1880 Gb 987 Gb 987 1869 Neues Gesangbuch zur Beförderung der öffentlichen und häuslichen Erbauung. Büdingen, im Verlag der Heller'schen Hofbuchbruckerei. IV Juhalt. VIII. Von der Sünde, Verderben und Elend des Menschen. IX. Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung der Menschen. X. Von der Person des Erldsers. XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 1. Adventslieder. 2. Weihnachtslieder. Vom Namen Jesu. 4. Von der Erscheinung Christi. XII. Vom Geschäfte und Wandel Jesu auf Erden. XIII. Bom Leiden, Tod und Begräbniß Christi. 5. Leiden Jesu vor dem jüdischen und römischen Gericht. 93 99 100.102 1. Erweckung zur fruchtbaren Betrachtung der Leiden Jesu. 5. Zur Treue und Beständigkeit. 6. Zum Troft und zur Beruhigung. 103 129 103.113 114-127 2. Das Leiden Jesu am Delberg. 3. Das Leiden Jesu bei seiner Gefangene nehmung. 4. Jesus von seinen Jüngern verlassen, von Petro verleugnet. 10. Begräbniß Jesu Christi. 87-92 130, 136 6. Kreuzigung Jesu Christi. 7. Letzte Worte des sterbenden Erlösers. 8. Tod Jesu am Kreuz. 9. Anwendung der Leiden und des Todes Jesu. 1. Zu Bußgefinnungen. 2. Zur Stärkung im Glauben. 3. Zur Gegenliebe und Dankbarkeit. 4. Zur Selbstverleugnung. 137 182 128 129 137-146 147 148 149 150 151 152 153-156 157-159 160-165 166 167 = 168-181 168, 170 171 172 173 176 177 178 179 180, 181 182 XIV. Von Inhalt. XIV. Von der Auferstehung Jesu Chrifti. 183.201 183-185 186 189 1. Gewißheit und Freude darüber. 2. Lobpreisung Gottes und Christi. 3. Jefu Auferstehung ein Beweis feiner göttlichen Sendung. 4. Erweckung zur geistlichen Auferstehung. 5. Trost und Hoffnung aus der Auferstehung Jefu Chrifti. 200 XV. Von der Himmelfahrt Jesu Christi und sitzen zur Rechten Gottes. XVI. Vom heiligen Geist und dessen Gnadenwirkungen. XVII. Vom Worte Gottes. V 190-123 194 1. Erweckung zur Freude darüber und Lobpreisung Gottes. 202-204 2. Erweckung zu himmlischen Gesinnungen. 205-208 3. Fürbitte Jesu zur Rechten Gottes. 4. Christus wird wieder kommen. 1. Hoyer Werth desselben. 1. Des Gefeßeb. 2. Des Evangeliums. 195-201 202*= 210 211 228 1. Freude und Lobpreisung Gottes darüber. 211-214 2. Um des heiligen Geistes Gaben und Beistand. 209 210 215 228 229-245 229-235 231 232 234 2. Lobpreisung Gottes für sein Wort. 236 237 3. Bitten zu Gott um würdigen Gebrauch desselben. 3* 238 245 XVIH. Von VI 100 XVIII. Von der Taufe. Inhalt. Bei einer Taufhandlang. Vor der Taufe eines oder mehrerer Kinder. Nach der Taufe Kinder. D FRI- GON XIX. Vom heiligen Abendmahl. Empfindungen solcher Kommunikanten, die von nun an als rechtschaffne Christen denken und handeln wollen. 2. Unmittelbar vor der Kommunion. 3. Bei der Kommunion. 4. Nach der Kommunion. 1. Bei der Vorbereitung zu Hause und in der Versammlung. XX. Von der christlichen Kirche. XXI. Vom Tod. 246-250 249 250 251 265 267: 279 1. Ihre Sicherheit unter Gottes Schuß. 267-270 2. Um Erhaltung und Ausbreitung der christlichen Religion und Kirche. 3. Das Glück ein Christ zu sein. XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 1. Gewisse Wiederkunft Jesu dazu. 2. Vom Weltgericht selbst. 251-255 256 257-263 263 266 1. Heilsame Betrachtung des Todes. 2. Warnung vor Sicherheit. 3. Beruhigung und Trost frommlebender Christen wider die Schrecken des Todes. 4. Ende des Frommen. 3 271-276 277-279 280-307 280-289 290-293 294-305 306-307 XXII. Auferstehung der Todten. 308 314 1. Gewißheit derselben. 307 309 2. Freude darüber und Lobpreisung Gottes. 310 311 3. Anwendung derselben zum Trost und zu frommen Gesinnungen. 312-314 315-323 315-317 318-323 XXIV. Von Inhalt. XXIV. Von der Ewigkeit. 1. Der Seligen für die Frommen. 2. Der Unseligen für die Gottlosen. Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 324-331 324-330 331 1. Von der Buße und Bekehrung. 332-335 1. Beschaffenheit derselben. Ermunterung dazu. Warnung für Aufschub. 332-336 337-348 354 3. Trost bei redlichen Besserungsbegierden. 349-353 4. Dankbare Empfindungen eines Bekehrten. 5. Bekümmernisse des Frommen über noch anklebende Sünden. 2. Empfindungen und demüthige Bitten eines erweckten und bußfertigen Sünders. VII 355 II. Vom Glauben u. seinen nächsten Folgen. 356= 367 1. Nothwendigkeit und seligmachende Kraft des Glaubens. 2. Kennzeichen und Wirkungen des ächten Glaubens. 3. Ulm Stärkung und Erhaltung des Lebens. III. Bom thätigen Christenthum oder von christlichen Gesinnungen und Hands lungen überhaupt. 1. Deren Nothwendigkeit. 2. Quelle guter Handlungen, Eigenschaften und Glückseligkeit frommer Christen. 3. Entschließungen zum Dienst Gottes durdy fromines Leben. 4. Bitten um wahres Christenthum. 4. Wider die Versuchungen zum Bösen. 6. Erweckung zur Beharrlichkeit und Wachsthum im Guten und der dazu nöthigen Wachsamkeit und Selbstprüfung. 4* 356-361 362 363 367 368394 368-371 374-375 376 378 379-384 385-388 389-394 ly. Christ. VIII Inhalt. IV. Chriftliche Gesinnungen oder Pflichten gegen Gott. 1. Erkenntniß Gottes. 2. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 3. Andenken und Freude an Gott. 4. Frommer Scheu oder kindliche Ehrfurcht vor Gott. 5. Gehorsam gegen Gott. 6. Vertrauen auf Gott. 7. 3ufriedenheit mit Gott und Ergebung in seinen Willen. 8. Vom Gebet. 385-552 395,512 395-397 398-402 403-406 4. Andere allgemeine Bitten zu Gott. 5. Besondere Bittgefänge. 1. Pflicht und Beschaffenheit des Gebets 1 auch Erweckung dazu. Um geistliche Wohithaten. Um leibliche Wohlthaten. 334,438 2. Kraft, Nugen und Segen des Gebets. 439 440 3 3. Das Gebet des Herrn. Um Gesundheit. Um Segen in Berufß und Nah, rungsgeschäften. 9. Lob und Dank, 407-411 412-413 414-424 425- 433 434-460 Um Rettung aus Noth und Gefahren. Allgemeine Fürbitte. 3. Lobs und Dankgesänge für alle Wohl, thaten überhaupt. 4. Der Lobgefang Marien. 5. Für geistliche Wohlthaten insonderheit Für leibliche Wohlthaten. 441,443 444: 451 452, 458 452,456 457,460 457 1. Pflicht des Lobes Gottes und Erweckung dazu. 2. Das Te Deum. 458 459 460 461-491 461,465 466 467 468 2 479 480, 485 486/491 Für Gesundheit. 486 Für Ernährung und irdischen Segen. 487 488 Für Errettung aus Noth u. Gefahrex. 489.491 10. Ges Inhalt. 10. Gemeinschaftliche Gottesverehrung. 1. Pflicht und Nugen des öffentlichen Gottesdienstes. 2. Würdige Sonntagsfeier. 3. Pflicht und Nugen des häuslichen Gottesdienstes. 11. Eidschwur und Heiligkeit desselben. 12. Pflichtmäßige Gesinnung gegen Jesum den Erlöser. 1. Preis für die Erlösung. 2. Glaubige Zuversicht zu Jesu. 3. Liebe gegen Jesum. 4. Nachfolge Jesu. 5. Jesus und sein Heil das einzige Noths wendige. V. Pflichten gegen uns selbsten. 1. Selbstliebe. 2. Selbsterkenntniß. 3. Demuth. Wider Stolz und Vermessenheit. 4. Sorge für die Seele. 5. Bewahrung eines guten Gewissens und dazu nöthige Wachsamkeit. 6. Sorge für den Leib und Erhaltung des Lebens. 7. Keuschheit und Mäßigkeit. 8. Arbeitssamkeit und Berufstreue. 9. Nechtes Verhalten gegen zeitliche Güter, Reichthum Ehre 2c. 10. Zufriedenheit und Genügsamkeit. 11. Verleugnung der Welt. 12. Gebuld im Leiden oder Troftgesänge. 15. Rechte Anwendung der Zeit und des Lebens. VI. Pflichten gegen den nächsten. 1. Menschenliebe. 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. IX 492-497 492 493,496 497 498-500 501-512 501: 503 504: 505 506 508 509.511 512 513-575 513-514 515 516-517 518-519 520-523 524-527 528-529 S 530 533 534-536 537-540 541-549 550 551-567 568 575 576-602 576-580 581 585 3. Sanfts X Inhalt. 3. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 4. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. 5. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 6. Freundschaft. VII. Glückseligkeit wahrer Christen. CO2 201 348 018 I. Lieder für besondere Zeiten. 1. Morgenlieder. CE1 2. SIA CIC 102 4. 5. Dritte Abtheilung. 0668 accad has 300 Morgenlied eines Kranken.se lote Abendlieder. Abendlied im Leiden. 3. Lieder beim Jahreswechsel. 1. Am neuen Jahrstage. 2. Am Geburtstage. Bei den vier Jahrszeiten. Zur Saat- und Erndtezeit. 1. Zur Saatzeit. 2. Um Gesegnung der Feldfrüchte. 3 11m Regen bei großer Dürre. Dank dafür. dan Houns 4. Um Sounenschein. Dank dafür.30 5. Dank für die Erndte 6. Bei sparsamer Erndte. 603- 610 Sistemes 586-592 593-597 598-600 601-602 611 658 3 Toim 611-624 625 626-635 636 637-644 637-642 643 644 645-648 649-658 649 650 651 652 653 654 655-657 658 II. Lieder für besondere Stände, Alterigay De und Geschlechte. 268-182 659-670 1. Für Inhalt. 1. Für Obrigkeiten. 2. Für Eltern und Kinder. 3. Für Herrschaften und Dienstboten. 4. Eines Alten. 5. Eines Jünglings. 6. Einer jungen Christin. 7. Einer Wittwe. 8. Einer Waife. III. Lieder für besondere Vorfälle. 1. Bei Trauung der Eheleute. 2. Bei der Konfirmation junger Christen. 3. Bei der Einführung eines Predigers. 4. Bei Reisen. 5. In allerlei Gefahren und Nöthen. 1. Bei schweren Gewittern. Nach dem Gewitter. 2. Bei Feuerßnöthen. Für Abgebrannte. Nach der Feuersgefahr. 3. In Wassersnoth. Nach geendigter Wasserbnoth. 4. In Kriegszeiten. Nach hergestelltem Frieden. 5. In Theurung. 6. Bei gefährlichen Seuchen. 7. In allgemeiner Noth überhaupt. 6. In Krankheiten. XI 659 660-663 664-665 666 667 671-714 668 669 670 671-672 673 674 675-676 677-690 Bei der Kommunion auf dem Krankenbette. 677 678 679 680-681 680 681 680 682 683 684 685 686 687 688 690 691-696 697 Nach XII. Inhalt. Nach erlangter Genesung. Fürbitte für alle Kranken überhaupt. 7. In Todesnöthen oder Sterbelieder. Fürbitte für einen Sterbenden. 8. Bei Sterbefällen. Chriftliche Trauer um Freunde. Beim Verlust eines frommen Freundes. Bei der Leiche eines Kindes. 9. Bei Begräbnissen. rántion BES 698 699 700-708 709 710-712 710 711 712 713-714 Allgemeine Allgemeine Lieder dem öffentlichen Gottesdienst. 1. Beim Anfang desselb. 2. Laß es uns sein troft omm, heiliger geist! Er- und licht, Herr, auf allen K füll die herzen deiner unsern wegen; Unsre starke gläubigen, Und entzünd' zuversicht Wenn sich noth in ihnen das feuer Deiner gött- und trübsal regen; Es vers lichen liebe; der du durch man- mehre unsre freuden, Bis nigfaltigkeit Der zungen Die wir von der welt abscheiden. völker Der ganzen welt verIn voriger Melodie. ſammelt haft In einigkeit des 4. Her! vor deinem angeSind wir ö Dei Mel. Vom Himmel hoch da. 2. Erbör uns gott, wir flehn anzubeten. Laß uns ohne an um licht, Versage bei dacht nicht, nicht ohn' ernst nen geist uns nicht, Laß uns ein haus beireten; Gib uns dein heilig wort verstehn, Und herzen, de dich ehren Christfreudig deine wege gehn. lich flehn, aufmerksam hören. 2. Laß bein seligmachend 2. Erleuchte unsere seele nun, Stärk uns und lehr uns wort Viele gute früchte bringen redlich thun, Nach deinem und durch seine fraft sofort Lief in unsre feelen bringen; Laß wohlgefallen, gott; Denn wir es unsern sinn erneuen, Unb sind dein jetzt und im tob. des irrthumns nacht zerstreuen. 3. Mach uns im glauben 3. Daß mit deinem work stark und frei von trägheit bekannt, Wir, was du befohund von heuchelei; Zu dienen len, üben; Dich und den, den dir die lebenszeit In Christu gefandt, Jefum Christum licher rechtschaffenheit. 4. höchster, unser Iob berzlich lieben! Daß fein leid und feine freude Uns von gesang Gefalle dir und unser dieser liebe scheide. dank, Bis wir vor deinem O throne fiehu, Und dann voll- 5. Liebster jesu! wir sind hier kommer dich erhöhn. Um dein göttlich wort Mel. Liebster Jesu wir sind yter. zu hören: Gib uns andacht 3. Gib herr, das dein theu- und begier Nach der wahrheit res wort Unsern geist theuren lehren, Daß die herzen heut so durchdringe, Daß es von der erden Ganz zu dir bann auch immerjort Frucht erhoben werden. in unserm leben bringe, daß es uns mächtig stärke vollbringung guter- werke. Und 2. Ohne dich bleibt der verZur stand Stes mit finsterniß umgeben; Drum so mach' uns 21 recht 2 Beim öffentlichen Gottesdienst. recht bekannt, Was uns dient M. Herr Jesu Christ dich zu uns. zum frommen leben. Gutes 8. vater send uns deinen denken, gutes üben, Kommt geist, Der, wie dein von deines geiftes trieben. wort es uns verheist, Mit sei3. Deiner wahrheit reines ner gnaden uns regiert Und licht Leuchte so in unsere seelen, uns den weg der Wahrheit Daß wir ihrem Unterricht Fol- führt. gen und das gute wählen. 2. Defn' uns zu deinem lob Lenke du gebet und lehre Uns den Mund und mach uns deizum heil und dir zur ehre. nen willen kund. Rühr unser Herz stärk den verstand So wird Mel. Vom himmel hoch da. 6. heiliger geist! laß uns dein nam' uns wohl bekannt. dein wort So hören 3. Bis wir einst, deinen enheut und immerfort, Daß sich geln gleich, dich preisen in der auch stets durch deine lehr himmelreich, und schauen dich Glaub', lieb und hoffnung in von angesicht In ew'ger freud' uns mehr. und sel'gem licht. 2. Erleucht uns huldvoll 4. Dir, gott, den erd' und durch dein licht, Versag uns himmel preist, Dir vater, deideinen beistand nicht. Tröst nem sohn und geist, Dir der uns in aller unsrer noth, Gib mit hülf uns gern erfreut, Sei Fraft zum guten bis in tod. lob und preis in ewigkeit. wort Hören und zu M. Liebster Jesu wir sind hier. 2 Beim Schlußdesselben. 7. Selig sind, gott! die dein 9. Höchster gott! wir danken dir, Daß du uns dein gleich bewahren. Drum laßwort gegeben. Hilf uns doch izt und immerfort Dieses glück nun, daß auch wir Nach demmir wiederfahren, Daß es mich selben heilig leben. Gib dem zum guten stärke und ich sei- glauben solche stärke, Daß ernen troft bemerke. thätig sei durch werfe. 2. Drück es fest dem herzen 2. Uns, o vater! lehrest du, ein, Und laß nichts es mir Was wir thun und glauben drauß rauben; Selig werd' ich sollen. Schenk uns.deine kraft denn schon sein, Auch bei ei dazu; Gib zum wissen auch nem dunklen glauben. Bis das wollen; Und zum wollen dereinst nach diesem leben, Hell- das vollbringen; So wird alles res licht mich wird umgeben. wohl gelingen. Erste Erste Abtheilung. Lieder über die Glaubenslehren. 3 I. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. Mel. Herzliebster Jefu was haft. 7. O sünder frag das nagen10. Ist auch ein Gott de gewissen: Ist wohl ein gott? wer darf noch also o fühl doch in den bisfen, Die fragen? Hört man nicht laute ou empfindest, fühl bei böser stimmen, die es sagen? Es zei fache Den berrn der rache. gen schrift, vernunft und krea turen Der gottheit spuren! 8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen, Oft leug2. Sich um dich her! sieh nets doch der mensch durch sein himmel, länder meere; Sieb betragen, Wenn er, als wär der geschöpfe unzählbare heere; fein gutt, in sünden wandelt, Schließ von dem bau und vom und gottlos handelt. verstand der geister Auf ihren 9. Du sagst: gott ist und kennt meister. mein ganzes leben. Bist du 3. D! sieh hinauf zu den ihm denn auch recht zum dienst gestirnten höhen, Wo welten ergeben? Ist dank und gegen sich in ihren kreisen drehen, liebe im gemüthe Für seine güte? Und von der bahn, ihr jahrs- 10. Im wobistand troßig, ziel zu erreichen, Kein paar- zagbaft in beschwerden, Vergöt breit weichen! terst du oft dinge dieser erden, 4. Sieh! wie die sonne jahr Machst gold zum troft, hältst und tage theilet, Wie auch der fleisch für deinen retter; Elende mond durch seine laufbahn ei- götter! werden! let, Und wie durch beide tag 11. O bilf uns, gott, doch und nacht auf erden Regieret deinen heiligen willen Mit redlichkeit und herzenslust erfüllen; 5. Was machts, daß diese Sonst werden wir beim ruhm ordnung stets vorhanden Und des glaubens lügen Uns selbst unverrückt jahrtausende bestan- betrügen. den? Kannst du der gottheit da- 12. Laß uns dein wort den ſein, kraft und wesen Nicht weg der wahrheit lehren, Uns darin lesen? zeigen, wie der mensch dich 6. Sieh, mensch, du edler muß verehren. Bis du uns unter freaturen! Sieb an dir einst zum himmel wirft erheselbst der gottheit flare spuren! ben, Bei dir zu leben. Kannst du mit wahrheit dich M. Wach auf mein Herz und singe. verständig nennen, und gott 11. gott! aus deinen werken Kann ich dein A 2 dasein 4 Erste Abtheilung. dasein merken; In allen krea- Wie jammervoll, wie fürchterturenFind ich der gottheit spuren. lich Wird unser Leben ohne 2. Das große weltgebäude dich! Dein ruhm und meine freude 2. Wenn du nicht bist, wer Ruft in viel tausend hören: trägt und hält Und wer regieGott ist, ihn mußt du ehren! ret dann die welt? Und wer 3. Wer sprach es, daß die sorgt für mein leben? Zu wem erde, und daß der himmel wer- soll sich mein lobgefang, Daß de? Wer sprach es, daß im ich einst ward, zu wem mein meere Des wassers fammlung dank? Daß ich noch bin, erhewäre? ben? Verhängniß oder ohnges 4. Wer ließ in jenen höhen fähr Wär dann mein gott! Das sternenheer entstehen? Wer und blind ist der! Dann wär hieß des donners brüllen Die vernunft und freiheit spott; welt mit furcht erfüllen? Und schreckenvoll wär mir der 5. Du bins, gott! deine tod! Gott, wahrer gott! Wie werke Erzählen deine stärkelgrau'n voll wird mir deine Und deine weise güte Dem welt, Wenn nicht dein arm sie achtsamen gemüthe. führt und hält. 6. Das würmchen in dem 3. Kann ohne dich ein glück ftaube, Die bunte raup am laube, erfreun, Für mich ein gut auf das gras, die schlanken halmen erden sein? Und kann ichs Sind deines ruhmes psalmen. froh genießen? Was hilft mir 7. Herr du bist hoch erho-' Freiheit und verstand? Ists ben, und ewig hoch zu loben; keine Wohlihat deiner hand? Wenn auch der fünder rotten Was nüßt ein gut gewissen? Dich leugnen und verspotten. Bist du nicht so erfreun fie 8. Laß alle, die dich kennen nie, Ein traum ist ihre lust, Und dich mit ehrfurcht nennen wie sie. Die erd' ist finsterniß; Und die dir fest vertrauen, kein licht Strahlt her von deiDein gnädig antliz schauen. nem angesicht. Kein himmel M. Herzlich lieb hab ich dich o Herr. jauchzt; Auf Erden opfert nie12. Web dem, der leugnet, mand dank Von anfang bis daß du bist, Unend zum niedergang. licher! sein leben ist Ihm leer 4. Ach wüst ich keinen gott, von edler freude. Sein wilder wohin Wollt ich vor starken lasterhafter blick Sehnt sich baffern fliehn? Wem klagt ich umsonst nach wahrem glück; ihr verbrechen? Der unschuld umsonst nach trost im leide, thränen, ihren tod Erhebe sich Die luft zu edlen thaten flieht. kein mensch, kein gott, An ihVor ihm, der seinen gott nicht rem feind zu rächen. Vor sieht. Nie fühlet sich sein herz schmach und ungerechtigkeit erfreut Von wonne der unsterb- Gäb nur das grab ihr sicherlichkeit. Gott, unser gott Wie heit. Mit ihrem hauch wird auch I. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. 5 auch ihr flehn Um recht und kein mensch kann kommen: Was um gericht verwehn Und er ihr ists, das wir von deinem ruhm feind, Der fünder, welcher vernommen? Ach nur ein theil gott nicht glaubt, Erhöbe, wie von deiner majestät, Die über ein berg sein haupt. alles dich, o gott! erhöht. 5. Gedanke der mein herz er 3. Dein ew'ges sein, dein höht; Daß dieß mein fleisch ganz vollkommnes wesen Das, einst aufersteht; Daß seelen was du wirfft und was dein nimmer sterben; Wenn gott rath erlesen Ist viel zu Hoch nicht lebt, was trau ich dir? für menschlichen verfiand: Von Nur falsche Hoffnung gibst du engeln selbst wirst du nie ganz mir Und endigst mit verderben. erkannt. Mich ruft, mit huld im ange- 4. Wie sollt ich denn, ich sicht, Kein gott aus grabes staub, mich unterwinden, ne nacht ans licht! Mein geist ist endlicher, dich völlig zu ergrünauch des todes raub! Nie auf- den? O mache mich von sobe erstehn wird dieser staub! Gott hem dünkel frei, Daß mnie richtet nicht. Auf tugend war- dein wort des glaubens richt tet bort fein lohn und hier schnur sei. folgt ihr oft schmach und hohn. 5. Mein eigner geist kann 6. Nein! eh' ich zweifle, daß sich leicht hintergeben. Dein du seist Unwandelbarer! ew- wort ist wahr, es bleibet ewig ger geist Mag mich die welt stehen Erforsch ich gleich dein verspotten: Laut will ich zeu- göttlich wesen nicht; So gnäge gen, daß du bist, Und daß es mir davon dein unterricht. schnöder frevel ist, Dich fühlen 6. Bon dir, durch dich, zu und dich spotten! Mein leib dir sind alle dinge: Gib baß ich und feel freut sich in dir, Un- dir mich selbst zum opfer bringe. sterblicher, weich nicht von mir! Begreif ichs nicht, wie du die Was sind die leiden dieser zeitwelt regierst, So sei mirs Dem, der sich deines baseins gnug, daß du mich selig führst. freut? Dort im gericht, Wenn 7. Einst wirst du dich mir erd' und himmel untergebn, näher offenbaren. Einst werd Wirds, daß du bist, der spöt- lich mehr von deinem rath erter sehn. ifahren; Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, 13. Grhabener gott, was Geglaubt, gefolgt und treu reicht an deine gröse? dich hier verehrt. Mel. Dreieinigkeit ber. Denk ich an dich, so findt sich 8. Drum hilf, daß ich mit meine blöse! Ich fühle, herr, ehrfurcht vor dir wandle In daß du unendlich bist, Und allem thun nach deinem willen daß umschränkt mein forschend handle; Zufrieden sei, wie du denken ist. mich hier regierst Bis du mich 2. Du wohnst im licht dazu eink zu deinem himmel führst. A 3 9. Dank 6 Erste Abtheilung. 9. Dann werd ich dich im feble; Gib mir, weil ihre kräfte hellern lichte sehen, Und froh leicht ermüden, Ernst luft und in dir dein ewig lob erhöhen; frieden. Herr! du bist groß und zeigst es 8. Dann werd ich immer mit der that, Unendlich groß besser dich erkennen, Und täglich an huld, an macht und rath. mehr von deiner lieb entbrennen, Mel. Herzliebster Jefu. Dir gern gehorchen, fröhlich 14. Wenn ich, gott! mei- dich erheben Und gott dir leben. nen geist zu dir er Mel. Mein gott das Herz. hebe; Dich suche, dich zu finden 15. Singt unsern gott ein mich bestrebe: So must du frohes lied! Er ist's selbst, recht groß von dir zu und keiner mehr. Groß, un denken, die kraft mir schenken. aussprechlich groß ist er, Der 2. Was ist im himmel, höch- weltkreis sein gebiet. fter! was auf erden das so, 2. Groß ist sein nam; er wie du verdient erkannt zu will und sprichts; Da steht werden? welch wissen ist wohl voll herrlichkeit Der welten herrlicher zu nennen, Als dich meng' und er gebent; So falzu kennen? len sie in nichts. 3. Dich suchen ist die herr- 3. Licht ist sein kleid, unendlichste der sorgen; Zwar bistlich reich, Ein meer von seligdu unerforschlich und verbor- keit, Von ewigkeit zu ewigkeit gen; Doch willst du, wenn Ift, er, wer ist ihm gleich? wir nur dein licht nicht haffen, Dich finden lassen. 4. Er überschaut, was ist und war Im himmel, erd' und 4. Mit lauter stimme lehren meer, und seiner werke zahllos deine werke Uns deine weisheit, heer, Bleibt vor ihm offenbar. deine güt und stärke auch haft 5. Des freuet euch! die lieb du selbst sei hoch dafür ge- ist gott, Das beste seine wahl priesen! Uns unterwiesen. Groß seine thaten allzumal, 5. Und immer mehr willst du und heilvoll sein gebot! dich offenbaren, Wenn, was du 6. Gerechtigkeit und wahrheit lehrst, wir nur getreu bewahren; ist die feste seines throns Lobt Wenn wir, was deine lehren wir ihn, der auch des erdensohns, ken sollen, Uns bessern wollen. Des menschen nicht vergift! 6. Ach möcht ich, gott aus 7. Er fennet uns; er ist mir allen meinen fräften Dich su- nah; im abgrund, in der höh' chen, auch bei sorgen und ge- Wohin ich fliehe oder geh' Ist schäften, Mein Herz zu dir mich er doch immer da. leichter aufzuschwingen, Zur 8. Er ist um mich; vernimmt andacht bringen. mein flehn: Schafft meiner 7. Drum führe durch deinsseele rub. Siehts, wenn ich wort doch meine seele, Daß fie fehl und gutes thu; Und eilt den weg zum lichte nicht ver- lmir beizustehen. 9. Er 1. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. 7 9. Er wog mir seine gaben Wer darf sich ihm vergleichen? bar; Schrieb auf sein buch auch Wer hat ihn ganz erkannt? mich; Und meiner tage zabl, Macht euch von ihm kein bild! da ich noch unbereitet war. Wer kann den höchsten sehen, 10. Jhm dank ich alles, Ob er gleich alle höhen Und nichts ist mein, Das gott nicht jede tief erfüllt. angehört. Herr, deine huld, 3. Die sonn in. hoher ferne die ewig währt, Soll stets Mag strahlenreicher glühn. mein loblied sein. Glänzt heller noch, ihr sterne! 11. Wer fasset deiner wun- Was seid ihr gegen ihn? Ihr der pracht, Die da sind, wenn seid mit eurer pracht, In eudu rufft? Ein jeder staub, den frem schönsten lichte, Vor sei du erschufft, Verkündigt deine nem angesichte, Noch dunkler, macht. als die nacht. 1 12. Hell ftrablet aus dem 4. Wie sollen wir dich nenkleinsten halm, Gott! deine nen, Dich schöpfer der natur? weisheit her. Und au und Was wissen wir? wir kennen hügel, luft und meer Sind nicht halb die kreatur, Die du deiner ehre pfalm. hervorgebracht. Und du bist 13. Frohlofend preiset dich doch viel größer, Und unaus das land, Das deine milde sprechlich besser, Als werke deitränft; Und forn und wein ner macht. ben. und freud empfängt Der mensch 5. Von dir strömt alles leaus deiner hand. Du bist der reinste geist, 14. Herr ohne deinen wil- Haft alle kraft gegeben Dem len fällt Kein sperling hinengel, der dich preist. Zu deiund ich, Ich freute nicht des nes namens ehr Ertönen lob troftes mich, daß deine huld gesänge; In seiner brüder mich hält. menge, Im ganzen himmel ber. 15. Ich fürchte, bleibest du 6. Stimm in der engel chöre, mein schuß. Gefahr und schre- O meine seele, auch! Sei den nicht. Und biete voller zu- voll von seiner ehre Dn seines versicht Der ganzen hölle truß. odems hauch! Denn dies ist dein Mel. Aus meines herzens grunde. beruf! Auf widme deine fräfte 16. Schwingt heilige gedan- Dem würdigsten geschäfte, Wofen Euch von der zu dich gott erschuf. erde los! Gott, frei von allen 7. Im geiste bet ihn, seele! schranken, Ist unaussprechlich Bet ihn in wahrheit an! Liebst groß. Er ist ein geist lobsingt du des herrn befehle, Wie se Vor seinem angesichte! Gott lig bist du dann! Er hat unwohnt in einem lichte, Zu dem sterblichkeit, Und seligkeit und kein auge dringt. leben, Das alles will er 2. Kein mensch kann ihn ergeben Dem, der sich ganz ihm reichen, Rein endlicher verstand. weiht! 214 Mel. 8 Erste Abtheilung. Mel. Nun danfet alle gott. dich, unendlicher, Noch unserm 17. Anbetungswürd'ger gott, blick verschließt: Dann sehn Mit ehrfurcht stets wir heller ein, Wie herrlich zu nennen! Du bist unend- du, gott, bist. lich mehr, Als wir begreifen 7. Indeß sei auch schon izt können. O flöse meinem geift Dein ruhm von uns besungen. Die tieffte demuth ein Und Verschmähe nicht sein lob Von laß mich stets vor dir voll lallend schwachen zungen! Dort ehrerbietung sein. soll, wenn wir dereinst In 2. Du riefft dem, das nicht bellerm licht dich sehn, Auch war, Um luft und seligkeiten stärker unser lied Dich, großer Aufs mannigfaltigste Um dich gott, erhöhn. herr auszubreiten. Die liebe bift Mel. Sei lob und preiß dem. bu selbst, Verstand und rath 18. Der herr ist gott und sind dein; Und du gebrauchst teiner mehr: Frobfie gern, 3u segnen, zu er- loft ihm alle frommen! Wer freun. ist ihm gleich? wer ift wie er? 3. Du sprichst, und es ge- So herrlich, so vollkommen? schieht, Auf dein allmächtig Der herr ist groß! sein nam' werbe! Entstand bein großes ist groß! er ist unendlich grenwerk, Der himmel und die zenlos In seinem ganzen wesen. erde. Mit deinem fräft'gen wort 2. Er ist und bleibet wie er Trägst du die ganze welt! Und ift! Wer strebet nicht vergebens deine macht vollführt, Was Ihn auszusprechen? wer ers uns unmöglich fällt. misst Die Dauer feines lebens? 4. Du bist der herren herr; Wir menschen sind von gestern Der erde majestäten Sind, her; Eh' noch die erde war, Höchster, vor dir staub; Auch war er, Noch eher als der geister fannst du tödten Wen himmel. bu erniedrigest, Gott, wer kann 3. Des ew'gen thron umgibt den erhöhn? Wen du erhöhenfein licht, das ihn vor uns verwillst, Des hoheit muß bestehn. hüllet. Ihn fassen alle himmel 5. Wer hat dich je gesehn? nicht, Die seine fraft erfüllet! Wer kann im fleisch dich sehen? Er bleibet ewig, wie er war, Rein flerblich auge reicht Bis Verborgen und auch offenbar zu den lichten höhen, Von wel- In seiner werke wunder. chen du mit huld Auf deine 4. Wir sind allein durch seine schöpfung blickst, Und alles, kraft Das, was wir sind was da lebt, Erfreueft und und werden! Er fennet alles, beglückst! was er schefft, Im himmel 6: Herr; hier erkennen wir und auf erden. Bei ihm ist Dich noch sehr unvollkommen. weisheit und verstand, Und Wird aber dermaleinst Der kraft und stärke: seine hand Vorhang weggenommen, Der Umspannet erd' und himmel. 5. Ift II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 9 5. Ist er nicht nah? ist erf 7. Unsträflich bist du, beilig, nicht fern? Weiß er nicht alle gut, und reiner, als die sonne. Wege? Wo ist die nacht, da Wohl dem, der deinen willen sich dem herrn Ein mensch ver- thut; Denn du belohnft mit bergen möge? Umsonst hüllt wonne; Du hast unsterblichkeit ihr in finsterniß, Was ihr be- allein, Bist selig, wirst es ginnt: er siehts gewiß; Erlewig sein; Haft freuden, gott, fieht es schon von ferne. die fülle. 6. Wer schüßt den weltbau 8. Dir nur gebühret lob ohne dich, O herr vor seinem und dank, anbetung, preiß und falle? Allgegenwärtig breitet ebre. Kommt, werdet gottes sich Dein aufsehn über alle! lobgesang, Ihr alle seine Heere! Du bist voll freundlichkeit, voll Der herr ist gott und feiner hald, Barmherzig, gnädig voll mehr! Wer ist ihm gleich? geduld, Ein Vater, ein ver- wer ist wie er? So herrlich, schoner. Iso vollkommen. II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 1. Ewigkeit und Unver- du; Gut und heilig fiets änderlichkeit Gottes. wie du. Mel. Jesu komm doch selbst. 6. Du bist nicht ein menschen19. Unermeßlich ewig ist kind, Daß du lügest; nicht gesinnt Gott der höchste Wie der mensch, der wandelbar herr du bist, Wie du dich uns Nimmer bleibet, was er war. offenbarst, Nun und ewig, der 7. Was du zusagst, ist gedu warst. wiß; Zwischen licht und fin2. Ewig bleibst du selbst dir sterniß, Tappt der mensch, hin, gleich, Weiß allein und gnaden- wählt, bereut Plöglich wieder, reich, Ewig, mächtig und voll was ihn freut. kraft, Heilig und untadelhaft. 8. Sollt ich denn auf men3. Alle werke deiner handschen traun, Nicht mein heil Waren vir, o gott bekannt, auf dich nur baun. Ohne Eh' die welt auf dein geheiß weisheit und verstand Brunnen Da stand, deiner weisheit graben in den sand. preiß. 9. Nein, unwandelbarer, dein 4. Wie gegoßine spiegel stehn Soll sich meine seele freun Sei Deine himmel; doch vergehn mein feis, gott, sei mein licht, Deine himmel, und die welt Ewig meine zuversicht. Sinkt, wenn sie dein arm Mel. Sei lob und ehr dem. nicht hält. Unendlicher! den feine 20. zeit Umschlieft mit schranken: Beim an schließt Ist unwandelbar, wie blid deiner ewigkeit Vergehn 5. Du nur bleibest, wie du bist, Was dein weiser rath besihren 25 mir 10 Erste Abtheilung. mir die gedanken. Ich sinne wahrheit ist, verheist: Er soll nach bewundrungsvoll: Und dein antlig schauen. Mein weiß nicht, wie ichs fassen soll: fleisch ruht auch nur kurze zeit: Du bist und bleibest ewig. Am erntetag der ewigkeit Wirst 2. Noch ward von feiner du es auferwecken. fonne licht Durch eine welt ver- S. Wenn alles um mich her breitet: Die himmel jauchzten vergeht, Soll ich doch nicht verdir noch nicht, durch deine gehen; Vor deinem thron, der macht bereitet; Noch war kein ewig steht, Soll ich auch ewig land, noch strömt kein meer An stehen. Du gibst an allem deihoher bergen gründen her! Du nem heil, Gott, deinen wahren aber warst schon ewig! freunden theil: Auch mir ge3. Von ewigkeit her sabest du wiß mit ihnen. Die künftige welt entstehen. Und 9. Einst fallen erd' und himmasfest ihre zeit ihr zu Und mel bin An deinem weltgesabst sie untergehen. Vom en richte: Dann dank ich dir, daß gel bis zum wurm herab Wogst ich noch bin und wohn in deijedem du sein schicksal ab Und nem lichte. Dann werd' ich nanntest ihn mit namen. ewig, ewig sein. Mich ewig 4. Längst steht nun deine deiner gnade freun Und meischöpfung da, Von dir bisher ner feligkeiten. erhalten. Einst kommt sie ih- 10. Der seligen unsterblichrem ende nah; Sie eilet zu feit, Die du mir dort willst veralten. Denn ihrer jahre schenken, Laß mich in dieser kurwerden viel, und du bestim- zen zeit, D gott mit ernst bes mest ihr ein ziel Mit weisheit denken, Sie sei mein trost, und mit güte. mein höchstes gut. Sie stärke 5. Kaum eine stund ist es mich mit fraft und muth, Gevor dir, Vom anfang bis zum frecht vor dir zu leben. ende Kaum augenblicke leben mel. wir Die werke deiner hände, 21. Niemals nimmt gott, dein alter Liebster Jefu wir sind hier. Gott du bist von ewig. feit, Deine majestät zu; In alle ewigkeit wirst du und größe Mehrt und mindert Derselbe sein und bleiben. teine zeit. Gib, daß ich das 6. Ja du bist ewig, stirbest nie vergesse. Nie auf freatunie; Bleibst ewig meiner seele ren baue; Sondern dir allein Der fels, den sterbend ich für vertrauen. fie Zur sichern zuflucht wähle. 2. Ewig und unwandelbar Denn deine gnad und wahrheit Sft dein grenzenloses wissen. ist, So ewig, als du selber bist. Was dir einmal wahrheit war, Heil mir, daß ich dir traue! Wirds auch ewig bleiben müs 7. Mein leib ist sterblich, nicht sen. Nie kanns deiner weismein geift, Den will ich dir beit fehlen, Nur das beste zu vertrauen: Dein wort, das erwählen. 3. Du II. Von den göttl. Eigenschaften insbesondere. 11 3. Du bist nicht wie mens vor dir der heilige, der sünder schen sind, Daß dich etwas Wie schnell enteilt das leben reuen sollte; Bleibest immer doch von mir! Du, höchster! gleich gefinnt: Und was je dein du nur bleibest für und für. rathschluß wollte, Weiß dein 3. Du hast vorhin die erde mächtiges regieren Herrlich zubereitet; Dein arm, gott, auch hinauszuführen. hat den himmel ausgebreitet: 4. Günden bist du ewig Doch sie vergehn, veralten wie feind, Wehe denen, die sie lie- lein kleid; Du aber daurst in ben! Ewig bleibst du derer alle ewigkeit. freund, Die was recht und gut 4. Das ist der trost, die ist, üben. Lehre mich in allen hoffnung aller frommen: Du bingen Deinen willen treu voll- schüßeft sie und läßt sie nicht bringen. umkommen Ihr redlich herz 5. Immer ist dirs eine luft fann sich stets deiner freun. Menschenkinder zu beglücken Du bleibst ihr gott und sie Wohl dem, der sich auch mit sind ewig dein. lust Lernt in deine ordnung 5. Das sei mein trost, in schicken. Der, der geht auf allen trüben stunden: Vom tode sichern wegen, Deinen seg- selbst werd' ich nicht überwuns nungen entgegen. den. Nicht er, die fünde nur 6. Deine worte trügen nicht; trennt mich von dir; Du bleibst Du, du bist der ewig treue, mein trost, mein heil, auch der das hält, was er verspricht; ewig mir. Gib, daß ich mich dessen freue, 2. Allwissenheit Gottes. Und mich, bis ich einst erkalte, Mel. Es woll gott uns gnädig. Fest an deine wahrheit halte. 23. Allwissender vollkomm7. Mag doch dann die welt ner geist! Des auge vergebn, Mag mich alles doch alles fiebet. Was nacht und verlassen. Du, du bleibst mir abgrund in sich schleust, Und ewig stehn. Deine huld wird dem sich nichts entziehet. Es mich umfassen, Wenn ich einst fann vor deinem hellen licht von hinnen scheide. Ewig bist Sich kein geschöpf verstecken. du meine freude. Was in der finsterniß geschieht Das weist du aufzudecken, Und M. Dreieinigkeit der. 22. Herr gott, du bist die an den tag zu bringen. zuflucht aller zeiten; 2. Selbst die gedanken fenDenn du bist gott in allen nest du, Eb sie in mir entsteewigkeiten; Du warst es schon, hen, Und was ich wünsche, rede, eb erd und himmel ward, Eh thu, das kann dein auge sedu dich noch uns hast geof hen. Vor dir ist alles offenfenbart. Du prüfest berz und nies 2. Wer bin ich, herr, was ren; und alle gründe siehst alle menschenkinder? Staub ist du ilar; Die unser thun regieren. bar; 12 Erste Abtheilung. gieren; Nichts bleibt vor dirigen; Du kennst mein ganzes verborgen. thun, und alle meine sorgen. 3. Was deiner freunde herz Was meine seele denft, War begehrt, Das weist du, eh' sie dir bereits bekannt, Eh' der beten. Ihr seufzen wird von gedanke noch in meiner seel' dir erhört, Eh' sie noch vor entstand. dich treten. Was deiner feinde 2. Nie spricht mein mund rath beschließt; Das ist dir ein wort, Das du, o herr, nicht unverborgen; Dir, der du ih- wissest; Du schaffest, was ich ren anschlag siehst, Als wie thu, du ordnest und beschliesden lichten morgen, Den keine fest, Was mir begegnen soll; schatten decken. Erstaunt seh' ich auf dich, Wie 4. Was nach verfließung vie groß ist dein verstand! Wie Ier zeit noch künftig wird ge- wunderbar für mich! schehen: das sieht dein auge 3. Wohin, wohin soll ich vor allbereit, als gegenwärtig ste- deinem geiste fliehen? Wo hen. Dir stellt sich alles deut: könnt ich jemals wohl Mich lich dar, Das, was erst noch deinem aug' entziehen? Führ soll werden; Und was nun ist ich gen himmel auf, So bist und was einst war Im him- du, höchster, da; Führ ich zur mel und auf erden; Wer sollte tief hinab, Auch hier bist du dich nicht fürchten? mir nah. 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt 4. Nehm ich auch, schnell zu verschwiegen; So wird dein fliehn, Die fittige vom morauge künftig doch Die finsternis gen, Selbst an dem fernsten besiegen. Dein unpartheiisches meer blieb ich die nicht vergericht Wird alles einst ent- borgen; Auch da umschlösse decken Was im verborgnen jetzt mich doch deine allmachtshand; geschicht; Und schande, furcht Denn du bist überall Und dein und schrecken Wird dann die ist jedes land. heuchler treffen. 5. Wollt ich in finsterniß 6. Laß mich, o höchste maje. Mich deinem aug entziehen: stät! Dein helles auge scheuen, So sucht ich doch umsonst Das nie kein heuchler hintergeht, Auch da dir zu entfliehen. Mit falschen schmeicheleien. Die didste finsterniß ist vor Durchdringe kräftig seel und dir helles licht; Die nacht geist Mit deinen heitern blicken. glänzt wie der tag Var deiLaß, was geheime schande heist, nem angesicht. sammt allen bösen tücken, Mich ftets sorgfältig meiden. 6. Du warst schon über, mir In meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz, Gott, des 24. Herr, du erforschest mich, ich bin und bleibe. Ich danke dir bin ich unverbor- ldir, daß du mich wunderbar M. Nun danket alle gott. ge= II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere 13 gemacht, und meiner, eh' ich könnt ich doch fliehen? Führ war, Schon väterlich gedacht. ich gen himmel, bist du da! 7. Du kanntest mein gebein, Im tiefsten abgrund bleibst Eh' ich ans licht gekommen, du nah; Was kann mich dir Da ich im dunkel erst Die bil- entziehen? dung angenommen: Dein auge 3. Ja, höchster! es kann sah mich schon, Eh' ich bereitet deine hand Mich allenthalben war, Und meiner tage lauf finden. Nichts bleibet dir War dir schon offenbar. herr! unbekannt, nicht die 8. Was für erkenntnisse, Für geheimsten fünden. Selbst köftliche gedanken! Unzählbar finsterniß ist vor dir licht. sind sie mir; Denn sie sind Ins Dunkle dringt dein anohne schranken. Mit ehrfurcht gesicht. Nichts, nichts fann will ich stets auf dich, mein dir entgehen. Was ich gethan, schöpfer, sehn. Dir folgen und geredt, gedacht, Wird einst dein lob, So gut ich kann, vor dein gericht gebracht; Da erhöhn. muß ich vor dir stehen. 9. Erforsche mich, mein gott, 4. Ach präge mir diß ernstUnd prüfe, wie ichs meine Ob haft ein; Das böse zu vermeiich das wirklich bin, Was ich den. Laß all mein thun rechtzu sein mir scheine. Sieh ob schaffen sein; Mich nie von mein fuß vielleicht Sich einem trgend scheiden; Mich lieben irrweg naht, Und halte mich nur, was dir gefällt Und die zurück Auf ebnem sichrem pfad. verbotne luft und welt Sammt Mel. Gin Lämmlein geht. ihrem reiz verachten. Laß mich 25. Herr, du erforscht und vor dir, nach deinem wort, In kennest mich, Von frommer Von frommer sorgfalt immerfort außen und von innen! Mein Nach deinem beifall trachten. thun und lassen kommt vor 5. Allwissender, erforsche du dich, Gehn, stehen und be- Mein berz, sinn und gedanginnen. Was meine seele denkt ken. Bin ich geneigt von meiund dicht, Weist du vorher und ner rub, Der tugend pfad, fehleft nicht; Du prüfest herz zu wanken: Ja, bin ich schon und nieren: Du kannst auch auf bösem weg, So führe wenn ich bin allein, Und gerne mich den rechten steg. Ents wollt verborgen sein, All meine reiß mich dem verderben! Gott! weg auszuspüren. möcht' ich stets dich findlich 2. Es ist kein wort in meis scheun! O wie getroft könnt. nem mund, Das ich dir könnt ich dann sein! Wie freudig verhehlen. Du herr! siehst in des einstens sterben! herzens grund, Ins innerste M. Es ist gewißlich an der Zeit. der seelen, Wo geh' ich bin 26. Umsonst! umsonst verz vor deinem geist, Da du selbst büllst du dich, Mein die gedanken weist? Wohin herz, in finsternisse; Was kann ich 14 Erste Abtheilung. ich, gott, verbergen ich? Das tage des gerichts, Gleich thas er nicht alles wisse? Und, ten, euch belohnen. seist du dunkler als das grab 3. Allmacht Gottes. Das auge gottes schaut hinab, M. Machs mit mir gott nach. Und fennet deine tiefen. 27. Herr deine allmacht reicht so weit, Ais 2. Wo ist die nacht der einfamkeit, Die mich vor ihm erd' und himmel reichet, Nichts verheble? Er sieht euch schon, ift, das deiner herrlichkeit Und eb ihr noch seid; Gedanken deinen thaten gleichet. Es ist meiner seele! eh' ich euch selbst kein Ding so groß und schwer, empfinden kann, von eurer er- Das dir zu thun nicht mögsten bildung an. Bis ihr euch lich wär. ganz entfaltet. 2. Du sprichst! und auf dein 3. Er fennet und erforschet mächtig wort Fällt alles dir euch, Wenn er euch schnell zu füßen Du führest deinen anentziehet, Bemerkt euch, wenn schlag fort, Bei allen hinderihr, strahlen gleich, Schnell nissen. Du winfft: so steht auffahrt; schnell entfliehet! Ver- auf einmal da, Was vorher gebens wünsch, ich: sterbt! noch kein auge sah. vergeht! Ich haß euch! auf- 3. Du hast dies große weltgezeichnet steht Ihr all' in sei- gebäu Allmächtig aufgeführet! nem buche. Und erd' und himmel zeugt, 4. Der herr gedentet ihrer es sei Dein arm, der sie renoch, Jahrhunderte verschwin- gieret. Dein wort, das sie geden, Sie bleiben, und ich schaffen hat, Ist ihnen an der träume doch! Als wärens keine pfeiler statt. sünden: Sie alie müssen an 4. Die menge vieler wundas licht, Wenn gott fommt, der zeigt, Daß, schöpfer, dein daß er im gericht Der herzen vermögen Weit über die geseße rath enthülle. steigt, Die die natur bewegen, siegel Du bleibst ihr herr und ihren weltslauf Hebst du, nach weiser willdes führ, auf. 5. Dann wird das seines buchs Vor aller gebrochen. Das urtheil verdienten fluchs Gedanken 5. Was für ein wunder deiselbst gesprochen. Wo ist die ner macht Wird unser aug einst nacht, die sie verhehlt? Der seben? Wenn nach der langen richter hatte sie gezählt, Und arabes nacht Die todten auferkeinen sterben lassen. steben: Wenn du von unserm 6. Seid heilig, seid von gott staub den rest Zu neuen förnur voll, Gedanken meiner pern werden läßt. seele! Daß, wenn gerichtet wer- 6. Allmächt'ger! mein ers den soll, Kein einziger mich flaunter geist Wirft sich vor quäle. Seid heilig, und dann dir barnieder Die ohnmacht, fürchtet nichts. Gott wird am wie du selber weißt, Drückt meis II. Von den göttl. Eigenschaften insbesondere. 15 meinen geist und glieder. Heißt thiere da sich freuen, Mach mich zum zeugen deiner Wo niemand wohnen kann. kraft, die aus dem Tode leben Wer kann die sterne führen? schafft. Wer kann, als er allein, Der 7. Ach zünd' in mir den dinge lauf regieren? Verderglauben an, Der sich auf dich ben und erneun? verlasse. Ist etwas, das ich 4. Herr! dein ist alle stärke; fürchten kann Wenn ich dich, Und alle hülfe, gott, ist dein. herr, umfasse? Gib, daß ich Das preisen deine werke, Die traue deiner fraft, Die alles deiner Kraft allein sich freun. kann und alles schafft. Wir auch erfreun uns ihrer; M. Nun lob mein feel den. Jbr lob sei unsere Pflicht. D 28. Kommt, kommt den vater! o regierer! Wen hält, herrn zu preisen, wen schüßt sie nicht? Du Der groß von Rath ist, groß lebst, du wirkst in allen: Dir, von that, Den gütigen, den dir vertrauen wir Erhalter! weisen, Der keinen seines glei- wer kann fallen, Getragen, chen hat. Der herr thut große herr, von dir? werke. Wer hindert seine fraft?! Wer seines armes stärke, Die 29. alles gute schafft? Er dehnet, denkbar groß! Der gleich gezelten, Die weitenfurquell aller macht ist deine himmel aus. Er spricht: so stärke. Schon sahn wir hier, geben welten Aus ihrem nichts So viel von ihr; Doch sehn wir heraus. faum den anfang ihrer werke. Mel. Wir Christenleut. Gott, grenzenlos! Un2. Er will, und sonnen flam- 2. Durchflög ich gleich Dein men. Auch drängt das wasser, weites reich, Und sähe deine wenn er spricht, In wolken sich legte sonne glänzen. Ich sähe zusammen; Und ihre schläuche dort doch nicht den ort, Wo reissen nicht. Er ruft den un- du nicht wärst; säh nicht der gewittern: Das meer wird un- allmacht grenzen. gestüm. Des himmels säulen 3. Was du erschufft, Was zittern. Die erde bebt vor du izt rufft, und rufen wirst, ihm. Er will! und bliße zün- wer fann das alles zählen? den Gebirg an: sie vergehn Doch wolltest du Noch mehr Er spricht; und ruft den win- dazu Erschaffen, würd' es dir den! Schnell wird sein himmel an fraft nicht fehlen! schön. 4. So lange fliest Ihr quell 3. Wer, wer gebeut den und ist Doch nicht erschöpft, wellen: Hieher! nicht weiter! wird auch erschöpft nie werden. legt euch hie! Er legt in felsen Sprich nur ein wort Und er quellen! Sie rieseln und ver- fleust fort In neuen himmeln siegen nie. Er füllet wüste- und auf neuen erden. neien Mit seinen wundern an; 5. Doch deine kraft, gott, O ers 16 Erste Abtheilung. erschafft: Nur was du willst, wo ich bin, nur dich, o Herr! denn du bist gut und weise, Mein herz zur zuflucht wähle; Dies lehre mich, Damit ich Daß ich dein heilig auge scheu, dich Für alles, was du willst Und dir zu dienen eifrig sei. und schaffest, preise. 7. Laß überall gewissenhaft 4. Allgegenwart Gottes. Nach deinem wort mich hanM. Wohl dem, der sich auf. deln! Und stärke mich denn 30. Nie bist du, höchster auch mit kraft, Vor dir getrost von uns fern; Duzu wandeln. Herr! du bist wirkst an allen enden. Wo ich um mich, o! verleih, Daß dieß nur bin, herr aller herr! Bin mir troft und warnung sei. ich in deinen händen. Durch M. Dreieinigkeit der Gottheit. dich nur leb und athme ich, Dann deine rechte schüpet mich. 31. 2. Was ich gedenke, weissest großer gott, der alle ding erfüllet, Vor desdu; du prüfest meine seele. Dusen blif fein dunkel uns versiebst es, wenn ich gutes thu: büllet; Wohin soll ich vor deis Du siehst es, wenn ich fehle. nem anblick gehn? Und wohin Nichts, nichts fann deinem fliehn von dir, herr, ungesehn? aug entfliehn; Und nichts mich deiner hand entziehu. 2. Könnt ich auch schnell mich zu den wolken schwingen, 3. Wenn ich in stiller ein- Und wieder schnell bis in die samkeit mein herz an dich tiefe dringen; So hielte mich ergebe, Und, über deine huld doch deine hand auch da; erfreut, Lobsingend dich erhebe; Denn wo ich bin, da bist du, So hörst du es und stehsi berr! mir nah! mir bei, Daß ich dir immer 3. Dein Auge sieht, was treuer sei. nacht und abgrund decken, 4. Du merkst es, wenn des Es fann sich nichts vor deiHerzens rath Verkehrte wege nem licht verstecken; Du kennst wählet. Und bleibt auch eine genau das innre der natur böse that Vor aller welt Der ganzen welt und jeder verhehlet; So weist du sie freatur. und züchtigst mich, 3u meiner 4. Kein falscher gott, aus beßrung väterlich. falschem wahn verehret, Hat je 5. Du börest meinen seuf- ssein volk das künftige gelehret. zern zu, Daß hülfe mir erscheine. Du aber weist, was fünftig Voll mitleid, vater, zähleft wird geschehn, Und läßt auch du Die thränen, die ich weine uns in deinem wort es sehn. Du siehst und wägest meinen 5. Du weist und hörst, schmerz, Und stärkst mit dei- was deine kinder beten, Du nem troft mein herz. siebst, wenn sie im stillen vor 6. Odrück, allgegenwärtiger! dich treten. Noch eh ihr mund Diß tief in meine seele; daß, dir ihren kummer sagt, Vers nimmst II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 17 nimmst du schon, was dir ihr hanget sie an nichts; In uns seufzer klagt! ermeßne weiten Ihr wohlthun 6. Vor menschen bleibt hier zu verbreiten; Ein schatten deimanche that verborgen. Dir nes lichts. aber ist die nacht ein heller 4. Wer hält im gleichgewichte morgen. Und was hier noch So großer Körperlast? Wie in finsterniß geschieht, Entdeckt schwimmt die welt im lichte, einst dein gericht, dem nichts Das du geschaffen haft! Wer entfliebt. weist die rechte bahn Den 7. Wohl dem, der hier vor mächtgen himmelsheeren Zum deinem antlig wandelt! Und wohl, nicht zum zerstören, In stets vor dir und menschen sichrer ordnung an? redlich handelt, Der steht als= 5. Wer rief, uns zu umge denn, als ein bewährter freund, ben, Die luft, die alles trägt? Getrost vor dir, wenn nun Durch sie hat alles leben, Ünd dein tag erscheint. alles wird bewegt. Da sammlen 8. O prüfe selbst die inner.dünste sich, Und werden thau sten gedanken, Ob sie vielleicht und regen, Und fruchtbarkeit von deiner richtschnur wanken? und segen Für pflanzen, thier Bin ich, o gott, noch auf ver- und mich. fehrtem steg, So führe du mich 6. Wer hat sie so bereitet, auf der Wahrheit weg. Daß sie den bliß gebiert, Daß 5. Allweisheit Gottes. sie den wind verbreitet, den Von gott will ich nicht lassen. schall zum obre führt; den 32. Jch lobe dich und preise leichten vogel hebt? Den Dich, o mein gott! schnellen fisch zum schwimmen, allein. Wer ist, wie du, so und unsers mundes stimmen weise? Verstand und, rath ist zu deinem ruhm belebt? dein. Erwecke meinen geist, Sn 7. Wer hob, o gott, die erde allen deinen werken, Die weis- Aus deinem meer heraus? beit zu bemerken, Die auch das Theilt, daß sie fruchtbar werde, kleinste preist. So gleich die wasser aus? Wer 2. Wohin mein auge blicket, sammlet sie? wer bricht Die Seh ich, wie deine hand Verflüsse, wenn sie schwellen: bindet, ordnet, schmücket, was Spricht zu der meere wellen: erst durch sie entstand. Sie Hieher! und weiter nicht? schaffet, sie erhält, Zu segnen 8. Wer hat den wald gepflanzu ergößen, Nach herrlichen zet? Wer ruft das gras herauf? gefeßen, Den weltenbau der Gibt forn und most und schanwelt. zet Gebirg und thäler auf? Wer 3. Du hingst in lichten fer- schmückt sie überall, Wer gräbt nen, Hoch über uns hinauf, dem feuer schlünde? Legt in Die sonne mit den sternen, der tiefen gründe Den marmor, Uns zu erleuchten, auf. Daldas metall? 9. Herr, B 18 Erste Abtheilung. 9. Herr, deine weisheitjnen blos erfüllen, Der seines schmücket, Verbindet und erhält, zieles nie verfehlt; Und aller Nährt, segnet, schüßt, beglücket feinde stolzen wahn, Als unDie lebenvolle welt. Sie rüh- vernunft, beschämen kann. me mein gesang! Ich finge 6. O weisheit decke meiner dir und preise Dich, gott! feele Des eigendünkels thorheit denn du bist weise Dir weih auf, Damit sie dich zum füb ich lob und dank. rer wähle In dieses lebens Wer nur den lieben gott läst. ganzem lauf. Ich weiß den 33. Du weiser schöpfer aller weg zur wohlfahrt nicht Drum dinge, Der alles weiß, leide mich dein sichres licht. erkennt, versteht! Nichts ist 7. Du hast mich durch mein so groß, nichts so geringe, ganzes leben Bisher aufs weiDas nicht nach deiner ordnung feste geführt. Ja dir muß ich geht! Sie ists, die deine große die ehre geben, Daß du aufs welt In ihrer dau'r und pracht beste mich regiert. O leite erhält. mich durch welt und zeit Hin2. Die vielen wundervollen über in die ewigkeit. werke, Was unsern augen fern Ach was soll ich sünder machen. und nah, Steht alles, wie 34. Unerforschlich sei mir durch deine stärke, So auch immer Meines gots durch deine weisheit, da Unend- tes weg und rath; Und lich, herr, ist dein verstand, die nacht sei ohne schimmer, Der ganze weltbau. machts Die mich hier umschattet bat: bekannt. Doch ist alles, was er thut, 3. Mit eben diesen meister Wies auch scheine, weis' und händen, mit welchen du die gut. welt gemacht, Negierst du auch 2. Sollt ich das von gott an allen enden, Was du höchst nur loben, Wo ich rath und frei hervorgebracht Du brauchst, weisheit seb? Iss nicht ein o unerschaffnes licht! Der geschenk von oben, Wenn ich menschen rath und beistand seinen weg versteh? Frevelt nicht. der nicht, der da flagt: Daß 4. Was du zu thun dir vor- ihm gott mehr licht versagt? genommen, Krönt auch, so 3. Soll ein vater unterlasbald du willst, die that. Wenn sen, Was dem finde thorbeit tausend hindernisse kommen, ist Kühner tadler! engel fassen So triumphirt dein hober rath. Das, wo du im dunkeln bist: Den besten zweck wählt dein Hier sollst du dem herrn vers verstand, Die mittel stehn in trauen, Und nur glauben; deiner band. noch nicht schauen. 5. Die menge so verschiedner 4. Sollt er zu regiererinnen willen, Wo jeder seinen weg Seiner werke, seiner welt erwählt, Muß doch den dei- Meine lüfte seßen? finnen, Ordnen, II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 19 Ordnen, thun was mir ge-[ frommen freund; Uebelthätern fällt? Sohl uns! wenn er bist du feind: Wer beharrt in nie gewährt, was ein thöricht seinen sünden, kann vor dir herz begehrt. nicht gnade finden. 5. Hier in meinem pilger- 4. D so laß uns nicht ver stande Sei mein theil zufrie- scherzen Was du uns noch zudenheit! Dort in meinem va- dacht. Schaffe in uns reine terlande Wohnt die wahre herzen, Tödt in uns der fün seligkeit! Führt mein gang zum den macht! Denn was sind wir himmel ein, Mag der immer gott vor dir; Du bist heilig; dunkel sein. aber wir Sind verderbt und 6. Darum auch auf rauhen wer kann zählen, Großer gott! wegen, Christenseele! klage nicht wie oft wir fehlen. was hier schmerzet, wird dort 5. Uns von sünden zu erlös segen, Was hier nacht ist, wird sen, Gabst du deinen sohn dadort licht; Und ich faff' erst bin, O! so reinige vom bösen gottes sinn, Wenn ich ganz Durch ihn unsern ganzen sinn. vollendet bin. Gib uns, wie du selbst verheist, 6. Heiligkeit und Geser unsern geist regiere; Und Gib uns deinen guten geist Daß rechtigkeit Gottes. Kommt laßt uns den herrn. zu allem guten führe. 6. Keiner sündlichen begierde 35. Gott! vor desfen ange- Bleibe unser berz geweibt! Uns fichte Ehrfurcht bil- sers wandels größte zierde Sei lig uns erfüllt! Ew'ges lichtsrechtschaffne heiligkeit! Mach aus deffen lichte Stets die uns deinem bilde gleich; Denn reinste klarbeit quillt! Laß doch zu deinem himmelreich Wirst deine heiligkeit Unsern herzenjou, herr, nur die erheben, die jederzeit Kräftige ermunterung im glauben heilig leben. geben. Nach der heiligung zu sterben. Es ist gewißlich an der zeit. 36. Gerechter gott! vor 2. Heilig ist dein ganzes wedein gericht Muß sen; Denn fein böses ist an dir alle welt sich stellen; Du wirst Ewig bist du so gewesen, Unt in ihrem angesicht Auch mir so bleibst ru für und für. Was mein urtheil fällen. O laß mich dein wille wählt und thut Jf jede sünde scheun Und hier mit unsträflich, recht und gut. Und ernst beflissen sein, Vor die mit deines armes stärke Wirkst einst zu besteden. du stets vollkommne werfe. 2. Du siehst von deinem 3. Herr! du willst, daß dei hohen thron Auf alle menne finder Deinem bilde ähnlich schenkinder Bestimmest jedem sein. Nie besteht vor dir der seinen lohn, dem frommen sünder, denn du bist vollkom- und dem fünder. Nie siehst du men rein. Du bist nur der die personen an, Auf das allein, B2 was 20 Erste Abtheilung. was wir gethan, Siehst du bestehen, Die gläubig auf des gerechter richter. mittlers tod, Bei wahrer reue 3. Viel gutes und barmher- sehen. So laß mich die gerechzigkeit Gibst du schon hier den tigkeit, Die mich von schuld frommen. Du schüßzest sie vor und straf befreit, Im glauben manchem leid, Darein die fün- eifrig suchen. der kommen. So zeigest du vor 7. Wahrhaftigkeit und aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet. Treue Gottes. Mek. Wer nur den lieben Gott. 4. Ja, herr! bu liebst, was 37. Noch nie hast du dein recht und gut; Du bist ein wort gebrochen, Nie freund der frommen. Wer dei- deinen bund, o gott! verlegt; nen willen gerne thut, Wird Du hältst getreu, was du vervon dir aufgenommen; Sein sprochen, Vollführst, was du sinn und thun gefällt dir wohl, dir vorgeseßt, Wenn erd und Ist er gleich nicht, so wie er himmel auch vergehn, Bleibt soll, Ganz heilig, ganz voll- ewig doch dein wort bestehn. 2. Du bist kein mensch, daß fommen. 5. Doch dem, der dich, v dich gereue, Was uns dein gott, nicht scheut, Dem fre- mund verheissen hat; Nach deivelnden verbrecher, Der dein ner macht, nach deiner treue gesetz und recht entweiht, Bift Bringst du was du versprichst du ein strenger rächer! Berach- zur that. Scheint die erfüllung tung, elend, schmerz und hohn, gleich noch weit: So kommt Gewissensmarter sind sein lohn, sie doch zur rechten zeit. Oft schon in diesem leben. 3. Und wie du das unfehl6. Und bleibt auch hier viel bar giebest, Was deine huld ungestraft; Viel gutes urbe- uns zugedacht: So wird, wenn lohnet, so kommt ein Tcg der du vergeltung übest, Dein drohrechenschaft, der keines sünders wort auch gewiß vollbracht. schonet. Da stellest du ins Wer dich, v gott! beharrHellste licht, Wie recht und lich haßt, Fühlt deiner ftrafe billig dein gericht; Dann tri- schwere last. umphirt der fromine. 4. O drücke diß tief in mein 7. Gerechter gott, laß mich, berze, Daß es vor jeder sünd wie du, Das gute eifrig lieben; sich scheut; Gib, daß ich nicht Gib selber mir die kraft dazu, leichtsinnig scherze Mit deiner Es willig auszuüben. Regt sich strafgerechtigkeit. Nie werde das die fünde noch in mir: So von mir gewagt Was dein stärke mich die furcht vor dir, befehl mir untersagt. Daß ich sie überwinde. 5. Doch laß mich auch mit 8. Und weil vor dir, ge- festem glauben Dem worte deirechter gott! Nur die allein ner guade traun. Wer kann den II, Von den göttl. Eigenschaften insbesondere. 21 den trost uns jemals rauben, 3. Blick, o mein geist! in Den wir auf dein versprechen jenes leben, Für welches du baun? Du bist ein fels, dein erschaffen bist. Wo du mit herrbund steht fest; Wohl dem, lichkeit umgeben, Gott ewig der sich auf dich verläßt. sehn wirst, wie er ist. Du 6. Wie stark sind unsers baft ein recht zu diesen freuglaubens gründe! Hier ist dein den. Durch gottes güte sind wort, das niemals trügt; Und sie dein. Sieh darum mußte daß diß allen beifall finde, Hast chriflus leiden, damit du könndu den eid hinzugefügt Wahr- test selig sein. haft'ger, was dein mund be- 4. Und diesen gott sollt ich schwört Ist völlig unsers glau- nicht ehren, Und seine güte bens werth. nicht verstehn? Er sollte rufen, 7. Erwäge dieß, o meine seele lich nicht hören? Den weg, den Und traue gott, der's treulich er mir zeigt, nicht gehn? Sein meint. Sei gern nach seines will' ist mir ins herz geschrieworts befehle, Der wahrheit ben. Sein wort bestärkt ihn freund, der lügen feind, Belewiglich. Gott soll ich über weise dich als gottes find, alles lieben Und meinen nächDem treu und wahrheit bei- sten so wie mich. lig sind. 5. Dieß ist mein dant, dieß 8. Güte, Liebe, Barm- ist sein wille: Ich soll ganz herzigkeit Gottes. liebe sein, wie er: So lang O süßer stand, o selig leben. ich das gebot erfülle: Stellt 38. Wie groß ist des all- sich sein bildniß in mir her. mächt'gen güte: Ist Lebt seine lieb in meiner der ein mensch, den sie nichtsseele: So treibt sie mich zu rührt? Der mit verhärtetem ge- ieder pflicht. Und ob ich müthe Den dank erstickt, der ihm gleich aus schwachheit fehle gebührt? Nein seine liebe zu Herrscht doch in mir die sünde ermessen, Sei ewig meine nicht. größte pflicht. Der berr bat 6. O gott! laß deine gut' mein noch nie vergessen; Ver- und liebe Mir immerdar vor giß mein herz auch seiner nicht. augen sein. Sie stärk' in mir 2. Wer hat mich wunderbar die guten triebe, Mein ganzes bereitet? Der gott, der meiner leben dir zu weihn. Sie tröfte nicht bedarf. Wer hat mit lange mich in noth und schmerzen, muth mich geleitet? Er, dessen Sie leite mich zur zeit bes rath ich oft verwarf. Wer stärkt glücks und sie besieg in meiden frieden im gewissen? Wer nem herzen die furcht des leggibt dem geiste neue kraft? Wersten augenblicks. läßt mich so viel guts genießen? Ists nicht sein arm, ber alles 39. schafft? Nun lob mein feel den. gott, bu bift die liebe Uns wohlzuthun ift dein 33 22 Erste Abtheilung. deine luft. Drum preist mit ihre last und plage Lenkst du frohem triebe Dich unsre danker zu unserm wohl. füllte brust. Wie so gar ohne 5. Wer sollte dich nicht liegrenzen Ist deine gütigkeit! ben? Du hast uns ja zuerst ges So weit die himmel glänzen liebt! Und bist stets treu ge= Uebst du barmherzigkeit Du blieben, Wie viel wir wider siehst mit wohlgefallen Auf dich verübt. Mit gnaden uns das was du gemacht, Und haft zu segnen, Ist ewig deine lust, auch uns und allen Viel gutes Mit dank dir zu begegnen Sei zugedacht. stets auch unsre luft. Zu ehren 2. Uns ewig zu beglücken, deinen willen, Und selbst zum Erschufst du uns und deine glück und beil, Ihn freudig zu welt, Die hier schon zum ent- erfüllen, Sei unser bestes theil. zücken, So viele wunder in 6. Wer hier auf seinen wesich hält; Noch größerer güte gen Dein wort vor augen hat proben Hat für uns deine und hält, Den seßest du zum hand Im himmel aufgeboben, segen Schon hier noch mehr in Der wonne vaterland. Dahin jener welt. Du schafft ihm uns zu erheben, Sand'st dusselbst aus leiden, Den herrlichden Sohn herab, Der huld- sten gewinn Und führest ihn zu reich selbst sein Leben für uns freuden, Die ewig währen, bin. verloren gab. Wie groß ist deine güte; Mich 3. Wie groß ist deine gnade! ihrer stets zu freun, Laß, gott! Wer ist so reich an huld als auch mein gemüthe Voll liebe du? Auch auf dem sünden- zu dir sein. pfade Siehst du uns voller In voriger Melodie. langmuth zu. Du lockest uns 40. Mit fröhlichem gemüthe aur buße, Und fallen wir ge- l Danft, die ihr chribeugt, Voll reue dir zu fuße, sto angehört; Dankt gott, daß Voll reu, die beßrung zeigt; seine güte, So wie sein leben So schenkest du uns armen ewig währt. Nach so viel Auch trost an deiner huld, tausend jahren, Die durch sie Und tilgest aus erbarmen Die alle reich An frohen segen waganze fündenschuld. ren, Bleibt sie sich immer gleich. 4. Mit jedem neuen morgen Nie bört sie auf zu sorgen, Ist immer deine güte neu! Und sorget immer treu Sie Selbst unserm wunsch und sor- wird mit jedem morgen An gen Kommst du zuvor mit va- den geschöpfen neu. tertren. Du ursprung aller 2. Sie reicht durch erd, und gaben, Du weist, was uns ge- bimmel, Um, was da lebet, zu bricht Und was wir nöthig ha- erfreun. Welch fröhliches ges ben, Versagst du keinem nicht. wimmel In ihrem milden sons Wie sind doch unsre tage Von nenschein. Vor ihren heis deinem wohlthun voll! Selbfiltern strahlen, Wo sie hervor bricht, II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 23 bricht, fliehn Auch bange Wer nur den lieben gott. finstre qualen, Wie leichte 41. So weit nur deine sonwolken hin. Wer zählt die nen glänzen, Neicht millionen, Die sie erwärmt deine huld, die uns erhält, Neicht und nährt? So weit nur we über unsers himmels grenzen, sen wohnen, Hat sich auch sie O vater bis zur fernsten welt. verklärt. Gleich ewigen gebirgen währt 3. Süß ist das licht der Die güte, die dein volk verehrt. fonne, Das täglich jedes aug 4. Dir, gott! ist kein geschöpf entzückt, Weit süßer ist die verborgen Nicht eins vom menwonne, Womit uns gottes schen bis aufs thier; Du würgüt erquickt. Erfreulich ist digst alle deiner sorgen Sie dandas leben, Und schauervoll ken luft und leben dir. Es mag der tod, Doch besser noch als auch klein und niedrig sein Dir leben, Ist deine güte, gott! gott ist nichts zu groß und klein. Wie ist sie uns so theuer! 3. Mit frommen freudigem Sie, fie verläßt uns nie Was gemüthe Erheb ich gott der ist wohl milder treuer, Und gnaden! dich. Wie herrlich ist tröstender als sie. nicht deine güte! Wie liebst 4. 3u ihrem lob erwecke du uns so väterlich Uns, die Vor allem du dein herz, o wir ohne furcht und graun christ! Komm her und sieb Stets deinem schuß und segen und schmecke, Wie freundlich traun. gott dein vater ist. Auf! 4. Mit welchem reichen überseinen ruhm erzähle Dein fluffe erfüllst du diese welt, dein frommes faitenspiel, Und dei- haus! Du theilst ihn allen zum ne ganze seele Sei inbrunst genuffe, So väterlich so reichund gefühl Von seiner gü- lich aus und jedes lebensquelle te fage Wie treu sie für uns fließt Aus dir, der du das lewacht, Ein tag dem andern ben bist. tage, Die nacht der nächsten nacht. Sei leb und ehr dem. 42. Wie viele freuden 5. Wer wollte sie nicht lodank ich dir, Die ben? Sie, die doch allem alles du mir herr verliehen! Und gab, Vom bohen seraph dro- wie viel sünden hast du mir ben bis zu des staubs gewürm Aus gnaden nicht verziehen! binab. Von so viel kreaturen Gott voll erbarmung und Läßt sie nicht eine leer Und geduld, Auch bei der mir verihres segens spuren Verbreitet borgnen schuld Währt ewig sie umher. Und wie sie von deine liebe. entzücken Stets für den him- 2. Bedenk ich schöpfer deine mel quoll, Ist auch, wohin macht, Blick ich in jene ferne, wir blicken, Von ihr der erd. Und überseh des himmels Freis voll. pracht Und sonne, mond und B4 flerne: 24 Erste Abtheilung. fierne: So bet ich dich voll ehr diese welt noch sah, Wie groß furcht an, Was is ber mensch ist deine gute! ruf ich alsdann, Daß du 4. Nie ist der mensch, der bich sein erbarmeft? staub, es werth, Herr! daß du 3. Dein auge schaut auf ihn sein gedenkest, Daß du, da er berab, So geht er nicht verlo- dich oft entehrt, Ihm so viel ren, Nicht für die welt, nicht gutes schenkeft. O sähe doch der für das grab Ist er allein ge- mensch dies ein. Möcht er daboren. Die welt vergeht mit für dir dankbar sein! Und dir ihrer luft, Der bu den willen zum dienst sich weißen! gottes thust Dein glück soll 5. Herr lehre du mich, wie ewig bauren. ich soll, Für deine huld dich 4. Wenn ich erwache, denk preisen, Und ewig deiner liebe ich dein Und wenn ich schlafen voll Gehorsam mich beweisen gehe. Denn du, mein vater Du bist mein heil, mein trost, fannst verleihn, Was ich von mein gott. Dir treu zu sein dir erflehe. Drum seuf; ich bis in den tod, Sei meines findlich stets zu dir, Herr! was herzens freude. mir näßet schenke mir, Um M. Wer nur ben lieben gott. beiner güte willen. 44. In voriger Melodie. 43. Der bu durch allmacht Dir, gott! dir will ich fröhlich singen, Dir, deiner dessen freude wohlthun ist: hand Dir will ich dank und ehre Mein wesen mir bereitet Und bringen, Dir, der du gut und da schon eb ich dich erkannt freundlich bist. Ja, gott! du Mit güte mich geleitet, Der bist ganz gnad und treu, Gib, du erhältst was bu gemacht, daß mein herz ganz freude sei. Mein schöpfer! dank sei dir 2. Dich preisen alle engel gebracht Für deine macht und heere, Dir singen die verklärs güte. ten dank, Dir herrscher brausen 2. 3u meinem glücke leb ich wind und meere Ihr brausen hier Dein wort gab mir das ist dein lobgesang. Die ganze leben. Und was ich hab, hab schöpfung ruft mir zu: Es ist ich von dir; Von dir ward mir kein solcher gott wie du. gegeben Verstand, geschmack, 3. Dir, höchster, ist nichts zu gehör, gesicht, Geruch, gefühl; vergleichen, Denn deine güte mir fehlt es nicht An probenfreicht so weit als über uns die deiner liebe. wolken reichen, Von ewigkeit 3. Du leitest mich nach dei- zu ewigkeit. Rein wurm friecht nem rath Bei drohenden ge- unbemerkt dahin, Du siehst, fahren. Dein engel muß auf erhältst und schüßeft ihn. meinem pfad Vor unfall mich 4. Auch, vater! hast du mein bewahren. Zu meinem dienst gemüthe Durch manche gnawar alles da Schon eh ich dengab erfreut. D Gib mir auch 11. Von den göttl. Eigenschaften insbeſondere. 25 auch nach deiner güte Densverstocken, So suchst du sie trieb zur frohen dankbarkeit doch väterlich Durch huld zu Lehr alles das, was in mir dir zu locken. Wie lange sahst ist Froh rühmen, daß du gnä- und riefest du nicht ehmals dig bist. deinem volke zu, Damit es sich 5. Wer schuf die feel und bekehrte! Wie trugst du nicht ihre fräfte, Gedächtniß, willen mit gütigkeit Die erste welt und verstand? Wer segnet des so lange zeit, Eh' sie die fluth berufs geschäfte, Wer stärkt die verheerte? arbeitsame hand? Wer schüßte 3. Noch gibst du sündern mich vor der gefabr, Die un- zeit und raum, Der ftrafe zu sichtbar mir nahe war? entgehen; Du läßt den unfrucht6. Wer fristet meine lebens- baren baum Nicht ohne pflege tage? Wer krönet sie mit lust stehen. Du schoneft sein von und heil? Du vater thust's; zeit zu zeit; Verzeihest voll barmbrum feele sage: Gott du bleibst herzigkeit Ihn gänzlich abzuewiglich mein theil. Von ganzem bauen. Du wartest sein mit herzen liebst du mich, Von gröfter treu Und hörst, damit ganzem Herzen preiß ich dich. er fruchtbar sei, Nicht auf an 7. Dir will ich fernerbin ihm zu bauen. vertrauen, Denn du hast mir 4. Langmüthigster! so große stets wohl gethan. Ich will mit huld Bezeigst du frechen fünglauben auf dich schauen Schau dern, Und o nicht weniger gemich mit vaterblicken an. duld Hast du mit deinen fins So geh ich ruhig durch die dern. Sie werden ja, weil fleisch zeit Und fröhlich in die ewig- und welt Hier ihnen häufig feit. nege stellt, Oft ficher, matt und träge; Sie straucheln, sie 9. Geduld und Langmuth vergehen sich Und fehlen oft mals wider dich Auf blindgewähltem wege. Gottes. Gin lämmlein geht. 45. Getreuer gott, wie viel 5. Da warnst du sie vor geduld Beweiseft buder gefahr, So oft sie irre geuns armen! Wir häufen lei- hen; Reichst ihnen hand und der unsre schuld, Du abersstärke bar, Von sünden aufzudein erbarmen. Was ist des stehen. Du trägest sie mit vamenschen lebenslauf? Er iststerhuld. Bist willig ihre sünverderbt von jugend auf, und den schuld Durch christum zu dem gesetz entgegen. Und gleich- vergeben. Gibst ihnen neue wohl, vater, suchst du ihn tugendkraft, Und nach vollbrachLangmüthig davon abzuziehn, ter pilgrimschaft, Ein ewig Zur beßrung zu bewegen. freudenleben. 2. Der menschen elend jam 6. Laß diese langmuth und mert dich, Selbst wenn sie sich geduld, Gott, unsre herzen rühren 25 26 Erste Abtheilung. rühren. Nie muß uns deine daß er geliebet werde, Die vaterhuld zur sicherheit ver- buld des herrn, bei denen, die führen. Trag uns erbarmend ihn lieben Und gutes üben. fernerhin; Doch gib uns auch 4. So zärtlich sich ein vater dabei den sinn, Daß wir die seiner finder Erbarmet, so ersünde haffen, Und uns noch in barmt sich gott der fünder, der gnadenzeit Den reichthum Wenn sie von herzen sich zu deiner gütigkeit Zur beßrung ihm bekehren, Ihm treue leiten lassen. schwören. M. Herzliebster Jesu was. 5. Er schlägt und heilt, vers wundet, läßt genesen; Er weiß, 46. Jauchzt unserm gott, der mensch ist ein zerbrechlich er ist von großer gü- wesen. Er denkt daran, daß te Barmherzig und von dulden- soas geschöpf aus erde Doch dem gemüthe. Will denen beilasche werde. und ew'ge luft bescheeren. Die 6. Von ewigkeit zu ewigkeiihn verehren. ten währet Die güte gottes 2. Er handelt nicht mit uns dem, der tugend ehret. Ach nach unsern sünden, Und läßt leite den auch mich auf deinem verschonend uns das nicht empfade, Du gott der gnade. pfinden, Was wir, weil wir 7. So werd ich ewig deiner ihm unser herz nicht gaben, huld genießen; So wird mein Verschuldet haben. leben sanft vor dir verfließen, 3. Hoch ist der himmel über So werd ich dort mit aller seiner erde So groß ist auch, lengelchören Dich fröhlich ehren. III. Von der heiligen Dreieinigkeit. 47. Allein gott in der höh' 3. O jesu christ, deshöchsten sei ehr Und dank sohn! Dich seinen eingebohrnen, sei seiner gnade! Er forget, Dich sandte gott vom himdaß uns nimmermehr Gefahr melsthron Zur rettung der und unfall schade Uns wohl verlornen Du mittler zwischen zuthun ist er bereit, Er will uns und gott Hilf uns im nur unsere seeligkeit, Erhebet leben und im tod erbarm dich ihn mit freuden. unser aller. 1 2. Ja vater! wir erheben 4. O heiliger geist, du geist dich Mit freudigem gemüthe Du von gott! Erleuchte, beßre, herrscheft unveränderlich Mit tröste, Die jesus christ durch weisheit und mit güte Unend- seinen tod Zum dienst des Herrn lich groß ist deine macht! Und erlöfte, Auf deinen beistand stets geschieht, was du be- hoffen wir. Ach leit uns stets, dacht. Wohl uns, daß duso sind wir hier Und auch regiereft! leinst ewig selig. 48. 3 Univ.- Bibl. Giessen III. Von der heiligen Dreieinigkeit. 27 48. h glaub' an einen die welt erneut, Mein leib gott allein, Der auch auferstehet. alle dinge, groß und klein, 49. Wir glauben an den Den himmel und die erden, ein'gen gott, SchöDa nichts war, ließe werden. pfer himmels und der erden, Der zuin genuffe seiner gnad Er, aller vater, unser gott, Uns menschen auch erschaffen Hieß uns seine kinder werden. hat; Mir seele, leib und le- Er will uns auch stets ernähben, Sinn und vernunft gege- ren, Jedes wahre gut gewäh ben. Der reich an weisheit, ren. Er erwog schon, eb wir güte, macht; Schon vor der waren, unsre rettung in gefahwelt mein heil bedacht. Mein ren. Er ists, der für uns vater bleibt mein guter gott, sorgt und wacht. Und alles Der für mich sorgt in jeder steht in seiner macht. noth, Mich schüßzt und mich 2. Wir glauben auch an jeernähret. sum christ, Gottes sohn den 2. Ich glaub an Jesum got- eingebornen, Den herrn, der. tes sohn, Der mit gott herrscht mensch geworden ist, Den ers auf einem thron. Der einst retter der verlornen. Er, er ward mensch geboren, zu ret- achtete sein leben nicht zu ten, was verloren. Der mir theu'r, für uns zu geben. Er des vaters huld erwarb, Daerstand; herrscht hoch erhöhet er am freuze willig starb, Und In dem reich, das nie vergemir das heil zu geben, Für het, Er läst auch uns im grabe mich hingab sein leben; Sieg- nicht, und kommt dereinst zum reich stand er vom tode auf, weltgericht. und fuhr für mich zu gott hin- 3. Wir glauben an den heil's auf: Kommt sichtbar einst voll gen geist, Ünsern göttlichen remajestät, Als richter, wenn die gierer; Den jesus christus uns welt vergeht, Der lebenden verheißt, Uns zum beistand und todten. und zum führer. Der in trüb3. Ich glaub auch an den sal seine christen Weiß mit heiligen geist, Der mich der fin- lmuth und kraft zu rüsten; Der fierniß entreist, Mich christum uns lehrt vergebung finden kennen lehret, Durch ihn zu Und der tugend werth empfins gott bekehret, Auch er ist ew- den. Er flößet uns im todes ger wahrer gott. Er tröstet schmerz Des ew'gen lebens mich in jeder noth, Läßt got- trost ins herz. tes gnad mich finden Beim Gs woll uns gott gnädig. tilger meiner fünden. Er macht 50. Herr unser gott, wer ift mich fromm und tugendhaft dir gleich? Du bist Und gib zum guten lust und das höchste wesen. Und doch fraft, Führt einstens mich zur haft bu, an gnade reich, Uns seligkeit, zu der wenn gott bir zum dienst erlesen, Ge meinschaft 28 Erfte Abtheilung. meinschaft sollen wir mit dir, stets erfahren, Stärk' ans in Du allerhöchster haben; Mitsunsrer pilgrimschaft; Bewahr' beinem heil willst du uns bierfuns vor gefahren; Laß uns Und ewig einst begaben quelle alles segens. Du dir willig folgen. 5. Laß, gott, uns dein auf 2. Wir beten dich), o vater! erden schon Als unsers gottes an, Sind wir gleich vor dir freuen. Herr, segne uns von sünder: So nimmst du dich deinem thron, Daß wir vor doch unser an, Wie väter ihrer dir gedeihen. Dein ist das finder Du hast für uns aus reich, die herrlichkeit, Dir wol großer huld Selbst deinen sohn len win hier leben; Und du gegeben, Dein herz, voll güte wirst, nach vollbrachter zeit, und geduld, Verleih uns frost Uns einst dahin erheben, Wo und leben, Daß wir dich find- wir dich ewig schauen. lich fürchten. Für deinen thron tret ich. 3. O jesu, ew'ger gottessobn. 51. Dreieiniger gott, ich Du heil, darauf wir hoffen; preise dich Mit Durch dich steht zu des vaters mund und Herzen inniglich. thron Der weg uns wieder Denn deine gnade, güt' und offen. Uns zu befrein von treu Ift über mir, herr, tägsünd und tod, Kamst du zu lich neu. uns auf erden, laß uns, 2. Laß, vater, stets dein find unser herr und gott! Froh dei- mich sein, Schließ stets in dei nes segens werden, Und dir ne huld mich ein, Sohn gottes! im glauben dienen. dein versöhnend blut Komm 4. O heil'ger geift, du geist lebend, sterbend mir zu gut. von gott! Wehr in uns dem 3. Gott heiliger geist vers verderben. Im glauben an des laß mich nicht, So oft vermittlers tod Hilf uns der sün- suchung mich ansicht. Sei du de sterben! Du gibst zum gu- mein beistand allezeit, Und leite ten luft und kraft; Laß es uns mich zur seligkeit. IV. Von der Schöpfung. Sei lob und ehr dem. les blickt, Die wunder deiner 52. Wenn ich, o schöpfer! werke! Der himmel, prächtig deine macht, Die ausgeschmückt, Preist dich, du weisheit deiner wege; Die lie- gott der stärke! Wer hat die be, die für alle wacht, Anbe- sonn an ihm erhöht? Wer tend überlege: So weiß ich, kleidet sie mit majestät? Wer von bewundrung voll, Nichtruft dem heer der sterne? wie ich dich erheben soll, Mein 3. Wer miß't dem winde seigott, mein herr und vater. nen lauf? Wer heißt die hims 2. Mein auge sieht, wohin mel regnen? Wer schließt den schoos IV. Von der Schöpfung. 29 schooß der erden auf, Mit vor- mir alles, alles zu: Wie groß rath uns zu segnen? O gott ist gott! wie flein bist du! der macht und herrlichkeit, 3. Mir zeigen alle elemente Gott! deine güte reicht so weit, Macht, güt' und weisheit überSo weit die wolken reichen. all! O wenn das stumme re4. Dich predigt sonnenschein den könnte, Wie groß wär und sturm; Dich preist der stets der jubelschall: Rühmt sand am meere. Bringt, ruft menschen! gottes güt' und auch der geringste wurm, pracht, Die euch und uns herBringt meinem schöpfer ehre! vorgebracht! Mich ruft der Baum in seiner 4. Herr gott, wie groß ist pracht; Mich ruft, die saat, deine liebe! Die erd' ist deihat gott gemacht! Bringt unner güte voli. O gib mir dankserm schöpfer ehre! bar fromme triebe, daß ich dich 5. Der mensch, ein leib, den preise, wie ich soll. Nimm deine hand So wunderbar be- was ich kann und hab' und bin, reitet; Der mensch, ein geist, zu deinem dienst auf ewig hin. den sein verstand, Dich zu er- 5. Hilf, daß die güter dieser kennen, leitet. Der mensch, erden Mich zu dir locken, böchder schöpfung ruhm und preiß stes gut! Daß sie mir nicht Ist sich ein täglicher beweiß zum fallstrickt werden; Und ihr Von seiner gut und größe. genuß mir schaden thut. Laß 6. Erheb ibn ewig, o mein allen Mißbrauch ferne sein, geist, Erhebe seinen namen! Mein leßtes ziel sei du allein. Gott, unser Vater sei gepreist, 6. Hier ist mein leben eine und alle welt sag amen! Undreise: Ich geh nach jener hö alle welt ehr gott den herrn, hern welt. Drum mache du Und hoff auf ihn, gehorch mich fromm und weise, Daß ihm gern! Wer wollte gottlich hier thu, was dir gefällt. nicht dienen? Und endet dieser furze lauf, So nimm zu deiner ruh mich auf. In voriger Melodie. und der erden, Der 54. O gott! den alle weis du allgegenwärtig bist; Von sen ehren, Von dir niemand kannst begriffen wer- kommt aller welten pracht. den; Vor dem kein ding ver- Was wir nur schönes sehn borgen ist. Ach ziehe mich und hören, hat deine hand aldoch ganz zu dir, und offen- lein gemacht. An deine weißbar dich selber mir. heit, macht und licht Reicht gott des Himmels 2. Wohin ich herz und au- feines menschen denken nicht. gen lenke, da find ich deiner 2. Du bist's, der die geschögottheit spur. Wenn ich voll pfe weidet, Der ihnen schmuck andacht überdenke Dein werk, und freude schenkt, Du bist's, die prächtige natur: So rufilder berg und thäler Fleidet Und Wer nur den lieben Gott. 53. 30 Erste Abtheilung. Und sie mit grünem schmuck be- plaß seiner güte. Lobsingt hängt. Du bist es, der durch ihm der sie noch erhält, Mit feine fraft Dem frühling neue freudigem gemüthe. Gott ist anmuth schafft. die liebe! rühmt es laut Ge 3. Daß fraut und pflanzen schöpfe! die ihr ihm vertraut, sich verjüngen Und alles neues Die ihr ihn kennt und ehret! leben fühlt; Das alle bäume Rühmt es, daß seine gütigkeit blüthen bringen; Das seld mit Mit jedem morgen sich erneut, tausend farben spielt: Das Und ewig ewig währet. fliesst allein aus deiner gnad, Die unsre welt gezieret hat. 2. Daß außer dir nicht alles leer Von freud und leben 4. Soviel vermag dein mäch bliebe: Schufst du, o gott, der tig werde! Erhabenster herr bimmel heer Und unsere erd zebaoth! Dein lob verfündigt aus liebe! Du selbst bedurftest zwar die erde, Doch herrlicher ihrer nie; Unendlicher! du liess noch, großer gott! Verkündiget sest sie Zu ihrem glück nur der himmel pracht, Die größe werden. Du aber sättigest deiner schöpfersmacht. dich nun Mit wonne allem 5. Aus dir, du quelle alles wohlzuthun, Im himmel und lichtes! Fließt auch der sonnen auf erden. Feuermeer Ja großer schöpfer 3. Kein mensch, kein engel des gesichtes! Von dir kömmt selbst, ermißt Die größe deiner auch das wunder ber; Daß segen; Wie gütig deine weißmir die schönheit dieser welt, heit ist In allen ihren wegen: Co strahlend in die augen fällt. Gott! deine güte reicht so weit 6. Was zeigt das beer von Als deines reichs unendlichkeit, tausend sternen, Das selbst die So weit, berr, als dein lenacht so reizend macht. Von ben. Ach das sind wir? die ihnen soll ich hier schon lernen, deine macht Aus todtem staub Wie groß, o schöpfer, deine hervorgebracht, Uns ewig heil pracht! Gott du bist nichts als zu geben! beiterfeit Nur licht und strah. len sind dein fleid. 4. O vater! welchem feiner gleicht, an liebe wie an stärke. 7. Ach schöpfer! Heil'ge Kein dank, kein lobgesang ermein gesichte, Wenn ich so voll reicht Die wunder deiner verwundrung steb, Daß ich in werke. Doch ist dirs angenehdeines geistes lichte, Allein auf mer dank, Dir ist es mehr als dich den ursprung seh. Ach lobgefang, Wenn ich dich thäreinige selbst meine bruft Von tig liebe; Und gern in meiner jeder schnöden erdenluft. lebenszeit Erbarmen und wohlthätigkeit An andern menschen Gin lämmlein geht. 55. Lobsinget gott! er schuf übe. die welt Zum schau- 5. Du bist die liebe, dank sei bir IV. Von der Schöpfung. 31 dir, Daß ich dich so erkenne, der, seh ich an Und schmecke Und dir zum ruhm, zum troste deine güte. Ich rieche, fühl mir, Dich meinen vater nenne, und höre fie Jm feld und wald; Auch ich will gerne liebreich ich sehe sie in aller fluren blüsein; Will glücklich machen, the Von dir Zeugen Alle dinwill erfreun; Will helfen und ge; So geringe Sie mir schei dir gleichen. Von diesem heiljnen; Wie im großen so im und dieser pflicht, D gott der fleinen liebe! laß mich nicht, Eo lang ich lebe weichen. Wie schön leuchtet der. 56. Gott, 6. Ozeuch mich über welt und zeit Zu dir o herr der herrlichkeit! Durch deine große lies dessen starke be. Auf dich laß mich in alhand die welt Er- tem sehn, Für jedes gute dich schaffen hat und noch erhält erhöhn. Belebe meine triebe; Ich sehe deine güte. Ich sehe mein vater, Dir in allen sie und werd entzückt, Wohin zu gefallen; Dir zu leben, Sei auch nur mein auge blickt. So mein einziges bestreben. bald ich mein gemüthe Auf dich Warum soll ich mich denn. Schöpfer! Achtsam lenfe, Und 57, Sei zufrieden mein ges dich denke Find ich armer Dich müthe! Gott ist gut, als vater und erbarmer. Was er thut, Ist voll lieb 2. Seb ich so weit mein und güte. Er nur weiß in alauge reicht, Gen himmel, fo len sachen, Groß von rath, entdeck ich leicht Die spuren Wie von that, Alles wohl zu deiner güte. Der himmels machen. lichter lauf und pracht, Sein 2. Beides erd' und himmel Sternenbeer, das du gemacht, jpreisen Seine macht, Tag und Erwecket mein gemüthe, Grosnacht müssen sie beweisen. ser Echöpfer! Dich zu fin- Sonn und mond, das heer der gen Dir zu bringen Ehr und sterne, Was sie regt Und bestärke. Groß sind deiner all- wegt Lob ihn nah und ferne. macht werke. 3. Schau die werfe seiner 3. In ungewittern, sturm hände! Mensch und thier Melund wind, Die deines thrones den dir Seinen ruhm ohn ende. diener sind, Entdeck ich deine Was wir noch so kleines nengüte: Das feuer, wie der was nen. Gras und laub Selbst der ser grund, Macht deine große staub Gibt ihn zu erkennen. liebe fund. Mit fröhlichem ge- 4. Was auf bergen und in müthe Will ich Täglich Darauf gründen, In der höh, In der achten, Und betrachten Deine fee; Oder sonst zu finden, werke; Rühmen deine huld Rühmt die weisheit seiner wers und stärke. fe; Jeder wurm, Wind und 4. Dein erdreich gott, das sturm Preisen deine stärke. jedermann Gibt brod und klei- 5. Sollt ich denn nicht ihn erbe, 32 Erste Abtheilung. erheben? Wie so gar Wun handen, Deine kraft hat gederbar Gab er mir das leben! schaft, Daß ich überstanden. Was ich hab, ist sein geschenke 8. Nun, mein herz! das hat Auch der geist, Der ihn preist, schon lange Gott gethan, Denke Mit dem ich ihn denke. dran; Wird dir jemals bange; 6. Wie mich sein getreues Als wollt er dich ganz ver sorgen Tag und nacht Nimmt lassen. Es geschicht Wahrlich in acht, Das zeigt jeder mors nicht; Er kann dich nicht gen. Ja fein augenblick ver- hassen. schwindet, Der mich nicht, Gott, 9. Drum ergib dich seinem mein licht! Dir zum dank willen, Heisse gut, was er thut verbindet. Er wirds auch erfüllen. Denn 7. Setzten mir des kreuzes er ist in allen sachen Groß von plagen Heftig zu, So hilfft rath, Wie von that; Er, er du, O mein gott! sie tragen. wirds wohl machen. War faum noch geduld vor- l V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. M. Vater unser im himmelr. zuversicht! Ich bins gewiß, du 58. Gott, deine weise macht thust mir wohl So lang ich erhält Die ganze le- bier noch leben soll. Nicht überbensvolle welt, Und aller au- fluß bitt' ich vor dir, Was ich gen freuen sich Und warten bedarf, das gibst du mir. Hoffnungsvoll auf dich, Auf 5. Der Vogel bauet nicht dich, der du sie alle liebst Und das land; Doch nährst du ihn allen ihre Speise gibst. mit milder hand; Du schmückst 2. Du öffnest deine hand, die blume königlich, Doch hat so fliest Herab, was jedem nö sie nicht verstand wie ich Verthig ist; Mit wohlgefallen sät- giß es, meine scele! nie; Weit tigt fie Dein aufsehn und ver- mehr bin ich vor gott als säumt sie nie. Nie sind geschöpfe sie. deiner hand Dir unwerth oder 6. Mich schufst du nicht vor unbekannt. diese zeit, Mein ziel ist in 3. Auch mir gabst du, mein der ewigkeit: Du gabst mir gott und heil! Noch täglich weisheit und verstand, Und mein bescheiden theil; Gabst machest selbst dich mir bekannt; mirs mit huld und freundlich- Nichts, was die erde zeugt keit, So lang ich bin, zu rech- jund nährt, Gleicht mir an hoter zeit. Kein vater sorgt so heit und an werth. väterlich Für seinen sohn, als 7. Von dir, der das an mir du für mich. gethan, Werd ich auch speiß 4. Ich bin gewiß, du kannst und trank empfahn. Selbst mich nicht Verlaffen, meine dem, der dich mit sünden schmäht. V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. 38 schmäht, gibst du sie ohne seinlist bir gleich? Wer herrscht gebet. Wie solltest du, bei fleiß wie du im unumschränkten und flehn, Mich nicht genug reich? damit versehn? 5. Was ist und war im 8. Laß du mich nur genüg- himmel, erd' und meere, Das sam sein, Und deiner gaben kennst du, gott! und deiner mich erfreun; Doch mehr noch werke heere Sind jetzt und ewig deiner, der du dich So freund vor dir offenbar. Du hältst lich zeigest gegen mich: Und und nährst was ist, was wird selbst des segens quelle bist, und war. Aus welcher alle wohlthat 6. Du bist um mich, schaffst fließt. daß ich sicher ruhe Du schaffst 9. Bei deiner gaben über- was ich vor oder nachmals fluß Erhalt mich mäßig im thue Und du erforscht und genuß. Bewahr mich in der kennst was jeder thut; Prüfst dürftigkeit Für schmach und das verborgne, richtest weis' unzufriedenheit. Du nährst mich und gut. immer; preiß und dank Bring' ich dir, gott, mein lebenlang. 7. Du sievest mich, ich size oder gehe, Ob ich an's meer, ob ich gen himmel flöhe; So M. Dreieinigkeit der gottheit. bist du da, dist allenthalben da. 59. Gott ist mein lied! er 3m licht und dunkel bleibest ift der gott der fär- du mir nah. ke; Herr ist sein nam' und groß 8. Du kennst mein Herz und sind seine werke. So weit der allen rath der seele Und weißt, weltbau reicht, geht sein gebiet. wie oft ich gutes thu' und Nichts ist, das er nicht schafft fehle, auch meine noth siehst und fennt und sieht. du und hörst mein flehn, Und 2. Er will und spricht; so eilest dann mir gnädig beizusind und leben welten. Wenn stehn. er gebeut, so fallen durch sein 9. Du wogst mir dar, was schelten Auch welten wieder in du mir wolltest geben. Schriebft ihr nichts zurück. Ohn' ihn ver- auf dein buch, wie laug ich ging die erd' im augenblick. sollte leben. Noch eh' ich war, 3. Licht ist sein kleid, und eh' meine augen sahn, Entfeine wahl das beste. Er herrscht warfst du huldreich meines als gott und seines thrones veste schicksals plan. Ist treue, wahrheit und gerech- 10. Nichts, nichts ist mein, tigkeit Und was er thut ist das dir nicht angehöre Herr! gnad' und gütigkeit. immerdar soll deines namens 4. Ein unerschöpflich meerlehre, Dein lob und preis in von seligkeiten Ohn' anfang meinem munde sein Denn algott und gott in ew'gen zeiten ler, was ich bin und hab' ist Herr aller welten! wer, werdein. 11. Wer 34 Erste Abtheilung. 11. Wer kann die zahl von unserm land Noch immer segen deinen wundern faffen? Einsruhn. jeder staub, den du hast wer- 3. Von deinem himmel, höchden lassen, Der freaturen heer ster! träuft Gedeihn und fruchtund ihre pracht, Verkündiget barkeit. Die faat geht auf des großen schöpfers macht. und blüht and reift Und sät12. Der fleinste wurm ift tigt und erfreut. deiner weisheit spiegel. Du 4. Von dir gesegnet gibt luft und meer! ihr auen, thal der baum Den schatten, den und hügel! Der bäume wuchs man sucht, und unter seiner und selbst der kleinste halm! zweige raum Erfrischung und Ihr seid sein lautes loblieb auch frucht. und sein pfalm! 5. Du nährest jede kreatur 13. Du tränfft die erd' und D berr! wer ist dir gleich? schaffest grüne weiden; Und Dein vorrathshaus, gott! die nacht und tag und forn und natur Ist unerschöpflich reich. wein und freuden Empfangen 6. Wem strömt sie nicht von wir aus deiner vaterhand.dir erfüllt, Luft und vergnügen Voll früchte machst du schöp- zu? wer ist so gut, so treu, fer! jedes land. so mild, So väterlich wie du? 14. Kein Sperling fällt, 7. Herr! ohne dich verginberr! ohne deinen willen; Sollt gen wir, Und wir verdientens ich mein berz nicht mit dem; auch: Und dennoch leben wir trofte stillen, Daß deine hand in dir, Beseelt durch deinen das leben mir erhält, Und nur hauch. geschieht, was dir. herr, wohl- 8. Wer gott! erfährt nicht gefällt. deine huld? Wem strahlet nicht 15. 3ft gott mein schuß, dein licht? Mit welcher langwill gott mein retter werden; muth und geduld Verschonst So frag ich nichts nach him- du unser nicht? mel und nach erden, So biet 9. O betet gott, ihr menich jedem feind und unfall truß, schen, an! Erwägts und dankt Und lebe sicher durch der all- ihm nun. Was hat gott schon macht schuß. an uns gethan? Was will er nicht noch thun. 2obt golt ihr christen allzu. 10. Nicht bloß für diese fur60. Noch immer wechseln ze zeit, Herr! heissest du uns ordentlich Die jab- sein. Du schufft uns für die reszeiten ab. Dein segen, gott, ewigkeit, Uns ewig dein zu freuu. ergießet sich noch auf die erd' 11. Läßt du uns deine herab.. freundlichkeit Schon hier so 2. Du öffnest deine milde herrlich sehn: Was wird in hand, Uns menschen wohlzu- der vollkommenheit Der künfts bung und läsfest auch aufgen welt geschehn! 12. V. Von Gottes Vorschung und Weltregierung. 85 12. Noch tiefer dringt als- raben, So wie der lerche lob. dann meir blick In deine wun- gesang. neige izt dein ohr Der ein. O herr, laß dies zu mir Du sorderst dank; ich erhabne glück Mir stets vor danke dir. augen sein. 2. Die kleinste deiner FreaAllein gott in der höh' sei. turen Macht deine weisheit of 61. So bald, o gott! der fenbar. Man siehet deiner güte tag erwacht, Erspuren, Und deine macht von freuft du, was da lebet, Dujahr zu fahr. Ein jedes gräsbifts, erhalter! dessen macht chen lehret mich, Wie groß ist Uns nährt und trägt und he gott, wie klein bin ich! bet. Du wässerst unsrer erde 3. Du sorgft, nach treuer schooß So wächst der felder väter weise, Für alle werke reichthum groß. Preis dir du deiner hand, Du giebest allem milder geber! fleische speise, Beschirmst und 2. Dein brunn erquickt sie fegneft jedes land. Du liebest früh und spät. Ein jeder gras unveränderlich; Der bösen selbst halm zeuget Von dir, durch erbarmst du dich. den die frucht geräth Und keim 4. Der erdkreis ist von deis und ähre steiget, Wenn furch ner güte, Von deiner weisheit und fluren sich erneun: So ist er voli. Herr, unterweise gibst du wachsthum und gedeihn mein gemüthe, wie ich dich Zu unsrer saat und mühe. würdig loben soll. Gib, daß mein 3. Du frönft mit gaben berz dich freudig liebt, Dich voller hand, Herr! alle jahres- der mir so viel gutes gibt. zeiten. Sie träufelt auf das 5. Das samforn wird in ganze land Des segens fettig- deinem namen, Auf hoffnung feiten. Es trieft durch ihren in das feld gestreut. Allgütimilden guß, Die wüste selbst ger! du gabst dem samen, Da von überfluß, und freude du ihn schufft, die fruchtbarschmückt die hügel. feit. Zur ausfaat gibst du auch 4. Die anger stehn voll allein, Dem landmann kraft, schaaf umher; Bom korne stehnizeit und gedeihn. die auen So reich beladen, 6. Du machst den schooß der dicht und schwer, So weit die erde schwanger: Du machst des blicke schauen Dir singt der ackers furchen naß. Du schmüklandmann hocherfreut. Erhal fest wiesen, flur und anger Mit ter deiner gütigkeit Lobsin blumen, sträuchen, laub und gen wir auch fröhlich. gras. Du träufelft mit dem Gott dessen allmacht sonder. fühlen thau Die fruchtbarkeit 62. Du milder geber aller auf feld und au. gaben, Herr! dir 7. Was dürr ist, feuchtest du gebühret ruhun und dank, Dumit regen. Was falt ift, hörst das schrein der jungen wärmt bein sonnenschein. Du theilst C2 36 Erste Abtheilung. theilst die zeiten wie den segen, wahren guten üben; Er thut, Zu unserm beten weislich ein was diese, die ihn so verehren, Bei wärme, hige, kälte, frost Von ihm begehren. Grünt, wächst und reifet uns 7. Der herr beglücket alle, re fost. die ihn lieben: Die aber, die 8. Kommt, preist des schö- betrug und frevel üben, Verpfers huld und stärke! Bringt stößt er, bis er alles das vollseinem namen ehre dar. Groß führet, Was sich gebühret. ist der herr, und seine werke 8. Auf ewig will ich seinen Sind herrlich, groß und wun- namen loben. Von allen menderbar. Kommt, laßt uns seis schen werde gott erhoben! Was ne macht erhöhn. Der herr ist lebet müsse, Herr! zu allen gut, fein nam' ist schön. zeiten Dein lob verbreiten. Sei lob und ehr dem. Herzliebster jesu was haft. 63. Dein reich, o gott! ift 64. Dir, unserm gott, ift herrlich, ewig wähniemand gleich Im ren Dein reich und deine bimmel und auf erden. Du macht, die wir verebren, Und bist der höchste, und dein reich ewig wird von aller völker Kann nie begriffen werden. zungen Dein lob besungen. Unendlich ist die majestät, Die 2. Der herr bewahret alle, über alle dich erhöht, Die kron' welche fallen, Der höchste hilft und zepter tragen. den unterdrückten allen, Ist 2. Wie weit erstreckt sich dein fiets bereit mit segen, die ihn gebiet? Wo ist der, der es bitten, zu überschütten. messe? Wohin auch nur mein 3. Nach dir, gott, schauen auge sieht, Da seh ich deine aller menschen blicke, Daßgröße. Weit, über alle himdeine hand fie väterlich er- mel weit, Geht deines reiches quide. Du gibst auch einem herrlichkeit. Du herrscheft über jeden seine speise, Daß er dich alles. preise. 3. Du herrscheft weißlich, 4. Herr! du erhältst mit dei- recht-und gut Nach heiligen nem wohlgefallen. Was lebt geseßen. Du willst, auch deithust deine hand, auf und gibst ner treuen hut, Das kleinste allen, Was sie bedürfen; kei- würdig schäßen. Auf alles geht ner sucht vergebens, Dich, quell dein augenmerk, und immer des lebens. ist dein liebstes werk Zu segnen zu beglücken. 5. In allen wegen gottes strahlet gnade. Untadelhaft find 4. Wohl uns, daß du das alle seine pfade. Und was er regiment, Gott! über alles thut, gereicht zu seinem preise, führest! Und wohl dem, der Ift gut und weife. den zweck erkennt, Dazu du 6. Der herr behütet alle, die uns regiereft. Ich, bein so ihn lieben Und ernstlich sich im schwacher unterthan, Ich bete V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. 37 te dich in demuth an. O sieh| gründen Von deiner weisheit, auf mich in gnaden. macht und güt' Du kannst 5. Ich bin verderbt und feh- viel tausend wege finden, Wo lervoll Bin auf dem tugend- die vernunft nicht einen sieht. wege Nichts steht so eifrig, wie Aus finsterniß bringst du das ich foll; Bin oft zum guten licht, Du sprichst, o gott! und träge; Doch du bist gnädig; es geschicht. und voll huld Vergibst du reu- 4. So weicht denn ängstliche enden die schuld. Drum hoff gedanken! Gott kann weit mehr, ich auch vergebung. als ihr versteht. Bleib, seele, 6. Ich hoffe, weil mich der in der demuth schranken. Die vertritt, Den du für mich ge- demuth wird von gott erhöht. geben. Mein jesus, welcher für Ja, herr! Du liebst den, der mich litt, Erwarb mir recht dich liebt, Und deiner führung zum leben. Sein tod macht sich ergibt. mich vom zweifel frei, Ob ich 5. Drum will ich mich dir der gnade fähig sei, Auch mich überlassen Mit allem, was ich hat er versöhnet. hab' und bin. Ich werfe, was 7. Herr! ewig will ich dei sich nicht kann saffen, Auf dich, nen ruhm Mit lob und dank den gott der liebe, bin. Der erheben. Dir will ich, als dein ausgang zeigt doch immerdar, eigenthum Mich ganz zum Daß stets dein rath voll güte dienst ergeben. Mit luft will war. ich bis in den tod, Nach dei- 5. Gib, daß es mein vernem heiligen gebot Durch dei- trauen mehre, Sm glück und nen beistand wandeln. unglück freud und leid Schick alles, herr! zu deiner ehre Und Gott dessen allmacht sonder. 65. Fürwahr du bist, o meiner seelen seligkeit: So preis gott! verborgen; ich einst vollkommen dich; So Dein rath bleibt für uns wuns freu ich dein auf ewig mich. derbar. Umsonst sind alle unsre Bon gott will ich nicht lassen. sorgen, Du sorgteft, eh' die 66. Gott! der an allen welt noch war, Für unser wohl enden Unzählig guso väterlich: Dies sei genug tes thut, Du bist's, in deffen zum trøst für mich. bänden Mein ganzes schicksal 2. Dein weg ist zwar in ruht. Der für die übungszeit finsternissen Vor unsern augen Mir jeden meiner tage, Mein oft versteckt: Doch wenn wir glück und meine plage Bestimmt erst den ausgang wissen, Wird von ewigkeit. uns die ursach auch entdeckt, 2. Da ich noch ganz verborWarum dein rath, der niemals gen In mutterleibe lag, Da fehlt, Den uns so dunkeln weg wachte schon dein sorgen. Ach gewählt. vater! wie vermag Mein dürf3. Nie sind die tiefen zu ere tiger verstand Das gute zu € 3 erhe 38 Erste Abtheilung. erheben, Daß du in meinem le- 3. Wer hat den himmel aus- ben Mir huldreich zugewandt gespannt, Der unser aug ent 3. Du bist schon treu im lie- zückt? Wer hat mit göttlich ben. Noch eh'wir sind, und hast milder hand Den erdkreis ausNie lust, uns zu betrüben; geschmückt? Und drückt uns müh und last 4. Wer kleidet hügel, thal So bleibst du mitleidsvoll; und au und ziert mit pracht Hilfft liebreich deinen kindern, den hain? Tränkt sie mit reSie tragen und sie mindern; gen und mit thau? Und gibt Beförderst stets ihr wohl. der saat gedeihn? 4. Stets hat in meinem 5. Wer führt die sonn in leben mir dieses troftes licht ihrer pracht Mit jedem tag Bon neuem kraft gegeben, uns zu? Wer spricht zum mond Und frohe Zuversicht. Wenn in dunkler nacht: Dem menich bekümmert war: So seufzt'schen leuchte du? ich und war stille, Und dein 6. Wer frönt mit segen je stets guter wille Entriß mich des jahr, Daß unser Herz fich der gefahr. freut? Wer liebet uns uns 5. Dein name sei gepriesen, wandelbar, Auch wenn sein Der jederzeit an mir So herr- donner dräut? lich sich bewiesen. Mein Herz 7. Wer sichert uns vor der und mund soll dir, Du retter gefahr, Die uns von ferne aus gefahr! Ein schuldig opfer droht? Wer rettet oft so bringen, Von deiner güte fin- swunderbar Aus gegenwärt'ger gen, Jegund, und immerdar. noth? 6. Du haft mir wohl gera 8. Herr, unser herrscher! nur then Und lauter guts gethan; von dir Fliest alles heil uns zu. Daß deiner lieben thaten Jch Dein volk, dein eigenthum sind nicht gnug rühmen kann. Hilf wir, Und unser gott bist du. vater! daß ich dort Verklärt 9. Wie groß ist deine huld und ganz vollkommen Mit und treu! Du zählest unser allen deinen frommen, Dir haar, Stehst uns allgegenwär banke immerfort. tig bei in jeglicher gefahr. 10. Uns fünder trägst du seelen mit geduld, Lehrst uns durch luft, Von dir, herr, deinen geist. Und reut uns hocherfreut. Ich fing aus dank- unsere sündenschuld: So siehst erfüllter bruft Von deiner du's und verzeihst. gütigkeit. Mein gott das Herz. 67. Jh finge meiner 11. Ja deine güte reicht so 2. Was ist der mensch, der weit, Soweit die wolken gehn, staub vor dir, Daß seiner du Der junge rab, erbarmer! gedenkst? Herr aller welt! schreit Zu dir, du höreft ihn. was haben wir, Wenn du es 12. Und rührte dich, o mens uns nicht schenkt. schenfreund! Nicht eines Chriften 39 V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. sten schmerz? Die stillste zäh- mich. Du bist mein troft, ich re, die er weint, Bemerkt hoff auf dich. Dein segen folg dein vaterherz. in dieser zeit Mir bis in jene 12. Weh' dem, der, herr! ewigkeit. an dir verzagt! Und seine In dich hab ich gehoffet. daß all mein zuversicht Auf menschen fest 69. Ich weiß, mein gott! thun und heidnisch sagt: Gott achtet unser nicht. Auf deinem willen muß beruhn. 14. Er liebt dich mehr, als Von dir kommt glück und segen. bu verstehst, Ift, seele, dir Was du regiert und fördern nicht fern, Und eilt zu helfen, willst, Geht seinem ziel ents eh du flehst. Vertraue gern gegen. dem Herrn. 2. Es steht in feines men15. Er schaut herab von sei- schen macht, Daß das gescheh, ner höh' Auf den der niedrig ist was er bedacht, und er sich Erhebe dich unsterbliche! Zu dessen freue. Dein segen, höch ihm, von dem du bist. ster! machts allein, Daß men16. Lobsing ihm, bet ibn schenrath gedeihe. ewig an Mit frommer zuversicht 3. Oft denken wir mit sichWie viel hat er an dir gethan! erm muth: Dieß oder jenes sei Vergiß es, seele nicht! Vor deinem thron. uns gut; Und ist doch weit gefehlet. Oft sehn wir auch für 68. Mein auge fiebt, o gott schädlich an, Was doch dein nach dir, Von dei- rath erwählet. nem throne Hilf du mir mein 4. Drum gib mir weisheit heil fommt nur von deiner aus der höh, Mein vater, daß macht, Die diese welt hervor ich nicht besteh Auf meinem gebracht. eigenwillen. Sei du mein licht 2. Getrost, mein herz, mein und lehre mich, Nur deinen treuer hirt Schafft, daß mein rath erfüllen. fuß nicht gleiten wird; Der 5. Was dir gefällt, gefall mich behütet schlummert nicht auch mir. Bufrieden sei mein In finsterniß ist er mein licht. herz mit dir Bei allen deinen 3. Kein übel sei mir fürch- wegen. Und was dir mißfällt, terlich, Denn gottes rechte schü- laß mich nie In meiner seele zet mich. Durch seine treue hegen. vaterhand Wird, was mir scha- 6. Tritt du zu mir und madet, abgewandt. che leicht, Was mir sonst faft 4. Sein schuß gewährt mir unmöglich deucht. Reichst du sicherheit. Sein troft füllt mich mir deine hände: So kommt, mit freudigkeit. Er leitet was angefangen ist, Gewiß zu mich auf ebner bahn, Und seinem Ende. nimmt mich einst zu ehren an. 7. Ist gleich der anfang et 5. Herr! segne und behüte was schwer, Und muß ich 4 gleich 40 Erste Abtheilung. gleich ins tiefe meer Der bit- wachte, als ich kaum zu sein tern leiden treten: So stärke begann, Sah mit vaterhuld mich der glaub an dich, Und mich an, Eh' ich war und eh' ein troftvolles beten. ich dachte. Leib und feele gabst 8. Wer christlich betet, dir du mir, Gott! o wie verdank vertraut, Wird alles das, wo ich's dir? für ihm graut, Mit tapferm 3. Für mich armen, mich muth bezwingen. Du heißest verlornen, Mich, der ich gefal feine sorgen fliehn, Hilfft ihm len bin, Gabst du deinen eingeden sieg erringen. bornen, Jesum christum selber 9. 3war rauh ist oft der tu- hin. Mir zum heil kam er auf gendpfad, Den uns dein wort erden, Lehrte, litt', vergoß sein gewiesen hat; Doch wer ihn blut: Starb am freuze mir zu muthig gehet, Wird endlich, gut: Daß ich möchte seelig werherr! durch deinen geist Zu den wie groß ist deine huld! fteter wonn' erhöhet. Größer noch als unsre schuld. 10. Du bist mein vater, ich 4. Du mein vater mein res dein find, Was ich bei mir gierer, Hilfft mir selbst im gu nicht hab' und find', Hast dusten fort, und gibst mir zum in voller gnüge. So hilf nun, sichren führer Deinen geist bei daß ich meinen stand Wohl deinem wort, Daß er meine halt und herrlich siege. feele fülle Mit des glaubens 11. Dein sei, gott, aller bellem licht, Das des todes ruhm und ehr. Ich will dein schatten bricht, und das bange thun je mehr und mehr, Aus berz macht stilie. Er ist's der hocherfreuter seelen, Vor dei durch seine kraft Gern, was nem volk und aller welt, Solgut ist, in mir schafft. lang ich leb', erzählen. 5. Meinem bessern theil der 70. Sollt ich meinem gott feele Gibst du troft und stärk nicht singen? Sollt und ruh. Wenn ich, was du ich ihm nicht dankbar sein? willst, erwähle Strömet mir Hab' ich doch in allen dingen dein friede zu. Was, so lang So viel anlaß mich zu freun? ich hier noch walle, Ich bedarf Des ist ja nichts als liebe, in dieser welt, Was den leib Die sein vaterherz bewegt, Die ernährt and hält, daß er nicht mich mit erbarmen trägt, Wenn in staub zerfalle, Auch das wird ich seinen willen übe. Alles von deiner hand Väterlich mir währet seine zeit, Gottes lieb zugewandt. in ewigkeit. 6. Himmel, erd' und ihre 2. Wie ein abler bei gefah- heere Sind auch mir zum ren Treulich seine jungen deckt: nugen da. Wohin ich mein So hält gott, mich zu bewah- auge kehre, Ist mir, gott! dein ren, Seine schußhand ausge- segen nah. Thier und fräuter Preckt. Er, der über mir schonlund getreide, In ten gründen, auf V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. 41 auf der höh, in den büschen, geben, Dir mein ganzes herz in der see, Sind mir nahrung zu weibn; Deiner liebe mich find mir freude. Deine welt zu freun; Ganz zu deinem ist, mir zum wohl, Unzählbarer ruhm zu leben. Bis ich dich güter voll. nach dieser zeit Lieb und lob 7. Wenn betrübniß meine in ewigkeit. seele, Schwachheit meinen leib Warum betrübst du dich mein. umgibt; Dann, dann bet' ich 71. Voll freud' und fromund verbehle Nichts vor dir, mer dankbegier Er der mich doch liebt Wär'st du beb' ich meinen geist zu dir, nicht mein gott gewesen; Hätte Mein vater und mein gott! mich dein angesicht nicht er- Wie froh und heiter machet quickt: so wär ich nicht Aus mich Der himmlische gedank' so mancher noth genesen. Nurjan dich. allein von dir bewacht Ging 2. Mein aug' erblickt die ich durch die dunkle nacht. stolze pracht Der werke deiner 8. Wie ein vater seinem weisen macht. Du riefft: da finde Niemals ganz sein herz wurden sie. Und erd' und himentzeucht: Ob es gleich, ver- mel sind noch heut' Ein spies führt zur fünde, von dem rech- gel deiner herrlichkeit. ten wege weicht: Also siehst du 3. Da freute sich, àllgümeine schwächen, Höchster! mit tiger! Ein zahllos heer leerbarmen an; Züchtigst mich, bendiger Der milden vaterdaß ichs gethan, Ohn es doch huld, Die neu an jedem morim zorn zu rächen, Weil, als gen ist, und auch des wurmes ich verirrt beging, Doch mein nicht vergißt. herz noch an dir hing. 4. Da stellest du, durch den 9. Wenn gleich deine zücht- ich bin, mich unter deine wungungsschläge Meinem fleisch[ der hin, 3um fröhlichen genuß. oft bitter find: Sinds doch, Was ist der mensch, herr! deß wenn ichs recht erwäge, Zei- du dich So gnädig annimmst? chen, daß du mich, dein kind, was bin ich? Willst zu höhrem glück erzie- 5. Den menschen krönte deihen Wohl mir, wenn ich folg- ne hand, Dich zu erkennen, sam bin! mir, zum reichlichen mit verstand. Sie bildete dieß gewinn Erndt ich von des le- herz, Das dankbar froh embens mühen, und der ausgespfinden kann, Wie viel sein standnen pein, Einstens ew'ge gott an ihm gethan. freuden ein. 6. Und welche seel'ge hoff10. Weil denn ohne ziel nungen Schenkst du nicht den und ende, Vater! deine gnaden erlöfeten. Du ftifter unsers sind: So erheb' ich herz und heils! Versüßt wird jedes leid hände Freudig zu dir, als dein durch fie, Und leicht der tugend kind, Bitte: wollst mir gnadeledle müh. 5 7. She 42 Erste Abtheilung. 7. Ihr will ich, deiner werth übrig sind. Viel höhern frie zu sein, Die theuern lebens- den hab ich dann, Als diese stunden weihn, Die mir noch welt mir geben kann. VI. Von den Engeln. In allen meinen thaten. Jesus meine zuversicht. 72. Du herr der seraphis 73. Herr! du haft in deinen, Dem tausend nem reich Millionen engel dienen, Und zu gebote heiliger engel. Ihnen bin ich stehn. Gott aller geister Fönig! noch nicht gleich, Sondern Ich bin zwar viel zu wenig, Um vielmehr voller mängel. Ach deinen ruhm recht zu erhöhn. wenn werd' ich auch so rein 2. Doch preiß ich deine güte, Als wie diese geister sein! Mit dankbarem gemüthe, Für 2. Mich verführt noch fleisch beiner engelschaar. Das mensch- und blut. Stärfe mich bei liche geschlechte Beschütze deine der beschwerde. Nüfte mich rechte, Durch ihren beistand, mit kraft und muth, Daß ich in gefahr.. hier schon auf der erde, Als 3. Doch sollen sie nicht weis dein erbe und dein find, Imchen: So laß mich ihnen glei- mer himmlisch sei gefinnt. chen an wahrer heiligkeit. Wie 3. Gib mir weisheit; gib sie nur tugend lieben, Und mir fleiß, Dich, o gott! recht sie auch stets ausüben, So zu erkennen. Laß mich deines mach auch mich dazu bereit. namens preiß Gern auch vor 4. Sie thun nur deinen wil der welt bekennen, Daß ich len; Faß ihn auch mich erfül- darin auf der erd' Deinen len. Sie leben heilig, rein: O engeln ähnlich werd'. laß mich nichts beflecken; Wenn 4. Herr! dein wille soll ges mich auch schatten decken, Doch schehn, Wie im himmel so auf so, wie sie die sünde scheun. erden. Laß uns doch stehts 5. Hilf aug und herz bezäh darauf sehn, Daß wir dir gemen, Kein ärgerniß zu neh- horsam werden, So in deinem men, Lehr mich behutsam sein. willen ruhn, Wie die reinen Nie durch ein böses leben Dem/ geister thun. nächsten anstoß geben, Denn In allen meinen thaten. dieses stürzt in ew'ge pein. 74. Wer zählt der engel 6. Wenn ich denn endlich heere, Die du zu scheide, So führe mich zur deiner ehre, herr der wel freude In ihren umgang ein ten! schufft? Sie freun sich Da werd' ich dich recht leben, deinen willen, Gehorsam zu Und in dem himmel droben, erfüllen, Wenn du zu deinem Dir und den engeln ähn- dienst fie rufft. lich sein. 2. Sie eilen zu gefahren, Den VI. Von den Engeln. 43 Den frommen zu bewahren, Sie lehren dich zu loben, In seiner pilgerzeit. Sie mich ihren böbern dank. In freun, an deinem throne, Sich deinem heiligthume Wird einst auch seiner krone, Wie dann, zu deinem ruhme, Der ihrer eignen seeligkeit. ganze himmel ein gesang. Werde munter mein gemüthe. der, Und werden deine finder, 75. Höchster! dessen starke Die dir dein sohn geweiht: rechte Zuflucht, 3. Bekehren, gott! sich fünDann jauchzen ihre lieder, schirm und schatten gibt, Daß Daß ihre neuen brüder Dem das menschliche geschlechte, wie fluch entrissen worden sind. ein treuer vater liebt; Der in 4. Sie jauchzen deinem joh- dieser großen welt Alles, was ne, Daß du sie ihm zum lobne er schuf, erhält; Der, als Für seine leiden giebst; Daß herr uns in gefahren, Mächdu sie trägst und leidest; Zum tig fann und will bewahren. himmel vorbereitest, Und zärts 2. Viele tausend seraphinen lich, wie ein vater, liebst. Jauchzen und lobsingen dir. 5. In solchen geisterchören Dich zu loben, dir zu dienen, Dich ewig zu verehren, Welch Sind sie willig für und für; eine seeligkeit! Wer wird sie Aber auch auf uns zu sehn, einst empfinden? Der, der ent- Und uns schwachen beizustehn wöhnt von sünden, Sich, ih- Sind sie, wenn du winkest, nen gleich zu werden, freut. fertig, und den deinen gegen6. Giebst du, daß ich auf erwärtig. den Kann ihnen ähnlich wer 3. Gott der engel, gott der den; Mit luft und stärke nur: welten! Ach was sind wir So mag mich in gefahren menschen doch, Daß wir vor Erhalten und bewahren Dein dir so viel gelten! O wie hältst engel oder die natur. du uns so hoch! Deine engel 7. Ich zittre nicht; ich schaue dienen uns, Und sind zeugen Auf dich nur, dir vertraue, unsers thuns. Laß uns einst Gott meines heils! ich mich: in ihren chören Ewig dich im Vergnügt, daß einst mit en- himmel ehren. geln Ich heilig, rein von mängeln, Dein antlig schaue, vater 176. dich. Sei lob und preiß dem. Dir sing ich lob, herr zebaoth! Groß, 8. Wenn du zu ihren liedern, groß sind deine werke. Dir Zu meinen höhern brüdern, singt dein himmel: groß ist Für deinen thron mich rufft: gott! Dir singt mit fraft und Empor will ich mich schwin- stärke Der seraph, der dich gen, Und dank und preis dir näher sieht, Der cherub, der fingen, Daß du für mich auch am throne kniet, Die ganze engel schufft. schaar der engel. 9. Sie über mich erhoben, 2. Dein ist das reich, dein ift 44 Erste Abtheilung. ist die macht; Nach ordnungenflied, in jene heil'ge psalmen. und stufen Hast du die schaar, Am ziel, nach dem mein glaudie uns bewacht, 3um leben be fieht, Erwart ich sieges hergerufen. Sie richtet deinen palmen. Wie hebt sich da mein willen aus, Und schüßen des lied empor! Ich mische mich gerechten haus, Wohin dein ins engelschor In höhre lobwink sie sendet. gefänge. 3. Mensch! fühl den vor- 5. Wie groß, wie groß die zug mensch zu sein. Durch wonne ist, Wenn mich aut christi tod versöhnet, Gehst du lebensende Zum erstenmal ein einst in den himmel ein, Wolengel grüßt; Ach! daß ichs gott den frommen frönet Schon schon empfände! Bon aller bier ist er, in fleisch ver- welt verlaßnes herz! Denk büllt, Des allerhöchsten eben christlich, denk bei deinem bild, Im menschenkleid einsschmerz: Im himmel hab' ich engel. freude. 4. Bald tret ich ein ins hohel VII. Von dem Menschen und seiner Bestimmung. Es ist das heil uns kommen. durch deine weise macht, Was 77. Dir, gott! sei preiß du erschaffen, schmückest. und dank gebracht, 4. Ich jauchze, daß ich seDich soll mein lied erheben. ben kann, Und hören und emIch bin ein wunder deiner pfinden. Froh bet' ich meinen macht. Du schufft auch mich schöpfer an. Ihn überall zu zum leben. Mein ganzer leib, finden, In allen werken, die erbaut von dir, Sammt einem er schuf: Das ist mein feligjeden sinn an mir, Beweiset ster beruf: Mein lobgesang deine größe. und opfer. 2. Haupt, aug' und ohr, 5. Wer leitet meines blutes herz, mund und hand, Die ich lauf, Regiert des herzens schläzu dir erhebe; Die haut, so ge? Bewegt die lung und künstlich ausgespannt; Dersschwellt sie auf, Damit ich lenerven fein gewebe und alle ben möge? Gott ist es, der glieder sagen mir: Ich sei, o dieß alles thut. Schlag herz! gott ein werk von dir, Ein entflamme mich mein blut, Daß werk von deiner weisheit. ich den schöpfer preise. 3. Ach hättest du mein auge 6. O preis ich, höchster! imnicht So künstlich zubereitet: mer dich, Wenn ich die sinnen Was nutzte mir der sonnen- brauche, Geh, lieg und aus licht Der glanz, den sie ver- ruh, oder mich Bewege, athbreitet? Dann fäh' ich nicht me hauche! Gib, daß ich ewig mit welcher pracht Du, herr! dein mich freu', Und daß mein leib 45 VII. Vom Menschen und seiner Bestimmung. leib ein tempel sei, Worin dein dein gebot Und weisheit, macht geist stets wohne. Was mein gott will das. und stärke. Für deine väterliche huld. Dank freudig meine weld ein glück ein seele, Und um erbarmung und mensch zu sein! geduld Fleh ich dich wenn ich Wie kann ich gott g'nug prei- fehle. sen! Wie des berufs, ein mensch 78, 6. Ich bin ein mensch, und zu sein, Mich würdig hier er- darf vor dich Mit freudigkeit weisen! Ich bin ein wunder stets treten. Ich darf dich, du seiner macht, Und weisheit lieb börst vater! mich, Getroft und und güte O mensch nimm dei- froh anbeten! Heil mir! o heil nen werth in acht. Erkens es, der zuversicht, Die ich mein gemüthe. als rufft mensch hier habe, Du 2. Du bildetest mir mein ge- zur ewigkeit an's licht, Mich bein. Du hauchtest mir die seele wieder aus dem grabe. Allmächtig, o mein schöpfer! 7. Dein sohn, der schöpfung ein, Durch die ich denk' und herr mit dir, Kam mitleidswähle. Vor tausenden, durch voll auf erden, Und ward ein dich ernährt, Vor tausend dei- mensch, ein mensch, wie wir, ner werke, Gabst du mir einen Der menschen heil zu werden. höhern werth, Mir weisheit, Er nahm uns auf in dein gekunst und stärke. schlecht; Wir wurden seine brü3. Vernunft und freiheit dank der, Er bracht uns frömmigich dir. Welch glück, sie zu feit und recht, Und gnad' und besigen! Ach! dir zum ruhm; leben wieder. zum heile mir, Lehr du mich, 8. Noch einmal sehn wir deigott! fie nüßen. Der menschinen sohn Vom himmel wieder ist's nur, der reden kann; Sonst kommen; Und dann siellt er kein geschöpf auf erden Der um seinen thron, Als richter mensch nur ruft dich, schöpfer! alle frommen, Und aller himan, Kann andrer lehrer werden. mel heer ist sein, Ihr erbtheil 4. Du schufft mich zur ge- gibt er ihnen, Sie werden selligkeit, Gabft mir ein herz ihres Heils sich freun, Und voll triebe; Zum mitgefühl, ewig dann ihm dienen. zur menschlichkeit, zur freund- 9. O welch ein glück ein schaft und zur liebe. Und mensch zu sein! Wie kann ich diese menschlichkeit, gott! schafft gott g'nug preisen! Wie des Mir unzählbare freuden; Gib berufs, ein mensch zu sein, mir zur tugend muth und mich würdig hier erweisen! kraft, Und ruh und troft im Ich bin ein Wunder seiner leiden. macht, Und weisheit lieb, und 5. Dich, meinen schöpfer, güte. O mensch, nimm deinen meinen gott, Erfenn ich, deine werth in acht! Erkenn es werke, Dein göttlich wort und mein gemüthe. Gott 46 Erste Abtheilung. Gott dessen allmacht sonder. ich nicht recht bedacht. Vers 79. Dein bin ich, gott, wirf mich, vater! nicht vor dein ist mein leben. dir. Schaff du ein reines herz Wie tröstlich ist mein ursprung in mir. mir, Du bast den odem mir 7. Hilf, daß ich dir zu eh gegeben. Mein ganzes wesen ren lebe, Und redlich thu! kommt von dir. Du, vater! was dich erfreut. Und geist riefst mich aus dem nichts, und leib und glieder gebe Zum Zum frohen anschaun deines dienste der gerechtigkeit. Daß lichts. ich bis in den tod dir treu 2. Du gabst mir die ver- lind stets ein freund der tunünftige seele, Die nur so lang gend sei. im fleische lebt, Bis sie, daß 8. Fällt dieses leibes hütte ihr kein wohlfein fehle, Dein nieder, Vollend ich diesen les ruf zum bessern stand erhebt, benslauf: O gott, so richte du Gedächtniß, willen und ver- mich wieder Verherrlicht aus stand, Hab ich allein von dei- dem staube auf. Dein ew'ges rer hand. leben sei mein theil, So preiß 3. Wenn ich auf meinen för- ich ewig dich mein heil. per sehe, Den du so kunstvoll Nun danket alle gott. ausgebildt; So wird, o vater, 80. So lang ich athme, in der höhe! Mein herz mit gott! Will ich dein ehrfurcht ganz erfüllt. Ein lob verbreiten. Das leben jedes glied, ein jeder sinn, gabst du mir, Mit seinen süßigReißt mich zu deinem lobe hin, feiten, Du gabest mir verstand, 4. Durch deiner vorsicht gnä- Der dich erfennen fann. Und dig's walten, Die mich von botest ew'ges heil In deinem kindheit an umfing, Bin ich sohn mir an. bis hierher noch erhalten: So 2. Was bin ich, gott der daß der tod vorüberging Ich huld! Daß du so viel mir schenstehe noch und preise dich, fest? Was ist ein menschenkind, Herr deine rechte schützet mich. Daß du herr! fein gedenkest? 5. Ich bin nicht werth der Ja du gedachtest, herr, Schongroßen güte, Die du, mein vor der welt an mich, gott! an mir gethan. Beschämt denkst noch meiner stets, Neemfindet mein gemüthe Dielgierst mich väterlich). schuld, die ich nicht leugnen 3. Ich freue mich in dir, kann. Jch habe, was mich Und traue deinem segen. Mein sehr erschreckt, Vielfältig seel ganz bestreben sei, Zu gehn und leib befleckt. auf deinen wegen. Bis an 6. Ja, herr! ich habe mei- des grabes nacht Sei dir ne glieder zu fündenglieder oft mein dank geweiht, und einft gemacht. Vor dir fall ich in vor deinem thron, Gott der bemuth nieder, Bergib, was barmherzigkeit! Wer VII. Vom Menschen und seiner Bestimmung. 47 Wer nur den lieben goit. das ist, vater! meine schuld 81. Gott werde fiets von vergib sie mir nach deiner dir erhoben, Du, huld. deines schöpfers bild, mein 7. Begabt mit wundervollen geist, Sollt ich nicht meinen sinnen; Mit freiheit. mit vers vater loben, Den jedes feiner nunft von dir, Sollt ich nur werke preist? Er schuf mich ja dich, gott! lieb gewinnen, Dich sein bild zu sein; Ihn einst nur, und was gebräche mir? zu schaun, mich sein zu freun. Ach möchte meine seele dein, 2. Anmuthig, prächtig, zum Mit allen ihren kräften? entzücken Sst gottes ganze kör- sein. perwelt. Wer zählt die reize, 8. Gott! meine luft sei dich die sie schmücken? Was ich zu kennen, Dich urquell der bier seben kann gefällt; und vollkommenheit! Von deiner dennoch kann sie nicht, wie liebe ganz zu brennen; Das sei schön Wie wundervoll sie sei, mir ruhm und seligkeit. Bin verstehn. ich durch christum nur mit dir 3. Für geister nur, und nur Vereint, mein gott! was fehfür seelen, Die zu den geistern let mir? gott erhob, Sind sie so herrlich! sie erzählen Nur ihnen Nun sich der tag geendet. meines schöpfers lob. D feele! 82. Ich bin, o gott! dein jauchze, daß der ruf Der alleigentbum, Du schufft macht dich zum geiste schuf. mich, dein zu sein; Mein gan* 4. Gott! ich kann denken, zes ieben dir zum ruhm, Und ich gewinne, Weil ich zu einem deinem dienst zu weihn. geiste ward, Durch die empfin- 2. Du gabst mir den vernünftdung meiner sinne, Gedanken gen geist, Bewundernd einzutausendfacher art! Groß, man- fehn: Wie dich, berr! deine nigfaltig ist ihr heer, Und doch schöpfung preist, Mit ehr dich wird ihrer täglich mehr. zu erhöhn. 5. Ich kann sie sammeln und 3. Was um mich ist, vers verbinden, Und trennen, wie fündigt mir, Gott! deine herr es mir gefällt. Die welt emp- lichkeit. Zu ihrem preise reizt finden, mich empfinden, Noch mich hier selbst jede jahresunterscheiden von der welt. zeit. Zu tausend thaten bab ich 4. Und ich, ich sollte fühllos Wer gibt fie? gott, sein, und dich, herr! rühmen nicht? Ein herold deines ruhms 6. Wie feu'rig dürftet mei- zu sein, Sei meine gröste ne seele Nach glück und lust pflicht. und seeligkeit: Nur daß ich oft 5. O mache dieser pflicht betrogen wähle, Was mich mich) treu, So treu, herr! als nach dem genusfe reut. Dochlich soll. Mein herz, mein mund frast. der alles schafft. 