Andachten die auch dem Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch der Reformirten Gemeinden in Kurpfalz bengefügt werden können. CHARTER Heidelberg 1786. Im Verlage Heinrich Valentin Benders, Buchhändlers in Mannheim. NDA # # 110110 0 Claudidates and FHDF, 38.? Primrati 10 # 1474827 MaNn 2), a daug Inhalt. mam- nek 1. Morgenandacht einer christlichen Samilie. I 2. Abendandacht einer christlichen Samilie. 3. Morgengebet eines Christen. 4. Abendprüfung eines Christen. 5. Gebet um nützliche Abwartung des öffent. lichen Gottesdienstes. 6. Demüthigung vor Gott bey dem Andenken an Verfündigungen, und an einem Buße tage. de maging 7. Morgengebet an Sonn- und Sesttagen. 8. Abendgebet an Sonn- und Festtagen. 9. Erweckungen und Gebet vor der Com munion. 10. Dankbare Empfindungen nach der Com munion. II. Gebet um Weisheit und Geduld in Trübsal und besonderen 8then. 12. Empfindungen und Erweckung zur Dankbarkeit nach Errettung aus besonderen Nöthen und Trübsalen. 13. Dankgebet einer Wochnerin. 14. Gebet eines Dienstboten und Taglöhners. 15. Gebet bey aufsteigendem schweren Gewits ter, und Erweckung zum Vertrauen auf Gott. 16. Gebet eines Landmanns um fruchtbare Witterung, und Erweckung zur Dankbarkeit. 17. Be Inhalt. 17. Gebet eines Landmanns bey schlechter Witterung, und Ermahnung zur Zufries denheit mit Bottes Schickungen. 18. Morgengebet eines Kranken. 19. Abendgebet eines Kranken. 20. Gebet um rechte Todesvorbereitung. 21. Gebet bey herannahendem Ende. 22. Gebet bey Sterbenden. 23. Kurze Anweisung, aus dem Herzen beten m3u lernen. 24. Erweckungen und Lebensregeln aus der heiligen Schrift. m mon152 punto 1919groff! a/ game- osmogodi 3, 293700 3900 daw 1: 35: 2 ammolo and chair s 12 KK 76 sted me A A nga plastic! 11 SVAHEAD.Cox AC YUE YOU om mlodajemnál 1 79dnoted b 19ds 11 ind The story ( gite Inaga 1900 21 41 397 str Andachten DINLINE*£*£*** Andachten und Erweckungen des Herzens zu Gott in Betrachtungen, Vorsätzen und Gebeten auf wichtige Zeiten und Umstände. 1. Morgenandacht einer christlichen Familie. Pf. 5, 4. Serr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken. eiliger und allmächtiger Gott, Vater aller Menschen! wir danken dir von Herzen, daß du uns und die Unfrigen diesen Morgen gefund haft erleben laffen. Wir danken dir für die Ruhe, die wir genoss fen, für die Erquickung, die du uns gegónnet, und für die neuen Kräfte, die du uns verliehen hast. Laß unsere Seele deine Güte erkennen, und unser ganzes Leben dir geheiliget seyn; Laß uns mit neuem Muth und inniger Zufriedenheit die Geschäfte unsers Berufs fortsegen, und uns den würdigen Zweck unfers De seyns auf der Erde nie aus den Augen verlieren. Gieb 13 0178, 6 Andachten und Erweckungen uns, liebster Vater! die Gnade, daß wir alle von gans zem Herzen an dich glauben, deinen Gebothen gehors chen, deiner Verheissungen eingedenk seyen, und nie vergessen, daß du unser Gott und Herr seyest, und dein Beyfall uns mehr werth sen, als unser Erdenleben. Laß uns als deine Kinder nicht blos Wohlthaten und Gutes von dir empfangen, sondern auch alles Böse meiden, das Gute thun, unsern Pflichten mit freudis ger Entschlossenheit anhangen, und mit kindlicher Ehrs furcht das Heil unserer Seelen wirken und befördern. Gieb jedem unter uns Kraft, Lust und Gelegenheit, heute recht viel Gutes zu verrichten; Gieb Eltern Weise heit, Herablaffung und Geduld mit den Schwachheiz ten ihrer Kinder, und gieb Kindern Liebe, Treue und Zuneigung zu ihren Eltern; Laß alle einander ein Beye ſpiel und Ermunterung zum Guten seyn, keinem auf einige Weise Aergerniß geben, oder jemand zur Sünde verführen! Laß den Geist der Liebe uns unter einan der aufs engste verbinden, daß wir im Frieden und herzlicher Eintracht bey einander leben, einander in leiblichen und geistlichen Angelegenheiten nach bestem Vermögen helfen und rathen; und eines sich über das andere freue, eines für das andere bete, eines das ans dere erbaue und alle nur ein Herz und eine Seele in deis ner Furcht und Liebe seyn. Bey dem Genusfe deiner Wohlthaten erwecke in uns einen frommen Sinn, und laß uns deine Güter mit Mässigung und Dankbarkeit geniessen. Bewahre uns vor allem Unglück und Ges fahren! Gieb uns Muth, Standhaftigkeit und ein beständiges Vertrauen auf dich, wenn heute ein Una glück über uns kommen, oder eine Gefahr uns umrine gen sollte. Gieb, barmherziger Vater! allen Menschen, die auf Erden leben, deine Huld und Güte zu empfins den. Gieb jedem, was ihm nöthig, und wende von jedem ab, was ihm schädlich ist! Erbarme dich aller Armen und Verlaffenen! Laß sie weise und treue Hels fer des Herzens 2c. fer und Tröster finden in ihrem Elende! Erbarme dich aller Kranken! Lindere ihre Schmerzen! Flöffe ihnen Geduld und gute tröstliche Gedanken ein! Erbarme dich aller Werdenden, Lebenden und Sterbenden! Ers höre aller Frommen gläubige Gebete, und verherrliche Deine Tugenden an uns Menschenkindern! Amen. Klagl. Jerem. 3,23.24. Die Barmherzigkeit des Gerrnist alle Morgen neu, und deine Treue, o Gott, ist groß. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. 2. Abendandacht einer christlichen Familie. Pf. 63, 7. Wann ich mich zu Bette lege, fo dene ich an dich. Mit Dank, treuer und barmherziger Vater! has ben wir diesen Tag angefangen, und billig endis gen wir ihn auch mit Dank. Wir genoffen am heutis gen Tage manche deiner våterlichen Wohlthaten; Wir genoffen Speise und Trank, Ruhe und Frieden, Schuk und deinen Gottes feegen. Dank sey dir für das viele Gute, das du an diesem Tage in so manchem Betrachte uns an unserem Leib und an unserer Seelen erzeiget hast, am allermeisten für das, wodurch unsere Seele weifer, besser und glücklicher geworden ist! Dank für alles Gute, das wir von andern gelernt und empfangen, oder etwa auch andere gelehrt und andern erwie sen haben. Dank sey dir für den Nußen und Trost, der uns auch durch das Evangelium deines Sohns Jefu Christi zu Theil worden, für jeden guten Gedanken, für jede gute und fromme Empfindung, die dein heili ger Geist durch dasselbe in uns erweckt, und unserm Gemüthe eingefldst hat! Mögte unser ganzer Wane 04 del 8 Andachten und Erweckungen del reiner Dank deiner Güte, und alle unsere Unters nehmungen untrügliche Beweise unser kindlicher Ehrs furcht seyn! Mögte dieser Tag, heiliger Gott und Nichter! nicht wider uns zeugen, noch unser Gewissen uns einer Thorheit und Ungerechtigkeit zeihen! Mögte doch keine einzige vorsägliche Sünde von uns begans gen, kein Bruder durch uns betrübet, kein Schwachs glaubiger geärgert, feine Gelegenheit zum Guten vors bengegangen, kein unnüßes Wort zum Nachtheil der Unfrigen geredet worden seyn! Gott! du bist heilig und allwissend! vor dir lieget unser Thun und Laffen offen, du erkennest unsere Gedanken; Alle unsre Fehle tritte stehen vor dir; Vor deinen Augen kann sich nies mand verbergen: Niemand sich deinem Licht entziehen. Gieb uns recht zu erkennen, was dir heute an uns miße fällig gewefen ist. Gieb uns Gnade zur Besserung une fers Sinns; vergieb uns unsere Sünden, wie wir iko willig und gerne allen vergeben, die uns jemals beleis digt oder gekrånkt haben. Du hast die Nacht den Menschen gegeben zur Ruhe von ihrer Arbeit, und den Schlaf zur Erquickung ihres můden Körpers; Wir danken dir für diese gütige Einrichtung, und bitten dich, mit deiner gütigen Fürsehung über uns zu was chen, wann wir schlafen, unsern Othem, der in deis ner Gewalt stehet, zu bewahren, und unser Leben in Sicherheit zu stellen. Laß uns morgen gefund und mit Freuden wieder erwachen, dir mit neuen Kräften dies nen, und unsrer ewigen Seeligkeit mit neuem Eifer entgegen eilen. Erbarme dich, treuer Vater! aller Menschen, aller Elenden, aller Kranken, aller Gebårenden, aller Wittwen und Waisen, aller, welche in dieser Nacht Kinder verlieren, und welche Kinder zur Welt bringen; Aller, welche heute Nacht das Licht der Welt erblicken, und die heute zum letztenmale daf felbe fehen! Laß alle, jeden nach seiner Art, und nach feiner Noth deine väterliche Hülfe erfahren, deinen mäch des Gerzens 2c. mächtigen Beystand geniessen, und deiner Güte fich aufs innigste erfreuen. Amenz Pf. 40, 12. Laß deine Güte und Treue mich alle Wege behüten. 3. Morgengebet eines Christen. Pf. 73, 24. Das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte. Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, mein Gott und und thåter, mein Gesetzgeber und Richter! Dir verdanke ich, was ich bin und habe, mein Leben, meine Ges fundheit, meine Kräfte, alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besike; Dir verdanke ich den Schuk, den ich in vergangener Nacht genoffen, die Erneuerung der Kräfte, die du mir verliehen, den Lebensbalsam, den du durch einen fanften Schlaf mir eingeflöffet hast. Wer bin ich, O Gott! daß du mein gedenkeft, und dich meiner so väterlich annimmst? Deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Du bist groß von Güte, und deine Güte ladet uns Menschens kinder ein zur Weisheit, zur Rechtschaffenheit, und zur Sinnesbefferung; du giebst uns mit jedem Morgen neuen Wink, neue Kraft, und neuen Antrieb zu thun, was recht ist, und deinen Willen zu vollbringen. Du schenkest uns Zeit und Aufmunterung an unserer Besserung zu arbeiten, und unsere Heiligung mit deinem Beystand zu vollenden. Bater! ich erkenne deine Güte, verehre den Endzweck meines Dafeyns, bete an deine Barmherzigkeit, und heilige mich in der ernsten Morgenstunde dir und deinem Willen ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher bes gangen, und wünsche nichts fehnlicher, als immer weiser, besser und heiliger zu werden. Ich entfage allen böfen Lüften, allen verdorbenen Neigungen, und allen a 5 schåd. Andachten und Erweckungen schädlichen Vorurtheilen der Welt, und ich erneure in deiner Gegenwart den ernsten Vorsak, alle unor dentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle böse Gewohnheiten, die mir noch ankles ben, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Vers halten nach deinen guten und heiligen Geboten zu richs ten. Dir, meinem Schöpfer und Wohlthäter, zu gehorchen, deinem Sohn und meinem Erlöser Jesu Christo ähnlich zu werden, deines Geistes feeligem Eins fluffe mich zu übergeben: dieß soll meine ernstliche Bes mühung, meine Sorge und Ehre, mein Bestreben und meine Seeligkeit seyn. Ich schwöre es, o Gott und Vater, von dir berufen zum Licht und zur ewigen Seeligkeit, ich will es halten, und mich bestreben, deine Gebote zu halten. Bater! stehe mir bey mit deiner Gnade, helfe mir meinen guten Vorsatz zu erfüllen; Unterstüße dein schwaches, und der Hülfe bedürftiges Geschöpf: Bewahre mich heute vor allen Versuchungen jur Sünde, und wenn ich versucher werde, so laß mich siegen über das Böse. Erfülle mich mit einer aufs richtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meis nen Brüdern nüßlich seyn, und ihr wahres Beste bes förderen. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meis nen Berufsgeschäften, und begleite fie mit deinem Sees gen. Gieb mir, und gieb allen Menschen, was wir zu einem dir gefälligen Leben bedürfen; Gieb uns Vers trauen auf deine Güte, Glauben an dein Wort, und lebendige Hoffnung des ewigen lebens. Amen. to Pf. 86, 11. Weise mir, Zerr, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bey dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. 4. Abend: des Gerzens 2c. 4. Abendprüfung eines Christen. Pf. 119, 19. Jch betrachte meine Wege, und Fehre meine Süsse zu deinen Zeugnissen. 11 Das ist ein köstlich Ding dir, ewiger Vater! dans ken, am Morgen deinem Namen singen, am Abend deine Treue erhöhen. Gott! du erfreuest uns durch deine Werke. Wie groß sind sie! In deinem Rath welch eine Tiefe! In deiner Güte, welcher Abgrund! In deinem Geegen welche Wonne! In deis nem Beyfall welcher Himmel und welche Süssigkeit! An mir Unwürdigen hast du dich nicht unbezeugt gelassen; Du hast mir heute in allen Absichten viel Gus tes gegeben, du hast mir viele Barmherzigkeit bewies sen: Du hast mir gegeben Kraft zur Erfüllung meines Berufs, Schutz wider bekannte und unbekannte Ges fahren des Lebens, und våterlichen Schirm wider mans che Versuchungen dieser Welt. Nimm Vater! das Danklied deines Geschöpfs, und das Lallen deines Kindes in Gnaden an. Vergieb die Fehler, womit ich dich beleidiget, und die Trägheit, welche mich im Guten gehindert haben; Vergieb deinem Kinde die Schwachheiten, welche es begangen, und die Uebereilungen, welche es dahin geriffen. Herr! wer fann merken, wie oft er fehlet! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Du, o Gott! bist heilig, und haft Mißfallen an aller Heucheley, du bist gerecht, und haffest die Lügner, ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen; Vor die habe ich gefündiget, und manches gethan, das unrecht ist in deinen Augen. Mein Entschluß ist gefaßt, lieber Vater! Ich will umkeh ren, mich bessern, und dir zu Gefallen leben. Stärke mich selbst, o Gott! in diesem guten Vorsake, und vollbringe in mir das Werk deiner Gnade. Stehe mir bey, und helfe mir meinen Entschluß ausführen: Gieb mir Haß wider alles Böse, und Liebe zu allem Guten: Andachten und Erweckungen Guten: zerstöre in mir, was dir mißfällig ist, und bes veftige mich in allem, was dir gefällig ist. