A.M. M 89.9 1543 Aner Merwellia Metachere in Kern Hartsgene din 25 24 Erzucke 25 4 944 it ( the Neues Ansbachisches Gesangbuch, auf Landesfürstlichen Befehl herausgegeben. Gedruckt und verlegt in der Königl. privilegirten Kanzleybuchdruckerey. 1800, Gb 154351€ Univ.- Bibl. Giessen y ܩܐ Vorrede. C. o groß auch unter uns die Zahl derer ist, welche ein neues, vermehrtes und verbessertes Gesang buch mit Sehnsucht, und, ich darf wohl sagen, mit Un geduld erwarteten: so möchte es doch nicht an solchen fehlen, denen das gegenwärtige neue Gesangbuch zu ei nigem Anstoß gereichen könnte. Diese bitte ich, zu ihrer Beruhigung, folgende wenige Erinnerungen be: dachtsam zu erwägen: Dieses neue Gesangbuch ist kein eigenmächtiges Werk der Herausgeber, sondern, wie es auf dem Titel genannt wird, ein auf Landesfürstl. Befehl herausgegebenes Gesangbuch. Da sich die Eremplarien des bisher unter uns gebräuchlich gewesenen Gefangs buchs vergriffen hatten, und folglich eine neue Auss gabe desselben nöthig war: so hielt man es höchster Orten für nöthig und heilsam, mit demselben nach den Benspielen so vieler anderer, in unsern Tagen verbes ferten Gesangbücher, eine Veränderung und Verbess ferung vornehmen zu lassen. Und da bisher allezeit die Herausgabe unsers. Gesangbuchs durch den ersten Geistlichen unsers Landes besorgt worden war; so wurde, dieser Gewohnheit zu Folge, die bessere und unsern Zeiten angemessenere Einrichtung unsers bis herigen Gesangbuchs durch Landesfürstlichen gnädigs. sten und wiederholten Befehl mir aufgetragen, und )( 2 zugleich Vorrede. zugleich zu meinem innigsten Vergnügen die Verfü gung getroffen, daß mein geliebtester Freund, Herr Landgerichtsassessor Ulz, dessen Stärke in der Dicht: kunst bekannt genug ist, dieses Geschäft gemeinschafts lich mit mir zu besorgen hatte. Man würde also den Herausgebern dieses Gesangbuches Unrecht thun, wenn man sie einer stolzen und unzeitigen Neuerungssucht beschuldigen wollte. Was sie gethan haben, das haben sie auf Landesfürstlichen Befehl gethan. Ich wußte in der That nicht, was Männer, die ohnehin ihr be: schiedenes Theil Arbeit haben, zu einer so mühsamen und in manchen Betrachtungen undankbaren Arbeitbewegen könnte, als der Gehorsam gegen Landesfürst: liche Befehle, und die Uleberzeugung, durch gewissen: hafte Bollziehung so wohlthätiger und preiswürdiger Befehle eine sehr gemeinnüßige und segensvolle Arbeit zu unternehmen. Man mache doch ja einen großen Unterschied zwi: schen der Bibel und dem Gesangbuche. Jene muß frenlich gelassen werden, wie sie ist: denn sie ist Gots tes Werk. Gesangbücher aber sind Menschenwerk, und daher, wie alle Werke der Menschen, unvollkommen und einer steten Verbesserung fähig. Dieß mag denen zur Beruhigung dienen, welche sich über jede Verån: derung eines eingeführten Gesangbuches, als über eine gefährliche und unverantwortliche Neuerung betrüben, und wohl gar in der Meinung stehen, man vergreife sich an dem Worte Gottes, wenn man in einem alten Gesangbuch etwas andre. Ueberdieß ist ja die Veränderung und Verbesserung der Gesangbücher nichts neues, nichts ungewöhnliches. Wie groß ist die Zahl der veränderten und verbesserten Gefang: Vorrede. Gesangbücher, welche seit einiger Zeit zum Vorschein gekommen sind! Selbst in unserm Lande ist eine solche Veränderung nichts neues, nichts ungewöhnliches. Man gehe nur ein wenig in die verflossenen Zeiten zurück, so wird sich das bald zeigen. Ohne mich hier auf die ganze Geschichte unsers Gesangbuches einzulassen, welche zu einer andern Zeit nachgeholet werden kann, will ich nur bemerken, daß mit unserm Ansbachischen Gesangbuche bereits dren große und beträchtliche Veränderungen vorgenom men worden sind. Die erste geschah im Jahre 1677 durch den seligen D. Gottfried Handel; die zweyte im Jahr 1711 durch den seligen D. Heinrich Tiezmann, und die dritte im Jahr 1717 durch den seligen D. Johann Wilhelm von der Lith. Diese drey Ausgaben sind, wie der Augenschein lehret, sehr von einander un terschieden. In einer jeden hat man Gesänge, wel: nommen. che in den vorigen Ausgaben stunden, ohne Beden: ken weggelassen, und an deren Stelle neue aufge: Jeder dieser Herausgeber that zur Verbes serung unsers Gesangbuches, was er nach seiner das maligen Lage und nach den Umständen seiner Zeit thun konnte. Und ihre Bemühungen, zum Ruhm unsrer Vorfahren sen es gesagt, fanden Beyfall und wurden wohl aufgenommen. Der selige D. Ciezmann schrieb in der kurzen Vorrede zu dem von ihm 1711 herausges gebenen Gesangbuche, daß sehr viele christliche See: len und Leute von allerhand Ständen die völlige Aus: fertigung dieser neuen und verbesserten Ausgabe instån: dig verlangt hätten. Sollte denn aber, was in den Jahren 1677, 1711 und 1717 recht und löblich war, in Vorrede. in dem Jahr 1781 unrecht und anstößig seyn? Es ist bekannt genug, daß seit dem Jahre 1717 eine Menge neuer und guter geistlicher Lieder zum Vorschein gekommen ist, von denen ein gutes Theil auch unter uns in man chen Häusern zur Belebung und Unterhaltung der häuslichen Andacht bereits mit vielem Segen gebraucht wird. Jedermann wird abnehmen, daß ich hier hauptsächlich auf die geistlichen Lieder ziele, durch welche sich der selige Gellest ein unvergängliches Denkmal gestiftet hat. Wäre es nun wohl zu verantworten, wenn man diese und andere geistreiche Lieder, welche als schätzbare Gaben und Geschenke Gottes betrachtet zu werden verdie: nen, auf ewig aus unserm Gesangbuch ausschließen, und sie nicht zur Beförderung der öffentlichen und häuslichen Andacht christlich benußen und in unser Gesangbuch auf nehmen wollte, so wie andel, Tiezmann und von der Lith es zu ihren Zeiten mit den damals zum Vors schein gekommenen neuen Liedern gemacht, und dagegen manche alte Lieder, welche den neuen an Güte nicht gleich kamen, ohne Bedenken weggelassen haben? Um nur einige Benspiele hiervon anzuführen, so hat der selige D. von der Lich folgende Lieder, welche noch in der Tiezmannischen Ausgabe stunden, in seiner so bald darauf gefolgten Ausgabe weggelassen: Von Adam her so lange Zeit war unser Fleisch vermaledeyt i2c. Indem die Engel fuhren auf zu Gott ins Hime mels Saal 2c. Als Jesus gebohren war zu Herodis Zeiten 2c. Ach, sehet welch ein Mensch 2c. Erstanden ist der heilig Christ, der aller Welt ein Tröster ist zc. Christus Vorrede. Christus ist heut gen Himmel g'fahren zc Ach, wie weh ist meinem Leben 2c. Und hingegen hat er aus dem damaligen Liedervorrath folgende Lieder zum erstenmal aufgenommen: Warum willst du draußen stehen 2c. O Jesu Christe, Gottes Sohn ic. Wer sich im Geist beschneidet 2c. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld zc.. Wann meine Seel den Tag bedenket 2c. Früh Morgens, da die Sonn aufgeht 2c. Ach, wie will es endlich werden 2c. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl zc. Und wer sich die Mühe geben will, dieses Litbische Gesangbuch mit dem Tiezmannischen zu vergleichen, der wird finden, daß die Zahl der weggelassenen alten und der aufgenommenen neuen Kirchenlieder noch un gleich größer ist. Doch das würde man sich allenfalls gefallen lassen, daß in diesem gegenwärtigen Gesangbuche manche vers altete und ohnehin aus dem Gebrauch gekommene Lie: - der der vorigen Ausgaben neuen und bessern Gesängen weichen mußten: aber, daß manche alte beybehaltene Kirchengesänge geändert worden sind, das möchte an: stößiger seyn. Inzwischen ist auch dieses nichts neues, nichts ungewöhnliches. Ich will mich jetzt nicht dars auf berufen, daß der selige Luther selber manche alte Lieder verändert und verbessert hat: ich will nur ben der Lithischen Ausgabe unsers Gesangbuchs stehen bleiben. In den vorhergegangenen Ausgaben lautete der Anfang des veralteten Paßionsliedes, Silf Gott, X 4 das Vorrede. daß mirs gelinge, also: ilf Gott, daß mirs ge linge, du edler Schöpfer mein, die Silb'n in Reimen zwinge 2c. Der sel. D. von der Lith setzte statt zwinge, bringe. In dem bekannten Gerhardi schen Paßionsgefang, Ein Lammlein geht und trägt die Schuld, lautete die siebente Strophe sonst so: Erweitre dich mein Herzensschrein. Du sollst ein Schatzhaus werden Der Schätze, die viel größer seyn, Als Himmel, Meer und Erden. Weg mit dem Gold Arabia! Weg Kalmus, Myrrhen, Kasia! Ich hab ein bessers funden zc. In der Lithischen Ausgabe find statt der fünf ten und sechsten Zeile folgende beyde, die wenigstens erträglicher sind, gesetzt worden: Weg mit den Schäßzen dieser Welt und allem, was der Welt gefällt, Warum sollte es nicht erlaubt seyn, dieses im Grunde geistreiche Lied noch mehr auszubessern und von den getåndelten Einfällen eines spielenden Witzes zu säubern? Man lese dieses Lied, wie es im gegens wärtigen Gesangbuch geändert stehet, man lese und prüfe es ohne vorgefaßte Meinung. Ich denke, man wird den Gerhardischen Geist darinn nicht verken: nen, und das Schahhaus, den Sprachgesellen und andere dergleichen fromme Tåndeleyen nicht vermissen. Eben so habe ich Ursache zu hoffen, daß man in dem sonst erbaulichen Wegleiterischen Paßionsliede, wenn meine Vorrede. meine Seel den Tag bedenket, den Himmels: Noah und andere spielende Ausdrücke nicht vermissen werde. Und wie soll man es denn mit alten Kirchenliedern machen, welche bey dem Guten, welches sie enthalten, durch manche Fehler und Mängel entstellt werden? Soll man sie ungeåndert beybehalten, und z. E. immer fortfahren zu fingen: ja, Vater, als er suchte, wie er mich fressen mochte; oder, weil er sonst bebende ist, daß er dich beaffe; oder, daß mich der böls - lisch Weyb nicht raub? Oder soll man sie ganz verab schieden, und um threr Fehler willen auch ihr Gutes verbannen? Wer die Sache unparthenisch überlegt, wird es doch wohl für das Beste erkennen, sie benzube: halten, und eben darum so auszubessern, daß sie beybes halten werden können. Hierzu aber ist nöthig, daß niedrige, gesuchte, spielende, tåndelnde und überhaupt alle unverständliche und unrichtige Gedanken und Ausdrücke, anstößige Zweydeutigkeiten, alle Redensarten, welche der Spottgeist leicht ins Lächerliche ziehen könnte, und welche den Leichtsinn auf unordentliche Neben: vorstellungen leiten könnten, alle auffallende Fehler gegen die Gesetze des guten Geschmacks, der Sprach: richtigkeit, des Silbenmaaßes, und des Wohllautes auf das sorgfältigste hinweggeräumet werden. Und das wird Niemand tadeln, der bedenket, daß Kirchen: gesänge der Würde der Religion angemessen seyn, und folglich weder in Ansehung der Gedanken noch der Ausdrücke etwas Anstößiges enthalten sollen. Da in die sem Jahrhundert die deutsche Sprache sich so sehr ver: ändert und der Geschmack sich überhaupt so sehr verfei: nert hat; so ist nicht abzusehen, warum die alte rauhe Sprache und ein unächter Wiß nur bey dem öffent: X 5 lichen Vorrede. lichen Gottesdienst beybehalten, und dadurch bey Vie len, welche sich durch Lesung neuer Schriften einen feis nern Geschmack erworben haben, ein Eckel vor den Kirchenliedern erweckt werden soll. Einer von den Vorzügen dieses neuen Gesangs buchs, welche am ersten in das Auge fallen werden, ist die größere Vollständigkeit desselben. Unser bisheriges Gesangbuch war äusserst arm an guten Festliedern. Darüber hat fast jedermann geklagt, und gutdenkende Geistliche wurden dadurch in eine nicht geringe Verles genheit geseßt. Lieder von den Eigenschaften Gottes, von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt, von der Natur und Bestimmung des Menschen, von dem Worte Gottes, von befondern Pflichten und Tugenden, und auf besondere Zeis ten, Umstände und Personen, wurden in unserm bisherigen Gesangbuch entweder vergebens gesucht, oder sie waren doch nicht in hinreichender Menge vorhanden, und zum Theil für unsere Zeiten unbrauchbar. Man vergleiche nur den Inhalt dieses neuen Ges fangbuches mit dem Inhalt des alten, und man wird ben dem ersten Blicke wahrnehmen, wie viele Lücken aus: gefüllt worden sind. Doch hat man kein neues Lied auf genommen, ohne es vorher sorgfältig zu prüfen, und wo es nöthig schien, zu verändern. Die diesem Gesangbuche beygefügte Sammlung einiger Gebete, für die öffentliche und häusliche An dacht, bestehet theils aus Gebeten, welche mit gutem Vorbedacht aus dem vorigen Gesangbuche, jedoch mit einigen Veränderungen, beybehalten, theils aus neuen, welche an die Stelle der alten gesetzt worden sind. Gott Vorrede. Gott segne dieses neue Gesangbuch, und lasſe den öffentlichen und häuslichen frommen Gebrauch desselben zur Beförderung seiner Ehre und des wahren Christen: thums gereichen! Er segne unsere Hochfürstl. gnädigste Landesherrschaft, welcher wir, außer unzähligen andern Wohlthaten, auch die beßre Einrichtung dieses Gesange buchs zu verdanken haben, mit langem Leben und al lem geist und leiblichen Wohl, und lasse uns unter ihrem landesväterlichen Schuß ein geruhiges und stil: les Leben führen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Er gebe, daß wir, so oft wir uns dieses Buches zum Beten oder Singen bedienen, es nicht daben bewenden lassen, uns mit dem Munde zu ihm zu nahen, und ihn mit unsern Lippen zu ehren, sondern daß wir auch unsre Herzen und Gedanken zu ihm erheben, und ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sen mit uns allen, Amen! Ansbach, den 5. Junius 1781. D. Johann Zacharias Leonhard Junckheim, Hochfürstl. Beichtvater und Oberhofprediger, Kirchen und Consistorialrath, Generals superintendent des Ansbachischen Fürstens thums und Stiftsprediger zu Ansbach. Inhalt dieses Gesangbuches. I. Von Gott und seinen Eigenschaften. Von der Ewigkeit und Unveränderlich: feit. Von der Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. D.$ Von der Allmacht Gottes. : 4 IO. II. 12. 13. Von der Weisheit Gottes. Von der Heiligkeit u. Gerechtigkeit Gottes 14-16. Von der Güte Gottes. : 17 19. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. 20. Von der Geduld und Langmuth Gottes. 21 II. Von der heiligen Dreyeinigkeit. E 22 31+ III. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt. Menschen. VII. Von der Erlösung. VIII. Von der Person des Erlösers. IX. Von der Mensa) werdung des Sohnes Adventslieder. Weihnachtslieder. Von dem Namen Jesu. Am Feste der Erscheinung Christi.: I 3. 7 6. 32- 40. ( Mehrere hieher gehörige Lieder wird man unter der Rubrik: Lob und Danklieder, finden.) IV. Von den Engeln # 41 44. V. Von der Natur und Bestimmung des Menschen. VI. Von dem Fall und Sünderelend der : 45 50. 2 51- 54 ; 55 59: 60. 61. Gottes. ; 62- 65. : 66 77 : 78 79. 80. 81. X. Von Inhalt. X. Von dem Lehramt und Wandel Jesu auf Erden.: ( Hieher gehören auch Num. 224. 339. 350. 351.) XI. Von dem Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.: XII. Von der Auferstehung Jesu. : Die zehn Gebote. Von dem Evangelium. XVI. Von der heiligen Taufe. 82. 83( Hieher gehören auch Num. 396. 397. 398.) XIII. Von der Himmelfahrt Jesu. 129- 135+ XIV. Von dem heiligen Geist und seinen Gaben und Wirkungen. : : 136: 148, XV. Von dem Worte Gottes. 3 149 154. : 155. 156. C 157. 158. Ben der Taufe eines Kindes. Nach der Taufe eines Kindes. 84 115: 116: 128. 160. 162. 163. 164: 176. 177 185. : 159, 161, XVII. Von dem heiligen Abendmahl. XVIII. Von der christlichen Kirche. XIX. Von der Bekehrung und Buße überhaupt. 186 192. XX. Von der Bußtraurigkeit und dem Glauben an Jefum. C ( hieher gehören auch Num. 305. 306. 310.) XXI. Von der Rechtfertigung und ihren feligen Folgen. 8 193 203; 204 210. ( Hieher gehören auch Num. 356. 362.) XXII. Von der Heiligung und dem christlichen Wandel überhaupt.* 211 224+ XXIII. Von Inhalt. XXIII. Von der kindlichen Furcht und Liebe Gottes.: 225 234 XXIV. Lob- und Danklieder XXV. Vom Vertrauen auf Gott und Trostlieder.: : 254 288. ( Unter dieser Rubrik findet man die Lieder vom Kreuz, von der Geduld, Gelassenheit und Ergebung in den Willen Gottes.) XXVI. Vom Beten und Gebetlieder. 289 304 XXVII. Christliche Gesinnungen gegen Jesum, den Heiland der Welt. 305 312. ( Unter dieser Rubrik findet man die sogenannten Jesuslieder.) XXVIII. Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. Christliche Selbstliebe. Selbsterkenntniß und Demuth. Sorge für die Seele. Bewahrung eines guten Gewissens. ( 359- 360.) Wachsamkeit. Gorge für das Leben und rechter Gebrauch desselben. : : : Sorge für den Leib. s Måßigkeit. Keuschheit. 314 318 : XXIX. Von dem chriftlichen Verhalten gegen den nächsten. Liebe des Nächsten.: Gerechtigkeit. Rechtmäßiges Verhalten gegen die zeitlichen Güter. Arbeitsamkeit.:: 321 323. 233. 253 324 328. 329. 330. 331. 332 335 338 344 ? 308. 313. 317319. 320. ? 334337335343345. Barm: Inhalt. Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 346 349. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 350 352. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 353 355. XXX. Von der Glückseligkeit der Glaubigen und Frommen 356 364. : XXXI. Vom Tode. Begräbnißlieder. XXXII. Von der Auferstehung der Todten. 396: 402. XXXIII. Vom jüngsten Gerichte.: 403 407. XXXIV. Vom ewigen Leben. 408 412. XXXV. Sonntagslieder. 413 416. XXXVI. Lieder ben dem öffentlichen Gottesdienste. XXXVII. Neujahrslieder. XXXVIII. Morgenlieder. Morgenlied im Leiden. XXXIX. Abendlieder.: : Abendlied am Ende der Woche. Abendlied im Leiden. XXXX. Lieder auf besondere Zeiten, und Personen. 365 393 Um Erhaltung des Friedens. Ben ansteckenden Seuchen. Danklied nach ansteckenden Seuchen. In theurer Zeit. ; 433 : 417 425. ? 426 432. : Umstånde 392. 395. 452 463. : 464. 465. 473 450. 451. 451. An öffentlichen Bußtagen. : 466. In allgemeiner Noth. 467. 468. In Kriegszeiten. 469 470. Danklied für den wieder hergestellten Frieden. 471. 472. 474 475+ 476. Nach Inhalt. Nach geendigter Theurung. Für die Feld und Landfrüchte.: Um Regen ben großer Dürre. Danklied für den verliehenen Regen. Bey anhaltendem Regen um Sonnenschein. Danksagung für Sonnenschein nach langem Regen. Danklieder für die Ernte. 483 In Feuersnoth. Beym Gewitter. Nach dem Gewitter. Vor und auf der Reise. : : : Fürbitte für die Obrigkeit. Vom Eide. -- : : In Krankheiten. Nach wieder erlangter Gesundheit. XXXXI. Die Litaney. 486 489 Nach der Reise. Vor dem Essen. Nach dem Essen. 1 In der Jugend. Im Alter. Am Geburtstage. Vom Ehestande. 497+ 498. Vor der Einsegnung neuer Ehegatten. 499. 500. Nach der Trauung derselben. 501. Lied für Eltern. Lied für Kinder. 477 478+ 479. 480. 481. 482 484 485. 488. 490. 491. 492. 493+ 494+ 495496. 502. 503. 504. 506. 505 507 509. 510. 511. Ĉ 512, I. Von AUDADESH TAUN INSTIT CHIMITED ARE I. Von Gott und seinen Eigenschaften. Mel. Chrift, unser Herr 2c. lich ergeben seyn, auf niemeine Seel er- mand anders bauen, dir, 1.S hebe dich, voll Gott, allein anhangen. Andacht, und 3. Du bist der höchstvollbetrachte, wie Gott in fei- kommne Geist, und theinem Worte sich bekannt left ben uns allen an Gaden Menschen machte, daß ben aus, was geistlich heißt, er der Allerhöchste sey, und nach deinem Wohlgefallen. überall auf Erden, in De- Gieb, daß ich geistlich sen muth, ohne Heuchelen, soll gesinnt, und, wenn ich vor angebetet werden, als un- dich trete, auch deine Kraft ser Herr und Schöpfer. in mir empfind, und kind2. Herr, einger Gott, lich zu dir bete, im Heist dich preisen wir! Nichts und in der Wahrheit. sind der Heiden Götter! 4. Du bist, o Gott, Kein Heil, noch Trost ist von Ewigkeit, und wirst außer dir, kein Helfer noch allzeit bestehen; es bleibet Erretter. Laß mich, o Herr, deine Herrlichkeit, wenn auf dich allein von ganzem Himmel selbst vergehen. Herzen trauen, die innig- Laß von der Erde eitlem Tand A Von Gott und seinen Eigenschaften.. Tand mein Herz sich stets weist Rath zu finden. erheben zu meinem wahren Drum trau ich dir auch Vaterland, und nur nach findlich zu, du werdest für dem mich streben, was mich sorgen: nur gieb, daß ewig mich erfreuet! ich nicht Uebels thu: denn 5. Allgegenwärtig bist dir ist nichts verborgen; du du da, o Gott, an allen sichst auch die Gedanken. Enden: wohin ich fliehe, 8. Gott, du bist heilig bist du nah, bin ich in dei und gerecht, und kannst nen Hånden. Laß, deiner nichts Böses leiden; wer Gegenwart gewiß, mich sagen will, er sey dein allzeit redlich handeln, und, Knecht, muß jede Sünde auch in dicker Finsterniß, meiden. Drum steh mir bey, mich, als im Lichte, wan- der Heiligkeit mich ernstDeln, und überall dich lich zu befleißen, gerecht zu fürchten. fenn, und allezeit, was du 6. unendlich ist, Herr, thust, gut zu heißen, so deine Macht, zu retten, wunderbar es scheine. die dich lieben, und wenn 9. Du bist sehr gnådig, der Frevler dich verlacht, fromm und gut, vergiebst auch Rach an ihm zu üben. die Schuld dem Sünder; Gieb, daß mich deiner All- erbarmst dich, wie ein Bamacht Schutz stets, als ein ter thut, von Herzen deiSchild, bedecke, mich auch ner Kinder. Laß reichen nicht Menschengrimm und Trost von deiner Gnad auf Truß, nur deine Strafe meine Seele kommen; von schrecke: du tödtest Leib mir sey meine Missethat so und Seele. fern hinweggenommen, 10 7. Voll höchster Weis- fern der Ost vom Abend! heit bist du, Gott! Kein 10 Gott, dessen WahrMensch kann sie ergrünheit stets besteht, wohl des den: umringt uns allent- nen, die dir glauben! wenn halben Noth; du, Herr, Erd und Himmel einst vergeht, 2 Von Gott und seinen Eigenschaften. 3 geht, wird dein Wort ewigler war stets, sonst Keiner. bleiben. Gieb, daß ich Wir Menschen sind von fürchte dein Gericht, und gestern her; eh noch die alles, was du dråuest; auch Erde war, war er, noch hoffe, was dein Wort ver eher, als die Himmel. spricht, daß du mirs gern 3. Des Höchsten Thron verleihest! Wer hofft, wird umstrahlt ein Licht, das ihn nicht zu Schanden. vor uns verhüllet. Ihn 11. Gott, wenn ich dich fassen alle Himmel nicht, so kenn und ehr, dein Wort wie weit er sie erfüllet. zum Grunde sete; erfreu Er bleibet ewig, wie er ich mich darüber mehr, als war, verborgen, und nur über alle Schåße: bis ich offenbar in seiner Werke dort, o mein Heil und Licht! Wundern! dich ohne Lallen nenne, von 4 Wowåren wir, wenn Angesicht zu Angesicht dich seine Kraft uns nicht gebils schaue, dich erkenne, und det håtte? Er kennt uns, unaufhörlich love. fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette Bey Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. ihm ist Weisheit und Ver2.Der Herr ist Gott stand, und Kraft und und keiner mehr: Stårke, seine Hand umfrohlockt ihm, alle From- spannet Ero und Himmel, men! Wer ist ihm gleich? 5. 3ft er nicht nah? Ift Wer ist, wie er, so herrer nicht fern? Weiß er lich, so vollkommen? Der nicht aller Wege? Wo. Herr ist groß! Sein Nam ist die Nacht, wo sich dem ist groß! Er ist unendlich, Herrn ein Mensch verbergrånzenlos in seinem gan- gen möge? Die Finster zen Wesen. niß ist vor ihm Licht; Ge2. Er åndert sich nicht danken selbst entfliehn ihm mit der Zeit: nie größer nicht in ihrer ersten Bils oder kleiner wird seines dung. Wesens Herrlichkeit; nur 2 2 6. Wer Von Gott und seinen Eigenschaften. 6. Wer schützt den Welt- wir begreifen können. O bau ohne dich, o Herr! vor flöße meinem Geist die seinem Falle? Allgegen- tieffte Demuth ein, und wärtig breitet sich dein Fit- laß mich stets vor dir voll tig über alle! Du bist voll Ehrerbietung seyn. Freundlichkeit und Huld, 2: Du bist das höchste barmherzig, gnådig, voll Gut; du weißt von keiGeduld, ein Vater, ein nem Leide; stets ruhig in Verschoner! dir selbst, schmeckst du voll4 7. Unstråflich bist du, kommne Freude. Dein ist heilig, gut und reiner als die Herrlichkeit. Auch ohdie Sonne! Wohl dem, ne Kreatur bist du dir selbst der deinen Willen thut, genug, du Schöpfer der denn du vergiltst mit Won- Natur! ne! Du hast Unsterblich- 3. Du riefft dem, das keit allein, bist selig, wirst nicht war, um Lust und es ewig seyn, haft Freu- Seligkeiten aufs mannigden, Gott, die Fülle! faltigste um dich her aus8. Dir nur gebühret Lobszubreiten. Die Liebe bist und Dank; dir Majestät du selbst. Verstand und und Ehre. Kommt, wer- Rath sind dein; und du det Gottes Lobgesang ihr, gebrauchst sie gern, zu segalle seine Heere! Dernen, zu erfreun. Herr ist Gott und keiner 4. Du sprichst, und es mehr. Wer ist ihm gleich? geschieht. Auf dein allWer ist, wie er, so herr- mächtig Werde! entstand lich, so vollkommen? dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem Fråftgen Mel. Nun danket alle Gott 2c. 3. Anbetungswürdger Wort trägst du die ganze mit und deine furcht stets zu nennen! Du vollführt, was uns unbist unendlich mehr, als möglich fällt. 5. Du Von Gott und seinen Eigenschaften. 5 5. Du bist der Herrensnes Mund macht uns noch Herr. Der Erde Maje- deutlicher, Gott, deinen ståten sind, Höchster, vor Namen Fund. dir Staub. Auch Geister 9. Doch hier erkennen kannst du tödten. Wen wir dich noch gar unvolldu erniedrigest, Gott, wer kommen. Wird aber derkann den erhöhn? Wen maleinst der Vorhang du erhöhen willst, deß Ho- weggenommen, der ist heit muß beftehn. das Heiligste noch unserm 6. Du bist es, der al- Blick verschließt; dann lein Unsterblichkeit besiket, sehen wir dich, Gott, so der Leben giebt und nimmt, herrlich, wie du bist. der unsern Odem schůzet. 10. Indeß sen auch schon Den Geist, der in uns lebt, liegt dein Ruhm von uns beden haben wir von dir.[ sungen! Verschmähe nicht Willst du, so wird er ein Lob von lallendschwaNichts. Du bleibest für chen Zungen! Dort soll, und für. wenn wir dereinst vor dir 7. Wer hat dich je ge- verherrlicht stehn, ein Lied sehn? Wer kann im Fleisch im höhern Chor dich, dich sehen? Kein sterblich großer Gott, erhöhn. Aluge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Ma- Die Ewigkeit und Un jestät auf deinem Stuhle veranderlichkeit Gottes. thronst, und unterm fro- Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. ott, du von hen Lob der Himmels- 4.6Ewigkeit, und dein heere wohnst. 8. Was wir, Unendli- herrlich großes Wesen åncher, von deinem Wesen dert sich zu keiner Zeit; du wissen, das hast du selbst bleibst stets, was du gezuvor uns offenbaren müs- wesen. Laß dies meinen fen. Die Schöpfung zeugt Geift beleben, ehrfurchtsvon dir; und deines Soh- voll dich zu erheben! A 3 2. Ewig Von Gott und feinen Eigenschaften. 2. Ewig und unwandel- 6. Stets ist Wohlthun bar ist, o Gott, dein hohes deine Lust; ewig währet Wiffen. Was dir ein- deine Liebe: wohl mir, mal Wahrheit war, wird wenn ich auch mit Luft es ewig bleiben müssen.( mich in guten Werken übe! Niemals kann dein Alus Dann, o Herr, wirds spruch fehlen. Laß mich ihn meiner Seelen nie an wahzur Richtschnur wählen. rer Freude fehlen. 6 3. Herr, du bist kein 7. Erd und Himmel Menschenkind, daß dich et- wird vergehn; alle Welt was reuen sollte. Immer wird mich verlassen. Nur bleibst du gleich gesinnt; durch dich kann ich bewas dein Rathschluß vor stehn; deine Hand wird mals wollte, willst du noch. mich umfassen, wenn ich O hilf uns allen thun nach nun von hinnen scheide. deinem Wohlgefallen! Ewig bist du meine Freude. 4. Immer bleibst du, 8. Laß mir doch zu jeder Gott, ein Feind derer, Zeit, Herr des Himmels die das Unrecht üben. Im- und der Erden, diese deine mer bleibst du, Gott, ein Ewigkeit einen starken Ans Freund derer, die das Gu- trieb werden, dich zu lies te lieben. Laß uns darinn ben, dir zu trauen, und schon auf Erden deinem mein Glück auf dich zu Bilde ähnlich werden. bauen! 5. Deine Worte trů gen nicht. Du bist ewig Mel. Sey Lob und Ehr dem 2. der Getreue, der das hält, 5.Unendlicher, den keine was er daß dies mich stets erfreue! lihren Schranken! Beym Laß nur deinen Geist mich Denken deiner Ewigkeit treiben, dir, Herr, auch vergehn mir die Gedanken. getreu zu bleiben. Ich finne nach bewundrungs Von Gott und seinen Eigenschaften. 7 rungsvoll, und weiß nicht, Anfang bis zum Ende. wie ichs fassen soll: du bist Kaum Augenblicke leben und bleibest ewig! wir, wir Werke deiner 2. Noch ward von kei- Hände. Nie nehmen deiner Sonne Licht durch unene Jahre zu: in alle Ewige sre Welt verbreitet; die feit wirst du derselbe seyn Himmel jauchzten dir noch und bleiben. nicht, durch deine Macht 6. Ja! du bist ewig, bereitet; noch war kein stirbest nie, bleibst ewig Land, noch floß kein Meer meiner Seele der Fels, den an hoher Berge Gründen sterbend ich für sie zur her: du aber warst schonssichern Zuflucht wähle. ewig. Gnad und Denn deine 3. Von Ewigkeit her sa Wahrheit ist so ewig, als hest du die künftge Welt du selber bist: wohl mir, entstehen; und maßest ihre daß ich dir traue! Zeit ihr zu, und sahst fie 7. Mein Leib ist sterbe untergehen. Vom En- lich, nicht mein Geist, den gel bis zum Wurm her will ich dir vertrauen; er ab wogst jedem du sein soll, wie mir dein Wort Schicksal ab, und nann- verheißt, er soll dein Ant test ihn mit Namen. lig schauen. Mein Leib 4. Långst stehet unsreruht auch nur kurze Zeit: Welt schon da, die du am Erntetag der Ewige bisher erhalten. Bald ist keit wirst du ihn aufer sie ihrem Ende nah; fielwecken. eilet zu veralten: denn ih 8. Ob alles um mich rer Jahre werden viel, her vergeht, soll ich nicht und du bestimmtest ihr ein mit vergehen; vor deinem Ziel nach deinem weisen Thron, der ewig steht, soll Rathe. ich einft ewig stehen. Du 5. Die Zeit ist, Herr, giebst an allem deinem wie Nichts, vor dir vom Heil, Gott, deinen Auser21 4 wählten Von Gott und seinen Eigenschaften. wählten Theil, auch mir, keiten uns Kämpfer frdauch mir, mit ihnen! nen, die wir hier um dei 9. Bald fallen Erd und nen Himmel streiten. Himmel hin an deinem 3. Gott, mit dir unvers Weltgerichte: dann dank ånderlich, wird auch das ichs dir, daß ich noch bin, Wort der Wahrheit fich und wohn in deinem Lichte. beschüßen und erhalten, Dann werd ich ewig, ewig wann alle Welten, die du fenn, mich ewig deiner schufft, wie ein Gewand Gnade freun, und dich ohn/ veralten. Ende preisen. 8 4. Ob Felfen weichen, 10 Der feligen Unsterb- Berg' ins That sich stürlichkeit, die du mir dort zen, daß von ihrem Fall die wirst schenken, lehr mich Erde weit erzittert, bleibt in dieser kurzen Zeit, oldeiner Liebe Bund mit mir Gott, mit Ernst gedenken! doch ewig unerschüttert. Sie sey mein Trost, mein 5. Was zagt denn meine höchstes Gut; sie stärke Seel in mir? Was klag mich mit Kraft und Muth, ich ångstlich, daß ich hier gerecht vor dir zu leben! kein daurend Gut genieße, Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. dies Leben mir verfließe? und daß in Unbeständigkeit 6.5⁰ o wie du bist, fo 6. Was klag ich, der warst du schon, dein Wort noch hat, den Gott, ehe du von deinem Trost, daß meine MisseThron Geschöpfe, die nicht that mich einst gewiß nicht waren, beriefft zu seyn, und richte, und daß mein Erbdeine Macht und Güte ju theil ewig sey vor deinem erfahren! Angesichte? 2. Du wirst auch seyn 7. Was klag ich? Lieso wie du bist, wann långst best du mich doch mit aller die Erde nicht mehr ist, deiner Liebe noch), und wirst wann långst schon Ewig- mich ewig lieben! Hast selber Von Gott und seinen Eigenschaften. 9 ber meinen Namen dir in hen? Wo könnt ich jemals deine Hand geschrieben. wohl mich deinem Aug ents 8. Ja, ich bin Gottes, ziehen? Führ ich gen Hims Gott ist mein, und ewig, mel auf, so bist du, Höchewig wird ers seyn: von ster, da; führ ich zur Tief ihm kann mich nichts schei- hinab, auch hier bist du den. Die Welt vergeht mir nah. mit ihrer Lust, nicht Gott und seine Freuden. 4. Nåhm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem Die Allwissenbeit und fernsten Meer blieb ich dir Allgegenwart Gottes. nicht verborgen; auch da Mel. Nun danket alle Gott c. umschlöße mich doch deine err, du erforscheft Allmachtshand; denn du mich, dir bin ich bist überall, und dein ist unverborgen; du kennst jedes Land. 7. Herr, mein ganzes Thun und 5. Språch ich zur Finalle meine Sorgen; was sterniß: sen um mich, mic) meine Seele denkt, warszu decken! so sucht ich dir bereits bekannt, eh der doch umsonst vor dir mich Gedanke noch in meiner zu verstecken: denn auch Seel entstand. die Finsterniß ist vor dir 2. Nie spricht mein Mund helles Licht; die Nacht ein Wort, das du, o Herr, glänzt, wie der Tag, vor nicht wissest; du schaffeft, deinem Angesicht. was ich thu; du ordnest, 6. Du warst schon über du beschließest, was mir mir in meiner Mutter Leibegegnen soll. Erstaunt be; du bildetest mein Herz, seh ich auf dich. Wie groß Gott, deß ich bin und bleis ist dein Verstand! Wie be! Ich danke dir, daß du wunderbar für mich! mich wunderbar gemacht, 3. Wohin, wohin soll und meiner, eh' ich war, ich vor deinem Geiste flie- schon våterlich gedacht. 21 5 7. Du Von Gott und seinen Eigenschaften. 7.Du kanntest mein Ge- wisse? Sen, kannst du, bein, eh ich ans Licht ge- dunkler, als das Grab, kommen, da ich im Dun- das Auge Gottes schaut keln erst die Bildung an- hinab, und kennet deine genommen: dein Auge Tiefen! fah mich schon, eh ich be- 2. Wo ist die Nacht reitet war, und meiner der Einsamkeit, die mich Tage Lauf war dir schon vor ihm verhehle? Er sieht offenbar. Jeuch schon, eh ihr noch send, 8. Was für Erkennt- Gedanken meiner Seele! niffe, für köftliche Gedan Ch ich euch selbst empfin ken! Unzählbar sind sie den kann, von eurer ersten mir; denn sie sind ohne Bildung an, bis ihr euch Schranken. Mit Ehrganz entfaltet! IO euch, furcht will ich stets auf 3. Er kennet und erfordich, mein Schöpfer! sehn, schet euch, wenn ihr schon dir folgen, und dein Lob, soleuch entziehet; bemerkt gut ich kann, erhöhn. wenn ihr, Strahlen 9. Erforsche mich, mein gleich, schnell auffahrt, Gott, und prüfe, wie ichs schnell entfliehet; vergemenne; ob ich rechtschaf- bens wünsch ich: sterbt! fen bin, wie ichs von aus vergeht! ich haß euch! sen scheine. Sieh, ob mein Aufgezeichnet steht ihr all Fuß vielleicht auf falschem in seinem Buche! Wege geht, und leite mich 4. Der Herr gedenket den Weg, der mich zu dir ihrer noch: Jahrhunderte erhöht! verschwinden. Sie bleiben, und ich träume doch, Mel. Es ist gewißlich an der 2. als wärens keine Sünden. 8.11msonft, umsonst ver Sie alle müssen an das hüllst du dich, mein Licht, wann Gott kommt, Herz, in Finsternisse, was daß er im Gericht der Herkann ich Gott verbergen? zen Rath enthülle. Ich? das er nicht alles 5. Dann Von Gott und seinen Eigenschaften. II 5. Dann wird das Sie du siehst es, wenn ich fehle. gel seines Buchs vor aller Nichts, nichts fann deiWelt gebrochen: das Ur- nem Aug entfliehn; und theil des verdienten Fluchs, nichts mich deiner Hand Gedanken selbst gespro entziehn. chen. Wo ist die Nacht, 3. Wenn ich in stiller die sie verhehlt? Der Rich- Einsamkeit mein Herz an ter hatte sie gezählt, und dich ergebe, und, über deikeinen sterben lassen. ne Huld erfreut, lobsine Send heilig, send von gend dich erhebe; so hörst Gott nur voll, Gedanken du es, und stehst mir bey, meiner Seele, daß, wenn daß ich) im Kreuß auch gerichtet werden soll, kein standhaft sey. einziger mich quåle! Send 4. Du merkst es, wenn heilig, und dann fürchtet des Herzens Rath vernichts, Gott wird am Ta- kehrte Wege wählet; und ge des Gerichts, gleich bleibt auch eine böse That Thaten, euch belohnen. vor aller Welt verhehlet; so weißt du sie, und züchMel. Machs mit mir, Gott, c.tigst mich zu meiner Beße ie bist du, Hoch- rung våterlich. 9. Nie bist du ster, von uns fern; 5. Du höreft meinen du wirkst an allen Enden. Seufzern zu, daß Hülfe Wo ich nur bin, Herr al mir erscheine. Voll Mits ler Herrn, bin ich in dei- leid, Vater, zählest du die nen Händen. Durch dich Thränen, die ich weine. nur leb und athme ich: Du siehst und wågest meis denn deine Rechte schüßet nen Schmerz, und stärkst mich. mit deinem Trost mein 2. Was ich gedenke, Herz. weißest du; du prüfest 6. drück, AllgegenO meine Seele. Du siehst wårtiger! Dies tief in meies, wenn ich Gutes thu; ne Seele, daß wo ich bin, nur 12 Von Gott und seinen Eigenschaften. nur dich, o Herr! mein da folgt mir dein RichHerz zur Zuflucht wähle; terstab, auf schauervollen daß ich dein heilig Auge Wegen. schen, und die zu dienen 4. Der alles schuf, ist eifrig sen. überall! O fürchterlicher 7. Laß überall gewiffen- Donnerschall in aller Sün haft nach deinem Wort der Ohren! Sie furchten mich handeln; und stärke keinen Ueberfall: nun zitmich denn auch mit Kraft, tern sie, die Thoren! vor dir getroft zu wandeln. 5." Der Gott des HimDaß di, o Gott! stets um ,, mels ist so nah; das Heimich seyft, dies tröst und, ligste der Wesen sah, was beßre meinen Geist. wir im Herzen dachten; ,, was in geheimer Nacht geschah, wann wir und Mel. In dich hab ich gehoffet zc. IO. Allgegenwärtiger! ,, Satan wachten! ich 11 11 6. Wir Thoren haben verborgen, wo ich bin, wollt ,, wohl gedacht, du würdest auch auf schnellen Schwin- uns, o Mitternacht, mit gen mich an die fernsten schwarzen Flügeln decken! Meere hin die Morgenro- ,, Umsonst! Gott wacht um the bringen. uns, er wacht mit allen 2. Flög ich zum Himseinen Schrecken!" mel hoch empor, mich un- 7. Noch keines Herzens ter seinem Sternenchor im böser Rath, ihr Sünder, Glanze zu verstecken: so keine schnede That ist seibist du da, ziehst mich her- nem Aug entronnen! Er vor, und Schande wird kennet den geheimen Pfad mich decken. des Staubes und der Sonnen. 3. Stieg ich vor deinem Zorn hinab ins Haus der 8. O gehe nicht, Herr, Finsterniß, das Grab: du ins Gericht, wenn wider bist auch da zugegen: auch die gelobte Pflicht wir, deine Von Gott und seinen Eigenschaften. 13 deine Knechte, handeln! tig ausgeführet. Es bleiLaß uns vor deinem Ange- bet stets dein Augenmerk, sicht in frommer Ehrfurcht und wird durch dich rewandeln! gieret. Noch immerfort 9. Daß deinem Blicke besteht die Welt, weil nichts entflieht, was war, deine Allmacht sie erhält. und ist, und einst geschieht, 4. Die Menge vieler sen meine Ruh und Freude! Wunder zeigt, daß, Schie Ein Gott, der alles weiß pfer, dein Vermogen weit und sieht, der weiß auch, über die Gesetze steigt, die wenn ich leide. die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkühr auf. Die Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir, Gott, ic. II, err, deine Allmacht 5. Was für ein Wunreicht so weit, als der deiner Macht wird unselbst dein Wesen reichet. ser Aug einst sehen, wenn Nichts ist, das deiner nach der langen GrabesHerrlichkeit und deinen nacht die Todten auferThaten gleichet. Es ist stehen; wenn du von unkein Ding so groß und serm Staub den Rest schwer, das dir zu thun zu neuen Körpern werden nicht möglich wår. läßt! 2. Du sprichst, und auf 6. Ach! zund in mir dein mächtigs Wort fällt den Glauben an, der sich alles dir zu Füßen. Du auf dich verlaffe. Ist etführest deinen Anschlag was, das mich schrecken fort bey allen Hindernis- kann, wenn ich dich, Herr, sen. Du winkst, so stehet umfaffe? Nun, Gott, plößlich da, was kurz zu- lich traue deiner Kraft, vor kein Auge sah. die alles kann und alles 3. Du hast dein großes schafft. Schöpfungswerk allmächDie 14 Von Gott und seinen Eigenschaften. Die Weisheit Gottes. Junfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hinderniss Mel. Wer nur den lieben 2c. se kommen, so triumphirt 12. Du weiser Schöpfer dein hoher Nath. Den be aller Dinge, der sten Zweck wählt dein alles weiß, erkennt, ver- Verstand: die Mittel stehn steht! Nichts ist so groß, in deiner Hand. nichts so geringe, das nicht 5. Die Menge so vernach deiner Ordnung geht.| schiedner Willen, wo jeder Denn der Geschöpfe gan- seinen Weg erwählt, muß zem Chor schreibst du doch den deinen blos erfül Maas, Ziel und Regeln len, der seines Zieles nie verfehlt, und aller Feinde vor. 2. Die vielen wunders stolzen Wahn, als Unvers vollen Werke; was un- nunft, beschåmen kann. fern Augen fern und nah; 6. Weisheit! decke steht alles, wie durch deine meiner Seele des EigenStarke, so auch durch dei- dunkels Thorheit auf; das ne Weisheit da. Unend- mit sie dich zum Leitstern lich, Herr, ist dein Ver- wähle in ihrem sonst vers stand: der ganze Weltbau wirrten Lauf. Ich weiß machts bekannt. den Weg des Friedens 3. Mit eben diesen Mei- nicht: ach gönne mir dein frerhånden, mit welchen du sichres Licht! die Welt gemacht, regierst 7. Du hast mich durch du auch an allen Enden, mein ganzes Leben nach was dein Verstand hervor deinem klugen Rath ge gebracht. Du brauchst, o führt. Mein Geist muß unerschaffnes Licht! der dir die Ehre geben, daß Menschen Rath und Bey- du aufs beste mich res stand nicht. giert. O leite mich durch 4. Was du zu thun dir Welt und Zeit hinüber in vorgenommen, das kommt die Ewigkeit! Mel. Von Gott und seinen Eigenschaften. 15 13. Sch Mel. Bon Gott will ich nicht zc. fte sammlet sie; die wers Ich lobe dich und den Thau und Regen, und preise dich, o mein Fruchtbarkeit und Segen Gott, allein! Wer ist, wie für Menschen und für Vieh. du, so weise? Verstand 5. Wer hat sie so bercis und Rath ist dein! Laß tet, daß sie den Blig ges immer meinen Geist in biert; daß sie den Wind allen deinen Werken auf verbreitet, den Schall zum deine Weisheit merken, Ohre führt; den leichten die auch der Engel preist. Vogel hebt; den Fisch, 2. Du hiengst in lich- damit er schwimme, und ten Fernen, hoch über uns unsers Mundes Stimme hinauf, die Sonne mit den für deinen Ruhm belebt? Sternen, uns zu erleuch 6. Wer hob, o Gott, ten, auf. Da hånget sie die Erde aus deinem Meer an nichts; von dir nur heraus; theilt, daß sie unterstützet, erwärmt sie fruchtbar werde, so gleich und erhitet, und ist ein die Wasser aus? Wer Quell des Lichts. sammelt sie? Wer bricht 3. Wer hält, im Gleich die Fluffe, wenn sie schwel gewichte so großer Korper len; spricht zu der Seen Last? Wie ichwimmt die Wellen: bis hieher! weiWelt im Lichte, die du ge- ter nicht! schaffen haft! Wer lenkt 7. Wer hat den Wald der Strahlen Flug, daß gepflanzet? Durch wen fie nur nüten können, bewächst Gras herauf? Wer leben, nicht verbrennen, so giebt uns Korn? Wer wunderbar so klug? schanzet Geburg um Thå. 4. Wer rief, uns zu ler auf? Wer schmückt sie umgeben, der Luft, die al überall? Wer gråbt dem les trågt? Durch sie hat Feuer Schlünde, legt in alles Leben, wird alles der Tiefe Gründe den stets bewegt. Die Dün- Marmor, das Metall? 8. Herr, Von Gott und seinen Eigenschaften. 8. Herr, deine Weis- 3. Herr, du willst, daß heit schmücket, bereichert deine Kinder deinem Bilde und erhält, und segnet ähnlich seyn. Nie besteht und beglücket die lebenvolle vor dir der Sünder; denn Welt. Sie rühme mein du bist vollkommen rein. Gefang! Ich finge dir Du bist nur der Frommen und preise dich, Gott, Freund; Uebelthätern bist denn du bist weise; o du feind. Wer beharrt in bringt ihm Alle Dank! seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 16 Die Heiligkeit und Ge rechtigkeit Gottes. 14.Go 4. O so laß uns nicht verscherzen, was du uns Mel. Werde munter, mein c. noch zugedacht! Schaff ott, vor desfen An- in uns stets reine Herzen! gesichte nur ein Todt in uns der Sünden reiner Wandel gilt! Ew- Macht! Denn, was find ges Licht, aus dessen Lichte wir, Gott, vor dir? Du stets die reinste Klarheit bist heilig, aber wir sind quillt! Höchster! Deine verderbt, und wer kann Heiligkeit werde stets von zählen, großer Gott, wie uns gescheut! Laß sie uns oft wir fehlen? doch kräftig dringen, nach 5. Uns von Sünden zu der Heiligung zu ringen. erlösen, gabst du deinen 2. Heilig ist dein ganzes Sohn dahin. O so rei Wesen, und kein Böses nige vom Bösen durch ist an dir. Ewig bist du ihn unsern ganzen Sinn. so gewesen, und so bleibst Gieb uns, wie du selbst du für und für. Was verheißt, gieb uns deinen bein Wille wählt und guten Geist, daß er unsern thut, ist unstråflich, recht Geist regiere, und zu alund gut, und mit deines lem Guten führe. Armes Stårke wirkst du stets vollkommne Werke. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz ges weiht! Non Gott und seinen Eigenschaften. 17 weiht! Unsers Wandels kommen. So zeigest du größte Zierde sey recht vor aller Welt, daß dir der schaffne Heiligkeit. Mach Eifer wohlgefällt, den man uns deinem Bilde gleich! der Tugend widmet. Denn zu deinem Himmel 4. Ja, Herr, du liebst, reich wirst du, Herr, nur was recht und gut, und bist die erheben, die im Glau- ein Freund der Frommen. ben heilig leben. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufges Mel. Es ist gewißlich an der zc. nommen. Sein Werk und 15.Gerechter Gott, vor Dienst gefällt dir wohl, ist dein muß er er alle Welt sich stellen. Du soll, ganz rein von allen wirst in ihrem Angesicht Fehlern auch mir mein Urtheil fål5. Doch dem, der dich len. O laß mich dein Ge- lo Gott, nicht scheut, dem richt stets scheun, und hier frevelnden Verbrecher, der mit Ernst befliffen seyn, vor dein Gesetz und Recht entdir einst zu bestehen. weiht, bist du ein stren2. Du siehst von deinem ger Rächer. Verachtung, festen Thron auf alle Men- Elend, Schmerz und schenkinder; bestimmest je- Hohn, und Tod ist seiner dem seinen Lohn, dem Bosheit Lohn, oft schon Frommen und dem Sün- in diesem Leben. der. Nie siehst du die Per 6 Der Untergang der fonen an; allein auf das, ersten Welt, die aus der was wir gethan, siehst du, Art geschlagen; das Feugerechter Richter. er, das auf Sodom fällt; 3. Viel Gutes und Barm- Egyptens lange Plagen, herzigkeit giebst du schon und andre Wunder deiner hier den Frommen; du Macht, sind Zeugen, wann schůzest sie vor manchem dein Zorn erwacht, wie du Leid, darein die Sünder den Sündern lohnest. 7. Bleibt 18 Von Gott und seinen Eigenschaften. 7. Bleibt hier viel Bi- Knecht; dep Frommen ses ungestraft, viel Gutes front dein Segen. Auf unbelohnet; so kommt ein ihm ruht deine Bater Tag der Rechenschaft, der buld; der Böse tråget feine Feines Sünders schoner. Schuld; ihn treffen deine. Da stellst du, Herr, ins Strafen. hellste Licht, wie recht und 2. Du bist der Richter billig dein Gericht: dann aller Welt. Nach heili triumphirt der Fromme. gen Gefeßen, die deine 8. Gerechter Gott, laß Weisheit festgestellt, mußt mich, wie du, das Gute du die Menschen schäßen; eifrig lieben! Gieb selber mußt Uebertretern Stra mir die Kraft dazu! Wirk| fen dråun, und wenn sie inniges Betrüben, wenn sich vor dir nicht scheun, die sich die Sünd in mir noch Strafen auch vollziehen. regt! Dein Herz, das lau- 3. Herr, dein heili ter Gutes hegt, sey meines ges Gericht entdeckt fich Herzens Muster. schon auf Erden. Du läß 9. Und weil vor dir, ge- fest, fürchten wir dich nicht, rechter Gott! nur die allein uns hier schon innen wer bestehen, die glaubig auf den, daß du auf unsre des Mittlers Tod bey Thaten siehst, und ein ge wahrer Reue sehen; so laß rechter Richter bist, daß mich die Gerechtigkeit, die Bose heimzusuchen. mich von Straf und 4. Es klagt uns das Ge Schuld befrent, im Glau- wiffen an, wenn wir dit ben eifrig suchen. widerstreben, und sagt uns, daß wir misgethan Mel. Nun freut euch, lieben. durch unser böses Leben. 16.Gott! du bist heilig Es raubet uns die innr und gerecht in Ruh, und spricht uns allen deinen Wegen, vor Herr, die Strafe zu, die bir bleibt nicht ein böser wir verdienet haben. 5. Of Von Gott und seinen Eigenschaften. 19 5. Oft ståupst du hier ser allesamt, daß niemand den Sünder schon für unter uns verdammt, und feine bosen Thaten, und jeder selig werde. låsfest ihn in Schmach und Hohn und andre Noth gerathen. Hat ihn der Sünden Luft erfreut, so muß er Die Gute Gottes. Mel. Die Tugend wird x. auch das Herzeleid, das fie 17. Wie groß ist des Allmåchtgen Güte! gebiehrt, empfinden. Ist der ein Mensd), den fie 6. Jedoch, o Herr, zur nicht rührt? Der mit verz Besserung strafft du noch hårtetem Gemüthe den hier die Sünder, und züch Dank erstickt, der ihm tigst auch zur Heiligung gebührt? Nein, seine oft deine schwachen Kinder. Liebe zu ermessen, sen ewig Wohl dem, der deinen meine größte Pflicht. Der Willen lernt, und sich vom Herr hat mein noch nie vers Sündenpfad entfernt, und geffen; vergiß, mein Herr deiner Zucht gehorchet! auch seiner nicht. 7. Den aber trifft dein 2. Wer hat mich wunZorngericht, das ohn Auf- derbar bereitet? DerGott, hören währet, der in der der meiner nicht bederf. Zeit der Gnade nicht sich Wer hat mit Langmuth recht zu dir bekehret. Er hat mich geleitet? Er, deffen versaumt sein ewig Heil, Rath ich oft verwarf. drum wird er dort, Herr, Wer stårkt den Frieden im keinen Theil an deinem Gewissen? Wer giebt dem Himmel haben. Geifte neue Kraft? Wer 8. Herr, dies bezeugt läßt mich so viel Glück dein klares Wort, wahr- genießen? Ists nicht sein haftig ist dein Drauen. So Arm, der alles schafft? gieb denn, daß wir immer3. Schau, o mein Geist, fort den Weg der Sünde in jenes Leben, zu welchem scheuen. E.barm dich un- du erschaffen bist; wo du, B2 mit 20 Von Gott und seinen Eigenschaften. mit Herrlichkeit umgeben, Gut und Liebe mir immer. Gott ewig sehn wirst, wie dar vor Augen seyn! Sie er ist. Du hast ein Recht stårk in mir die guten Trie zu diesen Freuden; durch be, mein ganzes Leben dir Gottes Gute sind sie dein. zu weihn. Sie tröste mich Sieh, darum mußte Chri- zur Zeit der Schmerzen; stus leiden, damit du konn sie leite mich zur Zeit de test felig seyn! Glücks; und sie befieg in 4. Und diesen Gott sollt meinem Herzen die Furch ich nicht ehren? Und seine des legten Augenblicks. Gute nicht verstehn? Er follte rufen; ich nicht hö Mel. Wer unr den lieben ren? Den Weg, den er ne Himmel rei mir zeigt, nicht gehn? 18. Soweit, Herr, dei Sein Will ist mir ins Her; chen, reicht deine Huld, die geschrieben; sein Wort be- uns erhålt. Es werden stårkt ihn ewiglich. Gott eher Berge weichen, als soll ich über alles lieben, deine Gnade wankt und und meinen Nächsten gleich fällt. Gleich mächtigen als mich. Gebürgen, steht die Hei ligkeit, die dich erhöht. s. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille. Ich soll 2. Gott, dir ist kein Ge vollkommen seyn, wie er. schöpf verborgen; keins is So lang ich dies Gebot vor dir gering geacht't erfülle, stell ich sein Bild- Du würdigst jedes deiner niß in mir her. Lebt seine Sorgen, und bist auf Lieb in meiner Seele: so Aller Wohl bedacht. Von treibt sie mich zu jeder Menschen bis auf jede Pflicht. Und ob ich schon Thier dankt alles sein aus Schwachheit fehle, Wohlfahrt dir. herrscht doch in mir die Sünde nicht. 3. Mit heilig freudigem Gemüthe erheb ich, Got 6. O Gott, laß deine der Gnade, dich! Wi theue Von Gott und seinen Eigenschaften. 21 theuer ist doch deine Güte! ne Schuld, und deine Wie liebst du uns so våter- Liebe währet! lich, daß Menschen ohne 2.Bedenk ich, Schöpfer, Furcht und Graun, im deine Macht, blick ich in Schatten deiner Flügel jene Ferne, und überseh des Himmels Pracht, und traun! 4. Mit welchem reichen Sonne, Mond und SterUeberflusse von Gütern ne; so bet ich dich voll füllest du dein Haus! Du Ehrfurcht an: was ist theilst sie allen zum Ge- der Mensch, ruf ich alsnusse, bis sie gesättigt dann, daß du dich sein werden, aus. Herr, un- erbarmest! sers Lebens Quelle fließt 3. Dein Auge schaut aus dir, der du das Le- auf ihn herab; so geht er ben bist.de un nicht verlohren. Nicht für 5. O ewig weiser Gott, die Welt, nicht für das wir schauen in deinem Lich- Grab, bist du, o Mensch, te nur das Licht. Entzeuch gebohren. Die Welt vers doch denen, die dir trauen, geht mit ihrer Luft: wenn Dein gnadenvolles Antlig du den Willen Gottes nicht! Gott! deine Huld thust, soll dein Glück ewig sen über die, die dich ver- dauern.biola pausa ehren! Schüße sie! 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, und wenn Mel. Allein Gott in der Höhe. ich schlafen gehe; denn du, ie viele Freuden mein Vater, fannst ver. dank ich dir, die leihn, um was ich kinddu mir, Herr, verliehen! lich flehe. Drum seufs ich Und wie viel Sünden hast immerfort zu dir: Herr! du mir aus Gnaden schon was mir nüßet, schenke verziehen! O Gott voll mir, um deiner Güte Langmuth und Geduld! willen! noch tåglich häuf ich mei19.W 33 Die Von Gott und seinen Eigenschaften. 4. O drücke dies tief in mein Herze, damit es jede Sunde scheut. Gieb, daß Mel. Wer nur den lieben 2c. ich nie leichtfinnig scherze 20. noch nie haft du mit deiner Strafgerechdein Wort ge- tigkeit. Nie werde das von brochen, nie deinen Bund, mir gewagt, was dein Be o Gott, verlegt. Du håltst fehl mir untersagt. getreu, was du verspro- 5. Doch laß mich auch chen; vollführst, was du mit festem Glauben dem dir vorgeseht, Wenn Erd Worte deiner Gnade und Himmel gleich ver- traun. Wer kann den Trost gehn, wird ewig doch dein uns jemals rauben, den Wort bestchn. wir auf dein Versprechen 2. Du bist kein Mensch, baun? Du bist ein Fels; daß dich gereue, was uns dein Bund steht fest. Dein Mund verheiffen hat. Wohl dem, der sich auf Nach deiner Macht, nach Gott verläßt! deiner Treue, bringst du, RESID 22 Die Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. was du versprichst, zur Die Geduld und Lang muth Gottes. That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. Mel. Ein Lämmlein geht zc. 21, Getreuer Gott! wie 3. Und wie du das unviel Geduld erfehlbar giebest, was deine zeigest du uns Armen! Huld uns zugedacht; so Wir häufen täglich unfre wird, wenn du Vergel- Schuld; du häufest dein tung übeft, dein Drohwort Erbarmen. Was ist des auch gewiß vollbracht. Menschen Lebenslauf? Er Wer dich, o Gott, beist verderbt von Jugend harrlich haßt, fühlt dei auf, fein Sinn ist dir ner Strafe schwehre Laft. entgegen: und doch, o Vater, Von Gott und seinen Eigenschaften. 23 ter, suchst du ihn von sei- werden ja, wenn Fleisch und nen Sünden abzuziehn, Welt und Satan ihnen zur Beßrung zu bewegen. Neke stellt, oft ficher, matt 2. Der Menschen Elend und tråge. Sie straujammert dich: selbst wenn cheln, sie vergehen sich, fie sich verstocken, willst du sie fallen oft, verlassen dich fie dennoch väterlich durch und deine heilgen Wege. Güte zu dir locken. Wie 5. Du lockest sie aus der lange sahst und riefest du Gefahr, so oft sie irre ges nicht ehmals deinem Volke hen; reichst ihnen Hand zu, daß sich ihr Herz be- und Stärke dar, von kehrte! Wie trugst du Sünden aufzustehen. Du nicht so lange Zeit die erste trågest sie mit Vaterhuld, Welt mit Gütigkeit, eh bift willig, ihre Sündens sie die Fluth verheerte! schuld durch Christum zu 3. So giebst du Sün- bergeben; giebst ihnen neue dern Zeit und Raum, der Glaubenskraft, und nach) Strafezu entgehen; du läßt vollbrachter Pilgrimschaft den unfruchtbaren Baum Sieg, Ruhe, Freud und nicht ohne Pflege stehen; Leben. du wartest sein, du suchest 6. Laß diese Langmuth Frucht: und wenn du gleich und Geduld, Gott, unfre umsonst gesucht, hörst du Herzen rühren! Nie müsse nicht auf zu bauen. Du deine Baterhuld zur Si schoneft sein von Jahr zuscherheit uns führen! Trag Jahr, dein Vaterher; hofft uns erbarmend fernerhin; immerdar noch Frucht von doch gieb uns auch daben ihm zu schauen. den Sinn, daß wir die 4. Allgütiger! so große Sünde hassen; und uns Huld bezeigst du frechen noch) in der Gnadenzeit den Sündern: und wie viel Reichthum deiner GütigNachsicht und Geduld haft keit zur Buße leiten lassen. du mit deinen Kindern! Sie II. Von niSie 34 Von der heiligen Dreyeinigkeit. II. Von der heiligen Dreyemigkeit. 22. Allein Gott in der mit Weisheit den Ver Höh sey Ehr, stand, und komm das und Dank für seine Gna- Herz zu trösten. Sey, de! Uns drůcket nun sein wo wir wandeln, unser Zorn nicht mehr: geheilt Licht: verlaß uns auch im ist unser Schade. Gott, Tode nicht! Wir trauen der uns seinen Frieden deiner Treue. gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und 23 Mir glauben all an Einen 24 2. Dich, o Gott Vater, Schöpfer Himmels und preisen wir! Denn dir ge- der Erden, der sich zum bühret Ehre. Die Him- Vater geben hat, daß wir mel auch gehorchen dir, seine Kinder werden. Er samt allem ihrem Heere. will uns allzeit ernähren, Herr, alles, was du Leib und Seel auch wohl sprichst, geschieht, so wie bewahren. Allem Unfall dein Aug auf alles sieht will er wehren: fein Leid Wohl uns, daß du re- soll uns wiederfahren. Er gierest! forget für uns, schützt und 3. Christe, Gottes wacht; es steht alles in einger Sohn! Für uns ein seiner Macht. Mensch gebohren! Kamst 2. Wir glauben auch an du nicht von des Himmels JesumChrift, seinen Sohn Thron, so waren wir ver- und unsern Herren, der lohren. Sen uns mit dei- ewig bey dem Vater ist, nem Heile nah! Ach! für gleicher Gott an Macht uns alle starbst du ja! und Ehren, von Marta Erbarm dich unser aller! der Jungfrauen ist ein 4. O heilger Geist! du wahrer Mensch gebohren, theures Pfand, du Trò- durch den heilgen Geist im fter der Erlösten! Erleucht Glauben, Von der heiligen Dreyeinigkeit. Glauben, für uns, die Hölle, am dritten Tag.erwir war'n verlohren, am standen ist von den Todten, Kreuß gestorben, und vom aufgefahren zu den HimTod wieder auferstanden meln, siket zur Rechten durch Gott. Gottes, des allmächtigen 3. Wir glauben an den Vaters, von dannen er heilgen Geist, Gott mit kommen wird, zu richten Vater und dem Sohne, die Lebendigen und die der allen Blöden Tröster Todten. Ich glaub an heißt, uns mit Gaben den heiligen Geist, eine ziert von oben; die ganze heilige christliche Kirche, Christenheit auf Erden Gemeinschaft der Heiligen, hålt in einem Sinn gar Vergebung der Sünden, eben. Hier all Sünd ver- Auferstehung des Fleisches, geben werden: das Fleisch und ein ewiges Leben soll uns wieder leben. Amen. Nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. glaub an Gott 25 err Gott! dich los ben wir! Herr Gott! wir dan ken dir. 25. Herr 24. Ich glaub Vater, den All- Dich, Vater in Ewigkeit, mächtigen, Schöpfer Him- Chrt die Welt weit und mels und der Erden. Und breit. an Jesum Chriftum, sei- All Engel und Himmelsnen einigen Sohn, unsern Heer, Herrn, der empfangen ist Und was dienet deiner von dem heiligen Geist, Ehr raphim gebohrn aus Maria der Auch Cherubim und SeJungfrauen, gelitten unter Pontio Pilato, gekreu Biget, gestorben und beSingen immer mit hoz her Stimm: graben, niedergefahren zur Heilig ist unser Gott! 35 Heilig Von der heiligen Dreyeinigkeit. Heilig ist unser Gott! Zu erlösen das menschHeilig ist unser Gott! lich G'schlecht: Der Herre Zebaoth! Du hast dem Tod zerstöhrt Dein göttlich macht und sein Macht, Herrlichkeit Und all Chriften zum Geht über Himm'l und Himmel bracht: Erden weit. Du sigst zur Rechten Got tes gleich, Zahl, Mit aller Chr ins Baters Reich; ten all, Ein Richter du zukünftig bist Der heiligen zwölf Boten Und die lieben PropheTie theuren Mårt'rer allDie ganze werthe Chris zumal Alles, was todt und Loben dich, Herr, mitt lebend ist. großem Schall. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, sterheit] Die mit dein'm theu'rn Blut erliset seyn: allezeit: Laß uns im Himmel ha ben Theil, Rühmt dich auf Erden Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Mit den Heilgen im Dein'n rechten und eiew'gen Heil. 26 nigen Sohn, Hilf deinem Und segne, lobt und ehrt. Wart und pfleg Den heil'gen Geist und Tröster werth Mit rechtem Dienst fie Du König der Ehren, Gott's Vaters ew'ger Jefu Chrift, Und heb sie hoch in Ewigkeit. Volk, Herr Jesu Christ, Der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, was dein Erbtheil ist: ihr zu aller Zeit, Sohn du bist: Tåglich, Herr Univ.- Bibl. Giessen Gott, wir loben dich, Und Von der heiligen Dreyeinigkeit. 27 Und ehr'n dein'n Na- Vater! an. Sind wir men ftetiglich. gleich vor dir Sünder, so Behüt uns heut, o treuer nimmst du dich doch unser: Gott! an, wie Båter ihrer Kine Vor aller Sünd und der. Du haft für uns aus 11022) Missethat. großer Huld selbst deinen Sen uns gnädig, o Herre Sohn gegeben. Dein Herze Gott! voll Güte und Geduld, Sen uns gnådig in aller verleih uns Troft und Noth! Leben, daß wir dich kindZeig uns deine Barmher- lich fürchten. zigkeit, 3. Jesu, ewger GotWie unsre Hoffnung zustessohn! Du Heil, darauf dir steht. wir hoffen! Durch dich Auf dich hoffen wir, lie- steht zu des Vaters Thron ber Herr der Weg uns wieder offen. In Schanden laß uns Uns zu befreyn von Sünd nimmermehr! Amen. und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O laß uns, Mel. Es woll uns Gott zc. unfer Herr und Gott! 26. Fyerr, unfer Gott, froh deines Segens were ewer ist dir gleich? den, und dir im Glauben Du bist das höchste We- dienen. sen; und doch hast du, an 4. O heilger Geift, du Gnade reich, uns dir zum Geist von Gott! Wehr Dienst erlesen. Gemein- in uns dem Verderben! schaft sollen wir mit dir, Jm Glauben an des Mitte du Allerhöchster, haben. lers Tod hilfuns der SünMit deinem Heil willst du de sterben! Du giebst zum uns hier und ewig einst Guten Lust und Kraft, laß begaben, du Quelle alles es uns stets erfahren; stårk Segens! Auns in unsrer Pilgrim2. Wir beten dich, o schaft, bewahr uns vor feh Gefahren, Von der heiligen Dreyeinigkeit. Gefahren, hilf uns dir Geist, sind wir. Wir willig folgen. leben und wir sterben dir. 5. Laß, Gott, uns dein Halleluja! auf Erden schon, als un- 4. Sing, Seele! Freufers Gottes freuen. Herr, denthrånen fließt! Heilig, segne uns von deinem heilig, heilig ist Gott unThron, daß wir vor dir ser Gott! Jehova dir, dir. gedeihen! Dein ist das leben und dir sterben wir. Reich, die Herrlichkeit. Halleluja! Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst daMel. Erschienen ist der 2c. hin erheben, wo wir dich 28. Dank und Anbe ewig schauen. tung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater dir. Du bist es, der Mel. Gelobet feyst du, Jesu c. die ganze Welt erschaffen 110 27 Preis ihm! Er ſchuf hat und noch erhält. Haler erhält seileluja! ne wundervolle Welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir. Wir leben und wir sterben dir. Halle luja! 28 2. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Ver2. Preis ihm! Er liebt derben zu befreyn. Halvon Ewigkeit, wird ein leluja! Mensch, stirbt in der Zeit. 3. Gelobet senst du, Geist Gridst hast du uns, Chri- des Herrn! Wir waren ste, dir. Dir leben und einst von Christo fern. Du dir sterben wir. Halleluja! haft durch deines Wortes 3. Preis ihm! Er führt macht auch uns zum Licht des Himmels Bahn, führt und Heil gebracht. Halden schmalen Weg hinan. leluja! Dein Tempel, heilger Mel. Von der heiligen Dreyeinigkeit. 29 Mel. Erhalt uns, Herr, bey ic. fen Hand mir, was ich 29 Kommt, bringet bin, gegeben; mein BaEhre, ter, der mich schützt von und Ruhm dem Herrn Mutterleibe an, der jeden im höchsten Heiligthum, Augenblick an mir viel dem Vater, dessen Wort Guts gethan! die Welt aus nichts er 2. Gelobet sen der Herr, schuf und noch erhält! mein Gott, mein Heil, 2. Preist den, der auf mein Leben, des Vaters dem ewgen Thron allmäch ewger Sohn, der sich für tig herrscht, den eingen mich gegeben und mich erSohn, der für uns Mensch löset hat, mit seinem theuward, für uns starb, und ern Blut, auf dessen Maruns die Seligkeit erwarb. tertod mein ganzes Hoffen 3. Bringt Ehre Gott ruht! dem heilgen Geist, der uns! 3. Gelobet sen der Herr, den Weg zum Himmel mein Gott, mein Licht, mein weist, der uns mit Licht Leben, des Vaters werther und Tugend schmückt, und Geist, den mir der Sohn uns mit seinem Trost gegeben, der mir in jeder erquickt. Noth mein traurig Herz 4. Hochheilige Drey- lerquickt, und neue Kraft einigkeit! Dir sey hienie- mir giebt, wenn mich ein den in der Zeit, noch bes- Jammer drückt! ser in der Ewigkeit, Anbetung, Preis und Dank geweiht! 4. Gelobet fen der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles lobt und preift, was ist und lebt und weMel. Nun danket alle Gott. bet! Gelobet sey der Herr, 30. Gelobet fen der deß Name heilig heißt, der Herr, mein einge wahre Gott, Gott Gott, mein Licht und Le- Vater, Sohn und Geist! ben; mein Schöpfer, des- 5. Dem wir, mit Dank erfüllt, 30 Von der heiligen Dreyeinigkeit. erfüllt, Gebet und Opfer der Welt zu dir zu ziehn, bringen, und mit der En- hast du am Kreuß ges gel Echaar das dreymal schwebet. Zwar seh ich Heilig fingen! Ihn preiseliegt mit blödem Blick von ehrfurchtsvoll die ganzelferne nur mein fünftig Christenheit! Gelobet sey Glück; und dunkel ist mir er mir in alle Ewigkeit! jene Welt, die Gott dem Glauben aufbehålt. Doch Jesu Christ, wenn einst Mel. Herzlich lieb hab ich c. 31. Mein Glück im kur- mein Aug im Tode bricht, zen Raum der dann seh ich dich von Zeit, den hohen Werth Angesicht! der Ewigkeit, erkennet 3. Geift Gottes, unfre meine Seele. Mich riefft Zuversicht! Verlaß, vere du, Vater, aus dem Nichts laß uns Arme nicht, und zum frohen Anblick deines stårk uns unsern Glauben. Lichts: dies dankt dir mei- Zeuch uns zu Gott und ne Seele. Nicht zu der seinem Sohn, und laß Freude dieser Zeit, zur nichts unsern Gnadenlohn Wonne jener Ewigkeit, in jener Welt uns rauben. dir einst zu werden ähnli- Lenk von der Lust der Eis cher, schufft du mich, o telkeit uns auf das Heil Allmachtiger! O Vater, der Ewigkeit. Ach! unfre Gott! Für mich gabst du Seel empfehlen wir im den Sohn in Tod. Wie Leben und im Sterben groß bin ich durch dich, dir. Geist, unser Gott! mein Gott! Zeig uns im Tod das Heil 2. Sohn, zum Versöh- des Herrn; dann folgen ner mir gesandt! ich folge wir zum Grabe gern. deiner sanften Hand, die 4. Dreyeiniger, wie groß mich zum Himmel hebet. sind wir durch dich! Wie Für mich floß auch dein selig werden wir! Sehr uns Blut dahin; mich von dies Glück recht achten. Der on der heiligen Dreyeinigkeit. 3⁰ Der Erde Scheingut fåt- find dein Eigenthum, und tigt nicht, und ihre Weis- Fringen deinem Namen heit tröstet nicht: lehr uns Ruhm! Dreyeiniger! dies recht betrachten. Der Sey ewig, ewig unser du uns schufft, dich opfer- Goit: dein find wir ies teft für Sünder, und sie heis( bend und auch todt. lictest! Wohl uns! wir] III. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt. 32. Wenn ich, Mel. Sen Lob und Ehr dem ic. 3. Wer mißt dem Wine o de seinen Lauf? Wer heißt Schöpfer, dei- die Himmel regnen? Wer ne Macht, die Weisheit schließt den Schoos der deiner Wege, die Liebe, die Erde auf, mit Vorrath für alle wacht, anbetend uns zu fegnen? O Gott überlege; so weis ich, von der Macht und HerrlichBewundrung voll, nicht, keit, Gott, deine Güte wie ich dich erheben soll, reicht so weit, so weit die mein Gott, mein Herr und Wolken reichen! Vater! 4. Dich predigt Cons 2. Mein Auge sieht, nenschein und Sturm, dich wohin es blickt, die Wun- preist der Sand am Meere. der deiner Werke. Der Bringt, ruft auch der ges Himmel, prachtig ausge- ringste Wurm, bringt schmückt, preift dich, du meinem Schöpfe: Ehre! Gott der Stärke! Wer Mich, ruft der Baum in hat die Conn an ihm er feiner Pracht, mich, ruft höht? Wer kleidet sie mit die Saat, hat Gott ges Majestät? Wer ruft dem macht; bringt unserm Heer der Sterne? Schöpfer Ehre! 5. Der 32 Von der Schöpfung, Erhaltung 5. Der Mensch, ein Wenn ich voll Andacht Leib, den deine Hand so überdenke dein Werk, die wunderbar bereitet; der prächtige Natur, so ruft Mensch, ein Geist, den mir alles, alles zu: wie sein Verstand dich zu er- groß ist Gott! Wie klein kennen leitet; der Mensch, bist du! der Schöpfung Ruhm und 3. Herr Gott! wie groß Preis, ist sich ein tåglicher ist deine Liebe! Die Erd Beweis von deiner Güt ist deiner Güte voll. O und Größe. gieb mir deines Geistes 6. Erheb ihn ewig, o Triebe, daß ich dich preise, mein Geist, erhebe seinen wie ich soll. Nimm was Namen! Gott, unser Va- ich kann, und hab, und ter, sen gepreist, und alle bin, zu deinem Dienst auf Welt fag: Amen! Und ewig hin! alle Welt fürcht ihren 4. Hilf, daß die Güter Herrn, und hoff auf ihn, dieser Erden mich zu dir und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den lieben ic. 33.D locken, höchstes Gut! daß fie mir nicht zum Fallstrick werden, erhalte mich auf fteter Hut! Laß allen Mis Gott des Him- brauch ferne feyn! Mein mels und der Erhichstes Gut sey du allein! den, der du allgegenwår- 5. Hier ist mein Leben tig bist, und nimmer kannst eine Reise; hier geht mein begriffen werden, vor dem Weg zur andern Welt. kein Ding verborgen ist! O mache du mich fromm Ach ziehe mich mein Gott, und weise, daß ich hier zu dir, und offenbare dich thu, was dir gefällt. in mir! Nimm endlich, nach volle 2. Wohin ich Herz und brachtem Lauf, mich, Augen lenke, da find Gott, in deinen Himich deiner Gottheit Spur. mel auf. Mel. und Regierung der Welt. 33 Mel. Die Tugend wird z. und der senn werde, dein ie Himmel rüh- Gott und Vater ewiglich. men Gottes Eh- Ich bins, voll Weisheit re, ihr Schall pflanzt fei- lund voll Güte, ein Gott nen Namen fort. Ihn der Ordnung und dein rühmen Erd und Luft Heil. Mich liebt mit und Meere; vernimm, o findlichem Gemüthe, und Mensch, ihr göttlich Wort! nehmt an meiner Gnade Wer trägt die unzählba- Theil! 34 1 ren Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. Sie kommt und leuchtet, lacht von ferne, und lauf 35.Wer machte dieſe den Weg, gleich als ein Held. ganze Welt, das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hin2. Vernimms, und sich gestellt die Sonne, Mond die großen Werke, die und Sterne? Woher der die Natur dir aufgestellt! Thiere große Zahl? Wer Verkündigt Weisheit, machte Felder, Berg und Ordnung, Sårke dir Thal und Bäume, Früch nicht den Herrn, den te, Blumen? Herrn der Welt? Kannst 2. Wer goß das Was Fu der Weltgeschöpfe Hees ser reichlich aus in Bron te, den kleinsten Staub nen, Båche, San? Wer fühllos beschaun? Durch streut im Winter Flocken wen ist alles? Ihm sey aus? Wer heißt die Win Ehre! Mir, iuft der de wehen? Wer giest den sollst du ver- Regen auf die Au? Wer führt die Wolken, tröpfelt 3. Mein ist der Him Thau auf Wiesen, Felmel und die Erde; an der, Reben? meinen Werken kennst du 3. Das alles, alles, mich. Ich bins, der war, groß und klein, ist dein Herr, traun. groß Werk, 34 Von der Schöpfung, Erhaltung Werk, Unsichtbarer! Du Wald und Thier, Milch bist der Erste, bist allein Korn und Wasser nüßen der Schöpfer und Bewah- mir, und nüßen allen rer! Durch deine Macht, Menschen. auf dein Gebot bin ich, ist 7. Für sich nicht, für alles, bester Gott! Durch Geschöpfe nur daß jedes dich ist alles worden. glücklich werde, schuf Gott 4. Von Gott ist alles, die prachtige Natur, den was ich hab! Ohn ihn Himmel und die Erde. kann nichts geschehen! Der Ihm, der uns, wie ein Gott, der Allen Augen gab Vater, liebt, und allen muß alles, alles sehen! alles Gute giebt, ihm kann Sein ist die Welt, auch der Mensch nichts geben. ich bin sein! Nichts ist 8. Nun bin ich frölich, zu groß, und nichts zu daß ich bin, ein Zeuge klein, daß er nicht dafür seiner Güte. Ich danke forge. Gott, und denk an ihn s. Du, Gott, weißt al mit freudigem Gemüthe! les, was ich thu; siehst Ich seh dich nicht! doch mich an jedem Orre. lieb ich dich; du schuffi Selbst was ich denke, fie- und du bewahrest mich zu hest du, hörst alle meine immer größern Freuden. Worte. Dein unsichtbares Angesicht sieht mich Mel, Sey Lob und Ehr dem 2. im Dunkeln, wie beym 36Dift niemand gleich ir, Licht, ben Nacht, als wie bey Tage. im Himmel und aufErden! 6. Wie gut wie liebe- Du bist der Höchste, und voll du bist, seh ich, wo- dein Reich kan nicht bes hin ich blicke: weil alles griffen werden. Unendlich gut und nüglich ist, und ist die Majestät, die über dient zu meinem Glücke, alle dich erhöht, die Kron Luft, Sonne, Feld und und Zepter tragen. und uni 2. Wie und Regierung der Welt. 2. Wie weit erstreckt dein geringster Unterthan, fich dein Gebiet? Wo ist ich bete dich in Demuth er, der es meffe? Wohin an: o sieh auf mich mit auch nur mein Auge sieht, Gnade! da seh ich deine Größe. 6. Ich bin verderbt und Weit, über alle Himmel fehlervoll, und auf dem weit geht deines Reiches Tugendwege nicht stets fo Herrlichkeit: du herrschest eifrig, als ich soll; bin oft über alles. zum Guten tråge! Doch 3. Du herrschest weise, du bist gnädig, und voll recht und gut, nach heis Huld vergiebst du Reuenligen Gesetzen. Du willst den die Schuld, drum auch deiner treuen Hut das hoff ich auch Vergebung. Kleinste würdig schätzen. 7. Ich hoff es, weil Auf alles geht dein Augen- mich der vertritt, den du merk, und immer ists dein für mich gegeben. Mein liebstes Werk, zu segnen, Jesus, welcher für mich zu beglücken. litt, erwarb mic Gnad Wie recht ist Hoch- und Leben. Sein Tod fter, dein Gericht, der du macht mich vom Zweifel die Wahrheit liebest! Wie frey, ob ich der Gnade richtig ist Maaß und Gefähig sey; auch mich hat wicht, wenn du Vergel- er versöhnet. 4tung übest! Du handelft 8. Herr, ewig will ich stets nach Billigkeit in deinen Ruhm mit Lob und dieser und der künftgen Dank erheben. Dir will Zeit, beym Strafen und ich, als dein Eigenthum, Belohnen. mich ganz zum Dienst er s. Wohl uns, daß du geben. Mit Lust will ich, das Regiment, Gott, über bis in den Tod, nach dei alles führest! Und wohl nem heiligen Gebot, durch dem Menschen, der erkennt, deinen Beystand wan wozu du uns regiereft! Ich deln. € 24 35 36 Von der Schöpfung, Erhaltung Mel. Wer nur den lieben c. Gott erhöht. Ja, Herr, Gürwahr, du bist, du liebst den, der dich 37.8¹ o Gott, verbor- liebt, und deiner Führung gen! Dein Rath bleibt für sich ergiebt. uns wunderbar. Umsonst 5. Drum will ich mich) sind alle unsre Sorgen. dir überlassen mit allem, Du sorgtest, eh die Welt was ich hab und bin. Ich noch war, für unser Wohl werfe, was ich nicht kann schon våterlich. Dies fey fassen, auf deine Macht genug zum Troft für mich. und Weisheit hin. Der 2. Dein Weg ist zwar Ausgang zeigt doch ims in Finsterniffen vor unsern merdar, daß stets dein Augen oft versteckt. Doch Rath voll Gute war. wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, Mel. Vater Unser im c. warum dein Rath, 38.Gott, beine weife der Macht erhält die niemals fehlt, den uns so ganze lebenvolle Welt: dunklen Weg gewählt. und Aller Augen freuen sich 3. Nie find die Tiefen und warten hofnungsvoll zu ergründen von deiner aufdich, auf dich, der du Weisheit, macht und sie alle liebst, und allen Güt. Du kannst viel tau- ihre Speise giebst. fend Wege finden, wo die 2. Du öffnest deine Hand, Vernunft nicht einen sieht. so fließt herab, was jedem. Aus Finsterniß bringst du nöthig ist: mit Wohlge das Licht; du sprichst, o fallen sättigt sie dein AufGott, und es geschicht. sehn, und versäumt sie nie. 4. So weicht denn, Nie sind Geschöpfe deiner angstliche Gedanken! Gott Hand dir unwerth oder kann weit mehr, als ihr unbekannt. versteht. Bleib, Seele, 3. Auch mir gabst du, in der Demuth Schran- mein Gott und Heil, noch Len; die Demuth wird von tågs und Regierung der Welt. 37 tåglich mein bescheiden 7. Von dir, der das an Theil; gabst mirs mit mir gethan, werd ich auch Huld und Freundlichkeit, Speis und rank empfahn. so lang ich bin, zu rechter Dem Sünder selbst, der Zeit Kein Vater sorgt so dich verschmåht, giebst du våterlich für seinen Sohn, sie ohne sein Gebet. Wie als du für mich. folltest du, Herr, auf mein 4. Ich bins gewiß, du Flehn mich nicht mit Speis kannst mich nicht verlassen, und Trank versehn? meine Zuversicht! Ich bins 8. Laß du mich nur ges gewiß, du thust mir wohl, nügsam seyn, und deiner so lang ich hier noch leben Gaben mich erfreun; doch foll. Nicht Ueberfluß bitt mehr noch deiner, der du ich von dir: was ich bedarf, dich so freundlich zeigest das giebst du mir. gegen mich), und selbst die 5. Der Vogel bauet reiche Quelle bist, aus wel nicht das Land, doch nåhrt cher jede Wohlthat fließt. ihn deine milde Hand. 9. Bey deiner Gaben Du schmückst die Blume Ueberfluß erhalt mich mås Föniglich, die nicht zur Ar- ßig im Genuß: bewahr beit eilt, wie ich. Vergiß mich in der Dürftigkeit es, meine Seele, nie: weit vor Schmach und Unzue mehr bin ich vor Gott, friedenheit! Du nährst als sie! mich immer! Preiß und 6. Mich schuffst du nicht Dank bring ich dir, Gott, für diese Zeit; mein Ziel mein Lebenlang! ist in der Ewigkeit. Vernunft und Freyheit gab Jeſus in den Tod: nichts was die Mel. Nun sich der Tag u. 39.Noch immer wech Erde zeugt und des Jahres Zeiten ab: dein nåhrt, gleicht mir an Ho- Regen, Gott, ergießet fich heit und an Werth. aufs dürre Land herab. € 3 2. Du 38 Von der Schöpfung, Erhaltung 2. Du öfnest deine mil- 8. Denn nicht für diese de Hand, und steuerst uns- kurze Zeit hieß uns der rer Noth: du segneft und Herr hier seyn. Er schuf erfüllst das Land mit dei- uns für die Ewigkeit, uns nen Gütern, Gott! feiner zu erfreun. 3. Von deinem Himmel, Höchster, tråuft Ge- mel. Sey Lob und Ehr dem u. deihn und Fruchtbarkeit: die Saat geht auf und den Frühling blüht und reift, und fät. 40. ob sey Gott, der schafft; Gott, der den tigt und erfreut. 4.1 Wie frölich lächelt Erdkreis schmůcket! Preis jede Flur! Es fließt, sich sey ihm, Ehre, Stårk und immer gleich, der Freude Kraft, der, was er schuf, Quell, und die Natur ist beglücket! Der Herr ers unerschöpflich reich. schafft! Der Herr erhält! 5. Wem siromet nicht Er liebt und ſegnet ſeine aus ihrem Schooß Lust Welt: lobsinget ihm, und Vergnügen zu? Wer Geschöpfe! ist so gut, so treu, so groß, 2. Das Land, das erst so väterlich, wie du? erstorben lag, erwacht und 6. Gott, wer erfährt lebt nun wieder: es sird nicht deine Huld? Wem met jeden neuen Tag sein strahlet nicht dein Licht? Segen neu hernieder. Der Mit welcher Langmuth Wurm, der in dem Stauund Geduld verschonst du be webt, der Vogel, der in unser nicht? Lüften schwebt, erfreut sich 7. Ad) betet, Menschen, feines Lebens. betet an! Erwägts und 3. Der Erden Antlik denket nun: was hat nicht ist verjüngt, erheitert Gott an uns gethan? glänzt der Himmel; Ges Was wird er nicht noch burg und Thal und Wald thun? Jerklingt von freudigem Ge und Regierung der Welt. 39 Getümmel: und voll Er. then sind, zu Quellen deibarmen schaut herab, der nes Segens. jedermann das Leben gab, 6. Selbst wann, vom auf seiner Hånde Werke. Donnersturm bedråut, ers 4. Lobsinget ihm! Erschrocken Länder zittern, strömt Segen, Heil und ist uns nah! Singt alle Fruchtbarkeit aus Nacht seine Heere! Der Herr ist und Ungewittern. Dann allenthalben da, im Himbricht die Sonne neu hermel, Erd und Meere. Ich preife dich, ich finge vor, und alles jauchzt zu dir empor, vor dem die dir: denn wo ich bin, bis Wetter schweigen. du bey mir mit Allmacht, Lieb und Gnade. 7. Von dir fommt, was uns hier erfreut, du 5. Du rufft die Wol- Brunnquell aller Gaben: ken in das Land, und dort wirst du uns mit stillst den Durst der Erde, Seligkeit in reichen Stris daß mit den Gaben dei- men laben. Wohl, wohl ner Hand der Mensch ge- den Menschen, die schon fegnet werde. Du macheft hier fich dir ergeben, und Hagel, Thau und Wind, einst dir in Chrifto freue die, Höchster, deine Bo- dig sterben! IV. Von den Engeln. Mel. Nun ruhen alle Wälder c. Mund soll deinen Ruhm 41.Du Herr der Se- erhöhn. raphinen, dem 2. Herr, deine Himtausend Engel dienen und melsheere, die Zeugen deizu Gebote stehn; du ewig ner Ehre, giebst du zu großer Meister des ganzen meiner Wacht. Sie sehn Reichs der Geister! Mein dein Angesichte im allere € 4 reins 40 Von den Engeln. reinsten Lichte, und haben zur Freude auf ihren Håndennoch auf mich acht. den ein. Ben dir, o Hoch3. Ich preise deine Gü- ster, droben, werd ich dich te, mit dankbarem Ge- lewig loben, und gleich den müthe, für deiner Engelfelgen Engeln seyn. Schaar. Das menschliche Geschlechte beschüket dei- Mel. Werde munter, mein 2c. ne Rechte durch ihren 42Hochfter, deffen ſtars in Gefahr. FeRechte Zuflucht, 4. Gieb, Geber aller Schirm und Schatten Güter, gieb ferner diese giebt; der das menschliche Hüter zu meinem Schuß Geschlechte, als ein treuer mir ben. Ich sen in mei- Bater, liebt; der in dieser nem Leben von ihnen stets großen Welt alles, was er umgeben: so bleib ich man- schuf, erhålt; der, als ches Unfalls frey. Herr, uns in Gefahren 5. Daß sie nicht von mächtig kann und will bemir weichen, so laß mich wahren! ihnen gleichen an wahrer 2. Viele tausend SeraHeiligkeit. Wie sie das phinen jauchzen und lobGute lieben, und wahre singen dir. Dich zu loben, Demuth üben, so mach dir zu dienen, sind sie wil auch mich dazu bereit. lig für und für. Aber auch 6. Sie thun, Herr, auf uns zu sehn, und uns deinen Willen; den laß Schwachen benzustehn, mich auch erfüllen: sie sind sind sie, wenn du winkeſt, vollkommen rein Drum fertig und den Deinen wollest du mich stårken, in gegenwärtig. Worten und in Werken 3. Gott der Engel! Gott nach ihrem Bilde rein zu der Welten! Ach was sind feyn. wir Menschen doch, daß 7. Wenn ich denn end- wir so viel vor dir gelten; lich scheide, so führe mich wie hältst du uns so ich s hoch! Von den Engeln. 41 hoch! Deine Engel dienen Gefahr, voll Gefahr ist uns, und sind Zeugen un- unser Leben: sende deiner sers Thuns. Laß uns einst Engel Schaar, daß sie in ihren Chören ewig dich schüßend mich umgeben. im Himmel ehren. Wo ich gehe, wo ich ruh, gieb sie mir zu Hütern u. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. , du haft in deinem 43. Herr, 5. Doch im Leben nicht Reich allein, auch, o Vater, große Schaaren heilger wann ich sterbe, laß sie Engel. Ihnen bin ich noch mir zur Seite seyn, daß nicht gleich; denn ich bin ich deinen Himmel erbe. noch voller Mångel. Ach! Bringe mich durch ihre wann werd ich auch so rein, Hand in mein wahres als die guten Engel seyn? Vaterland. 2. Gieb mir Weisheit, 6. Laß mich dann vor deigieb mir Fleiß, dich, olnem Stuhl bey den AusGott, recht zu erkennen. erwählten stehen, wann die Laß mich deines Namens Bösen in den Pfuhl der Preis gern auch vor der Verdammniß zitternd ges Welt bekennen. Wohl| hen. Mache mich in deimir, wenn ich auch hier nem Reich völlig deinen inn jenen Geistern ähnlich Engeln gleich. bin! In eigener Melodie. ſo auf Erden. Gleich den 44Mer in dem Schutz Engeln, die dich sehn, laß dem kann kein Unglück mich dir gehorsam werden, schaden, kein Wetter, keiund auf Erden mich be- ner Feinde List; Gott ist mühn, deinen Willen zu bey dem mit Gnaden, der vollziehn. ihm vertraut, und glaubig 4. Unsre Welt ist vollsspricht: Herr, meine Burg € 5 und 3. Herr, dein Wille soll Von den Engeln. Du bists, tausend auch, zur Rechten noch mehr sterben; so wird gifterfüllter Hauch mich, ihr wenn ein Sturm mir mich dennoch nicht verder. draut, dem Untergang ent- ben. Mit Luft und Freude rücken; du, Herr, hast werd ich sehn, wie Gott an mich schon oft befrent von denen, die ihn schmähn, meiner Feinde Stricken. Die Frevelthaten råche. Weil sich mein Herz auf 6. Mein Glaube, Herr, dich verläßt, errettest du mein Glaube spricht: dein mich von der Pest, und Arm wird mich bewahren. låt mich nicht verderben. Gott! du bist meine Zu 3. Mich wird dein star- versicht und Zuflucht in ker Schuß umfahn, dem Gefahren. Kein Unfall Flügel mich bedecken überwältigt mich, und Vertrau ich dir nur, keine Plage nahet sich zu Herr, ſo kann fein Un meiner fichern Hütte. fall mich erschrecken. Was 7. Du, Herr, wirst du verheisfest, wird er deiner Engel Schaar selbst füllt; Herr, deine Treue über mich gebieten, daß ſie ist mein Schild, der vorror Unfall und Gefahr dem Feind mich decket. michy allezeit behüten. Kein 4. Ich kann voll Muth Stein verwundet meinen und Zuversicht das Graun Fuß; ich gleite nicht; dein der Nacht besiegen; mich Engel muß mich auf den schrecken, mich verwunden Händen tragen nicht die Pfeile, die da 8. Herr, ich begehr, ich fliegen. Die Seuche, die harre dein, du wollest mich im Mittag würgt, und bewahren; mir Helfer, die, so auch die Nacht mir Erretter seyn in allers verbirgt, wird mich nicht ley Gefahren! Dich ruf tödten können. ich an, erhör mich, Gott, 5. Ob mir zur Linken und sey bey mir in aller Noth, 42 und Zuversicht! auf den ich hoffe! 2. Du kannst Von den Engeln. not 43 Noth, um mich daraus satt mit Heil und langem zu reisfen! Leben! Du bist der Herr, 9. Weil dir dein Kind der helfen kann! Dich, vertrauet hat, wirst dus Höchster, bet ich dankbar zu Ehren heben. Ach, sey an, und preise deinen mein Gott, und mach mich Namen! V. Von der Natur und Bestimmung des Menschen. Mel. Wer nur den lieben 2c. baut; daß er der Seele Mas ist vor dei- Werkzeug werde, ihm 45. nem Angesichte Sprach und Sinnen ander Mensch, daß du, Gott, vertraut. Der Mensch sein gedenkst, und einen ward gar zum Herrn der Strahl von deinem Fichte Welt von dir, dem höchauf ihn, den Staub, her- sten Herrn, bestellt. niedersenkft? Was ist er, 4. Das Größte, was war er noch so groß? Ein du ihm geschenket, sein ed= bald zerfallner Erdenkios, lerer und befrer Theil ift, 2. Du sahest an den Men- Herr, die Seele, welche - schenkindern den schwehren denket; und ihr haft du Fall vor langer Zeit; und ein ewigs Heil, noch ehe dennoch haft du diesen sie nach dir gefragt, in Sündern, aus göttlicher deinem Worte zugesagt. Barmherzigkeit, unzählig 5. Drum laß es mich viel zu gut gethan, ja mehr, stets wohl bedenken, was als jemand faffen kann. du, o Gott, an mir gethan; 3. Du haft den Leib, dir Leib und Seele wic obschon aus Erde, doch der schenken, da ich dir wunderbar und schön ge- sonst nichts schenken kann, damit 44 Von der Natur und Bestimmung damit sie hier und nach die ich zu dir erhebe; die der Zeit dich preisen in der Haut, so künstlich ausge Ewigkeit. spannt, der Nerven fein 6. Und nimm indeß sie Gewebe, und alle Glieder alle beyde, Allmåchtiger, fagen mir: ich sen, o Gott, in deinen Schut; so bie- en Werk von dir, ein ten wir allem Leide, mit Werk von deiner Weis dir, auch allen Feinden heit. Truß. Wenn wir in dei 3. Ach! håttest du mein ner Gnade stehn, so muß Auge nicht so meisterlich es uns hier wohlergehn. bereitet: was nügte mir 7. Und wann, entnom- der Sonnen Licht, der men dieser Erden und aller Glanz, den sie verbreis Unvollkommenheit, dich tet? Dann såh ich nicht, Leib und Seel einst schauen mit welcher Pracht, du werden, im Wohnplaß je- Herr, durch deine weise ner Seligkeit: dann sollen Macht, was du erschaf sie auch bende dich vollkom- fen, schmückest. men rühmen ewiglich). 46 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann, und hören und Mel. Es ist das Heil uns c. empfinden. Froh bet ich ir, Gott, fey meinen Schöpfer an: ihn Preis und Dank überall zu finden, in allen gebracht! Dich rühme Werken, die er schuf, Harfund Pfalter! Ich bin das ist mein seligster Be ein Wunder deiner Macht, ruf, mein Lobgesang und mein Schöpfer, mein Er- Opfer. halter! Mein ganzer Leib, 5. Wer leitet meines erbaut von dir, samt einem Blutes Lauf? Wer lenkt jeden Sinn an mir, bewei- des Herzens Schläge? set deine Größe. Wer regt die Lung und 2. Haupt, Aug undOhr, schwellt sie auf, damit ich Herz, Mund und Hand, leben möge? Gott ist es, der des Menschen. 45 der dies alles thut. Schlag, Unsterblichkeit aus freyer Herz! Entflamme mich, o Huld geschenkt. Blut! daß ich den Höch- 3. O welch ein großer sten preise. 3weck, dazu du, Gott, 6. Ja, dir sey Preis und mich schufest! Wie herrDank gebracht! Dich lich ist das Glück, wozu rühme Harf und Psalter! du mich berufest! Dir, Ich bin ein Wunder dei- Höchster, ähnlich seyn, ner Macht, mein Schöpfer wohlthätig seyn, wie du! und Erhalter! Gieb, daß O wohl mir, wenn ichs mein Herz sich deiner freu, bin! Hilf du mir selbst und daß mein Leib ein dazu. Tempel sey, worinn dein Geist stets wohne! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärks Mel. O Gott, du frommer ic.ster Wunsch, mein eifrig 47.2" cochtig groker| tes Befireben in alem Gott, wer kann meinem Thun sey dies, o dich gnug erheben? Du Gott, allein, daß ich auch gabst der ganzen Welt so, wie du, gesinnet möge Bewegung, Kraft und seyn. Leben. Was Geist und 5. Du bist der WahrKörper heißt, was Erd heit Freund; laß mich auch und Himmel hegt, hat Wahrheit lieben, und mit deine Hand gebaut, die stets munterm Fleiß in als jetzt noch alles trågt. lem dem mich üben, was 2. Du schufft, ich dank mich zur Weisheit führt; es dir, auch mich zu deiner zur Weisheit, die dich ehrt, Ehre; und wollteft, Gü- und allem Beyfall giebt, tigster; daß ich dein Bild- was du uns selbst gelehrt. niß wäre. Darum hast 6. Laß deine Heiligkeit du den Geist, der in mir mich stets zum Muster nehs lebt und denkt, mir zur men. Hilf mir die Sünde fliehn 46 Von der Natur und Bestimmung fliein, des Fleisches Lust Mel. Nun freut euch, lieben 2c. was den recht ift, thun, des Guten 48Wie wichtig ist doch mid) erfreun, und dem, luns der Herr gegeben! ders üben will, auch gern Gott, als uns deine Liebe behülsich seyn. schuf, da schuf sie uns 7. Gieb, daß ich, so zum Leben. Zum Leben, wie du, ein Freund der welches ewig währt, das Menschen werde, dem weder Leid noch Angst be Wohlthun Freude macht, schwehrt, willst du uns der Kummer und Be- bier erziehen. schwerde dem Nächsten 2. Nicht hier ist unser gern erspart, sein Leiden Baterland; allein bey dir, ihm versüßt, und, wo er Gott, droben; da ist der helfen kann, zum helfen Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, willig ist. 8. Noch bin ich weit das nie ein traurig Ende entfernt, o Gott, von die- nimmt. Hier sind wir nur sem Ziele. Du weißt, was von dir bestimmt, uns damir noch fehlt, und ich, zu anzuschicken. 11434 ich selber fühle, wie wenig 3. O laß mir doch dies ich dir noch im Guten åhn- große Ziel durch nichts lich bin. O bilde du mich verrůcket werden! Was ganz nach dir und deinem hilfts, wenn ich auch noch Sinn! so viel von Gütern dieser 9. Beglückt ist nur als Erden, von Ehre, Geld dann mein Lebenslauf auf und Lust gewinn, wenn Erden, wenn ich dir im- ich dabey nicht tüchtig mer mehr schon hier kann bin, dein Himmelreich zu ähnlich werden. Dann erben? werd ich ewig auch mit dir 4. Dein Pilgrim bin vereinigt seyn, und mich ich ja nur hier. Laß mich ohn Unterlaß, Gott, dei dies nie vergessen! Nur ner Gute freun. wenig des Menschen. 47 wenig Tage haft du mir bewährtes Kind, zu deis zur Wallfahrt zugemessen. ner Freude gehe. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dann dieser Erdel Nun sich der Tag u. bin, o Gott, Pracht auf ewig mir vers 49.3ein Eigent gehen. Du schufft mich, dein zu 5. Drum laß des Him- seyn; mein ganzes Leben mels Herrlic keit mich dir zum Ruhm und dei stets vor Augen haben, nem Dienst zu weihn. und mich, in meiner Prů 2. Du gabst mir den fungszeit, um jene beffern vernünftgen Geist, bewunGaben, die mir im Tode dernd einzusehn, wie dich, nicht entfliehn, am ersten Herr, deine Schöpfung und mit Ernst bemühn, da- preist; mit ihr dich zu mit ich nicht einst darbe. erhöhn. 6. Ein Herz, das dich, 3. Was um mich ist, o Vater, liebt, und dei- verkündigt mir, Gott, nes Sohns sich freuet; deine Herrlichkeit. Zu ih das in dem Glauben Tu- rem Preise reißt mich hier gend übt, und sich vor selbst jede Jahreszeit. Sünden scheuet; ein fol- 4. Und ich), ich sollte ches Herz, das wird al- fühllos seyn? Ich rühmte lein sich ewig deiner Güte dich, Herr, nicht? Ein freun, und einst dein Ant- Herold deines Ruhms zu lik schauen. ſeyn, bleibt meine größte 7. Und solch ein Herz Pflicht. das wollst du mir, Gott, 5. O mache dieser Pflicht aus Erbarmen geben, da- mich treu, so treu, Herr, mit ich möge auch schon hier als ich soll. Mein Herz, nach den Gefeßen leben, mein Mund, mein Wandie selbst im Himmel gül- del sey stets deiner Ehre tig sind, bis ich, als dein voll. 6. Wer 48 Von der Natur und Bestimmung 6. Wer dich verehrt, 2. Du gabst zum Denhält dein Gebot; ihm ists fen und Empfinden, All nicht Last, nicht Pein. gütiger, mir diesen Geist, Drum gieb auch mir die der zwar zu schwach ist, Kraft, o Gott, gehorsam zu ergründen, wie herrdir zu seyn. lich du, mein Schöpfer, 7. Was du gebeutst, fenst; jedoch, was du an ist für uns gut; du willst mir gethan, erkennen und nur unser Heil. Wohl bewundern kann. dem, der deinen Willen 3 Und diesen Geist, der thut! Du bist sein Trost in mir denket, schufft du und Theil. nicht blos für diese Zeit. 9 Nach hier vollbrach8. Er wandelt hier auf Du hast mir, Vater, ihn ebner Bahn; und selbst in geschenket zum Leben in der Traurigkeit schmeckt er, Ewigkeit, um dort volldir, Höchster, zugethan, fommner zu verstehn, was in dir Zufriedenheit. Sterbliche hier dunkel sehn 4.3u eng sind dieses ter Prüfungszeit nimmt Lebens Schranken für ſeis ihn der Himmel ein. Onen forschenden Verstand. Herr, laß diese Selig. Der Keim zu höheren Ge keit mein ganz Bestreben danken, als je ein Sterbe seyn! licher erfand, entwickelt sich erst nach der Zeit, im Mel. Wer nur den lieben c. hellen Licht der Ewigkeit. 50. Gett, ich preife 5. Ihn fåttiget kein Gut deine Güte, die der Erden, kein zeitlichs mich so wunderbar erschuf; Glück; so groß es sey. und mit frohlockendem Um ruhig in sich selbst zu Gemüthe, folg ich, o Va- werden, bedarf er mehr, ter, deinem Ruf, ein Zeu- das ihn erfreu. Er fühlt, ge deines Ruhms zu seyn, daß diese ganze Welt sein und deiner Wunder mich Wünschen nicht zufrieden zu freun. 6. 3war stellt. des Menschen. 49 6. Zwar tief ist er herab- dem Lasterhaften oft viel gefunken von seines Ur- Glück. Gewiß! erst eine sprungs Herrlichkeit, sucht andre Welt ist zum Vers oft, von Luft der Erde geltungsort bestellt. trunfen, sein Glück in 9. Gott! wenn mein Dingen dieser Zeit: jedoch Geist dieß überleget, fo er sucht, und findet nicht, hofft er schon Unsterblicha was ihm der äußre Schein keit: noch stärker fühlt er verspricht. sich beweget, beym Licht, 7.Du prägtest ihm durch das ihm dein Wort vers fein Gewissen Gefühl von leiht: da sieht er mit Gea Recht und Unrecht ein. wißheit ein, auch er werd Daß Bose Boses leiden einst unsterblich seyn. müssen, und Tugendhafte 10. Herr, laß zu jenem glücklich seyn, erfennet er, beßren Leben die Aussaat doch sieht er nicht den mich hier täglich streun. Richter hier schon im Gefaß deinen Geist das Wola richt. len geben, und das Voll8. Den Tugendhaften bringen auch verleihn. O ist hienieden oft ein sehr wi- Wonne der Unsterblichdriges Geschick zum Loos keit, versüße mir all irdisch für diese Zeit beschieden; Leid! VI. Von dem Fall und Sündenelend der Menschen. Mel. Wo soll ich fliehen zc. Heiligkeit zu wandeln, und 51. Du, der kein Boses recht vor dir zu handeln. thut! schufft 2. Wo ist der Unschuld den Menschen gut, und Ruhm? Ach! wir, dein gabst ihm Licht und Kräfte Eigenthum, wie tief sind zum seligen Geschäfte, in wir gefallen! Wo ist jest 2 unter 50 Von dem Fall und Sündenelend unter allen ein Mensch bricht, laß in der Wahr, ganz rein von Sünden heit Licht so heilsam uns vor dir, o Gott, zu fin erkennen, daß wir vor Ei den? fer brennen, der Sünde 3. Hier ist kein Unter- zu entsagen, der Beßrung schied. Dein helles Aluge nachzuiagen. sieht auf alle Menschen 8. Wohl dem, der sie Finder, und sieht sie alle gewinnt! Gott! so vers Sünder. Da ist, vor dir, derbt wir sind, so willst Herr, keiner unschuldig, du uns doch heilen, und auch nicht einer. uns die Kraft ertheilen, 4. Verderbt ist unser schon wiederum auf Er Sinn. Die Weisheit ist den dir gleichgesinnt zu dahin, die uns regieren werden. follte, was unser Schöpfer 9. Herr! diese deine wollte, mit kindlich from Huld laß uns durch unsre men Trieben zu wählen Schuld nicht freventlich und zu üben. verscherzen: erwecke unfre 5. Fleisch sind wir von Herzen, die nicht zu wis Natur. Uns rühren, lei derstreben, damit wir ewig der! nur die Güter dieser leben. Erden, die uns entriffen werden: und nicht die hd Mel. Herr ich habe mißge: hern Gaben, die unauf hörlich laben. handelt zc. 6.Dirfolgen, dünft uns 52.H err, du kennest mein Verderben: Zwang: des Herzens bdach! es regt in meiner fer Hang reißt uns mit Brust, wie ben allen starkem Triebe zur schnd, Adams, Erben, sich noch den Sündenliebe. Und immer böse Luft, die mein Fönnen wir wohl zählen, Herze von dir neiget, und wie oft wir vor dir fehlen? lviel böse Thaten zeuget. 7.D Herr! was uns ges 2. Wie verderbt sind meine der Menschen. 31 meine Wege! Wie ver- unter deinen Willen zwinfehrt mein eigner Sinn! gen, denn dein Wille, Ich empfind es, Gott! wie Gott, ist gut. Was nicht tråge ich, dir zu gehorchen, kann dein Reich ererben, bin. Ach! wer wird vom laß schon hier an mir ers Hang zum Bösen mich sterben. noch endlich ganz erlösen! 7. Reiße mich durch jene 3. Hilf mir durch den Krone, die du mir dort Geist der Gnaden von der bengelegt, daß ich meiner angeerbten Noth! Heile ja nicht schone, wenn die meiner Seele Schaden Sünd in mir sich regt. durch des Mittlers Kreu Hilf mir selber muthig Bestod. Tilge alle meine Fåmpfen, und die böse Sünden! Laß mich vor Neigung dämpfen. dir Gnade finden! 8. Sollt ich etwan uns 4. Deinen Willen hier terliegen: o so hilf mie auf Erden zu vollbringen, wieder auf! Laß durch wird mir schwehr. Soll deine Kraft mich siegen, ich dazu tüchtig werden, daß ich meinen Lebenslauf mußt du selbst von oben unter deinen treuen Håns her Luft und Stårke mir den möge gut und selig verleihen, und mein sündenden. haft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch In eigner Melodie. beinen Geist in mir, daß 53.Wer bin ich von Natur, wenn ich nicht mein Heil ver- ich mein Innres prüfe? scherze; laß der sündlichen wie viel Gråul läßt Begier mich mit Nach mich mein Herze sehn! Es druck widerstehen, und auf ist verderbt; darum vers deine Hülfe sehen. birgt mirs seine Tiefe, und 7. Unter Wachen, Beweigert sich, die Prüfung ten, Ringen hilf mir selbst auszustehn. mein Fleisch und Blut D2 2. Der 52 Von dem Fall und Sündenelend 2. Der Weisheit erster 6. Verstellung, die ich Schritt ist, seine Thorheit doch an meinem Nächsten kenen; und diesen Schritt, haffe, erlaub ich mir, und wie oft verwehrt mirs ihn! halt es für Gewinn, wenn Voll Eigenlieb und Stolz ich im falschen Licht mich will sichs nicht strafbar nen- Andern sehen lasse, und nen, der Reu entgehn, doch scheinen kann, was ich nicht den Fehler fliehn. mir selbst nicht bin. 3. Wahr ists, ich) find in 7. Ich weis, daß der mir noch rebendes Gewis- Besitz der Güter dieser sen, in der Vernunft noch Erden der Seele nie das Kenntniß meiner Pflicht. wahre Glück verleiht; doch Ich kann mein Auge nie bleiben sie mein Wunsch; der Tugend ganz vers und um beglückt zu were schließen, und oft scheint den, erring ich mir die mir ein Strahl von ihrem Last der Eitelkeit. Licht. 8. Ich weiß, wie groß 4. Doch schwaches Licht es sey, aus Ueberlegung das mir den Reiß der Tu handeln, und handle doch gend zeiget, und vom Verlaus sinnlichem Gefühl. stand nicht bis zum Herzen Durch falschen Schein ges bringt! Vergebens lehret täuscht, eil ich, ihm nachs er, das Herz bleibt unge- zuwandeln, und Leidens beuget, hat sein Gesetz und schaft und Irrthum steckt folgt ihm unbedingt. mein Ziel. 5. Ein Richter in mir 9. Ein gegenwärtig Gut felbft stort oft des Her- versäum ich zu genießen; zens Ruhe; er klagt mich flieh, was mich sucht, an. Ich steh erschrocken und suche, was mich flieht. still, und billige nicht mehr Im Glücke bin ich stolz, das Böse, das ich thue, verzagt in Rümmerniffen, und thue nicht das Gute, und ohne Ruh um Ruhe Das ich will. stets bemüht. 10. Mein der Menschen. 53 10. Mein Nächster hat 14. Er schenkt mir so viel ein Recht auf viele meiner Guts. Gebrauch ich feis Pflichten; doch wird dieß ne Güte zu meinem Glück? Kecht so oft von mir ent- und geb ich ihr Gehör? weiht. Versagt er mir Nein, durch den Mis die Pflicht: so eil ich, ihn brauch selbst verschließ ich zu richten, und sein Ver- mein Gemüthe der Dank fehn ist Ungerechtigkeit. barkeit u. Liebe destomehr. 11. Nicht Liebe gegen 15. Oft sagt mir mein Gott heißt mich dem Nach- Verstand, daß des All sten dienen, mehr Eigen måchtgen Gnade das größe lieb und niedrer Eigennuk. te Gut, der Trost des Les Aus ihnen fließt Betrug, bens ist, und welche Schuls Verstellung; und in ihnen den ich auf mein Gewiffent findt Neid und Haß, und lade, wenn sie mein Herz für Stol; und Härte Schuß. Menschengunft vergißt! 12. Gott ehren ist mein 16. Und doch, o Gott, Ruf. Wenn ich den Ruf wie oft geb ich dieß Glück betrachte, was find ich da der Seelen, dir werth zu für Mängel meiner Pflicht! seyn, für kindischen Ges Die Wunder der Natur, winn, für einen Ruhm der die Gott zu Lehrern machte, Welt, für Lüste, die mich stehn vor mir da, und quålen, für Eitelkeit, und diese hör ich nicht. für ein nichts dahin! 13. Und heißt ihr An- 17. Gott ist der Herr blick mich auf seine Weis- der Welt; auf seine Hülfe heit schließen, auf Güt bauen ist meine Pflicht. und Macht, so schließt nur Doch wann gehorch ich mein Verstand. Das Herz ihr? Bald bebt mein Herz bleibt ungerührt, betäubt vor Furcht, und bald ist bleibt das Gewissen, und das Vertrauen, das mich Gott, mein Herr und Va- beseelt, nur ein Vertraun ter, unerkannt. zu mir. 18. Dieß Von dem Fall und Sündenelend 18. Dieß ist des Men- fie, und kann nicht überschen Herz. Wer hat dieß winden. Ich haß ihr Joch, Herz verheeret? So kam und trag es doc): du siehst, es nicht, o Gott, aus dei Herr, dem ichs klage, wie ner Hand. Der Mensch, ungern ich es trage! durch eigne Schuld, hat 2. Weit mehr, mein seine Würd entehret; und Gott, betrübt mich dieß, bendes fiel, sein Herz und als alle Noth der Erde, daß fein Verstand. lich noch immer nicht ge 19. Doch so verderbt wiß und fest im Guten wir sind, so schwach, uns werde! Wie fürcht ich felbst zu heilen: so steuert mich, ich werde dich, durch Gott doch der Verdorben Fleisch und Blut getries heit, läßt durch sein hei- ben, nicht treu, nicht ewig lig Wort uns neue Kraft lieben! 54 ertheilen, Licht der Ver 3. Doch ich will ruhig nunft, dem Herzen Rei- seyn in dir, der du die nigkeit. Herzen prüfeft! Du kens 20. Und du willst die- neft uns: nur Staub sind fer Kraft, o Mensch, dich wir, den du ins Leben ries widersetzen? Sie beut fich fest. Gott, dein Gericht an, du aber wehrest ihr? verdammt uns nicht, wenn Und willst des größten wir nicht schon auf Erden, Glücks dich selber un- wie Engel, heilig werden. werth schågen? Erkenne 4. Wir gehn in UnvollGott, noch sieht dein Heil kommenheit auf dieses Les bey dir! bens Pfade. Doch unsre schwache Frömmigkeit bes Mel. Was Gott thut, das ze.johnst du auch mit Gnade. wird denn dein Das Herz foll rein von Erlöster nie frey Bosheit seyn: so willst du vom Geseg der Sünden! die Gebrechen der MenschIch låmpfe täglich wider lichkeit nicht råchen. lich 54.21% 5. Ich 55 er der Menschen. 5. Ich weis, mein Mitt 6. Hilf du mir kämpfen, ler, Jesus Christ, hat mei daß ich, Herr, mich selber ne Schuld getragen. Weil überwinde: so werd ich er für mich gestorben ist, täglich heiliger und freyer wie könnt ich denn verza- von der Sünde! Dort, gen? Verdammte mich dort wird sie mich ewig dein Zorn, der ich zwar nie von deiner Liebe trens schwach bin, aber glaube: nen, mich nie verführen was nükte mir derGlaube?| können. VII. Von der Erlösung. 3b1a Mel. Ich dank dir schon 2c.llein das Göttliche ber 55.Gedanke, der uns That, bas kann mein giebt! kann dich ganz durchden 5. Nimm mir den Trost, ken? ,, Also hat Gott die daß Jesus Christ nicht meis Welt geliebt, uns seinen ne Schuld getragen, nicht Sohn zu schenken." Gott und mein Erlöser ist, 2. Hoch über die Verso werd ich angstvoll zagen. nunft erhöht, umringt mit 6. ft Chrifti Wort Finsternissen, füllst du nicht Gottes Sinn: so mein Herz mit Majestät, werd ich irren müssen, unb und stillest mein Gewissen, wer Gott ist, und was ich 3. Ich kann der Sonne bin, und werden soll, nicht Wunder nicht, noch ihren wissen, Bau ergründen; und doch 7. Nein, diesen Trost kann ich der Sonne Licht, der Christenheit soll mir und ihre Warm empfinden. Fein Spotter rauben; ich 4. So kann ich auch fühle seine Göttlichkeit, nicht Gottes Rath von und halte fest am Glauben. Jesu Tod ergründen; al 8. Ich bin nun gant D4 Dein 56 Von der Erldsung. Dein Eigenthum, durch 14. Erfüll mein Herz dich des Himmels Erbe; mit Dankbarkeit, so oft Dieß, Sohn des Höchsten ich dich nur nenne; und ist mein Ruhm, auf den hilf, daß ich dich allezeit ich leb und sterbend treu vor der Welt bekenne. 9. Du giebst mir bei 15. Soll ich dereinst noch nen Geist, das Pfand, im würdig seyn, deswegen Glauben mich zu stärken, Schmach zu leiden, so laß und bildest mich durch mich keine Schmach und Deine Hand zu allen gu- Pein von deiner Liebe ten Werken. scheiden. 10. So lang ich deinen 6. Und sollt ich, Gott, Willen gern mit reinem nicht für und für des Herzen thue; so fühl ich Glaubens Freud empfin eine Kraft des Herrn, und den; so wirk er doch sein schmecke Fried und Ruhe. Werk in mir, und reinge 11. Und wenn mich meie mich von Sünden. me Sünde kranft, und ich 17. Hat Gott uns feis zu dir Herr, trete; weis nen Sohn geschenkt,( laß ich, daß dein Herz mein mich noch sterbend den gedenkt, und thur, um was ken!) wie sollt uns der, ich bete! 4318 der ihn geschenkt, mit ihm of 12 Ich weis, daß du, nicht alles schenken! mein Heiland, lebst, und einftrauch aus der Erde Mel. Es ist das Heil uns ic. mich weckest, und dahin 56 Heil uns! aus uns wo ich dich schauen werde. ist Rettung uns erworben. 13. Kann unfre lieb im Der Herr will nicht des Glauben hier für dich je Sünders Tod. Was mals erfalten? Dieß ist Adams Fall verdorben, die Lieb, o Herr, zu dir, hat er aus Gnaden uns bein Wort von Herzen ersetzt. Wie werth find halten. wir Von der Erlösung. 57 wir vor ihm geschätzt! Wie das Reich; sein ist die groß ist sein Erbarmen! Kraft, das Heil uns zus 2. Selbst seinen einge zuwenden, das er so lieb. bohrnen Sohn fandt er zu reich uns erwarb, als er uns auf Erden, von dem für uns am Kreute starb. verdienten Sündenlohn Wohl Allen, die ihm ein Retter uns zu werden. trauen! Er kam, und mit ihm 6. O laßt uns ihm uns unser Heil; er kam, da- lanvertraun, uns niemals mit wir wieder Theil am seiner schämen! Auf seine ewgen Leben hätten. Mittlershülfe baun, und 3. Wo ist, o Tod, dein sein Joch auf sich nehmen, Stachel nun? Hier ist das ist der Weg zum ew dein Ueberwinber. Für gen Wohl, der Weg, auf unsre Schuld genug zu dem man ruhevoll auch thun, flarb er, das Heil schon auf Erden wandelt. der Sünder. Wo ist nun, 7. Herr, laß uns diese Cünde, deine Kraft? Hier Seligkeit doch über alles ist der, der uns Kräfte schågen! Nie können Gür schafft, dein Joch von ter dieser Zeit den Mangel uns zu werfen. uns ersegen, wenn uns das 4. Gelobt sey Gott! größte Gut gebricht; ein Gelobt sein Sohn, der reines Herz voll Zuversicht Retter unsrer Seelen! zu dir, Gott, unser Vater! Nun kann uns auch auf 8. O lenk auf dieß ers Erden schon das wahreshabne Glück, Herr, unsre Glück nicht fehlen, getroft stärksten Triebe! Zeuch und froh in Gott zu seyn, machtig unser Herz zurück wenn wir uns nur dem von schnöder Sündenlies Heiland weihu, den Gott be! An dem so theur ers für uns verordnet. worbnen Heil laß uns im 5. Was er zum Leben wahren Glauben Theil uns verschafft, das ist in stets suchen und gewinnen. seinen Händen. Sein ist Ds Mel. 58 Von der Erlösung. Mel. Werde munter mein 2c. 4. Doch bestimmte Gott, Dit bewunderndem ihr Sünder, auch die Ord 57.Mi Gemüthe wag nung eures Heils: die nur ich, Höchster! einen Blick werden Gottes Kinder, in den Abgrund deiner die ihr folgen ihres Theils. Güte, in mein künftig nur, wer an den Heiland ewig Glück. Tief anbeglaubt, und ihm treu erge tend schau ich an, wie ben bleibt; der soll nicht die Gottheit lieben kann! verlohren gehen, sondern Heil uns! Wir verlohrne Heil und Leben sehen. Sünder werden wieder] Gottes Kinder. 5. Da du keinen zum Verderben, gutger Gott, 3. Dank sey dir, o Gott bestimmet haft: tragen die, der Liebe, daß du dich er die ewig sterben, ihrer eig barmet hast, und aus vånen Bosheit Last. Wer terlichem Triebe den all nicht glaubt an deinen weisen Rath gefaßt, der Sohn, der hat Fluch verdamenswürdgen Welt und Tod zum Lohn: sein durch ein theures Lösegeld, muthwillig Widerstreben durch des eignen Sohnes schließt ihn aus vom Heil Sterben, Heil und Fren- und Leben. heit zu erwerben. 6. Ewig werde, Herr, 3. O ein Rathschluß besungen, was dein Rath voll Erbarmen! Welche beschloffen hat! Mit uns Huld und Freundlichkeit preisen Engelzungen diesen eines Gottes, der uns Ar weisen heilgen Rath, den men våterlich die Hände der Glaub in Demuth beut, und des Sohnes ehrt, die Vernunft erstaus selbst nicht schont, der innend hört; wo der Engel feinem Schooße wohnt, Tiefen findet, die er nie um uns Sündern ewigs mals ganz ergründet. Leben durch des Sohnes 7. Laß mich, Tod zu geben! ernstlich streben, Vater, meines Heils Von der Erlösung. 59 Heil gewiß zu feyn.meiner Sünden schwehre Richte selbst mein gan laft hat er für mich getra zes Leben so nach deinem gen. Am Freuß versöhnt' Willen ein, daß des Glauer mich mit dir. Da floß bens Frucht und Kraft, sein Blut, damit er mir die den dein Geift in mir ges Seligkeit erwürbe. schafft, mir zum Zeugniß 3. Wohl mir! mein bienen möge: ich sey auf Herz schöpft neuen Muth, dem rechten Wege. faßt findliches Vertrauen. 8. Laß mich meinen Na- Ich kann auf sein versöh men schauen, in dem Buch nend Blut mein ewig Heil des Lebens stehn: alsdann nun bauen. Dieß Blut, werd ich ohne Grauen das mich gereinigt hat von meinem Tod entgegen sehn. aller meiner Missethat, Du, mein Vater, liebest wird ewig, ewig gelten. mich): keine Kreatur wird 4. Hinweg mit banger mich deiner Hand entreif Kümmerniß! Sey, See. sen können, noch von dei- le, voller Freuden! Dein ner Liebe trennen. Heil ist dir nun ganz ge wiß: von Gott kann dich Mel. Wenn mein Stündlein ic. nichts scheiden. Was dir 58. erliebter Sohn sich warb, da er in Schmach mein nicht angenommen, und Martern starb, kann und wår er nicht von sei dir kein Satan rauben. nem Thron zu uns herab! 5. Nichts nüßet die Ge gekommen: so müßte mir rechtigkeit, die stolz auf vor ewger Pein, gerechter Werke bauet: der ist von Richter! bange feyn, um seinem Heil noch weit, meiner Sünden willen. der eignen Kräften trauet. 2. Doch er schafft dem Er erndtet Schaden statt Gewissen Raft: nun darf des Lohns: nur die ich nicht verzagen. Denn Gerechtigkeit des Sohns macht Von der Erlösung. macht uns gerecht und Heil ist hier; wie sollte felig. dir nicht Gott mit ihm 60 6. Auch mich macht sie auch Ruh und Frieden gerecht, weil ich sie fest schenken? im Glauben faffe: auch| 3. Ist deine Kraft zu ewig selig macht fie mich, mangelhaft, mußt du mit weil ich nicht von ihr lasse. Scham an deine Schwa Gott, der erfüllt, was er che denken: Gott, der dir berheißt, erhält auch mich schon gab seinen Gohn, durch seinen Geist, in seines wird die mit ihm zur Tu Sohns Gemeinschaft. gend Kräfte schenken. 7. Du, Bater, warfest 4.Fehlt Weisheit dir, um unsre Schuld auf deinen glücklich hier noch zu ent Sohn, als Bürgen. Du, gehn der Bosheit schlauen Jesu, ließeft in Geduld Rånken: erschrick nut bich, als ein Lamm, er nicht! Gott ist dein Licht, würgen. Du, Geist, theilft und wird dir mit dem dieses Heil uns zu. In alle Sohn auch Weisheit Ewigkeit sen du, Dreyei- schenken. niger, gepriesen! 5.Gebricht es dir bald da, bald hier; sorgst du, wer dich noch speisen wird und Mel. Wir Christenleut ic. 59.Wirf, blöder Sinn tränken? O fasſe Muth! Das höchste Gut wird mit dem Sohn die auch die Nothdurft schenken. hin! Gott ist für dich; was will dich ferner från ken? Halleluja! Sein 6. Wirf, blöder Sinn, Sohn ist da! Wie sollt die Sorgen hin, die dich ins er uns mit ihm nicht alles meer der Traurigkeit vers schenken? fenken! Dein Heil ist dal 2. Schlägt dir das Herz Halleluja! Wie sollt uns vor Angst und Schmerz; Gott mit ihm nicht alles empfindest du, wie sehr die schenken? Sünden Frånken: dein VIII. Von 61 Von der Person des Erldsers. VIII. Von der Person des Erlösers. Mel. Ein Lämmlein geht und ic. ser Fleisch und Blut, o 60 Lob, Ehre, Preis Herr, an dich genommen. und Dank sey Ja, aus der schrecklich dir, o Jesu, unser Leben! ften Gefahr zu retten, was Preiswürdig bist du für verlohren war, kamst du und für: wer kann dich zu uns auf Erden. O gnug erheben? Noch eh Huld, die sonst nichts gleis die Welt war, warst dulches hat! Du starbft für schon, o eingebohrner Gotsunsre Missethat, ein Heites Sohn und Erbe seiner land uns zu werden. Ehre! Du bist der Herr 4. Du wardst es uns, der Herrlichkeit, und du und bist es noch ist auf beherrscheft weit und breit des Himmels Throne; ber Kreaturen Heere. suchst liebreich von der 2. Dein sind sie; denn Sünde Joch und ihrem durch deine Kraft ward schnöden Lohne, die ihr Himmel, Meer und Erde. noch dienen, zu befreyn: Du hast das Leben uns reuvoller Sünder Trost verschafft; dusprachst zum zu seyn, ist deines Hers Engel: werde! Du bist zens Freude. Wer zu dir es, dessen Allmachtsruf kommt, der findet Ruh, die ganze Welt aus nichts und wer dich liebt, den erschuf. Du bists, der stårkest du, daß ihn von Alles tråget, was sichtbar dir nichts scheide. und unsichtbar ist, was 5. Du hörst der Deinis Erb und Himmel in sich gen Gebet; du stilleft ihre schließt, und was im Meer Klage, und bleibst, bis sich reget. Zeit und Welt vergeht, 3. Und dennoch bist dujo Herr, noch alle Tage uns zu gut in diese Welt ben uns, bey deinem Eis gekommen; haft willig un genthum Dir, dir sen ewig Von der Person des Erlösers. ewig Dank und Ruhm nahmst du am Kreuß auf für alle deine Liebe! Dir dich), regierst nun über al geb ich mich zu eigen hin: les und herrscheft ewiglich). hilf, daß ich mich nach deinem Sinn in guten Werken übe. 62 3. Du trågest alle Din ge, Allmächtger, durch dein träftig Wort: das Große und Geringe geht bloß Mel. Nun lob meine Seel ic. durch deinen Willen fort. 61.Mein Heiland, fieh Sohn Gottes! Du regie im Staube, bet reft den ganzen Kreis der ich, o Ewiger, dich an. Welt: weil du das Zep, Ich weis, an wen ich ter führeft, geschieht, was glaube; du hast, als Gott, dir gefällt. Bey dir steht dich fund gethan. Du bist Tod und Leben: drum der Erstgebohrne vor aller wird einst jede Gruft Kreatur; kamst zwar für die Todten wieder geben, uns Verlohrne in menschwann deine Stimme ruft. liche Natur; ein Volk dir 4. Dir Ehre zu erzei zu erlesen, erschienst du in gen,( dieß ist des Vaters der Zeit: doch, eh die Wille): soll vor dir sich Welt gewesen, warst du alles beugen; die Welt von Ewigkeit. fey deines Lobes voll! Du 2. Der Himmel und die bist das Heil der Erden; Erde sind durch dein kråf wer auf dein Wort nicht tig Wort gemacht: aufhört, kann nimmer ſelig dein allmächtig Werde! werden. Wer aber dich entstand die Welt in ihverehrt, dem hilfst du vom rer Pracht. O unser Herr Verderben, schaffft ihm und Meister! Du schufft Zufriedenheit, und machst uns, wie das Heer der ißt ihn einst zum Erben volls fchon felgen Geister; doch kommner Seligkeit. liebtest du uns mehr. Die 1. Wie herrlich ist dein Strafen unsers Falles Name schon ist, o Herr, in Von der Person des Erlösers. 63 in unsrer Welt, wo der verehre dich, der auch Gerechten Saame vor dir, meine Sünde trug! Bes dich preifend, niederfällt. schåme und bekehre durch Dort preisen Seraphinen deiner Gnade sanften Zugr dich, großer Menschen, die deinem Wort nicht sohn! Mit Freuden dirlauben, und die, der für zu dienen, stehn sie vor sie litt, die schuldge Ehre deinem Thron. Wer soll- rauben. Theil ihnen Kräfte te dein sich schämen? Dulmit, dich glaubig zu erken bist ja unser Ruhm und nen, und welche dich ers würdig, Preiß zu nehmen kannt, die laß von dir von deinem Eigenthum. nichts trennen! Erleuchte 6. Mein Heiland, ich liedes Land! IX. Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Advents Lieder. Erden in niedriger Gestalt; voll Mühe und Beschwers Mel. Von Gott will ich nicht ic. den war hier sein Aufent 62. Erhebt den Herrn, halt. Der ihm gegebnen ihr Frommen! Macht enthielt er sich mit Er hält, was er verspricht. Freuden, bis er durch Der Heiland ist gekom- Thun und Leiden sein men, der Völker Trost großes Werk vollbracht. und Licht. Gott, der uns 3. Er hats vollbracht! nicht verstößt, hat uns zum Obringet Gott euren Lob Heil und Leben selbst sei- gefang! Erlöste Menschen, nen Sohn gegeben; durch singet dem Mittler ewig ihn sind wir erlöst. Dank! Wo niemand hel 2. Er kam zu uns auf fen kann, da hilft er gern aus 64 Von der Menschwerdung aus Gnaden, heilt unsrer ferm Heil beschloffen hat, Seele Schaden. Onehmt vollführt er in der Zeit. ihn glaubig an! 3. Er, aller Menschen 4. Du Freund der Men- höchstes Gut, der Alle seg, schenkinder, verwirf uns, nen kann, nimmt, wie die Jesu! nicht. Dein Na Kinder, Fleisch und Blut, me, Heil der Sünder, ist doch ohne Sünde, an. unsre Zuversicht. Drum 4. Ich freue mich, mein kommen wir zu dir. Hilf Heil, in dir; du nimmst uns die Macht der Sün mein Fleisch an dich: was den noch glücklich über- fehlt mir nun? Ist Gott winden! Denn dein, o mit mir, wer ist denn wis Herr, sind wir. der mich? 5. Bey dir steht unser 5. Du, Sohn des Allers Leben. Zu unserm ewgen höchsten, wirst auch mir Heil hast du dich hingege- Rath, Kraft und Held; ben: gieb uns am Him- mein Vater und mein mel Theil! Laß uns dir Friedefürst, so wie das folgsam seyn! Was wird Heil der Welt. uns, Herr, dann fehlen? 6. Was mir zur Se Dann werden unsre See ligkeit gebricht, das, Herr, len sich Gottes ewig freun. Jerwarbst du mir: Ver jöhnung, Leben, Trost Mel. Lobt Gott ihr Christen zc. und Licht, das hab ich 63. Also hat Gott die nun an dir. Welt geliebt, daß er aus freyem Trieb Mel. Von Gott will ich nicht uc. uns feinen Sohn zum Hei- 64. Mit e 0 Gott so lieb! Ernst, Wie hat uns Menschenkins der, macht euer Herz bea 2. Was sein erbar- reit! Er kommt, das Heil mungsvoller Rath schon der Sünder, der Herr der in der Ewigkeit zu un- Herrlichkeit. Er kommt von des Sohnes Gottes. 65 von seinem Thron insElend Armen, in meiner Gnas gern hernieder: wird einer denzeit, aus gnådigem Ers unfrer Brüder; er, Got- barmen, Herr Jesu, selbst tes eigner Sohn. bereit. Schon seufzt mein 2. Er eiliet voll Verlan- Herz nach dir! Schon gen, uns Armen sich zu fauch; ich dir entgegen! nahn. Ihn würdig zu komm, komm mit deis empfangen, macht eilig nem Seegen, und wohne ebne Bahn! der einst im stets in mir! Fleisch erschien, der will verschmähen, Mel. Ach! was soll ich zc. zu euch jetzt einzugehen. 65. bu, Licht der Heiz euch nicht Drum auf! Empfanget ihn! den? Ja, du kommst und 3. Die ihr gerecht euch fåumeft nicht: denn du dünket, legt euren Dün- weißt, was uns gebricht; kel ab; erniedrigt euch, lo du Quelle wahrer Freu und sinket von euerm Stolz den! Jesu, offen stehet herab! Die ihr um Gnas dir auch mein Herz: ach de fleht, wißt, daß ihr hier komm zu mir! fie findet: denn wer sein 2. Ja! Du bist bereits Nichts empfindet, der wird zugegen, du Welt- Heis von ihm erhöht. land, Gottes Sohn. Meis 4. Wer wahre Demuth ne Seele spüret schon deie liebet, und seine Mängel nen gnadenvollen Segen, fühlt, darüber sich betrů- deine wundervolle Kraft, bet, nicht mit der Sünde die uns wahre Ruhe spielt; wer ganzvoll Glau- schafft. bens ist, daben sein Fleisch 3. Able mich durch deis bestreitet: nur der ist recht ne Liebe, die dem Eitlen bereitet, zu dem kommt mich) entreißt, und gieb Jesus Christ. Kräfte, daß mein Geist 5. Ach! mache du mich sich dir zu gefallen übe. Dich 66 Von der Menschwerdung Dich recht lieben, o mein zum Heil der Menschen, Licht, Fann aus eigner seinen Sohn. Kraft ich nicht. 3. Wenn ich dieß Wuns 4. Herr, erwecke mein der faffen will, so steht Gemüthe, offne selber mei- mein Geift vor Ehrfurcht nen Mund, daß ich jetzt still; er betet an, und aus Herzensgrund dank denkt daben, daß Gottes bar preise deine Güte, weil Lieb unendlich sey. du auch, Herr Jesu Christ, 4. Damit der Sünder mir zu gut gekommen bist. Gnad erhålt, erniedrigst 5. Schenk mir deines du dich, Herr der Welt; Geistes Gaben, Liebe, nimmst selbst an unfrer Glauben und Geduld, bis Menschheit Theil, erscheinst ich einst, durch deine Huld, im Fleisch, und wirst uns über und und Welt er Heil! haben, mit den Engeln dir 5. Dein König, Zion! alsdann Hosianna! sin- kommt zu dir. ,, Ich komm, gen kann. im Buche steht von mir; Gott! deinen Willen thu ich gern." Gelobt sen, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch Weihnacht Lieder. Mel. Vom Himmel hoch da ic. 66.ieß ist der Tag, gebohren wirst, Imma den Gott ge- nuel und Friedefürst, auf macht! Sein werd in al- den die Våter hoffend ler Welt gedacht! Ihn sahn, dich, Gott, mein preise, was durch Jesum Heiland, bet ich an. Christ im Himmel und auf Erden ist! 