Gb 694 咖 27 te Mari gebütz Anna Elicsabeth Schuuchler ist gehören den 16t. Anzuse 1849. Und ist gestorben. J 1896 Sie wur wacht deze 47 Jehee 3 Monete II. Tagen thene 4 Kapul C li 18 der Heir aber wird in aber wird mähere Vor allemn Übel, und mir und Helsin 2 Peinen hirem lischen. Reich Welchen Ehre Vor Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch 00 öffentlichen Gottesdienste Hermon. fly Ol bei dem sowohl als zur Pribat- Erbauung. Ar Caffel, 1871. Druck und Verlag bes reformirten Waisenhauses 694 گا G udpuntor 1 Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. 2012( 10 Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 3320 1) Vom Worte Gottes, Num. 1= 13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Num. 14-41. 3) Von der Schöpfung, Num. 42- 48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49- 69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70- 77. 6) Bom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78 bis 88. 7) Bon der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt, Num. 89- 98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Num. 99-119. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120- 123. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Num. 153- 155. 1* 8 Erster Theil. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu. 3. H err Jesu! send uns deinen Geist, den Geist, der, wie F dein Wort verheißt, mit seiner - Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen fund; rühr unser Herz, stärt den Verstand, so wird dein Nam uns recht bekannt. Vom Worte Gottes. Himmels Erben, lehr uns leben, ehr uns sterben. Nach dem öffentlichen Gottesdienste. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 1. 5. Höchster Gott! wir darken dir, daß du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben. Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. - 2. Unser Gott und Bater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schenk uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohl gelingen. 3. Bis wir einft, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd und Him- 6. W mel preift, dir Vater, Sohn und heilgem Geift, dir heilige Dreieinig teit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! 4. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2. ir Menschen sind von selbst, o Gott, zum Geistlichen iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lente Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, untüchtig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg daß die Herzen von der Erden zu dir nicht zei- get. ganz zu dir gezogen werden. 2. Drum sind vor Zeiten ausge2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt sandt Propheten, deine Knechte; fo mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht wurden damals schon bekannt den deines Geistes Kraft uns mit Licht Menschen deine Rechte. Zuletzt ist von Gott erfüllet. Glaubend lehr noch dein lieber Sohn, o Vater, von aufs Wort uns merken; laß es uns des Himmels Thron selbst kommen zum Leben stärken! uns zu lehren. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit hast du dir uns auserforen; lehre deines 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund ich ehren; da wir in deinem theuern Wort dich zu uns reden hören. Mach Erster Theil. Vom Worte Gottes. 100 uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. O laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr an uns sich träftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht faffen; gib, daß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Bater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Same wird am Weg fofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu feiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dornen fällt, wird von der Seg und Luft der Welt verderbet Land ersticket. 9. Laß uns dein Wort beständig fein ein Licht auf dunkeln Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. 9 Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. D ein Wort, Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben setz durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stärk Hoffnung, Glaub und Liebe. sichern Unterricht. O selig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit 7. Mach uns durch deine Gnade 3. Dein Wort ermuntert, dich zu gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in lieben; lehrt, wie viel Gut's du unserm Amt und Stande: daß mit denen gibst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns beharrlicher Geduld gerührt von deiner Lieb und Huld, wir reichlich verspricht, bleibt ewig wahr; du lito dein Mund Früchte bringen. " 8. Laß uns auf unsrer Pilgrim- gest nicht. schaft den Weg der Sünder meiden. 4. Gott, deine Zeugnisse sind besser, Gib uns ein Herz, das an dir haft' und mehr der Sehnsucht werth, als auch in den schwersten Leiden. Herr! Gold. Ihr Werth ist köstlicher und unser Herz ist vor dir bloß; mach größer, als alles, was die Erde zollt. uns von eitlen Sorgen los, und Wer das thut, was dein Wort gebeut, allen bösen Lüsten. dem ist dein Segen stets bereit. Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Fin sterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theur in deinen Augen ist. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sich weit verbreiten. O Gnadenlehr, Herr Seju, jeden leiten! O heilger Geift, 8. 5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. Mel. O Gott bu frommer Gott. D u willst, Gott, daß mein Herz zur Heiligkeit gene- fe; 10 Erster Theil. - Vom Worte Gettes. und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weiſe Demuth ists, zu glauben, was Gott spricht. drum gib, daß ich dein Wort, oft und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sei dir für dies Wort, den größten Schatz der Welt. 2. Erfülle mein Gemilth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Luft und frommem Ernst dadurch mich zu erbauen. Du bists, der in der Schrist zu meiner Seele spricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. 11. Stets sei dein Wort mir werth! 3. Mein Gott, vor welchem ich Es ist mein Glück auf Erden, und jetzt meine Hände falte, gib, daß ich wird es einst noch mehr in jenem allezeit dein Wort für Wahrheit halte; Leben werden. Nie irre mein Gemüth und laß mich deinen Rath empfinder Bibelfeinde Spott! die Lehre, die dungsvoll verstehn, die Wunder am ste schmähn, bleibt doch dein Wort, Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! o Gott! 5. Gib, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor anderu rührt. O stärke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du bists, 9. der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 6. Um tugendhaft zu sein, dazu find wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läff'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 7. Spricht sie geheimnißvoll, fo laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Witz verlangt, ist meines Glaubens werth. 10. Find ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, Mel. Nun danfet alle Gott. elobt seift du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. D, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. OHöchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch), bloß andern Menschen glauben! Das heißt, Erster Theil. Vom Worte Gottes. 11 sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe| Es sei mein Theil; es sei mir Heil rauben. Wer treulich hier dein Wort und Kraft zum ewgen Leben. zu seiner Richtschmur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. - 10. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 4. Mein Gott, bewahre mich vor 11. Der du das Dasein mir gegeben, ich aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben dich, o Gott, dafür! Nie kann mein ehre! Gib deinen Geist ins Herz, Dank dich gnug erheben! durch Chrider Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. stum schenktest du es mir. Kein Licht, tein Troft erfreute mich, fennt ich nicht, Jesu Christe, dich. Mel. Ach Gott und Herr. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums sein; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt ich des Richters Rache scheun; ich fände keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immer dar mich seine Kräfte schmecken. Laß teinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Nath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie! dein Wort gibt neue Kräfte. - 3. Wozu hat mich mein Gott er schaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hält Gott künftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hafts uma gegeben. 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Troft, der ste verspricht? Ach! ohne Christi Licht und Heil wär Finsterniß und Ted mein Theil. 5. Ja, du hast mich den Finsterniffen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entriffen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Dn zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott er schaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Luft, und feines Spötters Wahn zerstöre deix Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! 12 Erster Theil. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 12. Herr, mein Licht! erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 1 - 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf felbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig feinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. 7. O, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. - Vom Wesen Gottes Mel. des 100. Psalms. 13. D er Spötter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir uns, Vater, dein im Leben und im Tode freun. Gott, mit wildem ausgelaßnem 2. Ein Haufe Läftrer magts, 0 Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. 3. Ach, ihrer Lehre Pest, o Herr, schleicht jetzo nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Le ben durch dein Wort! 5. Beschütze uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Trotz bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! fie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gib, daß vor der Todesnacht zur ernsten Reu ihr Geift erwacht. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. O Gott du frommer Gott. laß mich stets vor dir voll Ehrerbie 14. Anbetungswürdger Gott! tung sein. mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. O flöße mei vem Geist die tiefste Demuth ein, und 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von teinem Leide; stets ruhig in bir selbst schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. und seinen Vollkommenheiten. 13 Auch ohne Kreatur bift du dir selbft Mel. Allein Gott in der Höh sei Chr. genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, 15. DE er Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in um Lust und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst fie gern zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub. Auch Geister fannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. feinem ganzen We- sen. 2. Ihn trifft kein Wechsel flüchtger 6. Du bist es, der allein Unsterb- Zeit. Nie größer oder kleiner wird lichkeit besitzet, der Leben gibt und seines Wesens Herrlichkeit. Der Erft nimmt, der unsern Ddem schützet. ist er, sonst keiner! Wir Menschen Den Geist, der in uns lebt, den haben sind von gestern her; eh noch die wir von dir. Willst du, so wird er Erde war, war Er; noch eher, als Nichts. Du bleibest für und für. die Himmel. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle throust, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnft. 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir, und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen fund. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber der maleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blid verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indes sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott. erhöhn. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn' fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, wie er mar, verborgen und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Was wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er tennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Sft er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanten selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schüßt den Weltbau shne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit 14 Erster Theil. und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Bater, ein Berschoner. - Mel. bes 8. Pfalms. Bom Wesen Gottes es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnüige mir davon dein Unterricht. 6. Bon dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst; so fei mirs gnug, daß du mich selig führst. offenbaren. Einst werd ich mehr von 7. Einst wirst du dich mir näher deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und tren dich hier verehrt. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fälle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? 16. rhabner Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte fehen, und froh in dir, dein und zeigst es mit der That, unendlich ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß groß an Huld, an Macht und Rath. an dich, so fühl ich meine Blößze, ich fühle, Herr, daß du unendlich 17. S ott mache du mich bist, und daß umschränkt mein felbst bereit, vor deinen Thron zu forschend Denten ist. treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. 2. Du wohnft im Licht, dazu kein Mensch fann kommen. Was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! mur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Berstand; von Engeln felbft wirst du nie ganz erkannt. einen Strahl von deinem Licht bie Finsterniß zerstreuen, die mich 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? D, mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei. hier noch umgibet. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht Histergehen. Dein Wort ist wahr; 2. Du bist der Herr, and feiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr; tein Helfer, noch Erretter ift außer und seinen Vollkommenheiten. 15 dir: laß mich allein auf dich, o Herr, tigfeit, und deine Wege preise, fo vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. wunderbar fie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fremm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Bater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Missethat so fern hinweggenommen, als Morgen ist vom Abend. 3. Du bist der höchst vollkommne Geist, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, int Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirft allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 11. Gott, wenn ich dich so kenn 5. Gott, was sein wird, ist und ehr, dein Wort zum Grunde und war, und was wir thun und setze, erfreu ich mich darüber mehr, dichten, das ist dir alles offenbar; du als über alle Schäße, bis ich dort, wirft einst alles richten. Laß mich o mein Heil und Licht, dich ohne dein helles Auge scheun, aufrichtig Lallen nenne, von Angesicht zu Anvor dir wandeln, und, deines Bei- gesicht dich schaue, dich erkenne und falls mich zu freun, auch dann unaufhörlich lobe. rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. 10. Gott, dessen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dränest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach 18. an ihm zu üben. Gib, daß mich deiner Allmacht Schutz stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Trut, mur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gib, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch liebels weder denk noch thu, denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, fannst teine Sünden dulden, wer fagen will, er sei dein Knecht, der meide Sündenschulden. Gib, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Ernst befleiße, nachjage der GerechMel. bes 27. Pfalms. uf! auf! mein Geift, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: mur er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mit 16 Erster Theil. Vom Wesen Gottes - er Sünder strafen soll, und bleibt frohem Jubelschall, und geh in die Lieb in alle Ewigkeit. sein erhabnes Heiligthum. 7. Wie selig ist doch, der ihn also fennet, und zu ihm: lieber Vater! 2. Er ist das große Wesen aller den Seinen nennet! Gott sieht ihn sagen kann. Er, er ist es, den Gott Wesen, Gott von unendlicher Voll- als sein Kind recht zärtlich an! kommenheit: von ihm, zu ihm, durch Nichts ist so hoch, nichts kann so ihn ist, was gewesen, und ist, und sein herrlich sein! der höchsten Fürsten wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie hocherhabner Stand ist, gegen dies Er, hat seines Gleichen nicht: ein Gott, zu rechnen, lauter Tand; es ist zu vor deffen höchsten Majestät der Engel felbft gebückt und zitternd steht! Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. schlecht, es bleibt ein leerer Schein. 8. Herrscher, wie soll ich dich 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch den Deinen zugezählt, in Chrifto gnug erheben! Auch mich haft du wohl zu sehen, man gebe nur auf brachtest du mich schon zum Leben, seine Werke Acht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ewgen Kraft und Gottheit Pracht. Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr; Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen stets fich regt, und spricht: Er ist der Herr und feiner mehr. in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar seh ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es fommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 9. Indes, mein Geift, auf! auf! ihn stets zu loben. Auf! auf! erwede 4. Was gut und fein nur kann sich und säume nicht! Was in dir genennet werden, was uns mit Luft ist, werd sanft und still erhoben zu und Lieblichkeit anlacht, was in sich Gott, Jehovah, unserm Schild und faßt der Himmel samunt der Erden, Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, der große Bau, voll Schönheit und Preis und Ruhm zu nehmen allezeit voll Bracht, und was dies Rund nur und überall. Lob ihn im Vorhof schon Köstlichs in sich schließt, das kommt mit frohem Schall, einst öffnet fich aus diesem unerschöpften Meer und dir selbst das Heiligthum. deffen unerforschten Fülle her; Er ist der Quell, der immer überfließt. 5. Von und ohn Ende ist Er, und wird auch stets 19. G derselbe sein. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird tlar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchst selig, tennet er fein Ungemach; Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 6. Was er verspricht, dem kann 2. Er will und sprichts: so find man freudig trauen, die That stimmt und leben Welten. Und er gebeut; mit den Worten überein. Auf Men- so fallen durch sein Schelten die Himschen kann man niemals sicher banen; mel wieder in ihr Nichts. doch Gottes Ja ist ja, sein Nein ist nein. Voll Billigkeit ist sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleids voll, nur langsam, wenn 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste. Er herrscht als Gott, un seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. und seinen Vollkommenheiten. 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und UnderSeligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? änderlichkeit Gottes. 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich ficher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du fizest oder geheft. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft: so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizuftehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immer dar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern faffen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der leinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm! 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. 20. ott, du bist von EwigGott feit! und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu feiner Zeit; du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gefinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Immer bleibst du, Gott! ein Feind derer, die das Unrecht üben. Smmer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getrene, der das hält, was er verspricht. D, daß dies mich ftets erfreue! Laß nur deinen Geift mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 6. Stets ist Wohlthun deine Luft; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlfein fehlen. 7. Erd und Himmel wird vergehu; alle Welt wird mich verlassen. Sur du bleibst mir ewig stehn; deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, 15. 3ft Gott mein Schutz, will Herr des Himmels und der Erden, Gott mein Netter werden, so frag diefe deine Ewigkeit einen starken ich nichts nach Himmel und nach Antrieb werden, dich zu lieben, dir Erden, und biete selbst der Hölle zu tranen, und auf deinen Troft z Truts. bauen. 2 18 Erster Theil. Aus dem 102. Psalm. Mel. von Rr. 16. err Gott, du bist die ZuVom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine denn wenn dein Himmel; doch vergehn deine Himmel, - 21. du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie du bist; denn keine Zeit umgrenzet doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte; du schützest sie mit deiner starken Rechte, du läff'st ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! 22. 11 Mel. Gott sei Dant in aller Welt. Bon der Allwissenheit Gottes. Der 139. Pfalm. Mel. O Gott du frommer Gott-& 23. Du err, du erforschest mich; dir fennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun Arm nicht hält. 5. Du nur bleibeft, wie du bift, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lügest! nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß. Zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plök lich wieder, was ihn freut. 8. Sollt ich denn auf Fleisch ver traun? nicht, mein Heil, auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein foll sich meine Seele freun. Sei mein Fels, Gott, jei mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht finke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, is allein und gnadenreich, ewig chtig und voll Kraft, heilig und tadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand waren o Gett, befannt, eh die Welt 2. Nie spricht mein Wund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaf feft, was ich thu, du ordnest, du be schließest, was mir begegnen soll. Er staunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Lief hinab, auch hier bist du mir vah. und seinen Vollkommenheiten. 19 und nichts bleibt dir verborgen. 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, du klar, du prüfest Herz und Nieren, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 3. Was deiner Freunde Herz be gehrt, das weißt du, eh sie beten. Jhr Seufzen wird von dir gehört, Was eh sie noch vor dich treten. deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch fünftig wird geschehen, siehst du schon in Allwissenheit als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten fund, es weiter auszubreiten, und läss'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 7. Du tanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt ver schwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 8. Was für Erkenntnisse! für köftliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhu. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heucheleien? Laß mich auch in der Einsam 9. Erforsche mich, mein Gott, und feit dich gegenwärtig denken! Laß priife, wie ichs meine; ob ich recht- Wahrheit und Rechtschaffenheit bei schaffen bin, wie ichs von außen scheine. allem Thun mich lenken, und stets Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf fal- mein Herz behüten. schem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, des ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. Von der Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott, 7. u weiser aller 25. D Dinge, der alles ganz genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach dei ner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpfe Chor Zweck, Maaß, Gewicht und Regeln vor. verbirgt es nicht; 2. Die wundervollen prächtgen Mel. von Nr. 17 24. wiffender, vollkommner Geist! des Auge alles fiehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. 2. Selbst die Gedanken sind dir fund, die unsre Seele heget, eh sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen offenbar; du kannst ihr Dichten spüren. Das Rath der Seele siehst Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben der allweisen Stärke, mit welcher du die Welt gemacht, regierst dn alle deine Werke, die 2* 20 Erster Theil. dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zwed - Vom Wesen Gottes stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du haft dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleis bet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den fich dein Wille vorbehält, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o gönne mir dein sichres Licht. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. 6. Was für ein Wunder deiner 7. Du hast mich durch mein ganzes Macht wird unser Aug einst sehen, Leben nach deinem klugen Rath ge-( wenn nach der langen Grabesnacht führt. Mein Geist muß dir die Ehre die Todten auferstehen, wenn du von geben, daß du aufs beste mich re- unserm Staub den Rest zu neuen giert. Leit ferner mich durch Welt Körpern werden läss'st. und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirst sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgibet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 4. Die vieler Wunder daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkür auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig beuget: o, dem vergibst du Sünd und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad und Huld! 8. O zünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der stark und mächtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gib, daß ich traue deiner Kraft, die alles tann und alles schafft. err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten Von der Allgegenwart Gottes. Mel. von Nr. 16. gleichet. Es ist kein Ding so 27. S großer Gott! der alle Ding erfüllet, vor des sen Blick kein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin fliehn, vor dir, Herr, ungesehn? groß und schwer, das dir zu thun unmöglich wär. 2. Könnt ich auch schnell mich zu den 2. Du sprichst, und auf dein mäch- Wolken schwingen, und wieder schnell tigs Wort fällt alles dir zu Füßen. bis in die Tiefe dringen: so hielte mich Du führeft deinen Anschlag fort bei doch deine Hand auch da; denn mo allen Hindernissen. Du winkst, so ich bin, da bist du, Herr, mir nah und seinen Bollkommenheiten. 21 3. Dein Auge fieht, was Nacht und und bleibt auch eine böse That vor Abgrund decken, es kann sich nichts aller Welt verhehlet: so weißt du fie, vor deinem Licht verstecken; du kennst und strafest mich zu meiner Beßrung genau das Innre der Natur, der väterlich. ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Boll das Künftige gelehret; du aber weißt, was künftig wird geschehn, und läss'st auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 5. Du weißt und hörst, was deine 6. O drück, Allgegenwärtiger! dies Kinder beten, und siehst, wenn sie im tief in meine Seele! daß, wo ich bin, Stillen vor dich treten; noch ch ihr nur dich, o Herr, mein Herz zur Mund dir ihren Kummer sagt, ver- Zuflucht wähle; daß ich dein heilig nimmst du schon, was dir ihr Seuf- Auge schen, und dir zu dienen eifrig sei. zen flagt. 7. Laß überall gewissenhaft nach 6. Bor Menschen bleibt hier manche deinem Wort mich handeln, und stärke That verborgen, dir aber ist die Nacht mich dann auch mit Kraft, vor dir ein heller Morgen, und was hier noch getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, in Finsterniß geschieht, entdeckt einst stets um mich seist, das tröst und dein Gericht, dem nichts entflieht. beßre meinen Geift. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlitz wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getrost vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 8. O priife selbst die innersten Gedanken, ob sie vielleicht von deiner Nichtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. Mel. Machs mit mir, Gott, nach 26. 28. ie bist du, Höchster! von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich mur leb und athme ich; benn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weisfest du; du prüfest meine Seele. Du stehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merfft es, wenn des Herzens Nath verkehrte Wege wählet; Bon der Heiligkeit und Gerech tigkeit Gottes. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- Pf. 42. 29. S ott, vor desfen Angefichte nur ein reiner Wandel gilt! Ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen; denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was deine Wille wählt und thut, ist ansträflich, recht und gut, und mit deines Arines Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 22 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 3. Herr, du willst, daß deine| stimmest jedem seinen Lohn, dem Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Frommen und dem Sünder. Nie Nie besteht vor dir der Sünder, siehst du die Personen an; allein auf denn du bist vollkommen rein. Du das, was wir gethan, siehst du als bift nur der Frommen Freund. Uebel- rechter Richter. thätern bist du feind; wer beharrt in feinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frebelnden Ver brecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. - 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du felbft verheiff'st, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heilig6. Der Untergang der ersten Welt, feit. Mach uns deinem Bilde gleich! die aus der Art geschlagen, das Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Feuer, das auf Sodom fällt, Aegyp tens lange Plagen, und andre Bunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern lohnest. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. G S erechter Gott, vor 7. Bleibt hier viel Böses unbestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet; da stellst du, Herr, ins hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. dein Gericht muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Ange sicht auch mir mein Urtheil fällen. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sei meines Her zens Muster. O, laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst befliffen sein, 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Neue sehen: so laß mich die Gerechtigkeit, 2. Du siehst von deinem festen die mich von Straf und Schuld be Thron auf alle Menschenkinder, befreit, im Glauben eifrig suchen. vor dir einst zu bestehen. und seinen Vollkommenheiten. Von der Wahrhaftigkeit und Trene Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 31. Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollfitbrst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmei auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheiBen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibeft, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 23 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. Sie soll ihren Zweck erreichen, den 4. O drücke dies tief in mein Herze, fie ewig sich gestellt. Ist die Welt baß es vor deinem Wort sich scheut. voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze und getren. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? du bist ein Fels, dem Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Mel. Gott des Himmels und der. 32. M eicht ihr Berge, fallt ihr Hügel! Berg und Felfen stürzet ein! Gottes Treu hat dieses Siegel: sie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreis untergehn; Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort bersprochen, seinen Bund mit mir ge macht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie 4. Will die Welt den Frieden brewerde das von mir gewagt, waschen, hat sie Krieg und Streit im dein Befehl mir untersagt. Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. Shm vertraun ist stets Gewinn; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 6. Wie stark sind unsers Glaubent Gründe! hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen; ist sein Herz doch treu gefinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sei sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt empört. Ihre Liebe mag erkalten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn und Schild. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O traue Gott, der treu es 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmeint. Such ihn zum Muster anzu- mer; so hat er sich selbst genennt; nehmen, und sei auch aller Lügen welch ein Trost! nun werd ich ArFeind. Beweise dich als Gottes mer nimmermehr von ihm getrennt. Kind, bei dem man Treu und Wahr- Sein Erbarmen läßt nicht ihn sich heit findt. mir jemals ganz entziehn. 24 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 8. Run, so soll mein ganz Ver- 4. Und diesen Gott sollt ich nicht trauen unbeweglich auf ihm ruhn! ehren? Und seine Güte nicht verFelfen will ich auf ihn bauen; was ftehn? Er sollte rufen, ich nicht hier sagt, das wird er thun. Erd und ren? Den Weg, den er mir zeigt, Himmel kann vergehn, doch sein nicht gehn? Sein Will ist mir ins Bund bleibt ewig stehu. Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. Von der Liebe und Güte Gottes. Mel. des 66. Pfalms. 33. W - ME ie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewiffen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glüid genießen? 3fts nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du fönntest selig jein. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Stele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Stade nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! sie stärk in mir die guten Trieb, tröfte mich zur Zeit der Schmerzen; mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie fie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 34. D Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun hest du Lust. Der Quälsucht harte Tribe find deinem Herzen unbewußt. Ganz he ohne alle Gränzen ist deine Gitigfeit. So weit die Himmel glinzen, übst dx Barmherzigkeit. Dr, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht, und hast uns Sündern allen noch Leben zugedocht. und seinen Vollkommenheiten. 2. Ms du uns hießest werden, da schusst du uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles 35. deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Baterhand uns E Güter aufgehoben, die noch fein Aug erkannt. Dorthin uns zu erheben, ist, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für nus sein Leben dein ewger Sohn dahin. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Reu bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so siehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. Gott, des starke Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du und voll Wohlthun nach mir Armen. lommest unsern Sorgen zuvor mit 2. Sch ich den weiten Himmel an, deiner Batertreu. Du, Ursprung aller so viel ich davon sehen kann, so feb Gaben! Du weißt, was uns gebricht, ich deine Güte. Der Himmelskörper und, was wir nöthig haben, versagst Lauf und Pracht, das Sternenheer, du, Gott, uns nicht. Vom Wohl das du gemacht, erreget mein Ge thun, das du übest, sind unsre Tage mithe, mächtig, freudig dir zu singen, voll; auch wenn du uns betrübest, dir zu bringen Ehr und Stärke. geschichts zu unserm Wohl. Groß sind deiner Hände Werke! 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns ju segnen, ist ewig deine Lust. Mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Lust. Laß uns, tren zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Bater, thun? Mel. Wie schön leuchtet der. 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weiht, den fetzest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du fröneft seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ewgen Freuden hin. Wie theur ist deine Güte! Gott, laß mich ihrer freun, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes sein. 25 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Güte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich seh und hör und fühle sie in Feld und Wald, an Chier und Vieh. Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben! 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so feh ich deine Güte. Die zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz 26 Erster Theil. Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben. Der 36. Pfalm. Mel. des Psalms. - Vom Wesen Gottes wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud erquicken? Wer kann der Deinen reine Bruft mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will sie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit? quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'ſt du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schütze sie, die alle Falschheit haffen! 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir! Bench immer näher mich zu dir durch deine große Güte! heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. 36. G ott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! 37. Und alles sagt: daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei! Eh werden Berge weichen, eh uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang du bist, viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleichwohl, Bater, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur BeßErbarmung vor dir finden. rung zu bewegen. 2. Dein sind die Menschen, dein 2. Der Menschen Elend jammert das Vieh! du, Gott, erhältst, er- dich. Wenn sie sich gleich verstocken nähreft sie, wer kann dich gnug er- so suchst du sie doch väterlich durch heben! Du Gott voll Gnaden, voll Huld zu dir zu locken. Wie langs Geduld, stets fühlen deine Baterhuld, sahst und riefest du nicht ehmals die hier auf Erden leben. Wer gibt deinem Volke zu, daß sich ihr Herz dem Menschen sichre Ruh? Wer, befehrte! wie trugst du nicht mit Von der Geduld und Langmuth Gottes. Univ.- Bibl. Giessen etrener Gott! Wie und seinen Vollkommenheiten. Gültigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh sie die Fluth verheerte! 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läff'st den unfruchbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; berziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sei, nicht auf, an ihm zu bauen. scheinen. Ehre 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Netze stellt, oft ficher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen fich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 3. Was wir davon denken, was. wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu: ohne Ruh lieben, die dich haffen: Herr, wer kann das faffen? 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand 4. Du vergibest Sünde, hörst der und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du trägest sie mit Baterhuld, Sünder Flehen, wenn sie weinend bist willig, ihre Sündenschuld durch vor dir stehen. Deine Rechte dränet, Chriftum zu vergeben; gibst ihnen und erbarmt sich wieder, legt die neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Pilgrimschaft ein ewig FreuPfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. denleben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müffe deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gib uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde haffen, und uns noch in der Gnadenzeit den 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster, sei gepriesen, daß du Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße so verschonest, und uns nicht nach leiten lassen. Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth aus zuüben und die Welt zu lieben. Lob der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Gott, ott, unserm Gott allein 39. sei Ehr! Ihm Dank für seine Gnade! Uns drücket nun sein Zorn nicht mehr! geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. Mel. Wunderbarer König. 38. 11 27 numschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die zum Irdischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, und zugleich freudenreich, Bösen: und den Deinen, wie die Sonne 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Bater, wir verehren dich,| Pilgerschaft im Glauben selig schliemit Loben und mit Danken; denn sen. Wir wollen dir gern folgen. bu regierest ewiglich, dein Thron 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden fann niemals wanten. Herr, alles, schon als unsers Gottes freuen. Herr, was du sprichst, geschieht, so wie dein segne uns von deinem Thron, daß Aug auf alles sieht. Wohl uns, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das bu regierest! Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin ers heben, wo wir dich ewig schauen. 3. D Christe, Gottes einger Sohn! für uns ins Fleisch geboren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sei uns mit deinem Heile nah! Nch, für uns alle starbst du ja! Erbarm dich unfer aller!" - Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 41. heiligste Dreieinigkeit! nach Würden dich zu ehren, bemüht sich deine Christenheit; dein Lob läßt sich stets hören. Wie hoch bist du, wie wundersam! Anbetungswürdig ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich. 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Allerhöchsten Segensspur; doch Dank sei feinem Worte! es zeigt uns ihn erst Mel. von Nr. 17. 40. Herr, unfer Gott, wer ist recht, er heißt: Gott Bater, Sohn das der des ar4. O heilger Geist! du theures Pfand, du Tröster der Erlösten! Er leucht mit Weisheit den Verstand, und komm, das Herz zu trösten. Sei, we wir wandeln, unser Licht! laß uns auch im Tode nicht! Wir traun auf deine Trene! Ver30. Höchste Wesen. Und doch haft du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Bäter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih uns Troft und Leben, daß wir dich findlich fürchten. men Sünders. 3. Nun weicht die Nacht, mun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepriesen! Du Bater, haft von aller Zeit in grenzenloser Ewige keit den Sohn, dein Bild, gezeuget. 4. Du schufft den weiten Erdenkreis mit gnädgem Wohlgefallen. schufft den Menschen; Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trägeft durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'st mit weiser Güte. 3. O Jesu, evger Gottessohn! Du 5. D bester Vater, steh uns bei, Heil, darauf wir hoffen! Durch dich uns, deinen armen Kindern! wir sehsteht zu des Vaters Thron der Weg len oft noch, ach verzeih, verzeih uns wieder effen. Uns zu befrein uns armen Sündern. O, unsre Noth von Sünd und Tod, kamst du zu ist mannigfalt; errett uns, Herr, und uns auf Erden. O laß uns, unser hilf uns bald, zeig dich an uns als Herr und Gott, froh deines Segens Vater! werden, und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod Hilf uns Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft. Laß uns des auch gcuicßen! damit wir unsre 6. Herr Jesu Christ, des Ewogen Sohn, von Ewigkeit geboren! Du herrsch'st auf deines Baters Thron, zu unserm Heil erkoren. Durch dich erschuf er diese Welt, du bists, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott geboren. und seinen Vollkommenheiten. 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, wer dich sieht, sieht den Bater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. 8. Nun sitzest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott! du bists, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. 29 10. O heilger Geift, du Geist des Herrn, durch den wir Abba schreien, nur du kannst uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen. Durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch kräftig. 9. Von Ewigkeit warst du auch 12. Gott Vater, Sohn und heilschon, o Geist, Quell aller Wahr- ger Geist, wie groß ist deine Güte! heit, Gott mit dem Vater und dem sei ewiglich dafür gepreist, mit freu Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. digem Gemüthe! Wenn dich der Engel Vom Vater und vom Sohn gesandt, Chor besingt, wo heilig, heilig, mach uns die Gottheit recht bekannt heilig klingt, so hör hier unser und ihr zu dienen willig. Lallen! 11. Geist des Gebetes, fteh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu zu Gott in Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesunt Christ getroft und selig sterben. 3) Von der Schöpfung. Der 19. Pfalm. und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt denn wer ihre WunDe Himmel rufen, derbahn, und betet nicht den Schö42. jeder ehret die Größe Gottes, seine Bracht; die ausgespannte Veste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmonie verfündigt und befinget fie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer hört ihre Stimme nicht? 3. Die Ordnung funsterfillter Ereise verherrlicht Gott durch jedes Land pfer an? 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strahlend Zelt, als Er? Sie kommt; so geht vont Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs sich frent. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernsten Weft ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstrent das Graun der Nacht, beseelt die Welt und gibt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und gibt dem franken Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug erhellt und macht die Einfalt flug. 30 Erster Theil. Von der Schöpfung. Pflanzen sich neues Leben 7. Aus seinen richtigen Gesetzen 3. Daß Kraut und quillt Freude für die Traurigkeit. verjüngen, und alles Sie heiligen, wenn sie ergötzen. Wie fühlt, daß alle Bäume Blüthen brinLauter ist, was Gott gebeut! Herr, gen, das Feld mit tausend Farben deines Wortes reines Licht erleuchtet spielt, das fließt allein aus deiner jedes Angesicht. Gnad, die unsre Welt gezieret hat. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in die Augen fällt. - 8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmücket ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglüktet, die sich dem Dienste Gottes weihn. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. als Gold. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind besser und mehr der Sehnsucht werth, Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles noch so feine Sold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 10. Wie warnen sie nicht deine Knechte! Der hat viel Segen, der fie hält! Doch oft vergißt man deine Rechte. Wer merkt, o Gott, wie oft er fällt? Vergib, das bitt ich, Gott, von dir, auch die verborgnen Sünden mir! 6. Was zeugt das Heer von tausend Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Bon ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott, du bist nichts, als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid. 7. Ach Schöpfer! heilge mein Gesichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh. Ach! reinige felbst meine Brust von jeder schnöden Erdenluft. 11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sei! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deiund angenehmen Stunde, bir mein Gebet geſeufzet 44. Ich habe ja dein Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, mein Hort! fein! Mel. Allein Gott in der Höb. 1 15. deine Wacht, die Weis die Liebe, die für anbetend überlege: fo gnädig heit deiner Wege, alle wacht, weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! Mel. von Nr. 42. 43. chren, vont dir fommt D Gott! den alle Himmel 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, aller Himmel Pracht. Was wir nur die Wunder deiner Werke. Der Him Schönes sehn und hören, hat deine mel, prächtig ausgeschmückt, preift Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht teines Menschen Denken nicht. dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft den Heer der Sterne? 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. 3. Wer mißt dem Winde seinen Du bist es, der die Erde kleidet, und Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? fie mit grünem Schmuck behängt. Wer schließt den Schooß der Erde Du bist es, der durch seine Kraft auf, mit Vorrath uns zu segnen? dem Frühling neue Anmuth schafft. O Gott der Macht und Herrlichkeit, Von der Schöpfung. 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nutzens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schatz und Ziel set du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. O, mache du mich flug und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. Erster Theil. Gott, deine Güte reicht so weit, als mur die Wolken gehen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Berstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gült und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sei gepreist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Gott des Himmels und 45 D der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer fannst begriffen werden, vor dem fein Ding verborgen ist: Nch ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lente, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wundervolle Kreatur, fo ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. Mel. des 140. Psalms. De Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernitnm, 0 Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? wer fithrt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Wege gleich als ein Held. 3. Vernimms und sieh die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde sein, der ich sein 4. Herr Gott! wie groß ist deine werde, dein Gott und Bater ewiglich. Liebe! die Erd ist deiner Güte voll. 6. Ich bin dein Schöpfer, WeisO, gib mir deines Geistes Triebe, heit, Gitte, ein Gott der Ordnung daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, und dein Heil; ich bins, mich liebe was ich kann, und hab, und bin, zu dein Gemüthe, und nehm an meiner deinem Dienst auf ewig hin! Gnade Theil! 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis und gut der Schöpfer sei. O, wenn das Stumme reden könnte, so stimmt es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 46. 32 Erster Theil. Von den Engeln. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. S err, du haft in deinem Reich große Schaaren heilger Engel. Shnen bin ich noch nicht gleich, denn ich bin noch voller Mängel. Ach! wann werd ich auch so rein, als die guten Geister sein? 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sei gesinnt. Von der Schöpfung. - Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. D u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn! du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchftvollkomunnen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erfennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln ähnlich werd. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir ich manches Fehltritts frei. dir gehorsam werden, so in deinem Willen ruhn, wie die reinen Geister thun. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schützend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß sie unsre Wächter sein. 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn ich fünftig werde sterben. Laß mich dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Baterland. 3. Ich preise deine Güte mit dantbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Schut ich sicher war. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bei den Auserwählten stehen, wenn die Bösen in den Pfühl der Verdammniß zitternd gehen. Mache mich in deinem Reich völlig deinen Engeln gleich. 4. Gib, Geber aller Güter, gib ferner diese Hüter zu meinem Schirm mir bei. Es sei mein ganzes Leben mit ihnen stets umgeben, so bleib 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. Sie 6. Sie thun ja deinen Willen; laß mich den auch erfüllen. leben völlig rein; laß mich, deinen Worten, o Herr, an allen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheun. nach 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Frende, auf ihren Händen ein. Bei dir, o Höchster, droben will ich dich ewig loben, wenn ich den Engeln gleich werd fein. 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Mel. des Pialms. 49. J hr Frommen, auf! die ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von Zions Chören noch eins so angenehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Wischt der Orgeln Töne in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten 38 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ifts im Augenblick geschehn. Er rufet unerschaffnen Dingen: so sind sie wirklich schon zu sehn. Allen Nath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh. Alle List der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh. 6. Er wechselt niemals in Gedanten. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich selbsten ewig gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Bions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb, erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter sein. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weisen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seid, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merke, seine Wahrheit dar. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein und jeder Ausspruch, den er fällt. Sieger oft glücklich durch die Feinde Der Ausfluß seiner Segensfülle er riß, ist feinem Flüchtling, feinem geußt sich durch die ganze Welt. Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die gewölbten Lüfte und der Him- Die sich Gott ergeben, deren Gut mel Klüfte hieß sein Machtwort und Leben nimmt sein Aug in Acht. feyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen Licht und Weise schuf sein Hauch grauet, seiner Huld und Macht. allein. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Lust, und was sich da Geheimes reget, ist cher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 10. Der Flügel Gottes deckt die 4. Er hält die Meer und Wasser- Seinen vor allen Todsgefahren zu. schätze in ihrem sichern Abgrund auf. Wenn andre lang nach Brode weiEr schreibt der Ebb und Fluth Ge- nen, so speist er uns in milder Ruh. fete, und ordnet aller Flüsse Lauf. Darum, fromme Herzen, harrt in Adams ganz Geschlechte fürchte Got allen Schmerzen seiner Hülf und tes Rechte, die dies wirken kann! Kraft, die euch fest umringet, alle Betet, freche Geister, Gott, des Don- Noth verdringet, und euch Heil vers ners Meister, mit Erstaunung an! schafft. 3 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 34 11. In dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Ifraels Gemeine ist deine Treu und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o höchstes Gut! Gib uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. Der 65. Psalm. Mel. des Pfalms. 50. M an betet, Herr, in Zions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammelst deiner Kirche Glieder 5. Dein Wink gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dämpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gott heit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schußze deiner Macht. Wenn du erquichst mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. 7. Dein Brunn, der nimmermehr verfeiget, erquidt ste früh und spät, bis Keim und Nehre treibt und steiget, und alle Frucht geräth. Wenn Furch und Fluren sich vernenen, o Herr, so tränkst du sie, und thaueft Wachsthum und Gedeihen auf unfre Saat und Müh. 8. Du frönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelst eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid und Weiden Die von ihrem fruchtbarn Guß. Hügel schmücken sich mit Freuden und Holdem Ueberfluß. 9. Es wimmeln von dem Schaafgedränge die Anger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge die Auen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: der frohe Landmann singt des Allerhalters Macht und Ehren, daß Berg und Thal erklingt. aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sei, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenoffen zählt! 3. Du gießeft nach den bangen Zei ten den Trost auf Jakobs Haus, vom Sige deiner Seligkeiten, an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe 51. Sei feurig, Seele, Gott in tausend ihn, den Je und dich als unsern Heiland loben, hovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, fobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller Menschen Schaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, deffen sichre Stärke die Berge gründen kann, und warest zu dem Schöpfungswerte mit Allmacht angethan. sehr erhoben, geschmückt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand! den grenzenlosen Himmel strecket zum Vorhang aus, Herr, deine Hand. 2. Du baust in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus; und Der 104. Psalm Mel von Nr. 33. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 35 wölbst mit dichten Wasserseen die gen die Bäume uns so manche Frucht; glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst die Cedern Libanons, Herr, steigen auf Wolken, deinem Wagen, nahst dich in Wettern fürchterlich; dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! empor, gepflanzt durch deine Zucht. 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Die ner, Gott. Du hast der Erde Grund bereitet, fie steht und wantet nimmermehr. Einst war sie mit der Tief um Kleidet, und über Berge floß ein Meer. 9. Die Vögel baun in ihre Wipfel, die Störch in Tannen sich ihr Neft. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höhn verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt fie der Mond, o Gott durch dich! 4. Du schaltst die Wasser, und sie fohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner drohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler santen unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 10. Die Sonn eilt, ohne zu er matten, zum Abzug, ihn versäumt sie nic; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umziehn die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 5. Du hast dem Meer ein Ziel gestecket, das es nicht überschreiten fann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes That er füllt; da trinkt, wenn Hitz und Durst fie quälen, der Felder Volt, des Waldes Wild. 11. Der jungen Löwen laut Gebrülle begehret seinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, und sättigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hellren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sonne Strahlen sahn. 1 12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend 6. Und an der Bäche Ufer steigen in Geschäften, zu denen ihn dein Nuf viel schattenvolle Bäum empor; zu- bestellt. Wie zahllos, Gott, find frieden wohnt auf ihren Zweigen und deine Werke! die Welt ist deiner fingt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thane und Regen jeder Berg erquict. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. Güte voll; du gibst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Men schen Leben, und, unsre Herzen zu erfreun, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uus, Herr, den Wein. 13. Wie wimmelts in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst, von größern und von flei nern Heeren, die du ernähreft und beseelst. Die Schiffe finden sichre Bahnen, du führest sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! 8. Wie heiter glänzt von deinem Du fegnest; sie erquicen sich. Du Dele des Menschen frohes Angesicht! gibst; sie sammeln. Deine Hände Du machst, daß uns das Brod nie eröffneft du; sie werden satt. Wie fehle; men sättiget, wen stärkt es schrecket sie ihr nahes Ende, wenn nicht? Van deinem Saft ernähret zeu- sich dein Blick verborgen hat! 3* 36 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entftehn. Wie oft erneut dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr fich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 16. Er schaut die Erd an; sie erzittert. Er tastet an der Berge Höhn; und Berg und Fels, durch ihn zer splittert, sind Flammen, dampfen und bergehn. Gott, meinem Gott, will ich lobsingen! ihm, weil ich lebe, lieder weihn! ihm soll voll Ruhms die Harf ertlingen, sein Lob mein letztes Stammeln sein! 17. Und süß ertönen meine Lieder dir, ber bu meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jetzt voll von Verbrechern ist. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing fie Gott! 1 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Sch, bein geringster Un terthan, Herr, bete dich in Demuth an; o sich auf mich in Gnaden! 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrscheft über alles. 3. Du herrscheft weislich, recht und gut nach heiligen Gesetzen. Du pflegst nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebstes Wert zu fegnen, zu beglücken. 6. Ich bin verderbt und schulden voll, und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten träge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Neuenden die Schuld; drum hoff ich auch Vergebung. Mel. Allein Gott in der Hob. 15. 52. Dir, unfer Gott! ift nie- 53. gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Mafeftät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. 7. Sch hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Vergeltung übest. Du handelst stets nach Billigkeit in dieser und der fünftgen Zeit, beim Strafen und Belohnen. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. rwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgteft, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich; dies sei genug zum Trost für mich). 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Gütt. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Ge danken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Scele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Sa, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Füh rung fich ergibt. Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 37 5. Drum will ich mich dir überlassen du bleibst mein höchstes Gut. Was mit allem, was ich hab und bin. Ich frag ich nach der Feinde Wuth! Nichts verfe, was ich nicht fann fassen, auf tann ja ohne dich geschehen. Deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß tets dein Rath voll Güte war. Der 145. Pfalm. 6. ind Leid. Gib, daß dies mein Vertrauen nehre in Glück und Unglüd, Freud 55. Schick alles, Herr, Deiner Ehre und meiner Seelen SeligFeit! So preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. Mel. bes 62. Pfalms. 54.0 年 中 Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Nath und Kraft! Den hohen Himmel sammt der Erden, und ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringent 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordmung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gib, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, haft auferlegt; hilf dankbar sein in Segenszeiten. Sei täglich, ewig fei von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer lann ihn gnug erheben? wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben; dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werte. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig! wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! bas preis ich), daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm ume her erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahr heit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe. was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Nath beschickt, des gleichen was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich träftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordnest Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis 6. Der Herr ist mild, von duldenbelebt der Frühling unfre Fluren. dem Gemüthe, barmherzig, gnädig, Wenn uns ein Glücke wird gewährt, und von großer Güte; erbarmt sich wenn uns ein Unglück widerfährt, so seiner Werke, hat an allen sein Wohlsehn wir deiner Allmacht Spuren. gefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke follen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Je hovah, deiner gleiche, das rithmen sie, damit sie auf der Erde bewitu zitt 5. Auch stärke meine Zuversicht, so quälet mich die Sorge nicht, wie mirs noch künftig möchte gehen. Du bist, dert werde. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 38 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob besungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Seil ihn bitten, zu überschütten. - 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie väterlich erquicfe; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preiſe. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf und gibst allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu feinem Preife, ift gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Stilfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Fre vel liben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 16. Sa, ewig will ich seinen Namen loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müffe, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 56. G 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Du fängst an uns zu lieben noch eh wir sind, und haft nie Lust uns zu betrüben; doch nützt uns eine Laft, so bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, deinen Kindern die Bürde sanft zu lindern, die sie nun treffen soll. 4. Läsf'st du mich Noth empfinden; dein Wort, Herr, tröstet mich. Durch dich muß sie verschwinden! drum hoff ich stets auf dich mit kindlich treuen Sinn. Drum werf ich, was zu tragen mir schwer deucht, ohne Zagen, noch täglich auf dich hin. das sich auf dich verließ, so sicher 5. Noch immer ist mein Hoffen, eingetroffen, wie mirs dein Wort verhieß. Du hast mir wohlgethan; denn deine Gnad ist größer, und machts mit mir viel besser als ichs erfinnen kann. 6. Dein Name sei gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund foll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. 7. Du hast mir wohlgerathen und lauter Guts gethan, daß deine Lie besthaten ich nicht gnug rühmen tann. Hilf, daß ich ewig dort ver tlärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hert. ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen mein ganjes Leben ruht: Du zählst die Aus dem 9. Pfalm. Mel. Valet will ich dir geben Zahl mir zu von meinen Lebens- 57. G ott! meine ganze Seele tagen mit ihrem Glück und Plagen, macht deinen Ruhm bekannt. Dir mit Unruh und mit Ruh. dank ich und erzähle die Wunder Erster Theil.-- Von der Vorsehung Gottes. Der 121. Pfalm. deiner Hand. Mein Geist ist froh. Mel. von Nr. 13. Ich finge: Herr meine Luft bist du. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil fommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz ich zu. 2. Du fizest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst: und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, der widersteht. Ihr kühnen Sünder zittert! bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt übet Die Bage finkt und steiget, wie sein Geje gebent, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth; du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schuz begehrt. 39 2. Getroft mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Nechte schützet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einft mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Segen folg aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. 6. 3hr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er flaget, und stillt der Wetter Wuth. 7. Herr! sei mir gnädig! Schaue voll Huld auf meine Soth! Du bists, dem ich vertrane, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh ich ins Heiligthum, und, über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe dir. 59. N och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und täss'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, gibt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nährest jede Kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist un erschöpflich reich. 40 Erster Theil.- Bon der Vorsehung Gottes. 6. Wem ftrömt fie nicht, von dir| Leben schufst, wo uns vollkommne erfüllt, Luft und Vergnügen zu? Wer Freuden fehlen, nein, sie zum beffern ist so gut, so treu, so mild, so väter- Erbtheil rufft: dein Sohn gieng auf lich, wie du? der Leidensbahn uns zum Erempel selbst voran. 5. Du zählst und segneft unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlfein folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießzest du uns sein. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Bater, zu dir um Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du sorgft für alles, was ba lebt. 11. Säff'st du uns deine Freund lichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der tünftgen Welt geschehn? 12. Roch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor 61. --7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du lettest mich recht väterlich. ei zufrieden mein Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Gemüthe, Gott ist gut! was er 60. thut, ist voll Lieb und Güte. Herrund Schöpfer unſers Lebens, du hegst ein wahres Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du fiehst und finderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. Schaue seine große Thaten! was die Welt in sich hält, ist ihm 2. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Voll entrücket, das durch den Glauben an wohlgerathen. dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sün der schreckt. 2. Beides, Erd und Himmel, preisen seine Macht, Tag und Nacht müffen es beweisen. Sonn und Mond sind laute 3. Allein des Lebens bange Sov- Zeugen; was sich regt und bewegt, gen beschweren hier noch oft ihr fann es nicht verschweigen. Herz. Oft hältst du, Retter, dich verborgen, als fenntest du nicht ihren Schiners. Der Stolze wühlt im llebersinß eft, wenn der Fromme darben muß. 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Chier melden die seinen Ruhmn ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für dieses 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder 41 Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. sonst zu finden, rühmt die Weisheit seinen Willen gehorsam zu erfüllen, seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. so nimmt er selbst sich meiner an. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Seel und Leib ist sein Gefchenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedente? Leben? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja tein Augen blid verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zumt Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen; denn er ist in allen allen Sachen Rath. Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wirds wohl machen! - Mel. D Welt ich muß sich lassen. 48: 62. Jth t en allen meinen Thaten 63. laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat! Er muß in allen Dingen, solls anders wohl gelingen, der Helfer sein durch Rath und That. 5. Er lasje nteine Sünden vor ihm Bergebung finden, durchstreiche meine Schuld, und wenn ich zu ihm schreie, so schenk er mir aufs neue in Christo seine Baterhuld. 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, meines Lebens Pflicht, irr ich auf weckt mich der Morgen wieder zu finstern Wegen, eil ich dem Kreuz entgegen, fo sei sein Wort mein Troft und Licht. 7. Schein ich von ihm verlassen, so will ich mich doch faffen, und seiner Hülfe trann! und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schaun. 8. Jhur hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut; ich lebe oder sterbe, so bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 9. So sei mm, Seele, stille, dein Ruhm sei defsen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! dein Vater in der Höhe, der weiß zu 2. Was nützen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glitc und Plage, und böf und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein beschieden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir gibt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. Der 93. Pfalm. Mel. von Nt. 18. mit Majestät bekleidet, er gürtete sich selbst mit Allmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, so fest, daß nichts es je erschütteri kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schaust von deinen Höhn, wie sich emporte Ströme schwellend blähn, siehst ihre Wuth, die weit Verderben dräut. 2. Das Weltmeer tobt; der starken Wogen Stimme braust donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du Stärkerer siehst ruhig ihrem Grimme vom Himmet zu; du wintst: die Wuth legt ich. Wahrhaftig ist, was, Herr, dein Wort uns lehrt, gewiß, was du versprichst. Zu jeder Zeit ist deines Hanses Zierde Heiligkeit, fie mur, die 4. 3hm trau ich in Gefahren; Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such ich nur dir gefällt und ewig währt. 42 Erster Theil. Der 96. Pfalm. Mel. von Nr. 33. 1 Von der Vorsehung Gottes. Der 97. Pfalm. Mel. des Psalms. Lieder, voll nie gehörter 65. D er König aller Welt ist Gott, der sie erhält. Ihr Länder sammt den Meeren, frohlockt zu dessen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht 64. Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel Ichallet fie! Befingt den Herrn und seine Werke, lebt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! 2. Groß ist dies Heil! O, sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben! nur vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, find Gögen ohne Sein und Straft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmude, der ihm wohl gefält! fallt hin in seines Tempels Hallen! ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest bestehul Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Himmel! die Erde dank und freue fich! des großen Weltmeers froh Getümmel und sein Bewohner preise dich! Laßt alle Felder, laßt die Heer den aufhüpfen! laffet jeden Hain und jeden Baum voll Jauchzens werden, sein Lob ertönen, sein fich freun! 6. Vor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach feiner Wahrheit, seinem Kechte Verdienste und Bergeltung gleich! ergeht, das keinen Sünder schont. 2. Um seinen Wolkensitz erscheinet Blitz auf Blitz, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft, es glühet Erd und Tuft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern rust. 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, so schmelzen auch geschwind vor seiner Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zengt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht! 4. O schämet euch forthin, und brauchet Aug und Sinn, die ihr mit Götzen prahlet, und ihnen Opfer zahlet! Verehrt den höchsten Geift, der sich als Gott erweist, und welchen immerdar die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preift. 5. Befehrt, befehret euch, damit sich Zions Neich auch über eurer Neue und eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Shr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Erster Theil. Böse, damit er euch erlöfe. Er nimmt der Seinen wahr und schützt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht und zeucht fie aus Gefahr. 1 Von der Vorsehung Gottes. 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so danke jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. 66. N Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130. Psalms. Mel. ch Herr, mich armen Einder. 67. BEN 43 immt Gott, dem wir 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, sicht immer ungeschwächt, was gut Esei oder schade dem fterblichen Gevertrauen, nicht unsers Werks sich schlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann! Will er die Stadt nicht schützen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nützen? Umsonst ists, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer, und unerwartet gibt? efiehl du deine Wege, und was dein Herze fränkt, der treuen Vaterpflege des, der den Weltkreis lenkt! er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; follt er nicht Wege finden, wo ✔ dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm beftehn. Gott läßt durch Sorg und Grämen und durch selbsteigne Peine sich keine Wohlthat nehmen, fie muß erbeten sein. 4. A wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang ist Recht und Licht; und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, jo tann dein Wert nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff, o bedrängte Seele! hoff und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm enträden, erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Angesicht erfreut.. 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht versinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll! Gott fiszt im Regimente und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern. wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath das Werk hins ausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Troft auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht ge Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 44 hört: Er wird dir Hüllfe fenden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst. 9. Wohl endlich deiner Treue! du trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue, schau nur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpfalment dem, der dein Leid gewandt. 10. D, ende, Herr, o ende, hier alle unsre Noth, und reich uns deine Hände im Leben und im Tod! Stets laß uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. - --Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 9. Doch schwach ist, Bater, unser 30. 68. Lobt Gott, der uns den Dank, den wir dir findlich bringen. Wir wollen unsern Lobgesang einft würdiger dir singen. Dir weihn wir unsre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Gefilde; auch haft du nicht die Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur frenet deiner sich, fennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. gesättigt werde. Thau, Regen, Son nenschein und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte. 5. Sobsinget ihm! er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd und Meere. Ich lob, o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb und Gnade. 7. Es strömen, wenn dein Donner dräut, wenn Berg und Thal erzit tern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. der den Erdkreis schmücket! der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und segnet seine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe! Der 73. Pfalm. 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen Mel. des 89. Pfalme. neu hernieder. Der Wurm, der in dem 69. DES urch so viel Schein Staube webt, der Bogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. gestärkt, kämpft Zweifel, wie ihr 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott Herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Sch hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, fah Fresler mit Verdruß zum Glück allein geboren. 6. Du rufft die Wolken übers Land und tränfest mild die Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch 8. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Dein freun des Himmels Heere sich; auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie fie, unsterblich. Erster Theil. Von dem Menschen, seiner Natur zc. 45 2. Des Todes ernster Blid, sein Herrn auf Erden und seiner Borsicht Schmerz erschredt fie nie; in immer Gang und ihren Grund zu wissen. frischer Kraft des Wohlseins blühen Umsonst! Mein Ang sah nichts in fie, von aller Mühe frei, worunter Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des Halfes Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin fie festlich prangen. ihren Finsternissen. 3. Der Körper ninnut an Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, tenut weder Maaß noch Ruh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Andrer Noth sich seine Höh errichten; und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; mel trotzt ihr Mund, die Zunge herrscht den Himauf Erden. 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich 3. Sie sprechen: sollte Gott herab auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht dieje Frevler an! Ihr Sport sind die Gesebe; doch blühn sie ruhig hier, und häufen Schätz auf Schätze. 5. So hab ich denn umsonst gesucht, im Herzen vein, im Wandel ohne Schuld der Tugend tren zu sein! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Frevlern zu! Denn schlöffest du, wie sie, wie treulos würdest du an aller Heilgen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des - 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödes Aug ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen! ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End, und all ihr Glück zernichtet. 8. Wie das Erwachen bald des Traums Betrug vertreibt, der Betttern Schäßze schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Bom Pöbel kurz vorher verchrt, gleich einem Gotte, dient ner Stadt zum Spotte. Den Abweg. dann des Frevlers Bild, Herr, deisah ich jetzt, worauf ich schier gera then, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 9. Doch hatte der Berdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Bieb vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib ich stets bei dir! du fasseft meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Berklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Himmel werden? Nichts, nichts gelüftet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 10. Berschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Beid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die trenlos von dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Bu dir halt ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertraun, und deinen Namen preisen! 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Vater, riefft mich aus dem Nichts 70. Dein bin ich, Gott, dein zum frohen Anschaun deines Lichte. ist mein Wie 2. Wie viel hab ich dir zu verdantröstlich ist mein Ursprung mir! Du ten, Herr, der du mich bereitet haft! bast den Odem mir gegeben, mein Als mich die engen fixstern Schranganzes Wesen kommt von dir. Du, ten des ersten Daseins noch umfaßt, Erster Theil. Erster Theil. Von dem Menschen, 46 da war bein Auge über mir, da lebt ich, Höchster, nur in dir. 3. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Berstand, Begierd und Wollen zugewandt. 4. Wenn ich auf meinen Körper fehe, den du so tunstvoll ausgebildt, so wird, o Bater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich is hierher noch erhalten, so daß der Tod vorüber ging. Ich stehe noch und preise dich. Herr, deine Rechte schützet mich. 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich fehr erfchredt, vielfältig Leib und Seel beflect. zer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zn dir erhebe, die Haut, so tünstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, ein Werk von dir, ein Wert von deiner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, ders läugnet, daß ein Schöpfer ist, fich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele spät und früh des Leibes Dienst verlanget. 4. Ach, hättest du mein Auge nicht so meisterlich bereitet: was nützte mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmüdest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dant! Mein Herz vernimm den Lobgefang der ganzen weiten Schöpfung. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergib, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Bater, nicht vor dir! 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Schaff selbst ein reines Herz in mir! 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sei. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf: o Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ewges Leben sei mein Theil, so preis ich ewig dich, mein Heil! Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchften preise. 7. D, pries ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß mein Leib ein Tempel sei, worin dein ich ewig dein mich freu! und daß Geift stets wohne. Rel. Mein Gott in der Hib.- 15. 71. Dir, Gott, fei Preis und ott werde stets von Dant gebracht! Dich 72. rahme Harf und Pfalter! Ich bin in Wunder deiner Macht, mein E Schöpfer, mein Erhalter! Mein gan- dir erhoben, du, deines Schöpfers seiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geift! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Er schuf mich ja, fein Bild zu sein, ihn einst zu 47 erwägen, mit welcher Gitte du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen sein. 3. Annmuthig, prächtig zum Ent zücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 9. Gott, meine Lust sei, dich zu fennen, dich Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligteit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch ich noch? was fehlet mir? schaun, mich sein zu freun. 2. der den er zu seinem Stuhle wählt; doch 73. Was gefichte der Mensch, Mel. Wer nur den lieben Gott,- 7. vor Anist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; und mir, dem Gott, daß du sein gedenkst, und einen Thone feiner Hand, gibt er Empfin- Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieder senkst! Was dung und Verstand. ist er, wär er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenkloß. 2. Du saheft an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzigkeit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand fassen kann. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott 3. Du haft den Leib, obschon aus erhob, sind sie so herrlich! Sie erzäh- Erde, doch wunderbar und schön ge len nur ihnen meines Schöpfers Lob. baut, daß er der Seele würdig werde, D Seele, jauchze, daß der Ruf der ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Allmacht dich zum Geiste schuf. Du hast ihn selbst zum Herrn der 5. Gott, ich kann denken! Sch Welt, dem alles dienen soll, bestellt. gewinne, weil ich zu einem Geiste 4. Du hast ihm noch viel mehr ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. geschenket, du gabeft ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und dentet, und ihr hast du ein ewges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in deinem Worte zugesagt. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer gibt sie? Gott, der alles schafft! 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenten kann, damit fie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schuß, so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, vergib fie mir nach deiner Huld. 8. Wie wundervoll ist das Vermö- 7. Doch wenn erhöhet von der gen, Gott, das du meinem Willen Erden, im Himmel, deiner ewgen gibt. O, möcht ich es doch stete Stadt, dich Leib und Seele schauen Erster Theil. Ven dem Menschen, 48 Mel. Nun danfet alle Gott. werden, von deinem Licht fiets froh und fatt: so sollen sie auch beide dich 75. Qllmächtig großer Gott! rühmen ewiglich. Wer gnug - Der 8. Pfalm. Miel. von Rr. 16. 74. unser Gott, wie voll ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Him mel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Der Säugling muß schon deine Fürficht preisen. Ein schwaches Kind kann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deiner Macht noch tretet und verneint. 3. Ich seh erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsban bemerke, wo du des Monds und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 1 erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre; drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld ge schenkt. 3. O welch ein großer Zwed, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, ist unser größtes Glüd. D, wohl mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem Glück. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun, sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet möge fein! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde flichn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, aud) gern behilflich sein. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theur in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist! 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und stönig auf der Erde. Und was ihr Schooß mir immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Bich in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen flimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein 8. Der Vögel Schaar, der Sänger Freund der Menschen werde, dem Cher in Lüften, der Fische Heer in Wohlthun Freude macht, der KumFluß- und Wasserklüften und was mer und Beschwerde dem Nächsten sich nur im Meere nähren kann, ist gern erspart, dem Nächsten gern verinsgesammt den Menschen unterthan. süßt, und wo er helfen kann, zum 9. O unser Gott! Beherrscher aller Helfen willig ist. Machten! wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd und Himmel geht. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch seiner Natur und Bestimmung. 49 im Guten ähnlich bin. O, bilde du Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. mich ganz nach dir und deinem Sinn. 77. Mie wichtig ist doch der 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, Gott, droben, da ist ch bin, o Gott, dein Eider Ort, wo deine Hand das Glüd Ende nimmt. Hier sind wir nur von uns aufgehoben, das nie ein traurig dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 76. I genthum. Du schufft mich, dein zu sein; mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabft mir den vernünftgen Geift, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. Herr gegeben; Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei fets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Ihm ists nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Sott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut, Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bift sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, and selbst in Traurigkeit schmeckt er, Dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie vergessen! Wie viel an Zeit, Herr, haft du mir 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? zur Wallfahrt zugemessen? Nur we Ich rühmte dich, Herr, nicht? Einnig Zeit. Ist die vollbracht, so wird Herold deines Ruhms zu sein, bleibt der Erde Gut und Pracht auf ewig meine größte Pflicht. mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beßren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einft darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gefeßen leben, die selbst im Himmiel gültig sind; bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe! 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 3. O, laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücktet werden! was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Luft gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4 50 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. Mel Auf meinen lieben Gott. 78. D u, der fein Böses thut, du schufst den Menschen gut. Du, Höchster, gabst ihm Kräfte dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sütnden, vor dir, o Gott, zu finden? zum seligen Geschäfte, in HeiligMel. bes 38. Pfalms. teit zit wandeln, stets recht bor 79., st to tranfer zu Arzt 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns 3wang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen.- 8. Wohl dem, der sie gewinnt. Gott, so verderbt wir sind, so willst 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Seelen! Wills uns fehlen an Er-. fenntniß eigner Noth, so daß wir die Last der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nahen Tod: 2. Ach, so gib Gefühl von innen, mach die Sinnen lebendig und auf geweckt; bis die gräuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng und Größe, unsre Blößze, zeiget dein Ge setz uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nahn. 4. Dein Gesetz spricht: heilge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer kanns verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 6. Sefu, ach, ach trag Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der heilen kann. Zünde bei uns allzusammen reine Flammen deiner Lieb im Herzen an. Erster Theil.- Bom Fall und von der Verborbenheit zc. 51 Mel. von Nr. 79. 3. Hilf mir durch den Geist der tit 80. Erretter und Vertreter, Heile meiner Seele Schaden durch bei dem unsichtbaren Licht! Sich, ich des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle lieg in meinem Blute, ja das Gute, meine Sünden! Laß mich vor dir so ich will, das thu ich nicht. Gnade finden! 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. 3. Bon Geburt bin ich ein Sinder und nicht minder sträslich durch gehäufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist deine Gnad und Huld. 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5. Schaffe denn ein reines Herze Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß der sündlichen Begier mich mit Nachdruck widerstehen, und auf deine Hülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut 5. Zuflucht der betrübten Herzen! unter deinen Willen zwingen; denn Angst und Schmerzen setzen meiner dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht Seele zu. Sieh, wie mich die Sün- kann dein Reich ererben, laß schon den quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh. 6. Herr, errette mich vom Fluche, sich, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, mußt du selbst von oben her mir dazu die Kraft verleihen, und mein sündhaft Herz crnenen. err! du kennest mein Verderben. Ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben sich noch immer böse Luft, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zenget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind es, Gott, wie träge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird bom Hang zum Bösen mich doch wiederum erlösen? hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüfte dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, o so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und selig möge enden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. G roßer Gott! Erhabnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, und was ich bin, überlege: O wie 52 Erster Theil.-Vom Fall und von der Verborbenheit zc. du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten fund, die mich) vor dir verklagen, und mein Gewiffen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Nettung schaffen? dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber sein? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Bater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Baterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zuge wandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was wird mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Gaben tlagt nur meinen Undant an; weil ich fie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden angewendet. D, wie häuft fich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief be schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe trener Dantbarkeit schwache Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder find an deinem Dienst bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. 83. Mein Gott, dir ist be wußt die innre böſe Luft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. D heile 3. Ich habe wider dich, den Nächsten, und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. in mir. Bater! laß das 84. 1 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, nu gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächtger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Wert vollbracht: so gib mir Lust und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobfinge. Mel. des 51. Psalms. ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ewgen Gottheit Kraft und heilger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, Vom Fall und von der Berdorbenheit 2c. 53 3. Da wall ich hin, da wartet hat auch den Menschen gar nicht mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heit und mein Vertraun, laß mich dein felig Antlitz schaun. bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heilig. feit, das war die Zier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit er gut und milde die Seele schmückte, die er fich geweiht. Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ewger Wonne fehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. Erster Theil. 10 3. Ach! aber ach! ein unglückselger Fall, durch Satans Lift und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd und Tod herrscht jetund überall. Es ist das 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welfen wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. Gebein durchängstigt dein gewaltig 5. Ich zittre, Herr, und mein Dräun! Denn denkst du ins Gericht zu gehn, wer tann, wer kann vor dir beftehn? Aus dem 90. Psalm. Mel. von Nr. 13. 85. Mie ein Geschwätz 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad ergch für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil. 7. Auf daß ich klug sei, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb und sterb ich dir allein, im Leben, Gott, im Tode dein. Gift der Wurzel zugeflößt: Drum 86. M fann der Stamm mit allen seinen Zweigen, nun ganz verderbt, von innrer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bittre Früchte zeigen. 4. Wo find ich Heil? Hier ist tein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur uur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Chr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben. ie fleucht dahin H der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund von Herzensgrund? Kaum spricht 17 davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wassersahaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh man es noch denkt vergeht. des verfließt die 3. Nur du, mein Gott, du bleibeft Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht mir das, was du bist, ich traue dir; vorbei ein schneller Bach, und dein und fallen Berg und Hügel hin, so Gericht, Gott, folgt ihr nach. bleibt mein Sinn getroft, wenn ich bei Jefu bin. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie kömmt, sei was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohn. Ach! gib, daß ich mich 54 Erster Theil.- Bom Fall und von der Verdorbenheit zc. jeden Tag bereiten mag auf jenen| mein! das soll allein mein Troft im letten Glockenschlag. Tod und Leben sein. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Luft, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merkest du, sich dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Nuh. 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Gut sei stets mein Ziel! Was emig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir findens, Sefu, nur bei dir. 7. Damit ich dich verklärt einst seh, und froh vor deinem Throne steh, fo lehre du, mein Heiland, mich und Mel. D Welt ich muß dich laffen. 48. gib, daß ich nichts so begierig fuch, 88. Die Herrlichkeit der Erden als dich. und werden und nichts bleibt ewig stehu! das, was uns hier ergetzet, was man für ewig schätzet, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Eitelteit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wirds, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schützen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genuß? Was ists, wo mit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwin den muß? 6. Was sind selbst alle Thronen? Gibt es wohl irdsche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dic bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? Mel. von Nr. 86. 87. Gott ott hab ich alles heimgestellt. Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich feiner Gütigkeit. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte drauf und bleibe still. Gut ist mir, was sein Nath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer furzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immer dar im Streit. 4. Zuletzt rust dann doch Gott dem Tod. Er fommt und endigt unsre Noth. Sint du, o müder Leib, hinab, ins ftille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schaun in jenem fel'gen Licht. Welch unaussprechlich große Freud ist mir bereit't! Gott sei gedanft in Ewigteit! 5. Wenn mich die Sünde schon anficht, o so verzag ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Roth den Sohn selbst für mich in den Tod. 6. Heil mir! daß mein Herr Jesus Chrift für meine Schuld gestorben ist; mun lebt und herscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 7. Dem sterb und leb ich allezeit, 7. Wie, wenn die Soun aufgehet, von dem mich auch der Tod nicht die Rose blihend stehet in ihrer fcheib't. D, fein bin ich, und er ist schönsten Zier, und doch berwelft sid Erster Thell.- Von der Erlösung der Menschen zc. benget, eh sich der Abend neiget; so blühen und verwelfen wir. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser 89. Mel. Jeju, meine Freude. 55 Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. ort aus Gottes Munde! Wort vom FriedensBunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Luft vergeht. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen wor. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! Mund, lieblich ihre Füße, ihre Lehren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. schafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen vor der Beit uns allen, Gott, bestimmet hat: 90. was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gerent, zeigst du uun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 4. Da uns Strafen drohten; was für frohe Boten! trostreich ist ihr 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! kommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug; kommt zu deffen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott! Gott, der euch als Vater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. urch Adams Fall is erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, 56 Erster Theil. - Von der Erlösung der Menschen jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden. 