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Bedecke mich mit deinem väterlichen Schuß, wende ab von mir alles Unglück, und laß alle Plagen ferne seyn von una fern Wohnungen. Lieber, barmherziger Vater! Tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Krankheit beunruhiget, durch Schmerzen niederges worfen sind, und mit Sehnsucht dem kommenden More gen entgegen sehen; Erhalte sie in der Geduld; Laß fie sich findlich ergeben in deinen Willen; Stärke die Sterbenden, und laß fie Gnade vor dir finden; Bes kehre die Sünder, und laß ihre Seele vom Verderben errettet werden. Erfreue die Frommen, und laß ihre Freude im Herrn vollkommen werden. Dir weiser Vas ter! empfehle und übergebe ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben, und alle meine Schicksale, führe du mich nach deinem Wohlgefallen; Regiere du mich mit deinem guten Geist, und mache mich gewiß und theilhaftig deiner Herrlichkeit. Ich bitte um dieß alles als ein Jünger deines Sohns, und unsers Erlösers Jefu Christi. Amen. 12 Pf. 139,23. 24. Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz; Prüfe mich und erfahre, wie ichs meyne, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. 5. Gebet um nützliche Abwartung des öffentlichen Gottesdienstes. Pred. Sal. 4, 17. Bewahre deinen Suß, wann du zum Hause Gottes gehest, und komme, daß du hörest. Gott, Bater aller Geister, Leben und Freude aller Denkenden vernünftigen Wesen im Himmel und auf 13 des Gerzens 2c.g auf Erden; Wie köstlich sind auch uns die Gedanken von dir! Wie erheben sie unsern Geist! Wie erweis tern sie unser Herz! Welches Licht verbreiten sie nicht über alle deine Werke und Wege, über alle unsere Schicksale, über unsre gegenwärtige und zukünftige Bestimmung! Ja, wann wir an dich denken, dann thun wir das, was unter allen Geschöpfen des Erdbodens nur der Mensch thun kann, und was alle hös here Wesen mit uns für ihre höchste Ehre und reinste Lust halten! Wann wir in deiner nåhern Gegenwart find und deine nåhere Gegenwart fühlen, dann ents fliehen Kummer und Gram und ängstliche Sorgen aus unsrer Brust; Dann sind wir in der Gegenwart uns fers gütigsten, huldreichsten Vaters, und fühlen uns ganz mit den Wirkungen der ewigen Liebe umgeben! Wann wir mit dir Gemeinschaft haben, dann schrecket uns kein Mangel, keine Noth, keine Gefahr; Dann Fönnen wir alles ben dir finden und aus deiner Fülle Licht und Kraft und Seeligkeit schöpfen. Wie glücks lich sind wir denn nicht, daß wir dich kennen, uns zu dir erheben, und mit dir Gemeinschaft haben können! Und wie viel glücklicher würden wir nicht seyn, wenn wir den Werth dieser Vorzüge recht zu schätzen, und fie nach ihrem ganzen Umfange zu gebrauchen wußten: Wenn wir uns immer mehr zu dir hielten, dich allents halben suchten und fånden, und stets vor deinem An gefichte wandelten! Bewahre uns vor dem schädlichen Wahn, als bestehe die wahre Gottfeeligkeit nur in guten Rührungen, oder als sey eine fleissige und andächs tige Abwartung des öffentlichen Gottesdienstes die ganze Die ganze Verehrung, die wir dir schuldig seyen. Welt ist dein Tempel; Wo wir sind, da bist du um uns, und siehest was wir denken, und thun, unddu willst hauptsächlich durch ein frommes Leben von uns gepries sen werden. Gieb, lieber und heiliger Gott! daß wir dich überall vor Augen haben, überall gewissenhaft hands 14 Andachten und Erweckungen handlen, und in unserm ganzen Verhalten deinen Wil len gerne thun. Seegne dazu all unfer Beten und Sins gen und jede Wahrheit deines Worts, und jede kråf tige Auffoderung deines göttlichen Evangeliums. Una terstüße, stårke du selbst unfern Geift, o Gott, wenn er sich zu dir zu erheben bestrebet; ziehe du selbst unfre Herzen ganz zu dir, laß uns unsre seeligen Verbina dungen mit dir immer besser erkennen, immer inniger fühlen, und denfelben immer gemässer denken und hans deln. Lehre uns die Würde und die Seeligkeit der Ans dacht so einsehen und empfinden, daß wir sie verehs ren und lieben lernen, und des Genusses ihrer Freuden immer fähiger werden. Amen. Pf. 5,8. Ich will in dein Zaus gehen auf deine groffe Güte, und anbeten in deinem heiligen Tempel in deiner Surcht. 6. Demüthigung vor Gott bey dem Andenken an Versündigungen, und an einem Bußtage. W Spr.Sal.28,15. Wer seineWissethat läugnet, dem wirds nicht gelingen; wer fie aber bekennet und laßt, der wird Barmherzigkeit erlangen. enn ich, o Gott, mit deinen liebreichen Befehlen meine Gesinnung und mein Verhalten ernstlich vergleiche, so sagt mir es mein eigen Gewissen, daß ich vor dir nicht unschuldig bin. Und wie könnte ich vor Dir meine Uebertretungen verbergen, der du das innerste meiner Seele kennest, alle meine Wegeweißt und mich so siehest, wie ich in der Wahrheit beschaffen bin. Ich habe freilich noch so manchesmal, mein Gott! mir das erlaubt, was dir doch nicht gefallen kann, und ſo häufig gerade das versäumt und unterlassen, was ich nach deinem guten Willen, selbst zu meinem eig, nen Besten, hätte thun follen. Mit inniger Beschä mung des Herzens 2c. IS mung meiner Seele empfinde ich dieß, und wie niederschlagend würde diese Empfindung für mich seyn, mein Gott, wenn nicht deine barmherzige Gnade noch mein Trost, und meine Hoffnung wäre. Du versprichst jes dem aufrichtig Bußfertigen durch deinen Sohn Jefum Christ Gnade, und Erlaffung seiner Schuld; du vera jeihest gerne jedem seine Fehler, der mit sich selbst dare über von Herzen unzufrieden und auf wahre Beßrung bedacht ist. Verzeihe mir denn auch die meinigen; Denn es ist mein ganzer Ernst, besser zu werden, und alles an mir abzulegen, was deinem Willen entgegen ist. Du hilfft gerne denen, die sich bessern wollen, daß fie es können. Hilf denn auch mir mit deinem guten Geiste, daß es mir mit dem Vorsak wahrer und stets zuneh mender Besserung gelingen möge, damit die Absichs ten deiner Gnade an mir erreicht werden, und ich mich allezeit als den guten Menschen beweisen möge, dem es Freude ist, so zu handeln und so zu denken, wie es dir gefällt, der getrost auf deinen Beyfall rechnen kann, und der dann auch in deiner Liebe ruhig und seelig ist. Erhöre mich, so wie du gerne jeden hörst, der nach deinem Willen bittet. Amen. Pf. 130, 4. Bey dir, Herr, ist die Vergebung, daß man dich fürchte. 7. Morgengebet an Sonn- und Festtagen, Pf. 25, 4. 5. Serr, zeige mir deine Wege, und lehre mich deine Steige. Leite mich in deis ner Wahrheit, und lehre mich; Denn du bist der Gott, der mir hilft. Unsere Hülfe und unfer Anfang sey im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat! Der heutige feyerliche Tag ist Gott und seiner Verehrung gewidmet; Gott verehren ist unsere höchste Seeligkeit. Laffet uns dieses erkennen, und unsern himmlischen Bater 16 Andachten und Erweckungen Vater bitten, daß er diesen Tag einen Tag des Sees gens für uns seyn lasse. Gott, wie glücklich sind wir, daß wir, von allen irdischen Geschäften und Sorgen frey, uns in deinem Hause versammeln, da über alles, woran uns vieles gelegen ist, mit stillem Geiste nachs denken, uns bis zu dir, unserm Schöpfer und Vater, erheben, uns von deinem Willen unterrichten, uns im Glauben an dich und deinen Sohn, Jesum Christum, stårken, uns deiner Wohlthaten und der Hoffnung der feeligen Unsterblichkeit freuen, und so auf eine vernünfs tige Art unsern Geist nähren, und zu einem beffern Leben vorbereiten können! Dank sen es deiner weisen und våterlichen Güte, die diese heilsame Veranstaltuns gen zu unserem Besten getroffen, und uns bis auf dies fen Tag im Genusse derselben erhalten hat. Laß sie uns heute und immerdar weise und würdig gebrauchen. Sammle doch unsere Gedanken aus der Zerstreuung; Richte sie ganz auf dich und den heilsamen Unterricht, den du uns durch die Lehren der Religion ertheilest, damit wir dich immer besser kennen, immer herzlicher lieben, dir immer freudiger vertrauen, und deinen Ges boten immer treuer und williger gehorchen lernen. Laß insbesondere den Gedanken von der Auferweckung deis nes Sohns uns im Glauben seiner göttlichen Lehre, und im Vertrauen auf seine Verheissungen stårken, uns zur Nachfolge seines heiligen, wohlthätigen, und gemeinnütigen Lebens erwecken, und uns christliche und himmlische Gesinnungen einflöffen. Laß sich die Wahrheit und Gewißheit seines wiedererlangten Lebens durch die kraftigsten Wirkungen seiner Lehre und seines Beyspiels unter uns offenbaren: Laß keinen von uns diesen Tag zurücke legen, ohne an demselben etwas Gu tes gelernet, und mehr Erkenntniß der Wahrheit, mehr Liebe und Kraft zur Tugend, mehr Weisheit zur Führung des gegenwårtigen, und mehr Fähigkeit zum Ges nuffe des zukünftigen Lebens erlangt zu haben. Dein Gees des Herzens. 2c. 17 Seegen, o Gott! begleite alles, was wir heute dens ken und reden, lesen und hören werden, damit der Vors trag der Lehrer reiche Früchte der Besserung in uns, und unter uns hervorbringe, durch unsern Herrn, den wir bekennen, Jefum Christum. Amen. Ps. 119, 5. O daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernste hielte! 8. Abendgebet an Sonn- und Festtagen. Pf. 5o, 23. Wer Dank opfert, der preiset mich; und das ist der Weg, daß ich ihm zeige das Seil Gottes. Groffer und anbetungswürdiger Gott, Vater uns trete vor Dein Angesicht, und bringe dir mein Gebet und meinen Dank. Womit kann ich anfangen, o mein Gott, als mit deinem Lob und meiner Dankerkenntniß? Wie viel Gutes hast du mir am heutigen Tage bewiesen? Wie viel Gutes habe ich hören, lefen, oder sonst lernen können? Du hast mir Zeit und Gelegenheit gegönnet, über mich selbsten, mein eigen Herz und Leben, und über deine unaussprechliche Barmherzigkeit nachzudens ken; Du hast mich der groffen Wohlthaten erinnert, welche du uns bereits durch Jefum Christum erzeiget hast, und durch ihn in alle Ewigkeit uns zu erzeigen bes reit bist! Welche reine Wohlthat ist dein Wort, das du uns anvertrauet haft! Wie blind wären wir ohne deinen Unterricht, wie viel Licht und Trost würde uns fehlen, wenn uns dein Wort mangelte! Ich danke dir herzlich, gütiger Vater! für die unschäßbare Wohls that deiner Offenbarung, welche uns zur himmlischen Seeligkeit leitet, und aus der ich heute so viel Licht und Trost habe schöpfen können. Laß mich nur nicht bald wieder vergessen, was ich heute aus derfelben Gutes und Wahres gehöret und gelernet habe! Laß mich und Andes 18 Andachten und Erweckungen Andere nicht vergeßliche Hörer, sondern Thåter deines Worts seyn, auf daß wir alle in unserem Thun seelig werden. Seegne alle Prediger deines Worts, die es mit deiner Religion redlich meynen, und denen das ewige Wohl ihrer Zuhörer mehr als alles am Herzen liegt! erfreue sie mit vielen Früchten ihres Eifers, und zeige ihnen das Gute, das sie gestiftet haben, damit sie kråftig ermuntert werden noch mehr zu stiften, und angefeuret werden in ihrem Eifer nicht müde zu werden. Vermehre die Zahl der frommen und rechtschaffenen Verehrer deines heiligen Evangeliums, deiner Gebote, und deiner Verheiffungen. Gieb, daß uns allen das Böse täglich mehr mißfalle, und das Gute leichter und angenehmer werde. Laß die guten Triebe nicht wies der erlöschen, die heute deine Gnade in vielen Herzen angefacht hat! hilf insonderheit mir die ganze Zeit meis nes Lebens durch in meiner ganzen Aufführung zu bes weisen, daß ich es für meine Ehre und für mein Glück halte, Jesu Religion zu bekennen und seine göttliche Vorschriften zu befolgen. Laß mich diese Nacht bey guten Gedanken und mit frommen Empfindungen eins schlafen! Gieb mir zu erkennen, was ich heute gesündiget habe, was ich etwa båtte unterlassen, oder beffer machen sollen! Verherrliche deine Gnade an allen Elena den, Trostlosen und Verlassenen. Stärke und tröste fie durch dein Wort, und deinen Geist! Laß fie mits ten in ihrem Elende deine Gnade empfinden! Laß alle sich in dir freuen, die dir vertrauen, und laß deine Hülfe ihnen nahe seyn, damit sie dich von ganzem Her zen preisen, und deinen heiligen Namen erheben mos gen. Amen. Pf. 34, 8. 9. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. Schmecket und sehet, wie freundlich der Berrist: wohl dem, der auf ihn trauet! 9. Er des Gerzens 2c. 9. Erweckungen und Gebet vor der Communion. 