48 Erste Abtheilung. mund, mein wandel sei Stets ster! ähnlich sein, Wohlthäbeiner ehre voll. tig sein wie du, O wohl mir, 6. Wer dich verehrt, hält wenn ich's bin! Hilf de mir dein gebot, Ihm ist's nicht selbst dazu. last, nicht pein. Drum gib 4. Laß mir dieß große ziel auch mir die kraft, o gott! Doch stets vor Augen schweben Gehorsam dir zu sein. Mein aller stärkster wunsch, 7. Was du befiehlst, ist für Mein eifriges bestreben. In uns gut. Du willst nur unser allem meinem thun Sei dieß, Heil. Wohl dem! der deinen o gott! allein, Daß ich auch willen thut, Du bist sein troft so wie du Gesinnet möge sein. und theil. 5. Du bist der wahrheit 8. Er wandelt hier anf ebfreund, Laß mich auch wahrs ner bahn, Und selbst in trau- heit lieben. Und mit stets munrigkeit Schmeckt er, dir, höch- term fleiß In allem dem mich ster! zugethan, In dir üben, Was mich zur weisheit zufriedenheit. führt, Zur weisheit, die dich 9. Nach hier vollbrachter ehrt. Und allen beifall gibt, prüfungszeit Nimmt ihn der Was du uns selbst gelehrt. himmel ein. Herr, laß nach 6. Laß deine heiligkeit Mich dieser seligkeit Mein ganz bestets zum muster nehmen. Hilf streben sein. D gott bu frommer gott. 83. Allmächtig gott! Wer mir die fünde fliehn; Die sinnlichkeit bezähnen. Nur das, großer was recht ist, thun; Des gukann' ten mich erfreun; Und dem, dich g'nug erheben? Du gabst der's üben will, Auch gern der ganzen welt Bewegung. behülflich sein. kraft und leben. Was geist 7. Gib, daß ich so wie du, und körper heißt, Was erd' Ein freund der menschen werund himmel schmückt: Hat de, Dem wohlthun freude deine huld gebaut, Die alles macht, Der kummer und benoch beglückt. schwerde, Dem nächsten gern 2. Du schufft, ich dank es erspart, Sein leben ihm verdir, Auch mich zu deiner ehre. süßt, Und, wo er helfen kann, Und wolltest, gnädigster! Daß Zum helfen willig ist. ich dein bildniß wäre. Darum 8. Noch bin ich weit ent bast du den geist, Der in mir fernt O gott! von diesem ziele. lebt und denkt, Mir zur Du weißt, was mir noch fehlt, unslerblichkeit Aus freier huld Und ich, ich selber fühle, Wie geschenkt. wenig ich dir noch, Im guten 3. O welch ein großer zweck, ähnlich bin. O bilde du mich Dazu du, gott! mich schufest. ganz Nach dir und deinem sinn. Wie herrlich ist das glück, Wo 9. Beglückt ist nur alsdann zu du mich berufest. Dir, höch- Mein lebenslauf auf erden, Wenn VII. Vom Menschen und seiner Bestimmung. 49 Wenn ich dir immer mehr, Sein wünschen nicht zufrieden Schon hier kann ähnlich wer- ftellt. den: Dann werd' ich ewig auch 6. 3war ist er tief berabe Mit dir vereinigt sein, Und gesunken Von seines ursprungs mich ohn' unterlaß Gott! dei- herrlichkeit. Sucht oft, von ner güte freun. Wer nur den lieben gott. luft der erde trunken, Sein glück in dingen dieser zeit. Jegott! ich preise dei- doch er sucht und findet nicht, ne güte, Die mich Was ihm der äußere schein so wunderbar erschuf, Und verspricht. mit frohlockendem gemüthe Ver7. Du prägtest ihm durch ehr' ich deinen schöpfersruf: fein gewissen Gefühl von recht Ein herold deines ruhms zu und unrecht ein. Daß böse bös sein, Und deiner wunder mich ses leiden müssen, Und tugends zu freun. hafte glücklich sein, Erkennt er, dern kann. 2. Du gabst zum denken doch sieht er noch nicht Den und empfinden, Allgütiger! mir richter hier schon im gericht. diesen geist, Der zwar zu 8. Dem tugendhaften ist hie schwach ist, zu ergründen, Wie nieden Oft ein sehr widriges berrlich du, mein schöpfer! geschick Zum loos für diese seist. Jedoch, was du an mir zeit beschieden; Dem lasterhaf gethan, Erkennen und bewun- ten oft viel glück. Gewiß erst eine andere welt Ist zum 3. Und diesen geist, der in vergeltungsort bestellt. mir denket, Schufst du nicht 9. Gott! wenn mein geist blos für diese zeit. Du hast dieß überleget, So hofft er mir, vater! ihn geschenket Zum schon unsterblichkeit. Noch stärleben in der ewigkeit, Um fer fühl' ich mich beweget Beim das vollkommner zu verstehn, licht das mir dein wort verWas sterbliche nur dunkel leiht. Da seh' ich weit gewissehn. ser ein, Daß ich auch einst 4. Zu eng sind dieses lebens soll selig sein. schranken Für einen forschen 10. Herr! laß zu jenem bes den verstand. Der feim zu fern leben, Mich täglich hier böheren gedanken, als je ein die ausfaat streun. Laß deinen sterblicher erfand, Entwickelt geist das wollen geben, Und sich erst nach der zeit Im hö- das vollbringen auch verleihn. hern licht der ewigkeit. O wonne der unsterblichkeit! 5. Ihn sättiget fein gut Sei stets mein troft in allem der erde, Kein zeitlich glück leid. so groß es sei, Daß er auf Allein gott in der höh' sei. immer ruhig werde: Bedarf 85. Wie wichtig ist doch er mehr, das ihn erfreu'. Er der beruf, Den uns fühlt, daß diese ganze welt der herr gegeben! Gott! als uns 84. 50 Erste Abtheilung. uns deine liebe schuf, Da deiner güte freun, Und einft schuf sie uns zum leben, Zum dein antlig schauen. leben, welches ewig währt, 7. Und solch' ein herz das Das weder angst noch leid be wollst du mir, Gott! aus ers schwert, Willst du uns hier barmen geben; Damit ich möerziehen. ge auch schon hier Nach den 2. Nicht hier ist unser vater- gefeßen leben, Die selbst im land Allein bei tir, gott! dro- himmel gültig sind, Bis ich ben. Da ist der ort wo deine als dein bewährtes find Zu hand Das glück uns aufgeho- deiner freude gehe. ben. Das nie ein traurig ende nimmt, Hier sind wir nur von 86. dir bestimmt; Uns dazu anzuschicken. Sei lob und ehr dem Laß mich des menschen gott! wahren werth, Mein zu herzen nehmen, Und 3. O laß mir doch dieß dessen, was mich selbst entehrt, große ziel Durch nichts ver- mich allzeit innigst schämen. rücket werden! Was hilfts, wenn Nie komm es mir aus meinem ich auch noch so viel Von gü- sinn, Was alles ich vermag und tern dieser erden, Von ebre, bin, Durch deine meise güte. geld und lust gewinn; Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein himmelreich zu erben. 2. Du schufft mich, nicht blos fleisch und bein Du hauchtest mit dem leben, mir auch 4. Dein pilgrim bin ich ja zugleich die feele ein, Und haft nur hier. Laß mich das nie es mir gegeben, Noch mehr, vergessen. Nur wenig tage haft als was die sinnen rührt, Und du mir Zur wallfahrt zugemes durch sie schmerz und lust gefen. Schnell, wie ein traum biert, 3u faffen zu erwägen. find sie vollbracht, Und dann 3. Gott! diesen vorzug gabst wird dieser erden pracht Auf du mir Vor so viel millionen, ewig mir vergeben. Die auch beseelt, genährt von 5. Drum laß des himmels dir, Auf deiner erde wohnen. herrlichkeit Mich stets vor au- Was jenen fehlt, verliehst du gen haben. Laß mich, in mei- mir, Vernunft und freiheit, ner übungszeit, Um jene beßre und mit ihr, Gefühl von recht gaben, die mir im tode nicht und unrecht. entfliehn, Am ersten und mit 4. Du schufft mich zur ges ernst bemühn, Damit ich nicht selligkeit, Und für der freundeinst darbe. schaft freuden. Gabst mir ein 6. Ein herz, das dich, o va- herz voll fühlbarkeit Für and ter liebt und deines sohns sich rer glück und leiden, Noch freuet, Das durch den glauben mehr ein herz, das fähig ist, tugend übt, Und sich vor fün- Sich dein, der du mein vater den scheuet, Ein solches herz, bist, zu freun und dich zu lieben. das wird allein Sich ewig 5. In stiller andacht kann mein VIII. Von der Sünde und Verderben des Menschen. 51 mein geist Sich bis zu dir er- hoch sind wir durch ihn geehrt; heben, und dir, den jeder him- Wie ernstlich durch ihn selbst mel preist, Auch preiß und ehre belehrt Der menschheit werth geben. Auch ich fann thun, zu schätzen! was dir gefällt. Und um mich 8. Und ich ich sollte ihn enther in deiner welt, Was, nüßweihn Und meiner unwerth lich ist, verbreiten. handeln? Der thier'schen lust 6. Nicht blos für diese fur- ergeben sein Und nicht vor dir ze zeit Riefst du mich in dieß gott wandeln? Fern sei ein leben; Zu freuden einer ewig solcher sinn von mir Bewahre feit Soll sich mein geift erhe- mich, mein gott! dafür, Daß ben. Und wird auch gleich der ich so tief nicht falle. leib zu staub; So bleibt er 9. Gib vielmehr, daß ich alnicht des grabes raub, Du lezeit Auf mein gewissen achte; wirft ihn auferwecken. Nach weisheit und gerechtigkeit 7. Vom himmel kam, ge- Mit aliem eifer trachte. Dich fand von dir, Dein sohn zu liebe und mich deiner freu, Und uns auf erden. Er kam und so des vorzugs würdig sei ward ein mensch wie wir, Der Den du mir haft verliehen. menschen heil zu werden. Wie VII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Wo soll ich fliehen hin. 14. Verderbt ist unser sinn. 87. Du, der kein böses Die weisheit ist dahin, Die thut, Du schufft uns regieren sollte Nur was den menschen gut. Du, höch- dein wille wollte, Mit freudenster! gabst ihm kräfte Zum se- vollen trieben Zu wählen und ligen geschäfte; In heiligkeit zu üben. zu wandeln; Stets recht vor dir zu handeln. 5. Der finne luft und schmerz Rührt leider unser herz, Mehr 2. Wo ist der unschnld ruhm? als die höhern freuden, Mehr Ach wir dein eigenthum, Wie als die größten leiden, Die tief sind wir gefallen! Wo ist wir auf ewigkeiten Selbst unjeßt unter allen Ein mensch serm geist bereiten. ganz rein von sünden Vor dir, o gott! zu finden? 6. Dir folgen, dünkt uns zwang, Des herzens böser hang 3. Hier ist kein unterschied, Reißt uns, mit starkem triebe, Dein helles auge sieht Auf alle Zu schnöder fünden liebe. Ach menschenkinder, Und sie sind können wir wohl zählen Wie alle sünder, da ist vor dir, oft wir vor dir fehlen? berr! keiner Unschuldig, auch nicht einer. 7. D herr! gib uns bein licht, Daß wir, was uns gebricht, 2 Bea 32 Erste Abtheilung. Beschämt vor dir erkennen, 4. Doch die menge deiner Und von dem ernst entbrennen, gaben Klagt mir meinen uns Der fünde zu entsagen, Der dank an, Weil ich sie oft ganz beßrung nachzujagen. vergraben; Oder damit groß 8. Wohl dem, der sie ge- getban. Oft, voll leichtsinn, sie winnt! Gott, so verderbt wir verschwendet, Und zu sünden sind; So willst du uns doch angewendet. O wie häuft sich heilen; Und kräfte uns ertheimeine schuld, Durch verachtung len; Schon wiederum auf erden, deiner huld. Dir gleich gesinnt zu werden. 5. Sich, hier lieg ich in dem 9. Herr! diese deine huld staube, Tief vor dir, mein gott, Laß uns durch unsre schuld gebückt. Doch mein demuthsNicht freventlich verscherzen. voller glaube, Der auf meinen Erwecke unsre herzen, Dir nicht beiland blickt; Hofft auf deine zu widerstreben, Damit wir vatergüte, Und mein tief bes ewig leben. schämt gemütbe, Das den muth fast ganz verlor, hebt 88. Großer gott, erhabues sich noch zu dir empor. Alle menschen müssen sterben. wesen! Das voll 6. Ja die wunder deiner segnender begier Menschen sich liebe Ziehen ganz mein Herz zu zum dienst erlesen, Ach! was dir Ach! erbalte selbst die trieist der mensch vor dir? Wenn be Treuer dankbarkeit in mir. ich deine größ' erwäge, Und Vater! laß das schwäche lallen was ich bin, überlege, wie meines lobes dir gefallen. niedrig, o wie klein Muß ich Bilde mich, dein eigenthum mir nicht selber sein! Ganz zu deines namens ruhm. 2. Ach! es herrscht der trieb 7. Meine kräfte, meine gliezur sünde Mächtig oft in dem der Sind zu deinem dienst begemüth; Und macht mich zu reit. Herr! ich falle vor dir einem finde, Das für seinem nieder Voller ehrerbietigkeit. vater fliebt. Ach! ich seh mit Deinen willen thun und leiden reu' und schrecken Tausend feb. Sei die quelle meiner freuden ter, tausend flecken, und in Gott und herr der ganzen welt der verderöten brust Regt sich Thu' mit mir was dir gefällt. öfters böse luft. Nun freut euch lieben christen. 3. Was ich gutes an mir 89. Gott! du bist heilig habe, Ist von deiner vaterund gerecht In albend; O wie manche gute gabe len deinen wegen. Vor dir Hast du, herr! mir zugewandt. bleibt nicht ein böser knecht. Selber auf dem fünden pfade Den frommen frönt dein segen Trägt mich schonend deine An, ihm ruht deine vaterhuld gnade, Nähmest du zurück, was Der böse träget seine schuld; dein, Ach! was würd mir üb- ihn treffen deine ftrafen. rig sein! 2. Du bist der richter aller welt VIII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 53 welt. Nach heiligen geseßen, Jewig heil, Dram wird er dort, die deine weisheit festgestellt, herr, feinen theil An deinem Mußt du die menschen schäßen; himmel haben. Mußt übertretern strafe dräun, 8. Herr dieß bezeugt bein Und, wenn sie sich vor dir flares wort. Wahrhaftig ist nicht scheun, Die strafe auch dein dräuen So bilf denn, daß vollziehen. wir immerfort Den weg der 3. D berr! bein heiliges ge- fünde scheuen. Erbarm dich richt entdeckt sich schon auf er- unser allesammt, Daß niemand den. Du läsfest, fürchten wir unter uns verdammt, Ein jeder dich nicht, Uns hier schon selig werde.in inne werden, Daß du auf Herr ich habe mißgehandelt. unsre thaten siebft, Und ein 90. Herr du kennest mein gerechter richter bist, Das böse verderben Ach! es Heimzusuchen. regt in meiner brust Wie bei 4. Es flagt uns das gewis- allen adamserben, Sich noch fen an, Wenn wir dir wider- immer böse luft, Die mein herz, streben, und sagt, daß wir un- berr, von dir neiget, Und viel recht gethan Durch unser böses böse thaten zeiget. leben. Es raubet uns die innre 2. Wie verderbt find meine ruh, Und spricht uns die ver- wege, Wie verkehrt mein eiggeltung zu, die missethat verner finn! Ich empfinde, gott! dienet. wie träge Sch, dir zu ge5. Oft stäupst du hier dens horchen, bin. Ach! wer wird sünder schon Für seine böselvom hang zum bösen Mich thaten, Und läsfest ihn in doch endlich ganz erlösen? schmach und hohn Und andre 3. Hilf mir durch den geist noth gerathen. Hat ihn der der gnaden Von der angeerbsünden luft erfreut: So muß ersten noth. Heile meiner seelen auch das herzeleid, Das sie schaden, Durch des mittlers gebiert empfinden. freuzestod. Tilge alle meine 6. Jedoch, o herr! zur bessünden, laß mich vor dir gnade serung Strafft du noch hier die finden. sünder: Und züchtigst auch zur 4. Deinen willen hier auf heiligung Oft deine trägen tin- ferden Zu vollbringen, wird mir der Wohl dem, der deinen schwer. Soll ich dazu tüchtig willen lernt, Und sich vom sün- werden, Mußt du selbst von denpfad entfernt, Und deiner obenher Kraft und stärke mir zucht gehorchet. verleihen, Und mein sündhaft 7. Den aber trifft dein zorn- herz erneuen. gericht, Das ohn' aufhören 5. Schaffe denn ein reines währet, Der in der zeit der herze, Herr! durch deinen geist gnade nicht Sich recht zu dir in mir, Daß ich nicht mein. efehret. Er hat veracht sein heil verscherze, Laß der sündlic chen 54! Erste Abtheilung. chen begier Mich mit nachdruck wider mich und droht, Weil widerstehn, Und auf deine hülfe ich( dieß schlägt mich nieder) sehn. Nur gar zu oft dawider Ge 6. Unter wachen, beten, rin- dacht, gethan, gesprochen, Und gen Hilf mir selbst mein fleisch deinen bund gebrochen. und blut Unter deinen willen 5. Verwirf mich nicht von zwingen: Denn dein wille, dir, Hilf, herr, erbarmer! mir. gott! ist gut. Was nicht kann Erneure meine seele, Daß sie dein reich ererben, Laß schon nur gutes wähle. Wer kann hier an mir ersterben./ mich sonst vom bösen, Als du, 7. Reize mich durch senelo herr, erlösen! krone, Die mir droben beigelegt, 6. Drückt mich der fünden Daß ich meiner niemals schone sjoch Gleich mächtig; so bleibt Wenn die sünd' in mir sich regt. doch Weit mächt'ger deine gnaHilf mir selber muthig kämpfen, de; Wie groß auch nur mein Alle böse lüste dämpfen. schade: So kannst du ihn doch 8. Sollt ich etwa unterlie- heilen, Und leben mir ertheis gen, so hilf mir wieder len. auf! Laß durch deine kraft mich 7. Hat sonst des fleisches siegen, Daß ich meinen les macht In mir ihr werk vollbenslauf Unter deinen treuen bracht: So gib mir luft und händen Möge gut und selig stärke, Daß ich nur gute werke Beschließe und vollbringe; Und ewig dir lobsinge. enden. Wo soll ich fliehen hin. 91. Mein gott! bir ift Was gott thut das ist. bewußt Die innre 92. Wir gehn in unvoll böse luft, die quelle meiner kommenheit Auf dies fünden, Die menschen nicht erses lebens pfade. Doch unfre gründen, heile du aus gna- schwache frömmigkeit Belohnst den Der seele tiefen schaden. du, gott! mit gnade. Das 2. Des bösen herzens grund herz soll rein Von bosheit Wird oft durch thaten fund, sein: So willst du die ges Die mich vor dir verkla- brechen Der menschlichkeit nicht gen, Und mein gewissen na- rächen. gen. Herr! willst du sie be- 2. Ich weiß, mein mittler strafen: Wer wird mir rettung jesus chrift Hat meine schuld schaffen? getragen. Weil er für mich 3. Ich habe wider dich, Den gestorben ist, Wie könnt ich nächsten und auch mich, Viel- dann verzagen! Verdammte fältig, herr! gehandelt. Ich mich Dein zorn, wenn ich, bin den weg gewandelt, Der Zwar schwach bin; aber glaube menschen von dir wendet, Und Was nüßte mir mein glaube. sich mit schrecken endet. 3. Hilf du mir fämpfen, 4. Ein jegliches gebot Zeigt gott mein herr! Daß ich mich über IX. Von der Gnade Gottes in Chrifto oder von der zc. 55 überwinde. So werd' ich täg- sie mich ewig nie von demer lich heiliger Und freier von liebe trennen, Mich nie verder sünde. Dort, dort wird führen können. IX, Von der Gnade Gottes in Chrifto, oder von der Erlösung des Menschen. Es ist das heil uns. händen. Sein ist das reich, 93. Heil uns, aus unsrer sein ist die kraft: Das heil sündennoth Ist ret- uns zuzuwenden, Das er so tung uns erworben. Der herr liebreich uns erwarb; Als er will nicht des sünders tod, für uns am kreuze starb. Wohl Was adams fall verdorben, allen, die ihn trauen! Hat er aus gnaden uns erseßt, 6. laß uns ihm uns anWie werth sind wir von ihm vertraun, und niemals sein geschäßt, Wie groß ist sein er- uns schämen. Auf seine mitts barmen. lers hülfe baun, Und sein joch 2. Selbst seinen eingebornen auf uns nehmen. Das ist der sohn Sand' er zu uns auf er- weg zum ew'gen wohl, Der weg den, Von dem verdienten sün- auf dem man friedevoll Auch denlohn Ein retter uns zu schon auf erden wandelt. werden. Er kam, und mit 7. Herr! laß uns diese seligihm unser heil; Er kam, am feit Hoch über alles schäßen. ew'gen leben theil Uns wieder Nie können güter dieser zeit. zu erwerben. den mangel uns erseßen. Wenn 3. Wo ist, o tod! dein sta- uns das größte gut gebricht; chel nun? Hier ist dein über- Ein reines herz voll zuversicht, winder. Für unsre schuld ge- Zu dir, gott unser vater! nug zu thun, Starb er, das 8. D lent auf dieß erhabne heil der fünder. Wo ist nun, glück Der seele stärkste triebe! sünde, deine fraft? Hier ist Zeuch mächtig unser herz zuder, der uns kräfte schafft, Dein rück Von schnöder fündenliebe! joch von uns zu werfen. An dem uns theu'r erworb 4. Gelobt sei gott, gelobt nem heil Laß uns in wahrem sein sohn, Der retter unfrer glauben theil Stets suchen seelen! Nun kann uns auch und behalten. auf erden schon Das wahre Wenn mein stündlein vorh. glück nicht fehlen: Getroft und 94. Gott! bätte dein_gefroh in gott zu sein, Wenn liebter sohn Sich ordnet. wir uns nur dem heiland mein nicht angenommen, Und weihn, Den gott für uns ver- wär er nicht von seinem thron 3u uns herabgekommen: So 5. Was er zu unserm glück müßte mir vor ew'ger pein, erschafft, Das ist in seinen Gerechter richter! bange sein, Um 56 Erste Abth. XI. Von der Gnade Gottes in Chrifto. Um meiner fünden wil- jals bürgen. Du, jesu! ließest len. in geduld Dich, als ein lamın 2. Doch er schafft dem ge- erwürgen. Du geist! theilst wissen rast. Nun darf ich dieses heil uns zu, In alle nicht verzagen. Denn meiner ewigkeit sei du, Dreieiniger sünden schwere last Hat er für gepriesen. mich getragen. Am kreuz verföhnt er mich mit dir, Da floß Herzliebster jesu was. sein blut, damit er mir Die 95. Gott! der du für uns seligkeit erwörbe. deinen sohn geges 3. Wohl mir, mein herz ben, Wer kann doch g'nugsam schöpft neuen muth; Fast kind- deine huld erheben? Wie herrliches Vertrauen! Ich kann auflich zeigst du im erlösungs dein verföhnend blut Mein werke Der gnade stärke? ewig heil nun bauen. Dieß blut, 2. Dein ew'ger sohn stirbt daß mich gereinigt hat, Von für die menschenkinder. aller meiner mifethat, Wird heiligste tritt an die flatt der ewig, ewig gelten. sünder Der seligste begibt sich Der 4. Hinweg mit banger füm- seiner freuden, Für uns zu merniß! Sei, seele, voller freue leiden. den Dein heil ist dir nun ganz aller fünden träget, Drauf du 3. Er wird das lamm, das gewiß, Von gott kann dich nichts scheiden. Was dir des höchsten die strafe weislich selbst geles fohn erwarb, Da er in schmach get, Daß du die schuld an den und mattern starb, Kann dir verlornen schaafen Nicht dürfFein fatan rauben. teft ftrafen. 5. Nichts nützet die gerech 4. Was ist der mensch, daß tigkeit, Die stolz auf werke du sein so gedenkest, Und deis bauet. Der ist von seinem heil nen sohn ihn zum versöhner noch weit, Der eignen fräften schenkeft? Was findest du an trauet. Er erndtet schaden, mir, und an uns allen, Für ftatt des lohns. Nur die ge- wohlgefallen? rechtigkeit des sohns Macht tiger geseße, Verdient ver 5. Verdient verachtung gü uns gerecht und selig. 6. Auch mich macht sie geschwendung unschäßbare recht, weil ich Sie fest im glau- schäßze, Verdient gehäufte gröbben faffe. Auch ewig selig machtliche verschuldung So viele fie mich, Weil ich nicht von buldung? ihr laffe. Gott, der erfüllt was 6. O welche tiefe deiner er verheist, Erhält auch mich menschenliebe! Wer fast, o burch seinen geift, In seines gott! die größe ihrer triebe? sohns gemeinschaft. Du thuft weit mehr zu unserm 7. Du, vater! warfest uns- woblergehen, Als wir verstehen. re schuld Auf deinen sohn, 7. Ach lehre mich recht deis ne oder von der Erlösung der Menschen. 57 ne buld erkennen, Voll zuver- jtes finn. So werd' ich irren sicht dich meinen vater nen- müssen, Und wer gott ist, Und nen, Und zum gehorsam dir was ich bin, Und werden soll, mein ganzes leben Willig nicht wissen. ergeben. 7. Nein! diesen troft, der 8. Was mir dein sohn, da mich erfreut, Soll mir kein er für mich gestorben, Von spötter rauben, Ich fühle seine deiner huld durch seinen tod göttlichkeit, Und halte fest am erworben, Das werde mir zu glauben. meinem ew'gen heile, Nun auch 8. Ich bin nun ganz dein zu theile. eigenthum, Und auch des him9. Dein friede wohne stets mels erbe, Dieß, sohn des in meinem Herzen, Und trösteshöchsten! ist mein ruhm, Auf mich bei des gewissens schmer- den ich leb' und sterbe. zen. Dein geist sei mit mir, 9. Du gibst mir deines geis deinen guten willen Treu zu stes kraft, Im glauben mich zu erfüllen stärken, Der wollen und vollbringen schafft, 3Zu allen guten werfen. Ich bank dir schon durch. 96. Gedanke, der uns le ben gibt! Wer fann 10. So lang ich gottes wil dich ganz durchdenken? Also len gern mit reinem herzen hat gott die welt geliebt, Uns thue: So fühl ich freude in seinen sohn zu schenken. dem herrn, Und im gewissen 2. Hoch über die vernunft rube. erhöht, Umringt mit finsters 11. Und wenn mich meine niffen, Erhebst du gottes ma- sünde kränkt, Und ich zu dir, jestät Und stillest mein gewis herr, trete: Weiß ich, daß dein sen. herz mein gedenkt, Und thut, 3. Ich kann der sonne wun- worum ich bete. der nicht, Noch ihren bau er= 12. Ich weiß, daß du mein gründer; Und doch kann ich heiland lebst; Und mich einst der sonnen licht, Und ihre aus der erde Erweckst, und kraft empfinden. dann dahin erhebst, Wo ich 4. So fann ich auch nicht dich schauen werde. gottes rath Von jesu tod er- 13. Kann unsre lieb im glaugründen; Allein das göttliche ben hier Für dich jemals ers der that, Das kann mein herz kalten? Doch ich aus liebe nur empfinden. zu dir, Dein wort von berzen 5. Fehlt mir der troft, daß halten? jesus chrift Nicht meine schuld 14. Erfüll mein herz mit getragen; Nicht gott und mein dankbarkeit, So oft ich dich erlöser ist, Wie angstvoll werd' ich zagen. 6. S drifti wort nicht got bekenne. nur nenne, Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt D5 15. Soll 58 Erste Abtheil. IX. Von der Gnade Gottes in Chrifto 15. Soll ist dereinst noch 4. Doch du hast, o weise würdig sein, Deßwegen schmach liebe, Eine ordnung auch bezu leiden, So laß mich weder stimmt, Daß darinnen jeder furcht noch pein Von deiner bliebe, Der am segen antheil liebe scheiden. nimmt. Wer nur an den mitt 16. Ja sollt ich gleich nicht ler gläubt, Und ihm treu erfür und für Des glaubens geben bleibt, Der soll nicht freud' empfinden: So lebe er verloren gehen, Sondern heil doch so in mir, Daß er mich und leben sehen. schüß' vor sünden. 5. Da du keinen zum vers 17. Hat gott uns seinen sohn derben Ohne grund bestimmet geschenkt,( laß mich noch ster- bast: Tragen sünder, wenn sie bend denken:) Wie sollt' uns sterben, Ihrer eignen bosheit der, der ihn geschenkt, Mit last. Wer nicht glaubt an deiihm nicht alles schenken. nen sohn, Der hat noth und tod zum lohn, Sein muthwilWerde munter mein. 97. w'ge liebe mein ge- lig widerstreben Schließt ihn gemüthe. Wagt mit aus von heil und leben. kindlichem vertraun, In den 6. Ewig fei mit dank befunabgrund deiner gute Ehrfurchts- gen, was dein rath beschlossen voll hinab zu schaun, Al- hat, Mit uns preisen engels len kummer zu zerstreun, Jh- zungen Diesen weisen heil'gen rer größe mich zu freun; jrath, Den der glaub' in Des Durch ihr anschaun schon auf muth ehrt, Die vernunft ers erden Herrlich und entzückt zu staunend hört, Wo der engel werden. tiefen findet, Die er niemals 2. Ich verehre dich, o liebe, ganz ergründet. Daß du dich erbarmet hast, 7. Liebe! laß mich dahin Und aus freiem edlen triebe streben, Meines heils gewiß Den allweisen rath gefaßt, zu sein. Richte selbst mein Der verdammnißwerthen welt aanzes leben So nach deinem Durch ein theures lösegeld, willen ein, Daß des glauDurch des eignen sobnes ster- bens frucht und kraft, Den ben Gnad' und freiheit zu er- dein geist selbst in mir schafft, Mir zum zeugniß dienen mö3. D ein rathschluß voll er- ge: Ich sei auf dem rechten barmen, Voller huld und freund- wege. werben. lichkeit: Welcher uns bülflo- 8. Laß mich einst dich selbst sen armen Gnade, trost und anschauen, und vor deinem hülfe beut. Liebe die den sohn throne stehn. So nur werd' uns schenkt, Der mit dir die ich ohne grauen Meinem tod welten lenft, Um die fünder entgegen gehn, Keine freatur zu erretten aus den schweren wird mich, Den du liebest fündenketten. lewiglich, Deiner huld entreisfen oder von der Erlösung des Menschen. 59 Sei lob und ehr dem. sen können Noch von deiner vertrauen, Und seine flimme liebe trennen. bören, Auf seine mittlers hülfe bau'n, Ihn mit gehorsam eh98. 2[ uf, christen! laßt uns ren! Das ist der weg zum unsern gott Mit ew'gen wohl, Der weg, auf frohem dank erheben, Er hat dem man friedenvoll Auch schon nicht luft an unserm tod, Will, auf erden wandelt. daß wir ewig leben Was uns 7. Herr leite selbst uns dies zum heile nöthig ist, Das hat sen pfad, Zeuch uns zu deinem er uns durch jesum christ Er- sobne, Daß glaub' an ihn auch mit der that, in unserm hers barmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvol- zen wohne; So haben wir an len rath Kam er, sein sohn, seinem heil, Zur freude für auf erden, Von unsrer schuld uns ewig theil; So preisen und missethat Ein retter uns wir dich ewig. zu werden. Er ward's, und Von gott will ich nicht lassen. hat sein werk vollbracht, Und 99. Erhebt den herrn ihr frommen! Er hält, sich nach kurzer grabesnacht Gen himmel aufgeschwungen. was er verspricht. Der heiland 3. Wo ist des todes herr- ift gekommen, Der völker troft schaft nun? Hier ist sein über- und licht. Gott der uns nicht winder, Die furcht dafür hins verstößt, hat uns zum heil und wegzuthun, Starb er, das heil leben Selbst seinen sohn geges der fünder. Gebrochen ist unsjben, Durch ihn sind wir erlöst. nun die bahn, Die von der 2. Erlöst! o welche liebe, erd' uns himmelan Zur ew'- Hat uns der herr erzeigt! Mit welchem vatertriebe Sein herz gen wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der zu uns geneigt! Von seiner herr so lieb! Wie sucht er un- himmel thron Kommt rettung fer bestes! Er gibt für uns vom verderben, Uns sündern aus freiem trieb Sein liebstes zu erwerben Sein eingeborner und sein größtes! Preis ihm, sohn. der so viel an uns thut! Preis 3. Er kommt zu uns auf seinem sohn, der uns zu gut, erden, In tiefer niedrigkeit, Sich bis zum tod erniedrigt! Nimmt auf sich die beschwers 5. Was er zu unserm glück den Von unsrer pilgerzeit; Ents verschafft, Das ist in seinen hält sich seiner macht; Enthält händen Sein ist das reich, sein sich himmelsfreuden, Bis er ist die kraft; Das heil uns zu- durch todesleiden Sein großes zuwenden, Das er so liebreich werk vollbracht. uns erwarb, Als er für uns 4. Er hat's vollbracht! o am freuze starb. Wohl allen, bringet Gott euren lobgefang! die ihm trauen! Erlöfte menschen, singet Dem 6. D laß uns ihm uns an- mittler ewig dank! Wo nies man 60 Erste Abtheilung. O mand helfen kann, Da hilft er überwinden, Gib muth und gern aus gnaden, Heilt unsrer krast dazu. seelen schaden, nehmt ihn 6. Dich wollen wir erheben glaubig an! Hier und in ewigkeit, Wo uns 5. Du freund der menschen ein beßres leben Vor deinem finder, Verwirf uns, jesu! nicht. thron erfreut. Dann sind wir Dein name, heil der sünder, ewig dein, und nichts wird Ist unsre Zuversicht. Gib un- uns mehr fehlen, Dann werden sern seelen ruh. Hilf jeden unsre seelen Vollkommen selig reiz zu sünden. Uns glücklich sein. X. Von der Person des Erlösers. Nun lob mein seel' den. welt, Weil du das ruder füh100. Mein heiland, deine rest Geschieht was dir gefällt. größe Geht über Bei dir steht tod und leben! alle himmel weit. Wer ist, der Drum wird einst jene gruft sie ermesse? Du warst bei gott Die todten wieder geben Wenn von ewigkeit. Du bist der erst deine stimme ruft. 4. Gott läßt dir ehr erzeigeborne Vor aller freatur, Kamst zwar für uns verlorne In menschlicher natur; Doch gen, Die keinem andern wieders in der menschheit orden Tratfi fährt. Dir soll sich alles beubu erst in der zeit, Eh' noch gen, Denn göttlich groß ist, die welt geworden, Hattst du herr, dein werth. Du bist das schon herrlichkeit. heil der erden Wer auf dein 2. Der himmel und die erde wort nicht hört, Der fann Sind durch dein kräft'ges wort nicht selig werden, Wer aber gemacht. Auf dein allmächtig dich verehrt, Dem hilsst du vom werde Entstand die welt mit verderben, Schaffst ihm zufrieihrer pracht. Du bist auch denheit, Und machst ihn einst unser meister Auch uns schuf zum erben Bollkommner seligdeine hand, So wie das heer feit. der geister, Daß dich noch nie 5. Wie herrlich ist dein naerkannt. Ein erbe über alles! me Schon jetzt, o herr, in aller Das ist dein ew'ger ruhm! welt! Dich preist der from Drum jammert dich des falles, men saame, Der glaubig dir Von deinem eigenthum. zu fuße fällt Dich preisen sera3. Du trägest alle dinge phinen, Erhabner menschen Durch deiner allmacht starkes john! Mit freuden dir zu die wort. Das große und geringe nen, Stehn sie vor deinem thron. Geht bloß durch deinen willen Wer sollte dein sich schämen? fort. Sohn gottes, du regie- Werth bist du, preiß und ref Den ganzen Freis der ruhm, Auch herr von uns zu nehmen X. Von der Person des Erlösers. 61 nehmen, Uns, deinem eigen- Und hilf mir überwinden, Was thum. mir Verführung droht. Dein 6. Sohn gottes, ich verehre triumphirend leben Kann mir Und bete dich in Demuth an; ein leben geben, Das neu und Beschäme und bekehre Die, die himmlisch ist. dir noch nicht zugethan, Die 6. Dank, lob und preiß und deinem wort nicht glauben, Undlehre, Sei gott in ewigkeit, Für dir, der für sie litt, die diese gnad' und lehre, Womit schuld'ge ehre rauben, Theil er uns erfreut. Sie tröst uns, ihnen gnade mit, Dich glau- wenn wir leiden, Sie stärk' big zu erkennen, Laß nichts, uns, wenn wir scheiden: Sie die dich erkannt, Von deiner schüß uns im gericht. Liebe trennen. Dein ruhm füll' jedes land. Ein lämmlein geht. 102. Rob, ehre, preiß und dank sei dir, D Herr christ der einig' goties. 101. Sohn gottes, einge- ljesu, unser leben, Preiswürdig borner, Von ewigs bist du für und für, Wer kann keit gezeugt, Des vaters aus- dich g'nug erheben? Eh' noch erkorner, Zu dem sein herz sich die welt war, warst du schon neigt, Mit ihm von einem Groß herrlich und des höchwesen, Jhm, wie du stets gewesten sohn, Ein erbe seiner ehre. sen Stets gleich an herrlichkeit. Dein ist das reich, die herr2. Für uns ein mensch ge- lichkeit, Und du beherrschest boren, Der keuschen jungfrau weit und breit Der kreaturen sohn, zu suchen, was verlo- peere. ren, Kamst du von deinem 2. Dein sind sie, denn durch thron; Starbft, daß wir leben wessen kraft Ward himmel, möchten Erhobst uns zu gerech- neer und erde? Wer hat das ten Und erben deines reichs. leben uns verschafft? Wer 3. Gib doch in reichem maße sprach zum engel: werde? Du Erkenntniß deines heils, Daß bist es, dessen allmachtsruf keiner je verlasse Die wahl des Die ganze welt aus nichts besten theils. Dich über alles erschuf: Du bist's der alles schäßen, an dir sich gern ergößen träget, Was sichtbar und unMacht himmel aus der welt. sichtbar ist, Was erd' und him4. Du schöpfer aller dinge, mel in sich schließt, Und was Des vaters ew'ge fraft, Ohn' im meer sich reget. den ich nichts vollbringe, Der: 3. Und dennoch bist du uns alles gute schafft, Gib, daß zu gut In diese welt gekom mich nichts verblende Mein men, Haft willig unser fleisch herz nichts von dir wende, und blut, herr, an dich geSo bleib' ich stets an dir. nommen. Aus der erschreck5. Brich alle macht der fün- lichsten gefahr zu retten, was den Durch deinen freuzestod, verloren war, Ward'st du ein knecht 62 Erste Abtheilung. Enecht auf erden! O huld, die und wer dich liebt, den stärsonst nichts gleiches bat! Du feft du, Daß nichts ihn von starbft für unsre missethat, Ein dir scheide. heiland uns zu werden. 5. Du hörst der deinigen ge4. Du ward'st es uns, und bet, Und endest ihre plage; Du bist es noch Izt auf der him bleibst, bis zeit und welt vers mel throne, Suchst liebreich geht, Bei uns noch alle tage. vor der sünde joch, Und ihrem Herr, dir sei ewig dank und schnöden lohne, Die ihr noch ruhm Für deinen tod und dienen, zu befrein; Beschwer- marterthum, Für alle deine liebe! ter berzen troft zu sein, In Dir geb ich mich zu eigen hin, deines herzens freude. Du Gib, daß ich mich so lang gibst den müden seelen rub. ich bin, In deinem lobe übe! 1. Adventslieder. XI. Von der Sendung und Geburt des Erlösers. Was war's, das dich zum 103. Wie soll ich dich em- staube, Zu mir, hernieder zog? pfangen, Heil al Dein göttliches erbarmen. Sa ler sterblichen! Du freude du du, o jesu, hast Mit mitleidsverlangen Der Troft bedürfti- vollen armen die ganze welt gen. Gib selbst mir zu erken- umfaßt. nen, Wie deiner güte voll, Dich 5. Das schreibt in eure hermeine seele nennen, Dich wür- zen, Betrübte, klagt nicht mehr; big preisen soll! Bagt nicht in euren schmerzen, 2. Einst streute man dir Als ob fein helfer wär. O palmen: Jegt soll die dankbe- sehet auf, ihr habet Den bes gier, Mein heil', in freudensten belfer nab, Der eure feele psalmen Ergießen sich vor dir, labet, Der treue freund ist da! Dich, dich will ich erheben, 6. Die ihr mit ernster reue So gut ich schwacher fann, Still eure schuld beweint: Wißt, Mein herz will ich dir geben, daß er euch verzeihe, Er selbst, Ach nimm es gnädig an. der menschenfreund, Ruft heil3. Damit du mich befreitest, begiergen fündern Der gnade Gabst du dich selbst für mich. troftwort zu: Macht sie zu got Mich) zu erretten freutest, Du tes kindern; Schafft ihren seligmacher, dich. Du sahst, es seelen ruh. wäre feiner Vermögend genug 7. Er übersiehet feinen, Und dazu: Da jammerte dich meiner; weiß, was jedem nüßt, Hat er Da kamst und halfest du. nicht stets die feinen! Von an4. O du an den ich glaube, beginn beschüßt? Nicht sie in Was wars, das dich bewog? ihrem leide 3u trösten stets gewußt XI. Von der Sendung des Erlösers od. Adventslieder. 63 wußt? Erfreun ist seine freu-| 4. Ein herz, das demuth de, Und wohlthun seine luft. übet, Ift ihm für allen werth; 8. Er macht uns von den Da das so hochmuth liebet, Bebanden Des tod's auf ewig schämung einst erfährt. Ein los. Entreisset uns den schan- herz, das reuig ist, Glaubt, den Der sünd, und macht, und die sünd bestreitet; Das uns groß. Gibt weisheit, muth hat sich wohl bereitet; Zu im leiden, Und kraft zu jeder dem kommt jesus christ. that; Versichert uns der freu- Doch was vermag ich schwaden, Die gott bereitet hat. cher, Ich sünder, ohne dich? 9. Er kommt zum weltge- Mein heil, mein seligmacher, richte, und bringt, wenn er er bereite selber mich. Mein herscheint, Fluch jedem bösewichte, ze seufzt nach dir. Schon und heil dem tugendfreund. jauchzt ich dir entgegen. Komm, Wohl ewig allen denen, Die komm mit deinem segen, Und seine wege gehn, Und einst wohne stets in mir. mit freudenthränen, An seiner rechten stehn. Jesu retter in der noth. 105. Sohn, der uns verBon gott will ich nicht lassen. heißen war, Den 104. Mit ernst, o men- die jungfrau uns gebar, Sei schenkinder, gepriesen deiner welt, Welche Macht eurer herz bereit! Er deine huld erhält! kommt das heil der fünder, 2. Gott erfüllt, was er vers Der Herr der herrlichkeit; Er spricht: Länger säumt die hülfe kommt von seinem thron, Boll nicht, Freudig, wie zum fieg huld zu uns hernieder, Wird ein held, Eilt der sobn in einer unsrer brüder, Er gottes feine welt! eigner sohn. 3. Von dem vater kommt er 2. Eilt, fünder! voll verlan- her Und zum vater kehret er, gen; Eilt, euch, zu ihm zu nahn, Wenn er erst ein ewig glück Ibn würdig zu empfangen, Uns erstritten hat, zurück. Macht eilig ebne bahn. Der 4. Heiland, deinem vater erst im fleisch erschien, Seht, gleich, Führ uns in sein ewig der will nicht verschmähen, Zusreich. Rettungs arme, siege bald euch auch einzugeheu, Drum Dein ist weisheit und gewalt. auf! empfanget ihn. 5. Fröhlich rühme, wer ein 3. Die ihr gerecht euch dün- chrift, Wer vom tod erlöset fet, Legt euern dünkel ab. Die ist, Den, der groß von rath und ihr euch aufbläht, sinfet Von that Uns vom tod erlöset hat. eurem stolz herab. Die ihr 6. Lob sei dir, du kamst herum anate fleht, Wißt, daß ihr ab! Lob dem vater, der dich hier fie findet, Denn wer sein gab! Lob dem geiste, dankt nichts empfindet, Der wird und sinkt, Das er uns zu von ihm erhöht. ljefu bringt. Lobt Erste Abtheilung. Jesu retter in der noth. Lobt gott ihr christen. der starke held, 106.& r fommt, er fommt 108. Heilig, heilig ist der herr; Gnädig und Voll göttlich hoher macht; Sein gerecht ist er; Denn er schickt arm zerstreut, sein blick erhellt von seinem thron, Uns zu rets Des todes mitternacht. ten, seinen sohn. 2. Wer kommt, wer kommt? 2. Glauben ist die erste pflicht; wer ist der held Voll göttlich Fassen können wir das nicht, hoher macht? Messias ist's Was dem engel wunder ist, lobsinge welt, Dir wird dein Und ihm anzuschaun gelüft. heil gebracht! 3. Gottes sohn von ewig3. Dir, mensch gewordner, feit Kommt in's land der sterbfingen wir Anbetung, preiß und lichkeit. Welche tiefe, welche danf. An deiner frippe schalle höhn, Wunderbar, wohin wir dir Der erde lobgesang. 64 sehn. Ech was soll ich sünder machen. 4. Dir sei dank, herr jesu 107. Kommst du, kommst christ, Daß du mensch gewor du, licht der beiden bist. Unser frommer lobden, Ja du kommst und säu- gesaug Rühmt dich heut und mest nicht, Weil du weißt, was lebenslang. uns gebricht. O du starker trost Lobt gott ihr christen. im leiden, Jesu, meines ber- 109. Also hat gott die zens thür Steht dir offen: welt geliebt, Daß fomm zu mir. er aus freiem trieb Uns seinen 2. Ja, du bist bereits zuge- sohn zum heiland gibt. Wie gen, Du weltheiland, gottes hat uns gott so lieb! sohn. Mein gemüthe spüret 2. Was sein erbarmungsschon Deinen gnabenvollen se- poller rath Schon in der gen; Deine wundervolle kraft, jewigkeit Zu unserm heil bes Die dem herzen segen schafft. schlossen hat Vollführt er in 3. Adle mich durch deine der zeit. liebe, Sesu, nimm mein herz 3. Er, aller menschen höchs dir hin. Schaffe, daß mein fites gut, Der alle segnen kann, geist und sinn Sich in deiner Nimmt, wie die kinder, fleisch liebe übe. Sonst zu lieben und blut, Doch ohne fündich, mein licht, Steht in meiden, an. nen kräften nicht. 4. Ich freue mich, mein heil, 4. Laß durch deines geistes in dir. Du nimmst mein fleisch gaben, Liebe, glaube und ge- an dich, Was fehlt mir nun, duld, Durch bereuung meiner ist gott mit mir, Wer ist denn schuld, Mich zu dir einst sein wider mich? erhaben, Alsdenn will ich für 5. Du, sohn des allers und für, Lobgesänge bringen böchsten, wirst Auch mir dir! rath, fraft und held; Mein vater Chas XI. Von der Sendung des Erlösers oder Adventslieder. 65 vater und mein friedefürst; Dich auch meiner angenommen, So wie das heil der welt. und mein bruder worden bist, 6. Was mir zum selig sein Sei gelobt herr jesu chrift! gebricht, Das, herr, erwarbst 2. Sei gelobt, denn dir ges du mir: Versöhnung, leben, höret Preis trost und licht, Das hab' ich ruhm mit recht. nan an dir. und dank und O wie hoch haft du geehret Unser sterbli7. Déin mangel wird mein ches geschlecht! Herr, du haft reiches theil: Dein leiden stillt es selbst vermählet Mit der mein leid; Durch deine knechts- göttlichen natur Und für aller gestalt, mein heil, Gewinn ich freatur Es zum wohlthun dir berrlichkeit! erwählet, Ja in dir, du got8. Gelobt set gott! gelobt tessohn, Herrscht die menschsein sohn, Durch den er gnad' bheit auf dem thron. Nun freut euch lieben. erweißt! Lobt, engel, ihn vor 3. Du, du bist der völker seinem thron! Erheb' ihn auch segen, Kamst von noth uns zu mein geist! befrein: Und wir fönnen dei netwegen Jetzt schon finder gote 110. Silt, sünder, eilt in tes sein. Hat die fünd' uns jesu reich, Macht gleich verdorben: O so bast du weit der herzen thüren, Emneue fraft Uns zur heiligung pfangt den könig, er will euch verschafft, Und die tüchtigkeit Auch segnen und regieren. Wer, jerworben: Einst von sünden fragt ihr: ist der herr, der völlig rein, Aehnlich dir, o sohn? Der höchste himmel ist herr, zu sein. sein thron; Die erde seine 4. Du, du bist der mittler fußbank! worden, Der die welt mit gott 2. Kommt willig, willig in versöhnt, Haft der schwachen sein reich, Macht weit der her- menschheit orden Wieder mit zen thüren. Empfangt den fö- dem recht belehnt, Ju den bim nig, er will euch Auch segnen mel einzugehen, Und da gottes und regieren! Wer, fragt ihr, berrlichkeit, nach vollbrachter dieser könig sei? Der sohn, der übungszeit, Ewig einst verklärt feinem bunde treu Den himmel zu seben. Fromme! fasset zu gibt den seinen. versicht, Glanbet fest: nur Sollt' ich meinem Gott nicht fingen- sündigt nicht. 111. Der du uns das heil 5. Sollte mich wohl gott. eirungen, Mensch- verlaffen, Wenn ich krank und gewordener gottes sohn! Ewig| hülflos bin? Nein, sein heil sei dir lob gesungen, Daß du wire mich umfaffen, Trösten von des himmels thron uns den betrübten sinn; Und dann zu gut in's fleisch gekommen, kann mich nichts anfechten, Der du voller freundlichkeit Er, der meinen jammer fennt, Fängstens schon vor meiner zeit, Und ich meinen bruder nennt, Sigt, Œ 66 Erste Abtheilung. ned 18 AX Sigt, als herr, zu gottes rech- von liebe glübn: Nimm mich ten. Durch ihn bin ich gott ganz zum opfer hin. vereint, Gott ist vater und mein freund! 7. Laß mich heilig. laß mich rein; Laß mich deiner würdig 6. Herr, wie groß ist deine sein, Bis mein Geist durch güte; Meine feele freut sich dich, verklärt, Ewig dich dort dein, Laß doch stets mein ganz lobt und ehrt. gemüthe Voll von deinem ruhNun danket all und ze. me sein! Nimmer will ich dein 113, Lobsinge gott, o chris vergessen, Dir will ich mich stenheit, Und danke ganz vertraun; Freudig folgen, deinem Herrn, Ihm, welcher auf dich baun; Deine huld ist rich so oft erfreut; Dir hilft nicht zu messen; Gib, daß ich so herzlich gern! für deine treu, Dir auf ewig dankbar sei! 2. Ein ganzes Jahr hast du sein wort, Sein göttlich wort, Jesu komm doch selbst zu. gehört, Und heute wird an dies 112. Menschen, unser heil sem ort Von neuem dich geist nah; Denn lehrt. die frohe stund ist da, Die 3. Herr, dir und deiner vader ew'gen liebe rath Uns zum tertreu Bring' ich mein opfer beil bestimmet hat. dar, Gib, daß dein volk ge2. Du, o jesu, gottes sohn, segnet sei, Jm neuen firchenKommst zu uns vom him- jabe! melsthron, Und des vaters! 4. Hilf uns, und bis an ebenbild Ist in unser fleisch ge- unser end', Erhalt uns dein hüllt! wort rein. Laß deine beil'ge 3. Wenn des ersten adams facrament Mit trost das herz schuld Uns entzieht des schö- erfreun. pfers huld; Hat der zweite 5. Erleuchte, was in irr für die welt Sich zum bürgen thum steckt, Gib, daß zu dis dargestellt. Iner ehr' Der fünder durch dein 4. Auf ihn hofft der väter wort erschreckt, Rechtschaffen schaar, Bis das längst er sich bekehr'. wünschte jahr Zur bestimmten 6. Gib allen lehrern freuzeit erscheint, lind die welt mit digkeit, Und weisheit, muth und gott vereint. fraft. Weld' glück für uns, 5. Wunder, welchem feines wenn jederzeit Ihr vortrag nugleicht, Das der engel nicht gen schafft. erreicht. So hat gott die welt 7. Regiere uns mit deinem geliebt, Die durch sänden ihn geift, Bei unserm firchen gehn betrübt! Und laß bei dem, was du uns 6. Was bring' ich, o got- heißt, Ohr und herz offen stehn. tes sohn, Dir für einen dank 8. Wie wir auf eine kurze zum lohn? Sieh mein Herz zeit Allhier versammlet sein: So XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 67 So werden wir in ewigkeit sei gott! Freut euch des herrn Uns mit einander freun. und fauchzt ihm ihr erlösten! 2. Weihnachtslieder. M. Mir Christenleut. 114. Auf! schicke dich, M. Vom himmel hoch da. 115. Dieß ist der tag, den gott gemacht. Sein Recht feierlich Des werd' in aller welt gedacht, Heilands fest mit danken zu Ihn preise, was durch jesum begehen! Lieb ist der dank, Der christ Jm himmel und auf lobgesang, durch den wir ihn, erden ist. den gott der lieb, erhöhen. 2. Die väter haben dein ges 2. Sprich dankbar froh: Also, harrt, Doch als die zeit erfülalso! Hat gott die welt in feis let ward, Da sandte gott von nem sohn geliebet. O wer bin seinem thron Dich heil der ich, Herr, daß du mich So welt, dich seinen sohn. herrlich hoch in deinem sohn 3. Wenn ich dieß wunder geliebet. faffen will; So steht mein geist 3. Er, unser freund, Mit uns voll ehrfurcht still, Und betet vereint, Zur zeit da wir noch an und er ermißt, Daß gottes seine feinde waren. Er wird lieb unendlich ist. uns gleich), Um gottes reich Und 4. Damit der fünder gnad' seine lieb' an uns zu offenbaren.lerhält Erniedrigst du dich, herr 4. An ihm nimm theil, Er der welt! Nimmst selbst an ist das beil, Thu' täglich buß unsrer menschheit theil, Erund glaub' an seinen namen. scheinst im fleisch zu unserm heil. Der ehrt ihn nicht, Wer 5. Und zu erfüllen gottes herr, herr spricht, Und doch rath, Sprachst du sowohl durch nicht sucht, sein beispiel nach- wort als that; Gott, deinen zuahmen. willen thu' ich gern. Lob sei 5. Aus dank will ich In dir, der da kam vom herrn! dürft'gen dich, Dich gottes john! 6. Dich, der du mensch ges bekleiden, speisen, tränken. Der boren bist, Mit uns vereint, frommen herz In ihrem schmerz dich jesum christ, Auf den die Mit troft erfreun und dein völker hoffend sahn, Dich bet' dabei gedenken. auch ich, mein heiland an. 6. Rath, kraft und held, 7. Du unser trost, und höchDurch den die welt Und alles stes gut, Vereinigft dich mit ist im himmet und auf erden. fleisch und blut; Wirst unser Die christenheit Preist dich erfreund und bruder hier, Und freut, Und aller fnie soll dir gottes finder werden wir. gebeuget werden. 8. Gedanke voller majestät, 7. Erhebt den herrn, Er Du bist es, der das herz erhilft uns gern, Und wer ihn höbt, Gedanke voller feligkeit, chrt, den wird sein vater trö- Du bist es, der das Herz ften. Gelobt sei gott! Gelobt erfreut! 2 9. Durch 68 calidad Erste Abtheilung. hind and more TX 9. Durch eines sünde fiel gab, Kam auf erden arm herdie welt, Ein mittler ist's, der ab; An gütern macht er uns fie erhält. Was zag' ich nun, nun reich; Dir ewig sind, ja wenn der mich schügt, Der in engeln gleichy. Lob zc. des vaters schoose sitzt. 7. Gelobet feist du jesu chrift, 10. Jauchzt, himmel! die ihr Daß tu mensch geboren bist, ihn erfuhrt, Den tag der bei Dir sind die welten unterthan, ligsten geburt, Und erde, die Dich beten alle geisler an! ihn heute sieht, Singt ihm, Lobsinget ihm! dem herrn, ein neues lied. allerFür deinen thron tret' ich. 11. Herr, der du uns den 117. Rob sei dem tag gemacht, Der uns so großes höchsten gott, Erheil gebracht, Dich preise werfbarmend sab er unsre noth, Und durch jefum chrift Dein freund fandte jesum, seinen fobn Zu und dein verehrer ist! uns von seiner himmel thron. 116. Gelobet feift bu, jesu 2. Jbn sandt er, unser trost, Ihn christ, Daß du zu sein, Vom sündendienst uns mensch geboren bist, Es folg zu befrein; Mit licht und kraft ten dir von deinem thron Derfuns beizufstehn, Und uns zum engel schaar, besang ben sohn, himmel zu erhöhn. Des menschen sohn! CHU. 3. D welch ein liebesvoller 2. Er, dessen boten engel rath! O unanssprechlich große find, Lag in einer fripp' als that! Gott thut ein wert, dem find. In unser fleisch und un feines gleicht, Das feines men ser blut Berhüllte sich das böchstejschen lob erreicht. gut, Des vaters sohn. 4. Sein sobn, durch den er 3. Den nie der welten freis alles schuf, Nimmt willig auf umschloß Liegt in seiner mut sich den beruf: Uns vom verterschoß. Es weint in unsrerfoerben zu befrein, Und schämt sündenwelt Der alle bing alsich nicht, uns gleich zu sein. lein erbält. Lobsinget ihm. 5. Er fomint zu uns in knechtsihm! 4. Bom bimmel nimmt er geftalt, verleugnet hobeit und feinen lauf, Geht als freuden- gewalt, und läßt ſelbst bis sonne auf, Er überstrahlt mitzum tod und grab, Zu unsrer gnad' und recht Das ganzfrettung sich herab. verfinsterte geschlecht, Lobsinget 6. Was sind wir, deß uns gott so liebt, und seinen sohn 5. Der fobn, des vaters selbst für uns gibt? Was nüßen gott von gott, Nimmt auf wir dem höchsten gut, Daß er sich der fünder noth. Nach so großes an ung thut? dieser vorbereitungszeit Erhebt 7. Nimm, feele, nun dein er uns zur herrlichkeit. Lob- bestes wahr, Verschmähe den finget ihm. nicht undankbar, Den gott 6. Der uns der freuden fülle zum helfer dir bestimmt, Und der XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 69 der sich liebreich dein an- sicht, Er verläßt, die seinen nimmt. nicht. Fällt der frevler beer. 8. Bet' ihn als deinen ret dich an: Troß dem, der dir ter an, Und sei ihm willig schaden kann. unterthan. Durch seine lebre 5. Dir sei dank, berr jesu zeigt er dir Den weg zum le- chrift! Daß du mensch gewor ben; folge ibr. den bist. Freudenthränen, dir 9. Bei dieser treue hast du zum dank, Neßen unsern lobtheil an dem von ihm erworb- gefang. nen heil. Wo nicht, ach, so 6. Vater, gott von ewigkeit, verschließt du mir Muthwillig Hier in dieser prüfungszeit, Und selbst des bimmelsthür. dereinst für christi thron Schenk 10. Sein erste zukunft in uns der Erlösung lohn! der zeit War voller huld und 7. Selig hier, noch sel'ger freundlichkeit; Die andre wird, ist, Wenn er dieses leben zu großer pein Der sünder, schließt, Der dann glaubig samajestätiscy sein. gen fann: Mich nimmt gott 11. 3u ehren aber nimmt in christo an. 200 er dann Mit freuden seine Bom himmel kam ber engel. frommen an. Und wird sie 119. Vom Himmel ward in des vatersreich Verklärt ers der engel schaar höhen, engeln gleich. Des nachts ben birten offene 12. Gelobt sei gott, der ihn bar, Und große freude that ihr gesandt, Sein ruhm erfülle mund Mit lautem jubel ihnen jedes land! Gelobt sei von uns fund. jesus christ, Der uns zum beil erschienen ist! 2. Geht, eilet hin, geboren ist In davids fladt der herr, Sesu retter in der noth. der christ! Des vaters einges 118. Dwie buldreich is borner sohn, Der jünder heil, der berr! Gnä- der frommen John! dig und getreu ist er. Sebt, 3. Seid fröhlich, daß er sich er gibt von seinem thron, Uns mit euch Vereinigt, obne fünd zur rettung seinen sohn! euch gleich; Selbst gott, doch 2. Fleisch, wie wir, ward euch durch fleisch und blut Verjesus christ, Der uns heut ge- wandt, und euer höchstes gut. boren ist Zur versöhnung und 4. Shr habt mit euch den zum heil Wer ihm glaubt, bat wahren gott, Euch schrede nie an ihm theil! mehr sünd' und tod. Last 3. Volk des berrn, preis teufel, welt und hölle dröhn, deinen gott, Fürchte nichts von Ein mensch, wie wir, ist gotsünd' und tod, Welt und bölle tes fobn. mag dir drohn, Dich beschüßzt 5. Auf ihn setzt eure zuverfelbst gottes sohn! licht, Und seid gewiß, er läßt 4. Sieh auf ihn mit zuver, euch nicht; Fiel auch ein gans 3 308 70 Erste Abtheilung. zes heer euch an, Truß, Daß reich Ihr christen, wie beglückt ench einer schaden kann. sind wir! Lobt gott und freuet 6. Ihr seid nun göttlichen euch! geschlechts, Und mit uns glei Fröhlich soll mein herze.. chen bürgerrechts. Ihr siegt: 121. Laßt uns unserm gott nur stehet fest im streit. Euch lobsingen, Hocherbleibt zulegt die seligkeit. freut Laßt uns heut Ihm anLobt gott ihr christen allzu. betung bringen. In des him120. Lobt gott, ihr chri- mels höhe chöre Stimmet ein. sten! freuet euch, Gott allein, Unserm gott sei Von seiner himmel thron Be- ehre! ruft er uns zu seinem reich, 2. Jeder der sich fühlt verUnd sendet seinen sohn! 2. Der sohn fommt, loren, Freue sich Inniglich, nach Christus ist geboren. Er der des vaters rath, Mit heiltönig aller wesen, Steigt uns zu erfreun, Und auf des herab Bis in's grab Sünder ew'gen lebenspfad, Der welt zu erlösen. ein licht zu sein. 3. Wer kann gottes rathschluß 3. Bei seinem eintritt in die faffen? Aber dieß Ift gewiß: welt Umgibt ihn keine pracht, Gott fann uns nicht hassen. Die glänzend in die augen fällt Kommt der lohn aus freien Und groß vor menschen macht. trieben Zu uns her, Wie sollt 4. Er wird dem ärmstenser Nicht die menschen lieben? knechte gleich, Begehrt kein 4. Wenn er uns verworfen erdenglück, Verlangt allhier hätte; Nähm' er dann Menschkein königreich Von einem au- heit an ,. Daß er uns errette? genblick! Des soll sich der erdkreis freuen. 5. Er fommt, durch seiner 3um gericht Kommt er nicht; wahrheit macht, 3u gott uns Sondern zum verzeihen. hinzuziehn. Vor seinem lichte 5. Eilt im geift nach bethlems muß die nacht Des aberglaubütten, Seht was er, Euer bens fliehn. berr, Schon für euch erlitten. 6. Er lehret uns die sünde Er wird niedrig eurentwegen, scheun, Er gibt auch kraft da- Welch ein freund! Er erscheint zu, Und schafft uns, wenn Feinden selbst zu segnen! wir sie bereun, Begnadigung 6. Er, er will für eure schulund ruh. den Armuth, noth, Schmach 7. Er bringt den troft der und tod Göttlich groß erdulden bessern welt Vom himmel uns Ternt den menschenfreund erherab. Nun schreckt, wenn unsre kennen, Gnadenreich will er hütte fällt, Den frommen geistleuch Seine brüder nennen. fein grab. 7. Dankt ihm, der das innre 8. Er öffnet uns dereinst sehnen Sehen kann, Betet an, die thür Zu seinem himmel- Opfert freudenthränen Lieb, ihn, XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 71 ihut, der von liebe brennet. schuf uns beil und leben. ErTraut dem herrn, Der euch muntre dich, mein träger geist, gern Seine brüder nennet! Ihr wohlthun zu erheben. Denk 8. Wenn euch eure sündenjan die nacht, da auf der welt kränken. Eilt herzu, Suchet Des höchsten sohn sich darges ruh, Er will fie euch schenken, stellt, Um sein so theures leSchaut auf thn mit glaubens- ben Für fünder hinzugeben. blicken, Zittert nicht, Denn 2. D große that, erwünschte er spricht: Ich will euch er- nacht, Von engeln selbst besunquicken. gen! Du bast den mittler uns 9. Drückt euch bier so man- gebracht, Der uns das heil er che plage Euren schmerz Fühltrungen. In dir erschien der sein herz, Kein erlöster zage. starke held, Der alles schuf Bringet ihm an seinem feste und alles hält, Der freund Preis und ebr, Wisset, er der menschenkinder, Des todes Wählt für euch das beste! überwinder. 10. Er verläßt euch nicht, 3. Der du zu uns gefand't ihr schwachen, Mehr als ihr vom berrn Aus deinem himmel Litt er hier, Euch beglückt zu famest, Und unser fleisch und machen. Diese kurze zeit der blut so gern In demuth an leiden, Und der müh, Was ist dich nahmest. Sohn gottes, o fie Gegen ew'ge freuden. wie hast du dich, So tief ers 11. Jesu, du nahinst meine niedrigt auch für mich, Wie bürde Gern auf dich, Daß auch arm bist du erschienen Un mir ich Frei und selig würde. Wer zum beil zu dienen! fann deine lieb ergründen? 4. O Iehre mich den großen Ewig soll Freudenvoll Sie mein werth Von deiner huld recht herz empfinden. faffen. Was reizte dich auf 12. Dir mein göttlicher be- dieser erd', Dich so herab zu freier, Folg ich nach, ob wohl lassen? Hier warteten dein nichts schwach, Doch um so viel als noth, Verachtung, fummer, treuer. Reine freatur, fein lei schmerz und tod: Und doch den, Keine noth Und kein tod kamst du auf erden, Ein menSoll von dir mich scheiden. schensohn zu werden. 13. Du kommst einft zum 5. Viel stärker, herr, als weltgerichte Dann werd' ich, schmerz und tod War deine Richter, dich Schaun von an- menschenliebe, Du sahest unfre gesichte. Wenn da, gott, die fündennoth Mit mitleidsvollem fünder beben: So werd' ich triebe; Du stelltest unser heil Deiner mich Freu'n und ewig zu sein, Nach deines vaters leben. rath dich ein: Warft mensch, und kamst mit freuden Für uns Ermuntre dich mein. 122. Gott, deine gnade den tod zu leiden. fei gepreist, Siel 6. Dein sohn des höchsten freu 72 Erste Abtheilung. freu' ich mich, Du bist auch macht auf uns gekommen. Mit mein erretter; Auch mir zum uns ist gott Run in der noth. troste sandte dich Der herr, Frøhlockt dem Herrn und hofft der gott der götter. Was mir auf ihn, ihr frommen. ein wahres wohl verschafft, Er- 4. Auch mein gefang, Herr, leuchtung, friede, beff'rungs- bringt dir dank. Du wurdest kraft, Und freuden, die stets mensch, damit wir selig würwähren, willst du auch mir den. Du machst uns groß gewähren. Und ewig los Vom fluch der 7. Was soll ich dir, mein sünd' und ihren schweren bürgrößter freund, Für deine den. treue geben? Du bift's, der 5. Gelobt sei gott! Auf unfre mich mit gott vereint: Dunoth Sah er mit bülfe mit bringst mir heil und leben. leidsvoll hernieder. O christenHerr, was ich hab' und was beit, Preis ibn erfreut! Des ich bin, Das geb' ich dir zum höchsten sohn bringt das vers dienste hin; Ich will dich ohn' lorne wieder. aufhören Mit leib und geist verehren. Jefu meine freude. 124. Gottes fobn ift kom 8. 3h sebe dith zwar hier men Danft ihm noch nicht: Doch wirst du wie seine frommen, Dankt ihm, daß dee fommen. Und dann schaun er fam! Daß er hier auf er dich von angesicht, Herr, alle den, Unser heil zu werden, deine frommen. Dann werd' seine wohnung nahm. Mensch auch ich, herr jesu christ, Dich wie wir, Erschien er hier, Um schaun, so herrlich als du bist, des vaters gnäd'gen willen Dann wirst du mich zum le- An uns zu erfüllen. ben, Das bei dir ist, erheben. 2. Laßt uns niederfallen, Dans Wir christenleut' hab'n. ¡ fen, daß er allen Freund und 123. Sei, qristenheit, bruder ist. Gott auf seinem Sei bocherfreut! throne Liebt uns in dem sobne, Das beil der welt, der mittler Hilft durch fesum christ. Welch' ist geboren Nimm freudig theil ein heil An christo theil! Theil An seinem bell Wer an ihn an seiner sendung gaben, An glaubt, wird nimmermehr ver- gott selbst zu haben. loren. 3. Keine macht der leiden," 2. Welch' große that! Nach Kann von ihm uns scheiden, gottes rath! Hat sich sein sobn Er bleibt ewig treu. Einst für uns dahin gegeben, Ein wird er vom bösen Ewig uns menschenkind, Doch ohne sünd' erlösen, Hier steht er uns bei. Werd' er und bringt uns allen Unser freund, mit gott vereint, heil und leben. Kann nicht seine brüder hassen, 3. Er, er befreit. Uns von Noch fie hülflos laffen. bem leto, Das durch der fünde 4. Wenn wir eins ermüden, Führt XI. Von der Geburt Chrifti oder Weihnachtslieder. 73 Führt er uns im frieden In sen tränken. Ja laßt uns des grabes nacht. Unsre tod- frohe geber sein, Und sein das ten glieder Gibt die erde wie bei gedenken. Was ihr den der Shm, der sie bewacht. Je- meinen habt gethan, Das, sus ruft uns aus der gruft, Er, spricht er, habt ihr mir geder selbst den tod einst schmeckte, than: Und er, er will's verden das grab auch deckte. gelten, 5. Auf dem richterthrone Wer 4. Wer ihn mit treuem bers den wir im sohne Unsern ret- zen ehrt, Den wird sein name ter schaun. Heil und ewig le- trösten. Bertraut auf ihn, der ben Wird er allen geben, Die flehn erhört, Lobsingt ihm, ihr ihm bier vertraun. Er ward erlösten! Es freut sich deine bier Versucht wie wir. Ueber christenheit, Herr! deiner mens schwenglich wird er lohnen Und schenfreundlichkeit. Dir, dir sei der schwachheit schonen. fewig ehre. 6. Eilet, eilt ihr fünder! Jesu retter in der noth. Werdet gottes tinder, Werdet 126. Gott sei dank in als seiner werth! Eilet, eilt ihr ler welt, Der sein frommen! Werd't, wie er, wort beständig hält, Und der vollkommen, Bleibet seiner fünder trost und rath Zu uns werth! Preiset ihn, Daß er her gesendet hat. erschien, Und sich für euch 2. Was der alten väter hingegeben Durch ein göttlich schaar Sehnsuchtsvolles wünleben. schen war, Und noch mehr Allein gott in der hös' sei ehr. als sie erbat Ward erfüllt nach 125. Laßt uns mit ehr- gottes rath. furchtsvollem dank 3. Hier ist mehr als davids Den gott der lieb erhöhen, sohn! Keines ird'schen reiches Mit feierlichem lobgesang Des thron! Licht der seelen, ew's beilands fest begehen, Preis ges heil Ward durch jesum fei dem vater, der ihn gab! uns zu theil. Preis sei dem sohn, er fam 4. Menschenfreund, wie dank herab, Und ward das heil der ich's dir! Schenke dieses heil menschen! auch mir, Daß du unter vie2. Ist der ein chrift, der ler last Für die welt bereitet dieses heil nicht schäßt und haft! lieb gewinnet, Nimm froh an 5. Deiner bülfe mich zu seiner liebe theil Und werd' freun, Laß mein Herz dein eiihm gleich gesinnet. Wer nicht gen sein, Mach es, wie bu wie er gefinnet ist, Der ehrt gern es thust, Rein von schnöihn nicht, ist nicht ein christ. der fündenlust. Der herr erkennt die seinen. 6. Wie du huldreich, als du 3. In dürft'gen laßt uns famst, Unsre rettung übers ihn erfreun, Bekleiden, spei- Inahmst: Also sei auch deine € 5 tren Erste Abtheilung, vid 450.17. treu Mir mit jedem morgensnahmst, Dein uns theuer erworbnes heil Sei auf ewig neu. 7. Deine wahrheit leuchte unser theil! mir Bei dem allen, was ich 7. Unfre seele trau auf dich, hier, Zur beförderung meiner Unser Leben preise dich; Und ruh, Denke, wünsche, wähl' du selber heil der welt, Hilf und thu'. uns thun, was dir gefällt. 8. Tröste kräftig meinen sinn, 3. Von dem Namen Jesu. Wenn ich voller Kummer bin, M. Es ist das heil uns kommen. Hilf zum treuen tugendlauf 128. Mein jesu, du hast Meiner schwachheit, mächtig unsre schuld Mit auf. ibrer strafe plagen( uner9. Daß ich, wenn du lebörte lieb und huld!) Freiwilbensfürst, Herrlich wieder fom- lig wollen tragen Du, der gemen wirst, Froh dir mög' ent- rechte, ließeft dich Zum fünder gegen sehn, Und gerecht vormachen, daß ich mich In dir bir bestehn. gerecht, fann nennen. 2. So heißest du nicht jesus In voriger Melodie. 127. Heiland, den uns nur: Du bist auch, was du gott verhieß, Den heißest, Weil du die menschliche der himmel jauchzend prieß, natur Aus allem jammer reißest. Als du, sterblichen zum diens. Die that stimmt mit dem naHuldreich auf der erd' ermen ein, Du wollteft, was schienst. du heißest, sein: Mein heil, 2. Wie dein nam', ist auch mein seligmacher! dein ruhm, Jesu, wir, dein ei- 3. In keinem andern ist ja genthum, Ehren dankvoll und beil; Kein mittel ist gegeben, erfreut Deine große gütigkeit. Wodurch wir können nehmen 3. Du, deß hand die him- theil An seligkeit und leben. mel hält, Du kamst willig in Du bist's allein, der jedermann die welt, Uns von fünden zu Ein ew'ges leben schenken kann. befrein, Unser licht und troft Verehret wird dein name! zu sein. 4. Von der Erscheinung 4. Start in deines vaters Chrifti. kraft, Hast du Leben uns ver- Nun freut euch lieben. schafft. Wir, von rath und 129. Dein heil hat heut, hilf' entblößt, Sind, o herr, volk gottes, fich durch dich erlöst. 3u nähern angefangen. Ein 5. Preis sei dir in ewigkeit! belles licht ist, auch für dich, Auf, die ihr erlöset seid, Rühmt Den völkern aufgegangen. Dieß den, der mit lehr' und that sei dir, welt, ein freudentag. Euch vom tod erlöset hat. Die nacht, die auf den völ6. Der du liebreich zu uns kern lag, Durchbrach zuerst Famst, Unsre rettung über- sein schimmer. 2. Kaum XII. Vom Geschäfte und Wandel Chrifti auf Erden. 75 2. Kaum sandte gott mit sei- 6. Beglückter tag, den jene nem sohn Der erde große freu- macht Des gögendienst's entden: So sammelt er sich selber wendet! Daran uns gott, nach schon Die erstlinge der hei- langer nacht, Sein licht und den. Zu ihrem neugebornen heil gesendet; Da, gott, in dir herrn Muß sie ein wunder- immanuel, Mit deinem wahbarer stern Aus fernen lan- ren israel, Nun auch die heis den führen. den danften. 3. Der vor'gen Zeit denkt, 7. Nun prüfe heut, volk christen, doch. Heil euch! fie gottes, dich Vor seinem angeist verschwunden. Was war't sichte: Beharrst du unveränderihr, eh' der herr euch noch, lich In seiner wahrheit lichte? Eh' ihr noch ihn gefunden? Was helfen opfer des gebets Fragt euch nur selbst, was Zum wahren gott, wenn du waret ihr? O deutsches volk, noch stets Der fünde sklavisch erwecket dir Dein vor'ges bild frohneft? nicht grauen? 8. Was hilft es, daß du 4. Ein volk, mit gott ganzigott erkennst, Und seinen ganunbekannt, Von seiner lehr'zen willen, Wenn du das thun entfernet, Das, von der tu- und wissen trennst, zu träg, gend abgewandt, Nur böses ibn zu erfüllen? Wenn du oft thun gelernet; Das todten stein, treu gelobst und brichst, Zwar geschnigte holz, Wohl gar, chriftlich glaubst, und christlich auf seine blindheit stolz, Als sprichst, Und doch als beide feine götter ehrte. wandelst? 5. Du gingst in schand und 9. Ach, prüfe dich, gott nimmt lastern hin, Wie jede lust dich sein licht, Wenn man's nicht führte Wenn ja noch den ver- schäßt, zurücke. Steh auf vom kehrten sinn Einst das gewissen schlaf, damit er nicht Sein rührte: So konnte dir da aus wort auch dir entrücke. Gott! der noth, Die die natur schon bör' uns nicht zu tragen auf, sündern droht, Doch nichts den Uud fördere deiner lehre lauf ausweg zeigen. Noch zu den fernsten heiden! XII. Vom Geschäfte und Wandel Christi auf Erden. M. Vater unser im himmelr. Herr jesu, dein und lobet 130. Rein Lehrer ist dir, dich! jesu, gleich An 2. Du kamst zu uns, von weisheit und an liebe reich gott gefandt, Und machtest uns Warst du sowohl durch wort den weg bekannt, Auf dem als that, Der schwachen men- wir, frei von fündenschuld, schen sichrer rath. Es freut Theilhaftig werden seiner huld. mein geist im glauben sich auf ewig sei dir dank und ruhm, 76 Erste Abtheilung. ruhm, Herr, für dein evan- dünkel mich befrei; Damit ich gelium. dir gehorsam sei, Bis mich 3. Jm lichte der allwissen dereinst in ewigkeit Ein hellres beit Sabst du, mit aller deutlicht bei dir erfreut. lichkeit, Was nach des höchMach's mit mir gott nach. sten weisen rath Die welt 131. Du wesentliches ebennoch zu erwarten hat, Und bild Der allermachtest dann durch deinen höchsten liebe, Du wirst, o jesu, mund Das künftige den men- ganz erfüllt mit gott geweihschen, fund. tem triebe. Gott war dein 4. Dieß, und die wunder zweck, dein höchstes gut, Ihm deiner hand, Sind uns ein folgtest du mit heldenmuth. göttlich sichres pfand, Daß das, 2. Du warst mit ihm ein was man von dir gehört, Die sinn, ein herz; Sein wille war wahrheit sei, die gott uns dein wille. Du ehrtest ihn, lehrt. Nie schwäche mir der gedrückt von schmerz, mit höchstfrevler spott Den glauben an zufriedner flille. Auch auf der dieß wort von gott. aller rauhsten bahn Sahst du 5. Du lebretest durch wort ihn doch als vater an. und that. Man trifft der reins 5. Du suchtest nichts, als sten tugend pfad In deinem sein gebot Vollkommen zu er heiligen wandel an. Gib, herr, füllen, Und unterwarfst dich daß ich auf dieser bahn, Ge- bis zum tod Ganz deines vas stärkt von dir mit fteter treuters willen. Dein hauptgeschäft Dir nachzufolgen, eifrig sei. war dieß allein, Vollführer seines plans zu sein. 6. Du bist es, berr, von dem das amt, Das die' ver- 4. Du gingst ganz still zum föhnung predigt, stammt. Du freuze hin, Die marter auszu machst durch treuer lehrer mund stehen, Bereit mit göttlich gro Noch jetzt rein beil den men sem sinn, Für mörder selbst zu schen kund. Begleite stets mit flehen. Wie trugst du nicht, deiner fraft Ihr amt, damit in gott gefaßt, Der schande es nugen schafft. und der marter last! 7. Noch immer hilfst du dei 5. Herr, lehre mich dein nem wort In seinen siegen eigenthum, Nach deiner tugend mächtig fort. Du sendest wiesstreben, Dir gleichgesinnt sein, dein mund verheißt, Noch im- fei mein ruhm, Und wonne, mer deinen guten geist, Der so zu leben. O bilf, daß ich dem, der wahrheit sucht und so gern wie du, Den willen liebt, Zum glauben licht und meines vaters thu'. fräfte gibt. Schmücke dich o liebe.. 8. Mein heiland, send ihn 132. Vorbild wahrer auch zu mir, Daß er mich zu menschenliebe, Jeber wahrbeit führ'; Von eigen fu, deines mitleids triebe Bos gen XII. Vom Geschäfte und Wandel Christi auf Erden. 77 gen dich herab auf erden: Der zu üben, Haß mit haß nicht verlornen heil zu werden, Und zu vergelten; Deine schmäher für sie sogar dein leben In nicht zu schelten; Allen freunds den tod dahin zu geben. Wo lich zu begegnen; Für die läist jemand der die größe Deisterung zu segnen; Deine feinde ner lieb und huld ermesse? zu vertreten; Und für mörder 2. Ohne Vortheil zu begeh- selbst zu beten! ren, Sich in andrer dienst ver- 7. Demuth war bei spott zebren; Jedem gerne gut's er- und hohne Deiner tugend zeigen, Zu beleidigungen schwei- schmuck und krene. Nie haft du gen, Auch an feinden wohlthun nach ruhm getrachtet, Noch üben: Das heißt menfchen gött- auf menschenlob geachtet. lich lieben! Und wie voll von Deines vaters heil'gen willen solcher güte War, erlöser! dein Mit geborsam zu erfüllen, gemüthe! Und uns beil und trost zu 3. D du zuflucht der elen- geben war der 3weck von den, Wer hat nicht von dei- deinem leben! nen händen Segen, trost und 8. Laß mich, berr, zu reis heil genommen, Der gebeugt hem segen, Deinen wandel zu dir gekommen? Wie ist dir oft erwägen. Laß mich in dein herz gebrochen, Wenn dich der angst der fünden Trost Franke angesprochen! Und wie und bülfe bei dir finden. pflegtest du zu eilen Das ge- Heilige auch meine triebe 3u bet'ne mitzutheilen. rechtschaffner menschenliebe. 4. Menschenfeelen zu be- Laß mich immermebr auf ers glücken; Neuerfüllte zu erqui- den Deinem bilde ähnlich werden; Unverständ'ge zu belebren; den. Abgewichne zu befebren; Sün Was mein gott will das. der, die sich selbst verstocken, 133. Kommt, die ihr noch Liebreich zu dir bin zu locken: nicht weise seid, War dein tägliches geschäfte, Euch selber zu regieren, Die Selbst mit schwächung deiner ihr euch noch durch, eitelkeit, fräfte. Geld, wollust laßt verführen, 5. Und wie hoch stieg dein Kommt, schauet jesu vorbild erbarmen, Da du, mittler, von an, Dieß, dieß muß euch uns armen Gottes firafen ab- beschämen. D lernt, geheilt zuwenden, Unter frecher mör- von eurem wahn, Hinfort euch der händen Angst und uner- felbst bezähmen. hörte schmerzen Litteft mit 2. Gott war sein alles, nur gelaff'nem berzen; Als ein an dem Hing seine ganze liebe, misfethäter starbest, Und uns Dem dienen, war ibm anges ew'ges heil erwarbest! nehm, Dem weibt er alle 6, Deine huld hat dich getriebe. Wozu er stets fich wils trieben, Sanftmuth und geduld lig fand, War dieß, den gan zen 78 Erste Abtheilung. zen willen Des vaters, wel- seinem vorbild nach, Er ha cher ihn gesandt, Vollkommen für euch gelitten, Er selbst ha zu erfüllen. euch, seid ihr schon schwach 3. Hoch über welt und eitel- Die fraft dazu erftritten. keit, Ganz heilig, ganz gott 8. Hilf meinem vorsaß, daß eigen: Vermied er nie aus ich dir Mein heiland, ähnschüchternheit, sich wie er war lich werde, Bezähm das fleisch, zu zeigen, Und wenn er bos- vertilg in mir die liebe dies heit freveln sah: War er vollser erde; Daß ich dein großes edler schmerzen, Wenn aber got- beispiel mir Stets hier vor tes will' geschah Quoll freud' augen seße. Des vaters willen aus seinem Herzen. thun, gleich dir, Für eitel 4. Die lust, die tugend nicht wonne schätze. gut heißt, Verlangt er nicht zu Wer nur den lieben Gott. schmecken. Und sein in gott er- 134. Wie göttlich sind habner geist Bleibt rein von doch jesu lehren, allen flecken. In allem sah er Wie überzeugend seine macht immerdar Mit eifer, nie zum Wenn wir nur von den thaten scheine, Auf das, was men- hören, die er noch in dem schen heilsam war, Nicht aber fleisch vollbracht; So stimmet auf das seine. ihm der glaube bei, Daß er 5. Stets floh er das ge- der welt erlöser sei. räusch des ruhms, Blieb niedrig 2. Die herrlichkeit war volund geringe, Entschlug sich aller gnaden, Die man aus seis les eigenthums, Er, schöpfer nen zeichen sah. Er wirkte nie aller dinge. Arm ward er sel- zu jemands schaden. Wie von ber, daß wir reich Aus seiner propbeten sonst geschah; Und armuth würden. Er ist der raffete die sünder nicht Durch herr, sein ist das reich. Doch tod und plagen vor's gericht. trug er unfre bürden. 3. Er schenkte das gesicht 6. Lag gottes strafe auf ihm den blinden; Den tauben gab schwer; So fand er's gut und er das gehör; Der aussaß mußte billig Denn jeden trepfen bluts vor ihm schwinden; Der stumme war er, Ihm aufzuopfern, wil sang ihm dank und ehr. Sein lig. Stets zeigt er, daß ihn machtwort hieß die lahmen feine noth Auch nur zur flage gehn, Und selbst die tobten reize. Er ward gehorsam bis auferstehn. jam tod, Ja bis zum tod am 4. Er schalt des satans les Treuze. aionen( die legionen scheuten 7. Von gott verlassen, blieb ihn) So mußten sie die mensein herz An ihm, treß alles schen schonen, Und plößlich in pottes, Sein sehnen war im den abgrund fliehn. Berief er bängsten schmerz Nichts, als der seiner engelschaar: So stellten beifali gottes. Folgt, menschen, sie sich dienstbar dar. 5. Sein XII. Vom Geschäfte und Wandel Christi auf Erden. 79 5. Sein segen speiste ganze 4. Dein reich war nicht heere, Da, wo es doch an von dieser welt, Dich konnte brod gebrach: Und kaum gebot reichthum nicht, noch geld, er wind und meere; So ließ Noch ruhm und ehre, rühren, ihr sturm gehorsam nach. So Stets war's dein einzig augensahe man in allem thun Aufmerk, Zu gottes ruhm das ihm der gottheit fülle rubn. große werk Der wahrheit 6. Wir danken höchster dei- auszuführen! ner stärfe, Die jesum vor der 5. Dein reich war nicht von welt erklärt, Der durch so dieser welt. Nicht heere, wie große wunderwerke Als dein die welt sie stellt, Erkämpfgesandter sich bewährt. Wir ten deine siege. Der arme nehmen solchen gläubig an, jünger kleine schaar Bot muUnd sind ihm willig unterthan. thig sich den feinden dar, Und 7. Erfüll', o herr, nur unsre kämpfte deine friege. herzen Mit seiner lehre gött 6. Dein reich war nicht von lichkeit, Damit wir nicht das dieser welt. Des, was der ei heil verscherzen, Das uns dein telkeit gefällt, Begabst du dich sohn allein verleiht, Und schaffe, mit freuden. Warst gerne elend, daß ihn unsre treu Bis in arm und klein, um nur ein den tod beständig sei. helfer uns zu sein, Und wählteft tiefe leiden. Kommt her zu mir spricht. 135. Dir großer herrscher, jesu christ, 7. Dein reich ist nicht Der du der welten schöpfer welt in nichts zerfällt, Und von dieser welt. Wenn einst die bist, Ist alles unterthänig: fürsten vor dir beben: Dann Doch wer sah deine majestät, bist du könig ewiglich. In deiAls dich dein arges volk versnem reiche werd' auch ich Einst schmäht, Wer ehrte dich als unvergänglich leben. fönig? 2. Du hast dich deiner herr 8. Wie groß, wie angebetet lichkeit Entäußert eine kurze ist Dein nam', o herrscher jesu zeit; warst menschen unterthä- christ! Dich rühmen alle zunnig. Geschlagen wurd'st du gen. wie weit herrlicher und verhöhnt; Verspeiet und wird einst, Wenn du zum weltzum spott gekrönt, Und doch gericht erscheinst, Dein hohes warst du ein könig. reich besungen. 3. Du warst von ewigkeit 9. Vom aufgang bis zum bestimmt, Dein reich, das nie niedergang Erschallet dann, ein ende nimmt, Auf erden der lobgesang Des himmels auszubreiten. Dich hat gott und der erde. Wie freu ich mich selbst zum herrn erböht; Dein auf dieses glück! O wär' er reich, o göttlicher, besteht Durch da, der augenblick? Wo ich alle ewigkeiten. dich schauen werde. Wach 80 Wacht auf ruft uns bie. Erste Abtheilung.ma 2 mich, Damit hierinnen ich Dir 136. Heiligster jesu, bei nacharte, Jefu, hilf du Auch ligungsquelle, Wie mir dazu, Daß ich mög' gütig strahlt dein tugendglanz so sein wie du! helle! Wie glänzet deine bei 5. Du fanfter jesu, warst ligkeit! Aller glanz der eheru- unschuldig Und litteft alle schmach binen Und heiligkeit der sera- geduldig, Vergabst und übtest phinen Ift gegen dir nur dun- rach' nicht aus. Niemand kann felheit. Ein fürbild bist du deine sanftmuth messen Die mir. Ach bilde mich nach dir, doch den eifer nicht verges Du mein alles, Jesu, bilf du, sen, Der nöthig war für's Auch mir dazu, Daß ich mög' vaterhaus. Mein heiland, ach heilig sein wie du! verleih, Mir sanftmuth und 3. D stiller jesu, wie dein dabei, Guten eifer, Sefu, wille Dem willen deines va- bilf du, Auch mir dazu, ters stille, Und bis zum tod Daß ich sanftmüthig sei wie gehorsam war: Also mach auch du! gleichermassen Mein herz und 6. Würdigfter jefu, ehrenwillen dir gelaffen Ach stille könig, Du suchtest deine ehre meinen willen gar, Mach mich wenig, Und wurdest niedrig dir gleichgesinnt, Wie ein ge- und gering. Warst, wie ein borjam find, Stille, stille, Jesu andrer mensch auf erden, Warst tilf du, Auch mir dazu, Daß willig gar ein knecht zu wer ich fein stille sei wie du! den, Erhubst dich selbst in keis 3. Wachsamer jesu, der den nem ding. Herr, solche demuth schlummer Durch manche ar- lehr', mich auch je mehr und beit, müh' und fummer Um mehr Chriftlich üben, Jesu, hilf unfertwillen unterbrach: War du, Auch mir dazu, Daß ich auch dein werk am tag gesche- demüthig sei wie du! ben: So lagst du nachts vor 7. D. keuscher jesu, all dein gott mit fleben, Und warst für wesen War züchtig, feusch und unfer beil noch wad. Gib mir auserlesen, Voll tugend und auch wachsamkeit, Daß ich zu voll sittsamkeit. Dein äußrer jederzeit Wach und bete. Jesu, mensch, dein berz von innen, hilf du, Auch mir dazu, Daß Gedanken, reden und beginnen ich mög' wachsam sein wie du!, Voll unbefleckter reinigkeit. D 4. Gütigfter jefu, ách wie mein immanuel, Mach mir gnädig, Wie lieblich, freund- auch leib und feel Reusch und lich und gutthätig Bist du noch züchtig, Jefu, hilf du, Auch gegen freund und feind! Dein mir dazu, So keusch und rein sonnenglanz der scheint allen, zu sein, wie du! Dein regen muß auf alle fal- 8. Mäßiger jefu, deine weis len; Ob sie dir gleich undankfe, Im trinken und genuß der bar sein. Mein gott, ach lehrelspeise Lehrt uns die rechte mäs Bigkeit. XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 81 figkeit. Mehr noch, als durftsrecht eben, und deinem heil' und hunger stillen, Lag dir's gen fürbild gleich. Dein geist am berz, Des vaters willen und kraft mich ganz durchdringe, Zu thun mit aller freudigkeit. Daß ich viel glaubensfrüchte Herr, hilf mir meinen leib bringe, Und tüchtig werd' zu Bezähmen, daß ich bleib Christ- deinem reich. Ach zeug mich lich nüchtern. Jesu, bilf du, ganz zu dir, Behalt michh Auch mir dazu, daß ich stets für und für, Treuer heiland, mäßig sei wie du. Jesu hilf du Auch mir das 9. Nun liebster jesu, liebstes zu, Daß ich bei dir einst finde leben, Mach mich in allem dir ruh! XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jeſu. Drum 1. Erweckung zur fruchtbalstürzt mich tief und es erhebt ren Betrachtung der Leiden Jesu. mich wieder; Lehre mich mein glück, macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. Mel. Herzliebster jesu was. 137. Herr, stärke mich, 6. D berr, mein heil! an dein leiden zu be- den ich herzlich glaube, Sch denken, Mich in das meer der liege hier vor dir gebückt im liebe zu versenfen, Die dich staube; Verliere mich mit den bewog, von aller schuld des tendem gemüthe In deiner güte. böfen, lns zu erlösen. 7. Sie übersteigt die mensch2. Vereint mit gott, ein liche gedanken Allein, follt ich mensch, gleich uns auf erden, darum im glauben wanken? Und bis zum tod am kreuz er. Ich bin ein mensch; darf sich niedrigt werden; An unsrer der unterwinden, Gott zu ers statt gemartert und zerschlagen, gründen? Die fünde tragen! 8. Des höchsten thun ist 63. Welch' wundervoll hoch guad' und lieb erweisen; Uns beiliges geschäfte! Sinn ich kömmt es zu sie demuthsvoll ihm nach, so sinken meine zu preisen, Zu sehn, wie hoch, Fräfte. Mein berz erbebt; ich wenn gott uns gnad' erzeiget, sebe und empfinde Den fluch Die gnade fteiget. der fünde. 9. So sei denn ewig auch 4. Gott ist gerecht, ein rä- von mir gepriesen Für das ers cher alles bösen. Gott ist die barmen, das du mir erwiesen! lieb, und läßt die welt erlöfen. Da du, mein beiland, auch Dies kann mein geist, mit für mich dein Leben, Dahin schrecken und entzücken, Am gegeben. Freuz erblicken. 10. Du liebtest mich; ich will 5. Es schlägt den stolz und dich wieder lieben, Und stets mein verdienst darnieder. Es mit freuden deinen willen, üben; F D gib 82 at finde Erste Abtheilung. Ogib zu diesem feligen geschäfte Nichts von gestalt noch schöne! Stets neue Fräfte. Vor dir, herr, unsre zuvers sicht, Verbarg. man selbst das Gin lämmlein geht. 138. rfülle, herr, doch angesicht: Dich schmähten bunselbst mein herz dessöhne! Mitreinem andachtstriebe. Ich 5. Ein opfer, nach dem denk an deines leidens schmerz, ew'gen rath, Belegt mit uns Die wirkung deiner liebe. fern plagen Um beines voltes Dein freuz sei mir gebenebeit! missethat Gemartert und geWeld wunder der barmber- schlagen, Gehst du den weg zigkeit Hast du der welt er zum freuzesstamm, In unschuld wiejen! Wenn hab' ich dies stumm, gleich als ein lamm, doch aus aller meiner macht Genugret. Freiwillig, muthig, als dafür gepriesen? ein held, Duldst du, aus liebe ausner Und dich Das man zur schlachtbank füh2. Nath, fraft und friedes für die welt, Den tod, der fürst und held, In fleisch und uns gebühret! blut gekleidet, Wirst du das 6. Du neigst dein haupt, es opfer für die welt, Und deine ist vollbracht! Du firbst, die feele leidet. Du ringft mit angst erd' erschüttert Die arbeit hab' und seelennoth, Und gehst doch ich dir gemacht: Herr, meine willig in ven tod. D liebe feele zittert; Was ist der mensch, ohne ende! Du nimmst auf den du befreit? O wär' ich dich der nenschen schuld, Und doch ganz dankbarkeit! Herr, gibst mit göttlicher geduld Dich laß mich gnade finden! Und in der fünder hände! deine liebe bringe mich, Daß 3. Du trägst der missethä- ich dich wieder lieb, und dich ter lohn Und hattest nie gefün- Nie freuzige mit fünden.. digt, Du, der gerechte gettes 7. Welch'warten einer ew'gen fobn! So war's vorher ver- pein, Für die, die dich verkündigt. Der frechen schaar achten, Nicht streben deiner werth Begebrt bein blut, Du duldest zu sein; Nicht nach dem glaugöttlich groß die wuth, Um ben tracten; Für die, die dein feelen zu erretten. Dein mör- verdienst gestehn, Und dich der, o berr, war auch ich, durch ihre laster schmäbn Als Denn gott warf aller fünd auf einen fünden diener! Wer dich dich, Damit wir friebe hätten. nicht liebt, fommit in's gericht! 4. Erniedrigt bis zur knechts Wer nicht dein Wort hält, gestalt, Doch göttlich groß im liebt dich nicht Ihm bist du Therzen, Ertragst du spott, schmach kein versübner! und gewalt! Luck auf dich 8. Du hast's gesagt: du wirst Munfte schnerzen Sie sahn dich, die fraft Zur beiligung mir der verheißung ziel, Doch das schenken. Dein blut ift's, das war nichts, was da gefiel, mir trost verschafft, Wenn mich die XIII. Von Chrifti Lelden, Tod und Begräbniß. 83 die fünden kränken. Laß mich 6. D laß mich alle plagen, im eifer des gebets, Laß mich Die gott mir außersehn Auch in lieb und demuth stets Vorso geduldig tragen, Und seinen dir erfunden werden: Dein rath verstehn. Sein weg sei heil sei mir der schirm in noth, mir hier wunderbar, Dort werd. Mein stab im glück, mein schild ich es erkennen, Wie selig er im tod, Mein letter troft auf mir war. erden. Wenn meine sünd' mich. 140. lamm gottes unall day schuldig Am stamm 139. Den ratbschluß beides kreuzes geschlachtet; Allner güte, Herr, zeit erfunden geduldig, Wie foll mein berz erhöhn. O lenkesfehr du wurdest verachtet, All' mein gemüthe, Ihn richtig zu sünd' hast du getragen; Sonst verstebn. Ich ehre deinen wei- müßten wir verzagen! Er sen rath, Den jefum für uns barm dich unser, o jesu! fünder In tod gegeben hat. Gib uns deinen frieden, o 2. Noch eh' dein wort: es jefu. Solle werde, Die welt bervorges na pinionjak jimno bracht; Da hast du schon der Sn voriger Melodie. erde zu ihrem heil gedacht, 141,7 Srlöser, der im stau Von ewigkeit hast du ihn schon be Einst lag mit Zum opfer außersehen, Dein angstschweiß bedecket, Dein eingebornen sohn. ad tröste fich mein glaube, Wenn 3. Er kam zu uns bernie- tod und sünde, mich schrecket; der In der bestimmten zeit; Dein tiefer schmerz, dein Flas Erwarb für seine brüder Des gen, Dein todeskampf, dein himmels feligkeit Was ihm zagen Sei meine ruhe, herr sein vater zugedacht, Das trug jesu. cli er in gehorsam, Bis er es 2. Du littest ganz unschulganz vollbracht. dig Von frevlern schmähung 4. Er wußte, was zu tra- und schmerzen. Und trugft fie gen Ihm gottes rath gebot; doch geduldig Mit sanftem vers Er fab die last der plagen; söhnlichen herzen. Dein bild Sah feinen freuzestod. Doch muß uns beleben, 3u dulden flob er seine leiden nicht: Er zu vergeben Wie du zu lieben, ging dem tod entgegen Mit herr jesu! muth und zuversicht. 3. Am freuze hingst du kläg5. Herr jesu, mein erbarmer lich entstellt, gemartert, vers Hab' dank für deine treu: Durchschmachtet. Dein tod belehr' dein blut bin ich armer Von uns täglich, wie boch du sees allen strafen frei. Die von len geachtet. Er schreck' uns dir ausgestandne noth, Dein ab von sünden; Er muß uns mittlertod am freuze, hat mich dir verbinden Zu innigem danke, verföhnt mit gott! ohibeer jesu! 2 142. 8884 indbygs p Erste Abtheilung.) 1 12 142. Christe, du lamm würdiger Mit allen fel'gen gottes! Der du loben. trägst die fünde der welt, Er- 6. Herr jesu, deine angst barın' dich unser Gib uns und pein Und dein versöhnend deinen frieden. Amen. leiden Laß meine lehte zuflucht Herr jesu chrit ich weiß gar. sein, Wenn ich von hier soll err jesu, deine angst scheiden. Ach bilf, daß ich durch und pein Und dein deinen tod Fein sanft beschließe verföhnend leicen Laß allzeit mir meine noth, Und selig sterbe. vor augen sein, Die fünden Amen. siau vermeiden. An deine aus 143. Herr O jesu christ meins. gestandene noth, An deinen 144. du meinmittler marter vollen tod Laß furchte bar mich gedenken. und mein gott! Ich danke dir für deinen tod, 2. Die angst, die deine seele Der mir des bimmels feligkeit litt, Da schrecken sie umfin- Und hier gewissensrub verleiht. gen; Was du ertrugst, um 2: Ach glaubt ich deiner gottuns damit Befreiung zu errin- heit nicht: So schreckte mich gen; Das präge tief mir jesu! noch das gericht; So würde ein, Und laß mir's ernste wat deines todes pein Für mich nung sein, Wenn mich die fein geltend opfer sein. fünde reizet. Giaopigna 3. Wärst du der menschen 3. Die wunden alle, die du heiligster, Und nicht auch gott; hatt's, Hab' ich dir helfen schlagekreuzigter So würd ich nicht gen. O du, der meine fünd von sünden rein, Nicht durch idenlast So willig hat getragen? dein blut verfbbnet fein Ach, liebster beiland schone 4. Ich weißles jesu, du mein, Laß diese schuld verges- bist gott; Versöhnend ist dein fen sein, Für recht laß gnad freuzestod: Nab diefes troftes ergehen! göttlichkeit Versichert mich der 4. Du hast verlaffen deinen seligkeit. thron Bist in's gericht gegan- 5. Der feind nehm alles, gen; Bertrugest schläge, spott alles hin, Das glück, das ich und hohn, Und wurd'st an's verföhnet bin, Ist meiner see Freuz gehangen: Auf daß bullen höchstes guty: Und macht für uns schafftest rath, Und mir auch im tode muth.g unfre schwere missethat Bei gott 6. Wenn des geseges fluch perföhnen mögtest. mir droht, Dann tröstet nich 5. Drum foll mein herz voll dein mittlerstod: Ich weiß, daß bankbarkeit, Erbarmer, dir lob- du auch meine last Am kreuze, fingen. Und wenn du einst zur herr! getragen haft. Seligkeit Aus gnaden mich wirst 7. Und ist die letzte stunde Bringen: Dann will ich, dein da, Dann blick ich bin nach erbeter, Dich ewig und viel golgatha: Der trost, daß ich bes gnas XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. gnadigt bin, Macht mir dassres leben sich In wilden firds. sterben zum gewinn. men blutes. Lamm gottes, Gin lämmlein geht und trägt. ewig dank ich dir Doch nie 145, Gin lamm geht hin genug! du thateft mir, Eh' oni und trägt die schuld ich noch war, schon gutes. Der abgefallnen finder; Geht 5. So lang ich lebe, will id) bin und büßet in geduld Die dein, D jesu! stets gedenken. fünden aller sünder. Es geht Mein berz soll dir geweihet den rauhen tudesgang; Folgt sein, Ganz will ich dir es feinen würgern ohne zwang; schenken. Nur dir gefallen, sei Begibt sich aller freuden; Und mein ruhm. Ich will mich dirfiebt die marter, die ihm zum eigenthum Auf ewig überdroht, Und will die schmerzen geben. Nur du bist meine zu und den tod Doch gern und versicht, Und wann mein aug' willig leiden. im tode bricht, Bist du auch 2. Das lamm ist jesus, un- dann mein leben. fer freund, Zum heiland unfrer 6. Was ist das leiden dieser seelen Wollt' ihn der strenge zeit, und alles, was mich fränsündenfeind, Der ew'ge vater, ket, Wenn meine seel' in trauwählen. Schn, sprach errigkeit, Herr, an dein leiden 11 nimm dich derer an, Die, denket? Dieß flöst in meine ,, außer dir, nichts retten fann bange brust, Zur zeit der trübe Vom schweren fluch der fün- sal, sanfte luft: Läßt mich den. Groß ist die schuld, die nicht unterliegen, Und stärket strafe groß! Doch übernimm's, mich mit fraft und muth, Auch so sind sie loß, Und sollen über welt und fleisch und gnade finden. blut Im schwersten kampf zu 3. Ja, vater, sprach der fiegen. große fohn, Kein sünder soll 7. Ist endlich) ganz vollverzagen. Ich steig' berab von bracht, was mir Gott aufgelegt deinem thron Und will die zu leiden, Und ruffst du, jesu, sünden tragen." Oliebe! liebe! mich zu dir und deines hims deine macht 3ft stärker, als ein mels freuden: Dann reichest du mensch gedacht, Als je ein en von deinem thron Mir jenen gel dachte! Du dringst den großen gnadenlehn, Den mir sohn dem vater ab, Und streckeft dein tod erworben. Dann werde den in's finstre grab, Der erd' dir in ewigkeit Anbetung, preis und himmel machte! und dank geweiht, Daß du 4. Er büst vor uns am für mich gestorben! Freuzesstamm, Damit wir gnade M. Herzliebster jesu was hast. finden. Er wird geschlachtet, 146. Wie grundlos sind wie ein lamm, 3um opfer für die tiefen deiner die fünden. Für alle stirbt er, iiebe! Wie treu und zärtlich, auch für mich Ergießt sein theu- jesu, deine triebe! Rein mut F3 terherz bis Erfte Abtheilung. ស៊ុ 86 612 302 terherz gleicht beinem treuen] 9. Ich flieh', o herr, zn Derzen, Du mann der schmer- deinen liebesarmen, Ich such zen! und bitte nichts als dein ers 2. Was ist der mensch, daß barmen. Verstoß den nicht, du sein so gedenkest, Daß du der seine sünden hasset, Und für ihn dich in das elend sen- dich umfasset. test Was findest du an mir 10. Was machst du, feind, und an uns allen Für wohl- mir christi huld verdächtig? gefallen? Schweig! feine fraft ist in den 3. Verdient verachtung gött- schwachen mächtig. Er selbst ficher gesetze, Verdient ver- macht den gerecht, der an ihn Ichwendung unschäßbarer schäße, gläubet, Und in ihm bleibet. Verdient ein selbst gemach- 11. Zeuch' mich, o gottester böser schade Des richters lamm, zu deinem freuze, Das gnade? mit dein blut die seele dring' 4. Was zieht dich dann, ound reize, Dich den erwerberheiland auf die erde? Was aller guten gaben, Necht lieb schadet dir's, wenn ich verdam zu haben. met werde? Du bleibeft doch? 12. Was du auch mir, da du wenn ich gleich strafe leice, für mich gestorben, Aus gnaden Des vaters freude! haft durch deinen tod erworben: 5. Verehrt mit dank den wei- bas werde mir, zu meinem ents'. sen rath, ihr chriften! Den ein- gen heile, Nun auch zu theile. zusehn, die engel felbft gelüften. 13. Dir, jesu, leb' ich, dir Bewundert hier in dem erlö- will ich auch sterben. Laß den fungswerke Der liebe stärke! nur nicht, den du versöhnt, 6. Des höchsten sohn büßt verderben. O hilf mir ist und für die menschenkinder, Der in den letzten stunden, Durch heiligste bezahlet für die fün- deine wunden. der; Des lebens fürst und 2. Das Leiden Jesu am aller bosheit rächer Stirbt für Delberg. verbrecher! Gin lämmlein geht und. 7. Herr, lehre selbst mich 147. So gehst du, jeſu, deine huld erkennen, In rechwillig bin, Dein tem glauben meinen herrn leiden anzutreten, Für mich, der dich nennen! Erbarme dich und ich verloren bin, 3u fämpfen heile meinen schaden, Du brunn und zu beten. Du, der du der gnaden. nichts verbrochen haft, Gehst 8. Ich bin verbert vom fuße bin, um aller fünder last Allein bis zum scheitel, Mein Herz auf dich zu laden. Ich nur ist froßig, widerspenstig, eitel; verdiente strafen, ich; Da aber Mein bestes thun ist mangel- nimmst sie all auf dich, Da haft und fündlich: Ich fehle mit sie mir nicht schaden! kündlich. 2. Kann den, der allen tärke gibt, XIII. Von Chrifti Leiden, Cod and Begräbniß. 87 gibt, kann der auch furcht er- Wer will verdammen? gott schüttern? Selbst christi seele isi bier! Du wirft den tod wird betrübt, Und seine glie nicht sehen! der zittern! Ach, hingesunken 6. Doch denk, um welehen auf die knie, Arbeitet er in theuern preiß Dein heiland dich schwerer müh', Und betet, erkaufet! Er rang, bedeckt mit kämpft und zaget! Er wünscht todesschweiß, Mit blut für dich den schweren fampf verkürzt; getaufet! Ach wache, daß die Wer sieht's, und höret nicht sünde sich Nie dein bemächtige; bestürzt, Wie leidenvoll er fla- noch dich In deiner treu erget! schüttre! Lockt ihre fiimme: 3. Gott, du bist heilig, wuns böre nicht! Schau bin zum ölderbar In allen deinen werberg in's gericht, Das jesum fen Ein knecht, ein engel mußstraf, und zittre! so gar Den herrn vom him- Christus ber uns selig. mel stärken! Er ringt, sein 148. Herr des bimmels. heilig angesicht Träuft blute starker held! Was schweiß; wer entsegt sich nicht? wird mit dir werden? Warum Wer litt wie er auf erden? liegst du blaß entstellit, Bebend Der du in reiner unschuld auf der erben? Troft ist es, prangst, Wie fonntest du von was du verlangst, Tröster solcher angst, O herr, bestür- sunsrer seelen! Was kann mit met werden? so schwerer angst Deine seele 4. Du sagst, mein heiland, quälen? ach nur ich, Ich hätte zagen 2. Vor dir liegt,( denn dir follen! Doch selbst durch leis fann ja, Herr, sich nichts verden hast du mich Vom tode beblen) Eine welt voll sünden retten wollen! Ach hättest du da; O wer kann sie zählen? nicht mein gericht Auf dich ge- Niemand, als nur gott unb nommen, wär' ich nicht Indu, können sie ergründen: Und jammer ganz versunken? Nun für alle büßest du, Als für läßt der richter auf dein flebn, deine fünden! Vor mir den felch vorüber 3. Liebe strahlte die sonst gehn: Denn du hast ihn ge- stets Aus des vaters blicken. Und in stunden des gebets trunken. 5. Heil mir! der sohn des Mußt sie dich erquiden. Da böchsten hat Für mich sich rich- nun gotttes ftraf' dich schreckt, ten laffen! Gott, wer kann Da er in gewittern Furchtbar deinen weijen rath, Wer dein sich vor dir versteckt: Solltest erbarmen faffen? Nun jauchze, du nicht zittern? wen die fünde reut, Wer jesu 4. Hier führ ich der sünchristi fich erfreut: Er wird den gräul, Ganz vor angst ervor gott bestehen. Du, der schüttert. Auch für mich haft du glaubst, wer schadet dir? du, mein beil, Hier im ftaub 84 gezit 88 Erste Abtheilung. gezittert. Held! da sünd' und macht vor. Niemand nimmt ftrafgericht Dich fast nieder- von dir das leben. Du willst stürzen: Soll der gräul der selbst es für uns geben! Und fünde nicht meinen geist be- nicht schmach noch marter stürzen? scheun, Aus der höll' uns zu 5. Aber du versöhntest mich! befrein. Denn auch mir zum segen, 4. Treuer bürg', um unsert Ließest du allein auf dich, Gott willen Streckst du deine hände die strafe legen Du ergabst dich dar; Gottes rathschluß zu er bemuthsvoll In des vaters wil- füllen, Schonest du der frechen len, Um das was uns retten schaar. Wehrst dem schwerdte foll, Sterbend zu erfüllen. deines freundes; Heilst die 6. Nun, herr meine zuver- wunde deines feindes; Nimmst sicht! Hilf du meiner seele, Daß die bande willig an; Da dein im letzten kampfe nicht Sün- arm sich weigern kann. denangst sie quäle! Ach laß! 5. Dank dir für so große deinen blut'gen schweiß, Wenn güte; Zeige nun auch deine ich ganz bellommen, Alsdann treu'. Und befreie mein ges keine hülfe meiß, Mir zu stat- müthe Von der sünden sklaveten fommen! rei; Daß mein fleisch sich nie 3. Gefangennehmung Jesu. verstricke; Weltverführung nie M. Jesu meines Lebens leben. berücke; Des versuchers arg149. Jesu Christi, dessen lift nie In sein net mich wies wunden Heil und der zieh'. leben uns gebracht! Ach wie 6. Und soll ich den ruhm hart wirst du gebunden! Und erlangen, Daß ich deines geis verbrechern gleich gemacht! Dei stes voll, In befenner fesseln ner feinde ganze tücke Rennst prangen, Deinetwegen leiden du, und weichst nicht zurücke! foll: Gib dann mir in meinen Gibst mit edlem helden sinn banden Reichen trost aus deiDich in ihre banden hin! nen banden, Daß gleich dir, 2. Mehr, als zwölf der le- ich sie nicht scheu', Ich, gleich gionen, Die um deines vaters dir, gelassen sei. thron, Seines wink's zu warChristus der uns selig. ten wohnen, Stehn bereit, o 150. Mein erlöser! auch menschensohn; Nur ein wink! für mich Gingft du bist befreiet, Und der feinde du hin zum leiden: Und bes beer zerstreuet! Doch wie viel gabst dich williglich Aller deis ihr grimm verbricht! Duwinksiner freuden. Du sahst bandeinen engel nicht! ben, schmerz und hohn; Sabst 3. Du bist selber reich an den tod von ferue; Doch er stärke, Die auch hier sich nicht trugst du, gottessohn! Alie leis verlor; Aber, herr, in diesem den gerne! werke Geht geduld der all 2. Du entflohst nicht der gefabr XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 89 fabr, Die dem leben drohte.( drohen; Schämt sich, daß er geAls die stund' erschienen war, flohen: Kehrt um und eilt vers Gingst du froh zum tode. Wil wegen Dem tiefen fall entgegen. lig übergabst du dich In der 4. Wie ist der mensch so feinde hände, Und bliebst un- schwach! So viel sein muth veränderlich Treu bis an das versprach. Dort liegt er, tief ende. Sim staube, Erloschen ist sein 3. Lehre mich, wie du, so glaube! Sein fühner muth gea still Und so froh zu leiden. dämpfet! Ach, christen! wacht Und: wenn es dein rathschluß und kämpfet! will, Selig zu verscheiden! 5. Wo ist nun petri treu? Stärke mich, wenn ich einmal Der jesum vormals frei Für Sterbend zu dir flebe; Daßgottes sohn bekannte; Für ihn ich durch des todes that Ohne vor eifer brannte, Der bat, schrecken gehe. für jesu ohren, Bald frech ihm 4. Dank, o jesu, dank sei abgeschworen! dir Für dein letztes leiden. 6. Doch, herr, dein liebes. Denn dadurch erwarbst du mir blick Bringt ihn alsbald zurück.. Deines himmels freuben. Nun- Er fühlte sein verbrechen; Kann mehr weiß ich, daß im tod nun vor schmerz nicht spreIch nicht ewig sterbe, Denn wen; Und weint nun bittre ich bin versöhnt mit gott, Bin thränen, Die sich nach gnade des himmels erbe. fehnen. 7. Er sucht und findet sie. 4. Jesus, von seinen Jüngern Verzagt drum, sünder, nie; verlassen, von Petrus ver- Gott ist unendlich gütig Seid leugnet. glaubig, nicht fleinmüthig So Mel. Wo soll ich fliehen hin. groß sind keine sünden: Sie 151. Mein jefu, für dein fönnen guade finden! berz Welch' ein fo 8. Ach trennt mich auch die berber schmerz, Den du weit welt, Die steis mir nege stellt, mehr empfunden, Als striemen, Einst, jesu! von den deinen: schläg' und wunden! Die kleine Laß mich mit petro weinen: zahl von freunden Kränkt dich, Um gnad' in demuth beten; gleich deinen feinden. Nie judas weg betreten! 2. Raum nabt sich die ge= Wenn meine Sünd' mich. fahr: So bebt der jünger schaar: 152. Bon angst dahin Die erst sich hoch vermessen: gerissen, VerleugEb' sie der treu' vergessen, Den net petrus dich. Bald straft tod auch vorzuziehen, Verlaffen ihn sein gewissen: Da weint dich und fliehen! er bitterlich. Tief dringt ihm, 3. Der fühn sein schwerdt herr, dein blick in's berz. Er gezückt, Dein Petrus selbst, er- fleht zu dir um qnade, Und du schrickt; Er flieht, ch' bande stilft ihm den schmerz! 2 90 Erste Abtheilung. 2. Wie wuchs nun deines scheue meine seele Weit mehr, zeugen Beständigkeit und muth! als selbst den tob.d Furcht konnt' ihn nicht mehr 8. Ich will dich frei bekenbeugen Für dich, herr, floßnen. Wenn gott gericht einst sein blut! Dich, seinen herrn hält, Wirst du mich dann auch und seinen gott, Verherrlichte nennen Dem richter aller welt! sein leben, Verherrlichte sein Dein freuz ist meine zuvers tod. ficht! Selbst denen, die dich 3. Betrübt ist meine seele, schmähen, Verhehl' ich's jesu Erfüllt mit ren und schmerz, nicht! Was hilft's, daß ich's ver- 9. Bedeckt von deiner gnade, hehle? Du schaust mir ja in's Veracht ich ihren spott! Wer berz. Bekennen will ich es ist es, der mir schade? Du vor dir: Auch ich hab' dich hilfft mir aus, mein gott! verläugnet; Vergib, vergib es von meinem haupte fällt fein mir! baar, Und drohten sie mir alle 4. Wann deiner lehre hasser Die schrecklichste gefahr! Dich schmähten und ihr spott 5. Leiden Jefu vor dem ih Von ihrem mund als wasser, dischen und römischen Dahin floß wider gott: Dann Gericht. schwieg ich furchtsam, schämte In voriger Vielodie. mich Ein christ zu sein, und 153. Seht fefum, den scheute Mehr ihren spott, als gerechten, Sebt dich! seine schmach und weint! Ent5. D du, der du dein leehrt von lasterknechten Seht ben, Du herr der ewig- da der menschenfreund, Spott, Feit, So willig bingegeben speichel und der bosheit wuth Für meine seligkeit! Wie Erduldet er, und büßet Der undankbar, wie schwach war menschen frevelmuth! ich, Daß ich den hohn fünder Mehr fürchtete, dich! der 2. Der göttliche prophete, als Durch den der vater sprach, Trägt ohne widerrede Der wi6. Ach rechne nicht zur derfacher schmach. Ihr, die sünde Mir diese feigbeit zu ihr seine martern seht, BeDen schmerz, den ich empfindenft's: um euertwillen Ward de, Erlöser, siehest du! Du jesus so geschmäht! schenktest petro seine schuld: 3. Der schönste unter allen Bedeck' auch mein vergehen hat nichts, was uns gefällt! Mit deiner lieb und huld. Wie blutend, wie verfallen, 7. Nur laß mir diese reue Wie sehr ist er entstellt! Von Ja unvergeßlich sein! Ich will, seinem bleichen angesicht Fließt zu ew'ger treue, Mich dir von blut; doch er ist stille, Und nun an weihn! Dich zu verflucht den Frevlern nicht. Leugnen, herr mein gott, Dasi 4. Die feinde, die ihn basfen, XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 91 sen, Verfolgt er nicht mit dern ausgehöhnt; stand er vor grimm. Trägt, als ein lamm, seinen feinden! gelassen Der mürger ungestüm. 4. Den heiden, der sein richDurch göttlich sanften edelmuth ter war, Ergriff ein menschBesiegt er seine leiden, Und lich schrecken; Ee stellt ihn seider verfolger wuth. nen brüdern dar: Jhr mitleid 5. Herr, laß mich es beden- zu erwecken. Seht, welch' ein ken, Was du mir guts gethan; mensch! ich kann ihn nicht Und wenn mich leiden fränken: Verdammen, denn die unschuld Erinnre mich daran: Wie dulspricht Zu mächtig für sein des elends ganze laft So wil- leben! lig übernommen, So still ge 5. Vergeblich, ach vergeblich tragen baft! war Die menschlichkeit des heis 6. Daß ich mich dir ergebe, den! Die aufgebrachte wilde Im glück, wie in der noth; schaar Sah jesu schmach mit Nie deiner unwerth lebe. Das freuden! Sein tod befriedigt gib mir, o mein gott! Werd' sie allein: Sie fiürmten auf ich dich einst als richter sehn: den richter ein. Und schri'n: So laß mich nicht mit schande er sterb am frenze! Vor deinem throne stehn. 6. Du denkest ohne schauHerr jesu christ ich weiß gar. der nie An dieses wort ber 154. Sebt, welchy' ein fünder; Du sprichst: die rache mensch! wie lang strafte fie, Und straft noch ihre so schwer Auf ihm die last der finder. Doch, seele, denkst du fünder! Wie unaussprechlich auch dabei An deine sünden? duldet er Für uns, uns men- bist du frei Bon schuld am schenkinder! So leiden sahstode jesu? von anbeginn Die erde keinen 7. Sich' welch' ein mensch! je als ihn: So wird auch er wird für dich Verschmähet keiner leiden! und zerschlagen! Hör ihn, er 2. Der sohn des böchsten, spricht: ich selber, ich Muß und selbst gott Ein belfer, ein deine sünden tragen! Die gerechter, Ward frecher misse- schuld ist dein! durch meinen thäter spott, Und seines volks tod Versöhn ich, fünder, dich gelächter! Wie ein verbrecher mit gott, Und sterb' um deis stund er da, Verklagt, ver- netwillen! läumdet, wer ihn sab, Der sah 8. O hochgelobter gottessohn, ihn mit verachtung! Du tilger meiner fünden, Ers 3. Ganz unbegrenzt war ihre höht auf deines vaters thron, wuth, Den heiligsten zu pla- Ach laß mich gnade finden! gen. Bedeckt mit striemen und Laß deines todes schmach und mit blut, Zergeisselt und zer pein Gerechtigkeit und heil schlagen, Mit einem dornen- mir sein, um deiner liebe Frans gefrönt; Mit fönigsklei- willen! 9. J 92. Erste Abtheilung. 9. Ich schwöre welterlöser, lernstlich meiden, Willst du, dir; Und ewig will ich's hal- berr! leiden. ten So wahr du lebest soll 6. Ach großer mittler, groß in mir Nie deine lieb' erkal zu allen zeiten, Wie kann ich ten! Dein leiden und dein g'nugsam deine treu ausbreis tod soll mich, So lang ich ten? Kann ich sie dir, beherrs lebe, berr! an dich Und deine scher aller welten, Wohl je lieb' erinnern! vergelten? 10. Entzündet sich der lüfte 7. Doch dir gefällt's, wenn gluth, Lockt mich die welt ich mich selbst bekämpfe: Dir zur sünde: Dann rüfte mich folge, und des fleisches lüfte mit kraft und muth: Daßdämpfe; So sei denn auch ich sie überwinde! Dann rufe forthin mein ganzes leben Nur du mir liebreich zu: Denk', dir ergeben! welch' ein mensch war ich und 8. Gib selbst zu diesem felis du, Du wolltest mich nicht gen geschäfte Mir schwachen lieben? deines guten geistes fräfte; 155. Herzliebster jesu, was Daß er mich zu dir ziehe und hast du verbro- regiere Zum guten führe. chen, Daß man das todesur 9. Dann werd' ich dankvoll theil dir gesprochen? Du bei deine huld betrachten; Die ligster, bist ja in missethaten luft der welt aus lieb' zu dir Niemals gerathen! verachten; Mit allem eifer. 2. Und doch wirst du versuchen deinen willen Treu zu worfen und verhöhnet, Mit erfüllen. einem dornenkranz zur schmach 10. Zu deiner ehre will ich gefrönet, Gegeiffelt und von alles wagen Kein drohen achschmerzen schon entkräftet An's ten, keine schmach noch plas freuz geheftet! gen. Mich sollen auch des 3. Was ist die ursach' allér bängsten todes leiden Nicht von solchen plagen? Ach unsre sün- dir scheiden. den haben dich geschlagen! 3u 11. Dieß alles, ob's für ihrer tilgung hast du, herr, er schlecht gleich ist zu achten, duldet! Was wir verschuldet! Wirst du doch, mein erbars 4. Wie wunderbarlich ist mer, nicht verachten. Du wirst doch diese strafe! Du, guter das opfer gnädig von mir birte leidest für die schaafe! nehmen, Dich mein nicht schäDie schuld bezahlst du, herr, men. für böse knechte, Du der gerechte! 12. Empfang ich dann dereinst vor deinem throne Aus 5. große liebo liebe deiner hand der überwinder kaum zu fassen! Auch mir zum frone: So soll dich, böchster, heil hast du dich martern las unter engelchören Mein lobs fen. Damit ich lerne, sünden lied ehren. D 156. XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 93 traurigfeito herzeleid. 111. Hilf gotteslamm. Am blinde wuth! Okreuzesstamm zu unſerm heil burst nach blut geschlachtet, Daß mein geist, Als nie erböret worden! Sbn, wenn fünde lockt, Deine pein den lebensfürsten selbst, Wagt betrachtet. K49 meget man zu ermorden. 12. Auch müss' allein; Herr! 2. Den beiland meint Sein deine pein Mein troft sein, ftolzer seind, Die bosheit, zu wenn ich sterbe; Daß ich sanft besiegen, Durch der hölle rach- entschlaf' auf dich, Und dein fucht soll Gottessohn erlie- reichy ererbe. gen! thine su 6. Jefus am Kreuz welt, fieh' hier dein leben Am 3. Welch ein bemühn! Um's 157. leben ihn, Die unschuld selbst, zu bringen! Daß auf seine freuzesstamme schweben! Dein kreuzigung Alle juden dringen. heil sinkt in den tod! Der große 4. Ach sebt sogar Die krie- berr der ehren Läßt willig fich gesschaar Den beil'gen leib ent- beschweren mit banden, schläfleiden! Er soll, ist er gleich gen hohn und spott! 3 gerecht, Ihre fireiche leiden! 2. Tritt her und schau mit 985. Rein schonen mehr! Sie fleiße; Sein leib ist gang mit geiffeln sehr Den leib, daß er, schweiße Des blutes überfüllt. zerrissen. Aus unzähl'gen wun- laus seinem edlen herzen Für den läßt Ströme blutes fließen lunnenabaren schmerzen, Ein 6. Frech, ruchlos, blind feutzer Nach dem andern Unmenschen sind. Die ihn so quillt! dun bat nagk graufam böhnen Daß sie den 3. Warum ward'st du gezergeisselten noch mit dornen schlagen, Herr, und init folfrönen, 130 DT chen plagen Ich dieser welt 7. Noch beugen die Vor ihm belegt? Du wareft ja kein die fnie, Die feinen frevels fünder, Wie andre menschenscheuen, Beten ihn als könig finder, Was hat dir solche an, Drauf ihn zu verspeien. noth erregt? sice mi18. Und doch wird nicht Vor 4. Wir sind's, wir sollten dem gericht Der juden baß ge- büßen In ew'gent finsterniffent stillet; Bis fein martervoller Das, was dein tod, versöhnt! tod Ihre rach' erfüllet. Die geiffeln und die banden, 29. Ach bilf daß ich, Mein Und was du ausgestanden, Das jesu, dich, In's herz zeit lebens alles haben wir verdient! faffe, Und mich auf dein theures blut Ganz und gar verlasse. den, 5. Auch ich und meine fünDie sich so zabllos finden, 10. O große huld für freinde Als wie der fand am meer: schuld Läßt sich der herr zer- Die haben dich geschlagen, Die fchlagen! Jesu, meine misse- brachten diese plagen, Und diese that Wirkte deine plagen. martern auf dich her. 6. 94 Erste Abtheilung. 6. Du nimmst auf deinen schmähn; Wie schwer sie ihrer rücken Die lasten, die mich sünden Bestrafung werden findrücken, Bis zum ertödten den, Will ich aus deinem leischwer. Du wirst ein fluch, den sehn. dagegen Erwirbst du mir den 15. Dein beispiel soll mich Segen; Wie herrlich und wie lehren, Des höchsten rath zu groß ist der! ehren, Auch wenn er trübsal 7. Du sepest dich zum bür- schickt. Ich will des lebens plagen, Ja läsfest dich erwürgensgen Getrost und willig tragen, Für mich und meine schuld; Bis gottes hülfe mich erquickt. 14. Nie will ich wieder schelFür mich läßt du dich frönen Mit bornen, die dich böhnen, ten; Nie spott mit spott vers Und leidest alles mit geduld! gelten; Nie, wenn ich leide, 8. Du gehst, nur meinet dräun. Das unrecht will ich wegen, Der todesnacht entge. dulden, Dem nächsten seine gen Mit wahrem beldenmuth schulden, Wie du von herzens Du stirbst, mir vom verdergrund verzeihn. ben, Crrettung zu erwer 15. Gerührt von deinen plas ben Und alles thust du mir gen, Will ich mit ernst entfas zu gut! m sigen Dem was dir nicht ge9. ie bin ich dir verbun- fällt. Was beine augen bassen. den, Durch den ich heil gefun- Das will ich fliehn und lass den, Ich bin dein eigenthum. sen: Gefiel es auch der ganzen Dich dankbar zu erweisen, welt. d Soll feel und leib dich preisen, 16. Soll ich dann endlich Und dir gehorcheu, sei mein terben; so laß dein reich rubm! 160 mich erben, Und so getrost, 10. Was könnt in diesem wie du, Den geist an meileben Ich dir sonst wieder nem ende In deines vaters geben? Das, jesu, will ich hände Befehlen zu der ew'gen thun: Es soll dein tod und ruh! s leiden, Bis leib uns seele schei- O haupt voll blut und wunden. rben, Mir stets in meinem 158. Du, der voll blut und wunden, Für Herzen rabn! 111. Sch will's vor augen uns am freuze starb, Und uns feßen, Mich stets baran er fern lebensslunden Den größ Rögen, Ich sei auch wo ich ten troft erwarb; Du, der fei; Es soll mir sein ein spie- fein theures leben, Noch eh' gel Der unschuld, und ein ich war, auch mir zum heil siegel Von deiner großen lieb bast hingegeben, Mein jesu, danf fei dir! und treu. 12. Wie strenge gott ver- 2. Wie viel hast du erdule brechen An denen einst wird det, Erhabner menschensohn! Als rächen, Die feine huld ver- du so unverschuldet Empfing der XIII. Bon Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 95 der sunder lohn! Da folgte; Und auf des lebens pfade Mir schmerz auf schmerzen: Da traf muth, fraft, trost und heil. dich schmach auf schmach, Da 8. Mit innig frohem triebe lag auf deinem berzen Angst, Bring' ich dir meinen dank; die das Herz dir brach! Die größe deiner liebe Bleibt 5. Entblößt von allem reize, fiets mein lobgefang! Gib nur, Der menschen wohlgefällt, daß ich mich halte Zu dir Hingst du an deinem freuze, mit gegentreu, Daß, wenn ich Ein fluch vor aller welt: Die einst erfalte, Sch noch der flohen deine freunde; Du warst deine fei! Just en der leute spott; Dich böhnten 9. Belebe dann mein hof deine feinde: Wo ist denn nun fen; 3um bimmel einzugehn. fein gott? Saj mich im geist ibn offen, 4. Wer kann dir nach em Und dich verherrlicht sehn. Da pfinden Den schmerz, die to- ruf ich dann mit freuden: Nimm desangst, Mit welcher du, meinen geist bere auf! Und du von fünden Uns zu erretten, nimmst ihn im scheiden zu deirangst. Die last gehäufter planer wonn' hinauf! roved gen Fiel da so schwer auf Gin lämmlein geht. dich, Daß sie dich brang zu 159. Erhebe vom geräusch klagen: Gott, wie verläßt du der welt, Disfees mich.. Simsol els le, deine flügel Hin, wo die 5. Ach, diese last und mübe wuth ihr opfer bält: 3u je Hab' ich dir auch gemacht! Dnem leidensbügel Jhr bimmein erlöser fiche Bom thro- mel! welch' ein mensch ist das! ne deiner macht In gnaven Wie drückt ihn seiner féinde auf mich armen; Der sich ver- baß Mit höllisch wilden freufchuldet hat und hilf mir den! Er, der die tootem aufe aus erbarmen Von einerjerweckt, Er, muß, mit wunden missethat. in Me überrect, Den tod der mörder 17. Ich vill auf dich stets leiden! 4 Quatt schen Mit aller zuversicht. Wo 2. Geduldig fiebet er fein bin soll ich sonst gehen? Ver- blut In vollen frömen flies wirf du mich nur nicht. 28olgen; Fleht für die haffer, die soll ich rube finden, Wenn du voll wuth Es im triumph vere mich, herr, nicht liebst? so gießen. Schaut umbüllt reinigung von sünden, Wenn in finstre nacht. Er ruft, er du sie mir nicht gibst? ruft: es ist vollbracht! Nun 7. Du haft mir durch dein senkt sein baupt sich nieder. leiden Vergebung, besirungs- O meine feele, freue dich, Die fraft; Ja trübsal trost und gab, der hier am freuz erfreuden, Die ewig sind, ver- blich, Das recht zum himmel lich, das recht i fchafft. D gib an dieser gnade wieder. Auch meinem glauben theil; 3. Er, er hat deine misſes that, 96 Erste Abtheilung. Z that, Den fluch für dich ge- mein aug' erst um die meis tragen: D seele, deine fünde nen In seiner leßten stunde hat Den frommen so zerschla- weinen: So soll dies wort gen! Durch ihn nimmt dich mir trost verleihn! Der, als der vater an. Die wunder sei- der tod schon um ihn schwebte, ner güte fann. Kein sterblich Die seinen noch zu schützen liederbeben! Doch hört er strebte, Wird auch der meinen unfre lieder gern, Anbetung, belfer sein! preiß und ruhm dem berrn, 4. Froblockt, bußfertige vers Der uns sein heil gegeben! sbrecher! Wer glaubet, kommt 7. Legte worte des sterben nicht in's gericht. Hört, was uden Grlösers.sjzu dem gebeugten schächer Der M. Wie wohl ist mir o freund. mund der liebe sterbend spricht: 160. Romm, laß uns je Du wirst, so ruft er ihm fum sterben sehen entgegen: Noch heute deines Mein herz seb bin nach gol- glaubens wegen Mit mir gatha, auf dessen fürchterlichen im paradiese fein! D höhen Einst gottes größtes werf berr! laß an des todes pforte geschah. Erwäg' an diesem hei- Einst diese troftes volle worte ligen orte Der sterbenden er ich auch im letzten kampf lösers wotte Und rufe gott im erfreun! glauben an. Sie können dir 5. Wer kann die hohen leiviel troft im leben Und einst den sassen, Als christus an noch troft im tode geben, Wenn dem kreuze rief: Mein gott hier dich nichts mehr trösten kann, wie bast du mich verlas 5021 Geduldig bei den größ- sen! O wie beugt ihn die last ten schmerzen Nimmt er sich so tief, Die unsre fünden auf feiner feinde an: Er ruft mit ihn brachten! Vor angst und fanftmuthsvollem herzen: Sie pein müßt er verschmachten; wissen nicht was sie ge Wär' gott nicht seine zuvers than. Der göttliche der größte icht. Herr, der für mich zum beter, Flebt liebreich noch für tod gegangen, Für mich vermisfethäter, Werkzeuge seiner lassen da gehangen, Mein herr pein und schmach. Mensch und gott, vérlaß mich nicht. wenn dich rach' und zorn ver- 6. Der fürst des bimmels führen: Daß dich durch dieses und der erde, Von allem labs beispiel rühren, Und bete dei fal itzt entblößt, Wünscht, daß nem heiland nach. sein durft gestillet werde, D 3. Welch beispiel findlich mensch, der dich so theu'r erfrommer triebe, als unter lei löft, Der heiland rufet dir den ohne zahl, Der berrnoch beute, Im armen den dem jünger seine liebe, an deiner seite, Auch hunger, Die mutter sterbend durft und mangel drückt. O noch empfahl! Ach wird selig, wer den ruf erfüllet! Denn XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 97 Denn wer des armen mangeljland bis zum tod am freuz, stillet, Der hat den heiland Auch unter schmach und plafelbft erquickt. gen blieb er sich gleich; sein 7. Nun enden sich die schwe- herz und sinn Blieb göttlich ren leiden, Der heiland spricht groß, so zeichnet ihn Sein heies ist vollbracht! Dwort liges betragen. des sieges! wort der freuden! 2. Erbarme, vater, ihrer Du nimmst dem tode feine dich, Vergib es; sie verkennen macht. Heil uns! wer darf mich; So bat der herr für es nun wohl wagen, Uns, die feinde. Ach, wenn er so für erlöften, zu verflagen? Der feinde spricht: Wie liebevoll friede ist mit gott gemacht! wallt ihm denn nicht Sein Gib, daß am ende meiner herz für seine freunde! tage Auch ich o herr, mit 3. Dem schächer schenkt er freuden fage: Es ist vollbracht, seelenruh, Spricht: Warlich es ist vollbracht! heute noch bist du mit mir im 8. Das legte wort aus dei- beffern leben! Du wirst auch nem munde, Herr jesu, soll mich, wenn du dereinst Als auch meines sein. Laß es in richter aller welt erscheinst, meiner todesstunde Mir muth 3ur seligkeit erheben! und zuversicht verleihn! Du 4. Er sab die mutter; sab rufeft: vater, ich befehle den freund. Liebt, sprach der In deine deine hände meine treue menschenfreund: Liebt euch, feele! Die allen menschen heil wir sehn uns wieder: So sag' erwarb. Nun war das große ich einst den meinen auch, werk vollendet, Wozu der va- Liebt euch, dann liebet gott ter ihn gesendet! Da neigt er euch auch! Liebt euch; wir sanft sein haupt und starb! sehn uns wieder. 9. Herz! kannst du ohne 5. Da flebte er: mein gott, fromme zähren Den heiland mein gott! Berläsfest du mich gottes sterben sehn! Mußt du in der noth? Mein heiland, ihn nicht mit freuden ehren mich verlassen Wird gott um Und willig seinen ruhm er- deinetwillen nicht; Und wenn höhn? weine fromm bei mir noch so viel gebricht, Wird seinen plagen, Und fröhlich sieh' gott mich nie verlaffen. ihn nach drei tagen, Aus sei- 6. Mich dürftet! rief er matt nem grabe auferstehn! Und von schmerz. So lernt in jeder wenn ihn spötter hier entehrten, noth sein herz Mitleid mit Dort wirst du ihn, als den uns zu haben. Wenn keinen verklärten, Zur rechten seines trost mein herz mehr fühlt; vaters fobn! Wenn nun fein labsal mehr mich fühlt; wird er, wird er Kommt ber zu mir spricht. 161. Erniedrigt hatte sich mich laben. Bereits Mein hei- 7. Es ist vollbracht! in ewigfeit 98 Erste Abtheilung. 111X feit Hat er gestegt und uns be- segnendes gebet Auch uns ein freit. Hilf, herr, auch mir ewig heil erflebt. Er sagt auch vollbringen! Zu dir um bei uns zu unsrer rub', Erbarmen stand flehe ich: Du siehst mich und vergebung zu. Herr jeſu kämpfen, stärke mich, Das christ, Gelobt seist du Für deifleinod zu erringen. nen tod, Gott ist durch dich 8. Dir, vater, geb' ich meis noch unser gott! nen geist In deine hand! o sei 3. Daß gott mit langmuth gepreist, Die hoffnung jenes und geduld, Auch selbst bei lebens Bewäbrest du noch ster- sehr gehäufter schuld Der sünbend mir: Erfüllt wird sie ge- der dennoch schonet; Daß er wiß von dir, Ich hoffe nichtsso liebreich ihrer denkt, Und vergebens! ihnen frist zur buße schenkt, Eh' 9. Wie rührt dein hohes bei- nach verdienst er lohnet; Daß spiel mich! Vergeben will ich, sich noch fröhlich sagen kann; sehn auf dich; Nach dir gen Auch mich, mich fünder, nimmt himinel schauen, Die meinen gott an! Hast du durch deiner lieben, und in noth, Und noch fürsprach kraft, Mein treuer dereinst in meinem tod, Wie beiland mir verschafft: jesu du, dem vater trauen! Vater vergib ihnen. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 162. 11m anabe für die christ, mein herr und gott! Mein herr und gott! Vertritt du mich bis in den tod! 4. Wird je mein herz von sünderwelt Ruff trofte leer, Weil meiner füns du, o herr, hm freuz gequält den furchtbar beer Auf's neue Von frecher fünder rotten, Dir mich erschrecket: O dann vers blutet das bedrängte herz Wenn sichre mich auf's neu: Du stedich, bei deinem berben schmerz, best mir als mittler bei, Der Die feinde ruchlos spotten. meine schuld bedecket. Mein Doch siehst du mit erhabnem geist blickt glaubensvoll auf dich blick Von ihnen weg, auf den Und freuet deiner bülfe sich. zurück, Den diese schaar in dir Beschließ ich meine pilgrimentehrt; Rufft, daß es erd' schaft: so stärke mich mit und himmel hört: Vergis, o neuer kraft. Herr jesu christ, gott, und führe nicht Sie in's Der letzte Kampf Wird mir gericht; Das, was sie thun, versüßt, Wenn du mein troft verstehn sie nicht! im tobe bist! 2. Erstaunend seb' ich diese 5. Wobl mir! wenn ich dir huld. Wie mitleidsvoll ist die ähnlich bin; Drum flöße deigeduld, Die mörder so ertränen sanften sinn Doch auch in get! Jhr, die ihr euren bei meine seele: Gib, daß bei uns land ehrt, Fühlt seiner liebe verdientem schmerz Ich dir großen werth, Die selbst die des feindes beil und herz feinde segnet. Er hat durch und meine fach' empfehle. Besänftige XIII. Von Chrifti Leiden, Tod und Begräbniß. 