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich 2. Die Volker haben mit Fleisch und Blut, wirst Dein geharrt, bis daß die unser Freund und Bruder Zeit erfüllet ward; dasand hier, und Gottes Kinder te Gott von seinem Thron, werden wir. 8. Ges des Sohnes Gottes.. 628. Gedanke voller Ma- 2. Sprich dankbar froh: jestät: Du bist es, der das also, also hat Gott die Herz erhöht. Gedanke vol- Welt in seinem Sohn geler Geligkeit! Du bist es, liebet! O wer bin ich der das Herz erfreut. Herr, daß du mich so 9. Durch Eines Sünde herrlich hoch in deinem fiel die Welt; Ein Mitt- Sohn geliebet? ler ists, der sie erhält. 2. Er unser Freund, mit Was zag ich nun, wenn uns vereint, zur Zeit, da der mich schüßt, der in des wir noch seine Feinde was Vaters Schooße fitzt? ren; er wird uns gleich, 10. Jauchst, Himmel, um Gottes Reich und seis bie ihr ihn erfuhrt, den ne Lieb im Fleisch zu ofe Tag der heiligsten Geburt; fenbaren. und Erde, die ihn heute 4. An ihm nimm Theil, sieht, sing ihm, dem Herrn er ist das Heil; thu tåge ein neues Lied! lich Buß, und glaub an 11. Dieß ist der Tag, seinen Namen. Der ehrt den Gott gemacht! Sein ihn nicht, der Herr, Herr, werd in aller Welt ge spricht, und doch nicht dacht! Ihn preise, was sucht, fein Beispiel nach durch Jesum Christ im ¡ uahmen. Himmel und auf Erden ift. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gots tessohn, bekleiden, speisen, Mel. Wir Christenleut i. tránken; der Frommen 67, Auf, schicke bich, Herz in ihrem Schmerz recht fenerlich des mit Trost erfreun, und Heilands Fest mit Dan- dein dabey gedenken. ken zu begehen! Lieb ist 6. Rath, Kraft und der Dank, der Lobgefang, Held, durch den die Welt durch den wir ihn, den Gott und alles ist, im Himmel der Lieb, erhöhen. und auf Erden! Die Chris ften 68 Von der Menschwerdung stenheit preist dich erfreut, 3. Der du, zu uns ges und Aler Knie soll dir ge- sandt vom Herrn, aus deibeuget werden. nem Himmel kameft, und 7. Erhebt den Herrn! unser Fleisch und Blut so Er hilft uns gern, und gern erbarmend an dich wer ihn sucht, den wird nahmeft! Sohn Gottes! sein Name trösten. Halle- o wie hast du dich so tief luja! Halleluja! Freut erniedrigt auch für mich! euch des Herrn, und jauchzt Wie arm, bist du erschie ihm, ihr Erlösten! nen, um meinem Heil zu dienen! Mel. Du bist ein Mensch, 2c. 4. O lehre mich, den 68. Gott, deine Gnade großen Werth von deiner fey gepreist! Sie Liebe fassen, die dich) bes schuf uns Heil und Leben. wog, dich auf der Erd Ermuntre dich, mein trå- lach! so herabzulaffen! Hier ger Geist, fie freudig zu wartete dein nichts, als erheben! Denk an die Noth, Verachtung, Kums Nacht, da Gottes Sohn mer, Schmerz und Tod: beratkam von des Vaters und doch kamst du auf Er Thron, um sein so theures den, der Menschensohn zu Leben für Sünder hinzu werden. geten. 5. Noch stårker, Herr, 2. O große That! Er als Schmerz und Tod, wünschte Nacht, von En- war deine Menschenliebe. gein selbst befungen! Du Du sahest unsre Sunhaft den Mittler uns ge- dennoth mit mitleidsvollem bracht, der uns das Heil Triebe. Du stimmtest, errungen. In dir erschien unser Heil zu seyn, in dei der starke Held, der alles nes Vaters Rathschluß fduf und noch erhålt, der ein; wardst Mensch, und Freund der Menschenkin- famst mit Freuden, den der, des Todes Ueberwin Tod für uns zu leiden. der. 6. Im des Sohnes Gottes. 69 6. Immanuel! Dein Mel. Gelobet feyst du, Jesu ic. freu ich mich du bist auch Gottes Sohn, mein Erretter! Auch mir 69 elobet fenft du, zum Troste sandte dich der der du auf der Allmacht Herr, der Gott der Göt- Thron jegt herrscheft, und ter. Was mir ein wahres einst warst, wie wir: AnWohl verschafft, Licht, betung, Preis und Dank Seelenruhe, Behrungs- sey dir, Weltversöhner! Fraft und Freuden, die 2. Dich sahn die Våter stets währen, willst du schon von fern, Davids auch mir gewähren. Sohn und Davids Herrn: 7. Was soll ich dir, du wareft ihre Zuversicht, mein bester Freund, für bist aller Völker Troft und deine Treue geben? Du licht. Halleluja! bifts, der mich mit Gott 3. Die Nacht entflieht, vereint, du bringst mir der Tag bricht an über Heil und Leben. Herr, die, so ihn nicht sahn; was ich hab und was ich auf die, so Finsterniß ume bin, das geb ich dir zum gab, glänzt aus der Höhe Opfer hin. Ich will dich nun herab Gottes Wahrohn Aufhören, voll Dankheit. barkeit, verehren. 4. Durch den die Welt 8. Zwar sieht dich jekt einst worden ist, der einst mein Auge nicht; doch richtet, Jesus Christ, der du wirst wiederkommen: Schöpfung Herr kommt dann schauen dich von An- in sein Reich, erniedrigt gesicht, Herr, alle deine sich und wird uns gleich: Frommen. Dann schau Halleluja! auch ich, o Jefu Christ, 5 Jauchst Himmel! dich, so verherrlicht, als Erde freue dich! Gott vers du bist: dann wirst du föhnt die Welt mit sich. mich zum Leben, das ewig Uns, Adams sündiges ist, erheben. Geschlecht, entsündigt er, macht € 3 Von der Menschwerdung macht uns gerecht. Hal- zugleich mit ihm den Him. leluja! mel geben. 6. Gelobet feyst du, JeMel. Kommt her zu mir, 2c. 4. Der ist nun Gottes su Christ, daß du Mensch Eigenthum, wer glaubt gebohren bist! Dir ist derjans Evangelium, und feine Erdkreis unterthan; dich Brüder liebet; der immers beten alle Himmel an. dar, wie Jesus Christ, für Halleluja! Andrer Wohlfahrt thätig ist, und keinen je betrübet. 5 Hierinn mach, Jesu, ingt, Christen, dir uns gleich! Du warst fingt und freuet bey Hott und göttlich reich, euch! Des HochstenSohn, weit über alles Denken: dem Vater gleich, ist in die doch ließest du für unser Welt gekommen. Er, der Glück des Himmels Reich den Tod des Sünders thum gern zurück, den Him hast, hat unfrer Sünden mel uns zu schenken. schwehre Last mit Lust auf 6. Du stelltest dich auf sich genommen. Erden dar, erlittest Mühe 70. S 2. O Gott, wie groß und Gefahr, und eiltest uns ist deine Huld! Uns ång- zu retten. Wie leicht sollt ftigte des Todes Schuld, Arbeit, Müh und Pein weil wir gefündigt hatten. uns nun für unfre Brüs Nun sterben wir doch ewig der seyn, die dich, wie wir, nicht: Nun strahlet uns des anbeten! Lebens Licht, zerstreut des Todes Schatten. 7. Erbarmer, Mittler, Gott mit uns! Sey du 3. Entwichen ist die Fin- das Fürbild unsers Thuns! sterniß! O welches Glück! Lehr uns, die ähnlich den Wir sind gewiß, dort für ken! Herr Jesu! mach und für zu leben. Zerstöret hier in der Zeit uns tuchy ist des Todes Reich: Gott, tig zu der Herrlichkeit, die der den Sohn gab, will du uns kamst zu schenken. Mel. 71-> des Sohnes Gottes. 7: 3 Friedens du sollst Mel. Vom Himmel hoch da zc. strahlt feines om Himmel kommt Glanz: auch der starke Held, der durch ihn glücklich seyn, Retter der gefallnen Welt; und seiner dich dort ewig die Unschuld, die von ihr freun. entflohn, bringt er zurück von Gottes Thron. Mel. Ein Kindelein so lsbelich ic 2. Er wird ein Mensch, ist heut ein gotte o welche Huld! und nimmt 72, Halleluja denn uns auf sich der Menschen lich Kind gebohren! Von Schuld; bezahlet, was er ihm kommt unsre Selige nicht geraubt, und rettet keit; wir waren sonst vers den, der an ihn glaubt. lohren. Am Himmel háts du, ten wir kein Theil, wenn Jesu Christ, daß du nun nicht zu unser Aller Heil unser Bruder bift! Um dieß Kind gebohren wäre. deine Brüder zu befreyn, Süßer Heiland Jefie willst du für sie das Opfer Christ, der du unser Brufenn. der bist, dir sey Lob, Preis 3. Gelobet feyst 4. Arm wolltest du ge- und Ehre! bohren seyn, uns reich zu machen: deine Pein, die Mel. Wer nur den lieben 2c. du hier littest in der Zeit, verschaffet uns die Selig- 73.Wie sollen wir dir, Feit. Vater, danken? Nein, deine Lieb ist viel zu 5. Der Erde wünschen groß, ist unausforechlich, Engel Glück; denn Bot- ohne Schranken! Du tes Friede kommt zurück. giebst denSohn aus deinem Mit Wohlgefallen zeigt Schooß, und sendest ihn nun Gott: er wolle nicht zu uns herab, von deinem des Sünders Tod. Thron zum Staub herab. 6. Ergieb dich ihm, o 2. Voll Freude kommt Seele, ganz! Auch dir der Sohn hernieder, ein € 4 Mensah, Von der Menschwerdung Mensch, gleich uns ein 6. Ach, tiefgerührt sind Mensch zu seyn; er nen unsre Seelen, und unfre net Sünder seine Brü- Augen thrånenvoll! Wer der, und macht sie von der kann der Gnade Wunder Günde rein; vergießt für såhlen? Wer danken, wie fie sein theures Blut, und er danken soll! Für Sün Liebe nur ist, was er thut. der sich dem Tode weihn, 3. Owelch Erbarmen! so lieben kann der Sohn welche Gnade! Er kam, allein. gesegnet sen der Tag! daß 7. Nun wissen wir, Gott er das Elend auf sich lade, voll Erbarmen, daß du das auf der Sünder Na- die Liebe selber bist. Zu cken lag: sie zu befreyn von deinen offnen Vaterarmen künftger Qual, erträgt er führt uns Erlöste Jesus Leiden ohne Zahl. Christ, und er, der ewig 4. Das Elend, das du bey dir war, macht deinen hier getragen, hast du, o Rath uns offenbar. Sohn, vorhergefehn: du 8. Er lehrt uns findlich sahst die ganze Last der zu dir beten, und wenn, Plagen, die du bestimmt voll Zuversicht auf ihn, wir warst auszustehn. Und freudig auf den Kampfplak boch kamst du, o welche treten, muß Sünd und Huld! zu tilgen unsrer Satan vor uns fliehn. Sünden Schuld. Ach strebten wir, mit 5. O Liebe, Liebe! dei treuem Muth, ihm nachs nes gleichen ist in der zufämpfen bis aufs Blut! Schopfung Gottes nicht! 9. Dieß ist der Dank Rein Lobgefang fann dich für seine Liebe, für das erreichen, nicht Sprachen, von ihm erworbne Heil! Die der Himmel spricht. Wer jetzt, auch jetzt noch Du Herr, vor dem die Sünder bliebe, Gericht Erde schweigt, haft dichlund Elend wår sein Theil! zumn Staub herabgeneigt. Denn nur die Frommen, Gota des Sohnes Gottes. 73 Gottes Sohn, bestehen denlohn: den will ich nicht einst vor deinem Thron. verschlafen. Fleiß und Bes streben ist mir noth. Das Mel. Ein Kindelein so lobelich übrige will mir mein Gott 74.Frohlocke, menschli- durch Jefum Chriftum geben. Vorbild soll 20 Dir ist ein Kind geboh allein meines Wandels ren! Durch Ungehorsam Richtschnur seyn, bis ich gieng das Recht an Got von hinnen scheide. tes Huld verlohren. Doch er erbarmte deiner sich, und Mel. Sey Lob und Ehr dem 2c. gab den eingen Sohn für bich, der dich aus Liebe 75.0 allerbester Vas ter! wie, wie rettet. Liebe Seele denke können wir dir danken für dran, was dein Gott an deine Huld? Wie groß dir gethan, und bleib ihm ist sie! Wie ohne Ziel und ewig dankbar! Schranken! O Vater! 2. Laß mich der Liebe von dem höchsten Thron Wunder nur nach Wür- der Himmelsthronen fam den, Herr! verehren. Die dein Sohn, der Einges Wohlthat, die mir wieder- bohrne, nieder. fuhr, verpflichtet mich, die 2. In Finsternissen faf Lehren des Heilands, der sen wir, beschwehrt mit fie hinterließ, und der die tausend Sünden: Wohlthat mir erwies, mit Weg zur Freyheit und zu Eifer zu befolgen. Darum dir, wie konnten wir ihn wird er Mensch, wie ich, finden: Wir tappten, heiligt und erhebet mich) zu strebten immerbar nach einem Kinde Gottes. Luft, die uns Verderben den 3. Gott schenkt mir al- war, und hatten dein verles in dem Sohn: Be- geffen. frenung von den Strafen, 3. Doch du vergaßest auch unverdienten Gna- unser nicht: dich jammert ( 5 bas 74 Von der Menschwerdung das Verderben. Mit lie-[ mehr hast du gethan, als bevollem Angesicht sprachst unser einer faffen kann. du: ihr sollt nicht fierben! Sen ewiglich gepriesen! Der Sünder ist noch Mensch und mein, soll Mel. Vor deinen Thron tret. Sen, Sohn, der Todten 76,8 tam die gna Leben! Wie leuchtete des Mon 4. Da kamest du, oldes Pracht! Wie freute Jesu Christ, aus göttli- fich der Engel Schaar, chem Erbarmen, mit al- da Jesus Christ gebohren lem, was des Vaters ist, war! hernieder zu uns Armen: 2. Erstaunend beteten fie und du, durch den die an, da sie den Sohn in Himmel sind, du Hocher Windeln sahn, und jauch habner, wardst ein Kind, zend sang ihr strahlend und der Verlohrnen Bru- Herr: allein Gott in der der. Hih sey Ehr! 5. O du, der mit all- 3. Und Ruhe und Zu machtger Hand die ganze friedenheit herrsch auf der Schopfung lenket, und des Erde weit und breit! Ein sen Hoheit kein Verstand, Wohlgefallen habe nun Fein Engel überdenket! auch Gott an seiner Men Du, du nahmst Menschen- schen Thun! schwachheit an, und tru- 4. Die Hirten hatten sie geft unfre Schuld. Wer erblickt; sie hören zitternd kann, wer kann genug dir und entzückt, und staunen, danken? beten an und gehn, in 60 sey mit dankerfüll- Windeln Gottes Sohn zu ter Brust gepriesen, großer sehn. Retter! Du, unser Bru 5. Und wer das holde der, unsre Luft, du Mittler Kindlein sah, war froh und Vertreter! Unendlich und sprach: der Herr ist DA! des Sohnes Gottes. da! Es kommt sein gna- Meßias ists. Lobsinge denvolles Reich! Welch Welt! Dir wird dein Kind ist diesem Kinde Heil gebracht. gleich! 3. Dir, Menschgewords 6. O wie viel Licht und ner, bringen wir AnbeGnade gab mit ihm Gott tung, Preis und Dank. in die Welt herab! An deiner Krippe schalle wie uns unser Vater liebt, dir der Erde Lobgesang! daß er den liebsten Sohn uns giebt! Von dem Namen Jesit. 7. Der alles schuf und alles hålt, du kamst herab Mel. Es ist das Heil uns 2c. in unsre Welt! Du, der unsre Schuld und im höchsten Himmel thront, 8Mein Jefu, bu kamst auf unserm Staub hast du unsrer Strafe Plagen, o gewohnt. unerhörte Lieb und Huld! 8. Ja! Gottes Lieb ist freywillig zu ertragen. Du, unumschränkt! Ein Gott, der Gerechte, liesseft dich der seinen Sohn uns zur Sünde machen, daß schenkt; schenkt alles, was ich mich in dir gerecht uns heilsam ist, uns ewig fann nennen. nun durch Jesum Christ. 776F 2. So heißest du nicht Jefus nur; du bist auch, Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. was du heißest: weil du kommt, er kommt die menschliche Natur aus der starke Held, allem Jammer reiffest. voll göttlich hoher Macht. Die That stimmt mit dem Sein Arm zerstreut, fein Namen ein: du wolltest, Blick erhellt des Todes was du heißest, seyn, mein Mitternacht. Heil, mein Seligmacher. 2. Wer kommt, wer 3. In keinem Andern ist kommt? Wer ist der Held, das Heil; kein Mittler ift voll göttlich hoher Macht? gegeben, durch den wir 76 Von der Menschwerdung künftig hätten Theil an besten Heiland an, der Seligkeit und Leben, als selig machen will. du allein, der jedermann 4. Dir leb ich und in ein ewigs Leben schenken dir will ich dereinst auch kann! Dein Name sey sterben: wann alles mich gepriesen! verläßt, will ich in dir er Mel. O Gott, du frommer 2. reich: denn das erwarbst erben das ewge Himmel Jesu! deffen ic. 79.A du mir. Dir danken will Huld im Him ich einst, o Herr, verklärt mel und auf Erden, durch von dir! keine Zunge kann genug gepriesen werden: ich danke dir, daß du der Sün- Am den schwehre Laft, als du im Fleisch erschienst, von Mel. Wohl mir, Jesus, meine mir genommen hast. Volk der Heis 2. Wie leicht, wie kráf- 80erbe Licht, du tig wird mein banges Herz gestillet, wenn mich mit den! werde Licht, Jeru seinem Trost dein süßer falem! Dir geht auf ein Nam erfüllet! So wirk- Glanz der Freuden vom sam ist kein Trost, als geringen Bethlehem. Gott den dein Name giebt, der hat derer nicht vergessen, Name deß, der uns bis in die in Finsterniß gesessen. den Tod geliebt. 2. Ehe dieses Licht ers Fest der Erscheis nung Chrifti. 3. Will des Gesebes schienen, das die Völker Fluch, und Tod, und Grab wünschten, lag eine dicke mich schrecken: so soll Nacht auf ihnen; doch dein Name, Herr, mich wir haben nun den Tag. schüßen und bedecken. Er O Gedanke voller Wons Fündigt mir in dir, hab ne! Jesus selbst ist unsre ich des Leidens viel, den Sonne! 3. Weis des Sohnes Gottes. 77 3. Weiche nicht mit dei- Mel. Nun freut euch, lieben 2c. nem Segen, Jesu, verlaß uns nicht! ach, Auf 81. Heut hat sich Jefu zu den dunkeln Leidenswegen nähern angefangen: heut leucht uns deines Trostes ift sein heilsam Licht auch Licht! Unterstüß uns, wann euch, ihr Heiden, aufges wir gleiten, und laß dei- gangen. Dieß sey der nen Geist uns leiten. Welt ein Freudentag! 4. Herr, verleih uns Luft Die Nacht, die auf den und Stärke, daß wir in Volkern lag, hat er zuder Prüfungszeit uns be- erst durchbrochen. fleißen guter Werke und 2. Kaum fandte Gott der wahren Heiligkeit; daß mit seinem Sohn der Erde wir als im Lichte wandeln, große Freuden, so sammelt und rechtschaffen vor dir er sich selber schon die Ersthandeln. linge der Heiden. Zu ih rem neugebohrnen Herrn 5. Wandern wir im fin- muß sie ein wunderbarer stern Thale endlich näher Stern aus fernen Landen hin ans Grab: dann sey führen. unser Licht, und strahle hö3. Auch uns hast du, hern Troft auf uns herab, Gott, unser Ruhm! zur daß wir ohne Furcht und Bahn des Heils geleitet, Grauen unserm Tod ent- und uns zu deinem Eigen* gegen schauen. thum durch deinen Sohn 6. O der süßen Him- bereitet. Die Nacht, die melswonne! wann uns in auch auf uns einst lag, der Ewigkeit, Jesu, wahre hat sich, o Herr, in lichten Lebensfonne, deines Lich- Tag durch deinen Glanz tes Glanz erfreut! Dieß verwandelt. gieb mir und allen denen, 4. Der vorgen Zeit denkt, die sich glaubig nach dir Christen, doch. Heil euch! fehnen. fie ist verschwunden. Was wart 78 Von der Menschwerdung 2c. wart ihr, eh der Herr euch wahren Israel, nun auch noch, eh ihr noch ihn ge- die Heiden dankten. funden? Sen fröhlich!& Nun prüfe heut, Denn was waret ihr? OVolk Gottes, dich vor seis Christenvolk, erwecket dir nem Angesichte. Beharrft dein vorigs Bild nicht du unveränderlich in seiner Grauen? Wahrheit Lichte? Was 5. Du warst ein Volk, helfen Opfer des Gebets das unbekannt mit Gott zum wahren Goit, wenn und seiner Lehre, die schnd- du noch stets dein Herz den Werke deiner Hand, der Sünde wethest? unwürdig der Altåre, ge 9. Was hilft es, daß schnittes Holz und tobten du Gott erkennst, und seie Stein, im blutbefleckten nen ganzen Willen, wenn furchtbarn Hain, als seine du das Thun und Wissen Götter, ehrte. trennst, zu tråg, ihn zu 6. Du giengst in Schand erfüllen? Wenn du oft und Lafter hin, wie jede Treu gelobst und brichst; Lust dich führte. Wenn ja war chriftlich glaubst und noch den verkehrten Sinn christlich sprichst, doch im einst das Gewissen rührte: mer heidnisch lebeft? so konnte da doch aus der 10. Ach prüfe dich! Gott Noth, die die Vernunft nimmt sein Licht, wenn schon Sündern droht, dir mans nicht schågt, zurücke. nichts den Ausweg zeigen. Damit er nicht sein Wort Steh vom 7. Beglückter Tag! der auch dir entrücke. Gott! jene Macht des Gößen- hör nicht, uns zu segnen, diensts zerstörte: und uns, auf, und fördre deiner nach langer finstrer Nacht, Lehre Lauf noch zu den Licht, Heil und Trost ge- fernsten Heiden. währte: da Gott und bir, Immanuel! mit deinem X. Von Von dem Lehramt und Wandel ic.. 7 79 X. Von dem Lehramt und Wandel Jefu auf Erden. Mel. Vater Unser im c. 82. St 4. Du lehrtest uns durch ein Lehrer ist dir, Wort und That. Man Jesu, gleich trifft der reinsten Tugend An Weisheit und an Liebe Pfad in deinem heilgen reich, kamst du herab, von Wandel an. Gieb, Herr, Gott gesandt, und machtest daß ich auf dieser Bahn, uns den Weg bekannt zur gestärkt von dir, mit steGeligkeit, die du erwarbst, ter Treu dir nachzufolgen als du für unsre Sünden eifrig sen! starbst. 5. Du bist es, Herr, 2. Du sahest in der von dem das Amt, das Gottheit Licht, mit auf die Versöhnung predigt, geklärtem Angesicht, was, stammt. Du machst durch nach des Höchsten weisem treuer Lehrer Mund noch Rath, die Welt noch zu jetzt dein Heil den Menerwarten hat; du mach- schen kund. Begleite stets test selbst durch deinen mit deiner Kraft ihr Amt, Mund das Künftige den damit es Nußen schafft! Menschen fund. 6. Noch immer hilfft 3. Dieß, und die Wun- du deinem Wort in seis der deiner Hand, sind uns nen Siegen mächtig fort. ein göttlich Unterpfand, Du sendest, wie dein was man aus deinem Mund verheißt, noch im Mund gehört, sey Wahr- mer deinen guten Geist, heit, die uns Gott gelehrt. der dem, der Wahrheit Nie schwäche mir der sucht und liebt, zum Glaue Frevler Spott den Glauben Licht und Kräfte giebt. ben an dieß Wort von 7. Mein Heiland, send Gott. ihn auch zu mir, daß er mich Von dem Lehramt und Wandel mich zu der Wahrheit deinen Händen. Die Unführ; vom Eigendünkel wissenden zu lehren, die mich befren, damit ich Verirrten zu bekehren; dir gehorsam sen; bis mich Sünder, die sich selbst bey dir in Ewigkeit ein verstocken, liebreich zu dir hellres Licht dereinst er hinzulocken: dieß war, freut. Herr, in deinem Leben dein beständiges Bestres Mel. Schmücke dich, o liebe ic. ben. 83.Jefu, beine Menschenliebe war die 4. Deine Huld hat Quelle jener Triebe, die dich getrieben, Sanftmuth dich auf die Erde zogen, und Geduld zu üben; dich, den Ewigen, bewo- Haß mit Haß nicht zu gen, Mensch zu seyn, als vergelten, und nicht wies Mensch zu sterben, uns derum zu schelten; allen das Leben zu erwerben. liebreich) zu begegnen, für Oder wundervollen Trie- die Lästerung zu segen; be unerhörter Menschen deine Feinde zu vertreten, liebe! und für Mörder selbst zu 5. Aller Welten Herr Sohn des 2. Uleber Feinde herz-[ beten. fid) weinen, überall mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen und König: mehr als våterlich erbar- Höchsten! o wie wenig men; die Betrübten tro hast du je nach Ruhm ges stend hören, sich in andrer trachtet, und auf MenDienst verzehren: das heißt schenlob geachtet! Willig lieben, und nicht minder hast du, um den Willen liebtest du die Menschen deines Vaters zu erfüllen, Armuth, Schmach, und, unverschuldet, auch zulegt den Tod erduldet. Finder. 6. Laß 3. O du Zuflucht der Elenden! Segen floß von Jefu auf Erden. 81 6. Laß mich, Herr auch meine Triebe zu rechtzu meinem Segen, Deinen schaffner Wandel oft erwägen. Laß Laß mich Menschenliebe. immer mehr mich in der Angst der auf Erden deinem Bilde Tünden Trost und Hülfe ähnlich werden. bey dir finden. Heilige XI. Von dem Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. Mel. Ein Lämmlein geht zc. list nah, des Zornes Got84. Erforsche mich, ertes Stund iſt da, und und fieh, Herr, wie ichs Du sagst, und fühlst der meine. Ich denk an dei- Höllen Weh:„ Ists möge nes Leidens Schmerz, an lich, Vater, o so geh der Deine Lieb, und weine. Kelch vor mir vorüber! Dein Kreuß sen mir ge- 3. Dein Schweiß wird benedeyt! Welch Wunder Blut; du ringst und zagst, der Barmherzigkeit hast du und fålft zur Erde nieder. der Welt erwiesen! Wann Du, Sohn des Höchsten, hab ich dieß genug bedacht, kämpfft, und wagst die und dich aus aller meiner erste Bitte wieder. Du Macht genug dafür ge- fühlst, von Gott gestärkt prieſen? im Streit, die Schrecken 2. Rath, Kraft und einer Ewigkeit, und Stras Friedefürst und Heid! In fen sonder Ende. Aufdich Fleisch und Blut geklei- nimmst du der Menschen det, wirst du das Opfer Schuld, und giebst, mit für die Welt, und dei- göttlicher Geduld, dich in ne Seele leidet. Dein der Sünder Hände. Freund, der dich verråth, S 4. Du, 82 Von dem Leiden, Tod 4. Du trågst der Mistert und zerschlagen, gehst fethåter Lohn, und hattest du den Weg zum Kreukesnie gefündigt; du, der stamm, in Unschuld stumm, Gerechte, Gottes Gohngleich als ein lamm, das So wars vorher verkün- man jurSchlachtbank fühdigt. Der Frechen Schaar ret. Freywillig, als der begehrt dein Blut; du dul- Helden Held, trågst du, dest, göttlich groß, die aus Liebe für die Welt, Buth, um Seelen zu er- den Tod, der uns gebühret. retten. Dein Mörder 1 7. Sie haben meine Jesus, war auch ich: denn ,, Håndemir, die Süffe mir Gott warf Aller Sünd auf ,, durchgraben, und große dich, damit wir Friede ,, Farren sinds, die hier hätten. mich, Gott! umringet }} 5. Erniedrigt bis zur ,, haben. Ich heul, und Knechtsgestalt, und doch meine Hülf ist fern. der Größt im Herzen, er-, Sie ſpotten mein: er trågst du Spott, Echinach ,, klags dem Herrn, ob und Gewalt, voll Krank- ,, dieser ihn befreyte! Du heit und voll Schmerzen. ,, least mich in des Todes Wir sahn dich, der Ver- Staub. Ich bin kein heißung Ziel; doch da war ,, Mensch, ein Wurm; ein nichts, das uns gefiel, Raub der Wuth, ein und nicht Gestalt, noch ,, Spott der Leute. Schöne. Vor dir, Herr, 8. ,, Ich ruf und du antunfre Zuversicht! verbarg ,, wortest nie, und mich vers man selbst das Angesicht; ,, laffen alle. In meinem dich schmåhn des Bundes ,, Durste reichen sie mir Söhne. " Eßig dar mit Galle. 6. Ein Opfer, nach dem ,, Wie Wachs zerschmilzt ewgen Rath, belegt mit, in mir mein Herz, ſie unsern Plagen, um deines ,, sehn mit Freuden meinen Volkes Missethat gemar ,, Schmerz, die Arbeit mei1²/ ² ner und Begräbniß Jesu. 83 ner Seelen. Warum 11. Du hafts gesagt. verläßt du deinen Knecht? Du wirst die Kraft zur Mein Gott, mein Gott! Heiligung mir schenken. ich leid und möcht all Dein Blut ists, das mir mein Gebeine zählen. Trost verschafft, wenn 9. Durneigst dein Haupt. mich die Sünden krånken. Es ist vollbracht! Du kaß mich im Eifer des stirbst! Die Erd erschüt- Gebets, laß mich in Lieb tert. Die Arbeit hab ich und Demuth stets vor dir dir gemacht. Herr, meine erfunden werden. Dein Ceele zittert. Was ist Heil sey mir der Schirm der Mensch, den du be- in Noth, mein Stab im frent? wår ich doch Glück, mein Schild im gan; Dankbarkeit! Herr, Tod, mein letzter Trost laß mich) Gnade finden. auf Erden. Und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder Mel. Herzliebster Jesu, was ic. lieb, und dich nie kreußige 85, Herr, fårke mich, mit dein Leiden zu bes 10. Welch Warten ei- denken, mich in das Meer ner ewgen Pein für die, der Liebe zu versenken, die die dich verachten; die, dich bewog, von aller solcher Gnade werth zu Schuld des Bösen uns seyn, nach keinem Glau- zu erlösen. ben trachten! Für die, die 2. Vereint mit Gott, dein Verdienst gestehn, ein Mensch, gleich uns auf und dich durch ihre Laster Erden, und bis zum Tod schmåhn, als einen Cün- lam Kreuß gehorsam werdendiener! Wer dich nicht den; an unfrer Statt geliebt, kommt ins Gericht. martert und zerschlagen, Wer nicht dein Wort die Sünde tragen; hält, liebt dich nicht; ihm 3. Welch wundervoll bist du kein Verfühner. hochheiliges $ 2 Geschäfte! Sinn. 84 Von dem Leiden, Tod Sinn ich ihm nach, fol 8. Das Größt in Gott zagen meine Kräfte. Mein ist Gnad und Lieb erweis Herz erbebt; ich seh und sen; uns kommt es zu, ich empfinde den Fluch sie demuthsvoll zu preisen; der Sünde. zu sehn, wie hoch, wenn 4. Gott ist gerecht, ein Gott uns Gnad erzeiget, Racher alles Bösen. Gott die Gnade steiget. ist die Lieb, und läßt die 9. So sen denn ewig Welt erlösen. Dieß kann auch von mir gepriesen mein Geist, mit Schrecken für das Erbarmen, das und Entzücken, am Kreuß du mir erwiesen, da du, erblicken. mein Heiland, auch für 5. Es schlägt den Stolz mich, dein Leben dahin ge und mein Verdienst da geben. nieder. Es stürzt mich tief, 10. Du liebtest mich, und es erhebt mich wie- lich will dich wieder lieben; der; lehrt mich mein und stets mit Freuden dei Glück, macht mich aus nen Willen üben, O gieb Gottes Feinde zu Gottes zu diesem seligen Geschäfte, Freunde. Herr, selbst mir Kräfte! 6. Herr, mein Heil! an dessen Blut ich glaube; Mel. Herzliebster Jesu, was uc. ich liege hier vor dir ge- 86 Laß deinen Geist mein, liehre mich mit dankendem Heiland, lehren, dein gött. Gemüthe in deine Güte! lich Kreuß im Glauben zu 7. Sie übersteigt die verehren, daß ich) getreu in menschlichen Gedanken; dem Beruf der Liebe mich allein sollt ich darum im christlich übe. Glauben wanken? Ich 2. Das Gute thun, das bin ein Mensch; darf der Böse fliehn und meiden, sich unterwinden, Gott zu Herr, diese Pflicht lehrt ergründen? mich) dein heilig Leiden. Stann und Begräbniß Jefu. 85 Kann ich zugleich das ist der Dank für deines Bose mir erlauben, und Kreußes Schmerzen. Und an dich glauben? Gott giebt uns die Kraft, 3. Da du dich selbst in deinem Namen, dir für mich dahingegeben, nachzuahmen. wie könnt ich noch nach 8. Unendlich Glück! Du meinem Willen leben? littest uns zu gute. Ich bin und nicht vielmehr, weil versöhnt mit deinem theuich dir angehöre, zu deis ren Blute. Du haft mir ner Ehre? Heil, da du für mich) ge4. Ich sollte nicht, wenn fiorben, am Kreuß erLeiden dieser Erden, wenn worben. Kreut mich trifft, gelaßnes 9 So bin ich denn Herzens werden; da du schon selig hier im Glaus so viel für uns, die wirs ben! So wird mir nichts, verschuldet, liebreich er- nichts meine Krone raus duldet? ben! So werd ich dort, 5. Für welche du dein von Herrlichkeit umgeben, Leben selbst gelaffen, wie einst ewig leben! könnt ich sie, fie meine 10. Ja! wenn ich stets Brüder, haffen; und nicht, der Tugend Pfad betrete, wie du, wenn sie mich uns im Glauben kämpf, im tertreten, für sie noch be- Glauben wach und bete: ten? so ist mein Heil schon so 6. Ich will nicht Haß gewiß erstrebet, als Jesus mit gleichem Haß vergel- lebet. ten; wenn man mich schilt, 11. Lockt böse Luft mein nicht råchend wieder schel Herz mit ihrem Reiße: so ten. Du, Heiliger, du schrecke mich dein Wort, Herr und Haupt der das Wort vom Kreuße. Glieder, schaltst auch nicht und werd ich matt im wieder. Laufe guter Werke, so 7. Ein reines Herz, gleich fen mirs Stärke! deinem edlen Herzen, dieß 3 12. Seh Von dem Leiden, Tod 12. Seh ich dein Kreuß 2. Untegrånzte Herr den Klugen dieser Erden ein lichkeit konntest du genies Alergerniß und eine Thorsen: doch du wolltest in heit werden: so seys doch der Zeit für die Sünder mir, trot alles frechen büßen. O bewundernsEpottes, die Weisheit würdge Huld! daß ich se Gottes. lig würde, übernahmst du 13. Gott, eile nicht, sie in Geduld meiner Sünden rådend zu zerschmettern, Bürde. ertarme dich, wenn einer 3. Nun kann meine Miss von den Epòttern sich spåt sethat noch Vergebung fins bekehrt, und did), den er den; denn du starbst, nach versd måhet, um Gnade Gottes Rath, auch für flehet. meine Sünden. Unsre 14. Wenn endlich, Herr, Strafe trugest du, uns mich meine Sünden krån- vom Fluch zu retten, daß ken: so laß dein Kreug wir im Gewiffen Ruh, mit mir wieder Ruhe schen- Gott Friede hätten. Fen! Es sey dein Kreuß, 4. Nun kann ich, wann wenn ich den Tod einst dirs gefällt, froh von hinleide, mir Fried und nen gehen, überzeugt, in Freude! jener Welt, Herc, dein Heil zu sehen. Muth auch Mel. Christus, der uns selig 2c. in der letzten Noth haft du 87. Mein Erlöfer, Gots mir errungen, und durch tes Cohn, der meinen du für mich) littest; und Tod bezwungen. auch auf des Himmels 5. Herr, was bin ich, Thron jetzt noch für mich daß du mein dich so angez bittest! Welche Wohl- nommen? Laß die Frucht that ist für mich dein ver- von deiner Pein mir zu föhnend Leiden! O wie flatten fommen! Gieb mir preis ich würdig dich, Ur- Weisheit, gieb mir Kraft, fprung meiner Freuden! ( du und Begräbniß Jefu. 27( du haft sie in Handen,) Mel. Hilf Gott, daß mirs 2c. was du mir zum Heil från verschafft, glaubig anzu- 88. enn mich die ken, mein Heiland Jesu 6. Laß das Wert von Chrift, so laß mich wohl deinem Kreut mich mir bedenken, wie du gefiorMuth beleben, fiegreich ben bist, wie du auch jedem Cündenreit hier zu meine Echuldenlaft, am widerstreben. Treib mich tamm des heilgen Kreudadurch méchtig an, Gothes, auf dich genommen tes Zorn zu scheuen; was haft. ich Boses je gethan, innig zu bercuen. 2. O Wunder ohne Maffen! Für fündiges Geschlecht hast du dich 7. Drückt mich meine martern laffen; du, Herr, Cindennoth, schreckt mich farbst für den Knecht. mein Gewissen; o dann Du, wahrer Mensch und laß durch deinen Tod mich wahrer Gott, gabst für den Trost genießen, daß mich armen Menschen dich du auch für meine Echuld selber in den Tod! an dem Kreutz gestorben, 3. Nun kann sie mir und Vergebung, Gnad nicht schaden, der Schulund Huld mir bey Gott den gröfie Laft: ich bin bey Gott in Gnaden, weil erworben. 8. tårke mich durch du bezahlet hast. Auch deinen Tod auf die letzten meine Schulden tilgt dein Stunden. Wie du dei Blut: ich darf- den Zorn ne Todesnoth fiegreich nicht fürchten und nicht die überwunden: o so hilf das Höllenglut. zu auch mir! Laß mich 4. Drum sag ich dir frölich scheiden! Herr, so von Herzen, jetzt und mein dank ich ewig dir für dein Lebenlang, für deine Pein bittres Leiden. und Schmerzen, o Jesu, Lob $ 4 -88 Von dem Leiden, Tod Lob und Dank; für deine Zuflucht seyn. O Herr Noth und Angstgeschren, auf den allein ich trau, für dein unschuldig Ster- erbarm dich mein im Tos ben, für deine Lieb und de, daß ich dich ewig Treu. schau. 5. Stets reite mich dein Leiden, die sündliche Begier Mel. Freu dich sehr, o meinenc. mit allem Ernst zu meiden, und fromm zu seyn vor 89.Jefu Chrift, durch deine dir. Es komme nie mir deinen martervollen Tod, aus dem Sinn, wie viel hab ich Heil ben Gott gees dich gekostet, daß ich funden, Kraft zur Tugend, erlöset bin. Trost in Noth. Fällt mir 6. Mein Kreut und etwas Arges ein, denk ich, meine Plagen, selbst bit- Herr, an deine Pein; die tern Hohn und Spott, hilf verbietet meinem Herzen, mir geduldig tragen: gieb, mit der Sünde je zu schers o mein Herr und Gott, zen. daß ich verläugne diese 2. Schmachtet nach vers Welt, und folge dem Exem- botnen Freuden mein vers pel, das du mir vorgestellt. Derbtes Fleisch und Blut; 7. Laß mich an Anderno so blick ich auf dein Leiüben, was du an mir geden: schnell verlischt die than, und meinen Nach- wilde Glut. Streb ich ften lieben, ihm dienen, woleitler Ehre nach, und ich ich kann, ohn Eigennuß denk an deine Schmach; und Heuchlerschein, und, schnell erniedrigt sie mich) wie du mir erwiesen, aus wieder, und schlägt meis reiner Lieb allein. nen Stolz darnieder. 8. Laß endlich deine 3. Reißen, Herr, mich Wunden, auch in der letz- manche Plagen, während ten Pein, in jenen finstern meiner Prüfungszeit, oft Stunden mir Troft und zu mürrischbangen Klas gen, und Begräbniß Jesu. 79 gen, und zur Unzufrieden- mir erworbnes Heil hab heit; o so denk ich an die ich an dem Himmel Theil: Pein, die du, uns zu gut wahrlich Herr! ein ewigs allein, unverschuldet haft Leben wirst du nach dem ertragen, und dann schåm Tod mir geben. ich mich, zu klagen. 4. Wenn mein schrecken- Mel. Wir danken dir, Herr 2c. des Gewissen mir mit Fluch und Strafe droht; d! i 90, Wir danken dir, o Jesu Christ, diesen Kümmernissen denk daß du für uns gestorben ich), Herr, an deinen Tod, bist, und unsrer Sünden und wie du auch meine schwehre Laft am Kreuß Laft an dem Kreuk getras auf dich genommen haft! gen haft: dieß kann mein Gewissen stillen, und mein Herz mit Troft erfüllen. 2. Cohn Gottes und des Menschen Sohn, vers herrlicht nun nach Spott 5. Ja, für alles, was und Hohn! Sey unfre mich krånket, schaffen deine Zuflucht in der Noth, und WundenRath; wenn mein unser Trost auch einst im Geist an sie gedenket, geh Tod! ich frisch den schmalen 3. O reich uns deine Pfad. Mich erschrecket starke Hand in diesem unkeine Müh: denn der fern Pilgerstand, damit Trost erleichtert sie, daß auch wir geduldig seyn, du, Herr, als du gestor-/ wie du in deiner Freußes. ben, mir ein ewig Heil/ Pein! erworben. 4. Auf dich steht unfre 6. Auf dich sey ich Zuversicht; verlaß uns, mein Vertrauen, du bist Herr, verlaß uns nicht meine Zuversicht: selbst Hilf uns der Sünde wider Tod macht mir kein derstehn, und durch den Grauen; du befreyst mich Tod ins Leben gehn! vom Gericht. Durch dein $ 5 91, Von dem Leiden, Tod 91. Lamm Gottes, dern, uns zu gute, büßend unschuldig, am an dem Kreute starbst! tamm des Kreutes ge- Ach, wie viele deiner Chrischlachtet; allzeit erfunden sien dienen, Herr, noch geduldig, wie sehr du mur böfen Lüsten, und vergessen dest verachtet! All' Eund dein Gebot, deine Schmach hast du getragen: sonst und deinen Tod! müßten wir wir verzagen. 2. Ach, wann werden Erbarm dich unser, ojwirs erkennen, wozu du geJefu! storben bist! Wann nicht 2. O kamm Gottes, bloß uns Christen nennen, unschuldig 2c. Erbarm dich sondern thun, was christunser, o Jesu! lich ist! Wann um deines 2. O kamm Gottes, Todes willen, Jesu, dein unschuldig 2c. Gieb uns Geset erfüllen, schnöden deinen Frieden, o Jesu! Lüften widerstehn, und dich nicht durch Sünden 90. 92.Chrifte, bu Lamm ſchmähn! Gottes, der du 3. Wer dich sieht von trugst die Cünde der Welt Gott verlaffen, in der tiefe erbarm dich unser! ften Traurigkeit; wer 2. Christe, du Lamm dic), Gottmensch, sieht erGottes 2c. Erbarm dich blaffen nach vollbrachtem unfer! schwehren Streit: und 3. Christe, du Lamm låßt doc) zu neuen SunGottes 2c. Gieb uns dei- den seine Lüfte sich entzün nen Frieden! den: der hat nicht an deinem Heil, nicht an Gots Mel. Jesu, der du meine zc. tes Gnade Theil. er du uns mit 4. Er ist unwerth jenes deinem Blute Lebens, das du, Mittler, dir zum Eigenthum er- luns erwarbft; für ihn litwarbst, und uns Sün- test du vergebens, als du für und Begräbniß Jesu. 91 für die Sünder starbft. Echmerzen tief, ach tief! Mit beschämtem Ange in unfre Herzen, daß wir, fichte stehet er einst im von der Sünderein, Heis Gerichte, sieht den Born ligster, dir ähnlich seyn! des Richters glühn, und dein Blut spricht nicht für Mel. Herzliebster Jesu, was ic. ihn. 5. War er schon sum 94Gott, der du für uns deinen Sohn geHeil gebohren, trifft ihn geben, wer kann doch gnugdoch der Sünden Fluch: sam deine Huld erheben? ewig gehet er verlohren; Wie herrlich zeigst du im denn sein Glaube war Erlösungswerke der GnaBetrug. Er bekannte dei- de Stårke! nen Namen, ohne dir, Herr, 2. Dein ewger Sohn nachzuahmen; rühmte seis selbst stirbt für Menschennes Glaubens sich, und finder; der Heiligste tritt verläugnete doch dich. an die Statt der Sün 6. Reizet uns das Fleisch der; der Seligste begiebt zur Sünde, zur Verlegung sich seiner Freuden, für unsrer Pflicht; Heiligster, uns zu leiden! so überwinde uns der Trieb 3. Er wird das Lamm, zur Sünde nicht! Laß uns das aller Sünden tråget; muthig ihn bekämpfen, ihm hast du sie ja selber und die Glut der Lüfte aufgeleget, damit nur wir, dåmpfen! Steh uns in die dein Geseß verließen, Versuchung bey, und er nicht dürften büßen. halt uns dir getreu! 4. Was ist der Mensch, 7. Jesu, lehr uns auf daß du sein so gedenkest, dich schauen: dich bewang und deinen Sohn ihm zum die Sünde nie! Laß dein Versöhner schenkest? Was Beyspiel ans erbauen, und findest du an mir und an uns stårken wider sie uns allen für Wohlges Pråg die Absicht deiner fallen? 5. Ver 92. Von dem Leiden, Tod tung verdient 5. Verdient Berach- Mel. O Jesu Christ, meins 2. göttlicher du mein Mittler Verschwendung 95.0 ou benen ott und mein unschäßbarer Schåke, ver- Ich danke dir für deinen dient ein selbst gemachter Tod, der mir des Himmels böser Schade des Rich- Seeligkeit, und hier Ge ters Gnade? wiffensruh verleiht. 6. O welche Tiefe dei- 2. Ach glaubt ich deine ner Menschenliebe! Wer Gottheit nicht; so schreckte faßt, o Gott, die Größe mich noch das Gericht: so ihrer Triebe? Du thust würde deines Todes Pein noch mehr zu unserm für mich kein geltend Opfer Wohlergehen, als wir ver- feyn. stehen. 3. Wärst du der Mens 7. Ach, lehre mich recht schen Heiligster, und nicht deine Huld erkennen, voll auch Gott, Gekreußigter! Zuversicht dich meinen Va- so würd ich nicht von ter nennen, und zum Ge- Sünden rein, nicht durch horsam die mein ganzes dein Blut versöhnet seyn. Leben willig ergeben. 4. Ich weis es, Jesu, 8. Was mir dein Sohn, du bist Gott; verföhnend da er für mich gestorben, ist dein Kreußestod: und aus deiner Huld, durch dieses Trostes Gottlichkeit seinen Tod erworben, das versichert mich der Se. werde mir, zu meinem ew- lichkeit. gen Heile, nun auch zu Theile! 5. Der Feind nehm alles, alles hin! Das Glück, daß 9. Dein Friede wohne ich versöhnet bin, ist mei fiets in meinem Herzen, ner Seelen höchstes Gut, und tröfte mich bey des und macht mir auch im Gewissens Schmerzen. Tode Muth. Dein Geist sey mit mir, 6. Wann des Gesetzes deinen guten Willen treu Fluch mir droht; dann zu erfüllen. tros und Begräbniß Jesu. .93 tröstet mich dein Mittlers- jer, nimm dich derer an, tod: ich weis, daß du auch, die außer dir nichts retmeine Last am Kreuße, ten kann vom schweh Herr, getragen hast. ren Fluch der Sünden. 96. in 11 7. Und ist die letzte ,, Groß ist die Schuld, die Stunde da, dann blick ,, Strafe groß: doch übers ich hin mach Golgatha: ,, nimms, so sind sie los, der Trost, daß ich begna- ,, und sollen Gnade finden. digt bin, macht mir das 3. Ja, Vater, sprach Sterben zum Gewinn. der große Sohn, kein Sünder soll verzagen! Mel. Ein Lämmlein geht 2. Ich steig herab von deiz in Lamm geht hin ,, nem Thron, und will die und trägt die Sünden tragen. O lies Schuld der abgefallnen be! Liebe! deine Macht ist Kinder; geht hin und stärker als ein Mensch ge büßet in Geduld die Sündacht, als je ein Engel den aller Sünder. Es dachte! Du dringst den geht den rauhen Todes- Sohn dem Vater ab, und gang, folgt seinen Wür- streckest den ins finstre gern ohne Zwang, begiebt Grab, der Erd und Himsich aller Freuden, und mel machte. sieht die Marter, die 4. Er büßt für uns am ihm droht, und will die Freußesstamm, damit wir Schmerzen und den Tod Gnade finden. Er wird doch gern und willig lei- geschlachtet, wie ein Lamm, den. zum Opfer für die Sün 2. Das Lamm ist Jeden. Für Alle stirbt er; sus, unser Freund: zum auch für mich ergießt sein Heiland unsrer Seelen theures Leben sich in milwollt ihn der strenge Sünden Stromen Blutes. denfeind, der erge Vater, Lamm Gottes, ewig dank wählen. ,, Sohn, sprach ich dir! Doch nie genug! du 94 Von dem Leiden, Tod du thatest mir, eh ich noch rufft du, Jefu, mich zu war, schon Gutes. dir und deines Himmels 5. So lang ich lebe, Freuden: dann reichest du will ich dein, o Jesu, stets von deinem Thron mir gedenken; mein Herz soll jenen großen Gnadenlohn, dir geweihet seyn, ganz den mir dein Tod erwor will ich dir es schenken. ben; dann werde dir in Nur dir gefallen, fey mein Ewigkeit Anbetung, Preis Ruhm; ich will mich dir und Dank geweiht, daß zum Eigenthum auf ewig du für mich gestorben! übergeben. Nur du bist meine Zuversicht, und wann Mel. Es ist gewißlich an der zc. mein Aug im Tode bricht, biſt du auch dann mein 97 Herr Jefu! deine Leben. und und dein versöhnend Lei6. Was ist das Leiden den, laß allzeit uns vor dieser Zeit, und alles, was Augen seyn, die Sünde mich frånket, wenn meine zu vermeiden. Laß uns an Ceel in Traurigkeit, Herr, deine große Noth, an deian dein Leiden denker? Dieß flöst in meine bannen martervollen Tod, so ge Brust, zur Zeit der lang wir leben, denken. Trúbsal, sanfte Luft, låst 2. Jetzt wollen wir, voll läßt mich nicht unterliegen, und Dankbarkeit, von Herzen stårket mich mit Straft und dir lobsingen; und wenn Muth, auch über Welt du zu der Seligkeit uns und Fleisch und Blut im wirft dereinstens bringen, schwehrsten Kampf zu fie- so wollen wir dort noch vielmehr, mit deinem gangen. 7. Ist endlich ganz voll- zen Himmelsheer, dich, bracht, was mir Gott Jefu, ewig loben. dufgelegt zu leiden, und Mel. und Begräbniß Jesu. Mel. O Jesu Christ, meins x. rig bis zum Tod,( und 98.Wie, liebster Hei- Trost vom Himmel war land, danken dir noth; vergoßeft wir genugsam für dein Schweiß, wie Blut, so Leiden dir! Ach, würdelroth, und rangest zitternd deiner Liebe Macht von mit dem Tod. uns mit vollem Ernst be- 7. Wer kann dich also dacht! kämpfen sehn, und muß 2. Unendlich war dessin Wehmuth nicht verz Leidens Laft, die du für gebn? Dein unaussprech)= uns getragen hast: du lich großer Schmerz erlitt'st am Leibe nicht allein, weiche jedes Sünders noch größer war der Seele Herz! Pein. 8. Wen noch das La3. Entgegen giengft dufter locken kann, der seh mit Geduld dem Tore, dieß große Leiden an, fels, rein von jeder Schuld was dich unsre Missethat und doch befiel der banaste für Angst und Schmerz Schmerz, am Oelberg gekostet hat! dein beklemmtes Herz. 9. Du, der so viel für 4. Vor deinem Vater uns gethan, wie beten wir fankst du hin, und sprachst: dich würdig an! Ach nimm du, dessen Sohn ich bin, die Sünde von uns hin, schau meiner Seele Jam- und schenk uns, Jesu, deimer an, den sie, ach! kauminen Sinn! ertragen kann! 95 5. Ich weis, wie viel Mel. Ein Lämmlein geht und ic dir möglich ist, ich weiß, williglich dein daß du allmachtig bift: 99.5 2hft du, Jesu, lak, Bater, kann es je feiden anzutreten, mit heis geschehn, den bittern Kelch ßen Thrdnen auch für mich vorüber gehn! zu kämpfen und zu beten! 6. So sprachst du, trau- Du, der du nichts verbros 96. Von dem Leiden, Tod brochen hast, gehst hin, umsches Gericht; du dringst aller Sünden Last auf hindurch ins Leben. dich allein zu laden. Da 4. Doch denk, um wels schon das Schwerdt ge- chen theuern Preis dein zůcket war, stellst du dich Heiland dich erworben! feinen Streichen dar, da- Für dich rang er im blut mit sie uns nicht schaden. gen Schweiß, für dich ist 2. Du Held, der An- ler gestorben! Ach Seele, dern Stärke giebt, was sorge, daß dich nie die kann dich so erschüttern? Sünd in ihre Neke zieh, Ach! seine Seele wird be- nichts deine Treu erschütt trübt; des Helden Glie re! Lockt dich die Welt, der zittern. Ach! hinge- lach folge nicht! Schau sunken auf die Knie, arhin ins furchtbare Ge beitet er in schwehrer Müh, richt, das Jesum traf, und kämpfet im Gebete. und zittre! Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer Mel. Jesu, meines Lebens c. sieht dieß, und wird nicht D bestürzt? O schauervolle 100. mein Jefu, deffen Wuns den Heil und Leben uns ge Ståte! 3. Wohl mir! der Sohn bracht: ach, wie hart wirst des Höchsten hat für mich du gebunden, und Vers fich richten laffen. Gott, brechern gleich gemacht!! welch ein wundervoller Deiner bittern Feinde Tü Rath! Wer kann deincke Fennst du, und weichst Thun doch faffen? Ach! nicht zurücke; giebst mit da uns Fluch) und Racheledlem Heldensinn dich in drohn: da richtet Gott für ihre Bande hin. uns den Sohn, den er 2. Mehr als zwölf der uns selbst gegeben. Nun Legionen, die um deines jauchze Seele! Du kommst Vaters Thron, in dem nicht in Gottes schreckli- Licht des Himmels woh nen, und Begräbniß Jesu. nen, stehn bereit, o Men du der frechen Schaar; schensohn, wann duwinkst, wehrst dem Schwerdte did) zu befreven, und die deines Freundes, heils Feinde zu zerstreuen: doch die Wunde deines Fein ben allem ihrem Grimm des; nimmst die Bande winkst du nicht den Sewillig an, du, der Böses raphim. nie gethan! 3. Du bist selber reich 6. Edel sind fie, deine an Stårke, die auch hier Bande, und Denkmale sich nicht verlohr: aber im deines Ruhms. Deinen Erlösungswerke geht Ge Feinden sind sie Schande, duld der Allmacht vor. bir ein Schmuck des Heia Wolltest du ein Wort ligthums. Denn du trugfE nur sprechen; deine Ban- fie unverschuldet: alles, de würden brechen, und was du, Herr, erduldet, der Feinde große Zahl littest du, uns zu befreyn, stürzte deiner Gottheit und ein Retter uns zu Strahl. seyn. 97 4. Doch sie liegen schon 7. Dank dir für so große zur Erden, hingestürzt Güte! Zeige sie an mir durch dein: Ich bins; aufs neu, und befreye daß sie selber Zeugen wer- mein Gemüthe von der den deines edlen Helden- Sündenfklaverey, daß die finns. Niemand nimmt Welt mich nicht verstricke, von dir dein Leben: du böse kust mich nie berücke, willst selbst es für uns ge auch des Satans Arglift ben; und, vom Fluch uns nie mich ins Nege wieder zu befreyn. weder Schmachzieh. noch Bande scheun. 8. Soll ich einst den 5. Treuer Bürge, un- Ruhm erlangen, daß ich, fertwillen streckst du deine deines Geistes voll, in Hånde dar; Gottes Rath- Bekenner Fesseln prane schluß zu erfüllen, schonest gen, beinetwegen bulden soll; 98 Von dem Leiden, Tod foll: dann stårk auch insgekrönt, in Königskleidern meinem Leiden mich dein ausgehöhnt, stand er vor Geift, der Geist der Freu feinen Feinden. ben, daß ich meinem Glau 4. Den Heiden, der sein ben treu und ganz uner- Richter war, ergriff ein schrocken sey. menschlich Schrecken; er ftellt ihn seinen Brüdern Mel. Herr Jesu Christ, ich c. dar, ihr Mitleid zu er IOL. Seht, welch ein wecken. Seht, welch ein Mensch! Wie Mensch! Ich kann ihn lag so schwehr auf ihm die nicht verdammen, denn die Laft der Sünder! Wie Unschuld spricht zu mache unaussprechlich duldet er tig für fein Leben. für euch, ihr Menschen- 5. Vergeblich, ach! vers Finder! So leiden sah von geblich war die Mensch Anbeginn die Erde keinen lichkeit des Heiden; die je, als ihn, so wird auch aufgebrachte wilde Schaar feiner leiden. fah Jesu Schmach mit 2. Der Sohn des Höch Freuden. Sein Tod be ften und selbst Gott, ein friedigt fie allein; sie stürm Helfer ein Gerechter, ten auf den Richter ein, ward frecher Miffethäter und schrien: er sterb am Spott, und seines Volfs Kreute! Gelächter. Wie ein Ver 6. Du denfest ohne brecher stund er da, ver Schaubern nie an dieses flagt, verläumdet! Wer Wort der Sünder; du ihn sah, der sah ihn mit sprichst: die Rache strafte Verachtung. fie, und straft noch ihre 3. Ganz unbegrångt war Kinder. Doch, Seele, ihre Wuth, den Heiligsten denkst du auch dabey an zu plagen. Bedeckt mit deine Sünden? Bist du Striemen und mit Blut, frey von Schuld am Tode zergeiffelt und zerschlagen, Jesu! mit einem Dornenkranz 7. Sieh, and Begräbniß Jefu. 7. Cieb, welch ein überwinde. Dann rufe Mensch! Er wird für dich du mir liebreich zu: denk, verschmåhet und zerschla- welch ein Mensch ich war! gen! Hör ihn, er spricht: Und du, du wolltest mich ich selber, ich muß det nicht lieben? ne Sünden tragen. Die Schuld ist dein! Durch Mel. Wenn meine Sind. meinen Tod, versöhn ich, 102.Seht Jefum den Sünder, dich mit Gott, Gerechten! und sterb um deinetwillen. Seht seine Schmach und 8. O hochgelobter Gote weint! Entehrt von Lasters tessohn, du Tilger meiner knechten, steht da der Mens Sünden, erhöht auf deischenfreund. Spott, Speis nes Vaters Thron, ach, chel und der Bosheit Wuth laß mich Gnade finden 1erduldet er, und büßet des Laß deines Todes Schmach Menschen Frevelmuth. und Pein Gerechtigkeit und Heil mir sepn um deiner Liebe willen! 2. Der göttliche Pros phete, durch den der Bas ter sprach; der nun ans 9. Ich schwöre, Welt- Kreug Erhöhte trägt wil erlöser, dir, und ewig will lig Spott und Schmach. ichs halten: so wahr du Jhr, die ihre seine Mars lebest, soll in mir nie deine tern seht, bedenkts: um Lieb erkalten! Dein Leiden euretwillen ward Jesus so und dein Tod soll mich, so geschmäht! lang ich lebe, Herr, an 3. Der Schönfte unter Dich und deine Lieb erin- Allen hat nichts, was uns gefällt. Wie blutend, wie 10. Lockt mich die Welt, verfallen, wie sehr ist er lockt Skisch und Blut mich entstellt! Von seinem bleis auf den Weg der Sünde; chen Angesicht fließt Blut: so růste mich mit Kraft doch ist er stille, und sucht und Muth, daß ich fie den Sreplern nicht. nern. 4 Die Von dem Leiden, Tod 4. Die Feinde, die ihn| Heil erwarb; und was er haffen, verfolgt er nicht noch gulegt gesprochen, eh mit Grimm: trågt, als ein ihm sein liebend Herz ges Lamm, gelassen der Wür- brochen; so bet ich ihn be ger Ungestum. Durch wundernd an: o möcht göttlich sanften Edelmuth ich thun, wie er gethan! befiegt er seine Leiben und der Verfolger Wuth. 2. O Jesu, der du une ter Schmerzen am Kreuk 5. Herr, laß mich wohl für deine Mörder batst, bedenken, was du für mich gieb, daß mit leicht ver gethan; und wann mich söhntem Herzen auch ich Leiden Frånken, erinnrelverzeihe, wie du thatst! mich daran, wie du die Die Rache sey dir über. auferlegte Last so willig laffen! Hilf, daß ich lie übernommen, so still ge be, die mich haffen! Vers tragen hast. gieb den Feinden ihre 6. Daß ich mich dir Schuld: gieb ihnen Reue, ergebe, im Glück, wie in mir Geduld. der Noth; nie deiner un 3. Laß mich die Buße werth lebe, das gieb, mein nicht verschieben bis auf Herr und Gott! Werd den legten Lebenshauch. ich dich einst als Richter Laß mich nur leben, dich fehn, so laß mich nicht zu lieben, so liebst du mich mit Schande vor deinemlim Tode auch, und nimmst Throne stehn! mich von des Kreußes Leis den zu dir ins Paradies der Freuden, damit ich, wie im Leben treu, auch In eigener Melodie. enn meine Seel 103 We den Tag beden nach dem Tode selig sey. tet, an welchem mein Er, 4. Wenn alles flicht, Iofer starb, und, ach! an weils übel gehet, halt ich Seel und Leib gefrånket, ben deiner Fahne Stand, mir durch sein Blut bas Wer unter deinem Kreuß hier 100 und Begräbniß Jesu. hier stehet, steht dort zul 7. Es ist vollbracht! Deiner rechten Hand. Laß Gott ist versöhnet! Du mich die Wittwen und rufft es laut vom Kreuß die Waisen, wie dein' und herab; und gehst, mit Ehr meine Brüder speisen; und und Preis gekrönet, bald wenn ich mir nicht helfen triumphirend aus dem kann, so nimm dich mei, Grab. Du hilfst, daß ich ner Nothdurft an. auch siegen werde, und geb 5. Wie sollt ich nichtlich einst der schndden Er die Sünde haffen, da um de, nach Gottes Willen, der Sünde wegen dich, gute Nacht, auch rühmen dich unsern Bürgen, Gott kann: es ist vollbracht! verlassen? Mir ist Gott 8. Mein Geist sey deiner nun nicht fürchterlich. Hand empfohlen, wann Wan ihn ein zornig Duns sich mein Haupt im Tobe kel decket, wann mich des neigt! Dann kommst du, Todes Schatten schrecket; mich dahin zu holen, erhört er mich, der glau wo ewig aller Jammer big spricht: Mein Gott schweigt. Ich weis, du mein Gott, verlaß mich låffest meinem Glauben nicht! nicht die verheißne Krone 6. Du riefft: mich dür- rauben, und führst aus ftet! als dein Schmach- irdisch kurzer Pein mich ten, dein Leiden unauszu des Himmels Freuden sprechlich war: fie aber, ein. deine Feinde, brachten dir ach! nur herben Effig dar. Mel. Wie wohl ist mir, o 20. Soll ich den Kreußfeldh trinken müssen, so wirft 104. Pomm, laß uns Jesum sterben du ihn schon hier versüßen, sehen, mein Hers! Sieh bis du mich dort, o Lebens hin nach Golgatha, auf fürft, mit Wollust ewig deffen fürchterlichen Höhen tránken wirst. einst Gottes größtes Werk G 3 gen Von dem Leiden, Tob geschah. Erwåg an die dieß Wort mir Troft ver. sem heilgen Orte des fters leihn! Der, als der Tod benden Erlösers Worte, schon um ihn schwebte, und rufe Gott im Glaubie Seinen noch zu schützen ben an. Sie können dir strebte, wird auch der Mei. viel Troft im Leben und nen Pfleger fenn. einst noch Troft im To 4. Frohlockt, bußfertige de geben, wenn hier dich Verbrecher! Wer glaus nichts mehr trösten Fann. bet, kommt nicht ins Ges 2. Geduldig bey den richt. Hört, was zu dem größten Schmerzen, nimt gebeugten Schächer der er fich seiner Feinde an, Mund der Liebe sterbend und ruft mit sanftmuths spricht: du wirst, so ruft vollem Herzen: sie wis er ihm entgegen, noch heu fen nicht, was sie gethan. te, deines Glaubens wes Der göttliche, der größte gen, mit mir im Paras Beter fleht liebreich noch diese senn! O Herr! laß für Missethäter, Werk an des Todes Pforte einst zeuge seiner Pein und diese troftesvollen Worte Schmach. Menfch, wenn mich auch im letzten Kampf dich Rach und Zorn ver- erfreun. führen, laß dich durch die 5. Wer kann die hohen fes Benspiel rühren, und Leiden faffen, als Christus bete deinem Heiland nach. an dem Kreuge rief: mein 3. Welch Beyspiel kind. Gott, wie hast du mich lich frommer Triebe, als, verlaffen! Wie beuget ihn unter Leiden ohne Zahl, der die Last so tief, die unfre Herr dem Jünger seiner Sünden auf ihn brach Liebe die Mutter sterbend ten! Vor Angst und Pein noch empfahl! Ach! wird müßt er verschmachten, mein Aug einft um die wår Gott nicht seine Zu Meinen in meinen legten versicht. Herr, der für Stunden weinens so soll mich zum Tod gegangen, für 162 und Begräbniß Jefu. 103 für mich verlaffen da ge- les ist vollbracht! es ift hangen, mein Herr und vollbracht! Gott, verlaß mich nicht! 8. Das legte Wort aus 6. Der Herr des Him deinem Munde, Herr Jes mels und der Erde, von su, soll auch meines seyn! allem Labsal jest entblößt, Laß es in meiner Todes wünscht, daß sein Darft ftunde mit Muth und Zus gestillet werde. O Mensch, versicht verleihn! Du rue der dich so theur erlöst, fest: Bater, ich befehle in der Heiland rufet dir noch deine Hände meine Seele, heute im Armen, den an die allen Menschen Heil deiner Seite auch Hun erwarb. Nun war das ger, Durst und Mangel große Werk vollendet, brückt. Oselig, wer den wozu der Vater ihn gesen Ruf erfüllet! Denn wer det, da neigt er sanft sein des Armen Mangel stil Haupt und starb. let, der hat den Heiland selbst erquickt. 9. Mensch, kannst du ohne fromme Bähren ben 7. Nun enden sich die Heiland Gottes sterben schwehren Leiden; der Hei- sehn? Mußt du ihn nicht land spricht: es ist voll mit Freuden ehren, und bracht! O Wort des willig seinen Ruhm ere Sieges! Wort der Freu. höhn? O weine fromm • den! Du nimmst dem To- bey seinen Plagen, und de seine Macht. Heil uns! fröhlich sieh ihn nach drey Wer darf es nun wohl Tagen aus seinem Grabe wagen, uns, die Erlösten, auferstehn! Und wenn ihn zu verflagen? Der Frie- Spotter hier entehrten, de ist mit Gott gemacht. Dort wirst du ihn, als den Gieb, daß am Ende mei- Verklärten, zur Rechten ner Tage auch ich, oseines Vaters sehn. Herr, mit Freuden sage: 34 Mel Von dem Leiden, Tod 105. Tag Mel. Keinen hat Gott zc. deines Sohnes Tod. Wen ag, der den wir die Sünden haffen, Ueberwinder und glaubend zu ihm fliehn, des Todes sterben sah, als willst du die Schuld erlaf er die Welt voll Sünder sen, und gnädig seyn durch erlöst auf Golgatha! Wie ihn. zürnend auf die Sünde 5. O wundervolle Gate, zeigst du den Richter mir! wie wirst du gnug verehrt? Wie gütig, wie gelinde Wie faffet mein Gemů erwies sich Gott an dir! the ganz dieser Wohlthat 2. Gott ist ein ernster Werth! Wie richt ich Racher, ist heilig, ist gemeine Triebe, Gott, ihre recht: vor ihm schützt den werth zu seyn, mich ewig Verbrecher nicht Anfehn, deiner Liebe in deinem nicht Geschlecht. Vom Sohn zu freun! Himmel, wo er wohnet, 6. Wenn noch die Luft kommt er einst zum Gezu Sünden mich zu vers richt, voll Majestät, und führen droht: hilf mir sie fchonet der Uebertreter überwinden durch deines nicht. Sohnes Tod! Lehr mich 3. Der seinen Sohn, die Sünde meiden, weil er als Bürgen, für uns gegestorben ist. Mir predis nugthun hieß, der seinen ge sein Leiden, Gott, wie Sohn erwürgen, am gerecht du bift! Kreuß erwürgen ließ: der 7. Und deine Lieb er Fann nicht seinem Knechte fülle mein Herz mit Dank die Missethat verzeihn: barkeit! Gehorsam sep tönnt' er sonst der gerechte, mein Wille, mein Thun der ernste Richter senn? Rechtschaffenheit! Fromm 4. Doch soll der Sünlehr mich seyn mit Freu Der leben! Erbarmungsben, weil er gestorben ist! voller Gott! Du kannst, Mir predigte sein Leiden, Du willst vergeben durch wie gütig, Gott, du bist! Mol und Begräbniß Jefu. 05 Mel. In allen menen Thoten st. selbst zu lieben, wie du, 106. Jefu, mir zumder für sie bat. Ich will Segen, gehst des Lebens Plagen getroft du dem Tod entgegen mit und willig tragen; und göttlich hohem Sinn. Dusthun, wie mein Erlöser gehst, daß ich nicht ster that. be, noch ewiglich verder6. Nie will ich wieder be, zum allerschwersten schelten; nie Spott mit Tode hin. Spott vergelten, nie, wenn 2. Mich hast du theur ich leide, drâun; wie erworben, da du für mich du, gelassen dulden; dem gestorben: ich bin dein nächsten seine Schulden, Eigenthum. Mich danks wie du, von Herzensgrund bar zu erweisen, soll Seel verzeihn. und Leib dich preisen, und 7. Von Sünden will dir gehorchen sen meinlich lassen, und fortan alRuhm. les haffen, was, Jesu, B. Es soll dein Tod und dir misfällt: nur dir, Herr, Leiden, bis Leib und Seele will ich leben, so wirst du scheiden mich trösten und einst mir geben die Freu erfreun; er soll von mei- den jener bessern Welt. nen Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft Mel. Keinen hat Gott ic. zur und Wunden 4. Dein Beyfpiel fou 107.Der du voll Blut mich lehren den Rath des für uns am Kreuße starbst, Höchsten ehren, und thun, und unsern letzten Stun was er gebeut. Nicht den den größten Trost er meinen eignen Willen, warbst; der du dein theu nur seinen zu erfüllen, ift res Leben, noch eh ich meine Pflicht und Selig war, auch mir zur Ret Feit. tung hingegeben: mein 5. Als Christ will ich Heil! wie dank ich dir! mich üben, die Feinde s 2. Ents Von dem Leiden, Tod 2. Entblößt von allem der Ewigkeit verschafft. Reige, der Menschen wohl gieb an dieser Gnade gefällt, hiengst du an deis auch mir im Glauben nem Freuße, ein Fluch Theil: so wird mein Sees vor aller Welt. Da folgte lenschade durch dich, Er Schmerz auf Schmerzen, löser, heil. da traf dich Schmach auf 6. Soll ich, o Herr, Schmach; schwehr lagleinst scheiden, o so verlaß auf deinem Herzen Angst, mich nicht: sey du in To die das Herz dir brach! desleiden mein Trost, mein 3. Mein Heil! Was Heil, mein Licht! Wann bu erduldet, das war auch mir am allerbångsten wird meine Last; ich habe mit- um das Herze seyn, dann verschuldet, was du getra- reiß mich aus den Aenggen haft. Sieh gnädig sten, Fraft deiner Angst auf mich Armen, der Zorn und Pein. verdienet hat, und hilf 7. Dann laß mein gan mir aus Erbarmen von zes Hoffen in die Erfüls meiner Missethat. lang gehn, und mich im 4. Auf dich will ich Geiste offen, Herr, dei stets sehen mit aller Zunen Himmel sehn. Mit versicht: wohin sollt ich freudigem Entzücken will sonst gehen? Verwirf nur ich dann glaubensvoll, du mich nicht! Wo sollt mein Heiland, nach dir ich Ruhe finden, wenn du blicken. Wer so stirbt, mich, Herr, nicht liebst? der stirbt wohl! Wo Reinigung von Sun108.11 den, wenn du sie mir nicht Mel. Herzlich lieb hab ich u. giebst? m Gnade für 5. Du haft uns durch die Sünderwelt Dein Leiden zur Tugend fileht Jesus blutend u. ents Muth und Kraft, in Trüb. stellt vom Grimm verruch fal Trost, und Freuden ter Rotten. Er fühlet zwar Der und Begräbniß Jesu. 1:57 der Feinde Wuth, die, noch schonet; daß er fo nicht gesättiget von Blut, liebreich ihrer denkt, und am Freuß ihn auch ver- ihnen Frift zur Buße fpotten. Doch sieht er mit schenkt, eh nach Verdienst erhabnem Blick von ihnen er lohnet; daß ich noch weg, auf den zurück, den frölich sagen kann: auch diese Schaar in ihm ent- mich, mich Sünder, nimmt ehrt; ruft, daß es Erd und Gott an! hast du durch Himmel hört: vergieb, o deiner Fürsprach Kraft, Gott, und führe nicht sie mein treuer Heiland mir ins Gericht; das, was sie verschafft. DJesu Chrift! thun, verstehn sie nicht. Mein Herr und Gott! 2. Erstaumend feh ich Vertritt bu mich bis an diese Huld. Wie mitleids- den Tod. voll ist die Geduld, die 4. Wird je mein Hers Mördern so begegnet! vom Trofte leer, weil Ihr, die ihr euren Hei- meiner Sünden fürchtbar land ehrt, fühlt seiner Deer aufs neue mich erGroßmuth hohen Werth, schrecket: o dann versichre die selbst die Feinde segnet. mich aufs neu, du stehest Er hat, durch segnendes mir als Mittler bey, der Gebet, auch uns ein ewig meine Schuid bedecket. Heil erfleht. Er sagt auch mein Geift blickt glaus uns, zu unsrer Ruh, Er- bensvoll auf dich. Sen du barmen und Vergebung mir nur nicht fürchterlich! u. Herr Jesu Chrift! Und schließt fich meine Gelobt seyft du für deinen Pilgrimschaft, so stärke Tod! Gott ist durch dich mich mit neuer Kraft. noch unser Gott. Herr Jesu Christ! Der 3. Daß Gott mit Lang legte Kampf wird mir muth und Geduld, auch versüßt, wenn du mein felbst ben sehr gehäufter Troft im Tode bift. Schuld, der Sünder den deng 5. Den Von dem Leiden, Tod 5. Den sanften liebes- felig ist, wie selig ist der vollen Sinn, daß ich ein Mensch, dem du ein Heis Freund der Feinde bin, land biſt! floß, Herr, in meine Seele! Gieb, daß mein christlich- Mel. Fren dich sehr, o meine u. sanftes Her;, bey unverdientemHaß und Schmerz, 109 Heute, fprach mein Heiland, heute, Die meine Sach empfehle. an sein blutig Kreuß er Besänftige mein reges höht, da ein Sünder, ihm Blut; und flammt des zur Seite, fterbend noch Bornes wilde Glut mein um Gnade fleht; heute, Herz zur Rachbegierde an: so betheur ich dir, heute oso erinnre mich daran, noch folst du mit mir in Herr Jesu Chrift! wie du mein Paradies erhaben, am Kreuß durch dein Ge Theil an meinem Reiche bet selbst deinen Mördern haben. Gnad erfleht! Es 2. Theures Wort aus Jefu Munde, fest versies 6. Mich tröste dein Vergelt durch sein Blut! In föhnungstod! bilde der finstern Todesstande mich dein Geist, mein giebst du Freudigkeit und Gott, daß ich dir ähn Muth. Wann der Chrift lich werde! zeuch mich, nun scheiden soll, bleibt er O du erhöhter Held, zu dir fester Hoffnung voll, sieht hinauf vom Dienst der die Nacht in Licht vers Welt, zum Himmel von wandelt; weis gewiß, we der Erde! Du bist der Dei hin er wandelt. men Schußpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen 3. Ohne Zagen kann er wir; so wollen wir uns sterben, seine Seele stirbt Deiner Pein, und deiner ja nie. Ihr droht nicht Sürsprach eroig freun.Inur kein Verderben, auch Derr Jefu Chrift! Bie fein Schlaf betäubet fie, TOD und Begråbniß Jefu. wo sie erst aus langer folgt dann seiner Seele Nacht nach Jahrhunder von der Erden hin vor ten erwacht: nein, fie soll Gott, sein Lohn zu wers zu neuem Leben, scheidend den. noch, empor sich heben. 7. Nun auch ich, o Herrs 4. Theures Wort des befehle, wann ich kaum ewgen Lebens, troftest du noch lallen kann, die durch mein brechend Herz; oldich erlöste Seele deinen dann ångstet ganz verge- treuen Händen an. Und bens meinen Geist der du, Heiland, stårkest mich, Trennung Schmerz. Er rufeft mir auch zu, daß ich finkt nicht in Finsterniß; noch am Tage, da ich ster denn wahrhaftig und gerbe, deine Herrlichkeit ers wiß ist das Wort des erbe. treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. 8. Ja, noch an dem selben Tage geh ich in den 5. Herr, nun fühl ich ab- Himmel ein, los von aller jufcheiden eine heitge Luft Furcht und Plage, Herr, in mit: dort sind unbe ben dir daheim zu seyn. fleckte Freuden, aber Müh Hier genieß ich deines und Elend hier. Kein auch Lichts, bis der Tag des noch so frühes Grab kür Weltgerichts auch die zet mir das Leben ab: es Nacht des Grabes ensoll nur, frep von Be- det, und die Seligkeit schwerden, zeitiger veredelt vollendet. werden. 6. Selig, furchtlos, Mel. Ein Lämmlein geht zc. rein von Mängeln, ja von ITO.Entreiffe dich, mein nun an selig ist, brüderganger lich begrüßt von Engeln, Welt und ihren Freuden: der im Herrn entschlafne eil zu dem Todeshügel hin Christ. Was sein Glaubelund siehe Jesum leiden! je gethan, jedes gute Werk Ihr Himmel, welch ein Mens tape Von dem Leiden, Tob Mensch ist das! Gequält Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. aus unverdientem Haß, müthe, und bete büßt er für fremde Schule III. Frohlocke, mein Ge den. Er, der die Todten Gottes Güte in deinem auferweckt, muß nun, mit Heiland an. Was felbft unden überdeckt, den der Engel Schaaren zu Tod der Mörder dulben. thun nicht fähig waren, 2. Geduldig fiehet er das hat des Menschen fein Blut in vollen Stro- Sohn gethan. men fließen, fleht für die 2. Schau hin, wie der Frevler, die voll Wuth, Gerechte, für uns, der es im Triumph vergießen. Sünden Knechte, den bits Schau! jest umhüllt ihn tern Zornfelch trinkt; wie tiefe Nacht: und hör, er nun, am Ziel der Lei ruft: es ist vollbracht! den, beym schmerzenvol und senkt sein Haupt nun len Scheiden, sein heilig nieder. O meine Seele, Haupt im Tode sinkt. freue dich! Dir gab, der 3. Wir Sünder solten hier am Kreuß erblich, sterben; Fluch lag auf das Recht zum Himmel Adams Erben; Fluch auf wieder. der fündgen Welt: doch) 8. Der Herr hat deine er kam uns zu gute, und Miffethat, den Fluch für gab mit seinem Blute für dich getragen. See uns ein ewges Lösegeld. le, deine Sünde hat den 4. Kein Freund meint Frommen so zerschlagen. es mit Freunden so treu, Durch ihn nimmt dich als es mit Feinden er, une der Vater an; die Wun- ser Mittler, meint. Preis der seiner Güte fann ihm, dem Ueberwinder! Lein sterblich Lied erheben. Nun sind wir Gottes Doch hört er unsre Lieder Kinder, mit Gott versöhnt gern; Anbetung, Preis durch unsern Freund! und Dank dem Herrn, der uns sein Heil gegeben! Mel. und Begräbniß Jefu. Mel. Wer nur den lieben c. Kreute hangen, ber uns 112, I12. Es ist vollbracht, vom ewgen Tod befreyt! ruft nach dem Er, den mir Gott zumi Leiden des sterbenden Er- Heil gemacht, rief auch lösers Mund. Wort für mich: es ist vollbracht. Doll Troffs und heilger 5. D Herr, laß mich Freuden! Du machst mit nun auch vollbringen, was die Erlösung kund. Das wahre Dankbarkeit bes große Opfer ist geschehn, gehrt. Laß nach der Hei das Gott auch mir zum ligung mich ringen, dazu Heil ersehn. dein Tod mir Kraft ges 2. Mein Jesus stirbt. währt. Er stårke mich, Die Felfen beben; der daß meine Treu und Bef Sonne Schein verlieret ferung vollkommen sey. sich; in Todte dringt ein 6. Du, der du dich neues Leben; der Heilgen für mich gegeben, o Jesu, Gråber öffnen sich; der laß mich eifrig seyn, zu Borhang reißt, die Erde deinem Dienste ganz zu Fracht, und die Versöh- leben, und keine Schmach nung ist vollbracht. daben zu scheun. Dein 2. Wie viel, o Herr, Dienst, mein Heiland, hast du vollendet, als dir sey mein Ruhm; denn ich das Herz im Tode brach! bin gan; dein Eigenthum. Du haft den Fluch hin 7. Soll ich, bey dir er weggewendet, der auf der gebnem Herzen, auch hier Welt voll Sünder lag. durch manche Trübfal Für uns hast du genug gehn; und hat mein Gott gethan; Gott nimmt uns gehäufte Schmerzen zu nun noch gnädig an. meiner Prüfung auser 4. Neßt, fromme Thrå- sehn: so laß auch mich nen, meine Wangen! Voll den Troft erfreum: es Glaubens und voll Dank- kommt das Ende meiner barkeit fieh, Seele, den am Pein. 8. Fühls riy Von dem Leiden, Tod 8. Fühlt einst mein Hersbracht: der, den sein Volk des Todes Schrecken, erwürgte, der hat es gang dann, Herr, erleichtre mir vollbracht. die Laft. Laß mich den Trost 6. O du, der mich vers auch sterbend schmecken, söhnte dem Richter aller daß du den Tod besieget Welt! Du haft das Heil haft; so geh ich in des der Erde allmächtig her. Grabes Nacht mit Siegs gestellt. gefang: es ist vollbracht! 7. Nun wohnt in ew gen Frieden das mensch Mel. Christus der ist mein 2. liche Geschlecht; und du mit 113.Die Sonne stund regierst die Volker verfinstert, der Wahrheit und mit Recht. Mittag ward zur Nacht; nun hatt' er überwunden, und sprach): es ist voll bracht! 8. Du kommst und führst die Deinen in deines Vas ters Reich; und machst an Heil und Würde sie deis nen Engeln gleich. 2. Der Erde furchtbar Beben hob das Geburg 9. Wie herrlich ist dein empor, und Todte Got Name! wie groß ist deis tes giengen aus ihrem Grab hervor. ne Macht! Preis dir und Dank und Ehre, daß du dein Werk vollbracht! 3. Den Todesüberwin der umgab des Grabes Nacht; und Gottes En 10. Laß mich dein Beye spiel stärken, daß ich im gel jauchzten: er hats, er Glauben treu und stands hats vollbracht! haft in der Liebe bis an 4. Das Opfer für die mein Ende sen. Sunde ist dargebracht vor 11. Darf ich den Tod Gott! Es starb! Und Heil noch fürchten? Herr, meie und Leben wird aller Welt nes Lebens Kraft! Auch sein Tod! ich werd überwinden durch 5. Nun wird kein Opfer dich, der Hülfe schafft. wieder in Ewigkeit gesl 12. Du und Begräbnis Jesu. 113 12. Du führst mich hin 6. Jhr, die die Welt zum Ziele: vollbracht ist gefeffelt hålt, nun mein Lauf! nimmt in seine Hände auch mich dein Vater auf. zagt nur Dann vor der Verwesung! Fcd), ich hoff in Chrifto einft meines Leibs Erlösung. Mel. O Traurigkeit, o 2c. 7. Nicht ganz verdirbt mein Leib, der stirbt; er H4. So fhlummerfi wird einst auferstehen, und du in stiller mit Himmelsglanz verklärt Ruh, der du für uns ge- aus dem Grabe gehen. storben, uns am Kreuß in 8. So sink ins Grab, fchwehrer Müh ewigs Heil mein feib, hinab! Ich erworben! will mich drum nicht fråns 2. Du bist erblaßt, ofen, sondern, Jesu, mir Herr, und hast doch in zum Trost, an dein Grab dir selbst das Leben. Gleich gedenken. als Sterbliche, hålt dich nun ein Grab umgeben. In voriger Melodie. 3. Doch Heil sey mir! Herr, du willst hier nicht 5.Am Kreuß erblaßt, der Marterlast, die Verwesung sehen, son- der Toderqualen můde, dern bald aus eigner Kraft findet mein Erlöser nun aus dem Grabe gehen! in dem Grabe Friede. 4. Ich weis, du wirst, 2. Ein heilger Schmerz mein Lebensfürst, auch durchdringt mein Herz und meinen Staub erwecken. Herr, was kann ich sagen? Sollte denn mein glaubig Nur an meine Brust kann Herz vor dem Grab erich tiefgerühret schlagen. schrecken? 3. Du schüßeft mich, 5. Hier werd ich einst, und über dich gehn aller bis du erscheinst, in sanf Trübfal Wetter. Sterben tem Frieden liegen. Denn wolltest du für mich), eine durch deinen Tod kann ich ziger Erretter! Tod und Grab besiegen. h 4. D# Von dem Leiden, Tod zc. 4. Du hafts gethan. Erwerber meines Heils Dich bet ich an, du König wird mirs einst erflåren. der Erlösten! Dein will 7. Allmächtig rief er, ich im Tode mich glau- der entschlief, den Todten: bensvoll getroffen. fie erstanden! Leicht ent5. Es ist vollbracht, reißt der Lebensfürst sich riefst du mit Macht! Du des Todes Banden. zeigst, daß du dein Leben, 8. Das finstre Thal mein Versöhner, göttlich will ich einmal durchwan. fren, habeft hingegeben. beln ohne Grauen. Denn 6. Hochheilge That! durch dich, Erlöser, ists mir Des Höchsten Rath will der Pfad zum Schauen. ich in Demuth ehren. Der 314 XII. Von der Auferstehung Jesu. Mel. Vom Himmel hoch da c.ler lebt und herrscht mit Konig und dein Freund. 116.Erinnre dich, mein Gott vereint, und ist dein Geift, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt im Gedächt niß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sev ge. benedent, von nun an bis 2. Fühl alle Dankbar keit für ihn, als ob er in Ewigkeit! heute dir erschien, als 5. Glaube, der das spräch er: Friede sey mit Herz erhöht! Was ist der bir! So freue dich, mein Erde Majestät, wenn sie Geist, in mir. mein Geist mit der vers 3. Schau über dich gleicht, die ich durch Got und bet ihn an! Er mißt tes Sohn erreicht? Den Sternen ihre Bahn; 6. Vot seinem Thron, in Von der Auferstehung Jefu. 115 in seinem Reich unsterb- Gottes Sohn, sind wir lich, heilig, Engeln gleid), auch auferstanden schon. und ewig, ewig felig fenn; 12. Nie komm es mir Herr, welche Herrlichkeit aus meinem Sinn, was ist mein! ich, mein Heil, dir schul7. Mein Herz erliegt dig bin; damit ich mich, froh unter ihr; Lieb und in Liebe treu, zu deinem Verwundrung kåmpft in Bilde stets erneu. mir, und voll von Ehr 13. Er ists, der alles furcht, Dank und Vflicht, in uns schafft; sein ist das fall ich, Gott, auf mein Reich, sein ist die Kraft! Angesicht. Halt im Gedächtnis Jes 8. Du, der du in den sum Chrift, der von dem Himmeln thronft, ich soll Tod erstanden ist. da wohnen, wo buwohnst? Und du erfüllst einst mein Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Vertraun in meinem Sleifche dich zu schaun? 1173efus lebt, mit ihm auch ich. Tod, 9. Ich soll, wann du, wo sind nun deine Schre des Lebens Fürst, in Wol- lcken? Er, er lebt, und ken göttlich kommen wirst, wird auch mich von den erweckt aus meinem Gra- Todten auferwecken. Er be gehn, und rein zu dei- verklärt mich in sein Licht; ner Rechten stehn? dieß ist meine Zuversicht. 10 Mit Engeln und 2. Jesus lebt, ihm ist mit Seraphim, mit Thro das Reich über alle Welt nen und mit Cherubim, gegeben; mit ihm werd mit allen Frommen aller auch ich zugleich ewig herrs Beit, soll ich mich freun in schen, ewig leben. Gott Ewigkeit? erfüllt, was er verspricht; 11. Zu welchem Glück, dieß ist meine Zuversicht. zu welchem Ruhm erhebt 3. Jesus lebt, wer nun uns nicht das Christen verjagt, låstert ihn und thum! Mit dir gefreußigt, 2 Gote 116 Von der Auferstehung Jefu. Gottes Ehre. Gnade hat Du hattest, es zu laffen, er zugesagt, daß der Sün- Macht; Macht, wieder der sich bekehre. Gott dirs zu geben. Und darverstößt in Chrifto nicht; um liebte dich dein Gott, dieß ist meine Zuversicht. weil du, gehorsam bis zum 4. Jesus lebt, sein Heil Tod, dich haft für uns ist mein! Sein sen auch erniedrigt. mein ganzes Leben. Rei- 2. Du warst nur eine nes Herzens will ich seyn, kleine Zeit von deinem und den Lüften widers Gott verlaffen: er krönte streben. Er verläßt den dich mit Herrlichkeit, die Schwachen nicht; dieß Sterbliche nicht fassen. ist meine Zuversicht. Dein Kreuk, daran man 5. Jesus lebt, ich bin dich erhöht, verwandelt gewiß nichts soll mich sich in Majestät, denn du von Jesu scheiden, keinelgiengst aus dem Grabe. Macht der Finsternis, keine) 3. Gehaßt in deiner Nies Herrlichkeit, kein Leiden. brigkeit, warst du ein Ziel Er giebt Kraft zu dieser des Spottes, und zeigtest Pflicht: dieß ist meine Zu- doch zu gleicher Zeit an dir versicht. die Hoheit Gottes. Dein 6. Jesus lebt, nun ist Kreuzschien zwar der Welt der Tod mir der Eingang ein Gråul; doch sterben in das Leben. Welchen für der Feinde Heil, dieß Troft in Todesnoth wird ist die höchste Tugend.. es meiner Seele geben, 4. Dein Reich war wenn sie glaubig zu ihm nicht von dieser Welt, spricht: Herr, Herr, meis dein Ruhm nicht Mens ne Zuversicht. schen- Ehre. An Demuth groß, an Lieb ein Held, Mel. Es ist das Heil uns 2. und göttlich in der Lehre; 118. Freywillig haft du geduldig und von Sünden dargebracht für rein, gehorsam bis zum uns, o Herr, dein Leben. Kreuge Von der Auferstehung Jesu. 7 Kreuße seyn; dieß war, Mel. Früh morgens da die zc. Herr, deine Größe. 119.Gelobt, gelobt fev 5. Du starbst am Kreut; Jesus Christ doch war dir ja die Kraft der heut vom Tod erstan des Herrn gegeben. Du den ist! Ja heut verließ schafftest, daß der Blinde der Herr sein Grab, der sah; den Todten gabst du erst für uns sein Leben Leben. Du sprachst; es gab. Halleluja! 2. Er hat sein großes Werk vollbracht, und Heil und Leben uns gebracht. Er hat gesiegt im schwehs ren Streit, und lebet nun 6. Nun irren mich nicht in Ewigkeit. Halleluja! Schmach und Spott, noch 3. Denn, daß der Herr deines Kreußes Schanden. erstanden sey, das ist von Du bist mein Herr, du allem Zweifel fren. Das bist mein Gott; denn du leere Grab machts offens bist auferstanden. Du bist bar, in welchem er vers mein Heil, mein Fels, schlossen war. Halleluja! mein Hort, der Herr, 4. Auch macht erhabner durch dessen machtig Wort Engel Mund sein neues auch ich einst ewig lebe. Leben frölich fund. Die schwiegen Wind und Meer; und selbst der bösen Gei fter Heer gehorchte deiner Stimme. 7. Wir sind nun gött- Jünger sehen ihn, der lichen Geschlechts, durch lebt, und bald zum Hims. dich des Himmels Erben. mel fich erhebt. Halleluja! Dieß ist die Hoffnung dei- 5. Lebt Chriftus; was nes Knechts; in dieser will bin ich betrübt? Ich weis, ich sterben. Wie du vom wie herzlich er mich liebt. Tod erstanden bist, so und wenn mich alle Welt werd auch ich, Herr Jesu vergißt, verläßt mich doch Christ, durch dich einst nicht Jesus Christ. Halles auferstehen. luja! 6. Er 118. Von der Auferstehung Jesu. 6. Er nåhrt, er schüßt, für uns getödtet war, er troflet mich. Sterb ich, aus dem Grab gekommen. ſo nimmt er mich zu sich. Gelobet feyst du, Jesu Woer jegt lebt, fomm ich Chrift, daß du für uns ge auch hin, weil feines Lei- storben bist, und siegreich) bes Glied ich bin. Hal- auferstanden. leluja! 2. Dein Leben in der 7. Durch ihn bin ich majestát befestigt unsern mit Gott verföhnt, durch Glauben. Wer kann, ihn mit Gnad und Heil ge da dich dein Gott erhöht, Front. Mein banges Herz nun, Herr, den Troft uns ermanne sich! Gott und rauben, daß du für uns die Engel lieben mich. genug gethan, und Süna Halleluja! dern eine neue Bahn zum 8. Durch seiner Alufer- ergen Heil cröffnet. stehung Kraft vollend ich 3. Gott selbst, der dich meine Pilgerschaft; ich dem Grab entrückt, hat freu mich einst in seinem dem, was du gelehret, der Reich, und bin dort seinen Wahrheit Siegel aufge Engeln gleich. Halleluja! drückt; und dich als Sohn 9. Für solchen Trost, geehret: und deines Opfers du starker Held, mein hohen Werth hat er aufs Jesu, dankt dir alle Welt herrlichste bewährt, da er Wann wir dereinst dein dich auferwecket. Antlik sehn, soll dich ein würdgers Lied erhöhn. Halleluja! 4. Erstandner! ich frohs locke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und stegst, daß du auch mir Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. das ewge Leben gebeft; 120Bringt Preis und daß du auch mein Erret Ruhm dem Heiter fenft, und neue Kräfte land dar! Frohlockt ihm mir verleihst, mit Freuden alle Frommen! Er, der Gott zu dienen. 3. Mein Von der Auferstehung Jesu. XM119 5. Mein Herr, mein ihn, wann du nun erGott, hilf mir dazu! scheinst, zu deiner Freud Refreye mich von Sün- erheben. Laß dieses auch den. Laß mich für meine mein Erbtheil seyn; so Seele Ruh im Frieden werd ich ewig deß mich mit Gott finden! Und freun, daß du vom Tod pflanze deinen Sinn in erstanden. mir, damit ich), Gott ers geben, hier, als dein Er Mel. Nun freut euch, lieben 2c. lofter, wandle. 6.Dein ist das Reich; 121Ermuntre, Christ, den trågen Sinn; dein ist die Macht, Ver die Sonn ist aufgegangen. storbne zu erwecken. Du Eil zu dem Auferstandnen rufft einst, und der Grå- hin, ihn freudig zu em ber Nacht wird Todte pfangen. Denn aus des nicht mehr decken. Wiel Codes finsterm Thor bricht du, Herr, auferstanden der Gekreußigte hervor, der bist, so werd auch ich, o ganzen Welt zur Wonne. Jesu Christ! durch dich 2. Steh von dem Tod einst auferstehen. der Sünden auf! Erwach 7. O laß mich, weil ich zum neuen Leben; voll hier noch bin, im Glauben Eifers, einen neuen Lauf an dich, wandeln, und jeim Glauben anzuheben: Derzeit nach deinem Sinn, denn wie Gott Jesum und stets rechtschaffen han auferweckt, sollst du auch, beln; daß ich, wenn ich mit ihm auferweckt, im einst aufersteh, und dich, neuen Leben wandeln. des Todes Sieger, seh, vor dir dann nicht er schrecke. 3. Vergiß denn, was auf Erden ist! Denn sieh, dein Schaß ist droben. 8. Da, wo du bist, da so sen denn auch dein soll auch einst dein Jünger Herz, o Chrift, zu Jesu mit dir leben. Du wirst fiets erhoben. Forthin sey, 4 statt Von der Auferstehung Jesu. 120 statt der schnöden Welt, Satan, Welt und Sün der Himmel nur, was dir den! und durch die Siege gefällt, wo Jesus lebt und seines Bluts wirst du auch herrschet. überwinden, wenn du nur 4. In jeder Noth bleib männlich widerstehst; im unverzagt! Auf ihn wirf Glauben wacheft, betest, deine Sorgen! Der still flehst; dein eignes Fleisch ste Rummer, der dich nagt, beidhmeft. ist doch nicht ihm verbor- 8. Schreckt dich der letzte. gen; der Auferstandne hilft Feind, der Tod, auch den auch dir. Er, der versucht wirst du bezwingen, durch ist, gleich als wir, wird ihn aus aller deiner Noth Mitleid mit dir haben. hindurch ins Leben drin 5. Klag unverholen ihm gen. Er ist verschlungen in bein Leid. Du klagst es dem Sieg. Der siegreich nicht vergebens. Durch aus dem Grabe stieg, hat ihn hast du Gerechtigkeit, ihm die Macht genommen. und Hoffnung ewgen Les bens. Der so viel Qual Mel. Vor deinen Thron tret 2. für dich empfand, für dich nun ſtarb und auferſtand, 121. Dich bet ich an, era standner Held, wird deiner nicht vergessen. Erretter einer Sünders 6. Dich schrecke nicht die Welt, du, unsre Zuflucht Wuth und Lift und Menge für und für, froh huldigt deiner Feinde. Jhn, der meine Seele dir. ihr lleberwinder ist, haft 2. Um deinen Thron, der du zum treuen Freunde.jewig steht, glångt Wahrs Er hilft dir siegen. Ihm heit, Heil und Majestát: vertrau! Denn öffentlich ich nahe mich voll Zuvers trug er sie Schau im ho ficht zu dir; denn du vera hen Siegsgepränge. wirfst mich nicht. 7. Geh an den Streit voù vol festen Muths, mit 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöst hast du Von der Auferstehung Jefu. du auf ewig mich: fo 9. Der du für unfre wahr du selbst vom Him Seele wachst, sie zu dir mel kamst, dein Leben ziehst, und selig machst, gabst und wieder nahmfi! laß mich, mit freudigem 4. Wer ists, der mich ver- Bertraun, im Tod auf dammen kann? Ich glaub dich, Vollender, schaun! an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Mel. Du bist ein Mensch, daß ic. Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 123. Das Grab ist leer: des Höchsten <. Nun ist dieß erste Sohn verläßt der Todten Leben mir ein segenreicher Grüfte, und seiner Jüns Weg zu dir. So lang ger Jubelton bringt freuich hier bin, Herr, mein dig durch die Lüfte. Du, Heil, hab ich an deinem den der Engel Loblied Frieden Theil. preift, entreiffe, Heiland, 6. Zwar trifft noch man- meinen Geist, daß er dir cher Schmer; uns hier, heilig werde, den Neigun noch, o Erbarmer, sterben gen der Erde. wir! Doch du regierst, 2. Die Menschheit, Herr, und wir sind dein, und erlaubt mir nicht, mit dir ewig werden wir es seyn! empor zu steigen, bis dies 7. Ich weis, daß mein se schwache Hütte bricht. Erlöser lebt: o Trost, der Wird sich mein Haupt einft meinen Geist erhebt! Hieneigen: alsbann nimm, durch gestärkt, seh ich aufs nach vollbrachtem Lauf, Grab mit unerschrocknem auch mich in deinen Hims Aug hinab. Imel auf; nimm, Herr, an 8. Welch neue Welt meinem Ende, den Geist voll Seligkeit erwartet in deine Hände. mich nach dieser Zeit! 3. Doch soll ich einst, Da findet der verklártelo Gottes Sohn, in deis Christ das Heil, das un- nem Reich dich sehen, so aussprechlich ist. $ 5 muß 21 Von der Auferstehung Jesu. muß ich auf der Erdelleer, der Sieg ist sein, schon vom Tod auch auf und wir, o Jesu, wir erstehen. Der lebt nicht, sind dein! Halleluja! den die Lust der Welt und 2. Gelobet feyst du, ihre Pracht gefeffelt hålt: Jesu Christ, daß du vom nach Gott und Tugend Tod erstanden bist! Lob fireben, nur das heißt wirk- sen dir, Herr der Herrs lich leben. lichkeit, von Ewigkeit zu 4. Du auferstandner Ewigkeit! Halleluja! Menschenfreund! erweck in mir die Triebe, durch Mel. Ein feste Burg ist unser u. die man sich mit dir vers 125.Er lebt, o Freudens und lebt, die Liebe. Ich will, oder Heiland aller Sünder. Herr, dein eigen seyn; Der Feinde Heer erschrickt laß mich mit Ernst die und bebt vor seinem Uebers Sünde scheun: gieb sel- winder. Er firitt mit Hels ber Muth und Kräfte zum denmuth, und kämpfte bis Heiligungsgeschäfte. aufs Blut: durch seinen 5. So kann ich, als ein Kreugestod erwarb er uns wahrer Christ, jest lebensben Gott Vergebung un und einst sterben; und ein- frer Sünden. mal da, wo du, Herr, 2. Er lebt, des Vaters bift, vollkommne Freude ewger Sohn, erhöht zu seis erben. Dahin, mein Hei- ner Rechten. Er herrscht, land, hilf du mir; so bring und hilft von seinem Thron ich, ewig froh in dir, mit auch seinen schwachen deiner Frommen Menge, Knechten. Er lebt nun dir Lob und Dankgesänge. ewiglich, und ewig schütt Mel. Erschienen ist der ic. er mich: er thut mit stare ein Heiland lebt, ker Hand den Feinden 124 o Christenheit! Widerstand; sie können Wohl dir in Zeit und mir nicht schaden! Ewigkeit! das Grab ist 3. Er Von der Auferstehung Jesu. 123 3. Er lebt! Gott hat| Mel. Erschienen ist der ic. ihn auferweckt; Gott wird 126,& r ist erstanden, Was auch mich erwecken. Sterbliche am meisten der unser Trost und Heis schreckt, der Tod, kann land ist! Er ist nicht mehr mich nicht schrecken. Sein des Todes Raub; als Stachel ist dahin, da ich Sieger, tritt er auf den versöhnet bin. Der treue Staub. Gelobt sey Gott! Zeuge spricht: wer glaubt 2. Er hat erfüllt, was der stirbet nicht. Deß tröstler verhieß: eh er für uns ich mich von Herzen. das Leben ließ: drey Tage follen nicht vergehn, so werdet ihr mich lebend 4. Er lebt, der unbe zwungne Held: besingt, ihr Engelchore; besingt, ihr sehn! Er hats erfüllt! Völker in der Welt, des 3. Ich lebe, sprach er, Mittlers Ruhm und Eh und auch ihr sollt leben, re! Erhebt des Siegers Glaubige, mit mir! Ich Stimme Macht, der von dem Tod erwacht. Der unfern Tod ruft: verlaßt ihr Todten bezwingt, uns Leben wie eure Gruft, und folgt mir derbringt, und machtig für uns streitet. nach! 4. Er wirds erfüllen Jesus Chrift, der felbft s. Er lebt! o Christen, vom Tod erstanden ist: laßt uns heut frohlockend durch ihn ist unvergång. ihn erheben: laßt uns von lich Heil und neues Leben nun an jederzeit ihm wohl unser Theil, in Ewigkeit. gefällig leben. Wir find fein Eigenthum, erkauft zu seinem Ruhm. Sein wollen wir allein todt und lebendig seyn, und sein auch ewig bleiben. In voriger Melodie. 127.Der Herr hat als les wohl ge macht! Nun ist das große Werk vollbracht! Nun ist die 124 Von der Auferstehung Jesu. die Welt mit Gott ver- Freunde Leiden mit. Hals söhnt, und Jesus ist von leluja! Gott gekrönt. Halleluja! 2. Aus Liebe fandt' Gott Mel. Wie schon leuchtet der u. feinen Sohn, der litt von 128Triumph, Triumph und und Menschen Schmach und Hohn, und starb, stieg dem, der des Todes Macht aus dem Grab hervor, bezwang, und uns vom Staub erhöhte! Der und siegreich schwang er sich empor. Halleluja! hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und 3. Er hat auf Erden sie verschwand in helle Gott geehrt, gewandelt Morgenrothe. Bebet! fo, wie er gelehrt. Folgt, Gebet, stolze Spotter, Christen, Christi Lehr und unserm Retter Preis und Kath; thut, was er euch Ehre; glaubt an ihn und zum Fürbild that. Hal- seine Lehre. leluja! 2. Leer ist die Gruft, 4. Er, der sein Leben die ihn umgab. Sey mir für uns gab, für uns ver gegrüßt, mein künftig låst er auch sein Grab. Grab, du Wohnung erne Zerstört ist nun des Todes ster Stille! Nur wenig Macht, Unsterblichkeit ans Tage werdens seyn, o ſo so Licht gebracht. Halleluja! empfängst du mein Ge 5. Er ist im Himmel bein in deiner Schatten noch mein Freund; ich bin Hülle. Ewig felig wer als Glied mit ihm verden wieder diese Glieder eint: er, der versöhnend auferstehen, werden die für mich litt, fühlt seiner Verklärung sehen. XIII. Von Von der Himmelfahrt Jesu. XIII. Von der Himmelfahrt Jesu. Mel. Es ist das Heil uns ic. 129 Mit 4. Uns kommt es zu, lautem Schall daß wir der Welt uns frohlocken wir immer mehr entwöhnen; der Herr ist aufgefahren. stets lieben, was dem Wir sind zwar noch im Herrn gefällt; zu ihm Elend hier, und unter viel hinauf uns sehnen. VollGefahren: doch sinkt drum bringen wir so unfern unser Muth nicht hin; Lauf, so nimmt der Herr durch Jesum wissen wir, uns gnådig auf ins Reich) wohin uns unsre Wall- der ewgen Freuden. fahrt führe. 1. O Tag, an hoher 2. Das Leben ist ans Wonne reich, wann wirst Licht gebracht: der Him- du uns erscheinen? Du mel steht uns offen! Ihn macheft uns den Engeln schloß uns auf mit großer gleich, und stillest Leid und acht der Herr, auf den Weinen. O wohl uns, wir hoffen. Er hebt uns wenn in Ewigkeit uns einst zu sich empor; doch nun das höchste Gut er. will er, daß wir hier zuvor freut! O Gott, schenk auf seinem Pfade wanuns solch Leben! deln. 125 3. Wer den nicht geht, Mel. Wenn mein Stündlein c. wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer ihm nicht folgt, 130.Gen Himmel fuhr mein Heiland dem wird auch er den auf, um Gaben zu ems Himmel einst verschließen. pfangen. Zu ihm blickt Wer wünscht, im Himmel nun mein Geist hinauf einzugehn, der laß in sei- mit freudigem Verlangen. nen Thaten sehn, sein Da, wo mein Schag ist, Wandel sey im Himmel. ist mein Heri; es schwingt 126 Von der Himmelfahrt Jefu. zu ihm sich himmelwärts] 4. Sein sind die Vol von dieser eitlen Erde. Fer aller Welt; er herrscht, 2. Ach Herr! verleihe der sieggewohnte Held; du mir Kraft, nach deinemler herrscht, bis unter seis Reich zu ringen. Dein nen Fuß der Feinde Heer Geist, der Gutes in uns sich beugen muß. schafft, helf uns den 5. Er schüßet seine Chris Stampf vollbringen, und ffenheit, erhält sie bis in führ am Ende dieser Zeit Ewigkeit; er ist ihr Haupt: uns dann in jene Ewig- lobsinget ihm! teit, zu deinen Himmels freunden. Lobfinget ihm mit hoher Stimm! Mel. Vom Himmel hoch da ic. 6. Ja Heiland! Wir erheben dich: und unfre Herzen freuen sich der Jefu Jun Herrlichkeit und Majestät, ger, freuet euch! dazu dich Gott, dein Gott Der Herr fährt auf zu erhöht. feinem Reid), er trium- 7. Wohl nun auch uns! phirt. Lobfinget ihm! Denn, Herr, bey dir steht Lobfinget ihm mit hoher Kraft und macht, und dein Stimm! find wir. Nimmst du dich 31.[ uf! 2. Sein Werk auf Er- unser hülfreich) an: was den ist vollbracht; zerstört sts, das uns gebrechen hat er des Todes Macht; kann? er hat die Welt mit Gott 8. In deiner Hand ist verföhnt, und Gott hat unser Heil. Wer an dich ihn mit Preis gekrönt. glaubt, dem giebst du Theil 3. Weir, über alle Him am Gegen, den du uns mel weit, geht seine Macht erwarbst, als du für uns und Herrlichkeit; ihm dies am Kreuze starbst. nen selbst die Seraphim. 9. Ozieh uns immer Lobsinget ihm mit hoher mehr zu dir; hilf uns, mit Stimm! eifrigfter Begier, nach dem nur Von der Himmelfahrt Jesu. 127 nur trachten, was dort Wer hier nun an ihn ist, wo du, verklärter glaubet, ihm folgt, und Heiland, bist. treu ihm bleibet, der wan10. Dein Eingang in delt Himmel an. die Herrlichkeit stark uns in unfrer Prüfungszeit, 3. Nur dort, nicht hier auf Erden, ist unser bestes nur dir zu leben, die zu Theil. Um felig einst zu traun, bis wir dereinst werden, erwarb der Herr dein Antlig schaun. uns Heil. Erlöfte, macht 11. Dann wird sich euch auf! Wo Jesus hin. ewig unfre Seel in dir er- gegangen, dahin blickt mit freun, Immanuel! Dann Verlangen! Dahin geh fingen wir von deinem euer Lauf! Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. 4. Herr! hilf uns eifrig ringen nach jener Herrlich keit. Laß unsern Fleiß ges Mel. Von Gott will ich nicht z.lingen, und stårk uns in 132.Mein Jefus tri- dem Streit. Laß uns in umphiret, und dieser Welt im Glauben nimmt den Himmel ein.lan dich wandeln, so dens Er hat sein Werk vollfüh: ken und so handeln, wie ret, vom Fluch uns zu dir es wohlgefällt. befreyn. Die hohen Se5. Was sind der Erde taphim empfangen ihn mit Freuden? Wie bald sind Freuden nach überstand sie dahin! O hilf uns als nem Leiden. Lobsingt, les meiden, was hier noch) lobsinget ihm! unsern Sinn vereitelt und 2. Wohl uns, die auf uns stört, auf deinen Ruf ihn hoffen! Nun Jefus zu achten, und nur nach triumphirt, fteht uns der dem zu trachten, was ewig Weg auch offen, der zu Heil gewährt. dem Himmel führt. Er 6. Sen du selbst unser selbst, er macht uns Bahn. Leiter in unsrer Prüfungs zeit; 128 Von der Himmelfahrt Jesu. zeit: und bring uns im- du bist unser Fleisch und mer weiter zu deiner Herr- Blut, bist unser Troft lichkeit; bis diese Zeit vor und höchstes Gut! Hale ben, bis wir dich, Heileluja! land, sehen, und freudig 5. Was uns gebricht, vor dir stehen, von allem ist dir bekannt; der Segen Kummer frey! ist in deiner Hand; von Feinem Frommen bist du fern; du siehst auf ihn, Mel. Erschienen ist der 2c. 133 Wir freuen uns, und hilft ihm gern. HalHerr Jefu Chrift, daß du zur Rechten Gottes bist. Dein ist 6. Sieh auf uns gnå die Macht, dein ist das dig allezeit, vom Throne Reich. Wer ist an Ma- deiner Herrlichkeit: und jeståt dir gleich? Halle- sieb uns Segen, Stårk luja! und Kraft, zu dieser unfrer 2. Umsonst, umsonst em Pilgerschaft. Halleluja! poret sich der Fürst der 7. Gen Himmel fuhrst Holle wider dich. Dein du als ein Held. Als Chron steht fest; der seine Herr und Richter aller liegt; durch deine Macht Welt wird dich dereinst ist er besiegt. Halleluja! der Erdkreis sehn. Laß 3. Du, unser triumphi uns denn freudig vor dir rend Haupt! Wie selig stehn. Halleluja! ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, fein 8. Dann triumphirt der Trost, sein Theil, sein Glaub an dich. Dann starker Schuß, sein ewig jauchzen wir dir ewiglich. Heil. Halleluja! Hilf uns iazu, Herr Jesu 4. Herr, unsre Hofnung Christ, der du zur Rech steht auf die; dir leben ten Gottes bist. Halleund dir sterben wir! Du, luja. pluja In Von der Himmelfahrt Jefu. 120 5. Erlöste, preift den Herrn, und rühmet all' Frommen! fährt Herrn! Er hat sein Werk gen Himmel, als ein Held: vollendet; deß müsse sich in Wolken fährt er aufs der Erdkreis freun! Er so wird er wiederkommen, fåhrt verklårt hinauf zulein Herr und Richter aller dem, der ihn gesendet, und Welt. nimmt die Himmel wies der ein 6. Dieß ist des Glaus bens Troft, verklårt ihn 2. Der Herr, nachdem einst zu schauen, und sets er heil und unvergånglich ner Liebe sich zu freun. Leben auf Erden an das Dieß ist des Glaubens Licht gebracht, den Weg Pflicht, ihm ewig zu vers zu Gott gelehrt, sich selbst trauen, und sich durch für uns gegeben, fährt auf Tugend ihm zu weihn. jur Rechten seiner Macht. 7. Wer sich des Heis 3. Er herrscht und hat lands schåmt, deß wird Gewalt im Himmel und auch er sich schåmen; den auf Erden, und uns hat er wieder ehr n, der ihn ehrt. das Heil verdient. Wer Laß uns das Heil von die fein Wort glaubt und hält und Gnad um Gnade neha soll nicht verlohren wer- men, Herr, dessen Herrs den: er hat die Welt schaft ewig währt! mit Gott verfühnt. In eigener Melodie. Christen 8. Ich bin ein irrend 4. Ihr Frommen, jauchst Schaf, du weißest mich dem Herrn, und preiset sei zurechte, und leitest mich nen Namen! Ihm dan nach deinem Rath; machst ken, das ist unsre Pflicht. mich vom Knecht der Welt Wir sind beglückt in ihm. zu einem deiner Knechte, Sein Wort ist Ja und und tilgest meine Miff that. Amen; und Gott ist unfre 9. Die Hoheit dieser Suversicht. sords Welt rührt einen Chri 3 sten 103 Von der Himmelfahrt Jesu. ften wenig: du fleideft ihn 3. Wie herrlich bist du, mit Ruhm und Pracht Herr, mein Heil! Ich Der Welt Geprång ist hab an deiner Klarheit nicht, zum Priester und Theil: für mich fährst du zum König bin ich durch gen Himmel. Du Hoher. dich von Gott gemacht. priester, gehst mit Ruhm 1o Ihm, dem Erlöser, für mich auch in dein Heis dankt! Er hat sein Wert ligthum: dir folg ich in vollführet. Froblock ihm, den Himmel. Volk der Christenheit! Zur+. Du, dessen Wort Rechten Gottes figt und die ganze Welt allmächs lebt er und regieret von tig schuf und noch erhält, Ewigkeit zu Ewigkeit. du Herr, durch den wir leben: fo lang ich wall im Mel. Kommt her zu mir 2c. Staube hier, soll sich mein roblock mein Herz dir 1358 weil Jeſus Chrift Staub empor erheben. mein vom zum Himmel aufgefahren 5. Entreiß durch deines ist, des Todes Ueberwins Geiftes Kraft, die alles der. Die Wolfe glångt allenthalben schafft, mein herab. Er schwingt sich Herz dem Tand der Erde: auf sie hin. Der Him daß ich mit Muth von deis mel fingt: Preis dir, du nem Thron Sohn Gottes Heil der Sünder! und des Menschen Sohn, 2. Des Himmels Herr, zum Kampf gestärket des Menschen Sohn wird werde. im Triumph auf seinen 6. Hab ich vollendet meis Thron vom Vater auf- nen Lauf, so nimm mich in genommen. Die Sera den Himmel auf, da ich phim und Cherubim er dich, Jesu, sehe: daß ich, niedrigen fich tief vor in deiner Herrlichkeit, von ihm; ihm jauchzen alle Ewigkeit zu Ewigkeit, vor Frommen. Deinem Throne stehe. XIV. Von Von dem heiligen Geist zc. 131 XIV. Von dem heiligen Geist, und seinen Gaben und Wirkungen. 136. Komm, heiliger deinem Dienſt beständig Geist, Herr und Gott! bleiben, die Trübfal uns Erfüll mit nicht abtreiben. Herr, deiner Gnade Gut deiner durch den' Kraft uns be Glaub'gen Herz, Muth reit, und fårk des Fleis und Sinn; dein brünfige sches Biddigkeit, daß wir Lieb entzünd in ihn'n. Der bte ritterlich ringen, durch du durch deines Lichtes Tod und Leben zu dir Glanz zu dem Glauben d ingen. Halleluja! Hals bersammlet hast das Volk leluja! aus aller Welt Zungen: dir sey es, Herr, zum Lob gesungen! Halleluja! Halleluia! un bitten wir 137.nun den heiligen Geift um den rechten Glaus 2. Du heiliges Licht, ben allermeist, daß er uns ebler Hort, laß uns leuch, behüte an unserm Ende, ten des Lebens Wort, und wann wir heimfahren aus lehr uns Gott recht erken diefem Elende. Kyrie eleis nen, von Herzen Vater son! ihn nennen. O Herr, bes 2. Du werthes Licht, hüt vor fremder Lehr, daß gieb uns deinen Schein, wir nicht Meister suchen lehr uns Jesum Chrift mehr, denn Jesum Chrift, kennen allein; daß wir an mit wahrem Glauben, und ihm bleiben, dem treuen ihm aus ganzer Macht ver- Heiland, der uns bracht trauen. Halleluja! Hal hat zu dem rechten Vaters leluja! land. Kyrie eleison! 3. Du heilige Brunft, 3. Du süße Lieb schenk füßer Trost! O laß uns, uns deine Gunst, laß frölich und getrost, in uns empfinden der Liebe 32 Brunst, 132 Von dem heiligen Geift, Brunst, daß wir uns von schafft, daß ich dir mich Herzen einander lieben, gang ergebe, und zu deis und im Friede auf einem ner Ehre lebe. Sinne bleiben. Kyrie 3. Auch dich kann ich eleison! nicht erkennen, Jesu! noch 4. Du höchster Tröster mit åchter Treu meinen in aller Noth, hilf, daß Gott und Herrn dich nen wir nicht fürchten Schand nen, ftehet mir dein Geist noch Tod: daß in uns nicht bey. Drum so laß, die Sinne nicht verzagen, lihn kräftiglich in mir wirs wenn der Feind wird das ken, daß ich dich glaubensLeben verklagen. Kyrie voll, als Mittler, ehre, und eleison! auf deine Stimme höre. 138. Gott, 4. Ewge Quelle heilger Mel. Freu dich sehr, o meine. Güter, hochgelobter Got ott, der uns als tesgeift! Der du mensche Vater liebet, liche Gemüther befferst, und der seinen guten Geist und mit Troft erfreuft! allen, die drum bitten, gie- Nach dir, Herr, verlangt bet ja, der uns drum bits auch mich; ich ergebe mid) ten heißt: Demuthsvoll fleb an dich. Mache mich, zu ich zu dir, Bater! send Gottes Preise, heilig und ihn auch zu mir, daß er mei- zum Himmel weise. nen Beift erneue, und ihn 5. Fülle mich mit heil dir zum Tempel weihe. gen Trieben, daß ich Gott, 2. Ohne ihn fehlt mi- mein höchftes ut, über nem Wissen Leben, Kraft alles möge lieben, daß ich und Fruchtbarkeit; und mit getrostem Muth seiner mein Herz bleibt dir ent- Baterhuld mich freu, und riffen, und dem Dienstlmit wahrer Kindestreu der Welt geweiht, wenn stets vor seinen Augen er nicht durch seine Kraft wandle, und rechtschaffent die Gesinnung in mir denk und handle. 1012 6. Geift und seinen Gaben und Wirkungen. 133 6. Geist des Friedens denwerk in mir. Selbst und der Liebe! Bilde mich den Trieb hast du entzüns nach deinem Sinn, daß det, daß mich, Herr, vers ich Lieb und Sanftmuth langt nach dir. O so sege übe, und mirs rechne zum durch dein Wort deine Gewinn, wenn ich je Gnadenwirkung fort, bis ein Friedensband knüpfen sie, durch ein selig Ende, kann, und meine Hand, herrlich sich an mir vols zur Erleichtrung der Be- lende. schwerden, kann dem Nächsten nůßlich werden. In voriger Melodie. 7. Lehre mich, mich sel ber kennen, die verborgnen 139.Geift vom Vater und vom Sohe Fehler fehn, fie voll De- ne, der du unser Tröster muth Gott bekennen, und bist, und von unsers Got ihn um Vergebung flehn. tes Throne hülfreich auf Mache täglich Ernst und uns Schwache siehst! Stes Treu, sie zu beffern, in he du mir machtig ben, daß mir neu. Zu dem Heili- ich Gott ergeben sey: o so gungsgeschäfte gieb mir wird mein Herz auf Erden immer neue Kräfte. schon ein Tempel Gottes 8. Wenn die Menge werden. meiner Sünden mein Ge- 2. Laß auf jedem meis wissen niederschlägt, wenn ner Wege deine Weisheit fich in mir Zweifel finden, mit mir seyn; wenn ich die mein Herz mit Zittern bange Zweifel hege, deine begt; wenn mein Aug in Wahrheit mich erfreun. Nöthen weint, und Gott Lenke kråftig meinen Sinn nicht zu hören scheint: o auf mein wahres Wohldann laß es meiner See seyn hin. Lehrst du mich, len nicht an Trost und was recht ist, wählen, Stärkung fehlen! werd ich nie mein Heil 9. Was sich Gutes in verfehlen. mir findet, ist dein Gna- I 3 3. Heis 134 Von dem heiligen Geist, 3. Heilige des Herzens Trofte ben; daß ich auch Triebe, daß ich über al alsdann mit Freuden uns les treu meinen Gott und ter Gottes Führung sen. Vater liebe; daß mir Gieb mir ein gelaffen Herz. nichts so wichtig sey, als eaß mich selbst im Todesin seiner Huld zu stehn. schmerz, bis zum frohen Geinen Namen zu erleberwinden, deines Trohöhn; seinen Willen zu stes Kraft empfinden. volbringen, müsse mir durch dich gelingen. Starfe mich, so oft 140 Dubefte Freude, Mel. Fren dich sehr, o meine ic. u, der Frommen 4. zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich und ihr Trost in Traurignicht überwinde. Hab ich keit, der ihr Herz in allem irgend mich verirrt, o so leide und im Tode selbst rühre selbst mein Herz, erfreut, Geist des Höchdaß ich, unter Neu und sten, komm zu mir, und Schmerz, mich bor Gott indem ich glaubig dir Lob darüber beuge, und mein und Ruhm zum Opfer Herz zur Beßrung neige. bringe, o so hore, was ich 5. Reiße mich, mit Flehn finge! und Beten, wann mir 2. Edelfter von allen Se Hülfe nöthig ist, zu dem gen, die uns Gott in ChriGnadenstuhl zu treten. sto gab! Du tråufft, als Gieb, daß ich auf Jefum ein milder Regen, aus des Chrift, als auf meinen Himmels Schooß herab. Mittler schau, und auf Du machst harte Herzen ihn die Hoffnung bau, weich, Wüsten auch an Gnad um Gnad, auf mein Früchten reich; und dein Verlangen, von dem Ba sanfter Troft erquicket, ter zu empfangen. was der Drangsal Hike drücket. 6. Stehe mir in allem Leiden stets mit deinem 3. Du 135 und seinen Gaben und Wirkungen. 3. Du kannst alle Her- im Kampfe bey. Hilf, zen prüfen, du durchschaust mein Helfer, wann dn fie ganz und gar: felbst der merkest, daß mir Hülfe Gottheit innre Tiefen sind nöthig sey. Den verkehrs vor dir, Herr, offenbar. ten eitlen Sinn nimm aus Nun so kennst du auch meiner Seele hin, daß ich gewiß meiner Seele Fin- mich nun ganz verneue, fterniß. Drum gieb Weis und mein Gott sich meiheit, und vor allen, daß ich ner freue. moge Gott gefallen. 7. Sey mein Beystand, 4. Du bist selber rein, wann ich sterbe! Zeige dem und siehest auch an Rei- gebrochnen Blick, mir zum nen deine Lust. Böses has Trost, mein herrlich Erbe, fest du, und fliehest aller ewig unverwelklich Glück! Sünden Graul und Bust. Stärke du das matte Herz, Heilige du selbst mich dir! daß ich, unter allem Schaff ein reines Herz in Schmerz, noch im lege mir, daß ich, was du lie ten Todesschweiße, Gott best, liebe, nie mit Vor- in Jesu Vater heiße. saß dich betrübe. 141.Af Auf meinen Gott 5. Du, Herr, machst Mel. Auf meinen lieben Gott ic. mein Herz zufrieden, wenn mir Menschentroft gebricht. verläßt mein Bleib ich von dir unge- Herz sich ewig fest! So schieden, o fo fehlts an oft ich im Gebete hin vor Trost mir nicht. Bleib sein Antlik trete, wird, auf ich nur dein Eigenthum, mein findlich Schreyen, so werd ich, zu deinem mich seine Hülf erfreuen. Ruhm, um die Tugend 2. Sein Geist, der heis mich bemühen, und diellig heißt, giebt Zeugniß Sünde standhaft fliehen. meinem Geist, ich sey, obs 6. Nur bitt ich, daß gleich voll Sünde, erwählt du mich stärkest; stehe mir zu seinem Kinde, und soll Der 136 Von dem heiligen Geist, dan St 142 Dereinfi im Sterben auch Mel. Komm, Gott, Schöpfer ic. seinen Himmel erben. comm, Schöpfer, 3. Gedanke, welcher komm o heiliger mich mit Treft erfüllt! Beift, schaff deiner Mens enn dich in kummer schen Herzen neu; du kenvollen Tagen, o Seele, neft dein Geschopf und Zweifel plagen; so laß weißt, wie jeglichem zu dir diesen Glauben nicht helfen sen. rauben. Welt und Kleinmuth 2. Du Geift der Weiss heit, leite du uns zu der Sind Leiden dieser Wahl des besten Theils. Beit wohl werth der Herr- Dem Himmel führ uns lichkeit, der ich, jenseits der Alle zu, du Führer auf der Erde, mich einft erfreuen Bahn des Heils. werde? nur dem ift fie 3. Uns strahle deiner bereitet, den Gottes Geist Wahrheit Licht! Gieb hier leitet. uns ins Herz der Liebe 5. Du Geist des Va Glut, zum Vater frohe ters; Geist, den Christus Zuversicht, zur Tugend Dem verheißt, der betend Kraft und festen Muth. ihn begehret, o sen auch 4. Des Lebens Wort, mir gewähret! Regiere das Gottes Sohn vom meine Seele, daß sie nie Himmel uns herabges. wank und fehle. bracht, erleuchte jede Na 6. Versiegelt bin auch tion durch deiner Leitung ich, Geist Gottes, ja durch sanfte Macht. bich, auf jenen Tag der 5. Vereine deine ChriFreuden, wo, nach dem stenheit durch deines ſel Kampf der Leiden, der gen Friedens Band: cre Unschuld, die hier wei- inn'r uns Pilger dieser net, ihr Rettungstag er- Zeit stets an das befre scheinet. Vaterland. 6. Gott, und seinen Gaben und Wirkungen. 137 6. Gott, unsern Gott, reden lehrt in Sprachen, und Jesum Christ, recht die sie nie gehört; und in kennen, dieses ist der die Herzen sehen. Sie Quell, aus welchem emgelheißen jetzt die Lahmen Wonne fließt; mach diese gehn, die Tauben hören, Kenntniß in uns hell. Blinde sehn, die Todten auferstehen. 7. Lob sey dem Vater, Lob dem Sohn, Lob dir, 3. Erfüllt mit Gottes o Trofier, Gottes Geift! Wunderkraft, gehn sie Einst fingen wir vor dei die Welt zu lehren, der nem Thron ein fied, das Geist, der neue Herzen würdiger dich preist. schafft, hilft ihnen sie bekehren. Der Gnadenlehre Mel. Ein Lämmlein geht und ic. Freudenschall erfüllt den 143Dir, Bater, dankt Erdkreis überall; Vers mein Herz und nunft und Wahrheit fies fingt, daß du den Sohn gen. Die Blindheit und gegeben, den Sohn, der das Lafter flieht, und wo Heil uns Güntern bringt, man Gottes Finger sieht, und unvergånglich Leben! muß Satan unterliegen. Ich danke dir, daß du den 4. Umsonst, daß er noch Geist, der deinen Sohn wilder tobt, Verfolgung durch Wunder preist, zur zu erregen. Der Name Erde haft gesendet! Der Jesu wird gelobt; fein Geist der Wahrheit kam Wort ist Kraft und Ses herab, der deinen Knech gen. Die Jünger schreckt ten Stärke gab, daß sie nicht Pein und Müh, der dein Werk vollendet. Geist des Muthes stårkte 2. Sie waren alle bru fie in Martern und im derlich vor ihrem Gott Tode. Sie blieben ihrem beysammen; da rauscht er Meister treu, bekannten her, und zeiget sich, und seine Lehre fren, und loba taufet sie mit Slammen. ten ihn im Tode. Der Geist ists, der fiel Is 5. Noch 138 Von dem heiligen Geist, 5. Noch jetzt bist du derster aller Welt, einst Jes Geist der Kraft, noch jest fus sein Gerichte hålt. der Menschen Lehrer; der Hilf mir im Glauben bes Jesu treue Jünger fchafft, ten: in trüben Stunden in aller Welt Verehrer. tröste mich; und zeige voll In Sündern wirfst du Erbarmen dich mir einst Buß und Leid, in from in Todesndthen. men Ceelen Trost und Freud, und Muth im Mel. Nun sich der Tag ic. Kampf der Sünden. In 144Nicht um ein flüch bangen Zeit; du, so wie im Tode, See- ich fleh um deinen Geift, lenruh; du, du hilfft über Gott! den zu meiner Ses winden. ligkeit dein theures Wort 6. Des Vaters und des verheißt. Sohnes Geist, du Queli 2. Die Weisheit, die erhabner Triebe, den Je vom Himmel stammt, o fus Betenden verheißt, bey Vater, lehr er mich; die Gottes Vaterliebe! Wer Weisheit, die das Herz dich nicht hat, der ist nicht entflammt zur Liebe gegen sein. O komm auch in dich. mein Herz hinein, mir 3. Dich lieben, Gott, feinen Sinn zu geben ist Seligkeit. Gern thun, Schaff du in mir ein was dir gefällt, wirkt ed. neues Herz, gieb wahre lere Zufriedenheit, als als Buß, undSündenschmer; les Glück der Welt. fen meiner Seele Leben. 4. Vertrauen hab ich 7. Komm über mich in dann zu dir; dann schen. vollem Maaß, wie über fet felbst dein Geist das jene Christen; und hilf freudige Bewußtseyn mir, mir, hilf ohn Unterlaß daß du mir gnädig seyft. auf jenen Tag mich rů 5. Er leite mich zur sten, wo, als der Nich- Wahrheit hin, zur Tugend stårk und feinen Gaben und Wirkungen. 139 stårk er mich, beweise, schestrieb. Der Mensch' wann ich traurig bin, auch vom Geist gebohren, zu mir, als Tröster, fich). Gottes Kind erkohren, hat Wahrheit, Gott und Tugend lieb. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, versiegle dei ne Huld, und er bewaff- 2. O Gott, welch tief ne mich im Schmerz mit Verderben, das wir vom Muth und mit Geduld. Fleische erben! Sey ewiglich gepreist, o Herr! Uns Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. neu zu zeugen, das Herz comm auf uns, ozu dir ju neigen, schenkst 145. Geist des Herrn, bu uns beinen guten Geift! lehr uns zu dem Vater b 3. Durch ihn heilst du then, und beleb uns daßlaus Gnaden den großen wir gern und voll Glau- Seelenschaden, bens zu ihm treten. Go verderbet hat. der uns Er lehret wird er, um Chrifti wil unfre Seelen den Weg der len, unser Bitten gern erfüllen. Wahrheit wählen, giebt Weisheit, Tugend, Trost und Rath. 2. O du Geist der Herr lichkeit, wohn und wirke 4. Von ihm aufs neu in uns Allen. Jedes Herz gebohren, sind wir nicht fen dir geweiht! Schmück eitle Thoren in dieser es auch nach Wohlgefal flüchtgen Zeit. Wir lernen len. Reich sind wir versehn weise werden zum wahren mit Gaben, wenn wir Glück auf Erden, und zu deine Salbung haben. dem Glück der Ewigkeit. s. Dich lehret er uns Mel. Nun ruhen alle Wälder ic kennen, dich unsern Vater 146Der Mensch, vom nennen, durch Jefum, dei Fleisch gebohnen Sohn; und läßt im ren, denkt, lebt, wie eitle Schmerz der Sünden uns Thoren, nach seinem Flei Ruh und Trost empfinden im Von dem heiligen Geist, im Zugang zu dem Gna- 3. Die Kirche pflan; teft Denthron. du, und ist wird sie durch 6. Er giebt uns Glau- dich vermehrt, beschüßt bensstärke, wirkt in uns durch dich wird sie beste. gute Werke, nach deinem ben. Es mögen ihre Feins Baterfinn. Durch seine de drohn, fest bleibt sie Huld und Gnade führt er stehn, wie Jesu Thron: auf rechtem Pfade uns sie kann nicht untergehen; zu dem beßren Leben hin. da Jesus Christ ihr Stifs ter ist, und du ihr treuer Beystand bift. Mel. Ewigkeit, dui. O 1470 heiliger und gu 4. Wohl allen denen, ter Geift, der welche sich dir übergeben, uns den Weg zum Him- und durch dich zum Hims mel weist, dich foll mein mel führen lassen! Du Herz erheben. Du bist lehreft sie des Glaubens mein Lehrer und mein Kraft, stårkft fie auf ihs Gott, du giebst mir Freu, rer Pilgerschaft, lehrst sie digkeit im Tod, regierst die Sünde haffen. Sie auch hier mein Leben. find des Heils gewiß in Was gut und löblich ist dir: und selig schon in an mir, Geift Gottes, Hoffnung hier. das verdank ich dir. Ach! führ mich auch 2. Als unser Heiland, an deiner Hand hinauf ins Gottes Sohn, gieng von wahre Vaterland: dort der Welt zu Gottes hoff ich meine Krone. Thron, kamst du zu seinen Gieb mir die feste Zuvers Beugen, und mit dir kam sicht: auch mich, auch der Liebe Glut, mit dir mich verstoße nicht der Fam Kraft und Helden, Herr von seinem Throne. muth, die Welt zu über. Durch Glauben und durch zeugen. Du, Geist der Befferung vollende meine Weisheit, lehrteft fie, und Heiligung. Bårktest sie bey aller Müh.l 6. Gern 140 und seinen Gaben und Wirkungen. 141 6. Gern will ich dann zu ihm treten; sey uns auf ebner Bahn dir fol. nah, und sprich ja, wann gen, mich dem Himmel wir glaubig beten. nahn; führ mich auf gu 2. Hilf uns nach dem tem Wege. Gieb Eifer Besten streben, schenk uns mir und Wachsamkeit im Kraft, tugendhaft und ges Kampf um meine Selig recht zu leben. Gieb, daß keit. Mein Herz sey nie- wir nie stille stehen, treib mais tråge. Du gabst den uns an, froh die Bahn Vorfag! Gott, gieb du deines Worts zu gehen. auch meiner Schwachheit Kraft dazu! 3. Sen in Schwach heit unfre Stüße; steh uns bey, mach uns treu in Mel. Warum sollt ich mich 2. der Prüfungshige. Führ, 148 Geift der Weis. wann Gott uns nach dem heit, gieb uns Leide sterben heißt, uns Allen durch dein Licht Unsern Geist in des Him terricht, wie wir Gott ge mels Freude. fallen. Lehr uns findlich XV. Von dem Worte Gottes. Sel. Wer nur den lieben 2c. 2. Es leuchtet uns auf 149. Dein Wort, ounsern Wegen, zerstreut Höchster, ist des Irrthums Finsterniß; vollkommen. Es lehrt uns verkündigt Gnade, Heil unfre ganze Pflicht; es und Segen, und machet giebt dem Sünder und unser Herz gewiß. dem Frommen zum Leben lehrt uns, Höchster, was sichern Unterricht. O ses du bist, und was die Es lig, wer es achtsam hört, wohlgefällig ift. bewahrt, und mit Gehor 3. Dein Wort ermun sam ehrt! OMKAR terf 142 Von dem Worte Gottes. dan tert, dich zu lieben; lehrt, Werke. Laut hört man wie viel Guts du denen ihrer Stimme Schall: aiebst, die dein Gebot mit verständlich ist auch über Freuden üben, und wie all die Sprache, die sie du våterlich uns liebst. reden. Und was, o Herr, dein 2. Auch durchs Gewissen Mund verspricht, bleibt ruft der Herr, daß Sün, ewig wahr, und trüget der sich bekehren; läßt oft nicht. durch diesen Prediger laut 4. Herr, deine Tröftun- seine Stimme hören, daß gen sind besser, als alles aus dem Schlaf der Silber, Gold und Geld; Sicherheit und aus dem ein Schaß, weit köstli- Traum der Eitelkeit ihr cher und größer, als alle Herz zu ihm erwache. Schage dieser Welt. Wer 3. Durch 3. Durch Wohlthun das thut, was dein Wort zeugt er auch von sich gebeut, dem ist dein Segen am menschlichen Gemüs ftets bereit. the, und predigt oft recht 5. Drum laß auch mich våterlich durch Proben mit Luft betrachten, was seiner Güte. Und merkt mich dein Wort, o Höch der Sünder hierauf nicht, ster, lehrt. Laß mich dar- sucht Sott durch Strafen auf gehorsam achten, was und Gericht ihn aus dem dein Befehl von mir be Schlaf zu wecken. gehrt: so fließen Trost und 4. So rufst du denn, Seelenrub auch mir, aus Herr, laut genug, daß deinem Worte, zu. man dich such und höre, und daß der Eitelkeit Be Mel. Nun freut euch, lieben c. trug die Herzen nicht bes 150Gott redet und ruft thore. Doch riefest du aller Welt, daß nicht auch durchs Wort; man doch auf ihn merke. so irreten wir immerfort Er hat zu Predigern be auf unsern eitlen Wegen. stellt die Wunder seinerl 5. Sür Von dem Worte Gottes. 143 5. Für diese Gabe seylund nun fo gnådig uns begepreift, die du uns, Herr, rufft durch deines Wortes geschenket. Es weifet uns Lehre. dein guter Geift, der unfre Herzen lenket, bey dieses Mel. Wer nur den lieben 2c. Lichtes Glanz zu dir, daß wohnst in einem wir dich fuchen, und allhier 151.Mein Gott, du dich recht verehren lernen. Lichte, dahin kein sterblich 6. Er läßt uns, was Auge dringt; doch giebst dein Mund gebeut, in det du mir zum Unterrichte nem Worte hören, und dein Wert, das mir Ers ruft uns, von der Eitel fenntniß bringt, und mich keit zu dir uns zn bekehren. belehrt, was du, Herr, Er überzeugt zur Gnaden- bift, wozu der Mensch zeit uns von der Sünde ge chaffen ist. Haßlichkeit, und lehret uns 2. O Vater, gieb, daß fie fliehen. ich drauf achte, als auf 7. Dein herrlichs Evan- ein Licht im dunkeln Ort; gelium bringt er an unfre und wenn ich es mit Ernst Seelen, daß wir, zu dei betrachte, so hilf du meis nes Namens Ruhm, den nem Forschen fort. Laß Weg des Heils erwäh- für der Wahrheit hellen len; beut uns die groß Schein mein Aug und * ten Schäße an, die sich Herz stets offen feyn. ein Mensch nur wünschen 3. Dich kennen, ist das kann, und schenkt sie from- lewge Leben, dich, großer men Hörern. Vater, und den Sohn, 8. Erweck uns, Herr, der sich für uns dahin gedurch deine Kraft, dem geben, nun sigt auf ſei Ruf Gehör zu geben! nes Vaters Thron. Dieß Dein Geift, der alles offenbart uns hier dein führ uns Wort; doch mehr erfah Gute schafft, den Weg zum Leben, wo- ren wir einst dort. au du ehmals uns erschufft, 4. Vor 144 Von dem Worte Gottes. 4. Vor allem laß bey mein Gott, vor dir, mir lebendig die Lehre dei im Glauben, nicht im nes Wortes sevn, und Schauen. mich, wie sie gebeut, be 2. Dein Wort ist wahr; ståndig dir meine ganze Laß immerdar mich seine Liebe weihn. Gieb, daß Kräfte schmecken. Laß keiich thu mit allem Fleiß, nen Spott, o Herr, mein was ich von deinem Wil len weis. Gott, mich von dem Glauben schrecken. 5. Was hilft das rich. 3. Wo hått ich Licht, tigste Erkenntniß, wenns wofern mich nicht dein nicht zu beiner Liebe treibt? Wort die Wahrheit lehre Was nügt ein aufgeklärt te? Gott, ohne sie vers. Verständniß, wenn doch stůnd ich nie, wie ich dich das Herz noch böse bleibt?| würdig ehrte. Drum hilf, daß ich der 4. Dein Wort erklärt Wahrheit treu, und daß der Seele Werth, Uns mein Glaube thåtig sen. sterblichkeit und Leben. 