19 1. Cor. 11, 28. Der Mensch beweise sich bewährt, und also esse er von diesem Brode, und trinke von diesem Kelche. Herr, mein Gott, der du Aufrichtigkeit lieb haft, mein den werde, seegne an meiner Seele das Andenken an Jesu Liebe, Leiden und Tod; Bewahre mich, daß es nicht aus blosser Gewohnheit, in Zerstreuung, oder völliger Gedankenlosigkeit, mit einem vereitelten, una freundlichen, unreinen Herzen geschehe. Richte meine ganze Aufmerksamkeit auf deinen liebevollen Rath von der Menschen Seeligkeit, den du in der Sendung deis nes lieben Sohnes verherrlichet hast, daß ich immer weiser, beffer, dir gefälliger werden möge, und mich unter allen Umständen deiner, als meines Gottes und Baters, trösten und freuen könne. Und so erwäge es denn mit Ernst, meine Seele, vor Gott deinem Heilande, was du ihm für alle Wohlthaten seiner Erlös fung schuldig bist. So viel hat er dir gethan, daß du für deine Begnadigung nicht ängstlich sorgen dürftest, und in froher Gewißheit derselben dein ganzes Bestreben auf die Reinigung deines Herzens und deines Les bens richten möchtest. Dank es ihm innig und freus dig! ehre ihn aber auch durch aufrichtigen Gehorsam, daß du in allem gefinnet feyst, wie Jesus Christus auch war. Meide die vergångliche Lust der Welt; Beweise dich treu und fleißig in deinem Stande und Berufe, zufrieden mit deinen Umständen, maffig im Genusse des Irrdischen, gewissenhaft in allem deinem Vornehs men; Vergieb deinen Beleidigern, trage die Fehlenden und Frrenden mit Geduld und Nachsicht, erbar me dich, so gut du kannst, der Nothleidenden; Hoffe 6 2 dann 20 Andachten und Erweckungen dann stets das Beste zu Gott, der auch dein Gott ist, und tröste dich aller seiner Seegnungen in Zeit und Ewigkeit. Bedenke es, meine Seele! zu dieser Sins nesähnlichkeit mit sich, als dem Haupte seiner Gemcine, ladet dich Jesus ben dieser Gedächtnißfeyer- seiner bis in den Tod treuen Liebe ein! höre seine Stimme, und folge ihm! bist du dir noch in diesem Augenblick einer lasterhaften Neigung und Gewohnheit, irgend einiger Härte, Ungerechtigkeit, Treulosigkeit, oder bittern Rachsucht bewußt, so fasse doch ja den herzhaften Ents schluß, andres Sinnes zu werden, und führe ihn reds lich aus. Spricht dich aber auch dein Gewissen von herrschenden Unordnungen frey, so werde darum nicht sicher. Suche vielmehr mit deinen Mängeln und Schwachheiten immer bekannter zu werden, und halte auch den kleinsten Fehler dir nicht zu gute. Laß dir ihre Ablegung mit Ernst angelegen seyn, und nimm täglich zu in deiner Besserung. Ermahne dich selbst dazu alle Tage, und beweise darin standhafte Treue. Zu dem allen sollst und willst du dich jetzt aufs neue verpflichten. Thue das mit Freuden, so wirst du dich auch mit Zuversicht aller Wohlthaten der Erldsung getrösten können. Es geschehe also, Herr Jesu, du Stifter meiner Seeligkeit! wie soll ich dir vergelten alle deine Wohlthaten! ich übergebe mich ganz dir und den Erweckungen deines Geistes und Wortes. Das fey meine Freude, daß ich mich zu dir halte. Mache mich heilig, mache mich seelig! Amen. Ebr. 12, 2. Lasset uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens! 10. Dankbare Empfindungen nach der Communion. Tit. 2, 14. Christus hat sich selbst für uns geges ben, auf daß er uns erlösete von aller Unges rech. des Gerzens 20. 21 rechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk des Eigenthums, das fleissig wäre zu guten Werken. danke dir von Herzen, Herr Jesu, für allen Trost und für alle Stärkung, die du mir jetzt in dem Genusse deines Abendmals hast darreichen wol len. Hilf mir nun auch, daß ich die Frucht davon an mir zeige, mich vor jeder Art der Verfündigung hüte, und in allen rechtschaffenen Gesinnungen dir ähnlich zu werden trachte. Das ist nun wohl auch jetzt mein ganzer Ernst; Und wie sollt er es nicht seyn, bey dem fo lebhaft erneuerten Andenken deiner Liebe und Treue gegen ein fündiges Geschlecht! aber dieses Andenken wird in den Zerstreuungen und Verwirrungen des Les bens wieder schwächer werden, und der seelige Eins druck davon kann erlöschen. Es foll also meine vors nehmste Sorge seyn, mir oft vors Auge zu stellen, was du, größter Menschenfreund, erduldet hast, um Seelen zu erretten, und allen Freunden des Guten Freudigkeit zu Gott, Trost des Gewissens, Hoffnung der Seeligkeit zu erwerben. Deß will ich mich stets mit dankbarer Liebe erinnern, dem will ich nachdenken, es mir einen mächtigen Antrieb seyn laffen, ein gutes Gewiffen zu bewahren. Wie seelig werde ich dann seyn! Wiewohlwird mir seyn in dem Frieden des Hers zens, den kein irdisches Glück gewähren kann, und in jeder guten Erwartung des Zukünftigen! Wie rus hig wird dann mein Hoffen seyn, auch einmal zu dem Leben bey dir zu gelangen, wo Freude die Fülle ewiglich ist. Noch ist es nicht alles erschienen, was auch ich seyn und werden soll, auch mein Glaube fagt es mir, daß hier noch nicht der ganze Nath meines Gots tes an mir vollendet sey: Aber das weiß ich, daß, wann es erscheinen wird, es denen nicht anders als wohlges hen kann, die dir, Herr Jesu, gleichgesinnet zu seyn, b 3 Jich 3 22 Andachten und Erweckungen mit weifem Ernst sich bestrebt haben. So habe ich mich denn feyerlich dem Dienste meines Gottes, und meines ewigen Wohlthäters gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geist und mit meinem Leibe zu preisen, die bende sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie uni anks bar, wie unglücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergåsse, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gerichte würde ich zu erwarten haben, wenn ich nun noch der Sünde dienete, wenn ich nicht alle Fehler, alle böfe Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, ernsts lich bestritte, wenn ich eben so träge und nachläffig im Guten wäre, als ich ehemals gewefen bin! So würde ich mich aller Vorrechte und Seeligkeiten, die ich als ein Christ besige, verlustig, und meine Vers dammniß um so viel schwerer machen. Ach Gott, era laube nicht, daß ich so undankbar gegen dich und so feindseelig gegen mich selbst handle. Bevestige meine guten Entschlieffungen, und verleihe mir die Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und uners můdet zu arbeiten. Erhalte du felbst mein Herz bey dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Bes wahre mich vor Versuchungen, stårke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit. Amen. Phil. 2, 5. in jeglicher sey gesinnet, wie Je sus Christus auch war. 11. Ges des Gerzens ic. 23 11. Gebet um Weisheit und Geduld in Trübe sal und besonderen Nöthen. Pf. 55, 23. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen, und wird den Ges rechten nicht ewiglich in Unruhe lassen. chon so lange hast du mich, Vater der Barma herzigkeit, mit anbetungswürdiger Langmuth ges tragen, und doch bin ich durch deine grosse Gnade nicht allezeit ermuntert worden, das, was mir unangenehm ist, mit stiller Gelaffenheit auf mich zu nehmen. Ich weiß, daß es edel und gut ist, im Glück und Unglück sich immer gleich zu seyn, durch das Zeugniß eines guten Gewissens unterstüßt, auf deinen Beystand zu trauen, und mit gesettem Geiste allen Trübfalen getroft ents gegen zu gehen. Aber bey aller dieser guten Erkennts niß und den Kräften, die du mir darreichest, bin ich doch öfters schwach und ungeduldig gewesen. Wie schäme ich mich dieser ungläubigen Kleinmüthigkeit! Wie sehnlich verlanget meine Seele, mit der Macht Deiner Stårke gerüstet, künftig unbeweglicher zu ste hen? Erhebe dich dann, mein Geist, und lerne mit erleuchteter Vernunft alle widrige Schicksale dieses Lebens zu betrachten. Ist Gott nicht dein Vater und dein Schuß? wird er dich dann wohl in Prüfungen führen, welche nicht zu deinem Besten abzielen sollten? Ist er nicht der weise Regent des Himmels und der Erden? der gütige Vater aller Menschen? Wird er also nicht schon, ehe dich dieß Leiden betraf, die besten Mittel ersehen haben, dich aus demselben zur gehörigen Zeit zu erretten? Des Herrn Rath ist wunderbar, und er führt alles herrlich hinaus, seine BarmherzigFeit hat kein Ende, feine Güte ist alle Morgen neu, und seine Treue ist groß, und wie darf ich murren un ter dieser leichten Laft, die mein Gott mir auferleget 64 bat? 24 Andachten und Erweckungen hat? Was war ich ohne ihn? Kein Tag meines Lebens vergieng, an welchem ich nicht wider seine Gesetze ges fündiget. Wie viele Ulebertretungen meiner Jugend reden nicht wider mich? Wie manche unheilige Begiera den, unnütze Worte, unverantwortliche Werke haben nicht auch nach der Zeit mein Herz und meinen Wans del befleckt? Wie, wenn der gerechte Gott mit mir handeln wollte nach meinen Sünden, könnte er nicht aufs empfindlichste mich züchtigen? und er züchtiget doch nur als ein Vater. O, so will ich denn dieſe wenigen Schläge zu meiner Besserung gelaffen erdula den, gerne meinen Gott loben, daß er mich doch von ewigen Quaalen errettet, mit dem Reichthum seiner Güte mich überschüttet, Gesundheit und Stärke zu meinen Arbeiten mir verliehen, und mich mit unzählis gen Freuden erquicket hat. Das Gute haben wir von dem Herrn empfangen: das Böse wollen wir denn auch geduldig annehmen. Doch es ist nicht einmal eta was Böses; Nein, unsere Leiden und Widerwärtiga keiten sind Wohlthaten und Arzeneyen für unsere Frans ke Natur; fie lehren uns heilsamlich, wie eitel alles unter der Sonne sen, und sind die geschicktesten Mits tel, uns mit uns selbst bekannter, demüthiger, vors sichtiger und weifer zu machen. ,, Ich trinke ihn dann, den heilsamen Kelch. Weiser und gütiger Bater! es geschehe dein Wille. ,, Dieß ist die Stimme meines göttlichen Erlösers, und diesem will ich auch nachfola gen, mein Kreuz auf mich nehmen, mit ihm geduldig leiden, soll es seyn, mit ihm auch getroft sterben. Stårke mich, o mein Gott! diesen grossen Entschluß auss zuführen; Erfülle mich mit dem erhabenen Muthe, der aller Widerwärtigkeiten nicht achtet, und mit der des müthigen Gelaffenheit, die deine väterliche Schickuna gen zufrieden auf sich nimmt. Wie wenige sind die Tage des Kummers gegen die Freuden, die Gott uns bereitet? Wie bald öffnet sich der Himmel, uns ewig 111 des Herzens 2c. 25 in seinen erquickenden Schooß aufzunehmen? Was betrübest du dich dann, meine Seele? Harre auf Gott, dann werde ich ihm noch danken, daß er meines Ans gesichts Hülfe und mein Trost ist. Den Abend lang währet das Weinen, des morgens Freude und Wonne. Seelig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet: Denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen. 1 Cor. 10, 13. Gott ist getreu, der euch nicht låffet versuchen über euer Vermögen, fon dern machet, daß die Versuchung so ein Ens de gewinne, daß ihrs könnet ertragen. 12. Empfindungen und Erweckung zur Dank barkeit nach Errettung aus besonderen Nöthen und Trübfalen. Pf. 18, 29. Du erleuchtest meine Leuchte: Der Serr, mein Gott, machet meine Sinsterniß Licht. Gott! wie find deiner Wohlthaten so viel! wie foll ich sie dir vergelten, mein Vater, mein Netter und mein Wohlthäter! Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller der Treue, die du an mir bewiesen haft, und noch bis in Ewigkeit an mir beweisen willst, wenn ich dir kindlich folge. Erhalte du felbst dieß dank volle Gefühl deiner Güte in meiner Seele, und faß es mir einen mächtigen Trieb seyn, dich von ganzem Hers zen wieder zu lieben, in dir den besten Freund und Bes förderer meiner Glückseeligkeit hochzuschätzen, und in folcher Gefinnung dir gern und mit Freuden gehorsam zu seyn. Wie väterlich haft du mich bishero geleitet? Wie gnådig mir meine Wohlthäter und meine Eltern erhalten? Wie manchmal groffe, nahe Gefahren von mir abgewendet? Wie weislich mich aus Nöthen und 65 Glend 26 Andachten und Erweckungen Elend errettet? Durch welche wunderbare Mittel und Wege Angst und Kummer von meiner Seelen abges walzet? wie unerwartet und ungehofft in der Trübfas len Menge mir Hülfe und Auswege gezeiget? Mein ganzes Leben stellet mir Epuren deiner Güte vor meine Augen; Meine neueste Erfahrungen überzeugen mich Deiner gütigen Leitung, und deiner mächtigen Gottes hülfe., lieber Gott! laß meine Seele deine Güte erkennen, und meinen Wandel dir geheiliget seyn! Wenn ich bey den auffallenden Beweisen deiner Güte, womit du mich überhaufft, mir noch irgend einen Kalts finn oder einiges Widerstreben gegen dich verstatten wollte, wie könnte ich das vor meinem eigenen Gewiss fen verantworten? Unendlich schwer würde mich dann ohnfehlbar die Empfindung der Menge deiner Wohl thaten drücken, wenn zugleich die Empfindung meines Undanks gegen dich in meiner Seele rege werden sollte; und das würde über kurz oder lang unausbleiblich geschehen, wenn ich leichtsinnig genug wåre, deiner Liebe, und meiner Rettung aus mancherley Noth zu vergessen. Aber nein, mein Vater, ich will mir dies sen Leichtsinn nicht zu Schulden kommen lassen. Deis ne Güte soll mir immer vor Augen seyn, und mein ganzes Herz voll Ehrfurcht, Liebe, Vertrauen und Gehorsam soll dir gewidmet seyn. Verschmähe dieß mein Opfer nicht! Denn was kann ich Armer dir sonst geben? Du, Allseeliger, bedarfst keines Dinges, und ich kann dir im eigentlichen Verstande keine eins zige deiner Wohlthaten vergelten. Alles, was ich noch thun kann, ist, daß ich auch jede deiner Wohlthaten so anwende, wie es die Absicht mit sich bringt, um deren willen du sie mir erzeigest, und das will ich mir angelegen feyn laffen; Denn das Gute, was du uns giebst, nach deiner Vorschrift brauchen, das ist thås tiger Dank für deine Güte; Dank, der dir wohlges fällt, und durch den uns eigentlich das Wohlthat wird, wenn des Gerzens 20. 