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen: so herrschet mit tyrannscher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine fremde Huld in Chrifto alle wieder. Und wie wir all in Adams Fall des ewgen Todes starben, so Mel. Freu dich sehr, o maine 29. rettet Gott burch Christi Tod, die 91. wge Liebe, mein Gemlithe onder ihn verdarben. Blick 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heilges Wort nicht nehmen; so weiß ich, läßt dein theurer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld! nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr vertraut, auf sie fest baut, der wird den Tod nicht schauen. Wort den Himmel aus der Ferne, 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilges denn dies Licht führt zu Christo fort, dem hellen Morgensterne. Bricht de: nun an, so faffet man alsbald die hohen Gaben, die Gottes Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. 4. Gott hat uns seinen Sohn ge in den Abgrund deiner Güte; send schenkt, da wir noch Feinde waren, ihm einen Blick zurück, einen Blick der ist für uns ans Kreuz gehenkt, voll Heiterkeit, der die Finsterniß zererstanden, aufgefahren. Tod und Ge- streut, die mein blödes Auge drücket, richt trifft uns nun nicht, so wir wenn es nach dem Lichte blicket. ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet hast, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwerthen Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Kraft, fein ewges Wort, zum Heiland uns gegeben. Dem 34 erwerben. Feind zum Trutz umgibt sein Schutz uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zuletzt zum Spotte, der solchen Troft bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer fich will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge Lift erschrecken. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, tann nie zu Schanden werden. Wohl, wer auf diesen Felen baut, trifft ihn schon hier auf Erden viel Angst und Müh; hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf Gott verläßt. Gott hilft den Seinen allen. 1 3. D, ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit! welcher uns hülflosen Ärmen Gnade, Troft und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du haft, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß fich jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Verderben ohne Grund verbannet haft, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. und dem Erlöser überhaupt. 57 Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Ewig fei mit Dant befungen, zen schaun; da findet sich zu aller was dein Rath beschlossen hat. Mit une preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rath, den der Glaub in De muth ehrt, die Vernunft erstaunend Hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Nichte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertranen meinem Heil entgegen schn; alsdann werd ich ohne Grauen felbft dem Tod entgegen gehn; feine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich beiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. habe nun den Grund 92. Hoffnung ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel 93. Nu fröhlich sein, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Jun, Christen, untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen, des, der sich zu dem Sünder neigt, er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 6. Wird alles andre mir entriffen, was Leib und Seel erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden misſen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich fann in meinen besten Werten, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler merfen; o, wie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Troft bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; Er wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt; fie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen; fällt alles andre gleich dahin, so sing nach der Barmherzigkeit. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deßwegen tam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Konunt her zu mir, bei mir ist Ruh. - 30. uns Gott Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb und Luft ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat, was Gott an uns gewendet hat, wie theur er uns erworben! 2. Vom Teufel hart verstrict war ich todt, elend und verloren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sant auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz beseffen. 4. O Abgrund, welcher unfre Sünben durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte der Barmherzigkeit, mir wollt er helfen lassen! zu mir wandt er fein Vaterherz, zu heilen meiner Wunden Schmerz, ließ ers sein Bestes kosten. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Eil, 5. Darein will ich mich gläubig fen- meines Herzens werthe Stron! sei du ten, dem will ich mich getroft ver- das Heil der Armen! Hilf ihnen aus traun, und wenn mich meine Sünden der tiefen Noth! für sie entwaffne du fränken, nur bald nach Gottes Her- den Tod, und laß sie mit dir leben. 58 Erster Theil. 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, erschien nunmehr auf Erden, als eine Jungfran ihn gebar. Mein Bruder wollt er werden, hielt heimlich seines Arms Gewalt, und ging einher in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber geb ich ganz für dich, will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, sein. Uns soll der Tod nicht scheiden. 4. Der du trägst alle Dinge, des Baters ewge Kraft! ohn den ich nichts 7. Vergießen wird man mir mein vollbringe! der alles Gute schafft! Blut, voll Grimms mein Leben rau- Hilf, daß mich nichts verblendet, mein ben. Gern leid ich alles dir zu gut. Herz nichts von dir wendet, nichts Das halt mit feftem Glauben. Dein meine Liebe schwächt. Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. Von der Erlösung der Menschen 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geift dir geben, der dir in Trübsal Trost gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet. Schatz leicht rauben tann, dies fei mein Abschiedssegen. Mel. Herr Chrift, der ein'ge Bottes. 94.2 空 画 2. Für uns ein Mensch geboren, der teuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid geschworen, erlittst du Qual und Hohn; starbst, daß wi leben möchten, erhubft uns zu Ge rechten und Erben deines Reichs. 3. Gib stets in reicherm Maaße Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlasse die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu ber Luft an dir. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt zu seines Namens Ehren. Nur Hüte Mel. D Troftwort, das uns Leben gibt. dich vor Menschenwahn, der dir den 95. G edanke, der uns Leben gibt, welcherz vermag dich aus zudenken! Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken 2. Hoch über die Bernunft erhöht umringt mit heilgen Finsterniffer füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewiffen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergrün den; und doch kann ich der Sonn Licht und ihre Wärm empfinden. Christe, Eingeborner, von Ewigkeit gezeugt! Des Baters Auserforner, zu dem sein 5. Laß uns, mit dir begraben, mi dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren, dein todt und lebend sein. Herz fich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 6. Dank, Lob und Preis und Ehr sei Gott in Ewigkeit für solche füße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schü uns im Gericht. 4. So kann mein Geist den hohen Nath des Opfers Jesu nicht ergrü den; allein das Göttliche der That das fann mein Herz empfinden. und dem Erlöser überhaupt. 59 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Mel. Allein Gott in der Hbb.- 15. SünCheift am Kreuz nicht meine Schuld 96. Heil uns! Aus unſter Sin getragen, nicht ist: so werd ich angstvoll zagen. Erlöser 6. Ift Chrifti Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. dennoth ist Nettung uns erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns mit ihm unser Heil; er kam, am ewgen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, 3 werden. Er kam und durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leh und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue: so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für den, der uns geliebt, ertalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dantbarkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel mun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb Wo ist er, das Heil der Sünder. nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn, der Netter unsrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getroft und froh in Gott zu sein, wenn wir nur dem Heiland weihn, den Gott für uns verordnet. URS 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O, laßt uns ihm uns auvertraun, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershülfe baun, und sein Joch auf sich nehmen, das ist der Weg zum eigen Wohl, der 15. Sollt ich dereinst noch würdig fein, um deinetwillen Schmach zu Weg, auf den man friedenvoll auch leiben: so laß mich feine Schmach noch schon auf Erden wandelt. Bein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für 7. Herr, laß uns diese Seligkeit und für des Glaubens Freudigkeit doch über alles schäßen. Nie können empfinden: so wirt er doch sein Werk Güter dieser Zeit den Mangel uns in mir, und reinge mich von Sünden. ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuver17. Hat Gott uns seinen Sohn geficht zu dir, Gott, unser Bater! schenkt, so laß mich noch im Tode denten: Wie sollt uns der, der ihn 8. O lent auf dies erhabne Glück. geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. der Seele stärfste Triebe! Beuch mächtig 60 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen unser Herz zurück von schnöder Sün- suchst liebreich von der Sünde Joch denliebe! An dem uns theur erworb- und ihrem schnöden Lohne, die ihr nen Heil laß uns, im wahren Glauben, noch dienen, zu befrein. Beschwerter Theil stets suchen und gewinnen. Herzen Troft zu sein, ist deines Her zens Freude. Du gibst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest tu, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörft der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gib daß ich mich, so lang ich bin, in deinem Lobe übe. - Mel. A. Wasserflüffen Babylons. 97. ob, Ehre, Preis und Dant sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. warst du groß, herrlich, Gottes 98. ich dich nach Würdig. Sohn! gekrön mit Schmuck und feit befingen! Wie wagts ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinauf zu schwingen. Es glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter Lieb von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind ste, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bists, der alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer fich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut 4. Was ist die Welt, die arge in diese Welt gekommen! haft willig Welt? was sind doch Adams Kinder? unser Fleisch und Blut, o Herr, an daß fie dein Sohn so theuer hält. sich genommen. Aus der erschreck- Er rettet diese Sünder; da du, im lichsten Gefahr zu retten, was ber- Borne, Belial mit seinen Engeln allzuloren war, warst du ein Fluch auf Er- mal zum finstern Abgrund stießeft. den. O Huld, die sonst nichts gleiches hat! du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns und bist es noch iegt auf der Himmel Throne; 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunst, Vermunft? gib Gott die Ehr! Gott wollt unendlich lieben mehr, als du begreifen solltest. 3. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns her. abgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt une mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben tönne. 5. D, welche Tiefen seh ich hier! nie werd ich sie ergründen; doch seh ich gnug, um, Gott, mich dir aufs stärkste zu verbinden. Herr, dir sei ganz mein Herz gewährt, ein Herz, und dem Erlöser überhaupt. 61 bas dir allein gehitt, als Schöpfer| gut ich immer fann, dich recht inbrünund Erbarmer. stig liebe. Die Welt nicht, Gott sei 6. O liebster Bater, nimm es an, meine Luft; laß ewig nichts in meis und reinge seine Triebe, daß ich, so ner Brust, als deine Liebe bleiben. 8) Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Nun danfet alle Gott.- 9. belegt, für uns geschlachtet ward, 99. lag die ganze Welt mit und alle Sünden trägt. Zorn und Fluch beladen; da öffneteft du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund tren, sich Jefn ganz ergibt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 2. Gott, wer tann thun wie du? Schon wohlbetagt an Jahren gebiert Elifabeth. Der Sohn der baren, den jenes Engels Mund ver9. Das werd auch unser Theil; Johannis Amt und Lehre verherrliche noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Unfrucht- Wer Buße thut und glaubt, hat Trost heißen, sollt allein der teuschen Jung- auf alle Zeit. Wer Buße thut und fran Sohn ein würdger Herold sein. glaubt, der bleibt in Ewigkeit. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch um deinen zu Sein Bater wird erst stumm; der Stumme schnell beredt und weisfagt, da auf ihn der Geist des Herrn geräth. <-56. Mel. Bon Gott will ich nicht lassen. it Ernst, o Menschen 100. euch bestellt! damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. 4. Das Kind wird stark am Geift,, hemmt nicht seinen Lauf! Gott der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Belehrer, ein heilger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft. hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gaft; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; werdet eben, wenn Thale fich erheihre Berge sentet euch; senkt euch, und ben; ihr Krümmen, werdet gleich. 3. Ein Herz, das Demuth übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das tann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. 5. O welch ein Gnadenwort! welche füße Stimme, die in der Wüft erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die fündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott versöhnen soll, ift da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmts zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tanf und Predigten ihn allen fund zu thun. 7. Allein zu Jesu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jesum zeigt fein ausgestreckter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch 4. Ach, mache du mich Armen zu diefer heilgen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! 3euch in mein Herz hinein; dies fei statt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. 62 Erster Theil. - Von der Geburt Jesu Christi. 102. A 101. G rhebt den Herrn, ihr Frommen; er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! D, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. lso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollfiihrt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gat, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! O, bringet Gott euren Lobgefang! Erlöste Men ichen! singet dem Mittler ewig Dant. Bo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. D, nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder! Verwirf uns, Jefu, nicht. Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Drum kommen wir zu dir. Hilf uns die Macht der Sünden doch glücklich überwinden! Denn dein, o Herr, sind wir. 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligsein ge bricht, das, Herr, erwarbst du mir. Bersöhnung, Leben, Troft und Licht, das hab ich nur an dir. 7. Dein Mangel ist mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn! durch den er Gnad erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn auch, mein Geist. Mel. von Rr. 61. aßt uns unserm Gott Dein 103. lobsingen! Hoch er freut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein! Gott allein, unferm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist ge boren! Er, der König aller Wesen, steigt herab, bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden 3. Wer kann Gottes Rathschluß unfre Seelen sich Gottes ewig freun. faffen? Aber dies ist gewiß: Gott Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 63 fann uns nicht haffen! Kommt der 13. Du kommst einst zum WeltgeSohn aus freien Trieben zu uns richte! dann werd ich, Richter, dich her: wie sollt er nicht die Menschen schaun von Angesichte. Gott, wie lieben? wird dein Haffer beben! Dann werd 4. Wenn er uns verworfen hätte, ich deiner mich freun und ewig leben. nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette. Deß soll sich der 104. SE Erdkreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was bort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden tränten, eilt herzu, fuchet Ruh! Er will fie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquiden. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müth, was ist sie gegen ewge Freuden? Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schar. Hallelujah! 2. Dich fahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Trost und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit mun herab. Hallelujah! 9. 3hr Erdulder schwerer Tage, gleich. Hallelujah! euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Fefte Zutraun her, wiffet, er wählt für euch das Beste. elobet feist du, 4. Durch den die Welt einft worden ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr fommnt in fein Reich, erniedrigt sich und wird uns 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um so viel trener. Keine Kreatur, fein Leiden, teine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 5. Jauchzt Himmel, Erde frene dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams fündiges Geschlecht entfündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 11. Gottmensch! du nahmst meine Birde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann beine 105. Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll fie mein Herz empfinden. 6. Gelobet feist du Jesus Chrift, daß du Mensch geboren bist. Dir ift der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! 35. Friedensfürst aus Da o meiMel. Wie schön leuchtet der. ner Seelen Bräutigam! mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden, Hofianna! seht er kommt jetzt: Hostammal 64 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Ich selbst bin nun von Frenden 5. Mein Blutsfreund, mein Smvoll, und weiß nicht, was ich schenken manuel! was fonnte dich bewegen, fell dem auserwählten König! mein Goel, meine Lebensquell! den theurer Jesu, nimm doch hin mich Zepter hinzulegen, zu kommen in felbft und was ich hab und bin, ach dies Jammerthal, um dich mir selbst freilich ist es wenig. Schließ mich zu schenken? Ich wende mich hin in dich. Nichts auf Erden, nicht überall, ob etwas auszudenken, die Beschwerden, keine Leiden sollen mich Gabe zu vergelten. je von dir scheiden. 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt ich ihn dir geben, so wird es doch zu wenig sein! Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du haft ge than an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb! der Herr will keine Saben; komm mur, und dich ihm selbst ergib, das ists, mas er will haben. Der fich Mel. von Nr. 17. 106. Gottessohn und Men- dir schenket, will allein mit Glaub und Liebesarmen in Dankbarkeit umfaffet sein. Aus ewigem Erbarmen bist du von ihm erkaufet. schenkind! Mein Bruder, Gott und König! Mein Stammeln, meine Lieder sind vor deinem Slanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich fehrt um, wo Engelzungen fallen, da bliebe man wohl ewig stumm, wenn dir es würd mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. willkommen! der da Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit ange nommen. Rette mich aus aller Noth, welche meiner Seele droht! 2. Was alles Denken übertrifft, was Witz unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranen fennet; Gott wird ein Mensch, 2. Wir empfinden alle noch, was der Herr ein Knecht, und Menschen- uns Adam einst verloren: und auch arme tragen den, der den ganzen ich bin in dem Joch seiner Missethat Weltkreis trägt. Was kann ein Klüg- geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. ing sagen, dies Räthsel aufzulösen? Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bauteft aus Maria dir, o großer Erzgesandte, die Hütte, da sein Herz zu mir in Liebesflammen rannte. Du tamst ins Elend nackt and bloß, zu fleiden mich mit Segen; verließest deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquiden. 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und ver leih von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur 4. Was aller heilgen Väter Schar ein Stall war dir noch leer; aber verlangte zu erblicken; was Adam gib mir eine Stelle unter denen, die schon verheißen war; was Lamech bei dir wohnen werden für und für. tonnt erquicken; was Jacob fah; 5. Stedt mein Herz in böser Lust, was er besang; was Hiobs Troft ge- laffe du es nicht so bleiben! Wohne wesen; und was durch Davids Harf felbft in meiner Brust, alles Böse zu erklang: das alles ist zu lesen in mei- vertreiben, bis ich, ganz mit dir nes Heilands Krippe. erfüllt, habe Gottes Ebenbild. - 3. Bleib, höchstes Gut, du Him melszier! mein Leitstern stets, o bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquice mich, du süßes Manna schenke dich zum Trofte den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. Mel Jefus, meine Zuversicht. 47. 107. ottes und Marien Sohn! 1 Erster Theil. 6. Wardest du ein Menschensohn: mache mich zu Gottes Kinde, daß ich stets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Er ist ja nicht mehr mein Feind, denn ich bin dein wahrer Freund. Von der Geburt Jesu Christi. 140 65 und wir können deinetwegen nun auch Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. 7. Wenn der Teufel sich erbost auf uns schwache Menschenfinder, fo 4. Du bist Mittler! Heil uns Sünhab ich den großen Trost: daß du dern! huldreich gab der Vater ihn! a bist, Heil der Sünder! Dir ergeb ich Leib und Seel, hilf mir, mein Immanuel! Du hast armen Adamskindern nun sogar das Recht verliehn, in den Him mel cinzugehen und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. 5. Sollte Gott mich nun wohl haisen? Hier ist ja Immanuel. Sollt er mich wohl hülflos lassen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt und mich seinen Bruder nennt, fitzt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 108. D er du uns das Heil errungen, Mensch gewordner Gottes Sohn! ewig sei dir Lob gesungen, daß dil von des Him mels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist: sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. D, wie hoch hast du geehret unser Sterbliches Geschlecht! Herr, du haſt es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Lust dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sitzt der Mensch auf Gottes Thron. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertraun, frendig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei. Mel. Vom Himmel hech da tomm ich her. 109. ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, wus durch Jefum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Böller haben dein geharrt. Doch, als die Zeit ersfillet ward, da 3. Du, du bist der Völker Segen, sandte Gott von seinem Thron dich, tamst, vom Fluch mus zu befrein, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 66 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. - 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Bion! fommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirft! Immanuel und Friedefürst! auf den die Bäter hoffend sahn; dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Troft und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedante voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich mun, wenn der mich schüßt, der in des Vaters Schooße sitzt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Men schenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. FE sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist, ihr Wohlthun zu 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Berachtung, Kum mer, Schmerz und Tod; und doch famst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe 11. Herr, der du uns den Tag Du sahest unsre Sündennoth mit mitgemacht, der uns solch großes Heil leidsvollem Triebe. Du ftimmtest gebracht, dich preiſe, was durch unser Heil zu sein, in deines Vaters Sesum Chrift im Himmel und auf Rathschluß ein, wardst Mensch, un Erden ist. famst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel! dein freu ich mich Du bist auch mein Aud 110. deine Gnade aut dum Trofte sandte bich der Herr der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung Friede, Beßrungskraft und Freu den, die stets währen, willst du aud mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größte Freund, für deine Treue geben? D Von der Geburt Jesu Christi. Erster Theil. bifts, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! 112. err! laß mich doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb ist der Dank, der Lob-, gefang, durch den wir dich, du Gott der Lieb, erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn Mel. Valet will ich dir geben. 57. die ihr wart ver- bin dur 111. Jott, bort, mas euch auch mich ſo herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Seel verehren. 8. 3war seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd ich auch, Herr Jesu Chrift! dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. - trösten kann! Der Heiland ist geboren und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heilge Schar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 2. Sie wissen nichts vom Neide, freun sich mit uns zugleich und singen: große Freude verkündigen wir euch! Euch ist dies Kind gegeben! Euch solches Heil bereit, bei Gott dereinst zu leben in fteter Seligkeit. 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dies Kind zerbricht das Joch; bringt euch des Baters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmfisch Erbe! Wohl dem, der an ihn gläubt! daß jeder fröhlich sterbe, da folch ein Schatz ihm bleibt! 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider Euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt sie darnieder., Nun feid ihr wohl gerächt, und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. 67 4. An seinem Heil gib mir auch Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beiſpiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preift dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird fein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlöften! 5. So rühmen fie; mit ihnen frohLocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch erschienen, der Herr sein Bruder ift. 113. Derfreut! das Heil der Christenheit, hoch Dein sind nun unsre Herzen. Herr, dir geloben wir: uns trennen weder Welt, der Mittler, ist geboren, der Schmerzen, noch Freud und Glück uns erlöft und ewig tröfft. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren von dir. 5* Mel. von Nr. 112. 68 Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 2. Ogroße That! nach Gottes Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. Rath hat sich sein ewger Sohn für 115. Wie soll ich dich empfanuns gegeben. gen, o ohne Siind, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. D Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dant. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O Christenheit! preis ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. Mel. von Nr. 112. 114. Mir, blöder Sinn, den - Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir gibt, das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlanen Ränken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigfeit versenten. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, was es für Regung spürt. Dich, Herr, foll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in du 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Stanbe saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Frieb und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. für dich, was will dich ferner tränten? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. 2. Schlägt dir das Herz vor Augst 5. Was hat dich, Herr, getrieben, und Schmerz, empfindest du, wie sehr dich, den kein Himmel hält, als nur die Sünden fränken? dein Heil ist dein theures Lieben, womit du diese hier; wie? sollte dir nicht Gott mit Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihm auch Gnad und Friede schenken? ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr, seid unverzagt, erblicet die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 7. Sollt euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er fommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 8. Last eure Feinde dränen, weicht darum nicht zurile, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Gr fommt, der große König! der Nächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. Erster Theil. Bon der Geburt Jesu Christi. 69 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, dürftig und voll Mühe wär? Hab ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein wenig schnöder Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, und nicht morgen schon gerenet? - 9. Du kommst zum Weltgerichte, verklärter Menschensohn, in maje stätschem Lichte! und mit dir kommt dein Lohu. Geh auf, o wahre Sonne! und leicht in vollem Glanz, erfüll mit ewger Wonne das Herz der Deinen ganz. 116. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. ie lang soll ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn? Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit engem Trost erfrent! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; stille des Gesetzes Dräun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und jermalmt mir mein Gebein. Es verfündigt Fluch und Tod. Ach, wie schredlich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh, wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon jerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerrissen. 4. Flieh ich dann, die Angst zu lindern, da ich so beängstigt bin, zu der Welt und ihren Kindern, fall ich vollende ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Erquitfung gibt; Helfer, die mir Unlust nachen; Freunde, die wohl meiner lachen. 6. Aller wahre Troft im Leide ruht in dir, o Jesu Christ; und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe. 7. Fren dich, Herz, du bist erhöret. Jego zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gefehret. Auf! heiß ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da flag ihm, was dich quälet. 8. Wohl dir, daß dich Sesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was Gott nun nicht mehr an. Auch wird, du Böses selbst veribet, das sieht was sich in der Welt Böses dir ents gegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur lauter Glück und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sei ihm, wie er bir ist, tren, und es bleibet fest dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Von der Erscheinung der Weisen. 117. Gott Mel. Gott des Himmels und der.- 32. ott der Juden, Gott der Heiden! Aller Völker Heil und Licht! Saba fieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet fommt von fern, dich zu sehn, dir Jacobsstern. 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gesellen uns zu denen, die König thront, die fisch- und insel. aus Morgenlande sind; unser Fragen, reichen Meere, der Erdkreis, und unser Sehnen ist nach dir, du großes was drinnen wohnt. Kind! Unsre Knie beugen sich, unser Arm umfasset dich. 3. O, mit welchen irdschen Schäzzen mag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, sei dir gänzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! 4. Die an der Ströme Ufern pflügen, besingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich!€ 8 kommt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. 6. Heilig führest du die Deinen; ficher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Baterland. 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getreuen Herzen an. Sucht uns 119. mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann, so nimm ung bei seiner Wuth, ftarter Gott! in deine Hut. Der 98. Pfalm. Mel. von Nr. 33. hr nun 118. mit Freuden dem, der manch Wunderwerk gethan, dem Sie ger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jetzund! sein starker Arm ift offenbaret; sein Recht wird allen Völtern fund. 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Israel verhieß. Die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die feine Wahrheit hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar. Es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entferntsten Ländern tlar. Von dem Namen Jesu. Mel. Aus tiefer Noth schrei. M 3. Drum jauchzet, finget, lobet alle! preist Gott mit Saiten und Gesang! der Harfen sanfter Ton erschalle, und der Posaunen heller Klang! Es lobe alles dessen Ehre, der als der größte ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe Pla- gen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tra- gen. Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, du bist auch, was du heißest; da du die menschliche Natur aus allem Jammer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wolltest, was du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In feinem andern ist ja Heil; kein Nam ist uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bists allein, der jeder mann ein ewges Leben geben kann. Gelobet sei dein Name! 4. O Name! werde doch in mir durch Gottes Geist verkläret; da, was verborgen ist in dir, kein fleischlich Herz erfähret. Denn die Vernunft begreift es nicht, ohn deines Geistes Gnadenlicht blieb es unaufgeschlossen. Erster Theil. Vom Wandel Jefu auf Erden. 5. Laß mich empfinden deine Kraft,| rung kennen. So wird der Sündennoth von heißer Liebe brennen, und deines gewehrt, in Hoffnung meine Furcht Namens Eigenschaft stets aus Erfah- verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. - 120. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Bater unfer im Himmelreich. ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Bort als That der schwachen Men shen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, gestärkt von dir, mit fester Treu dir nachzufolgen eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen fund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland! send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, vom Eigendünkel mich befrei, damit ich dir gehorsam sei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres den und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg Licht dereinst erfreut. bekarnt, wie wir, befreit von Sündenfculd, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhn, Herr, für dein Evangelium. 121. H 3. Du saheft in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Hichsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machteft selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 71 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort bon Gott. 5. Du lehreteft durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. eiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. D, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 72 Erster Theil. Vom Wandel Jeju auf Erden. Mel. Machs mit mir, Gott nach. 26. 2. Ueber seine Feinde weinen, je dermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr 122. u wesentliches EbenDu als väterlich erbarmen, der Betrübten Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt Klage hören, sich in andrer Dienst mit Gott geweihtem Triebe. Gott war verzehren, das sind Proben wahrer dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm Güte: und so, Herr, war dein Gefolgtest du mit Heldenmuth. mlithe. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, 3. O da Zuflucht der Elenden! ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Wer hat nicht von deinen Händen Du ehrtest ihn auch unter Schnerz Segen, Trost und Heil genommen, stets mit zufriedner Stille. Auch auf der gebeugt zu dir gekommen? Wie der allerrauhsten Bahn sahst du ihn ist dir dein Herz gebrochen, wenn noch als Bater an. dich Krante angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unierwarfst dich bis zum Tod ganz deires Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, ein Herold seires Ruhms zu sein. 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwiffenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 4. Du gingst verstummt zur Schlactbant hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tief sten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslast. 5. O Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken! Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! - 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen! dich von Sündern fieß'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen, andrer Schmach und fast zu tragen; allen freundlich zu begegnen, für die Läfte- überzeuget seine Macht! Wenn wir rung zu segnen, deine Feinde zu ver123. treten und für Mörder selbst zu beten. nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser fei. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf 2. Die Herrlichkeit war voller GnaMenschenlob geachtet. Willig littst den, die man aus seinen Zeichen fah. du, um den Willen deines Baters zu Er wirkte nie zu Semands Schaden, erfüllen, Armuth und Erniedrigungen.wie von Propheten fonft geschah; und Lob sei dir dafür gesungen. raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. von Nr. 72. ie göttlich sind doch 3. Er schenkte das Gesicht den Blin den, den Tauben gab er das Gehör, der Aussag mußte vor ihm schwinden, der Stumme fang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. Erster Theil. Von dem 4. Er schalt des Satans Legionen, die Legionen scheuten ihn: so mußten sie die Menschen schonen, und plötzlich in den Abgrund fliehn! Berief er seiner Engel Schar, so stellten sie sich dienstbar dar. 5. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, fo ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! 10) Von dem Leiden Nel. Zeuch mich, geuch mich.- 81. 1 Teiden und Sterben Jefu. 73 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jefumm vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke ale dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und find ihm willig unterthan. 7. Erfüll, o Herr, nuc unsre Herzen mit seiner Lehr und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig sei! und Sterben Jesu. du, und ein Nächer, und doch schonft 124. Gott! was muß dein Sohn du der Verbrecher. ertragen! welche Mar- 7. D, Geheimniß weiser Güte, das ter! welchen Tod! Üllem Trost muß kein Engel ganz durchschaut: rühre er entsagen! Konut ich denn in mei- träftig mein Gemüthe! wie mein Herz ner Noth bei dem Schreien meiner auf dich vertraut, Gottmensch! so laß Sünden sonst nicht Trost und Net- auch mein Leben dir Lob, Preis und tung finden? Ehre geben! 2. Schöpfer! täme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht bein väterlich Erbarmen, deine Gnade nicht zu gut, wenn wir gleich die 125. O freuden! wirst du mit Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreien? 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler sein? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? Traurigkeit erfüllt? Mußt du in bei ner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Scheiter und zur Fenersglut steigen, ohn Entfärben in der Marter sterben, mit getroftem Muth. 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preifen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Steiner kann bei seinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schar ist dazu ersehen worden, weil doch feiner tüchtig war; Gott nur fonnte Gott verföhnen, mich mit Heil and Segen frönen. Vom Seelenleiden. Mel. von Nr. 49. 2. Wie kommts, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erweden, als er jenen thut, wenn sie ohn zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 3. Ach ja, der Tod, der dich um gibet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: 6. Darum kam sein Sohn hernie- denn du fühlst die Pfeile, und bes der, nun zugleich ein Mensch, wie Fluches Keile; jene fithlens nicht; wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, weil du dich mußt quälen, hatten durch seinen Tod mit dir. Heilig bist ihre Seelen deiner Freuden Licht. 74 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 4. Du bist das Lamm, das Schuld| du von solcher Angst, o Herr, be und Strafe auf seinen Schultern wilstürmet werden? fig trägt; der gute Hirt, der für die Schaafe sein theures Leben niederlegt. war ich. Du bezahltest Schulden, und willst schwitzen. das erdulden, was wir all verdient; auf dir liegts alleine, daß wir würden reine, und mit Gott verfühnt. 5. Dies ist die Ursach deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles Zagen durch schreckenvolle Worte fund: da du selbst bezeuget, daß dein Geist gebeuget sei bis in den Tod. Dieses it die Quelle, da die müde Seele fich erfreut in Gott. 5. Heil mir, der Sohn des Höchs sten hat für mich sich richten laffen. Gott, welch ein wundervoller Nath! wer kann dein Thun noch faffen? 6. Ich will für solche Liebespro- Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, ben, dergleichen man noch nie gesehn, so trägt er sie für uns, der Sohn, dich, mein Erlöser, ewig lohen, werd den Gott uns selbst gegeben. Nun ich vor deinem Throne stehn. Laß jauchze, Seele! du kommst nicht in bein traurig Ringen mir indessen brin- Gottes schreckliches Gericht; du dringst gen wahre Glaubensfrücht; daß ich hindurch ins Leben. mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! - Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. ( o gehst du, Jesu, mil126. liglich, dein Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, gehst hin, um aller Sündenlast auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich feinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. - 4. Ach, Herr, der Sündenknecht Ich sollte Blutschweiß Es sollten billig nur auf mich der Rache Wetter blißen. Ich Armer, wie entrinn ich da! vor Gottes Borne müßt ich ja ohn allen Trost versinfen. Und da kömmst du, daß du ihn stillst. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Zornkelch trinken. 6. Doch denk, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, sorge, daß dich nie die Sünd in ihre Neßze zieh, nichts deine Treu erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! schau hin ins furchtbare Gericht, das Jefum traf, und zittre! 82. Gotte 2. Du Held, der andern Stärke gibt, mas fann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Ach, hingefunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh, und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf vertürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? schauervolle Stätte! Von den Banden Jesu. Mel. Alle Menschen müssen sterben. ottes Lamm, durch 127. dessen Wunden unser Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart wirst du gebunden, und dein heilger Leib verletzt! Deiner Feinde strenge Hände wissen ihrer Wuth kein Ende! und du gibst mit stillem Sinn dich in ihre Fesseln hin. 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschensohn! deine Ketten zu zer 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn schlagen, deine Feinde zu verjagen: vom Himmel stärken. Er ringt. Von seinem Angesicht träuft Schweiß, ach, wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden. Der du in reiner Unschuld prangst, wie konnteft aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. 3. Du bist selber reich an Stärke, die sich jetzt auch nicht verlor; aber hier in diesem Werke geht Geduld Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 75 der Allmacht vor. Denn sonst müß-| er anders nichts verlanget, als uns in ten Band und Schlingen wie des des Vaters Schooß dermaleins zu Simsons Stricke springen; und der führen ein, laffen wir von eitlem Feinde große Zahl stürzte deiner Gott- Schein lieber, als von seinen Schläheit Strahl. gen unsern schnöden Sinn bewegen. 1 4. Starker Held, um meinetwillen streckst du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schonest du der frechen Schar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ist zu meinem Heil geschehn, und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Güte für 5. Herr, du littest nicht vergebens. mich Sündenknecht so groß! mache Wenn ich dann nach Gottes Schluß, denn auch mein Gemüthe immer mehr an dem Ende meines Lebens mit dem vom Eitlen los. Lasse mich mit ihren Tode ringen muß: ach, so zeige dich Stricken Welt und Lüfte nicht berük- nur bald in der tröstlichen Gestalt, ken, daß ich von der Sünde frei, dir da vom Scheitel bis zu'n Füßen des mun ganz ergeben sei! 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlösten Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strick und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Trost mir widerfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenbeulen mich zu reingen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Nuthen nicht so sehr die Wunden bluten. 8. Soll ich einst die Ehr erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich was leiden soll: ach, so laß mich in den Banden, in Gefängniß, Schmach und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich sein. Von der Geißelung Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. 128. Unser Seiland steht gebunden, voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe kann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden dieses alles muß erdulden. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß; da Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Freuden und erduldest Schmach und Bein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. 129. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. eht, welch ein Mensch! ach seht! mit Schand ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und ers schrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr jo tief herab gebracht! so schwere Müh hat ihm nur eure Schuld gemacht! 2. Seht, welch ein Mensch! Weh euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eure Seele graut! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht bes kehrt, im Zorn von eurer Hand. 3. Seht, welch ein Mensch! die ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wie - 76 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. er uns verfühnet! Wohl euch, daß ganz entzündet für mein Heil! Nichts seine Schmach euch schmerzet und scheuest du, nicht Marter, Schmach betrübt. Erfreuet euch des Heils, das und Hohn, um aus der Noth mich diese Schmach euch gibt. ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs, o du, des Höchsten Sohnl wie kann ich gnug von Dankbegierde glühen! 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter selbst gar feine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, wie fönnt er dann für uns ein giltges Opfer sein? 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual; die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen; ich sche dich aus Salems Pforten eilen. 5. Seht, welch ein Mensch! ach Du wallst dahin durch Kidrons schwarscht! wie ist sein Leib zerriffen! Seht, zes Thal, und Todesschrecken folgen was für Ströme Bluts aus seinen dir dahin. Nichts kann indeß den Wunden fließen. Heilsame theure großen Borsatz hindern; des Menschen Fluth! aus diesen Wunden quillt, Rettung lag dir längst im Sinn. was unsre Schaden heilt und das Ganz weihst du dich verlornen AdamsGewiffen stillt. kindern. --6. Seht, welch ein Mensch! ach feht! schmerzhafte Dornen frönen fein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Schu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug ich bie nie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, rom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß fie euch nicht einst im Born zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder, und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Antlitz über decket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Schn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thräuen sich. 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jetzt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schreden ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und fränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. 4. Dein blutger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schrect. Wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du finkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedect. Hör seine Stimm, o Sünder, höre fie! Dir ruft er zu, in diese Noth geratheu: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh, und diese Qual mit deinen Missethaten. 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiben schon mir emgen Trost versprechen: Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freun! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen, von Wuth beseelt, die Schar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler el. von Nr. 84. 130. Mein Lebensfürft! mum hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. kann ich dich mein Theil und meinen Troft, und meinen Retter nennen. Wie loderst du, nie werd ich gnug erkennen, von Eifer 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Missethäter. Was that der Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 77 Freund? Ach, er wird ein Verräther!| zürn ich mit der Juden Wuth? Ach, Mit Abscheu seh ich seine Bosheit hier kann ich des Menschen Thorheit lesen; Tand wählet er, der Thor. fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen. an. Doch Judas schmerzt dich jetzo nicht allein; bei deiner Noth siehst du die Jünger fliehen; jetzt bleibest du ganz hülflos und allein, du siehst sie all und selbst auch Petrum fliehen. 12. Das Merdgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht so lant, 7. Der Richter seines Volks steht als meine Sünden riefen. Die Ströme, vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich die aus so viel Bunden liefen, als, laut verklagen, und schweigt, was Jesu, dich Pilatus geiffeln ließ, entauch die falschen Zeugen sagen; gedeckten mir gar mertlich meine Schuld; scholten, schilt der heilge Gottmensch verdient hatt ich des Satans Wuth nicht. Er kommt noch einst und mit ihm fommt sein Lohn, und alle Bosheit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästerer der Stab gebrochen. und Morden. O! Dank sei dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nur durch deine Wunden worden. 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Berspeit wirft du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Lästrung Stimm ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz? Du, der Propheten Größter, wirst ein Spott. dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sei du mir! Bon die spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den follt ihr hören. H 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar: mit Dornen frönet man dich, o mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Geberden. Ach, meine Wie darf Schuld! wie groß, wie groß ist ſie! so tief mußt du für mich erniedrigt werden. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom? 9. Hat Petrus dreimal dich aus Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Furchtsamkeit verlängnet, und damit Was ists, das nun mein schüchtern dein Herz durchstochen, ach! wie viel Ang erblicket? Wie schanervoll wirst öfters hab ich Tren gebrochen! Doch du mir, Golgatha! Da hänget er, ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. ein Schenfal, nackt und bloß; sollt Und darum hast du den treulosen er denn nicht mein Mitleid ganz erKnecht beständig noch zu lieben fort- wecken? Ach, ihn drückt unfre Schuld! gefahren. Ach, bring mich auch, wenn ein Berg! wie groß! und er verlangt ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. nicht Mitleid, sondern Schrecken. 10. Folg ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: D, welch ein Schauplay nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden, Er, beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Bilatus nicht; o, wie empöret sich jetzt mein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird er dahin geriffen. 15. Du bist, o schreckenvolles Gol. gatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampsplat, wo des Weibes Saame stritte, der Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Zorn in vollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich) großen Sünder, zielte. 11. Dir durfte man den Mörder Barrabas, o Theuerster! gar an die Seite setzen, und, was entseßlich ist! dich schlimmer schätzen. Raserei! 16. Mein Heiland hängt dort zwis schen Mördern. Mich wollt er der Schar der Seelgen zugesellen; hier will ich dann zu seinem Krenz mich stellen, der Deinen Treu und Wehmuth rühret dich. Der Kriegsknecht D, mehr, als Cains- Haß! Doch warum 78 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterven Jesu. nimmt zwar deine Kleider hin, doch| Wasser fleußt! Vergebung schafft mir mir verläsfest du den besten Segen. Dein bin ich ganz, und was ich hab und bin, will ich auch gern zu deinen Füßen legen. sein vergoßnes Blut, sein Geist stärkt mich zu jedem guten Werke; ein offner Born, wie fließt er mir zu gut! Ich bin im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 22. Kommst du mit Blut und Wass ser nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen; freimüthig nah ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut; gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden. Dein Blut lösch aus für mich der Höllen Glut, dein Geist führ mich zu deines Him mels Freuden. --17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buß und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Rath geschafft. Doch ist aus taufend einem dies geschehn: so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der andre Schächer mußt zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, will kein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Verlaßner weinen. Dein Angstgeschrei stört jetzt der Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? der Löw aus Juda brüllt; den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe. Was Wunder, daß sich die Vernunft verhüllt! D, du mein Troft! Was schmeckst du mir zu gute. 23. So lang ich aber noch ein Pilgrim bin, soll in mein Herz dein sterbend Bild sich schließen; mein Mund soll sich in Lob und Dant ergießen; ganz geb ich mich zu deinem Opfer hin. Die Sünde, die dich mit so schwerer Kaft für mich gedrückt, will ich mit Ernst verfluchen; ich will, was du für mich geleistet haft, mit Lieb und Treu dir zu vergelten suchen. Mel. Herzliebster Jefu, was haft. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt ich noch rathlos stehen, und schmachtend 131. hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. O, sollt ich je von dir geschieden fein! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in bes Abgrunds Kluft versenten. 20. Von heißem Durft wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labfal wird für dich gefunden! Ach, wie betrübt find deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Es ist vollbracht! rufst du dann aus and stirbst, und übergibst den Geist des Vaters Händen. Welch Heil! das du so sterbend mir erwirbst! getroft kann ich nun meinen Lauf vollenden. nschuldger Jesu, was hast du verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen Ein Fluch gemacht, sollst du am Kreuze sterben, wie Sünder sterben 2. Gegeiffelt wirst du und zur Schmach gekrönet, ins Angesicht ge schlagen und verhöhnet! mit Finster niß des Todes schon umschattet, geht du ermattet. 21. Mert auf, o du in mir er schrodner Geist! Schau Jesu Seite noch zuletzt durchstochen, nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen; 4. Was ist die Ursach dieser deine schau, wie sein Blut vereint mit Plagen? Ach, unsre Sünden haber 3. Du trägst dein Kreuz, du eil auf blutgen Wegen voll Zuversicht voll Muth dem Tod entgegen! 3 sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend voll Wunden sterbend. Erster Theil.- Bon dem Leiden und Sterben Jefu. 79 bich geschlagen! Wir, großer Mittler, Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger besingen, stets Dank 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine dir bringen! Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafe! die Schuld bezahlt der Mitt Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. ler, der Gerechte, für ſeine Knechte! 132. Herr! stärke mich, dein 6. stirbt, der und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! 7. Ach, unsre Seele mar entstellt von Sünden! an uns Verbrechern war nichts Guts zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen! 8. Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willsts! an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du sagst felbst: Eins werde dir gefallen, wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in ansern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send uns deinen Geift, der uns regiere, Himmel führe! zum mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, sa Mein Herz erzagen meine Kräfte. bebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Ent zücken am Kreuz erblicken. 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan hast, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, feine Schmach und Plagen; uns sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. - 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throue, geschmücket mit der 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte! 7. Sie übersteigt die menschlicher Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch darf der sich unterwinden, Gott z ergründen? 8. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben; o gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. 80 Erster Theil. Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. 133. er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhabner Menschensohn! als du den Tod 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bestritten, den Tod, der Sünde Lohn!| bessern Welt zu gehn, und laß im Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. - Von dem Leiden und Sterben Jefu. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefäüt, hingst du an deinem Krenze, ein Fluch vor aller Welt. deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten 134. Mbich, Jeju Liebe zu Meine Mel. Liebster Jefa, wir find hier.- 4. Jeine Seel, ermuntre deine Feinde: wo ist denn mun dein Gott? bedenken! Auf sein Kreuz hin müſse sich jetzt dein Blick voll Andacht lenten, daß dein Herz der großen Trene deines Jesu sich erfreue. 4. O schreckliches Empfinden! du fühltest das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden und Lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; fein Helfer kam für dich. Man hörte dich felbft flagen: Gott! wie verläss'st du mich! 2. Sieh! der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ist größre Lieb erhöret? 3. Du, du solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen sein, ewig fern von allen Frenden. Da trägt Jefus deine Sün den, daß du könntest Gnade finden. 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Last. Sch habe mit verschuldet, was du getragen haft. Sieh gnädig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Steinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? zu dir und deiner Treu, und bis ich einst erfalte, ganz nur der Deine feil 9. Wenn ich denn einst soll schei den, ach! dann verlaß mich nicht! sei auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den Äengsten traft deiner Angst und Pein. 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein 7. Du hast mir durch dein Leiden Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, Vergebung, Beßrungskraft, in Trüb- der sogar durch Blut und Schmerz fal Trost und Freuden, die ewig seine Lieb au dir will preisen. Kannst find, verschafft. O, yib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöfer! heil. du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern? 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste mur bergelten! Er verbind't uns ihm zu sehr. Meine Träg heit muß ich schelten, daß ich ihn so fan geliebet, ja durch Sünden oft betrilbet. 8. Ich danke dir von Herzen, o du, mein größter Freund, für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach! gib, daß ich mich halte Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 81 Mel. von Nr. 37. 7. Was geschehen ist, das soll ferner nicht von mir geschehen. Fest 135. Erfülle, Herr! doch selbst mit reinem andern Andachtstriebe. Ich denk an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sei mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug - Weg zu gehen, will ich mun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! euch kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Gräul seid ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine dafür gepriesen? Gnade, kein Vergeben. 2. Rath, Kraft und Friedefürst, 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, und Held, in Fleisch und Blut gekleiwill ich ganz mich übergeben; als deindet, wirst du das Opfer für die Welt, Eigenthum und Theil, dir zu sterben, und deine Seele leidet? Du ringst mit dir zu leben, dir zu reden, dir zu lei- Angst und Todesnoth und gehst doch den, dir zu schweigen, dir zu meiden. willig in den Tod: Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich fränkt, soll mich betrüben. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so wars vorher verkündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich, denn Gott warf alle Sünd auf dich, damit wir Friede hätten. 4. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt, und doch der Größt im HerNichts soll zen, erträgst du Spott, Schmach, Du wirst, und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Ziel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Bor dir, Herr, unsre Zuversicht, verbarg man selbst das Angesicht, dich schmähten Bundesföhne. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich sein und bleiben, dem ich lebe, des ich bin. mich von Jesu treiben. Jesu, mich nicht lassen. Ewig will ich dich umfaffen. 13. Sst schon jetzo, ist schon hier solche Frend und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ei, was will im Himmel werden! 14. Was für Wolluft nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchöre! Ewig werd ich Gott dort loben, wenn er mich zu sich erhoben. 15. Täglich, täglich freu ich mich auf dies freudenvolle Leben! Heiland, dir sei Dank! durch dich wird es mir dereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir fets walten. 5. Ein Opfer nach dem ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst, die Erd' erschüt tert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit? D wär 82 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; und deine Liebe bringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie freuzige mit Süinden. Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnaden Stärke 2. Dein ewger Sohn selbst stirbt Der Heiligste für Menschenfinder. tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 7. Welch Warten einer eigen Bein, fir die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verbienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, tommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du fein Versöhner. 8. Du hafts gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ists, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden fränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glüd, mein Schild im Tod, mein letter Troft auf Erden. Mel. O Lamm Gottes, unfchuldig. 136. Gottes Lamm, 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Straft weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafer nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenleft, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns aller für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttliche Gefeßze, verdient Verschwendung un schätzbarer Schätze, verdient ein selb gemachter böser Schade des Nichters Gnade? unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurdst verachtet; die Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm dich unser, o Jesu, Jesu. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden geduldig, 138. M verachtet! Die Situd haft du getragen; sonst müßt auch ich verzagen. Lob sei bir evig, e Sefu, Jeful Mel. von Nr. 55. 6. O welche Tiefe deiner Menschen fiebe! wer fast, o Gott, die Größe ihra Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Hull erkennen, voll Zuversicht dich meing Vater nennen, und zum Gehorsam di mein ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er filt mich gestorben, aus deiner Huld dur seinen Tod erworben, das werde mig zu meinem ewgen Heile nun aud an Theile! ott, der du für uns 137. Gott, beinen Sohn geneben, wer famm boch gnugjam deine 9. Dein Friede wohne stets in me nem Herzen, und tröste mich bei de Gewissens Schmerzen. Dein Geist ja mit wir, deinen guten Willen tra zu erfüllen. Mel. Chriftus, der uns selig macht. ein Erlöser Gottes Sohn, der du für mi fittest! und auch auf der Himund Throu jest noch für mich bitte Erster Then. Von dem welche Wohlthat ist für mich dein verföhnend Leiden; D, wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner --Leiden und Sterben Jesu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o! so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig die für dein bittres Leiden. 3. Nun kann meine Misfethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Luft zur Behrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden übzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Frenden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Nettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen.. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du haft sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. Welt, ich muß dich laffen.- 48. Welt! sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Lod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit BanSchlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt; und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, uno dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? Mel. 139. Freuden. 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, oden, der großen Huld! daß ich selig würde, fibernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen in ewgen Finsternissen, was nun dein Lod verfühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er! 7. Du sezest dich zum Bürgen, ja lässest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich läff'st du dich Frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 7. Laß das Wort von deinem Krenz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Günbenreiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 8. Für mich ihn zu erlegen, cila du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verberbe; o uterhörte Liebesglut! 8. Drückt mich meine Sündennoth, fraft mich mein Gewissen: o dann 9. Wie bin ich dir verbunden, barb laß ans deinem Tod mich den Troft den ich Heil gefunden! ich bin dein genießen, daß du auch für meine Schuld Eigenthum. Mich bankbar zu erreifen, büßend bist gestorben, und Vergebung, soll Stel und Leib dich preisen, K Gnas and Huld mir bei Gott erwerben. dir gehorchen sei mein Ruhm! 68 84 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 10. Es soll dein Tod und Leiden,| mir zum Segen. In ihm wird, statt bis Leib und Seele scheiden, mich trö- Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu ften und erfreun. Es soll von meinen Theil. Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht lassen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Kreuz Auch für mich hat er sein Leben hin gegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz und ich sollte nun an Sünden Luft noch finden? Sie will ich voll Abscheus fliehn; meine Sünden kreuzgen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in rohen Freuden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt sei mir nun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht er füllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt ich nun im Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach, trage gern sein Kreuz ihm nach. - 11. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun; wie du gelaffen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; mas deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hängt am Kreuz. be 140. M² ein Erlöser hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes; ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz, and hängt hier auch meinetwegen; 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in trüben Tagen trost los zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Herr, ich bleib im Tod und Leben dit ergeben. Als du starhest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb ich dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 141. 1 m Gnade für die Sünderwelt rufst du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Böse Leiden und Sterben Jesu. 85 wichter spotten. Du siehst mit Kraft. Herr Jesu Christ! der letzte Kampf wird mir verfüßt, wenn du mein Troft im Tode bist. segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Bornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: vergibo, so erinnre mich daran, Herr Jesu Chrift! wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was fie thun, verstehn sie nicht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Christ! wie Er hat durch segnendes Gebet auch selig ist, wie selig ist der Mensch, uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt dem du ein Heiland bist! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seift du für deinen Tod! Gott 142. ist durch dich noch unser Gott. Erster Theil. Von dem - 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. O Jesu Christ! mein Herr und Gott! mein Herr und Gett! vertritt du mich bis in den Tod. Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. Shwing dich auf gen Golgatha! Heiland hier am Krenze; nimm zu Herzen, daß dich ja seine Pein zur Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier kannst fühllos sein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen! wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! schaue! ach, erschrichst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? 3. O Lamm Gottes ohne Schuld! alles das hätt ich verschuldet, und da haft aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ewgen Feners Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebe! schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich trifft, 4. Wird wo mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann bersichre mich aufs neu, du steheft mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Bilgrimschaft, so stärke mich mit neuer durchbohrt mein Herz! 86 Erster Theil. Von dem 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich bermag, von mir! dir, nur bir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Nur bei dir allein such ich Hülf in meinen bängsten Stunden! schmachtend, lechzend sehn ich mich nach dem Troft aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Wasser schreit, bis er meine Seel erfreut. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! Lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein HeiLand, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getroft: Es ist vollbracht! Mel. von Nr. 55. deinen 143. lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verchren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. fets, mein Beiland, 2. Das Gute thun, das Böse slichn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? Leiden und Sterben Jeſu. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Krenzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Sch bin versöhnt mit deinem Du hast mir Heil, theuren Blute. da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben, eins ewig leben? 10. Sa, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben fämpi, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jejus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Neize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder scheiten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 12. Sch ich dein Krenz den Klu gen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät be kehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 3. Da du dich selbst für uns dahin- 14. Wenn endlich, Herr, mich meine gegeben, wie könnt ich noch nach mei- Sünden fränken, so laß dein Krem nem Willen leben? und nicht vielmehr, mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? dies sei, wenn ich den Tod einf 4. Sch sollte nicht, wenn Leiden leide, mir Fried und Freude. dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden; da du so viel für uns, die wirs verschuldet, fiebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbn gelassen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder haffen; und nicht, wie du, wenn fie mich untertreten, für sie noch beten? Mel. von Nr. 55. 144. Cei hochgepriesen, Her für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unfrer Sär den Schmerzen. O, welch ein Hey gleicht deinem edlen Herzen? du ließe unsre Schuld an dir bestrafen, w Heil zu schaffen. Erster Theil. Von dem Leiben und Sterben Jesu. 87 3. D laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab ich sonst für fichern Trost auf Erden? was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur freude, wenn ich einst scheide? S 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erwerben, das haſt du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben. Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müffe mich zum Fleiß in guten Werfen beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frevelhaft erkähnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär ich ja, Herr, nicht sein Erlöster, du nicht mein Trößer. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dicust verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirf weiden, wo deine liebe mit vertläiten Zungen stets wird befungen. Die letzten Worte Jeju. Bise 145. egleite mich, o Christ! wir gehen zum schmer zenvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg an diesem heilgen Orte des ster benden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr tröften kann. 2. Schon zeigt der Blutberg fich von weiten! erschrick und zittre, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sich ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hieng, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Diffethäter, Werkzenge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Stach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, jo soll dies Wort mir Troft verleihn! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlodt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein. Herr! laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. troftesvollen Worte auch meiner Seele Troft verleihn! Der Tod Jeſu. 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Chriftus an dem Kreuze rief: 146. Mein Gott, wie hast du mich verLaffen? wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Pein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da ge hangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! E eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Laster#d knechten! Er, der Herr, gekrönt zum Hohne, träget seine Tornenkrone, und büßet unsern Frevelmuth. 2. Unser göttlicher Vertrete: wird geführt, wie Uebelthäter. Wer kann feine Leiden zählen? Eine Welt ver forner Seclen erkauft er sich um die sen Preis. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst geftillet werde! O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen, dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt: Ofelig, wer den Ruf erfüllet! denn wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquict. 3. Seht den Schönsten anter Allen 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfaden! Seiner den; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine der Freuden! du nimmst dem Tode Richterstimme schwieg. seine Macht. Heil uns! Wer darf es mun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Lage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! du rufest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottverföhner willig fort. 5. Keine Lindrung stärkt den Mü den, auf ihm liegt zu unserm Frieden Fluch und Stref! er trägts gelassen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sinket wieder in den Staub. für uns ringen im Gebete. Schauet 6. Seht ihn auf der Schädelstätte mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, den Mann der Schmerzen, am Kreuz! Er hats vollbracht und stirbt. 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, wollest du mir Weisheit schenken. Mich vom Lafter abzuschrecken, mich zur Tugend zu erwecken, laß mir es 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, o Chrift, du haft ihn sterben sehn. Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöhn! Den deine Seufzer jetzt be- stets vor Augen sein. flagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu rich ten mit Gerechtigkeit. Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 89 Mel. Werde munter, mein. 116. 8. Ja, noch an demselben Tage geb 147. Heute, sprach mein Heiich in den Himmel ein, los von allerblutges Kreuz erhöht, als ein Sitnder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. - Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 2. Theures Wort aus Jefu Munde! 148. Es ist vollbracht! so ruft fest versiegelt durch sein Blut! In der finstern Todesstunde gibst du den Erlösers Mund. O, Wort voll Freudigkeit und Muth. Wenn der Trost und Leben, reize zur Freude Christ nun scheiden soll, bleibt er meines Herzens Grund. Das große fester Hoffnung voll, sieht die Nacht Opfer ist geschehn, das Gott auch in Licht verwandelt, weiß gewiß, mir zum Heil ersehn. wohin er wandelt. 3. Ohne Zagen kann er sterben. Seine Seel erstirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht nach Jahrhunderten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ewgen Le bens! tröfte du mein brechend Herz; und dann ängstet nur vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz. Er finkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. daheim zu sein. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. 5. Herr! nun fühl ich abzuscheiden eine heilge Luft in mir. Dort find unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab kürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube le gethan, jedes gute Werk folgt dann feiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch lallen kann, die durch dich erlöste Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärfest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. - 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht; und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genädig an. 4. Dankvolle Thränen! netzt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. O Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht. 6. Du littst so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheun. Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eis genthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn; so laß auch mich den Trost erfreun: es kommt das Ende meiner Pein. 90 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes auf der sündgen Welt; doch er fam Schreden, so stärke mich in solcher uns zu gute, und gab mit seinem Laft. Laß mich den Trost auch ster- Blute für uns ein ewges Lösegeld. bend schmecken, daß du ihn überwunden haft; so tret auch ich ins Tobes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 4. Kein Freund meint es mit Freunden so tren, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. 12 Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. 149. Erhebe vom Geräusch der Mel. von Nr. 86. o Seele, deine Flügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer 151. Ngemacht! mein Jeun ist es woh! hält, zu jenem Leidenshügel! ihr Himmel! welch ein Mensch ist das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Frenden! Er, der die Todten auferwedt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. sus ruft: Es ist vollbracht! der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Geduldig siehet er sein Blut in vellen Strömen fließen! fleht für die Haffer, die voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. D, meine Seele! freue dich! dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. selbst, hast du es guug Du hast den Herrn ans 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. D Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Güte kann kein sterblich Lied erheben. Kreuz gebracht. Ihm, der für dich Doch hört er unsre Lieder gern. Drum sein Leben gab, folg in sein Grab, und stirb dem Sündengräuel ab. bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. 6. Ach, Vater! ach, in Bein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt Mel. D Welt ich muß dich lassen. 48. forthin mit mir Geduld. 150. rohode, mein Gemilthe, 7. Ich will mit ihm zum Grabe in deinem Heiland an. Was selbst gehn, und wo die Unschuld bleibet der Engel Scharen zu thun nicht sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht fähig waren, das hat des Menschen sein; auf ihn allein schlaf ich einst Sohn gethan. sanft und selig ein. der Gerechte 2. Schau hin, wie 8. Und nun dient ich der Sünde für uns, der Sünden Knechte, den noch? Wie drücket mich ihr schweres bittern Zornfelch trinft; wie er für Joch! auf, Seele, daß du dich erFrevler bittet! wie Wasser ausgeschüt- hebst, nur Sefu lebst, nur Jesu z tet hängt er, da er in Tod hinsinkt. gefallen strebst! 3. Bir Sünder sollten sterben; 9. Töst, Jesu, selbst in meiner Fluch lag auf Adams Erben, Fluch Brust, was sich noch sind't von böser MO 2. Der, dem an Hoheit feiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde trocht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohn wird umgebracht. 3. Das Heiligthum steht aufgedect, die Felsen bersten, Alles schreckt. Die freudenlose Kreatur flagt jetzo mur den Tod des Herrschers der Natur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt; so werd auch du, o Mensch, bewegt! Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 5. Du bedacht? Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesn. 91 Lust! dein Tod, der mir das Leben Müh! durch dein Krenz verschwindet schafft, gibt mir auch Kraft und Muth auf meiner Pilgrimschaft. sie; denn es führt durch kurze leiden zum Genuß von eigen Freuden. S 10. Ja, Herr, mein Heiland, kräftiglich stärfst du in meinem Borsaß mich! ich setze freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 11. Wie dank ich gnug dir Jefu Christ, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würdger in der Ewigkeit. Kraft und Trost des Leidens Jefu. Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. efu, durch dein Blut 152. martervollen Tod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Troft in Noth. Wich sollt ich durch Sind entweihn? Nein, ich denk an deine Pein. Ach, den ganzen Gräul der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. 6. lieber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starter Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestorben, mir, auch mir am Kreuz erworben. 7. Hab ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Sefigkeit, so besteg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Rufst du, und ich habe mun gnug gekämpfet, um zu ruhn, Herr, so dant ichs deinen Wunden, daß ich sieghaft ilberwunden. 8. Ja, auf dich steht mein Verbesiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewigs Leben wird dereinst dein Tod mir geben. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den 153. Stolz darnieder, und gibt mich der Demuth wieder. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn fuftig, breit, gemächlich, eben; Jeſu, dich schau ich dann au. Da warnt mich des Zornes Last, welche du getragen haft, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor:, in meinen Kümmernissen schau ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwin det alles Weh! In den Wunden, die ich seh, find ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geift. o schlummerst dur in stiller Ruh, der du für uns gestorben, und am Kreuz in schwerer Müh, ewigs Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, a Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebens. fürst, wie dich auch mich erwecken. Sollte dem mein gläubig Herz vor 5. Hier such ich in Unruh Friede; in der Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich ermüde, und in Qualen Linderung. Schywer sei dieses Lebens der Gruft erschrecken? 92 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 5. Hier werd ich einst, bis du erScheinft, in fanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab bestegen. 7. Sch darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich läsfest decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh ich einst bis an den letzten Tag. 6. Thr, die die Welt gefeffelt hält, gagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. Mel. Der Tag ist hin. 7. Rein, nichts verdirbt. Selbst das, 153. was stirbt, der Leib wird auferstehen, 155. Am Kreuz erblaßt, der und zum Himmelsglanz verflärt aus dem Grabe gehen. 8. So sint ins Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht kränten; theurer Heiland, mir zum Trost an dein Grab gedenken. Mel. von Nr. 16. 154. Freund, der meine Schuldenlast getragen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. O tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube fann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß des mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel lehrreich vorgebild't, feh ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizenkorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. qualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trilbfal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan. Dich bet ich an, du König der Erlösten! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht. Du zeigt, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der ent schlief, den Todten; sie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Granen! denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ichs meine: ja, du fiehest, wenn ich still meinen Daut dir weine. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Vor- ich will, so lang ich bin, deine Lieb spiel der Erhöhung sehen kann. 10. Vergeß ich dein so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ermessen. Rel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 11) Von der Auferstehung Jesu. uf mein Herz! ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes Emig sei er auch gepriesen! seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jefus ist mit Preis getrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unfre Schuld nicht Gold, nein, sich felber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. geben. Nun, da ihn Gott hat auferwedt, bringt er uns Sieg und Leben. Laffet drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Halleluja ihm fin- gen.. Halleluja! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt ewger Sohn. that, würgt alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Troft und Rath, denn alle waren Sünder. Drum fället uns der Tod so bald. Von feiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun gerettet. Halleluja! 157.2 Mel. Chrift lag in Todesbanden. 93 6. Herr, dies glaub ich dir zum das unsre Schuld getragen. Am mar5. Hier ist das rechte Ofterlamm, Ruhm, und mein Treft ist nicht ver- tervollen Kreuzesstamm ward es für gebens, denn ich bin dein Eigenthum, uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns du die Quelle meines Lebens. Hochsein Blut. Dies gibt dem Glauben erfreuet fing ich dir jetzt und ewig Stärk und Muth. Der Würger geht Dank dafür. vorüber. Halleluja! er Herr lag in das Grab geftredt, für uns dahin ge3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß, sein Stachel liegt zerbrochen. Halleluja! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zuletzt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verkündigt es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Nun kann kein Tod uns schaden. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. selber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das finstre Herz erleuchtet er! Es flieht die Nacht der Sünden. Halleluja! Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 94 7. Wir heiligen uns ganz dem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig sei fern vom theuern Wort der Gnaden! Christus felber will allein der Seele Speis und Nahrung sein! der Glaube lebt blos seiner. Halleluja! - 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dämpfte? ob ste ihn in die Fersen sticht, so siegt fic darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. Mel. Herr Chrift, der einge Gottesjohn.- 94. er Held hat überwun158. 3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt der Feind gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thor, weg den mit Heer; ber Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen, denn alle Zornesflammen hat Jesus ausgelöscht. Nichts hält in seinem Siegeslauf den Er starken Held aus Juda auf. überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm be2. Auf denn, mein Herz, und bringe hält den Sieg, und ist erhöhet. Des dem Heiland Dank davor; vertreibHerrn erhabne Rechte fällt, was stolz die Furcht und schwinge im Glauben ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was dich empor! wirf des Gewissens Na- uns droht: besiegt ist Teufel, Höll gen, dein Sorgen und dein Zagen und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. in Christi leeres Grab. 5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sich er lebet wieder. Weil mun das Haupt erstanden ist, stehn wir Wir wissen, auch auf, die Glieder. daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 3. Ist Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ist er dem Tod entrissen, so lässet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du 6. Wer täglich hier durch wahre Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir Neu mit Christo auferstehet, ist dort alles bist. Laß nicht mehr die Ge- vom andern Tode frei, dem keiner danken in bangen Zweifeln wanken, sonst entgehet. Genommen ist dem Tod und mache mich gewiß. die Macht, Unschuld und Leben wieder bracht und unvergänglich Wesen. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen! zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch Aussicht gibt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt am Eiteln fleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo bu, mein Heiland, bist. 7. Dies ist die große Geligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib bort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 8. O Tod! wo ist dein Stachel nun; dein Sieg, o Grab, verschwin det; was fann forthin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott sei gedankt, der schwere Krieg i mun geendigt, und der Sieg durch Mel. Es ist gewislich an der Seit.- 30. 159. Tod, wo ist dein Chriftum uns gegeben. Stachel nun? dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Satan thun, da Jesus 160. BE ringt Preis und überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sei gebanft, daß er den Sieg burch Christum uns gegeben. Stuhm dem Heiland dar; frohlecht Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht Sei gelobt, Herr Sefu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich aufentnommen. 95 7. D, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn recht schaffen sein und handeln! daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, des Todes Sieger feh, vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er aufs Serrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Halleluja! erstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein nun den Troßgrund rauben, daß du fiir 161. uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ewgen Heil eröffnet? Halleluja! 4. Erstandner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und fiegst, daß du auch mir das ewge Lebent gebeft, daß du mein Erretter feift, und neue Kräfte mir verleihst, mit Frenden Gott zu dienen. Halle5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinu in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirft ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie da auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einft auferstehen. Halleluja! Mel. des 32. Psalms. JB ch weiß gewiß, daß mein Erlöser lebet, Sünd, Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerletzte und bertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß auffezzet, trop, daß ihn mehr ein Fersenstich verletzet, es blitzt um ihn, wenn er vont Grab auffährt: er ist der Hert, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein muuh ihm keineswegs gesunken, er hebt das Haupt mun steghaft in die Höh, kein Feind ist mehr, der gegen ihn besich. Dein Ehr und Ruhm, da es die so gelungen, jei ewiglich, o Siegesfürst, befungen: die Schlüssel find bei dir Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. 96 zu Höll und Tod, es trifft dein Volk nun ewig teine Noth. 3. Herr! laß auch uns vom Tod ins Leben dringen; hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns feinen Theil; erweckt uns hier, reiß ab die starken 163. Seil, die Leib und Seel an diese 109. Mel. Vom Himmel hoch, da. Daum steigt zu ihrem froh sten Lauf die Sonn in Erfüll uns jetzt mit voller Pracht herauf; seht! so verläßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr und Sieg erstritt, der bringt uns seinen Frieden mit. hier ist nicht Mel. Vom Himmel hoch, da. ich an, 162. Dich het ts 7 Grretter gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schatz, die reiche Beut, der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst fein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. O edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? wo eine Plage, so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt? 6. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab machts offenbar. Erde heften. neuen Lebensträften, und ruf einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel in dir das Leben hab. - 109. - einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit frendigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöst auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmſt. 4. Wer ists, der mich verdammen tann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Bater, ich sein Kind. 7. Die Erd erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und kündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Verzagten sind nun fühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich be trübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab, gnug, daß ich Christi Liebe hab. 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein fegenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, fei der Schauplatz meiner Huld und Treu! wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, flerben wir! doch du regierst! und wir find dein! und ewig werden wir es sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Troft, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligteit erwartet mich nach dieser Zeit! Heil gefrönt. da findet der verklärte Christ das ermanne sich! Heil, das unaussprechlich ist. lieben mich. 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad und Mein banges Herz Gott und die Engel Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 97 12. Durch seiner Auferstehung Kraft 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, vollend ich meine Pilgerschaft, freu seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlitz sehn, soll dich ein würdges Lied erhöhn. 164. esus Christus, unser Hei- land, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich un- ser. 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns verföhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! Er 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat: kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! OFT daß du auferstanden bist. Neige dur mich zu dem Einen, das des Lebens Endzweck ist; daß zu jener felgen Nuh einzugehn, ich alles thu, daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlöften, gebet seinem Namen Dank und Preis; kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. Mel. von Nr. 34. 166. obfinge, meine Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Trotz darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns krönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 29. 165. reifet Gott in allen zu Freuden des Himmels mich erhebt! Landen, jauchze, du erlöfte Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden frönt: nun sind wir mit ihm verföhnt; er heilt, aller Roth entriffen, unser schüchternes Gewissen. Gedanke, der im Leiden mit reichem Troft belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ift dein Stachel, Tod? - 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. 2. Jesus ruht den Sabbat fiber, Der todt war, sieh, er lebet! er nach dem Sabbat steht er auf. Einst lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. tomm ich zu ihm hinüber, ruhe nach Die schwachen Jünger wanten, er vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, teine Straf; einst erwach ich von freun sich, danten dem Auferstandedem Schlaf; dann werd ich mit sei- nen. Sie sehn empor ihn steigen, nen Theuern jenen ewgen Sabbat und gehn, wie er gebot, mit Freufeiern. den hin, und zeugen von ihn bis in den Tod. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so jyrect mich voch kaum ver Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von Mächtig wirst du mich bewahren, dir und deinem Geist gelehrt. Die Heiland, in der letzten Noth. Meinen Gößentempel liegen, der Erdkreis wird Geist, welch ein Gewinn! bringet er zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ja zu dir hin. Nuht indeß, entseelte ich glaube, bin freubenvoll ein Chrift. Glieder! einst belebt ench Sesus wieder. Shu bet ich an im Staube, ihn, 98 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. der mein Retter ift. Ich werd ihn die Stimm erhebst, so wird dies mein ewig schauen, wenn er auch mich er- Fleisch erwachen, denn du wirst es hebt. Der Herr ist mein Vertrauen; lebend machen, und mich bringen, wo du lebst. er starb für mich und lebt. - Nel Hoflanna, Davids Sohn. 167. J efus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl gelun6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gib, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: gib, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin.1 Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. gen, daß der Feind nun vor ihm 168. Mach auf, mein Herz auf, träger Sinn! die Sonn ist aufgegangen; wirf dich bebt, und der Tod im Sieg ver- zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu schlungen: Er, mein Heil, ist umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick und ein unvergänglich Wesen bringt mir diese Sonn zurück, und gibt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, deffen sie zuvor beraubt. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken schan, weil du noch auf Erden bist, auf Sefum, soll dirs glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jesu kannst du mur allein Ruh und Erquickung finden. 3. Liebe, stärker als der Tod! Du gibst flare Siegeszeichen, machst den 4. Bald reizt dich freilich noch die Feind zum Friedensbot, läff'st den Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Tod zum Heil gereichen; denn wie Doch wer sich fest an Jesum hält, follt zur Sterbenszeit mich die Bot- dem kann nichts Furcht erwecken. schaft tönnen schrecken, die mir sagt Wirf deine Sorgen auf den Herrn; von Auferwecken, nichts von Todes er sorgt für dich, und thut es gern Bitterfeit? drum ist er auferstanden. 4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen; Nunmehr hat kein Feind Gemalt an den wiederfundnen Schafen! denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, das du, Lebenssonn! durchscheinest; so komm ich zur süßen Ruh, da du mich mit dir vereinest. Wenn du einst 2. Steh von dem Tod der Sün den auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such nun, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 5. Der Löw aus Juda hat nun mehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schutz gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch siegreich über winden. 6. Du warest todt, Herr Jesu Chrift! mun bist du auferstanden. Du kenn des Satans Macht und Lift, o, mache sie zu Schanden! daß wir in diesen 10 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. Prüfungszeit, mit ihm und mit der Welt im Streit, zuletzt das Feld behalten. 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stärk uns, Herr! im Glauben. Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort wischst du uns die Thränen ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. 169. rire dich, mein Geist, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. 5. D Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 99 bim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! mit dir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Nechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Chern12. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. Mel. Es ist gewißlich an der Bett.- 30. 170. Freiwillig haft du darfür uns, o Herr, dein Leben. Du hatteft, es zu laffen, Macht; Macht, wieder dire zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlaffen. Er frönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majeſtät, denn du giengst aus dem Grabe. 