6. Herr, laß dein Wort Zur Ewigkeit ist diese Zeit mir auch im Leiden die von dir mir übergeben. Quelle wahres Trostes 5 Dein ewger Rath, seyn. Laß mich, wann die Missethat der Sünder Leib und Seele scheiden zu verfühnen; ben kennt mich noch im Glauben deis ich nicht, wår mir dieß ner freun. Dort seh ich Licht nicht durch dein dich im hellen Licht, von Wort erschienen. Angesicht zu Angesicht. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmer; der Mel. Ach Gott und Herr 2. Sünden nicht vergehen; 152Gott ist mein Hort, nein, du verzeihst, lehrst und auf sein meinen Geist recht findlich Wort soll meine Seele zu dir flehen. trauen! Ich wandle hier, 7. Mich zu erneun, mich dir Von dem Worte Gottes. 145 dir zu weihn, ist meines 3. Sprich fromm: o Heils Geschäfte. Durch Gott, vor dem ich meine meine Müb vermag ichs Hånde falte, gieb, daß nie; dein Wort giebt mir ich dein Gebot für dein die Kräfte. Wort ewig halte; und 8. Herr, unser Hort, laß mich deinen Rath emlaß uns dieß Wort; denn Pfindungsvoll verstehn, die du hafts uns gegeben. Es Wunder am Geset, am sen mein Theil; es fen Wort vom Kreuße sehn! mein Heil, und Kraft 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren zum ewgen Leben. laffen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es faffen, so viel dein Heil verlangt. Gott tes Herz zurists, der Weisheit giebt, Heiligung genesen, Christ, wenn man sie redlich sucht, so versäume nicht, das und aus Gewissen liebt. Mel. O Gott, du frommer 2c. oll dein verderb153.Sou Wort des Herrn zu lesen: 5. Lies, frey von Leiden bedenke, daß dieß Wortschaft, und ledig von Gedas Heil der ganzen Welt, schäften, und sammle deis den Rath der Seligkeit, nen Geist mit allen seinen den Geist aus Gott entkräften. Der beste Theil hålt. des Tags, des Morgens 2. Merk auf, als ob dir Heiterkeit, und dann der Gott, dein Gott, gerufen Tag des Herrn, der sey håtte; merk auf, als ob der Schrift geweiht. er selbst zu dir vom Him- 6. Rührt dich ein stare mel redte. So lies! Mit ker Spruch: so ruf ihn, Ehrfurcht lies! mit Lust dir zum Glücke, des Tags und mit Vertraun, und oft in dein Herz, im Stils mit dem frommen Ernst, len oft zurücke; empfinde in Gott dich zu erbaun. seinen Geist, und stärke R dich 346 Von dem Worte Gottes. dich durch ihn zum wah ne Zweifel Frånken. Hier ren Edelmuth, das Gute bist du Kind; doch dort zu vollziehn. wird Gott mehr Licht dir 7. Um tugendhaft zu schenken. Dort wächst mit senn, dazu sind wir auf deinem Glück dein Licht in Erden. Thu, was die Ewigkeit; dort ist die Zeit Schrift gebeut; dann des Schauns, und hier wirst du inne werden, des Glaubens Zeit. die Lehre sey von Gott, 11. Verehre stets die die dir verkündigt ist, und Schrift; und siehst du dann das Wort verstehn, Dunkelheiten, so laß dich dem du gehorsam bist. deinen Freund, der mehr 8. Spricht sie geheim- als du sieht, leiten. Ein nißvoll: so laß dich forschender Verstand, der dieß nicht schrecken. Ein sich der Schrift geweiht, endlicher Verstand kann ein angefochtnes Herz hebt Gott nie ganz entdecken; manche Dunkelheit. Gott bleibt unendlich hoch. 12. Halt fest an Gottes Wenn er sich dir erklärt: Wort, es ist dein Glück so glaube, was er spricht, auf Erden, und wird, so nicht was dein Wit bewahr Gott ist, dein Glück gehrt. im Himmel werden. Vers 9. Sich seines schwachen achte, chriftlich groß, des Lichts ben Gottes Licht Bibelfeindes Spott; dien nicht schåmen, ist Ruhm, Lehre, die er schmåht, bleibt und die Vernunft alsdann doch das Wort aus Gott. gefangen nehmen, wenn 154. Herr Gott sich offenbart, ist der Mel. Liebster Jesu, wir sind. Geschöpfe Pflicht; und err, mein Licht, weise Demuth ists, das erleuchte mich glauben, was Gott spricht. daß ich mich und dich er10. Drum laß dich, kenne; daß ich voll Vers frommer Chrift, durch kei- trauen dich meinen Gott und Von dem Worte Gottes. 147 und Vater nenne. Höch- mich Zweifelsucht entfer ster, laß mich doch aufnen, und in Demuth glau Erden weise für den Him ben lernen. mel werden. 6. Lenke, Höchster, meie 2. Lauter Wahrheit ist nen Sinn von den Gü dein Wort. Leyre mich es tern dieser Erde durch dein recht verstehen! Hilf selbst Wort zum Himmel hin, meinem Forschen fort, rich wo ich ewig selig werde. tig daraus einzusehen, was Laß mich diese Welt ver=" zu meinem Heil mich füh achten, und nach ewgen ret, und was mir zu thun Freuden trachten. gebühret. 7. O verleihe mir die 3. Aber laß mich nicht Kraft, deinem Wort ges allein richtig seinen Sinn måß zu handeln, und vor verstehen; laß mich, Herr, dir gewissenhaft, als dein auch folgsam seyn, den er treues Kind, zu wandeln; kannten Weg zu gehen. so wird einst in jenem Les Denn sonst würd ich, ben mich ein hellres Licht ben dem Wiffen, doppelt umgeben. Strafe leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wortes Die zehn Gebote.. treu bewahre, daß ich, was Mel. Vor deinen Thron tret zic. 28 mir verspricht, an die heillich an mir felbft erfahre. 155, Hort gen zehn Gebot' Herr, es sey mir selbst im des großen Gottes Zes Leiden eine Quelle reiner baoth. Aus finstern Wol Freuden! Een sprach er sie herab vom 5. Laß in mir von Zeit Berge Sinai. zu Zeit dein Erkenntniß 2. Ich bin der Herr, fich) vermehren! Find ich sonst keiner mehr, mich manche Dunkelheit bey ge- und sonst keine Götter chr. heimnisvollen Lehren; laß mich fürchte, mir vertraue 148 Von dem Worte Gottes. traue dich. Nichts sollst nicht dein Gut; verflucht du lieben, so wie mich. ist der, der Unrecht thut! 3. Misbrauche meinen Betrüge nie, und wuchre Namen nicht; daß dich nicht, und Wohlthun sey nicht treffe mein Gericht: dir Freud und Pflicht. mit tiefer Ehrfurcht nenn 9. Du sollst kein falscher ihn nur, und halte deines Zeuge seyn Verleum Eides Schwur. dung, Lügen, Schmåhsucht 4. Der Sabbath sey scheun. Des Nächsten ein Tag der Ruh, bring Unschuld rette du, und ihn in frommer Andacht seine Fehler decke zu. zu! Komm dankend vor 10. Des Nächsten Haus mein Angesicht, und stärke begehre nie, auch nicht sein dich in deiner Pflicht. Weib, Knecht, Magd und 5. Den Vater und die Vieh: gönn ihm sein Glück Mutter ehr, gieb ihnen und flieh den Neid, wenn williges Gehör, und, wo Gottes Segen ihn erfreut. du kannst, steh ihnen bey, auf daß mein Segen mit dir sey. 11. Die heiligen Gebote sind gegeben, daß du deine Sund erkennen sollst, und lernen wohl, wie man vor Gott recht leben soll. 6. Du sollst nicht tödten, und dich scheun vor Zorn und Haß, nicht Rächer 12. Das hilf uns du, fenn; beleidigt, zeige sanf- Herr Jesu Christ, der ten Muth, der auch den du der Mittler worden Feinden Gutes thut. bist, und stärke uns mit 7. Die Ehe foll dir hei- deiner Kraft, die in uns lig fenn, erhalte deine alles Gute schafft! Seefe rein; und auch dein Leib sen mir geweiht; dein Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Ruhm sey Zucht und 156.Der du die heilige ften Gebot' uns Mäßigkeit. 8. Mit Unrecht mehre Sterblichen gegeben, Gott! laß Von dem Worte Gottes. 149 laß fie, bis an meinen Tod, Brust, dein Lob in meis mir vor den Augen schwe- nem Munde. ben: daß ich zum Guten. An Eltern, an der willig sen, und ohne Falsch Obrigkeit, an denen, die und Heuchelen, was du mich lehren, laß mich, o befiehlst, vollbringe. Bater, jederzeit dein götts 2. Gieb, daß ich dir lich Bild verehren. Für allein vertrau, allein dich ihre Treu und Müh laß fürcht und liebe, und nicht mich, auch wenn sie wers auf Menschenhülfe bau, den wunderlich, gehorsam nie trofilos mich betrübe. feyn und dankbar. Laß großer Leute Gnad 6. Hilf, daß ich mit und Gunst, Gersalt und vergålltem Sinn nie Rach Reichthum, Wig und und Feindschaft übe, und Kunst mir nicht zum Abwenn ich schon beleidigt gott werden. bin, verzeih, und Feinde 3. Gieb, daß ich dich von liebe; und jedem gönne, Herzensgrund für meinen was er hat, und alle seg Herrn erkenne, und deinen ne, mit der That auch Namen nie mein Mund allen willig diene. ohn Ehrerbietung nenne: 7. Laß mich, wie du o Herr, vergessen las geboten hast, unkeusche michs nicht; ein fürchter- Werke meiden. Unreinige liches Strafgericht trifft keit ist die verhaßt: auf den, der ihn misbrauchet. Wollust folgen Leiden. 4. Am Tage deiner heil- Schaff du in mir ein gen Ruh laß mich früh reines Herz, das Ueppige vor dich treten: mein Geist keit und geilen Scherz sich bring ihn auch heilig zu, nimmermehr erlaube. mit Danken und mit Be- 8. Verleih, daß ich mich ten. Dein Wort sey mei- redlich nåhr, und böser. nes Herzens Luft, dein Ranke schåme, mein Herz Friede sen in meiner vom Geiß und Unrecht kehr, K3 130 Von dem Worte Gottes. Fehr, und fremdes Gut 12. Drum gieb mir, nicht nehme. Was von Herr, von deinem Thron, der Arbeit meiner Hand zur Uebung guter Werke, mir übrig bleibt, werd an.( ich bitte dich durch deis gewandt auf Arme, nicht nen Sohn) den Geist der auf Hoffart. Kraft und Stärke. Dren 9. Laß mich des Nach einger Gott, hilf, daß ich ften Ehre nicht verläum- dich von ganzem Herzen, derisch beschmigen, sie, und als mich, auch meis wenn ein andrer lieblos nen Nächsten liebe. spricht, vertheidigen und schußen. Verleih, daß ich Von dem Evangeliunt. aufrichtig sey, und Lügen und Betrügerey von gan zem Herzen haffe. Mel. Liebster Jefu, wir sind z. o 10. Laß mich des Nach- 157.Köftlich, mein ஐக்க. Heiland, ist deisten Haus und Gut mit Un- nes Wortes Gnadenlehre. recht nie begehren. Was Wem du Licht und Weiss mir zum Leben nöthig thut, heit bist, der lebt recht zu das wollst du mir gewäh- Gottes Ehre, und es wird ren; doch, daß es niemand zu seinem Heile volle Gnú schädlich sey, und ich ein ge ihm zu Theile. ruhigs Herz daben mein 2. Deines Wortes UnLebenlang behalte. terricht lehret uns Gott 11. Herr und Schd- recht erkennen, ihn mit pfer dieser Welt, ich ken- Herzenszuversicht unsern ne deinen Willen; und lieben Vater nennen, und gern wollt ich, wie dirs nach seinem heilgen Wil gefällt, vollkommen ihn len unsre Pflichten fromm erfüllen: doch fühl ich erfüllen. wohl, was mir gebricht, 3. Was die Weisen und daß ich wahre Tugend dieser Welt unerforscht nicht aus eigner Kraft er gelaffen haben, das hast lange. du Von dem Worte Gottes. TALdu ans Licht gestellt, und ich hocherfreut dir singe durch deines Geistes Ga- du heilst allen meinen ben bringst du es an un- Schaden, Herr, und fre Seelen, daß wir Heilkröneft mich mit Gnaden. und Leben wählen. 8. Weil ich hier auf 4. Du entdeckst uns un- Erden bin, will ich die fre Schuld, unfern tiefen zu Ehren wandeln, und Seelenschaden; aber auch mit ganz verneutem Sinn, des Höchsten Huld, und Herr, nach deinem Wils den Reichthum seiner len handeln. So sterb ich Gnaden: lehrst uns, aller auf deinen Namen einst unsrer Sünden gnädige getroft und selig. Amen. Vergebung finden. 5. Du ruffi uns, voll mel. Kommt her zu mir ic. Liebe, zu: kommt zu mir, ihr müden Seelen, es soll 158. Gelobt fey Gott! euch, zu eurer Ruh, nicht Ich bin ein an Troste ben mir fehlen; Chrift: mehr, als der Ers de Reichthum ist mir diese Gnade wichtig. Wie groß ist meine Seligkeit! Ich, hier ein Mensch der Sterb lichkeit, bin nun zum Himmel tüchtig. werdet ihr von mir nur lernen, wird der Kummer sich entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tauſend, tau fend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar 2. Gelobt sey Gott! Ich ihre Knie beugen, daß du bin ein Christ. Mein Herz noch dieß Wort erfüllest, ist ruhig und vergißt die und die bange Seele stil- Nichtigkeit der Erden. left. Nun bin ich nicht bloß 7. Nimm auch gnådig Afdh' und Staub, nicht hin den Dank, den ich ganz bin ich des Todes dir voll Ehrfurcht bringe; Raub; unsterblich soll ich höre meinenLobgefang, den werden. 4 3. Ge 152 Von dem Worte Goftes. 3. Gelobt sey Gott! Ich 4. Dank dir, o Vater, bin ein Christ. Nicht Dank und Ruhm! Du werth der Himmelsfreu- lehrest mich das Christens den ist die Trůbsal dieses/ thum fest glauben, willig Lebens. Ich duide, was üben. Dank dir, o Jesu, ich dulden soll, und bin Dank und Ruhm! Laß des hohen Trostes voll: mich dein Evangelium feft ich leide nicht vergebens. glauben, ewig lieben. 7928744 B XVI. Von der heiligen Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc.nach zum ewgen Glücke, 159. ein Erldser, daß, wenn wir im Glau der du mich ben sterben, wir des Him dir zum Eigenthum erkau- mels Freuden erben. fet, als dein Junger bin 4. Laß mich denn, wie auch ich, Herr, auf dein dirs gefällt, deinem Dienst, Gebot getaufet. Gieb nur, Herr, ganz ergeben, und daß ich mich befleiße, das entfernt vom Sinn der zu seyn, was ich nun heiße. Welt, als dein treuer 2. Gieb, daß ich mit Jünger, leben; daß ich Achtsamkeit meinen Tauf- einst auch, wann ich sterbund oft betrachte, und in be, das verheißne Leben. meiner Prüfungszeit mich erbe. dadurch verpflichtet achte, Mel. Wer nur den lieben 2c. Jefu, deinen heilgen Wil len unverbrüchlich) zu er-160.ch bin getauft auf deinen 3. Dieser Erde Gut und men, Gott Vater, Sohn Ruhm bleibt im Tode doch und heilger Geist! Ich zurücke. Nur ein wahres bin gezahlt zu deinem Sa Christenthum folgt uns men, zum Volk, das dir gehei Von der heiligen Taufe. 153 geheiligt heißt. O welch mich ganz zu deinem Opfer ein Glück ward dadurch hin. Erwecke mich zu neuer mein! Laß, Herr, mich Treue, und bilde mich nach dessen würdig seyn. deinem Sinn. Weich, 2. Du hast mich für eitle Welt! O Sünde, dein Kind erklåret, o Va- weich! Gott hört es; jetzt ter, in der Taufe schon: entfag ich euch. du haft auch mir das Heil 6. Befestige dieß mein gewähret, das du erwor- Versprechen, mein Vater! ben, Gottes Sohn: du, und bewahre mich, daß ich Geist des Höchsten, stehst es niemals möge brechen. mir bey, daß ich dir ganz mein ganzes Leben preiſe geheiligt sen. dich! Gott meines Heils, 3. Die Liebe ist nicht sey ewig mein, und laß mich zu ermessen, die du, mein dein auch ewig seyn! Gott, mir zugewandt. Ol laß mich nie die Phicht Bey der Taufe eines vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in Kindes. deinen Bund mich nahmst, Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. und mir mit Heil entge- 161, Herr, hier siehst gen kamst. du vor dir, 4. Du bist getreu. Auf siehst dieß Kind auf unsern deiner Seite bleibt dieser Armen. Dich, o Vater, Bund stets feste stehn. Ja bitten wir, dich auch seiner felbst, wenn ich ihn über- zu erbarmen, daß es Gotschreite, läßt du dein Ba- tes Kind auf Erden und terherz mich ſehn. Du einst selig moge werden. klopfft an mein Gewissen 2. Heiland, Jesu! es an, und lockst mich auf ist dein: laß es durch dich die rechte Bahn. Gnade finden. Heilger 5. So geb ich denn, Geist! kehr bey ihm ein, mein Gott, aufs neue, laß es deine Kraft empfindett, 5 154 Von der heiligen Taufe. den, die in ihm den Sün- lauch durch dich Erlöfte den steuert, es zu Gottes sind, zur Rechten Gottes Bild erneuert. jetzt nicht minder holdselig 3. Mach uns alle in der gegen sie gesinnt. Du Welt dir von Herzens- bleibst der Deinen Zuvergrund ergeben, daß wir, sicht, vergisfest ihrer ewig wie es dir gefällt, einge- nicht. Denk des Taufounds leben, 4. Dir sey auch dieses und daß wir einst nach Kind empfohlen, dir, dess dem Sterben unsrer Tausen Treu unwandelbar! fe Segen erben. Wir bringens, wie du felbst befohlen, die in der Mel. Wer nur den lieben c. heilgen Taufe dar. O seg162.err, der du keine es, Herr Jefu Chrift, enen je verstief- der du der Taufe Stifter fest, der sich im Glauben bist! dir genaht; nie unerfreut 5. Laß durch dieß Siegel den von dir liesfest, der deiner Gnade sein Chris dich um deine Gnade bat: ftenrecht bestätigt seyn, und gelobt sey deine Freund- weiß es nun in diesem Balichkeit, die gern erhöret de zu Gottes Kind und Erund erfreut! ben ein. DasGlück, daß 2. Du wiesest ehmals es dir angehört, Herr, nicht die Kleinen, die dir sey ihm ewig theur und die Eltern brachten, ab, werth! erkanntest, Herr, sie für die Deinen, und lieffest Nach der Taufe eines Kindes. huldvoll dich herab. Laßt, sprachst du, laffet fie zu Mel. Nun lob mein Seel ic. mir, und wißt, das Him- 163Geweiht zum Chris ihr. stenthume, 3. Du bist, erhabner dieses Kind nun Gott geGreund der Kinder, die weiht! Erzieh es dir zum up Von der heiligen Taufe. 155 Rahme, o Vater der ter hin; erweck uns, zu Barmherzigkeit. Verlån ermessen, was uns sein gert deine Liebe sein Leben, Wort verspricht, und nimso verleih, durch deines mer zu vergessen der ihm Geistes Triebe, daß es, gelobten Pflicht! dir immer tren, den hohen 3. Du Vater von uns Werth der Tugend schon allen, o febre du uns selber früh empfinden lern. Es thun nach deinem Wohle ziere seine Jugend die ho. gefallen: laß deinen Segent he Lust am Herrn! auf uns ruhn. Du wirtt 2. Auch wir sind Gottge zu diesem Leben, wie da weihte, durch unsre Taufe bisher gethan, was wir Gott geweiht: dieß Glück bedürfen, geben. Verle h entflamm uns heute zu kob uns nur alsdann die beffe und Preis und Dankbar- deiner Gaben, daß wir keit; erweck uns zum Ver durch Jesum Christ Theil trauen, mit kindlich frohem an dem Erbe haben, das Sinn gen Himmel auf unvergånglich ist. zuschauen, zu unserm Val Von dem heiligen Abendmahl. Mel. Jesus Christus, unser dem Brod, und, uns zu Heiland, der von 2c. 164- Sehat fein Leben esus Christus gut, auch trinken mit dem Wein sein Blut. 3. Nahet euch mit heils in den Tod für uns ge- gem Beben, hier empfaht geben; hat uns vom Ge- ihr ewigs Leben; aber die, richt befrent aus herzlicher ach, die empfahn den Tod, Barmherzigkeit. die sich unwürdig naha. 4. Für sein wunderbadeß vergessen; låßt er feires Speisen, sollt ihr Gott nen Leib uns effen mit 2. Daß wir nimmer deis 156 Von dem heiligen Abendmahl. den Vater preisen, der 10. Leb, und liebe deine um eure Misfethat, den Brüder, ihr send Eines Sohn dahin gegeben hat. Hauptes Glieder; durch 5. Glauben sollt ihr mein Blut send ihr ge und nicht wanken, daß es weiht zu Einer frohen sey ein Mahl der, Fran- jEwigkeit. ken, denen von der Sünde Schmer; beschwehret Mel. Wer nur den lieben 2c. ist ihr banges Herz. 165, Hier bin ich, Jes 6. Die mit Ernst ihr fu, zu erfüllen, Thun bereuen, die wird was du in deiner LeidensHeil von Gott erfreuen. nacht, nach deinem gnas dir, nah denvollen Willen, zur Dünkst du rein dich nicht: du gehest, Pflicht und Wohlthat mir Stolzer, ins Gericht. gemacht. Verleih zur 7. Jesus Christus spricht: Uebung dieser Pflicht mir ihr Armen, laßt mich über deines Geistes Kraft und euch erbarmen; die ihr Licht. schwach und elend send, nur ihr empfaht Barm- lich herzigkeit. du 2. Bewundernd denk an die Liebe, womit unser Heil bedacht. 8. Konntest du dir was Wie stark sind deines Miterwerben, was durft ich leids Triebe, die dich bis für dich denn ſterben? Bist an das Kreuß gebracht! du, Sünder, selbst dein Es mache, Herr, dein Heil, so hast du an mir Todesschmerz jetzt neuer Feinen Theil. Eindruck auf mein Herz! 9. Glaubst du mir aus 3. Laß mich mit Ernst Herzensgrunde; so hat die Sünden scheuen, für meines Mahles Stunde welche du, Erlöser, starbst; did) von neuem eingeweiht, durch schndden Misbrauch durch Bundes Blut, zur nie entweihen, was du fo Ewigkeit. theuer mir erwarbft. Nie füh Von dem heiligen Abendmahl 157 führe mich zur Sicherheit einst aus des Grabes der Trost, den mir dein Staube mich dein allTod verleiht. måchtger Ruf erhebt, 4. Ich übergebe mich wenn du dich, großer aufs neue, o du mein Lebensfürst! den Völkern Herr und Gott, an dich! sichtbar zeigen wirst. Ich schwöhre dir beståndge 8. Gebeugt lieg ich zu Treue bey deinem Mahle deinen Füßen, mit Dank feverlich. Dein eigen will und Lob, Gebet und Flehn. ich ewig seyn. Du starbstlaß neue Gnade auf mich für mich, drum bin ich fließen! Mein Heiland, dein. laß es doch geschehn, daß 5. Nie will ich mich mir, zur Stärkung meivor Spottern schåmen der ner Treu, dein AbendEhre, die man dir erweist; mahl gesegnet sey! mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Ge wiffen fündlich heißt. flöße mir den Eifer 166. ein, Mel. Es ist das Heil uns ic. fum alt im Gedächtniß Jesum wie du, o Herr, gesinnt Christ, o Seele, der auf zu fern! Erden vom Himmelsthron 6. Laß mich mit Ernst gekommen ist, ein Heiland den Nächsten lieben, und dir zu werden. Vergiß wenn er strauchelnd was sein nicht! Denn dir zu versieht, Versöhnlichkeit gut, verband er sich mit und Sanftmuth üben, aus Fleisch und Blut. Dank wirklich christlichem Ge- ihm für diese Liebe! müth, stets eingedenk der 2. Halt im Gedächtniß Schuldenlaft, die du mir, Jesum Christ, der auch Herr, erlassen hast. für dich gelitten. Da er 7. Es stårke sich in mir am Kreuß gestorben ist, der Glaube, daß meine hat er dir Heil erstritten. Seele ewig lebt, und daß Errettung von der Sündena 158 Von dem heiligen Abendmahl. dennoch erwarb er dir Mel. Es ist gewißlich an der ic. durch ſeinen Tod. Dank 167. dh preife bidh, ihm Liebe! o Herr, mein 3. Halt im Gedächtniß Seil, für deine TodesJefum Chrift, der von leiden. Hab ich an ihren dem Tod erstanden, nun- Früchten Theil, was fehlt mehr zur Rechten Gottes dann meinen Freuden? ist, und von des Todes Du warst ein Opfer auch anden die Seinigen auch für mich. Ogieb, daß frey gemacht, und ewges meine Seele sich deß ewig Leben wiederbracht. Dank freuen moge! ihm für diese Liebe! 2. O wie viel Segen låst dein Tod zu meinem 4. Halt im Gedächtniß eil mich finden! ErldJefum Chrift; er wird sung aus der Todesnoth, einst wiederkommen, zuVergebung aller Sünden, richten, was auf Erden Gewissensruh und Tuist, die Sünder und die gendkraft, das hast du, Frommen: drum sorge, Herr, auch mir verschafft, daß du dann bestehst, und da du am Kreuße starbest. mit ihm in den Himmel 3. Dein Mahl ist mir gehst, , ihm ewiglich zu ein Unterpfand von dieser danken. großen Güte. Wie viel 5. Mein Heiland, den haft du an mich gewandt! der Himmel preist, dich stärke mein Gemüthe will ich ewig loben. Ozum glaubigen Vertraun stårke dazu meinen Geist auf dich, daß ich, so lang mit neuer Kraft von oben. ich lebe, mich an deine Dein Abendmahl vermehr Gnade halte! in mir des Glaubens Kraft, 4. Ich fühle, Herr, voll auf daß ich dir mit neuer Reu und Schmerz, die Treue diene. schwehre last der Sünden. Laß mein vor dir gebeug tes Von dem heiligen Abendmahl. 139 tes Herz den großen Trost 8. Zum erogen Leben empfinden, daß du, aus hast du dich für mich daGottes Vaterhuld, auch hin gegeben. Dein Abendmir Vergebung meiner mahl erwecke mich, mit Schuld auf Buße haft Ernst darnach zu streben. erworben. Herr, mache mich dazu 5. Der Trost, den mir geschickt, und werd ich dein Tod verschafft, werd einst der Welt entrückt, so ewig mir zum Segen. Erssen dein Tod mein Leben. stårke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Mel. Ein Lämmlein geht und ic. Wegen nur bas zu thun, 168.und suche dich, komme, Herr, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt mühselig und beladen. Gott standhaft zu überwinden. mein Erbarmer, würdge 6. Die Liebe, die dulmich des Wunders deiner mir erzeigt, ist gar nicht Gnaden. Ich liege hier zu ermessen. O mache vor deinem Thron, Sohn felbst mein Herz geneigt, Gottes, und des Menschen sie nimmer zu vergessen; Sohn, mich deiner zu gedaß ich, aus achter Gegen- trösten. Ich fühle meis treu, dir bis zum Tod erge- ner Sünden Müh; ich ben sey, und dir zur Ehre suche Ruh, und finde sie lebe. im Glauben der Erlöften. 7. Laß deines Leidens 2. Dich bet ich zuvergroßen Zweck mir stets sichtlich an, du bist das vor Augen stehen. Råum Heil der Sünder. Du alle Hindernisse weg, die haft die Handschrift abgeebne Bahn zu gehen, die than, und wir sind Gottes mir dein heilig Vorbild Kinder. Ich denk an dei. weist, und die einst den nes Leidens Macht, und erlösten Geist zu deinen an dein Wort: es ist Freuden führet. vollbracht! Du hast mein Heil Von dem heiligen Abendmahl. Heil verdienet. Du hast ist dein Gebot; ich will für mich dich dargestellt. es treu erfüllen, und bitte Gott war in dir, und hat dich, durch deinen Tod, um die Welt in die mit sich Kraft zum guten Willen! verfühnet. Laß mich von nun an wurs 3. So freue dich, mein dig seyn, mein ganzes Herz Hers, in mir! Er tilget dir, Herr, zu weihn, und deine Sünden, und läßt deinen Tod zu preisen. an seiner Tafel hier dich Laß mich den Ernst der Gnad um Gnade finden. Heiligung durch eine wah Du rufft, und er erhört re Besserung mir und der dich schon, spricht liebreich: Welt beweisen. nsey getrost, mein Sohn! ,, die Schuld ist dir berge,, ben. Du bist auf meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dichy er- herzigkeit zum Mahle deis ,, kauft, von ganzem Her- ner Gnaden, das ganze Volk der Christenheit 160 In voriger Melodie. zu, 169.D Herr, haft aus Barmen leben. 4." Dein ist das Glück wohlthätig eingeladen. Du der Seligkeit; bewahr es rufft: Mühselge, kommt hier im Glauben, und zu mir! Drum, Jesu, laß durch keine Sicher- komm ich jegt zu dir, bes heit dir deine Krone rau schwehrt mit vielen Sün ben. Sieh, ich vereine den. Verstoße du mich) mich mit dir; ich bin der Armen nicht, o Herr, von Weinstock, bleib in mir: deinem Angesicht: laß mich so wirst du Früchte brin- Vergebung finden. gen. Ich helfe dir, ich 2. Zwar meiner Mis stårke dich); und durch sethat ist mehr, mehr, als die Liebe gegen mich wird ich könnte zählen. Sie dir der Sieg gelingen. drückt mich, Herr, ich 5. Ja, Herr, mein Glück zittre sehr, vor Unruh meis Von dem heiligen Abendmahl. 161 meiner Seelen. Welt- Reich, verk årt, unsterb richter! ach! im Zorne lid), Engeln g'eich, dich nicht, im Zorne geh nicht ewig, Herr, erhebe. ins Gericht, mit mir, Gott, reich an Güte! Du Mel. O Jesu Christ, meins ac. weißit, wo ich nicht recht 170. Herr der du gethan. Erbarmer! Sieh t willig, als ein mein Herz auch an, mein kamm, am martervollen reuiges Gemüthe. Kreuges stamm, beschwehrt 3. Ich feufs um Trost, mit unsrer Sündenlast, und ångste mich, gebückt dich selbst für uns geopfert vor dir im Staube. Auf hast. mein Verdienst nicht, nur . Hier feyr ich deinen auf dich, Erlöser, hofft Mittlertod; hier nährst du mein Glaube. Gebeugte mich mit Himmelsbrod: willst du nicht verschmähn, hier ist das unschäßbare versprichst den Schwachen Gut, das du mir giebst, benzustehn, die nach Er- dein Leib und Blut. rettung schmachten. Stets 3. Liebe, welcher bleibst du deinem Volke keine gleicht! Wunder, treu ,, und wirft ein glâu- das kein Wiß erreicht! big Herz voll Reu, auch mir unbegreiflich, und doch meines, nicht verachten. wahr: Du sagst es, und 4. Mein Gott, regiere dein Wort ist klar. künftig mich, daß ich vor- 4. O Gottmensch, hilf fichtig wandle, und nim- mir, daß ich ja mit tieffter mer, Vater, wider dich, Ehrfurcht dir mich nah! aus Ungehorsam handle. Herr, mein Mund Gieb, daß aus Dank für empfahe nicht dein heilig deine Huld, in Lieb, im Mahl mir zum Gericht! Glauben, in Geduld, ich S. Hier deinen liebevol dir auf Erden lebe; bis len Tod verkündigen, ist ich dereinst, in deinem dein Gebot. So preise L denn 162 Von dem heiligen Abendmahl. Denn mein ganzes Herz 11. Es steuert allem dich jetzt für deinen Todes- Stolz und Neid; vermehschmerz! ret Lieb und Einigkeit; 6. O wie so großen Se- giebt Troft, der nie das gen giebt dein Leib und Herz verläßt, und macht Blut dem, der dich liebt! den guten Vorsatz fest. Ihm ists ein Pfad der 12. Nun, Jesu, führ Seligkeit, ein Siegel der ihn selbst zur That, und Gerechtigkeit. leite mich nach deinem 7. Ach, wie so reich er- Rath; so bring ich in ge= gießet sich hier meines Got- laßner Ruh die Tage meie tes Lieb in mich! Hier ner Wallfahrt zu. schmeck ich, voll Zufrie- 13. Und wenn du mich, denheit, des besten Vaters du Lebensfürst, zur Selige Freundlichkeit. Feit einst führen wirst; fo 8. Wie brünstig du, nehm ich noch vollkomme mein Jesu, liebst, bezeugt ner Theil an deinem uns dieß Pfand, das du mir erworbnen Heil. giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich. liebeft du, ich liebe bidh. 171.3 fanfter Freuden, Mich Mel. Freu dich sehr, o meine ic. itternd, doch voll 9. Ja, Herr, dich lieb ich unverrückt, wenn Welt- komm ich, Herr, auf dein luft lockt, wenn Drangsal Gebot, und gedenk an drückt. Verschmachtet Leib deine Leiden, und an deiund Seele mir; doch lieb nen Martertod, Mittler, ich dich, und bleib in dir. der du für mich starbst, 10. Herr, dieses heilgen mir.ein ewig Heil erwarbst, Mahles Kraft stårkt mich ach, mocht ich mich würdig in meiner Pilgerschaft, den nahen, und das Leben hier Feinden stark zu wider- empfahen! stehn, die mir nach meis ner Seele stehn! 2. Ich will vor dein Antlig kommen, dein Ge dachte 163 Von dem heiligen Abendmahl. dächtniß zu erneun! Laß abzuführen droht, laß mich mich heut mit deinen From- ernstvoll überlegen: welch men deines Todes Zeuge ein Tod war Jesu Tod! senn! Herr, ich schau nach Als vor Gott er im GeGolgatha, wo dein Opfer- richt zagend stund, was tod geschah, sehe dich in litt er nicht! Könnt ich deinem Blute, wie du ihn so leiden sehen, und littest mir zu gute! ihn noch durch Sünden 3. Jesu, laß mich nicht schmåhen? vergebens hin zu deinem 6. Wenn ich in der Frre Kreuße nahn! Laß mich wandle, geh du mir, Ere dieses Mahl des Lebens barmer, nach; zeig mir, nicht mir zum Gericht wo ich unrecht handle empfahn! Ach, es stärke stårke mich, denn ich bin kraftig mich, Mittler, im schwach! Und ertrage mit Vertraun auf dich! Ach, Geduld meine Schwaches lenke meinen Willen, heit, meine Schuld! Sadein Gesetz, Herr, zu er- ge: du sollst Gnade finfüllen! den: ich, ich tilge deine Sünden! 4. Dieser Vorsatz, den ich habe, mich nicht wie- 7. Dir will ich es ewig der zu entweihn, laß ihn, danken, daß du so barmJesu, bis zum Grabe, herzig bist. Laß mich nur stark in meiner Seele nicht wieder wanken, mein seyn! Vor der drohenden Erretter, Jefu Chrift! Gefahr! der zu werden, Hilf mir, daß ich dir der ich war, beb' ich zag getreu, und mein Vors haft, und empfinde schon sag standhaft sey, jede von fern die Macht der Sünd, und ihre FreuSünde. den, bis an meinen Tod 5. Wenn sie mich von zu meiden. deinen Wegen schmeichelnd 1730 22 Mel. 164 Von dem heiligen Abendmahl. Mel. Meinen Jesum laß ich zc.] Mel. Herzlich lieb hab ich ic. 172., ben mir der Herr gemacht; 73.Gelobt feyft bu Herr Zebaoth! sen gesegnet, Tag der Gelobt für unsers MittFreude! Du erhellst des lers Tod, der uns das Kummers Nacht, und er- Heil erworben! Wie haft quickest mich im Leide. du, Gott, auch mich ge Heil und Leben schenkst du liebt! Er, der uns ewges mir. Gott, wie dank ich Leben giebt, ist auch für dir dafür! mich gestorben. Mein gan2. Widerspenstig seinem zes Herz frohlockt in mir; Ruf, hab ich meinen Gotto Bater, ich lobsinge dir. betrübet, ihn, der mich Gieb, daß ich jeden Tag zum Glück erschuf, und aufs neu mich deiner Va mich stets so treu geliebet: terhuld erfreu. Gott meiich verdiene Straf und nes Heils, sey ewig mein, Tod, den er frechen Sün- sen ewig mein, und laß dern droht. mich stets dir dankbar 3. Dennoch) nimmt der seyn! Gutge mich wieder auf zu 2. Voll froher Ehrfurcht seinem Kinde; heut ver- beug ich mich vor dir, gißt er våterlich seines Sohn Gottes, der du dich Borns und meiner Sün- für mich auch hingegeben. de; giebt durch seiner Bo. Es komme mir nie aus ten Hand mir der Gnade dem Sinn, wie viel ich süßes Pfand. dir, Herr, schuldig bin; 4. Tag der Wonne, Dein Tod bringt mir heiligs Mahl, ewig will das Leben. Durch deines ich dein gedenken! Meines Opfers ewge Kraft haft Jesu Todesqual soll mir du, o Herr, auch mir Troft im Leiden schenken, verschafft, was mich von und mein Leben soll allein dem Verderben schütßt, feinem Dienst gewidmet was meinem Geiste ewig seyn. nügt. Von dem heiligen Abendmahl. 165 nügt. Herr Jesu Christ, ruh und meines Herzens wie liebst du mich! Wie Beßrung zu. Mein Herr liebst du mich! Gieb, daß und Gott, verlaß mich ich ewig liebe dich. nicht, verlaß mich nicht: 3. Mit Inbrunst fleh so komm ich einst nicht ins ich: Herr, zu dir: o Gericht! wirk ein gläubig Herz in 5. Zu deinem Himmel mir; ein kindliches Ge- hilf du mir. Der Freu můthe. Mich dürftet, den Fülle ist bey dir; laß gleich dem dürren Land, mich sie einst genießen. ben deiner Liebe Unter- Belebe mich mit Muthy pfand, nach deiner Gnad und Kraft, so meine ganze und Güte. Ich fühle, Pilgrimschaft zu führen Herr, was mir gebricht: und zu schließen, daß mir o stårke meine Zuversicht, dein Wort fiets heilig sen, daß du auch mein Verdaß ich, bis in den Tod föhner fenst, und mich dir treu, mit Freuden thu, vom ewgen Tod befreyst.jwas dir gefällt, und dich Herr, dieser Trost sey auch ehre vor der Welt. fest in mir, sey fest in Herr, mein Heil, sen mir; so dien ich voller stets ben mir, sen stets Freuden dir! ben mir: so komm ich einst 4. Zur Weisheit und gewiß zu dir! Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mel. Meinen Jesum laß ich ze. mir ausersehen. Auch mir um herrlichsten Gewinn, 174. Die ihr Chrifti Jünger send, gabst du dein Leben willig theure, miterlöste Brüder, hin: drum hör auch jest alle seinem Dienst geweiht, mein Flehen. Mein Hei- alle seines Leibes Glie land, zeuch mich gan; der, kommt, Versöhnte, nach dir, ja, durch den kommt, erneut euren Glauben wohn in mir: so Bund der Seligkeit. nimmt in mir die Seelen-& 3 2. Effet 166 Von dem heiligen Abendmahl. 2. Effet feinen Leib im Mel. Wer nur den lieben 2c. Brod; Jesus Chriftus für deine Lieward gegeben für die 75. Nun habe Dank Sünder in den Tod; be, erhabner Mittler Jesu trinkt sein Blut, ihr trinkt Chrift! Gieb, daß ich dich das Leben. Seht, wie nicht mehr betrübe, der du er die Sünder liebt, da für mich gestorben bist. er selbst sich für sie giebt! Laß deines Leidens Angst 3. Die mit voller Zu- und Pein mir immerdar versicht deines Heils, o vor Augen seyn. Sohn, sich freuen, die 2. Wie kann ich dich laß stets in diesem Licht genug erheben? Versöhnt wandeln, und sich ganz bin ich durch dich mit Gott. dir weihen; laß ihr Herz, Des Vaters Huld und vom Stolze rein, voll von ewigs Leben erwarbst du deiner Demuth seyn. mir durch deinen Tod. 4. Triste, die in Trau- Ach, du sein Sohn, du rigkeit über ihre Seelen, starbst für mich! Wie wachen; stårke, Herr der preiß ich, Herr, wie preiß Herrlichkeit, ihren Glau- ich dich? ben; hilf den Schwa- 3. Heil mir! den Leib chen: die gebeugt von fer hab ich genossen, der für ne stehn, können unerhört mich an dem Kreuße starb. nicht flehn. Ich trank das Blut, daß 5. Nehmet hin und eßt der vergossen, der sterbend fein Brod; Jesus Chri mir das Heil erwarb. ftus ward gegeben für Herr, ewge Treue schwör die Sünder in den Tod; ich dir, schenk du nur deis nehmt und trinkt, ihr ne Gnade mir! trinkt das Leben. Seht, 4. Laß, Herr, mich dank wie er die Menschen liebt, bar stets ermessen, was du da er selbst sich für sie für mich gelitten hast, und giebt! deiner Liebe nie vergessen, die Von dem heiligen Abendmahl. 167. die so viel Segen in sich ner Gnaden: da ließeft du faßt. Laß meinen Glau- mich finden Vergebung ben thätig seyn, und mir meiner Sünden. zum Guten Kraft verleihn. 3. Nun ist der Bund erneuct! Mein Herz sen Nach dei5. Im Streite hilf mir bir geweihet. überwinden, und stårke nem Sinn zu leben, sen mich zu jeder Pflicht; fortan mein Bestreben. bewahre mich vor neuen 4. Ich will aus treuem Sünden; verlaß mich in Herzen der Brüder Noth Versuchung nicht, und und Schmerzen nach meidein für mich vergoßnes nen Kräften lindern, ihr Blut schenk mir im To- Elend liebreich) mindern. deskampfe Muth! 5. Ich will, wie du, 6. Und euch, ihr seines mit Freuden Gott preisen Leibes Glieder, die Jesu in den Leiden, nie ungeHeil, wie mich, erfreut, duldig klagen, und nie an euch lieb ich stets, als Gott verzagen. meine Brüder, als Erben Einer Herrlichkeit. haben Einen Herrn 6. Von dir will ich nicht Wir laffen; will, was du hafund fest, haffen: was du liebst, Gott: uns speist und will ich lieben, nie wissend trånkt Ein Wein, Ein dich betrüben. Brod. 7. Du kennest meine Schwäche: ach! was ich Mel. Wach auf, mein Herz, c. heut verspreche, hab ich err, der du selbst schon oft versprochen, und, 176. Herr, dein Leben für leider! oft gebrochen. mich dahin gegeben, ich 8. O laß mich mein falle vor dir nieder, und Versprechen nicht wieder finge Freudenlieder. stråflich brechen! O Herr, 2. Ich kam, mit Schuld verleih mir Stärke zur beladen, zum Mahle dei- Uebung guter Werke! £ 4 9. Den Von dem heiligen Abendmahl. 9. Den ersten Reiß der dein Tag heut kåme, sich Sünden hilf mir, Herr, keiner vor dir schåme. überwinden: und wo ich1. Laß einst uns alle wieder fehle, erinnre mei kommen zum Abendmahl ne Seele. der Frommen: führ uns 10. Laß mich und alle nach allem Leiden zu deiChristen auf dein Gericht nes Himmels Freuden. fich rüsten; daß, wenn 168 XVIII. Von der christlichen Kirche. Mel. Eine feste Burg ist unser c.lihr Spott; doch ihrer las enn Chriftus dhet Gott. Sie móg n fich feine Kirche emporen! 177.28 schützt: so mag die Hölle mag die Holle 3. Der Frevler mag die wüten. Er, der zur Rech- Wahrheit schmähn; uns ten Gottes fitt, hat Macht, kann er sie nicht rauben. ihr zu gebieten. Er ist mit Der Unchrist mag ihr wis Hülfe nah; wenn er ge- derstehn; wir halten fest beut, stehts da. Er schütt, am Glauben. Gelobt sen zu feinem Ruhm, mit Jesus Chrift! Wer hier Macht das Christenthum; sein Jünger ist, sein Wort mag doch die Hölle wüten von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Selige keit nicht rauben. 2. Gott sieht wohl Für ften auf dem Thron sich wieder ihn emporen, die 4. Auf, Christen, die den Gesalbten, seinen ihr ihm vertraut. laßt euch Sohn, den Herrn der kein Drohn erschrecken! Welt, nicht ehren. Sie Der Gott, der von dem schåmen sich des Worts, Himmel schaut, wird uns des Heilands, unsers gewiß bedecken. Der Herr Horts; sein Kreuk ist selbst Herr Zebaoth hålt über fein Von der christlichen Kirche. 169 fein Gebot, giebt uns Niedergang bring alle. Geduld in Noth, und Welt dir Preis und Kraft und Muth im Tod; Dank, und glaub an deis was will uns denn ernen Namen! schrecken? 178. Die 4. Auch deine Feinde, die sich schmähn, die freMel. Es ist das Heil uns z. velnd dich empören, laß ie Feinde dei- deiner Gnade Wunder nes Kreuges sehn, daß sie sich noch bedrohn, dein Reich, Herr, kehren! Lehr sie mit uns gen zu verwüsten: du aber, Himmel schaun, und, unMittler, Gottes Sohn, erschüttert im Vertraun, beschügest deine Christen. Jauf deine Zukunft warten! Dein Thron bestehet ewige 5. Uns, deine Christen, lich: vergeblich wird sich wollest du fest in der Wahrwider dich die ganze Hölle heit gründen, daß wir waffnen. durch sie Heil, Trost und 2. Dein Reich ist nicht Ruh für unsre Seelen finvon dieser Welt, kein den! Mach unsers GlauWerk von Menstenkins bens uns gewiß: vor Irrs dern, drum fonnte Feine thum und vor Finsterniß Macht der Welt, Herr, bewahr uns, weil wir le feinen Fortgang hindern. ben! d Dir können deine Haffer 6. Ein reines Herz schaff nie dein Erbe rauben; in uns, Herr, ein Herz nach selbst durch sie wird es deinem Willen, und lehre vergrößert werden. tåglich) williger uns dein 3. Weit wollst du deine Gesetz erfüllen! Gehorsam Herrschaft noch in dieser deiner Vorschrift seyn, und Welt verbreiten, und un- dann uns deiner Gnade ter dein so sanftes Joch freun, sey unser Heil auf die Völker alle leiten! Erden! 004 Vom Aufgang bis zum 7. So wird dein Volk £ 5 dir 170 Von der christlichen Kirche. dir unterthan, und lernt den, wie du selbst verheiss die Sünde meiden, und sen, nichts sie entreiffen. du führst es auf ebner 2. Laß deine WahrBahn zu deines Reiches heit rein verkündigt wers Freuden: und herrlich den. Mach ihre Siege wird in dieser Zeit, noch herrlicher auf Erden. Gieb herrlicher in Ewigkeit dein Muth und Weisheit degroßer Name werden! nen, die sie lehren, déin 8. Voll Zuversicht er- Reich zu mehren. warten dich, o Jesu, deine 3. Du hast noch nieFrommen. Der Tag ist mals, Herr, dein Wort nah, deß freun sie sich, da gebrochen; führe die Dei du wirst wieder kommen.( nen, wie du selbst verspros Den Sündern kommst du chen, führe sie endlich, aus zum Gericht; uns segnet dem Kampf hienieden, zum dann dein Angesicht mitlewgen Frieden. Wonne der Gerechten. 4. Ewig, o Heiland, sey 9. Ja, komm, o Jesu, dein Nam erhoben! Ewig komm nur bald zu deinem frohlockend müsse dich einst Bolke wieder! Befrey, loben, o du Beschirmer durch deines Arms Gedeiner schwachen Heerde, walt, uns, deines Reiches Himmel und Erde! Glieder! Dein Himmelreich ist uns bereit; von Ewigkeit zu Ewigkeit wirds unser Erbtheil bleiben. 1808 wolle Gott uns. gnådig seyn, und feinen Segen geben. Mit feines Wortes hellem erleucht er uns 179 Schuße die Dei- zum Leben. Laß uns ernen, die nach kennen, unser Gott, dein dir fich nennen, und dich, großes Werk auf Erdeni o Jesu, vor der Welt be- laß Jesu Christi Heil und kennen. Laß deinen Hån- Tod erkannt von allen wers Mel. Herzliebster Jesu, was ic. Schein Von der christlichen Kirche. 171 werden, und alle fich be theures Wort hålt man kehren. für Spott; empört sich 2. So danken dir und wider dich, o Gott; will loben dich, o Gott, die deinen Sohn nicht kennen. Völker alle, und alle 2. Sie lehren eitel TrâuWelt erfreuet fich, und meren, was Eigenwiß er fingt mit großem Schalle, findet. In keiner Wahrdaß du auf Erden Richter heit ist dabey ihr unstet bist, die Sünd nicht lås- Her; gegründet. Der wäh fest walten, und daß dein let dieß, der andre das; es Wort das Mittel ist, uns trennen sich ohn Unterlaß, alle zu erhalten, und uns die eigne Wege gehen. zu dir zu führen. 3. Ach Herr, mein Gott! 3. So danke, Gott, vertilge doch der Frevler und lobe dich dein Volk schnöde Lehren. Wir, durch gute Thaten. Es trugen sie, wir sollten noch bringe Frucht und beßre auf fremde Weisheit höfich; dein Wort laß wohl ren? Wir schaun tief in gerathen. Der Vater die Wahrheit ein. Uns segn' uns und der Sohn, täuscht kein gleisnerischer und der, so herrscht mit Schein. Nur blinde Her beyden! Es sean' uns Gott zen glauben. von seinem Thron, trist 4. Gott siehts, und spricht: uns in allen Leiden, und bald kommt die Zeit, daß helf uns selig sterben. ich dem Frevel fieure, das mit sich in der Christenheit kein Heidenthum In eigener Melodie. 1812h Gott vom Him ernere. Indessen greif mel sieh darein, den schnöden Wahn mein und laß es dich erbarmen! Wort mit starken Waf Wie wenig Herzen sind fen an, und bleib uns doch dein! Entzieh dich überwindlich! nicht uns Armen! Dein 5. Im Feuer fiebenmal bes 172 Von der christlichen Kirche. bewährt, glångt edles Sil- ler Noth, die uns jetzt ber heller; und durch hat betroffen. Der alt Verspottungen bewährt, böse Feind, mit Ernst ers ftrahlt Gottes Wort auchließt meint; groß Macht heller; durchbricht mit und viel Lift sein grausam fiegender Gewalt den Ne- Rüstung ist; auf Erd ift bel aller Zweifel bald, nichts seins gleichen. fiegt über alle Feinde. 2. Mit unsrer Macht ist 6. Herr, beschüß uns, nichts gethan, wir find daß uns nie das frevelnde gar bald verlohren; es Geschlechte in seine schlau fåmpft für uns der rechte en Nege zieh, nie unter Mann, den Gott selbst uns sich flechte: denn alle auserkohren. Fragst du, Bosheit wächst geschwind, wer er ist? Er heißt Jesus wo frecher Spott erst Christ, der Herr Herr ZeKraft gewinnt; sein Gift baoth, und ist kein andrer ertödtet Seelen. Gott; das Feld muß er sadaranty 17. Ja, dåmpfe felbst, behalten. du starker Gott, die dir 3. Und wenn die Welt die Ehre rauben. O Jesu voll Teufel wår, und wollt Chrift, bey ihrem Spott uns gar verschlingen, so stårk kräftig unsern Glau- fürchten wir uns nicht so ben. Oheilger Geist, ver- sehr: es soll uns doch ge. feih uns Gnad, daß wirlingen. Wenn der Fürst stets auf dem schmalen der Welt sich schon grim Pfad, von dir geleitet, mig stellt, thut er uns wandeln. doch nichts, das macht, er ift gericht, ein Wortlein Fann ihn fållen. In bekannter Melodie. 4. Das Wort fie fol 182, Sin' feste Burg ift unser Gott, ein' len laffen stehn, und kein gute Wehr und Waffen. Dank dazu haben. Gott Er hilft uns frey von al- steht uns bey auf unser Flehn, Von der christlichen Kirche. 173. Flehn, mit seinem Geist 5. Laß alle Welt erken= und Gaben. Nehmen sie nen doch, du, unser Herr den Leib, Gut, Ehr, Kind Gott, lebeft noch, und und Weib: Laß fahren stehst bey deiner Kirche dahin, sie habens kein Ge- fest, die sich allein auf winn; das Reich muß dich verläßt. uns doch bleiben. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 183Erhalt uns, Herr, 184& wig, o Jefu, wird ben deinem dein be. wehr aller Feinde List und stehen, und Erd und Hims Mord, die Jesum Chri- mel werden eh vergehen, stum, deinen Sohn, von eh eine Macht das Reich), seinem Thron zu stürzen das du errichtet, jemals drohn. zernichtet. d 2. Zeig deine Macht, 2. Immer noch samme Herr Jesu Christ, der du lest du dir, Herr, auf Ers Herr aller Herren bist: den Menschen, die willig beschirme deine Christen- dir gehorsam werden, und heit, daß sie dich lob in deinen Frieden hier schon Ewigkeit. im Gewissen frölich ges 3. Gieb, heilger Geist, nießen. uns Einen Sinn, nimm 3. Reigt blendende Veralle Zwietracht von uns suchung sie zu Sünden, bist hin: vor deines Wortes du ihr Beystand und hilfft Licht und macht entfliehlüberwinden. Nichts wird des Wahns und Irr- sie jemals deiner Hand ent thums Nacht! reiffen. Du hasts verheissen. 4. Herr, laß uns dir befohlen seyn in aller Noth; wir sind ja dein. 4. Wohl allen denen die dir, Jesu, trauen! Erhalt Was sie dir glauben, wird im Glauben uns getreu; ihr Aug einst schauen, dich und mach uns von der und die Freuden, womit Sünde frey. du 174 Von der christlichen Kirche. du belohnest, da, wo du haben an dir alle Theil; thronest kein Feind wird sie dir 5. Dann schallen frölich rauben. Von dir fließt von der Deinen Menge Weisheit, Trost und Ruh dir, unserm Haupte, beßre dem, der dir folgt, unfehle Lobgesänge, wenn einst bar zu. Dein ist des Guz dein Volk, das hier dein ten Fülle. Geift regieret, dort triumphiret. 4. Mag doch die Menge immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und manMel. Allein Gott in der Höh 2c. cher im verkehrten Sinn 185. Hell' der Welt, so fällt doch deine Kirche der du in diesem Leben dein nie; du hältst und du beWort, das Gottes Rath schůzest sie durch deines enthält, zur Richtschnur Geistes Saben. uns gegeben! Du bist der 5. Dein ist das Reich, Herr der Christenheit, die dein ist die Kraft: wer du in dieser Pilgerzeit dir sollte dir nicht trauen? Auf aus den Menschen samm- dich, der alles kann und left. schafft, nicht seine Hoff 2. Sie willst du, als nung bauen? Dein Heil dein Eigenthum, zur wah- ist unser höchstes Gut; hilf, ren Weisheit leiten, und daß wir stets mit frohem durch dein Evangelium zur Muth dich vor der Welt Seligkeit bereiten. Du bekennen. bist, Herr, groß von Rath 6. Zwar kämpfen wir und That, und was dein noch manchen Streit, auch) Mund versprochen hat, mit uns selbst, auf Erden; wirst du gewiß erfüllen. doch werden zur Vollkom3. Du bist der Deinen menheit auch wir erhoben Trost und Heil. Soviel werden. Dann endet sich nur an dich glauben, die der Deinen Müh: dann fros Von der christlichen Kirche. 175 krönest und belohnst du sie, pfundnem Glück erhöht, o Herr, mit Preis und Ehre. befreyt von allen Mångeln: dan preifen wir froh7 Dann sehn wir dich in lockend dich, daß deine Majestät, und uns, gleich macht und Gnade sich so deinen Engeln, zu nie em- hoch an uns verherrlicht. XIX. Von der Bekehrung und Buße überhaupt. Mel. Vater unser im c. es ist noch gute Zeit, ich 186. So wahr ich le- will erst thun, was mir be! spricht gefällt, und werd ich müde dein Gott, mir ist nicht dieser Welt, alsdann belieb des Sünders Tod: kehr ich mich wohl noch, mein Wunsch und Wille der gnådge Gott erbarmt ist vielmehr, daß er von sich doch. Sunden sich bekehr, sich 4. Wahr ist es, Gott beßre in der Gnadenzeit, list stets bereit zu herzlicher und mit mir leb in Ewig- Barmherzigkeit: doch fünFeit. digst du auf Gnade hin, 2. O Sünder, drum fährst fort in deinem bösen verzage nicht, bedenk es, Sinn, und sorgst nicht was Gott selbst verspricht, für dein ewigs Heil; so der dir auch Trost und ist auch Ungnad einst dein Heil und Gnad in Jesu Theil. zugesaget hat, und zwar 5. Verheißen hat dir durch einen theuren Eid! Gottes Huld Erlaffung Wohl dem, der Sünden aller deiner Schuld: das recht bereut! aber fagt er nicht dabey, 3. Doch hüte dich vor ob dieser Tag dein letter Sicherheit; denk nicht: sey. Daß du mußt sterben, 176 Von der Bekehrung ben, ist dir kund; verbor- deine Wege, zeige deinen gen ist des Todes Stund. Willen mir: daß ich rich 6. Heut lebst du, heut tig wandeln möge, führe bekehre dich; eh morgen du mich selbst zu dir Gott, kommt, fanns ándern sich. du siehest mein Vertrauen: Wer heut ist stark, gesund sicher kann ich auf dich und roth, kann morgen bauen. Deine Vatertreue krank seyn, und wohl todt. ist ewig, wie du selber bist. Und stirbst du ohne Buße 3. Ach! gedenke, Herr, hin, wie wolltest du der der Sünden meiner Ju Holl' entfliehn? gendjahre nicht! Laß mich 7. Hilfft du, o Jesu, vor dir Gnade finden, geh hilfst du mir, so komm ich nicht mit mir ins Gericht. jego gleich zu dir, und thuel Alle Sünden, die uns Buße unverweilt, eh mich reuen, willst du, Vater, mein Ende übereilt, damit ja verzeihen. O so höre ich heut und jederzeit zu denn auch mich! Meine meiner Heimfahrt sey be Seele hofft auf dich. reit. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gndch erhebe mein dig willst du ihm vergeben, 187.3 Gemüthe sehn- wenn er sich zu dir bekehrt. suchtsvoll, mein Gott, zu Mitten auf dem Sünden dir. Denn ich kenne dei wege machst du sein Gene Güte: o wie theuer ist wissen rege. Wohl dem, sie mir! Gott der Liebe der zu seiner Pflicht ums und des Lebens! Keiner kehrt! Den verwirfst du harrt auf dich vergebens. nicht. Nur Huld stürzet ihre Schuld. Verachter deiner 5. Du erquickest bie eigne Elenden, deren Herz sich dir ergiebt, die sich flehend 2. Lehre mich, Herr zu dir wenden, über ihre Schuld Mel. Jesus meines Lebens c. und Buße überhaupt. 17 Schuld betrübt. Freudelmich vor falscher Ruher schenket deine Güte dem dabey das Her; sich leicht geångsteten Gemüthe, wel berflöckt, wenn bu gleich chem du die Sünden das Gewissen rührst, und last liebreich abgenommen zum Gefühl der Sünde haft. führst. 6. Herr, zu was für 2. Du willst, nach deis Geligkeiten bu, in jener ner großen Güte, nicht bessern Welt, jeden From- leines einigen Sünders men noch willst leiten, der Tod: drum weckft du ofte dir Treu und Glauben mals sein Gemüthe, zu hålt, offenbarst du allen füblen seine Sündennoth. Seelen, die zu ihrem Theil Wohl dem, der deine dich wählen: deinen gan Stimme hört, und red zen Gnadenbund machst lich sich zu dir bekehrt! du deinen Kindern Fund. 3. Den rettest du, Herr, 7. Dir will ich mich vom Verderben, nimmst denn ergeben; Gott, mein seine Buße gnädig an; Gott, verlaß mich nicht. machst ihn zu deinem Kind Laß mich immer heilig le- lund Erben, daß er froh, ben, Herr, vor deinem lockend rühwen tann: wie Angesicht. Keine schnöde groß ist Gottes Vaters Lust der Sünden müsselhuld! Er tilget meine mich mehr überwinden! Sündenschuld. Ach! bewahr, ich bitte 4. Sollt ich bie Güte dich, meinen Geist, und denn verachten, die mir stårke mich. noch Kraft zur Befrung reicht? Vom Troste leer, Mel. Wer nur den lieben 2c. muß der verschmachten, von detne daß ich Buße de weicht: sie aber weicht thue, weil mich noch deine von dem zulegt, der fren Stimme lockt. Bewahre velhaft gering fie schåst. M 5. So 178 Von der Bekehrung 5. So gieb, daß deiner nesen, und schaff ein reis fanften Lockung, o Gott, nes Herz in mir; ein Her mein Her; stets offen sey; das sich vom Sinn der weil frevelmüthige Ver Welt entfernt und unbes stockung, und ach! ein Le- fleckt erhält. ben, ohne Reu im Sün, 2. Laß mich auf die bes dendienste zugebracht, einst gangnen Sünden mit ins ewig unglückselig macht. niger Beschämung sehn; 6. Sich bessern, ist der durch Chriftum vor dir Weg zum Leben: drum Gnade finden, und auf laß mich in der kurzen dem Weg der Tugend Frift, die du zum Heile gehn. Ich will forthin das mir gegeben, und die für Unrecht scheun, mein Leben mich so wichtig ist, nur deinem Dienste weihn. dafür sorgen, daß mein 3. O stårke mich in dem Geist dem Sündenelend Gedanken! Gieb meinem fich entreißt. Vorsatz Festigkeit; und 7. Verleihe mir dazu will mein schwaches Herz die Gnade, die uns vom je wanken, so hilf der Un Sündendienst befreyt, und entschloffenheit. Wie viel leite mich selbst auf dem vermag ich, Gott, mit Pfade der christlichen dir! Nimm deinen Geist Rechtschaffenheit. Wie nur nicht von mir. selig bin ich dann schon 4. Gieb, hier! Wie glücklich einst, mein Gott, bey dir! stets Hülfe leiste, daß er mit und Muth und Kräfte mir vers leiß, daß ich mit kindlich Mel. Wer nur den lieben 2c. treuem Geiste dir bis jum ott! dir gefällt Tod ergeben sey: so sieg 189.Gott fein gottlos ich über Sünd und Welt, Wesen; wer bos ift, blei und thue, was dir wohls bet nicht vor dir. Drum gefällt. laß von Sünden mich ge 5. Wenn ich indeß aus Schwache und Buße überhaupt. 179/ Schwachheit fehle, mein des Fleisches Lüfte dåme Vater, so verwirf mich pfet, und den Reiß der nicht. Verbirg nicht der Welt verschmåht! Ohne betrübten Seele, wenn sieltapfern Streit und Krieg dich sucht, dein Angesicht; folget nie Triumph und o Herr, mach in Bekim Sieg; nur den Sieger merniß mein Herz von deis schmückt zum Lohne uns ner Huld gewiß! verwelft die Himmels 6. Erquicke mich) mit Frone. deinen Freuden, schaff ein 3. Brünstig beten, allgetroftes Herz in mir, und zeit wachen, die Versus stårke mich in allen Leichung weislich fliehn, fich den; so halt ich mich, die Pflicht zur Freude mas mein Gott, zu dir, bis, chen, unablässig sich bes nach vollbrachter Průmühn, selbst beym Spott fungszeit, der Deinen und Hohn der Welt, das Erbtheil mich erfreut. zu thun, was Gott ges fällt: dieses wollen und vollbringen, heißet nach Mel. Jesu, deine tiefe 2c 190.Shaffet, schaf- bem Himmel ringen. 4. Drum entreisffet euch Finder, schaffet eure Selige den Lüsten, die ihr noch feit! Bauet nicht, wie gefesselt send, und beweis fichre Sünder, auf die uns fet euch, als Christen, mus gewisse Zeit. Unverweilt thig, standhaft in dem befehret euch, ringet nach Streit. Schont der liebe dem Himmelreich, und besten Neigung nicht, war strebt euch), hier auf Er es auch die schwehrste den heilig, selig dort zu Pflicht, und denkt oft an werden. Chrifti Worte: dringet durch die enge Pforte. 5. Zittern will ich vor der Sünde, und dabey M 2 auf 2. Selig, wer im Glau ben támpfet! Selig, wer im Kampf besteht, wer 186 Von der Bekehrung auf Jefum sehn, daß ich derstehn, und seine Lüfte feinen Beystand finde, in dåmpfen? Ja, Sünder, der Gnade zu beftehn. Ja, es ist schwehr; allein zu mein Heiland, ach! geh deiner Ruh ist dies der nicht mit mir Armen ins einige Weg. Und dem Gericht. Gieb mir deilentfageft du?- nes Geistes Waffen, meis 3. Ist deine Pflicht von ne Seligkeit zu schaffen. Gott, wie kannst du sie 6. Gieb zum Wollen vergessen? Nach deinen das Vollbringen, Muth Kräften selbst hat er sie und Kräfte zu dem Streit; abgemessen. Was weis lehre mich, mich selbst be gerst du dich noch? Ift zwingen, und verleih Be- Gott denn ein Tyrann, ständigkeit. Zeige mir von ber mehr von mir vers deinem Thron den verheiß langt, als ich ihm leisten nen Gnadenlohn, daß ich kann? wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. Mel. O Gott, du frommer 2c. 191W 4. Sprich selbst: gewins net Gott, wenn ich ihm findlich diene, und seiner werth zu seyn, im Glaus illst du die Buße ben mich erfühne? Wenn noch, die Gott du die Tugend übst, die gebeut, verschieben: so Gott, dein Herr, gebeut, schåndest du sein Wort, wem dienst du? Ringst du und mußt dich selbst nicht nicht nach deiner Selige lieben. Ist deine Beffe- feit? rung nicht deiner Seele 5. Was weigerst du Glück? Und wer ver dich noch, das Laster zu schiebt sein Heil gern ei verlaffen? Weil es dein nen Augenblick? Unglück ist, befiehlt es 2. Allein wie schwehr Gott zu haffen. Was ifts nicht, sein eigen Herz weigerst du dich noch, der bekämpfen, Begierden wir Tugend Freund zu seyn? Weit und Buße überhaupt. Weil sie dich glücklich genblicken? Kann dich macht, befiehlt sie Gott kein schneller Tod der allein. Welt noch heut entrus 6 Gott beut die Kraft cken? ist ein Geschrev zu bir an, das Gute zu voll- Gott, ein Wunsch nac bringen; soll er durch All- Besserung, und Angst der macht dich, ihm zu gehor- Missethat die wahre Heis chen, zwingen? Er gab ligung? dir die Vernunft; und du 10. Isis gnug zur Sees verläugneft sie? Er sendet ligkeit, des Glückes der dir sein Wort; und du Erlösten, wann uns der gehorchfi ihm nie? Tod ergreift, fich ficher 7. Sprich nicht: Gott zu getrösten; ist das Be Fennt mein Her;; ich hab kenntniß gnug, daß uns es ihm verheißen, mich die Sünde reut: so ist noch dereinst, mich balb kein leichter Werk, als vom Lafter loszureiffen; deine Seligkeit. jetzt ist das Werk zu 11. Doch fordert Gott schwehr. Doch diese von uns die Reinigkeit der Schwierigkeit, die heute Seelen; ist keine Seele Dich erschreckt, wächst sie rein, wo Glaub und Liebe nicht durch die Zeit? fehlen; ist dieses dein Be8. Je öfter du voll- ruf, Gott dienen, den du bringst, was Fleisch und liebst: so zittre vor dir Blut befohlen, je stärker selbst, wenn du dies Werk wird der Hang, die That verschiebst. zu wiederholen. Scheuft 12. Der Glaube heiligt du dich heute nicht, des dich. Ist dieser dem Ges Höchsten Feind zu seyn: schäfte? Nein, Mensch! um wie viel weniger wirft und du verschmähst des du dich morgen scheun! Geistes Gottes Kräfte? 9. Ist denn die Buß Erschreckt dich nicht sein ein Werk von wenig Au Wort? Giebt in verkehr. ten ma 382 Von der Bekehrung ten Sinn, den Sünder 16. Ruf ihn in Demuth der beharrt, nicht Gott an; er tilget deine Sün. gulegt dahin? den. Und läßt dich sein 13. Hat Christus uns Gesetz erst ihren Fluch erlöft, damit wir Sünder empfinden: so widerstreb bleiben, und, sicher durch ihm nicht; denn Gottes fein Blut, das Laster hd- Traurigkeit wirkt eine Neu her treiben? Gebeut uns in dir, die niemals dich Chrifti Wort nicht Tugereut. gend, Recht und Pflicht: 17. So süß ein Laster so ist es nicht von Gott. ist; so giebts doch keinen widerspricht sich Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück 14. Noch heute, weil beschieden. Ein Mensch, du lebst, und seine Stim der Gott gehorcht, er me hörest, noch heute wählt das beste Theil; schicke bich, daß du vom ein Mensch, der Gott vers Bisen kehrest. Begegne läßt, verläßt sein eignes deinem Gott, willst du, Heil. zu deiner Pein, dein hier 18. Die Buße führt versäumtes Glück nicht dich nicht in eine Welt, ewig noch bereun. voll Leiden; Gott kennt Gott nicht. 15. Entschließe dich be- und liebt dein Glück; fie, herzt, dich selber zu besie führt zu deinen Freuden, gen; Der Sieg, so id) wehr macht deine Seele rein, er ift, bringt göttliches füllt dich mit Zuversicht, Vergnügen. Was zagst giebt Weisheit und Vers bu? Geht er gleich im stand, und Muth zu dei Anfang langsam fort; sen ner Pflicht. wacker! Gott ist nah, 19. Sprich selbst ist und stärkt dich durch sein dies kein Glück, mit rus Wort. higem Gewiffen die Güter Dies und Buße überhaupt. 189 dieser Welt, des Lebens 3. Dieß, dieß soll in Glück genießen, und må jedem Schmerz mir Vers sig und gerecht in dem traun erwecken. Vor der Genuffe seyn, und sich der Sünde soll mein Herz, Seligkeit schon hier im nicht vor dir, erschrecken. Glauben freun? Trauen will ich, Vater, dir, stets die Sünde hass Mel. Christus, der uns selig c. fen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld 192 bein Kind falle erlaffen. 4. Preis sey dem Allgús vor dir nieder. Du weißt, tigen, der mein Seufzen was wir Menschen sind, kennet, der dem Gnades und erbarmst dich wieder. fuchenden freyen Zutritt Groß ist meine Sünden gönnet! Rühm es, Seele, fchuld, die mich innigst vor dem Herrn! Fleuß von reuet; größer deine Va Freuden über! Gott, dein terhuld, die mich noch er- Gott, verstößt nicht gern, freuet. er begnadigt lieber. 2. Zwar bin ichs nicht 5. Ewig bist du so ge werth, zu dir findlich auf- finnt, Schöpfer meiner zusehen. Doch du bleibst Seele! Auch wenn ich, ein Vater mir, und ver dein strauchelnd Kind, noch nimmastmein Flehen, kennst aus Schwachheit fehle, fo mein Herz und siehst auf gedenkst du, der du weißt, mich, wenn ich vor dir daß mein Herz dich ehret, weine; und vergiebst mir meiner Schwachheit, und väterlich, wenn ichs red- verzeihst dem, der wieders lich meine. Febret. XX. Bon 184 Von der Bußtraurigkeit XX. Von der Bußtraurigkeit und dem Glauben an Jesum. 193,{ us Mel. Herzliebster Jefu, was ic. Gorgen! Du schenkest ja us tiefer Noth, Beladenen und Müden o Herr, mit gern beinen Frieden. schwehrem Herzen ruf ich 6. Ja, hoffe nur, mein zu dir in meinen Sünden- Herz, auf Gottes Gnade. schmerzen. O mache mich, Noch mächtger ist sie, als Gott, meines Kummers dein Geelenschade. Sein lebig, und sen mir gnådig starker Arm wird dich von 2. Beschämt erkenn und allem Bösen herrlich ers fühl ich meine Sünden lösen. Laß, Vater, mich Er barmung vor dir finden. Willst du auf Schuld und Uebertretung sehen, wer wird beſlehen? In voriger Melodie. 194.Andir, mein Gott, on dir hab ich gefündigt. Olaß die Gnas 3. Bey bir allein, Herr, be, die dein Wort vers steht es ju vergeben. Du kündigt, wenn Sünden willst nicht tödten, nein, uns von ganzem Herzen wir follen leben: uns soll reuen, auch mich erfreuen. Die Größe deiner Liebe leh ren, dich findlich ehren. 2. Dein Sohn hat ja sich auch für mich gegeben. 4. Verzeihe mir, Herr, taß mich vor dir um seis alle meine Fehle. Gott, netwillen leben. Tilg aus Deiner harret meine müde die Sünden, welche mich) Geele! Laß Troft und entweihen, weil sie mich Ruh, um des Versöhners reuen. willen, mein Herz erfüllen. 3. G 5. Vom Abend an bis eine reine Seele, ein neues zu dem frühen Morgen hoff Herz, das deine Wege ich auf dich; o stille meine wähle. Befestge es, und stärke und dem Glauben an Jesum. 185 fårke sein Bestreben, nur willst du mit Trofte laben. dir zu leben. Du wirst die Seelen, die 4. Verwirf mich nicht nach Gnade schmachten, von deinem Angesichte! Gott, nicht verachten. Gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte, gieb ihn, In bekannter Melodie. daß er auf beiner Wahr 195. Herr Jefu Chrift, heit mich leiten moge. du Brunnquell aller Gna den, ich komme mit gebeug 5. Erquicke mich in mei tem muth, mühselig und ner Seele Leiden mit det belaben. Du kennst, o ner Hülfe, gieb den Geift Herr, mein ganzes Herz, der Freuden, damit er, und siehst, wie ich, voll weil ich keine Kraft be Angst und Schmerz, nach fike, mich unterstüße. Trost und Gnade schmach 6. Mit neuer Treue will te. ich dich verehren. Ich will 2. Herr, der du mich ver die Sünder deine Wege föhnet haft am Kreuß durch lehren. Mein Beyspiel foll Todesschmerzen, schwehr fie reißen, deinen Willen liegt auf mir der Sünden Last; nimm sie von mei gern zu erfüllen. nem Herzen, auf daß ich nicht mit Angst und Web in meinen Sünden unters Wie solltest du ein reuend geh, und trofilos nicht Hert verschmähen? Ein Herz, das dich im Glau ben ernstlich suchet, der Sünde fluchet? 7. O höre, Gott, er barmend auf mein Flehen! verzage. 2. Bedenk ich, wie viel Böses ich mein Lebenlang begangen, fo fållt des Tos 8. Ein Her; voll Kum. des Angst auf mich, und mers, bich erzurnt zu ha Furcht hålt mich umfanben, das liebst du, das gen. Ich müßte, HeiligA 5 fiet 186 Von der Bußtraurigkeit ster, dich scheun, und hab ich überwunden; fo würde ganz verlohren seyn, stärket mich dein Freu wenn ich dein Wort nicht dengeist in meinen letzten hätte. Stunden. Herr, nimm 4. Begnadigung und mich dann, wann hirs Heil verspricht es denen, gefällt, im wahren Glaus die dich hören, und reue- ben aus der Welt, voll zu ihrer Pflicht mit deinen Auserwählten. Ernst zurücke kehren. Es zu ruft den Sündern lieb Mel. Auf meinen lieben Gott ut. reich zu: verzaget nicht Sün der hin, der ich o flieh the findet Ruh, wenn ihr 196 Which S ihr zu Jesu kommet. so ftrafbar bin? Wo kann 5. So komm ich denn ich) Rettung finden? Mich auf dein Gebot, o Tilger drücken schwehre Sünden, meiner Sünden! Ach! daß alle Welt der Bürde laß in meiner Seelennoth mich nicht entladen würde. auch mich Errettung fin. 2. Du, Jesu, rufeft den. Erbarme, Herr, dich mir. Zu dir, Herr, ja über mich! Vergieb mir, zu dir flieh ich, und such was ich wider dich von Erbarmen in beinen offnen Jugend auf begangen. Armen. Mein zagendes 6. Die Wonne der Be- Gemüthe hofft ganz auf gnadigung laß mich nun deine Güte. wieder schmecken, und 3. Ich traue nur auf zu wahrhafter Besserung did); dein Blut floß auch mein reuig Herz erwecken. für mich! O Tilger meis O leite mich auf ebner ner Sünden, laß mich den Bahn, daß, dir gehorsam, Frieden finden, den der ich fortan nur dir zu hat, der dich liebet, und Chren lebe. den die Welt nicht giebet. 7. Wenn dich mein 4. Wie groß die Sünde künftig Leben preist; so sey, du machst von ihr mich frey und dem Glauben an Jesum. 187 fren, der ich dein Kreuk Mel. O Gott, du frommer 2c. umfaffe, und mich auf bich verlaffe. Du sprichst: dir 197. Herr, höre mein Gebet, um dei ist verziehen! Und alle ner Wahrheit Willen! Du Schrecken fliehen. Bift an Gnade reich), und *. 3war viel noch man wirst mein Seufzen stillen. gelt mir; doch, Gütigster, Ach! geh nicht ins Gericht von dir kommt jede gute mit deinem armen Knecht! Gabe, die ich vonnöthen Bor dir, o Herr, ist ia habe: du wirst mich) un fein Sterblicher gerecht! terstützen, und in Versuchung schüßen. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine See le nieder. Beschämt ems 6. Wie unerschrocken zuht das Herz in deiner pfind ich sie; o tröste du Huth! Du hast ja selbst mich wieder, daß mir der verheißen; nichts soll mich Seele Schmer; nicht alle dir entreißen, weil ich dir Kraft verzehrt. Wer ist, angehöre, und mich vom der auffer dir mir wahren Bösen kehre. Trost gewährt? 7. Darum verlaß ich 3. Zu dir, o treuer Gott! mich, o Jesu, nur auf dich erheb ich Herz und Hände. Jetzt kann ich nicht verder Mein Heil steht nur ben ben, dein Reich muß ich dir. O daß ich Hülfe fåns ererben: denn du hast mirs de! Für Recht laß Gnad erworben, da du für mich ergehn; ich hoffe, Herr, gestorben. auf dich. Zeig mir den 8. Herr, deß ich ewig rechten Weg; nach dir, bin, gieb mir den festen Herr, sehn ich mich. Sinn, ftets alles das zu 4. Ich will, o stårke meiden, was mich von dir mich, ich will die Sünde. fann scheiben. So leb ich haffen, und nun und nirs dir, und erbe den Himmermehr von dir, mein mel, wann ich sterbe. Helfer, laffen. Nur das, was 188 Von der Bußtraurigkeit was dir gefällt, werd auch ich, Herr, gethan; darf von mir gethan. Führ mich nicht bein Kind mehr mich durch deinen Geist nennen: ach, nimm mich forthin auf ebner Bahn! zu Gnaden an! Eaß mich 5. Beruhige mein Herz aller meiner Sünden gnås um meines Mittlers willen. dige Vergebung finden. Laß seines Opfers Trost 4. Groß sind meine Gün auch mein Gewiffen stillen. denschulden, ihre Laft ist Du bist die Liebe selbst, mir zu schwehr, und wenn, ganz unveränderlich. Dein långer mich) zu dulden, deis will ich ewig seyn; o'Gott, ne Langmuth müde war, erhöre mich! schrecklich müßt ich unters gehen, und mich ewig elend fehen. In bekannter Melodie. 198.Herr, ich habe 5. Aber deines Sohns misgehandelt, Erbarmen, fein für mich ja mich drückt der Gün- vergoßnes Blut, spricht den Laft: ich bin nicht den um Gnade für mich Ars Weg gewandelt, den du men, und erhebet meinen mir gezeiget haft; und Muth. Sein Verdienst jest mocht ich gern, bollists, was mich decket Schrecken, mich vor dei- wenn mich dein Gerichts. nem Zorn verstecken. tag schrecket. 2. Doch, wie kann ich 6. Nun so sprich mich dir entfliehen? Du bist al los von Sünden, schaff lenthalben nah. Flöh ich, ein reines Herz in mir, bir mich zu entziehen, him- laß mich wieder Ruhe fine melan so bist du da: den, zeuch mich immerdar stürzt ich in die Tiefe nie u dir. Dankbar will ich der; deine Rechte faßt mich bestreben, Vater, mich wieder. dir fortan zu leben. 1 3. Drum, ich muß es nur bekennen, Bifes hab 311 189. and dem Glauben an Jefum. In eigener Melodie. herzigkeit; und naht die. dann Jesu Christ, zeige dich in deiner Gnad, Meht mein Vertraun auf und rette mich! Erden. Ich weis, daß 4. Gelobt sey Gott auf du mein röster bist; kein seinem Thron, der Vater Trost kann mir sonst wer- aller Güte! Gelobt sep den. Es ist kein Retter Jesus, Gottes Sohn! außer dir, kein Mensch), Sein guter Geist behüte, kein Engel, welcher mir und führ uns auf der aus meinen Nöthen hel rechten Bahn des wahren fen kann: dich ruf ich an; Glaubens himmel an. So du bists, der helfen will preisen wir Gott hochers und kann. freut hier in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit. 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los durch Mel. Jesu, deine tiefe zc. deines Todes Schmerzen. 200.Höchster, denk ich Nimmst du an Güte, hülfreich an, wer ist, der die du mir bisher erzeigt: mich verdammen kann? o so wird mein ganz Dann werd ich los der Gemüthe zu der tiefsten Gündenlast; mein Glau- Scham gebeugt, daß ich be faßt, Herr, was du dich gering geschågt, bein mir versprochen hast. Gebot hintangefeßt, und 3. Dein guter Geist er dich, der du mich gelieneure mich, zu deines Na bet, mit Vergehungen bes mens Preise, daß jederzeit trübet. mein Glaube sich durch 2. Alle meine Seelens wahre Lieb erweise. Sep fråfte, meine Glieder sind mir, in meiner Prüfungs- ja dein, und sie sollten zum seit, ein Helfer voll Barm- Geschäfte deines Dienstes fertig 190 Von der Bußtraurigkeit fertig seyn. O wie hab Nimm mich doch erbar. ich sie entweiht! Ach), zur mend an! Führe mich Ungerechtigkeit und zum vom Sündenpfade schnell schudden Dienst der Sün- zurück durch deine Gnade. den ließ ich mich oft willig 6. Dir ergeb ich mich finden. aufs neue; gieb, daß mein 3. Deine Huld war je gebeugter Geift deiner Vas den Morgen über mir, o terbulb sich freue, die dein Vater, neu. Von wiejtrestend Wort verheißt. manchen schwehren Sor- Was dein Sohn auch mir gen machtest du mein Her erwarb, da er für die Süns ze frey! Was mir nüste, der starb, Fried und Freu gabst du mir. Aber ach! de im Gewissen, ach, das wie dankt ich dir? Olaß auch mich genießen! wie hab ich, so vermessen, 7. Stárke felbft in meis deines 23ohlthuns Zweck ner Seele den Entschluß, vergessen! mich dir zu weihn. Gieb, 4. Bey dem hellen Licht daß keine Kraft mir fehle, der Gnaden sollt ich ja die folgfam deinem Wort zu Sünde fliehn, und von senn. Stehe mir fiets meinem Seelenschadenfrey mächtig ben, daß mein zu werden mich bemühn. Herz bir heilig sey. Did) Deine Güte lockte mich oft zu lieben, dir zu leben, zur Buße, aber ich floh sen mein herzliches Be vor ihrem sanften Locken, streben. suchte selbst mich zu ver stocken.. tech, an bir hab ich 201.mein Auge nicht gefündigt, Gott, mein Va Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Sünder darf ter, ohne Scheu! Dir hablzu dir, o Gott, erheben. ich oft aufgekündigt meine Vor deinem reinen Anges fchuldge Kindestreu. Achficht muß ich, ich Armer, vergieb, was ich gethan! beben. Ich fühl, wie übel, ich und dem Glauben an Jefum. 191 ich gethan. Wer nimmt 5. Hier lieg ich tiefges fich meines Elends an? beugt vor dir, mit Sünd Wer kann mich Sünder und Fluch beladen. Ach, retten? neige du dein Herz zu mir, 2. Gerechter Gott, roerth du Vater aller Gnaden! bin ich nicht, dich Va Vergieb mir, wie dein ter mehr zu nennen. Ich Wort verheißt, vergieb, kannte meine Christen und schenk mir deinen Geist pflicht, und wollte fielzu einem bessern leben. nicht kennen. Zwar warn 6. Ach, ohne dich vers test du mich durch dein mag ich nichts; drum Wort; doch gieng ich gieb mir Lust und Står. meinen Irrweg fort, als ke, gieb Kraft, o Vater wenn kein Richter wåre. alles lihts, zur Uebung 3. Viel tiefer, als ichs guter Werke! Ja, Güfagen kann, ist in mirstigfter, ich bitte dich, um mein Verderben. Herr, Jesu willen stärke mich, nimmst du meiner dich das Gute zu vollbringen. nicht an, so muß ich ewig fchiebst du bein Gericht, 202.3 bensfürst, su sterben. Doch gern ver Mel. Herzlich lieb hab ich zc. komme, und willst den Tod des Sünders nicht, willst meis dir. Erbarmend rufft du nen Tod nicht, Vater! ja auch mir, den Frieden Von dir, der du die zu empfangen. Der Sün Liebe bist, darf ich Ver. den aft ist mir zu schwehr; gebung hoffen: dein Vaso laß mein Herz von Trost terherz, o Vater, ist auch nicht leer! Laß es die Ruh mir durch Jesum offen; erlangen, die jedem tiefges wenn nur mein Herz recht beugten Geist dein theuer redlich ist, und ich, vollwerthes Wort verheißt. Reu, an Jesum Christ Wer tröstet mich, als du von ganzer Seele glaube. allein? Wer macht mein Pers 192 Von der Bußtraurigkeit Her; von Sünden rein? list der Verlohrnen Heil: Herr Jesu Christ, mein gieb mir an seinem Gegen Trost und Licht! Mein Theil; er sev auch mir Trost und licht! Ver Beruhigung, und meines wirf, verwirf du mich lebens Heiligung! Herr doch nicht. Jefu Chrift, ich hoff auf 2. Anbetend steh ich, dich! Ich hoff auf dich! Herr, vor dir. Dein In dieser Hoffnung stärke Antiig neige du zu mir, mich. und sev mir Sünder gnå, 4. Mein ganzes Leben big. Wenn mein Berpreise dich! Erlöst, o Heis gehn um Rache schrept, land, hast du mich, dein Ei so mache, voll Barmher genthum zu werden. Bin sigkeit, mich aller Strafe ich nur dein, so fehlt mir ledig. Der du am Freuß nichts; nichts einst am gelitten hast, du trugst Tage des Gerichts, nichts auch meine Sündenlast, hier auf dieser Erden. als du zum Heil der Sün. Auf dieser Bahn zum der starbst, und ihnen Vaterland, entzeuch mir Gottes Huld erwarbst. niemals deine Hand. Zu Herr Jesu Christ, mein deinem Dienste stårke mich, Herr und Gott! Mein und laß mich siegen einst Herr und Gott! Erlöse durch dich. Herr Jesu mich durch deinen Tod. Christ, mein Herr und Mein Herr und 3. Du, du bist meine Gott! Zuversicht: durch dich ent Gott! Hilf mir zum les flieh ich dem Gericht, dem ben durch den Tod. schwehren Lohn der Sün den. Durch dich kann ich Mel. Meinen Jesum laß ich ic. dem Fluch entgehn, und Sünder an! mich mit Gott vereinigt 203, efus nimmt bie fehn, durch dich das le- Sagt doch dieses Trosts ben finden. Dein Tod wort Allen, die noch auf bers und dem Glauben an Jesum. 193 verkehrter Bahn und auf ne Sünden. Laß, mein Sündenwegen wallen! Heiland, mich) ben dir Hier ist, was sie retten Gnade zur Vergebung fin kann. Jesus nimmt die den, daß dieß Wort mich Sünder an. trösten kann: Jesus nimmt 2. Keiner Gnade sind die Sünder an. wir werth: dennoch hat 6. Nun so faß ich neuen in seinem Worte gnaden Muth. Auf dich werf ich reich er sich erklärt, und meine Sünden. Dein uns selbst des Himmels am Kreuß vergoßnes Blut Pforte durch sein Ster macht, daß ich Vergebung ben aufgethan. Jesus finden und voll Trostes nimmt die Sünder an. liauchzen kann: Jesus 3. Wann ein Schaffnimmt die Sünder an. verlohren ist, suchet es ein 7. Mein Gewissen za treuer Hirte. Jesus, der get nicht. Will mich das uns nie vergißt, suchet Geset verklagen? Der treulich das Verirrte, zei mir einst mein Urtheil get ihm die rechte Bahn: spricht, hat die Schuls Jesus nimmt die Sünder den abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. an. 4. Rommet alle,' kom met her, kommet, ihr be trübten Sünder! Jesus 8. Jesus nimmt die Sün rufet euch, und er macht der an; mich hat er auch aus Sündern Gotteskin- angenommen, und den der. Auf, und laßt uns zu Himmel aufgethan, daß ihm nahn! Jesus nimmt ich selig zu ihm kommen, die Sünder an. und auch sterbend rühmen 5. Jch Betrübter komfann: Jesus nimmt die me hier, und bekenne mei- Sünder an. XXI. Von n 194 XXI. Von der Rechtfertigung Von der Rechtfertigung und ihren seligen Folgen. Mel. Wer nur den lieben ic.[ von den Plagen, die dem ott, deine Gnad Gewissen furchtbar sind; ist unser Leben, der kann getroft und freus sie schafft uns Heil und dig sagen: Gott ist für Ceelenruh. Dein ists, mich, ich bin sein Kind; die Sünde zu vergeben, hier ist der, welcher für und willig ist dein Herz mich litt, und mich noch dazu. Du nimmst die jest bey Gott vertritt. Sünder gnådig an, die 5.0 Herr, wie felig sich voll Reue zu dir nahn! ist die Seele, die so sich 2. Uns, uns Verlohr deiner Gnade freut! Ge ne zu erretten, gabst du setzt, daß irdisch Glück für uns selbst deinen Sohn, thr fehle, fehlt ihr doch Er litt, damit wir Friede nicht Zufriedenheit. Dein håtten, für uns den Tod, Friede überwieget weit die der Sünde Lohn. O Gott, Welt und ihre Herrlich wie hast du uns geliebt! Welch ein Erbarmen ausgeübt! Feit. 6. Dein Friede stårkt mit frohem Muthe das Herz, auch in der größe 3. Dank, ewig Dank ten Noth; giebt Hoffnung sen deiner Treue, die nie. zu dem ewgen Gute, und mand gnug erheben kann. macht getroft selbst in dem Nun nimmst du jede wah Tob. Er ist schon in der re Reue mit Vaterhuld noch gnådig an. Wohl dem, der sich zu dir be Fehrt, und glaubig seinen Mittler ehrt! Pilgerzeit ein Vorschmack Fünftger Seligkeit. 7. Laß, Vater, laß auch michs empfinden, wie köfte lich dieser Friede sey. Auch 4. Herr, den befreyst du mich sprachst du von meis nen und ihren seligen Folgen. 195 nen Sünden und ihren sie werden! Jenen Thrås Strafen völlig fren. Denn nen, jenen Plagen, die der, der Aller Sünden wir tragen, bis wir schei trug, ward sterbend auch den, folgen einst des Hims für mich ein Fluch. mels Freuden. 8. O laß mich dieß im 2. O wie erhaben ist Glauben faffen, und, Vas das Recht, das du uns ter, mich voll Zuversicht giebst, Gott, dein Ges auf deine Treue stets ver- schlecht und Bundesvolk laffen! Wann alles wankt, zu heißen! Bey dir ist uns wankt sie doch nicht. Wohl ser Vaterland, und wer dem, der sich auf dich verwill deiner starken Hand låst! Sein Heil steht un- Allmächtger, uns entreif beweglich fest. fen? Wenn wir gleich 9. Lobfingend will ich hier müssen streiten, und dich erheben, mich ewig zu Zeiten schwach uns fine deiner Gnade freun, und den, hilfst du uns doch deinem Dienst mein ganz überwinden. zes Leben in kindlichem 3. Du deckest unfre Gehorsam weihn. Herr, Schulden zu, schenkst un du vergabft mir meine fern Seelen wahre Ruh, Schuld; nie, nie vergeß und stärkest uns mit Freuich diese Huld! de. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir Mel. Wie schön leuchtet der ic. fein erkauftes Eigenthum, 205. Wie groß ist un- und Schafe ſeiner Weide. fre Seligkeit, Gutes Muthes sind auf o Gott, schon in der Prü Erden in Beschwerden un fungszeit, selbst unter viel fre Seelen. Herr, was Beschwerden, wenn unser kann bey dir uns fehlen? Herz sich dir ergiebt, und 4. Zwar während une Jesum, seinen Heiland, frer Lebenszeit bleibt wah lebt! Noch größer wirdrer Christen Herrlichkeit 2 bera 196 Von der Rechtfertigung verborgen hier auf Erden: Jaussprechlich Heil, an dir, doch wird sie einst vor al- an deiner Gnade Theil, ler Welt, wann Jefus Theil an dem Himmel has sein Gerichte hält, geoffen-/ ben; im Herzen durch den baret werden. Alsdann Glauben rein, dich lieben, sieht man ihn mit Kronen und versichert seyn von deis uns belohnen, und mit Ehnes Geistes Gaben! ren für sein treues Volk 3. Dein Wort, das Wort erklåren. der Seligkeit, wirkt gott5. Wie groß ist dann liche Zufriedenheit, wenn der Christen Glück, Gott, wir es treu bewahren. Es wenn sie mit verklärtem spricht uns Trost im Elend Blick dein Antlitz ewig se- zu, verfüßet uns des Lehen! Gieb, daß es uns bens Ruh, und stärkt uns vor Augen sey, damit wir, in Gefahren. Herr, dir ewig treu, im 4. Erhalte mir, o Herr, Glauben fest bestehen. mein Hort, den Glauben Amen! Amen! Ewigs Les an dein göttlich Wort, ben wirst du geben deinen um deines Namens wil Lieben, welche hier getreu len! Laß ihn mein Licht geblieben. auf Erden seyn, ihn tågs lich mehr mein Herz ers neun, und mich mit Trost Mel. Kommt her zu mir zc. 206.So hoff ich denn erfüllen! mit festem und Chriſti Blut; ich hoff 207.Gen, ihfter, Muth auf Gottes Gnad Mel. Es ist das Heil uns 2c. Höchster, ewiglich ges ein emig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, preift für deine große Gnas hat mir das Recht zur de, wovon dein Wort uns Seligkeit in seinem Sohn unterweist: Geheilt ist uns gegeben. fer Schade. Dein Sohn 2. Herr, welch ein uns hat uns von unsrer Notb erlos und ihren seligen Folgen. 197 erloset, und selbst in den die er begnadigt hat, ihr, Tod für uns sich darge. seine frommen Kinder! geben. Dient ihm mit Freuden, 2. Er nahm sich unser dient ihm gern, bleibt von gnädig an, trug unser Al- den Sündenwegen fern, ler Sünden, ward dem bleibt auf dem Weg zum Gefeße unterthan, vom Himmel. Fluch uns zu entbinden, den es den Uebertretern Mel. Alle Menschen müssen u. draut; erwarb uns die Gerechtigkeit durch sein verföhnend Leiden. 208.Schweiget, ban ge Zweifel, schweiget! Mein Erlöser 3. Wer nun in seiner ist getreu, und sein Geist Geelennoth auf diesen Hei- in mir bezeuget, daß ich land schauet, und, wenn Gott versöhnet sey. Will ihm fein Gewissen droht, mich selbst mein Herz vers auf Jesu Tod vertrauet, dammen: droht es mir der ists, den Gott gerecht mit Höllenflammen: Gott erklärt, und der das große ist größer, als mein Herz, Glück erfährt, Vergebung und giebt Ruh auf bane zu erlangen. gen Schmerz. 4. Gott sagt ihm Heil 2. Er, der das Vers und Leben zu, er ftillet/ borgne Fennet, kennt auch fein Gewissen, und läßt mich, und weis allein, zu feiner Seelenruh, ihn wie mein Herz von Eifer seine Huld genießen. Dalbrennet, ganz sich seinem lebt er dann in Gott er- Dienst zu weihn; schaut freut; im Schmucke der den Kumer meiner Seele, Gerechtigkeit, dient er nun der mich beugt, so oft ich Gott mit Freuden. fehle; und sieht nicht, was 5. Erkennet Gottes gnåd. ich gethan, sondern mehr gen Rath, geht in euch, den Willen an. fichre Sünder! Frohlockt 3. Wer will ferner den N 3 bera Von der Rechtfertigung verklagen, welchen Gott um mich her sey Nacht! zum Kind erwählt? Wer Gott, mein Gott, wird darf zu verdammen wa mich beschirmen, der für gen, wenn Gott felber los feine Kinder wacht. Wenn gezählt? Menschen frey- lich hier auch hülflos bliebe, lich, selbst die Engel, sind leitet mich doch seine Liebe, vor ihm nicht ohne Mån- durch die Leiden dieser Zeit, gel: doch das menschliche zur beglückten Ewigkeit. Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. 198 Mel. Keinen hat Gott 2c. für mich, 4. Sohn gegeben; durch den 209.30 trete gleich Glauben ist er mein. Ja, alles wider mich: so oft ich ich weis, ich werde leben, ruf und bete, weicht alles und in ihm einst selig seyn. hinter sich. Hab ich das Mich sah Gott von seinem Haupt zum Freunde, und Throne, mich erwählt' er lieber mich mein Gott; in dem Sohne, ehe noch was schadet mir der Feinde sein Allmachtsruf mich und und Widersacher Spott? alle Wesen schuf. 2. Ich weis und glaub 5. Theuer bin ich ihm es feste, und rühm es ohne erworben! Wohl mir! Scheu, daß Gott, der Hier ist Jesus Christ, er, Höchst und Beste, mein der auch für mich geftor Freund und Vater sey.* ben, auch für mich erstan- Er wird in allen Fällen den ist; nun zur Rech- zu meiner Rechten stehn; ten Gottes figet, auf mich er dampfet Sturm und sieht, mich machtig schüget, Wellen, und läßt mich mich vertritt, mich nie nicht vergehn. verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 3. Der Grund, wor auf ich baue, ist Christus 6. Nun so mag das und sein Blut: in ihm, Unglück stürmen! Alles dem ich vertraue, find ich daß und ihren seligen Folgen. 199 das wahre Gut. An mir] 7. Sein Geist wohnt und meinem Leben ist nichts mir im Herzen, regieret der Liebe werth: was Chri meinen Sinn, stillt alle ftus mir gegeben, wird meine Schmerzen, nimmt nur mit Recht verehrt. ljeden Rummer hin: sein 4. Er ist mir Ruhm Werk läßt er gedeihen, und Ehre, er ist mir Glang das er in mir gethan, und und Licht. Wenn er nicht hilft mir Vater! schreyen, für mich wäre, bestůnd ich so stark ich immer fann. Sünder nicht vor deinem 8. Er rufet meinem Geis Richtersige, wenn du, ofte manch süßes Trostmort Höchster, einst mit Don- zu: wie Gott dem Hülfe ner und mit Blige selbst leiste, der bey ihm suchet zum Gericht erscheinst. Ruh: und dem, der ihm 5. Doch Jesus hat sein vertrauet, dem zeigt er Leben, zur Tilgung mei- Gottes Stadt, wo unser ner Schuld, am Kreut Herz einst schauet, was es dahin gegeben: o wunders geglaubet hat. volle Huld! Sie macht, 9. Da, da ist auch mein daß ich mich freue mit un- Erbe, wie mir sein Wort erschrocknem Muth, und verspricht: wenn ich gleich kein Gericht mehr scheue, fall und sterbe, fällt doch wie sonst ein Sünder thut. mein Himmel nicht. Mein 6. Nichts, nichts kann Jesus hilft mir ringen, mich verdammen, denn und muß ich manche Zeit Jesus starb für mich: die mit Weinen hier verbrin Holl und ihre Flammen gen, versüßt er mir mein find mir nicht fürchterlich. Leid. Rein Urtheil fann mich 10. Kein Schmerz und schrecken; nichts ist, was feine Freuden, nicht macht mich betrübt: denn Chris noch Herrlichkeit, kein Lie stus will mich decken, mein ben und kein Leiden, nicht Heiland, der mich liebt. Angst, Gefahr und Streit, nichts, 4 Von der Rechtfertigung nichts, was wir denken den Tod geschmeckt, durch Fönnen, so groß es immer deinen Schild werd ich sen, soll mich von Jesu bedeckt! Was kann mir trennen, ich bleib ihm denn nun schaden? ewig treu. 3. Herr, du bist mein 11. Mein Herz ist voller ganzer Ruhm, mein bester Freude, und kann nicht Troft auf Erden; in jes traurig seyn: ich weis von ner Weltmein Eigenthum: Feinem Leide, seh lauter was kann mir größers wer Sonnenschein. Die Son- den? Von fern glångt ne, die mir lachet, bist mir mein Kleinod zu; du du, Herr Jesu Christ, und schaffst mir nach dem was mich singend machet, Streite Ruh, und reichst ist, was im Himmel ist. mir meine Krone. 200 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von diesem Weltgetümmel, auf dich, auf meiner Mel. Es ist das Heil uns 2c. ch weis, an wen mein 210 hålt: nichts, nichts soll auf Ewigkeit und Himmel. mir ihn rauben. Als Bür- Die Welt mit ihrer Herrs ger einer bessern Welt, lichkeit vergeht, und währt leb ich hier nur im Glaunur kurze Zeit. Im Him ben. Dort schau ich, was mel sey mein Wandel! ich hier geglaubt. Wer 5. Jßt, da mich dieser ist, der mir mein Erbtheil Leib beschwehrt, ist mir raubt? Es ruht in Jesu noch nicht erschienen, was Hånden. jene beßre Welt gewährt, 2. Mein Leben ist ein wo wir Gott heilig dienen. kurzer Streit, und herr Dann, wann mein Auge lich ist die Krone. Das nicht mehr weint, und mein Glück der ganzen Ewig Erlösungstag erscheint, Feit wird mir zum frohen dann werd ichs froh eme Lohne. Der du für mich pfinden. 6. Im 7906 und ihren seligen Folgen. 6. Im Dunkeln feb will mich von dir scheiden? ich hier mein Heil; dort Du zeichnest mich in deis seh ichs klar und heiter. ne Hand: Herr, du bist Hier ist die Schwachheit mir, ich dir bekannt. noch mein Theil; bort Mein sind des Himmels hebt mein Geist sich weiter Freuben. Hier ist mein Werth mir 8. Wie groß ist meine noch verhüllt; dorr wird Herrlichkeit! Empfinde sie, er sichtbar, wenn deinjo Seele! Vom Tand der Bild mich einst vollkom Erde unentweiht, erhebe men schmucket. Gott, o Seele! Der Erde 7. Zu diesem Glück bin glänzend Nichts vergeht: ich erkauft, o Herr, durch Nur des Gerechten Ruhm Deine Leiden; auf deinen besteht durch alle Ewig. Tod bin ich getauft; wer keiten. 201 XXII. Von der Heiligung und dem christlichen Wandel uberhaupt. Mel. Es woll uns Gott zc. 2. Die kommen nicht 211, Sewahre mich, in Jesu Reich, die ihren Herr, daß der Herrn ihn heißen, sich aber Wahn nie mein Gemüth nicht mit Ernst zugleich bethére, als wår es schon der Heiligung befleißen. genug gethan, wenn dir Nur die, die deinen Wil nur außreEhre der Mensch, len thun, låßt du, als deis Dein Unterthan, erweist.( ne Kinder, o Gott, in ews Erinnre mein Gewissen, gem Frieden ruhn; wenn wie in der Wahrheit und heuchlerische Sünder von im Geist, die dich verehren bir verstoßen werden.. müssen, die dir gefallen wollen. 3. Drum laß mich doch N 5 vom Von der Heiligung vom Glauben nie ein hei- Mel. Gott, du frommer 2c. lig trennen; mich sagst: ich nicht für Jefu Sünger bie 212.Du fact, to bin bloß außerlich bekennen.lists, der Jesum kennet; Gieb, daß mein Glaubelihn seinen Gott und Herrn thätig fey, und Tugend- nicht bloß mit Worten nens früchte bringe; daß ich, net, nein, sondern gern vom Cündendienste frey, auch thut, was ihm sein mit Eifer darnach ringe, Herr gebeut. Thust du das im Guten zuzunehmen. nicht, so ist dein Ruhm 202 4. Du kennst, o Gott, nur Eitelkeit. der Menschen Herz, und 2. Du sagst: ich bin liebst, die redlich handeln. ein Christ. Willst du mit O laß in Freude, wie im Recht so heißen, so mußt du Echmerz, mich richtig vor dich mit Ernst der From dir wandeln! Dein Willelmigkeit befleißen. Der lies fey mein Augenmerk. Hilf bet Chriftum nicht, der felbft mir ihn vollbringen! noch die Sünde liebt; ift Durch dich muß jedes gute auch kein Christ, ob er sich Werk dem glücklich noch gleich den Namen giebt. gelingen, der deine Hülfe 3. Bist du ein wahrer fuchet. Christ, so müssen Sinn 5. Doch, wenn ich aus und Triebe nach Chrifti Unwissenheit und Ueberei Vorbild seyn. Wenn uns lung fehle: so thu an mir verfälschte Fiebe dein gans Barmherzigkeit, sey gnåszes Herz erfüllt; wenn du dig meiner Seele, und hilf voll Sanftmuth bist; voll ihr auf von ihrem Fall. Demuth, wie der Herr; Erhalt mich bey dem Ei so sag: ich bin ein Christ. nen, daß ich dich fürchte 4. Jedoch, so lang dich überall, bis ich einst mit noch der Sinn der Welt den Deinen, dir ohne regieret, dein Stolz zur Sehftritt diene! Eitelkeit und Schmäh fucht und dem christlichen Wandel überhaupt. 203 sucht dich verführet; nicht zum Lohn, auch hier schon Sanftmuth in dir herrscht, glücklich lebt. nur Born und Haß und 3. Gieb, daß ich von Neid; so bist du ja gewiß der Welt mich unbesteckt vom Christenthum noch erhalte, und daß in mir weit. der Trieb zum Guten nie 5. Gott, schenke mir erkalte. Hilf, daß ich im doch Kraft, mich ernstlich mer wach, im Kampf des zu besleißen, ein wahrer Glaubens treu, und in Christ zu seyn, und nicht der Hoffnung stark und nur so zu heißen. Denn fest gegründet sey. wer den Namen hat, und 4. Gieb, daß ich, als nicht die That zugleich, ein Chrift, mich Christo gelanget nimmermehr zu ähnlich zeige, und achtsam dir ins Himmelreich. In voriger Melodie. mein Gemüth zu ſeiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht 213.Mein Vater und der Geist der Welt; fo mein Gott, der wandt' ich, Herr, vor du in diesem Leben, zur dir den Weg, der dir Leuchte meinem Fuß, dein gefällt. heilig Wort gegeben, re- 5. Hilf, daß ich dich, giere doch mein Herz durch mein Gott, von ganzer Deinen guten Geist, daß Seele liebe, und Lieb und ich dem folgfam fey, was Gutigkeit auch an dem dieß dein Wort mich heißt. Nächsten übe. Laß fern 2. Verleih, daß ich zu von Uebermuth mich bey erst nach deinem Reicheldes Glückes Schein, und trachte, und kein vergång frey von Ungeduld in trus lich Gut zu übermäßig ben Tagen seyn. achte. Wer nach dem 6. Nie müsse sich mein Ewigen mit weisem Eifer Herz der Fleischesluft ers strebt, erfährt, daß er, geben, und nie dem schnde den 204 Von der Heiligung and g den Geig! Mein dir ges 2. Der Glaube, den fein weihtes Leben sey von Be Wort erzeugt, muß auch trug und Neid, von Un die Liebe zeugen. Je höher barmherzigkeit, von unge- bein Erkenntniß ſteigt, je rechtem Gut und stolzem mehr wird diese steigen. Sinn befreyt. Der Glaub erteuchtet nicht 7. Will deine Hand allein; er stårkt das Herz mich hier auf rauhe Wege und macht es rein. leiten: so unterstüße mich, 3. Durch Jesum rein menn meine Tritte gleiten. von Missethat, sind wir Laß mich in aller Noth nun Gotres Kinder. Wer auf deine Hülfe baun, und solche Hoffnung zu ihm auch, wenn sie verzeucht, hat, der flieht den Rath dir doch getroft vertraun. der Sünder; folgt Christi 8. Erlös' auch) endlich mich Beyspiel, als ein Christ, von allen meinen Leiden; und reinigt sich, wie er und ist die Stunde da, rein ist. aus dieser Welt zu scheis 4. Alsdann bin ich Gott den, o Vater, so entzeuch, angenehm, wenn ich Ge wenn meine Hütte bricht, lhorsam übe. Wer die und alles mich verläßt, mirebote hålt, in dem ist deinen Beystand nicht. wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thåtig Chris Mel. Machs mit mir Gott 2c. ftenthum, das ist des Glaus214Mer Gottes Wort bens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, spricht: ich kenne Gott, und Gott in ihm, wer in der trüget; in solchem ist der Liebe bleibet. Die die Wahrheit nicht, die Lieb ists, die die Cherubim, Furch den Glauben sieget. Gott zu gehorchen, treibet. Wer aber fein Wort Gott ist die Lieb; an seis glaubt und hält, der ist nem Heil hat ohne Liebe von Gott, nicht von der niemand Theil. Welt. Mel. und dem christlichen Wandel überhaupt. 205 215.So Mel. Schwing dich auf zu 2c- den. Welt und Sünd und ollt ich jetzt noch, Eitelkeit, und des Fleisches da mir schon Triebe, alles überwind ich deine Güt' erschienen, dich weit, Herr, durch deine verlaffen, Gottes Sohn, Liebe. und der Sünde dienen? Mit den Lastern dieser Zeit Mel. Wer nur den lieben ic. wieder mich beflecken, und 216.Mein Gott! ach, lehre mich ers nicht mehr die deiner Liebe schmecken? kennen den Selbstbetrug 2. Hab ich doch allein und Heuchelschein daß bey dir meine Ruh gefun tausend, die sich Christen den! Mittler, heiltest du nennen, mit nichten Chris doch mir alle meine Wun- sti Glieder seyn. Ach, den! Und ich sollte dein wirk in mir, zu deinem Gebot, wie die Sünder, Ruhm, mein Gott, das haffen, und mein Recht wahre Christenthum! an deinem Tod wieder fahren laffen? 2. Hilf, daß ich die allein ergeben, der Sün 3. Nein, ich bin und de abgestorben sey; laß bleib ein Christ, folge dei- mich mir fierben, dir zu nen Lehren, laffe weder leben, und mach in mir, Macht noch List meinen Herr, alles neu. Ach, Glauben stören. Denn wirk in mir, 2c. du bists, auf dessen Wort 3. Reiß du mein Herz ich die Hoffnung gründe, los von der Erden, und daß auch ich unfehlbar dort nimm mich von mir selber Gnad und Leben finde. hin: laß Einen Geist. 4. Nicht das Leben, mit dir mich werden, nicht der Tod, Trübsal und gieb mir meines Heiz nicht, noch Freuden, sol lands Sinn. Ach, wirk len mich, mein Herr und in mir, 2c. Gott, jemals von dir schei- 4. Regiere du selbst meis 206 Von der Heiligung meine Seele, damit ich allzumal, welche die sind, Chrifto folge nach, daß die gehören zu der rechten ich den schmalen Weg er Chriften Zahl. Die im wähle, und Ehre such in Glauben fest beftehn, freu Christi Schmach. Ach, dig Gottes Wege gehn, wirk in mir zc. und den Heiland treu bes 5. Gieb mir zum Streifennen, dürfen sich die te Muth und Kråfte; hilf, Seinen nennen. daß ich dir verbleibe treu, 2. Selig, wer in De daß ich an Christi Kreuß muth lebet feiner Schwach mich hefte, und mir die heit nie vergißt, nie fich Welt gekreuzigt sey. Ach, selber stolz erhebet, wenn wirk in mir, 2C. er groß und glücklich ist! 6. Laß in mir Glauben, Gottes Huld wird ihn ers Hoffnung, Liebe, lebenfreun, und das Himmels dig, fest und thåtig seyn, reich ist sein; Gott wird daß ich bis an mein Ster dort zu Ehren sehen, die ben übe das Christenthum sich hier geringe schågen. ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir, 2c. 3. Selig ist, wer feine Sünde wehmuthsvoll vor 7. So hab ich schon auf Gott bereut; und, damit dieser Erde, was mich beer Ruhe finde, sich vor ruhigt und erfreut: wann neuen Sünden scheut: ich mit Gott vereinigt wer Gott will ihm die Schuld de, schmeck ich des Him verzeihn, Kraft zum Gutent mels Seligkeit. Ach, wirk ihm verleihn, und er soll in mir, zu deinem Ruhm, schon hier auf Erden, und mein Gott, das wahre auch dort getröstet werden. Christenthum! 4. Selig ist, wer Sanft muth übet, feinem Feinde Mel. Freu dich sehr, o meine zc. niemals flucht, seine Feh ommt, und laßt ler ihm vergiebet, nie sich euch Jefum leh selbst zu rächen sucht, rus ren! Kommt, und lernet] 217.m hig und dem christlichen Wandel überhaupt. 207 hig seine Pflicht vollbringt, jund dem, was dem Fleisch und sein eigen Herz be- gefällt, allzeit standhaft zwingt. Gott wird selber widerstehen, werden Gots ihn beschügen, und er tes Antlig sehen. on wird das Land besigen. 8. Selig, wer in Fries 5. Selig, die nichts den lebet, wer die Ruh mehr verlangen, als ge und Einigkeit zu erhalten recht und fromm zu seyn; sich bestrebet; und, wenn die fest an dem Guten Feindschaft, Haß und hangen, und sich ganz der Streit seiner Tugend weihn; deren Glück zerstört, Brüder sie die Eintracht Herz sonst nichts begehrt, Pflicht als was Gottes Ruhm lehrt! Die des Friedens vermehrt! Gott wird ihr sich befleißen, werden Got Verlangen fiillen, und den tes Kinder heißen. frommen Wunsch erfüllen. 9. Selig, die um Chris der der 6. Selig ist, wer sich sti willen leiden, und sich dem Armen unempfind deffen freun, standhaft lich nicht entzieht, ihm, ihre Pflicht erfüllen, ohne aus zärtlichem Erbarmen, selbst den Tod zu scheun! wohluthun fich froh be Gott steht ihnen mächtig müht, und, wenn er vers bey, und will sie für ihre laffen weint ihm mit Treu einst mit ew'gen Trost und Hülf erscheint: Siegeskronen auf das dieser wird auch Hülf em herrlichste belohnen. pfangen, und Barmhersigkeit erlangen. 10. Herr! du wolleft felbst mich leiten auf der 7. Selig sind, die sich wahren Tugendbahn, daß bemühen, reines Herzens ich dieser Seligkeiten hier stets zu seyn; die der Wol- und dort mich freuen kann. lust Neße fliehen, und der Sieb, daß ich demüthig Heiligkeit sich weihn. Die sey; meine Schuld vor der Lockung dieser Welt dir bereu; die Gerechtig feit 208 Von der Heiligung and day Feit stets liebe, auch anso Herr, in allen Fällen: Feinden Sanftmuth übe! ifte denn auch recht, wenn 1. Daß ich Armen helf ich der Welt mich gleich und diene; immer hab will stellen? Und, siehet ein reines Her;; die inließt schon mich der Men Feindschaft stehn, verfüh- schen Auge nicht, ists recht ne; dir anhang in Freud vor Gott? ists recht vor und Schmerz! Bater, seinem Angesicht? 218.3 hilf von deinem Thron, 4. Ach führe mich, mein daß ich glaub an deinen Gott! Wie kann ich sonst Sohn, und durch deines bestehen! Und laß mich ohe Geistes Stärke mich bene dich nie einen Schritt nur fleiße guter Werke.gehen! Mir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; Mel. O Gott, du frommer 2c. wenn du mich aber führst, bitte bich, mein fo fürcht ich keine Noth. Gott, mir diesen 5. Lehr mich die große Sinn zu geben, daß ich be Pflicht, mich selber zu ver fliffen sey, zu deinem Preis láugnen, und was ich hab zu leben. Du weißt, Gott, und bin, Gott, dir nur zu wie viel Kraft dein Kind zueignen. Wer sucht, was noch nöthig hat; verleihe Gottes ist, der findet erst du sie mir; bey dir ist sein Heil; wer bloß das Rath und That. Seine fucht, verliert sein bestes Theil. 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur 6. Gott, deine Gnade sey fehen; nie, untreu meiner in mir doch nicht verges Pflicht, mich eigne Wege bens! Erfülle du mich selbst gehen. Laß diese Wahr mit Kräften deines Le heit mir allzeit vor Augen bens; daß ich in dir allein ftehn: Gott siehts, Gott mich hier schon glücklich horts, Gott strafts, ihm seh, und meine Seele dich. Fannst du nicht entgehn. in Ewigkeit erhöh. 2. Bedenken lehre mich, Mel und dem christlichen Wandel überhaupt. 209 Mel. Hilf mir, mein Gott, 2. 4. Hilf mir, der ich 2192, böchfter Gott, erloſet bin, daß ich den verleihe mir, daß Heiland liebe Herr, bilde ich nur dich begehre; mein mich nach seinem Sinn: ganzes Glück nur such in gieb, daß ich mich stets dir, und dich allein ver- übe, auf ihn zu sehn, ihm ehre; daß ich, in Noth, nachzugehn, mich seiner dich meinen Gott und Ba- nicht zu schämen, und alle. ter glaubig nenne; daßzeit, mit Freudigkeit, sein Freud und Leid zu keiner Kreuß auf mich zu neh Zeit von dir mich schei- men. den könne. 5. Nie müsse Stolz und 2. Erfülle mich mit wah- Eitelkeit mein schwaches rer Reu, wenn ich dich, Herz regieren; nie haß Gott, betrübe; gieb, daß und Zorn und Bitterkeit ich alles Böse scheu, und zur Rache mich verführen. #fiets das Gute liebe. Laß Dein Wort gebeut Vers mich doch nicht, Herr, föhnlichkeit, verdammt der meine Pflicht mit Vorsag Rachsucht Triebe; gieb je verlegen. Der Seele daß den Feind, nicht bloß Heil, mein ewges Theil, den Freund, mein Herz laß mich recht theuer aufrichtig liebe. fchätzen. 6. Nach vielem Reich3. Mein Gott ich bittelthum, Gut und Geld dich, verleih mir einen laß, Herr, mich ja nicht festen Glauben, der stand- trachten! Laß mich die haft, treu und thåtig sey, Ehren dieser Welt für und laß mir nichts ihn Kleinigkeiten achten, und rauben. Gieb, daß ich nie nach Pracht, nach Homich allzeit auf dich, und heit, Macht und Würden auf dein Wort verlasse, ängstlich streben; laß mich und in der Noth, ja felbfilvielmehr, nach deiner Lehr, im Tod, dein Heil ge- in wahrer Demuth leben. trost umfasse. O 7. Die Von der Heiligung 7. Die Falschheit, List mein Herz regiere, und und Heucheley hilf mir mich, wie es dein Wort forgfältig fliehen: nie muß verheißt, auf deinen Weich mich durch Gleißnerey gen führe: so wird mein um Menschengunft bemů- Herz in Freud und Schmerz hen. Laß Ja und Nein dir zu gefallen streben, und mir heilig seyn; laß mich du wirst mir, Gott, einst nicht lieblos richten, und bey dir den Lohn der Treue Bank und Streit mit geben. Freundlichkeit, mit Lieb 210 Herr, mein und Sanftmuth schlichten. Mel. Ein Lämmlein geht und ic. 8. Schaff du, o Gött 220. Erbarm dich, der Reinigkeit, in mir ein rein Gemüthe, daß ich in schwaches Herz, geneigt dieser Prüfungszeit vor bo- ju Eitelkeiten, låst bald fer Lust mich hüte. Der durch Freude, bald durch Lügen Feind, der Wahr- Schmer; sich auf den Frre heit Freund, laß mich auf weg leiten. Gleichwie ein richtig wandeln, und jeder Rohr, vom Wind regiert, zeit nach Billigkeit mit mei- so irrt, von Leidenschaft ver nem Nächsten handeln. führt, auch oftmals meine 9. Gieb, daß ich stets Seele. Wann komm ich den Müßiggang samt aller zu der wahren Ruh, daß Trägheit fliehe; daß ich ich recht feste Tritte thu der Welt mein Lebenlang und nur das Gute wähle! zu nügen mich bemühe. Laß 2. Laß doch mein Herz meinen Fleiß, zu deinem nicht fernerhin in seiner Preis, o Gott, mir wohl Neigung wanken. Erhe gelingen, und segnest du be den verirrten Sinn das, was ich thu, so laß zu himmlischen Gedanken. mich dir lobsingen. Wenn von dem Dienst 10. Ach, gieb mir dei- der Eitelkeit mich deines nen guten Geist, der selbst Geistes Kraft befrent, so wird und dem chriftlichen Wandel überhaupt. wird es mir gelingen. Ich du kennest mich. Wie halte deinem Geiste still; schwach sind meine Fråfte! ich will mich ändern, Herr, Doch meine Seele hofft ich will. Gieb selber das auf dich. Du wirst zu Vollbringen! dem Geschäfte der Heilis 3. Umsonst such ich der gung mir Kraft verleihn: Tugend Bahn, wenn du und mich mit deiner Hülf mich nicht begleitest, und erfreun, vor dir gerecht zu mich, befreyt vom Men- leben. Dafür will, als schenwahn, zu deiner War: dein Eigenthum, ich, Vas heit leitest. Du hasfest je- ter, deines Namens Ruhm den falschen Echein; mit in Ewigkeit erheben. Ernst willst du verehret seyn. Herr, hilf, um Mel. Durch Adams Fall ist ic. Jeſu willen! Erhebe den 22. Oft klagt dein Herz, wie gebeugten Muth; hilf mir der Leidenschaften Wuth schwer es sen, den Weg des durch deine Gnade stillen Herrn zu wandeln, und 4. Mein Gott, mein täglich seinem Worte treu, Gott, gedenke nicht der zu denken und zu handeln. Sünden meiner Jugend! Wahr ists, die Tugend kos Wie hart schien mir oft ftet Müh, sie ist der Sieg meine Pflicht! Wie rauh der Lüfte; doch richte selbst, die Bahn der Tugend! was wäre sie, wenn sie Und doch trugst du mich nicht kämpfen müßte? mit Geduld. Laß, Vater, 2. Die, die sich ihrer laß mich diese Huld nicht Laster freun, trifft die kein undankbar verachten! Dir Schmerz hienieden? Sie folgen, ist mein wahres sind die Sklaven eigner Heil. O laß michs, als Pein, und haben keinen mein bestes Theil, auch Frieden. Der Fromme, immerfort betrachten. der die Lüfte dåmpft, hat oft auch seine Leiden; allein 5. Ich bin ein Mensch; 2 der 21[ Von der Heiligung der Schmerz, mit dem er Geschöpfe, seiner Hand, kämpft, verwandelt sich in fliehn, oder wählen müssen. Freuden. 6. Ihn fürchten, das ist 3. Des Lasters Bahn Weisheit nur, und Frey ist Anfangs zwar ein brei-[ heit ists, sie wählen. Ein ter Weg durch Auen; al- Thier folgt Feffeln der lein sein Fortgang wird Natur, ein Mensch dem Gefahr, sein Ende Nacht Licht der Seelen. Was und Grauen. Der Tu- list des Geistes Eigenthum? gend Pfad ist Anfangs Was sein Beruf auf Er fteil, laßt nichts als Mühe den? Die Tugend! Was blicken; doch weiter fort ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott führt er zum Heil, und ewig ähnlich werden! endlich zum Entzücken. 7. Lern nur Geschmack 4. Gefeßt, Gott hått am Wort des Herrn und es uns vergönnt, nach seiner Gnade finden, und unsers Fleisches Willen, übe dich getreu und gern, wenn Wollust, Neid und dein Herz zu überwinden. Zorn entbrennt, die Lüfte Wer Kräfte hat, wird fren zu stillen; gesetzt durch Gebrauch von Gott Gott ließ den Undank zu, noch mehr bekommen; wer den Frevel, dich zu från- aber nicht hat, dem wird fen, den Menschenhaß; auch das, was er hat, ge was würdest du von die- nommen. fem Gotte denken? # 12 8. Du streitest nicht durch 5. Gott will, wir sollen eigne Kraft, drum muß es glücklich seyn, drum gab dir gelingen. Gott ist es, er uns Gefeße. Sie sind es, welcher beydes schafft, das die das Herz erfreun, sie Wollen und Vollbringen. find des Lebens Schåge. Er Wann gab ein Vater eis redt in uns durch den Ver- nen Stein dem Sohn, der stand, und spricht durch Brod begehrte? Bet oft; das Gewissen, was wir Gott müßte Gott nicht seyn, 222, Grim und dem christlichen Wandel überhaupt. 213 fenn, wenn er dich nicht mel. Kommt her zu mir, ic. erhörte. rmuntre, Seele, 9. Dich) stårket auf der dich und sey dem Tugend Pfad das Bey- Gott der dich geschaffen, fpiel selger Geister: ihn treu, und folge dem Ges zeigte dir, und ihn betrat wissen. Nie, glaub es, dein Gott und Herr und wird es dich gereun, wenn Meister. Dich müsse nie du, unfiråsich fromm zu des Frechen Spott auf seyn, von Herzen dich bes diesem Pfade hindern; der flissen. wahre Ruhm ist Ruhm 2. O horche nicht auf bey Gott, und nicht ben Fleisch und Blut: gehorMenschenkindern che Gott; er meint es gut. 10. Sen stark, sen månn Was er gebeut, ist Ses lich) allezeit; tritt oft an dei- gen. Er liebt uns Menne Bahre; vergleiche mit schen våterlich, führt durch der Ewigkeit den Kampf Geduld und Tugend dich so kurzer Jahre. Das dem höchsten Glück entKleinod, das dein Glaube gegen. hålt, wird neuen Muth dir 3. Gott theilt dir selbst geben; und Kräfte der zu- die Stärke mit: drum gekünftgen Welt, die wer- he stets mit festem Schritt den ihn beleben. fort auf der Tugend Pfade. 11. Und endlich, Christ Die Lust verführt; die Tusen unverzagt, wenn dirs gend nie, und Gott, dein nicht immer glücket; wenn Gott, bekronet sie mit ewig dich), so viel dein Herz auch großer Gnade. wagt, stets neue Schwach 4. Laß dir die schreckens heit drücket. Gott sieht volle Pein der Sünde stets nicht auf die That allein, vor Augen seyn, wenn er sieht auf deinen Willen. sie dich lockt mit Freuden. Ein göttliches Verdienst ist Gott kennt den quälenden dein! Dieß muß dein Her- Verdruß, der auf die Sünze stillen. de 214 Von der Heiligung de folgen muß, und will 2. Drum neig, o Gott, sie dir verleiden. dich våterlich zu deinem 5. Gott siehet jene ewge schwachen Kinde. Gieb Nacht, wo Sunder, die mir ein frommes Herz, daß ihn hier verlacht, in tie- lich entfage jeder Cünde. fem Jammer schmachten. Bewahre meinen Mund, Gott kennt der Tugend daß mir kein schlüpfrig hohen Werth, und den Wort entfalle; vielmehr hat Jesus dich gelehrt, und von meinen Lippen dir den willst du verachten? manch freudig Lob er 6. Nein! Wache, fåm- schalle, den Nächsten zu pfe, bete du. Dein Gott, erbauen. dein Richter schaut dir zu; einst wird er dich belohnen. O bleib ihm treu und wan- auf Spotter höre, damit ke nicht! Denk an den Tod in meinem Glauben mid) und ans Gericht, und an die Siegeskronen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern ihr frecher Mund nicht store. Hilf, daß kein Wis der Låstersucht mir Ohr Mel. Es woll uns Gott c. und Her; vergifte, noch 223.Der du Verstand iemals, wie er tückisch und Tugend sucht, durch mich Unfries schenkst, Gott, Vater den stifte, nie mich zur meines Lebens, wo du Schmähsucht reiße. nicht Thun und Lassen 4. Die Augen, Gott, lenkst, fo leb ich hier ver- bewahre mir vor unvergebens. Denn, wen dein schämten Blicken, und vor Geist nicht neu gebiert, der unzüchtiger Begier, die bleibt der Sund ergeben, Unschuld zu bestricken. Laß und wen die Sünde noch mich den Schmuck der regiert, der ist zum rech Sittsamkeit weit über als ten Leben noch nicht hin- les schätzen; was deiner durchgedrungen. Engel Aug erfreut, das sen und dem christlichen Wandel überhaupt. 215 sen auch mein Ergeßen; Leben. Wem soll ich auch was du liebst, mein Be- wohl sonst, als dir, zu folstreben. gen mich bestreben? Du 5 Behüte mich vorzeigst den Weg zum wahSchwelgeren die leicht ren Wohl, und wie ich) das Herz beschwehret; richtig wandeln soll. vor Trunkenheit, die oh2. Dein Herz, zum ne Scheu Schandthaten Wohlthun stets bereit, war üben lehret. Die Lust, die voller Menschenliebe, voll bloß den Leib ergeßt, ver- Demuth, Sanftmuth, derbt auch fromme Her Freundlichkeit und voller zen; und was die Welt Mitleidstriebe: selbst deis für Freude schätt, ver- nen Feinden wandtest du wandelt sich in Schmer- großmüthig Hülf und zen, und stürzet ins Ver- Wohlthat zu. 1 derben. 6. Hilf, daß mein Geift 3. Dein Beyspiel lehrt, nichts lieber hört, nichts was schädlich ist, mit weilieber spricht und denket, als ser Vorsicht fliehen; es was den Glauben stärkt lehret mich, mein Herz der und mehrt, und Luft zum Lift und Heucheley entzie Guten schenket; was mich hen. O wohl mir, wenn ich zu jenem Leben bringt, wo deinem Sinn stets und in man ben dir stets lebet, dein Wahrheit ähnlich bin! Lob mit allen Engeln singt, 4. Dugiengst, als Fühden Heiland sieht, erhe- rer, einst voran, stehst mir bet, und ihm sich ähnlich auch noch zur Seite; du schauet. fåmpftest selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch Mel. Machs mit mir, Gott, c.mich im Streite. Wie ein Beyspiel, könnt ich denn noch zag 224. Jesu, leuch- haft seyn, und mich, dir tet mir zu einem heilgen nachzufolgen, scheun? 5. Wer 4 Von der Heiligung zc. 5. Wer hier sein Glück 6. So will ich denn dir, zu finden meint, wirds meinem Hérrn, froh und ohne dich verliehren; wers getreu nachwandeln, und ben dir zu verliehren scheint, in dem Kampf der Tu den wirst du dazu füh- gend gern so standhaft, wie ren. Wer dich, als sei- du, handeln: denn, wer nen Herrn, verehrt, und nicht kämpft, trågt auch dir nicht folgt, ist dein nicht die Kron des ewgen Lebens werth. nicht davon. 216 XXIII. Von der knidlichen Furcht und Liebe Gottes Mel. O großer Gott von 2c.zur Strafeziehen, so kann 225. Anbetungswürd kein Mensch entfliehen. ger Gott, an 3. Wir alle sind durch Macht unendlich reich, dich, find Werke deiner wer ist auf Erden dir, Hand. Leib, Seele, Gut wer dir im Himmel gleich? und Blut hast du uns Die Erde bebt von deinem zugewandt. Du lchrst Fuß, und auch der ganze das menschliche Geschlecht, Himmel muß sich, unter Herr, durch Vernunft und tiefem Schweigen, vor Schrift dein Recht; willst, deinem Throne beugen. daß wir Thun und Den 2. Du hast durch deine ken nach deiner Vorschrift Kraft die Himmel ausge- lenken. streckt, der Erde Grund 4. Erleuchte meinen Geist, gelegt, dem Meer sein Ziel o Gott, mit deinem Licht. gesteckt. Dein Wort be- Dich fürchten, sen mir stets wegt der Berge Grund, so Seeligkeit, als Pflicht. und stürzt fie in des Mee- Hilf, daß ich als dein Un. res Schlund. Willst du terthan, der niemals dich ent Von der kindlichen Furcht zc. 217 entbehren kann, bemüht 2 Lern Gottes Größe sey, deinen Willen gehor- recht empfinden, und fühle sam zu erfüllen. deine Nichtigkeit: so wirst 5. Laß deine Gegenwart du nie dich unterwinden, mir stets vor Augen seyn: mit thôrichter Verwegenlaß auch im Dunkeln mich heit zu tadeln, was sein dein helles Auge scheun. Rath beschließt, der wun Erinnre mich an meine derbar, doch heilig ist. Pflicht, an deine Macht 3. Wirst du den Höchund ans Gericht, wenn sten findlich scheuen so ich es wollte wagen, Ge- wird dir keine Pflicht zur horsam zu versagen. Last: nur das wirst du 1 6. O reinige mein Herz vor ihm bereuen, daß du von schnöder Heuchelen, sie oft versäumet haft. und gieb, daß meine Furcht Wer Gott, als Zeugen, vor dir nicht knechtisch sen: vor sich hat, der freut sich nur kindlich laß sie, Vater, jeder guten That. seyn, und Kraft zum Gu 4. Wenn Nacht und ten mir verleihn, damit Dunkelheit dich decken, die ich Welt und Sünde durch fie hier überwinde. dem Verbrecher Muth ver. leihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch Mel. Wer nur den lieben c. dann, was unrecht ist, zu 226, Millst du der scheun. Denk nur: vor Weisheit seinem Angesicht ist Fins Quelle kennen? Es ist sterniß, wie Mittagslicht. die Furcht vor Gott dem 5. Den Höchsten öffentHerrn. Nur der ist weislich verehren, sowohl als und klug zu nennen, der in der Einsamkeit; die alle seine Pflichten gern, Stimme des Gewissens weil Gott sie ihm gebeut, hören, und willig thun, voübringt, wenn gleich da was sie gebeut: auch das zu kein Mensch ihn zwingt. lehrt dich die Furcht des 05 218 Von der kindlichen Furcht Herrn; auch das thut, Mel. Vor deinen Thron tret u. wer ihn fürchtet, gern. 6. Laßt dich die Welt 227. Gott, dein ist Majestät und Verachtung merken, wenn macht, und alles ist dir un du dich fromm von ihr| terthan. Dir werde Dank entfernst: die Furcht des und Ruhm gebracht! Fallt Höchsten wird dich står nieder, Menschen, betet an! ken, daß du die Welt 2. Dich preiset jede Kreaverachten lernst. Wer tur, der höchste Engel und Gott dem Höchsten, der Wurm. Dich ehrt wohlgefällt ist glücklich, gehorsam die Natur, dein felbst beym Spott der Wink erregt und stillt den Welt. Sturm. 7. Sich stets vor dem 3. Du schufft das mensch, Allmachtgen scheuen, giebt liche Geschlecht; durch dich, Heldenmuth und Tapfer Gott, sind wir, was wir keit, wenn uns der Men- sind. Du bist mein Herr, schen stolzes Drauen, was ich bin dein Knecht; du Gott misfällt, zu thun bist mein Vater, ich dein gebeut. Ift Gott mein Kind. Schug, mein Heil und 4. Wie kann, wer, Va Licht: so fürcht ich mich ter, dich nicht ehrt, dein vor Menschen nicht. Kind zu heiffen, würdig 8. Laß deine Furcht, feyn? Nur die sind dieser Gott, mich regieren; mich Ehre werth, die ganz sich stets auf dich, den Hoch- deinem Dienste weihn. sten, fehn; laß sie mich 5. Wie billig, wie ges zu der Weisheit führen, recht und gut ist alles, was so werd ich niemals irre uns Gott gebeut! Wohl gehn. Wohl dem, der dem, der seinen Willen dich stets kindlid) scheut! thut! Ihn thun ist Freud Dich fürchten, Gott, ist und Seligkeit. Seligkeit. 6. Nur das, was bos und und Liebe Gottes. 219 und schädlich ist, und uns kommen, vor dir zu wans entehrt, verbeut uns Gott. deln; dir allein ergeben, Weh dem, der seine Pflicht nur dir zu leben. vergißt! Er stürzet sich in Schand und Noth. 2. Du siehst, o Gott, ob ichs auch redlich meine. 7. Gott ist, wenn er Gieb, daß ich nicht bloß, Gefeße giebt, fein men- was ich seyn soll, scheine; schenfeindlicher Tyrann. laß mich mit Ernste stres Bloß weil er unsre Wohl- ben, deinen Willen froh fahrt liebt, reißt er uns zu erfüllen. zum Gehorsam an. 3. Wenn deine Furcht 8. Leicht ist die Last und mich überall begleitet, und sanft sein Joch. Wers meinen Gang, wenn mich willig trägt, feßt seinen kein Mensch sieht, leitet; Lauf stets freudig fort; und wie sicher werd ich deine fällt er noch, so hilft ihm Wege wandeln, wie rich). Gott selbst wieder auf. tig handeln! 9. Es heißt uns seine 4. Laß auch im Duns Lieb und Huld gehorsam keln mich dein Auge scheun, seyn aus Dankbarkeit: nicht achten auf der Sünde er warnet uns vor neuer Schmeicheleyen, aufmerkSchuld, und übet uns sam des Gewissens Stim durch Kreuß und Leid. me hören, und folgsam 10. Nun, Gott, dir ehren. fey mein Herz geweiht! 5. Gieb Eifer, Kraft und Gehorsam sey mein größter Muth zu meinen Pflichten: Ruhm. Verleihe mir Be- so mag die Welt, wie ihrs tändigkeit, und heilge mich, gefällt, mich richten. Gedein Eigenthum. fall ich dir, mein Gott, Mel. Herzliebster Jesu, was ic. will ich mit Freuden Vers 228 h habe, Gott, achtung leiden. mir 6. Du achtest nicht das vorgenommen, nie wieder Ansehn der Personen, wirst auf der Sünder Pfad zu alles Von der findlichen Furcht alles billig richten und be- Huld, o Gott, gewürdigt lohnen, mit Herrlichkeit werde, was frag ich, auf und Ehre deine Kinder, ser dir, nach Himmel und mit Schmach die Sünder. nach Erde; Im Himmel 220 7. Vollend ich einstens donnerst du, und Schrecken meine Prüfungsstunden, füllt das Land: doch fürcht und werd ich bis zum Tode ich nichts, denn du håltſt treu erfunden; wie schon mich bei meiner Hand. verwandeln sich dann meine Leiden in ewge Freuden! 4. Wenn ich die Hims mel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Mel. Nun danket alle Gott. Majestät, den Mond, den 229.Durch dich, odu bereitet; so sprech ich: großer Gott, was ist doch der Mensch, durch dich bin ich vorhan- daß du sein denkst, und den. Die Himmel und ihr daß du täglich uns unzähHeer sind durch dein Wort lig Gutes schenfft! entstanden. Denn wenn du 5. Voll Güte låßt du sprichst, geschiehts; wenn uns auf grünen Auen weis du gebeutst, stehts da. den, nährst uns mit Speis Mit Allmacht bist du mir, und Trank, und füllst das und auch mit Güte nah. Herz mit Freuden. Du 2. Du bist ein Gott der dachtest mein, eh mich die Kraft; dich preisen Erd Mutter noch gebahr, ja. und Meere, und Himmel sahst mich, eh der Grund predigen die Wunder dei- der Welt geleget war. ner Ehre. Dich bet ich 6. Du wogst mein Glück dankend an. Mein Heil mir ab, und Leiden, die kommt von dem Herrn. mich üben; und meiner Du hörst der Menschen Tage Zahl war in dein Flehn, und du errettest Buch geschrieben, Du bist der Frommen Schutz! Du 3. Und wenn ich deiner bist der Müden Ruh; ein Gott, gern. 221 und Liebe Gottes. Gott, der gern verzeiht!| gen trachten? Nein, Herr, Wie gnådig, Gott, bist wenn du mich ehrst, mag du! mich die Welt verachten. 