Befiehl ber Op HERRN e deine Fo g Wege. 5. 차하 Schweiz Daska A Leonardo da Vinci pinx 34 A Stahlstich v. Carl Mayer's Kunst- Anstalt. Nbg Das heilige Abendmahl. Wahrlich, ich sage euch: Finer unter euch wird mich verrathen. Matth. 26, 21. Verlag von Coal Mayer in Nürnber Gesangbuch filt die evangel- lutherische Kirche in Bayern. Bertauferrets: uniggbunden 28 Kreuger. Straft Bes der allgemeen haven- Scaffoleben Berlagd Senfale im Verlag bet 2. 6. Schald Buchdruckereibestgevin- Nürnberg, 21876. LITA UI ARAT TO TAM STOR การ รวม กว่า และ อาการ โค รา ณ 2 ปี หาก มา จาก การ สอบ ทาน ความ ความ การ การ gefangbuch evangel.- lutherische Kirche für die in Bayern. K.B.A xx MY U: Berkaufspreis: ungebunden 28 Kreuzer. Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwen- Kasse zustehenden Verlags rechts dermalen im Verlag bei U. E. Sebald, Buchdruckereibesißer in Nürnberg. 187 5. Gb 1277 B Jubvieblitol- Jensing Univ.- Bibl. Giessen III Privilegium. Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Bayern. Nachdem Wir unterm 26. December vorigen Jahrs die Einführung eines neuen Gesangbuches für sämmtliche protestantische Gemeinden Unseres Königreiches genehmigt haben, so finden Wir uns nunmehr bewogen, zur bessern Begründung einer Versorgungs- Anstalt für Pfarrers- Wittwen und Waisen das Privilegium auf dieses Gesangbuch sowohl, als auf alle noch erscheinenden liturgischen Schriften zum firchlichen Gebrauche, so wie auf die protestantischen Religionsbücher zum Unterrichte in Schulen, der zu errichtenden allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kassa zu verleihen. Wir ertheilen daher dieser allgemeinen Pfarr- WittwenKasse das Recht, die obgedachten Bücher, zur Erzielung der möglich wohlfeilsten Preise und der nöthigen Gleichförmigfeit, ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben und feil zu haben, und dieselben durch ihre aufgestellten Kommissionarien im ganzen Königreiche verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten Wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen, in Unsern Staaten angesessenen Buchdruckern und Buchhändlern bei Vermeidung Unserer allerhöchsten Ungnade und einer Strafe von Ein Hundert Dukaten, wovon jedesmal die Hälfte Unserer Staats- Kasse, die andere Hälfte aber der allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kasse zufallen soll, sich unter feinerlei Form und Vorwand, weder mitteloder unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldter Bücher und Schriften zu erlauben. Zugleich ermächtigen Wir die allgemeine Pfarr- Wittwen- Kasse- Administration zur Sicherung dieses Privilegiums, IV bei verspürten Eingriffen mit Hülfe Unserer Obrigkeiten gegen die Beeinträchtigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu schalten; weswegen auch zu Jedermanns Kenntniß und Warnung, die in dem Verlage der Pfarr- Wittwen- Kasse erscheinenden Schriften mit einem besondern Stempel vor der Abgabe bezeichnet werden sollen. Zu dessen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser königliches geheimes Infiegel ausdrucken lassen und die Bekanntmachung desselben durch das Regierungsblatt befohlen. Gegeben in Unserer Haupt- und Residenzstadt München den vierten August im Ein Tausend acht hundert und eilften Jahre, Unsers Reiches im Sechsten. Max Joseph. Graf von Montgelas. Auf königl. allerhöchsten Befehl, der General- Secretär F. Kobell. Inhalts- Verzeichniß. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Lob- und Danklieder Nr. 1-14. Gebetlieder Nr. 15-31. Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder Nr. 32-43 = Bweite Abtheilung. Hohe Fest- und Feiertagslieder. 1) Die hohen Feste und Festzeiten. Advent Nr. 44-54. Anfang des Kirchenjahres Nr. 55-56. Weihnacht Nr. 57-71. Neujahr Nr. 72-82. Epiphanias Nr. 83-87. ( Darstellung Christi Nr. 88-89.) Passionszeit und Charfreitag Nr. 90-111. ( Begräbniß Jesu Nr. 112-114.) Oftern Nr. 115-133. ( Dftermontag Nr. 134.) Himmelfahrt Nr. 135-145. Pfingsten Nr. 146-161. Trinitatisfest Nr. 162-169. 2) Kirchliche Feiertage. Reformationsfest Nr. 170-171. Kirchweihfest Nr. 172-173. Bußtag Nr. 174-177. Erntefeft Nr. 178-179. Geburts und Namenstag des Landesherrn Nr. 180-181. Dritte Abtheilung. Kirchliche Handlungen. 1) Die heiligen Sacramente. Taufe Nr. 182-186. Abendmahl Nr. 187-201. ( Nach dem Abendmahl Nr. 202-207.) 2) Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation Nr. 208-211. Beichte Nr. 212-218. Ordination Nr. 219-220. Trauung Nr. 221-224. Begräbniß Nr. 225-230. ( Bei Kinderleichen Nr. 231-232.) VI Inhalts- Verzeichniß. 20 Vierte Abtheilung. Der christliche Glaube. Allgemeine Glaubenslieder Nr. 233-239. Gott der Vater. Wesen und Eigenschaften Nr. 240-248. Schöpfung und Erhaltung Nr. 249-254. ( Von den Engeln Nr. 255-256.) Vorsehung und Regierung Nr. 257-264. Gott der Sohn. Versöhnung und Erlösung Nr. 265-278. Jefuslieder Nr. 279-296. Gott der heilige Geift Nr. 297-300. Wort Gottes Nr. 301-311. Kirche und Reich Gottes Nr. 312-327. Missionslieder Nr. 328-336. Fünfte Abtheilung. Das chriftliche Leben. Sündenbekenntniß und Buße Nr. 337-349. Rechtfertigung und Gnadenstand Nr. 350-367. Kampf der Heiligung Nr. 368-380. Früchte der Wiedergeburt Nr. 381-402. Kreuz- und Trostlieder Nr. 403-430. Morgenlieder Nr. 431-456. Tischlieder Nr. 457-461. Abendlieder Nr. 462-485. ( Am Schluß der Woche Nr. 486-487.) ( Am Sonntagabend Nr. 488-489.) Haus- und Ehestand Nr. 490-495. ( Kinder Nr. 496-497.) ( Freunde Nr. 498.) Obrigkeit Nr. 499-500. Krieg und Friede Nr. 501-504. Mißwachs und Theuerung Nr. 505-507. Krankheit und Seuchen Nr. 508-510. Allerlei gemeine Noth Nr. 511-514. Sechste Abtheilung. Von den letzten Dingen. Tod Nr. 515-546: ( Tod und Begräbniß von Kindern Nr. 547-549.) Auferstehung, Gericht und ewiges Leben Nr. 550-568. Alphabetisches Melodieen- Verzeichniß. Nr. 408. Nr. 338, 142, 309. 1. Ach Gott, erhör mein Seufzen 2. Ach, Gott und Herr 3. Ach, Gott vom Himmel 4. Ach Jesu, dessen Treu 5. Ach, was soll ich Sünder 6. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig 7. Ach, wir armen Sünder Nr. 91. 8. Allein Gott in der Höh Nr. 164, 10. 9. Allein zu dir, Herr Jesu Christ Nr. 337, 23. 10. Alle Menschen müssen sterben Nr. 556, 143, 184, 206. 11. Alles ist an Gottes Segen Nr. 260, 144, 290. 12. Als Jesus an dem Kreuze Nr. 106, 259. 13. An dir allein, an dir Nr. 346. 14. An Wasserflüssen Babylon Nr. 98, 199. 15. Auf, auf, mein Herz, und du Nr. 32. 16. Auf diesen Tag bedenken wir Nr. 136. 17. Auferstehn, ja auferstehn 18. Auf, ihr Heiden, lobet 19. Auf meinen lieben Gott 20. Aus meines Herzens Grunde 21. Aus tiefer Noth schrei ich 22. Beschränkt, ihr Weisen 23. Beschwertes Herz, leg ab 24. Christe, du Lamm Gottes Nr. 187. Christ fuhr gen Himmel Nr. 135. 25b. Christ ist erstanden- Nr. 115. c./ Christus ist erstanden Nr. 118. 26. Christ lag in Todesbanden Nr. 117. 27. Christum wir sollen loben schon 28. Christus der ist mein Leben 29. Christus, der uns selig macht 30. Da Christus geboren war Nr. 230. a. 1 - - - - - - - - - - Nr. 301, 506, 507. Nr. 24, 342, 426. Nr. 47, 51. Nr. 534. - - - - Nr. 331. - Nr. 432, 49, 52. Nr. 174, 175, 341. Nr. 356, 363. Nr. 34. - L - Nr. 406, 340. - Nr. 462, 463. Nr. 529, 21, 127 Nr. 90. 1 Nr. 67, 514. VII - VIII 31. Dank sey Gott in der Höhe 32. Den die Hirten lobten sehre 33. Der lieben Sonne Licht 34. Der Tag mit seinem Lichte 35. Die güldne Sonne 36. Die Himmel rühmen 37. Die Nacht ist kommen Nr. 464. 38. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz 167, 481. 39. Dieß sind die heilgen zehn Gebot Nr. 302. 40. Dir, dir, Jehova, will ich - - - - - - - Nr. 439. Nr. 247. - - Nr. 475, 228. Nr. 469. — - 1 41. Du großer Schmerzenmann 42. Ein feste Burg Nr. 170. 43. Gins ist noth; ach Herr Nr. 288. Nr. 65, 547. 44. Erhalt uns, Herr Nr. 313, 314, 460, 465, 486, 500. 45. Ermuntre dich, mein schwacher Geist 46. Erschienen ist der herrlich Tag 138, 449. 47. Es ist das Heil Nr. 120, 125, 137, 254, 277, 326, 350. 48. Es ist genug, Nr. 538, 536, 549. 49. Es ist gewißlich an der Zeit 344, 566. 50. 8 fostet viel, ein Christ- Nr. 392, 393. 51. Es spricht der Unweisen Mund Nr. 181, 221, 264, 304, 384. Nr. 249, 351. Nr. 294. - - Nr. 26, 332. Nr. 95. 1 Nr. 267, 9, 123, 124, 235, 248, - - 52. 63 woll uns Gott genädig- Nr. 328, 182. 53. Fahre fort, fahre fort Nr. 320. 1 - 1 Nr. 550, 191, 196, 197, 234, 54. Freu dich sehr, o meine Seele Nr. 530, 153, 156, 160, 195, 243, 256, 300, 333, 348, 373, 385, 386, 388, 446. - Nr. 468, 27 55. Freuet euch, ihr Christen Nr. 66. 56. Fröhlich soll mein Herze Nr. 62, 159. 57. Gelobet seyst du, Jesu Christ Nr. 57, 55, 63. 58. Gelobt sey Gott im höchsten Thron Nr. 119. 59. Gib dich zufrieden und sey stille 60. Gott, den ich als Liebe tenne Nr. 508. 61. Gott, der Vater, wohn uns bei- Nr. 163. 62. Gott des Himmels und der Erden Nr. 410. 284, 452. 63. Gott ist mein Lied Nr. 246. 64. Gott lebet noch Nr. 418. - - Nr. 437, 33, 155 Nr. 414. 65. Gott Lob! Nun ist die Nacht- Nr. 451. 66. Gott sey gelobet und gebenedeiet 67. Gottes Sohn ist kommen 68. Gott sorgt für dich 69. Herr Christ, der einig Gott's Sohn 70. Herr Gott, dich loben alle wir 71. Herr Gott, dich loben wir 72. Herr Gott, nun schleuß Nr. 528. 73. Herr Jesu Christ, dich zu uns- Nr. 36, 37, 38, 372, 431, 434, 454. 74. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut Nr. 212, 102, 103, 510, 517. - - - - - 1 - L Nr. 202, 193. Nr. 60, 531. 75. Herr Jesu Christ, meins Lebens Nr. 298, 329, 473. 76. Herr, wie du willt Nr. 521, 251, 345, 368, 425, 503. 77. Herzlich lieb hab ich dich- Nr. 18, 213. 78. Herzlich thut mich verlangen Nr. 524, 19, 77, 89, 100, - Nr. 453, 445. - 306, 409, 525, 533, 548. 79. Herzliebster Jesu, was hast du 80. Heut triumphiret Gottes Sohn 81. Hüter, wird die Nacht 82. Ich armer Mensch 83. Ich bin ja, Herr, in 84. Ich dank dir schon 85. Ich danke dir, o Gott 86. Ich hab mein Sach Nr. 535. 87. Ich ruf zu dir, Herr Jesu- Nr. 17. 88. Ich ruhe nun in Gottes Armen 89. Ich will dich lieben Nr. 215, 177, 218, 222, 310, 444. deiner Macht- Nr. 532. Nr. 455, 456. Nr. 435. - - L Nr. 1. - - Nr. 25, 96. Nr. 31, 46, 433, 438. - - 1 Nr. 283. 90. Jehova, Jehova Nr. 14. 91. Jehova ist mein Licht Nr. 262. 92. Jerusalem, du hochgebaute 93. Jesaia, dem Propheten 94. Jesu, der du meine Seele Nr. 343, 105, 285, 299. 95. Jesu, bilf fiegen Nr. 377, 321, 505. 96. Jesu, meine Freude- Nr. 282, 158, 261, 295, 419, 423, 480. 97. Jesu, meines Lebens Leben Nr. 97, 12, 134, 217, 224, 272, 391, 498. 98. Jesus Christus, unser Heiland, der den Nr. 116. 99. Jesus Christus, unser Heiland, der von Nr. 190. 100. Jefus, meine Zuversicht Nr. 558, 54, 86, 108, 131, 173, 269, 542, 544, 546, 561. IX - Nr. 198. Nr. 93, 109, 317, 400. Nr. 121, 122. Stadt- Nr. 552. Nr. 162. - - X 101. Sn dich hab ich gehoffet- Nr. 16, 183, 499. 102. Komm, Gott Schöpfer Nr. 147, 146, 150. 103. Komm, heiliger Geist, Herre Gott Nr. 148, 157. 104. Kommt her zu mir-Nr. 22, 238, 297, 316. 105. Lasset uns den Herren 106. Liebster Jesu, wir sind hier Nr. 7, 129, 253, 389. 397, 398. 112. Macht hoch die Thür 113. Mein Auge wacht 114. Meinen Jesum laß ich nicht 291, 421. 311, 539. 107. Lobe den Herren, den mächtigen Nr. 8, 69. 108. Lobe den Herren, o meine Seele Nr. 13. 109. Lobet den Herren alle, die Nr. 440, 436, 513. 110. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich Nr. 61, 70. 111. Machs mit mir, Gott — - - - Nr. 483. 115. Meine Seele, willst du ruhn- 116. Mein Freund zerschmelzt 117. Mein Herzens- Jesu 447, 478. - - Nr. 44. Nr. 39, 40, 41, 43, 161, 185 Nr. 526, 80, 252, 370, 371, - Nr. - 118. Mein Jesu, dem die Seraphinen 119. Mein Seel erhebt den Herren 120. Mit Fried und Freud fahr ich Nr. 266. Nr. 88. 121. Mit meinem Gott geh ich Nr. 472, 355, 484, 497. 122. Mitten wir im Leben 515. Nr. 442. - - Nr. 292. Nr. 28, 30, 319, 323, 327, 336, - - - Nr. 281, 53, 78, 209, 216, Nr. 396. 123. Morgenglanz der Ewigkeit 124. Nun bitten wir den heilgen Geist Nr. 149. 125. Nun danfet alle Gott 126. Nun danket all und bringet 127. Nun freut euch, lieben Nr. 3, 165, 166, 504. 268, 280. - 128. Nun komm, der Heiden Heiland 129. Nun laßt uns den Leib 466, 519. 130. Nun laßt uns Gott Nr. 457, 75, 204, 258, 441, 443. 131. Nun lob, mein Seel Nr. 2, 82, 203, 236, 240, 502. 132. Nun preiset alle Nr. 4. 133. Nun sich der Tag- Nr. 476, 227, 395, 448, 488. 134. daß ich tausend Jungen 364, 366. Nr. 11, 68, 178, 244 135. O du Liebe meiner Liebe Nr. 104, 211 1 Nr. 324. Nr. 5, 6. Nr. 265, 56, 72, 81, 126, 139, 239, Nr. 45, 334. Nr. 225, 111, 113, 229, 136. Durchbrecher aller Bande 137. Ewigkeit, du Donnerwort 138. Nr. 374, 271, 308. Nr. 555, 278, 330, 567. Gott, du frommer Gott Nr. 20, 42, 79, 219, 231, - 237, 270, 390, 450. 139. Herre Gott, dein göttlich Wort 140. O Jesu Christ, meins Lebens Licht - 192, 200, 276, 354, 467, 527, 560. 141. Jefulein süß Nr. 151. 142. Lamm Gottes unschuldig 143. D liebster Herr Jesu Christ 144. Traurigkeit Nr. 112, 110, Welt, ich muß dich lassen 257, 362, 420, 427, 470, 146. wie selig seyd ihr doch 147. Ninge recht, wenn Gottes Gnade 148. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine 149. Schaffe in mir, Gott- Nr. 188. 145. 150. Schmücke dich, o liebe Seele Nr. 194, 273, 274, 461. 151. Schwing dich auf zu deinem Gott- 152. Seelenbräutigam Nr. 286, 210, 153. Sollt es gleich bisweilen scheinen 154. Straf mich nicht in deinem Zorn 155. Unser Herrscher, unser König 156. Valet will ich dir geben 559, 562. - - - - - - - - - - - - - - 114, 479. Nr. 516, 99, 232, 255, 482, 485, 489, 509, 537. Nr. 554, 553. - Nr. 189. Nr. 394. - - - - 157. Vater unser im Himmelreich 158. Verleih uns Frieden gnädiglich 159. Vom Himmel hoch da komm_ich her 160. Von Gott will ich nicht lassen 161. Wachet auf, ruft uns Nr. 551, 132, 133, 201, 376, 565. Nr. 58, 59, 71, 130. Nr. 382, 50, 407. Nr. 303, 305, 540. Nr. 522, 74, 92 1 - XI Nr. 226. Nr. 176, 29, 375, 568 Nr. 35, 361, 563, 564. Nr. 523, 48, 64, 83, 352, 545 Nr. 378, 424. - 162. Warum sollt ich mich denn grämen Nr. 412. 163. Was Gott thut- Nr. 416, 179, 263, 296, 399, 429. 164. Was mein Gott will- Nr. 403, 369, 383, 411. 165. Weil nichts gemeiner ist Nr. 145, 205, 275, 379. 166. Welt, ade, ich bin Nr. 557. 167. Wenn mein Stündlein Nr. 520. 168. Wenn wir in höchsten Nöthen 428, 458. 169. Werde Licht, du Stadt Nr. 84, 76. 170. Werde munter, mein Gemüthe 474, 477, 492, 496. Nr. 511, 73, 381, 404, Nr. 471, 85, 128, 387 Nr. 353, 367, 401, 494. 223, 289. Nr. 415. Nr. 15, 339, 405, 512, 518 Nr. 501. XII 171. Wer nu den lieben Gott läßt Nr. 413, 186, 208, 347, 349, 357, 358, 359, 360, 402, 417, 422, 487. 172. Wer weiß, wie nahe mir Nr. 541, 107, 543. 173. Wie groß ist des Allmächtgen 174. Wie schön leuchtet Nr. 279, 207, 220, 335, 491, 495. Str. 245, 322, 365, 430. 87, 140, 154, 169, 172, - 175. Wie wohl ist mir, o Freund 176. Wir glauben all Schöpfer 177. Wir glauben all Bater 178. Wo Gott, der Herr, nicht 179. Wo Gott zum Haus nicht 180. Wunderbarer König 181. 3euch ein- zu meinen 182. 3euch meinen Geist 183. 3ion flagt mit Angst - - - 1 1 - - - - Nr. 287, 293. Nr. 233. Nr. 168. Nr. 171, 312, 380. Nr. 490, 493. Nr. 250, 241, 242. Nr. 152, 141, 180. Nr. 307. Nr. 315, 94, 101, 214, 318. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. 1. Lob- und Danklieder. Erster Chor. Eigne Melodie. 1. Herr Gott, dich lo. ben wir, dich, Ba ter in Ewigkeit, Na En- gel und him- mels- heer auch Che- ru- bim und Se.ra- phim Hei lig ist unser Gott! • ( Altkirchlich.) 1527. 3weiter Chor. F " 2. Dein göttlich Macht undHerrlichkeit Der hei. It gen zwölf Boten Zahl die theu ren Märtrer all- zu- mal Die ganze wer- the Christenheit dich, Gott Ba- ter, im höchstenThron, den hei- li- gen Geist undTröster werth Bet. m. Not. Herr Gott, wir dan, ken dir; ehrt die Welt weit und breit. und was die net deiner Ehr, sin gen im mer mit hoher Stimm: Heilig ist un fer Gott! 189 Beide Chöre. 1 Het lig ist unser Gott, der Herre Be Erster Chor. da. oth! 3weiter Chor. F geht û ber Himmel und Erden weit. und die lie. ben Propbeten all, To ben dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Er- den al le zeit: dei nen rechten und ei- ni- gen Sohn, mit rech- tem Dienst sie lobt und ehrz. # 1 2 Lob- und Danklieder. Erster Chor. 3. Du König der Eh- ren, Jesu Christ, der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, du hast dem Tod zer- stört sein Macht du figst zur Rechten Gottes gleich ein Rich- ter du zu künf- tig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, $ laß uns im Him- mel ha- ben Theil Hilf deinem Bolt, Herr Jesu Christ, wart und pfleg ihr zu al- ler Zeit, 5. Täglich, Herr Gott, wir los ben dich Be hüt uns heut, o treu- er Gott, Sey uns gnå dig, o Herre Gott, Beig uns det ne Barmherzig- keit, auf dich hoffen wir, lie- ber Herr, Beide 21 3 weiter Chor. Gott Va- ters ewiger Sohn du bist; . zur- lo sen das menschlich Geschlecht; und all Chri- sten zum Himmel bracht; mit al Ier Ehr ins Va- ters Reich; al- les, das todt und le bend ist. die mit deim theurn Blut er lö- set seyn; mit den Het li gen in ewigem Heil; . und se gen, das dein Erbtheil ist; und heb ie hoch in Ewig. feit. und ehrn dein Namen ste- tig- lich. vor al.ler Sünd und Mis- se- that! sey uns gnä- dig in aller Noth! wie unser Hoff- nung zu dir steht; in Schanden laß uns nim- mer- mehr. Chöre. men! Dr. Martin Luther, geb. 1483,+ 1546 2. Lob- und Danklieder. th C Eigne Melodie. 1. Mun Iob, mein Seel, den Herren, sein Wohlthat thut er meh. ren, hat dir dein Sünd ver. ge. ben er rett dein ar mes Leben, mit rech- tem Troft be- schüt. tet, der Herr schafft Recht, behütet, 2. Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, darzu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob den, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unser Sünd dahin. 3. Wie sich ein Mann erbar met über sein junge Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn findlich fürchten rein; er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, ein nichtiges 3. 1. Mun dan. tet al. le Gott der große Din ge thut Eigne Melodie. 3 1540. was in mir ist, den Namen sein; ver- giß es nicht, o her ze mein! und heilt dein Schwachheit groß, nimmt dich in seinen Schoß, verjüngt dem Adler gleich; die leiden in seim Reich. Geschlechte, ein Blum und fallend Laub: der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine bleibt ftet und fest in Ewigkeit bei seiner lieben G'meine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starten Engel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ebren, und treibt sein heiligs Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Graumann, geb. 1487,+ 1541. Grüger. 1649. mit Her- zen, Mund und Händen, an uns und al len En. den 9 1* 4 Lob- und Danklieder. 季 der uns von Mut- ter- leib un zäh.lig viel zu Gut 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, ja, uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sey 4. Eigne Melodie. und Kin- des- bei- nen an und noch jeß und ge. than. Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone: dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war, und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rindkart, geb. 1586, † 1649. . fei.• ner Gna den. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt, was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, 1: Psalter und Harfen ihm Ghre geben.:| 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasfet das Trauern seyn, zu grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, 1: machet uns ledig von allen Sünden.: v. Löwenstern. 1644. 1. Mun prei- set al.le Gottes Barmher- zig- keit, lob ihn mit Schalle, wer- the- ste Chri- ften heit! Er läßt dich freund- lich zu sich la den, freu e dich, 3f ra el, seiner Gnaden. Freu- e dich, If ra el, 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und spaten Regen, J: füllet uns alle mit seinem Segen.:| 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werthefte Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: 1: freue dich, Israel, seiner Gnaden.:! Matth. Apelles von Löwenstern, geb. 1594, † 1648. 5. fe Lob- und Danklieder. Eigne Melodie. 1 Nun dan ket all und bringet Ehr, 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo tein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. ihr Men- schen 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns geseßt? Wer ist 5 dem, dessen Lob der En- gel Heer im Himmel stets ver- meldt. Crüger. 1658. 6. Im obigen 1. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Ich fing und mach auf Erden fund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seyft, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Bater, nicht von dir allein gegeben werd? der Welt, 6. Er lasse feinen Frieden ruhn in Israelis Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sey er stets unser Heil, und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Ton. es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Mest zu seinen Beiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werthen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach, Herr mein Gott, daß kommt von dir, und du mußt alles thun; du hältst die Wach an Lob- und Danklieder. 6 unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr; ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst fie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sey; kein Zähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wann und die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing 7. und spring und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schat, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment. Nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich seyn. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Schop. 1641. Mel. Lasset uns den Herren preisen 2c. 1. Sollt ich meinem Gott nicht fingen? Denn ich seh in al len Dingen, Ist doch nichts als lau ter Lie- ben, Sollt ich ihm nicht frdh- lich seyn? wie so gut ers mit mir mein. das sein treu- es her.ze regt, das ohn En de hebt und trägt, die in fei.nem Dienft sich üben. At les Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in. wig. teit. Lob- und Danklieder. 7 2. Wie ein Adler sein Gefie- re hat er mir zum Dienst bestellt; der über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wes sen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Al les Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Seit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. D du ungegründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Los des Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, fommt mein Gott und hebt mir an fein Bermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Beit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Hee7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. wird vom Satan umgeführt, die 8. Wie so manche schwere Plage mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt. Gottes Ene gel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu Gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Beit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläs ge, ob sie mir gleich bitter seind, 8 dennoch, wenn ichs recht erwäge, find es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinn entgehn: Christenfreuz hat seine Maße and muß endlich stille stehn. Wann der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch 8. Lob- und Danklieder. nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Bater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. S 1. fo be den Herren, den mäch- ti- gen König der Ehren, mei ne ge lie. be te See le, das ist mein Be- gehren; f Lob- ge sang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir immer gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der fünstlich und sein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen 9. fom met zu Hauf, Pfal- ter und Har fe, wacht auf, las set den . 1668. Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht; lobend beschließe mit Amen! Joachim Neander, geb. 1640,+ 1680. Mel. Es ist das hell uns 2c. 1523. 1. Sey Lob und Ehr sem höchsten Gut, dem Vater al- ler Gü te, dem Gott der alle Wun- der thut, dem Gott, der meinGemüthe Lob- und Danflieder. mit seinem reichen Trost er füllt, dem Gott, der al- len Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Gs danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Noth: ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 10. 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, dein Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre fich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Chre! Shr, die ihr Gottes Macht befennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözzen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen, bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht: Gebt unserm Gett die Ehre! Joh. Jaf. Schüß, geb. 1640, † 1690. Mel. Allein Gott in der Höh 2c.( Altkirchlich.) 1540. 1. Bringt her dem Her- ren Lob und Ehr aus freu- di- gem Gemü. the; ein Je- der Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte. 10 Lob und Danklieder. Ach To bet, Io. bet al. le Gott, der uns be fret et aus der Noth, und dan ket sei nem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum danfet seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch seine Engel schüßt und täglich gibet, was uns nüßt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns die selge Lebenskron durch seinen Tod erworben; der worden ist der Höll ein Gift und Frieden hat mit Gott gestift: drum danket seinem Namen. 11. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und alles Gute noch verheißt, uns stärket, fräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott, der auch dieß gute Wert, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat Allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürstenthum und Thronen! G8 loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. Cyriakus Günther, geb. 1650,+1704. 1738. Eigne Melodie. 1. daß ich tausend Jungen hät- te und einen tausend- fachen Mund! so stimmt ich damit in die Wet te vom al- ler- tief- sten Herzensgrund ein Loblied nach dem an- dern an von dem, was Gott an mir ge- than. 2. O daß doch meine Stimme Laufe geht! Ach war ein jeder schallte bis dahin, wo die Sonne Puls ein Dank, und jeder Odem steht! O daß mein Blut mit Jauch- ein Gesang! zen wallte, so lang es noch im 3. Was schweigt ihr denn, ihr Lob- und Danklieder. meine Kräfte? Auf, auf! braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir. Ihr schwanken Gräßlein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Bier zu Gottes Ruhm belebet seyn, und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sey, o allerliebster Vater, unendlich Lob für jede Gab; Lob sey dir, mildester Berather, für alles, was ich bin und hab, für alles Gute in der Welt, das du zu meinem Heil bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sey gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz fich mir so bülfreich hat er wiesen, und mich durch Blut und Lodesschmerz von Satans Macht und Grausamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sey ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Gottes Geist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher 11 Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor Andern füß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden haft. Wie viel thut sie mir doch zu Gute, und ist mir eine sanfte Last. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sey. 11. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage getreu durch alles haft geführt. Denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig seyn. 13. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wann der Mund wird traftlos seyn, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 14. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wann ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Ichanu Menger, geb. 1658,+1734 12 12. Lob- und Danklieder. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 1. Wo mit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Be.ba. oth? Sen de mir dazu von oben dei nes Gei- stes Kraft, mein Gott! 1687. Denn ich kann mit nichts er reichen deine Grad und Lie- bes- zei- chen. Tau- send, tau- send- mal sey dir, 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Zausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich nur der Sündenstraßen, drauf ich häufte Schuld mit Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich fein Biel zu finden, noch den Grund hie zu ergründen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausend. . großer Kö nig, Dank dafür! mal sey dir, großer König, Dank dafür! 6. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht; du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, nachdems Kindern nüßlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs Höchste kommen. Laufend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 9. tich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn schien alles Lob- und Danklieder. 13 zu zeirinnen, ward ich deiner Hülf deine Freundlichkeit; und durch doch innen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Denk dafür! 10. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Laufend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 11. Bater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, 13. # bis in Tod; meinem Gott. 1. fo.be den Herren, o meine See le! weil ich noch Stunden auf Er den zäh. le, Eigne Melodie. 6 prie sen früh und spat. 12. Tausendmal sey dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für, ewig, ewig danken dir! Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661, † 1735. Der Leib und Seel ge ge ben hat, . 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer die sen Herrn zum Beistand hat, findet 1713. · ben Ich will ihn lo will ich lob. fin. gen Hal. le. Iu ja, Hal- le luja! I werde ge am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Beigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebunds 14 Gebetlieder. nen macht er frei; seine Genad ist in ihren Strick. Der Herr ist Kömancherlei. Halleluja, Salleluja! nig ewiglich. Bion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. HalleLuja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Truß; Wittwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja, Halle luja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verfehrte Schritte, und- fallen selbst 14. Eigne Melodie. Je ho va, Je ho va, Je ho va! 9 . Sei lig! er schallen. 15. $ Eh- re, Macht und Ruhm. Amen, A. men! Bis einst derTempel dieser Welt Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675,+ 1723. auf dein Wort in Staub zerfällt, fell in un- sern hal len das Heilig! Hei- lig! E ja! Hal- le lu 9 Eigne Melodie. Knecht. 1815. Deinem Namen sey ja, Gebetlieder. Hal- le- In 1 1540. 1. Da ter un ser im Himmel reich, der du uns alle bei ßeft gleich Brü der seyn und dich rufen an, und willt das Besten von uns han; Gebetlieder. $ gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund! 6. All unser Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht; wenn uns der böse Geift anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst, und durch des heilgen Geistes Trost! 2. Geheilget werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Herr, behüt uns für falscher Lehr, das arm verführet Bolf befehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigfeit; der heilig Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Born und groß Gewalt zerbrich, für ihm dein Kirch erhalt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam seyn in Lieb und Leid, wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Leibesnoth; b'hüt uns, Herr, für Unfried und Streit, für Seuchen und für theurer Seit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 16. 15 Eigne Melodie. noch ewig lich zu Spot. te; · 8. Von allem Uebel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlös uns vom ewigen Tod und tröst uns in der leßten Noth; bescher uns auch ein seligs End, nimm unser Seel in deine Hånd. in det ner Treu, Herr Got te 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärt unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, das wir hiemit gebeten han; auf dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein. Dr. M. Luther, geb. 1483,+1546. 1. In dich hab ich ge- hof- fet, Herr, hilf, daß ich nicht zu Schanden werd 1536. das bitt ich dich: er- hal- te mich 16 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erkör mein Bitt, thu dich herfür, eil, bald mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöthen. Gebetlieder. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sey mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, wider mein Feind, der gar viel seind an mich auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Noth: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich 17. fe gericht mit Lügen und mit faischem G'dicht viel Neß und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in dieser G'fahr; b'hüt mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! 7. Glori, Lob, Ehr und Herr-. lichkeit sey Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen; die göttlich Kraft mach uns fieghaft durch Jesum Christum. Amen! Adam Reißner, geb. 1471,+ 1563. Eigne Melodie. 1. Ich ruf zu dir, Herr Je- su Christ, Verleih mir Gnad zu dieser Frist, meim nächsten nüß seyn, 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gib daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser 1535. ich bitt, erhör mein Kla- gen! laß mich doch nicht ver- za- gen. f Den rechten Weg, o Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu le- ben, dein Wort zu halten e. ben. Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speiß laß allweg seyn, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Un glück geht daher, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; beständig seyn ins End gib mir; du hasts allein in Händen! Und wem dus gibst, der Gebetlieder. hats umsonst; es mag Niemand erwerben noch ererben durch Werk deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad al18. $$$$$$$$ 17 lein ich kleb; du kannst mich stärter machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannst maßen, daß mirs nicht bring Gefähr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Paul Sveratus, geb. 1484,+ 1554. Eigne Melodie. Bor 1577. 1. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr! Ich bitt, wollst seyn von mir nicht fern mit dei ner Güt und Gnaden! Die ganze Welt nicht freu. et mich, nach Himm'l und Er- den nicht frag ich, wenn ich dich nur kann ha. ben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein 3u- ver- sicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat er löft. Herr Je su Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, . in Schan- den laß mich nimmer mehr. 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk duldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth. und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag gePet. m. Not. 3. Ach, Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Als2 18 dann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland 19. fe 高要 20. Gebetlieder. und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, geb. 1532, † 1608 Haßler? 1613. Mel. Herzlich thut mich 2c. Laß mich dein seyn und bleiben, Bon dir laß mich nichts trei. ben; da für will ich dir " Herr, laß mich nur nicht wan- fen; dan ken in al le Ewig feit. Nikolaus Selnecer, geb. 1532, † 1592. Eigne Melodie. 1. Gott, du frommer Gott, ohn den nichts ist, was ist, gefunden Leib gib mir, du treuer Gott und Herr! halt mich bei reiner Lehr. ein un ver let- te Seel 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnüßlich Wort aus meinem Wunde gehen; und wenn in meinem Amt gib mir Be ständig-keit; 1710. du Brunnquell gu- ter Gaben, von dem wir al les ha ben: und daß in sol chem Leib und rein Ge wif. sen bleib. ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gil, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und wenn ich Rath bedarf, auch guten Nath erfind Gebetlieder. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist; willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sey. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räum21. 19 lein gönn bei meiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seiten hab. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab auss strecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. 9. Gott Vater, dir sey Preis hier und im Himmel oben! Herr Jesu, Gottes Sohn, ich will dich allzeit loben! Dheilger Geist, dein Ruhm erschall je mehr und mehr! Dreieinger Herr und Gott, dir sey Lob, Preis und Ehr! Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Bulpius? 1609. Mel. Christus der ist mein 2c. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr! Dein 22. 1. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Je- su Chrift! daß uns hin fort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte Gnad und alls Vermögen in uns bei uns, Erlöser werth! daß uns reichlich vermehr. beid hier und dorte sey Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht! Dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held! daß uns der Feind nicht truge, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Jofua Stegmann, geb. 1588, † 1632. Mel. Kommt her zu mir 2c. 1534. 1. Ach Gott, gib du uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Misse- that 2* 20 buß fer- tig lich- . CIND er ten nen der zu hel fen ein Meister ist, 2. Hilf, daß wir auch nach dei: nem Wort gottselig leben immer fort, zu Ehren deinem Namen; 23. 1. Ber gib uns, lie 1 Gebetlieder. al ler Gü. te, Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Chrift zc. vor Schaden uns be- bü • und glauben fest an Jesum Chrift, wie er sich selbst- thut nennen. daß uns dein guter Geist regier, auf ebnerBahn zumHimmel führ, durch Jesum Christum. Amen! Samuel Zehner, geb. 1594, † 1635. • ber her bir Herr, allein 2. Erbarm dich unser, Jesu Christ, du Brunnquell der Genaden, und hilf uns; denn allein du bist, der wehren kann dem Schaden. Errett dein Volk aus aller Noth, das du mit deinem theuren Blut erlöset haft von Schuld und Pein der Sünden sein, mit Trost und Rath allzeit erschein. 24. " re Gott, all uns re Sünd und Mis . te, und wend von uns dein streng Gericht, 1545. du Va. ter mit deinem Geist ver laß uns nicht, daß wir im Glauben recht und rein. . se. that, ftets die- nen und ge hor sam seyn. 8 B Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. 3. Erhör, Gott Vater, unsre Bitt, hilf uns und seh uns gnädig! Herr Christ, hör uns und uns vertritt, von Sünden sprich uns ledig! Erhör uns, heilger Geist, zugleich in unsrerNothnicht von uns weich! Du willst ja nicht des Sünders Tod, o treuer Gott: hilf uns endlich aus aller Noth! 1659. 1. Ach Gott, verlaß mich nicht! gib mir die Gna- den- Hän.de; ach füh. re mich, dein Kind, daß ich den Lauf vol.leu. de Gebetlieder. zu meiner Selig feit, . mein Stab, mein Hort, mein Schup; 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen, gib mir dein guten Geist, gib Glaubens- Zuverficht, sey meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ad Gott, verlaß mich nicht! ich ruf aus Herzensgrunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wann mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 25. Mel. Herr Christ, der einig zc. 1. Herr Je su, Gna- den- son- ne, laß Le- ben, Licht und Bonne mein Gott, versag mirs nicht. 2. Bergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Born verschwinden und hilf mir gnädiglich. Laß deine Fries densgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner Seesey du mein Le. bens licht, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! ach lasse dich bewegen; ach Vater, fröne du mit reichem HimmelsSegen die Werte meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! nach dei- ner Gnad er freu en B . 21 $ 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christ lich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Noth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Franck, geb. 1659,+ 1725. 1524. wahrhaftes Lebens licht, mein blö- des Ange. ficht und meinen Geift er neu en; len den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und Gebetlieder. 22 öffne mein Verständniß durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Truß der Höllenpfort. 5. Komm, mich mit Kraft zu rüsten, und freuzge mein Begier sammt allen bösen Lüsten, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig 26. möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661, † 1735. Eigne Melodie. 27 1. Dir, dir, Je- ho- va, will ich sin- gen; denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lie der bringen: ach gib mir dei- nes Geistes Kraft dazu, 2. Beuch mich, o Bater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl, und dir darob im Herzen fing und spiel. 1704. daß ich es thu im Namen Jesu Chrift, so wie es dir durch ihn ge fällig ist.. 1 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sey, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dieß aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vatecherz und wallet ganz brünftig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht, und wird gewiß Gebetlieder. von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 23 und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Craffelius, geb. 1677,+ † 1724. 7. Wohl mir, daß ich dieß Zeugniß habe! Drum bin ich voller Troft und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die gibst du 27. Mel. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz 2c. 1. Ge den te mein, mein liebster Gott, im besten! Ich hoff auf dich; wes soll ich sonst mich trösten? 1555. 4. Gedenke mein; wie könntst du mein vergessen? Es war ja schon dein Lieben unermessen zu meinem Heil, da ich noch nichts bedacht; nun hat dein Sohn mich ganz zu dir gebracht. 5. Gedenke mein, wenn ich mein Das soll mein Trost im Tod und Leben seyn, wenn du nur sprichst: Mein Kind, ich denke dein. 2. Gedenke mein; doch denke nicht zum Schaden der Sündenschuld, damit mein Herz beladen. Es reuet mich, was ich von Jugend an, auch unerkannt, hab wider dich gethan. Herz ausschütte, um etwas Guts im Namen Jesu bitte. Dein heilger Geist sich meiner Schwachheit bei, daß jeder Wunsch in Jesu Amen sey. 3. Gedenke mein um meines Jesu willen! Laß ihn an mir sein Dentwort auch erfüllen und gültig seyn bei dir: es ist vollbracht. Sein Blut und Tod hat alles wohl gemacht. 6. Gedenke mein, daß ich stets christlich lebe, mit allem Ernst den Sünden widerstrebe. Ach, wirk in mir das Wollen und die That; mein Lebenlang sey du mein treuer Nath. 7. Gedenke mein und lasse mir genügen an deiner Huld, wenn ich muß unterliegen, wenn mich ein Kreuz und auch die Schwermuth drückt; denkst du an mich, so wird mein Herz erquickt.. 8. Gedenke mein in frank- und schwachen Tagen; sey du mein Arzt, 24 so darf ich nicht verzagen. Ist es mir gut, hilfft du mir wieder auf; fommt meine Zeit, schließ ich getrost den Lauf. Gebetlieder. 9. Gedenke mein, laß mich mein End bedenken und mich zuvor in Jesu Wunden senken. Verlaß mich nicht im letzten Kampf und Streit; nimm mich zu dir im himmlischen Geleit. 10. Gedenke mein und denke 28. $ auch der Meinen nach meinem Tod, laß Allen Hülf erscheinen, die mich geliebt und dir sind lieb und werth, daß uns zugleich der Himmel sey beschert. 11. Gedenfe mein auch in dem stillen Grabe, daß Seel und Leib vereinte Freude habe. Vergiß mein nicht, ich denke ewig dein mit Ruhm und Dank, mein Gott, gedenke mein! Joh. Matth. Englert, geb. 1661,+ 1733. Mel. Mein Herzens Jesu zc. 1. Ach Gott des Himmels, las se mir den uns so vä ter lich von dir gib Je dem immer- dar nach Noth 1668. und Allen auf der Er- den beschiednen Theil stets werden; sein zu- ge- dach- tes täglich Brod und ein genüg- fam Herze! 2. Gib Mäßigkeit und Dank- ser Welt, laß mich nicht daran hanbarkeit, wenn du uns viel beschieden; und wenn uns weniger bereit, so mach uns doch zufrieden. Leg uns nur deinen Segen zu; wo man dir traut, erstattest du durch Segen alle Mängel. gen. Die Zeit ist kurz, uns ruft das Grab; laß mich das haben, was ich hab, als wenn ich es nicht hätte. 5. Ach präge stets mir in den Sinn, daß ich, um hauszuhalten, geseßt in deine Güter bin, sie redlich zu verwalten. Es eilt ja schon der Lag herzu, da willst du, daß ich Rechnung thu von allen deinen Gütern. 3. Gib, daß uns keine Sorge frißt; laß ein abgöttisch Geizen, das alles Uebels Wurzel ist, uns nicht zu Lüften reizen; laß mich die Lügen nicht zum Schild, das Gold mir nicht zum Gößenbild, den Bauch zum Gott nicht machen. 4. Laß mich nicht Ehre, Lust und Geld mir selbst zum Strick verlangen; gebrauch ich etwa die- lehre insgemein gewissenhaft, ges 6. Gib Frieden und Zufriedenheit auf allen unsern Wegen; verleih uns fromme Obrigkeit und fröne fie mit Segen; die Untern Gebetlieder. horsam sehn und für die Obern beten. 7. Laß deiner Gnade Sonnenschein in unserm Lande glänzen; laß keine Feinde bei uns ein und 29. Mel. Straf mich nicht in deinem 2c. 1. Bet Ge- meine, beil- ge dich mit dem heil- gen De- Je; • Je su Geist er gie- ße sich dir in Herz und See- le. Laß den Mund 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzu hangen. Heilger Rauch sey es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 25 schüße unsre Grenzen; laß deiner Engel starke Schaar um uns bei drohender Gefahr zur festen Mauer werden. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. alle Stund vom Ge- bet und Fleb en het lig über gehen. 3. Das Gebet der frommen Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten! 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle fich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen! ( Rosenmüller 1655?) 1694. • 6. O, so betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder; heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget; betet, daß es dringet. 7. Betet, daß die lepte Zeit vollends übergehe, daß man Chrifti Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Schnen nach dem Tag, dem schönen. 8. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst, beten, wie ers liebet; das gescheh je und je, wie ers vorgenommen, auf sein endliche Kommen. 9. Dieß Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Bliz und Stimmen, die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ghre geben. Christoph Carl Ludwig von Pfeil geb. 1712,+1784. 26 30. Gebetlieder. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine ic. 1. Gott, dei- ne Gü- te reicht so weit, du frönft uns mit Barmherzig- keit Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, auf mein Wort; 2. Jch bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. denn ich will vor dir be 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein 31. so weit die Wol ken geh- en; und eilft uns bei- zu- stehen. 1668. vernimm mein Flehn, merk . ten. wahrer Nuhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und froumer Freunde Liebe. Univ.- Bibl. Giessen 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du im Tode finden. mich nur Barmherzigkeit vor dir Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. 1555. 1. Ich kom- me vor dein An- ge. sicht, ver- wirf, o Gott, mein Flehen nicht, ver- gib mir al le mei- ne Schuld, du Gott der Gna- den und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in' Hand; von dir empfing ich den mir, ein Herz voll frommer Lieb zu Verstand: erhalt ihn mir, o Herr dir, ein Herz voll Demuth, Preis mein Hort, und stärk ihn durch dein und Dank, ein ruhig Herz mein göttlich Wort. Leben lang. 3. Sey mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thatig seyn. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner 6. Das ist mein Glück, was du Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. 27 mich lehrst; das sey mein Glück, verleih, daß ich sie nüß und dankdaß ich zuerst nach deinem Reiche tracht und freu in allen meinen Pflichten sey. bar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 7. Bin ich zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, so ziehe du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein måBig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. 10. Gib mir Gesundheit und 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sey durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, Schild und großer Lohn! mein Ch. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. 32. El 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: dann, Herr, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! Eigne Melodie. 1. Auf, auf, mein Herz, und du, mein ganzer Sinn, $ 1830. wirf al les heut, was Welt ist, von dir hin! Heut hat das Werk der Schöpfung an- ge fangen, da die- sem Rund das Licht ist auf- ge- gan- gen. 2. Auf, auf, mein Herz, leg alles du von Arbeit und von Sünden, Irdsche ab; heut Jesus ist erstan- daß er in dir mög seine Ruhe finden. den aus dem Grab; heut hat er sein Erlösungswerk geendet; heut hat er auch den Geist herabgesendet. 4. Gott gibet dir sechs Tage für den Leib: der siebente der Seele eigen bleib; fie muß ja auch von sieben einen haben, daß sie sich mög mit Himmelsspeise laben. 3. Dieß heilge Heut heißt dich auch heilig seyn: Gott diesen Tag bei dir will ziehen ein. So ruhe 5. Viel Sünden dir die Woche 28 ladet auf: an diesem Tag mit Bitten Gnade kauf. Leg ab die Last, geh, Gottes Wort zu hören; dieß laß dich heut die Wochenwege lehren. 6. Sechs Tage dich Gott segnet, schüßt und nährt: heut er dafür mit Dank will seyn geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, daß Gott sie woll mit Segen überschütten. 7. Gott wöchentlich gibt sieben Tage dir: gib einen du, den ersten, ihm dafür; der erste wird die an dern sechse zieren, wirst du heut Gott im Mund und Herzen führen. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, obschon die Welt nur 33. 24 Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. 3 B deiner Andacht lacht; der Schad ift ihr, dir aber wirds gedeihen; Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen. 9. An diesem Tag hab deine Luft am Herrn; was dein Herz wünscht, wird er dir geben gern; befiehl Gott heut all deine Weg und Sachen und hoff auf ihn: gewiß, er wirds wohl machen. Mel. Gott des Himmels ze. heu te weckt des Tages Lauf 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. 10. Wirst aber du ihm nehmen seinen Tag, so macht er dir die sechse voller Plag. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden; wer ihn veracht, soll auch verachtet werden. Sigm. v. Birken, geb. 1626, † 1681. 3. Habe Dank für deinen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unfre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt, und von Herzen bet und fingt, daß es durch die Wolken bringt. 1. Gro ßer Gott von al- ten Bei- ten, des sen hand die Welt re- giert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Ju genb auf ge- führt; Albert. 1642. B mich zu lauter Andacht auf. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigen alles mehre deinen Ruhm, bis es thum; alles preise deinen Namen, künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Casp. Neumann, geb. 1648, † 1715. 34. Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. Eigne Melodie. 1. se- schwer- tes Herz, leg ab die Sorgen, es fommt der an ge. neh.me Mor gen, ● ge- büd tes haupt; da Gott zu ruh- en hat befohlen en hat erlaubt, Ruhe ein ge- weiht; auf, auf, du haft vor hin viel Zeit Her ren ab gestohlen. · 2. Auf, laß Egyptens eitles Wesen, die Stoppeln und die Ziegeln, stehn; du sollst bethautes Manna lesen und in des Herren Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermehrung seines Ruhms die Werke deines Priesterthums in tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken Acht; wie kann ich dir gefällig dienen, wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünden Qual? Wie bet ich ,, wenn er meine Schal mit reinem Weihrauch nicht bestreuet? 4. Kann meine Harfe lieblich flingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein süBes Opfer werden, wenn diese Flamm nicht in mich fährt und mich 29 Bahn. 1852. er- he- be dich. da Gott zu rub. und selbst die dem Dienst des in deiner Lieb verzehrt, und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so theuer zu seinem Tempel eingeweiht; hier ist sein Herd, hier ist sein Feuer, die Fülle seiner Herrlichkeit, sein Heiligthum, sein Stuhl der Gnade, sein Licht und Recht; das Himmelbrod, die Geistesfrucht, und sein Gebot erfüllen diese Bundeslade. 6. Herr, höre, was ich innig bitte, vergönne meiner frommen Seel, die Thür zu hüten deiner Hütte, die ich vor großen Schlössern wähl. O Paradies, o liebste Kirche, o Außenwerk, o feste Pfort der Gottesstadt, o stiller Port, o Zions schönstes Vorgebirge. 7. Hier such ich mir ein Nest zu bauen; hier find ich meinem Grab ein Mal. Indessen geb sich mir zu schauen, o Lebenslicht, dein Gnadenstrahl, so feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Rub 30 in dir; ach, habe du dein Werk in mir, vollführe, was du hast beSonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. gonnen. 8. Wann sich des Lebens Werktag enden, so ruh von allem Frohndienst los mein Geist in 35. fe Mel. Unser Herrscher, unser 2c. Hier ist Got tes Ange sicht; 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel seyn. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß meinSingen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. deinen Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Christ. Wegleiter, geb. 1659, 1706. in Gottes Haus mich ein; 1. Chut mir auf die schöne Pfor- te, führt ach, wie wird an die sem Dr- te meine See le fröh- lich seyn! $ 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn in mich fällt; gib mir Licht in dem 36. Neander? 1680. hier ist lauter Trost und Licht. Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zurFrucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laßbeintheuresKleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zumLeitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrod, tröste mich in aller Noth. Benj. Schmolch, geb. 1672, † 1737. Eigne Melodie. 1651. 1. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend, dein heil- gen Geist du zu uns send, mit Lieb und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der 37. 1. Herr, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe seyn. Im vorigen Ton. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund; dein Wort macht Leib 31 Herr, und schauen dich von Angesicht im ewgen Heil und selgem Licht. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von SachsenWeimar, geb. 1598, † 1662. 2. Der einig Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo 39. und Seel gesund; dein Wort ist, das mein Herz erfreut; dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Chr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1684. 38. Im vorigen Ton. 1. O Gott, du höchster Gna- haft; die Werk der Lieb find diedenhort, verleih, daß uns dein gött- ser Schein, dadurch wir Christi lich Wort von Ohren so zu Herzen Jünger seyn. dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, daß wir durch deinen Geist je mehr in deim Erkenntniß nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Konrad Hubert, † 1668. Ahle. 1661. Eigne Melodie. 1. Lieb- ster Jesu, wir sind hier, len- fe Sin nen und Be gier " # daß die Herzen von der Er. den 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, dich und dein Wort an- zu- bö- ren; auf die süßen Himmels- lehren, ganz zu dir gezogen werden. thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren 32 Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. mach uns allesammt bereit, öffne Bitten, Flehn und Singen laß, Here Herzen, Mund und Ohren; unser Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausnizer, geb. 1619,+1684. 40. Ahle. 1664. BE 1. Hun Gott Lob! es ist voll.bracht Sin- gen, Be ten, Leh- ren, Hören; Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob ver- mehren; a Mel. Liebster Jesu, wir 2c. # un- ser Gott sey hoch- ge- prei set, 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen; so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite und uns alle wohl bereite. 41. 1. Herr, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sich gnädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in 42. daß er uns so wohl ge. spei. fet. 3. Unsern Ausgang fegne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schent, geb. 1634, † 1681. Im obigen Ton. unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Troft erfreuen. 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler, geb. 1741,+ 1771. 1710. Mel. D Gott, du frommer Gott 2c. 1. Bleib ja bei mir, mein Gott, so wird kein Irr- weg mich fomm zu mir durch dein Wort, bring mich zur Frie- dens- stadt, laß mich dein Wort re- gie ren, betrü ben noch verführen; fomm in der lek ten Noth, 1 ins Le ben durch den Tod. B 2. Komm mir zu Trost und Freud, wenn diese Welt vergchet, wenn Himmel, Erde, Gut und Ehr nicht mehr bestehet, und führ mich 43. 44. Adventlieder. in dein Reich zu deiner Herrlichkeit, mein König, daß ich dich dort lob in Ewigkeit. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. Gott ver.fieg le nun das Wort daß die Herzen fort und fort der uns durch das Wort er baue, daß man dessen Früchte schaue. in uns, das wir an- ge. hd- ret, blei- ben von dem Geist ge- leh- ret, Bweite Abtheilung. Fest: und Feiertagslieder. I. Die hohen Feste und Festzeiten. Adventlieder. Eigne Melodie. Pet. m. Not. 33 Able. 1661. 1. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König al. Ier Königreich, ein Heiland mein Schöpfer reich von Rath. 1701. af Ter Welt z gleich, der Heil und Le ben mit sich bringt; der hal ben jauchzt, mit Freu- den singt: Ge. Io. bet sey mein Gott, 3 Adventlieder. 34 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königstron ist Heilig feit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unsre Noth zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden fingt: Gelobet sey mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. D wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit fich lauter Freud und Wonn. Gelobet sey mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die 45. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Thür dir of fen ist; ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein; dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sey ewig Preis und Ehr! Georg Weissel, geb. 1590,+1635. Mel. Nun komm, der heiden zc.( Altkirchlich.) 1524. Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottfeligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sey mein Gott voll Nath, voll That, voll Gnad. 1. Gott sey Dank durch al le Welt, 3.3ions Hüif und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohlzweigestammte Held, hat sich treulich eingestellt. 4. Sey willkommen, o mein Heil! dir Hosanna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Beuch, du Ghrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thuft, rein von allem Sündenwust. und der Sün- der Trost und Rath 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnung war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. der sein Wort be ständig hält, zu uns her ge wen det hat. 6. Und gleichwie dein Zukunft war voller Sanftmuth, ohn Gefahr, also sey auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Aengsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, du Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held, um 1643 46. Adventlieder. Mel. Herr Gott, dich loben alle ze. her ab bist kommen in die Welt 1 1. Herr Je su Chri- ste, Got tes Sohn, der du vom hoh- en Himmelsthron 2. Wir danken dir mit Herz und Mund demüthiglich zu aller Stund, daß du uns schenfest zum Erbtheil durch dein Zukunft daß ewge Heil. 3. Wir bitten dich, o treuer Herr, weil nun das End nicht mehr ist 47. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. 35 1555. und uns zu Gut dich ein- ge stellt: fern, du wolleft uns zu Gnaden dein dir lassen stets befohlen seyn. 4. Hilf, daß wir leben würdiglich und in dir sterben seliglich, daß wir lieben und loben dich hier zeitlich und dort ewiglich. David Böhme, geb. 1605,+ 1657. 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraun- Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 1. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, 3. Able mich durch deine Liebe, Sesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüthe. 1657. weil du weißt, was uns ge, bricht. O du star- fer Trost im Lei. den, Je su, meines Her- zens Thür steht dir of sen, komm zu mir. 3 3 Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelen- Gast, lebenslang erwiesen haft. 5. Laß durch deines Geistes Gaben: Liebe, Glauben und Geduld und Bereuung meiner Schuld mich zu dir seyn hoch erhaben; dann ſo will ich für und für Hofianna fins gen dir. Ernst Christoph Homburg, geb. 1605, +1681. 3* 36 48. $ U Adventlieder. Mel. Valet will ich dir 2c. DJe su, Se su, se ze . 1. Wie soll ich dich em- pfan- gen, und wie be- gegn' ich dir? Dal ler Welt Ver- lan- gen, o meiner See- len Bier! da mit, was dich er. S . gö ße, 1 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in fretem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlasser zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen tn ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und haft mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. Teschner. 1615. 5. Nichts, nichts hat dich getries ben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlaft, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen haft. mir selbst die Fa. del bet, mir fund und wissend sey. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Seyd unverzagt! ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will fie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu we nig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Adventlieder. zum Fluch dem, der ihn flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach in deinen Freudensaal. 49. zwar oh ne stol $ 37 komm, o Sonne! und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne Mel. Aus meines Herzens zc. 1. Mun jauchzet all, ihr From men, zu dieser Gna- den- zeit, weil un ser heil ist kommen, der Herr derHerr- lich- keit; B 50. fc• ze Pracht, und gänzlich zu zerstö 1 ren 2. Kein Seepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr berathen werden und gehn die rechte Bahn, die nach dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten der Bahn. Born euch rührt. den Gott aus Gnad allein 1598. doch mäch- tig, zu ver bee. ren des Teu- fels Reich und macht. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seyd dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem König singen; der ist cur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandelen in Freud. Er ists, der helfen kann; halt't eure Lampen fertig und seyd stets sein gewärtig, er ist schon auf Mel. Von Gott will ich zc. versprochen hat zu geben, Mich. Schirmer, geb. 1606, † 1673, 1. Mit Ernst, o Menschen- tin- der, das Herz in euch be- stellt; bald wird das Heil der Sün- der, der wun- der- star- te Held, 1571. der Welt zum Licht und Leben bei al len feb. ren ein. S 38 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Thal laßt seyn erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was frumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demuth licbet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, daß Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das rich51. 5. 芋香 Adventlieder. P tig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst. bereit! Beuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar seyn. Balentin Thilo, geb. 1607,+ 1662. 1. Ho fi an na Davids Sohne! der jetzt bei uns keh- ret cin, der soll hoch.ge. To bet seyn, 3. Friede muß vom Himmel thauen; denn erschienen ist die Zeit, daß der Herr der Herrlichkeit sich im Fleische lässet schauen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! Durch die Welt er schall und geh: 2. Den die Alten mit Verlangen oft gewünscht, gerufen oft, seinen Eintritt stets gehofft, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 4. Kommt, dem Könige zu hulden treu nach Unterthanenpflicht; denn ihr sollet ferner nicht fremde Dienstbarkeit erdulden. Durch die Welt erschall und geh: Heftanna in der Höh! 1657. der da kömmt vom Himmelsthro- ne. Ho si anna in der Söb! $ 5. Kommet her, ihr blöden Herzen, scht des Herren Sanftmuth an; seine Gütigkeit die kann heilen alle Sündenschmerzen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 6. Seht, ihr Sünder, den Gerechten, der euch seine Heiligkeit anlegt als ein Ehrenkleid und will euer Recht verfechten. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 7. Seht den Helfer willig kommen, euch zu rathen in der Noth, in dem Leben, in dem Tod, den er hat auf sich genommen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! Adventlieder. 39 8. Seht, ihr Armen, seht den Armen, der von seiner Armuth euch hier und ewig machet reich; er will euer sich erbarmen. Durch die Welt erschall und geh: Hostanna in der Höh! drum wir alle billig fingen: durch die Welt erschall und geh: Hostanna in der Höh! 10. Hosianna Davids Sohne! der jetzt bei uns kehret ein, der soll hochgelobet seyn, der da kömmt 9. Herr, o Herr, laß wohl gelin- vom Himmelsthrone. Durch die gen! Diesen Tag hast du gemacht, Welt erschall und geh: Hosianna dieser Tag hat Freuden bracht; in der Höh! Christian Keymann, geb. 1607,+1662. 52. Mel. Aus meines Herzens zc. 1 1. Auf, auf ihr Reichs. ge. nos sen! Eur König kommt her an. em pfah et un ver dros sen den großen Wun- der- mann! . Ihr Chri ften, geht her für, " 1 ihm Ho si an na sin 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Zauf und Wort. 1598. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seyd fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder in vollem Lasterlauf auf Arges seyd bedacht, ja thut es ohne Sorgen; laßt uns vor allen Din gen 8 gen mit heiliger Ve gier. gar nichts ist ihm verborgen, er gibt auf alles Acht. 5. Seyd fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht; laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlecht. Fürwahr er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, welcher uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 7.Frisch auf, ihrHochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon 40 längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Born hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder seyn. Adventlieder. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu beschn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen 53. he 1. Ho fi- an- na! Davids Sohn Nuf, be rei- tet ihm den Thron, Mel. Meinen Jesum 2c. 2. Hosianna, sey gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Beuch in deinen Thoren ein; du sollst uns willkommen seyn. Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort; ja König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 3. Hofianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du bringen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 10. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach: drum wollen wir all ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hofianna fingen und ewig dankbar seyn. Joh. Rist, geb. 1607, 1667. 4. Hofianna! lieber Gast, wir find deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast: ach, so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar seyn, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die streu et Pal- men, ma chet Bahn, daß er Ein- zug hal- ten kann. " Nach Hammerschmidt. 1658. fommt in 31- on ein ge jo gen. setzt ihm tausend Eh- ren bogen, Verheißung zu erfüllen. Sollte gleich die Knechtsgestalt deine Masestät verhüllen, o so kennet Sion schon seinen Herrn und Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hoflanna, bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmold, geb. 1672,+ 173Z 54. Anfang des Kirchenjahres. 41 Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Grüger.( 1653) 1658. 1. Sieh, dein König kommt zu dir! sprich: mein König, komm zu mir, zeuch mit deiner Sanftmuth ein; was du fin- dest, das ist dein. 4. Komm in deinem Abendmahl, daß du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sey in dir! 2. Komm, ich bin dein Eigenthum schon seit deinem Wasserbade; fomm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König fommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 55. See le, das find frohe Worte; sieh, ich öff.ne dir die Pforte, 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ic) bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jeſu! rufen mag. Ph. Fr. Filler, geb. 1699, † 1769. Anfang des Kirchenjahres. Mer. Gelobet seyst du, Jesu Christ zc. Sal- le- Iu- ja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sey für seine Gnad gepreist, Halleluja! 1. Hun fommt das neue Kir- chenjahr, des freut sich alle Chriftenschaar; dein König kommt, drum freue dich, Altdeutsch. 1524. du wer- thes 3i- on ewig lich, S 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für, Halleluja! Joh. Olearius, geb. 1611, † 1684. 42 56. Weihnachtslieder. Mel. Run freut euch, lieben zc. 1. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewigen Gottes of fen- bar; und nun will er aufs Neu- e E den al ten hoch- be- schwornen Bund, den einzig fe- sten Glaubensgrund, f durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Chr und Ruhm dem höchsten Herrn zu fingen! Dein königliches Priesterthum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sen Gott, der durch sein Wort die Christenheit und die sen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn fie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden.- 57. 1523. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, dein Wort sammt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort. in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laßKirche, Schul Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Heerde rein zu geben; laß alle Hörer Thäter seyn, damit fein heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft verläugne. 4. Ach, Herr, gib uns den neuen 7. So halten und vollenden wir Geist und mach) uns durch die Güte, das Kirchenjahr auf Erden; dabet die sich an uns aufs Neu erweist, befehlen wir es dir, wie wir es enerneuert im Gemüthe. Den neuen den werden. Hier bleibt die Kirche Menschen zieh uns an, der dir al- noch im Streit; kommt aber einst lein gefallen kann in seinem ganzen die Ewigkeit, dann wird sie triumLeben. Heinr. Cornel. Hecker, geb. 1699, † 1714. phiren. Weihnachtslieder. Eigne Melodie. Altdeutsch. 1524. 1. de To. bet seyft du, Jesu Christ, daß du Mensch ge- bo- ren bist Weihnachtslieder. von einer Jungfrau, das ist wahr, Kyrie leis. 2. Des ewgen Baters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 43 des freu- et sich der En- gel Schaar. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seim Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben ngeln gleich. Kyrieleis. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bercit, daß 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. Dr. Martin Luther, geb. 1483, † 1516. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kindlein Jesu. 58. Eigne Melodie. der guten Mähr bring ich so viel, 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserforn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne seyn. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will cuch führn aus aller Noth. Er will eur Heiland selber seyn, von allen Sünden machen rein. 1. Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gu- te neu- e Mähr. 1540. da- von ich singn und sa- gen wi!!. ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Seichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich seyn und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem liebenSohn verehrt. 44 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin; was liegt doch in dem Krippelein? was ist das schöne Kindelein? es ist das liebe Jesulein. 8. Bis willefomm, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? Weihnachtslieder. 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und war die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so war sie doch dir viel zu klein, zu seyn ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, drauf du König so groß und reich herprangst, als wärs dein Himmelreich. 59. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: wie 1 aller Welt Macht, Ehr und Gut für dir nichts gilt, nichts hilft, noch: thut. 13. Ach, mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bette Schrein, daß ich nimmer vergeſſe lein, zu ruhen in meins Herzens dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sey, zu springen, fingen immer frei das rechte Susannine schon, mit Hers zenslust den süßen Lon. 15. Lob, Ehr sey Gott im höch sten Chron, der uns schenkt feinen eingen Sohn; des freuen sich der Engel Schaar und fingen und solch neues Jahr. Mel. Vom Himmel hoch 2c. Dr. M. Luther, geb. 1483, 1546. 1540. 1. Dom Himmel kam der En- gel Schaar, er- schien den Hir- ten of fen- bar; sie sag, ten thn: ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krip- pen hart, 2. Su Bethlehem, in Davids und die Höll: Gotts Sohn ist wors Stadt, wie Micha das verkündet den eur Gesell. hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich seyn, daß Gott mit euch ist worden ein; er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewig Gut. 5. Er will und kann euch lassen nicht, seßt ihr auf ihn eur Bubersicht. Ge mögen euch Biel fechten an: dem sey Troß, ders nicht lassen kann. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel 6. Sulegt müßt ihr doch haben Recht; ihr seyd nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich alle Zeit. Dr. M. Luther, geb. 1483, 1546. 60. Weihnachtslieder. hie auf die fe Eigne Melodie. 1. Gottes Sohn ist kom men . den daß er uns von Sün. de 2. Die sich sein nicht schämen, und sein Dienst annehmen durch ein rechten Glauben, mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 3. Die also bekleiben, und beständig bleiben, dem Herren in allem 61. fe uns allen zu From und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er tömmt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß 1: in einem Krippelein.:] Eigne Melodie. " 1. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich 4. Er liegt an seiner Mutter Brust; ihr Milch die ist sein Speiß, an dem die Engel sehn ihr Luft, 1: denn er ist Davids Reis,:| Altkirchlich. 1531. H in ar men Ge. ber. den, 45 S men bün• dc. frei et' und ent trachten zu gefallen, die werden mit Freuden auch von hinnen scheiden. 4. Ei nun, Herre Jesu, schicke unser Herzen zu, daß wir alle Stunden rechtgläubig erfunden darinnen verscheiden zur ewigen Freuden. Böhm. Brüder( Joh. Horn), 1544. Hermann. 1560. der heut schleußt auf sein Him- mel. reich und schenkt uns seinen Sohn. in seinem höchsten Thron, 5. Das aus seim Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt 1: sein Reich, die Christenheit.:| 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, 1: der Schöpfer aller Ding.:||: die klare Gottheit dran.:| 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel seyn! Wie könnt er doch seyn freundlicher, 1: der liebe Jesus mein!:] 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und gibt uns in seins Baters Reich 46 Weihnachtslieder. 8. Heut schleußt er wieder auf der Cherub steht nicht mehr dafür; die Thür zum schönen Paradeis:: Gott sey Lob, Ehr und Preis!: Nikol. Hermann, † 1561. 62. Grüger. 1656. Eigne Melodie. 1. Fröhlich soll mein Her- ze springen dieser Zeit, 3 al= le En gel sin' gen. Hört, hört, wie mit vol len Cho, ren da vor Freud al= le Luft Iau te ruft: Christus ist ge boren! 2. Heute geht aus seiner Kam- quält, was euch fehlt; ich bring mer Gottes Held, der die Welt alles wieder. reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu Gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können haffen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns seyn gekeh: ret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jekt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod, Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krip: pen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: laffet fahren, o lieben Brüder, was euch 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, Groß und Klein, kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gernLicht undLabsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großem Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn Ort, da hinfort euch kein Kreuz wohl, er wird euch führen an den wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sey getrost, hier wird gefunden, der in Eil machet heildie vergiften Wunden. 10. Die ihr armseyd und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Bier, unverrückt anhangen. Du bist mei Weihnachtslieder. nes Lebens Leben: nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Sch bin rein um deinetwillen; du gibst gnug Ghr und Schmuck mich drin einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein 63. Mel. Gelobet seyst du, Jesu zc. Halle. fu, ja. 1 1. Wir sin- gen dir, Im- ma- nu- el, du Lebensfürst und Gnadenquell, 47 Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 13. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne. Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. du Himmelsblum und Morgenstern, da Jungfraun- Sohn, Herr aller Herrn! 3. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Vor Andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Heerd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wann er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. Altdeutsch. 1524. 2. Wir singen dir mit deinem Ruh; bist klein und machst doch Heer aus aller Kraft Lob, Preis alles groß, bekleidst die Welt und und Ehr, daß du, o lang gewünsch- kommst doch bloß. Halleluja. ter Gast, dich nunmehr eingestellet haft. Halleluja. 5. Ach, daß der Herr aus Zion kam und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sehn! Halleluja. 6. Nun du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, und find doch alle Himmel dein, trinkft Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Luft. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller leid; bist aller Heiden Trost und Freud und duldest so viel HerzeLicht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 9. Du bist der süßte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 10. Ich aber, ein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so 48 viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. Weihnachtslieder. 11. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider seyn mein armes Herz; und was es tann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 12. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht, warst arm und dürftig, nahmst vorlieb da, wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 13. Darum so hab ich guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. O lieber Herr, dein from= mer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 14. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich gelebt, nicht wie ich soll, ei, kommst du doch deswe64. f gen her, daß sich der Sünder zu dir fehr. Halleluja. 15. Hätt ich nicht auf mir Sündenschuld, hätt ich kein Theil an deiner Huld; vergeblich wärst du mir geborn, wenn ich nicht wär in Gottes Born. Halleluja. Scheu, du machst mich alles Jam16. So faß ich dich nun ohne mers frei; du trägst den Born, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja. 17. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 18. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Chrensaal folls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Teschner. 1615. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 1. Shr Chri- sten aus er to ren, der Heiland ist gebo- ren, Des freuen sich dort D. ben die Gott den Vater To. ben 2. So singen fie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es gegeben, euch ist das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet hört gu- te neu, e Mähr; er kommt auf Er- den her. der heil gen En gel Schaar, " · jeßt und fort immer dac. Fried und Liebe; was wollt ihr traurig seyn? Den Himmel er dem schenket, der an ihn glaubet fest; an diesen Schaß gedenket, er ist der allerbest. 4. Nun seyd ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schaar; denn Christus hat zerbrochen, was euch Weihnachtslieder. zuwider war: Tod, Teufel, Sünd und Hölle jetzt liegen ganz geschwächt; Gott gibt die Ehrenstelle dem menschlichen Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß 65. Eigne Melodie. Dieß ist die Nacht, dar- in es kam 1. Er- mun- tre dich, mein schwacher Geist, und trage groß Ber- lan- gen, ein Kind, das E. wig va ter heißt, mit Freuden zu empfangen. . da durch die Welt mit Treu- en 2. Willkomm, o süßer Bräutigam, du König aller Ehren! Will komm, o Jesu, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 49 du herab von oben bist kommen in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. Georg Werner, geb. 1607,+ 1671. 3. großer Gott, wie fonnt es seyn, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt herein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Himmelspracht, ja selbst dein theures Leben für solche Feinde geben? 4. D großes Werf, o Wundernacht! dergleichen nie gefunden, du haft den Heiland hergebracht, der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Vet. m. Not. Schop. 1641. und menschlich We sen an sich nahm, als sei ne Braut zu fret en. Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. I 5. Sag an, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler 3weig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 6. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sey dir von mir ge fungen, daß du mein Bruder wors den bist und haft die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben! Johann Rift, geb. 1607, † 1667. 4 Weihnachtslieder. 50 66. Eigne Melodie. Hammerschmidt. 1646. ( Das Lied beginnt und schließt mit einem vom Chor gesungenen Halleluja.) test Cher: Hal.leluja, Halleluja, sa le luja, Hal- le luja! " Halleluja, hal le luja, hal. le luja, hal leluja! 1 Hal.. le. lu- ja, Hal. le luja, Hallelu- ja, hal- le- lu- ja! Gem.: 1. Freu- et euch, ihr Chri- sten alle, freu e fich, wer im- mer fann! 9 Gott hat viel an uns ge- than. daß er uns so hoch ge acht, 1 Won- ne, Won- ne über Wonne! 2. Sieh doch, sieh, o meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der dunkeln Höhle hart sich bettet dir zu Gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. Freu et euch mit großem Schal- le, -DeFreu- de, Freu de über Freu- de; Christus weh ret allem Lei- de; $ 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr; so laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz sich mit uns be- freundt ge macht. $ Je- sus ist die Gna- den son ne. und Sinn Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 4. Jesu nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gib der ganzen Christenschaar Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. Christ. Keymann, geb. 1607,+1662. 67. Weihnachtslieder. 51 Mel. Da Christus geboren 2c.( Altkirchlich?) 1544. 1. Wun- der- ba- rer Gna- denthron, Got- tes und Ma ri en Sohn, 8 Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krip- pen findt, großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herr- lich- keit rühmt die ganze Christen- heit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich; du wirst klein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott; als ler Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schaar, daß du Gott bist wunderbar. 68. Mel. D daß ich tausend Bungen 2c. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden wieder neu; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Noth und Tod anficht; laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit. Joh. Olearius, geb. 1611,+1684, 1. Dieß ist die Nacht, da mir er- schie- nen, des gro- ßen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem al le En- gel dienen, bringtLicht in meineDunkelheit; 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleis nen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 1738. und dieses Welt- und Him- mels- Licht weicht hunderttausend Sonnen nicht. zer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles seyn. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wann Sonne, Mond und Stern vergehen vielleicht in noch gar furs 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr duntel seyn. 5. Drum, Jesu, schöne Weih 52 nachtsonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sey meine Weihnachtwonne und lehre mich die Weih, 69. $ Weihnachtslieder. Mel. Lobe den Herren, den 2c. jeh et doch da, > 1. Jauch- zet, ihr Himmel, frob'lo- det, ihr En- gel, in Chören! sin get dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! " 9 for nen fid) feb ren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut. Freuet euch, Hirten und Heerden! 3. Sehet dieß Wunder, wie tief fich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. nachtkunft, wie ich im Lichte wandeln soll und sey des Weihnachtglaubens vell. Casp.Fr.Nachtenhöfer, geb.1624,+ 1685. Gott will so freundlich, so 4. Gott ist im Fleische! wer kann dieß Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu feben; tretet herzu, sucht bei dem Kinde die Nuh, die ihr zum Bater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll von 70. 1668. nab zu den VerLiebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demuth versenk.n? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde, du sollst es seyn, den ich erwähle allein; ewig entfag ich der Sünde. Mel. Lobt Gott, ibr Christen 2c. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erforen. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; Herr, nimm mich hin, hilf mir, in findlichem Einn ewiglich dir nur zu leben. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, † 1769. Hermann. 1560. 1. 9m- ma- nu- el! ter herr ist hier und nimmt mein Fleisch an fich; Weihnachtslieder. Im ma nu el! ist Gott mit mir, wer ist dann wi. der mich? wer ist dann wi- der mich? 2. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den eingebornen Sohn uns gibt, 1: wie hat er uns so lieb!:| 3. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit von Jesu fest beschlossen hat, 1: das thut er in der Zeit.: 4. Er, unser Heil und höchstes Gut, der Alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, 1: doch chne Sünde an.:| 5. Du wunderbarer Gottmensch wirst auch mir Nath, Kraft und 71. 53 Held, mein Retter und mein Friede. fürst, 1: du Heiland aller Welt.:| 6. Was mir zum Seligseyn ges bricht, das, Herr, erwarbst du mir: Versöhnung, Leben, Troft und Licht, 1: das hab ich nun an dir.: 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil, dein Leiden stillt mein Leid; durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, 1: gewinn ich Herrlichkeit.:] Mel. Vom Himmel hoch 2c. 8. Gelebt sey Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! 1: Erheb ihn, Christenheit!:| Heinr. Corn. Hecker, geb. 1699, † 1743. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehre furcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad er hält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer 1540. 1. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt ge- dacht! Ihn prei- se, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. ,, Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern"; gelobt sey, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst auf den die Bäter hoffend sahn, dich Gott Messias, bet ich an 54 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier und Gottes Kinder wer den wir. Neujahrslieder. 72. 藜 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie ers hält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters den ist. Schoße fitt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 10. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf ErNeujahrslieder. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. . Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. 1. Das lie be neue Jahr geht an, das al- te hat ein Ende; drum freu- et sich heut Je- der- mann, er hebt sein Herz undhän- de auch Gott dem heil- gen Gei ste. zu unserm Gott ins Himmels Thron, dankt ihm und seinem lie- ben Sohn, 2. Gott Vater hat den Sohn gefandt, Gotts Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn berloren: im felgen, lieben Gottes Wort geschrieben ists an manchem Ort, und wird uns klar verkündet. 1523. 3. Die reine Lehr und Sacrament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande; Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte; er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und helf uns zu der Engel Schaar, da wolln wir ihn schön preisen. Cyriatus Schneegaß, † 1597. 73. # # Neujahrslieder. Mel. Wenn wir in höchsten zc. 영 1. Das alte Jahr ver gangen ist; wir dan- ken dir, Herr Je- su Chrift, 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner alle Zeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heil sam Wort, welche ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. daß du uns in so gro ßer G'fahr be hü tet hast lang Beit und Jahr. an; kein'r Sünd im alten Jahr gedenk; ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 4. Hilf, daß wir von der Sünd ablan und fromm zu werden fahen 74. 55 Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 1555. 3. Gedenke nicht der Missethat, damit wir, Jesu, früh und spat so oft gehandelt wider dich; vergib und gib uns gnädiglich. 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn; 6. 3u danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Joh. Steuerlein, geb. 1546,+ 1613. 4. Vergib uns alle Sünd und Schuld, gib in der strengen Noth Geduld; dein guter Geist uns wohne 1. Das alte Jahr ist nun dashin; er- neu- re, Jesu, Herz und Sinn, 1630. zu flieh- en aller La- fter Schaar in diesem lie ben neu en Jahr. bei, sein Hülf und Trost stets bei uns sey. 2. Gib neuen Segen, Glück und Heil; hilf, daß wir sämmtlich haben Theil an dem, was uns, du höchstes Gut, erworben hat dein theures Blut. 5. Gleichwie das güldne Sonnenlicht die Strahlen wieder zu uns richt, so laß, Herr, deinen Gnadenschein uns wieder zugewendet seyn. 6. Laß deine Hülfe allezeit, du Menschenfreund, und seyn bereit, bis wir einmal nach dieser Zeit eins gehen in die Ewigkeit. Ernst Christ. Homburg, geb. 1605, † 1681. 56 75. Neujahrslieder. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 26. 1. Kun laßt uns gehn und tre- ten $ ben zum Herrn, der un serm Le. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wann Noth und Trübsal blißen, in seinem Schoße sitzen. 5. Ach Hüter unsers Lebens! fürwahr, es ist vergebens mit unferm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sey deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sey den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Bater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und 76. mit Singen und mit Be. ten Neu- es Glüc und neu- es Leben Selnecker? 1587. bis hie. her Kraft gegeben. deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten auf so viel Noth und Leiden uns sehen beßre Zeiten. Mel. Werde Licht, du Stadt zc. 10. Sprich deinen milden Se gen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 11. Sey der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 12. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 13. Und endlich was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der und hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 14. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. C 1. Hilf, Herr Je- su! lag ge. lin. gen, Laß es neu- e Kräfte brin gen, 1738. hilf, das neue Jahr geht an. daß aufs Neu ich wandeln kann. wol- lest du aus Guaden geben. Neujahrslieder. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müsse mir durch dich gerathen und ganz glücklich gehen sort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wann ich schlafe, wann ich wache, wolleft du, Herr, bei mir seyn; geh ich aus, steh mir zur Seiten, kehr ich heim, wollst du mich leiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Herr, ich weiß, es wird vor allen dieß mein Opfer dir gefallen. 5. Laß dieß seyn ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd; hilf, daß sie mir nicht mög schaden, sondern bald Berzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 77. H 57 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, Gott, mein Flehen hin. Sich, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 7. Herr, du wolleft Gnade geben, daß dieß Sahr mir heilig sey, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Beginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sen nur mein Begier; Jesu, sey mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wann ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, geb. 1607, † 1667. Haßler? 1613. Mel. Herzlich thut mich zc. 1. Durch Trauern und durch Pla- gen, durch Noth, durch Angst und Pein, 1 durch Hoffnung und durch Kla- gen, bin ich, Gott Lob! ge- drungen; dir, Gott, sey Lob ge sun gen! 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein durch man- chen Sorgen- stein dieß Jahr ist hinge legt: " Das Herz ist mir bewegt. Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl Neujahrslieder. 58 erhalten, haft reichlich mich getröst; dich laß ich ferner walten, wenn Unfall mir zustößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich. Gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu seyn. 4. Nach dir soll ich mich schicken und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken? ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen? ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in 78. 1. Je- sus soll die Lo- sung seyn, Je su Name soll al- lein 7. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sey heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer, geb. 1635, † 1699. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Hammerschmidt. 1658. die in sei. nem Bun, de stehn 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in den Gemeinden schallen; und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. Aengsten schweben? mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? ich will gehorsam seyn. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 6. Soll ich zum Himmel dringen? gar gern, o Gott, mein Licht! Soll mich die Höll verschlingen? ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rothe Höllengluth; du aber bist verfühnet durch deines Sohnes Blut. da ein neues Jahr er schie- nen; de nen zum Pa- nie- re dienen, und auf seinem Wege gehn. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen seyn. 5. Alle Sorgen, alles Leid sell sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sey Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 79. Neujahrslieder. Mel. D Gott, du frommer Gott zc. 1. Ein Jahr der Sterb- lich- keit, ist aber mals da hin 80. fre und wie der um ein Theil · nun- mehr zu rück. ge. legt 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs Neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da findet allezeit dein Volk in Nöthen Schuß. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärt im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit Niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht. 59 1710. der kurzen Lebens.ta.ge, mit seiner Lust und Pla- ge, durch Gottes Schutz und Kraft. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen; und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen, so stärke die Geduld, und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten; verleih an Seel und Leib, was Jedem ist vonnöthen, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn; du machst doch alles gut. 1. Ein Jahr geht nach dem an- dern hin Ach, möchte doch der trä- ge Sinn von unserer Pil- ger- schaft Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 7. Wem du das Ziel bestimmt, in diesem Jahr zu scheiden, den wollst du, treuer Gott, in Gnaden vollbereiten! Laß ihn im Glauben hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf! Henr. K. v. Gersdorf, geb. 1648,+1726. Schein. 1628. der Ewig- feit ent- ge.gen. bieß fleißi ger er wä- gen! Ach, brächte doch ein je des Jahr viel neu. e, gute Früchte dar! S 60 2. Allein, allein wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen flagen! Gs that ihm weh, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Früchte träget. Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schläget, fomm, leg die Art der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan. 81. 