27 wenn du uns Gutes erzeigest. Zu solcher Erweisung thätiger Dankbarkeit hilf denn auch mir, rüste mich aus mit deinem Geiste zum Lobe deines Namens. Dir, der du immerdar lebest und wohlthust, sey Anbetung und Preis ewiglich. Amen. Pf. 32, 11. Sreuet euch des Serrn, und seyd frölich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen. 13. Dankgebet einer Wöchnerin. Phil. 4, 6. 7. Sorget nichts, sondern in allen Dingen laffet eure Bitte im Gebet und Slea hen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, dann alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinnen in Christo Jesu. Mir preifen dich, o Gott! wir preifen dich, und deinen heiligen Namen, welcher nahe ist; Da ich in Angst und Noth war, rufte ich den Herrn an, und schrie zu meinem Gott; Ich habe den Herrn ges fucht, und er hat mir geantwortet, und mich aus aller meiner Noth errettet. Ja, o Herr! du hast meine Seele aus dem Grabe wiedergebracht, du haft mir mein Leben gefristet, und mich nicht in die Grube hina unter fahren lassen. Gelobet sey Gott, der mein Ges bet nicht verworfen, noch seine Güte von mir gewens det hat. Gelobet sey Gott! der die Frucht meines Leibes bewahret, und mich zur freudigen Mutter gemacht hat. Ich will dem Herrn singen, so lang ich lebe, und meinem Gott lobsingen, so lange ich seyn werde; meine Rede vor ihm fen angenehm, ich will mich in dem Herrn freuen. Laß dir, gnädigster Baz ter! meinen Dank gefallen, welcher nicht aus falschem Munde gehet; Laß deine groffe Gnade meinem Herzen beständig gegenwärtig seyn, damit ich allezeit in dir froh 28 Andachten und Erweckungen frohlocke, deinen Namen lobe, und auf dich vertraue. Laß mich durch mein ganzes Leben fruchtbar feyn an allen Früchten der Rechtschaffenheit, und dadurch zeis gen, daß meine Dankbarkeit aufrichtig sey. Lehre mich, gütiger Gott! für das zarte Kind, das du mir geschenket, und meiner Pflege anvertrauet haft, vernünftige Sorge tragen; Laß mich alle Mühe, die mit seiner Aluferziehung begleitet ist, gern und mit Freuden über mich nehmen; Laß mich nie aus Liebe zur Gemächlichs keit, oder zum Vergnügen eine einzige Pflicht versäus men, die Natur und Religion mir auflegen, sondern gieb mir die Gnade, sie zur Dankbarkeit für meine glückliche Entbindung auf eine vernünftige Art zu ers füllen. Lehre mich insbesondere für seine edle, zur Uns sterblichkeit geschaffene Seele, die äusserste Sorgfalt tragen; Laß mich selbst an christlicher Weisheit und Rechtschaffenheit immer mehr zunehmen, damit ich im Stande fey, mein Kind, wann es zum Gebrauch des Verstandes gelangt, gottesfürchtig zu erziehen, und ihm durch sanfte und freundliche Erinnerungen, und durch ein gutes Beyfpiel, die Liebe zur Tugend einzus flösfen. Wenn es dir aber gefiele, mir mein Kind wieder zu nehmen, so lehre mich, o Herr, meine Neis gungen måffigen, und deinem Willen mich unterwers fen, damit ich nie auf eine schåndliche Weise einiges Mistrauen in deine Vorsehung seke, sondern deine una erforschliche Weisheit mit Demuth anbete, vest auf deine Güte gegen mich vertraue, und gerne dem wies der entfage, was ich von dir empfangen habe. Wenn du mich nach deiner Güte wieder gefund in den öffents lichen Versammlungen deines Volks erscheinen läffeft, so laß mich diese Gnade mit dankbarem frolockenden Herzen genieffen; Laß mich mit Andacht nicht nur das Opfer des Lobes und der Danksagung opfern, fona dern auch in allen Stücken das thun, was zur Vers ehrung deiner herrlichen Majestät gehöret, damit ich fünf des Gerzens 2c. 29 künftig in der Erfüllung meiner Pflichten unermüdet und eifrig seye, und mit freudigem Herzen auch ans dern Gutes erweise, und mir dadurch die reine Freus den eines guten Gewissens erwerbe in der Zeit und in der Ewigkeit. Amen. Pf. 66. 20. Belobet sey Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wens det. 14. Gebet eines Dienstboten und Taglöhners, Ps. 128, 1. 2. Wohl dem, der den gerrn fürch, tet, und auf seinen Wegen gehet. Du wirst dich nähren deiner Sånde Arbeit: Wohl dir, du hast es gut. Swiger und allmächtiger Gott, Herr der Herrn und König der Könige! vor dir sind wir alle Staub und Asche, vor dir darf sich kein Mensch brüsten noch erheben: Du hast beyde den Reichen und den Armen gemacht; Du hast das Loos deiner Menschen mit vás terlicher Weisheit verschieden ausgetheilet; Du haft den einen dem anderen unterthan gemacht, und zum brüderlichen Schuß empfohlen. Vater! so gering ich auch immer bin, ich freue mich deiner Liebe, und werde froh meines Daseyns. Ich bete an deine Fürsehung, und unterwerfe mich deiner göttlichen Ordnung; Ich widme mich dem Stande, zu dem du mich berufen hast, und finde darin Stof, dich kennen zu lernen und mich zu vervollkommnen. Ich danke dir, daß ich lebe, und gesund und stark bin; Wie groß, und von manchem unerkannt sind diese Seegnungen! daß es mir erlaubt ist mein Gebet vor dir auszuschütten, und dich als meis nen Vater anzurufen, und daß auch ich durch die Pres digt deines Evangeliums berufen bin zum Licht, und zur lebendigen Hoffnung der seeligen Unsterblichkeit. Verzeihe mir, Vater! wenn ich jemal über meinen niedris Andachten und Erweckungen niedrigen Zustand gemurret, oder Vornehmere und Reichere beneidet habe; Berzeihe mir alle Fehler des Unverstandes, und der Unzufriedenheit, die ich ofts mals begangen habe oder noch begehe: Befreye mich von der Knechtschaft der Sünde, und mache mich zu einem frommen Diener der Tugend, zum frohen Bea obachter deiner Gebote. Laß mich die Pflichten meines Standes recht erkennen, von Herzen lieben, und redlich erfüllen, damit ich nach deinem Befehl meine Heira schaft aller Ehren werth halte, und mich bemühe, ders felben in allen Dingen treu und nüglich zu seyn, nicht zu widersprechen, nichts zu entwenden, sondern ih ren Vortheil bestens zu suchen, und zu beförderen. Bewahre mich vor Stolz, Uebermuth, Ueppigkeit und Prachtliebe; bewahre mich vor ungerechten Begiers den, und unbescheidenem Streben nach hohen Dina gen, nach Schein und äusserem blendenden Schima mer: Laß weder die Liebe dieser Welt, noch die thörichte Neigung zu Lotto: und Glücksspielen sich meiner Seele bemächtigen, mich zur Ungerechtigkeit verleiten, und mich in den Abgrund des Elends stürzen. Laß mich alle und jede böse Gesellschaft fliehen, und die unvers meidliche Gesellschaft der Gottlosen weder meinen Sint und Gedanken anstecken, noch meine Sitten verders ben. Was ich thue, laß mich von Herzen mit Bes scheidenheit und mit Willigkeit thun. Wenn meine Herrschaft allzustreng und hart ist, so bewahre mich o Herr! vor allem ungeziemenden Betragen, und une artigen Bezeigen gegen sie, und mache mich in meinen Geschäften desto fleiffiger, je gewisser ich weiß, daß ich nicht blos Menschen, sondern Gott diene. Erhalte mir meine Kräfte, meine Gesundheit, und was das Beste im Leben ist, ein frohes und gutes Gewiffen; Stärke und bevestige mich im Glauben an die zukünf tige Welt; Wenn es dein heiliger Wille ist, laß mich nie in Armuth gerathen, oder wenn ich unschuldiger Weife 30. des Herzens 2c. 31 Weise darein gerathe, laß mich dieselbe mit Geduld ertragen, auf Jesum meinen Erlöser sehen, und den Beystand der frommen Menschen erfahren. Laß mich in jeder Prüfung dieses irrdischen Lebens deiner Ghaz de froh werden, und mit deinen Kindern mich deiner våterlichen Liebe erfreuen in der Zeit und in der Ewigs feit. Amen. Coloff. 3, 24. Wiffet, daß ihr von dem Zerrn empfahen werdet die Vergeltung des Ers bes; Denn ihr dienet dem Serrn Christo. 15. Gebet ben aufsteigendem schweren Gewit ter, und Erweckung zum Vertrauen auf Gott. Ps. 97, 11. 12. Dem Gerechten muß das Licht immer wieder aufgehen, und Freude den frommen Gerzen. Ihr Berechten, freuet euch des Herrn, und danket ihm und preis fet seine Seiligkeit. err des Himmels und der Erde! Richter aller Völs ker! Wer sollte dich nicht fürchten? Dir gebüh ret unsere Anbetung. Kein Lob kann deine Größe ers reichen, Fein noch so feuriger Verstand deine Macht umfassen und begreiffen: Licht ist dein Gewand, Heiz ligkeit ist deine Zierde. Dort in den unermeßnen Fers nen, wohin kein sterblich Auge schauet, umgeben dich Pracht, Majestät und Ruhm. Wenn du, o Gott der Götter! herabfährst und in dem Wetter einherges hest, erscheinest du uns fürchterlich, vor deinem Done ner zittert die Erde, beben die Elemente, verbergen sich deine Geschöpfe, fürchtet sich alles, was Othem hat, und deinen Blitz erblicket. Du kommst, und Wolken sind dein Wagen, und die Winde sind deine Boten, und Blige sind deine Allmachtspfeile, und Slams Andachten und Erweckungen Slammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Diener. Gott, unser Gott und unser Vater! Dein Othem tödtet und beseelet, deine Stimme schlägt zu Boden und wecket auf; deine Donnerwolken erschüts teren Sichere, und setzen die Uebertreter in Angst und Unruhe; Auf deinen Befehl fallen Gebäude in Asche und erneuert sich die Erde. Ewig ist deine Macht und ganz unbeschränkt deine Herrlichkeit! deine Stärke schuf und bewahret deine Werke: was du über uns ims mer verhångst, zielet auf unser wahres Wohl, bewirs ket Gedeihen und Vortheil, gebähret unsere Wohls fahrt und unsere Glückseligkeit. Du suchest heim deine Menschenkinder, aber du suchest sie heim als ein Vas ter, nicht um sie zu verderben, sondern zu erhalten nicht um sie zu betrüben, sondern zu lehren auf's Wort merken und auf ihre Pflichten, nicht um sie zu vertils gen, sondern zur Besserung aufzuwecken und zu ers muntern. Gott! du bist Vater in deinen Gerichten, wie in deinen Werken: in unserer Gefahr, wie in deis ner Hülfe, in deinen Feuerbligen, wie in unserer Ers haltung. Stårke und erneure in uns das Vertrauen auf deine Güte, den Glauben an deine Hülfe, und die veste Ueberzeugung von deinen väterlichen Absichs ten! Laß uns mit Dankbarkeit die vielen Vortheile ers wågen, die durch ein Gewitter vom Himmel auf die Erde gewälzet, und über Menschen und Thiere ausges schüttet werden. Befreye uns von allem Aberglauben, Findischer Furcht und unchristlichem Zagen vor deiner Allmachtsstimme; Erwecke und erhalte in uns den Sinn und den vesten Vorsak, dich zu fürchten und deine Gebote zu halten. Amen. 32 it Pf. 62, 2. 3. Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denner ist mein Sort, meine gülfe, mein Schutz, daß mich kein Sall stürzen wird, wie groß er ist. 16. Ges des Herzens 2c. 16. Gebet eines Landmanns um fruchtbare Witterung und Erweckung zur Dant barkeit. 33 Pf. 104. 27. 28. 29. Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen giebest, so sammlen sie, wenn du deinesand aufthust, so werden sie mit Gut gesättiget. Verbirgest du dein Angesicht, so erschrecken fie: duninist weg ihren Odem, so vergehen sie, und werden wieder zu Staub. Gott! du erfreuest was da lebet mit deinem Wohls gefallen; Des Morgens erwachet deine Güte, und des Abends steiger zu dir empor Dank, Anbetung und Lobgefang; Du giebst unserer Erde Kraft zur Fruchtbarkeit, legest Seegen auf unsere Arbeit, und Gedeihen auf unseren Fleiß. Du wässerst unsere Fels der, vermehrest ihren Reichthum und nährest mit den Früchten der Erde Menschen und Thiere. Jeder Grass halm zeuget von dir, durch den die Saat gerieth, und jede Kornähre, die zu Halmen hinaufsteiget, verküns det deine Macht und deine Ehre. Was wir sind und was wir haben, sind und haben wir von dir, und von deiner Güte. Dir verdanken wir unser Leben und uns sern Odem, dir unsere Gesundheit und Stärke, dir unseren Frieden und äussere Sicherheit, dir unseren Trieb zur Vollkommenheit und zur Gottseeligkeit, die den Anfang und Fortgang unseres Wohlergehens. Ohne dich können wir nichts, und ohne den gütigen Einfluß deines Seegens gehet alle unsere Mühe und unsere Arbeit verlohren. Wir bitten dich, himmlischer Vater! seegne das Werk unserer Hände, seegne die Saat in der Erde; Krone alle Jahreszeiten, träufle des Geegens Fettigkeiten auf unfer ganzes Land, bes feuchte durch einen milden Regenguß unseren dürren und schmachtenden Erdboden, und laß alle Elemente jur C 34 Andachten und Erweckungen zur Befeuchtung des Feldes, und zur Erhaltung einer reichen Erndte das Ihrige beytragen. Laß uns in dies sem Jahre deine Güte schmecken, und deine väterliche Barmherzigkeit in allen Wegen erfahren. Gieb uns, was wir bedürfen, und gieb der Erde, was ihren Wachsthum befördert, gieb uns Weisheit im Gebrauch deiner Gaben, Mässigung in Bezähmung unserer Begierden, und Dankbarkeit für alles Gute, das wir empfangen. Seegne dein Volk und das Land, wel ches wir bewohnen, damit es fruchtbar werde. Laß auch uns das erfreuende Beyspiel der reichen und ers giebigen Natur nachahmen und laß uns in aller Weis heit und Gottfeeligkeit wachsen; Laß uns reiche Früchte guter Werke bringen, zur Verherrlichung deines Namens, und zu unserem beständigen Trost in dieser und in der zukünftigen Welt. Amen. Pf. 103, 2. Lobe den Gerrn meine Seele und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. 