99 fänftige mein reges blut; Und 3. Obne zagen fann er ster flammt des zornes wilde gluth ben; Seine seele stirbt ja nie. Mein herz zur rachbegierde an: Jhr droht nicht nur fein verOso erinnere mich daran, Herrderben; Auch kein schlaf bejesu christ: Wie du am freuzstäubet sie. Wo sie erst aus durch dein gebet, Selbst deinen langer nacht, Nach jahrhunmördern gnad' erfleht! derten erwacht; Nein, fie foll 6. Mich tröste dein versöh- zu neuem leben, Scheidend nungstod, Es bilde mich dein noch empor sich heben. geift, o gott, Daß ich dir 4. Theures wort des ew'gen ähnlich werde. Dzeug' mich, lebens, Tröste du mein bres du erhöhter held, Zu dir hin- chend herz; Und dann ängauf vom dienst der welt, Zum stet nur vergebens Meinen himmel von der erde! Dulgeift der trennung schmerz. Er bist das haupt, wir folgen sinkt nicht in finsterniß, dir, Zeug' dir uns nach: fo Denn wahrhaftig und gewiß laufen wir: So wollen wir Ist das wort des treuen zeuuns deiner pein, Und deiner gen. Hier muß jeder zweisel fürsprach ewig freun. Herrschweigen. Paradiese sein. jesu christ, Wie felig ist, wie 5. Herr nun fühl ich abzus selig ist Der mensch, dem du scheiden Eine heil'ge luft in ein heiland bist! mir: Dort sind unbefleckte freuHeute wirst du mit mir imden; Aber müh' und elend hier. Rein auch noch so früFreu' dich sehr o meine feele. bes grab Kürzet je mein le 163. Heute, sprach mein ben ab. Es soll nur los von heiland, heute, beschwerden, Zeitiger veredelt An fein blutig freuz erhöht, werden. Als ein sünder ihm zur feite, 6. Selig, furchtlos, rein von Sterbend noch um gnade flebt; mängeln, Ja von nun an seHeute; so betheur' ich dir, lig ist, Brüderlich begrüßt von Heute noch sollst du mit mir, engeln, Der im herrn entIn mein Paradies erha- falafene christ. Was fein glaube ben, Theil an meinem reichelie gethan, Jedes gute werk haben! folgt dann Seiner seele von 2. Theures wort aus jesu der erden Hin vor gott, sein munde, Fest versiegelt durch lohn zu werden! sein blut, In der finstern to 7. Nun auch ich o herr, bez desstunde Gibst du freudigkeitsfehle, Wenn ich kaum noch und muth! Wenn der chriftilallen kann, Die durch dich nun scheiden soll: Bleibt er erlöste seele fester hoffnung voll; Sieht die händen an. nacht in licht verwandelt, Weißstärkest mich, Deinen treuen Und du heiland Nufest mir auch gewiß wohin er wandelt. Izu, daß ich, Noch am tage 2 dit 100 in Erste Abtheilung. 2 SIZ da ich sterbe, Deine herrlich- dir um hülse weinen, Beschämst feit ererbe. du keinen. &. Ja noch an demselben 6. Ihm halfft du nicht, und tage Geh' ich in den himmeller rief dir so sehnlich! Er war ein, Los von aller furcht und ein wurm und menschen kaum plage, Herr, bei dir daheim noch ähnlich, So tief versenkt zu sein. Hier genieß ich dei- in pein, Des grimmes beute nes lichts, Bis der tag des Ein spott der leute! weltgerichts Auch die nacht des grabes endet, Und die seligkeit vollendet. Mein Gott, mein Gott warum hast du mich vers lassen? 9 7. Kopfschüttelnd schmähten ihn die feinde, keiner, Von allen, die ihn sahen, schonte seis ner. Er flag es, schrin fie, gott; der mag ihn retten, Will er ihn retten! ac tham 8. Er, vor der welt zum Mel. Herzliebster jesu was. sohne dir erforen, Ward durch 164. Am freuze rief der ein wunder deiner macht gebo sohn, versenkt in ren, Unschuldiger, als die verleiden, Entkräftet und berau- flärten frommen. Gerecht, voll1420 inch bet aller freuden: Mein gott, kommen. mein gott! wie? hast du mich verlassen? Kannst du bassen? 9. Zahllose martern litt er, mich ein gerechter, Wie keiner war, der fünder hohngelächter Und 2. Ach welche bittre schau- du entzogst, bei ihrem grimm dervolle Elagen Des sohnes und hohne, Dich deinem sobne! ſohne! gottes! unter welchen plagen! 10. Wie war sein heiliges Ach warum fonnt ihn gott, gebein zerrüttet! Wie hing er sein gott verlassen? Konnt er da, wie wasser ausgeschüttet! ihn haffen? Bis auf den tod verwundet, 3. Herr du bist heilig, zürnst und entkräftet Ans freuz genur mit den fündern, Und er, beftet. dein sohn, dem unter deinen 11. Und händ und füße wurkindern, Rein engel gleicht, den ihm purcharaben, Und wer dein sohn von dir geschlagen, muth, wermuth wars, was sie Muß fast verzagen. hm gaben! So lachte seines 4. Die je bekümmert, hülflos durft's, mit bittrem spotte, Der in gefahren, Verlaffen noch am mörder rotte! untergange waren, Die bast du, 12. Dies litt dein sohn, und wenn sie sich auf dich verließen, solche gräuel übten Die fünder Herausgeriffen. wider ihn, den hochgeliebten! 5. Sie riefen, der du gern Er litt, mit wunden uns mit sei bedrängte trösteft, 3u dir um nen thränen Dir zu verföhnen! schuß und rettung, du erlöß- 13. O du, des eingebornen test. Und noch, wenn wir zu gott, der armen Elenden fün XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 101 der gott, Uns im Erbarmen an dem freuze hangen, Die Auch fürchtbar! heiliger, er- wider uns verlorne war. Er, barm dich unser! Erbarm dich den mir gott zum heiland macht! unfer! Rief auch für mich: es ist 14. Herr, er bezahlte dir, was vollbracht! wir bezahlen, Wir dulden soll- 5. O herr laß mich nun auch ten, namenlose qualen; Er ward vollbringen, Was wahre dankgegeiffelt! gott erbarm dich un- barkeit begehrt; Laß nach der ser! Erbarm dich unser; heiligung mich ringen; Wozu 15. Er ward, ach vater könn- dein tod mir kraft gewährt, test du uns haffen? Er ward stärke mich dazu mit macht, von dir, für uns von dir ver- Bis meine beßrung ganz volllassen! Er starb den tod des bracht. fluchs; Erbarm dich unser! Erbarm dich unser! tas ist vollbracht. 6. Du littst so viel zu meis nem leben; Drum laß mich stets voll eifer sein, Mich deis Wer nur den lieben gott läßt. nem dienste zu ergeben, Und 165. Es ist vollbracht, so keine schmach dabei zu scheun. ruft am freuze Des Dein dienst, o jesu, sei mein sterbenden erlösers mund! Druhm, Dein bin ich ganz dein wort voll trost und leben reize eigenthum. Zur freude meines herzens 7. Soll ich, bei dir ergeb grund! Das große opfer ist nem herzen, Auch hier durch geschehn, Das gott auch mir manche trübsal gehn; Und hat zum heil ersebn. mein gott auch für mich schmer2. Mein Jesus stirbt: die zen Zu meiner prüfung auserfelfen beben, Der sonne schein sehn; So laß auch mich den verlieret fich. In todte dringt troft erfreun: Es kommt das ein neues leben. Der heil'gen ente meiner pein! gräber öffnen sich. Der vor- 8. Erschüttern mich des tobang reißt, die erde fracht, des schrecken: So stärke mich Und die versöhnung ist voll- in solcher noth. Laß mich den bracht! trost noch sterbend schmecken: 3. Wie viel, o herr, bast du Daß du besieget haft den tod: vollendet, Als dir das herz So fterbe ich durch deine macht im tode brach! Du hast das Mit dem triumph: es ist vollurtheil abgewendet, Das auf bracht! der welt voll fünder lag, Für s. Der Tod Jesu und die. uns hast du genug gethan; dabei erfolgte Wunder. Gott nimmt uns nun noch Ich hab mein sach gott heim. gnädig an! 166. Nun ist es alles wohl 4. Fließt, freudenthränen, von gemacht, Mein den wangen! Mein glaube siehtjesus ruft: es ist vollbracht! nun offenbar Die handschrift Der neigt sein haupt, o 3 mensch 102 Erste Abtheilung. mensch, und stirbt. Der dirf 9. Ertödte selbft in meiner erwirbt Das erbe, welches nie bruft, Mein heiland, jede böse verdirbt. luft Dein tod, der mir das 2. Der, dem an hoheit kei- leben schafft, Verleih mir fraft ner gleicht, Der herr der herr- Im kampf mit meiner leidenlichkeit erbleicht. Was wunschaft. der, daß die erde fracht, Und 10. Gestärkt von dir, besieg dicke nacht Berhüllt der sonnen- ich sie, Und scheue dabei keine glanz und pracht! müh. Ich sege freudig auf 3. Das heiligthum steht auf dein wort Den kampf bier gedeckt; Die felsen bersten; alles fort, Und volle ruh erwart schreckt; Der tudten gräber öff ich dort. nen sich; Wie sichtbarlich Zeigt 11. Wie dank ich dir, herr hier der gottheit finger sich! jesu christ, Daß du für mich 4. Weil denn die kreatursgestorben bist! Dich preiß ich sich regt: So werd' auch du, hier schon bocherfreut Doch nach mein herz, bewegt! Empfinde der zeit Noch froher in der reuvoll deine schuld. Aus got- lewigkeit. tes buld Starb jesus auch für deine schuld. D Traurigkeit o Herzeleid. 167. Am freuz erblaßt, 5. Sein tod( o nimm es Der marter last, wohl in acht!) Hat trost und Der todesqualen müde, Finheil auch bir gebracht. Verbet mein erlöser erst In dem ehre den, der bis zum grab grabe friede. Sich für dich gab, Und stirbt 2. Ein heil'ger schmerz Durchdem fündenleben ab. bringt mein herz. Und, herr, 6. Ja vater, unter pein und was kann ich sagen? Nur an hohn Erbleicht am freuz dein meine brust kann ich Tiefges eigner sohn; Nun ist kein zwei- rühret schlagen. fel, deine huld Tilgt meine 3. Du schüßest mich; Und schuld, Und trägt forthin mit über dich Geh'n aller trübsal mir geduld! wetter. Sterben wolltest du 7. Hin auf sein freuz will für mich, Einziger erretter! ich stets sehn, Und dankvoll 4. Du hast's gethan, Dich seine treu erhöhn. Trost soll bet' ich an, Du könig der er er mir im sterben sein, Mich lösten, Dein will ich im tode dann erfreun: So schlaf ich mich Glaubensvoll getrösten! sanft und selig ein. 5. Es ist vollbracht! Niefst 8. Und dient ich nun der du mit macht, Du zeigt, daß sünde noch? Fern sei von mir du dein leben, Mein Versöh ihr schnödes joch! Auf, seele! ner, göttlich frei Habest hindaß du dich erhebst, Nur jesusgegeben. lebst, Ihm zu gefallen dich 6. Hochheil'ge that! Des bestrebt. höchsten rath Will ich in demuth XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 103 muth ehren. Der erwerber dulden; Selbst am freuze will meines beils Wird mir's einst du dich, Herr, izt opfern, herr erklären. für mich! 7. Allmächtig rief, er, der 4. Solche liebe fann ich dir entschlief, Den todten; sie er- Nimmer, o mein beil, vergelstanden! Licht entschwingt der ten; Viel zu wenig ist dafür lebensfürst Sich des todes Aller reichthum aller welten. banden! Was ich habe, herr, ist dein! 8. Das finftre thal Willjach wie soll ich dankbar sein? ich einmal Durchwandeln ohne 5. Run ich weiß, was du grauen: Denn durch dich, er- begehrst: Dieß mein berz foll löser, ist's Mir der pfad zum ich dir geben. Dir gehört es, schauen! du gewährst Ihm auch un9. 3 preise dich. Er- schuld, heil und leben. Dein, forsche mich, Und siehe, wieso jesu, sei's in noth, Dein ich's meine. Ja du siehst es, im leben, dein im tod.# wenn ich still Meinen dank dir 6. Laß mich nur vor dir weine. bestehu; Laß mich in der trüb10. Vergeß ich dein: So fal stunden Deiner liebe größe werde mein In ewigkeit ver- fehn, Deine huld in deinen geffen! Herr, ich will, so lang wunden; Und wenn ich zu ich bin, Deine lieb ermessen! ihnen flieb, Ach so trößte mich 9. Anwendung der geiden durch sie! und des Todes Jesu. 7. Was du hasfest, laß mich, 1. 3ur Bußgesinnung. berr, Stets verabscheun und Mel. Jefus meine Zuversicht. verachten; Laß mich immer 168, Seele, dent an gol- leifriger Nur nach deinem reiche gatha, Denk anstrachten; Führe mich durch christi tod am frenze, Und er- glück und leid, Wie du willst, wäge, Was dich da, Wohl zur zur seligkeit. buß und beßrung reize. Kannst 8. Laß mich auch die letzte du hier noch fühllos sein? noth, Frob und standhaft überLerne hier die fünde scheun!( winden. Nirgends müsse mich 2. Schaue jesum, dir zu der tod, Als im glauben an gut, Hier am freuze hülflos dich finden. Wer zur zuflucht hangen. Dwie strömet pier dich sich macht Spricht getrost: sein blut! Alle kraft ist ihm es is vollbracht. entgangen. Gott, was duldet wenn meine Sünd' mich fränken. er für noth! Sesus duldet mei- 169. Hin an bein freuz zu treten, In nen tod! 1 3. Olamm gottes, ohne deinem leiden dich, Voll glauschuld, Alle strafen meiner schul- ben, anzubeten, Versöhner, den Willst du willig, blos aus stärke mich! Laß mich mit zit huld, Um mich zu befrein, er- ltern und vertraun, Wie du dich 64 für 104 Erste Abtheilung. D. 12 für die fünder Hin in den tod die euch fluchen, Vergebt und gabst, schaun! segnet fie! HAMA 2. Wie ist des besten feele 8. Noch währen seine quaBis an den tod betrübt! So len; Noch trinkt er ohne raft brünstig, meine seele, Hat je- Des zornes volle schalen, Trägt sus dich geliebt. In heißen unsrer sünden last, Und fühlt ängsten schwebt er da, Mit für uns des todes noth! Und unsrer schuld beladen, Dem nun ergreift den müden Der opfertode nah! fürchterlichste tod! 3. Fallt nieder! bebt ihr fün- 9. Vor seines todes schrecken der! Verhüllt das angesicht, Berlischt der sonne licht; Die Jeßt ist für adams finder Der engel gottes decken Jhr bebend mittler im gericht! Er leidet angesicht! Nun sinkt er in des unsre todespein, Fühlt unnenn- todes nacht! Erbarm, o gott, bare qualen, Uns menschen zu dich unser! Er stirbt! es ist befrein! utr mind and th vollbracht! 4. So liebt er uns verbre Gin Lämmlein geht und. cher! So groß ist unsre schuld! 170. Was ist der mensch, Gott ist der fünden rächerz Und gott ist gnad und huld! Was bin ich? gott erbarmer! Wer nun der sünden gräul nicht Du, der du tausend welten lenfft, haßt, Häuft auf den tag des Was bin ich, herr, ich armer? zornes Sich selbst des zornes Ich lag im blut und meine noth lafth other and Endi War fluch und der gedrohte tod, berr erbarmte meiner sich, JeWo soll ich rettung finden? Der hovah sprach ganz väterlich: Ich tilge deine fünden. 5. Hört's, die ihr eure her zen noch ihrem Dienst ergebt! Der preis so vieler schmerzen Ist, daß ihr ewig lebt. D nehmt an ſeiner gnade theil, Erkennet feine liebe, Verwerft nicht euer heil! Der sohn soll für uns sterben, 2. O göttliche barmherzigkeit! Der mittler wohlzuthun bereit, Entzieht uns dem verderben. 6. Vernehmt's auch ihr, o Er fleidet sich in fleisch und spötter, Die ihr den mittler blut, Und was fein freund, kein schmäyt! Er ist auch euer retter; bruder thut, Wer kann was Hört für euch sein gebet: Sie größers denken? Er stellt sich wissens nicht, was sie begehn; aller marter bloß, Er leidet, Vergib, o vater, ihnen, Wenn er stirbt göttlich groß, und einst fie zu dir flehn! läßt ins grab sich sinken! 7. Jhr, eurer brüder feinde, 3. Ganz faff't dich selbst kein O schlagt an eure bruft! Seid engel nicht, Gedanke zum ers aller menschen freunde! Ver- schüttern! Zwar bist du meine dammt der rache luft! Vergeltet zuversicht, Doch denk' ich dich euren hassern nie! Den feinden, mit zittern. Wenn ich im geist geth XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 105 gethsemane, Wenn golgatha impallen schmerz, für alle angst, geist ich seh, Was ists, das ich Darin du für mich fünder empfinde? Ich weine, herr, rangst, Sei ehre deinem nadoch nicht um dich, Ich wein' men! Gedenk, herr, meiner in und flage über mich, Und über der noth, Gedenk auch meiner meine fünde. einst im tod, Und im gerichte, amen. 2. 3ur Stärkung im Glauben. 4. Was du bezahlt, ist meine fchuld; Der herr stirbt für die Inechte; Es büßt mit göttlicher geduld Für fünder der gerechte! Christus der uns selig macht. Mein ist die laft, die jesus trägt, 171. Mein erlöser, gotDer zorn des höchsten, der ihn tessohn, Der du schlägt, Der sollte mich ver- für mich littest, Und auch auf derben? Es war nur meine der himmel thron Jetzt noch missethat, Die, heiland, dich für mich bittest: Welche wohlgemartert bat; des todes sollt that ist für mich Dein versöb ich sterven! nend leiden! O wie preis ich 5. O sünde, sünde, gute nacht! würdig dich, Ursprung meiner 3u Lang, ach viel zu lange, freuden! Hast du das Herz um troft gedir, berr, gegeben; Und dit 2. Unermeßne herrlichkeit War bracht; Nun will ich, falsche schlange! Dich hassen, deine tonntest jederzeit Voller freuden lockung fliehn Und mich der leben. Aber, oder großen huld! liebsten luft entzien. Bei christi Daß ich selig würde, Uebertod am kreuze Entsag ich, was nahmst du mit geduld Schwerer dem fleisch gefällt, Der bösen 3. Nun kann meine miſsethat leiden bürde. luft, der argen welt, Und ihrem falschen reize. Noch vergebung finden. Denn 6. Herr, laß mich aus barm- Auch für meine fünden! Meine du starbst, nach gottes rath, herzigkeit Wie freundlich duschulden trugest du, Ließt für bist, schmecken: Wenn sünden mich dich strafen, Meiner seele der vergangnen zeit Mit ew'gen troft und ruh Gnädig zu verstrafen schrecken. Es stärke schaffen! mich in seelennoth, Herr jesu, 4. Was mir luft zur bes dein versöhnungstod, Die kraft rung schafft, Was zur tugend von deinen wunden. Es tröste leitet, Dazu hast du neue fraft mich dein banges flehn, Da Durch dein kreuz bereitet. Nicht du noch Rettung ausgefehn In vergebens darf ich nun Mich deinen Marterstunden! um kraft bewerben, Gottes, wil 7. Dank, mein Erlöser, dank len treu zu thun, Sünden sei dir Für jede deiner plagen, abzusterben. Für alle leiden, die du hier An 5. Nun kann ich dem to feel und leib getragen; Für desthal Froh entgegen sehen; கு 5 und 106 und Erste Abtheilung. Und zu jener welt einmal Ohnelin gnaden an, Den ich dir jest schrecken gehen. Du, herr, finge; Des, was du an mir baft aus aller noth, Rettung gethan, Bin ich zu geringe. mir errungen, Und durch dei- 2. Ich erwäg' es hin und nen kreuzestod Meinen tod her, Was dich angetrieben, bezwungen. Eine fünderwelt so sehr, Wie 6. Herr, was ich bin, daßlou thatst, zu lieben; Uns verdu mein So dich angenommen? lorne zu befrein, Hast du angst Daß die frucht von deiner pein und banden, Geiffeln, schmach Auch auf mich soll kommen! und todespein Willig ausges Gib mir weisheit, gib mir standen. kraft( Du haft sie in händen) 3. War es unsre würdigWas du mir zum heil verfeit? Nein, des vaters güte, schafft, Treulich anzuwenden. Deines herzens freundlichkeit, 7. Laß das wort von dei Und dein treu gemüthe: Dies nem kreuz Mich mit muth besbat dich an's freuz gebracht, leben, Ernstlich) jedem sünden Daß kein mensch verzagte, reiz bier zu widerstreben. Treib Wenn der fünden meng' mich mächtig dadurch an, Got- fund macht Das gewissen teszorn zu scheuen; Was ich nagte! bereuen. unrecht je gethan, Snnig zu 4. C du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O 8. Drückt mich meine sün- du wunderbare that, Die man dennoth, Straft mich mein genirgend findet Sünden, deren wissen: O dann laß aus dei- gott zum hohn, Menschen nen tod Mich den trost ge- sich erfrechen, Die läßt gotnießen, Daß du auch für meine tes eigner sohn An sich strenge schuld Büßend bist gestorben, rächen. Und mir alle gnad' und huld 5. Meine große fündenschuld Haft bei gott erworben. Traf den treuen bürgen; Er 9. Stärke mich durch deinen ließ sich aus großer huld Mir tod Auf die letzten stunden. zu gut erwürgen. So hat er Wie du deine todesnoth Sieg- uns heil gebracht; Sollt uns reich überwunden; Oso hils nicht geziemen, Seiner liebe dazu auch mir. Laß mich fröh starke macht Ewiglich zu rühlich scheiden; Herr, so dank men? ich ewig dir Für dein bittres leiden. In voriger Melodie. 6. Herr, dein friede sei mit mir, Und auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß von dir 172. Jefu, meiner seelen Trost und freude fließen Trost licht, Ursprung ergießt in jedes herz Sich aus meiner freuden, Wie viel troff deinem herzen. Auch den bängund zuversicht Fließt aus deis sten, herbsten schmerz Heilen nem leidem! Nimm den dank deine schmerzen. 7. Laß, XIII. Von Chrifti Leiden, Tod und Begräbniß. 107 d 7. Laß so bald mein herzljesu, sagen Deiner theu'r er erschrickt, Ueber seine sünden, lößten dir Billig neuen dank Wenn auch dich mein glaube dafür. blickt, Mich, herr, gnade fin- 3. Du betratst für uns zu den! Sieh, ich fall zerknirscht sterben, Willig deine leidensvon reu' Mit wahrhafter buße. bahn; Stiegst, uns leben zu Und dem vorsaß beßrer treu', erwerben, Gern den todesberg Jesu dir zu fuße. binan; Trugft, vergessend eig 8. Nun ich weiß, worauf ner schmerzen, Deine menschen ich bau, Und bei wem ich blei nur im herzen. Diese liebe be, Wessen fürsprach ich ver- preisen wir. Unvergeßlich sei trau Und an wen ich glaube. sie mir! Jesu, du, du bist's allein Wels 4. Meinetwegen trugst du cher mich beschirmet, Wenn bande, Littest du der lästrer gleich des wissens pein Auf spott; Achtetest auch nicht der die seele stürmet. schande, Mein versöhner und 9. Hier bin ich dein eigen mein gott. Mich haft du der thum, Soll dort mit dir erben. schmach entriffen, Die mich Drum will ich zu deinem ruhm hätte treffen müssen. Wie verLeben und auch sterben; Daßpflichtet bin ich dir nicht auf auch ich einst rühmen mag: ewig, berr, dafür! Aus dem grab erstanden Mei- 5. Frevler frönten dich zum nes jesu großer tag, Heil mir! bobne, Deine stirne blutete ist vorhanden. Unter einer dornenkrone, König aller Könige! Mir zu gut hast du's erlitten; Mirdie ehrenkron' erftritten. Preis, anJesu meines Lebens Leben. betung, dank sei dir; Liebens173. Du, der menschen würdigster, dafür! heil und leben, 6. Du, der tausendfache Des sich meine seele freut, schmerzen Mir zu liebe gern Der für mich sich hingege- ertrugst, Deinem großmuthsben, Stifter meiner seligkeit; vollen Herzen War mein heil Du, der lieber wollte ster- belohnung g'nug. Trost in meiben, Als mich laffen im ver- nen letzten stunden Floß für derben: Ach, wie dank, wie mich aus deinen wunden. Herr, dank ich dir, Mein erlöser, ich dank, ich danke dir Einst g'nug dafür! im tode noch dafür! 3. Bur Gegenliebe und Dankbarkeit. 2. Menschenfreund, von gott 7. Rub' im leben, Itrost am gefendet, zu erfüllen seinen grabe; Unaussprechlicher gerath, Längst hast du dein werk winn, Den ich dir zu danken vollendet, Weg zu thun die babe! Dir, des ich nun ewig missethat! Doch in den ge- bin, Jesu, bir mein herz zu ges dächtnißtagen Deiner leiden, ben, Deiner tugend, nachzustreben, 108 dhipErste Abtheilung. streben, Dir zu traun, zu ster- geduld. Herben tod hast du ben dir, Dies, dies sei mein geschmecket. Um zu büßen meine dank dafür! schuld. Daß ich würde losge174. Jefu meines Lebens zählet: Wardst du bis zum leben! Jesu meines tod gequälet: Tausend zc. todes tod! Jesu für mich bin 7. Deine tiefe demutb büßte gegeben In die tiefste seelen- Meines finns vermessenheit; noth! Ach du scheutest kein Und dein herber tod versüßte verderben, Nur, daß ich nicht mir des todes bitterkeit. Was durfte sterben: Tausend, tau- dich quälte; wird mir armen sendmal sei dir, Liebster jesu, Heil und troft, durch dein erdank dafür! barmen Tausend 2c. A 2. Du, ach, du haft ausge8. Nun ich danke dir von standen Lästerreden, sport und herzen, Jesu, für gesammte hohn, Speichel, schläge, stric noth, Für die marter, für die und banden, Du gerechter got- schmerzen, Für den herben bittessohn, nur mich von den tern tod Für dein zittern, für fündenketten Und vom tode zu dein zagen, Für die tausenderretten: Tausend, tausendmal fache plagen, Ja für alle deine sei dir, Liebster 2c. pein Will ich ewig dankbar fein! A 3. Ach, zu heilen meine pla- ſein! O haupt voll blut und. gen, Und für meine ſeelenrub 175. danke dir von Ließest du dir wunden schlagen; jeſu herzen D Wer war so geplagt, als du liebster freund, Für deine toJa, du ließest, mir zum segen, desschmerzen, Wie gut haft Dich mit fluch und tod belegen: du's gemeint! Ach gib, daß Tausend zc. ich mich halte Zu dir mit 4. Ach wie hart warbst du wahrer treu, Daß, wenn ich verhöhnet, Und sogar zur bit- nun erkalte, In dir mein tern schmach Mit der dornen Ende sei. fron gekrönet! Was littst du 2. Wenn ich denn einst foll für ungemach? Mir einst kro- scheiden, So scheide nicht von nen aufzufeßen, Mußten dornen mir; Wenn ich den tod soll dich verlegen Tausend 2c. leiden, So tritt du dann herfür; 5. Gerne ließest du dich schla- Wenn mir a'n allerbängsten gen Abzuwenden meine pein; Wird um das herze sein, So Ließest fälschlich dich verklagen reiß mich aus den ängsten Kraft Daß ich konnte sicher sein; Daß deiner angst und pein. ich möchte trostreich prangen 3. Erscheine mir zum schilde Hast du ohne trost gehangen In meiner todesnoth, Und laß Tausend 2c. mich sehn im bilde, Wie du 6. Du warst ganz vom fluch besiegt den tod. Da will Sedecket, Und littst alles mit ich nach dir blicken, Da will ich Al. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 109 ich glaubensvoll Das herz an herr, auf meiner bahn Stets dir erquicken. Wer so stirbt, glaubensvoll dein muster an, der stirbt wohl. Um mich darnach zu richten. Nun sei der pfad auch noch so für feil? Ich geh' ihn froh mit Und dir, mein heil. Allein gott in der höh' sei. 175. Jh danke dir deinen tod, die gebäuften plagen, Die du, 3. Nichts ist, was mich gemein heiland, mich aus noth fesselt hält. Du haft den him3u retten, bast ertragen. Laß mel, herr der welt, Für mich das verdienst von deiner pein hintan gefeget. Was mein herz Ein troft für meine seele sein, liebt, das opfert's doch Dir Wenn mich die fünden fränken. gern auf, weil es nichts so 2. Ich danke dir für deine hoch, Als deine liebe, schäßet. huld, Die du auch mir erzei- O wie so viel hab' ich in ihr! get, Da du zur tilgung meiner Du dankst mir nichts, ich alschuld, Dein haupt am kreuz les dir. di geneiget. Owende dich zu mir, 4. Dem nächsten dürft ich mein gott, Mit trost in mei- mich entziehn? Gemächlich jede ner legten noth, Daß mich der bürde fliehn? Und du trugst, tod nicht schrecke. was für bürden? Ach bürden! 3. Erhalt in deinem dienst die trugst du sie nicht, Uns mich treu, Bis leib und feele einst vos gottes angesicht Zur scheiden; Daß nicht an mir bölle stürzen würden! In vergeblich sei Dein theuerwer- schweiß und müh', von trägthes leiden. Und wenn mein beit fern Dien' ich nun auch lauf vollendet ist: So nimm dem nächsten gern.n mich dahin, wo du bist, Auf 5. Ich scheute jede bangige daß ich bei dir lebe! feit, Da doch, du herr der 4. 3ur Selbstverleugnung berrlichkeit, Selbst blut geM. O ewigkeit bu bonnerwort. schwißt im garten: Hier in der 176. Der du der strafen welt hab' ich oft angst: Allein schwere last Anda du selbst zitternd rangst; meiner flatt getragen hast, Für Was darf ich sonst erwarten? mich den tod gelitten; Wie Herr, laß auf deinen kampf soll ich dir g'nug dankbar sein, mich sehn: So werd' ich nie Daß du durch leiden, tod und in noth vergehn. pein Das leben mir erstritten? 6. Du könig trugst die dor Herr, dessen eigenthum ich bin, nenkron; Und mich erschreckt Nimm ganz zu deinem Dienst ein eitler hohn, Wenn rohe mich hin! av dale spötter spotten? Nein, follt' 2. Troft hab' ich ja allein auch alle welt zugleich Sich durch dich; So stärket auch wider dich, herr, und dein dein leiden mich Zu meinen reich Voll stolz zusammen rote schwersten pflichten. Ich schaue, ten! Der feige flieh' des frevlers 110 Abans Erste lers spott; Mich ehrt er, ist ruhm bei gott. Abtheilung. er tragen. Ach mein fleisch ents sezzet sich Vor des freuzes schwe7. Nach ehre dürft' ich lüren plagen. Und doch soll ich stern sein? Und du, du läs- bei der pein Deinem fürbild sest dich verspein, Da ich nach ähnlich sein. ruhme geize? Nady boheit strebt 2. Wer dir nachzufolgen strebt ich ohne ruh'; Und, gott, Muß sich deiner schmach nicht mensch, dich erniedrigst du schämen; Und wenn sich das Gar bis zum tod am freuze! fleisch erhebt, Sich zum fteten Wo du, der du den tod bekampf bequemen: Wer sein kreuz zwingst, Verachtet zwischen nicht auf sich nimmt, Ist zum mördern hingst! bimmel nicht bestimmnt. 20 8. In Frankheit fühl' ich lin- 3. O wie sanft wird mir derung, So bald die pein der die last, Wenn ich's zuvers Freuzigung Mein banger geist sichtlich wage; Und, wie du betrachtet. Und troftlos machet gelitten haft, Rubig alle noth mich kein schmerz, Wenn auch ertrage; Dann wird was mir schon mein zerschmolznes berz schrecklich deucht, Mir noch Umsonst nach labung schmach- angenehm und leicht! tet Denn dir, deß herz ver- 4. Ach, weit mehr, unend schmachtet war, Reicht man lich mehr, Als ich je von freuz zur labung essig dar! empfinde, Litt'st du, allerheis 9. Wer hier die weltluft nur ligfter, Für die welt, für begehrt, Der ist, o jesu, dein meine fünde: Unzählbar war nicht werth; Noch fleischlich, reine noth, Unaussprechlich noch perblendet. Zu leiden schwer dein tod! mache mich bereit, Du ur- 5. Durch dein freuz ersprung meiner feligkeit Bist auch warbst du mir Kraft und muth. durch sie vollendet. Dir, der in meinen leiden. Nun kann, mir diese bahn erst brach, Trag'jefu, mich von dir keine ich mein freuz nun willig nach.( pein, kein tod nicht scheiden. 10. D jesu, gib mir deinen Werd' ich muthlos, dann stärkt finn! Daß nun, wie du, auch sich Mein erschrocknes herz ich forthin, Das, was die welt durch dich. liebt, meide. Herr, bilde mich 6. Endlich nimmst du alle nach dir, daß ich Dir ähnlich noth Gnadenvoll von meinem werd', und williglich Mit dir rücken: Endlich wird ein sanf bienieden leide! So herrsch' ich ter tod Den zerschlagnen geist dort dereinst mit dir; Hier aber erquicken; Und in der verwes lebest du in mir! fung haus Ruh' ich von der 5. Zur Geduld im Leiden. arbeit aus. Jefu meine zuversicht. 7. Dort wohin du nach dem 178. Jefu, jesu stärke mich streit Triumphirend dich ge Willig alle laft zu schwungen, Gibst du mir die herr XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 111 berrlichkeit, Die du durch dein 6. Du wirst mir deine gna freuz errungen; Und von aus- de nicht verfagen! Du hast ja, gestandner pein Ernd' ich dann herr, auch meine schuld getranoch segen ein. gen; Für mich gefleht, den 8. Nun ich fliehe nicht dein glauben mir zu stärken Zu kreuz; Gern nehm' ich's aus guten werken. deinen bänden. Mich soll nie 7. Ich will hinfort dich der lüfte reiz, nie die trübsal vor der welt bekennen, Und von dir wenden. Gern trag' obne furcht mich, berr, den ich, wiewohl noch schwach, deinen nennen. Nichts, nichts Dir dein kreuz, o jesu nach. soll mich von deiner liebe 6. 3ur Treue und Bestän- scheiden, Nicht lust, nicht leibigkeit im Ghristenthum. den. Herzliebster jesu was. 8. Laß deinen guten geist 179. herr, mein gott, mich stets regieren, mit weisder du für mich beit mich, mit edlem muthe gestorben, Und mir am freuz zieren; Daß wenn ich firauchle, mein ewig beil erworben, Wielich nicht gar verderbe, Noch wenig schlägt mein herz, voll ewig sterbe! böser triebe, Zu dir von liebe! 9. Wenn ich so stets der 2. Wie unbeständig, zaghaft tugend pfad betrete; Im glauund vermessen, Kann es so ben kämps', im glauben wach' bald, was es dir schwur, ver- und bete: So ist mein heil gessen! Kaum droht die welt, schon so gewiß erstrebet, Als kaum locken falsche brüder; jesus lebet! So fall ich nieder. 10. Seb' ich dein freuz den 3. Ist dies das berz, daß ich flugen dieser erden Ein ärgers dir ganz ergeben, Dir treu zu niß und eine thorheit werden: sein, zu sterben, dir zu leben? So sei's doch mir, troß allen Ist dieß die pflicht, mein blut frechen spottes, Die weisheit für dich zu wagen, Nie zu göttes! verzagen? 11. Gott, eile nicht, fie 4. Ach sieh', erbarmer! mich rächend zu zerschmettern. Er zu deinen füßen In wehmuths- barme dich, wenn einer von vollen schmerzen ganz zerfließen! den spöttern Sich spät bekehrt Wie könntest du ein reuend und dich, den er geschmähet, herz verschmähen! Ach hör' Um gnade flebet. mein flehen. 12. Du wirst als richter, einst 5. Schenk' einen blick voll vom himmel fommen; Dann mitleid und erbarmen Mir, der zähle mich, o herr, zu deinen ich dich so oft verließ, mir ar- frommen, Dann sei das glück, men, Der dich reumüthig, daß ich dir angehöre, Mir. glaubig wieder suchet, der sündelpreis und ehre! fluchet. 13. Dann trocknest du gewiß 112 41112 Erste Abtheilung. wiß all meine thränen, Erfül-| finn, Wie viel es dich gekoleft jede wünsche, jedes sehnen; ftet, Daß ich erlöset bin! t Und kröneft mich, nach dunk- 6. Mein freuz und meine ler tage leiden Mit ew'gen plagen, Udn Udn wär's wär's auch freuden schmach und spott Hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein herr und gott, Mich fliehen Beruhigung.fede luft der welt, Und dem 180. Wenn mich die fün- jerempel folgen Das du mir den fränken, So vorgestellt. s 7. 3um Trost und zur laß, herr jesu christ, Mich 7. Laß mich an andern üben, glaubensvoll bedenken: Wie du Was du an mir gethan; Unb gestorben bist, Und rettung von meinen nächsten lieben; Gern der schuldenlast, den reuerfüll- dienen jedermann, Obn' eigenten sündern, Am freuz erworenug und heuchelei, Und wie ben haft. Idu mir's erwiesen ,, Aus wah2. Dwundervolle liebe! rer lieb und treu. Bedenk's, o seele, recht! Es 8. In meinen legten stunden starb aus freiem triebe Der Erquicke mich dein tod, Daß herr für seine knecht. Selbst ich, mit dir verbunden, Besieg' seinem eignen sohn gab gott auch diese noth. Du bist es, Für mich verlornen men berr, auf den ich trau! Stärk' schen In marter, schmach und meine seel' im tode, Daß ich tod! dich ewig schau.) 3. Was kann mir denn 181. Jesu, deine tiefe wunnun schaden Der fluch, der den, Deine qual fündern droht? Gott sieht auf bis in den tod, Die du auch mich in gnaden. Durch jesu für mich empfunden, Laß mir mittlerstod Bin ich von die geben trost in noth! Fällt mir sem fluch befreit, Und darf etwas arges ein, so gib nicht ängstlich fürchten Gericht von deiner pein Neuen eindruck und ewigkeit. in mein herze, Daß ich nicht 4. Drum sag' ich dir von mit sünden scherze. Herzen Jetzt und mein leben 2. Die erinnerung deiner leilang Für deine todesschmerzen. den Stärke mich mit fraft und Erlöser, lob und dank. Hilf, muth, Alle schnöde luft zu meis daß ich dir für deine treu Auf den, zu bekämpfen fleisch und ewig ganz ergeben, Und thä- blut. Auch, wenn meine seele tig dankbar sei. zagt, Wenn mich trübe schwers 5. Herr, laß dein bittres muth plagt, Laß, im glauben leiden Mich reizen, als ein mich zu stärken, mich auf deine christ Mit allem ernst zu mei- leiden merken. den, Was vor dir sündlich ist. 3. Will die welt mein herz Nie komme mir's aus meinem verführen Auf die breite fünden XIII. Von Chrifti Leiden, Zod und Begräbniß. 113 denbahn; Will der laster reiz kreuz uns schmerzensvoll Ew'. mich rühren: So erinnere bu ges heil erworben! mich dann An der marterzent 2. Du bist erblast, O Herr, ner laft, Die du ausgestanden und hast Doch in dir selbst baft, Daß ich dir getreu verbleibe das Leben. Gleich den sterbUnd die böse luft vertreibe. lichen, hielt dich Einst das grab 4. Gib bei allem, was mich umgeben! fränfet, Mir aus deinem leis 3. Doch heil sei mir! Du den ruh. Wenn mein herz dar- fonntest hier nicht die verwe. an gedenket, Strömet neuer troft sung sehen. Bald hieß dich mir zu, Wenn mich meine fehler des höchsten kraft Aus dem reun; Müsse mich dein tod er- grabe gehen! freun. Denn du hast, da du 4. Ich weiß, du wirst, Mein gestorben, Diesen trost auch lebensfürst, Wie dich, auch mich mir erworben. erwecken. Sollte denn mein 5. Auf dich seß ich mein verglaubig's herz Vor der gruft trauen, Jesu meine zuversicht. erschrecken? Du vertreibst des todes grauen; 5. Hier werd' ich einst, Bis Durch dich schadet er mir nicht. du erscheinst In fanftem frie Sicher ist bei dir mein heil. den liegen. Denn durch.deis Hab' ich, herr, an dir nur theil: nen tod kann ich Tod und grab O so wirst du ew'ges leben Mir besiegen. auch einst aus gnaden geben. 6. Jhr, die die welt Gefess 6. Hab' ich dann in meinem felt bält, Zagt nur vor der berzen hoffnung jener herrlicheverwesung! Ich, ich hoff in keit: So besieg ich auch die christo einst Meines leibs erschmerzen Von dem legten kampflösung. und fireit. Wenn gleich meine 7. Nein, nichts verdirbt, bütte bricht, Quält doch todes- Selbst das, was flirbt, Der furcht mich nicht. Durch den leib wird auferstehen, und zu troft aus deinen wunden Wird himmelsglanz verklärt, Aus sie glücklich überwunden. dem grabe gehen. 10. Begräbniß Jesu. 8. So sink' ins grab, Mein Traurigkeit o Herzeleid. leib, hinab! Ich will mich drum 182. Zur grabesruh Ent- nicht fränken, Sondern jesu, schliefest du, Der mir zum troft, An dein grab du für uns gestorben, Und amlgedenken! XIV. Von der Auferstehung Jesu. 1. Gewißheit der Auferstehung Jesu und Freude darüber. Melodie. Erschienen ist ber. 183. Kaum stieg zu ihrem sonn in ihrerpracht herauf: Seht, frohsten lauf Die so verließ der herr fein grab, Der $ für 114 Erste Abtheilung. für die welt sein leben gab. würd'ges lied erhöhn. Lob sei Tob sei dem herrn! dem Herrn! 2. Ich glaub's und bin von zweifeln frei, Daß er vom tob Nun freut euch lieben. erstanden sei. Was ist, wenn 184. D freude! seht! bas das nicht wahr ist, wahr? Das grab ist leer! Er leere grab zeigt's offenbar. Lob lebt! der heiland lebet! Der sei dem Herrn! erden schoos hat ihn nicht mehr I 3. Die erd' erbebt: es wälzt Er lebt! ihr feinde bebet! Sei vom grab Den stein ein engel uns gegrüßt, erstandner held! gottes ab, Und kündiget dem Die nun dem tod entrißne siegsheld, an, Den bald drauf welt, Besingt dein neues leben! seine jünger sahn. Lob zc. 2, Was war die erde dazu4. Sie sahen, hörten, fühl- mal, Als sich ihr grund emten ihn. Sie erst blöd, schüch- pörte, Da man bei jesu todestern, sind nun fühn; Mit wun- qual Die felfen krachen hörte? dern und mit ihrem blut Ver- Anf, fauchze nun vor fröhsiegelt es ihr heldenmuth. Lob lichkeit! Der sieg ist da! aus fei zc. ist der streit Mit sünde, tod 5. Lebt christus, was bin ich und hölle. betrübt? Ich weiß, wie herzlich 3. Ihr himmel, last den er mich liebt, Und stürb auch jubelllang Durch alle wolken alle welt mir ab: G'nug, daß fahren! Kommt, wiederholt den ich ihn zum freunde hab. Lobic. lobgesang Ihr reinen geister6. Er leitet, schüßet, tröstet schaaren! Ebrt izt den tag, wie mich. Sterb ich, so nimmt er jene nacht, Die diesen held mich zu sich. Wo er izt lebt, an's licht gebracht! Verherrkomm ich auch hin, Weil ich mit licht seine siege! ihm vereinigt bin. Lob sei c. 4. Es müsse zions heiligs 7. Durch ihn bin ich mit thum Vom jauchzen wiederschals gott versöhnt; Durch ihn mit len: Gott in der höhe! dir gnad' und heil gefrönt. Mein sei rubm; Den menschen wohlbanges herz ermuntre fich! Gott gefallen! Ihr kreaturen stimmt und mein heiland liebet mich. mit ein, Auf erde müsse frieLob sei 2c. de sein, Im himmel hohe 8. Durch seiner auferfiehung wonne! kraft Bollend ich meine pilger- 5. Er, der des grabes siegel schaft; Fren seiner mich in sei- bricht, Macht mir den himmel nem reich Und bin dort seinen offen. Nun ist mein glaube engeln gleich. Lob sei zc. zuversicht! Fest stehet nun mein 9. Für solchen troft der selig- hoffen! Du heiland lebst, du keit Dankt dir, herr, deine chri- lebest mir, Du kannst, du wirft, stenheit. Wenn wir dereinst dein das trau ich dir, Mich, wo antlig sehn: Soll dich ein du bist, hinführen. Nun 115 Dem XIV. Von der Auferstehung Jefu. Nun lob mein' Seel' den. denvoll ein chrift, Ihn bet' 185. Lobfinge, meine seele, ich an im staube, Jhn, der welterlöser, mein retter ist Ich werd' ihn bet' thn an! Lobsing ihm und ewig schauen, Wenn er auch erzähle, Was dir zum heil der mich erhebt! Der herr ist mein herr gethan. Er hat für dich vertrauen, Er starb für mich gerungen: Durch seine macht und lebt! hat er Des todes macht bes zwungen Und seiner schrecken 2. Lobpreisung Gottes und beer Er hat des grabes grauen/ Christi für die Auferstehung. Geschwächt, da er erstand. Nun läßt uns gott einst schauen Der frommen vaterland. Wacht auf ruft uns. 186. Pobt den höchsten! 2. Froh führte seine sonne jesus lebet! Er Den festlich hohen tag herauf: löste menschen, o erhebet Des Da stand er, meine wonne, welterlösers majestät! Hört's, Mein gott und mein erlöser, betrübte sünder, gebet Der freude auf! Gedanke, der zu freu- raum; denn jesus lebet! Gott den Des himmels mich er hat ihn aus dem staub erhöht. hebt! Gedanke, der im leiden O seele, dein gesang Erschalle Mit reichem troft belebt! Des ihm zum dank! Ihm zur ehre! höhern lebens quelle! Mein Dich, großer beld, Erheb' die schild in jeder noth! Wo ist welt, Weil deine hand den bein sieg, o hölle? Wo ist sieg behält! dein stachel, tod? 2. Jesu jünger wehrt dem 3. Der felfen grund erbebet, leide! Lobsinget ihmn und nehmt Die Wächter fliehn, das grab voll freude Am ftlege theil, den ist leer. Der darin tod war, er erfiritt! Seid ihr gleich lebet: Er lebt und stirbt bin- des grabes Finder, Er ist des fort nicht mehr! Die schwa- todes überwinder, Er herrscht, chen jünger wanken, Er stärkt der für euch starb und litt! die wankenden. Sie sehn ihn, Was wollt ihr traurig sein? freun fich, danken dem auf Getroft könnt ihr euch freun! erstandenen! Sie sehn empor Jesus lebet! In ewigkeit, Zu ihn steigen, Und gehn, wie aller zeit Bleibt er in hülfe er gebot, Mit freuden hin uns bereit! und zeugen von ihm bis in den tod! 3. Nun verzagt auch nicht verbrecher, Gott ist euch nun 4. Herr, deine boten fie fein ftrenger rächer: Wenn ihr gen, Von dir und deinem die schuld mit ernft bereut. geist gelehrt. Die gößentem- Durch des todes überwinder pel liegen; Der erdkreis wird St er dem reuerfüllten fünzu gott bekehrt. Ich weiß, der Ein vater der barmherzigan wen ich glaube, Bin freu- feit. Er nimmt ihn liebreich auf 52 116 Erste Abtheilung. Mit kraft zum tugendlauf Ihn 4. Dies rühine, wer errettet zu segnen. Preis sei der ist Und wer ihm unterthan; huld, Die unsre schuld Ver Welt, die du nun sein erbtheil tilgt, und mit uns trägt ge- bist, Lobsing und bet' ihn an! 5. Preist jesu vater, denn buld! 4. Tod, wo findt nun deineler hat Nicht seines sohn's ge= schrecken? Nicht ewig wird das bet, Nicht, was er für die grab uns decken, Verwest der fünder that, Sein opfer nicht leib gleich in der gruft: Einstverschmäht! wird er zum bessern leben Sich 6. Das ist des mittlers preis aus des todes staub erheben, und lohn: Der, welchem er Wenn jesus den entschlafnensverzeiht, Soll ewig leben wie ruft. Dann wird des todes der sohn In seiner herrlichkeit! feld Zu einer regen welt. Al- 7. Sagt's aller Welten völker les lebet, So wie verneut, Zurjan: Bekehret euch zum Herrn! frühlingszeit Sich alles regt Ihm werde jeder unterthan, und alles freut! Und jeder dien' ihm gern. 5. D erstandner, welch' ein 8. Des vaters reich ist auch fegen Erwartet uns, wenn wir das reich Des sohnes: er reauf wegen Einhergehn, dielgiert, An ruhm und macht dem bein fuß betrat! Unerforschte vater gleich, Dem aller ruhm feligkeiten, Die ewig währen, gebührt! sind die beuten, Die uns dein 9. Es fehl' ihm an bekennern fieg erkämpfet hat. Einft sind nie: So lange diese welt Noch fie unser theil, Einst krönet menschen hat, so lange sie Der uns das heil Deines lebens, arm des herrn erhält! Gelobt sei gott! Auch noch im wohl Nun danfet all' und br. Erschienen ist der herrl. tod Ist er und bleibet unser 188. Der berr hat alles gott! gemacht! Nun ist das große werk voll187. Frohlodt, ihr chri- bracht! Nun ist die welt mit sten, preist und gott versöhnt. Und jesus ift ehrt Gott, eures mittlers gott! von gott gekrönt. Gelobt sei Der vater bat den sohn erhört, gott! Erhört in seiner noth. 2. Aus liebe fandt gott seis 2. Die mörder triumphir- nen sohn, Der litt von menten schon: Wo ist des sohnes schen schmach und hohn, Und macht? Der herr errettet seinen starb, stieg aus dem grab hersohn: Sein rathschluß ist voll- vor, Und siegreich schwang er bracht! sich empor. Gelobt sei gott! 3. Der sohn befahl in seine 3. Er hat auf erden gott geband Dem vater seinen geist ehrt, Gewandelt so, wie er ge Er ward begraben, er erstand: lehrt. Folgt, christen, christi Gott hält, was er verheißt! lehr' und rath: Thut, was er euch XIV. Von her Auferstehung Chrifti: 117 each zum fürbild that. Gelobt fenbaren. Volles heil wirst du fei gott! erfahren. 4. Er, der sein leben für 3. Jesu Auferstehung, ein uns gab; Für uns verläßt er Beweis seiner göttlichen auch sein grab, Zerstört ist nun Sendung. des todes macht, Unsterblichkeit M. Sei Lob und Ehr dem. an's licht gebracht. Gelobt ze. 190. Bringt preis UND 5. Er ist im himmel noch ruhm dem hei= mein freund, Ich bin als glied land dar! Frohlockt ihm alle mit ihm vereint. Er, der ver- frommen! Er, der für uns föhnend für mich litt, Fühlt getödtet war, Ist aus dem feiner freunde leiden mit. Gegrab gekommen! Gelobet seist lobt sei gott! du, jesu christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich Wie schön leuchtet der. 189. Froblockt bdem Herrn, auferstanden. bringt lob und dank 2. Dein leben in der majes Ihm, der des toves macht bestät, Befestigt unsern glauben. zwang, Und uns, den staub; Wer kann, da dich bein gott erhöhte! Der bohe sieger über- erhöht, Den großen trost uns wand: Nacht war um ihn, rauben: Daß du uns von der und sie verschwand In helle sünde macht Befreiung bast morgenröthe! Bebet, Gebet an's licht gebracht; Den húnStolze spötter Unserm retter mel uns geöffnet! Preis und ehre! Glaubt an 3. Gott selbst, der dich dem ihn und seine lehre! grab entrückt, Hat dem, was 2. Preis ihm, heil uns, sein du gelehret, Der wahrheit fies grab ist leer! Fest stehet, wielgel aufgedrückt; Und dich als ein fels im meer, Das wort, sohn geehret Und deines opfers das er gesprochen. O selig, shohen werth Hat er auf's herrs wer sich ihm vertraut! Er hat lichfte bewährt; Da er dich den tempel neu gebaut, Densauferwecket. blinde wuth gebrochen. Seele, 4. Erstandner, ich frohlocke Wähle Ihn zum führer, Und bir, Daß du nun ewig lebest. regierer Deines lebens! Auf Du lebst und siegst, daß du ihn hoffst du nicht vergebens. auch mir Das ew'ge leben ge3. 3um böheren leben führt best! Daß du auch mein erreter dich, Und nimmt gewiß dichter jeist, Und neue kräfte mir einst zu sich: Fällt deine hütte verleihst, Mit freuden gott zu nieder. Das grab empfängt dienen. zwar dein gebein, Doch nicht 5. Mein herr, mein gott, auf ewig wird es sein, Ver- hilf mir dazu! Befreie mich klärt gibt er dir's wieder. von sünden Laß mich für meiHerrlich Wird sich Dann ne seele rub Sm frieden mit auf's neue Seine treue Of gott finden! Und pflanze dei553 nen 118 Erste Abtheilung. nen finn in mir, Damit ich, majestät: Denn bu gingst aus gott ergeben hier, Als dein ers bem grabe! löfter, wandle. 3. Gehaft in deiner niedrig6. Dein ist das reich, dein keit, Warst du ein ziel des ist die macht, Verstorbne zu spottes, Und zeigtest doch zu erwecken. Du rufft einst, und gleicher zeit An dir die hoheit der gräber nacht Wird uns gottes! Dein kreuz schien zwar nicht ewig decken. Wie du, der welt ein gräul: Doch sterherr, auferstanden bist: So ben für der feinde heil, Das werd' auch ich, o jesu christ!| ift die höchste tugend. Durch dich einft auferstehen! 4. Dein reich war nicht von 7. D laß mich, weil ich dieser welt, Dein ruhm nicht hier noch bin, Im glauben an menschenebre! An demuth groß; dich wandeln. Und jederzeit an lieb ein held; Und göttlich nach deinem sinn, Und stets in der lehre; Geduldig und von rechtschaffen bandeln; Daß ich sünden rein, Gehorsam bis wenn ich einst aufersteh', Und zum kreuze sein: Dies war, dich, des todes sieger, seh', herr, deine größe! Vor dir dann nicht erschrecke! 5. Nun irren mich nicht 8. Da, wo du bist, da soll schmach und spott; Nicht deiauch einst Dein jünger mit dir nes kreuzes schanden! Du bist leben. Du wirst ihn, wenn mein herr, du bist mein gott, du nun erscheinst, Zu deiner Denn du bist auferstanden. freud' erheben. Laß dieses auch Du bist mein heil, mein fels, mein erbtheil sein: So werd' mein hort; Der Herr durch ich ewig des mich freun, Daß dessen mächtig wort Auch ich du vom tod erstanden. einst ewig lebe! 6. Wir sind nun, herr, dein eigenthum, Durch dich des himdu mels erben; Dies bleibet unser dargebracht Fürstrost und ruhm, Bei dem wir uns, o herr, dein leben; Duffröhlich sterben. Wie du vom hattest, es zu lassen macht; tod erstanden bist: So werd' Macht, wieder dir's zu geben. auch ich, herr jesu christ Durch Und darum liebte dich dein gott, dich einst auferstehen! Weil du, gehorsam bis zum Sollt es gleich bisweilen. tod, Dich haft für uns er- 192. Freudenvoll ist meine niedrigt! feele, Well aus 2. Du warst nur eine kleine feiner todeshöhle Mein erlöser, zeit Von deinem gott verlas- jesus christ, Herrlich aufersen! Er frönte dich mit herr- standen ist. lichkeit, Die flerbliche nicht fas- 2. Ja du lebst, o herr, mein fen. Dein freuz, daran man leben, Gehft, mit herrlichkeit dich erhöht, Verwandelt sich in umgeben, Siegreich aus dem grab Es ist das Heil uns kommen. 191. Freiwillig hast XIV. Von der Auferstehung Jesu Christi. 119 grab herfür, Und die wahrheit] 2. Er bat erfüllt, was er strahlt mit dir! verhieß, Eh' er sein leben für 3. Nun weiß ich's, du gro- uns ließ: Drei tage sollen fer lehrer, Du verheißner nicht vergehn, So werdet ihr weltbekehrer, Du bist gottes mich lebend sehn. Er hat's lieber sohn, Und dein thron erfüllt! ist gottes thron! 3. Ich lebe, sprach er, und 4. Nun weiß ich, an wen auch ihr Sollt leben, glauich glaube. Jesus schwung sich bige, mit mir! Ich komme, aus dem ftaube, Jesus lebt meine ftimme ruft Gewiß euch und lebt für mich. Jesu christ, aus der todtengruft Zur herr ich glaub an dich! lichkeit! 5. Heil mir, du bist aufer- 4. Er wird's erfüllen, jesus standen: Dich hat, nach den christ, Der selbst vom tod ertiefsten schanden, Gott mit herrstanden ist; Der lazarum in's lichkeit gekrönt. Nun bin ich leben riefs Als er im staub mit gott verföhnt! des grabes schlief; Erfüllt's 6. Mein erlöser lebt! ichigewiß! werde Durch ihn künftig aus 5. Gelobt sei gott! ich werde der erde Schön, wie er ist, nun Nur kurze zeit im grabe auferstehn; Ihn in seiner schön- ruhn. Er weckt mich auf und beit sehn. volles heil Ift dann gewiß 7. So viel bast du mir er bei ihm mein theil In ewigworben, Weil du selbst für keit! mich gestorben, Für mich auf erstanden bist, O mein heiland, jesu chrift! 6. Auch führt er nach des grabes rub, Mir meine from men freunde zu. Erwachen wer8. Nun will ich auch nicht den wir zugleich, Uns wieerschrecken, Daß mich soll verder sebn in deinem reich. Gott, wesung decken; Denn ich weiß, welch' ein tag! daß aus der gruft Mich mein 7. Wie sollt ich, herr, ben jesus wieder ruft. tod denn scheun? Mich nicht 9. Großer todesüberwinder, vielmehr ber hinfahrt freun? D du lebst zum beil der fün Nicht deiner, der bu mich erder! Dies ist trost in jeder schufft, Gelassen warten, bis noth, Troft für mich auf mei- bu rufft: Entschlafe nur! nen tod! 8. Gib nur, daß ich im Erschienen ist der herrlich. glauben treu Und treu im 193. Er ist erstanden, je- frommen wandel sei: So komm fus chrift, Der ich nicht in dein gericht, Wenn unser gott und heiland ist! Hin- deine stimme zu mir spricht: fort nicht mehr des todes raub, Erwache nur! Tritt er, als sieger auf den staub. Froblocket. ihm! 9. Herr, rufe mich, wenn bir's gefällt, Aus dieser sün54 den 120 Erfte Abtheilung.. denvollen welt, Und führe mich selbst muth und kräfte 3 um an deiner hand Einst in mein heiligungsgeschäfte. himmlisch vaterland. Erhöre 5. So kann ich als ein wahmich! rer christ Jegt leben und einst fterben: Und endlich da, wo 4. Jesu Auferstehung, Erdu nun bift, Vollkommne freuwedung zur geistlichen den erben. Dahin, mein heiAuferstehung. land, hilf du mir: So bring' Mel. Ermuntre dich mein. sich ewig froh in dir, Mit dei194. Das grab ist leer: ner frommen menge, Dir lobdes höchsten sohn und dankgesänge. Verließ des todes banden! Nun 5. Trost and Hoffnung aus schallete der jubelton: Der herr der Auferstehung Jesu ist auferstanden! Herr, den der Ghrifti: engel so gepreist: Entreiße du M. Ein' feste Burg ist unser. doch meinen geist, Den lüften 195. Er lebt! o freudendiejer erde, Daß er dir heilig werde. wort! er lebt! Der heiland aller fünder. Der 2. Ich sterblicher vermag feinde heer erschrickt und bebt noch nicht, Mit dir empor Vor seinem überwinder! Er zu steigen, Als bis einst ftritt mit, heldenmuth Und dieſe hütte bricht. Wird dann kämpfte bis auf's blut. Durch mein haupt sich neigen: Sofleib's und seelennoth, Und durch nimin du, nach vollbrachtem den freuzestod erwarb er mir lauf, Auch mich in deinen das leben. himmel auf. Nimm, herr, an 2. Er lebt, des vaters ew'ger meinem ende Den geist insohn! Erhöht zu seiner rechdeine hände. ten! Er herrscht auf seinem 3. Doch soll ich einst, o got hohen thron! Hilft seinen schwates sohn, In deinem reich dich chen knechten! Er lebt nun ewigs sehen: So muß ich auf der lich, Und ewig schüßt er mich! erde schon Vom sündentod auf Er thut mit starker hand Den steben. Der lebt nicht, den die feinden widerstand. Sie kön lust der welt, Und ihre pracht nen mir nicht schaden. gefesselt bält. Nach gott und 3. Er lebt zu unserm wohl tugend streben: Nur das heißt ergehn; Er, alles guten geber! wirklich leben. Die fraft von seinem aufers 4. Du auferstandner men- stehn Dringt bis in unsre gräschenfreund, Erwed' in mir die ber. Tragt meinen leib zur triebe, Durch die man sich mit ruh, Deckt ihn mit erde zu, dir vereint, Den glauben und Gebt ihn den würmern hin, die liebe! Ich will, o herr, Da ich in christo bin Werd' dein eigen sein: Laß mich mit ich im grab nicht bleiben! ernst die fünde scheun, Und gis 4. Er lebt! gott hat ihn auf erwedt; 121 XIV. Von der Auferstehung Jesu Christi. erweckt; Gott wird auch mich mit gott vereint, Und ist dein erwecken Der tod, der sonst könig und dein freund. die menschen schreckt, Kann 4. Kraft, ruhm und hoheit mich nun nicht erschrecken: Sein immerdar Dem, der da ist und stachel, seine fraft, Die sünd', der da war! Sein name sei ist weggeschaft. Der treue gebenedeit Von nun an bis in zeuge spricht: Wer glaubt, ewigkeit. der stirbet nicht. Des tröst 5. D glaube, der das herz ich mich von Herzen. erfreut! Was ist der erde herr5. Er lebt, der unbezwungne lichkeit, Wenn sich mein geist beld, Besingt, ihr engelchöre! das glück bedenkt, Das jesus Besingt, ihr völfer in der hier und dort mir schenkt! welt, Des mittlers ruhm und 6. Vor seinem thron in seis ehre; Erhebt des siegers nem reich, Unsterblich, heilig, macht, Der von dem tod er- engeln gleich, Und ewig, ewig wacht, Der unsern tod be felig sein: Herr, welche herrzwingt, Uns leben wieder lichkeit ist mein! bringt, Und mächtig für uns streitet! 7. Mein Herz erfreut sich des schon hier, Lieb und vers 6. Er lebt, und darum laßt wundrung kämpft in mir, Und uns heut Sein lob vergnügt voll von ehrfurcht, dank und erheben. Laßt uns mit freu- pflicht Fall ich, gott, auf mein den allezeit Ihm wohlgefällig angesicht! leben. Mein herr, hier haft 8. Du, der du in den himdu mich Befiehl mir, bier bin meln thronst Sch soll da wohich. Dein, dein will ich allein nen, wo du wohnst, Und Todt und lebendig sein; Dein du erfüllst einst mein verwill ich ewig bleiben. traun, Verkläret dich dort anzuschaun. Mel. Vom Himmel hoch da: 9. Ich soll, wenn du, des 196, rinnre dich, mein lebens fürst, Mit majestät einst geist, erfreut Des fommen wirst, Erweckt aus hohen tags der herrlichkeit meinem grabe gehn, Und froh, Halt' im gedächtniß jefum zu deiner rechten flebn. christ, Der von dem tod er- 10. Erhabner mittler, got standen ist. tes sohn, Mit engeln dort vor 2. Fühl' alle dankbarkeit für feinem thron, Mit allen fromihn, Als ob er heute dir ermen aller zeit, Soll ich mich schien, Als sprach er: friede freun in ewigkeit. sei mit dir! So freue dich, 11. Zu welchem glück, z mein geist, in mir. welchem ruhm Erhebt uns nicht 3. Schau über dich und bet' das christenthum! Mit dir geihn an, er mißt den sternen kreuzigt, gottessohn, Sind wir ihre bahn: Er lebt und herrschtlauch auferstanden schon. H3 12. Nie 122 Erste Abtheilung. 12. Nie komm es mir ausseh' ich auf's grab Mit uners meinem sinn, Was ich, meinsschrocknem aug' hinab. heil! Dir schuldig bin, Damit 8. Welch' neue welt voll ich mich, in liebe treu, Bu dei- seligkeit, Erwartet mich nach nem bilde stets erneu. dieser zeit! Da findet der vers 18. Er ist's, der alles in klärte christ Das heil, das ununs schafft; Sein ist das reich, aussprechlich ist. sein ist die kraft. Halt im ge- 9. Der du für unsre feele dächtniß jesum christ, der vonswachst, Sie zu dir ziehst und dem tvd erstanden ist. selig machst. Laß mich mit freudigem vertraun Im tod auf Für deinen Thron tret' ich. 197. Dich bet' ich an, dich, vollender schaun. erstandner held, retter einer fündenwelt, unsre zuflucht für und Froh huldigt meine seele Er- Sesus meine Zuversicht. Du 198. Jesus lebt, mit ihm für, auch ich. Tod, dir! wo sind nun deine schrecken? 2. Um deinen thron, der Er, er lebt und wird auch mich ewig steht, Glänzt wahrheit, Von den tobten auferwecken. heil und majestät, Jch nahe Er verklärt mich in sein licht: mich voll zuversicht Zu dir; Dies ist meine zuversicht! denn du verwirft mich nicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das 3. Herr, meine seele preiset reich Ueber alle welt gegeben, dich, Erlöst hast du auf ewig Und ich werd' mit ihm zugleich mich; So wahr du selbst vom Ewig bort in freuden leben. himmel kamst, Dein leben gabft Gott erfüllt, was er verspricht: und wieder nahinst! Dies ist meine zuversicht! 4. Wer ist's, der mich ver- 3. Jesus lebt, wer nun vers dammen kann? Ich glaub' anzagt, Lästert ihn und gottes dich und sage dann: Der gott, ehre. Gnade hat er zugesagt, durch den die himmel sind, Der Daß der fünder sich bekehre. ist mein vater ich sein kind. Den, der folgt, verstößt er 5. Nun ist dies erste leben nicht: Dies ist zc. mir Ein fegensreicher weg zu 4. Jesus lebt, sein heil ist dir. So lang ich hier bin, mein; Sein sei auch mein ganherr, mein beil, Hab' ich anzes leben. Reines herzens will deinem frieden theil. ich sein Und den lüften wider6. 3war trifft noch mancher streben. Er verläßt den schwaschmerz uns hier, Noch; o, er- chen nicht: Dies ist zc. barmer, sterben wir! Doch du 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, regierst und wir sind dein, Und Nichts soll mich von jesu scheis ewig werden wir es fein. den, Reine macht der finster7. Ich weiß, daß mein er- niß, Keine herrlichkeit, kein leis löser lebt; O troft, der meinen ben. Er gibt kraft zu dieser geift erhebt! Hierdurch gestärkt, pflicht: Dies ist*. 6. Je XIV. Von der Auferstehung Jesu. 123 6. Jesus lebt, nun ist derszum ruhm, Und mein trost ist tob Mir der eingang in das nicht vergebens; Denn ich bin leben, Welchen troft in todes- dein eigenthum. Du der schönoth Wird es meiner feelen pfer meines Lebens, Hochergeben, Wenn sie gläubig zu freuet sing' ich dir Jeßt und ihm spricht: Herr, herr, meine ewig dank dafür. zuversicht! Auf Christenmensch auf. 200. Meinen Jesum laß ich nicht. 199. Freue dich! des her200. Herr, du bist meis ne zuversicht. Du ren tag hat die lebst: auch ich werd' leben. nacht der furcht vertrieben. Mir wirst du, was dein wort Christus der im grabe lag, verspricht, Unsterblichkeit einst Ist im tode nicht geblieben. geben. Dein jünger kommt wie hoch sind wir getröst! nicht in's gericht; Dies stärJefus hat die welt erlöst. fet meine zuversicht. 2. Er ist gottes ew'ger sohn, 2. Hier geh' ich oftmals Ewig sei er auch gepriesen! weinend hin, Den saamen ausSeiner feinde schaar zum hohn, zustreuen. Dort wird der herrs Hat er sichtbar es erwiesen. lichste gewinn Der erndte mich Er erfüllte durch die that, Was erfreuen. Ich leide, doch verer prophezeiet hat. zag ich nicht, Denn du bist 3. Unfre schulden sind zwar meine zuversicht. groß, Doch wir dürfen nicht 3. Und sinft dereinst mein verzagen. Gott läßt unsern leib in staub; Gott wird ihn bürgen los, Der fie büßend neu beleben. Er werde der bat getragen. Jesus ist mit verwesung raub: Dort werd' preis gekrönt, Und wir sind ich ewig leben. Wie stark ist mit gott versöhnt. dieser trostgrund nicht, Wie 4. Sterben war der fünden sicher meine zuversicht? fold. Uun ist christus unser 4. Herr, diesen segen dank leben, Der für unsce schuld ich dir. Mich aus der grust nicht gold, Nein, sich selber zu heben, Gingst du aus deihat gegeben. Er hat aus des rem grab berfür: Du lebst und grabes nacht Neues Leben mit- ich soll leben. Ich glaub' es gebracht. dir und zweifle nicht: Dein 5. Tod, wo ist nun deine wort ist meine zuversicht. fraft? Grab, wo sind nun 5. In diesem glauben stärke deine fetten? Hier ist gott, mich, Laß mich den troft eme der hülfe schafft. Hier ist pfinden, Den großen trost, daß jesus, der kann retten, Wenn ich durch dich Den tod soll gleich unser fleisch und bein überwinden. Grab und verWird in staub verwandelt wesung schreckt mich nicht: sein. Denn du bleibst meine zuver 1 6. Herr, dies glaub' ich dir sicht. Wer Erste Abtheilung. Wer nur den lieben Gott. 3. Mein jesus lebt, das grab 201. Mein jesus lebt: ift offen. Mit freuden geh' ich mag ich doch ster- in die gruft. Auf seine stimme ben, Hier ist mein haupt und tri- will ich hoffen, Die mich vom umphirt Nun muß ich auch das tod in's leben rust. Wie liebleben erben, Weil seine macht lich schallt sie nicht schon hier, der tod verliert. Ich fürchte sei- Ich leb' und ihr lebt auch in nen fluch nicht mehr. Mein mir? jesus lebt, sein grab ist leer. 4. Mein jesus bleibe dann 2. Mein jesus lebt, er hat mein leben. Der tod soll mir bezwungen, Was mir das leben nicht schrecklich sein. Ich will rauben kann; Er hat mir heilsihm dienen, ihm ergeben, Mich und sieg errungen, Und ihm ist seiner auferstehung freun. Weil alles unterthan. Der höllenser auch mich zum himmel tieffter abgrund bebt; Denn sie bebt, So wahr er jesus ist vernimmt's, daß jesus lebt. lund lebt. 124 XV. Himmelfahrt Jesu und Sißen zur Rechten Gottes. 1. Erweckung zur Freude im ftaube bier Soll sich mein darüber und Lobpreisung ganzes herz zu dir Vom staub empor erheben. Gottes. Mel. Kommt Her zu mir spricht. 4. Entreiß durch deines geis 202. Frohlock, mein herz, stes kraft, Die allenthalben weil jesus christ alles schafft, mein herz dem Zum himmel aufgefahren ist, tand der erde; Daß ich mit Des todes überwinder! Diemuth von deinem thron, Sohn wolke glänzt herab, er schwingt gottes und des menschen sohn, Sich auf ihr hin; der him- Sm kampf gestärket werde. mel fingt: Preis dir, du heil 5. Hab' ich vollendet meis der fünder! nen lauf, So nimm mich in 2. Wie herrlich bist du, den himmel auf, Daß ich dich, herr mein heil! Ich hab' anijesu sehe; Daß ich in deideiner klarheit theil; Für mich ner herrlichkeit Von ewigkeit fuhrst du zum himmel. Du zu ewigkeit Vor deinem throne hohenpriester gebst mit ruhm stehe. Für mich auch in dein heilig 6. Frohlock', mein herz, weil thum: Dir folg' ich in den jesus Christ, Zum himmel aufs himmel. gefahren ist, Der todesübers 3. Du, dessen wort die ganze winder! Sing' ihm, wie ihm welt Allmächtig rief, allmäch- der himmel sang, Da er sich tig hält, Du herr, durch den durch die wolken schwang. Preis wir leben; So lang ich wall' bir du heil der fünder. Bom Vom Himmel hoch da. XV. Chrifti Himmelfahrt und Sißen zur Rechten Gottes. 125 9. Du hast die stätte uns 203. Auf, jesu freunde, bereit't Bei dir zu sein in freuet euch! Der ewigkeit. Nach treuvollbrachherr fährt auf zu seinem tem glaubenslauf, Nimmst du reich, Er triumphirt; lobsin- uns in den himmel auf.. get ihm! Lobsinget ihm mit 10. O zeuch uns immer hoher fimm! mehr zu dir; Hilf uns mit 2. Sein werk auf erden ist eifrigster begier Nach dem nur vollbracht; Zerstört hat er des trachten, was da ist, Wo du, todes macht; Er hat die welt verklärter beiland, bift. mit gott versöhnt, Und gott, 11. Dein eingang in die hat ihn mit preis gekrönt. herrlichkeit Stärk' uns in unsrer 3.eit, über alle bimmelprüfungszeit. Nur dir zu leweit, Geht seine macht und ben, dir zu traun, Bis wir herrlichkeit; Jhm dienen selbst dereinst dein antlig schaun. die seraphim. Lobsinget ihm mit hoher stimm! 12. Dann werden wir uns ewig dein, Herr christ, du 4. Sein sind die völker aller ingen wir von deinem ruhm menschenfreund, erfreun. Dann welt; Er herrscht, als siegges Ein neues lied im heiligs wohnter beld, Er herrscht, bis thum. unter seinem fuß Der seinde, Erschienen ist der herrliche Tag. beer sich beugen muß. 5. Er schüzet seine christen uns, 204. Wir freuen herr jesu chrift, heit, Erhält sie bis in ewig Daß du erhöht gen himmel feit; Er ist ihr haupt, lobsin- bist. D du, den unser lobget ihm! Lobsinget ihm mitglied preist, Stärk' auch im hober stimm! glauben unsern geist, Der auf 6. Ja, heiland, wir erhe- bich hofft! ben dich, Und unsre herzen 2. Du sigeft auf der himmel freuen sich Der berrlichkeit und thron, Als unser freund, als majestät Dazu dich gott, dein menschensohn, Du schämst dich gott erhöht. da auch unsrer nicht, Drum 7. Wohl nun auch uns denn bist du unsre zuversicht In herr bei dir Steht fraft und ewigkeit! macht und dein sind wir, 3. Dein ist die macht, dein Nimmst du dich unsrer bülfreich ist das reich, Wer ist an maan, Was ist, das uns gebrejestät dir gleich? Mensch, en chen kann? gel, jede kreatur ft dein, be= 8. In deiner hand ist unser herrscher der natur. Gelobe heil. Wer an dich glaubt, dem seist du! gibst du theil Am segen, den 4. Umsonst, umsonst empö du uns erwarbst, Als du für ren sich, Herr, deine Haffer uns am freuze starbst. wider dich! Dein thron sieht feft 126 Erste Abtheilung. feft, und wanket nicht, Wenn retter einer fündenwelt, Hat gleich der frevler widerspricht. sich dein kreuz geendet. Nach Gelobt seist du! überstandnem leidenslauf Fährst 5. Du, unser triumphirend du verklärt zum vater auf, haupt, Wie selig ist, wer an Der dich zu uns gesendet. dich glaubt! Du bist sein licht, Ewig trifft dich nun kein leisein troft, sein theil, Sein star- den, Voller freuden Lebst du ter schutz, sein ew'ges heil. droben, Ueber alles hoch erGelobt feist du! hoben. 6. Herr, unsre herzen traun 2. Dir dienen alle seraphim auf dich; Dein freuet unsre Und wir vereinen herz und seele sich. Du, der du huid- stimm, Mit ihnen dich zu loreich an uns denkst, Und gern ben: Weil du dein großes werk uns deinen segen schenkst, Bist vollbracht, Nach überstandner unser trost. leidensnacht Gen himmel dich 7. Was uns beglückt, ist dir erhobeu. Preis dir, Daß wir bekannt, Und alles ist in dei- Auf der erden können werden ner hand. Von feinem deiner Gottes finder, und des todes freunde fern, Bemerkst du ihn überwinder! und hilft ihm gern, Erbarmender! 3. Du, du bist unser haupt, und wir Sind deine glieder; 8. Blick auch uns an mit nur von dir kommt auf uns freundlichkeit Vom throne dei heil und leben! Was unsern ner herrlichkeit! Hilf unserm seelen nußen schafft: Licht, fries schwachen glauben auf, Und de, freude, tugendkraft Wird Fröne unsern lebenslauf Mit uns von dir gegeben. Laß doch deinem heil. joch Gern uns tragen, entsagen Allen sünden, als held. Als herr und richter Daß wir hier schon ruhe finaller welt Wird dich dereinst den. dein 9. Gen himmel fuhrst du auf Und der erdkreis sehn; Hilf, daß 4. 3euch unsre herzen ganz wir dann vor dir bestehn, Und zu dir; Hilf, daß vor allen dein uns freun. dingen wir nach deinem reiche 10. Dann triumphirt der trachten. Mach uns von allen glaub' an dich, Dann jauch- sünden rein, Und flöß uns muth zen wir dir ewiglich. Hilfund eiser ein, Das eitle zu uns dazu, herr jesu christ! verachten. Jede unart Hilf uns Dir, der du unser heiland bist, meiden, Und mit freuden UnSei ewig preis. fer leben Deinem dienste ganz 2. Grweckung zu himmli- ergeben. schen Gesinnungen. 5. Sei unser schug und unWie schön leuchtet der. fer bort, Und tröst uns durch 205. Wie herrlich, jesu, dein heilsam wort, Wenn hier starker held, Duluns trübsal dränget. Nur da ift XV. Christi Himmelf. und Sißen zur rechten Gottes. 127 ist wonne, wo du bist. Die in die höh' und spricht: Der freude, die man hier genießt, herr wird mich erquicken. Ist noch mit leid vermenget: 6. Der chriften hohes bürVon dir Kommt hier Trost im gerrecht If dort im vaterlande. Herzen. Laß in schmerzen uns Der christ, der irdisch denkt, schon offen Deinen himmel denkt schlecht, Denkt unter seis sehn und boffen. nem stande. 6. Du bist, uns sterblichen 7. Sm himmel schrieb dich zu gut, Nach theuer hier ver- jesus an: Dort sollst du gut's gossnem blut, Zur freude ein- genießen. Blick oft hinauf! der gegangen. Zeuch jesu, zeuch anblick kann Dein leiden dir auch uns dir nach, Daß wir versüßen. nach kurzem ungemach Zur 8. Dort, dort ist unsers vas freude auch gelangen. Da- ters haus! Gott theilt zum für Soll dir Von uns allen gnadenlohne Den überwindern Dank erschallen, Ohn aufhö- kronen aus. Kämpf auch um ren wollen wir dich, beiland, deine krone. ehren. 9. Dort herrscht dein heiland, jesus chrift, Der tilger deiner Ich dank dir schon durch. fünden; Mit ihm, durch den 206. Erhebe, christ, beinsou selig bist, Muß sich dein herz und finn Zum herz verbinden. himmel von der erden! Gen 10. Erhöhter heiland! hilf himmel fuhr dein jesus hin: du mir, Daß ich mein herz Ein christ muß himmlisch dir gebe; Und daß ich jetzt, werden. und ewig dir, Dir, meinem 2. Was bist du in der welt? Fönig, lebe. ein gaft, Ein frembling und 3eug ein zu deinen Thoren. ein wandrer, Wenn du kurz 206. Mein jesus triumphihaus gehalten haft: So erbt dein gut ein andrer. ret, und nimmt den himmel ein. Er hat sein 3. Was hat die welt? was werk vollführet, Vom fluch beut fie an? Nur arme schlechte uns zu befrein. Die hohen dinge. Wer einen himmel Hof- seraphim Empfangen ihn fen kann, Der schäßt die welt mit freuden Nach überstandgeringe. nem leiden, Lobfingt, lobsinget 4. Wer gott erkennt, kann ihm! der wohl noch Sein herz auf's 2. Wohl uns, die auf ihn eitle lenken? Wer gott zum hoffen! Nun jesus triumfreund hat, denket hoch: Solphirt: Steht uns der weg müffen christen denken. auch offen, Der zu dem him 5. Christ, sich nicht furcht- mel führt. Er selbst, er macht sam unter dich; Wenn dich die uns bahn. Wer hier nur an leiden drücken. Sieh' gläubig ihn glaubet, Ihm folgt und treu 128 Erste Abtheilung. treu ihm bleibet, Der wandelt) 2. Gen himmel fuhr mein himmelan. beiland zu, zu gott ist er ges 3. Nur dort, nicht hier auf gangen. Nun fann mein herz erden, Ist unser beftes theil. auch seine ruh Im himmel Um selig einst zu werden, Er- nur erlangen. Denn wo mein warb der herr uns heil. Er- freund gekommen hin, Da ist löfte macht euch auf! Wo jesus auch stets mein herz und sinn hingegangen, Dahin blickt mit Nach ihm geht mein verlangen. verlangen; Dabin geb' euer 3. Ach herr, laß deine auflauf! fahrt mich Dein kind, doch 4. Herr, hilflunsleifrig rin- dahin bringen, Daß durch die gen Nach jener herrlichkeit. Laß kraft des glaubens ich Mag unsern fleiß gelingen, Und stärk' aufwärts zu dir dringen, Und uns in dem streit. Laß uns in denn einmal wenn dir's ges dieser welt Im glauben an fällt, Mit freuden scheiden aus dich wandeln; So denken und der welt. Herr, höre doch so handeln, Wie es dir wohl mein fleben! gefällt. 5. Was sind der erden freu den? Wie bald sind sie dabin! O hilf uns alles meiden, Was hier noch unsern finn Verei- 209. Großer mittler, der telt und uns stört, Auf deinen zur rechten Gotruf zu achten, Und nur nachstes seines vaters sigt, Und die dem zu trachten, Was ewigsschaar von seinen knechten In heil gewährt. dem reich der gnaden schüßt; 6. Sei du selbst unser fleiter Du, dem selbst die seraphinen In unsrer prüfungszeit, Und Ehrfurchtsvoll im himmel dies bring' uns immer weiter zu nen; Dessen reich und majestät deiner herrlichkeit; Bis diese Uleber alle himmel geht. zeit vorbei, Bis wir dich, bei 2. Dein geschäft auf dieser land, sehen, Und freudig vor erden, wie es gottes rath bedir stehen, Von allem fum- dacht, Daß es sollt erfüllet mer frei. werden, Ift auf's herrlichste Allein Gott in der Höh' sei. vollbracht. Denn da du für 208. Auf christi himmel- uns gestorben: Ist uns gnad' fahrt allein Soll und beil erworben, Und dein fic mein glaube gründen, Und siegreich auferstehn Läßt uns forge, zweifel, furcht und pein einst dem tod entgehn. Dadurch stets überwinden. 3. Aber nun ist dein geschäfte Mein haupt, das nun im him. In des bimmels beiligthum, mel ist, Wird mich, sein glied, Die erworbnen segenskräfte, nach kurzer frist, zu sich gen Durch dein evangelium, Allen himmel holen. denen mitzutheilen, Die zum thron 3. Fürbitte Jefa znr Rechten Gottes. Alle Menschen müssen sterben. XA. Himmelfahrt Jesu. 129 thron der gnaden eilen. Nun dich mit sieg und ehre, Du ges wird uns durch deine hand Heil ber der unsterblichkeit! Engel und segen zugewandt. fingen freudenlieter; Und alle 4. Du gedenkest stets der die erlösten brüder Verehren deinen, Bleibest ihnen ewig deine herrlichkeit. Du, du bist treu; Zählst die thränen, die sie gottes sohn! Gott hebt dich weinen, Und stehst ihnen mäch auf den thron Seiner ehre! tig bei. Du verschaffst, daß Wir stehn von fern; Freun ihren glauben Keine feinde ih- uns des herrn; Vertraun und nen rauben; Und wirkst in des dienen ihm nun gern. vaters haus Ihnen eine woh- 2. Ganz hast du dein werknung aus. vollendet, Wozu dich gott, dein 5. Das verdienst von dei gott, gesendet Erlöst die ganze nem leiden Stellst du deinem fünderwelt! Dankt dem Herrn, vater dar, Und vertrittst mit ihr menschenkinder! Er hat euch macht und freuden Deine theur' euer heil ihr fünder! Allmächerlöste schaar; Bittest, daß er tig wieder hergestellt. Nun geht fraft und leben Stets den deier in sein reich Gewiß zum nen wolle geben, Und sie einst heil für euch, Euch zum segen! nach dieser zeit Auch erhöh' Es ist vollbracht! Er hat nun zur herrlichkeit. macht, Und herrscht in königlicher pracht. 6. Doch vergißt du auch der armen, Die der welt noch die- 3. Der du deines Vaters nen, nicht; Weil dein Herz dir willen, Zu unserm heile zu ers aus erbarmen Ueber ihrem elend füllen, Gehorsam warst bis in bricht, Bittest, daß gott ihrer den tod: Du regierst nun auf schone, Daß er nicht nach wer- dem throne; Gott gibt dir seine ten lohne; Daß er die, die welt zum lohne; Dich nennt noch dich fliehn, Kräftig wolle dein volk nun herr und gott! zu sich ziehn. Erhöhter gottessohn, Wie herr-> 7. Großer mittler, o wirflich ist dein lohn Nach dem preisen Dich, daß du im hei fiege! 2Bir folgen dir Mit freuligthum So viel treu uns willst den hier, Einst lohnet gott beweisen! Dir sei ehre, dank auch uns wie dir! und ruhm! Dein verdienst laß 4. Deine trauernden erlös uns vertreten, Wenn wir zu sten Im Kampf zu stärken und dem bater beten. Wenn der zu trösten, Gabst du vom himtod die lippen schließt: Sprich mel deinen geift. Gib auch uns noch für uns, jesu christ! 4. Christus wird wieder in unserm leiden Den geift des troftes und der freuden, Den uns dein theures wort vers heißt. Erzieh' uns in dein reich, Mach' unser herz bir gleich, beere Erhobst du Dir zu folgen. Du gingst vor I AN kommen. Wach auf ruft uns die. 210. Ueber aller himmel 130 Erste Abtheilung. an, ir sehn die bahn, Dieldeine zukunft hoffen wir. Wir uns zum himmel führen kann. wissen, wer du bist; Wer dein 5. Uns die slätte zu bereiten, erlöser ist: Wir sind stille. Um die wir pilger hier noch Und wenn die welt in trümstreiten, Gingst du voran in's mern fällt: Du bist's, an den vateríand. Herrlich wirst du der glaub' sich hält. wieder kommen, Dann führst 7. Welch' ein jubel wird es du alle deine frommen Mit dir werden, Wenn wir dich wiehinauf in's vaterland. Erkauft der sebn auf erden In aller hast du uns, gott, Durch deis majestät des herrn! Das wird nen mittlertod. Wo du lebeft, sein ein tag des lebens Für Und gott mit dir, Da sollen wir uns, Und nicht ein tag des Auch mit dir leben für und für. bebens. Dann schaun wir dich 6. Ja, berr jesu, du wirst nicht mehr von fern. Dann kommen, Wirst ganz erlösen sehn wir bocherfreut Ganz deine frommen, Wir freuen deine herrlichkeit, Welterlöser! uns und danken dir! In den Dann fübrest du Der wonn' trüben leidenstagen Soll unfer uns zu Dort in des himmels herz nun nicht verzagen, Auf ew'ger ruh. XVI. Vom heiligen Geist und dessen Gaben und Wirkungen. 1. Freude und Lobpreisung erfreut Die botschaft ihrer seGettes darüber. Gin lämmlein geht und. ligkeit. Vernunft und wabrheit fiegen. Die blindheit und 211. Dir, vater, der du cas laster fliebt Wo man den teinen sohn Zum finger gottes sieht, Muß beis beil uns haft gegeben, Dir des unterliegen. dank ich hier mit freuden 3. Umsonst, daß wilder eis schon, Noch mehr im höhern fer tobt, Verfolgung zu erres leben. Ich danke dir, daß du gen. Dein name, jesu, wird den geist, Der uns der finster- gelobt; Dein wort ist fraft niß entreißt, 3ur erde bast gefund segen. Die jünger schreckt sendet. Er fam auf jesu wort nicht pein noch müb, Dein berab, Der seinen boten stärke geist, ovater, stärke sie In gab, Daß fie dein wort vol- martern und im tode. Sie blies lendet. ben ihrem herrn getreu, Be 2. Erfüllt von seiner wun- fennen seinen namen frei, Und derkraft, Gebn sie die welt zu preisen ihn im tode. lehren. Der geist, der neue 4. Noch izt bist du der geist berzen schafft, Hilft ihnen sie der fraft; Noch ist der menbekehren. Die völker hören hoch- schen lehrer. Du machst ſie weis XVI. Vom heil. Geist und dessen Gaben und Wirkungen. 131 weis und tugendhaft, Des sünden geist, Der uns den weg ben reichs zerstörer. In süns zur wahrheit weißt. Ach duns dern wirkst du reu' und leid fel sind des lebenspfade. Ers In frommen seelen troft und leuchte sie durch seine anade, freud', Und muth im fampf Er lehr' uns gottes beil vers der sünden; In bangen stun- ftehn, Er leit' uns, wenn wir den schenkest du, So wie im irre aehn, Und wenn wir tode, seelenruh, Und lehrst ihn straucheln und ermüden: Dann überwinden. stärk' er uns durch gottes fries 5. Des vaters und des soh- den. Gelobt 2c. nes geist, Du quell des lichts, 4. Hier in dem heiligthum der liebe, Den jesus betenden des Herrn, Hier warten beis verheißt, Ach heil'ge meine ner, geift des herrn, Wir Gris triebe! Gib über meine fünden ften, unsers hauptes glieder. schmerz, Und muth zum glau- Komm segensvoll auf uns her. ben in mein herz. Hilf mir nieder! Hilf uns, gib dem vere mit andacht beten. In ban- stande licht; Dem herzen muth gen stunden tröste mich, Und und zuversicht: Daß uns von deine hülfe zeige sich mir einst ihm, den wir bekennen, Hier in todesnöthen! weder glück noch leiden trenner. Gelobt 2c. Komm heiliger Geist Herre. 212. Zei, weltversöhner, 5. D leit' uns, herr, an sei gepreißt, Du deiner Hand Hinauf in's wahre sandest uns den theuren geist, vaterland. Entreiß uns mäch Der uns in alle wahrheit tig dem verderben; Erhalt uns leite Und uns zum himmel zu gläubig, bis wir sterben; Dann bereite. Er lehret uns des stärk' uns in des todes schmerz glaubens kraft, Stärkt uns in Das schwache freudenleere dieser pilgerschaft, Den lauf zum herz, Daß wir mit muth ziele zu vollbringen, Und einst zum himmel dringen, Und die frone zu erringen. Gelobt dann den letzten sieg erringen. sei gott! Gelobt sei gott! Gelobt 2c. 2. Durch deines geistes fraft 6. Dort, wo der zeugen jesu erfreut, Wagt deiner boten schaar, Die hier durch dich schaar den streit, Kämpft ge- erleuchtet war, Am thron des gen falscher götter heere, Und lammes jauchzend stehet. Und. siegt durch deines Ereuzes deiner werke preis erhöhet: lehre. Begabt mit stärke Dort ist auch unsers erbes ging ihr wort Bis an der theil; Auch uns ist der erlöerde gränzen fort, Erleuchtete sung beil Durch dich versiedie nationen, Und drang von gelt: und wir kommen Durch bütten zu den thronen. Gedich zur seligkeit der frommen. lobt 2c. Gelobt sei gott! Gelobt fei 3. O send' ihn auch zu uns gott! 32 Komm Erste Abtheilung. Komm Gott Schöpfer. liebe gottes voll! Stärk, bere 213. Du führer, der mit in drangfal unsern muth; Tröst treuer hand Denjuns in angst, und leit' uns weg uns zu dem himmel wohl. weist! Du, unsers erbes un- 10. Des vaters liebe, christi terpfand, Gepriesen seist dugnad', Und die gemeinschaft heil'ger geist! deiner fraft Verleib, und gib 2. Ach dich preist deine uns troft und rath, Auf uns christenheit, Du geist des varer ganzen pilgerschaft. ters und des sohns! Du bist wie sie, von ewigkeit; Mit 132 OGwigkeit du Donnerwort. ihnen herrscher eines throns. 214. Dheiliger und gu 3. Der gottbeit willen ter geift, Der thatst du kund Durch dich weis- uns den weg zum bimmel weist, fagte, der prophet. Du legtest Dich soll mein herz erheben. ihm in seinen mund Das wort! Du bist mein lehrer und mein des heils, das nie vergeht. gott, Du gibst mir freudigkeit 4. Nichts schließt vor deinem im tod, Regierst auch hier mein blick sich zu. Den abgrund leben. Was gut und löblich der unendlichkeit, Der gottheit ist an mir: Geist gottes, das rath erkennest du Mit göttlicher verdank ich dir. allwissenheit. 2. Als unser heiland gottes5. Du hast dem erdkreis of sohn, Ging von der welt zu fenbart, Was feine weisheit je gottes thron: Ramst du zu sei erkannt; Als dich, nach seiner nen zeugen. Und mit dir kam himmelfahrt, Der herr den seiver liebe gluth, Mit dir fam nen zugesandt. fraft und heldenmuth, Die welt 6. Beld' eine pracht ver- zu überzeugen. Du geist der klärte dich Ein schnelles brau- weisheit, lehrteft fie, Und stärfsen füllt das haus. Da gießeft teft fie bei aller müb. du dich sichtbarlich Auf sie in 3. Die kirche pflanztest du feuerflammen aus. und izt Wird sie durch dich ver7. Nun scheuten sie nicht mehrt, beschüßt, Durch dich schmach, nicht müh; Denn du wird sie bestehen. Es mögen haft alle furcht entfernt; Die ihre feinde drohn: Fest bleibt thaten gottes priesen fie In sie stehn wie jesus thron; Sie sprachen, die sie nie gelernt. Fann nicht untergeben. Da jes 8. Wir haben, geist der gnad' sus christ ihr stifter ist, Und du und stärk', An deinen gaben ihr treuer beisland bist. gleichfalls theil. Unsichtbar schaf- 4. Wohl allen denen welche fest du dein werk In uns, zu sich Dir übergeben, und durch unfrer feelen heil. dich zum bimmel führen lass 9. Seß uns auch in diesen. Du lebrest sie des glaus reinste gluth! Mach' uns der bens kraft, Stärfft sie auf ibrez XVI. Von heiligen Geiste. 133 rer pilgerschaft, Lehrst sie die dir mich ganz ergebe, Und zu sünde hassen. Sie sind des heils deiner ebre lebe. gewiß in dir, Und selig schon 3. Auch dich kann ich nicht in hoffnung hier. erkennen, Jesu, noch mit äch5. Ach führ' auch mich an ter treu Meinen gott und herrn deiner hand, Hinauf in's wahre dich nennen: Stehet mir dein vaterland, Dort hoff ich meine geist nicht bei. Drum so laß krone Gib mir die feste zuver- ihn kräftiglich In mir wirken sicht: Auch mich, auch mich daß ich dich Glaubensvoll als verstoße nicht Der herr von mittler ehre, Und auf deine seinem throne. Durch glauben stimme höre. und durch besserung Vollende 4. Ew'ge quelle heil'ger gümeine heiligung. ter, Hochgelobter gottes geift, 6. Gern will ich dann auf Der du menschliche gemüther ebner bahn Dir folgen, mich Besserst und mit troft erfreust; dem himmel nahn. Führ' mich Nach dir, herr, verlangt auch auf gutem wege. Gib eifer mich, Ich ergebe mich an dich, mir und wachsamkeit, In kampf Mache mich, zu gottes preiſe, um meine seligkeit. Mein Heilig und zum himmel weise. herz sei niemals träge Du 5. Fülle mich mit heil'gen gabst den vorsaß: gott, gibtrieben, Daß ich gott, mein du Auch meiner schwachheit höchstes gut, Ueber alles möge kraft dazu. lieben; Daß ich mit getrostem 2. Um die Saben und den muth Seiner vaterhuld mich Beistand des heiligen freu'; Und mit wahrer findestreu Stets vor seinen augen M. O du allersüßte Freude. wandle, Und rechtsehaffen denk' 215. Der du uns als va- und handle. Geiftes. ter liebest, Treuer 6. Geist des friedens und gott, und deinen geist De- der liebe Bilde mich nach dete nen, die dich bitten, giebest, nem sinn, Daß ich lieb und Ja uns um ihn bitten heißt: sanftmuth übe Und mir's rechne Demuthsvoll fleb' ich vor zum gewinn: Wenn ich je dir: Vater send' ibn auch zu ein friedensband Knüpfen kann, mir, Daß er meinen geist er- wenn meine hand, Zur ers neue, Und ihn dir zum tem- leichtrung der beschwerden, pel weihe. Kann dem nächsten nüßlich 2. Ohne ihn fehlt meinem werden. wissen Leben, fraft und frucht- 7. Lehre mich, mich selber barkeit; Und mein herz bleibt kennen, Die verborgnen fehler dir entriffen, und dem dienst sehn; Sie voll demuth gott der welt geweiht; Wenn er bekennen Und ihn um vernicht durch seine fraft Die ge- gebung flehn; Mache tägfinnung in mir schafft, Daß ich lich ernst und treu, Sie zu 33 befa 134 Erste Abtheilung. beffern, in mir neu. Zu dem und gar. Selbst der gottheit beiligungsgeschäfte Gib mir innre tiefen Sind vor dir, herr, immer neue fräfte. offenbar. Nun so kennst du 8. Wenn der anblick meiner auch gewiß meiner Seelen fins sünden Mein gewissen nieders sterniß: Drum gib weisheit, schlägt; Wenn sich in mir zwei- und vor allen, Daß ich möge fel finden, Die mit angst mein gott gefallen. herze begt; Wenn mein aug' 4. Du bist selber rein, und in nöthen weint; Und gott sieheft Auch an reinen deine nicht zu hören scheint: Olust; Böses bassest du und fies dann laß es meiner seelen heft Aller fünden gräul und Nicht an troft und stärkung wust. Heilige du selbst mich fehlen. dir! Schaff' ein reines hera 9. Was sich gutes in mir in mir, Daß ich, was du findet, Ift dein gnadenwerk in liebeft, liebe, Nie mit vorsatz mir; Selbst den trieb hast du dich betrübe. entzündet, Daß mich, herr, ver- 5. Du, herr, machst mein langt nach rir: O so sege berz zufrieden, Wenn es mir durch dein wort Deine gnaden- an trost gebricht. Bleib ich wirkung fort, Bis sie, durch von dir ungeschieden: O so ein felig ende Herrlich sich an fehlt's an trost mir nicht. Bleib mir vollende. ich nur dein eigenthum: So werd' ich, zu deinem ruhm, Um die tugend mich bemüIn voriger Melodie. 216. Du, ber frommen hen, Und die fünde standhaft beste freude, Und fliehen. ihr troft in traurigkeit, Der 6. Nur bitt' ich, daß du ihr herz in allem leide Und im mich stärkest, Stehe mir im tode selbst erfreut; Geist des kampfe bei. Hilf, mein helfer, höchsten, komm zu mir, Und, wenn du merkeft, Daß mir indem ich glaubig dir Lob und hülfe nöthig sei. Den verkehrruhm zum opfer bringe, O so ten eitlen finn, Nimm aus höre, was ich singe. meiner feele hin, Daß ich 2. Edelster von allen segen, mich nun ganz verneue, Und Die uns gott in christo gab; mein gott sich meiner freue. Du träufst als ein milder re 7. Sei mein beistand, wenn gen Aus des himmels schoos ich sterbe; Zeige dem gebroche berab. Du machst harte ber- nen blick, Mir zum troft, mein zen weich; Wüsten auch an berrlich erbe, Ewig unverwelffrüchten reich; Und dein sanf- lich glück! Stärke du das ter troft erquicket, Was der matte berz, Daß ich unter brangsal hiße brücket. allem schmerz, Noch im legten 3. Du fannst alle herzen todesschweiße, Gott in jesu Brüfen, Du durchschaut fie ganzvater heiße. Sich 135 XVI. Bom heiligen Geiste. In voriger Melodie. nung bau': Gnad' um gnad', 217. Geist vom vater und auf mein verlangen, Von dem dem sohne, Der vater zu empfangen. du unser tröster bist, Und von 6. Stebe mir in allem leiunsers gottes throne Hülfreich den Stets mit deinem trofte auf uns schwache siehst; bei; Daß ich auch alsdann mit Stehe du mir kräftig bei, freuden Gottes führung folge Daß ich gott ergeben sei: sam sei. Gib mir ein gelaß O so wird mein herz auf ernes herz. Laß mich selbst im den Schon ein tempel gottes todesschmerz, Bis zum froben überwinden, Deines troftes kraft empfinden. werden. 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir m. Liebster Jesu wir sind hier. sein; Wenn ich bange zweifel 218. Gott, du hast in hege, Deine wahrheit mich deinem sohn Mich erfreun. Lenke frästig meinen von ewigkeit erwählet, Sende sinn Auf mein wahres wohl nun von deinem thron, as sein hin; Lehrst du mich, was zu meinem heil noch fehlet. Und recht ist, wählen; Werd' ich gib mir des geistesgaben. Durch nie mein heil verfehlen. sie werd' ich alles haben. 3. Heilige des herzens triebe, 2. Mich umpfangen noth und Daß ich meinem gott getreu, tod Auf dem finstern fündenIhn stets über alles liebe; pfade. Heil'ger geist, mein berr Daß mir nichts so wichtig und gott! Nette mich durch sei, Als in seiner huld zu deine gnade; Mach mich los stehn, Seinen namen zu er- von dem verderben, Laß mich höhn: Seinen willen zu voll nicht in fünden sterben! bringen, Müsse mir durch dich! 3. Treibe weg die finstre gelingen. nacht Falscher zweifelnder ge4. Stärke, mich, so oft zur danken; wenn die welt mich sünde Mein gemüth versuchet irre macht, Halte die vernunft wird; Daß sie mich nicht über in schranken: Würd' ich mich winde; Hab' ich irgend mich von dir entfernen, O wo will verirrt: O so führe du mein ich weisheit lernen? herz, Daß ich unter reu' und 4. Schaff' in mir ein reines schmerz Mich vor gott darüber herz, Daß ich stets an gott gebeuge, Und mein herz zur denke, Und mich oft mit ren' begrung neige. und schmerz Ueber meine sün 5. Neize mich, mit flehn und den fränke. Laß mich, nach beten, Wenn mir bülfe nöthig dem schmerz der sünden, Trost ist, Zu dem gnadenstuhl zu bei meinem jesu finden. treten: Gib, daß ich auf jesum 5. O verbinde mich mit ihm christ, Als auf meinen mittler, Als ein glied an seinem leibe; schau'; Und auf ihn die hoff- Und, wenn ich sein eigen bin, 34 Hilf 136 Erste Abtheilung. Hilf mir, daß ich es auch bleibe; Treib uns an, Froh die bahn Mich ihm völlig übergebe, Und Deines worts zu gehen.. zu seiner ehre lebe. 5. Sei in schwachheit unsere 6. Glaube, liebe, hoffnung stüße; Steh uns bei! Mach fei Stets die stärke meiner uns treu in der prüfungshiße; seele: In versuchung steh' mir Führ, wenn gott uns nach bei, Daß ich nicht mein heil dem leide, Sterben heißt, Unverfehle. Gib mir demuth in sern geist In des himmels den freuden; Gib geduld und freude. muth im leiden. Komm heiliger Geist Herre Geist. 7. Hilf mir reden recht und 320. Hör unser gebet wohl; Hilf mir meine christengeist des herrn, pflichten, Wie du forderst, wie Du hörst der menschenflehen ich soll, Ohne heuchelei ver- gern. Wir wollen unser Herzrichten; Christlich leben, selig dir geben; O lehre heilig uns sterben, Und dein himmlisch leben! Rüft uns mit stärke, reich einst erben. muth und fraft, Du, der das gute in uns schafft, Das nicht die lockungen der sünden Uns, chrifti jünger überwinden. Wir hernieder, Geist traun auf dich! Wir traun Sei nicht fern, auf dich! des Herrn, Stärke jesu glieder. Der, der 2. Du beiliges licht, starnie sein wort gebrochen, Jesus ker hort! Laß uns der wahrhat Deinen rath Seinem volk heit helles wort Auf dieses leversprochen. benspfaden leiten; Daß unsre 2. Geift der weisheit, gib füße nicht geleiten; Treib fern uns allen Durch dein licht Un- von uns des irrthums nacht: terricht, Wie wir gott gefal- Laß siegen deiner wahrheit len. Kehr uns freudig vor gott macht, Daß jesus christ der treten; Sei uns nah, Und ganzen erde Bekannt und ans sprich ja! Wenn wir glaubig gebetet werde. O hilf dazu! beten. O bilf dazu! Miser Warum soll ich mich benn. 219. Höchfter tröfter komm 3. Hilf den kampf des glau 3. Laß freud'ger geist uns bens kämpfen; Gib uns muth, voll vertraun In noth auf deine Fleisch und blut, Sünd' und bülfe schaun. Lehr uns, wenn welt zu dämpfen; Laß uns wir zum vater treten, Mit frotrübfal, kreuz und leiben, Anast her zuversicht beten. Mach uns und noth, Schmerz und tod durch deine kraft bereit Zum Nicht von jesu scheiden. Afterben und zur ewigkeit! Daß 4. Hilf uns nach dem besten wir mit frohem muth ringen; streben, Schenk uns kraft, Tu- 13u dir durch tod und leben gendhaft Und gerecht zu leben. bringen. Erhöre uns! Erhöre Sib, daß wir nie fille stehen; uns! Lieb XV. Bom heiligen Geift. 137 Liebster Jesu wir sind hier.( daß des vaters zucht Einzig 221. Komm auf uns, ounser bestes f cht. geist des herra, 5. Treib uns daß wir zu Lehr uns zu dem vater be- ihm treten Kindlich und mit ten; Und beleb uns daß wir freudigkeit; nur nach seinem gern Und voll glaubens zu willen beten, Und vertritt uns ihm treten: So wird er um allezeit: So wird unser flehn christi willen Unser bitten gern erhört, Und die zuversicht geerfüllen. mehrt. 2. O du geist der herrlichkeit 6. Wird uns auch um hülfe Wohn und wirke in uns allen. bange; Seufzt das herz voll Jedes Herz sei dir geweiht; traurigkeit: Ach mein gott, mein Schmück es aus mit wohlge- gett, wie lange? O jo wende fallen. Reich sind wir versehn unser leid. Sprich der seele mit gaben: Wenn wir deine tröstlich zu, Gib ihr muth, falbung haben. geduld und ruh. Gott des Himmels und der. 7. O gu geist der kraft und 222. Komm, o komm, du stärke, Der in uns des gute geist, des lebens! schafft, Fördre in uns deine Hilf uns schwachen mächtig werke Und im kampfe gib uns auf; Wir bemühn uns sonst frast. Wenn versuchung auf vergebens Hier in unserm pil- uns dringt, Daß uns dann gerlauf Um das heil, das got- der sieg gelingt. tes rath Für uns ausersehen 8. Wenn wir endlich sollen hat. sterben, so steh' mit trost uns 2. Gib in unser aller seelen bei. Gib, daß uns, als gottes Weisheit und entschlossenheit: erben, Jene herrlichkeit erfreu', Daß wir anders nichts erwäh- Die uns unser gott bestimmt, len, Als was uns dein wort Und die nie ein ende nimmt. gebeut. Steh mit deinem licht Komm Gott Schöpfer heil. uns bei; Und mach uns vom 223. Komm schöpfer, komm, irrthum frei. o heiliger geist, 3. Zeig' uns selbst die rech- Schaff deiner menschen herzen ten stege Zu der wahren wohl- neu. Du kennest dein geschöpf fahrt an. Räume alies aus und weißt, Wie jeglichem zu dem wege, Was daran uns helfen sei. hindern kann. Wirte reue nach 2. Du geist der weisheit leite der that, Wenn der fuß ge- du Uns zu der wahl des bes strauchelt hat. ften theils, Dem himmel führ 4. Laß uns stets dein zeug- uns alle zu: Du führer auf niß haben, Daß wir gottes der bahn des heils. finder sind. Stärke uns mit 3. Das lebenswort, das deinen gaben, Wenn sich trüb- gottes sohn Vom himmel uns fal für uns find't. Lehr uns, herabgebracht, Erleuchte jede 35 138 Erste Abtheilung. nation Durch deiner leitung Des Herzens mir bezwingen. fanfte macht. Steh' mir in diesem kampfe 4. Vereine deine christenheit bei, Daß ich dazu stets wacker Durch deines sel'gen friedens sei, Und immer überwinde. band Erinnr' uns pilger die Mein Gott das Herz ich. ser zeit Stets an das beßre 225. Nicht um ein flüchvaterland. tig gut der zeit; 5. Gott, unsern gott, und Ich fleh' um deinen geist; Gott, jesum christ Recht kennen, die den zu meiner seligkeit, Dein ses ist der quell, Aus welchem theures wort verbeißt. ew'ges leben' fließt Mach' diese 2. Die weisheit, die vom kenntniß in uns hell. himmel stammt, O vater, lehr¹ 6. Lob sei dem vater, lobler mich. Die weisheit, die dem sohn! Lob dir, o tröster das herz entflammt Zur liebe goftes geist! Einst singen wir gegen dich. vor deinem thron Ein lied, 3. Dich lieben, gott, if das würdiger dich preift. seligkeit; Gern thun, was dir Aus tiefer Noth schrei ich. gefällt; Wirft edlere zufrie 224. Laß, vater, deinen denheit, Als alles glück der guten geist Mich welt. allezeit regieren, Daß ich zu 4. Vertrauen hab ich dann dem, was unrecht heißt, Mich zu dir, Dann schenket selbst lasse nichts verführen; Der dein geift Das freudige bes sünde reizung widersteh'; Und wußtsein mir, Daß du mir stets auf deinen willen seh', gnädig seift. Darnach allein zu handeln. 5. Er leite mich zur wahr2. Ob böse lust auch hier beit hin; Zur tugend stärk' und dort mich ansicht, weil er mich; Beweise, wenn ich ich lebe: So hilf mir, daß ich traurig bin, Auch mir als ihr so fort Im anfang wider tröster sich. strebe; Und daß ich ja vergesse 6. Er schaff' in mir ein nicht Die todesstunde, das ge- reines herz, Versiegle deine richt, Den himmel und die huld; Und er bewaffne mich hölle. im schmerz Mit muth und 3. Gib, daß ich denke jeder mit geduld. zeit An diese legte dinge; Und 226. Nun bitten wir den dadurch alle sündenfreud' Aus heil'gen geist, meinem herzen bringe; Damit Welchen jesus christus uns ich dich mein lebenlang Vers verheißt, Daß er uns behüte ehre, obne furcht und zwang, für falscher lehre; Alle, die Mit willigem gehorsam. im irrtbum sind, bekehre. Er4. O stärke mich dazu mit barme dich, herr! Eraft: So wird es mir gelin 2. Du geift der weisheit und gen. Hilf jede böse leidenschaft der kraft, Mach' uns durch dein 139 XVI. Vom heiligen Geiste. dein wort auch tugendhaft; Hilf, 5. Nimm deinen geift, den daß wir ihm glauben, Dem geist der liebe, Den geist des treuen heiland, Der uns brin- glaubens nie von mir, Und gen will zum rechten vaterland stärke mich durch seine triebe, Erbarme dich, herr! Durch seinen beistand für und 3. Du böchster trost in aller für! So leite durch die pils noth! Hilf, daß wir nicht fürch- gerzeit Mich aus der welt ten grab noch tod; Laß, wenn zur seligkeit. wir einst sterben, uns nicht 228. verzagen; Sondern mach' uns frei von allen plagen. barme dich, herr! heiliger geist, kehr bei uns ein Und Wer nur den lieben Gott. Er- laß uns deine Wohnung sein, Du, unsrer seelen sonne! Laß deiner wahrheit hellen schein großer gott, du In unsern herzen kräftig sein reines wesen, Du zu steter freud' und wonne; haft nur reine herzen dir Zu Daß wir Schon bier, Gott deiner Wohnung außerlesen: ergeben, Ruhig leben, und im Ach schaff' ein reines herz in sterben Einst vollkommnes glück mir; Ein herz, das unbefleckt ererben. und frei von allen bösen lüsten sei. 227. 2. Du quelle, draus die weisheit fließt, Die uns zum 2. Ich falle dir, mein gott, heil so nöthig ist, schenk, zu fuße. Mich mache christi aus deiner fülle, Uns so viel blut auch rein. Laß redlich einsicht und verstand, Daß heils meines herzens buße, Und sam von uns werd' erkannt ernstlich meinen glauben sein! Des höchsten gnäd'ger wille. So mache mich zur reinig- Ja gió Den trieb Unsern sees feit des lebens fertig und len, Nur zu wählen Und zu bereit. üben, Was er uns hat vors 3. Dein guter geist, o gott geschrieben. regiere Mein ganzes herz, und 3. Steb' uns filets bei mit ftebe mir In meiner schwach deinem rath, Und führ uns heit bei und führe Mich von auf den rechten pfad Des heils, der eitelkeit zu dir! Gib einen den wir nicht wissen. Vers geist, der dir getreu, Und leib uns willigkeit, daß wir willig zu gehorchen sei. Dir treulich folgen, wenn wir 4. Durch deine gnade stärk' bier Auch darum leiden müss mich schwachen; Mach' mich sen. Drückt laft Uns fast Muthvorsichtig in gefahr. Gib, daß los nieder: Laß uns wieder ich durch gebet und wachen Trost empfinden, Und die trübDie feele unverlegt bewahr. sal überwinden. Laß mich in deiner gnade 4. Stärk' uns durch deines ftehn; Stets in der beßrungstroftes fraft Zum kampf mit weiter gehn. lieder leidenschaft, Darüber herr 140 Erste Abtheilung. herr zu wenden. Und sind wir uns hin; Erfülle uns nach wo dem falle nah: So sei deinem sinn Mit wahrer menmit deiner hülfe da; Erheb' schenliebe: Daß unser herz uns von der erden. Neue mit huld und treu, Stets zuTreue Gib uns schwachen, Du gethan dem nächsten sei; Und fannst machen, Daß wir sie sich darinnen übe. Rein neid, gen, Und im fampf nicht un- Kein streit, Dich betrübe, terliegen. Fried' und liebe Woll'ft du 5. Erhalte bei uns immer- geben, Daß wir froh und rufort Den glauben an dein gött- big leben. lich wort. Nichts muß uns 7. Gib, daß in wahrer heis von ihm trennen. Gib, daß ligkeit Wir führen unsre lewir ihn von herzensgrund Mit benszeit; Sei unsers geistes thaten, so wie mit dem mund, stärke! Laß uns stets bleiben Vor aller welt bekennen: Je- unbewußt die eitelkeit der finfum Christum Ohn' aufhören nen luft, Und ihre schnöden Recht zu ehren Mach' uns tüch- werke. Rühre, Führe Unfre tig, Uud sein heil uns werth sinnen Und beginnen Von der und wichtig. erden, Daß wir himmelserben 6. Nimm alle härte von werden. XVII. Vom Worte Gottes. 1. Hoher Werth des gött 3. Dein wort ermuntert dich lichen Worts, sowohl Gezu lieben; Lehrt, wie viel guts feges als Evangelii. M. Wer nur den lieben Gott. du denen gibst, Die dein ges bot mit freuden üben, Und 229. Dein wort, o böch wie du väterlich uns liebst. ster, ist vollkom- Und was, o herr, dein mund men; Er lehrt uns unsre verspricht, Bleibt ewig wahr ganze pflicht; Es gibt dem und trüget nicht. sünder und dem frommen 4. Herr, deine tröstungen sind. Zum leben sichren unterricht. besser, Als alles silber, gold O selig wer es achtsam und geld; Ein schatz, weit kösthört; Bewahrt und mit gehor- licher und größer, Als alle sam ehrt. schäße dieser welt. Wer das 2. Es leuchtet uns auf un- tbut, was bein wort gebeut, fern wegen! Zerstreut des irr Dem ist dein segen stets bereit. thums finsterniß; Verkündigt 5. Drum laß auch mich mit gnade heil und segen, Und lust betrachten, Was mich machet unser herz gewiß. Es dein wort, o höchster, lehrt. lehrt uns, höchster, was du Laß mich darauf gehorsam bist, Und was dir wohlgefäl- achten. Was dein befehl von lig in. mir begehrt: So fließen trof und XVII. Vom Worte Gottes. 141 und feelenrub Auch mir aus 6. Wehre allem dem, was deinem worte zu. sich Wider gott empöret; WiJesu meiner Seelen Licht. der seinen geist, der dich Seine 230. Du, der du die wege lehret. Weh dem spötwahrheit bist, ter, der sich bläht, Mehr als Gott, zu dem ich singe: Gott, gott zu wissen: Er wird einst, den fein verstand ermißt, Ur- vielleicht zu spät, Gott schon sprung aller dinge; Alle weis- glauben müssen! beit fommt von dir Zu den 7. Erd' und himmel wird menschenkindern. Sie erleuch- vergehn. Gott, dein wort tet uns, wenn wir Selbst ihr wird bleiben. Lasterhafte, die licht nicht hindern. es schmähn, Werden's nicht 2. Vorurtheil und sinster vertreiben. Könige sind vor niß Füllen unsre seelen: Unser dir staub, Wenn sie sich emblick ist ungewiß; Unsre schlüsse pören; Sind des schnellen todes fehlen; Aber dein verstand raub; Sie, mit ihren heeren. weicht nicht Von der lautern 8. Du bist wahrbeit! ewig wahrheit. Was du denkest, das soll Mich von dir nichts trenist licht. Nichtigkeit und klarheit. nen; Nicht die welt von arg 3. Wirf dich, sterbliches ge- list voll, Mich erschüttern könschlecht, Dankbar ihm zunen. Sollt ich hier auch um füßen: Seine wahrheit und dein wort Schmach und trübsein recht Lässet er dich wissal leiden: So belobunst du sen. Weit erschallt das wort mir's doch dort, Gott, mit des herrn, Das die welt be- ehr und freuden. kehret: Glaubt es freudig folgt ihm gern, Menschen, die ihr's höret! Vom Gefeß. M. Es ist das Heil uns. du der welt Zur 4. Gott, was uns bein 231. Herr, dein geſetz, das wort verspricht, Wird und muß geschehen. Deine drohung kann richtschnur haft gegeben; Das auch nicht Leer vorübergeben; du zur regel vorgestellt, Wors Haben tausende nicht schon, nach wir sollen leben, Das Welche vor uns waren, Deine deinen willen offenbart; Ift strafen, deinen lohn Unsehlbar ganz von einer andern art, erfahren? Als menschliche geseße. 5. Seele, wolltest du nicht 2. Mit äußerlicher ehrbargott, Zuversichtlich glauben? feit Läßt es sich nicht begnuSoll der leichtsinn, soll der gen. Obgleich die hand nicht spott Deinen troft dir rauben? schlägt noch dräut; Die lipDer die himmel aufgebaut, pen nicht betrügen; Das aug Kann der jemals lügen? Kann nichts verbotnes sieht; Und er den, der ihm vertraut, unbefleckt sonst jedes glied In Heuchlerisch betrügen? seiner ordnung bleibet. 3. D 142 Erste Abtheilung. 3. Ob man nicht flucht, be- jer heißt, Laß seinen geist dich trüget nicht, Ob man fein treiben, Denn wer die sünd' fabbathsschänder, Kein frev- nicht redlich flieht, nicht ihm ler, der die ehe bricht; Kein zu leben sich bemüht, Der mörder kein verschwender bleibet im gerichte. Kein freund von sündlichem geschwäß: So ist dein heiliges gesep Doch damit nicht zufrieden. Vom Evangelio. Jefu meine Freude. 4. Es fordert, daß das herz 232. Wort, aus gottes munde! Wort bicy, gott, Wie du's verdie neft, liebe Und sich, zu bal vom friedensbunde! Evangeten dein gebot, Aus allen fräf- lium! Bald, da wir gefallen, ten übe. Er will, daß wie Ließ dich gott erschallen! Du du heilig heißt, Auch unser bist unser ruhm! Gottes kraft, berz und ganzer geist Sei hei Die glauben schafft! Gute bots lig und unsträflich. schaft, uns zum leben Von gott selbst gegeben. 5. Der geist, von sünden liebe rein, Coll sich zu gott 2. Was dein wohlgefallen, erheben, Soll immerhin beflis Vor der zeit uns allen, Gott sen sein, Treu jeder pflicht bestimmet hat. Was sonst dunkle zu leben, Begierig auf des schatten Vorgebildet hate nächsten wohl, Nach weisheitsten, Das vollführt dein rath. und der tugend, soll Der mensch Daß dein eid Dich nicht gevoll eifer streben. reut: 3eigst du nun; in 6. So hat uns gott geof- jesu namen Wird er ja und fenbart Sein recht und seinen amen. willen. Willst du, o mensch, 3. Alles ist vollendet; Gott auf solche art Nun sein gesetz bat den gesendet, der verheiss erfüllen: Wie oft der fünden sen war. Jesus, der sein leben sklaverei Der wille unterwor- Wollte für uns geben, Stellt fen sei, Das wirst du leicht sich wirklich dar; Ja er hat erkennen. Des böchsten rath, Ganz voll7. Entschließ dich drum, zu bracht, und lebt in ehre. Ach deinem heil, Dem mittler zu erwünschte lebre! ergeben. Komm, nimm an des 4. Da uns strafen drohten: sen gnade theil, Durch den die Thaten friedensboten Heil von sünder leben. Nimm dankbar, gott uns fund. Was für froh und glaubig an, Was er holde lehren Lassen sie uns zu deinem beil gethan, Und bören! Welch' ein theurer preise seine Liebe. bund! Gottes huld Tilgt unsre 8. Laß aber auch in deinen schuld, Und wer ihn mit glau geist Dir fein geseße schreiben ehret, Wird von ihm ers ben Thu' alles willig, was höret. 5. Auf! XVII, Vom Worte Gottes. 143 5. Auf! und wehrt densder; Hier steht allen, die sein schmerzen. Kommt, ihr, deren boffen, Nur der Weg zum himherzen Das geseg zerschlug; mel offen. Kommt zu dessen gnaden, Der, 4. Lob und preis und dank für euch beladen, Alle schmer- und ehre Sei dir, herr, für zen trug. Jesu tod Versöhnt diese lehre, Die ein licht uns euch gott, Gott, der euch als aufgestecket, Und den weg des vater liebet, Und die schuld beils entdecket. Da du deinen vergiebet. john zum leben Der verlornen 6. Hierauf will ich bauen; welt gegeben: Sebn wir uns Chrifio mich vertrauen; Und fers gottes flarheit, Und em in ihm mich freun. Jbm nurspfangen gnad' und wahrheit. will ich leben, ihm mich ganz 5. Gott, wie groß in deinen ergeben, Ewig treu ihm sein: wegen, Und für uns wie reich So werd' ich Auch einst durch an segen, Zeigt sich uns das dich, O mein heiland, selig wort vom glauben? Wer will sterben Und den himmel erben, uns den himmel rauben, Wenn Schmücke dich o liebe. wir auf dein zeugniß bauen, 233. Gott, dein unsichtba- Deiner vaterhuld vertrauen, res wesen Läßt Jesum glaubig heiland nenDas nen, Und das durch die that Haft bekennen? sich in dem lichte lesen, du uns für dieses leben mit der vernunft gegeben, Daß 6. Ist dies nicht von uns du gott bist, muß ich merken, geschehen: O vergib uns das Herr, aus deinen großen wer- vergehen! Sieh' hier unsers ken. Und die pflicht, dich zu herzens reue, Und mach unsern verehren, Kann mich meine glauben neue. Ach, das wort schöpfung lehren. des ew'gen lebens Gabst du 2. Die vernunft zeigt deine uns doch nicht vergebens; Laß größe, Und entdeckt mir meine es ihm bei uns gelingen, Laß blöße. Ich soll mich mit gottles uns zum himmel bringen. verbinden; Doch dies bindern 3ch ruf zu dir Herr Jesu Chrift. meine fünden; Und ich kann sie 234. Heil deinem volke, nicht verfühnen, Meine kraft dem du dich, D kann nichts verdienen. Ach ver- böchster, offenbarest; Das du nunft, dies ist der schade; Aber regierst und väterlich Auf ebwie find' ich nun gnade? ner babn bewahrest! Heil uns, 3. Hier erscheint in größrer denn dies dein volk sind wir! Flarbeit Uns ein licht, das Du lehrt uns, deinen willen wort der wahrbeit; Dies ver- Recht erfüllen, Und unsern durft spricht den geistlich armen Rei- nach dir Selbst aus der quelle ches, göttliches erbarmen. Hier stillen. ist heil für menschenkinder; 2. Weh' denen, die sich finHier ein bürge für die fünsterniß, Gott, für dein licht erwäh 144 Erste Abtheilung.172 erwählen! Wie hoffnungsvoll jesu licht, Nach seinem reiche wie ungewiß Sind ihre stolze trachten. feelen! Du selbst berufft sie 2. Lobpreisung Gottes für immer noch, Dein himmlisch sein Wort. Wir Christenleut' hab'n. reich zu erben; Nicht zu sterben; Ihr leichtsinn stürzt sie 235. doch In ew'ges verderben. Herr, dir sei preis; Ich glaub und 3. Der flügler sagt: du wer- weiß: Der grund des heils dest nicht Uns etwas neues sind deine lebensworte; Bei dies Iebren; Denn die vernunft sei sem licht Verfehl ich nicht Den schon das licht, Dich würdig schmalen weg, Die enge himzu verehren. Doch, wenn nur melspforte. 2. Wir menschen sind Vers dieser schimmer scheint, Der kann nicht völlig sehen, Sicher kehrt und blind; Und keiner gehen; Nein, sinket, wenn weiß den weg in's ew'ge leben. er meint Auf festem grund zu Den unterricht, Der uns gebricht, Rann uns allein das fiehen. 4. 3war die vernunft erkennwort der wahrheit geben. net dich In deinen großen wer- 3. Daß jesus christ Mein ken; Weiß dein gebot, doch heiland ist; Daß er für mich weiß sie sich Zum guten nicht und meine schuld gestorben; zu stärken. Wir sündigen, und Daß ich durch ihn Erlöset bin; fie fann nie Uns wieder dir Daß mir sein blut die seligkeit versöhnen, Unfre thränen Siehest erworben. du, doch können sie nicht g'nug thun, nicht versöhnen. 4. Daß sich mein geist Dem leib entreißt; Daß er durch 5. Aus furcht des todes wür- gott unsterblich ist und bleibet; den wir Zum traurigsten ge- Daß mich mein hirt erwecken schlechte: Wenn uns dein wort wird, Wenn gleich den leib nicht gott, von dir Des him- des todes macht zerstäubet. mels hoffnung brächte. Der 5. Daß einst die welt In sünder kann durch jesum christ trümmern fällt, Wenn gottes Für alle seine sünden Gnade sohn wird majestätisch komfinden, Der lüste macht men; Daß er den lohn Von und list Durch glauben über- seinem thron Dann geben wird den bösen und den from winden. 6. Ach theu'r und werth sei men. uns dies wort, Denn du hast's 6. Daß er mein freund, Wenn uns gegeben! Es leit' uns hier, er erscheint, Mich zu sich nimmt, es bring' uns dort, O gott, in's ew'ge freudenleben: Dazum ew'gen leben! Lehr' auch von hat er, Mein gott und die spötter, die es noch mit herr, Nur durch sein wort ers stolzem muth verachten, Dar- fenntniß mir gegeben. nach schmachten, Und so, beil 7. Dies wort erfreut In traus XVII. Vom Worte Gottes. traurigkeit, Und lindert mir, Jefu beine tiefe Wunden. den fummer, der mich brücket, 237. Gott, durch den wir Die schwermuth weicht, Das find und leben, herz wird leicht, Wenn mich Deine güte sei gepreist, Daß in angst, o herr, dein wort du uns dein wort gegeben, erquicket. Das zum heil uns unterweist; 8. O laß binfort Dein gna- Das uns unsre pflichten lehrt, benwort Mein ganzes herz zu Warnt, vermahnet, straft be beinem ruhm beleben, Bis nach fehrt; Und wenn uns ein leis der zeit In ewigkeit Ich besser den drücket, Uns mit reichem dich im himmel werd' erheben. troft erquidet. 145 Mel. Nun danket alle Gott. 2. Gib, daß wir es innig 236. Gelobet feift du, gott, lieben. Ernstlich, ohne heuchelFür deines wor- schein, Das darin befobine üben, tes lehre. Gib, daß ich sie Und nicht bloße hörer sein; auch gern mit fleiß und an- Denn wer deinen willen weiß, dacht höre; Ja mache selbst Und ihn doch nicht thut mit mein herz Bon vorurtheilen fleiß, Der ist ärger als die rein, Und laß dein wort mein heiden, Und muß doppelt streiche licht Auf meinen wegen sein. leiden. 2. Nie müffe mein gemüth, 3. Darum präge deine lehe Statt wahrbeit, irrthum währen Tief in unsre seelen ein; len; Und deiner lebren sinn Laß sie uns mit nußen hören, Leichtsinnig sich verhehlen, Leit, Und derselben thäter sein, allerhöchster, selbft Den for Treib uns dadurch kräftig an, schenden verstand: So wird, Daß wir dich vor jedermann was du mich lehrst, Auch recht Froh bekennen, findlich lie von mir erkannt. ben, Und mit fünden nicht 3. Dein wort bleibt ewig betrüben. wahr; Laß mich's von herzen 4. In der seele finsternissen glauben; Und mir nicht seinen Sei bein wort uns stets ein troft durch ungehorsam rauben. licht. Laß uns troft daraus Wer hier nach deinem wort genießen, Wenn es uns an Gewissenhaft sich hält: Der trost gebricht. Es versüß uns fommt zum wahren glück, jede noth; És erquid' uns auch Hier und in jener welt. im tod Durch die boffnung 4. Hilf fräftig mir mein ganz zu schauen, Was wir gott, Daß ich auf gute lebre beiner wahrheit trauen. Begierig acht und auch Sie 3. Bitten zu Gott um würmit gebursam ehre. Verleib' bigen Gebrauch feines mir deinen geist, Der luft und Worts. fräfte gibt, Daß man die wahrheit sucht, Find't, glaubt, be- 238. währt und Nun danket alle Gott. daß Gott, du willst, ba mein f Bur bei 146 Erste Abtheilung. beiligkeit genese; Drum gib, gibt: Man lernt ihr wort daß ich dein wort Oft und verstehn, Wenn man es treumit andacht lese; Das wort, lich übt. par das deinen rath Von unserm 7. Spricht sie geheimnisvoll, heil enthält. Dank sei dir für So laß mich dies nicht schrecken. dies wort, Den größten schaß Kein menschlicher verstand, der welt.e vien Kann dich, gott, ganz ent2. Erfülle mein gemüth Mit decken. Du bleibst unendlich ehrfurcht und vertrauen, Iuft und frommen ernst, durch mich zu erbauen, bist's, der in der schrift 3 werth. meiner seele spricht. O segne doch an mir, Herr, deinen unterricht. Mit boch, Was mir dein wort ers Das flärt, Nicht was mein wiß Du verlangt, Ist meines glaubens 8. Sich seines schwachen lichts Bei gottes licht nicht schät ft ruhm, und die vernunft 3. Mein gott, vor welchem Alsdann gefangen nehmen, ich Jeßt meine bände falte; Wenn gott sich offenbart: Dies Gib, daß ich allezeit Dein ist des menschen pflicht; Und wort für wahrheit halte; Und weise demuth ist's, Zu glauben, laß mich deinen rath Empfin- was gott spricht. dungsvoll verstehn; Die wun- 9. Erinnre mich hieran, Wenn der am geseß, Am wort vom mich die zweifel fränken, Und Freuze sehn. lehre mich dabei, Zu meinem 4. Du, aller mahrheit gott, heil bedenken; Dort sei die Kannst mich nicht irren lassen, zeit des schauns, Und hier des Untrüglich ist dein wort, Oglaubens zeit; Dort wachse, laß mich daraus fassen, So wie mein glück, Mein licht in viel mein heil verlangt. Du ewigkeit, bis's, der weisheit gibt: Wenn man sie redlich sucht, Und aus gewissen liebt. BE ng trưng ch 10. Find' ich in deinem wort Noch manche dunkelheiten. So laß mich einen freund, Der 5. Gib, daß dein kräftig wort mehr als ich siebt leiden. Ein Mein herz auch mächtig rühre; forschender verstand, Der sucht Und daß ich mir den spruch mit emfigkeit; Ein angefochtOft zu gemüthe führe, Der nes berz, Hebt manche dunmich vor andern rührt: Dann felbeit. stärke mich durch ihn, Mit ernst 11. Stets sei dein wort mir und munterfeit, Das gute zu werth; Es ist mein glück auf vollziebn.. erden, Und wird es einst noch 6. Um tugendbast zu sein; mehr In jenem leben werden. dazu sind wir auf erden. Wer Nie irre mein gemüth, Der deinem wort gehorcht, Den bibel feinde fpott! Die lebre, läßt du inne werden: Die lehre die sie schmähn, Bleibt doch sei von dir, Die uns die bibel dein wort, o gott! Wer XVII. Bom Worte Gottes. 147 Wer nur den lieben Gott läßt. Wenn doch das berz noch böse 239. Mein gott, du woh- bleibt? Drum hilf, daß ich neft zwar im der wahrheit treu, Und daß lichte, Dahin kein fterblich auge mein glaube thätig sei! dringt; Doch gibst du uns zum 7. Laß dein erkenntniß mir unterrichte Dein wort, das uns im leiden Die quelle wahren erkenntniß bringt: Was du, o troftes sein: Um mich, wenn allerhöchster, bist; Was mit leib und seele scheiden, Des uns deine absicht ist. bessern lebens zu erfreun. Da 2. So gib denn, daß ich irr' und want' ich weiter nicht, darauf achte Als auf ein licht und sehe dich in hellem licht. im dunkeln ort, Und wenn ich Sch hab' in Gottes Herz und Sinn. ernstlich es betrachte: So bilf 240. Du haft auch mir selbst meinem forschen fort. zur seligkeit, Mein Für deiner wahrheit bellen gott, dein wert gegeben; Hilf, schein Laß aug' und herz stets daß ich darauf allezeit Mög* offen sein. achten, darnach leben. Sein 3. Hilf, daß ich deinem unterricht Gibt mir g'nug licht worte glaube, Das mich zur Die bahn des beils zu sehen. wahren weisheit führt; Damit Es zeiget mir Den weg zu dir; fein falscher wahn mir raube, Laß mich ihn freudig gehen. Was mir ein ew'ges heil ge- 2. Eröffne du, zu meinem biert. Kein spöttergeist verführe heil, Die augen meiner seele; mich; Kein zweifel sei mir Daß ich mein allerbestes theil hinderlich. Erkenn', und auch erwähle, 4. Das ist der weg zum Laß ich mich hier, Mein gott, ew'geu leben, Daß mir, o va- von dir Und deinem wort res ter, dich und den; Den du gieren: So wirst du mich Auch zum heil uns haft gegeben, Er- sicherlich Zur wahren wohlfahrt kennen, lieben und erhöhn. Oführen. führe du auf dieser bahn Mich 3. Dein wort lehrt mich, selbst durch deine wahrheit an! daß diese zeit Mir sei von dir 5. Vor allem gib, daß stets gegeben, Im fleiße wahrer heis lebendig Bei mir, gott, dein ligkeit, Nach ew'gem glück zu erkenntniß sei: Und daß ich streben. Ja es verschafft Mir dir darnach beständig Lieb' ebr- dazu kraft, Wenn ich's zu herfurcht und gehorsam weih'. zen faffe. Drum hilf du mir, Gib, daß ich thu' mit allem Daß ich es hier nicht aus fleiß, Was ich von deinem dem Herzen lasse.. willen weiß! 4. Nichts gibt uns solchen 6. Was hilft das richtigste frohen mutb, uls deines wor erkenntniß, Wenn's nicht zu tes weide. Kein glück der welt, deiner liebe treibt? Was nugt fein irdisch gut Schenkt uns ein aufgeklärt verständniß, so große freude. Dein wort all ein & 2 148 Erste Abtheilung. allein Ift troft in pein; Sstswissen Doppelt streiche leiden unser sieg in schmerzen; In müssen. jeder noth, Auch selbst im tod, 4. Folg' ich seinem unterIft's troft für fromme herzen. richt: O so werd' ich's auch 5. Wie glücklich ist, o gott, erfahren, Was es denen gut's schon bier, Wer deine wahr- verspricht, Die es hören und heit ehret; Und durch dein bewahren; Dann wird es auch wort belehrt von dir, Die mir im leiden Eine quelle wahrechte weisheit höret. Ein from- rer freuden. mer sinn Ist sein gewinn. 5. Hilf auch, daß von zeit Dein segen, dein verschonen. zu zeit Meine kenntnisse sich Bringt hier ihm ruh, Und dort mehren. Find ich dann noch wirst du mit ew'gem glück ihm dunkelheit Bei des glaubens lohnen. hohen lehren: Oso laß mich 6. Wenn alles fällt, so bleibt demuth lernen, Und von zweidein wort, O gott, doch ewig felsucht entfernen. stehen. Drum laß mich dar 6. Gib, daß ich in deinem auf immerfort In meinem wan- llicht Immermehr gerührt erdel sehen. Es macht uns frei, kenne Jener herrlichkeit gewicht, 3um guten treu, Lehrt jede Und mich dann nur glücklich noth besiegen; Drum sei's auch nenne: Wenn ich weislich dar mir Beständig hier Das seligste nach trachte, Und die fündenvergnügen.sh disk pe luft verachte. 7. Gib mir immer neue fraft, licht, Deinem wort gemäß zu hanerleuchte mich, deln; Und vor dir gewissenDaß ich mich und dich erkenne; baft Auf der tugend pfad zu Daß ich voll vertrauen dich wandeln: So wird einst in Meinen gott und vater nen- jenem leben Mich ein hellres ne; Daß ich dadurch auf der licht umgeben. erde Für den himmel weise werde. Tina Gs ist das Heil uns femmen. 242. Herr, teine rechte, 2. Zuverlässig ist dein wort; dein gebot, DarLehre mich's nur recht verstehen. nach wir sollen leben, Wolft Wenn ich's forsche, hilf mir du durch deinen geist, o gott, fort, Sicher daraus einzusen's berz mir selber geben: ben: Was zu meinem heil mich Daß ich zum guten willia sei, führet, Und zu meiden, mir und redlich, ohne heuchelei, gebühret.shir Was du befiehlst, vollbringe. 3. Aber laß mich nicht allein 2. Gib, daß ich dir allein Richtig seinen finn verstehen; vertrau', Allein dich fürcht' Laß mich auch beflissen sein, und liebe; Auf menschenbülf' Den erkannten weg zu geben. und trost nicht bau'; Mich Denn sonst würd' ich bei dem darum nicht betrübe. Laß großer Liebster Jesu wir sind hier. 241. Herr, mein XVII. Vom Worte Gottes. 149 großer leute gnad' und gunst,] 8. Verleih', daß ich mich redGewalt, pracht, reichthum, wißlich nähr', Mich böser ränke und kunt Mir nicht zum ab- schäme. Dem herzen geiz und gott werden. unrecht wehr: Was mein nicht 3. Hilf, daß ich deinen gnas ist, nicht nehme. Gewinn ich denbund Aus deinem wort er was mit meiner hand, Sei es fenne; Und deinen namen nie auf arme gern verwandt; Und mein mund Ohn' herzensan- nicht auf pracht und hoffart. dacht nenne. Vergessen laß es 9. Hilf, daß ich meines nächmich auch nicht, Wie stark sten ehr zu retten, sorge trage: mich meiner taufe pflicht Zu Schmach und verachtung von deinem dienst verbindet. ihm kehr; Nichts böses von 4. Am tage deiner heil'gen ihm sage. Aufrichtigkeit regiere ruh Laß mich gern vor dich mich, Und mein gemüth enttreten; Die stunden heilig brin- ferne sich Vom lügen und vom gen zu, Mit freuden zu dir lästern. beten, Dein wort sei meines 10. Laß mich des nächsten herzenslust; Dein friede sei in haus und gut Mit unrecht nie meiner brust; Dein lob in begehren. Was mir zum leben meinem munde. nöthig thut, Das wollst du 5. An eltern, an der obrigsmir gewähren. Doch das es keit, An denen, die mich leh- niemand schädlich sei, Ich auch ren, Laß mich, o vater, jeder durch deine huld dabei, Ein zeit Dein göttlich bild vereh- ruhigs herz behalte. ren. Für ihre treu und müb 11. Gott, du bist herr; der laß mich, Auch wenn sie wer- mensch dein knecht. Ich kenne den wunderlich, Gehorsam sein deinen willen. Gern wollt ich und darkbar. ihn auch, wie es recht, In 6. Hilf, daß ich nimmer eignelheiligkeit erfüllen. Doch fühl' rach' Aus zorn und feindschaft ich wohl, was mir gebricht, übe. Verfolgt mich auch ein Und wie ich wahre tugend nicht feind mit schmach, Daß ich Vermag durch meine fräfte. verzeih und liebe. Auch jedem 12. Drum gib du mir von gern sein glücke gönn', Von deinem thron, O vater, kraft herzen segne jeglichen, Und wo und stärke. Bereite mich, o ich kann, ihm diene. gottessohn, 3um thäter guter 7. Unreine werk' der finster- werke. Dheil'ger geist, hilf niß Laß lebenslang mich mei- daß ich dich Von ganzem hers den. Ein unkeusch herz strafft zen, und als mich, Auch meidu gewiß, Auf wollust folgen nen nächsten liebe. leiden. Schaff du in mir ein Ach Gott und Herr. reines herz, Das üppigkeit und 243. Gott ist mein hort! geilen scherz Sich nimmermehr erlaube. Und auf sein wort Soll meine seele trauen. Ich K 3 wandle 150 Erste Abtheilung. wandle hier, Mein gott, vorsvorschrift ehre. Dem, was sie bir 3m glauben, nicht im verheißet, traue, Feft mein hofs schauen. fen darauf baue. 2. Dein wort ist wahr, Laß 2. Nur bei deiner wahrheit immerdar Mich seine Fräfte licht Lernen wir gott recht er schmecken. Laß keinen spott, Okennen: Ihn mit froher zuverberr, mein gott! Mich von sicht Unsern gott und vater nens dem glauben schrecken. nen. Und nach seinem heil'gen 3. Wo hätt' ich licht, Wo- willen, Unfre pflichten treu ers fern mich nicht, Dein wort füllen. die wahrheit lehrte. Gott, ohne 3. Was die weisen dieser fie, Verstünd' ich nie, Wie ich welt Vor dir nicht erforschet dich würdig ehrte. baben, Das hast du in's licht 4. Dein wort erklärt Der gestellt; Und durch deines geis feele werth, Unsterblichkeit und stes gaben Bringst du es in leben, Daß diese zeit Zur unsre seelen, Daß wir þeil ewigkeit Mir jei von dir gesund leben wählen. geben. 