7. Wem soll ich sonst Du bist es, dem zum vertraun, als dir, du Gott Dienst ich Leib und Seele der Götter? Wen ehren, weih. Gieb, daß mein als nur dich, mein Schuh Wandel stets dir wohlgeund mein Erretter? Wie fällig sen! fanft ist dein Befehl: gieb mir dein Herz, mein Sohn, Mel. Wer nur den lieben c. und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und 230.DuBater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber 8. Herr, dein Gebot bist und dessen Herz auch ist Heil, dein Weg ist gegen Sünder noch gütig Fried und Leben. Wielund voll Mitleid ist! Laß könnt ich einem Gott der mich von ganzem Herzen Liebe widerstreben? Um dein, laß michs mit allen sonst lockt mich das Glück, Kräften seyn. daslasterhaften blüht. Ich 2. Gieb, daß ich als dein hasse, was dein Aug mit Kind dich liebe, da du Haß und Abscheu sieht mich, als ein Vater, liebst, 9. Auch wenn kein Mensch und so gefinnt zu seyn mich mich sieht, will ich die Sün- lübe, wie du mir selbst die de fliehen; denn du wirst Vorschrift giebst. Was Aller Werk vor dein Ge- dir gefällt, gefall auch richt einst ziehen. Wenn mir: nichts scheide mich, eine böse Lust mir allzu- mein Gott, von dir. reißend ist; dann will ich] 3. Vertilge, Herr, durch denken, Gott, daß du deine Liebe in mir die Liebe mein Richter bist. dieser Welt; und gieb, 10. Sollt ich der Men- daß ich Verläugnung übe, schen Ruhm stets zu errin- wenn mir das Eitle noch) Von der kindlichen Furcht geffällt. Wie sollt ich je Sterben mein Gewinn; die Kreatur dir vorziehn, so werd ich deinen HimSchöpfer der Natur? mel erben, wo ich dir 4. Laß mich, um deines ewig nahe bin. Da lieb Namens willen, gern thun, sich in Vollkommenheit was mir dein Wort ge- dich, Vater der Barms beut. Kann ichs nicht, herzigkeit. wie ich soll, erfüllen, fol fieh auf meine Willigkeit, Mel. Herzlich lieb hab ich it. und rechne mir, nach deier du mich als ner Huld, die Schwach ein Vater liebst, heit, Vater, nicht zur und mich mit Wohlthun Schuld. ganz umgiebst, Gott, meis 231 5. Der liebt dich nicht, ner Seelen Freude! Ich der noch mit Freuden das bleib und hang allein an thut, was dir, o Gott, dir. Was ist, o Gott, misfällt. Drum laß es das je mich hier von deimich mit Ernst vermeiden, ner Liebe scheide? Du gefiel es auch der ganzen machst mir deinen Weg Welt. Die kleinste Sün- bekannt, hältst mich ben de selbst zuscheun, laß, Ba- meiner rechten Hand, re ter, mich beslissen seyn. gierest meinen Lebenslauf, 6. Aus Liebe laß mich und hilfft auch meiner. alles leiden, was mir dein Schwachheit auf. O Herr, weifer Rath bestimmt.[ mein Gott! Du bist mein Auch Trübfal führt zu Licht, du bist mein Licht, ewgen Freuden. Wer ih- ich folge dir, so irr ich re Last gern übernimmt, nicht. geduldig trågt, und weislich nutzt, wird mächtig von dir unterstüßt. 7. In deiner Liebe laß was mir egen bringet. mich sterben! So ist selbst Gehts gleich zu Zeiten wun 222 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschloffen hat, als und Liebe Gottes. 223 wunderlich, so weis ich Trübfal, Marter, Angst dennoch, daß durch dich und Tod, auch Seel und der Ausgang wohl gelin- Leib verschmachten: dieß get. Geh ich getroft die alles wird, sollt auch die rauhe Bahn, so nimmst Pein, o Höchster, noch du mich mit Ehren an, so schrecklich seyn, mein wo mich) vor deinem Thron Glaube doch nicht achten. erfreut die Krone der Ge- Du bist und bleibest doch echtigkeit. Mein Herr, mein Heil, und meines mein Gott! Ach voll Be- Herzens Trost und Theil. gier, ach voll Begier, Denn, wahrlich! nur wünsch ich zu seyn, mein durch dich allein kann Heil, bey dir! Leib und Seele selig seyn. 3. Du nur bist meine Herr, meine Burg! ich Zuversicht. Hab ich nur hoffe feft, ich hoffe fest, dich, so frag ich nicht daß deine Kraft mich nicht nach Himmel und nach verläßt. Erden. Denn wår der 5. Wer von dir weicht, Himmel ohne dich, sound in der Welt dir nicht könnte keine Lust für mich beharrlich Glauben hält, auch felbst im Himmel der stürzt sich ins Verders werden. Wårst du nicht ben. Weil er der Erde schon auf Erden mein, so lust und Pracht zu seinem möcht ich nicht auf Erden Himmelreiche macht, kann fenn. Denn nichts ist er dein Reich nicht erben. in der ganzen Welt, das Denn wer dich hier nicht mir so sehr, wie du, ge- lieben lernt, und nicht fällt. Mein Herr und sein Herz von dem entGott! Wo du nicht bist, fernt, was dir, du Heis wo du nicht bist, ist nichts, ligfter, misfällt, kommt das mir erfreulich ist. nicht in jene beßre Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch 224 Von der kindlichen Furcht dir weiht, nur den führst mag mich die Welt doch du zur Herrlichkeit. haffen! Du liebst mein 6. Drum halt ich mich Wohl; wirst, gnadenvoll, getroft zu dir; du aber mich) nimmermehr verlas håltst dich auch zu mir; sen. und das ist meine Freude. 3. Du trågst mich lieb Ich sehe meine Zuversicht reich mit Geduld; verauf dich, mein Fels, der giebst durch Christum mir nicht zerbricht, auch selbst die Schuld, wennn ich aus im tiefsten Leide. Dein Schwachheit fehle. Du Wort, o Höchster! soll giehst mir Theil an sei allein mein Trost und nem Heil: dieß tröstet meine Richtschnur seyn, meine Seele. bis sich einst in der Ewig4. Du bist mir der bekeit mein Herz vollkom- währte Freund, der es men deiner freut. Gott aufs befte mit mir meint: meines Heils! Jd warte wo find ich deines gleis drauf, ich warte drauf. chen? Du stehst mir bey Nimm mich in deinen und bleibst mir treu, wenn Himmel auf. Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. Trost und Licht, mein Fels freue mich, und Heil; drum frag ich nach 232. dir. Du bist mein Trost, nach Erde. Herr, ohne und was kann mir, wenn dich ist nichts für mich), du mich liebeft, fehlen? das mir erfreulich werde. Du Herr, bist mein, und 6. Du segneft mich, ich bin dein: was man- wenn man mir flucht, gelt meiner Seelen? und wer hier mein Ver2. Du hast mich von derben sucht, der wird zu der Welt erwählt, und Schanden werden. Du Deinen Kindern zugezählt; stehst mir bey mit Vaz tersa und Liebe Gottes. 225 terstreu, so lang ich leblund das Glück der Erden! auf Erden. Beglückest du die Mens 7. Und schließt sich einst schen nur, um vor der mein Lebenslauf, so nimft Welt geehrt zu werden; du mich zu dir hinauf, du erfüllt die Liebe nicht dein Ursprung wahrer Freu- Herz: so bist du bey den den! Wie leicht vergist, größten Gaben, bey dem wer selig ist, des Lebens Verstand, den Engel has kurze Leiden! ben, vor Gott doch nur 8. Noch hats kein menschein tonend Erz. lichs Ohr gehört, was 4. Bau Häuser auf, uns dein Himmel einst ge- und brich dein Brod, das währt; doch seh ichs schon Volk der Armen zu vers im Glauben. Vollfomm- pflegen; entreiß die Witte nes Heil ist da mein Theil, wen ihrer Noth, und sen und niemand wird mirs der Waisen Schuß und rauben. Segen; gieb alle deine Habe hin: noch hast du nichts vor Gott gegeben. In eigener Melodie. 233.Wenn zur Voll- Wenn Lieb und Pflicht führung dei- dich nicht beleben: so ist ner Pflicht dich Gottes Eies dir alles kein Gewinn. be nicht beseelet: so rühme 5. Thu Thaten, die der dich der Tugend nicht, und Helden Muth noch jemals wisse, daß dir alles fehlet. hat verrichten können; ver Wenn Vortheil, Wol gieß fürs Vaterland dein luft, Eigensinn und Stolz Blut, laß deinen Leib für dir nur das Gute rathen: Andre brennen! Befeelet so thue noch so gute Tha dich nicht Lieb und Pflicht; ten; du haft vor Gott den bist du die Absicht deiner Lohn dahin. Thaten: so schüß und rette ganze Staaten; Gott ach tet deiner Werke nicht. P 5: Låg 3. Sen, durch die Gaben der Natur, das Wunder 226 Von der kindlichen Furcht zc. 5. Låg ihm an unsern aus dem sie kamen. Prüf Werken nur, so könnt er dich vor Gottes Angesicht, uns, sie zu vollbringen, ob seine Liebe dich beseelet. sehr leicht durch Feffel der Ein Herz, dem nicht der Natur, durch Kräfte seiner Glaube fehlet, dem fehlet Allmacht zwingen. Vor auch die Liebe nicht. ihm, der alles schafft und 8. Wohnt Liebe gegen giebt, gilt Weisheit nichts, Gott in dir; so wird sie nichts macht und Stärke. dich zum Guten stärken. Er will die Absicht deiner Du wirst die Gegenwart Werke, ein Herz, das ihn von ihr an Liebe zu dem berehrt und liebt. Nächsten merken. Die 6. Ein Herz von Eigen- Liebe, die dich schmücken liebe fern, fern von des soll, ist gütig; ohne List Stolzes eitlem Triebe, ge- und Tücke; beneider nicht heiligt durch die Furcht des des Nächsten Glücke; sie Herrn, erneut durch Glau- blåht sich nicht; ist langs ben zu der Liebe; dieß ists, muthsvoll. was Gott von uns vers 9. Sie deckt des Nach langt. Und wenn wir nicht sten Fehler zu, und freut bieß Herz befißen: so wird sich niemals seines Falles. ein Leben uns nichts nügen, Sie suchet nicht bloß the das mit den größten Tha- re Ruh. Sie hofft und ten prangt. glaubt und duldet alles. 7. Drum täusche dich Sie ists, die dir den nicht durch den Schein, Muth verleiht, des Höch nicht durch der Tugendsten Wort gern zu erfül bloßen Namen. Sieh len, macht seinen Sinn zu nicht auf deine Werk al- deinem Willen, und folgt kin: sich auf den Quell, die in die Ewigkeit. XXIV, Lob Lob und Danklieder. XXIV. Lob- und Danklieder. 234.Herr Du err Gott, dich Du Hoherpriester, dur loben wir! Prophet, du König, deß Herr Gott, wir danken Reich nie vergeht! dir! Jehova ist von Ewig- bast dich, um uns Gott keit. Er schuf die Welt, zu weihn, erniedriget, ein das Werk der Zeit! Die Mensch zu seyn! Dem ganze weite Schöpfung Tode nahmst du ſeine preist, Gott Vater! dich! Macht, zum Himmel haft dich, Sohn, dich Geist! du uns gebracht. Zur Die Cherubim, die Seras Rechten Gottes sitest du, phim, die Himmel alle fins mit deinem Vater herrs gen ihm: Heilig ist unser schest du. O der für uns Gott! Heilig ist unserGott! geblutet hat, erwürgt für Heilig ist unser Gott! Je unsre Missethat, im Grabe hova Zebaoth! Weit über läsfest du uns nicht! Du alle Himmel weit geht dei kommst du kommst, und ne Macht und Herrlichkeit! hältst Gericht! Sie, die den Erdkreis wun- Einst sen im Himmel derbar bekehrten, deiner unser Theil dein großer Boten Schaar, der Lehre fohn, dein ewigs Heil! Jesu Märtyrer, die preisen Hilf deinem Volke, Jesu ewig dich, o Herr! Am Christ, und segne, was Grabe noch, noch in der dein Erbtheil ist! Leit uns Zeit, preist dich auch deine durch unsrer Prüfung Christenheit! Dich, Va- Zeit, den Weg zur froter, auf der Himmel hen Ewigkeit. Thron! Dich, Jesu Christ, Die Erd ist auch dein des Vaters Sohn! Und Heiligthum! Auch sie ers dich), o Geift, deß Wun- fülle stets dein Ruhm! In derkraft Sündern dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht in neues Leben schafft! P 2 227 228 Lob and Danklieder. Licht und Kraft. Es ist dich sollten wir nicht preis ein reines, helles Licht: sen? wer ihm gehorcht, der fün 5. Du kennest ja, was bigt nicht, und wer noch ist und war, im Himmel fällt, und es bereut, der und auf Erden: vor dir findet da Barmherzigkeit. ist alles offenbar, du heif Die Erd erfüll, ftets dein Ruhm, so wie bes Himmels Heiligthum! Herr, sest alles werden. 6. Gott ist nicht fern, ist auch um mich, bey als lem, was ich thue, schügt mich bey Tag, und schafft, Mel. Ich dank dir schon x. 235. Singt unserm daß ich auch schlafend sicher ruhe. neues Lied! Er ist der Gott 7. Er ist mir allenthal der Stärke; die ganze ben nah: wenn ich ans Welt ist sein Gebiet, und Meer entfldhe, und selbst groß sind seine Werke. gen Himmel; ist er da, und folgt mir, wo ich gehe. 8. Er hört mein Seufs was er wählt, das Beste; zen, kennt mein Flehn und und Wahrheit und Gefallen Rach der Seele: er rechtigkeit find seines hat mein Thun voraus ges Thrones Veste. fehn, und auch wie oft ich 2. Der Herr ist groß Licht ist sein Kleid, und 3. Er herrscht als Gott, fehle. er will und sprichts, so 9. Er wog von Ewige find und leben Welten, feit mir dar, was er mir und fallen wieder in ihr geben wollte: schrieb auf Nichts auf seines Mun- sein Buch, noch eh ich des Schelten. war, wie lang ich leben 4. Wer ist dir gleich, sollte. Herr aller Welt? Dich 10. O Herr mein Gott, Gütigen und Weisen, der nichts, nichts ist mein, das alles wunderbar erhålt, dir nicht angehöre. Mein Mund Lob und Danklieder. 229 Mund soll stets voll Lobes Mel. Nun sich der Tag c. seyn, zu deines Namens 236Du bisbe bists, dem und Ehre. 11. O wer kann aller gebührt; und das, Herr, Wunder Pracht in deiner bring ich dir! Mein Schicks Schöpfung faffen! Der sal hast du siets regiert, Wurm verkündigt dessen und stets warst du mit Macht, der ihn hat wer- mir. den lassen. 2. Wenn Angst und 12. Der kleinste Halm Noth sich mir genaht; so auf unsrer Flur ist deiner hörte Gott mein Flehn, Weisheit Spiegel. Dein und ließ, nach seinem Loblied, Vater der Nagnådgen Rath, mich nicht tur, find Auen, Thal und darinn vergehn. Hügel. 3. Wenn ich in Schmerz 13. Du trånfft mit und Krankheit sant, und Regen unser Land, und rief: Herr, rette mich! giebst uns grüne Waiden. so half mir Gott. Empfangen wir von dei welchem Dank ner Hand nicht Korn und Gott, erheb ich dich! Wein und Freuden? Mit mein 4. Betrübte mich des 14. Herr, ohne deinen Feindes Haß; so klagt Willen fällt kein Sper- ich dir den Schmerz: du ling auf die Erden: wie halfft mir, daß ich ihn follte, da dein Arm mich vergaß, und gabst Geduld hålt, mein Herz nicht rusins Herz. hig werden? 5. Wenn ich den richt. 15. Ist der Allmächtige gen Pfad verlohr, und mein Schuß, so lach ich mich verschuldet sah: rief in den Stürmen. Jchlich zu dir, mein Gott, ema biete selbst der Hölle Trup, por, und Gnade war mir denn Gott wird mich be- nah. schirmen. 6. Oft, wenn nach Troft P3 die Lob und Danklieder. die Seele rang, und Troff die Traurigkeit bald vor mich Armen floh, rief ich uns übergehn; will wns, voll Sehnsucht: Herr, wie nach kurzer Prüfungszeit, lang? Und wurde wieder zum ewgen Glück erhöhn. froh. 13. Vergiß nicht, Seele, 7. Du halfft, und hilfft was dein Gott an dir bis noch immerzu, denn du her gethan. Verehr und bist fromm und gut. Aus balte sein Gebot, und bet der Versuchung rettest du, ihn ewig an. und giebst zur Tugend Muth. 8. In bekannter Melodie. un Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du 237. Gott, mit Her mich geübt; und für diezen, Mund und Händen, Freuden, welche mir dein der große Dinge thut hier milder Segen giebt. und an allen Enden, der 230 9. Dir dank ich, Herr, uns von Mutterleib und daß die Natur mich nährt. Kindesbeinen an, bis jego, und mich erfreut. Ich so viel Guts recht våters schmeck in ieder Kreatur, lich gethan. Gott, deine Freundlichkeit. 2. Der ewig reiche Gott 10. Ich danke dir für woll uns in diesem Leben deinen Sohn, der für ein immer fröhlich Herz und mich, Sünder, starb, edlen Frieden geben, und und der zu deinem Gna uns in seiner Gnad erhals denthron den Zugang mir ten, bis fei bis kein Leid uns erwarb. mehr betrüben wird in je 11. Lobt Gott in seiner Ewigkeit. nem Heiligthum! Erheb 3. Gott Vater, dir sen ihn, Volk des Herrn Preis hier und im Him, Die Erd ist voll von fet- mel oben! Gott Sohn, nem Ruhm; er hilft und Herr Jesu Christ, dich rettet gern. wollen wir stets loben! Gott 12. Er hilft, und läßt Lob und Danklieder. 231 Gott heilger Geist, dein nen, seinen lieben Sohn Ruhm erschalle mehr und dahin: und so starb für mehr! O Herr, dreyein- unsre Sünden, der in seis ger Gott, nem Schooße lag! Wels che Liebe! Wer vermag Preis und Ehr! diesen Abgrund zu ergrüne den! Alles 2c. dir sey Lob, In bekannter Melodie. 4. Seinen Geist, den 238.Sollt ich meinem Gott nicht sin edlen Führer durch des gen, meinem Vater, mei Lebens Dunkelheit, giebt nem Freund? Seh ich doch er mir auch zum Regierer, in allen Dingen, wie so auf dem Weg zur Selige gut ers mit mir meint keit, daß er meine Seele Ifts nicht liebe, nicht Er fülle mit des Glaubens barmen, daß er mich er- hellem Licht, und, wann hålt und trägt, und recht aller Troft gebricht, tro våterlich verpflegt? Wan stend meinen verließ er je mich Armen? stille. Alles zc. Alles währet seine Zeit, s. So hat, was der Gottes Lieb in Ewigkeit. Seele nüget, seine Weise Kummer 2. Wie ein Adler sein heit wohl bedacht: und Gefieder über seineJungen wie oft werd ich beschüßet, streckt: Also hat mir Leib wenn mir alles Schrecken und Glieder meines Got macht! Wenn mein Kone tes Arm bedeckt. Gott, nen, mein Vermögen, der über mich schon wach nichts vermag, nichts hels te, als ich kaum zu seyn fen kann, tritt mit Hülfe begann, fah mit Vater- Gott heran, und so muß huld mich an, eh ich lebte, der Sturm sich legen. eh ich dachte. Alles 2c. Alles 2c. 3. Für die Welt und 6. Himmel, Erd und mich Verlohrnen, der ich ihre Heere, sind zu meis Graub und Sünder bin, nem Dienste da! Wohin gab er seinen eingebohri P 4 ich Lob und Danklieder. 3 232 ich mein Auge kehre, ist mir Auge weint, dennoch), wenn Gottes Segen nah? Thter ichs recht erwåge, sind sie und Kräuter und Getrei Zeichen, daß mein Freund, de, in den Gründen, auf der mich liebet, mein geder Höh, in den Büschen, denke, und mich von dem in der See find mir Nah- Dienst der Welt, die mich rung, sind mir Freude. hart gefesselt hålt, durch Alles 2c. die Trůbsal zu ihm lenke. Alles 2c. 7. Wann ich schlafe. wacht sein Sorgen über 10 Dieses weiß ich, und mir mit Vatertreu, und mit Freuden denk ich dieſes mit jedem neuen Morgen oft und viel: immer währt wird auch seine Güte neu. nicht unser Leiden, Chris Wäre nicht mein Gott ges ftenkreuß hat doch sein Ziel. wesen, hätte mich sein An- Wann der Winter auss gesicht nicht geleitet, wär gefchneyet, tritt der schöne ich nicht aus so mancher Sommer ein: also wird Angst genesen. Alles 2c. auch, nach der Pein, wer 8. Wie ein Vater fei- geduldig harrt, erfreuet. nem Kinde niemals ganz 11. Weil denn weder fein Herz entzeucht, wenn Ziel noch Ende, Gott, in es schon zur Bahn der deiner Liebe ist, so erheb Sunde von dem Weg der ich meine Hände zu dir, Tugend weicht: also hält der du Vater bist: Herr, auch mein Verbrechen mir du wollst mir Gnade ges mein lieber Gott zu gut, ben, daß ich deinem Dien will mein Fehlen mit der te treu und voll deines Lo Ruth und nicht mit dem bes sen, hier in meinem Schwerdte råchen. Alles ganzen Leben, bis ich dich, währet 2c. nach dieser Zeit, lob und 9. Wenn gleich über sei- lieb in Ewigkeit. ne Schläge bitterlich mein Mel: Lob und Danklieder. 232 Mel. Nun sich der Tag 2. finge 7. Ach Herr, mein Gott, dir das kommt von 239. mit Herz und du mußt alles thun; dein Mund, Herr, meines Aufsehn wacht vor unsrer Herzens Luft! Ich mache Thur, und läßt uns sicher deine Güte fund aus ruhn. dankerfüllter Brust. 8. Du nåhreft uns von 2. Ich weis, daß du von Jahr zu Jahr, bleibst imEwigkeit die reiche Quelle mer fromm und treu: und sevst, woraus uns allen sießest du uns in Gefahr, jederzeit viel Heil und Gus so stehest du uns bey. tes fleußt. 9. Du trågst uns Sün 3. Was sind wir doch? der mit Geduld, und Was haben wir von Gü schlägst nicht allzusehr, ja tern aller Art, das uns, endlich nimmst du unsre o Vater, nicht von dir Schuld, und wirfft sie allein gegeben ward? in das Meer. 4. Wer hat des Him mels schönen Bau so 10. Wenn unsre Seele prachtig ausgeschmückt? zu dir schreyt, wirst du gar Wer ists, der unser Feld leicht erweicht, und giebst mit Thau und Regen stets uns, was uns hoch ers erquickt? freut, und dir zum Ruhm 5. Wer sorgt für uns gereicht. im Winterfrost, und un 11. Die Thränen, die ter Sturm und Wind? der Fromme weint, bes Wer machts, daß jähr merkst und zählest du, und lich Korn und Most für sprichft ihm tröftend, als uns vorhanden sind? ein Freund, in seinem Rummer zu. 6. Wer giebt dem Leibe Stark und Kraft? Wer ist 12. Wofern uns irdisch es, dessen Hand den gold- Glück gebricht, wie herrs nenFrieden hålt und schafft lich wirds ersetzt, wenn in unserm Vaterland? P5 einjt 234 Lob- und Danklieder. einst vor deinem Angesicht, Mel. Es ist das Heil uns 2c. uns ewig Glück ergeht! 24020bei Che und 13. Seele, die du Preis dem hicha zaghaft bist, wohlauf und sten Gut, dem Vater als faffe Muth! Gott, alles ler Güte, dem Gott, der Cuten Ursprung, ist und große Wunder thut, dem bleibt auch stets dein Gut. Gott, der mein Gemüthe 14. Er ist dein Schat, mit seinem reichen Trost dein bester Theil, in Fin- erfüllt, dem Gott, der als sterniß dein Licht, in aller len Jammer stillt! Gebt Noth dein Schirm und unserm Gott die Ehre! Heil, schafft Ruh, und låßt dich nicht. 2. Es danket dir des Himmels Heer, Beherrs 15. Was krånkst du scher aller Thronen! Und dich in deinem Sinn, und die auf Erden, Luft und gråmst dich Tag und Meer in deinem Schatten Nacht? Nimm deine wobnen, lobsingen deiner Sorg, und wirf sie hin Schöpfersmacht, die alles, auf den, der dich gemacht. alles wohl bedacht. Gebt 16. Hat er dich nicht unserm Gott die Ehre!. von Jugend auf versorget 3. Was unser Gott ges und ernährt, und wunder schaffen hat, das will er bar der Dinge Lauf zu auch erhalten, darüber will Deinem Glück gekehrt? sein weiser Rath und seine 17. Er hat noch niemals Gnade walten. In seinem was verfehn in seinem Re- ganzen Königreich ist al giment: nein, was er thut les recht, ist alles gleich. und läßt geschehn, das Gebt unserm Gott die nimmt ein gutes End. Ehre! 18. Ey nun, so laß ihn 4. Ich rief zum Herrn ferner thun, und red ihm in meiner Noth: ach Gott, nicht darein; so wirst du vernimm mein Schreyen! hier im Frieden ruhn, und Da half mein Helfer, und wig fröhlich seyn. mein Lob und Danklieder. 235 mein Gott ließ Trost mir Leib verehre dich! Gebt angedeihen. Drum dank, unserm Gott die Ehre! ach Gott! drum dank ich 8. Jhr. die ihr Chrifti dir! Ach) danket, danket Namen n nnt, gebt uns Gott mit mir! Gebt un- sferm Gott die Ehre! Ihr, ferm Gott die Ehre! die ihr Gottes Macht ers 5. Gott ist uns nah, fennt, gebt unserm Gott und immer nicht von sei die Ehre! Die falschen nem Volk geschieden; ist Sögen macht zu Spott. ewig seine Zuversicht, und Der Herr ist Gott! Der giebt ihm Heil und Frie- Herr ist Gott! Gebt une den. Mit Vaterhånden ferm Gott die Ehre! führt er die, die ihm ver. 9. So kommet vor sein traun, und segnet sie. Angesicht, ihm Dank und Gebt unserm Gott die Preis zu bringen! Bezah Ehre! let die gelobte Pflicht, und 6. Wenn alle Welt nicht laßt uns fröhlich fingen: helfen kann, und sich kein der Herr hat alles wohl Retter zeiget, so nimmt bedacht, und alles, alles Gott unsrer Noth sich an: recht gemacht! Gebt une er selbst, der Schöpfer, ferm Gott die Ehre! neiget sein Vateraug uns gnädig zu, und schafft uns Mel. Wer nur den lieben c. Hülfe, schafft uns Ruh. Gebt unserm Gott Die 241Du bist mein Gott, Ehre! mein ganz Ges müthe ist deines Ruhms, 7. Drum will ich dich o Höchster, voll. O könnt mein Lebenlang, o Gott, ich deine große Güte doch von nun an ehren: man so erheben, wie ich soll! soll, Herr, deinen Lobge- Doch meine Kraft reicht fang an allen Orten hören. nicht dahin; du weißt es, Mein ganzes Herz ermun- Gott, wie schwach ich bin. tre sich, mein Geist und 2. Jedoch du siehst mit Wohls Lob und Danklieder. Wohlgefallen auch auf des 2. Könnt ihr die Gestir. Herzens Redlichkeit; und ne zählen? Gottes Gna. hörest selbst das schwache den zählt ihr nicht. Er ers Lallen der Deinen mit Zu- rettet unsre Seelen, ist friedenheit: du hörft es, ihr Lohn, ihr Schild und wie ein Vater pflegt, der licht. Wenn wir mit den seiner Kinder Schwach- Eitelkeiten, mit Versus heit trågt. chungen der Lust, mit dem 3. Drum soll mir deine Feind in unsrer Brust, Huld und Güte bestån- wenn wir mit dem Tode dig, Gott, vor Augen streiten, dann versüßt er seyn. Ich will, mit red- Kampf und Lauf, und hilft lichem Gemüthe, mein Les unsrer Schwachheit auf. ben deinem Lobe weihn, 3. Wann uns falsche bis ich vollkommner dei: Freunde meiden, und vers nen Ruhm erheb im höråtherisch sich entziehn, dan hern Heiligthum. giebt er uns seine Freuden, die uns nimmermehr ents Kann ich größres Mel. Sollt ich meinem Gott 2c. fliehn. 242. Gott durch wel Glück begehren? Ewi chen alle Dinger, hat dich mein Herz, ge sind, und wirken, und o so wird es ohne Schmerz vergehn; stårke mich, daß den Besitz der Welt ent ich dir finge, lehre mich behren. Alles Andre wird dein Lob erhöhn! Laß mich mir klein gegen deine Gnas dich im Stillen loben, de seyn. mich, den du, voll Lieb 4. Wann mich Leiden und Huld, aus den Tie- niederdrücken, nehm ich sie fen seiner Schuld, zu des als Wohlthat an, von der Christen Glück erhoben: Hand, die nur beglücken, Dich erheb ich immerbar, aber niemals schaden kann. ber mich schuf und neu Du belohnft mir meine gebahr. Schmerzen mit der Sees lers 236 Lob und Danklieder. len Heiterkeit, und ver- des Himmels Gnadenlohn füßest alles Leid, Gott, durch seinen Tod ermors durch deine Ruh im Herben; der Gottes heilgen zen, die mich ganz mit Rath vollbracht, und uns Muth belebt, über allen ihm angenehm gemacht: Schmerz erhebt. drum danket seinem Nas 237 5. Von Gefahr und men. Noth umgeben, über dies 3. Lobt Gott, der in sen rauhen Pfad geh ich, uns, durch den Geist, den Vater, in dein Leben, Glauben angezündet, und das nicht leid, nur Wonne seinen Beystand uns ver. hat. Sollten mich der Er- heißt, wenn er uns treu de Freuden, sollte mich der erfindet; der uns stets Sünder Spott, und das durch sein Wort regiert, Elend und der Tod, Herr, und auf den Weg des Levon deiner Liebe scheiden? bens führt: drum danket Raubt ich meine Krone feinem Namen. mir? Nein! ich leb, ich sterbe dir! 4. Lobt Gott! Er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt Mel. Allein Gott in der Hdh ic. es auch, gie t Kraft und 243. obt Gott, der Stårf, am Ende z ers uns erschaffen langen, was wir zum hat, der Seele, Leib und Zweck uns vorgestellt, und Leben, aus väterlicher Huld was den Himmel in sich und Gnad, uns Allen hat hålt: drum danket seinem gegeben; der uns durch Namen. feinen Engel schüßt; der täglich schenket, was uns Mel. Ein Lämmlein geht. nugt: drum danket seinem Namen. er Herr ist Gott! finzt 2. Lobt Gott! Er giebt ihm ein Lied in seinem uns seinen Sohn, der selbst heiligthume! Der, der für uns gestorben, der uns vom 244. Der 238 Lob und Danflieder: vom Himmel auf euch sieht, Unfall droht, erlöft er sie er schuf euch, ihm zum von Sorg und Noth, und Ruhme. Gott zu verehren, zählet ihre Thrånen. send ihr da: er, der euch), 4. Jauchzt, Völker, eh ihr wurdet, sah, kennt jauchzt: gelobt sen Gott! Herzen und Gedanken. Preist ihn durch frohe Lies Der Herr ist heilig, er der! Sagt, Berge, nach: allein will Israels Erret- gelobt sey Gott! Ihr Thås ter seyn, und Jakob soll ler hallt es wieder! Gelobt ihm danken. fey Gott! Mit mächtgem 2. Der Cherub betet an Klang dring unser hoher und brennt; ihm jauch- robgesang bis in die stills zen Morgensterne. Der sten Wüsten! Der Frevler Mensch der ihn nur schwach zittre! Neuer Muth, und erkennt, ehrt ihn aus dunk frommer Andacht heilge ler Ferne. Ihm jauchzen Slut erfülle jeden Chris tief in Staub und Gruft, sten. weit in der See, hoch in der Luft, der Schöpfung Mel. Wer nur den lieben ic. ganze Heere. Der Sonne will ich frofeuerreiche Pracht, dae 245.Dir, Gott, die blaffe Licht der stillen Nacht lich singen, dir, dessen verkündigt Gottes Ehre. Freude Wohlthun ist; dir 3. Der Herr vergiebt will ich Dank und Ehre uns unsre Schuld, so oft bringen, dir, der du gut wir vor ihn treten; trågt und freundlich bist. Ja, unfreSchwachheit mit Ge- Gott, du bist ganz Gnad duld, und lehrt uns selbsten und Treu; gieb, daß mein beten. Er strafet und ver Herz ganz Freude sey. schont zugleich. Der Herr 2. Dich) preisen aller ist Gott, sein ist das Reich: Engel Heere, dir singen er hört der Fromen Seh- die Verklärten Dank; dir, nen. Er segnet sie; wenn Herrscher, brausen Wind und Lob und Danklieder. 239 und Meere; ihr Brausen benstage? Wer schmückt ist dein Lobgefang. Die und krönet sie mit Heil? ganze Schöpfung ruft mir Du, Vater, thusts; zu: es sey kein solcher drum, Seele, sage: Gott, Gott, wie du. du bleibst ewiglich mein 3. Du, unser Gott, bist Theil! Von ganzem Hers hoch zu loben; denn deizen liebßt du mich; von ne Gnade reicht so weit! ganzem Herzen preiß ich Voll Vaterhuld blickst du dich. von oben auf der Geschöpfe 7. Dir will ich ferner. Dürftigkeit. Kein Wurm hin vertrauen: denn du friecht unbemerkt dahin: haft mir stets wohlgethan. du siehst, du nährst, du Ich will mit Hoffnung schüßest ihn. auf dich schauen; schau 4. Du hast, o Vater, mich mit Vaterblicken an. mein Gemüthe durch man- So geh ich durch die Pil che Gnadengab erfreut. Ogrimzeit mit Freuden hin gieb mir auch, nach deiner zur Ewigkeit. Güte, den Trieb zur frohen Dankbarkeit! Lehr al- Mel. Nun danket alle Gott 2c. ch will dem les, Herr, was in mir ist, 246. J Shopfer stets rühmen, daß du gnåDig bist. Lob und Ruhm und Ehre 5. Wer schuf die Seel bringen: zu ihm soll jegt und ihe Kräfte, Gedächt mein Herz, mit Dank ers niß, Willen und Verfüllt, sich schwingen. Ich stand? Wer segnet des überschau die Bahn, die Berufs Geschäfte? Wer ich zurückgelegt, und fühle stårkt die arbeitfame mich, o Gott, aufs ine Hand? Wer schügte mich nigste bewegt. vor der Gefahr, die un 2. Du hast mich wun derbar geschaffen und bes sichtbar mir nahe war? 6. Wer fristet meine Le- reitet, und mich mit Bas teta 240 Lob und Danklieder. terhand geführet und ge. 6. Also hat Gott die leitet: in drohender Ge- Welt, mich in der Welt fahr stundst du, o Herr, geliebet, daß er mir sei mir ben, und deine Gütelnen Sohn und mit ihm ward mit jedem Morgen alles giebet. Sein Kreug bringt Seegen mir, sein 3. Oft, wann ich un- ganz Verdienst ist mein; ruhvoll an ferne Tage ich bin im Leben ist, und dachte, und manche trübeleinst im Tode sein. neu. Nacht durchweinte und 7. Denk ich, voll Angst, durd wachte, wars nichts zurück an meiner Jugend alt eitler Wahn, was mei- Sünden; denk ich: wo nen Geist geplagt. Mein werd ich Rath, wo Troft Unglück, nicht mein Glück, im Tode finden? So giebt hat mir der Herr versagt. mein Blaube mir von neus 4. Lob sey dir für meinlem Zuversicht: Gott, der Glück, und Lob für trübe so gern verzeiht, verdammt Stunden. Wer niemals mich Armen nicht. Kreuß gekannt, hat nie 8. Bald ist des Lebens sein Glück empfunden. Es Bahn, die kurze Bahn zu war die Bitterkeit des jeg- Ende. Du Gott, dem gen Augenblicks oft schon ich gelebt, nimm mich mein Glücke selbst, oft in deine Hände! Laß, mit Quelle meines Glücks. verklärtem Blik, dein Ans 5. Es lehrte mich dein gesicht mich sehn, und durch Wort, dich, wie du bist, ein beßres Lob dich ewige erkennen, nicht bloß dich lich erhöhn. meinen Herrn, nein, dich auch Vater nennen. Ich Mel. Nun sich der Tag ic. fahe mein Geschick als Geſchick als 247.Aufrichte Himmelsbürger ein, und bacht, ich sen nicht hier, und Ehr dem Herrscher um ewig hier zu seyn. aller Welt; dem mächtis gen Lob und Danflieder. 241 gen, der Erd und Meer, 8. So lang er uns noch und alle Himmel hålt. hier erhält, fey er fiets 2. Befingt mit frohem unser Heil: und scheiben Jubelschall Gott, unfer wir einst von der Welt, höchstes Gut, der große verbleib er unser Theil! Wunder überall, auch an 9. Er spreche, wenn uns Menschen thut: das Herz uns bricht, uns 3. Der uns von unsrer Trost und Hoffnung zu: Kindheit an so båterlich er- und laß uns sehn sein Ans halt, und wo kein Mensch gesicht, und geb uns seine uns helfen kann, sich selbst Ruh! zum Helfer stellt: 4. Der, haben wir ihn Mel. Nun laßt uns Gott 2c. noch gnädig ist, die Straf 248. Laßt unserm Gott erläßt, die Schuld ver- Dank und Ehre bringen, giebt, und Wohlthun nicht daß wir so viele Gaben von vergißt! ihm empfangen haben! 5. Er geb uns stets ein 2. Nur er hat uns das ruhig Herz, und einen fro- feben und Seel und Leib hen Sinn: er troft uns gegeben: er ist es, der sie auch in jedem Schmerz, schuset, und giebt, was und helf uns fernerhin! beyden nüget. 6. Er laffe seinen Frie- 3. Er giebt nach Vas den ruhn auf unserm Vas terweise dem Leibe seine terland; er gebe Glück zu Speise: und auch der unserm Thun, und Heil Seele Kräfte zum heiligin jedem Stand! sten Geschäfte. 7. Er trag uns ferner 4. Ein Arzt ist uns gemit Geduld, und laß uns geben, und mit ihm Heil heilig seyn, und seiner vå- und Leben: der ist für uns terlichen Huld, uns alles gestorben, und hat uns zeit erfreun! Snad erworben. 5. Sein 242 Lob und Danklieder. 5. Sein Wort wird neues Leben, will alle uns zum Gegen, ein Licht Missethat in Christo dir auf unsern Wegen: fein vergeben. O gnadenvoller Geist verleiht uns Stärke Rath! Schon hier wirst zur Uebung guter Werke. du mit Heile getröstet und 6. Er låst uns Gnadelerfreut, und dort wird dir finden, vergiebt uns unsre zu Theile die Ruh der Sünden, wenn sie uns Ewigkeit. herzlich reuen, und wir forthin sie scheuen. 2. Es hat uns wissen laffen der Herr sein Recht 7. So hoch begnadigt und sein Gericht; Erbar werden, o Gott, wir schon mung ohne Massen dem auf Erden: was wird nicht Frommen, der den Bund erst für Gaben dein Him- nicht bricht. Schnell eilt mel für uns haben? fein Zorn vorüber, straft 8. Wir bitten deine nicht nach unsrer Schuld; Güte, daß sie uns stets der Herr begnadigt lieber, behüte, daß wir dir nicht nimmt lieber auf zur Huld. misfallen, so lang wir hier Wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er anges noch wallen. 9. Leit und durch deine nehm; mit Adlersflügeln Wahrheit, bis wir in vol- schwebet Erbarmung über ler Klarheit dich sehn, und dem. Deinen Namen dort ewig 3. Wie Våter mit Er barmen auf ihre schwachen preisen! Amen! Kinder schaun: so thut Mel. Nun lob, mein Seel 2c. Gott an uns Armen, wenn 249uf, meine Seele, wir in Einfalt ihm ver finge! Es lobe traun. Gott weiß es, wir Gott, was in mir ist, den sind Sünder; Gott weiß Schopfer aller Dinge! es, wir sind Staub, und Weh dem, der seinen Gott der Verwesung Kinder, ein vergißt! Er schenkt dir niederfallend Laub: kaum daß Lob und Danklieder. 243 daß die Winde wehen, sol Mel. Wer nur den lieben ic. ist es nicht mehr da! 250.0 könnt ich dich, Wir Sterbliche verges mein Gott hen! Stets ist der Todsrecht preisen, wie du des uns nah. Preises würdig bist! Könnt 4. Des Ergen Gnadlich genug den Dank bes alleine bleibt, gleich als er, weisen, den dieß mein Herz in Ewigkeit bey dir, des dir schuldig ist; dieß Herz, Herrn Gemeine, die gang das deiner Gütigkeit sich sich seinem Dienste weiht, täglich mit Entzücken freut! die, daß fie selig werde, 2.Wer überströmet mich mit Furcht und Bittern mit Segen? Wer theilt ringt, und jetzt schon von mir mit, was mir gebricht? der Erde sich zu dem Him. Wer schüket mich auf meimel schwingt. Dort steht nen Wegen? Wer schenkt bey seinen Engeln auch un dem Geiste Trost und Licht? frer Brüder Schaar, nun Wer giebt zu meinem rein von allen Mängeln Thun Gedeihn? Allgütis und lobt Gott immerdar.( ger, du bists allein. 5. Anbetung, Preis und 3.3uzählen sind sie nicht, Ehre sey dir, Gott Vas mein Vater, die Werke ter, Sohn und Geist! Soldeiner Segenshand. Du fingen dir die Chöre ber warst schon lange mein Schaar, die dich voll- Berather, eh mein Be kommner preift! Anbedürfniß ich empfand; selbst tung, Preis und Ehre, eh ich war, da maßest du dir, der du warst und bist mir schon mein Schicksal Wir stammelns nur; doch liebreich zu. höre, hör uns, der ewig 4. Du stärkst mir das ist! Einst tragen wir auch geschenkte Leben, und låsPalmen, du Gott, auf fest es nie freudenleer; sum den wir traun; einst singen höhern Glück mich zu er wir dir Psalmen, wenn heben, schickst du auch wir, verklärt, dich schaun. 22 manche 244 Lob und Danklieder. manche Trübsal her: doch Zunge regt; dir will ich stehst du auch mit Kraft Dank und Ehre bringen, mir bey, daß ich, o Herr, so lange sich mein Herz nicht muthios sen. bewegt; und wenn mein 5. So oft hab ich in Mund nicht sprechen kann, meinen Tagen mit Freud so halt ich noch mit Seufe und Dank es schon verzen an. spürt, wie du mich unter 9. Hier kann 9. Hier kann ich schwa. allen Plagen zwar wunches Lob nur geben; nimm derbar, doch gut geführt: les, mein Gott, in Gnaich ward in drohender Ge- den an, bis ich in jenem fahr stets deines Trostes bessern Leben dich würdis Licht gewahr. ger erheben kann. Da steis 6. Wie sollt ich denn get mit der Engel Chor nicht, voller Freuben, be mein Lobgefang zu dir standig deinen Ruhm er empor. höhn? Wie sollt ich, auch im tiefften Leiden, nicht! freudig trawend auf dich aller Gaben, fetn! Und fiele felbst der 251, milder Geber Himmel ein, so wirst du Herr, dir gebühret Ruhm mein Beschirmer senn. und Dank. Du hörst das 7. Drum reiß ich aus Schreyn der jungen Ras des Rummers Höhle mein ben, so wie der Lerche forgendes Gemüthe los, Lobgesang. O neige jetzt und rufe mit erfreuter dein Ohr zu mir! Du Seele: wie gut bist du, forderst Dank; ich danke mein Gott, wie groß! Du dir. leitest mich nach deinem 2. Die kleinste deiner Rath, der nur mein Heil Kreaturen macht deine beschloffen hat. Weisheit offenbar. Man 8. Von deiner Güte will fieht, Herr, deiner Güte ich fingen, so lange sich die Spuren und deine Macht VOIR In voriger Melodie. u Lob und Danklieder. 244 von Jahr zu Jahr. Einje- naß; du schmückest Wice des Gräschen lehret mich: sen, Flur and Anger mit Wie groß ist Gott! Wie Blumen, Sträuchen, Laub klein bin ich! und Gras; du träufelst 3. Du forgft, nach treu- mit dem kühlen Thau die er Våter Weise, für alle Fruchtbarkeit auf Feld Werke deiner Hand; du, sund 2! u. Herr, giebst allem Flei sche Speise, 7. Was důrr ist, feuch beschirmst test du mit Regen; was und segnest jedes Land; bu kalt ist, wärmt dein Sons liebest unveränderlich; der nenschein; du theilft die Bösen selbst erbarmst bu Zeiten, wie den Segen, dich. zu unserm Besten weislich 4. Der Erdkreis ist von ein. Bes Wärme, Hike, Deiner Güte: von deiner Kålt und Frost, grunt, Weisheit ist er voll. Herr, wächst und reifet unsre unterweise mein Gemüthe, Koft. wie ich bich würdig loben 8. Rommt, preift des foll! Sen ewiglich von mir Schöpfers Huld und geliebt, du, der mir so viel Stårte, bringt seinem NaGutes giebt! men Ehre dar! Groß ist 5. Das Samkorn wird der Herr, und seine in deinem Namen auf Werke find herrlich, groß Hoffnung in das Feld ge und wunderbar. Kommt, freut: Allgütiger, du gabst laßt uns seine Macht er dem Samen, da du ihn höhn! Der Herr ist gut. schufft, die Fruchtbarkeit. Sein Lob ist schön! Bur Aussaat giebst du aud) allein dem Landmann Mel. Sey Lob und Ehr mit se. Kraft, Zeit und Sebeihn. 2522us deiner milden 6. Du Schooß der Erde schwanger, du Geber aller Gaben, muß machst des Ackers Surchen jedes Volk und jedes Land 23 des 246 Lob und Danklieder. des Guten Zufluß haben. theilst du deine Gaben weit Mit großer Weisheit durch manche Handlungss hältst du Haus; und brei- zweige. test deine Güte aus, der Volker Wohl zu gründen. 5. Du fegnest auch des Künstlers Fleiß zum Nu2. Von dir stammt gen seiner Brüder; was er Kunft und Wissenschaft, nur Gutes fann und weiß, wodurch die Lander blü das kommt von dir her hen. Du schenkest jeglt- nieder. Was deine Hand chem die Kraft, fich nuk uns zugewandt, das fließet lich zu bemühen, in seinem ftets aus Hand in Hand Amt, Beruf und Stand, durch nügliches Gewerbe. dazu dein Rath ihn tüch. tig fand, zum Besten mit. zuwirken. 6. Herr, unser Gott, wir preifen dich mit danks 3. Als milder Geber barem Gemüthe. Du herr. zeigst du dich den Volkern scheft unveränderlich mit aller Fande; und du ver, Weisheit und mit Güte. knüpfft sie unter sich durch Geuß deinen Segen ferdeines Segens Bande, ner aus auf unser Land, Vom fernen Ost, vom auf jedes Haus, zu deines fernen Nord strömt bei Namens Ehre. nes Gegens Quelle fort zum Westen und zum Süden. 7. Hilf, daß ein Jeder redlich sey in seinem Thun und Handel; recht schaffen, 4. Du giebst den Schif brüderlich und treu in ſeis fen ihren Lauf auf Strò nem ganzen Wandel. Mit men und auf Meeren, und Lust, o Vater, wendest du hilfft dem Flor der Hand- dem Lande deinen Gegen lung auf, viel Tausende zuzu, das solch ein Volk nähren. Zur Nothburft, bewohnet. zur Bequemlichkeit ver. Mel. Lob und Danklieder. Mel. Nun sich 253. der Tag 2. verehren dich mit findlich ott forgt für frohem Dank; bu nåhrst Gott uns! O singt uns, und giebst mildiglich ihm Dank, ihr Christen, auch mehr, als Speis und fingt ihm gern! Vom Tranf. Aufgang bis zum Nieder 5. Frieb und Gesunds gang trågt uns die Hulb heit, Kraft, Gebeihn zu des Herrn. unfrer Hände Fleiß, auch 2. Vom Menschen bis das giebst du, und die zum kleinsten Wurm reicht allein gebührt dafür der seine Gnad und Macht; Preis. im Sonnenschein, so wie 6. Laß deines Segens im Sturm, ist er auf Heil Ueberfluß uns nun auch bedacht. nüglich seyn, und hilf uns, 3. Mit frohgerührter daß wir beym Genuß uns Seele bringt ein Herz vou desfen måßig freun. Dank ihm dar! Die Aeh 7. Vielmehr in uns die re, die vom Segen sinkt, Zuversicht, dir ewig zu ist sein. Gott front das vertraun, bis wir dereinst Jahr. lin deinem Licht des Glaus 4. Ja, Höchster, wir bens Ende schaun! XXV. Vom Vertrauen auf Gott und Trostlieder. Mel. Was Gott thut das 2.mächtig hält, wirst mich dich, Herr, in meinen Tagen, als Gott 254.Auf bi nicht auf meis und Vater, tragen. nen Rath will ich mein 2. Du sahest schon von Glücke bauen, und dir, Ewigkeit, wie viel mir der mich erschaffen hat, nügen würde, bestimm mit ganger Seele trauen. test meine Lebenszeit, mein Glück Du, der die Welt alle 24 248 Vom Vertrauen auf Gott Glück und meine Bürde. 6. Was ist des Lebens Was zagt mein Herz? Herrlichkeit? Wie bald Ist auch ein Schmerz der, ist sie verschwunden? Was au des Glaubens Ehre, ist das Leiden dieser Zeit? nicht zu besiegen wåre? Wie bald ists überwun. 3. Du, Herr, weißt, den? Hofft auf den Herrn! was mein Herz begehrt, Er hilft uns gern. Send und hättest, was ich bitte, fröhlich ihr Gerechten! mir grådig, eh ich bat, ge Der Herr hilft seinen währt, wenns beine Weis Knechten. heit litte. Du forgst für mich flets väterlich. Nicht was ich mir erfehe, dein Mel. Keinen hat Gott 2c. Wille, Herr, geschehe! 255 Befehl du deine Wege und was 4. Ist nicht ein unge- bein Herze krånkt, der als stortes Glück weit schweh lertreusten Pflege deß, der rer oft zu tragen, als selbst den Weltkreis lenkt! Den das wibrige Geschick, bey Sternen und den Winden Deffen Saft wir flagen? bestimmt er ihre Bahn: Die größte Noth hebt doch sollt er nicht Wege fins der Tod, und Ehre, Glück ben, wo dein Fuß wane und Hade verlåst mich deln kann? doch im Grabe. 2. Dem Herrn mußt 5. An dem, was wahr- du bertrauen, wenn dirs haft glücklich macht, läßt soll wohl ergehn: auf sein du es feinem fehlen. Bert mußt du schauen, Gesundheit, Ehre, Glück wenn dein Werk soll bes unb Pracht find nicht das stehn. Mit Sorgen und Glück der Seelen. Wer mit Gråmen und mit selbst Deinen Rath vor Augenleigner Pein läßt Gott hat, dem wird ein gut sich doch nichts nehmen; Gewissen die Trübfal auch es muß erbeten fenn. verfüßen. 3.0 Vater voller Gnas de und Trostlieder. 249 de, dir ist allein bekannt, nen; erwarte nur der Zeit: was gut sen oder schade die Sonne wird dir scheis Geschöpfen deiner Hand. nen mit neuer Lieblichkeit. Und was du dann erlesen, 7. Auf, auf! Gieb deis zum Besten deiner Welt, nen Schmerzen und Sor. das kommt zum Stand gengute Nacht! Berbann und Wesen, sobald es dir aus deinem Herzen, was gefällt. dich so traurig macht! Bist 4. An Mitteln und an du doch nicht Regente, der Wegen Deiner alles führen soll: Gott sigt Weisheit nicht. Dein im Regimente, und führet Thun ist lauter Gegen, alles wohl. fehlts dein Gang ist lauter Licht. 8. Ihn, ihn laß thun Dein Werk fann nieslund walten, er ist ein weis mand hindern, wenn dusser Fürst, und wird sich entschloffen bist, zu thun, so verhalten, daß du dich was deinen Kindern wundern wirst, wenn er, wahrhaftig nüglich ist. wie ihm gebühret, mit 5. Und wollten Welt.ounderbarem Rath, das und Teufel dir boshaft wi- Werk hinausgeführet, derstehn, so wirst du ohne bas dich bekümmert hat. Zweifel doch nicht zurücke 9. Er wird zwar auch gehn. Im Himmel und zuweilen mit seinem Troft auf Erden kann dir nichts verziehn, und nicht gleich widerstehn. Was Gott Hülfertheilen, wann Hülfe beschließt, muß werden, nethig schier: wirds aber was er gebeut, geschehn. sich befinden, daß du ihm 6. Hoff, o bedrångte treu verbleibst, so wird dein Seele, hoff und vertrau feid verschwinden, wann auf ihn! Er wird dich du's am mindften glaubst. aus der Höhle des ban 10. Wohl dir! denn gen Kuminers ziehn. Gott deine Treue trågt nun den läßt nicht von den Sei Sieg davon. Dir ist ges hole 23. 250 Vom Vertrauen auf Gott holfen; freue dich beymlund Bitten. Gieb meis erkämpften Lohn! Gott ner Seele wahre Ruh: giebt dir selbst die Pal was mich bekümmert, lenfe men in deine rechte Hand, du zu meinem ewgen Bes und du fingst Freubenpfal flen. men ihm, der dein Leid gewandt. 3. Der Sorgen Macht hat freylich oft mich über 11. Herr, mach ein frö- waltgen wollen. Auch hab lich) Ende mit aller unfrerlich nicht auf dich gehofft, Noth, und reich uns bei als ich wei hoffen sollen. ne Hände im Leben und Mein Gott, wie groß ist im Tod. Stets laß uns meine Schuld! Anbir hab deiner Pflege und Treulich durch Ungeduld viels empfohlen seyn: so gehen fältig mich verfündigt. unfre Wege gewiß zum 4. Erbarmender, vers Himmel ein. gieb es mir nach deiner großen Güte! Erfülle mit Mel. Aus tiefer Noth schrey 2. Vertraun zu dir mein mein schüchternesGemüthe, und 256.D Bater und stärk in mir die Zuverſicht, u haft, mein Gott, mich burch bein bu werdest mich, als Vas Wort belehret, baß deine ter, nid) t verlassen noch Hand der Frommen Noth versäumen. zulett in Glück verkehret, 5. Geh ich auch gleich) und daß ich alles, was nicht immerfort den Weg mich frånkt, auf dich, der zur Rettung offen; so laß unser Schicksal lenft, mit mich) bernoch, Herr, mein Zuversicht soll werfen. Hort, auf deine Hülfe hofs 2. So will ich denn fen. Du bleibst doch immer mich, auf dein Wort, der groß an Rath, und immer Sorgen mich entschütten. måchtig auch an That, Erhore du, mein Fels, mein mein Beftes zu besorgen. Fort, mein kindlich Flehn 6. Dieß sey mein Trost, dieß und Trofilieder. dieß sey mein Licht, wenn wir alle Morgen beseufzen mich die Sorgen Frånken. unfer Ungemach? Wir Erfüllst du meine Wün machen unser Kreuß und sche nicht, so laß mich glau leid nur größer durch die big benken, daß mirs nicht Traurigkeit. gut gewesen ist! Weil bu 3. Man halte doch dem die höchste Weisheit bist, Höchften stille, mit seinem so wählst du stets das heilgen Rath vergnügt, Beste. und warte, was sein wei 7. Was hier mir fehlt, fer Wille zu unserm wahs das wirst du mir aufe ren Wohl verfügt! Gott, reichlichste ersegen, wenn der zu Kindern uns ge ewge Freuden mich bey wählt, weiß doch am bea dir in deinem Reich er- flen, roas und fehlt. gegen. Da ist mein Erb 251 4. Er fennt die rechten und höchstes Gut. Oftár Freudenstunden, er weiß, te mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende! Fr bekannter Melodie. 257.We wann Hülfe nützlich fey. Hat uns der Herr bewährt gefunden, geduldig, ohne Heutheley: so kommt er, er nur ben lie- eh wirs uns verfehn, und ben Gott läßt läffet uns viel Guts gewalten, und hofft auf ihn schehn. zu jeder Zeit, denn wird er 5. Denk nicht in deiner väterlich erhalten in aller Drangsalshige, daß du Noth und Traurigkeit: von Gott verlaffen seyft. wer Gott, dem Allerhöch- und daß ihm der im sten, traut, der hat auf Schooße sige, der sich mit feinen Sand gebaut. fletem Glücke fpeift: die 2. Was helfen uns die künft'ge Zeit verändert schwehren Sorgen? Was viel, und setzet Jeglichem hilft uns unser Weh und sein Ziel. Ach? Was hilft es, daß 6. Es sind ja Gott ges ringe 252 Vom Vertrauen auf Gott ringe Sachen, und seiner und sich ihm ganz anvers Allmacht gilt es gleich, traut! den Reichen klein und arm 3. Unsers Gottes Macht zu machen, den Armen und Güte råhret bis in aber groß und reich. Beth Ewigkeit, und sein våters ihn, den Allerhöchsten, an, lich Gemüthe ift zur Hülfe der bald erhöhn, bald stür stets bereit. Suchet nur zen kann! fein Angesicht! Er verläßt 7. Ging, beth und geh die Seinen nicht. auf Gottes Wegen, thu eifrig deine Schuldigkeit; mel. Sey Lob und Ehr dem ic. und dann erwarte reichen Gegen! Er kommt gewiß 259.Der Herr ist meis nes Lebens zu rechter Zeit. Wer also Kraft. Soll mir vor Un feine Zuversicht auf Gott glück grauen? Erists, der fest, den verläßt er nicht. Rath und Hülfe schafft. Ihm soll mein Herz vers trauen. Er schüßt mich). Meiner Feinde Heer, ihr Mel. Schöpfer Himmels 2c. 258. Quf, mein Geiſt, dem Herrn ju ftolzer Trog, nichts schreckt fingen, der uns alles Gumich mehr, hab ich ihn tes giebt! Ihm will ich nur zum Freunde. ein Danklied bringen. Er 2. Gott, neige du zu hilft Jedem, der ihn liebt! mir dein Ohr, wenn mir und wer sich auf ihn ver die Feinde fluchen. Mein läßt, dessen Hoffnung fie Herz hålt bein Gebot dir het feſt. vor: ihr sollt mein Antlik 2. Menschen, lehnt euch suchen. Ich eile, Herr, nicht auf Stüßen, die der getroft zu bir. Verbirg Tod sehr bald zerbricht! dein Antlig nicht vor mir, Gott allein kann ewig und laß dich) gnådig finden! schügen; er hält ftets, was 3. Verlaß mich nicht, er verspricht. Wohl dem, o Gott, mein Heil, wenn der auf ihn nur schaut, Men und Trofilieder. 253 Menschen mich verlassen! ich von der Erde, wenn Nimm du mich auf, und ich fie, nach viel Mühe sey mein Theil; bekehre, einst verlassen werde. die mich haffen! Herr 3. Gut und Blut, Leib, nimm du mich zu Gnaden Seel und Leben, ist nicht an, und lehre mich auf mein; Gott allein ist es, richtger Bahn nach dei- ders gegeben; nimmt ers nem Willen wandeln! wieder, wer fanns wehs 4. Verwirfft nur du, ren? Mehm ers hin, ich mein Gott, mich nicht, so will ihn dennoch frölich mag die Welt mich schmalehren. hen; ich werde doch bein 4. Schickt er mir ein Angesicht, mit Freuden Kreuk zu tragen, dringt werd ichs sehen. So harrelherein Angst und Pein, denn getroft des Herrn, sollt ich drum verzagen? mein Herz! Denn er, der Der es schickt, der wirds Herr, hilft gern. Er ist auch wenden; er weis der Arm des Schwachen. woht, wie er soll all mein Unglück enden. In bekannter Melodie. 5. Gott hat mich bey 260.Marum sollt ich guten Tagen oft ergest; mich denn sollt ich jetzt nicht auch et grånien? Hab ich doch was tragen? Liebt er mich Christum noch! Wer will doch drum nicht minder! mir ihn nehmen? Wer Nicht zu schwehr züchtigt will mir den Himmel rau- er seine lieben Kinder. ben, den mir schon Got 6. Satan, Welt und ihre tes Sohn bengelegt im Glauben? Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner 2. Nackend kam ich in spotten. Laß sie spotten, das Leben, da es mir laß sie lachen! Gott, mein ward von dir, Herr, zu Heil, wird in Eil sie zu erst gegeben. Nackend geh Schanden machen. 7. Uns 254 Vom Vertrauen auf Gott 7. Unverzagt und ohne du dein Leben und dein Grauen soll ein Chrift, wo Blut, mir zu gut, in den er ist, seinem Gott ver Tod gegeben. trauen. Muß er mit dem 12. Du bist mein, weil Tode ringen, Christi Blut, ich dich faffe, und dich Christenmuth hilft auch nicht, o mein Licht, aus ben bezwingen. dem Herzen laffe. Laß 8. Kann mich doch der mich, laß mich hingelan Tod nicht tödten; nein, gen, wo du mich, und ich er reißt meinen Geist aus dich, ewig werd umfan viel tausend Nothen; en- gen. digt dieses Lebens Leiden, und giebt mir einst dafür Mel. Vor deinen Thron tret c. alle Himmelsfreuden. 261.Mein Auge fieht, 9. Dann wird sich an bes o Gott, nach fern Schågen unser Herz, dir! Von deinem Throne auf den Schmerz, ewig hilf du mir! Mein Heil dort ergeßen. Hier ist kein fommt nur von deiner recht Gut zu finden; was macht, die diese Welt die Welt in sich hålt, muß hervorgebracht. wie Rauch verschwinden. 2. Getrost, mein Herz! 10. Was sind dieses Le- Mein treuer Hirt schafft, bens Güter? Eine Hand daß mein Fuß nicht glei voller Sand, Kummer der ten wird. Der mich bes Gemüther. Dort, dort hütet, schlummert nicht: find die edlen Gaben, denn in Finsterniß ist er mein mein Hirt, Chriftus, wird licht. mich dort ewig laben. 3. Kein Uebel sen mir II. Herr, mein Hirt, fürchterlich; denn Gots Brunn aller Freuden! Dutes Rechte schüßet mich. bist mein, ich bin dein; Durch seine treue Vater niemand kann uns scheis hand wird, was mir scha ben. Ich bin dein, weil det, abgewandt. 4. Sein und Trostlieder. 255 4. Sein Schuß gewährt nicht haffen. Wer ihn mir Sicherheit; sein Trost nur liebt, sich ihm ergiebt, füllt mich mit Freudigkeit. den wird er nicht verlassen. Er leitet mich auf ebner 4. Wie lange währt Bahn, und nimmt mich der Frommen Seid? Nicht einst mit Ehren an. ewig, Herr, nur kurze 5. Herr, segne und be Zeit. Nach überstandnem hüte mich! Du bist mein Leide erquickest du ihr Herz Heil, ich hoff auf dich. mit Ruh, und einst mit Dein Segen folg aus die lewger Freude. ser Zeit mir bis zu jener 5. Drum hab, o Seele, Ewigkeit! guten Muth! Vertraue Gott! Es wird noch gut, Mel. In dich hab ich gehoffet: c. nach aller Trübfal, wers 2626 ey, Seele, stark den. Er ziehet dich durchs und unverzagt, Preuß zu sich, zum Him. wenn irgend dich ein Kummel von der Erden. mer plagt. Befiehl Gott 6. Gott ist dein Gott, deine Sachen! In allerler ist getreu, und stehet Pein vertrau allein auf dir, als Bater, bey in ihn! Er wirds wohl ma allem Kreuß auf Erden. chen. Der leiden Heer wird nie 2. Rein Leiden kommt zu schwehr durch ihn dem von ohngefehr; die Hand Christen werden. des Höchften schickt es her; 7. Es haben ja, zu aller sein Rath hais so ersehen. Zeit, die Heiligen in Traus Drum sev nur ftill: was rigkeit hier oftmals wans dein Gott will, laß immer deln müssen. Warum willst gern geschehen! du hier nur von Ruh, und 3. Erweckt dir gleich nichts von Trubsal wissen? das Leiden Pein, so solls 8. O bet, und sieh auf dir doch nicht schädlich deinen Gott, in aller dei feyn: Gott kanu sein Kind ner Angst und Noth! Laß, wie 256 Vom Vertrauen auf Gott wie er will, es gehen.lfie selber tragen; und rich Sein Will ist gut; besteft unfre Plagen nach uns halte Muth! Gott wird sern Kräften weislich) ein. dich einst erhöhen. 4. Ja, wenn ichs recht 9. Der du ein Gott ermåge, so sinds nur Liedes Trostes bist, laß jeden, besschläge, womit du uns der hier traurig ist, doch belegst; nicht Schwerdter deinen Troft empfinden sinds, nur Ruthen, wos Hilf, den du liebst, und mit du, bloß zum Guten, prüfend übst, den Unmuth ais Vater, deine Kinder überwinden! schlägst. 5. Dein våterlich Be Mel. In allenmeinen Thaten ic. mühen will uns hier aufers 263 ill mich, o Gott, ziehen, zu thun, was dir hienieden des gefällt: du willst die Lüfte Lebens Last ermüden, sofwächen, den eignen stärke meinen Geist. Wenn Willen brechen, und uns mich die Leiden frånken, entwöhnen von der Welt. so laß mich wohl beden 6. Du willst den Eifer ken: auch das sey gut, mehren, gehorsam dich zu was Trůbsal heißt! ehren mit Glauben und 2. Nicht ewig soll sie Geduld; daß, wenn uns währen. Oft werden un Feinde hassen, und Freunfre Zähren schnell von dir de uns verlassen, wir stets abgewischt. Und seufzen vertrauen deiner Hnld. wir: wie lange ist unsrer 7. Was will, was kann Ceele bange? so wird uns scheiden von dir und mit Trost das Herz er- jenen Freuden, die du für frischt. uns ersehn? Ich lebe oder 3. Die Lasten, die uns sterbe, so wird des Him preffen, hast du, Herr, mels Erbe rair, abgemessen, so groß sie Kinde, nicht entgehn. immer seyn. Du hilfft 8. Zu jenem beffern Les deinem ben und Troftlieder. 257 ben willst du auch mich glück wenden; es steht in erheben, der Tod ist mein seinen Händen. Gewinn. Mußgleich mein 3. Was Gott thut, das Leib verwesen, wird dochlist wohlgethan! Nur er mein Geist genesen; er eilt weis, was uns nüßet; zu seinem Schöpfer hin. der irrt auf ungewisser 9. O drücke meinem Bahn, der sich auf ihn Herzen, auch unter Sorg nicht stůget! Ja, seine und Schmerzen, dies stets Treu ist immer neu: drum aufs tiefste ein: der, den will ich auf ihn bauen, und du, Vater, liebeft, kann, seiner Güte trauen. wenn du ihn betrübest, doch 4. Was Gott thut, das niemals unglückselig seyn. ist wohlgethan! Er ist meir Licht und Leben, der mir nichts Böses gonnen kann: as Gott thut, ihm will ich mich ergeben 264.Was das ist wohl in Freud und Leid. Es gethan! Gut ist und bleibt kommt die Zeit, da öffent sein Wille. Er nimmt sich lich erscheinet, wie treulich stets der Seinen an; drum er es meinet. In bekannter Melodie. halt auch ich ihm stille. 5. Was Gott thut, bas Er ist mein Gott, der in ist wohlgethan! Muß ich der Noth mich wohl weis den Kelch gleich schmecken, zu erhalten; drum laß ich der bitter ift, nach meis ihn nur walten. nem Wahn, laß ich mich 2. Was Gott thut, doch nicht schrecken, weil bas ist wohlgethan! Sein doch zuletzt mich Gott ers Wort kann ja nicht trü- gett mit süßem Trost ins gen, er führet mich auf Herzen: da weichen alle rechter Bahn zum selig- Schmerzen. ften Vergnügen. Trost 6. Was Gott thut, das und Geduld giebt seine ist wohlgethan! Huld: er wird mein Un- will ich verbleiben. n Daben Es mag 258 Vom Vertrauen auf Gott mag mich auf die rauhel 4. Ich lebe nicht auf Bahn Noth, Tod und Erden, um glücklich hier Elend treiben: so wird zu werden; die Luft der Gott mich doch väterlich Welt vergeht. Ich lebe in seinen Armen halten. hier, im Segen den Grund Drum laß ich ihn nur um Glück zu legen, das walten. ewig, wie mein Geist bes steht. Mel. In allen meinen Thaten zc. 265.Was 5. Was dieses Glück as ists, daß vermehret, sen mir von ich mich qud bir gewähret! Und du ges le? Harr feiner, meine währst es gern. Was dies Seele, harr, und sey unfes Glück verleget, wenns verzagt! Du weißt nicht alle Welt auch fd åget, was bir nuget; Gott weiß fey, Herr, mein Gott, mir es, und Gott schütet; er schüket den, der nach ihm fragt. jewig fern! 6. Sind auch der Frank 2. Er zählte meine Tabeit Plagen, der Mangel ge mein Glück und meine schwehr zu tragen, noch Plage, eh ich die Welt schwehrer Haß und Spott: noch fah. Ch ich mich selbst so harr ich, und bin tille noch fannte, eh ich ihn Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur Vater nannte, war er mir schon mit Hilfe nah. gescheh, o Gott! meiner 3. Die kleinste Sorgen ist dem Gott nicht 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner verborgen der alles sieht Werke erbarmst du ewig und hält; und was er mir dich. Was kann wir wi derfahren, wenn Gott beschieden, das dient zu meinem Frieden, wårs mich will bewahren? Und auch die größte Last der er, mein Gott, bewah Welt. ret mich. In o und Trostlieder. 219. In voriger Melodie. 5. Wenn ich in Christo ch hab in gu- fterbe, bin ich des Hime 266,3 ten Stunden mels Erbe: was schreckt des Lebens Glück empfun- mich Grabund Tod? Auch den, und Freuden ohne auf des Todes Pfade vers Zahl: so will ich denn ge- trau ich deiner Gnade; du, laffen mich auch im Leiden Herr, bist bey mir in der faffen; welch Leben hat Noth. nicht seine Qual? 6. Ich will dem Kums 2. Ja, Herr, ich bin mer wehren, Gott durch ein Sünder, und stets Geduld verehren, im Glau ftrafft du gelinder, als es ben zu ihm flehn. Ich will der Mensay verdient. Will den Tod bedenken. Der ich, beschwehrt mit Schul Herr wird alles lenken; den, kein zeitlich Weh er- jund was mir gut ist, wird duiden, was doch zu met- geschehn. nem Besten dient? de f In bekannter Melodie. 3. Dir will ich mich er. geben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, 267.Mas mein Gott will, gescheh als den Herrn. Dir, allzeit! Er kann nur Gue Gott, will ich vertranen, tes wollen. Wie gut ifts, und nicht auf Menschen daß im Kreuß und Leid wir bauen; du hilfft und du ihm vertrauen sollen! Er errettest gern. hilft aus Noth! Zwar 4. Laß du mich Gnade züchtigt Gott; doch kann finden, mich alle meinejer uns nicht haffen. Wer Sünden erkennen und be ihm vertraut, fest auf ihn reun: jetzt hat mein Geist baut, den wird er nie vers noch Kräfte, sein Heil laffen. laß mein Geschäfte, dein 2. Er ist mir Troft und Wort mir Trost und Le Zuversicht, und Hoffnung, ben ſeyn. * Ruh und Leben. Drum R 2 was 260 Vom Vertrauen auf Gott was er will, dem will seinem Willen machen, ich ich nicht undankbar wi ftells in seine Batergunft. derstreben. Sein Wort 3. Es kann mir nichts ist wahr; er hat mein geschehen, als was er mir Haar auf meinem Haupt erfehen, und was mir dient gezählet, und feine Madh t, zum Heil. Er thu, was die für mich wacht, giebt ihm beliebet: was er, mein gerne, was mir fehlet. Gott, mir giebet, das ist 3. Wenn es sein Wille gewiß mein bestes Theil. mir gebeut, das Leben zul 4. Ich trau dem Gott verlassen; so will ich mit der Gnaden, der mich vor Gelaffenheit in seinen Rath allem Schaden, vor allem mich faffen. Dir, Gott, lebel schützt; such ich nur befehl ich meine Seel in feinen Willen gehorsam zu meinen letzten Stunden; erfüllen, so wird e geben, dein Sohn, o Gott, hat was mir nüßt. Höll und Tod für mich 5. Er molle meiner Süns auch überwunden. den in Gnaden mich ents [ binden, nad) seiner Vaters huld! Er wird auf mein In bekannter Melodie. n meinen 268.3" haten laß ich das Urtheil sprechen, mich den Höchfien rathen, derfferner tragen mit Geduld. alles kann und hat: er muß 6. Leg ich zur Ruh in allen Dingen, solls an mich nieder, weckt mich ders wohl gelingen, mein der Morgen wieder; in Helfer senn durch Rath jedem Stand und Ort, und That. in Krankheit, unter Plas 2. Vergebens ist mein gen, so wie an frohen Tas Sorgen vom Abend bis gen, ist Gott mein Trost zum Morgen, vergebens und Gottes Wort. Müh und Kunst: er mags 7. Hat er es denn be mit meinen Sachen nach schloffen, so will ich un ber und Trofilieder. 261 verdroffen an mein Bertens Fürften schreckte, der hängniß gehn: kein Un- aus des Todes öder Nacht fall unter allen wird je zu den Lazarus erweckte. Herr, schwehr mir fallen, mit hilf mir! Ja, ein himmlisch Gott will ich ihn über- éicht, das in die dunkle stehn. Seele bricht, verspricht mir 8. Ihm hab ich mich deine Hülfe. ergeben, zu sterben und zu 3. Mit deinem Troft ers leben, wie mirs der Herr quicke mich, wenn mir ein gebeut. Es ser heut oder Leid begegnet. Herr, nime morgen, dafür laß ich ihn mermehr verlaß ich dich, forgen, er weis gar wohl bis deine Huld mich seg. die rechte Zeit. net. Ich höre dich; mein 9. So sey nun, Seele, Vater spricht: ich bin dein ftille, vertrau ihm, deffen Schuß, dein Trost, dein Wille die Welt geschaf Licht; geh hin, mein Kind, sen hat, es gehe, wie es in Frieden! gehe, der Vater in der Hohe weis endlich allen Mel. Herzliebster Jesu, was uc.. Sachen Rath. 270. in Hert, o Gott, in Leid und Mel. Eey Lob und Ehr demic. Kreutz geduldig, das bin hoff auf keislich dir, und meinem Heis 269.3 ne Hülfe mehr, le schuldig. Laß mich die als, Herr, von deinen Pflicht, die wir so oft vers Höhen. Ben Menschen gessen, tåglich ermessen. find ich kein Gehör; er 2. Bin ich nicht Staub, hore du mein Flehen. Du wie alle meine Våter? bist mein Gott; du bist Bin ich vor dir, Herr, mir oft in meinem Lei nicht ein Uebertreter? Tha unverhofft mit deinem ich zu viel, wenn ich die fchwehren Tage standhaft 3. Wie erschienen. 2. Du bist der Gott ertrage 2 nch, den Macht Aegype R 3 Vom Vertrauen auf Gott 3. Wie oft, o Gott, regierst, und ewig wirkt wenn wir das Böse dul dein Wille Gutes die den, erdulden wir nur Sülle. Caca men! unfrer Thorheit Schul. 8. Ich bin ein Gast den, und nennen Lohn, und Pilger auf der Ers den wir verdient bekom den, nicht hier, erst dort, men, Trübfal der From dort soll ich glücklich wer den; und gegen euch, was 4. Ift Dürftigkeit, in find, ihr ewgen Freuden, der die Trågen klagen, sind dieser Zeit Leiden? idse Haß und Pein, die Stolz 9. Wenn ich nur nicht und Wollust tragen, des mein Elend selbst verschuls Schwelgers Schmerz, des de; wenn ich als Mensch, Neids vermißte Freuden, als Christ, hier leid und christliches Leiden? dulde: so kann ich mich 262 5. Ift deren Qual, die der Hülfe der Erlöf.en Deinen Rath verachtet, sicher getrösten. nach Gottesfurcht und 10 Ich bin ein Mensch, Glauben nie getrachtet, und Leiden müssen frånund die sich jetzt in finst fen; doch in der Noth an rer Schwermuth quålen, seinen Schöpfer denken, Prüfung der Seelen? und ihm vertraun, dieß 6. Doch Herr, auch stårket unsre Herzen mits felbft in Strafen unsrer ten in Schmerzen. Sünden låst du den Weg 11. Schau über dich! zu unserm Heil uns finden, Wer trågt der Himmel wenn wir sie uns, die Mis Heere? Merk auf! Wer fethat zu haffen, züchtigen spricht: bis hieher! zu dem laffen. Meere? Ist er nicht auch 7. Jag ich nur nach dein Helfer und Berather dem Frieden im Gewissen: ewig dein Vater? wird alles mir zum Besten 12. Willst du so del, dienen müssen. Du, Herr, als der Allweise, fen? Jist und Trostlieder. 263 Jest weißt du nicht, was für uns auch stets ein wah. rum du leiden müssen; alres Blück? GOFO lein du wirst, was seine 2. Nie schenkt der Stand, Wege waren, nachmals nie schenken Güter dem erfahren. Menschen die Zufrieden Die wahre Ruhe 13. Er züchtigt uns, das heit. mit wir zu ihm nahen, die der Gemüther ist Tugend Heiligung des Geistes zu und Genügsamkeit. Fe empfahen, und mit dem nieße, was dir Gott bes Trost der Hülfe, die wir schieden, entbehre gern merken, Andre zu stärken. was du nicht hast. Ein 14. Das Kreuz des jeder Stand hat seinen Herrn wirkt Weisheit Frieden, ein jeder Stand und Erfahrung; Erfah- lauch seine Laft. rung giebt dem Glauben 3. Gott ist der Herr, Muth und Nahrung. Ein und seinen Segen vertheilt ftarfes Herz fteht in der er stets mit weiser Hand; Noth noch feste. Hoffe nicht so, wie wirs zu wüns das Veste! schen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Mel. Wie groß ist des All- Willst du zu denken dich mächtgen Gute! 2c. erfühnen, daß seine Liebe und Er uns 271.Dfühleft bie Be- mehr, als wir verdienen, was uns licht beg des schwerden des Stands, in und niemals, dem du dürftig lebst; du schädlich ist. strebest glücklicher zu wers 4. Verzehre nicht den, und siehst, daß du lebens Kräfte in tråger vergebens firebst. Ja kla- Unzufriedenheit; beforge ge! Gott erlaubt die Zäh deines Stands Geschäfte, en; doch denk im Klagen und nüte deine Lebenszeit. zurück. Ist denn das Bey Pflicht und Fleiß fich Cu das wir begehren, Gott ergeben, ein ewig X 4 Stück 264 Vom Vertrauen auf Gott Glück in Hoffnung fehn, 4. Sonst war mirsFreni dies ist der Weg zur Ruh de, seinen Willen von gan. und Leben. Herr, lehre zem Herzen zu erfüllen; fein diesen Weg mich gehn! Wort war mir gewiß. Jest Fann ichs nicht zu Herzen faffen, und meine Kraft hat In eigener Melodie. 272Du tlagst, o Chrift mich verlassen, und meinen in schwehren Leiden, und seufzeft, daß 5. Oft fühl ich Zweifel, der Geist der Freuden von die mich quälen, heul oft dir gewichen ist. Du klagst vor Unruh meiner Seelen, und rufft: Herr, wie so und meine Hülf ist fern. lange? Und Gott verzeucht, Jch suche Ruh, die ich nicht und dir wird bange, daß finde; in meinem Herzen du von Gott verlassen bist. wohnt nur Sünde, ndr 32. Sind meine Sünden Unmuth, keine Furcht des mir vergeben; hat Gott Herrn. mir Sünder Heil und Les 6. Zag nicht, o Christ, ben in seinem Sohn ver- denn deine Schmerzen find liehn: wo sind denn seines fichre Zeugen beßrer Hers Geifies Triebe? Warum zen, als dir das deine empfind ich nicht die Liebe, scheint. Wie könntest du und hoffe nicht getroft auf dich so betrüben, daß dir thn? die Kraft fehlt, Gott zu 3. Mühselig, sprichst du, lieben, war nicht dein Herz und beladen hör ich den mit ihm vereint? Trost vom Wort der Gna7. Kein Mensch vermag den, und ich empfind ihn Gott zu erkennen, noch Je nicht; bin abgeneigt, vor fum einen Herrn zu nenGott zu treten; ich bet, nen, als durch den heilgen und kann nicht glaubig bes Geist. Hast du nicht di ten; ich denke Gott, doch sen Geift empfangen? ohne Licht. ifts, der dich nach Gitt und Trofilieder. mo 265 verlangen, und sein Er- verborgen. So fern der barmen suchen heißt. Abend ist vom Morgen, 8. Vertrau auf Gott. läßt er von dir die Sün Er wohnt ben denen, die de feyn. sich nach seiner Hülfe seh 12. Zwar ist um Troft nen; er fennt und will dein dir jegzo bange; denn alle Glück. Er höret deines Züchtigung, so lange fie Weinens Stimme; verda ift, scheint uns hart. birgt er gleich in seinem Doch nachmals wird sie Grimme sich einen kleinen friebsam geben Frucht der Augenblick. Gerechtigkeit und Leben 9. Gott ließ so manchen dem, der durch sie geübet seiner Frommenk in dies ward. Gefühl des Elends kom 13. Fahr fort zu bes men, und stund ihm machten und zu wachen. Gott tig ben. Du sollst dein ist noch mächtig in den Nichts erkennen lernen, Schwachen, ist Güte für sollst das Vertraun auf und für. Laß dir an seis dich entfernen, und sehn, ner Gnade gnügen. Sein was Gottes Gnade sen. Wort ist wahr, und kann 10. Vor Sicherheit dich nicht trügen: ich stårke zu bewahren, läßt er dich dich, ich helfe dir! feine Streng erfahren, und 14. Auf, faffe dich in schickt dir diese Laft. Er deinen Nöthen! Sprich: reinigt dich wie Gold im wollte mich der Herr auch Feuer, macht dir das Heil tödten: so harr ich dender Seele theuer, damit du noch sein. Mir bleibt das haltest, was du hast. Erbtheil der Erlösten; und 11. So, wie ein Vater will mid) Gott nicht eher über Kinder, erbarmet trösten, wird er mich doch Gott sich über Sünder, die im Tod erfreun. seinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht R 5 Mel. 266 Vom Vertrauen auf Gott Mel. Gott du frommer 2c.( mancherlen; getrost und 273.8 hilft uns unfer unverzagt! Die Almacht er uns unser Flehen: roir dür 5. Es hilft uns unser fen stets getroft zu seinem Gott, den unser Jammer Throne gehen. Und Fla- Frånket; der sein erbar. gen findlich wir ihm unsre mend Herz auf unsre Bitte ganze Noth; so werden lenket; der aller Güte voll, wir erhört, so hilft uns die Liebe selber ist: von ihm fommt alles Heil auf unifer Gott. 2. Es hilft uns unserjuns durch Jesum Christ. Gott, der alles weis und fiebet; dem auch das In Mel. Wer nur den lieben 2c. verste des Herzens nicht! Gott, ihn laß entfliehet. Ja, alles, was 274.Mein Hort ist uns fehlt, und unser sehnlich walten; ich hoff auf lichs Flehn, das hat der ihn; er kennet mich. Ihm Höchste schon von Ewig- fehlte, die Geinen zu ers Feit geſehn. halten, an Mitteln nie, 3. Es hilft uns unser und sein bin ich. Ich grims Gott, der alles wohl voll de meine Zuversicht auf dies führet, und auf das weissen Fels, und wanke nicht. feste die ganze Welt regie. 2. Was quål ich mich? ret. Sein göttlicher Ver. Bin ich ein Heide, der fiand sieht es am besten ohne Gott und Hoffnung ein, was jetzt und allezeit ist? Nein, das ist meifür uns mag nüglich seyn. nes Herzens Freude, daß 4. Es hilft uns unser du mein Gott und Helfer Gott, der alle Macht be- bift! Hilf, mein Erbars fizet, dem nichts unmög- mer, stårke mich; denn lich ist; wohl uns, daß er nichts vermag ich ohne uns schüßet! Ist unser dich! Leiden gleich sehr groß und 3. Der Herr erzieht hier feine 16 und Trostlieder.mat 267 feine Kinder zur Ewigkeit 2. Du, du regierft, bist mit weifer Huld; er schont, Weisheit, Lieb und Stårs er züchtigt viel gelinder, als ke. Du, Herr, erbarmst ichs verdien, und hat Gedich aller deiner Werke. duld. Er hat nicht lust an Was zag ich einen Augens unserm Schmer;; er hat blick? Du bist mein Gott, ein våterliches Herz. und willst mein Glück. 4. Die Lieb ist Gott! 3. Von Ewigkeit hast Wie kann ich zagen? Er du mein Loos entschieden. gab mir dich, o Jefu Was du bestimmst, das Christ! Was Fönnte mir bient zu meinem Frieden. ein Gott versagen, der so Du wogst mein Glück, du unendlich gütig ist? Er- wogst mein Leid, und was habner Trost, der nimmer du schickst, ist Seligkeit. trügt, und über jeden Un. 4. Gefällt es dir, so math siegt! müffe feine Plage sich zu 5. Ich harre seiner, und mir nahn; gieb mir zue bin ftille! Wie bald ver- friedne Tage. Allein vers streicht der Prüfung Zeit! wehrts mein ewig Heilt Dann nehm ich dort aus so bleibe nur dein Trost seiner Fülle unendliche Zusmein Theil. friedenheit! Er leite mich 5. Du giebst aus Huld nach seinem Rath, wie er uns dieser Erde Freuden; mir zugesaget hat! aus gleicher Huld vers hångst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht In eigener Melodie. 275. Serr, mein meine Schuld: So sag ich Gott, durch nicht. Du giebst Geduld. den ich bin und lebe, gieb, 6. Soll ich ein Glück, daß ich mich in deinen das du mir gabft, verlies Rath ergebe; laß ewig ren, und willst du, Gott, deinen Willen mein, und mich rauhe Wege führen: was du thust, mir theuer so wirst du, denn du horft feyn?' s mein 268 Vom Vertrauen auf Gott mein Flehn, mir dennoch mein Vater, lieben; denn eine Hülf ersehn. du versäumst die Deinen 7. Vielleicht muß ich nicht. nach wenig Tagen sterben. 4. Der du die Blumen Herr, wie du willst! Soul kleideft, und alle Thiere ich den Himmel erben, weideft, du, Schöpfer der und dieser ist im Glauben Natur, siehst alles, was mein, wie kann der Tod mir fehlet. Drum, Sees mir schrecklich seyn? le, mas dich quålet, be ficht dem Herrn, und glaus Mel. In allen meinen Thaten 2c.[ be nur. 5. Herr, alle meine Sor 276.Was foll ich ångstlic, Fla- gen, die Noth, die oft ver. gen, und ohne Hoffnung borgen an meinem Herzen zagen? Der Höchste sorgt nagt, werf teh auf dich, für mich. Er sorgt, daß den Treuen: du weißt den meiner Seele ihr wahres zu erfreuen, der fromm Wohl nie fehle: genug nach deiner Hülfe fragt. zum Trost, mein Herz 6. Ja, wenn mein Auge für dich! thrånet, und sich nach Hül. 2. Was nütt es, heid- fe sehnet, so flag ichs dir nisch) sorgen, und jeden dem Herrn. Dir, Ba neuen Morgen mit neuem ter, dir befehle ich jeden Kummer sehn? Du, Vas Wunsch der Seele: du ter meiner Tage, kennst horst, du hilfst, du sege eh ichs dir noch flage, mein neft gern. Leid und auch mein Wohl ergehn. 7. Du hast mir hier im Leben schon größres Heil 3. Auf deine Hand zu gegeben, und deinen Sohn fchauen, dir findlich zu geschenkt. Du wirst mir vertrauen, das, Herr, ist alles schenken, und mir meine Pflicht. Ich will zum Besten lenken, was 1e treulich üben, und dich, meinen Geist betrübt und Frånkt. und Trofilieber. 209 8. Du leitest, Herr, diejer mich zu versorgen, ich Deinen nicht so, wie sie es sey auch, wo ich sey. meinen, nein, nur nach weis 2. Der Menschen Gunst sem Rath. Ob ich mich und Liebe wankt oft, und auch betrübe, bleibt doch åndert sich: doch Gottes dein Rath voll Liebe: das Vatertriebe find unveráns zeigt der Ausgang mit der derlich. Er weis aus jes That. der Noth, eh wirs vermus 5. Wenn ich hier Ties thet håtten, uns wunder. fen sehe, nicht deine Bahn bar zu retten, und wår es verstehe, die wundervolle selbst der Tod. Bahn; kann ich doch beß 3. Ihm, ihm will ich mich trösten: mein Gott vertrauen, auch in der - nimmt mich Erlöften ge- schwehrsten Zeit auf seine wis dereinst zu Ehren an. Hülfe bauen; er wendet 10. Dort bey der From alles Leid. Shm sey es men Schaaren, dort werd heimgeftellt! Leib, Seele, ich es erfahren, wie gut du Gut und Leben will ich mich geführt. Da bringlihm übergeben; er machs, ich dir mit Freuden, nach wies ihm gefällt! überstandnem Leiden, den 4. Es kann ihm nichts Dank, der deiner Huld gefallen, als was uns gebührt. nüglich ist; gut meint ers mit uns Allen; er gab uns Jefum Chrift. Hat er so In bekannter Melodie. 277.Bon Gott will viel gethan, so wird er den ich nicht las- lauch gewähren, was uns sen, denn er verlåßt mich sern 2eib ernähren, nicht: im Rummer mich Geift erfreuen kann. zu faffen, giebt er mir 5. Lobt ihn, mit Hers Kraft und Licht. Er steht und Munde, ihn, der uns mir hülfreich bey; mit je beydes schenkt! Gesegnet ist dem neuen Morgen weis die Stunde, darinn man fein 270 Vom Vertrauen auf Gott fein gedenkt! So braucht Wille, nach seinem gnåd man recht der Zeit. Wir gen Rath. Aus seines sollen ja auf Erden in thm Sohnes Fülle empfahn schon felig werden, noch wir Gnad um Gnad. Er mehr in Ewigkeit. giebt uns feinen Geift, da 6. Mag doch die Welt mit er uns regiere, die vergehen mit aller ihrer Bahn zum Himmel führe. Pracht! Das Glück bleibt Hoch sey der Herr gepreist! ewig stehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ In eigener Melodie. ich hier den Lauf; doch du dich, mein wenn ich nun im Grabe 278.Marum betrübft genug geruhet habe, weckt Herz, und quålest dich mit er mich wieder auf. bangem Schmerz, blos 7. Die Geel ist unverum ein zeitlich Gut? Ver lohren in Gortes Vater- traue dem nur, der die hand; der Leib wird neu Welt erschaffen hat und gebohren zum bessern Ba- noch erhält. terland. ich seyn. Wie selig werd 2. Dich lassen will und Mit Goit und kann er nicht, auch weis feinen Frommen soll ich er wohl, was dir gebricht: mich da vollkommen, soll die ganze Welt ist sein. ich mich ewig freun. Er ist dein Vater und dein Gott, und hilft dir gern in aller Noth. 8. Ob ich schon Trüb fal dulde, und Leiden die fer Seit, wie ichs auch oft 3. Weil du nun, Gott, verschulde; kommt doch mein Vater bist; so weis die Ewigkeit, so großer ich, daß mich nie vergißt Freuden voll, die, da id dein våterliches Herz. Ich, Chriftum fenne, und mich Staub und Asche, habe von ihm nicht trenne, men hier ja keinen Trost, als Erbtheil werden soll. nur bey dir. 9. Das ist des Vaters 4. Der Reiche troß auf Geld und Troftlieder.of 271 Geld und Gut; ich trau 9. Dir Jesu, Gottes auf Gott mit festém Muth: Sohn, sey Preis, daß mein spotte, wer da will. ich aus deinem Worte Ich bin der frohen Zuver weis, was emia felig ficht: wer Gott vertraut, macht! Gieb, daß ich nun den låst er nicht, s auch fest und treu in dies 5. Elias, wer ernährte sem meinem Glauben sey. dich, als Hungersnothund 10. Ich bringe Lob und Dürre sich durchs ganze Ehre dir, daß du ein ewig Land erhob? Dich nåhrte Heil auch mir durch deinen einer Wittwe Hand, zu Tod erwarbst! Ach, dies der du warst von Gott ge- ses Heil gewähre mir; und sandt. ewig, ewig dank ich dir. 6. Und gieng aus feines Vaters Haus nicht Jacob Mel. Wer nur den lieben c. leer und einfam aus, ein Leben hier Stüchtling ohne Schuß? 279.Was ist mein Und sehet, überhäuft mit auf Erden? Ein Wechsel Glück, kam er nach Califts von Luft und Leid. naan zurück! Hier fiören Sorgen und 7. Ach Gott, so reich Beschwerden nicht selten bist du noch heut, als du die Zufriedenheit. Hier es warst von Ewigkeit; auf wohn ich noch in einer dich vertraut mein Herz. Welt, die kein vollkomme Mach mich an meiner nes Glück enthält. Seele reich, so gilt mir alles andre gleich. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur 8. Mir mangle Reich deiner Huld. Du bist mein thum, Glück und Pracht; Heil, und bleibst, wenn wenn Jesus mich nur selig auch die Noth am größe macht, so bin ich reich gelten, doch meines Herzens nug. Der Erde Glück Trost und Theil, und stehst, währt kurze Zeit, und hilft nach deiner Vatertreu, mir doch nicht zur Seligkeit. ftets 272 Vom Vertrauen auf Gott stets mit Rath und Hülfe mand helfen kann, fehlt bey. ihm die Kraft zu helfen 3. Du stårkft mir un nicht. Dies stårke deine ter aller Plage, o Gott, Zuversicht! auf mein Gebet den Muth, 7. Befiehl ihm alle deis daß ich gelaffen sie ertra- ne Wege; hoff und vers ge; und machst zuletzt dochstrau ihm allezeit. Auch auf alles gut. Auf Kummer dem allerraubsten Stege folgt zufriedner Dank, auf sich fröhlich hin zur EwigKlagen froher Lobgefang. keit: da wirst du frey von 4. Erwarte nicht bestände aller Pein, ganz selig, gang ge Freuden, mein Geift, zufrieden seyn. in deinem Prüfungsstand. 8. So laß mich, Gott, Denn bliebst du fren von stets dahin schauen, und allen Leiden, wie würde dann mit starkem Muth Deine Treu erkannt? Voll- auf dich, auch in der größe kommne Ruh und Sicher- ten Noth, vertrauen. Du heit ist nur ein Glück der bist bey mir: das stårke Ewigkeit. mich. Wer deffen stets 5. Was bist du denn, versichert ist, der lebt und o meine Seele, in dei stirbt getroft, als Christ. ner Noth so fummervoll? Vertraue Gott. Nur ihn mel. Wer nur den lieben 2c. erwähle zu deinem Troft. 280. Chrift, in dies dein Wohl. fen Einst bankst du ihm nach tagen, in dieser mühevola der Gefahr, daß er deinslen Zeit, ertrage jebe defe Gott und Retter war. ner Plagen mit chriftlicher 6. Er wird es seyn. Gelaffenheit; und zeige, Ruf in Gefahren ihn als daß ein wahrer Christ ein den besten Helfer an. Er held in allen Leiden ist. weis dich machtig zu be wahren, und da, wo nie 4 2. Das kurze Leben hier auf Erden ist nur des Chris TO sten und Trostlieder. 273 sten Probezeit: hier muß sanftmüthig Schmach und er vorbereitet werden zu Hohn. jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Betrübet der VerHier ist des Christen Prü- lust der Deinen, der Gü fungsstand, dort erst sein ter und des Glücks dein wahres Vaterland. Herz: du bist ein Mensch, 3. Laß nie den Gram drum darfst du weinen; dein Herz verzehren, ergieb nur murre nicht in deinem dich nicht der Traurigkeit. Schmerz. Sprich, glau. Erdulde willig, Gott zu bensvoll, mit stillem Geift: Ehren, die größten Leie Gott gabs; Gottnahms; den dieser Zeit. Belohnen er sey gepreist! nicht dies kurze Leid die Freuden einer Ewigkeit? Gonner liegt im Grabe; 7. Dein Freund, dein 4. Mußt du im tiefsten es schmerzt; doch sprich Elend weinen, quält dei- mit Zuversicht: Ach, Herr, nen Leib der Krankheit Herr, wenn ich dich nur Pein: Gott hilft zu rech- habe, frag ich nach Erd ter Zeit den Seinen: er und Himmel nicht! Ja wird auch dich mit Hülf stürzt der Bau der Welt erfreun. Er bleibt dein auch ein; ein Christ kann Vater, der dich liebt, unerschrocken seyn. wenn er dich auch durch Leiden übt. 8. Wohl dir, o Chrift! Nach kurzem Leide, ruft 5. Mußt du dich hier dir des Heilands Stimme verspotten laffen, verlåstert zu: geh ein zu deines Got man dich ohne Schuld: tes Freude, nach Müh besieg die Feinde, die dich und Kampf zu ewger Ruh! haffen, als Christ, durch Komm, und empfang vor Großmuth und Geduld. seinem Thron der Uebers Dein Heiland, Jesus, winder großen Lohn! Gottes Sohn, ertrug Mel. 274. Vom Vertrauen auf Gott Mel. Befiehl du deine Wege 2c. WasSchätze dieser Welt? 281.Mann hat Gott Mein Reichthum ist im den verlaffen, Himmel, heißt Jesus; hab der sich auf ihn verließ ich den, so kann ich Erd Mag doch die Welt ihn und Himmel getrost vers haffen: Gott hålt, was gehen sehn. er verhieß. Er will die 5. Den will ich fest umSeinen schügen; nimmt fassen; er litt und starb ihrer stets sich an: giebt für mich, und kann mich gern, was ihnen nügen, nicht verlassen: deß tröst, o Seele, dich. Ich sollte fie ewig freuen kann. 2. Sein Wille sey mein selig werden; drum litt er. Wille; er thu, was ihm Angst und Pein. Wo gefällt. Ich halt ihm kind- ist, wo kann auf Erden lich stille, im Kummer die- doch größre Liebe seyn? ser Welt. Der Erde 6. Erlöser, durch dein kurze Freuden sind nicht Sterben erwarbst du mir die Seeligkeit, die, wenn mein Heil. Laß mich den wir standhaft leiden, im Himmel erben; dort sey Himmel uns erfreut. mein ewig Theil. Du 3. Mit freudigem Ge- giebst mir Sieg und Kromüthe im Leiden zu bestehn, ne: ach! stårker dank ich will ich zu Gottes Gute dann dir dort vor deinem um Muth und Stärke Throne, als ich hier dan flehn. Er wird, er wird ken kann. mich trösten, und mein Beschützer seyn; mich, ist Mel. Die Tugend wird sc die Noth am größten, von jeder Angst befreyn. 282& ntehre nicht, mein Herz, mit Kla 4. Wenn ich ihm an- gen den Gott, der dich gehöre, wenn ihm mein zum Glück erschuf. Des Herz gefällt: was brauch Lebens Mühe zu ertragen, ich macht und Ehre? und froh zu seyn, ist dein Be und Trostlieder. 275 * Beruf. Erdulde standhaft Sie seufzen unter schweh die Beschwerden, die kei- ren Bürden; oft stürzet ne Vorsicht hindern kann, sie ein Augenblick. Dir daß sie dir einst zum Se- lift kein Ueberfluß gewäh gen werden; und bete Got- ret; ihn wünschen, ist ein tcs Willen an. Selbstbetrug. Wer gern, 2. Gott hat dir selbst dein was er nicht braucht, ent Loos beschieden; nimms behret, der ist beglückt dankbar an aus seiner und reich genug. Hand. Erfülle jede Pflicht 5. Du hast ja, Gott, zufrieden, die seine Huld zum frohen Leben mir, damit verband. Er giebt was ich brauch, und mehr dir Munterkeit und Kräfte, verliehn. Laß täglich sich er nåhrt und stårkt sie vå- mein Herz bestreben, was terlich. Sie brauchen, das unzufrieden macht, zu ist dein Geschäfte, und bey- flichn! In Demuth laß des Glück und Ruhm für mein Herz sich üben, und dich. sich stets deiner Gute freun. 3. Hat Andern deines Dich fürchten, dir vers Vaters Segen mehr Gü- traun, dich lieben, muß ter anvertraut als dir; so ewig meine Freude seyn! denke frölich: mehr Vermogen verweigert er aus Güte mir. Weis er nicht beffer, was mir nüket, was mich nicht, ihr meinem Nächsten nützt als Sorgen! Mein Versorger ich? Wenn er mich nahrt, lebt und wacht. Meinem wenn er mich schüket, wie Herrn ist nichts verborgen, gütig sorgt er dann für was mein Herze traurig mich! macht. Was mein Gott 4. Du prangest nicht in beschließt und thut, ist ihm hochen Würden; beneide rühmlich und mir gut. nicht der Großen Glück. 2. Eher noch, als Berge S2 Mel. Schöpfer Himmels c. 283. Weicht und qualt was 276 Vom Vertrauen auf Gott waren, war mein Schick- mein Gott, tie drückt auch fal ihm bekannt, und den mich. Doch, ich kenne dein Lauf von meinen Jahren Erbarmen, und vertrau lenfet täglich seine Hand. alleig auf dich. Stark Nichts geschieht von ohn- durch diese Zuversicht, zag gefähr; alles kommt von ich auch im Mangel nicht. oben her. Nehmts doch 3. Båhl, o Seele, mei- Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. ne Tage bis auf die Ge- 284. Treniff Sott! mer, Müh und Plage; u Herzen, Menschen, die sahl auch Freude, Heil ihr jammernd klagt! Hört und Chick. Sag, ob in allen euren Schmerzen, Gott nicht immerdar weiras sein heiligs Wort se, mild und hilfreich war. euch sagt! Er, der seine 4+ Widme Gott dein Hand euch reicht, macht Thrn und Leben: trau auf der Trüvfal Last euch leicht, ihn, mnd forge nicht! Er und das Ende bitteer Leis ift Vater: er wird geben, den ist der Sieg, find was zum Leben dir ge- lemge Freuden! bricht. Geh getroft zu 2. Laß dir an der Gnas ihm, und sprich: Gott, de gnügen, welche dir dein mein Vater, fegne mich! Vater schenkt Du wirst 5 Bet, und sey nicht niemals unterliegen, da er neifelmüthig, nicht des dein im besten denkt. Er, Meeres Wellen gleich, der deine Thränen zählt, Sey getrost; denn er ist hat gewiß die Zeit erwählt, gütig: bist du dürftig; er da er deine Kiagen stillet, ist reich. Fürchte nichts, und dein Herz mit Troft denn groß an Rath ist dein erfüllet. Gott, und großan That. 3. Heben will er dich und 6. Ja, du kennst die tragen, wenn du schwach Noth der Armen; ach, und hülflos bist. Auch des grauen und Trostlieder. 277 grauen Alters Klagen hört Pein wirst du mein Erret er, der uns nie vergißt. ter seyn; wirst mir, wenn Die Verheisung steht noch mich Leiden kränken, deis fest, daß er fromme nielnes Trostes Freude schen verläßt, nicht versäumt, ken. auf sie zu schauen, wenn sie kindlich ihm vertrauen. Mel. Erschienen ist der 2. 4. Ach, daß es der 285. Gott lebet noch! sorge nicht, Mensch doch neGottes Willen fällt nicht denn er ist mein Zuvers ein Haar von unsermHaupsicht! Stürzt auch der te, weil er, was er schuf, gange Wettkreis ein; Gott erhält. Nur die Sünden wird mein Schuß und zwingen ihn, sich von uns Retter seyn; Gott lebet zurückzuziehn. Wenn wir noch! uns zu ihm bekehren, will 2. Gott lebet noch! Was er unsre Seufzer hören. gråm ich mich? Sorgt 5. Nun so ruh in sei nicht mein Schöpfer vå nen Hånden, Seele, die terlich? Ist ers nicht, der du klagst und wankst! Er die ganze Welt durch seine wird deine Leiden wenden, weise Macht erhält? Gott daß du ihm noch freudig lebet noch! dankst. Seiner Gnaden 3. Fehlt mirs an Eins Bund allein müsse deine sicht, Macht und Rath, Stärke seyn! Halte nur wenn mich Gefahr umges mit festem Muthe dich zu ben hat: so denk ich voll Gott, dem höchsten Gute! Vertraun daran, daß Gott 6. Laß mich diese Gnad regiert, und bet ihn an! erreichen, Herr, Herr, Gott lebet noch! meine Zuversicht! Mögen 4. Gott lebet noch, und doch Verzagte weichen; weis gar wohl, wie er mein Vertrauen weiche mein Schicksal lenken soll. nicht! In der allergrößten Mein Vater meint und 3 macht 278 Vom Vertrauen auf Gott macht es gut, wenn er tausend eitle Sorgen hin, mich prüft; drum hab ich und denkft: wie wills auf Muth! Gott lebet noch! Erden noch endlich mit mir 5. Legt Gott auf mich werden? ein schwehres Joch; wie 2. Du sorgft umsonst, schwehrs auch sey, so hoff verlohren ist dein kummers ich doch; denn er hilft volles Denken: du kannst tragen, was uns plagt, doch nicht, so klug du bist und stårket den, der nicht den Lauf der Dinge lenken. verzagt! Gott lebet noch! Dein Kummer dient allein 6. Ich weis es, daß er dazu, daß du dich selbst mich erquickt, wie schwehr aus deiner Ruh in Angst mich auch mein Leiden und Schmerzen stürzest, drückt. Er giebt mir Kraft und dir das Leben für eft. zum Kampf und Lauf, und 2. Wirf deine Sorgen fall ich, so hilft er mir doch auf ihn, der schon auf! Gott lebet noch! fo lang regieret, und 7. Mein Vater, forge vielmals, was unmöglich du für mich; denn ich ver- schien, voll Weisheit austraue nur auf dich. Sich geführet. Ogieb dein Lemich mit Lieb und Mitleid ben, deinen Stand und an, und fröhlich, fröhlich all dein Thun in Gotttes fing, ich dann: Gott lebet Hand: er wird noch fer noch! ner wachen, und alles sehr wohl machen. Mel. Du bist ein Mensch, das weißt du zc. 4. Eh deine Mutter dich gebahr, als, noch in ihr 286Du bist ein Mensch, verborgen, dein schwaches und Gottes Rath Leben schlummernd war: ist Sterblichen verborgen: wo waren deine Sorgen? noch herrscht er, wie er im- Wer hat schon da dein mer that, und lachet unsrer Wohl bedacht? Wer hat Sorgen. Doch irrest du dich an das Licht gebracht, mit bangem Sinn durch und und Trostlieder. 2791 und Seele, Leib und Le- 8. Bedenke doch, wie ben aus Gnaden dir ge- manchesmal du nicht zum geben? Ziel gekommen, wenn 5. Wer hat gesorgt, daß ohne Gott, auf eigne nichts gebrach, als du die Wahl, du etwas unterWelt betrateft, noch ehe nommen. Was aber dir deine Zunge sprach, und dein Gott ersehn, das muße du durch Thrånen batest? te seyn, und ist geschehn, Wer hat an einer Mutter und niemand konnt es hinBrust gesunde Nahrung, dern, von allen Menschenstille Luft dir schon voraus findern. bereitet, und dich bisher! 9. Gott sorgt für unser geleitet? wahres Glück, macht gut, 6. Erheb einmal dein was wir verwirren, und Angesicht! Hier unten und lenket unfern Gang zurück dort oben, wo siehst du zum Guten, wann wir irs Gottes Güte nicht, nicht ren; giebt immer das nur, seiner Weisheit Proben? was uns nugt, errettet uns Oft hat er auch an dir ge- und hilft und schüßt, eh than, was du dich selbst, wir Gefahren sehen, eb ben allem Wahn, zu hof- wir um Hülfe flehen. fen nicht erkühnteſt, stets 10. Und diesem Vater mehr, als du verdienteft. wolltest du dein Heil nicht 7. Doch willst du nie- anvertrauen? Nicht dei mals ruhig seyn, und Gottines Lebens ganze Ruh auf nicht walten laffen, als diesen Felsen bauen? Verfåhst du seine Weisheit ein, trau ihm, und verzage die Menschen doch nicht nicht! Ein Herz voll fe faffen. Wenn du nicht ster Zuversicht darf auch siehst, wie er regiert, wenn in Ungewittern nicht ohne er nicht deinen Weg dich Hoffnung zittern. führt, so fängst du an zu 11. Wirf, als ein Kind, zagen, zu murren und zu voll Glaubens, dich in deiklagen. nes 4 280 Vom Vertrauen auf Gott nes Gottes Arme, und fleh| 4. Thöricht ist, wer sich ihn, daß er våterlich auch hier krånkt um ein wenig Deiner sich erbarme: fo Eitelkeit; da ihm Jefus wird er, wie sein Wort Schätze schenkt, welche verheißt, auf Wegen, die keine Zeit zerstreut. Bleibt du jetzt nicht weißt, einst der Himmel dein Gewinn, wirst bewundern müssen, fahr der Staub nur imdich zu erretten wissen. mer hin. 5. Schau doch alle Gus Mel. Nicht so traurig, nicht 2c. ter an, die dein Herz für arum bist du Güter bålt; sag, ob eins 287.23 doch so sehr dir folgen kann? Bleibt unzufrieden und betrübt, nicht alles in der Welt, daß dir Gott an Gut und wann dein Geist, nach GotEhr nicht so viel als An- tes Schluß, diese Welt dern giebt? Habe gnug verlaffen muß? an deinem Gott; hast du 6. Das ist nur dein den, so hats nicht Noth. bestes Theil, was der Tod 2. Was hast du, o Men- dir nicht entreißt, Gottes schenkind, für ein Recht zu Huld und Jesu Heil, Fried Gut und Geld? Sind und Freud im heilgenGeist. nicht wir, die sterblich Irdisch Gut zerfällt und sind, Gåste hier auf die bricht, himmlisch Gut vers fer Welt? Gott ist heer schwindet nicht. in seinem Haus, wie er will, so theilt er aus. 7. Darum denke nicht so sehr auf ein Gut, das 3. Ist der Mensch denn eitel ist. Gott giebt ohdarum hier, daß er Schåße nchin dir mehr, als du fammein soll? Schau den brauchst, und würdig bist. Himmel über dir; dort Sag, ob dich) sein weiser ist unvergånglichs Wohl. Rath nicht bisher versor Gott schuf dich nicht für get hat. die Zeit, sondern für die 8. Fånde, der im Him Ewigkeit. mel und Trostlieder. 281 mel lebt, das, wornach Mel. O Gott, du frommer 2c. dein Fleisch und Blut mit 288Gott ist und bleibt Sehnsucht getreu! deiner Seele nuß und gut: nie auf zu lieben, auch, o so reicht' er dir fürwahr wann es ihm gefällt, die was du wünscheft, lieb- Seinen zu betrüben. Er reich dar. prüfet sie durchs Kreuß, 9. Gott ist aller Liebe wie rein ihr Glaube fey, voll, Gott ist dir von Her- wie standhaft die Geduld. zen treu. Wenn du wün- Gott ist und bleibt getreu! scheft, prüft er wohl, wie 2. Gott ist und bleibt dein Wunsch beschaffen getreu! Er selber hilft uns sen: ist dirs gut, so geht tragen, was er uns auf ers ein; ist dirs schädlich, erlegt, die Laft der schwehspricht er nein. ren Plagen. Und züchti get er uns, so bleibt er 10. Nun wohlan, ent- doch dabey ein Vater, der reiffe dic) deinem Kummer, uns liebt. Gott ist und der dich quält; sprich): der bleibt getreu! Hochfie sorgt für mich, 3. Gott ist und bleibt weis am besten, was mir getreu! Er weis, was wir fehlt; und giebt mir durch vermögen; er pfleget nie Jefum Christ alles, was zu viel uns Schwachen mir heilsam ist. aufzulegen. Wer kindlich 11. Setze, mit zufried- ihm vertraut, dem steht er nem Sinn, deinen Wün- mächtig ben in aller Angst schen Maas und Ziel; und Noth. Gott ist und nimm, was Gott giebt, bleibt getreu! dankbar hin, es sen we 4. Gott ist und bleibt nig oder viel: überlaß dich getreu! Er tröstet nach in Geduld ganz des Schö dem Weinen, und läßt pfers weiser Huld. nach trüber Nacht die Cons S5 282 Vom Vertrauen auf Gott 2c. Gonne wieder scheinen. so schwer es sen: die Der Sturm des Unglücks Hülfe kommt gewiß. Gott geht zu rechter Zeit vor- ist und bleibt getreu! bey. Sen, Seele, nur ge- 6. Gott ist und bleibt trost! Gott ist und bleibt getreu! Daran laß dir getreu! genügen. Sein wunders 5. Gott ist und bleibt barer Rath wird endlich getreu! Er stillet dein Be- fo es fügen, daß die ergehren, nur will er dich zu- littne Noth dir ewig nůkvor durch Kreuß und Leid lich sey. So liebt der bewähren. Drum trage Höchste dich! Gott ist mit Geduld dein Kreuß, und bleibt getreu! XXVI. Vom Beten und Gebetlieder. Mel. Wer nur den lieben sc. will bloß deine Seligkeit, 289. Dein Heil, wenn er zu beten dir gez nicht beut. zu verscherzen, sen wach 3. Sagt Gott nicht: und nüchtern zum Gebet! bittet, daß ihr nehmet? Ein kindlich Flehn aus rei- Ift des Gebetes Frucht nem Herzen hat Gott, dein nicht dein? Wer sich der Vater, nie verschmäht. Pflicht zu beten schåmet, Erschein in Demuth oft der schämt sich Gottes und gern, mit Dank und Freund zu seyn; und stößt Flehen vor dem Herrn. das angebotne Glück muths 2. Welch Glück, so hoch willig selbst von sich zugeehrt zu werden, und im rück. Gebet vor Gott zu stern! 4. Sein Heil von dir, o Der Herr des Himmels Gott, begehren, ist wahre und der Erden, bedarf der lich keine schwehre Pflicht: sines Menschen Flehn? Er des Herzens Wünsche dir er= Vom Beten und Gebetlieder. 283 erklären, erhebt dies unsre 2. Bet oft, in Einfalt Seele nicht? D welch ein deiner Seelen; Gott sieht Trost, daß du uns liebst, aufs Herz, Gott ist ein und was uns nützet, gerne Geist. Wie können dir giebst! die Worte fehlen, wofern 5. Was kann zum Fleiß dein Herz dich beten heißt? in guten Werken die See- Der Glaub an Gott und le kråfriger erhöhn? Was feinen Sohn rührt ihn, mehr den Muth im Leiden nicht leerer Worte Ton. stårken, als wenn wir fle- 3. Wer das, was ihm hend auf dich sehn? Oum Frieden dienet, durch Bater, unsre Seelenruh Beten sucht, der ehret nimmt durch Gebet be- Gott. Wer das zu bitständig zu. ten sich erkühnet, was er 6. Dein Wort ist im- nicht wünscht, entehret mer Ja und Amen. Wer Gott. Wer schnell verglaubig bittet, der empfäht. gißt, was er ihm schwur, Drum laß auch mich in der spottet seines Schös Jesu Namen oft vor dich pfers nur. kommen mit Gebet. Nie 4, Bet oft zu Gott, sen mir diese Pflicht zur und schmeck in Freuden, Last, die du zum Heil ge- wie freundlich er, dein Vas boten hast. In voriger Melodie. 290 ter, is. Bet oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie adttlich er das Leid veromm betend oft füßt. Gott hörts, Gott und mit Ver- ifts, der Hülfe schafft. gnügen, o Christ, vor Got Er giebt den Müden Trost tes Angesicht! Nie müsse und Kraft. Trågheit dich besiegen in 5. Bet oft, und heiter derErfüllung dieser Pflicht. im Gemüthe, schau dich) O übe sie, zu Gottes Preis an seinen Wundern ſatt. und deinem Heil, mit Schau auf den Ernst, treuem Fleiß! schau 284 Vom Beten und Gebetlieder. schau auf die Güte, womit Menschen, als ihr Freund; er dich geleitet hat. Oft denn wir sind Eines Leibes irrtest du, er trug Geduld: Glieder; ein Glied davon erkenn' und preise seinesist auch dein Feind. Solch Huld. Bitten, das aus Liebe 6. Bet oft, durchschau fließt, ehrt Gott, der selbst mit frohem Muthe die herz- die Liebe ist. liche Barmherzigkeit deß, 10. Bet oft, so wirst der mit seinem theuern du Glauben halten, dich Blute die Sünderwelt prüfen und das Böse vom Fluch befreyt; und scheun, an Lieb und Eifer eigne dir, zu deiner Ruh nicht erkalten, und reich an und Heiligung, fein Opfer guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seezu. 7. Bet oft, Gott wohnt lenruh fagst du, Gott, an jeder Ståte; in keiner dem, der bittet, zu. minder oder mehr. Denk 11. Dies reiße mich), vor nicht, wenn ich mit Vielen dich zu treten mit Lob und bete; so find ich eh bey Dank, mit Wunsch und Gott Gehör. Ist, was Flehn. Doch meine Fehdu wünscheft, recht und ler bey dem Beten wollst gut; so sen gewiß, daß du, mein Vater, übersehn; Gott es thut. weil mich, der dir zur 8. Dod) saume nicht, Rechten sigt, durch seinen in den Gemeinen auch of Sürspruch unterstützt. fentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Mel. Wer nur den lieben 2c. mit dern zu erhöhn. Wie eif- 291Mein bester Troft rig war dein Heiland nicht ist ein Gebet zu meinem in lebung dieser felgen Gott. Dies kann mir Pflicht! Kraft in Schwachheit ges 9. Bet oft zu Gott ben, Geduld und Muth. für deine Brüder, für allel in Vom Veten und Gebetfieder. 285 in jeder Noth; bey jedem kann, dann ruf ich Gott, Gram, bey jedem Schmerz, der mich erhöret, um Trost ein ruhiges, jufriednes Herz in diesem Rummer an. 2. Wie kann ich Trofi Wer ihm sein Leid mit und Ruhe finden, wenn Zuversicht entdecket, den mein Gewissen mich ver- verwirft er nicht. klagt, wenn, bey der Men6. Ruf ich ihn an bey ge meiner Sünden, mein dem Geschäfte des StanHerz vor seinem Richter des, den er mir verlieh; zagt? Nichts froftet mehr, so fleh ich nie umsonst als ein Gebet, das, Gott um Kräfte; der Gott ben dir um Schonung der Stärke giebt mir sie. fleht. Er giebt aus våterlicher 3. Muß ich um des Ge- Huld, mir Segen, Kluge wiffens willen ein Spott heit und Geduld. der Lasterhaften seyn; so 7. Wenn, eine böse Lust bet ich, demuthsvoll, im zu dâmpfen, mir SchwaStillen zu meinem Gott.schen Muth und Kraft ges Er hört mein Schreyn, bricht; dann bitt ich Gott; nimmt våterlich sich mei- ler hilft mir kämpfen, und ner an, und stärkt mich giebt mir Muth zu jeder auf der Tugend Bahn. Pflicht. Und stark durch 4. Ich will mich nie zu meines Gottes Kraft, beråchen suchen, wenn mich zwing ich jede Leidenschaft. ein Feind zu frårken sucht, 8. Wenn ich im letzten und dem will ich nicht Kampf des Lebens ben niewieder fluchen, der mir, mand Hülfe finden kann; aus Unversland, geflucht. so ruf ich Gott doch nicht Nein, meine Rach ist ein vergebens um seinen Trost Gebet, das Gott um und Berstand an, der, Gnade für ihn fleht. wann die Sprache mir ver 5. Und wenn ein Kum- geht, doch meine Seufzer mer mich verzehret, den noch versteht. ich der Welt nicht klagen 292 Vom Beten und Gebetlieder. 292, Bater Unser im und fieu'r allem Fleisch Himmelreich, und das wider deider du uns alle heißest nen Willen thut. gleich, Brüder seyn, und 5. Gieb uns heut unser dich) rufen an, und willst täglich Brod, und was man das Beten von uns han; braucht zur Leibesnoth. gieb, daß nicht bet allein B'hüt uns Herr vor Under Mund, hilf, daß es fried und Streit, vor Sees geh von Herzensgrund. chen, und vor theurer Zeit; 2. Geheiligt werd der daß wir in gutem Frieden Name dein: dein Wort stehn, der Sorg und Geis ben uns hilf halten rein, jes můßig gehn. daß wir auch leben beilig- 6. All unser Schuld verlich, nach deinem Namen gieb uns, Herr, daß sie würdiglich. Behüt uns, uns nicht betrüben mehr; Herr, vor falscher Lehr: wie wir auch unsern Schuldas arm verführte Volk digern ihr Schuld und Fehl bekehr. vergeben gern; zu dienen 3. Es komm dein Reich mach uns all bereit in rechzu dieser Zeit: und dort ter Lieb und Einigkeit. hernach in Ewigkeit: der 7. Führ uns, Herr, in heilge Geist uns wohne Versuchung nicht, wenn ben mit seinen Gaben uns der böse Geist ansicht: mancherley. Des Satans zur linken und zur rechten Zorn und groß Gewalt Hand hilf uns thun stare zerbrich, vor ihm dein ken Widerstand, im Glaus Kirch erhalt. ben fest und wohl gerüst, 4. Dein Will gescheh, und durch des heilgen Herr Gott, zugleich auf Geistes Trost. Erden, wie im Himmel 8. Von allem Uebel uns reich: gieb uns Geduld in erlds: es sind die Zeit und Leidenszeit, gehorsam seyn Tage bds: erlos uns von in Lieb und Leid: wehr dem ewgen Tod, und tröst uns -286 Vom Beten und Gebetlieder. 287 uns in der letzten Noth: 3. Laß deinen guten Geist Beschehr uns auch ein die große Pflicht uns lehseligs End: nimm unsre ren, dir glaubig zu verCeel in deine Hånd. traun, und dich recht zu 9. Amen! das ist, es verehren. Zeig uns, wie werde wahr: stårk unsern mächtig, groß und weise Glauben immerdar, auf du, Gott, bift; wie klein daß wir ja nicht zweifeln der Mensch, der Staub, dran, was wir hiemit ge wie schwach und arm er beten han: auf dein Wort ist. in dem Namen dein, so 4. Das sey das höchste sprechen wir das Amen Glück für uns hier auf fein. der Erde, daß deines Namens Ruhm von uns ges Mel. O Gott, du frommer ic. priesen werde; daß er in 293 Ah, Vater, un- Wort und That, und oh ser Gott! Dune Heuchelen, geheiliget zeigft durch deine Güte von uns; und nie entheis uns, deinen Kindern, stets ligt sey. dein väterlich Gemüthe: ol 5. Dein våterliches Reich thäten wir nur auch), als ist auch zu uns gekommen, Kinder, unsre Pflicht, in da in der Taufe du uns in Furcht, Gehorsam, Lieb den Bund genommen. O und fester Zuversicht! laß in deinem Reich uns 2. Du, der im Him- fromme Bürger seyn, und, mel thront, bist aller Ort brechen wir den Bund, ihn und Enden, und willst, unverweilt erneun. daß mit Gebet wir oft 6. Dein Wille, Herr, uns zu dir wenden; ver- geschieht, auch ohne unsern sprichst, der Retter selbst Willen; doch gieb auch in unsrer Noth zu seyn: uns die Kraft, ihn freudrum so verwirf uns nicht, dig zu erfüllen. Die Richterhör uns, wir sind dein! schnur unsers Thuns sen stets 288 Vom Beten und Gebetlieder. fiets dein heilig Recht. erlassen, die uns beleidi Du bist ja unser Herr, gen; sie nie feindselig haf und jeder Mensch dein fen; nicht schmåhen, wenn Knecht.. sie schmåhn, nicht drauen, 7. Regier auch unser wenn sie draun, und was Herz, daß wir in guten sie uns gethan, vergessen Tagen nicht stolz und sicher und verzeihn. seyn, in besen nicht verza11. Herr, laß uns Fleisch gen; daß wir bey Andrer und Blut nicht in Versus Glück uns brüderlich er chung führen, laß deinen freun, und, wann der guten Geist uns immerArme seufzt, gern milde fort regieren; und wenn Geber seyn. wir uns die Welt zum 8. Ach, Vater, du bist Abfall reigen fehn, so gieb reich an allen guten Ga- uns Kraft und Muth, ihr ben! Laß unser täglich fest zu widerstehn. Brod uns heut und im12. Erhebe unfern Geist mer haben: im Ueberfuffe zu himmlischen Gedanken; gieb uns kluge Sparsame in unserm Glauben laß uns keit, und auch ben Weni- nun und nimmer wanken; gem Ruh und Zufrieden- laß uns, durch deine Kraft, heit. von jeder Sünde rein, und 9. Herr, handle nicht mit jeder Pflicht getreu, dir uns nach unsern großen ganz geheiligt seyn. Sünden, und laß, wenn 13. Zulett erlis uns auch wir gefehlt, uns wieder o Gott, von allem Bösen, Gnade finden: gedenke, denn du hast Macht und was dein Sohn für unsre Kraft allein, uns zu erlö Schulden that, er, der sen: laß uns im legten zu unserm Heil den Tod Kampf, o Vater, wohl erduldet hat. bestehn, und dann in jes 10. Hilf, daß wir dener Welt dein Antlik nen auch gern ihre Schuld ewig sehn! 14. Du, Vom Beten und Gebetlieder. 289 14. Du, Hochster mir nur Weisheit und kannst allein dein Wert Verstand, dich, Gott, und in uns vollenden, und un- den, den du gesandt, und ser ganzes Heil steht bloß mich selbst zu erkennen. in deinen Händen: dein, 3. Ich bitte nicht um Herr, dein ist das Reich, Ehr und Ruhm, so sehr die Kraft und Herrlichkeit, sie Menschen rühren; des von aller Ewigkeit in alle guten Namens Eigenthum Ewigkeit. laß mich nur nicht verlies 15. Hierauf so sprechen ren. Mein wahrer Ruhm wir, in Jesu Christi Nasey meine Pflicht, der men, auf sein untrüglich Ruhm vor deinem Ange Wort, ein glaubig Ja sicht, und frommer Freun und Amen: o Jesu Christ, de Liebe. durch dich und dein Vers 4. So bitt ich dich, Herr dienst allein, wird alles, Bebaoth, auch nicht um was wir flehn, auch Jallanges Leben. Im Glücke und Amen seyn. Demuth, Muth in Noth, Mel. Es ist das Heil uns ic. das wollest du mir geben. deine Güte In deiner Hand steht meis reicht so weit, ne Zeit; laß du mich nur so weit die Wolken gehen; Barmherzigkeit vor dir im du kronst uns mit Barm Tode finden. 294.Gott, herzigkeit, und eilst, uns met. Vor deinem Thron trettic. Herr, komme vor Burg, mein Fels, mein 295.3 dein Angesicht Hort, vernim mein Flehn, verwirf, o Gott, mein merk auf mein Wort; denn Flehen nicht; vergieb mir ich will vor dir beten! alle meine Schuld, du 2. Jch bitte nicht um Gott der Gnaden und Ueberfluß und Schåge die Geduld. fer Erden. Laß mir, so viel 2. Schaff du ein reines ich haben muß, nach deis Herz in mir, ein Herz voll ner Gnade werden. Gieb T Lieb 290 Vom Beten und Gebetlieder. Lieb und Furcht zu dir; 8. Gieb von den Gütern ein Herz voll Demuth, dieser Welt mir, Herr, Preis und Dank, ein russo viel, als bir gefällt; big Herz mein Lebenlang. gieb deinem Kind ein mds 3. Sen mein Beschüter ßig Theil; zu seinem Fleiße in Gefahr; ich harre dei Glück und Heil. ner immerbar Wo ist ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mid) bedeckt? 9 Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich måßig im Genuß, und bürftge Brüder zu ers 4. Ich bin ja, Herr freun, mich einen frohen in deiner Hand; von dir Geber seyn. empfieng ich den Verstand; 10. Gieb mir Gefund. erhalt ihn mir, o Herr, heit und verleih, daß ich mein Hort, und stårk ihn sie nüt und dankbar sey, durch dein göttlich Wort. und nie, aus Liebe gegen 1. Laß, deines Namens sie, mich zaghaft einer mich zu freun, ihn stets Pflicht entzieh. vor meinen Augen seyn. 11. Erwecke mir stets Laß, meines Glaubens einen Freund, ders treu mich zu freun, ihn fiets mit meiner Wohlfahrt durch Liebe thätig seyn. meint, mit mir in deiner 6. Das ist mein Glück, Furcht sich übt, mir Rath was du mich lehrst. Drum und Troft und Beyspiel gieb mir Kraft, daß ich giebt. zuerst nach deinem Reiche 12. Bestimmst du mir tracht, und treu in allen ein långres Ziel, und wers meinen Pflichten ſey! den meiner Tage viel: so 7. Ich bin zu schwach laß, Gott, meine Zuberaus eigner Kraft zum Sie sicht, verlaß mich auch im ge meiner Leidenschaft; Alter nicht. du aber ziehst mit Kraft 13. Und wird sich einst mich an, daß ich den Sieg mein Ende nahn: so nim 90 Didy erlangen kann. Vom Beten und Gebetlieber. 201 dich meiner herzlich an, den, den du gesandt, era und sen durch Chri- fenne, ihn meinen Herrn ftum, deinen Sohn, mein und Gott von ganzer Sees Schirm, mein Schild und le nenne; und dankbar für großer Lohn! das Heil, das mir sein Mel. Gott, du frommer 2c.Tod gewährt, stets thue, err, ohne Glau, was er mich in ſeinem 296Hett, ben kann kein Wort gelehrt. Mensch vor dir bestehen; 5. Sein göttliches Vers brum wend ich mich zu dir dienst sev mir beständig. mit demuthsvollem Flehen: theuer; erfülle mich mit o zünde selbst in mir den Trost, und mache mich wahren Glauben an, weil fiets frener vom schnöden ich, durch meine Kraft, ihn Sündendienst. Es stårke mir nicht geben kann! mich mit Kraft, zu deines 2. Laß mich, Gott, daß Namens Ruhm, in meis du senst, mit Ueberzeugung ner Pilgrimschaft. glauben. Nichts müsse 6. Wie felig leb ich mir den Trost aus mei- dann im Glauben schon nem Herzen rauben, daßlauf Erden! Noch herr. du dem, der dich sucht, licher wird einst mein Theil stets ein Vergelter senst, im Himmel werden. Dann und hier und ewig ihn mit schau ich, was ich hier, Deinem Heil erfreuft. Herr, auf dein Wort ges 3. Wahrhaftig ist dein glaubt, und meine Krone Wort. Gieb, daß ich dar- wird mir nimmermehr ges auf traue, und meine Hoff raubt. nung fest auf deine Treue baue. Gieb, daß ich dir In voriger Melodie. 297. Gott, bede fiets getreu, und dem, was wir alle Gaben, und was du gebeutst, von Herzen uns nüglich ist, allein zu folgsam sey. suchen haben: o fich era 4. Auch hilf mir, daß ich 2 bars Vom Beten und Gebetlieder. barmend mich in meiner daß ich mein Lebenlang in Schwachheit an, weil ich deinem Dienst geschäftig, nicht, wie ich will, dir und stets befliffen sen, zuz recht vertrauen kann! thun, was dir gefällt: so 2. Ich glaube zwar an hab ich schon in dir den dich, doch nur mit schwa Himmel auf der Welt. chem Glauben. Oft will 6. Mein Heiland, der die Zweifelsucht mir alle du einst für deine Jünger Hoffnung rauben. Wer batest, und, wenn sie wan macht das Herz gewiß, als feten, beym Vater sie verdu, o Herr, allein? Laß tratest; ach, unterstüt auch Deine Hülfe doch von mir ist mein sehnliches Gebet, nicht ferne seyn! und schenke Glaubenskraft 292 3. O reiche du mir selbst, dem, der dich darum fleht, aus Gnaden, deine Hån 7. In deiner Mittlers de! Gieb, daß dein guter hand ist Heil und aller Geist sein Werk in mir Segen. Herr, unterstüge vollende. Ist schon, dem mich auf allen meinen WeSenfforn gleich, mein gen, daß ich des Glaubens Glaube noch sehr klein, so Ziel, der Seelen Seligkeit, laß ihn doch ben mir in erlang, und dich erheb in stetem Wachsthum fepn. alle Ewigkeit. 4. Gieb, daß ich stets in mir die Zuversicht ver. Mel.In dich hab ich gehoffet 2c. mehre, daß du mein Va- 298.3d weis, mein ter und an Gott, daß gehöre; daß alle meine was ich thu, allein auf deia Schuld von dir vergeben nem Willen ruh: von dir sey: damit mein Herz fich kommt Glück und Segen. Dein, als feines Gottes Wenn du, Herr, meinen freu. Gang regierst, geh ich auf 5. Mach diese Zuversicht guten Wegen. in mir, o Gott, fo fråftig, 2. Es steht in feines ind Men Vom Beten und Gebetlieder. 293 Menschen Macht, daß sein 7. Verleihe mir das edle Rath werd ins Werk ge- licht, das sich von deinem bracht, und sich des Fort- Angesicht auf meinen Geist gangs freue: des Hochverbreitet, und meinen. fien Rath machts doch al- Jirrenden Verstand in alle lein, daß Menschenrath Wahrheit leitet. gedeihe. 8. Gieb mir die Weiss 3. Oft denkt der Menschheit aus der Höh, daß ich, in seinem Muth, dieß oderlo Vater, nicht besteh auf jenes sey ihm gut, und ist meinem eignen Willen: doch weit gefehlet; oft laß mich dafür befliffen sieht er auch für schädlich seyn, den deinen zu er an, was Gott doch selbst füllen. erwählet. 9. Führ du mich selbst, 4. So fångt auch oft und was mir gut, das ein weiser Mann ein gu- gieb mir ein; was Fleisch tes Werk mit Freudenlund Blut erwählet, das an, und bringts doch nicht verwehre. Mein höchster zu Stande; er baut ein Zweck, mein bestes Theil Schloß und festes Haus sey deine Lieb und Ehre. jedoch auf bloßem Sande. 10. Was, allerbester 5. Wie mancher schwingt Vater, dir gefällig ist, in seinem Sinn sich über das laß auch mir gefallen alle Berge hin, und ehlund belieben: was dir er sichs versiehet, so liegt misfällt, das laß mich er da, und hat sein Fuß nicht in Werk und That vergeblich sich bemühet! verüben. 6. Drum, Höchster, 11. Ifts Werk von dir, dessen Macht die Welt so gieb mir Glück; ists erschaffen hat, und noch Menschenthun, so treibs erhålt, der du aus Wolzurück, und laß michs ken bligest: vernimm mein nicht beginnen. Was du Wort und höre mich vom nicht wirkst, pflegt von fich Throne, da du sigest. T3 felbft 294 Vom Beten und Gebetlieder. selbst in kurzem zu zer doch wer ihn freudig gee rinnen. het, kommt endlich hin, 12. Sucht aber dein und wo ewig Heil zur Rechten unser Feind, was deine Gottes stehet. Weisheit gut gemeint, in 17. Du bist mein Vas Böses zu verkehren: dochter, ich dein Kind, was fürcht ich nichts von sei- ich ben mir nicht hab und nem Zorn, du kannst ihm find, hast du in voller leichtlich wehren. Gnúge: fo hilf nun, daß 12. Tritt du zu mir, und ich meinen Stand wohl madhe leicht, was mir sonst halt und herrlich siege. G fast unmöglich beudst, und 18. Dein, dein allein bring gum guten Ende, sey Ruhm und Ehr, wenn was du selbst angefangen ich dein Thun je mehr haft, durch Weisheit deis und mehr aus hocherfreu ner Hånde. ter Seele, vor deinem 14. Ist gleich der An- Volk und aller Welt, so fang etwas schwehr, und lang ich leb, erzähle. muß ich auch ins tiefe Meer der bangen Sor gen treten; so lehre meine Schwachheit mich mit ne 2990 In brunft zu dir beten. In bekannter Melodie. Gott, du from mer Gott, du Quelle guter Gaben, durch 15. Wer fleißig betet, welchen alles ist, von dem dir vertraut, wird das, wir alles haben, gieb, daß wovor ihm sonst gegraut, mein Leib gefund, und, mit tapférm Muth bezwin bitt ich, Herr, daben auch rein gen; die Sorge, die ihn meine Seele rein, drückt, wird fliehn, ihm mein Gewissen sey. wird sein Werk gelingen. 2. Gieb, daß ich fleißig 16. Zwar rauh ist oft thu, was mir zu thun ge der Tugendpfad, den uns bühret, wozu mich dein dein Wort gewiesen hat: Befehl in meinem Stans de 295 Vom Beten und Gebetlieder. de führet: Igieb, daß ich bringen, durch manchen bald es thu, zu der Zeit, fauern Tritt hindurch ins da ich soll, und was ich als Alter dringen; fo schenke so thu, Herr, das gera mir Geduld, und gieb, daß the wohl! ich alsdann, mein graues 3. Hilf, daß ich rede Haar, o Herr, mit Ehren stets, womit ich kann betragen kann. stehen; laß kein unnüßes 7. Laß mich auf Chrifti Wort aus meinem Mun- Tod einst froh von hinnen de gehen, wenn aber Amt scheiden; die Seele nimm und Pflicht zu reden mir zu dir hinauf zu deinen gebeut, so gieb den Wor Freuden; es ruhe sanft ten Kraft, doch ohne Bit- der Leib in seiner stillen terkeit. Gruft, bis ihn dein All 4. Gerath ich in Gefahr, machtswort ins neue Les so laß mich nicht verzagen, ben ruft. gieb wahren Christenmuth, 8. Wenn alle Todten das Kreuß hilf selber traseinst auf dein Gebot ers gen: gieb, daß ich meis wachen, so wird auch meie nen Feind mit Sanftmuth nen Staub dein Ruf lea überwind, und sende Hülf bendig machen: dann füh und Rath, wenn sie mir re mich verklårt in dei nöthig sind. nen Himmel ein, und laß <. Laß mich mit jeder- mich selig dort mit allen man in Fried und Freund Frommen seyn. schaft leben, so weit es christlich ist. Willst du Mei. Aus tiefer Noth schrey ic. mir etwas geben an Reich), thum, Gut und Geld: fo 300. Herr, wie du willst, so sdi gieb auch dieß daben, daß mit mir im Leben und im Fein unrechtes Gut mit Sterben! mein Herz bers untermenget sey. langt allein nach dir; laß 6. Soll ich in dieser mich doch nicht verderben Welt mein Leben höher! 4 Erhalt 296 Vom Beten und Gebetlieder. Erhalt mich nur in deiner trauen; dir uns laffen gang Huld; sonst wie du willst; und gar; mit allen rech gieb mir Geduld: dein ten Christen entflieh'n des Will ist stets der beste. Teufels Liften; mit Waf 2. Verleihe mir Zucht, fen Gott's uns rüsten. Ehr und Treu, und Lust Amen! Amen! das sey zu deiner Lehre. Gieb, wahr, so singen wir Hals daß ich dir gehorsam sey, leluja. und findlich dich verehre. Laß hier und dort mich se lig seyn; laß, Herr, mich alles Böse scheun, in meinem ganzen Lebendis Jesus Christus, wohn uns bey, 2c. Heiliger Geist, wohn uns ben, 2c. witho Mel. O Gott du frommer 2c. Erde scheiden, 302Wie gnädig warst du, Gott, vor leih mir deine Gnad, daß Alters deinem Lande! Wie es gescheh mit Freuden halfft du ihm! Wie oft gers Herr, Seel und Leib be- brachst du Jacobs Bande; fehl ich dir; ein felig Ende und schonteft deines Volks fchente mir, durch Jesum mit väterlicher Huld, vers Chriftum, amen! gabst die Miffethat, bedeck teft feine Schuld! 3. Soll ich einmal, nach von o fo ver 301. Gott der Vater 2. Dein strenger Zorn wohn uns ben, erlosch, sobald es sich beund laß uns nicht verder kehrte, und folgsam deiben: mach uns aller Sün nem Wort, dich, Herr, den frey, und hilf uns felvon neuem ehrte. Die Mens lig fierben. Vor dem Teuschen fündigen: Du bleibft fel und bewahr; halt uns dir immer gleich, gerecht ben festem Glauben, und und heilig fiets, und stets auf dich laß uns bauen; an Gnade reich). aus Herzensgrund ver3. Hilf, hilf uns, unser Gott! Vom Beten und Gebetlieder. 297 Gott! Laß, wegen unsrer/ tigkeit und Fried umfahn Sünden, kein strenges und füffen sich. Strafgericht, o Vater, uns empfinden! schrecklich ist dein 7. Der Glaube kommt Wie zurück und blüht auf Ers Zorn! den wieder: die Gnade Ach, soll er ewig glühn? sieht mit Luft von ihrem Und willst du deine Huld Himmel nieder, und segauf ewig uns entziehn? net Gottes Volk, das sei 4. Wann kommt dein nem Dienst geweiht, thut, Troft zurück, mit deinem was ihm wohlgefällt, und reichen Segen, daß wir seines Heils sich freut. uns wiederum in dir er- 8. Der Herr begnadigt freuen mögen! O laß uns uns, das Land bringt seis leben, Gott! Laß uns dein ne Früchte, und seine Huld Antlig sehn! Sey gnädig, geht her vor seinem Anges hilf uns aus; hilf, ehe sichte, verbreitet Glück und wir vergehn! Heil auf Gottes Eigen 5. Wohluns! Ich hör thum, und unser Herz uns schon den Gott des frohlockt, und bringt ihm Trostes tröften! Heil giebt Ehr und Ruhm. er seinem Volk und Ruhe den Erlösten, die er ers wählet hat, wenn wir nur Mel. Jesu der du meine zc. folgfam find, und unfre303. Gieb, o Herr, daß wir die Geele nicht die Sünde Gaben, die wir deiner liebgewinnt. Huld allein, und nicht uns 6. Schnell nahet Got zu danken haben, willig. tes Heil sich seinen from beinem Dienst auch weihn, men Knechten; des Höch- und, was wir durch dich flen Ehre wohnt im Lande befigen, gern zu Andrer der Gerechten. Barmher Wohlfahrt nügen; stets zigkeit und Treu umfahn zu allem dem bereit, was sich schwesterlich, Gerech dein heilig Wort gebeut! E5 2. Die Vom Beten und Gebetlieder. 2. Die du sendest, uns 5. Lehr uns wachen, lehr zu lehren, mach in ihrem uns beten, in der TrübAmte treu; daß, was wir sal bangen Zeit; und gieb von ihnen hören, Jesu uns in allen Nöthen Trost Wort und Wahrheit sen! und auch Gelassenheit! Die uns vorstehn, uns re- Laß uns segnen, und nicht gieren, laß den Geist der fluchen; selbst der Feinde Weisheit führen; daß sie, Bestes suchen; stets in durch sein Licht erhellt, Hoffnung uns erfreun; stets nur thun, was dir nimmer tråg im Guten gefällt! seyn! 298 3. Gieb, daß wir den 6. Stolz nicht, sondern Nächsten lieben, ohne ehrerbietig und voll De Falsch und arge List; uns muth sey der Chrift! Mach mit Luft im Wohlthun uns liebreich, freundlich, üben, wenn er arm und gütig, wie du unser Bey hülflos ist; daß wir alles spiel bift! Gieb, daß nach Bose haffen, und nichts zu hohen Dingen niemals Gutes unterlassen, das wir aus Ehrgeit ringen! der Menschen Wohl er- Demuth wird einst hoch höht, und in unsern Kraf erhöht, da der Stolze nicht besteht. ten ſteht. 7. Stark uns, Vater, 4. Wir sind Eines Lei- unsre Pflichten, und was bes Glieder, Kinder Got uns dein Wort gebeut, uns tes: nun so sey unsre Lie verdroffen auszurichten, be gegen Brüder herzlich, überall und allezeit! Laß hilfreich und getreu. Sich zu deinem Wohlgefallen, Bedrängter anzunehmen, Herr, uns deine Wege müsse nie ein Christ sich wallen; und schließt einst schämen; weinend mit den fich) unser Lauf, so nimm Weinenden, frölich mit uns mit Ehren auf! den Frölichen. Mel. Vom Beten und Gebetlieder. 