17. Gebet eines Landmanns bey schlechter Witterung, und Ermunterung zur Zufriedenheit mit Gottes Schickungen. Pred. Sal. 7,15. Am guten Tage sey guter Dinge, und den bösen nimm auch für gut; Denn diesen schaffet Gott neben jenem. und und ewiger Gewinn für mich, daß ich unter deiner Oba hut stehe, und mit allen meinen Veränderungen von derfelben abhange. Du willst nach deiner unendlichen Gute nur mein Bestes; In dem Lichte deiner Allwissenheit siehest du untrüglich, was dazu irgend etwas bey tragen kann, und bist vermögend genug, das alles in Die Reihe meiner Schicksale einzuweben, was mir das Heilsamste und Nüzlichste ist. Alweiser und gütigster Bater! des Gerzens 2c. 35 Vater! Gieb, daß dieser Gedanke von deiner Liebe, und Vatertreue mir ben allen Schicksalen und Prüfun gen dieses Lebens gegenwärtig und lebhaft sey, daß Dadurch aller Unmuth, der sich ben mir regt, überwuns den, und alles Mistrauen, das in mir empor steiget, ausgerottet werde: du, o Gott! verfagest uns oftmals deinen irrdischen Seegen, damit wir lernen, unfere Undankbarkeit einsehen, den Misbrauch deiner Gaben bereuen, und auf bessere Gedanken zurückgeführet roers den; Du strafest unseren Erdbodem mit schädlicher Trockenheit, oder gefährlichen Ueberschwemmungen, damit unser Stolz gebeuget, unsere Zügellosigkeit bes kämpfet, und das Gefühl unserer Abhängigkeit in uns erwecket und erneuert werde. Was wird aus dem Mens schen, wenn er deiner vergißt, und was aus den Menschenkindern, wenn sie ungeahndet und unbestraft deine gute Gaben misbrauchen? Durch Misbrauch und Une gerechtigkeit können wir uns nichts anders als Stras fen und Gerichte zuziehen, unsere böse Lüfte und vers dorbene Begierden halten auf den Zufluß deiner Güte, und wenden ab von uns deinen väterlichen Geegen; Unser Verderben kömmt von uns; Unserer Strafen Schöpfer sind wir, wir haben in mancherley Stücken unrecht gethan, und uns verfündiget an deinem heilis gen Namen. Gott und Vater! Wir erkennen dein Recht, und unsere Ungerechtigkeit: wir flehen dich an um Gnade und Erbarmung; Vergieb deinem Volk feine Sünden nach deiner Gnade. Besuche die Erde wieder und wässere sie, und lasse die Wolken von Fett triefen( laß sie nicht in den Fluthen versinken, und die Saat im Wasser verderben) erneure durch deine Güs te die Gestalt der Erde, und komme zu Hülfe den Bes dürfnissen der Elenden, Herr, erhöre das Geschrey der Armen und Dürftigen! Laß es genug seyn, daß wir unser Brod im Schweiß unsers Angesichts effen, und strafe uns nicht mit dem Mangel dieses vornehmsten Theils C 2 36 Undachten und Erweckungen Theils unsrer Nahrung, setze dem drohenden Mangel Grenzen und bestimme deiner våterlichen Heimsuchung ihr Ziel und Ende; Stärke uns lieber Vater, in dem findlichen Glauben an dich, damit wir dadurch ges wöhnt werden, das alles gut zu finden, was dein Rath über uns beschliesset und deine Weisheit für uns gut gefunden hat. Mache es uns immer einleuchtender, daß das wahre Glück an nichts äußerliches gebunden, sondern allein in einem rechtschafnen, dir ergebenen Herzen, zu finden sey, und mit solchem Herzen gieb, daß wir dich in jedem Zustande unsers Lebens, in Mana gel und Trübfal, ehren, so werden wir es gewiß auch in der Folge aus eigner Erfahrung erkennen lernen, was wir dir jezt noch zum Theil glauben müssen: daß alle deine Wege mit uns fauter Güte, und zu unserem wahren Wohl nöthig sind. Amen. Phil. 4, 11. Ich habe gelernet, bey welchen ich bin, mir genügen zu lassen. 18. Morgengebet eines Kranken. Biob 2,10. Saben wir Gutes empfangen von Gott, und sollten das Böse nicht auch annehmen: nun in erfahre auch ich es in der That, mein Gott, was der Mensch ist, wie hinfällig und wie leicht feine Gesundheit und Kraft dahin ist! aber Dank sey dir, daß ich weiß, du könneft nie deinen schwachen Ges schöpfen zu viel auflegen, du habest auch jede Last der Krankheit gemäffiget, daß sie erträglich fey, und du werdest auch diese Veränderung mir zum Besten dies nen lassen. Was sollt ich also unruhig klagen oder ångsts lich sorgen? was kann ich Bessers thun, als zu dir aufsehen, dem Gott, der da hilft, und der es nie bds se meynen kann. Du hast mich bisher so våterlich ges leitet, mir so manche Freude gewähret, und mehr Gus tes an mir gethan als ich bitten und verstehen konnte. Auch des Gerzens 2c. 37 Auch mit allem dem, was mir jemals Leid, Unruhe oder Schmerz verursachet hat, hast du es immer weiss lich gewendet. Gott, das alles erkennet meine Seele wohl! ich bin zu gering aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele ist stille zu dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! auch das wirst du wohl machen. Stärke mich in diesem dankbaren, dir ergebenen und vertrauenden Sinn. Füge sonst es mit der Dauer und mit dem Ausgang meiner Krankheit, wie es dein våterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, wel ches beffer für mich und meine Verbindungen in der Welt seyn möchte, ein langes oder kurzes Krankenlas ger, das Leben oder der Tod. Wähle du für mich! auf dich trau ich! nur lehre mich in meiner, vielleicht noch ganz kurzen, Lebenszeit meine Seeligkeit mit gans zem Ernst schaffen. Wie ich diese Zeit bisher angewen det habe, wie ich mit den mir verliehenen Kräften und Gelegenheiten zum Guten umgegangen bin, wie ich ges gen alle meine Nebenmenschen gewesen bin, wie ich mein Herz und mein Leben rein von lasterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe, wie werth mir die Religion gewesen, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin: das ist die ernsthafte Ueberlegung, die ich jetzt anzustellen habe. Gieb, daß ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu Ende eilen und mir die Tröstungen des Evangeliums Jefu Chrifti fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freylich bey dir viel Vergebung; Auch mir willst du Barmherzigkeit widerfahren lassen; Es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte für mich seyn wird. Sters sey mir also der Zuruf Jesu Christi erinnerlich: Seelig find, die reines Herzens sind, die Friedfertigen, die Sanftmů. thigen, die ein aufrichtiges Verlangen haben gut zu ſeyn, € 3 38. Andachten und Erweckungen seyn, und so nach der Gerechtigkeit hungern und dursten! Das erwecke mich, mein Herz von allem dem loszureissen, was es noch an das Frrdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des Zukünftigen erwecklich zu werden. Dann tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen freudigen Gesinnung beharren: Herr, ich warte auf dein Heil! Amen. 2 Cor.4, 17. Unsre Trubsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maaffe wichtige Serrlichkeit. 19. Abendgebet eines Kranken. Pf. 146, 2. Ich will den gerrn loben, so lange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Groffer und weifer Beherrscher des Himmels und der im Leis mein den, und Trübsal, und tiefen Gefühl der Schmerzen mein Gott und mein Vater! auch in meiner Krankheit auf meinem Lager erfahre ich den groffen Reichthum deiner Güte, und der Erbarmung; Wer gab mir an diesem Tage Augenblicke der Ruhe, der Erholung und der herzstärkenden Erquickung? Wer neigte das Herz der Umstehenden und der Mitleidenden mir zu? Wer fandte mir Aufmunterung durch ihre Lehren, Beystand durch ihre Liebe, Aufrichtung meines Gemüths durch ihre Fürbitte, und kräftigen Trost in meine beküma merte Seele? Wer stärkte meinen Glauben an dein Wort, meine Ergebung in deinen Willen, mein Vers trauen auf deine Hülfe? Wer anders als du, und dein guter Geift, mein Gott und mein Vater! du ofs fenbus 39 des Herzens zc. fenbarest deine Güre an den Elenden, deine Kraft in den Schwachen, deinen Trost in den Bekümmerten; Du erfüllest, was du den frommen Verehrern deines Namens verheissen haft: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Auch mich Kranken hast du nicht verlassen, mich Hülfsbedürftigen hast du nicht vers fäumet; ich erkenne es, o Gott, und meine Seele preis set dafür deine grosse Barmherzigkeit. Fahre fort mir deine Gnade zu erweisen, und laß die Krankheit des Leibes zur Genesung meiner Seele gereichen. Vergieb mir alle Fehler, womit ich mich unter meinem Leiden an dir und deiner guten Vorsehung verfündige; Ach Gott! habe ich mich diesen Tag so verhalten, wie es Deine Liebe und mein Gewissen erfoderten? Habe ich die Geduld, den Muth, das Vertrauen auf dich bes wiesen, wie ich sollte? Diente ich den Umstehenden zum Beyspiel christlicher Sanftmuth und Gelaffenheit? Erkenne ich meine Fehler, bereue ich sie aufrichtig, wünsche ich sie zu verbessern, bestrebe ich mich aus als len Kräften es zu thun? Denke ich versöhnlich an meis ne Feinde, redlich gegen meine Freunde, liebreich ge gen alle Menschen? Vater, vergieb mir die Mängel und Gebrechen, die ich noch an mir trage. Beurthei le meine Thaten und Gesinnungen nicht nach deiner strengen Gerechtigkeit, sondern nach deiner unendlichen Barmherzigkeit; Erwecke und vermehre in mir die Kraft. mich zu bessern, und noch vor meinem Ende weifer und vorsichtiger zu werden. Flöffe du mir selbst gute und fromme Gedanken ein, lenke meinen Willen zur Haltung deiner heiligen Gebote. Mit diesen Gesinnuns gen überlasse ich mich in dieser Nacht deiner gütigen Fürsorge. Sey du mein Licht, mein Trost, und meine Zuversicht. Tröste und stärke du mich, und alle Kranken und Leidenden auf unserm Erdboden. Behüte auch die lieben Meinigen. Belohne alle, die Kranken beystehen, und ihnen ihre Noth lindern und mildern. Er balte C 4 40 Andachten und Erweckungen halte ihnen Gesundheit und Kräfte, und wenn sie auch Frank werden, führe ihnen liebreiche Helfer und Mens schenliebende Gemüther zu. Wenn diese Nacht die letzte meines Lebens seyn sollte, so schenke mir ein feeliges Ende; Verzeihe mir in Gnaden alle meine Uebertrea tungen, und mache mich zum Erben deines Lichts, zum frohen Theilgenoffen der ewigen Herrlichkeit. Amen. Pf. 94, 19. Ich hatte viel Bekümmerniß in meis nem Herzen: aber deine Tröstungenergötzen meine Seele. 20. Gebet um rechte Todesvorbereitung. Pf. 39.1. Serr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick, den ich zurücklege, bringt mich meinem Tod immer näher, und was ists, das ich hier noch zu leben habe? Herr, lehre mich meine Hinfälligkeit mit Ernst bedenken, das mit ich weislich die Zeit anwende, welche deine Gnade mir hier noch zu meinem Besten gönnet. Du hast mich nicht für die wenigen Tage bestimmt, die ich hier zus bringe, ein andres, und nicht aufhörendes Leben steht mir nach deiner weisen Anordnung bevor, und wie viel hat das nicht auf sich, da ich eben in demselben empfans gen soll, nachdem ich gehandelt habe, es sey gut oder böfe. Preis, Chre und unvergångliches Wesen wirft du da nur denen geben, die dich hier lieben und Gutes thun lernen, Trübsal und Angst aber über alle Seelen kommen lassen, die den Sünden ergeben sind und Bofes thun. Laß mich diesen genauen und wichtigen Zus ſammenhang des igigen Lebens mit dem zukünftigen ftets vor Augen haben, und erwecke mich dadurch zur ernstlichen Sorgfalt in einer dir ergebenen guten Gefins nung, gewissenhaft das in allen Fällen meines hiesis gen des Herzens 2c. 41 gen Lebens zu beobachten, was vor dir recht ist. Dieß ist die einzige rechte Zubereitung zu einem seeligen Tos de, und zu einer erfreulichen Ewigkeit, und die laß mich doch nicht unbedachtsam, oder verführt durch fals sche Hoffnungen, versäumen, und das um so weniger, da diese Versäumniß durch nichts ersetzt werden kann. Schneller als ich es denke, kann das Ende meines zeite lichen Lebens kommen, darum gieb, daß ich das nie auf den ungewissen Morgen verschiebe, was nach deis nem Willen noch heute von mir geschehen kann und soll, und da ich im Tode alles Irrdische gewiß verlassen muß, so bewahre mich, daß ich an nichts Zeitliches mein Herz hånge, und mir dadurch meinen Abschied aus der Welt. schwer mache. Lehre es mich vielmehr so brauchen, daß ich es mit gutem Gewissen zurück lassen, und auch dann noch, wann ich es nicht mehr haben kann, mich ewig freuen könne, es einmal gehabt zu haben. Hilf mir nach denen bessern Gütern der Seele trachten, die mir kein Tod rauben kann, und regiere mich in meinem ganzen noch übrigen Leben mit deinem Geiste so, daß ich eine Seele voll deiner Erkenntniß und Liebe, gereis nigt von Sünden, und versichert von deiner Gnade, aus dieser Welt in jene herüber nehmen könne. Zu was für einer Zeit und in welchen äusserlichen Umståne den mich dann auch immer der Tod treffen möge, fo wird er in solcher Verfassung allemal Gewinn für mich seyn, und dazu hilf mir nach deiner Barmherzigkeit durch Christum. Amen. Pf. 90, 12. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. 21. Gebet bey herannahendem Ende. Pf. 25, 17. 