4. Du entdectst uns unfre 6. Den ew'gen rath; Die schuld, Und der fünde großen missethat Der sänder zu verschaden; Aber auch des höchfühnen: Den kennt ich nicht; sten huld, Und den reichthum Wär' mir dies licht nicht durch seiner gnaden; Lehrst uns, als dein wort erschienen. ler unfrer fünden Gnädige ver6. Nun darf men herz, Insgebung finden. reu und schmerz, Der sünden 5. Huldreich rufest du uns nicht verzagen. Nein, du verzu: Kommt zu mir, beschwerte zeibst, Lehrst meinen geist, Im feelen! Es soll euch zu eurer glauben, vater! sagen. rub, Nicht an trofte bei mir 7. Mich zu erneun, Mich fehlen; Wollt ihr anders von bir zu weihn; Ift meines beils mir lernen, Euch von sünden geschäfte: Durch meine müh' zu entfernen. Bermag' ich's nie. Dein wort 6. Herr dein evangelium Hat gibt mir die fräfte. viel tausend, tausend zeugen, die, 8. Herr, unser hort, Laß zu deines namens ruhm, Dankdieses wort Mir licht und freude bar ihre kniee beugen; Daß du geben; Es sei mein theil; Es noch dein wort erfülleft, Und fei mein heil; Und fraft zum der feele kummer stilleft. ew'gen legen. Liebster Jesu wir sind hier. 7. O nimm gnädig an den dank, Den ich dir voll ehrfurcht bringe. Höre meinen lobgefang, Den ich hocherfreut 244. Theuer fei mir alle zeit, Herr, mein dir singe. Du, du heilst auch heiland, deine lehre. Gib, daß mich aus gnaden Von der fünich mit folgsamkeit Treulich ihre den großen schaden. 8. Köft XVII. Vom Worte Gottes. 151 8. Köstlicher als gold sei mir, abwende, denn du bist ein ges Was dein göttlich wort mich rechter gott, und strafft gelehret. Dank, ja ewig dank wiß am ende. Erweck' uns sei dir, Für den troft, den es durch der wahrheit kraft, gewähret. Werd' ich einft zu Und was sie gutes in uns dir erhoben: Will ich würdi- schafft, Das laß uns treu bes ger dich loben. wahren. 9. Stets, so lang ich hier 5. Herr, öffne du verstand noch bin, Will ich dir zur und herz, Daß wir dein wort ehre wandeln: Täglich mit vers recht fassen, In lieb und leid, neutem finn nur nach dei- in freud' und schmerz, Es aus nem willen handeln: Soder acht nicht lassen; Daß nimmst du mich einst in schei wir nicht börer nur allein; den Auf zu deinen höhern Nein, auch desselben thäter freuden. sein; Frucht hundertfältig bringen. Sei Lob und Ehr dem. 245. Wir menschen sind 6. Geist gottes, mache selbst zu dem, o gott, uns gleich Dem fruchtbarn gus Was geistlich ist, untüchtig. ten lande: Daß wir, an guDein wesen, wille und gebotten werken reich; In unserm Ist viel so hoch und wichtig. amt und stande, Das thun, Wir wissens und verstehens was uns dein wort gebeut, nicht; Wo uns dein göttlich Und frei vom dienst der ei wort und licht Den weg zustelkeit, Des glaubens kraft bedir nicht zeiget. weisen. 2. Von jeher hast du ausge- 7. Laß uns, dieweil wir les fandt Propheten, deine knechte: ben hier, Der fünder weg verSie machten in der welt be meiden, Gib, daß wir halten kannt Dein heil und deine fest an dir, Sun wohlstand, wie rechte. Zulegt ist selbst dein im leiden. Rott aus, was eigner sohn, O vater, von des dir, herr, nicht gefällt. Hilf himmels thron Gekommen, uns uns die sorgen dieser welt, zu lehren. Und böse lüfte dämpfen. 3. Für solches heil sei, herr, 8. Erhalt uns dein wort gepreist! Laß uns dabei ver- klar und rein, Und laß es bleiben. Und gib uns deinen unsern füßen Ein licht auf unguten geist, Daß wir dem sern wegen sein. Hilf, daß worte gläuben; Daß wir's an- wir draus genießen Kraft, rath nehmen jederzeit Mit ehr- und trost in aller noth, Daß furcht, treu und willigkeit; wir im leben und im tob Bes Als gottes; nicht der men- ständig auf dich trauen. schen. 9. Es müsse sich vor deis 4. Hilf, daß der frevler fre- ner ehr, Gott vater, weit cher spott Uns nicht vom wort ausbreiten. Hilf, jesu, daß 4 uns 152 Erste Abtheilung. uns deine Lehr' Erleuchten in uns wirken immerfort mög' und leiten. Dheil'ger Lieb', hoffnung, troft und geift, dein göttlich wort Laß glauben. XVIII. Von der Taufe. 4. Ja, hilf bu selbst uns chri allen, In deinem willen stets stenthume, Sind beruhn, Und, dir zum wohlwir auch dir, o gott, geweiht, gefallen, Nach deines sobnes Nur dir zum preis und ruhme lehre thun. Du wirst in dies 3u führen unsre lebenszeit; sem leben, Wie du bisher geUns deiner vaterliebe In chrifto than, Uns, was wir brauchen, zu erfreun; Und deines gei- geben. Verleib' uns auch nur ftes triebe Gehorsam ftets zu dann Die beste deiner gaben; sein; Damit wir schon auf Daß wir durch jesum christ erden, Noch mehr in jener Theil an dem erbe haben, Das welt, Des glücks theilhaftig unvergänglich ist. werden, Daß nur der christ Wer nur den lieben Gott. erhält. 247. Jd bin getauft nach 2. Wie viel bat deine gnade;" jesu lehren Dich, An uns, von jeher, gott, ge- vater, deinen sohn und geist, tban! Auf diesem pilgerpfade So zu bekennen und zu ehFing laum sich unsre wohl ren, Daß herz und mund und fahrt an: So gabst du schon that dich preift; Und dann uns armen Am reiche chrifti bes glücks, ein chrift zu theil; Und brachst uns aus er sein, Mich hier und ewig zu barmen, Die bahn zu seinem erfreun. heil. Du schafftest unsern sees 2. Durch diese stiftung deilen Früb schon gelegenheit, 3u ner gnade Ward jedes recht kennen und zu wählen Den der christen mein. Du weib weg zur seligkeit. teft mich in diesem bade Zu Nun lob meine Seel' den. 246. Geweibt zum 3. Herr, auch für diese güte deinem find und erben ein; Gebührt dir unser lobgefang. und thateft in der folgezeit Mit freudigem gemüthe Bringt An mir noch mehr barmhers unser berz dir preis und dank; zigkeit. Daß du uns durch die tause 3. Du öffnetest mir das ver3 christen haft geweiht, Und ständniß Durch deines sobnes uns zum tugendlaufe Mit dei- lehr' und geist, Durch sie genem licht erfreut. Gib, daß langt ich zur erkenntniß, Wie wir oft ermessen, Was uns man dich würdig ehrt und dein wort verspricht, Und straf- preist; Und welches heil dein bar nie vergessen, Die dir gnäd'ger rath Dem, der dich gelobte pflicht. ehrt, bereitet hat. 4. Daß 200 X VIII. Von der heiligen Taufe. 153 4. Daß nicht, von leicht- dich, um dein zu sein, Vater, finn hingerissen, Undankbar dich sohn und geist getaufet, Des mein herz vergaß: Erinner- sen soll mein herz fich freun, test du mein gewissen An Ewig, ewig bin ich dein. seine pflicht ohn' unterlaß; 2. Welch' ein göttlicher ges Und wecktest mich zum tugend- winn, Daß ich durch der taufe lauf Durch deine wahrheit gabe Gottes kind und erbe bin. mächtig auf. Daß ich ihn zum vater habe! 5. Gelobt, mein gott, sei Heilig, heilig, will ich sein. deine liebe, die mir noch eb Ewig, vater, bin ich dein! ich dich gekannt, Aus freiem väterlichem triebe, Schon so noch Brach ich oft den bund 3. Ich gelob' es, und den viel gutes zugewandt! Wie der taufe; Kämpfte schon und huldreich haft du mein gedacht, wurde doch Schwach im kampf Und für mein wahres wohl und matt im laufe, Dennoch gewacht! 6. Wie sollt ich dich denn will noch mein vater sein. will noch jesus mein, Gott nicht verehren, Und dir ein dir! herz voll liebe weihn? Nicht 4. Dies, o gott, versprachst gern auf deine stimme hören, du mir: Das bat jesus mir Und findlich dir gehorsam sein? verheißen. Und ich sollte, fünde, Was dich entehrt, sei fern von dir, Dir, o welt, mich nicht mir. Geheiligt sei mein leben entreißen? Ja, ich will's, ich will nicht dein, Ich will meis 7. Oftebe nur mit deinem nes gottes sein! geiste, Wie du verheißen hast, 5. Jesum,( dem ich bin ge mir bei; Daß ich, was ich tauft, Bin von ihm so hoch versprech, auch leiste, Und erhoben, Bin ihm durch sein treulich dir ergeben sei! Und blut erkauft) Jesum foll mein fehl' ich, so verwirff mich leben loben, Jbm will ich( denn nicht, Mein gott, vor deinem ich bin sein) Meine ganze seele angesicht. weihn. 8. Erwecke mich durch deine 6. Wachen will ich, flehn gnade Zum fteten ernst der um fraft, Daß ich stets auf besserung! Und leite mich auf seinem wege, Heilig und ges fichrem pfade Des glaubens wissenhaft Und im glauben, und der heiligung. Gott mei- wandeln möge. Und er wird nes heils, sei ewig mein, mir kraft verleihn, Treu bis Und laß mich stets dein eigen in den tod zu sein. fein! 7. Höre mich, denn ich Jesus meine Suversicht. bin dein, Theuer dir, mein 248. Ewig, ewig bin ich gott, erkaufet, Bin auf dich, dein Theuer dir, um dein zu sein, Bater, sohn mein gott erkaufet! Bin auf und geist getaufet. Ewig, ewig & 5 154 Erste Abtheilung. ewig, laß mich dein, Ewig lasjein christ dir angehört, Dies mich selig sei. glück mach' künftig ihnen werth! Bei einer Taufhandlung. Nach der Taufe 1.) eines Kindes. Vor der Taufe M. Nun lob meine Seel' den Herrn. 1.) eines Kindes. 249. Du wiesest, jesu, 250. Geweibt zum christenthume, Ist dienicht die kleinen, ses find nun gott geweiht! Die dir die eltern brachten, Erzieh' es dir zum ruhme, ab; Erkanntst auch finder für Du vater der barmherzigkeit! die deinen, Und fabst voli Verlängert deine liebe Sein huld auf sie berab! Laßt, leben: so verleih', Durch deis sprachst du: lasset sie zu mir, nes geistes triebe, Daß es Und wißt, das himmelreich ist dir immer treu, Den hohen ihr. werth der tugend Schon früh 2. Dir sei auch dieses kind empfinden lern'. Es ziere seis empfohlen, Dir, dessen treu ne jugend Die selge lust am unwandelbar! Wir bringen's, herrn. wie du selbst befohlen, Dir jeßt 2. Auch wir sind gott ges in deiner taufe dar! Ach segne weihte Durch unsre taufe: der es, herr jesu christ, Der dusgedank' Ermuntre uns noch der taufe stifter bift! heute Zu einem neuen lobges 3. Laß durch dies fiegel dei- fang. Erweck' uns zum vers ner guade Sein christenrecht trauen, Mit findlich frohem bestätigt sein: Und weihe es sinn, Gen himmel aufzuschauen, in diesem bade Zum erben Zu unserm water bin; Er deines himmels ein; Und daß weck' uns, zu ermessen, Was ein christ dir angehört, Dies uns sein wort verspricht; Und glück mach' künftig ihm recht nimmer zu vergessen Der ihm werth. e gelobten pflicht. non 2.) mehrerer Kinder. 2.) mehrerer Kinder. Herr, der du selbst die tauf Geweiht zum christenthume befohlen, Dir, dessen treu Sind diese finder gott ges unwandelbar; Dir sein' die fin- weibt! Erzieh sie dir zum der hier empfohlen! Wir brin- ruhme, O vater der barmhergen sie der taufe dar. O segne zigkeit! Verlängert deine liebe fie, herr jesu christ, Der du Jhr leben: so verleih', Durch der taufe stifter bist! deines geiftes triebe, Daß je 2. Laß durch dies fiegel dei- des, dir recht treu, Den boner gnade hr Christenrecht hen wertb der tugend Schon bestätigt sein; Und weiße sie froh empfinden lern'. Es ziere in diesem bade zu erben bei ihre jugend Die fel'ge lust am nes himmels ein; Und daß herrn. XIX, Bom 155 XIX. Vom heiligen Abendmahl. Empfindungen solcher Kommunikanten, die von nun an als rechtschaffene Christen denken und handeln wollen. Bei der Vorbereitung zulwiß nicht schade; Daß ich Hause und in der Vers durch deinen kreuzestod Ents sammlung. fündigt, uns versöhnt mit gott, Ein erbe sei des lebens. Mel. Nun freut euch lieben. 215. J will das abend6. Wie werd' ich denn, der mahl des herrn, fünde feind, Dich mein erretter Des mittlers, heut' empfaben: lieben! Wie ernstlich mich, mit Von allem weltgeschäfte fern, dir vereint, In frommen thaWill ich zu ihm mich nahen. ten üben! Wie werd' ich dir Otag, wie heilig bist du mir! mein lebenlang Für deine liebe Wie soll ich meine seel an dir preis und dank, mein vers Zu meinem gott erheben! föhner, bringen! 2. Nicht die gewohnheit treibt 7. Ich steh' vor deinem anmich hin; Nicht der betrug der gesicht. Du siehst, daß ich nicht sünde: Daß auch ein laster- lüge. Du siehst auch, daß hafter sinn Blos dadurch gnade mein herz sich nicht Mit vorfinde. O herr, erhalt' von saß selbst betrüge: So komm heuchelei Mich allzeit unbe ich denn mit freudigkeit, Voll fleckt, und frei Von luft zur hoffnung meiner seligkeit, Zu übertretung. deinem abendmahle. 5. Bekennen will ich's öf- 8. Omeine seele, denke nach: fentlich: Dein sterben sei mein Wie sündlich war dein leben! leben! Dir, mein erlöser, hab' Durch wessen leiden, wessen ich mich Zum eigenthum erge- schmach hat gott es dir geges ben. Ich will, so lang ich ben! Was bist du dem, der lebe bein, Und deiner liebe so dich liebt, Daß er für dich mich erfreun; Mich sterbend sein leben gibt, Für seine liebe deiner trösten. schuldig? o 4. Demüthig will ich meine Gs ist gewißlich an der Zeit. schuld Vor meinem gott geste 252. I preise dich, hen. Und, überzeugt von seis berr, mein beil, ner huld, Zu ihm um gnade Für deine todesleiden:" Hab flehen! Ich will mit göttlichem ich an ihren früchten theil: vertraun Nach deinem freuz, o Was fehlt dann meinen freujesu, schaun, Und fröhlich gnade den? Du warst ein opfer auch hoffen. für mich, gib, daß meine 5. Dein leib und blut ver- se ele sich Des ewig freuen sichre mich Von dieser deiner möge. gnade: Daß meiner fünden 2. Du läsfest mich in deinem schuld durch dich Mir nun gestod Das wahre leben finden. Fr 156 Erste Abtheilung. Erlösung aus der größten noth, lößten geist Zu deiner freude Vergebung aller fünden; Ge- fühbret. wissensruh; zur beff'rung kraft; 8. 3u meinem heile haft du Das hast du, herr, auch mir dich Für mich dahin gegeben; verschafft, Da du am kreuze Dein abendmahl erwecke mich starbest. Mit ernst darnach zu streben. 3. Dein abendmahl ist mir Herr, mache mich dazu geein pfand Von dieser großen schickt Und werd' ich einst der güte. Wie viel hast du an welt entrückt: So sei dein tod mich gewandt! O stärfe mein mein leben. gemüthe Zum glaubigen verSchmücke dich o liebe Seele. traun auf dich, Daß ich, so 253. Schicke dich, erlöfte lang ich lebe, mich An deine gnade halte. feele, Glaubig, nach des herrn befehle, Seis 4. Sch fühle, herr, voll reu' nen mittlerstod zu feiern; Deiund schmerz Die last von meinen dank ihm zu erneuern. nen sünden. Laß mein vor Auch für dich hat er sein ledir gebeugtes herz Den großen ben In den bängsten tod gegetroft empfinden: Daß du, aus ben: Dir auf zeit und ewiggottes vaterhuld Auch mir ver- feiten, Heil und wohlfahrt zu gebung meiner schuld, Auf buße bereiten. haft erworben. 2. 3um genusse seiner gna5. Den troft den mir dein den Wirst du von ihm eingetod verschafft, Werd' ewig mir laden. Eil ihm bemuthsvoll zum segen; Er stärke mich mit entgegen, Und nimm theil an neuer kraft Auf allen meinen seinem segen. Komm, getrost, wegen: Nur das zu thun, was es ist sein wille; Komm, und dir gefällt, Und alle furcht und schöpf aus seiner fülle Neuen luft der welt, Standhaft zumuth und neue triebe, Zur überwinden. verehrung seiner liebe. 6. Wie soll ich die barm- 3. Herr, ich komme mit vers herzigkeit, Die du mir thust, langen, Glaubensstärkung zu ermessen? Gib, daß ich sie zu empfangen; Der du huld. keiner zeit Undankbar mag ver- reich deinen frieden Sterbend gessen; Daß ich, aus ächter auch mir haft beschieden. Hier gegentreu, Ganz deinem dienst fall ich zu deinen füßen; Laß ergeben sei, Und dir zu ehren mich würdig doch genießen. lebe. Deines mahls, der seelen7. Laß deines leidens großen speise, Mir zum heil und dir zwed Mir stets vor augen zum preise. stehen. Nimm alle hindernisse 4. Dwie sehnt sich mein weg, Die ebne bahn zu gehen, gemüthe, Menschenfreund, nach Die mir dein heilig vorbild deiner güte! Ewig währet deis weist, und die einst den er- ne treue, Und du siehst mein herz XIX. Vom bheiligen Abendmabl. 157 Herz voll reue! Ach, so wollst neuet! Ganz sei dir mein herz du meinen zähren Deine trö- geweihet! Wie du hier gelebt, stung auch gewähren: Meiner zu leben, Will ich täglich mich sünden nicht gedenken, Und mir bestreben! Dir gelob ich, deine deinen frieden schenken! glieder, alle menschen, meine 5. Ja, ich hoff auf deine brüder, Immer mit den reingnade, Daß sie mich der schuld sten trieben, Immer, wie mich entlade, Und mit neuer fraft, selbst, zu lieben. zum werke Meiner heiligung, 3. Ich gelobe dir von hermich stärke. Was du, da du zen, Meiner brüder noth und für uns starbest, Jedem, der schmerzen Täglich brüderlich zu gott sucht, erwarbeit; Seelen- lindern; Elend, wo ich kann, ruh und ew'ges leben, Wirst zu mindern; Ich gelobe dir du mir gewiß auch geben. mit freuden, Auch das unrecht 6. Deiner will ich stets mich still zu leiden; Ungeduldig nie freuen, Ganz mich deinem dienste zu flagen; An dir niemals zu weihen: Nur nach deinem wil- verzagen. len leben; Und dich dankbar 4. Was du hasseft, will ich froh erheben. Deine huld ist bassen, Ganz von dir mich leis unermeßlich: Herr, sie sei mir ten laffen; Nie mit vorsag dich unvergeßlich; Daß ich dich auf betrüben; Alles, was du liealle weise Herzlich lieb' und best lieben. Zwar ich kenne thätig preise. meine schwäche, Jesu, da ich 7. Du, dem die verklärten dies verspreche; Morgen hab' schaaren, Die, wie ich auch ich oft gebrochen, Was ich heute schwache waren, Ewig dank dir versprochen. und jubel singen, Daß sie hier 5. Darum bilf du mir und dein heil empfingen. Laß auch stärke Mich zu jedein guten mich einst dahin kommen, Daß werke. Du allein fannst mich ich mich mit allen frommen erlösen Von versuchungen zum Ewig deiner huld erfreue, Und bösen. Hilf, den erfen reiz dir meinen jubel weihe. zu fünden, Eh' er stark wird überwinden; Laß mich ihre fol254. Herr, ich falle vorgen schrecken; Und der unschuld dir nieder, Danke freuden schmecken. In voriger Melodie. dir und singe lieder, Dir, o Ein Lämmlein geht. tilger meiner fünden, Wer 255. Jch komine, herr, fann deine lieb' ergründen? und suche dich Meine schulden willst du decken; Mühselig und beladen. D Willst mich todten auferwecken; mein erbarmer, würd'ge mich Willst ein ewig felig leben Des siegels deiner gnas Mir, wenn ich dir glaube, den. Ich liege hier vor deigeben. nem thron, Sohn gottes und 2. Nun so sei der bund er des menschensohn, Mich deis ner 158 Erste Abtheilung. ner zu getrösten. Ich fühlesund leben zu empfahen, Laß meiner fünden müh'; Ich suche würdig uns zum heiland naruh', und finde sie Im glau- hen; Und sprich uns los von ben der erlöften. sünd' und tod. Laß uns getreu 2. Dich bet' ich zuversichtlich dir sein, Und führ uns endlich an. Du bist das heil der sün- ein, In dein Leben. Der weg der; Hast ihre schulden abge- ist schmal, Bereit uns all Zu than; Und wir sind gotteskin- deinem großen abendmahl. der. Ich denk' an deines lei- Bei der Kommunion. dens macht und an dein wort: Jesu deine tiefe Wunden. es ist vollbracht! Du haft mir 257. Voller ehrfurcht heil erworben. Für mich haf dank und freudu dich dargestellt; Mit sich den Komm ich, herr, auf dein versöhnte gott die welt; Dogebot zu dem denkmal deiner du für sie gestorben. leiden, Und gedenk an deinen 3. So freue dich, mein herz! tod. Mittler, der du für mich in mir! Er tilget meine fünftarbft; mir ein ewig heil ers den: Und läßt bei seinem mable warbst; Dir zur ehre stets zu hier Mich gnad' um gnade leben, Sei mein eifrigstes bes finden Er hört der reue sehnstreben. lich flehn; Will gern mich frei 2. Ich empfind' es jetzt auf's und glücklich sehn; Will mir neue, Was ich dir herr, schuldig die schuld vergeben. Nur soll bin. Du du gabst mit großer ich dem, der für mich starb, treue, Ganz dich mir zum dienste Und mir so großes heil erwarb, bin; Wiesest mir den weg zu Von ganzem herzen leben. gott; Und ertrugst den schwer4. Ja, herr, mein glück ist sten tod: Mir im leben und dein gebot; ich will es treusim sterben Sichre tröstung zu erfüllen. Verleihe mir durch erwerben. deinen tod Die kraft zu diesem 3. Durch dich ist zu gottes willen. Laß mich von nun an gnade Freier zutritt, und die eifrig sein, Mein ganzes leben kraft, Auf der tugend sel'gem dir zu weihn, Und deine huld pfade Feft einher zu gehn, verzu preisen. Laß mich den ernst schafft. Und du rufft auf's der heiligung, Durch eine wahrei neue mir Durch dein nachtbesserung, Mir und der weltimahl, daß ich hier Theil an beweisen. deinem segen nehme; Und mich deiner niemals schäme. Unmittelbar vor der Kommunion. Wache auf ruft uns. 4. Sollt ich, jesu, denn vergebens Diese deine huld em256. Herr, du wollst uns pfahn? Nicht zur beßrung meivorbereiten, Zunes lebens mich zu deinem deines mables seligkeiten. Sei tische nahn? Ja mit neuem mitten unter uns, o gott! Heillernst will ich mich für fünden scheun XIX. Vom heiligen Abendmahl. 159 scheun, und dich, Durch ein dir Das ganze volk der christengeheiligt leben, Mit vermehr- beit Wohlthätig eingeladen. Du tem fleiß erheben. ben 1 ruf'st: mübsel'ge kommt zu mir! 5. Diesen vorsaß, den ich Ich komme, heiland! ja, zu babe: Thätig dankbar dir zu dir Erbeb' ich meine seele. sein, Präg' ihn jesu, bis zum Entzeuch' mir deine gnade nicht; grabe, Tief in meine seele ein. Sei auch mein troft, mein heil, Gib mir kraft, ihn zu voll- mein licht. Du siehst, wie oft ziehn; Lehre mich mit vorsicht ich fehle. fliehn, Was ihn könnte bei mir 2. Sa, meiner schulden sind schwächen; Was mich reizt, weit mehr, Als ich vermag zu ihn gar zu brechen. zählen. Ich fühl' es wohl und 6. Laß mich über alles schägen leide sehr, Vor unruh' meiner Dein mir theu'r erworbnes seelen! Doch du bist meine zu heil; Und nie, aus den augen versicht, Verlaß mit deinem segen; Wie nur der daran hat trost mich nicht Du fiebeft thell, Der auf deine stimine meine reue Erbarmer, nimm hört, Mit gehorsam dich versie gnädig an, Du bist's, der ehrt, und in deinem dienst helfen will und kann, Daß sich auf erden Immer besser sucht mein berz erfreue. zu werden. 3. Nach deinem trofte sehn 7. Geh' mir, wo ich bin ich mich, Gebückt vor dir im und wandle, Immerfort mit ftaube! Dein tröst ich mich und hülfe nachy, daß ich als ein nur auf dich, Erlöser, hofft christ stets handle, Und wird mein glaube. Gebeugte willst ja mein glaube schwach: O so du nicht verschmäbn; Versprichst hilf mir liebreich auf Daß den schwachen beizustehn, Die ich in dem tugendlauf Nimmer nach der beßrung trachten. wanke, nie ermüde! So er- Stets bleibst du deinen worten quicke mich dein friede. treu, Und wirst ein glaubig 8. Ewig will ich dir es dan- berz voll reu, Auch meines, ken, Daß du so barmherzig nicht verachten.dni lije bist, Daß auch, wenn wir 4. Regiere nun auch fünf sawache wanken, Deine treu tig mich, Daß ich vorsichtig beständig ist. Herr, ich hoff' handle: Und heilig, voll veres froh und fest: Daß fie mich traun auf dich, Nach deiauch nicht verläßt; Zu des nem willen wandle. Gib, daß himmels feligkeiten Wird sie aus dank für deine buld, In mich gewiß auch leiten. horliebe, glauben und geduld, Ich dir auf erden lebe; Bis ich) Mel. Ein Lämmlein geht und. dereinst in deinem reich, Ver258. Du, berr, bast aus flärt unsterblich, engeln Dich ewig fröh erfor he barmherzigkeit, gleich, 3um denkmahl deiner gnaden hebe. Herz 160 Erste Abtheilung. M. Herzlich lieb hab' ich dich. So dien ich voller freuden 259. Gelobt seift du, berr dir. unser gott, Ge- 4. Zur weisheit und gerechlobt für unsers mittlers tod, tigkeit; Zur heiligung und se Der uns das heil erworben! ligkeit, Bist du mir außerseWie hoch haft du auch mich hen. Auf diesen herrlichsten geliebt! Er, der uns ew'ges gewinn Laß mich treu richten leben gibt, Ist auch für mich meinen sinn, Mein streben und gestorben. Mein ganzes herz mein fleben: Mein heiland, frobleckt in mir. O vater, ich zieh mich ganz zu dir, Ja lobsinge dir. Gib, daß ich je- durch den glauben wohn in den tag auf's neu Mich dei- mir: So nimmt in mir die ner vaterhuld erfreu. Gott mei- seelenrub, Und meines herzens nes heils, Sei ewig mein, Sei bess'rung zu Mein herr und ewig inein, Und laß mich dir gott! Verlaß mich nicht, Verrecht dankbar sein. laß mich nicht! Nur du bist 2. Voll froßer chrfurcht beug' meine zuversicht. ich mich Vor dir, sohn gottes, 5. Zu deinem himmel hilf der du dich Für mich dahin ge- du mir. Der freuden fülle ist geben. Es komme mir nie aus bei dir; Laß mich sie einst gedem sinn, Wie viel ich dir, nießen Belebe mich mit muth berr, schuldig bin. Dein tod und kraft, So meine ganze bringt mir das leben Durch pilgrimschaft zu führen und deines opfers ew'ge kraft Haftlzu schließen; Daß mir dein duo herr, auch mir verschafft, jwort stets heilig sei; Daß ich Was mich vor dem verderben bis in den tod dir treu; Mit schüßt; Was meinem geiste freuden thu', was dir gefällt; ewig nüßt. Herr jesu chrift, Und dich auch ehre vor der Wie liebst du mich! Wie liebst welt. O herr, mein heil, Sei du mich! Gib, daß ich ewig tets mit mir, Sei stets mit liebe dich. Us mir! So komm ich einst ge3. Mit inbrunst fleh' ich, wiß zu dir. herr, zu dir: Befördre du Gott dessen Allmacht sonder Ende. doch selbst in mir Ein glau- 260. Hier bin ich, jeſu, biges gemüthe. Mich dürftet zu erfüllen, Was gleich dem dürren land, Beidu in deiner leidensnacht, Nach deiner liebe unterpfand, Nach deinem gnadenvollen willen, deiner großen güte. Ich fühle Zur pflicht und wohlthat mir wohl, was mir gebricht. Ogemacht. Verleih zur übung stärke meine zuversicht: Daß dieser pflicht, Mir deines geis du auch mein versöhner seist, stes kraft und licht. Und mich vom ew'gen tod be 2. Es werde mir für mein freist. Herr, dieser trost Sei gewissen Dein mahl, ein tröst fest in mir! Sei fest in mir! lich unterpfand, Daß ich; der 161 XIX. Vom heiligen Abendmahl. der sündenschuld entrissen, 8. Es stärke sich in mir der Durch dich bei gott vergebung glaube: Daß meine seele ewig fand: So freuet meine seele lebt; Und daß einst aus des sich In deinem heil und lobet grabes staube Mich dein alldich. mächt'ger ruf erhebt; Wenn du 3. Bewundernd denk ich an dich, großer lebensfürst, Den die liebe, Womit du unser heil völkern sichtbar zeigen wirst. bedacht: Wie stark sind deines 9. Im geist lieg ich zu dels mitleids triebe, Die dich bis nen Füßen Mit dank und lob, an das kreuz gebracht! Es gebet und flehn, Laß neue mache, herr, dein todesschmerz gnade auf mich fließen. Mein Jest neuen eindruck auf mein beiland, laß es dow geschehn, herz. Daß mir, zur stärkung meis 4. Laß mich mit ernst die ner treu, Dein abendmahl ges sünde scheuen, Für welche du, segnet sei. erlöser, starbst; Durch schnöBor beinen Chron. den mißbrauch nie entweiben, 261. O jesu christi, gots Was du so tbeuer mir erteslamm, Der warbst, Nie führe mich zur du aus lieb am freuzesstamm, ficherheit Der trost, ben mir 3ur tilgung meiner fündenlaft, dein tod verleiht. Den schwersten tod erbuldet 5. Ich übergebe mich auf's haft! ueue, D du, mein herr und 2. Ich komm zu deinem abends gott, an dich. Ich schwöre mahl; Gebeugt durch manchen dir beständ'ge treue Bei dei- fündenfall: Doch meines her. nem mable feierlich. Deinzens zuversicht Steht, herr, zu eigen will ich ewig sein. Du dir, verwirf mich nicht. starbst für mich, drum bin ich 3. Du bist der arzt, der seebein. len heilt; Der reuerfüllten troft 6. Nie will ich mich für je- sertheilt; Und zur rechtschaffnen mand schämen Der ehre, die heiligkeit Den schwachen muth man bir erweißt; Mich nie zu und fraft verleiht. einem schritt bequemen, Den 4. Darum, herr jesu, bitt mein gewissen fündlich heißt. ich dich, von meinen sünden O flöße mir den eifer ein, Wie heile mich. Mach in mir das du, o berr, gesinnt zu sein. gewissen rein, Und laß mich 7. Laß mich mit ernst den ganz dein eigen sein. nächsten lieben, Und wenn er 5. Erleuchte durch dein wort strauchelnd was versieht, Ver- mein berz, Und richt es zu dir föhnlichkeit und fanftmuth üben, himmelwärts; Daß glaubensAus wirklich christlichem ge- voll und dankbarlich, Ich deimüth; Stets eingedenk der schul- ner lieb erinnre mich. denlast; Die du mir, herr, 6. Gib, daß ich's mir zum erlaffen hast. heile thu; Zur fördrung meis net 162 Erste Abtheilung. ner jeelenrub; Zar stärfung 2. Herr, du haft auch mir in der heiligung, Und wahrer bereitet, Was zum wahren lebens besserung. wohl mich leitet; Licht, den 7. Tilg alle laster aus in weg des heils zu finden; Trost mir; Mein herz mit glaub bei dem gefühl der sünden; und liebe zier; Und was sonst Kraft der beßrung nachzujaist von tugend mehr; Das gen; Muth, des lebens last pflanz in mir zu deiner ehr. zu tragen; Und die Hoffnung. 8. Gib mir, was meiner seele beßrer zeiten, In dem reich müßt, Und mich für dem verder ewigkeiten. derben schüßt; Du bist mein 3. Ja, du willst mit deiner heil, laß mich mit dir Verei- gnade Selbst mich auf dem lenigt bleiben für und für. benspfade, Zum genuß der se9. Du bist's, der in uns ligkeiten, Die du mir erworgutes schafft: Ach stärke mich da- ben, leiten. Du, du willst zu mit fraft; Damit ich glück- mich bessern, trösten; Und zum lich welt und fünd', Jm glau- erbtheil der erlöften; Zu des ben an dich, überwind. himmels herrlichkeiten, Folg' 10. Dein freue meine feeleliay dir nur, vorbereiten. sich. Mein ganzes leben preise 4. Nun so sei der bund erdich Den guten vorsag, den neuet: Ganz sei dir mein herz ich hier Erneure, mache fest geweihet. Täglich will ich mich in mir. under bestreben, Nur nach deinem 11. Gib, daß ich treu fei wort zu leben. Was du liebst, meiner pflicht; Und mich nach will ich auch lieben! Ernstdeinem willen richt: So bring' lich mich im guten üben; ich chriftlich und in rub, Auf Was du hasfest, will ich has erden meine tage zu. sen; Stets von dir mich lei12. Bis du mich, o du le- ten lassen. bensfürst, In deinen himmel 5. Doch, ich fühle meine nehmen wirst; Daß ich dabei schwäche, Jesu, was ich dir dir ewiglich In deiner güte verspreche: Ach, wie leicht ist freue mic). das gebrochen, Schneller oft, Schmücke dicho liebe Seele. als ich's versprochen! Darum 262. Jefu, freund der men- särk in mir die triebe, Dank schenkinder, Der befließner gegenliebe; Daß ich, du dich zum heil der fünder, bis ich einst erkalte, Treu dir Von des bimmels hohen freu- sei und glauben halte. den, zu den bängsten todes: 6. Hilf mir wider alles streileiden, Willig haft berabge- ten, Was von dir mich will laffen: Ber fann dein erba verleiten. Auch den slärksten men fassen? Tief gerührt von reiz zur sünden Hilf mir glücksolcher güte, Preist dich dank- lich überwinden; Daß ich hier bar mein gemüthe. Iftets im gewiffen Deinen fric den XIX. Vom heiligen Abendmahl. 163 den mag genießen; Und der der dich liebt! Shm ist's ein einst, auch überm grabe Theil pfand der seligkeit, Ein siegel an deinem segen habe. der gerechtigkeit. 7. O wie will ich dich er- 7. Ach wie so reich ergießet heben, Wenn du mich im hö- sich Hier meines gottes lieb hern leben, zu den freuden dei- in mich! Hier schmeck ich, voll ner frommen( Herr, ich hoff zufriedenheit, Des besten vaes) läsfest fommen! Da, da ters freundlichkeit! wird mich nichts mehr fören, 8. Wie feurig du, mein jesu, Dich auf's innigste zu ehren; liebst, Bezeugt dies pfand, das Da, da werd' ich frei von du mir gibst. Nichts scheidet sünden, Deinen frieden ganz ferner dich und mich. empfinden. Mich liebest du, ich liebe dich. D Jefu Ghrift mein's. 9. Ja, berr, dich lieb ich 263. Herr, der du wil- unverrückt, Wenn fünde lockt; lig als ein lamm wenn fummer drückt; VerAm martervollen kreuzes stamm, schmachtet leib uud seele mir; Beschwert mit unsrer fünden. Doch lieb ich dich, Und bleib last, Dich selbst für uns ge- in dir. opfert baft. 10. Herr, dieses heil'gen mahs 2. Hier fei'r ich deinen mitt- les fraft Stärk mich in meiner lertod; Hier nährst du mich jpilgerschaft, Den feinden treu mit himmelsbrod; Hier ist das zu widerstehn, Die mir nach unschäßbare gut, Das du mir meiner seele stehn. gibst, dein leib und blut. 11. Es fleuret allem stolz 3. O liebe, welcher feine und neid; Vermehret lieb und gleicht! O wunder das keinjeinigkeit; Gibt troft, der nie mensch erreicht! Mir unbe- das herz verläßt, Und macht greiflich; und doch wahr; Du den guten vorsatz fest. fagst es, und dein wort ist 12. Nun, jefu, führ ibn flar. selbst zur that, Und leite mich 4. O gottmensch, bilf mir, nach deinem rath: So bring' daß ich ja Mit tiefster ehr- ich in gelasfner ruh, Die tage furcht dir mich nab. O herr, meiner wallfahrt zu. mein mund empfabe nicht 13. Und wenn du mich, du Dein heilig mahl mir zum lebensfürst, Zur seligkeit einst gericht. führen wirst: So nehm ich 5. Herr, deinen liebesvollen noch vollkommner theil An deitod Verkündigen, ist dein ge- nem uns erworbnen beil. bot. So preise denn mein gan Nach der Kommunion. zes herz Dich jetzt für deinen m. Gott sei gelobet und gebened. todesschmerz. 264. Herr fei gelobet, daß du haft dein gibt Dein leib und blut dem, leben Für uns fünder binge6. O wie so großen segen 22 geben! 164 Erste Abtheilung. geben! Stärk' unsern glauben;] 6. So soll denn weder spott ;| Deine himmelsspeise Heilige uns noch leiden! Noch ehre, gut dir zum preise. Erbarm dich und lust der welt Mich, herr, unser! von deiner liebe scheiden, Die Wer nur den lieben Gott läßt. selbst im tode mich erhält. Du 265. Dant, ewig dank bist und bleibest ewig mein; O sei deiner liebe, laß mich deiner würdig sein. Erhöhter mittler, jesu christ! Gib, daß ich deinen willen Nun freut euch lieben. übe, Der du für mich gestor- 266. Halt im gedächtniß ben bist; Und laß die größej deiner pein Mir gedanken sein; jesum chrift, D immer in seele, der auf erden Bom hims melsthron gekommen ist, Ein 2. Wie kann ich dich genug heiland dir zu werden. Vererheben! Ich, der ich zorn und giß sein nicht, denn dir zu tod verdient; Ich soll nicht fier- gut Verband er sich mit fleisch ben, sondern leben: Weil du und blut. Dank ihm für diese mich selbst mit gott verföhnt.liebe! Du, der gerechte, starbst für 2. Halt im gedächtniß jesum mich. Wie preis ich, herr, christ, Der für dich hat gelitwie preis ich dich! ten; Da er am freuz gestor3. Heil mir! mir ward das ben ist, Hat er dir heil erstritbrød gebrochen; Ich trank berr, ten. Errettung von der sündeines bundeswein Voll freude dennoth Erwarb er dir durch hab' ich dir versprochen, Dir, feinen tod. Dank ihm für diese treuster jefur, treu zu sein. Ich liebe! schwör' es nun noch einmal 3. Halt im gedächtniß jesum dir. Schenk du nur deine christ, Der von dem tod ergnabe mir! standen;. Und izt zur rechten 4. Laß, herr, mich dankbar gottes ift, Er hat von todesflets ermessen, Die mir zu gut banden Auch dir befreiung ausertragne last; Und deiner liebe gemacht; ew'ges leben nie vergessen, Die du an mir wieder bracht. Dank ihm für bewiesen hast. Laß meinen glau- diese liebe! Und ben thätig sein; Und mir zum 4. Halt im gedächtneß jesum guten fraft verleihn. chrift! Er wird einst wieders 5. Hilf mir das böse über- kommen, Zu- richten was auf winden; Und stärke mich zuserden ist, Die fünder und die jeder pflicht. Bewahre mich frommen. Drum sorge, daß vor neuen sünden. Verlaß mich du denn bestehst; Und mit ihm. in versuchung nicht; Uud dein in den himmel gehst; Ihm ewigfür mich vergognes blut lich zu danken. Schenk mir im todeskampfe 5. Mein heiland, den der muth. himmel preift, Dich will ich ewig XX. Von der Christlichen Kirche. 165 ewig loben. O stärke dazu vermehr in mir Des glauben s meinen geist, mit neuer kraft kraft, auf daß ich dir mit von oben. Dein abendmahl neuer treue diene. XX. Von der christlichen Kirche. 267. 1. Ihre Sicherheit unter nicht trauen! Und auf dein Gottes Schuß. wort gewissenhaft Fest seine Allein Gott in der Höh' set. hoffnung bauen! Dein heil ist jeſu, licht und heil unser höchstes gut. Hilf, daß der welt, Der du wir stets mit frohem muth, in diesem leben Dein wort, Dich vor der Welt bekennen. das gottes rath enthält Zur 6. Zwar kämpfen wir noch leucht uns haft gegeben: Du manchen streit Auch mit uns bist der Herr der christenheit, jelbst auf erden: Doch werden die du in dieser pilgerzeit, zur vollkommenheit auch wir ers Dir aus den menschen sammleft. hoben werden. Dann endet Herzliebster Jefu was. 2. Sie willst du, als dein sich der deinen müh'; Dann eigenthum, Zur wahren weis- kröncst und belohnst du sie, heit leiten; Und durch dein Obn' end' mit preis und ehre. und evangelium Zur seligkeit berei- 7. Wir seh'n dich dann in ten. Du bist, herr, groß von majestät, Und uns, gleich def rath und that, Und was dein nen engeln, 3u nie empfundnem mund versprochen hat, Wirst glück erhöht, Befreit von allen du gewiß erfüllen. mängeln; Frohlocken dir und 3. Du bist der deinen troftspreisen dich, Daß deine Macht und heil; So viel nur ansund gnade sich So hoch an uns dich glauben, Die haben an verherrlicht. dir alle theil; Die wird kein feind dir rauben. Bon dir 268, Ewig, o jesu, wird fließt weisheit, trost und rub dein wort bestehen, Dem der dir folgt unfehl- Und erd' und himmel werden bar zu. Dein ist des guten eh' vergehen; Eh' eine macht fülle. das reich, das du errichtet, Je4. Mag doch die menge mals vernichtet. immerhin Auf deinen ruf nicht 2. Immer noch sammlest du hören; Und mancher im ver- dir auf der erden Menschen, kehrten sinn, Sich wider dich die willig dir gehorsam werempören: So fällt doch deine den; Und deinen frieden hier firche nie; Du hältst, und du schon im gewissen Fröhlich beschüßest sie Durch deines genießen. geistes gaben 3. Reißt blendende versu 5. Dein ist das reich; dein chung sie zu fünden; Bist du ist die Kraft. Wer sollte dir ihr beistand, Und hilfft über23 winden 166 Erste Abtheilung. winden Nichts wird sie jemals gericht: Ein wort kann ihn deiner hut entreißen. Du bast's schon fällen. verhießen. 4. Das wort steht fest! die 4. Wohl allen denen, die stolze welt Mag noch so heftig dir, jesu, trauen Was sie dir toben! Der herr mit uns! der glauben, wird ihr aug einst starke held! Der gibt uns sieg schauen, Dich, und die freu- von oben. Tödten sie den leib; den, womit du belohneft, Da, Nehmen find und weib! Nauwo du thronest. ben gut und ehr; Sie neh5. Dann schallen fröhlich mens, was ist's mehr? Uns von der deinen menge Dir, muß der himmel bleiben. unserm haupte, böb're lobgeIn voriger Melodie. fänge; Wenn einst dein volk, 270. Wenn Christus seine das hier dein geist regieret, Dort triumphiret. Ein' feste Burg ist unser. kirche schüßt: So mag die hölle wüthen; Er, der zur rechten gottes sigt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist 269, in starker schuß ist mit hülfe nab; Wenn er geunser gott, Aufbeut, stehts da. Er schüßt, zu ihn steht unser beffen. Er hilft seinem ruhm, Mit macht sein uns treu aus aller noth, So christenthum; Mag doch die uns je hat betroffen. Satan, hölle wüthen. unser feind, Der mit ernst es 2. Gott sieht die fürsten auf meint, Rüftet sich mit list, dem thron Sich wider ihn Troßt, daß er mächtig Ihm gleicht kein feind erden. ist; empören; Denn den gesalbauften seinen sohn, Den wollen sie nicht ehren. Sie schämen 2. Nicht unsre mucht ist's, sich des worts Des heilands, die ihn fällt. Wir wären bald unsers horts; Sein frenz ist verlohren, Es kämpft für uns selbst ihr spott; Doch ihrer der rechte held, Den uns gott lachet gott. Sie mögen sich selbst erfohren Fragst du, wer empören. er ist? Er heißt jesus christ; 3. Der frevler mag die Der herr zebaoth, Er, unser wahrheit schmähn, Uns fann herr und gott, Er muß den er sie nicht rauben. Der unfieg behalten. christ mag ihr widerstehn; Wir 3. Und wenn die welt voll halten fest am glauben. Gefeinde wär, Und wollten uns lobt sei jesus chrift! Wer hier verschlingen: So fürchten wir sein jünger ist; Sein wort von uns nicht so sehr; Es soll herzen hält, Dem kann die uns doch gelingen. Wenn der ganze welt Die seligkeit nicht fürßt der welt Sich schon grim- rauben. mig stellt. Schreckt er uns 4. Auf, christen, die ihr ihm doch nicht. Er ist ja längstvertraut, Laßt euch fein drohn ers XX. Von der christlichen Kirche. 167 erschrecken! Der gott, der von erkennen, unser gott, Dein dem himmel schaut, Wird uns großes werk auf erden; Laß gewißß bedecken. Der herr, der jesu christi heil und tod Erhöchste gott, Hält über sein kannt von allen werden, Und gebot; Gib uns geduld in alle sich bekchren. nd noth; Und fraft und muth im 2. Go danken dir, und los tod. Was will uns denn er- ben dich, O gott, die völker schrecken? alle; Und alle welt erfreuet fich, Und singt mit großem 2. Um Erhaltung und Aus- schalle; Daß du auf erden breitung der christlichen richter bist; Die sünd' nicht Religion und Kirche. läsfest walten; Und daß dein 271. Erhalt uns, herr, wort das mittel ist, Uns alle bei deinem wort, zu erbalten, Und uns zu dir Wehr aller feinde lift und mord, zu führen. Die fefum Christum, deinen 3. So danke, gott, und lobe sohn, Von seinem thron zu dich Dein volk durch gute tha stürzen drohn. ten. Es bringe frucht und 2. Zeig deine macht, herr besre sich; Dein wort laß wohl jesu chrift! Der du herr aller gerathen. Der vater segn' uns, herren bist: Beschirme deine und der sohn Und der so christenheit Daß sie dich lob herrscht mit beiden. Es segn' in ewigkeit. ( uns gott von seinem thron, 3. Gib, heil'ger geist, uns Trößt uns in allen leiden. Und einen sinn, Nimm alle zwie- hilf uns selig sterben! tracht von uns bin. Vor dei In bekannter Melodie. nes wortes licht und macht 273. A gott vom himEntflich des wahns und irrthums nacht. mel! sich darein, Und laß es dich erbarmen: Wie 4. Herr, laß uns dir befoh- wenig herzen sind noch dein! len sein In aller noth; wir Entzieh' dich nicht uns armen. find ja dein. Erhalt' im glau- Dein theures wort hält man ben uns getreu, Macy' uns für spott; Empört sich wider nur von der fünde frei. dich, o gott; Will deinen sohn 5. Laß alle welt erkennen nicht fennen. doch, Du, unser herr gott, 2. Die anstalt, so die gnade lebeft noch, Und stehst bei dei traf, Vor aller macht des böner firche fest. Die sich allein sen, Und aller wohlverdienten auf dich verläßt. straf Die menschen zu erlösen, 272. Gs wolle gott uns Betrachtet man als ein ge= gnädig sein, Uns dicht, Und scheut und schäint seinen segen geben. Mit seines sich endlich nicht, Es öffentwortes hellem schein Erleucht' lich zu sagen. er uns zum leben. Laß uns 3. Man rühm sich großer ehr 168 Erste Abtheilung. ehrlichkeit, Die edles denken menschenkindern: D'rum konn übe, Ja glänzen, der rechtschafte keine macht der welt, Herr, fenheit In warmer menschen deinen fortgang bindern. Dir liebe, Und zählt auf gnad und können deine hasser nie Dein Huld bei gott, Auch ohne seis erbe rauben; selbst durch sie nes sohnes tod, Und seines Wird es vergrößert werden. geistes gnade. 3. Weit wollst du deine herr4. Gott siehts, und spricht: schaft noch In dieser welt vers bald kommt die zeit, Daß breiten; Und unter dein so ich dem frevel steure; Damit sanftes joch Die völfer alle sich in der christenheit Kein leiten. Vom aufgang bis zum heidenthum erneure. Indessen niedergang Bring alle welt dir greif den schnöden wahnpreis und dank, Und glaub' an Mein wort mit starken waf deinen namen. fen an, und bleib unüber 4. Auch deine feinde die windlich! dich schmäh'n, Die frevelnd fich 5. O herr, beschüß uns, daß empören Laß deiner gnade wununs nie Das frevelnde geder sehn, Daß sie sich noch schlechte In seine schlaue nege bekehren. Lehr' sie mit uns zich', Nie unter uns sich flech- gen himmel schaun, Und uners te; Denn alle bosheit wächst schüttert im vertraun, Auf deine geschwind, Wo frecher spott zukunft warten. erst kraft gewinnt. Sein gift 5. Uns, deine christen, wolertödtet seelen. left du Feft in der wahrheit 6. Ja dämpfe selbst du staregründen, Daß wir durch fie fer gott, Die dir die ehre rau- beil, troft und ruh Für unsre ben. O jeju dhrist, bei ihremsseelen finden! Mach unsers spott Stärk kräftig unsernsglaubens uns gewiß, Vor irre glauben. Oheilger geist, ver- thum und vor finsternis Bes leih' uns gnad, Daß wir stets wahr uns, weil wir leben! auf dem schmalen pfad, Bon 6. Ein reines herz schaff in bir geleitet, wandeln. uns, herr, Ein herz nach deiSei Lob und Ehr dem. nem willen, Und lehre täglich 274. Die feinde deines williger Uns dein gebot erfüls freuzes droh'n, ten! Gehorsam deiner vorschrift Dein reich, herr, zu verwü- sein; Und dann uns deiner sten; Du aber, mittler, got- gnade freun. Sei unser heil tessohn Beschüßest deine chri- lauf erden. ften. Dein thron bestchet 7. So wird dein volk dir ewiglich: Vergeblich wird sich unterthan, Und lernt die fünde wider dich Die ganze hölle meiden; Und du führst es auf waffnen. ebner bahn Zu deines reiches 2. Dein reich ist nicht von freuden; Und herrlich wird dieser welt, ein werk vonjin dieser zeit, Noch herrlicher in XX. Von der christlichen Kirche. in ewigkeit, Dein großer name heißen, Nichts sie entreiffen. werden! 2. Laß deine wahrheit rein 169 Herzliebster Jesu was hast. verkündigt werden: Mach ihre 275. Laß doch, o jesu, laß siege herrlicher auf erden. Gib dein reich auf er- muth und weisheit denen, die den, Unter den fündern aussie lehren, Dein reich zu mehgebreitet werden! Schenke noch ren.. ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen! 3. Du hast noch niemals, herr, dein wort gebrochen. 2. Gib ihnen gnade, dich Führe die deinen, wie du selbst recht zu erkennen; Daß sie dich versprochen; Führe sie endlich glaubig ihren heiland nennen; aus dem kampf hienieden, Zum Gib ihnen eifer, deinen guten ew'gen frieden. willen Treu zu erfüllen. 4. Gwig, o heiland, sei dein 3. Laß sie dein wort mit nam' erhoben, Ewig frohlockend frommer achtung ehren, Denn müsse dich einst loben, D du es verkündigt deines mundes beschirmer deiner schwachen lehren, Ausser ihm suchen heerde, Himmel und erde. sterbliche vergebens Worte 3. Das Glück ein Christ des lebens. zu sein. 4. Steure, erbarmer, dei mel. Kommit her zu mir spricht. ner feinde grimme. Warne 277. Gelobt sei gott! ich die deinen vor des irrthums bin ein chrift, stimme. Lehre fie prüfen, daß Mehr, als der erde reichthum, sie falsche freuden Klüglich ist mir diese gnade wichtig. Wie groß ist meine seligkeit, 5. Sei du ihr licht in thJch, hier ein mensch der selige ren finsternissen Heile selbst keit, Bin nun zum himmel ihr verwundetes gewis- tüchtig. vermeiden. fen, Schlägt oft ein kummer 2. Gelobt sei gott! ich bin ihre herzen nieder: Stärke ein christ! Mein Herz ist ruhig sie wieder. und vergißt Die nichtigkeit der 6. Schüße uns mächtig mit- erden. Nun bin ich nicht blos ten unter bösen, Bis du von asch und staub. Nicht ganz ihnen ganz wirst uns erlösen. bin ich des todes raub, UnBis wir zum umgang der versterblich soll ich werden. klärten frommen Frohlockend 3. Gelobt sei gott! ich bin kommen. ein chrift! Nicht werth der himmelsfreuden ist Die trüb276. Schüße die deinen, sal dieses lebens. Ich dulde, In voriger Melodie. nennen, Und dich, o jesu, die nach dir sich was ich dulden soll, llnd bin vor des hohen trostes voll: Ich dei- leide nicht vergebens. der welt bekennen. Laß nen händen, wie du felbft ver- 4. Dank dir, o vater, dank 25 und 170 Erste Abtheilung. und ruhm! Du lehrtest mich meine sünde macht. Du zeigst das christenthum Fest glauben, mir gottes liebes rath, Und willig üben. Dank dir, o jesu, führst mich auf der wahrheit dank und ruhm! Laß mich pfad. dein evangelium Fest glauben, ewig lieben. Wer nur den lieben Gott. 6. Ich weiß, wozu mich gott erschaffen; Sch kenn mein heil und meine pflicht, Mein 278. Der du das leben geist wird nicht im tod entschlamir gegeben, Wie fen; Und hält mein gott einst preis ich dich, o gott dafür! sein gericht: So kann ich da Nie kann mein dank dich g'nug mit freuden stehn, Und vom erheben! Durch christum schenk- gericht zum himmel gehn. test du es mir, Kein licht, 7. O jefu, laß mich deiner fein trost erfreute mich: lehre Gehorchen mit stets größe Kennt ich nicht auch, herr| rer luft; Und keines spötters jesu, dich. wahn zerstöre Dein heiligthum 2. Ich würde dann auf fin- in meiner brust. Mein ganzes stern pfaden Stets in gefahr leben preise dich! Dein heil des irrthums sein. Mit sünerfreu' im tode mich! denschuld und fluch beladen, süßer Stand, o selig Leben. Müßt ich des richters ftrafen 279, Entfernet euch, unscheun. Ich fände keinen trost fel'ge spötter! Ihr in noth; Mich schreckte stünd- zittert, lich grab und tod. wo der fromme glaubt, Mein herz hat einen gott zum 3. Wozu hat mich mein gott retter, Und eine hoffnug, die erschaffen? Was ist auf erden nichts raubt. Ich sehe meis meine pflicht? Wird auch mein nen heiland leben. Ich weiß. geist im tod entschlafen? Und daß ich nicht sterben kann, Ich hält gott fünftig ein gericht? weiß, mit diesem leib umgeWie werd' ich im gericht be- ben, Schau ich den gott der stehn? Wie der verdienten straf himmel an. entgehn? 2. Was seid ihr, stolze 4. Ach alle diese schwere weltbezwinger, Wenn euch die fragen Entscheidet die vernunft hohe hoffnung fehlt? Gott achmir nicht; Und bei den zwei- tet eure macht geringer, Als feln, die mich plagen, Gibt ihr den sclaven, den ihr quält. sie mir doch kein völlig licht. Wie kurze zeit, mit wie viel Uch, ohne christi licht und heil, forgen, Genießt ihr eurer Wär' finsterniß und tod mein ehrsucht raub? Jbr fieget theil. beut; man hafft euch morgen: 5. In allen diesen finster- Jhr waret götter; and seid nifsen Haft du, Herr jesu, licht staub! gebracht: Du hast mich der 3. Weltmenschen, was sind gefahr entriffen, Die mir fonfleure freuden? Die roellust, die XXI. Vom Tod. 171 die euch trunken macht? Rein aus meiner brust, Ein herz christ wird euch dies glück be. das nicht auf erden bleibet, neiden; Euch folgts nicht in Ist sich des himmels ftets bedes grabes nacht. Ihr rechnet wußt. Kein unglück kann mit erhigtem blute Des fernen mich niederschlagen. Ich weiß, tages wollust aus. Die nabe mein glück entgeht mir nie. schreckliche minute Tilgt euer Ich darf vor feinden nicht verglück auf ewig aus. zagen. Ich weiß, mein tod 4. Ihr seid dahin; des chri- entwaffnet sie. ften größe Geht auf nach fur- 6. Du legte Stunde meizer todesnacht. Am tage, danes lebens, Die du dem chris gott eure blöße Zum schauspiel sten heilig bist, Jch warte aller augen macht. Der tag nicht auf dich vergebens, Ich macht könige den knechten, Und thu' was deiner würdig ist! bettler den monarchen gleich; Du lehrst mein leben mich Der tag gibt adel den gerech genießen, Du bist mein lohn ten, und macht des christen aus gottes band, Wie sanft seele reich. wird sich mein auge schließen? Mein geist erblickt sein vater-5. Ein blick in meine zu kunft treibet Verdruß und angst land! XXI. Vom Tod. 1. Heilsame Betrachtung aüter tand, Nach großem überdes Todes. fluß gegeizt, Und, von dem Mel. Vater unser im Himmelr. niedern stolz gereizt, Dem 280. Ich fühle, daß ich schnöden prunk der eitelkeit sterblich bin, Mein Mein herz und mein bemühn leben welkt wie gras dahin. geweiht. Wer weiß, wie unerwartet 4. Wie viele nimmt dies blende bald, Des höchsten ruf an mich werk ein, Herr, laß es ferne erschallt: Mensch kehre wie- von mir sein. Ich übergebe der in den staub! Wie leicht ganz mich dir. Hier bin ich, bin ich des todes raub! jes geschebe mir, Nach deiner 2. Wenn man in's finstre weisheit bessern rath Die nur grab mich senkt Und meiner mein heil zur absicht hat. bald nicht mehr gedenkt, So 5. Der mensch, der oft ein bleibt, was irdisch ist, zurück; solcher thor, Schreibt findisch Und hätte gleich der erde glück dir oft weisheit vor. Du liebst Mich hier beständig angelacht, ibn mehr, als er sich liebt, Und glänzend vor der welt Doch, wenn ihm deine hand gemacht. nicht gibt, Was seinem wahne 3. thorheit, hätt' ich mich glücklich scheint: So denkt ſein verkannt und nach der erde herz: du seist sein feind. 6. Der 172 Erste Abtheilung. 6. Der dich gemacht hat, soll den wunsch zu leben minsorgt für dich. Nicht auf die dern; doch dich in deiner pflicht erde schränket fich Des höchsten nicht hindern; Vielmehr die große absicht ein. Du sollst, o kraft dazu verleihn. mensch, unsterblich sein Dies 3. Ermattest du in deinen Leben ist ein augenblick; Ein pflichten: So laß'den tod dich frühlingstraum sein längstes unterrichten, Wie wenig deiner glück. tage find; Sprich: sollt ich 7. Gedanke der unsterblich- pflichten wohl verschieben? Nein keit, Du hebst uns über welt meine zeit, sie auszuüben, Ist und zeit; Erfülle meine ganze kurz, und sie verfliegt ges brust, Wenn mich die lockung schwind. falscher luft Vom guten abzu- 4. Denk an den Tod, wenn führen strebt. Wohl dem, der böse triebe, Wen lust der welt hier der tugend lebt! ihre liebe Dich reizen, und 8. Die rosen um der laster und ersticke sie; Sprich: fann haupt Verblühen eh' ihr fflav ich nicht noch heute sterben? es glaubt. Ihr schändlicher Und könnt' ich auch die welt genuß entweiht, Und dauert ererben, Beging ich doch solch' doch nur kurze zeit. Nur übel nie. freuden, die der himmel nährt ,; 5. Denk an den tod, wenn Sind meiner ganzen sorge ruhm und ehren, Wenn deine werth. schäße sich vermehren, Daß 9. Gib mir, o du, der gerne du sie nicht so heftig liebst. gibt, Ein herz, das nur das Denk an die citelkeit der ergute liebt, Mach andere groß, den, Daß, wann sie dir entv gott, ich sei Vergnügt und rissen werden, Du dann dich meiner pflicht getreu, Ein nicht so sehr betrübst. mensch, der dir gefällig ist, 6. Denk an den Tod in froEin wahrer, weiser und ein hen tagen; Rann deine lust sein christ. bild vertragen: So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich: In eigner Melodie. 281. Was forgst du ängst( dein vergnügen zu versüßen,) lich für dein leben? Welch' glück werd' ich erst dort Es gottgelassen übergeben, Ist genießen, Wo ich unendlich wahre ruh und deine pflicht. leben soll! Du sollst es lieben, weislich 7. Denk an den tod, wenn nüßen, Es dankbar, als ein deinem leben, Das fehlt, wor glück befizen, Verlieren als nach die reichen streben, Sprich: verlörst du's nicht. bin ich hier, um reich zu sein? 2. Der tod soll nicht dein Heil mir! wenn ich in christo herz erschrecken, Doch dich zur sterbe, Dann ist ein unbeflecktes weisbeit zu erwecken: Soll erferbe, Dann ist des himmels dir stets vor augen sein; Erlerbe mein! 8. Dent XX. Vom Tod. 173 8. Denk an den tod, wenn hen, Dein will' einst mir ge leiden kommen, Sprich: alle beut; Wann vor mir offen trübsal eines frommen Ift zeit- stehen Gericht und ewigkeit; lich, und durch hoffnung leicht. Wann meine kräfte beben, Ich leide, doch von allem bö Und wann mein herz schon sen, Wird mich der tod bald, bricht: Herr über tod und bald erlösen. Er ist's, der mir leben! O dann verlaß mich die frone reicht. nicht! 9. Denk an den tod, wenn 4. Hilf, todesüberwinder! freche rotten Des glaubens und Hilf dem in solcher angst, Für der tugend spotten, Und laster- den du, heil der fünder, Selbst haft ihr haupt erhöhn. Sprich mit dem tode rangt! Und bei dir selbst: gott trägt die wann des kampfes ende Gespötter, Doch endlich ist für waltiger ihn faßt, Nimm ihn sie kein retter: Wenn sie nicht in deine hände, Den du erlöhier noch in sich gehn. fet hast. 10. So suche dir in allen 5. Des himmels hobe freufällen Den tod oft lebhaft vor den Ermißt kein sterblich herz, zustellen: So wirst du ibu troft für kurze leiden, Für nicht zitternd scheun; Dann kurzen todesschmerz! Dem sänwird er dir einst troft im kla- denüberwinder Sei ewig preis gen: Ein weiser freund in gu- und dank! Preis ihm, der für ten tagen; Ein schild in der uns fünder Den feld des toversuchung sein. foes tranf. 6. Heil denen, die auf erden Befiehl du deine Wege. Sich schon dem himmel weihn; 282. Die auf der erde Die, aufgelöst zu werden, Mit wallen, Die sterb- beil'ger furcht sich freun! Bes lichen sind flaub; Sie blühenfreit, es ihm zu geben, Wann auf und fallen, Des todes gott, ihr gott, gebeut, Fließt sichrer raub. Verborgen ist dies, ihr fierblich leben, Hin die stunde, Da gottes stim- zur unsterblichkeit. me ruft; Doch jede, jede O Ewigkeit du Donnerwort. stunde bringt näher uns zur 283. ch bin ja, herr, gruft. in deiner macht, 2. Getroft gehn gottes fin- Du hast mich an das licht gez der Die schreckenvolle bahn, Zu bracht, Du sorgest für mein der verstockte sünder Verzweif- leben. Du kennest meiner tage lungsvoll sich nahn; Wo selbst zahl, Weißt, wann aus dieder freche spötter Nicht mehr sem thränenthal Mein geist zu fpotten wagt, Und vor dir, sich soll erheben. Wo, wie feinem retter, Erzittert und und wann ich sterben soll, Das verzagt. weißt du, herr des lebens, 3. Wenn diese bahn zu ge- wohl. 2. Wer 174 Erste Abtheilung. 2. Wer wird in meiner leß- jdu nicht meiner schonest? Ach ten pein Mich sünder trösten, herr, ach geh' nicht in's gemich erfreun, Mir muth und richt! Verwirf mich armen hoffnung geben? Wer nimmt fünder nicht! sich meiner seele an, Wann 7. Voll reu und buße such' ich von dem, was ich gethan, ich dich. Errette, gott, beGott rechenschaft soll geben kehre mich, Und tilge meine Wer ist, der alsdenn für mich fünden. Geheiligt sei dir meinespricht, Thust du es, o mein zeit. Dein Dienst sei meine heiland, nicht? jeligkeit. Ach laß mich gnade. 3. Mich dünkt, da lieg ich finden! Gib, daß ich meiner schon; ich seh', Daß ich am pflicht getreu, 3um tode stets finstern grabe steh', Mit todes bereitet sei! angst umgeben: Der augen licht traum Gott dessen Allmacht sonder. verdunkelt sich, Und finsternis 284. Du herr und vater umhüllet mich, Ein meiner tage, Du ist dann mein leben. Dort weißt, daß ich, dein schwaches schweigen meine fünden nicht; kind, Des todes keim in glieSie fordern mich vor deindern trage, Die irdisch und zergericht. brechlich sind; Drum gib, daß ich zu jeder zeit, Zu meinem 4. Ich hör bereits des rich ters ton, Ich sehe mich vor tode sei bereit. seinem thron, Das urtheil mir 2. Daß du, o höchster, meizu sprechen; Ich seh' vor sei- nem leben Ein mir verborgnem angesicht, Ich sehe in dem nes ziel bestimmt; Und daß die bellsten licht Die reihen der verzeit, die mir gegeben, Viels brechen, Die ich in dieser welt leicht gar bald ein ende nimmt: gethan; Wer ist's, der mich Das flöße mir die weisheit nun retten fann? ein, Necht für mein heil be5. Rein geld an arme rettet sorgt zu sein. mich; Und weint ich noch so 3. Hier hab' ich lebenslang bitterlich; Es kann mich nicht zu lernen, Mein herz von süne erlösen. Nein, jeder wird als den abzuziehn; Mich von der dann empfahn Nach dem, was weltluft zu entfernen, Und um er allhier gethan. Nichts schützt den himmel zu bemühn; O alsdann die bösen. Hier ist mache mich dazu geschickt, Eh' gott zum verzeihn bereit; Dann mich der tod der welt entübet er gerechtigkeit. rückt. 6. Wie soll ich dann, o gott, 4. Nicht auf der erde, sonbestehn, Wann du in das ge- dern droben Bei dir, gott, richt willst gehn, Und nach ver- meiner seele tbeil, Ist mir dienst mir lohneft? Wie kann das beste aufgehoben, Dort ich deiner straf entfliehn, mich ist für mich vollkommnes heil; dir in deiner welt entziehn, Wenn Da, wo dies heil ist, sei mein herz! XXI. Vom Tod. 175 herz! Herr, lenke selbst es him- viel wege hält; Dem einen wird das scheiden herbe; Wenn melwärts. 5. Hier allen sünden abzu- jéner sanft und ruhig fällt. sterben; zu leben der gerech- Doch wie du willst, gib nur tigkeit, Um einst dein himmel- dabei, Daß ich wohl zubereireich zu erben, Dazu laß meineltet fei. sterblichkeit Mir stets, mein 4. Mein gott, ich weiß nicht, gott, vor augen sein, Und wo ich sterbe, Und welcher deine hülfe mich erfreun. sand mein grab bedeckt. Doch 6. Willst du mich, länger lejwenn ich nur das heil erwerbe, ben lassen: So laß es mir Daß mich dein wort zum zum heil geschehn: Doch sollt leben weckt: So kann dies mir ich heute noch erblassen: So gleichgültig sein, Die erd' ist höre, vater, auf mein flehn allenthalben dein. Sei, wann mein Herz im todel 5. Nun, liebster vater, wenn bricht, Mein trost und meine ich sterbe, So nimm du meizuversicht. nen geist zu dir. Denn bin 7. Dir will ich gänzlich mich ich nur dein find und erbe, ergeben, Dir, dessen eigenthum Und hab' ich jesum nur bei ich bin; Bist du, mein bei mir: So gilt mir's gleich, und land, nur mein leben, Solgeht mir wohl, Wann, wie bleibt selbst sterben mein gesund wo ich sterben soll. winn. Ich lebe dir, ich sterbe Ermuntre dich mein. dir, Sei du mein troft, so 286. Wie ungewiß ist, gnüget mir. herr, das ziel Borige Melodie. Der wallfahrt auf der erbe! 285. Mein gott, ich weiß Ob ich noch wenig oder viel mohl, daß ich An tagen zählen werde? Das fierbe; Ich bin ein mensch, der weiß ich nicht, du weist's als bald vergeht, Und finde hier lein. Ich kann vielleicht der fein solches erbe, Das ewig nächste sein, Vom abgekürzten dauert und besteht. Drym zeige leben Ein beispiel abzugeben. mir in gnaden an, Wie ich 2. Befrei mich, gott, von recht selig sterben kann. wahn und dunst, von irdischen 2. Mein gott, ich weiß nicht, beschwerden, und lehre midy wann ich sterbe, Kein augen- die große kunst, Bei gräbern blick geht sicher hin; Wie bald klug zu werden. Nur der ist zerbricht doch eine scherbe! Die weise, der bedenkt: Wie viel blumen müssen bald verblühn. von seinem tod abhängt, Und Drum mache du mich fiets der dazu in zeiten Sein herz bereit, Hier in der zeit zur fücht zu bereiten. ewigkeit. 3. Hilf, daß auf's vorgesteckte 3. Mein gott, ich weiß nicht, ziel Mein auge stets sich kehwie ich sterbe, Dieweil der todire, Daß nicht der weltluft eits 176 Erste Abtheilung. les spiel Mein schwaches herz 2. Es kann vor nacht leicht bethöre: Und sieht mein auge, anders werden, Als es am daß mein schritt Noch nicht den frühen morgen war. So lang rechten weg betritt: So wollst ich lebe auf der erden, Leb' du, herr, in zeiten Auf solchen ich in steter todsgefahr. Mein weg mich leiten. gott, ich 2c. 4. Daß ich mich vor der kal- 3. Herr, lehr mich stets an's ten hand Des todes nicht ent- jende denken, Und laß mich, färbe: So mache mich mit ihm eh' ich sterben muß, Das heil bekannt, Vorher noch, eh' ich der seele wohl bedenken, Ja sterbe. Laß mir sein bild vor nicht verschieben meine buß. augen sein, Damit ich lerne Mein Gott 2c. sünde scheun, Die das gewis- 4. Laß mich doch bald mein sen schrecken, Und tedesfurcht haus bestellen, Daß ich bereit erwecken. sei für und für, Und fagen 5. Gib, daß ich dich mit kann in allen fällen: Herr, frohem muth, Als meinen gott wie du willst, so schick's mit betrachte; Hingegen freunde, mir. Mein gott 2c. glück und gut Nicht als mein 5. Gib mir ein brünstiges eigen achte So wird mein verlangen Nach deinem himmel; tod mir angenehm, Ein schlaf laß, o gott, Mich fest an meimir sein, und nichts von nem heiland hangen: So überbem, Was du mir hier ver- wind ich leicht den tod. Mein liehen, Mein Herz zur erde gott 2c. ziehen. 6. Ach vater, deck all meine 6. Laß des erlösers herrlich- sünde Mit dem verdienste keit Mit Hoffnung mich er christi zu: Damit ich hier quicken, Und mitten in der vergebung finde, Und dort dunkelheit Mich diesen trost er- bei dir vollkommne ruh. Mein blicken. Dann nimm, herr, nach gott 2c. vollbrachtem lauf, Den geift aus 7. Nichts ist, das mich von dieser bütte auf, Die einst im jesu scheide, Nichts, es sei lereich der deinen Wird neugeben baut erscheinen. oder tod. Er bleibt im leiden meine freude, Mein schuß Wer nur den lieben Gott läßt. mein alles in der noth. Mein 287. Wer weiß, wie nahe gott 2c. mir mein ende! 8. So fomm mein end' heut Die Zeit geht hin, es kommt oder morgen, Ich weiß, daß der tod. Ach wie geschwind, mir's mit jeju glückt. Er ist's, ach wie behende Kann kommen der mich in allen sorgen, Er meine todesnoth! Mein gott, ist's, der mich im tod erquict. ich bitt' durch chrifti blut, Dram glaub ich fest: durch Mach's nur mit meinem ende christi blut Macht's gott mit meinem ende gut. gut. Komm 177 XXI. Vom Cod. Komm Gott Schöpfer heil. 2. Doch du willst's, wir 288. Ich weiß, mein ende leben noch Mühsam hier in nahet sich; Mit pilgerhütten; Alle trugen einst jedem pulsschlag rückt die zeit, dieß joch, Die des lebens fron Die oft so ungenüßt verstrich, erstritten. Endlich aber fübst Mich näher hin zur ewigkeit. der tod Uns auch hin zu dir, 2. Herr, lebre mich der stun- o gott! den werth, Die du mir zuge- 3. Jesus selber lebte hier zählt, verstehn; Laß keine, die Vormals auch in pilgerbütten; mir noch gehört, Aus leicht- Noch unendlich mehr, als wir, sinn ungenügt vergehn. Hat er auf der erd' gelitten; 3. Und wann, von dir ge- Laß uns glaubig auf ihn sehn, ordnet dann, Die richterliche Und durch ihn tin kampf stund erscheint: So nimm dich bestehn. meiner seelen an, Du, mein erlöser und mein freund. 4. Was ist diese lebenszeit? Ach, nur eine kurze stunde Ges 4. Verleihe sterbensklugheit gen jene ewigkeit! Gleichwohl mir! Von eitelkeiten abge- kommt auf diese stunde, Die wandt, Sei meine seele ganz gott noch verkürzen kann, Unser bei dir, Der für mich starb ew'ges schicksal an. und auferstand. 5. Gib' uns weisheit, berr, 5. Mich stärk' ob auch mein und fraft, Diese stunde wohl zu herz erbebt, Das felsenfeste glau- nügen, Und beim schluß der benswort: Ich weiß, daß mein pilgrimschaft Wollest du uns uns erlöser lebt; Sein bin ich ewig terstüßen, Daß wir freudig hier und dort. auf dich sehn, Und getrost zum 6. Es sei mein herzlicher tode gehn. entschluß, Mein leben meiner 6. Daß wir dein sind, nicht pflicht zu weihn, Und bei zu- der welt! Daß du uns wirst friedenem genuß Mich danks auferwecken; Diese kraft der bar gottes zu erfreun. bessern welt Laß uns, wenn 7. Mein ende komm' früh wir sterben, schmecken. Flöß oder spät, Wie es mein weifer uns muth und ruhe ein, vater schickt, In dessen hand Selbst im tode froh zu mein leben steht, Ich weiß, sein. daß mirs mit jesu glückt. 7. Wenn wir, nun einst auch zu ruhn, Zu den todten 289. Selig, gott, find die gottes gehen: Wollst du mehr Jesus meine Zuversicht. die nun Schon im noch friebevollen grabe Von des wir lebens arbeit rub'n, Und sich Auch deiner größten gabe, Eines Riefst ew'gen lebens freun. Möchten bracht! wir es auch schon sein! se an uns uns thun, Als bitten und verstehen. für unsre todesnacht du einst: es ist vollM 2. Wann MS3XX Erste Abtheilung. 178 2. Warnung für Sicherheit 9. Die heiligung erfordert Ich komme vor dein. müh; Du wirkst sie nicht; gott 290. Wie ficher lebt der wirket sie; Doch aber ringe thig mensch, der stets nach ihr; Als wäre sie ein usd stanb, Sein leben ist ein fals werk von dir. d lend laub, Und dennoch schmei- 10. Der zweck des lebens, chelt er sich gern, Der tag des daß du lebst, Dein höchstes todes jei noch fern! ziel, nach dem du strebst, Und 2. Der jüngling hofft des was dir ewig glück verschaft, greifes ziel; Der mann noch Ift tugend in des glaubens seiner jahre viel; Der greis zu kraft. vielen noch ein jahr; Und kei- 11. Jbr alle seine tage ner nimmt den irrthum wahr. weih'n, heißt eingedenk des 3. Sprich nicht: ich denk' todes sein; Und wachsen in bei glück und noth Im herzen der heiligung, Ist wahre tod's oft an meinen tod. Der, ten erinnerung. der tod nicht weiser macht, 12. Wie oft vergeß ich diese Hat nie mit ernst an ihn pflicht, Herr, geh mit mir nicht gedacht. ins gericht, Drück selbst des toe 4. Wir leben hier zur ewige des bild in mich, Daß ich dir feit zu thun, was uns der wandle würdiglich. berr gebeut; Und unsers lebens 13. Daß ich mein herz an fleinster theil Ist eine frist zu jedem tag Vor dir, o gott, era unserm beil. forschen mag, Ob liebe, demuth 5. Der tod rückt seelen vor fried und treu, Die frucht des gericht! Da bringt gott alles geistes in mir sei? an das licht; Und macht, was 14. Daß ich zu dir um gnade bier verborgen war, Den rath fleh, Stets meiner schwachheit der herzen offenbar, pating widersteh' Und, einstens in des 6. D'rum, da dein tod dir glaubens macht Mit freuden täglich dräut, So sei doch wa- huf: es ist vollbracht. der und bereit; Prüf deinen Sesus meine Zuversicht.. glauben, als ein christ, Ob er 291. naussprechlich durch liebe thätig ist. schnell entfli h'n 7. Ein seufzer in der legten Die zum heil verliehne stunden; noth; Ein wunsch: durch des Eh' man's denkt, sind sie daerlösers tod Vor gottes thron hin, Und auf ewig uns vergerecht zu sein, Dies macht schwunden; Niemals febrt ein dich nicht von sünden rein. augenblick, Uns zur besserung 8. Ein herz, das gottes stim- zurück. me hört; Ihr folget, sich vom 2. Laß, bei ihrer flüchtigkeit, bösen fehrt; Ein glaubig herz Mich, mein gott, doch nie verz von lieb erfüllt; Das ist, was gessen, Wie unschäßbar sei vor dem höchsten gilt. die zeit, Die du hier uns zu gemes XXI. Vom Tob. 179 gemessen; Wie, was hier von 4. Wann in deiner letzten uns geschieht, Ew'ge folgen noth Freunde um dich hülflos nach sich zieht. beben; Dann wird über welt 3. Deine schonende geduld und tod Dich dies reine berz Trage mich, gott, nie ver- erheben; Dann ersthreckt dich gebens. Ach, vergib mir meine fein gericht; Gott ist deine zu schuld, Daß so manchen theil versicht. des lebens Jch, zu meiner seele 5. Doß du dieses Derz ers wohl, Nicht gebraucht, so wie wirbst, Fürchte gott, und bet ich soll. und wache. Eorge nicht, wie 4. Laß mich meine besserung früh du stirbst; Deine zeit ist Für mein bauptgeschäfte achten.gottes sache. Lern nicht nur Und nach meiner heiligung Mit den tod nicht scheu'n, Lern auch so treuem eifer trachten, Als seiner dich erfreu'n. erwartete noch heut Mich ge richt und ewigkeit. 6. Ueberwind ihn durch vers traun; Sprich' ich weiß, an wen 5. Deine gnade steh' mir bei, ich glaube, Und ich weiß, ich Daß mein leben auf der erde werd' ihn schaun Einst in Reich an guten früchten sei, diesem meinem leibe! Er, der Und dem nächsten nüglich werde; rief: es ist vollbracht! Nahm Und ist einst mein ende da, Odem tod ja seine macht. so sei mit trost mir nah. 7. Tritt im geift zum grab oft hin, Siebe dein gebein vers lebenszeit senken; Sprich: herr, daß ich verstreicht, erde bin, Lehre du michs selbst Stündlich eil ich zu dem grabe, bedenken; Lehre du michs jeden Und was ist's, daß ich vielleicht tag, Daß ich weiße werden Noch allhier zu leben habe? mag. Denk, o mensch, an deinen tod, In voriger Melodie. 292. Meine Wer nur den lieben gott. Säume nicht, denn eins ist noth. 293. Es eilt der letzte von 2. Lebe, wie du, wann du den tagen, Die du stirbst, Wünschen wirst gelebt hier lebst, o mensch, herbei. zu baben. Güter, die du hier Erkauf die zeit, und statt zu erwirbst; Würden, die dir men- flagen: Sie sei zu kurz; geschen gaben, Nichts wird dich brauch sie treu. Nimm mit er im tod erfreun; Diese güter fenntlichem gemütb Der nahen sind nicht dein. stunde wahr; fie flieht. 3. Nur ein herz, das gott 2. Getäuscht von eiteln fleis geliebt; nur ein ruhiges ge- nigkeiten, Verlierst du deines wissen, Das vor gott dir zeug- lebens zweck, Verschiebst dein niß gibt, Wird dir deinen tod heil auf ferne zeiten, Und wirfst versüßen; Dieser sinn, den qott leichtsinnig jabre weg. Bist gebeut, Wirkt im tobe freu- cu, verwegner stei blicher, Des bigkeit. nächsten augenblickes ferr? M 2 3. Ein 180 Erste Abtheilung. 3. Ein ewig glück einst zu meinen geift, o berr! Ers besigen, Sollst du des kurzensschwingt sich über grab und lebens zeit, Als deine saatzeit welt, Zu dir, wenn meine weislich Nügen, Und thun, was hütte fällt. dir der herr gebeut. Er ruft 3. Beruhigung und Trost dir menschen freundlich zu: frommlebender Ghristen Sich! eins ist noth! was säumest du? wider die Schrecken des Todes. 4. Drum eil', errette deine Sch hab' mein Sach' Gott. feele, Und denfe nicht, ein 294. Dein sind wir, gott, andermal. Sei wacker, bet in ewigkeit: In und überzähle Der menschen deiner Hand steht unsre zeit. tage fleine zahl. Geseßt! dein Eh zeiten waren, ward schon ende wär' auch fern: So mir Mein leben hier Und auch wandle du doch vor dem sein ziel bestimmt von dir. herri. 2. Ist dieß erreicht, so schaue 5. Ja, gott, mit jedem dann Erbarmend unsre feelen neuen morgen Erwecke mich an! Hilf uns in unsrer letzten zu dieser pflicht. Denn dir, ónoth! Herr, unser gott. Ein herr, ist nichts verborgen, Ich sanfter schlaf werd' uns der tod. bin vor deinem angesicht, Und 3. Begleitet ihn der frankwill, mich deiner huld zu beit schmerz: So stärke das freun, Mein leben gern der beklemte herz. Selbst in der tugend weihn. schmerzen größten wuth, Gib 6. Erleucht und stärke meine uns den muth, Der freudig seele, Weil ohne dich sie nichts denkt: gott macht's doch gut! vermag. Du gönnst, daß ich 4. Verleih gelaffenheit und mein heil erwähle, Aus gna- rubh! In unsern herzen wohne den auch mir diesen tag. Was du, Und laß mit freudigem ist nicht eine stunde werth, vertraun, Und obne graun, Auf Die deine langmuth mir ge- unser nahes grab uns schaun. währt! 5. Sei von uns schwachen 7. Wohl mir! wenn ich dann nicht fern. Zeig uns den aus allen Fräften Nach got himmel, geist des herrn. Laß tes beifall hier gestrebt; In uns, wenn wir zum vater gottgefälligen geschäften Die flehn, Getröstet sehn, Wie der pilgertage durchgelebt; Und uns liebt, zu dem mir gebn. einst im glauben sagen kann: 6. Ach, gnad' ergehe dann für Du nimmst mich, herr, zurecht! Denn von dem menschehren an. lichen geschlecht Jst auch der 8. Mein sprachlos flehn bei beiligste nicht rein, Wer fann meinem ende Vernimmst du, wohl dein, Gott, ohne deine berzenskündiger! In deine gnade sein? trene vaterhände. Befehl' ich 7. O sei uns dann nicht fürch XXI. Vom Tode. 181 fürchterlich! Erbarme, vater, zu größern freuden Mich einunser dich! Wann unser auge stens ficher leiten, Weit ich Sterbend bricht: Leit uns dein mich ihm geweiht. licht, So fehlt uns troft im 6. Die leiber seiner fromtode nicht. omen Sind saat, von gott ge295. 2. Für seines reiches Aus meines Herzens Grunde. fät: Die freudenzeit wird komDer Der legte meiner men, Da reif die erndte stebt. tage Sft mir viel- Dann wird der erndtetag Ein leicht nicht fern: O dann wird neues ew'ges leben Auch meimeine klage Ein lobgefang dem nem ftaube geben, Der tief im herrn! Vollbracht ist dann mein tode lag.. lauf: Ich trete zu dem throne, 7. Mit dir fieb' ich im bunde, Und gott segt mir die krone Herr, meines lebens fürst, Der Der überwinder auf. du mir einst die stunde Des erben todes senden wirst! Erhalt Hat jesus mich erklärt: Was mich stets bereit Im glauben fürcht ich mich zu sterben, Wie deiner frommen: Laß dann die er mich sterben lehrt? Mir ififflunde komment, Die sie und der tod gewinn! Daß ich ganz mich erfreut. glücklich werde, Entschwing ich 8. Dann geh' ich, frei von mich der erde, Und geh' zum kummer, Des todes dunkle himmel bin. bahn: Mir bricht nach kurzem 3. Nicht mich, nur meine schlummer, Ein ew'ger mor bürde, Verschließt die finstre gen an. Heil mir er ist nicht gruft. Mich hebt zu böb'rer fern, Der lette meiner tage! würde Mein vater, der mich Er kommt, und meine flage ruft. Er ruft mich durch den Wird lobgesang im herrn. tod: Der reißt die sünden- Balet will ich dir geben. glieder, Den trägen leib bar- 296. In gottes rath ernieder: Mich selbst führt er geben, Verlaß ich zu gott. gern die welt. Ich geh' zum 4. Jch, der gefahr entron bessern leben Sobald es ihm nen, Geh' aus dem kampf her- gefällt. Was wär's, das mich vor. Hoch über alle sonnen betrübie? Dort schau ich ewig Hebt mich mein glaub' empor. den, Den meine seele liebte, Da tret ich in die reihn Der Noch eh' ich ihn gesehn. engel, meiner brüder; In ihre 2. Er ruft zur zeit der schmerhohen lieder Stimm ich mit zen, Uns voll erbarmen zu; jauchzen ein. Kommt her, beladene herzen, 5. Gott schaut von seinem 3u mir und findet ruh. Dies throne Mit huld auf mich her- wort, aus deinem munde, Laß ab, Dem er in seinem sohne herr, mich zu erfreun, In Das recht der findsehaft gab. meiner leßten stunde, Mir geist In seiner ewigkeit Wird er und leben sein. M 3 3. Mit 182 Erste Abtheilung. 3. Mit dir muß es mir nach deiner mittlerstreu, In glücken, Den kampf zu über- meiner letzten noth mir bei. ftehn. Im glaubigen entzücken 5. Und führ mich aus dem Laß meine seele sehn: Wie im jammerthal; Verkürze mir des gericht für sünder Du mit dem todes qual; Laß deinen geist tode rangst, Und wie du, über dann bei mir sein; Und seinen winder, Allmächtig ihn troft mein Herz erfreun. bezwangst. 6. Wenn sich die seel' vom 4. Der frohe fiegsgedanke: leibe trennt: So nimm sie, herr Wo ist dein stachel, tod? Stärk in deine händ; Der leib ruh' mich, daß ich nicht wanke, In in der finstern grust, Bis einst meiner todesnoth! So ist, ob dein großer tag uns ruft. gleich ich sterbe, Doch sterben 7. Dann laß ihr fröhlich mein gewinn. Ich bin des auferstehn, Und mich dein gnähimmels erbe: Dein wort sagt, dig antlig sehn; Gedenke nicht daß ichs bin. mehr meiner schuld; Gedenk 5. Du schriebft ins buch des an deine lieb und huld.: lebens Auch meinen namen ein. 8. Fürwahr, sprichst du, Dein blut kann nicht vergesleuch sage ich: Wer mein wort bens Für mich vergoffen sein. hält und glaubt an mich, Der Dir tranet meine seele; Dich kommt gewiß nicht ins gericht lobt, was in mir ist, Erlöser Und schmeckt den tod auf ewig meiner feele, Der du die liebe nicht. bist. D Jesu Christ mein's Lebens. 9. Ja herr, mein heil, ich traue dir. Dein wort erfüllst 297. Herr jesu Christ, du auch an mir. Du nimmst mein herr und mich zu dir in dein reich; Da gott! Der du erlitteft angst und leb ich dann mit dir zugleich. spott, Für mich den tob des 10. Des freuet meine ſeele Freuzes starbst, Und mir den sich! Erhöre mich, herr, gnägrößten trost erwarbst. diglich. Laß mich im ganzen 2. Jch bitt, um deiner to- leben dein, Den tod mir fanft despein, Wollst du mir fünder und selig sein.us gnädig sein, Wenn ich einst komm in sterbens noth, Und ringen werde mit dem tod. Wenn mein Stündlein vorh. 298. Jt nun auch meine 3. Wenn mir vergehet mein stunde da, Von gesicht Und meine ohren hören dieser welt zu scheiden: So nicht; Wenn meine zunge nicht fei mit deiner hülfe nah, Du mehrspricht; Und mir vor angst treufter freund im leiden, Nimm das herze bricht. du dich meiner feelen an, Dir 3. Wenn mein verstand im übergeb ich sie alsdann, O jeſu, bunklen irrt; Und menschen- mein erlöser. hüiffe kraftlos wird: So step, 2. Ist meine sündenschuld por XXI. Vom Tod. 183 vor mir; Drückt ihre last mich Der du mein bruder bist. Du nieder: So ist mein seufzen auch fenneft meinen glanben, Und vor dir; Und du erhebst mich feine furcht noch pein Soll mit wieder. Ich denk in meiner dies kleinod rauben: Ich bin tiefen noth An deine liebe bis und bleibe dein. zum tod; Die, die wird mich 3. Durch dich bin ich gereis erhalten. nigt, Durch dich mit gott vers 3. Ich bin an deinem leib föhnt, Mit dir bleib' ich verein glied, Des tröst ich mich einigt, Werd bald mit preis gevon Herzen. Erbarmer, der frönt. Wer kann dich g'nug mich leiden fiebt, Du linderst erheben, Sohn gottes, du haft meine schmerzen. Und sterb' ich dich Für uns dahin gegeben, nun, so sterb' ich dir, Ein ew- Und wohl mir! auch für mich! ges leben hast du mir Durch 4. Geheilt ist nun mein schadeinen tod erworben. de. 3m himmel ist mein theil, 4. Du, herr, erstandst, so theure bohe gnade! S unwerd auch ich Nicht in dem aussprechlich beil! Zu dir, herr, grabe bleiben. Dein leben, herr, will ich flehen, So lang ich ( des freu ich mich,) kaun tolallen kann. Du kannst mein desfurcht vertreiben. Wo du inn'res seben, und niminst auch bist, da komm ich auch hin, seufzer an. Actub Daß ich bei dir stets leb und 5. Du selber bilfft mir rinbin Ich gehe hin mit freuden gen, Allmächtig hirfst du mir, 5. Dein bin ich, dein in Ins leben durchzudringen; Und 4 ewigkeit. Mich soll das grab dann bleib ich bei dir. O wohl nicht schrecken. Ich ruh' nach mir! ich vollende Vielleicht bald kurzer zwischenzeit Wirst du meinen lauf; Uud geb in deine mich auferwecken; Dann will hände Den geist; du niminst ich dir, o gottessohn, Du men- ihn auf. schenfreund vor deinem thron 3ch, hab' mein' Sach' Gott heim. Mit freudenliedern danfen. 300. Mein leben fieht in Befiebl du deine Wege. gottes band, Er 299. Mein jesus ist mein thu' was er mir heilsam fand! leben Reißt Er zäblte mir, so wie mein schon der tod mich hin; Was haar, Schon eh' ich war, Auch follt ich ängstlich beben? Der meine lebensstunden dar. tod ist mein gewinn. Wer an 2. Jch nüge mit zufriedenihn glaubt, wird selig: Dies heit Die tage meiner sterblichwort steht ewig fest. Die freu- feit. Wie väterlich versüßt fie den sind unzählig, Die es mich gott! Doch müh' und noth hoffen läßt. Sind ihr gefolgt, und dann der 2. D'rum geh' ich einst mit tod. frieden Zu dir, o jesu christ, 3. Die blume pranget und Von dir stets ungeschieden, fällt ab; So blüht der mensch m 4 und 184 Erste Abtheilung. und finkt in's grab. Nicht ju- jwenn nur beine huld mich gend schüßt, nicht stand, noch deckt, Kann selbst der tod nicht geld; Nichts in der welt Ist, schaden. was ihn dafür sicher stellt. 3. O herr, bu bist mein gane 4. Wer rüstet mich mit zer rubm, Mein bester troft muth und fraft Aluf's ende auf erden; In jener welt meiner pilgerschaft? Und wer mein eigenthum, Was kann beruhiget mich bier? Allein mir größres werden? Von fern von dir, O herr, kommt muth glänzt mir mein kleinod zu; und rube mir. Du schaffst mir nach dem strei5. Du bringt mich, bin ich te ruh, Und reichst mir deine nur bereit, Zum sichern glück krone. der ewigkeit, Wo man des 4. Herr, lenfe meines geis kurzen grams vergißt, Wo stes blick Von diesem weltges mancher christ Schon frohstümmel, Auf dich, auf meiner voran gegangen ist. seele glück, Auf ewigkeit und 6. Frob werd' auch ich, wenn himmel. Die welt mit ihrer dir's gefällt, Ein bürger der herrlichkeit, Vergeht und währt vollkommnen welt, Den mei- nur kurze zeit. Im himmel nen fag' ich auf dein wort: sei mein wandel. Gott, unser bort, Vereint uns 5. Jetzt, da mich dieser leib bald auf ewig dort. beschwert, Ift mir noch nicht 7. Den troft, o jesu, dank erschienen, Was jene begre ich dir; Du brachtest ihn vom welt gewährt, Wo wir gott himmel mir. Du hast gefaget: ewig dienen. Dann, wann ihr seid mein, Auch ihr sollt mein auge nicht mehr weint, sein, Wo ich bin, und euch Und nun vollkommnes glück ewig freun. erscheint; Dann werd' ich's froh empfinden. Sei Lob und hr dem. 301. J weiß, an wen 6. Im dunklen feb' ich bier mein glaub' fich mein heil; Dort seb' ich's flar hält, Rein feind soll mir ihn und heiter. Hier ist die schwachrauben, als bürger einer bes- heit noch mein theil; Dort sern welt, Leb ich nur hier im bebt mein geift sich weiter. glauben. Dort schau ich, was Hier ist mein werth mir noch ich hier geglaubt. Wer ist, der verhüllt; Dort wird er sichtmir mein erbtheil raubt? Es bar, wenn dein bild Mich einst rubt in jesu bänden. vollkommen schmücket. 2. Mein leben ist ein fur 7. Zu diesem glück bin ich ger streit, Und herrlich ist die erfauft, herr, durch deine frone. Das glück der ganzen leiden; Auf deinen tod bin ich ewigkeit Wird mir zum fro- getauft, Wer will mich von yen lohne. Du haft für mich dir scheiden? Du zeichnest mich den tod geschmeckt; Mir, in deine hand; Ich bin dir, herr, XXI. Vom Tod. 185 berr, du mir bekannt. Mein viel, Sch bin vielleicht noch find des himmels freuden. fern vom ziel, An dem die 8. Wie groß ist meine herr- frone schimmert. Bin ich von lichkeit! Empfinde sie, o seele, meinem ziel noch weit: So sei Von lust der erde unentweiht, mein leben dir geweiht," Bis Erhebe gott, o seele! Der erde einst mein leib zertrümmert. glänzend glück vergeht; Nur Hilf mir, Herr, dir Ganz des gerechten wohl besteht Durch mein leben Zu ergeben, Daß alle ewigkeiten. ich droben, Dich ohn ende Wie schön leuchtet der Morgenst. fönne loben. 202. Wie wird mir dann, mein beiland, 5. Wie wird mir dann, mein beiland, sein, Wann ich mich sein, Wenn ich, mich deiner deiner ganz erfreun, Dich dort ganz zu freun, In dir ent- anbeten werde? Dann bin ich schlafen werde? Alsdenn werd' frei von sünd' und leid, Ein ich auch ganz befreit Von sünte mitgenoß der herrlichkeit Nicht und von sterblichkeit, Entflie- mehr ein mensch von erde. ben dieser erde. Freu' dich Preis dir, Daß mir Durch Junig, Meine seele, Und dein leiden Jene freuden Of erwähle Schon hienieden, fen stehen; Ewig will ich dich Was dir dient zum ew'gen erhöhen. frieden. Alle Menschen müssen sterben. 2. Besiege denn des todes 303. Noch bin ich ein gaft der erde Gott graun, Mein geist, er ist ein weg zum schaun In jenem bes- mehrt meiner tage zahl, Daß fern leben. Er sei dir nicht ich reif zum himmel werde, mehr fürchterlich. Zum aller- Prüft er mich, läßt mir die heiligsten wird dich Der berr wahl, Böses oder gut's zu dadurch erheben. Hier wird wählen, Doch werd' ich viel Dein birt nach den thränen, jahre zählen? Crer ruft ein Nach dem sehnen, Dich erlösten naher tod Mich zu banger sterVöllig und auf immer trösten. bensnoth? 3. Herr, herr, ich weiß die 2. Herr, du weißt, du haft stunde nicht, Die mich, wenn die tage Meines lebenslauf's nun mein auge bricht, Zu dei- gezählt; Ihre freuden, ihre planen todten sammelt. Vielleicht gen, Sah dein auge, das nie umgibt mich ihre macht, Eh' fehlt, Früher noch, als du auf ich dies flehen noch vollbracht, erden Mich ließt deinen pilgrim Mein lob dir ausgestammelt. werden; Da schon schriebst du Mach mich Fertig, Ich be- meinen tod Auf dein buch, allfehle Meine feele Deinen hän- weiser gott! den; Laß mich meinen lauf 3. Einst, wenn es dein gut enden. wille fordert, Wird mein äuße 4. Vielleicht sind meiner tagerer mensch zu staub, Und das M 5 feu'r 186 Erste Abtheilung. feu'r, das in mir lodert, Wird Nimmst du mich zum himmel des falten todes raub. So wie auf. früblingsblumen welken, Wird( Shristus ber ist mein Leben. mein leben auch verwelfen! 304. Ich geh' einst ohne Kraft und odem nehmen ab, beben Zu meinem Und den leichnam nimmt das tode hin, Denn christus ist grab. mein leben Und sterben mein 4. Nimm ihn hin zu dei- gewinn. nem staube, Grab verwandle 2. Ich scheue nicht die schre ihn in erd! Dennoch trium- cken Der freudenleeren gruft, phirt mein glaube, Denn Der wird mich auferwecken, mein leib wird einst ver- Der mich zum grabe ruft. flärt. Des verwesten förpers 3. Und rief mich abzuscheiden, trümmer Bleiben wahrlich nicht Auch heute schon mein gott: auf immer Der vermedrung So geh' ich bin mit freuden, schnöder raub: Neu beseelt wird und sterb' auf sein gebot. einst mein staub. 4. Ich hoff' ein beff'res les allmachts- ben, Das nimmermehr verfließt. Rufft du, Ein leib wird mich umgeben, herr, in mein gebein Neues Der ewig herrlich ist. 5. Durch dein wort: es werde, leben, nicht mehr erde Wird 5. Dann eil ich dir entgegen, alsdann mein körper sein. Zu mein triumphirend haupt, Und den bimmlischen geschäften seh' entzückt den segen Des Schmückst du ihn mit neuen heils, das ich geglaubt. fräften Und von schmach und Wer nur den lieben Gott. sterblichkeit Wird er ewig dann 305. Warum erbebst du befreit. noch, o seele, 6. Hör, o feele, einst mit Bei den gedanken an das freuden Jenen ruf: das grab grab? Nicht dich umschließt ist da! Denn das ende deiner einst seine höhle, Nur deine leiden Ist mit ihm zugleich dir hütte singt hinab; Die schuf nah. Der, der deinen tod beder schöpfer erst aus staub, zwungen, Hat das leben dir D'rum wird sie der verwesung errungen; Durch den weg der raub. sterblichkeit Führt er dich zur 2. Du, zur unsterblichkeit er ewigkeit. lesen, Schwingft dich empor ze 7. Stärke mich auf diese gottes licht und schauft den stunde, Jesu, der du für mich ursprung aller wesen, Von an starbst, Und an gottes gnaden- gesicht zu angesicht; Bewunderst bunde Ewig antheil mir er- deines gottes macht In jener warbst. Laß mich tod und welten bau und pracht. grab nicht scheuen, Laß vielmehr 3. Dann, feele, wirst du das mich darauf freuen; Denn verstehen, Was hier kein wei nach treu vollbrachtem lauf ser mand erklärt. Was, hier voll XXI. Vom Tode. 187 vollkommen einzusehen, Dein] 3. Sein rubiges gewissen wissenstrieb umsonst begehrt. Bebt nicht vor finsternissen Dann trügt dich wahn und Der bahn, die er nicht fennt. irrthum nicht und selbst die Die schreckensvollen pfade Erfinsterniß wird licht. leuchtet ihm die gnade Des 4. Dann wirst du den ganz gottes, der ihn vater nennt. nah erblicken, Den bier der 4. Rein angstgeschret mit glaube fern nur sieht, Den, der thränen; Rein unruhvelles stöhdich ewig zu beglücken, Zum nen; Quält fein gelaßnes herzz fluch gemacht, am freuz ver- Es ist zu gott erhoben, Emschied; Dann freu dich, daß kein rfängt den- troft von oben, wahn, kein spott, Dich hier ges Und fried und frende in dem trennt von deinem gott. schmerz. 100 5. Wann nun der tag des 5. Er fegnet froh die feinen, Herrn erscheinet; Verläßt dein Die um sein lager weinen, Erleib der gräber rub; 3um mahnt und tröstet fie; Und seiaweitenmal mit dir vereinet, ner treue wegen, Erfüllt gott Wird er unsterblich so wie seinen jegen, Und weicher auch du. O feele, zittre länger von diesen nie. nicht, Daß deiner hütte bau zerbricht. 6. Gott, laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dies glück er4. Ende des Frommen. wirbt: Damit ich, als ein erbe, Miel. In allen meinen Thaten. Der felukeit auch sterbe, So 306. Wie sanft seh'n wir freudig wie ein frommer stirbt. den frommen, Wacht auf ruft uns die. Nun bald der erd eutnom- 207. Selig sind des himmen, Sich seinem ziele nah'n? an. mels erben, Die Wo sich des lebens freuden todten, die im herren sterben, Vom frechen fünder scheiden; Zur auferstehung eingeweibt! Da gehn des christen freuden Nachy den legter augenblicken Des todes schlummer folgt 2. Er freut sich auf sein entzücken; Folgt wonne der ende, Und hebt, voll dank, die unsterblichkeit! Smfriede ruben bände Zu seinem vater auf. fie, Los von der erde müb! Gesichert vor verderben, Kann Gelobt sei gott! Vor seinem er nun fröhlich sterben, Nach thron, Zu seinem sehn, Beeinem wohl vollbrachten lauf. gleitet ihre tugend sie! 10 XXII. Von 188 6 XXII. Von der Auferstehung der Todten. MA 1. Gewißheit davon. Mel. Bestehl du deine Wege. 308. Wenn einst in meiruhme, Steht sie in neuem flor. 6. Kann gott denn nicht auch nem grabe Des machen, Daß einst aus tod todes stille nacht Ich durch- und gruft Die glieder neu ere geschlummert habe: So weckt wachen, Wann seine stimme mich jesu macht Gibt diesem ruft? Es werden diese glieleib aus staube Des himmels der, Wie saamen ausgesät. herrlichkeit. O trost, den mir Gott will: sie leben wieder; der glaube An gottes wort Der neue leib entsteht. verleibt! 7. Ich frag nicht nach dem 2. Es soll mir diesen glau- spotte Verwegner zweifeler, Und ben, Der fest, als felsen ruht, weiß von meinem gotte: Er Kein spötter jemals rauben, ist des todes herr. Daß todte Kein feind, kein zweifelmuth. leben sollen, Ruht ganz in Es mag der unchrift beben, seiner macht, Und sollt er auch Sinkt er in tod und gruft: nicht wollen, Daß einst mein Ich kenn ein neues leben, Wo- leib erwacht? zu mich jesus ruft. 8. Die aus des grabes ban3. Den beiden hier auf erden Gott ehmals schon erweckt, den War dieser troft verdeckt, Und jesum, der erstanden, Da Daß wir dereinstens werden er den tod geschmeckt, BetrachAus tod und grab erweckt. Sietet unser glaube, Und siegreich die das licht nicht hatten, Das rühmet er: Auch uns weckt uns der tag gebracht, Umga- aus dem staube zum leben einst ben todesschatten, Und furcht der herr. der grabesnacht. Wenn mein Stündlein vorh. 4. Des syötters kühnes la- 309. Herr, wenn einst chen Beschimpft ihn selber nur. deine stimme ruft: Es sind gar leichte sachen Dem Kommt wieder menschenkinder! schöpfer der natur, Den leib Und ich alsdann aus meiner neu zu beeben, Den er aus gruft, Unsterblich, nicht mehr staub erschuf; Ihm klarbeit fünder, Zum neuen leben auf auch zu geben Durch seiner ersteh' und deinen himmel vor allmacht ruf. mir seh', Dann jauchz ich, daß 5. Aus saamen, den wir ich lebe. fäen, Läßt gott ja alle jahr 2. Den leib, den hier die Die neue frucht entstehen, Die seele trug. Wird sie dort wiein dem keime war. Es wächs der tragen: Dasselbe herz, das in fet jede blume, Aus ihrer saat ihr schlug, Wird wieder in mir hervor: Zu seiner allmacht schlagen. Du rufft, die in den gros XXII. Von der Auferstehung der Todten. 189 be- 8. In diesem seligen ver Es traun, Einst fröhlich aufzustes hen, Laß mich, o heiland, ohne 3. Wie wird mir, dem er- graun Den weg des todes gewachten sein! Welch himmli- ben. Es zeige mir ein sanfter sches entzücken! Wenn leib und tod, So wie ein schönes abendseele sich erfreun, Und sich ver- roth, Von fern den schönern klärt erblicken; Wenn nun mein morgen! aug', nach langer nacht, In gottes neuer welt erwacht, Und 2. Freude über die Auferkeine nacht mehr fürchtet. stehung und Lobpreisung Gottes. 4. Dann find ich und be wundre den, Der mir dieß heil Was Gott thut das ist. erworben; zum erstenmal werd 310. Ich freue mich der ich ihn seh'n, Den, der für frohen zeit, Da fommen. mich gestorben, Der mir zumlich werd' auferstehen. Dann Segen auferstand, Und mich werd ich in der herrlichkeit mit brüderlicher hand In seine Dich, gott, mein heiland sehen. freude führet. Dann werd auch ich, O herr, 5. Ich weiß, daß dein Wort durch dich Vereint mit allen wahrheit ist, Trotz alles frechen frommen, Zur ew'gen ruhe spottes. Vernunft! weit böher) als du bist, Ist die verheissungleinst heran Die stunde der er2. Ja, herr, du führst fie gottes! Ich gehe zur verwesung lösung; Die stunde da ich hof hin; Ich werd' einst wieder, fen fann Trost, freiheit und was ich bin; Ich sterb; und! lebe wieder. genesung; Da, engeln gleich Im himmelreich, Ich ewig 6. Dieß leben ist ein langer werde leben, mit herrlichkeit tod: Dort ist ein herrlich erbe; umgeben. Mein theil, nach aller müb' 3. Der du die auferstehung und noth; Ich lebe, wenn ich bist, Du bist's auf den ich sterbe. Ich werde sein, wo traue. Ich weiß daß ich durch jesus christ, der todten erstges dich herr christ, Einst auferweckt borner, ist; Werd' hinfort dich schaue. Auch werd ich nimmer sterben. nicht Vor dein gericht, Wie gräbern sind; Shr staub wegt sich, und empfind't: kennt sich leib und seele. 7. Grabt den entselten leib die die dich verschmähten, Mit nur ein! Staub waren seine angst und schrecken treten. glieder: Staub sollen sie im 4. Ich hoffe dann mit freugrabe sein; Aus staub schafft digkeit Vor dir, mein baupt, gott sie wieder. Gesät werd' zu stehen, und mit dir in die ich um aufzublüh'n: Das todte herrlichkeit Frohlockend einzufeld wird wieder grün zu tau- geben. O hilft mir doch Aus sendfält'gen früchten. Ignaden noch, Zum glück der 190 ndon Erfte Abtheilung. der ewigkeiten, Mich würdig mißbrauch sie nicht; Denn sie zu bereiten. sind christi glieder. 8. Was sorgst du für den Ich weiß mein Gett daß all'. leib, mein herz; Es ist sein 311. Mit frommer freude mangel und sein schmerz Dem dank ich dir: Die heiland unverborgen. Er, der große wahrheit hast du mir, Oihn einst verklären will, Wird beiland, offenbaret: Mein leib hier wohl für ihn sorgen. wird in dem grabe nur 3um 9. Herr, auch im sterben bin auferstehn bewahret. ich dein. Der tod soll mir nicht 2. Ich soll aus meinem gra- furchtbar sein: Das grab soll be gehn, Und soll vor meinem mich nicht schrecken. Ich weiß richter stehn. Ich hör's aus daß mein erlöser lebt! Der deinem munde: Du bist die wird mich auferwecken.. wahrheit; ja es fommnt; E83. Anwendung der Auferfommt die frobe stunde! stehung zum Trost und zu frommen Gesinnungen. 3. Hoch schallt dein allmachts wort daher, Dann muß die 312. Jesus, meine zuvers erde und das meer Die tooten sicht, Lebt, und ich wieder geben. Der herr, der soll mit ihm leben! Dieses weiß alle sterben hieß, Der heißt sie ich: sollte nicht Sich mein herz wieder leben. zufrieden geben, Was die lange 4. Mein herr, auch ich ge- jgrabes nacht mir auch für geböre bir; Und auch der arme danken macht? staub von mir Bleibt nicht dem 2. Jesus, mein erlöser, lebt, tod zum raube. Der herr, des Und ich kann ihm sichrer trauen, ich im leben war, Jst herr Daß er mich zu sich erhebt: von meinem staube. Warum sollte mir denn grauen? 15. Du haft für mich den tod Läffet auch dies haupt ein glied, geschmeckt, Du bist für mich Das es einst nicht nach sich auch aufgeweckt: Der tod liegt zieht? dir zu füßen. Die fraft von 3. Ich bin durch des glaudeinem auferstehn Soll und bens band Zu genau mit ihm werd' ich genießen. verbunden. Er, der auch den 6. In schwachheit schließ ich stod empfand, hat auch für mich meinen lauf: Mit großen überwunden. Er, entstand und kräften fleh ich auf: Du weckst einst erwacht Auch mein leib mich aus der erde; Daß dei durch seine macht. nem schön verklärten leib Mein 4. Jcb bin staub, und muß Ich leib aud ähnlich werde. daber Wiederum zum ftaube 7. Laß mich dir hier schon werden. Dieses weiß ich; aber ähnlich sein, Auch leib und glie- er Weckt mich wieder aus der der sind ja dein, Du schenkst sie erden, Daß ich in der herrlichschöner wieder. D feele, o feit Bei ihm fei in ewigkeit. 5. Da buk XXII. Von der Auferstehung der Todten. 191 5. Da wird mich, statt die- ser hat die macht Des todes ser haut, Ein verklärter leib ganz bezwungen, Und siegreich umgeben, Für die neue welt aus des grabes nacht Zu gott gebaut, Und geschickt zum bes sich aufgeschwungen. Er ist fern leben; Und in diesem leib mein baupt; sein sieg ist mein. seh' ich meinen fesum ewiglich. Sein soll mein ganzes leben 6. Dann werd' ich in helsein, Und ihm will ich auch lem licht Seine große lieb er- sterben. fennen; Und wie freudig werd' 2. Nicht ewig wird, wer dein ich nicht Dann ihn meinen ret- wort hält, Den tod, o jesu, ter nenuen! Wenn er von der schauen. Das ist's, was mich sterblichkeit Nun auf ewig mich zufrieden stellt, Selbst bei der befreit. gräber grauen Ich bin getrost 7. Mich, der hier noch seufzt und unverzagt: Weil du den und fleht, Wird er herrlich dort deinen zugesagt: Ich leb' und erhöhen. Irdisch wird mein ihr sollt leben. leib gesäet, Himmlisch) wird er 3. Wird gleich mein leib des auferstehen; Zum verwesen fällt todes raub; Er wird doch wieer ein; Dort wird er unster- der leben, Und einst aus der lich sein. verwesung staub Sich neuges 8. Sei, o feele, bocherfreut! bild't erheben, Wenn du, o gros Jesus kennt ja seine glieder. ßer lebensfürst, Einst deinen Weg mit furcht und traurig- todten rufen wirst, Zum leben feit! Sterb ich, christus ruft aufzuwachen. mich wieder; Wenn einst die 4. Wie froh und herrlich werd posaune flingt, Die durch alle ich dann Vor dir, mein heiland gräber bringt. stehen! Dann nimmst du mich 9. Lach der finstern erden mit ebren an; Läßt in dein kluft! Blick hinauf in's bes're reich mich gehen Fortbin von leben! Durthin wird mich aus feiner laft beschwert, Hinder gruft Meines jesu macht gegen herrlich, ganz verklärt, erheben. Dann liegt schwache Leb ich bei dir dann ewig. heit und verdruß Ewig unter 5. O welch' ein sel'ges theil meinem fuß. ist mir In jener melt bereitet! 10. Nur daß ich den geist Der freuden fülle ist bei dir. erheb Von den lüften dieser er Von dir, o berr, geleitet, Werd den, Und schon hier dem bei ich in deinem himmelreich, land leb, Dem ich dort soll Unsterblich, deinen engeln äbulich werden! Denn wer gleich, Bollkommne luft geseiner sich will freun, Muß nießen. hier rein und heilig sein. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, Die hier dir fol gen, leben, Und ewig frei von 313. Mein heiland lebt; schmerz und müh'. Von seligen Sei Lob und ehr. ume 192 Erste Abtheilung. umgeben, Genießen deiner herr- Aber doch auf ewig nicht. lichkeit. D was sind leiden Neues leben wird er haben, dieser zeit, Herr, gegen jene Wenn das letzte weltgericht freuden? Alle gräber wird aufdecken. 7. Laß die zukünft'ge herr- Und der engel feldgeschrei lichkeit Mir stets vor augen Zeigen was vorhanden sei: schweben; Und oft in dieser Dann wird ihn mein gott prüfungszeit Mein Herz dahin erwecken Zu der frohen ewigerheben, Wo feine schwachheit keit. Sei o seele hocherfreut. uns mehr drückt, Wo wir der fterblichkeit entrückt, Frohlockend 2. Dann so werden meine vor dir wandeln. glieder, Die jetzt staub und Nimmermehr zu 8. Erwecke mich dadurch zum asche sind, Unverweßlich leben fleiß, Der tugend nachzustreben, wieder, Und ein jegliches ges Und als ein christ, auch dir winnt Solchen glanz, als hier zum preis, Nach deinem wort auf erden zu leben. Und fühl ich hier finden ist. Ja, mein leib, herr, noch noth und schmerz: So jesu christ, Wird dem deinen tröste selbst damit mein herz: ähnlich werden, Voller pracht es fommt ein beßres leben. und herrlichkeit. Dank sei dir Sollt ich meinem Gott nicht sing. in ewigkeit! 315. Meinen leib wird man begraben! XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 1. Gewisse Wiederkunft Jesuslichten wolken einst, Mit deis zum Weltgericht. O Ewigkeit, du Donnerwort. iner engel beer, erscheinst, Die sich por dir, herr, beugen! Dann sieht die welt die ma315. Erhöhter jefu, gottes jestät, Dazu dich gott, dein sohn! Der du schon gott erhöht. längst der himmel thron Als 3. Dann tönt dein ruf in herrscher eingenommen, Du jedes grab Mit allmachtsvoller wirst dereinst zu rechter zeit, fraft binab, Und schafft ein In großer kraft und herr- neues leben. Auf deinen wink lichkeit, Vom himmel wieder muß ero und meer Das große kommen. Gib, daß dann froh unzählbare heer Der todten und voll vertraun Dich, herr, wieder geben: Sie steh'n durch auch meine augen schaun. dich, herr, neu beseelt, Nun 2. Wer faßt, o heiland, jest alle auf, und feiner feblt. die pracht, Die deinen tag einst 4. Du sammelft sie vor deiherrlich macht? Wie groß wirst nen thron, Um jedem den bes du dich zeigen! Wann du auf'stimmten lohn, Nach seiner that XXIU. Vom allgemeinen Weltgericht. 193 that, zu geben. Dann trifft Doch bald ist euer maß erfüllt! den bösen schmach und pein; Bald kommt der richter und Den frommen aber führst du vergilt. ein In das verheißne leben. 3. Dann öffnet um euch her Wer leugnet dann noch, jesu sich weit der abgrund jener Christ, Daß du der erde richewigkeit mit allen seinen ter bist? schrecken; Dann wird euch, 5. D gib, wenn nun dein wann der richter droht, Nicht tag erscheint, Daß ich in dir berg, noch meer, nicht grab dann noch den freund Und hei- und tod, Für seiner ahndung land wieder finde; Daß ich vecken. Denn aun nicht mehr mit freuden vor dir steh'; Und erbarmt er fich, Und sein ges mit dir in den himmel geh', richt ist fürchterlich. Ganz frei von noth und sünde. 4. Wann furchtbar seiner Laß mich nur stets vorsichtig donner schall, Ton tausendfasein, Und selbst die kleinste hem widerhall Der erde grund sünde scheun. erschüttern; Und plöglich nun 6. Die tugend sei mir ewig der bau der welt Wanft, frawerth; Und was dein wort het, stürzt, in trümmern fällt; von mir begehrt Laß mich mit Wann selbst die pimmel ziteifer üben Niemals ermüde hier tern; Und vor den richter hins mein geist, Dich, den schon gerückt, Der pötter glaubet jeßt der himmel preist, Aus und erschrickt! aller kraft zu lieben; So hab' 5. Dann ist's nicht mehr zur ich in der ewigkeit Auch theiljbuße zeit; Wo werdet ihr barme an deiner herrlichkeit. In voriger Melodie. herzigkeit Und gnab' und ret tung finden? Die ihr der fün316. Der unsre mensch- den maß noch häuft Fühlt, eh' heit an sich nahm, euch dieser tag ergreift, Die Als er uns zu versöhnen kam, schanden eurer fünden; Daß Kommt einst zu richten wieder. ihr nicht selbst euch dann verNicht fern ist seiner zukunft flucht, Und in verzweiflung zeit; In aller seiner herrlich- lindrung sucht! keit, Steigt jesus dann hernie- 6. Mein herz erschrickt; es der. Vernimm's, o welt, und lebt in mir Mein innerstes, o begre dich! Der tag des schrek gott, vor dir, Ich bin ein kens nahet sich. missethäter. Begnadige, wann 2. Warum verzieht er? fragt dein gericht Auch mir mein ewig der spott; Wo bleibt der sün- urtheil spricht, Mich, herr, den denrächer, gott? Hört, sün übertreter Du, der die fünder der hört's mit beben! Euch, nicht verstößt, Du, jesu, hast die ihr frech ihm widerstrebt, auch mich erlöst. Und in der bosheit sicher lebt, 7. Tag gottes und der ewigZur beßrung frist zu geben. feit; Du predigt uns den 97 werth 194 him Erste Abtheilung. werth der zeit Laut, mit des 5. Wer spottet dann noch donners stimme. Reizt, men deiner fraft, Wann du, die schen, nicht durch eure schuld, hier dich flichen, Für ihre schuld Den gott der langmuth und zur rechenschaft Mit majestät geduld, Daß er nicht schnell wirst ziehen? Wann nun ihr ergrimme. Denn schrecklich wird auge dich erblickt, Und fie dein der fünder pein; Und groß der strafgerichte drückt: Dann werfrommen wonne sein. den fie verstummen. Sei Lob und Ehr dem. 6. Und wann du dann die 317.-& r fommt, er fommt deinen nun Mit preis und ehre zum weltgericht, zierest; Und, ihnen ewig wohlDer heiland, den wir ehren, zuthun, Sie zu dem bimmel O weigert euch, erlöste, nicht, führest: Dann, herr, wird völ Jeßt auf sein wort zu hören! lig offenbar, Daß dein die macht Wer hier nicht seine vorschrift und gnade war, Rechtschaffne bört, Und sie nicht mit gebor- zu beglücken. sam ehrt, Wird nicht vor ihm 7. O laß mich dann, herr bestehen. jesu chrift, Mit freuden vor 2. Herr, laß mich deiner dir stehen, Und dir, so herrlich majestät mit wahrer freude du auch bist, Getroft entgegen dienen! Wie herrlich dich dein sehen. Wann deiner feinde rotte gott erhöht, Ist zwar noch zagt, Von reu' und angst und.. nicht erschienen: Doch was furcht geplagt, Dann jauchze uns hier verborgen war, Das meine feele. men. wird dereinst uns offenbar, 8. Daß ich dies glück erleben Wann du wirst wieder tom mag: So laß in diesem leben, O beiland, deinen großen tag 3. Wann vor dir die natur Mir fiets vor augen schweben. dann bebt, Und unter deinen Er reize mich, dir mich zu füßen Sich alles, was die wi- weibn, In deinem dienste treu berstrebt, Wird völlig beugen zu sein, Und nie, dich zu permüssen: Wann alle engel vor leugnen. dir stehn: Dann werden aller augen sehn, Wie hoch dich gott erhoben! om Weltgerichte felbst. Befiehl du deine Wege dein 4. Wann dann, o berr, auf 318. Ich denk an dein geheiß, Die tooten wieder gerichte, Du richleben, Dein seind mit furcht, ter aller welt, Dem thor sei's dein freund mit preis, Sich ein gedichte, Das schwachen aus dem grab erheben; Werjnur gefällt! Mich soll sein wahn wird denn noch, herr jesu nicht stören, Weil mich dein christ, Daß du der berr und göttlich licht, und mein ge richter bist, Mit frechheit leug- wissen lehren: Du haltest nen können? ein gericht. 2 Sch. XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 195 5. Ich seh' im geist die blige, frechten, Von aller schuld be. Und hör' die donner schon; freit; Führst mich mit deinen Erblick dich auf dem sige Und knechten In deine herrlichkeit. hohem richterthron, Um den die Es ist gewißlichlich an der Zeit. heil'ge menge Erhabner engel 319. Son ist der tag von steht. Welch, herrliches gegott bestimmt, Da, pränge! Weldy eine majestät! wer auf erden wandelt, Sein 3. Umsonst flieht dann der loos aus gottes händen nimmt, sünder Vor deines armes kraft. Nach dem er bier gehandelt. Herr, alle menschenkinder Ziebst Er kommt, er fommt, des mens du zur rechenschaft. Du rufft, schen sohn; Er fommt, und Und sie erscheinen Vor deinem wolken sind sein thron, Den richterthron. Den fündern und erdenkreis zu richten. den deinen Gibst du gerechten 2. Hier, an dem rand der lohn. ewigkeit, Hier stehn die millio4. Froblockend sehn die from- nen, Die, seit dem ersten tag men Dein göttlich angesicht, der zeit, Auf dieser erde wohSchon hier dem fluch entnom-[ nen, Nur dem allwissenden be men, Zagt ihre seele nicht. Fannt, Unzäblbar wie am meer Nun triumphirt ihr hoffen, Er- der sand; Hier stehn sie vor löst von aller müh, Sehn sie dem richter! den himmel offen, Und du, 3. Hier muß der falsche wahn berr, segnest sie. der welt Der wahrheit unter5. Wie angstvoll aber beben, jliegen. Hier wo das recht die Die hier dein wort verhöhnt,( waage hält, Wird keine bosheit Und durch ein fündlich leben, siegen. Hier ist zur buße nicht Das eitle herz verwöhnt? Dujmehr frift Hier gilt nicht mehr gibst den sündruknechten Ihr betrug und list: Hier gilt kein theil in jener pein, Und füh- falscher zeuge. rest die gerechten Zu deinen) 4. D berr, mit welcher mafreuden ein. jestät Wirst du das urtheil fäl6. Drum laß, herr, dein gelen? Die fünder, die dich hier richte Mir stets vor augen sein, verschmäht, Gehn dann gewiß Und drücke sein gewichte Tiefzur höllen. Da trifft sie un ins gewissen ein. Vor dir erforschte pein, Wer wird dann laß recht mich handeln, Und noch ihr retter sein? Ihr warhier zu aller zeit, So wie einsten ist verloren. weiser wandeln, Der seinen rich- 5. Wie herrlich aber wird ter scheut. alsdann Der frommen werth 7. Ist dann dein tag vor- erscheinen? Du, herr, nimmst handen: Wird diese welt ver- sie zu ehren au, Erklärst gehn: So hoff ich nicht mit sie für die deinen; Und sie schanden Vor deinem thron zu sehn mit erstauntem blick stehn Du stellst mich dann zur Daß glaub' und lieb' das höchf 9 2 196 Erste Abtheilung. böchste glück, Aus gottes huld ben! Daß ich nie Thöricht sie, ererben. Außer augen seßte, Noch mit 6. Sie gehn nun in das fleiß verlegte! fel'ge reich. Das gott für sie 5. Lehre mich gewissenhaft bereitet, Und sehn, auf ewig, Meine tage zählen; Eingedenk engeln gleich, Ihr wohlsein aus- der rechenschaft, Nur, was gut gebreitet! Das stückwerk wird ist, wählen. Gib, daß ich vollkommenheit; Rein kummer, Ernstlich mich Täglich und auch teine traurigkeit Stört forthin heute 3nm gericht bereite. ihre freude. 6. Zeigt sich erst die ewigkeit 7. Mein beiland, laß mich Furchtbar in der nähe: O dann dein gericht Oft und mit ernst ist es selten zeit, Daß ich in bedenken. Es stärke meine zu- mich gebe; Wann der tod Mir versicht, wenn hier mich leidensschon droht, dann ist gewißfränken; Es reize mich gewis- lich Meine buße mißlich! senhaft, Und, eingedenk der 7. Mein gewissen strafe mich rechenschaft, Nach deinem wort Gleich für jede sünde; Mittler, zu wandeln. daß ich bald durch dich Gnade Straf mich nicht in deinem. fuch und finde! Rufe du Dann 320. ich bin dein mir zu: Alles ist vergeben! eigerthum, Dein Sünder, du sollst leben! ist auch mein leben, Mir zum 8. Dann werd' ich auch im heil und dir zum ruhm, Hast gericht, Vor dir, herr, bestes du mir's gegeben. Bäterlich ben, Und vor deinem angesFührst du mich, Auf des lebenssicht Freud und wonne seben. wegen, meinem ziel entgegen. Ewig dein Werd' ich sein, Und 2. Einst fommst du mit großer mich, dich zu lieben, Ewiz kraft Zum gericht auf erven; ewig üben. Dann soll ich zur rechenschaft 321. Wachet auf vom Dargestellet werden. Dein ges schlaf, ihr fünricht Schonet nicht, Richter alder, Erwacht, denn euch, o ler welten! Denn du willst menschenkinder, Erwarten tod pergelten. und ewigkeit. Lohn und strafe, 3. Weh dann mir in ewig- tod und leben Wird der ge= keit, Wenn ich deine gabe, rechte richter geben. Erwacht! Meine fräfte, meine zeit, Hier noch ist zur buße- zeit! Gerecht, gemißbraucht habe! Weh denn gerecht ist gott! Er bört der mir, Hab' ich hier Dein ge- frevler spott. Frevler zittert! sibenk verschwendet, Und nicht ist, was er spricht, Gereut angewendet! ihn nicht. Er kommt gewiß 4. Möchte täglich dein ge- und hält gericht. richt mir vor augen schweben! 2. Plößlich wird sein zorn Möcht ich mich stets meiner entbrennen; Dann wird der yflicht, Treu zu sein bestre- spötter ihn erkennen, Des vaz ters XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 197 ters eingebornen sohn. Jauch- flauf Dich ehre, dir gefalle. zet, jauchzt, ihr seine from Du kamst, o hilf, daß jeder men! Er wird zu eurem heile christ, So lang er auf dem kommen; Bald kommt er, und wege ist, Dir fromm entgegen mit ihm sein lohn! Euch rich- walle. Hier leite uns auf ebs tet christus nicht; Er selbst ner babn, Und dort nimm uns ging in's gericht Für die fün- mit ehren an. der. Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. Wer überwindet, wird gekrönt. Wer nur den lieben Gott. 323. Wenn ich auf got3. Seid bereit ihn mit ver tes wegen wanlangen, Mit reinem Herzen zu ke, Und straucheln will, so empfangen, Denn plößlich bricht schrecke mich Der herzerschütsein tag herein. Und der richternde gedanke: Gott richtet ter wird vom bösen Sein volt, einst die welt und dich! Er die frommen, ganz erlösen, Von hat's verkündigt, fein gericht sünd' und tode sie befrein. Ist unausbleiblich, strauchle Dann ist vollkommnes heil In nicht. ewigkeit ihr theil Jauchzt, ihr 2. Den weg der tugend, den frommen! Seid ftets bereit Auflich walle, Sei rauh uno steil; diese zeit, Und singt gott dank wo führt er hin? Zum hims in ewigkeit. mel, weil ich gott gefalle, Wenn DEwigkeit du Donnerwort. ich getreu und standbaft bin; 322. ie finster ist der Gestärkt, o gott, durch deine legte tag; Wie huld, Zur selbstverlängnung, zur fürchterlich sein donnerschlag, geduld. Wie schrecklich gott im wetter! 3. Laß mich zu meiner feele Wenn über uns der himmel fagen: Die welt vergeht mit glüht; Wenn unter uns die ihrer lust! Wohl mir, wenn erde flieht. Wo bleibt für uns ich bei allen plagen Mir keiein retter? Der große tag desnes frevels bin bewußt! Es weltgerichts Verkehret unsre welt kommt, es kommt die ewigkeit, in nichts. Die mich aus jeder noth bes 2. Ach fünder, richte deinen freit. finn Auf jenen tag des schreckens 4. Denn jesus wird vom hin; Verlaß nun welt und himmel fommen, Ich werd' sünde. Erschrick vor'm schreckt ihn, meinen heiland, sehn, Jhn, lichen gericht! Thu buße, daß wie er ist; mit allen frommen der richter nicht Dich unbereis Aus meinem grab auch aufertet finde. Dann, wen er bier stehn. Ihm werd' ich völlig umsonst gesucht, Den weißt er ähnlich sein, Mich ewig meis von sich, als verflucht. nes glaubens freun! 3. O beiland, weck uns alle, 5. Ich werde seine stimme auf, Daß unser ganzer lebens- lhören, Der du zu meiner rechN 3 ten 198 Erste Abtheilung. nen bist, Du warst gehorsam nicht bricht, Ein unbarmherzi meinen lehren, Nimm hin, was ges gericht. dir bereitet ist. Set, treuer 9. Fühllose( wird der rich crist, den engeln gleich, Komm'ter sagen), Verschlossen habt erbe meines vaters reich! ihr eure hand, Verachtet eurer 6. Du hast in deinen armen brüder flagen: Entweicht! ich brüdern Barmherzigkeit an mir hab' euch nie erkannt! Wer gethan; Ich nahm in meines mich bekennt: Und doch nie leibes gliedern Den segen delner sucht, Bas menschen froh macht, wohlthat an! Komm nun ge- sei verflucht! segneter zu mir; Den himmel 10. So wirst du jede sünde geb ich dir dafür. richten, Die nicht bereut ift; 7. Gold' eine wonne wartet wenn du einst Den übertremeiner, Wenn ich mit brüder- tern ihrer pflichten In deiner lichem sinn Den nächsten lieb', majestät erscheinst. Dann wird und gern mich seiner Erbarm, der fromme nur bestehn; und jefu ähnlich bin. Gott, Wer lasterhaft blieb, wird verwer fann hart und liebloß sein? gehn. Betrübte seba, und nicht er Freun? 11. Gib mir denn licht und muth und stärke, Damit mein 8. Dort, dort trifft den, der glaube, dir getreu, Geübt in ohn erbarmen, Nie menschen jedem guten werke, Bewährt freundlich sich beweist; Der, und unverwerflich fei! So fühllos bei der noth der armen, werd' ich ewig selig sein; Bedrängte nie erquickt noch Mich ewig deiner, gott, er speist; Den hungrigen sein brod freun. XXIV. Von der Ewigkeit. 1. Der Seligen für die Frommen. dieses lebens müb. Nach aller laft, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquickt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 324. Es ist noch eine ruh 3. Wie mütter ihre finder vorbanden Für trösten; So segnet mit zufriejeden gott ergebnen geist; Wann denheit Auch deine gnade die er sich dieses körpers banden, erlösten, Nach überstandner Nach gottes willen, einst ent- übungszeit. Dann wird es ihnen reißt, Und nun nicht mehr so offenbar, Wie gut stets deine eingeschränkt, Als hier auf erführung war. den, lebt und denkt. 4. Da schweigen alle ihre 2. Die, herr, zu dieser rube flagen; Da bringt, mit frokommen, Wie selig sind doch hem lobgefang, Selbst für die alle die! In deinen himmel ausgestandnen plagen, Dir aufgenommen, Ruhn sie von ihre seelen frohen bank. Nun jauch XXIV. Bon der Ewigkeit. 199 fauchzen sie: es ist vollbracht; sel'gen augenblick; Doch alle Der herr hat alles wohlge- freuden, die ihm werden, Sind macht! noch fein recht vollkommnes 5. Forthin bekümmert sie fein glück. Er bleibt ein mensch, leiben; Kein schmerz, felbft feine und seine rub Nimmt in der furcht nicht mehr. Gott führt seele ab und zu. sie zu den höchsten freuden, 3. Bald stören ihn des förUnd krönet sie mit preis und pers schmerzen; Bald das geehr. Dunaussprechlich süßeräusche dieser welt; Bald kämpft ruh! Wie herrlich, herr be in seinem eignen Herzen ein glückest du! feind, der öfter siegt, als fällt; 6. Wer kann hier deine gnade Bald sinkt er durch des nächfaffen? Du willst den, der sten schuld, In kummer und dich redlich liebt, Nicht ewig in ungeduld. in der Unruh lassen, Die die- 4. Hier, wo die tugend öf ses leben noch umgibt. O mach ters leidet, Das lafter öfters uns ja hier in der zeit Recht glücklich ist; Wo man den glückwürdig für die ewigkeit. lichen beneidet, Und des bes 7. Mein heiland, der du kümmerten vergißt; Hier kön selbst auf erden Der leiden nen wir nie frei von pein, joch getragen baft! Will ich Nie frei von aller schwachheit des lebens müde werden: Und sein. fühl ich meiner bürde laft: 5. Hier such ich's nur: dort So stärke mächtig meinen geist, werd' ich's finden; Dort werd' Daß er dem unmuth sich ent- ich heilig und verklärt, Der reißt. tugend ganzen werth empfinden, 8. Gib, daß in hoffnung je- Den unaussprechlich großen ner ruhe; Die gottes volk ver werth: Dich, gott der liebe, heißen ist, Ich gern des va- werd' ich sehn; Dich lieben, ters willen thue ,, Wie du darin ewig dich erhöhn. In voriger Melodie. mein vorbild bist: So folget 6. Da wird, o herr, dein auf der leiden zeit, Gewiß voll- heil'ger wille Mein will' und kommne seligkeit. meine wohlfahrt sein; Und lieblich wesen, heil die fülle 325. Nach einer prüfung An deinem throne mich er kurzer tage Führst freun. Dann läßt mein dir du uns, gott, zur ewigkeit. geweihter sinn Mich fühlen, Dort, dort verliert sich jede daß ich ewig bin. flage In bimmlifche zufriedenheit. Hier übst du unsern tu gendfleiß; Dort aber reichst du uns den preis. 7. Da werd' ich das im licht erkennen, Was ich auf erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was un2. Du schenkst den frommen erforschlich hier geschah; Da schon auf erden, So manchen denkt mein geist, mit preis N 4 und 0 200 als Erste Abtheilung. und bant, Die schidung im deine huld daraus auch mir zusammenhang. Zu voller genüge geben, Was 8. Da werd' ich zu dem thro- mich mit reiner luft erfüllt, ne dringen, Wo gott, mein Was meiner seele sehnsucht heil sich offenbart; Ein heilig, stillt, Und sich ohn ende mehheilig, heilig singen Dem, der ret. für mich geopfert ward; Und 2. Dich lern' ich dann im aller himmel sel'ges beer bellen licht In deiner größe Jauchzt ihm einstimmig preis kennen, Und mit vollkommner und ehr. zuversicht, Dich meinen vater 9. Da werd' ich in der engel nennen. Mit Hoher freude ber' schaaren Mich ihnen gleich und ich dann Auf ewig dein erbar beilig schn; Das nie gestörte men an, Das mich zum him. glück erfahren, Mit frommen mel führte. fiets fromm umzugehn; Dal 3. Wann mein erhöhter geift wird, durch jeden augenblid, Ida fieht, Was ich dir zuge Shr heil mein heil, mein glückstrauet; Wann er dein unumihr glüdk. schränkt gebiet Noch heller übers 10. Da werd' ich dankvollsschauet: Gott, welche wonne ist bem begegnen, Der gottes weg dann mein! Wie werd' ich deiner mich geben hieß Ihn mit da mich freun! Wie selig da entzückter rührung fegnen, Daß mich finden! er mir ihn so treulich wieß; 4. Noch größ're werke seh Da find' ich in des höchstenlich dann Von deiner schöpfers hand, Den freund, den ich auf güte; Als ich auf erden sehen erden fand. kann, Und mein entzückt gemü11. Da ruft( o möchte gott the Verliert, voll dank und es geben!) Vielleicht auch mir freude, sich In deiner herrlichein sel'ger zu: Heil sei dir! denn keit, die ich In vollem glanz bu haft mein leben, Die seele erblice. mir gerettet, du! O gott, wie 5. Da werd' ich deinen gnäd' muß dies glück erfreu'n, Der gen rath, Noch mehr als hier retter einer secl' zu sein! verstehen; Dir danken, daß 12. Was seit ihr, leiden dieser du mich den pfad Der tugend erden, Doc gegen jene herr- bießeft gehen, Und, selbst durch lichkeit, Die an uns offenbar leiden dieser zeit, Mich zu dem soll werden Von ewigkeit zu glück der ewigkeit So väterlich ewigkeit? Wie nichts, wie gar bereitet. nichts gegen sie, Ist doch ein 6. In unbefleckter heiligkeit augenblick voll müh. Werd ich' dann, gott, dich lie ben, Und was dein wille mir Sei Lob und Ehr dem. 326. Der freuden füll' ist, gebeut Mit frohem herzen gott, bei dir üben. O welche quelle reiner Und in dem höhern leben Wird luft, Sich keiner sünde mehr bewußt, XXIV. Von der Ewigkeit. 201 bewußt, In allem richtig han- 2. 3zt, da die sünde mich deln! noch drückt, Seufzt meine ban 7. M leib, auf's herr- ge seele; Wie bald ist nicht lichste verklärt, Mit himmels- mein herz berückt! Wer merkt, glanz umgeben, Von allem frei, wie oft er fehle? Doch was ihn beschwert, Geschickte in st werd' ich vollkommen zum höhern leben; Auch der rein, Ganz heilig und ganz nimmt dann an allem beil, Und selig sein. Dies tröstet meine an der hohen wonne theil, Die seele. meinen geift entzücket. 3. Wenn mich der zukunft 8. Den heiland, den ich hier schicksal schreckt, Die noth der geliebt, Seh' ich mir dort zur fernen tage; Wenn sie in mir wonne, Die herrlichkeit, die die sorg' erweckt, Ob ich sie ihn umgibt, Ist mir auch licht auch ertrage: So mildert mir und sonne. Auch da ist er mein die ewigkeit Das kurze elend herr, mein freund, Durch den dieser zeit, Daß nicht mein ich, gott, mit dir vereint, Stets herz verzage. neue freuden schmecke. 4. Wenn einst, der izt von 9. Mit allen bürgern jenerfferne dräut, Der tod mir näs welt, Die deinen thron umge- ber winket; Wenn, nach der ben, Werd' ich dort ihnen zu- arbeit dieser zeit, Mein Haupt gefellt, In reinster freundschaft zum schlummer sinket: So sterb' leben Wie klopfet dann in mei- ich froh; die ewigkeit Zeigt mir ner brust Mein ganzes herz des himmels herrlichkeit Die voll lieb und lust, Die ich mit alles übersteiget. ihnen theile. 