4x= 1|| Neujahrslieder. - 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn noch dieß Jahr stehen! Trägt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Urtheils Lauf, doch dieß Jahr noch, mein Vater, auf. 5. So gib denn, lieber Heiland, Kraft, dieß Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geis stes Saft in unsre 3weige dringen, und schütte du auf jedes Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693,+1735. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. - 1. Gott ruft der Sonn und schafft den Mond, dieTag undJahr uns geben. Er schü ßet, was auf Erden wohnt, er sichert unser Leben; $ mit Preis und Dank er he ben. 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüllten Zungen sey dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Nuh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn, daß du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir ge1523. er ists, der schafft und sorgt und wacht; auf! laßt uns ihn, den Gott der Macht, fällt, des Lebens Nuh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden; nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürften nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigleit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sey: dieß, lieber Va82. top Neujahrslieder. 1 61 ter, dieß verleih in Chrifto, deinem Sohne! Chr. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Nun lob, mein Seel 2c. 1. Herr, der du dei- nen Na- men durch Wohlthun an uns herrlich machst. und über dei nem Sa- men, den du erwählst, so liebreich wachst. Je ho. va, des sen Treu. e the und stündlich sich aufs Neu. e Ent- flam- me mein Ge- mü. the, 3. Herr, wie muß ich mich schämen, daß ich so schlecht dafür gedankt! Du ließt mich alles nehmen, was ich von deiner Hand verlangt. Doch dir mich ganz zu geben, im Glauben dir allein mit Leib und Geist zu leben, dir redlich treu zu 1540. uns un verändert liebt, uns zu bewun- dern gibt! das dei nen Ruhm be- singt, und für so rei. che Gü. te ein ar mes pfer bringt. 2. Unendlicher Erbarmer! Er- seyn und ganz in dich zu dringen, staunend bet ich vor dir an. Wer fehlt zwar der Wille nicht, wohl bin ich Staub, ich Armer, daß du aber das Vollbringen, zu dem ich so viel an mir gethan? Anstatt im mich verpflicht. Born zu lohnen, wie ich um dich verschuldt, trägst du mich mit Verschonen und zärtlicher Geduld. Dein vielfach milder Segen bekrönte jeden Schritt, und auf gebahnten Wegen ging Gnad und Wahrheit mit. . 4. Wie manche schöne Stunden der schnell entflohnen Gnadenzeit sind ungebraucht verschwunden und im Geräusch der Welt entweiht! Wie viele von den Gaben, die du mir hast gegönnt, sind ungenügt vergraben und freventlich ver schwendt! Wie war ich doch so träge, zu thun, was mir gebührt, wie langsam auf dem Wege, der in den Himmel führt! 5. Laß, Jesu, Gnade finden die Seele, die nicht ruhen kann, als bis die Last der Sünden von dem 62 Epiphaniaslieder. Gewissen abgethan. Ach, sprich ein Wort und blicke auf dein gebeugtes Kind, wirf hinter dich zurücke, was sich von Schulden findt; laß keine mich beschämen und in das neue Jahr nichts von dem alten nehmen, was dir mißfällig war. 6. Laß deinen Geist mich stärfen, zeuch intmer näher mich zu dir, und laß mich stündlich merken, wie mächtig deine Kraft in mir. Hilf, Herr, laß wohl gelingen, gib Glauben, Muth und Fleiß, dir viele Frucht zu bringen zu dei nes Namens Preis. Laß mich stets brünstig flehen und auf die Ewigkeit den guten Samen säen, der sich der Ernte freut. 7. Soll mir ein Jahr der Leiden und Prüfungen bestimmet seyn, 83. $ 6 stellt sich auf allen Seiten bei mir des Kreuzes Trübsal ein: nun so gescheh dein Wille; nur schenke mir in dir Gelassenheit und Stille und halte fest bei mir. Ich weiß, von guten Händen kommt doch nichts Böses her; das Kreuz das sie mir senden, drückt doch niemals zu schwer. 8. Hast du, Herr meiner Tage, in diesem Jahr mein Ziel bestimmt, in dem der Wallfahrt Plage und Schmerz und Leid ein Ende nimmt: omit welch großen Freuden, wenndeineGottesmacht ihr gnädig Vollbereiten an mir zu Stand gebracht, sink ich dir in die Hände und feire mit der Schaar, die triumphirt ohn Ende, mein Hall- und Jubel- Jahr! Andreas Rehberger, geb. 1716, † 1769 Epiphaniaslieder. Mel. Valet will ich dir zc. # 1. OKönig al ler Ehren, Herr Je su, Da- vids Sohn, dein Reich soll e wig wäh ren, 1 im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß all. hier auf Er. den Teschner. 1615. dein Reich) be fannt mög wer den 2. Von deinem Reich auch zeugen die Drei aus Morgenland; die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt. Der neuStern auf dich weiset, dazu das göttlich den Menschen weit und breit s feit. zur ew gen Selig Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schriftvermeldt; doch achtest du gar wenig vergänglich Epiphaniaslieder. Gut und Geld; prangst nicht auf einem Rosse, trägst keine güldne Kron, figst nicht in festem Schloffe, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret; dein Glanz erstreckt sich weit; dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sißen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf! 84. ofbe Eigne Melodie. 63 Dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf; mein Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Noth. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönsten Stern; laß falsche Lehr und Sünden seyn von meim Herzen fern; hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behemb, geb. 1557,+ 1622. 1. Wer- de Licht, du Stadt der Hei- den, schaue, welch ein Glanz mit Freuden Gott hat de rer nicht vergessen, 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dieß Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält: die nach die sem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dieß Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel Jedermann; unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden. 4. Gottes Rath war uns verborgen; seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen ist 1738. und du Sa- lem, werde Licht; über deinem Hauptanbricht: die im Finstern sind ge- ses sen. der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schaß geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit, und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfül len mein Gemüth in aller Noth 64 dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen 85. fap Epiphaniaslieder. 86. fe freudig aus der bösen Welt, dein so belles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist, geb. 1607,+1667. Schop. 1612. Mel. Werde munter 2. 1. Freu- et euch, ihr Gottes Kinder! prei- set mit mir Gottes Macht; freu- et euch), ihr ar- men Sün- der! laßt der Welt den Stolz und Pracht; freut euch, daß euch Gott re. giert daß wir ar men Hei- den kön- nenuns nun Gottes Kinder nen- nen. Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist kommen, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schuß und Zuversicht. Preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu Johann Olearius, geb. 1611, † 1684. Grüger.( 1653) 1658. 2. Seine Herrschaft fich erstrecket über alles, was da lebt; seine Hand schützt und bedecket, was sich reget, webt und schwebt. Wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blitz und Donner fort; es durchdringet Geist und Leben und kann Trost und Hoffnung geben. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs haben endlich gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei, so ändert euern Muth! Preiset leben. I 1. Je su, gro- ßer Wun- der- ftern, meine See le will fo gern und zu seiner Kirche führt, Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. nimm, ach nimm doch gnädig an, 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber der aus Ja- kob ist er- schie- nen, dir an dei- nem Fe ste dienen; was ich Ar- mer schen- ken kann. habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen seyn. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 87. Epiphaniaslieder. S Mel. Wie schön leuchtet zc. 1. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! Glanz Got- tes, der die Nacht durchbricht, Glanz geht auf vom Herrn! fin stre See len Licht, $ Dein Wort, Je su, $ 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde. Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesu, nimm meinOpfer an! 2. Du hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des MenschenSohn, desHimmelsgroBer König! von ganzem Herzen preis ich dich; hab ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zudirkomm ich; wahrlich Reinertröstetdeinersichvergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kann ich selig seyn; o drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu, gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht laffe, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. Pet. m. Not. 65 Erdm. Neumeiſter, geb. 1671,+ 1756. und zum Leben; wer kann dich ge nug er he- ben? 1599. Dwelch ein du bringst in Wer sollte sein nicht achten? die nach der Wahrheit schmach ten. ist voll Klar- heit, führt zur Wahrheit 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstenswerd erblicken. Du wirst indeß durchdeine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken und erquicken. Tröste du mich Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich! Bon Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint; er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zumFreunde, und dann fürchte keine Feinde. 5 66 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgefang mit jedem Tag erschallen! Dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu ich mich, o Jesu 88. Darstellung Christi. Christ, daß du der Erst und Lette bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, meinen Geift, wenn er sich einst dem Staub entreißt, in deine treuen Hände. Ewig werd ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlik schaue. 1. Mit Fried und Freud ich fahr da. hin 2. Das macht Christus, wahr Got- tes Sohn, 3. Den hast du AI len für ge stellt 4. Er ist das Heil und se lig Licht 89. Darstellung Christi. Eigne Melodie. 1. Wie Gott mir 2. daß 3. durch dein theu 4. Er er sey 1 1. Ge trost ist mir mein 2. den du mich, Herr, haft Herz und Sinn, seb en lan, ganze Welt " 3. zu seinem Reich die 4. zur leuchten, die dich ken, nen nicht, ver bei Ben hat, das Leben mein er heil sam Wort, ist deins Polks If ra el I 1. Herr Je su, Licht der Hei- den, I Joh. Adolph Schlegel, geb. 1721, 1793. wir tom men jeßt mit Freuden in die sen deinen Tempel 1 Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. Hei in Gottes Wil der treu e mit großen Gna für die Hei Luther? 1524. 1 fanft und stil und macht be heißen la wei und zu . le. 1 9 der Tod ist mein Schlaf worden. und Heil in Noth und Ster- ben. an allem Drt er schollen. der Preis, Ehr, Freud und Won ne. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Haßler? 1613. land, 1 den, . den, 1 . fannt, . den . den. der Frommen Schaß und Lieb, durch dei'. nes Gei- stes Trieb und suchen mit Begier Passionslieder. nach Si me ons Ex em pel . 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sey unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Bagheit Gluth und Flamme, in Noth ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual. 90. 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun Passionslieder. Eigne Melodie. ( Christus, der uns selig macht.) dich, gro ßer Gott, all- hier. mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind fann dich mir rauben, wie heftig er auch draut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen mich hart und ängstlich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Joh. Frand, geb. 1618, † 1677. hilf, Chri- ste, Got- tes Sohn, durch dein bitter Let daß wir stets dir un ter than dei nen Tod und sein Ur. sach 67 Altkirchlich? 1531. S Den, # all Un tu gend mei. den, · I frucht bar. lich be den. fen, dafür, wie wohl arm und schwach, dir Dank: opfer schenken. Mich. Weiß( 1531). 5* 68 91. COND Passionslieder. Eigne Melodie. 1. Ach, wir armen Sün- der! unsre Mis- se- that, da rin wir empfangen und ge bo- ren sind, bat gebracht uns al le in solch große Roth, daß wir un ter- wor fen sind dem ew- gen Tod. Ky.ri. e Chri fte 1 e. Te. i. son! 2. So nicht wäre kommen Christus in die Welt und an sich genommen unser arm Gestalt, hätten wir seyn müssen ewiglich in Noth; Christ hat sich gegeben für uns in den Tod. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 3. Solche große Gnad und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und 92. Altdeutsch. 1534. Ky rie nimm unser G'bet mit Gna- den an, 2. Dein Güt so groß ans Kreuz dich bracht, dadurch wir ledig sind gemacht; denn Adams Sünd und Bande schwer trägst du und lösest fie, o Herr! 3. Dein ist der hohe Himmels1 e. le i son! Tod und nicht gar verzagen vor der Höllen Gluth. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 4. Darum wolln wir loben, danken allezeit dem Vater und Sohne und dem heilgen Geist; bitten, daß fie treiben all Noth von uns fort, und daß wir stets bleiben an Gotts heilgem Wort. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Nach laus tibi Christe um 1559. Mel. D Jefu Chrift, meins ze. e. le. i. fon!; 1630. 1. Herr Christe, treu- er Heiland werth, einSchöpferhimmels und der Erd, zu deinem Lob und Preis ge- than. thron, noch wirst du eines Menschen Sohn, und weigerst dich des Sterbens nicht, eins schmählichen Tods wirst hingericht. 4. Du läßt dir Bande legen an, auf daß wir Freiheit mögen han; Paffioneltecer. die Schuld du trägst, die ewig Schmach zu wenden und all Ungemach. 5. Am Kreuz du hängest angehaft't, die Erd bewegest du mit Kraft, befichlst den Geist ins Baters Hand, und Finsterniß bedeckt das Land. 93. 69 6. Bald stehst du auf, ein Siegesherr, und leuchtest in des Vaters Ehr; deins Geistes Kraft, du König fromm, uns allezeit zu Hülfe komm! Vincentius Schmuck, geb. 1565, 1628. ( Nach Rex Christe factor omnium.) Eigne Melodie. Crüger. 1640. 1. Herz- liebster Je- su, was hast du ver- bro- chen, daß man ein solch scharf 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für feine Knechte. Ur- theil hat ge- spro- chen? Was ist die Schuld, in was für mif se tha. ten bift du gera. then? 2. Du wirst gegeißelt und mit Scheitel war nichts Guts zu finDorn gekrönet, ins Angesicht ge- den. Dafür hätt ich dort in der schlagen und verhöhnet, du wirst Hölle müssen ewiglich büßen. mit Essig und mit Gall getränket ans Kreuz gehenfet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, mein Herr Jesu! habe dieß verschuldet, was du erduldet. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße. Ich lebte mit der Welt in Luft und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten! Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten! Kein menschlich Herz vermag es auszusdenken, was dir zu schenken. zu 9. Ich fanns mit meinen Sin nen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen; Gott liegt gefangen. 10. Doch ist noch etwas, das dir 6. Ich war von Fuß auf voller angenehme, wenn ich des Fleisches Schand und Sünden, bis zu der. Lüste dämpf und zähme, daß fie Passionslieder. 70 aufs Neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 11. Weil aber dieß nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften: so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren als les wagen, kein Kreuz nicht achten, 94. keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todess schmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dieß alles, obs für schlecht zwar ist zu schäßen, wirst du, o Herr, nicht gar bei Seite sehen. In Gnaden wirst du dieß von mir ans nehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone: so will ich dir, wenn alles wird wohlklingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Mel. Zion tlagt mit 2c. 1. Se fu, dei ne tie- fen Wun- ben, ge ben mir zu allen Stun- den Fällt mir etwas Ar- ges ein, die er lau bet mei- nem Her- jen 2. Will sich dann in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut: so gedent ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und seht mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubiliren, alsdann schau ich emfig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden haft: so fann ich in Andacht blei ben, alle böse Luft vertreiben. Krüger. 1640. dei ne Qual und bitt- rer Tod Trost in Leibs- und See- len- noth. denk ich bald an dei- ne Pein, mit der Sün- de nicht zu scher- zen. 4. Ja für alles, was mich fränket, mir dein Leiden Hülfe schafft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpft es neue Lebenskraft; deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seß ich mein Vers trauen; du bist meine Zuversicht. Dein Lod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. Passionslieder. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind. ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit; ich 95. Eigne Melodie. 1. Du gro ßer Schmerzenmann, Herr Jesu, dir sey Dant für deine See len- angst, 71 verberge mich in dich, welch Feind will verlegen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, geb. 1585, 1647. Vopelius? 1682. für deine Gei. ße lung, 2. Ach, das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns érduldet. Ach, unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst gethan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Theil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornenkron, wenns 9.6. vom Va- ter ju ge schlagen, für alle deine Pla gen, für deine Band und Noth, E für dei nen bit. tern Tod. kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu Gut, wenn wir in Aengsten liegen; durch deinen Todeskampf laß uns im Lode siegen; durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wir freuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden seyn die Heilung unsrer Sünden; laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen; o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Angst und Noth ja nicht verloren seyn. Adam Thebesius, geb. 1596, † 1652. Mel. Herr Christ, der einig 2c. F 1524. 1. Wenn meine Sünd mich fränken, o mein Herr Je- fu Chrift, so laß mich wohl be- den- ten, wie du ge- stor- ben bist, 72 foE Passionslieder. und al- le meine Schulden last am Stamm des heil gen Kreuzes auf dich genommen hat. 2. Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! Es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Gluth. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für solche Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Be97. gier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollte auch seyn Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gib, o mein Herr und Gott, daß ich verläugne diese Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, ohn Eigennuß und Heuchelschein, und wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen legten Stunden und des versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, geb. 1601,+ 1671. Eigne Melodie. Tau send, tau- send- mal sey dir, 1. Je- su, meines Lebens Leben, der du dich für mich gege ben 1687. Je- su, mei- nes To des Tod, in die tief ste See len- noth. in das äußer ste Ver der ben, nur daß ich nicht möchte ster- ben. lieb- fter Je su, Dank dafür. 1 Passionslieder. 2. Du, ach 1 haft ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottes- Sohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sey dir, liebsterJesu, Dank dafür. 3. Wunden läsfest du dir schlagen; alle Marter trägest du, um zu heilen meine Plagen und zu sehen mich in Ruh; ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergößen, mir die Ehrenkron aufseßen. Lausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen seyn geschlagen, mich zu lösen von der Pein; fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher seyn; daß ich möchte 98. 73 trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Du hast dich mit Schmach bedecket, haft gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen seyn gequälet. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth; dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu Gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun ich danke dir von Herzen, Herr, für die gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Lod. Für dein Bittern, für dein 3agen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar seyn. Ernst Chr. Homburg, geb. 1605,+ 1681. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 1525. 1. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und trä get mit Ge- duld die Sün- den af ler Sün- der; es geht da hin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Wür- ge- bank, ver- zeiht sich aller Freu- den; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wun- den, Strie- men, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern 74 Passionslieder. oder: * lei den. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und 3ornes Ruthen; die Straf ist schwer, der Born ist groß; du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. Tei . 3. Ja, Bater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund; mein Wirken ist dein Sagen. Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch ge dacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollt seyn meines Herzens Licht, und wann mein Herz in Stücke bricht, sollt du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichfeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir den. zu Gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzendschrein, du sollt ein Schaphaus werden der Schäße, die viel größer seyn, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schäßen dieser Welt, weg Ehre, Wollust, Pracht und Geld! Ich hab ein Bessers funden: mein großer Schaß, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen; im Streite soll es seyn mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wann mir nichts mehr schmecken will, soll mich dieß Manna speisen; im Durst solls meine Quelle seyn, bin ich verlassen und allein, soll es mein Tröster heißen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wann mich der Sonnen Hiße trifft, so kann mirs Schatten geben. Seßt mir der Wehmuth Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker; und wann des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anfer. 9. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so laß dieß Blut mein Purpur seyn, ich will mich darein kleiden; es foll seyn meines Hauptes Kron, in wel Passionslieder. cher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohl99. Mel. D Welt, ich muß dich zc. 1. Welt, fieh hier dein Leben dein Heil sinkt in den Tod; läßt wil. lig sich be- schweren 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerschöpftem Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3 Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 75 geschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, daß dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch; dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labfal seyn. 1598. am Stamm des Kreuzes schweben: der große Fürst der Ehren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 7. Du sepest dich zum Bürgen, ja läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben will ich thun: es soll dein Tod und in diesem armen Leben; Eins aber Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen seßen, mich stets daran ergößen, ich sey auch, wo ich sey; es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Nach und Eifer gehn, wie schrecklich seine Nuthen, wie zornig seine Flue 76 then, will ich aus deinem Leiden sehn. Paffionêlieder. 12. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Muth; und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenn böse Bungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 100. $ 茶湯 14. Ich will mich mit dir schlagen and Kreuz und dem absagen, was meinem Geist gelüft. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thras nen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Viel. Herzlich thut mich zc. D Haupt, zum Spott ge bun den 1 1. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und vol.ler Hohn! D Haupt, sonst schön gezie. ret Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. mit jetzt a ber höchst schimpft. ret, 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es Haßler? 1613. ei ner Dornen fron! mit höchster Ehr und Zier, gegrü. Bet seyft du mir! selbst verschuldet, was du getragen hast! Schau her, hier steh ich Armer, der Born verdienet hat, gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 4. Erkenne mich, mein Hüter; mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat Passionslieder. mich gelabet mit Milch und süßer Kost; dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 5. Ich will hier bei dir stehen, berachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 6. 8 dient zu meinen Freuden und kömmt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines 101. 77 Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sey. 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken; da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Zion klagt mit Angst zc. 1. Sey mir tausendmal gegrü. Bet, Je su, der du selbst ge- bü. Bet I ach, wie ist mir doch so wohl, an dem Kreuze, da du stir- best 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich qualen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht, und ich selber mir gemacht; wird, o Grüger. 1640. der mich je und je geliebt, das, wo mit ich dich betrübt; wann ich knien und lie- gen foll und um meine See- le wir. best. wird Arzt, dein Blut mich neßen, sich all mein Jammer seßen. 3. Schreibe deine blutgen Wuns den mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen seyn; du bist doch Passionslieder. 78 mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, auf das Best ich immer kann; schaue meiner Hände Falten und 102. mich selber freundlich an von des hohen Kreuzes Baum, und gib meiner Bitte Raum; sprich: Laß all dein Trauren schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. Laß mich an deine große Noth 1. Herr Je fu, deine Angst und Pein laß mir vor Nu- gen all- zeit seyn, Paul Gerhardt( nach Bernhard von Clairvaur), geb. 1606, † 1676. die weil ich le: be, den ken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach, liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen seyn, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest amKreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rath und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 1594. und dein betrübtes Lei den die Sünde zu vermeiden. und dei- nen herben, bittern Zod, 4. Drum will ich jekt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen; und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch vielmehr zusammt dem ganzen Hims melsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht seyn, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod sein sanft beschließe meine Noth und selig sterbe. Amen. 103. Im obigen Ton. 1. 3ch danke dir für deinenTod, die Verdienste solcher Bein ein Herr Jesu, und die Schmerzen, Labsal meiner Seelen seyn, wenn die du in deiner letzten Noth mir die Augen brechen. empfandst in deinem Herzen. Laß 2. Jch danke dir für deine Hulb, Passionslieder. die du mir haft erzeiget, da du mit Bahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach, neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerath in Todesnoth, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner 104. Eigne Melodie. dei nes Let- dens, mir zu Gute, I 1. du Liebe meiner Lie- be, du erwünschte Selig feit, die du dich aus höchstem Triebe in das jam- mer. vol. le Leid und bezahlt mit deinem Blu- te 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg fich betrübt; Liebe, die mit Blut und Schnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den, so Niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 79 Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sey umsonst dein theuer werthes Leiden; nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du ihr liebster Jesus bist, und laß mich ewig leben. Johann Scheffler, geb. 1624, † 1677. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da sich Kraft und Athem endt; Liebe, die sich liebend neiget, da sich Leib und Scele trennt. 4. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich, als seine Braut, unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut; Liebe, laß auch 1698. als ein Schlachtschaf ein gestellt, = al le Mis se that der Welt. meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blutverwundten Herzen sanft in dir gestillet seyn. 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft in deiner Seiten rub! 6. Liebe, die sich todt gefränket und für mein erkaltes Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erwerben; nimm mich ewig liebend an! Out Scheffler, geb. 1624, † 1677. 80 105. Pasfionelieder. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 1. Je su, der du wollen bü. ßen für die Sünden aller Welt durch dein theures Blut- ver- gie- ben, der du dich haft dar gestellt als ein D- pfer für die Sün- der, ach, laß dei, ne To des pein 2. Nette mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt; laß, ach laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt: hilf, daß mich dein Angstschweiß fühle, wenn ich Drangsalshiße fühle. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Banden frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre sey. Trost der Seelen, Heil der Erden, laß mich nicht zu Schanden werden! Ach, laß deine Todespein nicht an mir verLoren seyn! 4. Rede durch dein Stilleschweigen, liebster Jesu, mir das Wort. Wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Gewissen schreiet und mir mit Verdammniß drauet: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 1662. 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Bier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mir! Kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sündendorn mir schade. Ach, laß deine die ver- dammten 2. dams- fin- der: nicht an mir ver lo ren seyn! Todespein nicht an mir verloren seyn! 6. Heile des Gewissens Striemen, nimm von mir der Schmerzen Last durch die Geißeln, durch die Riemen, welche du gefühlet hast, daß ich böser Knecht der Sünde Satans Streiche nicht empfinde. Ach, laß deine Lodespein nicht an mir verloren seyn! 7. Ach, laß deine tiefen Wunden frische Lebensbrunnen seyn, wenn mir alle Kraft verschwunden, wenn ich schmacht in Seelenpein. Sent die Schuld, die mich beladen, in den Abgrund deiner Gnaden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 8. Ach, zerbrich des Eifers Nuthe, ach, erzeige Gnad und Huld, tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sündenschuld; laß mich in der Angst von Sünden Nuh in deiner Seite finden. Ach, laß deine Lodespein nicht an mir verloren seyn! 9. Jesu, komm, mich zu befreien durch dein lautes Angstgeschrei: wenn viel tausend Sünden schreien. stehe doch mir Armen bei; wenn Passionslieder. 81 mir Wort und Sprach entfallen, Laß mir deine Todespein Leben, laß mich sanft von hinnen wallen. Heil und Himmel seyn! 106. Eigne Melodie. 1. Als Je- sus an dem Kreuze hing, da hatt er Angst und Schmerzen. das faß, o Mensch, zu Herzen. 2. Die erste Nede, wie er bat, betraf des Vaters Güt und Rath: Vergib dem Volk die Sünden; es kennt nicht seine Missethat; ach, laß es Gnade finden! 3. Das andre Wort, womit er lehrt, ward zu des Schächers Trost gehört: Dein Leid wird in Vertrauen, dein Tod ins Paradies verkehrt, mich heut allda zu schauen. 4. 3um dritten stund die Mutter dar, da sprach er: Weib, das mich gebar, dieß ist dein Sohn geblieben; Johannes, nimm der Mutter wahr, die sollt du findlich lieben. 5. 3um vierten rief er aus: Mich dürft! Wornach, du großer Lebensfürst? den Menschen Heil zu bringen. Wenn du von hinnen scheiden wirst, so wird es dir gelingen. 6. 3um fünften schrie er heftig107. Altdeutsch. 1545. der Tod schier Seel und Leib um- fing, Was da aus seinem Mun- de ging, lich: Mein Gott, mein Gott, entzeuchst du dich? Wie? hast du mich verlassen? Ich leide Noth und ängste mich; doch kannst du mich nicht hassen. 7. 3um sechsten nehmet dieß in Acht: Mein Leiden ist nunmehr vollbracht, so viel die Schrift erweiset. Ein Sünder, der in Buß erwacht, wird hier mit Trost ge speiset. 8. Das siebent ist sein lettes Wort: Herr, zeuch mit meinem Geiste fort; es geht nunmehr zum Ende; den übergeb ich dir, mein Hort, in deine Baterhände. 9. Wer recht hierüber in sich schlägt, wer Christi Pein und Wort erwägt und sich zu Gott erhebet, dem wird die Gnade beigelegt, wodurch er ewig lebet. Ernst Lange, geb. 1650, † 1727. Mel. Wer weiß, wie nahe zc. 1. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, der Frie- de- fürst entschläft im Frieden; Pet. m. Not. 1715. mein Se- fus schließt die Augen zu; die Lebens fon ne geht zur Ruh 6 82 Paffionslieder. und sinkt in stil le To- des- nacht; Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos seyn; das Herz der Treue wird gebrochen; den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht; o wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. Wort: es ist vollbracht! süßes 108. 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhie zugegen; ich schlummre sanft mit Jakob ein: die Himmelspført ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomon Franc, geb. 1659,+ 1725. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Crüger.( 1653) 1658. o großes Wort: es ist voll- bracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Leichnam hin; dich wünschen Engel zu umfangen: ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht; o tröstlich Wort: es ist vollbracht! S 1 1. See le, geb auf Gol ga tha, und be den te, was dich da 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von seg dich unter Je su Kreuze für ein Trieb zur Buße rei. ze; willst du un empfindlich seyn, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild des Kreuzes Stamm, wie ich mich zwischen Erd und Himmel hangen, um dich betrübe. Dein im Blute wie das Blut mit Strömen quillt, wallend Herz setzet mich in tausend daß ihm alle Kraft vergangen. Ach Schmerz. der übergroßen Noth! es ist ja mein Jesus todt. 3. D Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten; du verbindest mich zu sehr; alle Güter, tausend Welten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallentrank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben. Dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du Passionslieder. mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend seyn. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Noth verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürft, bis du mich erquicken wirst. 83 hen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen; führ in allem Kreuze mich wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich meine Noth auch geduldig überwinden; nirgend sonst wird mich der Tod als in deinen Wunden finden. Wer sich hier ein Bette macht, spricht zuleßt: Gs 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmä- ist vollbracht!" 109. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Crüger. 1640. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. 1. Herr, stär- ke mich, dein Leiden zu be den ken, mich in das Meer der Lie be zu ver- sen- fen, die dich be wog, von aller Schuld des Bösen 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. uns zu er lô sen! 2. Du wollteft, Herr, ein Mensch aus Gottes Feinde zu Gottes gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll Hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, fie demuthsvoll zu preifen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich 9. So sey denn evig auch von tief, und es erhebt mich wieder, mir gepriesen für das Erbarmen lehrt mich mein Glück, macht mich das du mir bewiesen. Du hast, 6* 84 mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit 110. Passionslieder. # 2. Gin heilger Schmerz durchbringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Bruft kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du liebtest mich und gabest dich zum Opfer für die Sünden. Wo ist größre Liebe je, größre Huld zu finden? Mel. D Traurigkeit zc. 1. Am Kreuz erblaßt, der Marster Laft, der To- des- qua- len mü- de, 4. Du hasts gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth eh 111. far findet mein Er 10- fer erst in dem Gra- be Frie de. S Freuden deinen Willen üben. D gib zu diesem seligen Geschäfte mir neue Kräfte. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715,+ 1769. n. Haffe? 1641. und hast uns durch dein theures Blut ren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten, sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich den Todesbanden. 1. Wir dan- fen dir, Herr Je- fu Chrift, 8 Das finstre Thal will ich einmal dunkwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ich meine; ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Bergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Christoph Friebr. Neander, geb. 1724, 1802. Mel. Nun laßt uns ten Leib ze. 1544. daß du für uns ge- stor- ben bist, gemacht vor Gott ge- recht und gut. Begräbniß Jesu. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden roth, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, rett uns durch dein allmächtig Hand, daß wir im Kreuz Begräbniß Jesu. Eigne Melodie. Siche Nro. 110. 112. 1. Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott, des Vaters einigs Kind, wird ins Grab getragen. 2. O große Noth, Gott selbst liegt todt; am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 113. Mel. 1. Der du, Herr Jesu, Ruh und Nast in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 85 geduldig seyn, uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen drauß die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Bischer, † 1600. 2. Verleih, o Herr, und Stärt und Muth, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. Olieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerzsohn der Jungfrauen, Niemand kann dein heißes Blut sonder Neu anschauen. 7. D felig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gefenfet. 8. O Jesu, du mein Hülf und Nuh, ich bitte dich mit Thränen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach tir möge sehnen. Johann Rist, geb. 1607,+1667. Nun laßt uns den Leib ze. Siehe Nro. 111. Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, getödtet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben scyn. Georg Werner, geb, 1607,+ 1671 86 114. fef und erweckst durch deinen Tod 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jeßt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 1. So ruh- est du, 115. f $ Dsterlieder. Mel. O Traurigkeit zc. 3. Ach, du bist kalt, mein Aufenthalt! das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. Christ ist 4. D Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? o mei- ne Ruh, er stan " mei ne tod te See le. 5. Sie wird mir seyn ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. in deiner Gra, bes- höh- le, 6. Gar nichts verdirbt; der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. Osterlieder. 7. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten, und an deinen bittern Zod bis in Tod ge= denken. Salomon Franc, geb. 1659, † 1725. Eigne Melodie. R. Haffe? 1541. . den von der Mar- ter al le; Kyrie leis! Wär er nicht er. stan. den, wär ver gangen; seit daß er er- stan- den ist, Herren Je- sum Chrift! Ky ri. e. leis! des solln wir al. Te froh seyn, Chrift soll un ser Trost seyn. I Altdeutsch. 1535. Hal le " W die Welt die so lob'n wir den Iu . Sal le lu. ja, 116. I Osterlieder. Hal le. In ja! al le froh seyn, Christ soll unser Trost seyn; Ky ri. e. leis! Alte Kirche. S 1. Se fus Christus, un ser Heiland, " ist auf. er stan den; · Eigne Melodie. . 2. Der ohn Sünden war geboren, trug für uns Gottes Born, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison! 117. 1 Ky ri. e e le. f. fon! 1. Chrift lag in To des ban 2. Den LodEigne Melodie. · 87 1 Des folln wir 1535. die Sünd hat er ge fan. gen. . der den Tod über wand, den, für un ser Sünd ge ge ben; Niemand zwingen konnt bei allen Menschen- fin- dern; 3. Je fus Christus, Gottes Sohn, an un- frer Statt ist kom men 4.€ 8 war ein wun- der- lich- Krieg, 5. So feiern wir das hob Fest 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 1524. da Tod und Leben run- gen; mit Herzens- frend und Won- ne, . 1. Der ist wie der er stan den und hat uns bracht das Leben. 2. das macht- al les un ser Sund, tein Un- schuld war zu finden; 3. und hat die Sünde ab. ge. than, da mit dem Tod ge nom- men 4. das de. ben be hielt den Sieg, es hat den Tod ver- schlun- gen; 5. das uns der Herr-- scheinen läßt; er ist sel ber die Sonne, . 88 1. Des wir sol.len fröhlich seyn, 2. da von kam der Tod so bald 3. all sein Recht und sein Gewalt; 4. Die Schrift hat ver- tün- det das, 5. der durch seiner Gna- den Glanz 118. sterlieder. 1. und fin- gen: Halle lu.. ja, 2. hielt uns in seim Reich ge fan gen. 3. den Stachel hat er ver lo ren. 4. ein Spott aus dem Tod ist worden. 5. der Sünden Nacht ist ver- gan- gen. fe 1. Christus ist er stan, den 1 O Sal. le. In- ja! . Eigne Melodie. des freu- et sich der En- gel Schaar 2. Der für uns sein Leben in den Tod gegeben, der ist nun unser Osterlamm, daß wir uns freuen allesammt. Halleluja! 1 Gott lo ben und dankbar seyn und nahm über uns Gewalt; da bleibt nichts denn Todsgestalt; wie ein Tod den an- dern fraß; er. leucht un ser Herzen ganz; 3. Der am Kreuz gehangen, kein Trost fonnt erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten ftets bereit. Halleluja! 4. Der so ganz verschwiegen zur Höllen gestiegen, den wohlgerüsten Starken band, der wird nun in der Höh erkannt. Halleluja! 119. 1 1 Sal le lu- ja! Salle Iu- ja! Halle. Iu. ja! Halle. Iu- ja! Halle · Iu. ja! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Altdeutsch. 1531. . von des To. des Ban. den; und singt im Himmel im- mer- dar. 5. Der da lag begraben, der ist nun erhaben, und sein Thun wird kräftig erweist und in der Christenheit gepreist. Halleluja! Eigne Melodie. 6. Er läßt nun verkünden Vergebung der Sünden, und wie man die durch rechte Buß nach seiner Ordnung suchen muß. Halleluja! 7. O Christe, Osterlamm, freis uns heut allesammt, nimm weg all unser Missethat, daß wir dir singen früh und spat. Halleluja! Böhmische Brüder 1531. Bulpius? 1609. 1. Ge- lobt sey Gott im höchsten Thron sammt seinem ein- ge- bor- nen Sohn, der für uns hat ge- nug Ofterlieder. ja, 2. Des Morgens früh am dritten Tag, weil noch der Stein am Grabe lag, erstund er frei ohn alle Klag. Halleluja:,::;: hal le luja! S 120. ge.than. Hal- le. Iu. ja, Hal.le.lu. 3. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Noth, verfühnet Sünd und Missethat. Halleluja:,::;:; 89 Eigne Melodie. 4. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja!:,::,: 5. O mache unser Herz bereit, damit wir, von der Sünd befreit, dir mögen singen allezeit: Halleluja:::: Böhmische Brüder 1531. Hal le lu ja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Noth hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her; das Leben flegt und ward ihm Herr; zerstört ist nun all seine Macht; Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! N. Hermann. 1560. 1. Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich Niemand gnug freu- en mag. Chrift, un- fer Herr, heut trium- phirt; all sein Feind er ge fan- gen führt. 4. Die Sonn, die Erd, all Creatur, und was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich seyn, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Christ, zum Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nikol. Hermann, † 1561 90 121. Osterlieder. Eigne Melodie. # 1. Heut tri- um.phi- ret Got- tes Sohn, der von dem Tod er- stan den schon, Hal- le- lu- ja, hal le luja! mit großer Pracht und Herr- lich- keit, I des dank'n wir ihm in E. wig, teit. Hal le. lu. ja, Sal- le- lu- ja! 2. Dem Teufel hat er sein Gewaltzerstört, verheert in aller G'stalt, Halleluja, Halleluja! wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja! 3. O süßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! führuns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja! 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Noth; wer glaubet und hält dein Gebot, Halleluja, Halleluja! der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Lod. Halleluja, Halleluja! 1601. 122. 1. Früh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Halleluja, Halleluja! Bertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja!:,: 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth verschlossen, gleich als wär ich todt, Halleluja:,: läßt du mir 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr. Halleluja, Halleluja! Er liegt besiegt, der arge Feind, dagegen wir Gotts Kinder seind. Halleluja, Halleluja! 6. Dafür danten wir alle gleich und sehnen uns ins Himmelreich, Halleluja, Halleluja! Gs ist am End; Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! Im obigen Ton. 7. Gott dem Vater im höchsten Thron, sammt Christo, seinem lieben Sohn, Halleluja, Halleluja! dem heilgen Geist zu gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja, Halleluja! Basilius Förtsch, † 1619. früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn, Halles luja!:,: 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Tos deszwang. Halleluja:,: Den dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja!:,: Ofterlieder. 4. Sett ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz ge fangen hält. Halleluja:: Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja!:,: 5. In Kurzem wach ich fröhlich auf; mein Ostertag ist shon im Lauf. Halleluja:,: Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja!:,: 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke tödten sich. Halleluja:,: Da er durchs Todes Kerker bricht, läßt ers die Menschen sehen nicht. Halleluja!:,: 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt; kein groß Gepräng ihm hie gefällt. Halleluja:,: Was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das Allerliebste seyn. Halleluja!:,: 91 sich nicht regt, Halleluja:,: geht aus dem Grab in eigner Kraft; Lod, Teufel, Höll nichts an ihm schafft. Halleluja!:,: 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht, Halleluja:,: der große Schat, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja!:,: 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, was er für Thaten hat gethan, Halleluja:,: wie er der Schlangen Kopf zerknickt, die Höll zerstört, den Tod zerdrückt. Halleluja!:,: 10. Da werd ich Chrifti Herrlichkeit anschauen ewig voller Freud; Halleluja:,: ich werde schn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja!:: 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst tødt und 12. Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Halleluja:,: Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja!:,: 13. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; Halleluja:,: wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja!:,: 14. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja:,: Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja!:,: 15. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. Halleluja:,: Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja!:,: 16. Mein Herz darf nicht entsehen sich; Gott und die Engel lieben mich. Halleluja:,: Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furchy und Traurigkeit. Halleluja!:;: 17. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Halleluja!:,: Dort wollen wir auf beßre Weiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja!:,: Johann Heermann, geb. 1585, † 1617 92 123. f Ofterlieder. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 1. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o höl·le? Was kann uns jetzt derTeufel thun, wie grausam er fich stel.le? Gott sey ge- dankt, der und den Sieg durch Jesum Christ ge ge " ben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang; jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so steget fie doch darum nicht; der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür; den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen; nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der Ueberwinder. 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Nechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind; ihr Zorn ist kraftlos worden. 1523. 5. Es war getödtet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So Jemand so herr- lich hat nach diesem Krieg Chrifti Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Lode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht, und unvergånglich Wesen. 7. Das ist die rechte Osterbeut, der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. D Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jegt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sey gedankt, der und den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Chrift gegeben. Justus Gesenius, geb. 1601,+1671. 124. Im obigen Ton. 1. Der Hölle Pforten sind zer- des Satans Reich ist ganz verheert; stört; der Tod ist nun verschlungen; Lob sey dir, Gott, gesungen! der Ofterlieder. Sünden Macht ist abgethan; durch Chriftum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erforen. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen, und stecket auf das Heilspanier, gleichwie er hat versprochen; er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschäße. 4. Drum lasset uns in Fröhlich keit Herz und Gemüth erheben, weil 125. 93 uns ist diese Gnadenzeit vom Him mel neu gegeben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Noth, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugniß obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit, wie Christus, auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer, geb. 1606, † 1673. N. Hermann. 1560. Mel. Erschienen ist der 2c. 1. Wir danken dir, Herr Je su Christ, daß du vom Tod er- stan- den bist, 1 und hast dem Tod zer- stört sein Macht und uns das Le- ben wiederbracht. Hal le lu ja! · 6 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treue Diener seyn. Halleluja! 126. 3. Gott Bater in dem höchsten Thron sammt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1523. 1. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegan- gen; er mun tre dei- nen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, 94 BIL Ofterlieder. der heu- te durch des To- des Thür der ganzen Welt zur Won- ne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sey erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und siehe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und daß erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen. 127. fre ge- brochen aus dem Grabberfür 6. Drum auf, mein Herz, sang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Scheu weder Teufel, Welt, noch Tod, noch gar der Höllen Nachen; dein Jesus lebt, es hat kein Noth; er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt, als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 8. Ach, mein Herr Jesu, der du bist von Todten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes. Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. 9. Sey hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Laurent. Laurentii, geb. 1660, † 1722. Bulpius? 1609. Mel. Christus der ist mein Leben ze. 1. Will- tom- men, held im Strei. te, Wir trium- phi ren heu te B aus deines Gra- bes Kluft! um dei ne lee re Gruft. Osterlieder. 2. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hütten schallt schen das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret seyn, uns einen Schaß hier finden, der ewig kann erfreun. 128. 95 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. Mel. Werde munter 2c. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. Je sus hat durch seine Macht 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Gefängniß frei; und wie seine Höllenfahrt im Triumph vollzogen 1. Jauchzet Gott in allen Lan- den! Jauchze, du er lö fte Schaar! Denn der Herr ist auf- er- stan- den, der für uns ge- töd- tet war. Schop. 1642. das Er lö sungs- werk vollbracht. . welches er auf sich ge- nom- men, da er in das Fleisch ge- kom- men. 2. Sünde, was fannst du mir ward, so ist seinen Neichsgenossen schaden? Nun erweckst du keine nun der Himmel aufgeschlossen. Noth; alle Schuld, die mich beladen, ist bezahlt durch Christi Tod; das Gesetz hat er erfüllt, also Fluch und Zorn gestillt und mir durch sein Wiederleben die Gerechtigkeit gegeben. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu find begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, dein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen 96 Dank und Preis! Singet, fingt Halleluja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen 129. Ofterlieder. $ Mel. Lasset uns den Herren 2c. Landen: Heut ist Christus aufers standen! Erdm. Neumeister, geb. 1671, † 1756. 1. Ue- ber- win- der, nimm die Palmen, das mit froh- en D ster- psalmen B Wo ist nun der Fein- de Po chen da des To- des Nacht vorbei, Tod und Hölle liegen da: 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sey Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs Liebliche gefallen. Freud und Wonne grünen da: Gott sey Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß fie geistlich auferstehn. Hält der Schop. 1641. die dein Bolt dir beu te bringt, den er- kämpf- ten Sieg be singt. und der Wür- ger Mord- ge- schrei. und sein Sta del ist zer- bro- den? Gott sey Dant, alle. In ja! Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf; denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sey Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, wie du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sey Dank, Halleluja! 6. Beige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das fühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren; un Osterlieder. fer Hirte hütet da: Gott sey Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder, endlich aus der dunklen Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst 130. Mel. Vom Himmel hoch ze. Halt im Gedächt- niß Je- sum Christ, 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint; er ist dein König und dein Freund. 97 du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sey Dank, Halleluja! 1. Er- inn- re dich, mein Geist, er- freut des hoh en Zags der Herrlichkeit. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. D Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig seyn, Herr, diese Herrlichkeit ist mein. Christian Ludw. Taddel, geb. 1706, † 1775. 7. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Pet. m, Not. 1540. der von dem Tod er stan- den ist. Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 8. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 10. 3u welchem Glück, zu wel hem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 11. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir und Treu zu deinem Bilde stets schuldig bin, damit ich mich in Lieb erneu. 12. Er ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Christi. Fürchteg. Gellert. geb. 1715,+ 1769. 7 98 131. Ofterlieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Grüger.( 1653) 1658. $ 1. Jefus lebt, mit ihm auch ich: Er, er lebt und wird auch mich Er ver flärt mich in sein Licht; 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine 3uversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, sündigt wider Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn und den Lüften widerstreben. Er ver132. 1. sal. le luja, jauchzt, ihr Chöre, Er, der Held, jer- riß die Banden Tod, wo sind nun dei- ne Schrecken? von den Tod- ten auf er. we den. er, der die Macht dieß ist meine Zu ver sicht. 1 läßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, feine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Wie groß, wie bei lig ift sein Tag! er, der für uns im Gra- be lag. Mel. Wachet auf, ruft zc. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. fingt Je su Christo Lob und Eh- re! des To- des und ist auf- erstan- den, Preis ibm, er hats vollbracht! Sal- le. Iu- ja! 1599. Sein ist Gewalt und macht, Er hats vollbracht, des Todes und des Grabes hat. Osterlieder. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, sind nun mit ihm versöhnt, find Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist! Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir 133. 1. Lobt den Höchsten, Jesus lebet! Erlöste Menschen, kommt, erhebet des Welterlösers Majestät. Hörts, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. Seele, dein Gesang erschall auch ihm zum Dank, ihm zur Ehre. Dich, großer erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 99 theuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig seyn, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide; lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erstritt. Seyd ihr gleich des Grabes Kinder, er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig seyn? Getroft könnt ihr euch freun. Jesus lebet in Ewigkeit; zu aller Seit ist er zur Hülfe uns bereit. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns seyn, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht. Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk, geb. 1734,+ 1814. Im vorigen Ton. 3. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Finst wird er zum bessern Leben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie erneut zur Frühlingszeit die junge Schöpfung sich erfreut. 4. Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Nie gefühlte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; einst krönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja, der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da. 100 134. f f Oftermontag. Dftermontag. Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 1. Bween der Jünger gehn mit Sehnen ihre Au gen sind voll Thränen, und sie wechseln Kla- ge wor- te; I un fer Je sus gar nicht weit 1 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; fie bejammern voller Schmerzen ihre Noth und lingemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jefuß ist dabei, fragt, was man so traurig sey? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist Christ der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen. Er hat alles im Gesicht; seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die man dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren; Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Noth gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als 1687. über Feld nach Em- ma- us; ihre See le voll Verdruß, doch es ist von ihrem Dr- te und ver freibt die Trau- rig- keit. ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen, Freunden, bleibe ferner noch bei mir. Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sey du auch allhier. Wenn die Teufel auf mich blizen, wollst du trösten und beschüßzen; komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, daß will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gib nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzufinnen. daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach, so nimm mich auch mit Himmelfahrtslieder. 101 dir; laß mich deine Freuden thei- dich deine Kinder bitten. Dank sey len, sey und bleibe stets bei mir. dir, o lieber Gast, daß du mich ge Bleibe doch in unsrer Mitten, wie tröstet hast. Joh. Neunherz, geb. 1653,+ 1737. 135. fe Himmelfahrtslieder. Chrift fuhr gen Himmel, Den Trö- ster, den hei- li- gen Geift, Kyrie leis! Sal le Tu . 136. B Eigne Melodie. 1 Hal- le ja! Christ will un ser Trost seyn. 1 uns ar me Sünder hie auf Erd, ohn ihn kein Hoffnung haben. 2. Drum sey Gott Lob, der Weg ist g'macht, und steht der Himmel offen. Christus schließt auf mit was fandt er uns her nie. der? B Iu zu Trost der ar men Chri- sten-heit. 1 Eigne Melodie. Altdeutsch. 1545. ja, Hal le lu ja, . des solln wir alle froh seyn, # Kyrie leis! Alte Kirche aus dem 15. Jahrhundert. 1. Auf diesen Tag be- den- ten wir, daß Christ gen Himmel g'fahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll be. wah ren Hal. le " " 1 die wir von wegen mancher G'fährd # 1537. lu ja, Hal- le. Iu- ja! großer Pracht; vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll; dabei er sich doch Himmelfahrtslieder. 102 rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ist nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts: oll der seyn recht, wird auch gewiß das Leben schlecht zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, bis wir den Vater finden und fliehen stets die weltlich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern: die schn hinauf, und Gott herab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wann uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir dann jetzt bekennen! Da wird sich finden Freud und Muth zu ewger Zeit beim höchsten Gut; Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Joh. 3wick, † 1542. 137. # 1 1. Nun freut euch, Gottes Kinder all! Der Herr fährt auf mit großem Schall. Mel. Erschienen ist zc. 9. Hermann. 1560. Lob- sin- get ihm, lob. fin. get ihm, ob- sin- get ihm mit lau- ter Stimm. Hal le luja! 2. Die Engel und all Himmels- Noth. Die Sünd, der Satan und heer erzeigen Christo göttlich Ehr der Tod allsammt zu Schanden worund jauchzen ihm mit frohem Schall, den sind durch Gottes und Marien das thun die lieben Engel all. Hal- Kind. Halleluja! leluja! 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, wahr Gottes Sohn, Mensch worden ist, des freuen sich die Engel sehr und gönnen uns gern solche Chr. Halleluja! 6. So dantet nun dem lieben Herrn und lobet ihn von Herzen gern; lobsinget mit der Engel Chor, daß es zum Himmel schall empor. Halleluja! 4. Der Herr hat uns die Stätt bereit, bei ihm zu seyn in Ewigkeit. Wir erben nun das Himmelreich, wir find den lieben Engeln gleich. Halleluja! 5. G3 hat mit uns nun nimmer 7. Gott Vater in der Ewigkeit, es sagt dir deine Christenheit groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. Halleluja! 8. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, gewaltig, herrlich, prächtig, Himmelfahrtslieder. schön, es dankt dir deine Christenheit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! 9. O heilger Geist, du wahrer 138. 1. Es fähret heute Gottes Sohn hinauf zu seines Vaters Thron. Er gehet ein zur Herrlichkeit, die überall ist ausgebreit't. Halleluja! 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, sein Heer erlegt und umge= bracht, wie mit Gewalt ein starker Held im Treffen seine Feinde fällt. Halleluja! 103 Gott, der du uns tröst in aller Noth, wir rühmen dich, wir loben dich und sagen dir Dank ewiglich. Halleluja! Erasmus Alberus,+ 1553. Im vorigen Ton. 3. 3wing unser Fleisch, Herr Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, daß wir, indem du uns machst rein, theilhaftig deines Sieges seyn. Halleluja! 4. Laß seyn den Feind in uns 139. gedämpft, weil du uns hast das Heil erkämpft, tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel empör. Halleluja! zugleich als Gotteskinder in dein 5. 3euch und führ uns mit dir Reich, da wir ein ewig Freudenlied dir aufzuopfern sind bemüht. Halleluja! 6. Gott Vater, sey von uns gepreist sammt deinem Sohn und heilgen Geist, der heilge unsrer Seelen Grund, damit dir danke Herz und Mund. Halleluja! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1. Auf Christi Himmel- fahrt al.lein ich meine Nachfahrt gründe, und allen Zwei fel, Angst und Pein hiemit stets über- win- ce. Denn weil das Haupt im Himmel ist, zur rech- ten Beit nach- ho. Ien. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 1523. wird sei ne Glie der Jesus Chrift 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dieß mein Flehen. Josua Wegelin, † 1640. 104 140. f Himmelfahrtslieder. Mel. Wie schön leuchtet zc. 1. Ach, wunder großer Sie- ges- held, zur Rechten deines Vaters Kraft, mächtig, trä= ger aller Welt, Schaar ge bracht zur Haft, 1 präch. tig trium phi reft, 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich, Siegesfürsten, loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; finget, klinget, rühmt und ebret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. heut hast du dich bis auf den Tod 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk und Kraft, Erquickung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüthe, mein Geblüte, daß es preise, dir als SiegsHerrn Ehr erweise. 4. 3euch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel seyn, wo Bucht und Demuth tritt " Tod und Leben ist, Herr Christ, dir unter geben. ge. se ver le tu Sün dender Fein de 1599. $ Bet get; # ju bi li rest: 6 herein, all Ueppigkeit verachten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sey zu finden. 5. Sey, Jesu, unser Schutz und Schap, sey unser Ruhm und fester Plaß, darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen. Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Da vids Sohn, komm, stille das Verlangen; du, du bist allein uns zu Gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen; komm schier, hilf mir, denn so sollen, denn so wollen wir am Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christoph Homburg, geb. 1605,+ 1681. 141. fe Himmelfahrtslieder. Mel. Zeuch ein zu meinen ze. Lob- fingt, lob- fin- get Gott! 1. Gott fäh- ret auf gen Him- mel mit froh em Ju- bel- schall, mit präch ti- gem Ge- tüm- mel und mit Po- sau- nen- hall. dem Könige der Hei- den, 2. Der Herr wird aufgenommen, der ganze Himmel lacht, um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cherubinen, den hellen Seraphinen muß er willkommen seyn. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht Der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herre macht uns Plaß; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schaß. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sey das Verlangen, dorthin sey euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen 142. 1. Beuch uns nach dir, 105 Crüger. 1653. lob- fingt, lob- fingt mit Freu- den dem Her ren 3e ba oth! I . Mel. Ach, Gott und Herr 2c. mit herzlicher Begier, laßt uns zugleich auch singen: dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsres Hauptes Kron. 6. Fahr hin mit deinen Schäßen, du trugesvolle Welt! Dein Koth kann nicht ergögen; weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis; der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide; zu ihm gilt unsre Reis. 7. Wann soll es doch geschehen? wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du seyn, daß wir den Heiland grüßen, ihn ewig nicht mehr missen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, † 1699. 1627. so lau- fen wir mit herz- li- chem Ver- lan- gen hin, da du bist. o Jesu Christ, aus dieser Welt ge- gan- gen. 106 2. Beuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege. Wir irrn sonst leicht und find verscheucht vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß 143. Himmelfahrtslieder. uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 4. 3euch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Schaaren. Ludämilia Elisabetha, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1640, 1672. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. Hinge? 1690. 1. Sie ges- fürst und Ehren könig, Alle Himmel sind zu we nig, follt ich nicht zu Fuß dir fallen, F wenn mein Glaubens- aug ent- zückt 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, sch ich dich zur Rechten da, sch ich, wie der Engel Schaaren alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuße fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubilirt, weil mein König triumphirt? 3. Weit und breit, du Himmels sonne, deine Klarheit fich ergeußt, und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, ich armes Kindlein hier, schrei auch Hofianna dir! 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, du ver- klär. te Ma- je stät! du bist drüber hoch er. höht; und mein Herz vor Freu- de wal- len, dei ne Herr lich. teit erblickt? nar in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. ßen; drum wirk in mir kräftiglich, 5. Geist und Kraft nun überfliebis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Scepter sende weit und breit bis den Bahn, alle Herzen unterthan. Welt Ende, mache dir auf Erzur 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe seyn; meines armen Herzens Pforten stell ich of fen, fomm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. 7. Deine Auffahrt bringt mir eben Gott und Himmel innig nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da; fremd der Himmelfahrtslieder. 107 Welt, der Zeit, den Sinnen, bei Himmelreich verseßt, da mich Jesus dir abgeschieden drinnen, in das nur ergößt. Gerh. Tersteegen, geb 1697,+1769. 144. the 1. Jesus Christus herrscht als Kö- nig; alles wird ihm un- ter- thänig, Mel. Alles ist an Gottes 20. al les legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll be kennen, 1 Je sus sey der Herr zu nennen, 2. Fürstenthümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft, dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner; nur der Sohn der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Gleicher Macht und gleicher Ehren sigt er unter lichten Chören über Gottes Cherubim. Aller Welt 145. 1738. dem man Ehre ge ben muß.* und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 5. Jauch ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schaar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 6. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, weil ich noch ein Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König; alles sey ihm unterthänig; ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. Well nichts gemeiner ist als sterben ze. 1731. 1. Bum Himmel bist du ein- gegangen, mit Preis ge- frönt, Herr Je- su Chrift; wie soll- te mich nun nicht verlangen, auch dort zu seyn, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; nimm in die Heimath mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum mel ein; so muß sich auch mein Leben und gingst verklärt zum Him- Geist erheben, soll ich nicht todt in 108 Sünden seyn. Ein neues Leben wirk in mir, so komm ich einst gewiß zu dir. Pfingstlieder. 3. Am Delberg fingen deine Leis den mit bittern Todesängsten an; am Delberg gingst in hohen Freuden du siegreich deine Himmelsbahn. So folgt auf Leiden Herrlichkeit; zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände beim Scheiden von den Deinen auf; o hilf, daß einst auch ich vollende, von dir gesegnet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, dann fahr in Frieden ich dahin. 146. 5. Ich sehe dir mit Glaubensblicken in deinen Freudenhimmel! nach; mein Herz soll sich an dir erquiden, der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, doch bleibst du meine Zuversicht. 6. Ginst wirst du herrlich wiederkommen, gleichwie du aufgefahren bist; dann werd ich völlig aufgenommen, wo mir bereit mein Erbtheil ist. So leb ich nun im Glaumit dir. ben hier, im Schauen aber dort Pfingstlieder. Mel. Komm, Gott Schöpfer 2c. 1. Komm, heilger Geist, o Schöpfer du, er füll mit Gnaden, sü- ßer Gast, 2. Der du ein Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gna densonn! 3. Du siebenfaches Gnadengut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. 3ünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Altkirchlich. 1524. sprich deinen armen Seelen zu; die Brust, die du ge- schaffen hast. Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Muth 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Frie dens Steg, daß wir, durch deine Huld geführt, vom Ärgen bleiben unberührt. 6. Lehr uns, den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man eh ren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. Alte Kirche 147. Pfingstlieder. Eigne Melodie. mit Gnaden sie füll, wie du weißt, 1. Komm, Gott Schöpfer, heili ger Geist, be such das Herz der Menschen dein, 2. Denn du bist der Tröster genannt, des Allerhöchsten Gabetheur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Brunft, das schwach Fleisch in uns dir bekannt, erhalt fest dein Kräft und Gunst. 4. Du bist, mit Gaben siebenfalt, der Finger an Gotts rechter Hand; des Baters Wort gibst du gar bald mit Bungen in alle Land. 148. Eigne Melodie. 109 daß dein Geschöpf vor- hin seyn. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deim Leiten folgen gern und meiden der Seelen Schad. Altkirchlich. 1524. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu Jesum Christ, sein Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. 7. Gott Vater sey Lob und dem Sohn, der von den Todten auferstund, dem Tröster sey dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Altdeutsch? 1524. 1. Momm, hei li ger Geist, Herre Gott! Erfüll mit dei- ner Gnaden Gut D Herr, durch deines Lich- tes Glast H 8 Lob ge fungen: 2. Du heiliges Licht, edler Hort! Laß uns leuchten des Lebens Wort, dei- ner Gläubgen Herz, Muth undSinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. zu dem Glauben versammlet haft - das Volk aus aller Welt Zungen; das sey dir, Herr, zu Halle. luja, Hal- le. Iu ja! und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen., O 110 Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen: Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! Nun hilf uns fröhlich und 149. ZE Pfingstlieder. 1. Mun bitten wir den hei 1 150. fe= Eigne Melodie. Glau ben aller meist, daß er uns behü. te wann wir heim- fahrn aus diesem 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein; lchr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von getrost in deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein Kraft uns bereit, und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Lod und Leben zu dir dringen! Halleluja, Halleluja! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Altdeutsch? 1524. li gen Geist H von Herzensgrund ich ruf dich an, 2. Ach, sey mein Trost und Zuversicht, laß mich in Sünd verzagen nicht; wend ab von mir des FeinMel. Komm, Gott Schöpfer zc. 1. heil ger Geist, du ew- ger Gott, um den rechten Teis! E. len de. Herzen einander lieben und im Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Lod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. an unserm En- de, Ky ri. e. 1 Altkirchlich. 1524. du höchster Trö- ster in der Noth, a wollst meine Bitt nicht feh- len lan. des List, erhalt mich fest an Jesum Christ; 3. Daß ich demselben allezeit treulich zu dienen sey bereit, und ihn in wahrem Glauben rein erkenne für den Heiland mein. 4. Leit mich auf rechter, cbner Freud. 151. Pfingstlieder. Mel. O Jejulein süß, o Jesulein mild 2c. Va ter und dem Sohn. . 1. hei li ger Geist, o hei li. ger Gott, du Trô. ster werth in al ler Roth, du bist ge- fandt vons Himmels Thron, von Gott dem 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort, zünd an in uns der Liebe Flamm, darnach zu lieben allefammt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 1. Beuch ein zu der du, da 111 Bahn, christlich mein Lebn zu stellen an, daß ich nach dieser Sterb lichkeit erlangen mög die ewge 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort. An Christum Niemand glauben kann, es sey denn durch dein Hülf gethan. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein gött152. . Ohei li ger Geist, o hei. 1 o hoch gelieb.ter Geist 1650. Ii. ger Gott! lich Wort, lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort, laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. Eigne Melodie. mit bei den gleichen Thrones, meinen Tho- ren, ich ge boren, heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Noth und Tod. Wir singen dir Lob, Ehr und Dank allzeit und unser Lebenlang. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Grüger. 1653. sey mei- nes Her- zens Gast, mich neu ge- bo- ren hast, des Vaters und des Soh- nes, mit bei den gleich ge preist. Pfingstlieder. 112 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Ere rettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie mit einer Fluthe mit dessen Tod und Blute, der uns im Lod erquickt. 4. Du bist das heilig Dele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schüßt im Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen flinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der Allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit; willst nicht, daß uns betrübe Born, Bank, Haß, Neid und Streit. Der Feind schaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zue sammen, die voller 3wietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt; kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsrer Fürsten Thron, daß sie und wir gedeihen; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseßet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 11. Gib Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf tämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 12. Nicht unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn; und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Lod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. 153. Pfingstlieder. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. al ler- süßte Freu.de, . 1. du der du uns in Lieb und Lei de 113 ohn Auf- hören al.le Dinge, 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen an. Ach, ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit: laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 1555. o du al- ler- schön- stes Licht, un be fu chet läs- sest nicht: Geist des Höch- sten, höchster Fürft, der du hältst und halten wirst hö.re. hö- re, was ich sin. ge. mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne fiehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommes Herzens, sanftes Muths, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts: ach, verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich gnug getröst. Laß mich seyn dein Eigenthum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund: nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sey; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 8. Ich entsage, Herr, dem allen, was dir deinen Ruhm benimmt; meiner Seel soll nichts gefallen, als allein was von dir kömmt. Was der Satan will und sucht, will ich halten als verflucht; ich will seinen schnöden Wegen mich mit Ernst zuwider legen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und sauber ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, hasfest Schlangentrug und List: mache mich, o Gnadenquell, durch 9. Nur allein, daß du mich stärfest und mir treulich steheft bei. dein Waschen rein und hell; laß Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Pet. m. Not. 8 114 daß mir Hülfe nöthig sey. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß sich mein Gott meiner freue. 10. Sey mein Netter, halt mich eben; wenn ich sinke, sey mein Stab; 154. Mel. Pfingstlieder. 1 Son ne, 1. heil ger Geist, fehr bei uns ein Du Him mels licht, laß dei- nen Schein dei ne Woh nung seyn, in uns träf- tig seyn Won ne, wenn ich sterbe, sey mein Leben; wenn ich liege, sey mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ew= gen Freuden wirst dein' Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Wie schön leuchtet 2c. himmlisch Le- ben 1599. o komm, du herzensson. ne! zu ste ter Freud und Won- ne! und laß uns bei uns und wenn wir be ten: zu dir kommen wir ge tre ten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigfeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamwillst du ge ben, kraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf und nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner Weisheit reichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen träftiglich und Pfingstlieder. schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sey dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müfsen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit 155. # 1. Komm, o fomm, du Geist des Lebens, wah- rer Gott von E. wig feit! Dei. ne Kraft sey nicht ver- ge- bens, sie erfüll uns jederzeit; Mel. Gott des Himmels 2c. so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen seyn. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? o so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu und gib Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist. Schenk uns Waffen in dem Krieg und er= halt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisfer seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versich'r uns mehr und mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Joachim Neander, geb. 1640, † 1680 8* 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß und mach uns vom Irrthum los. 115 wir führen unsre Lebenszeit, sey uns sers Geistes Stärke, daß uns forthin sey unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Nühre, führe unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, geb. 1606, † 1673. Albert. 1642. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege; das, was wider dich gethan, räume ferner aus dem Wege; schlecht und recht sey um und an. Wirke Neu an Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugniß uns empfinden, daß wir Gottes Kinder find, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Noth und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Ruth ist uns alle Wege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wann wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unfre Bitt erhört und die Zuversicht gemehrt. 116 156. fbe SE Pfingstlieder. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Gott, gib ei nen mil- den Re- gen; Va ter, gib vom Himmel Se- gen, Hor Laß des heil- gen Gei- stes Gab wie die starken Ströme fließen 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Bater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir seyn und lehren mich in der Wahrheit feste stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sey tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel seyn. Neinige du selbst das Haus meines 157. denn mein Herz ist dürr wie Sand. trän ke du dein dur- stig Land! über mich von 1555. D. ben ab und mein ganzes Herz durchgie Ben.. Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lchre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. 1 6. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. Moritz Kramer, geb. 16-16, † 1702. Altdeutsch. 1524. fe 1. Wer recht die Pfingsten feiern will, der werd in seinem Herzen still; Rub, Friede, Lieb und Einig teit sind Zeichen einer solchen Zeit, wo rin der heilige Geist regiert: der ist es, der zur Andachtführt. Pfingstlieder. Er kann kein Weltgetümmel lei. den; 3. Nun dieses ist der Geist aus Gott, der Frommen Trost, der Bösen Spott. Die sich der Sündenlust entziehn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, der wird rein. Er geht zu keinem Stolzen ein, verleiht der Demuth reiche Gaben; der geistlich Arme soll sie haben; denn sein Gebet wird nicht verschmäht. die ses mei den und Gott al- lein ge- hor- sam seyn. 2. Sein Tempel ist da aufge- uns erleucht, ein Licht, dem Nacht richt; da dient man ihm nach rechter Pflicht, da gibt er Klugheit und Verstand, da wird der Sprachen Grund erkannt, der Zungen Feuereifer glimmt; er zeigt, was Niemand sonst vernimmt, schenkt das Vermögen auszusprechen, was der Vernunft, dem Wiß der Frechen und aller List zu mächtig ist. und Schatten weicht, ein Lehrer, der aufs Gute dringt, ein Helfer, welcher Stärke bringt, ein Rath, der uns zurechte weiset, ein Labsal, das mit Gnade speiset und den ers quickt, den Glend drückt. 4. 68 ist der Odem und der Wind, der Seelen anbläst und entzündt, der von des Herren Munde webt und, was erstorben ist, belebt. Es ist ein Wort, das neu gebiert, des Deutung man im Werke spürt, ein Zeugniß, das zum Glauben treibet und das Geseß ins Herz einschreibet, daß Jedermann es wissen kann. 117 5. Es ist die Kraft, die alles regt, ein Strahl, der durch die Felsen schlägt, ein heller Glanz, der wer je nes liebt, muß S Höh, der Weisheit umerschöpfte See, 6. Es ist der Ausfluß aus der ein Wasser, das vom Unrecht wäscht, ein Quell, der Durst und Sehnsucht löscht, ein Brunnen, welcher ewig quillt und das Gemüth mit Gütern füllt, ein Vorrath und verheißner Segen, ein Himmelsthau und milder Regen, der daß erzieht, was grünt und blüht. keit zu Königen und Priestern weiht, 7. Es ist ein Del, des Lauterdie Salbung, die, uns mitgetheilt, die Wunden und Verderbniß heilt; ein Abgrund, drin die Wahrheit steckt, die sich dem innern Aug entdeckt, wogegen Kunst und menschlich Wissen der Thorheit ähnlich werden müssen; sie machet frei von Heuchelei. 8. Du theurer Gast und höchste Gab, sey unser Beistand, Trost und Stab, an den sich das Vertrauen hält, wenn uns Versuchung überfällt. Vermehr in uns die Zuversicht, wehr aller Furcht, verlaß 118 Pfingstlieder. uns nicht, daß wir in Noth nicht Tod besiegen, wenn uns die Zeit unterliegen, vielmehr beherzt den das Ende dräut. Ernst Lange, geb. 1650, † 1727. 158. $ 20 Mel. Jesu, meine Freude 2c. 1. Schmückt das Fest mit Mai en, denn der Geist der Gna. den zün det Opfer an; ma chet ihm die Bahn. 1 euch mit Licht und Heil er füllen 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, gib uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß uns deine theuern Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Bungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor. Gib uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Muth, du höchstes Gut, tröst uns träftiglich von oben bei der Feinde Zoben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hun dertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. Grüger. 1656. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein 1 1 las set Blu men streu hat sich ein ge. la. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, heilge Liebesgluth; laß dein sanftes Wehen über uns ergehen, dämpfe Fleisch und Blut;▪en, den: und den Kummer stil.len. laß uns doch am Sündenjoch nicht und mehr wie vor diesem ziehen, das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße und durch Finsternisse sev du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 159. Pfingstlieder. Mel. Fröhlich soll mein Herze zc. 1. Höch- ster Trö- ster, komm her nie der, Geist des Herrn, sey nicht fern, Je sus, hat del nen Rath 2. Schöpfer, unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerf ist wichtig! Wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; Eins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Neu und Scham empfinde. 4. Beig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Unsre Sünd wird nicht gerochen; Jesu Blut mas chet gut, was die Welt verbrochen. sal, be Je. su Glie der. Er, der nie sein Wort ge bro. chen, 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gib uns 119 Crüger. 1656. seinem Volk ver sprochen. allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen; lehr uns freudig vor Gott treten, sey uns nah und sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen; laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sey in Schwachheit unsre Stüte, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, geb. 1713,+1780. 1555. Mel. Freu dich sehr 2c. 160. be 1. Der du uns als Va- ter lie best, treuer Gott, und deinen Geist de nen, die dich bit- ten, gi best, ja nur um ihn bitten heißt; de muths vol fleh ich zu dir: A Va ter, sen de ihn auch mir, 1 120 Pfingstlieder. daß er meinen Geist er neu. e 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preife heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich dich, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth deiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor deinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der 161. und ihn dir zum Tempel weih. • C. Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre du mich selber kennen, die verborgnen Sünden sehn, sie voll Neue Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Bittern hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebe durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selges Ende herrlich sich an mir vollende! David Bruhn, geb. 1727, † 1782. Ahle. 1664. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 1. Komm auf uns, o Geist des Herrn, lehr uns zu dem Vater be ten, und be leb uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm tre ten, Trinitatisfestlieder. 162. so wird er um Chri- sti wil- len unser Bit- ten gern erfüllen. 2. D du Geist der Herrlichkeit, aus nach Wohlgefallen. Reich find wohn und wirke in uns allen; jedes wir versehn mit Gaben, wenn wir Herz sey dir geweiht, schmück es deine Salbung haben. [ Siehe Lieder vom heiligen Geist.] Trinitatisfestlieder. Das Sanctus deutsch. Eigne Melodie. 121 Luther. 1526. Je sai a, dem Pro- phe. ten, das geschah, daß er im Geist den 1 sei- nes Klei- des Saum den Chor fül.let ganz. Her ren si gen sah auf einem hohen Thron in hel. lem Glanz, Es stun- den zween Se. raph bei ihm dar- an; sechs Flü- gel sah er einen je den han; S mit zween ver- bar.gen sie ihr Ant- liz klar, mit zween be deck- ten sie die Füße gar, und mit den an- dern zween sie flo- gen frei; gen an der riefen sie mit großem G'schrei: Het- lig ist Gott, der Her re 3e ba oth! Heilig ist Gott, der Her- re 3e ba- oth! . . . Hei lig ist Gott, der Herre Be ba oth! Sein Ehr die ganze I 122 163. E $ Trinitatisfestlieder. Welt er fül.let hat! Von dem G'schrei zittert Schwell und Balken gar; das Haus auch ganz voll Rauchs und Ne. bel war. 1. Gott, der Vater, wohn uns bet mach uns al- ler Sün- den frei Eigne Melodie. für dem Teu fel uns be wahr, dir uns las sen ganz und gar, und auf dich laß uns bau. en, entflieh en Teu- fels Li- sten, $ A- men, A- men! das sey wahr, 2. Jesus Christus wohn uns bei u. s. w. 164. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Altdeutsch. 1524. und laß uns nicht ver. der. ben, und helf uns se lig ster ben: 1 halt uns bei fe ftem Glauben, mit allen rechten Christen aus Her- zensgrund ver- trau. en, mit Waf- fen Gotts uns fri sten: $ so sin gen wir Hal. le. lu. ja! 3. Heilig Geist der wohn uns bei u. s. w. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Eigne Melodie. all Fehd hat nun ein Ende. ( Altkirchlich.) 1540. 1. Al- lein Gott in der Höh sey Ehr und Dank für seine Gnade, da- rum daß nun und nimmermehr uns rüh- ren kann kein Scha- de. Ein Wohlge- falln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Un- ter- laß; Trinitatisfestlieder. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht; wohl uns des feinen Herren! 3. Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Baters, Versöhner der, die warn verlorn, zu wir uns verlassen. du Stiller unsers Haders: Lamm 165. Mel. Nun danket alle 2c. 1. Du drei mal großer Gott, dem Hei- lig, Heilig! singt du höchste Ma. je stät, . 123 Gottes, heilger Herr und Gott! nimm an die Bitt von unsrer Noth; erbarm dich unser aller. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Lod! Abwend all unsern Jamm'r und Noth, dadu al. ler Herren Herr, 2. Dich bet ich jeßund an, dir Lob und Dank zu lallen, mein Hale leluja laß dir gnädig wohlgefallen, du allerhöchstes Gut und gnadenvolle Sonn, du aller Gaben Meer und unerschöpfter Bronn. 4. Es muß dich Jedermann den treuen Vater preisen; du führeft wunderbar, willst Leib und Seele speisen, erhörest das Gebet, erfrischest unsern Muth; wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. Nikolaus Decius, um 1526. dem Erd und Himmel die nen, die Schaar der Se- ra- phi- nen; " Grüger. 1649. du Helfer in der Roth, Je ho va Be. ba. oth! 5. Heiland, Immanuel, Lamm Gottes ohne Sünden, mein Jesu, deine Lieb kann kein Verstand ergründen; das Halleluja fingt dir, als dem wahren Christ, daß menschliche Geschlecht, daß nun erlöset ist. B 3. Mein Schöpfer! Mensch und Thier und alles andre Wesen läßt deiner Allmacht Pracht ganz klärund tratest in die Mitten, trugſt 6. Du nahmest Fleisch an dich lich an sich lesen; ein jedes Wun- unsre Sündenschuld, bast bis aufs der lobt dich ja in der Natur: Stern', Element, Gewölk und alle Creatur. Blut gelitten. Doch dieß dein Blut und Tod erwirbt uns lauter Heil, macht, daß wir selbst an Gott nun können nehmen Theil. 7. O Herr, Gott heilger Geist, du Geist voll reiner Flammen, durchs Evangelium bringst du das Volk zusammen, das Christum kennt und ehrt; du macheft alles licht, gibst 124 neue Feuergluth, damit kein Glaub gebricht. 8. Ach, allerhöchster Troft und bester Weisheitslehrer, Erleuchter, Heiliger, Aufrichter und Befehrer, du theilst die Gaben aus, erfüllest uns mit Kraft, die der Verderbniß wehrt und Gutes in uns schafft. 9. Gott, Vater, Sohn und Geist, Ein Gott und Eins in Dreien, ge166. Trinitatisfestlieder. priesne Majestät, die stets zu bene. deien: laß auf der rechten Bahn uns allezeit bestehn, und durch ein seligs End zu unserm Erb eingehn. Mel. Nun danket alle 2c. R 1. Ge lo bet sey der Herr, mein Schöpfer, der mir hat s der je den Augen blick 2. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, daß höchste Gut. . 10. Caß, o dreieinger Gott, dein Gnadenantlig leuchten; dein edler Segensthau woll unser Herz befeuchten! Wir hoffen ja auf dich, du läßt uns nicht im Spott; wir singen: Gloria! Gelobt, gelobt sey Gott! Crüger. 1649. mein Vater, der mich schützt 3. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Baters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir incin Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Nath, Trost und Hülfe schafft. 167. mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Leib und Seel gegeben, von Mut- ter. lei. be an, viel Guts an mir ge, than. 4. Gelobet sey der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sey der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der heilge Geist, 5. Dem wir Halleluja mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig! fins gen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: gelobet sey mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius, geb. 1611,+ 1684. Mel. Die Sonn hat sich mit 2c. 1. Drei einig feit, der Gottheit wahrer Spiegel, 1555. o Sicht vom Trinitatisfestlieder. Licht, als des sen Allmacht- flügel 3. O reicher Schatz, o unumschränktes Wesen, wer hat wohl je dein Heimlichkeit gelesen? O tiefer Brunn, o unerforschte Pracht, wie groß, ach Gott, wie groß ist deine Macht! die sen Erd- kreis streckt und alle Welt mit seinem Schirm be- deckt! 2. Wir loben dich, sobald die Sonn erwachet, und wenn sie jetzt den späten Abend machet; was lebt und webt auf dieser Erde weit, ist alles, Herr, zu deinem Dienst bereit. 5. Drum lehre, Herr, du selbst uns, ohne Trennen, in Einem Drei, in Dreien Eins erkennen! Ach, lehr uns doch, Gott Vater, Sohn und Geist, daß du ein Gott in drei Personen heißt. 4. Wer kann doch hier, Herr, deine Weg erfinden? Wie sollt ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Wo Gott nicht selbst mich unterweisen wird, so bleibe ich verloren und verirrt. 168. Eigne Melodie. der uns hilft in aller Noth, 125 1. Wir glauben all an Ei- nen Gott, der durch seine große Kraft 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel femmen ist und sich um und um durch 6. Gib, daß dieß Wort tief unsern Sinn durchdringe: von ihm, durch ihn, in ihm sind alle Dinge! Dem großen Gott sey Ehr in Ewigfeit! Ja, Amen, ja, fingt alle Christenheit. 7. Dein Nam ist groß; dein Neich, Herr, in uns wohne; dein Will uns leit; ernähr uns und verschone; Versuchung wehr; erlös aus böser Zeit. Dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Franck, geb. 1618, † 1677. 1699. Va- ter, Sohn und heilgen Geist. den die Schaar der En- gel preist, alles wir fet, thut und schafft. uns führt ins Himmels Thron, der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Noth. 126 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist 169. • Trinitatisfestlieder. . . 1. Hal le lu ja! Lob, Preis und Ehr wig feit zu Ewigkeit von Klin get, Gott je mehr und mehr al len ihm bereit I Mel. Wie schön leuchtet zc. 1 . sin get: wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sey gepreist zu aller Zeit! Tobias Clausnißer, geb. 1619, † 1684. 1599. 3. Halleluja! Gott heilger Geist sey ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Blauben ausgeziert, dem Bräutiferm sey un. sey in uns für a. le feine Wer. fe; Dant, Weisheit, Kraft und Stär- te! Drei- mal heilig, hoch und herr- lich! Preis und Ehre sey dem Herrn der Himmelshee re! 2. Halleluja! Preis, Ehr und gam uns zugeführt, den Hochzeittag Macht sey auch dem Gotteslamm erkoren! Heil uns, Heil uns! Da gebracht, in dem wir sind erwählet, ist Freude, da ist Weide, da ist das uns mit seinem Blut erkauft, Manna und ein ewig Hofianna. damit besprenget und getauft, und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen und erlaben. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sey unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmel Schaar und finget nun und immers dar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, finget: Dreimal heilig, hoch und herrlich! Preis und Ehre sey dem Herrn der Himmelsheere! Barthol. Crasfelius, geb. 1677,+1724 170. 26-12 Reformationsfestlieder. 11. Kirchliche Feiertage. Reformationsfestlieder. Eigne Melodie. 1. Ein fe- ste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jegt hat be troffen. 1 fein grau sam Rü- stung ist; 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth; und ist kein ander Gott; das Feld muß er behalten. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. 171. Luther. 1529. Eigne Melodie. 127 chen. auf Erd ist nicht seins glei Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, de macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, fie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 1 1 1. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält, wenn un- fre Feinde to und er unserer Sach nicht zu fällt im him- mel boch drto ben; ben; 1535. 128 WO er Sf ra els Schuß nicht ist 9 so ists mit uns ver lo ren. 2. Was Menschenkraft und Wit anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er siget an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rath aufdecken. Wenn fies aufs flügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. Reformationsfeftlieder. I 3. Sie wüthen fast und fahren her und wolln sich hoch vermessen; zu würgen steht all ihr Begehr, Gott ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen hochher gehn, nach Leib und Leben sie uns stehn, des wird fich Gott erbarmen. 172. feth 4. Ach, Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen! Der Gnaden Thür steht nimmer zu; Vernunft kann das nicht fassen. 1 und selber bricht der Fein- de Lift: [ Siche Kirche und Wort Gottes.] Gottes Freundlich- keit, Her ren 3e ba. oth . Sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neugeborn, die deiner Hülf erwarten. Kirchweihfestlieder. Sin get, brin get 5. Die Feind find all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken; ihr Anschläg find dir wohlbekannt: hilf nur, daß wir nicht wanten. Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künftig will sie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 6. Den Himmel und auch die Erden hast du, Herr Gott, gegründet; dein Licht laß uns helle werden, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, hilf bis ans End beständig seyn, die Welt laß immer murren. Justus Jonas, geb. 1493,+ 1555. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1. Kommt ber, ihr Christen, vol. Ier Freud, die Stimm des Dan. tes un serm Gott, 8 • 1599. erzählet laßt uns dem kommt ber und laßt er klin- gen mit froh. em Munde sin. gen. schöne Wet. sen, laßt uns prei- fen Gottes Ga ben, 1 Kirchweihfestlieder. die wir hier ge 3. Da sehen wir mit Freuden an die Dienste, die man leisten kann dem Herrn in seinem Tempel; da hört man mit Erstaunen zu, was Gott für große Thaten thu, die Wunder ohn Erempel. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 4. Da wird Gerechtigkeit gelehrt; da wird Gottseligkeit gemehrt; da wird der Glaub entzündet, Geduld, Lieb, Hoffnung, keusche Zucht und was noch mehr des Geistes Frucht, wird alles da gegründet. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 5. D große Wohlthat, die Gott thut! o heilig, gnadenreiches Gut! Kommt her, kommt, liebe Christen! Da wohnt der Herr der Herrlichkeit; wohl denen, die sich allezeit zu seinem Dienste rüsten. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. • 6. Das ist der Ort, den David liebt, dahin er seine Seufzer gibt, Vet. m. Not. € 2. Wir gehn in diesem Gottes- da ihm das Reich genommen; er haus ein Jahr nun wieder ein und aus, und hören da verkünden den edlen Schaß, daß Gnadenwort, das uns entdeckt des Lebens Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. wünscht nicht seine Königszierd; wann werd ich, sagt er mit Begierd, in Gottes Tempel kommen? Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 7. Und zwar wie sollte doch jeßund nicht seyn voll Jauchzen unser Mund? Was Andre müssen meiden, die gerne mit der Kirchgemein im Hause Gottes wollten seyn, genießen wir mit Freuden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 8. Wie mancher Ort ist nun zerstört, da sonst ward Gottes Wort gelehrt! Die Kirchen sind zerfallen. Hier stehn noch Thür und Pfeiler feft; wir hören Gottes Wort aufs best in seinem Tempel schallen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 9. Da Andre mit betrübtem Klang anstimmen müssen den Gesang, ja gar wohl gänzlich schweigen, da singen wir noch voller Freud, man hört der Orgel Lieblichkeit, man darf sich fröhlich zeigen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfangen haben. nos sen ha. ben. 129 10. Bedenke dieß, o Christgemein, und jetzt mit Dank vor Gott erschein, laß dich mit Rühmen hören: Gelobt sey Gott, durch dessen 9 130 Kirchweihtestlieder. Güt hier dieses Kirchhaus ward uns preisen Gottes Gaben, die wir behüt vor feindlichem Zerstören. hier empfangen haben. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 12. Herr, noch Eines bitten wir, laß uns auch künftig für und für allhier zusammen kommen; bewahr die Kirch und die Gemein und die darinnen Lehrer seyn; so werden dir die Frommen singen, bringen schöne Weisen und dich preisen für die Gaben, die sie zu genießen haben. 11. Ja, der du hier hast Feur und Herd, o Gott, dein Nam werd hoch geehrt, der Nam von großen Thaten. Gelobt sey Gott an diesem Ort, allwo sein heilig theures Wort bisher so wohl gerathen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt 173. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Crüger.( 1653) 1658. 1. Ach, wie heilig ist der Ort! Hier, hier ist des Himmels Pfort; Joh. Christ. Arnschwanger, geb. 1625, † 1696. hier er schallt sein theu res Wort; · 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum aufgenommen; und hier rufet Jesus aus: Selig find, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß fie seine Tempel seyn. 3. D welch Heil ist bis hicher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? Ach, wie se lig ist die Stät- te! hier er- hö ret Gott Ge.be te; o wie heilig ist der Ort! 4. O wie lieblich, o wie schön find des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlangt man zum Gewinnste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. 174. Bußtagslieder. Bustagslieder. Eigne Melodie. 1. Aus tie fer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Ru- fen; dein gnädig Dh- ren fehr zu mir und mei- ner Bitt sie öffen. wer fann, Herr, für dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Für dir Niemand sich rühmen kann, des muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. Denn so du willt das seh. en an, was Sünd und Un- recht ist ge.than, 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 175. 1. Aus tiefer Noth laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er aus seiner Gnad uns woll vom Uebel freien, uns alle Sünd und Missethat, die unser Fleisch begangen hat, als ein Vater verzeihen. 131 1524. Im obigen Ton. 2. Wir flehn: D Gott Bater, fich an uns vérmen und Elenden, 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein 3iel, wie groß auch sey der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. die wir sehr übel habn gethan mit Herzen, Mund und Händen, und verleih, daß wir Buße thun, und die in Christe, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Unser Schuld ist sehr groß und schwer, von uns nicht auszurechnen; doch dein Barmherzigkeit ist mehr, die kein Mensch kann aus. 9* 132 sprechen. Die suchen und begehren wir, hoffen, du werdests, Herr, an dir mit nicht lassen gebrechen. Bußtagslieder. 4. Du willt nicht, daß der Sünder sterb und in Verdammniß fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin bewahre. So hilf uns nun, o Herre Gott, auf daß uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre. 5. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rechten, o mie würden wir da bestehn, und wer würd uns verfechten? Herr, sich uns barmherzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten. o nimm uns auf in deinen Schoß, und laß uns nicht verzagen! O hilf, daß wir getrost und frei, ohn arge List und Heuchelei, dein Joch zum Ende tragen! 7. Sprich uns durch deine Boten zu, bezeug unser Gewissen; stell unser Herz durch sie zur Ruh, thu uns durch sie zu wissen, wie Christus für deim Angesicht all unsre Sachen hab geschlicht: des Trosts laß uns genießen. 6. Wir opfern uns dir, arm und bloß, durch Neu niedergeschlagen; Amen! 176. 8. Erhalt in unsers Herzens Grund deinen göttlichen Samen, und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollenden in aller Wahrheit, also der Kronen der Klarheit versichert werden. Böhmische Brüder, 1531. Eigne Melodie. deines Grim- mes Flam- me. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 1. Straf mich nicht in dei nem 3orn, ach, laß mich nicht seyn verlorn, 3. Zeig mir deine Baterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen; ach, Herr, hab mit mir Geduld, mein ( Rosenmüller 1655?) 1694. Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lam- me großer Gott, ver schone; nach Verdienst nicht lob- ne!" Gebeine krachen; heil die Seel mit dem Del deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Ach, sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe harren; ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. Bußtagslieder. 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen: wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermuthshöhle? 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor 177. 6-1 Mel. Ich armer Mensch 2c. 133 sein Antlig treten. Teufel, weich; Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 7. Bater, dir sey ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicher Weis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sey gepreist, hochgerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Gg. Albinus, geb. 1624, † 1679. 1. Wir lie- gen hier zu dei- nen Füßen, ach, Herr von großer Güt und Treu, und füh- len leider im Gewissen, wie sehr dein Born entbrennet sey. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen; gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen; dein Eidschwur zen get selbst davon: du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns ins Gericht! Mod. 1820. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach weh uns, wenn du stra- fen willt! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder. Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert uns längstens hätte aufgezehrt. Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade haft erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 6. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Huld verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 4. Der Mittler steht ja in der Mitten; wir schaun zu seinen Wunden auf. Er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren seyn. 5. Dieß theure Blut von deinem 7. Steck ein das Schwert, das uns will schlagen, den Würger laß vorüber gehn. Gib unser Brod in unsern Tagen. Laß keine solche Beit entstehn, daß man dein Wort uns theuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 8. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile 134 Zeit. Laß Lieb und Treu sich stetig füssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 9. So wollen wir dir Opfer brinGrntefestlieder. 178. gen und deine seyn mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel wird in der Hütte Jakobs schrein: Der Herr soll mein Gott ewig seyn! Benjamin Schmolck, geb. 1672, 1737. Erntefestlieder. Mel. O daß ich tausend 2c. 1. Gott, von dem wir al les haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du a ber thei- lest deine Ga ben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Nothdurft keinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn, und schaffest, daß ein jedes Land sein Brod bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Thau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brod; es mehret sich vielfältger 179. 1738. ach, lie- ber Gott, wer ist dir gleich? Weise, was anfangs schien, als wär es todt, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? der Wunder sind hier gar zu viel. So reich als du kann Niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle werth. , 6. Wir wollens auch niemals vergessen, was uns dein Segen bringet ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal seyn; und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Casp. Neumann, geb. 1618, † 1715. 1690. Mel. Was Gott thut zc. 1. Was Gott thut, das ist wohl ge.than; so den- ken Got- tes Kinder. Er sich et fie oft sau er an und liebt sie doch nicht min- der 3um Geburts- und Namenstag des Landesheren. 135 Er zieht ihr Herz nur him- mel- wärts, wenn er sie läßt auf Erden ein Ziel der Pla- gen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; gibt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände müssen wir doch in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weist uns oft den Segen, und eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schaß will seyn, so macht er andre Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wenn man nach reichem Säen doch wenig Garben ernten kann, so ists vielleicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns gesucht und doch hat müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, wir müssen besser werden; man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht auf Erden. Den Mangel muß ein Ueberfluß zu andrer Zeit erseßen und Feld und Herz ergößen. 6. Was Gott thut, das ist wohle gethan; das Feld mag ledig stehen, wir gehn getrost auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brod, so hats nicht Noth; die Welt muß eh verderben, als wir vor Hunger sterben. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan; so wollen wir stets schließen, und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genung zur Sättigung, wenn Gott die Nothdurft segnet, obs auch nicht Vorrath regnet. 8. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wie er es nun gefüget, so nehmen wir es billig an und find dabei vergnüget. Er, unser Gott, weiß, was uns noth; laßt in Geduld uns fassen: er wird uns nicht verlassen. [ Siehe Lob. und Danklieder.] Benjamin Schmolck, geb. 1672, 1737. Lieder zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. 180. Mel. 2euch ein zu meinen 2c. Crüger. 1653. 1. Dir, höch- ster Herr und König der Könige und Herrn dir ist man un ter- thänig. du herrschest nah und fern, 136 Sum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. du un ser Herr und Gott, zum Schu- ße stark und mächtig, 2. Nach deines Wortes Lehre ist auch die Obrigkeit von dir und dir zur Ehre; ihr Schwert, das Frevlern draut, empfing sie nur von dir. Wer ihr zuwider lebet, der, Höchfter, widerstrebet dir selbst sowohl als ihr. 3. Du, höchster Herrscher, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich den König ehre, wie es dein Wort uns heißt. Er trägt ja, Gott, dein Bild; und wenn wir seinen Willen in Furcht und Lieb erfüllen, wird dein Will auch erfüllt. f 4. Laß deines Geistes Gaben stets reichlich auf ihm ruhn; laß ihn, auch hoch erhaben, gern deinen Willen thun. Du herrschest selbst im 181. fes an Eh ren groß und prächtig, I ein Hel. fer in der Noth. Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Es leuchte, Gott der Güte, keit behüte ihn allzeit im Gericht. dem Könige dein Licht; GerechtigLaß stets durch sein Bemühen die Frommen sicher wohnen; nie laß ihn Frevler schonen, selbst stets das Unrecht fliehn. 6. Gib, daß durch sein Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermüden: Gib Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn! Mel. Es spricht der Unweisen 2c. S 1. Der Thron der Welt be herrscher ist Sie sind nur Staub; du a. ber bist 1 1524. ein Schemel deinen Fü. Ben. Gott, dem sie dienen müs- sen. Das Reich ist dein und dein die Welt; du, der sie schuf und sie er hält, H du bist al- lein ihr Herr scher. 2. D Weltbeherrscher, laß sie nie stets vor Schmeichlern ste, daß die die rechte Bahn verlieren; bewahre sie nicht verführen! Lehr sie ihr eis Taufe. gen Herz durchschaun und nur mit Furcht sich selber traun und dich um Weisheit bitten. 3. Gib Friede, halte sie zurück vor ungerechten Kriegen! Ihr Ruhm sey der, mit strengem Blick die Laster zu besiegen. Wenn aber Bölter sie zum Streit durch Unrecht reizen, dann gebeut dem Siege, fie - zu schützen! 4. Unendlicher, regiere sie, daß sie getreu dir dienen; verlaß mit deiner Huld sie nie, noch ihr Geschlecht nach ihnen. Die Furcht vor dir, Barmherzigkeit und Weisheit 182. Dritte Abtheilung. Kirchliche Handlungen. I. Die heiligen Sacramente. Taufe. 137 und Gerechtigkeit sey ihres Hauptes Krone. 5. Ach, laß dein Wort auch auf den; laß Fürsten auch auf deinen dem Thron, Jehova, Glauben finSohn fest ihre Hoffnung gründen. tt, fie sind Sünder sowie wir; laß sie doch nicht ihr Theil bloß hier in diesem Leben suchen. 6. Erhöre, Vater, dieß Gebet, fey gnädig uns und ihnen. So weit dein Reich, die Erde geht, soll, Herr, dir alles dienen. Nimmst du dich allzeit unser an, so werden Fürst und Unterthan in deinem Schatten wohnen. Balth. Münter, geb. 1735, † 1793. Mel. Es woll uns Gott 2c. 1. Chrift, un- ser Herr, zum Jordan tam nach sei.nes Va- ters Wil len, von Sanct Johann's die Taufe nahm, sein Werk und Amt zur füllen. . Da wollt er stiften uns ein Bad, er säu fen auch den bit tern Lod . 1 es galt ein neues Le ben. 1525. zu waschen uns von Sünden, durch sein selbst Blut und Wunden; 138 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe gläuben soll, zu meiden Keßerhaufen: Gott spricht und will, daß Wasser sey, doch nicht allein schlecht Wasser; sein heiligs Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Maßen, der ist allhie der Täufer. Taufe. 3. Solchs hat er uns beweiset klar mit Bildern und mit Worten. Des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle und folget seinen Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht in seiner zarten Menschheit; der heilig Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet han, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. 5. Sein Jünger beißt der Herre 183. fel Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. er zeig ihm dei- ne Gna- de. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Lod, tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein eigen Heiligkeit, all sein Thun ist verloren; die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren, vermag ihm selbst nicht helfen. Mel. In dich hab ich zc. daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Lauf zu deinem Glied und Erben, 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist für ihm ein rothe Fluth, von Christus Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 1. Gott Vater, ho.re unsre Bitt, 1536. theil diesem Kind den Segen mit, Es sey dein Kind; nimm weg seinSünd. damit es dein mög allzeit seyn im Leben und im Sterben. 3. Und du, o allerwerthster Geist, sammt Vater und dem Sohn gepreist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit zur Stund in deinen Bund es werde aufgenommen. 184. Taufe. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. 1. Las- set mich mit Freuden sprechen: der bei menschlichen Gebrechen Nach der Laufhandlung. 4. Oheilige Dreieinigkeit, dir sey Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte. Gib, daß dafür wir dienen dir; vor Sünden uns behüte. was sind alle Schä- ke nü. ze, 185. f 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. S der mir al les Heil ge bracht 2. Keine Sünde macht mir bange; ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das theure Wasserbad mich damit besprenget hat. 139 Hinge? 1690. Ich bin ein ge. tauf. ter Christ, dennoch ein Kind Got tes ist; da ich einen Schaß be- si- ße, 1 und mich e wig se lig macht? 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; denn das bringt mich zu dem Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir doch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. . 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens seyn. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdm. Neumeister, geb. 1671, † 1756. Ahle. 1664. 2 1. Fieb- fter Se su, wir sind hier, deinem Worte nach zu leben; die ses Kind- lein kommt zu dir, weil du den Befehl ge geben, 140 Taufe. daß man sie zu dir hin führe, 2. Ja, es schallet allermeist die ses Wort in unsre Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Fluth deinen Purpurmantel decken; schenk 186, denn das Himmelreich ist ihre. ihm deiner Unschuld Seide, daß es 1 ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, schenk du ihm Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 6. Nun wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 3. Was frag ich nach der eitlen Ehre? ich bin des Allerhöchsten Kind, weil ich in deren Zahl gehöre, die aus Gott selbst geboren find. Kein Ehrenstand ist diesem 1. Du un er forschlichs Meer der Gnaden, es heilet an mir al len Schaden, Neumark. 1657. wie se lig ist dein Wasser bad! den Adams Fall ver- ur- sacht hat. Die Sündfluth geb.et ü.ber.bin, wenn ich in dieser Ar. che bin. gleich; das ist mein Recht zum Himmelreich. 2. Wie groß sind, Jesu, deine Gaben! Du kommst mit Wasser und mit Blut; und wenn wir diese Schäße haben, so erben wir daß höchste Gut. Wenn ich damit gezeichnet bin, so ist der Himmel mein Gewinn. 4. Du schreibest mich ins Buch des Lebens, du, meines Lebens Leben, ein. Ach, lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet seyn. Ja, schreibe mich so kräftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir Herz und Hand gegeben, so gib mir, Sefu, deine Gnad, auch dem Versprechen nach zuleben, das selbst dein Geist verfiegelt hat. Des Satans Werk und Wesen sey kein Hinderniß an meiner Treu. 6. Erhalte mich durch deine Taufe 187. fre Abendmahlslieder. Abendmahlslieder. 1. Christe, du Lamm Gottes, 2. Chri ste, du Lamm Gottes, Schaf- fe in mir, Gott, Eigne Melodie. der du trägst die Sünd der Welt: der du trägst die Sünd der Welt: 3. Chri ste, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: 141 im Bündlein der Lebendigen und führe mich in meinem Laufe vom Irdischen zum Himmlischen, daß ich durch diesen Jordan geh und dort im Lebenslande steh! Benjamin Schmolcf, geb 1672,+ 1737. 1. erbarm dich un- ser! 3. gib uns deinen Frie- den! A...... men! 2. erbarm dich un- ser! 188. Eigne Melodie. Er- barm dich unser, ein reines Her- ze und gib mir einen neu- en, gewis- sen Geist. Verwirf mich nicht, verwirfmich nicht von deinem Ange- sicht, all Sünd hast du ge tra von deinem An- gesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 189. Eigne Melodie. fe 1545. D 1. O Lamm Got- te8 unschuldig, am Stamm des Kreu- zes ge- schlachtet, all zeit gefunden dul- dig, wie wohl du wardst ver- ach.tet: " Wiener? 1651. gen, Je su! . 1540. sonst müß- ten wir ver. za. gen. 142 Abendmahlslieder. 2. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlacham Stamm des Kreuzes geschlach- tet, allzeit gefunden duldig, wietet, allzeit gefunden duldig, wiewohl wohl du wardst verachtet: all Sünd du wardst verachtet: all Sünd hast hast du getragen, sonst müßten wir du getragen, sonst müßten wir ver- verzagen. Gib uns deinen Friezagen. Erbarm dich unser, o Jesu! den, o Jesu! 3. O Lamm Gottes unschuldig, Nik. Decius, um 1526. 190. 1. Je fus Chri ftus, un ser hHei. land, B Born Eigne Melodie. 1 wandt, durch das bit= ter half er uns aus der 2. Daß wir nimmer des vergesfen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen! Wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollt Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen, und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. Hol len Pein. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, daß ein Speise sey den Kranken, den ihr Herz von Sünden schwer und für Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer S der von uns den Gottes Lei den . 1524. fein Arbeit; ist dir wohl, so bleib dayon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt erwerben, was dürft ich denn für dich sterben? Dieser Lisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde und bekennest mit dem Mun de, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollt du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1516. 191. Abendmahlslieder. Mel. Es ist gewißlich an der 2e. zu deiner Lie- be Herr- lich- keit 1. Herr Je- fu Christ, du höch- stes Gut, du Brunnquell al- ler Gna- den! Wir kommen, dei- nen Leib und Blut, wie du uns haft ge la den, 322 es sen und zu trin- ken. 1 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste seyn, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 192. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 143 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin frant, unrein, nackt und bloß, blind, arm: ach Herr, mich nicht verstoß. 1535. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. und un- frer Seelen Se- lig feit 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich: In meiner Schwachheit heile 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Noth uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. 1. Je- su, du mein Bräu- ti- gam, der du aus Lieb am Kreuzes stamm für mich den Tod ge- lit ten hast, genommen weg der Sünden Last. 1 1630. mich; was unrein ist, daß mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubenskerz; in Reichthum meine Armuth kehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das rechte Himmelsbrod, dich Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 144 7. Lösch alle Laster aus in mir; mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gib, was mir nüßt an Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieser Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 193. mich be wir the! du mir ge bent. Abendmahlslieder. wol lest du wei. den $ 1. Herr Je su Chri ste, mein ge treu. er hir te, bei dir al lei ne find ich Heil und Leben; 2 Mel. Gott sey gelol Ky ri e le S 1 10. Vertreibe alle meine Feind die sichtbar und unsichtbar seind; den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach, laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. und 2c. B . i. son! 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens; du bist selbst das Brod des Lebens. Kein Hunger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset: Kyrieleison! Du bist die lebendige Quelle, zu der ich mein Krüglein stelle; laß Altdeutsch? 1524. Ky ri e le ison! Dein arm Schäf- lein tomm, mit Gnaden was ich darf, kannst auf Ifra els Bergen in Freu. den " und zum fri- schen Was ser führn, da das Leben her thut rühru. mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! 3. Laß mich recht trauern über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyrie Abendmahlslieder. leison! Gib mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze, noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligfeit. Kyrieleison! 4. Mir ist befleckt sehr greulich mein Gewissen; ach, laß ein Blutströpflein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist am Kreuz gehangen. Kurieleison! Wird damit mein Herze gerühret, wirds von Stund an rein gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget; o süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden. Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Berlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott! hilfst du nicht, so bin ich todt. Kyrieleison! 6. Du rufest Alle zu dir in Genaden, die mühselig und beladen; all ihre Missethat willst du verzeihen, ihrer Bürden sie befreien. Kyrieleison! Ach, komm selbst, leg an deine Hände, und die schwere Last von mir wende. Mache mich 194. 145 von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleih. Kyrieleison! 7. Du wollest Geist und Herze zu dir neigen; nimm mich mir, gib mich dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin deine Nebe; nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach, in mir find ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenpein, in dir muß ich selig seyn. Kyrieleison! 8. Komm, o mein Freund, o komm, du schönste Krone! Iesu, komm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyrieleison! Komm und schenke mir deine Liebe, so wird nichts seyn, das mich betrübe, deine Sanftmuth und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! 9. Dieß sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssaft ertheilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyrieleison! In dir hab ich, was ich soll haben, deiner Gnaden Brünnlein mich laben. Laß mich ewig seyn in dir und bleib ewig auch in mir. Kyrieleison! Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Eigne Melodie. 3 1. Schmücke dich, o lie. be See le! Laß die dunk le komm and hel- le Licht ge gangen, fan ge herr. lich Grüger. 1649. Sündenhöh- le, an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Ga- ste la den; Pet. m. Not. 10 146 Abendmahlslieder. der den Himmel kann ver- walten, will jetzt Herberg in dir hal ten. 2. Gile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Eile, fie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen; von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deiner Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Heilge Luft und tiefes Bangen nimmt mein Herze jetzt gefangen; das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist wohl auch ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 5. Nein, Bernunft, die muß hier weichen, kann dieß Wunder nicht erreichen, daß dieß Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend 195. the nähret, und daß mit dem Saft der Neben uns wird Christi Blut gegeben. Oder großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 6. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sey zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dieß Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jest auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck, geb. 1618,+ 1677. 1555. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. E 1. Herr, du haft für al le Sün- der wo das Brød der armen Kin der ei nen rei- chen Tisch ge- deckt, nach des Vaters Liebe schmeckt. £ Heu te nun bin ich dein Gast, wie du mir be fob len haft; Abendmahlslieder. aber hilf auch, daß mein Herze 2. Räume, bitt ich, mein Gemüthe rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir zum halben Himmel werden. 3. Kann der Herr dem Knechte fchenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut; und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Noth und mich schne nach dem Brod, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt, denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seyst: drum er196. 147 nicht mit deiner Wohlthat scherze. höre, was ich bitt, theile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. boren, nähr uns auch durch deine 6. Sind wir doch aus dir geKraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hülfe schafft: ach, so laß dein Brod und Wein meines Herzens Manna seyn, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. und die Güter jener Welt; oder 7. Laß mich deine Liebe schmecken wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmuth, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch Niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; laß mich auch Niemanden hassen, der mit mir genießt dein Brod; nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir seyn und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Cafp. Neumann, geb. 1648, † 1715. Mel. Es ist gewißlich zc. 1535. 1. Halt im Ge dächtniß Je- sum Christ, o Mensch, der auf die Er. den vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bru der da zu werden. 10* 148 the Abendmahlslieder. Vergiß nicht, daß er dir zu Gut dank ihm für diese Lie be. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der auch am dritten Tage fiegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die 197. hat angenommen Fleisch und Blut; Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird wieder kommen und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. D denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriatus Günther, geb. 1650,+1704. Mel. Es ist gewißlich zc. 1535. 1. Wie het lig ist die Stätte hier, wo ich voll An- dacht steh- e! Sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sehe! D Lebensthor, o Tisch des Herrn! vom Himmel bin ich nicht mehr fern a und füh le Got: tes Näh. e. 2. Wie heilig ist dieß Lebens- vor dem des Herzens Angst und brod, dieß theure Gnadenzeichen, Noth und alle Qualen weichen Abendmahlslieder. O Brod, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet. Lebenstrank, o heilges Blut, das einst geflossen mir zu Gut, dich will ich jest empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, da198. 149 mit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sey und bleibe. Von dir sey ganz mein Herz erfüllt, Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! Nach Bal. Ernst Löscher, geb.1673, t1749. Mel. Ich ruhe nun in Gottes 2c. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief fey zerrisfen, daß unsre Handschrift sey zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sün1713. 1. Mein Je- su, der du vor dem Scheiden in deiner lek- ten Trauernacht uns haft die Früchte dei- ner Lei- den in einem Te- sta- ment vermacht, es prei- sen gläu- bi.ge Gemüsther dich, Stifter dieser hohen Gü. ter. 2. So oft wir dieses Mahl ge- den in deinen blutgen Wunden nießen, wird dein Gedächtniß bei finden. uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sey. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unsern Herzen. 4. Das Band wird fester zugezogen, das dich und uns zusammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stüßen kriegt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu Einem Geist verbunden. 5. Dieß Brod kann wahre Nahrung geben; dieß Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser 150 innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. Abendmahlslieder. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande in Herz und Eine Seele seyn. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du 199. C 1. Ich komme, Herr, und suche dich müb. se lig und Gott, mein Erbar mer, würdge mich des Wunders dei uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. ich suche Ruh und fin oder 1 8. D theures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dieß Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. Met. An Wasserflüssen 2c. 9. Dir sey Lob, GEhr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel 3ungen zu dessen Ruhm geschäftig seyn. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommner Joh. Jakob Rambach, loben. geb. 1693, 1735. sten. Ich lie- ge hier vor dei- nem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, * mich dei- ner zu ge trösten. Ich füh- le mei- ner Sünden Müh; 1 1525. IT De fie 16 to sten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an; du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an sich verfühnet. be. la den. ner Gna den. im Glauben der Erdein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit Abendmahlslieder. 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sey getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Wein200. $ 1. Herr, der du als ein stilles Lamm am mar- ter- vol- len Kreuzes stamm Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 2. Hier feir ich deinen Mittlertod; hier nährst du mich mit Himmelsbrod; hier ist das unschäßbare Gut, daß du mir gibst, dein Leib und Blut. 151 stock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meiner Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Christi. F. Gellert, geb. 1715, † 1769 zur Tilgung meiner Sün- den- last dich auch für mich ge opfert haft: 3. Hier labet mich als deinen Gost der Leib, den du geopfert hast, dein Blut, das, o Herr Jesu Christ, am Kreuzesstamm vergossen ist. 4. D Heiland, hilf mir, daß ich ja mit tiefer Ehrfurcht dir mich nah! Herr, mein Mund empfahe nicht des Lebens Speise zum Gericht. 5. Hilf, daß mühselig und beschwert mein gläubges Herz dars 1630. . nach begehrt, der Wohlthat ganze Größ ermißt und deiner Liebe nie vergißt. 6. Ich, Erd und Asche, bins nicht werth, daß so viel Heil mir widerfährt; du willst, o Höchster, nicht verschmähn, zu meinem Herzen einzugehn. du dirs selbst zu deiner Wohnung 7. Mein Herz steht offen, richte zu; wirf alle Laster ganz hinaus, schmück es mit jeder Tugend aus. 8. Du kommst; gesegnet seyst du mir! Du bleibst in mir, ich bleib in dir; ich end in dir einst meinen 152 Lauf, und du weckst mich vom Tode auf. 9. Ich liebe dich, Herr, unverrückt, wenn auch das schwere Kreuz mich drückt; wenn Leib und Seel verschmachtet mir, doch lieb ich dich und bleib bei dir. 10. Auch stärkt mich dieses Mah. les Kraft auf meiner ganzen Bilgerschaft, mit Allen in den Kampf zu gehn, die mir nach meiner Seele stehn. 201. Abendmahlslieder. Einst feiern wir 202. 11. G3 steuert allem Stolz und Neid, verknüpft zu Lieb und Einigkeit, gibt Trost, der nie das Herz verläßt, und macht den guten Borz satz fest. Herr, du wollst uns vor be rei- ten zu dei- nes Mah- les Se- lig- fei- ten; Laß uns, Le- ben zu empfah- en, mit glaubensvol- lem Herzen nah- en sey mit ten unter uns, o Gott! und sprich uns los von Sünd und Tod! 12. Und wenn du mich, o Lebensfürst, zur Seligkeit vollenden wirft, erquickt mit Freuden ohne Zahl mich dort dein ewges AbendJoh. Adolph Schlegel, mahl. geb. 1721, 1793. Mel. Wachet auf, ruft 2c. hat gespei set Gott, zu Gute. 1. Gott sey ge. lo. bet mit seinem Fleische dein laß uns ewig seyn. Amen, A. men! An be tung dir! . Wir sind, o Je su, dein; das große Abendmahl bei dir! Nach dem Abendmahl. Eigne Melodie. 1599. Friedr. Gottl. Klopstock, geb. 1724, † 1803. und ge be. ne dei et, und mit seinem Blute; Ry. ri. e. le. • i. son! Altdeutsch? 1524. der uns sel ber das gib uns, Herr Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria tam, [ 2. dich- zwungen hatl [ 3. uns- nim mer laß] Abendmahlslieder. und das hei. li. ge Blut Ky ri. e. f ft le. i, son! 2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer Güte konnt er uns geschenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that, und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison! 203. 1 9 Mel. Nun lob, mein Seel 2c. Dwun der sa me Spei I I hilf uns, Herr, aus aller Roth. 1. Wie wohl hast du ge. la. bet, ja mich so reich be- ga " bet, . 3. Gott geb uns allen seiner Gnaden Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison! Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. fe, o Liebsmahl, das ich pret se 1 wie hast du doch er. qui cet " Mein Geist der hat er. bli det 153 o liebster Je. su, dei- nen Gast, daß ich jetzt füh- le Freud und Rast. " D sü ßer Lebenstrank, mit einem Lob- ge. 1540. S sang, mein Leben, Herz und Muth! T das aller höchste Gut. 154 2. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir voll gemessen den edeln Kelch, der mich erfreut. Ach, Gott, du haft erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jeßt sich neiget mein Herz in Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das edle Himmelsbrod; hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Lod. Abendmahlslieder. 3. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebster Jesu, wohl, daß du mich läsfest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst getränket mit deinem theuren Blut, dich mir ins Herz gesenket, o unvergleichlich Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schuß, Hülf und Nath. 4. Wie kann ich aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier dich haft so tief gelassen vom Himmelsfaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge, besucheft deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlitz schaue dort in der Ewigkeit. 5. Du bists, der ewig bleibet; 204. ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich; du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht ist an dir; ich, sündhaft im Gemüthe, kann fehlen für und für: noch kommest du hernieder und nimmst mich Sünder an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 6. Ein Herz, das recht bereuet, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das ist, was dich erfreuet, mein Gott und Herr, zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; hilf, daß ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen; dir sey von Herzensgrund jetzt Lob und Preis gesungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 7. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engelstrank; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr wohl, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Land; ich seufze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland. Fahr wohl, dort werd ich leben ohn Angst und Herzeleid; mein Gott, du wirst mir geben die ewge Seligkeit. Joh. Rist, geb. 1607, † 1667. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. Selnecker? 1587. 1. O Je su, mei- ne Won- ne, du meiner See len Sonne, S du Freund lich ster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. Abendmahlslieder. 2. Wie kann ich gnugsam schäpen dieß himmelsüß Ergößen und diese theuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranken gefpeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und heißvergoßne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüthe dein übergroße Güte; dieß theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 155 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben! Was kannst du Werthres geben? 11. Ach laß, Herr, meine Seele in dieser Leibeshöhle doch allzeit mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 13. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, geb. 1607, † 1667. 205. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. $ 1 1. Gott Lobh bin aufs Neu er- qui- fet mit Chri- sti theu rem Leib und Blut. 1 Das Hell, das hier mein Geist erblicket, macht al- len meinen Scha- den gut. 1731. Mein Glaube jauchzt und freuet sich; denn Je- sus Christus starb für mich. 2. Gott Lob! die ganze Last der Sünden ist nun aus Gnaden weggeschafft. Mich aller Schulden zu entbinden, hat Jesu Blut die volle Kraft. Heut nahm ich ja der Freiheit Pfand beim Abendmahl aus seiner Hand. wissen fühlt sich in Jesu Tod gestillt. Ich sch die Handschrift ganz zerrissen, die mich vorhin mit Furcht erfüllt. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, werd an sein Vaterherz gewöhnt. 3. Gott Lob! mein zagendes Ge 4. Gott Lob! der süße Seclenfriede kehrt wieder in mein Herz 156 zurück. Wie war ich doch so krant, so müde, bis meines Jesu Gnadenblick aufs Neue sich zu mir gelenkt und Trost und Ruhe mir geschenkt. 5. Gott Lob! in dem erfreuten Herzen wohnt Jesus und die Seligkeit. Der Hoffnung weichen alle Schmerzen; leicht wird das Leiden dieser Zeit. Ein ewigs Glück lacht 206. Abendmahlslieder. was der Herr für Gna de schen- fet, 化 mir von fern; drum harr und glaub und duld ich gern. Mel. Alle Menschen müssen sterben ze. 1. Dan- ket, dan- ket Gott mit Freu- den, Macht die großen Selig feiten dan fet ihm vor dem Altar, 2. Ja, wir preisen Gottes Güte; denn sie währet ewiglich. O wie freut sich das Gemüthe, daß der Herr so gnädig sich gegen uns auch jetzt erwiesen! Immerdar sey er gepriesen; groß ist seine Huld und Treu, und auch heute ward sie neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Himmel sammt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, singen Seraphinen dreimal 207. 6. Gott Lob! mit Freuden will ich sterben; der Himmel ist mir aufgethan. Dort darf ich auch mit Jesu erben nach einst durchwallter Leidensbahn, und mit der außerwählten Zahl halt ich erst dann recht Abendmahl. Maria Cl. Silberrab, geb. 1750,+ 1815. Hinge? 1690. dan- ket ihm mit Herz und Mund! die ses heil- gen Mahles kund, da er selbst uns speist und tránket; daß er uns so freundlich war. Heilig, die dir dienen. Droben in dem Heiligthum schallet deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, segne uns in seinem lieben Sohn; und des Vaters Sohn begegne ung von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja, Amen! sprecht Halleluja! Nif. Kaiser, geb. 1734,+ 1800. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1 uns, o Gottes Sohn, Wir nab en im Nacht- mahl dei nen Leib, dein Blut; 1599. von Dank durch. dieß komm auf Confirmation. drun gen deinem Thron; e. wig uns zu Gut . men, A• men! Welche Freu- den du haft uns und stärt in war ten droben, wo wir dich ohn En. de II. Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation. ich bin in Christum ein- ge- senkt, 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster seyn. 3. Doch habe ich dir Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigenthum zu seyn gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werten ab. nun ge ge ben uns dein Leben. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste 208. $ 1. Ich bin getauft auf dei- nen Ra- men, Gott Bater, Sohn und heilger Geift; ich bin ge- zählt zu deinem Sa- men, zum Volk, das dir geheiligt heißt; 157 nach dem Leiden To ben. Reumarf. 1657. ich bin mit seinem Geist besschenkt. stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs Neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn; es sey in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen, ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut be Confirmation. 158 sprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich; Gott hört es, ich entsage euch. heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach), geb. 1693, 1735. Mel. Meinen Jejum laß ich zc. Nach Hammerschmidt. 1658. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und 209. 1.. wig, e wig bin ich dein, bin auf dich, um dein zu seyn, Dessen soll mein Herz sich freun; 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Vater habe! Deine Gnade macht mich rein; droben soll ichs ewig seyn. 3. Ich, ein Sünder von Natur, ich Gefallner soll auf Erden eine neue Creatur, soll, o Gott, dir ähnlich werden. Heilig, heilig soll ich seyn; Jesus und sein Geist ist mein. 4. Treue hab ich oft gelobt, doch verleßt den Bund der Taufe. Wenn die Lust in mir getobt, ließ ich ab vom Glaubenslaufe. Aber nimm mich wieder ein; dein, Herr, will ich ewig seyn. theu er dir, mein Gott, er fau- fet; Va- ter, Sohn und Geist ge- tau- fet. wig, e wig bin ich dein. 5. Ich entsag, o Satan, dir, dir, o Welt, und dir, o Sünde. Euch entsag ich, weicht von mir, dem ertösten Gotteskinde! Eure Luft ist Tod und Pein; ich will meines Gottes fern. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich auf dem schmalen Wege übe gute Ritterschaft und nur Jesu leben möge. Er wird Gnade mir verleihn, treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich; denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Bater, Sohn und Geist, getaufet. Laß mich hier im Glauben dein, dort im Schauen selig seyn. Joh. Andreas Cramer, geb. 1723, † 1788. Drese. 1698. 210. 44 1. Von des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist derStärke; E gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu seyn. Mel. Seelenbräutigam 2c. Confirmation. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu Gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, daß wir unsern Bund erneuern und mit Wahrheit dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Weltluft zu verschmähn. 211. 159 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samnel Marot, geb. 1770. Mel. D du Liebe meiner Liebe zc. 1698. 1. Bei dir, Je su, will ich blei- ben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir ver. trei- ben, will auf deinen We. gen gehn. Du bist meines Lebens Le ben, meiner See. le Trieb und Kraft, I wie der Wein- stod sei- nen Re. ben 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen theuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib zu- strömt Kraft und Lebenssaft. ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Seit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Russ aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimath reist. Carl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801. 160 212. fe Beichtlieder. Beichtlieder. Eigne Melodie. 1. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, sieh doch, wie ich in meinem Muth und in mir hab der Pfei- le viel, . mich ar- men Sün der drü. den. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet haft am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht mit großem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und fast beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und wollte gern 1594. du Brunnquell al- ler Gna den, mit Schmerzen bin be. la. den, die im Gewis- sen ob ne Ziel im Blute dein von Sünden abges waschen seyn, wie David und Ma. nasse: 6. So komme ich zu dir allhie in meiner Noth geschritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von ganz zem Herzen bitten: Vergib mir alles gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. Ach, Herr, vergib mirs doch, mein Gott, um deines Namens willen, und thu in mir die große Noth der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb, und dir hinsort zu Ehren leb im kindlichen Gehorsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich durch deine Wunden; hilf mir zu deines Namens Preis in meiner legten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im wahren Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Barth. Ringwaldt, geb. 1530,+ um 1598. 213. Beichtlieder. Mel. Herzlich lieb hab ich 2c. Bor G'richt, Herr Je- fu, steh ich hie, beug in Demuth meines Herzens Knie und seufze mit Web.kla gen: Mein große Sünd und Mis je. that F 214. fe mich ver- klagt und ver- dammet bat; doch will ich nicht ver. za. gen. 161 Herr Je su Chrift, dein Blut al- lein macht mich von allen Sünden rein, I Bor 1577. weil ich fest glau- be und da- bei im Herzen ba.be wah- re Reu. ich will mich bessern, hilf du mir! Herr Je su Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, . Mel. Bion flagt mit Angst ze. Meine Sünden ängsten mich, und be kenne mei- ne Sün.den; 2. Weil du heißest Alle kommen, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen, noch gewiesen von der Thür deiner Gnaden, sondern du willst und wirst mich noch Vet. m. Not. 1. du Schöpfer al ler Din.ge, boire, bö. re mein Gebet, das ich je zo vor dich brin- ge, weil mein Herz in Hengsten steht. Grüger. 1640. da rum komm ich auch vor dich ach Herr, laß mich Gnade fin. den! dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet ungebrochen, das du einmal hast geredt: 11 162 nun hast du, o Gott, gesprochen: Such mein Antlig im Gebet. Darum fomm ich auch vor dich, such dein Antlig; ach, laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von meinen Sünden! Beichtlieder. 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe hier in deine Hand, o Gott, drin du sprichst: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden, und begehr ewiglich mit mir zu leben, so will ich ihm alls vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen; ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demuth biegen meine Knie an diesem Ort, und bekennen meine Sünd: Ich bin das verlorne Kind, daß vom Teufel oft verblendet deine Güte hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr fagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gefündigt dir; aber sey doch 215. # 10 gnädig mir; ich fall dir in deine Arme: ach Herr, meiner dich erbarme. 7. Ich verläugne nicht die Sünden, ich verläugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Geduld; alles, was ich schuldig bin, will ich zahlen, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe dessen Leiden an! denn er hat ersetzt den Schaden; er hat für mich gnug gethan. Durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich jetzo tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf genießen Christi wahren Leib und Blut, meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zu Gut. Gib, daß würdig ich genieß, Jesu, dich, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Joh. Heinr. Califius, geb. 1633, † 1698. Eigne Melodie. Möd. 1820. 1. Ich armer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes An- gesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelin- der und geh nicht mit mir ins Gericht! B Er bar- me dich, er- bar- me dich, 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd, bis daß ich Gnad von dir erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich zc. Gott, mein Er- bar- mer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du allerliebstes Vaterherz! Wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich zc. Beichtlieder. 4. Wahr ist es, übel steht der Schade, den Niemand heilet außer du. Ach, aber ach! gib Gnade, Gnade! ich laß dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich zc. 5. Nicht wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich zc. 216. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich 2c. Christoph Titius, geb. 1641,+ 1703. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Nach Hammerschmidt. 1658. 163 6. Sprich nur Ein Wort, so werd ich leben; sag, daß ich armer Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich 2c. 1. Je fus nimmt die Sünder an! sa get doch dieß Trostwort Al. len, welche von der rech- ten Bahn auf ver- kehr- ten Weg ver fallen. Hier ist, was sie retten kann: 2. Keiner Gnade sind wir werth; doch hat er in seinem Worte eidlich fich dazu erklärt; sebet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaf verloren ist, fuchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich daß verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an! 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dieß Wort · Je fus nimmt die Sünder an! mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 6. Ich bin ganz getroften Muths; ob die Sünden blutroth wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in Schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Mein Gewissen nagt mich nicht; Moses darf mich nicht verflagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Sünden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an! Auch mich hat er angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdm. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. 11* 164 217. $ Beichtlieder. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Ich er be. be mein Ge- mü- the denn ich ken ne dei- ne Güte, Nur Veräch ter det ner Huld 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen. Deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. Gott der Liebe und des Lebens, Kei- ner harrt auf dich ver- ge- bens. 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht. Laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten 218. 1687. fehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; o wie theu. er ist sie mir! stür zet ib. re eig ne Schuld.. auf dem Sündenwege machst du mein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Süns denlast liebreich abgenommen haft. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. Mel. Ich armer Mensch zc. Mod. 1820. 1. Mein Jesus ist ein Freund der Seelen, die in der Angst und Sündennoth nur ihn zu ihrem Trost sich wählen, der sie ge- liebt bis in den Tod. Sie sol.len Ruh von ihm empfahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. Beichtlieder. 2. Wenn das verdammende Gewissen sie bis zur Hölle niederbeugt; wenn Thränen ohne Hoffnung fließen, ists Jesus doch, der ihnen zeigt, wie man dem Fluch entrinnen fann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Er kam vom Himmel zu uns nieder, ein Fluch zu werden für die Welt. O dankt ihm laut, erlöste Brüder! Er hat den Frieden hergestellt, indem er Gott genug gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie willig hat er einst sein Leben zur unerhörten Todespein für uns am Kreuz dahin gegeben! Wer wollte nun noch traurig seyn? Er zeigt zum Himmel uns die Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Hört dieß, ihr angefochtnen Seelen; eilt alle, flicht in Jesu Schoß! Er macht von allem, was euch quälen und schaden kann, auf ewig los. Er ist mit Huld euch zugethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Gr bringt in seinen offnen Armen versöhnt zu eurem Gott euch hin, und neigt zum ewigen Erbarmen des liebevollen Vaters Sinn, den Jesus nur versöhnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 165 7. Auch sendet er in unsre Herzen den wahren Tröster, seinen Geist; der stillet aller Sünden Schmerzen, wenn er auf Jesu Tod uns weist. Wer ist, der uns verdammen kann? Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Nichts, nichts tilgt seines Mitleids Triebe. Wenn auch kein Strahl der Hoffnung scheint, so zage nicht; er ist die Liebe; er ist dein Retter und dein Freund. Heil Allen, die im Ernst sich nahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Komm glaubensvoll! Er stillt dein Sehnen und schließt des Jammers Pforte zu. Er trocknet liebreich deine Thränen und schenkt den Müden süße Ruh. O selig, wer noch weinen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 10. Vernimm denn seinen Ruf und zähle mit Vorsicht jeden Tag des Heils. Ach eil, errette deine Seele und triff die Wahl des besten Theils! Flich heute noch der Sünde Bahn und komm; heut nimmt dich Jesus an. 11. Hier sind wir, Heiland aller Sünder! Erbarme dich und mach uns rein; so wollen wir, der Gnade Kinder, dir ewig dafür dankbar seyn, weil dann ein Jeder rühmen kann: Gott Lob, auch mich nahm Jesus an! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. 166 219. VE Ordinationslieder. Ordinationslieder. Mel. D Gott, du frommer 2c. 1. Herr Je su, der du selbft und, was du aus dem Schoß den rech- ten Weg zu Cott sey für dein Pre digt. amt U 2. Du bist zwar in die Höh zum Vater aufgefahren; doch gibst du noch der Welt dein Wort mit großen Schaaren, und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs und fest ans Ende bleib. 3. Hab Dank für dieses Amt, wodurch man dich selbst höret, das uns den Weg zu Gott und die Verföhnung lehret, durchs Evangelium ein Häuflein in der Welt berufet, sammlet, stärkt, lehrt, tröstet und erhält. 1710. von Gott als Leh- rer tom- men des Vaters hast ge- nom men, mit Wort und Werk gelehrt, ge lobt von deiner Heerd. " Wort in ihren Mund; was jeder reden soll, das gib du ihm zur Stund. 6. Ach, segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen; laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen; such das verirrte selbst, bind daß verwundte zu, das schlafende weck auf, das müde bring zur Ruh. 7. Bewahr vor Keßerei, vor Menschenlehr und Dünkel; lehr uns nach deiner Art im Tempel, nicht im Winkel; behüt vor Aergerniß, vor Spaltung, welche trennt; erhalte rein und ganz dein Wort und Sacrament. 4. Erhalt uns diesen Dienst bis an das End der Erden, und weil die Ernte groß, groß Arbeit und Beschwerden, send selbst Arbeiter aus, mach solche klug und treu, daß Feld und Baumann gut, die Ernte reichlich sey. 8. Bring, was noch draußen ist, zu deiner kleinen Heerde; was drinnen ist, erhalt, daß es gestärket werde; durchdring mit deinem Wort, 5. Die du durch deinen Ruf der bis Heerde und der Hirt im GlauKirche haft gegeben, erhalt bei rei-' ben, Herr, an dich zusammen selig ner Lehr und einem heilgen Leben; wird. leg deinen Geist ins Herz, das Eberhard Ludwig Fischer, geb. 1695,+ 1773. 220. $ 16Ordinationsliedera Mel. Wie schön leuchtet zc. 1. Je su, Herr der Herr- lich- keit, I du siehst auf die er löste Welt, B dei ner Christen- heit, wie es dir gefällt, Von dir sind wir du Hir. te dei sorgst, daß sie se auch er. wäh. let, den Er. lösten, die du 2. Wohl deinem Volt, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, gottselig und gewissenhaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seclen nie: mals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gefandt; Herr, segne sein Geschäfte. Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. B 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sey, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer 167 1599. du König regierst sie, ner Heerden, lig werden. S zu gezäh let $ seg. nen willst und trösten. Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen! Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein theures Pfand; laß keine ihn verlieren! Jesu, hilf du, und Heerde treu vor dir erfunden beut die Hände, daß am Ende Hirt werde. 6. Sey uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. D Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Joh. Daniel Carl Bickel, geb. 1737, † 1809. 168 221. Trauungslieder. Trauungslieder. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 1. Herr Gott, der du den Eh. e. stand ge ordnet haft auf Er. den, daß dein Geschöpf durch die ses Band soll froh und glücklich werden; 1524 3-2 # o laß durch deinen Gnaden schein ihn al le zeit voll Se- gen seyn H und se te ihn zu Eh 2. Du wollst des Feindes Hin- nen willt, so kann es Niemand terlist durch deinen Schutz verweh- wehren. Der Delkrug, welchen du ren; du weißt, wie er geschäftig ist, gefüllt, ist niemals auszuleeren. dein heilsam Werk zu stören. Daß Aus Mangel machst du leberfluß, nun durch seine Bosheit nicht des und sprichst du nur ein Wort, so Herzens Fried und Eintracht bricht, muß auch Wein aus Wasser werden. so steure seinen Werken. · ren. 3. Die Seclen laß in Lieb und Leid getreu beisammen stehen und in der wahren Frömmigkeit auf deinen Wegen gehen. Wohl dem, der dich vor Augen hat! In allem wird ihm Rath und That nach seinem Wunsch gelingen. 4. Laß auch dabei Beruf und Stand sich deiner Güte freuen, durch deine reiche Segenshand die Arbeit wohl gedeihen; so fehlet unsrer Nahrung nichts, ob wir im Schweiß des Angesichts das Brod gleich müssen essen. 5. Herr, wenn du Jemond seg6. Dringt auch das liebe Kreuz herein, so darf man nicht verzagen. Gs muß ja wohl ein Wechsel seyn von gut und bösen Tagen. Du hast uns schon den Trost gesetzt, daß alle Dinge doch zuletzt zu unserm Besten dienen. 7. Das Brod des Lebens wirst du uns im Himmel endlich schenten. Die Quelle deines Freudenbrunns wird uns da ewig tränken, so daß uns hier und dort nichts fehlt; denn wir sind hier und dort vermählt dem Bräutgam unsrer Seelen. Erdm. Neumeister, geb. 1671, 1756. 222. Be Trauungslieder. Mel. Ich armer Mensch zc. fe 1. Se su, geh vor an 1. Es hat der Herr zu allen Bei- ten der Seinen ganzenkauf bedacht; er ist es, der auf allen Seiten von Anfang ihren Weg bewacht bis auf ein Haar von ih- rem Haupt; wohl dem, der seiner Führung glaubt! 2. Er spricht: Befiehl mir deine Wege; sie sind in mir schon außersehn. Trau meiner treuen Vaterpflege, so wird es gut und selig gehn; so geb ich dir auf jedem Schritt auch meines Geistes Leitung mit. 3. Sich nun, o Herr, auf diese Seelen und laß sie dir befohlen seyn; laß sie nur deine Wege wählen, mach sie mit deinem Blute rein, bis sie zu deinem Reich eingehn und ewig jauchzend vor dir stehn! 223. Mel. Seelenbräutigam zc. 169 9 dir ge treulich nachzu ei. len; führ uns an der Hand 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz jemals unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiMac. 1820. auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, Drese. 1698. bis ins Va- ter- land. den; richte unsern Sinn auf das Ende hin. Mel. Jein, meines Lebens Leben 2c. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nit. Ludwig, Graf v. 3inzendorf. geb. 1700, † 1760. 1687. Mach, Herr, Ein Herz aus den zweien durch der Liebe fe stes Band; gie Be Segen und Ge- deih- en auf den neu er.wähl- ten Stand; 170 Begräbnißlieder. laß fie alt bei sam- men werden und viel Gutes sehn auf Er.den. f Steh bei ihnen in der Noth, und sey e. wig unser Gott. -Caspar Neumann, geb. 1648, † 1715. [ Siehe Haus und Ehestand.] Begräbnißlieder. 225. Eigne Melodie. 1. Mun laßt uns den Leib be- gra- ben, dar- an wir kein 3weifel ha- ben, er werd am jüngsten Tag aufstehn. und un- ver- wes. lich hervorgehn. 2. Grd ist er, und von der Er- ren und ewger Freud wird geden, wird auch zu Grd wieder wer- währen. den, und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Posaun wird angehn. 6. Hier ist er in Angst gewesen; dort aber wird er genesen in ewiger Freud und Wonne, leuchten wie die helle Sonne. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 7. Nun lassen wir ihn hier schla sen, und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kömmt uns gleicher Weis. 4. Sein Jammer, Trübsal und Glend ist kommen zu eim selgen End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der und durch sein Blut hat eriöst vons Teufels G'walt und ewger Pein; ihm sey Lob, Preis und Ehr allein. M. Weiß( 1531). Störl. 1711. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklä226. 1544. Eigne Melodie. 1. Rub.et wohl, ihr Tod ten bei. ne, in der stil. len Ein- sam- keit! Begräbnißlieder. ruh- et, bis das End erscheine, ru- fen wird aus euren Grüf. ten zu den freien Himmelslüften. da man nichts als Asche findt, wird doch Gott, was vor gewesen, wieder neu zusammen lesen. 2. Nur getrost, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat gegeben durch sein theuer werthes Wort: Keiner soll im Tod verderben, die in seinem Namen sterben. 3. Und wie soll im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst mit Blut und Sterben hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder find. Muß der Leib im Grab erkalten, erheben. 227. da der Herr euch zu der Freud 171 5. Jesus wird, wie er erstanden selber an dem dritten Tag, gleichfalls seine Reichsverwandten führen aus des Todes Schmach zu dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. Mel. Nun fich der Tag zc. 1. Ei, wie so sanft entschliefest du 4. Verbirg dich unserm Angesicht im kühlen Erdenschoß! Du hast das 6. Ruhet wohl und sanft im Kühlen eine noch so kurze Zeit; es läßt sich schon nahe fühlen die so frohe Ewigkeit, da ihr sollt mit neuem Leben euch vor Gottes Chron und liegst nun da in süßer Ruh 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Pein; sein letztes Wort: Es ist vollbracht! das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Verwandelung in dieß Gefilde sän, mit Hoffnung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. Friedr. Conrad Hiller, geb. 1662, † 1726. 1698. nach manchem schweren Stand, in dei. nes Heilands Hand. Deine ausgericht, empfängst ein selig Loos. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier geliebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Heerd, die sich zu ihm gesellt, und die ihm ist so theur und werth, auch vollends durch die Welt! Gottfried Reumann, um 1736. 172 228. tep Begräbnißlieder. Mel. Der lieben Sonne Licht 2c. 1. Die Chriften gehn von Ort zu Ort durch mannig- faltgen Jammer und kommen in den Frie- densport und ruhn in ihrer Kam- mer. Gott nimmt sie nach dem Lauf 1. Nun bringen wir den Leib zur Ruh 1723. > das Waizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht ge- fät. 2. Wie seyd ihr doch so wohl 3. Wir freun uns in Gelassengereist! Gelobt seyn eure Schritte, heit der großen Offenbarung; indu friedevoll befreiter Geist, du jest dessen bleibt das Pilgerkleid in heis verlaßne Hütte! Du, Seele, bist liger Verwahrung. Wie ist das beim Herrn, dir glänzt der Mor- Glück so groß in Jesu Arm und genstern; euch, Glieder, deckt mit Schoß! Die Liebe führ uns gleiche sanfter Ruh der Liebe stiller Schat- Bahn, so tief hinab, so hoch hinan! ten zu. Nik. Ludwig, Graf v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1760. 229. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern hier, was unser Les ben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuleßt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lemit seinen Ar.men auf; 1544. und descken ihn mit Er.de zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Er- de werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Naub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. benszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Chr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. Ofichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. Begräbnißlieder. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gråbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm Jeder seiner Seele wahr! 230. Eigne Melodie. 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, die mit ihm starben. Halleluja! 231. que 1. Aufer stehn, ja auf- er- stehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Rub! # Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir ge. ben. Hal- le- lu- ja! dann uns seyn. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligthume zu feines Namens Ruhme. Halleluja! 3. Tag des Dants, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds 173 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sey uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zich unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antliß ewig sehn. Ehrenfr. Liebich, geb. 1713, † 1780. Mel. D Gott, du frommer 2c. 1. 3hr Eltern, gute Nacht! ich fahr zu Je su hin • zu Je. su, welcher mich Stadler. 1820. Friedrich Gottlieb Klorstod, geb. 1724, 1803. 1710. nun geht es an ein Schei- den; in sei ne Himmels- freu- den, 1 in Ewigkeit an lacht; 174 Begräbnißlieder. ach, wei net, wei. net nicht, 2. Ihr Eltern, gute Nacht! hört auf, um mich zu klagen, da jest mein zarter Leib wird in das Grab getragen; wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht; ach, weinet 2c. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht; ach, weinet zc. 232. 25 1. Wenn flei- ne Himmels er ben Mel. D Welt, ich muß dich 2c. so büßt man sie nicht ein; ihr Eltern, gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht; ach, vom Ba- ter auf.ge. hv. ben, 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? weinct 2c. 5. Ihr Eltern, gute Nacht! die Angst und Marterstunden, die sind. in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht; ach, weinet ac. 1598. in th. rer Un- schuld ster- ben, sie werden nur dort o. ben damit fie un ver lo ren seyn. 3. D wohl auch diesem Kinde; cs stirbt nicht zu geschwinde. Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu find Joh. Andr. Rothe, geb. 1688,+ 1758. Der Glaube im Allgemeinen. Der christliche Glaube. Der Glaube im Allgemeinen. 233. Vierte Abtheilung. er 1. Wir glau. ben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, for Eigne Melodie. der sich zum Ba- ter ge- ben hat, daß wir sei.ne Kin- der werden. al- lem Un- fall will er wehren, . Er will uns all- zeit ernähren, Leib und Seel auch wohl be- wah- ren; 175 get Luther. 1524. für kein Leid soll uns wi- der- fah- ren; es steht alles in fei ner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben, für uns, die wir warn verloren. am uns, hüt't und wacht, hüt't und wacht, Kreuz gestorben 1: und vom Tod: 1 wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, und mit Gaben zieret schöne; die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben. Hier 176 Der Glaube im Allgemeinen. all Sünd vergeben werden; das diesem Elend 1: ist bereit:) uns ein Fleisch soll auch wieder leben, nach Leben in Ewigkeit. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 234. Mel. Es ist gewißlich an der zc. EL 1. Gottes Sobn, Herr Je su Christ, nicht Je der man- nes Ding es ist, Drum hilf du mir von o. ben her, und daß ich drin ver. bar. re. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil das wahr Erkenntniß finden, wie der nur an dir habe Theil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, ins Herze es wohl fasse, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, mein lebendiger Glaube. 5. Den Glauben, Herr, laß trosten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen, und durch den Glauben auch die Welt, und was 1535. daß man recht könne gläu- ben, noch standhaft zu ver- bleiben. des wahren Glaubens mich gewähr. dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. War auch mein Glaub wie Senfkorn klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig seyn, daß deine Gnad mich stärke, die das zerbrochne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sey, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sey lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sey fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß er sey thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Näch sten fort zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich Der Glaube im Allgemeinen. 177 wende in meiner letzten Stund und was sich vom Glauben in mir findt, Noth, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit erlange. du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg daß Schauen. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünklein in mir Schwachen, 235. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 1. Der Glaub ist eine Zu- ver- sicht zu Gottes Gnad und Gü- te; der bloße Beifall thut es nicht, es muß Herz und Gemü- the zu Gott völlig ge- rich- tet seyn und gründen sich auf ihn al lein ohn Wan- ken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Vertrauen, und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Verdienst thut bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Menschenwerk, der Glaub kommt von dem Herren; drum bitt, daß er ihn in dir stärk und täglich woll vermeh ren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, bei dir seyn; sonst ist dein Glauben eitel. 236. 1523. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich wolln rühmen und böse Werke nehmen an, so Christen nicht geziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur sey Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst seyn angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich balt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sey und vor dem Nächsten leuchte. Ludw. Andr. Gotter( 3). geb. 1661, 1735. Mel. Nun lob, mein Seel zc. 1. Ich weiß, an wen ich gläube. bei dessen Wort ich blei be, S Vernunft darf hier nichts sa• gen, Pet. m. Not. 1540. Mein Je- sus ist des Glaubens Grund, und das be- ken- net Herz und Mund. sie sey auch noch so klug. 12 178 by Der Glaube im Allgemeinen. Wer Fleisch und Blut will fra gen, 1 Ich folg in Glaubens- leh ren H was die je mich läst hö. ren, 2. Herr, stärke mir den Glauben; denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dieß Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wirds selig um mich stehn. Ach, segne mein Vertrauen und bleib mit mir vereint: so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 237. 1. Herr, ob ne Glauben kann ach, da rum le ge mir der fällt in Selbstbe trug. muß un beweg- lich seyn. 3. Laß mich im Glauben leben; soll auch Verfolgung, Angst und Pein mich auf der Welt umgeben, so laß mich treu im Glauben seyn. Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, das mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Sterbenszeit, so ist des Glaubens Ende der Seelen Seligkeit. Erdm. Neumeister, geb. 1671, t.1756. Mel. D Gott, du frommer Gott 2c. den wah- ren Glauben bei: nicht Je der- man- nes Ding 2. Laß mich insonderheit, daß du seyst, herzlich gläuben; was mir dein Wort verheißt, bei dem laß fest mich bleiben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und daß ihn deine Hand aus allen Nöthen reißt. 1 der heil- gen Schrift allein; 1710. dir Niemand wohlge fallen; vor an dern Ga- ben al len denn der ist, wie du weißt, und kommt von dei. nem Geist. -3. Herr, laß mich auf dein Wort von ganzem Herzen trauen, und stets auf deine Treu und Wahrheit feste bauen. Gib, daß ich dir in Noth und Kreuz und Tod getreu und durch des Glaubens Kraft allzeit gehorsam sey. Der Glaube im Allgemeinen. 4. Mein Jesu, laß mich dich im Glauben wohl erkennen, dich meinen Herrn und Gott, Trost, Schuß und Heiland nennen. Laß mich im Glauben thun, was mir dein Mund gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als den Erlöser ehrt. 5. Mein König und Prophet, komm, herrsch in meiner Seelen. Regier und führe mich, wollst dich mit mir vermählen. Du sollst mein König seyn, dem ich gehorchen will, mein Lehrer und Prophet, des Willen ich erfüll. 179 6. Ich will auch, Herr, an dich, als Hohenpriester, gläuben; laß, Jesu, dein Verdienst den Grund des Glaubens bleiben, daß meine Seele sich hierauf getreu und fest, als auf mein einzig Heil und wahren Trost verläßt. 7. Ach, Jesu, stärke mich in diesem meinem Glauben; laß mir ihn weder Tod, noch Welt, noch Teufel rauben. Bleib in demselben stets genau mit mir vereint, daß ich dein und du mein, o theurer Seelenfreund! 238. fe 1. So hoff ich denn mit fe- ftem Muth auf Got- tes Gnad und Christi Blut; hat mir das Recht zur Se lig feit 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben, im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! Mel. Kommt her zu mir 2c. idy hoff ein e wig Leben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, 239. Peter Busch, geb. 1682, † 1744. 1534. Gott ist ein Ba- ter, der verzeiht, in seinem Schn ge. ge. ben. versüßet uns des Lebens Nuh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines Namens wit len; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1523. 1. Ich weiß, an wen mein Glaub fich bält; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben. 12* 180 Wesen und Eigenschaften Gottes. Dort schau ich, was ich hier ge- glaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? # Es ruht in Je su Hän. den. 1 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit, erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. D Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum, du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sey mein Wandel! 240. 1. Man lobt dich in der Stille, Des Rühmens ist die Fül. le 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt: mein sind des Himmels Freuden. 8 7. Wie groß ist meine Herrlichfeit, empfinde sie, o Seele! Vom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Gott der Wesen und Eigenschaften. Mel. Nun lob, mein Seel 2c. Du bist doch Herr auf Er den, Christoph Christian Sturm, geb. 1740, † 1786. Vater. du boch- er hab. ner 3i. ons Gott! vor dir, o Herr Gott Ze.ba oth! 1540. S 1 der Frommen zu versicht; f Wesen und Eigenschaften Gottes. in Trüb fal und Beschwer den Drum soll dich stünd- lich ehren 2. Dein müssen, Herr, sich freuen die Gläubigen von ganzer Seel und unaufhörlich schreien: Gelebt sey der Gott Israel! Sein Name sey gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Nun das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. 3. Herr, du hast deinen Namen 241. und dei- nen Ruhm ver- mehren, so lang er lal len kann. sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigfeit. Joh. Rist, geb. 1607,+ 1667. Mel. Wunderbarer König zc. Er den taugen, wär- mend schmücken, läßt du die Dei nen nicht. mein Mund vor Je der mann 1. numschränkte Lie be, gönne blöden Alu- gen, daß fie in die Strah- len deiner Langmuth blicken, 181 Dei nen 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte; deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, mit der Sonne scheinen. Neander? 1680. und zugleich freu- den- reich Bö. sen und den die sonst kaum auf die den Erdkreis o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu Wesen und Eigenschaften Gottes. 182 leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Beßrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade 242. Mel. Wunderbarer König 2c. vor ihn tre ten. vor ihm beu ge. Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 1. Gott ist gegen wär tig; las set uns an.be ten Gott ist in der Mit ten! alles in uns schweige 6. König, sey gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest; deiner Hand sey Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, 3ions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, † 1735. nieder, kommt, er. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig! singen alle Engelchören, wann sie dieses Wefen ehren. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unfre Opfer bringen. gebt euch wieder. 3. Wir entsagen willig allen Eitelfeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum ergeben. Du allein sollst es seyn, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen Neander? 1680. und in Ehrfurcht und sich in- nigst 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder! Ich fent mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. Wesen und Eigenschaften Gottes. 6. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig fich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag 243. H Mel. Freu dich sehr 2c. 1. Gott, vor dessen An- ge. sich. te em ges Licht, aus dessen Lichte # 183 in Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts, wie ein Adler, schweben und in dir nur leben. 8. Herr, fomm in mir wohnen, laß mein Geist auf Erden dir ein Heiligthum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, fig und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. dei nes Namens Heilig feit 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für; was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder ähnlich deinem Bilde seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, lebelthätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. 1555. laß sie uns doch kräftig drin- gen, nach der Heiligung zu ringen. Schaff in uns stets reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt; und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? nur ein rei- ner Wandel gilt; stets die reinste Klar- heit quillt, wer de stets von uns ge- scheut; 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin: o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn! Gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Sierde sey rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns dei 184 Wesen und Eigenschaften Gottes. nem Bild e gleich; denn zu deinem die erheben, die im Glauben heilig Himmelreich wirst du, Herr, nur leben!" 244. Mel. O daß ich tausend zc. er wägt, daß Gott die Lie- be sey, 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 1. Geht hin, ihr gläubi- gen Ge.dan- ken, ins wei- te Feld der Ewig teit; er hebt euch ü- ber al. le Schranken der alten und der neuen Zeit'; 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute follt ich rein, geheiliget und selig seyn. 4. Wunderliebe, die mich wählte vor allem nbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 3. C. Zimmermann, geb. 1702, † 1783. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß gibt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen 1738. tie ewig alt und ewig neu. der Creaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein; dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du! Laß Erd und Himmel untergehn, dieß Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Beit. Der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich Wesen und Eigenschaften Gottes. der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 245. te- 1 Eigne Melodie. 185 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Nein, feine Liebe zu er- mes- fen, Der Herr hat mein noch nie verges- jen; 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? er, dessen Nath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 1. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit ver- hår- te- tem Ge- mü the den Dank er stickt, der ihr ge- bührt? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? und seine Güte nicht verJoh. Gottfr. Hermann, geb. 1707, 1791. Phil. E. Bach. 1787. sey e- wig mei ne größte Pflicht. ver- giß, mein Herz, auch seiner nicht. stehn? er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er. Je mehr ich dieß Gebot ers fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu 186 Wesen und Eigenschaften Gottes. weihn. Sie tröste mich zur Zeit meinem Herzen die Furcht des leßder Schmerzen, sie leite mich zur ten Augenblicks. Zeit des Glücks, und sie besieg in 246. fel H 1. Gott ist mein Lied! Eigne Melodie. er ist der Gott der Stärke; und groß sind seine Werke, 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war in Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sigest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Quanz. 1760. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, groß ist sein Nam und alle Himmel sein Gebiet. wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seyd sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? Gott mein Retter werden, so frag 15. Ist Gott mein Schuß, will ich nichts nach Himmel und nach Truß. Erden und biete selbst der Hölle Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 247. $ Wesen und Eigenschaften Gottes. Eigne Melodie. 1. Die him- mel rühmen des E.wi- gen Eh re; ihr Schall pflanzt feinen Na men fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn prei- sen die Meere; 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub 248. ver. nimm, o Mensch, ihr gött. lich Wort! 2. Wer trägt der Himmel un- fühllos beschaun? Durch wen ist zählbare Sterne? wer führt die alles? O gib ihm die Ehre! Mir, Sonn aus ihrem Zelt? Sie kömmt ruft der Herr, sollst du vertraun. und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 187 Mel. Es ist das Heil uns 2c. Quanz. 1760. in sei nem ganzen We 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn 5. Mein ist die Kraft, mein Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Bater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins; mich liebe von ganzem Gemüthe und nimm an meiner Gnade Theil. Christ. Fürcht. Gellert, geb. 1715,+ 1769. . 1. Der Herr ift Gott und keiner mehr! Frohlockt ihm, al. le From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so voll- kom- men? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß! Er ist un end lich, gren- zen- los sen. 1523. auszusprechen? wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Men 188 schen sind von gestern her; eh noch die Erde ward, war er, war, eh die Himmel waren. Schöpfung und Erhaltung. 3. Des Ewgen Thron umgibt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und doch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er fennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er sichts gewiß, er sieht es schon von ferne. 249. fbe 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle; du bist voll Freunds lichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Bater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst vergiltst mit Wonne; du haft es ewig seyn, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere. Der Herr ist Gott und keiner mehr; wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Joh. Andr. Gramer, geb. 1723, † 1788. Schöpfung und Erhaltung. Mel. Dank sey Gott in der Höhe zc. A 1. Du, meine See le, fin. ge, dem, welchem al. le Dinge, Ich will den Her ren dro ben 1605. wohl auf und singe schön zu Dienst und Wil len stehn. hier prei- sen auf der Erd; ich will ihn herzlich lo. ben, so lang ich le. ben werd. 2. Shr Menschen, laßt euch leh- euch doch nicht bethören die Welt ren, es wird euch nüßlich seyn; laßt mit ihrem Schein. Verlasse sich ja feiner auf Fürsten Macht und Gunst, weil sie, wie unser einer, nichts sind als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß erblafsen und sinken in den Tod; er muß den Geist auslassen, selbst werden Erd und Koth. Allda ists denn geschehen mit seinem klugen Rath, und ist frei klar zu sehen, wie schwach sey Menschenthat. Schöpfung und Erhaltung. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der bat das beste Theil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schaß geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch' unzählge Heerde im großen, wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die Niemand Unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, ge250. Lob ge fallen. 1 dir weg liefen. " 189 schicht, und wer Gewalt muß leis den, den schützt er im Gericht. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod; er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnoth; macht schöne, rothe Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 8. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er auf gericht; er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wann sie kommen, an ihm den bes sten Freund. 1. Wunder- ba- rer König, Herrscher von uns allen, Deine Va- ters- Gü te hast du lassen trie- fen, 9. Er ist der Fremden Hütte; die Waisen nimmt er an, erfüllt der Wittwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn has sen, bezahlet er mit Grimm; ihr Haus, und wo sie saßen, stürzt er mit Ungestüm. 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen 3ion in sein Belt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Neander? 1680. Eigne Melodie. laß die Stimmer flin. gen. laß dir un ser ob wir schon von Hilf uns noch, stärkuns doch, laß die Bungen fingen, 190 Schöpfung und Erhaltung. 2. Himmel, lobe prächtig deines den Staub darnieder. Er ist Gott Schöpfers Thaten, mehr als aller Zebaoth; er nur ist zu loben hier Menschen Staaten. Großes Licht und ewig droben. der Sonnen, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seyd bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. du, meine Seele, singe fröhlich, finge, finge deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in 251. Mel. Herr, wie du willst 2c. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joach. Neander, geb. 1610, † 1680. fe 1. Herr Gott, du bist von E- wig- feit und blei- best son der En. de; die Welt so groß, das Meer jo breit find Wer ke det ner Hän. de; des Himmels Bau, der Erden Last, 3. Ich ehre dich in solcher Pracht im Herzen und mit Worten; mein Geist erwäget Tag und Nacht dein Heil an allen Orten; mein Mund bekennet Jedem frei, daß sonst kein Gott und Herrscher sey, als du, den wir verehren. zeugt uns von dei nem We sen. 2. Du bist voll Glanz und Majestät, voll Herrlichkeit und Stärke, und wer dein Wesen nicht versteht, dem zeigen deine Werke, daß du ein Herr der Herren bist, und deine Macht unendlich ist im Himmel und auf Erden. 4. Ach, aber wie entseßlich blind sind Menschen, die doch sehen! Ja, Menschen, die vernünftig sind, verläugnen dich und schmähen: Wo ist 1525. und was du, Herr, ge- schaffen haft, der Herr? es ist kein Gott! Vermeßnes Wort, verruchter Spott, der aus der Hölle stammet. 5. Zeigt euch denn nicht der Sinnen Licht, was euer Wahn bestreitet? Wer hat das Erdreich zu= gericht, den Himmel ausgebreitet? Wer hat der Sterne großes Heer, das tief und reich belebte Meer so wunderbar geschaffen? 6. 8 muß ein großer Meister seyn, ein Wesen, dem nichts gleichet, das diesem allen Glanz und Schein, Kraft und Bewegung reis chet. Gewiß, wer dieses überlegt, dem wird sein steinern Herz bewegt, den wahren Gott zu glauben. 7. Ach, Gott, erwecke doch die Schöpfung und Erhaltung. 191 Welt, die ganz im Argen lieget, Gott, und will es Alle Ichren, sollt dich und dein Wort verächtlich hält und Sünd zur Sünde füget; du schlägest sie, fie fühlens nicht; ach, wenn sie doch dein Strafgericht noch zur Erkenntniß brachte. 8. Ich glaube, Herr, du bist mein 252. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. auch der fremden Kinder Spott sich noch darüber mehren; ich weiß gewiß, ich traue dir, du wirst noch ihnen und auch mir, daß du regierest, zeigen. Martin Günther, geb. 1720. 1. Herr, deine All- macht reicht so weit. Nichts ist, das deiner Herr- lich- keit 3. Die Menge deiner Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, so die Natur bewegen. Du hast gemacht der Ordnung Band und hebst es auf durch deine Hand. 4. Die Größe deiner Wundermacht, die Christum auferwecket, der todt war in das Grab gebracht, wird kund und aufgedecket, wenn unfres blöden Glaubens Licht durch alle Nacht der Zweifel bricht. 253. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun un- möglich wär. 2. Du hast dieß große Weltgebau allmächtig aufgeführet; es zeugen Erd und Himmel frei, daß sie dein Arm regieret. Dein Wort, das sie geschaffen hat, ist ihnen an der Pfeiler Statt. 5. O welche Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Todesnacht die Leiber auferstehen, wenn du des Leibes armen Rest mit Herrlichkeit umfleiden läßt! Schein. 1628. als selbst dein Wesen rei- chet. und deinen Thaten gleichet. 6. O Allmacht, mein erstaunter Geist wirft sich vor dir zu Boden; Herr, der mit Necht ein König heißt von Lebenden und Todten, mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. Ach, zünd in mir den Glauben an, der einzig an dir hange, daß mein Herz muthig werden kann, indem ich dich umfange, und traue deiner Gotteskraft, die alles kann, die alles schafft. Nach Joh. Jak. Rambach.(?) Mel. Lasset uns den Herren 2c. 1. Gott, durch dessen Wort entsprossen des sen Allmacht aus- ge- flos- sen E Schop. 1641. Himmel, Er de sammt dem Meer, in der Gre a tu ren Heer, I " 192 Schöpfung und Erhaltung f En- gel machst du gleich den Winden und zu Flam- men det ne Knecht, daß dir die net ihr Geschlecht, die zu deinem Preis sich fin- den: Gott, dich lob ich in der Zeit 2. Herrlich ist dein schönes Wesen; Licht und Sonne ist dein Kleid, der du vor der Welt gewesen unverändert ohne Zeit; der den Himmel du gezieret mit den Sternen ohne Zahl, sie mit Schönheit allzumal majestätisch aufgeführet: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 3. Welche Zunge kann erreichen deine Weisheit, deine Macht? Herr, wer ist dir zu vergleichen, wer hat solches je erdacht? Um von dir gespeist zu werden, reget sich das 254. und dort in der Ewigkeit. ganze Feld; deiner Güt ist voll die Welt; alles rühmet hoch auf Erden: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 4. Herr, dir wollen wir lobfingen, ewig rühmen, preisen dich, Jauchzen soll dir, Bater, klingen, der uns führt so gnädiglich, bis du schönen Himmelsstadt, die kein Aug uns wirst Wohnung geben in der erschauet hat; da soll Herz und und erheben deinen Ruhm nach dieser Beit in der süßen Ewigkeit. Mel. Es ist das Heil 2c. ka le ge, 1. Wenn ich, o Schöpfer, dei- ne Macht, die Weisheit deiner We ge, die Lie- be, die für Al- le wacht. an be tend über · 1523. . so weiß ich, von Be wundrung voll, nicht, wie ich dich er- he- ben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge ficht, wohin es wer kleidet sie mit Majestät? wer blickt, die Wunder deiner Werke. ruft dem Heer der Sterne? Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke.. 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel regWer hat die Sonn an ihm erhöht? nen? wer schließt den Schoß der Schöpfung und Erhaltung. Erden auf, mit Vorrath uns zu fegnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den 255. Von den Engeln. Mel. Welt, ich muß dich lassen 2c. und zu Ge bo te stehn, 193 deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. der reinen Him- mels- gei- ster, 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte im höchst vollkommnen Lichte, doch nehmen sie auch mich in Acht. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Bater sey gepreist, und alle Welt sag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. Fürchteg. Gellert, geb. 1715.+ 1769. 1. Du Herr der Se ra phi. nen, dem tausend En- gel die nen 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese Wunderschaar; ich rübme deine Rechte für diese deine Knechte, die mich beschirmen vor Gefahr. 1598. du wun. der großer Mei- ster â mein Mund soll deinen Ruhm er- böhn. Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen: fie leben keusch und rein: o laß mich nichts beflecken, und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüthen durch diese Simmelswach; laß sie auf meinen 7. Und endlich, wenn ich scheide, Vet. m. Noi. 13 194 so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein; da werd ich dich erst Schöpfung und Erhaltung. 256. frej Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Schuß- gott, dessen star- te Rechte der das menschliche Geschlech- te loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich seyn. Nach Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. der in die. ser großen Welt der als Herr der Engelschaa- ren 2. Viele heilge Seraphinen fingen dir ein Heilig für; zehnmal Hunderttausend dienen, viele tausend jauchzen dir. Was betannt und unbekannt, ist ein Werk von deiner Hand. Die Herrschaften und die Thronen loben Gott in lichten Kronen. 3. Herr, was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern gibst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schüßen Sünder. 4. Engel finds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, 1555. Zuflucht, Schirm undSchatten gibt, wie ein treu er Vater liebt, al. les, was er schuf, er. hält, al les kann und will be wab. ren. keusch und rein, die der Menschen Freunde seyn, die ihr Antlig ohne Flecken doch vor dir in Demuth decken. 5. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott; diese sehn in deinem Licht, Vater, stets dein Angesicht; Diener, die zu deinen Füßen dir in Ehrfurcht dienen müſsen. 6. Gott der Engel, Herr der Helden, ach, was sind wir Menschen doch, daß wir so viel vor dir gelten? Dwie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsres Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. 257. fe Vorsehung und Regierung. Vorsehung und Regierung. Mel. D Welt, ich muß dich lassen 2c. der alles kann und hat; 1. In allen meinen Tha- ten laß ich den Höchsten ra then, 84 solls an ders wohl ge- lin. gen, 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe; mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stells in seine Batergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen, und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir geliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Nebel schüßt; leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 195 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zich ich fort, in Schwachheit und in 1598. er muß zu allen Dingen, selbst geben Se- gen, Rath und That. Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Berhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen; mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sey heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sey nun, Seele, deine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nüßen einem Stande, zu dem er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüsten, 13* Vorsehung und Regierung. 196 so bin ich doch bei Christen, und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren, wie dorten, ebenso auch hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich noch begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen 258. der Brunn der ew- gen Güter, 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er läsfet mich mit Freuden auf grüner Auen weiden, führt mich zum frischen Quellen, schafft Nath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth za rücken. Schuß den frommen sind wir so weit nun fom.cn, und wissen selber fast nicht wie. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren: c. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüthe nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 1. Der Herr, der al. ler En den 6. Und ob ich gleich vor Andern in finsterm Chal muß wandern, 15. Indeß wird er den Meiner mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß wie meiner seyn, wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Bähren ihn bitten können überein. Paul Flemming, geb. 1609,+ 1640. Selnecker? 1587. re giert mit seinen Händen, O der ist mein Hirt und Hü. ter. fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vom Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüßst mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollge schenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. Vorsehung und Regierung. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommseyn wohl belohnest. 259. Mel. Als Jesus an dem Kreuze zc. Altdeutsch. 1545. 1. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk auf dei- nem Wil- len ruhn, von dir kommt Glück und Se gen: was du re- gierst, das geht und steht B 197 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, wo wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, sing'n und loben. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. auf rech- ten, guten We. gen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß sein Rath werd ins Wert gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rath der machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolken blißest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sißest. 5. Verleihe mir das edle Licht, daß sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 6. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sey du mein Freund und treuer Nath, was gut ist, zu erfüllen. 7. Prüf alles wohl und was mir gut, das gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Theil sey deine Lieb und Ehre. 8. Ssts Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Menschenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen; was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in Kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast, durch Weisheit deiner Hände. 10. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihm sonst vor 198 Borsehung und Regierung. graut, mit tapfrem Muth bezwin- Kind; was ich bei mir nicht hab gen; sein Sorgenstein wird in der und find, hast du zu aller Gnüge; Eil in tausend Stücke springen. so hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 12. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken außgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 13. Du bist mein Vater, ich dein 14. Dein soll seyn aller Ruhm und Chr; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 260. 1738. Eigne Melodie. 1. Alles ist an Gottes Se. gen und an seiner Gnad ge- le- gen über alles Geld und Gut; wer auf Gott sein Hoffnung je yet, # der be hält ganz un. ver le pet 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer seyn. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was der Seele Ruh kann bringen, und man jest gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt; 261. ei nen frei en hel den. muth. S meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Um 1676. Mel. Jesu, meine Freude zc. 1. Gott der wirds wohl machen, dem ich alle Sachen Er hat mich er.fo: ren, eh ich noch ge boren = Crüger. 1656. allzeit beim- ge- stellt. bin in die se Welt; Vorsehung und Regierung. hat mir auch nach seinem Brauch, was von nö- then, stets ge geben hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Luft geschenkt, der mich nie vergesfen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen; er wird selber machen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Nauch im Winde. 4. Gott der wirds wohl machen; mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der 262. Se Mel. Jehova ist mein Licht 2c. E 1. So führst du doch recht se. lig, Herr, die Dei- nen, Wie könntest du es böse mit uns mei- nen, mei- stens wun, der lich! kann ver läugnen sich? 199 auf ihn gestellet alles Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 5. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 6. Gott der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielma! wunderlich: sey bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen, Gott der wirds wohl machen. Ernst Stockmann, geb. 1634, † 1712. felt sam aus zu sehn; B 1698. ja se lig und doch da dei- ne Treu nicht Die Wege sind oft krumm und doch ge- rad, dar auf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wun- derdoch tri um phirt zuletzt dein hoher Rath. 200 Vorschung und Regierung. 2. Dein Geist hängt nie an doch nie so frei; die Sachen sind menschlichen Gesehen, so die Ver- zu klar, der Sinn zu grob. aunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verlegen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei, was sich entgegen sett, muß finken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 6. O Herrscher, sey von uns ges benedeiet, der du uns tödtest und lebendig machst! Wenn uns dein Geist der Weisheit Schaß verleibet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Lust, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, theilt dein Verstand in Oft und Westen aus; was Mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; fie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten seyn; dein Geist bei Todten Kraft und Leben schafft. 7. Du kennst, o Bater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinnen Unverstand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sey bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo Niemand meint, daß etwas deine sey, da hegst du selbst dein Schäfchen je und je. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch gethan; wem aber Niemand will dieß Zeugniß weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sey? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 8. Also gehst du nicht die gemeinen Wege; dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne haft; wer meint, er habe deinen Rath gefaßt, der wird am End ein Anders oft gewahr. 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast 9. O Auge, das nicht Trug noch du, großer Herr, recht lieb. Der Heucheln leidet, gib mir der Kluge Worte Pracht und Ruhm mag dir heit scharfen Unterscheid, dadurch nicht taugen; du gibst den Nach Natur von Gnade wird entscheidet, druck durch des Geistes Trieb. Die das eigne Licht von deiner Heiters besten Werke bringen dir kein Lob, keit. Laß dech mein Herz dich niesie sind versteckt, der Blinde geht mals meistern nicht, brich ganz entvorbei; wer Augen hat, sieht sie, zwei den Willen, der sich liebt; ers Vorschung und Regierung. week die Luft, die sich nur dir ergibt and tadelt nie dein heimliches Gericht. 10. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und beg und führ dein armes Kind; dein innres Zeugniß soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne nun nach dir in Liebsbegier; wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 263. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 201 11. Drum muß die Creatur mir iminer dienen, kein Engel schäme nun der Gemeinschaft fich; die Geis ster, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, daß dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfr. Arnold, geb. 1666, † 1714 mir gnügt dein weiser Wille. 2. Wer wollte dir, mein Gott, nicht traun? Du bist der Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 1. Du, Herr, bist mei- ne 3u- ver- sicht, mein bester Trost im Leben. Nie fehlt es mir an Trost und Licht, dir hab ich mich er geben. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten eilst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Secle, hoff auf 1690. Du bist mein Gott; auf dein Gebot wird mei- ne See. te stil. le; Gott; der Thoren Trost verschwindet, wann der Gerechte in der Noth Hülf und Erbarmung findet. Wann jener fällt, ist er ein Held; er steht, wann Sünder zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Sich auf das große Beispiel hin, das Jesus dir gelassen; sieb. ihn im Kampf, sie sterbend ihn den Vater noch umfassen! O möchtest du zu deiner Rub auf Jesum Chris stum schauen und lernen Gott vertrauen! 6. Drum bebe nicht, wann um dich ber sich Wetterwolken sammeln. Gott hilft, wann Christen freuden 202 Vorsehung und Regierung. leer zu ihm um Gnade stammeln. Allmächtiger, verlassen und sich im Die Zeit der Qual, der Thränen Kummer fassen? Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuverficht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wann ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, 8. In deine Hand empfehl ich mich, mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Chr. Chrifti. Sturm, geb. 1740, † 1786. 264. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 1. Der Herr ist mein ge treuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hü. ter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil er wählen. Er wei- det mich auf grü: ner Au, die Spei- se gibt vom Lebensthau des Geistes seiner Gna 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüth beglücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Muth erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn; er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. S de. 1524. 3. Und ob ich wall im finstern Thal, fürcht ich doch keinen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg entladen. Sein Stab und Stecken trösten mich; auf seine Treu und Macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurigkeit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Del, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja, Gutes und Barmherzigfeit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden; und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Dr. Joh. Friedr. v. Meyer, geb. 1772,+ 1848. 265. Gott der Sohn. Gott der Sohn. Versöhnung und Erlösung. Eigne Melodie. was Gott an uns ge- wen det hat, 1. Nun freut euch), lie- ben Chri- sten gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir ge trost und all in Ein mit Luft und Lie- be sin gen, $ gar theur hat ers er wor ben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälet' Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein: die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haffet Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn sterben bei mir blieb: zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammerts Gott in Ewigfeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr fein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. 203 5. Er sprach zu seinem lieben Schn: Die Zeit ist hie zurbarmen; fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sey das Heil dem Ar1523. und seine süße Wun- derthat; men, und hilf ihm aus der Sünden Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er follt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt; er ging in meiner armen G'stalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollt du seyn; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Bergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben: das leid ich alles dir zu Gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein: da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater Versöhnung und Erlösung. mein fabr ich von diesem Leben. gelehrt, das sollt du thun und lehDa will ich seyn der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübniß trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. ren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich für der Menschen G'saß davon verdirbt der edle Schatz. Das laß ich dir zur Letzte! 10. Was ich gethan hab und Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 266. Mel. Mein Seel erhebt den 2c. 1. Durch Adams Fall ist ganz ver- derbt menschlich Na- tur und We fen; das selb Gift ist auf ans ge erbt, daß wir nicht mochten g'ne sen 1 1525. S ohn Got- tes Trost, der uns er löst hat von dem großen Scha- den, 3. Wie uns nun eine fremde Schuld in Adam all verböhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christus Tod verneut, dos war verdar ein die Schlang Evam bezwang, Gotts Zorn auf sich zu la den. Pein erlöst, so wir vertrauen in diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt für Sterben grauen? 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß fie ist abgefallen von Gottes Wort, welchs sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war je noth, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in xm wir möchten leben. 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rath und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schuß, daß wir mit Truß an ihn fest sollen glauben, darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verrucht; sein Heil ist auch noch ferren, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer ihm will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. dorben. 4. So er uns denn sein Sohn bat g'schenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist aus Kreuz gebenft, getödt't, gen Himmel g'fahren, dadurch wir seyn von Tod und 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, der wird je nicht zu Schan Gott der Sohn. den; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zu Handen viel Unfall hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost, er hilft sein Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus HerzensGrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld setz ich) all mein 267. 1523. H 1. Es ist das Heil uns kommen ber von Guad und lauter Gü ten; die Wer ke bel- fen nimmermehr, ie mögen nicht be- büten. 205 Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort ein brennende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns auf. geht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist den'n g'wiß verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, geb. 1479, † 1534. Eigne Melodie. Der Glaub sieht Jefum Chriftum an, der hat gnug für uns all ge than; er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G'seß geboten bat, da man es nicht fonnt halten, erbob sich Born und große Noth vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht beraus der Geist, vom G'scß erfordert allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott bått sein G'sep drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündig Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen, wiewohl es oft versuchet ward, noch mehrt sich Sünd ohn Maßen, wann Gleißners Werk er boch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Noch muß Geseß erfüllet seyn, sonst wärn wir all verdorben; darum schickt Gott sein Echn berein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz bat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gej illt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es fennt balten, so lerne jegt ein fremmer Sbrist dee Glaubens recht Ge alte: Nicht mehr denn: lieber Herre mein! dem Tod wird mit das Leben seyn, du haft für mich) bezablet. 7. Duran ich keinen Zweifel traa 206 Versöhnung und Erlösung. dein Wort kann nicht betrügen; rechten Zeit, was Gottes Wort zunun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: wer glaubt in mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht wird verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'seß erkannt und schlägt das G'wissen nieder: das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Nur freuch zum Kreuz herzu, im G'sep ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, wolltstihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dabei wir'n Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der 268. sage; wenn das geschehen soll zur Freud, sest Gott kein g'wisse Tage; er weiß wohl, wenns am besten ist, er braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. S $ 5 12. Ob fichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort das laß dir g'wisser seya, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sey Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd steh wie im Himmelse throne, das täglich Brod noch heut uns werd, wohl unsrer Schuld verschone, als wir auch unsern Schuldgern thun, mach uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Uebel. Amen! Paul Speratus, geb. 1484,+ 1554. Mel. Nun freut euch, lieben zc. 1. Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Er- ben kom men und hätt, da ich in Sün- den todt, mein Fleisch nicht angenommen; so müßt ich ganz ver lo ren seyn 1523. um meiner Sün- den wil- Ien. und ewig lei- den Qual und Bein Gott der Sohn. 2. Jeßt aber hab ich Nuh und Was mir durch seine Marterkron Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ tödten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein Herz und Muth mit kindlichem Vertrauen; auf dieß sein theures Mittlerblut will ich mein Hoffnung bauen, daß er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad und hoff auf dich, von dir soll mich nichts scheiden. 269. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gesetz herrühret; wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet; des Herren Jesu Werk allein, das machts, daß ich kann selig seyn, der ichs mit Glauben fasse. 6. Gott Vater, der du alle Schuld auf deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünde träget, o heilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! Joh. Heermann, geb. 1585, † 16-17. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Grüger.( 1653) 1658. erworben hat dein lieber Sohn, soll mir kein Teufel rauben. 270. be 1. Got tes und Ma- ri- en Sohn, Prie- ster, König und Pro. phete, Mittler, Bür- ge, Gnadenthron, der am Kreuze sich er. höh. te, gib, daß dich mein Glau- be tenn 2. Du, mein süßer Jesus, bist mir geboren, mir gestorben. Was zerstört in Adam ist, hast du wiederum erworben; gib, daß ich in wahrer Treu auch dein Eigenthum stets sey. 3. Alles Heil kommt mir von dir, Heiland aller armen Sünder. Dein Tod war die Lebensthür und des 207 # und dich meinen Je sum nenn. Todes Ueberwinder; laß auch deines Leidens Pein mein Verdienst und Glaube seyn. 4. Tod und Hölle sind durch dich, großer Sieger, überwunden, und durch diesen Sieg hab ich Ruh im Tod und Grab gefunden; durch dich werd ich auferstehn und getrost zum Richter gehn. Casp. Neumann, geb. 1648, † 1715. 1710. Mel. D Gott, du frommer 2c. 1. Du wesentliches Wort, du Gott von Gott ge zeugt, vom Anfang her gewesen, von Ewigkeit er. le sen 208 Versöhnung und Erlösung. zum Heil der ganzen Welt, will fem men, der du mir 2. Was bat, o Jesu, dich vom Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmeletbron dich in die Welt gezogen? Ach, deine große Lieb und meine große Noth bat deine Gluth entflammt, die stärker als der Tod. 3. Bib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jefu, laß mein Herz ganz neu geschaffen seyn und dir bis in den Tod gewidmet seyn allein. 4. Laß gar nichts in mir seyn, 271. zum Heil ge bo ren bist. was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. o mein Herr Jesu Christ, 5. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; ach, laß an mir dein Glanz, mein Gott, nicht seyn vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sey mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laur. Laurentii, geb. 1660, † 1722. Mel. D Durchbrecher aller 2c. daß er nun als seine Kinder 2. Jch, auch ich kann mich des trösten und ist ewig mein Gewinn, daß ich unter den Erlösten und dein Bruder worden bin. Liebster Jetu, o mein Leben, sage doch mir Armen an, was ich dir dagegen geben, und wie ich dir danken kann. 3. Mag dir denn mein Herz geund wir all, zu mal, wir Sünder, 1. Du bist in die Welt qe kommen, Gottes Sohn, du böchstes Gut, da bast du an dich ge nom men unser menschlich Fleisch und Blut; 1704. find durch dich mit Gott ver- söbut, uns mit Heil und Gnade frönt. fallen, ist die Gabe nicht zu klein? Ach, gewiß vor andern allen wirt dir das gefallig seyn. Zwar das pfer ist geringe und verächtlich an zufebn; doch weil ichs im Glauben bringe, wirst du solches nicht verschmähn. 4. Nun so legt mein Herz sich Gott der Sohn. nieder, o Immanuel, vor dir; aber ich will auch hinwieder dein getreues Herz dafür. Ohne dies kann ich nicht leben und nicht leben ohne dich; doch du hast dein Wort gegeben, daß du mein bist ewiglich. 5. Leib und Seele mag verschmachten, Erd und Himmel fahre hin! Nichts ist neben dem zu achten, daß Gott worden, was ich bin. Und ich armer Staub und Erde 272. 209 habe diese Herrlichkeit, daß ich auch wie er ist, werde, wenn ich ende meine Zeit. Mel. Icsu, meines Lebens Leben 2c. den auf dem er hab. nen Throne 1 al les Heer der Ewigkeit 2. Dein Geschäft auf dieser Er den und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das ist gänzlich ausgemacht; da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 6. O wie hoch bin ich gesegnet! Ob mir Elend, Schmach und Noth, ob mir alles Kreuz begegnet, ob auc endlich selbst der Tod, Jesu, mich will von dir reißen, reißt mich dennoch nichts von dir; denn dick Wort muß ewig heißen: Ich in dir und du in mir! E. Neumeister, geb. 1671, † 1756. . 1. Großer Mittler, der zur Rechten sei nes großen Vaters sig und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gna- den schüß:. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligthum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gnaden eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werthe Namen trägest du auf deiner Brust, und an Pet. m. Not. 1687. in der tönig li. chen Kro- ne 1 mit verhüll tem Ant.ltz scheur. 1 den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust; du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben; bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Gr barmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Ta gen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit 14 Versöhnung und Erlösung. 210 Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Beit! 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstüßt, da in der vollkommnen Hütte die verklärte Menschheit sitzt; nun kannst du des Satans Klagen majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar, und vertrittst vor ihm mit Freuden deine 273. theur erlöste Schaar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben, und die Seelen zu dir zichn, die noch deine Freundschaft flichn. 9. Großer Mittler, sey gepriesen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu an uns bewiesen; dir sey Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Noth, wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach), geb. 1693, † 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 1. König, dem kein König glei- chet, dem als Gott das Reich ge- büb- ret, dem das Recht ge hör: zum Throne Grüger. 1649. den so viel Vollkom- men- hei, ten 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern find, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Houpt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundessen Ruhm kein Mund er- rei- chet, der als Mensch den Scep- ter füb- ret, als des Vaters eingem Soh.ne. frönen, zieren und begleiten! des, sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren fann man stets dich loben bören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlig schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ghr und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Netchen, dir ist Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesetze, an Voll Gott der Sohn. 211 fommenheit der Gaben, welche deine genießen, gläubig dich ins Herze Bürger haben; du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich in Gehorsam üben; hier mit ringen, dulden, streiten, 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Born, Lust, Furcht und dort mit herrschen dir zur Seiten. Schmerzen; laß mich deinen Schuß Johann Jakob Rambach, geb. 1693,+ 1735. 274. Im vorigen Ton. 1. Heiland, deine Menschenliebe men, da du für die ärmsten Armen war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der wunderbaren Triebe deiner treuen Menschenliebe! dein unschäßbar theures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Händen, alle Leiden zu vollenden und den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben. 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu dir locken, mit Verzehrung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbar6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Droben, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schaar zu beten und die Mörder zu vertreten. 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder: das ist Lieb, o Menschenkinder! 7. Demuth war bei Spott und 3. D du Zuflucht der Elenden, Hohne deiner Liebe Schmuck und wer hat nicht von deinen Händen Krone; diese machte dich zum Segen, Hülf und Heil genommen, Knechte einem sündlichen Geschlech der gebeugt zu dir gekommen? Dte; diese Demuth, gleich den Tauwie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! ben, war ohn Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret und durch Vorsicht wohl bewahret. meiner Sünden Meng und Flecken. 8. Herr, laß deine Liebe decken Du hast das Geseß erfüllet, des Gefeßes Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deis ner Liebe. Johann Jakob Rambach, geb. 1693, † 1735. 14* 212 275. Versöhnung und Erlösung. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. 1. Herr von un end- li- chem Er- bar- men, du un er gründlich Lie besmeer, id) dan ke dir mit an dern Armen, mit einem gan zen Sün- der- beer 2. Für dein so allgemein Erlöfen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt, für die Befestigung darin dankt dir mein neu geschaffner Sinn. 1731. 1 für deine Huld in Je su Christ, die vor der Welt ge w.sen ift. mich auf diesen Grund. Grbalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sey; wenn Berge bersten, Hügel brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Hims mel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 7. Und fechten Satan, Welt und Lüste mich in dem bösen Etündlein an, gib, daß ich mit dem Schild mich rüste, der ihre Pfeile löschen kann. Doch weil ich schwach, se lasse du kein allzustark Versuchen zu. 8. Laß mir dein allgemein Grbarmen, das allgemeine Lösegeld, den allgemeinen Ruf der Armen, den allgemeinen Trost der Welt, die Mittel, welche allgemein, zum festen Grund des Glaubens seyn. 9. Du gabi ja mir auch solche Gnaden, auch ich, ich habe Theil daran; ich lag ja mit in gleichem Schaden, für mich ist auch genug gethan; an deinen Worten, Troft und Heil gehört mir mein besondres Theil. 5. Für deine theuern Sacramente, die Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift, für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 10. Laß mich in Liebe beilig leben, unsträflich dir zum Lobe seyn; versichere mein Herz daneben, es reiße weder Lust noch Bein mic von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Chrifto bin. 6. Ja, Mund und Herze soll dir danken; doch bittet auch mein Herz 11. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Mund: Laß weder Mund und Leiden, was Welt und Höll. noch Herze wanken und gründe in sich schließt, nichts soll mich von 40 Gott der Sohn. der Liebe scheiden, die da in Christo Treu, zähl mich den Auserwählten Jesu ist. Ja, Amen! Bater aller bei. 276. 용 1. Christi Blut und Ge- rech- tig- keit, das ist mein Schmuck und Eh- renkleid, Mel. D Jefu Chrift, meins 2c. 2. Das heilige, unschuldge Lamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine Seel gestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Christ. 3. Ich glaube, daß sein theures Blut das allerunschäßbarste Gut, und daß es Gottes Schäße füllt und ewig in dem Himmel gilt. 4. Und würd ich durch des Herrn Verdienst auch noch so treu in seinem Dienst, gewänns auch allem Bösen ab und stürb der Sünde bis zum Grab; 5. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern ums Lösgeld selig wär! 6. Wird dann die Frage vorgebracht: Was hast du in der Welt gemacht? so sprech ich: Dank sey meinem Herrn, konnt ich was Guts thun, that ichs gern. 277. $ 1 da- mit will ich vor Gott be stehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 7. Und weil ich wußte, daß sein Blut die Sünd wegschwemmt mit seiner Fluth, und daß man nicht muß willgen ein, ließ ich mirs eine Freude seyn. 8. Wenn nun kam eine böse Lust, so dankt ich Gott, daß ich nicht mußt; ich sprach zur Lust, zum Stolz und Geiz: Dafür hing unser Herr am Kreuz. 9. So lang ich noch hienieden bin, so ist und bleibet das mein Sinn: ich will die Gnad in Jesus Blut bezeugen mit getrostem Muth. 10. Gelobet seyst du, Jesu Christ, daß du ein Mensch geboren bist, und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. 213 Phil. Friedrich Hiller, geb. 1699, 1769. 1630. Mel. Es ist das Heil 2c. 11. König der Ehren, Jesu Christ, des Vaters einger Sohn du bist; erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält. Nik. Ludwig, Graf v. Binzendorf, geb. 1700, 1760. 1523. s 1. Auf, Christen, laßt uns un- fern Gott mit froh- em Dank er he ben! Er hat nicht Luft an unserm Tod, will, daß wir ewig te. ben. 214 Versöhnung und Erlösung. Was uns zum Hei le nö. thig ist, 278. fe er bar mungsvoll be rei tet. 2. Nach seinem gnadenvollen 5. Was er zum Leben uns verRath kam er, sein Sohn, auf Er- schafft, das ist in seinen Händen; den, für unsre Schuld und Misse- sein ist das Reich, sein ist die Kraft, that ein Retter uns zu werden. Er das Heil uns zuzuwenden, das er wards und hat sein Werk vollbracht so liebreich uns erwarb, als er für und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwungen. uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ueberwinder! Die Furcht vor ihm hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Tricb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu Gut sich bis zum Tod erniedrigt! das hat er uns durch Jesum Chrift 6. D laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf unsers Mittlers Hülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite uns auf dieser Bahn, zich uns zu deinem Sohne! Er ging als Vorbild uns voran; dort reicht er uns die Krone. Dort haben wir an seinem Heil, an seinem Himmel ewig Theil und preisen deine Liebe. Joly. Sam. Diterid), geb. 1721, † 1797. Crüger. 1653. Mel. D Ewigkeit, du 2c. 1. Ich schäme mich des Heilands nicht, vor dem voll froh- cr Zu- ver- sicht Gott, welch ein theures, werthes Wort: ich hier dein Kind, dein Erbe dort, mein Knie sich dank bar beu get. wie mir dein Geist be zeu get; $ durch ihn gerecht und se lig seyn. ich soll durch Jesum Christum rein, 2. Froh fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der selgen Wissenschaft von dem Erlöser lieget; die alle Kenntniß dieser Welt, und was sie Reizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ist mein bestes Theil; in keinem Andern ist mir Heil und Recht zum ewgen Leben, Vergebung meiner Sündenschuld, der Beifall Gottes, seine Huld und Seelenruh gegeben. Ich steh im Glauben, bin ein Christ, an dem nun nichts verdammlich ist. 4. Mir widerfuhr Barmherzig279. Jesuslieder. be Jesuslieder. 2 keit; mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieden. Ich bete voller Zuversicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht; mein Geist fühlt Gottes Frieden. Auf ewig ist mein Herz, Gott, dein, auf ewig deine Gnade mein. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; nichts raubt mir meinen Trost und Muth, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich alles hier vermag, mein Gott wird bis auf jenen Tag mein Erbtheil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bist treu; gib, daß ichs auch im Glauben sey. Friedr. Wilh. Loder, geb. 1757, † 1823. Eigne Melodie. 1. Wie schön leucht uns der Mor- gen- stern du Sohn Da vids aus Ja kobs Stamm, 1 Wabr- heit von dem Herrn, und mein Bräu- ti- gam, 215 voll Gnad uND mein König die füße Wurzel Jef se; haft mir mein Herz be ses sen, S reich von Gaben, hoch und sehr prächtig er haben. S 1599. 3 lieb lich, freundlich, schön und herr- lich, groß und ehrlich, 2. Gi meine Perl, du werthe Milch und Honig. Ei mein BlümKron, wahr Gottes und Marien lein, Hosianna! himmlisch Manna, Sohn, ein hochgeborner König! das wir essen, deiner kann ich nicht Du bist des Herzens schönste Blum; vergessen. dein süßes Evangelium ist lauter 3. Geuß sehr tief in mein Herz 216 Jesuslieder. hinein, du heller Jaspis, edler bin sein Braut, sehr hoch in ihm Stein, die Flamme deiner Liebe. erfreuet. Eia, Eia, himmlisch LeAch, möcht es seyn, daß ich durch ben wird er geben mir dort oben. dich an deinem Leibe ewiglich ein Ewig soll mein Herz ihn loben. ebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüthe, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe es entzündet. 6. 3wingt die Saiten zu süßem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freudenreich erschallen: daß ich möge mit Jesu fein, dem wunderschönen Bräutgam mein, in steter Liebe wallen. Singet, springet, jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein so freundlich thust anblicken. Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut; er ist mein Schatz, ich 280. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und D, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, geb. 1556,+ 1608. Mel. Run freut euch, lieben 2c. まよ 1. Such, wer da will, ein an der Ziel, die Se lig feit zu fin den; mein Herz al- lein be- dacht soll seyn, auf Christum sich zu grün- den. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hatkraft und Grund, மூ+21 all Feind zu ü. ber. win. den. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu 1523. Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, Jejuslieder. der cuch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird seyn dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein 281. Er ist meines Lebens Licht; 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht; meinen Jesum laß ich nicht. Eigne Melodie. Nach Hammerschmidt. 1658. 1. Meinen Je sum laß ich nicht; weil er sich für mich ge geben, so er for dert meine Pflicht, un verrückt an ihm zu kle ben.. 3. Laß vergehen das Gesicht, alle meine Sinne weichen; laß das lezte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 282. Love J 217 Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget. Mich 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf miz mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel, geb. 1590, † 1635. 1 mei nen Je sum laß ich nicht. erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele seufzt und stöhnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für zu den Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christ. Keymann, geb. 1607, † 1662. Eigne Melodie. 1 1. ge sn, meine Freude, Ach, wie lang, ach lan ge Grüger. 1656. mei nes Herzens Wei, de, ist dem Herzen ban ge 218 Je su, meine Bier! und verlangt nach dir! Jesuslieder. 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß sie Unheil brüten, laß den Satan wüthen, mir steht Sesus bei. Ob die Welt gleich bricht und fällt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Troß dem alten Drachen, Trop dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar fichrer Rub; Gottes Macht hält mich in Acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. Got tes Lamm, mein Bräuti gam, außer dir soll mir auf Er den nichts sonst Lie- bers wer: den. 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören, bleibt mir 283. unbewußt! Eiend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, daß die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir sey ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister; denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Manna seyn. Duld ich schon bier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Francf, geb. 1618, † 1677. 1738. Eigne Melodie. . 1. Ich will dich lieben, mei- ne Stär- fe; ich will dich lieben mit dem Wer- ke ich will dich lieben, schön- stes 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. ich will dich lie- ben, meine Bier; und immer währen der Be- gier; Licht, bis mir das Herze bricht. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. Jeſuslieder. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ist durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich machst gesund. 284. 24 219 6. Erbalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Albert. 16.12. Mel. Gott des Himmels 2c. 1. Liesbe, die du mich zum Bilde Liebe, die du mich so mil de 3 Liebe, dir er geb ich mich, 2. Liebe, die du mich erforen, eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, 285. dei- ner Gott- heit bast gemacht; nach dem Fall haft wieder bracht: dein zu bleiben e. wig lich. dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet und für meine Seele bitt: Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Mel. Jesu, der du meine 2c. 1. Je su, meiner See- le Le ben, dir will ich mich ganz er geben, S 1662. meines Herzens höchste Freud, je to und in E. wig, teit. 220 Jesuslieder. Meinen Gott will ich dich nen- nen daß ich dein bin und du mein; 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt umfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, da ich an das Licht gekommen: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüth, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder fam mit Beten: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 4. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben,.du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 5. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist cs, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, 286. und vor aller Welt be- ken- nen, feines An dern seyn. ich will fie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, trotz daß mich was von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuverficht und Freude, meine Süßigkeit im Leide: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich seufzend doch noch sagen: Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. Christian Scriver, geb. 1629, † 1693. Drese. 1698. Eigne Melodie. 1. Seelenbräuti- gam, Je- su, Gottes Lamm! ha- be Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von derSündenSchlamm, Jesu, GottesLamm! Jesuslieder. 2. Deine Liebesgluth stärket Muth und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesgluth. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersehen, was verloren, durch dein Blut so roth, wabrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versebre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst! wie haft du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefft: Mich dürft! großer Friedefürst. 221 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt um den lebendigen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß Niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Chris sten nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 287. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermeht dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß meine Thränen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß bald sich stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs Neu wiederum erfreu, freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs Neu mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenfron; bier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenfron folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, bilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, werthe Himmelsblum! in mir foll nun nichts erschallen, als was dir nur tann gefallen, werthe Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, geb. 1630, † 1718. Eigne Melodie. 1704. 1. Wie wohl ist mir, o Freund derSeelen, wenn ich in deiner Liebe rub! Ich stei- ge aus der Schwermuth Höhlen und ei le dei- nen Armen zu. 222 Jesuslieder. # Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Er- den: fen wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir su chet Ruh und kust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sey also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, bligt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle mir im Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flich in deine heilgen Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil, wer will verdammen? die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuześwüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nåbrest aus den Wolfenbrüsten und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag Andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verläsfest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügeft mich. Laß solche Nuh in dem Gemüthe nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack seyn. Weg, Welt, mit allen Schmeis cheleien! nichts kann als Jesus mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler, geb. 1660, † 1722. 288. Jesuslieder. $ 1 Eigne Melodie. 1. Eins ist noth; ach Herr, dieß Eine Alles Andre, wie's auch scheine, wah- res Ver- gnü- gen er ja get. S 223 dar unter das Herze sich na get und plaget und dennoch kein 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dieß einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt. ( 1680.) 1704. Ob 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Viele zum größeren Haufen sich kehren, so soll doch mein Herze dir einzig gehören; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was lehere mich er- ken- nen doch! ist ja nur ein schweres Joch, al les er feßt, so werd ich mit Einem in Al- lem er- gößt. 2. Seele, willt du dieses finden, ist wohl, das man nicht in Jesu fuchs bei keiner Creatur; laß, was geneußt? irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur, wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Gin und mein Alles, mein seligstes Heil. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. Er. lang ich dieß Eine, das 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchftes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein theures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet I 224 zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Luft; dein Leben sey, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenfluth; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, in findlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jego meine Seel ergößt, 289. BE Jesuslieder. 1. Wer ist wohl wie du, Mel. Seelenbräutigam 2c. weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich geseßt. Nichts Süßres kann also mein Herze erlaz ben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles seyn. Prüf, erfahre, wie ich meine, tilge allen Heuchelschein; sich, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gib, daß ich hier alles nur achte für Koth, und Jesum gewinne: Dieß Eine ist noth. Joh. Heinr. Schröder, geb. 1666, † 1728. Dreje. 1698. Je- su, süße Ruh! Un- ter Vie- len aus er- fo- ren, Le. ben de rer, die ver- lo- ren, und ihr Licht dazu, Je su, süße Ruh! 2. Leben, daß den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Noth hat geführt zu Gott. 5. Höchste Majestät, König und Prophet! deinen Scepter will ich küssen; ich will sizen dir zu Füßen, wie Maria that, höchste Majestät! 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts o Held! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigenthum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigenthum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmuth Schild deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz jich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der Jesuslieder. 225 zur Welt will hin, daß ich nicht in der trüben Nacht will des Hermög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sey du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn. zens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsege, und mich nicht in seinem Nepe Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht 290. 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, böchstes Gut, durch dein theures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Nechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 1738. 1. O wie se lig sind die See- len, die mit Je su sich vermählen. die sein Lebenshauch durchweht, daß ihr Herz mit heißem Trie. be stünd- lich nur auf sei. ne Lie- be und auf seine Nähe geht. 2. O wer faffet ihre Würde, die nichts, das herrlicher, geschaut, als bei dieses Leibes Bürde im Ver- ein Herz, daß er erlesen, und mit borgnen schon sie schmückt! Alle dem das höchste Wesen sich zu eiHimmel sind zu wenig für die nem Geist vertraut. Seele, der ihr König solches Sicgel aufgedrückt. 3. Wenn die Serapbim mit Schrecken sich vor seinem Glanz bedecken, spiegelt sich sein Angesicht in der Scele, die ihn kennet und von seiner Liebe brennet, hier schon mit enthülltem Licht. 5. Drum wer wollte sonst was lieben und sich nicht beständig üben, dieses Königs Freund zu seyn? Muß man gleich dabei was leiden, fich von allen Dingen scheiden, bringts ein Tag doch wieder ein. 6. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüthe, 4. Nach Jehovas höchsten Eh- einen königlichen Geist, mich als ren wird in allen Himmelschören dir verlobt zu tragen, allem freudig Pet. m. Not. 15 Jesuslieder. 226 abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 7. So will ich mich selbst nicht achten, sollte gleich der Leib verschmachten, bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich keinen Trost er blicken, will ich mich damit erquicken, daß ich meines Jesu sey. 291. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Nach Hammerschmidt. 1658. 1. See- le, was er- müdst du dich die doch bald ver- zeh- ren sich Su dhe Je sum und sein Licht; . · 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, die das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal seyn, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 8. Ohne Fühlen will ich cauen, bis die Zeit kommt, ihn zu hauen, und vorbei die letzte Nacht, da mein Geist zum obern Leben aus der Tiefe darf entschweben und nach seinem Bild erwacht. Nach Christian Friedrich Richter ( aus Knapps Liederschaß), geb. 1676, 1711. 5. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, Suche Jesum und sein Andre hilft dir nicht. erquicken. Licht; alles in den Dingen dieser Er den, und zu Staub und A. sche werden? al les An- dre hilft dir nicht. 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt, und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren; bleib nicht liegen in dem Tod! bist du nicht zum Reich erforen? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 9. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Icsuslieder. 10. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 292. Mel. Mein Freund zerschmelzt 2c. 1. Wie berr- lich ists, ein Schäflein Chri- sti werden, Kein höherer Stand ist auf der ganzen Erden, Huld des treusten hir ten stehn! rückt dem Heiland nach zu gehn. ' I 227 11. Sey im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, geb. 1684, † 1754. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; kein Auge kann die Gnade überschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt; hier wird ein Leben mitgetheilt, das unaufhörlich ist und nie vorübereilt. das trifft ein solches Schaf bei sei nem hir ten an. 3. Wie läßt sichs da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, sein treuer Hirt bat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die Regung ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders seyn. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, wenn gleich vor Born der ganze Abgrund schnaubt; es wird es ihm kein wilder Wolf 1704 und in der als unvers Was al.le Welt nicht ge- ben kann, entwenden, weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit, und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, der mache sich zu dieses Hirten Stab; hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, da ihm die Welt vorhin nur Träber gab Hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. 6. Doch dieß ist nur der Vorschmack größrer Freuden; es folget noch die lange Ewigkeit; da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, wo der kristallne Strom das Wasser beut. Da fichet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schäflein Jesu sey. Joh. Jak. Rambad), geb. 1693,+ 1735. 15* 228 293. Jesuslieder. Mel. Wie wobl ist mir zc. 1704 1. Ich will dich immer treu- er lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Die Welt hat mich lang umgetrieben; nun schenkst du mir die wahre Rub: die Rub, mit der nichts zu ver- gleichen, der alle Königskronen weichen, die uns den Himmel of fen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zer- flö- ge vor deiner Lie- be Wun- der größe, die al les Wis sen über fteigt. 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein srbarmen nach! Ich flohe dich und griff betrogen nach Herzeleid und Ungemach; du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue mein ganzes Herz, das ich dir weihe; entreiß mirs doch und nimms dir hin. 4. Mir ist am feligsten gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu; ein Andrer sinn auf große Thaten; mein Geist erblicket eine Rub, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jesu, soll ich bof: fen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flich zum Reichthum deiner Güte, durchleucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erfenn und baß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne selber ist. 3. Adam Flessa, geb. 1694,+ 1776. 3. Ich hange nicht an deinen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden seyn. Vertausch den Trieb nach Süßigkeiten mit der Begierde, still zu leiden, und mach in allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts denn du mehr übrig sey. 294. Jefußlieder. Mel. Den die Hirten lobten 2c.( Altkirchlich?) 1559. 1. Je su, dei- ner zu ge- den ken, kann dem Herzen Freude schen- fen; 1 fabt uns deine Gegen. wart! doch mit welchen Himmels- trän- ken 2. Lieblicher hat nichts geklungen, holder ist noch nichts gesungen, sanfter nichts ins Herz gedrungen, als: Mein Jesus, Gottes Sohn! 3. Tröstlich, wenn man reuig stehet, herzlich, wenn man vor dir flehet, lieblich, wenn man zu dir gehet, unaussprechlich, wenn du da. 4. Du erquickst das Herz von innen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Freude muß vor dir zerrinnen; Niemand sehnt sich gnug nach dir. 229 5. Schweigt, ihr ungeübten zungen! welches Lied hat ihn besungen? Niemand weiß, als ders errungen, was die Liebe Christi sey. 6. Mit Maria will ich flehen; ich will früh zum Grabe gehen und ihm nach dem Herzen sehen mit den Augen des Gemüths. 7. Jesu, wunderbarer König, dem die Völker unterthänig; alles ist vor dir zu wenig, du allein bist liebenswerth. 8. Wenn du uns trittst vors Gesichte, wird es in dem Herzen lichte, alles Eitle wird zunichte, und die Liebe glühet auf. 9. Milder Jesu, laß mirs glücken, laß mich deine Füll erquicken, laß mich dich im Geist erblicken, Herr, in deiner Glorie. 10. Wo ich lebe auf der Erde, such ich dich, o Hirt der Heerde, fröhlich, wenn ich finden werde, selig, wenn ich dich erhalt. 11. König, würdig aller Kränze, Quell der Klarheit ohne Grenze, komm der Seele näber, glänze, bleib du, längst Erwarteter! 12. Jesu, Glorie der Zeiten, gehst du? ich will dich begleiten; bleibt mein Herz nur dir zur Seiten, o so raubt dich Niemand mir. 13. Himmelsbürger, kommt gezogen, öffnet eurer Thore Bogen, ruft, von Freuden überwogen: Holder König, sey gegrüßt! 14. Brunnen der Barmherzigkeiten, Licht der unumschränkten Weiten, treibe weg die Dunkelheiten, gib uns deiner Klarheit Blick. 15. Dich erhöhn des Himmels Heere, dich besingen unsre Chöre; du bist unsre Macht und Ehre, du hast uns mit Gott versöhnt. 16. Jesus herrscht in großem Frieden; er bewahrt sein Volk hienieden, daß es von ihm ungeschieden, fröhlich ihn erwarten kann. 17. Jesus ist zum Vater gangen, hat den vorgen Glanz em 230 Jesuslieder. pfangen; aber meines Geists Ver- hoben, Jesus hat aus Gnaden dro langen ist ihm dorthin nachgeeilt. ben Friedensstätten uns bestellt. 18. Jesus, den wir jetzt mit Loben und mit Psalmen hoch er295. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 1 1. Je sus ist mein Leben, er ist meine Sonne, fest bis in den Tod; in der größten Noth. Nik. Ludwig, Graf v. Zinzendorf ( nach Bernhard v. Clairvaux), geb. 1700, 1760. Grüger. 1656. 3. Die mit Thränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ernten nach dem Leiden, wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allhie dulden, wird sie Gott ergößen mit des Himmels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Quälen bringet durch die Welt; die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt; denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn die Sünden kränken, dem ich mich er- ge. ben meine Freud und Won. ne Leid ich gleich in seinem Reich, so werd ich mit ihm re gie. ren und dort tri. um.phi. ren. 1 2. Die mit Jesu leiden, werden so laßt uns bedenken, daß nach mit ihm weiden in dem Sternen- Gottes Rath Jesus Straf erdulfeld; die mit Jesu sterben, werden det, und was wir verschuldet, ausmit ihm erben, wo ihr Reich bestellt. gestanden hat. Kämpfen wir mit Ihre Kron und Siegeslohn sind, ihm allhier, so wird er uns helfen wo Gott die Engel loben, sicher kämpfen und die Sünde dämpfen. aufgehoben. des Kreuzes Schmerzen bis an euer 6. Seyd getreu, ihr Herzen, bei End! Jesus wird euch trösten, wenn er den Erlösten ihr Gefängniß wendt. Nach dem Nu folgt eine Ruh; Gott wird lassen nach dem Weinen euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke, die des Satans Werke und das Reich der Welt in sich lassen stören und sich zu ir kehren, sey ihr starker Held, ey ihr Schutz und starker Trup, Truß im Leben und im Steiben, bis sie alles erben. ( Aus Freylinghausens Gesangbuch.) 296. Gott der heilige Geist. Mel. Was Gott thut 2c. 297. mein Glück im Him- mel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: Die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 1. Dich, Je- sum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz er. geben. Du kennst dießherz, das redlich spricht: Nur Ei, nem will ich le- ben. Du, du al. Tein, du sollst es seyn; du sollst mein Trost auf Erden, 231 1690. flich zu dir; du cilst zu mir; wann mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: 4. Dich, Jesum, laß ich ewig Mein Freund ist mein, und ich bin nicht; du stärkest mich von oben. sein; er ist mein Schuß, mein TröAuf dich steht meine Zuversicht, ster, und ich bin sein Erlöster. wann meine Feinde toben. Ich Ehrenfried Liebid), geb. 1713, † 1780. Gott der heilige Geist.. Mel. Kommt her zu mir 2c. 1534. 1. Gott Va- ter, sen de deinen Geist, den uns dein Sohn erbitten beißt, aus deines Himmels Höhen! Wir bit- ten, wie er uns ge- lehrt; 232 Gott der heilige Geist. laß uns doch ja nicht un er hört 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe werth; bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 3. Es jammert deinen Vaterfinn der große Jammer, da wir hin durch Adams Fall gefallen; durch dieses Fallen ist die Macht des bösen Geistes leider! bracht auf ihn und auf uns allen. 4. Wir halten, Herr, an unserm Heil und sind gewiß, daß wir dein Theil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Stärk; in uns ist kein Vermögen. Wie bald würd unser Glaub und Treu, Herr, wo du uns nicht stün dest bei, sich in die Asche legen! 6. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt darwider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 7. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg; wo dieser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn Gott, der Herr, erhebt die Hand, liegt alles schon bei Haufen. von dei nem Throne geb. en. 8. Er reißt der Höllen Band entzwei; er tröst und macht das Herze frei von allem, was uns kränket. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist ers, der uns schützt und deckt viel besser, als man denket. 9. Er macht das bittre Kreuze süß, ist unser Licht in Finsterniß, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, daß seine Heerd in tiefer Nacht mit Fried und Ruhe schlafe. 10. Der Geist, den Gott vom Himmel gibt, der leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen. Er setzt und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treter muß, als wo man findet Segen. 11. Er macht geschickt und rüstet aus die Diener, die des Herren Haus in diesem Leben bauen: er ziert ihr Herz, Muth und Verstand, läßt ihnen, was uns unbekannt, zu unserm Besten schauen. 12. Er öffnet unsers Herzens Thor, wann sie sein Wort in unser Ohr als edlen Samen streuen; er gibet Kraft demselben Wort, und wenn es fället, bringt ers fort und lässets wohl gedeihen. 13. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen, teuschen Seelen. Was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 14. Er ist und bleibet stets ge Gott der heilige Geist. 233 Gottes Hütte tragen. treu und steht uns auch im Tode wird er dort zur ewgen Freud in bei, wenn alle Ding abstehen; er lindert unsre leste Qual, läßt uns hindurch zum Himmelssaal getroft und fröhlich gehen. 16. Nun, Herr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüth uns allen diese Gabe. Gib deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe. 15. O selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen. Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den Paul Gerhardt, gcb. 1606, † 1676. 298. Mel. Herr Jesu Chrift, meins 2c. 1. Er- neu- re mich, o ew. ges Licht, und laß von dei- nem An- ge- ficht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und er fül- let seyn. horsam leist und nichts sonst, als was du willst, will. Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp, † 1708. 2. Ertödt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sündenwust; ach, rüst mich aus mit Kraft und Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Ge299. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 1676. 1. Geist vom Vater und vom Sohne, in dem höchsten Himmelsthro- ne, 1662. und die Stär. fe deiner Hand 2. Komm, erleuchte meine Sinne; komm, durchstrahle den Verstand, daß die Finsterniß zerrinne S glei- cher Ma je stät und Kraft gie pe neu. en Le. bens- saft in mein Herz, Seel und Ge mů- the, daß der Reichthum deiner Gü- te s an mir Schwachen werd er kannt. und nicht nehme überhand. Deffne meiner Seelen Augen, daß sie zu erkennen taugen der Geheimniß ties Gott der heilige Geist. 234 fen Grund, die uns lehret Christi Mund. 3. Niemand ohne dich verspüret reiner Gottesliebe Brunst; wen nicht deine Gnade rühret, den bethöret eitler Dunst. Komm, ach tomm, mein Herz entzünde, daß ich nichts in mir empfinde, als der Liebe heiße Gluth, die allein in Jesu ruht. 4. Laß mich alles Eitle hassen, da die Welt sich drin verliebt, und mit Liebesarmen fassen, dem sich Seel und Geist ergibt, Jesum, den die keuschen Seelen sich für ihren Schatz erwählen, daß ich dessen ganz allein und zu eigen möge seyn. 5. Ach, der Unflath meiner Sünden ist dir mehr als mir bewußt. Du allein, Herr, fannst ergründen, wie die angeborne Lust, die von Adam ist ererbet, Leib und Seele hat verderbet; drum so steure Fleisch und Blut, das sonst nichts als Böses thut. 300. fhe 6. Gib mir Kraft, zu widerstehen, wenn die böse Lust sich regt. Laß es nimmermehr geschehen, daß ich werde gar erlegt; steh mir in dem Kampf zur Seiten, hilf mir ritterlich bestreiten diesen Feind, der in mir wohnt und mit Tod und Hölle lohnt. 7. Du bist heilig, laß mich werden rein und heilig immer mehr; tödt die Glieder, die auf Erden widerstreben deiner Ehr. Laß mich in dem neuen Leben wachsen und dahin bestreben, daß die Seel mit Gottes Bild auf ein Neues werd erfüllt. 8. Endlich, wenn ich soll durchs Leiden meinem Heiland folgen nach, und zu meines Herren Freuden gehen durch viel Ungemach: leite mich durch deine Güte, daß mein Geist, Seel und Gemüthe lobe dich in süßem Ton sammt dem Vater und dem Sohn. Gottfr. Hoffmann, geb. 1669, t 1728. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Ed. ler Geist im Himmelsthro- ne, mit Gott Va- ter und dem Soh- ne, daß Gott selbst mit sei- ner Ga- be 2. Du bist Gottes starker Finger, der der Sünden Macht zerbricht, Satans mächtiger Bezwinger, meiner Seelen helles Licht; ach, er gieße deine Treu S 1555. Ei nes We sens, Ei.ner Kraft schwacher See- len Le. bens- saft: in mein Herz und mach es neu. Lust, in mir zu woh- nen, ha be. kehrest du nur bei mir ein, ach, so wird mein Herze rein und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. I Wort Gottes. 235 3. Geist der Weisheit, komm gen niederdrückt, wenn ich traurig und leite mich zum rechten Weiß- und gebückt und vor Jammer muß heitsquell, geh und stehe mir zur vergehn, ach, so bleib du bei mir Seite, mach mein finstres Herze stehen. hell; Himmelsglanz es ganz durchleucht, daß es Gottes Sinn erreicht, bis ich nach den Trauerstunden jene Seligkeit gefunden. 4. Geist des Trostes, in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei; wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu; gib mir ein gelassen Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seelen bei dir finde und mich stets mit dir verbinde. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe suchet an dir seine Lust. Schmeckt mein Herz nur deine Güte, so verlachet meine Brust, was die Welt für Luft erdenkt; Weltlust nur die Seele kränkt; rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 5. Geist des Raths, wie oft verschwindet Rath und That in Angst und Noth! Wenn mein Herz nicht Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod Herz und Au301. 7. Geist des Betens, lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten kräftig sey; steh mir stets mit Seufzen bei, sprich in mir in Gottes Namen nach dem Flehn ein kräftig Amen! Wort Gottes. Pfalm 12. Eigne Melodie. 1. Ach, Gott vom Himmel, sieh dar. ein Wie we nig sind der Heil- gen dein, Dein Wort man läßt nicht haben wahr; Johann Gottfried Hermann, geb. 1707,+ 1791. bei allen Menschen kindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wiß erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet. Der wählet dieß, 1524. und laß dich des er- bar- men! ver. las sen sind wir Ar. mex. der Glaub ist auch ver- lo- schen gar der ander das; sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle Lahr, 236 die falschen Schein uns lehren; dazu ihr Bung stolz offenbar spricht: Troß! wer wills uns webren? Wir haben Recht und Macht allein; was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf seyn; die Armen sind ver= störet; ihr Seufzen dringt zu mir herein; ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und seyn die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur 302. fe Wort Gottes. Eigne Melodie. 1. Dieß sind die heil- gen zehn Ge, but, 1 siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret seyn da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir befohlen seyn, daß sichs in uns nicht flechte! Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese lose Leute sind in deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. durch Mo- sen, sei- nen Die- ner treu, 3. Du sollt nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollt nicht preifen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrie eleison! 4. Du sollt heilgen den siebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollt von deim Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrie eleison! 1525. Ky ri. e. e le i. son! 5. Du sollt ehrn und gehorsam 2. Ich bin allein dein Gott, der Herr; kein Götter sollt du haben seyn dem Vater und der Mutter mehr; du sollt mir ganz vertrauen dein, und wo dein Hand ihn'n dies dich, von Herzensgrund lieben mich.. Kyrie eleison! die uns gab un ser Herre Gott hoch auf dem Berg Si- na. i. nen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrie eleison! 6. Du sollt nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich; Geduld haben und sanften Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Kyrie eleison! 7. Dein Eh sollt du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrie eleison! Wort Gottes. 8. Du sollt nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern Jemands Schweiß und Blut; du sollt aufthun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrie eleison! 9. Du sollt kein falscher Zeuge seyn, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Unschuld sollt auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrie eleison! 237 wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrie eleison! 10. Du sollt deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollt ihm 303. 11. Die Gebot all uns geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollt und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrie eleison! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler wor= den ist; es ist mit unserm Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1516. Eigne Melodie. 1. Herre Gott, dein gött- lich Wort bis durch dein Gnad uns ist ge sagt, S und an de re A. po. stel mehr 1527. Das dan ken dir mit Fleiß, daß wir 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klärlich ist vor Augen. Ach Gott, mein Herr, erbarm dich der, die dich noch jett verläugnen, und achten sehr auf Menschen lehr, darin sie doch verderben. Deins Worts Verstand mach ihn'n bekannt, daß sie nicht ewig sterben. 3. Hilf, Herre Gott, in dieser Noth, daß sich die auch bekchren, die nichts betrachtn, dein Wort ver. achtn, und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen schlecht, es sey nicht recht, und habens nie gelesen, auch nie gehört das edle Wort; ists nicht ein teuflisch Wesen? ist lang verdun- kelt blieben, was Pau- lus hat ge- schrieben aus deim göttlichen Munde. er le bet hab'n die Stunde, 4. Ich glaub g'wiß gar, daß es sey wahr, was Paulus uns thut schreiben. Eh muß geschehn, daß alls vergch, dein göttlich Wort soll bleiben in Ewigkeit, wär es auch leid viel hart verstockten Herzen; fehrn sie nicht um, werden sie darum leiden gar große Schmerzen. 5. Gott ist mein Herr! so bin ich der, dem sterben kommt zu Gute. Dadurch uns hast aus aller Last erlöst mit deinem Blute. Das dank ich dir, drum wirst du mir nach dein'r Verheißung geben, was ich dich bitt; versag mirs nit im Tod und auch im Leben. 238 6. Herr, ich hoff je, du werdest die in keiner Noth verlassen, die dein Wort recht als treue Knecht im Herz und Glauben fassen. Gibst 304. Wort Gottes. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. ihn'n bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verderben. Herr, durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben. Paul Speratus(?), geb. 1484,+ 1554. 1. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geist- lich ist, untüch- tig; dein We- sen, Wil le und Ge bot ist viel zu hoch und wichtig: 1524. wir wissens und ver steh- ens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht 3. Für solches Heil, Herr, sey gepreist; laß uns dabei verbleiben, und gib uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, das selb annehmen jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. den Weg zu dir nicht wei. ſet. 2. Drum sind vor Zeiten aus- fassen, in Lieb und Leid, in Freud gesandt Propheten, deine Knechte, und Schmerz es aus der Acht nicht daß durch sie würde wohlbekannt lassen; daß wir nicht Hörer nur dein Will und deine Rechte; zum allein des Wortes, sondern Thäter legten ist dein lieber Sohn, o Ba- seyn, Frucht hundertfältig bringen. ter, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 6. Am Wege wird der Same fort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so in Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach bilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande und seyn an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 5. Deffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus Wort Gottes. die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg seyn die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir drauß genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß 305. 239 wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Bater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiLehr erleuchten mög und leiten. ten. Hilf, Jesu, daß uns deine heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. Mel. D Herre Gott, dein 2c. 1. Herr Be- baoth, dein heilges Wort, daß wir darnach an al lem Ort ist worden kund aus dei. nem Mund 2 rein, schlecht und recht, durch deine Knecht, 2. Dieß Wort, das jest in Schriften steht, ist fest und unbeweglich; zwar Erd und Himmel untergeht, doch Gottes Wort bleibt ewig; kein Höll, kein Plag, noch jüngster Tag vermag es zu vernichten; drum denen soll seyn ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen, hell und klar, die Richtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre, und wie man soll bie leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. 3m Kreuz gibts Luft, in 1527. 1 das du uns haft gege ben, solln richten Lehr und Le.. ben, und in der Schrift beschrieben vom heilgen Geist ge- trieben. Traurigkeit zeigt es die Freudenquelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entreißt es aus der Hölle, gibt Trost an Hand und macht befannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Nun, Herr, erbalt dein heilges Wort, laß uns sein Kraft empfinden; den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden, so wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danken. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanken Christian Knorr von Rosenroth. geb. 1636, 1689. 240 306. Wort Gottes. Mel. Herzlich thut mich zc. 1. Wohl dem, der Je sum lie bet und dessen Him- mels- wort, der wird niemals be trü- bet Wo Je sus sich be findet, 1 I wer sich auf Je sum gründet, 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport, hat dich die Welt verwirret; tomm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dir klärs lich weisen die rechte Tugendbahn, darauf du müssest reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Noth geübet: komm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollten unterdrücken, du doch behältst das Feld. 4. Hast du dich lassen blenden, so daß bald hier, bald dort du tappest an den Wänden: komm, hier ist Gottes Wort; dieß machet, daß 307. Haßler? 1613. vons eu fels Höllen mord. . da steh. et der le bet le. bens voll. die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Irreweg. al. les wohl; 5. Wirst du gleich auch geführet durch den stockfinstern Ort, da sonst der Tod regieret: fomm, hier ist Gottes Wort; dieß ist der Stab und Stecken, mit diesem kannst du dich vors Teufels List und Schrecken beschüßen mächtiglich. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebßer Seelenbort, daß ich in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Mel. 3euch meinen Geist 2c. Anna Sophia, Landgräfin v. Hessen, geb. 1638, 1683. 1698. 1. Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern des Geistes Trieb in mir verhindern und nicht, bei so viel Seu- chel- schein, ein treu- er 3eu- ge Gottes seyu? Wort Gottes. 241 2. Sollt ich des Höchsten Wort 9. Wes ist das Amt, das ich verschweigen, und nicht dem Hause Jakob zeigen, wie schändlich sichs vor Gott verstellt, darum, weils Menschen nicht gefällt? hier trage? Wer forderts, daß ichs ihnen fage? Ists nicht des großen Gottes Mund, der thut durch mich sich ihnen fund? 3. Sollt ich den falschen Christen beucheln und der gottlosen Notte schmeicheln um eine Hand voll zeitfich Korn, und zu entgehn der Menschen Zorn? 4. Sollt ich die Bösen selig preifen, die weder Licht noch Glauben weisen, um deren Gunst und Liebeswind, die doch nur Feinde Got tes find? 5. Wer sind sie denn, die mich verlassen und mich als ein Fegopfer bassen? Wer sind sie, die so zorniglich ihr Herz verbittern wider mich? 6. Es sind nur Menschen, die mit Sünden und losen Stricken sich verbinden, ein Nichts, ein Gras, ein schnödes Heu, ein Dampf und leichtverwchte Spreu. 7. So boch sie sind in ihren Sinnen, so werden sie doch endlich innen, daß all ihr Thun zur Hölle fährt und nur auf kurze Zeit hie währt. 8. Wer bin ich denn, den sie verschmäben? Ists denn auf mich nur angesehen? Ist Gott nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werther Geist? 308. 10. Gi, sollt mein Gott mich nicht auch schüßen, wenn sie mit Wüthen auf mich bligen? Sollt dessen Huld in aller Pein mir nicht ein süßes Labsal seyn? 11. Du kennst mich ja, du Menschenhüter, daß mir nicht um die schnöden Güter zu thun, noch um die Gunst der Welt, die Manchen so gefangen hält. 12. Die Liebe Christi, die mich dringet, die ists, die mich im Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Secten nachzugebn. 13. Darüber will ich gerne leiden, kein Kreuz noch Spott der Bösen meiden; sey du mir nur bei Hohn und Spott nicht schrecklich, du getreuer Gott! 14. Ich weiß, dein Wort wird endlich siegen, das finstre Reich muß unterliegen; den Sieg wird man in Kurzem scbn, sollts auch durch Märtrerblut geschehn. 15. Ach, stärke du mich doch, mein Retter, damit auch unter Sturm und Wetter mein Beugniß fest und freudig sey. Es ist ges wagt! Gott steh mir bei! Joh. Jos. Winckler, geb. 1670,+ 1722. Mel. Durchbrecher aller 2c. 1. Herr, dein Wort, die ed. le Ga, be, denn ich zieh es al. ler ha. be Pet. m. Not. 1704. die sen Schaß er- bal- te mir; und dem größten Reichthum für. 16 242 Wort Gottes. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube rubn? Mir ists nicht um tau send Wel- ten, 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich 309. a ber um dein Wort zu thun. eifrig seyn beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sißen, wie Maria that. Nik. Ludwig, Graf v. 3inzendorf, geb. 1700, 1760. Mel. Nch, Gott und Herr 2c. 1627. 1. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll mei- ne See- le trau- en. Ich wand- le hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß im- Licht nicht durch dein Wort ermerdar mich seine Kräfte schmecken; laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeibst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort; denn du hasts uns ge5. Des Ewgen Rath, die Mis- geben. Es sey mein Theil, es sey sethat der Sünder zu verfühnen, mir Heil und Kraft zum ewgen den kennt ich nicht, wär mir dieß Leben! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. 310. Möct. 1820. Mel. Ich armer Mensch zc. 1. Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht es gibt demSünder und dem Frommen zumle- ben sichern Unterricht. Wort Gottes. S O se lig, wer es achtsam hört, 2. 68 leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben, lehrt, wie viel Guts du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Herr, deine Tröstungen sind 311. 243 be- wahrt und mit Ge- bor- iam ebrt! besser, als alles Silber, Gold und Geld, ein Schaß, weit köstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt: so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. J. A. Gramer, geb. 1723, † 1788, ( nach dem bayr. Gesangbuch von 1811.) Ahle. 1664. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 1. Herr, mein Licht, er- leuchte mich, daß ich dich und mich er ken.ne; daß ich voll Ver trau- en dich mei- nen Gott und Va ter nen.ne. i Wahrheit lehrt dein Wort auf Erden; laß mich dadurch wei- se werden. 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort; lehre mich es recht verstehen; hilf du selbst mir, immerfort deutlicher es einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, was zu meiden mir gebühret. werd ichs an mir erfahren, was es denen fest verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen; laß mich auch beflissen seyn, den er kannten Weg zu gehen; sonst würd ich bei allem Wissen seinen Trost entbehren müssen. 4. Folg ich seinem Unterricht, so 5. Laß mich hier schon in der Zeit dein Erkenntniß stets vermehren. Find ich manche Dunkelbeit bei des Glaubens hoben Lehren: laß mich Zweifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen. 6. Immer lente meinen Sinn von dem Wechselglück der Erde auf 16* 244 den ewigen Gewinn, daß ich frei und selig werde. Was sind Güter dieser Zeiten gegen jene Herrlichfeiten? 7. Gib mir täglich neue Kraft, 312. Kirche und Reich Gottes. deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Nach Heinr Corn.Hecker.geb. 1699,+ 1743, v. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, † 1797 Kirche und Reich Gottes. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. 1535. 1 1. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll If ra el sa gen, war Gott nicht mit uns die je Beit, wir bät- ten mußt ver zagen, die so ein armes Häuflein sind, ver acht von so viel Menschenkind, die an uns se gen al le. 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn als die ein Fluth ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der 313. fe 1. Er- balt uns, Herr, bei dei nem Wort und steuere det ner Feinde Mord, nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen; wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unser Seel entgangen; Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Eigne Melodie. Altkirchlich? 1543. die Je sum Christum, deinen Sobu, wol, len stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr stenheit, daß sie dich lob in EwigJesu Christ, der du Herr aller Her- feir. ren bist, beschirm dein arme Chri3. Gott, heilger Geist, du Trös Kirche und Reich Gottes. 245 fter werth, gib deim Volk ein'rlei legten Noth, gleit uns ins Leben Sinn auf Erd, stch bei uns in der aus dem Tod. Dr. M. Luther, geb. 1483, 1546. 314. 1. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlichs Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. Im vorigen Ton. 2. In dieser schwer'n, betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament rein b'halten bis an unser End. 3. Du aber selbst dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul und falt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, schaff, daß es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirchen Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel 315. zu; auf dieser Erd ist keine Nuh; viel Secten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den frechen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch, und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Lehr und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern ja dein ist; darum so steh du denen bei, die bei deim Wort fich finden frei. 8. Dein Wort ist unsers Hers zens Truß und deiner Kirchen starfer Schuß; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts Bessers suchen mehr. 9. Gib, daß wir leben in deim Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nit, Selnecker, geb. 1532,+1592: Grüger. 1640. Eigne Melodie. 1. Bi on tlagt mit Angst und Schmerzen, 3i on, Gottes werthe Stadt, die er trägt in seinem Her- zen, die er ihm er- wäh.let hat. Ach, spricht sie, wie bat mein Gott mich ver lassen in der Noth, und läßt mich mit Jammer pres- sen! Mei- ner hat er ganz ver gef- sen. 2. Der Gott, der mir hat ver- will er denn für und für grausam sprochen seinen Beistand in dem zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht, wie Leid, der läßt sich vergebens suchen jept in meiner Traurigkeit. Ach, vorhin, erbarmen? 246 Kirche und Reich Gottes. 3.3ion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seei und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein; wo mag eine Mutter seyn, die ihr eigen Kind kann bassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn man auch sollte finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe könnt verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin; meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Bier! mein Herz hast du mir besessen; deiner kann ich nicht vergessen. 316. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; schau doch, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie kann es denn anders seyn? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern will ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen; du liegst mir in meinem Schoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Tren zu dir ist groß. Dich und mich soll keine Zeit, keine Noth, Gefahr noch Streit, ja die Hölle selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. 317. Mel. Kommt her zu mir 2c. 1. Der- za- ge nicht, du Häuflein klein, obschon die Fein de wil- lens seyn, dich gänzlich zu ver- stören, da von dir wird recht angst bang; 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befichl die Rach und laß es ihn nur walten; er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und suchen dei- nen Untergang, es wird nicht lange währen. und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns, und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. 1334. Jak. Fabricius, geb. 1593,+ 1654. ( Gustav Adolphs Schlachtgesang bei Mel. Herzliebster Jesu, was 2. 1. Chri- fte, du Bei- stand deiner Kreuzgemei- ne, Lüßen.) Crüger. 1640. ei le, mit Hüif und Kirche und Reich Gottes. Rettung uns erschei- ne; iteure den Fein den, ihre Blut- ge- rich- te ma che zu nich- te. . 2. Streite doch selber für uns arme Kinder; wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere; Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; Friede dem 318. fee Herzen, Friede dem Gewissen gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben; also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Heerde, Himmel und Erde. 247 Mel. Zion flagt mit Angst ze. Wenn er straft, so liebt er auch, Matthä. Avelles von Löwenstern, geb. 1594, † 1648. Grüger. 1640. 1. Bi. on, gib dich nur zu- frie- den, Gott ist noch bei dir da rin; du bist nicht von ihm ge- schieden, er hat einen Ba- ter- sinn. 3i on, ler ne dieß be- den- ken; 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen: Ach und Weh! schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; diese Fluth wird bald sich legen. dieß ist sein ge- liebter Brauch: warum willst du dich so kräu- ken? nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen oft dein Trank und Speise seyn; stimmt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein; kränkt der Neid dir Herz und Muth, kommst du hier um Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergebn; dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod: Zion, du kannst doch Herzeleid, dennoch wirst du nicht 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und 248 Kirche und Reich Gottes. zu Schanden, denk nur an die schöne Gnadensonne, Jesus ChriEwigkeit; sey getrost und wohlgemuth; denn der Herr ists, der es thut: Zion, Gott wird dich schon stärken; dieſes mußt du eben merken. ftus, naht zu dir, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß: Zion, wo ist nun dein Klagen? jetzt kannst du von Freuden sagen. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron: 3ion, Gott, dein Schuß, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. 7. Halleluja! deine Wonne bricht anjeßt mit Macht herfür; denn die 319. Mel. Mein Herzens Jesu zc. 1. Va ter der Barmherzig, keit, ge- sam- melt zur A. po.stel. zeit du hast durch deines Geistes Kraft 8. Freuet euch, ihr Himmelserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelssaal: Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, um 1660. zu dei nem Reich be. ru. fen. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie in der Welt zerstreut sich von einander brachen, hat sie dein guter Geist geführt und sie mit Herrlichkeit geziert in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sey doch auch zu dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig, und mach uns von dem Zank und Streit binwieder frei und ledig. Gib, daß dein Häuflein für und für in Einem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe. 1668. der du dir deine Heer den und berr.lich lassen wer den, die große Schaar der Hei- denschaft 4. Ach, sich doch, wie des Satans List sie jämmerlich zertrennet, wie man im Streit der Lieb vergißt, im Unverstande brennet, wie alles in Verwirrung geht, da Eins das Anore nicht versteht und sich um nichts entzweiet. 5. Ach, Herr, bilf solchem Uebel ab, versammle deine Heerde, daß unter deines Wortes Etab sie wieder einig werde, und das Band der Vollkommenbeit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe Kirche und Reich Gottes. 249 6. Wie lieblich ists, wenn Brü- Wohlgeruch erfüllet, und wie vom der sich in rechter Treu verbinden, im Haus des Herrn einmüthiglich sich stets zusammenfinden, wenn sie im Geist zusammenstehn, zu Gott in Einem Sinne gehn und halten an mit Beten. Hermon fällt der Thau ringsum auf Zions Berg und Au und alles Land erquicket: 7. Gleichwie der edle Balsam dort von Aarons Haupte quillet, der ringsumher den ganzen Ort mit 320. 8. Also fleußt Gottes Geist und Gnad von Christo zu uns nieder auf die, so er erwäblet hat, auf alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben alle Zeit und alle Himmelsgüter. Heinr. Georg Neuß, geb. 1654, † 1716 Eigne Melodie. 1704. 1. fab. re fort, fab- re fort, 3i.on, fab- re fort im Licht! mache deinen Leuchter hel.le, laß die erste Lie- be nicht, suche stets die Lebensquelle; 3i on, drin ge durch die enge Pfort! fab re fort, fab- re fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, krumm und schlecht, prüfe recht, leide ohne Scheu Trübsal, Angst, prüfe recht! mit Spott und Hohne, sey bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Sion, fühlest du der Schlangen Stich: leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an das Bild des Drachen! Zion, wenn fie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich beißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides das, was 5. Dringe ein, dringe ein, Bion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben; sey nicht wie die Andern todt, sey du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Sion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht 250 laulich finden; auf, daß Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was da321. Kirche und Reich Gottes. hinten: Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Joh. Eufeb. Schmidt, geb. 1669, † 1745. Mel. Jefu, hilf siegen ze. 1698. 1. Großer Im- ma- nu el, schau e von oben auf dein er lö- stes, ersieh e doch, wie die Ty ran nen noch to- ben, wie sie ver- teh- ren die kauf tes Geschlecht; Lü- gen und Irr- thum muß gel.ten auf Er- den; Wahr- heit und Recht! . Unschuld und Wahrheit muß Ke ze. rei werden. 2. Seclen, die sonsten sehr eifrig gerungen, werden jest müde und schlafen fast ein. Scheints doch, als wenn sie der Arge bezwungen, nicht mehr so eifrig im Kampfe zu seyn. Alles wird irre, weil Argwohn regieret, und auch einfältige Herzen verführet. 3. Schmerzlich erfährt man, wie Kinder sich trennen, welche die himmlische Mutter gebiert; wie auch die Brüder einander nicht kennen, herzliche Freundschaft sich täglich verliert, Viele fich scheiden, und Viele sich spalten, weil man die Liebe so läsfet erkalten. 4. Lange, ach lange schon seufzen die Deinen, daß man uns Freiheit und Freudigkeit fränkt, mit dir, o Heiland, es treulich zu mei322. nen, recht zu gebrauchen, was du uns geschenkt. Wolln wir dir dienen in heiliger Stille, sagt man, es sey das nur eigener Wille. 5. Weil denn die Armen so seufzen und stöhnen, komm doch, o Jesu, und mache dich auf; rett uns von Allen, die tropig uns höhnen und uns aufhalten in unserem Lauf; kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, wollest du schenken, dem Vater zu Ehren. 6. Willige Opfer wird alsdann dir bringen nach dem Triumphe die heilige Schaar; liebliche Lieder da werden erklingen, wenn nun beginnet das selige Jahr, welches zu Žions Errettung erscheinet und uns zur völligen Freude vereinet. Christian Andr. Bernstein, † 1699. Ph. E. Bach. 1787. Mel. Wie groß ist des 2c.. 1. Sch lo be dich von ganzer Seelen, dir wol- len ei- ne Kirch er wählen, daß du auf diesem Er- den- Freis o Gott, zu deines Na- mens Preis Kirche und Reich Gottes. da- rin- nen sich viel Menschen finden auf daß von allen ihren Sünden 2. Du rufest auch noch heut zu Tage, daß Jedermann erscheinen soll; man höret immer deine Klage, daß nicht dein Haus will werden voll; deswegen schickst du auf die Straßen, zu laden Alle, die man findt, und willst auch die berufen lassen, die blind und lahm und Krüppel sind. 3. Du hast dir, Gott, aus viclen Zungen der Völker eine Kirch erbaut, darinnen dein Lob wird besungen, die deinem Worte gläubig traut; du hast ihr Christum ja gegeben zu ihrem königlichen Haupt: so führ es nun zum rechten Leben, was deine heilge Kirche glaubt. 4. Wir wollen auf nichts Andres 323. zu einer bei lisgen Gemein, fie Christi Blut nun wasche rein. gründen, als auf den Grund, den du gelegt; hilf uns aus Gnaden überwinden, weil stets auch noch der Feind sich regt; und wo noch Nunzeln sind und Flecken, die Christi Braut sich angehängt, die wollst du mit der Liebe decken, mit der du uns den Sohn geschenkt. 5. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben und frommen Leben bis ans End; ach, laß uns ja den Schaß nicht rauben: dein heilig Wort und Sacrament. Erfüll die Herzen deiner Christen mit Geistessegen, Fried und Freud, daß sie in Lieb und Treu sich rüsten zur ungefärbten Einigkeit.- Fr. Conr. Hiller, geb. 1662, † 1726. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 1. Ich glaube, daß die Heiligen weil sie in Ei Her Gna de stehn So Vie le Christus machet rein, und al le himmels- schäße. 2. 3war nicht das gleiche Schickfal fällt hienieden jedem Gliede; es dauern noch in dieser Welt die äußern Unterschiede: dem Einen fällt ein armes Loos, der Andre ist geehrt und groß; daß will ein Christ nicht ändern. 251 1668. im Geist Gemeinschaft ba- ben, und Eines Gei- stes Gaben. die haben all sein Gut ge- mein 3. Doch in der neuen Creatur ist Keiner klein, noch größer; wir haben Einen Christus nur, den einigen Erlöser, das Licht, das Heil, den Morgenstern; Wort, Tauf und Nachtmahl unsers Herrn ist Allen gleich geschenket. 252 4. Da ist kein Knecht, noch Freier mehr; da sind fie alle Kinder; der Reichthum macht hier keine Ehr, die Armuth keinen Sünder. Gott sieht hier nicht Personen an, indem der Reiche arm seyn kann, der Arme reich an Gnaden. Kirche und Reich Gottes. 5. Die Sonne der Gerechtigkeit will Allen Gnade geben; der Geist gibt Allen allezeit als Gottes Odem Leben, weil uns der Vater alle liebt, so wie der Himmel uns umgibt; wir haben gleiche Güter. 6. Ein Himmel, Eine Seligkeit, Ein Vorbild und Ein Hoffen, Ein Recht, Ein Baterherz im Leid, Ein Segen steht uns offen. Uns führt Ein Weg dem Himmel zu, wir hoffen alle Eine Ruh, allein durch Einen Glauben. 7. Wir leiden mit, wir ziehen an ein herzliches Erbarmen; und wenn das Herz nichts weiter kann, so seufzt es für die Armen. Denn solch 324. ein Glied, dem durch sein Herz nicht geht der andern Glieder Schmerz, das hat gewiß kein Leben. 8. So trägt ein Glied des andern Last um seines Hauptes wile len; wer seiner Brüder Lasten faßt, lernt das Geseß erfüllen, wo Christus uns zum Vorbild geht; dieß töniglich Gebot besteht in Einem Wörtlein: Liebe! 9. Wie ist der Heilige so groß, der mir hier vorgegangen, mit dem ich als ein Kreuzgenoß Gemeinschaft soll erlangen! Bedenk, mein Herze, wer es ist! es ist der Heiland, Jesus Christ, der Sohn des Allerhöchsten. 10. Ich will mich der Gemeinschaft nicht der Heiligen entziehen; wenn meine Brüder Noth anficht, so will ich sie nicht fliehen. Hab ich Gemeinschaft an dem Leid, so laß mich an der Herrlichkeit auch einst Gemeinschaft haben! Phil. Fr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen 2c. 1704. 1. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft ſtehn; es läßt an uns die süßen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn; wir werden durch das Wort der Gnaden auch zurGemeinschaft jenerSchaar, die um das Lamm beständig war, ge lockt und kräf- tig ein ge- la- den. 2. Nur Menschen, die von Gott koren, die läßt er Wunderliebe geboren, die unter Einem Haupte schn. Gemeinschaft mit dem Vater stehn, die hat der Herr sich außer- haben und mit dem Sohn im heil Kirche und Reich Gottes. 253 gen Geist, das ist, was ihre Seele Schmerzen; eins reicht dem andern speist; nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein theures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns umschlingt; die Seelen all, die er durchdringt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Bater, Sohn und beilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott geneußt! Wie flammen da die süßen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hie wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Dele des Friedens und der Freude zu; dann schmeckt das Herz die Gottes- Rub; die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Eines Herren Leib gegessen, die stehen auch für Einen Mann; macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an; fie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern seine Hand, und wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Genuß des großen Guts: ich, ich in ihnen! Aus Bunsens Gesangbuch. 325. Wenn Christus seine Kirdhe schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er ge= beut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Christenthum; mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts, des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch fein Drobn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod; was will uns denn erschrecken? Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. 254 326. fe- p² Kirche und Reich Gottes. Mel. Es ist das Heil 2c. $ 5 Jipff 1. Die Feinde deines Kreuzes drobn, dein Reich, Herr, zu zer- stö.ren. Du a- ber, Mi tler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße weh- ren. 17 Dein Thron be- steh- et ewig lich; ver- geb- lich wird sich wider dich die Macht der Hölle rü = sten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehen, daß sie sich noch bekchren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 327. 1523. 5. Uns, deine Gläubgen, wolleft du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk dir unterthan, gern dein Geseß erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenfinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen, und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. Balth. Münter, geb. 1735,+ 1793. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 1. Je- su, Licht und Heil der Welt, dein Wort, das Got- tes Rath ent- hält, 1668. der du in die sem Leben zur Richtschnur uns ge- ge- ben, Missionslieder. du bist der Herr der Christen- beit, die du voll Huld und Freundlichkeit dir aus den Menschen sam- melst. 