18. Die Angst meines Herzens ist groß: führe mich aus meinen Göthen. Siehe an meinen Jammer und Elend, und vergieb mir alle meine Sünde. & S Gelobt 42 Andachten und Erweckungen Gelob elobt seyst du, o Gott und Vater unsers Herrn Jes su Christi! daß du uns nach deiner groffen Barm herzigkeit wiedergebohren haft zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toda ten, zu einem unvergånglichen, unbefleckten, und une verwelklichen Erbe, das denen im Himmel aufbehal: ten wird, die aus deiner Macht durch den Glauben zur Seeligkeit bewahret werden. O! wie seelig ist die Hoffnung, welche du deinen Gläubigen geschenket haft! Jesus unser Haupt lebet, wir seine Glieder sollen auch leben, bey ihm seyn, seine Herrlichkeit sehen, dich, o Gott! schauen. Was für Glanz, Anmuth, und Freus de wird uns in jener Welt umgeben! was für ausneh. mende Werke wird uns der weite Himmel zeigen, wo du, o Gott, deine völlige Herrlichkeit offenbareft, und wo keine Sünden, kein Fluch, kein Elend, keine Tys rannen der Gottlosen mehr Statt findet! Hier erkens nen wir dich, o höchstes Gut! nur noch in einem dun keln Worte, und unsere Augen sind zu schwach, einen grössern Glanz von deinem Lichte zu ertragen; dort aber sehen wir dich von Angesicht zu Angesicht, hier ringen wir zu Zeiten mit traurigen Zweifeln, dort erkennen wir alles deutlich mit völliger Ueberzeugung und steter Ruhe. Wie entzückend wird diese Erkenntniß seyn! Hier seufzen fromme Seelen unter der ihnen unertråglichen Last sündlicher Triebe: durch deine Gnade haben sie das sehnlichste Verlangen, dir, o Gott! recht ges fällig zu seyn, und dem Heilande nachzufolgen: allein die Sünde klebet uns noch immerdar an, die Welt und unsere verderbte Natur übereilen uns noch sehr oft, daß wir Fehltritte thun; Dort aber kommen wir zur Freyheit deiner Kinder, dort höret die Sünde und der traurige Rampf mit derfelben auf, und der unvollkomme ne Anfang unserer Heiligung erreichet seine rechte Volle Fommenheit, dort werden wir dich vollkommen lieben, vollkommen ehren, dich freudig verherrlichen, vollkomme.. fic des Gerzens 2c. 43 ne Tugenden werden uns zieren, und keiner wird dem andern mehr låstig seyn, sondern ein jeder des andes ren Freude vermehren. Unser Geist wohnet hier in einem Leibe, der ihm oft zur Beschwerde gereichet, Schmerzen verursachet, und eines mühsamen Unters halts bedarf. Dort wallen wir anfangs auffer dem Leibe in der angenehmsten Freyheit, und hernach empfangen wir in jener neuen Schöpfung einen verklårs ten Leib, der dem Geiste nicht beschwerlich feyn kann, nichts als angenehme Empfindungen verursachet, und ihn in seinen Wirkungen nicht hindert. Der Tod wird alsdann nicht mehr seyn, noch Leid, noch Geschrey, kein Schmerz wird mehr seyn. Hier sind je zu Zeiten felbst die Elemente wider uns. Frost, Hike, Sturm, Wafferfluten, zerschmetternder Donner, verderblicher Hagel setzen uns in unangenehme Empfindungen, Furcht und Sorgen. Dort wirket alles zu der Seeligen Vers gnügen, nichts schadet, nichts schrecket. Hier finden sich mächtige Tyrannen, gehäffige Feinde, liftige Raus ber und Betrüger, falsche Freunde und stolze Verächter ihrer Nebenmenschen. Dort ist alles ein Herz und eine Seele, die treueste Freundschaft mit den Engeln und Erzengeln, die uns lieben, da ou selbst, o Gott, uns deine Kinder, und du, o Heiland! uns deine Brü der( deine Schwestern) nennest. Haben wir hier noch fromme und liebreiche Freunde und Verwandte, de: ren Umgang uns vergnüget: so reisset der Tod einen nach dem andern dahin, oder er entfernt uns mit Angst und Leidwesen von ihnen, einer stehet bey des andern Grabe und weinet, dort finden wir einander wieder, unsre Freundschaft wird vollkommen, und dauert so, wie unsere Seeligkeit, ewig. O Gott! wie groß ist die Ruhe und Zufriedenheit, die du uns in dieser Hoffe nung schenkest, was für Freude wird der völlige Genuß einer Seeligkeit gewähren, die unser jetziges Denken übersteiget, und welche hier niemand recht beschreiben Fann? 44 Andachten und Erweckungen Fann? Sen gepriesen, sen ewig verherrlicher, daß du uns Sündern, uns Elenden, uns Sterblichen ein fo groffes Heil durch Jesum erwerben und versichern laf sen: Mache uns in diesem Glauben recht veste und freudig, und laß uns beständig und mit allem Eifer nach dem trachten, was droben ist, wo Christus siket zu Deiner Rechten. Bekehre diejenigen, welche dieses groffe Heil noch nicht suchen, sondern in die Sünde verliebt und verstrickt, dem Verderben entgegen eilen. Ziehe unfer aller Herzen von dem Vergänglichen und Irrdischen ab, und richte sie auf das Unvergångliche und Himmlische; und bringe uns endlich zu dem sees ligen Genuß deiner Herrlichkeit im Himmel, um deis ner Liebe, und um der durch Jefum geschehenen Vers föhnung willen. Amen. 1.Cor. 11, 55. 56. 17. Tod, wo ist dein Stachels 3olle, wo ist dein Sieg! Aber der Stachel. des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sep Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unsern Serrn Jesum Christ. 22. Gebet bey Sterbenden. Pf. 39, 7. Wie gar nichts sind doch alle Men. schen! Bater und Herr unsers Lebens! wir danken dir von Herzen für alle Barmherzigkeit, die du diesen Sterbenden von Anfang seines Lebens bis auf diefen Augenblick erwiesen hast, und faffen die Zuversicht, nach dem herrlichen Evangelium Jesu Christi unsers Derrn, du habest ihn nicht blos für dieses kurze Leben geschaffen, sondern werdest auch an ihm deine barms herzige Absichten in der Ewigkeit vollenden. Erleichtere ihm die Schmerzen und Bangigkeiten des Todes, und belebe in seiner Seele die Ruhe des Geistes, der aur des Herzens 2c. SI Denken übersteiget, und welche hier Niemand recht beschreiben kann? Sen gepriesen, sen ewig verherrlichet, daß du uns Sündern, uns Elenden, uns Sterblichen ein so grosses Heil durch Jefum erwera ben und versichern lassen; Mache uns in diesem Glau ben recht veste und freudig, und laß uns beständig und mit allem Eifer nach dem trachten, was droben ist, wo Christus sitzet zu deiner Rechten. Bekehre diejenigen, welche dieses grosse Heil noch nicht fus chen, sondern in die Günde verliebt und verstrickt; dem Verderben entgegen eilen. Ziehe unfer aller Herzen von dem Vergänglichen und Irrdischen ab, und richte sie auf das Unvergångliche und Himmlis sche, und bringe uns endlich zu dem seeligen Ges nuß deiner Herrlichkeit im Himmel, um deiner lies. be, und um der durch Jesum geschehenen Versöh nung willen. Amen. 1. Cor. 15, 55. 56. 57. Tod, wo ist dein Stachel'? Hölle, wo ist dein Sieg! Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Geset. Gott aber sey Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unsern Herrn Jesum Christ. 22. Gebet bey Sterbenden. Rf. 39, 7schen! Wie gar nichts sind doch alle Mens Vat ater und Herr unsers Lebens! wir danken dir von Herzen für alle Barmherzigkeit, die du Diesem Sterbenden von Anfang seines Lebens bis auf diesen Augenblick erwiesen hast, und fassen die 34 Andachten und Erweckungen Zuversicht, nach dem herrlichen Evangelium Jestt Christi unsers Herrn, du habest ihn nicht blos für dieses kurze Leben geschaffen, sondern werdest auch an ihm deine barmherzige Absichten in der Ewigkeit vollenden Erleichtre ihm die Schmerzen und Bangigkeiten des Todes, und belebe in seiner Seele die Ruhe des Geistes, der auf dein grösseres Heil in der Ewigkeit wartet. Erlöse ihn so von allem Ulebel, und hilf ihm aus zu dem besseren Leben, wo kein Wechsel mehr seyn, und sich alles in Freude verkehren wird. Wir unterwerfen, uns in der Trennung von ihm deinem stets guten Rath und Willen, und erheben uns von diesem niederschlagenden Anblick menschlicher Hinfälligkeit zu dir, der du alles mit uns und für uns wohl machest. Gieb uns Weisheit und Ernst, einen heilsamen Eindruck davon zu bewahren. Lehre uns wohl bedenken, daß es mit uns allen auch einmal, früher oder später, dahin kommen wird, wo uns alle Güter und Freuden dieser Welt nichts helfen, sondern nur deine Gnade und ein gutes Gewissen uns Trost und Zuversicht geben können. Mache uns dies zu einem mächtigen Antrieb, stets in deiner Furcht zu leben, damit wir, wann nun auch unsre Zeit kommt, dieses uns allen bestimmte Ziel auf Erden, mit wahrhaftig christlichen Gesinnungen und Hoffnungen er= reichen mögen. Amen. 52 2 Tim. 4, 18. Der Herr wird mich erlösen von allem Ulebel, und mir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sey Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 23. des Herzens zc. 53 23. Kurze Anweisung aus dem Herzen beten zu lernen. Die ie erste. Man verrichte sein Gebet, so viel als möglich, niemals, ohne sich durch eine fürzere oder långere Vorbereitung dazu geschickt zu machen; Mansuche fein Gemüth aus der Zerstreuung zu sammlen, um es zur Ruhe und Stille zu bringen; Lese vorher einen Theil des göttlichen Worts, oder ein Stück aus einem guten erbaulichen Buche, oder auch eine erwedliche Gebetsformul, um seine Aufmerksamkeit auf dasjenige zu richten, was einen jetzt ganz beschäftigen soll; Frage sich selbst: was will ich thun? Mit wem will ich mich unterreden? Was bedarf ich? Was für Materien zum Ge bete giebt mir die nächstvergangene oder die nächst bevorstehende Zeit an die Hand? In welche Versuchungen kann ich wohl heute gerathen? Was für Geschäfte habe ich heute zu besorgen? Mit was für Menschen werde ich heute umgehen? Was hat mir Gott an diesem Tage, oder in dieser Woche für besondere Wohlthaten erwiesen? Welcher Fehler und Sünden habe ich mich in der Zeit vornehmlich schuldig gemacht? Wofür muß ich mich hüten, was muß ich thun, wenn ich sie nicht wieder beges. hen soll? Die zweyte. Man glaube nicht, daß ein gottgefälliges Gebet nothwendig weitläuftig seyn, oder allemal alles dasjenige, was in dem allgemeinsten Verstande dazu gehöret, in einer bestimmten Ordnung in sich faffen müsse. Die meisten Gebetsformeln, die wir in der heiligen Schrift finden, D 3 find 54 Andachten und Erweckungen sind kurz und von verschiedenem Inhalte, und auch das Muster, das Jesus seinen Jüngern gegeben hat, ist so beschaffen; Bald kann man sich vornehmlich mit der Anbetung und dem Lobe Gottes, bald mit Danffagungen für seine Wohlthaten, bald mit Bitten um Gnade und Hilfe, bald mit Fürbitten für andere Menschen beschäftigen. Die dritte. Man bilde sich nicht ein, daß lauter auserlesene Ausdrücke, oder daß eine gewisse künstliche Beredsamkeit dazu erfordert würde, um auf eine Gott wohlgefällige Weise zu beten. Nein, Aufrichtigkeit und Ernst machen hier die Hauptfache aus. Wir haben es mit einem Gott zu thun, der nicht auf Nebendinge, die vielleicht nicht einmal in unserer Gewalt sind, sondern blos auf das Herz des Betenden sieht: Die vierte. Ist man sehr zur Zerstreuung geneigt, so bete man, um sich vor derselben zu bewahren, mit lauter, oder lieber, um allen Schein der Heuchelen zu vermeiden, mit vernehmlicher Stimme, nicht blos in Gedanken, sondern mit deutlich ausgedruckten Worten: Man bediene fich in eben dieser Absicht zuweilen guter Gebetsformeln, Damit man etwas vor sich habe, woran man seine Aufmerksamkeit binden könne; Hieben ist aber ndthig, daß man diese Gebetsformeln vorher, blos zum Unterricht, durchlese, so wie man etwa eine andere erbauliche Schrift liest, alle Gedanken und Ausdrücke, die darinn vorkommen, wohl zu verstehen suche, sie sorgfältig mit seinem gegenwärtigen Zustande vergleiche: sie entweder in Gedanken, oder auch schriftlich, je nachdem es sich für eines jeden des Herzens zc. 55 11 jeden besondern Bedürfnisse und Umstände schickt, abåndere; sich dieselben badurch zu eigen mache, bey dem Gebrauche derselben mehr an die Sachen als an die Worte halte, und sich nicht zu oft eben derselben Gebetsformel bediene, damit sie einem nicht gar zu geläufig werde, und man sich nicht dadurch gewöhne, Worte herzusagen, bey welchen man wenig oder nichts denket. Die fünfte. Man sen nicht damit zufrie. den, daß man nur zu gewissen vestgefesten Zeiten betet; Dieß ist allerdings gut und nothwendig; Aber es ist nicht möglich, daß wir uns zu diesen be stimmten Zeiten allemal in der Gemüthsfassung befinden, die der Andacht am günstigsten ist; Wenn man eine solche der Andacht günstige Gemüthsfaffung ben sich gewahr wird, so übe man sich alsdann im Gebete, wenn es nicht andere wichtige Pflichten verbieten;- Man thue solches insbesondere alsdann, wann diese oder jene Lehre der Religion einen besondern Eindruck auf uns gemacht hat; wann man seine Schwachheit und die Nothwendigkeit der Gnade und des Beystandes Gottes lebhafter als sonst empfindet: wann einen ein besondrer Kummer drückt, oder eine besondere göttliche Wohlthat rübret; oder, wann man den Werth des Gutes, das man schon lange besessen hat, deutlicher als zu andern Zeiten einsiehet, und eine stärkere Freude darüber fühlet. Wer diese Regeln beobachtet, dem wird es leicht fallen, fein Herz vor Gott auszuschütten, er wird einen Geschmack an dieser gottesdienstlichen Uebung finden; sie wird ihm angenehm wer-= den; er wird sich bald eine grössere Fertigkeit darin D 4 56 Andachten und Erweckungen zc. in erwerben, und dieser Geschmack, diese Fertig, feit werden ihn in den Stand sehen, die Hindernisse der Andacht, die er zu andern Zeiten antrifft, desto glücklicher zu übersteigen, und es zuletzt dahin bringen, daß er, nach der Vorschrift des Aposiels: Ohne Unterlaß betet, das heißt, ben allen Gelez genheiten sein Herz mit Freude und Vertrauen zu Gott erheben, und dadurch eine beständige Gemeinschaft mit ihm unterhalten fann; ein Zustand, welcher der nächste Weg zur Vollkommenheit und zur Glückseeligkeit ist, und nach welchem wir nie zu eifs rig streben können. Erwe Kiest way 37 Erweckungen und Lebensregeln zc. Erweckungen und Lebensregeln aus der heiligen Schrift. 