5. Herr, diesen trost, der 10. Sa, ewig ist, mein gott, mich erfreut, Vermehr in mei bei dir Der freuden reichste nem herzen. Mich stärke jene quelle. Ich schöpfe draus, doch seligkett Bei meiner wallfahrt bleibt sie mir Stets voll aufschmerzen. Sie sei in meinem alle fälle. Mein glück währt tod mein heil Und einst mein da in ewigkeit. Nichts fehlt längst gewünschtes theil, Wenn ihm an vollkommenheit. Herr, ich vom tod erwache. hilf es mir erreichen. Wie schön leuchtet der fremdling bin 328. Mein ganzer geist, ich in der welt, gott, wird entUnd kurz sind meine tage; Sözückt, Wenn er nach jenem manche noth, die mich befällt, himmel blickt, Dahin dein Reizt mich hier noch zur flage. wort uns leitet; Wo deine Doch, vater, jene seligkeit milde vaterhand Aus neuen Versüßt mir meine pilgrims- wundern wird erkannt, Die du zeit, Und stärkt mich selbst im da haft verbreitet. Mächtig leiden. Fühl ich mich getrieben, Dich N 5 341 Wenn mein Stündlein vorh. 327. Gin 202 Erste Abtheilung. zu lieben, Der zum leben Je- 6. Gott, welche schaar ist ner welt will mich erheben. dort vereint! Die frommen, die 2. Was sind die freuden ich hier beweint, Find ich dieser zeit, Herr, gegen jene dort alle wieder. Dort samberrlichkeit, Die dort bei dir melt deine vaterhand, Die dei zu finden! Du stellst uns hier ne liebe hier verband Herr, auf erden zwar Biel wunder alle deine glieder. Ewig Werd' deiner güte dar, Daß wir siejich, Frei von mängeln, Selbst froh empfinden; Doch hiermit engeln, Freundschaft pfleSind wir, Bei den freuden gen. Dein umgang voller Noch mit leiden Stets umge- jegen! ben, Dort ist nur vollkomm- 7. Da komm ich zu des nes leben. menschen sohn, Der für mich 3. Kein tod ist da mehr und starb, um dessen thron Viel kein grab. Dort wischest dustausend sel'ge stehen. Der du die thränen ab Von deiner finder deinen wonne bist, Dich der wangen. Da ist kein leid werd' ich da, Herr jesu chrift, mehr, fein geschrei; Denn du, Auch mit entzücken sehen. Da o herr, machst alles neu. Das wird, Mein hirt, Von den alte ist vergangen, Hinfortsfreuden Nichts mich scheiden, Sind dort Für gerechte, Deine Die du droben Deinen freunknechte, Keine plagen Mehrden aufgehoben. zur prüfung zu ertragen. 8. Wie selig werd' ich da 4. In deinem höhern hei- erst sein! Wie sicher werd' ich ligthum Erschollet deines na- mich dann freun! Dir ewigmens ruhm Von lauter fro- lich lobsingen. O jesu, herr der hen zungen. Da strahlt die herrlichkeit, Du haft dies glück herrlichkeit des Herrn; hier auch mir bereit, Hilf mir es schaut man sie nicht mehr von auch erringen. Laß mich Eiffern. Da wird fie neu befun- rig Darnach streben, und so gen. Völlig Gibt sich Densleben Auf der erde, Daß ich erlösten, Sie zu trösten, Den dort dein erbe werde. zu kennen, Den sie hier schon Alle Menschen müssen sterben. 329. vater nennen. 5. Vor seinem antlig wanwie unaussprechlich selig Werden deln fie, Auf ewig frei von wir im himmel sein! Da, da aller müh, Und schmecken seine erndten wir unzählig Unsers güte. Hier stört den frieden glanbens früchte ein. Da wird, ihre brust, Und ihre tausend ohne leid und zähren, Unser fache luft, Kein feindliches ge- leben ewig währen. Gott, zu müthe. Kein neid, Rein streit welcher seligkeit Führst du uns Hemmt die triebe, Reiner liebe durch diese zeit! Unter feelen, Die hinfort nun 2. Hier ist zwar, was du den nicht mehr fehlen. frommen, Dort für glück bereitet XXIV. Von der Ewigkeit. 203 reitet haft, Noch in keines herzlerden? Ob's auch noch so köftgekommen Welcher mensch aufflich sei, Ist's doch nie ganz erden fast Deines himmels von beschwerden, Sorgen, furcht große freuden? Doch, nach und fummer frei. Schnell folgt dieses lebens leiven Werden alle, bier auf luft oft weinen: Dort die dir traun, Mehr noch, ale nur wird die zeit erscheinen: sie hoffen, schaun. Wo kein wechsel mehr uns 3. Neue wunder deiner güte beugt, Wo die wonne immer Werden da ihr glück erhöhn. steigt. Mit erstaunendem gemüthe 8. Sei, o seele bocherfreuet Wird dann unser auge sehn, Ueber das erbabne glück, Das Deine huld sei überschweng dir einst dein gott verleibet! lich Und das gute unvergäng- Richte deiner hoffnung blick Oft lich, Das dem, der dich red- nach jener stadt der frommen, lich liebt, Deine vaterband Mit dem ernst, dahin zu komdort gibt. men. Trachte, weil du bier 4. Dann wirst du dich un- noch bist, Recht nach dem was fern seelen Offenbaren, wie du droben ist. bist. Keine wonne wird uns 9. Ohne beiligung wird keis fehlen, Da, wo alles wonnener, Herr, in deinen himmel ist. Zu den reinsten seligkei- gebn. O so mache immer reis ten Wird uns bort der mittner Hier mein herz, dich einst ler leiden, Der uns dieses zu feln! Hilf du selber meiner glück erwarb, Als er an dem feele, Daß, sie nicht den weg kreuze starb. verfehle, Der mich sicher da 5. Da wird deiner finder bin bringt, wo man ewig dir menge Ein herz, eine feele lobsingt. sein; Liebe, dank und lobges Gott desser Allmacht sender. fänge Dir, erhabenster, zu 330. We wohl thust du, weihn; Dir, und dem, der mein gott, den selbst sein leben Willig für uns deinen, Du fibrst sie einst zum bingegeben. Mit ihm, unserm bimmel ein. Da werden leid, größten freund, Sind wir ewig geschrei und winen mir nur dann vereint. ein finstres trumbild sein. 6. O wer sollte sich nicht Da wird auf leidy verschmerzte sehnen, Aufgelöst und da zuspein, Vollkommne wonne mich sein, Wo nach kummer, noth erfreun. und thränen Ew'ge güter uns 2. Wie fröhlich wird mein erfreun; Wo sich unser kampf ganzer wille Da, her, in deiin palmen, Unser flagelied in nem willen ruhn! Da Ind' ich psalmen, Unfre angst in lust aller wünsche fülle; Was ich verkehrt, Die forthin fein kum- gehofft, das schau ich un mer stört. Ja, über alle hoffnung beit, 7. Was ist unser loos auf Emfind' ich da glückseligkit.. 3. Lie 204 Erste Abtheilung. 3. Wie überwiegend ist diesdurch keine zucht von gott Hier wonne, Die den erlösten geist zu bessern waren! entzückt, Wenn er nun dich, 2. Durch ihre schuld, Von der deinen sonne, In deiner göttes huld Und angesicht geherrlichkeit erblickt. Und so, schieden: Sehn fie nimmermehr mein heiland, seh ich dich, Und das licht Haben nimmer frie freue dein auf ewig mich. den. 4. Da fomm ich zu den ed- 3. In dieser welt, Zum ort len seelen, Die nun durch höh bestellt, Wo wir geprüfet wers res licht verklärt, Sich gottes den, Haben auch die bösen noch führungen erzählen, Der sie Theil am glück der erden. durch prüfungen bewährt, Und 4. Hier können sie In ihrer wundervoll nach seinem rath müh' Sich noch des eitlen Zum ew'gen glück erhoben hat. freuen, Und wenn das gewis5. Nie geht ein frevler, ein sen plagt, Ihr gemüth zeremporer, In's reich der sel'gen streuen. geister ein; Kein schadenfroter 5. In jener welt, Die nichts Friedensstörer, Kein menschen- lenthält, Für sie an guten gas feind wird ta mehr sein, Wo ben Auch ein tröpflein was der, der in dem himmel thront, sers nicht, Sie im durst zu Der frommen treu dereint be-/ laben! lohnt. 6. Und wo forthin Ihr bö6. Wie wohl wird uns da ser finn Umsonst zerstreuung sein, wo flarheit Durch alle suchet: Da, da fühlen sie sich wege gottes scheint; Wo lau- nun, Von dem herrn verfluchet. ter liebe, lauter wahrheit, Des 7. Ihr wurm der nagt, Und himmels bürgerschoft vereint, sie zerplagt, Stirbt nimmer Und wo du dich, herr jefusim gewissen; Nie verlischt des chrift, Verklärt uns zeigeft, feners brand, Den sie leiden wie du bist. müssen. 7. Zur hoffnung solcher selig 8. So dräut der herr, Gekeiten, In der pereinigung mit recht ist er, Wahrhaftig ist sein dir, Wollst dt, o herr mich dräuen. Wehe denen, welche vorbereiten; Drum schaff ein doch Sein gericht nicht scheuen! reines herz.n mir! Du, den 9. O gott des heils, Wir ich schauen soll, bist rein: So unsers theils Verehren dich im laß auch meine seele sein! glauben, Laß den trost der beßren welt Reinen feind uns 2. Der Unseligen für die rauben. Gottlosen. 10. O rette doch Auch sünMel Traurigkeit o Herzeleid. der noch, Die jetzt dir wider331. schrecklich's leid streben! Laß sie, recht zu Der ewigkeit, dir bekehrt, Ewig mit uns Das fünder dort erfahren, Die leben! D Zweite 205 Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. I. Von der Buße und Bekehrung. nung für Aufschub. O Gott du frommer Goft. 1. Beschaffenheit der Base, fübret mich vielmehr Zu dauerErmunterung dazu. War baften freuden. Macht meine seele rein, Füllt mich mit zu versicht, Gibt weisheit, wahre 332. Laß mich doch, o mein ruh, Und much zu meinerpflicht. gott, Die buße nicht 6. Wahr ist es, es ist schwer, verschieben, Die mir dein wort Sein eignes herz bekämpfen; gebeut; Wie könnt ich sonst Begierden widerstehn; Und seine mich lieben? Ist wahre besse- sluft zu dämpfen: Doch bleibt's rung nicht meiner seele glückja meine pflicht, Und diese Dwarum säum ich dann schwierigkeit, Die heute mich Noch einen augenblick? erschreckt, Wird schwerer durch 2. Du, gott, gewinnest nichts, die zeit. Wenn ich mich dir ergebe, Und, 7. Je öfter ich das thu, Was deiner werth zu sein, Im glauben böse luft befohlen: Je stärker mich bestrebe. Wenn ich das wird der bang, Die that zu gute thu, Das mir dein wort wiederholen. Schen ich mich gebeut: So dien ich stets mir heute nicht, O herr, dein feind selbst, Und meiner feligkeit. zu sein, Um wie viel weniger 3. So süß ein lafter ist, So Werd' ich mich morgen scheun. gibts doch keinen frieden, Der 8. Du reichst ja kräfte dar, tugend nur allein Hast du dies Uns selber zu besiegen. Der glück beschieden. Wer dir, offieg, so schwer er ift, Bringt gott, geborcht, Erwählt das doch gar groß vergnügen. Geht befte theil. Wer dich, o goit, jer im anfang gleich Nur noch verläßt, Verläßt sein eignes heil. Sehr langsam fort: So bist du, 4. Was weigre ich mich dann, gott, mir nah, Und stärkst Das laster zu verlassen? Weil mich durch dein wort. es mein unglück ist, Befiehlst 9. Wie schnell kann richt der tu es zu haffen. Was säum tod, Mich dieser welt entich länger, noch Der tugend rücken! Und buße ist kein werk mich zu weihn? Weil sie mich Von wenig augenblicken. Ein glücklich macht, Befiehlst du seufzer, gott, zu dir, Ein fie allein. wunsch nach besserung, Und 5. Die buße führt mich nicht angst auf missethat, Ist noch In eine welt voll leiden: Sieśnicht heiligung. 10. So 206 Erste Abtheilung. 10. So gib denn, weil ich mein verwundt gewissen, Mit noch, Herr, deine stimme höre, trost aus deiner vaterhuld. Daß ich mich ungesäumt Von Ich will mit ernst die fünde allem bösen febre! So darf ich scheun, Und willig dir gehornicht dereinst Zu meiner größ- sam sein. ten pein, Mein hier versäum- 6. Daß mit gerechtigkeit tes glück, Wiewohl zu spät, auch stärke Durch chriftum bereun. mir geschenket sei, Will ich durch übung guter werke Bes gott, weisen: mache selbst mich ist deine güte, treu, Herr, in der liebe gegen Die alle missethat vergibt! So dich! Sie bringe stets und leite bald ein reuendes gemüthe, Die mich. 333. Wie theuer, sünden, die es sonst geliebt, 7. Laß mich zu deiner ehre Erkennt, verdammt und ernft leben, Der du die missethat lich haßt, Und zuversicht zum vergibst! Das baffen, was du mittler faßt. mir vergeben, Das lieben, was 2. Doch laß mich ja nicht du selber liebst. Laß, vater, ficher werden, Weil du so reich mein gewissen rein, Und heilig an gnade bist! Wie kurz ist meinen wandel sein. meine zeit auf erden, Die mir Vater unser im Himmelr. zum beil gegeben ist! Gib, 334. So wahr ich lebe, daß sie mir recht wichtig sei; spricht mein gott Daß ich sie meiner beßrung Mir ist nicht lieb des sünders weih. tod; Mein wunsch und wille 3. 3war deine gnade zu ver- jist vielmehr, Daß er rechtschaf dienen, Sind reu' und beßrungssen sich bekehr, Sich begre in viel zu klein. Doch darf sich der gnadenzeit, Und mit mir auch kein mensay erkühnen, Zuleb in ewigkeit. Wer nur den lieben Gott. glauben, dir versöhnt zu sein, 2. O sünder, drum verzage Wenn er noch liebt, was dir nicht, Bedenk es, was gott mißfällt, Und nicht dein wort selbst versprichs, Der vir vers von Herzen hält. gebung, troft und gnad' Auch 4. Wie kannst du dem die hierdurch zugesaget hat, Und schuld erlassen, Der frevelnder besiegelt's mit dem eid. Sei schuld auf schulden häuft. Dersnur zur besserung bereit! fann fein herz zu jesu faffen, 3. Hüt' dich dabei vor sichers Der zwar auf sein verdienst heit, Denk nicht: zur buß ist's sich steift, Doch in der sünde immer zeit. Ich will erst thun, noch beharrt, Dafür er aufge- was mir gefällt, Und werd' sopfert ward. ich müde dieser welt, Als5. Drum fall ich dir, mein dann mill ich bekehren mich; gott, zu füßen, Vergib mir Gott wird wohl mein erbargnädig meine schuld, Und heilelmen sich. 6. Wahrs I. Von der Buße und Bekehrung. 207 4. Wahr ist es: gott ist zur erden Sollst du wieder stets bereit Zum wohlthun, zur werden. barmherzigkeit; Doch fündigst! 3. Kömmt nun, ehe du's du auf quade hin, Beharrst gedacht, Unter sündenfreuden, in deinem bösen sinn, Und Deines lebens legte nacht, Was willst nicht sorgen für dein wirst du dann leiden, Wann beil: So nimmst du nie am dein herz, Von dem schmerz himmel theil. Deiner schuld zerrissen Wird 5. Um christi willen hat zwar verzagen müssen? gott Verheißen leben für den 4. Wenn vor deinem antlig tod. Allein entdeckt er dir auch sich Jede sünd' enthüllet, Wenn wohl, Wer von uns morgen denn eine jede dich Ganz mit leben soll? Daß du mußt ster- graun erfüllet; Dich nichts beu, ist dir fund. Verborgen dann Stärken kann, Keiner ist die todesstund.!! deiner freuden, Was wirst dur 6. Heut lebst du, heut be- dann leiden! kehre dich; Noch heute kann es 5. Nach dem untergang wirst ändern sich. Wer heut ist stark, du An des grabes stufen, Bang gesund und roth, 3ft morgenfum troft und feelen rub, Dann frank, vielleicht auch todt. vergebens rufen: Nette, gott, Stirbst du nun ohne begrung Mich vom tod; Rette noch im hin; Wie willst du denn der sterben Mich von dem verhöll' entfliehn? ( derben! 7. Hilf, o herr jesu, hilf du 6. Noch, noch wandelst du ' mir, Daß ich iegt komme gleich allhier Auf des lebens vfade; zu dir, und mich bekehre un- Noch ist, zur errettung, dir verweilt, Eh' mich mein ende Rab des ew'gen gnade. Eil übereilt; Damit ich heut und ihr zu, Daß du rub Für dein jederzeit Zu meinem hingang berz empfindest, Und vergebung sei bereit. fintest. Mache dich mein Geist bereit. Jefu deine tiefe Wunden. 335. Sichrer mensch, noch 336. Schaffet, ist es zeit Auf Schaffet, schaffet, menschenkinder, zustehn vom schlafe! Nabe ist Schaffet eure seligkeit! Bauer die ewigkeit: Nahe lohn und nicht, wie sichre sünder, Auf strafe. Hör', gott spricht: die ungewisse zeit; Unverweilt Säume nicht, Seinen ruf zu bekebret euch, Ringet nach dem hören, Und dich zu bekehren. bimmelreich Und bemüht euch 2. Noch weckt der posaunen hier auf erden Heilig, selig schall Nicht die tobten alle; dort zu werden. Noch bebt nicht der erbenball 2. Doch soll dieses recht ge Nahe seinem falle; Aber bald, schehen: So müßt ihr mit Bald erschallt Gottes ruf: festem muth Aller sünde wi dera 208 Zweite Abtheilung. verstehen, Nur was gott, das sehn, Daß ich seinen beistand höchse gut, Von euch fordert, finde, In der tugend zu bes muß allein Eures lebens richt- ftehn. Ja, mein heiland, ach schnur sein, Wenn's gleich eurem geh' nicht mit mir armen in's schwachen herzen Freude dünket gericht! Gib mir deines geioder schmerzen. stes waffen, Meine seligkeit zu 3. Selig, wer durch glauben schaffen. kämpfet; Selig, wer im fampf 8. Gib zum wollen das vollbesteht, Wer der sünde lüste bringen, Muth und kräfte zu dämpfet, standhaft ihren reiz dem streit; Lehre mich, mich verschmäht! O so jagt dem selbst bezwingen, Und verleih gutem nach, Seht dabei auf beständigkeit! Zeige mir von christi schmach; So könnt ihr deinem thron Den verheißnen den himmel erben, Fröhlich le- gnadenlohn, Daß ich wache, ben, ruhig sterben! bete, ringe, Und also zum him4. Werd't ihr aber nicht recht mel dringe. ringen; Sondern träg und lässig sein, Eure neigung zu bezwin- 2. Empfindungen und degen; Wie kann euch der sieg müthige Bitten eines erweckten und bußfertigen Sünders. erfreun? Denn es folget nie ein sieg, Obne solchen ernsten krieg: Nur die sieger schmückt zum lohne Unverwelkt die bim- 337. Mel. Herzliebster Jesu was. Ach wider dich mein, melskrone. gott, hab' ich ges 5. Fleißig beten, allzeit wa- fündigt! O laß die gnade, die chen; Die versuchung weislich dein sohn verkündigt, Wenn sünfliehn; Sich die pflicht zur den uns von ganzem Herzen freude machen, Unablässig sich freuen, Auch mich erfreuen. bemühn, Selbst beim spott und 2. Er selbst hat ja sich auch hohn der welt, Das zu thun, für mich gegeben. Laß mich was gott gefällt: Dieses wol- vor dir um seinet willen leben. len und vollbringen: Heißet Tilg aus die fünden, welche nach dem himmel ringen. mich entweihen, Weil sie mich 6. Drum entreißet euch den freuen! lüften, Wenn ihr noch gefesselt 3. O schaff in mir, gott, seid, Und beweiset euch als eine reine seele, Ein neues christen Muthig, standstaft in herz, das deine wege wähle; dem streit. Schont der lieb- Befördere und stärke mein ften fünde nicht; Wär es auch bestreben, Nur dir zu leben.. die schwerste pflicht; Und denkt 4. Verwirf mich nicht vor oft an christi worte: Dringet deinem angesichte. Gib deinen durch die enge pforte. geist, daß er mich unterrichte, 7. Zittern will ich für der Gib ihn, daß er auf deiner wahrs Günde, Und dabei auf jesumlheit wege Mich leiten möge! 5. Er 1. Von der Buße und Bekehrung. 209 5. Erquide mich in meiner ner fünden Vergebung finfeele leiden Mit deiner hülfe, den. gib den geist der freuden, Da- 5. Allwissender, du siehest mit er, weil ich keine fraft meine reue, Mit der ich bess besige, Mich unterstüße. rung dir gelob auf's neue; Sie 6. Mit neuer treue will ich wirst du, der du in das herz dich verehren. Ich will die sün- fannst sehen, Gott nicht ver der deine wege lehren; Mein schmähen. beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. 6. Stärk mich, des lasters falschen reiz zu fliehen, Ein 7. O böre, gott, erbarmend gut gewissen allem vorzuziehen; auf mein fleben, Wie solltest Mit heil'gem ernst gelob ich du ein reuend herz verschmä- dir auf's neue, Beständig ben, Das deine huld im treue. glauben ernstlich suchet, Der sünde fluchet. 339.[ gott und herr! 8. Ein berz voll reu und Wie groß und glauben willst du haben, Das schwer Sind meine viele fünliebst du, dem schenkst du des den! Wie drückt mich doch geistes gaben. Du willst die, Des elends joch! Wo kann so nach deiner gnade schmach- ich hülfe finden? ten, Gott, nicht verachten. 2. Flöb' ich gleich weit Voll bangigkeit, Bis an des erd338. flehe, gott, von reichs enden, Der angst und Vorige Melodie. ewig großer güte, pein befreit zu sein, Würd ich Zu dir mit heilbegierigem ge- sie doch nicht wenden. müthe. Wer hofft auf dich, 3. 3u dir flieh' ich Erbarme der hoffet nicht vergebens, Dubich, Ob ich's gleich nicht vergott des lebens! dienet. Geb' mit mir nicht, 2. Du willst nicht opfer, Gott, ins gericht. Dein sohn richter aller welten! Was könn- bat mich verfübnet. ten auch geschenke vor dir gel- 4. Soll's ja so sein, Daß ten? Du kennst das herz, und straf und pein Auf sünden folwillst, statt aller gaben, Nurigen müssen. Oso verleih', beff'rung haben. Mir doch dabei Den frieden im gewissen. 3. Wenn sich der fünder wie der zu dir fehret, Und dich durch 5. Sonst mach's wie's dir glaubige gesinnung ebret: So Gefällt mit mir; Du kannst willst du seiner fünde nicht nichts böse meinen. Nur wollst gedenken, Ihm gnade schenken. du mich nicht ewialich Dort 4. Statt aller opfer, richter scheiden von den deinen. aller welten, Soll christi ted 6. Das thust du nicht! Mit für mich alsdann auch gelten. zuversicht Kann es mein glaube Um seinetwillen soll ich meilhoffen. Durch christi tod Steh 210 Zweite Abtheilung. Steht ja, mein gott, der himmel offen. Auch mir auf dich; o stille meine for gen. Du schenkest ja belade7. Herr jesu, du Schaffst nen und müden Gern deinen troft und rub, Der du für mich frieden. auch starbest! Auch mir zu 6. Ja hoffe nur, mein herz, gut Mit deinem blut Der gnade auf gottes gnade! Viel größer troft erwarbest! ist sie, als dein seelenschade, 8. Dies stärket mich, Und Und endlich wird sie dich ob auch sich Einst leib und von allem bösen Herrlich ers seele scheiden: So schenkst du lösen. mir, Alsdann bei dir, Des 341.[ us tiefer noth ruf himinels ew'ge freuden. ich zu dir, Der 9. Gott, dir sei ruhm! Dein du in's berz kannst seben, Ent eigenthum Bleib ich dort, wie zeuch nicht dein erbarmen mir! auf erden. Ich zweifle nicht; Gott, laß mich gnad erflehen! Mein heiland spricht: Wer Ach sichest du als richter, an, glaubt, soll felig werden. Was wir nicht recht vor dir gethan, Wer kann vor dir bestehen? Herzliebster Jesu was haft. 340. Aus einem tief vor dir gebeugten her 2. Vor dir gilt nichts, denn zen Ruf ich zu dir in meinen gnad' allein, Dem sünder zu sündenschmerzen. Omache mich, vergeben. Nie ist der mensch gott, meines fummers ledig, von. fehlern rein, Auch in Und sei mir gnädig. dem besten leben. Und, herr, 2. Beschämt erkenn und fühl was ist er ohne dich? Wie ich meine sünden. Laß, vater, darf der staub, der sünder mich erbarmung vor dir fin- sich Des ruhms vor dir ers den, Willst du auf schuld und stübnen! übertretung sehen, Wer wird bestehen? 3. Drum will ich nur allein auf dich; Auf mein verdienst 3. Bei dir allein, herr, stebt nicht bauen; Auf dich verlassen es zu vergeben, Du schenkst will ich mich, Und deiner güte uns gerne wahres glück und trauen. Sie sagt mir zu dein leben. Muß uns nicht diese theures wort; Sie ist mein große liebe lehren, Dich treu troff, und immerfort Will ich zu ehren? mich ihrer rühmen. 4. Verzeihe mir, herr, alle 4. Sind gleich bei uns der meine feble, Dein harret, vas sünden viel; Bei gott ist doch ter, meine müde seele; Laß mebr gnade. Sein arm zu troft und ruh, um des ver- belfen hat kein ziel, Wie groß föhners willen, Mein herz er- auch sei der schade. Er ist al füllen. lein der gute birt. Der wieder. 5. Von einem tag bis an bringt, was sich verirrt. Er den andern morgen Hoff ich hilft aus allen nöthen. Herr 211 I. Von der Buße und Bekehrung. Herr ich habe mißgehandelt. fünden, Schaff ein reines berz 342. Herr, an dir hab' in mir. Laß bei dir mich ruhe ich gesündigt, Dein finden, Zieh mich immer mehr gerechter urtheilspruch), Allerbei zu dir. Dankbar will ich mich ligster, verkündigt Jedem übel- bestreben, Mein erlöser, bir zu thäter fluch! Und was kann leben. vor deinem schrecken, Richter! Sefu deine tiefe Wunden. aller welt, mich decken. 2. Kann ich deinem arm 343. Höchfter, denk' ich entfliehen? Du bist allenthalben du mir bisher erzeigt: so an die güte, Die nah; Flöh' ich, dir mich zu wird mein ganz gemüthe Zu der entziehen, Himmelan, so bist tiefften schaam gebeugt. Daß du da; Stürzt ich in die tiefe ich dich gering geschäßt, Häufig nieder: Deine rechte faßt mich dein gebot verlegt, Und dich, wieder. der mich so geliebet, Doch mit 3. Herr, ich flieh in deineffünden oft betrübet. bände, Außer dir ist feine ruh'. 2. Alle meine seelenfräfte, Dein erbarmen hat kein ende. Meine glieder sind ja bein, Unb Wer ist gnädiger als du? Du sie sollen zum geschäfte Deis bift gott, und kannst vergeben, nes dienstes fertig sein: Doch Ach vergib und laß mich leben. hab' ich der eitelfeit Unbes 4. Groß sind meine sünden dachtsam sie geweiht: Ja, zum schulden; Ihre loft ist mir zusschnöden dienst der fünden, schwer. Ja, wenn länger mich ließ ich mich oft willig fins zu dulden, Deine langmuth den. müde wär: Müßt ich würdest) 3. Deine bulb war jeden du mir winken, In des todes- morgen Ueber mir, o vater, nacht versinken: neu. Von wie manchen schwe5. Mich für firaflos zu er- fren sorgen Machtest du mein flären, Reichet nicht bedaurung herze frei? Was mir nüßte, zu: Und zerflöß mein herz in gabst du mir. Aber ach? wie zähren; Fänd ich darum doch dank ich dir? O wie hab ich nicht ruh. Können eines fün- so vermessen Deiner langmuth ders thränen Dich, o heiliger, zweck vergessen! verföhnen? 4. Bei jo hellem licht ver 6. Herr, mein heiland, dein gnaden, Sollt ich ja die fünerbarmen, Dein für mich ver- de flieh'n, Und um rettung goßnes blut, Und dein tod er von dem schaden Meiner feele lößt mich armen, Heilet mich mich bemüh'n. Deine güte und gibt mir muth. Dein ver- lockte mich Oft zur buße; aber dienft ist's was mich decket, ich Floh vor ihrem sanften los Wenn mich dein gerichtstag den, Suchte selbst mich zu schrecket. verstocken. 7. Rette mich von meinen 5. Jch bereue meine fün 02 ben 212 Zweite Abtheilung. den, Beuge mich, mein gott, 3. Soll ich an deiner huld für dir. Laß mich bei dir gna- verzagen, Sch dein geschöpf? de finden. Neige deine huld zu das willst du nicht. Du, der mir. Ach vergib, was ich ge du mich bis jetzt ertragen, than, Nimm mich noch erbar- Bleibst ewig meine zuversicht. mend an, Führe mich vom Du, gott, durch den ich leb fündenpfade Auf den sel'genfund bin, Gibst mich nicht dem weg der gnade. verderben bin. 6. Dir ergeb ich mich auf's 4. Du siehst die folgen meis neue. Gib, daß mein gebeug- ner fünden; Und denk ich, wer ter geift Deiner vaterhuld sich vertilget die? So läsfest du freue, Die dein tröstend wort mich ruhe finder, Und sprichst: verheißt! Was mein beiland ich, ich vertilge sie! Du schens mir erwarb, Als er für die fest mir an jesu heil, Zur stilfünder starb, Fried und freude lung meiner unruh, theil. im gewissen, Ach! das laß 5. Auch mir hat er das glück mich auch genießen. erworben, Getroft zu dir em= 7. Stärke felbft in meiner por zu sehn; Auch ich soll, da seele Den entschluß, mich dir er ist gestorben, Durch ihn bes zu weihn; Gib, daß mir's an gnadigung erflehn, Bei dir, dem kraft nicht fehle, Folgsam dei gott, der gern vergibt, Und nem wort zu sein. Stebe mir lieber segnet als betrübt. ftets mächtig bei. Mache du 6. Sprich dann zu mir: dir mich selbst recht treu, Dich zu ist vergeben! Und stille des gelieben, dir zu leben, Sei mein wissens schmerz, Und will mein herzliches bestreben. zaghaft herz noch beben: So sprich du kräft'ger als mein Gott dessen Allmacht sonder Endz. herz. Dein gnadenwort mach' 344. J armer mensch, alles gut, Und schenke selbst zur o herr, ich süne beßrung muth. der Steh' hier vor deinem an- 7. Ich zweifle nicht, ich bin gesicht. Erbarmer aller men- erböret; Mein glaube sagt mir, schenkinder, Gott, geh mit mir daß ich's bin. Der trost, der nicht ins gericht; Bin ich es sich im herzen mehret; Der gleich vor dir nicht werth, neue dir geweihte sinn; Mein Daß mir noch gnade wider- findliches vertraun auf dich, fährt. Bezeugens: du begnadigst mich. 2. Um troft ist meiner seele bange, Die laft gebäufter misse Wenn mein Stündlein vorh. that liegt schwer auf mir, die 345. Ich fünder darf mein mich so lange Von dir, mein auge nicht zu dir, gott, entfernet hat. Wes tröst o gott, erheben; Vor deinem ich mich, ich schuldiger, Als reinen angesicht Muß ich, ich Deiner mur, barmherzigster? armer, beben. Sch fühl', wie übel 213 I. Von der Buße und Bekehrung. übel ich gethan: Wer nimmt nichts. Drum gib mir lust sich meines elends an? Wer und stärke. Von dir nur, vakann mich fünder retten? ter alles lichts, Kommt kraft 2. Mein vater, ach, ich bin zu gutem werke. Drum, bester nicht werth, Dich vater mehr vater bitt' ich dich, Um jesu zu nennen! Ach deinen ruf hab' willen stärke mich, Zum wolich gehört, Und wollt ihn doch len das vollbringen! nicht kennen. Du warnetest In voriger Melodie. mich durch dein wort, Doch 346.vater der barmging ich meinen irrweg fort, herzigkeit, Sch Als wenn kein richter wäre. Ifalle dir zu fuße; Und thu noch 3. Viel tiefer, als ich sagen in der guadenzeit Von ganzem kann, Jft in mir mein verder herzen buße. Was ich nicht ben. Herr, nimmst du meiner recht gethan vor dir, Erbars dich nicht an: So muß ich ewig mer, das verzeihe mir, Nach sterben. Doch gern verschiebst deiner großen güte. du dein gericht, Und willst den tod des sünders nicht Willst meinen tod nicht vater! 2. Du geber wahrer seelenruh, Nimm von mir; was mich quälet, Durch deine gnadewirke. 4. Von dir, der du die liebe du, Woran es mir noch fehbist, Darf ich vergebung hof- let. Gib mir den geist der fen. Dein vaterherz, o vater, heiligung, Daß ich in meiner ist Auch mir durch jesum offen. besserung Es täglich weiter Wenn nur mein herz recht red- bringe. lich ist, Wenn ich, voll reu, 3. Und du, o jesu, der du an jesum chrift Von ganzer dich Für uns dahingegeben. seele glaube. Du haft aus freier huld auch 5. Vergeben kannst du, ach! mich Erlöft zum ew'gen leben. vergib, Ich falle dir zu fuße. Mein seligmacher und mein Vergeben willst du, ach! ver- gott, Erbarm dich meiner seegib, Verwirf nicht meine buße. lennoth, Und gib mir deinen 3war groß! ist meine sünden- frieden. schuld; Doch größer noch ist 4. Für fünder floß dein theuDeine huld, Mein gott, mein res blut Zur rettung vom verherr, mein vater! derben. So komm es denn 6. Hier lieg ich tiefgebeugt auch mir zu gut Im leben und vor dir, Mit sünd' und fluch im sterben! Es halte von verbeladen. Ach neige du dein schuldungen Der reichthum der herz zu mir. Du vater aller erbarmungen Des höchsten mich gnaden: Vergib mir, wie dein zurücke! wort verheißt. Vergib und schenk 5. Geist gottes, du, der seemir deinen geist, 3u einem beslen licht, Regierer der gedanfern leben. fen, Erinnre mich an's welts 7. Ach ohne dich vermag ich gericht; Wenn ja mein herz D3 will 214 Zweite Abtheilung. will wanken. Damit ich jedes immérdar, Verirrter seelen zu laster flieh, Und ehrfurcht, geiz flucht war. und wollust nie. Mein herz 7. Dein wort gibt mir ver beflecken möge. sicherung, Vollkommener bes 6. Und schlägt die letzte stunde gnadigung, Ich bin gewiß durch mir: So hilf mir überwinden! jesum christ, Daß sie auch mir Laß meine seele trost bei dir, verliehen ist. Du gott des troftes finden. 8. Doch nie entfall es meiBelehre mich, daß schmerz und nem sinn, Daß ich als chrift noth, Der frankheit last und berufen bin, Auch meines mitt selbst der tod, Mich doch zum lers tugenden Hier thätig zu leben führe. verkündigen. Wenn wir in höchsten Nöthen. 9. Wie ich die gaben ange347. Nach dir verlanget wandt, Die ich empfing aus mich, nach dir, deiner hand; Dies wird die Gott meine bülfe fommt von große frage sein; Bricht dein dir! Wer ist wie du so gna- sentscheidungstag herein. denreich? Wer dir an macht 10. Ein herz, das sich des und weisheit gleich? guten freut, Voll menschenlieb, 2. Ach, mein erbarmer, rechne und gott geweiht, Dies soll du Mir meine missethat nicht ich dort nicht erst empfahn, zu! Sie reuet gott, sie reuet Mein richter fordert's schon mich, Und meine seele hofft auf alsdann. dich. 11. Schaff dieses herz in mir, 3. Wie gut, wie leicht ist denn ach! Du weißt es, vater, dein gebot! Du willst, ich soll ich bin schwach. Mein trost dich lieben, gott, Willst, daß sei mein vertraun auf dich, Und ich redlich handeln soll, redlichkeit behüte mich. Zu meinem und des nächsten wobl. Wer nur den lieben Gott. 4. Und voch verlegt ich diese 348. Mein gott, zu dem pflicht, Und schäßte deine gnade ich weinend flebe, nicht; Ein elend scheingut zog Erbarme dich, erbarme dich. ich) thor, Oft ihr und meinem Noch einmal sieb von deiner heile vor. böbe Mit gnadenvollem blick 6. Mein herz, das seine auf mich. Erbarme dich, Und schuld erkennt, Das siehest du geb' noch nicht mit mir, als und wie's entbrennt, zu thun, rächer, in's gericht! was bein geseß befiehlt, Das 2. Wie oft hast du mir nur mein bestes mir em- schon vergeben, Wenn um pfiehlt. begnadigung ich bat! Wie 6. Jch traue der barmhers oft versprach ich dir ein les zigkeit, Die sich noch jeden tag ben, Gereiniget von misses erneut, Der vaterhuld, die that! Wie feierlich war dann mein 215 1. Von der Buße und Bekehrung. mein eid Des glaubens und soll dir geopfert sein! Dir, der frömmigkeit! deinem willen, deiner ehre, 3. Ach, aber bald ergriff Will ich mein ganzes leben mich wieder Die fünd' und ihre weihn! Der sünde will ich wis lust mit ihr, Rß meinen gan- derstehn, Und standhaft deine zen vorsag nieder, Und herrschte, wege gehn! wie vorher, in mir! Zum 9. Vergiß nicht wieder, meine wiederstande viel zu schwach, feele, Wie oft du schon gefallen Kämpft ich nicht: sondern gab bift! Mert auf die heiligen ihr nach. befeble Des gottes, ber die liebe 4. Wie viele fündervolle tage ist! Ruf' ihn im glauben täglich Durchlebt ich sünder wie iman: Erhalt' mich, herr, auf traum; Und sammelte mirjeb'ner bahn! samach und plage, Und fühlte 10. Ja, ich bin schwach, du dies mein elend faum! Ver- wollst mich stärken, Mein helwundet blutete mein berz; fer in versuchung sein; 3um Betäubt empfand ich keinen glauben und zu guten werken schmerz. Mir fraft und freudigkeit ver5. Nun bin ich nah dem leihn: so steh' ich fest und wanke untergange, Den, herr, dein nicht; Und du bleibst meine recht dem sünder droht, Um zuversicht! troft wird meiner seele bange; 3. Trost bei redlicher Bes Um einen retter aus der noth: ferungsbegierde. Mein richtendes gewissen wacht, M. Schwing' dich auf zu deinem. Und alles um mich her ist 349. Liebster vater, ich dein kind Falle vor nacht. 6. 3u wem, o vater, soll dir nieder. Du weißt, was mein ich fliehen? Wo findet, meine herz empfind't, erbarm dich seele rub? Wer fann sie aus wieder. Groß ist meine fündendem abgrund ziehen, In demsschuld. Die mich innigft reuet; sie seufzet? wer, als du? größer deine vaterhuld, Die Mein ganz vertrau'n seg' ich mich noch erfreuet! auf dich: Du, freund des le- 2. Zwar ich bins nicht werth, bens, rette mich. zu dir Kindlich aufzusehen; 7. Für meine widerholten Doch du bleibst ein vater mir; sünden Floß auch des weltver- Du vernimmst mein flehen; föhners blut. Noch einmal Kennst mein herz, ermunterst laß mich gnade finden, Durch mich, Es vor dir zu stillen; meinen glauben an sein blut! Denn du hörst mich väterlich, Noch einmal, richter, sage mir: Noch um christi willen. Auch diese schuld erlaß ich 3. Du bist meine zuversicht, bir! Ohne dich ist's keiner: Mich, 8. Gott! fei mein zeuge, voll reu, verwirfst du nicht, da ich schwöre: Mein herz Du erbarmst dich meiner, Der D4 DE 216 Zweite Abtheilung. du deinen sohn für mich In Du rettest mich von sünden, den tod gegeben; Sein erlöfter Läßt mich den frieden finden, bin auch ich, Theu'r erkauft Den der hat, der dich liebet, zum leben. Und den die welt nicht giebet. 4. Dies, dies soll in jedem 4. Wie groß die sünde jei, schmerz Mein vertraun erwecken. Du machst von ihr mich frei, Vor der jünde soll mein herz, Wenn ich dein wort recht fasse, Nicht vor dir erschrecken. Trauen Mich fest darauf verlasse. Du will ich, vater, dir, Stets sprichst: dir ist vergeben, So die sünde hassen; Nie verges- fühl ich neues leben. fen, daß du mir So viel schuld 5. Zwar viel noch mangelt erlassen. mir; Doch, gütigster, von dir 5. Preis sei dem allgütigen, Kommt jede gute gabe, Die Der mein seufzen kennet! Der ich noch nöthig habe. Du wirst dem gnade suchenden Freien mich unterstüßen, Und in vers zutritt gönnet. Sing, es, seele, fuchung schügen. vor dem Herrn, Fleuß vor freu- 6. Wie unerschrocken ruht den über. Gott, dein gott, Das herz in deiner hut! Du verstößt nicht gern; Er begna- hast ja selbst verbeißen, Mid digt lieber. solle nichts entreißen Dir, dem 6. Ewig bist du so gesinnt, jich angehöre; Folg ich nur Schöpfer meiner, seele, Auch deiner lehre. wenn ich, dein strauchelnd kind, 7. Darum verlaß ich mich, Noch aus schwachheit fehle: O jesu, ganz auf dich, Jest So gedenkst du, der du fann ich nicht verderben, Dein weißt, Daß mein herz dich reich muß ich ererben, Denn ehret, Meiner schwachheit und du hast mir's erworben, Da verzeihst Dim der wieder du für mich gestorben. febret. 8. Der du mein herz ges 350. Mo foll ich fliehen wannst, Gedanken lesen kannst, Wo hin, Wenn ich Vor dem ich dankbar weine! beschweret bin Von dem ge- Du siehest, wie ich's meine; fühl der fünden? Wo soll ich Du siehest mein bestreben; Dir rettung finden? Wer wird sich würdiger zu leben. mein erbarmen? Wer schaffet 9. Herr, des ich ewig bin, troft mir armen? Gib mir den sesten sinn, Das 2. Du, mein herr jesu, du, alles stets zu meiden, Was Russt auch mir gnädig zu. mich von dir kann scheiden: Mit hoffendem gemütbe Flieh So leb' ich dir und erbe Den ich zu deiner güte. Du hilfft bimmel, wenn ich sterbe. beladnen seelen, Die dich zum 351. Herr jesu helfer wählen. chrift, du höchstes gut, Du 3. Ich traue froh auf dich.zuflucht der erlösten, Ich komDein blut floß auch für mich; me mit gebeugtem muth 3u dir, I. Von der Buße und Bekehrung. 217 dir, mich dein zu trösten: was ich wider dich Von juDurch dich zuin vater mich zu gend auf begangen! nahn: Von ihm vergebung zu 7. Wie groß ist doch die empfahn, Und kraft zum neuen seligkeit, Sein herz durch dich leben. zu stillen, Und dann zu thun, 2. Wie drückt mich meiner auch sein bereit, Herr, deines fünden last! Nimm du sie mir vaters willen! O leite mich vom herzen, Der du auch mich auf dieser babn, Daß ich ge= versöhnet haft Am freuz mit borche und fortan Nur dir todesschmerzen, Daß nicht mein zu ehren lebe. herz vor angst und web, 8. Stärk mich mit deinem Bei der empfindung ganz vers freudengeist, Mich in den legs geb, Wie sehr ich mich ver- ten stunden, Wenn sich mein schuldet. geist der erd' entreißt, Von 3. Denn denke ich mich ernst sünden ganz entbunden, Und zurück An mein geführtes le- nimm mich so, wenn dir's geben, An das durch sünd' ver- fällt, In wabrem glauben aus scherzte glück, Was kann mir der welt, Zu deinen auserda troft geben? Doch find' ich wählten. ihn bei dir allein, Und brauche 352. Allein zu dir, herr nicht trostlos zu sein, Weil ich dein wort nun habe. jesu chrift, Steht mein vertraun auf erden. Ich 4. Dies ewig theure wort weiß, daß du mein tröster bist, verspricht ja allen gnad' und Rein troft kann mir sonst werleben, Die sich von neuem den. Es ist kein retter außer ihrer pflicht, Und ihrem gott dir. Kein mensch, kein engel, ergeben, Und nun vom sün- welcher mir Aus meinen nödenfoch befreit, Von ganzer then helfen kann, Dich ruf ich herzenswilligkeit Treu deine an, Du bist's, der helfen will wege wandeln. und kann. 5. Du rufft ja sündern selb- 2. Zwar meine schuld ist ften zu: Ihr reuerfüllten alle übergroß, Doch reut sie mich Kommt her zu mir, ich schaff von herzen. Erbarme dich, euch rub, Und richt euch auf und sprich mich los Durch vom falle; Mein joch ist fanft, deines todes schmerzen. Ich leicht meine laft; Nebmt wil nehm dich als den heiland an, lig sie auf euch, und fast Die Der auch genug für mich gehoffnung ruh zu finden. than, Dann werd' ich los der 6. Drum komm ich), herr, auf fündenlaft. Mein glaube faßt, dein gebot, Erfüllt mit haß Herr, was du mir versprochen der sünden, Und hoff in mei haft. ner seelennoth Bei dir auch 3. Gib mir auch aus barmé troft zu finden: Erbarme dich herzigkeit Durch diesen glaudoch über mich, Bergib mir, ben stärke 3u dem, was mis 15 dein 218 Zweite Abtheilung. dein wort gebeut, Zu jedem o heil'ger gott, Erzürnte manguten werke. Vor allem laß chen tag. mich lieben dich, Und meinen 2. Sehr große lieb und huld nächsten gleich als mich; Und Erwiesest du mir armen. Ich kommt die letzte stund heran: fuhr in bosheit fort, Du aber So flärk mich dann, Daß ich in erbarmen. Ich schob die mich dein getrösten kann. buße auf, Und widerstrebte dir; 4. Lob sei gott auf dem Du schobst die strafe auf, Und höchsten thron, Dem vater al- trugft geduld mit mir. ler güte, Und dir, o jesu seinem 3. Daß ich nun bin bekehrt, sohn, Der uns schafft heil und Verdank ich deiner gnade Du, friede; So wie auch deinen du riefst mich zurück Von guten geist, Der uns den weg des verderbens pfade; Durch zum himmel weist. Laß uns' deine güt' und treu, Die an dir treu ergeben sein, Daß wir die wolken reicht, Hast du mein uns dein, Und deines heiles hartes herz Gerühret und erewig freun. weicht.. 4. Selbst fonnte ich dich wohl Herzlich lieb hab' ich dicho Herr. Beleidigen mit sünden; Doch 353. Vor dir, herr jesu, konnt' ich ohne dich Den- weg steh ich hier. Meinum heil nicht finden. Selbst herz sehnt sich nach trost bei failen konnte ich, Und in's verdir! Was darf ich armer sa- derben gehn, Nur selbsten konnt' gen? Ach groß ist meine mis ich nicht von meinem fall auf sethat; Doch, mittler, deine stehn. huld und gnad Läßt sünder 5. Du hast mich aufgericht, nicht verzagen. Herr jesu, dein Und mir den weg gewiesen, verdienst allein Macht mich Den ich nun wandeln soll, von allen sünden rein; Wenn Dafür sei, herr, gepriesen! ich, in wahrer reu und buß, Sei hochgelobt, daß ich Die An dich glaub und dir fall, alten fünden baß, Und das, zu fuß Herr jesu christ, Ich was dir mißfällt, Nun willig. glaub an dich, Ich traue dir, unterlaß. Ich will mich bessern, hilf duf mir. 4. Dankbare Empfindungen eines Verkehrten. O Gott du fremmer. 6. Damit ich aber nicht Auf's neue wieder falle: So gib mir deinen geist, So lang ich hier noch walle, Der mich, den schwachen stärk, Und in mir 354. Was kann ich doch mächtig sei, Auch mein gemüthe für dank, D herr, stets Zu deinem dienst erneu. dir dafür sagen? Daß du mich 7. Ach leit und führe mich, mit geduld So lange zeit ge- So lang id) leb' auf erden: tragen; Da ich in großer sünd Laß mich nicht ohne dich Durch Und übertretung lag, Und dich, mich geführet werden. Führ ich 1. Von der Buße und Bekehrung. ich mich ohne dich: So werd'spöret Sich der leidenschaften ich leicht verführt, Wenn du macht; Die verdunfelt, schwächt mich leitest selbft: Thu ich, und störet, Was ich sonst so was mir gebührt. gut bedacht. Plözliche ver8. gott, du großer gott, suchungszeiten, Beispiel, reiz O vater, hör mein fleben. der eitelkeiten; Deren schwarm Laß, jesu, gottes sohn, Mich mich stets umringt: Das ist's, deine wege geben. Regier, owas zum fall mich bringt. heil'ger geis, Durch dein wort 5. O ich armer! dem zur mich allzeit, Daß ich dir dienestreue Feste feelenstärke fehlt, hier, Und dort in ewigkeit. Den so oft schmerzvolle reue, Und Und so oft doch fruchtlos quält Ach wer wird mich ganz vom bösen Von der bösen lust erlösen? Jch elender, wer bes des des 5. Bekümmernisse Frommen, über noch anklebende Sünden. Jesus meines Lebens Leben. 355. ! wenu werd' ich freit Ganz mich von der fündvon der Sünde, lichkeit? 219 Gott, mein vater, völlig frei, 6. Du verzeihst, gott die Daß ich ganz sie überwinde, gebrechen meiner fündigen naGanz dir wohlgefällig sei? tur, Nicht die schwachheit wirst Noch nicht, ich gesteb's mit du rächen, Bösen vorsatz strafst thränen, Kann ich mich von du nar. Hätt, ich nicht den ihr entwöhnen; Ach! zu oft troft: ich würde, Unter meis noch regt sie sich, Und versucht ner fehler bürde, Ganz erliezum bösen mich. gen, und mich dein, Höchstes 2. In der andacht sel'gen gut, nie können freun. stunden, Wo mein geist die 7. Stellet mir denn hier auf wahrheit hört, Hab' ich oft erden Lebenslang die sünde nach; das glück empfunden, Das die kann ich nicht vollkommen werfrömmigkeit gewährt; Habejden? Bin und bleib ich oft auch gar sehr hienieden mir noch schwach: O! so segne gewünscht den innern frieden, mein bestreben, So gerecht ich und ein herz dir ganz geweiht, kann, zu leben, Daß ich doch So wie meine ſeligkeit. von heuchelei Und von besheit 3. Voll von heiligen entferne sei. schlüssen, Schwur ich dann, dir 8. Wenn ich wanfe, laß treu zu sein, Und mit wach- mich's merken, Laß mich firefamem gewissen Meiner un ben fest zu stehn. Eile mich, schuld mich zu freun. Willig dein find, zu stärken. Lehre wollt ich da mein leben dir, selbst mich sicher gehn, Warne mein gott, zum dienst ergeben, mich, sei mein begleiter; TägAller sünde widerstehn, Stand- lich führe, gott, mich weiter, haft deine wege gehn. Bis ich in der ewigkeit Dringe 4. Aber, ach! zu schnell em- zur vollkommenheit. 11. Vom 220 Zweite Abtheilung. II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 1. Nothwendigkeit und ruhm, In meiner pilgrimselig machende Kraft schaft. des Glaubens. M. O Gott du frommer Gott. 6. Wie felig leb ich dann Im glauben schon auf erden! 356. Herr, obne glauben Noch herrlicher wird einst Mein kann kein mensch theil im himmel werden; Da vor dir bestehn; Drum wend' werd' ich, was ich hier geich mich zu dir Mit demuths- glaubt, im lichte schaun; Und vollem flehen: O zünde selbst du erfüllst dann ganz Mein in mir Den wahren glauben kindliches vertraun. an, In welchem ich allein Dir Wer nur den lieben Gott. woblgefallen kann. 357. J habe nun den 2. Laß mich, gott, daß du grund gefunden, feift, Mit überzeugung glau- Der meine hoffnung eroig hält. ben. Nichts müsse mir das Wo anders, als in jesu Wunwort aus meinem Herzen rau- den? Da lag er vor der zeit ben, Daß du dem, der dich der welt: Ein grund, der un sucht, Stets ein vergelter seist, beweglich steht, Wenn erd' und Und hier und ewig ihn Mit himmel untergeht. deinem heil erfreuft. 2. Es ist das ewige erbar3. Wahrhaftig ist dein wort men, Das alles denken überGib, daß ich darauf traue, steigt: Es sind die offien lieUnd meine Hoffnung fest Auf besarmen Des, der sich zu dem deine treue baue. Gib, daß sünder neigt: Er geht mit uns ich dir im glück Und un- nicht in's gericht, und will den glück stets getreu, und dem, tod des sünders nicht. bei was du gebeutst, Von herzen] 3. Wir sollen nicht verloren folgsam sei. werden; Gott will, uns foll 4. Auch hilf mir, daß ich geholfen sein; Deswegen kam den, Den du gefandt, erkenne, sein sohn auf erden Und nahm Ihn meinen herrn und gott, den himmel siegreich ein. Nun Im geist und wahrheit nenne. ruft sein wort und geist uns Und treu und redlich thu, Was zu: Kommt her zu mir, mich sein wort gelehrt, Daß mir ist rub! ihn herz, mund und that, Als 4. O abgrund, welcher unfre meinen heiland ehrt. sünden Durch christi tod vers 5. Sein göttliches verdienst schlungen hat! Das heißt die Sei mir beständig theuer; Es wunden recht verbinden; Da fülle mich mit trost; Es mache findet kein verdammen statt: mich stets freier Vom schnö- Weil christi blut beständig den sündendienst; Es stärke mich schreit: Barmherzigkeit, barmmit fraft zu deines namens herzigkeit! 5. Dar II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 221 5. Darein will ich mich glau- fu, anzunehmen. Dein freuz big senken, Dem will ich mich ist thorheit nur Dem, der es getroft vertraun; Und wenn nicht versteht; Und feiner mich meine fünden fränken, spottet sein, Der gottes wege Nur bald nach gottes herzen gebt. schaun; Da findet sich zu al 2. Du kamst, des höchsten ler zeit Unendliche barmher- sohn, Im leben und im sterben, zigkeit! Und weisheit, kraft und troft, 6. Wird alles and're mir Und gnade zu erwerben. Dut entrissen, Was leib und seel' warst der welt ein licht, Und erquicken kann: Muß ich des folg' ich seinem schein; Wie lebens freuden riffen, Und weije bin ich dann, Wie selig nimmt fein freund sich meiner werd' ich sein! an; Scheint die errettung noch 3. Ich kann hier freilich so weit; Mir bleibet doch barm- nicht Das große wunder fassen: herzigkeit. Gesandt vom ewigen, Der 7. Muß ich selbst an den bimmel thron verlassen, Die besten werken, Die ich in dies thaten gettes thun, Als eina ser welt gethan, Viel unvoll- geborner sohn, Und dann am fommenbeit bemerken: Die kreuz empfahn Der missethäter treibt mich zwar zur demuth lohn. bemerken: an: Doch ist mir auch der trost 4. Doch kann mein herz gar bereit: Ich hoffe auf barm- wohl Der wahrheit fraft emberzigkeit. pfinden, Die meinen geist bes 8. Es gebe nur nach dessen lebt, Mich reiniget von fünden. willen, Bei dem so viel erbar- Auch bab ich, herr, durch dich men ist; Er wird gewiß sein Gerechtigkeit und heil, Und an wort erfüllen, Er, der die seider seligkeit Der gottverföhnnen nie vergißt. Sie währet ten theil. ja in ewigkeit, Die göttliche 5. Dieß müsse meine luft, D barmherzigkeit! herr, an dir erwecken. Zu 9. Auf diesen grund will ich schwach, den ganzen rath Der ftets bauen, So lang' ich Dier gottheit zu entdecken. Nehme auf erden bin; Der gnade got- ich dein größtes heil Mit dank tes will ich trauen, Fällt alles und freuden an, Und folge andre gleich dabin: So fing'ldir getreu Auf ebner tugenda ich einst nach dieser zeit: O ab- bahn. grund der barmherzigkeit! Nun danket alle Gott. 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, Und deine große lieb Durdh 358. Mag doch der spöt- schauen mir erklären. Ilnend ter beer Sich lich ist mein heil, O glaube, deines namens schämen; Ich der erfreut! Gelobet sei der freue mich dein heil, Herr je herr, Gelobt in ewigkeit! Jes fie 222 Zweite Abtheilung. Jesu meine Freude. HOMINER deinem pfade, Dank ich deiner 359. Wie getroft und bei- gnade. ter, Herr, mein! 6. Du haft blut und leben licht und letter, Machst zuFür mich hingegeben; Daß in meinen geist! Der du, die meiner noth Jch nicht hülflos dich lieben, Selbsten im bebliebe: Groß ist deine liebe, trüben, Doch so gern erfreust. Stärker als der tod! Herr! Niemals wird Bei dir, mein und ich, Ich sollte mich Dei birt, Freund und tröster meiner huld nicht dankbar freuen? ner seelen, Mir erquickung Dir mein berz nicht weißen? fehlen. 7. Würdig dir zu leben; 2. Deinem rath ergeben, Dies sei mein bestreben, Meis Freu ich mich zu leben. Was ne luft und pflicht! Was die du willst, ist gut. Nichts verwelt vergnüget, D mein gott, mag ich schwacher, Du, mein das gnüget meiner seele nicht. feligmacher, Schenkst mir kraft hab ich dich: Wie gern will und muth. Wenn die welt ich Das, wornach die fünder Erbebt und fällt; Wenn getrachten, Reich in dir, verricht und Hölle schreden: Willst achten. 191 du mich bedecken. 8. Macht ein gut der er 3. Ich kann ohne grauen de, Daß ich glücklich werde Tod und der Sind nicht Mein erlöfer lebt. Ich weiß auch die chren, Die den wem ich glaube, Weiß, daß sinn betbören, Wahre eitelaus dem staube mich sein arm feit? Du erfreuft, Herr, Terbebt. Todestag! Dein schre- meinen geist; Und du willst, den mag Eines frevlers herz die dich verehren, Ewig wies erschüttern, Was brauch ich zu der ehren. zittern? 9. Deinen hohen frieden 4. In mir ist noch fünde, Schmeck ich schon hienieden, Doch ich überwinde, Sie ge- Und was hoff ich dort? Unstärkt durch dich: Sink ich begränzte zeiten Voller selige schwacher nieder: Du erhebst keiten Hoff ich auf dein wort. mich wieder: Du begnadiaft Sie sind mein, Durch dich mich. Deine buld Tilgt meinelallein, Bleib ich dir getreu schuld. Nie läßt du reuvollen im glauben Wer kann sie mir feelen Dein erbarmen feblen. rauben? 5. Daß ich gott erfenne, 10. Boll von deiner güte, Froh ibn vater nenne; Und Frohlockt mein gemüthe, gott, anich ewig sein; Daß ich hier mein heiland dir; Dieser geist am grabe Troft und hoffnung der freuden Stärfe mich im habe, Dank ich dir allein. leiden; Weiche nicht von mir! Daß dein geist Mich unter Laß mich so Beherzt und froh wweiß, Und mich führt auf Einft durchs that des todes drina II. Vom Glanben und seinen nächsten Folgen. 223 dringen; Dort bein lob zu 6. Nichts, nichts kann mich fingen. verdammen, Denn jesus starb für mich. Die höll und ihre 360. t gott für mich, so flammen Sind mir nicht fürchtrete Gleich alles terlich. Kein urtheil kann mich wider mich. Denn, wenn ich schrecken, Nichts was uns sonst glaubig bete, Zeigt er mit vül- betrübt: Denn christus will fe sich; Hab ich ihn nur zum mich decken, Mein heiland, der freunde, Und liebet mich mein mich liebt. gott: Was shadt mir dann 6. Sein geist wohnt mir im der feinde Verfolgung schmach, berzen; Regiert mir meinen und spott? finn; Stillt sorgen, furcht und 2. Ich weiß und glaub es schmerzen, Nimmnt jeden fumfefte, Und rübm es ohne scheu, mer hin; Gibt auch in trüben Daß gott, der höchst' und beste, tagen Mir freudigkeit und Mein freund und vater sei. schafft, Daß ich kann vater, Er wird in allen fällen Zuffagen Durch deines wortes meiner rechten stehn. Er däm- fraft. pfet sturm und wellen, Läst 8. Der spricht auch meinem mich nicht untergehn. geifle Manch anderes trofiwort 3. Der grund, worauf ich zu: Wie gott dem hülfe leiste, baue, Ist christus und sein Der bei ihm fuchet ruh: Und blut; In ihm, dem ich vers wie er hab erbauet, Dir eine traue, Find' ich das ewge gut jneue stadt; Wo aug' und herz An meinem armen leben Iffeinst schauet, Was es geglaunichts auf dieser erd: Was bet hat. christus mir gegeben, Das ist 9. Da ist mein theil und der liebe werth. jerbe, Mir herrlich zugericht; 4. Er ist mein ruhm und Wenn ich gleich fall und sterbe: ebree Er ist mein troft und Fällt doch mein bimmel nicht. licht, Wenn er nicht für mich Mein jesus bilft mir ringen, wäre; So käm' ich ins gericht. Und muß ich manche zeit Mit Wie würd' ich da bestehen Vor weinen auch zubringen, Vers seinem richtersis; Ich müßte süßt er mir mein leid. gleich vergehen, Wie wachs in 10. Kein schmerz und keine feuerhig. freude, Nicht herrlichkeit noch 5. Doch jesus hat sein leben, noth, Kein glück und keine Zur tilgung meiner schuld, Amsleiden, Nicht angst, gefahr, freuz dahingegeben. Wie groß noch tod, Nichts, was wir ist diese huld? Ich darf mich denken können, So groß es seiner freuen; Hab' einen hel- immer sei, Soll mich von jesi denmuth; Darf fein gericht trennen. Ich bleib ihm ewig mehr scheuen, Wie sonst ein treu. under thut. 11. Mein herz ist voller freua 224 Zweite Abtheilung. freuden, Wie sollt ich traurig schmeichelt! Wer aber sein wort sein? Ich achte nicht der leiden, glaubt und bält, Der liebt ihn Seh' heitern sonnenschein. Der so, wie's ihm gefällt. Kommt her zu mir spricht. für mich lebt und wachet, Ist 2. Der glaube, den sein wort mein herr jesus christ. Das erzeugt, Muß auch die liebe was mich jauchzend machet, Ist, zengen. Je höher deín erkennts was im himmel ist. niß steigt, Je mehr wird diese steigen. Der glaub erleuchtet boff, o gott mit nicht allein, Stärkt auch das festem muth, Auf herz und macht es rein. beine gnad' und christi blut; 3. Durch jesum rein von Ich hoff' ein ewig leben, Du missethat, Sind wir nun got bist ein vater, der verzeibt; tes finder; Wer solche hoffnung Hast mir das recht zu seligkeit zu ihm hat, Der fliebt den Durch deinen sobn gegeben. pfad der sünder; Folgt chrifti 371. 2. Herr, welch' ein unaus- beispiel, als ein chrift, Und reis sprechlich heil An dir, an dei- nigt sich, wie er rein ist. ner gnade theil, Theil an dem 4. Alsdann bin ich gvit angehimmel haben! Im berzen durch nehm, Wenn ich gehorsam übe. den glauben rein, Dich lieben, Wer seinen willen thut, in dem und versichert sein Von deines Ift wahrlich gottes liebe. Ein geiftes gaben. immerthätig's christenthum Das 3. Dein wort, das wort der ist des glaubens frucht und feligkeit Wirkt göttliche zufrie- ruhm. denheit. Wenn wir es treu bes 5. Der bleibt in gott, und wahren. Es spricht uns troft gott in ihm, Wer in der liebe Am elend zu; Versüßet uns des bleibet. Die lieb' ists, die die debens rub; Und stärkt uns seraphim, Gott zu gehorchen, in gefabren. treibet. Gott ist die lieb' an 4. Erhalte mir, o herr, mein seinem heil, Hat ohne liebe hort, Den glauben an dein niemand theil. gottlich wort, Um deiner güte willen! Laß ihn mein licht auf werden sein; Ihn täglich mehr, mein herz erneun, Und mich mit troft erfüllen. 2. Birkung und Kennzeichen 363. 3. Um Stärfung und Erhaltung des Glaubens. Mel. Gett du frommer Gott. Herr, aller höchster Glaubens. gott, Bei dent M. Machs mit mir Gott nach. wir alle gaben, Und was uns 362. Wer gottes wort nüglich ist, Getrost zu suchen nicht hält und haben: fieb erbarmend mich spricht: Ich kenne gott, der in meiner schwachheit an, Weil, Heuchelt, In dem ist gottes lie- ich nicht wie ich will, Dir be nicht, Wie sehr er sich auch recht vertrauen kann. 2. Jch II. Vom Glauben und seinen uächsten Folgen. 225 2. Ich glaube zwar an dich zu meines glaubens ziel, Der Doch nur mit schwachem glau- seelen seligkeit. ben. Oft will die zweifelsucht Ge ist gewißlich an der Zeit. Mir alle hoffnung rauben. 364. gottes sohn, berr Wer macht das herz gewiß, jesu christ, Dein Als du, o herr, allein? Laß ist es, mir zu geben, Was deine hülfe doch Von mir nicht mir zum glauben nüße ist; ferne sein. Was ihm gibt kraft und leben. 3. O reiche du mir selbst Drum hilf du mir von oben Aus gnaden deine hände, Machy' her, Daß ich, gestärkt je mehr daß dein guter geift Sein werk und mehr, echt und beharrin mir vollende. Ist schon, lich glaube. dem senfforn gleich, Mein 2. Durch dein wort unterglaube noch sehr klein: So weise mich, Den vater recht laß ihn doch bei mir In stetem zu kennen; Mit freuden voller wachsthum sein. Jehrfurcht dich, Des höchsten 4. Gib, daß ich stets in sohn zu nennen; Daß ich auch mir Die zuversicht vermehre: deinem guten geist, Der uns Daß du mein vater seist, Und den weg zum himmel weißt, ich dir angehöre; Daß alle Von ganzem Herzen folge. meine schuld Von dir verge- 3. Laß mich dein großes ben sei; Damit mein herz gnadentheil Im rechten licht erfich dein, Als seines gottes, blicken, Und mich dazu an meifren'. nem theil, Mit allem eifer 5. Mache diese zuversicht In schicken. Durch dich nur find' mir, o gott so fräftig, Daß ich trost und ruh, Und ew'ges ich mein lebenlang In deinem heil, der weg bist du, Die dienst geschäftig, Und stets be- wahrheit und das leben. fliffen sei, 3u thun, was dir 4. Gib, daß ich traue deigefällt; So hab' ich schon in nem wort; Es tief zu herzen bir Den himmel auf der welt. fasse; Daß sich mein glaube 6. Mein heiland, der du immerfort Auf dein verdienst einst Für deine jünger batest, verlasse; Daß zur gerechtigkeit Und, wenn sie wanketen, Beim mir werd', Der ich mit sünden vater sie vertrateft, Ach un- bin beschwert, Dein heil auch terstüß auch izt Mein sehnli- zugerechnet. ches gebet, Und schenke glau- 5. Doch soll auch stets mein benskraft Dem, der dich darum glaube sich Des bluts, das du fleht. vergossen, Nicht anders trösten, 7. In deiner mittlers band als das ich, Zu deinem dienst Ist heil und aller segen, Herr, entschlossen, Durch seine kraft unterstüße mich, Auf allen mei die arge welt, Uud was sie nen wegen: So geh' ich freu- dir entgegen stellt, Befieg' und dich fort, In dieser pilgerzeit, überwinde. 513 6. Zwar 226 Zweite Abtheilung. 6. 3war ist mein glaube ser pflicht, Das wolleft du mir schwach und klein; Oft kann geben. ich ihn kaum merken: Doch 2. Du hast dein göttliches willst du mir, herr, fraft vers gebot. Mir tief in's berz ges leihn, Du kannst mich mäch- schrieben. Von ganzer seele tig stärken. Das schwache rohr soll ich, gott, Wie mich, den zerbrichst du nicht; Verlö- nächsten lieben. Wenn ich nach schest kein noch glimmend deinem worte thu; So hab' licht; Drum stärke mich den ich schon hienieden Großen schwachen. frieden; Und welches heil bast 7. Hilf, daß ich recht sorg- du Den frommen dort beschiefältig sei, Den glauben zu be- den! wahren, Ein gut gewissen auch 3. Laß mich kein leiden dies dabei; Daß ich bei den gefah- ser, zeit kein weltglück dir ents ren Der welt sei wachsam alle- freißen; Denn du hast deine zeit, Durch früchte der ge- seligkeit Den treuen nur vers rechtigkeit Des glaubens kraft heißen. Doch könnten wohl durch beweiſe. ihre müb Sie solche zu ver 8. D laß ben glauben stets dienen, Sich erkühnen? Aus in mir So wachsen und sich gnaden schenkst du sie, Und stärken, Daß er sei fruchtbar du erwarbst sie ihnen! für und für, Und reich an gu- 4. Freund meiner feele, bu ten werken, Daß er sei thätig bist ihr Ein weinstock, sie dein durch die lieb; Mit freuden rebe. Zeuch sie dir nach, daß und geduld sich üb' In dem, sie zu dir Sich von der welt was gott gefällig. erhebe! Ja laß mich, wenn ich 9. Insonderheit gib mir die sterben soll, Auf deine gnade kraft, Daß ich an meinem bauen, Dir vertrauen, Und ende Den letzten schritt der pil- dann dort frendenvoll, Dein grimschaft, Durch glauben froblantlig ewig schauen. vollende. O mache mich, herr, 5. Jch kämpf, ermatt und stets bereit, Daß ich der see- strauchle oft. Erbarme dich des len seligkeit, Des glaubens schwachen, Der nur auf dich end erlange. in demuth hofft; Du kannst mich mächtig machen. In jes 3h ruf zu dir Herr Jesu Chrift. der kümmerniß laß mich Bei 365. Herr, mein erlöser, bir, herr zuflucht finden, nur von dir Kann Trost empfinden, Und dann zuich mir hülf erflehen. Ber- legt durch dich In allem übernimm mein seufzen; etle mir, winden. Mein helfer, beizustehn. Des Kommt her zu mir spricht. wahren glaubens fraft und 366. Ich weiß, und bin's licht, Das selige bestreben, Dir gewiß, daß ich zu leben, und muth zu die- Erlöft bin, gottessohn durch dich II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 227 dich, Vom schnöden dienst der sehen; Dann hätt' ich keinen fünde. Gelobt sei gott! ich bin's heitern sinn; Dann wär' die gewiß, Hilf, mein erretter, daßß frobe hoffnung hin, Zu ihm ich dies Bis an mein end'jeinst einzugehen. empfinde. 8. Gewissensschrecken würden 2. In dieser so verderbten mich, Der ich vom pfad des zeit Des leichtsinns und der guten mich, Schon hier zur. sicherheit, Wach über meinem qual ergreifen, Und peinigende glauben! Du freund der men furcht vor dir, Der welten schen, wache du, Daß keine richter, sich in mir Mit jedem zweifel meine rub Und meinen tage häufen. troft mir rauben. 9. Jerva für mich am Frenze 3. Den spott der frevler starbst, Und boffnung mir und über dich, Und deinen tod am trost erwarbst, Laß mich so freuz, laß mich, Wie er's ver- tief nicht fallen! Erhalt' mir dient, verachten. Mit desto stär- meines glaubens ruh Und meis ferer begier Laß meine seele, snen wandel lenke du Nach deiherr, nach dir, Und deinem nem wohlgefallen. reiche trachten. M. Herzlich lieb hab' ich dich. 4. Wenn mir die welt gele- 367. Ich komme friedenss genheit Zur sünde gibt, zur fürst zu dir! Ereitelkeit, Und zu verbotner barmend rufst du ja auch mir, freude: So dämpfe du in mei- Den frieden zu empfangen. ner brust Die reizung aller Die Sündenlast ist mir zu bösen lust, Daß ich sie stand- schwer. O laß mein herz von haft meide. troft nicht leer, Laß es zur 5. Ich möchte sonst, durch rub gelangen, Die jedem tief sie verführt, Die fünde, die den gebeugten geist Dein theuer wer tod gebiert, Mich übereilen las thes wort verheißt. Wer trösen; Mich dann aus sündenlust stet mich, als du allein? Wer vergehn, Und deiner wahrheit macht mein herz von sünden widerstehn, Ihr helles licht gar rein? Herr jesu christ! Mein haffen. troft mein licht, Mein troft 6. Wenn meine freudigkeit mein Licht Verwirf mein sehnzu dir, Mein glaub' und lich flehen nicht! meine Hoffnung mir, Hierdurch 2. Anbetend steh ich, herr, entrissen würde: So würde vor dir! Dein antlig neige du nichts mich recht erfreun: zu mir, Und fei mir sünder Die welt mir trüb und trau- gnädig! Wenn mein vergebn rig sein; Mein leben eine um rache schreit: So mache, bürde. aus barmherzigkeit, Mich al7. Dann würd' ich nach dem ler strafe ledig. Der du am himmel nicht Mit freud', o herr, kreuz gelitten hast, Du trugst im angesicht Mit seelen ruhe auch meiner sündenlast; Als 2 du 228 Zweite Abtheilung. du zum heil der fünder starbst, christ, Ich hoff auf dich, Ich Und ihnen gottes bulb er- boff auf dich, In dieser Hoffwarbst. Herr, jesu chrift, Mein nung stärke mich! gott und herr, Mein gott und 4. Mein ganzes leben preise herr, Gib mir den trost be- rich, Erlöst, mein mittler, haft gnadigter! du mich, Dein eigenthum zu 3. Du, du bist meine zu werden. Bin ich nur dein: so versicht, Durch dich entflieh ich fehlt mir nichts; Nichts einst dem gericht, Dem schweren am tage des gerichts; Nichts lohn der sünden; Durch dich hier auf dieser erden. Auf diekann ich der straf entgebn, fer hahn zum vaterland Ent11us mich will gott vereinigt zeuch mir niemals deine hand. sehn, Durch dich das leben Zu allem guten stärke mich, finden. Dein tod ist der ver- Und laß mich siegen einst durch lornen heil, Gib mir an sei- dich. Herr jesu chrift, Mein nem segen theil, Er schafft herr und gott, mein herr und auch mir berubigung Und wah- gott, Hilf mir zum leben durch re lebensbesserung. Herr jesu den tod! 4 III. Vom thätigen Christenthum oder von christlichen Gesinnungen und Handlungen überhaupt. 1. Deren Nothwendigkeit der fünde reiz, Zorn, hoffahrt, Ein Lämmlein geht und. fleischeslüfte, geiz, In werk 368. Was hilft es mir, and thaten übe? ein chrift zu 3. Weit ftrafenswürd'ger bin sein, Wenn ich nicht christlichsich dann, Ich, der ich chrilebe, Und heilig, fromm, gestum kenne; Weiß, was er recht und rein, 3u wandeln einst für mich gethan, Ihn mich bestrebe? Wenn ich dem herrn und heiland nenne; Als feligen beruf, Zu welchem mich der, der in der finsterniß Des mein gott erschuf, Nicht wür- irrthums tappt, noch ungewiß, dich mich beweise, Und den, der Ob er auch richtig wandle, mich erlöset hat, In worten Was nügt mir seines wortes blos; nicht durch die that Und licht? Was hilft mir aller ungute werke, preise. terricht, Wenn ich darnach nicht 2. Was hilft der glaub' an handle? jesum christ, Den ich im mundej 4. Und woher nehm ich trofi führe Wenn nicht mein Herz und ruh, wenn leiden mich rechtschaffen ist, Und ich die umgeben, Und meine fünden frucht verliere; Wenn mich die noch dazu Mir dann vor aueitelkeit der welt Mit ihrer gen schweben? Was hilft luft gefangen hält; Ich ihre mir in der letzten noth, Wenn seffeln liebe, Und fühlbar für sich der schauervolle tod Mir zeigt III. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 229 zeigt mit seinen schrecken, Undinen willen thun, Läßt du, als mein gewissen wachet auf, deine kinder, O gott, in ew'Von meinem ganzen lebens- gem frieden ruh'n, Wenn lauf Die schuld mir aufzu- heuchlerische sünder Von dir decken? verstoßen werden. 5. Weh mir! was hilft es 3. Drum laß mich doch mir einst dort, Erweckt aus vom glauben nie Ein heilig meinem grabe, Daß ich an leben trennen; Mich nicht für christum und sein Wort Zum einen christen hie Blos äußerschein geglaubet habe Wenn lich bekennen, Gib, daß mein teine fromme gute that Mein glaube thätig sei, Und tugend leben hier bezeichnet hat, Den früchte bringe; Daß ich, vom glauben zu bestärken? Denn sündendienste frei, Mit eifer meine ganze seligkeit Wirkt darnach ringe, Im guten zuzuglaube und rechtschaffenheit; nehmen. Der glaub in guten werken. 4. Du kennst, o gott, der 6. Gott, dieser hoffnung menschen herz Und liebst, die werth zu sein, Hilf, daß ich redlich handeln; laß in christlich lebe, Und vor dir hei- freude, wie im schmerz, Mich lig, fromm und rein Zu wan- christlich vor dir wandeln. beln, mich bestrebe; Gib mir Dein wille sei mein augenerkenntniß, fraft und muth,( merk: Hilf mir ihn treu vollDamit ich welt und fleisch und bringen. Durch dich muß jeblut Im glauben überwinde; des gute werk, Sollt es auch Uud dann, nach wohl durch- nicht gelingen, Zum segen mir lebter zeit: Den lohn in jener gereichen. ewigkeit, Um christi willen 5. Doch, wenn ich aus unfinde. wissenheit Und übereilig fehGhrift unser Herr zum Jordan. le: So thu' an mir barmher369. Bewabre mich, herr, zigkeit, und richte meine seele daß der wahn Durch gnade auf von diesem Nie mein gemüth bethöre, Ais fall. Erhalt' mich bei dem wär es schon genug gethan, einen, Daß ich dich fürchte Wenn dir nur äuß're ehre Der überall, Bis ich einst mit den mensch, dein unterthan, erweist, deinen, Dir ohne fehltritt Erinnre mein gewissen, Daß diene. alle christen dir im geist Und Alle Menschen müssen sterben. wahrheit dienen müssen, Die 370. Der du uns, mit dir gefallen wollen. deinem blute, 2. Die kommen nicht ins Dir zum eigenthum erwarbst, himmelreich, Die berr! zu je- Und uns fündern, uns zu gute, su sagen, Und nicht mit rech- Schmachvoll an dem kreuze tem ernst zugleich Der heiligung starbst; Ach wie dienen deine nachjagen. Nur die, die dei- christen Immer noch der fünP 3 de 230 Zweite Abtheilung. de lüften. Leben ohne besserung lüfte dämpfen; Steh uns in Fern von wahrer heiligung. versuchung bei, Und erhalt uns 2. Herr, du littst, uns vom dir getren. verderben, von der Sünde zu 7. Jesu, lehr auf dich uns befrein: Und wir wollen lie- schauen! Uns besieg die fünde ber sterben; Lieber ihre Enechte nie, Laß dein beispiel uns ersein? Glauben immer, noch bauen, stärke selbst uns wis in fünden Unsers lebens glück der sie. Ach! die absicht deiner zu finden, Und vergessen dein schmerzen Präge tief in unsre gebot, Deine schmach und dei- herzen, Daß wir, von der nen tod. sünde rein, Heiligster, der ähn3. Ach, wenn werden wir's lich sein. erkennen, warum du gestor- O Jesu Christ meines Lebens. ben bist? Wann, uns nicht 371. Jhr, die ihr euch blos christen nennen; Sondern von christo nennt, thun, was christlich in? Wann, Und euch zu seiner lehr bes um deines todes willen, Jesu, kennt; Die ihr durch ihn seid dein gesetz erfüllen, Uud den theu'r erkauft, Und selbst auf fünden wiederstehn, Weil sie seinen tod getauft. deine Leiden schmähn. 2. Führt nicht den namen 4. Wer dich sieht, von Gott nur allein; Ihr müsset that'ge verlassen, In der tiefsten trau chriften sein: Wollt ihr einst rigkeit; Dich, erlöser, fieht er froh, nach dieser zeit, Eingehn blassen, Nach vollbrachtem schwe- zu christi herrlichkeit. ren streit; Und läßt doch, zum 3. Wollt ihr bekenner jesu dienst der sünden, Seine lüstessein: So lebet auch ihm hier sich entzünden: Der hat nicht allein, Der christ ist ganz der an deinem heil, Nicht an got- tugend freund, Und jedem lafter tes gnade theil. ist er feind. 5. Meiden könnt er sein ver- 4. n leiden, die er tragen derben, Hülfe gibt ihm gott, soll, Ist er geduldig hoffnungsgenug; Aber ach, er selbst will voll. Dies leben ist die prüs fterben: denn sein glaub' ist fungszeit; Der lohn folgt in wahn und trug. Er bekennet der ewigkeit. deinen namen, Ohne doch dir 5. Wer gott von Herzen sich nachzuahmen; Rühmet seines ergibt, Sich selbst besiegt, den glaubens sich, Und verleugnet, nächsten liebt, So wandelt, so herr, doch dich. gesinnet ist, Wie jesus war; 6. Ach, wenn uns der trieb der ist ein christ. zur fünde Reizet wieder unsre 6. Und wer nun so den heis pflicht: Heiligster, so überwinde land ehrt, Der lebt hier der Uns der trieb zur fünde nicht, erlösung werth, Der schläft im Lehr uns, mächtig ihn betode freudig ein, Und wird kämpfen, Und die macht der dort ewig selig sein. 2. Quelle 111. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 231 2. Quelle guter Handlun- fern, Fern von des stolzes gen, Eigenschaften und triebe, Geheiligt durch die furcht Glückseligkeit from des herrn, Das glaub erweckt zur liebe; Dies ist's, was gott von uns verlangt. Nichts wird zur ein leben nüßen, Das mit den übung deiner größten thaten prangt: Wenn pflicht Dich gottes lieb besee- wir nicht lieb besigen. mer Gheisten M. Was mein Gott will, bas. 372. Wenn nicht let: So rühme dich der tugend 6. Drum täusche dich nicht nicht, Weil dann dir alles feh- durch den schein; Nicht durch let. Wenn vortheil, wollust, der tugend namen Sieh nicht eigensinn, Und stolz dir qutes auf deine werk' allein; Sieh rathen: So hast Du deinen lohn auch woher sie kamen. Prüf dahin: Thust du gleich gute dich vor gottes angesicht, Ob liebe dich beseelet? Dem herthaten. 2. Sei durch die gaben der zen fehlt auch liebe nicht, Dem natur Das wunder dieser er nicht der glaube fehlet. 7. Wohnt liebe gegen gott den: Beglückst du andre men schen nur, Um selbst geehrt zu in dir: Wird sie die tugend werden: Erfüllt die liebe nicht stärken: Du wirst die gegendein herz, So sind die größ- wart von ihr An lieb zum ten gaben Vor gott doch nur nächsten merken. Sie ist, die ein tönend erz, die keinen werth dir den muth verleiht, Das nicht haben. böse stets zu meiden; macht 3. Bau häuser auf, und dich zum gutes thun bereit; brich dein brod, Die armen zu Folgt dir in ewigkeiten. verpflegen; Entreiß' die witt wen ihrer noth Und sei der 373. waisen segen: Gib alle deine güter hin: Noch haft du nichts Und wen willst du belohnen! gegeben, Wenn lieb und pflicht Wer wird sich ewig deiner freun, nicht deinen sinn Vor gott da- Und ewig bei dir wohnen? zu beleben. 2. Der heilig vor dir lebt, 4. Läg' ihm an unsern wer- und thut, Was dein gesetz ihn fen nur, Rönnt er, sie zu voll- lehret, Der, dessen Herz ist bringen, Uns leicht durch fes- rein und gut, Und sich vom feln der natur Und seine all bösen kehret. Ich dank dir schon durch. beiligster, wen nennst du dein, macht zwingen. Vor ihm, der 3. Wer treu bie- wahrheit alles schafft und gibt, Gilt liebt und nicht mit seiner zunweisheit nichts, nichts stärke. ge lüget; Wer nie von andern Er sieht auf's herz, ob das lieblos spricht; Nie lästert und ihn liebt, Sieht auf den zweck betrüget; der werke. 4. Der den geringern nicht 5. Ein herz von eigenliebe verschmäht; Mit fleiß ihn nie betrüP4 232 Zweite Abtheilung. betrübet; Den graden weg in Der bosheit und der tücke allem geht: Und alle, wie feind. fich, liebet. 3. Ein abscheu ist's ihm, 5. Der alle laster kühn ver- neidisch trauern, Ungern den flucht; Flieht, die gott wider nächsten glücklich sehn; Um streben; Nur aber deren freund- ihm zu schaden, auf ihn lauschaft sucht, Die vor ihm heiern Und seine thaten tückisch lig leben. schmäh'n. Er haft und fliebt 6. Der, was er schwur stets beleidigungen, wird groß beilig hält; Und nie unredlich durch seine redlichkeit, Durch schwöret; Der alles was erfunverschämte lästerungen, Wird zusagt, hält, Auch dann, wann nie von ihm ein nam' enter nicht schwöret. weiht. Wenn 7. Nie mit erpressung geld 4. Er ehrt, o herr, die die. verleiht, Aus mitleid und er- dich scheuen, Verachtet den, der barmen, Nothleidenden die dich nicht liebt, Und frech es hände beut, Und niemals drängt wagt, sich noch zu freuen, den armen. er durch laster dich bes 8. Wer das tbut, den, den trübt. Er hält, was er dem nennt gott sein, Den, den will nächsten schwöret, Wenn lift er belohnen, Der wird sich und trug die treue bricht. Ein ewig seiner freu'n, Und ewigl ungerechter wucher mehret Gebei ihm wohnen. recht erworbne güter nicht. O süßer Stand o selig Leben. 5. Er eilt, erweichet durch 374. Herr, dessen augen erbarmen, Wenn er der menalles prüfen, Des schen elend fieht, Mit seiner heuchlers list betrügt dich nie. bülfe nach dem armen, Der Du schauest in der herzen tie- voll vertrauen zu ihm flieht. fen, Und kennst und offenbarest Gern theilt er mit ihn sein fie. Wer darf vor dir mit vermögen, Daß nicht das gut freuden wohnen? In deiner der waisen ist, Und hält es liebe sicher sein? Wen wirft nicht für einen segen, Wenn du unser gott, belohnen? es der arme nicht genießt. Wer darf sich deines segens 5. Der fromme nimmt, das freu'n? recht zu beugen, Nicht gaben 2. Nur der, o herr, darf zu von verbrechern an. Er kann dir kommen, Und macht sich zu keinem frevel schweigen, Und deiner freundschaft werth, Der, weicht nicht von der tugendnach dem namen eines from- bahn. Du, unser gott, wirst men, Nie einen größern ruhm ihn belohnen! Du wirst sein begehrt. Die tugenden sind frommes herz erfreu'n! Durch sein vergnügen; Er ist der dich wird er hier sicher wohwahrheit edler freund; Und nen, Und einst dort ewig selig unversöhnlich gegen lügen; sein. Me 233 III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. Freu bich sehr o meine Secte. was gottes ruhm vermehrt. 375. Kommt und laß't Gott wird ihr verlangen stillen, euch jesum lehren Und den frommen wunsch, ers Kommt und lernet allzumal, füllen. Welche die sind, die gehören 6. Selig, wer der noth des Zu der rechten christenzabt, armen Niemals fübllos fich Die im glauben fest besteh'n, entzich:. Ihm, aus zärtlichem Freudig gottes wege geh'n, erbarmen, Wobl zu thun, sich Und den beiland frei bekennen, froh bemüht, Und, wenn er Dürfen sich die feinen nen- um hülfe weint, Jhm mit hülf' und troft erscheint: nen. 2. Selig wer in demuth le Dieser wird auch hülf' embet, Seine schwachheit nie ver- pfangen, Und barmherzigkeit gist, Nie sich selbst mit stolz erlangen. erhebet, Wenn er groß und 7. Selig, sind, die sich beglücklich ist. Gottes huld wird mühen, Züchtig, keusch und rein ihn erfreu'n Und das himmel- zu sein; Die der wollust nege reich ist sein, Gott wird dort fliehen; und der reinigkeit sich zu ehren segen, die sich hier weihn; Die der lockung dieser geringe schätzen. welt, Und dem, was dem fleisch 3. Selig ist, wer seine fünde gefällt, Treu und standhaft wiWehmuthsvoll vor gott bereut, derstehen; Werden gottes antUnd, damit er ruhe finde, Sich lig sehen. vor neuen sünden scheut. Gott 8. Selig, wer im frieden will ihm die schuld verzeibn, lebet, Wer die ruh' und einigKraft zum guten ihm verleihn, feit zu erhalten sich bestrebet. Und er soll schon hier auf Und wenn feindschaft, haß und erden, Und auch dort getröstet streit Seiner brüder glück zerstört, Sie die pflicht der einwerden. 4. Selig ist, wer sanftmuth tracht lehrt. Die des friedens übet, Seinem feinde niemals sich befleißen Werden gottes flucht. Seine fehler ihm ver- kinder heißen. giebet, Nie sich selbst zu rächen 9. Selig, die um's guten fucht, Ruhig seine Pflicht voll- willen Leiden, und sich dessen bringt Und sein eigen berz befreu'n Standhaft ihre pflicht zwingt. Gott wird selbst sich erfüllen, Und der tugend müh' sein annehmen, Daß sich seine nicht scheun. Gott steht ihnen feinde schämen. mächtig bei, Und will sie für 5. Selig, die mit ernst versibre treu, Einst mit wonn' und langen, Recht gesinnt und siegeskronen, Auf das herrlichfromm zu sein; Die fest an fte belohnen. dem guten hangen, und sich 10. Herr, bu wollest selbst ganz der tugend weihn, Deren mich leiten, Auf der wahren herz nichts mehr begehrt, Als tugendbahn, Daß ich dieser se. ligkeiten, 5 234 Zweite Abtheilung. seligkeiten, Hier und dort mich Von sünden mich zu wafreuen kann. Gib, daß ich de- schen. müthig sei, Meine schuld vor] 4. Dein sohn erniedrigt sich dir bereu, Die gerechtigkeit und stirbt, zu tilgung unsrer stets liebe, Auch an feinden strafen; Büst für die laster sanftmuth übe. und erwirbt Befreiung ihren 11. Daß ich hilfreich mich sclaven. Wie vielfach, höchgewöhne, Immer hab' ein reis ster, bin ich dein! O laß mich nes Herz: Die in feindschaft keines andern sein. Dein sohn stehn, versöhne, Dir anhang ist auch mein heiland. in freud und schmerz. Vater 5. Durch ihn versöhnt, und. hilf von deinem thron, Daß dir zum ruhm, Erkauft mit ich glaub' an deinen sohn, Und seinen leiden, Will ich mich, durch deines geistes stärke Mich gott, dein eigenthum, Von dir befleiße guter werke. nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die welt; Ge3. Entschließungen zum tödtet, was dir nicht gefällt Dienst Gottes und Damit ich dir nur lebe. frommen Leben. Es ist das Heil uns kommen. 6. Dies wirke, gott, dein geist in mir, Ich habe kein 376. Dein bin ich, herr; vermögen, die sünd' und aldir will ich mich les, gott was dir, Verhaft Zum dienste ganz ergeben. ist, abzulegen. Hier ist mein Rechtschaffen, fromm und rein herz, nimm ganz mich hin, Und will ich Vor deinen augen legib mir einen neuen sinn, Daben. Wie könnt ich eines an- limit ich dir gefalle. dern sein? Ich bin ja durch 7. So werd' ich, der ich findie schöpfung dein! Und dein ster war, Ein licht in deinem durch die erlösung! lichte, Besteh' einst, mit der 2. Ich fiel, und wandte mich kleinen schaar Der frommen, im von dir Zur finsterniß vom gerichte, Froblocke dann, und lichte; Doch wandtest du dich, lobe dich, Daß deine gnad' gott, zu mir Mit deinem an- und treue mich Gerecht und angesichte. Erbarmen war dein selig machte. gesicht, Mich von der fins Kommt ber zu mir spricht sterniß zum licht, 3u dir zu- 377. rück zu rufen. Ermuntre, seele dich, und sei Dem gott, 3. Dein berr, dein ist barm- der dich erschuf, getreu, Und berzigkeit, Du liebest selbst die folge dem gewissen. Nie wird fünder. Seid, rufst du, gänz- es jemals dich gereun, Wenn lich mir geweiht: Seid meiner du unsträflich fromm zu sein, gnade finder. Ich fehle noch, Dich redlich haft beflissen. doch faß ich muth! Dort 2. Gehorch nicht deinem fleisch fließet der versöhnung blutund blut Gehorche gott, gott meint 235 III. Vom thätigen Christenthum überhaupt meint es gut, Was er gebeut, 2. Die, die sich ihrer laster ist segen. Er liebt uns men- freun, Trifft die kein schmerz schen väterlich, Führt auf der hienieden? Sie sind die sclaven bahn der tugend dich Dem eigner pein; Und haben feinen höchsten heil entgegen. frieden. Der fromme, der die 3. Gott theilt dir seine stärke lüfte dämpft, Hat oft auch seine mit; Drum gehe stets mit fe- leiden; Allein der schmerz, wostem schritt Fort auf der tugend mit er kämpft, Verwandelt sich pfade. Die lust verführt die in freuden. tugend, nie Und gott, dein gott belobnet sie Mit segensreicher gnade. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen; Allein sein fort4. Laß dir die schreckenvolle gang wird gefahr; Sein ende pein Der sünde hell vor augen nacht und grauen. Der tugend sein, Wenn sie dich lockt mit pfad ist anfangs steil, Läßt freuden. Gott fennt den quä nichts als müh erblicken; Doch lenden verdruß, Der auf die weiter fort führt er zum heil, sünde folgen muß, Und will Und endlich zum entzücken. fie dir verleiden. 4. Was wär es, hätt' uns 5. Gott fiehet jene ew' ge gott vergönnt Nach unsers fleis nacht, Wo sünder, die ihn hier sches willen, wenn wollust, neid verlacht, In tiefem jammer und zorn entbrennt, Die lüfte schmachten. Gott kennt der frei zu stillen. Ließ er den tugend hohen werth, Und den raub, den undank zu, Den hat jesus dich gelehrt, Und den frevel! dich zu fränken, Den wollst du verachten? menschenbaß, was würdest du 6. Nein, übe sie mit allem Von diesem gotte denken? fleiß, zu deinem glück und got 5. Gott will, wir sollen tes preis. Er fiehet dein be- glücklich sein! Drum gab er streben; Und wird dir einst ge- juns geseße. Sie sind es, die wiß dafür, Nach treuem tu- das Herz erfreun; Sie sind des gendlaufe hier, Der freuden lebens schäße. Er spricht zu fülle geben. uns durch den verstand, Er Ich hab' in Gottes Herz und Sinn spricht durch das gewissen, 378. lag nicht, mein Was wir geschöpfe seiner herz, wie schwer band Fliehn, oder wählen müses sei, Hier als ein christ zussen. wandeln, Und täglich gottes 6. 3hm folgen, das ist willen treu zu denken und zu weisheit nur, Und freiheit handeln. Wahr ist's, die tu- ist's, dies wählen. Ein thier der natur; gend kostet müb, Und sie be- folgt trieben siegt die lüfte; Doch richte selbst, Ein mensch dem licht der see was wäre sie, Wenn sie nicht len. Was ist des geistes eikämpfen müßte? genthum? Was sein beruf auf erden? 236 Zweite Abtheilung. erden? Die tugend, was ihr manches noch verschuldet. Gott lohn, ihr ruhm? Gott ewig liebet herzens redlichkeit, Und ähnlich werden. sieht auf dein bestreben; Er 7. Lern nur geschmack, amist ein vater, der verzeiht, Und wort des herrn Und seinerjer hat luft zum leben. gnade finden, Und übe dich getreu und gern, Dein herz zu überwinden. Wer fräfte Genug du haft Gnade. hat, wird durch gebrauch Von 379. Wie selig, herr, ift gott noch mehr bekommen; der gerechte! Wer sie nicht brauchet, dem Du bist sein schild und großer wird auch Das, was er hat, lohn. O daß ich ganz gerecht genommen. sein möchte! Doch ach! wie 8. Du streitest nicht durch wenig bin ich's schon! Du eigne kraft, Drum muß es dir weißt es, gott, ich bin noch gelingen. Gott ist es, welcher weit Entfernt von der vollbeides schaft, Das wollen und kommenheit. 3. Bitte um wahres Christenthum. Wann gab ein vollbringen. 2. Wie viel ist noch an mir vater einen stein Dem sobn, zu finden! Das nicht mit deider brod begehrte? Bet oft, ner vorschrift stimmt! Oft übergott müßte gott nicht sein, eilen mich noch fünden, Wenns Wenn er dich nicht erhörte. herz auch bessern vorsaß 9. Dich stärket, auf der tu- nimmt. Ja oft verleß ich meis gend pfad, Das beispiel fel'ger ne pflicht, O gott, und weiß geister; Ihn zeigte dir, ja ihn es selber nicht. betrat Ja selbst dein herr und 3. Wer kann, wie oft er fehmeister. Laß dich nur nie des let, merken? Nur du, du siehst frechen spott Auf diesem yfade mich, wie ich bin, Nur du hindern. Der wahre ruhm ist kannst mich im guten stärken, ruhm bei gott, Und nicht bei Drum fall ich, Bater, vor dir menschenkindern. bin. O mach, um heilig ganz 10. Sei stark. seele, alle zu sein, Mich von verborgnen zeit, Denk oft an deine babre; fehlern rein. Vergleiche mit der ewigkeit 4. Von aller eitlen eigens Den kampf so kurzer jahre, liebe Befreie mich durch deine Das kleinod, das dein glaube kraft. Erweck' und mehr in hält, Wird neuen muth dir mir die triebe Zu dem was geben; Und kräfte der zukünft- wahee beßrung schafft. Laß gen welt, Die werden ihn be- meinen fleiß gesegnet sein, Und leben. meine heiligung gedeih'n. 11. Denk endlich zur beru- 5. Du wirst das demuthshigung, Daß gott den schwa- volle flehen Des sünders der then duldet, Der, bei dem dich scheut und ehrt, gott ernst der heiligung, Doch der gnade, nicht verschmähen, Du 237 du mir. In voriger Melodie. III. Bom thätigen Christenthum überhaupt. Du bist es, der gebet erhört. Jein reiues herz in mir. Ein Mein fels, mein heil, ich traue herz, das sich vom finn der dir, Das, was ich bitte, gibst welt Entfernt, und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begang380. Laß mich, o herr, nen sünden Mit inniger be in allen dingen Aufsschämung sehn; Durch christum dich nur sehn und dir mich vor dir gnade finden, Und auf weihn. Gib selbst das wollen dem weg der tugend gehn. Ich und vollbringen, Mein herz will forthin das unrecht scheun, laß dir geheiligt sein. Nimm Und deinem dienst mein leben leib und geist zum opfer bin, weihn. Dein ist, herr, was ich hab' 3. O stärke mich in den geund bin. danken, Gib meinem vorsatz 2. Gib meinem glauben muty festigkeit, Und will mein schwaund stärke, Laß ihn durch liebelches herz je wanken: So hilf thätig sein; Daß man an sei der unentschlossenheit. Wie nen früchten merke. Er sei viel vermag ich, gott, mit dir! Fein traum, fein falscher schein, Nimm deinen geist nur nicht Er stärke meine wanderschaft, von mir. Und gebe mir stets sieges 4. Gib, daß er mir stets fraft. bülfe leiste, Und muth und 3. Laß mich so lang ich kräfte mir verleih, Daß ich hier soll leben, Am bösen tag mit findlich treuem geiste, Dir auch sein vergnügt; Und dei- bis zum tod ergeben sei: So nem willen mich ergeben, Der fieg' ich über sünd' und welt mir zum besten alles fügt, und thue, was dir wohlgeGib demuth, wenn du mich fällt. beglückst: Geduld, wenn du mir 5. Wenn ich indeß aus trübsal schickst. schwachheit fehle, Mein vater, 4. Ach hilf mir beten, wa- so verwirf mich nicht; Verchen, ringen So will ich, ist birg nicht der betrübten seele, mein lauf vollbracht, Dir ewig Wenn sie dich sucht, dein andank und ehre bringen; Dir, gesicht; Und mache in bekümder du alles wohl gemacht. merniß Mein herz von deiner Dann werd' ich heilig, dir gehuld gewiß. weiht, Dich preisen, herr, in; 6. Erquicke mich mit deinen ewigkeit. freuden, Schaff ein getreues berz in mir, Und stärke mich In voriger Melodie. 381. Gott, dir gefällt in freud und leiden: So halt fein gottlos we- lich mich, mein gott, zu dir, sen, Wer bös ist bleibet nicht Bis nach vollbrachter übungsvor dir. Drum laß von fün- zeit, Der deinen erbtheil mich den mich genesen, Und schafflerfreut. Hilf 238 Zweite Abtheilung. Hilf mir mein Gott, hilf daß. sucht triebe, Gib, daß den feind, 382. Getreuer gott, ver- Nicht nur den freund, Mein leihe mir, Daß herz aufrichtig liebe. ich nur dich begehre, Mein 6. Nach reichthum, hoheit, ganzes glück nur such in dir, ruhm und pracht Laß mich Und dich allein verehre; Daß nicht ängstlich streben, Und ich in Noth Dich, meinen gott, gibst du ehre, gut und macht; Und vater, glaubig nenne; Mein herz sich nicht erheben. Daß weder leid, Noch glück Gibst du es nicht; So sei mir's und freud', Mich jemals von pflicht, zufrieden dich zu ehren, dir trenne. Nicht was der welf, Was 2. Erfülle mich mit wahrer dir gefällt, Das laß mich stets reu, Wenn ich dich, gott, be- begehren. trübe. Gib, daß ich alles böse 7. Herr, lehre mich enthalts scheu, Und stets das gute liebe. samkeit; Gib mir ein rein ges Laß mich doch nicht, Herr meine müthe, Daß ich in dieser prüpflicht Mit vorsaß je verleßen, fungszeit Bor böser lust mich Der seele beil, mein bestes hüte, Der lügefeind, Der wahrtheil, Laß mich nach würden heit freund, Laß mich aufrichschäßen. tia wandeln. Und jederzeit Nach 3. Mein gott, ich bitte dich, billigkeit Mit meinem nächsten verleih Mir einen festen glau- handeln. ben, Der standhaft, treu und 8. Gib, daß ich stets den thätig sei, Und laß mir den müßiggang Sammt aller trägnichts rauben. Gib, daß ich beit fliehe, Daß ich der welt mich Allzeit auf dich, Und auf mein lebenlang zu nüßen mich dein wort, verlasse, Und in der bemühe, Laß meinen fleiß, Zu noth, Ja selbst im tod, Was deinem preis, O gott, mir du verheißen, faffe. wohl gelingen, Und segneft du 4. Hilf mir, der ich erlöset Das, was ich thu, Dir dafür bin, Daß ich den heiland liebe, ehre bringen. Und bilde mich nach deinem, 9. Ach gib mir deinen guten finn, Gib, daß ich mich stets geist, Daß er mich stets regiere, übe, Auf ihn zu sehu, ibm Und mich, wie es dein wort nachzugehn, Mich seiner nicht verheißt, Auf deinen wegen zu schämen, Und gern, wie er, führe; So wird mein herz, In Sei's noch so schwer, Mein freud' und schmerz Dir zu ges Freuz auf mich zu nehmen. fallen streben, Und du wirst 5. Nie müsse stolz und eitel- inir, Gott, einst bei dir Den keit Mein schwaches herz re- lohn der treue geben. gieren. Nie haß und zorn und bitterkeit Zur rache mich ver- 383. J habe mir, gott, führen. Dein wort gebeut verernstlich vorges föhnlichkeit, Verdammt der rach- nommen, Des lafters bahn zu M. Herzliebster Jesu was. fliehn, III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 239 fliehn, und mit den from-[ sen, stets vollkommner wermen Vor dir zu wandeln, dir den! Verleihe mir zu jedem mich und mein leben, Treu guten werke Licht, muth und zu ergeben. stärke. 2. Du siehst, v gott, ob ich's 2. Dein wort, ich mög' es auch redlich meine, Gib, daßjlesen oder hören, Erhebe tägs ich nicht blos, was ich sein lich mehr durch seine lehren soll, scheine, mit allen kräften Den trägen geist, daß ich auf firebe deinen willen Froh zu deinem wege Nie wanken erfüllen. möge. 3. Wenn deine furcht mich 3. Gib, daß ich's ernstlich, überall begleitet, Und meinen gern und oft betrachte, Und gang, wenn mich fein mensch treu auf deiner wahrheit einsieht, leitet, Wie sicher werd'druck achte, Und den auch oft ich deine wege wandeln, Wie erneure, vor gefahren Mich richtig handeln! zu bewahren. 4. Laß auch im dunkeln mich 4. Gib, daß ich's tief in mein dein auge scheuen, Nicht ach- gedächtniß fasse, Daß ich von ten auf der sünde schmeiches ihm mich täglich leiten laffe. leien; Aufmerksam des gewiss Und gegen jede, auch die kleinste sens stimme hören, Und folg- sünde, Mehr haß empfinde. sam ebren. 5. Hilf, daß ich, was dein 5. Gib eifer, kraft und muth heilig wort verdammet, Das zu meinen pflichten; So mag was der tugend eifer mehr die welt, wie ihr's gefällt, mich entflammet, Was tröstet und richten Ehrt mich dein beifall, erquicket, oft bedenke, Wenn so kann ich mit freuden Ver- ich mich fränke. achtung leiden. 6. Daß ich gestärkt durch jede 6. Du achtest nicht das an- gute rührung, Und täglich weis sehn der personen, Wirst al ser unter deiner führung, Stets les billig richten und beloh- näher, und bewahrt vor jedem nen, Mit herrlichkeit und falle, Zum ziele walle. ehre deine finder, Mit schmach 7. Auch gib, daß ich es die fünder. fühle, wie so nahe Du gott, 7. Bollend ich einstens meine mir seist, damit ich kraft emprüfungsstunden, Und werd' pfahe, Durch deine gegenwart ich bis zum tode treu erfun- zu edlen werken Mein herz zu den: Wie schön verwandeln sich stärken. dann meine leiden In ew'ge freuden. 8. Stets sei mir jesu vors bild gegenwärtig, Daß ich zu In voriger Melodie. allen guten thaten fertig, Und 384. Dich ruf ich an, willig sei, zu ehren deinen nas gott, laß mich men, Ihm nachzuahmen. stets auf erden Im guten wach- 9. Und was ich denk und anschan 240 Zweite Abtheilung. schau oder höre, Laß mich zur 3. Auch wenn ich auf der beßrung brauchen, es belehre, tugend pfad Bisweilen gleitend Es treibe mich, was recht ist, walle, So unterstüße deine nur zu wählen, Und nie zugnad' Mich vor dem nahen fehlen. falle. Wenn in mir böse luft 10. Es stärke mich der troft, aufsteigt, Und ich zum weichen -vor deinem throne Auch zu bin geneigt: So lenke meinen empfahn der überwinder krone willen. Erhebe meinen schwa Und der gedanke: gott wird chen muth, Daß ich der leieinst dich richten! Zu allen denschaften wuth Durch dich, pflichten. herr, möge stillen. 11. So werd' ich, vater, 4. Mein gott, mein gott, täglich mehr auf erden Imsgedenke nicht Der fünden meis glauben wachsen, immer treuer ner jugend. Wie bart schien werden, Und so empfahn zu mir oft meine pflicht! Wie raub jedem edlen werke Mehr licht die bahn der tugend! Und doch und stärke. trugst du mich mit geduld; 4. Wider die Versuchung Laß, vater, laß mich diese zum Bösen. huld Nichts undankbar verach, Ein Lämmlein geht. lten. Dir folgen ist mein wah385. Erbarm dich, herr, res heil; O laß mich's, als mein schwaches mein bestes theil, Auch immer herz, Geneigt zu eitelkeiten, fort betrachten. Läst bald durch freude, bald 5. Ich bin ein mensch, du durch schmerz Sich auf den kennest mich: Wie schwach sind irrweg leiten. Gleich einem meine fräfte! Doch meine seele rohr, vom vom wind bewegt, hofft auf dich; Du wirst zu Wankt auch, von Leidenschaft dem geschäfte Der heiligung erregt, Oft meine schwache mir fraft verleihn, Mein herz Seele. 2ann komm ich zu je mehr und mehr erneun, der wahren ruh, Daß ich recht Vor dir qerecht zu leben. Ich fefte tritte. thu, Und nur das aber will hier in der zeit, gute wähle? Und einst in der vollkommenmein herz nicht beit, Herr, deine kraft er 2. Laß doch fernerhin In seiner neigung heben. wanken. Stärk' meinen unge Herr ich habe mißgehandelt. wissen sinn Zu festeren gedan- 386. Herr, wie lange, fen. Wenn von der lust zur muß ich ringen, eitelkeit Mich deines geistes Eh' ich auf der steilen bahn fraft befreit, Wie will ich dir Deines rechts zum himmel drin lobsingen! Mich ganz zu dei- gen, Und vom kampfe ruhen nem dienst zu weihn, Soll stets kann? Werd' ich meinen bang mein ernster wille sein, Gib zur fünden Endlich völlig überdazu das vollbringen. winden? 2. Ach! 111. Vom thätigen Christenthum fiberhaupt. 241 2. Ach wenn mich die lust 2. Du willst, daß ich mich der erde, Dder fühner fünder treu In jeder tugend übe Der spott, Neizet, daß ich träger glaube den du wirkst, Soll werde, Wirst du mein verges- fruchtbar durch die lieben sen, gott? Wirst du mich zu wahrer heiligkeit, In guten weruntersüßen: Eilen? wirst du ken seyn; Drum will ich die, dann mich schüßenmein gott, Mein ganzes leben 3. Ach id zittre, gott, wie weihn. lange Soll ich kämpfen? die 3, Dieß will ich; und doch fer streit, Meiner schwachheit macht Die schwäche meiner macht mir bange, Bei so vielseele, Und der Versuchung reiz, gefährlichkeit, Daß ich doch Daß ich so oft noch fehle. Ich noch unterliege Und mein klei- seh' der tugend glück; Ich wünnod nicht ersiege. sche gut zu seyn, Und doch gibts 4. Schaue her za deinem immer noch. So vieles zu be finde, Höre mich und steh' mir reu'n. stop 957 indol bei Herr, bewahre mich vor 4. Das siehst du herr, mein sünde! Mache mich getrost und gott, sieh es mit erbarmen, treu, Daß ich standhaft deine Und reiche väterlich Doch deine wege Wandeln, und nicht hand mir armen. Gib meinem straucheln möge. geiste licht, Gib meinem vor. 05. Daß die welt mich nicht sag fraft; So kämpf' ich glüdverführe, Daß sie mich nichtlicher Mit welt und leidenschaft. ungetren Mach, und spottend 5. Eröffne den verstand, Stets triumphire, Daß ich auch ge- heller einzusehen, Daß sünd uns fallen sey! Daß sie sich nicht elend macht, Daß wahres wohlihrer siege Rühme, weil ichlergehn Und innrer friede nur unterliege. Aus reinem Herzen fließt; Daß 6. Der du fraft und muth du mit deiner huld Der freugewährest, Hilf des schwachen den quelle bist. schwachheit auf. Ja, ich hoffe 6. Laß in versuchung mich daß du hörest, Und ich freue nicht zaghaft unterliegen: Er mich darauf. NRühmen will muntre mich zum muth; Und ich's, und dir singen, Daß du hilf dem schwachen siegen. Mein stärke gibst zu ringen. 1 gott du frommer gott. auge laß allein Auf deine weißbeit schaun; Mein herz dir foig 387. Herr, höre mein ge- sam seyn; Und dann dir fryh bet, Und laß es pertraun. opyl dir gefallen! Es ist mein gan 7. Ich bin ein pilger hier, zer ernst Auf deiner bahn zu Umringt von vielen sündern. wallen. Ergreife, leite, stark den Ihr beispiel iönnte leicht der schwachen, der dich fleht; Bertugend eifer hindern. Wann wir die bitte nicht, Die mir der verführung gift, Des von Herzen geht. leichtsinns frecher spott, Dem t andonad geist 242 Zweite Abtheilung. geift gefährlich wird: Dann versprechen, Und doch mein gesteh mir bei, mein gott! lübde brechen: Eh' ich armer 3. Bewahre mein gemüth, mich's verfah, War die sünde Daß mich, bis an mein ende, wieder da! Die falsche fröhlichkeit Der sün- 4. Nun ich weiß nichts ander nie verblende; Ihr thöricht zufangen, als mit demuth, lachen wird Bald lange reu' gott, von dir Kraft und und pein; Laß diesen wechselsstärke zu verlangen; Schwach mir augen bin ich, o hilf du mir! Du bist seyn. mächtig, fannst mich retten, 9. So werd' ich, herr, mein Zu dir will ich gläubig beten, gott, Dir nicht umsonst ver- Daß dein geist doch mit mir trauen; Einst, wenn ich treussey: Bater! vater! steh mir dir bin, Der freuden füllebei. Doch ja vor 1091 schauen: Und wenn du ewig 5. Nichts, als deines geistes lohnst, Für jede gute that, Froh- gnade, Die verlangt dein locken, daß mein herz Sich dir schwaches kind; Dann geh' ich geheiligt hat. auf rechtem pfade Sicher, muAlle Menschen müssen sterben. thig und geschwind; Dann 388. Gott, gern möcht kann ich mein fleisch bezwingen, ich heilig leben, und des geistes früchte brinluft: gen; Kann mich meines gotDem tes freu'n, Meines heils verth: 100 manage Ach! sichert seyn. Gutes thun war meine Aber lüste widerstreben geset in meiner brust. mein herz ist mir verdächtig. 6. Mein erlöser hat's verSelten bin ich seiner mächtig: sprochen, Fedem gibt er seinen Hart drückt mich der fünde jochy, geist; Nie hat er sein wort geWas ich nicht will, thu' ich brochen; Er erfüllt, was er doch. verheißt. Auch ich bitte nicht 2. Ach ich kann's nicht wei- vergebens Um die fraft des ter bringen! Meinem vorsag neuen lebens; Ich bin gottes, trau ich nicht. Welt und fünde gott ist mein, Und sein geist legt mir schlingen; Ich vergesse wird mit mir seyn.ng meine pflicht: Selbst den from 5. Erweckung zur Beharrs men andachtsstunden, Da ich lichkeit und Wachsthum im Guten und der dazu freud an gott gefunden; Da nöthigen Wachsamkeit ich ihm mein herz verund Selbstprüfung. sprach; Folgten lasterstiden nach. Wer nur den lieben Gott läßt. mein verlangen, 3. Gott, ich will dir's nicht 389. Schön ist die tugend, verhehlen, ohne deines geistes kraft Werd ich immer wieder Und meiner ganzen liebe werth fehlen, Immer steigt die leiden- Mit aller kraft ihr anzuhanschaft; Gutes konnt' ich oft gen, Hat meine seel auch oft begehrt. 243 III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. begehrt. Ach könnt ich's, wie lassen, gottessohn, Und der fünde würd ich mich freun! Wer hei- dienen? Mit den lüsten dieser lig ist, muß selig seyn. zeit Wieder mich beflecken, Und 2. Gott ist der seligkeiten nicht mehr die süßigkeit Deiner fülle, Bon ewigkeit zu ewigkeit; liebe schmecken. Denn sein verstand ist licht; an 2. Hab ich doch allein bei sein wille Ist ordnung und voll- dir Meine ruh' gefunden. Mittkommenheit. Von ewigkeit her ler, heiltest du doch mir Alle war er gut, Und recht ist im- meine wunden! Und ich sollte mer, was er thut. dein gebot, Wie die sünder, 3. Wie schnell umhüllen fin- haffen, Und mein recht sternisse Mich, wenn ich auch deinem tod Wieder fahren las erleuchtet bin, Dann fliehn diesen? heiligsten entschlüsse, Den mor- 3. Nein ich bin und bleib' gennebeln gleich, dahin. Bald ein christ, Halt an deinen lehwähl ich, was dem herrn ge- ren, Lasse mir nicht macht fällt, Bald dien' ich wieder dir noch lift Meinen glauben weho welt. ren. Ficlen tausend ab, ich ar 4. 3ch armer! darum kommt nicht. Mag's die welt verfein friede In mein verschmach- drießen; Sie wird mein vertetes gebein. Wie bin ich die- traun auf dich mir doch lassen ses wechsels müde. Wann müssen. werd ich fest im guten seyn? 4. 3eigt, fie mir ein heil Wann nicht mehr straucheln, wie du? Bringt sie kraft den allezeit nur deinem dienste, müden, Den bedrängten troft gott, geweiht? und ruh? Sündern gottes frie5. Unwandelbar ist deine den? Gibt sie mir die zuverwahrheit, Herr, aller guter ga- sicht, Daß ich, troß dem grabe ben quell. Sie leuchte mir in Deiner ewigkeiten licht zu ervoller klarheit Beständig unbe- warten habe? fledt und hell. Daß nie der 5. Nettet sie mich, wenn vor sünde täuscherei Gefährlich dei- gott Einst die völker stehen? nem finde sey. hint Und das leben und den tod 6. D bilde, water, meine Ihm zur Seite sehen? Wenn seele; In deiner liebe mache der sichre nun zu spät Aus dem mich, Daß ich kein andres gut schlaf erwachet; Und der spötmir wähle, Gewiß und unver- ter, der hier schmäht, Glaubt änderlich, Denn bin ich erst dein und nicht mehr lachet? eigenthum: So leb ich nur zu 6. Dwie thöricht, wenn ich deinem ruhm. du mich noch verführen ließe! Schwing dich auf zu deinem Gott. Jesu! da ich schon durch dich 390. ollt ich ist noch gottes buld genieße; Da ich da mir schon weiß, auf wessen wort Ich die Deine güt' erschienen, Dich ver- shoffnnng gründe; Daß auch D2 ich 244 Zweite Abtheilung. AJIT ich ohnfehlbar bort Gnad und 5. Mich soll auch nicht des und leben finde. todes macht Bon gottes liebe 7. Nicht das leben, nicht der scheiden. Er führt mich durch ' tod, Trübsal nicht, nicht freu- des grabes nacht zu jenem den, Mein erlöser, Und mein licht der freuden. Darinnen gott, Soll mich von dir scheislich, nach allem leid, Ihn seb den. Welt und sünd und eitel- in seiner herrlichkeit, Und ewig feit, Und des fleisches triebe, mit ihm lebe. Alles überwind ich weit, Herr, durch deine liebe. Vor deinem thron. Wenn mein frundlein vorh. 392. ch staub vom staube wer bin icy? Ich Ich bin ein christ, sünder, daß du meiner dich 391. mein o heiligster, erwürde barmst! Weltrichter meiner stets feind, jerbarmst? freund! In dieser hohen Steh ich und fürchte keinen Trag muthig meine bürde. Dieß 2. Zum glauben und zum glück erfüll mit muth und frajt thun zu schwach, Gibt oft mein Mein herz in dieser pilgrim- herz der sünde nach. Ich schaft, Darin ich hier noch kämpf, o vater, nicht genug Den kampf der wahren heili wandle. 2. Mein glaube steht und gung. wanket nicht, Starf, fest ist er 3. Wie schnell ist von der gegründet, Er stüßet sich voll rechten bahn Zum irrweg oft zuversicht Auf jesum christ und der schritt gethan. Wie nahe findet Bei ihm fraft, rath, trost, gränzt die missethat An unsers ruh und heil, Und nimmt ansherzen bösen rath! allem segen theil, Den christus 4. Wie bald wird frevel hat erworben. selbst verübt, Wenn man erst 3. Mich soll hinfort nicht eitel- Schwachheitsfehler liebt! Herr, Feit, Nicht bitterfeit der leiden, Herr, mein ganzes herz erAuch nicht ein schlaf der sicher- schrickt, Wenn es in diesen abheit, Von gottes liebe scheiden. grund blickt h Was gott an meiner seele thut, 5. Vertreib, o gott, des irrMacht mir zum kampfe starken thums nacht! Entreiß du mich muth, Darinnet nicht zu weider fünde macht! Wie glänzet chen. deiner streiter schaar, Die einst 4. Was sind die leiden dieser wie ich, auf erden war. zeit Doch gegen jene kronen, 6. Sie, fie empfängt aus Womit gott in der herrlichkeit deiner hand Den lohn izt, weil Die frommen will belohnen? sie überwand, Ich schwacher, Was ist die eitle lust der welt, ich bin noch im streit; D gib Wenn man das glück dagegen auch mir beständigkeit. hält, Das gott uns dort will schenken?: tes 7. Schmal ist der weg zu gothöh'n, und wenig sind, die III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 245 die ihn gehn. Die pfort ist Stirbt niemals ganz in unsrer eng, und der nur dringt Durch brust. sie zu gott empor, der ringt. 3. Nicht jede besserung ist 8. Ich lieg auf meinem an- tugend; Oft ist sie nur das gesicht, Und fleh und weine: werk der zeit Die wilde hige laß dein licht Mir leuchten, roher jugend Wird mit den vater, laß mich dein Im le- jahren sittsamkeit. Und was ben und im tode seyn.. natur und zeit gethan, Sieht 9. Der mir in christo alles unser stolz als tugend an. gab, Mit gnade blick auf mich 4. Oft ist die änd'rung deiherab; Auf mich, der sünde ner feelen Ein tausch der schnellen raub, Den himmels- triebe der natur. Du fühlst, erben und den staub. wie stolz und ruhmsucht quä10. Sint tief, o scele, nie- len; Du dämpfft sie, doch der, tief Vor dem, des stimme du wechselst nur. Dein herz stets dir rief. Sink in den fühlt einen andern reiz staub vor dem herab, Der dir Dein stolz wird wollust oder in christo alles gab. geiz. 11. Ja, du erbarmest über 5. Oft ist es kunst und ei-, mich, Versöhnter und versöh- genliebe, Was andern strenge ner dich. Vom leibe dieses tugend scheint. Der wieb des tods befreit, Schau ich einst[ neids, der schmähsucht wiebe deine herrlichkeit. Erweckten dir so manchen 12, Wo meine tugend nicht feind: Du wirst behutsam, mehr wankt, Und dir dafür, schränkst dich ein, Fliehst nicht gutt, ewig dankt, Daß sie dein die schmähsucht, nur den gnadenlohn beglückt, Und dei- schein. ner sieger krone schmückt. 6. Du denkst, weil dinge dich nicht rühren, Durch die der andern tugend fällt; So Wer nur den lieben Gott. 393. Nicht, daß ich's werde nichts dein herz verfchon ergriffen führen. Doch jedes herz hat hätte, Die beste tugend bleibt seine welt; Den, welchen stand noch schwach; Doch, daß ich und geld nicht rührt, Hat meine seele rette, Jag ich dem klei- oft ein blick, ein wort vernod eifrig nach. Denn tugend führt. vhne wachsamkeit, Verliert sich 7. Oft schläft der trieb in leicht in sicherheit. deinem herzen. Du scheinst von 2. So lang ich hier im leibe rachsucht dir befreit. Izt soust walle, Bin ich ein kind, das du eine schmach verschmerzen, strauchelnd geht. Der sehe zu, Und sieh', dein herz wallt auf daß er nicht falle, Der, wenn und draut, Und schilt so liebsein nächster fällt, noch steht. los und so hart, Als es zuAuch die bekämpfte böse lust erst gescholten ward. 8. Oft D3 246 Ind Zweite Abtheilung. 2 J 8. Oft denkt, wenn wir der Dies ist der christen stete pflicht stille pflegen, Das herz im Erforsche deines herzens tiefen, stillen tugendhaft. Kaum la- Und traue diesem herzen nicht. chet uns die welt entgegen: Sei wachsam; weil nur allzu So reget sich die leidenschaft. leicht, Die lust zum bösen es Wir werden im geräusche beschleicht. geben endlich th dur 2. Du sprichst: ich hasse falsche tücke, Zorn, hoffahrt, eitel 9. Du opferst gott die leich- keit und geiz. Bestiegst du auch tern triebe Durch einen stren- mit gleichem glücke Die mißgen lebenslauf, Doch opfer günst und der wollust reiz? test du seiner lieber nicht gern Wer nicht die laster alle dämpft, die liebste neigung auf. Dies hat noch nicht, wie er foll, ist das aug', dies ist der fuß, gekämpft. nins 01 Die sich ein christ entreißen 3. Oft ruhen manche böse muß. triebe Aus mangel der gele10. Dit flichst geneige zur genheit: Dann schmeichele bir ruh und stille, Die welt, und die eigenliebe, Du seist von liebst die einsamkeit: Doch ihnen ganz befreit. Vielleicht wärst du, wollt es gottes ist nicht mehr weit dahin, Daß wille. Auch dies zu ändern, sie dich in ihr nege ziehn. from bereit? Dein herz haßt 4. Bald überrascht mit stolabsucht, neid und zank, zen freuden, Uns ein verblenDoch unmuth nicht und müßigdend schimmernd glück; Bald gang. stürzet uns in gram und lei schwach, Und strafbar nach. 11. Du bist gerecht, doch den Ein unerwartet mißgeschick. nicht bescheiden, Liebst mäßig Bald ist es luft, bald traurigkeit, doch nicht geduld; Dulkeit, Die hier den armen geist dienest gern, wenn andre leizerstreut. den; Vergibst du auch dem 5. Wie schwer ist's nicht, feind die schuld? Von allen dem fall entgeben, in der ver lastern sollst du rein, Zu aller führungsvollen welt. Ach! wer tugend willig seyn. fich dünket, fest zu stehen, Der 12. Sei nicht vermessen, wach sehe zu, daß er nicht fällt! und streite: Denk nicht, daß Der beste vorsaß ist doch du schon g'nug gethan! Dein schwach, Und die versuchung herz hat seine schwache seite: tausendfach. Die greift der feind am ersten 6. Wie selig werden wir an. Die ficherheit droht dir einst leben, Wenn von des den fall. Drum wache stets, körpers fesseln frei, Wir ewig, wach überall. herr, dein lob erheben, Unwandelbar der tugend treu Dort 394. Versäume nie, dich werden wir von sünden rein, In voriger Melodie. felbst zu prüfen, Und sicher vor verführung seyn. IV. Christ 247 IV. Christliche Gesinnungen ader Pflichs ten gegen Gott. 1. Erkenntniß Gottes. 13u schwach, nie würdig g'nug erhob! Vorige Melodie. find' ich gott, 6. Noch heller scheint von 395, Wo den meine seele allen seiten In deinem worte, Weit über alle schäße liebt? gott, dein licht. Doch blendGott, den ich mir zum freunde werk schnöder eitelkeiten Verwähle, Und der allein mir dunkelt da oft mein gesicht. freude gibt. Wann kommt die Drum gib mir deinen guten zeit, da gott, mein freund, Sich geist, Der mich dadurch recht unterweist. völliger mit mir vereint! 2. Wie wollt ich meinen gott 7. 3war, wenn in meinen nicht preisen, Wenn ich ihn finsternissen Er auch mein blösehe, wie er ist! Zwar deine des aug' erhellt, Was lern ich, werke, herr, beweisen, Wiesgott, von dir? mein wissen unaussprechlich groß du bist. Bleibt immer stückwerk in der Wie glänzen sie! doch zeigt ihr welt. Ich suche dich und forglanz Mir deine herrlichkeitssche nach, Und bleibe, dich zu nicht ganz. sehn, zu schwach. 3. Ich sehe dich hier nur im 8. Doch hört ich nur auf spiegel, Und bete dich in deine stimme In deinem worte, schwachheit an. Ach! hätte hört ich nur, Wie du verdie meine seele flügel, Sich dir, nest, auf die stimme, Der dir mein schöpfer, mehr zu nahn! lobsingenden natur: So lernt Wie würde sie sich deinerlich hier schon, gott, allein, freun! Wie felig, wie verherr Mich deiner herrlichkeit zu licht seyn! freun! 4. Dürft ich am fuße deines 9. Wie feurig würd' ich dann thrones, Mit deinen engeln dich lieben! Mit welchem eifer dich erhöhn; Könnt ich, im würd' ich mich Dir, vater, zu antlig deines sohnes, Wie deine gefallen, üben, Wie selig würd' seligen, dich sehn! Ich, der ich blos durch dich! Nun aber ich ist schwach loben kann, täuscht oft meinen geist, Gleich Welch hohes loblieb stimmt findern, tand, wenn er nur ich an! Igleift. 5. Mir macht zwar jedes 10. Welch' elend! vater, ich beiner werke Mehr, als ich empfinde Mein elend, zeuch rühmen kann, bekannt; Es zeigt mich mehr zu dir. Entkräfte mir deiner allmacht stärke, Und ganz die macht der sünde; deinen weisesten verstand, Und Dein geist der weisheit wohn' gnade, die das größte lob, in mir, Damit ich vor der D4 täu 248 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. täuscherei Der fünde stets ge- dank, Herr, deiner gnade lobsichert sei. gesang. 11. Gib, daß dein geist durch deine wahrheit Mein leben lei- Mein Gott das Herz ich bringe. te, bis ich dort Dich näher seh 397. Gott, deſsen stuhl und mit hier der himmel ist, an diesem prüfungsort. Ich, Ich sinke vor dir hin. Ich. ber ich hier nur stammeln kaan. überdenke, 2er du bist, Und erhebe würdiger dich dann. was ich vor dir bin.d foll Vom Himmel hoch da. 2. Was ich bin, herrscher, 396. ott, heilig sey dein gegen dir? Ein weltes gras nam und recht und laub: Du bist und bleibest dem ganzen menschlichen gefür und für; ge- für und für; Ich bin in kurz schlecht. Dich bete, wer dich zem staub. denken kann, Im geist und in 3. Dein wesen ist vollkomder wahrheit an. menheit: Du bist's, und keiner 2. Verbreite deines wortes mehr. Du gott bist gott von schall Wie deine werke, über- fewigkeit, Ich bin von gestern all, Daß alle lernen, wer du her. A seyst, Der allerhöchst und feste 4. Hochheilig bist du, daß geiſte vor dir der, seraph sich bedeckt. 3. Durch jesum christ, den du Gott, du bist gut, Und, ach, gefandt, Werd' immermehr der an mir Ist herz und thun bewelt bekannt, Daß du stets un- fleckt! 1574 ser vater bist, Und er der völ- 5. Bei dir ist weisheit und fer beiland ist. verstand, Du, vater alles lichts; 4. Lehr uns doch deinen rath Was noch nicht ist, ist die be verstehn, gehorsam deine wege kannt; Durch mich selbst weiß gehn. Durch deines wortes sich nichts. licht und fraft Mach uns und tugendhaft: glaubig 6. Gett, auf dein wort ent stand die welt; Durch dich ent1952 Durdy wahrheit dämpfe stand auch ich; Du bist's, der jeden wahn, Erleucht uns allen sie mit macht erhält; Und du unsre bahn. Das lafter tlg erhältst auch mich.allim aus unsrer brust, Und tödt in 7. Du Gott! ich staub! den uns die böse luft. unterscheid, Herr, lehr mich 6. So preise deine christen ihn verstehn. Lehr mich in heit, Herr, deinen namen in der tiefster niedrigkeit Vor dir einzeit; Sie ist und bleibt dein her zu gehn. eigenthum, Und ihre thaten sind 8. In jenem leben werd' ich dein ruhm.. dich In deiner größe seh'n. 77: Du sättigst sie mit selig- Auf diesen anblick freu' ich keit, Von nun an bis in ewig- mich. Wann? ach, wann wird's keit, Und ewig ist ihr frommer gescheh'n? 2. Liebe 2. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 249 2. Liebe und Dankbarkeit auf erden, Ohne dich zu lies gegen Gott. ben, werden, Ohne dies, nach Mel. Jesu, der du meine Seele. dieser zeit, Würdig sein der 398. Quelle der vollkom- seligkeit? menheiten, Gott, 6. Heil mir, daß ich es mein gott, wie lieb ich dich! empfinde, Wie so liebenswerth Und mit welchen seligkeiten du bist; Daß mein Herz vom Sättigt deine liebe mich; Seel haß der sünde Inniglich durchund leib mag mir verschmach- drungen ist. Daß auf dein ten, hab' ich dich, will ich's gebot ich achte. Und es zu nicht achten. Mir soll deine erfüllen trachte. Heil mir, du lieb allein, Mehr, als erd' und verbirgest nicht Einst vor mir himmel seyn. dein angesicht! 2. Denk ich recht an deine 7. Noch lieb ich dich unvollgüte, Wie frohluckt mein herz kommen, Meine seel erkennt es in mir! Mit dem frohesten ge- wohi. Dort im vaterland der müthe Seh' ich sie und danke frommen, Lieb ich dich, herr, dir. Jeder blick auf deine werke, wie ich soll. Ganz werd ich Deine güte, deine stärke, Wie dort deinen willen kennen, eh enfledigt er mein herz Von be- freu und erfüllen Und empfahn kümmerniß und schmerz. an deinem thron Der vollkomin 3. Floß aus deiner segens- nen liebe lohn.100 fülle Mir nicht so viel gutes Wer nur den lieben Gott. zu? Daß ich ward, das war 399. Du vater deiner mens dein wille; Daß ich noch bin, schenkinder; Der Daß ich denke, du die liebe selber bist, Und dankt dessen Herz auch gegen fünder dir, noch gütig und voll mitleid dich ist, Laß mich von ganzem Hersen dein, Laß mich's mit allen das machst du. daß ich wäble, Dafür bir meine feele Danft daß sie dich erkennt, Und ihren vater nennt. 4. Du erlößtest vom verder kräften seyn. ben Mich durch deinen sohn, o 2. Gib, daß ich als dein gott; Liefest den gerechten ster- find dich liebe, Da du mich ben; Mir zum leben ward als ein vater liebst, Und so sein tod: Dadurch hast du mir gesinnt zu sein, mich übe, Wie gegeben, Ewig dort mit ihm du mir dazu vorschrift gibst. zu leben, Ewig deiner mich Was dir gefällt, gefall auch zu freun, Und von dir geliebt mir. Nichts scheibe mich, mein zu seyn. gott, von dir. 5. Sollt ich den nicht wie 3. Bewahre mich durch deine der lieben, Der mir so viel liebe, Wenn böses beispiel gutes gibt? Und mit mehr als mich verführt; Und gib, daß vatertrieben So unendlich mich ich verleugnung übe, Benn geliebt? Könnt ich ruhig hierssinnenluft zu sehr mich rührt. 25 Wie 250 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. Wie sollt ich je die kreatur Dir Regierest meinen lebenslauf, vorziehn, schöpfer der natur? Und hilfest meiner schwachheit 4. Laß mich, um deiner liebe auf. O herr, mein gott, Du willen, Gern thun, was mir bist mein licht, Du bist mein dein wort gebeut. Kann ich's licht, Ich folge dir, so irr ich nicht, wie ich's soll, erfüllen, nicht, da So: sich auf meine willigkeit; 2. Du leitest mich nach dei Und rechne mir nach deiner nem ráth, Der anders nichts huld Die schwachheit, vater, beschlossen chat, Als was mir nicht zur schuld.tadssegen bringet. Geht's gleich zu 5. Der liebt dich nicht, der zeiten wunderlich, So weiß ich noch mit freuiden Das thut, dennoch, daß durch dich Der was dir, o gott, mißfällt; ausgang wohl gelinger. Nach Drum laß es mich mit ernst hartem tritt, auf rauher bahn, vermeiden, Gefiel es auch der Nimmst du mich dort mit ehren ganzen welt. Die kleinste sünde an, Wo mich an deinem thron selbst zu scheun, Laß, vater, erfreut Die frone der gerechmich behutsam seyn. tigkeit. Mein herr, mein gott, 6. Aus lieb zu dir will ich ach voll begier Seh' ich nach auch leiden, Was mir dein dir, Und wünsche bald zu sein weiser rath bestimmt. Du führst bei dir. durch trübsai auch zu freuden, 3. Mein sinn ist ganz auf Und wer sie willig übernimmt, dich gericht Hab' ich nur dich, Geduldig träzt, und weislich so frag ich nicht Nach himmel müßt, Wird mächtig von dir und nach erden. Denn wär' unterstüßt, di der himmel ohne dich; So 17. In deiner liebe laß mich könnte keine lust für mich Auch sterben: So ist selbst sterben selbst im himmel werden. Wärst mein gewinn; So werd' ich du nicht schon auf erden mein: deinen himmel erben, Wo ich So möcht ich nicht auf erden ganz frei vom übel bin. Dá seyn. Denn nichts ist in der werd' ich einmal völlig rein ganzenwelt, Das mir so sehr, Dich lieben und ganz selig seyn. wie du, gefällt. Mein herr Herzlich lieb hab' ich dich. und gott, Wo du nicht bist, 400. Der du mich als Wo du nicht bist, Ist nichts, ein vater liebst, das mir erfreulich ist. Und mich mit wohlthun ganz 4. Und sollte mir durch umgibst, Gott, meiner feelen kreuz und noth, Durch mars freude! Ich bleibe unverrückt ter, durch gewalt und tod bei dir, Was ist dann noch, Auch feel und leib verschmachdas je mich hier Von dieser ten. Dies alles wird, wenn liebe scheide? Du machst mir auch das heer Der leiden noch deinen weg bekannt, Hältst, so schrecklich wär', Mein glaumich bei meiner rechten hand, be doch nicht achten. Du bist und 251 2. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. E und bleibest dody mein heillen eingen Sei du gelobet und Und meines herzens trost und geliebt. Du warst mirel' theil. Denn wahrlich nur durch ich war, gewogen, Und ewig dich allein Kann leib und seele auf mein glück bedacht. Du selig seyn. Mein gott und hast mich aus dem nichts gezoherr Ich hoffe fest, Ich hoffe gen; Zum menschen hast du fest, Daß deine hülf mich nicht mich gemacht. verläßt. 10:20 Ja, vater, dir gebührt 5. Wer von dir weicht, und die chre. Ich bin nur, was auf der welt Dir nicht beharr ich bin, burch dich, Dank, lich glauben hält, Muß end- dank dir! der geschöpfe heere lich doch verderben; Er kann, Erschusst du, vater, auch für weil er die lust und pracht Der mich. Dank dir! du gabst mir erde sich zum himmel macht, fraft zu denken, Und willensNicht deinen himmel serben. freiheit gabst du mir; VerDenn wer dich hier nicht lies nunft, mein leben hier zu len ben lernt, Und nicht sein herz ken; Empfindung, ach, wie von dem entfernt, Was dir, dank ich dir! du heiligster, mißfällt, Kommt 3: Ich kann dich in der schönicht zu jener bessern welt. pfung finden, Mich deiner Nur der, der hier Sein herzlgroßen werke freun. Dank dir, dir weiht, Lebt recht erfreut, ich kann dich, gott, empfinSein tod führt ihn zur herr- den; Wie freu ich mich, durch lichkeit. urek dan dich zu seyn! Für meinen leib 6. Drum halt ich mich ge- und alle guieder Gebührt dir troft zu dir Du aber hältst dank mit fedem finn Fall ich dich auch zu mir, Und das ist anbetend vor dir nieder, Und meine freude, Ich sehe meine danke laut dir, daß ich bin. zuversicht Auf dich, mein fels, 4. Du hast mir dach und der nicht gerbricht; Auch selbst fleid bescheret, Was fehlte, vaim tiefsten leide Dein wort, tev, jemals mir? Hast du mich o höchster, soll allein Mein nicht bis jeg: ernähret? Von troft und meine richtschuur seyn, ganzem Herzen dank ich dir. Bis sich einst in der ewig War ich umringet von gefah feit Mein Herz vollkommen dei- ren: Du hattest, vater, mich ner freut, Gott meines heils, bewacht, Und immer stand, Ich warte' drauf, Ich wartehmich zu bewahren, An meiner drauf, Nimm mich in deinensseite deine macht. himmel auf. 5. Erwäg ich, vater, alle O fuger Stand o felig Leben. pfade, Die deine hand mich 401. Dant, bester vater, durch geführt; So sety ich will ich fingen, weisheit nur und gnade, Und Dank dir, der mir nur gutes fühle, daß dir ruhm gebührt. gibt! Mit aller fraft, vor al- Wie oft entrisfest du, dem feinde 252 Zweite Abtheilun IV. Pflichten gegen Gott. feinde Der wahrheit und der] 10. Ja, vater, vater übers tugend? Für meine eltern, meine schwenglich, Und über jeden freunde, Für meine lehrer preis ausdruck groß, Sind deine ich dich! bix- hu gnaden unausdenklich, und deine 6. Du lenktest von der frü- güte namenlos. Dank sei mein hen jugend Durch viele freude, mund, mein herz, mein les wenig schmerz, Zu deiner kennt jben, Du bist die liebe, nichts niß und zur tugend ,, O bester bin ich! O du, der mir so gott, verstand und herz! Für viel gegeben, Gib mir noch jede nüßliche erfahrung: Für dankgefühl für dich! alles, was mich lehren kann, Für unterricht und offerbaIn allen meinen Thaten. rung Bet' ich im staube, gott, 402. Dir dank ich für an dr mein leben, Gott, Du haft, durch Mich aus dem 7. Im dunkeln forsch ich der du mir's gegeben, Sch nicht vergebens, Du gabest mir danke dir dafür. dein wort zum licht, Du zeig- huld bewogen. test mir den weg des lebens, nichts gezogen, Durch deine Mein glück, mein elend, meine güte bin ich hier. pflicht. Nein, nein, die zun- 2. Du, herr, hast mich bege kann nicht sagen, Wie un- reitet, Mich väterlich geleitet, aussprechlich gut du bist! Nun Bis diesen augenblick. Du gabst darf die seele nicht mehr zagen, mir frohe tage, Und selbst der Die scele, die unsterblich ist. leiden plage Verwandeltest du 8. Unsterblich, vater ewig in mein glück.d leben Soll ich, der nur dent 3. Ich bin, berr aller dinge, tod verdient, Ich, ewig seyn! Der treu viel zu geringe, Mit du hast vergeben, Haft mit dem der du mich bewacht. Damit fünder dich versöhnt! Dein sohnich staub und erde Auf ewig Co wer fast das erbarmen!) glücklich werde, Hast du schon Entäußerte des himmels sich, ewig mein gedacht. Vom tode zu befrein mich ar- 4. Du hörtest schon mein men, Ward er, der sohn, ein sehnen, Und zähltest meine thrämensch wie ich! onen, Eh' ich bereitet war. Eh 9. Ein mensch, um menschen ich zu sein begonnte, Und zu zu versöhnen! Er, der mich dir rufen konnte, Da wogst du schuf und mich erhält! Er schon mein theil mir dar! starb; o fließet freudenthränen! 