1 299 Mel. Vor deinen Thron tret 2c. 6. Zum Wohlthun sen 304. Bis hieher halfft mein Herz bereit, zur du mir, mein Sanftmuth, zur Vers Gott! Du halfft mir aus söhnlichkeit; so bring ich so mancher Noth. Wieschriftlich und in Ruh auf manche blieb mir unbe Erden meine Tage zu. kannt, die du von mir, Herr, abgewandt! 7. Im Glück gieb mir Bescheidenheit, ein Herz 2. Zum frohen Aufent zu dir voll Dankbarkeit; halt allhier gabst du so im Unglück schenke mir manche Freuden mir; und Geduld, und Trost an immer noch ist deine Treu deiner Vaterhuld. mich zu beglücken, tåglich neu. 8. Was sonst mir könne 3. Drum wart ich fer. te nüglich seyn, siehst du, ner auf dein Heil. Ein gut mein Gott, am besten ein. Gewissen sen mein Theil, Nur sey ich jederzeit ver das hier des Himmels gnügt, mit allem, was Vorschmack ist, und einst dein Rath verfügt! mein Ende mir versüßt. 9. Du, Herr, bist meis 4. Dein Wort sey meine Zuversicht. Entzeuch nes Lebens Licht! Somir deine Gnade nicht, - täuscht der Erde Glück und schließt sich hier mein mich nicht. Die Welt Lebenslauf, so nimm mich) mit ihrer Luft vergeht; in den Himmel auf. wer deinen Willen thut, besteht. 10. Da wechselt nicht mehr Freud und Leid. Da 5. Hilf, daß ich meiner find ich bis in Ewigkeit Pflicht getreu, und gern das Glück, das nun kein dem Nächsten nüßlich fey; Wechsel stört, das Glück, mich freue mit den Frölis das sich beständig mehrt. den, und weine mit den Weinenden. XXVII. 300 Chriftliche Gesinnungen gegen Jesum, XXVII. Chriftliche Gesinnungen gegen Jesum, den Heiland der Welt. In bekannter Melodie. seh ich sein Angesicht: meis 305. Meinen Gefum nen efum laß ich nicht. 5. Weder Welt noch Weil er sich für mich ge- Weltlust ifis, was des geben, so erfordern Dank Herzens Wünsche stillet; und Pflicht, ihn zu lieben, du allein, mein Jefu, bifts, ihm zu leben. Er ist mei der mein ganzes Herz ers nes Lebens Licht: meinen füllet. Du vertrittst mich Jesum laß ich nicht! im Gericht: dich, o Jesu, 2. Jesum, Jesum laß laß ich nicht. ich nicht, hier in meinem 6. Dich, o Jesu, halt ganzen Leben. Ihm hab ich fest, und von dir soll ich, voll Zuversicht, mich nichts mich scheiden. We zu eigen übergeben. Weil he dem, der dich verläßt! mir nichts ben ihm ge. Er beraubt sich ewger bricht: laß ich meinen Je Freuden. Selig, wer von fum nicht. Herzen spricht: meinen 3. Wann mein Auge Jesum laß ich nicht! schon verlischt, und die Mel. Wenn meine Seel den Tag ic. Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, o Freund der alle Sinnen mir ersterben, 306Wie wohl ist mir, und das matte Herz nun Seelen, wenn ich in dets bricht, laß ich meinen Jener Liebe ruh! Ich traure fum nicht. nicht; was kann mich) quå. 4. Auch im Himmel ist len? Mein Licht, mein er mir Seligkeit und Trost Heil, mein Trost bist du. und Freude: dort belohnt Bey dir vergeß ich meine er, was ich hier ihm zu Leiden; denn o wie viele Ehren willig leide. Dort reine Freuden genieß ich), Jesu, den Heiland der Welt. Jefu, nicht ben dir! Du In noch so drückenden bist mein Himmel auch Beschwerden hab ich den schon hier. Himmel schon auf Erden: 2. Hab ich, Erlöser, dich denn du bist durch den zum Freunde: was fehlt Glauben mein. Mein mir dann? Du sorgft für Freund ist mein, und ich mich Hått ich auch eine bin sein! Welt voll Feinde: so fürcht ich nichts; ich trau auf dich. Tråt alles wider In bekannter Melodie. mich zusammen: ich bebe 307.Jefu, meine Freu de! nicht: wer will berdam wann ich leide, meines Her. men? Du haft für mich sens Theil! Dich mit reis genug gethan; dein Vater nen Trieben über alles lies nimmt mich gnädig an. ben, ist mir Trost und 3. Hier wall ich zwar Heil. Hab ich dich, wie auf rauhen Wegen: doch reich bin ich! Ohne dich du bist meine Zuversicht. Fann ich auf Erden doch Auch Leiden werden mir nicht glücklich werden. zum Segen: auf dunkle 2. Unter deinem Schir Mächte folgt das Licht, jme können keine Stürme Nur Sünder zittern vor mir erschrecklich seyn. Laß dem Grabe; ich, der ich die Felfen splittern, laß den dich zum Freunde habe, Erdkreis zittern, und den kann auch des Grabes mich Einsturz dráun! Was ists erfreun; bald werd ich mehr? Rings um mich her ewig ben dir seyn. mag es donnern, Frachen, 4. Gelobt seyft du, obligen! Jesus will mich Freund der Seelen! O dusschügen. mein Heil, wie wohl ist 301 3. Nicht des Grabes mir! Mich sollen Noth Höhle schrecket meine Sees und Tod nicht quálen; ich le; nicht das Weltgericht. finde jedes Heil bey dir. Nichts kann meinen Glaus ben, MAG 302 Chriftliche Gesinnungen gegen Jesum, ben, kann mir Jesum rau- Hab ich hie viel Angst ben: er verläßt mich nicht. und Müh; Jesu, selbst Und bewacht durch seine auch, wann ich leide, bleibst Macht, kann ich, bey der du meine Freude! Feinde Toben, Gott mit Freuden loben. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 4. Nicht an Gold und Menschen Schäßen kann ich mich er- 308Sohn Gottes und geten, Jesu, meine Lust! Sohn! Du, hier mein Wollust lockt vergebens: Trost und dort mein Lohn, du nur: Fürst des Lebens, des Himmels großer Kolebst in meiner Brust. nig! Von ganzem Herzen Kreuß und Noth, und lieb ich dich: hab ich nur Schmach und Tod soul dich: so rühret mich das mich, ob ich viel muß lei Glück der Erde wenig. den, nicht von Jesu schei- kaß mich, bitt ich, Quell den. des Lebens, nicht verges 5. Weicht, ihr Eitelkei- bens dich verlangen! Laß ten, die zum Bösen lei- mich Heil und Trost em ten! Thoren täuschet ihr. pfangen! Sünden, eure Freuden 2. Ich streb, o Jefu ,will ich ewig meiden, flies himmelwärts! Entzünde het fern von mir! Ueppigs du doch selbst mein Herz feit, Stolz, Schmåhsucht, mit Flammen reiner Lie Neid, ihr beschwehret das be: daß ich dir ganz erges Gewiffen, ich mag euch ben sey, und dich, in dete nicht wissen! nem Dienst getreu, durch 6. Schweiget, bange Undank nicht betrübe! Laß Klagen! Sollt ich je ver- mich, laß mich, ach! mich agen? Ist nicht Jesus Schwachen, beten, was mein? Den, der Jesum den, und dich faffen, enig liebet, muß, was erst be Jesu, dich nicht laffen! trübet, doch zuletzt erfreun. 3. Noch seh ich zwar dein den Heiland der Welt. 303 dein Angesicht, o göttlis denlieder! Gottes Kinder, cher Erlöfer, nicht; doch singt dem großen Ueberwerd ichs einst erblicken. winder! Du bist schon hier mein 6. Wie freu ich mich, höchstes Gut: dein Wort, o Jefu Christ, daß du der dein Geift, dein Leib und Erft und Letzte bist, der Blut kann mich allein er- Anfang und das Ende! quicken. Jesu, hilf mir, Du schließeft felig meinen daß mein Glaube hier vom Lauf, und nimmst mich Staube mich erhebe, mir einst zu dir hinauf: ich eil des Himmels Vorschmack in deine Hände! Amen! gebe. Amen! Ja ich werde von 4. Du, großer Vater, der Erde freudig gehen, haft mich schon von Ewigs und dein Antlig ewig sehen. Feit in deinem Sohn aufs D innigste geliebet. Dein Mel. Beschränkt, ihr Weison 2c. Sohn hat mich mit dir vereint; er ist mein Bru- 399. Beschränket Weise dies der und mein Freund; wo fer Welt, die Freundschaft ist, was mich betrübet? immer auf die Gleichen Welche Wonne! Ewigs und läugnet, daß fich Gott Leben wird er geben seinen gefellt nitt benen, die ihn Lieben, die ihm hier ge- nicht erreichen! Ist Gott treu geblieben. schon Alles, und ich nichts; 5. Ihm, welcher Höll ein Schatten ich, er Quell und Tod bezwang, ihm, des Lichts; ich Erd und ihm soll unser Lobgesang Staub, er hoch erhaben; mit jedem Tag erschallen: ich arm, er reich an allen dem Lamme, das geopfert Gaben; ich fündenvoll, ist, dem Freunde, der uns und er ganz rein. Mein nie vergist, wird unser Freund ist mein, und ich Dank gefallen. Singet, bin sein. finget, Jesu Brüder, Sreu 2. Mein gütigfter Ima 304 Chriftliche Gesinnungen gegen Jesum, manuel, mein Mittler bleiben ewig ungeschieden. wußte Rath zu finden, Die Seele hat nun, wo mit meiner ihm entrißnen sie ruht. Auch darf sie Seel in Ewigkeit sich zu um dieß höchste Gut nicht verbinden. Er nahm sich eifern, hadern, haffen, neis meines Elends an, und den; er nåhrt uns alles mit der Menschheit ange- samt mit Freuden. Die than, erschien der Ewige Welt nur kann der Weid auf Erden, mein Bruder entzweyn. Mein Freund und mein Heil zu werden, ist mein, und ich bin sein! und mich vom Fluche zu 5. Er, er ists, den ich befrenn. Mein Freund ist mir erwählt! Nur er ist mein, und ich bin sein! meiner Seele Leben. Da 3. Gott, welcher seinen er mich zu den Seinen Sohn mir gab, gewährt zählt; so soll auch ich nach mir alles mit dem Sohne; ihm nur streben. Ift ers nicht nur sein Freuß, nicht nicht, der mich herzlich nur sein Grab, auch seine liebt? Ift ers nicht, der Herrlichkeit und Krone. sich ganz mir giebt? Was Was er geredet und ge- kann ich mehr von ihm bes dacht, was er gebetet gehren? Was kann er bes und gewacht, was er gefers mir gewähren? Forts leistet und gelitten, was hin täuscht mich kein eitler er gewonnen und erstrit Schein. Mein Freund ist ten, ja selbst sein Fleisch mein, und ich bin sein! und Blut ist mein. Mein 6. Er, er versüßt mir Freund ist mein, und ich jeden Schmerz; in ihm bin sein! hab ich schon hier den 4. Wie sich sein Aug Himmel. Er, er erfüllet an mir vergnügt, fo bin gang mein Herz, schafft auch ich in ihm zufrie Ruhe mitten im Getům. den. Welch Band, das mel; und dieses Weltges uns zusammen fügt! Wir bäude wår ohn ihn mir OD den Heiland der Welt. 3 30.5 öd und freudenleer. Doch ist selbst der Himmel mein. bin ich, wenn mich alle Mein Freund ist mein, und fliehen, und Brüder selbst ich bin sein! sich mir entziehen, zwar 9. Sein ist mein himmeinsam, aber nicht allein.jlisch Bürgerrecht: er wollMein Freund ist mein, te durch sein schmerzlich und ich bin sein! Sterben mir und dem fün 7. Sein bleib ich auch), digen Geschlecht das Recht wenn gleich ergrimmt die zur Geligkeit erwerben. Welt sich wider mich er- Am Kreuße trug er meine klåret, mir alles, was ich Schuld, und litt mit freu habe, nimmt, mich haßt, diger Geduld und liebevol verfolgt, beraubt, enteh- lem sanften Herzen den ret, gleich jenen Märty Tod und alle feine Schmer rern mich quålt, zerfleischt, zen. Sein göttliches Verzerstümmelt und entseelt. dienst ist mein. Mein Die Welt nehm alles! Freund ist mein, und ich Meinen Glauben kann mir bin sein! doch ihre Wuth nicht rau10. Nun fürcht ich weiben. So bleibet ja das ter feinen Feind; kein Leis Beste mein. Mein Freund den kann mir Angst ers ist mein, und ich bin sein! wecken: und ist der Rich8. Sein ist mein Leib, ter selbst mein Freund, wie sein ist mein Geist, die er kann das Weltgericht mich erschuf und auch erlöfte, schrecken! Auch wann mein hier bende schüget, pfleget, sterbend Auge bricht, hoff speist, bis er dort beyde ich auf ihn, und zage nicht. ewig trofie. Gesundheit, Magdieser Leib doch unter Stårke, Munterkeit, und gehen, und meinen Staub alles Glück der Lebenszeit, die Luft verwehen; wie und was ich bin, und was follt ich Grab und Moder ich habe, ist alles seine scheun? Mein Freund ist Gnadengabe. Durch ihn mein, und ich bin sein! 11 Mel. 306 Christliche Gesinnungen gegen Jesum, Mel. Was Gott thut, das ic. meine Feinde toben. Ich 310.Dich, Jefum laß halt an die; du bist ben ich ewig nicht; mir. Wenn mich die Feindir bleibt mein Herz erge- de haffen, wirst du mich ben. Du kennst dieß Herz, nicht verlaffen. bas redlich spricht: nur 5. Dich Jefum laß ich Einem will ich leben. Du ewig nicht, dich, Gottes du allein, du sollst es seyn; größte Gabe! Ich weis, du soust mein Trost auf daß mir kein Gut gebricht, Erden, mein Glück im Herr, wenn ich dich nur Himmel werden. habe. Sucht mich die 2. Dich Jesum laß ich Welt, durch Gut und ewig nicht; ich halte dich Geld, dir ungetreu zu mas im Glauben. Nichts kann chen; so will ich ihrer la mir meine Zuversicht und chen. deine Gnaderauben. Der 6. Dich Jesum laß ich Glaubensbund hat festen ewig nicht; nichts soll mich Grund: du låsfest dir nicht von dir scheiden. Es blei nehmen, die deiner sich bet jedes Christen Pflicht, nicht schamen. mit seinem Herrn zu leis 3. Dich Jesum laß ich den. Doch all mein Leid. ewig nicht; aus göttli- währt kurze Zeit: bald iſt chem Erbarmen giengst du es überstanden, und Ruh für Sünder ins Gericht, ist dann vorhanden. und büßtest für mich Armen. 7. Dich Jesum laß ich Aus Dankbarkeit ewig nicht; nie soll mein will ich allzeit, um deines Glaube wanken: und wann Leidens willen, die Pflicht des Leibes Hütte bricht, der Treu erfüllen. sterb ich mit dem Gedan4. Dich Jesum laß ich ken: mein Freund ist mein, ewig nicht; duftárkest mich und ich bin sein; er ist mein von oben. Auf dich steht Schuß, mein Tröster, und meine Zuversicht, wenn ich bin sein Erlöster. In den Heiland der Welt. 327 311. In bekannter Melodie. Kreuk ist Thorheit nur efu, komm doch dem, der verlohren geht: felbft zu mir: o uns, den Berufenen, iſts wie fehn ich mich nach dir! Heil und Majestät. Jesu, bester Seelenfreund, 2. Nur du, o Gottes wann werd ich mit dir ver- Sohn, du konntest uns eint! verföhnen; du uns, Vers 2. Tausendmal begehr lohrne, nur mit Heil und ich dein, Herr, in meiner Gnade kronen. O! beyz Angst und Pein: tausende des ist gleich groß, der mal seufz ich zu dir: Jesu, Welt ein Schöpfer seyn, Jesu, komm zu mir! und eine Welt, die fiel, 3. Keine Luft ist in der von ihrer Schuld befreyn. Welt, die mein Herz zu 3. Owundervolle Huld! frieden stellt: deine Liebe, O Herr, wer kann sie far Herr, allein kann mein sen! Als Sohn des Ewie ganzes Herz erfreun. gen, der Himmel Thron 4. O vermindre meinen verlaffen, sich selbst ernies Schmerz, und erquicke brigen, einher in Demuth felbst mein Herz: denn ich gehn, der Wahrheit Heschreye stets zu dir: Jesu, rold seyn, und sich verJesu, komm zu mir! fpottet sehnt. 5. Nun ich warte mit 4. Die Wunder Gote Geduld du wirst doch tes thun, und an das Kreuß nach deiner Huld, ach! in geschlagen, mit himmlis meiner Todespein einst, oscher Geduld der Menschen Jesu, bey mir seyn. Schulden tragen, um def zu seyn, ber uns ein ewig Mel. O Gott, du frommer ic: Heil erwirbt! Wie groß ng dochder Spotift deffen Heri, ber felbft ter Heer fich beiz für Feinde stirbt.! nes Namens schämen; ich 5. Dieß müffe meine freue mich, dein Heil, Herr Lieb, o Herr, zu dir ents Jesu, anzunehmen. Dein U a 312 M 308 Chriftliche Gesinnungen gegen Jesum, 2c. zünden! Zu schwach, den 6. Herr ,. jene beßre hohen Rath der Gottheit Welt wird mir mehr Licht zu ergründen, bewundr' gewähren, und deine große ich deine Huld, die ich Huld mir völliger erklånicht fassen kann, und be- ren. Unendlich) ist mein te, Mittler, dich in tief heil! O Glaube, der ers ster Demuth an. freut! Gelobt sey Jesus Christ, gelobt in Ewigkeit! XXVIII. Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. Chriftliche Selbstliebe. 3. Kein schnöder Eigens nuß beherrsche meine Sees le, und wenn zu meinem In voriger Melodie. 313. Du willst es, Herr Glück ich Weg und Mits mein Gott, daß tel wähle: so laß mich stets ich mich selber liebe: gieb, dabey auf Recht und daß ich diese Pflicht nach Wahrheit schaun, und deiner Vorschrift übe, und nie mein Wohlergehn auf schránke selbst den Trieb, Andrer Elend baun. froh und beglückt zu seyn, 4. Verflucht sey jedes den du mir eingepflanzt Glück, woben die Tugend in heilge Grånzen ein. leidet, wobey, wer so es 2. Gieb, daß mein gan- fucht, Gott, deine Wege zes Herz sich deiner Liebe meidet! Wer Unrecht liebt weihe, und daß ich überall und thut, erbt deinen Hime Dein Auge kindlich scheue. mel nicht: nie treffe mich), Wer als ein Christ sich o Gott, dieß schreckliche liebt, der flieht auch als Gericht! ein Christ, was wider detne Furcht und Menschen liebe ist. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schim Von dem christlichen Verhalten 2c. 309 Schimmer! Die Welt Selbsterkenntniß und Demuth. mit ihrer Lust, vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Luft? Was Mel. Wer nur den lieben u. hilft uns eitle Pracht?, Nicht ein vergänglich Gut 314Wer bin ich? Wels Fras ists, was uns glücklich ge! Gott, lehre sie mich macht. recht verstehn. Gieb, daß 16. Ein Gott ergebnes ich mir die Wahrheit fas Herz, ein unverlegt Ge- ge, um mich, so wie ich wissen, nur das kann uns bin, zu sehn. Wer sich allein des Lebens Last ver- nicht selbst recht kennen füßen! Das bleibt uns lernt, bleibt von der Weis auch im Tod, und folgt heit weit entfernt. uns aus der Zeit zum gro- 2. Ich kam, o Herr, Ben Segen nach bis in aus Seinen Händen: du die Ewigkeit. schufft mich, Gott, zu 7. O selig, wer darnach deinem Preis. Mein Lemit heilgem Eifer trachtet, ben dazu anzuwenden, das und für sein größtes Glück, ist dein våterlich Geheiß. Gott, deine Gnade ach- Doch, leb ich, als, dein tet! Der liebt allein sich Eigenthum, und, wie ich recht, ist glücklich in der soll, zu deinem Ruhm? Zeit, und selig einst ben 3. Ich bin ein Chrift, nach dir in alle Ewigkeit. dem Bekenntniß. Doch, 8. Dieß sey denn auch bin ichs, Herr, auch in der mein Ziel. O laß es mir That? Ach, öffne selbst das das Verständniß, gelingen, des Herzens mir wahres Glück nach Wun- recht einzusehn, ob ich den sche zu erringen! Bewahre Pfad, den Jesus mir ge nur daben mich vor dem wiesen, geh, und ob ich Sinn der Welt: so lieb auch im Glauben steh? ich, Herr, mich recht, und 4. Du kennest unsers 113 Her wie es dir gefällt. 310 Von dem christlichen Verhalten Herzens Tiefen, die uns Kraft. Du bists, der felbft unergründlich sind. bendes in uns schafft. Drum lehre mich, mich 8. Ich muß es einmal ſelber prüfen, ob ich sey doch erfahren, was ich hier Chrifto gleich gefinnt. Be war und hier gethan. O freye mich vom falschen laß michs nicht bis dahin Wahn, der auch den sparen, wo Neue nichts Klügsten täuschen kann. mehr helfen kann! Hier 5. Wer alles weis, und mache mich zum Himmel doch verborgen und unbe- flug, und frey vom schndkannt sich selbst noch bleibt: den Selbstbetrug. wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den Mel. In allen meinen Thaten ic felbft recht kennen, ifter 315Was ich nur Gue stand. Drum mache mich mit mir bekannt. tes habe, ist deis ne milde Gabe, du Vater alles Lichts! Mein Da 6. Was mir zu meinem seyn und mein Leben ward Heil nochb fehlet, mein Ba- mir von dir gegeben; und ter, das entdecke mir. Hab ohne dich vermag ich nichts. ich der Wahrheit Weg er- 2. Sowohl Verstand wählet, so gieb, daß ich ihn als Kräfte, zu jeglichem nicht verlier. Rich! leite Geschäfte, hab ich von mich mit deinem Licht; soldeiner Huld. Dein ists, tauschen mich Verführer wenn gute Thaten nach nicht. Wunsch und wohl geras 7. Bin ich noch fern vom then; an Fehlern bin als rechten Stege, der michllein ich Schuld. zum ewgen Leben führt; 3. Das Glück, deß ich so bringe mich zurück vom mich freue, schaffst du mit Wege, der ins Berder Vaterstreue, du Herr der ben sich verliert. Gieb mir ganzen Welt! Du ordnest zur Behrung Luft und unsern Tagen ihr Glück und mlad gegen uns selbst. 3,11 und ihre Plagen, nur so, bewahre mich vor Stolz wie dir es wohlgefällt. und Uebermuth. 2. Wenn ich vielleicht 4. Sollt ich mich denn der Welt mehr, als mein erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wie- Nächster, nüße, und wenn berfährt? Was hat dich, ich mehr Verstand, als er Herr, bewogen, daß du besigt, besike; bin ich mich vorgezogen? Bin ich drum mehr, als er? O auch jemals dessen werth? nein, wer schenkte mir Verstand und Tichtigs 5. Ich bin viel zu ge- keit? Gott, alles komint ringe der Huld, die ich von dir. besinge, die du mir stets 3. Wenn mir ein größe erzeigt. D laß michs nieres Gluck, nach deinem vergessen, wenn sich mein Rath, begegnet, und dei Herz vermessen zum Stoli ne Gutigkeit mich mehr und Eigendünkel neigt! als Andre, segnet; giebt 6. Das nůßlich anzu- diese deine Huld mir wohl wenden, was du mit Ba- zum Stolz ein Recht? terhånden mir gütig zuge- Bin ich darum nicht wandt; dieß sen in mei- auch, was Andre sind, nem Leben mein eifrigstes dein Knecht? Bestreben! Dazu gieb 4. Wenn ich, geehrt Demuth und Verstand. und groß, in hohen Würden stehe, und Andre neMel. O Gott, du frommer 2c. ben mir in kleinerm Glücke der du alles sehe: wer machte sie ges 316. giebst, von dem ring, und wer erhöhte ich alles habe? was ist mich? Ist nicht mein mein Stand mein Glück Nächster oft viel würdiund jede gute Gabe? Es ger, als ich? ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut; darumjo um/ o 5. Wie könnt ich mich, Gottt, des Guten übers 11 4 heben? 312 Von dem Chriftlichen Verhalten heben? Was ich besit, gedenke nicht der unvollist dein; von dir hab ich kommnen Tugend der reimein Leben; und was ich fern Jahre meiner Zeit. Gutes that, dazu gabst Wenn ich noch oft aus du Gedeihn: drum laß Stolz nach Tugend stremich ewig fern von Stolz be, aus Menschenfurcht und Hochmuth seyn. mich Lastern nicht ergebe; 10 was ist dann meine Fróm[ migkeit? In eigener Melodie. 4. Wenn ich den Geiß 317 Herr, lehre mich, aus Surcht der Schande wenn ich der fliehe; aus Weichlichkeit Tugend diene, daß nicht mich wohlzuthun bemühe; mein Herz des Stolzes sich und måßig bin, gesund zu erkühne, und nicht auf sie seyn; wenn ich die Rach vermessen sey. Herr, leb- laus Eigennuße haffe, der re mich), wie oft ich feh- Ehrfucht Pfad aus Trågle, merken. Was ist der heit nur verlaffe; was ist Mensch bey seinen besten an dieser Tugend mein? Werken? Wann sind siel 5. Und, Gott, wie oft von Gebrechen frey? find unsre besten Triebe 2. Wie oft fehlt mir nicht Frömmigkeit, nicht zum Guten selbst der Wil- Früchte deiner Liebe, nur le! Wie oft, wenn ich auch Früchte der Natur und dein Gebot erfülle, erfüll Zeit! Wann fühlen wir ichs minder, als ich soll der Tugend ganze Würs Sind Lieb und Furcht stets de? Wann ist dein Joch die Bewegungsgründe der uns eine leichte Bürde, guten That, der unterloß und dein Gebot Zufrienen Sünde? und ist mein denheit? Herz des Eifers voll? 6. Doch, Herr mein a. Gedenke nicht der Gott, wenn auch, zu dei Sünden meiner Jugend; ner Ehre, mein Herzerein, rein stipdas gegen uns selbst. not 213 rein meine Tugend wåre; keft, Gerechtigkeit in dei weß ist denn dieses Eigen- nem Sohn ihm schenkest, thum? Wer ließ mich früh und zur Belohnung selbſt zur Tugend unterrichten, ein Recht? Und wenn ich mein Glück mich sehn in nun, durch deines Geimeines Lebens Pflichten, stes Gabe, des Glaubens und im Gehorsam meinen Kraft und alle Werke ha. Ruhm? be, wer bin ich? Ein unnüger Knecht da 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? Wer gab mir Kraft, es freudig auszuüben, und in Versuchung Schild und Sieg? Weß ist der Quell, Mel. Kommt her zu mir, 2. ber mich mit Weisheit 318 Herr, meiner Seele großen Werth, trånkte? Und weß der den mir dein theures Wort Freund, der mich um erklärt, laß mich mit Ernst Guten lenkte, und mir den bedenken; und auf die Fehler nicht verschwieg? Sorge für ihr Wohl so 8. Du triebst mich an, unermüdet, als ich soll, daß ich das Gute wählte, den größten Eifer lenken. und riefst mich oft, wann 2. Wie hast du nicht ich des Wegs verfehlte, an fie gedacht! Wie viel durch Stimmen deines hat deiner Gnade Macht Geists zurück; zogst mich nicht an ihr Glück gewendurch Kreut, durch Wohl- det! Du schufft sie, Gott, that auch, von Sünden; dein Bild zu seyn; und ließt, wann ich rief, mich haft, vom Fluch sie zu bes wieder Gnade finden, und frenn, selbst deinen Sohn gabst zu meiner Besrung gesendet. Glück. 3. 3u groß für diese 9. Was ist der Mensch), kurze Zeit, bestimmt zum daß du, Gott, sein geden- Glück der Ewigkeit, lebt U S fie 3b Sorge für die Seele. 314 Von dem christlichen Verhalten fie im Fleisch auf Erden, ten, das mir dein Rufvor durch Glauben und Gott- Augen stellt, und alle Leis seligkeit, zu größerer Voll- den dieser Welt wie nichts kommenheit im Himmel dagegen achten. reif zu werden. 8. Wie selig werd ich 4. Mit großer Treuesdann nicht seyn! Schon willst du sie, durch dieses hier werd ich mich deiner Lebens kurze Müh, zu je- freun, in dir, Gott, ruhig nem Ziele führen. O laßlieben; und du wirst, nach mich nicht, durch eigne vollbrachter Zeit, auch mich Schuld, das Heil, das gewiß zur Herrlichkeit in deine Vaterhuld ihr zuge- deinem Reich erheben. dacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott ver- Mel. Sey Lob und Ehr mit u. eint zu seyn mich ewig 319Nach meiner Se le Seligkeit laß, deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen; Herr, mich eifrig ringen. das sey mein Zweck und Sollt ich die kurze Gnamein Bemühn! Laß mich denzeit in Sicherheit vers den rechten Weg dahin aus bringen? Wie würd ich Leichtinn nie verfehlen. jeinst vor dir bestehn? Wer 6. Wer Sünde liebt, in dein Reich wünscht einbleibt nicht vor dir. Drumzugehn, muß reines Herz schaffe felbst, o Gott, in zens werden. mir ein Herz, das Sünden 2. Erst an dem Schluß hasset; das seine Schuld der Lebensbahn auf seine vor dir bereut, und das Sünden sehen, und wann zu deiner Gütigkeit durch man nicht mehr findgen Chriftum Hoffnung faffet. Fann, Gott um Erbarmung 7. In meiner ganzen flehen, das ist der Weg Pilgrimschaft laß mich, zum Leben nicht, den uns, gestärkt durch deine Kraft, o Gott, dein Unterricht in nach jenem Kleinod trach- deinem Wort bezeichnet. 3. Du gegen uns selbst. 315 3. Du rufft uns hier verachten. Daß ich auf zur Heiligung: drum laß deinen Wegen geh, und auch hier auf Erden des im Gericht dereinst besteh, Geiftes wahre Besserung sey meine größte Sorge! mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb. Nichts sey zu groß, nichts mir zu lieb, es dir nicht auf uopfern. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschügest, und mich, zur Treu in dieser Pflicht, mit Kråf4. Gewonn ich auch die ten unterstüßeft? O stårke ganze Welt mit allen ihren mich, mein Gott, dazu! Freuden, und sollte das, So find ich hier schon was dir gefällt, o Gott, wahre Ruh, und dort darüber meiden; was hülfe das ewge Leben. mirs? Kann auch die Welt mit allem, was sie in sich Bewahrung eines guten hålt mir deine Gnad er Gewiffens. leben? 5. Was führt mich zur Mel. Nun freut euch, lieben c. Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann 320D mir Trost und Freudig- ist doch ein gut Gewissen! keit in Noth, im Tode Wer dieses hat, der hat geben? Nicht Menschen auch Muth, wenn Andre gunst, nicht irdisch Glück; zagen müssen. Sein ruhig nur Gottes Gnade, nur Herz erzittert nicht; ihn ein Blick auf jenes Lebens schreckt kein Tod und kein Freuden. Gericht: denn er hat Gott welch ein uns scházbares Gut 6. Nach diesem Klei jum Freunde. nod, Herr, laß mich vor 2. Gott, deines Beyallen Dingen trachten, falls sich bewußt, vertraut und ist die Welt mir hin- er deiner Gnade. Dein derlich, sie und ihr Glück Friede wohnt in seiner Brust; 316 Von dem chriftlichen Verhalten Bruft: und wer ist, der 6. Laß mich, was mein als ihm schade? Er sieht auf Gewissen spricht, dich in aller Noth, womit Stimme Gottes ehren, die Zukunft ihn bedroht; und ohne frommen Vor ihn tröstet deine Liebe. fag nicht auf seine War3. Trifft ihn auch hier nung horen. Erinnerts zuweilen noch das Gift der mich an meine Schuld, Låsterzungen; wird seines so laß mich, Vater, deis Herzens Ruhe doch dane Huld in wahrer Reue durch nicht ganz bezwun suchen! 7. Durch deine Gnade gen. Er hütet sich vor Uebelthat, und denkt: der stårke mich, daß künftig Lügen wird wohl Ráth; meine Seele die Sünde Gott wird die Unschuld flich, und wider dich und dein Gebot nicht fehle. retten. 4. Sein Geist sieht mit Denn wer nur reines HerZufriedenheit der künft- zens ist, hat immer dich, gen Weit entgegen. Dieß durch Jesum Christ, Allgiebt ihm Muth und Freu- gütiger, zum Troste. digkeit, auch auf den rauhsten Wegen. Denn dort Wachsamkeit. macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth Mel. Wer nur den lieben. der Menschen kund; da schon ergriffen wird der Fromme fiegen 321. Nicht, daß ichs 5. Bewahre denn, mein håtte; die beste Tugend Vater, mir ein unverlegt bleibt noch schwach; doch, Gewissen, und meine See- daß ich meine Seele rette, le werde dir durch Sün- jag ich dem Kleinod eifrig den nicht entriffen. Mit nach: denn Tugend ohne dir, Gott, ausgeföhnt zu Wachsamkeit verliert sich seyn, dein heilig Recht bald in Sicherheit. nicht zu entweihn, sey mei- 2. So lang ich hier im ne größte Sorge! Leibe mind gegen uns selbst. n 317 Leibe walle, bin ich ein sam, schrankst dich ein, Kind, das strauchelnd geht. fliehst nicht die SchmahDer sehe zu, daß er nicht sucht, nur den Schein. falle, der, wenn sein Nách- 6. Du denkst, weil Dinfter fällt, noch steht. Auch ge dich nicht rühren, durch die bekämpfte böse Lust die der Andern Tugend stirbt niemals ganz in fällt: so werde nichts dein unfrer Brust. Herz verführen; doch je3. Nicht jede Befferung des Her; hat seine Welt. ist Tugend. Oft ist sie nur Den, welchen Stand und das Werk der Zeit. Die Gold nicht rührt, hat oft wilde Hike roher Jugendlein Blick, ein Wort vers wird mit den Jahren Sitt- führt. famkeit. Und was Natur 7. Oft schläft der Trieb und Zeit gethan, sieht un- in deinem Herzen. Du fer Stolz für Tugend an. scheinst von Rachsucht dir 4. Oft ist die Aendrung befrent; jetzt sollst du eine deiner Seelen ein Tausch Schmach verschmerzen, der Triebe der Natur. und sieh, dein Herz wallt Du fühlst, wie Stolz und auf und draut, und schilt Ruhmsucht qualen, und so lieblos und so hart, als dampfft sie; doch du wech- es zuerst gescholten ward. felft nur; dein Herz fühlt 8. Oft denkt, wann wir einen andern Reiß, dein der Stille pflegen, das Stolz wird Wollust, oder Herz im Stillen tugendGeiß. haft. Kaum lachet uns 5. Oft ist es Kunst und die Welt entgegen: so Eigenliebe, was Andern reget sich die Leidenschaft. strenge Tugend scheint. Wir werden im GeräuDer Trieb des Neids, sche schwach, und geben der Schmåhsucht Triebe endlich strafbar nach. erwecken dir so manchen 9. Du opferst Gott bie Seind. Du wirst behut- leichtern Triebe durch ein 318 Von dem christlichen Verhalten nen strengen Lebenslauf; Wohlfahrt an. Die Si doch opferst du, wills seine cherheit droht dir den Fall: Liebe, ihm auch die liebste drum wache stets, wach Neigung auf? Dieß ist überall! das Auge, dieß der Fuß, die sich der Chrift entreis sen muß. Mel. Straf mich nicht in 2c. Geist, bereit! 10. Du fliehst, geneigt 322.Mache dich, mein zu Ruh und Stille, die Wache, fleh und bete! Welt, find liebst die Ein- Schlummre nicht in Sifamkeit; doch bist du, forcherheit: du erwachst zu berts Gottes Wille, auch spåte; wann die Noth dieser zu entfliehn bereit? und der Tod dich viel Dein Herz haft Habsucht, leicht in Sünden unbereis Neid und Zank; fliehts tet finden. Unmuth auch und Müßiggang? 2. Wache, dir ist un bekannt, ob nicht noch auf 11. Du bist gerecht; Erden Prüfungen von drum auch bescheiden? Gottes Hand dich betref. liebst Mäßigkeit; drum fen werden. Drum sey auch Geduld? Du die wach! Bist du schwach, neft gern, wenn Andre o so giebt Gott Stärke leiden; vergiebst du Fein- zu dem großen Werke. den auch die Schuld? 3. Wache, daß dich Sa Von allen Lastern sollst du tans List nicht im Schlume rein, zu aller Tugend wil mer finde, und, weil du lig seyn. zu ficher bist, leichter über12. Sen nicht vermes winde. Gott giebt zu, daß fen! Wach und streite! auch du, wenn du forglos Denk nicht, daß du schon wallest, in Versuchung gnug gethan. Dein Herz fallest. hat seine schwache Seite, 4. Wache, daß dich die greift der Feind der nicht die Welt durch Ges walt mind gegen uns selbst. na 310 walt bezwinge; oder wenn treten, desto mehr mußt sie sich verstellt, liftig an du fürwahr wachen, flehn sich bringe. Wach und und beten. Halt nur an! sieh, daß dich nie falsche Denn Gott kann, und Brider fällen, die dir Gott will vom Bösen dich Meße stellen. gewiß erlösen. 5. Wach und hab auf bich stets acht; trau nicht mel. Vater Unser im c. deinem Herzen. Leicht 323. Hier ist noch unfre es be Prüfungszeit. wacht, Gottes Huld ver- Hier sind wir immerdar scherzen. O es ist voller im Streit; hier, wo uns List, und weis wohl zu Irrthum leicht berückt; heucheln, und sich selbst das schwache Herz sich zu schmeicheln. verstrickt; die Sinne bald 6. Aber bet auch stets jedes Blendwerk rührt; dabey, bete bey dem Was auch böses Beyspiel oft chen. Gott muß dich von verführt. Trägheit fren und behut 2. Oft nehmen Lafter sam machen. Er verleiht überhand, und stromen Munterkeit auf dem rech- übers ganze Land. Drum ten Pfade, durch erbetne hüte dich; das Weitges Gnade. richt bringt alle Sünden 7. Nahe dich denn mit an das Licht. Christ, sen Gebet oft zu seinem Thro- zum Kampfe stets bereit, ne. Wenn dein Herz nur und flich den Schlaf der glaubig fleht, hört er in Sicherheit. dem Sohne. Er verheißt 3. Mein Vorsat ist, ich seinen Geist, mit ihm Kraft will ihn fliehn. Doch wie und Leben, auf dein Flehn gelingt mir mein Bezu geben. Gefahr nehm ich mühn? 8. Drum, je nåher die hier bey Gefahr, ein Nege Gefahr und Versuchung bey dem andern wahr. Wie 320 Von dem christlichen Verhalten Wie so viel Feinde drohen Mein ganzes Herz ergiebt mir! Ich, Schwacher, sich dir. Ich weis, durch wie entrinn ich hier! dich gelingt es mir. Auf 4. Die Welt hüllt in dich verlåßt, in aller Noth, der Tugend Schein oft mein Herz fich fest bis in ihre Laster künstlich ein; den Tod. preist den Genuß des Le- 8. Wenn schon die Trübbens an; schilt Frömmig- fal auf mich bringt, und Feit für finstern Wahn. Angst mich überall um Ihr Weg ist lustig, breit ringt; bleib ich doch stets und voll. Sie winkt mir, in deiner Hand, und halt daß ich folgen soll. in jeder Prüfung Stand. 5. Du, Jesu, mußt das Du, du bist durch den Beste thun. Mein Hof Glauben mein. Nun muß fen soll auf bir beruhn. mir alles heilsam seyn. Ach, durch dein Blut bin 9. Mit dir, o Herr, ich ja dein! Du wollest kann ich bestehn; sollt auch Stårke mir verleihn, daß der Weltkreis untergehn. ich unüberwindlich treu, o Es fürchte sich der Heuchele Herr, in jeder Prüfung christ, und wer ein Knecht sey. der Laster ist. Ich will 6. Der Sündendienst nicht zagen; ins Gericht scheint zu erfreun, und kommt, wer an dich, Herr, endigt sich in Höllenpein. glaubet, nicht. Drum steh dein guter 10. Du bist es auch, Geist mir bey, daß ich kein dem ich vertrau, so lang Knecht der Sünde sey. ich noch das Elend bau; Gestatte dem Versucher bis dort, wohin mein Herz nie, daß er mich deiner sich sehnt, die Sieger Preis Hand entzieh. und Ehre krönt. Herr, 7. Zwar ist mein Glau- fteh in jedem Streit mir be klein; doch du, du stars bey, daß ich durch dich ein ker Held sagst Hülfe zu. Sieger sey. Gu Sorge gegen uns selbst. 321 Sorge für das Leben, dank Güte, entweicht auch und rechter Gebrauch deffelben. dem Berufe nicht. 324Was 5. Was leicht in Frank heit stürzet, das Leben leicht Mel. In allen meinen Thaten z. verkürzet, laß mich mit as ist mein zeit- Sorgfalt lich Leben, das auch nicht ångstlich zagen, du mir, Gott, gegeben? es für die Pflicht zu was Ein unschågbares Gut. gen, dies Leben, das du Du gabst mirs, hier auf mir verliehn. fliehn; doch Erden zum Himmel reif 6. In deine Vaterhån zu werden, worauf mein de befehl ich, Herr, mein wahres Glück beruht. Ende, und meiner Tage 2. Hier wird die Saat Lauf. Es sey mein ganzes gestreuet, und wenn sie Leben dir hier zum Dienst wohl gedeihet, ist dort die ergeben. Hilf du nur meis Ernte groß. Je långer ner Schwachheit auf. ich hier lebe und gut zu 7. Was nütt ein lans handeln strebe, je seliger ges Leben, wenn man ist dort mein 2008. nicht, Gott ergeben, nad) 3. Sollt ich dies Glück wahrer Tugend strebt? mir rauben? O Herr, laß Wer Gott und Menschen mir, im Glauben an jene liebet, und sich im Guten Erntezeit, mein Leben auf übet, nur der hat lang der Erden so werth und und wohl gelebt. wichtig werden, als es mir selbst dein Wort ge- Mel. Wer weis, wie nahe mir zc. beut. 4. Mir selbst es zu ver- 325Du gabft mir, Ewis ger, dies Leben Fürzen, mich in den Tod nicht für den Augenblick zu stürzen, ist wider meine der Zeit: du hast es mir, Pflicht; ein redliches Ge- lo Gott, gegeben, zuförs müthe lohnt nie mit Un- berst für die Ewigteit. n- berf Hier 32,2 Von dem christlichen Verhalten Hier ist allein der Prů nach Wollust, Ehr und fungsort; Beftrafung und Gold nicht trachten, wor Belohnung dort. nach das Fleisch so lüstern 2. Du schenkteft mir geist; nie scheuen, was Verstand und Willen; die Pflicht gebeut, und wår die Wahrheit zu erkennen, es auch voll Bitterkeit. Licht; Kraft, deine Vor- 6. Wohl mir, wenn ich) schrift zu erfüllen, und es muthig wage, des künfteine Richtschnur meiner gen Lebens werth zu seyn, Pflicht; der Tugend in und diese kurze Prüfungs. neres Gefühl, und Freys tage Gott und der Tugend heit, was ich wählen will. bios zu weihn; wenn nie 3. Du schmückteft, durch mein Fuß den Pfad verdein mächtigs Werde! mit liert, der mich zum beffern Reiß und Pracht mein ir- Leben führt! disch Haus, und gofest 7. Wohl mir, wenn ich über diese Erde die Wun- den Trieb zur Sünde, die der aller Schönheit aus; Luft des Fleisches und der und schufft mir feine Sine Welt, und jede Lockung nen an, daß ich sie auch überwinde, die oft dem empfinden kann. fchwachen Fleisch gefällt, 4. Und dennoch läsfest und, o welch glänzender du mich wissen, daß dies Gewinn! hier Sieger, mein irdisch Haus zer- dort gekrönet bin! bricht. Ich soll zwar die- 8. Gieb du dazu mir fer Welt genießen, doch Kraft und Stärke, der als genöß ich ihrer nicht: du in Schwachen mach ich soll der Sinne Lüfteltig bist; mir, dessen Herz fliehn, wenn sie mich zu zu diesem Werke nur all der Erde ziehn. zuschwach und sinnlich ist: 5. Der Freude soll ich lehr mich das Irdische ver oft nicht achten, die sonst schmähn, und stets nach so leicht die Sinne reigt; meinem Ziele sehn. 6. gegen uns selbst. 323 9. O. laß schon in genügen, und thun, was die funden Tagen mich oft zu der Herr gebeut. Er ruft meinem Grabe gehn, und, dir menschenfreundlich zu: Herr, in Freuden und in fieh, Eins ist noth! Was Plagen, auf dich und auf såumest du? das Kün tige sehn; damit 4. Drum eil, und rette ich meiner Pricht getreu, deine Seele, und denke des höhern Lebens fähig nicht: ein andermal! Sey sey. wacker, bet, und übers åhle der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein 8 eilt der letzte Ende wår auch fern: sen 326.68 von den Tagen, fromm und wandle vor die du hier lebst, o Mensch, dem Herrn! herben; erkauf die Zeit 5. Mit jedem neuges hör auf zu klagen, sie sen schenkten Morgen erwecke zu kurz; gebrauch sie treu, dich zu dieser Pflicht. und nimm, mit dankbarem Sprich: dir, o Gott! st Gemüth, der nahen Stun- nichts verborgen, ich bin de wahr; sie flieht! vor deinem Angesicht, und Mel. Wer nur den lieben c. 2. Getäuscht von eiteln will, mich deiner Huld zu Kleinigkeiten, verlierst du freun, mein Leben gern deines Lebens Zweck, per- der Tugend weihn. schiebst dein Heil auf ferne 6. Erleucht und stärke Zeiten, und wirfst leicht- meine Seele, weil ohne finnig Jahre weg! Und dich sie nichts vermag. bist du denn, o Sterbli Du gönnst, daß ich mein cher, des nåchsten Augen Heil erwähle, aus Gnas blickes Herr? den mir noch diesen Tag. 3. Ein ewig Glück einst Was ist nicht eine Stun zu besigen, sollst du des de werth, die deine Lange kurzen Lebens Zeit, als muth mir gewährt! deine Saatzeit, weislich 7. Wohl mir, wenn ich peislich 2 aus 324 Von dem christlichen Verhalten aus allen Kräften nach sen dein Kummer, daß Gottes Reiche hier ge- mancher Tag umsonst vers strebt, in Gott gefälligen strich! Der ungenügte Geschäften die Pilgertage Augenblick ist strafbar, durchgelebt, und einst im und kommt nicht zurück. Glauben sagen kann: du 3. Der Thor durchles nimmst mich, Herr, zu bet feine Jahre, eh er des Ehren an! Lebens Werth versteht; 8. Mein sprachlos Flehnjer nahet früher zu der ben meinem Ende ver- Bahre, als er den Weg nimmst du, Herzenskün- zur Tugend geht. Was diger. In deine treue ist ein menschlichs Leben Baterhånde befehl ich werth, das ungenügt vors meinen Geist, o Herr! über fährt? Er schwingt sich über 4. Mensch, fen ein Grab und Welt zu dir, Mensch, fang an zu le wenn seine Hütte fällt. 327.Wº ben, fang an ein Glied der Welt zu seyn; fang In voriger Melodie. an, dem Guten nachzu o eilt ihr hin, streben, bring das Vers ihr Lebens- säumte zwiefach ein; daß, stunden? Zeit! edle Zeit! wenn man deinen Leib bes wo fleuchst du hin? Wie gråbt, dein Werk und dein mancher Tag ist schon Gedächtniß lebt. verschwunden, seitdem ich 5. Sen nicht den kleine auf der Erde bin! Ein sten Zeitpunkt můßig, da großer Theil von meiner du nicht deine Pflicht ers Zeit ist schon im Meer füllst; du hast den Tag der Ewigkeit. ( nicht überflüßig, den du so 2. Ermuntre dich aus frech verschwenden willst: deinem Schlummer, auf, dies ist der wichtigste Vers meine Seel, ermuntre dich! luft, wenn du die Zeit bes Dies sey dein Gram, dies dauern mußt. 6. Gieb 325 gegen uns selbst. 6. Gieb selber dir vonlauf ewig uns verschwun Niemals kehrt ein jedem Tage, den dir der den. Herr schenkt, Rechen Augenblick, uns zum Heil, schaft; durchdenk ihn, leg davon zurück. ihn auf die Wage: voll 3. Laß, bey ihrer Flüch brachtest du ihn tugend- tigkeit, mich, mein Gott, haft? Hast du, nach doch nie vergessen, wie Möglichkeit, gethan, was unschäßbar sen die Zeit, Gott von dir einst fordern die du hier uns zugemes kann? sen; und wie das, was 7. Herr meines Lebens, hier geschieht, ewge Solsen doch künftig mein Heiligen nach sich zieht. und meines Lebens Kraft: 4. Reige mich dadurch so leb ich, als ein Mensch, zum Fleiß, eh die Zeit des vernünftig, und, als ein Heils verlaufen, mir zum Christ, gewissenhaft: fo Besten, die zum Preis, dant ich in der Ewigkeit noch die Stunden auszu dir für den besten Schag, kaufen, die zu meiner Sedie Zeit. ligkeit deine Gnade mir verleiht. Mel. Meinen Jesum laß ich ic. 5. Deine schonende Ges mich, Gott, 328 Dunfre Zeit steht nicht vergebens! Ach ver allein in deinen Hånden. gieb mir meine Schuld, Eines Christen Schuldig, daß so manchen Theil des Feit ift, fie weislich anzu Lebens ich, zu meiner See wenden: denn wer weis, len Wohl, nicht gebraucht, wie bald zur Gruft deiner so wie ich soll. Vorsicht Wint uns ruft? 6. Laß mich meine Bef 2. Unaussprechlich schnell ferung für mein Hauptges entfliehn die uns jugezähl schäfte achten, und nach ten Stunden: eh mans meiner Heiligung mit so Denkt, sind sie dahin, und treuem Eifer trachten, als er= Von dem christlichen Verhalten erwartete noch heut mich milder Vaterhand, die Gericht und Ewigkeit. Mittel, die dazu uns nügen, 7. Deine Gnade steh und zum Gebrauch giebst mir bey, daß mein Leben du Verstand. Dir ist die auf der Erde reich) an gu- Sorge nicht zu klein: wie ten Früchten sen, und dem sollte sie denn mir es seyn? Nächsten nüglich werde. 4 Gefunde Glieder, mun Und ist einst mein Ende tre Kräfte, o Gott, wie viel da, o so sey mit Trost sind die nicht werth! Wer mir nah! taugt für des Berufs Ges schäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwehrt? Ist nicht der Erde größe Mel. Wer nur den lieben 2c. tes Gut Gesundheit und Sorge für den Leib. 329.Des Leibes war ein heitrer Muth? ten ihn 5. Drum gieb, daß ich nähren, das ist, o Scho- mit Sorgfalt meide, was pfer, meine Pflicht. Durch meines Körpers Wohlseyn eigne Schuld ihn zu zerstö- stört, daß nicht, wenn ich ren, verbietet mir dein Un- je Schmerzen leide, mein terricht. O stehe mir mit Geist den innern Vorwurf Weisheit bey, daß diese hört: du selbst bift Storer Pflicht mir heilig sey! deiner Ruh; du zogst dir 2. Sollt ich, o Herr, selbst dein Uebel zu. geringe schigen, was dei- 6. Laß jeden Sinn und ne Hand mir anvertraut? alle Glieder, mich, zu bes Den wundervollen Bau wahren, achtsam seyn! verlegen, den du, als Drückt mich die Laft der Schopfer, selbst erbaut? Krankheit nieder, so floße Weß ist mein Leib? Er ist selbst Geduld mir ein. ja dein: follt ich denn Gieb guten Muth, und sein Zerstörer seyn? dann verleih daß auch des 3. Shn zu erhalten, zu Arztes Rath gedeih. beschügen, giebst du, mit 7. Doch 326 gegen uns selbst. 3.27 7. Doch gieb, daß ich legt, mich nie, o Höch nicht übertreibe, was auf fter, so besiegen, daß fie des Leibes Pflege zielt; zum Schwelgen mich be und stets in jenen Schranwegt. Laß, deiner Gaben Fen bleibe, die dein Geset mich zu freun, mich måßig mir anbefiehlt. Des Let- im Genuffe seyn. bes Wohl laß nicht allein 3, Mit Speis und Trank den Endzweck meiner Sor- sein Herz beschwehren, steht ge seyn. niemals wahren Christen 8 Mein größter Fleiß an. Dadurch wird das, auf dieser Erde sen meinem was uns ernähren, und uns Geiste, Gott, geweiht, sern Geist erquicken kann, daß er zum Himmel weiselein Gift, das in die Adern werde, nodh hier in dieser schleicht, und Krankheit, Prüfungszeit So wird Schmerz und Tod erzeugt. ich Leib und Seele dein in 4. Die Schwelgerey jener bessern Welt erfreun raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht tråge zum Berufsgeschäfte; untůch, tig zur Gottseligkeit; er. mäßigkeit. In voriger Melodie. 330.Wie mannigfal- weckt Unordnung, Streit tig find die und Zank; etstickt den dir, Gaben, womit, Herr, dei Gott, schuldgen Dank. ne Huld uns nährt, und 5. Wer sich den Bauch die, so Geist als Leib gulzum Gott erkohren, unmas laben, uns tåglich deine ßig Gottes Gaben braucht, Hand gewährt! Auch das, der ist fürs Himmelreich was unser Mund genießt, verlohren, für das kein zeigt uns, wie freundlich, Knecht der Lüfte taugt. Gott, du bist. Gott, laß mich ja dies 2. Doch laß die Kraft, Laster scheun, enthaltsam, uns zu vergnügen, die dulmáßig, nüchtern seyn. in Speis und Trank gel 4 6. So 328 Von dem christlichen Verhalten 6. So oft ich Speis schwächt den Verstand, und Trank genieße, so laß der Seele Licht: sie raubt es mit Vernunft geschehn, den Eifer edler Werke, und, daß ich bendes mir und Ernst und Luft zu jes versüße, mit Dank auf der Pflicht; führt Keue, dich, den Geber, sehn; führt Gewissensschmerz in auf dich, der du uns zárt das ihr preisgegebne Herz. lich liebst, und Nahrung und Erquickung giebst! 4. Der Mensch finkt un ter ihrer Bürde zur Nies drigkeit des Thiers herab: er schåndet und entehrt die Würde, die ihm sein weis Mel. Wer nur den lieben c. fer Schöpfer gab; vergißt Reuschheit. 331 Der Wollust Reiß den Zweck, dazu er lebt, zu widerstreben, weil er nach niedern Lü laß, Höchster! meine ften strebt. Weisheit seyn. Sie ist ein 5. So schimpflich sind der Gift für unser Leben, und Wollust Bande! Schon ihre Freuden werden vor der Welt sind sie ein Vein. Drum fleh ich de- Spott. Sie find vor dem muthsvoll zu dir: o schaff Gewiffen Schande, und ein reines Herz in mir! nod) weit mehr vor dir, 2. Die Wollust kürzet o Gott! Wer sich in ihre unsre Tage; fie raubt Knechtschaft giebt, wird dem Körper seine Kraft: nie von dir, o Gott, ges und Armuth, Seuchen, liebt. Schmerz und Plage sind 6. Den wird Gott wies Früchte dieser Leidenschaft. derum verderben, der seis Der haßt sich selber, der nen Tempel hier verderbt. fie liebt, und sich in ihre Die Keuschheit wird den Feffeln giebt. Himmel erben, da Wols 3. Sie raubt dem Her- luft das Verderben erbt. sen Muth und Stärke; Laß mich vor ihrer Lockung fliehn 3 gegen uns selbst. 329 fliehn, und keusch zu seyn, schnell verlierts oft der, mich stets bemühn. dem sein Bemühn gelingt. 7. Gieb, daß ich allen 3. Ein Gut, das unsern bösen Lüsten mit Muth Geift wahrhaftig soll bes und Nachdruck widerfieh, glücken, muß nicht vers und stets, dawider mich gånglich senn, muß für den zu rüsten, auf dich, Allge- Geist sich schicken. Der genwärtger, feh. Wer Thor hat Geld und Gut; dich, o Gott, vor Augen er hats, und wünscht noch hat, flieht auch verborgne mehr; noch immer bleibt Misfethat. fein Herz von wahrer Rube leer. Rechtmäsittes Verhalten gegen die zeitlichen Güter. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Mel. O Gott, du frommer 2c.Herz nie sclavisch das zu lieben, was man mit Müh 332. Laß mich doch gewinnt, bald schwelgerisch nicht, o Gott, verzehrt, bald rubelos bes den Schäßen dieser Erden wacht, und bald mit Fluch so sehr ergeben seyn, daß vermehrt. fie mein Abgott werden! 5. Ein weises frommes Oft fehlt beym Ueberfluß Herz, das sey mein Schag Doch die Zufriedenheit auf Erden. Sonst alles, und was ist ohne sie des nur nicht dies, kann mir Lebens Herrlichkeit? entriffen werden. Es bleibt 2. Kann ein vergånglich im Eod auch mein, und Gut auch unsre Wünsche folgt mir aus der Zeit, stillen? Es steht ja sein Be- zum seligsten Gewinn, bis fig nicht blos in unserm in die Ewigkeit. Willen. Nicht stets wirds 6. Wenn dieses fehlt, dann dem zu Theil, der ångstift das prachtigste Verlich darnach ringt; und gnügen den süßen Traus 5 men 330 Von dem chriftlichen Verhalten men gleich, die unsern reiß ein irdischer Gewinn Geist betrügen. Drum mein Herz so weit zum lenke, Gott, den Wunsch Eiteln hin, daß ich mein vom irdischen Gewinn, Heil vergesse. durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gütern hin. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ih ren Schagen: verblendete Mel. Es ist das Heil uns ic. mich Gut und Geld, mich 333. Herr err, laß mich dir zu widerseßen? VerDoch gewissen fdmåht' ich, was dein haft mein zeitlich Gut ver- Wort begehrt, was mir walten. Gieb felbft mir ein ewig Heil gewährt; Weisheit, gieb mir Kraft wie elend würd ich wers damit so hauszuhalten, den! wie es mir nügt, und dir 5. Mein größtes Trach. gefällt; damit ich nicht in ten, Herr, sen hier nach jener Welt an ewgen Güdeines Geistes Gaben. tern darbe. Wie reich bin ich, o 2. Mein Hab und Gut Gott, in dir, kann ich kommt ja von dir und dei- nur diese haben! Besig ich), nem milden Segen. Zu Höchster, deine Huld; bin keinem Fallstrick gabst du lich voll Glauben und Ges mir mein zeitliches Ver- duld: was fehlt dann mögen. Du gabft es mir meinem Glücke? zum wahren Wohl. Drum 6. Den Geiß laß ferne gieb, Herr, daß ich, wie von mir seyn, die Wurzel ich soll, und christlich es alles Bösen. Von Sün gebrauche. den und Gewissenspein 3. Es ist das mir ge- kann Reichthum nicht ers schenkte Gut vergånglich, lösen. Er hilft in Todess wie die Erbe. Hilf, daß stunden nichts, und nichts ich nie zum Uebermuth dalam Tage des Gerichts. durch verleitet werde. Nie Da schüßt er keinen Sünder. 7. Gieb gegen uns selbst. 331 7. Gieb mir die weise Pflicht, mit Weisheit sie Sparsamkeit, nicht Güter zu nutzen Sie dürfen uns zu verschwenden, die du ser Herz erfreun, und uns mir gabst, um in der Zeit fers Fleisches Antrieb seyn. sie nüßlich anzuwenden. 3. Doch nach den Gü Gieb mit die Klugheit, tern dieser Zeit mitganzet daß ich hier dadurch dem Seele schmachten; nicht Nächsten so wie mir, des erst nach der Gerechtigkeit Lebens Müh erleichtre. und Gottes Reiche trach 8. Es kommt ein Tag ten, ist dieses eines Men der Rechenschaft; das schen Ruf, den Gott zur laß mich stets erwågen: Ewigkeit erschuf? so brauch ich, Gott, ges 4. Der Geiß erniedrigt wissenhaft den mir ver- unser Herz; erstickt die ed trauten Segen: damit ich lern Triebe. Die Liebe in der Ewigkeit noch, von für ein schimmernd Erz den Gütern dieser Zeit, den verdrångt der Tugend Lies reichsten Segen ernte. be, und machet, der Ver. nunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 334.Wohl dem, der 5. Der Geiß, so viel befre Schåge er an sich reißt, läßt dich liebt, als Schåge dieser kein Gut genießen; er Erden! Wohl dem, der quålt durch Habsucht deis sich mit Eifer übt an Turnen Geist, und tödtet dein gend reich zu werden; und Gewissen, und reißt, durch in dem Glauben, deß er schmeichelnden Gewinn, lebt, sich über diese Welt bich blind zu jedem Fres erhebt! vel hin. 2. Wahr ist es, Gott 6. Um wenig Vortheil verwehrt uns nicht, hier wird er schon aus dir mit Güter zu besigen. Er gab Meyneid sprechen; dich fie uns, und auch die zwingen, der Arbeiter Lohn uns Von dem christlichen Verhalten unmenschlich abzubrechen: Wahrheit fren zu lehren; er wird in dir der Wittwen du schweigst, wenn sie dich Flehn, der Waisen Thrá- reden heißt; ehrst, wo du nen widerstehn: nicht sollst ehren; und wirst, 7. Wie könnt einsum ein verächtlich Geld, Herz, vom Geiße hart, ein Schmeichler und die des Wohlthuns Freuden Pest der Welt. schmecken, und in des 11. Erhalte mich), o Gott, Unglücks Gegenwart den daben, daß ich mir gnügen Ruf zur Hülf entdecken? laffe; Geiß ewig, als Abs Und wo ist eines Standes götteren, von mir entfern Pflicht, die nicht der Geit und hasse. Ein weises Herz entehrt und bricht? und guter Muth sey meis 8. Du bist ein Vater; nes Lebens größtes Gut! und aus Geiß entziehst du dich den Kindern, und låsArbeitsamkeit. seft did) des Goldes Reik, Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. ihr Herz zu bilden, hin bern; und glaubst, du 335.3ur Arbeit, nicht zum Müßighabft sie wohl bedacht, gang, sind wir, o Herr, auf wenn du sie reich, wie Erden. Drum můß ic) dich, gemacht. aud) mein febenlang fein 9. Du hast ein richter- Knecht der Trägheit wers liches Amt; und du wirst den. Bieb mir Verstand dich erfrechen, die Sache, und Luft und Kraft, ges die das Recht verdammt, schickt, getreu, gewissen aus Habsucht, recht zu haft mein Amt hier zu vers sprechen; und selbst der walten. Tugend größter Feind er. Fauft an dir sich einen Freund. 2. Hast du ein Amt, so warte sein:" das ist, o Gott, dein Wille. O 10. Gewinnsucht raubt Adße selbst den Trieb mir dir Muth und Geist, die ein, daß ich ihn treu ers fülle. 332 gegen uns selbst. 33-3 fülle Hilf mir, daß ich, Herr, unverrückt mit eis von Zeit zu Zeit, an Ein- nem Herzen wandeln, das sicht und an Tüchtigkeit Geiß und Ehrsucht nie bes zu meinem Amte wachse. strickt, gewissenlos zu hans 3. Du wollest selbst vor deln. Mein Leben deinem Weichlichkeit und Träge Dienst zu weihn, so nüt heit mich bewahren! Laß lich, als ich kann, zu nimmer aus Gemächlich- seyn, das sey mir Ehr Feit mich meine Kräfte spa- und Reichthum. ren. Wenn sie erschöpft 7. Dir zu gefallen, sey sind, dann will ich durch mein Ziel bey allem, was reine, stille Freuden mich zu ich thue! So hat, es ges neuer Arbeit stårken. he, wie es will, doch mein 4. Gieb Weisheit, Herr, Gewissen Ruhe. Denn und laß mich nicht die Zeit wer dir, Heiligster, misa mit Nebendingen, und, fält, was nüßet dem die mit Versäumung meiner ganze Welt mit allen ihs Pflicht, verschwendetisch ren Schågen? verbringen. Das müsse 8. Laß mich im zeitlichen mein Vergnügen fenn, Beruf, dazu mich, Herr, mich den Geschäften gang auf Erden dein ewig weis zu weihn, die du mir dufser Wille schuf, getreu ers erleget. funden werden! So kann 5. Ein heilger Trieblich einst in jener Welt, die belebe mich, o Höchster, höheren Berufenthält, zu meine Pflichten in deiner höhern Würden steigen. Furcht, gestärkt durch dich), Ein Herz, das sich des 336D die Pflicht zur mit Freuben zu verrichten. Mel. O Gott, du frommer: c. u hast uns Herr, Guten freut, giebt zu der Arbeit Munterfeit, ver Arbeit auferleget, und Fleiß füßt uns ihre Lasten. in dem Beruf uns ernstlich 6. Laß mich vor dir, eingepråget. Der tråge Müßige Von dem christlichen Verhalten Müßiggang ist dir, o Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Gott, verhaßt; durch ihn sind wir uns selbst, und 337. Gott ifte, ber das Vermo, Andern auch zur Last. gen schafft, das Gute zu 2. Zu deiner Ordnung, volbringen. Er giebt zur Herr, mich willig zu be Arbeit Muth und Kraft, quemen, will ich mein Ta- und läßt sie uns gelingen. gewerk mit Freuden auf Was man mit ihm nur mich nehmen. Wird gleid) unternimmt, wird, wenns mein Angesicht mit faurem mit seinem Willen stimmt Schweiß benett; genug, nicht ohne Fortgang bleis daß du mich selbst in den ben. Beruf gefegt! ben. 334 2. Wer über alles fich 3. Bewahre nur mein bestrebt, vor ihm gerecht Herz vor eitlen Nah, u werden, und treu, nach rurgssorgen. Gieb mir feinem Willen, lebt, dem mein täglich Brod, und giebt er auch auf Erden forge selbst für morgen. vom Zeitlichen mit milder Laß mich an meinem Theil Sand so viel, beym Fleiß bas Meine fleißig thun, in seinem Stand, als ihm und dann mit Zuber- wahrhaftig någet. ficht in deiner Fügung 3. Gott ist der Fromruhn. men Schild und Lohn; er 4. Ach fördre, großer kronet sie mit Gnade, daß Gott, die Werke meiner ihnen feiner Feinde Hohn Hande, hilf mir, bey meis und Lift und Misgunst nem Thun, im Anfang schade Mit seinem Schuß und am Ende. Laß mich, bedeckt er sie, erleichtert ben meiner Last, auf jenen ihres Lebens Müh, und Sabbath fehn, da wir stärket ihre Hoffnung. nach treuem Fleiß, in dei ne Ruhe gehn. +. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich bey meis ner gegen uns selbst. 335 ner Arbeit sdaue! Mit den; daß ich in meinem Licht und Weisheit segne Stande treu und meinen mich, daß ich dir stets Brüdern nüglich sey, und vertraue; nichts thue, was dir zur Ehre lebe. dein Wort verbeut; nach 6. Sen überall, mein deines Reichs Gerechtig Gott, mit mir! Die Wer Feit vor allen Dingen fe meiner Hånde befehl ich, trachte. Allerhöchster, dir, bis ich 5. Laß Müßiggang und sie selig ende; damit, zu Trägheit mich um deinet deines Namens Preis, willen, meiden; thun, was einst mir die Frucht von ich soll, gestärkt durch dich, meinem Fleiß in deinen gehorsam und mit Freu Himmel folge. XXIX. Von dem christlichen Verz halten geben den Nächsten. den Hungrigen nicht satt, låst Nackende nicht kleiMel. Machs mit mir, Gott.den; der ist ein Feind der o jemand ersten Pflicht, und hat die 338. S spricht: ich liebe Gottes nicht. liebe Gott; und haßt doch 3. Wer seines Nachfeine Brüder, der treibt sten Ehre schmäht, und mit Gottes Wahrheit gern sie schmähen höret; Spott, und handelt ganz sich freut, wenn sich sein dawider. Gott ist die Lieb, Feind vergeht, und nichts und will, daß ich den Näch znm Besten kehret; nicht ften liebe, gleich als mich. dem Verläumder wider. Liebe des Lächsten. 2. Wer dieser Erden spricht; der lebt auch seis Güter hat, und sieht die nen Bruder nicht. Brüder leiden, und macht 4. Wer zwar mit Rath, mit 336 Von dem christlichen Verhalten mit Trost und Schuß den vermagst es nicht, stets Nächsten unterstüßet, doch durch die That zu lieben; nur aus Stolz, aus Eigen- doch bist du nur geneigt, nut, aus Weichlichkeit ihm die Pflicht getreulich aus. nůket; nicht aus Gehor- szuüben, und wünscheft dir fam, nicht aus Pflicht; die Kraft dazu, und sorgst der liebt auch seinen Nách- dafür: so liebest du. sten nicht. 9. Ermattet dieser Trieb 5. Wer harret, bis ihn in dir; so such ihn zu bes anzuflehn, ein Dürftger leben. Sprich oft: Gott erst erscheinet; nicht eilt, ist die Lieb, und mir hat er dem Frommen beyzustehn, sein Bild gegeben. Dent der im Verborgnen wei- loft: Gott, was ich bin, net; nicht gütig forscht, ist dein; sollt ich, gleich obs ihm gebricht; der liebt dir, nicht gütig, fenn? auch seinen Nächsten nicht. 10. Wir haben Einen 6. Wer Andre, wenn Gott und Herrn, sind Eines er sie beschirmt, mit Hårt' Leibes Glieder: drum dies und Vorwurf quålet, und ne deinem Nächsten gern; ohne Nachsicht straft und denn wir sind alle Brüder. stürmt, sobald sein Näch- Gott schuf die Welt nicht fter fehlet; wie bleibt bey blos für mich; mein Nach seinem Ungestům die Liebe ster ist sein Kind, wie ich. Gottes wohl in ihm? 11. Ein Heil ist unser 7. Wer für der Armen aller Gut. Ich sollte Brüs Heil und Zucht mit Rath der hassen, die Gott durch) und That nicht wachet; seines Sohnes Blut so dem Uebel nicht zu wehren hoch erkaufen lassen? Daß fucht, das oft sie dürftig Gott mich schuf, und mich machet; mur sorglos ihnen verfühnt, hab ich dies Gaben giebt; der hat sie mehr, als sie verdient? wenig noch geliebt. 12. Du schenkst mir 8. Wahr ist es, du täglich so viel Schuld, du, Hert gegen den nächsten. 337 Herr von meinen Tagen! mein Heiland, hier, wie Ich aber sollte nicht Ge du gewandelt, wandeln! duld mit meinen Brüdern Die können keine Christen tragen? Dem nicht ver seyn, die sich nicht Andrer zeihn, dem du vergiebst, Wohlfahrt freun, und und den nicht lieben, den menfchenfeindlich handeln. du liebſt? 2. Dein Leben, hier in 13. Was ich den From dieser Zeit, war für die men hier gethan, denKlein Menschen Segen. Dir sten auch von diesen, das folgten Lieb und Freunde siehst du, mein Erlöser, lichkeit auf allen deinen an, als hått ichs dir er Wegen. Wohin du giengst, wiefen. Und ich, ich sollt gieng Wohlthun mit; dein ein Mensch noch seyn, und Wort, dein Werk, und did in Brüdern nicht er- jedenSchritt begleitete Ers freun? barmen. Du übernahmst 14. Ein unbarmherziges die schwehrste Pein, uns Bericht wird über den er vom Verderben zu befrenn, geben, der nicht barmher und starbst zum Heil uns zig ist, der nicht die rettet, Armen. die ihn flehen. Drum gieb 3. Auch jetzt noch auf mir, Gott, durch deinen der Himmel Thron bist Geist, ein Herz, das dich du das Heil der Sünder. durch Liebe preist. Auch da bleibst du, o Gote tes Sohn, ein Freund Mel. Ein Lämmlein geht und ic. der Menschenkinder. Du 339. Der du die Liebe schaffft den Deinen wahre selber bist, und Ruh, und die Verirrten gern uns Menschen seg fuchest du auf rechten Weg neft; ja ſelbst dem, der dein zu leiten. Du hörst der Feind noch ist, mit Wohl- Seufzenden Gebet, und thun doch begegnest; obrauchest deine Majestät, bilde meinen Sinn nach nur Segen auszubreiten. dir, und laß mich doch, 4.0 338 Von dem christlichen Verhalten 4. O laß in meiner Pil- Neid und Härte flieht, und grimschaft mich auf dein sich um Andrer Glück, als Vorbild sehen! Erfülle um sein Glück, bemüht. mich mit Luft und Kraft, 2. Seh ich den Dürfti dem Nächsten beyzustehen; gen, so laß mich liebreich betrübter Herzen Trost zu eilen, von dem, was du seyn; mich mit den Fröh- mir giebst, ihm willig mite lichen zu freun, mit Wei- zutheilen. Laß mid) nicht nenden zu klagen. Laß Gutes thun, groß vor der mich dem, der sein Herz Welt zu seyn, und mich mir weiht, ein Herz voll verehrt zu sehn; nein, Mens frommer Redlichkeit und schen zu erfreun. Treue nicht verfagen. 3. Dieß sen mir wahre 5. Laß mich mit brů. Lust, auch) unbemerkt von derlicher Huld des Nach ihnen, den Nebenmenschen ften Fehler decken, und gern mit Rath und That ihn durch Sanftmuth und zu dienen. Mich treibe Geduld zur Besserung er nicht erst Dank zu mile wecken. Mein Antlik sey der Wohlthat an; nein, nie fürchterlich, und meine was ich Brüdern thu, das Seele neige sich zu des Be- sey dir, Gott, gethan! drångten Schreyen: so 4. Ein Trunk, mit dem wirst du mich, Herr Jesu mein Dienst tem Durftis Christ, der du die Liebe gen begegnet; ein Blick selber bist, mit deiner Liebsvoll Troft, mit dem mein erfreuen. Herz Bedrängte segnet, ein Rath, mit dem mein Mel. O Gott, du frommer 2c. Mund im Kummer Andre 340Gieb mir, o Gott, fårkt; nichts bleibt, so ein Herz, das klein es ist, vor dir, Herr, jeden Menschen liebet, ben unbemerkt. feinem Wohl sich freut, bey 5. Eilt wo ein boshaft feiner Noth betrübet; ein Herz, Unfrieden anzurich Hers, das Eisennug, und ten, gegen den nächsten. 339 ten, so laß mich forgfam Traft, und segne mein seyn, der Brüder Zwist zu Bemühn. schlichten. Aus Schmah9. O heilige du selbst, fucht kranke nie mein Mund Herr, meiner Seelen Tries des Nächsten Ruh; er rüh- be, durch deine Lieb und me sein Verdienst; deck Furcht, zu wahrer Mens feine Fehler zu. fdenliebe. Wer nicht den 6. Die Rach ist dein, nåchsten liebt, geht nicht o Gott, du sprichst: ich zum Himmel ein. Laß dies will vergelten. Drum laß se Wahrheit, Gott, mir mich stille seyn, wenn Men- stets vor Augen seyn! schen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem ver- Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. zeih, der mir zu schaden fucht; den liebe, der mich 341.len Chriften und haft; auch mir hat der flucht. den segne, der mir Herr dieß vorgeschrieben: euern Nächsten follet ihr, 7. Doch laß mich nicht als euch selbst, von Hers allein auf zeitlich Wohlzen lieben. Wer ihn has ergehen, mit eingeschránk fet, sag ich euch, ist vor tem Blick, bey meinem Gott dem Mörder gleich. Nächsten sehen. Noch stårker muffe mich) sein ewig Glück erfreun; noch mehr fein Seelenheil mir ange legen feyn. 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder: wer sie schmäht und unwerth hålt, wüthet gegen seine Glieder. 8. Den, der im Glau- Denn wir sind Ein Leib: ben wankt, im Glauben Gott schuf uns zu einers zu beftárken; den, der noch ley Beruf. sicher ist bey seinen böfen 3. Ehre, Reichthum, Werken, von der verkehr Würde, Stand, Leibess ten Bahn des Lasters ab- kräfte, Geistesgaben, und zuziehn, dazu verleih mir was wir, aus Gottes Hand, 2 340 Von dem christlichen Verhalten Hand, sonst für einen fennet. Denn warum ers Vorzug haben: alles dieß heb ich mich? Ist er doch befrent uns nicht von der ein Mensch, wie ich. Menschenliebe Pflicht. 8. Ja, gieb, großer Men4. Nein, der Gaben Un- schenfreund, Jesu, daß ich terschied knüpft das große auf der Erde allem Stolz Band auf Erden: Jeder, und Neide feind, dir an wenn er sich bemüht, kann Demuth ähnlich werde, dem Andern nüglich wer- daß ich einft, an jenem den: den, der dir hier die Tag, dir zur Rechten stes nen muß, nährt mit Recht hen mag. Dein Ueberfluß. 5. Nach dem dir ver- Mel. In allen meinenThaten 2c. trauten Pfand messen sich ser Leben; du auch deine Pflichten: gab 342.ott, bein ist un Gott viel in deine Hand, haft es uns gegeben: es so hast du viel zu entrichten. soll uns theuer seyn. Drum Wer nur thut, so viel er soll ichs Reinem kürzen, es kann, hat vor Gott genug in Gefahr nicht stürzen, gethan. und aus Gefahren es bes 6. Dein Erlöser sagt es frenn. dir: wer hier der Gering- 2. Beglückt durch dei ften einen pflegt, der thut nen Segen, soll ich der es selber mir: denn ihr Kranken pflegen; das fors alle seyd die Meinen. Dert dein Gebot, daß des Mancher, den die Welt nen, die in Nöthen nicht verschmäht, ist in Gottes helfen, oder tödten, der Aug' erhöht. Bukunft ftrengste Strafen 7. Druin, o Gott, gieb droht. mirein Herz, das von Men- 3. Sind wir nicht alle schenliebe brennet, und in Brüder, nicht alle Chrifti Niedrigkeit und Schmerz Glieder, nicht alle, Va seinen Nächsten nicht verter, dein? Wie kann ich fie gegen den Nächsten. 341 fie verachten, und wenn nen schmåhn; aller Zwies fie darbend schmachten, tracht, alles Streits Feins doch fühllos, hart und de senn; denn Gott gegrausam seyn? beuts. 4. Ich soll den Nach2. Laßt'uns halten Treu sten lieben: und haffen und und Glauben: fliehn, was betrüben und quålen könnt Andern schädlich ist! Arm' ich ihn? Besorgt für mei- und Schwache nicht beraus ne Freuden sollt ich von sei- ben durch Gewalt, Bes nem Leiden, um nur nicht trug und List. Welch ein mitzuleiden, fliehn? Gråul vor Gott ist nicht 5. Nein, Gott, ich will falsches Maas und falsch die Armen erquicken; voll Gewicht! Erbarmen des Blinden 3. Laßt uns nie, was Aluge senn; den Schwa- wir versprechen, widerrus chen unterstüßen; die in fen, weils uns reut: nie, Gefahr sind, schüßen; und, was zugesagt ist, brechen, kann ich, sie daraus be oder schånden unsern Eid; frenn. von Betrug und Tücken 6. Ich will, fie zu errein, lieber arm, als treus freuen, selbst Müh und los seyn. Schmer; nicht scheuen; 4. Haffen laßt uns alle auch das ist dein Gebot. Lügen, alle Schmähsucht; Hat doch dein Sohn sein Jeder sey offenherzig und Leben für mich dahin ge- verschwiegen; geben, für meine Rettung in den Tod. in der Freundschaft fest und treu; Jeder nehme, wo er kann, der Verläumbeten sich an. 5. Laßt das Gut' uns Mel. Schöpfer Himmels 2c. 343.Laffet uns einan- gern belohnen, wies uns ** der lieben, gern unser Gott belohnt; und einander glücklich sehn, der Brüder Fehler scho Reinen frånken und betrů nen, wie der Herr auch uns ben, Reinen drücken, Rei 3 fer 342 Von dem christlichen Berhalten fer schont. Ach er schont; meine Brust, und laß mich mit welcher Huld, welcher stets mit währer Luft, ber Langmuth und Geduld! Liebe Pflichten üben. Ein 6. Also laßt, von Gott Herz, das nur auf Unrecht getrieben, uns einander denkt, nur Schaden sucht, gern und treu und als und Andre Frånkt: wie feine Finder lieben, ohne kann das Brüber lieben? Swang und Heuchelen! O wie felig werden wir über mich! Mein ganzes 4. Nie seufze Jemand dann nicht werden dort Herz bestrebe sich, dem und hier! Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen fann, und immerfort mit Jedermann in Einigs Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir z. keit zu leben. 344Du liebst, o Gott, 5. Laß mich beständig Gerechtigkeit, darauf sehn, mit jeglichem und haffest den, der sie ent- so umzugehn, wie ichs von weiht, am nächsten Un- ihm begehre; damit ich recht übet. Du bists, der feines Menschen Herz, Jedem seinen lohn, ohn al durch meine Hårte, je mit les Ansehn der Person Schmerz und Kümmerniß nach seinen Werken giebet. beschwere. 2. Gerechter Gott! laß 6. Herr, mit dem Maaßdeinen Geist, zu dem, was damit ich hier dem Nachs recht und billig heißt, sten meffe, wirst du mir fiets meine Seele lenken. dereinst auch wieder mess Mie komm es mir doch in sen. Dieß reiße mich zur den Sinn, verführt durch Billigkeit, und lasse mich fchandlichen Gewinn, des zu feiner Zeit der Liebe Nächsten Recht zu från- pflicht vergessen. ken. 3. Pfanz Redlichkeit in Mel. gegen den nächsten. 343 Mel. Vor deinen Thron tret 2c. kann nicht auf ihm ruhn Gern fen mein Leleh er das Böse, das er 345- ben jederzeit von that, nach Möglichkeit ers aller Ungerechtigkeit. Wie setzet hat. könnt ich Gottes Freund sonst seyn, und seiner Gna de mich erfreun! 7. Wohl dem, der dieses ftets bedenkt und nie durch Unrecht Andre krånkt! Du 2. Wer seines Nachbist gerecht: dieß sey auch fien Rechte krånft, auflic); und du, mein Vater, feinen Schaden boshaft stårke mich! benkt, verleget des Gewis sens Pflicht und ehrt den Gott der Liebe nicht. Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 3. Du schriebst in jedes Herz, o Gott, tief ein Mel. Herr, ich habe misges das heilige Gebot: was dir mißfält, handelt 2c. wenn dirs mitzutheilen, geschicht, das thue du auch 346Wohlzuthun und Christen, das vergesset Andern nicht. 4. Darum, mein Gott, nicht! Mitleidvoll und bewahre mich vor allem willig eilen, Armen beyzus Unrecht väterlich. Be stehn, ist Pflicht; Pflicht, gieng ichs je, so sen mirs die Jesus selbst uns lehret, leid, und zum Ersag mein und die Gott den Höchsten Herz bereit. jehret. 5. Wer Andern Scha- 2. Speiset die, die Hun den einst gethan und irgend ger leiden, und die durs ihn erstatten kann, doch stig sind, die trånkt; eilt, deß fich) weigert, findet nicht die Nackenden zu kleiden; vor dir Erbarmen im Ge tröstet die, die Rummer richt.. Frånkt; Schwache sucht zu 6. Er kann nicht wahre unterstügen; Unterdrückte Buße thun, dein Segen zu beschüßen. Y 4 3. Nicht 344 Von dem christlichen Verhalten 3. Nicht nur denen, die Gaben, weil es Zeit ist, euch lieben, oder euch um auszuffreun! Was mir Hülfe flehn, Allen eilt, hier gefået haben, ernd. von Gott getrieben, nachten wir einst reichlich ein. Vermogen benzustehn; die Send barmherzig, liebt auch, die im Stillen lei die Armen: Gott will euden, führt zu unverhofften rer sich erbarmen. Freuden. 4. Und dieß fen dir kei- Mel. Nun ruhn alle Wälder 2c. ne Bürde, keine Laft, be glückter Chrift! Hoheit ist 347.D, aller Mens schen Vater! es, Ruhm und Würde, Du gütigster Berather in wenn du mild und hülfreich allem, was uns drückt! bist. Welch ein Ruhm für Was wir hier Gutes has dich Erlösten, arme Brü- ben, find deine Batergader Jesu trösten! ben; du bists, der unser 5. Und was schaffts für Her; erquickt. fanfte Freuden, der Ver- 2. Du läst dich bey uns laßnen Helfer seyn! Sehn, Sündern durch Undank wie sie in ihrem Leiden sich nicht verhindern, uns Gus durch uns gestärkt, erfreun! tes zu verleihn. Zu ewgen Ein betrübtes Herz erquis Seligkeiten uns Sterblis cken, bringet himmlisches che zu leiten, wird immer Entzücken. dein Vergnügen seyn. 6. Heil und Glück auf 3. Wie groß ist deine unsern Wegen, innige Zu- Milde! Barmherzger Vas friedenheit, Huld bey Menter, bilde mein Herz nach schen, Gottes Segen fol- deinem Sinn; laß mich gen auf Barmherzigkeit; der Noth der Armen stets und dereinft zum Gnaden- willig mich erbarmen: lobne schenkt ihr Gott des nimm alle Hårte von mir Himmels Krone. hin. 7. Laßt uns eilen, unsre 4. Gieb, daß ich willig gebe, gegen den nächsten. 345 gebe, mich wohlzu hun be- bot, das uns Jefus Chris strebe, so, wie mein Hei- ftus lehret: send barhers land that, der göttliche zig, seyde, wie Gott! Gebt, Erbarmer, den kein be so wird euch auch gegeben, drångter irmer vergebens was euch noth ist, Heil je um Hülfe bat. und Leben. is. Erhalt in mir dieTries 2. So viel Menschen, be der mitleidsvollen Liebe. so viel Brüder! Ein Gott Wie du mir Guts gethan, lifts, der uns erschuf. Wir so laß, um deinetwillen, find alle Chrifti Glieder; mich Andrer Seufzer ftil allgemein ist Gottes Ruf. ten, so oft ich sie nur ftil. So den Bösen, wie den len kann. Seinen läßt der Herr die Sonne scheinen. 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mid) die Hoff 3. Gleicht dem Vater nung stårken: vor dir, dem im Erbarmen, feyd barm Herrn der Welt, der fro. herzig, serds wieler! Gebt he Geber liebet, sen, was den Dürftigen und Ar man willig giebet, ein men: was ihr gebt, emOpfer, das dir wohlgefällt.pfångt der Herr. Helft und 7. Laß mich hier reich- leilt, auch ungesehen, euern lich) såen: denn, Herr, Brüdern beyzustehen. was hier geschehen, folgt 4. Hülfreich) zu Bes uns in jene Zeit. Wer drångten eilen, fie beschů. hier den nächsten liebet, gen und erfreun, Summer und sich im Wohlthun lindern, Wunden heilen, übet, der erndtet dort die wohlthun, trösten und vers Seligkeit. zeihn: und dieß ohne Stolz verrichten, das sind unsre Mel. Herr, ich habe miege Christenpflichten. handelt ic. 5. Herr, wir geben von 348 Send barmherzig bem Deinen, was wir ges Menschen, he- ben: laß uns nie fühllos seyn, ret, hört das heiligste Gel 25 346 Von dem chriftlichen Verhalten seyn, wo Brüder weinen.Jerfreun, nicht Verlaßne Unser Mit eid tröfte sie trösten. daß, wenn wir zu dir uns 4. Reiche, hörts; ers nahen, wir auch Trost und barmet euch, fleht zu euch Hülf empfaben. der Arme; daß sein Gott auch über euch sich dereinst Mel. Christus, der uns seelig 2. erbarme: weil ihr, da er 349. er des fe zu euch schrie, auf sein bens Güter Schreyen hörtet, den Bes hat, wenn sein Nächster drängten halft, und sie fchmachtet, und nicht hilft trånktet und ernährtet. mit Rath und That, seines 5. Mitleidvoll und hilfs Grams nicht achtet, un- freich seyn, seiner Miters empfindlich bey der Noth lösten Retter werden, und der verlaßnen Armen: der sich freun, Traurige zu erwarte nicht von Gott trösten; Dank in ihrem Nachricht und Erbarmen. Angesicht, und in ihren 2. Von dem Himmel Blicken Wonne sehn: wen schaut der Herr auf der rührt das nicht! Reiche! Armen 3 lagen; ihre Thrå- Welch Entzücken! nen zählet er, höret ihre 6. Aber, wer den Ars Klagen: fieht auch, daß men liebt, geb aus freyer das harte Herz Fummer Liebe; sen nicht mürrisch, frever Reichen keine Thrå- wenn er giebt, daß er nicht nen und kein Schmerz mil betrübe. Lieblich sey, das dern und erweichen. will der Herr, wie der 3. Ach, das Urtheil ist Thau sein Segen: eh er gefällt: Jammer und Ver- seufzen hört, eil er Armen derben sollen sie in jener mild entgegen. Welt, nicht den Himmel, 7. Christen, wenn ihr in erben: sollen nicht, woGott der Zeit mild, wie Gott, ist, fenn, nicht bey den Er- gesinnet, Schjåge für die loften, weil sie Arme nicht Ewigkeit sammelt und ges wins gegen den nächsten. 347 winnet: o wie groß wird 3. Und ich, Herr, sollte euer Lohn, euer Glück auf mich den Deinen nennen, Erden und wie groß, durch und doch von Rachgierges Gottes Cohn, einst im gen Andre brennen? Ich Himmel werden! follte jemals Haß mit Haß 8. Jesus sagt alsdann bergelten, und wieder schelzu eud): fommt getreuesten? Knechte! Erbet meines 4. Wie kann ich, Bas Baters Reich, kommt anter! zu dem Höchften sas meine Rechte! Was ihr gen; und Groll im Hermeinen Brüdern gabt, zen gegen Brüder tragen? in dem ersten Leben, fiel Wie kann ich zu ihm flehn, zu trösten, alles habt ihr mir zu verzeihen, und Raauch mir gegeben! che schreyen? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Suns den auch nicht ben dir, o Herr, Vergebung finden. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. Dein Jünger ist nur, wer, Sanftmuth und Vers föhnlichkeit. 350. Herr, mein Ver- wiedu, vergiebet, und Fein du für mich) littest, und noch 6. So heilige denn meis zur Rechten Gortes für ner Seelen Triebe, mein mich bittest! Erweck in Heiland, durch den Geist mir, du Muster wahrer der wahren Liebe; vertil Liebe, der Sanftmuth ge, durch die Luft zu dei Triebe. nem Namen, der Rach3. Wenn hast du jemals gier Samen. Haß mit Haß vergolten? 7. Wenn meine Brüs Du schaltst nicht wieder, der sich an mir vergehen, als man dich gescholten. so lehre mich, ihr unrecht Du fegnetest mit Wohl- übersehen. Laß mich, wenn thun nicht bloß Freunde; sie mich auch empfindlich nein, selbst auch Feinde. Frans 348 Von dem christlichen Verhalten Frånken, an dich ge- nie dem zu schaden suchen, denken. der mir zu schaden sucht. 8. Erwecke dann, oHerr, 2. Ich will ihm fanft in meinem Herzen aufs begegnen, nicht drohen, neue das Gedächtnis jener wenn er droht; schilt er, Schmerzen, die du in dei- fo will ich segnen: dieß ist nen schweren Leidensstun des Herrn Gebot. den für mich empfunden. 3. Mein Jesus, der 9. Laß mich mit Sanft- Gerechte, vergalt die muth meinem Feind begeg- Schmach mit Huld; die nen, und so wie du, den, Wuth ergrimmter Knech der mir fluchet, segnen. te ertrug er mit Geduld. Herr, mache gegen Alle, 4. Sollt ich denn wies die mich haffen, mein Herz der schelten, da er nicht gelaffen. wieder schalt? Nicht so 10. Will zu der Nach- den Haß vergelten, wie er sucht mich die Furcht verden Haß vergalt? führen, als würd' ich sonst. Verläumdung dulden mein ganzes Glück verlie- müssen, ist schwehr; doch ren: 0 Herr so laß mich, diese Pflicht wird leicht, ihr zu widerstehen, auf wenn das Gewissen zu dich dann sehen. meiner Ehre spricht. 11. Du schüßest den, 6. Dieß will ich treu der redlich vor dir wan- bewahren: so beffert mich delt, und überall nach dei- mein Feind, und lehrt nem handelt. mich, klug verfahren, inDrum laß in allem mich dem ers böse meint. schon hier auf Erden dir 7. Ich will die Fehler ähnlich werden. Vorbild scheuen, die er von mir erfann; auch die will ich die er nicht wis Mel. Ach bleib mit deiner 2. bereuen, 351.Nie will ich wieder sen kann. fluchen, wenn mir mein Haffer flucht; 8. Durch Huld will ich mich w gegen den Nächsten. 349 mich råchen, an ihm das 3. Ach, wir Alle sind Gute sehen, und Gutes Verbrecher, häuften Alle. von ihm sprechen: wie Schuld auf Schuld: du, könnt er långer schmähn? der Sünden ernster Rå 9. Ihn endlich zu er- cher, habe noch mit uns müden, will ich ihm oft Geduld! Sen uns gnåverzeihn, und als ein dig, daß wir leben, und Chrift zum Frieden, zu vergieb, wie wir vergeben. Diensten willig seyn. 4. Wir gelobens dir 10. Wenn, mich zu un- mit Freuden: willig wols tertreten, ihn Güte mehr len wir verzeihn; nie uns erhitt: so will ich für ihn ráchen, wenn wir leiden, nie beten, und Gottvertraun; zu dir um Rache schreyn; Gott schützt! tåglich vor dein Antlik tres ten, und für unsre Feinde Mel. Herr, ich habe misge: beten. handelt ic. 5.Vater, mach uns, deis 352.2llen, welche nicht ne Frommen, stark zu dieser vergeben, wirst schweren Pflicht! Wenn du, Richter, nicht verzeihn: wir in Versuchung koms trostlos werden sie im Le- men, so besiege sie uns ben, trostlos einst im To- nicht! Laß fie uns gewaffde feyn; unentladen ihrer net finden, laß uns schnell Sünden, nimmer vor dir sie überwinden. Gnade finden. 6. Mach in unserm gans 2. Wie dein Herz mit zen Leben deinem Sohn jedem Sünder väterliches uns gleich gesinnt. Sind Mitleid hat; wie der wir willig zum Vergeben Freund der Menschenkin allen, die uns schuldig find; der selbst für seine Mör so laß auch für unsre Sün der bat: so soll auch der den uns bey dir Vergebung Christ verzeihen, und sich finden. nicht der Rache freuen. 7.Wohl uns! Gott vers zeiht 350 Von dem chriftlichen Verhalten zeiht uns Sündern, geht ist der Falschheit Ränken nicht mit uns ins Gericht; feind. nimmt uns auf zu seinen 3. Schmåht mich oh Kindern, zůrnet mit uns ne mein Verschulden, der ewig nicht. Laßt uns be- Verläumder Låstermund; ten, laßt uns kämpfen, alle Herr, so laß michs still Rach in uns zu dâmpfen. erdulden: einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht långer schweis gen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gieb, daß Mel. Alle Menschen müssen 2. stets dabey Herz und Mund Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Laß mich, Hoch- voll Sanftmuth sev. ster, darnach fire 4. Daß du, Herr, an ben, stets der Wahrheit jedem Orte Zeuge meines Freund zu seyn: jenes Wandels bist; daß kein freudenvolle Leben nimmtseinzges meiner Worte dei nicht freche Lügner ein. nem Obr verborgen ist; Wahrheit leit an allen dieß fey stets mir im Ge Orten mich in Werken müthe, daß ich mich vor und in Worten. Redlich Lügen hüte: denn du liebst sen des Herzens Grund den Wahrheitsfreund, und redlich sprech auch stets bist falschen Zungen feind. der Mund. 2. Die der Falschheit Mel. Sey Lob und Ehr dem 2. sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Grául, und 354.Die Zunge, die vernehmlich ein unglückseligs Leben spricht, hat dir dein Gott bleibt gewiß ihr künftges gegeben. Welch ein Ges Theil. Hier schon trifft schenk! Misbrauch sie verdiente Schande sie ben nicht; sie bringer Tod und Redlichen im Lande. Denn Leben. Sie ists, womit ein jeder Menschenfreund man lobt und schmäht: ach Gott, gegen den nächsten. 351 Gott, erhöre mein Gebet; 5. Gott schaff in mir ein laß mich sie recht gebrau- reines Herz, und laß mich. Spottereyen, schandbare chen. Schert 2. Laß erst in meines Worte, frechen Herzens Grund, Herr, gewissenhaft ftets scheuen. deine Furcht stets woh, Was züchtig, keusch und nen; gewissenhaft wird lieblich ist, laß mich stets dann mein Mund der reden, als ein Christ; zu Wahrheit Rechte scho- rechter Zeit auch schweigen. nen. Und wohl dem, der von Schmeicheley, von Mel. Keinen hat Gott c. Låstrung und Verstellung fren, nicht mit den Lippen 355.Wohl dem, der fündigt! richtig wan delt, der als ein Wahrs 3. Auf deinen Ruhm heitsfreund, stets denfet, und Andrer Wohl laß meis spricht und handelt, und nen Sinn sich) lenken; und das ist, was er scheint, dieß laß, wenn ich reden der Recht und Treue lies soll, mich auch mit Ernst bet, und von dem Sinn bedenken. Dein Lob, older Welt, die Trug und Gott, des Nächsten Nuß, Falscheit übet, sich uns der Tugend Ruhm, der befleckt erhålt! Unschuld Schut, beschäft 2. Wohl ihm, wenn ge meine Zunge. sein Gemüthe, Herr, so 4. Weh dem, der seinen die Wahrheit übt! Ihn Gott betrübt mit Falschleitet deine Güte, er wied heit und mit Lügen! Weh von dir geliebt. Du wirſt dem, der falsche Tücke liebt, ihn einst erhöhen, wenn und dessen Worte trügen; in der Wahrheit Licht bes dem Fluch und Schwur schämt die Falschen stehen, gewöhnlich ist, und der mit geschreckt durch dein Ges Falschheit und mit List den richt. Nächsten hintergehet 3. Herr, laß mich deine Ras 352 Von dem chriftlichen Verhalten 2c. der Rache mit ganzem Ernste Zeiten auch deiner Wahr. scheun, daß ichs zur Pflicht heit Licht, Herr, meine mir mache, Lügen Seele leiten, damit ich Feind zu seyn. Erinnre meine Pflicht mit Klug. mein Gewissen, du haf- heit üb' und wiffe, wann sest Heuchelen; damit ich ich für Andrer Wohl und stets beslissen der Treu und für mich reden müffe, und Wahrheit sey. wann ich schweigen soll. 4. Laß niemals mich ver 6. Ein Herz voll Treu sprechen, was ich nicht hal- und Glauben, das, Gott, ten kann; auch nie Zusa- zu dir sich hålt, das soll gen brechen, die ich ein- mir Niemand rauben: so mal gethan; nie mich den kann ich aus der Welt Stolz verleiten, und nie einst mit der Hoffnung des Beyspiels Macht, als gehen, auch ich werd als Wahrheit auszubreiten, dein Kind dich mit den was ich doch selbst erdacht. Frommen sehen, die reis 5. Doch laß zu allen nes Herzens sind. XXX. Von der Glückseligkeit der Glaubigen und Frommen. 356. Wir Mel. Sey Lob und Ehr mit 2c. 2. Wir hielten nicht, s kommt das was Gott befahl, geboh Heil allein von ren im Verderben. Gott, das nun kein Fluch konntens nicht; wir all uns schade. Bloß Wer zumal, ach, Alle muß fe retten nicht vom Tod; ten sterben. Denn Süne uns rettet freye Gnade. de herrscht' in Aller Brust; Der Glaube schauet Jewer Gutes that, thats sum an; der hat für uns nicht aus Lust, thats, wie genug gethan, der ist der ein Sclav, gezwungen. Welt Versöhner. 3. Denn Von der Glückseligkeit 2c. 353 3. Denn das Geset gablist die Seligkeit erkauft: keine Kraft, noch Stärke, der gehet nicht verlohren. Gottes Willen gang, red- 7. Vor Gott ist der lich und untadelhaft und allein gerecht, der diesen freudig zu erfüllen. Es ist| Glauben faffet, der so ben ein Spiegel, der nur zeigt, Trieb zur Sünde fdwächt, wie schuldig wir sind, wie daß er sie flieht und haffet, geneigt zu jeder Art von daß er mit Gott versöhnet, Sünden. nun auch kann dem Nach 4. Und dennoch mußts sten Gutes thun, sein Licht erfüllet seyn, dem, der er nun leuchten lassen. gab, zur Ehre; zu zeigen, 8. Schafft das Gesetz daß aus Gut allein sein uns auch nicht um: fo Necht gegeben wäre. Gott führts uns doch zur Reue, fandte seinen Sohn; der daß uns das Evangelium hats für uns erfüllt; der durch seinen Trost erfreue konnts und thats, um un- In keinen Werken findest ser Heil zu werden. du, was Jesus schenket, 5. Weils nun durch ihn Trost und Ruh; am Kreuz erfüllet ist: follst du an ihn ist sie erworben. auch glauben. Den Trost, 9. Der Glaub ift tha erlößt zu seyn, o Christ, tig; er erzeugt die Früchte foll dir kein Zweifel rau- guter Werke; er machet ben. Sprich freudig: Jeuns da: u geneigt, giebt su, du bist mein; dein Tod Trieb dazu und Stärke. soll mir das Leben seyn; Gewiß ists: er nut macht bu haft für mich bezahlet. gerecht; doch) merk auch 6. Das glaub ich fest, das: er ist nur ächt, wenn und zweifle nicht; du haft ihm die Werke folgen. es mir versprochen. Dein Jo. Kann, welche Se Wort heischt unsre Zuver ligkeit er giebt, gebeugt sicht; und dies wird nie durch deine Sünden, durch gebrochen. Wer an dich sie erschrecket und betrübt, glaubt und ist getauft, dem 3 Dein 354 Von der Glückseligkeit dein Herz nicht gleich em- Mei. Nun sich der Tag u. pfinden: so harre nur der ohl, wohl dem; rechten Zeit, und trau auf Menschen, der Gott; denn er erfreut zur dem Rath der Frevler sich besten Zeit und Stunde. entzieht; dem Menschen, 3572 11. Ob sichs anließ, als der den krummen Pfad wollt er nicht: so laß dichs der Uebertreter flicht! nicht betrüben. Verbirgt 2. Der, wo der Gotts er dir sein Angesicht: so heit Spotter lacht, die will er dich nur üben. fromme Seel entfernt: sich Sein Wort laß dir ge Gottes Recht zur Freude wiffer seyn, als was dein macht, und Tag und Her sagt. Sprächs auch Nacht es lernt! nein: so laß dir doch nicht 3. Er grünet, wie am grauen. Bach ein Baum von seis 12. Dir, Vater, Sohn nem Segen schwillt, sich und Geist, sen Dank um hebt, und einen weiten deiner Güte willen! Laß Raum mit seinem Wis täglich ohne Furcht und pfel füllt. Zwang uns, was du 4. Er trågt, wann sei. willst, erfüllen! Verleih ne Zeit kommt, Frucht; uns felber, tugendhaft und bleibet immer grün; vor dir zu wandeln, Luft erquicket den, der Schats und Kraft! Dein Namelten fucht; der Wandrer sen uns heilig! fegnet ihn.. 13. Breit aus dein Reich; 5. Das ist der From dein Will, o Gott, gesche- me! Was er macht, ges he; gieb zum Leben uns råth ihm, und gedeiht: allen unser täglich Brod; Staub ist der Sünder, vergieb, wie wir serge- der sein lacht; Spreu, die ben! Auch steh uns in der Wind zerstreut. Versuchung bey; sey unfre 6. Der, der sich gegen Hülf, und mach uns fren Gott emport, besteht nicht von allem Uebel! Amen! im der Glaubigen und Frommen. 355 im Gericht; in. der Gemei- ler fållt, den Fall gleich zu ne, die Gott ehrt, bleibt bereun! sucht Gnad, und der Verbrecher nicht. strebt nun mehr der Tus 7. Dir, Höchster, dir gend treu zu seyn. gefällt die Bahn, die der 4. Getreu in seinem Gerechte geht: du schaust Stand, genießt er Gote im Zorn den Sünder an, tes Gaben, vergnügt, wenn des Sünders Weg ver- Andre gleich mehr Glück geht. und Ansehn haben; durch Gott ben wenigem zufries Mel. O Gott, du frommer 2c. den, frey von Neid, von er Gottes We- Habsucht und von Geiß, 358Wer ge geht, nur der von Stolz und Eitelkeit. hat großen Frieden. Wie 5. Schenkt Gottes Hand herrlich ist sein Lohn, ihm/ ihm viel: so wird er vies felbst von Gott beschieden! len nügen; des Freundes Voll Glaubens widersteht Glück erhöhn, verlaßne er jeder bösen Lust, ist sei- Tugend schüßen. Auch ner Tugend sich froh vor selbst Beleidiger wird er dem Herrn bewußt. in Noth erfreun; gut, wie 2. Er merkt auf seinen sein Gott, gesinnt, wird Gang; geht ihn mit fe- er auch milde seyn. stem Muthe; wird in der 6. Er krånkt den Nächs Schwachheit stark; liebt sten nie, schüßt seinen immer mehr das Gute. Ruhm, sein Leben; er Ihn machet Gottes Geist trågt ihn mit Geduld, ist gerecht und tugendhaft, willig zu vergeben. 谁 Und und er nimmt immer zu übereilt ihn auch der Zorn, anKenntniß und an Kraft. so faßt er sich und denket 3. Gott hat er allezeit gleich: wie oft verschonet vor Augen und im Her Gott auch mich! zen; wacht lüber sich, und 7. Er suchet jedes Hers scheut sich vor der Sündelim Guten zu bestärken; Schmerzen. Er eilet, wennl 3 2 und 356 Von der Glückseligkeit und alle reißet er zu allen Leben für Luft der Sünde guten Werken. Mit al geben, und dann die in re, len suchet er Ein Leib und Pein, mich selber zu ver, Geist zu seyn; mit ihnen klagen, in meinem Busen Eines Herrn und Heils tragen? Gott, laß dies fich) einst zu freun. ferne von mir seyn! 8. Das Heil der Ewig 4. Sein eignes Herz feit, das hier der From bekämpfen, und seine Reis me schmecket, erhält ihn gung dámpfen, ist frenlich so getrost, daß ihn kein schwehre Pricht: doch, Leib erschrecket; giebt ihm wenn wir uns besiegen, im Leiden Muth, und stil welch himmlisches Vers let jeden Schmerz. Im gnügen gewährt die Ueber Tode selbst frohlockt sein windung nicht! Gott egebnes Herz. 5. Nichts kann im Wohls ergehen so unser Glück er Mel. In allen meinen Thaten. höhen, als ein geruhig 359. Ein ruhiges Ge- Herz. Das schafft und wissen laß, Herr, innre Freuden, und mil mich stets genießen. Denn dert auch im Leiden, durch bab ich dieses nur: so ist seinen Trost, den größten für mich in Tagen, wo An- Schmerz. dre angstlich sagen, nichts 6. Die Güter zu vers schreckliches in der Natur. achten, wornach die Tho 2. Wenn meine Schuld ren schmachten, was giebt mich beuget, und dann dein uns dazu Muth? Was Geift bezeuget, daß ich bes tröstet Gottes Kinder beym gnabiat bin; wenn mich Spotte frecher Sünder? dein Trost erquicket, somn ruhig Herz, das beste oft mich Frühsal drücket: Gut. wie unschåßbar ist mein Gewinn! 7. Bu bir gen Himmel schauen, o Gott, und mit 3. Sollt ich solch ruhig Vertrauen sich rühmen: ich der Glaubigen und Frommen. 357 ich bin dein! im Glau- Mein Herz giebt Zeugniß ben der Erlösten sich bei meinem Leben, daß ich ge ner Huld g.trösten; welch wandelt, als ein Chrift, Glück, mein Gott, kann des göttlichen Berufes größer senn! werth, der hier mich 8.åßt du mich im Gehimmlisch wandeln lehrt. wiffen einst diesen Trost ge- 3. Getrost wag ichs vor nießen, wann alles von mir Gott zu treten, und ihn, reicht; kann ich dann voll voll Glaubensfreudigkeit, Bertrauen auf dich noch, als meinen Vater anzu Bater, schauen: so wird beten, der, was ich habe, mir selbst das Sterben mir verleiht, und jedem leicht. Heil und Segen giebt, der 9. O laß zu allen Zeiten ihn von Grund des Hers mich deine Weisheit lei- zens liebt. ten, und mache selbst mich 4. Mit Muth trag ich treu! Sum Fleiß in guten des Lebens Leiden, sie baus Werken laß mich die Hoff- ren einen Augenblick; und nung stårken, daß groß der des Gewissens innre Freu Lonim Himmel sey. den sind süßer, als der Sünder Glück: und was Mel. Wer nur den lieben 2c. kann höhern Trost vers 360 Wenn ich ein leihn, als leiden und un gut Gewis schuldig seyn? fen habe, so hab ich große 5. Die Fröhlichkeit in Seligkeit: es ist des Himmeinem Herzen verbreis mels beste Gabe, das höchtet sich auf mein Gesicht: fte Glück in dieser Zeit. In sie ist mein Latsal in Freud und Leiden giebt sie den Schmerzen, und in hier die wahre Ruh der der Finsterniß mein Licht. Seele mir. Sie macht getrost, wann 2. Jch bebe nicht, wann eine Welt erzittert, und in Cunder beben, daß Gott) Trümmern fällt. gerecht und heilig ift. 33 6. Zeigt 358 Von der Glückseligkeit 6. Zeigt mir mein Leslihrs könnet, ist Licht, ben manche Sünde; mein Kraft, Gelegenheit und Heiland giebt mir Trost Zeit zu edeln Werken und Muth. Ich weiß, nügt! daß ich Vergebung finde 4. Daß ihr die Selbst in der Versöhnung durch verläugnung nicht, der sein Blut: er, der für Tugend Kampf nicht mich gebüßet hat, tilgt alle scheut; auch, wenn sie meine Missethat. schwehr ist doch der Pflicht 7. So eil ich mit geset- getreu zu seyn, euch freut! tem Schritte des Lebens 5. Daß, leidet für die lettér Stunde zu: es falle Tugend ihr Verfolgung Diese Leibeshütte; dann oder Spott, ihr recht geh ich ein zur wahren thut ohne Rachbegier, Ruh: indem mein Geist, und niemand scheut, als der Gott gelebt, zu sei Gott! nem Ursprung sich erhebt. 6. Wohl dem, der Glau Mel. Nun sich der Tag 2. ben hat und übt, und alles Gute blos um seis 361. Mohl euch, ihr nes Gottes Willen liebt! Glaubigen, Wohl ihm; sein Lohn ist wohl euch, daß ihr dem groß! Herrn nur lebt; daß ihr 7. Wo wohnet die Zuan guten Werken reich zu friedenheit, wo wahre Ruh werden euch bestrebt! und Lust, als bey der wah2. Wohl euch, wohl ren Heiligkeit, als in des euch, daß ihr mit Luft Frommen Brust? die Rechte Gottes lernt, 8. Wenn er die Dürfe und, eures Vorzugs euch tigen erquickt: sieht das bewußt, von Sünden euch nicht Jesus an, der Herr, entfernt! der ihn so hoch beglückt, 3. Daß ihr dem folgt, als hätt ers ihm gethan? was er gebeut, und, weil 9. Die Ernt ist reicher, weil als der Glaubigen und Frommen. 359 als die Saat, die hier sein Sünde Sclaverey; bes Glaube så't. Ihm folget gnadigt, ruhig im Gewif jede gute That, wann er sen, vom Fluche des Ges zum Vater geht. feges fren, sieht er in dir, 1o. Zu dürftig ist die mit dir vereint, den Vater ganze Welt dem, der der und den besten Freund. Sünd entflohn, fest an 3. Er darf, o Gott, von dem Unsichtbaren hålt; dir verlangen, was ihm Der Himmel ist sein Lohn!] dein eigner Sohn erwarb: 11. Der öffnet sich; er wird es auch von dir vom Throne schallts: geh empfangen, weil Jesus ein, du frommer Knecht! ihm zum Heile, starb; Der ganze Himmel wieder- Licht, wo ers braucht, und hallts: geh ein, du from Muth undKraft zum Kame mer Knecht! pfe seiner Pilgrimschaft. 12. Geh ein! Geh ein. 4. Zum sichern Siege Du ftrittest gern; die Kron deine Stårke, und deinen ist schon bereit! Empfahe Geist der Heiligung zu einun das Reich des Herrn nem jeden guten Werke; und seine Seligkeit! im Leiden Trost und Lin derung; und selbst in seis . ner Prüfungszeit den Vor Mel. Wer nur den lieben 362 Mer, o mein Gott, schmack jener Herrlichkeit. aus 5. In seinem kindlichen ren, ein neues Herz von Gebete ist er der frohen dir empfängt, zum Eigen- Zuversicht, daß ihn dein thume dir erkohren, der Sohn vor dir vertrete; Sünd entsagt und göttlich und du beschämst dein Kind denkt, und göttlich lebt auch nicht. Ja, deine Vas wie felig ist dein Kind, dein terhuld gewährt ihm ime Eigenthum, der Chrift! mer mehr, als er begehrt. 2. Befrent aus seinen 6. Bereit zu helfen und Finsternissen und von der zu trösten, lenkst du mit 34 våter. 360 Von der Glückseligkeit våterlicher Huld, was nur 1o Wie selig, wer aus geschieht, zu seinem Be- dir gebohren, ein neues sten, und haft, wenn er Herz von dir empfängt, auch fehlt, Geduld; hilffund, dir zum Eigenthum gern von seinem Fall ihmjerkohren, der Sünd ent: auf, und forderst seinen fagt und göttlich denkt, und Tugendlauf. göttlich lebt! Wie selig 7. Er wandelt gern ist dein Kind, dein Eigenauf deinen Wegen; liebt thum, der Chrift! alle Menschen brüderlich. Was er nur thut, wird Mel. Die Tugend wird. und 363. Wie måchtig freut er deines Beyfalls fich). Mag doch der Eun der ihn verschmåhn; er wird von dir, o Gott, gesehn. spricht in meiner Seele, Herr, deine Stimme voller Huld! Du siehst erbarmend, wenn ich fehle: zürnst nicht; haft 8. Er, sicher, daß er båterlich Geduld; schickst felig werde! zufrieden hier deinen Geist, mich zu res mit seinem Loos, ist für gieren; spricht meinem die eitle Luft der Erde zu Herzen freundlich zu; mirst selig schon, zu reich, zu niemals múde, mich zu groß, und seine Wünsche, führen, so viel ich falsche Gott! begrångt kein Glück Tritte thu. der Welt, so sehr es glänzt. 2. Erhalter deiner Kreas 9. Er sieht den Tod von turen, liebreicher Gott der ferne kommen, und zittert ganzen Welt, die deiner nicht; er ist sein Freund. Gute reiche Spuren in Von dir zum Erben an- jiedem Sonnenstaub entgenommen, frohlockt er, hält! Mein Herz denkt wann der Tod erscheint. nimmer so vermessen, daß Er endet fröhlich seinen es dir, Vater, troßen kann. Lauf, und schwinget sich Nie soll es undankbar verzu dir hinauf. geffen } 360 der Glaubigen und Frommen. geffin, was du zu seinem find! Gott wird der Erde Heil gethan! Grund erschüttern; ich 3. Verfündigt ich mich bebe nicht; ich bin sein wohl mit Willen an einem Kind! Gotte, der vergiebt? Der mir Gebote zu erfüllen ge- Mel. Wer nur den lieben c. geben weil er liebt? Der die Erfüllung 364.Mitdir, o Hoch Friede kleinster Pflichten, als eine haben, und deiner Huld Wohlthat, mir vergilt? versichert seyn, das ist die Und der, anstatt mich größte aller Gaben, die streng zu richten, mein je des Menschen Herz er Herz mit Trost und Freud freun; das bleibt auch in erfüllt? der Ewigkeit die Quelle 4. Sein Dienst ist Le- der Zufriedenheit. ben meiner Seele; Ge- 2. Wovor darf meiner borsam meine Seligkeit. Seele grauen, wenn du Wie findlich) wein ich, mir, Gott, nicht schreckwenn ich fehle, vor ihm lich bist? Kann ich getrost dem Vater, der verzeiht! auf dich nur schauen, den Ich fühle jede meinerSün- Jalles unterworfen ist; so den, die weder Mensch noch seh ich auch mit heiterm Engel büßt; wie felig kann Sinn auf alles andre rus ichs dann empfinden, daß hig hin. Christus mein Erlöser ist! 3. Beschämt mich meis 5. Den majestätischen ner Fehler Menge? Du Gedanken geb ich für alle Vater, du verzeihst sie mir. Welten nicht. Er bleibet Bringt eine Noth mic) wahr; die Thronen wan- ins Gedränge, so hab ich fen. Er bleibet fast; die doch den Trost an dir, du Welt zerbricht. Es mò- lenkest Leiden dieser Zeit gen fündigen und zittern, doch stets zu meiner Sedie Kinder des Verderbens ligkeit. 35 4 Stos 362 Von der Glückseligkeit 2c. 4. Froh seh ich deinem dir recht zu thun sich freun. höhern Segen, den deine Wer dich mit solchem Hand in jener Welt den Sinn verehrt, der ist dein Deinen aufbewahret, ent- Freund, der ist dein werth. gegen, und wenn mein 7. Der hat dich auch Leib in Staub zerfällt: so in allen Fällen gewiß zum zagt mein Herz doch darum Trost, und kann sein Herz nicht: denn du bist meine in dir, o Gott, zufrieden Zuversicht. stellen ben jeder Sorg, in 5. Mein Heil steht blos jedem Schmerz: den wird in deinen Händen, und dein zum ewgen Wohlergehn ist, Vater, alle Macht, lohnfehlbar deine Lieb ers mir jedes Gute zuzuwen- höhn. den, das deine Huld mir zugedacht. 8. So hilf denn, daß Nur du voll- ich, weil ich lebe, um dei führst stets deinen Rath. ner Gnade mich zu freun, Wohl dem, der dich zum nach einem reinen Herzen Freunde hat! strebe, und pråg es mir 6. Dies ist das Glück aufs tieffte ein: kein groß der reinen Seelen, die sich res Glück sen auf der mit Ernst vor Sünden Welt, als wenn man dir, scheun, nur dich zu ihrem o Gott, gefällt. Troft erwählen, und vorl XXXI. Vom Tode. Mel. Ich hab mein Sach 2c. mir mein Leben hier, und 365. Dein find wir auch ſein Ziel bestimmt Gott, von von dir. Ewigkeit: in deiner Hand 2. Ist dies erreicht, so steht unsre Zeit. Eh Zeischaue dann erbarmend ten waren, ward schon unsre Seelen an! Hilf uns Vom Tode. 363 uns in unsrer letzten Noth,| 7. Ofen uns dann Herr, unser Gott! Ein nicht fürchterlich! Erbar, fanfter Schlaf werd uns me, Vater, unser dich! Der Tod! Wann unser Auge sters 3. Begleitet ihn der bend bricht, leit uns dein Krankheit Schmerz, so Licht; so fehlt uns Troft stårke das beklemmte Herz. im Tode nicht. Selbst in der Schmerzen größten den Muth, der freudig 366. Jest ich mor Wuth, gieb uns Mel. Wer nur den lieben c. leb ich; ob denkt: Gott machts doch gut! gen lebe, ob diesen Abend, 4. Verleih Gelaffenheit weis ich nicht. Wohl mir, und Ruh! In unsern wenn ich mich Gott ergebe! Herzen wohne du, und Dann kenn und thu ich laß mit freudigem Ver- meine Pflicht; dann bin traun, und ohne Graun, sich durch des Geistes Kraft auf unser nahes Grab uns bereit zu meiner Rechenschaun. fchaft. 5. Sey von uns Schwa2. Am Morgen blüht dhen dann nicht fern! Zeiglund glänzt die Blume, und uns den Himmel, Geist fållt oft schon am Abend des Herrn! Laß uns, wenn ab. So finkt mit seinem wir zum Vater flehn, ge- Glück und Ruhme der troftet sehn, wie der uns Mensch, eh ers besorgt, liebt, zu dem wir gehn. ins Grab. Und, Seele, 6. Ach, Gnad ergehe du misbrauchst so leicht dann für Recht! Denn ein Leben, das so schnell von dem menschlichen schlecht ist auch der Hei. Gelentfleucht. 3. Entziehe dich dem ligste nicht rein. Wer kann Weltgetümmel; hier ist wohl dein, Gott, ohne der Kampf, dort ist die deine Gnade seyn? Ruh. Ach, sterb und ringe 364 Vom Tode. ge nach dem Himmet; eil 2. Lebe, wie du, wann einer bessern Heimath zu du stirbst, wünschen wirst, Wie bald verfließt der gelebt zu haben. Güter, Prüfung Zeit! Und dann, die du hirr erwirbst, Wür. adh! kommt die Ewigkeit. den, die dir Menschen ga 4. Verschiebe niemals ben; nichts wird dich im deine Pflichten. Was Tod erfreun; diese Güter du zu thun jetzt schuldig sind nicht dein. bift, das eile, heute zu 3. Nur ein Herz das verrichten; wer weis, obs Gutes liebt, nur ein rus morgen möglich ist? Nur higes Gewissen, das vor dieser Augenblick ist dein; Gott dir Zeugniß giebt, der nächste wirds vielleicht wird dir deinen Tod vers nicht seyn. füßen; dieses Herz, von 5. Es sey, o Vater, Gott erneut, giebt im meines Lebens, die War- Tode Freudigkeit. nung: wachet! feyd bes 4. Wann in deiner leks reit! an meiner Seele ten Noth Freunde hülflos nicht vergetens, verloh, um dich beben; dann wird ren nicht der Gnade Zeit. lüber Welt und Tod dich Dann führt mich selbst dies reine Herz erheben: ein schneller Tod zu deiner dann erschreckt dich kein Seligkeit, o Gott! Gericht; Gott ist deine Zuversicht. Mel. Meinen Jefum laß ich zc. 5. Daß du dieses Herz 367 Meine Lebens- erwirbst, fürchte Gott, und zeit verstreicht, bet und wade. Sorge ftundlich eil ich zu dem nicht, wie früh du stirbt; Grabe. Und was ists, deine Zeit ist Gottes Sa das ich vielleicht, das ich che. Lern nicht nur den noch zu leben habe? Denk, Tod nicht scheun, lern o Mensch, an deinen Tod; auch seiner dich erfreun. faume nicht; denn Eins ift 6. Ueberwind ihn durch Ver noth. Vom Tode. 353 Vertraun; sprich: ich nicht weifer nacht, hat nie weis, an wen ich glaube, mit Ernst an ihn gedacht.. und ich weis, ich werd ihn 4. Wir leben hier zur schaun einst in diesem mei- Ewigkeit, zu thun, was nem Leibe. Er, der rief: es uns der Herr gebeut, ist vollbracht! nahm dem und unsers Lebens klein. Tode seine Macht. ster Theil ist eine Frist zu 7. Tritt im Geist zum unserm Heil. Grab oft hin, siehe dein 5. Der Tod rückt See. Gebein versenken; sprich: len vors Gericht; da bringt Herr! daß ich Erde bin, Gott alles an das Licht, lehre du mich selbst beden und macht, was hier ver. ken; lehre du michs jeden borgen war, den Rath der Tag, daß ich weiser wer- Herzen offenbar. den mag. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut, so sen Mel. O Jesu Chrift, meins 2. doch wacker und bereit; ie ficher lebt prüf deinen Glauben, als 368.Wie der Menschein Christ, ob er durch der Staub! sein Leben Liebe thätig ist. ist ein fallend Laub; und 7. Ein Seuffer in der dennoch schmeichelt er sich lekten Noth, ein Wunsch, gern, der Tag des Todes durch des Erlösers Tod sen noch fern. vor Gottes Thron gerecht 2. Der Jüngling hofft zu seyn, dies macht dih des Greises Ziel, der Mann nicht von Sünden rein. noch seiner Jahre viel, der 8. Ein Herz, das Gottes Greis zu vielen noch ein Stimme hört, ihr folgt, Jahr, und keiner nimmt und sich vom Bösen fehrt; den Frrthum wahr. ein glaubig Herz, von Lieb 3. Sprich nicht: ich erfüllt, dies ist es, was in denk, in Glück und Noth, Chrifto gilt. im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod 9. Die Heiligung er: for 366 Vom Tode. fordert Müh; du wirkst In eigener Melodie. fie nicht, Gott wirket sie. du Du aber ringe stets nach 369.Was sorgft bu ånstlich für ihr, als wäre sie ein Werk dein Leben? Es Gott ge von dir. laffen übergeben, ist wah, 10. Der Ruf des Lere Ruh, und deine Pflicht. bens, daß du lebst, dein Du sollst es lieben, weiss höchstes Ziel nach dem du lich nügen, es dankbar, strebst, und deiner Tage als ein Glück, befigen; Rechenschaft ist Tugend in verlieren, als verlörst du's des Glaubens Kraft. nicht 11. Ihr alle seine Tage 2. Der Tod soll nicht weihn, heist eingedenk des dein Herz erschrecken; doch Todes seyn; und wach dich zur Weisheit zu ers sen in der Heiligung, ist wecken, soll er dir stets wahre Todserinnerung. vor Augen seyn. Er soll 12. Wie oft vergeß ich den Wunsch zu leben mins diese Pflicht! Herr, geh dern, doch dich in deiner mit mir nicht ins Gericht: Pflicht nicht hindern; viel drůck selbst des Todes mehr dir Kraft dazu vers Bild in mich, daß ich dir leihn. wandle würdiglich; 3. Ermattest du in deis 13. Daß ich mein Herz nen Pflichten: so laß den mit jedem Tag vor dir, Tod dich unterrichten, wie o Gott, erforschen mag, wenig deiner Tage sind. ob Liebe, Demuth, Fried Sprich: sollt ich Gutes und Treu, die Frucht des wohl verschieben? Nein, Geistes in ihm sey; meine Zeit, es auszuüben, 14. Daß ich zu dir um ist kurz, und sie verfliegt Gnade fleh, stets meiner geschwind. Schwachheit widersteh, 4. Denk an den Tod, und einstens in des Glauwenn böse Triebe, wenn bens Macht mit Freuden Lust der Welt und ihre #uf: es ist vollbracht! Liebe Vom Tode. 367 Liebe dich reißen, und er- lift des Himmels Reichflicke sie. Sprich: fann thum mein! ich nicht noch heute ster- 8. Denk an den Tod, ben? Und könnt ich auch wann Leiden kommen; die Welt erwerben, besprich: alle Trůbsal eines gieng ich doch solch Uebel Frommen ist zeitlich und nie! dem Glauben leicht. Ich 5. Denk an den Tod, leide; doch von allem Bdwann Ruhm und Ehren, sen wird mich der Tod wann deine Schäße sich bald, bald erlösen; er ists, vermehren, daß du sie nicht der mir die Krone reicht. zu heftig liebst. Denk an 9. Denk an den Tod, die Eitelkeit der Erden, wann freche Rotten des daß, wann sie dir entrif- Glaubens und der Tugend fen werden, du dann dich spotten, und Laster stolz ihr nicht so sehr betrübst. Haupt erhöhn. Sprich 6. Denk an den Tod bey bey dir selbst: Gott trågt frohen Tagen. Kann deine die Frechen; doch endlich Luft sein Bild vertragen: fommt er, sich zu råchen, so ist sie gut und unschulds- und plöglich werden sie voll. Sprich, dein Ver- vergehn. gnügen zu verfüssen: welch 10. Denk an den Tod Glück werd ich erst dort zur Zeit der Schrecken, genießen, wo ich unendlich wenn Pfeile Gottes in dir leben soll! stecken; du rufft, und er 7. Denk an den Tod, antwortet nicht. Sprich: wann deinem Leben das sollte Gott mich ewig haf fehlt, wornach die Reisen? Er wird im Tod chen streben; sprich: bin mich nicht verlassen; dann ich hier, um reich zu seyn? zeigt er mir sein Angesicht. Heil mir, wenn ich in 11. So suche bir in Christo sterbe! Dann ist allen Fällen den Tod oft ein unbeflecktes Erbe, dann lebhaft vorzustellen: dann wirft 368 Vom Tode. wirst du ihn nicht zitternd ab: dann nimmt das Grab scheun; dann wird er dir den Leib, den uns der ein Trost in Klagen, ein Schöpfer gab. weiser Freund in guten 5. Jetzt find wir jung, Tagen, ein Schild in der gesund und stark; doch Versuchung senn. bald umschließet uns ein Sarg. Wie groß, wie Mel. Ich hab mein Sach c. angesehn du bist: ach, bald ( Szott hab ich alles vergißt die Welt, was du heimgestellt; gewesen bist. 370. Gott hab ich alles er machs mit mir, wie'c 6. O machte doch der ihm gefällt. Verlängert Tod, o Herr, mich jeden er der Prüfung Zeit: ich Tag bedächtiger! bin bereit, zu allem, was doch um keinen Augenblick der Herr gebeut. Jihn Jugend Glück, Hålt 2. Die Stunde wähl Stand, Reichthum oder er, wie er will; ich seh Macht zurück! ihm weder Maaß noch Ziel. 7. Das ist der Sünde Er, der auch meine Haare Schuld, o Gott; denn sie zählt, hat schon gewählt, allein gebahr den Tod. auch meine Tage schon Von seiner Macht ist Nies gezählt. mand fren, wie groß er 3. Er schmückt zwar sey; denn wer ist, Gott, auch mein irdisch Haus von Sünden frey? mit seinen reichen Gaben 8. Und, ach! wie wech aus; doch was ist dennoch feln Lust und Leid in meiner diese Zeit? Mühseligkeit! kurzen Pilgerzeit! Drum Ein Kampf, ein Sorgen geh ich mit gelaßnem Sinn voller Streit! zum Grabe hin; das Ster ben ist mir ein Gewinn. 9. Ich fühls, wie Sünd nur einen Augenblick; wir und Zukunft dráun; doch fallen gleich den Blumen will ich frohen Muches 4. Hier finden wir kein dauernd Glück; mir blühn seyn; Vom Tode. 369 seyn: es litt dein eigner 14. Erhöre mich, erhör Sohn, o Gott, für mich uns, Gott! Gieb allen. den Tod, litt alles, was einen selgen Tod! Auch dein Fluch mir droht mach uns selbst dazu bes 10. Er stand auch auf; reit; und nach der Zeit das tröstet mich; denn führ uns in deine Herrs auferstehen werd auch ich. lichkeit. Ich glaube, was er mir verspricht, voll Zuversicht: er låßt mich auch im Grabe nicht. In bekannter Melodie. 371. Mit Fried und Freuden fahr 11. Was er mir auf- lich hin! Ifts Gottes legt, trag ich gern; ich Wille, so scheid ich mit leb und sterbe meinem getrostem Sinn: sanft Herrn. Mein Leib wird und stille, wie mir Gott leben, Gott, und dann verheißen hat, wird mir bet ich dich an, wo mich der Todesschlummer. kein Tod mehr tödten Fann.c 2. Das ist durch Jes sum, Gottes Sohn, mir 12. Ich schaue dann geschehen, den Heiland, dein Angesicht; das glaub den im Glauben schon ich fest und zweifle nicht. ich gesehen; der mir Ich lebe dann in Ewigkeit, Heil und Leben ist in durch dich befrent, in dei- Noth und auch im Sterner Wonn und Herrlich- ben. Feit. 3. Den hast du allen 13. Nimm Gottes vorgestellt, Gott der GnaSohn, mein Heil, mich den; zu seinem Reich die an, wenn keine Welt mich ganze Welt heißen laden trösten kann; schleuß du in durch dein theuer heilsam deine Huld mich ein, und Wort, das überall ers laß mich dein im Leben schollen. und im Tode seyn! A a 4. Er 370 Vom Tode. 4. Er ist der Heiden Gieb, daß ich deinem Heil und Licht, sie zu leh- Dienst es weih, und, ren, und zu erleuchten, die auch dem Nächsten nuk noch nicht ihn verehren: lich sey, was du mir, ihn, seines auserwählten Herr, gegeben. Laß mei Volks Preis, Ehre, Freud nen Glauben fest und rein, und Wonne. und heilig meinen Wan del seyn. Im Kreuß ver Mel. Herzlich lieb hab ich c. leihe mir Geduld und 372Bon ganzem Her- hilf mir aus nach deiner zen lieb ich Huld. Herr Jesu Christ! dich; o Gott, nach Gna- Mein Herr und Gott! de dürstet mich, die mei Mein Herr und Gott! ne Seele labe! Die gans Sey du mein Trost in ze Welt erfreut mich nicht; Todesnoth! nach Erd und Himmel 3. Gieb, wenn du einst frag ich nicht, wenn ich, mich sterben heißt, Herr, Herr, dich nur habe. daß dein Engel mei Und wenn mein Herz im nen Geist in Abrahams Tode bricht, bist du doch Schooß trage. Den Leib, meine Zuversicht, mein den deine Hand mir gab, Heiland, der mich nicht bewahre du in seinem verstößt, weil er mich Grab, und bis zum jüngs durch sein Blut erlöst. sten Tage. Alsdann ers Herr Jesu Chrift! Mein weck, o Jesu, mich, daß Herr und Gott! Mein meine frohen Augen dich Herr und Gott! Ein sanfs verherrlicht sehn, o Got ter Schlummer sey mein tes Sohn, dich, meinen Tod! Heiland, auf dem Thron! 2. Ach! deine große Herr Jesu Christ! Er Gute gab mir Leib und höre mich! Erhöre mich! Seel und was ich hab So preif id dich einst in diesem kurzen Leben. ewiglich. Mel. Vom Tode. 371 Jesu Mel. Wenn mein Stündlein 2c. und deine Auffahrt, enn meine Zeit Christ, kann Todesfurcht 373.22 vorhanden ist, vertreiben. Denn, wo du - von dieser Welt zu schei- bist, da komm ich hin, den, ach! so verlaß, Herr wo ich stets ben dir leb Jefu Chrift, mich nicht in und bin: drum fahr ich meinem Leiden! An meihin mit Freuden. nem End empfehl ich dir 5. Ich fahr dahin zu Herr, meine Seele, die Jesu Christ; der Tod du mir auch treulich wirst kann mich nicht schrecken: bewahren. er ist ein Schlaf auf kurze 2. Wenn meiner Sün- Frist, und Jesus wird denlast mich drückt, mich mich wecken: er, mein Ere mein Gewissen naget, so lòfer, Gottes Sohn, wird wird mein Herz durch dich mich mit sich zu seinem erquickt, das ohne dich Thron ins ewge Leben berzaget. Mich tröstet in führen. der letzten Noth dein Leiden und dein Kreukes- Mel. O Jesu Christ, meins ic. tod, der vom Gericht mich) rettet. 374.Herr Jefu, wah rer Mensch und 3. Ich bin ein Glied Gott, du littest willig an deinem Leib, und freue Angft und Spott, als mich von Herzen, daß ich du für mich am Freuße mit dir vereinigt bleib, starbst, und mir des Vaauch in den letzten Schmer- ters Huld erwarbst. zen. Und sterb ich, o so 2. Um deiner Leiden wilsterb ich dir, ein ewigs len sen mir gnådig, Herr, Leben hast du mir mit dei- und steh mir bey im letzten nem Tod erworben. Kampf, in Sterbensnoth, 4. Weil du vom Tod wenn ich einst ringe mit erstanden bist, werd ich dem Tod. im Grab nicht bleiben: 3. Wenn dann mein 214.2 fiers 372 Vom Tode. fterbend Auge bricht, und hier zeitlich stirbt, mit nichs meine Zunge nicht mehr ten er drum ganz verdirbt. spricht, mein stockend Blut 9. O nein! mit meiner sich kaum bewegt, und starken Hand reiß ich ihn kaum das matte Herz aus des Todes Band, und mehr fdlågt: nehm ihn zu mir in mein 4. Wenn mein Verstand Reich; da herrschter dann sich nicht besinnt, und Men- mit mir zugleich. schenhülfe ganz zerrinnt; 10. Nun, Herr, mein ach! so verkürze meine Gott, ich trau auf dich: Qual, und führ mich aus an dein Wort hålt mein Dem Jammerthal. Glaube sich. Vergieb 5. Ich gebe meine See- mir meine Sündenschuld; le dann in deine Hånde; schenk mir zum Kampf nimm sie an! Der Leib Muth und Geduld. ruh in der finstern Gruft, bis einst dein großer Tag ihm ruft. 11. Mach meinen Glaus ben stark und fest, wenn mich die ganze Welt ver 6. Dann laß ihn frö läßt: und bricht des To lich auferstehn, in dei- des Schlaf herein, so laß nen Himmel einzugehn. ihn sanft und selig seyn. Gedenk, o Heiland, im Gericht an meine Misse- Mel. Wenn mein Stündlein uc. 7. Was du in deinem 375 Herr Jefu Chrift, Worte mir verheißen hast, wohl: ich muß, ich werde das glaub ich dir: für sterben; nur weiß ich das wahr, fürwahr, euch fage nicht, wann ich soll, noch ich, wer mein Wort hält, wie ich werde sterben. Mein und glaubt an mich, Ende steht allein bey dir; 8. Der kommt dereinst die Stunde, Herr, ver nicht ins Gericht, und birgst du mir, wann ich schmeckt den Tod auch die Welt verlasse. ewig nicht, und ob er gleich! 2. Jd Vom Tode. 373 2. Ich weis, und dir mirs nicht zu, nicht meiists auch bewußt; es ist ja ner Schwachheit Fehler. deine Gabe; daß ich hier 6. Nimm auch die stil meine höchste Luft an dir, len Seufzer an; laß, o Jefu, habe. Ich weis, wenn mein Herz nicht bes daß meine Sündenlast du ten, wenn mein Verstand auch auf dich genommen nicht denken kann, mich haft, damit ich selig würde. deinen Sohn vertreten! 3. Erhalt in mir, oGeh ich zu deinem Himmel Jefu Chrift, dies tröst- ein: will ich mich meines liche Vertrauen, daß du Endes freun, ich sterb auch, auch mein Erlöser bist, wie ich wolle. und ich dich werde schauen. 7. Soll ich gewaltsam, Bewahre meine Seel, ofsoll ich, Gott, schnell oder Gott, in deiner Gnade, angstvoll sterben: so führe bis der Tod mich hin zum mich nur jeder Tod zu deiHimmel führet. nes Reiches Erben. Nur 4. Dann geb ich meihilf mir, daß ich allezeit ne Seele dir in deine Vazur Rechenschaft vor dir terhånde. Nur bitt ich bereit und chriftlich sterdich, verleihe mir, Herr, ben könne. ein vernünftig Ende; daß, 8. Damit ich so bereis mit Gedanken, Gott, an tet sey, laß mich, Herr, dich, die ruhevolle Sees hier auf Erden je mehr und le sich von ihrem Leibelmehr von Sünden fren und dir gehorsam werden. trenne. 5. Entweicht jedoch zu Denn wird mein Herz ges jener Zeit, vielleicht in gro- heiligt seyn, so bin ich, ßen Schmerzen, die Ruhe Gott, mein Vater, dein der Gelaffenheit aus mei- im Leben und im Tode. nem bangen Herzen: was 9. Ich will mich mit ich dann rede, Gott, und gelaßnem Sinn in deinen thu, ists unrecht, rechne Rath ergeben: es ift Aa 3 der 374 Vom Tode. der Tod mir ein Gewinn; Gott! Heiliger barmhere denn Jesus ist mein Leben, siger Heiland! Du ewis Er wird gewiß zu seiner ger Gott! Laß uns nicht Zeit auch meinen Leib zur verzagen vor der tiefen Herrlichkeit, zum Him- Höllenglut! Kyrie eleison. mel auferwecken. In bekannter Melodie. 376.Mitt 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treia ben: wo soll'n wir dann itten wir im fliehen hin, da wir mögen Leben sind bleiben? Zu dir, Herr mit dem Tod umfangen: Christ, alleine: Vergossen wen suchen wir, der Hülfe ist dein theures Blut, das thut, daß wir Gnad erlan- gnug für die Sünde thut. gen? Das bist du, Herr, Heiliger Herre Gott! Heiz alleine. Uns reuet unsre liger starker Gott! Heilis Missethat, die dich, Herr, ger barmherziger Heiland! erzurnet hat. Heiliger Her- Du ewiger Gott! Laß uns re Gott! Heiliger starker nldt entfallen von des Gott! Heiliger barmher- rechten Glaubens Trost! siger Heiland! Du ewi- Kyrie eleison. ger Gott! Laß uns nicht persinken in des bittern In bekannter Melodie. Todes Noth! Kyrieeleison. meinen lieben 2. Mitten in dem Tod 37724 Gott trau ich ansicht uns der Höllen Ra- lin Angst und Noth: er chen: wer will uns aus sol- kann von allem Bösen mich) cher Noth fren und ledig våterlich erlösen: mein Un. machen? Das thust du, glück kann er wenden; es Herr, alleine. Es jam- steht in seinen Händen. mert dein Barmherzig 2. Sind meine Sünden keit unsre Sünd und gro- groß, zag ich nicht hoffBes Leid. Heiliger Her- nungslos. Auf Christum re Gott! Heiliger starker will ich bauen, und ihm allein Vom Tode. 375 allein vertrauen; ihm bleib| Wort aus deinem Munde, ich fest ergeben im Tod soll, Herr, auch mich ers und auch im Leben. freun, soll in der letzten 3. Nimmt einst der Tod Stunde mir Geist und mich hin, ist Sterben mein Leben seyn. Gewinn: denn Christus ist 3. Mit dir muß mir es mein Leben; ihm hab ich glücken, den Kampf zu mich ergeben. Ich sterblüberstehn. Mit freudigem heut oder morgen; den Entzücken werd ich), im Geift wird er versorgen. Geiste, fehn, wie du, o 4. O mein Herr Jesu Heil der Sünder, einst Christ, der du so willig mit dem Tode rangst, bist für mich am Kreuz und wie du, Ueberwinder, gestorben, mir haft das allmächtig ihn bezwangst. Heil erworben! Führ du 4. Der frohe Siegsges mich aus dem Leiden zu danke: wo ist dein Staewgen Himmelsfreuden. Ichel, Tod? stårkt mich, daß ich nicht wanke, in Mel. Valet will ich dir geben 2c. meiner Todesnoth! So ern will ich mich ist auch, wann ich sterbe, ergeben, dich) zu doch Sterben mein Ge verlassen, Welt! Ich geh winn. Ich bin des Him zum beffern Leben, so bald mels Erbe; dein Wort es Gott gefällt. Was sagt, daß ichs bin. wårs, das mich betrübte? 