um Fest der Himmelfahrt Christi. Um 6. Sonnt. n. Oftern. 21 schauet bat, gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeslicher Hörer, sondern ein Thäter, berselbige wird selig seyn in seiner That. So aber sich Jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführt sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten.. nommen ward, nachdem er den Aposteln ( welche er batte erwählt,) durch den belligen BeistBefebl getban hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebenbig erzeiget hatte, durch mancherlet Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt batte, befahl er: ibnen, baß sie nichtvon Jerufalemwichen, sondern warteten auf die Verheißung des Baters, welche ihr habt geböret( sprach er) von mir. Denn Johannes bat mit Wasser: getauft, tör aber sollt mit dem betligen Geistgetauftwerden, nichtlang nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten thn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Um Fest der Himmelfahrt Chrifti. Evangelium, Marc. 16, 14-20. offenbarte sich der Herr und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt bat ten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet bin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird felig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zetchen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so ste etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Franken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgeboben gen Himmel, und sizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfol. We wird, welchen ich euch senden enn aber der Tröster kommen gende Zeichen. werde vom Vater, der Geist der Wahrbeit, der vom Vater ausgebet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet denn seyð von Lection, Ap. Gesch. 1, 1-11. te erste Neve habe ich zwar getban vorbehalten hat: sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerufalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgeboben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsaben gen Himmel fabren, fiebe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stebet ibr, und sebet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn geseben habt gen Himmel fabren. das Jesus anfing, betdes, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgeUm 6. Sonntage nach Ostern, Eraudi genannt. Evangelium, Job. 15, 26-27 und 16, 1-4. bei mir gewesen. Solches babe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert, 22 Um heiligen Pfingsttage. Sie werden euch in den Bann thun.| freuen, daß ich gesagt habe: Ich gebe Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch zum Vater; denn der Vater ist größer, tödtet, wird meinen, er thue Gott einen denn ich. Und nun habe ich es euch ge= Dienst daran. Und solches werden sie fagt, ehe denn es geschieht, auf daß, euch darum thun, daß sie weder meinen wenn es nun geschehen wird, daß ihr Vater noch mich erkennen. Aber solches glaubet. Ich werde hinfort mehr nicht habe ich zu euch geredet, aufdaß, wenn viel mit euch reden, denn es kommt der die Zeit kommen wird, daß ihr daran Fürst dieser Welt, und hat nichts an gedenket, daß ich es euch gefagt habe. mir. Uber, auf daß die Welt erkenne, Solches aber habe ich auch von Anfang daß ich den Vater liebe, und ich also nid) t gesagt, denn ich war bei euch. thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf, und lasset uns von hin: nen gehen. Epistel, 1 Petr. 4, 8:11. o send nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyb gastfrei unter einander, ohne Murmeln. Und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnaden Gottes. So Jemand redet, daß er es rede, als Bottes Wort. So Jemand ein Umt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christum, welchem sen Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Jeft Um heiligen Pfingst- Tage. Evangelium, Job. 14, 23:31. esus antwortete, und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Va: ters, der mich gefandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Über der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Håttet ihr mich lieb, so würdet ihr euch Lection, Upost. Gesch. 2, 1:13. nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete tas ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Jungen zertheilt, als wären fie feurig; und er sette sich auf einen Jeglichen unter ihnen. Und wurden Alle voll des heiligen Geister, und fingen an zu predigen mit andern 3ungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme und wurden bestürzt, denn es hörte ein geschahe, kam die Menge zusammen, Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber Alle, verwunderten sich und sprachen unter: einander: Siehe, sind nicht diese Alle, die da reden, aus Galilda? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judda und Cappadocien, Ponto und Asien, Phrygien und Pamphilien, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyres ne, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenoffen, Greter und Uraber! wir hören sie mit unsein Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie ents festen sich aber Alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie find voll süßen Weins. Um 2. heiligen Pfingsttage. Am zweiten Pfingst- Tage. Jet Evangelium, Joh. 3, 16:21. Resus sprach zu Nicodeme: Ulso hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren wer: den, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht ge: fandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekom: men ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke waren böse. Wer Urges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Lection, Ap. Gesch. 10, 42-48. Am Sonntage Trinitatis. 23 mus, ein Oberster unter den Juden. Der kam zu Jefu bei der Nacht, und sprac zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es ſey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch ge= boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geift. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du höreft sein Saufen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er er Herr hat uns geboten zu predi- kommt, und wohin er fährt. Also ist ein gen dem Volk, und zu zeugen, daß Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. er ist verordnet von Gott, ein Richter Nicodemus antwortete und sprach zu der Lebendigen und der Todten. Von ihm: Wie mag solches zugehn? Jefus diesem zeugen alle Propheten, daß durch antwortete, und sprach zu ihm: Bist du seinen Namen Alle, die an ihn glauben, i ein Meister in Israel, und weißt das Vergebung der Sünden empfangen foiz nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage len. Da Petrus noch diese Worte redete, dir: Wir reden, das wir wissen, und fiel der heilige Geift auf alle, die dem zeugen, das wir gesehen haben, und ihr Worte zuhörten. Und die Gläubigen nehmet unser Zeugniß nicht an. Glauaus der Beschneidung, die mit Petro bet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen gekommen waren, entsegten sich, daß Dingen fage, wie würdet ihr glauben, auch auf die beiden die Gabe des heiligen wenn ich euch von himmlischen Dingen Geistes ausgegossen werde. Denn sie sagen würde? Und Niemand fährt gen horten, daß sie mit Bungen redeten, und Himmel, dennder vom Himmel hernieGott hoch priesen. Da antwortete Peder gekommen ist, nämlich des Menschen trus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. De Sohn, der im Himmel ift. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet bat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, fon: dern das ewige Leben haben. Um Sonntage Trinitatis, oder, am Fest der heil. Dreifal tigkeit. Evangelium, Joh. 3, 1:15. s war aber ein Mensch unter den Pharifdern, mit Namen Nicode: Epistel, Röm. 11, 33:36. D welch eine Tiefe des Reichtbuns, beide der Weisheit und Erkennt: niß Gottes! Wie gar unbegreiflic find feine Gerichte, und unerforschlich seine Um 1. und 2. Sonntage nach Trinitatis. 24 Wege! Denn wer bat des Herrn Stnn erkannt? Oder, mer til sein Rathgeber gewesen? Ober, wer bat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von tbm und durch tón, und in ihm sind alle Dinge. Ihm fey Ebre in Ewigkeit, Amen. Um 1. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 16 19-31. Es war aber ein reicher Mann, der fleidete sich mit Purpur und föhlt der Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begeörte sich zu sättigen von den Brofamen, die von bes Reichen Tische fielen: doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sit aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, bob er seine Augen auf, und sabe Abrabam von ferne, und Lazarum in ſeinem School, rief und sprach: Abraham, erbarme meiner, und sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und füble meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abrabam aber sprach: Gedenke Sohn, daß ihnen ginge, so würden sie Buse thun* Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propbeten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferflünde. E Epistel, 1 Joh. 4, 16-21. ott ist die Liebe, und er in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in thm. Daran ist die Liebe völlig bet uns, auf day wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebt. So Semand spricht: It liebe Gott, und baffet seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siebet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder Itebe. Um 2. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 14, 16-21. Es war ein Mensch, der matte ein grof und ludViele dazu. Und sancte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahle, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es isi Alles berettet. Und sie fingen an, Ase nach einander sich zu entschuldigen. Cererste du dein Gutes empfangen baß in dei- sprach zu ihm: ich habe einen Acker ge. nem Leben, und Lazarus dagegen bat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, I daß die da molten von binnen binab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von bannen zu uns berüber fabren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, taß du ibn sendest in meines Baters Haus; denn ich babe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an die ſen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Ste baben Mofen und die Propoeten: lag sie diefelben bören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Totten zu fauft, und muß hinausgeben, und ihn besehen; tchbittedich, entschuldigemich. Und der Andere sprach: Ich babe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gebe jetzt bin, sie zu beseben; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, tarum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wie der. Daward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gebe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und fübredte Armen und Krüppel, und Lahmen und Blinden berein. Und der Knecht sprac: Herr es ist gescheben, was du befoblen bast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf Um 3. und 4. Sonntage nach Trinitatis. 19 die Landstraßen, und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel 1 Joh. 3, 13-18. Ve erwundert euch nicht, meine Brů: der, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Todtschläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Am 3. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 15, 1:10. s naheten aber zu Jesu allerlei Böllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisder und Schriftgelehrten 25 lieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis das sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe hat, und so er der eines vertieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingebe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er cs auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich babe mein Schaaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen ver: Epistel, 1 Petr. 5, 6:11. o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgewerfet auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widersteht fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, ftárken, fråftigen, gründen. Demfelben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Um 4. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 6, 36:42. arum send barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Bergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, ge rütteltes und überflüssiges Maas wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maas, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? 26 Um 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. Oder, wie kannst du fagen zu deinem| ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Bruder: Halt still, Bruder, ich will Schiffe voll, also daß sie sunken. Da den Splitter aus deinem Auge ziehen, das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu und du siehest selbst nicht den Balken in den Knieen, und sprach: Herr, gehe deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor von mir hinaus, ich bin ein súndiger den Balken aus deinem Auge, und be: Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken fiehe dann, daß du den Splitter aus dei angekommen, und alle, die mit ihm wanes Bruders Auge ziehest. ren, über diesen Fischzug, den sie mit: einander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebeddi, Simonis Gesellen, und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Epistel, Róm. 8, 18:23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Farren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergånglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Krea: tur sehnet sich mit uns, und ángstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Um 5. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 5, 1-11. s begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth und fahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Neße. Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er segte sich und leh rete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Neße aus, daß ihr einen 3ug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Neg auswerfen. Und da sie das thaten, beschloffen sie eine große Menge Fische, und ihr Neg zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kámen, und hülfen ihnen Epistel, 1 Petr. 3, 8:15. Endlich aber send allesammt gleich gefinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seyd, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der fchweige seine Bunge, daß sie nichts Bdfes rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich rom Bosen, und thue Gutes: er suche Friede und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Ungesicht aber des Herrn sieht auf die, die da Boses thun. ihr dem Guten nachkommet? Und ob Und wer ist, der euch schaden könnte, ſo ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so send ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Um 6. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 5, 20:26. s sey denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharifäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehdret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber todtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zúrnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder saget: Racha! der ist des Raths schuldig. Wer aber saget: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe: So laß allda vor dem Altar deine Sabe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst über: antworte dem Richter, und der Richter überantworte sich dem Diener, und wer: deft in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den legten Heller bezahleft. Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Róm. 6, 3:11. Wiffet ihr nicht, daß alle, die wir in Jefum Chriftum getauft sind, die find in seinen Tod getauft? so sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe 27 seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharrt und ba: ben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungegessen von mir hrim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod bier in der Wüsten, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Siefprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagert n. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie diefelben vorlegten; und sie legs ten dem Volk vor. Und hatten ein we: nig Fischlein; und er dankte und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, fieben Körbz. Und ihrer waren bei viertausend, di: da gegeffen hatten; und er ließ sie von sich. Epistel, Rom. 6. 19:23. in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Fodten, durch Ich muß menschlich davon reden, um die Herrlichkeit des Baters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Die weil wir wissen, daß unser alter Mensch fammt ihm g. kreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ift gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Chrifto gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Chriftus, von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde geftor ben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebeter Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben send, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. der willen eures Fleis sches. Gleichwie ihr eure Glieder bege: ben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebat auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie beilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte war t, da waret ihr. frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? welcher ihr euch jest schámet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber send von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Babe Gottes ist das ewige Leben, in Chrifto Jesu unserm Herrn. Evangelium, Marc. 8, 1: 9. der Zeit, da vieles Volk da war, und hatte nichts zu effen, rief Jesus 3⁰ Um 7. Sonntage nach Trinitat. Sehet euch vor, vor den falſchen Propheten, die in Schaafskleidern Um 8. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 7, 15:23, zu euch kommen; inwendig aber find fie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr fie erkennen. Kann man auch 28 Um 9. Sonntage nach Trinitatis. Trauben lesen von den Dornen, oder Güter umgebracht. Und erforderte ihn, Feigen von den Disteln? Also, ein feg- und sprach zuibm: Wieböreich dasvon licher guter Baum bringet gute Früchtir? ThueRechnung von deinem Hauste; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgebauen und in das Feuer geworfen. Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen; sondern die den Willen thun metnes Vatere im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, baben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Saben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. balten? denn du kannst binfort nicht mehrhaushalter seyn. Der Hausbalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich tbun will, wenn ich nun von dem Amt geſetzt werde, daß sie mich in ihre Häusernehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner feines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wiestel bistdu meinem Herrn schuldig? Ersprach: Hundert TonnenDels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sebe dich, und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Wetzen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Epistel, Röm. 8, 12-17. sind wir nun, lieben Brüder, nicht dem Freunde mit daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo thr nach dem Fleisch lebet, so wer. det för sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fletsches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geift Gottes treibet, bie find Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen frechtlichen Geißt empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr babt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbe Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so find wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Am 9. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 16, 1-9. * s war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor bm berüchtiget, als hätte er tbm seine rechten Mammon, auftaß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epiftel, 1 Cor. 10, 6-13. Das ist aber uns zum Vorbild geſche. uns nicht gelüsten laffen des Bösen, gleich wie jene geLüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche worden, als geschrieben fitebet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laft uns nicht hurerei tretben, wie Etliche unter fenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag dret und zwanzig tauſend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von fenen ihnverfuchten, und wurdenvonden Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwiejener Etlichemurreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfubr ibnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich Am 10. und 11. Sonntage nach Trinitatis. läßt dunken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Uber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. 29 es ist ein perr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Ulles in Uuen. Ja einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geiftes zum gemeinen Rugen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Wisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geift; einem Undern der Glaube, in demselbigen Seift, einem Undern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist, einem Undern Wunder zu thun; einem andern Weisfagung; einem andern Geister zu unter= scheiden, einem Undern mancherlei Sprachen; einem Undern die Sprachen auszulegen. Dies aber Ulles wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Um 11. Sonntage nach Trinitatis. Un Um 10. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 19, 41:48. als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ift es vor deinen Augen verbor: gen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ångsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du beimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Uber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Epistel, 1 Cor. 12, 1911. on den geistlichen Gaben aber will verbalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden send gewesen, und hingegangen zu den wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geift Gottes redet; und Niemand tann Jefum einen berrn heißen, ohne durch den heiligen Geift. Es find mancherlei Gaben, aber es ist ein Geift. Und es sind mancherlei Uemter, aber Evangelium, Luc. 18, 9:14. er Herr sagte zu Etlichen, die sich felbft vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Undern, ein solches Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Phärisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharifäer stand, und betete bei sich felbft also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimat in der Wocke. und gebe den Zehnten von Ullem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Bruft, und sprach: Gott, sey mir Sünder gnås dig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1 Cor. 15, 1:10. ch erinnere euch aber, lieben Brüder, h des Evangelit, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch anges nommen habt, in welchem ihr auch ste= het; durch welches ihr auch ſelig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündige. habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hat. 2m 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. 30 tet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sey für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben fey, und daß er auferstanden sey am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den 3wölfen. Darnach ist er gefehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, Etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Um legten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln; als der ich nicht werth bin, daß ich ein Upostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Um 12. Sonntage nach) Trinitatis. Und Evangelium, Marc. 7, 31:37. nd da der Herr Jeſus wieder aus: ging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und ſpüßte, und rührte seine 3unge, und sahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2 Cor. 3, 4-9. in solches Vertrauen aber haben Sin wir durch Chriftum zu Gott. nicht, daß wir tüchtig sind von uns selbst, etwas zu denken, als von uns selbst, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Seift macht lebendig. So aber das Umt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israele nicht konnten ansehen das Ungesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhörte. Wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Umt, das die Verdammniß predigt, Klarheit hat, vielmehr hat das Umt, das die Berechtigkeit predigt, über: schwengliche Klarheit. Um 13. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 10, 23:37. Resus wandte sich zu seinen Jüns Selig sind die Augen, die da ſehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propbeten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht geschen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrie: ben? Wie lieseft du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nachfter? Da antwortete Jesus, und sprach: Um 14. Sonntage nach Trinitatis. 31 Es war ein Mensch, der ging von Jeru-| Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht falem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselben gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiſete, und kam dahin, und da er ihn sahe, jam merte ihn seiner, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß tarein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte seiner. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zwei Gro: schen, und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege seiner, und so du was mehr wirst darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sen gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. eines einigen Mittler, Gott aber ift einig. Wie? ist denn das Geseß wider Gottes Verheißung? Das sey ferne. Wenn aber ein Gefes gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so kame die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesege. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Chriftum, gegeben denen, die da glauben. doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Run ist ja die Verheißung Abraham und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestátiget ist auf Christum, wird nicht auf gehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gefen aufhören, welches gegeben über I Evangelium, Luc. 17, 11- 19, es da reifete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samaria und Gallilda. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn ausságige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geſchab, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, fetrete Epistel, Gal. 3, 15:22. Lieben Brüder, ich will nach mensch- er um, und pries Gott mit lauter reden: Stimme, und auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber ant wortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrete, und gåbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen Um 14. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, 16-24. Rieben Brüder: wandelt im Geiſt, ſo werdet ihr des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geift wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seyd ihr nicht unter dem Gewillen, bis der Scame fáme, dem diesege. Offenbar sind aber die Werke des Verheißung geschehen ist, und ist gestellt von den Engeln, durch die Hand des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei nachher. Denn so das Erbe durch das Geseg erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Ge seg? Es ist dazu kommen um der Sünde e D 21 u 32 Um 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. Zauberei, Feindschaft. Hader, Neid,| nach dem Reich Gottes, und nach seiner 3orn, 3ank, 3wietracht, Rotten, Haß. Gerechtigkeit, so wird euch solches alles Mord, Saufen, Fressen und derglei: zufallen. Darum forget nicht für den chen, von welchen ich euch habe zuvor andern Morgen, denn der morgende gesagt, und sage noch zuvor, daß, die Tag wird für das Seine sorgen. Es solches thun, werden das Reich Gottes ist genug, daß ein jeglicher Tag seine nicht ererben. Die Frucht aber des eigene Plage habe. Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Ge duld, Freundlichkeit, Gútigkeit, Glaube, das aber n u Sanftmuh, Keuschheit. Wider folche ist angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüften und Begierden. Um 15. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 6 21:34. Ni iemand kann zweien Herren dienen, entweder er wird einen haffen, und den anderen lieben, oder wird einem anhangen, und den andern ver: achten. Ihr könnet nicht Gott dienen, und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vogel unter dem Himmel an; sie såen nicht, sie ernoten nicht, sie fammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Långe eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden werden wir Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten Epistel, Gal. 5, 25 u. 6, 1: 10. 0 So wir im Geiſte leben, ſo laßt uns im uns nicht eitler Ehre geizig seyn unter einander( uns) zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, fo helfet ihm wieder zurecht mit sanft: müthigem Geist, die ihr geistlich seyd. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Geseg Chrifti erfüllen. So aber sich Jemand läßt dúnken, es sen etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ibn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott låst sich nicht spotten. Denn was der Mensch fået, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch fået, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten. Wer aber auf den Geist sået, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten Laßt uns aber Gutes thun, und nich; müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhörent Als wir denn nun Zeit haben, so laffe: allert uns Gutes thun an Jedermann, meist aber an des Glaubens Genossen. Um 16. Sonntage nach Trinitatis. 8. X Evangelium, Luc. 7, 11-17. und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Nain ging, und sein er Jünger gingen viel mit ihm und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam fiehe, da trug man ei nen Todten heraus Um 17. Sonntage nach Trinitatis. der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselben, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Tråger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Lånder, Epistel, Ephes. 3, 13:21. Lieben Brüder, darum bitte ich, daß Jemand geladen wirst zur Hochzeit, nicht um meiner oben an, daß Trubsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jefu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reich thum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen und Christum, zu wohnen durch den Glauber in eurem Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sen die Breite, und die Långe, und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllt werdet mit allerlei Dem aber, überschwänglich thun kann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Umen. Um 17. Sonntage nach Trinitatis. 33 fåer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schrift: gelehrten und Pharisåern, und sprach: It es auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn heraus zieht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu figen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Und Evangelium, Luc. 14, 1:11. nd es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Phari( Ev. Luth.) etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müsseft dann mit Schaam unten an sigen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel, Ephef. 4, 1.6. o ermahne nun euch ich Gefangener in wandelt, wie es sich gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Undern in der Liebe, und seyd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seyd auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott, und Vater( unser) Aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch Allen. 3 34 Am 18., 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. Um 18. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 34-46. a aber die Pharisäer hörter, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und Einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist ras vornehmste Gebot im Gesetz? Jefus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bet einander waren, fragte fte Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn Cavid im Geist einen Herrn? da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Nechten, bis das ich lege deineFeinde zum Schemeldeiner Füße? Sonun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, 1 Cor. 1, 4.9. gch danke meinem Gott allezeit eudie euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre, und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Chrifto in euch träftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt, an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsere Herrn Jefu Christi. Welcher auch euch wirb fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seyd auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seyd zur Gemeinschaft seines Sohns Jefu Chrifti, unsers Un 19. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 9, 1-8. a trat er, der Herr Jesus, in ras Schiff, und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchtgen, der lag auf einem Bette. Canun Jesus ihren Glauben sabe, sprach er zu dem Bichtbrüchigen: Sey getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir bergeben. Und siehe, Etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen; Dir sind deine Sünden vergeben, oder zusagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging helm. Dadas Volk das sahe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistel, Ephes. 4, 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neusa Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffner Gerechtigkeit und Helligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorne untergeben. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf taß er habe zu geben dem Dürftigen. Um 20. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 2-14. assimmelreich ist gleich einem Knige, Um 21. Sonntage nach Trinitatis. machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit rufeten, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu sei ner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zor: nig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen fie fanden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an: Er aber verstummete. Da fprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Um 21. Sonntage nach Trinitatis. 35 Evangelium, Joh. 4, 47-54. 11nd nd es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judda in Galilåa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab káme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todtkrank. und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm fagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besfer mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Bater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judáa in Galilda kam. Epistel, Ephef. 6, 10- 17. dem Herrn, und in der Macht sei: ner Stärke. Ziehet an den Harnisch Epistel, Ephef. 5, 15-21. Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen o fehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich die liftigen Anläufe des Teufels. Denn wandelt, nicht als die Unweisen, wir haben nicht mit Fleisch und Blut sondern als die Weisen. Und schicket zu kämpfen, sondern mit Fürsten und euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Gewaltigen, nämlich mit den Herren Darum werdet nicht unverständig, der Welt, die in der Finsterniß dieser sondern verständig, was da sey des Welt herrschen, mit den bösen Geistern Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll unter dem Himmel. Um deßwillen, Weins, daraus ein unordentlich Wesen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf folget, sondern werdet voll Geistes. daß ihr an dem bösen Tag Widerstand Und redet unter einander von Psalmen thun, und alles wohl ausrichten, und und Lobgefangen und geistlichen Lie: das Feld behalten möget. So ftehet dern, singet und spielet dem Herrn nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrin curem Herzen. Und saget Dankheit, und angezogen mit dem Krebs allezeit für alles, Gott und dem Vater der Gerechtigkeit, und an Beinen gein dem Namen unseres Herrn Jesu Christi. Und send unter einander unterthan in der Furcht Gottes. ftiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber Um 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. 36 ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Um 22. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 18, 23: 35. D as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen, ihn, und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Dajammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, son: dern ging hin, und warf ihn in das Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mit: knechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herren alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalke: knecht, alle deine Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Jch Epistel, Phil. 1, 3:11. ch danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Ullen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekráf= tige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch Ullen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Er fahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr feyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jefum Chriftum geschehen ( in euch), zur Ehre und Lobe Gottes. Um 23. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 15, 22. a gingen die Pharisäer hin, und Rath, fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodes Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand, denn du achteft nicht das Unsehen der Menschen. Darum sage uns, was dúnkt dich: Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die 3insmünze. und sie reichten ihm einen Broschen dar. und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist Um 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. Da sie das höreten, verwunderten fie sich und ließen ihn, und gingen davon. Epistel, Phil. 3, 17:21. olget mir, lieben Brüder, und sehet uns habet zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ichs auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu handen wird, derer, die irdisch gefinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des Herrn, welcher unfern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem ver: klärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 9, 18:26. ihnen he, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jegt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Mich te ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sabe sie, und sprach: Sen getroft meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselben Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mágdiein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Uls aber das Volk aus getrieben war, ging er hinein, und er: griff sie bei der Hand, da stand das Mägdlein auf. Und dies( Gerücht er: scholl in daffelbige ganze Land. 37 Epistel, Coloff. 1, 9:14. erhalben auch wir, von dem Tage an, es hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet allerlei geistlicher Weisheit und Verstand: daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem gefallen, und fruchtbar send in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestårfet werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig ge macht hat zu dem Erbtheile der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versegt in das Reich seines lieben ohnes. Un welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nåmlich die Vergebung der Sünden. Um 25. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 21, 15:28. W enn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte ( wer das liefet, der merke darauf!). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Behe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird als: dann eine große Trübsal seyn, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkür: zet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufste= 38 Um 26. Sonntage nach Trinitatis. hen, und große Zeichen und Wunder| Böcken scheidet. Und wird die Schafe thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siche, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus. Stehe, er ist inter Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Bliz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Nas ist, da sammeln sich die Arler. zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König fagen zu denen zu seiner Rechten: kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackt gewoesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seyd zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und fragen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich geſpeifet? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Epistel, 1 Thess. 4, 13-18. W Mir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von dener, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschla- Gast gesehen, und beherberget? Oder fen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feld. geschret und Stimme des Erzengele, und mit der Posaune Gottes bernieder kommen vom Himmel; und die Torten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrnseyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten nackt, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank over gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Und der König wird antworten, und Was ihr gethan habt einem unter diehabt ihr mir geihan. Dann wird sen meinen geringsten Brüdern, das Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, er auch sagen zu denen zur Linken: in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht geihr habt mich nicht beherberget. Ich bin tränket. Ich bin ein Gast gewesen, und nacht gewesen, und ihr habt mich nicht bekleicet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht be. suchet. Da werden sie ihm auch antwor ten, und sagen; Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nact, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerech. ten in tas ewige Leben. unter einander. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 25, 31-46. W enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herr. lichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Um 27. Sonntage nach Trinit. Um Tage Mar. Rein. 39 Epistel, 2 Theff. 1, 3:10. ir sollen Gott danken allezeit um Wi euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch Allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trúbfalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trubsal denen, die euch Trúbsal anlegen. Euch aber, die ihr Trubsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, fammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über, die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Zage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sey cuch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist, wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheissung, wie es Etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt seyn mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hige zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Am 27. Conntage rach Trinitatie. Evangelium, Matth. 17, 1-9. Siehe oben am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 3, 3:13. Lieben Brüder: wisset das aufs Erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn, nach: dem die Våter entschlafen sind, bleibet es Alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen daß der Himmel vor Zeiten auch war; dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sundfluth verderbet. Also auch der Himmel jegund und die Erde werden Und Um Tage Marià Reinigung. Evangelium, Luc. 2, 22:32. nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesek Mosis kamen, brachten sie das Kind Jesu gen Jerufalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn.( Wie denn geschrieben steht in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Mannlein, das zum ersten die Mutter bricht, dem geheiligt daß sie gåben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gesetz des Herrn: Ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geiste, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Chrift des Herrn gesehen. und kam aus Unregen des Geistes in den Um Tage der Verkündigung Maria. 40 Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesek; da nahm er ihn auf seine Urme, und lobte Gott, und sprach: Herr, nun låsfest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt haft; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Lection, Maleach. 3, 1-4. iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, deß ihr be: gehrt. Siche, er fommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wann er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wåscher. Er wird sigen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levis reinigen und läutern, wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit, und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judas und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Um Tage der Verkündigung Maria. Evangelium, Luc. 1, 26-38. Un im sechsten Monden war der Engel Gabriel gesandt von Gott, in eine Stadt in Galilda, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Na men Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seyst du Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeyete unter den Weibern. Da sie ihn aber sahe, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du haft Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe; und einen Sohn gebiren, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß, und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben, und er wird ein König seyn über das Haus Jacobs ewiglich, und seines Kdnigreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel ant: wortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Monden, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sey. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Lection, Jes. 7, 10:16. Und der Herr redete abermal zu Wbas, und sprach: Fordere dir ein Zei chen vom Herrn, deinem Gott; es sey unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Uhas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan! so höret ihr vom Hause Davids: Ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebåren, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Boses verwerfen, und Gutes erwählen, wird das Land, dafür dir grauet, ver: lassen seyn von seinen zween Königen. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Husar erhält mich bei seiner Hand. in den letzten Todesstunden, Ne führt mich auf rechter Bache Arch Ob dies Aug im Tode bricht, wirds doch meinen Rotter kennen. Ich, ich selbst kein Freuder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! Freudig bin ich und getrost! dann steigt mein Erlöser nieder. Wann ich sterb, ist. er mein Proft, um den Todten ruft er wieder, nicht die Posaune klingt, wenn nicht die die durch alle Grüber dringt. Zum Aufenten. an den 31. ten März 18.84. Der Herr sei mit uns! Amen. n H. denbender 1873. PT Asty NIED Inches 1 Centimetres Blue 2 3 2 Cyan 5 6 17 Farbkarte# 13 Green 3 ¹8 Yellow 9 NAMEENA 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8