5. Du liefst mich gnade Wie dank' ich dir, o herr der finden, Und sahst doch meine welt! Anbetung dir und ewig sünden Vorher von ewigfeit. chre! Und dank und liebe, je höchster, welch erbarsus christ! Von mir, der ewig men! Du sorgtest für mich elend wäre, Und nun unend- armen, Und bis ein vater, der lich selig ist! [ verzeiht! 6. Für Ho 3. Andenken und Freude an Gott. 253 6. Für alle deine treue, Für Mit ihm ist alles mein. Du das, des ich mich freue, Lob- willst mir alles schenken, Willst singet dir mein geist. Dein liebreich an mich denken, Und größestes geschenke Ist er, durch stets mein vater sein. den ich denke. Dein ist's, daß 4. Mit fröhlichem gemüthe er dich fröhlich preißt! Denk ich an deine treu, Denu, 7. Daß du mit kraft mich vater, deine gute Ist alle mor stärkest, Auf meine tage merkest, gen neu. Du unterstüßest michh Dieß, vater, dank ich dir, Daß Auch wenn ich schweiß vergieße, du mich liebreich führest, Mit Wird mir die arbeit süße, Denk deinem geist regierest, Dieß alles ich dabei an dich. vater, dank ich dir. 5. Wie gut ist's dein zu den 8. Was mir in diesem leben ken! Die welt mag immerhin Noch müßt, wirst du mir geben; 3hr herz auf's ird'sche lenken! Du gibst, ich hoff' auf dich Wie schlecht ist ihr gewinn! Dir, vater, dir befehle Ich Ich halte mich zu gott, Dieß meinen leib und ferle, Herr, bringt mir wahre freude; segne und behüte mich. Dieß stärkt mich wenn ich feide, Und ist mein trost im tod. Andenken und Freude Tan Gott. 6. Drum will ich an gott Beuch ein zu deinen Thoren. denken, So lang, ich denken 403. 2n dich, mein gott, kann. Mein Herz auf den hinzut denken, Ist lenken, Der stets mir guts gepflicht und trost für mich. than; Und meiner nie vergißt, Wann sorg und gram mich Der noch im grabe meiner fränken: So sieht mein aug' Denkt, wenn auf erden keiner auf dich; Dann mindert sich Mein eingedenk mehr ist. mein schmerz, Dann wird gram verscheuchet, Und jede for der Christus, der uns selig macht. ge weichet, Und ruh' erfüllt 404. Deines gottes freue dich, Dank ihm mein herz. 2. Denk ich an deine liebe, meine seele! Sorget er nicht Wie werd ich dann erfreut! väterlich, Daß dir glück nicht Dann fühl' ich neue triebe, fehle? Schüßt dich deine vorMein herz, aus dankbarkeit, sicht nicht, Wenn gefahren Dir, vater, ganz zu weihn: dräuen? Ist's nicht seligDich freudig zu erheben, Zur keit und pflicht Seiner dich zuehre dir zu leben, Vor fünden freuen? mich zu scheun. 2. Ja, mein gott, ich hab 3. Du gabst mir, aus erbar- an dir, was mein herz begehmen, Den sohn, der für mich ret: Einen vater, welcher mir starb, Und großmuthvoll mir Was mir nüßt, gewährtet; armen Die seligkeit erwarb; Der mich durch sein göttlich wort 254 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. wort Hier zum guten lenket, christ, Mich zu seinen freuUnd mit himmelswonne dort den. purry drin Meine seele träufet. end bud 8. Meine lust an dir, mein 3. Wenn ich dich, mein herr gott, Wird dann ewig währen. und gott, Kindlich ehr' und noch so furchtbar sei der tod, liebe; Wenn ich redlich dein Er wird sie nicht stören. Wil gebot Und mit freuden übe: Olig werd ich mein gebein Der wie ist mir dann so wohl! verwesung geben; Denn sie Wie ist mein gemüthe Seliger macht mich frei von pein, Führt empfindung voll! Voll von dei- zum neuen leben. him id 9. Gib mir nur so lang idy ner güte! 4. Dann darf ich voll zu- hier In der fremde walle, Daß versicht Nach dem himmel bli bewußtseyn, daß ich dir, herr cen. Meine leiden acht ich mein gott, gefalle, Diese sanfte nicht, Wie sie mich auch drü- freudigkeit, Die ich zu dir cken! Hoffnung und zufrieden habe, Sei mein heil in die heit Wohnen mir im herzen, ser zeit, Und mein troft im Trösten und erhöhn mich weit grabe. lleber alle schmerzen. 10. Laß die Lust zur fünde 5. Du bist mein, so jauchz nie Dieses heil mir rauben; ichy tann; Wer ist der mir Rüste selbst mich wider sie, schade? Heil mir, daß ich's Stärke meinen glauben, Gib rühmen kann: Mein ist deine mir deinen geist, der mich, Und gnade! Dir ist meine wohlfahrt mein thun regiere, Daß ich werth! Der du mir das leben mein vertraun auf dich NimSchenktest, wirst auch was mermehr verliere. mich nährt Und erfreut, mir was mein Gott will das. geben. 201 zu 6. Jesuß ist, nach deinem 405. Hier ist mein herz, eherr, nimm es rath, In die welt gekommen, hin, Dir sei es ganz ergeben. Alle meine missethat Hat er was hat die seele für gewinn weggenommen Ihm vertrau" Vom schnöden sündenleben? ich bet ihn an, Glaub an Der fünden tand Hat nicht bes seine lelven; Folg ihm treulich stand, Und statt den geist z10 und so kann nichts von dir nähren, Füllt er das herz Mit mich scheiden. reu und schmerz; Wie sollt ich's 7. Dich, du trost der sterb- so beschweren? G lichkeit, Heil des bessern lebens, 2. Nur du, gott, bist das Himmlische vollkommenheit höchste gut, Nach dir steht mein Such ich nicht vergebens. verlangen. Erfülle mich mit Wenn mein lauf vollendet fraft und muth, Allein dir ist, Und vollbracht mein lei anzuhangen. Dhätt' ich doch den, Ruft mein mittler, jesus Dein sanftes joch Allzeit auf 3. Andenken und Freude an Gott. 255 auf mich genommen! Solheit, Vollkommne ruh und stille wär auch ich Schon längst Nie reize mehr Lust, geld und durch dich zur wahren rublebr Zur sünde mein verlangen. gekommen. en Bis in den tod Soll dir, mein 3. Kann auch das größte gott, Getrost mein herz anglück der welt Das herz vor hangen. fummer schüßen? Kann es wenn. In dich hab ich gehoffet. Trübfal uns befällt, Mit trof 406. uns glanz verschwindt, Wie rauch vom bist mein trost und was kann wind, Und schnell fliehn seine mir In deiner liebe fehlen? Freuden. Nur deine treu Wird Du herr, bist mein, Und ich täglich neu, Und gibt auch ruh bin dein, Was mangelt meiner im leiden. seelen? 4. Wer dich zu seinem trost 2. Du hast mich von der erwählt, Sein herz zum guten welt erwählt, Und deinen finneiget, Das arge haßt, und dern zugezählt, Nie wirst du wenn er fehlt, Sich glaubig mein vergessen! Du liebst mein vor dir beuget, Der schmeckt wohl, Hast gnadenvoll Mein schon hier, Erfreut in dir, Der glück mir, zugemessen. seele wahren frieden Und vol 3. Du trägst mich liebreich les heil Ist einst das theil, mit geduld, Vergibst durch chris Das du ihm haft beschieden. stum mir die schuld, Wenn ich 5. Wie thöricht irrt ich doch aus schwachheit fehle. An seiz umher! Fern von dem sinn des nem heil Hab ich auch theil; christen, Sucht ich, an wahrer Dieß tröstet meine seele. freude leer; Ruh in der erdem 4 An dir hab ich den treuen lüsten! Welch ein betrug! Esffreund, Der es auf's beste mit fei genug, Mich so getäuscht zu mir meint; Wo find ich deines haben. Nicht meinen sinn, gleichen? Du stehst mir bei, gott, forthin Nach wünschens- und bleibst mir treu, Wenn würd'gern gabenberg und hügel weichen. th 6. Hilf, daß ich mein ge- 5. In finsterniß bist du mein müth zu dir In andacht oft licht, Erfreust mein herz, d'rum erhebe, Und mit der eifrigsten acht ich nicht zu sehr das gut begier Nach deiner gnade strebe; der erde. Denn ohne dich Ist Dir folgsam sey, Und dein mich nichts für mich, Das einst zum freu, Du meiner scele leben! troft mir werde huid Denn, gott nur du kannstb. Du bist mein allerhöchstes wahre ruh Und trost dem her- gut, Du stärkst im leiden meis nen muth; Durch dich muß 7. Bei dirchist bis in ewig- mir's gelingen Selbst was michy feit Der reinsten freuden fülle, kränkt, Das muß, gelenkt Bon, Des wohlseins größte sicher- din, mir segen bringen. zen geben dar na trok deng hyri- aut, 7. Und ch freue mich, mein gott, Joh 256 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 7. Und schließ ich dann einst fündern sündlich freu'n'; Nie meinen lauf: So nimmst du murhlos, doch auch nie vermich zu dir hinauf, Zu deines messen Und stolz in deinem himmels freuden! Und da verdienste seyn; Nie führe mich gift Der sel'ge christ Des lebens zur sicherheit Der reichthum längste leiden. deiner gütigkeit, thend fülp 8. Zwar hat's kein menschlich 5 Laß mich mit weiser vore ohr gehört, Was uns deinsicht fliehen, Was mich zu fün himmel einst gewährt, Doch den reizen Fanny Mich um ein seh ichs schon im glauben: Vollreines herz bemühen Und nimm kommnes heil Ist da mein theil; dich meiner hülfreich an: So Und niemand wird mir's raus komm ichy in der gnadenzeit ben. Durch dich gur wahrenfeligfeit. 4. Frommer Scheu oder findliche Ehrfurcht 6.. Erhalt in mir ein gut ge wissen, Das beder, spott noch trübsal scheu, Und mache von Wer nur den lieben Gott. den Hindernissen: Der wahren Nie Ti vor Gott. 407. Dich, höchster, ehr- tugend selbst mich frei. erbietig scheuen, störe furcht und luft der welt Ist unser glück und unsre Mich, das zu thun, was bir pflicht. Kein mensch kann, dei gefällt. jais" aist bl ner huld sich freuen; Scheu't 7. Mit ehrfurcht laß mich er dein heilig ange nicht: Drum vor dir wandeln, Und stets, flöße, um mich dein zu freu'n, ich sey auch, wo ich sey, Nach Mir wahre findeschrfurcht ein. deiner vorsicht redlich handeln, 2. Sie leite mich auf meinen Entfernt von aller heuchelei. wegen; Sie sey mir weisheit Wer dich von herzen liebt und und verstand, Und treibe mich und ehrt, Nur der ist dir, o das abzulegen, Was ich als vater werthim ichir ded unrecht hab' erkannt. wer noch lust zur fünde Ehrt wahrlich dich nicht in that. Denn 8. In deiner gnade laß mich hat, sterben: So schreckt mich weder der tod noch grab; So werd ich jenesleben erben. Dazu dein 3. Gib, daß ich stets zusohn sich für mich gab. herzen nehme, Daß du allgegen Da werd ich dein wärtig bist, Und das zu thun freu'n Und völlig vor dir mich schäme, Was dir, selig seynt ami mich ewig durch dich #t mein gott, zuwider ist. Der Nun freut euch lieben. beifall einer ganzen welt 408. Laß doch in meis Hilft den ja nichts, der mir mißfällt. nes herzens grund, Gott, deine fürcht stets woh5. Nie laß mich dein ge nen! So werd ich auch mit richt vergessen, Mich nie mit meinem mund, Gott deine chre, 4. Frommer Scheu oder kindliche Ehrfurcht vor Gott. 257 ebre schonen. Und nicht deln, was sein rath beschließt, durch fluchen sie entehren, Der wunderbar, doch heilig Nicht aus gewohntem leicht ist. sinn schwören, Nie deinen na men lästern. 3. Wirst du den höchsten findlich scheuen, So wird dir 2. Groß, majestätisch bist du, keine pflicht zur last. Nur das berr, Im bimmel und auf er- wirst du vor ihm bereuen, den Soll deines großen na- Daß du sie oft versäumet mens ehr Tief angebetet wer- haft. Wer gott als zeugen den. Wer deines namens bei vor sich hat, Der freut sich ligkeit Durch lästerung, flach jeder guten that. und schwur entweiht, Den 4. Wenn nacht und duntreffen deine ftrafen, felheit dich decken, Die dem 3. D wehe dem verwegnen verbrecher muth verleihn, mund, Der gerne flucht und Wird dich die furcht des schwöret! Der macht den grö- herrn erwecken, Auch dann, sten leichtsinn fund, Der so was unrecht ist, zu scheun. dich, herr, entebret. Wer Denk nur vor seinem angeoft so schwöret, fündigt oft, sicht It finsterniß wie mitUnd wird von dir wohl un- tagslicht. verhofft Zur strafe bingeraffet. 5. Den höchsten öffentlich 4. Herr, laß voll ehrerbie- verehren, Sowohl als in der tigkeit Uns deiner stets geden- einsamkeit: Auf des gewisfen. Wer dich, den höchsten, ssens stimme hören, Und wilfindlich scheut, Wird seine lig thun, was sie gebeut; Auch zunge lenken, Daß sie sich nicht das lehrt dich die furcht des zum fluch und schwur, Zuberrn, Auch das thut, wer ihn deiner ehr, zum guten nur, fürchtet, gern. Nach deinem willen rege. Wer nur den lieben Gott. 6. Läßt dich der thor verachtung merfen, Wenn du dich 409. Willst du der weiß- fromm von ihm entfernst; Die heit quelle fen- furcht des höchsten wird dich nen? Es ist die furcht vorstärken, Daß du dich selbst gott, dem herrn. Nur der ist recht schäßen lernst. Wer weis und klug zu nennen, gott, dem höchsten, wohlgefällt, Der alle seine pflichten gern, Ist glücklich selbst beim spott Weil gott fie ihm gebeut, der welt. vollbringt, Wenn gleich dazu 7. Sich stets vor dem allkein mensch ihn zwingt. mächt'gen scheuen, Gibt hel2. Lern gottes größe recht denmuth und tapferkeit, Wenn empfinden; Und fühle deine uns der menschen stolzes dräus nichtigkeit: So wirst du nie en, Was gott mißfällt, zu dich unterwinden Mit thö- thun, gebeut. Ift gott mein richter verwegenheit zu ta- schuß, mein heil und licht: R So 258 3weite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. So beb ich vor den menschen, Ein unverletzt gewissen; Nur nicht. das allein fann uns Des les 8. Laß deine furcht, gott, bens schmerz versüßen; Das mich regieren, Auf dich, den bleibt uns auch im tod, Und höchsten, stets zu sehn; Laß sie folgt uns aus der zeit, Zum mich zu der weisheit führen; großen segen nach, Bis in So werd ich niemals irre die ewigkeit. gehn Wohl dem, der dich stets 6. O selig, wer darnach Mit kindlich scheut! Dich fürchten, heiligem eifer trachtet, Und gott, ist seligkeit. für sein größtes glück, Gott, Mel. O Gott du frommer Gott. deine gnade achtet, Der liebt 410. Gib, vater, daß allein sich recht, Der findet mein herz, Sich in der zeit Die wahre ruh, deiner liebe weihe, Und daß und einst Vollkommne seligkeit. in allem ich Dein Auge kind- 7. Das sei mein zweck und lich scheue. Wer als ein chrift fleiß! segne mein bemühen: sich liebt; der flieht auch als So wird das wahre wohl ein christ, Was wider gottes Nicht meinem wunsch entflieehr Und menschenliebe ist. hen. Bewahre mich dabei, 2. Kein schnöder eigennuß Herr, vor dem lauf der welt; Beherrsche meine seele, Und Daß ich mein bestes wirk', wenn zu meinem glück Ich weg Wie dir es wohl gefällt. und mittel wähle: Laß, gott, 411. Erhabne majestät, mich stets dabei Auf recht und An macht unendwahrheit schaun, Auch nie lich reich, Wer ist dir auf mein wohlergehn Auf andrer der erd, Und wer im himmel elend baun. gleich? Vor dir erbebet höll 3. Dein fluch trifft jedes und welt; Und was dein arm glück, Dabei die tugend leidet, umschlossen hält, Muß deinen Dabei der, der es sucht, Gott, scepter scheuen, Und sich mit deine wege meidet. Wer un- zittern freuen. recht liebt und thut, Erbt dei- 2. Du hast durch deine hand nen himmel nicht. Nie treffe Die himmel ausgestreckt, Die mich, o gott, Dieß schrecklichelerde fest gegründt, Der see gericht. ein ziel gesteckt. Dein wort be 4. Nie blende mein gemüth wegt der berge grund Und Der eitelkeiten schimmer. Die stürzt sie in deß meeres schlund welt mit ihrer Lust Vergeht Willst du zur strafe ziehen: doch einst auf immer. Was So kann kein mensch entfliehen. bilft uns furze lust? Was 3. In deiner hand sind wir, bilft uns eitle pracht? Nicht Wie thon in töpfers hand. ein vergänglich gut Ists, was Leib, feele, gut und blut Haft uns glücklich macht. du uns zugewandt. Du lehrst 5. Ein gott ergebnes herz, das menschliche geschlecht durch 5. Gehorsam gegen Gott. 259 Durch die vernunft und schrift dir zum preiß und dank, Aus dein recht, Willst, daß wir liebe folgen, nicht aus zwang. thun und denken Nach deiner 2. Mein heiland ist mir vorschrift lenken. vorgegangen, Er thate deinen 4. Erleuchte meinen geist, willen gern: Will ich des chris O gott, mit deinem licht; Dich sten ruhm erfüllen, Und ihm fürchten ist mir stets Co selig- gefallen meinem herrn: So feit als pflicht. Hilf, daß ich muß ich auch von lastern rein, als dein unterthan, Der nie- Gleich ihm, zum guten willig mals dein entbehren kann, sein. Bemüht sei deinen willen, Ge- 3. Laß deine heilige gefeße horsam zu erfüllen. Mir immerbar vor augen 5. Präg deine gegenwart, sein, Und gib, daß ich sie nie Herr, den gedanken ein. Laß verlege, Stets fürchten, was mich im dunkeln auch Dein sie fündern dräun. Wie helles auge scheun. Erinnre schwers auch meinen lüften mich an deine macht, An je- deucht, So ist dein joch doch ner seligkeiten pracht, Wenn sanft und leicht. ich es wollte wagen, Gehor 4. So oft ich deine stimme sam zu versagen. böre, So mache leib und geist 6. Doch gib, daß meine furcht bereit, Daß ich mit folgsamkeit Vor dir nicht knechtisch sei. sie ehre, Und thue, was sie Befreie mein gemüth Von mir gebeut: Ich soll nicht hözwang und heuchelei. Schenk rer nur allein, Ich soll und einen findlich freien geist, Der will auch thäter sein.. willig thut, was du ihn heißt, 5. Beut mir die welt gleich Und der aus reiner liebe Sich tausend freuden, Damit ich im gehorsam übe. ungehorsam sei, Und droht 7. Laß, vater, deine furcht sie mir auch tausend leiden, Des lebens leitstern sein, Und So bleib ich dennoch dir gemir zum guten kraft Und eifer treu. Dir will ich folgen, stets verleihn. Sie mache mich o mein gott, Dir treu verblei von heuchelei, Von menschen- ben bis zum tod. furcht und trägheit frei: So 6. Wenn ich mich im gehorwerd ich im gewissen Die sam übe, So bin ich sicher, daß füßte ruh genießen. ich dich Von ganzem herzen 5. Gehorsam gegen Gott. redlich liebe, und wie so sehr Gott dessen Allmacht sonder Ende. liebst du denn mich! Auch 412. Geborsam ist die den gehorsam in der zeit Bebeste gabe, Die lohnst du in der ewigkeit. man, o gott, dir bringen kann, 7. Drum laß mich, herr, Wenn ich sie dir geopfert ha- mit treuem herzen Dir folbe, Welch ruh und freud em- gen, dir gehorsam sein. D pfind ich dann! Nur muß ich laß im glücke wie in schmerR 2 zen, 60 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. zen, Stets treu mich deinembahn uns hin, Lehr uns dienste weihn: So bin ich jeden irrweg fliehn, Denn • glücklich in der zeit, Und selig dein weg allein ist richtig. in der ewigkeit. Mach uns unsern pflichten Sollt ich meinem Gott nicht singen. treu, Daß der wandel heilig 413. Gut und beilig ist sei. dein wille, Wie 5. So wird auch bei uns du selbst es bift, o gott; Du auf erden, Wie im himmel gebeutst in tiefster stille Hört dein gebot Willig ausgerichdie schöpfung dein gebot. Die tet werden, Heiliger und gro im himmel dir lobsingen, ßer gott Alle werke deiner hänStehn um deinen thron bereit, de Werden unterthan dir sein, Freuen sich der seligkeit, Dei- Alle deiner huld fich freun, nen willen zu vollbringen. Bis an deiner schöpfung ende. Nur der mensch erkennts oft Denn, der deinen willen thut, nicht Für sein glück und seine Hat allein es ewig gut. pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter 6. Vertrauen auf Gott. wonne Selger geister zahllos Was Gott thut das ist. beer. Deine veste, deine sonne, 414. Auf gott, und nicht Sturm und donner, erd und BUTAL auf meinen rath, meer, Alles dienet deinem Will ich mein glück stets bauen, willen. Alles, höchster, was Und dem, der mich erschaffen du schufft, Eilt und drängt hat, Mit ganzer seele trauen. sich, wenn du rufft, Dein ge- Er, der die welt Allmächtig bot stets zu erfüllen. Nur der hält, Wird mich in meinen mensch erkennts oft nicht Für tagen, Als gott und vater sein glück und seine pflicht. tragen. 3. Oft empört sich seine seele, 2. Er sah von aller ewigkeit, Herr und schöpfer, wider dich, Wie viel mir nüßen würde; deine herrlichen befehle Wirft Bestimmte meine lebenszeit, er thöricht hinter sich; Läßt Mein glück und meine bürsich nicht von dir regieren, de. Was zagt mein herz? Klüger oft, nach seinem wahn, Ist auch ein schmerz, Der zu Wählt er eine andre bahn, Die des glaubens ehre Nicht zu ihn soll zum heile führen, besiegen wäre? Aber seine bahn, sein sinn 3. Gott femmet, was mein Führt ihn ins verderben bin. berz begehrt, Und bätte, was 4. Gott, laß es uns doch ich bitte, Mir gnädig, eh ichs empfinden, Daß uns unser bat, gewährt, Wenns meine herz verführt, Daß die eitle wohlfahrt litte. Er sorgt für lust der fünden Uns zuletzt den mich Recht väterlich! Nicht, tod gebiert. Mach uns deinen was ich mir ersehe, Dein wille willen wichtig, Führ auf deinelnur geschehe. 4. 3f 6. Vertrauen auf Gott. 261 4. Ist nicht ein ungestörtessten, Den geist wird gott erglück Weit schwerer oft zu tra- halten. gen, Als selbst das widrige 4. Mein beiland, jesu christ, geschick, Bei deffen last wir Der du aus liebe bist Für mich flagen? Die größte noth Hebt am freuz gestorben, Du hast einst der tod Und ehre, glück mir heil erworben. Du und habe Verläßt uns doch schenkst, nach allem leiden, im grabe. Den deinen ewge freuden. 5. An dem, was seelen glück- 5. Ich harr und traue dir; lich macht, fäßt gott es kei Einst schenkst du sie auch mir, nem fehlen. Gesundheit weltlust 3ch habe dein versprechen, ehr und pracht Sind nicht Das kannst du nimmer brechen. das glück der seelen. Wer gottes Auch ich bin, wenn ich sterbe, rath Vor augen hat, Dem Des ewgen lebens erbe. wird ein gut gewissen Die trübsal auch versüßen.. In bekannter Melodie. 6. Was ist der erden herrlich 416. Von gott will ich feit? Wie bald ist sie verschwun den! Was ist das fer zeit? Wie bald wunden! Hofft herrn, Er bilft uns nicht lassen, Denn leiden die er verläßt mich nicht, Im ists über- fummer mich zu faffen, Gibt auf den er mir kraft und licht. Er steht gern mir hülfreich bei, Mit jedem Seid fröhlich, ihr gerech- neuen morgen, Weiß er mich ten, Der herr hilft seinen zu versorgen; Ich sei auch fuechten. wo ich sei. Yu Wo soll ich fliehen hin. 2. Wenn menschengunst und 415. Auf meinen lieben liebe In kaltsinn sich verkehrt: gott Trau ich in Bleibt er voll mitleids triebe, aller noth; Die ihn um ret Er, der mein fleben hört. Er tung flebten Verließ er nie hilft in jeder noth, Hilft von in nöthen. Er wird mein der fünde banden, Befreit von unglück wenden, Es steht in ihren schanden, Und rettet feinen bänden. selbst vom tod. 2. Auch beim gewissens- 3. Jhm, ihm will ich vers schmerz Verzaget nicht mein trauen, Auch in der schwersten herz. Auf christum will ich zeit Auf seine hülfe bauen. bauen, Und fest auf ihn ver- Er wendet alles leid, Jhm trauen, Jhm bleib ich stets erge- sei es heimgestellt, Leib, seele, geben, Im tode wie im leben. gut und leben Will ich ihm 3. Und nimmt der tod mich übergeben, Er machs wies bin, Ists dennoch mein ge- jihm gefällt. winn; Ich weiß, an wen ich 4. Es kann ihm nichts gefalglaube Er läßt mich nicht im len, Als was uns nüßlich ist; ftaube Es maa der leib erfal- Gut meint ers mit uns allen, R 3 Er 262 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Er gab uns jesum christ; Hat himmel fübre. Hoch sei der er so viel gethan, So wird herr gepreist! er auch gewähren, Was unfern leib ernähren, Den geißt Ach was soll ich Sünder machen. erfreuen kann. 417. 2 wie ist der men5. Lobt ihn mit Herz und schen liebe So munde, Jhn, der uns beides veränderlich, so falt, Wie ers schenkt, Gesegnet sei die ftun- stirbt sie doch so bald! Mensch, de, Darin man sein gedenkt; seß nie auf diese liebe, Die So braucht man recht der zeit, nicht bält, was sie verspricht, Wir sollen ja auf erden Durch Seß nie deine zuversicht. ihn schon selig werden, Noch 2. Aber gottes liebe trauen, mehr in ewigkeit. Das gereut und fehlet nie: 6. Mag doch die welt ver- Denn ein starker fels ift fie; gehen mit aller ihrer pracht, Die auf diesen felfen bauen, Das glück bleibt ewig stehen, sollte auch die welt vergehn. Wohnen sicher und bestehn, Das gott mir zugedacht. Zwar schließ ich hier den lauf, feele: Gott liebt ewig, seine 3. Täglich sag ichs meiner Doch wenn ich nun im grabe treu Wird mit jedem morgen Genug geruhet habe, Weckt er neu! Ibn, den ewigen erwäh mich wieder auf. le Dir zum freund und freu 7. Die feel ist unverloren dich dann, Daß kein feind dir In gottes vaterhand; Der schaden kann. leib wird neu geboren Zum 4. Und ich will auch dich beßren vaterland. Wie felig erwählen, Vater, dir soll ganz werd ich sein! Mit gott und allein Mein vertraun gewid seinen frommen Soll ich mich met sein, Aber, ach die kräfte da vollkommen, Soll ich mich fehlen, Und mein schwaches ewig freun! herz, vergißt Gott, wie gut 8. Db ich gleich nun auch und treu du bist. dulde Viel leiden dieser zeit; 5. Plöglich überfällt mich Wie ichs auch oft verschulde; wieder Sorge der vergänglichKommt doch die ewigkeit, So feit, Irdisch hoffen, irdisch großer freuden voll, Die, da leid; Und dann sink ich muthich christum kenne, Und mich los nieder, Suche bei den mens von ihm nicht trenne, Mein schen rub Und mein helfer erbtheil werden soll. wärst doch du! 9. Das ist des vaters wille, 6. Ach, vergib mir, der im Der uns erschaffen hat, Aus staube Dieses leibes dich noch seines sohnes fülle Empfahn nicht näher kennt von ange wir gnad um gnad, Er gibt sicht! Ach, vergib mir, daß uns seinen geist, Damit er mein glaube Hier noch wankt uns regiere, Die bahn zum und sich nicht fest, Wie er follt, 263 6. Vertrauen auf Gott. sollt, auf dich verläßt! Mein schüchternes gemüthe. 7. Täglich laß es mich emp- Gib, daß ich freudig hoff auf finden, Daß nicht menschen- dich, Du werdest nie als vahülfe nüßt, Auf die sich mein ter mich Verlassen noch verherz oft stüßt, Allen trost laßsäumen. mir verschwinden, Bis ich wie- 5. Seh ich schon keine wege der flieh zu dir, Und dann, noch Zur rettung vor mir ofs vater, bilf du mir! fen; Auch da laß mich, mein 8. Der du deiner finder fle- retter, doch Auf deine hülfe hen Gott, mein gott, so gern hoffen; Du bleibst doch immer erhörst, Und sie selbst auch fle- groß an rath, Und immer hen lehrst Laß mich fest im mächtig auch an that, Mein glauben stehen, Und erfahren, bestes zu besorgen. wie so treu Deine vaterliebe fei. 6. Dieß sei mein troft, dieß sei mein licht, wenn mich die forAus tiefer noth. gen fränken. Erfüllst du meine 418. Du hast, mein vater wünsche nicht; So laß mich und mein gott, glaubig denken: Daß mirs Mich durch dein Wort beleh- nicht gut gewesen ist, Weil ret: Daß deine hand der from du die höchste weisheit bist, men noth Dereinst in freude So schickst du stets das febret; Und daß ich alles, was beste. mich fränkt, Auf dich, der un- 7. Was hier mir fehlt, daß ser schicksal lenkt, Mit zuver- wirst du mir Aufs reichlichste sicht soll werfen. erseßen, Wenn ewge freuden 2. So will denn auf dein mich bei dir In deinem reich wort auch Der sorgen mich ergößen. Da ist mein erb und entschütten. Erhöre, gott, mein höchstes gut, O stärke mir davater mich, Erhör mein kind. durch den muth Bis an mein lich bitten. Gib meiner seele selig ende! wahre Ruh. Was mich bekümmert, lenke du zu meinem 419. ewgen besten. Was gott thut bas ift. Du, herr, bist meine zuversicht, Mein 3. Der sorgen macht hat einzger troft im leben, Mir freilich oft mich übermeistern fehlt es nie an troft und licht, wollen. Stets hab ich nicht Weil ich mich dir ergeben; Du auf dich gehofft Wie ich wohl bist mein gott, Auf dein gebot hoffen sollen. Mein gott, wie Wird meine seele stille; Denn groß ist meine schuld, An dir gut ist stets dein wille. hab ich durch ungeduld Vielfällig mich verfündigt! 2. Wer wollte dir, gott, nicht vertraun, Du bist des schwa4. Erbarmender, vergib es chen stärke, Die augen, welmir, Nach deiner großen güte, che auf dich schaun, Sehn deiErfülle mit vertraun zu dir ner weisheit werke. Herr, R 4 groß 264 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. groß von rath, Und stark sich nicht ganz auf dich, Allvon that, Mit gnadenvollen mächtiger verlassen, und muth händen Wirst du mein glück und hoffnung fassen. vollenden. 8. In deine hand befehle 3. Noch nie hat sich, wer ich Mein wohlsein und mein dich geliebt, Verlassen sehen leben. Mein hoffend auge müssen; Du läßt ihn, wenn blickt auf dich, Dir will ich ihn noth umgibt, Doch dei- mich ergeben. Sei du mein nen treft genießen. Des from- gott, Und einft im tod, Mein men herz Wird frei von fels, auf den ich traue, Bis ich schmerz. Der fünde böses dein antliz schaue. dichten Pflegst du oft zu vernichten. Alle menschen müssen flerben. 420. Gott der wahrheit, 4. Hoff, seele, hoffe nur, auf deffen treue Unfre gott; Des sünders troft ver- hoffnung stürzt und hält! Ich schwindet, Wenn der gerechte erkenn es voller reue, Daß in der noth Die günst des mich kleinmuth oft befällt. schöpfers findet. Wenn jener Ach, mein herz hängt noch an fällt, Ist er ein held; Er steht, dingen, die nie wabre ruhe wenn jene zittern, Alls fels in bringen; Und wie oft vergeb ungewittern. ich mich, Aengstlich zweifeind 5. Drum werf ich nicht die wider dich. hoffnung hin, Die mir mein 2. Gott, vergib mir meine glaube reichet. Wie elend, die sünde! Nimm den kleinmuth von zu menschen fliehn! Wohl! mir hin. Schenke, vater, deinem wer von gott nie weichet! finde Einen dir ergebnen sinn, Mein heiland starb; Er, er Der von dir nur hülfe beierwarb, Durch seine todes- schet, Den nicht falsche boffleiden, Mir ewge himmels- nung täuschet, Die das herz freuden. aufs eitle ziebt, Und so schnell, 6. Getrost bin ich, wenn um wie rauch, entflicht. mich her Sich ungewitter 3. Laß mich gram und sorgen fammeln! Du bilfst, gott, meiden, Weil dein ange für wenn wir freudenleer Zu dir mich wacht, Und da schon in um gnade stammeln. Die manchen leiden Mit mir alles zeit der qual, Der thränen wohlgemacht. Laß mich auf zahl, Zählst du, du wiegst die rein wort stets hoffen, Das schmerzen, Und wälzst sie von doch immer eingetroffen. Gott, dem Herzen. der deinem wort nicht traut, 7. Herr, du bist meine zu Hat auf leichten fand ges versicht; Auf dich hofft meine baut. seele. Du gibst, was meinem 4. Laß mich vest im glauben glück gebricht, Gibst, daß ich werden, Daß dein wort wars mich nie quäle. Wer wollte shaftig feil so werd ich hier auf die Vertrauen auf Gott. 265 auf erden Von so mancher ich ein heide, Der. ohne gott unruh frei. Dann werd ich, und hoffnung ist? Nein, das gott, mit vertrauen Stets auf ist meines herzens freude, deine hülfe schaun; Dann Daß du, o gott, mein helfer wächst meine zuversicht Und bist. Hilf, mein erbarmer, die hoffnung trügt mich nicht. stärke mich, Denn nichts vers 5. Auch erhebt sie meine seele mag ich ohne dich. Selbst noch über tod und 3. Der herr erzieht hier seis grab, wenn ich den zum füh- ne kinder Zur ewigkeit mit rer wähle, Der sich einst auch weiser huld. Er schont, er für mich gab. Er, der siegreich züchtigt viel gelinder, Als auferstanden, Macht mich los wir verdient, Und hat gevon todesbanden, Führt michlould; Er hat nicht lust an zu dem leben ein, Wo kein unserm schmerz; Ganz anders leid wird weiter sein. denkt sein vaterherz. 6. Muß ich gleich noch hier 4. Die lieb ist gott! wie auf erden, Gott, vor dir ein pil- fann ich zagen? Gab er für grim sein, Wirst du doch von mich nicht jesum chrift? Was den beschwerden Dieser zeit mich könnte mir ein gott versagen, einst befrein. Derwünschte Der so unendlich gütig ist? selge stunden, Ewig aller Erhabner trost, der nimmer noth entbunden, Werd ich trügt, Und jeden zweifel überdich, mein heiland sehn, Und, wiegt! wie du, zur freud ein- 5. Ich harre seiner, und bin gehn. stille. Wie bald verstreicht die 7. Laß mich fröhlich darauf prüfungszeit! Dann schöpf ich hoffen, Herr, herr, meine zuver- dort aus seiner fülle, Unendsicht, Bis das alles eingetroffen, liche zufriedenheit. Er leite Was auch mir dein wort ver- mich nach seinem rath, Wie spricht. Auf dich quelle alles er mir zugesaget hat. lebens, Harrt der glaube nie vergebens; Was wir glauben, 422. Wer nur den lieben fdauen wir, Einst gewiß, o herr, bei dir. gott läßt walten, Und hoffet auf ihn alleWer nur den lieben gott. zeit, Den wird er wunderbar421. Mein schuß ist gott, erhalten In aller noth und ihn laß ich wal trauriqfeit. Wer gott, dem ten, Ich boff auf ihn, er kennet allerhöchsten, traut, Der hat mich. Ibm feblts, die feinen an, feinen sand gebaut. zu erhalten, An mitteln nie, 2. Was helfen uns die und sein bin ich; Ich gründe schweren sorgen? Was hilft meine zuversicht Auf diesen uns unser weh und ach? fels, und wanfe nicht. Was hilft es, daß wir alle 2. Was quäl ich mich? bin morgen Beseufzen unser unM 5 gemach? 266 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. gemach? Wir machen unser] In allen meinen thaten. Freuz und leid Nur größer 423. Auf deine weisheit durch die traurigkeit. schauen, Gott, Das 3. O halte doch dem höch- deiner güte trauen, sten stille, Und sei mit seinem schafft zufriedenheit. Wer kann rath vergnügt; Erwarte wie mein wohl entscheiden? Wer sein guter wille, Wie sein schenkt mir beffre freuden, Als allwissenheit es fügt, Gott! du, herr, aller seligkeit? der uns ihm bat auserwählt, 2. Vor dir ist nichts vers Der weiß am besten, was uns borgen: Wie sollt ich ängstfehlt. lich sorgen, Da du mein vas 4. Er fennt die rechten freu- ter bist? Du, herr, gabst mir denstunden, Weiß, wenn uns mein leben, Und wirst mir hülfe nüßlich sei; Wenn er alles geben, Was mir zur uns nur hat treu erfunden, wohlfahrt nöthig ist. Geduldig, ohne heuchelei: 3. Wir streben oft nach din. So kommt er, eb wirs uns gen, Die, wenn sie uns ges versehn, Und läsfet uns viel lingen, Des unglücks quellen guts geschehn. find. Ein schein, der uns 5. Denk nicht, in deiner bethöret, Und unsern stolz verbrangsalshige, Daß du von mehret, Macht uns für wahre gott verlaffen seist, Daß ihm güter blind. nur der im schooke sige, Den 4. Der hang zu eitelkeiten alle welt für glücklich preist. Stört doch zu allen zeiten Die Die zukunft ändert oft sehr wahre seelenruh. Wenn wir viel, Und seget jeglichem fein dir unser leben, vater überziel. geben, Dann fließt dem herzen 6. Es sind ja gott sehr friede zu. leichte fachen, und seiner all- 5. Dein rathschluß sei mein macht gilt es gleich, Den reiwille, Ich will in beilger stille chen, klein und arm zu ma- Mich deiner vorsicht freun. chen, Den armen aber groß Dein ewiges erbarmen, Dein und reich. Er ist der herr, beistand soll mir armen 3uder jedermann Gar bald er- friedenheit und muth verhöhn, bald stürzen kann. leibn. 7. Sing, bet und geh auf 6. Laß mich nicht zweifelnd gottes wegen, Verrichte deine wanken, Wenn traurige ge pflicht getreu, Trau ihm und danken Mir deinen troft entfeinem reichen segen, So wird ziehn. Ich werde nie vergeer bei dir werden neu. Denn bens Zu dir, herr meines wer nur seine zuversicht Auf lebens, Mit kindlichem vertraugott setzt, den verläßt er en fliehn. nicht. 7. Erleichtre meine leiden Durch 7. 267 Ergebung in Gottes Willen u. Führungen. Durch deines geistes freuden, Lobsingt in mir Dann meine Durch muth und hoffnung ganze seele dir. mir. Drückt mich die last der 3. Ach, alle leiden dieser zeit schmerzen, Dann spricht zu Sind doch nicht werth der meinem herzen: Ich, dein er- berrlichkeit, Die du wirst of retter, belfe dir. fenbaren. Bald wird auch mir 8. Was sollt ich mich be- der duldung lohn; Bald steh trüben, Den menschen, die auch ich vor deinem thron dich lieben, Muß alles segen Mit treuer kämpfer schaaren; sein. Ich bin ja dein erlöster, Und danke dann dir, gott, Sonst weiß ich keinen trö- verflärt, der jetzt mich prüft, ster, Sonst feinen schug als mich dann bewährt. Daß ich rich allein. von allen leiden frei Ein seliM. Herzlich lieb hab ich dich o herr. ger des bimmels sei, Barmher424. Die trau ich, gott, ziger, Fest, ohne graun, Will und wanke nicht, ich dir traun, Denn einst Wenn gleich von meiner hoff- werd ich dein antlig schaun. nung licht Der letzte funke schwindet. Mein helfer und 7. Grgebung in Gottes wil mein gott bist du, Durch den len und Führungen. mein herz doch endlich ruh Wer nur den lieben. Und freude wieder findet. 425. Herr, mache meine Von jeher hast du mich ge seele stille! Was führt, Und meines wandels mich hienieden fränkt und lauf regiert; Mit segenvoller drückt, Das ist dein weiser vaterhand So manche noth rath und wille, Der nichts hinweg gewandt. Unendlicher zu meinem schaden schickt. Du Ich trau auf dich, Du leitest bist's, der alles ändern kann, mich, Ich kämpf und siege, Und was du thust, ist wohlgott, durch dich. gethan. 2. Schwer ist der kampf der 2. Auch auf den aller rauhleiden schwer! Kaum fühl ich sten wegen Führst du mich zur muth und stärke mehr, Noch glückseligkeit. Von jeder trübsal länger Doch erndt ich segen, Ist dir nur, ewig, vater, zürnst du nicht, gott, mein berz geweibt; Jhr Du gehst mit uns nicht ins ausgang wird erfreulich sein, gericht; Strafft nicht nach un- Siehts gleich mein blöder geist sern schulden. Bald ist der nicht ein. auszudulden; thränen maaß gefüllt, Bald 3. Drum laß mich stille sein meiner feelen schmerz gestillt, und hoffen, Wenn du mir Bald hat gott all mein flebn prüfung hast bestimmt; Dein erhört, Mich gnug geprüft vaterherz steht dem doch offen, und mich bewährt. Du gott Der zu dir seine zuflucht nimmt. der huld! Erhört von dir, Wer hier treu deine willen 268 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. len thut, Mit dem machst dus der, Mache daraus, was du auch immer gut. willt, Was du willt; mein 4. Uns bleibt oft, was uns gott und schild! nügt, verborgen. Wer hat es je 2. Von dir hab ich ja mein genau erkannt? Wie oft find leben, Gott, der du mein vas unsre wünsch und sorgen Voll ter bist; Mir zum heil haft du thorheit und voll unverstand! gegeben Deinen sohn selbst, jes Wer kann, was seinem wohl- fum christ, Und mein sichrer ergehn Zum schaben dient, treuer führer, Der mir deine ganz übersehn? wege weist, Ist ja selbst dein 5. Nur du, gott, kennst und guter geist. Hab ich den nur wählst das beste, O vater, ma- zum regierer. Dich o du dreiche selbst mein herz In dieser ein'ger gott, O! so schreckt mich überzeugung feste, So ehr ich, feine noth. auch im größten schmerz, Dich 3. Und wie könnt ich doch ftets mit der entschlossen verzagen, Ging es noch so wuns heit, Was gott will, das ge- derlich; Da ich kann bis heute scheb allzeit. fagen: Gottes güte führet mich! 6. Die stunde wird gewiß nun erleb ich denn auch mors doch kommen, Da mich voll- gen, fo lebt auch noch kommnes glück erfreut. Denn nein gott, Der für mich in jeder einmal führst du deine from- noth Treu und liebreich fermen Zur völligen zufrieden- ner sorgen, Gut und treu mich heit, Und dann wird ihnen führen wird, Weil er vater offenbar, Daß nur dein rath ist und hirt. der beste war. 4. Ginge mir es wie ich's 7. Da erndt' ich auch von wollte; So ging mir es selten meinen plagen Die felgen aut. Wenn das stets geschehen früchte ewig ein. Da wird mein sollte, Was sich wünscht mein herz, statt aller flagen, Nurleigner muth, Würd ich oft mein voll des frohen lobes sein: unglück wählen. Ich erfahre Der herr, der für mein heil gar zu oft Böses, wenn ich gewacht, hat alles mit mir guts gehofft; Meine besten wohlgemacht. wünsche fehlen. Drum in gott, Lasset uns den herren preisen. mein herz, sei still, Mirgeschehe, 426. dh ergebe mich dem was gott will. willen Meines 5. Was gottwill, geschehe imgottes ganz und gar, Der mer! Was ich will und schädwird auch an mir erfüllen lich ist, Das laß ja geschehen Was mir nüßet immerdar. Jaimmer, Gott, der du so gütig Siebe, böchster gott hernieder; bist! Und da dir mein unverAlles, was ich hab und bin, mögen, Dir zu folgen, ist beGeb ich dir ganz eigen hin! Du kannt. O so laß doch deis gabst es, dir geb ichs wie- ne hand Meiner schwachheit fraft 7. Ergebung in Gottes Willen. 269 kraft beilegen, Und dann, va- 7. An das, was du beschlossen ter, folg ich dir; Was du Will ich ganz unverdrossen willst, geschehe mir, Mit froher hoffnung gebn. Kein unfall unter allen Wird Nun ruhen alle Wälder. 427. In allen meinen thalie zu schwer mir fallen; Mit ten Laß ich dich, dir werd ich ihn überstehn. böchfter, rathen, Der alles 8. Dir hab ich mich ergeben, kann und hat, Du must in Zu sterben und zu leben, Wie allen dingen, Soll etwas mir es dein wink gebeut; Es sei gelingen, Mein helfer sein mit mein end verborgen, Es komm rath und that. beut oder morgen, Du weißt 2. Nichts hilft mein ban- dazu die beste zeit. ges sorgen Vom abend bis 9. So sei nun, seele, seine zum morgen, Nichts meine Und traue dem alleine, Der ungeduld. Du magst's mit dich erschaffen hat; Es gehe meinen sachen Nach deinem wie es gebe! Dein vater in willen machen; Ich traue dei- der höhe, Weiß doch zu allen ner vaterhuld. fachen rath. 3. Es kann mir nichts ge- 428. Befiehl du deine wes schehen, Als was bein rath ge, Und was dein ersehen Und für mich nüglich herze kränkt, Der treuen vahält. Ich nehm es, wie dus terpflege, Des, der den weltgiebest; Was du von mir be freis lenkt, Der wolken, fluth liebest, Das hab ich völlig und winden Gibt ordnung, auch erwählt. ziel und bahn, Der wird auch 4. Ich traue deiner gnade, wege finden, Die dein fuß Die mich auf deinem pfade geben kann. Vor allem übel schüßt; Leb ich 2. Dem Herrn mußt du nach deinen sätzen, So wird vertrauen, Wenn dirs foll mich nichts verlegen, Nichts wohlergebn, Auf ihn mußt du fehlen, was mir wirklich nüßt. stets schauen, Wenn dein werk 5. Laß mich nur meiner fün- soll bestebn. Mit sorgen und den Vor dir vergebung finden, mit grämen Und mit selbst Und tilge meine schuld; Zum eigner pein Läßt gott sich gar heiligungsgeschäfte Verleih mir nichts nehmen, Es muß erbemuth und kräfte, Und habe ten sein. dann mit mir geduld. 3. Dein aug, o gott der gna6. Leg ich zum schlaf mich de, Sieht immer ungeschwächt, nieder Weckt mich der morgen Was gut sei, oder schade Dem wieder zu meines Lebens sterblichen geschlecht. Und was pflicht; Irr ich auf finstern du dann erlesen, Dein rath wegen, Geh ich dem leid ent- fürs beste hält, Bringst du gegen, So gibt dein wort mir zum stand und wesen, Wie es troft und licht. Idir wohl gefällt: 4. An 270 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 4. An mittel und an wegen hätt in seinem sinn Er deiner Fehlt dirs, allweiser nicht; sich begeben, Und sollst du für Dein thun ist gnad und segen, und für In angst und nöthen Dein gang ist recht und licht; schweben; Als fragt er nichts Dein werk fann niemand hin- nach dir. dern, Du kannst nicht träge 10. Wirds aber sich befinden, ruhn, Wenn du, was dei- Daß du ihm treu verbleibst; nen findern Ersprießlich ist, So wird dein leid verschwinwillst thun. den, Da dus am mind'sten 5. Und wollten welt und gläubst; Er wird dein herz ers teufel hier boshaft widerstehn: lösen Von der so schweren So wird doch ohne zweifel last, Die du zu keinem bösen Gott nicht zurücke gehn; Was Bisher getragen hast. er sich vorgenommen; Und 11. Wohl dir, denn deine was er haben will, Das muß treue Trägt da den sieg dadoch endlich kommen Zu seis von; Sich muthig auf und nem zweck und ziel. Dich über ihren lohn; freue 6. Hoff, o bedrängte seele, Gott schmückt mit siegespalHoff und sei unverzagt! Gott men Gewiß einst deine hand, weiß es, was dich quäle, Den Und du singst freudenpsalmen kummer, der dich nagt, Er Dem, der dein leid gewandt. wird dich ihm entrücken. Er- 12. Herr, mach ein fröhlich warte nur der zeit, Bis dich ende Mit aller unser noth, mit holden blicken Sein ange- Und reich uns deine hände sicht erfreut! Sm leben und im tod. Stets 7. Auf! wehre deinem laß uns deiner pflege Und schmerze, Der bangen sorgen treu empfohlen sein, So genacht. Laß fahren, was das hen unsre wege gewiß zum herze Betrübt und traurig himmel ein. macht. Bist du doch nicht res In voriger Melodie. gente, Der alles führen soll, 429. Chrift, alles, was Gott sigt im regimente, Und führet alles wohl. dich fränket, Befiel getroft dem herrn, Er, 8. Jhn, ibn laß thun und der die himmel lenket, Ist walten, Er ist ein weiser fürst, auch von dir nicht fern. Ers Und wird sich so verhalten, wach ous deinem schlummer, Daß du dich wundern wirst, Zu gott erhebe dich. Er siehet Wenn er, wies ihm gebühret, deinen fummer, Und liebt dich Mit wunderbarem rath Das väterlich. werk hinausgeführet, Das dich 2. Sinds fünden, die dich bekümmert hat. schmerzen, So fühle deine 9. Er wird zwar eine weile schuld; Doch trau mit gan Mit seinem troft verziebn, zem herzen Auf deines mittlers Und thun an seinem theile, Als huld. Zu wahrer ruhe führet Die 7. Ergebung in Gottes Willen. 271 Die reu, die gott gefällt; Al- gieret Sein ratb ist wunderlein den tod gebieret Die trau- bar, Einst wirst du überführigkeit der welt. ret, Daß er der beste war. 3. Trau gott, nicht deinen Will auch dein herz oft wanschlüssen, Die wahl des besten ken, Als dächt er deiner nicht, zu. Sprich, wer wirds besser Wirst du ihm doch einst dans wissen, Dein schöpfer oder du? ken, Er hält, was er verspricht. Er weiß ja, was dir fehlet In 9. Wie sollt er dein nicht jedem Augenblick, Was er, denken, Er, der dich kennt und dein vater wählet, Das dient liebt; Nicht trost und glück dir zu deinem glück. schenken, Er, der so gerne 4. Der gott, auf dessen segen giebt? So gern mit seinem Dein ganzes wohl beruht, Ist segen Der menschen herz erstets in seinen wegen, Gerecht freut, Auch auf den rauhsten und weis' und gut, Und was livegen Führt er zur seligkeit. er feinen findern Zu ihrem 10. Mit ruhigem gemüthe beil ersah, Kann kein erschaff- Verlaß auf ihn dich fest, Und ner hindern, Wenn er gebeut, wiß, daß seine gute Dich stehts da. ewig nicht verläßt. Er will, 5. Vergeblich toben feinde nach einer weile, Dich desto Auch noch so fürchterlich, Haft mehr erfreun. Zu deinem du nur ihn zum freunde, Ist gröften heile Verzeucht er, er dein gott für dich, Wer harre sein! freier gleicht ihm? seinen winken 11. Wohl dir alsdann, du Gehorchen erd und meer. Laß treuer, Wie groß ist einst dein deinen muth nicht sinken, Dein lohn! Dein richter, dein beschirm und schild ist er. Reicht dir die sieges6. Gott zählet deine zähren, stron! Auf kurze prüfungstage Und wird, was gut ist, gern, Folgt ew'ger preiß und dank. Auch deinen wunsch gewähren Dann schweiget jede flage Harr in geduld des Herrn, Und wird ein lobgesang. Ders niemals böse meinet. Nun ruhen alle Wälder. Hoff unverzagt auf ihn. Wenn 430. Was soll ich ängst feine zeit erscheinet, Wird deine wohlfahrt blühn. lich flagen, Und in der noth verzagen? Der 7. Ergib dich ihm mit freu- böchste sorgt für mich. Er den, Sei stark durch seine sorgt, daß meiner seele Kein fraft! Sei auch zur zeit der wahres wohlfein fehle. Genug leiden Ein christ und tugend- zum trost, mein herz, für haft! Und dann ergreif im dich! glauben Den troft der ewig- 2. Was nüßt es ängstlich feit; Wer kann dir diesen rau- forgen, Und jeden neuen mor ben, Der allen gram zerstreut? gen mit neuem fummer sehn? 8. Sei froh, dein gott re- Du, vater meiner tage, Weißt, 272 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Weißt, eh ich dirs noch sage, Was du mit mir gethan, Kann Mein leid und auch mein ich doch des mich trösten, Du woblergebn. nimmst mich, mich erlösten, Ge3. Auf deine hand zu schau- wiß dereinst zu ehren an. en, Dir findlich zu vertrauen, 10. Dort bei den frommen Das, herr, ist meine pflicht. schaaren, Dort werd ich es Ich will sie treulich üben, Und erfahren, Wie gut du mich dich, mein vater, lieben; Denn geführt. Da sing ich dir mit du versäumst die deinen nicht. freuden, Nach überstandnem 4. Der du die blumen kleidest, leiden, Den dank, der deiner Und alle thiere weidest, Dulhuld gebührt. schöpfer der natur, Weißt alles, was mir fehlet; Drum, Wer nur den lieben Gott. feele, was dich quälet, Befiehl 431. Mein gott, du weißt dem herrn und glaube nur. am allerbesten 5. Herr, alle meine sorgen, Das, was mir gut und nützlich Die noth, die oft verborgen ist; Du bleibst, ist auch die An meinem herzen nagt, Werf noth am grösten, Mein hels ich auf dich den treuen; Duffer, wie dus ewig bist. Gib, weißt den zu erfreuen, Der daß ich einzig dir vertrau, Und fromm nach deiner hülfe fragt. nie auf menschenhülfe bau. 6. Wenn meine augen thrä- 2. Räum alles weg aus meis nen, Und sich nach hülfe seh- ner seelen, Was deinem willen nen, So flag ich dirs, dem widerspricht, und wollte mirs berrn. Dir, vater, dir befehle sich auch verhehlen, So stelle Ich jeden wunsch der seele, du mirs selbst ins licht, Was Du hörst, du hilfst, du segnest mir noch fehlt an findes sinn, gern. Und neige dann mein herz 7. Der du mir hier im leben dabin. Schon größres heil gegeben, 3. Hilf mir im geist und Und deinen sohn geschenkt, wahrheit sprechen: Du bist Du wirst mir alles schenken, mein vater, licht und heil, Und mir zum besten lenken, Verzeihst mir gnädig meine Was mich bekümmert, quält schwächen, Und schenkst auch und fränkt. mir an chrifto theil. Du bist 8. Du führest, herr, die dei mein aller bester freund, Ders nen Nie so, wie sie es meinen; treu und redlich mit mir Nein, nur nach deinem rath. meint. Ob ich mich auch betrübe, 4. Denn darf ich mich dein Bleibt doch dein rath voll lie- find nur nennen, Bist du mein be, Das zeigt der ausgang vater und mein freund: So mit der that. muß mir alles nügen können, 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Was mir auch noch so böſe Und es nicht ganz verstehe, scheint. Das bitterste wird mir 7. Ergebung in Gottes Willen. 273 mir versüßt, Wenn du nur, Mein berz und finn ergeben. gott, mir gnädig bist. Was böse scheint, ist mir ge5. Drum gib, daß ich dir winn, Der tod selbst ist mein findlich traue, Und demuths- leben; Denn gott ist mein, Und voll, doch unverzagt, Mein ich bin sein; Was ist wohl, boffen sicher darauf baue, das mir schade! Ob er gleich Was dein so theures wort schlägt und freuz auflegt st mir sagt, Dein geist erkläre doch sein thun voll gnade. meinem geist, Was deine vatertreue heißt. 2. Das fann mir fehlen nimmermehr, Mein vater muß 6. Ich bin ja auf so viele mich lieben, Läßt er auch oft weise, Mein berr und gott, mich freudenleer, So will er dein eigenthum, Drum gib, mich nur üben, und mein ges daß ich zu deinem preise, Und müth In seiner güt Gewöhdeines großen namens rubm, nen sich zu fassen, Ueb ich geDir diene in gerechtigkeit Mit duld, Trau seiner huld, Wird williger ergebenbeit. er mich nicht verlassen. 7. Du schaffst das wollen! 3. Ich bin ja nicht von unund vollbringen, Von dir gefähr Entsprungen aus der kommt weisheit und verstand; erden; Gott ists, der mich zu Drum reiche mir in allen din- seiner ehr, Das, was ich bin, gen Aus gnaden deine vater- ließ werden. Gab er das sein band. Erbarme meiner Dem leib allein, Der kurze schwachheit dich, Und stärk zu zeit nur währet? Nein, auch allem guten mich. dem geist, Der jetzt ihn preist, 8. Legst du was auf, so bilfs Und der ihn ewig ehret. auch tragen, Gib mir geduld 4. Und wer erhält mit allin leidenszeit Und sei in gut gewalt Mir jede fraft zum und bösen tagen Mein troft leben! Wär ich nicht längund meines herzens freud. stens todt und kalt, Wenn Gib demuth, einfalt, lieb und mich nicht gott umgeben Mit zucht, Was unrecht ist, dass seinem arm, Der alles warm, sei verflucht. Gesund und fröhlich machet? 9. Nun, berr, du siehest Was er nicht hält, Das bricht mein bestreben, Verleih mir und fällt; Was er erfreut, deines geiftes fraft: Du willst das lachet. sie ja dem gerne geben, Der 5. Bei ihm ist weisheit und treulich gutes durch sie schafft. verstand Mehr, als wir menDann zeigt mein redlich from- schen fassen; Er hat von ewigmer sinn, Daß ich dein ewigkeit erkannt, Was er will kombleib und bin. men lassen. Er weiß, wann M. Was mein Gott will, das. freud, Er weiß, wann leid 432. Ich hab in gottes Uns, seinen kindern diene, berz und finn Und was er thut, Ift alles gut, 274 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. gut, Obs noch so traurig weg zum schauen. Du bist schiene. mein hirt, Der alles wird zu 6. Du denkeft zwar, wenn solchem ende fehren, Daß ich du nicht hast, Was sinnen- mit dank und lobgesang Dich luft begebret, Als fei mit ei- lewig werde ehren. ner großen last Dein lebens- Mel. Was Gott thut das ist. gang beschweret, Hast spät 433. Was zagst du? gott und früh, Viel sorg und müh regiert die welt! Auf selbst erwählten wegen; Und der ist ja allmächtig, Den llnd denkest nicht, Das was arm, der alles fleisch erhält, geschicht, Geschehe dir zum] Was macht dir den verdäch[ tig? meeresfluth, 7. Es kann bei lauter son Schwerdt, feuersgluth Uns nenlicht Das feld nicht früchte schon ereilet hätten; So kann tragen; So reist auch men- doch er noch retten. jegen. Wenn ichen wohlfahrt nicht Beil 2. Was zagst du? gott res lauter guten tager. Wie bit- giert die welt! Und der ist ja ter sei Die arzenei, Schafft allwissend, Selbst was dein sie doch neues leben; So muß herz verborgen hält, Ist dendas leid zu neuer freud Und noch ihm wohlwissend. Sollt' wahrem glück erheben. ihm dein schrein Verborgen 8. Ei nun, mein gott, so sein? Die bitte, die du thatest, fall ich dir Getroft in deine Wußt er noch, eb du batest. bände. Nimm mich, und mach 3. Was zagst du? gott rees so mit mir, Bis an des le- giert die welt! Und der ist ja bens ende, Wie dirs gefällt, allweise; Stets dient der weg, Der du die welt Nach weisem der ihm gefällt, 3um heil dir, rath regierest, Und so auch ihm zum preise. In finsters mich Stets väterlich Auf richt- niß führt er gewiß Oft aus gem pfade führest. der nacht der leiden Ins hellste 9. Willst du mir geben son- licht der freuden. nenschein, So nehm ichs an 4. Was zagst du? gott res mit freuden, Solls aber giert die welt! Ist stets allge schmerz und trübsal sein, genwärtig; Wenn sich dein Will ichs geduldig leiden. herz verlassen hält, Dir nay, Willst du allhier noch län- zu helfen fertig. Sein odem ger mir Des lebens fraft er nur Trägt die natur, Trägt, halten, Wie du mich führst wo auch jeder walle, Doch Und führen wirst, So laß ich allenthalben alle. gern dich walten. 5. Was zagst du? gott re 10. Auch noch im tode bin giert die welt! Und er ist auch ich dein, Vor ihm soll mir geduldig. Zwar, wenn er ins nicht grauen; Er führt zum gericht uns stellt Sind selber bessern leben ein, Er ist der fromme schuldig; Doch sein gericht 1 8. Vom Gebet. R 275 gericht Trifft fromme nicht., met, Der schämt sich gottes Drum sei gewiß er schone Freund zu sein; Und stößt das Auch dein in seinem sobne. angebotne glück Muthwillig 6. Nun, gott, da du die welt selbst von sich zurück. regierst, Wie dürft ich ängst- 5. Sein glück von seinem lich zagen? Ein leid, in wel- gott begehren, Ist wahrlich ches du mich führst, Soll nie keine schwere pflicht; Und sei. mich niederschlagen. Ich hoff ne wünsche gott erklären, Ge auf dich, Du läsfest mich Bato reuet sicher niemals nicht. Er teine hülfe schauen. Dir, bir gibt uns muth und stärkt die will ich vertrauen. fraft Zur dämpfung jeder leidenschaft. 8. Vo m Gebet. DES 1. Pflicht u. Beschaffenheit des Gebets Erweckung dazu. den stärken In dem vertraun, 6. Sich in den leidensstun daß gott uns liebt, Im fleiß Wer nur den lieben Gott. zu allen guten werken; Ift 434. Dein heil, o christ diese pflicht für dich betrübt? nicht zu verscher So triffst du nichts auf erden zen, Sei wach und nüchtern an, Das dauerhaft erfreuen zum gebet! Ein findlich fehn fann. firstly aus reinem herzen Hat gott, 7. Gott, laß mich nicht mein dein vater, nie verschmäht. beil verscherzen, Gib luft und Er ist die liebe selbst und kraft mir zum gebet; Und wenn hört, Was seiner finder herz mein mund aus gutem Herzen begehrt. Zu dir um hülf und gnade 2. Erhebe dich zu seinen hö fleht: So höre mich von deis ben mit dank und fleben oft nem thron Durch jesum chris und gern; Er läffet, was dir stum deinen sohn. nützt, gescheben, Sft dir zu helf fen niemals fern; Und thut, so In voriger Melodie. du nur zu ihm flebst, Mehr 435. Komm betend oft und als du bitteft und verstehst. mit vergnügen, 3. Welch glück, so hoch ge- O christ, vor gottes angesicht. ebrt zu werden, Und im gebet Laß keine trägheit dich befies vor gott zu stehn, Der herr gen In der erfüllung dieser des himmels und der erden pflicht. Dübe sie zu gottes Bedarf der eines menschen preiß Und deinem heil, mit flebu? Er will blog deine se- trenem fleiß.or ligfeit, Wenn er zu beten dir 2. Bet oft in einfalt deiner gebeut. Dinas feelen, Gott sieht aufs berz, 4. Sagt gott nicht: bittet, gott ist ein geist. Wie können daß ihr nehmet? Ist des gebe- dir die worte fehlen, Wenn tes frucht nicht dein? Wer nur dein herz dich beten heißt? fich der pflicht zu beten schä. Der glaub an gott und seiS2 nen THE 276 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. nen sohn, Rührt ihn; nicht glied soll sein des andern leerer worte ton. feind; Solch bitten, das aus 3. Bet oft zu gott und schmeckt liebe fließt, Gefällt dem, der in freuden, Wie freundlich er, die liebe ist. dein vater, ist. Bet oft zu 9. Bet oft, so wirst du glaugott, und fühl im leiden, Wie ben halten, Dich prüfen und treulich er das leid versüßt. das böse scheun; An lieb und Gott hörts, gott ists, der hülfeleifer nicht erkalten, Und reich schafft: Er gibt den müden an guten werken sein. Denn trost und fraft. muth und kraft und seelenrub 4. Bet oft und heiter im Sagst du, gott, dem, der bitgemüthe, Schau dich an seinen tet zu. wundern satt, Schau auf den 10. Dies reize mich, vor dich ernst, schau auf die güte, zu treten Mit lob und dank, Womit er dich geleitet hat. mit wunsch und flehn. Doch Oft irrtest du, er trug gemeine fehler bei dem beten duld; Erkenn und preise seine Wollst du, mein vater, überhuld. schn. Weil der, der dir zur 5. Bet oft, durchschau mit rechten sißt, Mich als mein frobem muthe Die herzliche mittler unterstüßt. barmherzigkeit, Des, der mit In voriger Melodie. seinem theuren blute Uns vom 436. Von dir kommt jede verderben hat befreit; Und cigne dir zu deiner ruh heiligung sein opfer zu. gute gabe; Nur Und du, mein gott, kannst mich allein Mit allem, was ich nö. 6. Bet oft, gott wohnt an thig habe, Zu meinem wahren jeder stätte, In keiner minder wohl erfreun. Mein leben und oder mehr. Denk nicht, wenn mein glück beruht Allein auf ich mit vielen bete, So find dir, du höchstes gut. ich eh'r bei gott gehör Ist nur 2. Umsonst ist alle meine dein wunsch gerecht und gut, mühe, Wenn dein gedeihen So sei gewiß, daß gott ihn sie nicht frönt. Was ich auch thut. noch so ängstlich fliehe, Wird 7. Doch säume nicht in den doch von mir nicht abgelehnt, gemeinen Auch öffentlich gott Wenn vor dem übel, das mich anzuflehn, Und seinen namen schreckt, Mich nicht dein mächt mit den seinen, mit deinen ger schuß bedeckt. brüdern, zu erhöhn. Fühl der 3. Wie follt ich denn nicht vereinten andacht werth; Die von dir bitten, Was meiner deine eigne stärkt und nährt. fecle wunsch begehrt? Vor 8. Bet oft zu gott für deine dir, o gott, sein herz ausschüt brüder, Für alle menschen, als ten, Wenn noth und kummer ihr freund. Denn wir sind uns beschwert, Besänftiget eines leibes glieder. Kein der feele schmerz, Und öffnet Dei 277 nos s 8. Vom Gebet. deinem trost das Herz. muth niederfällt; Jehovah, 4. Sollt ich nicht dank und er, der ewig war, Und ist und ruhm dir bringen, Wenn mich sein wird immerdar. ein wahres glück erfreut? Dir, 3. Durch ein verstelltes allerhöchster, dir lobsingen Ist händefalten, Durch schöner wor gut, ist für uns seeligkeit, Und te leeren laut, Sft bei dem flöst uns wahren eifer ein In herrn nichts zu erhalten, Der deinem dienste treu zu sein. nur allein aufs herze schaut. 5. Du hörest es mit wohlge- Vor ihm gilt nicht der äußre fallen, Wenn deine kinder zu schein: Man muß nicht scheis dir flehn, Verschmähest nicht nen, sondern sein. # 11 ihr schwaches lallen, Wenn 4. Ein zuversichtlich findfie lobsingend dich erhöhn. lich lallen, Ein wahrer glaub Du ehrst den wieder, der dich an jesum christ, Der voll beehrt, Und höreft den, der dich, gier, gott zu gefallen Durch gott, hört. reine liebe thätig ist; Dieß 6. Mit segen uns zu über ists, was durch die wolken schütten, Bist du, o vater, dringt, Und segen uns herniestets bereit. Was wir nach der bringt. in my deinem willen bitten, Gibst 5. D welch ein glück schon du uns aus barmherzigkeit. hier auf erden. Im glauben Und wer dir dankt, dem strö- mit gott umzugehn! Schon mest du Beständig neuen se- hier den engeln gleich zu wergen zu. den, Die stets anbetend vor 58 7. So will ich dann zu dei- ihm stehn! Mensch, nimm zu nem throne Oft im gebet mich deinem eignen heil, An diesem findlich nahn. Nimm, vater, himmelsglück oft theil! nimm in deinem sohne Der andacht opfer gnädig an, Dein geist regiere meinen geist, Daß er dich betend würdig preist. In voriger Melodie. 6. Must du in angst und fummer schmachten, So flage deine noth dem heren. Er wird dein flehen nicht verachten, Er ist allmächtig und 437. Wagst du vor got hilft gern, Berbirgt er auch tes thron zu tre- sein angesicht: Er hilft gewiß, ten, So mache dich bereit, ofverzage nicht. Christ, In geist und wahrheit 7. Wenn gute thaten dir anzubeten Den gott der geist gelingen, Preiß ihn, der dich und wahrheit ist. Laß nicht der als vater liebt, Jhn, welcher erden sorgen zu Und denke, wollen und vollbringen Durch mit wem redest du? feinen geift zum guten gibt, Cole 2. Er isis, dem alle himmel Und zuversichtlich rufe dann dienen, Der herr und schöpfer Um diesen geist ihn ferner an. aller welt, Vor dem das chor 8. In bösen und in guten der seraphinen Verhüllt in de- tagen Laß das gebet dein labfal S 3 278 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. fal sein: So wirst du nie vollssen auch nicht werth: So sei Heinmuth zagen, Und nie dich doch unser flehn rfhört Von übermüthig freun. In deinem dir aus lauter gnade. i t herzen und mit dir Bleibt 6. Du, vater, weißt, was gottes friede für und für uns gebricht, So lange wir bier leben. Es ist dir auch ver nicht, Wenn wir in Sei lab, und ehr dem. 438, vater unser gott, borgen 9810 es ist Dein werk, nöthen schweben. Um beistand uns zu belehren, Wie du recht fleben wir dich an, Des macht anzurufen bist Daß du uns und gnade alles kann, Die fannst erhören. Drum geuß, uns nicht will verlaffen. wiel uns bein wort verheißt, 7. Wir haben ja die freu Selbst über uns aus deinen digkeit Durch jesum christ empgeist Der gnad und des gefangen, Der gnadenthron ift betes. alle uns bereit, Von dem wir 2. Er nehm sich unsrer bülf erlangen. Laß heil'se händ schwachheit an, Uns träftig zu uns immer bier Aufheben, vertreten, So oft mir deinem vater, und zu dir mit wahthron uns nahn, Zu danfenfrer inbrunft fleben. S und zu beten, und unser flehn 8. Dein nam, o gott, gehei audir, o herr, Sef nie ein ligt werd; Dein reich laß uns frostiges geplerr; Es sei ein erfreuen, Dein will gescheh flehn des herzens. auch hier auf erd; Gib frie3.Ingeist und wahrheit laf oen, brod, gedeihen; All unfre zu dir Das Herz uns glaubig sünden uns verzeih; Steb uns richten, mit andacht beten in der versuchung bei Erlös für und für, Ohn fremdes uns von dem übel. thun und dichten. Gib uns 9. Dieß alles, water, werde des glaubens zuversicht; So wahr, Du wollest es erfüllen. hoffen wir und zweifeln nicht Die Erhör und hilf uns immerdar bitte zu erhalten. Um jesu christi willen, Denn 4. Hilf, daß wir keine zeit dein, o herr, ist allezeit Von noch maaß Im beten dir vor- ewigkeit zu ewigkeit Das reich, schreiben, Anhalten ohne unter die macht, die ebre. terlaß Und auch bei dem nur bid ab gen des Gebets. bleiben, Was uns dein wille 2. Kraft Nugen und Se bitten lehrt, Was deinen gros sen namen ehrt, Und unser wobl befördert. Genug du hast genade. 439. Mein bester troft in 5. Laß uns im herzen und meinem leben gemüth Auf unsre kraft nicht Ist ein gebet zu meinem gott, bauen, Auf deine weisheit, Dieß kann mir frast in schwach macht und güt Laß einzig uns beit geben, Geduld und muth vertrauen, Und sind wir dessin jeder noth, Bei jedem gram 8. Vom Gebet, 279 gram bei jedem schmerz Ein Dann bitt ich gott; er hilft ruhiges zufriednes herz. mir fämpfen, Er gibt mir 2. Wie kann ich trost und muth zu jeder pflicht Und zuflucht finden, Wenn mein schenkt mir willigkeit und gewissen mich verklagt; Wenn kraft Zum siege über leiden. bei der menge meiner sünden schaft. Mein herz vor seinem richter 8. Wenn ich im Ilegten zagt? Nichts tröstet mehr als fampf des lebens. Bei nieein gebet, Das bei dem herrn mand hülfe finden kann: So um schonung fleht. ruf ich gott doch nicht verge3. Muß ich um des gewis- bens Um seinen troft und beisens willen Ein spott der la stand an, Der, wenn die sprasterbaften sein, So bet ich de- che mir vergeht, Doch meine muthsvoll im stillen Zu mei- seufzer noch versteht. Nun ruhen allelwälder. a nem gott, er bört mein schrein, Nimmt väterlich sich 440. Könnt ich in meinen meiner an und stärkt mich auf der tugend bahn. nöthen nicht gott vertraun, nicht beten, Wie 4. Nie will ich mich zu rä- elend wär ich dann; ann chen suchen, Wenn mich ein troft und hoffnung wanken; feind zu fränken sucht, Und Wie soll ichs gott verdanken, nie will ich dem wieder flu- Daß ich dann zu ihm beten chen, Der mir aus unverstand kann? eus Moaste geflucht. Nein, meine rach sei 2. 2. Oft raubten bange ein gebet, Das gott um gnade schmerzen Den frieden meis für ihn fleht. nem herzen Und flörten meine 5. Und wenn ein fummer rub: Doch wenn mich fummich verzehret, Den ich nies mer quälte, Dann fleht ich, mand entdecken kann; Dann dann beseelte Dein troft mich, ruf ich gott, der mich erhöret, gott, dann hörest du. Um trost in diesem fummer 3. Dann trug ich meine lei an. Ich weiß, wer ihm mit den Mit größerm muth und zuversicht Sein leid klagt, den freuden, Und ruh empfand verwirft er nicht. mein geist. Ich fand dann im 6. Ruf ich ihn an bei dem gebete Den trost, um den ich geschäfte Des standes, den er flehte, Den troft, den uns mir verlieb; So fleb ich nie dein wort verheißt. umsonst um kräfte: Der gott 4. Fleht ich zu dir am morder stärke gibt mir fie; Er gibt gen, So schwiegen meine foraus väterlicher Huld Mir se- gen Den ganzen tag in mir. gen, flugheit und geduld. Mit ruhigem gemüthe Ver7. Wenn, meine böse luft traut ich deiner güte Und zu dämpfen, Mir schwachen überließ mein schicksal dir. muth und kraft gebricht, fraft gebricht, 5. Und ruhig war mein S4 schlummer, 280 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. schlummer, Wenn ich dir mei- den schon, Wie er geschieht nen fummer, O gott, zuvor ge- vor deinem thron. Mach klagt. Von diesem troft umge- uns, o gott, in freud und leid ben, Daß du wachst für mein Zu dem, was dir gefällt, beleben, War meine seele unver- reit. Wehr auch des fleisches zagt. übermuth, Das wider deinen 6. Noch werden viele tage willen thut. Mir traurig unter ploge Und 5. Gib uns heut unser tägunter gram vergehn. Laß, lich brod, Du kennst am beherr, in meinen leiden Michsten unsre noth. Hilf uns, nie dein antlig meiden, Mich entferne krieg und streit, Pest, immer freudig zu dir flehn. seuchen, mißwachs, theure zeit! 7. Und laß mich stets empfin- Laß bei uns heil und friede den, Daß die dein antlig fin blühn Und laß uns geiz und den, Die glaubig dir vertraun. forge fliehn. Will Mit ruhevollem herzen Aiu 6. Vergib uns gnädig unsich in meinen schmerzen Aufre schuld, Und trage doch mit dich nur meine hoffnung baun. uns geduld! Begnadiget von 3. Das Gebet des Herrn. dir, dem herrn, Verzeihn wir Vater unser im himmelr. unsern schuldigern. Und du 441. Golt vater an erbar thust auch barmherzigkeit An men reich Derfdem, der gern, wie du, du in eintracht uns zugleich verzeiht. Als kinder heißeft zu dir 7. Herr, in versuchung führ nah'n; Wir rufen auf dein uns nicht. Und wenns im wort dich an. Und betet vor kampf an fraft gebricht, Hilf dir unser mund; Hilf, daß es du mit deiner starken hand geh von herzens grund! Und gib uns kraft zum widers 2. Dein name müß uns bei stand; Daß wir zuletzt als sie lig sein; Erhalte dein wort ger stehn Und deiner gnade bei uns rein; Und gib, daß, ruhm erhöhn. wie du beilig bist, Auch heilig 8. Mach uns von allem übel unser wandel ist. Behüt uns, los! Des lebens elend hier herr, vor falscher lehr; Und ist groß. Bewahr uns vor die verführet sind, bekehr. dem ewgen tod; Hilf auch in 3. Dein reich erschein in unsrer sterbensnoth; Und ende dieser zeit, Und vollends in glücklich unsern lauf: Nimm der ewigkeit. Steh uns mit uns in deinen himmel auf. deinem geiste bei, Mach uns 9. Dein ist reich, kraft und von fünden knechtschaft frei, berrlichkeit, D berr, in alle Dämpf deiner feinde macht ewigkeit, Wir alle sind dein und wuth, Nimm deine kirch eigenthum. Gebet erhören, ist in deine hut. dein ruhm. 3m namen jesu 4. Dein will gescheh auf er- flehn wir nun; Du kannst, du 8. Vom Gebet. Gebet des Herrn. 231 du wilist, du wirst es thun. dir. machst du uns zu deinen er10. Herr, amen! ja es werde ben, Und führst uns endlich, wahr. Stärk unsern glauben wenn wir sterben, Zu dir ins immerdar, Daß wir nicht reich der ehren ein.di zweifeln, unser flehn Durch 4. Herr, es gescheh dein beine gnad erfüllt zu sehn. beilger wille Auf erden, wie Ein freudig amen sprechen wir, im himmelreich. In ihm kommt. O vater, auf das wort von alles guten fülle, Ihn thun, macht uns den engeln gleich, Wie wohl ist mir o freund. Dein wille ist in allen dingen 442. Gott, der du in dem Gerecht, und heilig, ihn volls himmel throneft, bringen, Ist unsre rub und seMit herrlichkeit reich ange- ligkeit. Nur laß uns ihn auch than, Und dort in einem lich- recht erkennen, Laß uns von te wohnest, zu welchem nies lieb und eifer brennen, zu fol mand fommen kann. Jehovah, gen dem, was er gebeut.d unser herr und vater, Erhal 5. Gib uns in unsern lebenster, schöpfer und berather, Itagen Des leibes nahrung unGott, den der ganze himmel ser brod! Lehr uns das glück beehrt, Vernimm mich, ta ich vor scheiden tragen, Und mit gedich trete, Mit dem vollkom- laffenheit die noth. Gib, daß mensten gebete, Das uns. dein wir nicht des eitlen achten; ewger sohn gelehrt. Vielmehr mit ernst am ersten 2. Geheiligt werde, berr, trachten Nach deines reichs gedein name, So wie er selber rechtigkeit: So wird von deiheilig ist! Es wiß es adams nen gütern allen Auf uns ganzer saame, Daß du sein auch unser antheil fallen, Wie gott und vater bist; Daß auf dort, so hier auch in der zeit. der ganzen weiten erde Dein 6. Erlaß, o gott, uns unfre hoher ruhm verherrlicht wer- schulden Und gib, daß wir auch de, Und jedes berz dein tempel gern verzeihn, Beleidigungen sei; Daß nicht ein frevler, fromm erbulden, Und nie rachnicht ein spötter, Nicht ein süchtig wieder dräun. Stets verehrer fremder götter, Dich dem gebot gehorsam leben: und dein heiligthum entweih. Vergevet, so wird euch verge3. Dein reich, o gott, laß zu ben: So wirst du auch nach uns kommen, Das reich der deiner huld Dieß theure wort gnade und der kraft, Das sel- an uns erfüllen, Und uns, um se reich, das in den frommen jesu christi willen, Vergeben Dein heilger geift erhält und unsre sünden schuld. schafft. Laß uns durch lehre 7. Laß uns nicht in versu und durch leben Dein reich chung führen Von unserm bier zu erweitern streben Und herzen und der welt. Und hilf deine treue bürger sein: So uns allzeit triumphiren, Wenn ihre S5 282 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. ihre macht uns überfällt, der höh, Mit freudigkeit! Stark ist in uns der reiz der 5. Was unser leben hier sünden, Wir sind zu schwach erhält, Gib uns so lang es zum überwinden, Und der vers dir gefällt. Doch gib uns suchungen sind viel, Drum auch ein herz dabei, Das gott sei mächtig in uns dankvoll und genügsam sei, schwachen Durch treues fäm- Und dir vertrau! pfen, beten, wachen Bring uns 6. Ach, oft vergehn wir uns zum vorgesteckten ziel! an dir, Verzeih uns, vater, 8. Du herr! haft macht, uns so wie wir, Um deiner buld zu erlösen Unendlich groß ist uns zu erfreun, Auch unserm deine treu. Drum mach uns nächsten gern verzeihn, Der frei von allem bösen, Mach an uns fehlt! uns auch von der fünde frei, 7. Dringt auf uns wo Erleicht're uns des todes lei- versuchung her, So sei fie nie den, Und führ uns ein zu für uns zu schwer. Steh uns deinen freuden Nach dieses zum siege mächtig bei, Mach lebens müh und streit. Denn uns im guten fest und treu, wundervoll find deine werke, Erbarmender! Dein ist das reich und fraft 8. Erlöß uns endlich, unser und stärke, Von ewigkeit zu gott, Nach deinem rath, aus ewigkeit. al aller noth. Nimm, nach volls Erschienen ist der herrlichkeit. brachtem prüfungslauf, Uns 443. Du, deß sich alle bim- zu dem bessern leben auf, mel freun, Auch Gott, dem wir traun! unfre seele freut sich dein, 9. In deines himmels heis Daß du, deß macht unendlich ligthum, Auf deiner erd erschall ist, Daß du gott unser vater dein ruhm! Dein ist die macht, bie bift. Gelobt feist du! a herrlichkeit, Von ewigkeit zu ewigkeit. Gelobt seist du! 2. Weit, über unsre cinsicht weit, Geht deines namens 4. Andere allgemeine Bit herrlichkeit. Ibn ehre stets, von ten zu Gott. lieb entbrennt, Wer deinen Ich dank dir schon durch. großen namen nennt, Unend 444. Numächt'ger, der im licher! himmel thront, 3. Verbreite deiner gnade Und auf das niedre siehet, D ruhm Durch jesu evangelium; hör mich, der im staube wohnt Mach unser Herz ihm unter- und betend zu dir fliehet. than, So beten wir dich freu dig an, Allgütiger! 2. Was ist der mensch, wie arm, wie bloß Ift er, der herr 4. Der du in deiner wahl nie, der erden! Was ist der mensch, irrst, Und wohl zu thun nie mü- wie frei, wie groß! Unsterbde wirst, Dein wille, weisester, lich soll er werden. gescheb Auf erden, so wie in 3. Welch ein geschenk gabst du 18. Gebet. Allgemeine Bitten zu Gott. 283 du mir nicht, Da du vernunft groß an rath und that. Du mir schenkteft, Und da du durch willst, daß mit gebet und flehn, ibr göttlich licht Mich zu der Wir stets auf deine hülfe wahrheit lenfteſt! sebn. 16 Mein 4. Verleih mir doch die wis 2. Drum fomm ich auch mit senschaft ewges glück meinem beten, O gott, vor zu finden; Und gib mir wil deinen beilgen thron. len, muth und fraft, Mich freudig kann ich vor dich treten, felbst zu überwinden. Denn mich vertritt bei dir Wie 5. Lehr mich, was mein dein sohn. Durch ihn bin ich gewissen fagt, Weit allem voll zuversicht. Mein schwavorzuziehen, Und laß mich, dhes flebn verwirfst du nicht. was es untersagt, Mit größ- 3. So gib mir denn nach tem eifer flieben.hut deinem willen, Was deinem 19 6. Gib mir ein weich gefübl finde heilsam ist, Nur du voll herz, Wenn leidende ich kannst mein verlangen tillen, sebe. Gib, daß bei meines Weil du des segens quelle bist. feindes schmerz. Ich nie froh Vor allem dingen sorge du Für lodend siebe, nel meines geistes wahre rub.it 7. Laßt mich nie mit ver 4. Gib mir beständigkeit im wegner hand Nach deinem glauben, Laß meine liebe thä frafrecht trachten, Noch jeden, tig sein. Will etwas mir dieß der dich nicht erkannt, Der fleinod rauben, So schränke bölle würdig achten. die versuchung ein, Und stärke 8. Im glücke furcht, im mich mit fraft und muth: unglück muth, Sei alles, was So sieg ich über fleisch und ich flehe. Was du, mein blut. schöpfer, willst, ist gut, Und 5. Bewahr in mir ein gut was on willst, geschehe! on gewissen, Ein herz zu dir voll 9.D du, des ewge majestät freudigkeit, Ein herz, aufs Durch alle himmel dringet, Vor gute stets befliffen, Das sich dem mit lob der engel steht, vor deinem auge scheut. Und Und preis und ehre bringet. febl ich, gott, so zücht'ge mich, mein Fnie vor Zu meiner befrung väterdu mich staub lich. 10. Jch beug dir, o herr, Der erboben, Heil mir, ich bin 6. Ein herz, das in beglückten ein geift wie er, Der mensch tagen, Ovater, deiner nie vers barf, berr, tich loben. gift, Ein herz, das unter noth Wer nur den lieben goit läßt. und plagen Mit deinem rath 445. Wer kann, gott, je zufrieden ist, Ein herz, voll Das nicht von sprung hat? was gutes haben, zuversicht zu dir, Und voll dir den ur- geduld, verleibe mir.de wol Du bist der ge 7. Du wirst es alles weißber aller gaben, und immer lich fügen, Du weißt am bes sten,' 284 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. sten, was mir nüßt, An dei-| left du mir geben. In deiner ner huld laß ich mir gnügen, hand steht meine zeit, Laß du Die schwache mächtig unter- mich nur barmherzigkeit Vor flüßt. Zufrieden, vater, folg dir im tode finden. ich dir, Befest'ge diesen finn in mir. Vor deinen thron. 8. Soll ich auf erden länger 447. Ich komme vor dein leben, So gib, daß ich dir angesicht, Verwirf, leben mag. Laß mir den todo gott, mein flehen nicht, Vervor augen schweben, Und gib mir alle meine schuld, Du kommt dereinst mein sterbetag: gott der gnade und geduld. So sei mein ausgang aus der zeit Ein eingang in herrlichkeit. 2. Schaff du ein reines herz die in mir, Ein herz voll lieb und Sei lob nnd ehr dem 446. Sott, deine meng furcht zu dir, Ein herz voll demuth, preis und dank, Ein gute rubig herz mein lebenlang. reicht so weit, So 3. Sei mein beschüßer in meit die wolken geben, Du gefahr, Ich harre deiner imFrönst uns mit barmherzigkeit, merdar; Wo ist ein übel, das Und eilft uns beizustehen. mich schreckt, Wenn deine Bist mächtig väterlich gefinnt; vaterhand mich deckt? Vernimm mein flehn, bör 4. Ich bin ja, herr, in deiner mich dein find! Denn ich will hand, Bon dir empfing ich vor dir beten. den verstand, Erhalt in mir 2. Ich bitte nicht um über- und durch dein wort Erleucht fluß, um schäße dieser erden. und leit ibn immerfort.s Laß mir, so viel ich haben 5. Laß, deiner güte mich muß, Nach deiner gnade wer zu freun, Sie stets vor meis den. Gib mir nur weisheit nen augen sein. Laß, meines und verstand, Dich gott, und glaubens mich zu freun, Ihn den, den du gefandt, Und mich stets durch liebe thätig sein. selbst zu erkennen. 6. Das ist mein glück, was 3. Jch bitte nicht um ehr du mich lehrst; Das sei mein und ruhm, So sehr sie men glück, daß ich zuerst Nach deischen rühren: Des guten na- nem reiche tracht und treu In mens eigenthum Laß mich nur allen meinen pflichten sei. nicht verlieren. Mein wahrer 7. Ich bin zu schwach aus ruhm sei meine pflicht, Der eianer fraft Zur dämpfung ruhm vor deinem angesicht, meiner leidenschaft. Du aber Und frommer freunde liebe. laiebst mit kraft mich an, Daß 4. So bitt ich dich, mein ich den sieg erlangen kann. herr und gott, Auch nicht um 8. Gib von den gütern dies langes leben, Im glücke de ser welt, So viel mir nüßt muth, muth in noth, Das wol- und dir gefällt, Bei weni gem 8. Vom Gebet. Allgemeine Bittgefänge. 285 gem zufriedenheit, Zu meinem mels vorschmack ist, Und einst fleiße beiterkeit. mein Ende mir verfüßt. 9. Schenkst du mir aber 4. Dein wort fei meines überfluß, So laß mich mäßig lebens licht, So täuscht der im genuß, Und dürft'ge men- erden glück mich nicht. Die welt schen zu erfreun, Mich einen mit ihrer luft vergeht, Wer frohen geber sein. Madeinen willen tbut, besteht. 10. Gib mir gesundheit und 5. Hilf, daß ich meiner pflicht verleih, Daß ich sie nüß und getreu, Gern andern menschen rankbar sei, Und nie, aus nüglich sei; Mich freue mit liebe gegen sie, Mich zaghaft den fröhlichen, Und weine mit einer pflicht entzieh.. den weinenden. 11. Erwecke mir ftets einen 6. Zum woblthun sei mein freund Ders treu mit meiner herz bereit, Zur sanftmuth, wohlfahrt meint, Mit mir in zur versöhnlichkeit; So bring deiner furcht sich übt, Mir ich christlich und in ruh Aaf rath und trost und beispiel erden meine tage zu. gibt. 7. Im glück gib mir bescheis 12. Bestimmst du mir ein denheit, Ein herz zu dir voll längres ziel, Und werden mei- dankbarkeit, Im unglück schenke ner tage viel: So sei, herr, mir geduld, Und trost an deimeine zuversicht, Verlaß mich ner vaterhuld. auch im alter nicht. 8. Was sonst mir fönnte nüße 13. Und wenn sich wird lich sein Siehst du, mein gott, mein ende nahn, So nimm dich am besten ein. Gib nur, daß meiner herzlich an, Und sei ich stets sei vergnügt, Mit aldurch Christum deinen sohn, lem, was dein rath verfügt. Mein schirm und schild, mein großer lohn. In voriger Melodie. 9. Du, berr, bist meine zus versicht. Entzeuch mir deine gnade nicht, und schließt sich 448. Bis hierher halfst du hier mein lebenslauf: So nimm mir, mein gott, mich in den himmel auf. Du halfft mir aus so mancher 10. Da wechselt nicht mehr noth, Und o wie viel, die un- freud und leid. Da find ich bekannt Mir blieb, ward von bis in ewigkeit Das glück, das mir abgewandt. feine unlust stört, Das glück, 2. Zum froben aufenthalt das sich ohn ende mehrt. allhier Gabst du so manche freuden mir, Und immer noch 449. Vor deinen thron ist deine treu, Mich zu beglücken, täglich neu. tret ich biemit, Gott vater, höre, was ich 3. Drum wart ich ferner auf bitt, Verwirf von deinem dein heil, Ein gut gewissen sei angesicht, Verwirf mich armen mein theil. Das hier des him- sünder nicht. 2. Gott 286 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 2. Gott, schöpfer, vater, o tbig steh Und auch im elend wie mild Schufst du mich als nicht vergeh, Daß mein herz dein ebenbild. Durch dein wort trost und rube find, Und alles bin und lebe ich, Vergehen freudig überwind. müßt ich ohne dich. 11. Dir, gott, dankt dann 3. Errettet hast du mich gar mein herz und mund, Dir oft Sehr wunderlich und unbank ich jetzt und alle stund Für verhofft, Da nur ein schritt, deine güte, treu und gnad, ja nur ein haar, Mir zwischen Die mich so viel gesegnet hat. tod und leben war. 12. Laß deine treue vater4. Verstand und ehr hab hand Niemals von mir sein ich von dir, Des lebens noth- abgewandt. Mich selbst, und burst gibst du mir; Dazu was ich hab und bin, Geb ich TH auch einen treuen freund, in deinen schuß dir bin. Ders treu im glück und unglück meint. the ind 13. Hilf, daß ich sei von here zen fromm Und daß mein ganzes 5. Sohn gottes, durch christenthum Aufrichtig und dein blut und tod Halsst du rechtschaffen sei; Nicht augenmir aus der fündennoth. Du dienst und heuchelei. bifts, der mein gewissen stillt, 14. Fehl ich, so hab mit Mein herz mit fried und freud mir geduld, Vergib mir gnäerfüllt. dig meine schuld, Und heilige 6. Wenn mich mein eigen durch frömmigkeit Mich im berz verflegt, Und dann die mermebr zur ewigkeit. bange feele zagt: So sichert 15. Und fommt mein lebensmich dein mittleramt, Daß ziel heran, Mein herr und mich mein richter nicht vergott, so bilf mir dann. Laß dammt. nur mein sterben selig sein, 7. Du bist mein beil in ewig- Auch noch im tode bin ich feit, Bist meines herzens trost dein. und freud, Ich kann durch 450. dein verdienst allein Hier rus hig und dort selig ſein. gott, du frommer gott, Du quelle aller gaben, Ohn den nichts 8. Gott beilgergeist, du höch- ist, was ist, Von dem wir alste kraft, Du bists, der in mir les haben; Gefunden leib gib alles schafft. 3ft guts an mir, mir, Und daß in solchem leib so iste nicht mein, Du hasts Ein unverlegte seel, Und rein gewirkt: es ist aanz dein. gewissen bleib. 9. Du schaffst, daß ich gott 2. Gib, daß ich thu mit fleiß, recht erkenn, Ibn glaubig berr Was mir zu thun gebühret, uno vater nenn, Daß ich dem Wozu mich dein befehl In wort der wahrheit treu Und meinem ftande führet. Gib, standhaft gott ergeben sei. baß ichs jedesmal Thu, wann 10. Daß ich in trübfal mu- lund wie ich soll, Und so ges rathe 8. Vom Gebet. Allgemeine Bittgefänge. 287 rathe mirs Durch deinen se Dein ruf lebendig machen. gen wohl. Dann führe mich verklärt In 3. Hilf, daß ich rede stets, deinen himmel ein Und laß Womit ich kann bestehen, Laß mich selig dort mit allen fein unnüßes wort Aus meis frommen sein. 100 nem munde gehen. Und wenn Vater unser im himmelr. nach meiner pflicht 3ch reden 451. Herr und regent der soll und muß: So gib den ganzen welt, der worten fraft Und nachdruck fie einft schuf, sie noch erhält. ohn verdruß. Du bist es gott, der alles trägt, 4. Findt sich gefährlichkeit, Was ist, was lebt und sich So laß mich nicht verzagen. bewegt. Dein ist die macht, Gib einen frohen muth Und kraft, majestät, Durch die der trost in leidenstagen. Durch weltbau herrlich steht. fanftmuth lehre mich Besiegen 2, Jch aber bin blind, dürfmeinen feind; Und wenn ich tig, blos, Mein elend, meine raths bedarf, Gib einen wei- noth ist groß. Drum bring ich sen freund. mein gebet vor dich, Erhör, 5. Faß mich mit jedermann erhör es gnädiglich. Schenk In fried und eintracht leben, du mir, der du gütig bist, Gott So weit es christlich ist; alles, was mir nöthig ist. Willst du mir etwas geben An 3. Erleuchte mein sonst finreichthum, ehr und glück: So stres herz, Gib wahre buße, gib auch dies dabei, Daß ich reu und schmerz, Und habe bet nicht ungerecht, Nicht stolz so mancher schuld Noch ferund sicher sei. nerhin mit mir geduld. Gib 6. Soll ich in dieser welt meinem glauben kraft und Mein leben höher bringen, licht; Erseße du, was mir Und unter mancher last Hin- gebricht. durch ins alter dringen: So 4. Nimm, vater, der es einzig gib, daß ich auch stets Ein fann, Dich meiner feele liebs frommes herz bewabr, Damit reich an; Bewabre mich für ich tragen mag Mit ehren beuchelschein, Und mache mein graues haar. gewissen rein, Daß ich( o 7. Laß mich auf christi tod tebe du mir bei!) Der tus Einft frob von hinnen scheiden gend treu ergeben sei. Die seele nimm zu dir Hinauf 5. Gib mir verstand in als zu deinen freuden. Es rube lem tbun, Der weisheit geist fanft der leib In seiner stillen laß auf mir ruhn, Und wo gruft, Bis ihn dein all nachts- mein berz im zweifel steht, wort Ins neue leben ruft. gleich den kindern, wan8. Wenn alle tobten dann fend geht: Da leite mich Auf dein gebot erwachen, nach deinem rath, Und förSo wird auch meinen staub dere zugleich die that. 6. Wann Und, 288 Zweite Abtheil. 1V. Pflichten gegen Gott. 6. Wann denn mein fleiß kraft Mich ernstlich zu befleidas seine schafft: So gib dem ßen, Ein wahrer christ zu sein, leibe stärk und fraft, Erhalte und nicht nur so zu heißen. mich gesund und frisch, Und Denn wer den namen hat segne nahrung, haus und Und nicht die that zugleich, tisch, Bescheere mir mein täg- Kommt wahrlich nimmermehr lich brod, Und sorge für mich zu dir ins himmelreich. in der noth. 5. Laß mich gewissenhaft In 7. Hilf, daß des lebens allen stücken wandeln, und big und last, Die du mir überall vor dir So denken, reaufgeleget hast, mir nicht zu den, handeln, Daß ich im herschwer zu tragen sei. Und zen rein Dir, gott, vertrauen bricht des leibes hütt entzwei; fann, Und fromm versichert sei, So führ durch Chrifli blut und Du nimmst dich meiner an. pein Den geist in deinen him- 6. Doch wenn ich schwacher mel ein. noch Aus übereilung feble, Herr, so verwirf mich nicht, Erwede meine seele, Daß sie den fehltritt bald Erkenne und 5. Befondre Bittgefange um geistl. Wohlthaten. O Gott du frommer. 452. Herr, aller weisheit bereu, Und ihn aufs fünftige quell, Gib mir Zu meiden, wachsam sei. recht zu erkennen, Daß nur 7. Ich übergebe mich Bis an die frömmigkeit Auch weis- mein lebensende Mit allem, beit sei zu nennen. Doch gib was ich bin, In deine vaters mir auch dabei Ein herz, das hände. O mache du, mein fo dich ehrt, Wie dir es wohl gott, Den vorfazz fest in mir, gefällt, Und uns dein sohn Ein wahrer christ zu sein; gelehrt. So leb und sterb ich dir. 2. Ich nenne mich nach ihm, Befördre mein Bestreben, Auch 453. Sich hier bin ich, stets nach deinem sinn Zu denEhrenkönig, Lefen und zu leben. Ich bin ge- ge mich vor deinen thron, tauft auf ihn, Dies sei zur hei- Meine thränen Und das sehligung, Der ich gewidmet war, nen Meines Herzens weißt du Mir stets ermunterung. schon. Laß dich finden, Laß 3, Aluch mir gabst du dein dich finden. Herr bist du, ich wort, Dies leite meine feele, staub und thon! Laß sie den sichern weg Der 2. Sieh doch auf mich, Herr, wahren tugend wähle. Was ich bitt dich, Lenke mich nach nüßt der glaube mir mit fei deinem sinn. Gott, mein trö ner wissenschaft? Wenn dochster, Des erlöster, Deffen ci mir immer fehlt 3um guten genthum ich bin. Laß dich fin luft und fraft. den, laß dich finden, Gib dich 4. Gib, höchster, mir dielmir, nimm mich dir hin. 3. Ich 8. Vom Gebet. Um geistliche Wohlthaten. 289 3. Jch begehre Nichts, offeele Den alten fünden finn, herre, Als nur einzig deine Daß ich, was du willst wäh gnad. Du versagst nie, Son- le, Voll eifer mich forthin dern gibst sie Dem, der dich Treu deinem dienst ergebe, liebt in der that. Laß dich fin- Und dir zu ehren lebe, Weil den, laß dich finden, Der hatlich erlöset bin. alles, wer dich hat. 4. Befördre dein erkennt 4. Gnadensonne, Seelen- niß In mir, mein seelenhort wonne, Unbeflecktes gottes- Und öffne mein verständniß lamm, Freund der seele, den Durch dein heilsames wort, ich wähle, Der zu mir vom Damit ich an dich glaube, himmel fam. Laß dich finden, Nichts böses mir erlaube, Sei laß dich finden, Herr, der selig hier und dort. fünder gern annahm! 5. Ach zünde deine liebe In 5. Hör, wie Fläglich, Wie meiner feele an, Daß ich aus beweglich Dir die treue feele innrem triebe Dich ewig lies fingt, Wie demüthig, Wie ben kann, Und dir zum wohl wehmüthig Dir dein kind sein gefallen, Beständig möge wal herz darbringt! Laß dich fin- len, Auf rechter tugendbahn. den, laß dich finden, Wenn 6. Du gibst dem schwachen dein kind sich zu dir dringt. ftärke, Verleih auch mir die 6. Dieser zeiten Eitelkei- fraft zu jedem guten werke, ten, Reichthum, wollust, ehr Die dein geist in mir schafft. und freud Lindern schmerzen Mein eigenes bestreben In Nicht dem Herzen, Das da diesem armen leben Ist viel denkt an ewigkeit. Laß dich zu mangelhaft. 454. Herr jesu, gnaden- Auf finden, laß dich finden, Großer 7. Ich hoff auf deine gnagott, ich bin bereit. de, Mich tröstet deine treu. deinem guten pfade sonne, Des wah- Mach immer mehr mich neu. ren lebens licht, Laß leben, llnd daß ich deinen willen licht und wonne, Die allen Aufrichtig mög erfüllen, So fummer bricht, Mein ganzes steh mir kräftig bei. herz erfreuen, Und meinen - geist erneuen. Dies glück ver- 455. Herzallerliebster gott; Der du in sag mir nicht. 2. Vergib mir meine fünden, diesem leben Die reine chris Und laß mich, berr durch dich slus lehr Zum führer mir geDer gnade trost empfinden, geben, Regiere doch mein herz Verleihe gnädiglich, Daß an Durch deinen guten geist, Daß des friedens gabe Mein herz ich stets folgsam sei Dem, fiets antheil habe. O herr, was dein wort verheißt. erhöre mich! 2. Verleih, daß ich zuerst 3. Tilg ganz aus meiner Nach deinem beifall trachie, Und 290 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Und kein vergänglich gut Dir doch getroft vertraun. Mehr, als es werth ist, achte. 8. Erlöse endlich mich Von Wer nach dem ewigen Mit allen meinen leiden, und ist rechtem eifer ringt, Empfängt die stunde da Aus dieser welt schon hier zum lohn, Was zu scheiden, O vater, so verwabre ruhe bringt. laß, Wenn meine hütte bricht, 3. Gib, daß ich von der fünd Mich sterbenden mit trost Und Mich unbefleckt erhalte, Und froher hoffnung nicht. daß in mir der trieb Zum gu Ich weiß mein Gott daß all. ten nie erfalte. Hilf, daß ich 456. Von ganzer feele immer wach, Jm kampf des preiß ich dich, glaubens treu, Und in der Herr, der du mich so väterlich boffnung stark, Und unbeweg- Bis hierher haft erhalten. Laß lich sei. für und für Noch über mir 4. Gib, doß ich als ein christ dein vaterauge walten. Mich christo ähnlich zeige, 2. Du scheufft uns leben, Und folgsam mein gemüth glück und ruh, Gibst kraft zur Zu seiner lehre neige. Sein pflicht und schaffst dazu Das geist regiere mich, Und nicht wollen und vollbringen, Wird der geist der welt, So bleib dein gedeihn Uns nicht erfreun ich auf dem weg, Der dir, So kann uns nichts gelingen. o herr, gefällt. 3. Du schusst und du res 5. Hilf, daß ich dich, mein gierst die welt Nach deinem gott, Von ganzer seele liebe, rath, wie dirs gefällt, Du Und lieb und gütigkeit Auch lenkst der menschen Herzen, an dem nächsten übe. Demü- Sei auch mein licht, Und thig, dankbar laß Mich bei laß mich nicht, Gott, deine des glückes schein, Geduldig huld verscherzen. hoffnungsvoll In trüben tagen sein. 4. Dein wort lehrt mich des lebens pflicht, Doch wie so oft 6. Nie müsse sich mein noch fühl ich nicht Die mängel herz Des fleisches luft erge- meiner seele! Ach gott der ben, Und nie dem schnöden huld, Vergib die schuld, Wenn geiz. Mein dir geweihtes le- ich aus schwachheit fehle. ben Sei von betrug und neid, 5. Verstand und herz ist feh. Bon unbarmherzigkeit, Von terbaft. Bald fehlt mir licht, ungerechtem gut Und stolzem bald fehlt mir kraft, Mich finn befreit. weislich zu regieren; Drum 7. Will deine hand mich hier bitt ich dich: Laß, böchster, mich auf raube wege leiten: So Selbft deine weisheit führen. unterstüße mich, Wenn meine 6. Herr, dessen treu uns tritte gleiten. Laß mich in al- ewig liebt, Laß mich beim se ler noth Auf deine hülfe baun gen, den sie gibt, Auf dich den Und auch wenn sie verzeucht, lgeber schauen. Selbst, wenn du 8. Vom Gebet. Um leibliche Wohlthaten. 291 du schlägst, und freuz auf- 6. Ein gleicher muth in freud legst, Laß mich dir fest ver- und Leid, Zufriedner finn und mäßigkeit, Und ordnung trauen. 7. Gib, daß ich meine lebens- in geschäften Dieß sei mein zeit Nur dir mit ganzem ernst rubm, laß meinen leib Das geweiht In deiner furcht voll- laster nie entkräften. bringe, Bis ich einst dir Dort 7. Und dann laß mich des für und für Lob, preiß und lebens kraft, Die deine güte ehre singe. mir verschafft, zum guten Bittgesänge um leibliche zweck verwenden. Zu deiner Wohlthaten. ebr, in lieb und pflicht Mich meinen lauf vollenden. Um Gesundheit. In dich hab ich gehoffet. 8. Doch schickst du mir auch 457. Von dir, gott der krankheit zu, So gib geduld, barmherzigkeit, sei meine ruh, Du kannst mein Kann unter gütern dieser zeit leid verfüßen. Mein labsal Rein größres mir zusließen, sei dann deine gnad, Ein Als wenn du mich gesund- junbefleckt gewissen.d heit, gott, Und träfte läßt 9. Und kommt dann endlich genießen. auch mein tod, O da sei du 2. Dank sei, v bester vater, mein trost, mein gott, Verdir, Du hast aus großer liebe zeib mir alle fünden, Laß meis mir Dies gut bisher geschen- nen tod, herr, heilig sein Mich fet! Dein ists, daß ich noch ewge rube finden. leb und bin! Du bists, der 10. Ja gib mir, was mir mein gedenket! nüß und gut An seel und leib 3. Ach friste ferner väter an ehr und gut, Von aller lich Mir dieß geschenk, denn schwachheit leiden Erlöse mich nur durch dich kann ich es und schenke dann Mir deines mir versprechen. Verschone himmels freuden. mich, ists nüßlich mir, Mit um Segen in Berufs- und frankheit und gebrechen. Nahrungsgeschäften. die welt ernährt, 4. Auch laß mich meiner Herr Jesu Christ dich zu uns. sinnen nicht, Wenn dirs ge- 458. Gott, deffen hand fällt, o gott, mein liht, Jemals beraubet werden. Er Und jedermann sein theil ge balte fie mir fernerhin, So währt, Laß deinen segen auf lang ich leb auf erden. mir ruhn Und mich mein werk 5. Mich leite deine vater- mit freuden thun. hand. Nie laß mich der ge 2. Du sorgst für mich, doch sundheit Pfand Durch eigne so, daß ich Auch sorgen soll zu schuld verscherzen. Auf sünden thun, was mich Dein offenfolgt schwachheit und noth Und barter wille heißt, Dazu verfeel und leibesschmerzen. leih mir deinen geist. 3. Hilf, T2 292 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 3. Hilf, daß ich stets in ich sorge, wie ich soll. Ja dieser welt, So lebe, wie es forge du, so gehts mir wohl. dir gefällt, Mich von der Um Rettung aus Noth fünde zu befrein, Laß meine erste sorge sein. und Gefahren. 459. Wenn wir in höch4. Stehts erft mit meiner sten nöthen sind, seele wohl, Dann lehre mich Wenn weder bülf noch trost auch, wie ich soll Auf meines sich findt, Und wissen weder leibes wohlergehn Mit wah- schuß noch rath, Ob wir gleich rer christenweisheit sehn. sorgen früh und spat. 5. Dich ruf ich an, verlaß 2. Dann ist es unser troft mich nicht, Du weißt ja wohl, Jallein, Daß wir uns deiner was mir gebricht, Was du noch erfreun, Und fliehn zu willst geben, gib du mir Undjdir, o treuer gott, Du bester dann zufriedenheit mit dir. helfer in der noth! 6, Mit beten geh ich an 3. Wir heben unser ang und mein werk, Gib du dem leibe herz Hinauf zu dir in unserm fraft und stärk. Mit dir fang ichmerz, Und flebn dich um ich die arbeit an, Durch den begnadigung, Und aller stra ich sie vollenden faun. fen linderung. 4. Nach deiner gnade fagest du, Dies allen, die dich bitten, zu, Durch den, der unser mittler ist, Durch unfern heiland jesum christ.i 7. Erleichtre mir der ar beit last, Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was meines standes ist, Erfreut, daß du mein helfer bist. 5. Dir, unserm vater, unferm gott, Dir flagen wir all 8. 3u bir hoff ich voll zu versicht, Qu werdest meinem" fleiße nicht Dein fegnendes unsre noth. Ach deine vatergedeihu entziehn, Vergebens augen sehn, wie so verlassen ist sonst mein bemühn. wir da stehn. 6. Nur du bist unsre zuver 9. Du machst die dürren sicht, Bergilt nach unsrer berge naß, Du kleidest blumen, schuld uns nicht, Steh uns laub und gras, Für deine sorg um christi willen bei, Mach ist nichts zu klein, Du wirst uns von allen plagen frei. auch mein versorger sein. 7. Dann danken und lobsin. 10. Verstünd ich nur nach gen wir mit freudenvollem deinem sinn, So lang ich noch herzen dir. Gehorsam deinem auf erden bin, mit deinen ga theuren wort, Herr preisen ben umzugehn, Wie wohl wir dich hier und dort. wird es dann um mich stehn! Allgemeine Fürbitte Was mein Gott will. 11. O mache mich dazu recht tren, Daß ich dir tä- 460, Gott, dessen nam ist tig dankbar ſei, Hilf, daß! wie dein ruhm, Ich 8. Vom Gebet. Allgemeine Fürbitte. Ich wags, zu dir zu treten, unserm glück verbreiten! Und will, als für mein eigen- 6. Gib, daß sich ehre, recht thum, Für andrer wohlfahrt und treu Im ganzen lande beten. Für sich allein Beglückt küsse, Daß jeder fromm und heizu sein, Bringt christen lig sei, Und richte jedes füße nicht gnug freuden. Drückt Bom fündensteg zum himmich kein joch, So fränkt melsweg, Daß deines namich doch Des nebenchristen mens ebre, Herr, durch dein leiden. wort fich fort und fort Bei 2. Du schufft ja, was von allen menschen mehre. adam stammt, Zum wahren 7. Die armen laß durch dei. glück und leben. Willst allenne huld Sich ihrer arbeit nähauch, von lieb entflammt, Dielren; Den franken wollest du seligkeit gern geben. Erleuchte geduld, Betrübten troft gedoch, Die ißo noch Bei dicken währen! Wer dich verehrt, finsternissen, Sich selbst all- Sich redlich nährt, Dem wolbier Den weg zu dir Durch lest du, herr, geben Zu aller sünd und wahn verschließen. zeit Zufriedenheit, Glück, hülfe, 3. Erweiche der verstockten troft und leben. Herz, Bekehre die verführten. 8. Wir alle, vater, wir sind Ach, daß sie doch der fün- ja Ein werk von deinen händen schmerz Und deine gnaden, Laß nie, ist angst und de spürten! Daß keiner nicht trübsal da, Dein schuß sich In dein gericht Und strenges von uns wenden. Du bist ja urtheil fiele! Ach leite fie der, Dem nichts zu schwer, Doch spät und früh Zum vor- Drum sprich durch jesu nagesteckten ziele! men, 3u deren flehn, Die 4. O stärke die im glauben vor dir stehn, Dein ja und stehn, Und findlich dich vermächtig amen. hren, daß deinen weg sie freudig gehn, Und deinen 9. Lob und Dank. ruhm vermehren! Hilf ih- 1. Pflicht des Lobes Got nen auf In ihrem lauf, Wenn tes. Erweckung dazu. ihre füße gleiten, Und lehre sie Bom Himmel hoch da. Des lebens müh Durch deine 461. Auf, christen, preißt fraft bestreiten. mit mir den 293 5. Hilf, daß die ganze chri- berrn! Wer preißt, was herrflenheit Dich als den höchsten lich ist, nicht gern? Er, den ehre, Daß weder hochmuth, der ganze bimmel ehrt, Ist baß noch neid Dein heilig unsers höchsten lobes werth. wort verfebre! Laß seine macht 2. Lobt ihn, sein ganzer nam Des irrthums nacht, Der ist ruhm; Unendlichkeit sein sünde reich bestreiten, Und sei- eigenthum, Dies grenzenlofe nen schall Sich überall Zulmeer von licht Durchschaut T3 der 294 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. der höchste engel nicht. Gedenkt, was er an uns ge3. Ja freuet euch, ihn zu er- than; Wer ist, der ihn gnug höhn! Solch lob ist heilsam, loben kann? herrlich, schön. Es zeigt verstand, erfreut das Herz, Und 462. stillt im leiden unsern schmerz. Nun danket all und bringet. Auf, christen, brine get preiß und ehr 4. Wie wird der geist da Dem herrscher aller welt, durch entzückt, Hinauf zum Dem mächtigen, der erd und himmel hingerückt! Mit seinem meer, Und alle himmel hält. hocherhabnem freund, Mit 2. Lobt gott mit frobem gott stets inniger vereint! jubelschall, Jhn, unser höch5. Welch ein so herrlicher stes gut, Der große wunder. beruf, Zu dem gott selbst die überall Auch an uns menengel schuf! Welch eine theu- schen thut. re süße pflicht, Die uns fo 3. Von unsrer zarten findreichen lohn verspricht! beit an Hat er uns unterstützt: 6. Ja pflicht ist's, daß ihr Er, der allein uns helfen kann, sein gedenkt, Ihr, denen er Und gern uns hilft und schützt. verstand geschenkt, Die ehre 4. Aus seiner fülle nehmen des verstandes ist, Daß ihr wir noch immer, was uns den ew'gen kennt und wißt! nährt, Und unsern seelen 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn auch schon hier Zufriedenheit besingt, Die ihr von ihm ein gewährt. herz empfingt, Das sich zu 5. Er breitet stets auf uns gott mit inbrunst nahn Und serm pfad Viel freuden um seine größe fühlen kann. uns her, Die noth, Womit 8. Auch euer mund, so oft sein weiser rath Uns prüft, er spricht, Erinnert euch an erleichtert er. diese pflicht. Die sprache dankt 6. Er trägt, nach güt'ger ihr ihm allein, Und wolltet vaterart, Uns schwache mit nicht voll ruhmes sein? geduld, Er züchtigt wohl, 9. Wer ist gutthätiger als doch nie zu hart, Und schenkt er? Denn welche gabe sollt uns gern die schuld. uns der Nicht schenken, der 7. Er wedt uns das geso sehr uns liebt, Daß er auch wissen auf, Ruft uns zur seinen sohn uns gibt? besserung: Und stärft uns, 10. Was gebet ihr nun ihm achten wir darauf, Dit fraft dafür? Gebt ihm ein herz voll zur heiligung. dankbegier, Das ganz in sei- 8. Er bleibt uns treu, fein ner lieb entbrennt, Das ist es, wort steht fest. Wer hier sich was ihr geben könnt. zu ihm hält, Kommt, wenn preift er ese welt verläßt, Zum mit mir den Herrn, Wer glück der bessern welt. preist nicht milde geber gern? 9. Drum, christen, fingt 11. Auf, chriften, ihm 9. Lob und Dank. Pflicht und Erweckung dazu. 295 ihm preiß und dank für Dort in der ew'gen rub. feine freundlichkeit. Dort preist Nun freut euch lieben. sie unser lobgesang, Noch mehr 464. Robsinget gott und in ewigkeit. betet an! Es bank, 463. Nun danket all und es rühm, Wie es singe, Es jauchze, bringet ehr, Ihr wer nur jauchzen kann, Dem menschen in der welt, Dem schöpfer aller dinge! gott, vor dem der engel heer groß, wie schön ist seine kraft! Anbetend niederfällt. Wie herrlich, wie untadelhaft 2. Befingt mit frohem ju- Sind alle seine werke! belschall Gott, unser höchstes 2. Wie schön, wie würdig seigut, der seine wunder überall ner macht Sind nicht der himUnd große dinge thut. mel heere! Welch herrlich licht 3. Der uns von unsrer welch eine pracht Bestrahlt fie kindheit an So väterlich er- ihm zur ehre! Das auge sieht hält, Und wo kein mensch sich nimmer satt, Sieht, was nicht helfen kann, Sich selbst es auch gesehen hat, Doch zum helfer stellt. immer neue wunder! 4. Der, wenn wir fünder 3. Nicht wunder für das ihn betrübt, Uns doch noch aug allein, Auch wunder für vater ist, Die straf erläßt, die die seele: Damit es ihr, sich zu schuld vergibt, Und wohlthun erfreun, An keiner schönheit nicht vergißt. fehle, Wie kunstvoll ändert 5. Er gebe uns ein fröhlich gott fie ab, Dem mangelt, berz Erquicke geist und sinn; was er andern gab, Und jeUnd bei des lebens sorg und des ist doch herrlich! schmerz Helf er uns fernerbin! 4. Wo ist ein graß, wo ist 6. Er laffe feinen frieden ein blatt! Ein ftäublein auf der ruhn Auf unserm vaterland, erde! Wodurch, o mensch, Er gebe glück zu unserm thun nicht gottes rath und kraft und heil in jedem stand. verherrlicht werde? O wie 7. Er laffe seine lieb und güt ist seine macht so reich! Was Noch ferner mit uns gehn. aber deiner trägheit gleich, Was er als vater außersieht, Daß du's nicht siehst, nicht Wird uns zum heil geschehn. fühlest! 8. So lang dieß leben hier 5. Gab seine macht, die schönoch währt, Sei er stets un- pferin, Zum führer deines lefer heil. Und scheiden wir bens, Dir deinen geist, so einst von der erd, Dann manchen sinu, So viel gefühl bleib er unser theil. vergebens? Für wen, für 9. Wenn dann das herzwen, als dich erschafft, Erim tode bricht, Schließ sich bält und schmücket feine fraft das aug sanft zu, Und gott So viele große werfe? zeig und fein angesicht! 6. Dein gott bedarf nichts! T4 feine 296 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. seine hand, Die seine schö- sieht, Verschmäht nicht schwapfung schmückte, Gab dir em- cher menschen lied! pfindung und verstand, Da- 2. Höchster, deiner allmacht mit er dich beglückte. Willst gleichet Auch deine gnade, und du, o mensch, nicht glücklich sie reichet Durch aller himmel sein? Will sich nicht deine himmel hin! Nie hast du dein feele freun? freun? Nicht immer wort gebrochen, Selbst bofffroher werden! nung des, das du versprochen, 7. Er selbst entflammt in Ist mehr als einer welt gewinn. beiner bruft Die sehnsucht nach Eh erd und himmel war, vergnügen. Er schuf auch Warst du unwandelbar! quellen, die voll luft Stets Lobt den böchsten! Ihn, ihn rinnen, nie versiegen. Gib erhöht! Sein wort besteht, nur auf seine güte acht, Denn Wenn erd und himmel schon seine segenvolle macht Schafft vergeht! allen wahre freude. 3. Einst erschuf er, sich zur 8. Dir wohlzuthun, das ist ehre Von fonnen unzählbare ihr ziel; Laß dich zum dank beere, Auch die, die uns strahlt erwecken! O hätt ich doch genug und erquickt. Um die sonnen gefühl, Wie gut er ist zu hieß er erden, Auch die, die schmecken! Ist seiner wohnung uns ernähret, werden, Und vorhof schon So schön, wie herrlich hat er sie geschmückt. wird mich einf sein thron, Er sprach, und es geschab; Die Wie wird er selbst entzücken! welt stand fertig da. Lobt den 9. Lobsinget gott, und betet höchsten! Er will, er sprichts; an, Es dank, es rühm, es sin- Er schafft aus nichts, Der ge, Es jauchze, wer nur jauch- herr, der vater alles lichts! zen kann, Dem schöpfer aller 4. Herr, von dem wir alle dinge! Wie groß ist unsers gaben Aus deines reichthums schöpfers kraft. Wie herrlich, fülle haben, Du, herr, vers wie untadelhaft Sind alle giffest unser nic, Du schufft sein werke! alle millionen, die auf dem Wacht auf ruft uns die. weiten erdkreis wohnen, Du 465. 11nferm gott, den fennst und überschauest fie, gott der ehre, Be- Und jedem theilest du Sein fingen seiner engel dhöre, Der maaß mit weisheit zu. Lobt herr ist groß, sein name hoch! den höchsten! Diein gott, durch Werd auch du voll seines ruh- dich Entstand auch ich, Und mes, Volk gottes, volk des ei- du regierst mich väterlich. genthumes, Ob du schon staub Das Te Deum. bist preiß ihn doch! Ein dankbares gelall Ift ihm ein süßer 466. Herr gott, dich los schall! Lobt den höchsten! Herr Der reich an güt Aufs niedre gott, wir danken dir. Dein, pater, 9. Lob und Dankgesänge. 297 vater, ist in ewigkeit Das prüfungszeit Bis zu der froreich, die fraft die herrlich- hen ewigkeit. feit. Die welt, dein werk 5. Täglich, herr gott, wir und eigenthum, Verkündigt loben dich, Dir heiligt unfre deines namens ruhm. Der en- seele sich, Vor aller ungerech gel heer, die seraphim, Lob- tigkeit Bebüt uns heut und fingen die mit boher stimm: allezeit. Sei gnädig uns, o Heilig ist unser gott! Heilig ist treuer gott, Sei gnädig uns unser gott! Heilig ist unser in aller noth. Wenn wir zu gott! Der herr, herr zebaoth. dir, erbarmer, flehn, So las 2. Weit, über alle bimmel uns deine hülfe febn. Auf weit, Geht deine macht und dich steht unsre zuversicht, Vers herrlichkeit. Der heiligen apo- laß uns auch im tode nicht. stel zahl, Und die propheten Amen. allzumal, Der wahrheit mär 2. Lob- und Dankgesänge t'rer überall Lobsingen dir mit für alle Wohlthaten frohem schall Auch deine ganüberhaupt. ze christenheit Preift dich auf erden weit und breit, Dich, 467. vater auf der himmel thron, Wie schön leuchtet der. Lobsinget gott! dank, preiß und ehr Sei Und jesum deinen eingen sohn, unserm gott je mehr und mehr Sammt deinem geiste, dessen Für alle seine werke. Von fraft Ein neues leben in uns ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, schafft. und herrschet weit und breit 3. Du, herr der ehren, jesu Mit weisheit, güt und stärke. drift, Der du der fünder hei- Singet, Bringet, frobe lie land bist, Du wardst, um un- der, Fallet nieder, Gott ist ser trost zu sein, Ein mensch, herrlich, Unaussprechlich wie wir, doch fehlerrein. Du groß und selig. E bast den weg zu gott gelehrt, 2. Loosinget gott! dank, Des tores macht hast du zer preiß und rubm Sei von uns, stört. Nun herrschest du ins deinem eigenthum, Herr jeſu, vaters reich, An majestät und dir gesungen. Du mittler anad ihm gleich. Im grade läs- zwischen uns und gott, Haft seß du uns nicht; Du kommst durch gehorsam bis zum tod dereinst und hältst gericht. Das leben uns errungen. Hei4. So hilf uns denn, dir lig, Selig Ist die freundschaft dankbar sein, Dir folgen und Und gemeinschaft aller fromuns deiner freun, Einst fei men, Die durch dich zum im bimmel ewig heil Mit al vater kommen. len frommen unser theil! Hilf 3. Lobsinget gott! bu geist deinem volk, herr jesu christ, des herra, Sei nie von unUnd segne, was dein erbtheil serm geifte fern, Mit kraft ift. Leit uns durch unsre ihn auszurüsten. Du machst uns T5 298 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. uns glaubig, weis' und rein, strömen der güte geregnet. Hilsst uns getrost und siegreich Denket daran, Was der allsein Im streit mit unsern lü- mächtige kann, wie er uns sten. Leit uns, Stärk uns, Jn liebreich begegnet. der freude, Wie im leide, 7. Lobet den herren, der, Gott ergeben, Und der tugend wenn wir als christen einst treu zu leben. sterben Uns auch im tobe nicht 468. Lobet den herren, den lässest vergehn und verderben mächtigen könig Und nach dem tod Uns liebt der ehren! Laßt uns den gü- und segnet als gott, Ewige tigen vater im himmel verehfreuden läßt erben. ren. Tretet heran Stimmet 8. Lobet den herren, wer ein freudenlied an Des höchsten lebet der freue sich seiner, lob zu vermehren! Er ist der höchste, der einzi 2. Lobet den herren, der alles ge, außer ihm keiner, Er ist so herrlich regieret; Der uns ein licht, Seele vergiß es auf erden so weißlich und vä- ja nicht, Ewig érbarmt er sich terlich führet; Der uns erhält, deiner. In der gefährlichen welt, Daßj Nun danket all und bringet. man sein vaterherz spüret! 469. Mein geift erstaunt, 3. Lobet den herren, der allmächtiger, unserer seelen gedenket, Geist- Wenn er das gute denkt, Das liche segen in himmlischen gü- du auch mir, mein gott und tern uns schenket, Der das herr, So unverdient, geschenkt. gemüth Tröstet und himmelwärts zieht, Wenn zeitlich trübsal es fränket. 2. Dann ist mein herz so hocherfreut Ganz deiner güte voll, Und weiß, vor heißer dankbar keit, Nicht wie es danken soll! 4. Lobet den berren, der große barmherzigkeit übet; Der, wenn 3. Da ich noch in der muts wir menichen mit sünden ibu terschoos, Mir selbst verbor häufig betrübet, Noch mit gen schlief. Bestimmtest du für geduld Göttlicher gnade und mich das loos, das mich zum huld Uns trägt und fünden leben rief.. vergiebet. 4. Du wählst des sterblichen 5. Lobet den herren, der nah- geschick Eh er geboren ist, Und rung dem leibe beschecret, Der so ward ich,( o welch ein glück!) uns gesundheit und freude Schon als ein find ein christ. und hülfe gewähret! In wie 5. Noch schwach und klein viel noth Hat nicht der gnä- ward ich durch dich Geschüßet dige gott Das leid in freute unsichtbar. Am geist und leibe verkehret. stärkte mich Dein arm von 6. Lobet den herren, der jahr zu jahr. unser thun sichtbar gesegnet, 6. Wenn in der jugend ich Auf uns vom himmel mit vom pfad der tugend mich ver 9. Lob- und Dankgesänge. verirrt; So hat mich, herr, dein treuer rath Darauf zu- 470. rückgeführt. Man lobt dich in stille, Denn du 7. Du warst mein schuß und erhörft gebet, o gott, Aus meine webr Vor unglück und deiner segensfülle Fließt alle gefahr; Und vor dem laster, freud und hülf in noth. Nur das noch mehr, Wie sie, zu du bist herr auf erden, Der fürchten war. frommen zuversicht. In trübsal und beschwerden, Säßt du die deinen nicht. Drum soll Nun lob mein Geel den. 299 8. In krankheit hast du väterlich mir neue frist geschenkt, Und deine buld er- dich freudig ebren Mein mund fchenft, und deine buld ervor jedermann, Und deinen quickte mich, Wenn sünden) mich gefränkt. ruhm vermehren, So lang er reden kann. 9. Wie froh und heiter ist mein blick, Da du so hoch mich ger deiner güte größe fennt, 2. Es müsse dein sich freuen, liebst, Auch fommt, von dir der und deinem dienft fich weihen, freundschaft glück, Wodurch du Wer jesu christi namen nennt. trost mir gibst. Hoch seist du stets gepriesen! 10. Und welche wohltbat, Du bist, der wunder thut, herr ist nicht Dies berz, das und Haft auch mir erwiesen tühlen fann! Dies herz, ganz, Das, was mir nüß und gut. dein, das dankbar spricht; Drum geb ich mich mit freu Was du an mir gethan. den Dir zum gehorsam bin. 11. Frob soll mir jeder tag nichts soll mich von dir schei vergehn Bei, deinem ruhm den, So lang ich hier noch bin. und preis; Ich will dich lie- 3. Herr, du hast deinen naben und erhöhn So gut ich men Sehr herrlich in der welt fann und weiß. gemacht, Wenn schwache zu 12. In schrecken, angst, ge- dir famen, Hast du mit bülf fabr, und noth Trau ich allein an sie gedacht. Auch mir half auf dich. Durch dich aestärkt, deine gnade, Herr, wie vers ist selbst der tod, Mir nicht gelt ichs dir? Bleib auf des mebr fürchterlich. lebens pfade och fernerhin 13. Und wenn einst erd und mit mir: So will ich dich bimmel bebt, Durch dich den erheben, Dich, der so gern berrn der welt, Will ich den erfreut, Und dir zu ehren preisen, der stets lebt, und leben Hier und in ewigkeit. mich alsdann erbält. ge= 14. Denn, berr, auch bei Nun danket all und bringet. der welten sturz Bleib ich 471. Du bists, dem ehr dein eigenthum, Die ewigkeit und ruhm selbst ist zu kurz, Zu deinem bührt, Und das, berr, bring lob und ruhm. lich dir; Mein schicksal haft DU 300 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. stets regiert, Und stets warst zer prüfungszeit Zu ewgem du mit mir. glück erhöhn. 2. Wenn angst und noth sich 11. Vergiß nicht, feele, beis mir genaht, So hörtest du, nen gott, Nicht, was er dir mein flehn, Und ließest mich, gethan Verehr und halte sein nach deinem rath, Hülf und gebot Und bet ihn ewig an. errettung sehn. Nun laßt uns Gott den. 3. Wenn ich in schmerz und 472. Laßt unserm gott krankheit fanf, Und rief: herr uns singen, Ihm rette mich, So halfst du mir, dank und chre bringen, Daß mit welchem dank, Mein gott, wir so viele gaben Von ihm erbeb ich dich? empfangen haben. 4. Betrübte mich des fein- 2. Nur er hat uns das les des haß, So flagt ich dir den ben Und feel und leib gegeben. schmerz, Du halfft mir, daß! Er ist es, der sie schüßet, Und ich ihn vergaß, Und gabst gibt, was beiden nüßet. geduld ins herz. 3. Dem leibe gibt er speise, 5. Wenn ich den rechten Die seele macht er weise, Das pfad verlor, und mich vermit fie frei von sünden, Mög schuldet sah, Rief ich zu dir, wahres glück empfinden. mein gott, empor, Und gnade war mir nah. 4. Für uns dahin gegeben Ward Christus unser leben; 6. Herr, für die leiden Er, der für uns gestorben, dank ich dir, Dadurch du Hat uns das heil erworben. mich geübt, Und für die freu- 5. Sein wort wird uns den, welche mir Dein milder zum segen Ein licht auf unsegen gibt. fern wegen Zu allen guten 7. Dir dank ich es, daß die na- werken Soll selbst sein geist tur Mich nährt und mich er- uns stärken. freut Ich schmeck in jeder frea- 6. Er läßt uns gnade finden, tur, Gott, deine freundlichkeit. Bergibt uns unsre fünden, 8. Ich danke dir für dei Wenu sie uns herzlich reuen, nen sohn, Der für mich sün- Und wir forthin sie scheuen. der starb, Und der zu deinem 7. Da wir denn schon auf gnadenthron Den zutritt mir erden So hoch begnadigt wer erwarb. den: Gott was wird nicht 9. Wie sehr liebt gott der für gaben Für uns dein hims menschen wohl! Erheb ihn, mel haben! volk des Herrn, Die erd ist 8. Wir bitten deine güte, seiner güte voll, Er hilft, er Daß sie uns stets behüte, Laß rettet gern. last bie dir zum woblgefallen Uns 10. Er hilft und läßt die gute wege wallen. traurigkeit Bald uns vors 9. Leit uns durch deine wahrübergehn, Willst uns nach fur heit, Bis wir in voller flar beit 301 9. Lob und Dankgesänge. heit Dich sehn und deinen na 3. 3u zählen sind sie nicht, men Dort ewig preisen, amen. mein vater, Die werke deis 473. Nun banket alle gott, ner segens hand, Du warst Mit herzen, schon lange mein berather, mund und händen, Der große Eh mein bedürfniß ich em dinge thut An uns und allen pfand. Selbst eh ich war, enden; Der uns von mutter- da masfest du Mir schon mein leib und findesbeinen an, Bis schicksal liebreich zu. diesen augenblick Unzählig 4. Du stärkst mir das ge guts gethan. schenkte leben Und läßt es nie 2. Der ewig reiche gott ganz freudenleer; zum hö Woll uns, so lang wir le- bern glück mich zu erheben, ben, Ein immer fröhlich herz Schickst du zwar manche trübUnd edlen frieden geben; sal her; Doch ftehst du auch Und uns in seiner gnad Er- mit fraft mir bei, Daß ich balten immerfort; Und uns nicht trost- und muthlos sei. aus aller noth erlösen hier 5. So oft hab ich in meiund dort.. nen tagen Mit freud und 3. Lob ehr und preiß sei dank es schon verspürt, Wie gott, Dem vater und dem du mich unter allen plagen sohne Und seinem heilgen 3war wunderbar, doch gut geist. Er, der vom himmels- geführt. Sch werd in brohen. throne Erbarmend auf uns der gefahr Stets deines troftes sieht, Bleibt, wie er ewig licht gewahr. war, Unendlich groß und 6. Wie sollt ich denn nicht gut. Lob sei ihm immerdar. voller freuden Besländig deie Wer nur den lieben Gott läßt.[ nen ruhm erhöhn? Wie sollt 474. könnt ich dich, mein ich auch im tiefften leiden, gott recht preisen, Nicht freudig trauernd auf Wie du des preises würdig dich sehn? Und fiele selbst der bist! Könnt ich dir guug den himmel ein, So wirst du dank erweisen, Den dies mein mein beschüßer sein. Dies Dies 7. Drum reiß ich aus bes gütigkeit fummers höhle Mein for entzücken gendes gemüthe los, Und rus fe mit erfreuter feele: Wie 2. Wer überströmet mich gut bist du, méin gott, wie mit segen? Wer theilt mir mit, groß! Du leitest mich nach was mir gebricht? Wer schüßer deinem ratb, Der nur mein mich auf meinen wegen? Wer heil beschlossen hat. schenkt dem geifte trost und 8. Von deiner gute will ich licht? Wer gibt zu meinem singen, So lange sich die zunthun gedeihn? Allgütiger, du ge regt; Dir will ich bank und bists allein! ehre bringen, So lange sich mein herz dir schuldig ist. herz, das deiner Sich täglich mit freut. 302 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. mein herz bewegt. Und wird le meines glücks. muind mein auch fraftlos 5. Es lehrte mich dein wort sein, So flimm, ich noch mit Dich, wie du bist, erkennen, feufzen ein. Nicht blos dich schaudernd, 9. Dieß schwache lob kann ich gott, Nein dich auch Bater nur geben, Nimm es, mein gott, nennen. Ich sahe mein ges in gnaten an, Bis ich in eis schick Als himmelsbürger ein, nem beffern leben Dich wür- Und dacht, ich sei nicht hier, diger erheben kann. Da steiget Um ewig hier zu sein. mit der engel chor Mein lob- 6. Also bat gott die welt, gefang zu dir empor. Mich in der welt geliebet, Daß er mir seinen sohn, Und Nun danfet alle Gott. 475. Ich will dem schö- mit ihm alles giebet. Sein pfer lob, Lob dem kreuz bringt segen mir, Sein erlöser fingen, Mein danker- ganz verdienst ist mein, Ich fülltes herz, Soll in die böb bin im leben jeßt Und einst sich schwingen. Steh, wie ein im tod noch sein. wandrer, fill, Und übersieh 7. Schreckt das gewissen mich die bahn, Denk, seele, was Mit angst der jugendsünden; gott thut, Und was er hat Denk ich: wo werd ich troft gethan. Wo trost i tode finden? 2. Du hast mich wunderbar So gibt mein glaube mir Geschaffen und bereitet, Herr, Von neuem zuversicht: Gott, durch die lebenszeit Haft dulder so gern verzeiht, Vermich treu geleitet. Wenns um dammt mich armen nicht. mich stürmisch war, Bedroh 8. Bald ist des lebens test du bass meer, Dann leg- bahn, Die kurze bahn zu ende, te sich die angst; Und still Du, gott, dem ich gelebt, wards um mich her. Nimm mich in deine hände. 3. Oft, wenn ich unruhvoll Komm, frohe ewigkeit! Voll An ferne tage dachte, Und hoffnung wart ich dein, Und manche trübe nacht Durch flimm in höher lob Mit himweinte und durchwachte: Dann melsbürgern ein. wars nur eitler wahn, Was meinen geist geplagt, Mein 476. unglück nicht mein glück Hat mir der herr versagt. bin ich vorhanden, Die him4. Lob sei dir für mein glück, mel und ihr heer Sind durch Und lob für trübe stunden. dein wort entstanden. Denn, Wer nimals freuz gefannt, wenn du sprichst, geschiehts, Hat nie sein glück empfunden. Wenn du gebeuist, stehts da. Es war die bitterkeit des jeg- Mit allmacht bist du mir gen augenblicks Oft schon Und auch mit güte nah. mein glücke selbst, Oft quel 2. Du bist der gott der fraft, Vorige Melodie. Durch dich, o großer gott, Durch dich 9. Lob- und Dankgesänge. 303 kraft, Dich preisen erd und mir dein herz, mein sobn, Und meere, Und himmel predigen wandle meinen weg, Ich bin Die wunder deiner ehre. Dich dein schild und lohn! bet ich dankend an, Mein heil 8. Herr, dein gebot ist heil, kommt von dem herrn, Du Dein weg ist fried und leben. hörst der menschen flehn, Und Wie könnt ich einem gott Der du errettest gern. liebe widerstreben? Der la O 3. Und wenn ich deiner huld, sterhafte mag In stolzem glücke gott, gewürdigt werde: blühn, Mich soll er dennoch Was frag ich außer dir Nach nicht In seine nege ziehn. allem glück der erde. Im him- 9. Auch wenn kein mensch mel donnerst du Und schrecken mich sieht, Will ich die sünde füllt das land, Doch fürcht ich fliehen, Denn du wirst aller nichts, denn du Deckst mich werk Vor dein gericht einst ziemit deiner hand. ben. Ich will, wenn meinem 4. Wenn ich die himmel seb, fleisch Was böses noch gelüst. Die du, herr, ausgebreitet, Bedenken, daß mein leib, Der sonne majestät, Den gott, dein tempel ift. mond, den du bereitet; So 10. Sollt ich nach ehr und sprech ich: was ist doch Der ruhm Mit sünd und unrecht mensch, daß du sein denfft, trachten? Nein, herr, wenn Und daß du täglich uns Un-( du mich ehrst, Mag mich die zählig gutes schenkst? welt verachten. Du bist es, 5. Voll güte läßt du uns Auffdem zum dienst Ich leib und grünen auen weiden, Nährst feele weib; Gib, daß mein uns mit speis und trank, Und wandel stets Dir wohlgefäl füllst das herz mit freuden. lig ſei. Du dachtest mein, eh mich Mein Gott das Herz ich bringe. Die mutter noch gebar, Ja 477. I finge dir mit herz sahst mich, eh der grund Der und mund, Herr, welt geleget war. meines herzens lust, Ich sing 6. Du wogst mein glück und mach auch andern fund, mir ab, Und leiden, die mich Was mir von dir bewust. üben, Und meiner tage zabl iner tage zahl 2. Ich weiß, daß du von War in dein buch geschrieben. ewigkeit Die reiche quelle bist. Du bist der frommen schuß, Woraus uns allen jederzeit Du bist der müden ruh, Ein Biel heil und gutes fließt. gott, der gern verzeiht, Wie 3. Was sind wir doch, was gnädig, gott, bist du! baben wir Von gütern aller 7. Wem sollt ich sonst ver- art, Das uns, o vater, nicht traun Als dir, du gott der von dir Allein gegeben ward? götter? Wen ebren so wie dich, 4. Du hast des bimmels schö Mein schutz und mein erretter? nen bau So prächtig aus. Wie fanft ist dein befehl: Gib geschmückt, Du bists, der unfer 304 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. ser feld mit thau Und regen sprung ist, Und bleibt auch stets erquict. stets dein gut. 5. Du sorgft für uns beim 14. Er ist dein schuß, dein gröften frost, Bei allem sturmlewig theil, In finsterniß dein und wind, Du machst, daß licht, Sn aller noth dein trost jährlich korn und most Für und heil, Schafft rath und uns vorhanden sind. läßt dich nicht. terland. 