3. Gchaft in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gräul; doch fierben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh 4. Dein Reich war nicht von dieſer ihr; Lieb und Berwundrung kämpft Welt, dein Ruhm nicht Menschenchre. in mir, und voll von Ehrfurcht, An Demuth groß, an Lieb ein Held, Dank und Pflicht fall ich, Gott, und göttlich in der Lehre, geduldig auf mein Angesicht. und von Sünden rein, gehorsam bis unter 8. Du, der du in den Himmeln zum Kreuze sein: dies war, Herr, thronft, ich soll da wohnen, wo du deine Größe. wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der Bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schan 7* 100 Erster Theil. den. Du bist mein Herr, bu bist mein Gott! denn bu bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. - Von der Auferstehung Jesu. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffmung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift! durch dich einst auferstehen. Mel Wachet auf! ruft uns die Stimme. 171. S allelujah! Jesus febet. Erlöste Menschen, o erhebet des Gottversöhners Majestät! Hörts, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele! dein Gefang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! dich, großer Held, erheb die Welt weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! lobfinget ihm, und nehmt voll Freude am er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dräun; ihr könnt getrost euch freun; Sesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er versöhnt, und gegen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Bolt hinauf; schließt seinen Himmel auf, sie zu segnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schrekten? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Strub erheben, wenn Jesus den Entschlasnen ruft. Dann wird das todte Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit das Pflan zenreich die Erde kleid't. 5. O Erstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind fie unser Theil. Bald krönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja! der Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da! Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 172. Jesus lebt, mit ihm auch wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferweden. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, emig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer mun verzagt, läftert ihn und Gottes Ehre. Guade hat er Sünder bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jefu zc. 101 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts 6. Jefus lebt; mun ist der Tod mir soll mich von Jefu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! - 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sißen zur Rechten Gottes. Mel. Auf diesen Tag gedenken wir. zusammen kommen. llelujah, AlleAllelujah! 173. A 5. O großer Tag! an Freuden n diesem Tag froh- reich, wenn wir mit allen Frommen mun unserm großen Heiland gleich zum selgen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in können wir nichts wünschen. Alle Ewigkeit beim höchsten Gut! mehrlujah, Alle- Allelujah! locken wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauch zen dir; o laß auch uns erfah. Mel. von Nr. 101. ren: daß wie voll With das Leben 174. Der Hemmel mit hellem Herr fährt auf gen ist, doch da du hingegangen bist, die Hoffnung es versüßet. Alle 2. Der Herr wird aufgenommen in toniglicher Pracht Des freun sich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie fichre Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden, die hier das Elend baun; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schaun. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh eur Verlangen! dahin kehrt euren Lauf! 4. Beuch uns dir nach, Herr Jesu Chrift, daß wir, so lang wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns 5. Gen Himmel laßt uns dringen immerdar erheben. Wir sehn hin- mit herzlicher Begier! mit Inbrunst auf, du siehst herab, an Tren und laßt uns fingen: dich, Sefu, suchen Sieb geht uns nichts ab, bis wir wir! zu dir, o Gottes Sohn, soll sich lujah, Alle- Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben frendenvoll sich emsig rüſtet. wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Alle- Allelujah! Jubelschall, mit jauchzendem Getümmel und mit Pofannenhall. Lobsingt, lobsinget Gott! lobfingt, lobfingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Bebaoth. 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Allelujah, Alle Allelujah! 102 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu der Geift erheben. Du bist uns Licht den Lohn, den du uns zugesagt, und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, du gleisnerische Welt! sollt uns denn Nichts ergötzen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. - 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlicherwartet unser Geist erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 11. Vollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns mächtig beizustehn! nimm unsre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns sehn! Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. feit? du Tag, wann wirst du sein, 176. Nuf! Jesu Jünger, freud da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblicken? O Tag, brich bald herein! Aui! euch, Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobfinget ihm! lobfinget ihm mit hoher Stimm! - - Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 2. Sein Wert auf Erden ist voll175. Sau, großer Herr der bracht. Zerstört hat er des Todes Herrlichkeit, herab vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wint bereit, die Schaar der starken Helden steht. Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 2. Denn als du ganz dein Wert vollbracht, beschlosseft du den edlen Lauf, und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Bater wieder auf. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun sitzest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Er schützet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobfinget ihm mit hoher Stimm! 5. Schau, Herr, aus deiner heilgen Höh auf uns, die Deinen, die du tennft; daß alle Welt erkenn und seh, daß du uns deine Brüder neunst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir find noch immerdar im Streit, und feufzen noch im Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält and schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch ist. Held, der du uns den Sieg erstrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. 9. So setzen wir denn unverzagt, and frendig unsre Wallfahrt fort, 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herra lichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns ge brechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbſt. gelobt, 9. uns bereit't, bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach tren vollbrachtem Glaubenslauf, nimmſt du uns in den Himmel auf. 10. zeuch uns immer mehr z dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach us und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. dem nur trachten, was da ist, wo du, verklärter Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichleit, stärt uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreun, Immanuel! dann fingen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. roßer Mittler! der zur 177. Gro Nechten seines großen Vaters sitzt, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlig dienen; deffen Reich und Majestät über alle Dinge geht. 103 finden, und einst ewig bei dir sein, ewig deiner sich zu freun. 7. O, was sind wir Menschenfinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Siinder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gib uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt: laß uns dein Verdienst vertreten, welches unsre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch die Prüfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist aufs Herrlichste vollbracht. Der Verlornen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Troft ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu fein, giengst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die er worbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlösten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir traun, und auf deine Hülfe baun. Mel. von Nr. 101. Mein Jefus triumphiret, 178. und nimmt den Himmel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobfingt, lbsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jefus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 4. Herr, du schauest voll Erbarmen ftets auf diese Welt herab. Liebreich suchst du jeden Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu er= wecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlöste! macht euch auf! wo Jesus hingegangen, dahin schickt das Verlangen! dahin geh euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Nettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unfern Sinn vereitelt und uns stört, das beste 6. Du vertrittst, die an dich glän- Theil zu achten, und nur nach dem ben; du bewahrst und stärkest sie, daß zu trachten, was ewig Heil gewährt. fie dir vereinigt bleiben; daß sie dies 6. Sei du selbst unser Leiter in ses Lebens Mith standhaft durch dich unsrer Prüfungszeit, und bring uns überwinden, ihres Glaubens Ende immer weiter zu deiner Herrlichkeit! Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu 104 bis diese Zeit vorbei, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir ftchen, bis Erd und Himmel neu. - bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch freuen uns, Herr der Sera179. Wir frem Chrift, daß phinen Stimm, die Cherubinen fingen ihm das: Heilig! ohne Ende. du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! o stärk im Glauben unsre Seel. 2. Du fizest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan! er herrschet über alles. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie selig ist, wer an dich glaubt! du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schutz, sein ewges Heil. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von teiner Seele bist du fern; du siehst auf sie, und hilft ihr gern. 8. Sieh auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und segne unsern Lebenslauf. 4. Du mußtest Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohesprie sterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun waltest du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtig feit, Herr über Tod und Leben! - 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Besorgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streitst, du fiegst, und hilfft im Tod durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher über wind't, will ich zu sitzen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Ba ters Thron voll Herrlichkeit geseffen! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich bereinst der Erdkreis fehn. 181. Mgeht über alle Simmel ein Heiland, deine Größe Laß uns dann freudig vor dir stehn. 10. Dann triumphirt der Glaub an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Chrift! der du zur Rechten Gottes bist. weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; famst zwar für uns Verlorne in mensch licher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Mel Allein Gott in der Höb. 15. 180. Mein ein Sesus sitzt zur Eh noch die Welt geworden, hattst rechten Hand des du schon Herrlichkeit. Baters in der Höhe; er herrscht in 2. Der Himmel und die Erde sind meinem Baterland, das ich von ferne durch dein frästges Wort gemacht. lehe, und wo ich mit dem Herzen Auf dein allmächtig: Werde! entstand Mel von Nr. 34. und seinem Sißen zur Rechten Gottes die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regiereft den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. Rel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 182. Herr err Jesn, deiner Glie105 erhört und der des Glaubens Wunsch gewährt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du haft den Weg geoffenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen sein; du bringst sie alle wieder; sie werden da fein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem andern widerfährt. Dir foll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben, schafft ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkomminer Seligkeit. 6. D Kleinod, das im Himmel 5. Wie herrlich ist dein Name schon strahlt, ich will nach dir nur laufen! jest, o Herr, in aller Welt. Dicho Perle, die die Welt nicht zahlt, preist der Frommen Saame, der gläu- dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil big dir zu Füßen fällt. Dich preisen voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seraphinen, erhabner Menschensohn! Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth? wann komm ich, Heilserflatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann tomm ich zu dir, höchstes Licht? wann seh ich einft dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und belehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für uns litt, die ſchuldge Ehre rauben. Theil ihnen mit, gläubig zu erkennen. Laßß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! MELY der Ruhm, du starles Haupt der Schwachen! du hast ein ewigs Priesterthum, kannst allzeit selig machen; du bist, der das Gebet 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jezund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben! 5. Was droben ist, laß fünftighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, versluchen. Weg Welt! dein Luft- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. Mel. Hosianna, Davids Sohn. 167183. Hosianna, Davids Sohn, der 43 Namen sich erhebet auf den Thron ither Jacobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das selbst kein Ende nimmt! 2. Sei gesegnet, theures Reich, das ein solcher Herr besitzet, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdrud schützet! Schwinge dich in Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu 06 fletem Flor, groß durch Frieden, reich an Freuden, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! - Aus dem 47. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Höh. 15 Thr 184. 3 Welt frohlockt mit Herz und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! Thron; der Höllen Heere sehn den Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm Es beugen fich als Gott befehren. mit Jacobs Stamm dir, Herscher, Gott von Abraham, die Mächtigen 3. Dcines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Verdruß der Feinde, und zur Frende deiner Freunde, deinen der Erde. großen Namen fund! 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich gefelle mich im Geist froh zu jenen großen Reihen, die dein Hoftanna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet ench; feid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huldgungseid! kommt und füßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. 2. Ihr, die ihr seinen Zepter ehrt, ihr werdet einst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füßen spfiren. Zu seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewigs Heil beschieden. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein, ihm sangen Cherubinen. Bie? wollt ihr länger träge sein, lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf! Tobfingt, lobsingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. 4. Mit flugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glithn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem Aus dem 72. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 185. Gott! gib dein Ge richt dem Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sei, Herr, dein Volf befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg und Hügeln Fried and Gerechtigkeit in vollem Glanze spie geln; der Held aus Inda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen strengen Zorn kein Frevler tragen kann. 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn und Mond an den gestehn. Von Kind und Kindeskind erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werte sind. 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott er blicket; er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blühn, mit ihm wird Fried und Ruh in alle Gränzen ziehn. 5. Als König herschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern; er wirst mit mächtger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschenk und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt nur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm gepreift. und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, sein mild und hülfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Krug und Frebel macht ſie ſein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet sei. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermeßnes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Shm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget sich mit Luft an seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam und Thron gepreist. 107 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell der Seligkeit, dem, welcher vor sein Antlitz tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 6. B 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen sein, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Ihr fragt: wer dieser König sei? Nichts, nichts fommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von erger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! cr fommt, der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Höll und Tod! 11. Gelobet sei der Herr, den Israel verehret, der einzig Wunder thut und Feind und List zerstöret! gelobet fei sein Nam! bis in das fernste Land werd seine Herrlichkeit ie mehr und mehr bekannt. 10. So lange Soun und Mond im alten Glanze blißen, wird sich der Nachahmung des 21. Pfalms. Nachwelt Namen Rüützen, durch ihn gesegnet, fniet der 187. Herr, on Sohn mit Hülf Mel. Wie schön leuchtet der. 35. der du deinen thenren Heiden große Schar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. und Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der dx auch, da Höll und Tod ihn schou mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ewgen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten starfe Schuld sein göttliches Gemülthe. Nun 186. so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 2. Des Herrn, der seine heilge Stadt so felfenfest gegründet hat, daß sie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Bunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket: Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war 3. Wer darf sich dieser Stätte stets sein Sinn gelenfet. Kronen, nahn? wen nimmt er zum Bewohner Thronen und ein Regen deiner Segen an? nur den, der durchs Versöh- muß ihm werden. Selger Wechsel nungsblut die schweren Sünden von der Beschwerden! sich thut. Aus dem 24. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. ie Erd und was dar4. Ums Leben bat er, Vater, dich, 4. Nur dem, der reines Herzens da Trost und Vater von ihm wich; bleibt und keine falsche Lehre treibt, du gabst ihm langes Leben. Wer des Meineids sich nicht schuldig macht, mißt jetzt seiner Tage Lauf? das Lob, nur dem ift Segen zugedacht. den Schmuck, den du ihm drauf in 108 Erster Theil. deinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jesu fallen, durch ste muß dein Ruhm erschallen. Von der Himmelfahrt Jesu - 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist. Wolluft, Chrſucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 5. Du, den mein Glaube zärtlich spürt, da haft es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Baters Rechte hielt dich feft, als von 4. Diese müsse mir nichts rauben; des ärgsten Grimmes Best der Feinde du erwarbst sie theuer mir; jetzund Rachen rauchte. Schnöde, spröde, und seh ich sie im Glauben, dorten find mit Spotte sucht die Rotte dich zu töd- ich sie bei dir. Dort belohnst du das ten: Gott sieht drein, und sie erröthen. Bertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Frenden. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Volk, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch 5. Dort bereit auch mir die Stätte trägt ihr Same diesen Fluch, und in des Vaters Hause zu. Nufst du ist( welch harter Richterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Erde, werde, bei der Sache dieser Nache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet. frühe oder späte mich zu meines Grabes Nuh: leucht auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Tamm Gottes! und dann erst zu ruhn, wann du vertilget wärest. O Weis heit! die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden Fehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzürnten Nächers. 6. Kommst du endlich glorreich wie der an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heilge und verklär fie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch unser Herz und Mund dich, Herr, und deinen Gnadenbund in lauten Liedern chren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Frenden, zu den Kränzen, die fo schön in Zion glänzen. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. err! du fährst mit Glanz 188. Herr! und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gib mir, Sesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zuritce, aber zeuch mein Herz nach dir; wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffu ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich betehr und lebe. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. 189. Rönig, bem fein fig gleichet, dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote ftehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Seger, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen fire ben, alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht haffen. und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 109 digung der Freunde, und an Siegen über Feinde. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört| an des Regimentes Länge, an Begnaman stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen, und dir Ehr und Dienst erweisen. 6. Nun herrsch auch in meinem. Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. 5. Herr, in allen Diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und feiner fehlt. 190. rhöhter Jesu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer fast, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jest schon dir fich beugen. Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, bein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf dei ten Wink muß Erd und Meer das unzählbare große Heer der Todten 4. Du sammelft sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet danie noc), Jesu Christ! daß du der Erden Nichter bist? 5. O gib, wenn mun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich) im Glauben wacker sein, und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 191. Sr kommt, er fommt C™ zum Weltgericht, der. Heiland, den wir ehren. O weigert euch, Erlöfte, nicht, jetzt auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Gehors sam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. - 110 Erster Theil. Von der Wiederkunft Jesu Christi 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Frende dienen! Wie herrfich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müiffen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, e Herr! auf dein Geheiß die Todteit wieder leben, bein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben, wer wird dann noch, Herr Jesu Christ! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen fönnen? - 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hört, Sünder! hörts. mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit ficher lebt, zur Beßrung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt, bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plötzlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! we werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einft nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lindrung sucht. 7. Dlaß mich dann, Herr Jefu Chrift, mit Freuden vor dir stehen, und dir, 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in so herrlich du auch bist, getroft entgegen mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, ich bin ein Missethäter. Begnadige, von Neu und Angst und Furcht gewann dein Gericht auch mir mein ewigs plagt, dann jauchze meine Seele. Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter! du, der die Sünder nicht ver stößt, du hast auch, Jesu, mich erlöst. 8. Daß ich dies Glück erleben mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, beinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu sein, und nie dich zu verläugnen. 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich hier fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majetät wirst ziehen? wenn nun ihr Auge dich erblickt, und fie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 6. Und wenn du dann die Deinen mun mit Preis und Ehre zierest, und, ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führest, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit lant mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein, sowie der Frommen Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort.. 190. er unfre Menschheit an 192. er, uns zu verföhnen, tam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner Zu- Mel Ach Herr, mich armen Sünder.-67. das Bedeute, Mensch, de Funft Zeit! in aller feiner Herrlichkeit 193. steigt Jesus dann hernieder. O sichrer Erdkreis beßre dich! der Tag des Schredens nahet sich. bedente nen Tod. Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, tann mor zum Gericht. gen, und geschwinder, hinweggestorben sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber emiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 111 Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frominen. dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen! erlöst von aller Mih, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in emger Pein; und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Ge wichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld be freit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu fenten, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl; laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. bereiten und täglich flerben mag. 3m 195. Schon ist der Tag von und vor Gerichte o Gott bestimmt, da, Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte wer auf Erden wandelt, sein Loos zu wohnen würdig sei. aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er tommnt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. 194. Jch ch denk an dein Gerichte, du Richter aller Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Samachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewiffen lehren: du halteft einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Nichterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheiven vor deinem Richterthron. Den - - 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird teine Sünde stegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und Lift; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwar tungsvoll und tief gebeugt. Kommt 112 erbt das Reich der Ehren! so spricht er zu der Frommen Schar, doch die, die widerspenstig war, heißt nun von sich weichen. Erster Theil.- Von dem heiligen Geiste Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171. 196. W achet auf vom Schlaf, ihr Sünder! erwacht! denn euch, o Menschenkinder, erwar 5. O Herr! mit welcher Majestät ten Tod und Ewigkeit. Lohn und wirst du dies Urtheil fällen! die Sün- Strafe, Tod und Leben, hat Gott der, die dich hier verschmäht, gehn in eure Hand gegeben: erwacht! noch dann gewiß zur Höllen. Hier trifft sie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? ihr Warten ist ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. berloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. Dwelch ein froh Getümmel! nun fehn sie mit erstauntem Blick, daß Slaub und Lieb das höchste Glück, uns Gottes Gnad erworben. 7. Sie gehn nun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und schn, auf emig, Engeln gleich, ihr Wohlsein ansgebreitet. Das Stückwerk wird Boukommenheit! tein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden fränken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 14) Von dem heiligen 197. omm, o Gott, Schöpfer, heilger Geist, kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde fie so wie du weißt, daß dein Ge brennen; dann wird der Spötter ihn 2. Schrecklich wird sein Zorn ents erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! kommt er und mit ihm sein Lohn! euch er wird zu eurem Heile kommen! bald richtet Christus nicht! Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer überwindet, wird gekrönt! 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plötzlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen fein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd und Tode sie befrein. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns bes reit! Amen! Amen! die Zeit ist nah! bald ist sie da! gelobt sei Gott! Hallelujah! Geiste und dessen Gaben. 3. Berstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, 0 Geist, der alles Gute schafft. schöpf vor dir muß sein. 2. Mach du als Tröster dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theur; er hat uns feinen Sohn gefandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feur. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. 5. D, mach es kräftig, treibe fern des Feindes List. Dein Friede sei mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh uns in Versuchung bei. 6. Stärf uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schaun ihn frönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. und dessen Gaben. Mel. von Nr. 38. 198. hr Christen rühmt, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er fegnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Del der Frenden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herschet er nach seinem Leiden, und thut uns seine Schätze auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das mun, in seinem Dienst geschäftig, ihm dantet als sein Eigenthum. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Bungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigenthum. D, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischesfinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm bereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft. Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liche in unfrer aller Seelen an, und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Mel. Vater aller Gnade. SE 199. G ott, groß von Erbarmen! weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schan von 113 deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein unwürdger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Lust zu Schätzen, Würden und Ergößzen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Mußt dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geift? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Arge Väter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thätest du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. Zwar ich hab in Sünden sicher, ohn Empfinden, lange fortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen. 6. Komm denn, mein Berather! Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thust es gern. Fördre du durch mächtge Triebe in mir Stanben, Hoffnung, Liebe! 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen sein, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünstger Triebe, Feuer keuscher Liebe, laffe deine Glut auch mein Herz durchdringen und in Flammen bringen, Gott, mein höchstes Gut! faffe mich gleich Seraphinen dir mis Lieb und Eifer dienen. 114 Erster Theil. Von dem heiligen Geist 9. Ist bei schweren Plagen ganz rechne zum Gewinn, wenn ich je ein mein Geift zerschlagen, so hilf gnä- Friedensband knüpfen kann, wenn diglich. Macht die Prüfungshige, daß meine Hand, zur Erleichtrung der ich schmachtend sitze, so erquicke mich. Beschwerden, kann dem Nächsten nüt Laß des Trostes Ströme fließen, und lich werden. sich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen, ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich feufzend danken lehret. --80 7. Gib mir wahre Selbsterkennt niß, daß ich meine Fehler seh, und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, ste zu beffern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sün den mein wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. 116. Mel. Werde munter, mein. er du uns als 200. De tebe treater Gater und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja, um ihn uns bitten heiß'st: demuthsvoll fleh ich vor dir; Bater! send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist ernene, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wiffen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen Jesu! noch mit ächter Tren meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet 201. mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn träftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottes- Geift! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Troft erfreust! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fullle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieb n, daß ich mit getroftem Muth feiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor feinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbft den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so setze durch dein Wort deine Gnadenwir tung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb und Sanftmuth übe, und mirs Mel. des 77. Psalms. HR eilger Geist, du Himmelslehrer! starker Tröster und Befehrer! kehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung sein. Gib, daß stets durch heilges Den ten sich mein Herz zu Gott mag lenken; klopf an meinem Herzen an, wenn ich geh auf falscher Bahn. und dessen Gaben. 115 2. Treibe, leite und regiere, mich| betrübten Stunden tröfte mich durch zum Guten stetig führe, gib selbst Jefu Wunden. Luft und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu. Gib mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu sein. 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb und Hoffmmg sei ftets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gib mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verülbe; gib, daß bei mir wahre Reu über mein Vergehen sei. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sei bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottesgeist, in mir wohnst und kräftig feist. 5. Komm! erfitlle, komm! bewohne, mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und dort in Ewigkeit. Mel. Liebster Jefu, wir sind hier.. 4. du 202. Gott! bu haft in deinem Sohn mich von Ewigfeit erwählet; Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile sehlet, und gib mir des Geistes Gaben, durch sie werd ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heilger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben; laß mich nicht in Sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranfen! wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 7. Hilf mir reden recht und wohl, und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten, christlich leben, selig sterben, und dein himmlisch Reich einst erben. Mel. von Nr. 37. ir, Vater! dankt mein 203. 203. Di Herz und Ringt, daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unver gänglichs Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preist, zur Erde haft gesendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß fie dein Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der nene Herzen schafft, hilft ihnen sie belehren; der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit, Vernunft und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flicht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müh; der Geist der Stärke stärkte fie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, be kannten seinen Namen frei, und lobten ihn im Tode. 4. Schaffe mir ein reines Herz, 4. Noch jetzt bist du der Geist der daß ich stets an Gott gedenke, und Kraft, noch icht der Menschen Lehrer, mich oft mit Neu und Schmerz über der Jesu neue Sfinger schafft, des meine Sünden fränke; doch nach den Höllenreichs Zerstörer. In Slindern 8* 116 Erster Theil. Von dem heiligen Geist wirkst du Buß und Leid, in frommen| heißt! schent uns Muth und Kraft im Seelen Troft und Freud, und Muth Krieg, und verleih uns dann den Sieg! im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß fie dich froh empfinden. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge ranben! du bist unser Schutz und Gott! sagt das Fleisch gleich inimer: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebe! schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! - Mel. Gott des Himmels und der. 32. 204. bes Lebens, wahrer Domm, o komm, du Geift Kon Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; sie erfüll uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Nath, Berstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erfenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. 14 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, rämne ferner aus dem Wege! führ uns zu dem Guten an; wirke Ren an Sünden statt, wenn der Fuß gestranchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärk uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Himmefreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. Mel. Nun bitten wir den b. G. 205. 205. es Vaters und des 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn uns Satan wanten Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gib uns Jesu Frieden. 2. Es leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr uns Jesum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. O du, der Liebe Geist! erhöh unsre Seele, daß sie schmeckt und seh, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns sein bis in den Tod. Heilig laß uns leben, und nicht vers zagen, wenn uns unsre Sünden vers flagen vor der Welten Richter! 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß; sprich der Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. Seele tröstlich zu, und gib Muth, 206. Edler Geiſt im Himmel, Geduld und throne, eines Wesens, einer Kraft mit dem Bater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft! Flöße du die wahre Reu in mein Herz und dessen Gaben. and mach es neu, daß Gott selbst mit feiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. 2. Du, der Tugend Wiederbringer, machst es in dem Herzen licht; du unser Tröster bist, und von unsers gibst, mächtiger Bezwinger, daß der Gottes Throne hülfreich auf uns Sünde Macht zerbricht. Kehrest du Schwache siehst. Stehe du mir mächnur bei mir ein: so wird meine Seele tig bei, daß ich Gott ergeben sei; rein, und auch schon auf dieser Erden o, so wird mein Herz auf Erden schon eine Wohnung Gottes werden. ein Tempel Gottes werden. 3. Geist der Wahrheit! fomm und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft; laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu! gib mir ein gelaßnes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde. 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Nath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast- unvermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gib, daß es meiner Secle nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe sucht an dir nur seine Lust. Schmeck ich deine große Güte, so verachtet meine Brust, was die Welt für Luft erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen einig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten träftig sei; stehe meinem Seufzen bei; prich in mir, in Gottes Namen, nach dem Fehn ein kräftigs Amen! Mel. Freu bich sehr, o meine. Aus dem 46. Pfalm. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. in starter Schuy iſt 117 29. und vom Sohne! der du 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir fein; wenn ich bange Zweifel hcge, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke träftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, feinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 6011 15) Von der christlichen Kirche. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor Gott darnieder beuge, und mein Herz zur Befrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Trostes Kraft empfinden. unser Gott! auf ihn steht unser A Hof- fen. Er hilft uns treu aus aller 118 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. - 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß sie falsche Freuden flüglich ver meiden. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwun detes Gewiffen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder: stärke sie wieder. Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit Lift, trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein Feind auf Er- den. 2. Nicht unsre Macht ists, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. Es kämpft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst erforen. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den behalten. Der 67. Pfalm. 109. Mel Bom Himmel hoch, da. der uns immer schan 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, 210. Gottes gab, den und droh uns zu verschlingen. Trots gnädig tets auf uns herab, entzieh ihr! uns rüstet Gott mit Muth. dein freundlich Angesicht, Herr, deiEs soll uns doch gelingen. Wenn der nen Auserwählten nicht! Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ift ja längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der gibt uns Sieg von oben. Tödten fie den Leib, nehmen Kind und Weib, rauben Gut und Ehr: fie nehmens! was ists mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 6. Schütze uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, bis wir zum Um gang der verflärten Frommen froh lockend fommen. 1 2. O Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Bolt sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut fich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unsrer treuer an, wer ist, Mel. von Nr. 55. 209. La boch, o Jefu, laß der so beschützen kann? dein Reich auf Erden 6. Es mache aller Völker Mund, unter den Sündern ausgebreitet wer- Gott, deine Macht und Weisheit den! Schenke doch ihnen, deiner Lei- fund! kein Bolt sei auf der weiten den wegen, Leben und Segen. Welt, das deine Güte nicht erzählt. 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gib ihnen Eifer, dei nen guten Willen treu zu erfüllen. 7. Die Erde ist nicht mehr vers flucht, sie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hun gersnoth; stets segne uns Gott, unser Gott! 3. Mit heilger Achtung laß die Schrift fie ehren, denn sie verfündigt deines Mundes Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. 8. Ja, mach Jehovah, deine Treu an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dieuft, der dir gefällt. Erster Theil.- Von rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Christ! der du Herr aller Herren bist; beschirme deine Christenheit, daß fie dich lob in Ewigkeit. 211. der christlichen Kirche. 119 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlodkend müsse dich einst loben, o du Beherscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde Der 46. Pfalm. 4. Herr! laß uns dir befohlen sein. Schau unsre Noth; wir sind ja dein. Erhalt im Glauben uns getren, und mach uns von den Feinden frei. 5. Sie dichten, Herr! ein Frevel fück! es fall auf ihren Kopf urück! sie graben Gruben mit viel Müh; in ihre Gruben stürze sie! 6. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr- Gott, lebeft noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. Mel. von Nr. 50. 213. Gott ist uns Stärk und Schutz in Nöthen, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdfreis zittern, und stürzt er auf uns her: uus würde keine Furcht erschüttern, und sänken Berg ins Meer. 2. Sollt auch das Meer so heftig 3. Gib, heilger Geist, uns einen toben, und stürzten vor der Wuth Sinn, nimm alle Zwietracht von uns Gebirge, ihrem Grund enthoben, hin. Vor deines Wortes Licht und hinab in seine Fluth: fie bleibet doch mit ihren Bächen die Stadt des Macht entflieh des Wahns und Irr- Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird thums Nacht. die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ist hier! 3. Gott wohnet selbst in ihren wanft nicht, ewig wird sie dauern, Mauern, der Herr beschüßzet fie, fie tobten, und im Grimme empörten der Höchste hilft ihr frith. Die Bölker Reiche sich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. störe? er, der uns hilft, ist Gott! 4. Wer ist der Feind, der uns zerGott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schüßzet Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch Mel. von Nr. 55. 212. chüße die Deinen, die Zerstören schafft. nach bir sich nennen, 5. Er macht sich auf dem Krieg und dich, o Jesu, vor der Welt be- 3 steuern, der so viel Blut vergoß, lennen. Laß deinen Händen, wie du und er zerbricht, daß Länder feiern, felbft verheißen, nichts sie entreißen. Schwert, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, 2. Laß deine Wahrheit rein ver- daß er nicht tödten kann. Er zündet des fündigt werden. Mach ihre Siege Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. herrlicher auf Erden. Gib Muth 6. Laßt ab, und wißt, und lernt und Weisheit denen, die sie lehren, mit Freuden, ich sei Gott, dein Reich zu mehren. Herr der Welt! groß will ich werden vor 3. Du hast noch niemals, Herr, den Heiden, und herrlich vor der dein Wort gebrochen. Führe die Welt! Gebt alle unserm Gott die Deinen, wie du selbst versprochen, Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! führe sie endlich aus dem Kampf Gott ist mit uns, der Herr der hienieden zum ewgen Frieden. Heere, uns schützet Jacobs Gott! Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 120 214. Wenn Christus ſeine Kirche schützt: so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes fitzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebent, stehts da. Er schützt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle - wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gejalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers ports; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gctt. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns taun er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift; wer hier sein Sünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. erbar- men! wie menig Herzen sind noch dein; entzieh dich nicht uns Armen! dein theures Wort hält man für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht kennen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwitz erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unstät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn Unterlaß, die mit Vernunft sich brüsten. 215. ch Gott vom Himmel sieh darein, und laß es dich 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schaun wir in die Wahrheit ein; uns täuscht kein gleisnerischer Schein; mur blinde Herzen glauben! 4. Gott siehts und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenheit tein Heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib unüberwindlich. 5. In Fener fiebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und, durch Berspottungen bewährt, strahlt Gottes Wort auch heller. Der Strah4. Nuf, Christen! die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken. len siegende Gewalt durchbricht der Der Gott, der von dem Himmel Zweifel Nebel bald, und blendet selbst schaut, wird uns gewiß bedecken. die Feinde. Der Herr, Herr Zebaoth hält über fein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? 6. Sein Licht beschütz uns, daß uns nie das frebelnde Geschlechte in feine schlauen Netze zieh, nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. D dämpfe selbst, du starter Gott, die dir die Ehre rauben. O Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk Erster Theil.- Von der christlichen Kirche. Mel. Freu dich sehr, o meine. träftig unsern Glauben. Oheilger Geift, verleih uns Gnad, daß wir vor Abfall und Verrath mit ganzem Ernst uns hütten. Mel. Aus tiefer Roth schrei ich.- 119. 216. D Vater der Barmherzigkeit, bei allen Zeitverwandten doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du haft durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Getrennt durch Mannigfaltigfeit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sei doch auch in dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig! und mach uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Satans Lift vereinte Brüder trennet, wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. Herr! hilf diesem Uebel ab und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem lieb reich denke. 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis mit Zärtlichkeit verschonen: o, was tann angenehmer sein! du selbst, Herr! wirst dich ihrer freun, und sie mit Segen trönen. - 29. reuer Hirte deiner Heerde, 121 217. Schutz! stehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Trup tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren. 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der deinen Rettung wachst, und den Feind zu Schans den machst, wo du nicht sein Wüthen dämpfeft, und für deine Wahrheit tämpfest. 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt sein; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Stenre denn, Herr, unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul befehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Dräuen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unfre Hülfe steht bei dir. Käm es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht wär es gethan. Satan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch flug, wie Schlangen, handeln. Zeig uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit, sprichst du; mach uns selbst bereit, daß wir machen, beten, kämpfen, und so die Berfuchuna dämpfen. mads nislio C 122 16) Bon der heiligen Taufe. Einsetzung der Taufe. Mel. Chrift, unser Herr, zum Jordan. 218. ie Christus selbft zum Jordan kam, und nach des Baters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfül- len, was Gott heischt: so muß auch das Bad, das er, um uns von Sünden zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden Es bringt uns Heil und Leben. 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Bölter, und auf den Vater, Sohn und Geift tauft nunmehr Wer glaubet, und die Tauf empfängt, wird selig, wer hingegen ungläubig fest am Srrthum hängt, der fliehet vor dem Segen, und muß verloren gehen. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O, laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen famst. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste ftehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn! du klopfft an mein Gewissen an, und lockft mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde weich! Gott hört es! jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott mei nes Heils! sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein! Mel Liebster 3esu, wir find hier. alle Völker. 220. Mein Erlöser! der du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlsein achten, daß ich, Jesu! deinen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen Mel. von Nr. 72. 219. Ich ch bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volt, das dir geheiligt heißt. D, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich des auf ewig freun. 2. Du hast mich für dein Kind zu ererben. erfläret, mein Vater! und ein felig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Seil. Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. 4. Laß mich drum, wie dirs ge fällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 123 3. Hirte! nimm dies Schäffein an! err! wir stehen hier Haupt! mach es zu deinem Gliede! zeig — Rel. Liebster Jefu, wir find hier. 4. 221. Herr! 1 auf unsern Armen dir gefallen, bitten defürst! sei du sein Friede! König! wir, und erzeige dein Erbarmen, daß laß es deinen Willen künftig immer es dein Kind hier auf Erden, und treu erfüllen! im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von seinen Sünden; laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbinden! da wir ihm den Namen geben, schreib es in dein Buch zum Leben! 17) Von dem Einsetzung des heiligen Übendmahls. Mel. des 91. Psalms. heiligen Abendmahle. 222. Is Jesus jetzund sterben wollt für unsre Miffetha ten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs schändlichste verBE ra- then: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand geleitet, mit seinen Jüngern noch das 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben! endlich auch, wenn dirs gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Him mel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. Mahl, das längst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun feir ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Bater gibet, und dem, der hier mit mir" zugleich in seiner Lieb sich übet. 3. Drauf nahm er Brot, und brachs, und dankt, und sprach: nehmt hin und effet, damit ihr nicht im Glanben wanft, und meiner nicht vergesset; das ist mein Leib, der durch viel Qual jetzt wird für euch gebrochen, daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für ench vergieße, ench droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergoffen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschlossen, jegt zur Vertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen; nun denkt an Gottes Gnad und Huld mit freudigem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenfet; laßt euch mein Leiden theuer sein; gespeiset und getränket, fagt laut: o! wenn dein Tod nicht wär, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort, zu meiner Ehr, als würdge Himmelserben! 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schant mich dagegen gläubig an, sein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich versöhnet, doch weh den Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern hans gen, und meint damit, wenns übel geht, Genade zu erlangen! doch dich 124 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. entzeucht nicht Brot und Wein dem 5. Mein Heiland, den der Himmel ernstlichen Gerichte; soll dies dein preist, dich will ich ewig loben. O, Troft, o Sünder, sein, so wird dein stärke dazu meinen Geist mit neuer Troft zu nichte. Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. - 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; e, iß und trinfe dir zu gut, und auf die rechte Weise. Erkenn, daß Mel. Herzlich lieb hab ich dich. ich mich in den Tod für dich dahin 224. Gelobt feift, du, Herr gegeben: so weichet Durft und Hungelobt für gersnoth, so hast du Heil und Leben. unsers Mittlers Tod, der uns das 10. Sch bleib in dir und du in Heil erworben! wie hast du, Gett, mir, damit von meinem Geiste dein auch mich geliebt! er, der uns ewig Geist getrieben für und für Gott Leben gibt, ist auch für mich geftor Dank und Ehr erweise. Du bist nun ben. Mein ganzes Herz frohlockt in ganz mein Eigenthum, ich kann dich mir. O Bater, ich lobsinge dir. Gib, nicht verlaffen. Ich will dich einst daß ich jeden Tag aufs neu mich deizu meinem Ruhm mit ewger Treu ner Vaterhuld erfreu. Gott meines umfassen. Heils! sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir recht dankbar sein. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gib, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. alt im Gedächtniß Je 223. Haft fum Chrift, o Seele! der auf Erden vom Himmelsthron gefommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erftritten. Errettung von der Sündeunoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung aus gemacht, und ewges Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum forge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 1 - 141. 2. Soll hoher Ehrfurcht beug ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich Dein Tod dir, Herr, schuldig bin. bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schützt, was meinem Geiste ewig nittzt. Herr Jesu Chrift! wie liebst du mich! wie liebst du mich! gib, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunst fleh ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, gleich dem dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir ge bricht. O stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seist, und mich vom ergen Tod befreist. Herr, dieser Trost sei fest in mir, sei feft in mir, so dien ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum herr lichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum hör auch jetzt mein Flchen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn in mir; so nimmt in mir die Seelenruh, und meines Herzens Beß rung zu. Mein Herr und Gott! vers Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 125 laß mich nicht, verlaß mich nicht, so tomm ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; laß fie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schliesen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein sei mir, Mel. von Nr. 84. fei ftets mit mir, so fomm ich einfi 226. O Menschenfreund, o gewiß zu dir. Mel. An Wajjerflüssen Babylons.- 97. komme, Herr, und 225. und beladen. Herr! mein Heiland, segne mich mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh! ich suche Ruh und finde ste im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du haft mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Troft zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du russt und er erhört dich schen, spricht liebreich: sei getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft. Vergiß nicht, dem, der dich erfauft, zur Ehre stets zu leben.- 5. Ja, Herr, mein Glüd ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. O, gib mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich) von mun an tüchtig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Beffe rung mir und der Welt beweisen. 4. Dein, spricht er, ist die Seligfeit, bewahre sie im Glauben; und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. Jesu! Lebensquell, der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht und Angst belegt; ich tlag es dir, du Arzt, der franker Seelen pflegt, du bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh und seh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Aus Demuth schlag ich an die bange Brust, der Sünden Sitz, die mich von dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborgnen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich fieden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens- Gott. És soll mich nichts von meinem Felsen treiben; dir, Jesu, will ich mich allein verschreiben. Tod! Höll! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, ist mein Haupt, der Hölle, Tod und Teu fel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamın gelungen. 4. So tret ich denn, mein Jesu, jetzt vor dich, ich komm zu deinem Mahl nach deinem Willen. Ach laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquicke mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt, dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preifen. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 126 227. W AND tren bin von dem Wie groß ist deine Pfad, den fein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich fühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. Menschenliebe, mein theurer Heiland, Sefu Chrift, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speiseft mit deinem heilgen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal sein, daß du mich auf dein Opfer weisest, mich glauben heißest. 4. Ach laß mich nur recht gläubig effen, und sahente mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all meiner Siluden werd indeffen vor Gott vergessen. 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn deiner Tafel, und Brot und Wein mir 229. D" Barmherzigkeit zum Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. aus geben jeh, du werdest meiner Seel imgleichen dich selber reichen. Denkmal deiner Gnaden das ganze Voll der Christenheit wohlthätig ein geladen. Du rufft: Mühfelge, kommt mir. Du Weltversöhner! ja zu dir fomm ich auch heut, ein Sünder. Verstoß von deinem Angesicht, ver stoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 2. Zwar meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach! im Borne nicht, im Zorne geh nicht ins Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethau. Erbarmer! sieh mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 5. Ach Jefu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigfeit! ach, mach uns allesamt bereit, und laß in einem Geist die Deinen sich fest vereinen! 5. Tag der Wonne, heilges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet sein. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig sind. Ach, daß uns deine Lieb entzind't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. Mel. Jejus, meine Zuversicht. 47. 228. Tag ag, den mir der Herr gemacht! Sei gefegnet, Tag der Freude! du erhellft des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab ich meinen Gott betribet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so 3. Es seufzt um Trost und ang ftigt sich, gebückt vor dir im Staube Auf mein Verdienst nicht, nur au dich, Erlöser, hofft mein Glaube Gebeugte willst du nicht verschmähn versprichst den Schwachen beizustehn die nach Errettung schmachten. Stete bleibst du deinen Worten treu, un wirst ein gläubig Herz voll Re auch meines nicht verachten. 4. Mein Gott! regiere fünftig mid daß ich vorsichtig handle, und heilig voll Bertraun auf dich, nach deinem Erster Theil.- Von dem heiligen Abendmahle. 127 geladen. Deinen Bund sollst du ernenen, und dich seines Todes freuen. 2. Eil, wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, fomm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brünftigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd entbabe, gibt er heute Gnad um Gnade. 3. Herr! ich freue mich mit Beben. Laß mich Gnad empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken. D, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! Rathe wandle. Gib, daß aus Dank für deine Huld, in Lieb, im Glauben, in Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, ber flärt, unsterblich, Engeln gleich dich ewig rein erhebe. Mel. Dennoch bleib ich stets an bir. 156. 230. mein Jesu, laß ich nicht; du kannst Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich vertlagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schätze kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet nun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt fie sich wohl tiefer finden? Mag die Trene fester stehn, oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! lobre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. mein göttlicher Befehrer! du, der selbst 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib dein eignes Leben für mich in den Tod mub Seele mag verschmachten! fein gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen; Berlust und kein Gewinn ist doch gegenach, laß würdig mich genießen dieser das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erftrittest, als du un aussprechlich litteft, als dich Todes tes schreckten, als du selbst für mich ge schweiße deckten, und die Schrecken Gotstorben, mir des Vaters Huld erworben. 231. Mel. Schmücke vich, o liebe Seele.- 121. 8. Deines Heils will ich mich freuen, eele, willst du Ruhe dir will ich mich ewig weihen. Hier finden, drücket dich will ich mich fleißig üben, dich zu die Last der Sünden, fomm, Berge kennen, dich zu lieben! einst werd ich bung zu empfangen, denn dein Licht dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe ist aufgegangen, und der Herr voll brennen. Laß sie mich auch hier empfinHeil und Gnaden hat zu sich dich ein- den; hilf mir, hilf mir überwinden. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jefus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. Heil und Leben zu empfahen. Ach! ich 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, suche dich mit Thränen; sollt ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und [ hweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden? laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. die, wie wir, auch Sünder waren, 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, Dank und Preis und Subel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Vaters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen. 128 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. Mel. Allein Gott in der Höh. <- 15. Mel. von Nr. 72. ch preife dich, o Herr, 233. 232. J mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gib, daß meine Seele fich des ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze ftarbest. 2. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie start 3. Dein Mahl ist mir ein Unter- find deine Mitleidstriebe, die dich bis pfand von dieser großen Güte. Wie an das Kreuz gebracht! o gib von viel hast du an mich gewandt! o stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir er warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen findlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. den. 4. Sch fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die Last von meinen SünLaß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ift gar nicht zu ermeffen. O, mache felbft mein Herz geneigt, fie nimmer zu vergeffen! daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Näum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Borbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. ier bin ich, Jeſu! za was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geiftes Kraft und Licht. 8. Zum ewgen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abend mahl erwecke mich, mit Ernst dar nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Fleyn, Erster Theil. Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei. - Von der Vergebung der Sünden. 129 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten haft, und deine Liebe nie vergeffen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleihn. 234. un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir im merdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Ted verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott verfühnt. Ach! du, sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich trant, Herr, deincs Bundes Wein! voll Freude hab ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, treu zu sein. Ich schwör es nun noch einmal dir; schent du nur deine Gnade mir! 5. Sm Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabft du für uns selbst deine Sohn. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speist und tränkt ein Wein, ein Brot. 7. Wie jetzt in unfres Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war, so kommen wir noch einst zusammen vor ihm mit seiner Engel Schar, und preisen, als sein Eigenthum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud und Luft der Welt mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein. 18) Von der Vergebung der Sünden. Mel. von Nr. 72. Er litt, damit wir Friede hätten, 235. G ott, deine Gnad ist für uns den Tod, der Sünde Lohn. unser Leben! fie Gott, wie hast du uns geliebt! schafft uns Heil und Seelenruh. welch ein Erbarmen ausgeübt! Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 3. Dank! ewig Dank sei deiner Treue, die niemand gnug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Rene mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, und gläubig seinen Mittler ehrt! 130 Erster Theil.- Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreist du von den zu dir! Gott, du steheft mein VerPlagen, die dem Gewissen furchtbar find; der kann getroft und freudig fagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; hier ist der, welcher für mich fitt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. trauen. Sicher kann ich auf dich Deine Batertreue ist ewig, bauen. wie du selber bist. 3. Ach! gedenke an die Slinden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deis Alle Sünden, die nem Angesicht. uns reuen, willst du, Bater! ja ver zeihen. Oso höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. O Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade frent! Sie Hlagt nicht, daß ein Glück ihr fehle, ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute, und macht getroft selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Luft, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Bater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. O laß mich dies im Glauben faffen, und mich mit starker Zuversicht auf deine Bundestren verlassen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Neu und Demuth such ich dich; gib mir den Trost: Gott ist für mich. 9. Lobfingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. 5. Du erquidest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld be trübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen haft. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! Der 25. Pfalm. Mel, Alle Menschen müssen sterben. 82. 236. Ich erhebe mein Gemüthe 237. mein Der 130. Psalm. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. und Ich fleh in tieffter Rene Gott, zu dir, denn ich kenne deine Huld. Du, milder Gott, verzeihe Gülte. O wie theuer ist sie mir! mir Armen meine Schuld! eröffne Gott der Liebe und des Lebens! kei- meinem Sehnen, o Vater! Herz und ner harrt auf dich vergebens. Nur Ohr, und laffe meine Thränen un Berächter deiner Huld stürzet ihre meine Seufzer vor! eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir! daß ich nicht verirren möge, führe du mich selbst 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, für Gnade Recht ergehn, so wirde von uns allen der Frömmste nicht bestehn. Du aber heilest gerne zer - Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 131 die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh ich, wen drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Dut machst dich mir in der Gefahr als meinen Retter offenbar, und läß'ft mich sicher wallen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ewgen Baters Unterricht. Er führt zu Se ligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weis heit lernt, der verblendet und entfernt sich von den wahren Freu den. Wer aber sich auf Gott verläßt hält seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 238. Wie jelig, Gott! umjahu. Bon allen seinen Knechter 8. Stimmt Gottes Lob, ihr From men, an! wird des Gült bleibt Gott der Trost, die Zuversicht Er rächet ihre Sünden nicht. Froh lockt ihm, ihr Gerechten! fnirschter Scelen Pein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dank bar sein. 3. Ich trau von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Same Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. Der 32. Pfalm. el. Kommit her zu mir, spricht. wie selig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schrecket! dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt, den dein Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, des Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entriffen. Mel. von Nr. 16. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Bater! ewig loben. Du bleibeft ihre Zuversicht; fchone doch, o großer 239. Menschenhüter! ach strafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen. Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist au Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zn meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 3. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen, laß Gnad, o Herr, anstatt des Rechts ergehn, sonst kann ich nicht vor dei nem Chron bestehu! 3. Darum, mein Gott, befeun ich dir, was deine Huld entfernt ron mir, 4. Ach strafe nicht, du aller Bosdie mir bewußten Sinden. Dann, heit Rächer! wo blieb ich sonst, ich dann, mein Gott, verzeihest du, und schuldiger Verbrecher! sich an den läß'st die milde Seele Ruh in dei- Sohn, der unsre Schulden trug, und nem Frieden finden. den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug.. 5. Ach schone doch! ich bin zwar Asch und Erden, ein leichtes Blatt 9* 132 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. das bald zu Staub wird werden: doch| sprichst zu mir: du sollst leben! deine will ich sein, o Herr, dein Eigen thum; ach nimm mich auf! gedenk an deinen Ruhm! Schuld ist dir vergeben; sei getroft, mein lieber Sohn! komm zu meinem Gnadenthron. - 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlaffen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfassen. Drum tröst ich mich und faffe guten Muth: es ist bezahlt, die Schuld macht Jesus gut. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. melskind verklagt? 240. Schöpfer aller Menschen8. Richter, der mich losgesprochen; finder, großer Richter Vater, der mich zärtlich liebt! Mittaller Welt! fieh, hier wird ein ar- ler, der, was ich verbrochen und ge mer Sünder, Herr, vor dein Gericht raubt, Gott wieder gibt! Geist, der gestellt, der in Sünden ist geboren, mir den Glauben schenket, der mich der dein Ebenbild verloren, der mit in den Mittler senket! Gott der GnaLaftern sich befleckt, der in tiefen den! dir sei Ruhm, und mein Herz Schulden steckt. dein Eigenthum. 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesetz, das ich zerrissen, nebst dem Satan, stehn bereit, meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge gibt sich an, der gefehn, was ich gethan. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollWer ist, kommnen Mittlers decket. der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Hims 3. Wehe mir, ich muß verderben! ich seh nichts, als Höllenpein. Fre 9. Laß mich nun die Sünde hassen, die das Herz mit Angst beschwert! laß mich alles unterlassen, was den nenen Frieden stört! reinge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig sein beflissen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. cher Sfinder, du mußt fierben! wird 241. Mie theuer, Gott! ift mein strenges Urtheil erzittert meine Seele vor des offnen Abgrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ergen Flammen Glut. 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein blutges Lösegeld meinem Richter dargestellt. deine Güte, die alle Missethat vergibt, sobald ein reuen des Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt, und ernst lich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 5. Richter, fiche meinen Bürgen, siehe die Bezahlung an! dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Gesetz erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube! fteh mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Neu und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erfüh nen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld 6. Siehe mich im Staube liegen. erlassen, der frevelnd Schuld auf O wie drückt mich meine Schuld! Schulden häuft. Der kann kein Herz doch dein Wort kann ja nicht trügen, zu Jesu faffen, der zwar auf sein Sündern gönnst du deine Huld. Du Verdienst sich steift, doch in der Sünde 1 2. D! laß mich ja nicht sicher wer den, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 133 ward. noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! fte dränge stets und leite mich! 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Trost an deiner Vater huld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sei, lig meinen Wandel sein! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibft! das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, Bater, mein Gewissen rein, und hei- 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 242. wohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den trummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel entfernt; fich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, fich hebt, und einen weiten Raum mit feinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht; du schauft im Zorn den Sünder an, des Sünders Beg vergeht. Mel, des 1. Psalms. 243. er Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn; wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unsern Bater nennen, und er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im Kampfe Troft und Muth, so gibt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Srrenden Verbrechen; er ist versöhnt durch seines Sohnes Plut. Was will ich mehr zum Troft? der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut und theilt fich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und gibt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trägt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen: c. und Neigung, uns zu schützen; es kann bekehrt, der wird nicht, wenn er der Geist in stillem Frieden sitzen, fleht, erhört. weil unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! 4. Die Frevler mögen nicht beste hen; du hasfest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Lust und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser sieht: der Herr ist gut! 5. Ich aber, Gott, durch deine Güite erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den 6. Du kannst, du wirst mich ferner man ihm leisten kann, gibt Gnaden- leiten nach deiner großen Gütigkeit, lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlöst, und gern erfreut. Du kein Waffertrunk ist unvergolten blie- wirst mir meinen Weg bereiten; und ben! er gibt dafür die ganze Sewer, wenn du, Herr, bei mir bist, gensfluth; und so bleibt ewig wahr: wer ist, der meiner mächtig ist? der Herr ist gut! 7. Wenn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem In fall sehn, und immer meine Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzuna gen schmeicheln: so bin ich doch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dirs flagt. 8. Erfreue, Gott! die dir ver trauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; fei ihren Feinden, Herr, zum Truß, stets der verlaßnen Frommen Schutz. Der 5. Pfalm. 244. V ernimm, o Gott! vernimm mein Flehen, verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, hilf und sei gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerfen; ganz heilig will ich vor dir sein! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du haft an allen guten Werken ein innig Wohlgefallen, Herr, drum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gräul der Sünden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht Mel. des 90. Psalms. ME 245. freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze tehret, so kann ich bald von dir APA Erquicung spüren. Dein Gnaden blick ermuntert meinen Sinn, und ein Salomo! dein Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen sc. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich nimmt die Furcht und Unruh von lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! mir hin. 3. Dein Wort, das Wort der Sebilichkeit, wirft göttliche Zufriedenheit, 2. Gewiß, mein Freund gibt solche wenn wir es treu bewahren. edte Gaben, die alle Welt mir nicht spricht uns Trost im Elend zu, ververschaffen konnte! was ists, womit süßet uns des Lebens Ruh, und stärkt fie ihre Diener lohnte? Es kann ja uns in Gefahren. nicht die müden Seelen laben. Mein Jefus kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Troft erfüllen! 3. O bester Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will und Böses in fich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine die alle die Mel. Wie schön leuchtet der. alle Roth verschlingt und unsern Geist 247. W ligteit, o Gott! schou zur sanften Ruhe bringt. in der Prüfungszeit, selbst unter vie! Beschwerden, wenn unser Herz fich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst wers den, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erudtet von der Saat der Leiden! - Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. Ich hoff, o mit 246. hehem Muth auf deine Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, haft mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im erklären. - 4. Es müsse dann mein Herz nur Chriftum schauen. Schein unverhüllt, o Sonn, aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und könne schlechterdings der Gnade tranen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. 5. Wenn meine Schwachheit mich 2. D, wie erhaben ist das Recht, darnieder schläget, und fast den Geist das du uns gibest, dein Geschlecht der Kindschaft in mir dämpfet, so und Bundesvolk zu heißen! Bei dir daß mit Zweifel noch mein Glaube ist unser Vaterland, und wer will tämpfet, und dieser Streit mir neue deiner starken Hand, Allmächtger! Angst erreget, so laß mich baid dein uns entreißzen? Wenn wir gleich hier huldreich Antli sehn, und neue Kraft müssen streiten, und zu Zeiten schwach und Zuversicht entstehn. uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 6. So ruh ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. geschützt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunft mein frohes Herz genießt. 3. Du deckest unsre Schulden zu, Von dir schenkt unsern Seelen wahre Ruh und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Nuhm, wir sein ertaustes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was fann bei dir uns fehlen? 35. der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdanm fieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Bolt 136 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 5. Wie glücklich, Gott, find Chriften dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. Ich 248. h weiß, an wen mein Glaub sich häit. Kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. Lang ist der Tag des Sieges. Ich tämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du hast dich mir gegeben. Bon fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Frone. 4. Herr! lenfe meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur furze Zeit. Sm Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Sm Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhänt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. Der 112. Pfalm. Mel. von Nr. 55. 249. Preis, Breis sei Gott! und und Segen sei dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr lässt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfül let ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Lust erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Ge treuen! 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig: sein wird nie auf Erden vergeffen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens fommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 137 8. Er ist getroft, und seine Seele Liebe, stärker als der Tod! Herr! und gittert vor keinen Plagen, ruhig, uner- ich, ich sollte mich deiner Huld nicht schüttert; mit Luft wird er an denen, dankbar freuen? dir mein Herz nicht die ihn schmähen, gerächt sich sehen. weihen? 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Luft erheben. 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, knirschen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erforen, das ist verloren. - 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich, das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und EitelMel. Jefu, meine Freude. 89. 250. Wie getroft und heiter, feit? Du erfrenst des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. du Gebencdeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquicung fehlen. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden. Und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getren im Glauben, wer fann sie mir rauben? 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrekken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Freblers Herz erschüttern: was 251. brauch ich zu zittern? 10. Boll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. W enn ich ein gut Gewissen habe, so hab 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich große Seligkeit; es ist des Himich überwinde sie, mein Hort, durch mels beste Gabe, das höchste Glück dich. Sink ich oft noch nieder: du in dieser Zeit. In Freud und Leiden erhebst mich wieder, du begnadigst gibt es hier die wahre Ruh der Seele mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, mir. nie entziehst zu deinem Knechte der Erlöften Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Bater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hilflos bliebe: groß ist deine Mel, von Nr. 42. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 138 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 4. Mit Muth trag ich des Le- 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, bens Leiden, Verfolgung, Lästrung, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Schmach und Hohn; denn des Ge- Herz seufzt freudenleer, wenn ich den wissens innre Freuden sind süßzer, als Morgen sche. Ein Blick gen Himmel der Welt ihr Lohn; und was fann tröstet mich, und meine Thränen stillen höhern Trost verleihn, als ohne Schuld sich einst ganz in jenem Leben. im Leiden sein? COCON 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; fie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage wenn sie in mir die Sorg erwedt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mit die Ewigkeit das furze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Ich eile mit gesetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu; denn der verfallnen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt Geift, der Gott gelebt, zu seinem mir des Himmels Herrlichkeit, die Ursprung sich erhebt. alles übersteiget. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinfet: 6. Mel. Es ist das Heil uns kommen. in Pilger bin ich in 252. Sin der Welt, und kurz find meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde: mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch fein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sei befliffen, daß Frömmigkeit und Heiligfeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! benn ol was 253. könnt ich ohne dich? 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröftet meine Seele. 7. Herr! diesen Troft, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei mei ner Wallfahrt Schmerzen. Sie fei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache! 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret fie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einst bebt der Spötter, Herr, vor dir, wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. Mel. des 4. Psalms. W ie wohl ist, Jesu, meiner Seelen! In deiner Liebe find ich Ruh. Nichts läß'ß du deinem Freunde fehlen. Will irgend eine Noth mich quälen, so eil ich deinen Armen zu. Diein Herz muß mir bald leichter were erquidt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab den, Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 139 mich dich selbst erwählen, du selbft. ich schon auf Erden; hier such mein Gott, vergnügest mich! zu deinem Wort gib dein Gedeihen, lag mirs des Himmels Vorschmack sein! weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund ist mein! Wel. bes 46. Psalms. 1 und find ich Ruh und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Gesicht, so wie sie fann, viel Guts erweisen, sie mag selbst meine Feindin heißen: 0 Thenerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu 254. dir gefellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht und Feinde mich zu Boden fällen. Truß sei den särksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! 3. Droht Moses mit erzirnten Blicken mir großem Sünder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken: so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth; du lösch'st des Zornes Flammen, du haft für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil! wer will verdammen? du nimmst dich meiner träftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich; sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Trofte mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, sollt ich dich nicht gleich verspüren, so wart ich deine Stunde ab; wen du, mit dir zu triumphiren, willst fiber Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht meis nen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen; in jener Nacht verläff'st du feinen, des Zuversicht auf die beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Emigkeit! eglückter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem 3wed, zu ihrem Theil, und juchen nur in Jesu Heil! glückselig, roer aus reiner Liebe und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Rath die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! die alles ist. Wenn du nur deiner erst wirst verspüren, daß er den Seinen vergiff'st, dich ihm mit Leib und Seel ergibest, in seiner Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein Gut, Ehre, Luft und Leben sein. 3. Betrogne Welt! bethörte Siha der, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten. nach! wie stürzt ihr euch in Weh uns Ach! Was hat die Welt, das recht verguüiget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Fin stern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner 4. O jüße Lust, die der empfindet, Seelen, weil du mich liebst; ich trau der sich im Glauben dem verbindet, auf dich! mich kann Welt, Noth und nur zu dem das Herze lenft, and Tod nicht quälen, du heißest der sich uns selbst zu eigen scheuttk 140 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. ungeschieden. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei- als hier, Herr, bleiben wir in Liebe den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergiffet allen Weltgewinn. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 5. Laß, Sefu, mich den Vorsatz faffen, die Welt und alles das zu haffen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. deiner Bahn! laß deinen Geist mich Einst werd ich dich noch näher sehn, ftets regieren, und hier durch Welt du Ursprung wahrer Freuden! an dir und Prüfung führen zum Himmel, wird sich dann ewiglich mein ganzes wo man dein genießt, und du in Herz, Herr! weiden. allem alles bist. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. 255. I ch freue mich, 9. Noch hats bein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben! mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner 256. Liebe fehlen? du, Herr, bist mein, und ich bin dein: was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt. mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlaffen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. Mel. 3 ruf zu dir, Herr Jesu. M ein treuer Gott! dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein durch deine Stärk zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und fest bleiben: so stehe du mir bei, im Glauben Frucht 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. Wo find ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Troft und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, 3. Doch, Vater! deine Tren und in dir leb ich zufrieden. So dort, Macht, doch, Mittler! dein Ver zu treiben. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Vorsatz breche. Ich bin nicht gnug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken? Erster Theil. treten, doch, Geift der Gnaden, deine Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Rachen jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Vater wird sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Heil und Leben. Die Sündenschuld Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten; er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. ist abgethan, wer flaget mich nun weiter an? wer kann mich nun ver dammen? 5. Den Glauben, den er mir ge schenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schützen, und durch Gebet und Wachfamkeit mich mächtig unterstützen. Fall ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen laffen, noch mich haffen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu faffen. - Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 141 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er fennet mich, er liebet mich, wer will sich unterstehen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. An meiner Statt hat Jesus sich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu! lein Tod, kein Schmerz, tein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmei chelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird tein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. 5. Mit dem mein Glaube sich vers band, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben laffen? 6. Ich bins, auf den sein Auge sieht: sollt er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: sollt er mich denn verlieren? ich bin das Schaf, er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er ver dient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir bleiben. stärket und versiegelt mich, nichts fann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 257. Se etroft, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübfal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. 2. Er hat mich schon von Ewigkeit Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. in bergenhum erforen; er hat mich 258. Ich bin ein Chrifti Freund! in Sott Gnadenzeit durch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der dieser hohen Würde steh ich und fürchte tarte Grund, der ewig feste Friedens- teinen Feind, und lache jeder Bürde. bund wird nimmermehr gebrochen. Der Rang erfüllt mit Muth und 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sünd, o Herr, betrütben! gib, daß ich mög bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr, bis ich dich dorten lobe! 142 Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen, Kraft mein Herz in dieser Bilgrim schaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu fest gegründet. Er Rüzet sich voll Zuversicht auf Sefum Chrift, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh; er eignet sein Verdienst sich zu und trotzet Welt and Hölle. 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit and Güter dieser Erden, aus Wolluft oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt her Tod; allein die Tugend fegnet Gott mit Leben und mit Friede. amer mir mangelt nichts, und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und lässet mich der stillen Ruh genießen. Wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ift? sollt ich nicht muthig tämpfen? 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich tein Grauen doch befallen; du, Höchster, 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht bist mit deinem Stab und Stecken mit allen seinen Schrecken. Gott will mein fichrer Troft vor allen Todes mich aus des Grabes Nacht zum gro- schrecken. Noch mehr, du willst, daß fen Tag erwecken; ich fürchte nicht der ich an deinem Tische im Angesicht Höllen Gint, erkauft durch des Erlö- der Feinde mich erfrische. fers Blut zum Eigenthum und Erbe. Der 23. Pfalm. 259. D er Herr, mein Hirt, behültet mich in Gnaden! 3. Du falbft mein Haupt mit dei nem Freudenöle; dein voller Kelch erquidet meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Beit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir ver gönnen! in seinem Heiligthume blei ben können. 20) Bom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung der Todten. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. in meiner letzten Stunde mir Geip ern will ich mich erge- und Leben sein. 260. Gben, dich zu verlaffen, Welt! Ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? dort schau ich erig ben, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubiger Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Uleberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wante in meiner To 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh. Dies Wort aus deinem desnoth. So ift, obgleich ich sterbe, Munbe laß, Herr, mich zu erfreun, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin und der Auferstehung der Todten. 82. des Himmels Erbe; dein Wort sagt,| Mel. Alle Menschen müssen sterben. daß ichs bin. och bin ich dein Gast, 262. Gott mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich), läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seela! der du die Liebe bist. Mel. von Nr. 86. 261. Dein ein sind wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenfchar ihr Todesjahr bestimmt, als teine Zeit noch war. 2. Wenn nun auch unser Ende kömmt, und deine Hand das Leben Hemmt, dann hilf uns in der Todes noth, Herr, unser Gott! ein sanfter Schlaf werd uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslanf in deine ewge Ruh uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gib Hoffnung zu der ewgen Ruh! in unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß mir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Bater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Guad ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 8. O sei uns dann nicht fürchter fich! erbarme, Vater, unser dich! Wenn unser Ange sterbend bricht, leit uns dein Licht! so fehlt uns Troft im Tode nicht. 143 2. Herr, du weißt's! Du haft die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt, früher noch als du auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. So, 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, und das Feur, das in mir lodert, wird mein reger Leib zu Staub, wird des falten Todes Raub. wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Stanbe, Grab; verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermodrung schnöder Raub. Neu be seelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufft du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird als dann mein Körper sein. Zu den himm lischen Geschäften schmückst du ihn mit Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. neuen Kräften; und von Schwäch und 6. Hör, o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist dat denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärkemich auf diese Stunde, Jefu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht schenen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachten: Lauf nimmst du mich zum Himmel auf 144 Erster Theil.- Vom Tode der Glaubigen, Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47 der Fluch der Sünde nieder. Doch 263. Selig, Gott, find die, du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; nun schon mein in dir, glaubt friedenvollen Grabe von des Lebens und erhebt sich wieder. Jesus ChriArbeit ruhn, und sich deiner größten stus, laß mich streben, dir zu leben, Gabe, eines ewgen Lebens, freun. dir zu sterben, und dein Himmelreich Möchten wir es auch schon sein! zu erben. 2. Doch du willsts, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron erftritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf beftehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ewges Schicksal an. 5. Gib uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstützen, daß wir freudig auf dich sehn, und getrost zum Tode gehn. 6. Daß wir dein find, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flößß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn mun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! - 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, fo sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu erges ben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Hei land, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen. Ewig will 35 264. We eiland, fein, wenn Mel. Wie schön leuchtet der. ie wird mir dann, mein ich dich erhöhen! ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst du, ganz befreit von Sünde und von 265. Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Fren dich innig! stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, Mel. des 103. Pfalms. ie komm ich doch mein Heil, zu dir hinüber? Du bist mir ja, mein höchstes Gut! und der Auferstehung der Todten. viel lieber, als diese Welt, woher tommt denn die Qual, daß mich des Tods Erinnerung erschrecket? Wie kommts, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal? 2. Mit Dant muß ich von deiner Güte sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel mit vielem Troft erquickt; ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigeftanden, daß mich die Last der Trübsal nicht erdrückt. 145 gib mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruhn. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll. Ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 266. B egrabt den Leib in seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wirds nur mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft ge drückt: nun wird er, Gott, von dir erquict; hier wandelt er im finstern Thal: nun ist er frei von Schmerz und Qual. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüft, und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß! geh auf, o Sonn, mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolf vertheiken, und mache mich doch Ruh! wir' gehn nach unsern Hütten 6. Nun, du Erlöster, schlaf in deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels; die Wunden zu, und machen zu der Ewigkeit mit sind die Höhlen, dahin ich flieh, was Freud und Zittern uns bereit. fann ich sonst erwählen, wenn mir 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer der Tod das matte Herz zerbricht? Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! Muß ich allhier im finstern Thale laß unsre ganze Seele dein, und freuwandern, treibt Todesnoth von einem dig unser Ende sein. Ort zum andern, so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab: nun wischt Gott seine Thränen ab; was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 267. 