2. Du willst sie als dein Eigenthum zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du, Herr, bist groß von Rath und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil; so viel nur an dich glauben, die haben an dem Segen Theil, den uns kein Feind kann rauben. Zufriedenheit und Himmelsruh fließt allen schon auf Erden zu; dein ist des Guten Fülle. 4. Mag auch der Spötter immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und mancher in verkehrtem Sinn sich wider dich empören; es fällt doch deine Kirche nie; du hältst, und du beschüßest sie durch deines Geistes Weisheit. 328. fe 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muthy dich vor der Welt bekennen. 6. 3war kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh; dann krönest und belohnst du sie mit Preis und ewger Freude. 255 7. Dann sehn wir dich in Majestät, und uns gleich deinen Engeln zu nie empfundnem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln. Dann preisen wir frohlockend dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht! Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, † 1797.. Missionslieder. Eigne Melodie. . 1. Es woll uns Gott ge nå dig seyn und seinen Segen ge jetn Antlig uns mit hel- lem Schein er- leucht zum ewgen Le.* H daß wir er kennen seine Werk, 1525. ben; S ben, und was ihm liebt auf Erden, 256 Missionslieder. und Jesus( Shri- stus Heil und Stärk und sie zu Gott be. teb- ren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich 329. ¤ Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. 1. Je- su( bri ste, wab- res Licht, bekannt den Hei den werden ** V. 3. bet lig. al. Ier das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segen Vater und der Sohn, uns segen Gott der heilig Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. M Luther, geb. 1483. † 15-16. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör; die Stummen richtig reden 330. * und bringe sie zu deiner Heerd, daß ih- re Seel auch se lig werd. 2. Erfüll mit deinem Gnaden- lehr, die nicht bekennen wollen frei, schein, die in Irrthum verführet seyn, was ihres Herzens Glaube sev. auch die, so heimlich fichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 5. Erleuchte, die da sind verblendt; bring ber, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gebn; mach feste, die im Zweifel mach felte stehn: 1. Die Macht der Wahrbeit bricht berfür des Reichs Er- kennt- nig geh et auf 1676. er leuch- te, die dich kennen nicht, 6. So werden sie mit uns zu gleich auf Erden und im Himmelreich hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, geb. 1585,+ 1647. Grüger 1653. Mel. D Ewigkeit, du zc. und klopft an vieler Herzen Thur, und füb.ret ib- ren schnellen auf Missionslieder. daß man sie woll ein- las- sen; durch aller Böl- ker Straßen; er öffnet sich nun allzu · 2. Seht, was der Herr für Wunder thut! Er gibet seinen Boten Muth und Kraft den Wahrheitszeugen, die er aussendet spät und früh; was sie gehört, posaunen sie und könnens nicht verschweigen. Sie breiten aus zu seinem Ruhm das ewge Evangelium. 3. Ich lasse, spricht das A und O, vom ewgen Evangelio die Botschaft nun ertönen; ich laß ausrufen Fried und Freud, wie alles Volk soll seyn bereit, mit mir sich zu versöhnen. Mein Engel, der die Botschaft bringt, sich mitten durch den Himmel schwingt. 4. Er wird gesehen überall; man höret seinen Friedenshall; den Völfern, Sprachen, 3ungen wird meine Gnade weit und breit, der Reichthum meiner Gütigkeit verkündigt und gesungen; man rufet aus bald hier, bald dar das große Hall- und Jubeljahr. 331. " " 1. Auf, ihr Hei.den, lo. bet Gott, so euch in der Fin ster niß S Eigne Melodie. 257 ja, das Erkenntniß fammt dem Reich gleich. 5. G8 hören die Geheimnisse jest Würdge und Unwürdige, die bier auf Erden leben; sie hören diese Freudenpost, dieß große Zeugniß nun getrost und können sich ergeben dem großen König aller Welt, der Liebe, Bund und Gnade hält. 6. Ich habe die Unwissenheit bisber in der vergangnen Zeit aus Gnaden übersehen; nunmehro da aufgeht das Licht, werd ichs so übersehen nicht, wie bis daher geschehen. Die Wahrheit will, wie sichs gebührt, mit Dank seyn zu Gemüth geführt. 7. Ich, ich will machen alles neu; die Creatur soll werden frei vom Dienst der Eitelkeiten. Wohl dem, der dieses fassen kann, und nimmt in meinem Sohn mich an zu diesen frohen Zeiten. Wie selig ist, der diesen Tag des Heiles jest erkennen mag! Aus v. Raumer's Gei. Buch. zu dem wah- ren Licht gebracht, Vet. m. Not. 1713. der euch aus des To- des Schat- ten, vor- mals ganz um ge- ben hatten, und euch Ar.me nicht ver acht't; 17 258 Missionslieder. E 1 Iv.bet sei ne große Gü te stets mit dankba- rem Gemü. tbe. 2. Alle Völker, preiset Gott, der 3. Gnad und Wahrheit, die da aus unverdienter Gnade hat durch ist durch den Herren Christum komseinen Sohn gemacht, daß der alte men, so wir auch von seiner Füll Fall nicht schade, der euch hilft durch den Glauben angenommen, durch Christi Tod aus der Sünd walte mächtig allezeit über uns in und aller Noth; preiset solche große Ewigkeit; rühmet solche große Güte Güte stets mit dankbarem Gemüthe. stets mit dankbarem Gemüthe. 332. Mel. Dir, dir Jehova 2c. 1. Wach auf, du Geist der ersten Zeu- gen, die Lag und Näch- te nimmer schwei- gen, 3t ons Mau- ern stehn, · Feind entgegen gehn, und aller Völ fer Schaa- ren zu dir bringt. ja de ren Schall die ganze Welt durchdringt 2. O daß doch bald dein Feuer brännte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Ernte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum höt, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 1704. 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten seyn; laß eilend Hülf uns der Wächter, die auf und die ge- trost dem widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Nainens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß näbme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sey kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Missionslieder. Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O beßre 3ions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege. Bertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, 333. 259 daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sey. 8. Laß jede boh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes seyn; ja, sige du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer überall ers stehn, die für die ganze Kirche bes tend fleha. E. Heinr. v. Bogazky, geb. 1690,+ 1774. Mel. Freu dich sehr, o 2c. 1. Herr, wie sind noch viel der Hei den, die in To- des- schat.ten gebn! Kumm, o Hirt, auch sie zu wei den; kannst du sie ver ir ret sehn? Nimm der Heer. de selbst dich an, all auf weitem Er- den- run- de 2. Herr, laß deine Boten eilen, sende Knechte mehr noch aus, deine Gaben auszutheilen, sie zu laden in dein Haus. Manchen Jüngling, dir versöhnt, laß mit Gnad und Geist gekrönt dem gebundnen Knecht der Sünden deinen großen Namen künden. 334. 1555. 1. Je su, bit tend kommen wir s füh. re sie des Lebens Babn; füge zu dem Gna- den- bun- de. 3. Herr, wir sind ja deine Christen, sollten wir nicht Herz und Hand zu dem großen Baue rüsten deines Reichs in allem Land? Gib ein Herz in Liebe warm, das des Jammers sich erbarm, und die vielen weit Verirrten bring zu dir, dem guten Hirten. Mel. Nun komm, der Heiden 2c.( Altkirchlich.) 1524. mit den Dei- nen jetzt zu dir; bör auf unser kind. lich Flehn, was wir bitten, laß ge- schehn! 2. Jesu, ziehe bei uns ein, laß uns ganz dein eigen seyn; schenk uns allen deinen Geist, den dein theures Wort verheißt. 17* 260 Missionslieder. 3. Weck die tødte Christenheit keine List noch Macht; schaffe Licht aus dem Schlaf der Sicherheit; in dunkler Nacht. mache deinen Ruhm bekannt überall im ganzen Land. 6. Gib den Boten Kraft und Muth, Glaubenshoffnung, Liebesgluth; laß viel Früchte deiner Gnad folgen ihrer Thränensaat! 4. Laß dein Wort zu dieser Zeit kräftig schallen weit und breit! Allen Hetden werde fund deiner Gnade Friedensbund. 7. 3ion, dante deinem Herrn, was du bittest, thut er gern; ja, er kommt mit seinem Reich; was ist seinen Freuden gleich? 5. Thu der Völker Thüren auf; deines Himmelreiches Lauf hemme 335. VE Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1. Wie groß, wie an ge be tet ist Wie hell wards in der Fin- ster.niß Herrscher Jesu Christ, Lehre, wie zer. riß, wie theu er wie floh des Als du, Herr, famst, hörten Zau.be, 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der deß Gößendienstes Nacht und ihre Schatten flohen? Nicht fic, Jesu, deine Lehren, die wir hören, machen weise, dir zum Ruhm und Gott zum Preise. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel fehn, den Preis von deinen Leiden genießen, weil du für uns starbst, was du uns durch dein Blut erwarbst, der Engel hohe Freuden. 1599. dein Name, durch deine half den Kranken; Stum- mie san gen, dir zu danken. dei nem Vol. ke! Irr- thums Wol.ke! und der Glau. be Was sind Menschen, daß auch Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn an dich sie glauben wollen? 4. Du hast dich deiner Herrlichteit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun mit Preis und Nuhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünde Greuel hassen. Sündern willst du Heil und Leben wieder geben; richtest Alle, die nur wollen, auf vom Falle. 5. Vom Aufgang schallt zum Niedergang dein Wort und auch der Lobgesang erretteter Gerechten. Missionslieder. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer, Jesu, Jesu, werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Herrscher Jesu Christ, 336. 261 wie herrlich bei den Deinen! Doch, führst du uns zu deiner Ruh, o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Nach dem bayr. Ges. Buch ven 1811. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 1. Wir sind ver- eint, Herr Jesu Christ, der Menschensohn al lein du bist, der Acker ist die ganze Welt; dir dei nes Rei- ches Kinder! 2. Ja Erstgeborner, ewger Fürst der Könige auf Erden, von allen Heiden sollst und wirst du angebeDas glauben und drum hoffen wir, die du zum Werke rufst, von dir auch unsrer Saat Gedeiben. tet werden. 3. Gib uns durch deines Gei. stes Kraft, Herr Jesu, heiße Liebe, die Eintracht, Muth und Eifer schafft, daß sich ein Jeder übe, für 1668. in dei nem heilgen Na- men; der så et guten Sa- men; o pflanze selbst im wüssten Feld sich und Andre stets zugleich nach dem verheißnen Gotteßreich vor allem Ding zu trachten. 4. Was wirds doch einst für Freude seyn, wenn deine Schnitter ernten, und Alle dann sich ewig freun, die deiner harren lernten! Wir harren dein; o siege du in deis nen Gliedern, bis die Ruh für Gottes Volk erscheinet. Rud. Stier, geb. 1800. † 1862 262 337. Fünfte Abtheilung. Sünde und Buße. Das christliche Leben. Sünde und Buße. steht auf Er•. 1. Allein zu dir, Herr Je su Christ, den. Eigne Melodie. fein Trost mag mir sonst wer. den. E Ich weiß, daß du mein Trö. ster bist; ich ruf dich an, 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß, und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last; Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 1545. mein Hoffnung A Von An- be- ginn ist nichts er korn, auf Er den war kein Mensch ge- born, der mir aus No. then hel fen kann; zu dem ich mein Vertrau. en han. Dingen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als mich; am leßten End dein Hülf mir send, das durch behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sey Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jefu Chrift, seim liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott 3. Gib mir nach dein'r Barme dem werthen heilgen Geist, der alherzigkeit den wahren Christenglau- lezeit uns leist, daß wir ihm ben, auf daß ich deine Süßigkeit seyn zum Dienst bereit hier in der mög inniglich anschauen; vor allen Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Johann Schneesing, † 1567. 338. Sünde und Buße. Eigne Melodie. 1. Ach, Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sün- den; 4. Solls ja so seyn, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müssen, 339. da ist Nie- mand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser so fahr hie fort, nur schone dort und Zeit, bis an der Welte Enden, und laß mich hier wohl büßen. wollt los seyn des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 3. 3u dir flich ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins O'richt, dein Sohn hat mich verfühnet. 5. Gib, Herr, Geduld, vergib die Schuld, verleih ein g'horsam Herze; laß mich nur nicht, wie's oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 263 mel. Vater unser 2c. 1627. 6. Handle mit mir, wie's dünfet dir, durch dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius, geb. 1550, t 1618. von sei ner Bos.heit kehre sich 2. Dieß Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar durch einen theuern Eid; o selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: es ist noch gute Seit; ich will erst fröhlich seyn auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, 1. So wahr ich le- be, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; 50 1540. vielmehr ist dieß mein Wunsch und Will, daß er von Sün- den hal- te stil, und Ic- be mit mir ewig lich. alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir jugefaget Gott 264 Sünde und Buße. von wegen Christi Blut und Tod; gar todt. So du nun stirbest ohne doch sagen hat er nicht gewollt, ob Buß, dein Leib und Seel dort brendu bis morgen leben sollt; daß du nen muß. mußt sterben, ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; eh morgen kommt, kanns åndern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja wohl 340. fe Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich jetzt komme bald zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sey bereit. Johann Heermann, geb. 1585,+1647. 1. Wo soll ich fliehen hin, Wenn al le Welt herkä. me, 2. O Jefu voller Gnad, auf dein Gebot und Nath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu Gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihr nicht mehr gedenk, ins Meer sie tief versenke. 4. Du bist der, der mich tröst, weil du mich hast erlöst. Was ich gesündigt babe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 5. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Kreuz umfasse, und mich darauf verlasse; wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 1605. mit viel und gro- ßen Sün.den? wo kann ich Ret tung fin- den? weil ich be- schwe- ret bin mein Angst sie nicht weg.näb- me. 6. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu Gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tød, Teufel, Höll und Sünde. 7. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen: dein Blut darf ich nur schweigen. zeigen, so muß ihr Trußz bald 8. Dein Blut, der edle Saft, bat solche Stärk und Kraft, daß auch kann reine, ja gar aus Teufels Raein Tröpflein kleine die ganze Welt chen frei, los und ledig machen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß Sünde und Buße. ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß 341. Mel. Aus tiefer Noth zc. 265 ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. 1. Va- ter der Barm- her- zig- teit, ich fal. le dir zu Fuße; ver- stoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch end- lich Bu. ße; durch deine große Gû. te. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath, worin es mir sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärt, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. was ich began- gen wider dich, ver- zeih mir al- les gnå dig, lich 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sich an mein täglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu Gut, daß ich nicht muß verderben. Bitt du 342. 1524. Mel. Ach Jesu, dessen Tren 2c. 6 den Vater, daß er mir im Born nicht lehne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Truß und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind, der Tod, nur sey die Thür zum Leben. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. 1. O Je su, vol. ler Kraft! laß 1659. S 1 D Het land, vol.ler Gü te! deine Lieb und Kraft er füllen mein Ge mütbe; S 266 wo nicht sich dei ne Gnad 2. Betrübt ist mir mein Herz von wegen meiner Sünde, die ich mit Traurigkeit und tieffter Neu empfinde; o wie hat doch das Gift, das auf uns ist geerbt, aufs allergreulichste uns durch und durch verderbt! BEL Sünde und Buße. ich weiß sonst keinen Trost auf die ser ganzen Welt, . 1 3. Wie oft hat mir dein Wort das Böse untersaget, und mein Gewissen mich in Aengsten angeklaget! Wie oft hat mich dein Wort bald so, bald so geschreckt, und mein Verderben mir im Grunde aufgedeckt! 4. Doch bleib ich immer noch in meinem Glend liegen, und kann nicht über mich und meine Sünde fiegen; mich schließet ihre Macht in ihre Fesseln ein; ich muß ein Sclav der Lust und meines Fleisches seyn. 5. O Jesu, der du hast die Finsterniß der Höllen durch Blut und Lod besiegt, du kannst die Feinde fällen, die jego wider mich und meine Seele stehn; sprich nur Ein Wort, so muß ihr Troß und Macht bergehn. 6. Ach, laß mir offen stehn die 343. S mir Ar. men zu ge- sellt. Quelle deiner Wunden, dadurch hab ich doch schon die Sünden überwunden; dem Vater bin ich ja durch dich schon ausgeföhnt, daß mich nun seine Gnad durch dein Verdienst bekrönt. 7. Dieß glaub ich, fühl ich schon die Menge meiner Sünden, drückt mich gleich ihre Last, muß ich gleich Born empfinden, so weiß ich doch, du hast schon solchen Born gestillt, der Sünden Macht zerstört und das Gesetz erfüllt. 8. Ich wende mich zu dir, der du mich kannst erquicken; läßt du mich deine Huld und Freundlichkeit erblicken, so weicht die Unruh weg der Sünden Macht zerbricht, ich finde Fried und Nuh in deinem Angesicht. 9. Nun du, mein Heiland, du kannst mich doch nicht verlassen, da meine Glaubensarm' dich Fuchen zu umfassen; schließ ewig mich in dich und deine Liebe ein; dein will ich hier und dort, und keines Andern seyn. Eigne Melodie. 1. Je su, der du mei. ne See le aus des Zenfels finst- rer Höh- le kräf- tig- lich her- aus- ge. ris- sen, 1662. bast durch dei- nen bittern Zod und der schweren Sün- den- notb und mich sol- ches laissen wis- sen Sünde und Buße. durch dein gna- den- rei- ches Wort: sey doch jeßt, o Gott, mein Hort. 2. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; daß zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seyd von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dieß mein Herz von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir ftillen mein Gewissen, das mich plagt; deine Treue wird erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen aller meiner Fehler Zahl; mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Qual, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach, vergib mir, was verborgen; rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu Gut; und dieweil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, o so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sey. 5. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, 344. Hiph 267 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht; du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod ansicht; deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rist, geb. 1607. † 1667. Mel. Es ist gewißlich zc. 1535. CH $ 1. Ich will von meiner Mis- fe- that zum Her ren mich be- feb ren; du wol- lest selbst mir Hülfund Rath hie zu, o Gott, be sche. ren and dei- nes guten Geistes Kraft, der neu- e Herzen in uns schafft, 268 B Sünde und Buße. aus Gna den mir ge währen. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub und todt in Sünden. Verkehrt ist Wille, Sinn und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden. 3. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluthen; es hat mir sonst auch nicht gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sey, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruthen. 4. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beflissen? Nein! eines Andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, von Sündenschuld zerrissen. 5. Die Thorheit meiner jungen Jahr, die Menge meiner Sünden verklagen mich zu offenbar; sie sind nicht zu ergründen. Und ihrer keine ist so klein, daß sie nicht sollte schon allein dein Strafgericht entzünden. 345, fte es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 7. Dieß alles jeßt zugleich erwacht, mein Herz will mir zersprins gen; ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flich zu deinen Wunden; laß mich da eingeschlossen seyn und bleiben alle Stunden; du hast ja, o du Gotteslamm, all unsre Sünd am Kreuzesstamm gebüßt und überwunden. 9. Dieß stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke, und gnädig wiederkehr zu mir, nicht meiner Schuld gedenke, und alle meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versenke. 10. Hierauf will ich nun jederZeit mit Ernst und Sorgfalt meilieber alles leiden, denn daß ich den der schnöden Lüfte Eitelkeit und Sünd mit Willen thu; ach Herr, gib du stets Kraft dazu, bis ich 6. Bisher hab ich in Sicherheit ganz unbesorgt geschlafen, gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt von hinnen scheide. nicht bald zu strafen; er fäbret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, Louise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, geb. 1627, † 1667. ( Nach dem Bayreuth. G..B.) 1525. Mel. Herr, wie du willst 2c. 1. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz ver- der, bet; es fühlt von Sünden großen Schmerz, die ihm sind an ge er bet, Sünde und Buße. und die es noch thut ohne Scheu; ach ma che, daß es wie der sey. wie du es bast er. schaf.. fen. 2. Gib mir auch einen neuen sche mein Herz, Sinn und Muth Geist, der wie du sey gesinnet, der durch deinen Geist, so ist es gut im stets dir anhangt allermeist und was Leben und im Sterben. du willt, beginnet; gib, daß ich hasse Fleisch und Blut, den Glauben üb in sanftem Muth, Zucht, Demuth, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdien mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus mich verfühnet. Ach, laß doch nun und nimmermehr mich fallen als dein Kind so sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, daß ich, als nie entführt von dir, stets deine sey und bleibe; beherr346. 269 dir ge than. I 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergib die Sünden, und sucht dann meine Seele dich, so laß dich von ihr finden, und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Leben ist: Trotz Sünde, Tod und Teufel! 6. Dein heilger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verderbe meine Seele; sey du mein Freund, o Herr, allein; ach, laß mich deine Freude seyn und führe mich zur Freude. Ludäm. Elis., Gr. zu Schwarzb. Rudolst., geb. 1640, 1672. Eigne Melodie. Knecht. 1815. 1. An dir al- lein, an dir hab ich ge- fün- digt und ü bel oft an Du siehst die Schuld, die mir den Fluch ver kün- digt. Sieh, Gott, auch mei- nen Jam- mer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein ich sorgen? wie lang entfernst du Seufzen nicht verborgen, und mei- dich von mir? ne Thränen sind vor dir. Ach, Gett, mein Gott! wie lange soll 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir Sünde und Buße. 270 nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlig finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Schnes willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder 347. Mel. Wer nur den lieben 2c. Wie hoch, wie bei- lig dein Ge- bot! 2. Aus meiner Noth, aus meiner Tiefe ruf ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem Andern riefe, es würde doch vergeblich seyn. Mein Schreien steigt zu dir empor: Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! 1. Herr, der du in der Höb. e woh- neft, ich lie ge tief ge- beugt vor dir. Herr, der eu richtest und be lob- nest, wie tief ist Sünd undSchuld in mir! 3. Herr, willst du ins Gerichte gehen, der du unendlich heilig bist: ach, wer wird dann vor dir bestehen, wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen kann, trifft überall noch Fehler an. freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schuß, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seelen an. Chr. F. Gellert, geb. 1715, † 1769. 4. Und, ach, mir wird die Welt zu enge, wenn des Gesetzes Donner schlägt, und meiner llebertretung Menge das ängstliche Gewissen regt, das dich als einen Richter scheut, der Rechnung beischt und Strafe dräut. 5. In deiner Hand steht Tod und Leben; du bist es, den man Neumark. 1657. S D Abgrund tiefer See len noth! fürchten muß. Doch, Herr, du kannst und willst vergeben aus deis ner Gnaden Ueberfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht: du willst den Tod des Sünders nicht! 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält, und gibt mir alles, was mir fehlt. 7. Dein guter Geist will mich erfreuen, und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht mehr scheuen, aus Gnaden frei und selig seyn. O Licht, das durch die Seele dringt und Licht in finstre Tiefen bringt! 8. Trifft mich denn hier das Loos der Deinen, dein Kreuz, daß jeder Jünger trug: o endlich wird ein Sünde und Buße. 271 Tag erscheinen, da du mir rufft: Sünden, ich bin von Straf und Es ist genug! Nur sey mein Leiter, bis es tagt, mein Trost, wenn alles Troft versagt! Knechtschaft los. O Gnade, die nicht zu ergründen, Erlösung, die unendlich groß, die aus der tiefsten Noth befreit, und führt zur höchsten Seligkeit! 11. O Bater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Versöhnungsblut, o Geist, du Trost der geistlich Armen, für deiner Gaben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm, und mich zu deinem Eigenthum. Paul Gottl. Werlhof, † 1767. 9. Ich hoff auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsterniß, auf dich, mein Hiter, du wirst wachen, mein Heil, du kommst und hilfst gewiß, wie angst mir auch die Trübsalsnacht um Hoffnung, Trost und Hülfe macht. 10. Genug, ich bin befreit von 348. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. - 1. Höchster, denk ich an die Güte, o so wird mein ganz Ge mü the 1555. die du mir bis- her er zeigt, zu der tiefsten Scham ge- beugt, daß ich dich ge. ring geschäßt, dein Ge- bot hint ange. feszt $ und dich, der du mich ge. lie bet, 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn. O wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, heu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei! Was mir nügte, gabst du mir; aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! mit Ver- geh- un- gen be, trü. bet. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gefündigt, Gott, mein Vater, ohne Scheu; dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindestreu. Ach, vergib, was ich gethan; nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 272 6. Dir ergeb ich mich aufs Neue; gib, daß mein gebeugter Geist deiner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. Sünde und Buße. 349. $ Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Gott, dir gefällt kein gottlos We- sen; Drum laß von Sünden mich ge. ne- sen ein Herz, das sich vom Sinn der Welt 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn, durch Christum vor dir Gnade finden und standhaft deine Wege gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weibn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bei, daß mein Herz dir heilig sey; dich zu lieben, dir zu leben, sey mein herzliches Bestreben. J. S. Diterich, geb. 1721, † 1797. 3. O stärke mich in dem Gedanfen, gib meinem Vorsaß Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Neumart. 1657. wer bös ist, blei- bet nicht vor dir. und schaff ein reines Herz in mir, entfernt und un- be- fleckt er hält! Geiste dir bis zum Tod ergeben sey; so sieg ich über Sünd und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; o Herr, mach in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff ein getrostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit mich uns gestörtes Glück erfreut. 3. S. Diterich, geb. 1721, † 1797 ( 350. Rechtfertigung und Gnadenstand. Rechtfertigung und Gnadenstand. Mel. Es ist das Heil 2c. 1. Der Glaube macht allein ge recht durch Christum, ders er- wor- ben; tein Werk er wirbt das Himmelreich, weil alls an uns verdorben; thu Bu ße, glaub und lie. I doch ist ohn Lieb der Glaube todt; drum, willst du mei- den ew- ge Roth, 2. Die Liebe ist des Nächsten Knecht, die thu aus gutem Herzen; dabei nur glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen 351. A be. Mel. Dunk sey Gott in der Höhe zc. 1. Ich bin bei Gott in Gna- den was kann mir end lich schaden? 273 und seinen Tod du seyft gerecht, und flich, zu seyn der Sünden Knecht: Gott will uns all bekehren. Ist er auf meiner Seiten, 3. Ich kann um dessentwillen, Pet. m. Not. 1523. laß im mer mich bestreiten 2. Was wird mich können scheiden von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armuth, Leiden und Trübsal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten; man mag durch tausend Pein mich für ein Schlachtschaf halten: der Sieg bleibt dennoch mein. 1605. durch Chri- sti Blut und Tod; Was acht ich al. le Noth? gleichwie er wahr.lich ist, auch alle Höl. len. lift. der mich geliebet hat, gnug meinen Unmuth stillen und fassen Trost und Rath; denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang noch Grauen mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben und keiner Engel Macht, wie hoch sie möchte schweben, fein Fürstens 18 274 Rechtfertigung und Gnadenstand. thum, kein Pracht, nichts dessen, oder raffen. Denn diese gründet was zugegen, nichts, was die Zu- sich auf Christi Tod und Sterben; kunft hegt, nichts, welches hochge- ihn fleh ich gläubig an, der mich, legen, nichts, was die Tiefe trägt, sein Kind und Erben, nicht lassen 5. Noch sonst, was je erschaffen, will noch kann. von Gottes Liebe mich soll scheiden Simon Dach, geb. 1605, † 1659. 352. Teschner. 1615. Mel. Balet will ich dir zc. 1. It Gott für mich, so tre te so oft ich ruf und be. te, Hab ich das Haupt zum Freun- de was fann mir thun der Fein- de 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sey, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sitz: ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhit. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich führt den Tod; der gleich alles wi. der mich; weicht alles hinter sich. und bin ge liebt bei Gott, 1 und Wi. der sa cher Rott? ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist roth; in ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Muth; die Höll und ibre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Sc gen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachbeit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar urd Rechtfertigung und Gnadenstand. 275 meinem Munde, Gott aber wohl ich lassen sorgen, dem ich mich zugebewußt, der an des Herzens Grunde sagt. Es koste Leib und Leben und erfiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Srbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, geräth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglich Brod. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; dich will 353. alles, was ich hab; an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hungern und kein Dürsten, kein Armuth, keine Bein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung seyn. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sey klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig seyn, ist voller Freud und Singen, sicht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen mae chet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Eigne Melodie. Houd Ebeling. 1666. 1. Schwing dich auf zu dei nem Gott, du Warum liegst du Gott zum Spott Mer fest du nicht Sa tans Lift? be trüb. te See le! in der Schwermuthshöhle? er will durch sein Kämpfen dei nen Trost, den Jesus Christ dir er wor▪ ben, däm- pfen. 2. Schüttle deinen Kopf und was erneurst du deinen Stich, sprich: fleuch, du alte Schlange! machst mir angst und bange? Ift 18* Rechtfertigung und Gnadenstand. 276 dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld meiner Missethaten; damit ist der ganzen Welt und auch mir gerathen. 4. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigenthum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, bracht er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 5. Stürme, Teufel und du Lod, was könnt ihr mir schaden? deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnaden; der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 6. Nun auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüthe, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüthe; gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet; aber schändlich muß vergehn, was er felber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? 354. Dringt das licbe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Nuthen; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will aufs Gute ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkomm ne Lust dort in Christi Garten, dem er einig recht bewußt, endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen; aber ends lich bringt das Jahr, wonach sie fich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 11. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf fie fröh lich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr! Gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr; er wird helfen. Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1630. Mel. D Jesu Christ, meins 2c. 1. Herr Jesu Christ, dein theures Blut ist meiner See- len höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht al.lein mein Herz von allen Sün- den rein. Rechtfertigung und Gnadenstand. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein theures Blut, dein 355. Mel. Mit meinem Gott geh ich zc. zu meinem Theil mir wähle. 277 Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dieß mein Labsal seyn: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1684. 1. Ich freue mich, mein Gott, in dir und bin getrost, wenn ich dich hier was mangelt mei- ner See 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; mag mich die Welt doch has fen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chrifto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an dieß Scele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint, wo find ich deines gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 1594. Du, Herr, bist mein, und ich bin dein: { e? 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht; in dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann kann fröhlich singen. 8. Du läst mirs ewig wohl er gehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Nies mand rauben. Salumo Liscow, geb. 1640, † 1689 278 356. E| Rechtfertigung und Gnadenstand. Eigne Melodie. 1. Beschränkt, ihr Weisen dieser Welt, und läugnet, daß sich Gott ge sellt auf die Gleichen nicht erreichen; 1731. ift Gott schon al les und ich nichts, er noch so rein, ich noch so schnö- de, die Freundschaft immer mit de nen, die ihn ich Schatten, er der Quell des Lichts, er noch so stark, ich noch so blö. de, mein Freund ist mein, und ich bin sein! 2. Mein Goel, mein Immanuel, mein Mittler konnte Mittel finden, sich meiner hochbedrängten Seel, die ihn herabzog, zu verbinden; mein Salome, mein Jonathan, mein Bräutigam, mein Gott und Mann kam von dem Himmel auf die Erden, mein Muth- und Blutesfreund zu werden, Ein Leib und Geist, mein Fleisch und Bein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seinen Thron, auch seine Krone; ja was er redet, hat und thut, sein Wort, sein Geist, sein Fleisch und Blut, was er geleistet und erstritten, was er gewonnen und erlitten, das räumet er mir alles ein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 4. Ich finde Nußen, Lust und er noch so groß, ich noch so klein: Ehr bei unsrem Bund im höchsten Grade; er heischet von mir sonst nichts mehr als Glauben, und ich nichts als Gnade. O wohl der Wahl, die uns gefügt, weg Neu und Tausch, ich bin vergnügt in ihm und er mit mir zufrieden; drum bleibt bei beiden ungeschieden ein Herz und Mund, ein Ja und Nein! mein Freund ist mein, und ich bin sein! 5. 3war kann er aller Christen Muth mit seiner Liebe sattsam weis den; wir dürfen um das höchste Gut nicht eifern, noch einander neiden. Durch unsern größesten Genuß erschöpft sich nicht sein Ueberfluß; so will ich ihn zwar keinem läugnen, doch mir vor allen Andern eignen. Welt, zank dich um das Mein und Dein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 6. Mein Freund ist meiner Seele Rechtfertigung und Gnadenstand. 279 Geist, mein Freund ist meines Le- an mir habe, ist alles seine Gnabens Leben; nach ihm, der mich sein eigen heißt, und sonst nach Keinem will ich streben, dem ich mich, der sich mir ergibt, den ich und der mich wieder liebt, von dem ich nichts mehr kann begehren, der mir nichts Beßres kann gewähren. Dieß Licht verdunkelt jeden Schein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 7. Ohn ihn ist mir der Himmel trüb, die Erd ein offner Höllenrachen; hingegen kann mir seine Lieb die Einöd selbst zu den machen. Ohn ihn ist mir troß aller Meng die Weil zu lang, die Welt zu eng; ich bin, wenn Feind und Freunde fliehen, wenn sich die Engel selbst entziehen, zwar einsam, aber nicht allein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 8. Sein ist mein Leib und meine Seel, die er erschuf und auch erlöfte, hier nährt und salbt mit seinem Del, bis er dort beide ewig tröste. Sein ist mein Muth, sein ist mein Sinn, sein ist, was ich vermag und bin; ja was ich in und 357. dengabe, die macht mich auch vom Undank rein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 9. Sein ist mein Glück und meine Zeit, sein ist mein Sterben und mein Leben, zu seinem Ehrendienst geweiht, von ihm bestimmt und ihm ergeben. Es kommet, was ich laß und thu, von ihm her und ihm wieder zu; sein sind auch alle meine Schmerzen, die er ihm zärtlich zieht zu Herzen, er fühlt und ahndet meine Pein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 10. Es zürn und stürme jeder Feind; er macht nicht, daß ich viel erstaune. Der Richter ist mein be ster Freund; drum schreckt mich nicht die Weckpofaune. Ob Erd und Himmel bricht und kracht, ob Leib und Seele mir verschmacht, ob mein Gebeine muß verwesen, so wird mein Wahlspruch doch zu lesen noch haften an dem Grabes- Stein. mein Freund ist mein, und ich bin sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Christ. Wegleiter, geb. 1659, † 1706. Neumark. 1657. 1. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen An fer ewig hält; wo anders als in Je su Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der un- be- weg- lich steht, wenn Erd und Himmel un ter- geht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. Rechtfertigung und Gnadenstand. 280 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen seyn; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 7. Beginnt das Irdische zu drüden, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, darüber sich mein Geist zerstreut, doch hoff ich auf Barmherzigkeit. 4. D Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden; da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun; und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit! zigkeit. 358. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt; so sing ich einstens bocherfreut: o Abgrund der BarmherMel. Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Ich weiß von keinem an- dern Grunde, ich weiß von keinem an- dern Bunde, Joh. Andr. Rothe, geb. 1688, 1758. Neumark. 1657. als den der Glaub in Christo hat; von keinem an- dern Weg und Rath, als daß man e. lend, arm und bloß sich legt in seines Va- ters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Rub; er ist mein Kleinod und mein Theil und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun ers Rechtfertigung und Gnadenstand. funden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher seyn; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ists, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 281 rücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sey! 7. Und da ich so in Christo bleis be, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Ich bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn, und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig seyn. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in des Lebens Buch, und mir erlanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. 3. Obgleich im schwarzen Buch 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam seyn, so reißet nichts den Grund Carl Heinr. v. Bogazky, geb. 1690, † 1774. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel ver- mir ein. 359. Im vorigen Ton. 1. Ich bin im Himmel ange- der Sünden viel Stunden aufges schrieben; ich bin ein Kind der schrieben stehn, läßt Jesus mich Seligkeit. Was kann die Sünde doch Gnade finden und läßt das mich betrüben und alles Leiden die Lebensbuch mich sehn; da schau ich ser Seit? Ich weiß, daß ich von meine Gnadenwahl und steh in Anbeginn in Christo auserwäh- seiner Kinder Zahl. Ict bin. 4. Auf Jesum will ich fröhlich sterben; ich will des Glaubens Hochzeitkleid nur in des Lammes Blute färben, so geh ich ein zur Seligkeit und zu dem großen Abends mahl. O freudenvolle Gnadenwahl! 5. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von 282 Rechtfertigung und Gnadenstand. Anbeginn, daß ich aus Gnaden sterbe drauf. Auf Christum schließ durch den Glauben an Christi Blut ich meinen Lauf. erlöset bin. So leb ich denn und 360. Joh. Ernst Wenigt, um 1732. Neumark. 1657. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 1. Mir ist Er- barmung wi- der fah- ren, Erbarmung, de- ren ich nicht werth; das zähl ich zu dem Wunder- baren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut 2. Ich hatte Gottes Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden seyn; er hat mich mit sich selbst verfühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind! Erbarmung hats so treu gemeint! 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. A 361. - € 6 und rüh me die Barmherzigkeit. 4. Dieß laß ich kein Geschöpf mir rauben, dieß soll mein einzig Rühmen seyn; auf dieß Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmer nicht von mir und führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Neander? 1680. Mel. Unser Herrscher, unser 2c. Die ses macht mich un. ver- zagt, 2. Das sind Worte für die Blöz den, die sind alles Glaubens werth; das heißt an die Herzen reden, das ist Trost, wie man begehrt: Gottes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer spricht. 1. Weicht, ihr Ber- ge, fallt, ihr Hü- gel! Gottes Gua de weicht mir nicht; und der Frie- de hat dieß Siegel, daß Gott seinen Bund nicht bricht! weil es mein Er. bar mer sagt. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, die so manches Elend beugt. Man findt Gnade, man hat Frieden, welcher alles übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du dieß in allen Nöthen zu. 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen und der Strafen lange Pein, ach, so rede meinem Herzen deinen Trost und Frieden ein: daß du mir in Jesu Christ ewig ein Erbarmer bist. 362. Rechtfertigung und Gnadenstand. B 283 5. Gib mir einen starken Glauben, der dein Wort mit Freuden faßt, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir geschenket hast; auch die Hölle nimmt mir nicht, was mein Heiland mir verspricht. Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. D Welt, ich muß dich lassen 2c. FOR e 1. Die Sün- den sind ver geben! für den gequälten Geist; in dem ist Ja und A- men, 2. Das ist auch mir geschrieben, auch ich bin von den Lieben, weil Gott die Welt geliebt; auch ich kann für die Sünden bei Gott noch Gnade finden; ich glaube, daß er mir vergibt. 3. Mein Hauptgesuch auf Erden soll die Vergebung werden, so wird mein Tod nicht schwer. O in den Sünden sterben, ist ewiges Verderben; denn Gott vergibt dort keine mehr. 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf Gottes Wort zu ruhn, die Seele 363. das ist ein Wort zum Leben 1598. fie finds in Je. su Na- men, was Gott uns Sün- dern je ver- beißt. zu erretten, zu glauben und zu beten, und das in Jesu Namen thun. 5. Ach Gott, laß meiner Seelen es an dem Trost nicht fehlen, daß du die Schuld vergibst; wenn ich mich betend beuge, so sey dein Geist mein Zeuge, daß du dein Kind in Chrifto liebst. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach mir das zur Freude, daß ich begnadigt bin! Im Glauben der Vergebung, in Hoffnung der Belebung geh ich alsdann im Frieden hin. Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. Beschränkt, ihr Weisen 2c. 1. Mein Hei- land nimmt die Sün- der an; kein Mensch, kein En- gel trösten kann, 1731. die unter ih rer die nirgend Ruh und 284 Rechtfertigung und Gnadenstand. Last der Sün. den Rettung finden, den'n selbst die wet te Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel seyn, den'n Moses schon den Stab ge- bro- chen und sie der Hölle zu- ge- spro- chen, wird die se Freistatt auf- gethan: mein Heiland nimmt die Sün der an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Noth und litt für sie den bittern Tod; nun da er denn sein eigen Leben zur theuern Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug getban, so heißts: er nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß gejagter Seelen; er spricht sie von dem Urtheil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen; es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut versenket; der Geist, der ihnen wird geschenfet, schwingt über sie die Gnadenfahn: mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen blutbefloßnen Armen; das neiget dann den Vatersinn zu ewig währendem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindesstatt, ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Bachäi Haus, wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der bittern Reuethränen, und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen. Nun dieß hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sündens Rechtfertigung und Gnadenstand. 285 seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. greul betrübet, zu dem, der keinen die Hände binden, und du sollst von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begibet. Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dich zu retten er erschienen? O nein! verlaß die Sündenbahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, fomm nur, so gut du weißt zu kommen, wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch friechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegengeht; wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: ich habe zu arg gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden zu lang und schändlich umgebracht; er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts 364. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu; wer seiner Seelen Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschloßnes Lie besherz; und wenn wir unser Elend schen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen tann: Gott Lob! auch mich nimmt Jesus an. Lcov. Franz Friedr. Lehr, geb. 1709,+ 1744. Mel. O daß ich tausend zc. 1738. 1. Aus Gnaden soll ich se lig werden; Herz.glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd ge- berden? Ifts Wabr- heit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit seyn: aus Gna- den ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! hier gilt kein Heil gebracht und uns aus GnaVerdienen, die eignen Werke fallen den selig macht. hin; Gott, der aus Lieb im Fleisch erschienen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das 3. Aus Gnaden! merk dieß Wort: aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der 286. Rechtfertigung und Gnadenstand. Satan schaden, so oft dich dein Dann, wann der Sünder sich beGewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, das biet't dir Gott aus Gnaden an. kehret, so lernt er erst, was Gnade sey; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt' ihn, dein Freund zu werden? sags, wenn du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! doch du, sichrer Sünder, denk nicht: wohlan! ich greif auch zu. Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh. Doch den geht seine Gnad nicht an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! wer dieß Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. 365. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wanns unter den Verzweiflungsschmerzen nichts fieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll; mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! die wird mich bedecken; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getroft trotz aller Schrecken und Zweifel fort nach Kanaan. Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es, oder fühl es nicht. Mel. Wie groß ist des 2c. 1. Verlag mich nicht, bis ich er fal- te! Stärk mich, daß ich dich glaubig halte, 2. Erhör mich, wann ich zu dir chreie, gib meiner Seele große Kraft; umgürte mich nach deiner Fübr mich in meinen Prüfungsjab- ren Ich bin, wie mei- ne Vä- ter wa- ren, Christian Ludw. Scheidt, geb. 1709,+ 1761. Ph. E. Bach. 1787. Erleuchte mich, mein Lebenslicht! o Herr, du mei- ne 3u- ver- sicht! den Weg, den ich nicht fin. den kann! dein Bürger und dein Wandersmann. Treue mit Waffen deiner Nitterschaft! Und wenn, gleich Löwen nach dem Raube, der Feind nach Rechtfertigung und Gnadenstand. 287 meiner Seele brüllt, dann sey dein. Jesu wohnen; ich soll, wie er, un Wort, dein Geist, dein Glaube mein Schwert, mein Harnisch, Helm und Schild! sterblich seyn. 6. 3um selgen Anschaun Gottes kommen, den großen Bundesfürsten sehn, mit Gottes Heer, mit tauſend Frommen durch alle Himmel ihn erhöhn; ohn Thränen, Furcht, Gefahr und Leiden, mehr Glück genießen, als ich weiß: das, Herr, sind deines Reiches Freuden, und nach vollbrachtem Kampf der Preis. 3. Ich suche dich, laß mich dich finden! Laut seufzt mein durstig Herz nach dir; verbirg im Aufruhr meiner Sünden dein gnädig Antlit nicht vor mir! Was willst du mit dem Staube rechten? du kennst mein fündiges Geschlecht; prüfst du, so ist von deinen Knechten kein einziger vor dir gerecht! 4. Sollt ich vor deinem Fluche beben? Mich trifft er nicht, denn ich bin rein; mein Heiland starb, so muß ich leben; er überwand, der Sieg ist mein! Was schaden mir der Hölle Flammen? ich erbe meines Vaters Gut! Ich bin sein Kind, wer will verdammen? Ich bin versöhnt durch Christi Blut. 5. D komm, du Blut des Menschensohnes mit aller deiner Seligteit! Gib mir zur Rechten deines Thrones das Erbe deiner Herrlichfeit! Ich mag fie nicht, die Erden kronen, sie sind für meinen Wunsch zu klein! Weg, Staub, ich soll bei 366. 7. So gib denn Glauben deinem Streiter, der durch die Liebe thätig sey. Mach mich getrost, in Hoffnung heiter, demüthig, keusch, bei fremden Schmerzen, heiß im versöhnlich, treu, gutthätig, weich Gebet und still im Spott, zum Tode reif, vell Ruh im Herzen, arm vor der Welt, und reich in Gott. 8. Und wird nun bald der Tag erscheinen, der Tag des Kampfes und der Ruh: dann lächle mir, wenn Freunde weinen, die Freude jenes Lebens zu. Dann sey mein Ende, wie dein Ende; dann schmück sich meine Seele schön, um im Triumph durch deine Hände zu deinen Wonnen einzugehn! A. G. L. Hering,+ 1770. Mel. O daß ich tausend zc. 1738. 1. Gott, deine Gna- de bringt uns Le- ben; sie schafft uns Heil und See- lenruh. Dein ists, die Sünden zu ver- ge- ben, und wil lig ist dein Herz dazu. S Du nimmst die Sünder gnä- dig an, die sich voll Reu e zu dir nabn. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, für uns den Tod, der Sünde 288 Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt, welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sey deiner Treue, die Niemand gnug erheben tann! Nun nimmst du jede wahre Reue um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt und glaubig seinen Mittler ehrt! 4. Du rettest ihn von allen Plagen, die dem Gewissen furchtbar find; er kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin fein Kind. Mein Jesus ists, der für mich litt und mich noch jetzt bei Gott vertritt. Nechtfertigung und Gnadenstand. 5. D Herr, wie ruhig ist die Seele, die ganz sich deiner Gnade freut! Seys auch, daß irdisch Glück ihr fehle; nie fehlt ihr doch Zufriedenheit. Denn überwiegt dein Heil nicht weit die Welt und ihre Herrlichkeit? 6. Dein Fricde stärkt mit frohem Mutbe das Herz auch in der größten Noth, gibt Hoffnung zu dem 367. 1 ewgen Gute und macht getroft selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit ein Borschmack jener Se ligkeit. 7. Laß, Vater, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sey! Auch mich sprachst du von meinen Sünden und ihren Strafen völlig frei. Denn der, der Aller Sünden trug, that sterbend auch für mich genug. 8. O laß mich dieß im Glauben fassen und, Bater, mich voll 3uversicht auf deine Treue stets verlassen! Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt; sein Heil steht unbeweglich fest. Schüßt dich sei. ne 9. Lobsingend will ich dich er heben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; nie, nie vergeß ich diese Huld! 3. S. Diterich, geb. 1721, 1797. Ebeling. 1666. 1. Dei nes Gottes freu- e dich, Sor get er nicht vä ter lich, . S Mel. Schwing dich auf ze. Bor- sicht nicht, dank ihm, mei- ne See le! daß kein Gut dir feh. le? wann Gefah ren bräu en? Ists nicht Se lig feit und Pflicht, sei ner dich zu freu. en? 2. Ja, mein Gott, ich hab an lich Wort hier zum Guten lenket dir, was mein Herz begehret, einen und mit Himmelswonne dort meine Bater, welcher mir, was mir nüßt, Seele tränket. gewähret; der mich durch sein gött3. Wenn ich dich, mein Herr Kampf der Heiligung. und Gott, findlich fürcht und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht auf zum Himmel blicken; selbst der Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth, du gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub 368. #c 289 an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himme lische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wann mein Lauf vols lendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Gib mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sey mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Nüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthas. Münter, geb. 1735,+ 1793. Kampf der Heiligung. Mel. Herr, wie du willst 2c. 1525. 1. Laß, Ba- ter, dei. nen guten Geist mich in ner lich re. gie. ren, daß ich allzeit thu, was du heißt, und mich nicht laß ver. führen, daß ich dem Argen wi- der- steb und nicht von deinem Weg ab geh zur Rech ten oder Lin.. ken. 2. Ob böse Lust noch mannig- hilf, daß ich ihr alsobald im Anfalt mich anficht, weil ich lebe, so fang widerstrebe, und daß ich da Vet. m. Not. 19 Kampf der Heiligung. 290 vergesse nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 3. Gib, daß ich denke jederzeit Jesu Christe, steh mir bei, daß an diese letzten Dinge und dadurch alle Sündenfreud aus meinem Herzen bringe, damit ich mög mein Leben lang dir dienen ohne Furcht und 3wang in willigem Gehorsam. ich könn überwinden. Hilf, heilger Geist, in diesem Krieg, daß ich da immer einen Sieg erhalte nach dem andern. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. 369. 4. Gott Vater, deine Kraft und Treu laß reichlich mich empfinden. Mel. Was mein Gott will ac. ben, 1. Sey Gott ge treu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Le.. leg die sen Stein zum ersten Grund, bleib ihm al lein er ge.. ben. Denk an den Kauf in dei- ner Tauf, $ 5 " bei sei nem Eid, in E- wig- feit 2. Sey Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren; ist er dein Bater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dieß höchste Gut macht rechten Muth; kann seine Huld dir werden, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sey Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von dessen Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du fühnlich glauben. 4. Sey Gott getreu in deinem Stand, darein er dich geseßet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verleget? Wer seine Gnad zum Schilde hat, dem kann 1540. da er sich dir ver- schrie- ben als Vaster dich zu lie.. ben. kein Teufel schaden; ist diese Wehr um einen her, so bleibt ihm wohl gerathen. 5. Sey Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sey Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; wär ja der Fall geschehen, so sey bereit, durch Buß bei Zeit nur wieder aufzustehen. 7. Sey Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden Kampf der Heiligung. er wird und kann in aller Noth dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben 370. 291 treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sey, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsegen, da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergößen. Michael Frand, geb. 1609, † 1667. Schein. 1628. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 1. Mir nach, spricht Christus, un- ser Held, mir nach, ihr Chri- sten alle! Ber läug net euch, ver laßt die Welt, folgt mei- nem Ruf und Schalle; nehmt eu er Kreuz und Un- ge- mach auf euch, folgt meinem Wan- del nach. wenn er den Feldherrn an sieht gehn. 5. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Bier. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demüthigfeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von süßem Sanftmuthöle. Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, 371. 6. So laßt uns nun dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemuth, getroft und gern bei ihm im Leiden stehen! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, geb. 1824, † 1677. Im obigen Ton. 1. Auf, Christenmensch! auf, 2. Der Teufel kommt mit seiner auf zuin Streit! Auf, auf zum Ueberwinden! In dieser Welt, in dieser Zeit ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. List, die Welt mit Pracht und Prangen, das Fleisch mit Wollust, dich, o Christ, zu fällen und zu fangen; streitst du nicht wie ein tapfrer Held, so bist du hin und schon gefällt. 19* Kampf der Heiligung. 292 3. Gedenke, daß du zu der Fahn deins Feldherrn haft geschworen; denk ferner, daß du als ein Mann zum Streit bist außerkoren; ja denke, daß ohn Streit und Sieg nie Keiner zum Triumph aufstieg. 4. Wer überwindt und kriegt den Raum der Feinde, die vermessen, der wird im Paradies vom Baum des ewgen Lebens essen. Wer überwindt, den soll kein Leid noch Tod berührn in Ewigkeit. 5. Wer überwindet, der soll dort in weißen Kleidern gehen; sein guter Name soll sofort im Buch des Lebens stehen; ja, Christus wird 372. ihn offenbar bekennen vor der Engel Schaar. 6. Wer überwindt, soll ewig nicht aus Gottes Tempel gehen; er soll drin wie ein himmlisch Licht und güldne Säule stehen; der Name Gottes, unsers Herrn, soll leuchten von ihm weit und fern. 7. So streit denn wohl, streit keck und kühn, daß du mögst überwinden; streng an die Kräfte, Muth und Sinn, daß du dieß Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Joh. Scheffler, geb. 1624,+1677. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend zc. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth, o Brunnen unerschöpfter Güt. 373. 1. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, ver- trei- be sie und laß nicht zu, 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 1651. daß fie in meinem Herzen ruh. 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gib Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigenthum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß, geb. 1654,+1716. Mel. Freu dich sehr, o 2c. 1555. . 1. Schaf- fet, schaf- fet, Menschen- tin- der, schaf- fet eu re Se ligkeit; bau et nicht wie fresche Sün- der nur auf ge- gen wärt ge Zeit, Kampf der Heiligung. sondern schau et über euch, rin. get nach dem Him- mel reich, I und be müb et euch auf Er- den, wie ihr mö- get se lig werden. Statt; sündlich Reden, üppig Las chen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 2. Daß nun dieses mög ge schehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Nichtschnur seyn, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt; daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Glend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dampfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 293 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig seyn, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein; ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine 7. Furcht muß man vor Gott und Seel uns zur Hölle niederstets tragen; denn er kann mit Leib schlagen; er ists, der des Geistes Del und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Bollbringen gibt. D so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sün denglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; was euch ärgert, senkt ins Grab und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. 9. Bittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heis land, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen! es geschehe, Amen! Gott versiegle dieß in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glau Kampf der Heiligung. 294 benskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst 374. Eigne Melodic. das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661, † 1735. 1. Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lau- ter Lust und Himmel ist: u be fer- ner dein Ge- rich. te . H bis dein treu.es An ge. sich. te 1 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk. Hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weißheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten und veracht't und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Creatur um Erlösung seufzen, beten von der Schwachheit der Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, wenn auch schon der Geist in Zeiten sich auf etwas Befres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir durch die Weltgeschäfte durch1704. wi der unsern A- dams finn, uns führt aus dem Kerter bin. gebrochen stehen frei; weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. 6. Herr, zermalme, brich und reiße die verboste Macht entzwei, denke, daß ein armer Mensche dir im Tod nichts nüße sey. Heb ihn aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des Baters Hochzeithaus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit. Wie dus nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche; Sieger, stege; König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Aus dem Kerker laß die Seelen durch Kampf der Heiligung. des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns, zu rufen, alle schreien wir dich an; zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. 10. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu seyn; drum so wahr du bist ge375. denn es ist Met. Straf mich nicht in 2c.( Rosenmüller. 1655?) 1694. S 1. Ma che dich, mein Geist, bereit, wa che, fleh und be. te, daß dich nicht die böse Zeit un- ver- hofft be tre. B te; Sa- tans Lift zur Ver- su chung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 295 storben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen und verklärt ins beste Bild. Der hat Gnad um Gnad_genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß uns mit gekreuzigt seyn, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan! du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig seyn; werden wir doch als wie träumen, wann die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, geb. 1666, † 1714. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu ů. ber vie. le From men R überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sich, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wach dazu auch über dich, über Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 296 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten seyn, wenn er soll was geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 376. Kampf der Heiligung. 9. Doch wohl gut! es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir gläubig bitten. Mel. Wachet auf, ruft zc. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchard Freystein,+ 1720. 1. Rustet euch, ihr Christen- leu- te; Wappnet euch mit. Gottes Worte ja Sa. tan selbst hat eur begehrt. damit ihr blei bet un versehrt. durch die sen Held, 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget fie, die ihr seyd Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens. Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so send zum Kampf bereit, so Frönet euch die Gwigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; 1599. die Fein de su chen euch zur Beu- te, und kämpfet frisch an je dem Dr. te, hier ist Im- ma. nu. el. Ho si an na! Der Star- te fällt A und wir behalten mit das Feld. Ist euch der Feind zu schnell, kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wann Gott wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt; daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu Ueberwindern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe Kampf der Heiligung. in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe 377. Mel. Sesu, hilf fiegen ze. drin get her ein; schädlich zu seyn; 1. Je fu, bilf fiegen, du Für. fte des Lebens; fich, wie die Finster- nig wie sie ihr höl- li- sches Heer nicht ver gesbens mächtig auf führet, mir 297 fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends,( 2) † 1721. Satan der sin.net auf al- ler- hand Ränke, wie er mich sichte, ver stö. re und frän. fe. $ 2. Jesu, hilf fiegen, der du mich erkaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu berücken ganz grimmig anlaufet, oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wüthen die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hülfe zerrinnen. 3. Jesu, bilf fiegen! ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für; laß es zu meiner Demüthigung dienen, und mich doch schmecken dein träftig Verfühnen. 1698. 4. Jesu, hilf fiegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Macht der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt; hilf, daß ich dann vor mir selber erröthe und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch tödte. 5. Jesu, hilf fiegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken, wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken; laß dann viel heller doch deine Kraft sehn; steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, bilf fiegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfest und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du verheißen, mein Fürsprech zu seyn; wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. Kampf der Heiligung. 298 8. Jesu, hilf fiegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh, wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß seyn ein verschüchtertes Reh; ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang, so will ich ewig dir Lob und Dank fingen, Jesu, mein 378. Eigne Melodie. 1. Rin- ge recht, wenn Gottes Gna. de 2. Ninge, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. daß dein Geist sich recht ent- la de s 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Sesu, hilf fiegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich mich könne recht nennen dein'n Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! Joh. Heinr. Schröder, geb. 1666, † 1728. 4. Ninge, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich feine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 1784. dich nun zieh- et und be- kehrt, von der Last, die ihn be- schwert. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Bittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das Beste, Nückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaf fen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen; fliehe träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen; gib der Luft den Zügel nicht. Willst du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele falt und sicher, frech und stolz; frißt hinweg des Glaubens Dele, läßt nichts als ein faules Holz. Kampf der Heiligung. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu Gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: du bist toll! weil es, wann Gott wird erscheinen, lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dieß bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der letzte sey; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Del herbei. 379. 299 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Gluth? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 22. Gile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 23. Gile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürft nach der Ewigkeit! Joh. Jos. Winckler, geb. 1670, † 1722. 1731. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. 1. Du Vaster dei ner Menschentin- der, der du die Lie. be sel ber bist, und dessen Herz auch ge- gen Sün- der noch gü- tig und voll Mit- leid ist, Taß mich von ganzem Herzen dein 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Bater liebst, und so gefinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. im Leben und im To.de seyn. 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie könnt ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deines Namens Kampf der Heiligung. 300 willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sich auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beslissen seyn. 380. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht ze. Gib, daß ich ohne Heu.che, lei 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ewgen Freuden; wer ihre Last gern auf sich nimmt, sie willig trägt und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstützt. dein e. wig Lob ver- fün. de. 1 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn; so werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Bater der Barmherzigkeit. Balthasar Münter, geb. 1735, † 1793. 1. Herr, stär- fe meinen schwachen Muth, dich treu- lich zu be- fen, nen und troß der. Fein de Hohn und Wuth den Dei- nen mich zu nen- nen. 2. Ich weiß, es geht der Beugen Pfad durch manches Ungewitter; denn wen dein Licht erleuchtet hat, dem wird die Weltlust bitter. Je mehr er Welt und Sünde haßt, um desto schwerer wird die Last; des Kampfes wird kein Ende. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, mag nicht die Wahrheit hören; und wer ihm von der Buße spricht, will nur den Frieden stören. Das Wort vom Kreuz war allezeit der armen Welt, und ists noch heut, gar eine harte Rede. 4. Und doch will ich verzagen 1535. durch dei- ne Gna de start und frei nicht, mag sie gleich drohn und lügen; denn Gottes Wort und Gettes Licht muß doch am Ende fiegen. Wie sollt ich zweifeln noch daran? Hat er doch mein Herz aufgethan, das troßge und verzagte! 5. Und der mein stolzes Herz gewann, das ganz und gar verkehrte, der Allen helfen will und kann, gleichwie er mich bekehrte: sein Scepter bleibt in Ewigkeit; zuletzt doch werden weit und breit die Starken seine Beute. 6. So bleib ich ruhig denn dabei, von seiner Huld zu zeugen, Früchte der Wiedergeburt. und stören soll mich kein Geschrei, ihm meine Knie zu beugen! Es hilft mir ja der starke Held, daß nicht die Furcht vor dieser Welt mich treibt, ihn zu verläugnen. 7. Und will die Welt, nach seinem Rath, mich drum mit Füßen treten: er lehrt für ihre Missethat mich glaubig flehn und beten. Und regt sich noch des Bornes Flamm: 381. Früchte der Wiedergeburt. ein Blick auf ihn am Kreuzesstamm dämpft ihr unheilges Feuer. 8. Der Feinde Fluch verkehret er erbarmungsvoll in Segen und stärket mich, der treue Herr, auch unter harten Schlägen, hilft, daß ich ohne Heuchelei von seiner Gnade stark und frei durch Wort und Wandel zeuge. Aus Knapp's Liederschap. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 4. Sonst wenn zu satte ich würd seyn, verläugnet ich den Herren mein, und saget: Was frag ich nach 382. 1. Bwei Ding, o Herr, bitt ich von dir, die wol- lest du nicht weigern mir, 301 weil ich in diesem Elend bin, bis mich mein Stündlein nimmt da- hin. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei, Gott? ich bin versorgt in aller auch Lügen ferne von mir sey; Ar- Noth. muth und Reichthum gib mir nicht, doch solches ich noch ferner bitt: 3. Ein ziemlich Nothdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren Kind und Weib, oder kein Noth und Mangel sey, und auch kein Ueberfluß dabei. 5. Oder wenn Armuth drückte mich, zum Stehlen möcht gerathen ich, oder mit Sünd trachten nach Gut, ohn Gottes Scheu, wie Mancher thut. 1555. Eigne Melodie. 6. Des Herren Segen machet reich ohn alle Sorg, wenn du zugleich in deim Stand treu und fleißig bist und thust, was dir befohlen ist. Paul Eber, geb. 1511, † 1569. 1. Von Gott will ich nicht las. fen; führt mich auf rechter Straßen, 1571. denn er läßt nicht von mir, da ich sonst ir ret sehr, 302 Früchte der Wiedergeburt. rei chet mir sei ne hand; thut er mich wohl ver sorgen, 2. Wann sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt fich Gott gar balde; sein Macht und Gnad bewährt hilfet aus aller Noth, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sey es heimgestellt, mein Leib, mein Seel, mein Leben sey Gott, dem Herrn, ergeben; er schaffs, wie's ihm gefällt. 4. 8 kann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn, durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret: lobt ihn ins Himmels Thron. 383. fer 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welch's er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Sonst verdirbt alle Beit, die wir zubring'n auf Erden. Wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. sey, wo ich woll, im Land. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, daß vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. den Abend wie den Mor- gen 7. Die Seel bleibt unverloren geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden lps, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freude voll; dieselb ohn einig Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns und Gnad. Auch Gott, der heis lig Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; ihm sey Lob, Ehr und Preis. Ludw. Helmbold, geb. 1532,+ 1598. Mel. Was mein Gott will 2c. 1. Wer Gott vertraut, bat wohl ge baut wer sich verläßt auf Je fum Chrift, $ 1540. im Him- mel und auf Er.. den; dem muß der Himmel werden. Früchte der Wiedergeburt. Dar- um auf dich all Hoff nung ich 55 Herr Jesu Christ, mein Trost du bist 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 384. t 1. Herr, det ne Rech- te und Ge- bot wollst du mir, o ge treu er Gott, Mel. Es spricht der Unweisen 2c. in To- des Noth und Schmerzen. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist noth, du treuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gib wahre Neu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach, höre, Herr dieß mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. Aus dem 16. Jahrh. daß ich zum Gu- ten wil lig sen. e was du be fiehlst, vollbrin. ge. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe, auf Menschentrost und Hülf nicht bau, noch mich darum betrübe, daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wit und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Nam'n und Bund aus deinem Wort erkenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne, daß ich bedenke jeden Tag, 303 ganz fest und steif thu se zen; 1524. darnach wir sollen le. ben, ins Her ze sel- ber geben, und ohne Falsch und Heuche lei wie stark mich meine Taufzusag zum Dienste dir verbindet. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten, daß ich hab alle Lust an dir, dein Wort gern hör und dir dafür mein dankbar Opfer bringe. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigfeit, so vorgeseßt mir werden, laß mich ja chren allezeit, daß mirs wohl geh auf Erden; für ihre Sorg Früchte der Wiedergeburt. 304 und Treu laß mich, wann sie auch werden wunderlich, Furcht, Ehr und Dank erweisen. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir anthut Troß und Schmach, verzeihe und ihn liebe, sein Glück und Wohlfahrt Jedem gönn, schau, ob ich Jemand dienen könn, und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk der Finsterniß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich für böse Lust nicht müß der Hölle Qual dort leiden; schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz und alle Unzucht fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme; mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, und fremdes Gut nicht nehme, auch von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffart. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, von ihm abwende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut heiße. Gib, daß ich lieb Aufrichtigkeit, und Abscheu habe jederzeit am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen noch begehren; was aber mir vonnöthen thut, das wollst du mir gewähren; doch daß es Niemand schädlich sey, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. Mel. Freu dich 11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht und deinen heilgen Willen, wie mir gebührt als deinem Knecht, ohn Mangel gern erfüllen; doch fühl ich wohl, was mir gebricht, und wie ich das Geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen und als mich den Nächsten treulich liebe. Lucas Osiander, geb. 1534, † 1604. sehr, o meine zc. 1555. 385. fe S 1. Kommt und laßt euch Je sum leh ren, kommt und ler.net all. zu, mal, welche die sind, die ge. ho ren S in der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund, glauben auch von Herzensgrund, und be mühen sich da ne ben, Guts zu thun, so lang sie le. ben. 2. Selig sind, die Demuth haben Gott werd allein gepreist, danken und sind allzeit arm im Geist, rüh- dem auch für und für: denn das men sich gar keiner Gaben, daß Himmelreich ist ihr. Gott wird Früchte der Wiedergeburt. dort zu Ehren segen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; welche deshalb traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmuth spüren kann, welche Hohn und Troß verschmerzen, gerne weichen Federmann; die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach: diese will der Herr beschützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sey; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen: die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig find, die aus Erbarmen fich annehmen fremder Noth, find mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülflich sind mit Nath, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 305 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern die mit Ernst sie meiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Nuh, rathen allerſeits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden seyn. Ob des Kreuzes gleich ist viel, sebet Gett doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. 386. Im vorigen Ton. 1. Wohl dem, der den Herren fahren, wie sich mehrt alles, was scheuet und sich fürcht vor seinem in seinem Leben ihm vom Himmel Gott! Selig, der fich herzlich freuet, ist gegeben. zu erfüllen sein Gebot; wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erBet. m. Not. 2. Seine Kinder werden stehen, wie die Rosen in der Blüth; sein 20 Früchte der Wiedergeburt. 306 Geschlecht wird einher gehen voller Gnad und Gottes Güt; und was diesen Leib erhält, wird der Herrscher aller Welt reichlich und mit vollen Händen ihnen in die Häuser senden. 3. Das gerechte Thun der Frommen steht gewiß und wanket nicht; follt auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch Gott, der Herr, ihr Licht; tröstet, stärket, schützt und macht, daß nach ausgestandner Nacht und nach hochbetrübtem Weinen Freud und Sonne wieder scheinen. 4. Gottes Gnad, Huld und Erbarmen bleibt den Frommen immer fest; wohl dem, der die Noth der Armen ihm zu Herzen gehen läßt und mit Liebe Gutes thut, den 387. wird Gott, das höchste Gut, aus der Fülle seiner Gaben, als der liebste Bater laben. 5. Wer Betrübte gern erfreuet, wird vom Höchsten hoch ergößt; was die milde Hand ausstreuet, wird vom Himmel wohl ersetzt. Wer viel gibt, erlanget viel; was sein Herze wünscht und will, das wird Gott mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. 6. Wenn das Unglück will ankommen, das den rohen Sünder plagt, bleibt der Muth ihm unbenommen und sein Herze unverzagt; unverzagt, ohn Angst und Pein bleibt das Herz, das sich allein sei- s nem Gott und Herrn ergibet und in ihm die Brüder liebet. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676.. Mel. Werde munter, mein 2c. Psalm 1. der hin- ge- gen Itebt und eh, ret, 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude das Gesetz des Höchsten treibt, und hier als auf süßer Weide Tag und Nacht verharrend bleibt; dessen Segen wächst und blüht wie ein Palmbaum, den man sieht bei den Flüssen an den Seiten seine frischen Zweig ausbreiten. Schop. 1642, 1. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in gott lo fer Leu- te Rath; wohl dem, der nicht un- recht han- delt, noch tritt auf der Sünder Pfad; der der Spöt- ter Freundschaft fleucht, und von ihren Ses. seln weicht, was uns Gott vom Himmel leh. ret.. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Luft und Erde wird ihm dienen, bis er reife Früchte gibt; seine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt; Gott gibt Glück zu seinen Thaten; was er macht, muß wohlgerathen. Früchte der Wiedergeburt. 307 4. Aber wen die Sünd erfreuet, der Herr sein Häuflein richt't, da mit dem gehts viel anders zu; er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. Wo 388. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Sey ge treu bis an das Ende, Lei dest du gleich harte Stände, Ach, das Lei den dieser Zeit bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, und wer bös ist, muß umkommen. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. 1555. 2. Sey getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus dem Herzen rauben, halte den Gewissensbund, der geschlossen in der Tauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, wer meincidig ihm geschworen. 3. Sey getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat, so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sey getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht mit Web und Ach. Hilft dir denn die Ungeduld? Nein, sie häufet 389. die dein Je sus dir will ge- ben dort in jenem Freuden le. ben. nur die Schuld. Der trägt leichter, wer da tråget mit Geduld, was Gott aufleget. dau- re red lich aus den Streit! end- lich ist der Sieg be reit. ist nicht werth der Herr- lich- feit, 5. Sey getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen werd erfüllt. Hoffe fest, Gott ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; hoffe nur, Gott ist vorhanden; Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 6. Sey getreu bis an das Ende, daß nicht Marter, Angst und Noth dich von deinem Jesu wende, sey ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 1 1. Laf jet uns mit Se fu ziehen, in der Welt der Welt ent- flieh- en, Benj. Prätorius, um 1661. Schop. 1641. Mel. Lasset uns den Herren 2c. sei- nem Vor- bild fol. gen nach. auf der Bahn, die er uns brach, 20* 308 im- mer- fort zum Himmel rei sen, Früchte der Wiedergeburt. glau- ben recht und le. ben fein, in der Lieb den Glauben wei- sen. . Treuer Je su, bleib bei mir; 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden; Armuth hier macht dorten reich. Chränensaat die erntet Lachen; Hoffnung tröstet mit Geduld. Es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Noth. Laßt uns 390. ve ܤܐ geh. e vor, ich fol. ge dir. tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, als deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir.' Sigm. v. Birken, geb. 1626, † 1681. ir disch noch, doch himmlisch seyn, Mel. D Gott, du frommer 2c. 1. Ver- su chet euch doch selbst, ob Christus in euch ist, in De muth und Geduld, in Lieb, dem Näch. sten stets 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gefinnt, er1710. ob ihr im Glau- hen fleb, et, ob ihr ihm auch nach. geh. et in Sanft- muth, Freundlichkeit, zu die nen seyd bereit. neuert Herz und Muth, macht une zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und thut in Einfalt es dem Nächsten wieders Früchte der Wiedergeburt. geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preift er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnen thut, nicht schänden; denn alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er gibt zum Gnadenthrone sein eingebornes Kind; er liebt uns in dem Sohne, setzt Liebe gegen Haß; wer gläubig dieß erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Chrenkron. 8. Sett Gott uns auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der 391. 309 Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen; skatt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Noth von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen; verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, der Quelle alles Lichts; 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigenfinn; flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht, im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; steh, ob du auch so thust. 12. Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. Joachim Justus Breithaupt(?), 1719. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 1. Gott, mein einziges Ver- trauen, Meine Au gen zu dir schau- en, 1687. T Gott, du meine Bu ver sicht! deine Hülf versag mir nicht: laß mich nicht ver geb. lich schrei- en, sondern hör und laß ge- deth- en; 310 Früchte der Wiedergeburt. so will ich Gott hal- ten still: 2. Du hast mich von Kindesbeinen stets geleitet und geführt; durch mein Klagen und mein Weinen wird dein Vaterherz gerührt, daß mirs Hülf und Nahrung sende, Noth und Trübsal von mir wende; drum halt ich dir ferner still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 3. Führe mich, wohin du dentest, daß es mir am besten ist; wenn du nur, mein Gott, mich lenkest, geht mirs wohl zu jeder Frist; laß mich dir, mein Gott, vertrauen, und auf deine Gnade bauen; laß mich dir nur halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 4. Muß ich Schmerz und Qual empfinden, und mit Galle seyn getränkt, mich gleich einem Würmlein winden, mit viel Unglück seyn umschränkt; doch will ich es alles tragen, und darum doch nicht verzagen, sondern will Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 5. Bin ich gleich veracht auf Erden, und muß dulden Spott und Hohn, werd ich doch erhöhet werden dort in deinem Himmelsthron. 392. Gott, dein Win ist auch mein Will. Wenn mich alle Menschen hassen, will ich mich auf Gott verlassen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 6. Alles sey dir heimgestellet, schaff es, wie du willt, mit mir: Tod und Leben mir gefället, willig, willig folg ich dir; wird des Kreuzes Joch mich drücken, wirst du wieder mich erquicken. Drum will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will., Geiftes le. ben; 1 7. Laß mich nur den Himmel erben, mach mich weder arm noch reich; christlich leben, selig sterben, so werd ich, den Engeln gleich, Heis lig, Heilig, Heilig! fingen und dir mein Lobopfer bringen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 8. Nun, mein Gott, in deine Hände geb ich Seele, Leib und Gut; alles mir zum Besten wende, und halt mich in deiner Hut! Dieses bitt ich nochmals fühnlich, gib mir nur, was mir ist dienlich, so will ich dir halten stil: Gott, dein Will ist auch mein Will. 1. Cs to ftet viel, ein Christ zu seyn Elisabetha Eleonora, Herzogin zu Sachsen- Meiningen, geb. 1658,+1729. Eigne Melodie. 1704 und nach dem Sinn des reinen denn der Natur geht es gar sau. er ein, $ 9 Früchte der Wiedergeburt. sich immerdar in Chri- sti Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampfwohl aus. ge richt, S das machts noch nicht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf ter sehn; im Schauen wird es ihn Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit 1: die Wich tigkeit.:) 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit bedenket, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets ins Himmlische versenket. Wohl kostets Müh; die Gnade aber macht,|: daß mans nicht acht.:] 4. Man soll ein Kind des Höchsten seyn, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich seyn, so lieblich im Ge. fichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht: vollkommen macht!:) 5. Da wird das Kind den Ba311 393. 1. Es ist nicht schwer, ein Christ zu seyn und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Lod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit 1: den schweren Streit.: 2. Du darfst ja nur ein Kindlein seyn; du darfst ja nur die leichte mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn, und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn?|: Wer mags verstehn?:| 6. Was Gott genießt, genießt es auch; was Gott befißt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde seyn, s: als Gott allein.: 7. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsterniß zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird siche doch nach der Arbeit ruhn,[: wie wohl wirds thun!:| Im vorigen Ton. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. Liebe üben. O blöder Geist, schau nur, wie gut ers mein; das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; 1: es ist nicht schwer.:[ 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die 312 Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergib ihn willig in den Tod, 1: so hats nicht Noth.: Früchte der Wiedergeburt. 4. Wirf nur getrost den Kummer hir, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Bater, sich mein Elend gnädig an! 1: so ists gethan.:] 5. Besiß dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so fich, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Versehn:| als nicht geschehn.:| 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsterniß bedecken; dein Ba394. $ Mel. D liebster Herr Jesu zc. ter wird nichts Schlimmes mit dir thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken; ja, stehst du endlich ferner feine Spur,: so glaube nur.:] 7. So wird dein Licht aufs Neuentstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, fich doch, wie ein wahrer Christ 1: so selig ist!:] 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und fühn 1: allein auf ihn.:| Christian Friedrich Richter, geb. 1676, 1711. 1. Sieh, wie lieb- lich und wie fein wenn ihr Thun ein- träch- tig ist, 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit; brich in deiner Kirche an, daß die Welt es sehen fann. 4. Jesu, Haupt der Kreuzgemein, mach uns alle, Groß und Klein, 1544. ists, wenn Brüder friedlich seyn; ohne Falschheit, Trug und List. durch dein Evangelium ganz zu deinem Eigenthum. 5. Sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich hat verirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt seyn. 6. Bind zusammen Herz und Herz; laß uns trennen keinen Schmerz; knüpfe selbst durch deine Hand das geweihte Brüderband. Früchte der Wiedergeburt. 313 7. Kraft, Lob, Chr und Herr- der, wie er ist Drei in Ein, uns lichkeit sey dem Höchsten allezeit, in ihm läßt Gines seyn! 395. Mel. Nun fich der Tag zc. Michael Müller, geb. 1673,+1704; und Christian David, geb. 1690, † 1751. 1698, H 1. Merk, See le, dir das große Wort: wenn Je- sus winkt, so geh wenn er dich zieht, so ei le fort; wenn Je sus hält, so steh. 1 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu. 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die Andern widerfährt. 396. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sey von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan. Mel. Meine Seele, willst du zc. 3. Unser Geist ist oft verkehrt, daß er, was ihm dünft, begehrt, uns gar oft zur sauern Bürde, wenn es nicht verhindert würde. Wohl 1. See le, wenn du stets willst ruhn und dir immer Gu. tes thun, 1 1690. suchst du aller Angst und Pla gen dich beständig zu entschla- gen, 3 willst du ha ben, was besteht: 2. Wenn du, o mein lieber Christ, annoch eigenwillig bist, war es auch in solchen Dingen, die Gott scheinen Ruhm zu bringen, und Gott denkt nicht auch dahin, so verdirbt dein Eigensinn. -laß es gehen, wie es geht: und selig ist man dran, wenn es Gott allein gethan. 4. Wenn der Ausgang nicht erfüllt, was das Herz sich eingebildt, und der Sinn sich vorgenommen, dann muß Sorg und Kummer kom men. Sprich, wo bleibt zu solcher Zeit christliche Gelassenheit? 5. Wenn dir jede Kleinigkeit dein verwöhntes Herz zerstreut, und 314 was sich nicht nach dir strecket, Ungeduld und Zorn erwecket: sage, wie gelangest du zu der wahren Christenrub? Früchte der Wiedergeburt. 6. Gott schickt alles, was geschicht, es gefall uns oder nicht, es entstehe, wie es wolle, daß man dran sich prüfen solle; es ist alles 397. Love gut gemeint, ob es noch so widrig scheint. 7. Gott hat, wie es sich gebührt, nun so lange Zeit regiert; drum so laß in allen Sachen deinen Schöpfer ferner machen. Endlich fingst du mit Bedacht: Gott hat alles wohl gemacht! Joh. Christoph Ruben, um 1712. Schein. 1628. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 1. So Je- mand spricht: ich liebe Gott! der treibt mit Gottes Wahrheit Spott 4. Wer zwar mit Rath, mit Troft und Schuß den nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig 3 und haßt doch set ne Brüder, und reißt sie ganz dar nie. der. Gott ist die Lieb und will, daß ich den nächsten lie- be, gleich als mich. forscht, obs ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 2. Wer dieser Erden Güter hat, und steht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, fich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten fehret, nicht dem Verleumder widers spricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Denk oft: Gott, Früchte der Wiedergeburt. was ich bin, ist dein; sollt ich gleich dir nicht gütig seyn? 10. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Lagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 11. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von die2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 315 sen, das siehet mein Erlöser an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch seyn und Gott in Brüdern nicht erfreun? 398. Im vorigen Ton. 1. Wer Gottes Wort nicht hält der flieht den Nath der Sünder, und spricht: Ich kenne Gott! der folgt Christi Beispiel als ein Christ, trüget; in solchem ist die Wahrheit und reinigt sich, wie er rein ist. nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, so die Cherubim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, 399. 12. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chrift. Fürcht. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Was Gott thut, das ist ze. 1690. 1. Auf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Glü.de bauen und dem, der mich er- schaf- fen hat, mit gan zer See le trau- en. als Gott und Bater tra▪ gen. Er, der die Welt all- mächtig hält, wird mich in meinen La- gen Früchte der Wiedergeburt. 316 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, beftimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott tennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als felbst das widrige Geschick, bei des sen Last wir klagen? Die größte 400. Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücks lich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichteit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn; er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Mel. Herzliebster Jefu zc. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715,+ 1769. Grüger. 1640. 1. Herr, mein Ver- söh.ner, der du für mich lit- test und noch zur Rech- ten der Sanftmuth Trie.be. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht nur Freunde, nein, selbst auch Feinde. Gottes für mich bit test, er- wed in mir, du Mu- fter wah- rer Lie.be, 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich Bater zu dem Höchsten sagen, und Groll im Here zen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu vere zeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vergibet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Früchte der Wiedergeburt. Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets versöhnlich finden lasse und Rachgier hasse. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergeben, so lehre mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich auch, wenn sie mich empfindlich kränken, an dich gedenken. 8. Laß mich mit Sanftmuth meis nem Feind begegnen und so, wie du, den, der mir fluchet, segnen. dir ähnlich werden. 401. 