6. Du gibst uns leben und 15. Was fränkst du dich gedeihn, Du schenkst mit treuer in deinem sinn Und grämst hand Den frieden, des wir dich tag und nacht? Nimm uns erfreun, In unserm va- deine sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 7. Allgütiger, allein von 16. Hat er dich nicht von dir Fließt alles heil uns zu, jugend auf Versorg und Geschöpfe deiner hand sind ernährt, Und wunderbar der wir, Und unser schuß bist du. dinge lauf Zu deinem glück 8. Du nährest uns von gekehrt? jahr zu jahr, Bleibst immer 17. Er hat noch niemals gut und treu, Und stehest uns was versehn In seinem re auch in gefahr Und nöthen giment; Nein, was er thut gnädig bei. und läßt geschehn, Das nimmt 9. Du trägst uns fünder ein gutes end. mit geduld, Und strafft nie 18. Ei nun, so laß ihn allzusehr; Ja endlich nimmst ferner thun Und red ihm du unsre schuld, Und wirfst nicht darein: So wirst du sie in das meer. hier im friede ruhn, Und ewig 10. Das unglück, das von fröhlich sein. ferne drobt, Kehrst du so oft Dreieinigkeit der Gottheit. zurück, Und die schon gegen- 478. Mein gröfter wunsch, wärt'ge noth Verwandelst du in gluck. mein innigstes bes streben Ift, herr mein gott, 11. Du fennest unsrer ar- dich würdig zu erheben. Un beit müh, Und bist mit kraftlendlich groß ist deine vaternicht fern, Du förderst und treu Mit jedem tag ist deine vergiltft uns sie, Erfreuft und güte neu. segneft gern. 2. Die fonn enthüllt den 12. Du füllst des lebens schauplaß deiner werke, Und mangel aus Mit gütern, die alles zeugt von deiner buld bestehn, Wenn dieses leibes und stärke. Sie, die das ziel irdisch haus Einst wird zu von ihrer laufbahn weiß, Eilt trümmern gehn. raftlos bin, und strahlt zu 13. O seele, die du zaghaft zu deinem preiß. bist, Sei froh und fasse 3. Die erd ist dein, und muth. Gott, alles guten ur- bu regierst dies ganze. Bom men 9. Lob und Dank. Für geistliche Wohlthaten. 305 menschen an bis auf die klein- geist in mir, der sich des heiste pflanze Seh ich, wie groß lands freut, Rühmt unaufsich deine vorsicht zeigt; Sie hörlich deine freundlichkeit. reicht so weit, so weit der him mel reicht. 2. Denn du hast mich elenden angesehen, Von deinem 4. Und sie umfaßt auch mich, throne börtest du mein fleben. du, höchster, denkest An mich, Du hast, o herr, mich armen den staub, der du die welten nicht veracht, Haft mich er lenfest, Du sorgft für mich, höht und väterlich bedacht. gott, wie vergelt ichs dir? 3. Gott, wer kann deine huld. Ein dankvoll herz das bring und macht ergründen? Wer ich dir dafür. kann, wie weit dein wohlthun 5. Nimms gnädig an, gedenk gebet, finden? Wie viel, wie nicht meiner sünden, Durch viel hast du an mir gethan? deinen sohn laß mich vergeb- Mehr, als ich jemals dir vers ung finden. Er, welcher nie dankfen kann. ein glaubig flehn verwarf, 4. In feiner noth haft du Erlaubts, daß ich dich vater mich je verlaffen. Wie könntest nennen darf. du dein kind, o vater haffen? 6. So will ich dann mit kind- Nein, ewig währet die barmlichem vertrauen Auf dich al- herzigkeit, Die du an dem ers lein, so lang ich lebe, schauen. zeigst, der sich dir weiht. Du bist mein gott, mein retter 5. Du übst gewalt mit deis in gefahr, Mein bester freund nes armes stärke. Gerecht und mein helfer immerdar. wunderbar sind deine werke, 7. Mein heiland! gib mir Die stolz und hoch in ihrem fraft zum neuen leben. Gib berzen sind, Zerstreuest du, so mir den muth, dem beispiel wie die spreu der wind. nachzustreben, Das du, o 6. Die hohen läßt, im ange herr, uns hinterlassen haft. ficht von allen, Dein rath oft Dein foch ist sanft, und leicht schnell von ihren höhen fals ist deine last. len, Die niedrigen zicht deine 8. Dein auge sieht die schwä- hand hervor, Und bebet fie Chen meiner seele, Verwirf gang unverhofft empor. mich nicht! vertritt mich, wenn 7. Die hungrigen, die dich ich fehle! Zu dir empor fleht vor augen haben, Erfüllest du meine seele fiets, Und du vermit gütern und mit gaben. nimmst's, erhörer des gebets. Die reichen läßt du leer beim Der Lobgesang Marien. überfluß, Und ihren trog straft In voriger Melodie. efel und verdruß. 479. Was in mir ist, mein 8. Du benfest der barmher ganzes herz erhe- zigkeit und güte, Und sorgest bet Dich, höchster gott, der selbst mit fegnendem gemüthe, ewig herrscht und lebet. Mein Daß deine firche steht und fich 11 ere 306 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. erhält Bei allem spott und 6. Du bist und wareft imdroben dieser welt. merdar Mein schuß mein ret9. Was du, wie längst vor ter in gefahr, Der stifter meis unsrer zeit den alten, Auch nes wohlergebns, Und der uns verheißen, wirst du ewig erhörer meines flehns. halten. Du, herr, verläsfest 7. Wie oft entfernt ich mich deine finder nicht. Denn du von dir? Doch du, du bleibest allein bist unsre zuversicht. vater mir, Der, wenn ich reu10. Gott, vater, dir sei dank voll wieder fam, Mich wieder gesagt und ebre. Herr jesu väterlich annahm. chrift, den glauben in uns 8. Unzählbar sind und täg nebre. O heiliger geist, erneu lich) neu Die proben deiner vauns herz und mund, Daß wir tertreu, Dir fließt, o gott, der cein lob ausbreiten jede slund. gern erfreut, Die zähre meis ner dankbarkeit. Für geistliche Wohlthaten insonderheit. 9. Nimm, da ichs nicht vergelten kann, Daß opfer meines banfes an. Mein leben müsse Für deinen thron tret' ich. 480. Dich, herr und vater zeuge sein, Ich sei erkenntlich), 43 aller welt, Preist ich sei dein. mein gefang und dir mißfällt Nun lob mein Seel den. Der menschen stammelno 481. danklied nicht, Mein gott und meine zuversicht! unwerth Auf! meine seel! lobfinge! An dir, so du auch bist, Thut 2. Von mutterleib an warft gott so große dinge, Web du es, Wie freut sich meine dem, der seinen gott vergißt! seele deß, Daß du auch mir Gott rettet mich ins leben, ein vater bist, Der seines fin- Will alle missethat In christo des nie vergißt! mir vergeben: O gnadenvol 3. Früh ward ich in der tauler rath! Schon bier wirst du fe schon Geweibet dir und deis mit heile Getröstet und erfreut, nem fohn, Durch dein un- Und dort wird dir zu theile schäßbar wort allein Weiß Die rub der ewigkeit! ich, die ewigkeit fei mein. 2. Es hat uns wissen lassen 4. Wer war der immer Der herr sein recht und sein aütige, der langmuthsvoll michaericht; Erbarmung ohne leitete? Und stürmte trübsal maaßen Dem frommen, der auf mich zu, Wer half mir den bund nicht bricht! Schnell anders als, gott, du? eilt sein zorn vorüber; Straft 5. Herr, desfen augen stets nicht nach unsrer schuld; Der mich sahn Du ließest auf der herr begnadigt lieber, Nimmt pilgerbahn, Durch wohlthun lieber auf mit huld! Wohl mich zu dir zu ziehn, Für mich dem, der christo lebet! Gott so viele freuden blühn. lift er angenehm! Mit adlers flü 9. Dank und Lobgesänge für geistl. Wohlthaten. 307 flügeln schwebet Erbarmung Mein mund, mein volles herz über dem! erzähle Das gute, das er mir 3. Wie päter mit erbarmen erweist. Vergiß nicht, was Auf ihre schwache kinderdir gott gethan, feele lob schaun; So thut gott an uns ihn, bet ihn an! armen, Wenn wir in einfalt 2. Wie oft hat mir der herr ihm vertraun. Gott weiß es, vergeben? Wie oft vom un wir sind fünder, Gott weiß es, glück mich befreit! Wie oft wir sind staub, Und der verwe- gesundheit mir und leben Aus fung finder; Ein niederfallend väterlicher buld erneut? Wie laub! Kaum, daß die winde oft zog seine vaterhand Mich wehen; So ist es nicht mehr noch zurück vom grabesrand. da. Wir sterbliche vergeben. 3. Mit gnade hast du mich Stets ist der tod uns nah. geschmücket, Mit guter nah 4. Des ew'gen gnad alleinerung mich ernährt. Wie oft Bleibt, wie er selbst in ewig- lim elend mich erquicket? Wie feit Bei dir, des herrn gemei- oft mich in der noth erhört? ne! Die ganz sich seinem dien- Wie oft wenn mich gefahr ste weiht, Und, daß fie felig unringt, Mein leben wiederwerde, Mit furcht und zittern um verjüngt? ringt. Sucht, daß ihr von der 4. Mitleidig bist du, voll erde Schon jetzt euch dorthin erbarmen Dein thun ist lauter schwingt! Dort steht bei fei- gnad und huld. Du trägst uen engeln Der frommen auf treuen vaterarmen Auch menschen schaar Ganz rein missethäter mit geduld. Du von allen mängeln, Und lobt zürnst, jedoch nicht ewiglich; gott immerdar! Befehret nur der fünder sich! 5. Anbetung, preis und eb- 5. Was wären wir, wenn re Sei dir, gott vater, sohn gott nicht schonte! Wie ferne und geist! Wir singens in die waren wir von dir! Wenn. chöre Der schaar, die dich voll- gott uns nach verdiensten kommner preist. Anbetung, lohute, Wie ewig elend wäpreis und ehre, Dir, der duren wir! Doch er, der herr warst und bift! Wir stam- der ewigkeit, lebt ewige barmmelns nur, doch höre, Hör, herzigkeit. dr. gott, der ewig ist. Einst tra- 6. Nein, keine menschliche gen wir auch palmen, Du gedanken Ergründen seiner gott, auf den wir traun, Einst gnade meer. Eb finden wir fingen wir dir psalmen, Wenn des himmels schranken, Eb mir verklärt dich schaun! zählen wir der sterne heer! T Wer nur den lieben Gott. Unendlich wird von gott ge482. Robing dem, berrn, liebt, Wer fromm in gottes v meine feele, Lob furcht sich übt. LILG deinen guten gott mein geift, 7. Das thor ter morgenröthe 11 2 308 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. the stehet Weit von der abendejewig, du mein geist! röthe zelt; Doch weiter als die Für deinen Thron tret. sonne gebet, Weit hinter je- 483. Froblockend, gott, de ferne welt, Entfernet goterheb ich dich, A18 tes vaterhuld Bereueter ver- vater forgtest du für mich, gehen schuld! Verschafftest ew'ges leben mir NE TIG! S. 2Bie bei den thränen Und zogst mein ganzes herz feiner finder ein vaterherz zu dir. verhärtet bleibt: So kehrt sich, 2. Durch jesum mit dir außgott, dein herz zum fünder, gesöhnt, Mit guid und huld Den reu demüthig zu dir treibt. von dir gekrönt, Ihm meinein Seein vater siehet, so wie du, mittler unterthan, Gehör ich Dem guten find mit liebe zu.ldir auf ewig an. 9. Du kennst die schwachheit 3. Wie heilig ist, wie segens unfrer berzen, Kennst unsers voll, dein recht, dem ich ge. geistes flüchtigkeit. Du weist, horchen soll? Wie mächtig wie oft mit heißen schmerzen weckt zum tugendlauf Mich, Wir jeden fehler ftill bereut. herr, Was du verheißest, auf. Du, schöpfer der aus staub 4. In deiner fraft geb ich uns schafft, Kennst uns und einher, Was du gebietest, ist fennst der fünde kraft. nicht schwer. Denn du verweis 10. Kurz, eitel, wandelbar gerst muth und licht Zum gu und flüchtig Ift bier des men- ten deinen findern nicht. fchen aufenthalt! Gras ist 5. Wer demüthsvoll es fein leben; schwach und nichtig nicht vergißt, Daß du des menDes leibes prächtigste gestalt; schen stärke bist, Nimmt stets Blüht, blumen gleich; sinkt an kraft und weisheit zu, Die und vergebt, Gleich blumen, stolzen nur erniedrigst du. wenn ein sturmwind weht. 6. Sei standhaft! rufest du 11. Wer gern an dein gebot mir zu. Ich kämpfe, wer vers gedenket, Und deinen bund gilt, wie du? Wo beut sich von herzen hält; Wen jeder mir ein fönig an, Der ewigfehltritt schmerzlich fränket; feiten geben kann? Und wem nichts böses mehr 7. Mit dir besieg ich allen gefällt: Dem wirst du hier reiß Der fünde, wollust stolz schon gnädig sein, Den wirst und geiz. Gerüstet, herr, mit du ewig dort erfreun! deiner fraft Bekämpf ich jede 12. Ihr gottfølgfamen get- leidenschaft. fterbeere, Lobtengel got 8. Und fehl ich, so bestrafft tes, seine fraft! Geschöpfe, du mich Zu meiner warnung rühm des schöpfers ehre, väterlich. Siehst meine reue Ihn, der erhält, was er er gnädig an Und hilfst, daß ich schafft! Ibn fobe, was nur mich bessern kann. wesen heißt, Lob ihn auch 9. Drum preiset dich mein lobge Dank u. Lobgesänge für geistl. Wohlthaten. $ 309 lobgesang. Mein ganzes leben den. Höchster, ich bekenn es frei, sei dein dank. Denn du, mein Durch mein ganzes leben gott, sorgst gnadenvoll Für Kann ich deine lieb und treu meiner see le dauernd wohl. Nie genug erheben. 2. Herr, ich leb und bin in Aus meines herzens grunde. dir. Dir dank ich mein wesen, 484. Groß ist des höchsten Deine hand ist über mir Immer güte! Wer sie nicht noch gewesen! Längst vor anbes achtete, Welch fühllos herz ver- ginn der zeit Hast du mich erwäh riethe Der unerkenntliche? Sie let, Erben jener seligkeit! Mich rettet uns aus noth Erquicket auch zugezählet! uns im leide, Verwandelt es 3. Durch die taufe weiheft in freude, Verfüßet selbst den du Mich zum gnadenbunde. tod. Treue sagt ich da dir zu, Und 2. Und meine lippen schwies( bis diese stunde Hältst du, was gen Von ihm? ich raubte mir dein mund versprach: Brach Das himmlische vergnügen, ich mein versprechen: So sab Gott, lob zu singen dir? Nein, deine huld mir nach, Schonte herr von meinem dank Sei mein verbrechen. jeder morgen zeuge, Und jeden 4. Und bein abendmahl und abend steige Zu dir mein wort Schenkst du mir zur weide. lobgesang! Dadurch trägst du immerfort 3. Du wirst mich ferner leis Stärkung, trost und freude, ten, So unwerth ichs auch bin Ja mein ganzes heil mir an, Treu bleibt zu allen zeiten, und bringst mir entgegen, Was Dein milder vatersinn, Ich ich je nur wünschen kann, hoffe stets auf dich. Du wirst Friede, leben, segen. in fümmernissen Mir wohl zu 5. Gott, dein auge sieht auf helfen wissen, Dir überlaß ich mich, Dein ohrhört mein flehen. mich. Deine hand eröffnet sich Mir 4. Jadeine huld ist größer Als zum wohlergehen. Wenn dein es der mensch versteht. Dein aufsebn mich beschüßt, Kann rath unendlich besser, Als was mein fuß nicht gleiten. Liebreich sein wunsch erfleht. Herr, meine gibst du, was mir nüßt, Auch zuversicht, Dir froh mich zu in schweren zeiten ad ergeben, Dich dankbar zu er- 6. Herr, du hast mich je geliebt, beben, Sei meine liebste pflicht. Und zu dir gezogen, Auch dann, wenn ich dich betrübt, Bliebst M. Schwing dich auf zu beinem. du mir gewogen, Denn du i 485. Sott, mein höchstes schlugft bei meiner schuld Mich gut, mein theil, mit vaterruthen, Lenkteft fie Durch unzähl'ge gnaden durch deine huld Mir zu vieSchaffst und förderst du mein lem guten.m heil, Schüßest mich vor scha- l 7. Deine vaterlieb und treu Hält 11 3 310 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Hält mich ganz umschloffen: kein ergößen, Dem ein schap, Sie kommt täglich auf mich die gesundheit, fehlt. Kann den neu, Strömen gleich, geflos sein glück erfreuen, Hilft den fen. Wenn ich ernsthaft mich sein überfluß, Der heiser von anseh, Find ich aller wegen dem schreien Bei schmerzen Ihre breite, tief und höh Mirlächzen muß? Wird nicht der zum heil und segen. held selbst beben Bei langer A 8. Ach herr, ich bin zu ge- leibesnoth? Ist nicht ein ring Aller deiner treue! Nimm schwaches leben Viel härter als der tod? miran iz dafür, was ich dir bring, 3. Uns menschen unausMeiner fünden reue, Mit dem 9. Dein, o gott, soll ewig der tod vorsaß, daß ich hier Deinen sprechlich Ist, schöpfer, deine beil'gen willen, Der mein wohl gnad und huld. Wie schwach und wie zerbrechlich Ist unser sucht für und für, Will getreu leib durch adams schuld! Der erfüllen. wohnt in der Hütte, In die seele wohnt: Jedoch sein Dank und preiß und ehre. der gott der güte Sieht uns, Ruhm und berrlichkeit ist den staub, und schont. Er dein, Erd und himmel höre! wacht, daß keine plage Und Heilig, heilig, heilig ist, Der frankheit uns erreicht; Durch uns alles giebet, Der die viel gesunde tage Macht er feinen nie vergißt, Sie als viel lasten leicht. vater liebet. 4. Jauchzt fröhlich, ihr ge funden! Der herr ist unsers Für leibliche Wohlthaten. lebens kraft; Durchlebt die Für Gesundheit. frischen stunden Nicht ungeMel. Nun lob mein feel ben herrn. braucht; lebt tugendhaft! 486. Welch lob soll ich dir Mein gott, laß alle franken, geben, Daß ich Die winselnd zu dir schrein, dir würdig dankbar bin? Gott, Mir einen trieb zum danken du beglückst mein leben, Ge. Für die gesundheit sein! Lamm, sundheit hast du mir verliebn. daß du auf der erde Für mich Ich hab aus meinen kräften, zerschlagen wardft, Sprich, Herr, deine kraft gemerkt 3u wenn ich frauf sein werde: den berufsgeschäften Hat mich Ich bin der herr dein arzt! dein warm gestärkt. Gefund erschaffenen gliedern Hast du stets wohl gethan, Wie soll ich dirs erwiedern? Nimm Für Grnährung und irs dischen Segen. Sei lob und ehr dem. mich zum opfer an. 487. Aus deiner milden segensband, Du 2. Der größte von den schä gen, Den sich ein mensch zum geber aller gaben, Muß jedes troft erwählt, Gibt dem doch volk und jedes land Des guten 311 9. Lob und Dank: Für leibl. Wohlihaten. Jefu der du meine seele. guten zufluß haben. Mit großer weisheit hältst du baus 488. Halte dich nicht länUnd breitest deine güte aus, ger, fließe Stille Der völker wohl zu gründen. zähre meines danks! Meine 2. Uls milder geber zeigfvolle seel ergieße Sich in du dich Den völkern aller ströme des gesangs! Selig einst lande, Und du verknüpfst sie vor ihm zu werden Schuf unter sich Durch deines segens mich gott, und schon auf ers bande. Vom fernen oft, vom den Seb und fühl ichs wonfernen nord Strömt deines nevoll, Was ich künftig wersegens quelle fort 3um westen den soll. und zum füden. 2. Jeder tag gebiert mir 3. Von dir stammt funft und freude; Freude jeder augenwissenschaft, Wodurch die län- blick; Selbst die schmerzen, die der blühen. Du schenkest jeg- ich leide, Segnen mich und lichem die kraft, Sich nüßlich werden glück. Rieseln nicht im zu bemühen In seinem amt, pilgerlande Quellen auch im beruf und stand, Darzu dein dürren sande? Jmmer strahlt rath ihn tüchtig fand, Zum die sonne nicht; Aber auch die besten mit zu wirken. nacht hat licht. 4. Du fegneft auch des künst 3. Strömen nicht durch lers fleiß Zum nußen seiner alle sinnen Lustempfindungen brüder: Was er nur gutes mir zu? Jedes glück, das ich kann und weiß, Das kommt von gewinne, Wer gewährt es mir dir hernieder. Was deine als du? Ist es, gott, nicht güt uns zugewandt, Das deine gabe, Daß ich diese sin fließet stets aus hand in hand nen habe, Und zum täglichen Durch nügliche gewerbe. genuß, Nothdurft, füll' und 5. Herr, unser gott, wir überfluß? preifen dich Mit dankbarem 4. Gott, wie viele frohe tas gemüthe. Du herrscheft unverge Flossen, weil mir nichts ges änderlich Mit weisheit und brach, Ruhig hin, und frei mit güte. Geuß deinen segen von flage, Frei von noth und ferner aus Auf unser land, ungemach. Hatt' auch einer auf unser haus, Zu deines müh und sorgen; Sie ents namens ehre. flohn, und jeden morgen, 6. Hilf, daß ein jeder red- Wenn ich deine sonne sab, lich sei In seinem thun und Waren neue freuden da. handel; Rechtschaffen, brüder- 5. Hab ich nicht aus deiner lich und treu In seinem gan- fülle Was mein herz nur wünzen wandel. Mit luft, o vaschen mag? Speiß und trank ter, wendest du Dem lande und dach und hülle, Schuß beinen segen zu, Daß solch und hülfe jeden tag? Jahre, ein volk bewohnet. monden, tag und stunden 11 4 Ha 312 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Haben wir genug empfunden, schatten wohnen, Die preisen Deiner vatergüte macht; Aber deine schöpfersmacht, Die sie nie genug bedacht. uns hervorgebracht. und 6. Ach, bei diesem überflusse Gebt unserm gott zc. Fehlt uns, immer froh zu sein 3. Was unser gott geschafDiese weisheit im genusse; fen hat, Das will er auch erDiese mangelt uns allein. halten; Darüber will er früh Deines segens quellen flossen und spat Mit seiner guade Uns vorüber ungenossen. Wir walten. In seinem ganzen vergassen unsre pflicht. Doch fönigreich Ift alles recht und versiegen sie noch nicht. alles gleich. Gebt zc. 7. Sicherheit in jedem lande, 4. Ich rief zum herrn in meis Ordnung und geseß und recht ner noth: Ach gott, vernimm Diese starken festen bande mein weinen; Da half mein Für das menschliche geschlecht; helfer mir vom tod Und ließ Auch des umgangs süße freu- mir troft erscheinen. Drum den Und der freundschaft trost dank, o gott, drum dank ich im leiden, Rath und hülfe dir! Ach danket, danket gott haben wir, Milder vater nur mit mir! Gebt 2c. von dir. 5. Gott ist uns nah und nie. 8. Dies gewährst du diesem mals nicht Von seinem volk leben, In der kurzen Prü- geschieden; Er ist der fromfungszeit. Was wirst du uns men zuversicht, Ihr segen heil dann nicht geben, Bater, in und frieden. Mit vaterhäns der ewigkeit! Selig einft vor den leitet er Die seinen glückbir zu werden, Schufft du lich hin und her. Gebt 2. mich, und schon auf erden 6. Wenn bülfe nicht mehr Seh ichs, fühl ichs wonnevoll, nüßen kann, Die menschenkraft Was ich künftig werden soll. erzeiget, Dann hilft, der ewig helfen kann, Der schöpfer selbst Für Errettung aus Noth und neiget Die vaters augen und Gefahren. denen zu, Die sonsten nirgends 489. Sei lob nud ehr dem finden rub. Gebt 2c. höchsten gut, Dem 7.3ch will mein ganzes le vater aller güte, Dem gott, der benlang, O gott, dich freudig alle wunder thut, Dem gott, ehren. Einst sollen meinen der mein gemüthe Mit seinem lobgesang Auch deine himmel reichen trost erfüllt, Dem hören. Mein geist und leib ers gott, der allen jammer stillt. bebet dich! Dein ganzes herz Gebt unserm gott die ehre! erfreuet sich. Gebt 2c. 2. Es danken dir die hím- 8. Shr, die ihr christi namen melsheer, Beherrscher aller nennt, Gebt unserm gott die thronen. Und die auf erden ehre! Ihr, die ihr gottes macht luft und meer In deinem bekennt, Gebt unserm gott die ehre! 313 9. Dank u. Lob: Für leibliche Wohlthaten. ehre! Die falschen gößen macht 5. So sei denn jetzt gepreist zu spott. Der herr ist gott! der D. vater, gott der treue! herr ist gott! Gebt 2c. Dank dir, erretter, dank! Dir 9. Kommt, laßt uns vor sein bringen wir aufs neue Für angesicht Mit froher ehrfurcht deine Hülf und huld Uns bringen! Bezahlet die gelobte selbst zum pflicht Und laßt uns fröhlich unser herz fingen: Der berr hat alles lob- und dankaltar. opfer dar, Und wird ganz Dein wohl bedacht Und alles recht 6. Und deiner rettung huld, und gut gemacht! Gebt unserm gott dir ehre! Nun danket alle gutt. Die du uns, gott, erwiesen, Soll von uns nicht nur jetzt, Nein ewig sein gepriesen. 490. Lob, ehr und dank Erschallen soll dein ruhm, sei dir, O großer So lange wir hier sind; gott, gefangen! Du, du hast Dich preise, mächtigster, Noch Die gefahr, die uns umgab, find und findeskind. bezwungen, Das unglück tobte 7. Und fünftig wollen wir wild: Dein eifer schreckte sehr, Nur dir zu ehren leben. Nicht Und fluthen rauschten stark mehr dir, wie bisber, Mit und fürchterlich daher. sünden wiederstreben. Und zorn dann halt, vater, du Mit ferEs nern firafen ein, Und laß in brach dein vaterherz, Du zeig- deine hand uns eingezeichnet test an uns armen, Daß du sein. die menschen nicht Gern pla- Wer nur den lieben gott. geft und betrübst, Und im 491. Mein Herz ermuntre betrüben selbst Sie als ein vater liebst. dich zum preise Des gottes, der dein vater ist! 3. Dein sohn war unser Bedente, auf wie viele weise fels, Auf den sich unser hoffen Du ihm zum dank verpflichtet Gewiß und fest verließ; Drum bist. Bring ihm, der stets stand dein ohr uns offen. Der dein helfer war, Mit freuden sturm erschütterte; Doch fielen ruhm und ehre dar. wir nicht gar, hoffnung fest Auf ihn Weil unsre 2. Weil unsre 2. Herr, deine hand ist imgegrün- mer offen, 3u geben, was mir det war. 2. Doch mitten in dem Bewiesest du erbarmen. 4. Entflohn ist die Entflohn ihr schrecklich Gott, du hast sie bedroht Mit gott, wie wenig bin ichs starker hand von oben. Die werth, Daß mir noch gnade plage drückt nicht mehr; Das wiederfährt. bange herz wird froh, Das 3. Unendlich groß ist dein ervoll von furcht und angst An- barmen, Nur wohlzuthun bist du betend zu dir floh. Igewohnt. Drum wird auch 11 5 mite nüglich ist. Und dennoch wangefahr! ket oft mein hoffen Auf dich, toben! der du die liebe bist. Mein 314 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. mir, mein gott, mir armen, der schwachheit trägt. Von dir nicht nach verdienst 9. Drum soll mir deine huld gelohnt. Noch immer steht mir und güte Beständig, gott vor aus deine treu Mit segen, trost gen sein. Ich will mit redund hülfe bei. lichem gemüthe Mein leben dei4. Du bist es, der in meinen nem lobe weihn, Bis ich vollforgen Mit rettung mir ent- fomm ner deinen ruhm Erheb gegen eilt; Und wenn sie, noch im höy'ren heiligthum. vor mir verborgen, Nach meinem wahn zu lang verweilt: 10. Bon der gemeinschaftSo kommst du, eb ich michs lichen Gottesverehrung. versehn, Und hilft mir und1. Pflicht und Nußen des öf erhörst mein flehn. fentlichen Gottesdienstes. In voriger Melodie. 5. Du wäblft und wirkest stets das beste, Und wenn auch 492. Den höchsten öffentmeine noth sich bäuft; Sol lich verehren, Und steht durch dich mein wohl doch in sein haus mit freuden gehn, feste: Und wenn mich elend Und andachtsvoll sein wort zu ganz ergreift, So willst du hören, Und ihn lobpreisend mein erbarmer sein, Mich vom zu erhöhn, Ist eine pflicht, verderben zu befrein. wozu der christ, so lang er 6. Du bist mein beil! mein kann, verbunden ist. ganz gemüthe If deines ruhms 2. Denn billig ists das höchmein retter voll! O könnt ich sie wesen, Durch das der deine große güte Doch so er- mensch ist, lebt und denkt. heben, wie ich soll! Doch mei- Den herrn und richter aller ne fraft reicht nicht dahin. wesen, Den, der uns jede Du weißt es, gott, wie wohlthat schenkt, Mit lob und schwach ich bin. preise zu erhöhn, Um neue 7. Und hätt' ich auch viel huld ihn anzuflehn. tausend zungen: So würde 3. Wenn du nur in der still de ines wohlthuns preiß Nie ihn ehrest, Und jesum deinen würdig a'nug von mir besun- beiland nennst; Doch ihn nicht gen Auch bei dem größten öffentlich verehrest, Ihn nicht ernst und fleiß. Denn mehr auch für der welt bekennst: guts, als ich zählen kann. Hat Bist du dann sein? bist du deine huld an mir gethan. ein christ, Der seinem heiland 8. Jedoch du siebst mit dankbar ist? wohlgefallen Auch auf des 4. Wer sich dem dienst des Herzens redlichkeit; Und hö- herrn entziehet An dem dazu reft selbst das schwache lallen bestimmten tag, Aus leichtsinn Der deinen mit zufriedenheit die versammlung fliehet Und Du hörst es, wie ein vater nicht mit andern beten mag. pflegt, Der feiner tin- Der, der verleßzet feine pflicht, Ver 315 10. Von der gemeinschaftl. Gottesverehrung. Verachtet gott, ehrt jesum wir sind eines leibes glieder! nicht. als Rommnt, unsern vater zu ers 5. Auch deinen nächsten zu höhn! Frohlockend preiset erbauen, Mußt du zum hause jefum Chrift, Der unser herr gottes gehn; Wie viele sind, und heiland ist! die auf dich schauen, Die 2. Würdige Sonntagsfeier. sehr auf andrer beispiel schn; Herzliebster jesu was hast. Wenn einer durch dich träge 393. Dieß ist der tag, an wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? welchem deine frommen, Herr, in dein haus 6. Und selbsten uns in un- dich anzubeten kommen; Mit fern pflichten, Und von der lob, gebet und dank dich zu verbahn zur seligkeit Noch immer ehren, dein wort zu hören. mehr zu unterrichten In die 2. Er set nun auch, o beiland, ser vorbereitungszeit: Wie dir geweibet, Jhn feiert gern, nöthig ist dieß nicht, o christ, wer deines heils sich freuet. Der du geneigt zu fehlern laß mich auch mit bift. id freuden vor dich treten, Dich 7. Der gottesdienst ist ein anzubeten. geschäfte, Dazu aus lieb uns 3. Dich preist der lobgesang gott verband; Er stärket under himmelsheere; Auch unser fers geistes fräfte, Gibt mehr tempel schall von deiner ehre! erkenntniß und verstand. Er ist auch unser dank und unsrer ein mittel, das uns fraft Zumsehrfurcht flehen Soll dich erglauben und zur tugend schafft. höhen. k 8. Hafst du nicht auch oft 4. Wie freu ich mich, die stätte troft empfunden, Wenn dulzu begrüßen, Wo durstigen des das wort des herrn gehört? lebens bäche fließen, Und wo dein Sind dir nicht lieb die frohen heil von den erlöften zungen stunden, Da man gott öffent- Frob wird besungen. lich verehrt, Und, um das 5. Mich lockt die welt umsonst ewige bemüht, Sich dem gezu ihren freuden, Mein geist räusch der welt entzieht. soll sich an deiner lebre wei 9. Was aleicht dem himm- den; Dein himmlisch wort, lischen entzücken, Das hier ein das deine boten lehren, Das frommes herz belebt? Wenn will ich hören. cs, in stillen augenblicken, Mit 6. Mit andacht will ich heu andern sich zu aott erhebt te vor dich treten. Ich weiß, Und, voll des glücks, das es du hörst, die kindlich zu dir genießt, Von denk und freu- beten. Der menschen glück, die den überfließt. sich der fünde freuen, Kann 10. Kommt dann, o christen, nicht gedeiben.a theure brüder Vereint im 7. O laß auch heute deinen geist vor gott zu stehn. Komint, geist mich lehren, Bom weg, ber 316 3weite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 10t der dir mißfällt, mich abzu- mag. Bewahr mich vor dem kehren: Er leite mich, daß geift der welt, Der diesen tag meine ganze feele Zum troft verächtlich hält. dich wähle. Thus 6. Was dein wort heute in 8. Dein tag sei mir ein denk- uns schafft, Behalt die ganze mal deiner güte; Er bring mir woche fraft; Daß jeder tag beil und lenke mein gemüthe der lebenszeit Gei deinem lob Auf jenes glück, das du der welt und dienst geweiht. ar no erworben, Da du gestorben. 13 Wer nur den lieben gott. cit 9. Dich bet ich an, du to- 495. Wie lieblich ist doch, des überwinder! An diesem herr, die stätte tag haft du zum heil der sün- Wo deines namens ehre der, Die fern von gott in wohnt! O gib, daß ich sie gern todesschatten saßen Dein grab betrete, Weil da dein segen die verlassen. belohnt, Die deiner lehre sich 10. Es feire dankbar diesen erfreun, Und dir des herzens tag die erde, Daß jedes land andacht weihn.co voll beines ruhmes werde! Lob 2. Wohl dem, der dich, in sei, erlöser, deinem großen na- deinem tempel, Gott, zu vers men Auf ewig; amen! ehren, ernft beweist! Du hörst O jesu christ meins. 494. fein lob: und sein exempel gott, du bist mein Stärkt auch des nebenmenschen preiß und ruhm, geist, Daß er auf deiner wahrMein Herz sei ganz dein ei- heit bahn Rechtschaffen vor genthum! Laß mir den sonndir wandeln kann. tag beilig sein, Und gern ihn 3. Dein wort bleibt niemals meinem glücke weihn! ohne segen, Wenn mans nur 2. Gib, daß ich mein gemüth recht zu berzen nimmt, Es gibt bewahr, Wenn ich mit deiner uns troft auf trübsalswegen, christen schaar Zu deines hau- Die du zu unserm heil bestimmt. fes stätte geb; Und so mit Es gibt im kampf uns muth andacht vor dir steh. und fraft, So wie es sieg und freude schafft. 3. Erinnre felber meinen geist, Daß du inir gegenwär 4. Olaß auch mir dein licht tig seift, Damit ich deines gei- beut scheinen! Dein tag, herr, stes lebr Begierig und mit bring auch mir gewinn, Wenn nußen hör. andachtsvoll ich mit den deis 4. Drück alles tief ins berznen Vor dir an heilger stätte hinein, Und laß mich nicht bin. Laß dir das lob, das wir bloß hörer sein; Steh mir mit dir weihn Ein angenehmes deiner gnade bei, Daß ich der opfer sein. lehre thäter sei. 5. Du bist der vater aller 5. Hilf, daß ich deinen rube- frommen, O segne heute deine tag Zu meinem segen feiern lehr! Erhör, wenn wir zusammen 2. Würdige Sonntagsfeier. 3. Pflicht u. Nußen des 2c. 317 men kommen, Der frommen güt und macht Gethan, geordwunsch zu deiner ehr. Wir sunet und vollbracht. chen nur, herr, deine gnad, Ach 9. Du fieger über tod und leit uns auf der tügend pfad. grab, Der sich für uns zum Vom Himmel kam der opfer gab Laß uns der wohl496. Dies, Christen ist der that würdig sein Und mach for tag des Herrn, uns von den fünden rein. Geschäft und müh sei von 10. Laß deiner auferstehung euch fern, Kommt vor des höch- kraft, Die neues leben in uns sten angesicht, Und freuet euch schafft, Uns mit dem hohen in seinem licht. trost erfreun, Einst ewig, herr, 2. Kommt, betet euren schö- bei dir zu sein. do pfer an, Und rühmt, was er 3. Bflicht und Nußen des an euch gethan Ihn preisen, ist häuslichen Gottes! der christen amt; Drum preift und lobt ihn allesammt! dienstes. Alle Menschen müssen sterben. 3. Rühmt seine weisheit, 497. Nuch zu haus und in kraft und rath, Da er aus der stille, Chrift, nichts erschaffen hat Den him- vergiß der andacht nicht. Sie mel und die ganze welt, Und führt dich zur segensfülle; alles, was sie in sich bält. Sie ist eine selge pflicht. Vor 4. Und als er ihren bau voll- gott täglich mit den deinen bracht hat er den menschen Dankbar im gebet erscheinen, auch gemacht, Den er nach Bringt viel vortheil, bringet seinem ebenbild, Mit weisheit lust, Trost und ruhe deiner und verstand erfüllt. brust. min sir ant 5. Erkennt, um euch voll 2. Solltest du nicht den erdank zu freun, Wie er durch heben, Der dir täglich gutes seine güt allein, Uns täglich schenkt, Der dir fristet glück schützet und ernährt, Und man und leben, Jede stunde dein ches unglück von uns fehrt. gedenkt? Kannst du rettung 6. Dankt auch, daß heute deiner fünden, Kannst du neue jesus chrift Vom tode aufer gnade finden, Wenn du nicht standen ist, Und durch die größe zu gott hingebst, Und um huld seiner macht Das leben an das und wohlthat flebst? licht gebracht. 3. Welch ein segensvoll ges 7. O gott, der du den erden schäfte Ist ein häusliches ges kreis Erschaffen hast du dei- bet? Muth zur arbeit, luft nem preis Und auch in trüb- und Fräfte Gibt gott dem, der fal und gefahr lins treu be zu ihm flebt. Tröftung in bes wahrt so manches jahr. trübten stunden Haben from8. Hilf, daß wir voller dank- me stets gefunden, Die im begier Erkennen, was du für gottesdienst vereint, Stille und für Durch deine weisheit, thränen ihm geweint. 4. Sichts 318 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 74. Sichtbar mehrt sich ein wort spricht je ein fals glaub und tugend, Glück und scher mund, Allwiffender, dir fegen blüht und grünt, Wolift es kund; Du heiligster das alter und die jugend, Gott wirst's rächen. Laß jederzeit mit mund und thaten dient: mein ja und nein Wie's chris Aber unordnung und fünden sten ziemt, aufrichtig sein! Wird inän in den Häusern fin- 2. Und wenn ich schwörend den, Wo man lebt, wie ohne vor dir steb, Dir feierlich ins gott, Weder denft an pflicht antlig seb Die hand zum hims noch tod. ne sais mel hebe; Wenn ich dich, gott, 5. Gute fromme finder ha- zum zeugen ruf, Zum rächer ben, Frob in seinem hauſse dich, der mich erschuf, Durch fein; Treue hausgenossen har den ich bin und lebe! Dann fei ben; Gott, wie muß dies glück von trug und heuchelei Mein erfreun? Jm gebet ist reiz zur herz und meine zunge frei! tugend Für bediente! für die 3. Wenn frevler da auch jugend; Sich einander zu er- gott noch schmähn, Mit lügen baun, Wirket lieb und fromm'frech noch vor ihm stehn, Dan:: vertraun. plaß mein herz erschrecken! Web 6. Drum, o christ, ein jeder dem, der gott undgottes morgen Jedes abends rub'gemacht Zum siegel seiner bos zeit Eine stunde, frei von for beit macht, Sie vor der welt gen: Sei vor allem gott ge- zu decken. Herz, schau den weiht. Bete selbst, bet mit den gott mit zittern an, Der leib deinen; Gott hörts, und er- und feel verderben fann! freut die seinen: Achtsam lies 4. O seele, wenn du dich noch die heil'ge schrift; Sie lehrt, liebst, Denf, was du da zum was dein beil betrifft. pfande gibst; Dein glück, dein 7. Höchster, mache dies ge- ewig leben! Verlier nicht mit schäfte Allen Häusern theu'r verwegenheit Dein theil an und werth; Gieb dazu uns gott und seligkeit: Wer kann trieb und fräfte; Hindre, was tirs wieder geben? Gott und es uns erschwert; Laß dir un- sein evangelium. Wie kostbar ser schwaches lallen In der ist das eigentbum! stille wohlgefallen, Bis wir 5. Gott, wenn du nicht mein ewig vor dir stehn, und mit gott mehr bist. Dein sohn engeln dich erhöhn. nicht mehr mein beiland ist, 11. Gids wur. Heiligteit Dein himmel nicht mein erbe; desselben. Wenn mich beim leiden dieser Ewigkeit du Donnerwort. zeit Rein troft vom himmel 498. Sott, der du her- mehr erfreut, Kein troft mehr genskenner bist, wenn ich sterbe! It gott und Herr, dem die falschbeit greuel jesus nicht mehr mein; Dann ist, Und jeder lug verbrechen. beffer hie geboren sein! 6. Fred 11. Eidschwur.- Heiligkeit desselben. 6. Frech ist die zunge, die kein trug, kein gottlos wesen. noch spricht: Gott siehets Du bist ein gott des rechts, nicht, gott achtets nicht!" eer treu: Wers wagt bei So lästern spötter rotten. Ja, dir zu schwören, Und begt im gottes langmuth ist bekannt; Er berzen heuchelei, Den wird lähmt nicht jede falsche hand; dein ohr nicht hören, Dein Doch gott läßt sich nicht spot eifer wird ihn strafen. ten. Zum strafen hat er lang 2. Drum laß mich, gott, noch zeit, Zumn strafen noch der wahrheit nur Ein laut'res die ewigkeit. zeugniß geben, Und nie die 7. Nein ehre nicht, nicht gut hand empor zum schwur Auf und geld, Kein fürstenthum trug und falschheit heben. und feine welt Soll mich sojDu blickft ins innre, wirft weit verführen. Um alle lei gar bald die wahrheit hell ents den dieser zeit Will ich doch decken, Wenn wir sie gleich gott und seligkeit Muthwillig im hinterhalt Der lüge schlaunicht verlieren. Wie klein verstecken, und blöde menschen mein glück auch immer sei; Nur täuschen. 319 03 reines herz und gott dabei! 3. Auch des gewissens un8. Gott, lehr du mich bei rub quält, Den, der die lügen jedem eid, Aus furcht vor dei liebet, Was wahr und redlich ner heiligkeit Die wahrbeit ist, verheelt, Und falsches pünktlich sprechen. Beschwörszeugniß giebet. Voll argwohn ich heilig amt und pflicht, So geht er, und beschämt Aus laß mich auch im kleinsten scheu entdeckt zu werden: Wer nicht Die theure zusag' brechen. aber seine zunge zähmt, Der Auch dir, gott, schwur ich treu findet ruh auf erden Und lohn zu sein; Erhalt mich ewig, bei gott im himmel. ewig dein! 4. Wenn mich des vortheils 9. Der du mein troft im stimme lockt: So laß mich sie tod noch bist, Gott, dessen nicht hören, Ulud nicht, durch wort wahrhaftig ist, Du hast niedern geiz verstockt, Mir auch mir geschworen. So unrecht gut erschwören. Was wahr du gott bist, sagst du's arglift und betrug gewinnt, zu, Ich hört's mit voller see- Wird lange nicht gedeihen: lenruh: Ich soll nicht sein Was nie dahin fällt, nie verloren. O seele, balt gott zerrinnt, Und cwig fann erdeinen eid! Dann freu dich freuen, Ift redlichkeit und feiner gütigkeit! unschuld. Christ unser Herr zum Jordan. 5. Dann kann ich frei von 499. Herr, du bist beilig falschheit rein, zu deinem im gericht: Dein throne treten, Kann zu dir orn vertilgt die bösen; Vor flebn, mein gott zu sein, In ir besteht der heuchler nicht; festem glauben beten. Des from 320 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. frommen half und gott bist mens heiligkeit Durch falschen bu, Wirst sein gebet erhören; schwur entweihen; Ins anges Und des gewissens heitre ruh sicht dir lügen. Wird ihm den lohn bewähren, der ewig seiner wartet. 4. Herr, steure bei uns allezeit Dem greuel solcher 6. Denn einst wirst du des sünden. Laß deines namens herzens rath Der menschen heiligkeit Ein jedes herz empoffenbaren, Und jedem wird, finden, Daß je zum eide fich nach dem er that, Vergeltung entschließt. Du, aller falschwiederfahren. Beschämtheit rächer, Du, dessen drohen Twird dann vor deinem thron wahrheit ist, Straft zwiefach Entdeckt der heuchler stehen: die verbrecher, Die fälschlich Den frommen aber wird der bei dir schwören. lohn, Dich, wie du bist, zu 5. Laß niemand auch geles sehen, Du gott der treu und genheit Zu falschen eiden gewahrheit! ben. Und will sich oft um fleis In voriger Melodie. 500. nigkeit Ein böser zwist erhes gott, mein schöp- ben: So lenke du durch deis fer, herr der nen geist Zum frieden die welt, Des auge alles siehet; gemüther, Daß niemand jes Vor dem der engel niederfällt, mals sich erdreist, Um ehre Der höchste seraph fnieet! Laß oder güter Mit unbedacht zu deines namens majestät Mein schwören. herz mit ehrfurcht füllen, 6. Du fißest auch mit im Wenn ich hin vor dein antlig gericht, Wo deine diener rich tret, Nach meiner obern wil- ten: Läßt sich der menschen has len, Dich eidlich anzurufen. der nicht, als nur durch eide 2. Laß beine gegenwart mich schlichten; Dann laß zu deischeun, O allerhöchstes wesen! nes namens ehr, Getroft bes Nichts kann vor dir verborgen zeuget werden, Du, du seist, fein, Gedanken kannst du leo allwissender; Im himmel fen. Du bist mir nah, ich und auf erden Der zeuge und bin dir Fund An einem jeden der richter. orte: Du kenneft meines herzens grund, Weißt alle meine worte, Und was ich dabei denke. 12. Pflichtmäßige Gefins nung gegen Jesum den Erlöfer. 1. Preis für die Grlösung. 3. Du bist auch, o allwissen- Mel. Wie schön leuchtet der. cer, Der bosheit strenger rä- 501. Wie groß, wie angebetet ist Dein nas cher; Und strafft als ein gerechter herr Den leichtsinn der me, o herr jesu chrift! Wie verbrecher, Die mit so viel ver- theuer deinem volfe! Welch wegenheit Die allmacht selbst licht ging in der finsterniß nicht scheuen, Und deines na- Mit dir der welt auf, wie zerris, 12. Gesinnungen gegen den Erlöser. 321 zerriß, Wie floß des irrthums, noch, Jesu, werden Schon wolfe! Als du Kamest, Hör- auf erden Dir lobsingen Preiß ten taube, Und der glaube und dank und ruhm dir Half den Franken; Stumme bringen. sangen, dir zu danken. 6. Wie groß, wie angebetet 2. Nur schwache marens, ist dein name, heiland, jesu die dein licht Verbreiteten; Christ, Wie herrlich bei den die weisen nicht. Wo sind sie, deinen! Führst du uns einst wo die hohen? Und wo die rei- zu deiner ruh: O wie weit chen, wo die macht, Vor der herrlicher wirst du Den fromdes gößendienstes nacht Und men dann erscheinen! Ewig seine fahrecken flohen? Macht Müsse, Dir zur ehre, brer nicht; List nicht; Deine ga- chöre lob erschallen Durch die ben, Mittler, haben Dich himmel wiederhallen. verkläret, Uns den weg zu 502. Wie herrlich strahlt gott gelehret. der morgenstern; 3. Wir werden deinen ruhm D welch ein glanz geht auf erhöhn, Wir werden deine vom Berrn, Wer sollte sein himmel sehn, Den preiß von nicht achten? Glanz gottes, beinen leiden; Genießen, was der die nacht durchbricht! du uns erwarbst, Als du für Du brichst in finstre seelen uns am freuze starbst, Der licht, Die nach der wahrheit engel bohe freuden. Welche schmachten. Dein wort, Jes Gnade! Daß wir fünder su, Ist voll klarheit, Führt zur Gottes finder Werden sollen, wahrheit und zum leben. Wer Wenn wir an dich glauben kann dich genug erheben. wollen. 2. Du, hier mein trost, und 4. Du haft dich deiner berr- dort mein lohn! Sohn gottes lichkeit Entäußert eine kurze und des menschen sohn! Des zeit Und deinen thron verlas- himmels großer könig! Von sen; Doch nun mit ehr und ganzem Herzen preiß ich dich! ruhm gekrönt, Nun machst du Hab ich dein heil, so rühret felig, die versöhnt, Der sün- mich Das glück der erde weden greuel hassen. Ihnen nig. Zu dir Komm ich, WahrWillst du Heil und leben Ger- lich keiner Tröstet deiner Sich ne geben, Und uns allen Hel- vergebens, Wann er dich fen, daß wir gott gefallen. sucht, herr des lebens! 5. Vom aufgang bis zum 3. Durch dich nur kann ich niedergang Erschallet dir der selig sein, drücke tief ins lobgesang Erretteter gerech herz mir ein Empfindung deiten. Unzählbar sind die schaa- ner liebe; Damit ich ganz ren schon, Die gerne dir vor dein eigen sei, Aus weltsinn deinem thron Ein würdig deinen dienst nicht scheu, Und loblied brächten. Ihrer Mehr dein gebet gern übe. Nach X dir 322 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. dir, Nach dir, Den ich faffe, 503. Wer ist wohl wie du, Und nicht laffe, Ewig wähle, Stifter wahrer Dürftet meine ganze feele. rub? Jesu, freund der mens 4. Von gott ftrahlt mir ein schenkinder, Retter der verfreudenlicht, Die hoffnung, lornen fünder, Licht der seele daß dein angesicht Ich ein- rub Fließt von dir uns zu. ftens soll erblicken. Du kannst 2. Herr der herrlichkeit! indeß durch deine fraft, Die Zur bestimmten zeit Kamst du rub in müden seelen schafft, uns zum heil auf erden, Warft Mich stärken, mich erquicken. zur buldung und beschwerden Tröste Du mich, Seligmacher, Unfrer niedrigkeit GroßmuthsDaß ich schwacher Auf der erdevoll bereit. Himmelsfreuden inne werde. 3. Tiefe schmach und noth, 5. Und wie, gott vater, preiß Selbst den kreuzestod, Hast, ich dich? Von ewigkeit ber zu tilgung unsrer shulten, bast du mich In deinem sobn Du, als mittler wollen dulgeliebet; Dein sohn hat mich den; Haft durch deinen tod mit dir vercint, Er ist mein Uns versöbnt mit gott. bruder und mein freund, Was 4. Reine furcht der welt ist's das mich betrübet? See- Schrekte dich, o held, Sünd le, Wähle Ihn den besten, und tod hast du bezwungen Ihn den größten Dir zum Und ein ewges heit errungen freunde, Und dann fürchte Für die ganze Welt Durch feine feinde. dein löfegeld. 6. hm, welcher tod und 5. Deine majestät, König grab bezwarg, Ibm müsse und prophet, Will ich defrober lobgesang Mit jedem muthsvoll verebren Und auf tag erschallen; Dem lamme, deine stimme hören, Denn das erwürget ist, Dem freun- dein reich besteht, Wenn die de, der uns nie vergißt, Zum welt vergeht. rubin und wohlgefallen. Tö- 6. Laß mich, dir zum ruhm, net, Tönet Jubellieder! schal- Als dein eigentbum Recht und let wieder! Daß die erde Voll nach gewissen handeln, Und von seinem ruhme weide. mit freuden dir nachwandeln. 7. Wie freu ich mich, o jefu Wabres christenthum Sei mein christ, Daß du der erst und legte gröfter ruhm! bist, Der anfana und das anfang und das 7. Zeuch zu dir mein herz, ende! Du schließeft selig mei- Laß in freud und schmerz Mich nen lauf; Du wedst auch mich an deine treue denken, Und von tobten auf; Des flopf ich wenn notb und furcht mich in die hände. Ewig Werd ich, fränken, so gib in schmerz Herr, dort oben, Hoch dich Muth und trost ins herz. loben, dem ich traue, Wenn 8. Bilde mich nach dir, Daß ich nun dein antlig schaue. lich eifrig hier Mich in wahrer fanfts 12. Gesinnungen gegen den Erlöser. fanftmuth übe, Und wie du die meines lebens licht. demuth liebe. Stolz und rach jesum laß ich nicht. begier Herrsche nie in mir. 2. Er, der welt und mir ge9. Neiget sich mein sinn Zu sandt, Uns zu lehren, uns zu dem eitlen hin: O dann war- retten, Gab sein leben uns zum ne meine seele, Daß sie nicht pfand, Daß wir gottes gnaihr ziel verfeble! Lenke mei de bätten. O wie bin ich ihm nen sinn Auf das ew'ge hin. verpflicht! Meinen 2c. 10. Wecke mich stets auf, 3. Durch ein herz voll dankDaß in meinem lauf Nichts barkeit, Durch gehorsam, von dir zurück mich halte, Und den ich übe, Das zu thun, mein eifer nicht erkalte; In was er gebeut, Halt ich fest dem tugendlauf Hilf mir an seiner liebe; Traue tem, schwachen auf. was er verspricht, Und so laß 11. Ju versuchungszeit Stär- ich jesum nicht. mich fe mid) zum ftreit; Laß mit 4. So ist er mein theil und wachen und mit beten Voll rubm Bis an meines lebens vertrauen vor dich dich treten, ende; Ihm geb ich zum eigenBis nach fampf und streit thum Ganz mich hin in seine Mic der sieg erfreut. bände. Er ist meine zuversicht. 12. Will der trübsal nacht, Meinen 2c. Und der menschen macht, Mei5. Wenn mein auge schon ne bange feele schrecken, Müs verlischt, Wang und lippen se mich dein schild bedecken, sich entfärben, Mich kein labs Hab in solcher nacht Huldreich sal mebr erfrischt, Alle sinnen auf ich acht. mir ersterben, und das matte 13. Einen edlen muth, Daß herz nun bricht, Laß ich meiich irdisch, gut Willig, jauen jesum nicht. 7. mein eigen leben, Mag für 6. Auch im himmel ist er ew'ges glück hingeben: Sol- mir Seligkeit und trost und chen weisen muth Gib mir, freude. Da belohnt er, was. höchstes gut! ich hier Ihm zu ehren willig 14. Sells zum sterben gebn, leide; Da schau ich sein anges laß mich auf dich sehn! Bleib sicht. Meinen 2c. mir bülfreich dann zur seiten, Nichts auf dieser ers Mich durch schmerz und tod den ists, Was des herzens zu leiten, Bis ich einst dich wünsche stillet. Du, o jefu, jeb: Dir zur rechten steh. du nur bists, Der sie einst ( laubige Zuversicht zu Jesu. noch ganz erfüllet. Dich, 504. Meinen jesum laß mein reichthum, ruhm und ich nicht, Weil licht, Dich, mein jesu laß ich er sich für mich gegeben, So nicht. erfordern dank und pflicht Ihn 8. Did), mein jesu, balt ich zu lieben, ihm zu leben, Er ist sest, Lasse nichts von dir mich X 2 scheiden. 323 Meinen 324 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. scheiden Weh euch, die ihr ihn le spricht: Meinen jesum laß vergeßt! Ihr beraubt euch ew- ich nicht. ger freuden. Selig, wer in 7. Durch dich bin ich reich warheit spricht: Meinen 2c. und hoch, Ich bin gottes find und erbe; Gott liebt mich, In voriger Melodie. 505. Du, oherrscher, stiegst, was fehlt mir noch? Eins vom thron Und noch, daß ich selig sterbe. Auch famft als ein fnecht auf erfo sterben hilf du mir, Und den! Du bist würdig, gottes dann nimmst du mich zu dir. fohn, Ewig bochgelobt zu 8. Drum, erlöfete des berrn, werden; Freund, der froh Preiset ihn, lobsingt ihm fröh sein blut vergoß, Werd und lich. Alle sünden trug er gern, bleib mir ewig groß. Inichts war für ihn zu beschwer 2. Du, erlöser, bist mein lich, Für die welt, die strafbar theil; Denn du bist für mich war, Gab der heilige sich dar. gestorben, Du haft gnade 9. Preiß und dank und trost und heil An dem him- herrlichkeit Müsse dir mel mir erworben. Alles, al- weltkreis bringen. Und wenn les ist nun mein, Wie kann aufhört welt und zeit, Müß ich g'nug dankbar sein? sie dir der himmel singen: der 3. Für die leiden ohne zahl, Menschen, engel, seraphim, Für die leibs- und seelenschmer- Groß ist jesus, jauchzet ihm! zen, Und für deine tovesqual Liebe gegen Jesum. Dank ich dir mit reinem her zen Treu dank ich, doch man- sch ruf zu dir Herr Jesu Christ. gelhaft, Gib zum bessern dank 506. mir fraft. jesu chrift, mein höchstes gut, 4. Welche liebe! daß für mich Mein heil, mein trost, mein leben! Du dich ganz dahin gegeben; Der du für mich dein theures Feurig, ewig lieb ich dich Und blut Und leben hingegeben; will dir zu ehren leben; Will Gib, daß ich, als dein eigen, dir stets gehorsam sein; Denn thum, Dich herzlich lieb und ich bin ja ewig dein. ebre, Nichts begehre, Als daß 5. Nichts soll mich so sehr er ich deinen ruhun Mit mund freun, Als daß ich dir angehöre, und that vermebre. Jesum lieben, jefu sein 3 des 2. Gib, daß kein andrer trieb christen troft und ehre. Wenn in mir, Als dich zu lieben, lebe; ich dein, o heiland, bin, Wird Daß ich mit herrschender be mir alles zum gewinn. gier Dir zu gefallen firebe. 6. An dir jesu, balt ich fest, imm alles, alles von mir hin, Weil ich werd auf erden wal- Was mich und dich fann scheiden, len. Wehe dem, der dich ver. Eitle freuden, Die dir mein läßt, Er muß ins verderben herz entziehn, Laß mich mit fallen; Meine ganze see- fernst vermeiden. 3. Du 12. Gesinnungen gegen Jesum den Erldser. 325 3. Du hast mich je und je ge- was ich hab In meinem ganliebt, Mich stets zu dir gezo- zen leben. Daß ich es deinem gen; Eh ich noch etwas guts lobe weih', Dem nächsten dageübt, Warst du mir schon ge- mit nüglich sei, Wollst du mir wogen. Laß noch, freund meis gnade geben. Laß mein verner seligkeit, Mich deine liebe trauen auf dich rein, Und heis leiten lind begleiten, Und sie lig meinen wandel sein. In zu jederzeit, Mir hülfreich stehn aller trübsal stärke mich, Daß zur feiten. ich sie dulde williglich. Herr 4. Laß meinen stand, därin jesu christ, Mein herr und gott ich steh, Herr, deine liebe zie- Mein herr und gott! Hilf mir ren; Und wenn ich etwa irre auch in der letzten noth. geh, Zu dir zurück mich führen. 3. Verleih, wenn du mich Laß sie mich stets des christen sterben heißt, Daß dann dein pflicht Und jede tugend lehren, engel meinen geist Ins reich Und mir wehren, Daß der wonne trage. Dann wird welt und fünte nicht mich mein leib und mein gebein blenden und bethören. 3war erde, doch nicht länger 5. Laß sie mir freudigkeit in sein, Als bis zum letzten tage. leid, In schwachheit stärke ge- Du lässest mich im tode nicht, ben: Und wenn du nach voll- Du kommst, du kommst und hältst brachter zeit Mich rufft aus gericht. Ach laß mich dann dich diesem leben, Ach dann laß ohne graun Getroft als meis deine lieb und treu Auf mich nen richter schaun. Herr jesu mit troste blicken. Mich erschrift, Erhöre mich! Erhöre quicken, Und, aller leiden frei, mich! So preiß ich hier und In ewigkeit beglücken. ewig dich. 507. Herzlich lieb hab ich Wie schön leuchtet der. dich, o herr, Und 508. S jefu, jefu, gottes meine seele schätzt nichts mehr, sohn, Der du Als deiner gnade gaben. Die noch, eh ich ganze welt erfreut mich nicht, Geliebt aus Nach ihren schäßen frag' ich Vor dir ist alles sonnenklar, nicht, Wenn ich dich nicht soll Mein herz ist dir auch offens haben, Wenn auch mein herz bar, Du weißt, daß ich dich im tode bricht, Bist du doch liebe. Herzlich Such ich Dir meine zuversicht, Mein hei- vor allen Zu gefallen, Nichts land, der mich hat erlöst, Mich auf erden kann und soll mir auch im tode nicht verstößt. theurer werden. Herr jesu christ, Mein Herr 2. Dies eine nur bekümmert und gott, mein herr und gott! mich, Daß ich mit solcher trene Hilf mir im leben und im tod. dich Nicht liebe, wie ich wollte. war, mich schon reinem triebe. 2. Es ist ja dein geschenk und Ich selbst empfind es nur zu gab, Mein geist, mein leib und sehr, Daß ich durch thaten X3 dich 326 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. dich noch mehr, Mein heiland, nes leben Wird anheben, Wo lieben sollte. Laß mich Glau- die frommen Aller trübsal sind big Deine gute Ins gemü- entnommen. the Stärker faffen, Dir mich ganz zu überlassen. 7. Da werd' ich deine gütigs feit, Die mich schon hier so sehr 3. Du stehst mit deiner erfreut, In vollem umfang fraft mir bei; D'rum will ich schmecken. Da seh ich in dem auch mit größter treu Und hellsten licht Dein gnadenewig dir anbangen. Nichts, votes angesicht Auf immer was sonst menschen wohlge- frei von schrecken. Wohl mir! fällt, Nicht sinnenluft, nicht Preiß dir! Der mir droben ehr noch geld Befriedigt mein Aufgehoben Erge freuden; verlangen. Ohn dich Kann Nichts, berr, soll mich von mich Nichts von schätzen Recht dir scheiden. ergößen Und beglücken: Du 4. Nachfolge Jesu. nur fannst mein herz erquicken. 509. Jesu, du mein licht 4. Den, der dich liebt, den und leben, Du liebst auch du, Dem schaffst sprichst: kommnt und lernt von du für die seele ruh Und troft mir! Sieh, ich fomm, ich komm für sein gewissen. Ob mich zu dir! Gern möcht' ich mich auch manche noth hier drückt, dir ergeben. Ursprung meiner So werd' ich doch durch dich seligkeit, Lebr' mich selbst die erquickt In meinen kümmer- frömmigkeit. nissen. Endlich Wird sich 2. Ach wie ist mein herz ver Nach dem leide Volle freude derbet! Wie regt sich der sünde Für mich finden. Da wird luft Immer noch in meiner all mein trauren schwinden. brust! Böses ist mir ange 5. Noch hat kein Aug es je erbet; Schwach ist meine gefehn, Es kanns auch hier kein tugendkraft, Mächtig blut und mensch verstehn Und würdigs leidenschaft. g'nug beschreiben, Was denen 3. Hilf, ach hilf du mir dort für herrlichkeit Bei dir besiegen Alle laster, baß und und von dir ist bereit, Die neid; Stolz und ungerech dir ergeben bleiben. Was hierstigkeit Laß im kampf mich Von dir Ist gegeben, Unser nicht erliegen, In versuchung leben Zu ergößen, Ist dagegen feb mir bei, Mach mich standnichts zu schäßen. haft und dir tren. 6. D'rum laß ich billig dieß 4. Pflanze mir in mein allein, jefu, meine freude gemütbe, Mittler, deine bei sein, Daß ich dich herrlich liebe liafeit Und geduld und freunds Und mich in dem, was dir lichkeit, Deine liebe, deine gute, gefällt, Je mehr und mehr in Sanftmuth, treu und reddieser welt Nach deinem worte lichkeit, Bahrheit und gerechübe; Bis sich Für mich Je-' tigkeit. 5. Laß 12. Gesinnung gegen Jesum. 327 5. Laß mich dir zu ehren, und that Vor aller welt mit leben, Jesu, meines Herzens freuden. Du warst bereit nach licht, Mein troft, heil und seinem rath Zum heil für uns zuversicht! Laß mich dir sein zu leiden. Wie er die liebe ganz ergeben; Laß mich fliehn selber ist: So warst dus auch, die lust der welt, Und nur herr jesu chrift. thun; was dir gefällt. 5. Duzeigtest, daß die größte 6. Führe mich auf deinen we- noth Dich nicht zum murren gen; Gib mir, wie dein wort reize, Warst gott gehorsam verheißt, Deinen beistand, dei- bis zum tod, Ja bis zum tod nen geist; Täglich gib mir am freuze. Auch da war deine gnad und segen; Täglich weis- zuversicht Auf ihn allein und beit, hülf' und rath; Gegnelfest gericht. denken, mort und that. 6. Von ihm verlassen, blich 7. Bis ich endlich werde fomdein herz An ihm, trog alles men Aus der unvollkommenheit, ipottes. Dein hoffen war im Jesu, zur vollkommenbeit; Und größten schmerz Die sichre hüldann dich mit allen frommen, fe gottes. Und was du hoffHelfer meiner seligkeit, Prei- test, ist geschehn; Gott hörte sen in der ewigkeit. deiner stimme flehn. Auf christenmensch auf. 7. Mit ehr und preiß von jefu, wahrer fröm- ihm gekrönt, Lebst du zu seimigkeit Vollkomner rechten Voll majestät, menftes erempel, Dein herz dem und dir ertönt Von allen vater ganz geweiht, War jeder gottesknechten Des lob, tugend tempel; dein wandel du so würdig bist. O selig, rein von aller schuld, Gott wer dir ähnlich ist! werth und würdig seiner held. des 8. Hilf, daß ich dein crempel 2. Wer war wohl eifriger mir Auch nun zum muster als du, zu thun des vaters sege, Und gott, den herrn, willen? Dir war es ruhm und gesinnt gleich dir, Weit über alfeelenruh Ihn treulich zu er- les schäße, Mit freuden feinen füllen, Dir keines eignen willen thu Und ganz in seiner ruhms bewußt, War, ihn zu fügung ruh. preisen, deine lust. 3. Wenn, wo dein auge 511. frevler sab, Warst du voll edler schmerzen. vaters wort geschah, Quoll leben? Doch, wenn des Mein Sollt ich nicht gern freud aus deinem herzen. An und mit begier Dir nachzuahihm nur hing dein ganzer men streben? Und nicht den finn, Auf ihn sah stets dein weg, den du betratst, Auch auge bin. gehn und das thun, was du 4. Ihn ehrtest du mit wort thatst? * 4 2. Dein 510. Vorige Melodie. Welch hobes beispiel gabst du mir, heiland, durch dein 328 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 2. Dein herz war vollersruhe doch verfehlet. Nur dieß heiligkeit, So rein wie deine einzige gib mir, Wahren frielehre. Dein thun lieb und den dort und hier. rechtschaffenheit; Dein end- 2. Seele, willst du dieses zwed gottes ehre; Für uns finden, Such's bei feiner frea allhier zufriedenheit, Und dort tur. Laß nichts irdisches dich einst ew'ge seligkeit. binden; Erdengüter täuschen 3. In knechtsgestalt erschie- nur. Nur bei dem auf gottes neft du, Um uns beglückt zu throne Hocherhöhten menschenmachen; Den kranken gabst du sohne Findest du dein wahres troft und ruh, Und warst stark in beil Und das allerbeste den schwachen. Du trugst die theil. leiden mit geduld, Und trugft 3. sie sonder eigne schuld. Dir ist auch das glück beschieden, Das maria fich 4. Ein opfer unsrer misse- erlas, Als sie, ohne zu ermüthat, Liebt'st du uns doch als den, Fromm zu jesu füßen saß. freunde; Erfüllt'st für uns Dwie brannt ihr herz, die lehren des vaters rath Und batest Aus der weisheit mund zu selbst für feinde. Du starbst, hören! Da vergaß sie welt und gehorsam bis zum tod, Und sich, Als sie, jesu, hörte dich. ehrtest auch im tode gott. 4. Also richt auch mein verlan5. Dieß große beispiel hast gen, Mein erlöser, stets nach du mir Zur richtschnur bin- dir, Deiner warheit anzuhan. terlassen, Daß ich gesinnet sei, gen, Schenfe trieb und kräfte gleich dir, In meinem thun mir. Wenn auch andre sie und lassen. Komm, sprichst du, nicht achten, Will ich sie mit nimm dein kreuz aufdich, Komm, luft betrachten, Und, mich deifolge mir und thu wie ich. nes eeil's zu freun, Ihren leh 6. Jch fomme, herr, gib ren folgsam sein. fraft und licht, Daß ich mein 5. In dir liegt der weisheit heil erkenne, Ein wahrer chrift fülle. Was die feel allein be sei und mich nicht nur äu- glückt, Zeigst du mir und wenn Berlich so nenne: Damit ich mein wille Sich in deine orddeinem beispiel treu, Auch an- nung schickt: Dann werd ich dern selbst ein beiſpiel sei. wahrhaftig weise, Mir zum heil 5. Jesus und fein Heil, das und dir zum preiße, Lerne got einzige Nothwendige. tes rath verstehn, Und den Alle menschen müssen sterben. weg des lebens gehn. 512. Fins ist noth lo herr, 6. Mit vergebung aller fünden dieß eine Lehre mei- Herr, begnadigst du mich dann; ne seele doch! Alles andre, Läßt mich wahre ruhe finden, wie's auch scheine, Ist nur ein Daß ich fröhlich rühmen beschwerlich joch, Unter dem kann: Ich bin auch bei gott das herz sich quälet, Und der in gnaden; Und was fann mir 829 1. Selbstliebe. mir denn nun schaden? Mei- dentuft zu fliehn. nes mittlers gütigkeit Dank 8. Darum sollst du, herr, alich diese sicherheit! leine Mir mein ein und al7. Aber du bist meiner seele les sein. Prüf' und forsche wie Auch zur heiligung gemacht, ichs meine; Tilge allen heuDaß sie nicht mit vorsaß feble, chelschein. Daß ich hier schon Fliebe vor der sünde macht. auf der erde Durch dich gut Muth und kraft zum heil'gen) und selig werde, Und dir treu leben kannst und willst du al- fei bis zum tod; Nur dieß len geben, Die mit ernst sich eine ist mir noth. nur bemühn, Schnöde sünV. Pflichten gegen uns selbst. 1. Selbstliebe. 4. Wir versäumen unsre Jesu deine tiefe wunden. pflichten, Von bequemlichkeit 513. Das ich mich, mein regiert; Werden, wenn wir gott, selbst liebe, guts verrichten, Oft von eis Kann dir nicht mißfällig sein; gennuß verführt. Nur gar Du, du pflanzest ja die triebe felten trachten wir nach dem Tief hiezu dem menschen ein. wahren ruhm bei dir; Und Lenke du nur meinen sinn Auf wie oft feblts uns am wollen, die wahre weisheit hin, Daß Wenn wir andern dienen ich nicht mein glück verfehle, sollenmache, o mein gott, in Und selbst das verderben wähle. 5. wahrhaftig wahrhaftig 2. Hilf mir alle meine pflichten gnaden Mich von solcher un Recht verstehn und mit bedacht art frei, Daß ich nicht zu meinem Auf das mein bestreben richten, schaden gegen mich verblende, Was glücklich sei. Pflanze selbst den trieb macht. Wer dir, o du höchster, mir ein, Mich vor allem dein lebt, Und dir zu gefallen zu freun, Auch nach andrer strebt, Der nur kennt der wohl zu trachten, Und fic, seele adel, Der nur liebt sich wie du willst, zu achten. ohne tadel. 6. Gib mir denn auch das 3. Doch wie oft und leicht vollbringen, Mich zu lieben, verführet Eigenliebe unser wie ich soll. Laß mich eifrig berz! Durch den äußern schein darnach ringen, Was mir dient gecübret, Wünscht es freud zum wahren wohl. Auch dem und wählt es schmerz, Sucht nächsten beizustehn, Liebreich und findet niemals rub, Hofft stets auf ihn zu sehn, Ueber sie und Kommt nie dazu, Weil alles dich zu lieben: Das es sich verliert in dingen, das hilf mir treulich üben. Die kein wahres glück uns bringen. 1514. Du willst es, herr, Nun danket alle gott. B mein 330 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbſt. mein gott, Daß ich mich seleder zeit, Zum großen segen, ber liebe. Gib, daß ich diese nach Bis in die ewigkeit. pflicht, Nach deiner vorschrift 7. O selig, wer darnach Mit übe, Und laß den fel'gen trieb, beilgem eifer trachtet, Und für Mich meines glücks zu freun, sein größtes glück Gott, deine Den du mir eingepflanzt, Nie gnade achtet! Der liebt allein mein verderben sein. sich recht, Der find schon in 2. Gib, daß mein ganzes der zeit Die wahre ruh und berz Sich deiner liebe weihe, einft Vollkommne seligkeit. Und daß ich überall Dich find 8. Das sei mein zweck mein lich ehr' und scheue. Wer ale fleiß; O segne mein bemühen! ein chrift sich liebt, Der flieht So wird das wahre wohl auch als ein chrift, Was dei. Nicht meinem wunsch entflies nem heil'gen rath, O gott ben. So liebe ich mich so, Wie dir entgegen ist. es wohlgefällt und über alles 3. Kein schnöder eizennug dich, Mein gott, Und nicht die Beherrsche meine seele, Une welt. wenn zu meinem glück Ich weg 2. Celbsterfenntniß. und mittel wähle; So laf Wer nur den lieben gott. mich stets dabei Auf recht und 515. Wer bin ich? wichwahrheit schaun, Und nie mein tig ist die frage! wohlergehn Auf and'rer elend Gott, lehre sie mich recht vers bau'n. stehn! Gib, daß ich mir die 4. Dein fluch tritt jedes wahrheit sage, Um mich so, wie glück, Dabei die tugend leidet, ich bin, zu sehn. Wer sich nicht Dabei der, der es sucht, Gott, selbst recht kennen lernt, Bleibt deine wege meidet. Wer un von der weisheit weit entfernt. recht liebt und thut Erbt 2. Ich bin ein werk von deinen himmel nicht; Nie treffe deinen händen, Du schufft mich, o gott, Dies schreckliche mich, gott, zu deinem preiß, Dazu mein leben anzuwen. gericht. 5. Nie blende mein gemüth den, Das ist dein väterlich Der eitelkeiten schimmer. Dielgeheiß. Doch leb ich, als welt mit ihrer luft Vergeht dein eigenthum, Auch wie ich doch einst auf immer. Was soll, zu deinem ruhm? bilft uns furze luft, Was 3. Jch bin ein christ nach hilft uns eitle pracht? Nicht dem bekenntniß; Doch bin ich ein vergänglich gut Jft's, was das auch in der that? Herr uns glücklich macht. öffne selbst mir das verständ6. Ein gottergeb'nes herz, niß, Recht einzusehn, ob ich Ein unverlegt gewissen, Nur den pfad, Den jesus mir ges bas kann uns allein des lebens wiesen, geb; Und ob ich auch luft versüßen; Das bleibt uns im glauben steh? auch im tod lind folgt uns aus! 4. Du fenneft unsers berzeng 2. Selbsterkenntniß. 3. Demuth. 331 zens tiefen, Die uns selbst un- lichts! Mein dasein und mein ergründlich sind; D'rum laß leben Ward unir von dir mich oft und ernstlich prüfen, gegeben, und ohne dich verOb ich sei christo gleich ges mag ich nichts. finnt. Befreie mich von fal 2. Sowohl verstand als schem wahn, Der auch den kräfte, Zum nüßlichen geschäfte, flüaften täuschen kann. Hab ich aus deiner huld. Dein 5. Wie kann der, der bei ist's, wenn gute thaten Dem allem wissen Des herzens zu- vorsag wohl gerathen: Die stand sich verhehlt, Auf wahre fehler sind nur meine schuld. beß'ruug sein beslissen, Er, der 3. Das glück, deß ich mich nicht weiß, wie viel ihm freue, Schaffst du nach deifehlt? Sich selbst recht fen- ner treue, Du herr der gan nen, ist verstand, D'rum mache zen welt! Du ordnest unfre mich mit mir bekannt. tage, Ihr glück und ihre plas 6. Was mir zu meinem ge, Nur so, wie dir cs wohle bril noch fehlet, Mein vater, gefällt. das entdecke mir! Hab ich der] 4. Sollt ich mich denn er wahrheit weg erwäblet, So beben, Wenn mir in diesem aib, daß ich ihn nicht verlier. leben Viel gutes wiederfährt? Erleuchte mich mit deinem Was hat dich, herr, bewogen, licht, So täuschen mich ver- Daß du mich vorgezogen? Bin fübrer nicht. ich auch jemals dessen werth. 7. Bin ich ist von dem 5. Ich bin viel zu geringe fichern pfade, Der mich zum Ter buld, herr aller dinge, leben führt, noch fern: So Die du mir haft erzeigt. O laß wecke mich durch deine gnade, michs nicht vergessen, Wenn Daß ich ihn ernftlich suchen sich mein herz vermessen Zum lern. Gib mir zur beß'rung stolz und eigendünkel neigt. lust und fraft; Du bist's, der 6. Das müglich anzuwenbeides in uns schafft. den, Was du mit vaterhänden S. Ich muß es einmal toch Mir gütig zugewandt: Dies erfahren, Was ich hier war sei in meinem leben Mein und bier getban; D'rum laßleifriges bestreben! Dazu gib mich's nicht bis dahin sparen, demuth und verstand. Wo reue nichts mehr belfen Vorige Melodie. fann. Hier mache mich zum 517. Gib, gott, wenn ic himmel flug. Und frei vom schnöden selbstbetrug. vir diene, Daß ich 3. Demuth. In allen meinen thaten. mich nicht erkühne, Auf mich selbst stolz zu sein. Wer fann bei seinen werken, Wie oft er 516. Was ich nur gutes fehlet, merken? Wer ist von babe Ist deine mängeln völlig rein? milde gabe, Du vater alles! 2. Such ich stets deinen wil lex 332 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. len So eifrig zu erfüllen, Als ben, Wär er doch ein unes dein wort gebeut? Trag ich nüßer knecht! der tugend bürte, Aus fenntniß ihrer würde Auch immer mit zufriedenheit? Wider Stolz und Vermeffenheit. Ein lämmlein geht. 3. Entzieh ich mich den sünden Auch stets aus rechten grün- 518. Wenn ich, o gott, den? Aus wahrer frömmigvon dir geführt, feit? Oft sind die guten triebe Auf deinen wegen wandle; Nicht früchte deiner liebe, Wenn ich, durch deinen geist Nur früchte der natur und regiert, Nach deiner vorschrift zeit. handle; Wenn mir mein herz das zeugniß gibt, Daß meine 4. Der fünden meiner ju seele mehr dich liebt, Als al gend, Der mängel meiner tus les gut auf erden: So gend, herr, gedenke nicht. laß durch stolz und sichers heit Mich deiner huld und Willst du mit deinen Enechten, Wie sies verdienet, rechten: So trifft sie alle dein gericht. gütigkeit Doch nicht verlustig werden. 5. Doch, wenn auch dir zur 2. Wie leicht erliegt ein sichrer ehre, Rein meine tugend wäre, finn, Bekämpst durch seine lüfte! Weß ist das eigenthum? Wer Sieht ruhig auf gefahren bin, ließ mich unterrichten? Wer Wovor er zittern müßte. ließ in meinen pflichten Mein vollkommen glaubt er schon glück mich sehn und meinen zu sein; Denkt: diese fünde ruhm? sei nur flein, Und jene 6. Wer gab mir, dich zu lie- pflicht nicht wichtig. Nun ist ben, und dein gebot zu üben, er seinem falle nah, Fällt unvers Die lust und freudigkeit? Wer merkt, und glaubt noch da, Er stärkte meine fräfte Sm heili- wandle fest und richtig. gungsgeschäfte? Wer gab mir 3. So schwach ist, herr, der muth und sieg im streit? mensch, so bald Zur sünde 7. Du schafft, daß ich dich fortgeriffen! Sein eifer wird wähle; Du rufft mich, wenn ich gar leichtlich kalt, Nachgebend feble, Auf rechten weg zurück. sein gewissen. Web ihm, wenn Du ziebst mich ab von fün- ler vermessen ist, Wenn seine den, Und läßt mich gnade schwachbeit er vergißt, In sich finden, Und gibst zu meiner nur stärke siehet! Der irr beßrung glück. thum und die sinnlichkeit Be8. Sollt ich mich des erheben, siegen ihn in jedem streit, Was du mir, herr, gegeben Wenn er nicht flüglich fliehet. Hab ich zum lohn ein recht? 4. Wer sich selbst, gott, vor Könnt jemand alles üben, dir erhöht, kann nicht vor Was du ihm vorgeschrie- bir bestehen. Wer seine nies drigkeit Wider Stolz und Vermessenheit. 333 drigkeit gesteht, Nur den wirst geist regiert, Nach deiner vors du erhöhen. Veracht ich and- schrift handeln. Ich werde re neben mir: So mißfällt nicht durch sicherheit, Durch meine tugend dir, Wie groß stolz und durch vermessenheit ich sie auch finde. Mein glau- Von deinem worte weichen: be bat da keinen werth. Dem So bleibt auch deine gnade nur, der demuthsvoll dich ehrt, mir, Und ich werd, unter-. Vergibst du seine sünde. stützt von dir, Des glaubens ziel erreichen. 5. Drum lehre mit behut famkeit Auf meine bahn mich Mel. O Gott du frommer Gott. schauen, Und niemals aus ver- 519. Herr, der du alles messenheit Auf meine fräfte gibst, Von dem bauen. Wenn wo versuchun- ich alles habe; Was ist mein gen mir drohn, So zeige sie stand, mein glück, Und jede von fern mir schon, Daß ich gute gabe? Es ist nicht mein, mich zeitig rüste. Aufmerk- es ist Ein unverdientes gut; sam mache meinen blick Auf Darum bewahre mich Vor diese welt, auf zeit und glück, stolz und übermuth. Und auf die macht der lüste. 2. Wenn ich vielleicht der 6. Du weißts, zum guten, welt Mehr als mein nächster herr, bin ich nur öfters falt nüge; Und wenn ich mehr verund träge. Mein täglich stand, Als er befißt, besige; straucheln mache mich Vor- Bin ich drum mehr, als er? sichtig allewege. Find ich beides kommt von dir, Vers mich auf der rechten bahn: stand und tüchtigkeit, Und du So gib, daß ich so gut ich kann, erbältst es mir. Bei jedem schritte wache. Be- 3. Wenn mir ein größres glück wahre meinen fuß, daß nicht Nach deinem rath begegnet, Stolz und vermesine zuversicht und deine gütigkeit Mich 3u mir, mich fallen mache. mehr als andre segnet: Gibt 7. Mein glaube, meine diese deine Huld Mir wohl frömmigkeit, Und was ich anzum stolz ein recht? Bin ich mir habe Von tugend und darum nicht auch, Was and rechtschaffenheit, Ist alles dei- re sind, dein knecht? ne gabe. Ich bin nur staub, 4. Wenn ich geehrt und groß den du ersehufft, Den du be- In höhern würden stehe, Und gnadigft und berufst, In dei andre unter mir Im kleinern nem reich zu leben. Laß mich, glücke sebe; Wer machte sie entfernt von stolz und wahn, gering? Und wer erhöhte mich? Mit demuth deine gab empfahn, Ist nicht mein nächsler oft Und dir die ehre geben. Viel würdiger als ich? S. So werd ich, gott, von dir 5. Wie könnt ich mich, o gott, geführt, Auf deinen wegen Des guten überheben? Was wandeln, Durch deinen gutenlich befiß, ist dein; Von dir hat id) 334 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. ich mein leben, Und was ich), 6. Wer fünde liebt, bleibt gutes thu, Dazu gibst du nicht vor dir; Drum schaffe gedeihen; Drum laß mich selbst, o gott, in mir Ein berz, ewig fern Von stolz und das sünden basset. Das seine hochmuth sein. schuld vor dir bereut Und das zu deiner gütigkeit urdh christum hoffnung faffet. 4. Sorge für die Seele. Kommt her zu mir spricht. 7. Gib, daß ich dir mich 520. Herr, meiner seelen ganz ergeb. Und was ich noch großen werth, Den auf erden leb, Laß mich im mir dein theures wort er alauben leben An jesum chriFlärt, Laß mich mit ernft be- ftum, der auch mich So boch denken. Und auf die sorge geliebet, daß er sich Für mich für ihr wohl, So unermüdet, dabhin gegeben. als ich soll, Den größten eifer 8. In meiner ganzen pils grimschaft Laß mich, gestärkt lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir durch deine fraft, Nach jenem geacht! Welch glück hast du ihr kleinod trachten, Das mir zugedacht! Wie viel an sie ge- dein ruf vor augen stellt, Und wendet! Du schufft sie, gott, alle güter dieser welt Wie dein bild zu sein, Und bast, nichts dagegen achten. es in ihr zu erneun, Selbst; 9. Wie felig werd ich dann deinen sohn gesendet. nicht sein! Schon hier werd 3. Zu groß für diese furze ich mich deiner freun, Durc zeit, Bestimmt zum glück der dich, gutt, rubig leben; Und ewigkeit, Lebt sie im fleisch du wirst nach vollbrachter auf erden, Durch glauben und zeit, Auch mich gewiß zur gottseligkeit zu größerer voll- berrlichkeit In deinem reich fommenheit 3m himmel reif erheben. zu werden. Kommt laßt euch den Herren. 4. Mit großer treue will 521. Lehre mich, berr, du sie, Selbst durch des le recht bedenken, bens furze müb Zu jenem lé. Was wahrbafte weisheit sei, ben führen. O laß mich nicht meinen fleiß darauf zu lenken durch eigne schuld Das heil, Stebe mir aus gnaden bei. ras deine vaterhuld Ihr aus Denn die flugbeit, so die welt erfehn, verlieren. Ohne grund für weisheit bält, 5. Wie du, o gott, gesinnt Fördert nicht mein wohler, zu sein, Mich ewig deiner geben und wird nie vor dir huld zu freun Und dich zum bestehen. troft zu wählen: Das sei mein 2. Weisheit ists, wenn unsre fleiß und höchster zweck, Laß seelen Sich, herr, deines wornich dazu den rechten weg tes licht nur allein zum leitAus leichtsinn nie verfehlen. stern wählen Und mit feſter 811² 4. Sorge für die Seele. 335 zuversicht Diesem licht sich an- lger sind; Wunsch und hoff vertraun. Denn die folgsam nung dahin lenken, Wo die darauf schaun, Ihre Hoffnung feele rube findt, Seine augen darauf gründen, Werden heil unverwandt Nach dem ewgen und leben finden. vaterland Richten, und sich 3. Weisheit ist es, darnach bier bestreben, Wie man drotrachten, Recht mit sich bekannt ben lebt, zu leben. zu sein, Sich nicht schon voll- 8. Diese weisheit ist auf er Fommen achten und den ei- den, Höchster, unser bestes gendünfel scheun. Gern aufstheil. Die von ihr geleitet wer seine fehler sehn Reuig sie vor ven, Deren weg ist leicht und gott gestehn, Eifrig stets nach beil. Solche weisheit kommt beßrung streben Und doch nie von dir; Gott, verleihe fie sich stolz erheben. auch mir! Laß sie mich zu al4. Weisbeit ist es, chrißum len zeiten Auf den weg des ehren, Seiner mittlershuld friedens leiten. vertraun; So auf seine stimme Von Gott will ich nicht lassen. hören, Und auf seinen wan- 522. Wem weisheit fehlt, del schaun, Daß man falsche der bitte Von wege flicht, und mit eifer sich gott, der weisheit bat; Er leis bemüht, Seinem bilte hier tet unsre schritte Durch seines auf erden Immer ähnlicher zu geistes rath. Wer ruft mit werden. ernst zu berrn, Dem das 5. Weisheit ist es, alles meis nicht wird gewädret, Was er den, Was mit reu das herz von ihm begebret? Er hört beschwert, Und sich hüten vor und giebet gern. den freuden, Die der fün 2. Gib, vater meiner väter, den dienst gewährt. Eitlen Mir einen weisen sinn, Du ruhm, der bald verblüht, Lust, gibst die übertreter In ihren die im genuß schon flicht, sinn dahin. Ich aber wünsche Nicht für wahre woblfahrt mir Ein herz, das rich nur lies achten; Nein, nach bessern bet, Gern, was du forderst, gütern trachten. übet: Das wünsch ich mir 6. Weisheit ist es, gottes von dir. guade sich zu seinem ziel er- 3. Der leib beschwert die sebn, Und auf seiner wahrheit secle; Wie leicht verirr ich face Diesem glück entgegen mich, Wenn ich mein glück mir gehn; Gern nach Gottes willen wähle, Nicht unterstüßt durch thun, Froh in seiner füguna dich! Durch jeden schein ver. rubn, Und, wenn leiden uns fübrt, Wähl ich mir falsche beschweren, Hoffend mit ge- güter, Wenn meines lebens duld ihn ehren. Mich nicht dein rath hüter, 7. Weisbeit ist es, ftets be- regiert. denken, Daß wir hier nur pil 4. Raum treff ich, was auf erten 336 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. erden Mir gut und heilsam ben, Und wenn man nicht mehr ist, Wie kann ich selig werden, sünd'gen kann, Gott um erbarWenn du mein licht nicht bist? mung flehen: Das ist der weg Regierst du nicht dein kind, zum leben nicht, Den uns, o So wirds ein übertreter gott dein unterricht In deis Da meines beils verräther) nem wort bezeuget. Selbst meine sinnen sind. 3. Du rufft uns hier zur 5. Du selbst regierst und beiligung, Drum laß auch lenkest Solch eine große welt. hier auf erden Des geistes Geschieht nicht, was du den wahre besserung Mein haupte fest? Nicht, was dir wohl geschäfte werden. Herr, stärgefällt? Wann überschritt fe mir dazu den trieb. Nichts ihr gleis Die sonne, die du sei mir je so groß, so lieb, schufest? Was ehrt nicht, wenn Mich davon abzuwenden. du rufeft, Sogleich auch dein 4. Gewänn ich auch die gans ze welt, mit allen ihren freugeheiß? 6. Wenn deine meere toben, den, Und sollte das, was Und du gebeutft nur: ruht! dir gefällt, O gott, darüber Hast kaum die hand erhoben; meiden, Was hülfe mirs? So legt sich ihre wuth. Wie nie fann die welt Mit allem, leicht, wenn böser luft Empö- was sie in sich hält, Mir rung in mir wüthet, Rubt! deine gnað ersegen. wenn dein wink gebietet, Der 5. Was führt mich zur zu aufruhr meiner brust. friedenheit Schon hier in dies 7. Ach leite du mein leben, fem leben? Was kann mir Dir sei es ganz geweiht. Mein trost und freudigkeit In noth, einziges bestreben Sei, was im tore geben? Nicht mendein rath gebeut. Dann bin schengunst, nicht irdisch glück, ich weis und klug; Dann thu Nur friede göttes und ein ich recht auf erden; Dann blick Auf jenes lebens freuden. werd ich selig werden: Dann, gott, hab ich genug. 6. Nach diesem kleinod, herr, laß mich Vor allen din. Sei Lob und Ehr dem. gen trachten, Und was mir 523. Nach meiner seelen daran hinderlich, Mit edlem seligkeit Laß, berr, mutb verachten. Daß ich auf mich eifrig ringen. Sollt deinen wegen geb, Und im ich die furze gnadenzeit Insgericht dereinst besteh, Sei : cherheit verbringen? Wie meine größte forge. würd ich einst vor dir be 7. Doch was vermag ich, flebn? Wer in bein reich wenn du nicht Vor trägbeit wünscht einzugehn, Muß rei- mich beschüßest Und mich zur nes herzens werden. tren in dieser pflicht Mit 2. Erst an dem schluß der le- kräften unterstüßest. O stärke bensbahn Auf seine sünden ses mich, mein gott, dazu, Sv find 5. Bewahrung eines guten Gewissens. 337 sind ich hier schon wahre ruh', Was tröstet gottes finder, Und dort das ew'ge- leben. Beim spotte frecher fünder? Ein ruhig herz das beste gut. Nun ruhen alle Wälder. 7. Zu dir gen himmel schauen, O gott, und mit vertrauen Sich rühmen: ich bin in ruhiges gewissen dein; Im glauben der erlö Laß, herr, mich sten Sich deiner huld getrösten. stets genießen, Denn bab ich Welch glück, mein gott, kann dieses nur: So ist für mich in größer sein? tagen, Wo andre ängstlich za 8. Läßt du mich im gewissen gen, Nichts schreckliches in der Einst diesen trost genießen, Wenn alles von mir weicht; natur. 5. Bewahrung eines guten Gewissens und dazu nothige Wachsamkeit. 524. 2. Wenn meine schuld mich kann ich dann voll vertrauen beuget, Und dann dein geist be- Auf dich noch, vater schauen, zeuget, Daß ich begnadigt bin; So wird mir selbst das sterWenn mich dein troft erquicket; ben leicht. So oft mich trübfal drücket: 9. O laß zu allen zeiten Wie unschäßbar ist mein ge mich deine weisheit leiten Und winn! mache mich selbst treu, Zum 3. Sollt ich solch ruhig le- fleiß in guten werken Laß mich ben Für luft der fünde geben, die hoffnung stärken, Daß groß Und dann die innre pein, Mich der lohn im himmel fei. selber zu verklagen; In meinem 525. Mache dich, mein busen tragen? Gott laß dies geist bereit! ferne von mir sein. Wache, fleh und bete! Daß 4. Sein eignes herz bekäme dein herz zur bösen zeit Nicht pfen, Und seine neigung däm- von gott abtrete. Auch schon pfen, Ist freilich schwere pflicht. jist Mancher chrift Von versuch Doch, wenn wir uns besiegen, ungsstunden Plößlich überWelch himmlisches vergnügen, wunden. nicht! Gewährt die überwindung 2. Auf dann und ermuntre dich Aus dem sichern schlafe! 5. Nichts kann im wohler- Smmer, glaub es, zeiget sich geben So unser glück erhöhen, Bald darauf die strafe. Der Als cin geruhia berz. Das fällt leicht Den cs däucht, schafft uns innre freuden, Daß er sicher stehe Auf der Und wildert audy im leiden. tugend böhe. Durch seinen trost den größten 3. Wache! denn hier hat schmerz. der christ Noch von allen sei 6. Die freuden zu verachten, ten, Was der seele schädlich Wonach die fünder schmachist Muthig zu bestreiten, Gott ten, Was gibt uns dazu muth? läßt zu, Daß auch du, Wenn Y du 338 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. du sorglos wallest, In versuch- jich und allein, Gott mit dir ung falleft. beschäftigt sein. 4. Wache! daß dich nicht die 2. Nicht aus wahn noch welt Durch gewalt bezwinge, aberglauben, Oder nur aus Oder, wenn sie sich verstellt, eigensinn, nicht der welt den Liftig an sich bringe. Wach fleiß zu rauben, den ich brüund sieh! Daß dich nie Die dern schuldig bin; Weder wild verführer fällen, Die dir neze noch menschenscheu, Nicht aus stellen. stolz noch gleißnerei! 5. Wach und hab' auf dich 3. Nur zu prüfen mich im wohl acht! Trau nicht reinem stillen, Wie entschlossen, wie berzen. Leicht fann, wer es getreu, deinen willen zu erfülnicht bewacht, Gottes huld len, Meiner seele vorsag sei, verscherzen. Ach es ist Voller Weiser noch zu werden, herr, list Weiß sich selbst zu beu- Und im beten eifriger. cheln, Und mag gern sich schmei- 4. Jeder täuschung dann cheln! entrissen, Seh, ich näher, gott, 6. Aber bet auch stets da- jmein ziel. Freier sieht auch bei, Bete bei dem wachen, mein gewissen, Wo ich siegte, Das wird dich von trägbeit wo ich fiel; Mehr auch flammt frei Und behutsam machen. mein herz sich dann Zu der Gott verleiht Munterfeit Auf tugend kämpfen an. dem rechten pfade Durch ers betne gnade. 5. Mehr empfind ich deine liebe, Wo mich fein geräusch 7. Nabe dich denn mit ge- zerstreut; Stärker deines geiftes bet Oft zu seinem throne, triebe; Mehr der zukunft herrWenn dein Herz nur glaubig lichkeit; Heller seh ich dein geflebt, Hört er in dem sohne, richt; Mehr die würde jeder Er verheißt Seinen geist, Mitipflicht. ibm kraft und leben Auf dein 6. Wohl mir, gott, denn ich flehn zu geben. gewinne Dann für meine pil8. Num so will ich immer- grimschaft Ueber alle meine dar, Wachen, kämpfen, beten, finne Mehr gewalt, zum sieg Und vermehrt sich die gefahr, mehr kraft; Deiner gnade mir. Nicht von gott abtreten. Kurze bewußt, Mehr zum guten muth zeit Währt der fireit, Und welch und luft. eine krone Wird mir dann zum lohne! Gott des Himmels und der. 7. Wenn in dir geweihter fille Meine leidenschaften ruhn, Werd' ich fester, strebt mein 526. Ja zur fille will ich wille, Froher, was du willst, zu fliehen, Will durch thun, Und übt dann durch deine eingezogenheit Dem geräusche huld In der trübsal mehr geduld. mich entziehen, Das mich stö- 8. So geflärket fehr ich wieret und zerstreut! Rubig will der Zu den menschen froh zurück 6. Sorge für den Leib und Erhaltung des Lebens, 339 rück, Lebe thätiig für die brüs bau verlegen, Den du, als der, Freue mich bei ihrem schöpfer, selbst erbaut? Weß glück. Umgang oder einsam- ist mein leib? er ist ja dein: feit, Brides sei dir gott ge Sollt ich denn sein zerstörer weiht; jein? Wer weiß, wie nahe mir mein. 527. Rockt der versuchung 3. Ihn zu erhalten, zu bes schüßen, Gibst du mit milder zauberstimme Mich vaterband, Die mittel, die dazu schmeichelnd ins verderben bin, uns nüßen, Und zum gebrauch Und will von deiner fanften gibst du verstand. Dir ist die stimme Mein herz o gott, voll sorge nicht zu klein: Wie sollte leichtsinn fliehn: So treffe wie sie es mir denn sein? ein bliß von dir, Mich der 4. Gefunde glieder, muntre gedanke: gott ist hier! Fräfte, O gott, wie viel sind 2. Laß, herr, bei jedes la- die nicht werth! Wer taugt zu sters reize mich schnell und des berufsgeschäfte, Wenn frankmuthig zu dir flehn; Dich jesu, heit seinen leib beschwert? Ist schmachtend schn am freuze, Dich nicht der erde größtes gut buldend, bluten, sterbend seh'n. Gesundheit und ein heit'rer Wie bald entflicht aus meiner muth? brust, Seh ich dich an, des lasters lust. 5. Drum gib, daß ich mit forgfalt meide, Was meines 3. D jesu, mächtiger befreier, törpers wohlsein stört, Daß Mach mich durch eine wahr- nicht, wenn ich je krankheit beit frei, Schenk mir dein licht, leide, Mein geist den innern daß täglich treuer Der wahr- vorwurf hört: du selbst bist beit ich und reiner sei. Mit störer deiner ruh, Du zogst pir jedem tage mehr dir gleich, selbst dein übel zu! Und näher dir in deinem reich. 6. Laß jeden sinn und alle 6. Sorge für den Leib und sam sein; Und drückt mich glieder Mich zu bewahren achtErhaltung des Lebens. eine krankheit nieder; So flöße Wer nur den lieben gott läßt. felbst geduld mir ein Gib 528. Des leibes warten froben muth und dann vers und ihn nähren, leib, Daß auch des arztes rath Das ist, o schöpfer, meine gedeih. pflicht; Durch eigne schuld ihn 7. Doch, gib, daß ich nicht zu zerstören, Verbietet mir dein übertreibe, Was auf des Körpers unterricht. Oftebe mir mit pflege zielt; Und stets in je weisbeit bei, Daß diese pflicht nen schranken bleibe, Die dein mir heilig sei! gebot mir anbefiehlt. Des 2. Sollt ich, o herr, geringe leibes wohl laß nie allein Das schätzen, Was deine hand mir ziel von meinen sorgen sein. anvertraut? Den wundervollen 8. Mein größter fleiß auf 2 dieser 340 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. dieser erde Sei meinem geifte dienst ergeben. Hilf du nur gott, geweiht, Daß er zum selbst der schwachheit auf. bimmel weise werde, Noch in 7. Was nügt ein langes les der vorbereitungszeit: So wird ben, Wenn man nicht gott ersich leis und seeie dein In alle geben, Nach wahrer tugend strebt? Wer gott und menschen ewigkeit erfreun. liebet, Sich stets im guten übet, In allen meinen Thaten. 529. Mas ist mein zeit- Nur der hat lang und wohl 7. Keuschheit und Mäßigfeit. lich leben, Das gelebt. du mir, gott, gegeben? Ein un schäßbares gut. Du gabst mir's berr auf erden Zum himmel Freu dich sehr o meine Seele. reif zu werden, Worauf mein 530. Gifrig sei und fest mein wille, Neiwahres glück beruht. 2. Hier wird die faat ge- nes berzens, gott, zu sein, Ih streuet, Dort erndtet man er der unschuld heitrer stille Deis freuet Der tugend früchte ein. ner gnade dich zu freun. Je länger ich bier lebe Und Keine freude dieser welt, Wenn gut zu handeln strebe, Je grös sie noch so sehr gefällt, Laß ser wird mein glück dort sein! mich, wider mein gewissen, 3. Sollt ich dies glück mir Wünschen, suchen und genießen. 2. Weiß ich doch, daß deine rauben? O herr, laß mir im glauben Der künft'gen erndte- güte Viel zu groß o vater, ist, zeit Mein leben auf der eiden Daß sie ne grund verbiete, So werth und wichtig werden Was das leben uns verfüßt. Als es mir selbst dein wort Uns zum besten nur gebeut Dein gesetz enthaltsamkeit, Weise gebent. 4. Mir selbst es zu verkür- ordnung im genusse, Mäßigung zen, Mich in den tod zu stür im überfluffe. zen, Ist wider meine pflicht. 3. Unsre findheit, unsre jus Ein redliches gemütbe Lohnt gend, Unser alter darf sich nie mit Undank güte; Entweicht freun. Auch die freude, gott, auch dem berufe nicht. ist tugend, Aber heilig muß sie 5. Was leicht in frankbeit sein; Freude, woraus segen fürzet, Das leben leicht ver- quillt, Nicht geseglos frech und Fürzet, Laß mich mit sorgfalt wild, Nicht ein taumel, der bes fliehu; Doch auch nicht ängst thöret, Der gefühl und kraft lich zagen Für meine pflicht zu zerstöret. wagen, Was du mir, gott, für 4. Nur in unbefleckten hers fie verliehn. zen, Nur in einer feufchen 6. In deine vaterhände Be- brust Toben nie der reue fehl ich, herr, mein ende Und schmerzen, Wohnen wahre rub meiner tage lauf. Es sei mein und luft! Unbeherrschte sinn. ganzes leben Dir hier zum lichkeit Tödtet die zufrieden beit 7. Keuschheit und mäßigkeit. 341 beit; Sie vergiftet alle freu- lwissens schmerz In das durch den, Und verwandelt sie inssie betrogne herz. leiden. 4. Der mensch sinkt unter 5. Sittsamkeit und unschuld ihrer bürde Zur niedrigkeit schmücket Mehr als schönheit, des thiers herab. Er schändet sie vermehrt Jede lusi, die uns und entehrt die würde, Die entzücket, Jedes glückes reiz ihm sein weiser schöpfer gab; und werth. Reinen herzen, Vergißt den zwed, dazu er fließt der quell Jeder wonne lebt, Weil er nach niedern lürein und hell, Denn sie hoffen sten strebt. voll vertrauen Gott, dein angeficht zu schauen. 5. So schimpflich sind, der wolluft bande, Schon vor der 6. Gott, dein geist, um den welt sind sie ein spott; Sie wir bitten, Mache unfern sind vor dem gewissen schande wandel rein. Laß die frech- Und noch weit mehr vor dir, heit wilder fitten Unsre seelen o gott! Der lastersclav entnie entweihn; Vor verführung flieht dir nicht, Du forderst schüß du sie. Unser herz ge- lihn vor dein gericht. horche nie Einer schändlichen 6. Du übergibst den dem verbegierde. Heiligkeit sei unsre derben Schon hier, der seinen zierde. Wer nur den lieben Gott. leib entweiht, Und nie wird deinen himmel erben, Wer sich unreiner lüste frut. Drum 531. Der wollust reiz zu fleh ich demuthsvoll zu dir, widerstreben, Laß, schaff ein reines herz in mir! höchfier, meine weisheit sein. 7. Gib, daß ich allen bösen Sie ist ein gift für unser le- lüften Mit muth und nachben, und ihre freuden werden druck widersteh, Und stets darpein. Vor ihrer schnöden lok- wider mich zu rüsten, Auf fung fliehn, Heißt dem verder dich, allgegenwärt'ger, seb'. ben sich entziehn. Denn wer dich, gott, vor au2. Die wollust kürzet unsre gen hat Flieht auch verborgne tage, Sie raubt dem förper missethat. seine fraft, Und armuth feuIn voriger Melodie. chen schmerz und plage Sind 532. Sei um die wollust früchte ihrer leidenschaft, Der zu verhüten, baßt sich selber, der sie liebt, Christ, schamhaft, gegen deinen Und sich in ihre fesseln gibt. leib, Laß nicht dein auge dir 3. Sie raubt dem geiste gebieten Flieh eitlen scherz und muth und stärke, Schwächt zeitvertreib. Des frechen wißden verstand, der seele licht, lings freier scherz Erniedrigt Eie raubt den eifer edler werke und verdirbt dein herz. Und ernst und Lust zu jeder 2. Um ihr die nahrung zu pflicht. Sie führt reu und ge- ver wehren, Sei stets ein y 3 freund 342 3we ite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. freund der nüchternheit. Laß dein äußrer wandel rein, fpeis und trank bich nie be Soll's nicht auch teine seele schweren, Und steure deiner sein? finnlichkeit. Sei beiner schwach 8. Begierden sind es, die heit stets bewußt, Und meid uns schänden: Und die verlegen oft selbst erlaubte luft. unsre pflicht, Auch ohne, daß 3. Entzieh der wollust ihre wir sie vollenden. Drum rühme. kräfte Im schweiße deines ange- dich der keuschheit nicht, Es sichts. Der unschuld schußwehr sei dann, daß du durch den sind geschäfte; Nichts thun, geist Der lüste herrschaft dich net bes bösewichts: entreißt. bas Bei trägheit und bei müßig- 9. Denk oft den mächtigen gang Besiegt uns jeder böse gedanken: Die unschuld ist der hang. seele glück: Der halte, fängst 4. Willst du der wollust trieb du an zu wanken, Dich noch bekämpfen, Eh' er die freiheit von deinem fall zurück. Dir dir verwehrt, So such ihn früh gibt dein ganzer lebenslauf in dir zu dämpfen. Hat ihn Sich nicht zurück; gibst du dein herz zuvor genährt, Und sie auf. du hast ihn nicht gleich erstickt, So wird er schwerlich unter drückt. 10. Die wollust kürzt des lebens tage, Da keuschheit heil und leben gibt, Und seuchen 5. Oft täuschen dich des las werden dessen plage, Der ihre sters triebe, Und du erblickst gift'gen reize liebt. Wer got nicht die gefahr. Oft wird das tes tempel hier zerstört, Ist unerlaubte liebe, Was anfangs seiner strengsten firafe werth. nichts als freundschaft war. 11. Wie blühte nicht des Ein langer umgang macht dich jünglings jugend, Eh' ihn der dreift Und du vergißt, was wollust reiz bethört. Doch er un schuld heißt. vergaß den weg der tugend, 6. Dein fühlend herz wird und seine fräfte sind verzehrt. fich's verzeihen, Daß es des Verwesung schändet sein ges lasters trieb ernährt, Es wird sicht, Und predigt gottes strafges nur seinen ausbruch scheuen, richt. Weil dieser vor der welt ent- 12. Drum fliehe vor der ehrt; Wird kleine febler über wollust pfade, Und lockt dich sehn, Und so zu großen über- schmeichelnd ihre bahn: So gehn. rufe brünstig gott um gnade, 7. Ift's fünde nur, die that Um weisheit in versuchung an. vollbringen? Ist, der's nicht Erzittre vor dem ersten fall! thut, schon tugendhaft? Sollst Du fällst gewiß mehr als du nicht auch den trieb bezwin- einmal. gen? Nicht auch den wunsch 533. Wie mannigfaltig der leidenschaft? Soll blos sind die gaben, Wo Keuschheit und Mäßigkeit. 343 Woburch, herr, deine huld freun, Mich mäßig im genusse uns nährt, Die alles gute, fein. was wir haben, Beständig und 7. Mit speis' und trank sich so so gern gewährt. Auch das, beschweren, Daß man derselben was unser mund genießt, Zeigt übervoll, Dadurch wird das, uns, wie gut und mild du was uns ernähren, Und unbift. ser Herz erquicken soll, Ein 2. Du gibst uns brod für gift, das in die adern schleicht, unser leben Und läsfest auch, Und krankheit shmerz und tod uns zu erfreun, Die mittel, erzeugt. die uns nahrung geben, So 8. Unmäßigkeit raubt uns die viel, so mannigfaltig sein. kräfte Zu dem, was uns die Wie angenehm ist der genuß pflicht gebeut; Macht träge Von dem was uns ernähren zum berufsgeschäfte, Untüchtig muß! zur gottseligkeit; Erweckt un3. Du segnest auen und gesordnung, streit und zant; Erstickt filde Mit unerschöpfter frucht-( den dir, gott, schuld'gen barkeit, Die, vater, jährlichstank beine milde, Daß keiner hun 9. Wer sich den bauch zum gern mög, erneut, Daß jeder- gott erkohren, Unmäßig deine mann von sorgen frei Gesät- gaben braucht; Der ist für's tigt werd' und dankbar sei. himmelreich verloren, 3u dem 4. Du gibst, daß ich nichtsfein knecht der lüfte taugt. mangel leide, Was nöthig ist, Gott, laß mich ja bies laster auch mehr als brod: Gibst scheun, Enthaltsam, mäßig, zum bedürfniß auch noch freude nüchtern sein! Für einen jeden finn, o gott, 10. So oft ich speis' und Wie ist zum wechsel im ge- trank genieße, So laß es mit. nuß So groß, so reich dein vernunft geschehn, Und daß ich überfluß! beides mir versüße, Mit dank 5. So will ich denn mit auf dich, den geber, sehn; freuden effen, Was deine va- Auf dich, der du mich zärtlich terhuld mir schenkt; Nie aber liebst, Mir nahrung und er auch, o herr, vergessen, Daß quickung gibst. sie mich speißt, daß sie mich tränkt; Nie, daß fie feine luft 8. Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. mir wehrt', Als die, die schadet und zerstört. Nun freut euch lieben. 6. Drum laß die kraft, uns 534. Gott ist's, der das zu vergnügen, Die du in speif' vermögen schafft, und trank gelegt, Mich nie, Das gute zu vollbringen, Er o höchster, so besiegen, Daß sie gibt zur arbeit muth und kraft zum schweigen mich bewegt. Und läffet sie gelingen. Was Laß, deiner gaben mich zu'man mit ihm nur unternimmt, Wird 4 344 3weite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. Wird, wenn's mit seinem willen! Wer nur den lieben Gott läßt. stimmt, Nicht ohne fortgang 535. Mit dir geh ich an bleiben. mein geschäfte, 2. Wer das zu seinem haupt gott, du gibst durch deinen zweck macht, Gefällig ihm zusgeist Mir auch gewiß zur arwerden, Zuerst nach seinem beit kräfte, So lange du mich beifall fracht, Dem gibt er leben heißt. Laß dieser hoffauch auf erden Bom zeit lichen nung mich zu freun, Auch deimit milder hand, So viel, nen rath mir heilig sein. beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahrhaftig nüßet. 2. Der ehrt dich nicht, der seine tage In trägem müßig3. Gott ist der frommen gang verlebt, Und sich und andern nur zur plage Das schild und lohn, Er krönet sie ihm geliehne pfund vergräbt. mit gnaden, Was sollte ihrer Du bist's, der uns den fleiß feinde hohn Und mißgunst ih nen schaden? Mit seinem schuß gebot, Und wer ihn übt, ehrt bedeckt er sie, Und segnet bei dich, o gott! des lebens müh Ihr herz mit trost und hoffnung. 3. Du gabs mit so viel an dern trieben uns auch den trieb zur thätigkeit, Und, ihn auf's 4. Drum gib, o gott, daß nüßlichste zu üben, Gibst du ich auf dich Bei meiner ar uns auch gelegenheit. Du kenbeit sehe. Mit licht und weiß- nest unsrer arbeit müh, Und heit segne mich, Daß ich nie deine fraft erleichtert fie. wege gebe, Die mir, berr, 4. Laß mich auf diese ord. dein geseß verbeut Nach christli- nung sehen, Shr folgen und ther rechtschaffenheit Laß mich mich ihrer freun. Wie sollt vor allem trachten. Jich dabei irre gehen, Und 5. Laß müßiggang und trägs nicht vielmehr gesegnet sein heit mich, als dir mißfällig, Von dir, der du der arbeit meiden Und hilf, daß ich, gelast Auch reichen lohn beschiestärkt durch dich, Boll muth den hast? mit lust und freuden In mei 5. So wart ich, gott, auf nem stand geschäftig sei; Dein deinen segen, Uno sorge nicht, segen fröne meine treu, Daß wie's werden soll, Ich geh sie auch andern nüße. ihm doch gewiß entgegen, und 6. Sei überall, mein gott, bin der froben hoffnung mit mir, Die werke meiner voll: Mein fleiß ist wohlge. hände Befehl ich, allerhöchster, fällig dir; Du siehst und du dir; Hilf, daß ich sie vol- vergilist ihn mir. lende Zu deines großen na 6. Jch tröste mich des nicht mens preis, Daß mir die vergebens, Bleibt er gleich un furcht von meinem fleiß In vergolten hier; Du reichst am jenes leben folge. labend meines lebens, Aud) mir 9. Rechtmäßiges Verhalten gegen zeitliche Güter. 345 mir der treue lohn dafür; nüglich als ich kann zu sein, Dann freu ich mich in ewigs Das sei mir ehr und reichthum. feit Des nüßlichen gebrauchs 6. Dir zu gefallen fei mein ter zeit. ziel, Bei allem, was ich thue, Sei Lob und Chr dem. So hat, es gehe wie es will, 536, Nach deinem rath, Doch mein gewissen rube, o gott, sind wir Denn wer dir, heiligster, mißZum fleiß bestimmt auf erden; fällt, Was nützet dem die Du willst es, daß wir alle hier ganze welt Mit allen ihren Einander nüglich werden. Gibschätzen? mir verstand und luft und 7. Gib, daß mein fleiß in kraft, Geschickt, treu und ge- dem beruf, Dazu mich auf der wissenhaft Zu thun, was mir erde Dein weiser rath, mein gebühret. gott, erschuf, Mir eine flufe 2. Hilf, daß vor träger werde, Worauf ich nach vollweichlichkeit Ich standhaft mich brachter zeit Zur böheren gebewabre; Und wo die pflicht schäftigkeit Des bessern lebens mir, müh gebeut, Nie meine steige. fräfte spare. Erholen darf ich nechtmäßiges Verhalmich nur dann, Wenn ich, vouten gegen zeitliche wüter, kraft erschöpft, mich fann Zu Reichthum,& hre 2c. neuer Arbeit stärken. Es ist das Heil uns. 3. Gib treuen fleiß und laß 537. Herr, laß mich mich nicht Die zeit mit nebendoch gewissenhaft dingen, Und mit versäumung Mein zeitlich gut verwalten, meiner pflicht, Verschwenterisch Gib selbst mir weisheit, gib verbringen. Das müsse mein mie fraft, Damit wohl baus vergnügen sein, Mich den ge- zu halten, Auf daß ich, im schäften ganz zu weihn, Die geringern tren, Durch deine du mir aufgeleget. gnade fäbig sei zu größern 4. Ein heil'ger trieb belebe gnatengütern. mich, Ohöchster, meine pflich- 2. Mein bab und gut kommt ten In deiner furcht, gestärkt ja von dir Und deinem milder. durch dich, Mit freuden zu jegen. Richt zum verderben verrichten. Ein herz, das sich gabst du mir Mein zeitliches des guten freut, Gibt zu der vermögen. Du gabst es mir arbeit munterfeit, Macht leich zum wahren wohl; Drum gib, ter unfre laften. berr, daß ich's wie ich soll Nach 5. Laß mich vor dir, berr, teiner vorschrift brauche. unverrückt Mit einem berzen 3. Es ist das mir geschenkte wandeln, Das geiz und ehr- aut Vergänglich, wie die erde. sucht nie bestrickt, Gewissen- Hilf, daß ich nie zum über108 zu bandeln. Mein leben muth Dadurch verleitet werde. deinem dienst zu weißn, So Nie reiß ein irdischer gewinn 215 Mein 346 3wette Abthellung. V. Pflichten gegen uns selbst. Mein perz so weit zum eiteln schäßen dieser erden So sehr hin, Daß ich mein heil vegeffe. ergeben sein, Daß sie mein 4. Was hülfe mir die ganze a bgott werden. Oft fehlt welt Mit allen ihren schägen, beim überfluß doch die zuVerblendete mich) gut und geld, friedenheit, Und was ist Mich dir zu wiedersetzen? Ver- ohne sie Des lebens herrlichschmäbt ich, was dein wort feit? begehrt, Was mir ein ewig 2. Kann ein vergänglich gut beil gewährt: Wie elend würd' Auch unsre wünsche stillen? ich werden? Es steht ja sein besig Nie blos 5. Mein stärkstes trachten in unserm willen. Nicht fiets sei allhier Nach deines geistes wird's dem zu theil, Der ängstgaben. Wie reich bin ich, o lich darnach ringt, Und schnell gott, in dir, Kann ich nur verlierts oft der, Dem sein diese haben. Besiß ich höchster, bemühn gelingt. deine huld, Bin ich voll glau., 3. Ein gut, das unsern geist ben und geduld; Was fehlt Wahrhaftig soll beglücken, Muß benn meinem glücke? nicht vergänglich sein, Und für 6. Den geiz laß ferne von den geist sich schicken. Der füns mir sein, Die wurzel alles bö- der hat oft geld, Und wünscht sen. Von sünden und gewiß sich dessen mehr, Doch dabei fenspein Kann reichthum nicht bleibt sein herz Von wahrer erlösen. Er bilft in todesstun- ruhe leer. den nichts, Und nichts am tage 4. O gott, so wehre doch des gerichts: Gold schützt da den ungerechten trieben, Und keinen fünder. heilige mein herz Nie sclavisch 7. Lehr mich die weise spar- das zu lieben, Was man mit samkeit, Ilm das nicht zu ver- müh gewinnt, Bald schwelges schwenden, Was du mir gabst risch verzehrt, Bald unruhvoll in dieser zeit, Es nüßlich anzu- bewacht, Und bald mit fluch wenden. Gib mir die klugbeit, vermehrt. daß ich hier Dadurch dem nächsten, so wie mir, Des lebens müh erleichtre. 5. Ein weises frommes herz Das sei mein schatz auf erden. Sonst alles, nur nicht dies, 8. Es fommt ein tag der Kann mir entrissen werden. rechenschaft: Das laß mich stets Dies bleibt im tod auch mein, bedenken, Und mein gemüth ge- Dies folgt mir aus der zeit, wissenhaft Zur heil'gen sorgfalt zum seligsten gewinn, Bis in lenken, Also die güter dieser die ewigkeit. zeit Zu nügen, daß ich dort er- 6. Wenn dieses fehlt, dann freut Noch segen davon erndte. ist Das herrlichste vergnügen O Gott du frommer. Nur süßen träumen gleich, 538. Laß mich doch nicht, Die unsern geist betrügen. o gott, Den Drum lenke, gott, den wunsch Vom 9. Nechtmäßiges Verhalten gegen zeitliche Güter. 347 Vom irdischen gewinn Durch abzubrechen, Er wird in dir deines geistes fraft Zu ew'gen der wittwen flehn, Der waisen gütern hin. thränen wiederstehn. Auf Chriftenmensch. 7. Wie könnt ein herz, von 539. Wohl dem, ber beßre geize bart, Des wohlthuns schäße liebt Alsfreuden schmecken? Und in des schäße dieser erben! Wohl dem, unglücks gegenwart Den ruf der sich mit eifer übt, An tugend zur bülf entdecken? Und wo reich zu werden, und in dem ist eines standes pflicht, Die glauben, daß er lebt, Sich nicht der geiz entehrt und über diese welt erhebt. bricht? 2. 3war ächte tugend webrt 8. Du bist ein vater und uns nicht, Hier güter zu besigen. aus geiz Entziehst du dich den Gott cab fie uns und auch findern, Und läsfest dich des bie pflicht, Mit weisheit fie goldes reiz Ihr herz zu bilden zu nüßen. Sie dürfen unser hindern, Und glaubst, du habft herz erfreun, Und unsers sie wohl bedacht, wenn du sie fleißes antrieb sein. reich, wie dich, gemacht. 3. Doch nachten gütern dies 9. Du hast ein richterliches fer zeit Mit ganzer seele schmach- jamt, Und du wirst dich erten; Nicht mehr nach wahrer frechen, Die sache, die das recht frömmigkeit Und gottes beifall verdammt, Aus habsucht recht trachten; Ist dieses eines men- zu sprechen: Und selbst der tuschen ruf, Den gott zur ewig gend größtet feind Erkauft an keit erschuf? vir sich einen freund. 4. Der geiz erniedrigt unser 10. Gewinnsucht raubt dir berz, Erstickt die edlen triebe, muth und geist, Die wahrheit Die liebe für ein schimmernd frei zu lehren, Du schweigst, erz Verdrängt der tugend liebe, wenn sie dich reden heißt, Christ, Und machet, der vernunft zum wo du nicht sollt ehren, Und spott, Der erden gold zu dei- wirst, um ein verächtlich geld, nem gott. Ein schmeichler und die pest 5. Der geiz, so viel er an der welt. sich reißt, Läßt nichts recht 11. Erbalte mich, o gott, froh genießen; Er quält durch dabei, Daß ich mich gnügen babsucht deinen geist Und töd- lasse Geiz ewig, als abgötteret, tet dein gewissen, Und reißt Bon mir entfernt und hasse. burch schmeichelnden gewinn Dich lieben, herr, mit frohem Dich blind zu manchem frevel muth, Seimeines lebens größhin. tes gut! 6. Um vortheil wird er gar Wenn meine Sünd' mich fränken. wohl schon Aus dir mit mein 540. Herr, laß nach eiteid sprechen; Dich zwingen, ler ehre Mich nieder arbeiter lohn Unmenschlich mals geizig seyn. Gib, daß dein gei 348 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. geist mich lehre, Der ehre bethört. Der tugend meinen mich zu freun, Die ewiglich fleiß zu weihn Und andrer glück vor dir besteht, Und mit mir zu fördern, Laß mein bestreben von der erde 3um himmel sein. übergeht. 8. Auf dieser bahn der ebre 2. Nie blende mich der schim- Erhalte meinen gang, Durch mer Des ansehns vor der welt! deines sobnes lehre Mein ganDenn der ist doch nicht immer zes lebenlang; So werd' ich Ein mensch, der dir gefällt, bei verständigen Das glück des Der titel, rang und würden guten namens Mir g'nug gebat; Und wer damit sich brü- sichert sebn. stet, It fern vom tugendpfad. 9. Gib mir, o herr, bie 3. Nicht im besig von schägen gnade Mich dieses glücks zu Und güter dieser zeit, Laß mei freun. Leit mich auf rechtem ' nen rubm mich schätzen, Sie pfade, Ein solcher mensch zu sind doch eitelkeit. Sind oft- sein, Den einst die ehrenkrone mals auch des thoren glück, schmückt, Die ewig deine fromVerlassen uns im sterben Und men In jener welt beglückt. bleiben hier zurück. 10. Bufriedenheit und Genügsamkeit. 4. Laß mich in temuth leben, Wenn mich die welt ver- j Nun ruhen alle Wälder. ehrt; Durch stolz mich nie er- 541: Dir bab' ich mich heben, wenn sich mein ansehn ergeben, Mein mehrt; Und schenkst du mir gott im ganzen leben Im uns der erbe gut, O vater, so bewahrelglück, wie im glück: Dir dank Mich auch vor übermutb. ich meine freuden; Dich preis 5. Dich kennen, meine pflich- ich auch im leiden Bis an den ten Mit tren und redlichkeit legten augenblick. Gewissenhaft verrichten, Wie 2. Du bist's, der für mich mir dein wort gebeut, Und wachte, Noch eh' ich war und überall mein christenthum, Nach dachte, Du haft mit treuer jesu vorbild übe: Das sei mein band Mich huldvoll stets geleis wahrer ruhm. tet, Auch da mir glück bereitet, 6. Dein beifall ist das beste, Wo ich nur schmerz und leis Was ich mir wünschen kann, den fand. Wenn ich mich des getröste, 3. Was helfen meine sorgen? So hab' ich g'nug daran, Wenn Ist mir mein glück verbormir es auch an ruhm der welt, gen, So ist's toch dir, herr, Bei allen guten thaten, Die nicht, Dir will ich mich empfehich verrichte, fehlt. len, Du weißt, was meiner 7. Nie laß mich ruhm er seelen, Und meinem leibe hier schmeicheln, Der mir doch nicht gebricht. gehört; Nie als ein gleißner 4. Um was ich heute flehe, heucheln, Den menschengunst Das möchte, wenn's gescheke, Schon 10. Zufriedenheit und Genügsamkeit. 349 Schon morgen mich gereu'n, mancher wunsch gewährt; Eh' Nur einen wunsch vor allen ich oft noch klopfe an, Wird Laß dir, o herr, gefallen, Zu- mir auf und guts gethan. frieden alle zeit zu sein. 4. Dankbar 3zähl ich meine 5. Wenn ich verlassen scheine, tage Bis auf die geburt zurück, Im leiden zag und weine, Zähle fummer, sorge, plage, Was wünscht mein banges Zähle freude, rub und glück, berz? Ach hilf es mir besiegen! Finde, daß gott immerdar Weis Es wünschet sich vergnügen, se, mächtig, gütig war Und was es wünscht, wird oft 5. Widme gott dein thun sein schmerz. und leben, Trau auf ihn und 6. Drum will ich findlich sorge nicht. Sorgen, helfen, schweigen, Zufrieden mich be- schützen, geben, Ist des vaters zeigen, mit allem, was du luft und pflicht. Nahe dich zum giebst. Du kannst uns nicht berrn und sprich: Gott, du kennst verlassen, Die dir vertrau'n, mich, forgst für mich. nicht hassen, Weil du die from 6. Werde niemals wanfelmen ewig liebst. müthig. Bist du schwach; gott 7. Nicht das, worum ich ist getreu: Bist du zaghaft; flehe, Dein wille nur geschehe gott ist gütig: Such ihn nur, Und was mir selig ist. Ich er cilt herbei. Bist du sorgwill dir ganz ergeben, Getrost fam; Gott weiß rath, Gott, und ruhig leben, Bis einst der der alles ist und hat. tod mein auge schließt. 7. Vater, ewig reich an güte, In dem Leben hier auf Erden. Mächtiger regent der welt! Diesi 542. Quälet mich nicht ist ständlich meine bitte: Thu' bange forgen! mit mir, was dir gefällt. Gott Mein versorger lebt und wacht; bleibt meine zuversicht; Wacht, Ihm ist alles unverborgen, ihr sorgen! quält mich nicht. Was die christen traurig macht. Was mein gott beschließt und Wo sell ich fliehen hin. thut, Ehret ihn und ist mir 543. Nein, murren will gut. ich nicht, Herr, 2. Ehe noch die berge was meine zuversicht, Daß ich nur ren, War mein schicksal ihm wenig babe, Des glückes beste bekannt Und den lauf von meigabe Für dieses kurze leben nen jahren Lenket feine weife Hast du mir, berr, gegeben. hand. Nichts geschieht von 2. Mir ward das beste theil: ohngefähr. Alles kommt von Du bist mein trost und heil. oben her. In armuth die ich leide, Ist 3. Gott, ganz vater! gott jesus meine freude. Ward mir ganz gnade! Bin ichs sünder nicht viel beschieden, Ist doch gleich nicht werth, Wird mir mein herz zufrieden. auf des lebens pfade Dennoch 3. Mein heiland, freund und 350 3wette Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. und berr, Wie arm, wie arm ist dein geschäfte, Und ihr gewar er! Wie viel hat er ges brauch ist rubm für dich. litten, Eb' er ganz ausgestrits 3. 3war andern hat des himten! Und er hat alle plagen mels segen Mehr güter zuge Mit heldenmuth getragen. theilt als dir Doch soll dieß 4. Ich trag ihm seine schmach deinen neid erregen? Denk, Als chrift auch willig nach, wer ist gott? und wer sind wir? 11nd für den andern morgen Weiß er nicht besser, was dir Will ich nicht heidnisch sorgen. nüget, Und was dem andern nügt Gott wird zu allen zeiten, als du? Wenn er dich führt, reWas ich bedarf, bereiten. giert und schüßet, Was fehlt 5. Der armuth joch ist schwer, noch wohl zu deiner ruh? Kann's sein, so bilf mir, herr, 4. Du prangest nicht mit Von ibren harten plagen; hohen würden: Beneide nicht Doch soll ich sie noch tragen der großen glück; Sie seufzen Laß dieser last beschwerden Wir unter schweren bürden, Und nicht zum fallstrick werden. fallen oft im augenblick. Dir 6. Nicht ewig währt mein ward kein überfluß gewähret: leid; Es kommt die Rettungs- Jhn wünschen, das ist selbstbezeit. Muß ich bier öfters weis trug, Wer gern, was er nicht nen; Dort jauchz' ich mit den braucht, entbehret, Der ist bedeinen Muß ich hier mangel glückt und reich genug. leiden Dort sättigen mich freudell. 5. Herr, der du mir zum erdenleben So viel ich brauchte, O süßer stand, o felig leben. flets verliebn, Laß täglich sich 544. Entebre nicht mein nein berz bestreben, Den fors herz mit flagen genvollen gram zu fliehn. In Den gott, der dich zum glück demüth laß mein herz sich üben, erschuf. Die müh' ces lebens Gott deiner güte sich zu freun; zu ertragen, Und frob zu sein Dich fürchten, dir vertraun, dich ist dein beruf. Der christ murrt lieben, Muß ewig mein vernicht bei den beschwerden Von gnügen sein. dieser kurzen lebensbahn; Er fucht, daß sie ihm ähnlich wer- 545. den, Und betet gottes fügung an. Vorige Melodie. Du klagst und füh left die beschwer den, Des flands, in dem du 2. Gott selbst bat dir dein mühsam lebst; Du strebestglück100s beschieden, Nimis dank lidher zu werten, und siebst, bar aus der vorsicht hand. Er daß du vergebens strebt, Ja, fülle jede pflicht zufrieden, Tie klage, gott erlaubt die zähren, fie mit diesem loos verband. Doch denk im flagen auch Sie gibt dir munterfeit und zurück. Ist denn das glück, fräfte Und nährt und stärkt sie das wir begehren; Für uns väterlich. Sie brauchen, dieß auch stets ein wahres glück? 2. Nie 10. Zufriedenheit und Genügsamkeit. 351 2. Nie schenkt der stand, nie 3. Es ist umsonst; wir werschenken güter Dem menschen dens nicht erzwingen, Wenn die zufriedenheit. Die wahre wir auch nächte durch mit ruhe der gemüther Ist tugend kummer ringen, Und tag vor und genügsamkeit. Genieße, ltag mit ängstlichen geschäften was dir gott beschieden, Ent- Den leib entkräften. behre gern, was du nicht baft. 4. Mein glück beruht, o gott, Ein jeder stand hat seinen frie auf deinem segen; Vertrau ich den; Ein jeder hat auch seine dir und geh auf deinen wegen: last. So wirst du mir, auch ohne 3. Gott ist der herr, und sorg' und fränken, Was gut seinen segen Vertheilt er stets ist, schenken. mit seiner hand; Nicht so, wie 5. Bin ich getreu mit dem wirs zu wünschen pflegen, geliehnen pfunde, Und barr ich Doch so, wie ers uns heil- nur der rechten segensstunde: sam fand. Willst du zu den- So kommt sie und dann werfen, dich erkühnen, Daß seine den meine thaten Zum glück liebe dich vergißt? Er gibt gerathen. uns mehr, Als wir verdienen, 6. Drum fördre selbst die Und niemals, was uns schäd- werfe meiner hände. Gesegnet lich ist. sei der anfang und das ende! 4. Verzehre nicht des lebens Gib guten rath, Damit, was fräfte In träger unzufrieden ich vollbringe, Mir wohl ges beit Beforge deines stands ge- linge. schäfte, Und nüße deine lebens- 7. Hilf mir mit treue meine zeit. Bei pflicht und fleißpflicht erfüllen; Und dann sich gott ergeben, Ein ewig mein herz mit frober hoffnung glück in hoffnung seb'n, Dieß stellen. Sollt ich mit dem ist der weg zur rub' und le- was du mir, berr, beschieden, ben. Herr, lehre diesen weg Nicht sein zufrieden? mich gehn. 8. Kann ich den leib nicht so, wie andre laben; So gib 546. Gott fann allein mir nur zufriedenheit und gaHerzliebster Jesu was. das beste für uns ben; Die mehr als alles irdis wählen Wie thöricht handeln sche erquicken Und stets bes unzufriedne seelen! Sie quälen glücken. sich und machen ihrem herzen vergeblich schmerzen. 9. Dann werd ich auch, o gott, mit allen frommen zu 2. Was helfen uns die ängst- dem genuß der himmelsgüter lich bangen sorgen Für den kommen; Dann wird mein noch ungewissen andern mor- wunsch, den irdisch gut nie gen? Der uns doch, daß wir stillet, Völlig erfüllet. uns umsonst gegrämet, Schon 547. Was mein gott will, oft beschämet. gescheh allezeit! 352 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. Er wäblet fets das beste Zu vergnügt mit allem, was dein helfen ist er dem bereit, Der rath, berr, fügt. an ihn glaubet feste. Es bilft 3. Wird mir die freuden aus noth Der treue gott, Und sonne scheinen: So dank ich's üchtiget mit maßen. Wer fröhlich deiner huld; Muß ihm vertraut, Fest auf ihn aber ich in trübsal weinen: bau't Den wird er nicht ver- So nehm ich's auch an mit laffen. geduld. Denn das was deine 2. Er ist mir trost und zu- weisheit thut, Ist alles ewig versicht, Gibt boffnung freudsrecht und gut. und leben. Drum was er will, dem will ich nicht Un- Grmuntre dich mein schwacher. muthig widerstreben. Sein 549. Du bist ein chrift, wort ist wahr, Un in gefahr was quälst du ist er es, der mich schüßet. Des dich, Und sorgft schon heut für höchsten macht, Die für mich morgen? Nur blinde heiden wacht, Gibt mir stets, was quälen sich Mit tausend bangen mir nüßet. sorgen. Dein vater lebt, dein 3. Wenn es sein wille mir gott regiert, Drum sei vergnügt, gebeut, Das leben zu verlassen, wie er dich führt. Willst du So will ich voll ergebenheit, durch gram und plagen Dir In seinem rath mich faffen. selbst dein glück versagen? Dir gott, befebl Ich meine 2. Wer hat gesorgt, wer bat feel In meinen legten stunden; gewacht Im anfang deiner tage, Dein sehn, o gott, hat grab Da noch dein leib in finstrer und tod Auch für mich über nacht, Dir selbst verborgen lage? Wer hat da schon dein beil bedacht? Was that da aller menschen macht, Da geist und sinn und leben Dir ward von gott gegeben? wunden. meint. herr, und dem, was du zum 3. Den leib schuf gottes weise theil An glück und leiden mir band, Ein wunder seiner werke; beschieden: Dein weiser rath Gab jedem glied den rechten sucht stets mein heil; Ob er stand und angemeßine flärke, gleich wunderbar oft scheint, Er fügte bei dem wunderbau Doch weiß ich, daß ers redlich Ein glied ans andre ganz ae. nau, Gab jedem feine fräfte 2. Du weißt allein, wodurch Und jedem fein geschäfte. auf erden Mein glück und 4. Ist dir dein vorzug nicht wohlfahrt für und für Muß bekannt, Die bobeit deiner fester und vollkommnner wer seele? Der schöpfer gab ihr den: Dieß zeiget deine weisheit den verstand Und willen, daß mir; D'rum bin ich ruhig und sie wähle. Sie schauet ja mit íbrein Wer nur den lieben Gott. 548. Jh bin mit deiner huld zufrieden, 11. Verläugnung der Welt. 353 ihrem blick Auf heut, die zu- mit gefahr ungeben, Währt funft und zurück, Geschehenes es nur eine kurze zeit. zu wissen, Auf das, was kommt zu schließen. 3. Was hilft unnüßes wiss fen? Wird's, wenn wir ster5. Hat gott dich nicht von ben müssen, Für uns ein vors jugend auf Mit seiner macht zug sein? Was hilft uns macht getragen? Durchdenke deinen und ehre, So glänzend sie auch lebenslauf. Kannst du es an wäre, Kann sie uns wohl alsders sagen? Du athmest seine dann erfreun? luft in dich; Sein boden trägt 4. Der rubm, nach dem wir und nähret cich, Und seine trachten, Den wir unsterblich gnad' und treue Wird alle achten, Ist meist ein falscher wahn; So bald der geist gemorgen nene. 6. Kannst du, was gott an wichen, Und unser leib verdir gethan, Die wohlthat alle blichen, Fragt oft kein mensch zählen? Fang bei der früh- was wir gethan. ften findheit an, Und wenn 5. Wie bald wird das zerdir zahlen fehlen: So zählerinnen, Was wir mit müh erst der fiernen beer, Und da gewinnen, Was unser fleiß er zu auch den fand am meer, wirbt? Kann wohl, was wir Und nimm denn diese zahlen besigen, Uns vor dem tode Zu millionen malen. schüßen, Und flirbt nicht alles, wenn man stirbt? 7. Gott, ich kann überdenfen nicht die größe deiner güte, 6. Was sind des Lebens freuDrum feg ich meine zuversicht den? Wie bald folgt angst und Mit ruhigem gemüthe Zu alleiden Und reu auf den gelerzeit auf dich, den herrn: Du nus! Was ist's, womit wir forges und du hilfft uns gern. prangen? Wo wirst du ehr Ich will fiets mit vertrauen erlangen, Die nicht zuletzt verAuf deine hülfe bauen. schwinden muß? 7. Was sind selbst alle thro11. Berläugnung der Welt. nen? Gibt es wohl ird'sche kroIn aden meinen Thaten. nen, Die unverwelklich blühn? 550. Die herrlichkeit der Kann vor des grabes schrecken? erden Maß staub Der purpur dich bedecken Die und Asche werden, Und nichts frone dich dem tod entziehn? bleibt ewig ftehn; Das, was 8. Wie, wenn die sonn aufuns bier ergößet, Was man gehet, Die rose blühend stehet für ewig schäget, Wird als ein In ihrer schönsten zier, Und leichter Traum vergehn. doch verwelkt sich beuget, Eb' 2. Was sind doch alle sachen, sich der abend zeiget: So blüs Die uns so trotzig machen? hen und verwelken wir. Nur tand und eitelkeit. Was 9. Froh wachsen wir auf ist der menschen leben? Stets'erden Und hoffen, groß, zu 3 wers 354 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. werden, Bon schmerz und sor- jluft wilde gluth, Bricht die gen frei. Doch in den schöns gewalt der finne; Erweicht das ften tagen, Eh' wir noch früchte herz, Daß fremder schmerz Dein tragen, Bricht uns des todes mitleid leicht gewinne. fturm entzwei. 5. Auch übt das kreuz dich 10. Wir rechnen jahr aufzur geduld, Erhöht den werth jahre, Inzwischen wird die bahre von gottes huld, Stärkt mächs Vor unser haus gebracht. tig dein vertrauen, Lebrt in Man scheidet von den seinen, verlust Dich nun mit luft Auf's Die bülflos uns beweinen, unsichtbare schauen. Und uns bedeckt des grabes 6. Des leidens big entflammt nacht. dich stets Zu größrer inbrunft 11. Gott, laß uns dies be des gebets, Und läutert deis benfen Und uns zum himmel nen glauben. Weit minder kann lenken, Weil er uns offen Verführung dann Dir deine steht. Wer dahin will gelan- frone rauben. gen, Muß an der welt nicht 7. Zwar flört das freuz oft bangen, Die einst mit ihrer deine ruh, Mit bangen thränen luft vergeht. fäest du und unter viel bes schwerden. Christ, hoffe toch, 12. Gebuld im Leiden oder Es wird dir noch Zur reichen Trostgesänge. erndte werden. In dich hab ich gehoffet. 