1. Betrachtung Gottes. Perem. 9. V. 24. Wer| und die Erde ist voll deiner Jlich rühmen will, der Güter. rühme sich deß, daß er mich wisse und kenne. Rom. I. V.20. Gottes unsichtbares Wesen, das ift, feine ewige Kraft und Gottheit wird ersehen, so man deß wahrnimmt an den Werken, nemlich an der Schöpfung der Welt. Pf. 147. V. 5. Unser Herrift groß und von groffer Kraft und ist unbegreif lich, wie er regieret. Pf. 104. y. 24. Herr, wie find deine Werke so groß und viel! Du hast sie Jer. 10. v. 6. 7. Dir; Herr, ist niemand gleich. Du bist groß und dein Name ist groß, und kannsts mit der That beweisen. Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker, dir sollte man ja gez horchen. Jef. 63. y. 16. Du, Herr, bist unser Vater und unser Erlöser; Von Alters her ist das dein Name. Joh. 17. Y.3. Das ist das ewige Leben, daß sie dich, Vater, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum alle weislich geordnet, Christum erkennen. 2. Verehrung Gottes überhaupt. 1.B.Mof.17.7.1. Der Gott; wandele vor mir Herr sprach zu Abraham: und sen fromm. Ich bin der allmächtige Joh. 4. Y. 24. Gott. ist D 5 58 Eriveckungen und Lebensregeln ist ein Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Micha 6. V 6. Es ist bir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert: nemlich Gottes Wort halten, und Liebe üben, und demüthig fenn vor deinem Gott, Spr. Sal. 21. V. 3. Wohl und recht thun ist Dem Herrn lieber, denn Opfer. 3. Lob pr. 63. v. 6. Das wäre meines Herzens Freude, wenn ich dich, o Gott, mit fröhlichem Munde loben sollte. Pr. 103. y. I. 2. Lobe den Herrn, meine Seefe, und das, was in mir ist, feinen heiligen Namen. Joh. 15. V.8. Darin wird mein Vater gechret, daß ihr viel Frucht bringet. Rom. 12. V. I. Begebet curè Leiber zum Opfer, daß da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sen, welches fey euer vernünftiger Gottesdienst. 1. Cor. 10. V. 31. Ihr esset, oder trinfet, oder was ihr thut, so thut es alles zu Gottes Ehre. Gottes. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Pf. 146. v. 2. Ich will den Herrn loben, fo lange ich lebe, und meis nem Gott lobsingen, weil ich hie bin. 4: Dankbarkeit und Liebe gegen Gott. : Pf. 92. V. 1. Es ist ein| nem Namen, du Alerköftlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deihöchster. Pf. 116. V. 12. Wie foll aus der heiligen Schrift. foll ich dem Herrn vergel Das ist das vornehmste ten alle seine Wohlthat, Die er an mir thut. und größte Gebot. 1. Joh. 4. V. 9. 19. Darin ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingebobrnen Schn gefandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben. follen Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. Pf. 106. y. I. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Eph. 5. y. 20. Saget Dank allezeit für alles Gott und dem Bater in dem Namen unsers Herrn Jefu Chrifti. Matth. 22. V. 37.38. Du follt lieben Gott, dei nen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. - Luc. 22. V. 42. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe.** Phil. 4. v. 11.12. Jch habe gelernet, ben wel chen ich bin, mir genů, Car 59 1. Joh. 5. V. 3. Das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. 5. Unterwerfung und Zufriedenheit. 1. Sam. 3. y. 18. Ergen zu lassen. Ich kann ist der Herr: er thue, was ihm wohlgefällt. Cae niedrig seyn und fann hoch seyn. Ich bin in allen Dingen und bey allen geschickt, bende fatt fenn und hungern-, bende übrig haben, und Mangel leiden. 6. Vertrauen auf Gott. Pf. 37. V. 5. Befiehl und hoffe auf ihn: Er dem Herrn deine Wege wirds mohl machen. Pf. Erweckungen und Lebensregeln Pf. 73. 7. 28. Das ist nen Verstand; sondern meine Freude, daß ich gedenke an ihn auf allen mich zu Gott halte, und deinen Wegen, so wird meine Zuversicht seze auf er dich recht führen. den Herrn Herrn, und verkündige alle dein Shun. Jerem. 17. V. 7. Ges seegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn verläßt, und der Herr seine Zuversicht ist. Pf. 13. Y. 6. Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bift; mein Herz freuet sich, daß du so gerne hil. fest. Ich will dem Herrn fingen, daß er so wohl an mir thut. Klagl. Jerem. 3. Y. 24. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. 1. Pet. 5. y. 7. Ale eure Gorge werfet auf Gott, denn er forget für euch. 60 Spr. Sal. 3. v.5.6. Verlaß dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlaß dich nicht auf dei7. Beruhigung im Leiden. Pf. 43. V. 5. Was bedem Schatten deiner Flü, trübst du dich, meine See gel habe ich Zuflucht, bis le, und bist so unruhig in das Unglück vorübergehe. mir? Harre auf Gott; Denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Hof. 6. V. 1. Kommt, wir wollen wieder zum Herrn; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen! er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. 1. Pet. 4. V. 19. Welche da leiden nach Gottes Willen, Pf. 57. V. 2. Sen mir gnädig, Gott, fen mir gnådig; denn auf dich trauet meine Seele, und unter aus der heiligen Schrift. 61 Willen, die sollen ihm als dem treuen Schöpfer, ihre Seelen befehlen, in guten Werken.. 8. Pflicht und Trost des Gebets. • Pr. 27. y. 8. Mein Herz hält dir vor dein Wort; ihr sollt mein Antlig suchen; darum suche ich auch. Herr, dein Antlig. Pf. 65. V. 2. Gott, du erhöreft Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir. Pf. 62. Y. 9. Hoffet auf Gott allezeit, lieben Leute: schüttet euer Herz vor ihm aus. Gott ist unfere Zuversicht. Eph. 6. y. 18. Betet stets in allem Anliegen, mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen. Phil. 4. y. 6. In allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danffagung vor. Gott fund werden. 9. Freude T Pf.97. V.I. Der Herr ift König; deß freue sich das Erdreich. .Pf. 31. V. 8. Ich freue mich, Herr, und bin frdlich über deine Güte. Pf. 100. V. 1. Dienet Jac. 5.7.13. Leidet jcmand unter euch, der bete. an Gott. dem Herrn mit Freuden; Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Phil. 4. Y. 4. Freuet euch in dem Herrn alle Wege, und abermal sage ich: freuet euch. 10. Thätigkeit der Religion in einem rechts schaffenen Leben und Verhalten. Matth.7.7.21.Es wer-| melreich kommen, sondern den nicht alle, die zu mir sa- die den Willen thun meie nes Vaters im Himmel, Gal. sen: Herr, Herr, insHim 62 Erweckungen und Lebensregeln Gal. 5. v. 6. In Christo Jesu gilt weder Be. schneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glau, be, der durch die Liebe thätig ist. 2. Pet. I. v. 5. So wendet nun allen Fleiß dran, und reichet dar in eurem Glauben Zugend. 1. Joh. 3. V. 7. Kind lein, lasset euch niemand verführen. Wer recht ist todt. thut, der ist gerecht. Eph. 5. V. 9. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ift allerley Gütigkeit, und Gerechtigkeit und Wahrs heit. Jac.2.v.18.26. Zeige mir deinen Glauben mit deinen Werken- denn gleich wie der Leib ohne Geist todt ist, also auch der Glaube ohne Werke 11. Menschen Würde und Bestimmung. Pf. 8. y. 6. Du hast ihn etwas geringer ge macht, als die Engel, aber mit Ehre und Pracht hast du ihn gekrönet. lich ist, sondern die da bleibet in das ewigeleben, welche cuch des Menschen Sohn geben wird, denn denfelbigen hat Gott der Vater versiegelt. Sprüche Sal. 20. y. 27. Dieleuchte des Herrn ist des Menschen Odem, die gehet durchs ganze Herz. Pred. Sal. 12. V. 7. Denn derStaub muß wies der zurErden kommen, wie er gewesen ist, und der Joh. 6. 7. 27. Wirket Geist wieder zu Gott, der Speise, nicht die vergång- ihn gegeben hat. 12. Vernünftige Selbstliebe. Matth.16.7.26. Was er die ganze Welt ges hilfts den Menschen, so wonne, und nähme doch 90/ Schaz aus der heiligen Schrift. 63 Schaden an seiner See- den, so fuchet, was drolen? Oder was fann der Mensch geben, damit er feine Seele wieder löse? ben ist, da Christus ist, sigend zu der Rechten Gota tes. Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach cem, das auf Erden ist. Matth.6.V.33. Trach tet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach feiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zu fallen. Eph. 5. V. 29. Denn niemand hat jemals sein eigen Fleisch gebasset, sondern er nåhret es, und pfleget sein, gleichwie auch der Herr die Gemeinde. Col. 3. V. 1.2. Send ihr mit Christo auferstan13. Liebe des Nächsten überhaupt. Mal. 2. V. 10. Haben wir nicht alle einen Bater? Hat uns nicht ein Gott erschaffen? Róm. 12. y. 10. Die brüderlicheliebe untereinander sen herzlich. Phil. 2. V. 1. 2. Ift ben euch Ermahnung in Christo, ist Troft der Liebe, ist Gemeinschaft des Geiftes, ist herzliche Lie be und Barmherzigkeit, fo erfüllet meine Freude, daß ihr eines Sinnes fend, gleiche Liebe habt, einmüthig und einhellig send! Jac. 2. Y. 8. So ihr das königliche Gesetz vollendet nach der Schrift: Liebe deinen Nächsten, als dich selbst, so thut ihr wohl. 1. Cor. 13. V. 13. Nun bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese dren; aber die Liebe ist die grés. feste unter ihnen. 1. Joh. 3. v. 18. Laf set uns nicht lieben mit Worten, und mit der Bunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. 14. 64 Erweckungen und Lebensregeln 14. Gerechtigkeit und Billigkeit. Spr. Sal. 21. V. 15. Es ist dem Gerechten ei ne Freude, zu thun, was recht ist. Hab. 3. V. 6. Wehe dem, der sein Gut mehret mit fremdem Gut! Wie lange wirds währen? 13 Jerem. 22. V. 3. Hal tet Recht und GerechtigJoh. 7. V. 24. Richtet nicht nach dem Anses keit, und errettet den Behen, sondern richtet ein raubten von des Frevlers recht Gerichte. Hand, und schindet nicht die Fremdlinge, Waisen und Wittwen, und thut niemand Gewalt. Matth. 7. V. 12. Ala les, was ihr wollt, daß euch die Leute thun fol len, das thut ihr ihnen. 15. Aufrichtigkeit. I. Chron. 30. y. 17. Ich weiß, mein Gott, daß Du das Herz prüfeft, und Aufrichtigkeit ist dir an genehm. Pf. 15. V. 1. 2. 3. Herr, wer wird wohnen in deiner Hütte? Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge? Wer ohne Wandel einhergehet und recht thut und redet die Wahrheit von Herzen, wer mit seiner Zunge nicht verläumdet, und seinem Nächsten kein Arges thut, und seinem Nächsten nicht schmähet. Spr. Sal. 12. V. 19. Wahrhaftiger Mund befiehet ewiglich; aber die falsche 3unge bestehet nicht lange. Zachar. 8. v. 16. 17. Das ists, das ihr thun sollt: Rede einer mit dem andern Wahrheit, und richtet recht und denke keis ner fein Arges in seinem Herzen wider seinen Nächsten, und liebet nicht fals sche Eide; denn solches alles aus der heiligen Schrift. 65 alles hasse ich, spricht der| sintemal wir untereinan Herr./ der Glieder sind. Eph. 4: V. 25. Leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jegli cher mit seinem Nächsten, 16. Theilnehmung an Anderer Schicksal. Rom. 12 y. 15. Freuet jeglicher sehe nicht auf euch mit den Fröhlichen das Seine( allein) sonund weinct mit den Weidern( auch) auf das, was henden. des Andern ist. Phil. 2. V. 4. Ein 17. Mitleiden und Wohlthätigkeit. Luc. 6. 7. 36. Send Barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmher zig ist. Col. 3. V. 12. Ziehet an, als die Auserwihl ten Gottes, herzliches Erbarmen. Jac. 4. V. II Afterredet nicht untereinander, lieben Brüder. Spr. Sal. 3. V. 27. Weigere dich nicht dem Dürftigen Gutes zu thun, so teine Hand von Gott hat, solches zu thun. Gal. 6. v. 1o. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann. Ef. 58. V. 7. Brich dem Hungrigen dein Brod, und die, so im Elend sind, führe ins Haus; so du einen nafa kend siehest, so kleide ihn, und entzeuch dich nicht von deinem Fleisch. Matth. 25. V. 40. Jes sus spricht: Was ihr gethan habt Einem unter diesen meinen geringfien Brüdern, das habt ihr mir gethan. Gal 6. V. I. Licben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehlübers eilst 50 Erweckungen und Lebensregeln eilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanft, müthigem Geist. Jac. 5. V. 19. 20. Lie ben Brüder, so jemand foll wissen, daß, wer den Sünder bekehret hat von dem Irrthum seines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen, und unter euch irren würde wird bedecken die Menge von der Wahrheit, und der Sünden, jemand bekehrete ibn der 18. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Spr. Sal. 19. y. 11. Wer geduldig ist, der ist ein fluger Mensch, und Matth. 6. y. 14. S ihr den Menschen ihre Fehle vergebet, so wird ist ihm ehrlich( rühmlich) euch euer himmlischer Vas daß er Untugend überhö| ter auch vergeben. ren fann. Luc. 23. V. 34. Jes Matth. 