6. O Gott! du bists, der aus dem Tod erhebet, du hilfest dem, der nur an dir fest flebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, ol frohen Zeit, da ich werd aufer freue mich der 146 Erster Theil. Tode der Gläubigen, 3. Wird gleich mein Leib des Todes stehen. Dann werd ich in der Raub, er wird doch wieder Leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben auf zuwachen. Vom Herrlichkeit, dich, Gott, mein Hei- o land, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verklärter Frommen als Mitglied aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Troft, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Luft und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübfal, Angst und Schrecken, fo, wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigteiten mich würdig zu bereiten. - 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; läff'ft in dein Reich mich gehen. Forts hin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. D, welch ein selges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fiille ist bei dir. Bon dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmels reich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da foller die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Mith, von Seligkeit umgeben, genießen dei ner Herrlichkeit. D, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mir stets vor Angen schweben, und mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo teine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterb lichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz: es kommt ein Mel. Allein Gott in der Höh.. 15. des 268. Mein Seiland lebt! Er Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich fein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, felbft bei der Gräber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb, und ihr sollt leben. 1 Mel. Herzlich lieb hab ich dich.— 141. Heiland! wenn 269. Mein Geiſt erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du filt mich bereitet haft: wie leicht dink: mir dann alle Laft, die mich hienie den drücket! Dann wird der Eitel feiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mit wie nichts, beim Anblick jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Chrift, mein Her und der Auferstehung der Todten. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. and Gott, mein Herr und Gott! dies Heil verdank ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wint mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stärt ihn aus der Höhe; daß ich, durch deinen mächtgen Stab beschützt, ins Todesthal hinab getroft und frendig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff, wenn mich Duntelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 3. Ich bin durch der Hoffnung 3. Und wenn mein Geist aus Band zu genau mit ihm verbunden; Schüchternheit sich dennoch vor dem er hält mich bei meiner Hand in den Tode scheut, weil ihn die Sünden dunkeln Todesstunden, er führt mich tränken; dann laß mich, Herr, auf auf rechter Bahn und nimmt mich) deinen Tod die Hoffnung baun, es zu Ehren an. werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest, wie dich Gott verließ, der mache mir das Sterben süß. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 270. 147 1 47. Sefus, meine Zuversicht im Leben! dieses weiß ich, sollt ich nicht auch zu sterben, mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sei in Ewigfeit. 5. Dann umgibt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug im Tode bricht, wirds doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Zu verwesen, sink ich ein; dann werd ich unsterblich sein. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Troft, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd ich dann stehn, 8. Freudig bin ich und getrost! dann dich, Richter aller Völker, sehn, dich steigt mein Bersöhner nieder. Wann sehn und froh erstaunen. Auch mir ich sterb, ist er mein Trost, und den schenkst du dann jenes Heil, der Aus- Todten ruft er wieder, wenn einst erwählten selges Theil. Ich soll, die Posaune klingt, die durch alle dein Mund schwur es mir zu, ich Gräber bringt. foll lebendig sein, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärk diesen Glauben einst im Tod. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jefuin Christum, werd ich schauen! Dann 10* 148 Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen 2c. wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig sein mein Theil. 10. Nur daß du dich, Seel, er hebft von den Lüften dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst dn seines Heils dich freun; mußt du Seele, heilig sein! - 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glanb es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. Mel. Wachet auf! ruft uns die. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 271. Herr! err! du bist meine Zu versicht. Du lebst, ich werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. 272. Machet auf! so ruft die einst der Zeit, der Engel Stimme, ver laßt das Grab, verlaßt die Gruft! wachet auf, erlöste Sünder! verfammelt euch, ihr Gottesfinder! der Welten Herr ists, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vor bei! erwacht! Halleluja! macht euch bereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein großer Tag ist da! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann fiegt meine Zuversicht. 2. Erd und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Tren und Wahrheit; der Tugend Lohn frönt ihren Lauf. licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, 4. Sint immerhin, mein Leib, indir, dir folgen wir zu deines Vaters Staub! Gott wird dich neu beleben. Herrlichkeit. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie start ist dieses Trosts Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 273. M Mel. bes 84. Psalms. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, dere großen Trost, daß ich durch dich den Grab und Tod kann überwinden. Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. 21) Vom ewigen Leben. ein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich finde feine - 171. - 3. Ewges Lob sei dir gefungen! wir sind zum Leben durchgedrungen, am Ziel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fiille auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sabe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit jei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr und Preis. Ruh auf Erden; ich suche die zufünftge Stadt, die Gott selbst fest begründet hat, da werd ich Erster Theil. Vom ewigen Leben. erft recht glücklich werden! mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin. Dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit! Herr, mache mich dazu bereit! erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Christ. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an; es ist nicht leicht, sie zu bestreiten. Der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets sucht die Welt mich zu verleiten; ich muß durch dürre Wüsten gehn, und tann oft keinen Ausweg sehn. 4. Oft seh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, die mich umhüllet, betracht ich nur der Treue Lohn und jener Ueberwin der Kron. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Chrift, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft ange nommen, laß mich auf der Verlängnung Pfad, den mir dein Fuß ge zeichnet hat, dem Ziele täglich näher Gib, daß ich standhaft freite hier und ewig herrsche dann tommen. mit dir. Mel. bes 16. Pfalms. 274. A 149 uf, träger Geist! laß das, was sichtbar ist, nicht länger dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergehen, in Ewigfeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon gesehn, daß, was dein Herz wahrhaftig fann ergößen, nur droben sei? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über alles schätzen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möchtst du in ihm, möcht er in dir nur leben? 3. Israels Arzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Blinden das Gesicht gegeben, in mir der Seelen finstre Blindheitsnacht. Die Augen werd ich dann zu dir erheben, um so mit aufge decktem Angesichte dein ewges Licht zu sehn in deinem Lichte. zu digkeit, die mich verhindert, flitglich 4. Schenk Augensalbe für die Bibmit dem Dampf der Zeit; laß nie das vergleichen des Himmels Schätze Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut haft wollen taufen, für alle, die in Lebensschranten laufen. 5. O selges Boll! das du aus freier Gnad zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu 6. Berleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall ich noch oft, so hilf mir auf, daß schn, empfangen hat, das in verich vollende meinen Lauf. Laß in der borgner Herzens- Andacht brennet, um Noth mich feste stehen, getroft auf über Sonn und Sterne sich zu schwindeine Hülfe traun: so werd ich einst gen, und bis ins innerst Heiligthum das Leben schaum! Izu bringen. 150 Erster Theil. Vom ewigen Leben. 6. Erwünschter Tag! der diese| 7. Ich entbrenne vor Verlangen, Scheidewand, den Sündenleib, der dies verheißne Land zu sehn, fene meine Freiheit ftöret, zerbrechen wird! Srone zu empfangen; bald erhöret o lang gehoffter Stand! wenn ich, Gott mein Flehn. Diese Hütte, fie mein Helland, dich nun selbst ver- verstäube, ich, ich weiß, an wen ich tläret in Klarheit seh! o, dich will gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, ich dort oben mit reinem Geist und denn zum Vater geh ich hin. reinem Munde loben. - 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz find diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. Mel. Alle Menschen müsfen sterben.- 82. 275. Menschen ists gesetzt, zu fierben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. werde, wird er einst von Gott erneut, 276. Es ist noch eine Ruh und zieht an Unsterblichkeit. jeden 2. Wollt ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? seinem Reiche zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir folls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kom men, wie selig find doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder tröften, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlösten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Netter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen wir dig ist der Erbarmer, Jesus Chrift! Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und 5. Wie Gott von seinen Werken in Wonne jedes Leid; weihen ihm ruhte, als er die Welt hervorgebracht, die neuen Lieder, werfen ihre Kronen so seyn auch mit zufriednem Muthe, nieder vor dem Herrn und opfern vom Herren selbst gerecht gemacht, Dank ihr unendlich Leben lang. die Frommen, bei dem ewgen Glüd, auf ihr vollend'tcs Werk zurück. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgefang, selbst für die ausgestandnen Blagen dir ihre Seele Preis und Dant; nun jauchzen fie: es ist vollbracht! der Herr hat alles wohl gemacht! 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh, was 6. Forthin erwartet sie kein Leide, fein Sterblicher vernommen, Gottes fein Schmerz und keine Schwachheit Heil gewähreft du. Freudenernten mehr. Gott führt sie zu vollkommnen schenkt er denen, die erst hier gesät Freuden und krönet sie mit Preis und mit Thränen. Alle Thränen trocknet Ehr. O unaussprechlich süße Kuh, er, Sind und Elend sind nicht mehr. wie herrlich, Höchster, segnest bu! Erster Theil.- Vom ewigen Leben. 151 7. Wer kann hier deine Gnade| 5. Vor seinem Antlig wandeln fie faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh las fen, die dieses Leben noch umgibt. O mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tanfendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, tein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Baters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so ernt ich von der Laft der Zeit einft völlige Zufriedenheit. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: D, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, wird entzückt, wenn so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. 277. Mein ganzer Geist, Gott, er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Baterhand aus neuen Bundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! fein Mensch kann sie erwerben. O Sesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit't, hilf fie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach stres ben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort mur ist vollkommnes Leben. Mel. von Nr. 234. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 3. Kein Tod ist da mehr und kein 278. Nach einer Prülfung turzer Tage führst du Grab. uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Stuhm 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen selgen Airgenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkommvon lauter frohen 3ungen. Hier strahlt nes Glück. Er bleibt ein Mensch, die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird fie ganz befungen. Völlig gibt sich den Erlöften, fie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Erster Theil. Vom ewigen Leben. 152 Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald finkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und den Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. - die an uns offenbart foll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 7. 279. Mel. Wer nur den lieben Gott gabft mir, dieses Leben nicht für wger! 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heiliy and verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. den Augenblick der Zeit; nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Bestrafung und Be lohnung dort. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt jein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Du schenktest mir Berstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmückteft durch dein mäch tig: Werde! mit Reiz und Pracht 7. Da werd ich das im Licht erken- mein irdisch Haus, und goffeft über nen, was ich auf Erden dunkel sah; diese Erde die Wunder aller Schön das wunderbar und heilig nennen, heit aus, und schusst mir feine Sinnen was unerforschlich hier geschah; da an, daß ich sie auch empfinden kann. denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schidung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht; ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehu. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; 9. Da werd ich in der Engel Scha- nach Wollust, Ehr und Gold nicht ren mich ihnen gleich und heilig sehn; trachten, das meinem Wahn so wohl das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glütd. gefällt; was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies. Da find ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig sei? Ob ich vom Land des Eiteln leer, einst höhrer Freuden fähig wär? 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Selger ju: Heil sei dir, denn du hast mein Feben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel baun, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz der Liste widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu 12. Was seid ihr, Leiden dieser sein, und diese turzen Prüfungstage Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, Gott und der Tugend blos zu weihn, Erster Theil. wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gekrönet bin! - Vom ewigen Leben. 153 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Lust wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glitck erwarb, als am Kreuz er für uns ftarb. 10. Gott, gib deines Geistes 5. Da wird deiner Frommen Menge Stärke, der du in Schwachen mäch- ein Herz, eine Seele sein, Dienst tig bift, dem, der zu diesem großen und Dank und Lobgesänge dir, erWerke zu klein, zu schwach, zu sinn- habner Gott! zu weihn, dir und lich ist; lehr mich das Irdische ver- dem, der selbst sein Leben willig für schmähn, und stets nach meinem Ziele uns hingegeben. Mit ihm, unserm fehn. größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 11. Laß mich oft in gefunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künftge schaun; damit ich, meiner Pflicht getreu, des böhern Lebens fähig sei. - 280. Mel. Alle Menschen müffen sterben. 82. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir traun, noch mehr, als sie hofften, schaun. aufgelöst und da zu sein, wo nach 6. O, mer sollte sich nicht sehnen, viel vergoßnen Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelicd in Pfal men, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köftlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sørgen, Furcht und Kummer frei. Schnell nur wird die Zeit erscheinen, wo kein folgt hier auf Lust oft Weinen. Dort Wechsel mehr uns beugt, wo das Gltid beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet fiber das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der From men mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 3. Neue Wunder deiner Güte wer- 9. Ohne Heiligung wird keiner, den da ihr Glück erhöhn. Mit erstau- Herr, in deinen Himmel gehn. D, fo nendem Gemüthe wird dann unser mache immer reiner hier mein Herz, Auge sehn, deine Huld sei über- dich einst zu sehn! hilf du selber meischwenglich, und die Wohlfahrt unner Seele, daß sie nicht den Weg vergänglich, die dem, der dich redlich verfehle, der mich sicher dahin bringt, liebt, deine Baterhand dort gibt. wo man ewig dir lobfingt. Tadsst 154 SU Zweiter Theil Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung. Der 51. Pfalm. Sünden, so werd ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, Mel. von Nr. 84. 281. Sei gnädig, Herr, nach im innern Grunde hören; es müsſe nun kein Schrecken, Furcht und Leid der Seelen Ruh und Wonne nicht mehr stören. deiner großen Huld, und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Armen; wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat, und reinge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. 5. Sieh meine Sünd, o Herr, nicht weiter an! Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kami. Schaff aber auch ein reines Herz in mir! gib mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach ihn fest, damit dein Knecht vor dir nie wie derum der rechten Bahn verfehlet. 2. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Neu und Weh die Miffethat und ihre ganze Größe; denn, ach, dein Geist hält meine Schand und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh und steh; an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und folltest du es rächen, so müßte man, so müßt ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. 3. Bon Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwiffend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigteit; ach, gib fie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! 4. Ich bin Ausfäßgen gleich, ein Gräul, unrein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden! verzeih und wasche mich von meinen 6. Verwirf mich doch von deinem Antlitz nicht! entreiß mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heilgen Geist! laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erwed in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gib den Geist der Freuden, der unterstüß und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach siehe, wie mich meine Sünde drückt! doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 155 Der 95. Pfalm. 8. Eröffne meine Lippen, daß ich derlich. Dein will ich ewig sein. D fann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Gott, erhöre mich. Dank erheben! dir wollt ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz, zermalt durch Rene, und ein Geift, zerknirscht durch Kummer fiber seine 283. Sünden, und der mit Macht sich eitler Lust entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Auge finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl! sei ihm geneigt, und baue Salems Mauern! den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache ste stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geist sie immerhin beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig sein, und alles dich mit frohem Muth erheben! - rhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum mit allgemeinem Jubeltone! befinge du, erwählte Schar, wie herrlich und wie offen bar sein Schutz und Segen bei Aus dem 143. Pfalm. uns wohne. Mel. O Gott, tu frommer Gott.<<- 8. mein Gebet 282. Herr! hörner Wahrheit Kraft, der alle Majestäten schafft, 2. Nur unser Gott von und über alle Götter sizet. Er ists, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stützet. um willen! du bist an Guade reich und wirft mein Seufzen stillen. Ach, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich fie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Troft gewährt? 3. Zu dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil ſteht nur bei dir! o, daß ich Hülfe fände! für Recht laß Gnad ergehn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg; denn nach dir sehn ich mich. 4. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Troft auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unverän 3. Das weite Meer und trockne Land find Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danket voller Brünftigfeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir sein erfauftes Volt und Theil, und Schafe seiner Weid und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme lehrt: so seid doch nicht verstockt und hört, wenn sie euch heute lockt und träge! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, Sie wie eure Väter in der Wüsten. schauten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüften. 6. Ihr rohes Herz blieb doch vers rucht, und war mit ihnen meine Bucht wohl vierzig Jahr umsonst be 156 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mühet. So fahrt denn, sprach ich,| und vor deinem Heiland fliehest, desto mur dahin in euerm blind' und tollen mehr wächst dein Gericht. D, wie Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! wohl ist dem gerathen, der selbst 7. War sonsten meine Langmuth richtet seine Thaten! groß, so brach mein Zorn doch endfich los, weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit and Ruhe nicht gelangen sollten. 5. Drum ergib dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe. Christus nimmt die Sünder an; ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Gei ster und erwähl die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt! bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohl. gefällt. Der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. - Mel. Liebster Jesu, Trost der Herzen. 284.* uf, o Sünder! laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume keinen Augenblick! komm bald, an 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, dem durch den Geist, der alles schafft. Ruf fazu dem, der ihn will geben, daß du fönnest christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Guadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gib mir deinen Sinn! pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe. frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurfick! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Günder, vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, fo du wartest, bis die Gnade, als die Sonne 29. haffet, schaffet, Men schenkinder, dieses Lebens, hör die Warnung nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht! tomm, weil du sie heut noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. 285. schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unver weilt befehret euch! ringet nach dem Scheu dich nicht, wenns andre Himmelreich, und bemüht euch, hier auf merten; Gott ist's, der nach deinen Erden heilig, selig dort zu werden. Werken, nicht nach andrer Urtheil 2. Doch soll dieses recht geschehen, fragt. Ferne, will man dich verlei- o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt ten, alle Menschenfurcht bestreiten; und Satan widerstehen. Nur was Gott, fei getroft und unverzagt! sich der das höchste Gut, von euch fordert, muß bösen Welt entfernen, heißt, die wahre allein eures Lebens Richtschnur sein, Weisheit lernen. es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, da fannst noch Gnade 3. Selig, wer im Glauben läm finden; er, bein Gott, verstößt dich pfet, selig, wer im Kampf besteht, nicht. Doch je länger du verziehest, wer des Fleisches Lüfte dämpfet und Mel Freu dich sehr, o meine. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 157 den Reiz der Welt verschmäht! unter Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Christi Kreuzesschmach dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sitnden sterben. jaget man 286. Gott! ott! hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lodt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme 5. Sich voll Leichtsinn stets zerhört, und redlich sich zu dir bekehrt. freuen, thun, was Fleisch und Welt 3. Den rettest du von dem Verder uns heißt, und den Kampf des Glauben; nimmst seine Buße gnädig an; bens scheuen, ist der Welt, nicht Christi machst ihn zu deinem Kind und ErGeist. Wer ihn wünscht zu haben, fann auf der Tugend rauher Bahn nicht in ficherm Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. wie groß ist Gottes Baterhuld, er ben, daß er frohlockend rühmen kann: tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt ich die Güte denn ver achten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering fie schätzt. 4. Werdet ihr nicht standhaft rin gen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen: wie fann euch der Sieg erfreun? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Steg! nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelft des Himmels Krone. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offert sei! damit mich ja nicht die Verstok7. Drum entreißet euch den Lüsten, kung, wenn ich mein Leben ohne Ren die ihr noch gefesselt seid, und bewei- im Sündendienste zugebracht, zu deijet euch als Christen, muthig, stand- nem Zorngefäße macht. haft in dem Streit. Schont der lieb 6. Sich bessern, ist der Weg zume ften Neigung nicht, wär es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Chrifti Worte: dringet durch die enge Pforte. Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, 8. Bittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu beftehn. Ja, mein Heiland, ach! und leite mich selbst auf dem Pfade geh nicht mit mir Armen ins Gericht! der christlichen Rechtschaffenheit! wie gib mir deines Geistes Waffen, meine selig bin ich dann schon hier! wie Seligkeit zu schaffen. glücklich einft, mein Gott, bei dir! 9. Gib mir Wollen und Vollbringen, Muth und Kräfte zu dem Streit, 287. lehre mich, mich selbst bezwingen, Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. ir allein hab ich geffinund verleih Beständigkeit. Zeige mir ich Gnade such! ein gerecht Geset von deinem Thron den verheißnen verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Gnadenlohn, daß ich wache, bete, Und was kann vor seinem Schrecken, ringe, we also zum Himmel dringe. Richter aller Welt, mich decken? 158 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen?| manchen schweren Sorgen machtest Du bist allenthalben nah. Flöh ich, du mein Herze frei! was mir nişte, Aber ach, wie dankt bir mich zu entziehen, himmelan: so gabst du mir. bist du da. Stürzt ich in die Tiefe ich dir? O, wie hab ich so vermessen nieder, deine Rechte hält mich wieder. deines Wohlthuns Zwed vergessen! 3. Herr, ich flich in deine Hände! außer dir ist feine Ruh. Dein Erbarmen hat kein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und fannst vergeben; ach, vergib und laß mich leben! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Deine Güte Seele mich bemühn. lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab ich gefündigt, Gott, mein Vater! zürne nicht! dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach vergib, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündepfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue! gib, daß mein beschwerter Geist dei ner Baterhuld fich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er fiir die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folg. sam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. - 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde wär: müßt ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienst ists, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein reines Herz in mir! la bei dir mich Ruhe finden; zieh mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. denk ich an die 29. Mel. Liebster Jesu, Troft der. - 284. 288. Site, die du mir bis- 289. Liebster Jeſu, Troft be Her erzeigt: o, so wird mein ganz Herzen! Stiller ban Gemüthe zu der tiefsten Scham ge- ger Sündenschmerzen! einzig wahres beugt, daß ich dich gering geschätzt, Heil der Welt! wenn ich bei mir dein Gebot hintangesetzt, und dich, überschlage, was für Sindenschuld der du mich geliebet, mit Vergehun- ich trage, die des Höchsten Buch ent gen betrübet. hält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. - 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. D, wie hab ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Bon wie lauter Sünde. - 2. Von Geburt bin ich ein Sün der, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren, und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, is Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 159 3. Herr, wohin soll ich mich wen- so fahr hier fort, nur schone dort, ben? Was kann meinen Jammer enden? In mir find ich nichts, als Noth; teinen Trost im Weltgetümmel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünft, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, tomme mir zu statt! sei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden, ach, so tilg auch meine Schulden! 5. 3war ich muß vor Gott geste hen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich komme wieder, fall in tieffter Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn; bitte, seufze, fleh mit Thränen: Bater, ach, laß dich versöhnen! 6. Ist im Himmel größre Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wie der zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich tomme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin be Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. stes Gut, du streben, beffer, als bisher, zu leben. 291. Herr Jeſu Chrift, du höch7. Weg, weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. - Mel. Ach Gott und Herr 10 290. Nh Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? muß ich auch hier viel büßen. 5. Bergiß die Schuld! Gib mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, wies dünket dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube Hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbeft, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ewge Freuden. 10. Gott Ehr und Ruhm! sein Eigenthum bleib ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. quell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und beden; da das Gesetz, das mich verflagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Laft; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet hast am Kreuz mit Angst und Schmerzen, damit ich nicht mit Leid und Weh in meinem Elend untergeh und ewiglich verzage. 2. Flöh ich gleich weit vor Bangigkeit hin an des Erdreichs Enden, der Augst und Pein befreit zu sein: würd ich sie doch nicht wenden. 3. Ja, Herr, wenn mein erwedter Sinn an mein Betragen denket, so sink ich fast vor Angst dahin; die Sünde drückt und kränket und schrecket mich. In dieser Pein würd ich gewiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder du sollst leben, wer weinend feine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben; ja, weil and Bein auf Sünde folgen müssen: du alle Huld verheiß'ft dem, der sich 3. 3u bir fleh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf 1 1 160 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mit zerknirschtem Geist im Glauben dich von Jugend auf gefränkt: fo zu dir nahet: kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Understand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maaß der Sünden voll! 5. So komm ich, Herr, denn zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Ach Herr! erbarm dich meiner doch um deines Namens willen. 3. Trieb mich die Zucht zum Gu ten an, hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfüllen. So gieng ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich Mich ängstigt mein Gewissen noch, in dem Lebenslauf an Alter, nicht du kannst sein Zagen stillen. Laß mich, von allen Sünden rein, nun gänzlich dir ergeben sein, in findfichem Gehorsam. an Gnade zu; die Seelenruh ver. schwand; dies alles saheft du. 7. Dein freudger Geist stärk mich im Fleiß! heil mich durch deine Wunden! mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen letzten Stunden, und fithre mich, wenn dirs gefällt, mein Heiland, selig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 308. 292. - ch schäme mich vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottesjohn! ich ich bin voll SündenErbarme dich und schmerzen. nimm mich an; du bists allein, der helfen kann. Geh ja nicht mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernstlich Dränen schreckte mich; es 30g mich nichts zurücke. Mein Lichten, Herr, verführte mich; in deinem Worte hörte ich dich, und achtete jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. 5. Die Schuld ward mit den Jah ren groß, brach aus zu wildem We sen; gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Ueppigteit, an Frechheit, Wollust, Trotz und Neid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. Ach Jesu! ach, vergib es mir. 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergib mein Uebertreten! trag ferner noch mit mir Geduld! erhör mein ängstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut! viel mächti ger ist deine Gnad, als meine That, die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wah ren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Vollbringen schafft, voll Neu und Leid mich dir allein zum Dienste weihn. Ach, laß es Ja und Amen sein! Angst zerbricht. Mel. An Wasserflüssen Babylons. -97, jestät sich über alles denkt, mit wie viel Missethaten ich hebet, dem Erd und Meer zu Dienfte 2. Ach, wenn mein Herz zurüdge- 293. Rönig, deffen Ma Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 161 fieht, vor dem der Erdkreis bebet.| sprechen kann, so nimm den letzten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sei mir Sünder bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnädig. groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deinen Trost und Rath, mein Gott! du hilfft ja gerne. Doch meiner Fehler große Zahl schreckt und verfolgt mich überall, mein Glaube ist nicht thätig; drum schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Sch, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleich wohl dich noch Vater heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ists, bei dem ich Ruhe find, er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz and gar, ach meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thätig. Säßt sich dann noch viel Schwachheit fehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sei mir Šünder gnädig! Mel. von Nr. 201. 294. W enn der Sünder hat breiten Weg gewandelt, welcher zum verderben führt: so er sich bekehren wird, steht der Himmel wieder offen; Friede wird mit Gott getroffen, Buß und Glaub an Christi Blut machet alles neu und gut. 2. Bei stets fortgesetten Sünden magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes sei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. K 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Güt und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gütgen Schöpfers Spur? 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jeſu, des Versöhners, Stimm; komm zu dieser Quell der Gnaden, komm mühselig und beladen; er sagt deiner Seele Nuh, er sagt dir Erquictung zu. 6. Jesu, Troft der müden Seelen! 6. Mein Leben und mein Sterben du kannst uns nicht nur befehlen, ruht allein auf deiner Gnade. Mir du schaffst selbst durch deinen Geist geh es übel oder gut, gib, daß es in uns, was dein Wort uns heißt. mir nicht schade. Und kommt mein Sei zu meinem Heil geschäftig; mache Ende mun heran, so stärk mich auf selbst dein Wort so kräftig, daß mein der Todesbahn, mach mich von Sün- Herz, dadurch gerührt, endlich wahre den ledig; und wenn ich nicht mehr Buße spürt. 162 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. - 2. Eile! Sodom lehret dich, wie 295. An bir allein hab under blitzet; fuch ein Zoar, das Herr Edich schützet! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Luft zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sün den, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Luft vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! ich gefündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigfeit. Tröst mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Gott hört mein Schrein, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Mel. Meine Seele willft bu ruhn. 296. ünder, willst du ficher sein, und befreit von Furcht und Bein: schaffe, daß du dich bekehrest, da du Gottes Stimme hörest! Auf! Gott rufet dich zu fich; eile, und errette dich. 6. Was du Böses an dir hast, wird sonst wie ein alter Aft; dessen Krüm men gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott rust dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod; und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzu dringen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gib doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Heerde! Bater! ach ich bitte dich: eile, und errette mich! Mel. von Nr. 79. üter! wird die Nacht 297. verschwinden? Hüter! ist die Nacht Hüter! der Sünden, bald Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der| widerstehn, und seine Lüfte dämpfen? Sinnen bald zerrinnen, womit ich Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu umgeben bin? deiner Ruh ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagefst du? 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf? so geh doch zu meiner Bonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kom men ist? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir so ferne bist? 4. Du hast ja, da du ist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Beige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit; laß die Wolken sich verziehn; so werd ich das Gute lieben, Demuth ülben, und der Nacht Gefchäfte fliehn. 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ists Ruhm, versag mirs nicht! 7. Des Bernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es kann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen fann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge sein. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie fannst du sie vergessen? Nach deinen/ Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, und, seiner werth zu sein, im Glauben mich erfühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ningst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Uns glück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verläugnest fie? Er fendet dir sein Wort, und du gehorcht ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Misfethat, die wahre Heiligung? 298. W Mel. O Gott, du frommer Gott.<<- 8. illst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben: so schändest du sein Wort, mud mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Befferung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 10. 3fts gnug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der 2. Allein, wie schwer ists nicht, Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; sein eigen Herz bekämpfen. Begierden ist das Bekenntniß gung, daß uns 11* 164 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. die Sünde reut: so ist kein leichter Wert, als deine Seligkeit. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser 11. Doch fordert Gott von uns die Welt, des Lebens Glück genießen, und Reinigkeit der Seelen, ist keine Seele mäßig und gerecht in dem Genusse rein, der Glaub und Liebe fehlen; sein, und sich der Seligkeit schon hier ist dieses dein Beruf, Gott dienen, im Glauben freun? den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Chriftus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Pein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu bestegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch fein Wort. 8. 299. Mel. Gott, du frommer Gott. aß mich doch, o mein Gott, die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt ich sonst mich lieben? Ift wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene und, deiner werth zu sein, im Glauben mich ertühne. Wenn ich das Gute thu, das mir dein Wort gebeut, wem dien ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weigre ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu haffen. Was weigre ich mich denn, der Tu gend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden; nnd läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gereut. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden, sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Frenden, macht meine Seele rein, füllt mich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Ver stand, und Muth zu meiner Pflicht. 17. So süß ein Lafter ist, so gibts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden wi derstehn, und seine Lüfte dämpfen. Doch bleibts ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich er schreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Se öfter ich vollbring, was Fleisch 18. Die Buße führt dich nicht in und Blut befohlen, je stärker wird der eine Welt voll Leiden; Gott kennt Sang, die That zu wiederholen. Scheu und liebt dein Glück, sie führt zu ich mich heute nicht, o Herr, dein deinen Freuden, macht deine Seele Feind zu sein, um wie viel weniger rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. werd ich mich morgen scheun. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 165 6. Heut lebst du, heut befehre dich; eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist start, gesund und schön, fann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nxn ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich gläubig nahe dir, und mich bekehre unverweilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich heut und jederzeit zum letzten Abschied fei bereit. er ist, bringt göttliches Vergnügen; geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. 10. So gib denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen tehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier berMel. Zeuch ein zu deinen Thoren. fäumtes Glück, wiewohl zu spät, 301. MFE ie treu, mein bereun. guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der elend, frank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus 2. Dies Wort bedent, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Troft, Gnad und Heil, und Gott besiegelts mit dem Eid; o selig, wem die Sünd ist leid! Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! Ach, sprächest du im Grimme: weicht, die ihr euch ver3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht, zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens stockt! weicht, Sünder, weicht von mir, freun, und werd ich dessen müde ich will euch nicht erkennen! wer wollt es unrecht nennen? Wer bist du? sein, alsdann will ich bekehren mich, Wer sind wir? Gott wird wohl mein erbarmen sich. Mel. Vater unser im Himmelreich.- 120. 300. S( o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr, sich befre in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. 3. Doch heißt dein Ruf uns kom4. Wahr ist es: Gott ist stets bemen; und merken mir nicht drauf, reit zum Wohlthun, zur Barmher- ob wir ihn schon vernommen, so suchst zigkeit, doch, wer auf Gnade Böses du selbst uns auf. Dein Herz, o Heithut, und der Versöhnung theures land, brennt, daß doch das Schaf Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, zur Heerde zurückgeführet werde, dadem wird, wie er verdient, gelohnt. von es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er tann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod; allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer son uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir fund; verborgen ist die Todesstund. 166 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. Bußlied eines schwermüthigen Christen. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüfte; doch du haft in der Wüste mich huldreich aufgesucht. Aus dem 6. Pfalm. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 302. trafe nicht, o Heis ligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzensfündiger, meines Flehens Stimme! sende du Troft mir zu! reiß mich aus den Nöthen, ehe sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Le bens! todt kann ich dir kein DankVerstoß lied weihen. Rette mich, daß ich den Sünder nicht! mich reut und schmerzt mein Schade, verwandle dich, weil ich hier noch lebe, dankbar deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 8. Nun, Jesu! ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. froh erhebe. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zu rücke bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Hei land seift. 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem leberflusse, zum wirklichen Genusse, stets Gnade schöpfen foll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine Trene, mein Hirte! nie entstehn; erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende, als meinen Hirten, bid. 3. Nichts, als deine Vaterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedent nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch er freun? wann mir Troft gewähren? Täglich, Helser, harr ich dein, und ich hab in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich unb von Seufzen milde. Meine Seele sehnet sich nur umsonst nach Friede. Ach! wie lang soll ich bang, Heiland milder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet feinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Chrift seiner theur Erlösten, des will ich mich trösten! 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. Mel. von Nr. 46. 303.h glaub an Gott! hoch Schar. set verehret, er, der der rechte Vater heißt; des Dasein die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preift. 2. Der in sich Selge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt und Macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 3. An Jesum Christ, den Eingebornen des ewgen Vaters, unsern Herrn, glaub ich. Gott sprach: hilf den Berlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend bloß. 5. D, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz mohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! 167 Glauben. 11. Auch an dem Geist, der ehmals mächtig in Chrifti ersten Zengen war, glaub ich; noch stets ist er geschäftig, und mehrt der frommen Christen 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub und Liebe feft vereint, wie glänzend wird sie einft noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glitcffelig, wer im Tod und Leben bußfertig Sesu fich ergibt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden mun genesen, wie glänzend, wie unsterbiich schön! 15. Den Herrn erblickt er mit Vers trauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antlitz wird er ewig schauen. und ewig voll des Lobes sein. 16. heilger Gott, dein Wort ist Wahrheit, es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heilge mich je mehr und mehr! Mel. Es ist das hell uns tommen. 6. 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der 304. Es ist das Heil und kom. Finsternis. Des Teufels Macht ist nun gedämpfet: dein Heil ist nun, o Mensch; gewiß. men her Gottes freien Guaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Chrift, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 2. Da man, was das Geset gebot, nicht völlig fonnt erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh beim Fluche des Gesetzes. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Naub, zu Theil; doch Jesu abgeschicone Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er fiegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und trotze siegreich Tod und Grab. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu sein. Hier wacht er über seinen Senechten, 3. Und doch mußt es erfüllet sein, daß hier sie eiust mit ihm sich freun. sonst mußten wir verderben. Drum 10. Als Richter kommt er endlich stellt vor Gott sein Sohn sich ein, wieder. Erschreat, ihr Sünder! frenet als Mensch für uns zu sterben. Der euch, ihr Frommen! er führt euch hat es ganz für uns erfüllt, damit als Brüder mun mit sich in sein ewig den schweren Zorn geftillt, des 2aft Reich. uns alle drückte. Vom Glauben. ängstigt dich des Zweifels Pein, fo laß dir noch nicht grauen. 12. Von allen Zungen sei gepreift, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefang nes Werk zu Ehren deiner Größ und Stärk! dein Name werde heilig! 13. Dein Reich komm, daß dein Wille mag, wie droben, hier gesche hen! Gib unser Brod uns jeden Tag! Verzeih, was wir versehen, als wir den Schuldigern verzeihn! Bersuchung laß fern von uns sein! Hilf uns vom Bösen! Amen. 168 Zweiter Theil. 4. Da es durch den erfüllet ift, durch welchen wir genesen, so lern und faffe wohl, o Christ, des Glanbens rechtes Wesen. Der Glaube spricht: du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben sein, du hast für mich gebüßet. 5. So glaub ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht brechen. Wenn alle Welt die Trene bricht, hältst du doch dein Versprechen. Wer glaubt an dich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erfaust, der gehet nicht verloren. 6. Vor Gott gerecht sind die ellein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke find des Glaubens Schein; ohn den wird er nie bleiben. Er lehrt, in Gottes Willen ruhn, er lehrt, dem Nächsten Gutes thun, Geduld bestehen. und Sanftmuth üben. 305. 7. Wer bei Gott Gnad erlanget hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf und Rath, ihm dankt für alle Gaben, in feiner Furcht freiwillig lebt, des Fleisches Listen widerstrebt. Dies ist der Weg zum Leben. Mel. O Goit du frommer Gott.. 8. err! ohne Glauben kann vor dir Drum wend ich mich zu dir uit demuthsvollem Fiehen. D zünde selbst in mir den wahren Glau ben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreuft. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Siun, den Lüsten sich 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß ergiebet, rust Gott nicht an, daß er mich ihm völlig trauen. Nie wanket ihn führ, mit seinem Geist ihn stets deine Treu; laß mich darauf stets regier, der läuft den Weg zur Hölle.| bauen. Gib, daß ich dir in Glüld 9. Den meidet jeder, der recht und Unglück stets getreu, und dem, gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; was du gebeutst, von Herzen folg fieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sam fei. sehnt sich nach jenem Leben; dient feinem Nächsten, ehrt und preift in Christo Gott mit stillem Geift, es geh ihm, wie es wolle. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen, dich, meinen Herrn und Gott, in Geist und Wahr heit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst sei mir, Es fülle mich o Herr, stets theuer. mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschreden. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will ers oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und wird mein Theil dereinst im Himmel 6. Wie felig leb ich dann im Glan ben schon auf Erden! wie herrlich 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf in unserm Leid dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. Zweiter Theil. Vom Glauben. 169 werden! dann schau ich, was ich laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ewger Ruh. Obeweisen. ftärt im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 306. Gottes Sohn, Herr D Jesu Christ, an wen soll ich mich wenden? daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. Ohilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater tenne, daß ich mit freudger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. schicken. Nur in dir find ich Troft 307. Ich komme, Friedens. und Ruh und ewges Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen faffe; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz vertlagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mitt ler, hoffe. 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke, daß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merke, und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemeßnen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freu digkeit vollende. Steh dann zu mei nem Troft bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End erlange. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wirds mir gelingen; du wollst, was du hast angezünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr. stärk meinen Glauben immer mehr, und krön ihn durch das Schauen! 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein, oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein! du kannst mich mächtig stärten; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein mur noch glimmend licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gib, baß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe, und dann, mit Macht gestärkt durch dich, feft in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, mend rufft du ja auch mir, den Fries den zu empfangen. Der Sünden Laft ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Chrift, mein Troft und Licht! mein Troft und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir. Dein Antlitz neige du zu mir. und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Bergehn um Rache schreit, fo mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten haft, du trugest ja auch meine Laft, als du zum Heil der Sünder starbft, und ihnen Gottes Huld erwarbft. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht; durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und 170 Zweiter Theil. Vom Glauben. mich mit Gott vereinigt sehn, und| hier ist, was sie retten fann: Jesus emoges Leben finden. Dein Tod ist der nimmt die Sünder an. Berlornen Heil. Gib mir an seinem Gegen Theil. Er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Chrift! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen le bens Pforte durch sein Blut selbst auf gethan. Sesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jefus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kom met, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sün dern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Baterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sei mir einst der Tod. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort 308. uf ich allein, Herr Jefu mich trösten fann: Sesus nimmt die Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. Sünder an! Christ, soll mein Vertraun fich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Retter außer dir, kein Mensch, fein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bists, der helfen will und kann. 6. Nun, so hab ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und ver fichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesetz verfla gen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! Maling 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los! durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen haft. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner Prüfungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit, und naht die letzte Stunde sich, dann zeige dich in deiner Gnad und rette mich. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen tann: Jesus nimmt die Sünder aul Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82 Jefu 310. Sesu! daß du meine Seele selbst durch deinen bit tern Tod aus des Abgrunds tiefster Höhle, aus der allergrößten Noth, fiegreich haft herausgerissen, läß'st du mich Verzagten wissen; dieses predi Mel. Jejus, meine Zubersicht. 47. 309. Jefus nimmt die Sünder get dein Wort, uns zum Troft noch dieſes Troftwort allen, welche von der rechten 2. Blindlings, als verirrte Schafe, Bahn auf verkehrten Wegen wallen! eilten wir der Hölle zu; aber unsre Zweiter Theil. Vom Glauben. 171 Schuld und Strafe, treuer Hirte,| der Drangsal mir erwecken. Welch trugeft du; und mun rufft du allen ein hart und banger Streit! Herr, Sündern: kommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. 3. Ich bekenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts laß da mich nicht erliegen. Hilf mir fiegen! hilf mir fiegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 10. Hilf durch deine blutgen Bunbei mir zu finden, als nur Ungerech- den, denn durch diese werd ich heil. tigkeit. Beßrung hab ich oft ver- Durch die Qual, die du empfunden, sprochen, und wie bald mein Wort ist nun Seligkeit mein Theil. Deine gebrochen. Kaum erschreckt mich die Schmach und Dornenkrone stärke mich Gefahr, die mir oft so nahe war. in Schmach und Hohne, und dein 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, Blutschweiß, Schmerz und Tod tröfte da die Sünden, welch ein Heer! mich mich in jeder Noth. vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlitz schauen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. 5. Herr, ich glaube. Nette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du farbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrein! verlaß mich nicht; Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. ach, gib Troſst, die Angst zu lindern. 311. Jeful ich mich an in mein zu dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmerzen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an Elend, meine Noth; laß dichs jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nani, ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. bon mir. -- 7. Mach es selber rein. Ich fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt. Gutes ses ich mir zum Ziele, Böses bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen, und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es fühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sei. 9. Oft wird auch der Hölle Schrek len neue Furcht und Bangigkeit in 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie Hoch bedarf ich deiner! Jesu! so gedenk auch meiner; denk an mich, sprich nur ein Wort, o so weicht mein Sammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lanter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starten, 172 Zweiter Theil. Vom Glauben. Frommen; nur den Sündern riefen fie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Dies müsse mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, 5. Jesus, sollt ichs denn nicht der Gottheit Nath vom Menschen zu entdecken, bet ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. wagen? sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirft du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Un endlich ist mein Heil! o Glaube, der erfrent! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist! Reiß mich los aus Satans Stricken, brich der Hölle Band in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! - 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Nath mich übt! Ach! so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott. 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großmuth fassen? als Sohn des Ewigen der Himmel Thren verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold sein, und sich verspottet sehn. 4. Die Wunder Gottes thun, und, an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu sein, der uns ein ewges Heil erwirbt; deß Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde ftirbt. - err, allerhöchster Gott, 313. ben, und was uns nüßlich ist, allein zu suchen haben; o, fich erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht ver trauen kann. 2. Sch glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Mel. O Gott du frommer Gott. 8. 312. Mag doch der Spötter Hülfe doch von mir nicht ferne sein! Heer des Namens 3. Jeju spotten. Dich, Heiland, bet ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Majestät. D, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, konnt'st uns mit Gott versöhnen, und uns mit neuem Recht zum ewgen Glück belehnen. O! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer sein, und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befrein! 4. Gib, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei; damit mein Herz fich dein, als seines Gottes, freu. 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott! so träftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets beslissen sei, zu thun, was dir gefällt; so hab ich, Goit, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst filt deine Jünger batest, und, wenn sie wanteten, beim Vater sie vertrateft; o unterstütz auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstütze Zweiter Theil.- Vom Glauben. mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis in alle Ewigkeit. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. 314. nicht hält und spricht: ich kenne Gott, der litget! in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. — 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Se höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 173 matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh leuchtet dort, ewig mir An Gesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Weder Welt noch Himmel ists, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bists! denn für mich mit Fluch beschweret, wandteft du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, laffe nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch erger Freuden! felig aber, der da spricht: meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Herr hör, ach höre mein. 3. Durch Jesum rein von Miffethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flicht den Rath der Sünder, folgt 316. Christi Beispiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die lieb ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die lieb! an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Rel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 315. Mnicht. Da er fich Meinen ir mich gegeben, sollt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. 3hm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Ange schon verlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das ucht man die Freundschaft in der Welt nur unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gefellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles, und ich nichts; ich Schatten, er die Quell des Lichts; er noch 20 so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch so flein: ift er doch mein, und he ich bin sein. 174 Zweiter Theil. Vom Glauben. 2. Mein gütiger Immanuel, mein 7. Auch wenn man, was ich habe, Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entrißnen Seel sich den noch wieder zu verbinden. Mein treuser Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde, mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. nimmt, was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, be raubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstüm melt und entseelt. Die Welt raub alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund is mein und ich bin sein. 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht Geist, die er erschuf und auch erlöste, mur sein Grab, auch seine Herrlichkeit hier beide schützet, pfleget, speist, bis und Krone. Was er geredet und er dort beide ewig tröste. Gesundheit, gedacht, was er gebetet und gewacht, Stärke, Munterkeit, Witz, Scharfsinn, was er gehorchet und gelitten, was er empfangen und erstritten, auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Muth, Entschlossenheit, selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn und weiß, ist feine Gabe. Vom Undant hält er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 4. Wie sich sein Aug an mir vergnügt, so bin auch ich in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusam9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich menfügt! von ihm auf ewig unge- 3 retten. Ich hatte für mein Eigen schieden, hat man die Seele, wo sie ruht. Auch darf sie um dies höchste Gut nicht eisern, hadern, haffen, neiden; er nährt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzwein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. thum sonst, leider! nichts, als Schand und Ketten. Doch er hat alle meine Laft in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein Mein Freund ist mein und ich bin sein. Da er mich zu den Seinen zählt, so soll 10. Nun zürn und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Sichter felbft mein Freund, wie kann das Welt auch ich nach ihm nur streben. Ist gericht mich schrecken? Ob Erd und ers nicht, der mich herzlich liebt? Himmel bricht und kracht; ob Leib Sft ers nicht, der sich ganz mir und Seele gleich verschmacht't; ob gibt? Was kann ich mehr von ihm meine Glieder gleich verwesen: durch begehren? Was kann er Bessers mir ihn bin ich vom Tod genesen. Was gewähren? Nun blendet ferner mich sollt ich Tod und Grab noch scheun? kein Schein. Mein Freund ist mein Mein Freund ist mein und ich bin sein. und ich bin sein. - 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. 82 6. Ohn ihn ist mir das Leben Laft, ohn ihn der Himmel selbst kein Him- Mel. Alle Menschen müssen sterben. mel. Durch ihn find ich in Arbeit 317. Fins ist Noth! ach Hert und mel. So viel Geräusch auch um mich sei, ohn ihn ists öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. dies meine Seele doch! Auch beim schimmerreich sten Scheine ist sonst alles nur ein Soch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergetst. - Zweiter Theil. 2. Seele, willst du dieses finden: fuchs bei teiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. M 3. So wollt einst Maria wiffen, was dies Einzige verhieß, als sie sich u Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! sie bergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Berlangen ganz und einzig nur nach dir. Ach, ich dürft an dir zu hangen! neige du dein Herz zu mir! Wenn auch viele träg verweilen, brenn ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geift und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. Bom Glauben. 175 dein Schaf, versetzt. Jesu! soll ich dich nur haben, was kann mich wohl Süßers laben? Wo ist, was mich mehr erquict, als wenn dich mein Glaub erblickt? 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, und tilg allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn, Eins ist Noth. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 318. Wie herrlich strahlt der o 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in die verborgen liegt. Hilf mir mur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt, daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, kenn ich dich, mein Jesu, nur. ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jesu! schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch er haben! 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Out. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch hast du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich feiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 7. Nun so gib, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in bir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. 3. In dir nur fann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunft sei, fein Weltsinn deine Leiden schen, kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich fasse, und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freu 8. Herr, was soll ich mehr verlan- der'icht, so oft dein lieblich Angesicht gen, da in dir mein Herz nur ruht? sich neigt, mich anzublicken. Mein Du bist einmal eingegangen in das Sesu, du mein höchstes Gut! dein Heilge durch dein Blut; hast mich Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, meiner Band entbunden, ewige Erlö- tann Seelen recht erquicken. Speis fung funden, daß ich mich Gott freudig mich, tränt mich, Seligmacher! daß nahn, kindlich Abba rufen kann. ich Schwacher, daß ich Erde Himmelsfreuden inne werde. 9. Bolle Gnüge, Fried und Freude its, was meine Seel ergetzt. Hirt, auf wie so gute Weide hast du mich, 5. Und wie, Gott Bater, preis ich dich? Gott, ewig, ewig hast du 176 Zweiter Theil. Vom Glauben. in Eil gebieten. mich in deinem Sohn geliebet. Dein| kann selbst der Hölle Wüthen Ruh Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Trotz dem nun, was betrübet! Seele! Ehre, sei der Götze der betrognen Welt! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krie- Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von ger, wähl zum Freunde! und dann dem mich wenden, der mich treu er fürchte keine Feinde. hält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jefu scheiden. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Uleppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. - 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm müß unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du schließest selig meinen Lauf, du weckst mich auch von Todten auf; des tlopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlit schauen. - 7. Weichet, Sorg und Zagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ift ja mein! jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh', Jesu, auch im bängsten Leide bleibft du meine Freude. Mel. des 15. Psalms. S Mel. Jesu, meine Freude. 89. 319. Fefu, meine Freude, befter 320. öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bist Trost im Leide! bestes Gut im Glück! du hast meine Liebe, du füllst meine Triebe, an dir hängt mein Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. du, wo man sich nicht will bestreben, nach der ewgen Himmelsruh. Ach, 2. Unter deinem Schirne können teine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felfen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz eräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, frachen, bligen! Jesus will mich schützen. wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er flebt der Erden an, sich zum 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme, Jesus stillet fie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht, wenn ich 4. Wer ists, der den Glauben mei- über Herz und Thaten nicht sorgfältig nem Herzen rauben, ihn erschüttern hab gewacht. Wie hat die Erfah kann? Bei der Hölle Toben stimm rung mich meine Thorheit oft gelehret, ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. wenn mit eiteln Sorgen sich mein be Jesu Macht hält mich in Acht, die trognes Herz nerzehret. Zweiter Theil. Vom Glauben. 177 3. Zwar der Schluß ward oft ge- drum ist mein Herz auf dich gericht't. nommen, ich riß mich im Geifte los; doch wenn es zur That sollt kommen, fand ich mich von Kräften bloß; ich Gefangner, Armer, ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! Jesu, Held, erbarme dich! Mächtiger! du kannst mich retten. Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn; in Noth als Herzog vor mir gehn. Hilf, Jefu, dem Zerknirschten! 4. Jesu! Stärke der Berzagten, der du gibst den Matten Ruh; wahre Zuflucht der Geplagten, rühr' mein Herz und brings dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Irdsches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gib, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. 78. 6. Gib mir Augen, um zu sehen Reiches Gib Mel. Auf meinen lieben Gott. o Sünder mir sträfte, um zu gehen bis ins 322. W hin, der ich ſo ftrafr 639 Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.. 119. 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt: auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin ge fährlich krank und schwach, heil und verbind, hör' an die Klag. Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! Heiligthum hinein. Mache mich mit bar bin? Wo kann ich Rettung findir bekannt, laß in deinen Liebesflam- den? Mich schrecken schwere Sünmen Herz und Seele sein entbrannt, den; mit Angst bin ich umfangen, halte dich und mich zusammen. wo soll ich Trost erlangen? 5. Sch thue nicht, Herr, was ich soll; wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du wohl. Ach, wann wirds doch geschehen, daß ich Elender endlich, frei vom Leib des Todes, bei dir sei! ich danke Gott durch Christum. 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, 2. O Jesu voller Gnad! auf dein fört nicht ferner meine Ruh. Sch Gebot und Rath kommt mein betrübt will in den Lebensschranken eilen mei-| Gemüthe zu deiner großen Güte; laß nem Jesu zu. Jefu will ich geben du auf mein Gewissen ein Gnadens Ehr, in ihn will ich mich versenken, tröpflein fließen. und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe fränken. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets 321. führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bists, der das Ver lorne sucht; du segnest das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, der Todesleib mich plaget. O Lebens- Gott erbarme dich! vergib mir, was mich naget! du weißt es wohl, was mir gebricht! ich weiß cs auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! Wº Mofoll ich hin? wer Heil gefunden. hilfet Wer 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut; wasch mich damit von Sünden, und laß mich Nettung finden; ins Meer sie tief versenke, und ihrer nicht gedente. 5. Du bist es, der mich tröst't, denn du haft mich erlöst; was ich gefündigt habe, verscharrtest du im Grabe, da wird es bleiben müssen! du heilest mein Gewissen. 6. Zwar meine Schuld ist groß, doch werd ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffaffe, und nun die Sünde 3. Du sprichst zu mir: verzage haffe. Wer so sich zu dir werdet, nicht! du russt: ich bin das Leben! Reht be sein Leid geendet. 12 178 Zweiter Theil. 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find ich es bei dir. Dein Blut verföhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. 11 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich es schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trotz bald schweigen. Die heiligen zehn Gebote. Mel. von Nr. 46. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. 323. Frheb Erheb dein Herz, thu auf du Bolk, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erkoren! vernimm, was Gottes Wille ist: 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt ich dich. Verehre keine fremden Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. Von der Heiligung, 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann id nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach keins, es sei, wovon es woll, fuffällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, scheu, liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb und Treu, daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann schei den; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih die Eh' nicht und verbleibe von Ueppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele jammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes iei. 9. Vergreif dich nicht an jemande Gute; erwuchre nicht der Armen Schweiß, und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. 10. Ertheile nach Gewiffenstriebe dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Be schämt und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. 11. Verdamm, als Sünden, die Be gierden nach jemands Weibe, Hab und Haus, und wenn sie in die rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 12. Zehn Worte sind dir vorge schrieben, doch eins fast alles unter sich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, so wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig, da Gott mit mir im Donner spricht. Durch deinen Geist wirk auf mich kräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. Gebet über die zehn Gebote. Mel. des 116. Psalms. 324. M ein Bundes- Gott! ach, unterweise mich, daß ich Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe, dich ehr, und stets Geduld und oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles fahren laß, als dich. 2. Gib, daß ich, o du höchstvoll. 325. tommmer Geist, auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und keinen Dienst zu leisten mich erfühne, wor auf mich nicht dein heilges Wort verweist. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich; falsches und unnützes Schwören sei von mir fern; voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich se leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh dich ewig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir, die Menschen soll er manche Tugend lehren! laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht fiebreich sein, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund; wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld trfreun? 179 Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben sein; treu deinem Ruf, der Bollust falsche Freuden sammt ihrem Teiz mit aller Sorgfalt meiden, und teinen Leib zu deinem Tempel weihn. 8. Vor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch jedem geb und laff, was ihm gebühre, mein Werk verricht bergnügt und emsiglich. 10. Verleih, daß ich auch die geringste Luft, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sei auch meine Frende, mit Lust zu dir erfülle meine Brust. Mel. von Rr. 79. Gott! wie rein ist deme höre, Lehre. Wenn ich wie wir vor dir sollen sein: ol so dringen die Befehle in die Seele, wie ein scharfes Schwert hinein. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? Doch, o Höchster! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschäftig sein. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Geset befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüften spielt. 4. Böses soll ich nicht nur lassen, sondern haffen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben mich bestreben, unverrückt, mit Luft und Fleiß. 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. 6. Dein Gesetz ist, nusre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes seines Gottes sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüchtig machen; gib mir deinen guten Geist; alsdann will ich flüglich handeln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 9. O treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügent hasse, und jedermann in keinen Würden laffe, der Wahrheit 326. W fiets getreu von Herzensgrund. enn zur Vollführung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühne dic 12* 180 Zweiter Theil. - der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Bortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so gute Thaten, du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau Häuser auf und brich dein Brot, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin! noch haft du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben: so ist dir alles tein Gewinn. Von der Heiligung, das ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen, so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deine Werk allein; sich auf die Quell, aus der sie tamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube feh let, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Lift und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zn, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Nuh; sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 327. Herren lehren! fommt und fernet allzumal, welche die find, die gehören zu der rechten Christenbestehn, Glauben fest freudig Gottes Wege gehn, und den Heiland frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch niemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennen! zahl: die im beſeelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: fo schüß und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken mur: so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Feffel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nicht Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 29. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Schuld verzeihn, Kraft zum Guten fern von des Stolzes eitlem Triebe, ihm verleihn, und er soll schon hier geheiligt durch die Furcht des Herrn, auf Erden, und auch dort getröstet erneut durch Glauben zu der Liebe werden. ober dem christlichen Wandel überhaupt. 181 4. Selig ist, wer Sanftmuth fibet,| in Freud und Schmerz. Bater! hilf seinem Feinde niemals flucht, seine von deinem Thron, daß ich glaub an Fehler ihm vergibet; nie sich selbst zu deinen Sohn, und durch deines Geistes rächen sucht; ruhig seine Pflicht voll- Stärke mich befleiße guter Werke!" bringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschützen, und er wird das Land besitzen. 5. Selig, die nichts mehr verlangen, als gerecht, wie Gott, zu sein; die fest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt. Gott wird ihr Berlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, mer der Noth des Armen niemals fühllos sich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf erscheint; dieser wird auch Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu sein; die der Wellust Stricke fliehen und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerBehen, werden Gottes Antlitz sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, fie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. Mel. Kun danfet alle Gott. 9. 328. Ich danke meinem Gott, gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Rath und That. 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott sichts, Gott hörts, Gott straft, du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen: ists denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen? und siehet jetzund mich des Menschen Auge nicht: ists recht vor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestchen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlaffen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führft, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie jet es, Herr, vergebens; dein Wort jei jederzeit die Richtschnur meines Lebens; daß ich, wie dirs gefällt, geh, fite, liege, steh, und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh. 9. Selig, die um Christi willen leiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Marter- Von der Nothwendigkeit eines tod nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. heiligen Lebens. 10. Herr! du wollst mich selber leiten auf der wahren Tugend Bahn, 329. hier und Der 15. Pfalm. Mel. von Nr. 46. Mer darf in deine Hütte Wer dort mich freuen kann. Gib, daß hier seinen Wohnplatz ein? Wer wird ich demüthig sei, meine Schuld vor dir beren, die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanftmuth übe. auf jenen heilgen Höhen, o Herr, beständig vor dir sein? 11. Daß ich Armen helf und diene; immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang 2. Der, der vor dir unsträflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. 182 Zweiter Theil. 3. Der nie mit seiner Zunge schmähet, und groß durch seine Redlichkeit, nie seinen Nächsten hintergehet, und Arges ihm zu thu sich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie jeiner Achtung würdig schätzt: 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält: Mel. von Nr. 17. nie mein 6. Der nie, zum Troße der Gesetze, 331. Bewahre mich, Herr, daß auf ungerechten Wucher leiht; und durch gerecht erworbne Schätze die, ott darben läß erfreut: 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! Gemüth bethöre, als wär es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. -- Von der Heiligung, sanftes Joch und seine Last zu tragen, mach mich bereit und seinem Vorbild gleich. 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen, um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. Mel. von Nr. 324. 330. J ch weiß es wohl, selbst verdient nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben risfest, ja, wenn du mir nach meinen Werken misfest, so ist der Tob mein Urtheil im Gericht. ich es 2. Die Gnade nur in Chrifto macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sei. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entgehen, dein Ebenbild follt nun in mir entstehen; drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen; nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm erhöhe deinen Ruhm. 2. Die kommen nicht ins Himmels reich, die, Herr! zu Jesu sagen, und nicht dabei mit Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ewgen Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glau ben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußers lich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du lenuft, o Gott, der Men schen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Freude und in Schmerz mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sei mein Augenmerk. Hilf mir selbst ihn vollbrin gen; durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht zu meinem Trost, als 5. Doch wenn ich aus Unwissenaus den Früchten merken! den Näch- heit und Uebereilung fehle: so thu ften reiz ich auch zu guten Werken an mir Barmherzigkeit, und richte nicht anders, als durch meiner Werke meine Seele durch deine Gnade auf Licht! vom Fall. Erhalt mich bei dem Si 6. Ach, nimm mich auf in deines nen, daß ich dich fürchte überall, bis Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht ich einst mit den Deinen dir ohne mur Herr! Herr! ihm sagen; sein Fehltritt diene! oder dem christlichen Mel. Allein Gott in der Hôb.- 15. 332. Dein bin ich, Herr, dir will zum Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben. Wie fönnt ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und firbt zur Tilgung unsrer Strafen, büßt für die Lafter und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich feines andern sein. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir! ich habe kein Vermögen, die Siind und alles, Gott, was dir verhaft ist, abzulegen. Hier ist mein Perz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Harmonie; und ich, mit deinem Bild geschmückt, empöre mich und störe fie. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum licht, zu dir zurück zu rufen. 4. Du schusst das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind; du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. 5. Wie darf, wer, Bater, dich Seid, rufst du, geistlich mir geweiht, nicht ehrt, des Glücks, dein Kind und meiner Gnade Kinder! ihr irrt zu sein, sich freun? Nur die sind and sündigt; faffet Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weihn. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud und Seligkeit. 7. So werd ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteh einst mit der kleinen Schar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und selig machte. Wandel überhaupt. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! Mel. Komm, o Gott, Schöpfer.- 197. 333. Dill ein, Gott, ist Maje stät und Macht, und alles ist dir unterthan. Dir werde 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Sott. Weh dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesetze gibt, fein menschenfeindlicher Thrann; bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wers willig trägt, setzt seinen Lauf stets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam sein aus Dankbarfeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erweckt sein Geist: und ich verschlöffe Herz und Ohr? 12. Nein! Gott dir sei mein Herz geweiht, Gehorsam sei mein größter Ruhm. Verleihe mir Beständigkeit, und heilge mich, dein Eigenthum. 184 Zweiter Theil. Bitten um Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz.. 90. 334. Hif verleihe mir, daß ilf mir, mein Gott! ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Bater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. - -O Von der Heiligung, Nein mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Sanftmuth schlichten. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigteit mit meinem Nächsten handeln. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu, wenn ich dich, Gott, betrübe, gib, daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Borsaz je verlegen. Der Seele Heil, mein ewges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verleih mir einen festen Glauben, der standhaft, tren und thätig sei, und laß mir den nichts rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlaffe, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getrost umfaffe. 9. Gib, daß ich stets den Müßig gang fammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohl gelingen, und segnest du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. 10. Ach, gib mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich nach seinem Sinn; gib, daß 335. ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihin nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen, und stets bereit mit Freudig keit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterfeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachfucht Triebe; gib, daß den Feind so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. Mel. von Nr. 55. Jch habe, Gott! mir ernstlich vorgenom men, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 2. Erforsche mich, sich, ob ich's redlich meine! gib, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! wenn 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! ftets werde mir das Gleissende der Laster mehr verhaßter. nut 5. Gib Eifer, Kraft und Muth z meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten; ich hab ich deinen Beifall, fann mit 7. Die Falschheit, List und HeucheLei hilf mir sorgfältig fliehen; me müß ich mich durch Gleisnerei um Menschengunst bemühen. Laß Ja und Freuden Verachtung leiden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Du achteft nicht das Anfehn der Personen, wirst billig alles richten und belohnen. mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im bewährt erfunden: wie Mel. von Nr. 17. Tode hon verwandeln sich dann meine 337. D Eugend schenkst, Gott, schön er Verstand und Leiden, und werden Freuden! Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Laffen lenfft, so leb ich der hier vergebens. Denn, wen dein Geift Mel. Herr Chrift, der einge Gottessohn.- 94. 336. err Jesu, Gnadensonne! 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stützet deine Treu; dir zeig ich meinen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Wien beständig mög erfüllen, so steh mir fräftig bei! 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg Sünden, die mich quälen! Herr! lasse mich forthin mit einem heilgen Leben mir selbst das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düstren Schatten fort. Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag dies Glück mir nicht! 2. Drum, Vater, neig dich väter2. Mit vielen großen Sünden reiz lich zu deinem schwachen Kinde. Gib ich dich wider mich; doch laß den mir ein frommes Herz, daß ich mich Born verschwinden, vergib genädig- scheu vor jeder Sünde. Bewahre lich. Du pflegst dich ja der Armen| meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig mitleidigst zu erbarmen; ach, Herr, Wort entfalle, vielmehr von meinen erhöre mich! Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 5. Ach, Herr, wie gar gefchäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig dich in mir kräftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und bir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich), gib mir Stärke; der Feind schreckt, gib mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werte! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Tricbe bald laffe, hald berübe, ist böse und nicht gut. ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich fein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmäh. sucht reize. 4. Die Augen, Gett, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuc der Sittsamfeit weit über alles schätzen; was reiner Engel Aug erfreut, das sei auch mein Ergeßen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Schen Schandthaten üben lehret. Die Luft, die bloß den Leib ergetzt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schätzt, bringt Nachren, Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geißt nichts lieber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, Senfet, als was den Glauben stärkt Rohr, vom Wind regiert, so irrt, und nährt, und Lust zum Guten von Leidenschaft verführt, auch oft schenket; was mich zu jenem Leben mals meine Seele. Herr, hilf mir, bringt, wo man bei dir stets lebet, daß ich als ein Christ das flich, was dein Lob mit allen Engeln singt, den vor dir strafbar ist, und nur das Heiland sieht, erhebet, und ihm sich Gute wähle. ähnlich schauct. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 338. Gott! ott! dir gefällt fein gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. O stärke mich in dem Gedanken! gib meinem Vorsatz Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei! so fieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquice mich mit deinen Freuden, schaff ein getroftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden. halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanten. Erhebe den verirrten Sinn zu himm lischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen. - 3. Umsonst such ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und nicht, befreit von Menschenwahn, jeden falschen Schein. Mit Ernst willst deiner Wahrheit leitest. Du haffeft du verehret sein. Herr, hilf um Jefu willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Je doch du trugst mit mir- Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist O laß michs mein wahres Heil. als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit deiner Hülf erfreun, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigens So thum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. ein Vater und mein 340. Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97 der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, tennst mein Herz. Ge dein heilges Wort gegeben: regiere neigt zu Eitelkeiten, läßt sichs durch doch mein Herz durch deinen guten Freude und durch Schmerz oft auf Geist, daß ich dem folgsam sei, was, den Irrweg leiten. So wanft ein Gott, dein Wort mich heißt. 339. Erbar rbarm dich, Herr! du oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und fein vergänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Nuhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffmung stark und fest gegründet sei. 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geift regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 187 mir sterben, dir zu leben, und mach in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich) bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Chrifto folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such in Christo Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe tren! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gefreuzigt sei. Nch, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischeslust ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstüge mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden: 0 Mel. Nun danfet alle Gott. 9. Christ. Wohl dir, bricht, mich Sterbenden mit Trost wenn Werk und Leben dir dessen, und froher Hoffnung nicht. ter! ſo verlaß, wenn meire Hiltte 342. Du fagſt: ich bin ein was du sagst, Beweis und Zeugniß geben, und wenn dein ganzes Thun, Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. durch Gottes Kraft und Geist, von ein Gott! ad), lehre deinem Christenthum die ächten Pro341. Mi Me mich erkennen den ben weiſt. 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heachelschein. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirt in mir zu deinem Rühm, mein Gott! das wahre Christenthum! - Selbstbetrug und Heuchelschein, daß 2. Du sagst: ich bin ein Christ. tausend, die sich Christen nennen, mit Der ists, der Jefum fennet, der nichten Christi Glieder sein. Ach, seinen Gott und Herrn ihn vor den wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Menschen nennet, und that dann Gott! das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, ber Sünde abgestorben sei; laß mich nur Eitelkeit. auch dabei, was Christus ihm gebeut.. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm 188 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, 3. Du sagst: ich bin ein Chrift. zeigt Zorn und Haß und Neid, so Wer sichs will nennen lassen, muß bist du ja gewiß vom Christenthum leben, wie er glaubt, und alles Böse noch weit. haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch fein Chrift, ob er sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein Chrift, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohi! doch prüfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du ihm verprochen, in allem Thun erzeigt? dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Chrift, weil ich die Gnadenlehre zu Haus und öffentlich beständig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du fagst: ich bin ein Chrift; ich laß mich öfters finden bei Jefu Bundesmahl, mit Gott mich zu ver12. Du sagst: ich bin ein Chrift, und rühmst dich des mit Freuden. Doch thust du auch wohl mehr, als manche fluge Heiden? Ach, ich befürchte sehr, sie klagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie, gethan. 13. Sag nicht: ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch deffen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Der Name machts nicht aus; ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heißen will, im Wesen selber sein. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wah rer Christ zu sein, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, ge langet nimmermehr zu dir ins Him melreich. Kampf der Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 90. binden. Doch zeiget fich bei dir in 343. Oft benkt mein Her wie es 1 rung nach solchem heilgen Brauch? 8. Du sagst: ich bin ein Chrift! ich bete, les und finge; ich geh ins Gotteshaus. O lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Andacht Zweck die Ehre Gottes ist. 9. Du fagst: ich bin ein Chrift! Wer kann es dir gestehen, er fönne solches denn aus deinem Wandel fehen? Nührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Jünger ist, der wandelt jo, wie er. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Chrifti Borbild sein. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so jag: ich bin ein Chrift. 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieret, wenn statt der Sanftmuth sich zum Entzücken. Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend fostet Müh, sie ist der Sieg der Lüfte! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Lafter freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe bliden, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 Wachsthum in der Heiligung. 4. Gott, hättest du es uns ver- Bitten um Beständigkeit und gönnt nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu fränken: was müßten wir doch dann von dir, du weiser Bater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit mur, und Freiheit ist's, sie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Was sein Beruf auf Erden? Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. Die Die 7. O stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr betommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister. Shn zeigte mir, und ihn betrat ja felbft mein Herr und Meister. O laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. Mel. von Nr. 72. 344. chön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit Seel auch oft begehrt. Ach könnt Kraft ihr anzuhangen, hat meine ichs, wie würd ich mich freun! wer heilig ist, muß selig sein. aller 2. Gott ist der Seligkeiten Füllle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn ſein Berstand ist Licht, sein Wille ist Ordfeit her war er gut; er bleibts, und nung und Vollkommenheit! Von Ewigrecht ist, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Ent schliffe, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 4. Ich Armer! darum kommit fein Friede in mein verschmachtetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels mülde! wann werd ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei. 6. O bilde, Bater, meine Seele! 9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit in deiner Liebe mache mich, weil ich den Kampf so furzer Jahre vergleich, und ernstlich allezeit gedent an meine zu meinem Troft dich wähle, getroft und unveränderlich. Denn bin ich Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Frenden jener Welt mich oft im Geift erheben. erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. Mel. von Nr. 234. Wie 345. 10. Erhalte mich stets unverzagt, wenn mirs nicht immer glücket; ie selig, Herr! ift wenn mich, so viel mein Herz auch der Gerechte, du wagt, stets neue Schwachheit drücket. bist sein Schild und großer Lohn. Du siehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! dies laß mein Herze stillen. O, daß ich ganz gerecht sein möchtet doch ach, wie wenig bin ichs schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit. 190 Zweiter Theil. 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenns Herz gleich bessern Borsatz nimmt. Ja, oft verletz ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Bater, vor dir hin. heilig ganz zu sein, borgnen Fehlern rein. O mach, um mich von ver4. Bon aller eitlen Eigenliebe be freie mich durch deine Kraft. Erweck und mehr in mir die Triebe zu dem, was Von der Heiligung, 4. Gib, daß mit brünstiger Be gier ich fest stets an dir tiebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich vor der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlitz ewig schauen! 