5. Du schriebst ins Buch Dort schau ich ewig den, des Lebens auch meinen den meine Seele liebte, Namen ein. Dein Blut noch eh ich ihn gesehn. kann nicht vergebens für 2. Er ruft, zur Zeit der mich vergoffen seyn. Schmerzen, uns voll Er- trauet meine Seele, dich barmen zu: kommt her, lobt, was in mir ist, Er beladne Herzen, zu mir, löser meiner Seele, der du und findet Ruh! Dies die Liebe bist. 3786 Dir 2 a 4 In Vom Tode. In bekannter Melodie. 379. 2 4. Da, da ist das Freu lle Menschen denleben, wo viel tausend müssen ster- Seelen schon, mit des ben, alles Fleisch lebt tur- Himmels Glan; umgeben, ze Zeit; und was lebt muß Gott vor seinem höchsten erst verderben, eh es schö- Thron Dank und Preis ner sich erneut. Dieser und Ehre bringen, und Leib von Staub und Er- mit allen Engeln fingen: den muß zur Erde wieder heilig, heilig, heilig heißt werden, um verkiårt einst Gott, der Vater, Sohn aufzustehn, und in Him- und Geist! mel einzugehn. 5. Vaterland verklårter 2. Darum will ich die- Frommen! Wohnplatz un ses Leben, wann es mei- gestöhrter Ruh! Was kein nem Gott beliebt, willig Sterblicher vernommen, ihm zurücke geben, ihm, der himmlisch Heil gewäh mir den Himmel giebt. rest du! Freudenernten Hab ich doch in Jesus schenkt Gott denen, die zus Wunden Gnade, Heil vor geså't mit Thrånen, und Ruh gefunden, und und getröstet nach der Pein mein Trost in Todesnoth sollen die Gerechten seyn. ist des großen Mittlers 6. Ach! wie schmacht Tod. ich vor Verlangen, dies 3. Dieser ist für mich verheißne Land zu sehn, gestorben, und sein Todsiene Krone zu empfangen! ist mir Gewinn; er hat Bald erhöret Gott mein mir das Heil erworben: Flehn. Diese Hütte wird darum geh ich freudig hin, zu Staube: doch ich weiß, hin aus diesem Weltge- an wen ich glaube, und ich tümmel, in den ruhevollen geh zum Vater hin, dessen Himmel, ewig da vor Kind und Erb ich bin. Gott zu stehn, und sein! 7. Mein entzückter Geist Antlit stets zu sehn. erblicket jetzt schon jene Herrlich 376 Vom Tode. 377 lichkeit! Und ich sehe mich] 4. Laß mich noch in ges geschmücket mit dem weisunden Tagen mein Haus sen Ehrenkleid, sehe mich bestellen, um zu dir mit vor Gottes Throne mit wahrer Freudigkeit zu sader goldnen Ehrenkrone, gen: Herr, wie du willst, ganz der heilgen Freude so schicks mit mir! Ich voll, die kein Ende neh- bitt, o Gott, 2. men soll. <. Erhebe meinen Geist zum Himmel, verbittre Mel. Wer nur den lieben c. mir die Lust der Welt! 380.Wer weis, wie mein Sinn fer auch im nahe mir Weltgetůmme stets auf mein Ende! Schnell flieht die Ewigkeit gestellt! Ich die Zeit, schnell kommt der bitt, o Gott, 2c. Tod. Vielleicht kommt 6. Ach, Vater! Deck plöglich und behende noch all meine Sünde mit dem heute meine Codesnoth. Verdienste Jesu zu, da Ich bitt, o Gott, durch mit ich hier Vergebung Christi Blut, machs nur finde, und dort bey dir mit meinem Ende gut! vollkommne tuh. ஒ ch 2. Es kann vor Nacht bitt, o Gott, 2c. leicht anders werden, als 7. Nichts ist, das mich es am frühen Morgen von Jesu scheide, nichts war. So lang ich lebeles sey Leben oder Tod: hier auf Erden, leb ich in im Leben ist er meine steter Todsgefahr. Ich Freude, mein Trost in bitt, o Gott, 2c. meiner letzten Noth. Ich 3. Laß mich mein Ende bitt, o Gott, 2c. ftets bedenken, gleich Buße 8. Ich habe Jesum an thun, wann ich gefehlt, gezogen, in meiner heilgen und nicht im Eiteln mich Taufe schon: Drum, Bas versenken, nicht wählen, ter, bist du mir gewogen, was mich ewig quålt.jich bin dein Erbe durch den Ich bitt, o Gott, 2c. 21 a 5 378 Vom Tode. den Sohn. Ich bitt, olgrößten Gabe, eines ewGott, 2c. gen Lebens freun. Möchs 19. In Jesu Liebes- ten wir es auch schon mahl erquicken sein Leib seyn! und Blut mich, seinen 2. Gott, du willst; wir Freund nichts kann leben noch mühsam hier in mich seiner Hand entrů- Pilgerhütten. Alle tru. cken, id) bin mit ihm ge- laen einst dieß Joch, die nau vereint. Ich bitt, o des Lebens Fron erstritten. Gott, 2c. Endlich aber führt der Tod 10. Drum leb ich in ge- uns auch hin zu dir, o laßner Stille, und so ge- Gott! lassen sterb ich auch: wie 3. Jesus selber lebte hier Gott es füget, ist sein vormals auch in Pilgers Wille mir heilig bis zum hütten. Noch unendlich legten Hauch. Ich bitt, mehr, als wir, hat er o Gott, 20. auf der Erd erlitten. Laß 11. Mein Ende kommuns glaubig auf ihn sehn, heut oder morgen, ich und durch ihn im Kampf weis, mit Jesu glückt es bestehn. mir. Er wird für meine 4. Was ist diese Les Seele sorgen, und bringt benszeit? Ach! nur eine fie, Vater, einst zu dir. kurze Stunde, gegen jes Ich bitte dich durch Chri- ne Ewigkeit. Gleichwohl sti Blut, machs nur mit kommt auf diese Stunde meinem Ende gut! die Gott noch verkürzen fann, unfer ewges Schicks Mel. Meinen Jesum laß ich 2. sal an! 381, Selig find die, 5. Gieb uns Weisheit, welche nun in Herr, und Kraft, diese dem friedenvollen Grabe Stunde wohl zu nutzen, von des Lebens Arbeit und beym Schluß der ruhn, und sich deiner Pilgrimschaft wolleft du i uns Vom Tode. 379 uns unterstüßen, daß wir das dir dann dein Gott freudig auf dich sehn, und wird geben. getroft zum Tode gehn. 2. Ich freue mich, und 6. Daß wir dein find, bebe doch! So drůckt mich nicht der Welt, daß dusmeines Elends Joch, der uns wirst auferwecken; Fluch der Sünde, nieder. Diese Kraft der bessern Doch du, o Herr, er. Welt laß uns, wenn wir leichterst mir dies Foch, sterben, schmecken! Flöße mein Herz stärkt sich in Muth und Ruh uns ein, dir, glaubt, und erhebt selbst im Tode froh zu sich wieder. Jesus Chriseyn. stus, laß mich streben, dir 7. Wann wir, um einst zu leben, dir zu sterben, auch zu ruhn, zu den Tod- und dein Himmelreich zu ten Gottes gehen: wollsterben. du mehr noch an uns thun, 3. Verachte denn des als wir bitten und verste- Todes Graun, mein Geift, hen. Auch für unsre To er ist ein Weg zum Schaun Desnacht riefst du einst: in jenem bessern Leben. Er Es ist vollbracht! sen dir nicht mehr fürchterlich! Ins AllerheiligMel. Wie schon leuchtet der 2. fte wird dich der Herr Hier 382.Wie wird mir dadurch erheben. dann, Erld- wird dein Hirt, nach ser, seyn, wann ich, mich den Thránen, nach dem Deiner ganz zu freun, in Sehnen, dich Erlösten dir entschlafen werde? völlig und auf immer tròDann, Seele, wirst du, sten. ganz befreyt von aller Un4. Herr, Herr, ich vollkommenheit, entfliehen weis die Stunde nicht, dieser Erde. Freu dich die mich), wann nun mein innig, starke, tröste dich Auge bricht, zu deinen Erlöste, mit dem Leben, Todten sammelt. Vielleicht 380 Vom Tode. nach deiner ac. leicht umgiebt mich ihre| mel. Machs mit mir, Gott, Nacht, eh ich dies Fles hen noch vollbracht, mein 333.Machs mit mir, Lob dir ausgestammelt. Gott, wie dirs Mach mich fertig! Ich gefillt; hilf mir in allen befehle meine Seele dei- Leiden! Und rufest du mich nen Händen; Laß mich von der Welt, so laß ges meinen Lauf gut enden. troft mich scheiden! Dir, 5. Vielleicht sind mei- der du ewig mich erfreuft, ner Tage viel; vielleicht befehl ich, Bater, meis bin ich noch fern vom Ziel, nen Geift. an dem die Krone schim 2. Gern will ich folgen, mert! Bin ich von mei- lieber Herr! Ich werde nem Ziel noch weit; die nicht verderben. Du bist Hütte meiner Sterblich- ben mir, Almächtiger; so keit, wird fie erft fpåt zer- kann ich freudig sterben: trůmmert: laß mich, durch verlaß ich auch gleich mans dich, reiche Saaten guter chen Freund, der herzlich Thaten dann begleiten vor gut mit mir es meint. den Thron der Ewigkeiten. 3. Ruht doch mein Leib 6. Wie wird mir dann, in stiller Gruft; zum VaErlöser, seyn, wann ich, ter geht die Seele, bis ihn mid) deiner ganz zu freun, des HeilandsStimme ruft dich dort anbeten werde? aus seiner Grabeshöhle. Dann bin ich frey von Wie werd ich mich dann Sund und Leid, ein mit seiner freun! Wie felig genoß der Herrlichkeit, werd ich dann nicht seyn! nicht mehr ein Mensch 4. Und seh ich dich, o von Erde. Preis dir, Richter, dann; so werd daß mir durch dein Leis ich nicht erbeben. den jene Freuden offen nimmst mich, Herr, zu stehen! Ewig will ich Ehren an; die Sünden dich erhöhen! sind vergeben. Dein eig ner 381 Vom Tode. ner Sohn, voll Lieb und 3. Mein hingefallner Huld, ertrug und tilgte Leib bleibt hier, ihn wird meine Schuld. das Grab verschließen. 5. Warum sollt ich denn Wohl mir! das Grab traurig seyn, wenn ich vor wird dennoch dir ihn wies dir bestehe; wenn ich, du ch der geben müssen. Du Christi Blut nun rein, in kommst, Erwecker! Deideinen Himmel gehe? Ge- ne Macht, die ihn aus trost verlaß ich dich, oNichts hervorgebracht, Welt, weil Gottes Him- kann auch aus Staut mel mir gefällt. ihn bauen. 384Mer 4. Wie könnt ich traus Mel. Wenn mein Stündlein. ren, daß im Tod mein enn einst mein Fleisch zu Staub vermosterbend Auge dert? Wie könnt ich klabricht, mein letter Hauch gen, da es Gott vom verschwindet, mein Leib Grabe wieder fordert? O erstarrt, und selbst es nicht, Hoffnung, daß nach kurs daß er entschläft, empfin- zer Ruh mein Leib erdet; wenn um mich, den wacht, wie groß bist du, Entschlummernden, Gott, und welch ein Trost im. alle meine Lieben stehn, und Tode! angstvoll zu dir weinen: 5. Des Todes Schmers 2. Dann, Schöpfer, zen, Gott, will id), wenn nimm ihn auf, den Geist, er nun kommt, nicht ach der freudig zu dir fliehet, ten; mit glaubensvollem der dankbar deine Güte Blick auf dich nach meis preist, daß er den Tod nem Ziele trachten, und nicht siehet: und tröste, mich dem Ziele freudig die betrübt um mich mit nahn, mein himmlisch Thränen klagen; laß sie Kleinod zu empfahn, das sich mehr meiner Wonnel Jesus mir erworben. freuen! Mel. 382 Vom Tode. Mel. Wer nur den lieben ic. Jesus mich zum Leben 385.Mein ein Gott! ich weckt; so kann mir dies weis wohl, gleichgültig seyn; die Erd daß ich sterbe; ich bin ein ist allenthalben dein. Mensch, der bald vergeht, 5. Nun, liebster Vas und finde hier kein solches ter, wenn ich sterbe, fo Erbe, das ewig dauret nimm du meinen Geist zu und besteht. Drum zeige dir! Denn, bin ich nur mir in Gnaden an, wie dein Kind und Erbe, und ich recht selig fierben kann. hab ich Jesum nur ben 2. Mein Gott! ich weis mir; so gilt mirs gleich, nicht, wann ich sterbe, und geht mirs wohl, kein Augenblick geht sicher wann, wie und wo ich hin. Wie bald zerbricht sterben soll. doch eine Scherbe? Die Blumen müssen bald ver- Mel. Christus, der ist mein u. blühn. Drum mache du 386.Ja! Chriftus ift mich in mein Leben, der Zeit zur Ewigkeit. und Sterben mein Ges 3. Mein Gott! ich weis winn. Ihm hab ich mich nicht, wie ich sterbe, die- ergeben; mit Freuden geh weil der Tod viel Wege ich hin. hålt: dem einen wird das 2. Ich freue mich zu Echeiden herbe, fanft geht sterben: denn nach voll ein Andrer aus der Welt. brachtem Lauf soll ich sein Doch wie du willst; gieb Reich ererben; mein Heis nur dabey, daß ich wohl land nimmt mich auf. zubereitet sen. 3. Dann hab ich übers 4. Mein Gott! ich weis wunden, befrent von jes nid t, wo ich sterbe, und der Noth; versöhnt durch welcher Sand mein Grab Jesu Wunden, versöhnt bedeckt. Doch wenn ich durch seinen Tod. nur das Heil ererbe, und 4. Wenn mir die Aus gen Vom Tode. 383 gen brechen, sey, Jesu, 3. Schwehr liegt auf mir du mein richt! Und kann der Krankheit Schmerz, ich nicht mehr sprechen, ver- der Leib ist schwach, und wirf mein Seufzen nicht. matt das Herz; und mei5. Wenn Sinne, wenn ne Seele schreyt in mir: Gedanken, wie ein ver- Herr, nimm mich hin, löschend Licht, hieher und nimm mich zu dir! dahin wanken; ach, dann vtrlaß mich nicht! 4. Zu deinem Kreuß blick ich empor, und halte 6. Sein sanft, fein leicht mir dein Leiden vor. Was fein stille scheid ich dann kann mir in der Todespein aus der Welt: doch gut so tröstlich, als dein Leiist stets dein Wille; thu, den seyn! wie es dir gefällt. 5. Verschmähe meine 7. Dann sing ich mit Seufzer nicht! Dein Geist der Menge, die dich im soll, wenn mein Mund Himmel preift, dir ewig nicht spricht, im schwehrLobgesänge, Gott, Vater, sten Kampf mein BeySohn und Geist! stand seyn, und Vater! Bater! in mir schrenn. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 6. Wenn jetzt mein ster387. Jefu, meines bend Haupt sich neigt, und Lebens Licht sich mein Grab mir offen mein Trost und meine Zu- zeigt: so sen dein Wort: versicht! Auf Erden bin es ist vollbracht! Mein ich nur ein Gast, gedrückt Licht in jener Todesnacht. von meiner Sünden Last. 7. Ich lege meinen 2. Der Gang zur Ewig- Wanderftab mit Freuden keit ist schwehr: wo nehm hin vor meinem Grab, und ich Pilgrim Kräfte her? gebe nun, wies dir gefällt, Ach führe, Herr, an dei- hinüber in die beßre Welt. ner Hand mich in mein 8. Ich traue, Herr, auf himmlisch Vaterland. deinen Tod: hilf du mir 384 Vom Tode. in der Todesnoth. Undlim Sterben, wie im Les schließt sich dann mein Les ben. Ich kann mit Freu benslauf, so nimm mich den von hinnen scheiden: in den Himmel auf. durch ihn ist Heil mein 9. Am jüngsten Tag er- jewig Theil. Was frag wecke mich); da sieht mein ich nach der Erde, wenn Auge froh auf dich). Jdh ich nur selig werde! weis, im schrecklichen Ge- 3. Laß, wie den from richt verdammt mich mein men Simeon, mich nun Erlöser nicht. in Frieden fahren! Herr, 10. Unsterblich werd ich ich vertrau auf deinen auferstehn, verklärt werd Sohn: er wird mich dir ich den Vater sehn: und bewahren, mir ewigs Leben du machst mich in deinem im Himmel geben, nach Reich auf ewig deinem kurzer Qual im Thrånens Bilde gleich. thal. Was frag ich nach der Erde, wenn ich nur Mel. Herr Gett, nun schleuß ic. felig werde! 388. Schleus, Ba Himmel auf, und reiche 389.8 ne Seele! Ses ter, deinen Mel. Freu dich sehr, o meine u. reue o meis mir die Hände! Vollendet hab ich meinen Lauf, mein lig, felig sollst du seyn; Leben eilt zu Ende. Nach Gottes, dem ich dich bes diesen Tagen, voll Müh fehle, sollst du ewig dich und Plagen, bereitest du erfreun. Aus der Trübmir ewge Ruh. Was sal dieser Zeit führt er frag ich nach der Erde, dich zur Seeligkeit, zu dem wenn ich nur selig werde! Throne seines Sohnes, 2. Ich nahm den Hei- zum Genusse seines Lohnes. land glaubig an, den du 2. Dank ihm für dein der Welt gegeben, und Pilgerleben! Wie viel bleibe noch ihm zugethan, Gutes hat er schon dir in dies Vom Tode. 385 dieser Welt gegeben: und Schmücke dich mit Tuwie groß ist dort dein Lohn! gend; sep Gott bis in den O wie herrlich, wenn du Tod getreu, um, erscheint Gott auch in Kummer, die Zeit zu sterben, seines auch in Noth fest vertraust Sohnes Reich zu erben. und freudig glaubest, und 6. Jesu, den ich hier sein Werk nie låßig treis bekenne, gieb, daß weder best! Luft noch Schmerz mich 3. Reine, ganz vollkomm- von deiner Liebe trenne; ne Freuden kennen Gottes wo mein Schaß ist, sey Pilger nicht: dennoch find mein Herz! Mache du sie auch im Leiden ruhig mich selbst bereit für das und voll Zuversicht. Ih- Heil der Ewigkeit! Ich, res Glaubens Läuterung von dir erlöst zum Leben, ist die Frucht der Züchti- will mich ewig dir erges gung. Alle Dinge müssen ben. ihnen endlich doch zum Beften dienen. 7. In des Todes bittern Stunden will ich deis 4. Sey bey allen deinen ner Huld mich freun; dann Sorgen Gottes Willen auch sollen deine Wunden unterthan; bricht doch auch meiner SeeleZuflucht seyn. ein heitrer Morgen auf die In mein himmlisch Va långste Nacht einst an. terland wird mich deine Endlich ruht der Wandrer treue Hand hin zu deinem aus, und sein väterliches Vater führen, um bey dir Haus tröstet, nach den zu triumphiren. Pilgerleiden, ihn mit tau. send süßen Freuden. 8. Sie, zu deiner Wonn* erhoben, wird mit neuen 5. Ringe, dich von al Kräften sich ewig üben, len Sünden loszureiffen, dich zu loben, ewig, Gott, und die Welt und dich mein Vater, dich; sicher, felbst zu überwinden; lie daß ihr Leib dereinst, wenn be nur, was Gott gefällt. du zum Gericht erscheinst, b aufe Vom Tode. auferwecket aus der Erde, meiner Seelen an, wenn' auch, wie fie, verherrlicht ich von dem, was ich ge werde. than, dort Rechenschaft 9. Darum freue dich, soll geben? Wer ists, der o Seele! Selig, selig da noch für mich spricht? sollst du seyn; Gottes, Bist du es, Gott, mein dem ich dich befehle, sollst Heiland, nicht? du ewig dich erfreun. Aus 3. Mich dünkt, schon der Trübfal dieser Zeit lieg ich kraftlos ba, dem führt er dich zur Seligkeit legten Augenblicke nah, hin zum Throne seines mit Todesangst umgeben; Sohnes, zum Genuffe sei- der Augen Licht verdunkelt nes Lohnes. sich, des Grabes Nacht umhüllet mich, ein Traum Mel. Ewigkeit, du Don ist nun mein Leben: doch nerwort zc. 386 390Jch bin ja, Herr, schweigen meine Sünden nicht, sie fordern mich vor in deiner Macht; das Gericht. du hast mich an das Licht 4. Ich höre der Po gebracht; du sorgest für saune Ton, ich höre meie mein Leben. Du kennest nen Richter schon mein meiner Tage Zahl, weißt, letztes Urtheil sprechen; ich wann aus diesem Jame seh vor seinem Angesicht, merthal mein Geist sich ich seh jest, in dem hellsten soll erheben; wo, wie und Licht, die Reihe der Vers wann ich sterben soll, das brechen, die ich in dieser weißt du, Gott des Le Welt gethan: wer ists, bens, wohl. der nun mich retten kann? 2. Wen hab ich sonst, 5. Kein Geld noch Gut als dich allein, der mir in befreyet mich, umsonst er meiner legten Pein kann beut ein Bruder sich den Troft und Hoffnung ge- andern zu erlösen; ein jes ben? Wer nimmt sich der wird alsdann empfahn, nach Vom Tode. 387 nach dem, was er allhier nommen, sich seinem Ziele gethan; nichts schüßt als nahn! Wo sich des Lebens dann die Bösen. Hier ist Freuden vom frechen Sün.- Gott zum Verzeihn be- der scheiden, da gehn des reit: dort übet er Gerech- Christen Freuden an. tigkeit. 2. Er freut sich auf sein 6. Wie soll ich denn, Ende, und hebt voll Dank Gott, bestehn, wenn du die Hände zu seinem Vas in das Gericht willst gehn, ter auf: gesichert vor Vers und nach Verdienst mir derben, kann er nun fro lohnest? Wie kann ich lich sterben, nach einem Deinem Arm entfliehn, und wohlvollbrachten Lauf. deiner Strafe mich ent- 3. Sein ruhiges Geziehn, wenn du nicht mei. wissen bebt nicht vor Fins ner schonest? Ach, Vasternissen der Bahn, die ter, geh nicht ins Gericht! er nicht kennt: die schres Verwirf mich armenickensvollen Pfade erleuchSünder nicht! tet ihm die Gnade des Got7. Voll Reu und Buße tes, den er Bater nennt. such ich dich, errette, Gott, 4. Er segnet froh die bekehre mich, und tilge Seinen, die um sein Lameine Sünden. Dir weih ger weinen, ermahnt und ich meine Lebenszeit, dein tröstet sie; und seiner Dienst sen meine Selig- Treue wegen, erfüllt Gott keit. Ach, laß mich Gna- seine Gegen, und weichet de finden! Gieb, baß ich, auch von diesen nie. meiner Pflicht getreu, jum Tode stets bereitet sey. 5. Die Engel fleigen nieder, voll froher Jubels lieder, die Seele zu ems Mel. In allen meinen Thaten ic. pfahn: er stimmt in ihre 391.Wie fanft fehn Chöre Anbetung, Preis wir den From und Ehre, dem Mittler, men, nun bald der Erdent seinem Heyland, an. Bb 2 6. 2a 388 Vom Tode. 6. Laß, Höchster, mich zu Gott aus dieser Welt. bestreben, so in der Welt Ich bin getroft und zage zu leben, wie man dieß nicht: denn Gott ist selbst Glück erwirbt: damit ich, mein Heil und Licht. als ein Erbe der Selig. 4. Wie sollt ich vor keit, auch sterbe, so freudig, dem Tode beben, da du wie ein Frommer stiebt. für mich, Erldser, starbst? Er ist durch dich der Weg Mel. Wer weis, wie nahe zum Leben, das du am ch will dich noch Kreuge mir erwarbst. Wie zc. 392.J im Tod erhe- du ihn giengst, will ich ben, selbst nah am Gra- ihn gehn; wie du, werd be preiß ich dich: zum ich auch auferstehn. Segen gabst du mir mein 5. Laß Qual und Leid Leben; nimmst du es mir, mich noch umringen, laß du segnest mich. Mein mir die letten Schrecken Gott, im Leben war ich braun: du, Herr, halfft dein; dein will ich auch mir die Welt bezwingen, im Tode seyn! mit dir darf ich den Tod 2. Gott! welche feyer nicht scheun. So nah liche Stunden, wenn du dem Lohn den Gott vers mich nun der Erd entziehst; spricht, so nah am Ziele auf mich, den du getreu fink ich nicht. befunden, voll schonender 6. Du wachest über Erbarmung siehst! All- meine Seele, wenn ihre måchtiger, in dein Ge Stärke sich verliert; giebst richt gehst du mit mir Erdeinem Engel schon Ve löften nicht. fehle, der sie zu deinen 3. Der Leib wird schwach: Freuden führt, zu denen die irdsche Hütte, in der der verföhnte Christ durch mein Geist hier wohnt, zer- Jesu Tod berechtigt ist. fällt; schon gehen meinel 7. Ich will bich noch im müden Schritte den Weg Tod erheben, selbst nah am Vom Tode. 389 am Grabe preiß ich dich: Er wallte hier im finstern denn ewig werd ich vor Thal; nun ist er frey von dir leben; vor dir erfren Schmerz und Qual! ich ewig mich! Für mich 5. Treu blieb er Gott ist selbst der Tod Gewinn! bis an sein Grab, nun Wohl mir, daß ich erld- wischt Gott seine Thrde fet bin! nen ab! Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöfter, Mel. So treget mich denn ic. schlaf in Ruh! Wir gehn Begräbnißlieder. 393. Begrabt den Leib nach unsern Hütten zu, in seine Gruft, und machen zu der Ewigs bis ihm des Richters feit durch Gottes Beys Stimme ruft! Wir fden stand und bereit! ihn; einst blüht er auf, und 7. Ach, Jefu Chrift, steigt verklärt zu Gott hin- dein bitirer Tod stårk uns auf! in unfrer leßten Noth! 2. Aus Staube schuf Laß unsre gange Seele ihn einst der Herr! Er dein, und unser Ende freus war schon Staub, und big seyn! wirbs nur mehr! Er schläft, verwest, und einst erwacht er wieder aus der Todesnacht! 394 o gieb denn, fromme Chri 3. Des Frommen Seele stenschaar, der Erde das, lebt bey Gott, der sie aus was Erde war. Verschaff aller ihrer Noth, von al- dem Müden hier im Sand ler ihrer Missethat, durch die Ruhe, die er sonst feinen Sohn erlöset hat! nicht fand. 4. Hier hat ihn Trüb. 2. O Ruhe, Wunsch fal oft gedrückt; nun wird des Dürftigen, du letter er dort bey Gott erquickt! Troft des Weinenden, we Bb 3 In voriger Melodie. 390 Vom Tode. aller Gram vergessen ist, 8. Erinnr' uns, Gott, und keine Thräne weiter zu aller Zeit an Tod und fließt! Grab und Ewigkeit: stets 3 Hier endigt sich der laß uns in Bereitschaft Seinde Truß; hier findet stehn, und freudig dir ents der Bedrängte Schuk; gegen sehn. hier wird in süßem Schlaf erquickt, den manche Mel. Se traget mich denn u. schwere fast gedrückt. 4. Hier weicht die Ho- 395.un bringen wir den Leib zur heit mit dem Glück; der Ruh, und decken ihn mit bloße Mensch bleibt nur Erde zu, den Leib, der, nach zurück; ein Sarg nur und des Schöpfers Schluß, ein Leichenkleid find dann zu Staub und Erde wers die ganze Herrlichkeit. den muß. 5. Hier hört der Kampf 2. Er bleibt nicht im des Christen auf; vollen- mer Asch und Staub, det hat er feinen Lauf; die nicht immer der Verwe Geel eilt in ihr Vater- sung Raub: er wird, wenn land, und ist beglückt in Christus einst erscheint, Gottes Hand. mit seiner Seele neu ver6. Gebracht zur Schaar eint. der Siegenden, und zu der 3. Hier, Mensch! hier Engel Tausenden, erblickt lerne, was du bist: lern fie Gott nun, wie er ist, hier, was unser Leben und ihren Heiland, Jesumlist. Nach Sorge, Furcht Chrift. und mancher Noth kommt 7. Nimm den entseelten endlich noch zuletzt der Leib, o Gruft, bis ihm der Tod. Heiland wieder ruft, und 4 Schnell schwindet unfre ihn, den nun der Tod zer Lebenszeit: aufs Sterben stort, aufs neu belebet folgt die Ewigkeit: wie und verklärt. wir die Zeit hier anges wandt, Tode. 391 machs einst mit meinem Ende gut! 5. So währen Reich- 8. Laßt alle Sünden: thum, Ehr und Glück, uns bereun, vor unfermwie wir selbft, einen Alu- Gott uns findlich scheun! genblick: so währt auch Wir sind hier immer in Kreuß und Traurigkeit, Gefahr; nehm Jeder seis wie unser Leben, furje ner Seele wahr! Zeit. Vom wandt, so folgt der Lohn aus Gotteshand. 9. Wenn unfer Lauf 6. O sichrer Mensch, vollendet ist, so sey uns befinne dich! Tod, Grab nah, Herr Jesu Chrift! und Richter nahen sich: Mach uns das Sterben in allem, was du denkst zum Gewinn; zeuch unsre und thust, bedenke, daß Seelen zu dir hin. du sterben must. 7. Hier, 10. Und wann du einst, wo wir du Lebensfürft, die Gråbey den Gråbern stehn, ber mächtig öffnen wirft, foll Jeder zu dem Ba- dann laß uns frölich auf ter flehn: ich bitt, oerstehn, und dann dein Gott, durch Christi Blut, Antlig ewig sehn! XXXII. Von der Auferstehung der Todten. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 2. Jesus, mein Erlöser, 396. trauen, daß er mich Sefu esus, meine3u- lebt, und ich kann ihm warum und ich soll mit ihm leben! zu sich erhebt; Dieses weis ich. Sollte sollte mir denn grauen? nicht sich mein Herz zufrie- Läffet auch dieß Haupt ein den geben, was die lange Glied, das es einst nicht Grabesnacht mir auch für nach sich zieht? Gedanken macht? 364 3. 9th. $ 392 Von der Auferstehung 3. Ich bin durch des 7. Was verweslich ist, Glaubens Band zu genau vergeht; Fleisch und Blut mit ihm verbunden. Er, kann Gott nicht sehen. Ir ber auch den Tod embisch wird mein Leib ge: pfand, hat für mich auch så't, himmlisch wird er überwunden. Er erstand; auferstehen. Erst verweset und einst erwacht auch mein Gebein; dann wirds mein Leib durch seine unverweslich seyn. Macht. 8. Freudig seh ich hin 4. Ich bin Staub, und zur Gruft. Erde werde muß daher wiederum zu wieder Erde! Denn ich Staube werden. Dieses weis, wenn Jesus ruft, weis ich, aber er weckt daß ich auferstehen wermich wieder aus der Erde, wenn die Stimm: ers den, daß ich in der Herr wacht! nun schallt, und lichkeit bey ihm fey inzu meinem Grab auch Ewigkeit. hallt. 5. Da wird mich, statt 9. Wo ist dein Triumph, Dieser Haut, ein verklärter o Tod? Nimm den Staub Leib umgeben, für die neue hin! Ohne Grauen folg Welt gebaut, und geslich dir, ich werde Gott, schickt zum bessern Le meinen Jesum werd ich ben; und in diesem Leib schauen. Siegreich schau seh ich meinen Jesum ewig- lich dann umher, weis von lich. keinem Feinde mehr. 6. Dann werd ich, in hellem Licht, seine große ich seyn. Aber vorher 10. Selig, selig werd Lieb erkennen; und wie muß ich streben, Jesu, freudig werd ich nicht ihn ähnlich dir zu seyn, um dann meinen Retter nen- zu dir mich zu erheben. nen, wenn er von der Will ich einst dein Ants Sterblichkeit nun auf ewig lig fehn, muß ich deine mich befreyt! Wege gehn! Mel. der Tobten. 393 Mel. Es ist das Heil uns 2c. Dann nimmst du mich 397. Mein Heiland mit Ehren an, läßt in dein lebt, und hat Reich mich gehen. Forts die Macht des Todes ganz hin von keiner Last bebegwungen, und siegreich schwert, an Leib und aus des Grabes Nacht zu Seele ganz verklärt, leb Gott sich aufgeschwungen. ich bey dir dann ewig. Er ist mein Haupt; sein 5. O welche Herrlich Sieg ist mein. Sein soll keit ist mir in jener Welt mein ganzes Leben seyn, und bereitet, wo sich ein Freus ihm will ich auch sterben. densirom von dir auf Ses 2. Nicht ewig wird, lige verbreitet! Schwerd wer dein Wort hålt, den in deinem Himmelreich), Tod, o Jefu, schauen. unsterblich, deinen Engeln Drum geh ich freudig aus gleich), vollkommne Lust der Welt: das Grab genießen. macht mir kein Grauen. 6. Denn, wo du bist, Ich bin getroft und un- da sollen die, die dir hier verzagt, weil du den Dei folgen, leben, und, ewig nen zugesagt: ich leb, und frey von Schmerz und ihr sollt leben. Mih, ihr siegreich Haupt 3. Wird gleich mein Leib erheben. O was sind Leis des Todes Raub; er wird den dieser Zeit, Herr, gea doch wieder leben, und gen jene Herrlichkeit und einst aus der Verwesung unbegränzte Freuden! Staub sich neu belebt er 7. Gieb, Herr, daß heben, wenn du, o großer diese Herrlichkeit mir stets Lebensfürst, nun deinen vor Augen schwebe; und Tobten rufen wirst, zumjoft, in dieser Prüfungs# Leben aufzuwachen. zeit, mein Herz dabin ers 4. Wie froh und herr- hebe, wo keine Schwachs lich werd ich dann vor heit uns mehr drückt, wo dir, mein Heiland, stehen! wir, der Sterblichkeit ent 365 rückt, 394 Von der Auferstehung rückt, frohlockend vor dir meine Würde! Jedoch die wandeln. Welt, die sie nicht fast, 8. Erwecke mich dadurch nennts fälschlich schwere zum Fleiß, der Tugend Bürde. Einst trift den nach ustreben, und, weil Spotter dein Gericht, und ich lebe, dir zum Preis, dann siegt meine Zuver nach deinem Wort zu le- sicht. ben. Und fühl ich hier 4. Sink immer hin, mein noch Noth und Schmerz, Leib, in Staub! Gott so tröste dieß mein banges wird dich neu beleben. Herz: es kommt ein beß Hier werd ich nur des res Leben. Todes Raub; dort werd ist dieser Trostgrund nicht! ich ewig leben. Wie start Mel. Machs mit mir, Gott u. 398. Herr, du bist mei- Wie sicher meine Zuver ne Du lebst, auch ich soll le- 5. Herr, diesen Segen ben. Du wirst mir, was dank ich dir. Mich aus dein Wort verspricht, Un- der Gruft zu heben, giengfi sterblichkeit einst geben. du aus deinem Grab hers Dein Jünger kommt nicht für. Du lebst, und ich ins Gericht: dieß stårket soll leben. Ich glaub es meine Zuversicht. dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben auszustreuen: dort wird stårke mich. Laß mich den der herrlichste Gewinn der Trost empfinden, den gros Erndte mich erfreuen. Ich sen Trost, daß ich durch leide, doch verzag ich nicht; dich den Tod kann über denn du bist meine Zuver- winden. Grab und Vers ficht. wesung schreckt mich nicht; 3. Hier trag ich deineldenn du bist meine Zuverfanfte Last, und groß ist sicht. Mel. 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Saamen 395 der Todten. Mel. Was Gott that, das ic. mit dir in die Herrlichkeit 399.h freue mich frohlockend einzugehen. D der frohen hilf mir doch aus Gnaden Zeit, da ich werd aufernoch, zum Glück der Ewigestehen. Dann werd ich feiten mich würdig zu bes in der Herrlichkeit dich reiten. Gott, mein Heiland, sehen. Dann werd auch ich Mel. Jesu, meines Lebens 2. Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, 400, Noch bin ich dein Gaft, O zur ewgen Ruhe kommen. Erde! Gott mehrt meiner 2. Ja, Herr, du führst Tage Zahl. Daß ich reif fie einst heran, die Stunde zum Himmel werde, låst der Erlösung; die Stun- jer prüfend mir die Wahl, de, da ich hoffen kann Böses oder Guts zu wah. Trost, Freyheit und Gelen. Doch, werd ich mehr nefung; da Engeln gleich, Jahre gåhlen? Oder stürzt im Himmelreich tch ewig ein naher Tod bald mich werde leben, mit Herr- in die lekte Noth? lichkeit umgeben. 2. Du, Herr, weißt 3. Der du die Aufles: denn die Tage meis erstehung bist, du bists, nes Laufs hast du gezählt. auf den ich traue! Ich Ihre Freuden, ihre Plas weis, daß ich, durch dich, ge sah dein Auge, das nie Herr Christ, einst aufer- fehlt, früher noch, als du weckt, dich schaue. Auch mein Leben, Herr und werd ich nicht vor dein Vater, mir gegeben: da Gericht, wie die, die dich schon schriebst du meinen verschmähten, mit Angst Tod auf dein Buch, 0 und Schrecken treten. weiser Gott! 4. Ich hoffe dann mit 3. Einst, wenn es dein Freudigkeit vor dir, mein Wille fodert, werd ich der Haupt, zu stehen, und Verwesung Raub, mein 396 Von der Auferstehung erblaßster Leib vermodert, Ruf: Das Grab ist da! und verwandelt sich in Denn das Ende vieler Staub. So wie Früh leiden ist mit ihm zu lingsblumen wellen, wirb gleich euch nah. Der, mein Leben auch verwel- der euern Tod bezwung ken; Kraftund Obem neh- gen, hat das Leben euch men ab, und den Leichnam errungen. Durch den nimmt das Grab. Weg der Sterblichkeit 4. Nimm ihn hin zu führt er euch zur Ewig deinemStaube, nimm ihn, feit. Grab, in deinen Schoof! 7. Stärke mich auf diefe Dennoch triumphirt mein Stunde, Jesu, der du Glaube: ich erwart ein für mich starbst, und an beßres 2008. Des ver Gottes Gnadenbunde met westen Körpers Trümmer nen Antheil mir erwarbft! bleiben wahrlich nicht auf laß mich) Tod und Grab immer der Vermodrung nicht scheuen; laß vielmehr schndder Raub. Neu befeeit mich ihrer freuen. Denn, wird einst mein Staub. nach treu vollbrachtem 5. Durch dein schöpfrisch Lauf, nimmst du mich Wort: es werde! rufft zum Himmel auf. du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Mel. Wer nur den lieben x. Erde wird alsdann mein Körper feyn. Bu ben 401, arum erbebſt du, meine himmlischen Geschäften Seele, ben dem Gedanschmückst du ihn mit fen an das Grab? Nicht neuen Kräften; und von dich umschließt einst seine Schmerz und Sterblich Höhle, nur deine Hütte keit wird er ewig dann be finkt hinab. Sie schuf freyt. des Schöpfers Hand aus 6. Hört, o Chriften, Staub; drum wird sie der einft mit Freuden jenen Verwesung Raub. 2. Du der Todten. 397 2. Du, zur Unsterb- lunfterblich, so wie du. O lichkeit erlesen, schwingst Seele, zittre långer nicht, dich empor zu Gottes Licht, daß deines Hütte Bau und schaust den Ursprung zerbricht. aller Wesen von Angesicht, zu Angesicht; bewunderst Mel. Wachet auf! ruft uns ic. deines Gottes Macht in auf! jener Welten Bau und 402. Machet so ruft die Stimme, so rufet einst der 3. Dann, Seele, wirst Engel Stimme; verlaßt du das verstehen, was hier das Grab, verlaßt die Fein weiser Mund erklärt; Gruft! wachet auf, erlös was hier vollkommen einste Sünder! versammelt zusehen, des WissensTrieb euch, ihr Gottes Kinder! umsonst begehrt. Dann der Welten Herr isis, der tauscht dich Wahn und euch ruft. Des Tobes stille Irrthum nicht, und selbst Nacht ist nun vorbey! Ers die Finsterniß wirb Licht. wacht! Halleluja! Macht 4. Dann wirst du den, euch bereit zur Ewigkeit! ach! den erblicken, den hier Sein Tag, sein großer allein der Glaube sieht; Tag ist da! den, der dich ewig zu beglücken, 2. Erd und Meer und Verbrechern Hölle beben; die From gleich am Kreuz verschied. men stehen auf zum Les Dann jauchze, daß kein ben, zum neuen Leben stehn Wahn, kein Spott dich sie auf! Ihr Versöhner hier getrennt von deinem kommt voll Klarheit, vor Gott. ihm ist Gnade, Treu und 5. Wenn nun der Tag Wahrheit: der Tugend des Herrn erscheinet, ver Lohn front ihren Lauft låst dein Leib der Gråber Licht ist um deinen Thron Ruh. Zum zweytenmal und Leben, Gottes Sohn! mit dir vereinet, wird er Hosianna! Erlöser, bir, bir 398 Von der Auferstehung zc. dir folgen wir zu deines Wir schaun ihn ohne Hüls Vaters Herrlichkeit. le, ihn, unsern Freund und 3. Emigs Lob sey dir Gottes Sohn! Rein Auge gefungen! Wir sind zum fabe sie, dem Ohr erscholl Leben durchgedrungen! Am fie nie, diefe Wonne! In Ziel sind wir bevm großen Ewigkeit fen dir geweiht, Lohn! Christus strömt der Herr, unser Dank und Freuden Fülle auf uns! Chr und Preis! XXXIII. Vom jüngsten Gericht. Mel. Befiehl du deine Wege zc. der Sünder vor deiner Ich denk an dein Macht zu fliehn. Herr, 403.J Gerichte, du alle Menschenkinder wirst Richter aller Welt! Der du zur Rechnung ziehn. Thor nenns ein Gedichte, Du rufft und sie erscheis das Schwachen nur ge- nen vor deinem Richter, fällt! Mich soll sein Wahn, thron. Den Sündern nicht stören, weil mich dein und den deinen giebst du göttlich sicht und mein Gegerechten Lohn. wissen lehren, du haltest einst Gericht. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich An 2. Ich höre die Posau- gesicht. Schon hier dem nen, o Herr, im Geiste Fluch entnommen, zagt schon; ich sehe mit Er- ihre Seele nicht. Nun ftaunen dich auf dem Rich triumphirt ihr Hoffen; er terthron, um den die heil- löft von aller Müh, sehn ge Menge erhabner Engel sie den Himmel offen, und steht. Welch herrliches du, Herr, segneft sie. Geprånge! O welche Ma5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort 3. Umsonst sucht nun verhöhnt, und durch ein fleische Vom jüngsten Gericht. fleischlich Leben das eitleler kommt des Menschen Herz verwöhnt! Du giebst Sohn; er kommt, und der Sünde Knechten ihr Wolken sind sein Thron, Theil in ewger Pein; und den Erdenkreis su richten. führeft die Gerechten zu deinen Freuden ein. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die 6. Herr, laß, in diesem Millionen, die, seit dem Leben, dein schreckliches ersten Tag der Zeit, auf Gericht mir stets vor Au- dieser Erde wohnen; nur gen schweben, so schreckts dem Allwissenden bekannt, mich künftig nicht: sowerb unzählbar, wie am Meer ich vor dir wandeln in wahe der Sand; hier stehn sie rer Frömmigkeit, und als vor dem Richter. ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 3. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und 7. Ist denn dein Tag alle Völker hören, erwars vorhanden; wird diese tungsvoll und tiefgebeugt: Welt vergehn; so hoff ich, Kommt, erbt das Reich nicht mit Schanden vor der Ehren! so spricht er deinem Thron zu stehn. zu der Frommen Schaar. Du stellst mich dann zur Doch die, die widerspens Rechten, von aller Schuld stig war, heißt er nun von befreyt; führst mich mit sich weichen. deinen Knechten in deine 4. Herr, mit wels Herrlichkeit. cher Majestät wirfi du das Urtheil fällen! Die Mel. Es ist gewißlich an der x. Sünder, die dich hier vers chon 494. Son ist der schmäht, gehn dann geTag von wiß zur Höllen. Da trifft Gott bestimmt, da, wer sie Schande, Schmerz und auf Erden wandelt, sein Pein. Wer wird dann Loos aus Gottes Händen noch ihr Retter seyn? Ihr nimmt, nachdem er hier Warten ist verlohren. gehandelt. Er kommt, 5. Sie, 399 Vom jüngsten Gericht. 5. Sie, die Gerechten, mirs gegeben! Våterlich leuchten dann, wieSonnen führst du mich auf des Le an dem Himmel. Du selbsi bens Wegen meinem Ziel nimmst sie zu Ehren an. Olentgegen. welch ein froh Getümmel! 2. Balb kommst du mit Nun fehn sie mit erstaun- großer Kraft zum Gericht tem Blick, daß Glaub und auf Erden: dann soll ich Liebe zu dem Glück der zur Rechenschaft darges Auserwählten führen. stellet werden. Dein Ge 6. Sie geben nun in jericht schonet nicht, Richter nes Reich, das Gott für aller Welten! Denn du fie bereitet, und fehn auf willst vergelten. ewig, Engeln gleich, ihr 3. Weh dann mir in Wohlseyn ausgebreitet. Ewigkeit, wenn ich deine Das Stückwerk wird Gabe, meine Kräfte, meis Vollkommenheit; fein ne Zeit hier gemißbraucht Rummer, feineTraurigkeit habe! Weh dann mir, vermindert ihre Freude. hab ich hier dein Geschenk 7. Mein Heiland, laß verschwendet, und nicht mich dein Gericht oft und angewendet! mit Ernst bedenken! 4. Möchte täglich dein stårle meine Zuversicht, Gericht mir vor Augen wenn mich die Leiden Från schweben! Mocht ich mich, Fen. Es reiße mich, ge stets meiner Pflicht treu zu wissenhaft, und eingebent fenn, bestreben, daß ich nie der Rechenschaft, nach deithöricht sie aus den Augen nem Wort zu handeln. segte, noch mit Fleiß vers lette! Es 400 Mel. Mache dich, mein Geist tc. 5. Lehre mich gewiffen. 405. Dein Eigen- eingebenk der Rechenschaft err, ich haft #thum; dein ist auch mein nur, was gut ist, wählen! Leben! Mir zum Heil und Gieb, daß ich ernstlich mich dir zum Ruhm, hast dul tåge Vom jüngsten Gerichte. 401 täglich und auch heute, zum seiner Herrlichkeit steigt Gericht bereite. Jesus dann hernieder. 6. Zeigt sich erst die Vernimms, o Welt, und Ewigkeit furchtbar in der beßre dich! Der Tag Nåhe, o dann ist es nicht des Schreckens nahet sich. mehr Zeit, daß um Gnadl 2. Warum verzeucht er? ich flehe! Wann der Tod fragt der Spott; wo bleibt mir schon droht, kann ich der Sündenråcher, Gott? deinen Willen, Herr, nicht hört, Sünder, hörts mit mehr erfüllen! Beben! Euch die ihr 7. Mein Gewissen ftrafelfrech ihm wiederstrebt, und mich gleich für jede Sünde, in der Boßheit sicher lebt, daß ich Mittler, bald durch zur Beßrung Frist zu ge= dich Gnade such und finde! ben. Doch bald ist euer Rufe du, dann mir zu: al- Maaß erfüllt; bald kommt les ist vergeben! Sünder, der Richter, und vergilt. du sollst leben! 3. Dann öffnet um euch) 8. Dann werd ich auch her sich weit der Abgrund im Gericht vor dir, Herr, sjener Ewigkeit, mit allen bestehen, und vor deinem seinen Schrecken; dann Angesicht Freud und Won- wird euch, wann der Richne sehen. Ewig dein werd ter droht, nicht Berg, noch ich seyn, und mich, dich zu Meer, nicht Grab und lieben, ewig, ewig üben! Tod, vor seinem Zorne decken. Denn nun nicht mehr erbarmet er sich, und sein Gericht ist fürchters 406. Der unfre tid. lich. Menfc) 4. Wenn furchtbar feis heit an sich nahm, als er, ner Donner Schall und uns zu versöhnen, kam, tonender Posaunen Hall tommt einst, zu richten, der Erde Grund erschüt wieder. Nicht fern ist sei- tern, und plötzlich nun der ner Zukunft Zeit; in aller c Bau Mel. O Ewigkeit, du Don ar nerwort! 2c. 402 Vom jüngsten Gerichte. Bau der Welt wankt, Zeit laut mit des Don krachend stürzt, zertrům- ners Stimme. Reißt, mert fållt, wenn selbst die Menschen, nicht durch eu Himmel zittern, und, vorre Schuld den Gott der den Richter hingerückt, der Langmuth und Geduld, Crotter glaubet und er- daß er nicht schnell er Schrickt: grimme Denn schrecklich 5. Dann ist nicht mehr wird der Sünder Pein, zur Buße Zeit; wo wer- und groß der Frommen det ihr Barmherzigkeit und Wonne seyn. Gnad und Rettung finden? Die ihr der Sün- Mel. O Ewigkeit, du Dons den Maß noch häuft, nerwort 2c. fühlt, eh euch dieser Tag Gottes Sohn, ergreift, die Faften eurer 407. Erhöhter Jefu, Sünden; daß ihr nicht der du schon längst bes selbst euch einst verflucht, Himmels Thron, als Herr wenn ihr vergebens Hülfe scher, eingenommen; du sucht. wirst dereinst, zu rechter 6. Mein Herz erschrickt! Zeit, in großer Kraft und Es bebt in mir mein In- Herrlichkeit, vom Hims nerstes, o Gott, vor dir! mel wiederkommen! Gieb, Ich war ein Uebelthåter. daß dann froh und voll Begnadige, wenn dein Vertraun, dich, Herr, Gericht auch mir meinlauch meine Augen schaun. ewig Urtheil spricht, mich, 2. Wer fast, o Heis Herr, den Uebertreter. land, jetzt die Pracht, die Du, der die Sünder deinen Tag einst herrlich nicht verstößt, du, Jesu, macht? Wie groß wirst haft auch mich erlöst! du dich zeigen, wann du 7. Tag Gottes! Tag auf lichten Wolken einst der Ewigkeit! Du pre- mit deiner Engel Heer ers digst uns den Werth der scheinst: die sich vor dir Vom jüngsten Gerichte. Herr, beugen! Dann sieht daß du bebas du der die Weit die Majeståt, bist? dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 403 der Erde Richter 5. O gieb, wenn nun bein Tag erscheint, daß 3. Dann tönt dein Ruf ich in dir dann noch den in jedes Grab mit all Freund und Heiland wie. machtsvoller Kraft hinab; der finde; daß ich mit und schafft ein neues Le Freuden vor dir steh, und ben. Auf deinen Wink mit dir in den Himmel muß Erd und Meer das geh, ganz fren von Fluch unzählbare große Heer der undSünde. Laß mich im Todten wieder geben. Sie Glauben standhaft seyn, stehn, durch dich, Herr, und auch die kleinste neu beseelt, nun alle auf, Sünde scheun. und keiner fehlt. 6. Dein Name sey mir 4. Du sammelst sielewig werth! Und was dein vor deinem Thron, um Wort von mir begehrt, jedem den bestimmten laß mich mit Eifer üben! Lohn nach seiner That Dich, den der ganze Hime zu geben. Dann trifft mel preißt, dich müsſe hier den Bösen Schmach und auch schon mein Geist aus Pein; den Frommen aber allen Kräften lieben! So führst du ein in das ver- schreckt mich deine Zukunft heißne Leben. Wer leugs nicht, so hab so hab ich Muth net dann noch, Jefu Chrift, auch im Gericht. XXXIV. Vom ewigen Leben. Met. Wer nur den lieben 2c.[ verwandelt sich die Klage 408ach einer Prü- in göttliche Zufriedenheit. fung fürzer Hier übt die Tugend ihs Tage erwartet uns die ren Fleiß, und jene Welt Ewigkeit. Dort, dort reicht ihr den Preis |€ 2 2 Wahe. 494 Vom ewigen Leben. 2. Wahr ists, der From- den, den unaussprechlich me schmeckt auf Erden großen Werth; den Gott schon manchen felgen Au- der Liebe werd ich sehn, genblick; doch alle Freu ihn lieben, ewig ihn ers den, die ihm werden, sind höhn. ihm ein unvollkommnes Er 6. Da wird der Vors Glück. bleibt ein sicht heilger Wille mein Mensch, und seine Ruh Will und meine Wohl nimmt in der Seele ab fahrt seyn; und lieblich und zu. Wefen, Heil die Fülle, 3. Bald stören ihn des am Throne Gottes mich Korpers Schmerzen, bald erfreun. Dann låst Ge das Geräusche dieser Welt; winn stets auf Gewinn bald Fåmpft in seinem eig- mich fühlen, daß ich ewig nen Herzen ein Feind, der bin. öfter siegt, als fällt: bald 7. Da werd ich das im finkt er, durch des Nach-| Licht erkennen, was ich sten Schuld, im Rummer auf Erden dunkel sah; das und in Ungeduld. wunderbar und heilig nen 4. Hier, wo die Tu nen, was unerforschlich gend öfters leidet, das La- hier geschah. Da denkt fter öfters glücklich ist, wo mein Geist, mit Preis und man den Glücklichen be Dank, die Schickung im neidet, und des Beküm- Zusammenhang. merten vergißt; hier kann 8. Da werd ich zu dem der Mensch nie frey von Throne dringen, wo Gott, Pein, nie frey von eigner mein Heil, sich offenbart; Schwachheit fenn. ein Heilig, Heilig, Hei 5. Hier such ichs nur, lig fingen dem Lamme, dort werd ichs finden; das erwürget ward: und dort werd ich heilig und Cherubim und Seraphim, verklårt, der Tugend und alle Himmel jauchzen ganzen Werth empfin- ihm. 9. Da Vom ewigen Leben. 405 9. Da werd ich in der Ewigkeit? Wie nichts, Engel Schaaren mich ih- wie gar nichts gegen sie, nen gleich und heilig sehn; ist doch ein Augenblick das nie gestörte Glücksvoll Müh! erfahren, mit Frommen| flets fromm umzugehn. Mel. Wie schön leuchtet der u. Da wird, durch jeden Augenblick, ihr Heil mein 409. Mein ganzer Geist, Gott, Heil mein Glück ihr wird entzückt, wenn er nad) Glück. jenem Himmel blickt, den 10. Da werd ich dem du für uns bereitet; wo deis den Dank bezahlen, der ne milde Vaterhand aus Gottes Weg mich gehen neuen Wundern wird ers hieß, und ihn zu Millio- kannt, die du daselbst vernenmalen noch segnen, daß breitet. Mächtig fühl ic er mir ihn wies. Da find mich getrieben, dich zu lies ich ich des Höchsten Hand ben, der zum Leben, das den Freund, den ich auf dort ist, mich will erheben. Erden fand. 2. Was sind die Freu 11. Daruft, o möchte den dieser Zeit, Herr, ges Gott es geben vielleicht gen jene Herrlichkeit, die auch mir ein Selger zu: dort bey dir zu finden? Heil sey dir! denn du hast Du stellst uns hier auf mein Leben, die Seele Erden zwar viel Wunder mir gerettet; du! Gott, deiner Güte dar, zum frde wie muß dies Glück er lichen Empfinden. Doch freun, der Retter einer hier sind wir, bey den Segle seyn! Freuden, noch mit Leiden 12. Was send ihr, Lei- stets umgeben: dort nur den dieser Erden, doch ge- ist vollkommnes Leben. gen jene Herrlichkeit, die 3. Kein Tod ist da mehr offenbart an uns soll wer und kein Grab. Dort wi den, von Ewigkeit zu schest du die Thrånen ab su ſcheft Cc 3 von 406 Vom ewigen Leben. von deiner Kinder Wan 6. Gott, welche Schaar gen. Da ist kein Leid ist dort vereint! Die From mehr, kein Geschren, denn men, die ich hier beweint, du, o Herr, machst alles die find ich droben wieder. neu; das Alte ist vergan- Dort sammelt deine Vas gen. Hinfort sind dort für terhand, die deine Liebe Gerechte, deine Knechte, hier verband, Herr, alle keine Plagen mehr zur deine Glieder. Ewig werd Prüfung zu ertragen. id), fren von Mängeln, 4. In unsers Gottes selbst mit Engeln Freunds Heiligthum schallt seines schaft pflegen. Dein Ums Namens hoher Ruhm von gang voller Segen! tausend frohen Zungen. 7. Wo ist mein Freund, Hier strahlt die Herrlich des Höchsten Sohn, der keit des Herrn: da schaut mich geliebt? Wo glångt man sie nicht mehr von seinThron? In jenen Him fern; da wird sie ganz melshöhen. Da werd ich besungen. Völlig giebt dich, Herr Jesu Christ, fich den Erlöften, fie zu fo menschenfreundlich, als trösten, der zu kennen, den du bist, auch mit Entzücken sie hier schon Vater nen- sehen. Da wird, mein nen. Hirt, von den Freuden 5. Vor seinem Antlik nichts mich scheiden, die wandeln fie, auf ewigldu droben deinen Freun frey von aller Müh, und den aufgehoben. schmecken seine Güte. Hier 8. Wie herrlich ist die stort den Frieden ihrer neue Welt, die Gott den Brust, und ihre tausend- Frommen vorbehålt! Fein fache Luft kein feindliches Mensch kann sie erwerben. Gemüthe. Kein Neid, Du, Jesu, der du sie ers kein Streit hemmt die warbft, als du für deine Triebe reiner Liebe unter Menschen starbst, ach! hilf Seelen, die hinfüro nicht mir sie ererben. mehr fehlen. Einen Strahl 407 Vom ewigen Leben. Strahl nur ihrer Sonne, ne Huld sen überschweng ihrer Wonne, gieb mir lich, und die Wohlfahrt Schwachen, mir rein unvergånglich, die dem, Ende leidt zu machen! der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort giebt. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 4. Dann wirst du dich 410. wie unaus. unfern Seelen offenbaren, fprechlich se wie du bist. Keine Won lig werden wir im Himne wird uns fehlen, da, mel seyn! Da, da ern- wo alles Wonne ist. Zu ten wir unzählig, was wir vollkommnen Geligkeiten hier gefået, ein. Da wird uns dort der Mittler wird, ohne Leid und Zåh- leiten, der uns dieses Glück ren, unser Leben ewig erwarb, als am Freuß er wahren. Gott, zu welcher für uns starb. Seligkeit führst du uns 5. Da wird deiner From durch diese Zeit! men Menge Ein Herz, Ei2. Hier ist zwar, was ne Seele seyn, Dienst du den Frommen dort für und Dank und LobgesänGlück bereitet hast, noch ge dir, erhabner Gott, zu in feines Herz gekommen.( weihn: dir und dem, der Welcher Mensch auf Er- selbst sein Leben willig für den fast deines Himmels uns hingegeben. Mit ihm, große Freuden? Doch noch unserm größten Freund, diefes Lebens Leiden wer sind wir ewig dann vereint. den alle, die dir traun, 6. O wer sollte sich nicht mehr noch, als sie hoffen, fehnen, aufgelöst und da schaun. zu seyn, wo, nach ausges 3: Neue Wunder dei- weinten Thränen, ewge ner Güte werden dort ihr Güter uns erfreun; wo Glück erhöhn. Mit erstau- fich unser Kampf in Pal nendem Gemüthe wird men, unser Klagelied in dann unser Auge sehn, dei- Psalmen, unsre Angst in Cc 4 Luft 408 Vom ewigen Leben. Luft verkehrt, die forthin Mel. Wer nur den lieben u. Fein Kummer stört. Ruh vorhan 7. Was ist unser Loos 411.8ift noch eine auf Erden? Obs auch den für jeden Gott ergeb noch so köstlich sen, ists nen Geist, wenn er sich doc) nie ganz von Be- dieses Körpers Banden, schwerden, Sorgen, Furcht nach Gottes Willen, einst und Kummer frey. Schnell entreißt, und nun nicht folgt hier auf Luft oft Wei mehr so eingeschränkt, als nen: dort nur wird die hier auf Erden, lebt und Zeit erscheinen, wo kein denkt. Uebel mehr uns beugt, wo 2. Die, Herr, zu dieser das Glück beständig steigt Ruhe kommen, wie selig 8. Sen, o Seele, hoch sind doch alle die! In erfreuet über das erhab deinen Himmel aufgenom ne Glück, das dir einst men, ruhn sie von dieses dein Gott verleihet! Rich- Lebens Müh. Nach aller te deines Glaubens Blick Laft, die sie gedrückt, wird oft nach jener Stadt der ewig nun ihr Herz erquickt. Frommen, voll Begier 3. Wie Mütter ihre Kin dahin zu kommen. Trach- der trösten, so segnet mit te, weil du hier noch bist, Zufriedenheit auch deine nur nach dem, was dro- Gnade die Erlösten, nach ben ift. überstandner Prüfungs 9. Ohne Heiligung wird zeit. Du selbst macht ihnen Feiner, Herr, in deinen offenbar, wie gut hier deine Himmel gehn. Mache du Führung war. felbft immer reiner hier! 4. Da schweigen alle mein Herz dich einst zu bangen Klagen, da bringt fehn! Hilfdu selber meiner mit frohem Lobgefang, Seele, daß sie nicht den selbst für die ausgeftands Weg verfehle, der mich nen Plagen, dir ihre Seele ficher dahin bringt, wo man Preis und Dank. ewig bir lobfingt. Nun jauch Vom ewigen Leben. 409 jauchzen fie: es ist volls thue, wie du darinn mein bracht! Der Herr hat Fürbild bist: so ernt' ich, alles wohl gemacht! nach der Prüfungszeit, 5. Forthin betrübet fie einst ewige Zufriedenheit. kein Leiden, fein Schmerz und keine Schwachheit Mel. Wenn mein Stündlein 2c. mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden, und kronet sie mit Preis und Welt, und kurz sind meine Ehr. Ounaussprechlich Tage: so manche Noth, füße Ruh! Wie herrlich, die mich befällt, reißt mich Höchster, fegnest du! hier noch zur Klage. Doch, 6. Wer kann hier deine Vater, jene Seligkeit verGnade faffen? Du willst süßt mir meine Pilgrims den, der dich redlich liebt, jeit, und stärkt mich selbst nicht ewig in der Unruh im Leiden. laffen, die dieses Leben 2. Jeßt, da die Sünde noch umgiebt. O mach mich noch drückt, seufzt auch mich hier in der Zeit meine bange Seele: wie geschikt zu dieser Seligkeit. bald ist nicht mein Herz 7. Mein Heiland, der berückt! wer merkt, wie du selbst auf Erden der oft er fehle? Doch einst Leiden Joch getragen hast, werd ich vollkommen rein, will ich des Lebens múde ganz heilig und ganz felig werden, und fühl ich dies seyn. Dies tröstet meine ser Tage Last: so starke Seele. mächtig meinen Geist, daß 3. Wenn mich der Zus er dem Unmuth sich ent- Funft Schicksal schreckt, reist. die Noth der fernen Tage; 8. Gieb, daß in Hoff, wenn sie in mir die Sorg nung jener Ruhe, die Gotlerweckt, ob ich sie auch ers tes Volk verheißen ist, ich trage: so mildert mir die gern des Vaters Willen Ewigkeit das kurze Elend € ¢ 5 dies 412. Sin Fremdling bin ich in der 410 Vom ewigen Leben. dieser Zeit, daß nicht mein 5. Herr, diesen Trost, Herz verzage. der mich erfreut, vermehr in 4. Wenn einst, der jegt meinem Herzen. Es stärke von ferne dráut, der Tod mich die Ewigkeit bey meis mir nåber winket; wenn ner Wallfahrt Schmer nach der Arbeit dieser Zeit, zen. Sie sey in meinem mein Haupt zum Schlum Tod mein Heil, und einst mer sinker: so sterb ich froh; mein långst gewünschtes die Ewigkeit zeigt mir des Theil, wann ich vom Tod Himmels Herrlichkeit, die erwache. alles übersteiget. XXXV. Sonntagslieder. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. Båche fließen, und wo 413 Dies ist der Tag, dein Heil von der Erlösten zum Gegen 3ungen froh wird befuneingeweihet. Ihn feyert gen! gern, wer deiner, Gott, 4. Vergebens lockt die sich freuet. O laß auch Welt zu ihren Freuden. mich mit Freuden vor dich Mein Geift soll sich auf treten, dich anzubeten! Gottes2uen weiden. Sein 2. Dich rühmt der Lob- heiligs Wort, das seine gefang der Himmelsheere. Bothen lehren, das will Auch unser Tempel schallt ich hören. von deiner Ehre. Laß 5. Mit Andacht will ich, Aller Lob, laß das Ge- Höchster, vor dich treten. bet von allen dir wohlge Ich weis, du liebst, die fallen! findlich zu dir beten; und 3. Wie freu ich mich, willst, was wir zum wahs Die Ståte zu begrüßen, wo ren Heil begehren, uns Dürstenden des Lebens gern gewähren. 6. D Conntagslieder. 411 6. Olaß auch heute dei- auch mir, daß er mich nen Geist mich lehren, vom Weisheit lehre, damit Weg, der dir misfällt, auch ich, erleuchtet, dich), mich abzukehren. Regie- und Jefum, deinen Sohn re mich, daß meine ganze und mich zu meinem Heil Seele zum Trost dich erkenne. wähle. THISIA 2. Wir sind von dir, 7. Dein Tag sen mir o Gott, belehrt in unsern ein Denkmal deiner Güte: Finsternissen; sind nicht sen mir voll Heils, und mehr Heiden, sind bekehrt, lenke mein Gemüthe auf dem Gögendienst entriffen! jenen Troft, den uns dein Dies Haus ist, Gott, dein Sohn erworben, da er heiligthum! Hier wird gestorben. Sein Evangelium, hier dein 8. Dich bet ich an, du Geset verkündigt! Todesüberwinder, der du 3. heilig ser die Ståte an diesem Tag zum Heilmir, wohin, o Gott, die der Sünder, die, fern von Frommen mit Dank und Gott, in Todesschatten Luft und Lehrbegier, dich faßen, dein Grab verlaf- anzubeten kommen! Ich fen. liebe sie und walle gern 9. Dein Siegstag ist ein zum Hause Gottes, meis Tag des Heils der Erde. nes Herrn, mit ihnen ans Gieb, daß er immer hei- subeten. liger mir werde. Lobsen, 4. Da fühl ich durch Erlöser, deinem großen den frommen Dank, woNamen auf ewig, Amen! mit dich Christen loben, durch ihren heiligen Ge Mel: Sey Lob und Ehr mit 2c. sang zum Himmel mich 414.Froblockend dank erhoben! Da ist es mir, dir als die Se am Tage deiner Ehre; ligen an deinem Thron ihr denn deinen Geist giebst du Heilig! Heilig! rufen. 5. Da 412 Sonntagslieder. 5. Da fühl ich immer 4. Und, als er ihren mehr mein Herz von det. Bau vollbracht, hat er den ner Lieb entbrennen, und Menschen auch gemacht, seufze: laß nicht Glück und ihn, nach seinem Eben noch Schmerz von dir, bild, mit Unschuld und mein Gott, mich trennen! Verstand erfüllt. Wie schwer die Last ist, 5. Erkennt, um dank, fühl ich doch, sie werde bar ihm zu seyn, daß seine leicht, und sanft dein Joch, Vaterhuld allein euch auch weil mich dein Trost er- erhält, und was euch nügt, quicket! euch liebreich giebt, euch nährt und schüßt. Mel. Vom Himmel hoch da 2c. 6. Rühmt euch, daß 415.Dies, Chriften, ist heute Jesus Chrift von der Tag des Todten auferstanden ist, Herrn! Versammelt euch der durch die Größe seiner im Tempel gern, kommt macht das Leben an das vor des Höchsten Ange Licht gebracht. ficht, und freuet euch in seinem Licht. 7. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns 2. Kommt, betet euern zum Opfer gab, laß uns Schöpfer an, und rühmt, der Bohlthat würdig was er an euch gethan! seyn, und mach uns von Thn preisen, ist der Chris den Sünden rein. ften Pflicht: drum, Chri- 8. Laß deiner Auferste sten, auf! Versäumt sie hung Kraft, die neues Les nicht. ben in uns schafft, uns 3. Rühmt feine schömit dem hohen Trost er pferische Macht, die alles freun, einst ewig, Herr, einst hervorgebracht, den ben dir zu seyn. Himmel und die ganze 9. O heilger Geist, dein Welt, und alles, was sie Unterricht sen immer uns in sich hålt. fers Lebens Licht, und leit uns Sonntagslieder. uns auf der Tugend Bahn Trägheit die Versamm durch alle Trubsal Him- lung fliehet, und nicht mit melan. Andern beten mag; entzieht 10 Erleucht uns stets, sich einer heilgen Pflicht, du wahres Licht! Entzeuch und giebt, was Gottes ist, uns deine Gnade nicht! ihm nicht. Sen unser Trost in aller 4. Auch deinen Nächs Noth! Stårk uns im Le- sten zu erbauen, mußt du ben und im Tod! 413 zum Hause Gottes gehn. Wie manche find, die auf Mel. Wer nur den lieben c. dich schauen, die bloß auf en höchsten of Andrer Beispiel sehn! Ø 416en fentlich vereh- denke dran, daß du, als ren, und in sein Haus Christ, ein gutes Beyspiel mit Freuden gehn, um an- schuldig bist! dachtsvoll sein Wort zu 5. Doch selber dich von hören, und ihn lobpreisend deinen Pflichten und von zu erhöhn; ist eine Pflicht, der Bahn zur Seligkeit wozu der Christ, so lang noch immer mehr zu unter= er lebt, verbunden ist. richten, in dieser deiner 2. Wenn du nur in der Prüfungszeit, wie nöthig Still ihn ehrest, zwar ist dies nicht, o Christ, der Jesum deinen Heiland du geneigt zu Fehlern bist! nennst; doch ihn nicht öf 6. Wie schwach sind fentlich verehrest, ihn nicht unsre eignen Kräfte! Wie auch vor der Welt be- schwach Erkenntniß und kennst: bist du dann sein? Verstand! Der Gottes Bist du ein Christ, der dienst ist ein Geschäfte, seinem Heiland dankbar wozu Gott gütig uns ver ist? band; ein Mittel, das uns 3. Wer sich dem Got- neue Kraft zum Glauben tesdienst entziehet, an sei- und zur Tugend schafft. nes Gottes Ruhetag; aus 7. Wie manchen Trost hab 414 Sonntagslieder. hab ich empfunden, wenn 10. Kommt, fromme ich das Wort des Herrn Christen, theure Brüder, gehört! Wie lieb ich euch, vereint im Geist, vor Gott ihr frohen Stunden, da zu stehn; kommt, wir man anbetend Gott ver- find Eines Leibes Glieder, ehrt, und, um das Ewige kommt unsern Schöpfer zu bemüht, sich aller Erden- erhöhn. Frohlockend preis forg' entzieht! fet Jefum Chrift, der uns 8. Nichts gleicht dem ser Haupt und Mittler himmlischen Entzücken, 1r. O laßt uns schmecken das hier ein frommes und empfinden, wie freund Her; belebt, wenn es in lich) Gott den Seinen ist! felgen Augenblicken sich Er, der so gnädig unsrer im Gebet zu Gott er Sünden, so bald wir Buße hebt, und voll des Glücks, thun, vergißt, von neuem das es genießt, von Dank uns, als Kinder, liebt, und Freuden überfließt. und liebreich Gnad um 9. Wie nichtig sind der Gnade giebt. Erde Freuden dem, der 12. Erleuchte, Hert, des Himmels Freudensselbst unsre Seelen; vers schmeckt! Wie süß der treib aus uns des Frr Troft, wenn man im Lei- thums Nacht; laß uns die den sein Her; dem besten Wahrheit nicht verfehlen, Freund entdeckt! Wiejdie du uns selber kund genichts ist alles Glück der macht, damit dein großer Welt dem, der mit Gott Ruhetag dort ewig uns sich unterhält! beglücken mag. XXXVI Lieder bey dem öffentlichen Gottesdienste. 415 XXXVI. Lieder bey dem öffentlichen Gottesdienste. In bekannter Melodie. den Geist, der uns reLiebster Jefu! wir giert, und uns den Weg 417 find hier, dich zur Wahrheit führt. und dein Wort anzuhd 2. Er stårkt den wan. ren! Lenke Sinnen und kenden Verstand, macht Begier auf die füßen Him- uns dein heiligs Wort bes melslehren, daß die Her kannt; er flammt zur Heis gen von der Erden ganz ligkeit uns an, und leitet zu dir gezogen werden. uns auf rechter Bahn. 2. Unser Wiffen und 3. Halleluja! einst sinVerstand ist mit Finster- gen wir, Gott! heilig, hei niß umhüllet, wenn nicht lig, heilig, dir; und schauen deine Gnaden hand uns dich, in deinem Licht, von mit hellem Licht erfüllet. Angesicht zu Angesicht. Gutes denken Gutes 1 Dichten mußt du selbst in Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. uns verrichten. 3 Obu Glanz der Herr- 419..Herr, vor deinem du Angesicht hat lichkeit! Licht vom Licht, die Andacht uns versamaus Gott gebohren! Mach melt. Ach, verwirf die uns allesamt bereit; öffne Bitte nicht, die dein Volk Herzen, Mund und Öh- dir, Höchster, stammelt! ren! Unser Bitten, Flehen, Hor auf unsre schwachen Singen laß, Herr Jesu, Lieder, und sich gnädig wohl gelingen. auf uns nieder. 2. Laß dein Wort, das Mel Herr Jesu Chrift, dich 2c. hier erfchallt, unser Herz 418. Se mit den o Gott, bezwingen, und mit Deinen, Je göttlicher Gewalt tief in su Christ, der du stets unsre unsre Seelen dringen. Lag Buflucht bist! Send uns 48 416 Lieder bey dem öffentlichen Gottesdienste. es unsern Sinn erneuen, zu dir bekehren, und wir und des Irrthums Nacht alle, Gott, durch dich gern zerstreuen: vollbringen, was wir ho 3. Daß, von Eifer gang ren; alle fromm durch dich entbrannt, wir, was du auf Erden, und im Him befohlen, üben, dich und mel selig werden. den, den du gefandt, Je sum Christum herzlich lie. Mel. Herr Jesu Christ, dich ic. ben; daß kein Schmerz und feine Freude uns von 421. Hier find wir Gott, und flehn um Licht, versage deinen Geist uns nicht, lehr uns dein heilig Wort deiner Liebe scheide. In voriger Melodie. 420. ir erscheinen verstehn, und freudig dei hier vor dir, ne Wege gehn. dich, o Vater, zu verehs 2. Erleuchte deine Leh ren, und in deinem Hausefter nun, und ihre Hörer; hier auf dein heilig Wort lehr uns thun nach dei zu hören; von der Welt nem Wohlgefallen, Gott: uns zu entfernen, und der denn du, o Gott, bist uns Wahrheit Weg zu ler- ser Gott! nen. 3. Daß wir im Glaus 2. Gieb uns deinen ben stark, und frey von Geist, o Gott, und durch aller Sünd und Heuches ihn den wahren Glau- ley, dir dienen unsre Les ben; nimmer[ aß der benszeit, in Wahrheit und Låstrer Spott dieses Se Gerechtigkeit. gens uns berauben! Gieb 4. Erhör uns; unfer auch Licht und Muth und Lobgesang gefalle dir, und Stärke uns zu jedem gu- unfer Dank, bis wir vor ten Werke. deinem Throne stehn und 3. Hilf, daß alle Sün- dann vollkommner dich er der sich durch dein Wort höhn. Tam ad Mel. Lieder bey dem öffentlichen Gottesdienste. 417 Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. ne Wege geht, findet Heil 422.11nser Gott, wir auf seinen Wegen. Laßt danken dir, daß uns denn, ihm zu gefallen, du uns bein Wort gegeben. freudig feine Wege wallen. Gieb uns Gnade, daß wir 3. Seine Liebe müffe hier auch darnach recht sich immer mehr uns of fcbaffen leben. Gieb dem fenbaren, und die Seinen Glauben solche Stärke, våterlich vor der Sünde daß er thätig sey durch Lust bewahren, daß wir Werke. uns von ihm nie trennen, ibn bis in den Tod bes 2. Uns, o Vater, leh rest du, was wic thun und kennen. glauben sollen. Schenk 4. Unsern Ausgang seg uns deine Kraft dazu; gieb ne Gott, unsern Eingang, zum Wissen das unsre Werke; segne jeden Wollen, und zum Wol- in der Noth mit Geduld, len das Vollbringen; so mit Troft und Stärke, wird alles wohlgelingen. daß wir, seines Sohnes Erben, ihm nur leben, ihm. auch sterben. auch In voriger Melodie. 423.Gott fen Preis In bekannter Melodie. und Dank gebracht! Denn nun haben evernommen, was die 424 Nun, Gott Lob! es ist vollbracht Sünder selig macht, Got- Singen, Beten, Lehren, tes Wort, den Trost der Hören. Gott hat alles Frommen; Lehren, die wohl gemacht: dankbar zu guten Werken unsern laßt uns ihn verehren. fchwachen Glauben står- Unser Gott sen hoch ges preiset, der die Seele wohl 2. Unser Gott erhört gespeiset! Gebet, giebt uns seinen 2. Unser Gottesdienst Vatersegen; wer nur sei- ist aus, und auf uns ruht Gots Fen. fet=| i D D 418 Lieder bei dem öffentlichen Gottesdienste. Gottes Segen. Fröhlich du Trost, den Schwachen gehen wir nach Haus, wan Muth und Kraft, und Luft deln fort auf Gottes We zur Heiligung in ihrer Pil gen. Gottes Geist wird grimschaft. selbst uns leiten und zum Himmel zubereiten. 2. O segne nun dein Wort durch deines Geistes 3. Unsern Ausgang seg Stárke, um Jesu willen, ne Gott, unsern Eingang stets mit Früchten guter gleicher maffen; segne un- Werke, daß unser Glaube fer täglich Brod, segne un- dir bis in den Tod getreu, fer Thun und Lassen; seg und immer thåtiger durch ne uns mit fel'gem Ster- wahre Liebe sey. ben, und mach uns zu 3. Gieb, Gott, daß wir Himmelserben. dich stets und findlich fürch ten mögen, daheim und in Mel. Nun danket alle Gott. der Welt, auf allen unsern 425. Dir unserm Wegen! Dein Segen sen Gott, sey mit uns, den uns dein Lob für deines Wortes Wort verheißt, dein Fried Lehren! Den Sündern in Ewigkeit, o Vater, riefst du zu, sich ernstlich zu Sohn und Geist! bekehren; Betrübten gabst XXXVII. Neujahrslieder. Mel. Es ist das Heil uns x. ten eilen. Er ordnet Jah 426. Gott ruft der re, Tag und Nacht; auf! Sonn, und laßt uns ihm, dem Gott schafft den Mond, das der Macht, Ruhm, Preis Jahr darnach zu theilen; und Dank ertheilen! er schafft es, daß man sicher 2. Herr, der da ist, und wohnt, und heißt die Zei- der da war, von bankers fülls Neujahrslieder. 419 füllten Zungen sey dir für Heil und Rathauf unsern das verfloßne Jahr ein hei Fürsten nieder. lig lied gesungen; für Le 6. Daß Weisheit und ben, Wohlfahrt, Trost Gerechtigkeit auf seinem und Rath, für Fried und Stuhle throne; daß TuRuh, für jede That, die gend und Zufriedenheit in uns durch dich gelungen. unferm Landewohne; daß 3. Laß auch dieß Jahr Treu und Liebe bey uns gesegnet seyn, das du uns sen; dieß, lieber Vater, neu gegeben. Verleih uns dieß verleih in Chrifto, deis Kraft, die Kraft ist dein, nem Sohne! in deiner Furcht zu leben, Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen In voriger Melodie. Glück, wenn sie zuerst nach 427., Gott du bist der Herr der Deinem Reiche streben. Zeit, und auch der Ewige 4. Gieb mir, wofern feiten! Laß mich auch jest, es dir gefällt, des Lebens voll Dankbarkeit, dein hos Ruh und Freuden. Doch hes Lob verbreiten. Ein schadet mir das Glück der Jahr ist abermal dahin. Welt; so gieb mir Kreuk Wem dank ichs, Gott, und Leiden. Nur stårke daß ich noch bin? Nur mit Geduld mein Herz, deiner Gnad und Güte. und laß mich nicht in Noth 2. Dich, Ewiger, dich und Schmerz die Glücks bet ich an, dir will ich lichern beneiden. mich ergeben; dir, den kein 5. Hilf deinem Volke Wechsel treffen kann, vers båterlich in diesem Jah- trau ich froh mein Leben. re wieder. Erbarme der Wir blühen, und vergehn Verlaßnen dich und der durch dich; nur du bist bedrängten Glieder. Gieb unveränderlich, du warst Glück zu jeder guten That, und bist, und bleibest. und laß dich), Gott, mit 3. Herr, ewig währet D02 Deine 420 Neujahrslieder. deine Treu, mit Huld uns belebe Herz und Muth, zu begegnen; und jeden dich, o du allerhöchtes Morgen wird sie neu, mit Gut, und nicht die Welt Wohlthun uns zu fegnen. zu lieben. Ich kenne keinen Augen- 7. Die Welt vergeht; blick, da nicht von ihr stets dies reiße mich, die Lust neues Glück mir zugeflos der Welt zu fliehen. Um sen wäre. befire Freuden müffe fich 4. Du haft auch im ver- mein Geist schon jetzt bemü floßnen Jahr mich våter- hen! Den Engeln bin ich lich geleitet; und wann ja verwandt; im Himmel mein Herz voll Sorgen ist mein Vaterland; dahin, war, mir Hülf und Trost Herr, laß mich trachten. bereitet. Von ganzer See- 8. Ermuntre mich, die le preiß ich dich. Aufs Lebenszeit recht weislich neue, Gott, ergeb ich mich anzuwenden, und laß die gang deiner weisen Füh- Bahn zur Ewigkeit mit rung. Vorsicht mich vollenden. 5. Vergieb mir die ge- Der Tage Last erleichtre häufte Schuld von den mir, bis meine Ruhe dort verfloßnen Tagen; und bey dir kein Wechsel weis laß, Herr, deine Vater- ter störet. huld mich Schwachen ferbeiner Gnade ruhn, und 428. Hilf, et lin ner tragen. Laß mich in Mel. Freu dich sehr, o meine sc Herr, laß es wohl geline -lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. gen! Hilf, ein neues Jahr 6. Ja! Gieb mir Lust geht an! Laß es neue Fråfund neue Kraft, vor dir te bringen, neuen Segen gerecht zu wandeln. Laß jedermann. Uns und un mich), Herr, stets gewiffer Hab und Gut nimm in fenhaft mit mir und An- deine Baterhuth. Neues dern handeln. Dein Geist Glück und neues Leben Geift Glück wole Neujahrslieder. 421 mollest du aus Gnaden mel. Vor deinen Thron tret ze. geben. 2. Ja, es fen ein Jahr 429.Verstoffen ist das der Gnaden! Habe fer ner noch Geduld. wir sind mit Schuld be Herr, alte Jahr, das uns ein Jahr der Gnade war: Herr Jesu, freudig bringen wir dir unsern laden, ach! erlaß uns un- frommen Dank dafür. fre Schuld. Wirke selber 2. O Gottes eingebohrs Reu und Leid, und laß uns ner Sohn, wir nahen uns Barmherzigkeit und Verzu deinem Thron, und bit zeihung aller Sünden in ten um Barmherzigkeit dem Blute Jesu finden. für deine ganze Christen3. Der du uns dies Jahr heit. gegeben, gieb, daß dirs 3. Erhalt uns, unser geheiligt sen! Hilf uns, Troft und Hort in aller fromm und christlich le Noth, dein heilig Wort; ben, redlich, ohne Heu- und laß es unverfälscht cheley, und voll Bruder- und rein und kräftig unter liebe seyn, auch den Fein- uns auch seyn. den gern verzeihn; daß 4. Hilf uns den Lastern wir glücklich) hier auf Erwiderstehn, und deine den und dort ewig selig Wege freudig gehn; bes werden. strafe, Herr, durch dein 4. Laß es uns auch fröh- Gericht des alten Jahres lich enden, dieses ange- Sünden nicht. fangne Jahr. Leit uns, 5. Gieb uns zu unsrer Herr, mit Vaterhånden, Pilgrimschaft, was wir halte ben uns in Gefahr. bedürfen, Licht und Kraft; Sten uns bey in aller und laß dies Jahr, das Noth, und verlaß uns wir dir weihn, ein gnadens nicht im Tod. O so kön- reiches Jahr uns seyn. nen wir mit Freuden ster- 6. Laß fromm uns les bend einst von hinnen scheis ben, chriftlich einft uns den. Dd3 fter 422 Neujahrslieder. sterben, und wann du er- gewährt; die Jungen und scheinst, vom Tod uns frd die Alten gepfleget und er lich, auferstehn, und dich nährt; und mit stets mil und deinen Vater sehn. der Hand viel Gutes aus, 7. Dann danken, dann gespendet, viel Unglück ab. frohlocken wir mit allen gewendet von unserm gan Engeln ewig dir. Erhör zen Land. uns, Jesu, laß uns dein 4. Er hat uns noch vers im Leben und im Todelschonet aus unverdienter seyn. Mel, Von Gott will ich nicht z. denschuld. Huld, und hat uns nicht gelohnet, nach unsrer Sün Es ist Erbars 430. Helft Gottes men blos, daß wohlver. Güte preiz diente Strafen uns nicht fen! Stimmt, Christen, vorlängst betrafen; dem mit mir ein! Uns dank unsre Schuld ist groß. bar zu erweisen, soll unfrel s. Mit väterlicher Treue Freude seyn. Ein neues nimmt Gott die Sünder Jahr fångt an! Doch, daßjan, die sich mit wahrer wirs angefangen, daß wir Reue zu Jesu glaubig dem Tod entgangen, hat nahn. Er will, was wir Gott es nicht gethan? bereun, aus Gnaden gern 2. Mit frolichem Ge vergeben, und auch zum můthe dankt ihm, dem bessern Leben uns Hülf Herrn der Zeit! Denn und Kraft verleihn. Gott ist reich an Güte, 6. Sey, Vater, hoch reich an Barmherzigkeit. gepriefen für alle GürigEr wars, der unser Land, keit, die du an uns bewies der unser Leben schützte:| sen in der vergangnenZeit! er gab uns, was uns núß- Sen ferner unser Gott, te, mit våterlicher Hand. und auch im neuen Jahre, 3. Er hat sein Wort ersversorg uns, und bewahre halten; der Kirche Schuß die Deinen in der Noth. Mel. Neujahrslieder. 423 431 Mel. Nun laßt uns Gott, c.fern Wegen, den Großen Dommit, laßt vor und den Kleinen, das Licht Gott uns tre- der Gnade scheinen. ten, ihn kindlich anzubeten: om 8. Gieb, Vater, allen denn er hat unserm Leben denen, die sich nach Hülfe bis hieher Kraft gegeben. sehnen, ein Herz, das sich 2 Wir Erdenpilger geduldet, und murrend wandern von einem Jahr nicht verschuldet. zum andern; die schnelle 9. Versüß durch deine Slucht der Stunden wird Freuden den herben Kelch kaum von uns empfunden. Der Leiden, und laß, wo 3. Und diese Wander- Thránen fließen, sich det tage sind nie gang frey von nen Troft ergießen. Plage: wir gehn auf rau- 10. Sen der Verlaße hen Wegen der Ewigkeit nen Vater, der Frrenden entgegen. Berather, der Unversorg4. Doch Gott liebt uns ten Gabe, der Armen Gut nicht minder, als Våter und Habe. ihre Kinder; und er wird 11. Hilf gnådig allen in Gefahren uns künftig Kranken; gieb fröhliche auch bewahren. Gedanken den kummer5. Erhalter unsers Le- vollen Seelen, die sich mit bens, wir sorgen ja ver- Schwehrmuth quälen. gebens, wenn du uns nicht 12. Vor allem, Herr, beschüsest, mit Kraft nicht verleihe uns deinen Geist unterstüßest. aufs neue, den Geist, der 6. Mit glaubigem Ver- uns regiere, und uns zum trauen laß uns auf dich nur Himmel führe: schaaen! Gieb festen Muth 13. Damit wir, dir er im Leiden, ein dankbars geben, nur dir zur Ehre Herz in Freuden. leben, und, wann wir nun 7. Verleih uns deinen einst sterben, dein himme Segen; laß uns auf un- lisch Reich ererben. Mel. DD 4 424 Neujahrslieder. Mel, Vor deinen Thron tret x. hin zur Ewigkeit: du haft 432.11nwiederbringlich die Stunden zugezäbit; schnell entfliehn die lette weislich uns verdie Tage, die uns Gott behlt. geliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. manches ist bereits flohn! 5. Drum weck uns aus Wie der Sicherheit, daß, ein ent- gedenk der Sterblichkeit, wir stets dem Tod ent 2. Dank sey dir, ewig gegen sehn, und immer in treuer Gott, für deinen Bereitschaft stehn. Beystand in der Noth, 6. Ist einst die Zahl der für tausend Proben deiner Tage voll, die jeder hier Huld, und deiner schonen- durchleben soll; fo führ den Geduld! uns aus der Prüfungs 3. Ach! oft verlegten zeit zu deiner frohen Ewig wir die Pflicht; oft fehlten keit. wir und merktens nicht; 7. Da sind wir unsers du siehst, Erbarmer, unsre Heils gewiß; da wechseln Reu; um Christi willen Licht und Finsterniß, wie sprich uns frey. hier auf Erden, ferner 4. Wir eilen mit dem nicht: Herr, du bist ewig Strom der Zeit stets nåher unser Licht. XXXVIII. Mel. Ich dank die schon 2. Mich selbst zu schů. 433. ein erft Geben ohne Macht, lag ich, schäft sen und schlief im Frieden. erheb/ Wer schafft die Sicher Morgenlieder. Preis und Dank; ihn, meine Seele! Der heit der Nacht, und Ruhe Herr hört deinen Lobge- für die Müden? sang; lobsing ihm, meine 3. Wer wacht, wann Seele! ich Morgenlieder. 425 ich von mir nichts weis, Herz, das seine Pflicht er. mein Leben zu bewahren? kenn und willig thue: Wer fårkt mein Blut in 10. Daß ich, als ein feinem Fleiß, und schüßt getreuer Knecht, nach deimich vor Gefahren? Inem Reiche strebe, gotts 4. Wer lehrt das Auge selig, züchtig und gerecht seine Pflicht, sich sicher zu durch deine Gnade lebe: bedecken? Wer ruft dem 11. Daß ich, dem NachTag und seinem Licht, die sten beyzustehn, nie Fleiß Seele zu erwecken? und Arbeit scheue, mich Herr gern bey Andrer Wohl und ergehn und ihrer Tugend Dulfreue: 5. Du bist es, und Gott der Welt, dein ist unser Leben. bist es, der es uns erhält 12. Daß ich das Glück und mirs jetzt neu gegeben der Lebenszeit in deiner 6. Gelobet seyft du, Gott Furcht genieße, und meis der Macht, gelobt sey deine nen Lauf mit Freudigkeit, Treue, daß ich nach einer wann du gebeutst, bes fanften Nacht mich dieses schließe. Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf Mel. Kommt her zu mir zc., mir ruhn, mich deine Wege wallen; und lehre du 434 D großer Schöz pfer dieser mich selber thun nach dei- Welt, der alles, was' er nem Wohlgefallen. schuf, erhält, und alles 8. Nimm meines Lebens auch regieret: Gott, dess gnädig wahr; auf dich sen wunderreiche Hand hofft meine Seele. Seyleinst jene Himmel ausges mir ein Netter in Gefahr, spannt, die deine Sonne ein Vater, wenn ich fehle. zieret! 9. Gieb mir ein Herz 2. Noch willst du, daß, voll Zuversicht, erfüllt mit nach dunkler Nacht, in ih Lieb und Ruhe, ein weises rer ganzen Morgenpracht D05 mich 426 Morgenlieder. mich die Natur entzücke: lich ein zu weites Ziel auf noch heut seh ich dieß Son- ungewissem Pfade? O nenlicht, vielleicht nur heut, ich beuge mich vor dir! schon morgen nicht, viel hier bin ich; es gesche leicht nur Augenblicke. be mir nach deiner weisen 3. Ich fühle, daß ich Gnade! sterblich bin; mein Leben 7. Der Mensch, der auf welft, wie Gras dahin, geblaßne Thor, schreibt hinfällig gleich dem Laube. seinem Schöpfer Weis. Wer weis, wie unerwar- heit vor, murrt immer, tet bald des Höchsten klagt und weinet! Gott Wort an mich erschallt: liebt ihn mehr, als er sich komm wieder, Staub, liebt, da seine Huld nicht zum Staube! alles giebt, was jedem 5. Wann mich das fin- nüglich) scheinet. fire Grab verschlingt, ein 8. Er wird auch mein tiefes Schweigen mich um- Versorger senn; und nicht ringt, mich die Verwesung ein irdisch Glück allein will naget; alsdann bleibt al mir mein Vater geben. les doch zurück, und hatte Dieß Leben ist ein Augengleich) ein günstig Glückblick, ein Frühlingstraum mir keinen Wunsch ver- das långste Glück: ich faget. foll unsterblich leben! 5. O Thorheit, wenn 9. Gedanke der Unsterbs ich mich verkannt, und lichkeit, der über Erd und nach der Erde Lieblings- Welt und Zeit ein edles tand, nach großem Gut Herz erhebet! Empöre dich gegeitet! Wenn mich berlin meiner Brust, wenn Ehre schimernd Kleid und manche Lockung farscher aller Prunk der Eitelkeit zu Luft mich zu verführen niederm Neid gereiget! 6. Verlangt mein leiser Wunsch zuviel? Verfolg strebet! 10. Verderblich im Ges nusse sind des Lasters Freus den Morgenlieder. 427 den, die geschwind und haben; doch Dank für stets bereuet fliehen. Ich deine Gaben, und Lob und bin ein Pilgrim in der findlich Flehen wirst du, Beit; nur Freuden einer Herr, nicht verschmähen. Ewigkeit verdienen mein 5. Dein Werk wollst Bemühen. du vollenden, und deinen 11. Drum lenk, o Ewi- Engel senden, der mich ger, mein Herz schon hier an diesem Tage auf seinen auf Erden Himmelwärts; Hånden trage. entreiß es niedern Lüsten! 6. Du wolleft selbst mir Mach Andre reich: mich rathen in allen meinen mache du nur weise, nur Thaten; mich stets zum voll Seelenruh, nur Gott, Besten leiten, zum Him zum wahren Christen! mel mich bereiten! 7. Begleite mich mit Mel. Nun laßt urs Gott*.Segen auf allen meinen 435.Wadh auf, mein Wegen! Dein Wort fen Herz, und meine Speise auf meiner finge dem Schöpfer aller Pilgerreise! Dinge, dem Geber aller 1 Güter der Menschen Mel. Wer nur den lieben 20, treuem Hûter. 2. Mit göttlichem Er. 436.Mein Gott, nun ist es wieder barmen bedecktest du mich morgen, die Nacht volArmen: schlaf, sprachst du, lendet ihren Lauf: nun ohne Grauen, die Sonne wachen alle meine Sors sollst du schauen. gen mit mir, o Vater, Herr, wieder auf. Die Ruh ist kann aus; der Schlaf ist hin: Du und ich seh wieder, wo 3. Dein Wort, ist geschehen; ich das Licht noch sehen. machst, daß ich aufs neue ich bin. mich meines Lebens freue. 2. Ich bin noch immer 4. Du willst kein Opfer auf der Erde, wo jeder Tag 428. Morgenlieder. Tag sein Elend hat; hier, 6. Behüte mir Leib, wo id) tåglich älter werde, Seel und Leben, Ver zum Tode reifer, der sich wandte, Freunde, Hab naht. O Gott, der mich und Gut! Willst du mir beschüßt und nährt, wår Kreug zu tragen geben, ich doch deiner Liebe werth! so stärke mich mit Troft 3. Du gabst mir Kraft und Muth: und willst du jetzt aufzustehen: laß mich mich mit Glück erfreun, dir leben, nicht der Welt! so laß mich dir auch danks 3war weiß ich nicht, wie bar seyn. mirs wird gehen: doch thu, o Herr, was dir ge- Mel. Echöpfer Himmels und fållt! Schließ du in deider Erden, 2c. nen Schutz mid) ein; dein will ich todt und lebend 437. Gott des Him seyn. mels und der Erden, Vater, Sohn und 4. Vergieb mir, Va- heilger Geist, der es Tag ter, alle Sünden, vergieb, und Nacht läßt werden, was ich nicht recht ge- Sonn und Mond uns than. O laß mich Gnade scheinen heißt, deffen stars vor dir finden, und siehejke Hand die Welt, und meinen Mittler an! In sei was drinnen ist, erhält! nem Namen bitt ich dich: 2. Gott! ich danke dir es ist dein Sohn, er starb von Herzen, daß du auch für mich! in dieser Nacht vor Gefahr 5. Hilf du in allen Sa- und Noth und Schmerzen chen rathen; ich bin mir mich behütet und bewacht. felber nicht genug. Behüte Ach! ben aller meiner mich vor Missethaten, vor Schuld, trågst du nich böfer Menschen Lift und mit Vaterhuld. Trug: erhalte mich auf 3. Laß denn alle meine cbner Bahn, und was ich Sünden mit der Nacht thu, sey wohlgethan! verschwunden seyu, und dich Morgenlieder. 429 dich noch nicht můde fin- liegt im Leben, einst im den, mir in Jesu zu ver Tod. Sterb ich, o so zeihn, der für meine Misbringe du mich zu deines fethat sich am Kreuz ge- Himmels Ruh! opfert hat. 4. Laß zuerst an jedem Mel. Werde munter, mein 2c. Morgen, den ich noch erleann ich einst ben mag, mich für meir 438.2 von jenem ne Seele sorgen: so er- Schlummer, welcher Tod scheine jener Tag deines heißt, aufersteh, und, furchtbarn Weltgerichts, von dieses Lebens Kummer wann er will; ich fürchte fren den schönern Morgen nichts. feh: o dann mach ich ans 5. Führe mich, o Herr, ders auf! Schon am Ziel und leite meinen Gang ist dann mein Lauf! Träunach deinem Wort: sey me sind des Pilgers Sors und bleibe du auch heutelgen, großer Tag! an deia mein Beschützer und mein nem Morgen. Hort: unter deinem Schuß 2. Gieb, daß keiner meiallein kann ich froh und ner Tage, Vater meiner sicher seyn. Lebenszeit, einstens dir, 6. Gott und Vater, dem Richter, fage, er sey ich empfehle unter deine ganz von mir entweiht. starke Hand meinen Leib Auch noch jezt bin ich ers und meine Seele, und wacht; Dank sey deiner was du mir zugewandt. Gut und Macht! Laß Herr, du gabst mirs, es mich heilig und im Segen ist dein; laß es dir em diesen Tag zurückelegen: pfohlen seyn. 3. Daß ich nicht ere 7. Deinen Engel woulst schrocken stehe, wann mein du senden, wenn Gewalt letter Tag erscheint, wann und List mir droht; alles zum dunkeln Thal ich ges mir zum Besten wenden, he, und mein Freund nun 1111z 430 Morgenlieder. um mich weint. Lindre undGram, wie diese Nacht, dann des Todes Pein; auf ewig von mir fliebe; laß mein End ihm lehr- daß ich die kurze Lebens reich sepn, daß ich ihn zumzeit, in christlicher Zufrie Himmel weise, und den denheit, zu nügen mich be Herrn des Todespreise. mühe. Prüfe, siehe, wie Mel. Wie schon leuchtet der ic. meiner Sorgen, auch die ichs menne. Dir ist keine 439.Dich feh ich wie kleinste nicht, verborgen. der, 4. Ich bin ein Chrift! licht, und freue mich der O Herr, verleih, daß ich edeln Pflicht, dem Höch- des Namens würdig sey! ften lobzusingen. Ich will Mein Ruhm sey deine voll frommer Dankbegier, Gnade. Denn ach, was o mildeffer Erbarmer, dir bin ich ohne dich? Ein ir Preis und Anbetung brin- rend Schaf; erhalte mich, gen! Schöpfer! Vater! mein Hirt, auf deinem Deine Treue rührt aufs Pfade. Stark mich, daß neuemein Gemüthe. Frch ich stets mich übe deine emfind ich deine Güte. Liebe zu betrachten, über 2. Du warst auch diese alles dich zu achten. Nacht um mich. Was wår 5. Auch im Geräusch der ich, hattest du nicht dich so Welt soll mich der heilige hilfreich mir bewiesen? Zu Gedank an dich oft still meinem Leben setest du jetzt zu dir erheben. Im dun einen neuen Tag hinzu; keln Thale wall ich hier: sen hoch dafür gepriesen! einst nimmst du mich hine Durch dich bin ich, und auf zu dir, zum Licht und ich merke neue Stärke. höhern Leben. Auf dich Dich erhebe Herz und hoff ich, Herr, ich werde Mund, so lang ich lebe. mich der Erde gern ents schwingen, dir dort ewig Mel. 3. Verleih, o Gott der Lieb und macht, daßSünd lobzusingen. Morgenlieder. 431 Mel. Schöpfer Himmels c. im Schlaf erquicket, und 440, Herr, wach über unsre Kraft erneut, für meine Tage, uns die Erde schmücket, Vater! meine Zuversicht und was er schuf, erfreut! daß mich keiner einst ver- 2. Der Engel heilge Flage, wenn du kommst Heere erhöhn ihn mit Ges zum Weltgericht; daß ich fang: auf! singt in ihre meiner Pflicht hier treu, Chore, in ihren Jubel und dort unerschrocken sen klang! Wer sollte Gott 2. Keinen Tag zähist nicht loben und ihm nicht du vergebens, Gott, durch dankbar seyn, da seiner den ich bin, mir zu! Je Güte Proben sich jeden der ist ein Theil des Le Tag erneun! bens: jeden, jeden richtest 3. Auch mir hast du ges du. Lehr mich wachen, geben, Herr, was ich hab daß mir nie ungenügt ein und bin; doch dies mein Tag entflieh! irdisch Leben eilt unauf 3. Heute leb ich: laß haltsam hin. Bald ist sie auch heute nicht umsonst ganz verschwunden, die mein Leben seyn! laß mich, Vorbereitungszeit: doch nach vollbrachtem Streite, hängt an ihren Stunden dieses Tages auch mich das Heil der Ewigkeit. freun! Recht zu handeln, gieb mir heut Stårke, Luft, Gelegenheit! 4. O süßer, hoher Glaus be: nicht ganz werd ich ver gehn, nein, ich der Mensch vom Staube, soll wieder Mel. Keinen hat Gott c. auferstehn! Laß mich dies Nobt Gott am 44 frohen mor nie vergessen, nein, dieser Hoffnung voll, vielmehr gen! Lobt ihn, der in der mich stets ermeffen, was Nacht, indem wir ohne ich einst werden soll. Sorgen sanft schlummern, 5. Getrost mein Geift! für uns wacht; der uns Ermüde im Tugendeifer nicht 432 Morgenlieder. nicht: dich stårket Gottes Gnade ringen, mein gan. Friede mit Kraft und Zu- zes Herz dir weihn versicht. Ermuntre dich 6. Dir hab ich mich er und streite! Des Sieges geben; ich freue mich in Lohn ist nah! Getrost! dir. Erfreuender, als Le Vielleicht ist heute des ben, ist deine Güte mir. Kampfes Ende da. O führe mich auch heute auf deinem Tugend, Mel. Christus, der ist mein c. pfad: du Ewigweiser! leis 442. Noch läßt berre mich selbst nach deinem Herr mich Nath. leben! Mit fröhlichem( Se 8. Am ersten laß mich müth eil ich, ihn zu erhe trachten nach dem, was ben: er hört mein frühes dir gefällt; mehr deinen Lied. Beyfall achten, als allen Ruhm der Welt. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne 9. Laß mich dir fest vers Pracht; ich falle vor ihm trauen, im Guten standnieder, der sie und mich ge- haft seyn, und froh gen macht. Himmel schauen, selbst une 3. Du Herrscher allerster Schmerz und Pein: Welten, nimmst dich auch 10. Daß, frey vom Dienst meiner an. Wie soll ich der Sünde, bereit nnd dir vergelten, was du an glaubensvoll, der Tod als mir gethan? dann mich finde, wann ich einst sterben soll. 4. Wirst du nach Opfern fd) auen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, 443.Sauch heut, mit Mel. Auf meinen lieben Gott z. will denn Cott, von mir. 5. So will ich dir lob- neuer Munterkeit, an mein fingen, mich deines Na- Geschäfte gehen, wozu mich mens freun, nach deiner Gott ersehen. Er wird auch Morgenlieder. 433 auch seinen Segen auf Nichts gezogen, und hat meine Arbeit legen. mein Glück von Ewigkeit 2. Dir, Vater, sag allgütig abgewogen. ich Denk, daß du mein 3. Gelobt mein Bott, Lebenlang viel Gutes mir sey deine Treu, gelobt sey gewähret, und reichlich deine( Büte! Auch heut mich ernähret. Mich nåh wird sie mir wieder neu: re, mich behúte noch ferner froh bankt dir mein Ges Deine Güte! můthe. 3. Mein Heiland, Jefu Chrift, der meine Zuflucht 4. Vom füßen Schlaf, o Herr, exquickt, fühl ich ift, ad)! segne meine Wer die Kraft der Sonne: und ke, und gieb mir Muth und abermals seh ich entzückt Stårke, Herr, deinen heil der Schöpfung Pracht gen Willen gehorsam zu und Wonne. erfüllen. <. O Vater, nimm dich 4. Ich leb und sterbe meiner an auf allen meinen dir; entferne du von mir, Wegen: erhalte mich auf was meine Wohlfahrt ebner Bahn, und gieb mir hindert und deinen Segen deinen Segen. mindert. Laß. Herr, mich 6. Erinnremich an mei einst mit Freuden zu dir ne Pflicht, an mein Bes von hinnen scheiden! rufsgefdäfte: gieb mir das zu der Weisheit Licht und neue Geisteskräfte. Mel. Ich dank dir schon 2c. 444. Ermuntre dich mein Geift, 7. Herr, laß mein Herz zu aller Zeit auf deine Vors du mußt zu Gottes Thro- ficht bau n, in aller No br ne treten: genieße früh die mit Freudigkeit und kind hohe Lust, den Schöpfer lichem Vertrauen. anzubeten. 8. Dir ist bekannt, Herr, 2. Er, er hat mich zu was mich krånft, du fens rechter Zeit aus meinem neft meine Sorgen; und WAS 434 Morgenlieder. was mein Herz nur Ein Herz voll Dank und wünscht und denkt, ist dir, Zuversicht verwirfst du, Gott, unverborgen. Allerhöchster, nicht. 9. Laß weislich mich die 4. O du, den meine Prüfungszeit zu meinem Seele preist, erwecke mich Heil verwenden: du for- durch deinen Geist zur derst in der Ewigkeit fie Uebung meiner Pflicht! einst von meinen Händen. Er helfe meiner Schwach 10. Behüte, Herr, und heit auf, bis ich vollende segne mich, und was du meinen Lauf. mir beschieden, erhalte mir 5. Ein gut Gewiffen sey auch väterlich und gieb mir mein Theil! Dies wirk in deinen Frieden! mir zu meinem Heil, und fegne meinen Fleiß. Dir Mel. Warum betrübst du zc. ist, was ich) bedarf, be 445 Dir, der das Licht kannt; und alles steht in entstehen hieß, deiner Hand. und mich gesund erwachen 6. Die Blume Fleides ließ, sey Dreis und froher du mit Pracht, nährst Dank! Des neuen Mor ljeden Vogel, Gott der gens Heiterkeit sen dir, macht! Bin ich nicht mein Gott, zuerst geweiht! mehr, denn sie? Ich wers 2. Ein jedes Gut, deß fe meine Sorg auf dich; ich mich freu, empfang ich bu, mein Erbarmer, sorgit jego wieder neu, aus dei für mich. ner milden Hand. Aluge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. Mein Mel. Keinen hat Gott. 446Mit Danken und mit Beten vor 3. Dich, dem ich nichts deinen hohen Thron, o vergelten kann, dich, Va Bater, hinzutreten, be ter, bet ich findlich an! fahl dein lieber Sohn. Er Ich opfre Dir mein Herz. hat mit theurem Amen Ers hon Morgenlieder. 435 börung zugesagt, wenn dir heit, fluge Sinnen, und in Jesu Namen der Christ Rath und Wissenschaft: fein Leiden klagt. damit ich denk und handle, 2. Drum komm ich die wie dirs gefällig ist, und sen Morgen auf sein Gevor der Welt auch wande bot zu dir: du kennest meile, rechtschaffen, wie ein ne Sorgen; nimm, Va- Christ. ter, sie von mir. Gieb mir, 6. So wird von jenem was ich entbehre; und du, allen, von Leben, Ehr und o Jesu Christ, vertritt mich Geld, auf meinen Antheil und gewähre, was noth fallen, soviel dir Gott ges und selig ist. fållt. Laßt uns die Seele 3. Ich bitte nicht um schmůcken; Bort, wie sein Leben, um Anfehn, Ruhm Wort versprach, wird und Geld; was gut ist, schon den Leib beglücken: wirst du geben; gieb mir, Glück folgt der Tugend was dir gefällt! Hier ist nach! doch alles nichtig, und lau ter Eitelkeit; vergånglich, Mel. Nun sich der Tag zc. dürftig, flüchtig, wie meiDu deinem Preis ne Pilgerzeit. 447.3 und Ruhm ers 4. Zuerst, o Vater, wacht, bring ich dir Ruhm schenke mir ein gehorsam und Preis, dir, Gott, der Herz, das stets an dich durch die Ruh der Nacht gedenke, und nicht an eit uns in erquicken weis. len Scherz. Es liebe dich, 2. O Vater, deine Gü und flamme zu dir, Gott, tigkeit ist alle Morgen neu! Himmelan; sen heilig und Du thuft uns wohl von verdamme der Laster brei Zeit zu Zeit; und groß ist te Bahn! deine Treu 5. Hernach laß mich ges 3. Jest schenkst du mir, winnen durch deines Geislzu meinem Heil, von neuem fles Kraft, Kunst, Weis- einen Tag. Gieb, daß ich 2 436 Morgenlieder. ich davon jedes Theil mit] Mel. Ich dank dir schon z. Weisheit nugen mag. 4. Die Zeit, in deiner 448. Die Nacht ist hin! Gott Furcht vollbracht, bringt sen gepreist aus dankba. ewigen Gewinn. So fließelrem Gemüthe! Lobsing vor dir, Gott der Macht, ihm jest, erfreuter Geist, auch dieser Tag mir hin! und rühme seine Güte! 5. Gieb, daß ich, fern 2. Ja, mein Gebet hat vom Müßiggang, in mei Gott erhört, mir sanften nem Stande treu, und, Schlaf gegeben, mir Si wem ich kann, mein Leben- cherheit und Schuß ges lang bereit zu dienen sey. währt; ich fühle neues 6. In allem, was ich Leben. denk und thu, sey dein 3. Gott, der so viel an Gebot vor mir; und wenn mir gethan mit wahrer ich von Geschäften ruh, fol Vatertreue, nimm heute sey mein Herz bey dir. dich auch meiner an, und 7. Was du mir zum sey mein Gott aufs neue. Vergnügen giebst, ver- 4. Verleihe, daß der mehr in mir die Lust, Geist der Kraft mein ganz Dein zu seyn, der du schwaches Herz regiere; mich liebst, und so viel daß ich, o Herr, gewis, Guts mir thuft. fenhaft hier meinen Lauf 8. Wenn Sorg und vollführe; Kummer mich befällt, fo 5. Daß ich mit dem zu laß mich auf dich schaun, frieden sey, was du, Herr, und deiner Vorsicht, Herr mir beschieden, und mei der Welt, mit frohem ner Pflicht in allem treu, Muthe traun. mit jedem leb in Fries 9. An deiner Gnade den. gnüge mir! Sie ist mein 6. Du bist mein Gott; bestes Theil; mein Trostlach lehre mich dich fürch und meine Zuflucht hier, ten, lieben, ehren: und und dort mein volles Heil. dann Morgenlieder. 437 dann wirst du auch våter- das gern vergiebt, und lich, Herr, mein Gebet einen Freund, der treu erhören. mich liebt. 7. Dann soll, o Herr, 5. Vergoffen hast du mein frommer Dank am mir zu gut, Sohn GotAbend laut erschallen. Du tes, dein so theures Blut! låffest, Herr, den Lobge- Du bifts, der liebreich fang der Deinen dir ge für mich starb, und mir fallen. des Vaters Huld erwarb. 6. Wenn mein Gewis Mel. Vor deinen Thron tret 2c. fen mich verklagt, und meis Oudeinem Throne bange Seele zagt; so ne nah ich mich, kann dein Mittlertod als und demuthsvoll, Gott, lein mir Trost und Freu bitt ich dich, verwirf von digkeit verleihn. 449.3b deinem Angesicht mich 7. Du starbst ja auch reuevollen Sünder nicht. zu meinem Heil; durch 2. Du schufft, von Va- dich hab ich am Himmel terhuld erfüllt, mich, Gott, Theil: ich kann durch dein nach deinem Ebenbild; ich Berdienst allein hier ruhig bin und leb allein durch und dort selig seyn. dich, du nährst, erhältst und schüßest mich). 8. Gott, heilger Geift, du, deffen Kraft in uns 3. Wie oft warst du ein neues Leben schafft; ist mit Hülfe nah, wenn ich etwas Gutes noch an mir, den Tod schon vor mir so kommt es ganz allein sah! Wie oft sank ich in von dir. meinem Lauf, und du halfft våterlih mir auf! 9. Durch dich erkenn ich, als ein Christ, daß 4. Gesundheit, Leben Gott mein lieber Vater und Verstand empfieng ist; und wenn mein Herz ich, Herr, aus deinerlihn findlich ehrt, so hat es Hand, ein redlich Hers, mich dein Wort gelehrt. E e 3 10, Dein 438 Morgenlieder. 10. Dein Wort ist mei- wecke, so verklåre mich, ner Seele Licht; dieß giebt und ewig, ewig preiß ich mir Muth und Zuversicht dich. in aller Trübfal, aller Noth, und endlich auch gewiß im Mel. Wer nur den lieben u. Tod. Drum preifi ich dich, 450. Der frohe Mor gen weckt mich zur Morgenzeit, Dreneini- wiet er, und ladet mich zur ger, voll Dankbarkeit, Arbeit ein. Der Schlaf für alle Proben deiner erquickte meine Glieder; Huld und deiner schonen- nun will ich wieder thätig den Geduld. seyn! Mit frohem Herzen 12. Sen auch an diesem will ich nun, was meine Tag mein Schut: so biet Pflicht erfordert, thun. ich allen Feinden Trug. 2. Gott, dir sen Dank Leib, Seel und Leben, für meinen Schlummer! Hab und Gut befehl ich Und dir befehl ich mich aufs deiner Vaterhut. neu. In deinem Schuk 13. Verleihe, daß zu bin ich von Kummer, bin deinem Ruhm, o Herr, ich von allen Sorgen frey. mein ganzes Christenthum Du weißt es, was mir aufrichtig und rechtschaffen nüglich ist, und giebst es, sen, nicht Augenschein, noch weil du gütig biff. Heuchelen. 3. Du unterhältst mir 14. Erlaß mir meine meine Kräfte, damit ich Sündenschuld, und trage sie gebrauchen soll; und noch mit mir Geduld: stårt treib ich redlich mein Ges meinen Glauben, der den schäfte, o so geråth durch Geist schon hier dem Ir dich es wohl! Ben Treu dischen entreißt. und Fleiß giebst du Ge 15. Laß einst mein Ende deihn: drum will ich treu felig fenn, und bricht dein und fleißig seyn. großer Tag herein, so rol 4. Ich will es seyn, fo lang Morgenlieder. 439 lang ich lebe, so lange du schwerde zu Klagen und mir Kräfte schenkst; damit zu Thränen zwingt; noch ich mir das Glück erstrebe, immer fleh ich unerhört um daß du mit Beyfall an mich Labung, die mein Herz bes denkst. Dann hab ich hier gehrt. Zufriedenheit, und dort volkommne Seligkeit. 4. Herr, eile doch mir beyzustehen; verlaß den müden Wandrer nicht. D Morgenlied im Leiden. neige, Vater, auf mein Fles hen zu mir dein freunds lich Angesicht! Gieb mir Geduld, und, bey dem Schmerz, ein hoffend und meine Klage wird jest mit gelaßnes Herz. 451. Der Morgen kommt, und Diesem Morgen neu. Wie 5. Mir ist mein Schick traurig eilen mir die Tagelsal noch verborgen, das der bangen Wanderschaft diesen Tag mich treffen vorben! Der Sonne neu soll: auf dich, Herr, werf geschenktes Licht erheitert ich meine Sorgen; du meine Seele nicht. kennst und suchst mein 2. So traurig, als die wahres Wohl. Und was Abendstunden, ist dieser dein Rath beschließt und neue Tag für mich; die thut, ist heilig und gerecht Qual, die ich bisher em- und gut. In voriger Melodie. pfunden, verneuert mit 6. Soll ich die Last noch demselben sich. Ich hoffte långer tragen; so halt ich Trost in meiner Pein; deiner Fügung still. In doch meine Hoffnung traf dir zufrieden, will ich sas nicht an. gen: Herr, wie du willst, 3. Noch immer bin ich nicht wie ich will! So laß auf der Erde, wo mich Ges mich, Vater, in der Pein fahr und Noth umringt, geduldig, wie mein Heis und tåglich hårtere Beland, seyn. Ee 4 7. Nach 440 Morgenlieder. 7. Nach diesen schmer- fen hohen Glauben, tret zenvollen Stunden, rückt ich auf meinen Leidens, einst mein Ende doch her pfad. Herr, stårke, stårke ben: dann hab ich ewig meinen Glauben, auch überwunden, und bin von dann, wann sich der Tod aller Trübfal freh. Dann mir naht. Vielleicht ers folget auf die Leidenszeit scheint er heute mir: wohl dort ewige Zufriedenheit. mir! Ich leb und ster. 8. Gestårkt durch die- be dir. XXXIX, Abendlieder. Mel. Nun ruhen alle Wälder z. Güte hoffen, im Geist 452.err, der du mir den Himmel offen, und das Leben bis dort den Preis des Glau diesen Tag gegeben, dich bens sehn! bet ich findlich an! Ich 4. Ich weis, an wen bin viel zu geringe der ich glaube, und nahe mich Treue, die ich finge, und im Staube zu dir, o Gott, die du heut an mir gethan. mein Heil. Ich bin der 2. Mit dankendem Ge- Schuld entladen, ich bin müthe freu ich mich dei- bey dir in Gnaden, und ner Güte; ich freue mich in dem Himmel ist mein in dir. Du giebst mir Theil. Kraft und Stärke, Ge- 5. Bedeckt mit deinem Deihn zu meinem Werke, Segen, eil ich der Ruh und schaffst ein reines entgegen; dein Nare sen Herz in mir. gepreist! Mein Leben und 3. Gott, welche Ruh mein Ende ist dein; in der Seelen, nach deines deine Hände befehl ich), Worts Befehlen einher Vater, meinen Geist! im Leben gehn; auf deinel Mel Abendlieder. 441 Mel. In dich hab ich gehoffet c. ben ein schneller Bach; 453. Für alle Gute fen und dein Gericht, Gott, gepreift, Gott, folgt ihr nach. Vater, Sohn und heil- 2. Die Ewigkeit, die ger Geist! Ihr bin ich zu Ewigkeit ergreift mich geringe. Vernimm den nach durchlebter Zeit: ich) Dank, den Lobgefang, sey alsdann auch, was ich den ich dir findlich finge. sen, ein Sünder, oder 2. Du nahmst dich meis Gott getreu. ner herzlich an; haft Groses heut an mir gethan, mir mein Gebet gewäh ret; haft våterlich mein Haus und mich beschütet und ernähret. 3. Da wall ich hin, da wartet mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Gieb, Gott, mein Heil, daß ich alsdann dein selig Antlik schauen kann! 3. Herr, was ich bin, 4. Du träufelft auf die ist dein Geschenk: der Müden Ruh; und wann Geist, mit dem ich dein ge wir schlummern, wacheft denk, ein ruhiges Gemüthe; du: doch wie viel Seelen was ich vermag bis diesen wallen nicht im Schlum Tag, ist alles deine Güte. mer hin vor dein Gericht! 4. Ser auch, nach deis 5. Wir sind nur, wie ner Lieb und Macht, mein ein Schlaf, vor dir; wie Schuß und Schirm in Gras, so blühn und wel dieser Nacht; vergieb mir ken wir: das machet unsre meine Sünden. Und komt Misfethat, die deinen Zorn mein Tod, Herr Zebaoth, entzündet hat. so laß mich Gnade finden. 6. Ich zittre, Herr, und mein Gebein durchångstet Mel. Vor deinen Thron tret z. dein gewaltig Dråun! 454 Wie ein Geschwat Denn, denkst du ins Ge des Tags verricht zu gehn, wer kann, fließt die Zeit, die mir ge- wer fann vor dir beftehn? liehen ist. So rauscht vor Ees 7. Ach, 442 Abendlieder. 7. Ach, fürne nicht auf nichts schildern, was ihrer deinen Knecht, und Gnade, unwerth sey! Laß, fren von ( nad ergeh für Recht! eiteln Sorgen, den Tag Verföhner, Gottes Sohn, mich wieder sehn, und auf mein Heil, sev meine Zu den Kampfplag morgen flucht, fey mein Theil! mit neuen Kräften gehn. 8. Laß mich an meinen 3. Doch, wenn der To naten Tod beständig der. desschlummer für mich in ken, o mein Gott! So dieser Nacht den Freu werd ich lebend weise seyn, den samt dem Kummer so bin ich auch im Tode ein schnelles Ende macht; dein. dann stårk mich), wenn 9. Jch fürchte nicht, von das Schrecken der letzten dir bewacht, daß Grauen Stunde droht: du wirst fd warzer Mitterradt; mich einft erwecken; ein und kommt der Tod, so Schlaf nur ist mein Tod. beb ich nicht: denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Drum fahr ich hin mit Freuden zu Jesu, meis nem Herrn! Die Welt und ihre Leiden, o Gott, Mel. Keinen hat Gott 2c. 455.Herr, es gescheh verlaß ich gern. Wohl dein Wille! dem, der bis ans Ende Mein Leib eilt nun zur sich als ein Chrift erweist! Ruh: es fallen in der Mein Gott, in deine Hån Stille die můden Augen de befehl ich meinen Geift! zu. Erlaß mir Schuld und Strafe daß ich, von Sünden rein, zum Tode, wie, Mel. Nun sich der Tag ic. zum Schlafe, bereitet mö 456.So fliehen unfre ge Tage hin! Auch dieser ist nicht mehr. 2. Laß, fern von Schre. Die Nacht, der Müden cfenbildern und wilder Trösterin, eilt wieder zu Phantasey, die Seele sich uns her. 2. Herr, Abendlieder. 443 2. Herr, du nur blei- fungszeit, dann führe mich best wie du bist; du schläfst durch deine Macht zum und schlummerst nicht; die Licht der Ewigkeit. Finsterniß, die um uns 9. Ich lebe dir, ich ist, ist deinem Auge Licht. sterbe dir, ja dein bin ich auch todt. Du, mein Erfehl ich mich dir auch in retter, bist ben mir, und dieser Nacht. Du bist hilfft aus aller Noth. 3. Voll Zuversicht be mein Gott, ich trau auf dich. Mich schüßt ja dei- Mel. Werde munter mein 2c. ne Macht. 4. Wird Gott, mit fei- 457.2uf, o Seele! werde munter, ner Engel Schaar, zum und gedenk an deine Pflicht; Schuße ben mir seyn: so denn die Sonne geht zwar bin ich sicher vor Gefahr, unter, aber Gottes Güte und schlafe ruhig ein. nicht. Heut auch hat ſie 5. Zwar groß ist meine mich genährt; heut auch Sündenlast, auch klagt Freud und Trost gemein Herz mich an: doch währt; vor Gefahren du, o mein Erlöser, hast mich geschützet; meine für mich genug gethan. 6. Ich eil im Glauben Schwachheit unterstützet. 2. Sen denn auch von zu dir hin, und weis, wie mir gepriesen, Vater der ficher ich im Schatten dei- Barmherzigkeit! Der viel ner Flügel bin. Dein Gutes mir erwiesen, mich Schuß bedecket mich. gefegnet und erfreut; auch 7 Flieht, eitle Sorgen, von Sünden mancher Art weit von mir! Du, Jesu, mich an diesem Tag be woh allein in meinem wahrt, und viel Unglück Herzen, weih es dir zu abgetrieben, daß ich un einem Tempel ein! verlegt geblieben. 8. Vielleicht ist dies die leste Nacht in meiner Prü3. Gott, da ich voll Danks erzähle, wie so groß dein 444 Abendlieder. dein Wohlthun war; stel- Raub, noch Feuersglut, len sich auch meiner See- aus dem füßen Schlum. le die begangnen Sünden mer wecken; halt uns, dar. Wie ist ihre Zahl so Herr, in deiner Hut. Hilf, groß! Denn, Herr, nicht wenn Krankheit oder Tod nach Thaten bloß, auch uns im sichern Schlafe nach ihres Herzens Dich- droht; oder laß uns, wenn ten wirst du einst die Men- wir sterben, doch des Him schen richten. mels Freuden erben. 4. Doch mit reuevollem 7. Hore, Vater, ach! Herzen wag ich es, mich erhöre, was dein Kind dir zu nahn. Wenn uns von dir begehrt. O Sohn unfre Sünden schmerzen, Gottes, dir zur Ehre werd nimmst du uns in Jesu an. es mir durch dich gewährt! Ich veridugne nicht die Heilger Geist, verlaß mich Schuld; doch ich weis nicht; gieb mir Muth und daß deine Huld größer Zuversicht! Hör, Dreveis sen, als unsre Sünden, niger, mein Flehen Amen! auch wo ihrer viel sich Ja! Es wird geschehen. finden, 5. Gieb nun bis zum Mel. Nun ruhen alle Wälder u. frohen Morgen meinem Leibe fanfte Rub. Durch 458.Nun finkt bie Sonne nieder, dich schlaf ich ohne Gor- die holde Nacht kommt gen: wenn ich schlafe, wa- wieder, und mit ihr Schlaf chest du. Seel und Leib und Ruh. Sie schenkt uns befehl ich dir; walt all- neue Fråfte, beschließt des måchtig über mir. Sen Tags Geschäfte, und drückt auch du der Gott der die müden Augen z. Meinen, zåhle sie auch zu den Deinen. 2. Noch wach ich und erzähle, mit tiefgerührter 6. Ach, laß uns kein Seele, was Gott an mir banges Schrecken, weder gethan; mit dankbarem Abendlieder. 445 Gemüthe lobsing ich sei 7. Voll Majestät und ner Güte: er hört mein frommes Loblied an. Stårke stehn lauter Wunderwerke in deiner Schö 3. Von ihm kommt jede pfung da. Wie kann ich Gabe, das Leben, das ich dirs vergelten? Du Gott habe, die Ruhe diefer so vieler Welten, warst Nacht. Er ist der Quell auch mir Armen heute der Güter, mein Schußnah. herr und Behúter, der, 8. Woher mein Glück, wann ich schlummre, für mein Leben? Gott ists, mich wacht. der mirs gegeben, Gott 4. Er läßt es finffer wer- ists, der für mich wacht! den, und hüllt den Kreis Woher auf meinen Wes der Erden in schwarze gen so mancher frobe Se Dunkelheit: doch auch in gen? Gott ists, der alles dunkler Stille wohnt Gott wohl gemacht! mit seiner Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. 9. Gott, groß von Macht und Treue! Fest, da ich 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tau dein mich freue, wird mir fend Sterne mit Majeståt die Nacht auch Licht Leg herauf: fie leuchten, ihm ich die müden Glieder in zur Ehre, hoch über Erd deinem Namen nieder, so und Meere, und seine wachest du; id) forge Hand lenkt ihren Lauf. nicht. 6. Groß, wann der Morgen grauet; 10. Soll mir der Schlaf großzum Leben verneute Kräfte wann der Abend thauet; geben, so schlaf ich frölich groß der stillen Nacht, ein: soll er mein Leben en im Sonnenschein und den, so wird Gott mich Sturme, am Menschen vollenden, mein Gott auch und am Wurme, groß noch im Tode seyn. Vater, zeigst du deine Macht. Mela 446 Abendlieder. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. wann wir hilflos liegen, 459. Entflohen sind und, wie entfeelt, umhüllt auch dieses mit Finsterniffen, von uns Tages Stunden; noch ha nichts wissen. ben wir des Lebens Glück 6. Ist dieß für uns der empfunden. Laßt uns mit lette Tag auf Erden; frohem Dank den Herrn soll unser Schlaf ein erheben, durch den wir Todesschlummer werden: leben! dann weckst du uns, die 2. Des Lebens Müh wir uns dir ergeben, zu und Elend zu versüßen, jenem Leben! giebt uns der Herr viel 7. So legen wir getroff Freuden zu genießen: und zur Ruh uns nieder! Sehn welche Güter schenkt er wir erfreut die Morgen unsern Seelen! Wer kannssonne wieder, dann preis fie zahlen? fen, Gott, mit fröhlichem 3. Noch immer låßt er Gemüthe, wir deine Güte! uns Erbarmung finden! Er handelt nicht mit uns mel. Werde munter, mein 2. nach unsern Sünden! 460Nacht und Still schließen wie auf duld: er låßt uns le der unsre müden Augen ben, und will vergeben u, die von Arbeit matten 4. Wie unwerth sind Glieder sehnen sich nach wir, Vater, deiner Treue! Schlaf und Ruh; aber Ach, unser Herz erkennts du, verfäume nicht, meine voll Scham und Reue! Seele, deine Pflicht ,, dich Du wollest es mit Trost zu Gott noch) zu erheben, und Ruh erfüllen, um seinem Schuß dich zu ers Chrifti willen! geben. 5. Uns wohlthun, if 2. Prüfe dich vor ihm, dein ewiges Vergnügen! o Seele, nůgtest du auch Dein Aufsehn schützt uns, deine Zeit? Wärst du, wenn Abendlieder. wenn er dir beföhle, vors måchtig meiner Schwach. Gericht zu gehn, bereit? heit an! Gieb zu meis Ach, erwåg es! Eins ist ner Pilgrimschaft deinen noth! Denk an ihn und Schuß und deine Kraft: an den Tod! Denn allein fröhlich geb ich dann am in diesem Leben kann und Ende meinen Geist in deis will dein Gott vergeben. ne Hände. 3. Herr, ich muß es dir gestehen; oft vergaß Mel. Ich dank dir schon x. ich meine Pflicht! Ach, bu hafts, du hafts gefe 461Wie schnell it mir der Tag ents hen; aber schon und richte flohn, den ich durchlebet nicht! Mein Vertrauen habe! Bollendet ist nun gründet sich nur auf dei wieder schon ein neuer nen Sohn und dich, der Schritt zum Grabe. du auch die Sünder lie- 2. Herr, lehre mich die best; lieber wohlthust, als Flucht der Zeit mit stillem betrübest! Ernst bedenken, wenn in 417 4. Richter über Tod und des Lebens Eitelkeit mein Leben! Du willst nicht Herz sich will versenken. des Sünders Tod; willst 3. Damit ich jeden Abend die größte Schuld verges mich in Zukunft frömmer ben denen, die dich suchen, finde, so tódte selbst, dieß Gott! Ach, ich komm und bitt ich dich, in mir die fuche dich, und mein Mitt Macht der Sünde. ler spricht für mich: dar4. Mit Glauben, der um laß mich Gnade fin sich thätig weist, schmuck, den, ad vergieb mir mei- Höchster, meine Seele; ne Gaden! und warne mich durch deis 5. Leb ich morgen, ach nen Geist, so oft ich straus so leite meinen Gang auf chelnd fehle. deine Bahn; nimm dich) 5. Dir dank ich, Va. bann, daß ich nicht gleite, ter, für die Huld, die du mir 448 Abendlieder. mir heut erwiesen. Du Mich führte deine Bater. trågst mich Sünder mit hand; dein Wort, Herr, Geduld; sey hoch von mir lehrte dein Verstand, und gepriesen! stårkte mein Gemüthe. 6. Sieh ferner mich in 3. Du hast mich heute Gnaden an; vergieb mir våterlich gespeiset und ges meine Sünden, und laß trånket; viel Böses abges mich, auf der Tugend wandt, und mich zum Gu Bahn, der Seele Frieden ten hingelenket. Auch in finden. Versuchung halfft du mir: 7. Wenn meine matten drum dank ich, Herr, Glieder nun vom Schlaf drum dank ich dir für gefesselt liegen, so laß mich alle deine Güte. 462.it fanft und sicher ruhn, bis 4. Doch hab ich auch Nacht und Schlaf vers vor dir, o Gott, unstråf fliegen. lich heut gewandelt? Nicht wider dich und dein Ges Mel. Es ist gewißlich an der ic. bot, nicht wider mich ge it Preis und handelt? Ach nein, zu oft Danke werf vergaß ich dein, und suchte ich mich, mein Schöpfer, nicht stets dir allein, mein vor dir nieder. Denn du Schöpfer, zu gefallen. erzeigtest heute dich auch 5. Herr, ich bekenne mir als Vater wieder. meine Schuld: vergieb Viel mehr, als ich erzäh mir meine Sünden, und len kann, haft du mir heute laß nach deiner Baters Guts gethan: wie soll ich, huld, mich wieder Gnas Gott, die danken? de finden; und la mich 2. Du, der erhält, was ruhig diese Nacht von er erschafft, erhielteft mir deiner Gắt, o Gott, bes mein Leben; Gesundheit, wacht, und rein von Süne Segen, Frieden, Kraft den schlafen. hast du mir heut gegeben. 6. Ich übergebe, Vater ,. Abendlieder. 449 ter, dir mich ganz mit die Prüfung leicht. Die Leib und Seele. Wachst Tage fliehn; bald ist mein du, mein treuer Gott, bey Ziel der Pilgerschaft etmir; was ist denn, das reicht mir fehle? Weck mor6. Doch dir befehl ich gen mich zu rechter Zeit; meine Zeit: so lang es und laß mich heiliger, als dir gefällt, du Vater der heut, vor deinen Augen Barmherzigkeit, leb ich leben. auf dieser Welt. 7. Ich trau Mel. Nun sich der Lagund zittre nicht; auf dich, kein Uns 463. Wer unter dei- fall wird sich nahn: denn nem Schir- du bist meine Zuversicht, me ruht, o Gott, von dir von meiner Jugend an. bewacht, der trogt mit un- 8. Mit Finsterniß ume erschrocknem Muth dem ringt, schließ ich die Aus Grauen dunkler Nacht. ¡ gen betend zu; doch du, 2. Aus dder stiller Fin- mein Vater, bist um mich, sterniß, sing ich dir, Herr, und segnest meine Ruh. ein Lied: mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahin geeilt, Vaterhand hat mir viel Gutes jugetheilt, viel Bdses abgewandt. und deine Mel. Wer nur den lieben ic. ie Woche ges het zwar zum 464.Di Ende, doch Gottes Vaters 4. Pluch in der Noth treue nicht: wohin ich meis und nn ich litt, nahmsts ne Blicke wende, schwebt du dich meiner an: und so sie vor meinem Angesicht. ist nun ein neuer Schritt Ich leb, o Gott, allein zur Ewigkeit gethan. durch dich: du schüßtest 5. Gott, wie ist deiner und erhieltest mich. Huld so vielj Du machst 8 f 2. Mein Abendlied am Ende. der Woche. 450 Abendlieder. 2. Mein Dank soll auf unverführt vom Reiß der zum Himmel steigen, für Welt, mich willig thun, beine große Gütigkeit! was dir gefällt. Von ihr kann diese WoI 6. Nun leg ich mich che zeugen, wie meine ganze zur Ruhe nieder und Lebenszeit: die Hand, die fürchte nichts: du bist ben mir viel Gutes gab, wandt mir! Weckt mich der auch viel Böses von mir neue Morgen wieder, dann ab.. dank ich und lobsing ich 3. Doch, Vater, meine dir, daß du, in grauen, Seele bebet, wenn sie mit voller Nacht, für mich, Scham zurücke denkt, wie dein schwaches Kind, ges übel ich vor dir gelebet, wacht. und dich durch Undank 7. Doch soll, in meis oft gekrånkt Ich sehe nem Pilgerleben, dies meis meine große Schuld: wie ne leßte Woche seyn: so unwerth bin ich deiner will ich auch nicht widers Huld! streben, und mich auf jene 4. Wie unwerth bin Ruhe freun, die mein Ers ich deiner Treue! Ich fühl löser, als er starb, in seis es, tiefgebeugt vor dir![ nem Reiche mir erwarb. Verwirf, verwirf nicht meine Reue! Vergieb um Jefu willen mir! Gott, der so viel an mir gethan, Mel. Nun sich der Tag u. Abendlied im Leiden. nimm mich zum Kinde 465.Auch diesen Tag wieder an! hab ich volls 5. Soll ich noch lån- bracht, mit aller seiner ger auf der Erde dein Pil- Noth. Nur bein Va grim senn, so steh mir terlieb und Macht verdank bey, daß meine Seele ich es, o Gott! frommer werde, mein Les 2. Wårst du nicht meis ben dir geheiligt sey: laß, nes Lebens Kraft, mein Ret Abendlieder. 451 Retter und mein Heil; so dem Schlaf vertraun; wird in meiner Pilgrim auch schlafend bin ich dein. schaft kein Troft mir je Bor keinem Unfall soll zu Theil. mir graun; du wirst mein 3. Doch welchen Trost Helfer seyn. fühlt nun mein Herz! Du 5. Und sollt, o Vater, bist und bleibst mein Gott: diese Nacht des Leidens dein Wort verfüßt mir je- letzte seyn: wohl mir! den Schmerz, und lindert Dann ist mein Lauf volls jede Noth. bracht, vorben des Lebens 4. Froh kann ich mich Pein! XXXX. Lieder auf besondere Zeiten, Umstände und Personen. 466. Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und u Gott, der geh mit uns nicht ins Geunsre Zu- richt. flucht ist, Gott, unser Mitt- 2. Wir haben unsern ler, Jesu Christ, Hott, Bund entweiht, gebrochen heilger Geist der Gnaden! unfern theuern Eid, und Dreyeiniger! verwirf uns deinen Weg verlassen: nicht; wir kommen vor doch sieh, wir kehren vols dein Angesicht, mit Mif- ler Neu zurück zu dir; 0, feth beladen. Nimm laß aufs neu uns deine von uns unsrer Sünden Rechte faffen! Laß fie Schuld, du Gott der uns leiten auf den Pfad, Langmuth und Geduld; den dein Befehl geheiligt und merk auf unser heißes hat; daß Frrthum und $ 12 Vers An öffentlichen Buß tagen. Mel. Herzlich lieb hab ich zc. Lieder auf besondere Zeiten, Versuchung nie uns auf tritt, o Mittler, uns in die Bahn des Lasters zieh. Gott, durch deine Leiden, Herr, unser Gott, vor Un deinen Tod; slårk uns in geduld, vor aller Schuld unsrer Prüfung Lauf, und behut uus deine Bater- wenn wir firaucheln, hilf huld! uns auf! Herr, unser 3. Sieh gnådig, Herr, Gott, dein Troft, dein auf unser Land; ringeum Licht verlaß uns nicht im bedeckt von deiner Hand, Tod, im Grab, im Welts laß es der Ruh genießen! gericht! Wend ab von uns, durch 5. Schüß uns vor Irrs deine Huth, der Flammen thum und Gefahr; erhalte Grimm, den Zorn der deiner frommen Schaar Fluth, des Krieges Blut- derGlaubenseintracht Se vergießen. Sey unser Vaslgen! uns leite, Gott, dein ter, wenn die Noth des guter Geist, und was dein Mangels und der Seu- Wort verspricht und heißt, chen droht, und laß uns sen Licht auf unsern Wes ihren Raub nicht seyn; gen! Laß auch in Lehr und laß Sicherheit das Land Wandel rein die Diener erfreun. Herr, unser Gott, deines Wortes senn, und das Land ist dein; o, laß bringe zu der Wahrheit Gedeihn und Sicherheit Glück, zu dir, die Frrens das Land erfreun! den zurück. Herr, unser 4. Sohn Gottes, der Gott, breit aus dein Wort zur Erde kam, und unsre an jedem Ort, gieb Geist Schwachheit auf sich und Kraft zu deinem Wort! nahm, mit Gott uns zu 6. Auch die Regenten verföhnen; der durch den lenke du, daß fie urch Tod ins Leben drang; sich Weisheit und durch Ruh dann zur Rechten Gottes der Länder, Wohlstand hes schwang, wo Ehr und ben; dem Fürsten, der uns Preis dich krönen! Vers schützt und liebt, gieb, der in 452 Umstände und Personen. 453 in ihm so viel uns giebt, ser Herz zu dir empor, und das beste, långste Leben! mach uns rein von Süns Noch lange sen sein Va- den. Laß uns nun ganz terblick uns, seinen Kindein eigen seyn, im Leben dern, Schuß und Glück! und im Tode dein! Wir O, schütt auf ihn und sind durch Christi Blut auf sein Haus und seine erlöst: odu, der Sünder Råthe Segen aus! Herr, nicht verstößt, Herr, unser unser Gott, in deiner Hand Gott, erbarme dich! Erist unser Land; beglück es, barme dich! Vergieb uns, segne jeden Stand! leit uns våterlich! 7. Vernimm der Leidenden Gebet; wer in Gefahr In allgemeiner Noth. und Noth dir fleht, dem hilf aus seinen Nothen! Mel. Ein Lämmlein geht und ic. Gieb Kranken Linderung und Ruh; die Sterben 467Gerechter Gott, wie schrecklich den erlöse du, erhör ihr drohn uns deines Zornes lettes Beten! Sey aller Flammen! Sie drohn Unterdrückten Heil, der nicht mehr, sie schlagen. Wittwen und der Waisen schon hoch über uns zus Theil; vereitle der Ver- sammen. Du trugst uns folger Rath, und lehre sie lange mit Geduld; zu den rechten Pfad. Herr, groß, zu schwer ward unser Gott, durch alles unsre Schuld: du bist des Leid der Pilgerzeit führ Schonens můde! Nun las uns zu deiner Herrlichkeit! gert deiner Strafen Heer, & Du thust weit mehr, so Gott, sich furchtbar um als verstehn; kannst uns her, und in uns ist de mehr gewähren, als wir kein Friede! flehn: Laß uns Erhörung 2. Die freche Thorheit, finden i O, neig auf unser deinen Sohn, den Mitt Flehn dein Ohr, heb un- ler, nicht zu ehren, erhebt Sf 3 454 Lieder auf besondere Zeiten, sich stolz, und spricht dirlihrer Lafter Schmach, und Hohn, und ruft: wer will geben darum doch nicht. mirs wehren? VomThronach, und wollen es nicht ne bis zur Hütte zieht sie fühlen! 