5. V. 24. Gefus fprach: Bater, vers he zuvor hin und versöh- gieb ihnen, denn sie wif ne dich mit deinem Brufen nicht, was sie thun. der, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Eph. 4. Y. 32. Send untereinander freundlich, herzlich, und vergebet einer dem andern, gleich wie Gott euch vergeben hat in Christo. Rom. 12. V. 21. Laß dich nicht das Böse über winden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. 19. Gelindigkeit in der Beurtheilung Anderer. Luc. 6. V. 37 Richtet auch nicht verdammt. nicht, so werdet ihr auch Rom. 14. Y. 4. Wer nicht gerichtet Verdambist du, daß du einen fremmet nicht, so werdet ihr den Knecht richtest? Ee stehet aus der heiligen Schrift. 67 fiehet oder fället seinem Lindigkeit lasset fund seyn Herrn. allen Menschen. Phil. 4. V. 5. Eure 20. Friedfertigkeit. 1.B.M.13.V.8. Abra-| Die zum Frieden rathen, ham sprach zu Lot. Lieber, machen Freude. laß nicht Zank seyn zwischen mir und dir, denn wir sind Gebrüder. Matth.5.v.9. Seelig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Rom. 12. v. 18. Ifis möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Mens schen Friede. - Pf. 34. V. 15. Suche Frieden und jage ihm nach.. Spr. Sal. 12. v. 20. 21. Häusliche Jof. 24. V. 15. Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen. Tugenden. Eph. 5. Y. 33. Einfeglicher habe lieb sein Weib, als sich selbst. Das Weib aber fürchte den Mann. Spr. Eal. 17. v. 1. Es ist ein trocken Bissen, daran man sich genügen lässet, besser, denn ein Haus voll Geschlachtetes mit Hader. 1. Tim. 5. V. 8. So jemand die Seinen nicht verforget, der bat den Glauben verläugnet, und ist árger denn ein Heyde, Spr. Sal. 22. 7. 6. Wie man einen Knaben gewöhnet, so lasſet er nicht davon, wann er alt wird. Spr. Sal. 29. V. 17. Züchtige deiner Sohn, so wird er dich ergößen, und wird deiner Seele sanft thun. Eph. Erweckungen und Lebensregeln was ihr thut, das thut von Herzen, als dem Herrn, und nicht den Menschen. Eph. 6. y. 4. Ihr Vá| tigkeit des Herzens und ter, reizeteure Kinder nicht mit Gottesfurcht. Alles, zum Zorn, sondern zichet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Eph. 6. y. I. 2. Jhr Kinder, send gehorsam euren Eltern, denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter: das ist das er ste Gebot, das Verheiß fung hat. Tit. 2.V. 9. 10. Den Knechten sage, daß sie ihren Herren unterthänig seyn, in allen Dingen zit gefallen thun, nicht widerbellen, nicht verantreuen, sondern alle gute Treue erzeigen, auf daß sie die LehreGottes, unsers Heilandes, zieren in allen Stücken. Col. 3. V.20. Ihr Kin der send gehorsam den Eltern in allen Dingen, denn das ist dem Herrn gefällig. Spr. Sal. 10. y. I. Ein weiser Sohn ist sei nes Vaters Freude, aber ein thörichter Sohn ist seiner Mutter Gramen. 68 Col. 3. V. 22. Jbr Knechte, send gehorsam in allen Dingen eurem leiblichen Herrn; nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfäl. 3. B. M. 25. V. 43. Du sollt nicht mit der Strenge über deine Knechte herrschen, sondern dich fürchten vor deinem Gott. Col. 4. V. 1. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset denknecha ten, und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Hims mel habt. 22. Ge aus der heiligen Schrift. 22. Gegenseitige Pflichten der Obrigkeiten und Unterthanen.. I, Kön. 3. V. 9. Salomo betete: Du wollest Deinem Knechte geben ein gehorsam Herz, daß er dein Volk richten möge, und verstehen, was gut und böse ist. Pf. 2. V. 10. Lasset euch weisen, ihr Könige, und lasset euch belehren, ihr Richter auf Erden. Sprüch. Sal. 20. V. 28. Fromm und wahrhaftig sevn behüten den König, und sein Thron bestehet durch Frömmig feit. Rom. 13.V.4. DieObrigkeit istGottesDienerin Dir zu Gute, Pf. 26. V. 2. Prüfe mich, Herr, und verfuche mich: Lautere meine Nieren, und mein Herz. Klagl. Jerem. 3. y. 40. Lasset uns forschen und suchen unser Besen. 69 Luc. 20. V. 25. Gebet dem Kaiser, was des Koifers ist. 23, Selbsterkenntniß. Rom. 13. y. 1.7. Jedermann sen unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat- So gebet nun Jedermann was ihr schuldig fend, Schoß, dem der Schoß gebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret: Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Tit. 3. V. I. Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam senn. I. Cor. 11. V.28.31. Der Mensch prüfe sich selbst- Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. 2. Cor. 13. V. 5. Ver. suchet euch felbft, ob ihr ins e 3 70 Erweckungen und Lebensregeln im Glauben feyd; Prů- er sey etwas, so er doch fet euch selbst; oder er nichts ist, der betrüget kennet ihr euch selbst nicht? sich selbst. Ein jeglicher Gal. 6. 7. 3. 4. So aber prüfe sein selbst jemand sich lässet dünken, Werk. 24. Selbstbeherrschung. 5.B.M. 4. V. 9. Hüte dich nur, und bewahre deine Seele. ♥ Spr. Gal. 16. V, 32. Der seines Muths Here ist, ist besser, denn der Städte gewinnet. Spr. Sal 4. y. 23. Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus gehet das Leben. Gal 6. V.1. Siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. 25. Regierung des sinnlichen Vergnügens.. Pred. Sal. 11. V. 9. Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und laß dein Herz guter Dinge fenn- und wisse, daß dich Gott um dies alles wird vor Gericht führen. Rom. 8. V. 13. Wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Gefühafte tödtet, so werdet ihr leben. 1.Pet. 2. y.11. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime, enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche wider die Seele ftreiten. Luc. 21. V. 34. Hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen. Gal 5. y. 22. Die Frucht des Geistes ist Keuschheit. Phil. aus der heiligen Schrift. 71 Thil. 4. V. 8. Lieben lieblich, was wohl laut= Brüder, was wahrhaftet, ist etwa eine Tugend, tig ist, was ehrbar, was ist etwa ein fob, dem dena gerecht, was feusch, was ket nach. 26. Bescheidenheit und Demuth. Pf. 131. V. 1. Herr, mein Herz ist nicht hoffär tig, und meine Augen sind nicht stolz, und ich man Dele nicht in grossen Din gen, die mir zu hoch sind. Spr. Sal. 11. Y. 2. Bo Stolz ist, da ist auch Schmach; aber Weisheit ist bey den Demüthigen. Math. 23. V. 12. Wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Luc. 17. V. 10. Wenn ihr alles gethan habt, das euch befoblen ist, so sprecht: Wir sind unnüke Knechte; wir haben gethan, das wir zu thun schuldig waren. Rom. 12. V. 3. Ich fage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jeder mann unter euch, daß nieand weiter von ihm bal: te, denn sichs gebühret zu balten, sondern daß er von ihm másfiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Phil. 2. y. 3. Nichts thut durch Zank oder eitele Ehre; sondern durch Demuth achtet euch unter einander einer den andern höher, denn sich selbst. Rom. 12. y. 10. Einer fomme dem andern mit Ehrerbietung zubor. Matth. 18. V. 10. Se het zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Spr. Sal. 26. y. 12. Wenn du einen fichest, der sich weise dünft, da ist an einem Narren mehr Hoffnung, denn an ihm. 2. Cor. C 4 72' Erweckungen und Lebensregeln 2. Cor. 10. y. 18. Da dern, daß ihn der Herr lobet. rum ist einer nicht tüchtig, daß er sich selbst lobet, son 27. Borsichtigkeit. Spr.Sal. 14. V.8.15. des Lichts in ihrem Ge Das ist des klugen Weis- schlechte. heit, daß er auf seinen Weg merket. Spr. Sal. 14. V. 15: Ein Aberer glaubet alles, aber ein Biziger merket auf feinen Gang. Luc. 16. V. 8. Die Kinder dieser Welt sind Flüger, denn die Kinder Spr. Sal. 10. y. 4 Lässige Hand macht arm, aber der Fleissigen Hand macht reich 28 Arbeitsamkeit. Pred. Sal. 9. v. 1o. Alles, was dir vorhanden kommt zu thun, das thue friſch. Matth. 20. V. 6. Was stehet ihr hie den ganzen Tag müssig. 2. Theff. 3. V. II. 12. L Eph.5.7.15. So schet nun zu, wie ihr vorsich tiglich wandelt, nicht als die linweisen, sondern als die Weisen. 1.Thef. 5. V.21. Průz fet alles und das Gute bes haltet. Wir hören, daß etliche unter euch wandeln unors dentlich und arbeiten nichts, sondern treiben | Vorwin. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie durch unsern Herrn Jefum Chrift, daß sie mit stillem Wesen arbeiten, und ihr eigen Brod effen. 29. Ge aus der heiligen Schrift. 29. Genügsamkeit. Spr. Sal. 13. V. 7. ein grosser Gewinn, wer Mancher ist arm bey grof sem Gut, und mancher ist reich bey seiner Armuth. gottselig ist, und lässet ibm genügen- denn Geiz ist eine Wurzel alles Uebels. Luc. 12. y. 15. Schet zu und hütet euch vor dem Geiß; Denn niemand le bet davon, daß er viel Güter hat. 1.Tim. 6. V. 6. Es ist 73 Ebr. 13. V. 5. Der Wandelfen ohne Geist und lasset euch begnügen an dem, das da ist. 30. Frömmigkeit und Tugend überhaupt. Hiob. 28. V. 28. Sie he, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiDen das Böse das ist Berstand. Pred. Sal. 12. y. 13. Laffet uns die Haupt, fumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte recht; Denn solchen wirds ulegt wohl gehen. Jef. 13. 7. 21. Dies ist der Weg, denselbigen gehet, sonst weder zur Rechten noch zur Linken. Rom. 2. V.14.15. So die Heyden, die das Geseg nicht haben, und doch seyn Gebot, denn das gevon Natur thun des Gehöret allen Menschen zu. setzes Werk; dieselbigen, Pf. 119. y. 106. Jch dieweil sie das Geset nicht fchwöre, Herr, und wills haben, sind sie ihnen selbst halten, daß ich die Rechein Gefeß, damit, daß sie te deiner Gerechtigkeit beweisen, des Geseges halten will. Pf. 37. 7. 37. Bleibe fremm und halte dich Werk sen beschrieben in ihrem Herzen, fintemahl ihr Gewissen sie bezeuget; es dazu 74 Erweckungen und Lebensregeln dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschulDigen. Ap. Gesch. 24. V. 16. In demselbigen( Glauben) übe ich mich zu haben ein gut Gewissen, Pf. 119.V.165.Grof sen Frieden haben, die Dein Gesez lieben, Spr. Sal. 3. v. 17. Ihre( der Weisheit und Gottseligkeit) Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Steige sind Friede. beyde gegen Gott und den Menschen. 31. Das Glück des Frommen in der Ge müthsruhe und innerlichen Freudigkeit. Pred. Sal. 9. V.7. 3B Dein Brod mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Muth, denn dein Berk gefällt Gott. Jef. 32. V. 17. Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede fenn, und der Ge rechtigkeit Nuß wird ewi se Stille und Sicherheit feyn. 1. Tim. 6. y. II. Du Gottes Menfchy jage nach der Gerechtigkeit, der Gottseeligkeit, dem Glauben,'( der Ehrlichkeit) der Liebe, der Sanftmuth, - 2. Cor. 1. V. 12. Unser Ruhm ist der, nemlich das Zeugniß unsers Gewisfens, daß wir in Einfäl tigkeit und göttlicher Lautterfeit auf der Welt gewandelt haben. Heb. 13. v. 18. Unser Trost ist der, daß wir ein gut Gewissen haben, und fleissigen uns guten Wandel zu führen bep allen. - J. Joh. 3. V. 21. Ihr Lieben, so uns unser Herz nicht verdammet, so ha= ben wir eine Freudigkeit zu Gott. 32. Das aus der heiligen Schrift. 75 32. Das Glück des Frommen in der Hoffnung der Zukunft. Spr. Sal. 10. V. 28. Das Warten der Gerech: ten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verlohren seyn. Gal. 6. V. 7. Was der Mensch fået, das wird er erndten. Jef. 3. V. 10. Prediget von den Gerechten, Daß sie es gut haben; denn sie werden die Frucht ihrer Werke essen. Luc. 1o.V.20. Freuet cuch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. Róm. 2. V. 7. Preis und Ehre und unvergång: liches Wesen denen, die mit Geduld in guten Berken trachten nach dem ewigen Leben. 2. Cor. 4. V. 18. Wir fehen nicht auf das Sicht bare, sondern auf das Un sichtbare. Denn was sicht bar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, Das ist ewig. Gal. 6. V. 9. Lasset uns Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Phil. 3. V. 20. linser Wandel ist im Himmel. Col. 3. V. 12. Send ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist. Trachtet nach dem, das droben ist nicht nach dem, das auf Erden ist. 2. Tim. 4. Y. 7. 8. Ich babe einen guten Kampf gekämpfet; Ich habe den auf vollendet: Ich habe Glaube gehalten. Hin fort ist mir bengelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch Allen, die seine Erscheinung lieb haben. 1. Joh. 2. V, 17. Die Welt vergehet mit ihrer Luft; 76 Erweckungen und Lebensregeln ze. Pust; wer aber den Wil- scheinen wird, daß wir len Gottes thut, der blei ihm gleich seyn werden, bet in Ewigkeit. denn wir werden ihn se1.Joh. 3.V.2.3. Mei- hen, wie er ist. Und ein jeg. ne Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschienen, was wir seyn werden. Wir er auch rein ist, wissen aber, wenn es erlicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reiniget sich, gleichwie 36735 58 чет 1 60 nim T 20 Andachten en die auch dem Gesangbuch nches 1 Centimetres Blue Reformirten Gemeinden 2 1 gottesdienstlichen Gebrauch ¹3 zum 4 Cyan der in 444 5 2 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow Heidelberg 1786. Im Verlage Heinrich Valentin Benders, Buchhändlers in Mannheim. 4 10 Red 44 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6|||| 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8