317 Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 9. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren, so laß, o Herr, mich, ihr zu wider. stehen, auf dich dann sehen. 10. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden Mel. Schwing dich auf zc. 1. Sollt ich jetzt noch, da mir schon dich ver lassen, Got- tes Sohn, . mit den Lüften die fer Beit " und nicht mehr die Sü ßig. keit 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden! Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot gleich dem Frevler hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, halt auf deine Lehren, lasse keine Macht noch List mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! sie wird mein Vertraun auf dich mir doch lassen müssen. 4. Beigt fie mir ein Heil wie du bringt sie Kraft den Müden, 3. S. Diterich, geb. 1721, † 1797. Ebeling. 1666. dei ne Güt er. schienen, und der Sün.de die nen? wie der mich be. $ fle den, dei. ner Lie be schme, den? S den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? gibt sie mir die Zuversicht, daß ich trop dem Grabe deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, staunt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen 318 Früchte der Wiedergeburt. Wort ich die Hoffnung gründe, daß len mich, mein Herr und Gott, jes auch ich unfehlbar dort Gnad und mals von dir scheiden. Sünde, Leben finde! Welt und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht und Leiden sol402. Balth. Münter, geb. 1735,+ 1793. Neumarf. 1657. Mel. Wer nur den lieben 2c. 1. Mein bester Trost in die sem Leben ist ein Ge- bet zu mei nem Gott; dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruh. i'. ges, zu fried.nes Herz. Kummer an. Wer ihm sein Leid mit 3uversicht entdecket, den verwirft er nicht. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt? wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, daß, Gott, bei dir um Gnade flcht. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften seyn, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott; er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstand geflucht. Nein, meine Rach ist ein Gebet, das um Vergebung für ihn steht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht flagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem 6. Nuf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlich, so fleh ich nicht umsonst um Kräfte: der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt aus väterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn meine böse Lust zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen und gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft bezwing ich jede Leidenschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. Aus dem bayr. Ges. Buch von 1811. 403. Kreuz- und Trostlieder. Kreuz- und Trostlieder. Eigne Melodie. 1. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit; sein Will der ist der be. zu helfen den'n ist er bereit, die an ibn glauben fe Er hilft aus Roth, der fromme Gott, wer Gott ver- traut, fest auf ihn baut, 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt't und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von die-. fer Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in 404. 319 1540. fte; ste. und züch ti get mit Maßen. . Mel. Wenn wir in höchsten 2c. den will er nicht ver laj.. sen. meiner letzten Stunden; o frommer Gott! Sünd, Höll und Lod hast du mir überwunden. 4. Noch Eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der böse Geist ansicht, laß mich doch nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr! zu Ehren deinem Namen; wer daß begehrt, dem wirds gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen! Markgraf Albrecht v. Brandenburg. Gulmbach, geb. 1522,+ 1557. 1555. 1. Hilf, Hel- fer, hilf in Angst und Noth; erbarm dich mein, o treu. er Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind troß Teu- fel, Welt und al. ler Sünd. 2. Ich trau auf dich, mein Gott Herr Jesu Christ, du mein Gott und Herr; wenn ich dich hab, was und Erlöser bist. will ich mehr? Ich hab ja dich, 3. Des freu ich mich von Her 320 Kreuz- und Trostlieder. zen fein, bin gutes Muths und auf dein Nam'n; hilf, Helfer, hilf, harre dein; verlaß mich gänzlich drauf sprech ich Am'n! Martin Moller, geb. 1547, † 1606. 405. Mel. Bater unser im Himmelreich zc. 1. Ach Gott, wie manches Her- ze- leid der schmale Weg ist Trüb.sal voll, Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Bu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rath allzeit gewiß gefunden hat; Niemand jemals verlassen ist, der getraut hat auf Jefum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein! wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern seyn so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Glend mag so bitter seyn, dein süßer Trost der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein besser Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Chrift! Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt 1540. be geg- net mir in dieser Beit; den ich zum Himmel wandern soll. sich zwin- gen zu dem ew- gen Gut! mir ewig fest; du bist mein rechter, treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 6. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöthen bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sey. 7. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. Hilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 8. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt! Erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Sesu, mein Trost, hör mein Begier: O mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller, geb. 1547, † 1606. 406. Kreuz und Trostlieder. Eigne Melodie. 1. Auf mei nen lieben Gott der kann mich allzeit ret- ten mein Un- glück kann er wenden, 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben, dem hab ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er verforgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du so g'duldig bist für mich am 407. ver- trau dich ihm al. lein, Mel. Von Gott will ich nicht zc. 1. Was willt du dich be tru. ben, Thu den nur herzlich lieben, 321 steht alls in seinen Händen. Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich, hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ich selig abscheide zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Seiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen! Sigmund Weingärtner, um 1609. 1571. und för- dern deine Sachen, 2. Denn Gott verlässet Keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderPet. m. Not. 1605. trau ich in Angst und Noth, aus Trüb sal, Angst und Nö then; o metne lie be See!? der heißt Im- ma, nu. ef; er wird gut al. les ma. chen, D wie dirs wird se lig seyn. lich, laß du dir gar nicht grauen; mit Freuden wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen, 21 Kreuz und Trostlieder. 322 getroft mit frischem Muth; mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nüß und gut. Denn was Gott haben will, das kann Niemand verhindern aus allen Menschenkindern, so viel ihr'r sind im Spiel. = 4. Wenn auch selbst aus der Höllen der Satan troziglich mit feinen Rottgesellen sich setzet wider dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränten lassen, damit er dich will fassen; denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richt'ts zu seinen Ehren 408. und deiner Seligkeit; solls seyn, kein Mensch kanns wehren, wenns ihm wär noch so leid. Wills denn Gott haben nicht, so kanns Niemand forttreiben, es muß zurücke bleiben; was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sey es heimgestellt; nach nichts ich mehr sonst strebe, denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier, der ist und bleibt der beste, das glaub ich stets und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. 3. Heermann, geb. 1585, † 1647. Eigne Melodie. 1. Ach Gott, er- hör mein Seufzen und Web. kla- gen, laß mich in mei- ner hast du mirs auf ge- legt, so 2. Ohn deinen Willen kann mir nichts begegnen; du kannst verstoßen und auch wieder segnen. Bin ich dein Kind und habe verdient, gib wieder Sonnenschein nach trübem Regen. Noth nicht gar ver- za- gen; du weißt mein Schmerz, erkennst mein Herz, 1662. 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herze; hilf, daß ich mit der Züchtigung nicht scherze. Zu deiner Zeit wend ab mein Leid! Durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze. 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht vergessen, daß mir mein Leid das Herze sollt abfreffen; hilf mirs tra- gen. mitt'n in der Noth denk ich an Gott, wenn er mich gleich mit Kreuz und Angst thut pressen. 5. Es hat kein Unglück nie so lang gewähret, es hat doch endlich wieder aufgehöret; beut mir dein Händ und mach ein End, auf dieser Erd mein Herz sonst nichts begehret. 6. Soll ich noch mehr nach deinem Willen leiden, so steh mir, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten; fein ritterlich, beständiglich hilf mir mein Widerfacher all bestreiten, 7. Daß ich durch deinen Geist Kreuz- und Trostlieder. mög überwinden und mich allzeit in deinem Haus laß finden zu Preis und Dank mit Lobgesang; hilf, Herr, in Liebe mich mit dir verbinden. 409. $$$ Mel. Herzlich thut mich zc. 323 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auserwählten Namen preis herziglich, das bitt ich dich, durch Jesum Chris stum, unsern Herren. Amen! Jat. Peter Schechs, geb. 1607,+1659. 1. Be- ficht du deine Wege, und was dein Her ze kränkt, der al. Ier treu. ften Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Win- den der wird auch We ge fin. den, 1 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten seyn. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Bater, weiß und sieht, was gut sey oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. Haßler? 1613. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann Niemand hindern, dein Arbeit darf gibt Wege, Lauf und Bahn, da dein Fuß gehen kann. nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird doch ohne 3weifel Gott nicht zurücke gehn; was er ihm vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sey unverzagt; Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer jagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur der Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was dein Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht 21* Kreuz- und Trostlieder. 324 Regente, der alles führen soll: Gott fißt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöthen schweben, fragt er doch nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird 410. Gib dich zu frie- den! $ er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. Eigne Melodie. 1. Gib dich zufrieden und sey stil.le In ihm ruht aller Freu den Fül- le; 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davan mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsal men dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Hinge? 1690. 2. Er ist voll Lichtes, Trofts und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Noth fann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden! Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu dei- ner Wonne. 3. Wie dirs und Andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborin dem Gotte dei- nes Lebens! ohn ihn mühst du dich ver- ge- bens. gen; er sieht und fennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Ginger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und Kreuz- und Trostlieder. heimlich Grämen; auch weiß er Zeit, Dir's zu benehmen. Gib dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen; und was du Keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du fiegen; ob alle Fluthen einhergingen, dennoch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiſset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich Eingen füllen und deinen Leib zur Nothdurft stillen. Gib dich zufrieden! 325 kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte; wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: ich weiß durchaus und nähren? Der dir das Leben von keinen Plagen? Gib dich zuhat gegeben, wird auch Unterhalt frieden! bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst, 9. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum Besten! Denn das ist Gottes Ghrentitel: helfen, wann die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen Erden, kann das Unglück nicht verleiden; was webt und lebet auf der meiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es kommt einmal der Tod behende, und alle Qual hat dann ein Ende. Gib dich zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Ges treuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden 326 Kreuz- und Trostlieder. freuen, da sie den Grund, der nicht selbst hören sprechen: Gib dich zukann brechen, den ewgen Mund frieden! 411. Mel. Was mein Gott will 2c. $ fes 1. Ich hab in Gottes Herz and Sinn mein Herz und Sinn er ge.. ben; was bo- se scheint, ist mir Gewinn, der Lod selbst ist mein Le.. ben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron ob er gleich schlägt undKreuz auflegt, 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; wenn er mich auch gleich würf ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht geschaffen in dieß Leben; mein Gott ists, der mich zugericht, mir Leib und Seel gegeben; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, daß lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Seit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns seinen Kindern diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1540. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut bleibt doch sein Herz gewo. gen. begehret, als sey mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh in deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rath ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sey dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so kanns nicht seyn, es wird dich letzt erfreuen; was du jeßt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleichwie ein Dampf verschwinden. 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände, nimm mich und mach es du mit mir bis des Himmels auf. gezogen; Kreuz- und Trostlieder. an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück seyn, will ichs geduldig leiden; soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich 412. Eigne Melodie. 327 führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Tos des Weg und finstre Straßen reis sen, wohlan, so tret Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 吧 1. Warum sollt ich mich denn grå- men? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den neh.men? Wer will mir den Him- mel rau ben, 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinziehen, wann ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. den mir schon Gottes Sohn beige legt im Glau. ben? auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Ges richt, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Notten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten? laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets fich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schleußt 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben; will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. Ebeling. 1666. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt nicht 1 328 das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zur Himmelsfreuden. Kreuz- und Trostlieder. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 413. $ 1. Wer nur den lie- ben Gott läßt walten den wird er wun- der- lich er hal- ten 2 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden; ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. 3. Man halte nur ein wenig stille und sey doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, was uns nützlich sey; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns Neumart. 1657. Wer Gott, dem Aller höchsten, traut, der hat auf kei- nen Sand gebaut. versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seyst, und daß ihm der im Schoße size, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und seßet Jeglichem sein Ziel. 1 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau, des Himmels reis . und hof- fet auf ihn al le zeit, in al. lem Kreuz und Traurig- keit. Kreuz und Trostlieder. chem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine 3u414. Eigne Melodie. et 1. Gott sorgt für dich, was willst du dich viel pla- gen mit dei- ner Sorg, o Mensch, und garver- za- gen? 329 versicht auf Gott sett, den verläßt er nicht! Georg Neumark, geb. 1621, † 1681. 2. Kein Vöglein sorgt für seines Lebens Speise; es steht früh auf und singt nach seiner Weise ein Morgenlied; dann fleugt es in die Wälder, bald anderwärts durchsucht es alle Felder. er wird dich nicht ver- las- sen. Trau nur auf ihn, 3. Es weiß noch nicht, wo ihm hab hingeleget ein Körnlein Speis der Gott, der alles träget durch seine Macht; doch find't es alle Morgen sein Speis und Trank, läßt Gott noch ferner forgen. 415. Eigne Melodie. 1731. so wirst du Sorgen has- sen. 4. So, Menschenkind, mach es in deinen Sachen, laß Gott für dich nur immer sorgen, wachen; arbeit und bet, er wird dir alles geben, was nöthig ist zu deinem ganzen Leben. 5. Vertraue Gott und ehre seinen Willen, so wird er dich mit Gnad und Gut erfüllen; er forget schon, wie er dich mög erhalten; laß du nur Gott noch ferner für dich walten. Sim. Bornmeister, geb. 1652, † 1688. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. Du bist sein Kind, 1657. 1. Sollt es gleich bis wei len schei- nen, als wenn Gott ver- ließ die Seinen, R D so glaub und weiß ich dieß: Gott hilft end- lich doch gewiß. Biel; er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrosten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 3. Gleichwie Bäter nicht bald geben, wornach ihre Kinder streben: so hält Gott auch Maß und 5. Troß dem Teufel! Trop dem Kreuz- und Trostlieder. 330 Drachen! ich kann ihre Macht verlachen! Trotz dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß des bittern Todes Zähnen! Troß der Welt und allen denen, die mir sind ohn Ursach feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 416. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel frieg, hab ich alles zur Genüg. 9. Ich will ihr ja gerne lassen, was ich doch nur müßte haffen; sie hab, was ihr wird zu Spott, und laß mir nur meinen Gott. Eigne Melodie. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem Andern abe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Titius, geb. 1641,+ 1703. drum laß ich ihn nur wal. ten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er wird mich wohl bedenfen; et, als mein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 1. Was Gott thut, das ist wohl ge- than, es bleibt ge- recht sein Wil- le; S wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm hal ten stil- le. s Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Le1690. er- hal ten; " ben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zulegt ich werd ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Kreuz- und Trostlieder. 331 Noth, Lod und Elend treiben, so seinen Armen halten; drum laß ich wird Gott mich ganz väterlich in ihn nur walten. 417. Sam. Rodigast, geb. 1649, † 1708. Neumark. 1657. Mel. Wer nur den lieben 2c. 1. 3ch lasse Gott in allem walten, er mach es, wie es ihm ge fällt: ich will ihm gerne stil- le hal- ten, so lang ich hier leb in der Welt. Wie er, mein lieber Gott, es fügt, 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem Willen, stürmt gleich ein Unfall auf mich zu, soll mich doch Gottes Wille stillen, der segt mich in vergnügte Nuh: weil ich mit allem, was Gott fügt, im Leb'n und Sterben bin vergnügt. 3. Bin ich gleich nicht so hoch geschäßet, und nicht, wie Andre, groß und reich, werd ich dennoch in Gott ergößet mehr, als wär ich dem Reichsten gleich. Ich bin mit Wenigem vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 4. Wie oft entsteht ein Seelenschade durch das erscharrte Geld und Gut? Wie Mancher fällt aus Gottes Gnade durch Reichthum in die Höllengluth? deshalben bin ich wohl vergnügt mit dem, was Gott für mich verfügt. 5. Ich strebe nicht nach hohen Stufen, viel fichrer ist der Mittelstand: wie mich der Himmel hat berufen, wie mich selbst führt des 418. so bin auch tch sehr wohl ver- gnügt. Höchsten Hand, und wie ers endlich mit mir fügt, so bin ich auch sehr wohl vergnügt. 6. Ich achte nicht des Glückes Lachen, wie freundlich es auch im mer sey; ich laß mich auch nicht zaghaft machen durch seinen Grimm und Wütherei. Wie's Gott in beiden Fällen fügt, so bin und bleib ich wohl vergnügt. 7. In Gottes Hand steh ich geschrieben, der hat ja ali mein Haar gezählt; drum kann kein Anstoß mich betrüben, wie sehr er gleich sonst schreckt und quält; ich leb in allem höchst vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 8. Mein Wille soll sich stets verpflichten, sowohl im Leben als im Tod nach Gottes Willen sich zu richten, so hat es mit mir keine Noth: weil ich mit dem, was Gott verfügt, im Leb'n und Sterben bin vergnügt. Eigne Melodie. 1731. 1. Gott le bet noch! See le, was ver- zagst du doch? 332 Kreuz- und Trostlieder. Gott ist gut, der aus Er- bar- men alle Hülf auf Er den thut, der mit Kraft und starken Armen ma- chet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir den- fen, al le Noth zum Besten len- fen. H Seele, so be den te doch: & 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt er füllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen? nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. lebt doch unser Herr Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. P 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir seyn. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Secle, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! Joh. Friedr. Zihn, geb. 1650, † 1719. 419. Kreuz- und Trostlieder. Mel. Jesu, meine Freude 2c. • 1. Mei. ne Seel ist ftil. le mein Herz ist ver- gnü get S mir zu1 helfen steht; nimmts an, wie es geht; geht es 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege in des Vaters Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, 420. und bleibt Je sus un. ge. schie den, 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu seyn aller Ort und Zeiten, und mag Keinen leiden, der ihr redet ein von der Welt, Ehr, Lust und Geld; wonach so Viel sind beflissen, mag fie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst Keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es seyn, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. zu Gott, dessen Wil. le mit dem, wie's Gott fü get, 1 1 • so bin ich zu frie den. die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 333 Grüger. 1656. nur zum Himmel zu, 5. Meine Seele senket alles, was fie fränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen, und was fie betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 1. Mein Herz, gib dich zu frie- den von Sør- ge, Furcht und Gram; 6. Amen! es geschichet, wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt daß zuerst gekost'te Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Casp. Schade, geb. 1666, † 1698. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. 1598. und blei- be ganz ge- schie den die Noth, die dich jest drü- det, hat Gott dir zu ge schi.cket; sey still und halt dich wie ein Lamm Kreuz- und Trostlicoer. 334 2. Mit Sorgen und mit 3agen and unmuthsvollen Klagen häufst du nur deine Bein; durch Stille seyn und Hoffen wird, was dich jest betroffen, erträglich, sanft und Keblich seyn. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre 3ähren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen: nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein, nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indeß ist obgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein seyn. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruthen sinds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 421. 7. Er will und dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den eignen Willen brechen, die Lust ertödten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöthen auch lassen, ja gar tödten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheis den von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Neben, der Tod seyn ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 1. Dennoch bleib ich stets an dir, tei ne Krüb sal drückt in mir 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen zu dem Bräutigam. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Nach Hammerschmidt. 1658. . wenn mir al- les gieich zu wt. der; die ge faß- te Hoff- nung nie.der, daß, wenn alles bricht und fällt, den noch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rath, der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der That auf die schönste Wohlfahrt siehet. Denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verfehret aus. Kreuz- und Trostlieder. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug gekämpfet habe. Führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe. Endlich zeige mir das Loos in der Außerwählten Schoß. 422. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Neumark. 1657. 1. Je größer Kreuz, je näher Himmel; bei Sünden- luft und Weltge- tüm met o se lig ist der Mann geschäßt, 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen; Gott streicht uns an den Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nie ein Thräsenthau hinein. Das Gold wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palme wächset bei der Last. Die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast; im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. 335 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich feste stehen. Ich muß, Troß sey aller Pein! dennoch, dennoch selig seyn. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Gluth, gleichwie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; zerriebne Kräuter riechen wohl. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht wer oh- ne Kreuz, ist oh ne Gott; vergißt man höl- le, Fluch undTod; den Gott in Kreuz und Trüb- sal ſetzt. nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan; das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth; das Kreuze, daß die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schaß uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber seyn; 336 Kreuz- und Trostlieder. daß mich die Ungeduld nicht reize, biß dort mein Kreuz die Krone so pflanz ein solches Herz mir ein, trägt. das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, Benj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. Crüger. 1656. 423. fre Mel. Jesu, meine Freude zc. 1. See le, fey zu frie den; Treib aus deinem Herzen das ist al les gut. fas se frischen Muth. S mußt du wei nen mehr als la 2. Scheint der Himmel trübe, und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widerseget, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last den Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. Ist 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz 424. was dir Gott Un. geduld be- schie. den, und Schmerzen, die Noth dein täglich Brod, chen, Gott wirds doch wohl machen. erquickt. Laß es seyn, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich auszuhalten und Gott las sen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Nun, so solls verbleiben, ich will mich verschreiben, Gott, getreu zu seyn. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Ringe recht zc. 1784. 1. Gott wills machen, daß die Sachen geh- en, wie es heil- sam ist. = und Trostlieder. Laß die Wel len ringsum schwel- len, wenn du nur bei Je su bist. 2. Wer sich fränket, weil er den fet, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. funden, bricht die Hülf mit Macht herein; und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens seyn. 11. Gignen Willen zu erfüllen, leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Noth und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Wenn wir wollen, was wir sollen, fällt auch das Vollbringen zu. 13. Hoch zu preisen sind die Weisen, die schon in der Uebung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 3. Du Verächter! Gott dein Wächter schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sey. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Laß dir süße seyn die Küsse, die dir Jesu Ruthe gibt. Der sie führet und regieret, hat nie ohne Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 8. Gottes Hände find ohn Ende; sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind gerathen jedesmal, wie ers verhängt. 10. Wann die Stunden sich ge425. 1. Wie Gott mich führt, so geschieht, was er mir Bet m. Not. 337 14. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld; wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 15. Die da weichen und das Zeis chen ihres Bräutigams verschmähn, müssen fahren mit den Schaaren, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Thränen füssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! in dem Naz men meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Mel. Herr, wie du willst 2c. Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675,+ 1723. 1525. will ich gebn, obu al.les Ei, gen wählen; aus er sehn, wirds mir an keinem fehlen: S 22 338 Kreuz- und Trostlieder. wie er mich führt, so geh ich mit und fol.ge wil. lig Schritt für Schritt Ha in find. It chem Ver. trau.. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sey ihm hiermit ganz heimgestellt, er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen; scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rath wird doch erfül426. en. len, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken; kann ichs auch anfangs nicht verstehn: zuleßt wird er aufdecken, wie er nach seinem Vaterrath mich treu und wohl geführet hat. Dieß sey mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke, geb. 1683, † 1735. Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. 1659. 1. Gott ist und bleibt ge treu; sein Herze bricht vor Lieben, pflegt er gleichwohl ein- mal die Sei- nen zu be trüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glau- be sey, 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen. Er braucht die Ruthe oft wie stand- haft die Geduld; Gott ist und bleibt ge treu. und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu: Kreuz- und Trostlieder. er weiß, was wir vermögen; er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und Banden frei, wann große Noth entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sey, Seele, nur getroft; Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; 427. 339 er stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübfalegluth bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzfelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. mel. D Welt, ich muß dich 2c. 6. Gott ist und bleibt getreu; der Trübsal doch ein solches Ende laß alle Wetter krachen, Gott wird machen, daß alles Kreuz und Noth dir ewig nüße sey: so liebt der Höchste dich; Gott ist und bleibt getreu. Gott weiß es, und Gott schüßzet; 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah; eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 1. Was ists, daß ich mich quä. le? Harr set ner, mei- ne See le, . 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück 1598. harr und sey un- verzagt! Du weißt nicht, was dir nü het; . er schü- get den, der nach ihm fragt. zu legen, das ewig wie mein Geift besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sey mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleßet, wenns alle Welt auch schäßet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, 22* Kreuz- und Trostlieder. 340 und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will be428. wahren? und er mein Gott bes wahret mich. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du mußt es thun, du starker Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Noth, glaubs ficherlich. 3. Hilf, Helfer, bilf in Angst und Noth! du mußt es thun, du treuer Gott; denn dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. 1. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du kannst es thun, du lieberGott; 4. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du willst es thun, du Amens429. B denn du bist groß von Rath und That, wie's mancher Christ er fahren hat. Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so hilfft du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun Allen in der Welt, wie, wo und wenn es dir gefällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du willst dein Wort erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar seyn; hilf, Jesu, hilf! du kannst allein. Joh. Jak. Lang, geb. 1646, 1690. 1555. Mel. Was Gott thut, das ist ze. er kann sich nicht verlassen. 2. Sey stille, finne nicht zu weit; was willst du dir ersinnen? was wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; 1690. 1. Sey stille, müdge- qual tes Herz, das nur am Kummer klebet! Richt die Ge- dan- ken himmelwärts, hin, wo dein Vater le. bet. Bulegt ver zagt, wer im mer klagt. In Gott sollst du dich fas- sen; ermann dich, glaub! er hat uns schon versehen, auch was wir nicht verstehen. 3. Sey stille, such bei Menschen Kreuz- und Trostlieder. 341 nicht, was Menschen nicht vermö- Macht nicht immer dich besiegen; gen! halt fest an Gott mit Zuversicht; darauf liegt aller Segen. Folg seinem Nath, geh seinen Pfad; laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten. laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen. Du suchest Ruh; die hinderst du, so lang dich Zweifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 4. Sey stille, hast du lang geweint und wirds noch immer trüber; sag nicht: weil mir kein Licht erscheint, die Hülfe ist vorüber! O harre fort, du hast sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sey stille, laß der Zweifel 430. El 6. Sey stille; endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Noth der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Mel. Wie groß ist des 2c. Joh. Gottfried Schöner, geb. 1749, 1818. Ph. E. Bach. 1787. Ge- freu- zig- ter, zu deinen Füßen hebt aus dem Staube fich em- por meinherz, wenn es von Gramzerrissen; es sucht dein Herz, dein Aug undOhr, dein Herz, die Ruh- e- statt der Armen, dein Herz, das zärtlich voll Er- barmen 2. Du, unser heilger Blutsverwandter, der einst so heiß für uns geweint, o du mit jeder Noth bekannter, erfahrner Arzt und Seelenfreund, eröffne du dein Herz dem Matten als eine stille Felsenkluft, wo Kühlungen ihn sanft umschatten, wenn oft ein Schmerz dem andern ruft. 3. Wie sich aus deinen Todeswunden dein Blut zu meinem Heil ergießt: das sey in meinen bängsten Stunden, was mir den Leidenskelch versüßt; das gib als Balsam deinem Kranken, den Frieden Gottes flöß ihm ein, und wenn des die Niemand sonst er- qui- cken kann, den Lei den den ist zu. ge.than. Glaubens Grund will wanken, so. müß ihm das zur Stüße seyn. 4. Dein Aug mit jenem Blick voll Gnade, daß du dem Petrus zugewandt, daß er, verirrt auf dunklem Pfade, dich, guten Hirten, wiederfand: dein Aug begegne meinem Sehnen, daß aufwärts seine Seufzer schickt; denn milder fließen meine Thränen, wenn du mich, Jesu, angeblickt. 5. O du, mein freundlichster Regierer, seitdem ich wall im Pilgerland, sey ferner noch mein treuer Führer bis zu dem schönen Heimathland! halt mir dein Ohr für Morgenlieder. 342 alles offen, was ich dir flag im Kämmerlein, und laß mich stets voll Demuth hoffen, daß es soll Ja und Amen seyn. 6. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blutgen Kreuz herab; so sieh auch mich an und die Meinen in jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns seyn, befreit vom Staube, der oft den Geist mit Angst beschwert, wann endlich Hoffnung, Liebe, Glaube die fühnsten Bitten sieht erhört! Christi. Adam Dann, geb. 1758,+1837. Morgenlieder. 431. fe 1. Die hel- le Sonn leuchtjeßt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 2c. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter seyn, 2 Gott Lob! der uns heut die- se Nacht be hüt hat vor des Teufels Macht. vor Augen han in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, was ein Jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Hermann,+ 1561. 3. Daß unser Herz im G'horsam leb, deim Wort und Will'n nicht widerstreb, daß wir dich stets 432. Eigne Melodie. 1. Aus mei- nes Herzens Grun. de in die ser mor- gen- stun. de, 3 o Gott in dei- nem Thron, durch Christum, un sern Her ren, S 1651. S 1598. sag ich dir Lob und Dank da zu mein Le belang, dir zu Lob, Preis und Ehren, dein einge. bor. nen Sohn; Morgenlieder. 2. Und daß du mich aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur- und Wasfersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sey dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 433. 343 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen rathen, denn er all Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach; denn ich ihm heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben, und was er mir sonst geben, er machs, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alle zusammen ihm wohlgefallen lan, und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott hat b'scheiden in meim Beruf und Stand. Joh. Mathesius, geb. 1504,+ 1565. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig haft behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Nuh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch 1555. 1. Das walt Gott Vaster und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron, man dankt dir, eh die Sonn auf- geht; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Mor- Christi Blut, nimm mich auch diegen früh in rechter Andacht meine sen Tag in Hut, laß deine lieben Knie, und ruf zu dir mit heller Engelein mein Wächter und GeStimm, dein Ohren neig, mein fährten seyn. Red vernimm. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit deinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag 344 verricht, zu deinem Lob und meinem Nuß, und meinem Nächsten thue Guts. Morgenlieder. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom Uebel abgewandt, mein Herz mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Behüt mich heut und allezeit 434. $ vor Schaden, Schand und Herzeleid; tritt zwischen mich und meine Feind, so sichtbar und unsichtbar seind. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend 2c. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verlet, noch mich in Schand und Schaden sey. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 435. 9. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir kein lebelš widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist noth. Martin Behemb, geb. 1557,+ 1622. 1651. 1. hei lige Drei- fal tig- feit, du hoch ge. Iob. te Einigkeit, Gott Va- ter, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist! 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei, Christ, mein Erlöser, bei mir sey, o Tröster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit dei nen Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich; erleucht mich, Herr, genädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behemb, geb. 1557,+1622. dei- nen lieben Soh- ne, mancherlei Gefahren, Eigne Melodie. 1. Ich dan. te dir, o Gott, in deinem Throne durch Je- sum Chriftum, daß du mich wol.len die- se Nacht bewahren vor Schaden und vor $ 2. G. 1664. und bit- te dich, wollst mich an diesem Za'ge be hüten auch vor Sün- den, Schand und Pla. ge. # Morgenteder. 2. Denn ich dir, Herr, in deine Hånd befehle mein Leib und Gut und meine arme Secle; dein heiliger Engel zu allen Zeiten, der sey und bleib bei mir auf allen Seiten, auf daß der bös Feind, so arg und geschwinde, ganz keine Macht an mir zu üben finde. 3. Den lieben Frieden ferner uns verleihe, und unsre Nahrung reichlich benedeie; die Pest von unfrer Stadt und Land laß wallen, dein Wort in Ruh und Fried noch länger schallen. Wend Theurung ab, dein füllen nach deinem Wort und väterlichen Willen. 436. 315 4. Ich bitt für die, Gott, so dich Vater nennen, insonderheit dein reines Wort bekennen, für alle meine Blutsfreund und Verwandten, sie seyn gleich hier oder in fremden Landen; vor allem Unfall wollst du fie bewahren, laß ihnen alles Gutes widerfahren. Mel. Lobet den Herren, alle zc. und gefangen, tragen, o Herr, nach 5. All, welche sind betrübt, frank du von allem ihren Besen aus laudir in Noth Verlangen, die wolleft ter Gnaden endlich gar erlösen; all arme Sünder zu dir, Herr, bekehre, ein selges End uns insgesammt be schere! will ich jetzt pret sen. 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich aufgenommen, und läsfest mich in deinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 3. Du gibest mir den heilgen Geist daneben, daß er mich lehr und führ in meinem Leben, damit ich lern auf dich alleine schauen und dir vertrauen. 1. In dieser Mor- genstund will ich dich lo. ben, o Gott, mein Vater, 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, was ich bedurft, mir immerzu bescheret, und wenn mich Grüger. 1653. in dem Himmel o. ben; was du für Gna de mir stets thuft er. wei. sen, Noth und Unglück hat berühret, bald draus geführet. 5. Jeßt hast du auch durch deiner Engel Schaaren mich lassen Heut in dieser Nacht bewahren, daß mich darin kein Unfall hat erschrecket, noch aufgewecket. 6. Herr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich solche große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deis nen Händen. 7. Ich bitt, du wollest über mir 346 Morgenlieder. fort walten, und mich auch heute Tag mich stärken durch deine Kraft diesen Tag erhalten, daß Satan in mein's Berufes Werken, auf daß nicht durch seine List und Pfeile ich möge in denselben allen dir mich übereile. wohlgefallen. 8. Hilf, daß ich bleib, wie zusteht frommen Christen, rein von der Welt und ihren Sünden- Lüsten, daß ich auch meinen eignen bösen Willen nicht mög erfüllen. 9. Herr, laß in deinen Schutz seyn eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kinder, Hausgenossen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit erhalt bei gutem Stande, gib Friede, Glück und Heil im ganzen Lande; behüt uns allerseits, o Herr, in Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wollest auch an diesem 437. 12. 3ulegt verleih, wenn ich aus diesem Leiden, es sey heut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Tod mög fröhlich sterben, den Himmel erben. 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen, und wohl auf dieser Welt allhie gewesen, dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und heilgen Geist regierst in einem Throne; gib, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, ja werd gewähret. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jeßt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da dlleine Hülf und Rath ist für meine Misfethat. Eigne Melodie. des sen star ke Hand die Welt 1 3. Reichenwald oder J. Gesenius, geb. 1601,+ 1671. Albert. 1642. 2 1. Gott des Himmels und der Er den, Ba- ter, Sohn und beil- ger Geist, ber es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, und was drinnen ist, erhält. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort; nirgends als von dir allein kann ich recht bes wahret seyn. Morgenlieder. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Ehre und mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum! 438. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 347 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, geb. 1604,+ 1668. 1. Vor deinen Thron tret ich hie- mit, o Gott, und dich de- mu- thig bitt; 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht zu deinem Ebenbild; in dir web, leb und schwebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir; des Lebens Nothdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich im Glück und Unglück meint. ach, wend dein gnädig An- ge sicht von mir, dem armen Sünder, nicht! 1 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllengluth, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Baters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 1555. 7. Du bist mein Fürsprech alle seit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig seyn. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sacrament behalt und lieb bis an mein End; 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befchl. 13. Hilf, daß ich sey von Her 348 zen fromm, damit mein ganzes Christenthum aufrichtig und rechtschaffen sey, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Geduld; zünd in mir Glauben an 439, Morgenlieder. mit ihrem Glänzen Eigne Melodie. und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gib. 1. Die güldne Son ne, voll Freud und Wonne, bringt un- sern Grenzen 9 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg, geb. 1604,+1650. ein herz. er- qui- cken des, lieb. li. ches Licht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sey mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. Ebeling. 1666. # 8 Mein Haupt und Glieder die la gen dar nie- der; aber nun steh ich, bin s 3. Lasset uns fingen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sey Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüther; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergött. muu ter und fröh- lich, schau.e den Himmel mit met. nem Gesicht. und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schans de, des Lucifers Bande, Fallen und Zücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchriftliches Rennen nach Gut mit Sünde, daß tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Lüftlein des Todes drein bläst. Alles in Illen muß brechen und fallen; Himmel und Erden die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergib und schone; laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen seyn abegewandt. Sonsten regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit 440. seinem Namen fin- gen Morgenlieder. 349 mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dieß heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste; Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. Lo bet den Herren! S 11. Willst du mich kränken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, bast niemals Keinen zu sehre betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brauſen und Windes Sausen leuchtet der Sonnen erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Gar ten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. 1. fo.bet den Her ren alle, die ihn eh.ren! Laßt uns mit Freuden Crüger. 1653. und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. 2. Der unser Leben, daß er uns 3. Daß unsre Sinnen wir noch gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! brauchen können, und Händ und Füße, Sung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 350 4. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach, laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! Morgenlieder. 5. Gib, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen. Lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo 441. the S Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. Selneder? 1587. 1. Wach auf, mein Herz, und sin.ge dem Ge ber al ler Güter, 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfangen hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats verwehret. wir schwach sind, da gib du uns Kräfte. Lobet den Herren! 7. Nicht unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 8. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig fingen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege; Troß dem, der dich betrüge; schlaf mohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr und Widder sind mein Gebet und Lieder. dem Schöpfer al. Ier Dinge, dem frommen Menschen- hü- ter. 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze sehen und weißest, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sey deine Hütte, dein Wort sey meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 442. fe Morgenlieder. Eigne Melodie. 1. Mor genglanz der Ewig- keit, schick uns die se Morgen zeit und ver- treib durch dei ne Macht 2. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth unsre falten Werke tödte, und erweck uns Herz und Muth bei erstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Laß uns ja daß Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit mög als 443. Im Ton: Nun laßt 1. Auf, auf, ihr meine Lieder, mein Herz, mein Geist und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen. 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht herabgesendet, und mich ohn alle Sorgen erweckt an diesem Morgen. 3. Er ist mein Schutz gewesen, daß ich frisch und genesen an diefem Tag aufstehe, und meine Pflicht angehe. 4. Es hätten tausend Schrecken mich grausam können wecken, wo er nicht selbst gewachet und alles gut gemachet. 5. Mein Leib, Seel und mein 351 1704. Licht vom un- er schöpften Lichte, deine Strahlen zu Ge. sich te S un- fre Nacht. wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher seyn. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh, und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Thränenfeld in daß Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth, geb. 1636, † 1689. uns Gott, dem 2c. Leben sey ferner ihm ergeben; hilf, Herr, auch heut und sende den Beistand deiner Hände, 6. Daß ich, von dir geführet und überall regieret, zu deines Namens Ehre mein ganzes Leben kehre. 7. Behüte mich vor Sünden, und laß mich stets empfinden ein Abscheu vor den Dingen, die deinen Zorn mir bringen. 8. Begnade mich mit Segen auf allen meinen Wegen, beglücke meine Thaten, und laß sie wohl gerathen. 9. Verleihe Kraft und Stärke, daß des Berufes Werke durch deines Geistes Senden ich möge glücklich enden. Morgenlieder. 352 10. Gib, daß mich deine Güte vor Unfall stets behüte, ja daß ich ewig bleibe ein Glied an deinem Leibe. 11. Mein Hoffen und Vertrauen laß nur auf dich hinschauen, daß sich mein Glaube mehre und dich mit Früchten ehre. 12. Laß Freunde und Verwandte, Wohlthäter und Bekannte, und die sich Christen schreiben, von dir bewahret bleiben. 13. Und sollt ich Schmach und Neiden, Kreuz und Verfolgung lei444. den, so hilf mirs kräftig tragen, und laß mich nicht verzagen. 14. Schütz alle hart Geplagten, erfreue die Berjagten, gib Brod und Trost den Armen aus Gnaden und Erbarmen. 15. Erhör auch alle Beter, bes fehr die Uebertreter, sey gnädig mir und Allen nach deinem Wohlgefallen. 16. Insonderheit am Ende nimm mich in deine Hände, und laß mich selig sterben und ewges Leben erben. Johann Lassen, geb. 1636,+ 1692. Mel. Ich armer Mensch 2e. 4. Vergib mir, Vater, alle Sünden, die ich bei Lag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und 1. Mein Gott, nun ist es wie der Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen al le mei- ne Sor- gen auf einmal wieder mit mir auf. Möd. 1820. Die Ruh ist aus, der Schlaf da- hin, 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd und Missethat. O Gott, von dessen Brod ich zehr, wenn ich dir doch auch nüße wär! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, mach alles so, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich todt und lebend seyn. und ich seh wieder, wo ich bin. sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen rathen; denn ich bin selber mir nicht klug. Behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Gaspar Neumann, geb. 1648, † 1715. 445. Morgenlieder. Mel. Hüter, wird die Nacht zc. 1. See le, du mußt mun. ter werden, denn der Er- den was dein schwacher Trieb ver- mag. blickt her vor ein neuer Tag; komm, dem Schö- pfer dieser Strahlen S zu be zahlen, 2. Deine Pflicht die kannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht; so laß auch vor Gott zerrinnen, was den Sinnen hier im Finstern schöne deucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachsthum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 4. So laß dich auch fertig fin den, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücksstürmen wollen schirmen, ist so glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleiben, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 6. Kränkt dich etwas diesen 446, 353 Morgen, laß ihn sorgen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzusehen und auch in die Thäler lacht. 1704. 7. Denk, daß er auf deinen Wes gen ist zugegen, daß er allen Sündenwust, auch die Schmach verborgner Flecken kann entdecken und errathen, was du thust. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterbgewölbes reißt. 9. Drum so seufz ich, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sey, und daß ich mit Luft und Wonne seh die Sonne, wann des Lodes Nacht vorbei. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. Friedr. Rudolph Ludw. Freih. v. Caniş. geb. 1654, † 1699. 1. Gott, du Licht, das e wig blei. bet, das die Finster niß ver- trei bet, $ ich ver las se meine Ruh; Pet. m. Not. · 1555. das ohn al- len Wech- sel ist, der du blei- best, wie du bist; ru fe: wer De Licht! mir zu, 23 354 Morgenlieder. daß ich, der ich Nacht und Er de, 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf; gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich seyn des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 447. fes durch dein Licht ver- kläret wer de. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre seyn; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. Mel. Mein Herzens- Jesu ze. 5. Führ mich einft zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein; laß sie seyn mit dir vereinet, wenn mein letzter Zag erscheinet. Sal. Franck, geb. 1659, † 1725. 1. Er. he be dich, o meine Seel! der Herr er scheint in I. ra. el, 2. Im Licht muß alles rege seyn und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt früh das Vögelein, im Licht will es vollenden; so soll der Mensch in Gottes Licht aufheben billig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. Er he be dich aus deinem Schlaf, H in dem er dich er.leuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den Herren zu erheben; laßt 1668. die Finster niß ver geh.et; sein Licht am Himmel steh. et. daß er was Gutes in dir schaff, uns, indem wir auferstehn, beweisen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stunde müßig seyn; Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du treuster Hort, daß wir uns nicht bes 355 fürchten vor dem Born, nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sey in mir ein Licht der Kraft und 5. Du zeigst, was zu verrichten Stärke; es sey die Demuth meine sey auf unsern Glaubens- Wegen; Zier, die Lieb das Werk der Werke. so hilf uns nun und steh uns bei, verleihe deinen Segen, daß das Geschäft von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. Die Weisheit steht auf diesem Grund und öffnet beides Herz und Mund, dieweil die Seel erleuchtet. Morgenlieder. trügen; gib, daß wir greifen an das Werk, gib Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach uns bereit zu dem, was dir gefällig, daß ich recht brauch der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn und die sich 448. be=] f Mel. Nun sich der Tag zc. 1. Nun sich die Nacht ge en det hat, $ 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die goldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmann, † 1713. 2. So wachet auch, ihr Sinnen, wacht, legt euren Schlaf beiseit, zum Lobe Gottes seyd bedacht; denn es ist Dankenszeit. wacht al. les, was am Abend spat zu seiner Ruh ge $ 3. Und du, des Leibes edler Gast, du theure Seele du, die du so sanft geruhet hast, dank Gott für seine Ruh. 4. Wie soll ich dir, du Seelenlicht, zur Gnüge dankbar seyn? Mein Leib und Seel ist dir vere pflicht, und ich bin ewig dein. 5. Dir geb ich, Jesu, diese Gab zu einem Unterpfand, dieweil ich fie empfangen hab von deiner Liebeshand. 1698. die Fin- ster- niß zer- theilt, eilt. 6. Und diese deine Liebeshand hat heut bei mir gewacht, und allen Schaden abgewandt in dieser finstern Nacht. 7. In deinen Armen schlief ich ein; drum konnte Satan nicht mit seiner List mir schädlich seyn, die er auf mich gericht. 8. Vor Wasser- und vor Feuersnoth hat mich, Herr, deine Güt, vor einem bösen schnellen Tod heut diese Nacht behüt. 9. Hab Dank, o Jesu, habe Dank für deine Lieb und Treu, hilf, daß ich dir mein Leben lang von Herzen dankbar sey. 23* 356 10. Gedenke, Herr, auch heut an mich an diesem ganzen Tag, und wende von mir gnädiglich Noth, Jammer, Angst und Plag. 11. Erhör, o Jesu, meine Bitt, nimm meine Seufzer an, und laß all meine Tritt und Schritt heut gehn auf rechter Bahn. 12. Ach laß, o Jesu, keine Sünd mich diesen Tag begehn; sonst möcht ich armes Sündenkind nicht wohl bei dir bestehn. 13. Wend meine Augen gnädig ab von dieser Eitelkeit, damit bis 449. Morgenlieder. das wat te Gott! an mein kühles Grab ich alles Böse meid. 14. Gib deinen Segen diesen Tag zu meinem Werk und That, damit ich selig sagen mag: wohl dem, der Jesum hat! Mel. Erschienen ist der zc. 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 15. Wohl dem, der Jesum bei fich führt, schließt ihn ins Herz hinein: so ist sein ganzes Thun geziert, und er kann selig seyn. 16. Nun dann so fang ich meine Werk in Jesu Namen an; er geb mir- seines Geistes Stärk, daß ich sie enden kann. Joh. Friedr. Möchel, geb. 1661,+1729. 1. Das wal- te Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an; 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts; drum sprech ich auch nun gutes Muths: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar seyn dafür; auf sein Wort werf ich aus mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dieß mein erstes Wort: Hermann. 1560. mein Neß und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte sammt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüßlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! Ist doch mein Werk mit Morgenlieder. Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dieß auch meine Losung sey: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth und gibt mir auch mein täglich Brod; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes 450. fre Mel. O Gott, du frommer 20. 1. Je. su, süßes Licht, nun hat dein Gnaden- glanz nun ist, was an mir ist, 357 Gunst, nichts hilft Verstand, Wit oder Kunst; mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: daß walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: daß walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl gerathen muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Johann Betichius, um 1700. und hat nun in Begier 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag, das soll mein Opfer seyn, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, fie sey dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da haft du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sey denn auch mein Leib 1710. nun ist die Nacht ver- gangen; aufs Reue mich um- fan- gen; vom Schla fe auf geweckt, 1 zu dir sich aus gestreckt. zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach, allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Secl und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seelen seyn dein Bildniß eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keusch 358 heit und Geduld, durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Laß mir dich diesen Tag stets vor den Augen schweben; laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes 451. Morgenlieder. be Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. Eigne Melodie. niß ist über- wun- den, 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. Joachim Lange, geb. 1670, † 1744. заби. 1852. 1. Gott Lob! Nun ist die Nacht verschwunden, hatten, 2. Wach auf, wach auf, mein Geist, und finge dem Vater aller Geister, bringe Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht; erkenne feine Huld und Treue, die alle Morgen sich aufs Neue ausbreitet und dich stets bewacht. 3. O daß doch mit der äußern Erden mein Innerstes auch licht mög werden! O daß mein Herz ein Himmel wär, ein Firmament, daran die Sonne, mein Jesus, meines Geistes Wonne, möcht scheinen zu des Schöpfers Ehr! das Erd- reich, so die dunklen Schatten das Licht des Himmels tri um. phirt; die Fin- stermit ihrer Macht umgeben der güld- nen Son ne Klar beit ziert. " 4. O daß der finstern Nacht Geschäfte durch dieser Sonnen neue Kräfte zerstreuet würden, und mein Sinn zu ihrem Licht sich stets erhübe! O daß ihr Einfluß starker Tricbe mich führte zu ihr selber hin! 5. Dieß ist mein Wunsch und mein Begehren; du, Vater, wollst mich des gewähren, sprich Amen selbst und Sa dazu; so werd ich auch nach diesen Tagen und überstandnem Leid und Plagen genießen dort des Lichtes Ruh. Joh. Anast. Freylinghausen. geb. 1670, † 1739. 452. Morgenlieder. Mel. Gott des Himmels und 2c. denn du willst für al le Treu 2. Segne heute mich von Neuem, weil du segnen kannst und mußt; denn mit Wohlthun zu erfreuen, das ist deine Herzenslust, und du machst die milde Hand täglich aller Welt bekannt. 1. Höchster Gott, durch dei- nen Se- gen konnt ich fröhlich und gesund die se Nacht zu rü de legen; da, für preist dich Herz und Mund; S 3. Segne mich mit deinem Geiste, daß er heut mit seiner Kraft meinem Glauben Beistand leiste, daß er gute Werke schafft, und dem Bösen insgemein mag ein wackrer Gegner seyn. 4. Segne mich mit Christi Blute bei verübter Missethat, weil er das auch mir zu Gute mildiglich vergossen hat. Gläubig halte ich daran, daß mich nichts verdammen fann. 5. Segne mich mit deinem Worte, schreib es in mein Herz herein, daß es mag an jedem Orte meines Wan453. 359 nichts, als daß man dank bar sey. dels Richtschnur seyn. Leuchtet mir dieß Lebenslicht, o so fehl und fall ich nicht. Eigne Melodie. Albert. 1642. 6. Segne mich in meinem Stande, zeuch mein Herz mit Klugheit an, daß ich solchen ohne Schande und mit Ehren führen kann. Gib dazu mein täglich Brod und was irgend sonst mir noth. 7. Segne mich in Kreuz und Leiden mit Vertrauen und Geduld; segne mich in Glück und Freuden mit dem Reichthum deiner Huld, daß ich dir im Kreuz getreu und im Glück voll Demuth sey. 8. Dann will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis und Dank dir zu deinen Füßen legen und es thun mein Leben lang, bis ich mit den Engeln dort vor dir jauchze fort und fort. Erdm. Neumeister, geb. 1671, † 1756. 1. Hü. ter, wird die Nacht der Sün- den 1 bald zerrin nen, dar ein ich ver wi felt bin? S 1704. nicht verschwin- den? Hü- ter, ist die Nacht schier hin? Wird die Fin ster- niß der Sin- nen s Morgenlieder. 360 2. Möcht ich, wie das Rund der Erden, lichte werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen so sich quälen, zünd ein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken; Jesus muß die Sonne seyn. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine seyn. 9. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. 454. fe 1. Die Nacht nunmehr ver- gan- gen ist, wir dan ken dir, Herr Jesu Christ, Mel. Herr Jesu Christ, dich zu zc. 1651. daß du uns frei von al.ler Plag ge sund läßt sehen die sen Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Jammerthal, beschirm uns täglich und auch heut, bewahr und ferner allezeit. verleih; gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr.. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gib ein selig Ende hier, daß wir dort ewig seyn bei dir. 6. Jesu Christ, erbarme dich, hör unser Bitten gnädiglich; durch dein Verdienst, durch deinen Lod erlöse uns aus aller Noth. 3. Darneben gib uns Fried und Ruh, und was uns nöthig ist dazu, durch deine starke Gnadenhandbeschütze uns und unser Land. 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets 455. Morgenlieder. Mel. Ich dank dir schon ze. M. Pratorius? 1610. 1. Je su, meines Le- bens Licht, 1 mein Gei- stes- aug zu dir sich richt, 2. Du hast, da ich nicht sorgen konnt, mich vor Gefahr bedecket, und auch vor Andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs Neu, es sey auch dir verschrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. 4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl; im Geiste dich verkläre, dein Werkzeug nur sey meine Seel, den Leib bewahr und nähre. 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinnen und Gedanken; bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sey mir nah, steh immer mir zur Seiten, 361 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. nun ist die Nacht ver- gangen; dein An- blick zu empfangen. und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sey du alleine meine Lust, mein Schaß, mein Trost und Leben; kein andres Theil sey mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. Beig mir in jedem Augenblick, wie ich dir soll gefallen; zich mich vom Bösen stets zurück, regiere mich in allem. 456. Im obigen 1. Mein erst Gefühl sey Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 9. Gib, daß ich meinen Wandel führ im Geist, in deinem Lichte und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach, halt mich fest mit deiner Hand, daß ich nicht fall noch weiche; zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. Ton. 4. Gelobet seyst du, Gott der Macht, gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sey mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 362 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue, 8. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe, 9. Daß ich, dem Nächsten bei457. Tischlieder. # von we gen seiner Gaben, 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödtliche Wunden sind kommen von den Sünden. 458. B Tischlieder. Eigne Melodie. zustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue, 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. 1. Mun laßt uns Gott, dem Her- ren, dank sa gen und ihn eh ren 1 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen UnChristian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Selnecker? 1587. die wir empfangen haben. fall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, uns Große mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen! Ludw. Helmbold, geb. 1532,+ 1598. Mel. Wann wir in höchsten 2c. 1555. 1. Bescher uns, Herr, das täglich Brod; vor Theurung und vorhungersnoth Tischlieder. be- hüt uns durch dein lie- ben Sohn, Gott Ba- ter in dem höchsten Thron. 6. Unser lieber Vater du bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nik. Hermann, † 1561. 2. Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Naben Stimm, drum unfre Bitt, Herr, auch vernimm; denn aller Ding du Schöpfer bist, und allem Thier sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Theurung, Seuchen, Krieg und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 460. 363 459. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr beschern, er woll uns speisen mit seinem Wort, daß wir fatt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Noth; du bist das rechte Lebensbrod. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. Altkirchlich? 1543. 1. Herr Gott, Va- ter im Himmel- reich, wir, deine Kin- der all- zu- gleich, Mel. Schmücke dich, o liebe zc. E bit ten dich jetzt aus Herzensgrund, speis uns alle zu dieser Stund. 2. Thu auf dein reiche, milde Hand, behüt uns, Herr, vor Sünd und Schand und gib uns Fried und Einigkeit, bewahr uns auch vor theurer Zeit, 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsres Herren Christi Nam'n. Wer das begehrt, der spreche: Am'n! Um 1589. 461. Crüger. 1649. Speis uns, Va- ter, dei ne Kinder, tröste die be. trübten Sünder, sprich den Se- gen zu den Ga- ben, welche wir jezt vor uns haben, 364 Abendlieder. daß sie uns zu diesem Le ben Stär. ke, Kraft und Nahrung ge- ben, bis wir end- lich mit den Frommen zu der Himmelsmahlzeit kommen. Joh. Heermann, gcb. 1585,+ 1647. 462. Abendlieder. Mel. Christum wir sollen 2c. 1. fel ges Licht, Drei- fal- tig- keit, du hoch ge lob- te Ei- nig- keit, die Sonne weicht mit ihrem Schein, geuß dein Licht in das Herz hin- ein. 2. Des Morgens, Herr, dich Thron, und Jesus Christ, sein einrühmen wir, am Abend beten wir ger Sohn, mit sammt dem werthen zu dir, und preisen deine Herrlich- heilgen Geist sey nun und immerkeit von nun an bis in Ewigkeit. dar gepreist. 3. Gott Vater in dem höchsten 463. 1. Christe, du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. Im vorigen Ton. Altkirchlich. 1524 2. Ach, lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind, und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher seyn. 3. Obschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker seyn; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seelen tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein heiligs Blut; das war des ewgen Vaters Rath, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl deim Engel, daß er komm, und uns bewach, dein Eigenthum; gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Rub. Abendlieder. 7. Se schlafen wir im Namen seyn. Du heilige Dreifaltigkeit, dein, dieweil die Engel bei uns wir loben dich in Ewigkeit. 464. Eigne Melodie. 1. Die Nacht ist kom- men, drin wir ruh en sollen, Gott walts zu Frommen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sey selbst unser Schutzherr! Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! Erasmus Alberus,+ 1553. Nach: Christe qui lux es et d'es. 1566. nach seim Wohl- ge- fal- len, daß wir uns le gen in seim G'leit und Se- gen, 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken, laß uns mit Züchten unser Thun und Dichten zu deim Preis richten. 465. 365 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten, pfleg auch der Kinder, sey selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder. Mel. Erhalt uns, Serr, bei 2c. 3. Womit wir han erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset, frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns. Amen! Böhmische Brüder. Altkirchlich? 1543. 1. Hin- un- ter ist der Sonnenschein, die finstre Nacht bricht stark hersein; leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Fin- stern tappen nicht. 2. Dir sey Dank, daß du uns rechn es unsrer Seel nicht zu, laß den Tag vor Schaden, Fahr und uns schlafen mit Fried und Ruh. mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnoth behüt uns heut, o licber Gott!! Nit. Hermann, † 1561. 366 466. Abendlieder. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 1. Je. su, treu- ster Heiland mein, ich geh in mein Schlaffämmerlein; 1544. ich will mich legen in die Rub, schleuß du die Thür selbst nach mir zu. 2. Verzeih mein Sünd aus Gna- vor allem Uebel und Gefahr mich den mir, schädliche Träum treib all und all fromm Christen bewahr. von hier, breit über mich dein Flügel aus, so stehn die Engel um das Haus. 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich, treib alles Unglück hinter sich; laß mich zu deinem Lob aufstehn und fröhlich an mein Arbeit gehn. 3. Behüt vor Feur und Wassersnoth, vor einem bösen schnellen Tod; 467. 243 1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du un ser Er. löser bist, Mel. D Jesu Christ, meins zc. 1630. uns b'hü- tet hast vor al- ler G'fahr durch deiner lie ben En- gel Schaar. 2. Wir gehn nun, Herr, zu wir ein, hilf uns, dein armen Kinunsrer Ruh, o rechn es unsrer Seel delein. nicht zu, was wir leider! gesündigt han, vergib uns alls, o Gottes Sohn! 5. Es g'scheh, wie's kann, wir find ja dein, erworb'n durch dein fünf Wunden rein; dir leben wir, dir sterben wir, dein Kindlein sind wir für und für. 3. Laß dein Engel stets bei uns seyn, die uns allzeit bewahren fein, daß der Teufel hab keine Macht an uns weder zu Tag noch Nacht. 4. Vor Feuer, Seeln- und Leibesnoth behüt uns, lieber Herre Gott; in deinem Namen schlaf'n 468. Eigne Melodie. 6. Amen, Amen! zu guter Nacht, der Engel Gottes uns bewacht; Gott Lob und Dank in Ewigkeit, wir gehn zur Ruh ohn alles Leid. Nit. Selnecker, geb. 1532, † 1592. 1555. 1. Die Sonn hat sich mit ih- remGlanz ge- wen- det und, was sie soll, auf die sen Tag vol.len- det; Abendlieder. die dunkle Nacht dringt al- lent- hal. ben zu, bringt Mensch und Thier und al le Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich heut vor aller Noth und Plage durch deine Hand und hochberühmte Macht hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Ewigkeit bei dir verloschen seyn. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 469. 367 5. Vergönne, daß der lieben Engel Schaaren mich vor der Macht der Finsterniß bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sey. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabs verstecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nchmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann, geb. 1588, † 1632. Ebeling. 1666. Eigne Melodie. 1. Der Tag mit seinem Lich te fleucht hin und wird zu nich. te; die Nacht kommt an ge gangen, mit Ruh. e zu um fan gen $ den mat ten Er den freis. Der Tag der ist ge en det; S mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen S zum Wachen und zum Schla- fen, will sin gen deinen Preis. 6 Abendlieder. 368 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter, erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augenblick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüthe und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. Gleichwie des Hirten Freude, ein Schäflein an der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergößet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen; ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Baterherz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Gifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 470. 5. Erhöre, Herr, mein Beten, und laß mein Ulebertreten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß dagegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlieder, will ruhen ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg bier oder stehe, ich siß auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich beginn und mache, ich schlaf ein oder wache, wohn ich als wie im Schlosse in deinem Arm und Schoße, bin selig hier und dort. Baul Gerbardt, geb. 1606, † 1676. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. auf, auf! ihr sollt be gin- nen, 2. Wo bist du, Sonne, blieben? die Nacht hat dich vertrieben, Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine 1. Nun ruh. en al le Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Fel.der, es schläft die ganze Welt. ibr 1598. a. ber, mei. ne Sinnen. S 3 was eu rem Schöpfer wohl ge fällt. Wonne gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen; die güldnen Sternlein prangen am Abendlieder. blauen Himmelssaal; so, so werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal., 4. Der Leib der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, daß Bild der Sterblichkeit; die zich ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht, geht und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch 471. 369 wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. als er mich den ganzen Tag 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie verschlossen, we bleibt dann Leib und Seel? Nimm fie zu deinen Gnaden, sey gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. durch sein gna- den- reiches Wal- ten 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Wert gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. Pet. m. Not. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dieß Kind soll unverleget seyn. Eigne Melodie. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schaar. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 12 s 1. Wer de munter, mein Ge- mů- the, daß ihr prei- set Gottes Güte, Schop. 1642. und ihr Sinne, geht her- für, welch er hat ge- than an mir, vor so man- cher schweren Plag bat beschütet und er bal- ten. 3. Keine Klugheit kann verstehen deine Güt und Wunderthat; ja kein Menschenkind kann sehen, was dein Hand erwiesen hat; deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; Herr, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 24 Abendlieder. 370 4. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missethat, die mein armes Herz beladen und so sehr vergiftet hat; treibe Satans List und Tück, Gutt, durch deine Macht zurück. Du alleine kannst mich retten, strafe nicht mein Uebertreten. 5. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen mein Vergehn durch seine Pein. Ich verläugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 6. du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkelt schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 472. ach Gott ins Himmels Throne, 7. Laß mich diese Nacht empfin= den eine sanft und süße Ruh, alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen seind in deinen Schuß geschlossen. Eigne Melodie. auf daß ich sicher woh 2. Ich ruf zu dir, Herr Jefu Christ, der du allein mein Helfer bist, laß kein Leid widerfahren, durch deinen Schutz vors Teufels Truß dein Engel uns bewahren. 8. Ach, bewahre mich vor Schre den, schütze mich vor Ueberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall, wend ab Feur- und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. S 9. du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Sesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rath; und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, das soll geschehen. Joh. Rift, geb. 1607, † 1667. 1. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh und thu in Fried mein Augen zu; 1594. über uns wach bei Tag und Nacht, ne. 3. Befiehl du deinen Engelein, daß sie stets um und bei uns seyn, all Uebel von uns wende. Gott heilger Geist, dein Hülf uns leist an unserm letzten Ende. 473. Abendlieder. Mel. Herr Jesu Chrift, meins ze. N daß ich den A. bend hab er- lebt, 2. Ach, Herr, sey gnädig, hab Geduld, vergib mir alle Sündenschuld; dein heilger Engel mich bewahr vor aller Angst, Noth und Gefahr. 474. 1. Gott Lob! Der Tag ist nun da- hin, drum ich, mein Gott, dir dankbar bin, $ Mel. Werde munter, mein 2c. 371 in der tiefen See ver- de- det2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, ach geh und fall ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 1676. und deine Gnad ob mir auch schwebt. 3. Laß mich auch mit der Morgenstund aufwachen fröhlich und gesund, daß ich, Herr, deine Ehr ausbreit und dich dort lob in Ewigkeit. 3. Sprich: Herr, dir ist unverbohlen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen, ja ich habe nicht bedacht des Berufes schmalen Steg, deinen vorgeschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. 1. Unsre mü den Augen lie der schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Lei- bes mat- te Glie der grü- ßen schon die A. bend- ruh; Schop. 1642. denn die dunk- le, fin- stre Nacht bat des hellen Tages Pracht und die Ster- ne auf. ge- ste- cket. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht verdienten Lohn; laß mich deine Hut umfangen, sich an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an! Dieser hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 24* 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröth angehet, und man von der Ruh aufstehet. 372 6. Vater droben in der Höhe, dein Nam sey bei uns stets werth; dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brod werd uns be475. f Abendlieder. Eigne Melodie. 1. Der lie- ben Sonne Licht und Pracht die Welt hat sich zur Ruh gemacht; tritt an die Him- mels- thür schert, und vergib uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. Johann Franck, geb. 1618, † 1677. laß deine Augen, Herz und Sinn 2. Ihr hellen Sterne, leuchtet wohl und gebet eure Strahlen; ihr macht die Nacht des Lichtes voll: doch noch zu tausendmalen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelsterz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schuß, mein Schatz, mein Gigenthum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Thieren; doch Giner ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug auf mich gericht; drum soll mein Herz auch wachend seyn, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dieß arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an; es ist doch herzlich gut gemeint, o Jefu, meiner Seelen Freund! 5. Mit dir will ich zu Bette 1723. bat nun den Tag voll- füh- ret; thu, Seel, was dir gebüh- ret: und bring ein Lied her für; auf Je sum seyn ge- rich- tet hin. gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein Schußherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, auch selbsten nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. Ihr Höllengeister, packet euch, hier habt ihr nichts zu schaffen; dieß Haus gehört in Jesu Reich, laßt es nur sicher schlafen. Der Engel starke Wacht hat es in guter Acht, ihr Heer und Lager hälts im Schuß; drum sey auch allen Teufeln Truß! 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen Armen; dein Aufsicht soll die Decke seyn, mein Bette dein Erbarmen; mein Schirm sey deine Brust, mein Traum die süße Lust, die aus dem Wort des Lebens fleußt und dein Geist in mein Herz ergeußt. 8. So oft die Nacht mein Ade Abendlieder. schlägt, soll dich mein Geist unfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dieß seyn mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen überall: o Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 9. Nun, matter Leib, gib dich 476. Eigne Melodie. 373 zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dieß mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, Jesu, Jesu, gute Nacht! Christian Scriver, geb. 1629, † 1693. 1. Nun sich der Tag ge en det hat, und keine Sonn mehr scheint, 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. schläft alles, was sich ab. ge. matt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfft noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 4. 3war fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den seß ich dir zum Bürgen ein, wenn ich soll vors Gericht; ich kann ja nicht verloren seyn in solcher Zuversicht. 477. 1698. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig seyn? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euern Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die lette seyn in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur außerwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starter Sebaoth! Im Tod und Leben hilfft du mir aus aller Angst und Noth. Johann Friedrich Herzog, geb. 1647, 1699. Mel. Werde munter, mein 2c. Schop. 1642. 1. Herr, es ist von meinem Leben wie der um ein Tag da hin; leh- re mich nun Achtung ge- ben, ob ich fromm gewesen bin; 374 Abendlieder. zei ge mir auch sel. ber an, und hilf jetzt in allen Sachen 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen fünftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, daß der Schlaf nicht sündlich sey; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus, und bewahre du das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 478. guten Fei- er. a bend machen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rath und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. so ich was nicht recht ge. than, 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. in meine Seel zum Le. ben. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird seyn, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Casp. Neumaun, geb. 1648, † 1715. 1668. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 1. Gott Lob! ein Schritt zur Ewig feit zu dir im Fort- gang dieser Zeit o Quell, daraus mein Leben fleußt, ist aber mals vol- len- det; mein Herz sich sehn- lich wen- det, und al- le Gna, de sich er- geußt Abendlieder. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. O daß du selber kämest bald, ich zähl die Augenblicke; ach, komm, eh mir das Herz erkalt und sich zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlichkeit! Schau, deine Braut hat sich bereit; die Lampen sind geschmücket. 4. Doch sey dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 375 6. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 5. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor Jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o theurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir das Erbe schenken. 479. 7. Wenn auch die Hände lässig sind, und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 8. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sey nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 9. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Francke, geb. 1663, † 1727. St. Saffe? 1641. , Mel. D Traurigkeit zc. 1. Der Tag ist hin, mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Ta- ge, frei von al ler Pla ge. gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsterniß zu minder uns völlig ma- chen wird 2. Die Nacht ist da, sey du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen; treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht uns jeßt 6 376 dern; ach, daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer zu Gottes Ghr am tiefen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt und vor bewegt, ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 7. Gin Jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. Abendlieder. 8. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? wann der Tag anbrechen wird, dem tein Tag zu gleichen. 480. 1. hir te deiner Schafe, dei- ne Wun- der- gü te 9. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. Met. Jesu, meine Freude zc. um und um be wahren. S 10. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Loben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sey mein Ruhekissen, drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 11. Halleluja! o wär ich da, da Abwechselung Heilig, Heilig! finget. alles lieblich klinget, da man ohn der von keinem Schlafe war mein Schild undHü- te 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüber sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Baterarmen ohne Sorgen 12. O Jesu du, mein Hülf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. Crüger. 1656. sey die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von dei- nen Schaa- ren et- was wissen mag, den vergangnen Tag: ein. Du bei mir, und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns seyn. Sey du Schloß und Niegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein! Deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? wie bald roth, bald todt? Drum hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider dich; hab ich Jesum nur gefunden, sterb ich alle Stunden. 481. fe Abendlieder. 魚$ 4 Mel. Die Sonn hat sich mit 2c. 377 6. Nun wohlan, ich thue in getroster Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in Acht, und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter forgen. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 1. Der Abend kommt, die Sonne sich ver.de det, 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder; das Vöglein fleugt zu seinem Neste wieder; die Schäflein ziehn in ihre Hürden ein; laß mich zu dir, mein Gott, gefehret seyn! 3. Ach, sammle selbst Begierden und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplatz und Heimath, thu dich auf, daß ich in dir beschließe meinen Lauf. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; ich bins nicht werth, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sey! Ruh und Stil- le stre- cket. D meine Seel, mert auf, wo blei best du? In Gottes Schoß, sonst nirgends hast du Ruh. 5. Vergib es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dieß und das verwirret! Es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; 1555. und al- les fich zur nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tagwerk hat vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; mein Geist vor dir, o Majestät, fich beuget. Ins Heiligthum, ins Dunkel kehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille seyn. 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket; mein Wille sich in dich gelassen senket. Begierden, schweigt! Vernunft und Sinnen, still! mein müder Geist im Herrn jetzt ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; laß nicht den Geist 378 zerstreut in Unruh schweben! Mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein, in dir, mit dir kann ich vergnüget seyn. 10. Im Finstern sey des Gei482. Abendlieder stes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbathsruh. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. 1598. Mel. O Welt, ich muß dich 2c. 1. Nun fich der Tag ge endet, und dan tet in. nig, lich; mein Herz zu dir sich wen- det dein hol. des An- ge sich te " S zim Se gen auf mich richte, 2. Ich schließe mich aufs Neue in deine Batertreue und Schuß und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Naheseyn. 3. Daß du mich herzlich liebest, daß du mich stets umgibest und rufft zu dir hinein, daß du ver- ser Zeit. 483. fe! 1. Mein Auge wacht jetzt in der stillen Nacht; nun ist mein Herz be. er leuchte und entzünde mich. gnügst alleine so wesentlich und reine, laß allezeit mir heilig seyn. 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sey ein Wandern zur großen Ewigkeit. Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich ge-, wöhne! mein Heim ist nicht in dieEigne Melodie. 1731? dacht, dich, Gott, zu Io. ben. Nch, schen- ke mir Kraft, zu lobsingen dir mit deinen Heil- gen hier und de nen dro- ben. 2. Die stille Zeit sey, Jesu, dir 3. Wie preis ich dich, mein Jesu, geweiht; laß nichts die Einsamkeit daß du mich aus Gnaden kräftigvor dir entweihen. Schleuß selber lich zu dir gezogen! Ach hätte doch du mein Herz vor allem zu, damit mit größrer Treue noch sich deinem es sich in Ruh mög in dir freuen. sanften Joch mein Herz gebogen. 4. Gott voll Huld, du trägst mich mit Geduld, vergabst so oft die Schuld, als ich dich flehte; und dann sprachst du mir wieder freund lich zu und schenktest süße Ruh mir im Gebete. Abendlieder. 5. Herr, ich bin dein und will es ewig seyn; ach, zeuch mich ganz hinein, daß ich nicht wanke. Wann kommt die Zeit, daß ich dir ganz geweiht, zum heilgen Schmuck bereit, als Sieger danke? 6. Doch deine Gnad, die angefangen hat, wird auch nach deinem Rath das Werk vollenden. Ich trau es dir; ach, stärk den Glauben mir; ich laß mich für und für nur deinen Händen. 484. 1. Für al le Gü. . Mel. Mit meinem Gott geh ich zc. Ihr bin ich zu gerin ge. A 379 7. Mein einzges Gut, in dem mein Sehnen ruht, du machst mich wohlgemuth in deiner Liebe; o hauche dann den Funken stärker an, daß ich dich lieben kann mit mächtgem Triebe. den ich dir kind.lich sin. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret, haft väterlich mein Haus und mich beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe, 8. Beim Sturm der Welt sey Anker, der mich hält, und birg mich in dein Zelt, wenn alles zaget; in Noth und Pein nimm mich, o Liebe, ein, so harr ich findlich dein, bis daß es taget. 11 9. Preis, Lob und Ehr sey dir je mehr und mehr, Jehova, hoch und hehr, in Jesu Namen, im Staube hie oft unter Streit und Müh, und einst in Harmonie der Engel. Amen! Gerh. Tersteegen, geb. 1697, † 1769. te fey ge- preist, Gott, Bater, Sohn und heil- ger Geist! 1594. Ver- nimm den Dank, den Lobge- sang. ge. was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sey auch nach deiner Lieb und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Sebaoth, so laß mich Gnade finden. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. 380 485. Abendlieder. 486. Mel. D Welt, ich muß dich zc. 1. Herr, der du mir das Leben dich bet ich kind- lich an. der Treu, e, die ich singe, 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Nuh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, 1598. bis diesen Tag ge- ge- ben, daß ich die Zeit hab ü. ber- lebt, 2. Gott Lob für seine Güt und Treu, die mir ist alle Morgen neu, der mir beisteht durch seine Kraft, der mir Trost, Rath und Hülfe schafft. 3. Was ich versehn, vergib, mein Gott, durch deines Sohns Kreuz, Ich bin viel zu geringe und die du heut an mir ge- than. und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 3 um Wochenschluß. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ze. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sey gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Altkirchlich? 1543. 1. Gott Lob! die Woch ist auch da- hin; drum ich dir bil- lig dankbar bin, und dei- ne Gnad noch ob mir schwebt. Hohn und Spott; gib ferner Segen, Fried und Freud und endlich deine Seligkeit. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1684. 487. Abendlieder. Mel. Wer nur den lieben 2c. daß er sich weiter hin ergießt 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 381 1. So ist die Woche nun ge- schlossen, doch, treuer Gott, dein Her- ze nicht; wie sich dein Se- gensquell er gos- sen, so bin ich noch der Zu- ver- sicht, 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gibst du auch die Kraft, zu tragen; zudem es ist voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich dir dafür. 4. Nur Eines bitt ich über alles; ach, du versagst mir solches nicht: gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat, 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen; du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder haft versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll, als ein Gerechter, leben soll. Neumark. 1657. und un auf hörlich auf mich fließt. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, und so will ich den Wochenschluß vergnügt und froh zu rückelegen, da mich der Trost erheben muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig scyn. 7. Doch da mein Leben zuge nommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen, und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde haft bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs Neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja! da theilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im Voraus preifen, was du mir fünftge Woche gibst; du wirst es in der That beweisen, daß du mich je und immer liebst, und leitest mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeiſter, geb. 1671, † 1756. 382 488. Abendlieder. Sonntagsabendlied. Mel. Nun sich der Tag geendet hat zc. 1. Mun bricht die fin- stre Nacht herein, 2. Gott, du großer Herr der Welt, den Niemand sehen kann, du sichst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an. jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, re. de vor mit Gott. 7. Erhalte ferner noch dein Wort, und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Nuh; o Vater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sey. 9. Gib Allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beßre den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Woferne dir mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum bätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig seyn. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn; denn ich bin Fleisch und Blut, und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, sich meine Schuld nicht an, und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein, und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam seyn. 489. Mel. D Welt, ich muß dich lassen 2c. 1. Der Sab- bath ist ver- gan- gen, 1698. des La ges Glanz ist todt; 1 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig seyn. Casp. Neumann, geb. 1648, † 1715. 1598. nach Her- zenswunsch er. füllt; mit Lebens- brod ge- spei- set ich habe mein Ver- lan- gen Gott hat mich un- ter- wei- set, und meiner See. le Durst ge stillt. Haus- und Chestand. 383 2. Gott ruht durchs Wort im chen und eine Sonne machen auch Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 3. D du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angefichte nimmt alle Finsterniß dahin. 4. Du wirst schon bei mir wa5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; es träumt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. 490. Haus- und Ehestand. Mel. Wo Gott zum Haus 2c. 1. Wohl dem, der in Gotts Furchte steht, und auch auf seinem Wege geht; dein eigen hard dich nähren soll, jo lebst du recht und geht dir wohl. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, für Gott in Gnaden angenehm. 2. Dein Weib wird in deim Hause seyn, wie eine R.. voll Trauben fein, und dein Kinder um deinen Tisch, wie Delpflanzen, gesund und frisch. 3. Sich, so reich Segen hängt dem an, wo in Gotts Furchte lebt ein Mann; von ihm läßt der alt Fluch und Born, den Menschenkindern angeborn. 491. 1535. dein und mit Güte stets bei dir 5. Fristen wird er das Leben seyn, daß du sehen wirst Kindeskind, und daß Israel Friede findt. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1. Wie schön ists doch, Herr Jesu Chrift, Wie steigt und neigt sich deine Gab 1599. im Stan.de, und al= les 384 da dein Se- gen ist, Gut so mild her ab Haus- und Ehestand. wa n sich an dich fleißig hal ten 1 4. Seyd gutes Muths! wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der 492. fele im Stande heil ger Ch. e! aus deiner heil gen Höh. e, die im Dr. den eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unverrückt Seisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue; kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Aesten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt, und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben; wohl dir, o Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenkrone; Gott denkt dein auf seinem Throne. fan ge es beste Freund und Rather; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weißlich lenken. S 5. 3war bleibts nicht aus, es kömmt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet fließen. Jedennoch wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Leide, meide nur ein wenig; unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. Mel. Werde munter, mein 2c. # 1. Wer den Eh- stand will er wäh.len, ohne Sør- ge, Gram und Quä- len Jung und Al ten, 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gib Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, in Aengsten Trost und Freude; des sollt du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Wil len zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Schop. 1642. mit Be ten an; 9. daß er ihn bei guter Ruh, mö.ge glück- lich bringen zu, ſo ist es recht wohl ge.than, Haus- und Ehestand. und Gott wird es also fügen, 2. Dann ist es wohl angefangen, wenn Gebet und reifer Rath beiderseits vorhergegangen; da verspürt man in der That, daß Gott selbst das Liebesband knitpfet und aus seiner Hand Segen und ein friedlich Leben will dem neuen Paare geben. 493. e 1. Wäht einem Haus wo Jesus Christ allein das All in Allem ist! E Ja, wenn er nicht darinnen war, wie fin- fter wäre, wie arm und leer! Hand ein Jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind auf Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. 3. Wohl, wenn ein solchesHaus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! Mel. Wo Gott zum Haus 2c. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! Pet. m. Not. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer 385 daß es bei de kann ver gnü gen. 3. Dieser Friede, dieser Segen bringet Ehre, Gut und Freud; wo man bleibt auf Gottes Wegen, gibt er auch die Seligkeit. Glücklich geht die Heirath an, wenns heißt: das hat Gott gethan! Gott der hat es so gefüget, daß zwei Herzen sind vergnüget. Joh. Dlearius, geb. 1611, 1681. 1535. 7. Wohlsolchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Haufe diesen Bund; wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn! Christerb Garl Ludwig von Pfeil, geb. 1712, 1784. 25 386 494. Haus- und Chestand. Mel. Schwing dich auf zc. 1. Fang dein Wert mit Je su an, Je sum ruf zum Bei- stand an, 1 Steh mit Je su Mor- gens auf, · führ mit Je su deinen Lauf, 2. Morgens soll der Anfang seyn, Sesum anzubeten, daß er woll dein Helfer seyn stets in deinen Nöthen. Morgens, Abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans Lift und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüthen; er wird dich vor ihrer List schüßen und behüten. Seß nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände, und glaub ficher, daß allein er dein Un495. Ei. ne ganze Le bens zeit Se gen nur dar. ein, tlet ne, Je sus hats in Hån den; Je sus wirds wohl en den. · mach aus Al. Ien; Mel. Wie schön leuchtet zc. geh mit Je su schla. fen; . las se Je sum schaffen. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, o so hat es keine Noth, wirst den 3weck erlangen. Es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben; endlich wird dir Gott dein Theil auch im Himmel geben. 1. 9th und mein Haus, wir sind bereit, Du sollst der Herr im Hau- se seyn; Ebeling. 1666. $ 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sey dir übergeben; es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Wert greif ich jetzt an, Jesu, in deim Namen, laß es doch ſeyn wohlgethan! D auf Darfrom me, rei ne 1599. dir, Herr, die gib deinen mit Seel und Leib zu die. nen. daß wir dir wil lig dienen. • Haus ge meine dir nur soll sie wohl ge fal. len. 1 2. G8 wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unfer aller Seelen; es leucht uns, wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dieß Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und Alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen seyn bereit, voll Demuth, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; Keinem fehle, dran man lennet den, der sich den DeiHaus- und Ehestand. nen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet seyn auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit findlichem misd me 496. 387 Gemüthe, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns faffen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltluft aus, des Reichthums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demuth leer und voll von eitler Weltluft wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu erseßen. 6. Und endlich flehn wir allers meist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geift regiere. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim, und oben dich in deinem Hause loben. sani97 Carl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801. tame nist Mel. Werde munter, mein 2c. op. 1642. 1. Sor ge doch für met ne Kin- der, va ter, nimm dich ih- rer an; ob sie gleich vor dir sind Sün- der, sind sie dir doch zu- ge.than, und durch dei nes Sohnes Blut gleichwohl dein er worb- nes Gut; dar- um wirst du sie aus Gnaden wohl be- schützen und be. ra then. 2. Sie sind dir von Kindesbei- men auf, daß sie, wenn sie sollnen und von ihrer ersten Stund ten sterben, wären deines Reiches zugeeignet als die Deinen, und Erben. durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genom3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr 25* 388 als väterlich gewehret, der ste hier und überall hätt in Angst und Noth gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Batertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet seyn und mit dankbarem Gemüthe solchen Glücksund Segensschein rühmen und für Jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammlen Andre große Schäge, suchen in der Welt ihr Heil, daß fie Geld und Gut ergöße, so bist du mein einzig Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Noth und in keinem Kreuz verderben, bis fie endlich selig sterben. 6. Schüße sie vor bösen Leuten 497. Haus- und Ehestand. 1. frømmer Gott, und vor der Verführer Schaar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß fie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins fühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. Kindes Fürbitte. Me 1. Mit meinem Gott geh ich zc. 7. Können sie in diesem Leben hier und, wo es dir gefällt, was zu deiner Ehre geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mitJauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sey dein Nam geehret. Ludw. Heinr. Schlosser, geb. 1663, 1723. S ich dan ke dir, daß du so lie be Eltern mir 1594. aus Gna- den hast ge.ge ben, und noch zur Zeit sie mir zur Freud erhalten bei dem Le... ben. 2. Verzeihe mir die Missethat, die dich und sie beleidigt hat, laß mich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot geachtet hab so selten. 3. Gib mir ein Herz, das dankbar sey und meiner Eltern Eifer scheu, nicht thu, was ihn erreget, auch nimmermehr sich ihrer Lehr aus Bosheit widerleget. 4. Laß oft mir kommen in den Sinn, wie sauer ich der Mutter bin vom Anfang her geworden, und wie für mich der Vater sich bemühet aller Orten. Freundschaft. 5. Gib meinen Eltern Fried und Ruh, es decke sie dein Segen zu, hilf ihr Kreuz ihnen tragen, 498. 389 behüte sie doch spat und früh vor Trübsal, Angst und Plagen. 6. Und wenn dahin ist ihre Zeit, so führ sie aus der Sterblichkeit hinauf zum Reich der Ehren; ich bringe dir viel Lob dafür, wenn du mich wirst erhören. Freundschaft. Mel. Jesu, meines Lebens zc. : 1. Herr, ich bit te dich, er wäh- le mir aus aller Menschen Meng ei ne from me, heilge See le, die an dir fein kleb und häng. auch nach deinem Sinn und Geiste Trost der in der Noth besteht, 2. Laß mich Davids Glück erLeben, gib mir einen Jonathan, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun Jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh. 3. D wie groß ist meine Habe, o wie köstlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und beständigs Herz erfreue: wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist solch ein Schaß beschert. 4.Gute Freundesind wieStäbe, 1687. mir stets Trost und Hülfe lei ste, Hül fe, die von Her- zen geht. da der Menschen Gang sich hält, daß der schwache Fuß sich hebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen! der hat einenschwerenlauf; wenn er fällt, wer hilft ihm auf? 5. Nun, Herr, laß dirs wohlgefallen, bleib mein Freund bis in mein Grab! Bleib mein Freund, und unter allen mein getreuster, stärkster Stab. Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. 390 Obrigkeit. Obrigkeit. 499. fe 1. Der du fannst nichts als gü- tig seyn, du wol- left dei- ner Gü- te Schein, cert Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. o Herr, all de nen gön- nen, die sich mit Mund und Herzensgrund al lein zu dir be ken nen. 1 500. fhe 2. Insonderheit nimm wohl in Acht den Fürsten, den du uns gemacht zu unsres Landes Krone; laß immerzu seyn Fried und Ruh auf seinem Stuhl und Throne. 3. Helt unser liebes Vaterland in deinem Schoß und starker Hand, behüt uns allzusammen vor falscher Lehr und Feindes Heer, vor Pest und Feuersflammen. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 1. het It ge Drei- ei- nig feit, · 1 $ 1536. 4. Nimm all der Deinen eben wahr und treib, o Herr, die böse Schaar von Jungen und von Alten, daß deine Heerd hier zeitlich werd und ewig dort erhalten. 2. Dein guter Geist fie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß fie voll Weisheit und Verstand christlich regiere Leut und Land die det ne treu. e Va- ter hand Altkirchlich? 15.13. # er halt uns un- fre Db.rig- keit, ge se ket selbst in diesen Stand. 3. Damit wir führen unter ihr ein still, geruhig Leben hier, und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Nemilie Juliane, Grüf. v. Schwarzb.Rudolstadt, geb. 1637. 1706 501. Krieg und Friede Krieg und Friede. Eigne Melodie. 502. es ist doch ja kein An, drer nicht, denn du, un ser Gott, al lei. ne. 6 Der leib uns Frie- den gnä- dig- lich, Herr Gott, zu un- sern Seiten; Mel. Nun lob, mein Seel zc. B 391 Altkirchlich? 1535. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1545. o Deutschland, und sing Lieder Er he be dein Ge- mü.. 1 der für uns könn- te stretten, 1. Gott Lob! nun ist er schol.len das ed. le Fried. und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sol. len die Spieß undSchwerter und ihr Mord. Wohl auf und nimm nun wie der dein Saiten spiel her. vor, the 1540. im hohen, vol. len Chor. und danke Gott und sprich: Herr, dei ne Gnad und Gü- te bleibt dennoch e. wig- lich. 2. Wir haben nichts verdienet, man fragen: wer ist, der Buße als schwere Straf und großen Born, thut? Wir sind und bleiben böse; weil stets noch bei uns grünet der Gott ist und bleibet treu, hilft, daß freche, schnöde Sünden- Dorn. Wir sich bei uns löse der Krieg und find fürwahr geschlagen mit harter, sein Geschrei. scharfer Ruth, und dennoch muß 3. Sey tausendmal willkommen, Krieg und Friede. 392 du theure, werthe Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein bei uns Wohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt ihm selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns Niemand besser in unsre Seel und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Haid; ihr Gräber voller Zeichen und tapfrem Heldenschweiß von Männern, deren gleichenauf Erden man nichtweiß. 503. fe 1. Herr, der du vor mals bast dein Land mit Gnaden an ge. bli- cfet, und des ge fang- nen Ja kobs Band gelöst und ihn er qui cfet, $ 3 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus beiden Augen rinnen; geh in dein Herz und denke nach: was Gott bisher gesendet, das hast du ausgelacht. Nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. Mel. Herr, wie du willst: c. haft väterlich ver zieh = 6. Ach, laß dich doch erwecken! wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als der letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sey unerschrocknes Muths; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts; er will die Lehre geben: das Ende naht herzu; da sollt bei Gott ihr Leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. SS 2. Herr, der du deines Eifers Gluth zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb undHuld gesendet: ach from mes Herz! ach unser Heil! nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjeko kränket. # der du die Sünd und Mis- se- that, die dein Volk vor be gangen hat, = 1525. en; 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden! erfreu und tröst uns wiederum nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluthen sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben? und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede soll an allem Ort, wo Christen wohnen, werden; ach, daß uns Gott doch sagte zu deß Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende. 6. Ach, daß doch diese böse Zeit jest wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, 504. pe= Krieg und Friede. 393 wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, denkrieg und alle andere Noth nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unsermLand und überall recht werd erkannt, ja ste= tig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen; die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun; das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Mel. Nun banket alle zc. 1. Herr Gott, dich lo: ben wir, laß deines Gei- stes Gluth 1 Komm, komm, o ed le Flamm, so sin gen wir mit Luft: 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüthe; es steiget unser Lied bis an die Himmelsthür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir Grüger, 1649. : re- gier, Herr, un fre Stim men, in unsern Herzen glimmen. ach komm zu uns all bier, 2 Herr Gott, dich lo ben wir. für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Bolf: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Was 394 Mißwachs und Theuerung. fen schweres Joch und frechen wieder aufgethan; Herr Gott, Grimm erfahren. Jetzt rühmet wir danken dir. unser Mund mit herzlicher Be gier: Gott Lob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 5. HerrGott, dichloben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zer brochen und zerschlagen; der Strick ist nun entzwei, darum so fingen wir mit Herz und Zung und Mund: HerrGott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet. Es hat die VaterHand uns deine Gnadenthür jetzt 505. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr, Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künstig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch: Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck, geb. 1618, † 1677. Mißwachs und Theuerung. Mel. Jeju, hilf siegen 2c. mächtigen Hand; fel sch tes Land; 3 S 1698. 1. Chri- sten er war- ten in aller lei Fällen Je- fum mit seiner all. mit ten in Stürmen und to ben- den Wel- len sind sie ge- bau- et auf # wenn sie be tüm mer te Näch te bede den, 1 nig er schrecken. kann doch ihr Grau en sie we 2. Jauchzendie Feindezur Rech ten und Linken, hauet und frisset das blinkende Schwert, lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verklärt. Wüthen die Feinde mit Schnauben und Toben, lernen fie Gottes Gerechtigkeit loben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen uns Schlossen die Früchte darnieder, brennendie Bergevonhitigem Schein: kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. Mißwachs und Theuerung 395 4. Viele verzehren in ängstlichen Leiden und Tod. Willst du mit Sorgen Kräfte, Gesundheit und leben, so mußt du mit sterben; ane Kürze der Zeit, da doch im Rathe ders kann Keiner den Himmel er2003# 00: 3 des Höchsten verborgen, wann und erben. wo Jedem sein Ende bereit; find es nicht alles unnöthige Schmerzen, die ihr euch machet, o thörichte Herzen! 5. 3weifel und Sorge geziemt nicht den Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott. Seele, verlangst du, zur Ruhe zu kommen, hoffe dem höllischen Feinde zu Spott. Ob auch die göttliche Hülfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen. 6. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken mancherlei Jammer, Anfechtung und Noth duldest, und wisse, was Gott will erquiden, muß erst mit Jesu durch 506. 7. Völlige Wonne, verklärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil werden dir einsten auf ewiger Weide unter den Engeln und Menschen zu Theil, wann in der Herrlichkeit Christus wird kome men und zu sich sammeln die Schaa od drvill ren der Frommen. 8. Seinte allmächtige Stärke bez weiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiset, wann er den 3agenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hülfe nicht sichtbarlich schaue. In Dürre. Mel. Ach, Gott vom Himmel zc. 1. Ach, Herre, du ge- rech- ter Gott, mit unsrer Sünd und Misse. that, so müssen wir ver- schmach- ten. 2. Herr, unsre Sünd bekennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf thu uns verleihen; gib Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! Christian Ludw. Edeling, † 1742. GUG 1524. wir ha- bens wohl ver. die. net daß un- ser Feld nicht grü- net, daß Bich und Menschen traurig seyn; wenn du zuschleußt denHimmel dein, 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund um deines Namens willen; wir bitten dich von Herzensgrund, thu unsre Noth doch stillen vom Himmel mit dem Negen dein; denn dein ist der Himmel allein, ohn dich kann er nicht regnen. 396 Krankheit und Seuchen. 4. G3 steht in feines Andern mächtig ist der Name dein; solchs Hand, daß er sollt Regen geben; kannst du alles thun allein, Herr, den Himmel hast du ausgespannt, unser Gott und Tröster! darinnen du willst schweben. All507. Bei anhaltender Nässe. Mel. Ach, Gott vom Himmel 2c. 1. Gott, der du das Fir- ma- ment mit Wol- ken thust be de. den, und kannst hin wie der um be- hend das Son- nen- licht er. we. den: halt doch mit vielem Regen ein, daß un ser Land fich freu. 2. Die Felder trauern weit und breit; die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe find beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Born entzündet hat, daß wir in Nöthen schweben; du zeigest uns, was wir gesollt; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 508. 1524 und gib uns wie der Sonnenschein, 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns haft versprochen, und wohne uns in Gnaden bet, die wir dich findlich suchen. Wie hält sich so hart dieser Seit dein Herz und deine Freundlichkeit; du bist ja unser Vater. 5. Gib uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sey im Him mel und auf Erden. Krankheit und Seuchen. Eigne Melodie. 1713. S 1. Gutt, den ich als Lie: be ten ne, der du Krank- heit auf mich legst Krankheit und Seuchen. und des Lei dens Hiß " er regst, daß ich da von glüh und brenne: 397 bren ne doch das Bö. se ab, das den Geist bis her ge hin. dert und der Liebe Re- gung min- dert, die mir oft- mals kommt von dir. 2. In der Schwachheit sey du fräftig, in den Schmerzen sey mir süß, schaffe, daß ich dein genieß, wenn die Krankheit streng und hef tig; denn was jeßt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich sent in Lieb und Frieden; laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seelen Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstüße du das Herz. 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; anders kann ich jeßt nichts thun, als nur in dem Leiden ruhn; leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille; Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden; auch die Labung, die man mir zu deß Leibes Stärkung gibet, kommt von dir, der mich geliebet; alles kommt, mein Gott, von dir. 509. 6. Hilf mir, daß ich ganz bes scheiden, ganz in Nuh mit Freunds lichkeit, stille mit Gelassenheit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden; und je mehr der Leib muß schwinden, wird der Geist in uns erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gib, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben; denn so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christian Friedrich Nichter, geb. 1676, † 1711. Mel. D Welt, ich muß dich zc. 1598. 1. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden G und Freu den oh ▪ ne Zahl. So will ich denn gelas sen 20398 $ mich auch in Lei den fas sen; welch Leben hat nicht sei ne Qual? ia Inafasid 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlichs Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 825 Krankheit und Seuchen. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich lieben ala tuh, mein Leben mehr deiner Gnade; du, Herr, bist bei 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist 510. mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer weh ren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. 4 Hast at Christ. Fürchteg.Gellert, geb.1715,+ 1769 Mel. Herr Jefu Chrift, du zc. Aust 1. Ofrom- mer und ge- treuer Gott Es hat uns eine große Noth 1594. AI. ler, die auf dich hof. fen! durch deine Hand ge- trof- fen. Dein Zorn der drückt uns mit Gewalt, und wirft die Menschen jung und alt mit schwerer Krankheit nie. der. 2. Du bist gerecht, und dein de; kehr doch dein Vaterangeficht Gericht kann unser Keiner strafen; zu deinem lieben Kinde. Laß fal. von wegen unsrer Sünd geschicht, len den gerechten Grimm, zu Gnadaß wir so schnell entschlafen. Ja den uns aufs Neu annimm um unsre große Missethat dich so gar deines Namens willen. hoch bewogen hat, dein Pfeil in uns zu schießen. 3. Herr, vergib, und straf uns nicht im Born so gar gesywin4. Sieh, Herr, wie wir betrübet gehn, trafilos, mit Furcht umge ben, in engst und großen Sorgen stehn, und in viel Kummer schwe Allerlei gemeine Noth. du weißt die rechte Maße, und wirst wohl deine Zeit ersehn, wenn uns hierin soll Hulf geschehn, des wolln wir dir vertrauen. ben. All unsre Nahrung welket hilf uns nach deinem Wohlgefalln, sehr; Lehramt und andre Ordnung mehr geht nicht in vollem Schwange. 5. Laß ab von uns mit deiner Ruth, thu deinen Grimm aufheben; was hast du Nuß an unserm Blut? du hast ja Lust zum Leben, und bist ein Gott, von Wahrheit fest, der seinen Born bald fahren läßt, wenn man dich herzlich bittet. 6. Dein Will gescheh! wir bitten all, in Noth uns nicht verlasse; Allerlei gemeine Noth. 09 110 BLUE HI 511. 5145040 7. Dheilger Geist, mit deiner Kraft, die sterben sollen, stärke, daß man des Glaubens Ritterschaft an ihrem End vermerke, und sie also mit Fried und Freud den Abschied nehmen aus der Zeit in Christo, unserm Herren. Eigne Melodie.hobine 399 1555. 1. Wenn wir in höch- sten Nö. then seyn und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden we der Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dieß unser Trost al- Gott, und flagen dir all unser lein, daß wir zusammen insgemein Noth, weil wir jest stehn verlassen dich anrufen, o treuer Gott, um gar in großer Trübsal und Gefahr. Rettung aus der Angst und Noth, 3. Und heben unser Aug'n und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und suchen der Sünd Vergebung und aller Strafen Linderung, 6. Sich nicht an unser Sünden groß, sprich und derselb'n aus Gnas den los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre 512. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam seyn nach deinem Wort, dich allzeit preisen hie und dort. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. 1540. 1. Nimm von uns, Herr, du treu- er Gott, die schwere Straf und große Noth, 400 Allerlei gemeine Noth. die wir mit Sün- den ohne Babl ver- die- net haben allzu. mal; be hüt vor Krieg und theurer Seit, 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir flehn um Gnad und nicht um Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollt'st nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auf frischer That; wohn uns mit deiner Güte bei, dein Born und Grimm fern von uns sey. 513. vor Seuchen, Feur und großem Leid. 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sieh an sein heilig Wunden roth, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. Mel. Lobet den Herren, alle zc. 5. Leit uns mit deiner rechten e Land; gib uns allzeit dein heilig Hand und segne unser Stadt und Mord, verleih ein selig StündeWort, behüt vors Teufels List und lein, auf daß wir ewig bei dir seyn. Martin Moller, geb. 1547, † 1606 und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden Alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs erbarmen; t 1. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schan- den werden die, so in ihren 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Crüger. 1653. Nö- then und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Gü- te hof- fen Freuude; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ist auf Menschen Hülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. Allerlei gemeine Noth. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten; wir traun auf 514. V 401 dich, wir schrein in Jesu Namen: hilf, Helfer. Amen! Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Mel. Da Christus geboren war ze.( Altkirchlich?) 1544. 1. Creu- er Wächter If ra el, der du weißest al les Leid dein hülf- reiches Angesicht. 2. Schau, wie große Noth und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr, hilf, ach hilf, schüß deine Ehr; wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hohepriester, Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Gluth, wiederbracht das höchste Gut. 4. Sigest jest ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt. o du Wäch.ter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt CEP des fich freu et Leib und Seel, deiner ar men Chri- sten- heit: 4 die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigenthum. Dein Ers barmen hat kein End, deines Bas ters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hülfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, und mit Bittern sie anschau. 7. Höchster Hort, Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Noth, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Trotz dem, der uns thut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm; laß 5. Kläglich schreien wir zu dir, jetzt sehen deine Macht, drauf wir klopfen an die Gnadenthür, wir, hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Vet. m. Not. 26 402 Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. Vom Tode. 9. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuren kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zu nicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 515. f Sechste Abtheilung. Von den letzten Dingen. Vom Tode. Eigne Melodie. 1. Mit. ten wir im Leben sind 10. Jesu, wahrer Friedensfürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich! so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. wen suchn wir, der Hül. fe thu, das bist du, Herr, al let ne. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. die dich, Herr, er zür• net hat. Altdeutsch? 1524. mit dem Tod um. fan gen; daß wir Gnad er lan. gen? Uns reu et un ser Mis- se- that, Hei li ger Herre Gott, 1 het li ger, star fer Gott, hei li- ger, barm- her- zi. ger Hei, land, 1 . 1 du ewi. ger Gott, laß uns nicht ver sin fen FE To des Noth. Kyrie lei. son! in des bit tern 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Rachen; wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? das bist du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Gluth. Kyrieleison! 516. f Vom Tode. 1 403 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben; wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiz liger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. ins e wig Va ter land; 1. Welt, ich muß dich las sen, ich fahr da bin mein Straßen S dar zu mein Leib und Le. ben 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden; das Ewig muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott abzogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sey. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antligß will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. mein Geist will ich auf.ge. 4 1598. ben, se. Ben in Gottes gnädig hand. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden: erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst, durch Christi Blut; kein Werk kömmt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnüz Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach meim Verdienst und Wahl. 26* 7. Drauf will ich fröhlich sterben, daß Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele fich vom Leibe scheidt. 404 8. Damit fahr ich von hinnen; o Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sey du auch nicht schwach. Vom Tode. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, hör auf von Sünd und Schanden, und richt dich auf die Bahn mit 517. 藜 Beten und mit Wachen; sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende; wohlan, zu Gott dich wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen, meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Joh. Hesse, geb. 1490,+ 1547. 1594. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes 2c. 1. Mensch, bedenk zu dieser Frist, denn nicht all- hie dein Blei- ben ist, Es ist dein Leben, wie ein heu, welche der Wind ver- ja. get. 2. Gedent, du bist hier nur ein Gast und kannst nicht länger bleiben; die Zeit läßt dir kein Ruh noch Rast, bis sie dich thut vertreiben. So eile zu dem Vaterland, das dir Christus hat zugewandt durch sein heiliges Leiden. 3. Daselbst wird rechte Bürgerschaft den Gläubigen gegeben: dazu der Engel Brüderschaft, ein gar herrliches Leben; mit solcher Won518. was dein Ruhm ist auf Er den; du mußt zur Leiche werden. und fleugt dahin, gleichwie die Spreu, ne, Freud und Lust, die auch kein Mensch hat hie gekost, noch je ein Herz erfahren. 4. Nun laßt uns wachen alle Stund und solches wohl betrachten. Die Lust der Welt geht bald zu Grund; die sollen wir verachten und warten auf das höchste Gut, das uns ewig erfreuen thut. Das helf uns Christus. Amen! Joh. Hesse, geb. 1490, † 1547. Mel. Bater unser im Himmelreich zc. 15.10. 1. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst undSpott, für mich am Kreuz auch end- lich starbst und mir deins Vaters Huld erwarbst: Vom Tode. ich bitt durchs bit- ter Lei den dein, du wolft mir Sün- der gnädig seyn. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nichts mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand fich nichts mehr b'sinnt, und mir all menschlich Hülf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hülf an meinem leßten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ. Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Urständ mir verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sey und meiner Sünd 519. 405 nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du haft zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er schon hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und ihn mitnehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergib all unser Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sey, deim Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen se liglich. Mel. Nun last uns den Leib zc. 1. In Chri- fti Wun- den schlaf ich ein, ja Chri- sti Blut und G'rechtigkeit, 2. Damit will ich vor Gott bes stehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gottesfind ich allzeit bin. Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. 1544. die machen mich von Sünden rein, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, 3. Dank hab, mein Tod! du führest mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein; Herr Jesu, stärk den Glaus ben mein! Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. 406 520. Vom Tode 2 Eigne Melodie. 1. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, mein Seel an meinem lez- ten End du wollst sie mir be wah ren. 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel, wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen. 521. so gleit du mich, Herr Jesu Chrift, mit Hülf mich nicht ver las. se; 1569. und soll hin- fahrn mein Straße, befehl ich dir in deine Händ, Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Lod erworben. Eigne Melodie. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein Auffahrt ist; Lod's Furcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. dein Will der ist der be. ste. 2. Zucht, Ghr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Nikolaus Hermann, † 1561. 1525. 1. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Ster- ben. Al. ein zu dir steht mein Be- gier, laß mich, Herr, nicht ver- der- ben; # er halt mich nur in deiner Huld! sonst wie du willst, gtb mir Geduld; Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und Vom Tode. dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, 522. Eigne Melodie. 407 verleih, o Herr, mir deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gib mir durch Jesum Christum. Amen! Casp. Melissander, geb. 1540, † 1591. 1. Je- su Chrift, meins Lebens Licht, mein Hort, meinTroft, meinZuversicht! 2. Ich hab vor mir ein schwere eis zu dir ins himmlisch Paradeis. Da ist mein rechtes Baterland, darauf du dein Blut hast gewandt. 3. 3ur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! Auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. Herzen schrei; hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 8. Dein letztes Wort laß seyn mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht; behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß seyn mein Wanderstab, mein Ruh und Nast dein heilig Grck; die reinen Grabetücher dein laß meine Sterbekleider seyn. 4. Drum stärt mich durch das Leiden dein in meiner leßten Todespein: dein Blutschweiß mich tröst und erquic; mach mich frei durch dein Band und Strick. 1630. 5. Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron laß seyn mein Ehre, Freud und Wonn; dein Durst und Gallentrant mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab. 6. Dein Angstgeschrei komm mir zu Gut, bewahr mich vor der Höllen Gluth; die heiligen fünf Wunden dein laß in Angst meine 3uflucht seyn. 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem 10. Laß mich durch deine Nägelmal erblicken meine Gnadenwahl; durch deine aufgeſpaltne Seit mein arme Seele heimgeleit. 11. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heimfahrt bau; thu mir die Himmelsthür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 12. Am jüngsten Tag erweck mein Leib; hilf, daß ich dir zur Nechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welchs daß erschrecklich Urtheil spricht. 408 13. Alsdann mein Leib verneure ganz, daß er leucht wie der Sonnen Glanz und ähnlich sey deim klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 523. SF Vom Tode. 524. f CON 14. Wie werd ich dann so fröhlich seyn, werd singen mit den Engelein und mit der Auserwählten Schaar ewiglich schaun dein Antlig klar. Martin Behemb, geb. 1557,+1622. nad 918 puts thon din sidal Eigne Melodie. Teschner. 1615. sta palalts ni tim. f da wird Gott e wig loh. nen 2. Rath mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, stärf meinen blöden Muth, laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich seyn. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich haft geblut't zu todt. 1. Da- let will ich dir geben, Dein sünd- lich, bo ses Leben im Himmel ist gut wohnen, TIMO bu ar fal- sche Welt! durchaus mir nicht ge fällt; dem, der ihm dient all. hier. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deine offne Seit, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmelsschloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. Eigne Melodie. hin- auf steht mein Be. gier: 5. Schreib meinen Nam aufs Beste ins Buch des Lebens ein, und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündlein ein der, die im Himmel grünen und ver dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sey. Valerius Herberger, geb. 1562,+ 1627. Faßler? 1613. weil ich hier bin um fan gen 1 1. Herzlich thut mich ver langen nach einem fel. gen End, mit Trüb sal und E.lend; Vom Tode. ich hab Luft, ab- zu.schet. den sehn mich nach ew gen Freu. den; Gale HOLD 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teuf'l und Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vorm Tode, Höll und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein seligs Kind. 3. Obgleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, willig zu sterben dir. Ich weiß ein bessers Leben, da meine Seele fährt hin, des freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib wird in der Erden von Würmern zwar verzehrt, doch auferwecket werden, durch Christum schön verklärt; wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in Himmelsfreud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ghr, Geld, Gut, 525. 1. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist fein 3mmerleben, es muß geschieden seyn. Der Lod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber von dieser ar, gen Welt, 409 D Je su, komm nur bald. s all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. Im vorigen Ton. 6. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! trauert nicht allzusehre über den Abschied mein, beständig bleibt im Glauben, wir werd'n in kurzer Zeit einander wies der schauen dort in der Ewigkeit. 7. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gib mir ein seligs Ende, send mir dein Engelein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, durch dein Leiden und Sterben, und blutiges Verdienst. 8. Hilf, daß ich ja nicht weiche von dir, Herr Jesu Christ! Den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mag fröhlich singen: Gott Lob! es ist vollbracht. Christoph Knoll, geb. 1563, 1621. o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr be laden, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Chris 410 stus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Mei526. Vom Tode. nen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen; ich weiß von feiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in Acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach. Johann Siegfried, geb. 1564,+ 1637. Schein. 1628. Eigne Melodie. 1. Machs mit mir, Gott, nach dei- ner Güt, hilf mir in meinem Lei- den; ver sag mir nicht, was ich dich bitt: wenn mei- ne Seel soll schei- den, so nimm fie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lieber und Sünd mir können nichts mehr Herr; du wirst mich nicht verder- schaden; bei dir, o Herr, ich Netben; ach, du bist ja von mir nicht tung find, ich tröst mich deiner fern, ob ich gleich hie muß sterben, Gnaden. Dein einger Sohn aus verlassen meine lieben Freund, die's Lieb und Huld für mich bezahlt herzlich gut mit mir gemeint. hat alle Schuld. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Händ sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt 5. Warum sollt ich denn traurig seyn, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, geb. 1586, † 1630. 527. 数 1. Ich armer Mensch doch gar nichts bin, Gott's Sohn allein ist mein Gewinn; Mel. D Jefu Christ, meins 2c. 1630. daß er Mensch worden, ist mein Trost; er hat mich durch sein Blut er löst. 2. Gott Vater! regier du mich Leb'n, allzeit in meinem Herzen mit deinem Geist beständiglich; laß schweb'n. deinen Sohn, mein Trost und 3. Wenn mein Stündlein vor Vom handen ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ! denn ich bin dein, und du bist mein; wie gern wollt ich bald bei dir seyn. 4. Herr Jesu Christe, hilf du 528. Tode. 411 mir, daß ich ein zweiglein bleiban dir, und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. NachPh. Melanchthons: Nil sum, nulla miser novi solatia. Bon Joh. Leon, um 1607. M. Altenburg. 1620. Eigne Melodie. 1. Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf, mein Zeit zum End sich nei= get; ich hab vol len det mei- nen Lauf, des sich mein Seel sehr freuet. Hab gnug ge- lit- ten, mich müd gestrit- ten, schick mich fein zu zur ew- gen Ruh, will lie ber se lig werden. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Friedenzu dir fahren, befiehl mich Christo, deinem Sohn, derwirdmichwohlbewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Kron und Ehr, will sonst nichts mehr; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Mich). Altenburg(?), geb. 1583, † 1640. Eigne Melodie. Bulrins? 1609. laß fahren, was auf Erden, 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem Glauben mein lieben Heiland aufgefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Thränenthal zum Freudenfaal; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 529. 1. Christus der ist mein Leben, Ster ben ist mein Ge winn; mit Freud fahr ich da. bin. durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! $ dem hab ich mich er ge ben 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sehn. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; 412 5. Wenn mir Herz und Gedanten zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wann ihm die Flamm gebricht; Vom Tode. 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, nach 530, 14- n2) nod tim- tim Eigne Melodie. Aus Trüb sal und großem Leid deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 1. Freu dich sehr, o mei- ne Seele, weil dich nun Christus, dein Her- re, die kein Ohr je hat ge höret, 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sein Weg ein End mög han: so hab ich gewünschet eben, daß ich enden mög mein Leben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornen spißig gar, also auch die Christen gehen in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind unter ungestümem Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 7. Und laß mich an dir fleben und bleiben allezeit, und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Simon Graf(?), geb. 1603, † 1659. Mat 4. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Muth. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz find unsre Tag: wann wir nur 1555. und ver- giß all Noth und Qual, ruft aus diesem Sam- mer- thal. sollst du fahren in die Freud, 3 und in Ewig feit auch wäh ret. geboren werden, Jammer gnug findt sich auf Erden. 5. Wenn die Morgenröth herleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet, Müh sich findt an allem End; unsre Thränen find das Brod, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn hört auf zu scheinen, hört nicht auf das bittre Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sey du jegt von mir nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut. Ach, sey du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen auf meim bittern Lodesgang, durch dein Wunden will ich ziehen in Vom Tode. mein himmlisch Baterland; in das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, ob mir das Gehör verschwindt, meine 3ung nichts mehr kann sprechen, mein Verstand sich nicht be sinnt, bist du doch mein Licht, mein 531. 9. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, führt aus diesem Jammerthal; seine Freud und Herrlichkeit sollt du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren, in Ewigkeit triumphiren. Caspar von Warnberg, um 1620. made ha Mel. Gottes Sohn ist kommen 2c. Altkirchlich. 1531. 1. Herr, nun laß in Friede, dei nen Die ner fah ren 1 se lig und im Stil. Ien, " 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns sept in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 413 Hort, bist mein Leben, Weg und Pfort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 4. Thränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen, mit der Christen Haufen über Sünden klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser werden, als es war auf Erden. le bens- fatt und mü zu den Himmels fd) aa 當 . de, S ren, doch nach deinem Wil. Ien. 6. Frieden werd ich finden, ledig seyn von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Scepter tråget, eine schöne Krone zum Genadenlohne; da werd ich ergößet und zur Ruh geseßet. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer; fröhlich, ohne Schrecken will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Todten werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Ihme will ich singen, Lob 414 und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Gemüthe, preiVom Tode. 532. fe- pr sen seinen Namen ohn Aufhören. Amen! David Böhme, geb. 1605, † 1657. Albert. 1648. Eigne Melodie. 1. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du kennest mei- ner MondenBahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal du un ter- hältst mir auch das Leben; auch wieder gute Nacht muß ge- ben; 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Bein mit Trost und Rath weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Secle an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen? wenn allen Sin nen Kraft gebricht, thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Herr Jesu, ich, dein theures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was will von mir der Bösewicht, daß er mich schreckt mit dem 533. das weißt du, Va. ter, mehr als wohl. Gericht? Komm, rette deines Leis dens Ehre. Du gibst mich nicht in fremde Hand, da du so viel an mich gewandt. 4. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich mein wahres Theil in deinen offnen Wunden finden. Hier lach ich aller Macht und Noth; laß kommen Hölle, Fluch und Tod, sie sollen mich nicht überwinden. Dieweil ich lebte, war ich dein; jetzt kann ich keines Andern seyn. Simon Tach, geb. 1605, † 1659. Haßler? 1613. wo, wie und wann ich sterben soll, Mel. Herzlich thut mich zc. 1. Ich bin ein Gast auf Er. den der Himmel soll mir wer. den, hier reis ich bis zum Gra- be; und hab hier kei- nen Stand; da ist mein Vater land. dort in der ew gen Ruh Vom Tode. ist Gottes Gna den 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. ga be, S 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; manch Wetter kam entgegen und hat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußten fie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Sagen sant oft ihr armes Herz! 5. Die frommen, heilgen Eeelen, sie gingen fort und fort und änderten mit Quälen den erstbewohnten Ort; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt' in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser letzten Zeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten seyn; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 7. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine 415 die schleußt all Ar. beit zu. Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Bater trösten wird. 8. Mein Heimath ist dort droben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 9. 3u dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je minder find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das meist ist Herzeleid. 10. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wann dein Herz will; komm, mach ein selig Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 11. Was ich bisher besessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich denn hinaus, und was ich hier gebrauchet, daß leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst Ändern leuchten soll. 416 13. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich 534. Vom Tode. Eigne Melodie. singen von deinem großen Thun, und frei von allen Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1. Ach wie flüchtig, ach wie nich. tig ist der Menschen Leben! Wie ein Strom beginnt zu rin- nen und mit Lau- fen nicht hält in- nen so fährt un fre Zeit von binnen. 2. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie fich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 4. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Dichten! Der die Kunst hat liebgewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tod doch nicht entronnen. 1661. 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schäße! Es kann Gluth und Fluth entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der im Purpur hoch vermessen ist gleich wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, daß muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck, geb. 1609,+ 1667. 1598. 535. fel 1. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie ei let man zur E- wig- feit! Mel. Ich hab mein Sach Gott zc. Wie Wenig den. ken an die Stund wie schweigt da von der träge Mund! von Herzens Grund, Vom Tode. 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 417 Noth? Luft, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du laufst dem Schatten zu! Das merke du, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 3. Nur du, mein Gott, du blei- 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren best mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin. Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir; o mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das seyn, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. Joach. Reander, geb. 1640, † 1680. 4. So lang ich in der Hütten wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter 536. Mel. Es ist genug 2c. 1. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! MeinJesus nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt; ihr Freunde, gu- te Nacht! Ich en de mei- nen Lauf bei Je su Kreuz mit tausend Freuden; ich sehne mich, von hier zu schei- den; 2. G8 ist vollbracht! mein Jes sus hat auf sich genommen meine Schuld; er selber hat am Kreuzesstamm für mich, o ungemeine Huld! gebüßet, und in Jesu Wunden hab ich die rechte Freistatt funden: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! weg Krankheit, Schmerz und Pein! weg Sorgen! weg Verdruß! Sein Golgatha soll mir ein Thabor seyn; mein matter, müder Fuß wird hier auf diesen Friedenshöhen frei von Beschwerd und Banden gehen; es ist vollbracht! Vet. m. Not. Mhle. 1662. es ist vollbracht! 4. G3 ist vollbracht! hier schweb ich frei von Noth; wie wohl, wie wohl ist mir! Hier speiset mich der Herr mit Himmelsbrød und zeigt mir Salems Zier; hier hör ich mit der Selgen Singen den süßen Ton der Engel flingen: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! der Leib mag immerhin der Würmer Speise feyn; ich weiß ja, daß ich Staub und Asche bin. Gott wird mein Fleisch und Bein, wenn er die Gräs ber wird aufdecken, an jenem Tage schon erwecken; es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Gott Lob, 27 418 c8 ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt; ihr Freunde, gute Nacht! Ich schließe meinen Lauf und allen JamVom Tode. 537. fe Mel. D Welt, ich muß dich 2c. mer, der mich troffen. Wohl mir, ich seh den Himmel offen; es ist vollbracht! Andreas Gryphius, geb. 1616, † 1664. 1. Die Herr- lich- keit der Er den nicht Stein noch Erz be. stehn. was wir für e. wig schä. ßen, 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, so fragt kein Mensch, was wir gethan 3. Es hilft kein weises Wissen; wir werden hingerissen ohn allen Unterscheid. Was nüßt der Schlösfer Menge? dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dieß alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen, und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier befißen, kann für den Tod nicht nüßen; dieß alles stirbet, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt in Trümmer fällt? 6. Wie eine Rose blühet, wenn 1598. muß Rauch und Asche wer- den; Was uns hier kann er gößen, wird als ein leich- ter Traum ver- gehn. sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehens fällt: 7. So wachsen wir auf Erden und hoffen, groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüthe kommen, bricht uns des Lodes Sturm entzwei. 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erden sagen gute Nacht. 9. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist wie ein Strom verflossen, und wessen wird das Künftge seyn? 10. Verlache Welt und Ehre sammt ihrer Kunst und Lehre, und ruf den Herren an, der immer Kö Vom Tode. nig bleibet, den keine Zeit vertreibet, der dich auch ewig machen kann. 11. Wohl dem, der auf ihn trauet! er hat recht fest gebauet, 538. 419 und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. Andreas Gryphius, geb. 1616,+1664. Ahle. 1662. Eigne Melodie. 1. Es ist ge nug! so nimm, Herr, meinen Geist zu Zi- ons Geistern hin; lös auf das Band, das all. ge- mach schon reißt; be frei- e diesen Sinn, o der sich nach seinem Got. te seb. net, der täg lich flagt und nächtlich thrä.net: 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich mich von Gotte trennet, was täglich mein Gewissen brennet, des ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich neße manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Wann ists genug? 539. es ist genug. 4. Es ist genug! wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Jesus kömmt, nun gute Nacht, o Welt! ich fahr ins Himmelshaus, ich fahre sicher hin im Frieden; mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug! Franz Joach. Burmeister, † 1688. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2C. ble. 1664. 1. fiebster Ba- ter, soll es seyn, daß ich heut an diesem Ta ge leßtmals mit Ge. bet er schein und dir mei. ne Noth vor tra- ge, a ach, so rich. te met ne Sinnen nach den hohen Him- mels- zin- nen. 2. Tausend- und viel tausend daß in deiner Kinder Zah! du mir mal sey, o Bater, hoch gepriesen, eine Stell gewiesen, daß ich dich 27* Vom Tode. 420 hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sey deines hohen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre. Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht genommen. Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Begier ganz getrost aufs Reich der Ehren; nichts durchaus ist mehr allhier, so mich soll davon abkehren. Komm, o König, laß erscheinen, was ich hoff und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben; hab ich hier nicht völliglich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brod und mancherlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Vater, mild und treu mir Beit Lebens auch bescheret. Nun du Himmelsbrod willst geben, laß ich gern dieß arme Leben. ihr Weh und Wohlergehen. Ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüthe. 9. Nun, o Vater, laß du mir alle Schulden seyn vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Vater, hast geheißen. Aller Zorn und Nach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen. Weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch Niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmelsruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Seiten, die Versuchung zu bestreiten. 12. Mach mich alles Uebels los, gib der Sündennoth ein Ende. Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände; wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlöſen. 13. An dem allen zweifl' ich nicht, denn du bist der Himmelskönig. Zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll ist dir zu wenig; deine Kraft wird nie vergehen, deine Herrschaft ewig stehen. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht 540. fe4 1 1. So komm, gelieb- te Todesstund, komm, Ausgang meiner Lei den; ich scuf ze recht von Herzensgrund nach) jenen Himmelsfreu. den. Veit Ludwig von Seckendorf, geb. 1626, † 1692. Mel. D Herre Gott, dein göttlich zc. 1527. Vom Tode. ਨੂੰ Ach, liebster Lod, komm bald her- an, ich war te mit Ber- lan- gen, in wei- ßen Kiei- dern an ge.than vor Got- tes Thron zu pran- gen. 421 2. Ihr schwachen Glieder scheut den, wirf alles Eitle willig hin; euch zwar, so früh entseelt zu wer- die Erd muß Erde werden. Die den; die Seele selber kann nicht Seele bleibt in Gottes Hand in gar ohn alle Pein der Erden, dar- ewigem Vergnügen, das Menscheninnen sie bisher gelebt, den letzten weisheit und Berstand zu fassen Abschied sagen; bald ist sie freu- nicht genügen. denvoll, bald schwebt sie wieder voller Sagen. 3. Doch, Jesu, deine Liebe macht mir alle Furcht verschwinden; ich werd in dieser Todesnacht dich, Lebensfürsten, finden. Ich finde, ja ich halte dich, mein Leben, mein Verlangen; mein Leben, du wirst selber mich mit deinem Licht umfangen. 4. Drum sterb ich nicht in diesem Tod, der Tod ist nur mein Leben; nach kurzem Kampf, nach kurzer Noth ist dort ein ewig Schweben voll Herrlichkeit, voll Ruh und Freud, voll Fried, voll Trost und Wonne, voll Seligkeit, wo allezeit Gott selber ist die Sonne. 5. Der Herzog meines Lebens ist durch Tod zum Leben gangen, und ich werd auch zu meinem Christ auf diesem Weg gelangen. Der letzte Schritt zur Seligkeit geschicht durch selig Sterben. Ist er, mein Haupt, in Herrlichkeit, wie soll sein Glied verderben? 6. Drum zage nicht, mein schwacher Sinn, verlaß den Leib der Er7. An uns stirbt nichts als Sterblichkeit, wir selbst sind unvers loren; der Leib wird nur der Last befreit und himmlisch neu geboren. Denn was man hier verweßlich sät, was hier verdirbt im Dunkeln, daß wird, sobald es aufersteht, voll Glanz und Schönheit funkeln. 8. Drum gebt, ihr schwachen Glieder ihr, euch willig hin der Erden; es wird von eurer Sahl und Zier ja nichts verloren werden. Der Leib, der vormals mich bedeckt, wird dort mich wieder kleiden, wenn ich, in meinem Fleisch erweckt, beschaue Gott in Freuden. 9. Dem ich im Glauben hier gedient, der wird mich dorthin bringen, wo tausend, tausend vor mir sind und ewig Heilig! fingen. O Herrlichkeit, wie find ich mich, wenn engelreine Seelen mit dem verklärten Leibe sich vor Gottes Stuhl vermählen! 10. Gott selbst mit seinem Angeficht wird ewig mich erquicken; ihn werde ich in seinem Licht zur Wonne mir erblicken. Und was Vom Tode. 422 all meine Lebenszeit von ihm mir Guts geschehen, das wird im Licht 541. Eigne Melodie. 1. Wer weiß, wie nah. e mir mein En.de! Ach, wie geschwinde und be hen.de 6 der Ewigkeit vor meinen Augen stehen. Phil. Jak. Srener, geb. 1635, † 1705. 1715. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sey für und für und seufze stets in allen Fällen: Herr, wie du willt, so schicks mit mir! Mem Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Tods gefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer diese Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sey vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach, Bater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu hin geht die Beit, her kommt der Tod. fann kommen mei- ne To. des noth! machs nur mit meinem En de gut. zu, darin ich mich fest glaubig winde; das gibt mir die ersehnte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Lauf; daher bist du mir auch gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 10. So fomm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jefu Blut Vom Tode. 423 Gott es füget, ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 11. Ich leb indeß mit dir vergnüget und sterb ohn alles kümmerniß; mir gnüget, wie mein 542. fe 1. Lieb. ster Je su! laß mich nicht, schau auf mich, wenn ich muß kämpfen, wenn der Tod die Glie der bricht, hilf, daß ich ihn möge däm- pfen, Memilie Juliane von SchwarzburgRudolstadt(?), geb. 1637, † 1706. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Grüger.( 1653.) 1658. 4. Süßer Jesu! laß mich nicht, wenn du siehst, ich soll gesegnen; führe mich, du bist mein Licht, laß die Engel mir begegnen, daß fie 543. und durch deinen Kreuzes, tod 2. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn du bist ein Arzt der Schwachen; ja, du hast dich mir verpflicht, daß du willt mich selig machen; meine Kräfte neigen sich, o mein Jesu! stärke mich. 3. Starker Jesu, laß mich nicht, weil ich doch an dir nur hange; mich erschreckt zwar das Gericht, und die Sünde macht mir bange; aber dein Verdienst und Huld decket alle meine Schuld. überwinden alle Noth. mich zur füßen Rub tragen nach dem Himmel zu. 5. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn ohn dich will ich nicht sterben; Niemand, wie dein Mund selbst spricht, kann ohn dich den Himmel erben; darum bleib, ach bleib in mir, daß ich selig sterb in dir. 6. Jesu! laß auch diese nicht, so dann bitter um mich weinen; laß dein gnädig Angesicht ihnen stets mit Trost erscheinen; zeuch fie aus dem Ungemach endlich in den Himmel nach! Zach. Herrmann, geb. 1643,+ 1716. Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. 1. Ich ster- be täg- lich, und mein Leben Wer kann mir einen Bür.gen ge- ben, 1715. eilt immerfort zum Grabe hin. ob ich noch morgen le- bend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt ber; ach, wer nur im- mer fer- tig wär! 424 STAL 2. Gin Mensch, der sich mit Sünden tråget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schleußt Keinen aus; mein Leib ist auch ein Todtenhaus. Vom Tode. 6. Ein einzger Schlag fann alles enden, und Fall und Tod beisammen seyn. Doch schlage nur mit Vaterhänden und schleuß in Christi Tod mich ein, daß, wann der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Herz sich schleußt. Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie si Jesu Blut für mich. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Todten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Seigerschlag an meinen 5 Abschied denken mag. kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. TO 116 A- dan decid 544. dniansdiss663 The 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich. Wenn lauter Thränen mir begegnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich seyn. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Bein, zwar eilig, dennoch selig seyn. Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737 Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Crüger.( 1653.) 1658. 1. Met ne Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Gra.be; nad sdn und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu le- ben ha. be? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wird dich im Tod erfreun; diese wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter nicht dein. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts 3. Nur ein Herz, das Jesum licbt, nur ein ruhiges Gewissen, Vom Tode. das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern 545. 425 nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Christ. Fürcht. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Teschner. 1615. Mel. Balet will ich dir geben 2c. 1. Die auf der Erde wallen, Sie blüb.en auf und fallen, Ver bor. gen ist die Stun. de, doch je de, je de Stunde 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Netter, erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut, wann nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wann meine Kräfte beben, und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! die Sterb- Itchen sind Staub. des To des fich- rer Raub. da Gottes Stimme ruft. $ bringt näh er uns der Gruft. 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Lode rangst. Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden faßt nie ein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank. 426 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott 546. Vom Tode. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Grüger.( 1653.) 1658. zu geben, wann er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Aus dem bayr. Gesangbuche v. 1811. 1. Geht nun bin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns mü- de; von der Er de scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Frie- de, denn mir ruft die süße Ruh 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege felbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wann die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden sind nur Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Land. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauer geht, von den Engeln dro ben zu. fahret wohl, ihr lieben Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig seyn. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Gitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen eiland hab ich funden, und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu Gut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Eraft Moriz Arndt, geb. 1769. 547. Bom Tode. Tod und Begräbniß von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein 26. 1. Du bist zwar mein und blei best mein; wer will mirs au- ders sa gen?, Doch bist du nicht nur mein al- lein; der Herr von ew- gen La. gen dich, o mein Kind, mein Wil. le, 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir; du sollst seyn meines Hauses Bier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 427 der hat das mei ste Recht an dir, der fordert und er hebt von mir 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in mei nem Muth; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr; Gott ist der Bäter Haupt und Ehr, ein Quell, draus Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. Schup. 1641. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn; und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: ach weh! mein Licht verschwindt; Gott spricht: willkomm, du liebes Kind; dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. mein Herz und Wunsches Fül. le. mud Shat 5.O süßer Rath, o schönes Wort, und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann Keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und lie bet, wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den auch du geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. 7. Nun es sey ja! und bleib also: ich will nicht um dich weinen; du lebst und bist von Herzen froh, fichst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh, da leb und bleib nur immerzu; wills Gott, werd ich mit Andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. 428 548. 季 巻 巻 Vom Tode. Mel. Herzlich thut mich 2c. 1. So hab ich ob ge sie get; mein Lauf ist nun vollbracht. 3 S Ich bin gar wohl vergnü get; Was wollt ihr euch betrů. ben? 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, daß fürchtet, der es liebt; den Kummer könnt ihr sparen, drum seyd doch unbetrübt. 3. Ach, Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet seyn; warum ihr jetzo weinet und gar so fläglich thut, das ' st sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. B Ihr aber, meine Lie ben, thut nicht so ång. ftig lich. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Neis hinleget und kommet glücklich an, die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn er schier ein sichern Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. Haßler? 1613. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; zu tau send gu ter Nacht! 1 Stehts doch sehr gut um mich. mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigfeit. Viel besser, wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus jenen Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Siegese pracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 8. Noch neßet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, daß Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab; die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. das Leid und sprecht: Gott hats er Recht, bei ihm steht Tod und Leben; der Mensch ist Gottes Knecht. 10. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand. 549. Gottfr. Wilhelm Sacer, geb. 1635, † 1699. Mel. Es ist genug ze. 168 Ahle. 1662. 429 Daß es sobald geschehen, thut Got1. Beuch hin, meinkind! denn Gott selbst fordert dich aus dieser ar- gen Welt. Ich lei- de zwar, dein Tod be trů bet mich; doch weil es Gott ge- fällt, 2. Beuch hin, mein Kind! der Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg; darum befiehlt er dir, jetzt wieder abzuziehn. Beuch hin! Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß geschehen; zeuch hin, mein Kind! Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung; wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. so un- ter laß ich alles Kla- gen und will mit stil. lem Gei. fste sagen: 3. Beuch hin, mein Kind! im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird fein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Aengsten schweben; dort fannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind! 550.( nds) Beuch hin, mein Kind! 4. 3euch hin, mein Kind! wir folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fort, eb dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind! 5. 3euch hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, du hast im Herren überwunden: zeuch hin, mein Kind! morsonne mann Gottfr. Hoffmann, geb. 1658,+ 1712.0 ald dust si no * Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. adsi a ince motoc duradunt dit Eigne Melodie. di fine and do 1535. 1. Es ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kom- men in feiner großen Herrlich keit, zu richten Bös und From- men. 430 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Dann wird das La- chen werden theur, wann alles wird ver- gehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird n man hören gehn an aller Welte Ende. Darauf bald werden auferstehn all Todten gar behende. Die aber noch das Leben han, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 3 Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden han getrieben; da dann gewißlich Sedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet, und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet. Der wird fürwahr gar kahl bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 551. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd eingezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht; denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezablet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sey, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stchn die Deinen, auf daß ich sammt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage! Den Leuten wird auf Erden bang von wegen vieler Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Uebel. Amen! Barth. Ringwaldt, geb. 1530,+1598. 1599. Eigne Melodie. 1. Wachet auf, ruft uns die Stim- me Mit ter nacht heißt die- se Stunde; Der Wächter sehr hoch auf derZinne; sie ru- fen uns mit hellem Munde: wach auf, du Stadt Jeru sa lem! wo send ihr klu- gen Jung- frau- en? Wohl auf, der Bräutgam kömmt! steht auf, die Lam- pen nehmt! Halle lu, ja! Macht euch bereit . Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 1 ihr müs set ibm entge gen gehn. zu der Hoch- zeit; 2. Zion hört die Wächter fingen; das Herz thut ihr vor Freuden springen; sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden start, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hofianna! Wir folgen all zum Freudensaal das Halleluja für und für. und halten mit das Abendmahl. 552. Eigne Melodie. 0431 3. Gloria ser dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir schwingt es sich i. ber al.= le 2. O schöner Tag und du viel schönste Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Luft, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? Phil. Nicolai, geb. 1556, † 1608. 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wun1. Je- ru- sa- lem, du hoch ge- bau.te Stadt, wollt Gott, ich war in dir; $ Melch. Frank? 1663. mein sehn- lich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. 3 Weit über Berg und Tha le, S weit über bla- ches Feld und eilt aus dieser Welt. derlich die Stätt der Element, fährt auf Eliä Wagen mit großer Engelschaar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. Ehrenburg, sey nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort; wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit 432 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was auf der Erd von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland; Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichytem Strahl. 553. Mel. Dwie selig feyd 2c. € # 1. wie mögen wir doch unser Leben ihrer Lust er.ge: ben, und uns selbst scheiden. Ruh und tausend Freu den? 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren zu den Todten in die Grube fahren? Es wird geschehen, daß ein Jeder seinen Lohn soll schen. 7. Wann dann zuleßt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelflang, mit Instrumenten schön auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang gesungen das große Hime melsheer. Joh. Matth. Menfart, geb. 1590, † 1642. 3. Grüger. 1649. 1 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und der Richter wird vom Himmel kommen, der wird entdecken alles, was wir meinten zu verstecken. 4. O was wird er für ein Urtheil fallen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen, wenn er wird so der Welt und von der Frommen finden, wie wir hie gelebt in lauter Sünden? 5. O Herr Christe, wollest meiner schonen, und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen! Ich will verlassen alle Welt und ihre Lüste hassen. 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren nimmer sich von deinem Wort abkehren. Dein will ich bleiben; keine Welt soll mehr von dir mich treiben. 7. Deine Gnadenthür steht Al Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 433 len offen, die auf dich in diesem deine Wunden, da ich meinen SünLeben hoffen; die ohn dich sterben, den Rath gefunden; dein Kreuz müssen dort mit Leib und Seel und Leiden führet mich zu wahren verderben. Himmelsfreuden. For no 8. Darum schlicß ich mich in 554. Heinrich Albert, geb. 1604, † 1668. Monolog 18 19 心得: Im vorigen Ton. maniam al omst Thränen; habt das schon, wornach! wir uns erst sehnen; euch wird gefungen, was durch Keines Ohr all. hie gedrungen. fed diforisa tid 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 1. O wie selig seyd ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seyd entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. dot 3. Shr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer. Kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle 555. 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen; lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, geb. 1605, † 1659. Grüger. 1653. Eigne Melodie. 1. Ewigkeit, du Donnerwort! DEwig- keit, Beit oh- ne Beit! An fang fon der Ende! nicht, wo ich mich btn- wen- de; DSchwert, das durch die Seele bohrt! Ich weiß vor gro- per Trau- rig- keit mein gang erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gau men klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, daß endlich mit der Zeit nicht fällt, und ganz wird aufgehoben. Die Ewigkeit hat nur kein Ziel; fie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. Tet. m. Not. 3. D Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Bein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 28 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 434 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht; wie strafest du den bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du die lange Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen! Betracht es oft, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verIornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe 556. Eigne Melodie. 1. Al le Menschen müs- sen sterben, al- les Fleisch ver geht wie heu; was da le bet, muß ver.der- ben, soll es an ders wer den neu; Beit; es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag. Wer weiß doch, wann er sterben mag? 6. Ewigkeit, du Donnerwort! Schwert, das durch die Seele bohrt! Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Rist, geb. 1607,+ 1667. Hinge? 1890. dieser Leib der muß ver. we sen, wenn er an ders soll ge ne sen der so großen Herrlich keit, $ 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben: drum fahr ich mit Freud dahin, hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreicinigkeit. die den From- men ist bereit. 4. Da wird seyn das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, stehen da vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen fizet die gezwölfte Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. Jerusalem, du schöne, ach Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in fanfter Ruh! der großen Freud und Wonne! jezund gehet auf die Sonne, jeßund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket 557. 435 diese große Herrlichkeit; jegund werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, geb. 1624, † 1679. Eigne Melodie. Rosenmüller. 1649. 1. Welt, a. de, ich bin dein mu.de, ich will nach dem Himmel zu; da wird seyn der rechte Friede und die stolze See len rub. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lau ter Ei tel feit; in dem Him- mel al le zeit 2. Wenn ich werde dahin kommen, bin ich aller Krankheit los, und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Noth, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Was ist hier die Erdenfreude? Nebel, Dunst und Herzeleid; hier auf dieser schwarzen Haide sind die Laster ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schaar. Heilig, Heilig, Heilig! klinget in dem Frie.de, Ruh und Se lig. feit. Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemint die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Noth, Sorgen und der bittre Tod; in dem Himmel allezeit Friede, Nuh und Seligkeit. 6. Nun es wird dennoch geschehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Noth, Müh und Furcht. 28* 436 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. zulegt der Tod; aber dort ist alle- besprechen mit dem Schönsten für zeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. D, wer nur dahin gelanget, wo jeßund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget, und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Šeligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr? daß ich mich doch mög 558. 1. Jesus, meine Bu ver- ficht Die ses weiß ich; sollt ich nicht Eigne Melodie. und für. Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 2. Jesus, er mein Heiland, lebt. Ich werd auch das Leben schauen, seyn, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 9. Jegt will ich mich fertig mas chen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zerkrachen, es heißt: komme, und nicht: geh. Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei; in dem Himmel allezeit Friede, Nuh und Seligkeit. Joh. Gg. Albinus, geb. 1624,+ 1679. Grüger.( 1653) 1658. # was die lange To des. nacht 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Aschen werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn seyn mög allezeit. und mein Hei- land, ist im Le. ben. da rum mich zu frie- den ge ben, mir auch für Ge. dan fen macht? 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube; Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich Jesum schen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an wird von mir seyn abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät; himmlisch werd ich auferstehen. Hier geh ich natürlich ein; nachmals werd ich geistlich seyn. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 437 gen unter eurem Fuß. 8. Seyd getrost und hocherfreut! wird Schwachheit und Verdruß lieJesus trägt euch, meine Glieder; gebt nicht Statt der Traurigkeit! sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wenn die lett Posaun erklingt, die auch durch die Gräber bringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft; lacht des Todes und der Höllen! denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann 559. Mel. Valet will ich dir ze. Es hat sich auf.ge ma. 1. Er mun tert euch, ihr Frommen, zeigt eu. rer Lam- pen Schein! Der A. bend ist ge fom- men, die fin.stre Nacht bricht ein. " 10. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seyn. 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Sauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichögenossen! der Bräutgam ist nicht weit. Louise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, geb. 1627,+ 1667. Teschner. 1615. S auf! be, tet, ämpft und wa chet, 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Del, und seyd des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel; die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah; begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen; der schönste Frühlingsschein verheißt Erquie dungszeiten; die Abendröthe zeigt chet der Bräu ti gam mit Pracht; S bald ist es mit- ter nacht. den schönen Tag von weiten, davor das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und seyd nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seyd, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren, und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphiren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen; hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Waizenhalmen im Frieden nach Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 438 dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf; geh auf, andg 560. erwünschte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laur. Laurentii, geb. 1660,+ 1722. Mel. Jesu Chrift, meins 2c. 1630. 1. O Sündenmensch, be- denk den Tod, der letzten Stun- de Angst undNoth; f mach dich mit wah- rer Buß bereit, 2. Besißest du die ganze Welt mit höchster Ehr und allem Geld, erfreut es dich ein kleine Zeit und dienet nicht zur Ewigkeit. 3. Erschallt in deinen Ohren nicht: ihr Todten, kommet vor Gericht? Ist doch der jüngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. zu le: ben in der E. wig feit. . Schuld, die wider deine Seele streit: so bist du frei in Ewigkeit. 5. Unzählig ist der Sternen Heer, die Tropfen und der Sand am Meer; doch haben sie Maß, Ziel und Zeit und gleichen nicht der Ewigkeit. 6. Besinn und denke fort und fort, was ewig! für ein Donner4. Wenn du begehrest Gottes wort. Ach, feiner Zeiten Zeit beHuld, so meid der Sünden schwere freit dich von der ewgen Ewigkeit. OTROC 561. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Crüger.( 1653) 1658. 1. Himmel- an gebt un- fre Bahn; wir sind Gå ste nur auf Erden, bis wir dort nach Ka- na. an durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilg ri rims- stand, dro- ben un ser Va ter- land. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem 3weck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich allzeit, wann er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 439 denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 562. Teschner. 1615. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Mel. Valet will ich dir zc. 1. h geb zu deinem Gra- be, du großer weil ich die Hoffnung habe, wie man kann fröhlich ster. ben 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was zu dem Staube kehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl verD. ster. fürft, daß du mir zeigen wirst, und fröhlich auf. er. €auch mit den Himmels er ben ins Land des Lebens gehn. stehn, siegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 440 dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft; da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Delberg zeigen, wo man gen Himmel fährt; da will 563. ich fröhlich steigen, bis daß ich eins gekehrt in Salems Friedenshäuser; da heißts: Halleluja! da trägt man Siegesreiser; ach, wär ich nur schon da! Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. Mel. Unser Herrscher, unser ac. Neander? 1680. 8 1. Jc. ru sa lem, du schö- ne, da man Gott be.stän- dig ehrt. und das himm.li.sche Ge. tone: Heilig, Hei- lig, Hei- lig! hört; 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, ach, wann komm ich doch ein- mal 2. Ach, wie wünsch ich, dich zu schauen, Jesu, liebster Seelenfreund, dort auf deinen Salemsauen, wo man nicht mehr flagt und weint, sondern in dem höchsten Licht schauet Gottes Angesicht! 3. Komm doch, führe mich mit Freuden aus der Fremde hartem Stand; hol mich heim nach vielen Leiden in das rechte Vaterland, wo dein Lebenswasser quillt, das den Durst auf ewig stillt. 4. O der auserwählten Stätte, o der Wohnung voller Zier! Ach, daß ich doch Flügel hätte, mich zu schwingen bald von hier nach der of 915ind 564. Im obigen Lon. 1. Wer sind die vor Gottes wann er seinen Feind geschlagen, Throne? was ist das für eine hingestrecket in den Sand? WelSchaar? träget jeder eine Krone, cher Streit und welcher Krieg hat glänzen wie die Sterne klar; Hal- gezeuget diesen Sieg? leluja fingen all, loben Gott mit hohem Schall. hin zu deiner Bür- ger Zahl? neuerbauten Stadt, welche Gott zur Sonne hat! 5. Soll ich aber länger bleiben auf dem ungestümen Meer, wo mich Sturm und Wellen treiben durch so mancherlei Beschwer, ach, so laß in Kreuz und Pein Hoffnung meinen Anker seyn. 6. Laß dein Angesicht nur winken, so ist Wind und Meer gestillt. Christi Schifflein kann nicht sinken, war das Meer auch noch so wild; obgleich Mast und Segel bricht, läßt doch Gott die Seinen nicht. Nach Friedr. Conrad Hiller, aus dem Württemberger Gesangbuch. 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, daß bestäubet Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. teine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stam mes, der uns Huld und Heil ge bracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es find die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligthum. 565. 441 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet ich zu dir wende, weil ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit; treibe, Herr, die Feinde weit. 9. Hilf mir in dem Kampfe sies gen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Theil sey bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnentnommen, als dein dir getreues lich sind, daß auch ich der Noth Kind dann, genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 11. Welches Wort faßt diese Wonne, wann ich mit der heilgen Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sey dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schend, † 1727. Mel. Wachet auf, ruft zc. 1. Se lig find des Himmels Er. ben, die Todten, die im Her- ren sterben, Nach den legten Ausgen bli den des Todesschlummers folgtEntzücken, zur Auf. er steb.ung ein ge.weiht. To 210 folgt Won ne der Un sterb- lichkeit. 1599. Im Frie den rub.en sie, los von der Erde Müh. Ho.fi. an na! vor Got tes Thron, zu seinem Sohn, begleiten ib. re Werke ic. 442 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sey dir, Versöhner, Jesu Christ! Shr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne seyn. 3. Nicht der Mond, nicht mehr Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 566. f die Sonne scheint uns alsdann; er ist die Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkel, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr, Halleluja! Er fant hinab, wie wir, ins Grab. Er ging zu Gott, wir folgen ihm. Friedr. Gottlieb Klopstod, geb. 1724,+ 1803. in Mel. Es ist gewißlich an ic. 1. Groß wird des Sün- ders E.lend seyn, un end- lich schwer zu tragen. Ach, unter des Ge- wis- sens Pein wird seine See. le za gen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, zur Rechen- schaft ihn for. dert. 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm verschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt, o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich lenkte? wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre kränkte? Gebeugt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, er1535. der Tag des Weltgerichts erschreckt, wählte; nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und selber sein Gewissen spricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist gerechter Richter. 6. Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören, zur Beßrung sey noch immer Zeit, und fern sey noch die Ewigkeit, fern des Gerichtes Strafe. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 7. Sie kömmt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder 567. fe 443 glauben; und leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Behrung rauben. Jetzt noch will Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade! Joh. Christi. Grot, geb. 1733,+ 1800. Grüger. 1653. Mel. D Ewigkeit, du zc. 1. Der unsre Menschbeit an sich nahm, als er uns zu verföhnen kam, nicht fern ist seiner Bu- funft 3eit, in aller feiner Herrlichkeit kommt einst zu richten wieder; steigt Je sus dann her. nie. der; . ener ver nimms, o Welt, und beß- re dich! Der Tag des Schreckens nah, et sich! 2. Warum verzeucht er? fragt der Spott. Wo bleibt der Sünden Rächer, Gott? Hört, Sünder, hörts mit Beben: euch, die ihr frech ihm widerstrebt und in der Bosheit ficher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist euer Maß erfüllt; bald kommt der Richter und vergilt! Himmel zittern, und vor den Nichter hingerückt der Spötter glaubet und erschrickt: od 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit; wo werdet ihr Barmherzigkeit und Gnad und Rettung finden, die ihr der Bosheit Maß noch häuft? Fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden, daß ihr nicht selbst euch einst verflucht und in Verzweiflung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschrickt; es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir, ich bin ein Missethäter! Begnadige, wenn dein Gericht auch mir mein ewig Urtheil spricht, mich, Herr, den Uebertreter! Du, der die Sünder nicht verstößt, du, Jeſu, CARA haft auch mich erlöst! 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wann der Richter droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorne decken; denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich. 4. Wann furchtbar seiner Donner Schall und tönender Posaunen Hall der Erde Grund erschüttern, 7. Tag Gottes, Tag der Ewigund plößlich nun der Bau der feit, du predigst uns den Wath Welt wankt, krachend stürzt, in der Zeit laut mit des Donners Trümmern fällt, wann selbst die Stimme! Neizt, Menschen, nicht 444 durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme; denn schrecklich 568. fe Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. wird der Sünder Pein, und groß der Frommen Wonne seyn! Gottfr. Bened. Funt, geb. 1734, † 1814. Mel. Straf mich nicht zc.( Rosenmüller 1655?) 1694 1. Herr, ich bin dein Eigen- thum, dein ist auch mein Leben; mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs ge ge ben. Bä. ter. lich führst du mich meinem Biel entgegen. 2. Ginst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Beit hier gemißbraucht habe! Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben! daß ich nie thöricht sie außer Augen sebe, nie sie frech verleße. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen. auf des Lebens We gen Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balth. Münter, geb. 1735, † 1793. exe Negister. [ Nach den Nummern der Lieder.] Nr. Ach bleib bei uns, Herr Jesu 314 Befiehl du deine Wege 21 405 Ach bleib mit deiner Gnade.... Ach Gott des Himmels, lasse 28 Ach Gott, erhör mein Seufzen... 408 Ach Gott, gib du uns deine... 22 Ach Gott und Herr, wie groß. ... 338 Ach Gott, verlaß mich nicht..... 24 Ach, Gott vom Himmel. 301 Ach Gott, wie manches Ach, Herre, du gerechter Gott... 506 Ach wie flüchtig, ach wie nichtig. 534 Ach, wie heilig ist der Ort...... 173 Ach, wir armen Sünder Ach, wundergroßer Siegesheld... 140 Allein Gott in der Höh......... 161 Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 337 Alle Menschen müssen sterben ... 556 Alles ist an Gottes Segen 260 Als Jesus an dem Kreuze 106 Am Kreuz erblaßt.... 110 91 ... ........ ....... ..... ...... 52 32 Au dir allein, an dir hab. Auf, auf, ihr meine Lieder. 443 Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Herz.. Auf, Christen, laßt uns unfern.. 277 Auf, Christenmensch! auf, auf... 371 Auf Christi Himmelfahrt allein... 139 Auf diesen Tag bedenken wir... 136 Auferstehn, ja auferstehn.. 230 Auf Gott und nicht auf..... Auf, ihr Heiden, lobet Auf meinen lieben Gott........ 406 Ans Gnaden soll ich selig.. 364 Aus meines Herzens Grunde... 432 Aus tiefer Noth laßt uns....... 175 Aus tiefer Roth schrei ich... ....... 174 399 331 ...... ..... ..... .......... ........ ... ....... Nr. 409 Bei dir, Jesu, will ich bleiben... 211 Bescher uns, Herr, das täglich... 458 Beschränkt, ihr Weisen dieser. ... 356 Beschwertes Serz, leg ab...... 34 Bet- Gemeine, heilge dich. Bleib ja bei mir... 29 ....... 42 Bringt her dem Herren Lob..... 10 Christe, du Beistand beiner..... 317 Christe, du bist der helle Tag.... 463 Christe, du Lamm Gottes. 187 Christen erwarten in allerlei.... 505 Chrift fubr gen Himmel......... 135 Christi Blut und Gerechtigkeit...276 Christ ist erstanden...... 115 Chrift lag in Todesbanden..... 117 Chrift, unser Herr, zum...... ..182 Christus der ist mein Leben..... 529 Christus ist erstanden........ 118 Jadiporat mani 206 ******** 346 Danket, danket Gott mit ..... ...... .... Das alte Jahr ist nun daben... 74 te Jahr verg Das alte Jahr vergangen 73 Das liebe neue Sahr geht an... 72 Das walte Gott, der helfen.. 449 Das walt Gott Bater und Gott 433 Deines Gottes freue dich ....... 367 Dein Wort, o Herr, bringt...... 324 Dein Wort, o Höchster, ist...... 310 Dennoch bleib ich stets an...... 421 Der Abend kommt, die Sonne.. 481 Der du, Herr Jesu, Ruh und. 113 Der du kannst nichts, als gütig. 499 Der du uns als Vater liebest... 160 Der Glaube macht allein 350 Der Glaub ist eine Zuversicht... 235 ... ....... T 446 Register. ... Ss Der Herr, der aller Enden 247 Der Herr ist Gott und keiner..... 248 2 Der Herr ist mein getreuer....... 264 Der Hölle Pforten find......... 124 Der lieben Sonne Licht und.... 475 se Der Sabbath ist vergangen...... 489 Der Tag ist bin, mein Geist...... 479 80 Der Tag mit seinem Lichte. ...... 469 00 Der Thron der Weltbeherrscher... 181 26 Der unsre Menschheit an........ 567 TeDich Jesum, laß ich ewig nicht 296 28 Die auf der Erde wallen......... 545 80 Die Christen gehn von Drt....... 228 e Die Feinde deines Kreuzes........ 326 To Die güldne Sonne, voll Freud.. 439 Die belle Sonn leucht. .......... 431 Die Herrlichkeit der Erden 537 Die Himmel rühmen Die Macht der Wahrheit........ 330 Die Nacht ist kommen, drin...... 464 8 Die Nacht nunmehr vergangen... 454 GoDieß ist der Tag, den Gott....... 71 68 800 Dieß ist die Nacht, da mir....... 468 Die Soun hat sich mit ihrem 2 Dieß sind die heilgen zehn at Die Sünden sind vergeben Dir, dir, Jehova, will ich Dir, höchster Herr und König Dreieinigkeit, der Gottheit. ....... 167 Du bist in die Welt gekommen. 271 Du bist zwar mein und bleibest.. ... 547 Du dreimal großer Gott......... 165 Du großer Schmerzenmann..... 95 Du, Herr, bist meine Zuversicht... 263 Du Herr der Seraphinen........ 255 Du, meine Seele, singe Durch Adams Fall Durch Trauern und durch 77 Du unerforschlichs Meer der..... 186 Du Vater deiner Menschenkinder.. 379 Du wesentliches Wort........... 270 826 180 249 266 .... ............ ..... Pr. 1 258 ....... ... ........ Rr. Edler Geist im Himmelsthrone.. 300 Ein feste Burg ... 170 Ein Jahr der Sterblichkeit Ein Jahr geht nach dem Ein Lämmlein geht und trägt Ein reines Herz, Herr Eins ist noth; ach Herr i, wie so sanft entschliefest Erhalt uns, Herr, bei. Erhebe dich, o meine Seel.... Erinnre dich, mein Geist Ermuntert euch, ihr Frommen..../ 559 Ermuntre dich, mein schwacher Erneure mich, v ewges Licht...... 298 Erschienen ist der herrlich Es fäbret heute Gottes Es hat der Herr zu allen... Es ist das Heil uns ........ 65 120 138 222 267 538 ..... 550 .... 393 ....... ........ Gs ist genug, so nimm Es ist gewißlich an der Zeit Es ist nicht schwer, ein Christ Es ist vollbracht! Er ist Es ist vollbracht, Gott Lob Es fustet viel, ein Christ Es woll uns Gott genädig.. ....... 302 Ewig, ewig bin ich dein 362 26 Fahre fort, fahre fort, Zion .... .......... ...... ... ....... 107 536 392 328 209 320 Fang dein Werk mit 494 Freu dich sehr, v meine 530 Freuet euch, ihr Christen. 66 Freuet euch, ihr Gottes Kinder.. 85 62 Fröhlich soll mein Herze Früh morgens, da die Sonn.... 122 Für alle Güte sey Gedenke mein 484 27 Geht hin, ihr gläubigen. 244 299 Geht nun hin und grabt mein.. 546 Geist vom Vater und vom...... Gekreuzigter, zu deinen Füßen.. 430 166 Geløbet sey der Herr, mein Gelobet seyft du, Jesu, Christ.... 57 ......... .... ...... 79 80 98 372 288 227 313 447 130 .... ........ Nr. 261 Gelobt sey Gott im höchsten.... 119 Gib dich zufrieden und sey stille.. 