5. Ich kämpf, ermatt und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in De muth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. meinen Fleiß gesegnet sein, und meine 347. Du, der Herz und NieHeiligkeit gedeihn. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott der Gnade, nicht verschmähen. Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, gibst du mir. ren kennet, Ewiger, erforsche mich! ach ich war von dir getrennet, aber du erbarmteft dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, sahst die Inbrunst meiner Thränen, schenktest mir selbst deine Huld, und bergabst mir alle Schuld. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! fieh, es rrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu.- 256. oft der Sünde Joch; wankend, unich zu oft noch sieht err, mein Erlöser! nur gewiß und träge geht mein Fuß der mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 346. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlig wieder fand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Anmuth Spur. 4. Wenn, von Andacht hingerissen, ich den Himmel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßen und, Gott, deinem Throne nah, mischt ich in der Engel Chöre den Gefang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitel feit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Luft! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu ha ben, und ein Herz, das ihn verehit, mehr als Erd und Himsel werth. Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Gaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 2. Du haft dein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben: von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich den Nächsten lieben! wenn ich nach deinem Worte thu: so hab ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden. 3. Laß mich fein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh sie, solche zu verdienen, sich erfühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst fie ihnen. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Ihr dem Beten heilge Stun* den, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden, Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch) such ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Verächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie spöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergeß ich meine Pflicht, ich bekenne Jefum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märtrer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter sie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht: hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Bater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ewge Siegeskron. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott gibt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht ins Gericht, stirbt des Tods der Seele nicht. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. Imeal und im Melodienbuch für Kurhessen ist diesem Liede die achte Zeile wegzulaffen, die vorlegte Note e in der fechsten Beile aber weimal ju singen.) 348. JESE d) armer Sünder, wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonft, und mir nicht nach 191 Verdiensten lohnst. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach Ich kämpf, o Bater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrict, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht! entreiße mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, und wenige find, die ihn gehn! die Pfort ist eng und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg auf meinem Angesicht, und fleh und weine, laß dein Licht mir leuchten, Bater, laß mich dein im Leben und im Tode sein. 5. Der mir in Chrifto alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub! erbarin dich mein, und steh mir bei, daß ich des Kleinods würdig sei, das Christus mir so theur erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmteft über mich, verföhnter Gott und Bater, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Gott, ewig dafür dankt, daß fie dein Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gnadenlohn beglückt, und deiner Sica ger Krane schmückt. 192 Zweiter Theil. 26. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- ald oder spät des 11 Von der Heiligung, nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. Sch bin durch Jesu Blut erfaust; 349. ich noch hier auf Erden, ich Sterbficher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; ver- 11. Nicht Trübsal mehr, nicht leid achten, was auf Erden ist, hinauf noch Schmerz betrübet dort die Sei zu Gott sah schwingen; getrost den nen, nicht flagen mehr wird unser Pfad der Trübsal gehn, und stand- Herz, nur Freudenthränen weinen; haft in Versuchung stehn. er, der für uns sein Leben gab, er 3. Noch weiß ich, daß ich laufen trocknet unsre Thränen ab. muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele. doch mein Fuß beginnet oft zu wanten. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser turzen Pilgerschaft. 4. So lang ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit foll nie mir meinen Glauben, den füßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. 7. Berzagt und schwach find Fleisch 350. Welch hohes Beiſpie und eitel Der Glaub allein gibt Kraft und Muth, und nur durch Christi Stärke sind wir, in Angst und Traurigkeit, getrost, und überwinden weit. gabst du mir, Heiland, durch dein Leben! sollt ich nicht gern und mit Begier dir nach zuahmen streben? und nicht den Weg, den du betratst, auch gehn, und das thun, was du thatst? 2. Dein Herz war voller Heilig teit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Chre; hier schaff du mir Zufriedenheit, und dort einst 9. Heil mir! ich bin sein Eigen- erge Seligkeit. thum! nichts soll mich von ihm schei- 3. Darum entäußertest du dich, und den! nicht Wollust, Güter oder Ruhm; stiegst vom Himmel nieder, wardst 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die fund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 10. Der uns in Christo alles gibt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir wer den dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Subellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lob gefang. 14. Du, der uns dieses Heil er warb, laß, Sesu, michs ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gib, daß ich dir im Leben treu, getren bis in den Tod dir sei. Von der Nachahmung des Erlösers. - oder dem christlichen Wandel überhaupt. Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, xm uns zu Herrn zu machen; den Kranten gabst du Trost und Ruh, und warst stark in den Schwachen; du trugst die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Vaters Rath, und bitteft selbst für Feinde. Du starbſt, gehorsam bis zum Tod, und ehrteft auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gefinnet jei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu, wie ich. 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein. So sei auch du gefinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe fid), o Seele, bei dir reget: so stärke Jesu Beispiel dich, dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie ers hat gemacht. So sei auch du gefinnet! 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel tren, auch andern selbst ein Beispiel ſei. Mel. Kommt Her zu mir, spricht. 238. 352. Kommt her, Mithselge, zu mir, spricht - Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Troft? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil, ich heile euern Schaden. 2. Wie lange säumet ihr ench noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Soch, leicht meine Last. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. ah und Erquickung findet sich bei 351. Seele, ihaue Jefum mir, und troftreich werd ich mich geMel. Es ist das Heil uns kommen. 6. D an! hier fannst du wiss an ihm bezeigen. recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was wir Sanstmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesu Chrift gefinnet war. So sei auch du gesinnet. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, dir will ich mich ergeben. Sch weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Netter ist, bei dir ist Heil und Leben. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmelsthron, und tam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohl juthun bereit. So sei auch du gefinnet! 5. Laß mich nun, so wie gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanstmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt er seines Vaters Rath. So sei auch du gefinnet! 6. Ach, bilde mich nach deinem Siun, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Soch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Eude meiner Tage. 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. von Nr. 55. 353. oll sich mein Geist, o Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. Mel. von Nr. 72. -0 2. Laß doch, o Herr, dein Licht 354. Wo find ich Gott, den stets erfreuen, meiner Seele Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz berfläre. meine Seele bor allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werte uns deine Weisheit, deine Güt und Stärke; auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! uns unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns beffern wollen. 7. Ach, möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unstät, träg, er scheuet der Ueberlegung Müh, und, schnell zerstreuet, sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 11. Dann werd ich immer heller dich erkennen, und täglich mehr von deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben! 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Erust, Luft und Friede! 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlich keit nicht ganz. 4. Dürft ich, am Fuße deines Thro nes, mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt ich im Antlik deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unter weist? bon 7. Doch, wenn in meinen Finster nissen er auch mein blödes Auge hellt: was lern ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stüchwert in der Welt. Ich suche dich, 3. Sch sehe dich hier nur im Spie gel, und bete dich in Schwachheit an.. Ach, hätte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie selig, wie verherrlicht sein! Zweiter Theil.- Von der Erkenntniß Gottes. forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte, hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur: so lernt ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freun. 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eiser würd ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig wär ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Bater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde! Dein Geist der Weisheit wohn in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sei. 11. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh, und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 355. M ein Gott, du wohnest zwar im Richte, dahin kein sterblich Auge dringt! doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck, ift. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort; laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz ftets offen sein. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeist verführe mich; kein Zweifel sei mir hinderlich. 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt, bis einst sich meine Einsicht mehrt. 4. Dich kennen ist das ewge Leben. Drum hif mir, Bater, daß ich dich 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster, dein Erkenntniß sein; laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ehrfurcht weihn. Gib, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Trostes fein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freun. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. bin wenn 356. We mein Geist hinauf zu Gott sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preist, der Engel Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wolluft quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu sein. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freun. 6. Schon siehst du durch ein däme mernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größrer Klarheit sehn. 13* 196 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. von Nr. 234. dräut, ift fie mein Sonnenschein. Mich 357. Sie follt ich dich, mein können teine Leiden von deiner Liebe Du hast mich ja zuerst gelicbt, und, 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk von Erbarmen angetrieben, den Sohn ich an deine Treu, denn Vater, deine geschenkt, der Leben gibt. Herr, dies Güte ist alle Morgen neu. Seh ich Geschenk zeigt rührend an, wie huld- nur stets auf dich, wird mir die Arreich du mir zugethan. beit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstützest mich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und groß muthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung faffen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer sein. 2. Bon Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verflosseu, da du, mein Gott, mich zu erfreun, mir nicht noch weit mehr Guts gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Aube ginn, und hast mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht. 4. welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weihn! gib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. Ift deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. 5. Wie gut ifts, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stärkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. 5. Führst du mich gleich auf ranhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. 6. O reiche mir, auch wenn ich 359. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. er du mich als ein sterbe, Herr, deine Baterhände zu. Vater liebst, und Dann tröste mich mein fünftges Erbe! mich mit Wohlthun ganz umgibst, dann führe mich in deine Ruh. Mit völliger Zufriedenheit lieb ich dich dann in Ewigkeit. Mel. 3euch ein zu deinen Thoren. 301. ' n dich, mein Gott, Gott, meiner Seelen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier vou deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierest meinen gedenken, ist Pflicht Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachund Troft für mich. Wenn Sorg heit auf. O Herr, mein Gott! di und Gram mich fränken, so sieht mein bist mein Licht, du bist mein Zicht! Ang auf dich. Dann mindert sich ich folge dir, so irr' ich nicht. mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 358. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! wenn alles am mich trübe, und mir ein Wetter 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf Zweiter Theil. Von der Liebe und Dankbarkeit zc. 197 ranher Bahn nimmst du mich dort| warte drauf, ich warte drauf; nimm mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf. Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch ich zu sein, mein Heil, bei dir. ohlan, mein Herz, sei stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem da EEP ganz eigen bist; des liebstes Werk das Wohlthun ist; des Heil uns 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so fönnte keine Luft für mich auch selbſt im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib berschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibeft doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein laun Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe feft, ich hoffe feſt, daß deine Kraft mich nicht verläßt. überall begegnet; der den verfluchten Sünder segnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblick, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er iste, in dem ich leb und bin; durch den ich der Gefahr entrinn. Ach, dankend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend ftch! 5. Wer von dir weicht, und auf ich Erdenklos, ich schnöder Staub! der Weit dir nicht beharrlich Glauben ich Sünder! ich, der Höllen Raub, hält, muß freilich wohl verderben. erfahr in seinen Liebesarmen sein Er kann, weil er die Luft und Pracht groß, sein göttliches Erbarmen. der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. 4. O Sünden, die ich je verübt, und er mir väterlich vergibt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Troft erfreuet; sein Wohlthun wird noch stets ernenet. 5. Auch seine Züchtigungen find für mich oft pflichtvergeßnes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist ent zündet, und Glaub und Hoffnung feft gegründet. -- Mel. O Gott, Bater, ich glaub an dich. 360. W 6. Drum halt ich mich getroft zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, and das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und zage nicht, auch selbst im tiefsten Feide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Richthnur sein, bis sich einst in der Ewigkeit mein Her; vollkommen deiner freut. Gott meines Seile! ich gen, dein Hallelujah recht zu singen? 6. Jch zähle leichter Stern und Sand, als alle Güter deiner Hand. Der selgen Engel hohe Sprach ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm geliu 198 Zweiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich| tann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sei dir geweiht zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben; du sollst mein, ich will dein verbleiben. Der 116. Pfalm. Mel. von Nr. 324. - Von der Liebe 9. Wie köstlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erforen, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden risfest du mich, Herr, mein Gott! ie fieb ist mirs, daß 361. Mie Gott zu meinem 11. In Salem, Herr, in deinem Schrein sein Ohr herab neigt, daß Heiligthum, will ich dich loben! durch er meine Klagen im Himmel hört; des Tempels Hallen soll mein Gefang, in allen meinen Tagen soll mein soll, Gott, mein Dank erschallen, Gebet nur ihm geweihet sein! da sing ich: Hallelujah! dir sei 4. Er schützt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und fast verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe fehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! 10. Dir opfr' ich Dank, dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk solls sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem Flehn. 2. Schon überall um mich war Ruhm! nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben, kaum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Leben, tief sank ich hin in Traurigkeit und Noth: 3. Da ricf ich Gottes heilgen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug von Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor dir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Tren! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott ist wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohl= that seiner Güte! was bringt ihm mun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm der so gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilstelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Volk solls sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! Mel. von Nr. 42. 362. D¹ u Vater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir dazu Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehu, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sich auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach dei ner Huld, die Schwachheit, Bater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Frenden das thut, was dir, Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich behutsam sein. und Dankbarkeit gegen Gott. 199 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Stärk und mehre selbst die Triebe was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ewgen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trägt, und weislich nützt, wird mächtig von dir unterstützt. wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen sein, so mich deines Wohlthuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Bater der Barmherzigkeit. Mel. Werde munter, mein.- 116. - 363. Gott, mein Bater, deine 364. Liebe reicht, so weit der Himmel ist. Deines Wohlthuns starke Triebe find so ewig, als du bist. bes Gottes, der dein Vater ift! beDeiner Huld Unendlichkeit, Gott, er- dente, auf wie viele Weise du ihn schöpfet feine Zeit; und wer kann die zum Dank verpflichtet bist. Bring vielen Proben deiner Güte würdig ihm, der stets dein Helfer war, mit loben? Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Als ich noch der Weit verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachteft du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünstge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlösten voller Zuversicht darf trösten. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehu. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünstger dich lieb, und deinen heilgen Willen freudig suche zu erfüllen. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab ich bis ins Grab einen Bater, der mich liebt, einen Vater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir müzet, einen Vater, der mich schützet. 5. Gott, du machst's mit uns stets beffer, als wir wünschen und verflehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dant, wie der Seraphim Gesang: dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht gnug erhoben. Mel. von Nr. 42. ein Herz, ermuntre 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hilfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich) versehn, mich aus dem Kuminer zu erhöhn. 5. Du wählft und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmst allmächtig ihren Lauf. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein 6. O, so zeuch durch deine Liebe, Retter, vol. O, könnt ich deine Herr, mein ganzes Herz zu dir. große Güte doch so erheben, wie ich 200 Zweiter Theil. Von der Liebe soll! doch meine Kraft reicht nicht| Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe-39. dahin. Du weißt es, Gott, wie 366. Mein Geift erstaunt, M. schwach ich bin. wenn er - die Guaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch er 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir befungen, auch bei dem allergrößten freut, ganz deiner Güte voll, unb Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, rühmen kann, hat deine Huld an mir wie es danken soll. gethan. 8. Jedoch du fichst mit Wohlgefalten auch auf des Herzens Redlichkeit, und höreft selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. 14 365. Hab bei dem Herrn ist Freud Mel. Dennodh bleib ich stets an dir. 156. abe deine Lust am Herrn, und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf feiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte fennet. Luft an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Luft an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen; und so trijft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten haft, wird dir ewoge Freude werden, und du triffft im Himmel an, was dein Herz mur wünschen kann. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Ge schick, eh er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glitc! schon als ein Kind ein Chrift. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weincus Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst liebreich, Herr, dein Kath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Guad erquickte mich, wenn Sünden mich gekränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glid des Lebens Trost mir gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis. Sch will dein hohes Lob erhöhu, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn trachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich), der mich leben heißt. und Dankbarkeit gegen Gott. 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Arm erhob! felbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob! Mel. D Welt, ich mus dich lassen.- 48. 367. ir dant ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür! Du haft, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Tren viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 368. D 201 bereitet war; eh ich zu sein begonnte, und zu dir rufen konnte, da wegst du schon mein Theil mir dar. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit aft ausritsteft, dies, Vater, dank ich dir; daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geift regiereft. dies alles, Vater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben no ty müßt, wirst du mir geben; du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir 4. Du hörtest schon mein Sehnen befehle ich meinen Leib und Seele und zähltest meine Thränen, eh ich| Herr, segne und behüte mich! Rel. O großer Gott von Macht. 5. Du fieß'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. O Höchster! welch Erbarmen! du sorgtest für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geift. Er ist dein größt Geschenke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ists, daß er dich preist. 27) Von der Furcht Gottes. Dein Wort bewegt der Berge Grand, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Welten, o Herr, vor deinem Schelten. du erhabner Gott, an Macht unendlich reich! 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun unt Denten nach deiner Vorschrift lenten. wer ist dir auf der Erd und wer im Himmel gleich? Vor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Him 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, fei mir stets so Seligkeit, als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehoriam zu erfüllen. mel in sich hält, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dateln mich dein helles Antlitz scheun. Erinmre mich an dein Gericht, wenu 2. Du haft durch deine Kraft den zur Verletzung meiner Pflicht bie fuß Pimmel ausgestreckt; die Erde feft der Welt zu Zeiten mich Schwachen gegründ't, dem Meer fein Ziel gefteckt. will verleiten. 202 Zweiter Theil. 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich als Vater lieben kann. Gib, daß ich, frei vom tnechtschen Geist, mit Freuden dir Gehorsam leift, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet 7. Laß, Vater, deine Furcht des uns dir, Höchster, gleich; sie stillet Lebens Leitstern sein, so nimmt kein unsre Herzen, versüßet unsre SchmerSrrthum mich zu meinem Schaden zen, und bringt uns in dein ewig ein. Reich. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd ich im Gewissen die süße Ruh genießen. 8. Entzünd den Trieb in mir, mit Lust zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Trost und Theil. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Gott, wer ist 370. Por dir, o Gott, fich Mel. des 26. Psalms. 369. D Von der Furcht Gottes. - dir gleich, wie mächtig ist dein Reich! dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? Dein Arm wird allenthalben kund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor dir liegt alles aufgedeckt. Wie sollt ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich laff und thu, fiehst du aufmerksam zu, und bringst es einft vor dein Gericht. Wie sollt ich dann nicht beben? auch bei dem beften Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach von Heuchelei und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach lenfte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, * Vater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben sein. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe bloß, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. - unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüt tern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunft bemühn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Ge wissen vor dir zu haben sorgsam sei; und mache von den Hindernissen der Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott ze. 203 wahren Tugend selbst mich frei. Nie| Gott als Zeugen vor sich hat, der före Furcht und Lust der Welt mich, freut sich jeder guten That. das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du haffest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 8. In deiner Furcht laß mich cinst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd ich jenes Leben rben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Ses gen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Mel. von Nr. 72 371. Wielle tennen? Es Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, du der Weisheit verachten selbst beim Spott der Welt. 5. Den Herren öffentlich verehren sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt Wer Gott, dem ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, 7. Sich stets vor dem Allmächtgen der alle seine Pflichten gern, weil scheuen, gibt Heldenmuth und TapferGott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn keit, wenn uns der Menschen stolgleich dazu kein Mensch ihn zwingt. zes Dräuen, was Gott mißfällt, zu 2. Lern Gottes Größe recht empfin- thun gebeut. Sft Gott mein Schuß, den, und fühle deine Richtigkeit! so mein Heil und Licht, so beb ich vor wirst du nie dich unterwinden mit den Menschen nicht. thörichter Verwegenheit zu tadeln, 8. Laß deine Furcht, Gott, mich was sein Rath beschließt, der wun- gieren, mich stets auf dich, den derbar, doch heilig ift. Höchsten, sehn! laß sie mich zu der 3. Wirst du den Höchsten findlich Weisheit führen, so werd ich niemals scheuen, so wird dir keine Pflicht zur irre gehn. Wohl dem, der sich stets Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, findlich scheut; dich fürchten, Gott, daß du sie oft versäumet hast. Wer ist Seligkeit. 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen. Der 11. Pfalm. Mel. von Nr. 46. ol oll Glauben will ich zu dir beten, o Gott, 372. bor deinem Angesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb ich, Gott, vor Menschen nicht! 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Neße stellen, so will ich doch nicht zaghaft sein. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun ist er zu Fall gebracht! so werd ich dennoch nicht verzagen, denn Gott lebt noch mit seiner Macht! 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerechten, befreist ihn gern von jeder Fast; 204 3weiter Theil. hilfft, wenn fie flehen, deinen Knechten, und haffest jeden, der sie haßt. 6. Web dem, der den Gerechten ipottet! Gott haut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten Von dem Bertrauen auf Gott, Mel. von Nr. 72. www fann! 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit, und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dränt! ein Hort ist Gott, ihn 374. Mein laß ich walten. Ich hoff auf ihn! er tennet mich). Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoff nung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, Mel. Wat Gott that, bas ift.- 267. 373. uf dich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag ich ohne meinen Rath, ich meine Glficke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen als Gott und Bater tragen. 2. Du sahest schen von Ewigkeit, wie viel mir niißen würde, bestimmteft meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir guädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte. Du forgft fir mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Baterherz. 4. Die Lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Troft, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugefaget hat! Mel. Was Gott thut, bas tft. 267. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschich, bei deffen Laft 375. Der Herr ist meine Zumein einzger wir größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glück fich macht, läß'st du es teinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht find nicht das Glüd der Seelen. Wer deinen Nath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewiffen die Trilb. fal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? 20ie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ift's fiberwunden! Hoff auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. 1 Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht ver traun? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen mitssen; bu läß'st ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des From und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz. hab ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, du, Herr, zu zernichten. wie groß ist meine Schuld! an dir hab ich durch Ungeduld vielfältig mich versündigt. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Goit. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Roth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen flichn, 5. Seh ich auch gleich nicht immerverflucht, wer von Gott weichet! dein fort zur Hülfe Wege offen; so laß Heiland starb; er, er erwarb, auf mich dennoch, Herr, mein Hort, auf seinem Todeshügel, dir deines Glan- deine Rettung hoffen. Du bleibst bens Siegel. 4. Erbarmender! vergib es mir, nach deiner großen Güte! und stärke zum Vertraum zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich freudig hoff auf dich, du werdest nie, als Bater, mich verlassen, noch versäumen. 6. Sei unbewegt, wenn nm dich her fich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt kränken. Erfüllst du meine Wünsche er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlfein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Frende einst verkehret, und daß ich alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenft, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gib meiner Seele wahre Ruh. Was mich bekümmert, lenke du zu meinem ergen Besten. doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes z11 besorgen. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So 6. Dies sei mein Trost, dies sei mein Licht, wenn mich die Sorgen nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergötzen. Da ist mein Erb und höchstes Gut. O stärke mir dadurch deir Muth bis an mein selig Ende. 377. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 377. 376. ihm in u hast, mein Vater und seinem Der 62. Psalm. Mel. von Nr. 54. Mein Geift soll nun in Gott allein, als Schutze, ruhig sein. Ich stehe dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Ansall soll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beutst du, roher Hauf, Verläumdung, List und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hängt und fracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Weider nachzustellen. Da spart ihr feine Tüde nicht. Shr Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 206 fegnet mich ins Angesicht, und flucht mir gleichwohl in der Seelen. - 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser fein, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich den dich um mich zur Mauer machſt. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht tr hat auj leichten Sand gebaut. ht, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 4. Laß mich fest im Glauben wer den, daß dein Wort wahrhaftig ſei: o, so werd ich hier auf Erden von so Dann werd mancher Unruh frei. 5. Mein Schutz und Sieg in aller Noth, mein Trutz und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig ans, und gründe sich auf seine Güte. ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schuß vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Ihr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 5. Vater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darin großen Trost in Noth. Ja, sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ewges Heil bestimmt. 7. Berlasset euch auf Frebel nicht, 6. Muß ich gleich noch hier auf und seid auf keinen Raub erpicht! Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! sein: wirst du doch von den Beschwer und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. den dieser Zeit mich einst befrein. O, erwünschte selge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Hert, bei dir. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort, das hör ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höchsten Throne, der Richter, dessen Macht und Tren der Unschuld Hülf und Rath verleih, und jedem nach Berdienste lohne. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 378. Gott der Wahrheit! deffen Hoffnung - Mel von Nr. 33. Der höchfie Bater von ewge und stützt und hält, ich erkenn es voller Rene, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379. Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Trost mir bringen. allem, was da Kinder heißt, die Lebens O wie oft vergeh ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. 2. Gott, vergib mir diese Sünde! nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. quell, der Weltberather, den unser Glaub als Schöpfer preist, der diese Welt aus seinen Schätzen blos durch sein Wort hat aufgestellt, und der nach seinen weisen Sätzen Zeit, Maas, Gewicht und Ordnung hält: 2. Der hat sein Herz zu mir ge neiget in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und 3. Laß mich Gram und Sorgen der nun herrscht auf Gottes Chron meiden, weil du für mich sorgst und um dessen Willen will er heißen mein sachst, und bei allem Druck der Let- Vater und mein Bundesgott, an und der Ergebung in seinen Willen. 207 väterlich sich mir erweisen in aller| ist; die Zukunft ändert oft sehr viel, Leibs- und Seelennoth. und setzet jeglichem sein Ziel. 3. Sollt ich nun nicht dem Vater 6. Was sind vor Gott der Mentrauen? sollt ich nicht, wann mich schen Sachen? sein starker Arm verUnglück trifft, voll Zuversicht aufs mag sogleich den Neichen klein und arm Ende schauen, da seine Zucht viel zu machen, den Armen aber groß und Gutes stift't? ich will es thun von reich; wie leicht ist es bei dem gethan, ganzer Seelen, mein Herz sei ganz der bald erhöhn bald stürzen kann. auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt. Macht und Wille nicht. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ewgen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allen andern los; laß mich mit starken Liebesseilen zu dir 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. fiets angezogen fein: so stellt dein 381. Kind sich ohn Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 380. r er nur den lieben Gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und sein Alwiffenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nützlich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läsfet uns viel Guts geschehn. ohl dem Menschen, der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergebnen Schmerzen seines Unglücks trübe Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrigs dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt; der für alles Sorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat: glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshitze, daß dich dein treuer Gott 6. Hast du Angst vor bösen Leuten: vergißt, und daß der ihm im Schooße ihre Bosheit, die dich kränkt, ist mit sitze, der reich und groß und mächtig Gottes Macht umschränkt; will dich 208 Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, Noth und Tod bestreiten; waffnet| lenket, ist auch von dir nicht fern. Erd und Hölle sich wider dich: Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt noch väterlich. 7. Wisse, wen die Allmacht schlitzet, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm 2. Sinds Sünden, die dich schmerund Keilen blitzet; ja ob gleich die zen? ja, fühle deine Schuld, doch ganze Welt bricht und fällt." trau mit ganzem Herzen auf deines 8. Führ dein Leben nur mit Freu- Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe den, warte von des Höchsten Hand, führet die Neu, die Gott gefällt. was er dir hat zuerkannt, schicke dich, Allein den Tod gebieret die Traurigauch das zu leiden; schweige gern zu feit der Welt. allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt verguilgt. Der 138. Pfalm. Mel. von Rr. 42. ch danke dir von ganzem 382. Herr, vor aller Welt. Dein Name findert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis ich deine Güt und Tren, und wie dein Name herrlich sei! 3. Tran Gott, nicht deinen Schlüf jen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wirds besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück! 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weif und ihrem Heil erfah, kann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebent, stehts da. 5. Es mag die Hölle wüthen! um sonst empört sie sich, wenn er dich 2. Ruf ich dich an, so wollst du will behüten; und er behiftet dich! hören, und neue Kräfte mir verwer gleicht ihm? seinen Winken ge leihn! dich müssen alle Fürsten ehren, horchen Erd und Meer. Laß deinen und deinem Wort gehorsam sein! und Muth nicht sinken, dein Schirm und allenthalben mach ihr Mund die Größe Schild ist er. beiner Ehre fund. 3. Der Herr ist hoch; allein er stehet aufs Niedrige, und hälts in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich dech durch ihn erquickt. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 4. Es mag der Zorn der Feinde wüthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt fitr und für! vollende nur dein Werk in mir! 7. Ergib dich ihm mit Frenden, fei start in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer fann dir diesen rauben, der allen Gram zerfirent? 8. Sei froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst Mel Nch Herr, mich armen Sünder. 67. du überführet, daß er der beste mar. 383. Chrift, alles was dich Du denkst wohl unterdessen: der Herr tränket, befiehl ge- erbarmt sich nicht; der Herr hat mein trost dem Herrn. Or, der die Himmel vergessen! doch höre, was er spricht: und der Ergebung in seinen Willen. 9. 3ft auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, Christ und könnt sie ihn vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen; der Herr ists, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomchr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegestron; auf kurze Prüfungstage folgt ewger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. Mel. von Rr. 72. 384. err, mache meine Seele ille! bei allem, was mich fränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann! und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübjal bringt dem ewgen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich sein, siehts gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen befimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer fann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 209 noch mit der Gelaffenheit. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich fommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Nath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ewge Nußen mich erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe sein: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so thr ich auch im größten Schmerz dich Mel. Jefu, meine Freude. 89. 385. Seele, fei zufrieden! was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, faffe frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Nachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Laft dich Schwachen: Gott wirds dod wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn. Mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn: der steht fest, den Gott nicht läßt. Drum faß alle Wetter trachen: Gott wirds doch wohl machen. 99 210 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des 7. Liebt den Herrn, ihr seine Kin Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten, und Gott lasfen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele! für, alles Unglück zu verlachen: Gott wirds doch wohl machen. der! die ihm traun, bewahret Gott, schrecklich rächt er stolzer Sünder frechen Uebermuth und Spott. Rei nem, der ihn liebt, wirds fehlen, darum stärket eure Seelen, und die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! Der 31. Pfalm. Mel. Ale Menschen müssen sterben. 82. err! dir auf 386. Der Erbe weiß ich keinen Freund, als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, sei mir, wenn das Unglück dräut, Fels und Burg und Sicherheit. 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste sichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Neiz entzwei! fteh mir, meine Stärke, bei! 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und schene jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel übt. 4. Dir vertranet mein Gemüthe, fröhlich sing ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefeffelt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich gibst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu fich mir erwie8. Mel. O Gott, du frommer Gott fen hat! angfivoll namit ich mich 388. s hilft uns unser den und dein Auge mir er Flehen; schlossen; doch, als meine Stimme wir dürfen stets getrofst zu seinem Throne schrie, und dir rief, vernahmnst du sie. gehen. Wenn wir in Demuth ihm m - - Aus dem 27. Pfalm. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 387. Der Herr ist meines Le vor Unglid grauen? Er ists, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troy, nichts schreckt mich mehr, hab ich ihn nur zum Freunde. 2. Empöre dich, ohumächtge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heilgen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich eile, Herr, getroft zu dir. Verbirg dein Äntlig nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sei mein Theil, und beßre, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richtger Bahn is deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergib mich nicht, die mich voll Frevel schmähen; 10 werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sei froh! harr unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. und der Ergebung in seinen Willen. 211 flagen unsre Noth: so werden wir nung blickt? ein Herz, das ihm vererhört, so hilft uns unser Gott. trauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und fiehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnlichs Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gesehn. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Siehts gleich gefährlich aus, fann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh lassen; er reißt sie endlich draus. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weisefte zu aller Zeit regieret; fein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig fann gut oder schädlich sein. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schützet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getrost und unverzagt! die Allmacht steht uns bei. Mel. von Nr. 16. 5. Es hilft uns unser Gott, den 390. Herr, mein Gott, durch den ich bin unser Sammer kränket; der sein erbar mend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist, und von dem alles Heil auf uns durch Chriftum fließt. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 301. 389. Was as hilfts, daß ich mich mich ein Leid? quäle? Was fränket Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl; er wirds auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dirs noch gehen mag. Bei Gott bestehts allein; laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dirs wird nützlich sein. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedanten liegt, das wirf in seinen Schooß; vertrau auf seine Güte, und mach dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 6. So fall ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig sein. und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heilgen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmft dich aller deiner Werke! was zag ich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott! dein Wille ist mein Glüd. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogft mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schicft, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müiffe feine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine eigne Schuld, so zag ich nicht. Du gibst dabe Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst dn, Gott, 4. Er wird mich wohl versorgen, mich rauhe Wege führen: so wirst du, und beffer, als man denkt. Wer denn du hörst mein findlich Flehu, weiß, wie nah der Morgen, der mir mir dennoch bald nud mächtig Si den Segen schenkt, auf den die Hoff- l ersehn. 14* 212 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Vielleicht muß ich nach wenig| Muthe singen: o Herr, durch den ich Tagen sterben. Herr, wie du willst! immerfort vollkommen tiberwinde, du soll ich den Himmel erben, und dieser bist mein Heiland und mein Hert, ist im wahren Glauben mein, wie kann auf welchen ich mich gründe. der Tod mir alsdann schrecklich sein? 2. Du macheft meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke, und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurice. Ich biete Trots mit deinem Wort den stärksten Feindesscharen; denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zubersicht das Graun der Nacht besiegen. Mir drohn die Pfeil und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, so wird ihr gifterfüllter Hauch mich auch noch mehr zur Rechten sterben, dennoch nicht verderben. Ich seh nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. 5. Ich fliehe dir alleine zu; wenn alle Teufel toben, so bin ich in ges trofter Ruh, o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen, und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, fie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sei, wo hin ich mich nur wende. - Mel. von Nr. 54. 391. Mas grämst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wirds wohl fügen. Er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was mur geschieht, ist sein Geheiß; wer kann doch seinen Willen hindern? Rein Engel, Fürstenthum, noch Tod, tein Hohes, Tiefes, teine Noth tann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergehn; auf Jesn Tod ist er errichtet. Benn schon ein Menschenfind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht ligt, der fich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dank barkeit, als Glied an Jesu fich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! 5. Wohl dir, o Christ, du hast es gut! mer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 6. Nun denn! ist dir der Weg bewußt, so hab am Herren deine Lust; du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Vorschmad, jenes Freudenleben. Der 91. Pfalm. Mel. von Nr. 222. 392. er unter Gottes SchatW ten ruht, den mag Fein Feind bezwingen. Er tann, bei seiner Allmacht fut, mit frohem 7. Auch Löwen tret ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertretne Nattern frümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt er mich furchtsam machen? Onein, ich tret ihn in den Staub, tret auf den Kopf des Drachen. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh, dein kräftges Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh, und hilft mir triumphiren, und wirst mir, bis ich einstens fatt des Lebens und der Ehren, wie mir dein Wort verheißer hat, die Seligkeit bescheeren. und der Ergebung in seinen Willen. Aus dem 146. Psalm. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 393. fuf, mein Geift, dem Herrn zu singen, der uns alles Gutes gibt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen! ruft die Menschenfinder nicht um Hülf und Beistand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. - 8. O so lehnt euch nicht auf Stützen, die der Tod so bald zerbricht. Gott allein kann euch beschüßen, er hält fiets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Angesicht; es verläßt die Seinen nicht. Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. 394. Mas soll ich ängstlich flagen, und in der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele fein wahres Wohlfein fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geifte nagt, werf ich auf dich, den 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Bater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfft, du segneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, mur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan: kann ich doch des mich trösten, du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Scharen, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dant, der deiner Huld gebührt. 56. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. on Gott will ich nicht laffen, mein Gott kam 395. Vo 2. Was nützt es, heidnisch sorgex, mir zuvor, da auf unsichern Straßen and jeden neuen Morgen mit neuem ich irrend mich verlor. Wie hülfreich Kummer sehn? du, Bater meiner fand ich ihn! am Abend, wie am Tage, weißt, ch ich dirs noch sage, Morgen mich huldreich zu versorgen, mein Leid und auch mein Wohlergehn. ist nun sein ganz Bemithn. 2. Der Menschen Gunst verkehret sich 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. wohl in Haß und Neid; des Höchsten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. & r hilft aus aller Noth; in Ketten und in Banden wird nicht sein Freund zu Schanden; er hilft selbst aus dem Tod. - 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen; er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will ich in meinem Leben mich ganz zu Schutz ergeben; er thu, was ihm gefällt. 214 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Und ihm kann nichts gefallen, als nie fehlet mir mein täglich Brot. was mir mütlich ist. Gut meint ers Sfts gleich nicht viel, doch danke ich; mit uns allen. Und du, Herr Jefu er segnet und sorgt für mich. Chrift! wie laut spricht nicht dein Blut, daß er mein Heil bedenfet! der uns den Sohn geschenket, versaget ans tein Gut. 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren: er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7. So schweig ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das fender Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! 5. Gott forgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er läßt uns seinen Trost erschei nen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen fümmerlich und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott forgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auf erlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. - 7. Gott forgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh: Gott Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 396. Gott forgt fir mich, was sorgt für mich. will ich sorgen? Er ift mein Vater, ich sein sind. Er sorgt für heut, er sorgt für morgen, jo, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich letzt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich). 3. Gott sorgt für mich, nach Seel und Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswert treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der thm nur festiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. ter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehulich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir ringend vor! 2. Mein Geist, fühllos Troft zu fassen, wollte sich nicht trösten laffen. 4. Gott sorgt für mich bei theuern Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst Zeiten; auch in der größten Hungers- mein Leben, schredte mich! meiner noth fann er mir einen Tisch bereiten, Seele Selbfgespräche stürzten fie in 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh, und wenn ich ausgeschlafen habe, jo führt er mich dem Himmel zu, und Leib und Seel vereingen sich, und fingen froh: Gott forgt für mich. Aus dem 77. Pfalm. Mel. von Nr. 201. 397. Meine Stimme ruft zur wo und der Ergebung in seinen Willen. 215 größre Schwäche. Und die Augen| Zebaoth? Er nur zeigt durch Wunhieltest du, daß sie wachten ohne Ruh! derwerke allen Bölfern seine Stärke. 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen! Mächtig machte seine Treu Jacobs, mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Josephs Kinder frei. Endlich lenkt ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 7. Als du wider ihre Hasser anzogst, sahn dich, Gott, die Waffer; ängstlich sahn die Waffer dich, und die Tief entsetzte sich. Dide, volle Wolken gossen Fluthen, und die Don ner schossen deine Flammenpfeil umher, und dein Himmel zürnte sehr! 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthätge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er ver( prach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt, daß sein Zorn es ganz verschließt? 8. Um und um aus deinem Sitze brüllten Donner, strahlten Blitze furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm kund, und es bebte selbst ihr Grund. 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wirds entscheiden! schau, mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich deuk an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mosis, Arons, deiner Knechte, dein Volk, 6. Heilig find, Gott, deine Wege; Ifraels Geschlechte, einer Heerde wer ist, der sie tadeln möge? wer ist Schafe gleich, hin in dein verheißnes groß, wie unser Gott, wie Jehovah| Reich. 29) Vom Gebet. Mel. von Nr. 72. 398. 4. Sein Heil von dir, o Gott, ein Heil, mein Geist, begehren, ist wahrlich keine schwere nicht zu verscherzen, Pflicht. Des Herzens Wünsche dir ersei wach und nüchtern zum Gebet. flären, wie stärkt das unsre Seele nicht Ein findlich Flehn aus reinem zu dem Vertraun, daß du uns liebst Herzen hat Gott, dein Vater, nie und uns gern, was uns nützet, gibst! verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Vater, unsre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja und Amen. Wer gläubig bittet, der em pfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sei mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten haft. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gott, dein Freund zu sein, und ſtößt das ange: 399. Bergnügen, mein Geift, botne Glück muthwillig selbst von sich 7. Mel. Wer nur den lieben Gott. und mit zurück. vor Gottes Angesicht! nie müsse Träg2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs flagt. 216 Zweiter Theil. Vom Gebet. heit dich besiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch Bitten, das aus fel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ist. - Fleiß. 10. Bet oft, so wirst du Glauben 2. Bet oft, doch mit aufrichtger halten, dich prüfen und das Böse Seelen. Gott sieht aufs Herz; Gott scheun, an Lieb und Eifer nicht er ist ein Geift. Wie können dir die kalten, und reich an guten Werken Worte fehlen, wofern das Herz dich sein. Denn Muth und Kraft und beten heißt? Der Glaub an Gott und feinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sitzt, durch seine Fürsprach 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu, die er Gott schwur, vergißt, der spottet unterstützt. ſeiner nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck Mel. von Nr. 234. gute in Freuden, wie freundlich er, bein 400. Von die kommt jede ge Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wah ren Wohl, erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. fühl im Leiden, wie göttlich er dein Leid versüßt. Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Miden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn und preise seine Huld. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht frönt. Was ich auch noch so ängst lich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem llebel, das mich schreckt, dein mächtger Schut mich nicht bedeckt. 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Troft mein Herz. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ist mur dein Wunsch gerecht und gut, so sei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Selig keit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohl dir gefallen, wenn deine Kinder zu flehn, verschmähest nicht ihr schwa 9. Bet oft zu Gett für deine ches Lallen, wenn sie lobsingend dich Brüder, für alle Menschen, als ihr erhöhn. Du ehrst den wieder, der Freund; denn wir sind eines Leibes dich ehrt, und höreft den, der dich, Glieder; ein Glied davon ist auch Gott, hört. Zweiter Theil. Vom Gebet. 217 6. Mit Segen uns zu überschütten, 6. Herr, wenn mich nach Leib und bist du, o Bater, stets bereit. Was Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. ichs betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrict, Hülfe, Rettung, Troft und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne der Andacht Opfer gnädig an. Dein Geift regiere meinen Geist, daß er dich, betend, würdig preift. Mel. von Nr. 320. efu, meiner Seelen 401. und meinem Gott mein versöhnender 2. Dein Vater ists, der dir befohBertreter! wie kann ich sonst meine len hat, zu beten; dein Heiland ists, Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschützt, wird mir kein Gebet gelingen. der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünft, kann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben find wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt, alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beider, Seel und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, flehn und beten. 3. Doch nicht gnug ists, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise beten. Jesu! lehr uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott mur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, gläubig sehen. Mel. Nun danfet alle Gott.. 9. 402. Mohl auf, mein Herz! wohl auf, ein Opfer Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel bringen, weil Gott dich beten heißt, und du durch seinen Sohn ganz freudig treten 5. Wirk selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld verfühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. 4. Komm mur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Bater, hilf! ich bin dein Kind; sprich Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, du willst, du kannst! thu, was dein Wort verspricht. Mel. von Nr. 17. 4. Herr, wenn wir jetzt beten wollen, wiffen wir gar oftmals nicht, 403. D Vater, allerhöchster Gott! daß mir, wie was und wie wir beten sollen. Doch, einem Kinde, verstattet wird, in aller du weißt, was uns gebricht! der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr können beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seufjern noch vertreten. Wenn Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz vor deinem Gnadenthron in Einfalt auszuschütten; das machet dein geliebter Sohn, der heißt mich freudig bitten, und findlich zu dir nahen. 2. O Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Guade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getroft Erhörung hoffen, du seist mein treuer Bater! 218 Zweiter Theil. Vom Gebet. 3. O angenehmer Baternam! jetzt| fallen hat, weil sich auch unser Herz tomm ich armer Sünder, der sonst dir naht, und nicht blos unsre Lippen. voll Zweifel zu dir tam, getroft, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland gibest, mit ihm mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu flatten. Er spricht: ich bete selbst mit dir; mein Geist soll dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So fasse dich, mein blöder Geist! ich hab in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte; ihm lall ich: Abba, Bater! nach, er lehret mich die Worte, er heiligt die Gedanken. 6. Dreicher Trost! Gott kann und will mein Antlitz nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll im Glanben alles nehmen. Mein frohes Beten ftipet sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist mahnt mir im Herzen. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gis uns des Glaubens Zuversicht, so zwei feln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Na men ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Ge milth auf unser Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Glit laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth, so sei doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht fann dein Baterherz verlaſsen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hilfe zu erfangen. Laß heilge Händ uns immer hier aufheben, Bater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd; dein Neich laß uns erfreuen; dein Will gescheh auch hier auf Erd; gib Frieden, Brot, Gedeihen; all unsre Sünden uns verzeih; steh uns in der Versuchung bei; erlös uns von dem Bösen. Mel. Aus Hefer Roth schrei ich. 119. 404. ott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen fo zu beten nicht, daß du uns fannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deiuen Geist der Gnad und des Gebetes. 2. Der nehm sich unsrer Schwachheit an, uns fräftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen; und thu 405. Mit Seufzen flag ish uns auch die Lippen auf, ein Opfer gern wollt ich eifrig beten, und, drückt bir an bringen, daran dein Herz Ge mich meiner Sinden Noth, voll Glandir, mein Gott! 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen: denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieber. 219 ben zu dir treten; gern brächt ich, lieber| Herzen, das dich so oft beleidigt hat; Bater! dir im Geist und Wahrheit mit weil Lust und Andacht keine Statt in Begier die Opfer meiner Lippen. meiner Seele findet. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu falt und schwer, bleibt es am Eiteln kleben. Träg ist oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles ins Gemülthe. 5. Ach, leider! Vater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bercit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein aufs Himmlische gerichtet sein. Gib du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du, und setze meine Seel in Ruh, sich frei 4. Dies, Herr mein Gott, dies fränkt mich sehr, und ich denk oft mit Schmerzen, als wär dein guter Geist nicht mehr in meinem trägen empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. a. Allgemeine 406. Das Gebet des Herrn. Mel. Bater unser im Himmelreich.- 120. Bater! groß im HimBater! groß im Him melreich; wir stehen jept vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron; laut singet vor die unser Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. Gebetlieber. Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 3. Dein Reich erschein in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch in deine Hut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot; du kennst am besten unsre Noth. Hilf uns! entferne Krieg und Streit, Pest, Seuchen, Dürr und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden blühn und laß uus Geiz und Sorgen fliehn. 6. Bergib uns gnädig unsre Schuld, 2. Dein Name müß uns heilig und trage, Herr, mit uns Geduld; sein; erhalte dein Wort bei uns rein, durch dich erweckt, verzeihn wir gern damit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. deinen Namen nennt; ihn noch nicht kennt. Bewahr, was befehre, was auch allen unsern Schuldigern, und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 7. Führ uns nicht in Bersuchung. Sei, Herr, unser Schild, und steh uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand laß uns zuletzt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhu. 4. Dein Will gescheh auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach uns, o Gott, in Leih uns einen selgen Tod. Freud und Leid za dem, was dir ende glücklich unsern Lauf; nimun gefällt, bereit, und wehre allem uns in deinen Himmel auf. 8. Mach uns von allem Ulebel los. Ach, unfre Schwachheit ist sehr groß! o tröfte du uns in der Noth; verHerr, 220 Zweiter Theil. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrfichleit ist dein, o Bater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör uns, Herr, es ist dein Ruhm; im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirft es thun! - Allgemeine Gebetlieder. 6. Stolze haben mich umgeben und Tyrannen; meinem Leben drohen fie, und scheuen nicht dein allsehend Angeficht; aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärt ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuz umgibst! 10. So sei es: Amen! Herr, er hör! Stärt unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing das Amen unser Mund, und es erschall aus Herzensgrund. Der 86. Pfalm. Mel. von Nr. 201. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. - err, erhöre meine KlaHerr, 407. gen! schaue her auf 408. Gott, beine Gitte recht meine Plagen, elend bin ich, arm ich, und vertraue nur auf dich. Nette deines Knechtes Leben, der sich heilig dir ergeben; ach! mir leucht't ein Strahl des Lichts deines Vaterange fichts. weit, so die Wolken gehen. Du trönft uns mit Barmherzigkeit, und eilft, uns beizu stehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Zu dir ruf ich alle Tage: Herr, sei gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir, denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohlgefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade wer den. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. In des Leidens bangen Tagen, 3. Ich bitte nicht um Ehr und wenn mich Feind und Elend plagen, Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, Des guten Namens Eigenthum laß prichst du, zu meiner Noth! eitcl ist mich nur nicht verlieren. Mein wah die Macht der Götter, du allein bistrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm mein Erretter; Herr, wie wirkst du vor deinem Angesicht, und frommer wunderreich! wo find Werke, deinen Freunde Liebe. gleich? 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glüce Demuth, Muth in Noth, das wolleft du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barm herzigkeit vor dir im Tode finden. 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thuft Zeichen; du bist Gott und feiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr. Mel. von Nr. 13. 409. Ich komme vor dein Un. o 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, daß ich möge, zu deiner Furcht allein alles in mir Gott, mein Flehen nicht: vergib mir einig sein! ewig dankt dir mein Ge- alle meine Schuld, du Gott der müthe; herzlich rühm ich deine Güte, Gnade und Geduld! die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe rif. 2. Schaff du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 221 Schmerz voll Dank und Demuth sich er-| mer groß an Rath und That. Du gibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. willst, daß mit Gebet und Flehn wir 3. Sei mein Beschützer in Gefahr. stets auf deine Hülfe sehn. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Bon dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glüick, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und tren in allen meinen Pflichten sei. 2. Drum komm ich auch mit mei nem Beten, o Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur tannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh. 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brünstig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heilgem Muth; so fieg ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets beslissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Bater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache mächtig unterstüzt. 3ufrieden, Vater, folg ich dir, befestge diesen Sinn in mir. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft, so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: bleib, Gott, meine Zuversicht, berlaß mich auch im Alter nicht. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Laß 13. Und wird sich einst mein Ende mir den Tod vor Augen schweben; nahn, so nimm dich meiner herzlich und kommt dereinst mein Sterbetag, an, und sei durch Christum, deinen so sei mein Hingang aus der Zeit Sohn, mein Schirm, mein Schild ein Eingang in die Herrlichkeit. und großer Lohn. 410. Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat; bift der Geber aller Gaben, und im Mel. O Got, du frommer Gott. Mel. von Nr. 234. 1 8. er fann, Gott, je was 411. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn den nichts ist, du was ist, von dem wir alles haben! gefunden Leib gib mir, und daß in 222 Zweiter Theil.- Allgemeine Gebetlieder. folchem Leib ein unverleßte Seel und Lebenslauf, alle deine Wohlthat zäh rein Gewissen bleib. len, würden Zeit und Worte fehlen. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Baterhand. Habe Dank für deine Tren! sie ist alle Morgen nen. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß fein unnützes Bort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Berdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanft muth überwind, und zur Versöhnlichfeit bereit sei, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es chriftlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter man cher Last hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm au dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt ins Leben ruft. 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heikand, ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch dei ner Engel Wacht; laß dieselben bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache und in jeder guten Sache. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß fie täg lich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preist; es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunst zu sehen. 6. Treuer Gott! du wirst mich lehren, wie ich flüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und steh mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Pla gen, meines Amtes Bürd und Laft und sonst alles freudig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Ge fährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid: laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt. Serr! du wirft es also machen, wie es deinem Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und 412. Liebster Jesu! Gnaden sonne, meines Her- Noth herein, scheinet es gar aus zu zens Zuversicht, meine Freude, meine sein: laß mich ruhn in deinem Wonne! ich komm vor dein Ange- Willen, und damit den Kummer ficht. Ob ich schon ein Sünder bin, werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich, auch als Asch und Erde, nicht von dir verstoßen werde. stillen. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danflied bringen, daß du mir viel Guts gethan. Wollte ich von Jugend auf, durch den ganzen 9. Muß ich auch Verspottung hö ren, werd ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht't! wohl! mach immer was du willt, Gott ist mir doch Soun und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. Zweiter Theil.- Allgemeine Gebetlieber. 223 10. Soll ich hier noch länger leben, 6. Drum, lieber Vater! der du nehm ichs gern und willig an. Ich dich so hoch gesetzt, und fürchterich will Gott nicht widerstreben, wenn aus schwarzen Wolken blitzest; schrei ich ihm nur dienen kann. Drum, ich im Staub, hör von dem Thron, Herr, mach mich dir getreu, gib wo du, Weltherscher, sizzest. gefunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen fenfet. Wo fommt mir wahre Weisheit her, wenn fie mir Gott nicht schenket? 11. Soll ich bald von hinnen schei den, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort 8. Erleuchte mich von deiner Höh; der Seligkeit. Nimm, nach hier voll- gib Weisheit, daß ich nie besteh auf brachtem Lauf, meinen Geist zu dir meinem eignen Willen. Hilf mir, hinauf. Nuht im Grabe, müden mein Gott, mit Rath und That, das, Glieder, Jesus kommt und weat was du willst, erfüllen. tuch wieder. tel. In dich hab ich gehoffet, Herr 2c. 413. 3 ch weiß es, Gott! mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn, von dir kommt Heil und Se- gen; ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein 3wed, mein Gott, das beste Theil, sei auch mein Theil auf Erden. 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall auch mir; ift etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Wert von dir begleite Glück; ists nicht von dir, so treibs zurück, und ändre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Wert, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschloffen hat, das muß wohl stehen bleiben. regen noch bewegen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft fieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. 14. 3war wird mir oft der Anfang schwer; hier braust die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünstger beten. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zn weilen graut, zu seinem Zwecke kom5. Wie mancher ist in seinem Sinn men. Er spricht: wer wälzt den Stein schon über alle Berge hin, und wenn uns weg? und er ist weggenommen. er um sich siehet, so hält ihn noch 16. Der Tugend Pfad scheint rauh das nicdre Thal; umsonst war er und wild, er hat, mit Dornen ange fillt, nichts, was die Sinnen rithret. bemfihet. 13. Bent mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmöglich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu ei nem guten Ende. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieber. 224 Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. - 17 Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dirs nicht, du stärkst die müde Seele. Gib, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner See len, vor deinem Bolt, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 414. Ron ganzer Seele preis ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh? Wer gibt uns Kraft zur Pflicht? mur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 5. Berstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Mel. von Nr. 33. 416. D¹ u bist ja, Jeful meine Freude! warum ist denn mein Geist betrübt? kann denn die Freud auch bei dem Leide sein in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meinen Geist mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, fie teine Bung aussprechen kann. 2. Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein böses Fleisch 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie gibt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, mur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich einst dir dort für und für Lob, Preis und 415. V erleih uns Frieden gnädiglich), Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gett alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züch tig mögen ein ruhigs Leben führn. Amen. Gebetlieder. und Blut, und noch der Geist dar wider kämpfet, wird oft dadurch ge kränkt der Muth: drum leg ich mich vor dir mit Flehen, ach stärke mich in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Heil, geschehen, daß ich mög überwinden weit. 3. Du haft, o Held! ja überwunden, gib mir auch Ueberwindungs fraft, und laß mich in den Kam pfesstunden erfahren, was dein Lei den schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da Sünde, Teufel, Höll und Tod man unter deinen Zweiter Theil Füßen liegen to mach sie auch an mir zu Spott. Besondere Gebetlieber. 225 mein Herz nun also ruhn? bin ich nicht ein schnöber Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie fann Gott dein Vater sein? 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin, so gib, daß ich stets an dir bleibe, and in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Lüfte mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben sein. 6. Gib, daß ich mich in die er freue, weil mich dein Herz beständig fiebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gib, daß ich immer stärker ringe, und in Bestegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe; da wird die Freude ewig sein Mel Ah, mein Jesu, sieh, ich trete. 417. SE ual und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sei; denn der Kindschaft Pflicht und Treu brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertrcten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sei? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 4. Stürmen auf mich Trübsalswinde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Bein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär er nicht so hart gesinnt. 5. Darunt sleh ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Arment nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Bater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen. Darum schenke mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen bin ich freilich nicht mehr werth. Doch, da mich dein Geist bekehrt, fann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehr zu meiner Pflicht; Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst; blicke du nun, nach deiner Batertrene, den mit Guadenaugen an, für den Sesus guug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Zucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben. Herr, dir leist ich Treu und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott zc. 418. efreie meinen Geist, o Gott, von schnöden Banden. Du fiehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ift. Mach des 15 226 Zweiter Theil.- Versuchers List durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit ich, schau herab von deinem Gnadenthron! gib mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 7. Ich trau auf Gott: was kann dann meine Ruhe stören? doch bringt 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der die Phantasie mir manchen Schrecken Sünde leicht entzündet, war ich; bei. Der Sorgen kann ich mich nicht Dank sei dir, Gott! du hast mich immerhin erwehren; die Schwermuth, frei gemacht. Doch laß mich, da sich die mich drückt, läßt meinen Geist noch so mancher Fallstrick findet, der nicht frei. Ich seh den stärksten Trost, meiner Freiheit droht, mein Gott, und merke seine Kraft, und seufze, nie aus der Acht! mir überlaffen, daß kein Trost in meinem Herzen bin ich ohne Hülf und Rath! doch durch dich bin ich stark; bei dir ist Rath und That. haft't. Besondere Gebetlieder. außer dir, ist Eitelkeit und Pein. O, möcht ich ungestört mit dir vereinigt fein. 3. Ach! ich sollt himmelwärts, gleich fühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du läß'ft, die auf dich fehn, stets neue Stärke kriegen; du gibst den Mülden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel fehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. meinem Blick den Himmel. Des Bei 6. Der Umgang mit der Welt raubt spiels Neiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedräng, merk ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsatz thut. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, ins unbe und störet meine Ruh durch seine wachte Herz von neuem wieder ein, niedern Triebe; mich dringet Jesu lieb, und ich bin noch so klein! fo wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kömmst du, starter Gott, und machst mein Herz gewiß? 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff auf dich, mein Heil! wie 4. O, dieser Leib des Tods be- würd ich denn zu Schanden im Streit schwert die arme Seele; der Sinnen mit Fleisch und Blut, mit Satan Zauberkraft entrückt dem Geist sein und der Welt? die Feſsel, die mein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, Herz mit Freuden trägt und füßt, des Wegs verfehle, der Borurtheile reicht deine Liebe mir, die unaus Raub, der Leidenschaften Spiel, oft sprechlich ist. thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, stehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Ban den bleibt er ein recht freier Mann. 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, Wie willig laß ich mich mit Liebes es sei dir getlaget! noch lange nicht seilen binden! ich folge dir mit Luft so sehr, als selbst mein Herz begehrt, auf der bestimmten Bahn. Befreie das oft noch in die Welt verstohlne du mich nur von mir und von der Blicke waget, und damit seine Ruh Welt, damit mein edler Geist sein und deine Liebe stört. Doch alles, Freiheitsrecht behält! Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Psalm. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. Alters 419. ie gnädig warst du, deinem Lande! wie halfft du ihm! wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schontest deines Volts mit väterlicher Huld, vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld. - Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. - 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen sündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, foll er ewig glühn? und willst du deine Huld auf ewig uns entziehn? 4. Wann kehrt zu uns zurück dein Troft, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Antlitz sehn; sei gnädig, hilf uns aus! hilf, ehe wir vergehn! 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten! Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erlöften, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube kommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Luft von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Bolt, das feinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! Im Kriege. Mel. Wer nur den lieben Gott, - 7. 420. Es zieht, o Gott! ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, ſo ists für unser Land zu schwer. Sieh! wie die Fürsten sich entzwein, und sich zu unterdrücken dräun. 2. O laß mich hier allein, o Vater, auf dich und deine Vorsicht schaun; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe baun, die ohne dich uns gar nichts nützt, die nur durch dich uns kräftig schützt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böse, Völker, rüstet euch! sei du für uns, so fehlt der Streich. vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie 4. Die allerfeinsten Kriegesliften wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschützer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Je weniger sich öfters zeiget, woher die Hülfe kommen soll, je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll: je größer mache mein Vertraun, o Gott, auf dich allein zu schaun. 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Kraft? Der Ross' und Wagen start Gedränge ists nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kömmt nur voin Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertraun: erbarme 8. Der Herr begnadigt uns; das dich über uns zur schweren Zeit. Land bringt seine Früchte, und seine Laß Gnade nur für Recht ergehn: Hald geht her vor seinem Angesichte, so bleiben wir doch aufrecht stehn. 154 228 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 8. Doch findet, Herr, dein weiser 5. Um seinetwillen schone du; erhöre Wille noch ferner Züchtigungen gut: unfre Klagen. Verleih uns wieder mohlan, so schweig ich und bin stille Fried und Ruh, und wehre allen - bei dem, was deine Vorsicht thut. Ich, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Baterschläge sind. 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was bor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ifts doch gut. 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören laffen. Nein, Bater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Bein geläutert und gereinigt sein. 11. 3nlegt wird jeder sagen müssen, das hat Gott, unser Gott, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern Endzweck leicht die Bahn! zuletzt errettet deine Hand, barmherzger Gott! das Baterland. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. ch Gott! wir treten hier Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme dich, und rett uns alle guädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6. Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenfen. Ach! laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh und Wohlfahrt ernstlich denken. 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wolleft uns erhören! gib, daß wir uns mit wahrer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unferm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 8. Breit wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschütz und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gültigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies alles, Bater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi 421. Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett uns durch deine Güte. die Macht und Ehre! Schau, wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dräuet. von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht lassen.-56. reicher Gott der 422. Schöpfer aller Welt, du Bater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 2. Herr, unsre großen Sünden vers dienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort ge droht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maaß ist voll. 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, daß wirs verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr die uns verliehnen Gaben geschändet, und so lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. 3. Wie öfters ist der Nebenchrift gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und Lift das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih uns solche Missethat um Jesu Christi willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn 3. Ach, unser boshaft Leben drückt nur stillen. Das Lamm, das unsre uns mit Recht zwar hart; doch wollst Sünde trägt, die du ihm selbst hast du uns vergeben nach trener Vateraufgelegt, hat sie ja, Gott, verföhnet. art. Die Sünde trägt zwar Frucht; Zweiter Theil.- Besondere Gebetlieder. doch diese Frucht bringt Schaden. Ach, Herr, vergib aus Gnaden dem, der dein Antlig sucht. 4. Ertrag uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Neu. Erhöre doch nem Zorn verzehren; uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu deine milden Hände, den Schatz der All macht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; drum auf! und schaff uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Bater, damit es etwas sei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersetze, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand; ja fegne, was man pflügt, und tränks mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnüigt. 8. Dein Gutes überschütte und fröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach fröhlich, was da lebt! 229 4. Zwar könntest du, o trener Hort, auch unser Land und diesen Ort durch Sench und Pest verheeren, und ganz und gar uns sündge Schaar in deiIn Senchen. Mel. In dich hab ich gehoffet. 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fänget an zu wüthen; drum flehen wir und schrein zu dir, du wolleft uns behüten. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Ze baoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Bater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigfeit die Schuld, die uns von Herzen rent, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plötzlich sterben. 8. Beschütz uns, Herr, mit deiner Hand; schütz unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. Der 38. Pfalm. Mel. von Nr. 79. - 413. 423. h Gott, du unfer Le. 424. Straf, o Herr! mich nicht im Grimme, und bebenslicht, Herr, unsre stimme über mich kein Nachgericht! Burg und Zuversicht, du Trost und rüge meiner Sünden Menge nicht Heil der Armen! wir bitten dich de- mit Strenge, und verstoß mich Armüthiglich, erzeig uns doch Erbarmen. men nicht! 2. Alles Fleisch ist mir verschwun den von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquidt kein Friede, siech und müde macht es meine Misfethat. In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. 3. Wir beben, Herr, bei deiner 3. Meine Schuld, wie hoch sie stei Stimm. Ach, straf uns nicht in dei get, drückt und beuget mich bis in nem Grimm mit dieser bösen Seuche. den Abgrund fast. Stinkend eitern Hilf uns, o Gott, wend ab die mir die Wunden. Benge Stunden Roth, daß fie uns nicht erreiche. machen mich mir selbst zur Last. 230 Zweiter Theil. 4. D, wie trübet meine Tage manche Plage! frumm gebückt geh ich ein her; schon verdorrt mein Eingeweide; Trost und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh tein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölket Auge bricht. 6.( Meine sonst geliebten Freunde fliehn als Feinde meine Qual und scheuen nich. Alle meine Anverwandten und Bekannten fliehen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergetzet, stellen, mich zu fällen, Netze; falsch ist Wort und That. Die mir Ulebels wollen, denken, mich zu fränken, auf Betrug und auf Verrath. 8. Ich soll taub sein und nicht hören, noch ste stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Lästern tragen, und nichts fagen, wenn die giftge Zunge sticht. 9. Doch ich harre dein, du hörest und gewährest meine Bitte, Herr, mein Gott! übergib mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) - Besondere Gebetlieder. Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Herz zerbricht.) 15. Komme denn, erzeig mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! 10. 3war verdien ich, daß die Freude von mir scheide; ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau, groß von Gnad und Treue, meine Reue! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider deinen Knecht nicht ruhn. Auf der Reise. 215. Mel. Ach Gott, vom Himmel. deinem o 425. 425. I Herr Christ! will ich nun weiter( zur Reise) gehen; du, der du mein Begleiter bist, wirst mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 13. Wie lang sollen sie mich schelten? fie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemühe, Böses fliehe, trag ich Haß und Schmach davon. 1 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen; auch werd ich in der Sterblichkeit nie völlig Ruh erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter setzen muß, und hier kein Bleiben findet. 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh, die rechte Hei math finde. Da sind dann Müh und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 4. An diese Nuhstatt denk ich nun anjetzt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit mich allzeit auf rechter Bahn; und fang ich etwas Gutes an, so führ es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf be kannt, er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu deis nem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dantes voll für deine Führung loben. 6. Nur bitt ich, o mein Gott, ver leih, daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gib Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Laffen. 14. Doch will alle Welt zusammen 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen mich verdammen, so verwirf nur dum, die ich zurück gelassen. Du wolleft mich nicht. Blicke, Herr, von deiner file, mehr als ich kann, mit treuer Zweiter Theil.- Besondere Gebetlieder. 231 Huld umfaffen. O, laß sie dir em-| sie hin! durch Gottes Stimme wird pfohlen sein, und uns bald mit einan- erschüttert die wundervolle Wüste Sin. der freun, wenn wir uns wieder sehen. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reift er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schuß; und wessen Lift, Gewalt und Truzz kann mir alsdann wohl schaden? 10. Gott spricht, daß er verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Chr entweiht. Da 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff es, gnädiglich hier meine Wall- war er König, Richter, Nächer, und fahrt enden. Dann laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. Bei Gewittern. 9. Erschreckt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt sie. das ist Gott von Ewigkeit. 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jacobs Kraft verleihn. Er wird sie iegnen, sie beschir men, um sie wird großer Friede sein. Mel. Run danket alle Gott. 9. Höchster, dessen Kraft Der 29. Psalm. Mel. von Nr. 46. 426. Bringt her, ihr Mäch. 427. Fust, Meer und Erde D tigen der Erde, bringt her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! träget, der Erde, Luft und Meer durch einen Wink beweget: ich lobe deine Güt, ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend kracht. 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestüm empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wasserfluth: 3. So zittert, blitzt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er läsjet seine Stimm im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb, es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 2. 3m heilgen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Wassern donnert er. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern; schnell, wie der Strahl zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern, dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, sie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabue Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. - 4. Gott führet väterlich, zum Nutzen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbetnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blitze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränkt auch das dürre Land. 7. Gebirge stürzet sie zusammen, der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie FlamMen, sie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht; die Wüste 6. Denn ob darüber gleich Luft, zittert, welch Schrecken brauset durch Meer und Erd erschüttern, so darf 5. O Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen! o wahrer Vaterlieb untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ehr furcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn! 232 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. ein frommes Herz doch darum nicht| Mel. von Nr. 42. erzittern! schrect dich des Schöpfers 428. Des Donners schreckendes denke Gebrülle wird deinem Schutz nicht minder mächtig sei. 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu fnechtisch bebest, und unter Blitz und Knall in lauter engsten schwebest. Sieh deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen fann. cher, und die Blige fliehn; bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgefang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirket seine Macht ein ehr- und singt nur von dem Herrn berfurchtvolles Grauen, doch auch nicht standne Lieder. Ihr munterer Gefang weniger ein findliches Vertrauen. An durchdringt der ungemeßnen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Ruhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, und Preis. noch mehr Gelaffenheit. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen, so fuche christlich stark den Unmuth zu bezwingen. Ohn ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nütz und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich bloß, o Herr, durch dich zu dir erhöhet, so fleh ich inmiglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. 11. So oft mir blizen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Blizz hervorgebracht, so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 12. Von unserm Nichts fann nichts so tlar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gib, daß der grause Sturm, gib, daß der Schlossen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch bersehr. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blitz und Stürmen, uns deine Lieb und Macht, o Vater, doch beschirmen! vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schutz als Nutz, dir jeder dankbar sei! 3. D Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter fo majestätisch hören ließ, der selbst des Blitzes Strahlen fenft, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Blitz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplatz dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhigter Dünfte Glü hen sowohl die Menschen als das Bich den Odem matt und feuchend ziehen: wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner fühle Winde ruft. 6. Wie lieblich hebt sich das Ge traide, getränket durch den Regen guß, und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer ver fündigt des Erhalters Ehr. 7. O Gott! wie viele Segenspro ben verbreitest du auch durch den Blitz; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns nütz. Dir sei mein Herz ein Dankaltar; dir bring ich Lob zum Opfer dar. 8. Verfleucht der Knall von Donner wettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blitz uns zu zerschmettern: des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sei treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! Zweiter Theil. 429. Fürbitten. - - Besondere Gebetlieder. Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. ehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthä- nig; du herscheft nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prächtig, im Schüßen stark und mäch- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist leine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern draut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagts und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern chre, wie uns dein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. 233 Bei der Einführung eines Predigers. 430. rlöfer! fich auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig sein. 2. O selig, welchen du erwählet, und deinen Boten zugezählet, wenn er dein Wort aufrichtig lehrt, und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört! für den wir jetzt die Hände falten, 3. So felig sei auch der zu halten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben, mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich belehret, durch feines Irrthums Wahn 4. Die wir zu Herschern haben, bethöret, die Wahrheit selbst gerühret laß deinen Willen thun. Laß deines sehn, und wie sich auch das Fleisch Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. empöret, doch ihre Stege richtig gehn. Du herschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand 6. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde dein streng Gesetz aus seinem Munde, den Sünder wecke, doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sei! 5. Gott von großer Güte, gib ihrem Geiste Licht. Gib Treue' dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß fets durch ihr Bemühn den Frommen ficher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blüthn. Kraft von dir erflehn. 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben 8. Erhalt ihn in den rechten Schranführen in wahrer Frömmigkeit. Herr ten, in Wort, in Wandel und GedanGott du fegnest gern; wir bitten ohn| ten! gib ihm, nur deinen Geift zu Ermüden: gib Segen, Heil und scheun, von seinem Vorsatz nicht zu Frieden durch Jesum, unsern Herrn. wanten, und bis ans Ende treu zu sein. 