4 alles hin in ihr Gebiet, 5. Wie lang, Allmächts låßt sich nicht widerspre- ger, werden sie selbst deis chen. Die Zahl der Hei- nen Zorn nicht achten? ligen wird klein; dir glau Wird der gestrafte Suns ben, das muß Thorheit der nie nach deiner Gnade seyn; dich fürchten, ein schmachten? Kannst du, Verbrechen. vor dem die Hölle bebt, vor 3. Wie Fluthen, die welchem zittert, was da dein Zorn gesandt, die lebt, und Sturm und AbCaaten zu zernichten; fo grund fchweigen; kannst stromen Lafter bin ins du, du Allgewaltiger, du Land, mit allen ihren Gnädigster, du Schrecks Früchten. Nicht schüchlichster, nicht Menschen. tern, mit verhülltem Haupt; herzen beugen? nein, frech, gebietrisch und 6. Du bist die Liebe! erlaubt, tritt fie einher, die Wende dich zu diefen arSünde: und zweiflelt nicht, gen Kindern. Vielleicht und ist gewiß, daß jedes beweist dein Wohlthun Werk der Finsterniß Lob sich noch måchtig an den und Belohnung finde. Sündern. Vielleicht låst 4. Du aber sprichst: sich ihr stolzes Herz, un nun ist es Zeit zu strafen, biegsam gegen Qual und die mich haffen; der Sün- Schmerz, durch dein Ers de Schmach und Schåd- barmen rühren; reuet lichkeit will ich sie fühlen seine Missethat; lå dich, laffen. Du gehst mit der es begnadigt hat, sich ihnen ins Gericht! Du und sein Thun regieren. schlägst fie, und sie füh- 7. Doch mußt du ftra. lens nicht, und wollen es fen; so gescheh, o großer nicht fühlen. Sie tragen Gott, Umstände und Personen. 455 Gott, dein Wille! Du Noth; fie kam auf dein Erdkreis, Völker, Könt- Gebot. Du kannst mit ge erzittert, werdet stille! måchtgen Hånden sie line Gott zürnet, der das Meer derni d auch enden. Ein erregt, und Felfen in den Wort aus deinem Munde Abgrund schlägt, und aus verändertZeit und Stunde den Wolken bliget! Er, 3.0 Herr, wir mure er verzehrt durch seinen ren nicht; gerecht ist dein Hauch, den stolzen Sün- Gericht, ben allem, was der, wenn er auch auf eis wir dulden: denn groß nem Throne fizet! find unfre Schulden, und 8. O du gerechte Vater du bestrafft uns minder, hand, du wollst der From- jals wirs verdient, wir men schonen, die dann das Sünder. fundenvolle Land, das du 4. Doch, Vater, deiso strafft, bewohnen! Sie, ne Huld ist größer, als die den Dienst der Sünde die Schuld. Gedenke doch sohn, dir standhaft folg der Deinen, die reuvoll ten, Gottes Sohn, sie vor dir weinen. Gedenke rett aus dem Verderben! mit Erbarmen der tiefges Errette sie zur bösen Zeit, beugten Armen. und laß sie einst mit Freus 5. Verkürze, gnådger digkeit in deinem Namen Gott, die Dauer unsrer sterben! Noth; laß, die voll Angst dir flehen, Troft und ErMel. Wo soll ich fliehen hin c. leichtrung sehen; verwand468. Es süchtigt deine le dieſes Leiden in neue Le Hand, o fier, jt das Land. Zudeibensfreuden. 6. Doch wenn, Herr nem Vaterherzen erhebt, aller Welt, es dir noch in bittern Schmerzen, sich nicht gefällt, die Trůbsal das Geschrey der Armen; zu entfernen; so stårk uns, erhör es mit Erbarmen! daß wir lernen, mit ehr. 2. Du siehst des Landes F f 4 furchts 456 Lieder auf besondere Zeiten, furchtsvollem Schweigen, vor dir uns findlich beu gen. In Kriegszeiten, Mel. Wer nur den lieben u. 7. Ja, deine Züchti$ 8 gnug leit uns zur Beffe 469,& zieht, o Gott, ein Krieges rung! Die Sichern laß wetter jetzt über unser sie schrecken, die Schläfri Haupt einher: bist du, Herr gen erwecken, auf dein unserSchuß und Retter, ſo Gebot zu merken; und fürchten wir uns nicht ſo Redlichfromme stärken. sehr, wie heftig auch Ges 8. Wenn unser Herz fahr und Noth den Völ dich liebt, so wird, was kern und den Ländern droht uns betrübt, uns doch 2. Gieb, Vater, in so zum Heil gedeihen, und trüben Tagen uns nur uns zulegt erfreuen; so den Sinn, auf dich zu wird uns deine Gnade sehn, und da, wo Andre zum Licht auf dunkelm/ troftlos zagen, mit Zuvers Pfade. sicht zu dir zu flehn, weil 9. So stårke denn das nie doch Menschenhülfe Herz, daß auch im groß nügt, wenn uns dein stare ten Schmerz és nie anker Arm nicht schüßt. Muth uns fehle; o sprich 3. Kein blinder Zufall zu unsrer Seele: getrost! herrscht auf Erden: du bist dich soll kein Leiden vonjes, der die Welt regiert. meiner Liebe scheiden. Laß jetzt auch alles innre 10. Am Schluß von werden, daß deine Hand unserm Lauf klårt einst das Ruder führt. sich alles auf; dann wird böse, Völker, rüstet auch! die Aussicht heiter, dann Seyd ft Gott für uns, fehlt thránt kein Auge weiter; der Strich). und dieses Lebens Leiden 4. Drum fallen wir dir verwandeln sich in Freu- lin die Arme, du Vater der den. Barmherzigkeit, und fles hen ( Siehe auch Nro, 302.) Umstånde und Personen. 457 hen demuthsvoll: erbarme Mel. Wenn mein Stündlein 2c dich über uns zur schweren Zeit. Laß Gnade boch 470. Haft du denn ganz dein Anfür Recht ergehn, so blei- gesicht, o Herr, vor uns ben wir noch aufrecht verborgen? Vernimmst stehn. du unsre Seufzer nicht? 5. Und findet, Herr, Weißt du nicht unsre Sor dein weifer Wille noch gen? Wir fühlen deine ferner Züchtigungen gut; schwere Macht; so faffen wir in frommer fürchterlicher Stille dennoch zu dir den frohen Muth, daß du ges wiß zur rechten Zeit uns zu erretten seyst bereit. dein Zorn er wacht, und droht uns zu verderben. 2. Der Krieg, im blutis gen Gewand, verheert die und 6. Du züchtigeft doch fruchtbarn Auen; flets mit Maasen, und Noth und Armuth drückt meinst es immer våter das Land, das wir verges lich: auch uns wirst du bens bauen. Ach! aller Herz nicht ganz verlaffen; auch ift freudenleer, und feine unsrer Noth erbarmst du Ruh erquickt uns mehr; Dich. Wir follen nur sie ist von uns gewichen! durch Angst und Pein ge- 3. Gefahr umgiebt uns in läutert und gereinigt fenn. der Nacht, und wächst mit 7. Zuletzt wird Jeder jedem Tage; sind wir vom sagen müssen: das hat kurzen Schlaf erwacht, so Gott unfer Gott, gethan! wacht auch unsre Plage. Gere ist er in seinen Der harten Krieger wilde Schlafen; ihn bete dank Wuth droht uns mit bar alles an! Er hilft Seuer und mit Blut, und und er errettet gern; lob niemand kann uns schüßen. singet ihm, und preist den 4. Du kannst es, o Here Herrn! Sebaoth! Es steht in deis 8f5 458 Lieder auf besondere Seiten, nen Händen, uns zu er. Angst befrent, die Opfer retten, unsre Noth zu un- unsrer Dankbarkeit in ferm Glück zu wenden. sichern Tempeln bringen. Du kannst dem Elend, das 8. Regiere selber unsern uns drückt, das dein Ge- Sinn, daß wir uns dir richt uns zugeschickt, allein ergeben, der Laster Bahn allmächtig steuren. bedachtsam fliehn, und 5. Es haben Lanzen, stets nach Tugend streben. Spieß und Schwerdt, Wir lassen dich, Erbar womit die Feinde drohten, mer, nicht, bis uns dein schon oft in Sicheln sich huldreich Angesicht zum verkehrt, so bald dein Segen wieder strahlet. Wink geboten. Allmäch tig bist du immer noch: Danklied für den wieder ad), so gebeut, so rede hergestellten Frieden. doch! Was du sprichst, muß geschehen. Mel Wer nur den lieben 2c. 6. Erlaß uns nådig 471Gelobt, gelobt feft vergieb uns du mit Freuden, unsre Sünden; trag uns Gott, der du liebreich an mit Langmuth und Ge- juns denkst, und nun uns, duld, laß allen Zorn ver- nach des Krieges Leiden, schwinden. Ach, Herr, des Friedens Wonne wies dåmpf unsrer Feinde der Schenkst! Du heißest Wuth, lösch aus des die Verwüstung fliehn, Krieges wilde Glut, eh und Sicherheit und Ser sie uns ganz verzehret. gen blühn. 7. Errette das bedrängte 2. Herr, das that bu!! Land, sieh hülfreich auf Was du behüter dem uns nieder; gieb deiner darf sich kein Zerstörer Gnade theures Pfand, nahn: wenn du, Allmách gieb uns den Frieden wies tiger, gebietest, ist als der, damit wir dir, vonjle Zwietracht abgethan. vonfle Auch Umstände und Personen. 459 Auch über uns hast du ge- gegeben! So sehr ver wacht; auch uns die Ruh dient er diesen Dank! I zurückgebracht. laffet Herz und Wandel 3 O Christen, fühlt rein und ihm ein würdig das ganz, und preiset froh- Opfer seyn! lockend ihn, der uns erfreut 7. Nimm, Vater, uns der seines Armes Macht sers Dankes Lieder auch beweiset, und in der Macht jetzt mit Wohlgefallen an. Barmherzigkeit; der uns Froh schallen unsre Tempel auf Gnadenflügeln trågt, wieder von dem, der uns und Wunden heilet, die so wohl gethan. Herr, er schlågt. unser Gott, dich loben wir! 4. Preist ihn durch freu- Herr Gott, wir danken, diges Vertrauen; ihr seht, danken dir! was seine Hülfe kann. Er låßt sie uns auch ferner Ulm Erhaltung des schauen, und nimmt sich Friedens. Wo In eigener Melodie. unser måcht an. wir nichts können, nichts verſtehn, wird, was uns 472. Verleih uns Frie den gnådiglich, nügt, durch ihn geschehn. Herr Got, zu unsern Zeis 5. Preist ihn durchten! Es ft ja doch kein Wohlthun und Erbarmen, Andrer nit, der für uns wo ihr der Brüder Noth könnte str. n, denn du, erblickt, daß ihr die Let- unser Her Bott, alleine. denden und Armen speist, 2. Gi unserm Fürtrånket, kleidet und ersten un aller Obrigkeit quick damit sich alles, Fried gut Regiment; alles eu, und durch den daß wir Frieden glücklich sen. unter ihnen ein geruhiges und stilles Le. 6. Preist, preist ihn durch ben führen mög. n, in aller ein frommes Leben; dies Gottseligkeit und Ehrbara ist der beffe Lobgesang. keit. Amen! So viel ist uns von ihm! Bey 400 Lieder auf besondere Zeiten, 473. 5. Deß allen sind wit werth: doch wir bewei nens, Gott, und flehn zu Mel. In dich hab ich gehoffet c. dir, du wollest uns ver u, Gott, bist geben! Dein Volk will unfre Hülfgern dir, unserm Herrn, und Macht! Wenn uns gehorchen, dir nur leben. dein Ange nicht bewacht: 6. Auch glauben wir an wer wacht, wer hilft uns deinen Sohn. Um Jesu Armen? Erretter, dir, dir willen duld und schon, und flehen wir: du wolleft dich laß uns Trost erscheinen! erbarmen! Streck aus die Hand, und Bey ansteckenden Seuchen. 2. Der Seuchen Gift laß das Land nicht länger verbreitet sich weit um uns hůlflos weinen. her; erbarme dich; laß uns 7. Sen mit den Ster nicht plößlich sterben! Ent- benden, daß sie dein Ant zeuch dem Tod uns, der uns lik schaun, und alle, die droht; entreiß uns dem noch leben, die bewahre Verderben. Lindr' ihren Schmerz, daß 3. Du bist ein Gott, bald ihr Herz, wie gern der gern verzeiht; laß uns du hilfft, erfahre. denn noch Barmherzigkeit 8. Das ganze Volk vor deinem Throne finden; frohlockt dir dann, und und dein Gericht vertilg betet dich, Erretter, an uns nicht in unbeweinten und preiset deine Gnade. Simden! Dann wandeln wir, 0 4. Kein Reichthum schüßt, Gott, vor dir mit Freukein Stand, kein Ort; den deine Pfade. at hier weinen Wittwen, Eltern dort, und da verwais In voriger Melodie. ste Kinder. Die Seuch) erFeicht auch den, der fleucht; 4743n unfern Ni then fallen wir, den Frommen, wie den voll Neu und demuthsSünder. voll, Umstände und Personen. 461 voll, vor dir, in unserm noch nicht befrenn: so laß Jammer, nieder: denn uns, Gott, geduldig seyn, Seuch und Tod umgiebt und dir uns ganz ergeben! uns, Gott, und würget Eaß, sterben wir, uns dort unfre Brüder. vor dir in deiner Wonne 2. So viele fanken schon leben! ins Grab, wie schnell, wie 7. Gieb allen Sterbenungewarnthinab! Wie ist den dein Hell, und laß um Hülf uns bange! Osie, Gott, ihr bestes Theil schone noch! Befrey uns im Himmel nicht verlieh doch von unserm Unter- ren! Laß sie den Tod gange! aus jeder Noth zu deinem 3. Arzt, Kunst und Vor- Throne führen! sich retten nicht; wir ha8. Laß unser glaubiges ben keine Zuversicht, als Gebet, das, Herr, zu dir nur zu deiner Güte: demum Gnade fleht, dir, VaTod, o Herr, gebeut, daß ter, wohlgefallen; und froer nicht mehr, nicht wei her Dank und Lobgesang ter wüthe. soll einst bey uns erschallen. 4. Wir glauben an den Sohn und dich: und dar Danklied nach ansteckens um schaue våterlich) auf den Seuchen. tiefgebeugte Sünder! Denn du allein kannst Mel. Ein Lämmlein geht und 2c. uns befreyn; errett uns, deine Kinder. 475.Mir ir kommen, Helfer, dir 5. Wir übergeben Volk Gesang und Ruhm und und und in deine treue Preis zu bringen. Des gan Vaterband; entferne jedelzen Volkes lauter Dank Plage. Erquick uns, Herr, foll, Retter, dir lobsingen. Allmächtiger, gieb wieder Du warst mit uns! In heitre Tage. welcher Noth! Wir sa6. Doch willst du uns hen überall den Tod, den 462 Lieder auf besondere Zeiten, Untergang uns drohen. Jewig loben. Sey ewig, Nun wüthet seiner Seu- Vater, Sohn und Geist, chen Heer durd) unser von deinem Volk erhoben! Vaterland nicht mehr, sie Es bete dich), Erretter, an, sind vor dir enthohen. und jauchze, wer nur dan 2. Wir sahen dort und ken kann, und diene deis sahen hier so viele Brüder nem Namen; und rüh, flerben, und allenthalben me: Gott ist unser Gott! waren wir umfangen vom Frohlockt! Er hilft uns Verderben. Da war kein in der Noth! Frohlockt Schonen; stündlich war ihm! Amen! Amen! furchtbarer, nåher die Ge fahr, und alle Kunst verIn theurer Zeit. gebens. Nichts trieb des Mmel. Von Gott will ich nicht x und uns ſchien jeder Au- 476. Du befter f Trost Armen, genblick der legte dieses du Herr der ganzen Welt, Lebens. o Vater voll Erbarmen, 3. Zu dir, du Menschen- der alles trågt und hålt! retter, schrien der Deinen Schau her auf unsre bange Herzen. Du hör- Noth; erbarme dich der test uns; die Seuchen Deinen! Die Armen gehn fliehn; du heilest unfre und weinen, und schmach Echmerzen. O du Erbar- ten, Herr, nach Brod. mer voll Geduld, nach unf- 2. Ach, unser fündlich rer Uebertretung Schuld Leben verklagt vor dir uns hast du uns nicht gelohnet! hart! Doch Schonen und Gezüchtigt, o wir preifen Vergeben ist treuer Båter dich! gezüchtigt hast du Art. Drum laß u nicht våterlich, und våterlich vergehn! Du bester aller geschoret. Vater, verschonst auch 4. Wir wollen, der du Uebertreter, wenn sie um uns befreyst, o Gott, dich Gnade flehn.. 3. Wenn Umstände und Personen. 463 3. Wenn sie mit ernster mitleidrelles Herz: damit Reue zu dir um Hülfe sie mild ihr Brod trofts schreyn; so willst du bald losen Brüdern brechen, aufs neue ihr Gott in nicht unempfindlich spres Christo seyn. Herr, unsre chen: es nähr, es segn? Zuversicht, zu dem wir euch Gott! alle flehen, auf den wir 7. Laß alle Frucht ges alle sehen, hilf uns! Ver- rathen, und bald uns Hul laß uns nicht! fe sehn; erquicke du die 4. Gott, unser Heil, Saaten, die jetzt so trau ach, wende der Zeiten rig stehn. Herr, baue selbst schweren Lauf! Thuldas Land; trånk es mit deine milden Hände, den Thau und Regen, und Schat der Allmacht, auf. füll es an mit Segen aus Was nur ein Leben hat, deiner milden Hand. nåhrst du mit Wohlge. 8. Die frohen Armen fallen. Nåhr uns auch; sollen, errettet aus der schaff uns allen bey unserm Noth, dir jauchzen: alle Mangel Rath. wollen wir dir frohlocken, 5. Herr, der du uns Gott! Denn du erretteft auch schufest, hör unser gern, und hast nar Luft Angstgeschrey! Allmåch- am Leben. Dich wollen tiger, du rufest dem Nichts wir erheben, dich fröhlich, auch, daß es sey. Uns unsern Herrn! helfen ist dir leicht: du Nach geendigter Theuerung. ren, wenns uns unmög- Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Tich Trucht. u haft, ognaden. 6. Den Reichen gieb 477 reicher Gott, in Erbarmen, Gefühl von Theurung uns ernähret; Andrer Schmerz, und, zulim Elend und in Hungers erfreun die. Armen, ein noth Errettung uns gewahe kannst dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn feh 464 Lieder auf besondere Zei währet; und nun hat dei- Hungersnoth uns unser ne Segenshand von uns nichts erkennen! O, laß und unserm Vaterland uns dich allein, o Gott, den Mangel abgewendet. stets unfern Retter nen2. Dich jammerte, Herr, nen! Lehr uns in allem unser Leid, das Angfige- auf dich schaun, dich kinds schrey der Armen: du lich fürchten, dir vertraun, Vater der Barmherzig- und deine Gaben schågen. keit siehst auf sie, voll Er- 6. Laß uns, o Herr, im barmen! Groß war die Ueberfluß uns nie durch Noth, groß unsre Schuld: Stolz erheben; stets mäßig noch größer war, Gott, bleiben im Genuß; der deine Huld, und deiner Wollust widerstreben; von Allmacht Stärke. dem, was deine Vater3. Auf ,, laßit uns unserm gnad uns mildreich gab, Helfer Dank und Preis durch Liebesthat den Arund Ehre bringen, und men gern erfreuen. durch vereinten Lobgefang 7. Und künftig wollst ihn dankbar froh besingen! du gnådiglich vor ManDer Höchste hält, was gel uns bewahren. Mit er verspricht; so lang die dir ist uns nichts fürchters Schöpfung steht, soll nicht lich: du deckst uns in Sehier Saat und Ernte fahren. Mit Lust, o Ba fehlen. Iter, wendest du dem Lande 4. Gott, unfre Sünde deinen Segen zu, in welwars, die bdich zur Züch- chem Fromme wohnen. tigung bewogen: durch Trůbsal hast du våterlich uns jetzt zu dir gezogen. Laß uns die Sünden ernst, lich fliehn, und dir, der Für die Feld, used Landfrüchte Mel. Es ist das Heikuns uc. gnädig uns verzichn, ganz 47868 baut, Herr, unser Leben widmen. 5. Wie fürchterlich lehrt schaar auf dein Geheiß die Erde Umstände und Personen. 465 Erde, und hofft.dabey von Sturm und Hagelschlag Jahr zu Jahr, daß fie versie nicht zerstörend treffen forget werde: denn du ver- mag, und wir dann traus sprichst, du treuer Gott, ren müßren. daß sie, ben Fleiß und 5. Gieb gnådig, was Müh, ihr Brod von dir uns deine Hand jetzt in erhalten solle. der Hoffnung weifet; und 2. Bis hieher trifft die front dein Segen unser Zusag ein. Gieb ferner Land, o dann sey, Herr, deinen Segen; Laß unsre gepreiset! dann bringen Früchte wohl gedeihn; wir dir Ehr und Dank, gieb Sonnenschein und/ o Bater, der mit Speis Regen! denn, ohne dei- lund Trank die Kreatur ne Segenshand, bringt erfreuet. felbst ein fettes gutes 6 Dir trauen wir F Land uns nimmer, was wohlthåtger Gott! Dich es könnte. laffen wir nur walten. 3. Vergebens ist all Du kennst am besten unsre unsre Kunst und Müh im Noth, hast lange hausgeZubereiten, wenn nicht, halten Du wirst in deis Gott, deine Gnad und nem Eigenthum, zu unserm Gunst hier unsern Fleiß Wohl, zu deinem Ruhm, begleiten. Durch dich nur dich ferner gnådig zeigen. feimt der Samen auf, wächst, treibt, setzt Frucht Um Regen bey großer und reift darauf; du bists, der als nåhret. Dürre. 4. Straf, uns Herr, Mel. O Gott, du frommer ic. nicht deinem Zorn; sey ster Gott im uns ein Gott der Güte! 479.err, allerhöchErhalt uns unsrer Felder Himmel und auf Erden, Korn; ach, Water, ach, dem Wolken, Luft und verhüte, daß Frost und Wind allzeit gehorsam GJ wers 466 Lieder auf besondere Zeiten, werden! Was du befiehlst, den Regen, auf unser trå geschiebt: o laß auch unser ges Herz mit tausendfa Flehn durch dich, Allmåch chem Segen. Der From tiger, jetzt in Erfüllung me nur kann sich, Gott, gehn. deines Segens freun; o 2. Wir bitten findlich) laß uns alle reich an wah dich um deinen Vaterserer Tugend seyn! gen; gieb uns, o Vater, gieb uns einen milden Re- Danklied für verliehenen gen! Staub ist jetzt unser Regen. Land, erstorben jede Stur; Mel. Nun lob mein Seel u. es schmachtet Feld und Thier, es trauret die Natur. milder Regen finker erquickend auf die dürre Flur. Wie 3. Wir haben es ver- labt sie sich, wie trinket dient: ach, groß sind unsre ihn die verschmachtende Sünden, und billig ftrafft Natur! Die sanften du uns: dod) laß uns Gna Etròme kühlen der Lüfte de finden! Vergieb uns weites Meer: und die Sie unfre Schuld! Thu auf schöpfe fühlen sich nicht. die milde Hand; wirf ei- mehr tråg und schwer. nen Vaterblick auf uns Gott spricht: das Seuf und unser Land! en schweiget, und Hiß 4. Befeuchte Berg und und Dürre fliehn! Der Thal, erfrisch jest unfre Fel- Frommen Danklied steis der! Dein Regen träufle get hinauf, und preiset ihn. sanft auf Anger, Gärten, 2. Mit Muth in Anges Walder! das, was bis- sichte, beschaut desackers her gelechst, erquicke, Herr, Herr sein Feld. Erquickt aufs neu, daß jede Krea- hat Gott die Früchte, er, tur dir freudig dankbar sen. der Vorsorger seiner Welt. 5. Ergieß zugleich dein Dick steht die Saat, die Wort, gleich einem mil- ehren vom Mark der Erde 480 in Umstände und Personen. 467 de voll, das seine Men- deinen Regen jetzt zurück, schen nähren, und sie er und laß der Sonne froz freuen soll. Auf, preiset hen Blick uns wiederum Gottes Milde! Er ists, erfreuen. der Regen schickt, und lechzendes Gefilde, voll Va terhuld, erquickt. 2. Die Felder trauren überall, die Saat und Früchte leiden; des Re3. Erhalter unsers Le gens überhäufter Fall ers bens, Gott, dem wir uns stickt der Fluren Freuden. jest dankbar nahn: o laß Der Segen, den du uns uns nicht vergebens die gezeigt, der sich betrübt Gaben deiner Hand em- zur Erde neigt, ist nahe pfahn! Du sendest Thausdem Verderben. und Regen, giebst milden 3. Herr, unsre Sünd Sonnenschein; du eilst und Missethat hat dies mit deinem Segen uns sehr wohl verdienet: jealle zu erfreun. Ach, laß doch erzeig uns Huld und uns nicht vergebens so nad; dein Sohn hat manche Gab empfahn, uns verfühnet. Wir nas und nimm, o Quell des hen dir, voll Reu, uns Lebens, dich unser ferner nun; wir wollen ernstlich Buße thun, und unser Leben bessern. an! Bey anhaltendem Regen 4. Gieb uns, o du liebs um Sonnenschein. Mel. Wo Gott der Herr nicht bey uns ic. reicher Gott, den heitern Schein der Sonne, und überschütt uns nach der 481 Gott, du kannst Noth mit Freude, Luft den Himmel und Wonne; und zeig ganz mit Wolken überzie uns jetzt nach deiner Treu, hen: doch müssen vor der daß ausser dir kein Segen Sonne Glanz sie, wenn sey, im Himmel und auf du willst, entfliehen. Halt Erden. Gg2 Danks Lieder auf besondere Zeiten, Danksagung für den 4. Ja, Herr, wir preis Sonnenschein nach lan fen dich mit freudigem Ge gem Regen. muthe. O sorg auch künf 468 tig noch für uns mit Va Mel. Nun danket alle Gott 2. tergüte! Gieb uns zu red 482.Mein Gott, du ter Zeit Thau, Regen bift gerecht, Sennenschein! Wir wob und gleichwohl lauter fie len dir dafür von Herzen be, selbst wann es dir dankbar seyn. gefällt, daß Leiden uns betrübe! scheints gleich), als dåchtest du, bey unfrer Sündenschuld, nicht fer- Mel. Wer nur den lieben u. Danklieder für die Ernte. ner mehr an uns mit Va- 483Wir fingen, Herr, tertreu und von Se 2. Durch Wolken lief- gen, wiewohl sie nicht zu fest du das Sonnenlicht zählen sind. Du giebst uns bedecken; Wind, Regen Sonnenschein und Regen, wetter, Sturm erfüllten Frost, Hige, Donner, uns mit Schrecken, weil Thau und Wind: so blüht man den Himmel nicht und reifet unsre Saat nur schwarzes Dunkel sah; nach deinem wundervollen und unsers Landes Frucht Rath. war dem Verderben nah. 2. Der Dimmel trâu bes 3. Nun hast du Son- felt lauter Güte, die Erd nenschein uns wiederum ist deiner Schäße voll; das gegeben; die Felder sind mit ein achtsamesemu erquickt: wir fühlen neues the dich finden Leben. Wir preifen deine wundern soll, dich, der Huld, daß du auf unser durdh) seine weise Macht Flehn, bey unfrer Küm- das alles einst hervorges merniß, erbarmungsvoll bracht. gesehn. 3. So sen die Liebe denn ges Umstände und Personen. 469 gepriesen, gepriesen sen die 7. So wollen wir denn Wunderkraft, die auf den hier auf Erden des Guten Feldern, auf den Wiesen, Samen auszustreun, nie den Erdbewohnern Nah müde, nie verdrossen wers rung schafft. Du nåhrest den, und uns vielmehr der uns, wir werden fatt; du Ernte freun, die einst giebst, daß man noch nach dieser Zeit der Saat übrig hat. dein Rath für uns erse4. Du schüttest deines hen hat. Cegens Fülle herab, die wir doch nicht verdient. Mel. Was Gott thut, daß ic. Es ist allein dein guter Wille, daß Feld und Au 484. Preist, Christen, und Garten grünt, und heit, preist Gott, den Herrn uns, sind wir es gleich der Ernte, daß sich nicht nicht werth, die Frucht ganz die Fruchtbarkeit von der Erde reichlich nährt. Au und Feld entfernte. 5. Bewahre ferner unsre Noch stets erhålt er seine Saaten und unsre Häuser, Welt; was nöthig ist Hab und Gut. Bewahr zum Leben, will er uns uns, Herr, vor Miffetha- alles geben. ten, vor Wollust, Geit 2. Er ist der Herr; in und Uebermuth: weil sonst seiner Hand ist, was die im reichsten Ueberfluß diejerde bringet. So sehr Seele doch verderben muß. auch Menschenfleiß das 6. Ja, Vater, wenn Land baut, pfleget und bes wir n vergeffen, der du důnget, kommt doch allein fo li reich an uns denkst; von ihm Gedeihn. Nur so mit der Fluch den Seler, er låst die Saaten gen freffen, mit dem du blühn, reifen und gerathen. Feld und Haus beschenkft. 3. Oft sehn wir froh in Wird auch der Vorrath Hoffnung schon der reich nicht erstreut, fo mangelt sten Ernt entgegen, und doch Zufriedenheit. Gg 3 plots 470 Lieder auf befondere Zeiten, plöglich ist er uns entflohn, 7. Wir bethen demuthsder uns gezeigte Segen. voll dich an, der alles Gott nimmt und giebt, weislich füget, deß Vorwas ihm beliebt, daß er, ficht niemals irren kann, als Herr der Erde, von deß Wohlthun niemals uns verehret werde. trüget. Froh danken wir, 4. Zeigt auch gleich nicht Erhalter, dir, und preis so sichtbar sich der Reich sen deine Güte mit gnügthum seiner Gaben: solsamem Gemüthe. giebt er uns doch sicherlich so viel wir nöthig haben; In Seuersnoth. ist stets bedacht, voll Gnad und Macht, die Seinen zu Mel. Wenn wir in höchsten 2. erhalten, die ihn nur las fen walten. ott, deffen 5, und, o was ifts für 485. Gott Macht des ein Gewinn, an dem sich Feuers Kraft zum Segen gnügen lassen, was da ist, und Verderben schafft! und mit heiterm Sinn das mit welcher schrecklichen feste Zutraun faffen, daß Gewalt verwüstet es! Wie der die Welt regiert und leicht, wie bald! hålt, auch uns, so lang 2. Ach, manche Häuser wir leben, was nöthig ist, hats verzehrt, und man. wird geben! cher Armen Glück zerstört! 6. Ja, Höchster, wir Auch dieß hat deine Hand verehren dich in allen dei gethan: wir weinen, Herr, nen Wegen, und trauen und beten an! unveränderlich auf deinen 2. Wir weinen; och milden Segen. Auch un- verehren wir auch seine ser Brod, wirst du uns, Huld; fie half auch hier, Gott, von Zeit zu Zeit und hielt der Flammen gewähren, wenn wir dich schnellen Lauf, der Uebri Findlich ehren. gen gen zu schonen, auf. 4. Mit Umstände und Personen. 4. Mit unsern Brüdern feufzen wir in ihrem Jam mer, Gott, zu dir! Laß sie nicht hilflos; tröfte 471 Beym Gewitter. Mel. Nun sich der Tag ic. die, die du gebeugt haft, 4868 Donnert, Gott! wie schrecklich segne ist des Himmels Wetter5. D gieb, daß, wer nacht! Es blitt, es dons verschont ward nicht nert! Gott, du bist! Und vergesse seiner schönsten Pflicht, der Pflicht, Be- groß ist deine Macht! 2. Gott donnert in des trübte zu erfreun, barm- unders Ohr; der Sün herzig und auch mild zu der hörts, und zagt; hebt seyn! zitternd kaum sein Aug 6. Was du uns nimmst, empor, wenn das Ger das kannst du, Gott, auch wissen sagt: wieder geben; jede Noth Den, der dich schuf, in Heil verwandeln; weis ernährt und schüßt, dich und gut ist alles, was dein våterlich umfieng, Wille thut. den Gott, der nun am Him mel bligt, den hieltest du 7. Gieb Unterwerfung und Geduld, daß wir nie gering. 4. Gott kennt dein Herz, deiner Vaterhuld verlustig und weis dein Thun, er, werden; voll Vertraun, der die Menschen wågt; dich, wo kein Leid ist, was bist du, wenn ſein einst schaun. Donner nun dich schnell 8 Schüß unser gan- zu Boden schlägt! zes aterland vor Man- 5. Verschone, Herr, gel, Seuchen, Krieg und verschone noch der Sün Brand! Gieb, weil du der diesesmal! Barmhers unser Vater bist, uns alzig bist du, Vater, doch! len, was uns selig ist! Zu groß ist ihre Zahl! 694 6. Bea 472 Lieder quf besondere Zeiten, 6. Bekehre noch ihr bd 12. Wer Gott ben fil fes Herz nach deiner Ba- lem Himmel ehrt, singt ihm terhuld: erfülle sie mit Reu auch froh ein Lied, wann und Schmerz, und trageler auf schwarzen Wolken noch Geduld! fährt; steht, wenn der 7. Vor deines Gottes Sünder flieht. Majestät erzittre nicht, o Chrift, wann er in Don- mel. O Gott, du frommer. nerwolken geht, und um sich Blize schießt. 487. Hochfter, bef sen Kraft Luft, 8. Und wenn sein don Meer und Erde tråget; der nerndesGeschüß den Frev- Erde, Luft und Meer durch ler tief erschreckt; so wiffe, einen Wink beweget; auch daß er vor dem Blitz und deine Güte, Herr, preiß Donner dich bedeckt! id), wie deine Macht, ob 9. Der Pfeil des Herrn schon bey deinem Blik der fährt wunderbar von sei.Donner schreckend kracht. nem Wolkenthron; trifft 2. Dråut gleich der wen er will, und krümmt Grund der Welt zu wan kein Haar, wenn Gott ken, zu vergehen; låßt die ihm ruft: verschon! geborsine Luft gleich nichts 10. Sprich, wenn dein als Flammen sehen; heult Gott dich tödten will: ge gleich mit Ungeflüm eme recht ist sein Gericht! Ersporter Winde Wuth; ist der Herr! Ihm halt droht dem erschrocknen ich still, und laß im Tod Land gleich eine Wassers ihn nicht! fluth: 11, Des Donners Kö3. So zittert, blik und nig ist mein Freund; wenn rauscht doch alles Gott er mich schnell entrückt; so zu Ehren. Er läffet seine weiß ich, daß ers gnådig Stimm im Donner prach meint, und ewig mich bestig hören. Nicht seine Kraft glückt. bloß zeigt die bebende Natur: Umstände und Personen. 473 tur; neir, fie entdeckt mirliedem Donnerschlag in auch der Lieb und Weis- engsten muthlos schwes heit Spur. beft. Sieh deinen starken 4 Gott führet våterlich, Gott doch nicht so machtder Saat zum reichen Se- los an, daß er im Wet-.. gen, der Wolken Waster dich nicht auch beschirs ferschag, den oft erbetnen men kann. Regen, durch Wind und 8. Es wirke seine Macht Wetter her; macht durch ein ehrfurchtsvolles Graus der Blike Brand nicht en; doch auch nicht wenis nur die Lüfte rein, trånft ger ein kindliches Ver auch das dürre Land.[ trauen. An uns liebt un5. O Güte, welcher ser Gott zwar Ehrerbies nichts, wie nichts der All- tigkeit, doch mehr noch macht, gleichet! Weis- Zuversicht, mehr noch Ge heit, die kein Wig der laffenheit. terblichen erreichet! Laß 9. Sollt auch des Wetdeine Größ uns stets in ters Sturm dir Schaden deinen Werken sehn; laß, drohn, ia bringen; so sus Cott, im Wetter auch che, christlich stark, den uns deine Huld verstehn! Unmuth zu bezwingen. 6. Denn ob darüber Ohn ihn kann nichts ges gleich Luft, Meer und Erd schehn, und was durch erschüttern; so darf ein ihn geschicht, ist alles nüt frommes Herz doch darum und gut; begreifst du es nicht erzittern. Schreckt schon nicht. dich Schöpfers Macht; 10. Doch weil so fester fo de te doch daben, daß Muth in unsrer Macht er zu deinem Schuß nicht nicht stehet, und man sich minder mächtig sey. bloß, o Herr, durch dich 7. Nein, Christ, du zu dir erhöhet; fleh ich zu ehrst ihn nicht, wenn du dir, der selbst in uns das zu knechtisch bebest; bey Gute schafft; gieb mir, 695 dir 474 Lieder auf besondere Zeiten, dir zu vertraun, Muth, deine Lieb und macht, o Billigkeit und Kraft. Vater, stets beschirmen!, 11. So oft wir bliken Vor allem gieb, daß auch, fehn, so oft wir donnern geht die Gefahr vorben, heren, laß uns, Herr Ze für Segen, wie für Schuh, baoth, mit ernster Furcht dir Jeder dankbar sey. dich ehren! Hat deine ü te schon den Blitz hervor- Mel. Die Tugend wird zc. gebracht; ist er måchtige, Strahl doch auch ein 438.Dett Zeichen deiner Macht. Götter, vor dem der Se 12. Was ist, das dir raph niederfällt, Gott redein Nichts mehr fühlbar det donnernd aus dem machen könnte, o Mensch, Wetter, und ruft voll Ma als dieser Grimm empor- ieståt der Welt. Anbetend ter Elemente? Ohnmäch- sinkt der Erdkreis nieder; tiges Geschöpf, das doch der Wald ertönt; es bebt so tropig ist! Er prediget die Flur; und Blige sagens bir laut, wie klein, wie Bliten wieder: uns führt schwach du bist. der Herrscher der Natur. 13. Drum, Herr, er- 2. Laß dich auch seine harme dich! Erbarme dich Stimme rühren; sey ganz aus Gnaden! Laß dies Empfindung, o mein Herz! Gewitter doch den Unsri- Den Dank, das Lob, die gen nicht schaden. Gieb, ihm gebühren, entweihe daß der grause Sturm, kein unheilger Scherz. Es gieb, daß der Schlossen rufen Bottes wahrinHeer uns weder Leib noch dern selbst Donner nad Gut entreiffe, noch ver- und Segen zu. Sie rus sehr. fen schonend sichern Sun. 14. Ach, laß in der dern; und ihren Ruf vers Gefahr ben Donner, stehest du. lig und Stürmen, uns 3. Verstumme, freches Heer umstände und Personen. 475 Heer der Spotter! Furcht| Baters Stimm: ich will und Berzweiflung warten dich nicht verlassen. dein. Der Herr ist Gott! 4. Was wären wir, es sagts das Wetter. Die wenn deine Hand uns Welt, die ganze Welt ist nach Verdiensten lohnte? sein. Ihr bebt, Elende! Wenn Häuser, Güter, Wollt ihr fliehen? Kein Volk und Land nicht dein Ort schüßt euch und euern Erbarmen schonte? Spott. Nichts kann dem 5. Wohl uns! du zeiMachtgen euch entziehen. geft viel Geduld in allen Er kennt, er straft euch. deinen Wegen: du króEr ist Gott! neft jeden Tag mit Huld, mit immer neuem Segen. Nach dem Gewitter. Mel. Ich dank dir schon ic. 6. Groß bist du! Auf dein mächtig Wort muß Sturm und Wetter schwei gen. Vor dir muß sich an 489.Gott, der Gewit jedem Ort das Reich der ter schafft und Schöpfung beugen. lenkt! Mit fröhlichem Ge- 7. Gelobt sen deine müthe lobsingen wir: denn Wunderkraft, die, nach an uns denkt dein Herz mit Gefahr und Schrecken, neuer Güte. uns Ruhe schenkt, und 2. Groß bist du, Herr! Segen schafft, nach weiss Auf dein Gebot muß Blik heitsvollen Zwecken! und Donner schrecken: 8. Dein Auge stand mit doch du ben uns in Vaterblick auf uns, voll der Noth, allmächtig uns Vorsicht, offen: drum zu decken hat fein widriges Geschick 3. Du züchtigest; doch im Wetter uns betroffen. nicht im Grimm: du stra- 9. Kein Zufall hat feft; doch mit Massen. des Feldes Schmuck uns Noch immer schallt des Schmachtenden entriffen; kein 476 Lieder auf besondere Zeiten, 1 ein Sagel, kein zu schweh-| 2. Ja ,. preise dankbar rer Druck von starken den Erretter, der seine Waffergüffen. große Kraft bewies; den 10. Mehr Leben ist in starken Gott, der sich im die Natur von dir, Hert, Better so majestätisch ausgegossen. Zum Wohl: bören ließ; der selbst des thun, Schöpfer, hast du Blikes Strahlen lenkt, nur die Himmel aufge und auch im Zorn an Gnade denkt. schloffen. 3. Dnimm bewundernd II. O laß doch wahre Gottes Güte im Blik und Furcht vor dir stets unser Ungewitter wahr! Dem Herz regieren: laß uns frohen forschenden Gemüs als deine Kinder, hier ein the stellt sich ein großer frommes Leben führen! Schauplat dar, voll un 12. Du wirst dann fer gezählter Segenspur, zum ner Vater seyn, und gnå- Labsal aller Kreatur. dig auf uns blicken: wit 4. Wenn, bey erhitzter werden uns des Vaters Dünste Glühen, sowohl freun, und er wird uns die Menschen, als das beglücken. Vieh, den Othem matt und keichend ziehen; wie Mel. Wer nur den lieben c. froh, wie munter werden Die gnådig ist sie, wenn in die ångstlich des Hochschwühle Luft der Donner ften Wille! Der Donner kühle Winde ruft! schweigt, die Blite fliehn! 5. Wie lieblicht fich Bald schmückt, ben ange das Getraide, get anfet nehmer Stille, der Sonne durch den Regenguß Und Glanz das feuchte Grün. wie vergnügt betritt die Erhebe deinen Lobgesang, Weide der neubelebten o meine Seel, und opfre Thiere Fuß! Der mun Dank. tern Vogel frohes Heer490.Wi vers Umstände und Personen. 477 verkündigt des Erhalters wahr, daß keine drohende Gefahr an Seel und Leib -Ehr. 6. Jeht sprichst du, Gott, mir fhade. nicht mehr aus Wettern, 3. Du, bester Führer, doch schrecklich bleibt dein Gett! verleih, daß ich Zorn noch mir. Drobt stets chriftlich wandle, stets gleich kein Blik, mich zu fromm, getrost und weiſe zershmettern; so fürcht ich sen, nie kühn, nie strafbar mich doch, Herr, vor dir! handle. Regiere du selbst Sen du nur meine Zuver- meinen Pfad, gieb Ses ficht so schreckt mich gen, Muth, Verstand nichts; so zag ich nicht. und Rath zu meinem Thun und Laffen. : Vor und auf der Reise. 4. Bring mich gesund, zur rechten Zeit, zu den geliebten Meinen! Erhalt Mel. Aus tiefer Noth schrey 2c. und schütze sie vor Leid; 491.Sen bu, o mein ſie sind ja, Herr, die getreuer Gott, Deinen! O laß sie dir mit mir auf meiner Reise! empfohlen seyn, und dann Bewahr mich vor Gefahr vor dir uns dankbar freun, und Noth, zu deines Na- wann wir uns wieder ses mens Preise. Herr, meis hen. nen Weg empfehl ich dir, s. Du wollst mein ganmich selbst und alles, was zes Leben hier, o Vater, du mir auf dieser Welt selbst regieren. Wo Huife gege noth ist, hilf du mir; laß 2. chick deinen Engel deinen Geist mich führen. vor mir her, laß ihn mich Und end ich einst hier meis ficher leiten: befiehl, daß nen Lauf, dann nimm mich er dem Unglück wehr und froh und selig auf, zu deis allen bösen Leuten. Nimm, ner ewgen Ruhe. Vater, meiner gnådig Flach 478 Lieder auf besondere Zeiten, Nach der Reise. Vor dem Effen. Mel. Wer nur den lieben 2c. Mel. Erhalt uns, Herr, bey. lich beten wir 492.Dank dir, Be fchuter mei- 493. Bater, kind schüger nes Lebens! Du hast mich um unser täglich Brod zu froh zurückgebracht. Ich dir: giebs deinen Kindern, flehte nicht zu dir verge- die du liebst, und segne, bens: du hast mich vå- was du huldreich giebst. terlich bewacht. Dein Schuß und Schirm wa über mir; durch deine Gnade bin ich hier. milde Hand! Auf dich) ist 2. Thu auf, Herr, deine Aller Blick gewandt, der du von allem, was da ist, forger bist. der Schöpfer und Vers 3. Du haft auch uns 2. Nun kann ich wie der mit den Meinen mich deiner reichen Güte freun, mit ihnen mein Gebet vereinen, und dir des Dan- bisher genährt, was wir kes Opfer weihn, daß du bedurften, uns gewährt, mit deiner Baterhand Ge- und wirft es künftig nicht fahr und Schaden abge- entziehn, wenn wir voll Glaubens zu dir fliehn. wandt. 3. Sey nun gelobt, fen 4. Laß uns war fatt, hoch gepriefen für alles doch) måßig seyn, as deis Gute, das du mir auf ner Güte dankbar reun, meiner ganzen Reis er und nie vergessen in Ge wiesen! Mein armes Lob nuß, daß auch der Arme gefalle dir! Dir will ich leben muß. gang mein Leben weihn; laß ewig mich den Deinen seyn. Mach Umstände und Personen. 479 Nach dem Essen. mir zum Heil; so wird deine Gütigkeit nicht durch Mel. Singen wir aus Herzens- Uebermuth entweiht: dankgrund ic. bar will ich mich erfreun; as den Leib du sollst künftig mir allein 494 erhält und Vater und Versorger seyn nåhrt, hat uns unser Gott gewährt, der die ganze In der Jugend. weite Welt durch sein Allmachtswort erhält: und Mel. Aus tiefer Noth schrey 2c. was lebet auf dem Land, in der Fluth, im burrfien 495.3h trete vor dein Angesicht, du Sand, fåttigt sich aus Schöpfer meiner Jugend! seiner Hand. Verwirf mein findlich Fle2. Herr, auch mich, hen nicht um Weisheit und auch mich erfreut deine um Tugend! Mein reben große Mildigkeit; und mit hab ich ja von dir; drum, Freuden bring ich dir Lob Vater, weiche nicht von und Dank und Preis da mir, daß ich unstråflich für: dir, der noch an mich wandle. gedenkt, mir noch immer 2. Mein Herz, vom liebreich schenkt, was mich afterdienst noch rein, ist speiset, was mich trånft! schwach und unerfahren, 3. Aber gieb, daß auch und stürzt, geblendet durch dabey ich im Suten stand- den Schein, sich leichtlich haft sev; und mein Herz in Gefahren. Ach! mache verg nicht seine große mich mir selbst bekannt, Chrienpricht, daß von und gieb mir Weisheit meinem lleberfluß ich, nach und Verstand, nicht stolz måßigem Genuß, auch die mir selbst zu trauen. Armen speisen muß. 3. Du pflanztest, Herr, 4. So genieß ich dies in meine Brust Verlangen mein Theil, dir zu Ehren, nach Vergnügen, laß mich den 480. Lieder auf besondere Zeiten, den Hang zu jeder Luft, denliebe neigt, nicht meis die du verbeutſt, bestegen. nen Glauben schwächen. Dein unausbleibliches Ge 7. Der Tugend heilige richt entfalle meiner Seele mich ganz, mein Schöpfer nicht, beym Locken schno- jund Erhalter! Sie werde Der Lüfte. meiner Jugend Glanz, un) 4. Du siehst mich, und einst mein Trost im Alte:! haft auf mich Acht, ich Erhalte mein Gewissen bin mit dir umgeben: vor rein! Laß keinen meiner dir bedeckt nicht Mitter- Tage seyn, der mich vor nacht, nicht Einsamkeit dir vertlage. mein Leben. Die Sün- 8. Ach! lehre mich den de, die im Finstern schleicht, Werth der Zeit, daß ich verbirgt vor Menschen fid fie nie verschwende; daß vielleicht, doch nicht verlich mit weiser Thätigkeit Deinen Augen. zum Guten sie verwende. 5. Wenn sich auf mei- ott, meiner Jugend ner Jugend Bahn, mich Fleiß und Müh sey nicht in ihr Netz zu ziehen, Ver- vergebens, segne sie, zu führer meiner Seele nahn; deines Namens Ehre! so laß mich Flüglich fliehen. Ihr Beyspiel, Herr, ent. ferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht, Mel. Ich ruf zu dir, Herr x. Im Alter. nicht ihr Gespött und La 496.Sie Seele, chen. hinter dich 6. Der Glaub an Je- zurück auf die durebten fum bleibe mir, o Gott, Jahre: auch vor Dh bin unendlich wichtig: er macht wirf einen Blick; was allein gerecht vor dir, macht siehst du? Grab und Bah unfre Steige richtig. Laßre. Ich bin schon alt, Zweifel, die ein Herz er wie bald, wie bald sind zeugt, das sich zur Sün- meine Lebenestunden hier bers Umstände und Personen. 481 verschwunden! Nach kur- Schuld von meinen vielen zem Aufenthalt werd ich Tagen! nicht mehr gefunden. 5. Mein Gott, Fels 2. Gott, was ich bin, meiner Zuversicht, mein bin ich durch dich; und Schöpfer und Erhalter! du bist Gut und Gnade Verlaß, verlaß auch jetzt Mit Baterhånden trugst mich nicht in Schwach du mich auf manchem xau- heit und im Alter! Die hen Pfade. Wie dank ich Kraft entweicht mein Haar dir? denn du haft mir, verbleicht und reift, wie in meinem langen Leben, meine Fahre, zu der Bah. viel gegeben: was geb ich re: mach einst mein Ende dir dafür? Wie soll ich leicht, wenn ich von hins dich erheben? nen fahre! 3. Du meines Lebens 6. Erlöse mich, o Gott, Quell und Kraft, mein ich bin vom langen Kam Vater, sey gepriesen! Dulpfe müde. Nimm meine haft in meiner Pilgrim Seele zu dir hin; ben schaft viel Gutes mir er- dir ist Freud und Friede. wiesen. Gott, du hast Schleuß meinen mich oft wunderlich, und Ich hoffe drauf: doch stets wohl geführet, Leib wird nach dem Sters wohl regieret: in aller ben nicht verderben; er Noth hab ich dich immer steht verklärt einst auf, nah gespüret. die Seligkeit zu erben. Lauf! mein 4. Durch dich ist meiner ichkeit manch Gutes pas gelungen: doch that ich auch nicht allezeit Am Geburtstage. Mel. Fürwahr, mein Gott uc. ir nach deinen Forderungen. 497Dit bank ich heu te für mein Du, Gott der Huld, hast ben; am Tage, da du mit Geduld, da Sünden mirs gegeben, dank ich auf mir lagen, mich gedir, Gott, dafür. Durch frene tragen: gedente nicht der h 482 Lieder auf besondere Zeiten, freye Gnab allein bewo- den vorher von Ewigkeit. gen, hast du mich aus O welche Liebe, watch Er dem Nicht gezogen; durd) barmen! Der Herr der Deine Hüte bin ich hier. Welt sorgt für mich Ar2. Du hast mic) mun men, und ist ein Vater, derbar bereitet, an deiner der verzeiht. Rechten mich geleitet, bis 6. Für alle Wunder Dieſen Augenblick Du deiner Treue, für alles, gabft mir taufend froheldessen ich mich freue, tob Tage, verwandelteft selbft finget dir mein Geist Er meine Klage und meine selber ist dein größt Ge Leiden in mein Glück. fchenke; dein ists, daß ich 3. Ich bin der Treue durch ihn dich denke, und zu geringe, mit der du, dein, daß er dich heute Herrscher aller Dinge, preist. stets über mich gewacht. 7. Daß du mein Leben O Gott, damit ich glück- mir gefristet, mit Stárk lich werde, hast du an und Straft mich ausgerü mich, mich Staub und fiet, dies, Vater, dant Erde, von Ewigkeit her ich dir: daß du mich wuns sd, on gedacht! derbar geführet, mit deis 4. Du sahst und hörnem Geiste mich regieret, test schon mein Gehnen, dies alles, Vater, dank und zählteft alle meine ich dir. Thränen, eh ich bereitet 8. Soll ich, o Gott, war; und wogst, eh ich noch långer leben, so wirst zu seyn begonnte, eh ich du, was mir gut, ge zu dir noch) rufen konnte, ben; du giebsts, hoff mir mein bescheiden Theil auf dich. Dir, Goit, bes schon dar. fehl ich Leib und Seele. 5. Du ließt mich Gna- Der Herr Herr, dem ich de vor dir finden; und sie befehle, der segne und fahst doch alle meine Sün- behüte mich.. Vom Umstände und Personen. 483 Dom Ehestand und Ringsum umpflanzen ihfür Eheleute. ren Tisch die Kinder fris lich, munter, frisch, wie Mel. Wie schon leuchtet der 2. junge Frühlingssprosjen. Ehstand Sorgt nicht! Sorgt nicht! 498. Der A soll uns hei- Wie viel Beter zählt ihr lig seyn; du, Schöpfer, Våter, zählt ihr Mütter! setzteft selbst ihn ein, der Sorg und Müh ist min. Welt zum Glück und der bitter. Segen. Noch immer fließt 4. Gott, der du uns in diesem Stand, aus dei verbunden hast, erleichtre ner milden Vaterhand, uns des Lebens Laft; gieb, den Frommen Heil entge daß kein Segen fehle. gen. Stifter! Stifter! Laß nie uns unsern Bund Dich erhöhen, die in Chen entweihn; keusch laß uns, dein sich freuen, durch dich friedsam, zärtlich seyn, Ein blühen und gedeihen. Herz und Eine Seele. 2. Wie glücklich lebt Heilge, heilge, Gott der ein frommer Mann, wenn Liebe, unsre Liebe! Deine die sein Herz ihm abge- Gnade führ uns stets auf wann, die Gott ihm aus deine Pfade. ersehen? Wie glücklich 5. Lenk ab das Herz lebt an seiner Hand die von Ueppigkeit auf Freus Fromme, die Gott ihm den, die man nie bereut, verband, ihm hülfreich auf Freuden ächter Tu beyzustehen! Wohl euch! gend. Selbst unser hohes Woh euch! Fromme Alter sey von drückenden Gatten In dem Schat Beschwerden fren, noch ten seiner Süte jauchzt mit munter gleich der Jugend. frölichem Gemüthe! Segne, segne, unser Vas 3. So strecket sich weit ter, Nährer, Rather, um ein Haus ein reben- Schuß der Ehen, uns, die. reicher Weinstock aus; wir auf dich nur sehen! so blühn auch Ehgenossen. h 2 H Por 484 Lieder auf besondere Zeiten, Vor der Einsegnung treu, damit ihr Werk ges neuer Ehegatten. fegnet fer. 6. Un drückt sie dieſes Mel. Wo Gott zum Haus Lebens Müh, so triste, nicht giebt 2c. so regiere sie, daß Eins 499& s schloßen, Herr des Andern Bürde trag, mit und und standhaft bleib am und die neuen Gatten bösen Tag. ihren Bund, und sie be- 7. Winst du mit Kin ftätigen die Pflicht iegt hier dern sie erfreun, so gieb bor deinem Angesicht. zu ihrer Zucht Gedeihn, 2. Mit Gnade schau daß sie mit Segen sich be auf sie herab, daß sie zu mühn, dem Himmel Bür fammen bis ins Grab ver- ger zu erziehn. träglich), freundlich, gleich. gefinnt, vor allem gottes fürchtig find. 8. Führst du sie auch aufrauhe Bahn, so nimm dich ihrer liebreich an: es 3. Laß sie einander innig stårke sie in Kreuz und Leid lich stets lieben, doch nie die Hoffnung deiner See mehr, als dich. Laß fie ligkeit. im Ehstand treu und rein, 9. Und wenn der Tod und feusch in Wort und fie trennt, alsdann sieh ihre Werken seyn. Thränen gnådig an, und 4. Laß fie in heilger bring sie wieder höchft. Einigkeit zu deinem Loblerfreut zusammen in der und Dienst bereit, und Ewigkeit. eifrig zum Gebete seyn; nie deinen Ruhetag ent- Mel. Wie schön leuchtet der x. weihn. 5. Auch mache fie u 500Ron dir, u Gott der Einigkeit, dem Beruf, wozu fie dei- ward einst der Ehe Bund ne Weisheit schuf, gegeweiht: o: weih auch sie schickt und munter, emsig, sum Segen, die hier vor Dei Umstände und Personen. 489 ach der Trauung derselben. Deinem Angesicht bereit flehn, dir den Schwur der Pflicht und Eintracht Mel. Lobt Gott, ihr Christen ic. abzulegen. Laß fie, Vater, dir ergeben, einig le 50 Auf euch wird Gote tes Segen ruhn; ben, treu fich lieben, treufer hat ihn euch gewährt! die Pflicht der Christen Geht hin, und macht durch üben. frommes Thun euch dieses 2. Du hast sie sich ge- Segens werth.:,: 2. Der Herr erfüllt, neigt gemacht, der Liebe Flammen angefacht, die was er versprach; sein ihre Brust entzünden: o, Heil sollt ihr empfahn; laß die Regung lauter fommt ihr nur dem Ge seyn; o, laß sie nie den lübde nach, was ihr dem Bund entweihn, zu dem Herrn gethan.:,: fie sich verbinden! Immer 3. Ihn heiligt nun Bes laß sie, dir ergeben, ei ruf und Stand, ihm heis nig leben, einig handeln, ligt euer Herz, und folgt fromm und heilig vor dir der Leitung seiner Hand wandeln! durch Freuden und durch Schmerz.:,: 3. O, segne fie, der 4. Bis ihr den Lauf gern beglückt, und Segen der Pilgerzeit nach Got uns von oben schickt, auf tes Willen schließt, und allen ihren Wegen! Laß ihn in seiner Herrlichkeit ihr Geschlecht sich deiner einst schauet, wie er ist.:,: freun gieb felbst zu ihrem Fleiß Gedeihn, und ihr Lied für Eltern. Beruf en Segen! Laß Mel. Vor deinen Thron trer ic. fie, Vater, dir ergeben, the glücklich leben, freudig 502, Groß ist, sterben! Eltern, eure Denn sie find pflicht! Verzärtelt eure des Himmels Erben. Kinder nicht; gewöhnet H13 fie 486 Lieder auf besondere Zeiten, fie in früher Zeit zu nük- rühmt vor ihren Ohren licher Geschäftigkeit. euch der Uebertretung eu 2. Wohl euch, wenn rer Pflicht in eurer frühen Feines je vergißt, was al- Jugend nicht. ler Weisheit Anfang ist; 8. Muthwillen nennt nie die Furcht vor Gott, der Wit; nie preist des Kna, alles sieht, und straft, was ben schadenfrohen Geist, Böses hier geschieht. als Munterkeit; ein fal 3. Lehrt sie, wann ihr sches Herz und Lügen nie, Verstand erwacht, Gott als Spiel und Scherz. kennen, seine Lieb und 9. Erweekt des Guten Macht; lehrt sie auf feine schnell Gefühl in ihren Her Werke sehn, und was sie zen; euer Ziel sen nicht bloß lernen, auch verstehn. Anstand vor der Welt, sey Liebe deß, was Gott gefällt. 4. Sorgt zwar für ihren Leib, doch mehr für o. Gewöhnt sie an der ihre Seel, und schaut um Tugend Müh, an Ernst, her, was ihrer Unschuld an Fleiß, und lehret schaden kann, und führt daß Arbeit keine Sclaves sie früh zur Tugend an. rey, daß sie das Glück des 5. Erstickt durch Un- Menschen sey. terricht und Zucht der 11. So nehmt euch ih ersten Sünden Reim und rer Seelen an! Gott rich Frucht, damit sie Gottes tet einst und fordert dann, Ebenbild früh werden, lieb- wenn ihr nicht, was ihr reich, fanft und mild. thun sollt, thut, von eurer 6. Vor Kindern send Hand der KindeBlut. auf eurer Huth; sie sehn 12. Erwägts und fürch begierig, was ihr thut, tet sein Gericht, um auch und thun, vom Sinnli vor seinem Angesicht euch chen gerührt, wozu sie ewig ihrer zu erfreun; euer Beyspiel führt. denn sie sind sein Geschenk 7. Jhr junges Herz ist und sein! schwach und weich; drum Lied Umstände und Personen. 487 Lied für Kinder. daß wir, o aller Fürsten Herr, in sichern Hütten Mel. Machs mit mir, Gott, 2c. wohnen. Preis deiner 5030 die erhält; Dein ter, dein Gebot ist ihr Reich, und dein die sen mir ins Herz geschrie Welt; du bist auch ihr ben: den Eltern sollst du Beherrscher. bis zum Tod gehorchen, 2. Unendlicher, reaiere fie und sie lieben! O dieser daß sie dir willig dienen! lieben, theuren Pflicht ver Berlaß mit deiner Huld geffe meine Seele nicht! fie nie; nicht ihr Geschlecht 2. Von meiner ersten nach ihnen! Huld, welche Kindheit an erzeigten fie wohlzuthun fich freut, und mir Gutes; mehr, als ich Weisheit und Gerechtigs je vergelten kann, erzeig Feit sey ihre schönste Krone! ten sie mir Gutes. Noch 3. Gieb, Vater, daß immer sind sie für ihr Kind so zärtlich, noch so fie, dir getreu, dir ähne lich, uns regieren! Nie gut gefinnt. 3. Nun, weil ich lebe, müffe Stolz, nie Heuches will ich sie auch wieder len zu Lastern sie verführ gårtlich lieben; gern ihnen ren! Laß sie ihr eignes folgen, und sie nie erzur Hert durchschaun; voll nen und betrüben. So Furcht vor dir, sich selbst werd ich ihre Freude seyn, nicht traun, und dich um und einst, o Gott, auch Weisheit bitten! ewigsein! 4. Gieb Friede; halte sie zurück von ungerechten Kriegen! Ihr Ruhm sey ihres Landes Glück, sein Mel. Een Lob und Ehr dem zc Segen ihr Vergnügen! Surbitte für die Obrigkeiten. 504 Dugründeft, All- Wenn aber Völker fie gewaltiger, der zum Streit durch Unrecht Weltbeherrscher Thronen, h 5 4 zwins 488 Lieder auf besondere Zeiten, zwingen; dann gebeut dem zum Schwur, voll Trugs Siege, fie zu schüßen! und Falschheit, heben. Du s. Es müsse, Gott, auf blickft ins Innre, wirst jedem Thron dein Wort gar bald die Wahrheit Verehrer finden! Auch hell entdecken, wenn wir Fürsten laß auf deinen sie gleich im Hinterhalt Sohn der Zukunft Hoff der Lüge schlau verstecken, nung gründen! Sie sind und blöde Menschen tau auch Sünder, Gott, wie schen. wir; laß Gnade denn 3. Auch des Gewissens auch sie vor dir in ihrem Unruh quålt den, der die Tode finden. Dom Eide. Lügen liebet, was wahr und redlich ist, verheelt, und falsches Zeugniß gies bet. Voll Argwohns geht er, und beschämt, aus Furcht, entdeckt zu wer Mel. Chrift, unser Herr, zum Jordan zc. 505 Herr, bu bift heisden: wer aber seine Zuns lig im Gericht; ge der dein Zorn vertilgt die Bo- auf Erden, und Lohn bey sen; vor dir besteht der Gott im Himmel. Heuchler nicht, kein Trug, 4. Wenn mich des Vors kein gottlos Wesen. Du theiss Stimme lockt, fo liebest Wahrheit, Recht laß mich sie nicht hören, und Treu: wers wagt, und nicht durch niedern ben dir zu schwören, und Geist verstockt, mir un hegt im Herzen Heucheley, recht Gut erschren. den wirst du nicht erhs Was Arglift und. Be ren; dein Eifer wird ihn trug gewinnt, wird nim strafen. mermehr gebeihen; es fällt 2. Drum laß mich, dahin, Herr, und zerrinnt: Gott der Wahrheit, nur nur ewig fann erfreuen die ein lautres Zeugniß geben, Redlichkeit und Unschuld. und nie die Hand empori 5. Bin Umstände und Personen. 489 * treten. 5. Bin ich von Trug undjer fren zum Vater gehn, Falschheit rein, so kann nie Glück und Heil von ich freudig beten, und über ihm erflehn. zeugt, dein Kind zu seyn, 2. Wir sollen ja, nach getrost, Herr, vor dich Gottes Willen, die WahrDes Frommen heit lieben, so wie er; und Hilf und Gott bist du, was sie fordert, gern ers wirft sein Gebet gewäh- füllen, und fiel es uns auch ren; und des Gewissens noch so schwehr. Wer sie heitre Ruh wird ihm den verletzt, verwirft sein Heil: Lohn bewähren, der ewig Meineidige sind Gott ein feiner wartet. Grául. 6. Denn einst wirst du 3. Wer darf denn hofder Herzen Rath allmif- fen, ihn zu sehen, wenn er send offenbaren, und jedem durch Eide, die Gott hört, wird, nachdem er that, will seine Brüder hinter. Vergeltung wiederfahren.( gehen, und falsch bey seis Dann wird, o Herr, vor nem Namen schwört? deinem Thron beschämt Vor Gottes heiligem Ges der Heuchler stehen: den richt besteht ein solcher Frommen aber wird der Frevier nicht. Lohn, dich, wie du bist, zu sehen, du Gott der Treu und Wahrheit! 5000 4. Und flöh er zu dem fernsten Meere: Gott findet allenthalben ihn. Went er auch noch so måchtig Mel. Wer nur den lieben 2c. wäre, kann er sich Got er bey dem Nates Macht entziehn? Ihm men Gottes hilft nicht Ehre, Macht schworef, und was er zu- noch Geld, selbst nicht die gesagt hat, bricht, der ist Gunst der ganzen Welt. ein Frevler; denn er ehret 5. Drum will ich, soll den, der die Wahrheit ich was betheuern, mit felbst ist, nicht. Nie kann Ernst bedenken, was ich 565 thus 490 Lieder auf besondere Zeiten, thu, und den Gedanken der mir Ruh und Kraft oft erneuern: des Eides und Hoffnung schenke, den Richter, Gott, bist du; Geift, der stark in Schwa schaust meines Herzenschen ist, damit ich, als ein Innerstes; prüfft alles, wahrer Christ, mein Kreug Herr, und richteft es! geduidig trage. 6. So hilf mir denn, 3. VollHoffnung wend daß ich, voll Treue, das ich mich zu dir, und bleibe was ich schwöre, denk und dir ergeben. Gott, wie haft, und deinen großen du willst, so schicks mit Namen scheue, und dei mir zum Sterben oder ne heilige Gewalt! Wer Leben! In deiner Hand fälschlich schwört, kommt fleht meine Zeir: mach ins Gericht; der Redliche, du mich nur zur Ewigs der Fromme nicht. feit durch deine Gnade tüchtig. In Krankheiten. 4. Laß nicht zu, daß der Krankheit Pein zu Mel. Wenn mein Stündlein 2. schwer mir Schwachen 507.Dein Wille, be werde. Laß deine Gnade erfreun, und mildre ist, daß ich jetzt Schmer die Beschwerde. Du Vas zen leide: doch weiß ich, ter weißt was jeden Tag daß du Vater bist, und dein schwaches Kind ertra dieß ist meine Freude. gen mag. Hilf mir, er, Dir ist mein ganzes Leid barm dich meiner! bekannt: mein Leben steht in deiner Hand; du záh left meine Tage.. 5. Ich bitte, tres Va ter, dich für mich und alle Kranken; o, segne jeden, 2. Mein Gott, mein gleichwie mich, mit heili Vater, gieb nicht zugen Gedanken! Gieb uns daß Ungeduld mich kranke. Gelassenheit und Ruh, und Gieb deinen Geist mir unser bester Arzt sey du; in Umstände und Personen. 491 in Schmerzen- unser Trö- lest selbst mich leiten, mich ster! ſelbst auf meinen letzten 6. Belohne, bester Va Tag durch deinen Geist ter, die, die liebreich mei- bereiten, daß über alles, ner pflegen! Für ihre Treue alles ich dich lieb, unb segne sie mit deinem be dankvoll gegen dich, dir ften Segen! Gieb, wenn lebe, Gott, dir sterbe. zur Unzufriedenheit mein Schmer; mich reißt, mir Mel. Kommt her zu mir ic. der Herr, Freudigkeit, gelaffen ihn 508I dein Arzt, ſprichſt zu tragen. 7. Soll meine Krank du, und rufest den Mühheit tödlich seyn, soll ich felgen zu: kommt, daß ich die Welt verlassen; so euch erquicke! Auf dies laß mich, Herr, von Sün- Wort, Jesu, komm auch den rein, im Glauben dich ich: mein Arzt, mein Heiumfassen. Versüße mir land, segne mich mit ei des Todes Schmerz, und nem Gnadenblicke. laß bis in den Tod mein 2. Nicht Kraut, noch Herz an deiner Gnade Pflaster macht gefund; hangen. mich heilt ein Wort aus 8. Doch willst du noch deinem Mund; ach, laß Gesundheit mir zum lån- dies Wort mich hören! gern Leben schenken: so laß und eh es mein Gebein mich, Herr, voll Dank- Jerneut, laß mich dich durch begier, an deine Hülfe Gelassenheit, Geduld und denen, und mich in die Hoffnung ehren! fer Dilgrimszeit, fiets ein gedent der Sterblichkeit, Mel. Nun ruhen alle Wälder u. nur deine Wege wan ein Jefu, der deln. 590. Mein voll Schmer9. Du siehst, wie wegen und matt an Leib und nig ich vermag; du wol- Herzen am Delberg nieDere Lieder auf besondere Zeiten, derfank, mein bester Arzt meine Hoffnung steht zu und Tröster, ach, siehe, dir. dein Erlöster, dein Glau- 6. Vermindre meine Plas biger, dein Freund liegt ge, verlängre meine Tage, Frank! wenn es mir nüglich ist. 2. Wie viel gefunde Im neugeschenkten Leben Stunden sind wie ein will ich mich die ergeben, Traum, verschwunden und rühmen, daß du hůlfWie schnell verfloß ein reich) bift. Jahr! Du, Herr, haft 7. Doch ist mein Wert mich gestårket, und kaum vollendet; sind Zeit und hab ichs bemerket, daß ich Lauf geendet; so waffne gefund und glücklich war. mich mit Muth. Ich will 3. Jeht, da ich Schmerz mein fieches Leben gern für empfinde, denk ich an mei- ein beßres geben; machs ne Sünde; mein Unrecht nur mit meinem Ende gut! ist mir leid: du hast mich( Siehe auch Nro. 266.) stets geliebet, und Treu an mir geübet; ich liebte lach wieder erlangter dich nicht allezeit. Gesundheit. 4. Du süchtigst mich Mel. Von Gott will ich nicht z. 492 mit Gnaden, und heilst 5103 ch preife dich, und den Seelenschaden, wenn singe, Herr, deis du den Körper ståupft: ner Liebe Rath, die mir mein Leiden wird mir so große Dinge bisher ers Gegen; auch auf den raus wiesen hat. Dich preis hen Wegen seh ich, daß sen ist mir Pflicht. Ich du die Liebe bleibst. will mein neues Leben dir 5. Vernimm mein åch- ganz zu eigen gebene mehr zend Flehen, laß mich dein hab und kann ich nicht. Antlig sehen, verbirg es 2. Wie schmerzbvoll war nicht vor mir! Mein Arzt, ich Armer! Du hörteft mein Helfer, eile, verbin- mein Geschrey; du wa de, lindre, heils! Denn rest Umstände und Personen. 493 rest mein Erbarmer, und mel drang: da hörte Gott stundst mit Troft mir bey.mein Flehn, der Treue, An mir auch thatst du der Erhalter! Nun soll fund, du könneft uns das auch den Erhalter mein Leben leicht nehmen, und Dank und Lob erhöhn! auch geben; und machtest mich gefund. 2. Herr über Tod und Leben, du meiner Båter s. Dein Zorn hat bald Gott! wie soll ich dich ein Ende, dein Herz istlerheben? Mein Heil, mein voller Huld. Du reichst Herr, mein Gott! Zu uns Vaterhånde, und züch- wenig ist mein Dank! tigst mit Geduld. Dich Wer hat dich gnug erjammert unfer Schmer; hoben? Zu schwach ift, Vergeht die Nacht mit dich zu loben, der Engel Weinen; früh muß die zobgesang. Conne scheinen und 3. Und doch von dir zu Freud erquickt das Herz. schweigen, wår eine Fres 4. Mein Kreuz hat mich velthat, Ich will, ich wills belehret: ich sah des To- bezeugen, wie Gott errettet des Bild. Nun hast du hat. Hörts, Menschen! mich erhöret, und mich Gott nur kann vergeben mit Freud erfüllt. Herr, und erretten. Ach, wenn nie vergeß ich dein! Ich wir Gott nicht hätten: wer will in Angst und Plagen hülf uns Armen dann? vor dir nicht trofiles za gen, im Glück mich dei ner freun! 4. O laßt uns ganz ihm leben, ganz Gottes Eigena thum; und jedes Tags Bestreben sen seiner Gnas de Ruhm! Ihm opfern ſeine Zeit, vor seinen Aus Schmerzen gen wallen, ihm dienen die Seele faft verfant, und gefallen, ist Ehr und und nun aus vollem Her- Seligkeit! zen mein Slehn zum HimXXXXI. In voriger Melodie. 511.218 in der Frank heit Die Litaney. XXXXI. Die Litaney. 512. Ewiger! Erbarme Vor Pestilenz und theu dich! rer Zeit, Herr! Herr! Erbarme Vor Krieg und Blutvers dich! gießen, Erbarme Vor Aufruhr und Zwies Dich! Ewiger! tracht, Herr! Herr! Erbarme Behüt uns, Herr, Herr, dich! unser Gott! Herr Gott Vater im Vor Hagel und Unge Himmel, witter, Erbarm dich über uns! Vor Feuer- und Wass Herr Gott Sohn, der fersnoth, 494 Welt Heiland, Erbarm dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, Vor dem ewigen Tod, Erbarm dich über uns! Behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Behüt uns, Herr, Herr, Sen uns gnådig, Verschon uns, Herr, Dach deine heilige Ge unser Gott! Herr, unser Gott! burt, Sen uns gnådig, Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuß und Tod, Hilf uns, Hert, Herr, unser Gott! Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrthum, Vor allem Uebel, Behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor des Teufels Trug und List, Durch deine Auferstehung Vor bösem schnellen Tod, und Himmelfahrt, Behüt uns, Herr, Herr, In unsrer legten Noth, unser Gott! Hilf Die Litaney. Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Am jüngsten Gericht, Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Wir arme Sünder bitten, Erhör uns, Herr, Herr, 495 Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Erhür uns, Herr, Herr, unser Gott! unser Gott! Unserm Kayser ein gültig Herz gegen deine. Kirche geben, uns, Herr, Herr, unser Gott! Erhör Du wolleft deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Alle Lehrer in Kirchen und unsern Regenten und sein Haus, mit allen Schulen im heilsamen Wort und heilgem Leben erhalten, Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Allen Rotten und AlegerAlle Frrige und Verführte niffen wehren, Unsre Stadt, den Rath, die Schule und Ges meine segnen und bes hüten, Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! so in Noth und Gefahr sind, mit Ernte senden, Hülf erscheinen, Deinen Geist und Kraft Allen Schwangern und zum Wort geben, Saugern fröliche Allen Betrübten und Bld. Frucht und Gedeis den helfen, und fie trösten, wiederbringen, Den Satan unter unfre Füße treten, Erhör uns, Herr, Herr, seinen Råthen und Amtleuten, leiten Erhör uns, Herr, Herr, und schüßen, unser Gott! unser Gott, Allen, Treue Arbeiter in deine hen geben, Aller 496 Die Litanen. Aller Kinder und Kranken O Jesu Christe! Gottes pflegen und warten, Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Alle Unschuldiggefangene los und ledig lassen, Alle Wittwen und Way sen vertheidigen und versorgen, Sohn! Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trågt, Erbarm dich über uns! Aller Menschen dich er du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trågt, unfer Gott! Erbarm dich über uns! barmen, Erhör uns, Herr, Herr, Unsern Feinden, Verfol. O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde gern und Låsterern, vergeben, und fie bekehren, O Und uns gnådiglich er Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Herr! Herr! Erhör uns Die Früchte auf dem Lan- Ewiger! de geben, und sie bewahren, Herr! Herr! trågt, Verleih uns steten Fries den! Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! horen, Ewiger! Erbarme dich unser! Erbarme dich! Erbarme dich! Amen! Register Register welches nach der Seitenzahl eingerichtet ist. 21. விக ch Gott vom Himmel sieh darein, Ach, Höchster Gott, verleihe mir, Ach Jesu! deffen Huld, Ach, Vater, unser Gott! Ach wird denn dein Erlöster nie Alle Menschen müssen sterben, Allein Gott in der Höh sey Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Allen Christen und auch mir Allen, welche nicht vergeben Allgegenwärtiger! ich bin Allmachtig großer Gott, wer fann Als in der Krankheit Schmerzen Also hat Gott die Welt Ant Kreuß erblaßt, Anbetungswürdger Gott, an Macht Anbetungswürdger Gott, mit Ehrfurcht 4 An dir, mein Gott, an dir hab ich gesündigt 184 Auch diesen Tag hab ich vollbracht 450 240 247 485 126 Auf, Christen, bringet Preis und Chr Auf dich, Herr, nicht auf meinen Rath Auf euch wird Gottes Segen ruhn; Auf! Jesu Jünger, freuet euch! Auf, mein Geist, dem Herrn zu fingen Auf, meine Seele, finge! Auf meinen lieben Gott Auf meinen Gott verläßt ₨ i 171 200 79 287 54 376 24 189 339 349 12 45 493 64 113 216 252 242 374 135 Aut Register. Auf, o Seele! werde munter, Auf, schicke dich, recht feverlich Aus deiner milden Segenshand Aus tiefer Noth, o Herr, mit schwehrem Herzen 184 245 23. Befiehl du deine Wege Begrabt den Leib in seine Gruft Beschränket, Weise dieser Welt Bewahre mich, Herr, daß der Wahn Bis hieher halfst du mir, mein Gott, Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar! 118 299 C. Christe, du Lamm Gottes, D. Dank dir, Beschůzer meines Lebens! Dank und Anbetung bringen wir Das Grab ist leer: des Höchsten Sohn Dein Beyspiel, Jesu, leuchtet mir Dein Heiland lebt, o Christenheit! Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen Dein sind wir Gott, von Ewigkeit Dein Wille, bester Vater, ist, Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen Den Höchsten öffentlich verehren Der du die heiligsten Gebot' Der du die Liebe selber bist, Der du mich als ein Vater liebst, Der du uns mit deinem Blute Der du Verstand und Tugend schenkst, Der du voll Blut und Wunden 443 67 Der Ehstand soll uns heilig seyn; Der frohe Morgen weckt mich wieder, Der Herr hat alles wohl gemacht! 248 23 389 3° 3 201 90 478 28 121 215 122 282 362 490 141 413 148 337 222 9⁰ 214 105 483 438 123 Der Register. Der Herr ist Gott! singt ihm ein Lied Der Herr ist Gott und keiner mehr Der Herr ist meines Leben Kraft Der Machtige, der Herr der Götter, Der Mensch, vom Fleisch gebohren Der Morgen kommt, und meine Klage Der unsre Menschheit an sich nahm Der Wollust Reiß zu widerstreben Des Leibes warten und ihn nåhren Dich bet ich an, erstandner Held, Dich Jesum laß ich ewig nicht Dich seh ich wieder, Morgenlicht, Die Feinde deines Kreuzes drohn Die Himmel rühmen Gottes Ehre Die ihr Christi Jünger send Die Nacht ist hin! Gott sey gepreist Die Sonne stund verfinstert Die Woche gehet zwar zum Ende, Die Zunge, die vernehmlich spricht Dies, Christen, ist der Tag des Herrn! Dies ist der Tag, den Gott gemacht! Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet Dir dank ich heute für mein Leben; Dir, der das Licht entstehen hieß, Dir, Gott, dir will ich fröhlich singen, Dir, Gott, sen Preis und Dank gebracht! 44 Dir, unserm Gott, ist niemand gleich 434. 238 34 Dir, unserm Gott, sey Lob, 418 Dir, Bater, dankt mein Herz und singt Du, aller Menschen Vater! Du bester Trost der Armen; Du bist ein Mensch, und Gottes Rath Du bist mein Gott, mein ganz Gemüthe Du bists, dem Ehr und Ruhm gebührt Ji2 237 3 252 474. 139 439 40[ 328 326 120 306 430 169 33 165 436 II2 449 350 412 66 410 481 137 344 462 278 235 229 Du Register. Du, der Frommen beste Freude Du, der kein Böses thut! Du gabst mir, Ewiger, dies Leben Du, Gott, bist unsre Hülf und macht! Du, Gott, der unsre Zuflucht ist Du, Gott, du bist der Herr der Zeit Du gründest, Allgewaltiger, Du hast, mein Vater und mein Gott, Du hast, o gnadenreicher Gott, Du hast uns, Herr, die Pflicht Du, Herr der Seraphinen, Du, Herr! haft aus Barmherzigkeit Du klagst, o Chrift, in schwehren Leiden Du klagst und fühlest die Beschwerden Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit, Du milder Geber aller Gaben Du sagst: ich bin ein Christ Du Vater deiner Menschenkinder, Du weiser Schöpfer aller Dinge Du willst es, Herr mein Gott, Durch dich, o großer Gott, 2. 134 49 Ein ruhiges Gewissen Entehre nicht, mein Herz, mit Klagen Entflohen sind auch dieses Tages Stunden; Entreiffe dich, mein ganzer Sinn, Erbarm dich, Herr mein schwaches Herz, Erforsche mich, erfahr mein Herz, Erhalt uns, Herr! bei deinem Wort; 321 460 451 419 487 250 463 333 39 160 264 263 342 244 202 221 402 41 32 180 308 220 172 Ein' feste Burg ist unser Gott, Ein Fremdling bin ich in der Welt Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreut geduldig 261 Ein Lamm geht hin und trägt 409 Ein milder Regen sinket - 93 466 356 274 446 109 210 81 173 Erhebt Register. Erhebt den Herrn, ihr Frommen Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, Erinnre dich, mein Geist, erfreut, Er ist erstanden, Jesus Christ Er kommt, er kommt, der starke Held, Er lebt, o Freudenwort! Er lebt Ermuntre, Christ, den trågen Sinn; Ermuntre dich, mein Geist, du mußt Ermuntre, Seele, dich und sey Es baut, Herr, deine Menschenschaar Es donnert, Gott! wie schrecklich ist Es eilt der letzte von den Tagen Es hilft uns unser Gott, Es ist noch eine Ruh vorhanden Es ist vollbracht! ruft nach dem Leiden Es kam die gnadenvolle Nacht! Es kommt das Heil allein von Gott Es schloßen, Herr, mit Herz und Mund Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter Es zuchtigt deine Hand, Es wolle Gott uns gnådig seyn, Ewig, o Jesu, wird dein Wort bestehen Ewiger! Erbarme dich! §. Fern sey mein Leben jederzeit Freue dich, o meine Seele! Freywillig hast du dargebracht Frohlockend dank ich, Vater, dir Frohlocke, mein Gemüthe, Frohlock, mein Herz, weil Jesus Christ Frohlocke, menschliches Geschlecht! Für alle Güte sey gepreist, Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen! Ji 3 63 402 114 123 75 122 119 433 213 464 -471 323 266 408 III 74 352 484 456 455 170 173 494 343 385 116 411 IIO 130 73 441 36 Register. 6. Gedanke, der uns Leben giebt! Geist der Weisheit, gieb uns allen Geist vom Vater und vom Sohne, Gelobet sey der Herr Gelobet feyst du, Gottes Sohn, Gelobt, gelobt sen Jesus Christ Gelobt senst du, Herr Zebaoth! Gelobt, gelobt seyst du mit Freuden Gelobt sey Gott! Ich bin ein Chrift! Gen Himmel fuhr mein Heiland auf Gerechter Gott, vor dein Gericht Gerechter Gott, wie schrecklich drohn Gern will ich mich ergeben Getreuer Gott, wie viel Geduld Geweiht zum Christenthume, Gieb mir, o Gott, ein Herz Gieb, o Herr, daß wir die Gaben, Gott, dein ist Majeståt und Macht, Gott, dein ist unser Leben, Gott, deine Gnad ist unser Leben, Gott, deine Gnade sey gepreist! Gott, deine Güte reicht so weit, Gott, deine weise Macht erhält Gott, der du für uns deinen Sohn Gott, der Gewitter schafft und lenkt! Gott, der uns als Vater liebet, Gott, der Vater wohn uns bey Gott des Himmels und der Erden, Gott, dessen Macht des Feuers Kraft Gott, dir gefällt kein gottlog Wefen; Gott, du bist heilig und gerecht Gott, du bist von Ewigkeit Gott, durch welchen alle Dinge 55 141 133 29 69 117 164 458 151 125 11 453 375 22 154 338 297 218 340 194 68 289 36 91 475 132 296 428 470 178. 18 5 236 Gott ساء Register. Gott hab ich alles heimgestellt Gott, håtte dein geliebter Sohn Gott, hilf mir, daß ich Buße thue, Gott ist mein Hort, Gott ists, der das Vermögen schafft, Gott ist und bleibt getreu! Gott lebet noch! Ich sorge nicht Gott redet und ruft aller Welt, Gott ruft der Sonn, und schafft den Mond, Gott sey Preis und Dank gebracht! Gott sorgt für uns! O singt ihm Dank Gott, vor dessen Angesichte Groß ist, ihr Eltern, eure Pflicht! 3. Halleluja! denn uns ist heut Halt im Gedächniß Jesum Chrift Hast du denn ganz dein Angesicht Heil uns! aus unserer Sündennoth Helft Gottes Güte preisen! Herr, allerhöchster Gott Herr, deine Allmacht reicht so weit, Herr, der du alles giebst, Herr, der du keinen je verstießeft Herr, der du mir das Leben Herr, der du selbst dein Leben Herr, der du willig, als ein Lamm, Herr, du bist heilig im Gericht Herr, du bist meine Zuversicht Herr, du erforschest mich Herr, du haft in deinem Reich Herr, du kennest mein Verderben: Herr, es gescheh dein Wille! Herr Gott! dich loben wir Herr Gott! dich loben wir! Ji4 868 59 177 1+4 334 281 277 142 418 1417 247 16 485 71 157 457 56 422 465 13 311 154 440 167 161 488 394 9 41 50 442 25 227 Herr Register. Herr, hier siehst du uns vor dir Herr, höre mein Gebet um deiner Herr, ich bin dein Eigenthum Herr, ich habe mißgehandelt, Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Herr Jesu Christ, ich weis es wohl Herr Jesu! deine Angst und Pein, Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott, Herr, laß mich doch gewissenhaft 94 37⁰ 330 Herr, lehre mich, wenn ich der Tugend diene, 312 Herr, mein Licht, erleuchte mich 146 Herr, stårke mich dein Leiden Herr und Vater, unfre Zeit Herr, unser Gott, wer ist dir gleich Herr vor deinem Angesicht Herr, wach über meine Tage Herr! wie du willst, so schicks mit mir Heut hat sich Jesu Gnadenreich Heute, sprach mein Heiland, Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen Hier ist noch unsre Prüfungszeit Hier sind wir, Gott, und flehn Hilf, Herr, laß es wohl gelingen! Hochster, denk ich an die Güte, Höchster, dessen starke Nechte Hort an die heilgen zehn Gebot' J. 153 Herr, meiner Seele großen Werth 313 Herr, mein Versöhner, der du für mich littest 347 Herr, ohne Glauben kann Fa! Christus ist mein Leben, Ich bin der Herr, dein Arzt, Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin ja, Herr, in deiner Macht; 187 400 188 185 372 291 83 325 27 415 43⁰ 295 77 108 156 319 416 420 189 40 147 382 491 152 386 Ich COEFL Register. Ich bin, o Gott, dein Eigenthum Ich bitte dich, mein Gott, Ich denk an dein Gerichte, Ich erhebe mein Gemüthe Ich freue mich der frohen Zeit, Ich freue mich, mein Gott, in dir Ich glaub an Gott, Vater 25 Ich hab in guten Stunden, 259 201 Ich habe, Gott, mir ernstlich vorgenommen 219 Ich hoff auf keine Hülfe mehr, Ich komme, Friedensfürst, zu dir Ich komme, Herr, und suche dich Ich komme vor dein Angesicht, Ich lobe dich und preise Ich preise dich, o Herr Ich preise dich und singe Ich finge dir mit Herz und Mund Ich Sünder darf mein Auge nicht Ich trete vor dein Angesicht Ich weis, an wen mein Herz sich hålt Ich weis, mein Gott, daß, was ich thu, Ich will dem Schöpfer Lob Ich will dich noch im Tod erheben Jesu Christ, durch deine Wunden Jesu! deine Menschenliebe Jesu, komm doch selbst zu mir: Jesu, meine Freude! Jesus Christus hat sein Leben Jesus leot, mit ihm auch ich] Jesus, meine Zuversicht, lebt, Jesus nimmt die Sünder an! Jezt leb ich; ob ich morgen lebe, Ihr Christen, jauchzt dem Herrn! In allen meinen Thaten Jis 47 208 398 176 395 224 191 159 289 15 158 49² 233 190 479 200 292 239 388 88 80 307 301. 155 115 391 192 363 129 260 In Register. In unsern Nöthen fallen wir, Ist Gott für mich, so trete R. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Köstlich, o mein Heiland, ist Komm auf uns, o Geift des Herrn, Komm betend oft und mit Vergnügen Komm, heilger Geist, Herr und Gott! Komm, laß uns Jesum sterben sehen Komm, Schöpfer, komm o heilger Geist Kommt, bringet Ehre, Dank und Ruhm Kommt, laßt vor Gott uns treten Kommt, und laßt euch Jefum lehren! ' L. Laß deinen Geist mich stets, Laß mich doch nicht, o Gott, Laß mich, Höchster, darnach streben Lasset uns einander lieben, Laßt unserm Gott uns singen Liebster Jesu! wir sind hier Liebster Bater, ich dein Kind Lob, Ehre, Preis und Dank sey dir Lob, Ehr und Preis dem höchsten Gut, Lob sey Gott, der den Frühling schafft; Lobt Gott am frohen Morgen Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Mache dich, mein Geist, bereit Machs mit mir, Gott, wie dirs gefällt; Mag doch der Spotter Heer Mein Auge sieht, o Gott, nach dir! Mein bester Trost in diesem Leben 460 189 79 65 150 139 283 131 ΙΟΙ 136 29 423 206 84 329 350 341 241 415 183 61 234 38 431 237 318 254 307 254 284 Mein Register Mein Erlöser,.der du mich Mein Erlöser, Gottes Sohn, Mein erst Geschäft sen Preis und Dank Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt Mein Glück im kurzen Raum der Zeit Mein Gott! ach lehre mich erkennen Mein Gott! du bist gerecht, Mein Gott, du wohnst in einem Lichte Mein Gott! ich weis wohl, daß ich sterbe; Mein Gott, nun ist es wieder Morgen Mein Heiland lebt, und hat die Macht Mein Heiland, sich, im Staube, Mein Hort ist Gott, ihn laß ich walten Mein Jesu, der voll Schmerzen Mein Jesu du kamst unsre Schuld Mein Jesus triumphiret Mein Vater und mein Gott Meine Lebenszeit verstreicht, Meinen Jesum laß ich nicht! Mit bewunderndem Gemüthe Mit Danken und mit Beten Mit dir, o Höchster, Friede haben, Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Fried und Freuden fahr ich hin! Mit lautem Schall frohlocken wir Mit Preis und Danke werf ich mich, Mitten wir im Leben sind N. Nach einer Prüfung kurzer Tage Nach meiner Seele Seligkeit Nacht und Stille schließen wieder Nicht, daß ichs schon ergriffen håtte Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit Nie bist du, Hochster, von uns fern 152 86 424 405 30 205 468 143 382 427 393 62 266 491 75 127 203 364 300 58 434 361 64 369 125. 448 374 403 314 446 316 138 II Nie Register. Nie will ich wieder fluchen Noch bin ich dein Gast, o Erde! Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich leben Noch nie hast du dein Wort gebrochen Nun bitten wir den heiligen Geist Nun bringen wir den Leib zur Ruh, Nun danket alle Gott Nun, Gott Lob! es ist vollbracht Nun habe Dank für deine Liebe, Nun sinkt die Sonne nieder, O allerbester Vater! wie, O Christ, in diesen Pilgrimstagen O du mein Mittler und mein Gott! I Gott des Himmels und der Erden O Gott, du frommer Gott O Gott, du kannst den Himmel ganz O Gott, ich preise deine Güte, O großer Schöpfer dieser Welt O heiliger und guter Geist, Herr, mein Gott, durch den ich bin O Herr, mein Vater, dein Gebot OHöchster, dessen Kraft Jesu, Licht und Heil der Welt O Jesu, meines Lebens Licht, 348 395 37 433 22 O mein Jesu, dessen Wunden O meine Seel, erhebe dich O Vater, kindlich beten wir O Vater! unfer Gott, O welch ein unschågbares Gut 131 39⁰ 230 417 166 444 73 272 92 32 294 467 48 425 140 267 487 472 174 Jesu, mir zum Segen, 3831 könnt ich dich mein Gott, recht preisen 243 105 O Lamm Gottes, unschuldig, 90 96 1 478 291 315 Owie Register. Dwie unaussprechlich selig Oft klagt dein Herz, wie schwer es sey, p. Preis ihm! Er schuf und er erhålt Preist, Christen, mit Zufriedenheit, Schaffet, schaffet, Menschenkinder, Schleuß, Vater, deinen Himmel auf Schon ist der Tag von Gott bestimmt, Schüße die Deinen, die nach dir sich nennen Schweiget, bange Zweifel, schweiget! Seht Jesum den Gerechten! Seht welch ein Mensch! Selig find die, welche nun Sey du, o mein getreuer Gott, Sen, Höchster, ewiglich gepreist Sen mit den Deinen, Jesu Christ, Sey, Seele, stark und unverzagt Send barmherzig, Menschen, höret Siel, Seele, hinter dich zurück, Singt, Christen, singt und freuet Singt unserm Gott ein neues Lied! So fliehen unsre Tage hin! So gehst du, Jesu, williglich So gieb denn, fromme Christenschaar, So hoff ich denn mit festem Muth So jemand spricht: ich liebe Gott So schlummerst du in So wahr ich lebe! spricht dein Gott So weit, Herr, deine Himmel reichen So, wie du bist, so warst du schon So will ich denn auch heut Sohn Gottes und des Menschen Sohn! 407 211 28 469 179° 384 399 170 197 99 98 378 477 196 415 255 345 480 70 228 442 95 389 196 335 113 175 20 8 N 432 302 Register. Soll dein verderbtes Herz Sollt ich jetzt noch, da mir schon Sollt ich meinem Gott nicht singen, T. Tag, den mir der Herr gemacht Tag, der den Ueberwinder des Todes Treu ist Gott! Nehmts doch zu Herzen Triumph, Triumph, und Lob und Dank UI. Um Gnade für die Sünderwelt Umsonst, umsonst verhüllst du dich Unendlicher, den keine Zeit Unser Gott, wir danken dir, Unwiederbringlich schnell entfliehn D. Vater unser im Himmelreich Verflossen ist das alte Jahr, Verleih uns Frieden gnädiglich Vom Himmel kommt der starke Held Von dir, du Gott der Einigkeit Von ganzem Herzen lieb ich dich Von Gott will ich nicht lassen ID. Wach auf, mein Herz, und singe, Wachet auf! so ruft die Stimme, Wann hat Gott den verlaffen Warum betrübst du dich mein Herz Warum bist du doch so sehr Warum erbebst du, meine Seele Warum sollt ich mich denn gråmen? Was den Leib erhält und nåhrt, Was Gott thut, das ist wohlgethan! Was ich nur Gutes habe, 145 205 231 164 104 276 I24 106 10 6 417 424 286 421 459 71 484 370 269 427 397 274 270€ 280 396 254 479 257 310 Was Register. Was ist mein Leben hier auf Erden Was ist mein zeitlich Leben, Was ist vor deinem Angesichte Was ists, daß ich mich quale? Was mein Gott will, gescheh allzeit Was soll ich ångstlich klagen, Was sorgst du ångstlich für dein Leben Weicht und quålt mich nicht ihr Sorgen! Wenn Christus seine Kirche schützt: Wenn einst mein sterbend Auge bricht Wenn ich ein gut Gewissen habe, Wenn ich einst von jenem Schlummer Wenn ich, o Schöpfer deine Macht Wenn meine Seel den Tag bedenket Wenn meine Zeit vorhanden ist Wenn mich die Sünden krånken, Wenn zur Vollführung deiner Paicht Wer bey dem Namen Gottes schwöret Wer bin ich von Natur, Wer bin ich? welche wichtge Frage Wer des Lebens Güter hat Wer Gottes Wege geht, Wer Gottes Wort nicht hålt, und spricht: Wer in dem Schutz des Höchsten ist, Wer machte diese ganze Welt Wer nur den lieben Gott läßt walten Wer, o mein Gott, aus dir gebohren, Wer unter deinem Schirme ruht, Wer weis, wie nahe mir mein Ende! Werde Licht, du Volk der Heiden! Wie ein Geschwåk des Tags verfließt, Wie gnådig ist des Höchsten Wille, Wie gnådig warst du, Gott, Wie groß ist des Allmächtgen Güte! 271 32[ 43 258 259 268 366 275 168 381 357 429 3.1 100 371 87 225 489 51 309 346 355 204 41 33 252 359 449 377 76 441 476 296 19 Wie Register. Wie groß ist unsre Seligkeit! Wie, liebster Heiland, danken wir Wie machtig spricht in meiner Seele Wie manigfaltig sind die Gaben Wie fanft sehn wir den Frommen Wie schnell ist mir der Tag entflohn, Wie sicher lebt der Mensch, der Staub, Wie sollen wir dir, Vater, Wie viele Freuden dank ich dir, Wie wichtig ist doch der Beruf, Wie wird mir dann, Erlöser, seyn, Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Will mich, o Gott, hienieden Willst du der Weisheit Quelle kennen? Willst du die Buße noch, Wir danken dir, o Jesu Christ, Wir erscheinen hier vor dir Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, Wir glauben all an Einen Gott Wir kommen, Helfer, dir Gesang Wir singen, Herr, von deinen Segen Wirf, blöder Sinn, den Kummer Wo eilt ihr hin, ihr Lebensstunden? Wo flich ich Sünder hin, Wohl, wohl dem Menschen, der den Rath Wohl dem, der beßre Schäße liebt Wohl dem, der richtig wandelt, Wohl euch, ihr Gläubigen, wohl euch Wohizuthun und mitzutheilen, 3: Zitternd, doch voll sanfter Freuden Zu deinem Preis und Ruhm erwacht Zu deinem Throne nah ich mich, Zur Arbeit, nicht zum Müßiggang, 195 95 360 327 387 447 395 71 33 332/ cl 21 46 379 300 256 217 180 89 416 128 24 461 468 60 324 186 354 331 35r 358 343 162 435 437332 30 Sebet, um recht und Gott wohle gefällig zu beten. Gott! so oft ich beten will, und wirklich imich erkennen und bedenken, daß das Ge solche Handlung sen, wodurch dir, dem ind vollkommensten Wesen, ein besonderer offe tchehe, oder dir ein Vortheil und Nußen, e Vollkommenheit und Würde zuwachse; ß du mir diese Pflicht bloß um mein und zu meinem eigenen Besten anbes und daß das Gebet mir ein Mittel zu nWohlfahrt, ein Mittel zur Erweckung ung meines Glaubens und meines thås Sums seyn soll. Laß mich daher jes Daß dieser große Endzweck an meiner den kann. Laß mich bedenken, daß ein ohnmächtiges und dürftiges llein durch dich sein Leben und en hat, und daß ich jedes leibs das ich besige, noch immers ' t, Allmacht und Güte bevon dir abhange, daß du mein Wohlthäter und in Richter bist; daß ich fich zu verehren, alles, uth und Glauben zu n dieß zu können, Ansbachen und mich nach s Gebet mir ein gedruckt und zu finden in der Kanz. Regifier. Wie groß ist unsre Seligkeit! Wie, liebster Heiland, danken wir Wie machtig spricht in meiner Seele Wie manigfaltig sind die Gaben Wie fanft sehn wir den Frommen Wie schnell ist mir der Tag entflohn, Wie sicher lebt der Mensch, der Staub, Wie sollen wir dir, Vater, Wie viele Freuden dank ich dir, Wie wichtig ist doch der Beruf, Wie wird mir dann, Erlöser, seyn, Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Will mich, o Gott, hienieden Willst du der Weisheit Quelle kennen? Willst du die Buße noch, Wir danken dir, o Jesu Christ, Wir erscheinen hier vor dir Wir freuen uns, Herr Jesu Chrif Wir glauben all an Einen Gott Wir kommen, Helfer, dir Gese Wir singen, Herr, von deinen Wirf, blöder Sinn, den Kun Wo eilt ihr hin, ihr Lebensst Wo flieh ich Sünder hin, Wohl, wohl dem Menscher Wohl dem, der befre Wohl dem, der richtig Wohl euch, ihr Gläub Wohizuthun und mit Zitternd, doch vor Zu deinem Preis. Zu deinem Thre Zur Arbeit, nic 1. Gebet, um recht und Gott wohle gefällig zu beten. 022 Mein ein Gott! so oft ich beten will, und wirklich bete, laß mich erkennen und bedenken, daß das Ge bet keine solche Handlung sey, wodurch dir, dem höchsten und vollkommensten Wesen, ein besonderer Dienst geschehe, oder dir ein Vortheil und Nugen, eine höhere Vollkommenheit und Würde zuwachse; sondern daß du mir diese Pflicht bloß um mein selbst willen und zu meinem eigenen Besten anbes fohlen hast, und daß das Gebet mir ein Mittel zu meiner eigenen Wohlfahrt, ein Mittel zur Erweckung und Unterhaltung meines Glaubens und meines thatigen Christenthums seyn soll. Laß mich daher jes derzeit so beten, daß dieser große Endzweck an meiner Seele erreicht werden kann. Laß mich bedenken, daß ich ein schwaches, ein ohnmächtiges und dürftiges Geschöpf bin, das allein durch dich sein Leben und alle seine Kräfte erhalten hat, und daß ich jedes leibs lich und geistliche Gut, das ich befişe, noch immers fort durch deine Weisheit, Allmacht und Güte besite; daß ich also völlig von dir abhange, daß du mein Vater und Schöpfer, mein Wohlthäter und Erhalter, mein Herr und mein Richter bist; daß ich daher verpflichtet bin, dich kindlich zu verehren, alles, - was ich bedarf, von die in Demuth und Glauben zu erbitten und zu erwarten, und, um dieß zu können, Deine Befehle gewissenhaft zu erfüllen und mich nach deinem Willen zu bilden. O laß das Gebet mir ein 92 Gebet, um recht und Gott kräftiges Mittel werden, mich stets zu allem Guten zu erwecken. Laß es mir ein Mittel werden, mich in der Furcht vor dir, in der Liebe und Dankbarkeit gegen dich, in dem Vertrauen auf dich zu stårken; mich in der christlichen Gewissenhaftigkeit, in de Demuth, Reinigkeit und Heiligkeit meines Herzens in der Liebe gegen meine Nebenmenschen, und in allen Tugenden zu stärken und zu befestigen. Lehre mich meine Schwachheit, meine Süudlichkeit und Unvol kommenheit immer mehr erkennen, um mich ernstlich zu bestreben immer besser und tugendhafter zu werden. Laß es mich, so oft ich bete, auf das innigste ema pfinden, was für eine unschågbare Wohlthat es sey daß ich Friede mit dir habe, durch meinen Herrn Jefum Chrift, durch welchen ich dich mit kindlicher Freudigkeit Vater nennen und von der Erhörung meis nes Gebets versichert seyn kann. Schenke mir den Geist des Gebets, daß ich oft und mit Luft vor dich trete. Ben einem jeden Gebete ziehe du mein Herz zu dir: laß meine Andacht nie durch Leichtsinn, durch Zerstreuung, durch Gedanken an das Irdische gestört und vereitelt werden; måßige überhaupt in mir die Liebe zu irdischen und vergånglichen Dingen, und laß mich nach den wahren und dauerhaften Gütern, nach dem Vorzuge, dir zu gefallen, und rechtschaffen und fromm zu seyn, immer zuerst und am meisten trachten. Jedes Gute, was ich bedarf, laß mich ben dir suchen und von dir erwarten, und jede Wohlthat, die du mir schenkest, mit Dankbarkeit erkennen, und dich dafür preisen. Keinen Tag, kein Geschäft laß mich ohne Gebet anfangen, und keinen Tag und kein Ge schäft ohne Gebet beschließen; auch mich gewöhnen, bey jeder vorkommenden besondern Veranlassung mein wohlgefällig zu beten. mein Herz zu dir erheben. Gieb, daß die Uebungeni der häuslichen Andacht und des öffentlichen Gottesdienstes mir immer leichter, angenehmer und nůglis cher werden, damit ich sie allen sündlichen Ergögungen und findischen Zeitvertreiben irdischgesinnter Menschen vorziehe, und mich immer mehr an dem vergnügen lerne, was mich ewig erfreuen soll. Ers hore mich, um Jesu Christi meines Heilandes wils len. Amen! 2. Morgengebet auf alle Tage in der Woche. 5 Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Ere den, barmherziger Wohlthåter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhal ter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückses ligkeit, demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistlichen und leiblichen Vortheile, die ich besige. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht mit deinem mächtigen Schuhe bes deckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanfe ten Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet hast. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie ist weit 7 größer als daß wir dir jemals würdig genug dafür danken könnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest, und dich meiner so våterlich annimmst? Ich bin ein Sünder, der beine heiligen Gefeße übertreten, der deine Wohlthas 10 # 3 ten 1 6 Morgengebet auf alle Tage ten öfters gemisbraucht, der sich des schåndlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und, als ein solcher, nichts als Ungnade und Strafe verdient hat. Ja, Herr, wie konnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Sohnes schonet. Noch fåhrest du fort, mich zu fegnen, und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschåmet mid) deine Huld und Güte, ó Gott! Wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthåter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam vers weigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdient hat e! Sen mir gnådig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um sernetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich er neure hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den auf richtigen Vorsag, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken; alle böse Gewohns heiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, oder nach dem Beispiele der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beyfalls mich zu versichern, nach deinem Bilde 7 in der Woche. Bilde erneuert, und dadurch deiner seligsten Gemeins schaft fähig zu werden: dieß soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstlichste Bemühung und meine Se lichkeit feyn. Ja, ich schwöre es, und will es hals ten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. O Gott, stehe mir selber mit deiner Gnade ben, diesen guten Vorsat mit Treue zu erfüllen; denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deis nen Geist, der mich erleuchte, reinige und auf den Weg der Wahrheit und Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheit zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß mich stets bedenken, daß du ein allwissender und als lenthalben gegenwärtiger Gott bist. Laß diesen Ges danken mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gesetze erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise wers. den zur ewigen Seligkeit Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nůglich werden, als es die Få. higkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in weldje du mich geseket hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäf ten, und begleite fie mit deinem Segen. Gieb, daß ich ben meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, Deine a 4 8 Morgengebet auf alle Tage zc. Deine Vorsehung in allem, was mir begegnet, demú thig verehre, und weder dem Geiße, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Lafter den Zugang zu meiner Seele verstattet. Dir, und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne die Landesobrig keit, die du über uns gesetzt hast. Segne die Lehrer und laß sie reißende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden seyn. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bans de des Bluts und der Freundschaft mit mir verbun den hast. Gieb, daß wir alle Pflichten unsers Be rufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nugen vorziehen, und deine Ehre, und das Heil unserer unsterblichen Seelen zum lezten Endzweck aller unfrer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sey mir gnde dig um Jesu Christi willen. Amen! STE 3. Abendgebet auf alle Tage in der Woche. mit Danken deiner o und komme vor dein Angesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens giebt mir neue Beweise von deiner våterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meis nen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute haft du Abendgebet auf alle Tage 2c. du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelaffen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viel bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnådige Vorsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln die größten sind, hast du mich Schwachen gewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freygebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Hrrrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein; und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiliget seyn. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachläßigkeit und Trågheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in allen Absichten so zugebracht, wie es einem vernünftis gen Geschöpfe, einem Chriften, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart sorgfältig in meiner Seele unterhalten; Hab ich mir das Beyspiel meines Herrn und Heis landes zum Muster der Nachahmung vorgesetzt, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und heimmlischgesinnten Jesu sen? Habe ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern und Andern nüglich zu werden, begierig ergriffen; allen Reiguns 4 5 9 Abendgebet auf alle Tage Reigungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden, und mich recht sorgfältig gehütet weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu fün digen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es håtte thun sols len und können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllet, als deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meis nem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu mas chen? Gott, wie beschämet, wie erniedriget mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeihe mir auch die, verborgenen Fehler! Gehe nicht ins Gericht mit mir; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden, und bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reini gen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott in diesem guten Vorsate. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig ben. Gieb, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gieb, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Gieb, daß ich den morgenden Tag heiliger hinbringe, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert wer den. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen Io in der Woche. Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlafferne von mir seyn, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirks lich zu erzeigen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben, und dereinst vor deinem Richterstuble zu erscheinen wünsche. Dein måchtiger Schug bedecke mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes- und Seelenkräften wieder aufwachen, und gieb, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröfte, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stärke die Sterbenden, und laß sie Gnade vor bir finden. Hindere die Werke der Finsterniß: erbarme dich der Sünder, und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst bey meiner Hand, leite mich) nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herr lichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers. Amen! II Morgengebet am Sonntage. Ich preife dich, Vater, und Herr Himmels und Erden, daß du mich armen schen sowohl in verwichener Nacht, als auch die ganze Morgengebet am Sonntage. ganze Zeit meines Lebens unter deinem Schuß erhalten, und mir von meiner Geburt an bis auf dies se Stunde unzählich viel Gutes gethan haft. Deine Güte ist es, daß wir noch nicht gar aus sind; deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, fondern fie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. So wol lest du denn auch inskünftige deine Hülfe nicht von mir wenden; laß deine Güte und Treue mich und die Meinigen heut und allewege behüten. Und weil der heutige Tag deinem Dienste geheiliget ist, fo entzunde in mir eine brünstige Begierde, denselben würdig zu feiern und zu begehen. Gieß aus in meine Seele den Geist der Gnaden und des Ges bets, und erwecke in mir einen Hunger und Durst nach deinem Wort, auf daß ich es in deiner Furcht mit ungestörter Aufmerksamkeit höre, lese und bes trachte, es in einem feinen, guten Herzen behalte, mich darnach prüfe, und mein Leben beßre. Laß ben dessen Anhörung keine fremden Gedanken mir in den Sinn kommen, und behite mein Gemüth vor allen eiteln und fündlichen Einfällen. Gieb, daß mein ganzes Herz nach dir sich sehne, an dir, als an dem höchsten Gut, sich erfreue, und nicht der böfen Welt, sondern dir allein zu gefallen begehre. Wenn Bekümmernisse mich anfechten, so laß deine Tröftungen meine Seele ergogen. Steigen Zweifel in mir auf, o Jesu! so bitte für mich, daß mein Glaube nicht aufhöre. Du siehest, wie schwach ich im Glauben, in der Liebe, im Gebet, in der Geduld bin: ach! so laß denn deine Kraft in meiner Schwachheit machtig seyn, und mache mich durch deinen Geift an dem inwendigen Menschen stark, daß ich je mehr und mehr in allerlen Erkenntniß und 12 13 Morgengebet am Sonntage. und Erfahrung reich werde, daß ich prüfen möge, was das Beste sey, auf daß ich lauter und unanstößig sen, bis auf den Tag deiner Zukunft, ers füllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch dich in mir geschehen zur Ehre und zum Lobe Gottes. Ich will heute von meinem Werke ablassen, daß du, o Gott, dein Werk in mir habest. Mache mir diesen Tag zu einem so gesegneten Ruhetag, daß ich in dir für meine Seele Ruhe und Friede finde, und dir im Geiste also diene, daß ich schmecke und fehe, wie freundlich du bist, Amen! 5. Abendgebet am Sonntage. Robe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir heute Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünde vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ja, Herr mein Gott, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an mir gethan haft. Du hast mich) durch dein Wort erquicket, welches süßer ist, denn Honig und Honigseim. Du hast mich unterwiesen, und mir den Weg gezeiget, den ich wandeln foll. Ach! leite mich auch ferner mit deinen Augen, und schreibe dein heiliges Wort in mein Herz. O daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernſt hielte! Nimm weg von mir das steinerne Herz, und gieb mir ein gehorsames Herz und einen neuen ges wiffen Geist, auf daß ich in deinen Geboten wandle, deine Rechte halte, und darnach thue. Ach, zeuch mich 14 Abendgebet am Sonntage. mich nach dir, erzeige mir deine Grade, und hilf mir, daß nicht allein mein Leib in dieser Nacht seine Erquicfung in dem Schlafe, sondern auch meine Seele ihre Ruhe in dir habe. All mein Anliegen, welches mich beunruhigen möchte, will ich lediglich auf dich werfen, und dich lieber Vater, sorgen lassen. Ich bin arm und elend: du aber forgest für mich. Du bist mein Helfer und Erretter: mein Gott, verzeuch nicht. Im Vertrauen auf deinen Schuß liege und schlafe im ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfest mir, daß ich sicher wohne, Amen. 6. Morgengebet am Montage. will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich tåglich loben, und auch jetzt deinen Na men rühmen, daß du mich in der vergangenen Nacht unter deiner Obhut ruia schlafen lassen, und alles Unglück gnådiglich endet haft. So bewahre mich denn auch heute Lesen Tag, daß mir kein Uebel begegne, und keine Plage zu meiner Hütte sich nahe. Auf dich traue ich, laß mich nimmers mehr zu Schanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit, neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir, sen mir ein starker Fels, und eine Burg, daß du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. Thue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll, denn mich verlanget nach dir. Ich weis, mein Gott, daß du das Herz prüfest, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. So reinige nun Morgengebet am Montage. 15 nun meine Seele von aller Heuchelen, und erwecke in mir eine ungefärbtergiebe zu dir und meinem Nachsten. Gieb, daß ich meine Stunden nid t mit fündlichem Müßiggang zubringe, sondern stets an die Rechenschaft gedenke, die ich dir einstens für die ganze Zeit meines Lebens werde geben müssen. Mache mich demnach fertig zu fleißiger Verrichtung meines Berufs: laß mich aber auch unter der Arbeit deiner nicht vergessen, und bey meinen irdischen Gieschaften den Seelenfrieden nicht verliehren. Gieb Segen und Gedeihen zu allem meinem Furnehmen, und fördere das Werk unsrer Hånde bey uns, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern, um deines Namens Ehre willen, Amen. no ha 7. Abendgebet am Montage. Herr Gott Vater, und Herr meines Lebens, es nun ein meines verfloffen, welches du mir gegeben haft, dir darinnen zu dienen in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiz ligkeit, die dir gefällig ist. Wenn ich aber mich selbst prüfe, so muß ich leider! bekennen, daß ich diesen Tag nicht ohne Sünden zugebracht, sondern dich, mein frommer Gott, vielfåltig beleidiget habe. Ja, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Sen mir gnådig nach deiner Güte, und tilge meine Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde durch das Blut Jesu Christi, deines lieben Sohnes. Erneure mich anbey durch deines Geistes Gnadenwirkung, damit ich mich je mehr und mehr beßre, 16 Abendgebet am Montage. befre, und forthin würdiglich wandle, dir zu allem Gefallen, und in allen guten Werken fruchtbar sey, und in deiner Erkenntniß wachse, und mit aller Kraft gestårket werde, nach deiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Wache auch in dieser Nacht, voll Gnade, über mich und alle meine Angehörige. Behüte uns, wie einen Augapfel im Auge, beschirme uns unter dem Schatten deiner Flügel. Was du mir gegeben. haft, das erhalte durch deine starke Hand, und bes. wahre uns vor Feuer, vor Diebstahl, vor Kriegs gefahr, vor unruhigem Wachen, vor Schrecken und allem Uebel. Laß mich meine Lebenszeit in dei ner Furcht und unter deinem väterlichen Schuße zu bringen. Sen du mir nur nicht schrecklich, meine Zuversicht in der Noth: mache dich zu meiner Sees fen, und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feind willen. Nun, meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft: denn er ist mein Hort, meine Hülfe, mein Schuß, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist, Amen! 8. Morgengebet am Dienstage. Herzlich lieb hab ich dich, Herr, meine Stärke, meine mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, und mein Schut. Durch deine Gnade hab ich diesen Tag erlebet, und danke dafür deiner unendlichen Barmherzigkeit. Durch dich, Allgütiger, bin ich, was ich bin. Du bift freundlich dem, der auf dich harret, und der Seele, die nach dir fraget. Darum will ich auch ferner dei nen Morgengebet am Dienstage. 17 nen Namen anrufen. Erhöre meine Stimme, ver• birg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreyen. Nahe dich zu mir, und sprich zu meiner Seele: fürchte dich nicht, ich bin deine Hülfe. Stårs te meinen schwachen Glauben, laß das glimmende Tocht nicht verlöschen, und das zerstoßene Rohr nicht gar zerbrochen werden. Gieb, daß ich deine ewige Vaterliebe recht erkenne, aber auch hinwies derum dich findlich liebe, und um deinetwillen meis nen Nächsten liebe, als mich selbst, daß ich mich der Elenden erbarme, meinen Beleidigern verges be, und dem Frieden gegen jedermann und der Heilis gung nachjage, ohne welche niemand dein Angesicht sehen wird. Vertreibe aus meinem Herzen alle unreine Gedanken und böse Lüfte, und regiere mich so durch deinen heiligen Geist, daß ich stets an deine Alwissenheit und Allgegenwart gedenke, niemand unrecht thue, sondern ein unverlegtes Gewissen als lenthalben vor dir und den Menschen behalte. Beschirme mich auch vor Hoffart, und laß mich wohl bedenken, daß stolzer Muth por dem Fall gehe. Darum will ich mich unter deine gewaltige Hand demüthigen, und mich allein auf deine Gnade verlass sen. Ach! verbirg dein Antlit nicht vor mir; wenn ich nur dich habe, so frag ich nichts nach Himmel und Erden. Erhalte, ernähre, versorge mich und die Meinigen, bewahre uns vor allem Uebel. Ges denke meiner, mein Gott, im besten. Ja, gedenke an uns alle und nimm dich unser an. Amen. 9. Abend. Abendgebet am Dienstage. 9. Abendgebet am Dienstage. Herr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du haft alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen haben sie das Wesen, und find geschaffen. Deine Macht und Güte hat auch mir das Leben bis auf diese Stunde gefristet und mich mit deinen Gütern gelabet. Leben und Wohl that hast du an mir gethan, und dein Aufsehen hat auch an diesem Tag meinen Äthem bewahret Darum danke ich dir von ganzem Herzen, und ehre deinen Namen ewiglich; denn deine Güte ist groß über mich. Desto mehr aber schmerzet mich die Menge meiner Uebertretungen, womit ich dich, mein from mer Vater, heute und die ganze Zeit meines Lebens vielfältig beleidiget habe. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Denn ben dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ach! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meis ner Uebertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, die du uns in Jesu Christo ver heissen hast. Erquicke meine matten Glieder durch einen sanften Schlaf, damit ich morgen gefund wie der aufstehe, und noch ferner tüchtig sey, dir in meinem Leben zu dienen. So oft ich erwache, so sey dieß mein erster Bedanke, daß ich, was ich bin, durch dich bin, und ohne dich nichts vermag. Deine Gute ist ja beffer, denn Leben, und ob ich in Finster niß liege, so grauet mir doch nicht: denn du bist mein Schuß und mein gnådiger Gott. Auf dich allein verlaffe ich mich, und dieses Vertrauen läßt mich nicht zu Schanden werden. Amen. 18 10. More Morgengebet am Mittwochen. 10. Morgengebet am Mittwochen. Gott, mein Vater, durch deine Gnade und in deinem Namen, trete ich aus einer dunkeln Nacht an das Licht dieses Tages, und komme im Namen Jesu Christi vor dein Angesicht, dir zu dans fen, daß du mir bis hieher geholfen hast. Ach! schaffe mir ferner Beystand in allen meinen Nöthen: denn Menschenhülfe nüßet nicht. Darum harret meine Seele nur auf dich: du bist meine Hoffnung, mein Hort unb mein Schuk, der mich nicht fallen låst. Bey dir ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist auf dich. Thue aber auch zu deinen vielen Wohlthaten noch dieſe hinzu, daß du meine Seele in wahrem. Glauben und in der Furcht deines heiligen Namens bis an mein feliges Ende erhaltest, auf daß ich dein Eigenthum fen, dir lebe und dir sterbe. Stårke mich durch deine Gnade, daß ich deine heiligen Gebote halte, und an die auf allen meinen Wegen gedenke. Du kennest mein verderbtes Herz, und siehest wohl, wie es immer den Irrweg will. Wie leicht können wir fündigen, und von deiner ebenen Bahn abweis chen, da wir es selbst nicht meinen! Go behüte mich nun vor solchem schädlichen Selbstbetrug, laß meis nen Gang gewiß seen in deinem Wort, und laß kein Unrecht über mich herrschen. Erforsche mich, Gott und erfahre mein Herz, prüfe mich, und erfahre wie ichg meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich) auf den Weg zum ewigen Glück. Sende mir die Weisheit, die stets um deinen Thron ist, und verwirf mich nicht aus deinen Rindern. Der sterblichen Menschen Gedanken sind mißlich, und ba unfre 19 Abendgebet am Mittwochen. unsre Anschläge sind gefährlich. So sen denn du, o allein weiser Gott, mein Freund und treuer Rath, lenke mein Herz zu dem, was dir gefällig, und zu meinem Frieden dienlich ist. Mache mich vorsichtig in allen meinen Worten und Werken, auf daß ich nicht dem Satan in die Stricke noch dem Låſterer ins Urtheil falle. Laß mich diesen und die übrigen Tage meines Lebens in Friede und Ruhe zubringen. Gieb mich nicht in den Willen derer, die mir Uebels gönnen: Laß mich nicht zu Schanden werden, denn ich traue auf dich. Schlecht und recht, das behüte mich, denn ich harre dein. Gott erlöse uns aus aller unsrer Noth, Amen. 20 11. Abendgebet am Mittwochen. ch freue mich in dem Herrn, und meine Seele ift frölich in meinem Gott, welcher an dem heu tigen Tag seine Hand so gnädiglich über mich gehal ten, und mich, wie die Jugend, geführet hat. O du Gott alles Trostes, wie reichlich tröftest du! O Vater der Barmherzigkeit! Keine Stunde gehet vorüber, darinnen ich nicht deiner Wohlthaten ges nieße, welche mein Mund nicht alle erzählen, ja, mein Verstand nicht alle erkennen kann. Wie theuer ist deine Güte, die du auch im Verborgenen erzeis gest denen, die dich fürchten! Ach, wie unzählig vielen Leibes- und Seelengefährlichkeiten ist ein Mensch ohne sein Wissen unterworfen! Wie vieis fältiges Unglück wäre mir begegnet, wenn du mich nicht geschüket håttest! Daß ich nun noch lebe, und heute vielem Elend entgangen bin, viel Gutes aber empfangen habe, das hab ich, o gütiger Vater! bloß Abendgebet am Mittwochen. blos deiner über mich waltenden Fürsehung zuzu schreiben. Du hast mich noch in keiner Noth vers laffen: desto getroster will ich auch ins künftige auf dich hoffen, aller ängstlichen Sorgen mich ents schlagen, und alles, was mich anficht, deiner Güte, deiner Allmacht und dem Rath deiner Weisheit ans heim stellen. Du hast mich je und je geliebet: fo laß mich nun auch in dieser Nacht unter dem Schuß deiner Liebe, wie ein Kind in dem Schooß seiner Mutter, schlafen. Sen und bleibe mein Hüter und Beschüßer, so lang ich lebe. Alle Menschen sind Lügner, keine Treue ist auf Erden: mich) tröstet deine unveränderliche Treue, und deine unermüdete Vorsorge. Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt! So erhalte nun mein Herz ben dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte, und hernach weiter nichts fürchte, sondern mit einem dir ergebenen Herzen sanft ruhe, und Morgen samt den Meinigen gefund und fröhlich zu deinem Dienst wieder hervor gehe. Sen mir gnädig, Gott, ſei mir gnådig! Denn auf dich trauet meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. Ich lasse dich nicht, du fegnest mich denn, Amen. 21 12. Morgengebet am Donnerstage. will den Herrn loben, so lang ich lebe, und meinem Gott lobsingen, weil ich hie bin: denn er ist barmherzig und gnådig, geduldig und von großer Güte. Ein Tag sagts dem andern, und eine Nacht thuts kund der andern, daß der Herr, mein Hort, so fromm, und daß kein Unrecht an ihm ift. Herr, wer bist du, und wer bin ich? Du ein großer 63 und Morgengebet am Donnerstage. und heiliger Gott, ich ein elender und böser Mensch. Gleichwie aber deine Barmherzigkeit ja so groß ist, als du selber: also nehme ich auch heute zu dersels ben meine Zuflucht, und übergebe Seele und Leib, und alles, was du mir geschenket haft, in deine Gnadenhand. Bekehre du mich, so werde ich bes Fehret: heile du mich, so werde ich heil: hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm. Ver laß mich nicht, auf daß ich dich auch nicht verlasse. Laß diesen Tag keine Stunde vergehen, darinnen ich nicht an dich denken sollte. Behüte mich vor Sünden, und wenn der Satan, und die Welt mir Gelegenheit dazu zeigen, und mein verderbtes Fleisch mich reißet, so laß mich durch deines Geistes Kraft alle Versuchungen überwinden, und schreibe in mein Herz die Worte: wie sollte ich ein so groß Uebel thun, und wider Gott fündigen? Gieb, daß ich mich auch fremder Sünden nicht theilhaftig mache, und keine Gemeinschaft habe mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern sie vielmehr strafe. Steure dem überhandnehmenden gottlosen Wesen; wehre allen Aergernissen. Zerstöre das Reich des Satans, und laß unter uns und in uns das Reich deines lieben Sohnes Jefu Chrifti wachsen. Beför dere alles Gute in allen Gründen, und bessere, was zu beffern ist. Bewahre deine Kirche, und gieb, daß nicht allein dein Wort lauter und rein unter uns gelehret werde, sondern wir auch heilig, als deine Kinder darnach leben. Erhalte und segne uns fere Obrigkeit, und regiere sie durch deinen heiligen Geift. Schleuß den Himmel auf, und schütte Se gen herab die Fülle über das ganze Land. Laß deine Strafgerichte über deffen Sünden nicht ausbrechen; wende 22 Abendgebet am Donnerstage. 23 wende deinen Zorn von uns. Siehe auch mich und die Meinigen mit Gnade und Erbarmung an: bes glücke meine Berufsarbeit und alles mein Vornehs men, und gieb, daß alles, was ich in deinem Namen thue, wohl gelinge. Laß sich Alle freuen, die auf dich trauen, ewiglich laß sie rühmen, denn du beschirmest fie, fröhlich laß seyn in dir, die deinen Namen lieben: denn du, Herr, fegneft die Gerechten, du bedeckest fie mit deiner Gnade, wie mit einem Schilde, Amen. 12. Abendgebet am Donnerstage. Gott, hore mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen, merke auf mich), und höre mich: bleibe ben mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneiget. Ach! daß nur deine Gnadensonne nicht über meinen Sünden untergehe! Du hast heut, wie allezeit, alles wohl gemacht: aber mein Thun ist mit vielem Bösen beflecket. Hast du Lust mit mir zu hadern, so kann ich dir auf taus send nicht eines antworten. Darum erniedrige ich mich, und thue Buße, und bitte dich demüthig, du wollest meine Missethat vertilgen, wie eine Wolke, und meine Sünde, wie den Nebel. Heilige mich auch hinfort durch und durch, damit mein Geift ganz samt Seele und Leib behalten werde unstråflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Chrifti. Hier ist mein Herz, nimm es hin, und bilde es nach deis nem Willen. Du bist mein Schat, so soll auch mein Herz Tag und Nacht an dir hangen. deiner Liebe will ich einschlafen, und wann ich auf wache, bin ich noch bey dir. Laß mir dein Antlit leuch In 64 Abendgeber am Donnerstage. leuchten: so muß die Nacht auch Licht um mich seyn. Denn auch Finsterniß ist nicht finster bey dir, und die Nacht leuchtet wie der Tags: Finsterniß ist wie das Licht. Du bist mein Licht, mein eil, und mei nes Lebens Kraft: darum will ich mich nicht fürchs ten, noch mir grauen lassen, sondern zuversichtlich glauben, du werdeft auch in dieser Nacht mich mit deinem Schuße bedecken. Ohne deinen Willen kann mir nichts begegnen: dein Wille aber ist allezeit gut und auf mein Beftes gerichtet. Derowegen gebe ich meinen Willen ganz in deinen Willen, und weis, daß du es treu mit mir meineft, und våterlich gegen mich gefinnet bist. Wer ist jemals zu Schanden worden, der auf dich gehoffet hat? Wer ift jeinals verlaffen, der in deiner Furcht geblieben ist? Oder wer ist jemals von dir verschmähet, der dich anges rufen hat? So wende dich) denn auch zu mir, stärke mich mit deiner Macht, und nimm dich meiner Sees len herzlich an, daß sie nicht verderbe. Nun, ich hoffe darauf, daß du so gnådig bist, mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. Ich will dem Herrn singen, daß er so wohl an mir thut, Amen. 24 14. Morgengebet am Freytage. ott, bu bist mein Gott, früh wache ich zu dir, es dürftet meine Seele nach dir. Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und deiner Barmhers zigkeit hab ichs zu danken, daß ich abermal des Ta ges Licht erblicket habe. Herr, was ist der Mensch, daß du dich sein so annimmt? Und des Menschen Kind, daß du ihn so achteft? Du låffest deine Son ne aufgehen über die Bösen und über die Guten: ach! Daß Morgengebet am Freytage. 25 daß ich nicht unter die Zahl der Undankbaren und Boshaften gehören, und deine Langminh nicht mis. brauchen, sondern bir, meinem Schöpfer und Ers halter, mit rechtem Ernst dienen möchte. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Behüte meinen Mund, und bewahre meine Lippen. Bewahre mich, daß ich nicht bosen Benspielen folge: fondern meine ganze Gefins nung nach der Anweisung deines Wortes einrichte. Laß mich diesen Tag in meinem Christenthum nicht ab, sondern zunehmen. Tritt den Satan unter meine Füße, lehre mich wachen und beten, auf daß ich nicht in Anfechtung falle, noch auf eine Thorheit gerathe. Das gute Werk, das du in mir anges fangen hast, vollführe bis an den Tag Jesu Christi, und wirke in mir beyde das Wollen und das Volls bringen dergestalt, daß ich im Glauben nicht schwach, und in Ulebung der Gottseligkeit nicht lau werde, sondern mit Wahrheit sagen könne: ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Mit dem, was meine zeitliche Wohlfahrt betrifft, mache es so, wie du nach deiner unendlichen Weisheit era Fennest, daß es zu deiner Ehre und meinem Heil dienlich sey. Willst du mich durch Freuß prüfen, so verleihe mir die dazu benöthigte Stärke des Glaus bens: gieb Geduld, Gelaffenheit, und die ungezweifelte Hoffnung, daß mir durch deine Fürsehung alle Dinge zum Besten dienen müssen. Tróste mich wies der mit deiner Hülfe, und dein freudiger Geist treis be die Traurigkeit aus meinem Herzen. Auf dich, Herr, Herr, sehen meine Augen, ich traue auf dich, verstoße meine Seele nicht, Amen. 65 15. Abend. Abendgebet am Freitage. 15. Abendgebet am Freitage. Herr, unser Herrscher! wie herrlich ist dein Name in allen heilig bist du Herr Zebaoth! Alle Lande find deiner Ehren voll. So soll dir nun auch aus meinem Munde ein Lob bereitet werden: meine Lippen und meine Seele, die du erlöset hast, find frölich, und preifen dich für alle deine bekannten und unbekannten Wohlthaten, welche du mir von meiner Jugend an, absonderlich auch an dem heutigen Tag, erzeiget hast. Thue aber noch ferner die Barmherzigkeit an mir, und verleihe mir in dieser Nacht einen ruhigen Schlaf welcher allerdings auch unter deine Wohlthaten zu gåhlen ist. Denn wer sollte es nicht mit Dank er kennen, daß du uns sündigen Menschen in unserm mühsamen Leben durch den Schlaf einige Erquickung angedeihen låsfest! Meine Sünden wollen meinem Gewiffen keine Rube gönnen. Gleichwie ich sie aber mit zerknirschtem Geist dir abbitte: also wollest du um deines lieben Sohnes Jefu Chrifti willen, wel cher die Versöhnung für unsere Sünden worden ist, mir sie aus Gnaden vergeben, und mich im Glauben Deiner ewigen Liebe versichern. Laß mich mit guren Gedanken einschlafen, mich vor Unglück, 26 behüte fende deine Engel, daß sie mich bewachen, und dein Friede regiere in meinem Herzen. Mein bescheidenes Theil Trübsal mache mir durch deine Güte ertråge fich, und komme auch allen andern Mühseligen und Beladenen zu Hülfe, auf daß du erquickest den Geist der Gebemüthigten, und das Herz der Zerschlager nen. Wir leben in der Welt, umgeben mit unzäh ligen Gefahren: doch du kannst uns aus aller Noth erlösen, Morgengebet am Sonnabend. erlösen, du verbirgest uns heimlich vor jedermanns Trok. Herr! weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich, und bin gewiß, du verläsfest mich nicht; ja, ich werde dir noch danken, daß du meines Anges sichtes Hülfe und mein Gott bist. Amen. 27 16. Morgengebet am Sonnabend. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für: ehe denn die Berge worden, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du Gott von Ewig. keit zu Ewigkeit. Ja, du bists allein, du haft ges macht den Himmel, und aller Himmel Himmel, mit allem ihrem Heer, die Erde, und alles, was darauf ist; die Meere, und alles, was darinnen ist; du machest alles lebendig, und das himmlische Heer betet dich an. Du bist der Herr, der da sprach: es werde Licht; und es ward Licht: Tag und Nacht ist dein; du machest, daß bende Sonn und Gestirn ihren gewissen Lauf haben, daß Licht und Finsterniß, Tag und Nacht wechseln, zur Erhaltung und Erquickung aller Kreaturen. Groß find deine Werke, wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran. Darum lasse ich auch diesen Morgen Deinen Ruhm erschallen, und preise dich, der du ewiglich herrscheft. Ach! bereite mich durch deinen Geist so, daß mein ganzes Leben zu deinem Lob ge reiche, daß alles, was ich gedenke, rede und thue, die Ausbreitung deines Ruhms und die Vollbrin gung deines heiligen Willens zum Zweck habe. Lehre mich vorsichtiglich wandeln, und behüte mich vor Uebereilung, vor Zorn und Zank, vor Geiß, vor Hochmuth und Eigenliebe, vor fleischlichen Lü sten 28 Morgengebet am Sonnabend. sten, die wider die Seele streiten. Will mein Ge müth sich in der Eitelkeit dieser Welt zerstreuen, so, rufe es zurück, und laß meine Seele dich für ihr höchstes Gut erkennen, Schaffe in mir ein Her das dir sich gånzlich unterwerfe; ein Herz, das auf deine Stimme merke, und den guten Bewegungen und dem gnådigen Trieb deines Geiftes folge; ein Herz, das dich über alles tebe, und bedenke, was für ein großer Gewinn es ist, gottselig seyn, und sich genügen laffen. Es ist das Licht füffe, und den Au gen lieblich, die Sonne zu sehen; doch noch viel lieb licher ist es, wenn denen, die deinen Namen fürch ten, aufgehet die Sonne der Gerechtigkeit, und Heil unter deinen Flügeln. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten, und von Herzen dir nach wandeln! Ach! so laß mir denn auch diesen Tag die Barmherzigkeit wiederfahren, daß ich in seliger Vereinigung mit dir lebe, und deines Segens ges nieße. Schüße mich wider alle meine sichtbare und unsichtbare, heimliche und öffentliche Feinde. Wenn du mich nicht beschirmeft, so muß ich vergehen: du bist meine Zuversicht und mein einiger Troft im Le ben und im Sterben. Ja, wo ich nicht deiner Gnade vergewiffert wäre, so wünschte ich nicht eine Stunde zu leben. So stehe nun auf, und vergiß der Elenden nicht, sen nicht ferne von mir, mein Gott! eile mir zu helfen, Amen. 17. Abendgebet am Sonnabend. Gelobet fey der Herr, mein Hort, durch deffen Beystand ich den heutigen Tag, und mit dems felben abermal eine Woche zurückgelegt habe! Fing fterniß Abendgebet am Sonnabend. sterniß bedecket jetzt das Erdreich, fie kann aber deine Augen, o allsehender Gott! nicht verdunkeln, wenn du meine unerkannte Sünden ins Licht stellen willst vor deinem Angesichte. Derohalben falle ich nieder vor deinem Thron, und bitte um Gnade, um grunds liche Bekehrung und Befferung meines Herzens, um die Erlassung meiner Schuld, und um die Versiege lung des Trostes, daß ich dein Kind, und mit dire versöhnet sey. Denn, wenn ich nur deiner Huld vers gewissert bin, so mag das ganze Reich des Teufels wider mich seyn: wer dich zum Freund hat, dem kann weder Hölle, noch Erde schaden. Die mir 29 drohende Gefahr fiehest du besser, als ich, und kannst mich auch daraus erretten. Darum werfe ich mich in deinen Schooß, und überlasse mich deinem Schug. Wende in dieser Nacht von mir und den Meinigen Sorge, Furcht, Schrecken und alles Unheil: ere barme dich aller Menschen, belehre die Sünder, hilf den Nothleidenden, tröste die Betrübten, sey ein Arzt der Kranken, und das Leben der Sterbenden. Siehe, es eilet ein Tag nach dem andern, und eine Woche nach der andern dahin, ale wenn sie nie ges wesen wäre; eine jede Stunde bringet uns näher zum Tod. So lang es dir nun gefällt, mein Leben zu fristen, so erleichtre mir die Last deffelben; gieb mir an Gesundheit, Friede, Ehre und zeitlichen Gütern, so viel du gut findesi: allermeist aber forge für meine Seele, und laß sie nicht aus deiner Gnade fallen. Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Mache mich täglich bereit zu meiner Hinfahrt: und wenn denn die Zeit, meine Pilgrimschaft zu bes schließen, vorhanden seyn wird, so verleihe mir ein fanftes 30 Gebet vor dem öffentlichen Gottesdienste. fanftes und seliges Ende und einen getroffen Muth, daß ich so freudig und willig sey, mich in das Grab, als jest in das Bette zu legen. Verkürze mir die Qual des Todes, und wenn ich mitten in der Angst liege, fo labe mich mit deinem Trost. Herr Jesu! nimm meinen Geist auf, und laß die Frucht deis nes Leidens und Sterbens an meiner armen Seele nicht verlohren seyn: erlöse mich von allem Uebel, und hilf mir aus zu deinem himmlischen Reich. D Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, dir fey Ehre in Ewigkeit! Amen. 18. Gebet vor dem öffentlichen Gottesdienste. er heutige Tag ist dir, o Gott, und deiner Vers ehrung besonders gewidmet, und dich zu ver ehren ist meine höchste Seligkeit. Laß mich dieß, mein gütigster und himmlischer Vater, recht erken nen, und diesen Tag einen Tag des Segens für mich und Andere werden. Gott, wie glücklich bin ich, daß ich mich heu te, von allen irdischen Geschäften und Sorgen frey, in deinem Haufe mit meinen Nebenchriften vers sammeln kann; daß ich da über Alles, woran mir am meisten gelegen ist, mit stillem Geiste nachden Fen; mich bis zu dir, meinem Schöpfer und Va ter, erheben; mich von deinem Willen unterrich ten; mich im Glauben an dich und deinen Sohn Jefum stårken; mich deiner Wohlthaten und der Hoffnung der seeligen Unsterblichkeit freuen, und ſo meinen Geift nåhren, und zu einem besſern, he hern Leben vorbereiten kann! Dank sey es deiner weisen väterlichen Güte, die diese Veranstaltung getroffen, und uns bis auf diesen Tag in dem Ge so nuffe Gebet vor dem öffentlichen Gottesdienste. 31 nuffe deffelben erhalten hat. O laß sie mich heute und immerdar recht würdig gebrauchen! Sammle doch meine Gedanken aus der Zerstreuung; richte fie ganz auf dich und auf den heilsamen Unterricht, den du mir durch die Lehren der Religion ertheis left, damit ich dich immer besser erkennen, immer herzlicher lieben, die immer freudiger vertrauen, und deinen Geboten immer williger und treuer gehore chen lernen möge. Ameu. 19. Gebet an Sonn- und Feyertågen, sowohl bei dem vormittägigen Gottesdienst als in der Kinderlehre und Vesper, auch nach den Wochens Predigten zu sprechen. Allmächtiger und barmherziger Gott! Wir fallen nieder vor dich in des müthiger Anbetung, als den Schöpfer und Erhalter der ganzen Welt. Wir loben und preisen dich für die unzähls baren Wohlthaten, die du uns von dem Anfang unsers Les bens, bis auf diesen Tag, an Leib und Seele erwiesen hast. In tindlichem Vertrauen auf deine große Güte, und im Naz men Jesu Christi, deines Sohnes, nahen wir uns auch jezt zu dir, und bitten dich) um Alles, was wir zu unsrer wahren Glückseligkeit nöthig haben. Erhalte uns dein Wort, den edelsten Schaß unserer Seelen, und erleuchte und beseele Alle, die uns solches verkündigen! Gieb uns stets deinen heiligen Geist, und laß uns in der Erkenntnis deines Willens, im Glauben an deine Verheißungen, und in allen Tus genden der Christen täglich zunehmen, damit wir in deiner Gnade unser Leben vergnügt fortsetzen und selig vollenden mögen! Vater der Menschen! beglücke alle unsere Mitchristen, alle unsere Nebenmenschen, in allen Stånden, und an jedem Orte der Welt! Fürnemlich aber laß deine Barmherzigkeit groß wers den über unsern allertbeuersten König und Herrn, über die Rönigin seine Gemahlin, über die verwittibre Rönigin, über die Königlichen Prinzen und Prinzeßinnen, wie auch aber die Markgrafen und Dero Häuser, und alle, die dem Köz niglichen Das gewöhnliche Kirchengebet. niglichen Hause anverwandt und zugethan sind! Sebze fie ben gesundem und langem Leben zum beständigen Segen und chriftlichem Fürbilde deinem Bolke für und für! Sonders lich wollest du, o Herr, unserm Könige zu seiner Regierung geben und verleihen ein weises Herz, königliche Gedanken, heilsame Rathschläge, gerechte Werke, einen tapfern Muth, starken Arm, verständige und getreue Räthe zu Kriegs- und Friedenszeiten, fieghafte Kriegsheere, getreue Diener, gehors same Unterthanen, damit wir noch lange Zeit unter seinem Schutz und Schirm ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit! Laß diejenis gen, die zum Schutze unsers Vaterlands die Waffen tragen, deine gnädige Obhut geniessen! Hilf, daß wir alle die Pflichten unsers Standes und Berufs treulich erfüllen und allezeit thun, was recht ist vor deinem Angesichte! Fördere jede gute und nützliche Unternehmung, und laß deinen himm lischen Segen nie von uns weichen! Siehe mit erbarmender Gnade auf uns und alle Einwohner dieses Landes herab! Sey du unsre Hülfe, unser Schutz und unser Erretter! Bewahre uns vor Krieg, vor Senchen, vor Theurung, vor Wassers- und Feu ersnoth, und andern Plagen! Gieb gesunde, gedeihliche Wittes rung, und laß uns die Früchte des Landes in Friede und Ruhe mit Danksagung geniessen! Erbarme dich aller elenden, vera lassenen und nothleidenden Menschen! Triste die Betrübten; erquicke die Kranken; versorge die Wittwen und Waisen; nimm dich der Schwangern und Säugenden an! Alle, die in Unwissenheit und Frrthum leben, erleuchte mit deinem Lichte! Alle sichere Sünder erwecke durch deine Kraft, daß keiner deines ewigen Heils verlustig werde! Allwissender, allmächtiger und gütigster Bater! Alle unsere Sorgen im Zeits lichen und Geistlichen legen wir in deinen Schoos nieder. Dir empfehlen wir unsern Leib und unsern Geist. Alles, was du für heilsam erkennest, das schenke uns und allen Christen, und allen unsern Nebenmenschen, um Jesu Christi willen! Amen! 32 20. Gebet nach dem öffentl. Gottesdienste. Barmherziger, gütigster Gott, wie oft kann ich mich in deinem Hause und zu deiner Vereh rung mit meinen Nebenmenschen versammeln! Wie viel Unterricht, wie viel Trost, wie viel Ermuntes Gebet nach dem öffentlichen Gottesdienste. 33. rung zum Guten kann ich da erhalten! Und wie weise, wie tugendhaft, wie glückseelich müßte ich nicht fenn und werden, wenn ich mir diese Mittel der Bes ferung und Beruhigung recht zu Nuße machte! Wie viele Vorzüge habe ich nicht in dieser Abs ficht vor so vielen von meinem Mitmenschen, die we der dich, noch den du gesandt haft, Jefum Christum, kennen, oder die noch in den Fesseln des Aberglaus bens schmachten, und nur ein sehr geringes Maaß der Erkenntniß der Wahrheit haben! Wie weit sollte ich sie denn nicht auch an Weisheit, an christlicher Rechtschaffenheit und Tugend, an herzlicher Liebe zu dir und zu allen Menschen, an Zufriedenheit und Seligkeit übertreffen! Und wie sehr würde es mich dereinst beschämen, wenn es sich finden sollte, daß jene ihrem schwachen Lichte getreuer gefolgt sind, als ich dem weit hellern Lichte, das du über mir leuchten laffest! Wie groß würde da meine Verantwortung, wie schwer, wie gerecht meine Strafe seyn! Gott! dieser Gedanke bekümmert und verwirret mich. Ich kann es nicht läugnen, daß ich noch weit von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit ents - fernt bin; daß ich es oft wohl gar aus dem Gesichte verliehre; daß ich mich demselben nur mit langsamen, wankenden Schritten nåhere. Ich höre wohl die Lehren der Religion und des Christenthums, die du uns verkündigen låssest; ich muß sie für wahr und gut erkennen; höre sie vielleicht mit Wohlgefallen, und wünsche wohl ihre Kraft zu erfahren, und so zu leben, wie Christen leben sollen. Aber dabey laffe ichs nur gar zu oft bewenden; denke nicht weiter darüber nach; und dann kommen Zerstreuungen, Geschäfte 34 Gebet nach dem öffentlichen Gottesdienste. Geschäfte und Sorgen dieses Lebens, Leichtsinn und Trägheit, und löschen alle diese guten Eindrücke wies der aus. Gott, laß mich doch nicht mehr so unbedachtsam handeln, und deine Wohlthaten so schåndlich miss brauchen. Laß mich die Lehren der Wahrheit in einem feinen guten Herzen bewahren, sie oft und ans haltend überlegen, sie in der Kirche und zu Hause mit aller Unpartheilichkeit auf mich selbst anwenden, und ihrer Kraft zu meiner Besserung niemals widerfites ben, oder Hindernisse in den Weg legen. Gieb, daß ich und alle, die das Glück haben, dich und dei nen Sohn Jesum zu kennen, uns desselben durch einen tugendhaften, heiligen Wandel immer würdiger machen. Laß dies Glück auch denen zu Theil werden, die es noch entbehren müssen. Laß die Siege der Wahrheit über den Irrthum, der Tugend über das Laster, der Freyheit über die Knechtschaft, des vers nünftigen christlichen Gottesdienstes über den Aber glauben, immer mannigfaltiger und herrlicher, und die Menge sowohl als die Rechtschaffenheit deiner Verehrer immer größer werden. Segne uns alle mit Weisheit und Tugend und christlicher Frömmigkeit, mit der Freude des Recht- und Wohlthuns, und mit der getroften Hoffnung eines bessern, ewigen Lebens, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 21. Um Feste der Geburt Jefu Chrifti. Allmächtiger, gütiger, barmherziger Gott und Va ter unsers Herrn Jesu Christi! Wir sagen dir von Grund unsers Herzens Lob uno Dank, daß du deinen eingebohrnen Sohn haft unser Fleisch und Blut Am Fefte der Geburt Christi. 35 Blut annehmen und zum Heile des ganzen menschlis chen Geschlechts lassen gebohren werden. Welche bewundernswürdige Liebe håst du dadurch gegen das gefallene und fündige Menschengeschlecht bewiesen! Was sind wir doch, daß du uns verdorbene Geschöpfe, die wir um der Sünde willen Tod und Vers dammniß verdient hatten, und daher deiner Gnade und der Vereinigung mit dir so unwürdig waren, mit solcher unaussprechlichen Liebe angesehen, und durch deinen Sohn zu retten beschlossen haft! Dafür sagen wir dir mit inntgstgerührtem Herzen ewigen Dank. Wir preisen deine Vatergüte und die Treue, mit der du dich unser so herzlich angenommen haft. Ach! daß wir doch so selten dir den rechten Dank für biese unschäßbare Wohlthat gebracht, sehr oft der hohen Erlösung durch das Blut des Sohnes Gote tes uneingedenk, deine Gebote übertreten und neuer Strafen uns schuldig gemachet haben! Gütiger Vas ter, der du deinen Sohn uns zum Mittler geschenket hast, verzeihe uns um seinetwillen diesen stråflichen Undank und therichten Leichtsinn. Erfülle uns mit reiner findlicher Liebe zu dir; heilige uns durch deis nen Geist, daß wir forthin züchtig, gerecht und gotte felig leben in dieser Welt. Erhalte die Kirche, die zu stiften dein eingebohrner Sohn im Fleische erschies nen ist. Erweitere fein Reich unter allen Völkern in der ganzen Welt. Uns aber erhalte in dem rechten Glauben und in der steten Vereinigung mit dir, daß wir ein dir geheiligtes und von dir gesegnetes Volk seyn mögen. O du erhöhter Heiland, Herr Jesu Christe, der du ein Herr aller Herren, und ein Ro nig aller Könige bist, lenke nach deinem Willen das Herz unsrer lieben Obrigkeit, daß sie dein Volk christ lich ( 2 36 Am Feste der Geburt Jefu Chrifti. lich regiere! Schütte deinen Segen über alle aus, die ihres Berufs treulich warten. Tröste alle Betrübte mit dem erfreulichen Gedanken, daß du auch ihnen zum Heil Mensch geworden bist. Erhebe unsre Hers zen von der Erden, daß wir der hohen Ehre, welche dem Menschengeschlecht durch deine Menschwerdung wiederfahren ist, stets eingedenk, uns auch deswegen scheuen, Boses zu thun, weil du, hochgelobter Sohn Gottes, unser Blutsfreund geworden bist. So wirft du uns ferner mit deiner Gnade erfreuen, fegnen und in allen Umstånden trösten. An dir haben wir ja nun einen mächtigen Schuß, einen getreuen Freund, einen Tröster und Beystand in aller Noth. Du hast uns mit deinem Blute verföhnt; du vertrittst uns bey dem Vater, und besorgest immerhin unser Wohl; du sendest uns deinen heiligen Geist, und führeft uns einst zu der Seligkeit ein, die du uns bereitet haſt, wo wir nach deinem Bilde erneut, im frohen Genuß der reinsten Wonne dich schauen, dich dann mit verklärten Lippen und einer vollkommnen Tugend ewiglich preisen werden. Amen!- Amen! 22. Am neuen Jahre. Umächtiger Gott, himmlischer Vater, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du uns durch deine våterliche Güte und Treue dieses nun mehr verfloffene Jahr überleben, und uns in dem felben viele und mannigfaltige Gutthaten an Leib und Seele reichlich wiederfahren laffen. Leider! has ben wir dieselben nicht allezeit mit gebührendem Dank erkannt, sondern sie auf mancherley Weise gemise braucht, auch sonsten aus angebohrner menschlicher Schwach Am neuen Jahr. 12 Schwachheit, mit Gedanken, Worten und Werken schwehrlich wider dich in diesem vergangenen Jahre gefündiget, und dadurch deinen gerechten Zorn, und deine Ungnade verdienet. Darum bitten wir dich 37 demüthiglich, du wolleft uns solche unsere Sünden und Missethaten alle miteinander gnädiglich verzeihen und vergeben. Und da wir nun wiederum ein neues Jahr nach deinem Willen anfangen, so wolleft du, o herzliebster Vater! deine våterliche Liebe und Treue auch gegen uns erneuern, und uns deinen heiligen Geist verleihen, daß wir alle alten Sünden, und bösen Gewohnheiten ablegen, und mit dem neuen Jahre ein neues chriftliches Leben anfangen, und dir darinn mit neuem Herzen dienen. Gegne uns, Herr, unfer Gott, und behüte uns im neuen Jahre vor allem Uebel Leibes und der Seelen, erleuchte dein Anges ficht über uns, und sey uns gnådig, erhebe dein Ans gesicht auf uns, und gieb uns den zeitlichen und ewi gen Frieden, damit wir die Jahre unsrer irdischen Wallfahrt christlich vollenden, und einst bey dir, mit allen Auserwählten in alle Ewigkeit leben mögen, durch unsern Herrn und Heiland Jesum Christum, Amen! 23. Danksagung für das Leiden Jesu. 4037310 Mir ir danken dir! Herr Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch), daß du uns arme Sünder und verdammungswürdige Menschen, durch dein helli ges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöfet haft. Herr Jesu Christe! wie groß war dein Leiden, wie schwer deine Pein, wie vielfach deine Marter, wie bitter und schmerzlich dein Tod, wodurch du AC 3 uns 38 Danksagung für das Leiden Jesu. uns, nach deiner unaussprechlich großen Liebe, mit deinem Vater versöhnet haft! Du haft am Delberg in großer Angst blutigen Schweiß geschwist, und dich daselbst, von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und einer gott losen Schaar willig gegeben, welche dich hart ges bunden und von einem ungerechten Richter zum an dern unbarmherzig geführet. Da bist du fålschlich verklaget, verurtheilet und verspeyet. verhöhnet und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden. Du bist um unfrer Missethat willen verwundet, und um unfrer Sünde willen zerschlagen, gegeis felt, und mit Dornen gekrönet und jammerlich zus gerichtet worden. Du warest der Allerverachteste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit, also, daß auch ein Heide Mittleiden mit dir hatte und sprach: fehet! welch ein Mensch ist das? Du bist unserer Mishandlungen wegen zwischen zween Uebelthätern gekreuziget, an Hånden und Füssen mit Nageln durchgraben, in deinem höchsten Durst mit Eßig und Gallen getrånket worden, und unter großen Schmerzen hast du deinen Geift aufgegeben, auf daß du unsre Schuld bezahlteft, und wir durch deine Wunden geheilet würden. O Herr Jesu Christe! für alle diese Marter und Pein sagen wir dir Lob und Dank, und bitten dich, laß dein heiliges bittres Leiden und Sterben an uns nicht verlohren seyn, sondern gieb, daß wir uns desselben jederzeit von Herzen troften und rühmen, auch dasselbe also begehen und betrachten, daß wir der Sünde abge florben, der Gerechtigkeit leben, und deinem uns hin terlaffenen Beyspiel nachfolgen, in deine Fußstapfen treten, das Uebel mit Geduld ertragen, und das Una recht mit gutem Gewissen leiden, Amen. 24. Am Am Ofterfeste. 24. Am Osterfeste. Umächtiger Gott! der du Christum nach über standenem Leiden des Todes wieder lebendig gemacht; der du ihn zur Verherrlichung deines großen Namens, zum Beweis, daß er der von dir verorde nete Heiland der Welt sen, und zum Trost aller Glaubigen aus dem Grabe siegreich hervorgeführet haft; wir bringen dir mit einem Herzen voll heiliger Freuden die Opfer des Dankes dar, die wir dir für Dieses wundervolle und für uns so ersprießliche Werk schuldig sind. Wie unaussprechlich groß ist deine Barmherzigkeit! Du hast uns durch den Tod deines Sohnes von der Strafe der Sünden befreyt; du haft uns durch seine Auferweckung vom Tode noch mehr von deiner Gnade versichert, und wider die Furcht und die Schrecken der letzten Stunde bewaffnet. Wir danken dir dafür heute von ganzem Herzen; wir rühmen deine Macht, deine Güte und unaussprechliche Liebe gegen uns, deiner Gnade so unwürdige Geschöpfe. Gelobet sen der Name des Herrn von nun an bis in Ewigkeit! Und du erhöhter Mittler, starker Siegesfürst, der du die Bande des Todes zerrissen hast, und nun mit Majestät und Herrlichkeit umgeben bist, wie sollen wir did) an dies fem Feste würdig genug preisen! Du hattest dich für uns bis zur Knechtsgestalt, ja bis zum schmählichen Tode am Kreuß erniedriget; du warst für uns ein Fluch geworden, damit wir den Segen ererbten. Du hast durch dein Auferstehen aus dem Grabe bea wiesen, daß dein Versöhnopfer Gott angenehm und der Weg zur Vergebung der Sünden nun allen Menschen geöffnet sen. Du bist, als der Erstling C 4 unter 39 marad sing 40 Am Osterfeste.jo. unter denen, die da schlafen, von den Todten aufers standen, damit wir die sichere Hoffnung erhielten, daß auch unsre Leiber im Grabe nicht bleiben wer den. So bist du von Gott uns gemacht zur Gerech tigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, so haben wir an dir einen ewigen Hohenpriester und Versöh ner, einen beständigen Fürsprecher bey dem Vater, einen mächtigen Beystand in allen Leiden; einen Erretter vom Tode! Gieb uns denn nur deine Gnade, o theurer Herr Jesu Christe! daß wir diese großen von dir uns erworbenen Wohlthaten stets zu genießen recht geschickt und würdig seyn mögen. Erwecke uns durch die Kraft deines heiligen Geistes, daß wir vom Schlafe der Sünden aufstehen. Gieb uns Kräfte mit dir in einem neuen Leben zu wandeln, damit wir uns deiner Auferstehung stets trösten und gewiß hof fen können, in jenes ewige Vaterland, in welches du, unser Oberhaupt, vorangegangen bist, einst von dir eingeführt zu werden. Wir halten uns mit fes stem Glauben an deine Verheißung: ich lebe und ihr follt auch leben. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr fterben. Im glaubigen Vertrauen auf diese deine Zusage werden wir einst mit getroftem Muthe unfre Augen schließen, und gleich dir mit ruhiger Gelaffenheit unsre Seelen in die Hän de unsers himmlischen Vaters befehlen: denn wir find gewiß, daß auch der Tod uns von dir nicht trennen kann. Wir warten mit fester Hoffnung der Zukunft Jefu Chrifti unsers Herrn, der unfern nich tigen Leib verklären wird, daß er seinem verklårten Leib ähnlich werde. Dann werden wir sein Antlik in Am Himmelfahrtsfeste. 41 in Herrlichkeit schauen, dann werden wir satt werden, wann wir erwachen nach seinem Bilde. Dieſe Hoffnung erfülle uns, o Gott, um Jesu Christi deines Sohnes willen. Amen! 25. Am Himmelfahrtsfeste. Großer Gott und himmliſcher Vater, der du deinen Sohn, unsern hochgelobten Erlöser, nach überstandnem Leiden des Todes, mit Preis und Ehren gekrönt, ihn auf deinen Thron erhöht, zum Herrn der ganzen Natur gemacht, und uns in ihm einen beständigen Versöhner, Schuß und König verordnet haft; wir rühmen an dem heutigen Tage. deine Güte und grundiose Barmherzigkeit. Mit wels cher Liebe hast du für uns in der Veranstaltung dies ses großen Werks gesorgt! Dein eingebohrner Sohn, den du uns zum Heiland und Mittler verordnet hast, håtte ja wohl auf Erden viele Freuden genießen, und fich der ihm eigenen Herrlichkeit bedienen können. Aber so ließest du ihn in niedriger Gestalt erscheinen, als einen Armen auf Erden leben, und am Kreuße, als einen Misfethåter, für uns Sünder sterben, nur damit die bösen Folgen unsrer Sünden uns nicht treffen, und wir nicht einst in das ewige Verderben trostlos dahin stürzen möchten. Wir nahen uns dann heute billig mit einem Herzen voll Dank und Liebe zu deinem Throne, und beten dich in ihm, deinem Sohne, demüthig an. Der ewige Vater, der feinen Sohn zum Retter uns gab, der göttliche Freund unsrer Seele, der für uns erwürget war, ist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft! Gott fuhr auf mit Jauchzen, der Herr mit heller Posaus C 5 Am Himmelfahrtsfeste. Posaune! Lobsinget Gott, lobfinget Gott! Lobsinget unserm Könige! So hatten die Tage seines Leidens ein herrliches Ende; er herrscht nun als König über alle Geister und Geschöpfe im Himmel, auf Erden und in allen andern Gegenden der ganzen Welt; alle Dinge hat der Vater unter seine Füße gethan, und hat ihn gefeßt über alle Fürstenthümer, Gewalt Macht, Herrschaft und alles, was genannt werden mag, nicht allein in dieser, sondern auch in der zukünfs tigen Welt. Zu welch einer hohen Ehre ist unsre menschliche Natur in dir erhoben worden, Herr Je fu! Du bist Fleisch von unserm Fleische; wir sind Brüder und Schwestern dessen, der jetzt Regent der Welt ist. Gieb doch, erhabner Mittler, daß wir die hohe Würde, deren du uns theilhaftig gemacht haft, ja nie vergessen; daß wir den Leib und die Seele, welche du dir geheiligt, und so genau durch dich mit Gott vereiniget hast, nie durch unreine Lüfte beflecken, noch durch vorsegliche Sünden entweihen. Laß es uns zu feiner Zeit aus dem Sinne kommen, daß du nicht bloß unser Versöhner, sondern auch ein gerechter Regent und Richter seyst, der die Widers spenstigen züchtigen, und einem jeden einst geben wird, wie es seine Werke verdienen. Erzeuge in uns durch deinen Geist viele gute Gesinnungen, daß wir, wie die Engel und Seligen im Himmel, bereit feyn mos gen, deine Befehle zu verrichten; daß wir deinen Willen allen unsern Wünschen und angenehmsten Neigungen vorziehen lernen; daß wir dich, als den Beherrscher der Welt, nicht nur verehren, sondern dir auch unsere Herzen zu regieren stets überlassen. Dann werden wir in allen Leiden, bei unsern mans igfaltigen Schwachheiten, ben dir einen wohlgegrüns Deten 42 Am Himmelfahrtsfefte. 43 deten Trost finden. Dir, o allweiser Beherrscher der ganzen Welt! ist am besten bekannt, was zur Beförderung unserer dauerhaften Wohlfahrt nöthig und nüglich ist. In deine gnådige Obhut übergeben wir uns hiemit ganz und gar. Segne unsre Geschäfte; reinige unsere Seelen; erfülle uns mit den Empfindungen des Friedens und der Liebe Gottes; wohne in uns, regiere und leite uns. Wir sind dein Volk, dein Eigenthum, dein Fleisch und Blut; so verlaß uns denn nicht mit deiner Gnade, so lange wir leben, und erfülle einst, wann wir sterben, deine theure Verheis fung, die du gegeben haft: wo ich bin, da soll mein Jünger auch seyn; ich will wieder kommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr send, wo ich bin. Amen! Das hoffen und erwarten wir in freudiger Zuversicht; du wirst es thun, um dein selbst willen. Amen. 26. Am Pfingstfeste. Wi ir danken dir, großer Gott, du Quelle der Ers Fenntniß und aller vollkommenen Gaben! daß du auch zu unserm Besten durch Jefum Chriftum, unfern göttlichen Mittler, deinen heiligen Geist ge fandt, und durch seine Kraft einen großen Theil des menschlichen Geschlechtes gebeffert und geheiliget haft. Wie viele herrliche Wirkungen hast du durch denselben zuerst in den Seelen der Apostel, dann aber in so vielen andern Menschen hervorgebracht! Dein Geist war es, der an dem Tage, da er sich den erfren Bekennern des Evangeliums mittheilte, fie auf eine wundervolle Art erleuchtete, und sie mit den Kenntnissen versahe, welche ihnen nöthig waren, um zuverläßige Lehrer des menschlichen Geschlechts zu 44 Am Pfingstfeste. zu werden; der sie mit Wunderkräften ausrüstete, fie bei den größten Widerwärtigkeiten göttlich unter fiüßte, sich durch die großen Wirkungen ihrer Pre digt, wodurch fie viele tausend Menschen zur Anbes tung des einigen Gottes, und zur treuen Ausübung sehr vieler Tugenden führten, kräftig bewies, und eben dadurch die große Wahrheit beståtigte, daß un fer Jesus lebe, und daß er der von Gott verordnete Heiland der Menschen sey. Preis, Lob und Dank fen dir gefagt, barmherziger Gott! daß du auch uns an diefen Wohlthaten bisher einen so großen Antheil haft nehmen lassen. Dein Geift hat in uns, von unsrer Kindheit an, manche guten Bewegungen her vorgebracht; hat uns bey dem Unterricht aus deinem göttlichen Wort erleuchtet; hat in uns den rechten Glauben an Jesum Chriftum erzeugt, unser Gewis fen beruhigt, uns mit Kraft zu vielem Guten reich lich versehen, und uns öfters mit reichem Trost und himmlischen Freuden erfüllt. Eben dies wirket er in allen, die sich fürchten, in der ganzen Welt. Er zeiget sich kräftig an ihrem Gewissen; heiliget ihre Herzen durch den Glauben, und theilt seine Gaben einem jeden mit, nachdem er will. Welch ein deuts licher und überzeugender Beweis, daß er mit allmäch tiger Kraft überall sich wirksam beweise! So beten wir dich denn, o du göttlicher Geist! samt dem Ba ter und dem Sohne in der einigen ewigen Gottheit demüthig an. Auch auf deinen Namen sind wir getauft, auch zu deiner Verehrung eingeweiht und verpflichtet. Heilige uns denn immer mehr; vermeh re unsre Einsichten in die Wahrheiten des göttlichen Worts; erhöhe unsre Gesinnungen über die sichtba re Welt; erzeuge tåglich in uns die heilsamen Ems pfine Am Pfingstfeste. 45 pfindungen und Entschließungen, die zur wahren Gottesfurcht nöthig sind, auf daß unsre Seelen, mit der. Liebe Gottes erfüllt, die fleischlichen Lüfte zu bezah men fähig seyn; daß wir uns mit der Betrachtung der erhabenen Vollkommenheiten unsers Schöpfers oft und gern unterhalten; daß wir seine Weisheit bewundern; seiner Macht glaubig vertrauen; seiner Güte uns freuen lernen; daß wir im Glauben an unfern geliebten Erlöser uns von der Welt unbefleckt erhalten mögen. Schaffe in uns ein immer reineres Herz; gieb uns einen guten wohlbefestigten Sinn; tröste, stårke, unterstüße uns bis an die letzten Augenblicke unsers Lebens. Und dann erfülle unfre Herzen mit Muth und Freudigkeit, daß wir im Glauben an unsern für uns getödteten Heiland, in der gewissen Erwartung einer nahen Erlösung von allem Uebel, und einer unvergånglichen Herrlichkeit, ohne Furcht, unsre Seele in die Hände unsers himmlischen Vaters befehlen, und mit verklårtem Geist Gott ewig Lob und Dank sagen mögen. Amen.! 27. Am Dreyeinigkeitsfeste. Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr aller Welt! Die ganze Erde sen seiner Ehre voll! Allmächtiger, der du alle Dinge durch dein kräftiges Wort geschaffen und bisher erhalten; der du auch uns Leben und Odem, und alles, was wir besigen, gegeben haft; wir preffen deine große Güte; wir verehren mit demüthiger Seele deine Majestät, Ges walt und Herrlichkeit. Unser Gott ist im Himmel, er kann schaffen, was er will. Er spricht, so geschichts; er gebeut, so stehts da. Herr Gott, du biſt 46 Am Dreveinigkeitsfefte. bist unsre Zuflucht für und für; ehe denn die Berge und die Erde und die Welt geschaffen worden, du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du haft aber dein ewiges unsichtbares Wesen in der Schöpfung der Welt uns Menschen und allen Geistern geoffens baret, daß sie dich, der du allen Dingen nahe bift, suchen und finden; daß sie dich lieben und dankbar verehren, und in der Vereinigung mit dir die Selige Feit erlangen möchten. Wir preisen dich, o du unbegreifliches Wesen! daß du dich uns in deinem Worte noch näher, als andern Menschen, geoffens baret, und durch Jefum Chriftum dich, als Vater, Sohn und Geist, uns bekannt gemacht hast. Dank sey dir, ewiger barmherziger Vater, für alle die uns zählbaren Wohlthaten, die du uns von jeher erzeiget hast; Dank für alle Kräfte des Leibes und der See le; für Sinnen und Glieder für Speisen und Ges trånke; für Ruhe und Erquickung; für alle ange nehme Empfindungen, mit denen du unsere Herzen erfreuet; für den måchtigen Schuß, damit du uns vor so vielen Unfällen bewahret, und in den Leiden Trost und Hülfe verliehen haft. Der Herr ist gnde dig und eine Veste zur Zeit der Noth; er erbarmet sich aller seiner Geschöpfe; er thut, was die Gottes fürchtigen begehren; er höret ihr Schreven. Der Herr ist gnådig und geduldig, und von großer Güte und Treue. Er hat durch seinen Sohn eine Versöhe nung gestiftet; er hat uns von der Herrschaft der Sünde und vom ewigen Verderben befreyt. Dank, Lob und Preis sev dir gesagt, o du ewiger Sohn Gottes! daß du mit unsrer menschlichen Natur dich vereiniget, daß du unter uns niedrigen Geschöpfen eine Zeitlang gewohnt, uns von dem Willen des Vas ters Am Dreneinigkeits feste. 47 ters unterrichtet, uns ein großes Beyspiel der Tu gend gegeben, und dann dein theures Blut, zur Tile gung unsrer Strafen vergossen hast. Wie sollen wir alle diese Liebe vergelten? Wie sollen wir deine unbeschreibliche Güte würdig mit Worten und Thaten verehren? Du siteft zur Rechten der Majestät in der Höhe; alle Engel dienen dir und verrichten deine Befehle. Was sind wir niedrige Geschöpfe, daß wir uns mit ihnen vereinigen, dich anbeten, dich loben und verherrlichen dürfen? Ach verleihe uns nur Deinen heiligen Geist, daß wir auch im Glauben an dich gerecht und tüchtig werden, deinen Willen zu thun. Ja, du Geist des Vaters und des Sohnes, erleuchte unsre Seelen mit den heilbringenden Wahrs heiten des Evangeliums; stärke in uns die Ueberzeu gung von der Göttlichkeit unfrer allerheiligsten Religion; vermehre den lebendigen Glauben an unfern durch Christum versöhnten Vater und an unsern Herrn Jefum Christum; erhöhe die Kräfte unsers Geistes, daß wir stark werden, das Böse zu überwinden, und das Gute zu verrichten. Stehe uns in allen Versuchungen mächtig bey; trößte uns in den mancherten Trubsalen dieses unruhvollen Lebens. - Vereinige uns immer näher mit dir, o dreyeiniger Gott! erhalte uns stets in deiner Furcht und Liebe, und führe uns einst dahin, wo wir dich mit allen Engeln und Seligen ewiglich loben und preisen. Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! der Herr aller Welt! Himmel und Erde seven seiner Ehre voll! Amen! Funding 28. Am Am Michaelistage. 28. Am Michaelistage. Großer und erhabener Gott! der du zum Lobe deis ner Macht und Weisheit jene unzählbaren Heere vortreflicher Geister, die Engel, hervorgebracht hast, und der du durch ihren Dienst, und die demüthigen Lobpreisungen, mit welchen sie dich verehren, so ungemein verherrlichet wirst: wir vereinigen unser schwaches Lob mit ihren himmlischen Liedern, und danken dir von Grund des Herzens, daß du nach deiner großen Güte, diese deine Diener auch zur Beförderung unsrer Wohlfahrt zu gebrauchen gnås dig beschlossen hast. Denn, so ist es ja doch! Die Engel sind insgesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst und Nußen derer, die Gott fürchten. So bast du denn nicht nur die ganze Erde mit allen Gewächsen, mit allen Thieren, Früchten und viel tausend Annehmlichkeiten für uns Menschen gemacht; du haft auch sogar die Einwohner des Himmels zur Beförderung unsrer Wohlfahrt verordnet, und gewollt, daß diese mit so vielen erhabenen Einsichten, mit großer Kraft und Stärke versehenen, reinen, heiligen und unsterblichen Geister auf mancherley Art unser Bestes befördern sollen. Welch ein deutlicher Beweis deiner Vaterliebe gegen das menschliche Ges schlecht! Welch ein verehrungswürdiges Merkmal deiner weisen und gnådigen Fürsorge auch für uns! Gott, was sind wir, deine dir so oft ungehorsamen Kinder, daß du auf alle Weise dich unser so våterlich annimmst? Gieb uns denn nur auch Gnade, daß wir diese vor den Augen vieler Menschen verborgez nen Wohlthaten, welche du uns durch den Dienst der Engel erzeigeft, demüthig erkennen, und auch dadurch 48 Am Michaelistage. 49 dadurch destomehr ermuntert werden mögen, dich immer mehr zu lieben, und dir zu gehorchen. Verleihe uns einen redlichen Eifer in deinem Dienste, daß wir uns von Herzen bestreben, dem Beyspiele dieser vollkommnern Geister nachzuahmen; wie sie, mit ehrfurchtsvollen Empfindungen deine Majestät zu vers ehren; mit ähnlichem bereitwilligem Gehorsam deinen Willen zu thun; mit aufrichtigem Abscheu das Böse zu fliehen; aus uneigennügigen, edeln Absichten ans dern Menschen gern zu dienen; gleich ihnen uns über das Wohl unsrer Brüder, über die Bekehrung der Sünder, über die Beförderung alles Guten zu freuen und durch das Andenken deiner großen Güte gegen alle Geschöpfe, mit ihnen zu deinem Lob erweckt zu werden. So werden wir des Schußes der Engel und ihrer Liebe nicht unwürdig seyn; so werden auch wir in allen Vollkommenheiten wachsen, zu jener Fünftigen Herrlichkeit vorbereitet werden, und endlich in die Chöre der auserwählten Engel versett, sams ihnen dich vor deinem Throne, o ewiger Vater! und den zu deiner Rechten erhöhten göttlichen Mittler, famt dem heiligen Geist, in frohen Lobgesången ewig verehren, und sagen: Heilig ist unser Gott! Ehrwürs dig, hochgepriesen und ewig gelobet sen sein herrlicher Name! Alle Lande seyen seiner Ehre und unsre Hers zen stets feines Lobes voll! Amen! 29. Am Bußtage. Nth Herr! Herr! siehe, du hast Himmel und Erden gemacht durch deine große Kraft und durch deis nen ausgestreckten Arm, und vor dir ist kein Ding unmöglich, du großer und starker Gott! Deine D Augen So Am Bußtage. Augen stehen offen über alle Wege der Menschen Finder, daß du einem jeglichen gebeft nach seinem Wandel und nach der Frucht seines Wesens. Wir haben gesündiget, unrecht gethan, sind gottlos und für deine vielen Wohlthaten sehr undankbar gewesen; wir sind von deinen Geboten und Rechten gewichen. Ja unsrer Uebertretung vor dir ist zu viel, und unsre Sünden verklagen uns. Du bist gerecht; wir aber müssen uns schämen, daß wir uns an dir verfündiget haben. Dein aber, Herr, unser Gott, ist die Barmherzigkeit und Vergebung! So beweife nun deine Güte an uns zuförderst darinnen, daß du durch deinen heiligen Geist eine rechtschaffene Buße in uns wirkest, damit wir uns aufrichtig zu dir bekehren, und unser Leben und Wesen beffern. Behüte uns vor Verstockung und Blindheit des Herzens; ers wecke die frechen Sünder aus dem Schlafe der Sis cherheit, und erweiche ihre harten Herzen; erleuchte die Frrenden, entzünde einen rechten Eifer der Gotts seligkeit in denen, die noch laulich sind, und sey uns fern armen Seelen gnådig. Vergieb uns alle unsre Missethaten um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, der sein theures Blut auch für uns vergoffen hat, und verzeihe uns auch die verborgenen Fehler. Neige hinfort unsre Herzen zu dir, damit wir die Sünde in unsern sterblichen Leibern nicht mehr herrs schen lassen, sondern alles meiden, was dich und uns scheiden kann. Triffst du uns irgend auf einem bösen Wege an, fo führe uns durch deinen guten Geist davon ab, und richte unsre Füße auf den Weg des Friedens. Beffere, was an uns zu beffern ist, und erfülle uns mit Früchten des Glaubens, der Liebe, der Gerechtigkeit, der Demuth und Sanftmuth, der Reusdy Am Bustage. 51 Keuschheit und Måsigkeit. Sammle dir unter uns ein auserwähltes Volk; beschüße deine Kirche wider ihre Feinde, und reinige fie von allen Aergernissen. Wende auch in Gnaden von uns die Strafen ab die wir scheuen, und leider! wohl verdienet haben; errette uns, und laß dein Erbtheil nicht zu Schanden werden. Wohne ferner bey uns an diesem Ort, und gönne uns dein heilsames und seligmachendes Wort, welches unsers Herzens Freude und Bonne ist. Du Hüter der Menschen, der du weder schlåfeft noch schlummerst, wache über uns, und nimm dieses ganze Fürstenthum in deine Obhut. Bedecke unter dem Schatten deiner Flügel deinen Gesalbten, unsern theuersten Landesvater und sein ganzes Haus. Krone ihn mit Gnade und Heil; leite ihn mit deinen. Augen; schmücke seine Regierung mit deinem Segen aus der Höhe. Laß deine Hand und deines Geistes Kraft ihm allewege benstehen, und fåttige ihn mit langem Leben. Gebeut dem Segen, daß er über uns komme, damit das Land sein Gewächs gebe, und die Früchte auf dem Felde keinen Schaden leiden, sondern wohl gerathen, daß das Recht in der Stadt wohne, und Gerechtigkeit auf dem Acker hause, und der Gerechtigkeit Frucht, Friede, und der Gerechtigkeit Nuk ewige Stille und Sicherheit sey. Wenn unsre Sünden uns Fluch und Verderben dros hen, so schone unser, damit keine böse Zeit uns über falle, und das Land seine Einwohner nicht ausspene. Bewahre uns vor Krieg und Vest, vor Feuersnoth vor Theurung und andern Landplagen. Verwirf uns nicht, verwirf uns nicht von deinem Angesichte, nimm beinen heiligen Geist und deinen Frieben nicht von uns. Laß die Wittwen und Waisen und alle D 2 Mühe Am Gedächtnißtage der Reformation. Mühselige bey dir Gnade finden. Erbarme dich auch über unsre Glaubensbrüder; thue wohl denen, die deinen Namen fürchten; nahe dich zu allen, die in ihren Nöthen zu dir schreven. Hilf deinem Volk, und segne dein Erbe, weide und erhöhe es ewiglich. Ach Herr! höre, ach Herr! sey gnådig, ach Herr! merke auf, und thue es und verzeuch nicht, um dein selbst willen, Herr! unser Gott! Amen. 52 30. Am Gedächtnißtage der Reformation. Gelobet feyst du, Herr unser Gott, ewiglich! Dir gebühret die Majestät und Gewalt, Herrlichs keit, Lob und Dank. Denn alles, was im Him mel und auf Erden ist, das ist dein; dein ist das Reich, und du bist erhöhet über alles. Du wohneft in einem Lichte, da Niemand zukommen kann: du hast dich aber nicht unbezeugt gelaffen, sondern durch die Erscheinung deines lieben Sohnes Jefu Christi, und durch die Predigten und Schriften der vos ihm in alle Welt ausgefandten Apostel, den Menschen das Geheimniß deines Reichs geoffenbaret. Und ob gleich in den hernach erfolgten unglücklichen Zeiten der Finsterniß das Licht der Wahrheit sehr verdunfelt worden ist; so hat doch deine Barmher zigkeit durch das gesegnete Werk der Reformation dem Verderben gesteuert, und durch deine treuen Diener denen, die auf Erden wohnen, allen Ges schlechten, Sprachen und Völkern, das reine Evans gelium verkündigen lassen. Du hast die Fürsten deis nes Volks durch deine Kraft gestårket und erwecket, ein freymuthiges Bekenntniß von deiner Wahrheit abzulegen. Sie haben von deinen Zeugnissen gere Det Am Gedächtnißtage der Reformation. 53 det vorönigen, und deinen Namen nicht verläugnet. Du haft dein Wort, das sie bekannten, von der Zeit an allenthalben ausgebreitet, und durch deinen Segen es also laufen und wachsen lassen, daß in vielen Königreichen und Ländern, besonders auch in diesem Fürstenthume, die ehemals eingeriffenen Frrthümer, Aberglauben, Misbräuche und eitlen Menschensagungen abgeschafft, und dein Name herrlich worden ist vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang. Nicht unserm Verdienste, nicht unsrer Würdigkeit, sondern allein deiner überschwenglichen Güte haben wir es zuzuschreiben, daß unsre Kirche annoch) in einem friedsamen Ruhestand und ungehins. derter Religionsübung blühet. Darum gehen wir zu deinen Thoren ein mit Danken, und zu deinen Vorhöfen mit Loben: wir kommen vor dein Anges ficht mit Frohlocken; denn du haft uns gemacht, und nicht wir selbst, zu deinem Volk und zu Schaafen deiner Weide. Wir bereuen zugleich herzlich den schnöden Undank, daß wir bisher bey so hellem Lichte des Evangelii nicht allezeit als Kinder des Lichts gewandelt, und die Heiligkeit der Lehre nicht auch mit einem heiligen Leben gezieret haben. Unsre Mis fethaten hätten wohl verdienet, daß du unsern Leuchter von seiner Ståte wegstoßen möchtest. Du aber, o Gott aller Geduld und Langmuth! laß deine Ere barmung noch ferner über uns groß senn, und gehe nicht ins Gericht mit deinen Knechten, Nimm ja nicht von unserm Munde das Wort der Wahrheit, denn wir hoffen auf deine Rechte. Erleuchte unfre Herzen mit dem Lichte der Lebendigen; erhalte uns unter dem Schutz unsrer rechtgläubigen Obrigkeit in ungekränkter Gewissensfreiheit. Deine ewige Liebe D 3 zeige 54 Am Gedächtnistage der Reformation. zeige ihr Heil unsrer theuersten Landesherrschaft, fåts tige sie mit langem Leben, und gieße den Zufluß deis nes himmlischen Gegens, und den Reichthum deiner Herrlichkeit mildiglich über sie aus. Laß dein Heiz ligthum immerdar unter uns stehen, und dein heilsas mes Evangelium in unsern Kirchen bis an der Welt Ende unverfälscht ersch allen. Bevestige in uns die Erkenntniß desselben, und gieb uns Much und Freu digkeit, es bis in den Tod zu bekennen. Siehe, die von dir weichen, werden umkommen: so behüte uns nun, daß wir dich weder mit Worten noch Werken verläugnen, und deine Gnade nicht auf Muthwillen ziehen. Laß vielmehr unsre Besserung schnell wachsen, beile die Brüche Zions, reinige unsre Gemeine von allen Gräueln und Aergernissen derer, die dein Wort misbrauchen, und überschütte alle Glieder derselben mit einem reichen Maaß deines hein ligen Geiftes, damit unter uns ein wahres, thàtiges und ernfiliches Christenthum im Schwang gehe; daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Vertreibe den Geist der Una einigkeit, verbinde die Herzen der Evangelischen Fürsten; bewahre deine Kirche sowohl vor innerlichen Berrüttungen und Trennungen, als auch ver dussere lichen Verfolgungen, und beschütze sie mit deinem starken Arm, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen. Laß aud) den Völkern, die noch im Finstern figen, bein helles Licht scheinen. Bekehre und besonftige die, die deine Wahrheit haffen. Vas ter! vergieb denen, die nicht wissen, was sie thun: fluchen sie, so segne du. Erbarme dich über die, so unter dem schwehren Joche harter Bedrångniffe feufs zen, trôfte und erlöse fie aus aller ihrer Noth; errette fie Selbstprüfung vor der Beicht. 55 fie und uns nach deinem Wort; deine Hand stehe uns bey, bis wir endlich das Ende unsers Glaubens davon bringen, nemlich der Seelen Seligkeit. Dir, der du uns kannst behüten ohne Fehl, uns stellen vor das Angesicht deiner Herrlichkeit unstråflich mit Freu. den; dir, o Gott! der du allein weise bist, unserm Heiland, sen Ehre und Majestät, und Gewalt, und Macht, von nun an und zu aller Ewigkeit. Amen! 31. Selbstprüfung vor der Beicht. Allwiffender Gott, du prüfest die Herzen der Menschen, und kennest auch unsere verborgensten Ge danken und Empfindungen besser, als wir selbst. Ich bitte dich um deinen gnådigen Beystand zu dem wichtigen Werke der Prüfung meiner selbst. Behüte mich dabey vor Heuchelen und gefährlichem Selbsts betrug, daß ich mir meine Schwächen und Fehler nicht verhele. Ich muß ja doch einst vor dein strenges Gericht. Wie unglücklich wäre ich, wenn ich mich erst da recht kennen lernte, und meine Thor. heit zu spät bereuen müßte! Liebte ich denn also stets und wie es seyn sollte, Gott mehr, als mich und alle andere Geschöpfe? Dankte ich ihm für alle Wohlthaten, die ich aus seiner milden Vaterhand empfieng? Geste ich vornehmlich auf ihn, nicht auf meine Ges schicklichkeit, nicht auf Menschengunst oder Hülfe. mein Vertrauen? Redete oder handelte ich nie wider mein Gewiffen, weil ich Menschen mehr fürchtete, als Gott? Habe ich an allen Orten mich vor dem allgegenwärtigen Gott gescheuet? That D 4 56 Selbstprüfung vor der Beicht. That ich Gottes Willen stets mit kindlicher Bereit willigkeit? Suchte ich bey dem Guten, das ich verrichtete, die Ehre meines Gottes? Entehrte ich nie seinen heiligen Namen durch Fluchen oder Schwören? Habe ich nie zu abergläubigen Mitteln meine Zu flucht genommen? Erhob ich im Gebete oft genug mein Herz zu ihm! Betete ich nie ohne Andacht? Hatte ich an seinem göttlichen Worte meine Freude? Schåßte ich den hohen Werth meiner Religion? Besuchte ich die heiligen Versammlungen so oft es seyn konnte? Hörte ich das Wort des Herrn mit begieriger Aufs merksamkeit War ich auch ein treuer und fleißiger Thiter des Worts? Habe ich den Tag des Herrn allezeit nach Gottes Willen heilsam angewendet, und nie durch eine sündliche Ruhe, oder unnöthige Arbeit, oder allzus große Zerstreuungen entweiht? Suchte ich meine( Eltern und) Vorgesetzte stets durch Hochachtung, willige Folgsamkeit und Liebe zu erfreuen? Hab ich sie nie erzürnet, nie betrübt, nie ihre Wohls thaten vergessen? Bin ich meinen Untergebenen nicht zu hart begegnet, habe ich sie nicht zu streng gehalten, zu viel Arbeis ten ihnen aufgelegt? Habe ich nichts gethan oder geredet, wodurch die Glückseligkeit irgend eines meiner Nebenmenschen gestört, oder wohl ihre Tage durch Sorgen und Traurigkeit verkürzt worden wären? Bin Selbstprüfung vor der Beicht. 57. Bin ich den Armen, so viel es seyn konnte, mit Wohlthaten zu Hülfe gekommen? Habe ich die Betrübten gern getröstet? Habe ich keinen Menschen geschmäht und gelåstert? Keinen mit Troß und seindseligen Geberden betrübt? Habe ich meinen Zorn stets gemäßiget? Nie eine unerlaubte Rachgierde im Herzen unter= halten? War ich stets bereit, mich mit meinem Feinde zu versöhnen? Habe ich meinem Feind auch Gutes gewünscht und Gutes gethan? Habe ich gegen den Nächsten Geduld und Langmuth, so viel es seyn sollte, bewiesen? habe ich nicht durch Unordnung im Effen und Trins ken, durch heftigen Zorn, oder durch allzuviel Arbeit, meiner Gesundheit geschadet und meinen Leib geschwächt? Habe ich alle unzüchtigen Gedanken und Begierden zu unterdrücken geſucht? Habe ich mich nie durch unkeusche Geberden, nie durch Werke der Wollust verfündiget? Gab id) mir alle Mühe, meinen Leib und meine Seele rein und unbefleckt zu erhalten? ( habe ich meinem Ehegatten stets die gebührende Treue geleistet, demselben mit Liebe begegnet, und sein Wohl, wie mein eigenes, befördert? Habe ich mich nie durch irgend eine Ungerechtigkeit an dem Nächsten verfündiget? Der Obrigkeit alle Abgaben richtig geliefert? Meinen Vorgesetzten nie etwas veruntreut oder vernachlåßiget? Meinen d5 58 Selbstprüfung vor der Beicht. Meinen Untergebenen ihren gebührenden Lohn und Kost nie versagt oder geschmålert? Nie auch den geringsten Betrug im Handel be gangen? Nichts von Gefundenem oder Geliehenem unrecht måßig ben mir behalten? Die Wohlfahrt meines Nächsten, und seine Nah rung, wie meine eigene, zu befördern gesucht? Alle Billigkeit in meinen Geschäften und Gewer ben beobachtet? Habe ich auch das Meine weislich zu Rathe gehal ten, durd) Arbeit zu vermehren gesucht? War ich mit dem, was mein Gott mir gab, auch zufrieden? Bin ich nie auf eine unerlaubte Art von der Wahrheit abgewichen? Habe ich nie zum Schaden bes Nachsten eine Un wahrheit geredet? Nie gegen meine Vorgeset ten die Wahrheit geläugnet? Nie durch bösen Argwohn mich an dem Nächsten verfündiget? Nie die Heimlichkeiten des Nächsten unbefugt und zu seinem Schaden entdeckt? Habe ich keinen Menschen je durch böse Nachreden betrübt? Nie etwa sogar vor Gericht ein falsches Zeugniß ges geben? Cuchte ich im Reden stets alle Vorsichtigkeit zu bes weisen? Cuchte ich durch heilsame Gespräche Andere, so viel es seyn konnte, zu erbauen? Fabe ich alle bösen Lüfte, welche in mir aufgestiegen, durch treue Anwendung meiner Gedankenkräfte unverweilt zu untertdrücken gesucht? Habe Selbftprüfung vor der Beicht. 59 Habe ich nie nach den Gütern des Nächsten liftig getrachtet, sondern einem Jeden das Geine ges gonnt? Habe ich nie durch Ehrgeiß und Hoffart mich vers fündiget? Habe ich die Demuth in mir stets zu erhalten ges trachtet? Habe ich die Begierde nach irdischen Gütern und Vergnügen gemåßiget? Habe ich aus Liebe zu dir, o mein Gott! allen meis nen Begierden Ziel und Maaß gesetzt, und mid) nach dem Beyspiele meines Herrn Jesu in der Selbstverläugnung geübt? Habe ich dir, o du treuer Heiland, der du dich für mich in den Tod gabst, für deine Liebe genugsam gedankt, meinen Leib und meine Seele dir wieder zum Opfer übergeben, mich in deiner Nachfolge geübt, dem Geist der Gnaden nie muthwillig wis derstrebt, und überhaupt den theuern Eid gehalten, den ich dir, o Gott, ehedem in der Taufe und nachher öfters feyerlich gethan habe? Ach du barmherziger Vater! gehe nicht mit mir ins Gericht, denn ich kann dir auf tausend ja wohl nicht eines antworten. Vergieb mir, um deines Sohnes wil len, alle meine nun erkannten, oder auch unerkannten Sünden. Schenke mir Kra, künftig aus Liebe zu dir, durch den Trieb deine Geistes, das Böse zu meiden, und das Gute zu tun, tåglich vollkommner und endlich von aller Sünde befrent, deinem Bilde ganz ähnlich zu werden. 32, Buß бо Bußgebet vor der Beicht. 32. Bußgebet vor der Beicht. Uch Herr, Herr! du gerechter und allwiffender Gott, Deine Augen stehen offen über alle Wege der Menschenkinder, daß du einem jeglichen gebeft nach seinem Wandel, und nach der Frucht feines We sens: du kannst das Herz ergründen, und die Nie ren prüfen, feine Kreatur ist vor dir unsichtbar, es ist alles bloß und entdeckt vor deinen Augen. So if dir denn auch die unzählbare Menge meiner Sünden beffer, als mir selbst, bekannt. Was hilft es, daß ich meine Fehler vor Menschen verleugne, verhehle und verberge, da doch du, mein Richter, fie alle auf das genaueste erkenneft? Du weißt die ange bohrne Unart meines bösen Herzens, du siehest meine argen Gedanken von ferne. O welch eine unwürdigt und fündenvolle Kreatur liegt hier vor deinen Füßen! Ach wie oft und wie gröblich hab ich dich und mei nen Nächsten beleidiget! Bon dir hab ich mein Leben empfangen, aber es nicht nach deinem Wil lett angewendet. Deine Treue und Barmherzigs keit hat mich tåglich mit unaussprechlich vielen Wohl thaten begnadiget: aber wie wenig hab ich dir dafür, gedanket! Wie kaltsinnig ist meine Liebe, wie laulich meine Andacht, wie schwach mein Vertraus en gewesen! Wie sehr hat mich die Welt durch Augenluft, Fleisches luft und hoffärtiges Leben be zaubert! Wie oft hat mich in meinem Leben linge duld, Zorn, Rachgier, Haß, Neid, Geiß, Menfchenfurcht, Eigenliebe, Uebereilung in Worten, Ungerechtigkeit in Werken von dir abgezogen, und mein Gewissen beschwehret? Wie oft hat dein Geift an meinem Herzen angeklopfet, ich aber habe nicht Bußgebet vor der Beicht. 61 nicht aufgethan, und deinen heilsamen Regungen nicht die gebührende Folge geleistet! Wie viel Gutes hast duin mirzu wirken angefangen: ich aber habe solche Gnade vergeblich empfangen, und bin in deren Anwendung nicht treu genug gewesen! Auch wo ich es nicht böse gemeinet, sondern etwas Gutes vorgenommen habe, ist doch wohl viele Schwachheit mit untergelaufen: auch meine besten Werke sind mit Unvolls kommenheit beflecket. Was soll ich nun sagen? und wie kann ich mich rechtfertigen? Soll ich mich mit meiner Unvermögenheit entschuldigen? Sie ist groß, doch hätte ich durch) deine Gnade viele Sünden vers meiden können, die ich begangen, und viel Gutes thun können, das ich versäumet habe. Darum will ich keine Feigenblåtter suchen, meine Blöße damit zu decken, und die Laft meiner Uebertretungen nicht durch vergebliche Entschuldigung noch größer machen: vielmehr bekenne ich dir meine Sünden, und verhehle meine Missethat nicht. Vater! ich habe gefündiget im Himmel und vor dir, und bin fort nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist, bleiber nicht vor dir. wie schrecklich ist es, in deine strafende Hand zu fallen! Ja, Herr, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und ges recht! Wo soll ich run hingehen vor deinem Geist? und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Ich fliehe zu dir selbst, und senke mich in den Abgrund deiner Erbarmung! weil ich weis, daß, so gerecht du bist gegen die Unbußfertigen, so groß ist deine Barmherzigkeit gegen die, welche sich zu dir bekehren. Darum komme ich Mühseliger und Be ladener, mit reuigem und wehmuthvollem Herzen, und Bußgebet vor der Beicht. und liege vor dir mit meinem Gebet, nicht auf meine Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzige Feit. Meine Seele dürftet nach deiner Gnade, s. lebendiger Gott! Ach erquicke sie um deines Na mens willen, und sprich zu ihr: du sollst leben. Stelle mir meine Sünden jetzt noch in der Gnadenzeit so unter die Augen, daß ich sie recht erkenne, bereue und beseufze, damit sie mir nicht an jenem großen Gerichtstage zur ewigen Schmach und Verdammniß angerechnet werden. Erweiche mein hartes Herz, und wirke selbst in mir eine ungeheuchelte Buße. Du hast gefaget: so wahr, als ich lebe, hab ich Feinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern, daß er sich bekehre von seinem Wesen, und lebe. So bekehre nun auch mich armen Sünder, auf daß ich nicht sterbe, sondern dir ewig lebe. Erwecke in mir einen wahren, lebendigen, gerecht- und seligma chenden Glauben. Vergieb mir alle meine Sünde, erlaß mir meine Schuld aus Gnaden, und sprich mich) los von der Strafe, die meine Misferhat verdie net hat. Du hast ja also die Welt geliebet, daß du deinen eingebohrnen Sohn gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verlohren werden, son dern das ewige Leben haben. Nun ich glaube, und ergreife beine Gnade, die du mir durch Jesum erwie sen hast, mit fester Zuversicht. So laß denn auch mich nicht verlohren werden, sondern führe mich zum ewigen Leben durch Chriftum, welcher als mein Hoherpriester, zu meiner Versöhnung in das Heilige eingegangen ist, und eine ewige Erldsung erfunden hat. Laß mich, o Vater! dein verföhne tes Angesicht schauen, befriedige mein geangstigtes Gewissen, versichere mich deiner Huld, auf daß ich dir 62 Bußgebet vor der Beicht. 63 dir hinfort nicht mit knechtischer Furcht, sondern mit Findlicher Liebe und freudiger Zuversicht diene. Jedoch behüte mich, daß nicht unter dem Namen des Glaubens flleischliche Sicherheit sich bey mir einschleiche, sondern wirke in mir einen solchen Glaus ben, der das Herz åndere, und in der Liebe sich thås tig erzeige. Ist noch etwas in mir, welches dir misfällig seyn mag, so gieb mirs zu erkennen, und reinige mich von aller Untugend. Laß kein ungerechtes Gut in meinen Händen, und keinen bösen Vorfag in meinem Gemüthe bleiben. Wohl dem, in deffen Geist kein Falsch ist! Ich habe mir vorges feget, hinfüro nicht mehr zu fündigen, auf daß mir nicht etwas årgers wiederfahre. Doch, es lieget nicht an jemands Wollen oder Laufen, sondern an deinem Erbarmen. Wann mich důnket, ich stehe, bin ich wohl meinem Fall am nächsten. Ach so gieb denn, lieber Vater! durch deine überschwengliche Kraft, zu dem Wollen auch das Vollbringen, und wo mir ein Schlaf der Sicherheit zus gehen will; so wecke mich durch deine Warnungen benzeiten auf. Bereite meine Seele zu einem Tem pel deines heiligen Geistes; mache mich fertig in allem guten Werk, zu thun deinen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist. Behalte mid) feft bis ans Ende, daß ich unstråflich sen auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi, und in Zeit und Ewigkeit mit dir vereinigt bleibe. Ach Herr, höre! Ach Herr, sey gnådig! Ach Herr, merke auf! O ewig gütiger Gott, erbarme dich über mich! Amen! P 33. Buß Bußgebet eines Christen, der sich 33. Bußgebet eines Christen, der sich auf: richtig befleißiget, immer beffer zu werden. Heiliger Gott, der du schon so oftmals durch dei nen Geist den guten Entschluß in mir hervorges bracht hast, nicht den bösen Begierden, ſondern dir zu leben und zu dienen; der du mir auch in deinem Sohne ein so großes Beyspiel der Heiligkeit auf gestellt haft; ich danke dir von Grund meines Here zens, daß du mich bisher durch deinen grådigen Beystand vor groben Ausschweifungen bewahrt; mein Gewiffen durch gute Regungen erweckt, und mich auf den heilsamen Weg deiner Gebote geleitet haft. Ach aber, wie bekümmert es mich, daß ich noch so manche Schwachheiten an mir wahrnehme, die ich bey beßrem Gebrauche der Erkenntniß und der Kräfte, die du mir verliehen hast, wohl långst hätte ablegen können! Du kennest den betrübten Zustand meines mit der Sünde kämpfenden Geistes; du siehest, wie sehnlich) es mich) verlangt, von dieser Knechtschaft befreyt zu werden: um Jeſu, meines Heilandes willen, der sich am Stamme des Kreußes für mich zum Opfer gegeben hat, sew mir gnådig! Wie will ich sonst vor dir, o gerechter Gott! bes stehen? Du verlangst ein ganz reines Herz, heilige Begierden, fromme Bewegungen, eine Seele von Neid und Haß, von stolzer Selbsterhebung und irdischem Sinne, von Bitterfkeit und wollüstigen Empfindungen ganz leer und entfernt: und ich fühle noch so manche bofe und unreine Neigung in mir, und habe noch einen so großen Mangel an den himmlischen Empfindungen, womit die Seelen ers füllet sind, welche dich lieben. Siehe du doch meis nen 64 aufrichtig befleißiget, immer beffer zu werden. 65 nen Jammer und mein Elend an, und vergieb mir alle meine Sünden. Reinige mich durch den Glauben an Jesum Christum von allen Befleckungen des Fleisches und Geistes. Stårke mich durch die Empfindungen deiner Liebe, daß ich alle unerlaubten Neis gungen sogleich in der Geburt tödten, daß ich allen sündlichen Freuden und überhaupt allem entfagen mige, was nicht mit dem Gewisfen und der Gottes furcht bestehen kann. Nimm mich ganz in deinen Schuß und unter deine Regierung, o du Heiland derer, die auf dich trauen! und mache mich durch deinen Geist bereitwillig, nach allen meinen Sinnen, Gliedern und Kräften, der Sünde abzusterben, und dir und der Gerechtigkeit von nun an zu leben: daß ich meinen Augen verwehre, nach etwas zu sehen, das mich zur Sünde verleiten könnte; daß ich mit meinen Hånden und Gliedern nichts unerlaubtes be. rühre; daß ich meiner Zunge gebiete, nichts zu reden, als was ich) mit gutem Gewissen reden kann und darf; daß ich mein ganzes Herz und alle Bewegungen des felben in der guten Ordnung zu erhalten suche, in welcher es dir wohlgefällt, und deiner gnädigen Einwohnung fähig ist. Erhalte mich, o du Geist der Gnaden! in diesem frommen Entschlusse, künftig, aus Liebe zu Gott, mich ihm ganz zu weihen und aufzus opfern. Erfülle mich mit den Empfindungen des Trostes, der von dem Kreuße meines Herrn Jesu Christi so reichlich in die Seelen bußfertiger Sünder fließt: daß ich in ihm Gerechtigkeit finde und Stärke, mich selbst zu bezwingen; daß ich durch die erhabenen Erwartungen eines ewigen Heils geschickt werde, die niedrigen Lüfte der Welt zu verachten, und über alles, was seitlich ist, mit der Gleichgültigkeit eines Freun DAB 66 Gebet um ein versöhnliches Herz. des Gottes hinweg zu sehen: damit ihm, dem geliebs testen Vater, mein ganzes Leben geheiliget sen, und ich ihm hter ganz angehören und dort ewig in seiner Gemeinschaft mich freuen möge. Amen. 34. Gebet um ein versöhnliches Herz. Vergieb uns unsre Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. o lehrtest du uns beten, weisefter Erldfer! Du erinnerst uns dadurch an unfre unzählige Sün den, womit wir den gerechten Zorn Gottes, und zeit liche und ewige Strafen verdienet haben. Du erine nerst uns aber auch zugleich, wie nothwendig es sey, daß wir selbst unserm Feinde, der uns beleidiget und uns Unrecht zugefüget hat, von Herzen zu verzeihen geneigt seyn, wenn wir Vergebung unserer Sünden bey Gott hoffen wollen: Ja, mein Heiland! ich ers lenne, daß nichts billiger sey, als deine Forderung: vergebet, so wird euch vergeben. Um Vergebung seiner Sünden zu Gott flehen, und dabey dennoch ein unversöhnliches, rachgieriges Herz gegen seine Bes leidiger behalten, das hieße ja gegen sich selbst beten. Vergieb mir also, um deiner Versöhnung willen, wenn ich bisher gegen irgend jemand, der mich ges frånket und betrübet hat, Feindschaft, und den Wunsch, mich råchen zu können, unterhalten habe. Tilge aus meinem Herzen allen Haß, allen Grimm, und alle Bitterkeit; und schenke mir den Geist der Liebe und Sanftmuth, der in meinem Herzen eine wahre und uneingeschränkte Liebe gegen alle meine Mitmenschen, selbst gegen meine Beleidiger, ents zünde. Laß mic) oft erwägen, wie groß und viel fadh Gebet um ein verföhnliches Herz. 67 fach meine Verfündigungen gegen meinen himmlischen und wohlthätigen Vater sind; und wie gering und wenig etwa die Beleidigungen seyn mögen, die ichvon Andern erfahre. Laß mich nie vergessen, was für Schrecken des Zorns Gottes auf mich fallen wür. den, wenn er mir nach meinen Sünden vergelten wollte, und wie wenig ich also Ursache habe, auf Rache gegen meine Beleidiger zu denken. Und wie kann ich mich bei deinem heiligen Mahle versichern, Antheil an deiner Versöhnung zu haben, wenn ich dasselbe mit einem unverföhnlichen Herzen genieße? Dieses Mahl predigt und versichert die Versöhnung mit Gott, und ich wollte keine Versöhnung mit mei nem Bruder suchen? Nein, nicht einen Augenblick will ich die Versöhnung aufschieben. Ich will meis nem Beleidiger mit sanftmüthigem Geist entgegen ges hen, weil ich noch mit ihm auf dem Wege bin, ehe mich der Tod übereilet, und mir die Aussohnung mit ihm unmöglich macht. Ich will alles thun, was mir möglich ist, um dieses heil ame Werk zu befördern, gerne von meinem Rechte etwas nachlaffen, und meinen Feind brüderlich umarmen. Erhalte mich, o Jesu! bey diesem heiligen Entschluß, und laß mich ihn durch deine Gnade vollbringen. Und wohl mir, wenn ich diese Bedingung erfülle! Dann darf ich hoffen, daß mir mein Gott, um deines Lei dens und Sterbens willen, alle meine Sünden vergeben wird, und nur dann werde ich von ihm, als meinem durch dich verföhnten Vater, Segen, Heil und Leben mit froher Zuversicht erwarten kön nen. Amen! € 2 35 Gebet 68 Gebet für bie, welche das erstemal 35. Gebet für die, welche das erstemal zum heiligen Abendmahle gehen wollen. o bin ich denn, o gütigster Gott, durch deine Gnade so weit gekommen, daß ich des heiligen Abendmahls zum erstenmahl theilhaftig werden soll! Dafür danke ich dir, bester Vater, von ganzem Herzen. Denn du haft den Unterricht, welcher mir aus deinem seligmachenden Worte ertheilet worden ist, so gesegnet, daß ich nunmehr von meinem Glaus ben Rechenschaft geben, und aus innigfter Ueberzeus gung fagen kann: wohl mir, daß ich ein Christ bin: Ja, wohl mir! Denn ich sehe ein, daß der Weg, welchen die chriftliche Religion mich gehen heißt, der beste Weg ist, der mich unmöglich anders wohin, als zu einem wahren und ewigen Heile führen kann. Eben darum glaube ich fest, daß dieser Weg von dir, o du Gott der Wahrheit, sey, und darum will ich Feinen andern Weg gehen, als diesen. O mein Gott, erhalte mich auf diesem guten Wege, und laß mich nicht von demselben abweichen! Durch deine segensvolle Gnade, o Gott, habe ich jetzt in der Erkenntniß meiner Religion so zugenom men, daß ich für tüchtig erkannt worden bin, zu dem Genusse des heiligen Abendmahls gelaffen zu werden. O bewahre mich vor der irrigen Meinung und vor dem Selbstbetruge derer, welche sich einbilden, daß Die Erlernung des Chriftenthums sich mit dem ersten Genuffe des heiligen Abendmahls endige. Gieb, daß ich das, was ich bisher durch deine Gnade und durch den treuen Unterricht derer, welche mich zum Chris stenthum angewiesen haben, erlernt habe, nicht nur nicht vergesse, sondern durch eigenen Fleiß täglich vermeh 4.20 zum heiligen Abendmahle gehen wollen. 69 vermehre, damit ich in der Erkenntniß des Heils immer wachse und zunehme. Der Unterricht, welcher mir bisher von meiner Religion gegeben worden ist, wurde mir nicht bloß dazu ertheilet, daß ich zum würdigen Genuffe des heis ligen Abendmahls geschickt und tüchtig werden möch te, sondern, daß er mir zu einer Richtschnur meines ganzen künftigen Wandels dienen sollte. Oso gieb denn, mein Gott, daß ich von nun an und so lang ich lebe, in der Wahrheit wandle und meine ganze Gesinnung und Aufführung so einrichte, wie es einem Christen gebühret, der von der Wahrs heit und Vortreflichkeit seiner Religion überzeugt ift. Gieb, daß die christliche Lehre, in welcher ich bisher unterwiesen worden bin, mir nicht bloß in dem Ges dächtnisse bleibe, sondern auch mein Herz heilige, und mich zu einem wahrhaftig frommen Wandel erwecke und antreibe. Gieb, daß mein Glaube sich dadurch thätig erweise, daß ich dich über alles, und meinem Nachsten gleich als mich liebe, in die Fußstapfen meines Erlösers trete, und mich von der Welt unbefleckt erhalte. Gieb, daß meine Begierde fromm zu seyn und dir zu gefallen, sich nicht auf diesen gegenwärtigen Zeitpunkt einschränke, in welchem ich mich zu dem würdigen Genusse des heiligen Abendmahls vorbereite, sondern daß ich den feflen und unveränderlichen Vorfa faffe, diejenigen Empfindungen und Gesinnun gen, welche zu dem würdigen Genusse des heiligen Abendmahls erfordert werden, stets in meiner Seele zu unterhalten, und mit standhafter Treue alles bas zu beobachtin und zu erfüllen, wozu ich mich jest ben dem Gnadenmahle meines Erlösers verpflichte. € 3 Ich Gebet für die, welche das erstemal Ich sehe jetzt mit innigster Reue und Betrübniß auf die vielfältigen Sünden zurück, welche ich bis her begangen habe. Unbedachtsamkeit und Muth willen haben mich zu mancher Thorheit verleitet, zu mancher strafbaren Vergehung hingerissen, welche ich jetzt bereue. Hauptsächlich krånket und betrübet mich hierben dieser Gedanke, daß ich durch diese meine Sünden dich, meinen besten Vater und Wohl thåter, beleidigt und mich der schåndlichsten Undanks barkeit gegen dich schuldig gemacht habe. Ach! wie würde es mir gehen, wenn du mir diese meine Sün den zurechnen, und mich mit den zeitlichen und ewi gen Strafen heimsuchen wolltest, die ich durch meine unzählige Sünden verdienet habe! O gedenke nicht der Sünden meiner Jugend, und meiner Uebertre tungen, deren ich mich jetzt schåme, und die ich auf das innigste bereue: gedenke aber meiner nach deiner großen Barmherzigkeit, um deines eingebohrnen Cohnes willen, den du auch für mich in den Tod gegeben haft. Er ist auch um meiner Missethat wils len verwundet, und um meiner Sünde willen zers schlagen worden. Auch meine Strafe lag auf ihm, auf daß ich Friede håtte und durch seine Wunden geheilet würde. Dies glaube ich von ganzer Seele, und dieser Glaube tröstet und beruhiget mein nach deiner Gnade schmachtendes Herz. Diesen Glau ben will ich jetzt durch einen würdigen Genuß des heis ligen Abendmahls stårken, und mir daben das ganze Verdienst meines göttlichen Erlösers auf das neue zueignen. Hier empfange ich mit dem gesegneten Brod und Wein den Leib und das Blut meines für mich gefreußigten Erldsers, als die zuverläßig ften Unterpränder meiner Begnadigung. Ach! mache mich 70 zum heiligen Abendmahl gehen wollen. 71 mich durch deinen Geist tüchtig und geschickt, dieses Gnadenmahl würdig zu empfangen! Bewahre mich) ben dieser so heiligen und so wichtigen Handlung vor aller leichtsinnigen Zerstreuung meiner Gedanken, und gieb, daß ich hierben nicht bloß auf ein dußerliches anständiges Verhalten denke, sondern dieses meine Hauptsorge seyn laffe, diejenigen Empfindungen und Entschließungen in meiner Seele zu erwecken und zu unterhalten, ohne welche man dieses Mahl der Gnade nicht würdig genießen kann. Gieb, daß ich hierben voll aufrichtiger Reue über meine begangene Sünden, mir das versöhnende Leiden und Sterben meines Er lösers auf das lebhafteste zueigne, und fest glaube, er habe seinen Leib auch für mich in den Tod gegeben, er habe sein Blut auch für mich vergossen. Laß mich dadurch nicht nur in meinem Gewissen beruhiget, sondern auch zu der lebhaftesten Dankbarkeit gegen dich und meinen Erlöser erwecket und auf das kraftigs fte angetrieben werden, mein ganzes künftiges Leben chriftlich hinzubringen. Ogieb, daß der heilsame Eindruck, welchen meine erste Communion durch deine Gnade auf meine Seele machen wird, dauers haft sey; daß mein dadurch gestärkter Glaube nimmermehr wanke, und daß ich mich Kraft dieses Glaubens unaufhörlich übe, ein unverleßtes Gewiffen allenthalben vor dir und dem Menschen zu bewahren. Ohne deine Unterstügung würde ich das freylich nicht vermögen. Ich bin schwach, und noch in den Jah ren, da man den Blendwerken der Eitelkeit und der Thorheit, und den Versuchungen zu einer fleischlichen Gesinnung am meisten ausgesetzt ist. Behüte mich) daher, o mein Gott, vor allen Verführungen der Welt und meines eigenen Herzens. Und wenn ich in C 4 Ver Beicht. Versuchungen gerathe, so hilf mir ihnen standhaft widerstehen, damit ich weder durch meine eigenen Lüs fte, noch durch Anderer Beyfpiel und Zureden ins Verderben gestürzt werde Ja, Herr, erhalte mein Herz bey dem einigen, daß ich dich nach der Anweis sung, die ich aus deinem Worte erhalten habe, kind. lich liebe und stets in deiner Wahrheit wandle. So werde ich aus eigener Empfindung inne werden, daß niemand rubiger leben und freudiger sterben kann, als ein wahrer Christ. Amen! 72, 36. Beicht. llwissender und allgegenwärtiger Gott, der du bas Herz prüfest, und dem die Aufrichtigkeit ange nehm ist! Ich bereue alle Sünden, welche ich bis her begangen habe, und bitte dich um die Vergebung derselben. Du hast ja deinen eingebohrnen Sohn auch für mich leiden und sterben lassen. Ich glaube von ganzer Seele an ihn, als meinen Erldser. In diesem Glauben, der allein mein Herz beruhigen kann, will ich mich abermals durch den würdigen Genuß des heiligen Abendmahls stårken. O segne dieses mein Vorhaben, und verleihe mir die Gna de, daß ich, durch den würdigen Genuß dieses heis ligen Gnadenmahls beruhigt, erquickt und gestärkt, Dir mit neuem Eifer diene und christlich lebe. Gieb, daß auch jetzt das troftvolle Wort, welches mit Dein Diener in deinem Namen verfündigen wird, einen tiefen Eindruck auf meine Seele mache. Amen! 37. Gebet Gebet nach der Beicht. 37. Gebet nach der Beicht. Robe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Löbe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Der dir alle deine Sünden vergiebt, und heis let alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Vers derben errettet, und dich mit Gnade und Barmherzigkeit krönet! Wer vermag die Langmuth und Ge buld unsers Gottes auszusprechen? Er ist der gute Vater, den des verlohrnen Sohnes jammert, der ihn mit Freuden zu seinem geliebten Kinde wieder auf nimmt, wenn er in sich geht, und mit Erkenntniß feiner begangenen Missethaten, mit Reue über dieselben, zu ihm zurückekehrt, und um Vergebung bittet. Dieß habe ich jetzt zu meinem Trofte erfahren. Ich hatte mit meinen Gedanken, Worten und Wer ken unzählbare Sünden wider dich, meinen höchsten Herrn und liebenswürdigsten Wohlthåter im Himmel, begangen. Ich kam zu dir, im festen Vertrauen zu deiner unendlichen Barmherzigkeit, und zu der versöhnenden Kraft des Todes Jesu. Ich seufzte: Vater! ich habe gesündiget vor dir; ich bin fort nicht mehr werth, daß ich dein Kind heiße. Vergieb mir meine Schuld, Gott mein heiliger Richter! Dein Blut, Herr Jesu! mache mich rein von aller meiner Sünde! -73 Auf mein sehnliches Gebet ließest du, Gott mein Herr und Richter! Gnade für Recht bey mir erges hen. Du gabst mir in deinem Worte die troftende väterliche Versicherung: fürchte dich nicht, dir sind Deine Sünden vergeben! Sep getroft, du sollst nicht sterben, sondern leben! Gott € 5. Gebet nach der Beicht. Gott Vater! Anbetung, Preis und Ehre sendir, daß du mir, nach deiner unendlichen Barmherzigkeit, alle meine Schuld erläffeft, und in Jesu Christo Fries den mit dir schenkest. Herr Jesu Christe, mein Hei land und Fürbitter! Anbetung, Preis und Ehre sen dir, daß du die Versöhnung für meine Sünde ges worden bist, und mich zur Rechten Gottes vertrittst. Ewiger, heiliger Geist Gottes! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß du meinem Geifte das Zeugniß giebst, ich sen Gottes Kind. Nun habe ich Frieden im Gewissen. Nun habe ich Freudigkeit zu Gott; ich rufe mit kindlicher Zuversicht zu ihm das Abba, lieber Vater! Ich sage getroft: wer will die Ausers wählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht machet! Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; ja vielmehr der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns! 74 Hochgelobter Gott! Vater, Sohn und heiliger Geift! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, jetzt und in Ewigkeit, daß du mich so hoch begnadiget haft. Ad)! wie freuet sich mein Herz über deine unauss sprechliche Wohlthätigkeit, find mein Mund froh.. locket über dein großes Erbarmen. Erwecke meine Seele, daß sie dich dafür immer erhebe. Ich wäre das undankbarste Geschöpf, wenn ich deine Barinherzigkeit, mit der du mich zu deinem Kinde wieder angenommen, je vergessen könnte, wenn ich für die neugeschenkte Gnade dir nicht von ganzem Herzen. dankbar wäre. Laß mich diese Gnade nie wieder Durch vorsägliche Sünden verliehren, sondern darinn bis an mein Ende verharren. Dir übergebe ich mich auf das neue zu deinem Dienste. Dir will ich les bens Gebet vor dem Gebrauch des 20. 75 ben, die mit einem heiligen Wandel auf Erden danken, dich einst mit verklarten Lippen ewig preisen. Amen! 38. Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. du ein Gedächt iß der Wunder deiner Liebe geſtiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setzteft du das heilige Abendmahl zum Trost deiner Verehrer, und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diese feyerliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchristen zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommnen Mittler zwischen Gott und Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu deinen Erlösten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heiland, zu danken! Wie Unwise send, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn! Wie unertråge lich würde mir die fast meiner Sünden, wie fürch terlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes senn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Wils len Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuch tet; aller Trost, der mich erquicket; alle Hoffnung, die mich belebet, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. 76 Gebet vor dem Gebrauche des ic. Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedicht niß seyn! Würde ich nicht der undankbarste, der nie Derträchtigste unter allen Sterblichen seyn, wenn ich dein vergaße; wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleich) gültigkeit an dich gedachte; wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebüh ren? Nein, göttlicher Erlöser! ich folge deiner lieb reichen Einladung mit Begierde nnd mit Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Vers ehrer zu bekennen, und es jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und meinen Ruhm halte, der Deinige zu seyn. Ich komme, als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu fuchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet haft. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feyerlich zu danken, mich dir zum Eigens thum aufzuopfern, und den heiligen Vorsag zu erneu ren, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. d) komme, meine Gemeinschaft mit allen Glaubigen zu anterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn! Erlaube nicht, daß ich bloß mit den Lippen zu bir nahe, aber mit dem Herzen fern von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreis ben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt, und ich auf das kräftigste bewogen werde, Die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Amen! 39. Ein Ein andres Gebet vor dem Gebrauche des 2c. 77 39. Ein andres Gebet vor dem Gebrauche des heiligen Abendmahls.. Mit Freuden trete ich vor deinen Thron, o Gott, und preise dich von ganzem Herzen, daß du mich diesen Tag haft erleben laffen. Es sey mir ein Tag der Wonne und des Segens! Du gütiger, liebreis cher Vater, wie mannigfaltig sind die Wohlthaten, die du uns schon hier in diesem Leben erzeigeft! Alles, alles wendest du an, uns zu einer seligen Ewigkeit vorzubereiten. Dein Wort belehret, ermuntert, tròstet und beruhiget uns, damit wir gebeffert und mit Muth und Freudigkeit ausgerüstet werden, alle Hindernisse, die uns unsre Reise nach dem Himmel schwehr machen, zu besiegen; und wenn unser Eifer dennoch erkaltet, so bist du unsrer Schwachheit schon durch ein andres Mittel zu Hülfe gekommen. Du ertheis left uns in dem heiligen Abendmahle die feyerlichsten Versicherungen deiner unendlichen Liebe, nach wel cher du deinen Sohn für uns in die Welt gesandt, und in den Tod dahin gegeben haft, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verlohren werden, sondern das ewige Leben haben. Was hättest du mehr zu unsrer Geligkeit thun können! Wie könnten wir stärkere Versicherungen dieser deiner unendlichen Liebe erwars ten, als die, daß wir den Leib, den dein Sohn für uns in den Tod gegeben, und das Blut, welches er für unsre Sünden vergessen hat, selbst empfangen sollen! Was könnte uns stärker zum frohegen Danke, zur feurigsten Gegenliebe, zum redlichsten Eifer ers muntern, die billigen Bedingnisse zu erfüllen, unter welchen du uns Gnade und Himmel schenken willst! Mit gerührtem, dankerfülltem Gemüthe nehme ich auch) 78 Noch ein Gebet vor dem Gebrauch auch heute diefe grofe Wohlthat an. Bewahre mich vor Kaltsinnigkeit und allen Zerftreuungen, die mich hindern könnten, meine Gedanken zu sammeln. Ers fülle meine Seele mit allen den Empfindungen des Danks und der Gegenliebe, und mit allen den frommen Entschließungen, womit eine so große Wohlthat erkannt und angenommen werden muß. Versiegle in mir den Trost, daß auch mir meine Sünden verges ben find; daß auch ich an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil habe, und durch ihn gerecht und selig seyn werde. Ich will mich aufs neue deinem Dienste widmen, und mich auf das lebhafteste zur Erfüllung der Bedingungen, unter wels chen du mir diese unschågbaren Bortheile anbieteft, verpflichten. Ach! schenke mir selbst Kraft und Stárs ke, mein Gelübde zu erfüllen. Ich verlaffe mich auf deinen Beystand; segne mich, mein Gott! Ich taffe dich nicht, du fegnest mich denn. Und du, mein göttlicher Mittler, nimm hin mein Her, welches du dir so theuer erkauft haft Du bist mein, ich bin Dein; nichts, auch der Tod foll uns nicht scheiden. Laß das Band zwischen dir und mir auch heute befes ftiget werden, und gieb, daß ich deinen Leib und dein Blut würdig empfahe. Amen! 40. Noch ein Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Herr Jesu Christe, erhabner göttlicher Mittler! der du in der letzten Nacht deines Lebens zum Andenken deines blutigen Todes, zur Erinnerung der von dir gestifteten Versöhnung, und zum Mittel der allergenauesten Vereinigung zwischen dir und deinen Glaus des heiligen Abendmahls. 79 Glaubigen, das hochwürdige Mahl deines Leibes und Blutes gestiftet haft: ich danke dir mit gerührtem Herzem für diese deine unaussprechliche Liebe, und bitte dich demüthiglich, mache du mich selber durch deinen heiligen Geist geschickt und bereit, von diesem gesegneten Brod und Wein auf eine dir gefällige Weise zu effen und zu trinken, und dabey deinen Tod mit glaubigem dankbarem Herzen zu verkündigen. Du hast dich unter dem Gefühl unbeschreiblicher Seelenpein, nach stiller Erduldung vieler schmählicher Mishandlungen und empfindlicher Schmerzen, für mich und alle Menschen in den Tod gegeben, und dein theures Blut vergoffen, zur Vergebung der Sünden. Du willst nun durch dieses heilige Mahl mir die Gnade Gottes und die gewisse gånzliche Befrenung von aller Strafe der Sünden bersichern, ja dich selbst mir zum Unterpfand der ewigen Seligkeit geben. Ach! wie kann ich diese große Liebe genug bewundern und preifen! Meine Seele erhebe den Herrn! mein Herz freue sich Gottes, meines Heilandes! Er, der ers habne Sohn Gottes, kommt zu mir, verbindet sich mit meiner durch sein Blut erlößten Seele; wirket in mir durch seine Gotteskraft, wie er in und bey seinen Jüngern wirkte, als er gegenwärtig bey ihnen sprach: Nehmet bin, und effet, das ist mein Leib! Trinket alle daraus, das ist mein Blut! Ich halte mich an diese deine theure Verheisung, o du Wahrhaftiger! Ich nehme mit voller Zuversicht auf dein Wort, was du mir giebst. Ich verbinde mich mit dir im Glau ben und in der allerfüffesten Liebe. Herr Jesu! mein Erretter von der Sünde, mein göttlicher Lehrer, mein höchstes Vorbild in allen Tugenden, mein geliebtester Seelenfreund, am Stamme des Kreuges für mich 80 Gebet bey dem Genuffe mich getödtet! o nimm hin zum Dank mein ganzes, dir ergebnes Herz! Nie will ich deine Liebe vergess sen; gerührt in dem Innersten meiner Seele durch die Bunder der Erbarmungen, die du für mich und an mir gethan haft, dir recht oft frölich danken; deis nen Namen durch einen unbefleckten Wandel verherr. lichen; in dir und deiner Vereinigung die hochste aller Freuden suchen und finden. Komm nun, mein gotts licher Freund, heilige mich zu deiner Wohnung, zu einem Tempel der Gottheit; ftårke, belebe, erhalte mich im Glauben und in allen christlichen Tugenden bis an mein Ende, jum ewigen Leben. Amen! Amen! 41. Gebet bey dem Genusse des heiligen Abendmahls. Herr, mein Heiland! Ich komme jest mit einem Herzen, das sich deiner freut und tröstet, zu deinem Abendmahle: denn es versichert mich von deis ner auch für mich vollbrachten Erlösung Gieb, daß ich es in wahrem Glauben halte, und dir für dein Leiden und Sterben mein Lebenlang in treuem Ges horsam recht dankbar seyn möge! * err Jesu! Du bist das Brod des Lebens. Wer zu dir kommt, den wird nicht hungern; und wer an dich glaubet, den wird nimmermehr dürften. Mit tiefer Empfindung meiner Unwürdigkeit komme ich zu. dir. Stärke und erquicke mich durch dein heiliges Mahl. Dein Mahl sey mir ein Mahl des Lebens, eine stårkende Beruhigung gegen die Menge meiner Günden, eine Kraft zur Heiligung und Besserung meiner Seele! Gott des heiligen Abendmahls. 81 & ⁰ ott ist hie, der gerecht macht! Ja, mein Gott! du bist bey dem Mahle deines Sohnes mit bes fonderer Gnade zugegen. Da fpeisest du alle würdigen Gäste mit den reichen Gütern deines Hauses, und trånkest sie mit Wollust, als mit einem Strom. Laß mich Theil an deiner Gnade finden Rechne mir meine Sünden nicht zu, sondern eigne mir die Ges rechtigkeit und das Verdienst deines Sohnes zu. Laß mich sehen und schmecken, wie freundlich du bist, daß ich dich mit freudigem Munde loben könne.! 42. Bey dem Empfange des Leibes Chrifti. Habe Dank, mein Heiland! daß du deinen Leib zum Tode dargebracht hast. Hilf, daß ich mich dir wiederum mit Leib und Seele zum Opfer ergebe, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey! 43. Ben dem Empfange des Blutes Christi. ( en gelobet, mein Heiland, daß du dein Blut auch zur Bergebung meiner Sünden vergoffen hast. Es reinige fortan immer mehr mein Gewissen von allen Untugenden und sündlichen todten Werken, zum Dienste des lebendigen Gottes! 44. Unmittelbar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Ich lebe; aber doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir! Christus ist mein Leben. Wie felig bin id), wenn du in mir lebest, göttlicher Heiland! 82 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. land! Ich bin mit dir durch den Glauben vereinigt. Ich bin dein: denn du hast mich theuer erkauft. Du bist mein. Ich umfasse dich im Glauben. Nies mand soll uns scheiden. Ach! laß mich dir getreu, bis in den Tod getreu verbleiben! Erhebe dich, mein Geist, zu deinem Gott empor, und danke dem Herrn für seine unaussprechliche Gnade, der dich gewürdiget hat, seinen Bund auf eine so feyerliche Weise mit dir zu erneuern. Möchte ich doch, o Jesu, von nun an tåglich in dankbarer Erinnerung an den erneuerten Eid der Treue leben! Gieb, daß ich das, was ich dir jetzt bei deinem Gnas Denmahle angelobet habe, niemals vorsäglich brechen, sondern demselben aufs möglichfte nachkommen möge. Laß mich dir von nun an in Heiligkeit und Gerech tigkeit dienen, bis ich dereinst nach vollendetem Pil grimslauf in deine ewige Herrlichkeit aufgenommen werde. * Here! err! thue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige! Ich danke dir, Lobe deinen Namen, daß er so tröstlich ist. Ich habe Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem heiligen Geist. O wie selig ist der Besitz deiner Gnade! Wie machtig ist die Kraft deines Abendmahls! Meine Seele ist nun genesen. Ich habe geschmecket und gesehen, wie freundlich du bist. Sen gelobet uud gepreiset für deine Treue und Barmherzigkeit immer und ewiglich! 45. Danks Dankgebet nach dem heiligen Abendmahle. 83 45. Dankgebet nach dem heiligen Abendmahle. err Jesu Christe! wie kann ich deine groffe Güte aussprechen und preisen, die du mir jetzt haft lafsen wiederfahren. Du hast mir dich selbst mit allem, was dein ist, und was du durch deinen Tod erwors ben haft, geschenket und gegeben. Nun bin ich der Liebe und Huld deines himmlischen Vaters, der gnås digen Vergebung aller meiner Sünden, und der seligen Auferstehung meines Fleisches ganz gewiß! Und so gewiß werde ich in ewiger Freude und Seligkeit mit Leib und Seele ben dir seyn, so gewiß du von den Todten erstanden und gen Himmel gefahren bist. Denn darauf hab ich deinen Leib und dein Blut em pfangen, und nun soll mich nichts von dir scheiden in der Welt, weder Freude noch Leid, weder Freund noch Feind, weder Leben noch Tod, weder Hohes noch Tiefes, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges. Herr Jesu! Du bist mein und ich bin dein; der Sünden Feind will ich seyn, und dir leben und sters -ben. So laß dir nun das Dankopfer meines Hers zens und Mundes gefallen, bis ich einft zu dir komme, und dich in der Ewigkeit würdiger preise. Amen! 46. Ein anders. ch danke dir, Herr Jesu Christe! daß du mich durch diese heilsame Gabe deines Leibes und Blutes erquicket hast, und bitte deine Barmherzigs keit, daß du mir solches gedeihen laffest zu einem starken Glauben gegen dich, und zu brünstiger Liebe gegen meinen Nächsten; zu chriftlicher Geduld in fa allem 84 Erneuerung des guten Vorsatzes nach allem Leiden, zu schuldigem Gehorsam im Leben und Tod, der du mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes, lebest und regierest immer und ewigs lich. Amen! 47. Erneuerung des guten Vorsatzes nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. o habe ich denn, mein Gott und Heiland, mich heute aufs neue mit dir verbunden. Ich habe deinen Leib und dein Blute mpfangen; ich habe deine Liebe und Gnade empfangen. Bewahre mich, mein Erlöser, daß ich dieses Glück nicht wieder verliehre. Id erkenne es, wie sehr ich verbunden bin, dir mein Ich ganzes Leben zu widmen. Ich kann nicht zufrieden, nicht glücklich seyn, wenn ich noch der Sünde diene; ich kann dein Eigenthum nicht seyn, wenn ich noch vorsägliche Lafter begehen kann. Solltest du darum fa piele Marter, Angst und Schmerzen erduldet has ben, damit ich desto sorglofer meinen Lüften folgen könnte Fern sey es von mir, diesen verruchten Ge danken je in meine Seele kommen zu lassen! Das hieße dich låffern, und dein Verdienst schmähen. Nein, ich darf nicht lieben, was du haffeft; ich muß vielmehr so gesinnet seyn, wie du, mein edelmüthiger Freund, wenn ich deiner höchsten Gewogenheit nicht ganz unwürdig seyn soll! Und so schwöre ich dir denn, wie ich schon feyerlich gethan habe, aufs neue und aus dankerfüllter Seele, Liebe und Gehorsam zu. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Was ich jest lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebet, und sich selbst für mich dargegeben hat. Ich will die vers dem Genuffe des heiligen Abendmaßls. 85 vergånglichen Lüfte der Welt fliehen; du wirst mich stärken, alle Reigungen derselben zu besiegen; denn deine Liebe ist stärker als der Tod. Ich will, als dein Erlöseter und Jünger, deinen edlen, tugendhaften Sinn annehmen. Die kann ich deine Liebe nicht vergelten, in Ewigkeit nicht vergelten, aber meiner nothleibenden Brüder mich erbarmen, Bekümmerte erfreuen, Dienstgefälligkeiten erweisen, in meinem Berufe nützlich werden, Fehltritte verzeis hen: dazu wird es mir nie gånzlich an Gelegenheit und Vermögen fehlen. Mit Freuden und willigem Herzen will ich dir diesen Beweis meiner Dankbar keit geben, der dir so wohl gefällt. Reinen meiner Mitmenschen will ich haffen, verachten und frånken, denn sie sind alle in deinen Augen eben so gut als für achtet als ich, und du haft für sie eben so theuer ges mich dein theures Leben aufgeopfert, und dein Blut vergoffen. Erhaben, göttlich groß ist beine wohls thätige, allgemeine, großmüthige Menschenliebe! Dies sey das Muster, nach welchem mein Herz ge bildet werde. Erreichen werd ich es nie, ich kenne meine Schwäche: aber so nahe will ich ihm zu kommen suchen, als es nur immer in dieser Schwachheit, und nach meinen Umständen seyn kann. Auch meine Gemächlichkeit, meine Ruhe, und meinen eigenen Nuken will ich dem gemeinen Wohle meiner Brüder aufopfern. Und wenn mir meine redlichsten Bemůs hungen mit Undank vergolten werden; wenn man mich um guter Thaten willen verachtet und verspote tet: so will ich mir es für die größte Ehre schätzen, um der Wahrheit und des Guten willen zu leiden. Mit Sanftmuth will ich dem Verfolger begegnen; schweigen nill ich, wenn man mich schimpft; gedulf 3 dig 86 Erneuerung des guten Vorsages 2c. dig sey, wenn mich die Bosheit krånkt und verfcumdet. Glücklich, wenn ich mich eines guten Gewis sens, und deiner allerhöchsten Gnade getrösten kann, will ich, wie du, meinen årgsten Feinden großmüthig verzeihen, und beten: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Findet es mein himmlischer Vater für gut, mich mit wohlthätiger Ruthe zu züchtigen; so will ich mit Freuden die Züchtigung erdulden; sie wird zu meinem Besten gereichen, und mich nur aufmerksamer auf das wahre Wohl meiner Seele machen. Hier kann mein Glück nicht vollkommen seyn, ich muß erst geprüft und durch manche Proben bewährt werden, ehe ich vollkommene Freu den einernten kann. Du hast meine Entschließun gen gehört, mein Erlöfer! Du kennest mein Herz, und weißt, daß es mein aufrichtiger Wunsch und Vorsatz ist, sie ins Werk zu setzen. Aber du kenneft auch meine Schwachheit, und weißt, wie leicht ich hingeriffen werden kann, der Liebe, die ich dir schuldig bin, zu vergessen. O so stärke mich durch deinen Geist, und wirke auch das Vollbringen, nach dem du mir das Wollen gegeben hast Durch deis nen mächtigen Beistand wird es mir gelingen, den Entschießungen treu zu bleiben, die ich bey deinem Gnadenmahle aufs neue gefaßt habe. Amen! 48. Gebet bey Donnerwettern. ott, du allmächtiger Herr der Welt, der du große Dinge thuft, am Himmel und auf der Erde, Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich, wenn du den Himmel mit schwarzen Wolken verdeckeſt, und aus deinem heiligen Dunkel deine Blike leuchten und deine Donner hören läffest. Ich Gebet bey Donnerwettern. 87 Ich bete dich an, mein König und mein Gott! Ich ehre dich in deiner majestätischen Pracht, und freue mich, daß du daben auch die Liebe bist, und daß ich dich Vater nennen darf, meinen Bater, durch Jesum Christum. Wie groß ist deine Macht im Wetter, du Gott der Ehren! Du siehest die Erde an, so bebt sie: du rühreft die Berge an, so rauchen sie. Aber wie groß ist auch deine Weisheit und Gåte, welche unfrer Erde auch in Wettern wohlthut, die schwüle Luft von schädlichen Dünsten reiniget, die welkenden Gewächse erfrischet, und die schmachtenden Geschöpfe erquicket! Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.. Olaß mich jetzt mit kindlicher Ehrfurcht und Freude hinaufsehen nach deiner heiligen Höhe! Laß meine Andacht nicht seyn, wie das Gebet der Sünder und Heuchler, die im Wetter sclavisch zittern, aber bey heiterm Himmel dich vergessen und spotten. Ich weiß, daß du, mein Schöpfer, alle Dinge in der Welt zu Werkzeugen deiner Gerechtigkeit machen und zum Verderben der Sünder brauchen kannst; das Sandkorn eben so wohl, als den Blik einer Wetterwolke. Aber wenn ich nur immer fromm und gottesfürchtig wandle( und dazu gieb du reir Gnade!) alsdann kann ich mich jederzeit deiner Gnade freuen, die sich unser in Christo Jesu erbarmet, und keine Lust hat am Verderben des Sünders: alsdann kann ich den Trost haben, daß ohne dich kein Haar von meinem Haupte fällt; daß ohne deinen Willen kein Verderben meine Hütte, kein Schaden unsre Felder trifft; oder wenn du auch eine Prüfung über f 4 mich 88 Gebet bey Donnerwettern. mich) wollteft fommen lassen, daß doch alles zu mei nem Besten von dir wird gelenket werden. Hier bin ich denn, mein Vater! mit allem, was ich bin und habe, ergebe ich mich in deine gute Va terhand, und überlasse mich) deinem Schuße. Bes wahre mich und die Meinigen, und alle Menschen. Behüte die Früchte des Landes; und segne uns an Seele und Leib mit deinen Gütern. Gott, tröfte uns! Laß teuchten bein Antlig über uns, so genesen wir. Amen! 49. Ein andres. Großer und majestätischer Gott! Deine Stimme hören wir im Donner, und die Erde bebet, und die Grundveste der Berge reget sich durch deine Kraft. Du fåhrest daher im Wetter, und von deis nem Throne streuest du deine Blite auf die bange Welt. Dein verzehrend Feuer verkündiget deine Macht und Ehre; dein Donner erwecket uns, ju empfinden, daß dir niemand gleich sey; daß alle Welt dich fürchten müsse. Alles, unendlicher Herrs scher! ftehet zu deinem Befehl, und alle Dinge kannst du zu Werkzeugen des Verderbens gebrauchen, wenn du die Gottlosen strafen willst. Wie hängt nicht unfer Leben, und alles was wir haben, von dir ab! Wie nichts sind wir vor dir, wie gar nichts sind die Gewaltigen der Erde vor deiner großen Macht! Wie geschwind würde es um uns und um alles, was wir haben, geschehen seyn, wenn du uns verderben wolltest! Wir sind unter deiner Gewalt, Herr! laß uns nicht verderben! Du allein kannst uns vor den uns glück Gebet ben Donnerwettern. 84 glücklichen Wirkungen des Blizes behüten: so decke uns denn mit den Flügeln deiner Gnade, daß wir ficher bleiben. Strafe uns nicht in deinem Zorn, und züchtige uns nicht in deinem Grimm; fondern vergieb uns unsere Miffethat, Uebertretung und Sünde. Sieh auf deinen Sohn: durch ihn gieb uns ein kindliches Vertrauen, und in demselben einen feſten Muth, damit wir uns nicht knechtisch fürchten, noch wie die Unglaubigen zittern dürfen. Sollte uns, gerechter Richter, dein Gewitter heimsuchen: so gjeb den Unglů tlichen Kraft und Stårke, in dem allem, was du über fie verhångest, zu überwinden, und deine heiligen Rathschlüsse mit Gelaffenheit und Demuth zu verehren. Doch köns nen unsre herzlichen Seufzer dich rühren: so laß dies fes Wetter glücklich vorübergehen, und unsre Haus ser und den Segen der Felder nicht zu Grunde gerichtet werden. Dann soll unser durch die Stille des Himmels neubelebtes Her; deine schonende Langmuth mit Freuden preifen, und dir danken, daß du so wohl an uns gethan haft. Und indem du uns jetzt erinnerst, wie einft der Donner deine Ankunft zum Weltgerichte verkündigen werde: so erwecke und erhalte in uns die heilige Entschließung, deinen Namen allezeit zu fürchten, damit wir dereinst ohne Furcht, vor dir, dem gerechten und majestätischen Richter der Welt, erscheinen mögen. Amen! 50. Danksagung nach dem Ungewitter. u Herr, haft Großes an uns gethan, und aus Gnade den Schaden abgewendet, den dieſes fürchterliche Wetter håtte anrichten können. Lob und fs Dank 90 Danksagung nach dem Ungewitter. Dank bringt dir unser Herz: denn von dir allein und deiner våterlichen Erbarmung kommt diese Hülfe Stets wollen wir daran gedenken, daß du alles ge brauchen kannst, um uns deine Macht zu unserm Unglücke fühlen zu lassen. Immer wollen wir in deiner Furcht wandeln, auf deine heiligen Gebote se hen, und durch deine Gnade unser Gewissen vor der Schuld muthwilliger und vorsäglicher Sünden forg fältig bewahren. Immer wollen wir dich lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe. Das sind wir deiner schonenden Güte schuldig; diese christliche Gesinnung wird auch unsre Seelen mit Hoffnung, Ruhe und Muth erfüllen, wenn neue Gefahren drohen. Herr, immer sey uns deine Hülfe nahe, und deine mächtige Hand schüße uns. Amen! 51. Morgengebet eines Reisenden. Ilmächtiger Gott! du bist mit deiner unsichtbaren Kraft und Wirkung ben allen deinen Geschöpfen zugegen; du umgiebst uns an allen Orten, und fies heft alle unsre Wege. So schrecklich diese Wahrheit muthwilligen Sündern seyn muß: so tröstlich und erfreulich ist sie mir; fonderlich jetzt, da ich auf der Straffe leicht in Unglück gerathen, und am Leib oder Leben Schaden leiden konnte. Du hältst gewiß dei ne Hand über mir, daß mich kein Unfall treffen wird. " Wer unter dem Schutz des Höchsten ist, und unter dem Schatten des Allmächtigen wohnet, der spricht zu Gott: du bist meine Zuversicht und mein Trost; meine Hülfe fommt vom Herrn, der Himmel und " Erde gemacht hat." In diesem festen Vertrauen zu Morgengebet eines Reisenden. 91 zu deiner Macht und Güte( fange ich jetzt meine Reise an) seße ich denn mit getrostem Muthe meine Reise nun fort. Sen du mein Schuß wider alle Gefahren, die mir aufstoßen können. Sen du auch der måchtige Schuß aller der Meinigen, die ich zurücks gelassen habe; behüte sie vor Sünden und allen bes trübten Zufällen. Bringe mich gesund an den Ort, an den ich kommen w Ul. Segne meine Verrichtun gen, und laß mich alles, was ich vorhabe, in deis nem Namen thun. Laß mich an allen Orten vor dir wandeln, und von Herzen fromm seyn. Dich will ich für alle diese Wohlthaten tåglich loben und preifen; mein Leben vornemlich zu Verherrlichung deines Namens anwenden, und endlich), wann ich diese Pilgirmschaft geendiget habe, dir dort in meinem himmlischen Vaterland ewig Dank sagen. Amen! 52. Abendgebet eines Reisenden. Fürchte dich nicht: ich bin mit dir! Weiche nicht: ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir, ich erhalte dich durch eie rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Esa. 41, 10. Täglich erfüllst du diese tröstliche Verheißung an mir, o du getreuer an und dem heutigen Tag aus der Erfahrung gelernet, daß die, welche dich fürchten, kein Uebel trifft. Du wareft ben mir mit deiner unsichtbaren Kraft; du haft mein Leben und meine Gesundheit erhalten, meine Glieder zur Vollendung der Tagre se geſtårket, alle ( oder wenigstens große) Gefährlichkeiten von mir abgewendet, und mich die Ståte erreichen lassen, da nun mein müder Leib etwas ruhen und sich wieder ers quicken Abendfegen eines Reisenden. quicken soll. Nimm denn hin den demüthigen Dank für alle Barmherzigkeit und Treue, die du an mit gethan haft. Vergieb mir nur, geliebter Vater alle Schuld, wo ich mich irgend auf eine Art an di verfündiget haben mag. Laß, um Chrifti willen deine Gnade nicht von mir weichen. Bedecke mid mit deinem måchtigen Schilde wider alle Gefahren der Nacht. Laß mich den Morgen fröhlich wiede fehen, daß ich mit frohem Herzen rühmen und sagen könne: ,, Gott ist ben mit; ich bin ficher und fürcht mich nicht. Der Herr ist mein Licht und mein Heil: wovor sollte ich mich fürchten? Der Hert ist meines Lebens Kraft: wover sollte mir grauen? Seine rechte Hand schüßt mich: seine Güte leitet und segnet mich." Amen! das wollest du an mit gnådig erfüllen, um Jesu Christi willen. Amen! 53. Gebet nach der Reise. Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, daß ſie dich behüten auf allen deinen Wegen; daß sie dich auf deinen Händen tragen, und du deinen Fuß nicht. an einen Stein stoßest. Psalm 91, 11. 12. Celo elobet seyft du, treuer Gott, daß du diese deine Verheiffung auch an mir erfüllet; daß du mein Gebet erhöret hast, daß du mein Schuß auf allen meinen Wegen gewesen bist, und meine Reise zu ei nem guten Ende gebracht hast! Viele Gefahren haft du von mir abgewandt; ich gedenke jetzt, da ich in Cicherheit bin, mit einem gerührten Herzen daran. Der Unglücksfälle, die mir im Verborgenen drohe ten, die mir unbekannt geblieben sind, sind gewiß noch weit mehrere. Aber du hast mich immer behü tet, Gebet nach der Reife. 93 tet, und sicher zu den Meinigen geleitet. Ich froh locke jetzt: es ist gut, unter der Obhuth Gottes ste= hen, und sich seinen beschüßenden Händen voll Vertrauen überlassen. Diese Erfahrung, die ich nun aufs neue gemacht, stårke mich in meinem Glauben an deine Vorsehung. Allmächtiger Gott! laß ferner deine Augen über mich zum Schutz offen stehen: dein Seger sey allenthalben mit mir. Behüte meis nen Ausgang und Eingang, von nun an bis in Ewigkeit. Amen! 54. Seufzer eines Kranken. ater meines Lebens! Gott alles Trostes! du liebest mich doch noch, mein Gott, wenn ich gleich Beschwerden zu tragen habe! Laß mich doch deiner Vaterliebe nicht vergessen! Alles Leiden, das von dir herkommt, ist mir heilsam; um so viel heilsamer, is geduldiger ich bin. Wie viel mehr hätte ich zu leide verdient! Aber du bist barmherzig, und haft me ner schon tausendmal geschonet! Lieber also will ber banken, als ungeduldig seyn. am Ges Barmherziger Heiland, du weißt auch, was Sdh deis und Elend ist! zen und Krankheit. Du warest selbst voller Sch Wir haben an dir nicht et. Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben, soll. dern einen solchen, der versucht ist allenthalben, gleic wie wir. Auch bist du mit Kranken aller Art umgie gangen. Heilen und helfen und trösten war dein blit ständiges Geschäft. Auch jest noch bist du ein mitt leidiger Mittler; auch jetzt noch mächtig zu helfer und 94 Gebet eines Kranken. und zu trösten und alle Noth zu erleichtern; o Jesu Christe, gestern und heute und in alle Ewigkeit eben derselbe Wohl mir, wenn ich oft daran gedenke, wenn ich es recht herzlich glaube, daß dir meine Noth bekannt sen, daß du mich mit liebreichen, mitleidigen Augen ansehest! Ich lasse dich nicht, du segneft mich denn, du, der du nichts als segnen und lieben kannst in alle Ewigkeit. Amen. * * leb mir, mein Gott, durch meine Krankheit recht zu empfinden die Schwachheit und Zerbrechlich feit meiner Hütte; die Ungewißheit und Hinfälligkeit meines ohnedem kurzen Lebens! Lehre mich weislich mit meinen vielleicht noch wenigen Stunden und Au genblicken haushalten: Gieb mir in den Sinn, was ich noch in Ordnung zu bringen, noch Gutes zu vers richten habe, um ruhiger an dich denken und freu ger sterben zu können. Ja Herr, mein Vater, re mich bedenken, daß ich sterben muß, auf daß flug, auf daß ich weise werde zur Seligkeit, durch im Christum. Amen! Ge5. Gebet um christliche Geduld auf auf dem Krankenbette. Gebe meirendlich gütiger und barmherziger Gott, der bu nen der Arzt der Kranken, der Trost der Betrübten du d die Zuflucht der Verlaffenen bift! Ich bekenne Cid klage dir mit innigster Neue das große Verder Din meines Herzens, welches sich ben meiner anhal teenden Krankheit so oft durch Ungeduld, Mistrauent nand Kleinmüthigkeit reget. Vergieb es mir um Chri fti Gebet um chriftliche Geduld auf dem 2c. 95 fti willen, wo ich irgend durch) ängstliches Zagen und Murren mich an dir verfündiget habe, und schenke mir die Geduld, die mir so nothig ist. Laß mich oft an deine Verheißungen gedenken, und laß mich die Kraft derselben an meinem Herzen erfahren, damit ich mit fester Ueberzeugung glaube: du werdest meis ner nicht vergessen, du werdest mich nicht verlaffen, noch versäumen. Du willst nicht, daß ich mein ges genwärtiges( langes) Leiden gering schätzen, oder unempfindlich dagegen seyn soll. Aber gieb auch, daß ich dasselbe nicht als ein Zeichen deines Zorns und deiner Ungnade ansehe, sondern solches als eine weise und våterliche Züchtigung, so von deiner Hand kommt, verehre. Laß mich fest überzeugt werden, daß Diese Krankheit nach deiner weisen Fügung mein wah res Seelenheil und den christlichen Vorsag befördern muß, am meisten nach dem zu trachten, das droben ift. Gieb mir aber auch den freudigen Trost, daß du zwar Wunden schlågst, sie aber auch wieder heis left, und daß der Lohn derer, die in Trübfalen aushalten, groß senn wird. Erwecke mich daben, ime mer auf das Muster meines Erlösers zu sehen, der dir gehorsam war bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuße: damit ich nach seinem Exempel wahre Ges laffenheit und Geduld beweise, und von dir und deis ner Huld nicht geschieden werde. Amen! 56. Um Ergebung in den göttlichen Willen. Großer Gott, der du die ganze Welt, und die Schicksale eines jeden einzelnen Menschen mit der höchsten Weisheit regierest! ich bin überzeugt, daß auch diese Krankheit, auch diese Leiden, die mid betrof 96 Um Ergebung in den göttlichen Willen. betroffen haben, unter der Aufsicht deiner gnådigen Vorsehung stehen: so gieb denn Gnade, daß ich nicht meinem, sondern deinem Willen folge. Laß mich stets bedenken, daß dein Wille ein guter und gnådis ger Wille ist, der immer mein Bestes wähler. Ach! wie oft will mein Herz den Irrweg, und wie felten will es sich deine Wege wohlgefallen lassen! Ziehe mich zurück, wenn ich meinem eigenen Willen folgen will, und lehre mich, mich selbst verläugnen, meinen eigenen Neigung und Wünschen entfagen, und mich ganz deinen Fügungen unterroerfen. Verleihe, daß ich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen sage: Herr dein Wille geschehe! O wie ruhig ist meine Seele, wenn ich mich deinem Willen ergebe! Denn ich weiß, du wirst mir nichts gesche hen lassen, als was mir nüglich und heilsam ist. So schaue denn, großer Gott! hernieder auf mich, der ( die) ich hier vor dir liege; nimm mein Herz, und mache es so gefinnet, wie es dir wohlgefällig ist. Mit Freuven kann ich bis hieher sagen, daß deine Hand mich geleitet, daß dein Arm mich geschüßet, daß dein Trost mich erquicket hat. Nun o Hott! du lebest noch, deine Treue ist noch immer groß, und deine Was du willst, das ges Gure ist noch tåglich neu. schehe denn immer! Dir ergebe ich mich in findli chem Gehorsam, es sey zum Leben oder Sterben. Es gehe, wie es gehe, du, Vater in der Höhe, weißt doch zu allen Sachen Rath. Amen! 57. Gebet nach der Genesung. Großer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth Gebet nach der Genesung. 97 Demuth vor dir nieder, und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrus fest. Ich rief zu dir: ewiger Gott! ist es möglich, so friste mir mein Leben noch auf einige Zeit. Da erhörtest du meine Klagen, und sahest meine Thrånen an, und gabst mir Leben und Gesundheit wieder. O daß ich deine Liebe und deinen Beystand nach Würde genug erheben könnte! Jch bekenne es vor jedermann, daß ich die allein meine Genesung zu dans ken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühnng der Menschen ist ohne dich vers geblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen Aengsten versprochen! Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir misfallen kann; ich versprach, dir bis in den Tod treu zu bleiben. Gieb denn doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern pråge sie mir tief ins Herz, daß ich alle Tage meines Lebens daran gebenke, und alle meine Kräfte anwens de, um sie zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß mich von nun an dir leben. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten låsfest; denn diese ist ein ungeftumes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein kannst mich erretten. Gieb mir das nothige Licht, gieb mit Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt verachten möge. Sey dumir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sey mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt 98 Gebet nach der Genesung. anstatt eines Schwerdtes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. O Gott, so mancher ist nach erlangter Ge sundheit in das Verderben der Welt zurückgefallen, und hat seine vorige böse lebensart wieder angefan gen: und auch ich habe dir bey andern Gelegenheiten fo große Verheißungen gethan, aber fsie nicht erfüllet. Ach, sollte mir darum nicht bange seyn, daß ich die aufs neue untreu werden möchte! Ja, Herr, deine Gnade allein ist es, die mich davor bewahren kann. Nie komme mir doch die Ermahnung aus dem Sina ne: Siehe zu, du bist gefund worden, fündige hin fort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas årgeres wie derfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt le ben und Gesundheit wieder schenkest, ich doch einf aus dieser Welt werde weggehen müßen; ich weißes, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß der Him mel nur unser wahres Vaterland ist, und unsre Her zen und Begierden dahin gerichtet feyn müffen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich denn dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vor theilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir im mer ist, doch die Gesundheit und Heiligung meiner Seele mir noch weit wichtiger und angelegener sey weil ich ohne diese dein Angesicht nicht schauen und an deinem Reiche kein Theil haben kann. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Höre ihr Bitten. Stehe ihnen bey, und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weis heit für sie am ersprießlichsten findet. Hilf auch allen Denen, Seuffer eines Sterbenden. 99 denen, die du mit mir von ihrem Krankenlager aufstehen und die Sonne mit Freuden wieder erblicken låffest. Gieb einem jeden unter uns, daß wir weder deiner Wohlthaten, noch auch unsrer Versprechun Ben jemals vergessen. Erhöre, Vater im Himmel, mein Gebet, das ich mit innigstem Verlangen meiner Seele, und im Vertrauen auf deinen Sohn Jesum Christum zu dir thue. Amen! 58. Seufzer eines Sterbenden. Mein pein Jesu, der du für mich) gestorben bist, gieb, daß mich mein Tod zur unvergånglichen Freude des Himmels bringe! Deine erbarmend. Liebe, deine rettende Hülfe fuche ich. Es ist nur noch ein Schritt zwischen mir und dem Tode, und dann das Gericht. Stehe mir bey, daß ich selig sterbe. Vertritt mich mit deiner Fürsprache, daß mich kein verdammendes Urtheil treffe. Du zur rechten Gottes erhöhter Jesu! denke an mich, und laß mich bald mit dir im Paras diese seyn. Amen! Gelobet feyst du, mein Heiland! Sie gehen zu Ende, die Tage der Eitelkeit, der unvollkommenheit und der Plage. Ich sehe, im Glauben auf dein Vers dienst, den Himmel offen, in den du fiegend einges gangen bist, mir daselbst eine Ståte zu bereiten. Ach Herr! ich warte auf dein ewiges Heil. Laß mich bald genießen Freude die Fülle und liebliches Wesen ewiglich. Amen! 9 2 Komm 100 Seufzer eines Sterbenden. * Komm her, du Gesegneter( Gesegnete) meines Vaters! Komm, du frommer und getreuer Knecht! ( du fromme und getreue Magd!) ererbe das auch dir bereitete Reich. Ach so empfange mich, so rede mich an, mein Heiland! wann ich nun werde vor dein Antlig kommen. Zeige dich mir als einen Freund meiner Seele! Sterben ist mein Gewinn. Es ist beffer, außer dieser Hütte wallen, und daheim seyn bey dem Herrn. So nimm nun meine Seele, du holdester Freund, der du sie mit deinem Blute erkauft und von Sün den rein gemacht hast! Du lebst, mein Heiland! und ich soll auch leben. Ewig soll ich bey dir seyn. Deine Herrlichkeit soll ich sehen. Welch ein Trost für mein mattes Herz, in dieser schwehren Stunde! An dich will ich mich halten, wenn mich alles verläßt. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. * Gott! fende deine heiligen Boten, daß sie mich zu dir bringen. Kommet, himmlische Geister! Freun de der Menschen! Geleitet mich zum Himmel, zu Gott, zu meinen schon seligen Freunden. Erlöse mich, Herr! von allem Uebel, und hilf mir aus zu Deinem himmlischen Reiche! Mein Seufier eines Sterbenden. IOI Nein Gott! ich bin dein Kind, dein ausgeföhnte find. Mache mich nun auch zu deinem Erben, zum Miterben Jefu Christi. Laß mich dich sehen, we du bist, herrlich), gnädig, als meinen Vater. Later! ich befehle meinen Geist in deine Hånde! Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Du hast mio theuer mit deinem Blut und Tod erkauft, daß ich ein eigen fen, in dem Reiche deiner Herrlichkeit lebe und dir diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit: Ach! schenke mir nun das ewige Leben! Du höchster Tröster in aller Noth! Du Stärke der Schwachen, du Beystand der Sterbenden, vers laß nich nicht! Jetzt, jest stårke meinen Glauben, meine Liebe, meine Hoffnung, meine Geduld. Hilf mir meinen Kampf vollenden! Laß mich das verheis sene Kleinod erlangen! * Gottlob! mein Lauf ist vollbracht, mein Kampf gekämpfet! Ich glaube, ich hoffe, ich halte mich fest an dich, mein Gott! mein Erlöser, mein Beystand! Herr Jesu! nimm meinen Geist auf! Beye Verzeichniß der in dieser Sammlung enthaltenen Gebete. I. G ebet um recht und Gott wohlgefällig zu beten.• 2. Morgengebet auf alle Tage in der Woche. 3. Abendgebet auf alle Tage in der Woche. 4. Morgenbet am Sonntage. 5. Abendgebet am Sonntage.. 6. Morgengebet am Montage. 7. Abendgeber am Montage. 8. Morgengebet am Dienstage. 9. Abendgebet am Dienstage. 10. Morgengebet am Mittwochen. 11. Abendgebet am Mittwochen.. 12. Morgengebet am Donnerstage. 13. Abendgebet am Donnerstage. 14. Morgengebet am Freytage. 15. Abendgebet am Freytage. 16. Morgengebet am Sonnabend. 17. Abendgebet am Sonnabend. Seite 18. Ge 3 5 8 II 13 14 IS 16 18 19 20 21 23 24 26 48 27 da 28 Verzeichniß der Gebete. 18. Gebet vor dem öffentlichen Gottesdienste. 19. Das gewöhnliche Kirchengeber, welches nach der Predigt abgelesen wird. 20. Gebet nach dem öffentlichen Gottesdienste. 21. Am Feste der Geburt Jesu Christi. 22. Am neuen Jahre. 23. Danksagung für das Leiden Jesu. 24. Am Osterfeste. 25. Am Himmelfahrtsfeste. 26. Am Pfingstfeste. 27. Am Dreyeinigkeitsfeste 28. Am Michaelistage. 29. Am Bußtage. 30. Am Gedächtnißtage der Reformation 31. Selbstprüfung vor der Beicht. 32. Bußgebet vor der Beicht. 33 Bußgebet eines Christen, der sich auf, richtig befleißigt, immer besser zu werden. 2 2 24. Gebet um ein versöhnliches Herz. 35. Gebet für die, welche das erstemal zum heiligen Abendmahl gehen wollen. = 36. Beichte. 37. Gebet nach der Beicht. 38. Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. # $ 39. Ein 30 31 32 34 39 37 39 41 43 45 48 49 52 5$ 60 6+ 66 68 72 73 Verzeichniß der Gebete. 39. Ein andres Geber vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. 40. Noch ein Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls 41. Gebete ben dem Genuß des heiligen Abendmahls. F 42. Ben dem Empfang des Leibes Chrifti. 43. Ben dem Empfang des Blutes Christi.. 44. Unmittelbar nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. 45. Dankgebet. nach dem heiligen Abendmahl. 46. Ein andres. • 47. Erneuerung des guten Vorsatzes nach V dem Genuß des heiligen Abendmahls. 48. Geber bey Donnerwettern, 49. Ein andres. 50. Danksagung nach dem Uingewitter. 51. Morgengebet eines Reisenden. 52. Abendgeber eines Reisenden. 53. Gebet nach der Reise. 54. Seufzer eines Kranken. $ 5. Gebet um christliche Geduld auf dem Krankenbette. 16. Um Ergebung in den göttlichen Willen. 57. Gebet nach der Genesung. 48. Seufzer eines Sterbenden. 17. 78 80 81 80 81 83 88 84 86 88 89 50 91 92 93 94 95 96 99 12 yos s- bhail Juthig 3 Inches 1 Centimetres Blue 2 A.M.M. 3 4 Cyan 2 5 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black