410 Gott, deine Gnade bringt uns.. 366 Gott, deine Güte reicht so weit.. 30 Gott, den ich als Liebe tenne... 508 Gott, der Bater, wohn uns... 163 Gott der wirds wohl machen. Gott des Himmels und der... 437 Gott, dir gefällt fein....... 349 Gott, du Licht, das ewig 446 Gott, durch dessen Wort.... 253 Gottes Sohn ist kommen 60 Gottes und Marien Sohn...... 269 Gott fähret auf gen Himmel.... 141 Gott, gib einen milden Regen. 156 Gott ist gegenwärtig; lasset Gott ist mein Hort 242 ... 309 246 Gott ist mein Lied 418 Gott ist und bleibt getreu...... 426 Gott lebet noch..... Gott Lob! Der Tag ist nun.... 473 Gott Lob! die Woch ist auch. .... 486 Gott Lob! ein neues Kirchenjahr.. 56 Gott Lob! Ein Schritt zur...... 478 Gott Lob! ich bin aufs Neu.... 205 Gott Lob! Nun ist die Nacht.... 451 Gott Lob! Nun ist erschollen.... 502 Gott, mein einziges Vertrauen.. 391 Gott ruft der Sonn und...... 81 Gott sey Dank durch alle Welt.. 45 Gott sey geløbet und gebenedeiet.. 202 Gott sorgt für dich, was...... 414 Gott Vater, höre unsre Bitt.... 183 Gott Vater, sende deinen Geist.. 297 Gott versiegle nun das Wort... 43 Gott, vor dessen Angeschte 243 Gott wills machen, daß die..... 424 Großer Gott von alten Zeiten. 33 Großer Immanuel, schaue von.. 321 Großer Mittler, der zur......... 272 Groß wird der Sünder Elend... 566 ........ Register. ...... 01447 Nr. 196 Halleluja, jaucht, ihr Chöre.... 132 Halleluja! Lob, Preis und.... 169 halt im Gedächtniß...... Heiland, deine Menschenliebe.... 274 Herr Christe, treuer Heiland.... 92 Herr, deine Allmacht reicht...... 252 Herr, deine Rechte und Gebot... 384 Serr, dein Wort, die edle....... 308 Herr, der du als ein stilles..... 200 Herr, der du deinen Namen... 82 Herr, der du in der Höhe....... 347 Herr, der du mir das Leben..... 485 Herr, der du vormals hast...... 503 Herr, du haft für alle Sünder... 195 Herr, du wollst uns vorbereiten.. 201 Herr, es ist von meinem Leben.. 477 Herr Gott, der du den Ehestand.. 221 Herr Gott, dich loben wir....... 1 Herr Gott, dich loben wir, regier.. 504 Herr Gott, du bist von Ewigkeit.. 251 Herr Gott, nun schleuß den... Herr Gott, Vater im. 528 ... 460 Herr, ich bin dein Eigenthum ... 568 Herr, ich bitte dich, erwähle..... 498 Herr Jesu Christ, dein theures.. 354 Herr. Jesu Chrift, dich zu uns.. 36 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, - sich doch Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, - wir fommen 191 Herr Jesu Christe, Gottes Sohn. 46 Herr Jesu Christe, mein getreuer.. 193 Herr Jesu Christ, wahr Mensch.. 518 Herr Jesu, deine Angst und Pein.. 102 Herr Jesu, der du selbst von.... 219 Herr Jesu, Gnadensonne........ Herr Jesu, Licht der Heiden Herr, mein Licht, erleuchte. Herr, mein Bersöhner, der du 400 Herr, nun laß in Friede... Herr, öffne mir die Herzensthür.. 37 25 89 311 531 ...... .. ...... 212 448 Nr. ..... Herr, ohne Glauben tann...... 237 berr, stärke meinen schwachen 380 Herr, stärke mich, dein Leiden 109 Herr, unser Gott, laß nicht. 513 Herr, von unendlichem... 275 Herr, vor deinem Angesicht... 41 Herr, wie du willst, so schicks..... 521 Herr, wie sind noch viel 333 Herr Bebaoth, dein heilges. 305 Herzlich lieb hab ich dich. 18 Herzlich thut mich verlangen 524 Herzliebster Jesu, was hast.. 93 Heut triumphiret Gottes........ 121 Hilf, Helfer, hilf, du kannst...... 428 Hilf, Helfer, hilf in Angst.. ....... 404 Hilf, Herr Jesu! laß gelingen 76 Himmelan geht unsre Bahn. 561 Hinunter ist der Sonnenschein.. 465 Hirte deiner Schafe.. 480 348 Höchster, denk ich an Höchster Gott, durch deinen 452 Höchster Tröster, fomm... .......... 159 Hosianna Davids Sohne 51 Hosianna! Davids Sohn kommt.. 53 Hüter, wird die Nacht der...... 453 Jauchzet Gott in allen Landen.. 128 Jauchzet, ihr Himmel. 69 Ich armer Mensch doch gar..... 527 Ich armer Mensch, ich 215 Ich bin bei Gott in Gnaden.... 351 Ich bin ein Gaft auf Erden.... 533 Ich bin getauft auf deinen...... 208 Ich bin ja, Herr, in deiner 532 Ich bin im Himmel... 359 Ich danke dir für deinen Tod... 103 435 217 Ich danke dir, o Gott, in Ich erhebe mein Gemüthe.. Ich freue mich, mein Gott...... 355 Ich geh zu deinem Grabe Ich glaube, daß die Heiligen Ich habe nun den Grund ...... 562 ... ... ..... .......... ........ ...... ........ ........ ... ... ...... ....... Register. ......... ..... ....... ....... ...... 323 357 Nr ..... 509 ..... 525 199 31 417 322 17 278 6 543. ...... ........ 259 293 283 344 Ich hab in Gottes Herz und 411 Ich hab in guten Stunden Ich hab mich Gott ergeben. Ich komme, Herr, und suche Ich komme vor dein Angesicht.. Ich lasse Gott in allem 3ch lobe dich von ganzer 3ch ruf zu dir, Herr Jesu. Ich schäme mich des Heilands Ich finge dir mit Herz und Ich sterbe täglich... Sch und mein Haus wir sind Ich weiß an wen ich gläube. 236 Ich weiß, an wen mein Glaub.. 239 Ich weiß, mein Gott, daß. Ich weiß von keinem andern.... 358 Ich will dich immer treuer Ich will dich lieben, meine Ich will von meiner Missethat.. Je größer Kreuz, je näher Jehova, Jehova, Jehova Jerusalem, du hochgebaute Jefata, dem Propheten, das Jesu, bittend kommen wir Sesu, deiner zu gedenken Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der du meine Seele Jesu, der du wollen büßen. 105 Jesu, geh voran....... Jesu, großer Wunderstern Jesu, hilf siegen, du Fürste.. Jesu, meine Freude.... Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Lebens Leben Jesus Christus herrscht als Jesus Christus, unser der den Tod Jesus Christus, unser Heiland, ...... 422 14 ...... 552 ..... 162 334 294 9-1 343 223 86 377 282 285 der von uns Jesus ist mein Leben Jesus lebt mit ihm auch ich .... ...... .... ..... ... 495 ..... 2-..... ...... ........ ..... ..... ...... ..... ...... ..... ....... 97 ...... 144 ..... Heiland, .... .... 116 190 295 131 Nr. Jesus, meine Zuversicht. 558 Jesus nimmt die Sünder an.... 216 Jesus foll die Losung seyn.. 78 64 ..... 16 Ihr Christen außerkoren Ihr Eltern, gute Nacht Immanuel! der Herr ist hier In allen meinen Thaten In Christi Wunden schlaf ich In dich hab ich gehoffet..... In dieser Morgenstund will... 436 It Gott für mich..... 352 Komm auf uns, o Geist des.... 161. Komm, Gott Schöpfer, heiliger 147 Komm, heilger Geist, o Schöpfer. 146 Komm, heilger Geist, Herre... ...... 148 Komm, o komm, du Geist des.... 155 Kommst du, kommst du, Licht.... 47 Kommt her, ihr Christen, voller.. 172 Kommt und laßt euch Jesum. 385 König, dem kein König........ 273 Lasset mich mit Freuden sprechen. 184 Lasset uns mit Jefu ziehen...... 389 Laß mich dein seyn und 19 Laß, Vater, deinen guten Geist.. 368 Liebe, die du mich zum Bilde.... 284 Liebster Jesn, laß mich nicht..... 542 Liebster Jésu, wir sind hier, deinem Worte... ....... Mein Auge wacht....... Mein bester Trost in diesem Mein erst Gefüht sey..... Meine Lebenszeit verstreicht Meine Seel ist stille. 419 281 Meinen Jesum laß ich nicht Mein Gott, nun ist es wieder ... 444 Mein Heiland nimmt die........ 363 ... 420 198 218 515 442 ...... 512 Mein Herz, gib dich zufrieden Mein Jesu, der du vor dem Mein Jesus ist ein Freund Merk, Seele, dir das große...... 395 Mir ist Erbarmung widerfahren. 360 Mir nach, spricht Christus...... .... 370 Mit Ernst, o Menschenkinder.... 50 Mit Fried und Freud ich fahr... 88 Mit meinem Gott geh ich ....... 472 Mitten wir im Leben Morgenglanz der Ewigkeit Nimm von uns, Herr, du Nun bitten wir den heilgen 149 Nun bricht die finstre Nacht Nun bringen wir den Leib. 229 Nun danket alle Gott Nun danket all und bringet Nun freut euch, Gottes Kinder. 137 Nun freut euch, lieben Christen.. 265 ... 185 Nun, Gott Lob! es ist.... Liebster Jesu, wir sind hier, dich Nun jauchzet all, ihr Frommen.. 49 und. Run kommt das neue.......... Nun laßt uns den Leib Nun last uns gehn und Nun laßt uns Gott, dem Nun lob, mein Seel, den Nun preiset alle 488 3 40 55 225 75 ........ 457 2 Nun ruhen alle Wälder. Nun sich der Tag geendet hat.. ...... 470 476 Nun sich der Tag geendet, mein. 482 Nun sich die Nacht geendet hat.. 448 44 daß ich tausend Bungen 240 D du allersüßte Freude. 29 11 ......... 153 .... .... .... .... ...... Register. ...... 231 70 ..... 39 Liebster Vater, soll es seyn...... 539 Lobe den Herren, den mächtigen. 8 Lobe den Herren, o meine..... 13 Lobet den Herren alle, die ihn... 440 Lobt den Höchsten, Jesus lebet.. 133 Lobt Gott, ihr Christen, alle..... 61 Mache dich, mein Geist, bereit.. 375 Mach, Herr, Ein Herz 224 Machs mit mir, Gott, nach..... 526 Macht hoch die Thür Man lobt dich in der Stille.. 257 519 . Nr. 483 402 456 ... 544 ..... 449 .... ...... ...... ..... ...... ........ ..... .......... ......... 450 Nr. D du Liebe meiner Liebe....... .... 104 D Durchbrecher aller Bande..... 374 D du Schöpfer aller Dinge 214 D Ewigkeit, du Donnerwort..... 555 D frommer Gott, ich danke...... 497 D frommer und getreuer Gott 510 O Gott, der du das Firmament. 507 D Gott, du frommer Gott....... 20 D Gett, du höchster Gnadenhort. 38 D Gottes Sohn, Herr Jesu.... 234 D Gott, von dem wir alles 178 D Haupt voll Blut und........ 100 D heilger Geist, du ewger.. 150 D heilger Geist, fehr bei uns.... 154 D hellige Dreieinigkeit. .......... 500 D heilige Dreifaltigkeit 434 D heiliger Geist, o heiliger.. 151 D Herre Gott, dein.......... 303 O bilf, Christe, Gottes Sohn.... 90 D Jerusalem, du schöne...... 563 D Jesu Christe, wahres Licht.. 329 D Jesu Christ, meins Lebens D Jesu, du mein Bräutigam. 522 192 327 455 O Jesu, Herr der Herrlichkeit.... 220 D Jesu, Licht und Heil der D Jesu, meines Lebens Licht D Jesu, meine Bonne... ......... 204 O Jesu, süßes Licht............ 450 D Jesu, treuster Hetland mein... 466 D Jesu, voller Kraft.. ............ 342 D König aller Ehren 83 D Lamm Gottes unschuldig ..... 189 462 D Mensch, bedenk zu dieser. 517 D felges Licht, Dreifaltigkeit D Sündenmensch, bedenk..... ........ 560 D Tud, wo ist dein Stachel. 123 D Traurigkeit, o Herzeleid....... 112 O Vater der Barmherzigkeit, der 319 D Vater der Barmherzigkeit, ich. 341 Welt, ich muß dich lassen..... 516 D Welt, fieb hier dein Leben.... 99 .. ..... ...... ...... ...... .... ......... ..... Register. ..... Nr Dwie mögen wir doch unser.... 553 D wie selig seyd ihr doch, ihr O wie selig find die Seelen. Ringe recht.... 554 ..... 290 ..... 378 Ruhet wobl, ihr Todtenbeine 226 Rüstet euch, ihr Christenleute... 376 Schaffe in mir, Gott, ein... ....... 188 Schaffet, schaffet, Menschenkinder. 373 Schaff in mir, Gott, ein reines.. 345 Schmücke dich, o liebe Seele..... 194 Schmückt das Fest mit Maien 158 Schußgott, dessen starke Rechte... 256 Schwing dich auf zu deinem..... 353 Seele, du mußt munter Seele, geh auf Golgatha.. Seelenbräutigam Seele, sey zufrieden.. Seele, was ermüdst du dich.. Seele, wenn du stets willst.. Selig sind des Himmels..... Sey getreu bis an das Ende Sey Gott getreu....... 445 ....... 108 286 423 291 396 565 ... 388 369 143 Sey Lob und Ehr dem höchsten. 9 Gey mir tausendmal gegrüßet... 101 Sey stille, müdgequältes Herz.... 429 Siegesfürst und Ehrenkönig. Sieh, dein König kommt zu Sich, wie lieblich und wie So führst du doch recht selig So hab ich obgesieget 54 394 .... 262 548 So hoff ich denn mit 238 ...... So Jemand spricht: ich liebe 397 So ist die Woche nun 487 So fomm, geliebte Todesstund.. 540 Sollt es gleich bisweilen. ... 415 Got ich aus Furcht vor........ 307 Sollt ich jetzt noch, da mir 401 Gout f meinem Gott nicht.. 7 ge doch für meine Kinder.... 496 So rubeft du, o meine Ruh. So wahr ich lebe, spricht..... ... 114 ...... 339 ........ ... .... ... ...... .... Register. 523 15 Nr. Speis uns, Bater, deine Kinder. 461 Straf mich nicht in deinem Born 176 280 Such, wer da will Thut mir auf die schöne Pforte. 35 Treuer Wächter Israel........... 514 Ueberwinder, nimm die Balmen. 129 Unsre müden Augenlieder...... 474 Unumschränkte Liebe, gönne..... 241 Balet will ich dir geben. Bater unser im Himmelreich... Bergib uns, lieber Herre Gott... 23 Berlaß mich nicht, bis ich erkalte. 365 Verleih uns Frieden gnädiglich.. 501 Versuchet euch doch selbst... 390 Verzage nicht, du Häuflein..... ...... 316 Vom Himmel hoch da komm ich. 58 Vom Himmel kam der Engel.... 59 Von des Himmels Thron....... 210 Bon Gott will ich nicht lassen... 382 Vor deinen Thron tret ich 438 Vor G'richt, Herr Jesu, steh ich.. 213 Bach auf, du Geist der ersten.. 332 Wach auf, mein Herz, die Nacht. 126 Wach auf, mein Herz, und Wachet auf, ruft uns die Wär Gott nicht mit uns Warum sollt ich mich denn.... Was Gott thut, das ist wohlge. than, es bleibt..... Was Gott thut, das ist wohlge. than, so denken......... 179 Was ists, daß ich mich quäle.... 427 Was mein Gott will, das g'scheh. 403 Was willt du dich betrüben ....... 441 551 312 ...... 412 407 ............ ........ ....... ........ ..... .... 416 ......... Weicht, ihr Berge, fallt 361 Welt, ade, ich bin dein müde.... 557 Wenn Christus seine Kirche 325 Wenn dein herzliebster ohn.... 268 Wenn ich, o Schöpfer, deine..... 254 Wenn kleine Himmelserben...... 232 Wenn meine Sünd mich fränken. 96 ..... 451 Rr. ......... 520 Wenn mein Stündlein.... Wenn wir in höchsten Nöthen... 511 84 Werde Licht, du Stadt der Werde munter, mein Gemüthe... 471 Wer den Ehstand will erwählen. 492 Wer Gottes Wort nicht hält..... 398 Wer Gott vertraut, hat.. ........ 383 Wer ist wohl wie du...... 289 Wer nur den lieben Gott läßt... 413 Wer recht die Pfingsten feiern... 157 564 Wer sind die vor Gottes........ Wer weiß, wie nahe mir mein... 541 Wie fleucht dahin der Menschen. 535 Wie Gott mich führt, so will.... Wie groß ist des Allmächtgen. Wie groß, wie angebetet ist.... Wie heilig ist die Stätte hier Wie herrlich ists, ein Schäflein.. 292 87 Wie herrlich strahlt der 425 245 335 197 Wie schön ists doch, Herr Jesu... 491 Wie schön leucht uns der........ 279 Wie soll ich dich empfangen Wie wohl hast du gelabet.. Wie wohl ist mir, o Freund..... 287 Willkommen, held im Streite.... 127 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, 48 203 ...... ..... ..... ....... 111 daß du für nns Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser........ Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, 467 .... 125 459 daß du vom Wir danken Gott für seine.... Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer. ....... Wir glauben all an Einen Gott, 233 Bater. 168 304 ...... 207 Wir liegen hier zu deinen Füßen 177 Wir Menschen sind zu dem.... Wir nahen uns, e Gottes..... Wir find vereint, Herr Jesu..... 336 63 Wir fingen dir, Immanuel...... 29* 452 Register. Nr. Wo Gott, der Herr, nicht bei 171 Wunderbarer König..... Wohl dem, der den Herren... 386 Wohl dem, der Jesum liebet..... 306 Wohl dem, der in Gotts Furchte. 490 Wohl dem Menschen, der nicht.. 387 Wohl einem Haus, wo Jesus... 493 Womit soll ich dich wohl. 12 Wo soll ich fliehen hin.. Wunderbarer Gnadenthron. ........ ...... 340 67 Rr. 250 549 3euch ein zu meinen Thoren.... 152 3euch hin, mein Kind... 3euch uns nach dir 3ion, gib dich nur zufrieden.. 3ion flagt mit Angst und 3um Himmel bist du.... 142 .... 318 315 145 3ween der Jünger gehn mit..... 134 381 Zwei Ding, o Herr, bitt ich.. .... ..... Anhang kurzer Gebete, welche sämmtlich aus Habermanns Gebetbuch genommen find, mit Ausnahme des Reisegebetes und der den Sterbenden in den letzten Zügen vorzusprechenden Gebete. Morgensegen am Sonntag. Herr, himmlischer Bater, ewiger Gott, gebenedeiet fey deine göttliche Kraft und Allmächtigkeit, gelobet sey deine grundlose Güte und Barmherzigkeit, gepreiset sey deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser ge fährlichen Nacht mit deiner Hand bedecket und unter dem Schatten deiner Flügel haft sicher ruhen und schlafen lassen, auch vor dem bösen Feind und allen seinen heimlichen Listen und Zücken bewahret und ganz väterlich beschirmet. Darum lobe ich dich um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern thuft, und will dich bei der Gemeine preisen; dein Lob soll allweg in meinem Munde seyn, meine Seele soll allzeit dich, meinen Herrn, rühmen und was in mir ist, deinen heiligen Namen preisen, und will nimmermehr vergessen alles, was du mir Gutes gethan hast. So laß nun dir gefallen das Lobopfer aus meinem Munde, welches ich dir des Morgens früh in Einfältigkeit meines Herzens bringe. Ich rufe zu dir von ganzem Gemüth, du wollest mich heute diesen Tag auch behüten vor aller Gefahr Leibes und der Seelen und deinen lieben Engeln über mir Befehl thun, daß fie mich behüten auf allen meinen Wegen. Ümgib mich zuringst mit deinem Schilde und führe mich auf dem Steig deiner Gebote, daß ich unsträflich wandele in deinem Dienst, wie die Kinder des Tages, zu deinem Wohlgefallen. Wehre dem bösen Feind und allen Aergernissen dieser Welt, darzu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht, von ihnen überwältiget, etwan gröblich wider dich handele und dich mit meinen Sünden erzürne. Regiere du mich mit deinem heiligen Geist, daß ich nichts vornehme, thue, rede oder gedenke, denn allein was dir gefällig und zu Ehren deiner göttlichen Majestät gereichet. Siehe, mein Gott, ich übergebe und opfere dir mich heut ganz und gar eigen in deinen Willen, mit Leib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften, innerlich und äußerlich. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und wohlgefällig sey, damit ich dir einen vernünftigen und angenehmen Gottesdienst leiste. Darum, du heiliger Bater, allmächtiger Gott, laß mich dein Eigenthum seyn, regiere mein Herz, Seel und Gemüth, daß ich nichts, denn dich, wisse und verstehe. Herr, früh wolleft du meine Stimme hören, früh will ich mich zu dir schicken und darauf merken, früh will ich dich loben und des Abends nicht auf hören, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Abendsegen am Sonntag. Ewiger Gott, barmherziger Vater, ich hebe meine Hände auf zu dir, wie ein Abendopfer, und sage dir von Herzen Lob, Preis und Dank, daß du mich diesen Tag und die ganze Zeit meines Lebens vor allem Uebel und Unfall durch den Schuß deiner lieben Engel wider den bösen Feind gnädiglich beschirmet hast. Ich bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich heute diese Nacht ferner mit deinen heiligen Engeln umgeben, daß fie fich zuringst um mich lagern und eine Wagenburg um mich schlagen, auf daß ich des bösen Feindes Fallstrick und arger List möge entfliehen. Laß mich, dein armes Geschöpf, deiner Güte und Barmherzigkeit 454 Morgensegen am Montag. befohlen seyn. Schüße mich mit deinem ausgestreckten Arm; denn von Heizer begehre ich dein des Nachts, dazu mit meinem Geist in mir wache ich allezeit zu dir. Ich harre deiner Güte, und meine Seele hoffet auf dich, lebendiger Gott; denn du bist meine Zuflucht und treuer Heiland. Siehe, Herr, wir schlafen oder machen, so find wir dein; wir leben oder sterben, so bist du ja unser Gott, der uns geschaffen hat. Darum schreie ich zu dir: laß deine Gnade nicht fern von mir seyn, beschirme mich mit deinem Schild. Erhalte mich, daß ich geruhiglich liege und sanft einschlafe und gesund wieder erwache. Decke mich in deiner Hütten zur bösen Beit, verbirg mich heimlich in deinem Gezelt und erhöhe mich auf einen Felsen, so werd ich mir nicht grauen lassen; und ob ich schon wanderte im finstern Thal, werde ich tein Unglück fürchten; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. So verleihe mir nun deine Gnade, daß mein Leib schlafe, die Seele aber allzeit zu dir wache, und daß ich dich stets in meinem Herzen habe, und du nimmermehr aus meinem Gemüthe fommest, auf daß mich die Stacht der Sünden nicht überfalle. Bewahre mich vor bösen, schändlichen Träumen, vor unruhigem Wachen und unnüßen Sorgen, vor argen, schweren Gedanken und vor aller Qual. Siehe, mein Gott und Herr, in deinen gnädigen Schuß befehl ich dir mein Leib und Seele( meine liebe Eltern, Geschwister) und Alle, die mit mir Blutfreundschaft oder sonsten verwandt find. Du getreuer Gott und Vater, du haft uns ge. macht, wir sind deiner Hände Wert und Schafe deiner Weide. Laß dirs ge fallen, Herr, daß du uns errettest, wende deine Barmherzigkeit nicht von uns, laß deine Güte und Treue allweg uns behüten. Darum bedecke uns in dieser Nacht mit deiner Büte, umfabe uns mit deiner Gnade auf allen Seiten, un. terlege uns mit deiner Barmherzigkeit, daß wir an Seel und Leib behütet werden. Amen! Morgensegen am Montag. Ddu unsterblicher, gütiger und barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jefu Chrifti, dieweil du deinem Bolt im Geseß geboten haft, dir alle Morgen ein Brandorfer zu thun, dich damit zu loben und dir zu danken für deinen gnädigen Schuß. so bringe ich dir jetzt auch das Lobopfer, das ist, die Frucht meiner Lippen und preise deinen beiligen Namen, daß du mich durch deine große Gnade und Barmherzigkeit heut diese Nacht vor allem Uebel und Scha den an Leib und Seele behütet und wider meinen Widersacher, den bösen Feind, ganz väterlich erhalten hast. Denn wo du nicht mein Schild und Bei stand wäreft gewesen, so hätte mich unzähliges Unglück verderbet, daß ich nicht gesund hätte mögen aufsteben. Darum danke ich dir jest billig für deine anadige Beschügung. Weiter schreie ich zu dir aus Grund meines Herzens, und mein Gebet tommt früb vor dich, früh suche ich dich und bitte, du wollest mich mit allem, was mir zuständig ist, beut ferner behüten vor der List und Gewalt des Teufels, vor Sünden, Schanden und allem Uebel. Komme du mir zuvor in dieser Frühstunde mit deiner Gnade, sintemal ich obne dich nichts vermag, und hilf, daß ich an diesem Tage alle meine Werk in deinem Namen chriftlich anfahe und seliglich vollführe zu Ehren deiner göttlichen Majestät und zu Nug meines Nächsten. Bewahre meine Seele, Verstand, Vernunft, Sinne und Gedanken, all mein Thun und Lassen, daß der leidige Teufel mir nicht fönne schaden. Beschüße mich vor der Seuche, die im Mittag verderbet; bebute mich vor allen meinen Feinden, sichtbaren und unsichtbaren, daß sie mich mit ihren Listen und Zücken, mit all ihrer Gewalt und Bosheit, beimlich und öffent lich nicht können verlegen noch beschädigen. Herr Gott Vater und Herr meines Lebens, behüte mich auch vor unzuchtigem Gesichte, und wende von mir alle böse Lüfte. Laß mich nicht in Schlemmer und Unfeuschheit gerathen und behüte mich vor unverschämten Herzen. Hilf, daß ich durch deine Gnade das Aug, so mich ärgern will, ausreiße und von mir werfe durch Ablegung böser Abendsegen am Montag. Morgensegen am Dienstag. 455 und unreiner Begierden des Herzens. Nimm von mir hinweg alles, was dir mißfällt und mir schädlich ist; gib mir, was dir wohlgefällt und mir nüßlich ist, auf daß ich dir in wahrem Glauben diene. Siehe mich an, du Heiland aller Welt, mit den Augen deiner Barmherzigkeit und erleuchte mein Herz und Augen, daß ich wandele in dem Glanz deiner Gnaden, so über mir aufgehet, auf daß ich dich, das ewige Licht, nimmermehr verliere. Amen! - Abendsegen am Montag. du starker, lebendiger Gott, Bater unsers Herrn Jesu Chrifti, ich banke dir, daß du mich heute diesen Tag durch deinen göttlichen Schuß vor allem Schaden und Gefahr gnädiglich behütet bast, daß ich nicht bin kommen in Feuersnoth, daß mich Wasserfluthen nicht ersäuft haben, daß ich nicht bin gefallen in die Schärfe des Schwerts, daß mich die Feinde nicht ermordet und böse Leute nicht beschädigt haben, in Summa, daß ich nicht kommen bin in Gefährlichkeit Leibes und Lebens; das alles habe ich allein deiner Barmherzigkeit zu danken, der du mich auf allen meinen Wegen und Stegen behütest. Jch bitte nun ferner, du wollefst mir vergeben alle meine Sünde, die ich wider dich gethan habe, und mich sammt Allen, so mir verwandt sind und zugehören, beut diese Nacht und die ganze Zeit unsers Lebens auch gnädiglich bewahren vor aller Angst und Beschwerniß, vor des Teufels List und Geschwindigkeit, damit er uns Tag und Nacht gedenket zu bestricken. Behüte uns auch vor der schädlichen Bestilenz, die im Finstern schleichet; bewahre uns vor dem Strick des Feindes. Errette uns, daß wir nicht kommen in das Nez des Jägers, so unserer Seelen nachstehet. Beschüße uns auch vor schweren Sichtungen und Gebrechen, vor Furcht und Schrecken des Feindes, vor allem Uebel Leibes und der Seelen; denn du bist mein gewaltiger Schuß, meine große Stärke, mein Schirm wider alle Pfeile des Satans, mein Licht in Finsterniß und Schatten des Todes. Du bist unsre feste Burg, unser Wehr und Waffen, unser Nothhelfer, auf den wir hoffen. Darum, du getreuer Gott, laß deine Augen über uns offen seyn und bewahre uns in dieser Nacht vor aller Gewalt und Anfechtung des bösen Feindes, sey unser Wächter und Hüter, umgib uns mit deinem Schuß, auf daß der Teufel uns nicht könne beschädigen; denn bei dir allein steht unser Heil, zu dir allein bebe ich meine Augen auf, daber mir $ ülse fommet; meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erden gemacht hat. Siebe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren fehen; wie die Augen der Mägde auf die Hände ihrer Frauen: also sehen unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott, er uns gnädig werde. Sen uns gnädig, herr, sey uns gnädig; denn wir sind arm und elend. Erhebe über mich das Licht deines Antlißes und erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tod entschlafe, der du lebeft und regierest in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Dienstag. Gelobet sey Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden, gelobet sey der Herr, der alein Wunder thut, und gelebet sey sein heiliger Name ewiglich! Der den Tag und die Nacht durch seine göttliche Weisheit geschaffen und unterschieden hat, dazu verordnet, daß, so lang die Erde stehet, sie nicht sollen aufhören, auf daß der Mensch des Nachts möge seine Ruhe haben und am Tage wieder an seine Arbeit geben. Herr, wie find deine Werke so groß und viel, du haft sie alle weißlich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. Für solche deine Wohlthaten sollen wir dir danken, ehe die Sonne aufgehet, und vor dich treten, wenn das Licht hervorbricht. Darum preise ich dich jest auch, daß du mich in dieser Nacht hast sicher schlafen und ruhen lassen, auch wiederum fröhlich und gesund erwachen, dazu vor aller des Feindes Gewalt und Bosheit väterlich beschirmet. Ich bitte dich, du wollest meine Seele tu 456 Abendsegen am Dienstag. deine Händ einschließen, meinen Leib nach deinem Wohlgefallen gefund erhal ten und mich vor allem Uebel und Schaden behüten. Sey du mein gewaltiger Schuß, meine große Stärke, mein Schirm wider die Hipe, meine Hütte wider den heißen Mittag, meine Hut wider das Straucheln, meine Hülfe wider den Fall, auf daß mich kein Uebel treffe. O gütiger Gott, weil die Stunde auch da ist, aufzustehen vom Schlaf der Sünden und aller Ungerechtigkeit, fintemal unser Heil jest gar nahe ist, denn die Nacht ist vergangen, und der Tag her. beikommen, so bilf, daß wir ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts, auf daß wir ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Geilheit und Unzucht, nicht in, Hader und Neid, sondern daß wir anziehen Jesum Christum in wahrem Glauben und christli chem Wandel. Derhalben wecke mich alle Morgen, wecke mir das Ohr, daß ich mit gläubigem Herzen dein heiliges Wort höre, dasselbige in meinem Ge dächtniß behalte, auf daß ich meine Ohren neige zu dem Schreien und Flehen der Armen und Elenden, dieselben in ihrer Roth nicht verlasse. Und wenn ich wieder in meiner Angst zu dir rufe, so erhöre du auch die Stimme meines Flehens, und verachte nicht das Seufzen in meiner legten Noth. Laß mein Gebet früh vor dich kommen. Neige deine Ohren zu meinem Schreien. Er. fülle uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich seyn in dir unser Leben lang. Amen! Abendsegen am Dienstag Herr, gütiger Gott, heiliger Bater, des Tages schreie ich zu dir mit meiner Stimme; wenn mir angst ist, rufe ich zu dir, und des Abends gedenke ich an deine Güte und Treue, die du mir erzeiget hast, und sonderlich preise ich dich jezund, daß du mich aus lauter Gnad und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, heut diesen verschienenen Tag, vor unzähligem Schaden und Gefahr, die mich hätten treffen können, so ganz väterlich behütet hast, daß ich durch keinen bösen jähen Tod dem Satan heimgefallen bin, daß ich von Ungewitter, Hagel und Bliß nicht bin versehret worden, daß mich große Sturmwinde nicht beschädiget haben, und daß mich der böse Feind nach seiner höllischen Sucht auf keine andere Weise hat dürfen antasten. Dafür fag ich dir jetzt und allezeit Lob und Dank und bitte dich um des bittern Leidens Jesu Christi willen, du wollest mir verzeihen alle Mißhandlungen, so ich heut wider dich gethan habe, und mich die zukünftige Nacht auch gnädiglich bewahren vor meinem Widersacher, dem leidigen Teufel, sowie vor allem Schrecken und Entseßen des Nachts. Behüte mich auch mit allem, was ich habe, vor Wassers- und Feuersnöthen, vor allem Uebel Leibes und der Seelen. Laß mich geruhiglich ohn alle Sorg und Bekümmerniß einschlafen, auf daß ich auch in Finsterniß das Licht deines göttlichen Glanzes über mich scheinend möge sehen mit den Augen meines Herzens; denn du bist ein helles und wahr. baftiges Licht, welches da erleuchtet alle Dunkelheit, die uns umfangen hat. Du, Herr Gott, bist bei mir, du bist mein Fels, mein Burg, mein Erretter, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schuß. Herr, mein Gott, zu dir breite ich des Nachts meine Hände aus: komme zu mir, wie ein Spatregen, der das Land befeuchtet. Bleibe bei uns, Herr; denn der Tag hat sich geneiget, und ist Niemand, der uns in dieser Finsterniß schüße, denn du allein, unser Gott. Eile mir zu helfen und schüße mich in dieser Nacht, daß mein Geist in Sünden nicht entschlafe, und meinem Leibe kein Uebel widerfahre. Wecke mich zu rechter und bequemer Zeit, und laß mich hören Freud und Wonne; denn ich habe Lust zu deinem Wort und Zeugnissen; die sind meines Herzens Trost. Gib, daß für meine Ohren nicht komme einé traurige Botschaft, und wende die Angst meiner Seelen; denn du kannst allein mein Leben fristen und mich mit allerlei Segen erfüllen in Christo Jesu, un. jerm Herrn. Amen! Morgen- und Abendsegen am Mittwoch. Morgensegen am Mittwoch. Anmächtiger, barmherziger Gott, nachdem alle deine Creaturen dich ohne Unterlaß loben und preisen sollen, welches auch thun die Bögel unter dem Himmel, die früh gegen dem Tage mit ihrer Stimme aufs lieblichste dich, ewi. gen Gott, als ihren Herrn und Schöpfer rühmen, so danke ich dir jetzt auch von Herzen, daß du mich die vergangene Nacht und alle vorige Beit meines Lebens unter deinem Schuß und Schirm bis auf diese gegenwärtige Stunde erhalten haft, und mich aus dem Schlaf und Finsterniß dieser Nacht erwecket, fröhlich und gesund hast lassen aufstehen. Ich bitte dich durch die heilwärtige Auferstehung Jesu Christi von den Todten, du wollest mich fürder auch behüten vor allem Unglück und Uebel, sammt Allen, die mir mit Blutsfreundschaft und sonsten verwandt sind. D Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe, und weide sie und erhöhe fie ewiglich. Du wolfest mich auch in dieser Früh. stunde mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, daß ich heut mit Freuden diesen anzen Tag in deinen Geboten, ohne alle Todsünde zubringe. Erzeige mir eine Baade; wie eine Thauwolke des Morgens und wie ein fruchtbarer Than, früh Morgens sich ausbreitet und das Land befeuchtet, also wallest du deine mich ausstrecken, mein träges Gemüth erfrischen, daß ich wacker und öhlich einen Willen thue. Regiere mich mit deinem heiligen Geist, daß ich ir mit reinem Herzen möge dienen in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heilig. keit, die dir gefällig ist. Behüte mich, daß ich heut nicht wider dich fündige und etwan mein Gewissen beflecke mit fleischlichen Lüften, welche wider die Seele streiten. Bewahre auch meine Zunge vor Bösem und meine Lippen, daß sie nicht falsch reden oder trügen. Schandbare Wort und Narrentheiding, die den Christen nicht geziemen, laß ferne von mir seyn. Hilf, daß ich mit meinen Lippen Niemand ärgere noch afterrede, urtheile oder verdamme, auch Niemand lästere oder schmähe. O daß ich könnt ein Schloß an meinen Mund legen und ein feft Siegel auf mein Maul drücken, daß ich dadurch nicht zu Fall käme, und meine Zunge mich nicht verderbete! Gib Gnade, daß ich mich felbst in meinen Gebrechen erkenne und strafe, damit ich nicht in dein gestreng Urtheil und Gericht falle. Solches verleihe mir, ewiger Gott, durch Christum, deinen lieben Sohn. Amen! 457 Abendsegen am Mittwoch. du heilige Dreifaltigkeit, in Einem göttlichen Wesen, der du bist mein Leben, Heil und ewiger Trost, dir sage ich mit Mund und Herzen Lob und Dank, daß du mich diesen Tag über gnädiglich behütet hast. Ich bitte deine göttliche Güte, du wolleft alle meine Missethat bedecken, allermeist aber, was ich heut wider dich und deine heilige Gebote mit meiner Bungen, mit un nüßen, vergeblichen Worten, mit Afterreden und sonsten gesündiget habe, und wollest mich diese zukünftige Nacht auch bewahren vor allem Schaden und Ge fahr; denn zu dir allein habe ich all mein Vertrauen. Gott, wie dein Name ist, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voll Ge. rechtigkeit. Darum befehle ich meinen Leib und Seele in deine Hände. So gebenedeie mich nun die göttliche Majestät, und beschirme mich die heilige Dreifaltigkeit, und erhalte mich die ewige Einigkeit. Es beschüße mich die un ermeßliche Barmherzigkeit, es vertheidige mich die unaussprechliche Mildigkeit, es erfreue mich die unendliche Süßigkeit, mich bedecke die höchste Wahrheit Gottes, mich stärke die tiefeste Erkenntniß Chrifti, mich bewahre die grundlose Gütigkeit des Herrn. Die Gnade des Vaters regiere mich, die Weisheit des Sohns erquicke mich, die Kraft des heiligen Geistes erleuchte mich. Drein - Schöpfer stehe mir bei, mein Erlöser helfe mir, mein Tröster beiwohne mir. Der Herr segne mich und behüte mich; der Herr erleuchte sein Angesicht über mich und sey mir gnädig; der Herr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe 458 Morgen- und Abendsegen am Donnerstag. mir Friede. Dieser Schutz und Segen der einigen und ewigen Gottheit sey heut und allzeit zwischen mir und allen meinen Feinden, sichtbaren und un fichtbaren, daß sie sich zu mir nicht können nahen, noch mich beschädigen. Gleichwie die Wolkensäule in der Wüsten sich machte zwischen das Heer derEgypter und das Heer Israel, daß diese und jene nicht konnten zusammen. kommen, damit den Kindern Israel kein Leid widerführe, also wollest du zwi. schen mir und allen meinen Feinden eine Feuermauer und Unterschied seyn, daß sie mich nicht berühren. Erhalte mich auch an meinem legten Stündlein, wenn meine Augen nimmer sehen, meine Ohren nimmer hörer. und wenn meine Bunge nimmer redet, wenn meine Hände nimmer greifen, un die Füße nimmer gehen mögen, so stehe mir bei, du hochgelobte Dreifaltigkeit, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen! Morgensegen am Donnerstag. Herr Jesu Christe, der du bist das ewige, wahre Licht, welches da vertreibet die Finsterniß des Nachts und Schatten des Todes, deinen Namen will ich rühmen, dir will ich lobsingen und danken, daß du mich in dieser Nacht so gnädiglich behütet und aus der Finsterniß an das Licht gebracht hast. Mich hast du bewahret vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleichet, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Auch du haft meine Seele mit deinem Schild umringer und bewachet, wie ein Hirt seine Heerde bewachet. Dazu alles, was ich habe, ist durch deine große Barmherzigkeit unversehrt behütet worden. Für solchen gnä digen Schuß und alle deine Wohlthaten sey dir Lob und Preis gesagt; von deiner Macht will ich reden und des Morgens deine Güte rühmen; denn du bist meine höchste Zuversicht, meine feste Burg, meine starke Hülfe, mein treuer Gott, auf den tch traue; du erfreuest mein Herz und machest mir fröhlich das Angesicht. Ich bitte dich durch deine heilige Geburt und Menschwerdung, da wollest an diesem Tage deine Barmherzigkeit über mich lassen aufgehen und hervorbrechen, wie die schöne Morgenröthe, und zu mir kommen, wie der Früh. regen. Erleuchte meine blinde Natur und verdunkelt Herz mit dem Glanz deines göttlichen Lichtes, auf daß du in meinem Herzen aufgehest, der du bist der rechte Morgenstern und das wahrhaftige Licht, welches erleuchtet die Men. schen zum ewigen Leben. Behüte mich auch beut vor allem Uebel, sey mir gnädig, Herr; denn auf dich harre ich, meine Seele wartet auf dich von einer Morgenwache bis zur andern. Sey du mein Arm früh, dazu mein Heil zur Beit der Trübsal. Beschirme mich an Leib und Seele, daß mir kein Uebels begegne, und keine Plage zu mir nahe. Treibe fern von mir alle böse Geister, stehe du bei mir wider die Boshaftigen, tritt zu mir wider die Uebelthäter und schüße mich, daß die Hand der Widerwärtigen mich nicht berühre. D Herr, unser Gott, fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern, und unsere Arme stärken, auch unsere Finger lehren halten deine Gebote, daß wir heut nicht wider dich fündigen. Solches verleihe uns um deiner Barmherzigkeit willen, welche für und für währet in Ewigkeit. Amen! Abendsegen am Donnerstag. Gelobet sey Gott der Vater durch Jesum Chriftum im heiligen Geist, ein einiger, ewiger Gott, der durch seine mannigfaltige Güte mich armen Sünder und elenden Menschen heut diesen Tag gnädiglich bewahret hat vor allen feurigen Pfeilen des Satans, die des Tages fliegen, vor der Seuche, die im Mittage verderbet, dazu vor dem jähen, schnellen Lod, und vor allem Schaden väterlich behütet. Herr, deine Güte reichet, so hoch der Himmel ist, und teine Wahrheit, so weit die Wolken gehen Du bist gnädig und barmherzig; alle Morgensegen am Freitag. 459 deine Werke find löblich. Ich bitte dich, mildreicher Gott, du wolleft mir aus Gnaden verzeihen alles, was ich heut wider dich gethan habe, es sey mit Werten, Worten und Gedanken. Wollest auch deine Barmherzigkeit zu mir richten und mich die zukünftige Nacht lassen einschlafen und ruhen, daß ich dich, der du bist die ewige Ruhe, nun und nimmermehr verlasse, sondern in dir bleibe durch den Glauben und unter deinem Schirm sicher wohne, auf daß sich der böse Feind nicht dürfe zu mir nahen und mir keinen Schaden könne zufügen. Herr, du bist mein Licht und mein Heil; vor wem sollt ich mich fürchten? Du bist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Auf dich verläfset sich mein Herz, und mir ist geholfen. Du bist mein Trost und gewaltiger Schuß. Deine rechte Hand stärket mich, deine Rechte tröstet mich, und unter dem Schirm deiner Arme habe ich Zuflucht. Siehe, mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du mir, und des Nachts schweige ich auch nicht, und du erhörest mich. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir; denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel rube ich; meine Seele banget dir an, deine rechte hand erhält mich. Wenn ich im Finstern sige, so ist doch der Herr mein Licht und mein Heil. D gütiger Gott, verleihe mir Gnad, daß, wenn mein Sterbftündlein herzunahet, und ich ins Zodbette zur ewigen Ruhe mich soll niederlegen, daß ich durch deine Hülfe im rechten, festen Glauben getroft und unverzagt möge se liglich zum ewigen Leben einschlafen. Indeß enthalte mich dir, daß ich allzeit wache, nüchtern und mäßig lel und in christlicher Bereitschaft erfunden werde, sintemal ich nicht wissen kann, zu welcher Stunde du, unser Gott, kommen wirst und mich von hinnen abfordern, auf daß ich würdig werde, zu stehen vor des Menschen Sohn, und nicht zu Schanden werde in seinem Gericht, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Freitag. Gebenedeiet sey Gott, mein Schöpfer; gebenedeiet sey Gott, mein Hei land; gebenedeiet sey Gott, mein höchster Trost, der mir gibt Gesundheit, Leben und Segen, der mein Schuß und Hülfe ist und mich an Leib und Seele nach seiner großen und hochberühmten Barmherzigkeit in dieser vergangenen Nacht vor mancherlet Beschädigung des Satans behütet und gesund an diesen Tag bat fommen lassen. Ich bitte dich, himmlicher Bater, durch den bintigen Schweiß Jesu Chrifti, deines lieben Sohns, du wollest mich heut diesen Tag auch in deinen göttlichen Schuß nehmen, mich beschirmen und bandhaben, inHerlich und äußerlich, daß mir fein Arges widerfabre; denn in deine Hände thu ich befehlen beut und alle Tage mein arme Seele, meinen elenden Leib, mein dürftiges Leben, meine Sinne, Bernunft, Verstand und Anschläge, alle meine Gedanken, Wort und Werke, mein Thun und Lassen, meinen Eingang und Ausgang, mein Geben und Steben, mein Sißen und Liegen, meinen Willen und Ratbichlag, mein Dichten und Trachten, meinen Glauben und Befenntniß, und was ich auswendig und inwendig bin und vermag, das Ende meines Lebens, den Tag und die Stunde meines Todes, mein Sterben und Auferstehen. D Herr Gott, schaffe du es mit mir, wie du willst und weißeft. was zu deiner Ehr und zu meiner Seligkeit das Beste ift. Erbalte mich in deiner Furcht und wahrer Erkenntniß. Behüte mich vor den Werken der Un gerechtigkeit, und so ich etwa wider dich aus Gebrechlichkeit würde fündigen, fo bitte ich dich, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir nehmen, deine Gnade nicht von mir wenden, deine Hülfe mir nicht entzieben; denn es ift fonit fein anderer Gott noch Helfer, vor dir ift fein anderer gemacht, so wird auch nach dir kein underer seyn; du, du bist der Erste und der Leyte, und auser dir ist kein Gott. Darum rufe ich zu dir allein: laß deine Güte über mich) walten, laß mich früb bören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich; leite meinen Fuß auf rechter Straßen, daß ich nicht wandele im Rath der Gottlosen, 460 Abendsegen am Freitag. noch trete auf den Weg der Sünder, noch size, da die Spötter sigen, sondern daß ich all meines Herzens Luft und Liebe habe zu deinem Wort und Geboten und in denselbigen mich übe Tag und Nacht, durch unsern Herrn Jesum Chri ftum. Amen! Danksagung für das Leiden Christi. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, wahrer Gott und Mensch, daß du mich armen Sünder und verdammten Menschen ohn all meine Werte, Verdienst und Würdigkeit durch dein heilig Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset haft. D Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden! wie schwer ist deine Pein! wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! wie unaussprechlich ist deine Liebe, damit du mich deinem lieben Bater versöhnet hast, da du am Delberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwißet, daß die Blutstropfen auf die Erden gefallen, und daselbst von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und gottlosen Schaar dich willig für mich ergeben, welche dich hart und ungeschwungen gebunden, von einem ungerechten Richter zum andern unbarmherzig geführet. Daselbst bist du fälschlich verklaget, verurtheilet und verspeiet, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden; du bist um unsrer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönet und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen; denn du wareft der Allerverachtetst und Un werthest, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat und gesagt: sehet, welch ein Mensch ist das! Du bist von wegen meiner Mißhandlung mitten unter zweten Uebelthätern gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen geträrkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsere Schuld bezah. lest, und wir durch deine Wunden geheilet würden. D Herr Jesu Christe, für diese und andere alle deine Marter und Pein sage ich dir Lob und Dank und bitte dich: laß dein heiliges, bitter Leiden und Sterben an mir nicht verloren seyn, sondern gib, daß ich mich desselben zu jeder Beit von Herzen tröste und rühme, auth dasselbige also begehe und betrachte, daß alle böse Lüste in mir ausgelöschet und gedämpfet, dagegen aber alle Tugenden eingepflanzet und gemehrer werden, auf daß ich, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit lebe und deinem mir gelassenen Vorbild nachfolge, in deine Fußstapfen trete, das Uebel mit Geduld vertrage und das Unrecht mit gutem Gewissen leide. Amen! Abendsegen am Freitag. Geløbet sey der Herr, der allein Wunder thut, und gelobet sey sein heiliger Name ewiglich, und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden. Ich will täglich rühmen von Gott, und des Abends soll ihm mein Mund danken für und für. Denn wenn ich schreie, so erhöret er mich, und wenn ich flehe, se neiget er seine Ohren zu mir; wenn ich bete, merket er auf meine Stimme. Der Herr ist meine Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöthen, Die mich troffen haben. Darum sage ich dir, ewiger Gott, Lob und Preis, daß du mich heut diesen Tag väterlich behütet haft vor allem Unfall und Schaden, so mir hätten können begegnen. Mein Herz ist fröhlich, und meine Seele preiset dich um alle deine Güte und Barmherzigkeit. Meine Zunge soll ihr Gespräch von dir haben und immer sagen: hochgelobet sey Gott, gesegnet sey sein heiliger Name! Ich bitte dich, du wollest mir aus Gnaden nachlassen alles, was ich heut wider dich gesündigt habe, und mich diese zukünftige Nacht sammt allem, was mir zustehet, auch schüßen. Sey du mein Schild und mein Schat. Morgen- und Abendsegen am Sonnabend. 461 ten über meiner rechten Hand. D Herr, behüte mich vor allem Uebel, behüte meine Seele, sey mir gnädig; denn auf dich allein traue ich. Ich hoffe auf den Herrn und rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Sammers ein Ende machet. Siehe, der mich behütet, schläfet nicht. Siehe, der Hüter Israel schläft noch schlummert nicht; er wird meinen Gang erhalten auf rechter Bahn, daß ich nicht strauchele, und meine Tritt nicht wanken; er wird meinen Fuß nicht gleiten lassen, denn sein Wort ist ein Licht auf meinen Wegen. Darum wenn ich mich lege, so werde ich mich nicht fürchten, sondern süße schlafen und werde mich nicht fürchten vor plöglichem Schrecken, noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er kommt; denn du behütest meinen Fuß, daß er nicht gefangen werde, und errettest mich von den Stricken des Todes. O Herre Gott, erhebe über mich das Licht deines Antlizes, auf daß ich mich lege und schlafe ganz mit Frieden und sicher wohne unter deinem Schirm; denn du allein, Herr, hilfest mir. Auf deinen Namen will ich mich nun zur Ruhe nie. Derlegen und meine Augenlieder lassen schlummern. Du, Herr Gott, wirst mich fröhlich wieder erwecken zu Lob und Ehr deiner göttlichen Majestät, durch Je fum Christum, unsern Herrn. Amen! Morgensegen am Sonnabend. du wahrer, unsterblicher Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, zu dir erhebe ich mein Gemüth mit schuldiger Dankbarkeit; deine Gerechtigkeit will ich nicht verbergen in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und von dei nem Heil will ich reden, ich will nicht verhehlen deine Güte und Treue vor der großen Gemeine, und alles, was du mir Gutes gethan haft, will ich nicht verschweigen; denn es ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Abends deine Wahrheit verkündigen. Darum preiset dich meine Seele, daß du mich in die ser Nacht durch deine überschwängliche Barmherzigkeit beschüßet hast. Gesegnet bist du, Herr Gott Zebaoth, der du dich gnädig erzeigest Allen, die nach dir fragen und dein Heil lieben. Gesegnet ist dein großer Name in allen Landen, der unser Schuß und Hülfe ist. Gesegnet sind alle deine Werke, die du an den Menschenkindern thust. Ich bitte dich, du wollest mich heut diesen Tag auch behüten, daß mir der böse Feind keinen Schaden zufüge, und die Hand der Gottlosen mich nicht berühre. Herr Gott, mein Heiland, früh wache ich zu dir, früh rufe ich zu dir: hilf, daß ich die Werk meines Berufs und was mir befohlen ist, fleißig und treulich ausrichte zu deinem Lob und meines Nächsten Besserung, damit ich das Licht dieses Tages und deiner Creaturen nicht mißbrauche zur Sünde oder zur Eitelkeit, dich nicht beleidige mit meinem Thun und Lassen, und den Bund meiner heiligen Laufe nicht übertrete. Verleihe mir auch Gnade, daß ich mich hüte vor den sechs Stücken, die du hassest, und vor dem siebenten, daran du einen Greuel hast, als da find hohe Augen, falsche Zungen, Hände, die unschuldig Blut vergießen, ein Herz, das mit bösen Zücken umgehet, Füße, die behend sind, Schaden zu thun, falscher Zeuge, der frech Lügen redet, und der Hader zwischen Brüdern anrichtet. Bor solchen und dergleichen Lastern bewahre mich, mein Gott, daß ich nimmermehr darein gerathe, oder bewillige, sondern lehre mich thun nach deinem Willen; denn du bist mein Gott und Herr, dein guter Geist sübre mich auf ebener Bahn, daß ich dir diene in unsträflichem Wandel, dazu all mein Thun und Leben dir ge falle in Christo Jesu. Amen! Abendsegen am Sonnabend. Lob sey dir, du höchster und unsterblicher Gott, Lob sey deiner milden Güte und Barmherzigkeit, Lob sey deiner ewigen Weisheit und Wahrheit, der du mich diesen Tag vor allem Schaden und Uebel hehütet haft. Ich bitte dich, 462 Beicht und Communiongebete. du wollest deine Güte, so du an mir angefangen hast, gnädiglich vollenden und mich heut diese Nacht auch lassen ruben unter deinem höchsten Schirm und mich mit deinen Fittigen bedecken. Laß meine Zuversicht seyn unter dem Schatten deiner Arme, daß ich kein Unglück fürchte. Behüte mich, mein Gott, wie einen Augapfel; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Herr, du bist mein Gut und mein Erbtheil; mein Heil stehet in deinen Händen; bilf mir durch deine Güte, daß nicht Furcht und Bittern über mich komme und mich Grauen des Nachts nicht überfalle. Sey mir gnädig, denn auf dich trauet meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. Ich suche den Herrn in meiner Noth; meine Hand ist des Nachts ausgestreckt und läfset nicht ab; denn meine Seele hat sonst keinen Trost, so weiß ich auch von feinem Helfer im Himmel und auf Erden, denn von dir allein. Zu Mitternacht, so ich erwache, gedenk ich an deinen Namen, daß er so lieblich ist, und an deine Güte und Treue, die du mir erzeiget hast, und danke dir für die Rechte deiner Gerechtigkeit. Wenn ich betrübt bin, so denke ich an Gott; wenn mein Herz in Alengsten ist, so rede ich von meinem Heiland; denn er führet meine Seele aus dem Verderben und errettet mich von den Banden des Todes. Herr Gett, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir, daß du mir vergeben wollest alle meine Mißhandlungen, damit ich diese Wochen und heut wider dich gethan habe. D Herr, errette meine Seele um deiner Barmherzigfeit willen. Du bist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. Der Herr behütet die Einfältigen. Wenn ich niederliege, so hilft er mir auf. Darum will ich fröhlich seyn und dich preisen und rühmen auf meinem Lager; denn die Zeit meines Lebens wird mir aufgeben, wie der Mittag, und das Finster wird mir ein lichter Morgen seyn, und werde mich des trösten, daß du, Gott, meine Hoffnung und Ruhe bist im Leben und Lode. Ich werde mich legen, und Niemand wird mich aufwecken. So befehl ich nun mein Leib und Seele in deine Hände, du treuer Gott; du hast mich erlöset durch Jesum Chris stum, unsern Herrn. Amen! Beicht- und Communion- Gebete. Sündenbekenntniß vor Gott. Gerechter Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender Mensch bekenne, daß ich nicht allein in Gänden empfangen und geboren bin, sondern auch die ganze Beit meines Lebens, von Kindheit auf bis auf diese gegenwärtige Stunde, mit vielen schweren Sünden zugebracht habe; denn ich dich, meinen Herrn und Gott, nicht von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräf ten und von ganzem Gemüthe fürchtet, dir auch nicht über alle Dinge vertrauet, deinen heilig dem von Herzen angerufen und ge preiset habe, sondern dense mit Fluchen, Schwören, Fügen und Krügen; die Predigt be engen Worts habe ich oftmals versäumet, verachtet, mich gar wenig daraus gebessert. Auch habe ich meinen Nächsten nicht geliebet als mich selbst, sondern ihn gebasset, verachtet, beleidigt, Schaden gethan und lassen geschehen, habe mich also alles Bösen lassen gelüften, und Den Bund meiner heiligen Taufe übergangen. Und wie ich wider dich gesün. diget habe, es sey mit Werken. Worten oder Gedanken, heimlich oder öffentlich, und alle meine verborgene Fehler, welcher du, als ein Herzenstündiger, mich schuldig weißest besser, denn ich selbst, die bekenne ich mit herzlicher Reue und Leid. Ich bin ja ein unnüßer Knecht, und habe gesündiget in den Himmel und vor dir, bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße und meine Augen zu dir aufhebe, denn ich dich mit vielen großen Sünden heftig erzürnet, meine arme Seel und Gewissen hart beschweret habe, welche mich drücken, und wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer worden: so komm ich doch in der Zeit der Gnaden und wende mich von deiner strengen Gerechtigkeit zu deiner grundlo Gebet vor und nach der Beichte. 463 fen Barmherzigkeit. Herr Gott, sey gnädig mir armen Sünder, vergib mir meine Sünde, nimm an zur Bezahlung derselbigen den unschuldigen Tod Jesu Christi, deines lieben Sohnes, verleihe mir Besserung meines Lebens. Amen! Gebet vor der Beichte. Almächtiger Gott, himmlischer Bater, dieweil ich jetzt auf Erkenntniß meiner Sünden, zur Stärkung meines schwachen Glaubens, hingehen will zur Beichte, allda die Absolution und Vergebung der Sünden zu empfahen, so bitte ich dich von Herzen: gib mir deinen heiligen Geist, daß ich dieses hohe Gnadenwerk mit rechtem Glauben und christlichem Verstande ansehen und bedenken möge, und dann nicht zweifeln, sondern fest und gewiß glauben möge, was der Diener deines Worts allda in der Beichte und Absolution nach deinem Befehl mit mir redet und handelt, daß dem allen eigentlich und gewiß also sey, und daß du selbst in der Stimme deines Dieners mich allda von meinen Sünden absolvireft und entbindest. Gib auch, daß ich mich dieser Entbindung und Absolution jeßt und allezeit tröften möge, zu gewisser Versicherung deiner Gnade und des ewigen Lebens, durch deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, Christum Jesum. Amen! Gebet nach der Beichte. allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Vater, ich sage dir von Grund meines Herzens Lob, Ehr und Dank für diese große Gnade und Wohlthat, die du mir jeßt so väterlich erzeiget hast, indem du mich armen Sünder abermal in Gnaden angenommen, und mir durch die heilige Ab. solution alle meine Sünden verziehen und vergeben und das ewige Leben aufs Neue wiederum zugesaget und versprochen haft, um deines lieben Sohnes Chrifti Jesu willen. Ich bitte dich herzlich, du wolleft mich in folcher Gnade allezeit väterlich erhalten, und mir deinen heiligen Geift verleihen, daß ich diefer jeßt empfangenen gnadenreichen Vergebung festiglich glaube, und mich der selben jetzt und allezeit in allen Anfechtungen und Widerwärtigkeiten trösten. und mich daher alles Guten zu dir versehen möge. Verleihe mir auch die Gnade deines heiligen Geistes, daß ich der Sünden binfort je länger je feinder werde, mich davor fleißig hüce, und meinem Fleische nicht mehr seinen Willen lasse, zu fündigen, sondern daß ich demselben durch ein stark Gebet in meinem Beruf widerstehen, und mein ganzes Leben nach deinem Willen an. stellen und führen möge. Und was ich darin zu schwach bin, wie ich dir denn meine Schwachheit mit tiefem Serfien noch immerdar bekenne, so wollest du durch dein starkes Wort und be ir beistehen und überwinden hel. fen. Alles um und durch deine Verrichtu m dein, meinen Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen! Gebet vor Empfahung des heil. Abendmahls. Herr Jesu Christe, der du mit deinem heiligen Munde selber sageft: Wer hungerig und durstig sey, der soll zu dir kommen, du wolleft ihn speisen und tränken, daß ihn nimmermehr hungern und dürften soll. A Herr, hier kommt zu dir eine arme, hungerige und dürftige Seele nach einer Speis und Trank der ewigen Gerechtigkeit und Seligkeit. D du Brod des Lebens, speise mich armen Hungrigen mit deinem wahren Leib. D du Brunn des Lebens, tränke und erquicke mich Durstigen mit deinem wahren Blut, auf daß ich, gesättigt und erquicket, aus diesem Jammerthal mich zu dir hinauf in den Him. mel erhebe, da du fizest zur Rechten deines himmlischen Vaters und vertrittst uns, da ich dich alsdann ohne Hunger und Durst, in ewiger Freud und Frob 464 Gebet, wenn man zum Altare hingehet. lockung sammt deinem Vater und dem heiligen Geist preisen werde in Ewig. keit. Amen! Wenn man zum Altare hingehet. Gott, sey mir armen Sünder gnädig, gib mir deinen heiligen Geift in mein Herz, daß ich das heilige Sacrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen! Bei Empfahung des Leibes Chrifti. Sey mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt unter dem Brod zu essen gibeft, wie du ihn für mich in den bittern Tod gegeben hast! Den laß mir gedeihen jum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu, dein zum ewigen Leben. heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben Amen! Bei Empfahung des Blutes Christi. Sey mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit dem edlen Trank deines theuern Blutes, das du mir jetzt im Wein zu trinken gibest, wie du es am Kreuz vergossen hast, zur Vergebung der Sünden. Das laß mir ge. beihen zum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glau. ben zum ewigen Leben. Amen! Wenn man vom Altare hinweg gehet. Herr Jesu Christe, mit was Herzen, Zunge und Worten soll ich deine große Güte aussprechen, so du mir jetzt hast widerfahren lassen, indem du dich felber mit allem, was dein ist und dir zugehöret, mir geschenket und gegeben hast. Ach, laß dir gefallen die geringe, demüthige Rede meines Mundes, und fen mit dem einfältigen Lob zufrieden, das ich dir jetzt in diesem meinem ge brechlichen Fleisch und Blut sagen kann, bis du mich gar zu dir einholest, da ich dich von Angesicht zu Angesicht schauen und mit allen Engeln und Naiser. wählten ohne Aufhören ehren und preisen werde. Amen! Herr Jésu. Amen! Danksagung nach dem. Heil. Abendmahl. 1. du mein lieber Herr Jesu Christ, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jezo abermal väterlich an deinem Tische mit deinem Leib und Blut gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen: laß mir solches gedeihen zu Stärkung meines Glaubens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen! 2. D Jesu Christe, unser rechter und ewiger Hoherpriester, der du fizest zur Rechten Gottes auf dem Stuhl der Majestät im Himmel und bist ein Pfle ger der heiligen Güter und der wahrhaftigen Hütten, die nicht mit der Hand gemacht ist, du bist durch dein eigen Blut einmal in das Heilige eingegan-. gen und haft uns eine ewige Erlösung erfunden, da du dich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist deinem lieben Vater aufgeopfert hast, unsere Gewissen zu reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott. Wir danken dir von ganzem Herzen, daß du den schmählichen Tod am Kreuz Gebet auf der Reiſe. Gebet im Ungewitter. 465 mit willigem Gehorsam, aus herzlicher Liebe, mit großer Unschuld und unaus. sprechlicher Geduld, für uns arme Sünder gelitten hast, dazu dieß hochwürdige Sacrament zum ewigen Gedächtnig und Erinnerung deiner göttlichen Huld und Treue gegen uns, auch zu einem gewissen Unterpfand, Siegel und VerEcherung der Vergebung unserer Sünden eingesezet und uns zu derselbigen Gemeinschaft berufen und kommen hast lassen, damit du nsere hungerige und durstige Seelen gespeiset und getränket haft zum ewigen Leben. D Herr Gott, wie ist deine Liebe so groß, wie unaussprechlich ist deine Barmherzigkeit und unerforschlich deine Gnade, sintemal du Niemand ausschließest von diesem hohen Abendmahl, wo sich nur ein Mensch selbst nicht absondert und unwürdig ma. chet. Wenn nun Jemand hungert oder dürftet, der wird allhie gesättiget; wer dürftig und arm ist, der findet allhie alle Schäße und Reichthum des Lebens. Wer geängstet ist, der überkommt allhie Ruhe; wer frank ist, der erlangt die Arznei und Gesundheit der Seelen; wer mit Sünden beladen ist, der hat all. hie Erquichung seines Gewissens; wer im Tode ist, der findet das ewige Leben. So hilf, gütiger Gott, daß uns dieß heilige Sacrament gereiche zur Seligkeit, und daß wir hinfort halten an dem Bekenntniß der Hoffnung und nicht wan fen; denn du bist treu in deiner Verbeißung, auch daß wir unter einander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlung, sondern uns untereinander ermahnen und das so viel mehr, so viel wir alle sehen, daß sich der Tag nahet, und das Ende unsers Lebens herzu dringet, auf daß wir fröhlich erwarten deiner Bufunft. Amen! Gebet auf der Reise. ( Aus dem alten Ansbacher Gesangbuche.) Herr Jesu Christe, du allmächtiger Hüter und Wächter Israel, unser Immanuel, der du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, in deinem Namen will ich mich jetzt auf den Weg machen; ich bitte dich von Grund meines Herzens, du wolleft meinen Aus- und Eingang segnen, und behüten von nun an bis in Ewigkeit. Du sprichst ja: ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollt, ich will dich mit meinen Augen leiten. Ach Herr, so bewahre mich nun wie einen Augapfel auf allen meinen Wegen und Stegen, richte deinen Weg vor mir her und leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen. Erhalte mich durch deinen heiligen Geist bei reiner Lehr und deinem heiligen Wort, daß ich nicht abweiche vom rechten Weg deiner Befehle; behüte mich vor falscher Lehre und führe mich auf rechter Straßen um deines Namens Ehre willen; sey mir gnädig um deiner Wahrheit willen und bringe mich nach glücklicher Verrichtung meiner Neise und Geschäfte wie der frisch und gesund nach Hause um deiner Gerechtigkeit willen, so will ich deine Güte und Treue rühmen, so lang ich lebe, und deinen Namen loben und preisen immer und ewiglich. Amen! Herr Jefu. Amen! Gebet im Ungewitter. Großmächtiger Gott, deinem Namen sollen alle Gewaltige auf Erden Ehre bringen und dich, ewigen Gott, anbeten im heiligen Schmuck; denn du bist der Herr im höchsten Thron, du beweisest deine Kraft und Macht an allen Drten. Die Stimme des Herrn gehet auf großen Wassern, der Gott der Ehren donnert, die Stimme des Herrn gehet berrlich und mit Macht. Die Erde be bet und wird beweget, und die Grundveste der Berge regen sich. Dampf gehet aus von seiner Nasen, und verzehrend Feuer von seinem Munde, daß es davon bliget. Dein Gezelt um dich ber ift finster, und schwarze, dicke Wolken, Darinnen du verborgen bist, und Dunkel ist unter deiuen Füßen; vom Glanz 30 466 Danksagung nach dem Ungewitter. vor dir trennen sich die Wolken; der Herr donnert im Himmel, und der Höchste läffet feinen Donner aus. Du bringest hervor die Winde aus deinen verbor. genen Löchern und treibest sie wieder an ihren Ort, wenn sie deinen Befehl ausgerichtet haben. Es ist dir alles unterworfen; alle Dinge erkennen dich für ihren Schöpfer und zittern vor deiner göttlichen Majestät. Die hohen Berge und die Abgründe der Tiefen erschrecken, wenn du zornig bift; der ganze Erdboden zittert, Meer und Wasser fliehen vor deinem Born. Die Stimme des Herrn hauet wie Feuerflammen; die Stimme des Herrn erreget die Wü sten; der Herr bleibet König in Ewigkeit, er wird seinem Volk Kraft geben, der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden. D gütiger Gott, behüte uns vor deinem grimmigen Born, der unerträglich ist; vergib uns unsere Sünde; er. leuchte dein Antlig über uns und sey uns gnädig. Bewahre unser Leib und Leben, Haus und Hof vor Entzündung des Wetters, vor Schießung der Strah. Ien, vor Donnerschlag und allem Verderben. Desgleichen beschüße die Früchte auf dem Felde vor Schlossen und Hagel, vor großer Wasserfluth und vor allem Schaden. D heiliger Gott, behüte uns vor einem bösen Lode. Gott der Va. ter, der seinen Sohn des Kreuzes Pein für mich hat lassen leiden, erhalte mich. Jesus von Nazareth, ein König der Juden, für mich gestorben, bewahre mich. Der heilige Geift, der mich gezeichnet hat mit der Salbung und mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, beschirme mich, daß mir kein Unfall wider. fahre. Amen! Danksagung nach dem Ungewitter. Almächtiger Gott, himmlischer Bater, der du gesagt haft im 50. Psal. men: rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, und du sollt mich preisen! wir sagen dir von Grund unserer Herzen Lob und Dank, das du un. ser Gebet in Gnaden erhöret und dieß zornige Wetter also haft vergehen las sen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit hast bu abermal uns zu erkennen geben wollen dein getreues Vaterherz, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln wolleft und uns nicht nach unse. rer Missethat zu vergelten begehrest. Verleihe uns, barmherziger Vater, um deines lieben Sohnes Christi Jesu willen, daß wir uns nach solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständiglich bessern, in deiner Furcht hinfür leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes uns gefaßt und täg. lich bereit machen, damit wir ihm mit Freuden entgegen ziehen und den neuen Himmel, in welchem Freude, Friede und Gerechtigkeit wohnen wird, einnehmen und mit dir in deiner seligen Anschauung ewiglich befißen mögen durch den felben deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen! Gebete für Kranke und Sterbende. Während der Krankheit. 1. Herr, himmlischer Bater, du bist ja ein getreuer Gott und läsfeft Niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Ver. suchung also ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöthen und Schmerzen: laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden; stärke mich, daß ichs mit Geduld ertragen möge und an deiner Barm. herzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten haft und endlich für meine Sünde ge. storben bist, zu dir rufe ich aus Grund meines Herzens: erbarme dich über mich armen Sünder, vergib mir alle meine Mißhandlungen, die ich wider dich in meinem ganzen Leben gethan habe, laß mich im Glauben nicht sinken. D Gott, heiliger Geift, du wahrer Tröster in aller Noth, erhalte mich in der Gebete für Kranke in den letzten Zügen. 467 Geduld und rechter Anrufung, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner leßten Noth, leite mich aus diesem Jammerthal in das rechte Vaterland. Amen! 2. D starter, allmächtiger Gott, der du bist gnädig und barmherzig, ge. duldig und von großer Güte und Treue, vergibst Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünden aus Gnaden verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wante, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich im Frieden fahren; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Ifrael. An diesen Heiland glaube ich, auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu Schanden werden; denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siebe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen! 3. D Vater aller Gnaden, erbarme dich über meine arme Seele, vergib mir alle meine Sünde, die ich wider dich leider! gethan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin, laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen haft; denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. D Christe, wahrer Hei land, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, und mich mit deinem Blute gewaschen und gereiniget haft, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, sonderlich und allermeist das du gefühlet haft zu der Stunde, da deine edelste Seele ausging von deinem allerheiligsten Leibe: er barme dich über meine arme Seele in ihrem Ausgang und führe site zum ewi. gen Leben. Gott heiliger Geift, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke mein Vertrauen, daß ich feftiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände, du getreuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen! ( Die nachfolgenden Gebete sind aus dem alten Nürnberger Gesangbuche.) Ein Gebet der Umstehenden für den Kranken, der in den legten Zügen liegt. Allmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem franken Menschen, und ihn erquicken an Leib und Seele, ihm alle Sünde aus Gnaden vergeben. Nimm das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Chrifti, deines lieben Sohns, für die Bezahlung seiner Missethat; denn er auch auf desselben Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereiniget ist. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein, verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Auflage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige seimfahrt zum ewigen Leben; schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Außerwählten in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen! Andere kurze Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. 1. Ach Herr, allmächtiger Gott, nun ist mein Beit dahin, und wird mein Leben abgeriffen, da leide ich Noth, daraus du, Herr, allein fannst hel. fen; verkürz und lindere mir dieselben. Mir ist um Trost sehr bange, o Herr! 30* 468 Andere Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. Nimm dich meiner Seelen herzlich an, daß sie nicht verderbe, und wirf alle meine Sünde hinter dich zurück, um des theuren Verdienstes Jesu Christi, deines Sohnes, willen. Amen! 2. Herr Jesu, du treuer Heiland aller deren, die auf dich trauen, verlaß mich nicht, der ich meine Hoffnung in dieser so großen Noth allein auf deine Barmherzigkeit seze. Laß auch die liebliche und feligmachende Stimme in mei nen Ohren erschallen, welche du dem Schächer am Kreuz haft hören lassen: Hent wirst du mit mir in dem Paradiese feyn. Denn ich sage von Herzen mit dem Apostel: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei meinem Herrn Christo zu seyn. Amen! 3. D himmlischer Bater, sprich mir diese freudenreiche Trostwort in mein geängstetes Herz hinein: Er begehret meiner, so will ich ihm aushelfen. Er fennet meinen Namen, darum will ich ihn schüßen. Er rufet mich an, so will ich ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Noth, ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil. Nun, ich liege jetzt auch da vor dir mit meinem Gebet, nicht auf meine Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach Herr, höre! Ach Herr, sey gnädig! Ach Herr, merk auf und thue es, und verzeuch nicht, um dein selbst willen, mein Gott! Amen! 4. Ach du getreuer, alimächtiger Gott! Meine Sprach ist mir entfallen; es vergehet mir das Gesicht und Gehör; es verschwinden alle meine Sinn all mählich; meine Kräfte verlassen mich, und will mir jegt aller Creaturen Hülf zerrinnen. Sch bin sehr schwach und matt, tröste und erquicke du mich, und sprich meiner Seelen zu: Heut, in diesem Nu und Augenblick wirst du bei mir im Paradiese seyn. Mein süßer Herr Jesu Christe! du bist mein Leben; laß Sterben mein Gewinn seyn, weil du mich mit deinem theuern Blut so theuer erkauft hast. Amen! 5. Allmächtiger, ewiger Gott, laß dich erbarmen das ängstliche Seufzen und Wehklagen dieses sterbenden Menschen und nimm ihn auf in dein Him. melreich, das du ihm und allen Gläubigen aus Gnaden von Anfang der Welt bereitet hast. Entbinde ihn gnädiglich, o Herr, und nach Bezahlung menschlicher Schulden tröfte ihn mit deinen Auserwählten ewiglich durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen! Valet- Segen. Es segne dich, du liebe Seele, Gott der Vater, der dich so herrlich nach seinem Ebenbild erschaffen hat! Es segne dich Gott der Sohn, der dich mit seinem Blut und Tod so theuer erkauft und erworben hat! Es fegne dich Gott der heilige Geift, der dich zu seinem Tempel bereitet und geheiligt hat! Der gnädige und barmherzige Gott wolle dich durch die Kraft des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi, auch durch den Dienst der heiligen Engel, führen in den Schoß Abrahams, in das ewige Vaterland, daß du daselbst mit allen Auserwählten in unaussprechlicher Freud und Herrlichkeit leben mögest! Unser Herr Jesus Christus sey bei dir, daß er dich beschüße; in dir, daß er dich er. quicke; vor dir, daß er dich in Himmel führe; nach dir, daß er dich erhalte; über dir, daß er dich fegne, bie zeitlich und dort ewiglich, der mit dem Bater und heiligen Geift lebet und regieret in alle Ewigkeit. Amen! Ordnung und Form des Hauptgottesdienstes an Sonn- und Festtagen. Revidirte Ausgabe. Verkaufspreis: ungebunden 4 Kreuzer. Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwenkaffe zustehenden Vers lagsrechts dermalen im Verlag bet II. E. Sebald, Buchdruckereibesizer in Nürnberg. PEARRER A.F 10: I. Sonntäglicher Hauptgottesdienst, wenn keine Communion stattfindet. 1 Gefang eines Anfangsliebes, während dessen der Geistliche an den Mtar tritt und in Wechselwirkung mit der Gemeinde den Introitus( Eingang) sammt dem Gloria patri( Ehre sel Vater 2c.) singt- oder spricht, und zwar in folgender Weise: Geistlicher( Gegen den Altar.) 1. Gott sei uns gnädig und barmherzig, 2. Er lasse uns sein Antlik leuchten, 3. Es segne uns Gott, unser Gett. Gemeinde: 1. Und gebe uns seinen gött- li== chen Se= gen. 2. Daß wir auf Erden er kennen sei- ne We= ge. 3. Es seg- ne uns ns Gott, und ge- be uns seinen Frieden. Geistl. Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. 30 m Gem. N di its our ne Oder: SP Geistl. 1. 3ch will den Herrn loben allezeit; dac 2. Meine Seele soll sich rühmen des Herren, 3. Preiset mit mir den Herren, zodat ding und 4. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. stol 34 Gem. se di scont Hall men. C 1. Sein Lob soll 2. Daß die E3. Und lasset 4. Wohl dem, der auf adrigal adr immer- dar in meinem Mun- de sein. len- den es hö- ren und sich freu- en. uns sei nen Na- men er= höh- en. ihn trau- et. . Beistl. Ghr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gem. 2 men. Bemerkung. Statt des Introitus mit dem Gloria patri fann an Sonntagen auch blos ein Anfangslied gesungen werden. 2. Das Confiteor oder Sündenbekenntniß mit dem Kyrie. 164 a) Das Confiteor. Gine Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Geliebte in dem Herrn! Eröffnet eure Herzen! Lasset uns Gott unsere Sünde bekennen und im Namen unseres Herrn Jesu Christi um Vergebung bitten! Sprechet mir nach mit Herzlicher Begierde zu Gott, im Glauben an den Herrn Jesum Christum durch den heiligen Geist:( Gegen den Alter) Ich armer fündiger Mensch bekenne Gott, dem Allmächtigen, meinem Schöpfer und Erlöser, daß ich nicht allein gesündiget habe mit Gedanken, Worten und Werken, sondern auch in Sünden empfangen und geboren bin, so daß meine ganze Natur und all mein Wesen vor seiner Gerechtigkeit fträflich und verdammlich ist. Darum fliehe ich zu seiner grundlosen Barmherzigkeit, suche Gnade und spreche: Gott sei mir Sünder gnädig. Ja, gnädiger und barmherziger Gott, du wollest dich unser aller erbarmen, uns unsere Sünde verzeihen und deinen heiligen Geist geben, auf daß wir durch denselben deinen göttlichen Willen erfüllen und das ewige Leben empfangen mögen. Amen. - Oder folgende türzere Form: Demüthiget euch, Geliebte, vor dem Herrn im Gefühle eurer Unwürdigkeit, Sünde und Schuld. Flehet ihn an um Hilfe, um Gnade und Vergebung. Sprecht mit dem Zöllner: Gott sei mir Sünder gnädig! 4 Sem. Herr, 五 Herr, Gem. Geistl. Kyrie eleison! Gem. b) Das Kyrie. er- barm dich un- ser! Christe, erbarm dich unser! er barm dich un- ser! Oder: Gem. Geistl. Christe eleison! Herr, er bar= me dich! Christe, er bar= me dich! Geistl. Ryrie eleison! Herr, er barm dich ü- ber uns! ong 8. Die allgemeine Absolution mit dem Gloria. a) Die allgemeine Absolution. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der allmächtige und barmherzige Gott hat sich unser ers Barmet, seinen einigen Sohn für unsere Sünde in den Tod gegeben und um seinetwillen uns verziehen; auch allen denen, die an seinen Namen glauben, Gewalt gegeben, Gottes Kinder zu werden und ihnen seinen heiligen Geist verheißen. Lobs singet ihm, lobsinget seinem Namen! Oder: Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Gott erbarmet sich unser. Er hat nicht Lust an dem Tode des Sünders, sondern daß der Sünder sich bekehre und Lebe. Er hat seinen Sohn in die Welt gesendet und in den Tod dahin gegeben, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Darum lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen! b) Das Gloria in excelsis, oder: Ehre sei Gott in der Höhe 2c. Geistl.( Gegen den Altar.) Ehre sei Gott in der Höhe! Gem. 5 Und auf Er- den Fried, und den Menschen ein Wohl- ge- fal- len. Geistl. Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preißen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen Ehre willen, Serr Gott, himmlischer König! Gott, allmächtiger Vas ter! Herr, eingeborner Sohn Jesu Christe, du Allerhöchster, und dir du heiliger Geist! Herr Gott, Lamm Gottes, ein Sohn des Vaters, der du hinnimmst die Sünd der Welt, ers barm dich unser! Der du hinnimmst die Sünd der Welt, nimm auf unser Gebet! Der du sikest zur Rechten des Vaters, erbarm dich unser! Denn du allein bist heilig, du bist allein der Herr, du bist allein der Höchst, Jesu Christe, mit dem heil'gen Geist in der Herrlichkeit beines Vaters. Gem. ( Ursprünglich.) = = = = men. id Apis dig ** 17608 X = men. Bemerkung. Statt des: Und auf Erden Fried 2c. mit dem darauf folgen. den: Wir loben dich 2c., kann von der Gemeinde auch das Lied: Allein Gott in der Höb sei Ehr zc. gelungen werden. Oder leichter: = = 4. Die Collecte mit para Die Collecte mit vorausgehender Saishi: 516 Gem. Iutation. ) Jlise edok mad im natt( Begrüßung.) ilons Sur 197108 Geistl.( Gegen die Gemeinde.) an gintumb du 39140 CAME 75 Der Herr sei mit euch! 8698 1 Gem. bord dur tummst md the dunia mdna Und mit deinem Geist. sg Geistl. Laßt uns beten:( Gegen den Altar.) D allmächtiger Gott und Vater! Wir bitten dich, gib deiner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse und mit aller Freudigkeit, wie sich's gebührt, gepredigt, und deine heilige christliche Gemeinde dadurch gebessert werde, auf daß wir mit beständigem Glauben dir dienen, und im Bekenntniß deines Namens bis ans Ende verharren, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unfern Herren. 2- men. spints 5. Die biblische Lection. Nach der Berlesung spricht der Geistliche: Dieß sind die Worte unserer heutigen Epistel( unseres heutigen Evangeliums). Der Herr segne sie an unsern Seelen durch die Kraft seines heiligen Geistes, und erhalte uns sein heiliges, theures Wort in Ewigkeit. Gem. Gem. 21 * 6. Das Credo oder Glaubensbekenntniß. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Laffet uns endlich auch vor Gott treten mit dem Lobopfer und Bekenntniß unseres gemeinsamen christlichen GlauBens. Bekennet und sprechet mit mir also:( Gegen den Altar.) Ich glaube an Gott den Vater, aämächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gots tes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.* 950 lad men. ? 2 A B Bur besonderen Auszeichnung der Feste kann an diesen statt des apofto lifchen das nicänisch- konstantinopolitanische Glaubensbekenntniß gebraucht werden, welches also lautet: # men. Ich glaube an einen Gott, allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, aller sichtbaren und Dinge. Und an den einigen Herrn Jesus Christus, den eins unsichtbaren 8 gebornen Sohn Gottes, aus dem Vater vor aller Zeit geboren, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahren Gott von wahrem Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Bater, durch welchen alle Dinge gemacht sind, der um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel herabgestiegen und Fleisch geworden ist vom heiligen Geifte aus Maria der Jungfrau, und ist Mensch geworden, auch getreugiget für uns unter Pontio Pilato, gestorben und begraben, auferstanden am dritten Tage nach der Schrift, aufgefahren gen Himmel, siket zur Rechten des Vaters, und wird wiedertommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten, so daß seines Steiches kein Ende sein wird. Ich glaube auch an den heiligen Geist, der da ist Herr und macht lebendig, der von dem Vater und dem Sohne ausgeht, mit dem Vater und Sohne zugleich angebetet und geehrt wird, und durch die Propheten geredet hat. Ich glaube eine heilige, allgemeine und apoftolische Kirche. Auch bekenne ich eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden, und warte auf die Aufers stehung der Todten und ein Leben der zukünftigen Welt. Bent. A E = # = men. Hieraus folgt: 7. Das Haupt- oder Predigtlied. 8. Die Pres digt. 9. Das allgemeine Kirchengebet. 10. Fürbit: ten und Verkündigungen. 11. Baterunser und Segenswunsch. 12. Gesang eines Liederverses, während deffen der Geistliche an den Altar tritt und sodann 13. den Schluß des Gottesdienstes in folgender Weise abhält: Geistl.( Gegen den Altar.) Unsere Hilfe stehet im Namen des Herrn, Halleluja! Gem. Der Him- mel und Er- de gemacht hat, Hal- le- luja! Geist!( Gegen die Gemeinde.) Saßt uns beten: ( Gegen den Altar.) Collecte mit Amen der Gemeinde. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der Herr sei mit euch! Gem. Geistl. Laßt uns benedeien den Herren! Gem. Und mit deinem Geist. Gott fei e wig- lich Dank! Oder leichter: # Gem. 2= men. X= men. gideradsl af sid and odsusa dapa aug spun ਵੀ Gott sei e wig- lich Dank! Geistl. Der Herr segne euch und behüte euch sc.epid 399 4*## 91 Oder: Song pus onuden NO fino કોણે લોક Bemerkung. Wird das allgemeine Kirchengebet am Altare gesprochen, so ist die Ordnung folgende: 1. Berfifel. 2. Kirchengebet mit Bater un ser und Amen der Gemeinde. 3. Salutation, Benedicamus und Segen. 10 II. Sonntäglicher Hauptgottesdienst, wenn Communion stattfindet. Wenn sich an den Hauptgottesdienst die Communion anschließt, so wird jener bis zum Segenswunsch nach der Prebigt ganz in der oben Nr. I. bezeichneten Weise abgehalten. Nach diesem Segenswunsch singt die Gemeinde, während der Geistliche an den Altar tritt, Nr. 188 des Gesangbuches. ,, Schaffe in mir Gott 2c." oder ein anderes geeignetes Lied, worauf die Handlung in folgender Weise vor sich geht: 50.90 1. Präfation mit dem Sanctus. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der Herr sei mit euch! di Tag- 800 Sem. Und mit deinem Geistl. Die Herzen in die Höhe! Gem. Er heben wir zum Herrn. = Geistl. Laffet uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gotte. Gem. Geiste. Das ist würdig und recht. Geistl.( Gegen den Altar.) Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir dir, Herr, heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott, alles zeit und allenthalben Dank sagen, durch Jesum Christum, uns sern Herrn, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel, und aller Himmel Kräfte, sammt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsere Stimmen uns vereinen und anbetend zu dir sprechen: $ Gem. Hei- lig, hei- lig, heilig ist der Her- re Ze- ba- oth! Al- le Land - in der Hö- He! Hei- lig, hei $= Na- men des Herrn! Ho- ft- an- na in der Höhe! sind sei- ner Ehre voll. Ho- si- an- na # Be ba- oth! Boll na Erd- reich dei= = = Ge- be- ne- deit sei, der da kommt im Oder: lig heilig ist Gott, der Herr find ner in der Ch 11 Him- mel und = re, Ho- st an== Söh se! = Se= be= ne dei= et sei, der da kommt im Namen des Herrn! 12 Ho= ft= an in der Söh= el Bemerkung. Statt dieser beiden Sanctus kann auch gesungen werden: Hei- lig ist Gott der Ba- ter, heilig ist Gott der Sohn, heilig ist Gott der heilge Geist! Er ist der Her- re Bebasth! $ na M- leLand find seiner Eh- re voll. Ho- st- an- na in der Höshe! Ge be- ne- deit sei, der da kommt im Namen des Her- ren! Ho- st= an- na in der Höh a) Abendmahlsgebet. b) Das Vater unser. " 1 Gem. 2. c) Gesang des Christe du Lamm Gottes 2c." von Seiten der Gemeinde.( Ges.- Buch Nr. 187.) d) Die Einsehungsworte mit dem darauffolgenden Segends wunsche: Der Friede des Herrn sei mit euch allen. # e! 2=== men. 3. Austheilung des heiligen Abendmahls unter Gemeindegesang. 4. Collecte. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Danket dem Herrn; denn er ist freundlich; Sem. Und seine Gü- te wäh- ret e= wig- lich. Geistl. Laßt uns beten:( Gegen den Altar.) Wir danken dir, allmächtiger Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe des Leibes und Blutes deines lieben Sohs nes Jesu Christi hast erquicket, und bitten deine Barmherzigs keit, daß du uns solches gedeihen laffest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unseres Herren willen. Gem. Geistl. A= men. Gem. 5. Der Segen. Der Herr segne euch und behüte euch u. s. w. ( rar A men. Oder: 18 zsgaldamine( s 13 and( d 2- men. E admistes 14 III. Introiten und Versikel für den Hauptgottesdienst. A. Introiten für die Festtage. 1. Advent. Geistl. 1. Hosianna dem Sohne Davids, Halleluja! 2. Freue dich, du Tochter Zion, 3. Siehe, dein König kommt zu dir, 4. Herr, zeige mir deine Wege, Gem. 1. Ge- lo- bet sei, der da komt im Namen des Herrn, Halle- lu- ja! 2. Und jauchze, du Tochter Se- ru- sa- lem; und Hel- fer. 191 1901 3. Ein Ge- rech- ter 4. Und leh- re mich deine Stei- ge. 98 Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. ● 100 • sin misd is A= men. 2. Weihnachtsfeft. Geistl. 1. Uns ist ein Kind geboren, undai 2. Welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, 3. Singet dem Herrn ein neues Lied; Gem. Ints 1. Gin Sohn ist uns ge ge- ben, 2. Und er heißt Wunderbar, Rath, Kraft, Held, Ewig- Bater, Friedefürß3. Denn er thut Wunder. = Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Sem. 3. Neujahr. Geistl. 1. Jesus Christus gestern und heute, A= men. Gem. 2. Herr, ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, 3. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, Gem. 1. Und der= sel= be in alle Ewig- keit. Wie meine Väter al a · 3. Daß ich dei- nen Namen fürch Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. moticon A men. 3 te. 15 4. Epiphaniasfest. Geistl. 1. Siehe, nun kommt der Herr, der Herrscher, 2. Gott, gib dein Gericht dem König, 3. Herr, du erleuchtest unsere Leuchte, Gem. 1. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. 2. Und deine Ge- rech- tigkeit des Ki3. Und machest un- se- re Fina nigs Soh- ne. ster- nis 16 Geistl. Chr sei dem Vater zc. Gem. 5. Bustag. Geistl. 1. Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, 2. Wasche mich wohl von meiner Missethat, 3. Denn ich erkenne meine Missethat, 4. Verbirg dein Antlik vor meinen Sünden, Gem. A: men. 1. Und til- ge meine Sünden nach dei- ner großen Barmherzigkeit. 2. Und reinige mich von 3. Und meine Sünde ist 4. Und tilge alle meiGem. ● meiner Sünde, immer vor mir. ● ne Mis- se that. ● ( Das Gloria patri fällt am Bußtage weg.) 6. Gründonnerstag. Geistl. 1. Es sei aber ferne von uns rühmen, 2. In ihm ist das Heil und Leben und Auferstehung von den Todten, 3. Gott sei uns gnädig und segne uns, f 1. Denn allein von dem Kreuz unseres Herrn Jesu Chrifti. 2. Durch welchen wir erlöset sind und frei. 3. Er laffe uns sein Antlig leuchten und sei uns gnädig. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. A: men. 7. Charfreitag. Geist 1. Siehe, das ist Gottes Lamm, 2. Fürwahr er trug unsre Krankheit, 3. Er ist um unsrer Missethat willen verivundet, 4. Wir gingen alle in der Jrre wie Schafe. Gem. 1. Das der 2. Und lud auf sich uns3. Und um unsrer Sünde willen. 4. 2- ber der Herr warf unser aller = ( Das Gloria patri fällt an diesem Tage weg.) 2. Was fuchet ihr den Lebendigen 3. Mit Ehre und Schmuck hat ihn Gem. Welt Sünde trägt re Schmerzen. zer- schla Sün- de auf ihn. = gen. 8. Dsterfest. Geistl. 1. Der Herr ist auferstanden und Simoni erschienen, Halleluja! bei den Todten? Halleluja! Gott gefrönet, Halleluja! 17 1. Der Herr ist wahrhaftig aufer- standen, Hal- le- lu 2. Er ist nicht hier, er ist aufer- standen, Hal- le- lu 3. Und ihn zum Herrn gemacht über Al- les, Hal- le- lu2 - ja! jal ja! 18 Geistl. Ehr sei dem Vater 2. Gem. Gem. 9. Himmelfahrtsfest. Geistl. Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? f S A = men. Hal- le= lu= ja! Geiftl. Wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird er kommen. Gem. Gem. # Hallelu- ja, Hal- le- lu Geistl. Frohlocket mit Händen, alle Bölker! Gem. # Geifil Ehr sei dem Vater 2c. = Und jauch- zet Gott mit fröh- li- chem Schal= le. A= men. ja, Hal- le- lu= ja! 10. Pfingstfest. Beiftl. 1. Der Weltkreis ist voll Geistes des Herrn. Gem. # Gem. Geistl. 2. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. 3. Ich will Wasser gießen auf das Durstige, 4. Ich will meinen Geist auf deinen Samen gießen, 5. Dieß ist der Tag, den der Herr macht; 6. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. 5 1. Hal- le= lu ja! Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. = 2. Unser Gott kommet und schweiget nicht, Hal- le- lu- ja! 3. Und Ströme auf das Dür= re. 4. Und meinenSegen auf deine Nachkommen, Halle- lu- ja! 5. Las- set uns freuen und fröhlich. darinnen sein. 6. Schmücketd.Fest mitmaien bis an die Hörner des Al- tars. Gem. 20= men. 11. Trinitatisfest. Seiftl. 1. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Sebaoth, 2. Drei sind, die da zeugen im Himmel, der Vater, das Wort und der heilige Geist, 3. Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge; 19 1. Al- le Lan- de sind sei-. ner Ehre voll. 2. Und diese drei sind eins. men. 3. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. A $ 20 Geistl. Ehr sei dem Vater zc. Gem. 12. Erntefest. Geistl. 1. Laffet uns dem Herrn frohlocken, 2. Laffet uns mit Danken vor sein Angesicht kommen, 8. Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringet, ( Bet dürftiger Ernte.) Geiftl. 1. Befiehl dem Herrn deine Wege, Gem. A: men. 1. Und jauchzen dem 2. Und mit Psalmen Hort uns- res Heils. ihn lo= ben. 3. Und die Höh- en der Berge sind auch sein. ( Bet dürftiger Ernte.) 1. Und hoffe auf ihn; er wirds wohl ma- chen. Geistl. Ehr set dem Vater 2c. Sem. X= men. 13. Reformationsfest. Geistl. 1. Herr, unser Gott, sei mit uns 2. Thue wohl an Zion nach deiner Gnade, 3. Herr, dein Wort ist die rechte Lehre; Gem. 1. Wie du ge- we- sen bist mit un S tern. 2. Und bau- e die Mauern zu tu sa lemt. 1 3. Hei- lig- teit ist die Zier- de deines Hauses ewig- lich. fern Vä Je • Geistl. Ehr sei dem Vater zc. Gent. E 2 E men. Bemerkung. Statt des Introitus mit dem Gloria patri fann auch an Festtagen blos ein Anfangslied gesungen werden. 14. Rirchweih fest. Geistl. 1. Jauchzet dem Herrn alle Welt. 2. Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken, 3. Danket ihm, lobet seinen Namen; Gem. 1. Dienet dem Herrn. mit Freuden. mit Lob. 2. Zu seinen Vorhöfen 3. Denn der Herr ist freundlich u. seine Güte wäh- ret ewiglich. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. As ntent. Gem. 21 .. B. Schlußversifel für die Festtage. 1. Advent. Geistl. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja! Und machet sei- ne Stei- ge richtig, Hal- le- lu ja! 22 2. Weihnachtsfest. Geistl. Das Wort ward Fleisch, Halleluja! Gem. Und wohnete unter uns, Halleluja! 3. Neujahr. Geistl. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für, Halleluja! Gem. Du bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, Halleluja! 4. Epiphaniasfest. Geistl. Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja! Gem. Preiset ihn, alle Völker, Halleluja! 5. Bußtag. Geistl. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht. Gem. Vor dir ist tein Lebendiger gerecht. 6. Gründonnerstag. Geistl. Er hat ein Gedächtniß gestiftet seiner Wunder. Gem. Der gnädige und barmherzige Gott. 7. Charfreitag. Seiftl. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet. Gem. Sondern ihn für uns alle dahin gegeben. 8. Dfterfest. Geistl. Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja! Gem. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, Halleluja! 9. Himmelfahrtsfeft. Geifit. Gott fähret auf mit Jauchzen, Halleluja! Gem. Der Herr mit heller Posaune, Halleluja! 10. Pfingstfest. Geistl. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja! Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn, Halleluja! 23 11. Trinitatisfest. Geistl. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist Halleluja! Gem. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit, Halleluja! 12. Erntefest. Geistl. Aller Augen warten auf dich, Herr, Halleluja! Gem. Und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, Halleluja! 13. Reformationsfest. Geistl. Herr, dein Wort bleibet ewiglich, Halleluja! Gem. Deine Wahrheit währet für und für, Halleluja! 14. Kirchweihfest. Geistl. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Halleluja! Gem. Und den Drt, da deine Ehre wohnet, Halleluja! C. Schlußverfitel für die gewöhnlichen Sonntage zur Auswahl, Beiftl. Es segne uns Gott, unser Gott, Halleluja! Gem. Und alle Welt fürchte den Herrn, Halleluja! Geistl. Herr, hilf deinem Volte und segne dein Erbtheil, Halleluja! Gem. Weide sie und erhöhe sie ewiglich, Halleluja! Geistl. Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, Halleluja! Gem. Und du sollst mich preisen, Halleluja! Geistl. Wir haben einen Gott, der da hilft, Halleluja! Gem. Und einen Herrn, der vom Tode errettet, Halleluja! Geistl. Herr, dein Wort ist unsers Fußes Leuchte, Halleluja! Gem. Und ein Licht auf unsern Wegen, Halleluja! Geistl. Heilige uns, Herr, in deiner Wahrheit, Halleluja! Gem. Dein Wort ist die Wahrheit, Halleluja! Geistl. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen; Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Geistl. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Sem. Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. 1. Bersikel. Geistl.: Herr, vernimm mein Flehen um deiner Wahrheit willen. Halle. Inja. Gem.: Erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen. Halleluja. 2. Salutation und Collefte mit dem Amen der Gemeinde. 3. Berlesen eines biblischen Abschnittes. Gem.: Amen. Gebetsgottesdienst. Gem. Geistl. Kyrie, Gem. 4. Die Litanei. Geistl. Christe, Gem. Geistl. Kyrie, Gem. &= lei= & Lei = &= lei Geistl. Christe, son! = son! son! 25 Er- höre uns! 26 Geistl. Herr, Gott Vater im Himmel! Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland! Herr Gott, heiliger Geist! Gem. Geiftl. Sei uns gnädig! Gem. Er- barm dich über uns! Gem. Geifth Sei uns gnädig! Ber- schon uns, lie- ber Herre Gott! Gem. Hilf uns, lieber Herre Gott! Geistl. Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Hebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer und Wassersnoth, Vor dem ewigen Tod Be- hüt uns, lieber Herre Gott! Geistl. Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch bein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht Gem. Hilf uns, lieber Herre Gott! Geistl. Wir armen Sünder bitten: Gem. Du wol- left uns er hören, lieber Her- re Gott! = Geiftl. Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Pfarrherren und Diener der Kirche im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, Allen Rotten und Nergernissen wehren, Alle Irrigen und Verführten wieder bringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, Unsere Obern, Schule und Gemeine segnen und behüter, 28 Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hilfe erscheinen, Allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig laffen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Gem. Er hör uns, lie- ber Herre Gott! Geistl. D Jesu Christe, Gottes Sohn, Gem. Er- barm dich it- ber uns! Geistl. D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Gem. Er- barm dich über uns! Geistl. D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Gem. Er- barm dich ü- ber uns! Geistl. D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Gem. Geistl. Christe, Sem. Geistl. Kyrie, Gem. Geistl. Christe, Sem. Ver- leih uns ste= ten Fried! Er höre uns! = &= lei & lei = Geistl. und Gemeinde: Ky rise, e= lei = 3 = son! son! son! 2== men. 29 30 für die Geburts- und Namenstage des Königs und der Königin. Zum Anfang. Geistl.: D Herr, er zeig uns deine Barmher- zig- keit, = Gem.: Geistl.: હો# h a ng. Liturgie Gem.: Und ver- lei- he uns dein Heil. Gem.: D Herr, segne den Kö= nig, Und er- hö- re uns gnädiglich, wenn wir zu dir ru- fen. Geistl.: Rü- ste deine Die- ner mit Ge- rech- tig- keit, E Und laß deine Heiligen sich freu- ent. Geistl.: D Herr, hilf dei- nem Volk, Gem.: Und seg- ne dein Erb Geistl.: Ehr' sei dem Vater 2c. 2c. Gem: Gem.: Herr, A = theil. men. B1 er barm dich un- ser! Christe, erbarm dich unser! Herr, er- barm dich un- ser! Geistl.: Ehre sei Gott in der Höhe Gem.: Und auf Er- den Fried, und den Menschen einWohlge- fal= len. Chor: Wir loben dich 2c. Amen. 32 Geistl.: Der Herr sei mit euch. Gem.: Geistl.: Gebet. Gem.: Und mit deinem Geist. A= men. Geistl.: Biblische Lektion. Gem.: Geistl.: Segen. Gem.: Amen. 2 men. Schluß. Geistl.: Der Herr denke an uns und segne uns. Halleluja! Gem.: Er segne, die den Herrn fürchten. Halleluja! Geistl.: Der Herr sei mit euch. Gem.: Und mit deinem Geist. Geistl.: Laßt uns benedeien den Herren. Gem.: Gott sei ewiglich Dank. ***** E. Eschenbacher. 1875. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 Cyan 4 35 2 5 Farbkarte# 13 Green It' 6 y ver 3 8 Yellow S 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 () 15 White 16 1 7 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8