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleißze reifen sehn, und bei den drückenden Gewichte des Amts, die 234 Besondere Gebetlieder. Zweiter Theil. Bei der Einsegnung der Eheleute. 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran fie Freude sehen; und bricht gleich oft ein will er Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. Gott! des gnaden431. O voller at den h- und Helfer ſein, und stets zur Seite Rand eingesetzet hat, der du ihn seg neft, schützest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade gibst: Leide ewge Freude für sie finden; stehen. Endlich soll sich nach dem Gott will ihnen Kränze winden. Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du haft es wohl bedacht, die heilge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecten. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn in Lieb und Eintracht zu dir gehn; und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergeht. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Bucht, Scham und Treu zu aller Zeit im Wachschum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gib, daß sie deinen Willen thun, und unter deinem Schußze ruhn. 6. O treuer Gott! wir bitten dich, regiere sie stets gnädiglich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dant; bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preist. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein. 116. 433. orge doch für meine Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch verjöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, Gott ist es, deffen weifer bei der Taufe libergeben, dein zu Rath den Ehestand sein und dir zu leben. Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. 5. Führ ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch deines Geistes Stärke. Negier und lente doch ihr Herz von Fleischeslust, vom eitlen Scherz, allein auf gute Werte. Laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. 432. Gott gestiftet hat; er ists, der Eva machte, 2. Du haft sie bisher genähret; du und diese tugendvolle Braut, die er haft manchem Unglücksfall mehr als aus Adams Ripp erbaut, zum ersten väterlich gewehret. Da dein Engel Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet, fügt und schicket. überall, ob er gleich dein Antlig sieht, sich doch für sie froh bemüht: o 1o muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin 3. Sollt ich denn für solche Güte schickt, durch die er wird gesegnet; dir nicht herzlich dankbar sein, und wenn eins das andere zärtlich liebt, mit dankendem Gemüthe mich bei und ihnen Gott den Frieden gibt. solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht O! wie viel Wohlsein regnet täglich voll Rühmens an, was du, herr, reichlich auf die Seelen, die Gott an mir gethan, ach, so würde dies wählen, die sich lieben und zugleich mein Schweigen von dem schnödsten die Tugend üben. Kaltsinn zeugen. Zweiter Theil. 4. Herr! du bists, was mich ergezet, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schäßzet; Herr, du bist mein Gut und Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, selig sterben. - Besondere Gebetlieder. 235 2. Oft hab ich sie schon betrübt. Ach, vergib mir diese Sündel nie hab ich sie so geliebt, wie es einent jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh haben oft, ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben fie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb und Treu, stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Geset verspricht. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn fie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig sein, und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segue du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß fie vor dir bestehen. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt; dies sei mir nachahmungswerth. 7. Lege viele Jahre zu meiner El tern Zeit auf Erden! Laß sie, Herr! in Fried und Ruh mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den 9. Gönne mir die große Freude, sauern Lebenstagen: so gib du bor daß ich an dem jüngsten Tag, nach deinem Thron ihnen frommer Eltern hier überstandnem Leide, einst mit Lohn. Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier, nebst den Kindern, die Eines Waisen. du mir einst in deiner Gunst gegeben; Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. ewig will ich dich erheben. 435.2 直 軒 Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Sesus, meine Zuversicht.- 47. 434. ott, mein Vater! Dank Gott sei dir! du haft Gutes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben; für mich frönst du ihre Müh, mir zu gut erhältst du sie. welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Vater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern frah 236 Bom Lobe Gottes. Bedeck mich durch der Engel Wacht entriffen hat; demüthig ehr ich als Gott und Helfer Tag und Nacht. Zweiter Theil. - deinen Rath. 2. Drum flieht mein fummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht; verlaß mich, schrein: laß auch dein Kind erhöret 7. Du hörest, wenn die Raben bester Bater! nicht. sein, und nimm mein Seufzen auf; gib Kleider anzuziehn, und Brod zu essen, o du reicher Gott! 8. Ich werfe meine Sorg auf dich, mein Gott und Herr! verserge mich, und mach es immer wohl; so lob ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. 3. Ach! flöß mir wahre Tugend ein, so werd ich immer glücklich sein. Herr! leit und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mirs immer wohl ergehn. 4. Von dir kommt alles wahre Gut; drum gib mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl, und stets das beste Theil erwähl. 436. 9 9. Bricht dann mein Lebensziel herein: laß mich des Himmels Erbe 5. Beschütz mich auch, o trener sein. Erlang ich dieses nur, so acht Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst ich weder Noth noch Qual in diesem and Noth, in Seel- und Leibsgefahr. jammervollen Thal. Mel. des 134. Pfalms. 6. O Brunnquell aller Gütigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glücks; du weißt ja leicht für jeden Nath, den deine Hand erschaffen hat. 31) Loblieder. a. Vom Lobe Gottes. uf, Christen! preist mit mir den Herrn! wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durch schauet selbst der Engel nicht. 3. Sa, cure Luft sei, ihn erhöhn! folch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzüdt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, fets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gstt selbst die Engel schuf! welch eine theure sitße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. gedenkt, ihr, denen er Verstand ge 6. Ja, Pflicht ists, daß ihr sein fchenft; die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahy, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn welche Gabe follt uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns gibt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einzge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 237 11. Auf, Christen, preift mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob und den Herrn; wer preist nicht milde Dienste wacht! Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. Mel. von Nr. 436. 13 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel seinen Ruhm! 3. Euch segne Gott von seinems 437. Erhebet Gottes Heiligkeit Thron, und sei dort ewig euer Lohn; ihr, die er sich vor andern weiht, und die ihr vor ihm euch segne Gott, der alle Welt erschaffen hat, und noch erhält. b. Allgemeine Loblieder. Der 34. Psalm. traun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte dich nicht ehren? Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 438. Dir, in ott, wir wer verdient Bertraun, als du? wer lobsingen, und will von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut ich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! kann in der Noth erhören? wer fann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen fehlts an Segen nie; du ernährst und segneft fie. 2. Ja, preist ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! laffet fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! laffet, laffet uns zusammen Lieder singen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 3. Herr, du hast mein Leid vernom men, du sahst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfft du mir, o mein Gott! und du eilteft auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; strecktest, ach, wie dank ich dir, deine Baterhand zu mir! 7. Was die Frommen sich erwerben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht. Wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schätze offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr selig leben, eure Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig sein! 4. 3ittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, uns zu bewahren; Fromme! Gott verläßt euch nicht. Wer will un3 unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Treu steht beim nahen Tod uns bei. 9. Fliehet eurer Zunge Sünden; laßt zu keiner Heuchelei, keiner Sünd euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er iste, 5. Schmecket, Freunde Gottes, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit! ihm helfen kann; in sein Buch sind seine Gnad und Huld bedecket jeden, alle lagen seiner Frommen eingetrader sich seiner freut. Gott kann uns in gen; ihre Thränen und ihr Schmerz allen Stürmen, wenn wir ihm ver- rühren sein erbarmend Herz. 238 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entehret! spottet, Sünder, Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine 440. obfinge Gott mit wah Rache rem Andachtstriebe, Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 1 Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. 12. Weh dem, der den Frommen drücket, Gott siehts! und der Fromme schreit, und Gott hörts, und Gott erquicket ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 13. Züchtigt Gott gleich unsre Seelen: er meints immer mit uns gut, läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschützt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seid sein in alle Ewigkeit. Der 100. Pfalm. 109. Mel. Vom Himmel hoch, da. hr Völker, jauchzt mit 439. Irener, at den frohem Schall Gott der Götter überall! erscheint in feinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlieh uns unser Sein. Wir sind sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid und Hut. - 3. Erhebt, empfangt ihn allzu gleich, und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. Der 103. Pfalm. Mel. von Nr. 265. o meine Seel, und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Tren! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum ſei! 2. Bewein ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Trost empfinden. Er heilt mein Wch und tilget meine Schuld. Der Herr, mein Gott, erlöst mich vom Verderben, und krönet mich, als einen Himmelserben, mit heilgem Schmud und ewig reicher Huld. 3. Er fältigt mich mit aller Güter Fülle, gewähret mir des innern Frie dens Stille, und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr siegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schutz und seine Pflege durch Mose Diens an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns mur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. 5. wir, er verlaffe, und droht er uns mit ſeinem schweren Haffe: so währet doch sein Zorn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und so dient sie nur zu unfrer Šeligkeit, wenn wir auch in seine Zucht gerathen, kindlich trauen, viel höher noch der 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Oft und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Nev und Thränen flehn. 4. Unendlich groß ist seine Treu. Sie scheint uns alle Morgen neu; 7. So zärtlich schont kein Vater und seine Huld und Gütigkeit besteht durch aller Zeiten Zeit. seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebeugten Sünder; er schlägt und Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 239 Zeiten! heilt und lindert ihre Pein, als bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir ans Staub gebauet, und wieder Staub in kurzem werden sein. 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches feine Zeit zernichtet! der Herr von frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr gibt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes, ewig soll er währen, weil - 8. Wie eitel sind doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur sie ihn ehren. mur sieht. 6. Die Thaten seiner Hand find 9. Nur Gottes Treu kann nimmer- Recht und Treue. Gott spricht kein Der mehr vergehen; wenn wir nur fest in gnädig Wort, das ihn gereue. seiner Furcht bestehen, will sie auf Fromme weiß, daß er aus Lieb und uns und unsern Enkeln ruhn. Sein Güte sein Recht gebiete. ewig Heil wird über denen walten, 7. Es dauert fest und ewig unbedie seinen Bund und sein Gesetze weget! er hats auf Stein und uns halten, und was er will, von gan- ins Herz gepräget, daß wir getren zem Herzen thun. und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wint regiert die Völker aller Welt. Lobfingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ewger Uebung hält. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Lust, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben! sie gibt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lob10. Von ihr geleitet, lernt man fingt dem Herrn, ihr alle seine Werke; Wege wallen, die nie verführen, Der Ruhm, so weit er herrscht, verehret seine welche Gott gefallen. Stärke; lobsing auch du, mein Geist, womit sie sich geschmückt wird sehen, dem höchsten Gut. wird nie vergehen. Der 113. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Höh. hr Knechte Gottes, lobt 15. Der 111. Pfalm. Mel. von Nr. 55. 441. Geil ich fröhlich finelobt sei Gott! ihm 442. gen, ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. 2. Groß, majestätisch sind des Höchsten Werke, und würdig, daß man sie erforsch und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er fei, die Welten lehre. Der Höchste heilgen Namen! gelobet fei er nah und sern, und jetzt und ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum Niedergang sei er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Ehr und Schmuck ihn kleiden. Ja, ja, wer ist, wie unser Gott, der hohe Herrscher Zebaoth, der auf das Niedre stehet? 240 Zweiter Theil. Allgemeine Poblieber. 3. Er richtet die Geringen auf, die will dich ewig lieben, ich will, als nach Errettung dürften; und fördert dein Eigenthum, stets erheben deinen des Verlaßnen Lauf, und setzt ihn zu Ruhm! den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Hans schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat( dankts ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der über mit schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Baterhuld mich an, eh ich lebte, eh ich dachte! Leib und Der 117. Psalm. Mel. von Nr. 46. obt, lobt den Herrn, Seele gabft du mir; Gott, o wie ihr Nationen! froh- verdank ichs dir! - 443. lodt ihm, bringt ihm Ruhm und 3. Für mich Armen, mich VerlorMacht! von allen, die auf Erden nen, mich, der ich gefallen bin, gab wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! er seinen Eingebornen, Jesum Chri ftum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb ist immer neu, ewig 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Na- seine Gnad und Treu! tionen! frohlockt ihm; bringt ihm 4. Seinen wunderbaren Führer, Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, feine Treue ist groß und unveränderlich; sie herjchet ewig. Erdkreis freue der Gnad und Trene Gottes dich! seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem dann ich kein 444. bet ben erren, alle Gericht, und mein bebend Herz wird fiille; deines Heils darf ich mich freun! Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibt er Troft und Kraft und Ruh; wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Frieden zu. Was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stützt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, dessen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd und ihre Heere find zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge fehre, ist mir Gottes Segen nah! Thier und Sträuter und Ge treide in den Gründen, auf der Höh, in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeihn und Ueberfluß triest des Allerhöchsten Fuß! Hei- den, preiset ihn alle Böl- fer, denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Al- lelu- ja! Alleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne, und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit! Amen! Alleluja! Alleluja! Mel. von Nr. 108. 445. Sollt ich meinem Gott nicht singen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? Sollte nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreun? Lieben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die Gott, der doch mich liebt! wär er so oft und viel verzeiht! Herr! ich nicht mein Gott gewesen, hätte mich 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgibt; danit, dann bet ich und verhehle nichts dem Zweiter Theil.- Allgemeine Soblieder. 241 sein Angesicht nicht erquicft, so wär Gnade, Treu und Güte froh erhebe ich nicht von so vieler Qual genejen! Tag und Nacht; denn was ich nur bin vom Allsehenden bewacht, gieng ich und habe, fommt von dir, ist deine durch die dunkle Nacht! Gabe. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es 3. Herr! ich muß mit Scham gestegleich, verführt zur Sünde, von der hen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; rechten Bahne weicht: also sieht auch und mein sündliches Vergehen raubt mein Verbrechen mein versöhnter Vater mir billig deine Huld! gleichwohl trägst an, züchtigt mich, daß ichs gethan, du, Gott, mich Armen noch beständig wills nicht mit dem Schwerte rächen, aus Erbarmen. Tausend, tausendmal meil, als ichs verirrt begieng, doch sei dir, großer König! Dank dafür. mein Herz noch an ihm hieng. 9. Wohlthat ist das Krenz der Christen, ists gleich, wenn es da ist, Bein, führt er uns in dürre Wüsten, scheints gleich oft Gericht zu sein! und, was haben wir gelitten? duldeten die Märtyrer nicht viel mehr, als wir, viel mehr, eh sie ihre Kron erftritten? rühmt im Leiden, rühmt und preist Gott, der euch der Welt entreißt! 10. Sft, so lang ich leb am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewigs Heil! die, so hier mit Thränen säen, erndten dort mit Frenden ein; nach des kurzen lebens Pein werd ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 11. Weil denn ohne Ziel, ohn Ende deine Gnaden, Vater, sind, o so heb ich meine Hände zu dir auf, erhör dein Kind: Vater! du wollst Gnade geben, die mich ganz und gar zu weihn, dein Verehrer stets zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der sein wird, war und ist! 4. Ja, Herr! wenn ich überlege, mit wie großer Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch die Tiefen zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 6. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn; daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, haft du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht; all dein Thun ist Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 8. Bald kamst du mit Baterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um 446. Somit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? sende mir dazu von oben deines Geiftes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Tauſend, tansendmal sei dir, großer König! Dank dafür. mein Herz nur zu bewegen, sich ganz zu ergeben dir, und stets deinen guten Willen ohne Murren zu erfüllen. Taufend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und gibet nach deni's Kindern nützlich ist: so hast du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meiner daß ich deine Wundermacht, deine angenommen, wenns auss Höch, ste 16 2. Herr! entzitude mein Gemüthe, - Allgemeine Loblieber. 7. Er half und wird mich fort er lösen. Er hilft, der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und gibt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hieß'st sie wer den, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemü the, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werke! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufrie denheit. Nach einer Prüfung kurzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, Seele! vergiß nicht, was er dir ge than. Ehr seiner Heiligkeit Befehle, und Ruhm und Dank, Herr! bring und bet ihn durch Gehorsam an. ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. 2. 242 Zweiter Theil. gleich gekommen. Tausend, tausendmal jei dir, großer König! Dank dafür. 10. Trägst du nicht in deinen Armen mich oft treu und väterlich? riß mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schützte mich? mußt ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Trost erscheinen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 11. Bater! du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden, heilet meinen Seelenschaden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sei dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod sest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlig sehen, so werd ich, dein Eigenthum, ewig preifen deinen Ruhm. Mel. von Nr. 46. 11 447. Du bists, dem Ruhin und Dank gebühret, Mel. von Nr. 34. nahte, ſo hörte Gott, der Herr, mein 448. Auf, meine Seele, ſingel Flehn, und ließ nach seinem gnädgen du es bist, thut Gott so große Dinge. Rathe mich nicht in meiner Noth Weh dir, wenn ihn dein Herz ver vergehn. gißt! Gott rettet dich ins Leben, will 3. Ich fant in Schmerz und Krank- alle Missethat in Christo dir verge heit nieder, und rief: o Herr, errette ben. gnadenvoller Rath! schon mich! da half mir Gott, der Starke, hier wirst du mit Heile getröstet und wieder, und mein Gebein erfreute sich. erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, flagt ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache fibte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 2. Er hat uns wiffen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem From men, der den Bund nicht bricht schnell eilt sein Zorn vorüber, strat nicht nach unsrer Schuld, der het, begnadigt lieber, nimmt lieber auf u Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Ablers flügeln schwebet Erbarmung über den 6. Um Trost war meiner Seele bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? and Gott verließ den Schwachen nicht. 3. Wie Väter mit Erbarmen qu ihre schwachen Sinder schaun: so that Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 243 Gott an uns Armen, wenn wir in nen! da half mein Helfer mir vom Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, Tod, und ließ mir Trost erscheinen. wir sind Sünder; Gott weiß es, wir Ich danke, Gott, ich danke dir, ach find Staub und der Verwesung Kin- danket, danfet Gott mit mir! Gebt der, ein niederfallend Laub! kaum unserm Gott die Ehre! daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah. - 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Des Ergen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß fie selig werde, 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen mit Furcht und Zittern ringt. Auf! kann, die nur die Welt erzeiget, so daß ihr von der Erde schon jetzt euch hilft, der ewig helfen kann, der dorthin schwingt. Dort nimmt mit Schöpfer selbst, und neiget sein seinen Engeln auch unsrer Brüder Schar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. huldreich Angesicht uns zu; denn außer ihm ist keine Ruh. Gebt unferm Gott die Ehre! 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir singens in die Chöre der Schar, die dich vollkommner preist. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammelns nur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst fingen wir dir Psalmen, wenn wir verflärt dich schaun! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören! mein Geift, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Shr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Gößen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 449. Job, Ehr und Preis dem 9. Kommt, laßt uns vor sein An höchsten Gut, dem Ba- gesicht mit Freud und Zittern drin ter aller Güte! dem Gott, der alle gen; bezahlet die gelobte Pflicht, und Bunder thut, dem Gott, der mein laßt uns fröhlich singen: der Herr Gemüthe mit seinem reichen Trost hat alles wohl bedacht, und alles erfüllt! dem Gott, der allen Jammer recht und gut gemacht! Gebt unserm fillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Gott die Ehre! Mel. Nun dantet alle Gott.- 9. 2. Es danken dir die Himmelsheer, Beherrscher aller Thronen, und die auf Schatten preifen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm Gott die Chre! of Erden, Luft und Meer in deinem 450. Nun banket alle Gott mit Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann. 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Nath, des Vaters 2. Er, unser Vater, woll ein fröhlich Gnade malten! in seinem ganzen Kö- Herz uns geben; der Herr laß uns, nigreich ist alles recht, ist alles gleich! sein Volt, in stetem Frieden leben, Gebt unserm Gott die Ehre! und unsre Nachwelt auch, daß seine Gnad und Treu das ganze Land umfah, sein Segen mit uns set. 16* 4. Sch rief zum Herrn in meiner Roth: ach Geit, vernimm ein Wei 244 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Der große starke Gott woll uns| Schuß, du bist der Müden Ruh; ein von allem Bösen, und was uns scha- Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, den kann, gewaltiglich erlösen; er Gott, bist du. schüß uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns dahier das Leben noch verleiht. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schutz und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn! - 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns sei Ehr und Preis gegeben, was in uns ist soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Mel. Nun dantet alle Gott.<-9. urch dich, o großer 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem das Laster blüht. Ich haffe seinen 451. ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschichts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du erretteft gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du, und 452. Ja Jaudh Schrecken füllt das Land; noch fürcht ich nichts, denn mich beschützt der Allmacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Wcond, den du bereitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein dentst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, be denken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Her, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gib, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sei! - 171. Mel. Wachet auf! ruft uns die. auchze, auserwählt Ge schlechte! freut euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preift den Höchsten hoch! laffet eure Harfen klingen; ihr müst ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! mache es mit frohem Muth auf Saiten spielen gut! Halleluja! sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit und er hälts gewiß. 5. Als Schafe läß'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit 2. Er wohnt in dem reinsten Licht, Speis und Trank, und füllst das Herz Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die mit Freuden; dn sahst mich, eh der Welt ist seiner Güte voll. Drobet Grund der Welt geleget war, zogst schuf er, ihm zur Ehre, der licht mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. erfüllten Sterne Heere, die Sonne die uns leuchten soll. Es fürchte alle 6. Du wogst mein Glück mir ab, Welt den Herrn, der sie erhält! Hal und Leiden, die mich üben, und meileluja! er will, er sprichts, jogleid ner Tage Zahl war auf dein Buch geschichts; gebeut er, wird etwas au geschrieben. Du bist der Frommen nichts. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 245 3. Unser Gott herrscht ohne Schran- errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, fen! er wendet Völkern die Gedanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig fann sein Rath nicht wanten, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Nath und That. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja selig ist, wen Gott erfieft, und sich zum Erbtheil auserliest. ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Bersuchungen der Luft, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten: stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 4. Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolten Heer! ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dent Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn dann gibt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! kann ich größ res Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erd und Himmel wird mir flein, gegen dich verächtlich sein. - 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt; zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Sch piel ein Danklied dir da auf der Harfe für. Halleluja! dir, Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnft mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh ich, Bater, in dein Leben, das nicht leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb und sterbe dir! 15. 454. Mel. Allein Gott in der Höh. timmt unserm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemütthe; es rühm und preise wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket seinem Namen. Mel. von Nr. 108. 453. Gott ott, durch welchen alle Dinge sind, und wirken 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit und vergehn, stärk mich, daß ich dich die großen Wunderwerke, die Majebefinge, lehre mich dein Lob erhöhn! ftät und Herrlichkeit, die Weisheit, laß mich dich im Stillen loben, mich, den du voll Vieb und Huld, aus den Liefen seiner Schuld zu des Christen Höh erhoben; dich erheb ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding erhält. Drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns erschaffert hat, der Seele, Leib und Leben aus 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: väterlicher Huld und Gnad uns Allen Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Echat gegeben; der uns durch seinen 246 Zweiter Theil. Engel schützt, der täglich schenket, was uns nützt. Drum danket seinem Namen. - Allgemeine Loblieber. 4. Der Herr ist groß und mächtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet alles prächtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Mergen, und alles, was er thut. 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebensfron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht. Drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket feinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, voll bringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält. Drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preift ihn früh und spat, ja alles, was mur Obem hat, das dante jeinem Namen. el. von r. 101. 455. obt Gott, den Gott der Stärfe, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werte, aus aller eurer Kraft. 3hr seid sein Eigenthum, fo weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch streidhet, verbreite seinen Ruhm. 5. Drum lobt, erlöfte Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft dessen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der cuch in Christo liebt, euch durch sein Blut erfaufte, auf seinen Tod euch taufte, euch einst den Himmel gibt. der, als der treuste Freund, selbst 6. Lobt Gott, der euch regieret, dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auf erlegt; laßt uns in solchen Proben ihn dennoch findlich loben, weil er aus Liebe schlägt. sich bewegt und regt, was in den 2aften schwebet, und was der Him mel trägt, sei überall bemüht, den höchsten Gott zur loben, der aus den Wollen eben auf sein Geschöpfe sieht. 7. Er ist getreu den Seinen, ent reißt sie aller Noth. Wenn seine Kin der weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für fie macht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sei dir, o Gott, bereit't, denn beint Weg und Werke sind voll von Her lichfeit. Dein Zion lobet dich, men auf sein schwaches Fallen, und lef dirs wohlgefallen; erhör uns g biglich! 9. Mocht es uns balb gelinge von aller Schwachheit frei, ein Opfer bir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig bid erheben, dich Bater und den Sohn! 2. Erhabne Himmelegeister, erwetfet euren Fleiß; gebt euerm Herrn und Meister Dant, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Der Ambrofische Lobgefang over Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, bas Te Deum. ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben fann. 3. Was Obem hat und lebet, was 456. fer Goul err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danten dir. Sehevah ist voz Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 247 9. Sei hier schon unser Trost und Ewigkeit, er schuf die Welt, das Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, urser Trost und Theil! so preisen wir dich in der Zeit, noch beffer in der Ewigkeit. - E Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist Gott Bater dich, dich Sohn, dich Geist. 2. Die Cherubim, die Seraphim, Zebaoth! ich fing aus danferfüllter die Himmel alle fingen ihm: höchst- Brust von deiner Güte, Gott! heilig ist er, unser Gott, groß ist 2. Was ist der Mensch, der Staub, dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr alle Himmel weit geht deine Macht aller Welt, was haben wir, wenn und Herrlichkeit. du es uns nicht schenkst? der unser Aug entzückt? Wer hat mit 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? mit Schönheit, pflanzt den Hain? 4. Wer fleidet Hügel, Thal und Au tränkt sie mit Regen und mit Chau, und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar belehrten, deiner Boten Schar, des Mittlertodes Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preift dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Bater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Baters Sohn! und dich, o Geist, des Wun derfraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, in König, des Reich nie vergeht, du ha dich, Gott! uns Gott zu weihn, amicbriget, ein Mensch zu sein. Dem Labe mahmuft bu feine Macht, zum Fimmel haft bu une gebracht. 6. Zur Rechten Gottes fizest du, mit beinem Bater herscheßt du, bu, der für uns gelitten hat, erwürgt e unfre Miffethat. Im Grabe laf est du uns nicht, du tömmst, du fimmt und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Bolte, Jefu Chrift, unb fegne, was bein Erbtheil ist. Zeit es durch diese Prüfungszeit den Beg zur frohen Ewigkeit. Die Erd it auch bein Heiligthum, auch sie erfülle stete dein Ruhm. mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 457. h finge meiner Seele 8. In dieser unfrer Pilgerschaft sei, Derr, bein Wort une Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o treuer Gott! sei gnädig uns in aller 9loth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß bein Erbarmen uns erfreun. 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz fich freut? wer lieber uns umwandelbar, auch wenn dein Donner braut? 7. Durchbenfe beinen Lebenslauf, Menich, wer half bisher? wer mar, bon deiner Jugend auf, bein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Bolt, bein Eigenthum find wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu! du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Une Slinder trägst du mit Gebuld, lehrft uns durch deinen Geist, unb reut uns unsre indenschuld, du fichst es und verzeihst. 11. Je, deine Glite reicht so weit, so weit die Wolfen zichn. Der jung: Rab, Erbarmer! schreit zu dir, du nähreft ihn. 12. Und rührte dich, o Menschen freund, nicht eines Christen Schmerz? Zweiter Theil. Besondere Poblieder. 248 die stillste Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 13. Weh dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, eilt zu helfen, eh du flehst. Vertraue du dem Herrn. und - 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. Mel. von Nr. 201. 458. Großer Sott, Herr aller Götter! Schöpfer, Mel. Alles ist an Gottes Segen. 459. H Vater und Erretter! alles rufet weit und breit, rühmt den Herrn der Herrlichkeit! Engel preisen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke, so schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit großer Freude deiner Allmacht Proben an; wo ich hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht seines Namens Ehr! und Güte, Wahrheit und Barmher. zigkeit zu des Sünders Heil bereit. 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht gnugsam bren nen. Doch gib mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft, so kann ich gelehrtes Wissen ohne großen Schaden missen, so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. 4. Gib, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, das Innigste zu preisen; du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor, dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch ich dir, Herr, nachzuahmen, daß, wie du, so heilig bist, auch mein Wandel heilig ist. Andre möcht ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken, deiner sich mit mir zu freun. Gott, dein Ruhm sei allgemein. 6. Wie die heilgen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen, so sei, Herr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird ein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr, herrlich err! mein Licht, mein Heil und Leben, wie kann ich dich gnug erheben; was für Lieder stimm ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie soll ich würdig fingen, was du, Herr, an mir gethan? c. Besondere Zoblieder. 2. Du hast meine Seel gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Antlitz sah. 3. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht es bemerken, wie gerecht du, Herr, aus deinen Werken, dir zum Preise regierst? 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn still sein, hoffen, schweigen, stets bor des Kreuzes Last mich drückt; ich will dir, o Herr, mich beugen, bis dein Antlitz mich erquict. Zweiter Theil. Besondere Loblieder. 249 5. Willst du deine Hülf aufschieben? 6. Mein Mund, mein Geist und willst du meine Demuth üben? Herr ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübfal, Noth und Plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur 7. Doch läß'st du auch mein schwaches schwersten Prüfungszeit; deine Stra- Lallen, der du des Herzens Nedlichkeit fen, deine Schläge, sind ja, wenn zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; ichs recht erwäge, Mittel meiner siehst auf die Unvollkommenheit, als Seligteit. wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, feine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Bergeltung darzulegen; böt ich mich selbst zum Opfer dar, so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab und bin. - Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 460. Mein ein Herz, ermuntre dich nun wieder, and finge mit erquicktem Muth jetzt neue Dank- und Freudenlieder dem Herrn, der große Dinge thut; denn er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. - 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denten tief verborgen und noch sehr weit entfernet scheint: hast du schon meine Noth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; drum wird mir sündlich schwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz begehrt; hingegen ist mein zaghaft Hof: 461. fen oft, leider! keiner Hülfe werth; und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 5. Herr! deine Zeit ist stets die befte; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärk und Beste. Wenn Fluth und Sammer auf mich läuft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmest schleunig ihren Lauf. 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dankbarfeit, und dir zum Lobe Lieder fingen, so viel dein Geist mir Kraft verleiht. Im Namen Jesu sing ich dir, in diesem nimm es an von mir! Danklieder bei der Erndte. Mel Nun danket alle Gott. 9. Frohlocket, Jung und Alt, Reichen mit Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. Was ener Wünschen war, ist väterlich erhört. 2. Auf! danket unserm Gott, daß Fried und Ruh hier wohnet. Mit Krieg und Hungersnoth hat uns der Herr verschonet. Kein Feuer, feine Fluth, fein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. 1 3. Die Erndte hat der Herr uns tren und wohl bewahret. Wer hätt, wenn Gott nicht wär, uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn ihn wohl sein mit unserm Acterbau? 4. Umsonst wär unsre Müh, umsonst wär Säen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder 250 Zweiter Theil. triegen. und ne bis zur Mitternacht nicht wieder 462. Erden! Herscher in der Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. ott im und auf schlafen gehn: es wär umsonst gewacht. 5. So aber sorgt und wacht der Herscher in der Höhe; sein Vaterfegen macht, daß unser Werk beftehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 6. Gott ist's, der euch ergeßt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet; dem stellt euch dankend dar, des Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute frönt. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt? gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 3. Bater! du haft aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du haft Reichen, du hast Armen manches, manches Glück gewährt. Gett, der uns viel Guts bewiesen, sei gelobet und gepriesen! 4. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Anen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Ach! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an, und mein Mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit Wohlgefallen. 6. Gib mun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank nichts verscherzen. Schente ferner dein Ges deihn, und laß uns mit deinen Gas ben willig auch den Dürftgen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schenk uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. Danklied auf den Frieden. efingt Gott Ze - Besondere Loblieber. 7. O schmecet doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr, der uns viel Guts verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns gesetzet, groß deine starke Hand, die uns so oft ergetzet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Bolk und Eigenthum. 9. Verleih, o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade; bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wassersfluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich effen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergeffen. Herr! deine milde Hand er freue jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. Gib selber Rath und That, und thu an uns ein Beichen; laß sehen jedermann, du seist, Herr Zebaoth! der Wunder wirken fann, der rechte treue Gott. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigteiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir Gott heilger Geist! den man vor seinem Thron, und hier auf 463. B Erden preist. Zweiter Theil.- Gebet- und Loblieder zc. 251 er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. baoth; besinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Baterland! der Krieg hat es verheeret und bis aufs Mark verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget; um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 4. Befingt Gott Zebaoth, besinget unsern Gott! das Nachschwert legt auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ich, Gott, daß ich noch bin? mur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen; dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich! nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns kommen.<<- 6. 464. Du, Gott, du bist der Trost bereitet. Bon ganzer Seele preis ich dich. Aufs Neue übergeb ich Gott, deiner 5. Bergib mir die gehäufte Schuld von den verfloffnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto feruer tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, Herr, stets gewissenhaft mit mir and vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 3. Herr! ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird fie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danten ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angesehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 7. Dein Geist mach uns bereit, daß wir zu feiner Zeit in deinem Dienst erfalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Wuth entzünden. 8. D Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. viel besfre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Baterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. D lehre selbst mich meine Zeit recht weislich anszukaufen. Laß mich 252 Zweiter Theil.- die Bahn der Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Last er leichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. Gebet- und Loblieder 10. Ihr eiteln Tage flieht denn immerfort; ich halt euch nicht, ver deppelt euer Eilen; mich lüftet nicht, in Mesech zu verweilen; nur bald von hier, und dann geschwinde dort; 11. Dort, wo der Hafen der Glückseligkeit; dort, wo das Kleinod meiner Laufbahn glänzet; dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Siegs sich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gib du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stärf mich wiederum. Mel. von Nr. 324. 405. 5 Sº o ist von meiner turzen Pilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingeflossen! Herr, wie viel Guts hab ich darin genoffen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gefränkt, nur ich hab ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergib es mir! es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müßt ich schon zu dir in so viel Tag und Jahren sein gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weihn. 14. Je länger ich auf deinen Wegen geh, je flarer gib dein Licht mir zu erkennen, je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh. 15. Es ist doch um ein Kleines nur zu thun, so heiß ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd ich, aller Müh und Qual entnommen, vergnitgt und froh in deinem Schooße ruhn. 6. Nur wenn ich mein betrüglich Herz betracht, so wär es doch ohn Mel. Allein Gott in der Höb.- 15. Sonn und deine Guad vergebens; ach! würde 466. Gott ruft er on, bas nur Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock nur bestehn; die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen, und du sollst Frucht an dürren Reben sehn. schafft den Sahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis, und Dank ertheilen! 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold abwägen! o möcht kein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim längsten Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 2. Herr, der da ist und der da war! von Dant erfüllten Zungen sei dir für das versloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, denn sie ist dein, in dei beim Anfang des Jahres. 253 ner Furcht zu leben. Du schützest Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. uns, und du vermehrft der Menschen 468. Abermal ein Jahr( ein wenn zuerst deinem Reiche streben. Tag) 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der laßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu und Liebe bei uns sein! dies, Bater! wollst du uns verleihn in Christo, deinem Sohne. Mel. Welt, ich muß dich lassen. 48. err! der du mir das Herr! Leben bis diesen Tag 467. gegeben, dich bet ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Tren, die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte! ich freue mich in dir. O gib mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaff ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geift den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und nur bei dir in Gnaden, ist im Himmel auch mein Theil. 5. O leite mich im Segen dem großen Jiel entgegen, dahin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist! her zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschossen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtigs Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn ist so schläferig. Heilig, heilig, Heimein Beten, Singen, Lesen, ach! das liger, großer Seraphinen Herr! wehe fann vor dir bestehen? mir, ich muß vergehen! denn wer die Hand des Höchsten. Gott rufet 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehovah, nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich verföhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner Hand, Gott, ein dir sehr thenres Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf, mein Herz! stell dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher frönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Berlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ewgen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger sein, so wirst du bei den Beschwerden, Herr, mir die Geduld verleihn. Deine Treue bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. Mel. Gott, du frommer Gott.- 8. 469. in Jahr der Sterblichbenstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schug und Kraft. 254 Zweiter Theil. Morgenlieder. 2. Herr! deine Güte machts, die 5. Entzünde neue Lieb und Sanft niemals uns zu lieben ermüdet, nochmuth in uns allen. Und soll uns vergißt, daß wir noch übrig blieben. dieses Jahr auch neue Noth befalNimm unsers Herzens Dank denn len: so stärke die Geduld und mache jetze gnädig an für das, was du an deine Treu, o Vater, über uns mit uns in diesem Jahr gethan. jedem Tage neu. 3. Wir schließen uns aufs neu in 6. Gib, daß wir mehr und mehr dein so treues Sorgen, in deine den alten Menschen tödten. Berleih Obhut ein; da sind wir wohl gebor- an Seel und Leib, was jedem ift gen. Da ist das feste Schloß vor vonnöthen; und laß uns, Herr, mit aller Feinde Truß, da läuft dein dem, was deine Weisheit thut, ftets Häuflein hin, und findet sichern wohl zufrieden sein; du machst doch Schutz. alles gut. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! 33) Morgenlieder. Gott der Mein erst Gefühl Macht! gelobt fet deine Trene, daß ich nach überstandner Nacht mich dieses Tags erfreue. 470. M sei Preis und Dank; erhebe Gott, e Seele! der Herr hört deinen Lobgefang: lobsing ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht lag ich, und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freu den, im Glauben selig hier beschlie ßen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, and dein ist unser Leben! du bift es, der es uus erhält, und mirs jeht neu gegeben. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. sei 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuver sicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich dem Nächsten beizu mich gern an stehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebens zeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Frendigkeit, du gebeurt, beschließze! wenn Zweiter Theil. 7 Mel. Ach Herr, mich arnien Sünder. - - 67. 471. Nebent mit fröhlichem schen Schein. och läßt der Herr mich Gemüth eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der fie und mich gemacht. 2. Du Herscher aller Welten nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor dir, du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 5. Nur eins laß mich erflehen, das chriftlich weise Herz, auf dich stets auf zusehen in Freuden, wie in Schmerz; daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu, und froh gen Himmel schauend, denk: Herr, mich fiehest du! Bereit, den Lauf zu schlie ßen auf deinen Wint, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. Morgenlieder. 255 Lippen sein; er hat als das reinste Wesen, auserlesen Herzen ohne fal Mel. von Nr. 79. 472. ( eele! du mußt munter werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb bermag. 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht; so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 4. Ihn mußt du am höchsten achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergegen gleich will schätzen, ehret nicht den Herrn der Welt. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht; wie sich, was der Erdfreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstürmen zu beschirmen, selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielft; aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Dent, daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist be wußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 9. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was Seele, nach der Höhle eines finstern eitel heißt und der deinen Leib, o Grabes reißt. Scheiden nicht ein Leiden, sondern 10. Drum so seufze, daß mein mit Luft und Wonne seh die Sonne, fanftes Schlafen sei, und daß ich wenn des Todes Nacht vorbei. 11. Trau auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten Huld erquict, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß beffer, was dir müzet, und beschützet den, der sich 2. Dech, daß man auf würdge Weise Gott recht preise, wollen nicht nur ihm anvertraut. 256 Morgenlieder. Mel. von Nr. 16. 473. Mein erfler, 474. I ftehen hieß, und mic Mel. Warum betrübst du dich.- 435. hm, der das Licht ent gesund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank! des neuen Morgens Heiterkeit sei meinem Gott zuerst ge weiht. Zweiter Theil. - Wunsch, streben ist, Herr mein Gott! dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Batertreu, mit jedem Tag ist deine Güte neu. 2. Die Sonn enthüllt den Schauplat deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du forgst für mich! Gott, wie vergelt ich dir? ein dankvoll Herz, das bring ich dir dafür. 5. Nimms gnädig an! gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Netter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich tein Sperling auf die Erde: so nimmſt du, Herr, Mit Namen mein Haar. 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu, empfang ich jezo wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 8. Mein Heiland, gib mir Kraft zum neuen Leben, gib mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen hast; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Last. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Bater, bet ich findlich an! ich opfre dir mein Herz! Ein Herz voll Dank und Zuversicht ver wirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preift, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. auch meines Lebens wahr. 475. Dich seh ich wieder Morgenlicht, und kennst du mich und zählst freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will, ent brannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer! dir mit heilgem Muth lobsingen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 6. Ein gut Gewiffen sei mein Theil! das wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume fleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich, du, mein Er barmer, sorgst für mich. 1 9. Dein Auge sieht die Schwäche 2. Du warst auch diese Nacht um meiner Seele; verwirf mich nicht, mich. Was wär ich? hättest du nicht vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir dich so hülfreich mir erwiesen! 31 empor fleht meine Seele stets, und meinem Leben sebeft du jetzt einen du vernimmsts, Erhörer des Gebets! nenen Tag hinzu; sei doch Zweiter Theil. Morgenlieder. 257 gepriesen! durch dich bin ich! und ich| deinem Angesichte ich ein Kind des merke neue Stärke. Dich erhebe meine Lichtes bin, und den angebrochnen Bunge, weil ich lebe. Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christficher Zufriedenheit zu nützen mich bemühe. Prüfe, stehe, wie ichs meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Gott, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. Mel. Werde munter, mein. 116. err! es ist von mei476. Her Nacht vorbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Wacht hat diese Nacht mir und kommt mir schon dein Segen mit der Morgenröth entgegen. 2. O wie theur ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte keine Plage sich genaht. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. - 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig sein, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stärken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red und thu, alles, Herr, regiere du, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 6. Sollt ich heut in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gib dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Netze stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage sein; mache mur, daß ichs ertrage, so find ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trübfal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich meiner Seele an. Neiß mich nicht Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. Mel. von Nr. 463. hr trüben Sorgen 477. Jhr weicht! den Tag hab ich erreicht, die Sonne schau ich wieder! erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, müß euch anjetzt gelingen. 2. Was nur mein Auge sieht, ist um die Weit bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen; dir Ehre zu erweisen, sei dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Du, Herr, haft mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schutz genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf so 4. Ist mein Auge nunmehr lichte, gütig meinen Lauf; lässt mich so so erleuchte meinen Sinn, daß vor manche Gaben aus deiner Fülle haben; 17 258 Zweiter Theil. Morgenlieder. gönnst mir so manchen Segen, und| Throne! dem Vater und dem Sohne, wachst auf meinen Wegen. dem Geist des Herrn sei Ehre! Dreieinigs Wesen, höre! 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig sein. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret; du haft mir Leib und Leben und diefe Seel gegeben. 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! da kannst ins Herze sehen; ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemülhet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 6. Dein Wert wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte: so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 7. Du selber wollst mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich be reiten! 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was du haft angefangen, bas laß zum Ziel gelangen. 9. Da ich selbst nichts vermag, so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Baterhände. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd ich dort aben dich erst recht würdig loben. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 478. ad) auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen, die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dant, gum 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 479. Gott des Himmels und der Erden, Sohn und heilger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Ge fahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sün den jetzt mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; unter deinem Schutz allein kann ich froh und sicher sein. 6. Dir, o grejer Gott, befehle ich, was ich nur hab und bin, meinen Leib und meine Seele, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil mein Schild und Ruhm! segne mich dein Eigenthum. Zweiter Theil. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in den Tod. Sterb ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh. 34) Abendlieder. Mel. Nun fich der Tag geendet hat. 480. o flichen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir denn graun? mich schüßet deine Macht. 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wacheft über mich. 7. Flicht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! Abendlieber. 259 8. Höre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Vater, Sohn und heilger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würdger an. 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. 255. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. Gür 481. ir alle Güte fei gepreift, Gott Bater, Sohn und heilger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich finge. 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. 5. meine mit Reue fühl ich sie. Doch mein 482. Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. - 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väters lich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; ve ib mir meine Sünden. Und tom mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden! Mel. von Nr. 49. 482. Geriefen, Gott! fei dein Erbarmen, du Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gegeben. Herr, wir sinds nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn Ende währt. 2. Verzeih uns, Richter unsrer Seelen, die heut verletzte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih und geh nicht ins Gericht. Hell der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedente dran! wer würd uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßen Schlummer 17* 260 Zweiter Theil. 311. Wir liegen dann und ruhn im Frieden, denn unser Schuß, o Herr, bist du. Hilf Erbarmer! denen, die nach Ruh sich sehnen, die mit Angst und Müh ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröste fie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber haft es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns sein. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirst erscheinen, dir entgegen gehn. 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden; er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häusen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! prüf unser Herz! es flehet dir voll Neue. Ach, laß es uns von dir im Glauben stillen, um Christi willen. Mel. von Nr. 16. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schüßt uns, 483. Der Tag ist hin, du wenn wir hülflos liegen, und wir daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. Abendlieder. 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer fann sie zählen? 4. Bergib mirs, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingerissen: so ist mirs leid, ich stell mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sei mein, so bin ich dein! - 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ichs gleich nicht versteh; du bift gerecht, es geh auch, wie es geh! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenständiger! ich strauchle noch, 485. wie ein Unmündiger. Mel. Werde munter, mein. 116. Mer erde munter, mein Gemüthe! fühle fromme Dankbegier, und erhebe Got tes Güte, die er heut gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 5. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein im Schlaf auch Gutes schaffen! Werk durch dich gelungen, daß du Lebensfonn, erquicke meinen Sinn! mich vor allem Leid und vor Sünden ich laß dich nicht, mein Fels! der gröbrer Art so gar väterlich bewahrt, Tag ist hin. die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. Mel. von Nr. 55. von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann wedst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. ntflohen sind auch die ses Tages Stunden, 484. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was du, Herr, an mir gethan? Rechnung, Wort und Kräfte fehlen, fang ich an dem wir noch des Lebens Glückt nur zu zählen an; deiner Wohlthat empfunden; mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben. ist zu viel, ihr ist weder Maaß noch Ziel. Wär ich nur bei deinem lie ben dir in allem tren geblieben! Zweiter Theil. Abendlieder. 261 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen meine Sünd und Missethat, die ich sei, mein treuer Gott, von mir. Was heut auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad, treibe ferner Satans Tück, Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd und Leid zu bringen. du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du haft, war ichs schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 5. Sieh, ich fall in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schau, voll Reue fomm ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. Odu Licht der frommen Seelen! du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib bei mir, Herr Jesu Christ, da es Abend worden ist! tröfte mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Seel und Leib befehl ich dir. Walt allmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab und Gut, meine Freund und Hausgenossen sein in deinen Schutz geschloffen. - 8. Ach! bewahr uns doch vor Schrecken! schütz uns doch vor Ueberfall! laß uns feine Krankheit wecken! treibe weg des Krieges Schall! wend ab Fen'r- und Wassersnoth, Pest und bösen schnellen Tod! keinen laß in Stinden sterben, noch an Leib und Seel verderben! Mel. Werde munter, mein. 116. 486. f, o Seele, werde munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret, heut auch Freud und Trost gewähret, bor Gefahren mich geschützet, meine Schwachheit unterstützet. 1 4. Ach, laß uns kein banges Schrekken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plötzlich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so seis nicht zum Verderben. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. 487. Feldern, in Städten und in Wäldern ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unsre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr hin, du irdsche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, heifft. Herr! erhöre dies mein Fle- mein Herz nur hell und heiter macht. hen. Amen! Ja! es soll geschehen. 9. O, du großer Gott erhöre, was dein Kind gebeten hat! Sesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Nath. du werther heilger Geift, stärk mich, der du Beistand 5. Höre, Vater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. D, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es mir in dir gewährt. Heilger Geist, laß mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich baun. Hör, Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. - 3. Was jetzt der Leib noch träget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh ich einst aus; dagegen wird Christus um mich legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß und Hände find froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 262 Zweiter Theil. 5. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Ruh begehrt. Einst wird nach allen Sorgen euch, bis auf jenen Morgen, im Grab die stille Ruh gewährt. 6. Die Augen stehn verdrossen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Ifrael. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß keine Noth mich wecke, tein Unfall, teine Pein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher sein! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre kein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen! euch schüße seiner Engel Schaar! Mel. Ach Herr, mich armen S.- 67. 488. Wie lang darf ich noch säumen! Gott, stärke meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Netze reißt; hilf für mein Bestes sorgen, berändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. 2. Das Licht seh ich verschwinden, die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden sein; streich sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Gesetz mir droht. 3. Wenn heut, Herr meiner Jahre, mein letzter Abend ist: gib, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. Abendlieder. und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächti gen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? fühlt ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorg falt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? Prüfung am Abend. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. er Tag ist wieder hin, 9. Gott! der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verleßte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 489. De und diesen Theil des 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden kränken; du liebst Barmherzig teit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter 2. Wars in der Furcht des Herrn, über mir! leb ich, so leb ich dir, daß ich ihn angefangen? Mit Dant sterb ich, so sterb ich dir! Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Berstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgefirebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Pfalm. Mel. von Nr. 42. 490. Mie lieblich ist doch, de deines Namens Ehre wohnt! o gib, daß ich sie gern betrete, weil de dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt; es gibt uns Trost auf Trübfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt; es gibt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die findlich zu dir beten Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine 6. O, laß auch heute deinen Geist Bitte, und stärkst mit neuer Kraft mich lehren, vom Weg, der dir mißden Geist, daß er auf deiner Wahr- fällt, mich abzukehren. Regiere mich, heit Bahn rechtschaffen vor dir wan- daß meine ganze Seele zum Trost deln kann. dich wähle. Mel. von Nr. 55. 263 der Erlöften Zungen froh wird be fungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geift soll sich auf Sein heilges 491. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O, laß auch mich mit Freuden bor dich treten, dich anzubeten! Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. 2. Dich rühmt der Lobgefang der Himmelsheere! auch unser Tempel schall von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin. Paß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen; du, Herr, gibst ihnen Gnad und Ehr; und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißest, Mel. von Nr. 436 hältst du fest. Wohl dem, der sich auf 492. Gott! du bist mein Preis und Ruhm. 7. Dein Tag sei mir ein Dentrrol deiner Güte; er bring mir Heil unt lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müss er mir stets heilig werden! Lob fei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! ist der Tag, beDie Segen eingeweihet, wahr, wenn ich mit deiner Christett Schaar zu deines Hauses Stätte geh, daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seift, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nutzen hör. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer sein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig sein, und gern ihn deinem Dienste weihn. 264 3weiter Theil. Von dem öffentlichen Gottesdienste. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu| daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, meinem Segen feiern mag. Bewahr Lieb und Hoffnung reichlich mehr. mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht; se unser Trost in aller Noth; stärk une im Leben und im Tod. - 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienft und Ruhm geweiht! Der 50. Pfalm. Mel. von Nr. 234. 494. Der Herr des Himmels und der Erde will, Tag des Herrn, Ge- daß die Welt gerichtet werde; nit fchäft und Müh sei von uns fern! strahlenvollem Angesicht kommt uner tommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preist und lobt ihn allesammt. 3. Rühmt feine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 493. Dies, Christen, ist der - Gott und schweiget nicht. Er rift, daß Erd und Himmel hören: nich soll der Mensch nicht stets entehren; er rust, daß alles tief erbebt, wenn seine Rache sich erhebt. 2. Gott wird nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen. Erzittre, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beuzen, des, des sind alle Himmel Zeugen; ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter sein; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen; ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in euerm Lobgefang. zu mir mur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten; vergeßt nur euern Retter nicht; mich preisen, das ist eure Pflicht. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Troft erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Men11.Dheilger Geist! laß uns dein schenkinder, was Gott Jehovah zu Wort so hören heut und immerfort, dem Sünder, der fühn den Bund der 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich schützet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Chrift von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübsal und Gefahr uns treu bewahrt, so manches Jahr: 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig sein, und mach uns von den Sünden rein. Zweiter Theil. Guade bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's, andern einzuschärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? 7. Du spielest nur mit Treu und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau ich herab auf dich, den Schänder keuscher Chen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: licht ist vor mir die Mitternacht. 4 Von der Selbstliebe. 265 erzeige, fo meinst du, ich sei gleich wie du, und sähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donnre dir ins Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm ich, euch hinwegzureißen, euch, Zorngefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten fann. Dnehmet meine Warnung an! 11. So finkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen; süß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau 8. Du magst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Verläum dung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir mein freundlich Angesicht. 36) Von der Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 495. Dein Will ists, großer jelber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Chrift sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigennutz behersche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der fucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deihen Himmel nicht. Nie treffe mich, Gott, dies schreckliche Gericht. wohlgefällt. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelfeiten Schimmer. Die Welt mit immer. Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O felig! wer danach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh und einft vollkommne Seligkeit. 8. Das sei mein Zwed, mein Fleiß. O jegne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gib, daß ich mich so lieb, als dir es 266 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Mel. von Nr. 265. 496. Wichtge Frage! Gott, er bin ich? welche 497. Herr! lehre mich, wenn lehre sie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. ich diene, daß nicht mein Herz des Stolzes fich erfühne, nicht auf sie sicher und vers messen sei. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann find sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? - 3. Ich bin ein Christ nach dem Befenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh, und ob ich auch im Glauben steh. 4. Du kennest unsers Herzen Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich), mein Gott, vor dir gesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch) verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes forgen? was ist, das den zur Beßrung treibt? sich selbst recht kennen ist Verstand; drum mache mich mit mir befannt. 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll ichs ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaßnen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Sugend; gedenke nicht der unvoll kommnen Tugend der reifern Jahre meiner Lebenszeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend strebe, aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ergebe: was ist vor dir, Herr, meine Frömmigkeit? 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu sein; wenn ich die Rach aus Eigennutze haffe; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit mur verlasse; was ist an aller dieser Tgend mein? 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib wir zur Beßrung Lust und Kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre: wer hätte Recht zu diesem Eigenthum? wer ließ 8. Ich muß es einmal doch erfahren, mich früh zur Tugend unterrichten? was ich hier war, und hier gethan. mein Glück mich sehn in meines Lebens O laß michs nicht bis dahin sparen, Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam wo ene nichts mehr heisen kann. sei mein Ruhm? Herr! mache mich schon hier recht flug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab mir 5. Und, Gott, wie oft sind unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte mei stens der Natur und Zeit! wann füh len wir der Tugend ganze Wirde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 267 Kraft, es freudig auszuüben? wer gab| und mein Leben ward mir von dir mir in Versuchung Schild und Sieg? gegeben, und ohne dich vermag ich Weß ist die Quell, die mich mit Weis- nichts. heit tränkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes kräftgen Ruf zurück; jogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabst mir zur Beßrung deinen Segensblick. - 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ewgen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Sabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnützer Knecht. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. - 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mirs? deine Trene, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wie derfährt? Was hat dich, Herr, be wogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig sein. O, laß michs nie vergessen; so werd ich nicht vermessen der Eigene liebe Weihrauch streun. 6. Das nützlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zuge wandt, dein treuer Knecht zu werden: Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. • 498. Was ich nur Gutes habe, deine milde Fleiß auf du Vater alles Lichts. Mein Dasein gib Demuth und Verstand. 38) Von der Sorge für die Seele. 238. Mel, Rommt her zu mir, spricht. 499. err! meiner Seele gros ßen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welch Glück hast du ihr zugedacht! Leichtsinn nie verfehlen. wie viel an sie gewendet! du schufft 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor fie, Gott, dein Bild zu sein, und dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in haft, vom Fluch sie zu befrein, selbst mir ein Herz, das Sünden hasset; deinen Sohn gesendet. das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung faffet. 3. 3u groß für diese furze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif ju werden. diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Troft zu wählen, das sei mein Fleiß und höchster Zwed! laß mich dazu den rechten Weg aus 7. Sib, daß ich dir mich ganz ergeb; und was ich hier im Fleisch noch leb, laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch 4. Mit großer Treue willst du sie geliebet haft, und dich für mich dahin selbst durch des Lebens turze Müh zu l gegeben. 268 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. - 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! schon hier wird dann mein Herz fich freun, in dir, Gott, ruhig leben; Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. und du wirst nach vollbrachter Zeit 501. Lehre mich, Herr! recht was auch zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 500. Nach meiner Seelen Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die furze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd ich einst vor dir bestehn! wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschützest, und mich zur Treu in dieser Pflicht, mit Kräften unterstüßest? stärke mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon wahre Ruh, und dort das ewge Leben. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gett, darüber meiden: was hülfe mirs? kann auch die Welt mit allem, was sie in fich hält, mir deine Gnad ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufrieden heit schon hier in diesem Leben? was fann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst besteh, sei meine größte Sorge! hafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnas den bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre See len sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun; denn, die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; fich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig ste vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Neu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlsein achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glüd entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld fie ehren. Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 269 7. Weisheit ist es, stets bedenken, 8. Einst läß'st du im Gewissen mir daß wir hier nur Pilgrimm' sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ewgen Baterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. diesen Trost genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie auch mir! 9. O, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Verdammlichs an mir sei. - Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. laß fie mich zu allen Zeiten auf den 503. welch ein unschätz Weg des Friedens leiten. bares ist, Herr, Vom Gewissen. ein rein Gewissen; wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müffen. Sein ruhig Herz erzittert nicht, ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. Mel. Welt, ich muß dich laffen. 48. 502. Sin in ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets geniefen. Denn hab ich dieses mur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, im Blick auf deine Gnade, dann wohnet Fried in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird 3. Sollt ich solch ruhig Leben für seines Herzens Ruhe doch dadurch luft der Sinne geben, und dann die nicht ganz bezwungen. Er hätet fich imre Pein, mich selber zu verklagen, vor Ulebelthat, und denkt: der Lügen in meinem Busen tragen: wie groß wird wohl Rath; Gott wird die Unwürd meine Thorheit sein! schuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und feine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhigs wird der Fromme siegen. Herz. Das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei beslissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein, dein heilig Recht nicht zu entweihn, das sei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Neu und Glauben 7. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten, sich deiner Huld zu trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein? suchen. 270 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 7. Mit deiner Gnade tröste mich| verschmerzen, und sich, dein Herz und stärke meine Seele, daß sie vor wallt auf und dräut, und schilt so Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz lieblos und so hart, als es zuerst ge fehle. Denn, wer nur reines Herzens scholten ward. ift, hat immer auch durch Jesum Christ, jam Trost dich, Allerhöchster! 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, fo reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fiehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? - Von der Wachsamkeit. Mel. von Nr. 72. 504. Nicht, daß ichs ſchon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit, und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 11. Du bist gerecht: denn auch be scheiden? liebst Mäßigkeit: denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden: vergibst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft sie; doch du wechselst nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Mel. Wer nur den lieben Gott, Der Trieb des Reids, der Schmäh. 505. Damit ich meine Selt manchen Feind. Du wirst behutsam, schränkst sich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. Hert, daß ich bet und wach! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach 12. Sei nicht vermessen! wach und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohl fahrt an. Die Sicherheit dreht dit den Fall; drum wache fiets, wash überall. 1 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 271 fällt: wird darum-nichts mein Herz 6. Du mußt mit der Wachsamkeit berführen? Ach, jedes Herz hat seine das Gebet verbinden. Was uns Stärk Welt. Den, welchen Stand und Gold und Kraft verleiht, ist bei Gott zu nicht rührt, hat oft ein Blick, ein finden. Geist und Wort hilft dir Wort verführt. fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeihn, wenn du bitteft, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Noth dich stärken. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und fo hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Raum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Bir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht mir den Mel. Vater unfer im Himmelreich.— 120. noch 507. Hier fangszeit. Hier find Fall. Hilf, daß ich mache überall! Rel. Etraf mich nicht in deinem. wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt, das schwache 302. 506. Mache dich, mein Geist, Fleisch sich selbst verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. bereit; Wachen, Flehn und Beten stärket uns zu jeder Zeit, hilft in allen Nöthen. Satans lift kann der Christ durch Gebet und Bachen leicht zu Schanden machen. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. hüte dich! das Weltgericht alle Sünden an das Licht. fei im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. Drum bringt Chrift, 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun felbst dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Roth, selbst der Tod möchten ich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans Lift dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, übergibt er hm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. - 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge; oder, wenn e fich verstellt, liftig an sich bringe. Dach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 5. Wach und gib auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht fann, wer es nicht bewacht, Gottes huld verscherzen. O, es ist voller List, fann sich selber heucheln, und voll Pochmuth schmeicheln. 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünst ger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, und ein Netz bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Lafter fünftlich ein, preift den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd ist leicht gewagtt die Ewigkeit ist ja noch fern! Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu sein begehrt. 272 Zweiter Theil. Von der Sorge für den Leib. 6. Du Jesu! mußt das Beste thun. 9. Wenn schon die Trübsal auf mich Mein Hoffen soll auf dir beruhn. dringt und überall mich Angst um Ach, durch dein Blut bin ich ja dein, ringt, bleib ich doch stets in deiner dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Hand. Ich halt in jeder Prüfung Bein! Mein Gott, mein Gott, laß Stand. Du, du bist durch den nicht von mir, damit auch ich nicht Glauben mein. Nun muß mir alles laß von dir. heilsam sein. - 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz fich fest bis in den Tod. em( 139) Von der Mel. von Nr. 72. 508. Wie mannigfaltig find Sorge für den Leib. uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den traubenvollen Reben mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so befiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt. Laß, deiner Gaben mich zu freun, mich mäßig im Genusse sein. 4. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist er quicken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht träge zum Berufs11. Du bist es auch, dem ich vertrau, so lang ich noch das Elend bau; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre krönt. Herr! steh in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei. geschäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zant, 6. Wer sich den Bauch zum Gott erforen, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Lüste taugt. Gott! laß mich ja dies Lafter scheun, und mäßig stets und nüchtern sein. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Bernunft ge schehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquickung gibst. Mel von Nr. 234. 509. D er Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Bein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Fesseln gibt. Zweiter Theil.- Von der Sorge für den Leib. 273 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eijer dler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht; sie führt Neu und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sind sie vor dem Gewissen Schande, so noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu sein mich stets bemühn. 7. Gib, daß ich allen bösen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh, und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgute Missethat. 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Ges sundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bis Störer deiner Ruh, du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh dieses Leibes Hülle bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. Mel. von Nr. 234. Mel. O Welt ich muß dich laffen. 48. 510. Debes warten und 511. Mas ist mein zeitlich W Leben, das du mir, Schöpfer, meine Pflicht, muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, 2. Sollt ich mit Vorsatz das ver- dort erntet man erfreuet der Tugend lezen, was zur Erhaltung mir ver- Früchte ein. Je länger ich hier wandle, traut? sollt ich gering ein Kunststück vor dir rechtschaffen handle, je größer schätzen, was du, o Schöpfer, selbst wird mein Glück dort sein. erbaut? Wes ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer fein? 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? D Herr! laß mir, im Glauben der fünftgen Erntezeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undant deine Güte. Ein 18 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nützen, und jum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es sein? 274 Zweiter Theil.- Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 7. Was nützt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. redliches Gemüthe verläßt ja seinen Posten nicht. 5. Gib, daß ich flüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Baterhände befehl ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. Mel. D Gott, du frommer Gott. Mel Machs mit mir, Gott, nach.- 24 512. Laß mich doch nicht, 513. Wohl dem, der befre den Schätzen 8. o dieser Erden so meine Neigung weihn, daß fie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? liebt, als Schätze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, dej er lebt, sich über diese Welt erhebt. - 2. Kann ein vergänglich Gut auch unfre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell verlierts oft der, dem der Besitz gelingt. 3. Doch nach den Gütern dieser 3. Ein Gut, das unfern Geist wahr- Zeit mit ganzer Seele schmachten, haftig foll beglücken, muß nicht ver nicht erst nach der Gerechtigkeit und gänglich sein, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. Gottes Neiche trachten: ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Her erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Bers munft zum Spott, ein elend Gold deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gemissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind z jedem Frebel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmensch lich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald praf fend fie verzehrt, bald geizig fie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das fei mein Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum seligften Gewinn bis in die Ewigkeit. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt une nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Flei ßes Antrieb sein. 6. Was find, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur füße Träume finds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken, Zweiter Theil.- Von der Arbeitsamkeit zc. 275 und in des Unglücks Gegenwart den Herr, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du fie reich, wie dich, gemacht. 9. Du haft ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habfucht recht zu sprechen, und selbst der Lugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, chrst, wo du nicht sollst ehren, und wirft um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laffe; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern und affe. Ein weises Herz und guter Muth fei meines Lebens größtes Gut! 6. Mel. Es ist das Heil uns tommen.. err! laß mich doch ge514. lich Gut verwalten. Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hanszuhalten, wie es mir nützt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Belt an ewgen Gütern darbe. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es wir zum wahren Wohl. Drum gib, - Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Ulebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergeffe. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? verführt mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu sehen was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt, wie strafbar würd ich handeln!" 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab ich nur, Höchster! deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld: was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reich thum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er keinen Sünder. wissenhaft mein zeit- die Güter nie verschwenden, die du mir gabft, in dieser Zeit fie nützlich anzuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten fo, wie mir, des Lebens Mith erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenten, also die Güter dieser Zeit zu nüßen, daß ich einft erfreut noch Segen davon ernte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. Mel. Es ift gewißlich an der Zeit.- 30. nur unternimmt, wird, wenne mit 515. Gott ist's, der das Ber- seinem Willen stimmt, nicht ohne mögen schafft, das Fortgang bleiben. Gute zu vollbringen. Er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt 2. Wer das zu seinem Haupizved macht, vor ihm gerecht zu werden, sie uns gelingen. Was man mit ihm und erst nach seinem Reiche tracht't, 18* 276 Zweiter Theil. dem gibt er auch auf Erden vom irdschen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. bedeckt er sie, und segur Arbeit, net bei des Lebens Mülh ihr Herz 517. 3 Müßiggang, find wit, - Von der Arbeitsamkeit 2c. mit Troft und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll Muth mit Luft und Freuden in meinem Stand geschäftig sei; dein Segen fröne meine Tren, daß sie auch andern nütze. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich fie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8 516. Du hast uns, Herr, die erleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Der träge MüBiggang ist dir, o Gott, verhaßt, für uns der Laster Neg, und unserm Nächsten Last. 4. Ach! fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Last, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Gib mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn. 1 o Herr, auf Erden. Drum laß mich doch mein Lebenlang kein Knecht der Trägheit werden. Gib mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, tren und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flößze selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. 3. D Herr! vor träger Weichlich feit wollst du mein Herz bewahren, meine Kräfte sparen. Erholen werd so werd ich aus Gemächlichkeit nie ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, verschäften ganz zu weihn, die du mir mein Vergnügen sein, mich den Ge auferleget. 5. Ein heilger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner 2. In deine Ordnung, Herr, laß Furcht, gestärkt durch dich, mit Freu willig mich bequemen, die Bürden des den zu verrichten. Ein Herz, das Berufs getroft auf mich zu nehmen. sich des Guten freut, gibt zu der Wird gleich mein Angesicht mit saurem Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Schweiß beneßt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestridt. Gewissenhaft zu handeln, mein Leben deinem Dienst zn weihn, so müglich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthum. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 2c. 277 7. Dir zu gefallen, sei mein Zweck 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, bei allem, was ich thue; so wandle ich dazu mich, Herr, auf Erden dein den rechten Weg zu der Gewissens- weises Allmachtswort erschuf, doch ruhe. Denn, wer dir, Heiligster, eine Leiter werden, worauf ich einst mißfällt, was nüßet dem die ganze in jener Welt, die höheren Beruf Welt mit allen ihren Schätzen? enthält, zu höhern Würden steige. - 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. 518. Gott! 9. Hier hab ich gnug. Laß mich nur ott! du bleibst ewig mit den Frommen zu dem Genuß der unsrer Wohlfahrt Himmelsgüter kommen; so wird mein Meister. Wie thöricht handeln un Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, zufriedne Geister! sie quälen sich, völlig erfüllet. und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. Mel. von Nr. 46. 2. Was helfen uns die ängstlich 519. Entehre nicht, mein Herz! mit den bangen Sorgen für den noch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau ich dir, und geh auf deinen Wegen: so wirst du mir, auch ohne Sorg und Kränfen, was nützlich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verlichnen Pfunde, und harr ich nur der rechten Segensstunde: so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werte meiner Hände. Gesegnet sei der Anfang und das Ende! gib guten Stath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich mur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische, erquicken, und stets beglücken. der dich zum Glück erschuf. Die Müh des Lebens zu ertragen, und froh zu fein, ist dein Beruf. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie väterlich; sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 5. Zwar jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? dent: wer ist Gott und wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir nüßet, und was dem Nächsten nützt, als du? wenn er dich führt, regiert und schützet, was fehlet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Wirden? beneide nicht der Großen Glück, sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward kein Ueberfluß gewähret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 278 braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. - 9. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. 10. In Demuth laß mein Herz sich Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; 521. Sei, Seele, stark und dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, müß ewig meine Wollust sein! unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Be fiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohnge fähr, die Hand des Höchsten schickt es her, sein Rath hats so ersehen! drum sei nur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 520. Will mich, o Gott, hienieden 1 - 48. Laft ermüden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Die Lasten, die uns preffen, haft du, Herr, abgemessen, so groß sie immer fein. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, so finds nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sinds, nur Ruthen, womit du, bloß zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 9. O! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübeft, doch niemals unglückselig sein. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüfte schwächen, den eignen Willen brechen, vergällen uns die Luft der Welt. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich sein. Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlaffen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide er quickest du ihr Herz mit Nuh, und einst mit ewger Freude. 5. Drum hab, o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durchs Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist ge treu, und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 6. Du willst den Eifer mehren, 7. És haben ja zu aller Zeit die gehorsam dich zu ehren, mit Glauben Heiligen in Traurigkeit hier oftmals und Geduld, daß wir in unsern Nö- wandeln müssen. Warum willst du then, auch wenn du uns wollt'st tödten, hier nur von Ruh, und nichts von doch traun auf deine Baterhuld. Trübsal wissen? 7. Was will uns, Herr, auch schei den von dir und jenen Freuden, die 8. O bet, und sich auf deinen Gott, in aller deiner Angst und Noth! du für uns ersehn? man lebe oder laß, wie er will, es gehen. Sein sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgehn. Will ist gut, behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 8. 3u jenem bessern Leben willst 9. Der du ein Gott des Troftes du auch mich erheben. Der Tod ist bist, laß jeden, der hier traurig ist, mein Gewinn. Muß gleich mein Leib doch deinen Trost empfinden! Hilf, verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu Seligkeiten hin. den du liebst, und prüfend übst, den Unmuth überwinden! und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. 522. Fin Herz, o Gott! in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Bäter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. wenn ich die schweren Tage standhaft 523. Ich hab in guten Stunden des 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unsrer Sünden läß'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu haffen, züchtigen lassen. 5. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, die ser Zeit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlösten ficher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 279 zu empfahen, und mit dem Troft der Hilfe, die wir merken, andre zu stärken. 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Troft und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. 9. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Be 524. M rather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der All- I weise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirft, was seine Wege waren, nachmals erfahren. Neue Mel. oder Sei zufrieden. arum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch Chriftum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel 280 Zweiter Theil. - Von der Zufriedenheit niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, hütfelos, arm und blos einst ans Licht getreten; nichts nehm ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und 525. W wohlgethan, es bleibt Mel. Was Gott thut, bas ist.- 267. as Gott das Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Fordert er es eintens wieder, nehm ers hin, ich preis ihn doch durch meine Lieder. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergest; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod betriegen, Christi Blut, und sein Muth hilft auch den bestegen. 8. Denn tein Tod kann mich ertödten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endigt dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann werd ich mit bessern Schäzzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergeben. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. Wie er fängt gerecht sein Wille. stille; er ist mein Gott, der in der meine Sachen an, will ich ihm halten Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er läsfet mich nicht fallen, er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglüd wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er weiß nur, was uns nützet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stützet! ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen fann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuletzt mich doch ergetzt mit fitßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, dabei will ich verbleiben! s mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. von Nr. 72. Merborgner Gott, dem was 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller 526. Freuden! du bist mein, ich bin dein; auf der ganzen Welt geschicht, was und Geduld im Leiden. 281 follt ich wie ein Heide forgen, als daß ich gelassen sie ertrage, und machst wüßtest du mein Elend nicht? ver- zuletzt doch alles gut. Auf Kummer stellet gleich dein Antlitz sich, dein folgt zufriedner Dant, auf Klagen Herz meint es doch väterlich. froher Lobgesang. 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir fünftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge stehet aus der Höh und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, hast du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmberzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hasts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts rauben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfülllen, du hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getrost und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! 4. 3u ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, Gott, auf mein Gebet, den Muth, 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so tummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sieh fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. D fieh dahin zu allen Zeiten, in eigner und gemeiner Noth, im Glücke und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts gibt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth Mel, von Nr. 234. 527. Mas ist mein Leben auf vertrauen. Du biſt bei mir. Das stärke der Erde? ein Wechsel ifts von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanfteste Bufriedenheit. Hier wohn ich noch in mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. Mel. O Welt, ich muß dich laffen.- 48. einer Welt, die kein vollkommnes 528. Was ists, daß ich mich quäle? harr auf Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 282 Zweiter Theil.- Von der Zufriedenheit 3. Die kleinste meiner Sorgen ist| sehr veracht't! und doch trug er dies dir, Gott, nicht verborgen, der alles alles gern. Gib, daß ich folge meifieht und hält; und was du mir be- nem Herrn. schieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei Leiden zu meiner Beßrung fruchtbar 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens mir von dir gewähret! Gott, du ge- fein, so geh ich zu des Himmels währst es gern. Was dieses Glück verlegzet, wenns alle Welt auch schäz- Dort wird mein Leben ohne Pein, und Freuden durch dieser Erde Trübfal ein. zet, sei, Herr mein Gott, mir ewig ohne Leid und Thränen sein. fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahreft mich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 529. Mas ist das Leben hier ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Tribsal und Mühseligkeit? Du legst in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind treu gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Leidenswege so manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 1 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erwedte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschrecte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Trost erquict? 5. Er ward beleidigt ohn Vergelten, gegeißelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten; ohn Widerspruch zum Krenz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 7. Drum laß mich mit dem Troste fiegen: Gott gibt nach kurzer Prü fungszeit das allerfeligste Bergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Ber schmachte Leib! stirb und vergeh! ich weiß, daß ich einst aufersteh. Trost in geistlicher Schwermuth. 530. Di u flagst, o Christ! in schweren Leiden, und seufzeft, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du flagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir berge ben? hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn? wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getrost auf ihn? 4. Zum Dulden führt dein Ruf der 3. Mühselig, sprichst du, und be Gnaden, der uns zu Christi Gliedern laden, hör ich den Trost vom Wort macht. Wie schwer war der nicht der Gnaden, und ich empfind ihn nicht; hier beladen! wie hart verfolgt! wie bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich und Geduld im Leiden. 283 bet, und kann nicht gläubig beten;| 12. Zwar ist um Troft dir jeto ich denke, Gott, doch ohne Licht. bange, denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 4. Sonst war mirs Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ichs nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 13. Fahr fort zu beten und zu: wachen, Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen, sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dirk 14. Auf, fasse dich in deinen Nö5. Oft fühl ich Zweifel, die mich quälen, heul oft vor Unruh meiner Seelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn.then! sprich: wollte mich der Herr 6. Zag nicht, o Christ, denn deine auch tödten, so harr ich dennoch Schmerzen sind sichre Zeugen beßrer sein. Mir bleibt das Erbtheil der Herzen, als dir das deine scheint. Erlösten; und will mich Gott nicht Wie könntest du dich so betrüben, eher trösten, so wird er mich im Tod daß dir die Kraft fehlt, Gott zu erfreun. lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint. Trost in Dürftigkeit. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jefum einen Herrn zu nennen, als durch den heilgen Geist. 531. Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ists, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. u flagst, und 2017 fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebeſt glücklicher zu werden, und siehst, 8. Vertrau auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück.SEE Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends 2. Ja, flage! Gott erlaubt die kommen, und stand ihm mächtig bei. Zähren; doch denk in Klagen auch Du sollst dein Nichts erkennen ler zurück. Ist denn das Glück, das nen, sollst das Vertraun auf dich wir begehren, für uns auch stets ein entfernen, und fehn, was Gottes wahres Glück? daß du vergebens strebst. Gnade sei. 3. Nie schenkt der Stand, nie schen 10. Vor Sicherheit dich zu bewah- ten Güter dem Menschen die Zufrieren, läßt er dich seine Streng erfah- denheit. Die wahre Ruhe der Gemütren, und schickt dir diese Laft. Er ther ist Tugend und Genügsamkeit. reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du halteft, was du hast. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen; so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde sein. 4. Genieße, was dir Gott beschie den, entbehre gern, was du nicht haft. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. - - Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 284 3weiter Theil.. 6. Willst du zu denken dich erkühnen, deines Stands Geschäfte, und nüthe daß seine Liebe dich vergißt? er gibt deine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte sehn, dies ist der Weg zu Nuh und Leben. in träger Unzufriedenheit; besorge Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Pilgertage durchgelebt, und einst im 532. seilt der letzte von den Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei. Erkauf die Zeit! und statt zu klagen, sie sei zu turz, gebrauch sie treu! nimm mit er kenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; sie flieht! 8. Mein sprachlos Flehn bei mei nem Ende vernimmst du, Herzens. fündiger. In deine treuen Vaters hände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. ME 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! biſt du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nützen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er rust dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ist Noth! was säumeft du? 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sei wacker, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär auch fern: sei fromm und wandle vor dem Herrn! 533. as sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück besitzen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken, doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, and will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt 7. Wohl mir! wenn ich aus allen ich Gutes wohl verschieben? Nein, Kräften nach Gottes Reiche hier ge- meine Zeit, es auszuüben, ist kurz strebt, in Gott gefälligen Geschäften die und sie verfliegt geschwind. und der Zubereitung zum Tode. 285 4. Denk an den Tod, wenn böse 2. Daß du, o Höchster, meinem LeTriebe, wenn Luft der Welt, wenn ben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. und daß die Zeit, die mir gegeben, Sprich: kann ich nicht noch heute vielleicht gar bald ein Ende nimmt: ferben? Und könnt ich auch die Welt das flöße mir die Weisheit ein, stets ererben, begieng ich doch solch Ulebel nie. auf mein Heil bedacht zu sein. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsboll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheeren, wo ich unendlich leben soll. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnnes Heil. Da, wo mein Schatz ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmelwärts. 7. Denk an den Tod; wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Chrifto sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu lag meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden tommen; sprich: alle Tribjal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. 6. Willst du mich länger leben laffen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Bater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sei nur mein Trost, so gnüget mir. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufst, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? ich seh ihn doch nach dem Erblassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 10. So suche dir in allen Fällen 535. Herr! ich hab aus deiden Tod oft lebhaft vorzustellen; so ner Tren, mir zum wirst du ihn nicht zitternd scheun; Heil, noch Zeit in Händen. Gib so wird er dir ein Trost im Klagen, doch, daß ich sorgsam sei, sie auch ein weiser Freund in guten Tagen, weislich anzuwenden; denn wer weiß, ein Schild in der Versuchung sein. wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 534. Du, Herr und Meister weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. - 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. auf ewig uns verschwunden. Niemals tehrt ein Augenblick, uns zum Heil davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott och nie vergeffen, wie 286 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, unschätzbar sei die Zeit, die du uns deine Zeit ist Gottes Sache. Lern hier zugemessen; wie, was hier von nicht nur den Tod nicht scheun, lern uns geschieht, ewge Folgen nach sich auch seiner dich erfreun. zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich soll. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. Er, 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Mel. von Nr. 13. 6. Laß mich meine Beſserung für 537. Wie sicher lebt der Mensch, mein Hauptgeschäft erachten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer ben ist ein fallend Laub, und dennoch trachten, als erwartete noch heut schmeichelt er sich gern, der Tag des mich Gericht und Ewigkeit. Todes sei noch fern. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nüzlich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah! 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irr thum wahr. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 3. Sprich nicht: ich denk in Glüd und Noth, im Herzen oft an meinen 536. Meine Lebenszeit ver Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, nie mit an gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist 2. Lebe wie du, wenn du stirbst, eine Frist zu unserm Heil. wünschen wirst gelebt zu haben. 5. Der Tod rückt Seelen bors Güter, die du hier erwirbst, den, die dir Menschen gaben, wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. Wür- Gericht; da bringt Gott alles an das nichts Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt zum Tode Freudigkeit. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. tehrt; ein gläubig Herz, von Lieb 5. Daß du dieses Herz erwirbst, erfüllt, dies ist es, was in Chrifto gilt. fürchte Gott, und bet, und wache. 9. Die Heiligung erfordert Müh; Sorge nicht, wie früh du stirbst; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihm folgt und sich vom Bösen ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier annoch zu leben habe? dent, o Seele, an den Tod! fäume nicht, denn Eins ist noth. und der Zubereitung zum Tode. du aber, ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geistes in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meinen Lüften widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Mel. Entbinde mich, mein Gott. 418. 538. Mein Lebensfürst, zeig mir, in deines Geiftes - 287 naht, je stärker steh mir bei! auf daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine letzte Zeit die allerbeste sei. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 3. Laß mich, Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh ich sterben muß recht abgestorben sein. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bessers wähl, als Welt und falschen Schein, und so von ihr entwöhnt ich meinen letzten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 5. Gewähr, eh noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Lust zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade, sie wird mir mehr als Welt, und mehr als Leben sein. O führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlöft, in deinen Himmel ein. Dir übergeb ich mich im Leben und im Tod; im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. Mel. von Nr. 110. lichte, wie alles Irbische so gar ver- 539. Mie ungewiß ist, Herr, gänglich ist. alles, das Ziel der Walljuletzt die Zeit zu nichte; und du, fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig 0 Mensch, der du doch so gebrechlich oder viel an Tagen zählen werde, bist, lebst ficher! lehre mich, unwan- das weiß ich nicht; du weißts allein. delbarer Gott! und so gedenk ich erst Ich kann vielleicht der nächste sein, mit Klugheit meinen Tod. vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter 2. Bin ich erbaut aus befferm Zeug fträflicher, verwegner Sicherheit! oals andre, die an Jahren und Munmeine Sorge sei, dir, Gott! mich terkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. ergeben; dein Wille sei mein Will in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben start, und in der Liebe tren, ich deiner Zukunft stets wachfam gewärtig sei. 3. Wenn ich die Gottesäcker seh und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh, in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts ge macht: so würd ich oft mit Schrelken mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunft der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Grä4. Gott, deffen Flügel mich in aller bern flug zu werden. Nur der ist Noth bedecken, je mehr der Tod sich weise, der bedenkt, wie viel von sei 288 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, - nem Tod abhängt, und der dazu in Docht verlodert, und mich Gott zur Beiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. Erinnre mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltluft mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten, auf folchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe, so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden scheun, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. 7. Gib, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimnit, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weggerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus die ser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemeßner Schritt. Meine Kraft ent wickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich merk, indem ich steige, wie ich mich zum Sinten neige. 4. Menschen! was ist euer Leben, wenn ihr gleich so sicher seid! Stun den hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. einmal sterben muß. der Tod nicht kränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. 6. Laß mich, Gott, mein Heil be denken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt vers läsfest du, willst du dich mit eitlen Din gen um dein Glück im Himmel bringen? 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, soll dern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. 540., Herr! lehre mich Mel. von Nr. 42. bedenken, daß ich Den wird einst 541. Ich will dich noch im Tod Grabe preis ich dich; zum Segen erheben, selbst nah am gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segneft mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn, mein Tod sell auch dir heilig sein. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen, dessen Schein mich noch erfreut. 2. Gott! welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd entziehst, Will ich mich denn nicht erkennen? auf mich, den du getreu befunden, was ist meine Lebenszeit? kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so vergänglich bin, wie geschwind mein voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger! in dein Gericht geht du mit mir Erlösten nicht. und der Zubereitung zum Tode. 289 3. Der Leib wird schwach; die ird2. Wer an ihn glaubt, wird selig, sche Hütte, in der mein Geist hier dies Wort steht ewig fest. Die Freuwohnt, zerfällt; schon gehen meine den sind unzählig, die es mich hoffen müden Schritte den Weg zu Gott läßt. aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du fennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrefken dräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele fint ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibft deinem Engel schon Befehle, der fie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich vor dir leben. Wie legnet dann dein Antlitz mich! o Tod, Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Christus, der ist mein Leben. 542. M ein Jesus ist mein Leben, reißt schon der Tod mich hin. Was sollt ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gefrönt. 7. Wer kann dich gnug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Sm Himmel ist mein Theil. O theure, hohe Gnade! o unaussprechlichs Heil! 10. Erlöser! sieh, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir geschafft. 11. 3u dir, Herr! will ich flehen, so lang ich fallen kann. Du kannst mein Innres sehen und nimmst auch Senfzer an. 12. Du selber hilfst mir ringen; allmächtig hilsst du mir, ins Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. O wohl mir! ich vollende mun bald den schweren Lauf. Du nimmſt in deine Hände den Geist, mein Heiland! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. Mel, von Nr. 37. dein Feind noch ist, mit Wohlthun 543. er du die Liebe selber doch begegneft: o bilde meinen Sinn bist, und gern uns nach laß mich doch, mein Menschen segneft; ja selbst dem, der Heiland, hier, wie du gewandelt, 19 290 Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. wandeln. Die können keine Christen nicht bloß für mich; mein Nächster sein, die sich nicht andrer Wohlfahrt ist sein Kind, wie ich. freun, mnd menschenfeindlich handeln. 3. Sein Heil ist unser aller Gut. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit Ich sollte Brüder hassen, die Gott war für die Menschen Segen. folgten Lieb und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du giengst, gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Ärmen. Dir durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen laffen? daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? Du 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten fucheft du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Ta gen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das stehst du, mein Erlöser, an, als sollt ein Mensch noch sein, und dich hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich in Brüdern nicht erfreun? 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nächften beizustehen, betrübter Herzen Troft zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Red- 545. lichkeit und Treue nicht versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlig sei nie fürchterlich, und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist. Sib Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. Rib mir, o Gott! em Herz, das jeden Menschen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid, und Härte flicht, und sich um andrer Glüd, als um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb, und will, daß ich den nächsten liebe, gleich als mich. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch fets Herz und unbemerkt von ihnen, müß andern dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst 2. Wir haben einen Gott und Herrn, dem Durstigen begegnet, ein Blick voll sind eines Leibes Glieder; drum diene Trost, mit dem mein Herz Bedrängte deinem Nächsten gern, denn wir sind segnet; ein Rath, mit dem mein alle Brüder. Gott schuf die Welt Mund im Kummer andre stärkt, Mel Machs mit mir, Gott, nach.- 26. o jemand spricht, ich 544. der Liebe des Nächsten. 291 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Güte haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft beneiden, 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und Gütigfeit dir ähnlich werden. Gib dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. - Zweiter Theil. Von nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Verdienst, deckt seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten! drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf Mel. von Nr. 13. mich schelten. Gib, daß ich dem ver- 547, Nur Liebe ohne Heuche jeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. lei zeigt, ob man neu geboren sei; sie zeigt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränttem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behilflich sein. 3. Kannst du des Nächsten Elend 8. Den, der im Glauben wankt, sehn, und ungerührt vorüber gehn: im Glauben zu bestärken; den, der so stehts um deinen Glauben schlecht, noch sicher ist bei seinen Fleisches- so ist dein Christenthum nicht ächt. werfen, von der verkehrten Bahn auf 4. O sprich nur nicht: er ist mein rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Feind, wie kann man sein des FeinKraft und segne mein Bemühn. des Freund; der Feind bleibt ja dein 9. O heilige du selbst, Herr, mei- Fleisch und Blut; thu, was der Saner Seelen Triebe, durch deine Lieb mariter thut. und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft betrübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach; o folge diesem Beispiel nach. Mel. von Nr. 55. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm 546. Hilf, Jefu! daß ich meinen gibt. So schränket sich der Christ nicht ein; auch Feinden wird er gütig sein. Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränte sein Herze fränke. 7. Dein Herz sei voll von Lieb und Huld, von Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünftger Lohn ist groß. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gib, daß ich als ein wahrer Christ nach deinem Beispiel liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Seelen Wehl recht theuer achte. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Denn du Friedens auf, wo dich und jeden haft selbst für sie in Todesbanden Menschenfreund die Lieb aufs innigste vereint. biel ausgestanden. 19* 292 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her au mir, spricht- 238. 548. Drechtigkeit, und haffeft liebst, rechtigkeit, und haffest den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken gibet. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, ftets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schuöder Habsucht und Gewinn des Nächsten Recht zu kränken. den sucht, und andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Scha- vergessen. 549. Gott 4. Nie seufze jemand über mich! mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben.. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Men schen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten meffe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. von Nr. 108. ott, der du die Men- ster sei. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zanfsucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du; o, so hilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt. gorns Naserei nie des Herzens Meischen liebest, der du 4. Wer mir flucht, den will ich nicht ein strenges Recht, sondern lausegnen, so wie mein Erlöser that, ter Gnade übest an dem sündlichen und dem nachsichtsvoll begegnen, der Geschlecht: laß mich deinen Geist be- zum Zanken Neigung hat. Für die feben, daß ich, Bater, als dein Kind, Feinde will ich beten, und vor dich, liebreich sei, wie du gesinnt. Herr, du Friedensfürst, wenn du Menschen du wollst den Sinn mir geben, der richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, bei Fehlern Nachficht zeigt, und mit treten. Gott des Friedens! segne du Sanftmuth spricht und schweigt. mich in deiner Kraft dazu. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis cinst in der Herrlichkeit ewger Friede uns erfreut. 3. D, wie wird das Herz beschwe ret, durch des Zornes Leidenschaft! Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. Zantsucht und der Haß verzehret nach 550. Herr, err, mein Verföhner! und nach des Körpers Kraft, hemmt der du für mich litden lauf von unsern Jahren, macht teft, und noch zur Rechten Gottes zum Himmel ungeschickt. Herr, der für mich bittest: erweck in mir, du auf mich Schwachen blickt, ach, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmutb wolleft mich bewahren, daß des Jäh- Triebe. - Zweiter Theil.- Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 2. Wann hast du jemals Haß mit Mel. Herzliebster Jefu, was.- 131. Baß vergolten? du schaltst nicht wieerr! deine Sanftmuth der, als man dich gescholten. segnetest mit Wohlthun nicht blos wie viel haft su vergeben und verFreunde; nein, selbst auch Feinde. Du 551. He ist nicht zu ermeffen! gessen? ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der wie du, vergibet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Luft zu deinem Namen der Nachgier Samen. 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, flagen, mein stolzes Herz fann, leider! wenig tragen, und schwerlich weiß ich, wenn mich andre haffen, mein Herz zu fassen. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht Glut ersticken; laß sich dein Bild in 6. So hilf mir denn, die wilde übersehen. Laß mich, wenn sie mich meine Seele drücken, so werd ich auch empfindlich kränken, an dich gedenken. mich versöhnlich finden lassen, den Feind nicht hassen. 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigteft unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Born entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 8. Erwecke denn, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen, und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 9. Laß mich mit Sanftmuth mei8. Verleih mir das um deiner nem Feind begegnen, den, der mir Sanftmuth willen, so erb ich auch flucht, voll Großmuth, wie du, seg- im Lande deiner Stillen die Selig Herr, mache gegen alle, die keit, wozu sie jenes Leben einst wird mich haffen, mein Herz gelassen. nen. erheben. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, Mel. von Nr. 50. to laß mich, ihr zu widerstehen, auf 552. Nie will ich dem zu scha dich dann sehen. den suchen, der mir 11. Du schützeft den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segInen; dies ist des Herrn Gebot. 294 Zweiter Theil. 2. Er, der von feiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ists, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch felig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren, so bessert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem ers böse meint. - Von der Dienstfertigkeit zc. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott. 553. We der Dienſtbegierde fennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch sucht zu Mel. D Welt, ich muß dich lassen.- 48. aller Menschen Baerreichen; er hält für eignes Wohl 554. D" ter! bu gütigfter ve 4. Ich will mich vor den Fehlerv hüten, die er von mir erfann, und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertraun: Gott schüßt. 8. wirft seine Gütigkeit. Er ficht auf ie selig lebt ein Mensch, seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich, er fühlet fremde Idoth, als träf ihn selbst der Streich. sich nicht allein gemacht; er hält sich rather in allem, was uns drückt! für die Welt von dir hervorgebracht. was wir hier Guts genießen, das 3. Die Welt, denkt er, hat Recht läßt du uns zufließen; du bists, der auf meinen Dienst und Kräfte, ihr unser Herz erquickt. nüßen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gett, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 5. Er eilt dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behilflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nützlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ewgen Ses ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Bergnügen setn. 3. Wie groß ist deine Wilde! Barm herzger Vater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Hei land that, der göttliche Erbarmer, den tein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Guts gethan, so laß, um deinetRuhm und Lohn zu wahrer Mien- willen, mich andrer Nothdurft stillen, schenliebe. Kein Stolz noch Eigenug so oft ich sie nur stillen faun. Zweiter Theil. Bom rechten Gebrauch der Zunge. 295 6. 3um Fleiß in guten Werken laß| 4. Wer harvet, bis ihn anzuflehn, nich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, fei, was man millig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich säen, denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erudtet dort die Herrlichkeit. - 555. M Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. er dieser Erden Güter hat, und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungnigen nicht satt, läßt Nackende nicht klei den: der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich frent, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigennutz, aus Weichlichkeit ihm nützet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. - Mel Ach Gott, vom Himmel.- 215. - ein Dürftger erst erscheinct, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: der liebt auch seimen Nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachficht straft und stürmt, fobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. 556. Die Bunge, die vernehm. lich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, so böse! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit siegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen; dann werd ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sündgen. 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Geist, vermagft es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und forgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat e sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? Nächsten Glimpf und Nuß, der Unschuld und der Schwachen Schutz be schäftge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spöttereien, verrathen ein verderbtes Herz; davon mich zu befreien, so wirt auf mich durch deinen Geift, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es geziemet. 5. Was züchtig, tensch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenns uten bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Chrift, nach seines Heilands Muster. 3. Zu deiner Ehr, zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets fenken; laß dann auch, wenn ich reden soll, mich diesen Zwed bedenken. Dein Lob, des wird des Herzens Leichtsinn kund and 6. D wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht schenet! wie 296 Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. oft zu spät bereuet! ach, fluchen brinMel. Ach Herr, mich armen S.-67. get Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Wohl dem, der richt mich bewahren! wandelt, as ein Wahrheitsfreund, in Wort und 7. Gib, Gott! daß ich, der Lügen Werken handelt, und das ist, was er Feind, des Teufels Arglist haffe, und scheint; der Recht und Treue liebt, mich stets als ein Menschenfreund und von dem Sinn der Welt, de aufrichtig finden laffe. Der Lügner Trug und Falschheit übet, sich unte Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen fleckt erhält. einst vor Gottes Stuhl, die Tren und Wahrheit lieben. 2. Wohl dem, der Lügen hafft, und der, so oft er spricht, so seire Reden fasset, daß er die Wahrhet nicht mit Vorbedacht verletzet, und der an allem Ort sich dies vor Auge - Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 557. aß mich, Höchster! darnach 3. Wohl ihm, daß sein Gemüth, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitd deine Güte, er wird von dir gelieb. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in de Wahrheit Licht beschämt die Falscher stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr! drücke diese Sache mr tief ins Herze ein, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu sein. Erinure mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets de flissen der Treu und Wahrheit fei 5. Nie laß mich was versprechen, das 3. Die der Falschheit sich ergeben, ich nicht halten kann, und nie Zusagen find vor dir, o Gott! ein Gräul, mich den Stolz verleiten, und nie des brechen, die ich einmal gethan; nie und ein unglückseligs Leben bleibt gewiß ihr fünftigs Theil. Hier schon Beispiels Macht, als Wahrheit austrifft verdiente Schande sie bei Red- zubreiten, was ich doch selbst erdacht. lichen im Lande; denn ein jeder deiner Weisheit Licht, Herr, meine 6. Doch laß zu allen Zeiten auch Menschenfreund ist der Falschheit Seele leiten, damit ich meine Pflicht Ränten Feind. mit Klugheit üb, und wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücker, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. Wahrheit Freund zu sein; jenes freudenvolle Leben nimmt nicht freche Lügner ein; denn vor deinem Angesichte werden sie beschämt zunichte, so wie Satans Trug und List, der der Lügner Vater ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwäßern gleich zu sein, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten. Nedlich sei des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund: Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sei stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. Herzens sind. 8. Ein Herz voll Treu und Glaus ben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines I. Register über sämmtliche Lieder nach der Nummer des Liedes. 2. Num. 468 423 540 239 80 75 24 222 102 Abermals ein Jahr verflossen Uch Gott, du unser Bebenslicht Ach Gott und Herr, wie groß und 290 Ach Gott, vom Himmel sieh 215 Ach Gott wir treten hier vor dich 421 Ach! Derr, lehre mich bedenken Ach schone doch, o großer Uch was bin ich, mein Erretter Allmächtig großer Gott! wer fann Alwissender, vollkommner Geißt! Als Jefus jesund sterben wollt Also bat Gott die Welt geliebt Am Kreuz erblaßt, der Marterlaßt 155 Anbetungswürdger Gott! mit Ehrf. An dich, mein Gott! gedenken An diesem Tag frohlocken wir Un die allein hab ich gesündigt Auf! auf! mein Geiß, auf! auf! Auf, Chrißen, preist mit mir den 436 Auf dich allein, Herr Jesu Chrißt! 308 Auf dich, Herr! nicht auf meinen 373 Auf! Jesu Jünger, freuet euch! Auf, meine Seele, singe! an dir Auf, mein Geißt, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Zag Auf, o Seele, werde munter Auf, o Sünder, laß dich lehren Xuf, träger Geißt! laß das, was 14 358 173 293 18 176 B. 349 193 Bald oder spät des Todes Raub Bedenke, Mensch, das Ende Beffehl du deine Wege, und was 67 Befreie meinen Geist, o Gott 418 Begleite mich, o Chrift! wir gehen 145 Beglückter Stand, getreuer Seelen 254 Begrabt den Leib in seine Gruft 266 Besingt Gott Bebaoth; besinget Bewahre mich, Herr, daß der W. 331 Bringt her, ihr mächtigen der Erde 426 Bringt Preis und Ruhm dem Heil. 160 463 297 448 393 156 486 284 274 Num. 495 13 13 483 Dein Will iss, großer Gott! Dein Wort, o Höchßer! iß vellk. Der du das Daseyn mir gegeben Der du die Biebe selber bist, und Der du mich als ein Vater lieb Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heii errungen Der du Verstand u. Tugend schenkt Der du voll Blut und Wunden Der ewge Gott und höchste Vater Der Held hat überwunden der Der Herr des Himmels und der E. Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr ist Gott und keiner mehr Der Herr iß gut, in dessen Dienst 247 Der Herr ist meines Lebens Kraft 387 Der Herr ist meine Zuversicht 375 Der Herr lag in das Grab gestr. 157 Der Herr, mein Hirt, behütet mich 259 Der König aller Welt ist Gott 65 Der Spötter Strom reißt viele fort Der Tag ist hin, du aber, Jesu Der Tag ist wieder hin, und diesen 489 Der unsre Menschheit an sich nahm 192 Der Wollust Reiz zu widerstreben 509 Des Donners schreckendes Gebrülle 428 Des Leibes warten und ihn nähren 510 Des Vaters und des Sohnes Geißt 205 Dich bet ich an, erßandner Held Dich, mein Jesu, laß ich nicht Dich seh ich wieder. Morgenlicht Die Erd und was darinnen iß Die Herrlichkeit der Erden muß Die Himmel rühmen Gottes Chre Die Himmel rufen, jeder ehret Die Quell, woraus der Mensch Dies, Christen! ist der Tag des$. 493 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 109 Dies ist der Tag, zum Gegen 491 Die Zunge, die vernebmlich spricht 556 Dir allein hab ich gefündigt 287 Dir dank ich für mein Leben Dir, Gott, sei Preis und Dank Dir, mein Gott! will ich lobfingen 438 Chriß: alles, was dich fränket 383 Dir, unser Gott! ist niemand 162 84 367 71 C. 52 505 Dir, Vater! Dankt mein Herz und 203 Du, aller Menschen Vater! du 554 Damit ich meine Seele rette Du bist ja, Jesu, meine Freude 416 Dein bin ich, Gott; dein ist mein 70 Du biss, dem Ruhm und Dank 447 Dein bin ich, Herr! dir will ich 332 Du, der Herz und Nieren kennet 347 Dein, Gott, ist Majestät und m. 333 Du, der kein Böses thut! du Dein Heil, mein Geißt, nicht zu Du gabßt mir, Ewger! diefet 8. Dein sind wir, Bott! in ewigkeit 261 Du, Gott, du bist der Herr der Belt 464 78 279 398 7 11 543 359 200 108 338 134 374 155 493 179 230 475 186 88 46 42 298 Register. 376 516 48 Du hast, mein Vater und mein Du haft uns, Herr, die Pflicht Du Herr der Seraphinen, dem Du, Herr, haft aus Barmherzigfelt 229 Du, Herr und Meister meiner Tage 534 Du flags, o Chriß, in schweren 530 Du flags und fühleßt die Beschw. 531 Du liebß, o Gott, Gerechtigkeit 548 Durch Udam: Fall ist erst verderbt 90 Durch dich, o großer Gott! durch 451 Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Armen, du Du sagß: ich bin ein Chriß Du Vater deiner Menschenkinder 362 Du weiser Schöpfer aller Dinge Du wesentliches Ebenbild der allerh. 122 Du wills, Gott! daß mein Herz 69 422 342 25 8 22 9 30 260 37 110 408 36 Gelobt feißt du, Herr Bebaoth Gelobt seißt du, o Gott, für Gepriesen, Gott, sei dein Erbarm. 482 Gerechter Gett, vor dein Gericht Gern will ich mich ergeben, dich Getreuer Gott! wie viel Geduld Getroft, mein Herz, und zage nicht 257 Gib mir, o Gott, ein Herz, das 545 Gott! deine Gnade sei gepreißt Gott, deine Gnad ist unser Leben 235 Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine Huld und Gütigkeit Gott! der an allen Enden viel Gott! der du die Menschen liebeß 549 Gott, der du für une deinen Sohn 137 Gott, der du unser Vater bißt Gott der Juden, Gott der Heiden 117 Gott! der uns immer Gutes gab 210 Gott der Wahrheit, dessen Treue 378 Gott des Himmels und der Erden 479 Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen 338 Gott, du bist von Ewigkeit! und 252 Gott, du bleibß ewig unsrer Wohlf. 518 Gott, du haß in deinem Sohn 56 2 206 522 469 20 202 453 Gott, durch welchen alle Dinge Gottes Lamm, durch dessen Wunden 127 Gottes und Marien Sohn! Liebster 107 Gott, groß von Erbarmen! weise 199 Gott hab ich alles heimgesiegt 87 502 317 208 519 484 339 Edler Geißt im Himmelsthrone Ein Herz: o Gott! in Beid und Ein Jahr der Sterblichkeit, der Ein Pilger bin ich in der Welt Ein ruhiges Gewissen laß, Herr Eins is Noth! ach Herr, dieß Ein starker Schuß ist unser Gott Entehre nicht, mein Herz! mit Entflohen sind auch dieses Tages Erbarm dich, Herr, du kennst Erfülle, Herr! doch selbst mein 135 Erhabner Gott, was reicht an 16 Erhalt uns, Herr, bei deinem W. 211 Erheb dein Herz, thu auf die D. 323 Erhebet Gott durch neue Lieder 64 Erhebet Gottes Heiligkeit, ihr 437 149 Erhebe vom Geräusch der Welt Erhebt den Herrn, the Frommen Erhebt, erbebet Gottes Ruhm Erhöhter Jesu! Gottes Sohn Erinnre dich, mein Geißt, erfreut 169 Er kommt, er kommt zum Weltger. 191 Erlöser, sieh auf une hernieder Es eilt der legte von den Tagen 532 es hilft uns unser Gott, er höret 388 es ist das Heil uns kommen her 304 es ist noch eine Ruh vorhanden 276 es ist vollbracht! so ruft am Kr. 148 Es lag die ganze Welt mit Born 99 es jieht, o Gott, ein Kriegeswetter 420 Ewge Siebe, mein Gemüthe waget 91 8. 101 283 190 430 Freiwilig haft du dargebracht Froblocke, mein Gemütbe, und Frohlocket, jung und alt, ihr Für alle Güte sei gepreift, Gott Fürwahr, du bist, o Gott, verb. Gedanke, der uns Leben gibt Geiß vom Vater und vom Sohne Gelobet feißt du, Jesu Chriß Gelobt fei Gott, ihm will ic 432 213 17 57 Gott! hilf mir, daß ich Buße thue 286 Gott im Himmel und auf Erden 462 Gott i es, dessen weiser Rath Gott iß mein Sort, und auf sein 10 Gott ist mein Lied! er ist der Gott 19 Gott ists, der das Vermögen schafft 515 Gott ist uns Stärk und Schuk Gott mache du mich selbst bereit Gott, meine ganze See e macht Gott, mein Vater, Dank fei dir 434 Gott, mein Vater, deine Liebe Gott ruft der Sonn' und schafft 466 Gott sorgt für mich, was will ich 396/ Gott, unserm Gott allein sei Ehr 39 Gott, vor desfen Ungesichte nur ein 2: Gott, was muß dein Sohn ertr. 126 Gott werde sets von dir erhoben Gott, wie rein ist deine Behre Großer Gott! erhabnes Wesen Großer Gott, Derr aller Götter Großer Mittler, der zur Rechten $. 363 74 322 85 452 178 170 150 461 481 53 95 207 104 441 365 121 Pabe deine Lust am Herrn, bet Hallelujah! Jesus lebet. Erlößte 171 Halt im Gedächtniß Jesum Chrißt 223 Heiland! deine Menschentiebe Deilger Geiß, du Himmelelehrer 201 Heil uns, aus unsrer Sündennoth 96 Herr, allerböchßer Gott! bei dem 313 Herr, deine Allmacht reicht so weit 26 Herr, deine Sanftmuth ist nicht Herr, der du deinen theuren Sobn 187 Herr, der du mir das Leben 551 467 Register. 386 Ich schäme mich vor deinem Thron 3h finge meiner Seelen zuß 3d weiß, an wen mein Glaub 299 292 457 248 413 330 497 384 Derr, dir trau tch; auf der Erde Herr, du bist meine Zuversicht 271 perr, du erforschcßt mich; dir bin 23 Herr, du fährt mit Glanz und 188 47 herr, du haft deinem Reich Herr, du kenneßt mein Verderben 81 herr, erhöre meine Klagen 407 Herr, es ist von meinem Leben 476 21 herr Gott, du biß die Zuflucht Herr, höre mein Gebet um deiner 282 535 pert, ich hab aus deiner Treu' Herr Jesu Chrißt, du böchstes Out 291 perr Jesu, deiner Glieder Ruhm 182 Herr Jesu! Gnadensonne! wenn 336 Herr Jesu! send und deinen Geiß 3 herr, jaß doch mich recht feierlich 112 herr, laß mich doch gewissenhaft 514 herr, lehre mich, wenn ich der herr, mache meine Seele fille herr, mein Erlöser! nur von dir 346 berr, meiner Seelen großen Werth 499 herr, mein Bicht erleuchte mich 12 herr! mein Licht, mein Seil und 459 herr, mein Versöhner! der du herr, ohne Glauben kann fein M. 305 herr! stärke mich, dein Leiden zu 132 herr, unser Gott! dich loben wir 456 Herr, unser Gott, wer is dir gleich Herr! wir sehen hier vor dir heute, sprach mein Heiland heute 147 hier bin ich, Jesu! zu erfüllen 233 hier ist noch unsre Prüfungszeit 507 Hier liege ich zu deinen F.- W.9 233 hilf, Jesu! daß ich meinen N. hilf mir, mein Gott! verleihe höchster! denk to an die Güte Höchster Gott! wir danken dir Höchst erwünschtes Seelenleben 320 hofianna, Davids Sohn! der in 183 büter! wird die Nacht der Sünden 297 550 40 221 546 288 5 334 Kaum steigt zu ihrem frobßen Lauf 163 Kein Lehrer is dir, Jesu, gleid) König, dem kein König gleicher Kommt betend oft, und mit Vergn. Komm heiliger Geißt, erfüll die Komm, o Gott Schöpfer beilger Komm, o komm, du Geißt def 2. 204 Kommt her, Mübfelge, kommt kommt, laßt euch den Herren 197 3. 352 327 303 335 Ich weiß et, Gott! mein ganzes Ich weiß es wohl, ich selbs 429 Ich weiß gewiß, daß mein Erlöser 161 3h will dich noch im Tod erheben 541 Ich will, mein Gott, du König 55 63 Jehovah herrscht mit Majestät Jehovah, Herr und König der Jesu, Arzt todtfranker Seelen Jesu, daß du meine Seele felbft Jesu, durch dein Blut und Wunden 152 Jefu, meine Freude! beßter Troß 319 Jesu, meiner Seelen Netter 79 310 401 309 198 Jesus Christus, unfer Dettand Jesu, sieh mich an in Gnaden Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus meine Liebe lebt, dem es t Jesus meine Zuversicht und mein Jesus nimmt die Sünder an Jhm, der das Bicht entstehen hieß 474 Ihr Christen rühmt, erhebt und Jhr, die ihr wart verloren! bort Ihr Frommen, auf! die ihr die Ihr Knechte Gottes, lobt den Herrn 3br trüben Sorgen weicht, den 3hr Völker, fauchzt mit frohem Ihr Völker in der ganzen Welt 3hr Völker, simmet nun mit Fr. 118 3n allen meinen Thaten lag ich In deinem Namen, Herr Chrif 425 31! 49 442 477 439 184 62 164 311 172 167 270 120 189 399 1 76 Jauchze, auserwählt Geschlechte 452 Ich armer Sünder, wer bin ich 348 Ich bin ein Christ: Gott ist mein 258 Ich bin getauft auf deinen Namen 219 8ag deinen Geißt mich stets, mein 143 Ich bin, o Gott, dein Eigenthum Baß doch, o Jesu, laß dein Reich 209 Ich danke dir von ganzem Herzen 328 8aß mich doch nicht, o Gott! den 512 Ich danke meinem Gott, der mir 328 Baß mich doch, o mein Gott! Die 299 Ich denk an dein Gerichte, du 194 Laß mich, Höchster! darnach sreb. 557 Ich erhebe mein Gemüthe sehnf. 236 Baßt uns unsern Gott lobsingen 103 Ich geh in tieffer Neue zu deiner 237 Lehre mich, Herr! recht bedenken 501 Ich freue mich der frohen Beit 267 Biebßter Jesu! Gnadensonne, meines 412 Ich freue mich, mein Gott, in 255 Biebßter Jesu, Troff der Herzen Ich glaub an Gott; hoch sei Liebster Jesu: wir sind hier, dich Ich habe, Gott! mir eruflich 8ob, Ebre, Treis und Dank ſei Ich habe nun den Grund gefunden 92 Lob, Ehr und Preis dem höchsen 3 bab in guten Stunden des 523 Lobet den Herren, alle Heiden Ich hoff, o Gott, mit festem M. 246 Bobinge, meine Seele, dem W. 3ch komme, Friedensfürß zu dir 307 Bobinge Gott mit wahrem And. Ich komme, Herr! und suche dich 225 Lobt Gott, den Gott der Stärke 3 komme vor dein Angesicht 409 Sobt Gott, der uns den Frühling 3h preise did), o Herr, mein Deil 232 2obt, lobt den Berrn, tbr Nationen 443 289 4 97 449 444 166 440 455 68 300 Register. 506 D Freund, der meine Schuldenlaßt 145 D Friedensfürß aus Davids 105 Oft denkt mein Herz, wie schwer 343 312 D Gott! den alle Simmel ehren 43 D Gott des Himmels und der E. 45 D Gott! des gnadenvoller Rath 431 D Gott, des starke Hand die W. 35 D Gott, du bist die Liebe! Allein 34 D Gott! du bist mein Preis und 492 D Gott, du frommer Gott, du D Gott, es feblt uns Kraft und D Gottes Samm, unschuldig am 411 D Gottes Sohn, Herr Jesu Chriß 306 O Gottes Sohn und Menschenkind 106 D Gott! gib dein Gericht dem K. 185 369 D Gott, wer ist die gleich wie 27 D großer Goit! der alle Ding O heiligste Dreieinigkeit, nach W. 41 D Herr, mein Gott, durch den D Herr und Schöpfer unsers 8. D Söchster! dessen Kraft Buft 396 60 427 D Jesu, Brunnquell aller Freuden 125 DKönig! deffen Majestät sich 293 98 Liebesglut, wie kann ich dich D Menschenfreund, o Jesu 226 74 403 216 D Seele, schaue Jefum an! hier 351 O Tod! wo ist dein Stachel nun 159 O unser Gott, wie voll ist deiner D Vater, allerhöchser Gott! daß O Vater der Barmherzigkeit bei 406 O Vater! groß im Himmelreich 435 D welch ein Leiden, das mich 503 Dwelch ein unschäßbares Gut O Welt! sieh hier dein Leben am 139 Dwie unaussprechlich selig werden 280 O, wohl dem Menschen, der dem 242 D Wundergott! der alles schafft 54 140 470 134 397 277 Mache dich, mein Geiß, berett ag doch der Spötter Heer des Man betet, Herr, in Bions Stille 50 Mein Auge fiebt, c Gott, zu dir 58 Mein Bundesgott! ach, unterweise 324 Meine Bebenszeit verßreicht, Bündl. 536 Meinen Jesum laß ich nicht, da 315 Mein Erlöser! der du mich dir 220 Mein Erlöser! Gottes Sohn, der 138 Mein Erlöser hängt am Kreuz Mein erster Wunsch, mein innigst 473 Mein erß Gefühl fei Preis und Meine Seel ermuntre dich, Jesu Meine Stimme ruft zur Höhe Mein ganzer Geißt, Gott! wird Mein Geiß erstaunt, Allmächtiger 366 Mein Gelf soll nun in Gott allein 377 Mein Gott! ach, lehre mich erk. 341 Mein Gott, dir ist bewußt die 83 Mein Bott! du wohneßt zwar im 355 Mein eiland! deine Größe geht 181 Mein Heiland lebt. Er hat die Mein eiland! wenn mein Geift Mein Herz, ermuntre dich nun 460 Mein Herz, ermuntre dich zum 364 Mein Port tft Gott! ihn laß ich 374 Mein Jesu, du haßt unfre Schuld 119 Mein Jesus is mein Leben. Reißt 542 Mein Jesus fist zur rechten and 180 Mein Jesus triumphiret, und 178 Mein Leben ist ein Pilgrimpand 273 Mein Lebensfürß! nun kann ich 130 Mein Bebensfürst! zeią mir in 538 Mein Salomo! dein freundliches 245 Mein treuer Gott, dein gutes 256 Mein Vater, und mein Gott, der 340 Menschen iste gesest, zu sterben 275 Mit Ernst, o Menschenkinder, das 100 Mit Seufjen flag tch dir, mein 405 268 269 N. D. Chriße, Eingeborner, von D Christenbett! fet hoch erfreut D erhabner ett, an macht und 500 504 28 Nach einer Prüfung furzer Eage 275 Nach meiner Seelen Seligkeit Wicht, daß ichs schon ergriffen Wie bist du, Höchser, von uns Wie will ich dem zu schaden suchen 552 Nimm Gott, dem wir vertrauen Noch bin ich dein Gast, o Erde Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich leben Noch nie hast du dein Wort gebr. 31 Run, Christen! laßt uns fröhlich 93 Run danket alle Gott, mit Herzen 450 Nun habe Dank für deine Liebe 234 Nun ist es alles wohlgemacht Wur Biebe ohne Deuchelei zeigt 66 262 59 471 151 547 Preifet Gott in allen Banden Preis, Preis fei Gott! und Glück 249 165 Qual und Angst muß ich empfinden 417 240 Schaffet, Schaffet Menfchenkinder 285 Schau, großer Herr der Derrlichk. 175 Schön ist die Zugend, mein Werl. 344 Schöpfer aller Menschenkinder Schon ist der Tag von Gott beßt. 195 Schon rubet auf den Feldern, in 487 Schüße die Deinen, die nach dir 212 Schwing dich auf gen Golgatha Seele! du mußt munter werden Seele, fei zufrieden! was dir Seele, willß du Ruhe finden Selig, Gott! find die, die nun Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! ach seht 129 Set feurig, Seele, Gott zu loben 51 Sei gnädig, berr, nach deiner 142 472 . 385 231 263 146 Sei hochgevriefen, Herr filr 281 144 404 136 94 113 638 Set, Geele! stark und unverzagt 521 Set zufrieden, mein Gemüthe So fliehen unfre Cage hin! auch 480 So gehst du, Jesu! wiltglich 126 So jemand spricht: ich liebe Gott 544 So ist von meiner furzen Pilgr. 465 Soll sich mein Geißt, o Gott! zu 353 Sollt ich meinem Gott nicht fingen 445 Borge doch für meine Kinder 433 So schlummerst du in stiller Ruh 153 So war ich lebe! spricht dein G. 300 Stimmt unserm Gott ein oblied 454 Strafe nicht, o Heiligster! mich Straf, o Herr! mich nicht im Sucht man die Freundschaft in der 316 Sünder! willst du sicher sein 302 424 296 Sag, den mir der jerr gemacht Trener Pirte deiner Heerde, du Regiſter. Um Gnade für die Sünderwelt Unermeßlich ewig ist Gott der Unschuldger Jesu! was hast du Unser Heiland steht gebunden Unumschränkte Siebe! Gönne 228 217 141 22 131 128 38 B. Verborgner Gott! dem nichts verb. 526 Verleih uns Frieden gnädiglich 415 Vernimm, o Gott! vernimm mein 244 Voll Glauben will ich zu dtr beten 372 Von dir kommt jede gute Gabe Von ganzer Seele preis ich dich Von Gott will ich nicht lassen Vor dir, o Gott! sich kindlich 400 414 395 370 301 485 329 555 410 Wenn td ein gut Gewiffen habe 251 Wenn i, o öpfer, deine M. Wenn zur Vollführung deiner VB. 326 Wer bin id)? welche wichtge Frage 486 Werde munter, mein Gemüthe Wer darf in deine Dütte gehen Wer dieser Erden Güter hat, und Wer, Gott! Dein Wort nicht bält 314 Wer kann, Gott, je was Gutes Wer nur den lieben Gott läßt w. Wer unter Gottes Gatten ruht Wie Christus selbs zum Jordan Wie ein Geschwäs des Tage Wie fleucht dahin der Menschen Wie getroff und heiter, du Bebened. 250 Wie gnädig rart du, Gott, vor 419 Wie göttlich find doch Jesu Zebren 123 Wie groß ist deine Menschenliebe 227 Wie groß ist des Allmächtgen Güte Wie groß it unfre Seligkeit 380 392 218 85 86 33 248 267 488 116 361 490 553 537 Wie herrlich frahlt der Morgenf. 315 Wie komm ich doch, mein Heil Wie lang darf ich noch säumen Wie lang soll ich traurig geben Wie lieb ist mirs, daß Gott zu Wie lieblich ist doch, Herr, die Wie mannigfaltig sind die Gaben 508 Wie felig bin ich, wenn mein G. 356 Wie felig, Gott! wie selig ist 238 Wie selig, Herr! ist der Gerechte 345 Wie felta lebt ein Mensch, der Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen, o Jefu Wie sollt ich dich, mein Gott Wie theuer, Gott! ist deine Güte 241 Wie treu, mein guter Hirte 301 Wie ungewiß ist, Derr, das Biel 539 Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir dann, mein Betland 264 Wie wohl ist, Jesu, meiner S. 253 Will mich, o Gott, hienteden des 520 Willst du der Weleheit Quelle Willst du die Buge noch, die Gott 298 Wirf, blöder Sinn! den Kummer 114 Wir freuen uns, Herr Jesu Chrif 179 Wir Menschen sind von selbß 6 115 357 77 371 Wo find ich Gott, den meine Seele 354 Wo fieh ich Sünder hin, der ich 322 Wohlan, mein Herz, sei stets ber. 360 Wohl auf, mein Herz! wohl auf 402 Wohl dem, der beßre Schäße liebt 513 Wohl dem, der richtig wandelt 558 Wohl dem Menschen! der von. 381 Womit soll ich dich wohl loben 446 Wort aus Cottes Munde! Wort Wo soll ich hin? wer hilfet mir? 321 89 A3. 196 389 Bach auf, mein Herz auf, träger 168 Bach auf, mein Herz und singe 478 Bachet auf! so ruft die Stimme 272 Bachet auf vom Schlaf, ihr S. Barum sollt ich mich denn grämen 524 Wat Gott thut, das ist wohlgeth. 525 Was grämst du dich, mein blödes 391 Bas hilfts, daß ich mich quäle Bas ich nur Gutes habe, ist deine 498 Bas ist das Beben hier auf Erden 529 Was ist mein Leben auf der Erde 527 Was ist mein zeitlich Beben, das 511 Was ists, daß ich mich quäle Was ist vor deinem Angesichte Was soll ich ängßlich klagen, und 394 Bas forgst du ängstlich für dein 8. 533 Beicht, ihr Berge! fallt, ihr. 32 Welch hohes Beispiel gabst du mir 350 Wenn Christus seine Kirche schügt 214 Wenn der Sünder hat mißhandelt 294 Zur Arbeit, nicht zum Müssiggang 517 528 73 3. 302 II. Verzeichniß der in diesem Gesangbuche vorkommenden Melodieen, nach der Reihenfolge der Lieder. ( Anmerkung. Unter der Bezeichnung ,, Neue Melodie" werden diejenigen Melo: dieen verpanden, welche im Jahr 1770 von Becker, im Jahr 1845 von Wiegand neu angefertigt worden sind. Beştere sind mit bezeichnet). * 1. Neue Melodie( seit 1835). 1. Komm heiliger Geiß, erfül. 2. Gott, du unser Vater bist. 2. Gatt, der du unser Vater bist. Herr Jesu Christ dich zu uns w. 3. Herr Jesu, send uns deinen G. 3. Kann auch nach Nr. 13, 109, 197, 211 u. 436 gefungen werden. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Biebßter Jefu, wir sind hier. 5. Döchster Gott, wir danken dir. 12. Herr, mein Sicht, erleuchte m. 20. Gott, du bist von Ewigkeit. 134. Meine Seel ermuntre dich. 202. Gott, du hast in deinem Sohn. 220. Mein Erlöser, der du mich. 221. Herr, wir sehen hier vor dir. 6. Es ist das Seil uns kommen ber. 6. Wir Menschen sind von selbst, 77. Wie wichtig ist doch der Beruf. 252. Ein Pilgrim bin ich in der W. 291. Herr Jesu Chriß, du höchtes G. 304, es ist das eil uns kommen h. 351, O Seele, schaue Jesum an. 464. Du Gott, du big der Herr der. 514. Herr, laß mich doch gewissenb. Können auch nas Nr. 15, 30, 119 u. 215 gefungen werden. 7. Wer nur den lieben Gott låßt w. 7. Dein Bort, o Höchster, ist vollf. 11. Der du das Dasein mir gegeb. 25. Du weifer Schöpfer aller D. 31. Noch nie haßt du dein Wort g. 45. D Gott des Himmels und der E. 53. Fürwahr, du bist, o Gott, verb. 60. D Herr und Schöpfer unsers. 70. Dein bin ich, Gott, dein ist m. 73. Was ist vor deinem Ungefimt. 92. Ich habe nun den Grund gef. 148. es ist volbracht! so ruft am K. 241. Wie theuer, Gott, iß deine G. 276. es ist noch eine Rub vorhand. 279. Du gabßt mir, wger, diefes. 286. Gott, hilf mir, daß ich Buße th. 338. Gott, dir gefällt kein gottlos. 341. Mein Gott, ach lehre mich erk. 355. Mein Gott, du wohneßt zwar. 370. Vor dir, o Gott, sich kindlich. 380. Wer nur den lieben Gott läßt. 396. Gott forgt für mich, was soll. 399. Komm bätend oft und mit Ver. 420. Es giebt, o Gott, ein Kriegesw. 460. Mein Herz, ermuntre dich nun. 496. Wer bin ich? welche wichtge. 529. Was ist das Leben hier auf e. 532. Es eilt der leşte von den Tagen. 534. Du berr und Meister meiner. Können auch nach Nr. 42, 72 8. und 234 gesungen werden. Gott, du frommer Bott. 8. Du wills, Gott, daß mein$. 129. Sebt, welch ein Mensch, ach s. 185. D Gott, gib dein Gericht. 282. Herr, höre mein Gebet. 298. Willst du die Buße noch. 299. Laß mich doch, o mein Gott. 305. Herr, ohne Glauben kann. 312. Mag doch der Spötter Hece. 313. Dere, allerhöchßer Gott. 340. Mein Vater und mein Gott. 388. es hilft uns unser Gott. 411, D Gott, du frommer Gott. 419. Wie gnädig warst du, Gott. 469, Ein Jahr der Sterblichkeit. 489. Der Tag ist wieder hin. 495. Dein Widl ists, großer Gott. 516. Du haft uns, Serr, die PA. 553, Bie felig lebt ein Mensch. Können auch nach Nr. 9 ge fungen werden. 9. un danket alle Gott. 9. Gelobt sein du, o Gott. 14. Unbetungswürdger Gott. 23. Herr, du erforscheßt mich. 75. Allmächtig großer Gott. 99. es lag die ganze Welt. 328. Ich danke meinem Gott. 342. Du sagst, ich bin ein Chriß. 402. Wohl auf, mein Herz, wohl auf. 427. Döchster, deffen kraft. 450. Run danket alle Sott. Melodieen- Verzeichniß. 451. Durch dich, o großer Gott. 462. Froblocket, tung und alt. 512. Laß mich doch nicht, o Gott. 545. Gib mir, o Gott, ein perf. Können auch nach Nr. 8 ges fungen werden. 10. Uch Sort und Herr. 10. Gott ist mein Port. 290. Uch Gott und Herr. 13. Psalm 100 der Lobwasserischen Melodieen. 16. Erhabner Gott, was reicht. 21. Herr Gott, du bißt die Zuflucht. 27. D großer Gott, der alle Ding. 74. D unser Gott wie voll ist d. 154. O Freund, der meine Schuld. 239. Ach, schone doch, o großer. 390, D Herr, mein Gott, durch d. 473. Mein erster Wunsch, mein. 483. Der Tag if hin, du aber, Jesu. 17. Neue Melodie. 303 17. Gott, mache du mich selbg 24. Allwissender, vollkommner. 40. Perr, unser Gott, wer ist dir. 106. D Gottessohn und Menschenk. 331. Bewahre mich, Herr, daß der. 337. Der du Verstand und Tugend. 403. D Vater, allerhöchßer Gott. Können auch nach Nr. 218 ge. fungen werden. 18. Psalm 27 der Lobwasserischen Melodieen. 18. Auf, auf mein Geiß, auf! 63. Jehovah herrscht mit Mateßät. 19. Neue Melodie. 19. Gott ist mein Lied. 22. Gott sei Dank in aller Welt. 22. Unermeßlich ewig ist. 15. Der Spötter Strom reißt. 58. Mein Auge sleht, o Gott, ju. 85. Wie ein Geschwäs des Tags. 409. 3ch komme vor dein Angesicht. 537. Wie sicher lebt der Mensch. 547, Nur Liebe ohne Heuchelet. können auch nach Nr. 3, 109, 197, 211 u. 436 gefungen werden. 15. Allein Gott in der Söb sei ehr. 29. Freu dich ſehr, o meine Seele ( Pfalm 42 der Lobwasserischen Melodieen). 15. Der Herr ist Gott und feiner. 39. Gott, unserm Gott allein fet. 44. Wenn ich, o Schöpfer, deine M. 52. Dir, unserm Gott, ißt niem. 96. Peil uns, aus unsrer Sünd. 98. Diebesglut, wie kann ich. 168, ach auf, mein Hers! auf. 180. Mein Jesus sigt zur rechten. 184. 3hr Völker in der ganzen Welt. 223, alt im Gedächtnis Jesum Chr. 232. Jch preise dich, o Herr, mein H. 268. Mein Heiland lebt; er hat die. 332. Dein bin ich, Herr, bir will ich. 442. 3hr Knechte Gottes, lobt den. 449. 206, Ehr und Preis dem Höcht. 454. Stimmt unserm Gott ein Lobl. 466. Gott ruft der Sonn und schafft. Können auch nach Nr. 6, 30,119 und 215 gesungen werden. 16. pfalm 8 der Lobwasserischen Melodieen. 29 Gott, vor dessen Angesichte. 91. Ewge Liebe, mein Gemüthe. 128. Unser Deiland stebt gebunden. 152, Jesu, durch dein Blut und. 165. Preiset Gott in allen Banden. 188. Herr, du fährst mit Glanz und. 206. Edler Geißt im Himmelsthrone. 207. Geißt vom Vater und vom. 217. Creuer pirte deiner Heerde. 285. Schaffet, schaffet, Menschenk. 288. Höcher! denk is an die Gut. 327, Kommt, laßt euch den Herren. 412. Stebster Jesu, Gnadensonne. 468, bermal ein Jahr verfoffen. 501. Lehre mich, Herr, recht bedenk. 540. Ach, Serr, lehre mich bedenk. Können auch nach Nr. 116 ge sungen werden. 26. Mache mit mir Gott nach deiner. 26. Herr, deine Allmacht reicht so. 28. Nie bißt du, Höchster, von u. 122. Du wesentliches Ebenbild. 271. Herr, du bist meine Zuversicht. 314. Wer, Gott, dein Wort nicht. 349. Bald oder spät des Todes. 350. Welch hohes Beispiel gabßt. 513. Wohl dem, der beßre Schäge. 544. So jemand spricht, ich liebe. 555. Wer dieser Erden Güter hat. 30. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. Gerechter Gott, vor dein Ger. 41. D heiligste Dreieinigkeit. 68. Lobt Gott, der uns den Fr. 71. Dir, Gott, sei Preis und D. 93. Nun, Chriften, laßt uns fröhl. 159, O Zod, wo ist dein Stachel. 170. Freiwillig hast du dargebracht. 195. Schon ist der Tag von Gott. 216. D Vater der Barmherzigkeit. 257. Getroßt, mein Herz, verzage. 258. Ich bin ein Chrift, Gott ist. 503. D welch ein unschägbares Gut. 515, Gott ists, der das Vermögen. Können auch nach Nr. 6, 15, 119 und 215 gesungen werden. 32. Gott des Himmels und der E. 32. Weicht, ibr Berge, fallt, thr D. 117. Gott der Juden, Bott der D. Melodieen Verzeichniß. 304 204. Komm, o fomm, du Geiß des. 393. Auf, mein Geiß, dem Herrn. 479, Gott des Himmels und der E. 33. Psalm 66 der Lobwasserischen Melodieen. 33. Wie groß ist des Allmächtgen. 51. Sei feurig, Seele, Goit zu. 64. Erhebet Gott durch neue Lieder. 118, 3hr Völker, stimmet nun mit Fr. 198. 3hr Christen, rihmt, erhebt. 379. Der ewge Gott und höchge. 416. Du bist ja, Jesu, meine Freude. 34. Neue Melodie.( Ursprünglich: un lob, mein Seel. den 4.) 34. D Gott, du bist die Liebe. 166. Lobsinge, meine Seele. 181. Mein Hetland, deine Größe. 448. Auf, meine Geele, finge. 35. Wie schon leuchtet der morgenst. 35. O Gott, des starke hand die W. 105. O Friedensfürst aus Davids St. 187. Herr, der du deinen theuren. 247. Wie groß ist unsre Seligkeit. 264, Wie wird mir dann mein Heil. 277. Mein ganzer Geißt, Gott. 318. Wie herrlich strahlt der Morgenst. 432. Gott ist es, deffen weifer Rath. 475. Dich seh ich wieder, Morgenl. 36. Psalm 36 der Lobwasserischen Melodieen. 36. Gott, deine Huld und Gütigk. 37. Neue Melodie. 37. Getreuer Gott, wie viel Ged. 135, Erfülle, Herr, doch selbst mein. 203. Dir, Vater, dankt mein Herz. 543. Der du die Liebe selber bist. Können auch nach Mr. 97 ges fungen werden. 38. Wunderbarer König. 38. Unumschränkte Siebe. 42. Neue Melodie. 42. Die Pimmel rufen, feder ehr. 43. D Gott, den alle Himmel ehr. 251. Wenn ich ein gut Gewissen. 362, Du Vater deiner Menschenk. 364. Mein Herz, ermuntre dich z. 382. Ich danke dir von ganzem Herz. 428. Des Donners schreckendes. 490. Wie lieblich ist doch, Herr, die. 541. Ich will dich noch im Tod erheb. Können auch nach Nr. 7, 72 und 234 gesungen werden. 46. Pfalm 140 der Lobwasserischen Melodieen. 46. Die Himmel rühmen Gottes. 303. Ich glaub an Gott, hoch fet. 323. Erheb dein Herz, thu auf die. 329. Wer darf ni deine Hütte geben. 372, Voll Glauben will ich zu dir. 426. Bringt her, the Mächtigen. 443. Bobt, lobt den Herrn, ihr. 447. Du biss, den Ruhm und D. 519. Entehre nicht mein Herz mit. Können auch nach Nr. 295 und 531 gesungen werden. 47. Jesus meine Zuversicht. 47. Herr, du hast in deinem Reich. 107. Gottes und Marien Sohn. 142. Schwing dich auf gen Golgatha. 228. Tag, den mir der Herr gem. 263. Selig, Gott, sind die, die nun. 270. Jesus meine Zuversicht. 309. Jesus nimmt die Sünder an. 434. Gott, mein Vater, Dank set d. 535. Herr, ich hab aus deiner Tr. 536. Meine Lebenszeit verstreicht. Können auch nach Rr. 156 ge sungen werden. 48. O Welt, ich muß dich lassen. 48. Du Herr der Seraphinen. 62. In allen meinen Thaten. 88. Die Herrlichkeit der Erden. 139. Welt, sieh hier dein geben. 150. Frohlocke, mein Gemüthe. 367, Dir dank ich für mein Leben. 394. Was soll ich ängstlich klagen. 467. Herr, der du mir das geben. 487. Schon ruhet auf den Feldern. 498. Bas ich nur Gutes habe. 502. Ein ruhiges Gewissen. 511. Was ist mein zeitlich Leben. 520. Will mich, o Gott, hienteden. 523. Ich hab in guten Stunden. 528. Was ists, daß ich mich quäle. 554. Du aller Menschen Vater. 49. psalm 33 der Lobwasserischen Melodieen. 49. Jbr Frommen, auf! die ihr die.. 125. D Jefu, Brunnquell aller Fr. 482. Gepriesen, Gott, set dein Erb. 50. Psalm 65 der Lobwasserischen Melodieen. 50. Man betet, Herr, in Bions. 213. Gott ist uns Stärk und Sch. 552. Nie will ich dem zu schaden. 54. Psalm 62 der Lobwasserischen Melodieen. 54. D Wundergott, der alles sch. 377. Mein Geißt soll nun in Gott. 391, Was grämst du dich, mein. Können auch nach Nr. 283 ge fungen werden. 55, eue Melodie. 55. 3ch will, mein Gott, du K. 137. Gott, der du für uns deinen. 143. Laß deinen Geißt mich Bett. 144. Gel bodgepriesen, Herr, für Melodieen- Verzeichniß. 209. Baß doch, o Jefu, laß dein. 212. Schüge die Deinen, die nach. 249. Preis, Preis fei Gott und 335. Ich habe, Gott, mir ernstlich. 353. Soll sich mein Geist, o Gott, zu. 441. Gelobt sei Gott, thm will ich. 484. Entflohen sind auch dieses. 491. Dies ist der Tag zum Segen. 518. Gott, du bleibst ewig unsrer. 522. Ein Herz, o Gott, in Leid u. 546. ilf, Jesu, daß ich meinen. Können auch nach Nr. 131 ges fungen werden. 56. Von Gott will ich nicht lassen. 56. Gott, der an allen Enden. 100. Mit Erns, thr Menschenk. 395. Von Gott will ich nicht laffen. 422. Du reicher Gott der Armen. Können auch nach Nr. 101, 301 und 429 gesungen werden. 57. Valer will ich dir geben. 57. Gott, meine ganze Seele. 111. 3hr, die ihr wart verloren. Können auch nach Nr. 66 und 67 gesungen werden. 59. Mein Gort, das Herz ich bringe. 78. Auf meinen lieben Gott. 78. Du, der kein Böses thut. 83. Mein Gott, dir iß bewußt. 322. Wo flieh ich Sünder hin. 59. Noch immer wechseln ordentl. 76. Ich bin, o Gott, dein Eigenth. 242, Dwohl dem Menschen, der d. 356. Bie felig bin ich, wenn mein. 366. Mein Getst erstaunt, Allmächt. 457. 3 singe meiner Seelen Bußt. Können auch nach Nr. 102 und 480 gesungen werden. Können auch nach Nr. 463 ge. fungen werden. 79. Psalm 38 der Lobwasserischen Melodieen.( eine Urmuch macht mich schreien). 79. Jesu, Arzt todtkranker Seelen. 80. Ach, was bin ich, mein Err. 297. üter! wird die Nacht der S. 325. Gott, wie rein ist deine 8. 424. Straf, o Herr, mich nicht im. 472. Seele, du mußt munter werden. 81. 3euch mich, zeuch mich mit den. 61. Neue Melodie. 61. Sei zufrieden, mein Gemüthe. 103. Laßt uns unserm Gott lobs. können auch nach Nr. 524 ge, fungen werden. 65. Pfalm 97 der Lobwasserischen Melodieen. 65. Der König aller Welt. 66. Pfalm 130 der Lobwasserischen Melodieen. 305 488. Wie lang darf ich noch säum. 558. Wohl dem, der richtig wand. Können auch nach r. 57 und 66 gefungen werden. 69. pfalm 89 der Lobwasserischen Melodieen. 69. Durch so viel Schein gestärkt. 72. Neue Melodie. 72. Gott werde fets von dir erh. 123. Wie göttlich sind doch Jesu 8. 219. Ich bin getauft auf deinen. 233. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. 235. Gott, deine nad ist unser. 344. Schön ist die Tugend, mein. 354. Wo find ich Gott, den meine 371, Willst du der Weisheit Quelle 374. Mein Hort ist Gott! thn laß. 384. Herr, mache meine Seele st. 398. Dein Heil, mein Geift, nicht. 504, Nicht, daß ichs schon ergriffen 505. Damit ich meine Seele rette. 508. Wie mannigfaltig sind die G. 526. Verborgner Gott, dem nichts. Können auch nach Nr. 7, 42 und 234 gesungen werden. 66. Nimmt Gott, dem wir vertr. Kann auch nach Wr. 57 u. 67 ' gesungen werden. 67. Ach Zerr, mich armen Sünder. ( Herzlich thut mich verlang.) 67. Befieht du deine Wege. 115. Wie soll ich dich empfangen. 133. Der du voll Blut und Wund. 193. Bedenke, Meusch, das Ende. 194. Ich denk an dein Gerichte. 237. 3ch fleh in tiefer Neue. 260. Gern will ich mich ergeben. 383. Chriß, alles was dich fränket. 471, Moch läßt der Herr mich leb. ( Unser Gericher, unser Kön.) 81. Herr, du kenneßt mein Verd. 124. Gott, was muß dein Sohn. 287. Dir allein hab ich gefündigt. 461, Gott im Himmel und auf e. 82. Alle Menschen müssen sterben. 82. Großer Gott, erhabnes Wesen. 127. Gottes Lamm, durch deffen. 177. Großer Mittler, der zur R. 236. Ich erhebe mein Gemüthe. 240. Schöpfer aller Menschenkinder. 262. Noch bin ich dein Gast, o E. 275. Menschen iss gefest, zu serb. 280. O wie unaussprechlich felig. 310. Jesu, daß du meiner Seele. 311. Jefu, fieh mich an in Gnaden. 317.@ins if noth, ach Herr, dies. 347. Du, der erz und Mieren. 20 306 Melodieen 378. Gott der Wahrheit, deffen. 386. Herr! die trau ich auf der E. 438. Dir, mein Gott, will ich lobs. 446. Bomit soll ich dich wohl lob. 557. 2aß mich, Höchster! darnach Br. 84. Psalm 51 der Lobwasserischen Melodieen. 84. Die Quell, woraus der M. 130. Mein Bebensfürp! nun kann. 226. D Menschenfreund, o Jesu. 281. Set gnädig, Herr, nach d. 86. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ich hab mein Sach Gott). 86. Wie fleucht dahin der Mensch. 87. Gott hab ich alles heimgestellt. 89. Jesu, meine Freude. 89, Wort aus Gottes Munde. 250. Wie getroft und heiter. 319. Jesu, meine Freude. 385. Seele, sei zufrieden. 90. Durch Adams Fall ist ganz. 90. Durch Adams Fall ist er verd. 334. tlf mtr, mein Gott. 343. Oft denkt mein Herz, wie. Können auch nach Nr. 222 ges fungen werden. 94. Herr Christ, der einge Gotts. 94. O Christe, Eingeborner. 158. Der Held hat überwunden. 336. Herr Jesu, Gnadensonne. * 95, eue Melodie.( O Trostwort, das uns Leben gibt). 95. Gedanke, der uns Leben gibt. 97. An Wasserflüssen Babylon. ( Ein Lammlein gebt und tr.) 97. 206, Ehre, Preis und Dank. 126. So gebßt du, Jesu, williglich. 149. Erhebe vom Geräusch der W. 225. Ich kommie, Herr, und suche d. 229. Du, Herr, haft aus Barmh. 293. D König, dessen Majeßtät. 339. Erbarm dich, Herr, du kennst. Können auch nach Nr. 37 ges fungen werden. 101. Zeue Melodie. 101. Erhebt den Herrn, ihr Fromm. 174. Der Herr fährt auf gen H. 178. Mein Jesus triumphiret. 455. Lobt Gott, den Gott der St. Können auch nach Nr. 56, 301 und 429 gesungen werden. 102. Neue Melodie. 102. Uiso hat Gott die Welt gel. Kann auch nach Nr. 59 und 480 gesungen werden. 104. Gelober seist du, Jesus Christ. 104. Belobet feißt du, Jesus Chrift. Verzeichniß. 108. Neue Melodie.( Ursprünglich: Sollt ich meinem Gott nicht). 108. Dez du uns das eil errung. 445. Sollt ich meinem Gott nicht. 109. Vom Simmel hoch da komm. 109. Dies ist der Tag, den Gott. 162. Dich bet ich an, erstandner H. 163. Kaum Beigt zu ihrem frohsten. 169. Erinnre dich, mein Geißt, erfr. 176. Auf, Jesu Jünger, freuet euch. 179. Wir freuen uns, Herr Jesu Ch. 186. Die Erd und was darinnen ist. 210. Gott, der uns immer Gutes. 431. D Gott, des gnadenvoller R. 439. Jhr Völker, fauchzt mit froh. 493. Dies, Christen, ist der Tag d. Können auch nach Nr. 3, 13, 197, 211 u. 436 gesungen werden. 110. eue Melodie( Ursprünglich: Ermuntre dich, mein schwa cher Geist). 110. Gott, deine Gnade set gepr. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das B. 112. Neue Melodie. 112. Herr, laß doch mich recht. 113. D Christenheit, sei hoch erfr. 114. Wirf, blöder Sinn, den K. 116. Werde munter, mein Gemüthe. 116. Wie lang soll ich traurig geb. 147. Deute, sprach mein Heiland. 200. Der du uns als Vater liebest. 363. Gott, mein Vater, deine 8. 433. Sorge doch für meine Kinder. 476. err! es ist von meinem 8. 485. Werde munter, mein Gem. 486. Auf, o Seele, werde munter. Können auch nach Nr. 29 ges fungen werden. 119. Aus tiefer oth schrei ich zud. 119. Mein Jesu, du hast unsre Sch. 182. Herr Jesu, deiner Glieder R. 191. Er kommt, er kommt zum Weltg. 248. Ich weiß, an wen mein Gl. 306. Gottes Sohn, Herr Jesu Chr. 321. Wo soll ich hin? wer hilfet m. 376. Du hast, mein Vater und m. 387. Der Herr ist meines Lebens. 404. Gott es fehlt uns Kraft u. 408. Gott, deine Güte reicht so w. 590. Nach meiner Seelen Seligkeit. 517. Zur Arbeit, nicht zum M. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 215 gesungen werden. 120. Vater unser im Zimmelreich. 120. Kein Behrer ist dir, Jesu, 91. 300. So wahr ich lebe, spricht d. 406. Vater, groß im Himmetr. 507. Hier ist noch unsre Prüfunges. Melodieen- Verzeichniß. 121. Schmücke dich, o liebe Seele. 121 Hetland, deine Menschenliebe. 189. Sontg, dem kein König gletch. 231. Seele, willst du Ruhe finden. 131. Herzliebster Jesu, was hast du. 131. Unschuldger Jesu, was hast d. 132. Herr, stärke mich, dein Beid. 550. Herr, mein Versöhner! Der d. 551, Herr, deine Sanftmuth ist n. Können auch nach Nr. 55 ge: sungen werden. 136. O Lamm Gottes, unschuldig. 136. O Gottes Lamm, unschuldig. 148. Christus, der uns selig macht. ( Swing dich aufzu deinem) 138. Mein Erlöser, Gottes Sohn. 140. Meine Liebe hångt am Kreuz. 140. Mein Erlöser hangt am Kreuz. 141. Herzlich lieb hab ich dich. 141. Um Gnade für die Sünderw. 224, Melobt feißt du, Herr Zebaoth. 269. Mein Heiland! wenn mein. 307. Ich komme, Friedensfürft, zu. 359. Der du mich als ein Vater 1. 145. eue Melodie. 145. Begleite mich, o Chrift. 146. Neue Melodie.( Rommt heraus, all ihr Jungfrauen). 146. Seht den leidenden Gerechten. 156. Dennoch bleib ich stets an dir. ( neinen Jesum laß ich nicht). 156. Auf, mein Herz! ein froher K. 172. Jefus lebt, mit ihm auch ich. 230. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 315. Meinen Jesum laß ich nicht. 365. Dabe deine Lust am Herrn. Können auch nach Nr. 47 ges fungen werden. 157. Christ lag in Todesbanden. 157. Der Herr lag in das Grab g. Kann auch nach Nr. 160 ges fungen werden. 160. Neue Melodie. 160. Bringt Preis und Ruhm. Kann auch nach Nr. 157 ge, fungen werden. 307 167. Sofianna, Davids Sohn. 167. Jefus, meine Liebe, lebt. 183. Hosianna, Davids Sohn. 171. Wacher auf! ruft uns die St. 171. Halleluja, Jesus lebet. 196, Wachet auf vom Schlaf, the. 272. Wachet auf! so ruft die St. 452. Jauchze, auserwält Geschlechte. 173. Auf diesen Tag gedenken wir. 173. An diesem Tag frohlocken wir. 190. O Ewigkeit, du Donnerwort, 190. Erhöhter Jesu, Bottes Sohn. 192. Der unsre Menschheit an sich. 197. Romm, o Gott, Schöpfer. 197. Komm, o Gott, Schöpfer, beilg. 175. Schau, großer Herr der Herrl. 333. Dein Gott ist Majestät und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 211 u. 436 gesungen werden. 199. Vater aller Gnade. 199. Gott, groß von Erbarmen. 201. psalm 77 der Lobwasserischen melodieen. 153. Der Tag ist hin, mein Geist. 208. Ein feste Burg ist unser Gott. 153. So schlummerßt du in stiller R. 155. Am Kreuz erblaßt. 214. 208. Ein starker Schuß ist unser. 211. Erhalt uns, Serr, bei deinem. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. Kann auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 u. 436 gesungen werden. eue Melodie. 214. Wenn Chriftus feine Kirche. 215. Uch Gott vom Himmel sieh. 215. Uch Gott vom Himmel sieh. 405. Mit Seufzen Flag ich dir m. 421. Ach Gott, wir treten bier v. 425. In deinem Namen, o Herr. 556. Die Zunge, die vernehmlich. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 119 gesungen werden. 161. Ich weiß gewiß, daß mein. 164. Jesus Christus, unser Heiland. 164. Jesus Christus, unser Hetland. 201. Heilger Geißt, du Himmelslehr. 294. Wenn der Sünder hat mißh. 397. Meine Stimme ruft zur S. 407. Herr, cryöre meine Klagen. 458. Großer Gott, Herr aller. 205. un bitten wir den heilgen G. 205. Des Vaters und des Sohnes. 218. Christ, unser Herr, zum Jord. 218. Wie Chriftus selbst zum Jord. Kann auch nach Nr. 17 ges fungen werden. 161. Psalm 32 der Lobwasserischen 222. Psalm 91 der Lobwasserischen melodieen. Melodieen. 222. Als Jefus fegund sterben w. 392. Ber unter Gottes Schatten. Können auch nach Nr. 90 ges fungen werden. 20* 308 Melodieen- Verzeichniß. 227. Psalm 5 der Lobwasserischen| 267. Was Gort thur, das ist wohlg. melodieen. 227. Wie groß ist deine Menschent. 234. Neue Melodie. 267. Ich freue mich der frohen 3. 373. Auf dich, Herr, nicht auf m. 375. Der berr ist meine Zuversicht. 525. Was Gott thut, das ist wohlg. 234, Nun habe Dank für deine. 278. Nach einer Prüfung kurzer£. 345. Wie feltg, Herr, ist der Ger. 357. Wie sollt ich dich, mein Gott. 400. Bon dir kommt jede gute G. 273. Mein Leben ist ein Pilgrimst. 410. Wer kann, Gott, je was Gut. 274. Psalm 16 der Lobwasserischen Melodieen. 509. Der Wollust Reiz zu widerstreb. 510, Des Leibes warten und ihn. 527. Was iß mein Leben auf der. Können auch nach Nr. 7, 42 und 72 gefungen werden. 238. Kommt her zu mir, spricht. 238. Wie felig, Gott, wie selig ist. 246. Jch hoff, o Gott, mit frohem. 352. Kommt her, Mühselge, kommt. 499. Herr, meiner Seele großen W. 548. Du liebst, o Gott, Gerechtigk. 243. Psalm 1 der Lobwasserischen Melodieen. 243. Der Herr ist gut, in deffen D. 244. Neue Melodie. 244. Vernimm, o Gott! vernimm 245. Psalm 19 der Lobwasserischen melodieen. 245. Mein Salomon, dein freundl. 253. Psalm 4 der Lobwasserischen Melodieen. 253. Wie wol ist, Jesu, meiner Seel. 254. Pfalm 46 der Lobwasserischen Melodieen. 254. Beglückter Stand getreuer S. 494. Der Herr des Himmels und d. 255. Ich weiß, mein Gort, daß all. 255. Ich freue mich, mein Gott, in 414, Bon ganzer Seele prets ich d. 481. Für alle Güte set gepreißt. 521. Set, Seele, park und unverz. Können auch nach Nr. 415. ges fungen werden. 256. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Chr. 256. Mein treuer Gott, dein gutes. 346. Herr, mein Erlöser! nur von. 259. Ceue Melodie. 259. Der Herr, mein irt, beb. 265. Plalm 103 der Lobwasserischen Melodieen. 265. Wie komm ich doch, mein H. 440. Lobsinget Gott mit wahrem. 497. Herr, lehre mich, wenn ich d. 266. Aunlaßt uns den Leib begrab. 266, Begrabt den Beib in seine Gr. 273. Psalm 84 der Lobwasserischen Melodieen. 274. Auf, träger Geiß: laß das. * 283. cue Melodie. 283. Erhebt, erhebet Gottes Rubm. Kann auch nach Nr. 54 gefun gen werden. 284. Liebster Jesu, Trostder Herzen. 284. Auf, o Sünder! laß dich lehr. 389. Liebster Jesu, Troßt der Herz. 292 allein zu dir, Herr Jesu Christ. 292. 3ch schäme mich vor deinem. 308. Auf dich allein, Herr Jesu Chr. eue Melodie. 295 295, An dir allein bab ich gefänd. Kann auch nach Nr. 46 und 531 gefungen werden. 296. Meine Seele, willst du ruhn. 296. Sünder, willst du sicher sein. 301. 3euch ein zu deinen Thoren. 301. Wie treu, mein guter Hirte. 358. An dich, mein Gott, gedenken. 389. Was hilft's, daß ich mich qu. Können auch nach Nr. 56, 101 und 429 gesungen werden. 302. Straf mich nicht in deinem 3. 302. Strafe nicht, o Heiligßer. 406. Mache dich, mein Geißt, bereit. 316. Zerr hör, ach höre mein Gebet. 316. Sucht man die Freundschaft in. 320. Psalm 25 der Lobwasserischen Melodieen. 320. Höchst erwünschtes Seelenleben. 401, Jesu, meiner Seelen Recter. 324. Psalm 116 der Lobwasserischen Melodieen. 324, Mein Bundesgott, ach unterw. 330. Ich weiß es wohl, ich selbst v. 361. Wie lieb ist mirs, daß Gott. 465. So ist von meiner kurzen Pilge. 326. Neue Melodie. 326. Wenn zur Vollführung deiner. 348. Es woll uns Gott genådig sein. ( Früher: Erbarm dich mein, o Serre Gott). 348. Ich armer Sünder, wer in b. Melodieen- Verzeichniß. 309 360. Gott Vater, ich glaub an dich.| 444. Lobet den Herren, alle Heiden. 444. 2obet den Herren, alle heiden. 456. Neue Melodie. 360. Wohlan, mein Herz! fei fets. 368. O großer Gott von Macht. 308. Ddu erhabner Gott. 456. Herr, unfer Gott, dich loben wir. 369. Psalm 26 der Lobwasserischen melodieen. 369. D Gott, wer ist dir gleich. 381. Wohl dem Menschen, der von. 381. Wohl dem Menschen, der von H. 413. In dich hab ich gehoffet. 413. Ich weiß es, Gott, mein ganz. 423. Ach Gott, du unser Bebensl. können auch nach Nr. 255 ges fungen werden. 415. Verleib uns Frieden gnädigl. 415. Verleih uns Frieden gnädiglic. 417. Ach, mein Jesu! sieh, ich trete. 417. Qual und Angst muß ich empfind. 418. Entbinde mich, mein Gott. 418. Befreie meinen Geist. 538. Mein Lebensfürß! zeig mir. 429. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jehovah, Herr und König. Kann auch nach Nr. 56, 101 und 301 gesungen werden. * 430. 7eue Melodie. 430. Erlöfer, fieh auf uns bernieder. 435. Warum betrübst du dich, mein. 435. D welch ein Leiden, das mich. 474. 3hm, der das Licht entstehen. 436. Pfalm 134 der Lobwasserischen Melodieen. 436. Auf, Christen! preißt mit mir den. 437. Erhebe Gottes Heiligkeit. 942, D Gott, du bist mein Preis und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 u. 211 gefungen werden. 459. Alles ist an Gottes Segen ( Jesu, deiner Kirchen Gl.) 459. Herr, mein Licht, mein Detl 463. Neue Melodie. 463. Besingt Gott Bebaoth. 477. 3hr trüben Sorgen weicht. Können auch nach Nr. 78. gesungen werden. 470 7eue melodie. 470. Mein erß Gefühl fei Preis. 478. un laßtunsGottdem Zerren. 478. Wach auf, mein Herz und singe. 480. Aun sich der Tag geendet hat. 480. So Atehen unsre Tage bin. Kann auch nach Nr. 59 und 102 gefungen werden. 524. eue Melodie. 524. Warum sollt ich mich denn gräm Kann auch nach Nr. 61 gesun. gen werden. 530. Neue Melodie. 530, Du klagst, o Chriß, in schweren. 531. Geue Melodie. 531, Du flagst und fühleßt die Beschw. Kann auch nach Nr. 46 und 295 gesungen werden. 533. Neue Melodie. 533. Was forgßt du ängßlich für 542. Christus, der ist mein Leben. 542, Mein Jesus iß mein 8eben. 310 III. Alphabetisches Register der in diesem ,, verbesserten" Gesangbuche vorhandenen ( oder angeführten) Stamm- Melodieen. 459 97 173 Ach Gott und Perr 10 67 417 15 292 Ach Gott, vom Himmel sieh darein 215 Ach Herr, mich armen Sünder Ach mein Jesu, fieh, ich trete Allein Gott in der Höh set Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Chriß Alle Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen An Wasserflüffen Babylon Auf diesen Tag gedenken wir Auf meinen lieben Gott 82 Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Noth schrei ich zu dir Chrißt lag in Codesbanden Chrißt, unser Herr, zum Jordan kam Christus, der ist mein Leben Christus, der uns selig macht Dennoch bleib ich fets an dir Der Tag ist hin, mein Geißt Durch Adams Fall ist ganz verderbt 90 Ein feste Burg ist unser Gott 153 208 418 211 110) 6 22 ( Ein sämmlein gebt und trägt die 97) Gott, du unser Vater bist Entbinde mich, mein Gott Erhalt uns, Herr, bei deinem ( Erbarm dich mein, o Herre Gott 348) ( Ermuntre dich, mein schwacher Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Beit Es won uns Gott genädig sein Freu dich sehr, o meine Seele Gelobet feißt du, Jesus Chriß 104 Gott des Himmels und der Erden 32 Gott sei Dank in aller Welt Herr Chrißt, der einge Gotts Sohn 91 Herr, hör, ach höre mein Gebet 316 Herr Jesu Chrißt, dich zu uns wend Herzlich lieb hab ich dich ( Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesu, was hast du Hosianna, Davids Sohn ( Ich hab mein Sach Gott heimgest. 86) Ich ruf zu die, Herr Jesu Chrift 256 Ich weiß, mein Gott, daß all mein 255 ( Jefu, deiner Kirchen Glieder 459) Jesu, meine Freude 3 167 89 Jesus Christus, unfer Deiland Jesus, meine Zuversicht 78 429 119 157 218 542 138 156 30 348 29 413 In dich hab ich gehoffet, Serr 1) ( Komm heiliger Geiß, erfüll Kemm, o Gott, Schöpfer, beilger 197 Kommt her zu mir, spricht Gottes 238 Liebßter Jesu, Trost der Herzen Liebster Jesu, wir sind hier 284 4 444 Lober den Herren, alle Heiden Machs mit mir, Gott, nach deiner 26 ( Meine Armuth macht mich schreien 79) Meine Biebe hängt am Kreuz 140 Meine Seele, willst du ruhn ( Meinen Jesum laß ich nicht Mein Gott, das Herz ich bringe Nun bitten wir den beilgen Geiß 205 Nun danket alle Gott 9 141 67) 131 296 156) 59 Nun laßt uns den Leib begraben 266 Nun laßt uns Gott dem Herren 47) ( Nun lob, mein Seel, den Herren 348 Nun sich der Tag geendet hat DEwigkeit, du Donnerwort D Gott, du frommer Gott 480 190 8 3 D Gott Vater, ich glaub an dich 368 D großer Gott von Macht 368 136 48 121 Lamm Gottes, unschuldig D Welt, ich muß dich laffen Schmücke dich, o liebe Seele ( Schwing dich auf zu deinem Gutt 136) ( Sollt ich meinem Gott nicht singen 108) Straf mich nicht in deinem Zorn 302 ( Unser Herscher, unser König Valet will ich dir geben Vater aller Gnade 81) 57 164 Beuch ein zu deinen Thoren 47 Beuch mich, zeuch mich mit den 199 120 415 56 Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Vom Himmel hoch, da komm ich 109 Von Gott will ich nicht laffen Wachet auf! ruft uns die Stimme 171 Warum betrübst du dich, mein Herz 435 Was Gott thut, das ist wohlgethan 267 Werde munter, mein Gemüthe Wer nur den lieben Gott läßt w. Wie schön leuchtet der Morgenstern 35 Wohl dem Menschen, der von Wunderbarer König 116 7 381 38 301 81 Gebete. Morgengebete. ott, Schöpfer und Herr Himmels barmherziger thäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besige. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nachtmit deinem mächtigen Schuße bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß dumeinen Leibdurch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet haft. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie übertrifft alle unsere Verdienste unendlich: sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig genug dafürdankenkönnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest und dich meiner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Seit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in dei ner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gort, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert 311 habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Borsas, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, noch nach dem Beispiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deiner seligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dies soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bemühung und meine Seligkeit sein. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Ge rechtigkeit halten will. Gott, stebe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsag mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Jugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt úber mich haben. Gib, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Vor 312 Morgengebete. stellung von deiner Alwissenheit und AU-| aufgestanden bin. Du hast nächtliche gegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gesege erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüglich werden, als es gie Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich deseget haft, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Segen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Borsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Lafter den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Men schen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns geseget hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden sein. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden bast. Gib, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfülfen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nugen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum legten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu Chrifti willen, men. Unser Vater 2c. Umächtiger und unendlich gütiger Gott, deiner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und geſund Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behútet, das mir ohne deinen Schuß håtte begegnen können. Ich erkenne deine Güte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Allgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligem Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlge: fallen führen möge. Deinem máchtigen Schuße befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele, und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich sein können. Regiere alle meine Entschlies sungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß sein möge. Gib mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterkeit die Ge schäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich gefehet hast, mir auf leget. Gib, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sei auch nach dei ner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Chrifti willen gnädig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsäglichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und ges gen alle Versuchungen stärken. Wenn ich aus Uebereilung fehlt, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler auf richtig bereue, bei dir Vergebung suche, und ins Künftige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirsts wohl machen, Amen. 313 Abendgebete. Fo ch freue mich deiner Güte, o Gott, nüßlich zu werden, begierig ergriffen, und komme mit Danken vor dein allen Reizungen zum Stolze, zur EitelUngesicht. Jeder Tag, jede Stunde, keit, zum 3orn, zur Unzufriedenheit, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir zur Wollust widerstanden, und mich recht neue Beweise von deiner väterlichen Huld sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Gnade, und legt mir neue Ver- und Begierden, noch mit Worten und pflichtungen zur Dankbarkeit und zum Werken zu súündigen? Habe ich meine Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl Wohlthäter, auf. Auch heute haft du angewandt, als ich es håtte thun sollen dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt und thun können? Habe ich meine Pflichgelassen. Auch heute hast du mir in ten gegen dich, gegen meinen Nächsten allen Absichten viel Gutes gethan. Wie und gegen mich selbst mit der Willigkeit, viele bekannte und unbekannte Gefahren mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, und Uebel haft du durch deine gnádige wie es deine Wohlthaten und meine Vorsehung von mir abgewandt! Vor Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln in einer solchen Verfassung, daß ich die großesten sind, hast du mich Schwa- freudig sterben und mich einer seligen chen bewahret! Wie viele geistliche und Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir liebliche Wohlthaten habe ich aus deiner gefallen sollte, meinem irdischen Leben freigebigen Hand empfangen! Womit in dieser Nacht ein Ende zu machen? soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute o Gott, wie beschámet, wie erniedrigt vergelten, das du an mir gethan bast?| mich diese Prüfung! Herr, wer kann Nimm meinen Leib und meine Seele merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir zum Opfer hin. Sie sind dein und auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht deinem Dienste, deiner Verherrlichung ins Gericht mit mir, denn vor dir ist sollen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir nur mein Eifer, dir zu gefallen, be meine Sünden und Uebertretungen. Ich ständiger, möchte der Gehorsam, den ich bereue sie von ganzem Herzen; ich ent dir leiste, reiner und vollkommener sein! schließemich, indeiner Furcht mich immer Aber, o mein Gott, wie weit bin ich mehr von allen Befleckungen des Flei noch von dem Ziele der christlichen Voll- sches und des Geistes zu reinigen, und kommenheit entfernt! Wie vieler Nach meine Heiligung zu vollenden. Stárke lässigkeit und Trägheit im Guten, wie mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorvieler Bergehungen und Fehler muß ich sage. Stehe mir in der Ausführung desmich täglich vor deinem Angesichte be- selben mächtig bei. Gib, daß ich alles, schuldigen! Habe ich wohl den vergange- was dir zuwider ist, hasse, und als das nen Tag in aller Absicht so zugebracht, größte Uebel meide und fliehe. Sib, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, daß ich alles, was dein heiliger Wille einem Christen, einem Erben der zu- von mir fordert, aufrichtig und mit fünftigen Herrlichkeit anständig ist? Freuden thue. Laß mir den morgenden Sabe ich in deiner Furcht gewandelt, Tag heiliger sein, als den heutigen. und die Empfindung deiner Gegenwart Laß mich täglich an Weisheit und Tuforgfältig in meiner Seele unterhalten? gend wachsen, und immer mehr nach deihabe ich mir das Beispiel meines Herrn nem Ebenhilde erneuert werden. Hege und Heilandes zum Muster der Nach- ich Haß und Neid gegen irgend einen ahmung vorgefegt, und durch mein Ver- Menschen in meinem Herzen, so laß den halten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des bemüthigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und himmlisch gesinnten Jesu sei? Habe ich jeden Inlaß, mich selbst zu bessern und Undern Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm folches wirklich zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst Das Gebet des Herrn, umschrieben. 314 vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schuß bedecke Barmherziger, gnädiger Gott, unter mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes: und Seelenkräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Unbruch des Tages warten. Stårke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Chrifti, unsers Mittlers und Seligmachers, deinem gnädigen Schuhe habe ich abermals einen Tag zurückgelegt. Sch danke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohithaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Christi willen gnådig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wieder: um geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Rube einzugehen, die du deinen Kindern berei tet hast. Erhöre mich um Jesu Chrifti, deines geliebten Sohnes willen, Umen. Umen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. Unfer nser Vater, der du bist im| licher auf dem ganzen Erdboden werden, Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des Bornes sind, dich mit Zuversicht und Vertrauen unsern Vater nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Christo, was können deine so hoch begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiliget werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig. und würdig von allen erkannt, geehret und gepriesen zu werden. D laß deinen Namen, deine Tugenden und Vollkommenheiten immer bekannter und herrso daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über alles ebre, fürchte, liebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Und damit dein Name je länger, je herrlicher werde, so komme dein Reich, so laß dein Reich, das du durch deinen Sohn auf Erden aufgerichtet bast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsternißleben und durch Bekehrung so vieler, die noch auf den Irrwegen Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. 315 bes Lasters und des Unglaubens wandeln.| so uns beleidiget haben, damit wir ihnen Nur dein Wille geschehe auf so gerne, willig und herzlich vergeben, Erden, wie im Himmel, nicht als du uns vergibst. Denn wenn wir unser verkehrter Wille, sondern dein nicht vergeben, so wirst du uns auch guter und vollkommener Wille geschehe, nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, ſo daß wir sowohl in guten als in bösen wie leicht wir in Sünde fallen, und Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, wie stark und listig unsere Feinde, der beständig willig und freudig ausüben, Satan, die Welt und unser Fleisch sind, gleich wie sie von den Engeln und um uns zu stürzen, so führe uns vollendeten Gerechten im Himmel voll nicht in Versuchung, so laß uns zogen werden. nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Gib uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gotiseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigkeit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich segen, und uns arbeitsam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergib uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehauft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Chrifti. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie hassen und verabscheuen. Gib uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan sein. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ift unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewis erhören werdest, Amen. Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. err, Herr, Gott, barmherzig, gná-| gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, Treue, der du Gnade beweiseft, und vergibst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Sott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außer: ordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als våter lichen Liebe gegeben haft. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich unwürdigen hast du zur Er kenntniß dieses großen heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten 316 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Beichen und Versicherungen mittheilen, wenn ich, mit wahrer Bußfertigkeit, eiland der Welt, Herr Jeſu Chrift, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsage, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Berderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne fei es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größedeiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche fehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und felig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir dieſe unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O Gott, ver: zeihe mir, daß ich bisher meinen Ver: pflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz fagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sei mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein beiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens fein. Ach, schenke mir selber Kraft und Stárke, mein Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlich keit, die du mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setteft du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittlerzwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner feligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöseten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verterbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein? Wie unerträglich würde mir die Laft meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Anblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, diemich belebet, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der undankbarfte und niederträchtigste unter allen Sterblichen sein, wenn ich dein vergåße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebüh ren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Be gierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit verbleibe. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 317 gesegnet sein. Erlaube nicht, daß ich mich bloß mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfeft, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seelevertreiben. eaß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das Kräftigfte bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbruchlicher Treue zu halten, Umen. Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, die du mir anbieteft, und das große heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum oufzuopfern, und den heiligen Vorsak zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Robe den Herrn, meine Seele, und| nennen. Un ihm haben wir einen voll kommenen Seligmacher, der immerdar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelklichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gett, wemit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Sch will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Volke. was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lube den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist! Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Misse: that meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du haft deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du haft ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet fei Gott, und der Vater unsers Herrn. Sesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchften angenehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Bater, und uns feine Kinder Großer Erlöfer, meine Seele erhebet dich, den freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du haft mich bis in den Ted geliebet: Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du haft dein Blut für mich vergoffen zur Vergebung der 318 Gebet eines Kranken. Sünden. Du bist für mich gestorben. Duheiten, die ich an mir habe, ernstlich haft dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige sein. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sei mein Leib and meine Seele, dir sei mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, dirzugehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit sein! Amen. bestritte, wenn ich eben so träge und nachlässig im Suten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ b.sige, verlustig und meine Verdammnißum soviel schwe rer machen. Uch Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst handele. Sei du in meiner Schwachbeit mächtig. Befestige meine guten Entschließungen, und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und un verrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß deines Geistes und führe mich durch denselben auf ebene Bahn. Gib, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchun gen, stårke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen haft, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich der einst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Amen. ( o habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Baters und unendlichen Wohlthåters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglucklich würde ich nicht sein, wenn ich diese Zusagen vergåße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse GewohnGebet eines mein Gott, du Quelle des Trostes und Kranken. ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und demüthige nicht zu meinen Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Zornes über mir zusammenschlagen, und ich müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, bu aber unendlich gerecht bist. Ich habe gesündigt wider dich und vor dir. meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. uch, ich Unglück mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen sehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. Zu wem kann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gett, fannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. 3u dir allein wende Gebet eines Kranken. 319 feliger! Uch, daß ich dich zum Born| führen und zeigen möge, daß ich in der wider mich gereizet babe! Du bist die liebe selbst. Du haft mit so vieler Gnade mich überhäuft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie konnte ich doch so undankbar sein, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Bohlthäter, erhob! Wie konnte ich so frech, so treulos sein, daß ich mich gegen meinen Vater und König emporte! Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht noch ins Mittel tritt, und den Urm deiner Gerechtigkeit aufhält. O erbarmungsvoller Gott, hore die Stimme des Blutes, welches mein theuerster Erlöserfür bußfertige Sünder vergossen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gib mir Kraft, Daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gänzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Gott, ich küsse die Ruthe, welche mich chlägt. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. Gib mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen sanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich herum sind, beweisen, und alle Sorgfalt, so man an mir beweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet sein, denn ohne deinen Segen arbeitet dod der Arzt vergeblich, und alle Mittel sind umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug Nun, mein Gott, ich erwarte in habe. Deine Kraft sei mächtig in mir tiefster Demuth deine Befehle. Rede, Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet Herr, denn dein Knecht höret, und ist zu erhören, und meine Gesundheit wieder bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre berzustellen; willst du, daß ich noch immich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, lande der Lebendigen bleiben soll; so gib mir, Herr, daß ich ein neues Leben Schule deiner Züchtigungen gelernet habe, wachsamer über alles mein Thun und Lassen zu sein, und mich von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. Hast du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu fordern, so sebe mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Reiße mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet sein.( Denn was hat die Welt, das mich an sie fesseln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am Herzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jegt seinen Geist in deine Hände befehlen wollte, so sorgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen, so verlasse du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Überdu lebest immer und ewiglich. Sei du ferner ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschüßer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange fie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in die heilige Fassung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe.) Bersiegele mich auf den Tag der Erlösung. Gib neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. und um Chrifti Jesu, meines Heilandes willen, Umen. 320 Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. roßer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führeft, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Uch ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes sein sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Du hast meine Klagen erhöret, und meine Thránen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und hast mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen Hengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzúrnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gib dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läffest, denn diese ist ein ungestumes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein kannst mich erretten. Gib mir das nöthige licht, gib mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sei du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sei mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischnei digen Sdwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. O Gott, so mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückge fallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein 3ittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist gesund geworden, súndige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Wergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, die doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebens frist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Schauplag ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Hers zen und Begierden dahin gerichtet ſein müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Uch! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher ſei. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. pore ihre Bitten stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet. Unterstüße und stårke alle, die du mit mir von ihren Krankentagern aufstehen läsfest, daß 321 sie die Sonne mit Freuden erblicken. Gib einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergessen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Chrifti, meines liebsten Heilands willen an, Umen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. machtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Bater du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir did preisen; darum erscheinen wir auch jegt vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wchl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Uch, gib ihr Gnade, daß sie in dieser Schwadheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Uch, Herr Jeſu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. Dir, o allerliebster Vater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stårke fie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren legten Feind; sei nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein. Reinige fie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünten, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seligfeit. Sprich zu ihrer Seele: Mein Sohn( meine Tochter) sei getroft, dir sind deine Sünden vergeben. Stärke und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit sie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Ungst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwersten Streite em pfunden und ausgestanden hat. Lindere; verkürze und vermindere die Furcht und die Schmerzen des Todes, und gib ihr alles was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren falten Eodesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem Bittern und 3agen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. O Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneigt, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Uch, stärke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig ſein. Oliebster Heiland Jesu! du haft verheißen, wenn du werdest erhöhet sein, so wollest du uns alle zu dir ziehen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden und hast daselbst alle unsere Missethat versöhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor dem Ungesicte deines vimmlischen Baters für uns erscheineft. So ziehe dann diese Schwache durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihre Seele aus dem hard einfallenden Kerker ihres Leibes, darinnen sie gefangen ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmet, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in the Licht, aus allem 21 322 Gebet der Umstehenden Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des selig machenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in die sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sei, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Bater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. O heiligster Seligmacher, wirte in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige für einen Sterbenden. Gedanken, und laß deine heiligen Engel sich um sie her lagern, und ihre Seele in ras himmlische Paradies, und in den Schooß ihres Erlösers führen. daß wir uns oft unserer Sterblichkeit Uns aber, o Herr, gib die Gnade, erinnern, aller Sünde bei Zeiten abster: ben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns Nimm dich unser in Gnaden an, wenn zu einem seligen Abschied vorbereiten. die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2c. Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage des Advents, gangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich) wandeln, als am Tage, nicht in Freffen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Matth. 21, v. 1-9. ja sie nun nahe bei Serufalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer, so bald wird er fie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Evangelium am 2. Sonntage des Abvents, Die Jünger giengen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Bolks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorgieng und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet jei, der da kömmt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Luc. 21, v. 25-33. ud es werden Zeichen geschehen au der Sonne dem und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Wieer, und die Wafferwogen werden braujen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenu aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merker, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet augehen, so wiffet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, wiffen, nämlich die Zeit, daß die dies Geschlecht wird nicht vergehen, Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe, bis daß es alles geschehe. Himmel sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn und Erde werden vergehen, aber da wirs glaubten: the Nacht ist ver- meine Worte vergeten nicht. 1 Epistel, Röm. 13, v. 11-14. ieben Brüder: weil wir solches 2 Am 3. und 4. Sonntage des Advents. geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie bingiengen, Epistel, Röm. 15, s. 4-13. as aber zuvor geschrieben ist, das W in uns geschrieben, fieng Jejus an zu reden zu auf daß wir durch Geduld und Trost von Johanne: Was seid ihr hinausder Schrift Hoffnung haben: Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Bater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott leben um der Varmherzigkeit willen, wie geschrieben slehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet ench, ihr Heiden, mit seinem Bolk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle un suchet man nicht mehr an den Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Efaias: Es wird sein die Wurzel Sesse, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle ench mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. gegangen in die Wüsten zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Deun dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1. Cor. 4, v. 1-5. afür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener, und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Wir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewust, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komint, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern Evangelium am 3. Sonntage verborgen ist, und den Nath der Herzen des Advents, offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Matth. 11, v. 2-10. Joh. 1, v. 19- 28. a aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, fandte er feiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Sesus antwortete und sprach zu ihnen: ud dies ist das Zeugniß Johannis, Gehet hin, und saget Johanni mieder, da die Suden sandten von Jeru was ihr sehet und höret: Die Blinden salem Priester und Leviten, daß fie sehen und die Lahmen gehen, die Aussägigen werden rein, und die Tauben hören, die Tobten stehen auf, und den Armen wird das Svangelium 11¹ Evangelium am 4. Sonntage des Advents, ibn fragten: wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Sch bin nicht Christus. Und fte fragten ihn: was denn? Bist du Am Heiligen Christtage. Clas? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antn ort geben denen, die uns gesandt haben; was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prothet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Waffer, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, daß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Preuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit laffet fund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Geket und Flehen mit Danksagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jeſu. Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt David, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schätzen ließe, mit Maria ſeinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und fie gebar ihren ersten Sohn, und widelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Und es Raum in der Herberge. waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und fiche, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um fie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige end große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewidelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die löbeten Gott und sprachen: El re fei Gott in der Höhe und Friede cuf Erden, und den Menschen ein Wollgefallen. Epistel, Tit. 2, v. 11-14. enn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, Evangelium am heil, Christtage, Luc. 2, v. 1-14. s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausgieng, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermanu gieng, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die felige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Der fich Heilandes Jesu Christi. selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöfete von aller Ungerechtig teit, und reinigte ihm selbst ein Volk Stadt. Da machte sich auch auf zum Eigenthun, das fleißig wäre zu Joseph aus Gafilia, aus der Stadt guten Werken. 1* Am 2. heiligen Christtage. Am Neuen Jahrestage. Evangel. am 2. heil. Christtage, einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werUnd es war eine Prophetin, Hirten unter einander: Lasset uns nun Hanna, eine Tochter Phanuel, vom gehen gen Bethlehem, und die Geschichte Geschlecht Aser, die war wohl betaget, sehen, die da geschehen ist, die uns und hatte gelebet sieben Jahre mit der Herr fund gethan hat. Und sie ihrem Manne, nach ihrer Jungfraufamen eilend und fanden beide, Maria schaft, und war nun eine Witwe bei und Joseph, dazu das Kind in der vier und achtzig Jahren, die kam Krippe liegend. Da sie es aber gesehen nimmer vom Tempel, diente Gott hatten, breiteten sie das Wort aus, mit Fasten und Beten Tag und Nacht. welches zu ihnen von diesem Kinde Dieselbe trat auch hinzu zu derselbigen gesagt war. Und alle, vor die es Stunde, und preisete den Herrn, und kam, wunderten sich der Rede, die redete von ihm zu allen, die auf die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria| Erlösung zu Jerusalem warteten. Und aber behielt alle diese Worte, und erwägete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten fehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. 14 Luc. 2, v. 15-20. nd da die Engel von ihnen gen Epistel, Tit. 3, v. 3-8. enn wir waren auch weiland unweise, ungehorsam, irrige, dienend den Lüsten und mancherlei Wollisten, und wandelten in Bosheit und Neid, und haffeten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, weichen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. Evang. am Sonnt. nach Christtag, Luc. 2, v. 33-40. I U nd sein Vater und Mutter wunderten ward. Und Simeon segnete sie, und ſprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, Auferstehen vieler in Israel, und zu ward sein Name genennet Jesus, dieser einem und Epistel, Gal. 4, v. 1-7. ch sage aber: So lange der Erbe einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Geſetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfiengen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gefandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater Also ist Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel auch Erben Gottes durch Christum. Evang. am Neuen Jahrestage, Luc. 2, v. 21. 1nd da acht Tage um waren, daß das Am Sonntage nach dem Neuen Jahre. welcher genennet war von dem Engel, da zweijährig und darunter waren, ehe denn er im Mutterleibe empfan- nach der Zeit, die er mit Fleiß von gen war. den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Seremia, der da spricht: Auf dem man ein gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens: Rahel beweinete ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben mar, fiebe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland. Und sprach: Stebe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zench hin in das Land Israel; fie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jildischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodis, fürchtete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfieng er Befehl von Gott, und zog in die Derter des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die das heißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Epistel, Gal. 3, v. 23-29. Che denn der kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da follte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist fein Jude noch Grieche, bie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal einer in Christo Jeju. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same, und nach der Verheißung Erben. Evangelium am Sonntage nach dem neuen Jahre, Matth. 2, v. 13-23. a sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allba bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr jornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die Epistel, 1. Betri 4, v. 12-19. br Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden ( die ench widerfähret, daß ihr versuchet werbet), als widerführe euch etwas Seltsames: Sendern freuet euch, daß ihr mit Christe leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet ilber den Namen Christi, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist. er verlästert, bei euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb, eder Uebelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, er ehre aber Gott in solchem 6: Am Sonnt. der Erschein. Christi. Am 1. Sonnt. n. Epiph.. Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe| und giengen in das Haus, und fanden das Gericht an dem Hause Gottes. das Kindlein mit Maria seiner Mutter, So aber zuerst an uns; was wills und fielen nieder, und beteten es an. für ein Ende werden mit denen, die Und thaten ihre Schätze auf, und dem Evangelio Gottes nicht glauben? schenkten ihm Gold, Weihrauch und Und so der Gerechte kaum erhalten Myrrhen. Und Gott befahl ihnen wird, wo will der Gottlose und Sünder im Traum, daß sie sich nicht sollten Pescheinen? Darum, welche da leiden wieder zu Herodes lenken, und zogen nach Gottes Willen, die sollen ihm durch einen andern Weg wieder in ähre Seelen befehlen, als dem treuen ihr Land. Schöpfer, in guten Werken. Evangel. am Sonnt. der Erscheimung Christi( Epiphania), Epistel, Sef. 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn und die lichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Matth. 2, v. 1-12. Dª a Sesus geboren war zu Beth- Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber lehem, im jüdischen Lande, zur über dir gehet auf der Herr, und Zeit des Königs Herodis, siehe, da seine Herrlichkeit erscheint über dir. kamen die Weisen vom Morgenlande Und die Heiden werden in deinem Licht gen Jerusalem und sprachen: Wo ist wandeln, und die Könige im Glanz, der neugeborne König der Juden? der über dir aufgehet. Hebe deine Wir haben seinen Stern gesehen im Augen auf und siehe umher, diese alle Morgenlande, und sind kommen, ihn versammelt kommen zu dir. Deine anzubeten. Da das der König Hero- Söhne werden von ferne kommen, des hörete, erschrak er, und mit ihm und deine Töchter zur Seiten erzogen das ganze Jerusalem. Und ließ ver- werden. Dann wirst du deine Lust sammlen alle Hohepriester und Schrift- sehen und ausbrechen, und dein Herz gelehrten unter dem Velk, und er- wird sich wundern und ausbreiten, forschte von ihnen, wo Christus sollte wenn sich die Wienge am Meer zu geboren werden. Und sie sagten ihm: dir belehret, und die Macht der Heiden Zu Bethlehem in jüdischen Lande; zu dir kommt. Denn die Wiençe der denn also stehet geschrieben durch den Kameele wird dich bedecken, die Läufer Propheten: Und du Beihlehem im aus Median und Epha. Sie werden jüdischen Lande bist mit nichten die aus Saba alle kommen, Gold und kleinste unter den Fürsten Juda; denn Weihrauch bringen, und des Herrn aus dir soll mir kommen der Herzog, Lob verkündigen. der über mein Bolt Israel Herr sev. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphaniä, Luc. 2, v. 42- 52. weifete sie gen Bethlehem, und sprach: Da ziehet hin, und forschet fleißig nach a Sesus zwölf Jahre alt war, giengen sie hinauf gen Jerusadem Kindlein, und wenn ihrs findet, lem, nach Gewohnheit des Festes. so fagt mirs wieder, daß ich auch komme, Und da die Tage vollendet waren, and es ankete. Als sie nun den König und sie wieder zu Hause giengen, gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, der Stern, den sie im Morgenlande und seine Eltern wußtens nicht. Sie gesehen hatten, gieng vor ihnen hin, meineten aber, er wäre unter den bis daß er kam, und stand oben über, Gefährten, und kamen eine Tageda das Kindlein war. Da sie den reise und suchten ihn unter den Ge Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, freundten und Bekannten. Und da Am 2. Sonntage nach Epiphaniä. 7 fie ihn nicht fanden, giengen sie wie-| mancherlei Gaben, nach der Gnade, der gen Jerusalem, und suchten ihn. die uns gegeben ist. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel siten, mit ten unten den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete; und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphania, Joh. 2, v. 1-11. und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana, Und da sie ihn sahen, entsetzten sie und die Mutter Sesu war da; Jesus fich. Und seine Mutter sprach zu ihm: aber und seine Sünger wurden auch Mein Sohn, warum hast du uns das auf die Hochzeit geladen. Und da es gethan? Siehe, dein Vater und ich an Wein gebrach, spricht die Mutter haben dich mit Schmerzen gesucht. Sefu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Und er sprach zu ihnen: Was ists, Sesus spricht zu ihr: Weib, was habe daß ihr mich gesucht habt? Wiſset ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ihr nicht, daß ich sein muß in dem, ist noch nicht kommen. Seine Mutter das meines Vaters ist? Und sie verspricht zu den Dienern: Was er ench standen das Wort nicht, das er mit faget, das that. Es waren aber allda ihnen redete. Und er gieng mit ihnen sechs steinerne Wasserkrüge gefett, hinab, und kam gen Nazareth, nnd nach der Weise der jüdischen Reinigung, war ihnen unterthan. Und seine und giengen je in einen zwei oder Mintter behielt alle diese Worte in drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu Füllet die Wafferkrüge mit Wasser. an Weisheit, Alter, und Gnade bei Und sie fülleten sie bis oben an. Und Gott und den Menschen. er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und fie brachtens. Als aber der Speisemeister toftete den Wein, der Wasser gewesen mar, und wußte nicht, von wannen Epistel, Röm. 12, v. 1-6. ch ermahne ench, lieben Brilder, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, die das Wasser geschöpfet hatten), rujet das da lebendig, heilig und Gott wohl der Speisemeister den Bräutigam, gefällig sei, welches sei ener ver- und spricht zu ihm: Jedermann gibt nünftiger Gottesdienst. Und stellet zum ersten guten Wein, und weni euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir viele ein Leib in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist tas erste Zeichen, das Jefus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete feine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistel, Röm. 12, v. 6-16. at jemand Weiffagung, so sey jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, ſo warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. üebt jemand Barmherzigkeit, so thue 8 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphaniä. ers mit Luft. Die Liebe sey nicht| Knechte: Thue das, so thut ers. Da falsch. Haffet das Arge, hanget dem das Jesus hörete, verwunderte er sich, Guten an. Die brüderliche Liebe unter- und sprach zu denen, die ihm nacheinander sei herzlich. Einer komme folgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Glauben habe ich in Israel nicht funden. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Aber ich sage euch: Viel werden kommen Seid brünstig im Geist. Schicket euch vom Morgen und vom Abend, und in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, mit Abraham, Isaac und Jakob im geduldig in Trübsal, haltet an am Himmelreich sitzen. Aber die Kinder Gebet. Nehmet euch der Heiligen des Reichs werden ausgestoßen in die Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen die euch verfolgen, fegnet und fluchet und Zähnklappen. Und Jesus sprac nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir und weinet mit den Weinenden. Habt geschehe, wie du geglaubet haft. Und einerlei Sinn untereinander: Trachtet sein Knecht ward gefund zu derselbigen nicht nach hohen Dingen, sondern Stunde. haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphaniä, Epistel, Nöm. 12, v. 16-21. altet euch nicht selbst für flug. Hal Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Befleißet euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ssts möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Raum dem Zorn, denn es stehet Menschen Friede. Nächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet geschrieben: Die Nache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ibu, dürftet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Matth. 8, v. 1-13. Da Jesus aber vom Berge herab gieng, folgete ihm viel Bolts und betete ihn an, und sprach: Herr, nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam so du willt, fannst du mich wohl reinigen. Und Jesus stredte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sei gereiniget. Und als bald ward er von seinem Aussatze rein. Und Jesns sprach zu ihm: Siehe zu: sag es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Sefus eingieng zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn Evangel. am 4. Sonntage nach und sprach: Herr, mein Knecht liegt Epiphania, zu Hause und ist gichtbrüchig, und hat Matth. 8, v.23-27. große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gefund seine Jünger folgten ihmt. Und Jesus trat in das Schiff, und machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gefund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und babe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum andern: komme her, so kommt er. Und zu meinem fiebe, da erhub sich ein groß ungestlim im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecet ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und be Am 5. Sonnt. nach Epiphaniä. dräuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Am Sonnt. Septuagesimä. 9 Epistel, Col. 3, v. 12-17. o ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so iemand klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede welchem ihr auch berufen seid in einem Gottes regiere in euren Herzen, zn Wort Christi unter euch reichlich Leibe, und seid dankbar. Lasset das wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Pſalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut Evangel. am 5. Sonntage nach alles in dem Namen des Herrn Jesu und daniet Gott und dem Vater durch ihu. Epiphaniä, Epistel, Röm. 13, v. 8-10. eid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, ber hat das Gesetz erfülllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten; Du sollt nicht stehlen; Du sollt nicht falsch Zeugniß geben; Dich soll nichts gelüsten, und se ein ander Gebot mehr ist, wird in diesem Wort verfasset: Du sollt deinen Nächsten lieben als dich felbft. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. das Matth. 13, v. 24-30. Matth. 20, v. 1-16. as Himmelreich ist gleich einem legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker fäete. Da aber die Leute schliefen, Hausvater, der am Morgen kam sein Feind, und säete Unkraut ausging, Arbeiter zu miethen in zwischen den Waizen, und gieng davon. seinen Weinberg. Und da er mit Da nun das Kraut wuchs, und Frucht den Arbeitern eins ward um einen brachte, da fand sich auch das Unkraut. Groschen zum Tagelehn, fandte er Da traten die Knechte zu dem Haus- fie in seinen Weinberg. Und ging vater, und sprachen: Herr, hast du aus um die dritte Stunde, und sah nicht guten Samen auf deinen Acker andere an dem Markte müssig stehen, gefäct? Woher hat er denn das Un- und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch fraut? Er sprach zu ihnen? Das hat hin in den Weinberg, ich will euch der Feind gethan. Da sprachen die geben, was recht ist; und sie giengen Knechte: Willt du denn, daß wir hin- hin. Abermal ging er aus um die gehen, und es ausjäten? Er sprach: sechste und neunte Stunde, und that Nein, auf daß ihr nicht zugleich den gleich also. Um die eilfte Stunde Waizen mit ausrauset, so ihr das Un- aber ging er aus, und fand andere front ausjätet. Laffet beides mit ein müssig stehen, und sprach zu ihnen: ander wachsen, bis zu der Erndte, und Was stehet ihr hier den ganzen Tag um die Erndtezeit will ich zu den müssig? Sie sprachen zu ihm: Es Schnittern sagen: Sammelt zuvor das hat uns niemand gedinget. Er sprach linkraut, und bindet es in Bündlein, zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den daß man es verbrenne, aber den Waizen Weinberg, und was recht sein wird fammelt mir in meine Scheuern. soll euch werden. Da es mun Abend Evangelium am Sonntage Septuagesimä, 10 Am Sonntage Sexagesimä. Amt liche Speise geffen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie trunken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn fie sind niedergeschlagen in der Wilsten. ward, sprach der Herr des Weinbergs Meer; und haben alle einerlei geistzu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und gib ihnen den Lohn, und bebe an, an den letzten bis zu den Ersten. tamen die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfieng ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten fie, sie würden mehr empfangen, und sie empfiengen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfiengen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, 1. Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5. Miffet ihr nicht, daß die, so in den die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß fie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich sechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will ench aber, lieben Evangelium am Sonntage Seragefimä, Luc. 8, v. 4-15. a nun viel Bolks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen, und indem er fäete, fiel etliches au den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufgieng, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen giengen mit auf, und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es gieng auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das fagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber feine Sünger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ists gegeben zu wiffen das Geheimniß des Gottes, in Gleichniffen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß. Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dein Wege sind, das sind, es hören; darnach kömmt der Teufel, und nimmt das Wert von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben fie, und Brüder, nicht verhalten, daß unsere zu der Zeit der Anfechtung fallen sie Väter sind alle unter der Welten ab. Das aber unter die Dornen fiel, gewesen, und sind alle durchs Meer sind die, so es hören, und gehen hin gegangen, und find alle unter Mofen unter den Sorgen, Reichthum und getauft, mit der Wolfe und mit dem Wollust dieses Lebens; und ersticken, Am Sonntage Quinquagesimä. 18 und bringen keine Frucht. Das aber| sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich auf dem guten Lande, sind, die das nicht lüge. Zu Damasco, der LandWort hören und behalten in einem pfleger des Königs Areta verwahrete seinen guten Herzen, und bringen die Stadt der Damascäer, und wollte Frucht in Geduld. mich greifen; und ich ward in einem. Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja. das Rühmen nichts nütze, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will id mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht. überhebe; dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß die an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß. die Kraft Chrifti bei mir wohne. Epistel, 2. Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. De enn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr flug seid. Shr vertraget, so euch jemand zu Knechten machet, so euch jemand schindet, so euch jentand nimmt, so euch jemand trotzet, so euch jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach worden. Worauf nun jemand kühn ist,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch fühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi;( ich rede thörlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin breimal gestänpet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meeres). Ich habe oft gereifet, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zuträget, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen. in meiner er water Evangelium am Sonntage Quinquagesimä, Luc. 18, v. 31-43. gefus nahm zu sich die Zwölfe, und ihnen: Gehet, gehen unsers Herrn Jesu Christi, welcher hinauf gen Jerusalem, und es wird Am 1. Sonntage in der Fasten. alles vollendet werden, das geschrie-| berdig, sie suchet nicht das ihre, fie ben ist durch die Propheten von des läfset sich nicht erbittern, sie trachtet Menschen Sohn. Denn er wird über- nicht nach Schaden, fie freuet sich nicht antwortet werden den Heiden, und der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber er wird verspottet, und geschmähet der Wahrheit. Sie verträget alles, und verspeiet werden. Und sie wer- fie glaubet alles, sie hoffet alles, sie den ihn geiffeln und tödten, und am duldet alles. Die Liebe hört nimmer britten Tage wird er wieder aufer- auf, so doch die Weissagungen aufstehen. Sie aber vernahmen der keines, hören werden, und die Sprachen auf und die Rede war ihnen verborgen, hören werden, und das Erkenntniß und wusten nicht, was da gesagt war. aufhören wird. Denn unser Wissen Es geschah aber, da er nahe zu Se ist Stückwerk, und unser Weissagen ist richo fam, saß ein Blinder am Wege, Stüdwerk. Wenn aber kommen wird und bettelte. Da er aber hörete das das Vollkommene, so wird das StückVolk, das durchhin gieng, forschete wert aufhören. Da ich ein Kind war, er, was das wäre? Da verkündigten da redete ich wie ein Kind und war sie ihm, Jesus von Nazareth gienge flug wie ein Kind, und hatte findische vorilber. Und er rief und sprach: Anschläge; da ich aber ein Mann Jesu, du Sohn David, erbarme dich ward, that ich ab was kindisch war. mein! Die aber vorne an giengen, be- Wir sehen jetzt durch einen Spiegel dräneten ihn, er sollte schweigen. Er in einem dunkeln- Wort, dann aber aber schrie vielmehr: Du Sohn Da- von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ervid, erbarme dich mein. Jesus aber kenne ich's stückweise, dann aber werde stand stille, und hieß ihn zu sich ich es erkennen, gleich wie ich erkennet führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoff brachten, fragte er ihn, und sprach: nung, Liebe, diese drei. Aber die Was willt du, daß ich dir thun soll? Liebe ist die größete unter ihnen. Er sprach, Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glazbe hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preisete Gott; und alles Bolt, das solches sahe, lobete Gott. Evangel. am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, v. 1-11. Dº a ward Jesus vom Geist in die Epistel, 1. Cor. 13, v. 1-13. Menn ich mit Menschen- und mit Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte Engelzungen redete, und hätte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der der Liebe nicht, so wär ich ein tönend Versucher trat zu ihm und sprach: Erz, oder eine klingende Schelle. Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß Und wenn ich weissagen könnte, und diese Steine Bred werden. Und er wüste alle Geheimnisse und alle Er- antwortete und sprach: Es stehet gefenntniß, und hätte allen Glauben, schrieben, der Mensch lebt nicht vom also, daß ich Berge versetzte, und Brod allein, sondern von einem jeghätte der Liebe nicht, so wäre ich lichen Wort, das durch den Mund nichts. Und wenn ich alle meine Gottes gehet. Da führete ihn der Habe den Armen gäbe, und ließe Teufel mit sich in die heilige Stadt, meinen Leib brennen, und hätte der und stellte ihn auf die Zinne des Liebe nicht, so wäre mir nichts niite. Tempels. Und sprach zu ihm: Bist Die Liebe ist langmlithig und freund- du Gottes Sohn, so laß dich hinab; lich, die Liebe eifert nicht, die Liebe denn es stehet geschrieben: Er wird treibet nicht Muthwillen, sie blähet seinen Engeln über dir Befehl thun, sich nicht, sie stellet sich nicht unge- und f: werden dich auf den Händen Am 2. Sonntage in der Fasten. tragen, auf daß du deinen Fuß nicht| Evangel. am 2. Sonntage in an einen Stein stößeft. Da sprach Sejus der Fasten( Reminiscere), zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du jollt Gett, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit Matth. 15, v. 21-28. Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollt anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm, und tieneten ihm. nd Jeſus gieng aus von dannen, und entwich und die Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübfalen, in Nöthen, in Nengsten, in Schlägen, in Gefängniffen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geifte, in ungefärbter Liebe; in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Geriichte; als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Armen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. Syden. Und siehe ein Cananäisch Weib gieng aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Dav.d, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr fein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach). Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Ifrael. Sie kam aber, und siel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber Epistel, 2. Cor. 6, v. 1-10. Wir ermahnen aber euch, als Mit- er antwortete und ſprach: Es ist nicht ihr nicht vergeblich man ihr nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Theff. 4, v. 1-7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir und ermahnen dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gett hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, foutern zur Heiligung. Am 3. und 4. Sonntage in der Fasten. Evangelium am 3. Sonntage| die du gesogen haft. Er aber sprach: in der Fasten( Oculi), Ja selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. 14 Un Luc. 11, v. 14- 28. nd er trieb einen Teufel aus, der war stumm; und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzekub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palaft bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kömmt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm feinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerftrenet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er dürre Stätte, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht, so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kömmt, so findet ers mit Besemen gefehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen fie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Belke die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, Epistel, Ephes. 5, v. 1-9. ( o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gefaget werden, wie den Heiligen zustehet: auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Götzendiener), Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Lasfet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser Willen kömmt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenoffen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten( Lätare), Joh. 6, v. 1-15. arnach fuhr Jesus weg über das Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber gieng hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und fiehet, daß viel Volks zu ihm kömmt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denit er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweis Am 5. Sonntage in der Fasten. hundert Pfennige werth Brods ist nicht genig miter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gersten- Brode, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Sesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Bolt lagere. Es war aber riel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftansend Mann. Jefus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Sünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umtomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den 15 nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber lieben Brüder, sind Ssaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brilder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten( Judica), Joh. 8, v. 46-59. Cesus sprach zu den Inden: Welcher denen, die gespeiset wurden. Da nun zeihen? So ich euch aber die Wahrdie Menschen das Zeichen sahen, das heit sage, warum glaubet ihr nicht? Jesus that, sprachen sie: Das ist wahr- Wer von Gott ist, der höret Gottes lich der Prophet, der in die Welt fom- Wort; darum höret ihr nicht, denn men soll. Da Jesus nun merkte, daß ihr seid nicht von Gott. Da antfie kommen würden und ihu haschen, worteten die Juden, und sprachen zu daß sie ihn zum Könige machten, ent- iym: Sagen wir nicht recht, daß dit wich er abermal auf den Berg, er ein Samariter bist, und haft den felbst alleine. Epistel, Gal. 4, v. 22- 31. D Teufel? Jesus anwortete: Ich habe teinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, enn es stehet geschrieben, daß Abra- der sie suchet und richtet. Wahrlich, ham zween Söhne hatte, einen wahrlich, ich sage euch: so Jemand von der Magd, den andern von der mein Wort wird halten, der wird den Freien. Aber der von der Magd war, Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen ist nach dem Fleisch geboren, der aber die Suden zu ihm: Nun erkennen wir, von der Freien, ist durch die Verheißung daß du den Teufel hast. Abraham ist geboren. Die Worte bereuten etwas, gestorben, und die Propheten, und die denn das sind die zwei Testamente, sprichst: So Jemand mein Wort hält, eins von dem Berge Sinai, vas zur der wird den Tod nicht schmecken ewigKuechtschaft gebieret, welches ist die lich. Bist du mehr, denn unser Bater Agar. Denn Agar heißt in Arabia Abraham, welcher gestorben ist, und der Berg Sinai, und langet bis gen die Propheten sind gestorben? Was Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und machst du aus dir selbst? Jesus antist dienstbar mit seinen Kindern. Aber wortete: So ich mich selber ehre, so das Jerusalem, das droben ist, das ist ist meine Ehre nichts. Es ist aber die Freie, die ist unser aller Mutter. mein Vater, der mich ehret, welchen Denn es stehet geschrieben: sei fröhlich ihr sprecht, er sey euer Gott und du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, tennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. and brich hervor und rufe, die du Und wo ich würde sagen, ich tenne 16 Palmsonntage. Am grünen Donnerſtage. sein nicht, jo würde ich ein Lügner,| so euch Jemand etwas wird sagen, so gleich wie ihr seid. Aber ich kenne sprechet: Der Herr bedarf ihrer, sobald ihn, und halte sein Wort. Abraham, wird er fie euch lassen. Das geschah euer Vater, ward froh, daß er meinen aber alles, auf daß erfüllet würde, Tag sehen sollte, und er sah ihn, und das gesagt ist durch den Propheten, der freuete sich. Da sprachen die Juden zu da spricht: Saget der Tochter Zion, ihm: Du bist noch nicht funszig Sahr siche, dein König kommt zu dir sanftalt, und hast Abraham gesehen? Sejus müthig, und reitet auf einem Esel, sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, und auf einem Füllen der lastbaren ich sage euch: Ehe denn Abraham Eselin. Die Jünger giengen hin, und ward, bin ich. Da hoben sie Steine thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Und brachten die Eselin und das FülJesus verbarg sich, und gieng zum len und legten ihre Kleider drauf, und Tempel hinaus. setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streneten sie auf den Weg. Das Velt aber, das vorgieng und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! gelobet sei, der da fommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Hebr. 9, v. 11-15. Chr hristus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Gilter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in Epistel, Phil. 2, v. 5- 11. in jeglicher wie das Heilige eingegangen, und hat eine Chriftus auch war. Welcher, ob ewige Erlösung erfunden. Denn der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, vie, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich) wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gettes des Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, v. 1-9. a sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, Dª Evang. am grünen Donnerstage, Sch. 13, v. 1-15. fandte Jeſus ſeiner Sünger zween, und Vor dem Feſt aber der Oſtern, da sprach ihnen: Gehet hin in Fleden, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden ange tunden und ein Füllen bei ihr; löset e auf, und führet sie zu mir. Und erkannte, seine gekommen war, daß er aus dieſer Welt gienge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende. Am heiligen Ostertage. 17 Und nach dem Abendessen, da schon für euch gebrochen wird; solches thut der Teufel hatte dem Juda Simonis Ifcharioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott gieng; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Sesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so haft du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr seid rein, aber nicht alle. zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das nene Testament in meinem Blute; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod effet und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod iffet, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also effe er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denu welcher unwürdig iffet und trinket, der iffet und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum find auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Denn er wußte seinen Berräther wohl; darum sprach er: ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder: und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und saget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epistel, 1. Cor. 11, v. 23-32. ch habe es von dem Herrn empfanDenn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der Evangel. am heiligen Ostertage, Marc, 16, v. 1-8. a der Sabbat vergangen war, Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufgieng. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie giengen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand figen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsetzten sich. Er nicht: ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, 2 6 18 Am heiligen Oster- Montage. und faget es seinen Jüngern und Petro,| Auch haben uns erschreckt etliche Weiber daß er vor euch hingehen wird in Ga- der unsern, die sind frühe bei dem liläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gefaget hat. Und sie giengen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entfeßen ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns giengen hin zum Grabe, und fanden es also wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: Othr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fieng an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt waren. nahe zum Flecken, da sie hingiengen, Und sie kamen und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er gieng hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschab, da er zu nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu der selbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahr haftig auferstanden, und Simoni er schienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. Epistel, 1. Cor. 5, v. 7-8. eget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangel. am heil. Ofter- Montage, Luc. 24, v. 13-35. Und siebe, zween aus ihnen giengen an der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heißet Emmaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und feid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu naibm: Bist du allein unter den FremdEpist el, Apoft. Gesch.10, v. 34-41. etrus aber that seinen Mund auf lingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jefu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Bolt. und sprach: Nun erfahre ich mit Wie ihn unsere Hohenpriester und der Wahrheit, daß Gott die Person Obersten überantwortet haben zur Ver- nicht ansiehet; sondern in allerlei dammniß des Todes, und gekreuziget. Bolt, wer ihn fürchtet und recht thut, Wir aber hoffeten, er sollte Ifrael er der ist ihm angenehm. Ihr wisst lösen. Und über das alles ist heute der wohl von der Predigt, die Gott z dritte Tag, daß solches geschehen ist. I den Kindern Ifrael gesandt hat, und Am 1. und 2. Sonntage nach Ostern. 19 verkündigen lassen den Frieden durch| Dieser ists, der da kommt mit Wasser Sesum Christum, welcher ist ein Herr und Blut, Jesus Christus, nicht mit über alles. Die durch das ganze jüdische Wasser allein, sondern mit Wasser und Land geschehen ist, und angegangen in Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, Galiläa, nach der Taufe, die Johannes daß Geist Wahrheit ist. Denn drei find, predigte. Wie Gott denselbigen Jesum die da zeugen im Himmel: der Bater, von Nazareth gefalbet hat mit dem das Wort und der heilige Geist, und heiligen Geiste und Kraft, der umher diese drei sind eins. Und drei sind, gezogen ist, und hat wohl gethan, und die da zeugen auf Erden: Der Geist gefund gemacht alle, die vom Teufel und das Wasser und das Blut, und überwältiget waren, denn Gott war die drei sind beisammen. So wir der mit ihm. Und wir sind Zeugen alles Menschen Zeugniß annehmen, so ist bes, das er gethan hat im jüdischen Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Lande, und zu Jerusalem. Den haben Zeugniß ist das, daß er gezeuget von fie getödtet und an ein Holz gehangen. seinem Schne. Wer da glaubet an Denselbigen hat Gott auferwecket am den Sohn Gottes, der hat solches Zeugdritten Tage, und ihn lassen offenbar niß bei ihm. werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Grangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), Joh. 20, v. 19-23. Am fm Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammlet und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagete, zeigete er seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Sesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagete, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Rehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. enn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohn der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Evang. am 2. Sonnt nach Ostern ( Misericordias Domini), Joh. 10, v. 12-16. I ch bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läffet fein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verlässet die Schafe und fleucht, und der Wolf erbaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Petri 2, v. 21-25. enn dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher feine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht 2* Am 3. und 4. Sonntage nach Ostern. 20 richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Ulebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Love den Frommen. Denn das Ueber eber ein Kleines, so werdet ihr mich ist der Wille Gottes, daß ihr mit nicht sehen, und aber über ein Wohlthun verstopfet die Unwiffenheit Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn der thörichten Menschen als die Freien, ich gehe zum Bater. Da sprachen etliche und nicht als hättet ihr die Freiheit unter seinen Jüngern unter einander: zum Deckel der Bosheit, sondern als Was ist das, daß er saget zu uns: die Knechte Gottes. Thut Ehre SederUeber ein Kleines, so werdet ihr mich mann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet nicht sehen, und aber über ein kleines, Gott. Ehret den König. so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Later gehe? Da sprachen fie: Was ist das, daß er saget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Shr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weiß, wenn sie gebieret, so hat fie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1. Petri 2, v. 11-17. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), Joh. 16, v. 16-23. Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern( Cantate), Joh. 16, v. 5-15. un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Bater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden, als und was wird er euch die Fremdlinge und Pilgrime: Ent- verkündigen. Derselbige wird mich verhaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche klären, denn von dem Meinen wird ers Am 5. Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt. 21 nehmen, und euch verkündigen. Alles,| nicht, daß dich jemand frage, darum was der Vater hat, das ist mein; darum glauben wir, daß du von Gott aushabe ich gesagt: Er wirds von dem gegangen bist. Meinen nehmen und euch verkündigen. Epistel, Jac. 1, v. 17-21. Epistel, Jac. 1, v. 21-27. eid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Wortes und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vergiffet von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läffet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater Evangel. am 5. Sonntage nach Ostern( Rogate), Joh. 16, v. 23- 30. ahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten ist der, die Waisen und Witwen in ihrem Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Mª werdet in meinem Namen, so wird ers Evangel. am Tage der Himmelfahrt Christi, euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Bater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kom men in die Welt: wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Bater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest tein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfst lle gute Gabe, und alle vollkommene Alle Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist teine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Marci 16, v. 14-20. da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarete er sich, und ſchalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten, auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden fie Teufel austreiben, mit neuen Zuna gen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte 22 Am 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. warb er aufgehoben gen Himmel, unb Evangel. am 6. Sonntage nachy fizet zur rechten Hand Gottes. Sie Ostern( Eraudi), aber giengen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkete mit ihnen, und bekräftigte das Wort W welchen ich euch senden werde, vom Joh. 15, v. 26, bis Cap. 16, v. 4. aber kommen wird, durch mitfolgende Zeichen. Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Bater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 1-11. ie erste Nede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Sefus anfieng, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln ( welche er hatte erwählet), durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Wel chen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisung und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß fie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Berheißung des Baters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er folches gesagt, ward er aufgehoben zusehens und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm ftanden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jefus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Epistel, 1. Pet. 4, v. 8-11. ( o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünde Menge. Seid gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesume Chrift, welchem jei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, v. 23-31. Wer mich liebet, der wird mein und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zit ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Baters, der mich gesantt hat. Solches habe ich zu euch gerebet, Am Pfingst- Montage. 23 weil ich bei euch gewesen bin. Aber geboren find? Parther und Meder, der Tröster, der heilige Geift, welchen und Elamiter, und die wir wohnen mein Vater senden wird in meinem in Mesopotamia, und in Judäa und Namen, derselbe wirds euch alles lehren, Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und euch erinnern alles des, das ich und Pamphilia, Egypten und an den euch gesagt habe. Den Frieden lasse Enden der Lybien, bei Cyrenen, und ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Ausländer von Rom, Juden und Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Judengenoffen, Creter und Araber, Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte wir hören ste mit unsern Zungen die fich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich großen Thaten Gottes reden. Sie enteuch gesagt habe: Ich gehe hin, und setzten sich alle, und wurden irre, und tomme wieder zu euch. Hättet ihr mich| sprachen einer zu dem andern: Was lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich will das werden? Die andern aber gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn hatten es ihren Spott, und sprachen: der Vater ist größer, denn ich. Und nun Sie sind voll süßen Weins. habe ichs euch gefaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Bater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Evangel. am Pfingst- Montage, Joh. 3, v. 16-21. enn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon Epistel, Ap. Gesch. 2, v. 1-13. U ein- an nd als der Tag der Pfingsten ermüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man fah an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fiengen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Bolk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Ap. Gejch. 10, v. 42-48. Und nd der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf 24 alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegoffen ward, denn fie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Evangelium am 1. Sonnt. nach Trinitatis. haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden: auf daß Alle, die an ihn bas ewige Leben haben. glauben, nicht verloren werden, sondern Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, v. 1-15. Luc. 16, v. 19-31. 8 war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Semand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Semand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach zu ihm: Wie mag solches zu- sprach: Bater Abraham, erbarme dich gehen? Jesus antwortete und sprach zu mein, und sende Lazarum, daß er das ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrfich, ich sage dir: Wir reden, das wir wiffen, und zeugen, das wir gesehen war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne, und äußerste seines Fingers ins Wasser tauche und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedente Sohn, daß du dein Epistel, Röm. 11, v. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide und niß Gottes? Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangel. am Sonnt. n. Trinitat. Am 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. 25 Gutes empfangen haft in deinem Leben, ander sich zu entschuldigen. Der erste und Lazarus dagegen hat Böses em- sprach zu ihm: Ich habe einen Acker pfangen; nun aber wird er getröstet, gekauft, und muß hinausgehen, und und du wirst gepeinigt. Und über das ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige alles ist zwischen uns und euch eine große mich. Und der andere sprach: Ich habe Kluft befestiget, daß die da wollten fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gebe von hinnen hinab fahren zu euch, jetzt bin, sie zu besehen, ich bitte dich, können nicht, und auch nicht von dannen entschuldige mich. Und der dritte sprach: zu uns herüber fahren. Da sprach er: Ich habe ein Weib genommen, darum So bitte ich dich Vater, daß du ihn kann ich nicht kommen. Und der Knecht sendest in meines Vaters Haus. Denn kam und sagte das seinem Herrn wieder. ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen Da ward der Hausherr zornig, und bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen sprach zu seinem Knechte: Gehe aus an diesen Ort der Qual. Abraham bald auf die Straßen und Gaffen der sprach zu ihm: Sie haben Mosen und Stadt, und führe die Armen, und die Propheten; laß sie dieselben hören. Krüppel, und Lahmen und Blinden Er aber sprach: Nein, Vater Abra- herein. Und der Knecht sprach: Herr, ham; sondern wenn einer von den es ist geschehen, was du befohlen hast, Todten zu ihnen gienge, so würden sie es ist aber noch Raum da. Und der Herr Buße thun. Er aber sprach zu ihm: sprach zu dem Knechts: Gehe aus auf Hören sie Mosen und die Propheten die Landstraßen, und an die Zäune, und nicht, so werden sie auch nicht glauben, nöthige sie herein zu kommen, auf daß ob Jemand von den Todten auferstüinde. mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1. Joh. 3, v. 13-18. meine BrülEpistel, 1. Joh. 4, v. 16-11. ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe Vver, ob euch die Welt haffet. Wir eine Freuvöllig bei uns, auf daß wir digkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Liigner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evang. am 2. Sennt. n. Trinit., wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, uno siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laffet uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, ſondern mit der That, und mit der Wahrheit. Luc. 14, v. 16-24. GⓇ s war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles an alle einGº Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit., Luc. 15, v. 1-10. snaheten aber zu ihm allerlei Zöllner und ihn höreten. 26 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Luc. 6, v. 36-42. mit Und die Pharisäer und Schriftgelehrten Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit., murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, arum seid barmherzig, wie auch Er sagte aber zu ihnen bies Gleichniß euer Vater barmherzig ist. Richtet und sprach: Welcher Mensch ist unter nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. euch, der hundert Schafe hat, und so Verdammet nicht, so werdet ihr auch er der eines verlieret, der nicht lasse nicht verdammet. Vergebet, so wird die neun und neunzig in der Wüsten, euch vergeben. Gebet, so wird euch und hingehe nach dem verlorenen, bis gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt. daß ers finde? Und wenn ers funden und überflüssig Maaß wird man in hat, so leget ers auf seine Achseln mit euren Schooß geben; denn eben mit Freuden. Und wenn er heim kommt, dem Maaß, da ihr mit messet, wird rufet er seinen Freunden und Nachbarn, man euch wieder messen. Und er sagte und spricht zu ihnen: Freuet euch mit ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein mir, denn ich habe mein Schaf funden, Blinder einem Blinden den Weg das verloren war. Ich sage euch: Also weisen? Werden sie nicht alle beide wird auch Freude im Himmel sein über in die Grube fallen? Der Jünger ist einen Sünder, der Buße thut, vor neun nicht über seinen Meister; wenn der und neunzig Gerechten, die der Buße Sünger ist wie sein Meister, so ist er nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, vollkommen. Was siehest du aber die zehn Groschen hat, so sie der einen einen Splitter in deines Bruders verliert, die nicht ein Licht anzünde, Auge, und des Balkens in deinem und kehre das Haus und suche mit Fleiß, Auge wirst du nicht gewahr? Oder, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie wie fannst du sagen zu deinem Bruder: ihn funden hat, rufet fie ihren Freun- Halt still, Bruder, ich will den Splitter dinnen und Nachbarinnen, und spricht: aus deinem Auge ziehen, und du Freuet euch mit mir, denn ich habe siehest selbst nicht den Balken in deinem meinen Groschen funden, den ich ver- Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den loren hatte. Also auch sage ich euch, Balken aus deinem Auge, und bestehe wird Freude sein vor den Engeln Got- dann, daß du den Splitter aus deines tes über einen Sünder, der Buße thut.| Bruders Auge zieheft. Epistel, 1. Pet. 5, 6-11. o demiithiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichfeit, in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Epistel, Röm. 8, s. 18-23. D enn ich halte es dafülr, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und äng, stet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. 27 der Kindschaft, und warten auf unseres ihr den Segen ererbet. Denn wer Leibes Erlösung. Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., leben will, und gute Tage sehen, der Böses rede, und seine Lippen, daß fie schweige seine Zunge, daß sie nichts nicht trügen. Er wende sich vom Bösen Luc. 5, v. 1-11. Es begab fich aber, da fich das Bolf und thue Gutes, er suche Frieden, und zu ihm drang, zu hören das Wort jage ihm nach. Denn die Augen des Gottes, und er stand am See Gene- Herrn sehen auf die Gerechten und seine zareth, und sahe zwei Schiffe am See Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht stehen, die Fischer aber waren aus- aber des Herrn siehet auf die, so Böses getreten, und wuschen ihre Netze; trat thun. Und wer ist, der euch schaden er in der Schiffe eins, welches Simonis könnte, so ihr dem Guten nachkommet? war, und bat ihn, daß ers ein wenig Und ob ihr auch leidet um der Gered vom Lande führete. Und er setzte sichtigkeit willen, so seid ihr doch selig. und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, Fürchtet euch aber vor ihrem Troßzent nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., Matth. 5, v. 20-26. wir haben die ganze Nacht gearbeitet s sei denn eure Gerechtigkeit beſser, und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und fie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß fie sunken. Da das Simon Petrus fah, fiel er Jefu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebidai, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das hört, daß zu den Alten gesagt ist: Bu Himmelreich kommen. Ihr habt gesollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Ber mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Naths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und über opfere deine Gabe. Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du daß dich der Widersacher nicht dermalnoch bei ihm auf dem Wege bist, auf einst überantworte dem Nichter, und der Nichter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahleft. Epistel, 1. Pet. 3, v. 8-15. Endlich aber seid allesammt gleich gefinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Bergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Schelt= wort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß Epistel, Röm. 6, v. 3-11. Misset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, 28 Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. die sind in seinen Tod getauft? So aber, und wurden satt, und huben die sind wir nun mit ihm begraben durch übrigen Brocken auf, sieben Körbe. die Taufe in den Tod, auf daß, gleich- Und ihrer waren bei viertausend, die wie Christus ist auferweckt von den da gegessen hatten; und er ließ sie Todten, durch die Herrlichkeit des Va- von sich. ters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem erstehung gleich sein. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Chrifto Jesu, unserm Herrn. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, v. 1-9. Du der Zeit, da vieles Volk da war, 3 zu Jesus seine Sünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie jättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte und brach ste, und gab sie seinen Jüngern, daß fie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete und hieß dieselben auch vortragen, Sie aßen der Epistel, Röm. 6, v. 19-23. ch muß menschlich davon reden, Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt n. Trinit. zu Matth. 7, v. 15-23. ehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafstleidern euch kommen; inwendig aber sind sie reissende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Baters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 29 deinem Namen geweisfaget? Haben wir| Nimm deinen Brief, setze dich und nicht in deinein Damen Teufel aus- schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach getrieben, haben wir nicht in deinem er zu dem Ändern: Du aber, wie viel Namen viel Thaten gethan? Dann bist du schuldig? Er sprach: Hundert werde ich ihnen bekennen: Sch habe Malter Weißzen. Und er sprach zu ihm: euch noch nie erkannt; weichet alle von Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. mir, ihr Uebelthäter. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn. ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, Röm. 8, v. 12-17. o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geift Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen tnechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geift gibt Zeugniß unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Epistel, 1. Cor. 10, v. 6-13. schehen, daß wir uns nicht gelüften as ist aber uns zum Vorbild gelassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als ge= schrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. | Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen uma gebracht. Murret auch nicht, gleichwie Jener Etliche murreten und wurden um gebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt. dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung be treten; aber Gott ist getren, der euch nicht läßt versuchen über euer Bermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es fönnet ertragen. Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., Luc. 16, v. 1-9. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der war vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten: denn du kannst hinsort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häufer nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: sie, und sprach: Wenn du es wüßtest.. die Stadt an, und weinete über nd als er nahe kam, sah er Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Luc. 19, v. 41-48. 30 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. so würdest du auch bedenken zu dieser| mancherlei Sprachen; einem Andern deiner Zeit, was zu deinem Frieden die Sprachen auszulegen. Dies aber dienet. Aber nun ist es vor deinen Alles wirkt derselbige einige Geist, und Augen verborgen. Denn es wird die theilet einem Seglichen seines zu, nachZeit über dich kommen, daß deine Feinde dem er will. roerden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern laffen, darum, daß du nicht erkennet hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er gieng in den Tempel, und fieng an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften: und sprach zu ihnen: Es fiehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Bornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volt hieng ihm an und hörete ihn. Epistel, 1. Cor. 12, v. 1-11. on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder nicht verhalten. Ihr wisfet, daß ihr Heiden seid gevesen, und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Nemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demfelbigen Geist; einem Andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden, einem Andern Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Luc. 18, v. 9-14. er sagte aber zu etlichen, die ſich ſelbſt vermaßen, daß fie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Id fage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1-10. herinnere ench aber, lieben BriiI der, des Evangelti, tas ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verfündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt bättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich and empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. 31 leben, etliche aber sind entschlafen. Dar-| tödtet, und in die Steine ist gebildet, nach ist er gesehen worden von Jacobo, Klarbeit hatte, also daß die Kinder darnach von allen Aposteln. Am letzten Israel nicht konnten ansehen das Annach Allen ist er auch von mir, als gesicht Mose, um der Klarheit willen einer unzeitigen Geburt, gesehen wor- seines Angesichts, die doch aufhöret: den. Denn ich bin der Geringste unter wie follte nicht vielmehr das Amt, das den Aposteln, als der ich nicht werth den Geist giebt, Klarheit haben? Denn bin, daß ich ein Apostel beiße, darum, so das Amt, das die Verdammniß daß ich die Gemeinde Gottes verfolget prediget, Klarheit bat, vielmehr bat habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, das ich bin, und seine Gnade an mir überschwengliche Klarheit. ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn fie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, v. 23-37. Und er wandte ſich zu ſeinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig find die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Biel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich felbft. Er aber sprach zu ihm: du haft recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der gieng von Jerufalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn und giengen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, gieng er vorüber. Deffelbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, gieng er vorilber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin, und da er ihn sabe, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Marcus 7, v. 31-37. Und da er wieder ausgieng von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßzete und rübrete feine Zunge, nad sab auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward fos und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Se mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-9. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tichtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen TeftaMents, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben 32 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. und hob ihn auf sein Thier und führete Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., ihn in die Herberge und pflegete sein. Des anderen Tages reisete er, und zog Luc. 17, v. 11-19. heraus zween Groschen, und gab siend es begab fich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege Samariam und Galiläam. Und als sein, und so du was mehr wirst dar- er in einen Markt gieng, begegneten thun, will ich dirs bezahlen, wenn ich ihm zehn aussäßige Männer, die stanwiederkomme. Welcher dünkt dich, den von ferne und erhoben ihre Stimme der unter diesen dreien der Nächste sei und sprachen: Jesu, lieber Meister, gewesen dem, der unter die Mörder erbarme dich unser. Und da er sie sah, gefallen war? Er sprach: Der die sprach er zu ihnen: Gehet hin, und Barmherzigkeit an ihm that. Da zeiget euch den Priestern. Und es gesprach Jesus zu ihm: So gehe hin schah, da sie hingiengen wurden sie und thue desgleichen. rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter Epistel, Gal. 3, v. 15-22. Nieben Brüder, ich will nach mensch- Stimme. Und fiel auf sein Angesicht licher Weise reden: verachtet man zu seinen Füßen und dankete ihm, und doch eines Menschen Testament nicht, das war ein Samariter. Jesus aber wenn es bestätigt ist und thut auch antwortete und sprach: Sind ihrer nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung nicht zehn rein worden? Wo sind aber Abrahä und seinem Samen zugesagt. die neune? Hat sich sonst keiner fun Er spricht nicht, durch die Samen als den, der wieder umkehrete, und gäbe durch viele, sondern als durch einen, Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? durch deinen Samen, welcher ist Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe Christus. Ich sage aber davon: das hin, dein Glaube hat dir geholfen. Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott hat es aber Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Geset gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so täme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Berheißung käme durch den Glauben an Jefum Chriftum, gegeben denen, die da glauben. Epistel, Gal. 5, v. 16-24. 3% ch sage aber, wandelt im Geiste, so werdet ihr die Liste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelistet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselben sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christum angehören, die krenzigen ihr Fleisch, sammt den Lüstere und Begierden. Am 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. 33 Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., Jeinander uns zu eutrüften und zu Mies haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch würde, so helfet ihm wieder zurecht etwa von einem Fehler übereilet mit sanftmüthigem Geift, die ihr Matth. 6, v. 24-34. iemand kann zween Herrn dienen; entweder er wird einen haffen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern ver- geiftlich feid. Und fiehe auf dich selbst, achten. She könnet nicht Gott dienen daß du nicht auch versuchet werdest. und dem Mammon. Darum sage ich det ihr das Gesetz Chrifti erfüllen. Einer trage des andern Last, so wereuch: Sorget nicht für euer Leben, So aber sich jemand läßt düinten, er was ihr essen und trinken werdet, jei etwas, so er doch nichts ist, der auch nicht für euren Leib, was ihr betrilget sich selbst. anziehen werdet. Ist nicht das Leben aber prüfe sein selbst Wert, und alsEin Jeglicher mehr, denn die Speise? Und der Leib dann wird er an ihm selber Ruhm mehr, denn die Kleidung? Sehet die haben und nicht an einem andern. Vögel unter dem Himmel an, sie säen Denn ein jeglicher wird seine eigene nicht, fie ernten nicht, sie sammeln Laft tragen. Der aber unterrichtet nicht in die Scheunen und euer himm- wird mit dem Wort, der theile mit lischer Vater ernähret sie doch. Seid ihr allerlei Gutes dem, der ihn unterdenn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine richtet. Irret euch nicht, Gott läßt Elle zusetzen möge, ob er gleich darum Mensch säet, das wird er ernten. sich nicht spotten. forget? Und warum sorget ihr für Wer auf sein Fleisch säet, der wird die Kleidung? Schauet die Lilien auf von dem Fleisch das Verderben ernten. dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten Wer aber auf den Geist fäet, der nicht, auch spinnen sie nicht. Sch sage wird von dem Geist das ewige Leben euch, daß auch Salomo in aller seiner ernten. Laßt uns aber Gutes thun und Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, nicht müde werden, denn zu seiner Zeit als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, Als wir denn nun Zeit haben, so lasset werden wir auch ernten ohne Aufhören. das doch heute fiehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das uns Gutes thun an Jedermann, allernicht vielmehr euch thun? O ihr Klein- meist aber an den Glaubensgenoffen. gläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., und sagen: Was werden wir effen? Luc. 7, b. 11-17. Was werden wir trinken? Womit Denn was der werden wir uns Kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Lag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter Und es begab sich darnach, daß er in gieng, und seiner Jünger giengen viel aber nahe an das Stadtthor kam, fiche, mit ihm, und vieles Volk. Als er da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volf aus der Stadt gieng mit ihr. Unb da sie der Herr sah, jammerte ihn berselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tobte richtete sich auf, und fieng an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es tam sie alle 3 34 Am 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. eine Furcht an, und priefen Gott und Sabbattage? Und sie konnten ihm daysprachen: Es ist ein großer Prophet auf nicht wieder Antwort geben. Er unter uns aufgestanden, und Gott hat jagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, sein Bolt heimgesucht. Und diese Stede da er merkte, wie sie erwählten, oben von ihm erscholl in das ganze jüdische an zu fizen, und sprach zu ihnen: Land und in alle umliegende Länder. Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müsjest dann mit Schaain unten an sitzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und jetze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Chre haben vor denen, die mit dir zu Tische sizen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel, Ephes. 3, b. 13-21. arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trütbsal willen, die ich file euch leide, welche euch eine Ehre find. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Bater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Straft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, start zu werden durch seinen Geift an dem inwendigen Menschen, und Chriftum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingerourzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werbet mit allerlei Gottesfille. Dem aber, der überschwenglich thun kann über Alles, was wir bitten over verstehen nach der Kraft, die da in uns Gemeinde, Epistel, Ephef. 4, v. 1-6. ( o ermahne nun euch, ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt wie sichs gebührt eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanfimuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seid sleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein wie ihr auch wirket: Dem ſei Ehre in der aller Zeit, berufen ſeid auf einerlei Hoffnung eures Zu von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit. Luc. 14, v. 1-11. Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unſer) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle, und in euch Allen. 11 war vor der war nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da wassersichtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Unb antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 34-46. Da aber die Phariſäer hörten, daß er den gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du 35 Am 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. sollst deinen Nächsten lieben, als dich| Arges in euren Herzen? Welches selbst. In diesen zwei Geboten hanget ift leichter zu sagen: Dir sind deine das ganze Gesetz und die Propheten. Sünden vergeben, oder zu sagen: Da nun die Pharisäer bei einander Stehe auf, und wandele? Auf daß waren, fragte sie Jesus, und sprach: ihr aber wiffet, daß des Menschen Wie dünkt euch um Christo? Wes Sohn Macht habe auf Erden die Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn Gichtbrüchigen: Stehe auf, bebe dein denn David im Geist einen Herrn, Bett auf, und gehe heim. Und er da er sagt: Der Herr hat gesagt zu stand auf und gieng heim. Da das meinem Herrn: Sebze dich zu meiner Volk das sah, verwunderte es fich, und Rechten, bis daß ich lege deine Feinde preisete Gott, der solche Macht den zum Schemel deiner Füße? So nun Menschen gegeben hat. David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. o leget nun von euch ab, nach Menschen, der durch Zitste in Irrthum dem vorigen Wandel den alten sich verderbet. Erneuert euch aber im Epistel, 1. Cor. 1, v. 4-9. Geifte eures Gemüths, und ziehet den ch danke meinem Gott allezeit neuen Menschen an, der nach Gott eurenthalben für die Gnade Gottes, geschaffen ist in rechtschaffener Gedie euch gegeben ist in Christo Jesu, rechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget daß ihr seid durch ihn in allen Stücken die Lügen ab und redet die Wahrheit, reich gemacht an aller Lehre und in ein Jeglicher mit seinem Nächsten, aller Erkenntniß, wie denn die Brevigt sintemal wir untereinander Glieder von Christo in euch kräftig worden ist, sind. Zürnet und fiindiget nicht, also, daß ihr feinen Mangel habt an laffet die Sonne nicht über eurem irgend einer Gabe, und wartet mur Born untergehen.. Gebet auch nicht auf die Offenbarung unsers Herrn Raum dem Lästerer. Wer gestohlen Jefu Chrifti. Welcher auch euch wird hat, der stehle nicht mehr, sondern fest behalten bis ans Ende, daß ihr arbeite und schaffe mit den Händen unfträflich seid auf den Tag unsers etwas Gutes, auf daß er habe zu Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist geben dem Dürftigen. treu, durch welchen ihr berusen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrn. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 1-8. a trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und tam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und fiehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Sesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 1-14. abermal burch Gleichnisse zu ibnen, antwortete, und und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit rusten, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieb ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und giengen hin, einer auf seinen Ader, der andere zu seiner Handthierung. 36 2m 21. Sonntage nach Trinitatis. Elide aber griffen feine Knechte, Galiläa, und gieng hin zu ihm, und Höhneten und töbteten fie. Da bas bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe der König hörete, warb er zornig, seinem Sohne; denn er war todt frant. und schicte seine Heere aus, und Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr brachte diese Mörder um, und zündete nicht Zeichen und Wunder sehet, so ihre Stabt an. Da sprach er zu sei- glaubet ihr nicht. Der Königische sprach nen Knechten: Die Hochzeit ist zwar zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn bereitet, aber die Gäste waren es mein Kind stirbt. Jesus spricht zu nicht werth. Darum gehet hin auf ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der bie Straßen, und ladet zur Hochzeit, Mensch glaubte dem Wort, das Jesus wen ihr findet. Und die Knechte gien- zu ihm sagte, und gieng hin. Und indem gen aus auf die Straßen, und brach- er hinab gieng, begegneten ihm seine ten zusammen, wen sie fanden, böse Knechte, verkündigten ihm und sprachen: und gute, und die Tische wurden Dein Kind lebet. Da forschte er von alle voll. Da gieng der König hinein, ihnen die Stunde, in welcher es beffer die Gäste zu besehen, und sah allda mit ihm geworden war. Und sie spra= einen Menschen, der hatte kein hoch- chen zu ihm: Gestern um die siebente zeitlich Kleid an, und er sprach zu Stunde verließ ihn das Fieber. Da ihm: Freund, wie bist du herein merkte der Vater, daß es um die Stunde gekommen und haft doch kein hoch- wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt zeitlich Kleib an? Er aber verstum- hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mete. Da sprach der König zu seinen mit seinem ganzen Hause. Das ist mun Dienern: Bindet ihm Hände und Füße das andere Zeichen, das Jesus that, und werfet ihn in die äußerste Finsters da er aus Judäa in Galiläa fam. niß hinaus, da wird sein Heulen und Zähntlappen. Denn viele sind berufen, aber wenige find auserwählet. Epistel, Ephes. 6, v. 10-17. ulett, meine Brüder, seid start in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gotfehet nun zu, wie ihr vorsich- tes, daß ihr bestehen könnet gegen die 3 Epistel, Ephef. 5, v. 15-21. weisen, sondern als die Weisen. Und wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu schidet euch in die Zeit, denn es ist kämpfen, sondern mit Fürsten und Ge böfe Zeit. Darum werdet nicht unverwaltigen, nämlich mit den Herren der Rändig, sondern verständig, was da Welt, die in der Finsterniß dieser Welt sei des Herrn Wille. Und saufet euch herrschen, mit den bösen Geistern unter nicht voll Weins, daraus ein unordent dem Himmel. Um deswillen, so ergreilich Wesen folget, sondern werdet voll fet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, Geistes. Und rebet untereinander von wann das böse Stündlein kommt, WiPsalmen und Lobgesängen, und geist- derstand thun, und alles wohl ausriche lichen Liedern, finget und spielet dem ten, und das Feld behalten möget. So Herrn in eurem Herzen. Und saget stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Dank allezeit für alles, Gott und dem Wahrheit, und angezogen mit dem Krets Vater in dem Namen unsers Herrn der Gerechtigkeit; und an Beinen geJefu Chrifti. Und seid untereinander stiefelt, als fertig, zu treiben das Evan unterthan in der Furcht Gottes. gelium des Friedens, damit ihr bereitet feid. Vor allen Dingen aber ergreifct den Schild des Glaubens, mit welchent ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit. Johannes 4, v. 47-54. 11 nd es war ein Königischer, des Sohn lag frant zu Capernaum. Dieser Brete, daß Jejus tam aus Judäa in Am 22. unb 23. Sonntage nach Trinitatis. 37 Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit., angefangen hat das gute Werk, ber Matth. 18, v. 23-35. wird es auch vollführen, bis an den Tag Dª arum ist das Himmelreich gleich Jesu Christi. Wie es denn mir billig ift, einem Könige, der mit seinen daß ich dermaßen von euch Allen halte; Knechten rechnen wollte. Und als er darum, daß ich euch in meinen Herzen anfieng zu rechnen, tam ihm einer vor, habe, in diesem meinen Gefängniß, der war ihm zehn tausend Pfund schul- darinnen ich das Evangelium verantbig. Da er es nun nicht hatte zu bezah- worte und bekräftige, als die ihr Alle len, hieß der Herr verkaufen ihn und mit mir der Gnade theilhaftig seid. sein Beib und seine Kinder, und alles, Denn Gott ist mein Zenge, wie mich was er hatte, und bezahlen. Da fiel der nach euch Allen verlanget von HerzensKnecht nieder, und betete ihn an, und grund in Jesu Christo. Und daselbst um fprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr will dir alles bezahlen. Da jammerte reich werde in allerlei Erkenntniß und den Herrn desselbigen Knechts, und ließ Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was ihn los, und die Schuld erließ er ihm das Beste sei, auf daß ihr seid lauter auch. Da gieng derselbe Knecht hinaus, und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, und fand einen seiner Mitknechte, der erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, war ihm hundert Groschenschuldig, und die durch Jesum Christum geschehen in er griff ihn an, und würgete ihn, und euch, zur Ehre und Lobe Gottes. sprach: Bezahle mir, was du mir schul- Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., dig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern gieng hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden fie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schallstnecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. Matth. 22, v. 15-22. gedente( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch a giengen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, wie sie ihn fiengen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, du wahrhaftig bist, und lehreft den Weg und sprachen: Meister, wir wissen, daß Gottes recht, und du frageft nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da mun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und fie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und giengen davon. Epistel, Phil. 3, v. 17-21. Polget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn Biele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, 38 Am 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. welcher Ende ist die Verdammniß, Macht in aller Geduld und Langmüthigwelchen der Bauch ihr Gott ist, und feit mit Freuden. Und danksaget dem ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu irbisch gefinnt sind. Unser Wandel aber dem Erbtheil der Heiligen im Licht. ist im Himmel, von dannen wir auch Welcher uns errettet hat von der Obrigwarten des Heilands Jesu Christi, des feit der Finsterniß, und hat uns versetzet Herrn, welcher unsern nichtigen Leib in das Reich seines lieben Sohnes, an verklären wird, daß er ähnlich werde welchem wir haben die Erlösung durch seinem verklärten Leibe nach der Wir- sein Blut, nämlich die Vergebung der fung, damit er tann auch alle Dinge Sünden. ihm unterthänig machen. Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, v. 15-28. enn ihr nun sehen werdet den davon er mit ihnen W Daba fam der Oberſten einer, und geſagt ist durch den Propheten Daniel, fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber tomm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sah sie, und sprach: Sei getreft meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeiffer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Voll ausgetrieben war, gieng er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. daß er stehet an der heiligen Stätte, ( wer das liefet, der merke darauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der febre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum ( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, fo geht nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Nas Epistel, Col. 1, v. 9-14. erhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werten, und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen ist, da sammeln sich die Adler, Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 18-26. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 39 Epistel, 1. Theff. 4, s. 18-18. nub ihr habt mich befuchet. Ich bin Wir ir wollen euch aber, lieben Brilder, gefangen gewesen, und ihr seid zu nicht verhalten von denen, die mir kommen. Dann werden ihm die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig Gerechten antworten, und sagen: Herr, jeid, wie die andern, die teine Hoff wann haben wir dich hungrig genung haben. Denn so wir glauben, sehen, und haben dich gespeiset? Ober daß Jesus gestorben und auferstanden durstig, und haben dich getränket? ist, so wird Gott auch die, so ent- Wann haben wir dich einen Gast schlafen sind durch Jesum, mit ihm gesehen und beherberget? Oder nacht führen. Denn das sagen wir euch, und haben dich bekleidet? Wann haben als ein Wort des Herrn, daß wir, wir dich krant oder gefangen gesehen, die wir leben und überbleiben in der und sind zu dir kommen? Und der Zukunft des Herrn, werden denen König wird antworten, und sagen zu nicht vorkommen, die da schlafen. ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was Denn er selbst, der Herr, wird mit ihr gethan habt einem unter diesen einem Feldgeschrei und Stimme des meinen geringsten Brüdern, das habt Erzengels, und mit der Posaunen ihr mir gethan. Dann wird er and Gottes hernieder kommen, vom Him- sagen zu denen zur Linken: Gehet mel, und die Todten in Christo werden hin von mir, ihr Verfluchten, in das auferstehen zuerst. Darnach wir, die ewige Feuer, das bereitet ist dem wir leben und überbleiben, werden Teufel und seinen Engeln. Ich bin zugleich mit denselbigen hingerüicket hungrig gewesen, und ihr habt mich werden in den Wellen, dem Herrn nicht gespeiset. Ich bin durstig ge= entgegen in der Luft, und werden wesen, und ihr habt mich nicht gealso bei dem Herrn sein allezeit. So tränket. Ich bin ein Gast gewesen tröstet euch nun mit diesen Worten und ihr habt mich nicht beherberget. untereinander. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frant Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., und gefangen gewesen, und ihr habt Matth. 25, v. 31-46. mich nicht besuchhet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nacket, over tranf, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage ench: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. W enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Böller verfaminelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Nechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, Epistel, 2. Theff. 1, v. 3-10. Wi ir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächſet sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben in 40 Am 27. Sonutage nach Trinitatis. allen euren Verfolgungen und Trüb- den Krämern und kaufet für euch selbst. falen, die ihr duldet; welches anzeigt, Und da sie hingiengen zu kaufen, fami daß Gott recht richten wird, und ihr der Bräutigam, und welche bereit würdig werbet zum Reiche Gottes, waren, giengen mit ihm hinein zur über welchem ihr auch leidet. Nach Hochzeit, und die Thüre ward verdem es recht ist bei Gott, zu ver- schlossen. Zulegt kamen auch die angelten Tribjal denen, die euch Trübsal dern Jungfrauen und sprachen: Herr, anlegen, euch aber, die ihr Trübsal Herr, thue uns auf. Er antwortete leibet, Ruhe mit uns, wann nun der aber und sprach: Wahrlich, ich sage Herr Jesus wird offenbaret werden euch, ich kenne euer nicht. Darum vom Himmel, samt den Engeln jeiner wachet, denn ihr wiffet weder Tag Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu noch Stunde, in welcher des Menschen geben über die, so Gott nicht erkennen, Sohn kommen wird. und über die, so nicht gehorsam find dem Evangelio unsers Herrn Jesit Chrifti. Welche werden Bein leiden, Epistel, 1. Theff. 5, v. 1-11. Mon den Zeiten aber und Stunden lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. 3hr aber, lieben Brilder, seib nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag D ann wird das Himmelreich gleich wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allfein zehn Jungfrauen, die zumal Kinder des Lichts, und Kinder ihre Lampen nahmen, und giengen des Tages; wir sind nicht von der aus, dem Bräutigam entgegen. Aber Nacht, noch von der Finsterniß. So fünf unter ihnen waren flug, und laßt uns nun nicht falafen, wie die fünf waren thöricht. Die Thörichten andern, sondern lasset uns wachen und nahmen ihre Lampen, aber sie nah- nüchtern sein. Denn die da schlafen, men nicht Del mit sich. Die Klugen die schlafen des Nachts, und die da aber nahmen Del in ihren Gefäßen, trunken sind, die sind des Nachts trunsamt ihren Lampen. Da mun der ken. Wir aber, die wir des Tages Bräutigam verzog, wurden sie alle sind, sollen nüchtern sein, angethan schläfrig, und entschliefen. Zur Mit- mit dem Krebs des Glaubens und der ternacht aber ward ein Geschrei: fiehe Liebe, und mit dem Helm der Hoffder Bräutigam kommt, gehet aus, nung zur Seligkeit. Denn Gott hat ihm entgegen. Da standen diese Jung- uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern frauen alle auf, und schmückten ihre die Seligkeit zu besitzen, durch unsern Lampen. Die thörichten aber sprachen Herrn Jesum Christum, der für uns zu den flugen: Gebet uns von eurem gestorben ist, auf daß, wir wachen oder Dele, denn unsere Lampen verlöschen. schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Da antworteten die klugen, und spra- Darum ermahnet euch untereinander, chen: Nicht also, auf daß nicht uns und banet einer den andern, wie ihr und euch gebreche; geht aber hin zu denn thut. geficht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wann er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. Evang. am 27.Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 1-13. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 6 7 Farbkarte# 13 Green 3 80 Yellow 19 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black