8. Verschmerzt ist leicht ein 551. In trübsal, christ, irdisch leid; Kurz ist der ou sei stark im geift, genblick der zeit, Doch ewig, Auch das ist gut, was trübsal ewig wäbret Dort dein genuß beißt. Erheitre dein gemüthe. Obn, überdruß, Wie ihn der Du weißt, auch dich liebt vä- geist begebret. terlich Der vater aller güte. 9. Auch bleibet fiets bein gott 2. Kein leiden kommt von getreu, Steht dir, als vater, ohngefähr, Dein gott schickt liebreich bei; Sorgt, daß er dir es zu, und er Zeigt sich dich erquicke. Er schafft dir in seinen wegen So groß rast, Daß deine laft Dich nie von rath Als groß von ganz niederdrücke. that, Und reich an gnad' und fegen. 10. Verbirgt er auch sein angesicht, Dies raube deinen 3. Der dich in jesu herzlich muth dir nicht! Gott kann sein liebt, Sucht, wenn er eich find nicht hassen, Wer ihn nur durch freuz betrübt Das wahre liebt, Sich ihm ergibt, Den heil der seele; Weckt dich, daß wird er nicht verlassen. nicht zu deiner pflicht Dir luft 11. Durch trübfal sind zu und eifer feble. aller zeit Die frommen in die 4. Das freuz beugt stolz herrlichkeit, Gleich jesu eins und übermüth, Erstickt der wol- lgegangen. Denkst denn nur du 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 355 du In träger rub Die frone, derben droht, Bin bei gott in zu erlangen? gnaden. Schenkte gott mir seinen 12. Demüthige dich gleich sohn. Lief ihn für mich sterben; als sie, Gleich ibnen, bet und So versichert dieß mich schon zage nie: Denn gott erhört Ich soll nicht verderben. dein flehen. Bald weicht dein 6. Aengsten feinde mich, als leid Zu seiner zeit Wird dich sei Gott mir nicht gewogen: dein gott erhöhen. 552. Schwing dich So wird doch durch ihr geauf schrei Mein herz nicht betrogen. zu deinem gott, Wäre gott mir gram und feind, Du betrübte seele! Sei nicht Würd er mich mit gaben nicht troftlos, was für noth Dich als vater und als freund Ueauch immer quäle! Daß dein berschüttet haben. gott noch vater ist, kannst du 7. 2as ist, das die erd ents ficher glauben, Den troft gab hält, Was im tiefen meere, dir jesus chrift, Den laß dir Was ist gutes in der weit, nicht rauben. Das nicht mir gut wäre? 2. Fasse neuen muth und Wem gibt gottes sonn ihr licht? sprich: Warum ist mir bange? Wozu ist gegeben Luft und Warum fürcht und zweifle ich, wasser? dient es nicht Mir Ob ich gnad erlange? Hat und meinem leben? doch jesus heil gebracht! Will 8. Ich bin gottes, gott ist doch gott vergeben, Hat doch mein. Wer ist, der uns scheimir sein wort gesagt: Sünder de? Gott bleibt mein ich bleidu sollt leben. be sein, Au noch, wenn ich 3. Hab ich was nicht recht leide. Kommt denn all mein gethan, Ist mirs leid von herleiden nicht Von des vaters zen: Glaubend aber nehm ich tänden? Ihm trau ich mit an Christi tod und schmerzen. zuversicht; Er wirds glücklich Gott sprich mich durch christi wenden. blut Frei von meinen schulden! 9. Kinder, die der vater soll Und was meine schwachbeit Ziehn zu allem guten, Die ges thut, Wird der vater dulden. ratben selten wohl obne zucht 4. Seele, fällt dir böses ein, und ruthen. Bin ich denn nun Hegst du manchen zweifel! gottes find, Warum will ich Denke nicht zu deiner pein: fliehen? Wenn er mich von meis Ach, dieß wirft der teufel! ner sünd will zum guten ziehen. Warum willst du ohne notb 10. Es ist herzlich gut ges Dich so traurig machen? Dich meint Mit der christen plagen chüßt jesus: Dich liebt gott: Gott bereitet uns als freund Zu Was tann fatan machen? vergnügtern tagen. Und das glück 5. Schreckt ihr fünden! schref, der cwigkeit kann der fromme fe tod! Mir fönnt ihr nicht hoffen; Sieht mit glaubensfreuschaden. Ich, rem ihr ver- digkeit Schon den himmel offen. 32 11. Gots 356 Zweite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. 11. Gottes finder säen zwar 5. Sonst fonnte ich die fün Traurig und mit thränen, Aber den Weit besser überwinden, endlich bringt das jahr Frucht Und ich bestritt sie gern. Igt nach langem sehnen; Endlich ist die fünd' geschäftig Und ihre fommt die erndtezeit, Da sie reizung beftig, Ich fühle keine garben binden, Dann wird fraft vom herrn. sorge, furcht und leid Ewiglich 6. Christ, fasse muth, die verschwinden. schmerzen Sind zeugen beßrer 12. Laß denn, o betrübtes herzen, Als dir das deine herz, Deinen kummer fahren, scheint. Wünschst du recht gott Ueberwinde allen schmerz, Zag zu lieben, Wie kannst du dich nicht in gefahren! Ist dein betrüben? Du bist gewiß mit kreuz auch groß und schwer: ihm vereint. So gib doch den namen Dei- 7. Vermagst du gott zu kennes gottes preis und ehr, Ernen Und jesum herrn zu nenwird helfen, amen! nen, Als nur durch gottes In allen meinen Thaten. geist? Den bast du ja empfan553. Du flagst, o gott, gen; Er ist's, der gott vers im leiden, Klagst, langen Und seine gnad' mich daß der geist der freuden Von suchen heißt. dir gewichen ist? Du rufft: 8. Trau gott, er wohnt bei herr, wie so lange! Gott denen, Die sich nach hülfe febschweigt, und dir wird bange, nen; Er fennt und will dein Daß du von gott rlaffen bist! alüd. Er höret deine stimme 2. St mir die fünd' verges Und schweigt doch nicht in ben,( Klagst du) ist heil und grimme, Nur einen kleinen aus leben Durch christum mir ver- genblick. M schafft: Warum fübl ich die 9. Gott ließ schon manden liebe Und seines geistes triebe frommen In dies gedränge fomUnd boffnung nicht in voller men, lind stand ihm dennoch fraft? bei. Du solist dein nichts em 3. Mühselig und beladen pfinden, auf ibn allein sich Hör ich das wort der gna- gründen, Und sehn, was seine den, Und ich empfind es nicht! gnade sei. Bin träg vor gott zu treten, 10. Vor stolz dich zu be Und kann nicht freudia beten, wabren, Läst er dich angst erUnd fühle feine zuversicht! fahren; Dich läutert, gott, dein 4. Mir, der ich seinen wit berr, Wie reincs gold im len Treu suchte zu erfüllen, feuer, Macht dir sein heil recht War sonst sein wort gewiß; theuer, Und seinen troft er Igt kann ich's nicht recht fas quickender. fen, Sein licht will mich ver- 11. Wie väter ihren kindern: laffen. Mich decket gleichsam So ist der herr uns fündern finsternis. ' Ein gott voll gnad' und buld. Gern 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 357 Gern will er uns vergeben, noth erweckte, Vergnügte uns Gern schenkt er uns das leben, dein himmel nicht, Wer suchte, Und hat mit findern gern ge- wenn ihn nichts erschreckte, duld. Die hülfe, die dein wort vers 12. Jeßt ist um troft dir spricht? Wer fühlt, wenn keine bange, Denn züchtigung, so last ihn drückt, Wie fanft, o lange sie da ist, scheint sie gott, dein troft erquickt. hart. Doch nachmals wird sie 4. 3um dulden führt dein geben Zufriedenheit und leben, ruf der gnaden! Der uns zu Wie Dem, der durch sie geübet christi gliedern macht. ward. schwer war der nicht hier be13. Halt glauben bet und laden! Wie hart verfolgt! wie wache! Gott trägt und stärkt sehr veracht! Und doch trug er uns schwache, Ist liebe für und dieß alles gern. Gib, daß ich für; Daran laß dir genügen; folge meirem herrn! Sein wort fann ja nicht trü- 5. Er wird beleidigt, ohn' gen: Ich stärke dich, ich helfe vergelten, Gegeiselt, ohne widerdir!" stand: Gescholten, ohne wider14. Faß dich in deinen nö schelten, Ohnwiderspruch zum then; Sprich: wollt mich gott freuz verbannt. Wie? sollt ich auch tödten: So barr ich den- denn nicht m't geduld Das noch sein; Er hilft ja den er tragen, was ich selbst verlöften Will er mich jetzt nicht schuld't? trösten; Wird er mich doch im tód erfreun. Wer nur den lieben Gott. 6. Laß, gott, mir dieses le bens leiden Zu meiner beff' rung fruchtbar fein: So geb ich zu des himmes freuden 554. Was ist das leben Durch dieser erde tribfal ein. hier auf erden? Dort wird mein leien ohne Wo ist hier wohl vollkommen- pein, Und meine thränn freude beit? Wer lebt hier frei von sein. den beschwerden Der trübfal und mühseligkeit? Bald soll die 555. freude unser berz Zur pflicht erreden, bald der schmerz. Herzliebster Jefu was hast. Ein herz, o gutt, in leid und freiz ge= duldig, Das bin ich dir und 2. Doch das sind treuge- meinem beile schuldig. Laß nich meinte schläge Der vaterhuld die pflicht, Die wir so oft vrdie für uns wacht. Wie haft gefsen, Doch recht ermessen. du, gott, durch leidenswege So 2. Bin ich nicht staub, wi manchen schon zu dir gebracht alle meine väter? Bin ich vor Denn ungestörtes irdisch glück, dir, herr, nicht ein übertreter? Hält uns von dir, o gott, zu- Thu ich zu viel, wenn ich die rück. schweren tage Standhaft er3. Wenn uns die welt nicht trage? 33 3. Wie 358 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. 3. Wie oft, o gott, wenn nicht, warum du leiden müss wir was böses dulden, Erdul- fen: Allein du wirst, was seine den wir nur unsrer thorheit wege waren, Nachmals ers schulden, Und nennen lohn, den fahren. wir verdient bekommen, Trübsal der frommen. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die hei4. Doch selbst, o gott, in ligung des geiftes zu empfa strafen unsrer fünden Läßt du hen, und mit dem trost der den weg zu unserm heil unsjbülfe, die wir merken, Andre finden, Wenn wir sie uns, die zu stärken. missethat zu hassen, Enwecken 12. Das kreuz, o gott, wirkt laffen. weisheit und erfahrung, Und 5. Streb ich nur nach dem diefe gibt dem glauben muth frieden im gewissen, Wird al- und nahrung. Drum stehe ich les mir zum besten dienen müs- in meinem glauben feste: Gott sen. Du, herr, regierst, und thut das beste! stets gewährt dein wille Gutes Befiehl du deine Wege. die fülle. 556. Dem berrn will ich 6. Ich bin ein gaft und pils vertrauen, Verger auf der erden! Nicht hier, lassen mich auf gott; Auf sand erst dort soll ic ganz glücklich nicht schlösser bauen, Nicht za werden, Und was sind gegen gen in der noth. Gott int's, euch ihr ew'gen freuden, Die- der mich geführet, So lang ser zeit leider. ich denken kann, Er, der die 7. Wenn ich nur nicht mein welt regieret, Nimmt sich auch elend selbst verschulde, Wenn meiner an. ich als masch, als chrift, hier 2. Bei ihm ist himmel, erde leid und oulde: So kann ich Und mensch, und engel gleich! mich der hülfe der erlöften Er spricht: vergch und werde! Sicher getrösten. 3um wurm und königreich. 8. Sh bin ein mensch, und Er straft, und kann behüter, leiden müssen fränken. Doch Denn sein ist rach' und lohn. in der noth an seinen schöpfer Hier läßt er donner wüthen, benfei, Und ihn vertraun, bies Dort läßt er sie nur drobn. stärkt unsre herzen, Mitten im( chmerzen. 3. Jbr thränen, die ich weine, Seid bloßer unverstand! Wenn J. Schau über dich, wer ich verlassen scheine, Hält mich trigt der himmel heere! Merk des höchsten hand. Was heut. auf! wer spricht: bis hieher! ich unglück nenne, 3st morgen zu dem meere? Ift er nicht schon mein glück. Ich, der auch dein helfer und berather, mich selbst nicht fenne, Kenn Ewig dein vater? minder mein Geschick. 10. Willst du so viel als der 4. Wenn aber trübe stunallweise wissen? Jeßt weißt dulden, Wenn mancher schwüler tag, 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 359 tag, Wenn hier geheime wun- aller pein Vertrau allein Auf den, Und wenn dort schlag auf ihn, er wird's wohl machen. schlag, Und schrecken schnell 2. Kein leiden kommt von auf schrecken, Den untergang ohngefähr, Die hand des höchmir drobn, Ift gott mir stab sten schickt es her, Sein rath und stecken, Und schild und hat's so ersehen. Drum sei großer lohn. nur ftill, Was dein gott 5. Den frommen, die gott will, Laß immer gern ges lieben, Ist alles seligkeit, Ihr schehen. jauchzen, ihr betrüben, Jbr 3. Erweckt dir gleich das siegen und ihr streit; Shr glück leiden pein: So soll dir's doch und ihre plage; Ihr gan- nicht schädlich sein. Gott kann zer lebenslauf Löst sich am sein find nicht haffen. Wer leßten tage In himmelsjubeljihn recht liebt, Sich ihm ers auf. gibt, Den wird er nicht vers 6. Hinweg ihr bangen Ela- laffen. gen Und gram und ungeduld! 4. Wie lange währt der Durch hoffnungsloses zag en frommen leid? Nicht ewig, berr, Häuft sich der fünden schuld. nur furze zeit. Nach überWir mebren unsre schmerzen, standnem leide, Erquickest du Vergrößern unsre pein, Und Ihr herz mit ruh Und einst flößen unserm herzen Geheimen mit ew'ger freude. gift nur ein. 5. Drum hab, o feele, gus 7. Wie tröstlich sind die lebten muth, Vertraue gott, es ren, Die gottes wort mir gibt: wird noch gut Nach aller trübMein flehn will gott erhören, sal werden. Er ziehet dich Er züchtigt, den er liebt, Nach Durch's freuz zu sich Zum trüben augenblicken Geh ich himmel von der erden. zur frohen ruh. Dem geist 6. Gott ist dein gott, er ist winkt mit entzücken Die schaar getreu Und stehet dir als vader sel'gen zu. ter bei In aller noth auf er8. Kurz sind der christen leis ben. Der leiden heer Wird den, Kurz ihre prüfungszeit, nie zu schwer Durch ihn dem Nicht werth der ew'gen freu- christen werden. den Und der unsterblichkeit! 7. Es haben ja zu aller zeit trost, wie kannst du trösten! Die heiligen in traurigkeit Hier Wie sehr das Herz erfreun! oftmals wandeln müssen. Ich geh mit den erlösten Zur Warum willst du hier nur rub des himmels ein. von rub, Und nichts von trübIn dich hab ich gehoffet Herr. sal wissen? 557. Sei seele stark und 8. bet' und sich auf deiunverzagt, Wenn nen gott In aller deiner angst irgend dich ein kummer plagt, und noth, Laß, wie er will, Befiehl gott deine sachen. In'es gehen. Sein will' ist gut, 34 Be 360 Zweite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. Behalte muth, Gott wird dich plagen, Der mangel, schwer zu einst erhöhen. tragen, Noch schwerer baß und 9. Der du ein gott des tro- fpott: So harr ich doch in ftes bist, Laß jeden, der hier fille, Denn nicht mein eigner traurig ist, Doch deinen trost wille, Dein wille nur gesweb, empfinden Hilf, den du liebst, o gott! Durch trübsal übst, Den un muth überwinden. 7. Du bist der müten stärke. Und aller deiner werfe ErIn allen meinen Thaten. barmst du ewig dich. Was 558. Was ists, daß ich kann mir widerfahren, Wenn mich quäle? Harr du mich willst bewahren? Und gottes, meine seele! Harr und du mein aott, bewahrest mich. fei unverzagt! Du weißt nicht 559. Will mich, o gott, was dir nüßet, Gott weiß es, bienieden Drs und gott schüßet, Er schüßet lebens last ermüden: So stärden, der nach ihm fragt. fe meinen geist. Wenn mich 2. Er zählte meine tage, die leiden fränfen: So laß Mein glück und meine plage, mich wohl bedenken: Auch das Eh ich die welt noch sab. Eb sei gut was trübsal heißt. ich mich selbst noch kannte, Eh 2. Nicht ewig soll sie wähich ihn vater nannte, War erfren, Oft werden unsre zähren, mir schon mit hülfe nah. Auch hier schon abgewischt; 3. Die kleinste meiner sor- Und seufzen wir: wie lange gen Ist dem gott nicht verbor- Sst unsrer seele bange! So gen, Der alles sieht und hält; wird das herz mit trost er Und was er mir beschieden, frischt. Das dient zu meinem frieden, 3. Du wendest solche bürden, Wärs auch die größte last der Die uns erdrücken würden, welt. Gott, gnädig von uns ab, Du 4. Ich lebe nicht auf erden, siehst bei unsern plagen Auch Ganz glücklich hier zu werden. auf die kraft zu tragen, Die Die luft der welt vergeht. Ich deine hand uns selber gab. soll mein glück hier gründen, 4. Dein väterlich bemühen Um dort ein heil zu finden, Will uns, als kinder, ziehen, Das ewig, wie mein geist be- 3u thun was dir gefällt, Will steht. eignen willen breshen, Die 5. Was dieses glück ver- macht der fünde schwächen, mehret Sei mir von dir ge- Und uns entwöhnen von der währet, Gott, du gewährst es welt. gern Was dieses glück ver- 5. Es sind nur liebesschläge, leget, Wenn's alle welt auch Wenn ich es recht erwäge, schäßet, Sei von mir jetzt und Voll gnad und voller buld. Du willst den eifer mehren, ewig fern! 6. Sind auch der krankheit Gehorsam dich zu ehren Mit glau 361 12. Geduld im Leiden oder Trostgefängr. glauben, hoffnung und ge- jund wie oft Half deine hand mir unverhofft, Oft jammert duld. 6. Was will uns, herr, auch ich) untröstbar heut, Und morscheiden Von dir und jenen gen ward ich schon erfreut! freuden, Die du für uns er- 6. Oft fab ich keinen aussebn? Wir leben oder sterben, gang mehr, Dann weint ich So wird uns, deinen erben, laut und flagte sehr: Wo bist Doch einst der himmel offen du, gott? wie schauest du Dann ftebn. meinem elend rubig zu? 7. 3u jenem beffern leben 7. Dann hörtest du, o herr, Willst du auch mich erheben; mein flehn, Und eiltest bald mir Der tod ist mein gewinn Muß beizustehn; Du öffnetest mein gleich mein leib verwesen Wird auge mir, Ich sah mein glück doch mein geist genesen; Erlund dankte dir. cilt zu feligkeiten bin. 8. Sagts alle, die gott je 8. O drüde meinem her geprüft, Die ihr zu ihm um zen, Bei allen seinen schmerzen, hülfe rieft; Sagts, fremme, ob Dies doch aufs tiefste ein: Es er das gebet Geduldig leidender fann der, der dich liebet, Auch verschmäht? wenn er wird betrübet, Doch niemals unglückselig sein. 9. Die stunde kommt früh oder spät, Wo dank und freud aus leid entsteht: Wo vein die 560. Von dir, o vater, stunden nur gewahrt, In freunimmt mein herz denjabre sich verkehrt. Vor deinem Thron. Glück, unfall, freuden oder 10. Du ernteft deiner leiden schmerz, Bon dir, der mich lohn Vielleicht in diesem leben nicht bassen kann, Boll dank schon; Vielleicht, daß, eh' du und voll vertrauen an. ausgeweint, Dir gott mit seis 2. Du, der du selbst die ner bülf erscheint. weisheit bist, Du kenneft was 11. Schau deinen beiland mir beilsam ift. Nur du fiebst, glaubig an; Wenn niemand was mir jedes leid Für heil dich erquicken fann: So schütte bringt in der ewigkeit. du in seinen schooß Dein herz 3. Ist alles dunkel um mich aus; seine buld ist groß. her, Die seele müd und freu- 12. Einst hat er auch der denleer, Bist du doch meine zu- menschenfreund Im thränenversicht; Bist in der macht, thale hier geweint. Auf deine o gott, mein licht thränen gibt er acht, Und dir 4. Verzage berz, verzage nie! zu helfen hat er macht. Gott legt die laft auf, gott 13. Sa, gott, du hilfst, ich fennt, Er weiß den kummer, zweifle nicht; Denn jesus mein de dich quält; Und geben kann erbarmer spricht: Folg treulich er, was dir fehlt. mir, ich rette dich, Sei frohes 5. Wie oft, herr, weint ichmutbes, glaub an mich! 35 561 362 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. 561. Warum sollt ich sollt er zu schrecklich finden? mich dann grä- Auch den tod Hilft ihm gott men? Hab ich doch Jesum Freudig überwinden. noch, Wer will mir den neh- 8. Denn er fann den leib men? Wer will mir den him- nur tödten; Und dann reißt mel rauben, Den mir schon Er den geist Aus viel tausend Gottessohn Beigelegt im glau- nöthen; Endigt dieses lebens ben. leiden, Und gibt mir Einst 2. Arm und blos kam ich dafür Dauerhafte freuden. in's leben, Da es mir, Herr, 9. Dann wird sich an bes von dir Ward zuerst gege- sern schäßen Geist und herz ben; Nichts nehm ich auch auf den schmerz Ewiglich ers von der erde, Wenn ich sie gößen. Hier ist kein recht gut Nach viel müh Einst verlassen zu finden; Was die welt In sich hält, Muß wie rauch verwerde. 3. Was ich hab, leib, seel schwinden. und leben, Ist nicht mein, 10. Was sind dieser erden Gott allein Hat es mir gegeben. güter, Unbestand, Eitler tand, Soll ich es ihm wiedergeben. Lasten der gemüther. Dort, Nehm er's hin; Mein gewinn dort sind die edlern gaben, Da Bleibt ein ew'ges leben. mein hirt Christus wird Mich 4. Schickt er mir ein freuz ohn' ende laben. zu tragen, Dringt herein Angst 11. Herr, mein heil, quell und pein: Sollt ich drum ver- aller freuden! Du bist mein, zagen? Der es schickt, der Ich bin dein; Niemand kann wird's auch wenden, Er weiß uns scheiden. Ich bin dein, wohl, Wie er soll All mein weil du dein leben Und dein unglück enden. blut Mir zu gut In den tod 5. Gott hat mich bei guten gegeben. tagen Eft ergößt, Sollt ich 12. Du bist mein, weil ich jetzt nicht auch etwas tragen? dich fasse, Und dich nicht, O Liebt er mich doch drum nicht mein licht, Aus dem herzen minder. Nie zu schwer Züch- laffe. Laß mich, laß mich hintigt er Seine treuen finder. gelangen: Wo du mich Und ich 6. Stolz, baß, neid und dich Ewia werd' empfangen. ihre rotten können mir nichts 562, Was gott thut, das mehr hier Thun: als meiner ist wohlgethan, spotten. Laß sie spotten, kas Gut ist une bleibt sein wille. fie lachen! Gott, mein heil, Er nimmt sich seis der seinen Wird in eil Sie zu schanden an; Drum halt ich hm auch machen. stille. Er ist mein gott, Der 7. Unverzagt und ohne grauen in der noth Mich wohl wes Soll ein christ, Wo er ist, zu erhalten, Drum laß ich ihn Stets sich lassen schauen. Was( nur walten. 2. Was 12. Geduld im Leiden oder Troftgefänge. 363 2. Was gott thut, das ist Als wenn gott verließ die seis wohlgethan; Sein wort fann nen; Dennoch weiß und glaub ja nicht trügen. Er führet mich ich dies: Gott hilft endlich auf rechter bahn, Drum laß noch gewiß. ich mir genügen An seiner huld 2. Hülfe, die er aufgeschos Und hab geduld Er wird mein ben, Hat er drum nicht auf unglück wenden, Es steht in gehoben: Hilft er nicht zu jeder seinen Händen. frist, Hilft er doch, wenn's 3. Was gott tbut, das ist nöthig ist. wohlgethan; Er wird mich wohl 3. Gleich wie väter nicht bedenken. Zu dem, was ich bald geben, Wornach ihre fins von selbst nicht kann, Mirder streben: So hält gott auch licht und fräfte schenken: denn maaß und ziel; Er gibt, wie feine treu Sft täglich neu; und wann er will. Drum will ich auf ihn bauen, 4. Seiner kann ich mich ges Und seiner güte trauen. trösten, Wenn die noth am 4. Was gott thut, das ist aller größten: Er ist gegen mich wohlgethan; Er ist mein licht sein kind Mehr als väterlich und leben, Der mir nichts gefinnt. böses gönnen kann; Jbm 5. Laß den feind mir bange will ich mich ergeben In machen; Gott, mein schuß wird freud und leid; Es fommt für mich wachen; Schwer sei bie zeit, Da es gewiß erschei- meines freuzes joch, Gott, mein net, Wie gut er's mit uns vater lebet noch. meinet. 6. Laß den armen leib auch 5. Was gott thut, das ist tödten, Gott kann mich auch wohlgethan; Muß ich gleich ta noch retten. Hab ich unbitires schmecken: So nehm verschuldet feind'; Gott im ich's doch geduldig an Und himmel ist mein freund. lasse mich nicht schrecken; 7. Laß die ganze welt mich Weil er zuletzt Mich doch er- neiden, Gegen mich voll mißgößt mit süßem trost im gunft streiten, Ich empfehle herzen; Da weichen alle schmer- mich als christ, Meinem gott, der richter ist. zen. 6. Was gott thut, das ist 8. Wollen menschen mich ver wohlgethan; Darauf will ich treiben, Muß mir doch der ftets bauen; Auch, wenn er himmel bleiben. Bleibt nur will die todesbahn Betreten noch der himmel mein, Büß ohne grauen: Denn da wird ich alles willig ein. mich Gott väterlich Ju seinen 9. Ach, herr, wenn ich dich armen halten; Drum laß ich nur habe: O dann fehl sonst ihn nur walten. jede gabe. Legt man mich 563. Sollt es gleich bis auch in das grab: Ach, herr, weilen scheinen, wenn ich dich nur hab'. Was Was Gott thut das ist. 364 3weite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. 6. Mich den vollendeten darf 564. Die bahn ist rauh, dann nicht mehr die sünd ents auf der ich bier weihen; Mit unschuld steb ich Nach meiner heimath eile, Wie angethan In der verklärten viel gefahr seh ich vor mir! reihen, Und ewiglich Erfreust Wie droht sie meinem heile! du mich, Daß ich, der mensch Gott wärst du nicht mein troft von erde, Gleich deinen engeln und licht, Mein heil in finstern werde. tagen: So müßt ich ganz ver zagen. 7. Drum will ich dieses lebens schmerz, Mein gott, ge2. Bor dir darf ich mein duldig tragen; Beruhigen soll traurig berz, Erbarmer nicht sich mein herz, Nicht mehr voll verhehlen; Darf meinen fum- unmuth flagen. Du bist bemer, meinen schmerz Vertrau- reit, zu rechter zeit, gott lich dir erzählen. Danit schaf von allem bösen Mich herrlich fest du Mir troft und rub Aus zu erlösen. deiner segensfülle; Und meine feel ist stille. 565. Warum betrübst du dich, mein herz 3. Du lehrest mich den bo- und quälest dich mit bangem yen werth, Der trübsal, die schmerz Blos um ein zeitlich ich leide; Daß sie mich dir vergut? Vertraue dem nur, der frauen lehrt; Mich führt zu die welt Erschaffen hat und wahrer freude, Ich würde dein noch erhält. den wären. Mich minder freun, Nur dieser 2. Dich lassen will und kann welt begehren Wenn keine lei er nicht; Auch weiß er wohl was dir gebricht, Die ganze 4. Dein wort gibt mir die weit ist sein. Er ist dein vas zuversicht: Du sorgt für meine ter und dein gutt, Und hilft tage. Dein auge schläft und dir gern aus aller noth. schlummert nicht. Du hörest 3. Weil du mein gott, mein meine flage Du frönst mich vater bist: So weiß ich, daß einst, Wenn du erscheinst In mich nie vergißt Dein väterdeinem heiligthume Mit wonne, liches berz. Ich staub und preis und rubme. asche babe bier Ja feinen trost, 5. O dann wird alle traurig als nur bei dir. feit Aus meiner brust verschwin- 4. Ach, gott, so reich bist den! Vergessen werd' ich ganz du noch heut, Als du es warst mein leio, Und nur dein, von ewigkeit, zu dir steht mein heil empfinden! Mein lobgetraun. Mach mich an meiner sang voll preis und dank, seele reich, So gilt mir alles Wird dir zum wohlgefallen, andre gleich. Durch deinen himmel schal- 5. Mir mangle reichthun, ruhm und pracht, Wenn jesus mich len. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 365 mich nur selig macht, So bin 6. Ich fola', wie du beich reich genug. Der erde glück fiehlst, dir nach Sollt ich bei währt kurze zeit, Und schenkt meinem ungemach/ Verzweimir nicht die feligkeit. feln, ohne boffnung sein? 6. Dir, jesu gottes sohn sei Nein, du bist mein und ich preis, Daß ich aus deinem bin dein. worte weiß: Was ewig selig 7. Mit leib und seele bin ich macht. Gib, daß ich nun auch dein; Und wollten höll und fest und treu Jin glauben uno tod mir dräun: So trau ich im guten sei. deiner starken hand, Die tod 7. Lob, ehr und preis sei und hölle überwand. dir gebracht, Daß du es immer 8. Verschmachtet auch mein wohlgemacht! Du bist höchst herz in mir, Eo laß ich dennoch weif' und gut. Das zeigst du nicht von dir, Ich fing und uns hier in der zeit, Und noch bete: so wird schnell Die dickste mehr in der ewigkeit. finsterniß mir hell. Wenn wir in höchsten Nöthen. 566. A gott wie man 9. Dann schmeck ich schon bier in der zeit Die freuden ches schwere leid jener herrlichkeit. Mein dorBegegnet mir hier in der zeit! nenfeld wird mir nicht mehr Der weg ist schmal und trüb- Mit allen seinen leiden schwer. falvoll, Den ich auf erden wan 10. In der glaubens zu deln soll. versicht Nehm ich mein freuz 2. Wie widerstrebt nicht und zage nicht. Bereite du fleisch und blut Jbm, unferm mich selbst dazu, Denn meine wahren böchsten gut! Du jefu, flärf und fraft bist du. mittler du allein Mußt unfrei schwachheit stärke sein. 11. Erhalte meine feele rein, So leb und sterb ich dir allein, 3. Bei dir fand ich zu jeder und schaue dann nach dieser zeit Im unglück rath und trost zeit Dein antlig in gerechtigs im leid; Und wenn ich schon feit. am abgrund stand, Erhielt mich teine starke hand. Wer nur den lieben Gott. 567, Was in mein leben 4. Du gottes eingeborner bier auf erden? fohn, Du kainst herab von dei Ein wechsel isis von luft und nem thron, Und nabmst der leid. Hier flört oft unrub und sünder fluch auf dich, Wardst beschwerden Tüfanftefte zufries mensch für uns ein mensch wie denheit. Hier wohn ich noch ich. in einer welt, Die fein voll5. Du litteft hier im jam- kommnes glük enthält. merthal, gottmensch, leiden 2. Weß soll ich mich, o berr, obne zahl, Du starbst für mich denn trösten? Nur deiner den kreuzestod Und rissest mich huld; du bist mein heil, Und aus aller noth. bleibst, wenn auch die noth am größ 366 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. größten, Doch meines herzens Wie eilen wir zur ewigkeit! trost und theil Und stehst nach Wie mancher sinkt, eh' er's deiner vatertreu Mir stets mit gedacht, In's todes nacht! O rath und bülfe bei. feele, nimm dies wohl in acht! 3. Du flärfst mir unter al 2. Das leben ist gleich eis ler plage, O gott, auf mein nem traum, Gleich einem leichs gebet den muth, Daß ich gelasten wasserschaum Ist alle seine sen sie ertrage, Und machst zu- herrlichkeit. Der strom der legt doch alles aut. Auf fum zeit Reißt schnell uns fort zur mer folgt zufriedner dank, Aufsewigkeit! klagen froher lobgesang. 3. ur du, mein gott, du 4. Was bist du denn, o meine bleibest mir Das, was du bist, feele! In deiner noth so kum- ich traue dir. Es falle bera mervoll? Du weißt ja wohl, und hügel bin, mir bleibts ges baß gott nur wähle, Was tir winn, 23enn ich dein tod und zum besten dienen soll. Einft lebend bin. dankst du ihm nach der gefähr, 4. So lang ich noch auf ers Daß er dein gott und retter war. den wohn: Erwecke mich, o 5. Er wird es sein ruf in gottes sohn! Verborgen ist mein gefahren, Ihn als den besten todestag, Gib, daß ich wach, helfer an. Er weiß dich mäch. Und wenn er kommt, bereit tich zu bewahren, Und da, wo sein mag. niemand helfen fann, Fehlt ibm die kraft zu helfen nicht. Dies stärke deine zuversicht. 5. Was bilft die welt in todesnoth? Was ehr und reich. thum nach dem tod? Bedenks, 6. Empfehl dich seiner vater- o mensch, was eilest du Dem pflege; Hoff und vertrau ihm schatten zu? Kein irdisch glück allezeit. Auch auf dem aller- gibt wahre rub. rauhsten wege Sich fröblich 6. Das eitle schafft nur kurze bin zur ewigkeit. Da wirst du lust, Mir ist kein beffres gut frei von aller pein Ganz selig, bewußt Dahin geht stets mein. ganz zufrieden sein. bauptbegier, Das bleibet mir, 7. So laß mich, gott, flets Herr jesu, mich verlangt nach dahin schauen, Und dann mit dir. stark m muth auf dich, Auch in 7. Wie wird mir sein, ter größten noth vertranen Du wenn ich dich seb, Und fros bist bei mir, tas stärke mich. zu deiner rechten steh? O mein Wer dessen stetsversichert ist, der er löser, stärke mich, Daß lebt und stirbt getroft als christ eifrig ich Bis an mein ende liebe dich. 13. Rechte Anwendung der Zeit und des Lebens. Genug dn haft Gnade. M. Ich hab mein Sich' Gott heim. 569. Du gabst mir ew' 568. Wie fliebt dahin der ger, dieses le menschen zeit! ben Nicht für den augenblick der 13. Nechte Anwendung der Zeit und des Lebens. 367 der zeit. Du hast es mir, of 7. Wohl mir, wenn ich den gott, gegeben Zur saatzeit auf yang der sünde, All böse luft die ewigkeit: Hier ist der vors in dieser welt Und jede lockung bereitungsort; Belohnung und überwinde, Die macht, daß bestrafung dort. fünde mir gefällt; Dann 2. Du schenktest mir ver- bin ich schon ein sieger hier. stand und willen, Die wahr- Werd' dort gewiß gekrönt von heit zu erkennen, licht; Kraft, dir. deinen willen zu erfüllen. Und 8, Gib du mir deines geis lehrtest selbst mich meine pflicht. stes stärke, Der du in schwaZur tugend gabst du mir gehen mächtig bist, Mir, der fübl, Und freiheit, wie ich zu diesem großen werke Gar wählen will. oft zu schwach und sinnlich ist; 3. Der leib ist oft der see- Laß mich, das böse zu vers len bürde; Doch schmücktest du, schmähn, Stets auf mein ewig herr, dies ihr haus, Daß fie fleinod fehn. durch ihn auch fröhlich würde 9. Laß, gott, schon in ges Mit vielen fähigkeiten aus: sunden tagen Im geist mich Und wie viel luft gibst du oft zum grabe gehn, Und stets nicht hier Durch jeden meiner bei freuden und bei plagen finnen mir! Auf dich und jene zukunft 4. Du hast mich aber lassen sebn. Daß ich, stets meinen wissen, Daß dies mein irdisch pflichten treu, Des höhern les haus zerbricht. Ich soll zwar bens fähig sei. diese welt genießen, Doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll Jesu Retter in der Noth. der finnen lüste fliehn, Wenn 570. Obne raft und uns sie mich zu dem bösen ziehn. verweilt, Strö5. Dein Unterricht sei nicht men gleich, o seele, eilt Deine vergebens: Gib, vater, daß furze pilgrimszeit In das meer ich ihm getreu, Und beim ge- der ewigkeit! nuffe dieses lebens Zu dir zu 2. Nimm auch ftunden wohl fommen würdig sei. Voll- sin acht, Wirfe gutes, denn fommne freude wohnt nicht hier, die nacht, Wo man nichts Wohnt nur im himmel, gott, mehr wirken kann, Kommt und bei dir. rückt oft schnell heran. 6. Wohl mir! daß ich es 3. Jeßt noch ist der tag des redlich wage, Der großen freude beils! Frei die wahl des besten werth zu sein, Und diese furze theils! Stell dich dieser welt übungstage Nur dir und mei nicht gleich, Werd' an guten ner pflicht zu weihn. Wenn werfen reich. nie mein fuß den pfad vers liert, Der mich zu deinem himmel führt. 4. Wenn du deine zeit verträumst, Sie in träger rub verfäumst; Sie verschwendest lie 368 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. liederlich; Web dir! naht dein, und stunden. Das, womit wir uns bemühn, Ist mit ihnen ende sich! 5. Der versäumniß deiner nicht verschwunden. Der verpflicht Folgt im göttlichen ge- geltung ewigkeit Folgt auf richt, Wenn der Tod dich hin- diese arbeitszeit. gerafft, Eine strenge rechen- 3. Gott, wie thöricht hab ich schon Hier so manche meiner schaft. 6. Gott du meiner tage berr, zeiten, Die bereits mir sind Hilf mir, daß ich sterblicher, entflohn, Unter schnöden eitelEingedenk der ewigkeit, Weis- feiten, Und auf solche art verlich nüge meine zeit. bracht, Die mich jetzt beküm7. Jede stunde da mein geift mert macht! 4. Doch erbarmen schenkst Sid der erbe mehr entreift, Bringt mir, fliebt sie gleich da du mir Jetzt noch zeit und hin, Dennoch eigen gewinn. raum zur buße. Herr, ich 8. Jede stunde, da ich bier, fomm und falle dir Bittend und Andern nüße und vor dir Red- beschämt zu fuße. Sei mir lich handle, dauert bort Stets gnädig! Sich mich reut Meine bier verlorne zeit. in ihrem lohne fort! 9. Laß mir diesen werth der 5. Wiederbringen kann ich zeit und der frommen thätigkeit nicht, Was mir einmal ist verTäglich, gott, vor augen schwunden. Doch bin ich der sein, Daß ich trägheit lerne zuversicht, Nüß ich nur getreu die stunden, Die du mir noch) scheun. 10. Stch mit deiner fraft ferner schenkst, Daß du gnädig mir bei, Daß ich meiner mein gedenkst. pflicht getreu, Dir zum preis 6. Lehre mich die kurze frist, und mir zum glück Nuße jeden Die du mir hast zugemessen, So wie es dein wille ist, Brauaugenblick. 11. Dann vertausch ich diese chen, und es nie vergessen: zeit Ruhig mit der ewigkeit; Hier nur sei die übungszeit Zu Finde da vor deinem thron dem glück der ewigkeit. Meiner arbeit gnadenlohn. Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Säen muß ich hier mit fleiß Zu der ernete jenes les bens. O wie glücklich, daß ich 571. Herr der zeit und weiß, Dieß geschehe nicht veremigkeit, Gib doch gebens. Ewia freut sich seiner daß ich bis ans ente So wie faat, Wer hier treulich gutes mir bein wort gebeut, Klüglich that. meine zeit verwende, Die mir 8. Gott, laß deinen guten noch dein weiser rath Auf der geist Mich zu dieser weißwelt beschieden hat. beit führen, Und wie es dein 2. Wie ein traum, so schwell wort verheißt, Meinen wan entfliehn Jahre, zeiten, tag del so regieren; Daß ich gu feit. Vorige Melodie. 12. Nechtmäßige Anwendung der Lebenszeit. 369 gutes hier ausstreu, Und mich heut Mich gericht und ewige dessen ewig freu. 7. Deine gnade steb mir bei, 572. Herr, ich hab aus Daß mein leben auf der erda deiner treu, Mir Reich an tugendfrüchten sei, zum heil, noch zeit in bänden. Und ich reif zum himmel werde. Gib, daß ich beflissen sei, Sie Nabet denn mein ende sich O auch weislich anzuwenden: lso stärk und tröste mich. Denn wer weiß, wie bald zur Sei Lob und Ehr dem. gruft Deiner vorsicht wink mich 573. Was bin ich, gott, ruft! vor dir ich staub? 2. Unaussprechlich schnell Gleich eines grases blume; Nur entfliehn Die mir zugezählte allzubald des todes raub, Mit stunden: Wie ein traum find alück und lust und ruhme. sie dahin, Und auf ewig mir mein pilgrimsleben hier entverschwunden. Nur der augen- fleucht, Wie ein geschwäß des blick ist mein, Des ich mich tags, und gleicht Kaum einem noch jetzt fann freun, morgentraume! 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit 2. Und dennoch zeigst du Mich, mein gott, doch nie ver- mir von dir So viel in augengessen, Wie unschäßbar sei die blicken! Entdeckest dich darinzeit, Die du hier uns zugenen mir, Mich ewig zu bes messen. Wie was hier von glücken. Du machst das leben, uns geschieht, Ew'ge folgen nach dir sei dank! Zu einem beitern sich ziebt. übergang In ein beglückt'res 4. Reize mich dadurch im leben. fleiß, Eh die zeit des heils vers 3. Hier feb ich, vater ber laufen. Mir zur wohlfahrt, natur, Im schatten deiner wers dir zum preis Jede funde aus- fe, Nur dunkel, wie im spiegel zukaufen, Die zu meiner fe nur, Die größe deiner stärke. ligkeit Deine gnade mir ver- Wie schön ist, was mein auge leibt. fiebt, Und doch wieviel, mein 5. Deine schonende geduld gott entflieht Hier noch dem Trage mich hier nicht verge- blöden auge! bens. Ach vergib mir meine 4. Dein vater, des mein schuld, Daß so manchen theil berz sich freut, Du schufft mich des lebens Ich zu meiner seelen nicht vergebens. Was schmed wohl nicht gebraucht, so wie ich nicht für seligkeit m ich soll. traume dieses lebens! Wie 6. Laß mich meine besse- wenig ists, was ich hier seh', rung Für mein Hauptgeschäfte Und hier von dir, mein gott, achten, Und nach meiner bei- versteh? Doch macht mich das ligung mit so treuem eifer schon selig. trachten, Als erwartete noch 5. So fliehe denn dies leben 20 a hin 370 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. hin Schnell, wie ein traum, Dies ist der wichtigste verlust, noch schneller! Ich weiß, daß Wenn du die zeit bedauern ich unsterblich bin, Dort wird mußt. dieß auge heller. Dort seb ich 6. Thu bald von jedem deinäher, was du bist, Und meine ner tage Vor dem gewissen freude, vater, ist Dann ewig rechenschaft, Durchdenk ihn, leg und vollkommen. ihn auf die waage, Vollbrachtest Wer nur den lieben Gott. du ihn tugendhaft? Schwungst 574. Wo eilt ihr hin, du dein herz zum berrn empor? ihr lebensstunden? Kam gott dir stets als heilig Zeit! eble zeit! wo fleuch vor? du hin? Wie mancher tag ist 7. Herr meines Lebens, sei schon verschwunden, Seitdem doch künftig Mein heil und ich leb und sterblich bin! Viel- meines lebens fraft: So wandleicht der größte theil der zeitjle ich als mensch vernünftig: Ist schon im meer der evigkeit. So leb als christ ich tugend2. Ermuntre dich aus dei- baft: So dank ich in der ewignem schlummer, Auf, meine feit Dir für den besten schaß feel, ermuntre dich, Dieß sei der zeit. dein gram, dieß sei dein fummer, Daß mancher tag umsonst In voriger Melodie. verstrich. Der leer gebliebne 575. Jest leb ich, ob ich augenblick ft strafbar und morgen lebe, Ob kommt nicht zurück. diesen abend, weiß ich nicht! 3. Der thor durchlebet seine lehr du, dem ich mich erjahre, Eh, er des lebens werth gebe, Herr, lehr mich selbst die versteht; Er nahet früher sich große pflicht, Durch deines heilzur bahre, Als er den weg der gen geistes kraft Stets fertig tugend geht, Was ist ein mensch- sein zur rechenschaft. lich leben roerth, Das unge 2. Die blume, die am mors nügt vorüber fährt? gen flebet Fällt vor der abend4. Mensch, sei ein mensch, dämmrung ab. Die luft, die fang an zu leben, Fang an ein jetzt mich angewebet, Stürzt glied der welt zu sein! Fang mich vielleicht ins nahe grab. an, dem guten nachzustreben; Der jüngling, eh er sichs verBring das versäumte zwiefach sieht, Stirbt, eh' er noch ist ein; Daß, wenn man deinen aufgeblüht. leib begräbt, Dein werk und 3. Entziehe dich dem weltdein gedächtniß lebt. getümmel, Hier ist der kampf 5. Sei nicht den kleinsten und dort ist rub. Dein wan zeitpunkt müßig, Da du nicht del, seele, sei im himmel. Du reine pflicht erfüllst. Du baft eilft dem bessern leben zu. den tag nicht überflüßig, Den Nach einer kurzen prüfungsdu so frech verschwenden willst, zeit Ift ewigkeit! ist ewigkeit! -4. Vers 1. Christliche Menschenliebe. 371 4. Verschiebe niemals deine An meine lehte todesnoth. O pflichten, Was jest zu thun du laß, stellt sie sich plöglich ein, schuldig bist, Denk nicht erst Mich stets dazu bereitet sein. morgen auszurichten, Wer weiß, 6. Es sei, o vater meines ob's morgen möglich ist? lebens, Wenn einft die legte Mensch, dieser augenblick ist flunde schlägt, Der schwache dein, Der fünft'ge wird's viel seufzer nicht vergebens, Der leicht nicht sein. dich zur gnade noch bewegt. 5. Noch eb' ich dieses lied Ach sterb ich einen schnellen tod: vollende, Ergreift vielleicht mich Sei mir barmherzig, herr mein schon der tod. D'rum lebr gott! mich denken, herr, ans ende, VI. Pflichten gegen den nächsten. 5. Was wir auch aus gots tes hand Zum voraus vor ans 576. Allen menschen und dern haben, Ansehn, reichthum, auch mir Hat der boher stand, Leibeskräfte, geiberr dieß vorgeschrieben: Eu- stes gaben; Alles dieß befreit ren nächsten sollet ibr, Als uns nicht Von der menschenench selbst, von berzen lieben. liebe pflicht. 1. Christliche Menschenliebe. Jesus meine Zuversicht. Christen! was gott hier gebeut, 6. Selbst der gaben unterSei uns heilig allezeit. schied Dient zum allgemeinen 2. Wir sind bürger einer besten; Wenn nur jeder sich welt, Kinder eines vaters, brü- bemüht, Von dem kleinsten bis der, Die er buldreich, all er zum größten, Andern, und nicht bält; Alle seines leibes glieder; sich allein, Nüglich wie er fann Die sein weiser allmachtsruf zu sein. All zum ewgen glück erschuf. 7. Darum gib uns, gott, 3. Eine sterbliche natur at ein herz Voll von wahrer mens er jedermann gegeben, Und auch schenliebe, Daß an andrer freud eine boffaung nur, Hoffnung und schmerz Antheil nehm und auf ein beffres leben: Wenn gern das übe, Was der liebe wir bier in dieser welt Red flicht begehrt, Wie sie uns lich thun, was ihm gefällt. dein sohn erklärt. 54. Und wir sollten uns ent- 8. Laß uns großer menschenzwein? Lieblos uns einander freund, Alle dir recht ähnlich baffen? Und zu unsrer eignen werden; Daß wir hier mit eir pein Stolz und neid beherrschen vereint, Nach vollbrachtem lauf lassen? Wer kein freund des auf erden, Einst auch ewig nächsten ist, ist führwahr kein bei dir sein, Defner lieb uns mensch, kein christ. ganz zu freun. 2 a 2 372 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. fein herz vertraut, Die redlichliebe keit, auf die er baut, icht Und treulos zu versagen. Gin Lämmlein geht. 577. Der du die selber bist gern die menschen segnest; Ja 5. Laß mich mit brüderlicher felbst dem, der dein feind noch ist, huld Des nächsten fehler dels Mit freundlichkeit begegnest. fen, Durch sanftmuth, mitleid O bilde meinen sinn nach dir, und geduld Zur beßrung ihn Und laß mich doch mein hei- erwecken. Und fündiget er ges land, hier, Wie du gewandelt, gen mich: So freue meine seele wandeln! Die können feine sich, Ihm willig zu vergeben: christen sein, Die sich nicht So werd ich dich, herr jesu andrer wohlfahrt freun, Undschrift, Der du die liebe selbsten menschenfreundlich handeln. bist, Aufs würdigste erheben. 2. Dein leben in der sterb O Gott, du frommer Gott. lichkeit War für die menschen 578. Gib mir, o gott, fegen; Dir folgten lieb und ein herz, Das freundlichkeit Auf allen deinen jeden menschen lieket; Bei seis wegen. Wohin du gingst, ging nem wohl sich freut; Bei seis wohlthun mit, Dein wort, dein ner noth betrübet; Ein herz, werk und jeren schritt Beglei das eigennuß Und neid und tete erbarmen. Du übernabinst härte fliebt und sich um andrer Die schwerste pein, Uns vom glück, Wie um sein glück bes verderben zu befrein, Und starbst/ mübt. zum heil uns armen! 2. Sch ich den dürftigen: 3. Auch ist noch auf der Eo laß mich liebreid eilen, himmel thron Bist du das heil, Von dem, was tu mir gibst, der fünder. Auch da ble bfi Jbm willig mitzutheilen; Nicht bu, o gottes sobn, Ein freund aus dem eitlen trieb, Groß vor der menschenfinder. Dufeer welt zu sein Und mich vers schaffst den deinen wahrlehrt zu sehn, Nein, menschen rub, Und die verirrten suchef zu erfreun. du Auf rechten weg zu lei 2. Diß sei mir gottesdienst! ten, Du hörst der seufzenden Auch unbemerkt von ihnen, gebet Und brauchest deine ma- Dem nebenmenschen gern Mit feftät, Nur segen auszubrei- ratb und that zu dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder 4. Claß in meiner pilger- wohlthat an, Nein, was ich schaft Mich auf dein vorbild andern thu, Das sei dir, gott, sehen; Erfülle mich mit lust getban. und kraft Dem nächsten beis 4. Ein trunf, mit dem mein zustehen, Betrübter beizen troft dienst Dem dürftigen begegnet, zu sein, mich mit den fröb Ein blick voll trost, mit dem lichen zu freun, Mit weinencen Mein herz bedrängte segnet; au flagen, Und dem, der mir Ein rath, mit dem mein mund ten. Im 1. Chriftliche Menschenliebe. 373 Im fummer andre stärkt; deine große güte, Mich fremden Nichts bleibt, so klein es ist, Von glücks zu freun, Und fern von dir, herr, unbemerkt. meinem herzen, Laß bei des 5. Eilt, wo ein boshaft herz nächsten schmerzen, Doch alle Unfrieden anzurichten: So laßschadenfreude sein. mich sorgsam sein, Der brü- 2. Wer sich des guten der zwist zu schlichten Aus freuet, Was deine huld ver. schmähsucht störe nie Mein mund leihet, Er find es, wo ens find: des nächsten ruh, Er rühme Der ist nach deinem bilde sein verdienst, Deck seine fehler Barmherzia, gütig, milde, lind menschenfreundschaftlich zu. 6. Die rach ist tein, o gott, gesinnt. Du sprichst: ich will vergelten; 3. Zwar wird, mit hindere Drum laß mich stille sein, nissen Mein geift oft fämpfen Wenn menschen auf mich schel- müssen, Bei übung dieser pflicht: ten, Gib daß ich dem verzeih' Denn scheints, daß fremde ga. Der mir zu schaden sucht; Den ben Für mich viel nachtheil liebe, der mich haßt, Den segue, baben; Alsdann gefallen fie der mir flucht. mir nicht. 7. Doch las mich nicht allein 4. Dann schöpft, versucht, Auf zeitlich wohlergeben, Mit vom neide, Mein berz nicht eingeschränktem blick, Bei meis lust und freude Aus andrer nem nächsten seben Noch stär- woblergebn; Dann regen sich ker müsse mich Sein ewig glück rie triebe Der Holzen eigens erfreun; Noch mehr sein sees liebe, Des nächsten glück nicht lenheil Mir angelegen sein. gern zu sebn. 8. Den, der im glauben 5. Doch ta bilfit du mir wankt, zu leiten und zu stärs kämpfen, Die böse neigung fen; Den, der noch sicher ist, dämpfen, Die mich zum neid Bei seinen bösen werfen, Von reißt bin; Wenn ich nur dei der verfehrten babn Des lastersnem triebe Zur wabren nächs abzuziebn: Dazu verleib mir stenliebe In meinem leben folg fraft; Und segne mein beinübn. jam bin. 9. beilige du selbst, Herr, 6. Gott, dein sind. meiner feelen triebe, Durch ben, Die ich und andre haben, deine lieb und furcht Zu wab. Mit weisheit hältst du haus, rer menschenliebe. Wer nicht Und theileft unter allen, Nach den nächsten liebt, Gebt nicht weisen woblgefallen, Die güter zum himmel ein; Laß diese deines bauses aus. wahrheit gott, Viir fiets augen sein. vor 7. Dich selbst den allerhöchften, Wenn ich beneid den nächsten, Greift ja mein tabel 579. Herr, neige mein ges an. O welche schwere fünde! müthe, Durch Wenn ich mich unterwinde, el a 3 3u In allen meinen Thaten. 374 3weite Abtheilung. VI. Pflichten gegen den nächsten. 3u tadeln, was bein rath ge- beizustehn, Der im verborgnen than. weinet; Nicht gütig forscht, obs 8. Ich spür an meiner seele, ihm gebricht, Auch der liebt Daß ich mich selbst nur quäle; seinen nächsten nicht. Herrscht neid in meiner brust. 6. Wer niedre, wenn er sie Drum mach, o herr, dieß beschirmt, Mit härt und vors lafter Mir immermehr verwurf quälet, Und ohne nach. hafter, Des nächsten glück seisicht straft und stürmt, Sobald meine lust. Auf hriftenmensch. sein nächster feblet, Wie bleibt bei solchem ungestüm Des 580. So jemand spricht: nächsten liebe wohl in ihm? ich liebe gott: 7. Wer für der armen heil Und hast doch seine brüder, und zucht Mit rath und that Der treibt mit gottes wahrbeit nicht wachet, Dem übel nicht spott, Und handelt ganz dazu wehren sucht, Das eft fie wider. Gott ist die lieb und dürftig machet; Nur forulos will, Daß ich den nächsten ihnen gaben gibt: Der hat sie liebe, gleich wie mich. 2. Wer dieser erden güter wenig noch geliebt. hat, Und sieht den nächsten 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die that leiden, Und macht den hungDoch bist du nur rigen nicht satt; Läßt nackende zu lieben. nicht kleiden; Der übertritt die geneigt, die pflicht Getreulich erste pflicht, und liebt den auszuüben, Und wünscheft dir die kraft dazu, Und sorgst dagott der liebe nicht. 3. Wer seines nächsten ehre für: so liebeft du. schmäht Und gern sie schänden 9. Ermattet diefer trieb in höret, Frohlockt, wenn sich dir: So such ibn zu beleben. fein feind vergeht, Und nichts Denk oft: gott ist die lieb zum besten kehret, Verläum und mir hat er sein bild dern niemals widerspricht: gegeben. Das, was ich habe, Der liebet seinen nächsten ist nicht mein: Sollt ich, wie nicht. er, nicht gütig sein? 4. Wer, wenn er auch mit 10. Wir haben einen gott rath und schuß Den nächsten und herrn: Sind eines leibes unterstüzet, Doch nur aus stolz glieder: Drum diene deinem und eigennuß, Aus weichlich- nächsten gern: Denn wir sind keit thm nüget; Nicht aus alle brüder. Gott schuf die gehorsam, nicht aus pflicht: welt nicht blos für mich, Mein, Auch der liebt seinen nächsten nächster ist sein find, wie ich. nicht. 11. Sein beil ist unser aller 5. Wer harret, bis ihn an- gut. Ich sollte brüder hassen, zuflehn, Ein dürft'ger erst er- Die gott durch seines sobnes scheinet, Nicht eilt dem armen blut So theu'r erkaufen lassen? Daß 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. 375 Daß gott mich schuf und mich wahrer lust Der liebe pflichten verjühnt, Hab ich dieß mehrsüben. Ein herz, das gern auf als sie verdient. unrecht denkt, Gern schaden 12. Du schenkst mir täglich sucht und andre fränft: Wie so viel schuld, Du berr von fann das brüder lieben? meinen tagen! Ich aber sollte 4. Nie seufze jemand wider nicht geduld Mit meinen brü- mich. Mein ganzes herz bes dern tragen? Dem nicht verstrebe sich, Dem nächsten gern zeihn, dem du vergiebst? Und zu geben, Was er mit recht den nicht lieben, den du liebst? verlangen fann, Und immerfort 13. Was ich den menschen mit jedermann In einigkeit zu bier getban, Den fleinsten auch leben. von diesen, Das fiebst du, mein 5. Laß mich beständig dahin erlöser, an, als hätt' ichs bir sebn, Mit jeglichem so umzus erwiesen. Und ich, ich sollt ein gehn, Wie, ichs von ihm bes mensch noch sein, Und dich in gebre, Damit ich keines mens brüdern nicht erfreun? schen herz Durch meine härte 14. Ein streng und höchst je mit schmerz Und kümmerniß gerecht gericht Wird über den beschwere. ergeben, Der liebreich seinem 6. Herr, mit dem maaß, das nächsten nicht In noth eilt bei mit ich hier Dem nächsten messe, zustehen. Drum gib mir, gott, wirst du mir Dereinst auch durch deinen geist, Ein herz, wieder messen. Dieß reize mich das dich durch liebe preift. zur billigkeit: So werd ich auch zu keiner zeit Der liebe pflicht vergessen. 2. Geredtigkeit und Billigkeit. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. Kommt her zu mir spricht. 581. Du liebt, o gott, 582. Fern sei mein leben jederzeit Von aller gerechtigkeit Und ungerechtigkeit. Wie könnt ich haffest den, der sie entweibt, gottes freund sonst sein, Und Am nächsten unrecht übet. Du feiner gnade mich erfreun! biff's der jedem seinen lohn, 2. Wer seines nächsten rechte Ohn alles ansehn der person, kränkt, Auf seinen schaden bosNach seinen werken giebet. baft denkt, Verleget des ges 2. Gerechter gott, laß dei- wissens pflicht, und ehrt den nen geist Zu dem, was recht gott der liebe nicht. und billig heißt, Stets meine 3. Du schreibst in jedes berz, feele lenken! Nie komm es mir o gott, Tief ein das heilige doch in den sinn, Aus schnöder gebot: Was dir mißfällt, habsucht und gewinn, Des wenn dirs geschieht, Das thue nächsten recht zu kränken. du auch andern nicht. 3. Pflanz redlichkeit in meine 4. Wenn ich dieß billige ge brust Und laß mich stets mit seß Curch ungerechtigkeit verleg: 2a4 Vers 376 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den Nächst... Verurtheil ich ja selber mich, rubme loß mich weihn! NieAls übertreter wider dich. mals laß mich mehr verlan 5. Dein wort, das sündern gen, Als was ich von dir ftrafe droht, droht, Schärft mir empfangen. das beilige gebot: Frei von 2. Laß mich dankbar und unrechtem gut zu sein, Mit zufrieden Im genuß der güter noch viel größerm ernste ein, fein, Die mir deine huld bes 6. Es brobet jedem deinen schieren, Auch an andrer glück fluch, Der seinen ráchfien durch mich freun; Nie auf fremdes betrug, Durch die berei an seis gröğres plück Neidisch s hn mit nem gut Und seiner habe scha- scheelem blyd, Nie, was du den thut. mir gabst, verachten, Nie nach 7. Das haus des diebes ist fremdem gute trachten. verflucht, Wird hier auch schon 3. Jerem laß mich willig oft heimgesucht; Und tort trifft geben, Was er recht zu fodern vollends dein gericht Den une bat; Ridt den obern widerstres gerechten bösewicht. ben, Denn sie sind an deiner 8. Darum, mein gott, be statt; Seb ich gern mit frobem wahre mich Vor allem unrecht sinn Eduld'se steu'r und gaben väterlich. Beging ichs je, so bin: So wird freudiges ge sei mirs leid, Und zum ersaß wissen Dir tie herbste pflicht mein herz bereit. versüßen. 9. Wer andern schaden einst 4. Dem, der mühsam für gethan, Und irgend ihn erflat- mich schwißte, Der mit seinen ten kann, Doch deß sich weis fräften mir Und mit feiner ars gert, findet nicht Vor dir er beit nüßte, Dem gebührt mein barmen im gericht. lohn dafür. Halten, was mein 10. Er kann nicht wahre mund verspricht, Sei mir ims buße thun, Dein segen kann mer heil'ge pflicht; Trug und nicht auf ihm rubn, Eb er das ausflucht laß mich fliehen, böse das er that, Nach möglich- Keinem lohn und sold ente teit erfeget hat. ziehen. 11. Gib, herr, taß ich es 5. Laß, wenn ich von an wohl bedenk, Und nie durch bern borge, Zum ersaß mich unrecht andre kränk'. Die habe sein bereit. Redlichkeit fei fucht, auch die armuth nicht, meine forge, Mein bemühn Verleite mich von meiner pflicht. gerechtigkeit. Vorschub, den Freu bich sehr, o meine Seele. ein freund mir thut, Ist nicht 583. Alles, was ich bin mein, ist frembes gut; Danks und habe, Kommt, bar will ich meinen brüdern o gott, aus deiner hand; Wie Beistand, hülf nnd rath erwies so manche gute gabe Haft duldern. mir herabgesandt! Vater, all 9. Eigenthum, das ich ents mein glück ist bein; Deinemlwende, Würde fluch und tob mir 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. 377 mir sein. Aber halt ich meinel 4. Und fann ich auch das hände Von betrug und raube böse selbst nicht beffern: Laß rein; Dann darf ich sie froh mich's doch eh'r verschweigen, empor Betend beben, gottes als vergrößern; Anstatt es aus obr Wird des frommen flehn zubreiten, es vermindern, Und erbören, Den verbrechen nicht schaden hindern. entahren. 5. Den größten fünder las 7. Hab ich mich durch and- mich nicht verachten, Noch im rer schäße Und durch arglift mer ibn als dein geschöpf bereich gemacht, Laß mich, gott, trachten, Nie, die mit mir von daß ichs ersete Bald und eif- seinem blut abstammen, Lieblos rig sein bedacht; Lieber arm verdammen. und dürftig sein, Als mich 6. Aufrichtig laß mich schdmeines unrechts freun, Und gen deine gaben, Die andre, nach bald durchträumten freu- berr, von dir empfangen bas den Des gewissens folter leiden. ben; Es müsse nie mein herz 8. Heil'ger gott, ein frommes, des nächsten freuden Boshaft leben Liebeßt und belobvest du beneiden. Gib mir fraft und laß mich 7. Bescheiden laß mich von streben Fromm und gut zu mir selber denfen, Durch stolz sein wie du! Daß mein leben und bechmuth keinen menschen obne reu. Chne qual mein ende fränken, Mit sanftmuth selbst sei; Daß mich, wenn ich einst dem lästerer begegnen Und erwache, keine schuld verdamm- feinde segnen. lich mache. 8. Hab ich des nächsten ehre 584. Hilf, jefu, daß ich je beflecket; und seine schwachs meinen nächsten liebe, Durch lieblos richten ihn beit lieblos aufgedicket; Schlug ich der unschuld in betrübten ja nicht betrübe, Jbn nicht verläumbe, noch durch falz stunden Echmerzbafte wunden. sche ränke Sein wohlfein 9. So laß mich reuevoll und liebreich eilen, Die ihm fränke. 2. Gib, daß ich nachsichts gefchlagne wunden bald zu bei voll des nächsten feble, Wenns len, Und der verläumdung fole meine pflicht erlaubt, der welt gen zu zerstören, Ihm recht verbeble; Und wenn er fällt, gewähren. auf mich, wenn ich noch stehe, Mit vorsicht sehe. 10. Laß alle schmähsucht mich von herzen baffen! Zur seligs 3. Hilf, daß ich flüglich ihn feit wird niemand zugelaffen, zu bessern trachte, Und seiner Der bosheit, neid und graus feele wohl mir theuer achte, samkeit hier übet, Und falsch Denn du haft selbst für sie in beit liebet. todesbanden Biel ausgestanden. 11. Laß mich, mein heiland, limmer mehr auf erden An lieb a 5 und 378 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. und gütigkeit dir ähnlich wer- es Wie zügellos denn du Ihn den. Gib kraft dazu, so in den seinen schmähst; Der schmeck ich schon hienieden, rächer hört dir zu. Herr, deinen frieden. 6. Er zählt die thränen, die, Mel. O Gott du frommer Gott. Geweint von seinen frommen, 585. Wenn du des näch- Die du gefränket hast, Mit sten ehr' Und seufzen vor ihn fommen. Es achtung suchst zu schmälern; fommt, es kommt ein' tag, Wo Selbst von nichts lieber sprichst, gott einst vor gericht, Im arAls and'rer menschen fehlern; gesicht der welt, Auch dir dein Aus ehrfurcht oder stolz Ver- Urtheil spricht. Eleinerst ihren rubm Und ihre 7. Ach wollst du künftig schuld erhöhst: Wo bleibt dein noch Des nächsten ehr verlegen, christenthum? Nein, hast du ihr geschad't, 2. Wenn du aus argwohn Such sie ihm zu ersetzen. Des nur Vom nächsten böses den nächsten guter nam' Sei selbst teft, Wenn du durch falsch ge- bein eigner ruhm, Und schüß rücht Ihm schadest und ihn und rette ihn Stets als dein fränkeft; Wenn leichtsinn, neid eigenthum. und haß Ihn vor der welt 8. Dlaß uns, gott der huld, entehrt! Bist du denn ferner Mit dieser pflicht nicht scher. noch Des christen namens zen: Und präge du vielmehr werth. In unser aller herzen Die 3. Wer, wenn er läst'rer große wahrheit ein: Nur der hört, Und unter spöttern figet, sei deiner werth, Der seine Aus scheuer menschenfurcht brüder liebt, Und durch die Nicht andrer unschuld schüßet, that sie ebrt. Wer aus gefälligkeit Selbst 3. Sanftmuth und Ver. ein verläumder ist, Und nichts zum besten fehrt: Ist dieser wohl ein chrift? föhnlichkeit. Herr ich habe mißgehandelt. 586. 2llen, welche nicht 4. O mensch bedenke doch, vergeben, Wirst Gott hört an jedem orte, Wolou, richter, nicht verzeibn; du zugegen bist, Ein jedes dei- Troslos werden sie im leben, ner worte. Adh, er der alles Trostlos einst im tode sein, sieht, Wie sollt er dich nicht Unentladen ihrer fünden, Nimsebn, Wenn du dich frech er- mer vor dir gnade finden. fühnst, Die unschuld selbst zu 2. Wie dein herz mit jedem schmähn. fünder väterliches mitleid hat; 5. Wenn du der frommen Wie der freund der menschen. lachft, Wenn du die tugend finder Selbst für seine mörder schändest, Dem würdigen das bat: So soll auch der chrift lob, das er verdient, entwens verzeihen, und sich nicht der dest. Verläumder, gott weiß/ rache freuen. 3. Bir 3. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 379 3. Wir geloben's dir mit schonen, Willig tragen seine freuden: Willig wollen wir last; Und so lang ich hier soll verzeihn, uns rächen, wenn wohnen, Bleibe zanksucht mir wir leiden; Nie zu dir um verhaßt. Auch das ist, o gott, rache schrein. Vielmehr vor dein wille, llnd die eintracht dein antlig treten, und für liebest du, Oso helf mir, unfre feinde beten. auch dazu! Gib ein berz mir, 4. Bater, stärk uns deine das die stille Und den frieden frommen, Treu zu bleiben die- sucht und liebt; das, statt ser pflicht, Wenn wir in ver- rache, sanftmuth übt. fuchung fommen: So besiege 3. O wie wird das Herz bes sie uns nicht. Laß uns sanft schweret Durch des zornes lei muth dann empfinden, Um sie denschaft. Zanksucht, rachgier, schnell zu überwinden. baß verzehret Nach und nach 5. Laß in unserm ganzen des lebens kraft; Kürzt das leben Uns dir gleich gesinnet ziel von unsern jahren, Macht sein, Willig feinden zu verge zum himmel ungeschickt. Herr, ben: Dann, wenn ihnen wir der auf mich schwachen blickt, verzeihn, Läsfest du uns gnade Ach, du wellest mich bewahfinden Auch für unsre eigneren, Daß des jähzorns rasefünden. rei Nie des herzens meister 6. Wohl uns! gott verzeibt sei. uns fündern, Gebt nicht mit 4. Wer mir flucht, den will uns ins gericht, Nimmt uns auf zu seinen findern, Strafet ich segnen, So wie mein erlöuns dann ewig nicht. Rast ser that Und dem nachsichtsvoll uns beten, laßt uns fämpfen, begegnen, Der zum zanken neiNachsucht in uns fiets zu gung bat. Für die feinde will dämpfen. ich beten, Und für dich, du friedefürst, Wenn du menschen richten wirst In den schmuck Gott des Sollt ich meinem Gott nicht. 587. Gott, der du die der liebe treten. menschen liebest, friedens, stärke du mich mit Der du nicht ein strenges deiner fraft dazu! recht; Sondern lauter gnade 5. Ewig heil ist dem beschieübest An dem sündlichen ge- den, Der nach frommer einschlecht: Laß mich deinen geist tracht strebt. Höchster, gib beleben, Daß ich, vater, als mir deinen frieden, Der zur dein kind, Liebreich sei wie du sanftmuth uns erbebt. Er res gesinnt. Herr, du wollst den giere herz und sinnen; Denn finn mir geben, Der bei feb- wenn er das herz regiert, Wird lern nachsicht zeigt, Und mit was zu der zwietracht führt, fanftmuth spricht und schweigt. Niemals übermacht gewinnen 2. Laß mich meines nächsten Bis einst in der herrlich feit 380 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den Nächfien. 8. Verleih mir das um dels ner fanftmuth willen: So erb ich auch im lande deiner stillen beine sanft. Die feligkeit, wozu sich jenes muth ist nicht leben Einst wird erheben. lichkeit( Ew'ger friede uns er freut. Herzliebster Jefu was. 588. Herr, zu ermessen; wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große güte 589. Recht zu gemüthe! 2. Du segneteft mitleidig, die littest, Und noch zur rechten dir fluchten; Du beiltest selbst, gottes für mich bittest, Erwedk die dich zu fangen suchten; Du in mir, du Muster wahrer liebe zeigteft fiets, bei deiner feinde Der fanftmuth triebe! toben, Der fanftmuth proben. 2. Wenn hast du jemals baß 3. Ach glich ich dir, o bei mit haß vergolten? Du schaltst land, ich befenne, Daß ich nicht wieder, da man dich ges noch oft vom schnellen zorn scholten. Du segnetest mit entbrenne, Und mich vor dir wohlthun nicht bloß freunde; manchmal durch eigne rache Auch deine feinde. Verwerflich mache. Vorige Melodie. Herr, mein erlöser, der du für mich 3. Und ich, berr, follte mich 4. Dir berzensfündiger, dir den deinen nennen? Und doch muß ichs flagen, Wie wenig kann mein stolzes herz vertra- von rachaier gegen andre bren gen! Wie schwer weiß ich, nen? Ich sollte jemals haß mit wenn andere mich haffen, Mich baß vergelten Und wieder schelten? recht zu fassen! 5. Bergib mir, herr, Und 4. Wie kann ich vater zu wende mein verderben! Bei dem höchsten sagen? Und groll wildem zorn läßt sich dein reich in herzen gegen brüder tragen? nicht erben. Und jener tag ver- Wie kann ich zu ihm flehn, gilt nach strengem rechte Dem mir zu verzeihen, Und rache barten fnechte. schreien? 6. So bilf mir denn die 5. Wer nicht vergibt, der rachbegier erflicken! Laß sich wird für seine sünden Auch dein bild in meine seele drüf- nicht bei dir; o herr, verges ten: So werd ich mich verbung finden. Dein jünger ist föhnlich finden lassen, Nicht nur, der wie du vergiebet, Und wieder bassen. feinde liebet. 7. Flucht mir mein feind: 6. So heilige denn meiner so gib, daß ich ihn segne; Und feelen triebe, Mein heiland, feinem grimm mit freundlichkeit turch den geift der wahren begegne, daß mich das böse, daß liebe; Daß nie die unglücksel'ge ich dann empfinde, nicht überlust der rache Mich strafbar winda mache. 7. Wenn 3. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 381 7. Wenn andre menschen sich ich denn wieder schelten, Da an mir vergeben: So lehre er nicht wieder schalt, Mit liebe mich, ihr unrecht übersehen. nicht vergelten, Wie er dem Und sollten sie mich auch feind vergalt? empfindlich fränken, An dich 3. Verläumbung dulden müss gedenken. sen, Ist schwer, doch diese 8. Erwecke denn, o herr in pflicht Wird leicht, wenn das meinem berzen Aufs neue dasjgewissen Für meine unschuld gedächtniß jener schmerzen, Die spricht. Dies will ich treu du in deinen schweren leidens bewahren; So beffert mich stunden Für mich empfunden. mein feind, Und lebrt mich 9. Laß mich mit sanftmuth flug verfahren, In dem er's meinem feind begegnen, Und böse meint. so wie du, den, der mir fluchet, 4. Ich will die fehler scheuen segnen. Herr, mache gegen Die er von mir ersann. Auch alle, die mich haffen, Mein die will ich bereuen, Die er herz gelassen. nicht wissen kann, Durch huld 10. Will zu der rachsucht will ich mich rächen, An ihm mich die furcht verführen, Als das gute sehn, Und gutes von würd ich sonst mein ganzes glück ihm sprechen: Wie könnt er verlieren: So zeia mir, berr; länger schmåbn? Das sei mein glück auf erden, 5. Ich will niemals ermu, Dir ähnlich werden. den, Jhm thätig zu verzeihn, 11. Denn du beglückest den, Und als ein christ, zum frieden, der chriftlich bantelt, Und Zu diensten willig sein. Wenn, überall nah deinem vorbild mich zu untertreten, Ihn güte wandelt; Drum laß in allem mehr erbißt: So will ich für mich schon hier auf erden Dir ihn beten, Und gott vertraun; ähnlich werden. gott schüßt! Ach was sell ich Sünder machen. It Gott für mich so. 590. Nie will ich wieder 591. Sollten menschen, meine brüder, fluchen, Wenn Mir, mein gott, nicht theuer mir mein baffer flucht; Nie sein? Sollt ich fe nicht gern dem zu scharen suchen, Der erfreun? Sind nicht alle bris mir zu schaden sucht. Ich will sten glieder Dessen, der für ihm sanft begegnen, Niet dro- alle starb, Allen gottes huld ben, wenn er droht, Schilt er, erwarb? so will ich segnen. Das ist des Herrn gebot. 2. Alle sind wir eines flam» mes, Gleich an dürftiger natur; gotteslammes; 2. Mein jesus der gerechte, Allen bilft ein opfer nur Des Bergalt die schmach mit buld;' unschuld'gen Die wuth ergrimmter knechte und dieselbe seligkeit Ift für Ertrug er mit geduld. Soll alle gleich bereit. 3. Gc 382 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. 3. Gottes finder sollt ich christ, durch eigne rache. Vers haffen; Lieblos, unbarmherzia zeiben ist des christen pflicht, sein? Meinem feinde nicht Vergelten gottes sache. Die verzeihn? Keine schulden ihmlsanftmuth, die sein wort acbeut, erlaffen? Gott, nicht fürchten Liebt feinde, segnet und verdein Gericht? Dein erbarmen zeiht. achten nicht? 2. Wahr ists, empfindlich ist 4. Herr, der du für übel der schmerz, Von menschen thäter Um vergebung batst, tielunrecht leiden, Und dennoch laft, Welche du getragen baft, soll des christen herz Am zorne War die last der übertreter! ich nicht weiden. Soll nicht Doch warst tu von rache fern, fein eigner richter sein. Soll Duldetest, vergabest gern. alles unrecht gern verzeihn. 5. Wenn mein herz vom bang der fünde hingerissen dich dir scheint, So mußt du sie 3. So widrig diese pflicht verkennt, Und zu haß und rach doch üben; Sonst bist du nicht entbrennt: Hilf cann, daß ich des heilands freund, Der sie überwinde Meinen haß, und dir vorgeschrieben. Empört dein laß mich sehn In den tod für herz dawider sich: So sich auf uns dich gehn. ihn, besiege dich. 6. Wie dir deine tbränen flossen, Als dein aug um mich 4. Wer hat wohl größern geweint; Wie du, großer men widerspruch Von fündern bier fchenfreund, Auch für mich erduldet? Als er, der herr, der dein blut vergoffen, Wie du schmach und fluch von andern littft, mich zu erfreun; Das nie verschuldet! Und dennoch laß mir vor augen sein. will er langmuthsvoll, Daß 7. Gib es mir so zu erken- feiner ewig sterben soll. nen, Daß ich thu', wie du 5. Ibm folgen, ist dein wab. gethan. Wer nicht liebt, geht rer rubm. Beleidigern vers dich nicht an, Ist fein glied von zeihen, Ist ebre für dein chris dir zu nennen. Ist dem gott stenthum! Sich ihres falls der lieb ein gräul, Und ver- nicht freuen, Nicht den, der scherzt sein eignes heil. dich schmäht, wierer schmäbn, 8. so hilf mir, daß ich Gereicht dir selbst zum wohlübe, Was dein Wille mir ge- ergehn. beut, Nachsicht, fanftmutb, gü- 6. 3m zorn denkt niemand tigkeit, Daß ich wie du liebest, ernstlich nach, Was gott gefal liebe, Innig liebe, milde, treu, len sollte. Die rache selbst Sanft und leicht versöhnlich vermehrt die schmach, Die man fei. bestrafen wollte. Kein schimpf wird ungeschehn gemacht, dein Wenn deine rachgier wild er. leben nicht, Olwacht. Auf dristenmensch, auf. 592. Verbittre dir 7. Die 4. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. 383 7. Die rachgier reißt gerech- 3. Er denkt, die welt hat recht tigkeit, Reißt glauben aus dem Auf meinen dienst und krätte, berzen, Etört des gemüths zu Ihr nügen, ist für mich Ein friedenheit Und straft mit bit- seliges geschäfte. Als glies tern schmerzen. Sie hindertider schuf uns gott, Als bürdank, gebet, vertraun Und ger einer welt, In der des raubt den muth, auf gott zu einen hand Die hand des ans bau'n. dern hält. 8. Durch sanftmuth( übel 4. So denkt der menschennur die pflicht!) Wirst du den freund; Und das ist sein be feind besiegen. O raube dei streben, So treu als er sich ner seele nicht Dieß göttliche lebt; Zum wohl der welt zu vergnügen. Dann wird der leben. Ihm wird des nächsten berr auch dir verzeihn, Dein beil sein eignes himmelreich, vater und vergelter sein. Er fühlet fremde noth Als träf 9. Laß mich aus liebe, gott, ihn selbst der streich. zu dir Das unrecht nicht selbst 5. Er eilt dem, der's bedarf, rächen. Du wirst, verzeih ich Mit hülfe beizustehen. Sein gern, auch mir ein gnädig ur- fansehn und sein freund, Sein theil sprechen. Von dir kommt stand, sein wohlergehen, auch der fanftmuth sinn; Nach Sind mittel, die er braucht, deiner gnade gib mir ihn. Behülflich gern zu sein, Und einen leidenden Mit trofte zu 4. Dienstfertigkeit, Barm- erfreun. herzigkeit und Leutſeligkeit. O Gott du frommer Gott. 6. Was andrer nothdurft heischt, Das reizet feine triebe, Auch ohne ruhin und lobn, 593. ie felig lebt ein 3ur wahren menschenliebe. mensch, Der Kein stolz noch einennuß Wirkt dienstbegierde fennet Und an- seine gütigkeit. Er sieht auf dern wohlzuthun, Aus men- seinen gott, der liebe ihm ges schenliebe brennet! Der, wenn beut. ihn auch kein eid Zum dienst 7. So laß mich auch ges der welt verbind't; Beruf und sinnt, Mein gott durch chrieid und amt Schon in sich stum werden! Voll regen eis selber findt. fers sei Mein leben hier auf 2. Dir, höchster, ahmt er erden, So nüßlich als ich kann, nach, Im wohlthun dir zu dem nächsten fiets zu sein; gleichen; Durch tienfibefliffen- Dann geh ich einst zu dir heit Sucht er dieß zu erreichen. Ins reich der liebe ein. Er hält für eignes wohl Sich In allen meinen Thaten. nicht allein gemacht, Er hält 594. Du aller menschen sich für die welt Von dir hervorgebracht. vater, Du güz tigster berather In allem, was uns 384 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen den nächsten. uns drückt! Die freuden, die Christen, das vergesset nicht. wir haben, Sind einzig deine Mitleidsvoll und willig eilen gaben; Du bist's, der unser Herz Armen beizustehn, ist pflicht: erquict. Pflicht, die jesus selbst uns 2. Du läst dich von uns lehret, Und die gott, den höchfündern Durch undank nicht ften, ebret. verhindern, Uns täglich zu er 2. Speiset die, die bungrig freun; Zu ew'gen seligkeiten leiden, und die durstig sind, die Uns sterbliche zu leiten, Wird tränkt; Eilt, den nackenden zu immer dein vergnügen sein. fleiden, Tröstet die, die fum3. Wie groß ist deine milde! mer fränkt, Schwache, such zu Barmherz'ger vater, bilde, unterstüßen: Unterdrückte zu Mein herz nach deinem sinn, beschüßen. Daß ich der noth der armen 3. Nicht nur denen, die um Mich willig mög erbarmen: liebe, Die um hülf und rettung Nimm alle härte von mir hin. flebn, Sucht aus chriftlich ed. 4. Gib, daß ich willig gebe, lem triebe, Nach vermögen beis Mich wohlzuthun bestrebe, So zustehn: Gönnt auch unver wie mein beiland that, Der hoffte freuden Denen, die im zärtliche erbarmer, Den kein ftillen leiden. bedrängter armer Vergebens 4. Denkt( wie möglich find je um bülfe bat. die fälle!) Denkt, ihr füblet 5. Erhalt in mir die triebe jenen schmerz; Denft, ihr wär't Der mitleidsvollen liebe Wie an jener stelle; Wie dann euer du mir guts gethan: So las leidend herz Sich von andern um deinetwillen Mich andrer wünscht erbarmen: So that feufzer stillen, So oft ich sie ihr auch andern armen. nur fillen fann. 5. Und dieß fieb nicht an 6. 3um fleiß in guten wers als bürde, nicht als last, befen, Laß mich die boffnung ftärken: Vor dir, dem herrn alückter chrift, Hobeit ist es, es der welt, Der frohe geber ist würde Wenn man mild und liebet, Sei, was man willig bülfreich ist. Welch ein ruhin giebet, Ein opfer das dir wohl für dich erlösten, Arme brüder jefu trösten! gefällt. 7. O wohl mir ich gewinne 6. Und was schafft's für Schon hier bei diesem finne sanfte freuden Der verlainen troft und zufriedenheit! Und belfer fein! Sehn, wie sie in einst vor gottes throne, Zum ibrem leiden Sich durch uns unschäßbaren lobne, Die freu- gestärkt erfreun. Ein betrübden einer ewigkeit! tes herz erquicken, Bringet Herr ich habe mißgehandelt. himmlisches entzücken. 595. Wohlzutbun und 7. Heil und glück auf unsern mitzutheilen, wegen, Nuhe und zufriedenbeit, 385 4. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. beit, Huld bei menschen, got- juns nie Fühllos sein, wo brütes segen, Folgt hier auf barm- ber weinen, Unser mitleid tröste herzigkeit; Und dereinst zum sie, Daß, wenn wir zu bir gnadenlohne Schenkt ihr gott uns nahen, Wir auch troft des himmelskrone. und hülf empfahen. 8. O so laßt uns unsre gas Wer nur den lieben Gott. ben Gern hier in der zeit aus 597. Nicht mürrisch, fins ftreun! Was wir hier gesäet ster, ungesellig, baben, Erndten wir einst reich Jft, wer ein christ zu sein sich lich ein. Seid barmherzig! freut; Ist ohne schmeichelei liebt die armen! Dann wird gefällig, Vereinigt ernft und gott sich eu'r erbarmen. freundlichkeit. Ist traurig, mit den traurigen, Und fröhlich In voriger Melodie. 596. Seid barmherzig, mit den fröhlichen. menschen, höret, 2. Es liegt in keinem seiner Hört das beilige gebot, Das blicke, Als wie in einem bin. uns jesus christus lehret: Seid terbalt, Auflauernd schadenfrohe barmherzig, seid's wie gott; tücke; Und haß in lächelnder Gebt, so wird auch euch ge- gestalt. Sein blick, fein blick geben, Was euch noth ist heil der heuchelei, Ist liebreich of fen, gut und frei. und leben. 2. So viel menschen, so viel 3. Sein Antlig, heiter wie brüder. Denn ein gott ist's, der morgen, Wird trüb und der uns schuf. Wir sind alle seine freud entflieht: Wenn es christi glieder. Allgemein ist bekümmerniß und sorgen In gottes ruf. Seine sonne läßt feines bruders auge sieht, Und er scheinen Auch den bösen, wie strahlt in neuer beiterkeit Wenn den seinen. ein getrösteter sich freut. 3. Gleicht dem vater im ers 4. Bescheiden, sittsam chr barmen, Seid barmherzig, seid's erbietig ft, wer ein jünger wie er! Gebt den dürftigen jesu ist: Nie sclavisch, auch nie und armen, Was ihr gebt, übermüthig: Wenn er vor anempfängt der herr. Helft und dern glücklich ist. Er ist, weil eilt auch ungesehen, Euren brü- ler, wie jesus liebt, In allem, dern beizustehen. was erfreut, geübt. 4. Hülfreich zu bedrängten 5. Er schleicht, für fromm eilen, Sie beschüßen und er- erklärt zu werden, Nicht traus freun; Kummer lindern, wun- rig, heuchlern gleich, einher; den heilen, Wohlthun, trösten Doch fündereizende geberden und verzeihn. Und dies obne Haßt, wie sein gott sie haßt, ftolz verrichten, Das sind jedes auch er: In seinem blick auch christen pflichten. feusch und rein, Stets fröhlich, 5. Herr, wir geben von dem obne frech zu sein! deinen, Was wir geben, laß 6. Durch liebliches gespräch Bb er= 386 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. erheitert Er auch des blöden Leeren schwägern gleich zu sein angesicht, Und jedes herz fühlt Heuchelnd brüder zu betrügen sich erweitert Und freuden- Herr, das falle mir nicht ein. voller wann er spricht. Denn Wahrheit leit an allen orten was er sagt, und was er thut, Mich in werken und in wor Sft wohlgemeint, Ist wahrsten. Nedlich sei des berzens und gut. grund! Netlich sprech auch 7. Er muß gefallen, er ge- stets der mund! biete, Er warn, er straf auch! 3. Die der falschbeit sind er er gebeut, Er warnt, er straft geben, Sind vor dir, o gott, ans lieb und güte, Mit ernst ein gräul, Und ein unglückselig und doch mit freundlich feit Un Ileben Ist gewiß ihr künftig tröstet er, wie leicht vergißt theil, Hier schon trifft verdiente Sein nächster, was sein fum- schande Sie bei redlichen im mer ift. lande, Denn ein jeder mene 8. Nicht rauh, noch bart, schenfreund Ist der falschheit noch menschenfeindlich, Nein, ranfe feine. eifrig jeden zu erfreun, Und sanft 4. Echmäßt mich, ohne mein und anmuthsvoll und freundlich verschulden, Der verläumder Soll jeder jünger jesu sein. läftermand: so laß michs Ach wären wirs! ach glichen still erdulden, Einst wird doch wir, O vorbild wahrer liebe die wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, 9. In allen worten und ge- Meine unschuld zu bezeugen: berten, In allen thaten laß, So verleihe, daß dabei Herz o Berr, lus aller menschen und mund voll sanftmuth freude werden, Tir, beiland, sei. immer ähnlicher: Co werden 5. Taß du, herr, an jedem wir uns ewig freun, und gotorte Zeuge meines wandels tes wahre finder sein. bist, Daß kein einz'ges meiner morte Deinem chr verborgen if, Dieß erwecke mein gemüthe, Daß ich mich vor lügen hüte, 598. Laß mich, höchster, Denn du liebst den wahrheitsdarnach streben, freund, Und bist allen falschen 5. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Alle menschen müssen sterben. Stets der wahrheit freund zu feind. sein, Zu des himmels frobem Befiehl du deine Wege. leben Geht fein frecher lü 599. Wohl dem, der rich ner ein, llud vor deinem antiz wandelt, Der gefichte. Werden sie beschämt als ein wahrheitsfreund In au nichte, Denn vor dir find wort und werfen bondelt, Und immertar Aller herzen offen- das ist was er scheint; Der bar. recht und treue liebet, Und 2. Andern zu gefallen lügen von dem sinn der welt, Die trug 5. Zufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 387 Die trug und falschheit übet, lingt; Wenn er mit bösen tükSich unbefleckt erhält! fen In fümmerniß mich bringt 2. Wohl dem der lügen baf- So stärke meine seele, Daß sie fet, Und der, so oft er spricht, nicht unterlieg, Und alles dir So seine reden faffet, Daß er befehle, Du giebst der unschuld die wahrheit nicht mit vorbe- sieg. dacht verleget, Und der an je8. Ein berz voll tren und dem ort Sich dieß vor augen glauben, Daß, gott, dein auge feget: Gott merkt auf jedes scheut, Das soll mir niemand wort. rauben; So kann mit freudig3. Wohl ihm, wenn sein ge- feit Ich hier zu dir aufmüthe, Gott, so die wahrheit sehen, und dort vergiltst du übt, Jhn leitet deine güte, Ermir, Wenn falsche nicht bewird von dir geliebt; Du wirst stehen, Mit wonn und preis ihn einft erhöhen, Wenn in der dafür. Wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. Sei Lob und Ehr dem. 600. Die zunge, tie ver4. Herr, drücke diese sache nehmlich spricht, Mir tief ins berze ein, Daß hat dir dein gott gegeben. ichs zur pflicht mir mache Der Welch ein geschenk, mißbrauch lügen feind zu sein. Erinnre es nicht! Sie bringet tod und mein gewissens Du bassest leben. Man fluchet und man heuchelei, Damit ich stets bes lobt damit, Ach gott, erhöre fliffen Der treu und wahr meine bitt, Daß ich sie recht teit fei. gebrauche. 5. Laß niemals mich ver- 2. Laß doch in meines hersprechen Was ich nicht halten zens grund, Gott, deine furcht kann, Auch nie zusagen brechen, stets wohnen, Gewissenhaft wird Die ich einmal gethan; Nielvenn mein mund Der wahrmich den stol; verleiten, Und beit rechte schonen. Und wohl nie des beispiels macht Als dem, der von schmeichelet, wahrheit auszubreiten, Was List, lästersucht, verstellung ich doch selbst erdacht. frei, Nicht mit den lippen 6. Doch laß zu allen zeiten fündigt. Auch deiner wahrbeit licht, Herr, 3. Auf deinen ruhm und meine fecle leiten. Damit ich andrer wohl Soll stets mein meine pflicht mit klugbeit thun sich lenken. Laß dann üb und wisse, Wenn ich für auch, wenn ich reden soll, Mich andrer wohl, Und für mich dieß mit ernst bedenken. Dein reden müsse, Und wenn ich lob, des nächsten glimpf und fchweizen soll. nuß, Der tugend rubm, der 7. Wenn jemals mich zu unschule schuß Beschäft'ge meine drücken, Des feindes rath ge- lzunge. Bb2 4. Schand 388 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den Nächsten. 4. Schandbare worte, frecherlin jedermann, Wär er auch schmerz, Unheil'ge spöttereien nur ein Christ. Doch ganz unBerrathen ein verderbtes herz schäßbar ist er dann, Ist er Einst muß man sie bereuen. auch wahrer christ. Drum schaff in mir durch 3. Als wabrbeits- und als deinen geist, Daß dich vielmehr tugendfreund Befißet er mein die zunge preist Und deinen herz. Sch theil mit ihm, der's namen heiligt. redlich meint, Mein glück und 5. Was züchtig, feusch und meinen schmerz. ehrbar, ist, Was wohl und 4. Ich schmeck des lebens lieblich flinget, Das redet über- süßigkeit In doppelt starfer all der christ, Spricht, wenn fraft, Wenn mich das edle es nußen bringet. Und scheut glück erfreut, Das so ein freund den zorn der menschen nicht; verschafft. Doch schweigen wird ibm pflicht, Wenn es fodert. alsbald 5. Manch leid umwölket mein die liebe gemüth, Ich flag es meinem freund, Fühl, daß schon halb 6. Web aber bem verweg- der fummer flieht, Wenn er nen mund, Der fluch und nur mit mir weint. schwur nicht scheuet, Wie wird 6. Oft lintert mir sein gu des berzens leichtsinn fund ter rath Des leidens herben Und oft zu spät bereuet! Ach schmerz. Oft hilft er mir auch fluchen bringet fluch und noth, mit der that Und froh dankt Und, wenn nicht buße folgt ihm mein herz. den tod: Laß mich dies stets 7. Freimüthig, ohne bitterbedenken. icit Straft er mich wenn ich 7. Auch lügen schändet, bringt febl, und eigne unvolkomnur müh, Ist eine frucht der menheit Hält er vor mir nicht bölle. Lehr mich sie hassen, heht. daß ich nie Mich lügnern zu- 8. Manch wort zu unsers geselle. Die wahrheit bringet gottes ruhm Theil ich mit ihm lob und ruhm Und ziert das vertraut. Und werd' in meis ganze christenthum, Darnach nem christenthum Oft sehr durch laß mich stets fireben. ihn erbaut. 9. Ich freue mich mit ihm 6. Freundschaft. der zeit, Da uns in jener Mein Gott das herzlich. welt, Verklärt zum glück der 601. Das glück ist groß, ewigkeit, Nichts mehr an wohl. das gott mir sein feblt. schenkt, In einem wahren freund, 10. Da wir vor gottes thron Der als ein christ rechtschaf- vereint, Von allen mängeln fen denkt, Und treu es mit rein, Ihn sebn, den allerhöchmir meint. ften freund; Mit ihm uns ewig 2. Man schäßt ben freund freun. 11. D 6. Freundschaft. VII. Glückseligkeit wahrer Christen. 389 11. O gott, mein gott, wie dar, Vor irrthum, schaden dank ich dir, Wenn so ein und gefahr An leib und seele freund mich schäßt! Ich bitte warne. dich, erhalte mir Dies glück 5. Doch laß mein Herz vorstets unverlegt. sichtig sein, Mit wem es freundschaft machet, Kein spötEs ist das Heil uns. 602. Welch glück, o gott, ter der religion, Der über tuist freundschaft gend lachet; Kein wollüstling, hier In diesem pilgerleben! fein stolzes berz, Wer fühllos Sie kann im unglück und im ist bei andrer schmerz, Sei glück Uns troft und freuden jemals mein vertrauter. geben. Sie ist der tugend 6. Ein mensch, vom lafter starkes band, Es führet ihre angefleckt, Wird mich auch leicht fromme band Uns ab vom anstecken: Laß mich ihn fliehn sündenwege. als eine pest, Mich nicht durch 2. O jeiu, bester menschen ihn beflecken. Und wie fann freund, Der du uns sünder der, der ohne scheu Stets liebtest, Nur das, was groß gott verleugnet, menschen und edel heißt, Uns hier zum treu Und redlich sein und blei beispiel übtest: So göttlich ben? liebreich für uns starbst, Selbst 7. Doch hab' ich einen wahgottes freundschaft uns er ren freund Von dir, o gott, warbst Uns ewig zu beglücken. erhalten: So laß denn auch 3. Echenk mir auch einen mein warmes herz Nie gegen frommen freund,( Nur du kannst ihn erkalten. Laß mich verschwie ihn mir geben), Der ebel und gen redlich sein, Neid, falsch, rechtschaffen denkt, Der mir in heit, argwohn, schmeichelein Und meinem leben Ein reizend tu- eigennuß stets fliehen. gendmuster sei, Und bei mir S. Gott, präge du der liebe standhaft und getreu Im glück sinn So freunden ein als feinund unglück stehe. den. Auch die, die meine feinde 4. Der meine unvollkom- sind, Die mache mir zu freune menheit Mit sanfter schonung den. Bild unser herz zur einigtrage, Mir fehler obne bitter- feit! Lehr uns, daß jene feligkeit, Nur mich zu bessern, sage; keit Sei wahre lieb und freundDer mich vor fünden immer- lschaft. VII. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie schön leuchtet der. Selbst unter viel beschwerden; 603. Wie groß ist unsre Wenn unser herz sich dir er feligkeit, gott, gibt, Und treu in jesu dienst schon in der prüfungszeit, sich übt! Wie groß wird sie Bb3 einft 390 Zweite Abtheilung. einst werden! Wenn sich herr. In der seclen, Dich zu wählich Jenes leben Wird anhelen Und das leben Ganz zu ben, Wo man freuden Erndtet jesu dienst zu geben. von der saat der leiden. Wer nur den lieben Gott. 2. Dwie erhaben ist bas 604. Gott, deine gnad' recht, Das du uns giebest, ist unser leben, dein geschlecht Und freunde hier Sie schafft uns beil und seelenzu heißen! Bei dir ist unser ruh Dein ist's, die fünden zu vaterland, Und wer will dei- vergeben, Und willig ist dein ner starken hand, Allmächt'ger herz tazu. Du nimmst die uns entreißen? Wenn wir fünder gnädig an, Die sich voll Gleich hier müssen streitenfreue zu dir nahn. Und zu zeiten Schwach uns 2. Uns, uns verlorne, zu finden; Hilsst du uns doch erretten, Gabst du für uns überwinden! selbst deinen sohn. Er litt, 3. Du deckest unsre schulden damit wir friede hätten, Für zu, Schenkst unsrer seelen uns den tod, der fünde lohn, wahre ruh Und stärkest uns O gott, wie hast du uns gemit freuden. Dein sohn ist liebt! Welch ein erbarmen ausunser haupt und ruhm; Wir geübt! sein erkauftes eigenthum Und 3. Dank, ewig dank sei deischaafe jeiner weide. Gutes ner treue, Die niemand g'nug Muthes Sind auf erden In erheben fann! Nun nimmst du beschwerden Unsre seelen; Herr, jede wahre reue Um christi was fann bei dir uns feh, willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bez 4. Es bleibet zwar der hohe kehrt, Und glaubig seinen mitt werth Der gnade, die uns ler ehrt! len? wiederfährt, Verborgen hier 4. Den, herr, befreist du auf erden: Doch wann der von den plagen, Die dem ges einft vor aller welt, Er, un wissen furchtbar sind; Der kann ser haupt, gerichtstag bält, getroft und freudi sagen: Gott Dann wird er sichtbar werden.jist für mids, ich bin sein find; Alsdann Sießt man Ihn mit Hier ist der, welcher für mich fronen Uns belohnen Und mit litt, Und mich noch jetzt bei ehren Für die seinen uns gott vertritt. erklären. 5. O herr, wie selig ist die 5. Wie glücklich gott, find feele, Die so sich reiner grabe wir alsdann! Wie viel hast du freut! Ob auch groß irdisch an uns gethan! O laß uns gut ihr fehle, Fehlt ihr doch unsre würde Vor augen haben nicht zufriedenheit. Gott! jederzeit! So tragen wir mit deine huld ist weit mehr werth, willigkeit Der kurzen leiden Als alles, was die welt gebürde. Herr, gib Den triebwährt. 6. Dein VII. Glückseligkeit wahrer Christen. 391 6. Dein friede stärkt mit geschlecht Zur sel'gen ewigkeit frohem muthe Das herz auch sein recht, Durch deinen tod in der größten noth; Gibt hoff erworben! Nun wird mein leib nung zu dem ew'gen gute, Und zwar asch' und staub, Doch macht getreft selbst in dem tod. nicht des todes ew'ger raub, Wer diesen frieden bat, genießt Du bist für mich gestorben. Luft, die res himmels anfang Mir, der ich dein erlöster bin, ift. Sß, daß ich sterbe, nun ges 7. Laß, vater dann in die winn. sem frieden Auch meine seele 3. Ich bin erlöst, und bin freudig rubn. Auch mir hast ein christ, Mein herz ist rubig du dieß glück beschieden, Denn, und vergisst Die schmerzen dies auch für mich genug zu thun, ses lebens. Ich dulde, was Ward sterbend der am Freuzlich dulden soll, und bin des ein fluch, Der aller menschen boben troftes voll: Ich leire sünden trug. nicht vergebens. Gott fel. 8. D laß mich dieß im glauber mist mein theil mir zu, ben fassen, und mich mit star- Hier kurzen schmerz, dort ew'ge ker zuversicht Auf deine vater- ruh. treu verlaffen; Wenn alles 4. Was seid ihr leiden diewankt, wankt sie doch nicht. ser zeit, Mir, der ich jener Wohl dem, der sich auf dich berrlichkeit Mit ruh entgegen verläßt, Sein heil steht unbeschaue? Bald ruft mich gott weglich feft! und ewiglich Belohnet und ers 9. Lobsingend will ich dich quickt er mich, Weil ich ihm erheben, Mich ewig deiner hier vertraue. Bald, bald gnade freun, Und deinem dienstverschwindet aller schmerz! mein ganzes leben In find- Und himmelsfreuden schmeckt lichem gehorsam weihn; Denn mein herz! du vergabft mir meine schuld. 5. Bin ich gleich schwach, Nie, nie, vergeß ich diese so trag ich doch nicht mehr huld! der fünde schändlich joch In O ewigkeit du Donnerwort. meinem Lauf auf erden. Die 605. Mein glaub ist mei- tugend ist mir füße pflicht: nes lebens rub, Und wenn ich gleich hienieden Und führt mich deinem himmel nicht Ganz frei von fehlern zu, O du, an den ich glaube! wape: So ist mein trost: gott Ach gib mir, herr, beständigkeit, bat geduld, Und straft nicht Daß diesen troft der sterbliche meiner schwachheit schuld. keit nichts meine seele raube. 6. Der du den tod für Tief präg es meinem herzen mich bezwangst, Du hast mich ein: Welch glück es sei ein mittler aus der angst, Die chrift zu sein! ich verdient, gerissen. Dir, 2. Du haft dem sterblichen dir verdank ich meine B64 rub, Du 392 Zweite Abtheilung. Du heileft meine wunden zu 5. Das ist der fromme! Du stillest mein gewissen; Und Was er macht, Geräth ihm fall ich noch in meinem lauf: und gedeiht: Staub ist der süne So richtest du mich wieder auf. der der sein lacht, Spren, die 7. Gelobt fei gott! ich bin der wind zerstreut. ein christ, Und seine gnad' und 6. Der, der sich gegen gott wahrheit ist An mir auch nicht empört, Besteht nicht im ges vergebens. Ich wachs in mei richt. In der gemeine, die ner heiligung, Ich spüre täg- gott ehrt, Bleibt der verbrelich besserung Des herzens und cher nicht. des lebens. Ich fühle durch 7. Dir, böchfter, dir gedes geistes kraft Mich, herr, fällt die bahn, Die der ges rechte gebt, Im zorn schaust 8. Dank dir, o pater, dank du den fünder an; Des sün und ruhm! Du lehrtest mich ders weg vergeht. getroft und tugendhaft. das christenthum Fest glauben, In voriger Melodie. redlich üben. Es macht mich ruhig und erfreut Führt mich 607. zur wahren seligkeit: Wie soll Hab' ich ein gut gewissen nur, Wohl ich es nicht üben? Erhalte stets mir! was fürcht ich dann? mein herz dabei, So preis ich nichts schrecklich's, zagte jeewig deine treu. dermann, Sft mehr in der natur. Nun fich der Tag geendet. 606. Wohl, wohl dem menschen, 2. Dies sei mein ruhm, dies der sei mein theil! Troß dem, der dem rath Der frevler sich ent- mir es raubt: Ein reines herz, zieht; Dem menschen, der den das thätig glaubt! Sodann ist krummen pfad Der übertreter gott mein heil. fliebt! 3. Weich ein erbabener ges 2. Der, wo der gottbeit spöt- winn, Wenn meine fünde ter lacht, Sich fromm und schweigt, Wenn gottes geift weit entfernt; Sich gottes recht selbst in mir zeugt, Daß ich zur freude macht Und tag und ihm ähnlich bin! nacht es lernt. 4. Und dieses glück, und diese 3. Er grünet, wie am bach ruh, Den seligen gewinn Gäb' ein baum Von seinem en ich für luft der fünde hin? schwillt, Sich hebt und einen Das lasse gott nicht zu! weiten raum Mit seinem wipfel füllt. 5. Ich stürzte mich in jene pein, Der fünde fluch mit mir 4. Er trägt, wenn seine zeit Umberzutragen, und von ihr kommt, frucht, Stets unent Stets angeklagt zu sein! laubt und grün; Er tröstet 6. Laß es der pflichten schwer. ben, der schatten sucht, Der ste sein, Daß du dich selbst wandrer segnet thn. betriegst. D welche luft wird, wenn VII. Glückseligkeit wahrer Cbriften. 393 was wenn du siegst, Dich nach dem sen sagt: Daß nichts, kampf erfreun. ihn bei gott verklagt, Ver7. Welch bohe freude! ist dammlich's an ihm ist. man sich Mit wahrheit selbst 16. Feft fteht der fromme, bewußt: Ich brannte zwar wenn die welt Und erd' und von böser lust; Mit gott be- himmel bricht, Stebt felfenfest schüßt ich mich. und zaget nicht; Gott ist es, 8. Und o welch schreckliches der ihn hält. gericht! Muß ich mir selbs| gefiehn: Dem falle fonnt ich 608. zwar entgehn, Und ich entging ihm nicht. Ist doch ein gut gewissen! 9. Ein rein: 3 herz nur kann hab' ich nur das, so hab' ich im glück Den werth des glücks muth, Wenn andre zagen müss erhöhn; Dies, dies versüßtsen. Dann zittert meine seele im wohlergehn Den froben nicht mich schreckt kein tod und augenblick. fein gericht, Dann hab' ich 10. Was ist, das deiner gott zum freunde! leiden schmerz In deinem 2. Bin ich mir dessen, gott, schmerze stillt, Ja dich mit bewußt, Und steh bei dir in freude gar erfüllt? Ein gott- gnaden: So wohnet ruh in gelaßnes Herz. meiner bruft, Und wer will 11. Ein edles berz nur gibt mir dann schaden? Ich seh auf dir muth, Die güter zu ver- dich in aller noth, Womit die schmähn, Worauf die niedern zukunft mich bedroht; Mich feelen sehn, Dies herz, das tröstet deine liebe. beste gut. Sei Lob und Ehr dem.. welch' ein un schäßbares gut 3. Trifft mich auch hier zu 12. Erduldet hier der from weilen noch Das gift der läme spott; O der ist ruhm für sterungen; Wird eines berihn. Das gute thun, das zens ruhe doch Dadurch nicht böse flichn, Schafft ruhm, den ganz bezivungen. Weiß sich nur ruhm bei gott. mein gewissen rein Und flieh 13. 3u gott in seinem ber ich auch den bösen schein, zen rein Hinauf gen himmel Wirst du mich schon beschützen. schaun, Und sagen: du bist 4. Ich sebe mit zufriedenmein vertraun! Welch glück beit Der künft'gen welt entfann größer sein? gegen. Sie gibt mir muth 14. Sieh, alles um dich und freudigkeit Auf allen meis her entweicht, Bald kommt die nen wegen. Denn dort macht legte nacht, Und nur ein gut selbst, o herr, dein mund Den gewissen macht Den tod selbst hohen werth des christen kund, füß und leicht! Da wird der fromme siegen. 15. Wohl dem, der diese 5. So bilf denn, daß ich mir rub genießt, Dem sein gewiß zum heil Ein unverletzt gewiss 365 394 Zweite Abtheilung. sen, Tes lebens allerbestes] 3. Sollt ich nun doch den theil zu haben, sei beflissen. gott mit willen Beleidigen, der Mit dir, gott, ausgeföhnt zu mir vergibt? Der mir gebote sein, Dein heilig recht nicht zu erfüllen, Gegeben hat, weil zu entweihn, Das sei meinser mich liebt. Der die erfülgrößter eifer. lung meiner pflichten Aus laus 6. Des richtigen gewissens ter güte mir vergilt? Und der, spruch Laß mich stets folgsam anstatt mich streng zu richten, ehren, Und immer aufmerksam Mein berz mit trost und freud' genug Auf seine warnung bö- erfüllt? ren. Erinnerts mich an meine 4. Sein dienst ist glück für schuld: So laß mich, vater, juneine frele, Gehorsam meine deine buld Voll eu und glau- seligkeit! Wie k.ndlich wein ich, ben suchen. wenn ich fehle, Vor ihn dem 7. Mit deiner gnade tröfielvater, der verzeiht! Ich fübl mich, Und stärke meine seele die schwere meiner sünden, Die Daß sie vor fünden hüte sich, weder mensch noch engel büßt. Und nie aus vorsatz fehle. Wie freudig kann ich's dann Denn wer nur reines herzens empfinden, Daß Christus mein ist, Hat immer dich durch je- serlöser ist. fum drift, Allyütiger, zum troge. 5. Den großen trößtenden gedanken Geb ich für alle wels ten nicht. Wahr bleibt er, O süßer Stand o selig Leben. wenn auch berge wanfen, Fest 609. Wie mächtig spricht seht er, wenn die welt auch in meiner seele, bricht. Es mögen sündigen Herr, deine flimme voller buld! und zittern, Die finder des Du schonest meiner, wenn ich verderhens find! Gott, wird feble; Zürnst nicht, hat väter- der erde grund erschüttern: lich geduld; Schicks deinen geift, So beb ich nicht, ich bin dein mich zu regieren, Sprichst mei- find! nem herzen freundlich zu, Nun danket alle Gott. Wirft niemals müde, mich zu 610. Wer gottes wege führen, Und sorgt für meine wahre rub. geht, Nur der bat wahren frieden. Wie 2. Erbarmer deiner freatu- herrlich ist sein glück Shm ren, Liebreicher herr der gan- selbst von gott beschieden! Boll zen welt! Die deiner güte reiche glaubens widersteht Er jeder spuren In jedem sonnenstaub bösen lust: Ist seiner tugend enthält zu groß sind sie, daß sich Froh vor dem herrn beich ermessen Die wunder deiner wußt. liebe fann. Nie will ich un 2. Er merkt auf seinen gang, dankbar vergessen, Was du zu Geht ihn mit festem muthez meinem heil gethan! Wird in der schwachheit stark, Liebt 1. Morgenlieder. 395 Liebt immermehr das gute. Ihn noth erfreun; Gut, wie sein machet gottes geist Durch sein gott, gesinnt, Und milde wird wort tugendhaft; Und er nimmnt er sein. fraft. immer zu An kenntniß und an 6. Er fränkt den nächsten nie, Echüßt seinen ruhun, sein 3. Gott hat er allezeit Vorfleben Er trägt ihn mit geaugen und im herzen, Wacht duld, Ist willig zu vergeben. über sich und scheut Sich für Und übereilt ihn auch Der der sünde schmerzen. Er eilet, zorn, so faßt er sich, Und denwenn er fällt, Den fall gleich ket bald: wie oft Verschonet zu bereun; Sucht gnad' und gott auch mich. strebt noch mehr Der tugend 7. Er suchet jedes berz Im treu zu sein. guten zu bestärken; Und jeden 4. Getreu in seinem stand, reizet er Zu allen guten wer Genießt er gottes gaben, Ver- fen: Mit allen suchet er Ein gnügt, wenn andre gleich Mehr herz und sinn zu sein, Mit glück und ansehn haben. Mit ihnen eines herrn Und heils dem was gott ihm gibt, Zu- fich einft zu freun. frieden frei von neid, Von 8. Das heil der ewigkeit, babsucht und von geiz, Von Das bier der fromme schmecket, flolz und eitelfeit. Erhält ihn so getrost, Daß ihn 5. Echenkt gottes hand ihm kein unfall schrecket; Es schafft viel: Eo wird er vielen nügen. ihm froben muth, Und still t Des freundes gluck erhöhn, seinen schmerz, Im tode selbst Verlaßne tugend schüßen. Auch frohlockt Sin gott ergebnes selbst beleidiger wird er in herz. Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. 1. Morgenlieder. schlummer Tes lebens licht Aus meines Herzens Grunde. verlischt, Und daß mich, frei 611. Allmächtiger, ich von fummer, Ein sanfter chlaf erfrischt: Dies dank ich empor zu dir, Preis dir, durch deiner macht, und deiner vaten ich lebe, Uno never tani tertreue. Durch sie bin ich dafür! Herr, deine buld inlauf's neue Mit heiterm muth groß, Und niemals hat dasjerwacht. bebe Micin au lallen Des dankes dir miß- 3. Beschüßer unsrer seelen! fallen, das aus dem herzen Ich traue stets auf dich. Was floß. soll ich für mich wählen? D 2. Daß nicht in tiefem wähle du für mich! Gib, was mir 396 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. mir nüglich ist, Gott, dem 3. Gib mir auch stärk und ich alles danke; Mich stärke kräfte Auf diesen ganzen tag, der gedanke: Daß du stets um Das mein berufsgeschäfte Ich mich bist. treu vollbringen mag. Be4. Er stärke mich mit freu- schüße mich, mein gott, Vor den Zu thun, was dir gefällt; allem, was kann schaden, BeEr trößte mich im leiden; Und büte mich in gnaden Vor will die lust der welt Mich bösem schnellem tod. jemals nach sich ziehn, Helf 4. Getreuer vater! schenke er mein herz bewahren, Helf mir, was mir nüglich ist. er mir die gefahren Der Hilf, daß ich stets bedenke, sünde sehn und fliehn. Daß du mir nahe bist Daß 5. Beglücke du die meinen ich zu feiner zeit Gewissenlos Nach deiner gütigkeit. Ber mög handeln, Auf bösem weg laß der armen keinen; Wend' nicht wandeln, Der mich zu alles herzeleid. Du willst zwar legt gereut. gern erfreun, Eilft allen beis 5. Mich feff'le nicht die erde, zustehen; Doch soll der liebe Auf der ich fremdling bin. fleben Dir auch gefällig sein. Gott, deine gnade werde, 6. Gott, dem ich angehöre, Mein größefter gewinn Weicht Dein segen ruh auf mir Mein forgen! eins ist noth, Der feufzen, meine zähre, Erbargott, der mir das leben Und mer, ist vor dir. Des soll seinen sobn gegeben, Gibt mir mein berz sich freun, Wer dir nicht traut, der bebe, Ich fterbe oder lebe: So bin ich ewig dein. auch täglich brod. 6. Herr, sei auch meiner freunde Echild, trost und zus 612. Aus meines herzens versicht. Verlaß auch meine grunde Sa ich feinde mit deiner hülfe nicht. dir lob und dank In dieser Die meinen fegne du; Gib, morgenstunde; Dich rühmet daß sie tugend üben, Gott mein gefang. O schöpfer dies und den nächsten lieben, Führ ser welt, Der du auch mir das sie gen himmel du. leben Allmächtig haft gegeben, 7. Gott will ich lassen ras Des gnade mir's erhält. then, Der alle ding vermag. 2. Herr, du hast mich aus Er segne meine thaten An dies gnaden In der vergangnen sem ganzen tag. Mein glück nacht Vor schrecken und vor in dieser welt, Mein leib, schaden, der möglich war, bemein seel, mein leben Sei wacht. Sei gnädig ferner- alles gott ergeben. Er thu, hin: Vergib mir meine sün- was ihm gefällt. de, Und schenk mir deinem finde Auch findlich frommen finn. 8. Hierauf sprech ich mein amen, Und zweisle nicht daran, Gott nimmt in jesu namen Mein 1. Morgengesänge. 397 Mein beten gnädig an. Und auch heute Deinen weisen seine vaterhand wird segnen fügungen. Herr, mich sieht und erfreun, Wird kraft und dein vaterblick! wie groß muth verleihen Zum fleiß in ist dies mein glück. meinem stand. Aus meines Herzens Grunde. Gott des Himmels und der. 614. Des morgens erste 613. Der du alle deine funde Will ich, werke Liebest, mein gott, dir weihn. Mein gott, von ewigkeit, Du bist herz slimmt mit dem munde auch mit huld und stärke Ih- Zu deinem lobe ein. Ja laß nen nahe in der zeit. Deine den ganzen tag Mich so vor güt' und deine treu Sft mit dir, herr, wandeln, Daß ich jedem morgen neu. nicht nur fromm handeln, Nein, 2. Unter vielen millionen auch fromm denken mag. Siehst du liebreich auch auf 2. Fromm laß mich, doch. mich; Sicher läsfest du mich gesellig; Klug, doch von falschwohnen Und beschirmst mich beit rein; Freimüthig, doch gesväterlich. Dafür preift mit fällig; Und stark zur tugend neuem dank, Dich mein froherssein; Auch standhaft in der lobgesang. noth; Kein zorn schwäch meine 3. Darf ich erd' und staubliebe, Rein ernft der fanfts es wagen, Heut zu dir em- muth triebe, Kein scherz die por zu sehn? Meinen fummer furcht für gott. dir zu klagen? Kindlichfrei dich 3. Was dein gebot verletet, anzuflehn? Ja durch christum Laß nie mit luft mich schaun, babe ich Dieses zutraun gegen Wenn es die welt ergößet; dich. Erwed es mir das graun, 4. Du läßt meine fümmer- Schnell wirkt des lasters gift. nisse, Bin ich redlich fromm, Nichts, nichts sei mir verbaßentfliehn: So wie alle finster; Doch daß mein haß das sternisse, Da die morgenfonn laster, Nicht meinen nächsten erschien. Keine forge raubt trifft. dann mir meine freudigkeit 5. Des nächsten ehre schmäs zu dir. lern, Entehrt mein christene 5. Du gewährst mir neue thum. Ein ruhm aus frems stunden Zu vollbringung mei- den fehlern It schande und ner pflicht. Werd ich da nur fein rubm. Laß mich das rich treu befunden: So bin ich voll ten fliehn; Nie schlimm, was zuversicht, Wenn mein richter gut ist, deuten; Und seh ich nun erscheint, Der erbabne andre gleiten, Es jedem aug menschenfreund. entziehn. 6. Stärfe du mich schwa- 5. Bei fleiß und arbeit schlei chen, leite mich mit deinen dhe Kein geiz sich in mein segnungen. Ich ergebe mich herz; Und fremde noth erweiche Mich 398 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. Mich leicht zu mitleidsfdmerz 3. Gleich der nacht, laß Kein glück, das andern blüht, meine sünden Vor der gnade Empöre mich zum neice; Und, glanz vergebn, Die durch chris fein genuß der freude Ver- flum alle finden, Welche glauzärtle mein gemüth. big auf ibn sehn, Der für tage uns're missethat Sich am kreuz leid, geopfert hat. 6. Bewahr an diesem Mich vor gefahr und Und trifft mich eine plage: 4. Hilf, daß ich an diesem So gib gelaffenheit. Nur bilf, morgen Geistlich aufersteben o vater, mir, daß ich sie mag 11nd für meine scele fors nicht verschulde, nicht murre, gen, Daß ich, kommt rein christlich dulde Voll zuversicht großer tag, meines richters zu dir. antlig dann Ohne schrecken 7. Wie bald ist überwunden, schauen kann. Das leiten dieser zeit. Auf 5. Auf der Bahn der tugend wenig bange stunden Folat leite Du mich, herr, verlaß glück in ewigkeit: Dies stärket mich nicht, und verleihe mir mich in noth, Daß ich nicht auch heute Muth und kraft zu ängstlich zage, Am legten mei jeder pflicht. Dein geschenk, ner tage Gibt dieß mir muth die gnacenzeit, Werde nie von im tod. mir entweiht. 8. Der tod fomm', willst du, 6. Deinem schuße sei ergeben beute: Denn da ich dein, herr, alles, was ich hab und bin. bin: So gibst du, daß er leite, Gewiß zu dir mich hin: Und wenn er kommen soll; Soll er mich frei von fünden, Dir wohlgefällig finden: Dann, vater sterb ich wohl. Dir vertrau ich feel und leben, Werf auf dich die sorgen bin. Herr, mein beil, mein schild und rubm, Segne mich dein. eigenthum. 615. Gott des himmels 7. Hülfe wellest du mir und der erden, senden, Wenn gefahr und Bater, sohn und heil'ger geist! noth mir drobt; Alles mir Der es tag und nacht läßt zum besten wenden, Es sei Sterb ich, werden, Mond und sonne schei- leben oder tod. nen heißt; Dessen starke hand herr, so nimm mich hin, Wo die welt, Und was drinnen ich nicht mehr sterblich bin. ist, erhält. Vorige Melodie. 2. Gott, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser 616. nacht Für gefahr, anaft, noth Gott sei dank! ich lebe wieder, Fübsind schmerzen, Haft behütet le und empfinde mich. Herr, and bewacht, Und bei aller dir brinq ich meine lieber, meiner schuld Mich noch trägst Und snit paterhuld. mein herz rühmt dankbar dich: Denn dein ang' hat in 1. Morgenlieder. 399 in der nacht Ueber mich, dein; 2. Sieh, berr ich unterwinde find gewacht. mich Mit dir zu reden, staub 2. Wenn ich einst vollendet bin ich Von deinem hauch bebabe Diese meine pilgerzeit; feelt leich einem toden lag Ruh ich auch also im grabe, ich hier, Daß ich noch lebe, Saame für die ewigkeit. Auch dank ich dir. in dieser langen nacht Wird 3. Ein jedes gut, des ich mein staub von dir bewacht. mich freu, Empfang ich jego 3. Aber ich erwach auch wie- wieder neu Aus deiner milden Fer Und mein lobgesang mit band. Mein auge wird, womir. Dann erschallen meine hin es blickt, Von wundern lieder Mächtiger und reiner deiner huld entzückt. mebr ein! dir. Ewig wird der morgen 4. Dich, dem ich nichts jein, Ewig schlaf ich nicht vergelten kann, Dich vater, bet ich findlich an: Ich opfre dir 4. Wach auch über meine mein herz, Ein herz voll lieb tage, Gott du meine zuversicht und zuversicht, Ein dankbar Daß mich feiner einst ver- herz verwirfst du nicht. Flage, Wenn du kommst zum 5. O du, den meine feele weltgericht; Daß ich meiner preißt, Erwecke mich durch pflicht getre, Und dort uners deinen geist Zur übung meiner schrocken sei. 5. Keinen tag zählst du ver- heit auf, Bis ich vollende pflicht, Er helfe meiner schwachgebens, Gott, durch den ich meinen lauf. bin, mir zu. Jeder ist ein theil des lebens, Jeden, jeden 6. Ein gut gewissen fei richtest du. Lehr mich wachen, mein theil, Dieß wirk in mir, daß mir nie Ungenügt ein tag meinen fleiß. o mein Und segne entflieb! 0 Dir ist, was 6. Heute, leb ich; laß auch steht in deiner Hand. jich bedart, bekannt, Und alles heute Nicht umsonst mein leben sein! Laß mich nach vollbrach7. Die blumen kleidest du tem ftreite Dieses tages auch mit pracht, Nährst jeden vogel, mich freun. Necht zu handeln gott der macht, Bin ich nicht gib mir heut Stärke, lust, mehr denn sie? Ich werfe gelegenheit. meine sorg auf dich, Du mein Warum betrübst du dich mein. erbarmer, forgst für mich. 617. m, der das licht entstehen hieß Und Ich dank dir schon durch. mich gefund erwachen ließ, 618. Mein erst geschäft Sei preis und froher dank! sei preis und Jbmn bring ich dieses opfer danf, Erhebe, gott, o feele! heut. Ihm sei mein ganzes Der herr hört deinen lobge herz geweiht. sang, Lobsing ihm meine seele! 2. Mich 400 Dritte Abtheil. I. Lieder für besondere Zeiten. 2. Mich selbst zu schüßen lebenszeit In deiner furcht geohne macht, Lag ich und schlief nieße, Und meinen lauf mit im frieden. Wer schafft die freudigkeit, Wann bu gebeutst, ficherheit der nacht, Und ruhe beschließe. für die müden? Wer nur den lieben Gott. 3. Wer wachte für mich, da 619. Mein gott, auch ich schlief, Wer schüßte mich dieser neue mors für schrecken? Wer war es, gen Verkündigt deine gnade mir, der dem lichte rief, Mich wies Mit mir erwachen meine for der zu erwecken? gen, Jedoch auch mein vers 4. Du bist es, gott und traun zu dir. Ich werfe meis berr der welt, und bein ist nen fummer hin Auf dich, durch unser leben. Du bist es, der den ich leb und bin. es uns erhält Und mir's jetzt 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo alles wohl sich neu gegeben. 5. Gelobet seift du, gott der mischt mit weh, Und ich zu macht, Gelobt sei deine treue, größerer beschwerde So mans Daß ich nach einer sanften chen fehltritt noch begeh. Gott, nacht Mich dieses tags er der mich schüßet und ernährt, Wär ich doch deiner liebe freue. 6. Laß deinen segen auf mir werth! ruhn, Mich deine wege wal 3. Laß den entschluß mein Ien, Und lebre du mich selberz erfüllen, Stets gern zu ber thun Nach deinem wohl- thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach deinem willen, gefallen. 7. Nimm meines Lebens gnä- weiser herrscher aller welt, dig war, Auf dich bofft meine Schließ mich in deine vorsicht feele. Sei mir ein retter in ein; Dein will ich tod und gefahr, Ein vater, wenn ich lebend sein. feble. 4. Vergib mir, vater, alle 8. Gib mir ein berz voll fünde, Vergib, was ich nicht zuversicht, Erfüllt mit lieb und recht gethan, Nimm mich zu rube Ein weises herz, das seine deinem gnadenkinde Um meines pflicht Erkenn und willig thue. mittlers willen an. In seinem 9. Daß ich, als bein gebor namen bitt ich dich; Er litt fam find, Dir zu gefallen fire- und starb ja auch für mich. be, Dir treu ergeben, gut ge 5. Hilf du in allen sochen finnt In deinem reiche lebe. rathen, Ich bin mir selbsten 10. Daß ich dem nächsten nicht genug, Behüte mich für beizustehn, Nie fleiß und ar- missethaten, Für böser menschen veit scheue; Mich gern an lift und trug. Erhalt mich auf andrer wohlergehn Und ihrer der tugendbahn, Was ich dann tugend freue. thu, sei wohlgethan. 11. Daß ich das glück der 6. Bewahre mir leib, seel und 1. Morgenlieder. 401 und leben, Verwandte, freunde, digkeit Mich diese pflicht pollehr und gut. Willst du mir bringen. Treib stets mich an, Freuz zu tragen geben, So So gut ich kann, Den hülf stärke mich mit troft und mutb reich zu erquicken, Den noth Und willst du mich mit glück und elend drücken. erfreun: So laß mich dir auch dankbar sein. 6. Noch eine bitte wag ich, berr, Ein flehen für die meis nen. Beschüße sie, allmächtigott, durch ger, Denn sie sind ja die deideine güt' allein nen, Dein vaterherz Wend' Erwach ich jetzt vom schlum- allen schmerz, Bon aller derer mer, Und set des neuen tages- hütten, Die glaubig darum schein Gesund und frei von bitten. Was Gott thut das ist. 620. Mein fummer. Herr, deine treu Sf Bestebl du deine Wege. täglich neu; Sie hat mich sanft 621. Mit freudigem ge bedecket, Daß mich kein leid müthe Sing ich erschrecket. dir meinen dank, Es preise 2. So sei denn auch dein deine güte Mein froßer loblob dein ruhm Mein erst und gesang, Herr, der du mir das liebst geschäfte! Mein leben leben Bis diesen tag verlängt, ist dein eigenthum. Dein alle Mir täglich guts gegeben, Auch meine fräfte. So gib denn heut schon beil geschenkt. auch mir zum gebrauch Der 2. Beherrscher aller welten, gaben deiner güte, Ein himm- Mein gott, wie dank ich dir! lisches gemüthe. Wie sollt ich dir vergelten, Was 3. Schoff in mir, gott, ein du gethan an mir? Ich bin neues berz, Mit diesem neuen viel zu geringe; Doch du vertage, Damit ich mich in freud schmähest nicht Das opfer, das und schmerz, Wie's chriften ich bringe, Das herz voll zuziemt, betrage. Herr laß mich versicht. beut und allezeit Die werke 3. Gedenk nicht meiner fün meiner pflichten Mit treuem de, Gott der barmherzigkeit, fleiß verrichten. Sei deinem schwachen finde 4. Gib du den segen und Ein vater, der verzeiht. Gib gedeibn Zu jedem meiner werke, frömmigkeit und dämpfe Die Daß ich mich ihrer möa er sinnliche begier, Mit der ich freun, Und deinen beistand stets noch kämpfe: Und ziehe merfe Gib, daß ich nicht Der mich zu dir. skat Y kleinsten pflicht, Zuwider et 4. Herr, send auf deinen was wage, Das mein gewis wegen Mir deine hülfe zu, sen nage. Und sprich du selbst den segen 5. Zeigt heute sich gelegen Zu allem, was ich thu. Ja heit Dem nächsten beizusprin- sende du mir kräfte Von deigen: So laß mit frommer freu- ner heil'gen höh, Damit all mein 402 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. mein geschäfte Erwünscht von 3. Drum will ich dir lob. flatten geb. fingen, Mich deines namens 5. Gib mir vor allen din freun, Nach deiner gnade ringen Zufriednen muntern geist, gen, Mein ganzes herz dir Das freudig zu vollbringen, weihn. O tilger meiner fünWas mein beruf mich beißt. den, Mein beiland jesu chrift, Laß mich in guten tagen Nicht Laß mich den trost empfinden, übermüthig sein, Doch auch Daß du mir gnädig bist. nicht troftlos zagen, Wenn 4. Dir bab' ich mich erge trübsal dringt berein. ben, Ich freue mich in dir. 6. Hilf mir in meinem stande Biel köstlicher als leben Ift Tren thun, was dir gefällt. deine aüte mir. O führe midy Bebüte mich für schande, Hilf auch heute Auf wahrer tugend glücklich durch die welt. Richtpfad, Du ewig weiser leite selbst mein ganzes leben Nach Mich selbst nach deinem rath. deinem willen ein, Und die du 5. Noch eins laß mich eranir gegeben, Laß auch geseg- fleben, Das christlich weise herz, net fein. ay Auf dich stets hinzusehen Ju 7. Gib, daß im glück und freuden, wie im schmerz. Laß leide Jo flets fo leben mag, mich am ersten trachten Nach Daß ich mit frommer freude dem, was dir gefällt; Mehr Denk an den letzten tag. Und deinen beifall achten, Als alkommt er, so vergönne, Daß ien ruhm der welt. id) mit freudigkeit Vell glau 6. Laß mich dir kindlich ben sprechen könne: Herr, fomm, trauen, Das gute redlich thun ich bin bereit, Getroft gen himmel schauen, In deinem willen rubn. Daß Vorige Melodie. 622. Noch läßt der herr frei vom dienst der fünce, Ges mich leben Mit trost und glaubensvoll, Der fröhlichem gemüth Eil ich ihn tod alsdann mich finde, Wenn zu erheben, Er bört mein frü- ich einst sterben soll. hes lied. Zu ihm ruft mich 623. Wach auf mein herz jetzt wieder Der morgensonne und singe Dem pracht. Ich falle vor ihm schöpfer aller dinge, Dem genieder, Der sie und mich geber aller güter, Des menschen macht. treuem hüter. 2. Du herrscher aller wel 2. Als nächtliche gefahren ten Nimmst dich auch meiner Verborgen um mich waren, an. Wie soll ich dir vergel- Als ich nicht sab, nicht dachte, teu, Was du an mir getban? Warst du's, der für mich wachte. Wirst du nach opfern schauen? 3. Mit göttlichem erbarSie gelten nichts vor dir. Dumen Bedecktest du mich armen, forderst nur vertrauen, Nur Und ich schlief ohne grauen liebe, gott, von mir. und kann das licht ist schauen. 4. Wie 1. Morgenlieder. Morgenlied eines Kranken. 403 4. Wie fühl ich mich er- 5. Gib, daß ich fern vom quicket! Du, der uns stets bemüßiggang, In meinem stande glücket, Du machst, daß ich treu Und wem ich fann, mein auf's neue Mich meines lebens lebenlang Bereit zu dienen sei. freue. 6. In allem, was ich denk 5. Steig auf mein dank zum und thu, Sei dein gebot vor throne! Dem vater und dem mir, Und wenn ich von ges sobne, Dem geift des herrn sei schäften ruh: So sei mein herz ehre! Anbetung preis und ebre. bei dir. 6. Hör, gütigster, mein fles 7. Was du mir zum verben, Du fannst in's berze se- gnügen gibst, Vermehr in mir ben, Laß dir mein findlich) lals die lust, Ganz dein zu sein, len, D vater, wohlgefallen. der du mich liebst, Und so viel 7. Laß deinen geist mich lei- guts mir thuft! ten, Daß ich zu allen zeiten 8. Wenn sorg und kummer Mich dir zum opfer gebe, Und mich befällt, So laß mich auf heilig dankbar lebe. dich schaun, Und deiner vor8.3u jeglichem geschäfte, Gib sicht, herr der welt, Mit fromuth, verstand und fräfte, So hem muthe traun. werd' ich meine pflichten Mit 9. An deiner gnade gnüge luft vor dir verrichten. mir, Sie ist mein bestes theil; 9. Gib mir denn deinen se- Mein trost und meine zuflucht gen Auf allen meinen wegen. hier, Und dort mein volles heil. Dein wort sei meine speise Auf meiner pilgerreise. Morgenlied eines Kranfen. Wer nur den lieben Gott. Nun danket all und bringet. 624. 3u deiner ehr bin 625. Der morgen kommt ich erwacht, Drum und meine flage bring ich chr und preis Dir Wird jetzt mit diesem morgen gott, der durch die ruh der neu. Wie traurig eilen meine nacht Uns zu erquicken weiß. tage Der bangen pilgerschaft 2. O vater, deine gütigkeit vorbei! Der sonne neugeschenkIst alle morgen neu, Du thust tes licht Erheitert meine seele uns wohl zu aller zeit, Und nicht. groß ist deine treu. 2. So traurig, als die abend3. Jest schenkst du mir zu flunden, Ist dieser neue tag meinem heil Von, neuem einen für mich. Die qual, die ich tag. Gib, daß ich davon jedes bisher empfunden, Berneuert theil Mit weisheit nügen mag. mit demselben sich. Ich hoffte 4. Die zeit, in deinem dienst trost in meiner pein. Doch vollbracht, Bringt ewigen gemeine hoffnung traf nicht winn. So fließe vor dir, gott ein. der macht, Auch dieser tag 3. Noch immer bin ich auf mir hin. der erde, Wo mich gefahr und noth c2 404 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. noth umringt, Und täglich här2. Abendlieder. tere beschwerde zu flagen und D Jefu Chrift mein's Lebens. zu thränen zwingt. Noch im- 626. Ach gott, wie ein mer fleb ich unerhört Um lageschwäß verfließt bung, die mein herz begehrt. Die zeit, die mir gelieben ist; 4. Herr, eile doch mir bei Sie rauscht vorbei schnell wie zustehen, Verlaß den schwa- lein bach, Und dein gericht, chen pilger nicht! Mein va gott solgt ihr nach. ter, neige auf mein fleben 3u₁ 2. Die ewigkeit, die ewig mir dein freundlich angesicht. feit Ergreift mich nach durchGib mir geduld und bei dem lebter zeit; Ich sei alsdenn schmerz Ein hoffend und zu- auch wo ich sei, Ein fünder, friednes berz. over gott getreu.. 5. Mir ist mein schicksal noch 3. Da wall ich hin, da verborgen, Daß diesen tag mich wartet mein Das anschaun treffen soll: Doch bin ich obne göttes, oder pein. Ach gott, gram und sorgen. Du, vater, mein heil und mein vertraun, fennst mein wahres wohl, Und Laß mich dein herrlich antliş was dein rath beschließt und schaun. thut, Ist heilig und gerecht und gut. 4. Du träufelst auf die mü den ruß, und wenn wir schlum6. Soll ich die last noch mern, wachest du. Doch wie länger tragen, Jch balte dei viel seelen wallen nicht Im ner fügung still, Dein will'schlummer hin vor dein gegeschebe, will ich sagen, Herr richt? wie du willst, nicht wie ich 5. Wir sind nur wie ein will. So laß mich, vater, in schlaf vor dir, Wie gras, so der pein, Geduldig, wie mein blühn und welfen wir. Du heiland, sein. forderst uns vor dein gericht; 7. Hab' ich des tages laft Vor dir besteht kein fünder empfunden, So rückt der abend nicht. einst herbei. Dann hab' ich 6. Verzeihe denn nach deis ewig überwunden, Und bin von ner huld Auch mir, erbarmer, aller trübsal frei. Und du gibst meine schuld. Schenk mir an mir, o gottessohn, Den theu'r jesu chrifto theil. Und deine erworbnen gnadenlohn. gnade sei mein heil. 8. Gestärkt durch diesen ho- 7. Gib du die wahre weiss hen glauben, Tret ich auf meis beit mir, Daß ich nichts fürchte nen leidenspfad. Herr stärke, außer dir: So schlaf ich mit stärke meinen glauben Auch dem trofte ein: Ich sei im tod dann, wenn sich der tod mir und leben dein. naht. Vielleicht erscheint er 8. Und fürchte nicht, von heut; wohl mir! Dir lebt ich, dir bewacht, Des todes schlaf, und dann sterb ich dir! des grabes nacht. Du, gott, bift 2. Abendlieder. 405 bist meine zuversicht Und läß't empfehl' ich dir. Walt allmächmich auch im tode nicht. tig über mir. Sei du auch Werde munter mein Gemüthe. der gott der meinen; Zähl' sie 627. Auf, o feele, werde alle zu den deinen. munter! Lob ift 6. Ach laß uns kein banges immer deine pflicht; Zwar die schrecken, Räuber nicht, nicht sonne gebet unter Aber gottes feuersgluth Plößlich aus dem güte nicht. Heut auch hat sie schlafe wecken. mich genährt; Heut auch freud in deiner but. und trost gewährt; Vor ges frankheit oder tod, Uns im fahren mich geschüßzet; Meine sichern schlafe droht Oder willst schwachheit unterstüßet. du, daß wir Serben, Gott, fo Halt uns feft Hilf, wenn 2. Angebetet und gepriesen seis nicht zum verderben. Seift du, treuer gott von mir! 7. Höre, vater, ach erhöre, Was tu gutes mir erwiesen, Was dein armes kind begehrt. Dankt mein herz mit freuden O sohn gottes, den ich ehre, tir. Du hast, war ichs schon Durch dich werd' es mir ges nicht werth, Dennoch mein gewährt. Heil'ger geift stärt' bet erhört, Das ich heut als mein vertrau'n, Kindlich froh ich erwachte, Dir in jefu nas auf gott zu schaun. Hör, o men brachte. großer gott, mein flehen. Amen, 3. Gott, da ich voll dank ja, es wird geschehen! erzähle, Wie so groß dein wohl In allen meinen Thaten. thun war, Stellen sich auch 628. Der alles weislich meiner seele Die begangnen wendet, Der gott sünden dar. Wie ist ihre zahl der liebe sendet Auch nun die so groß! Denn, herr, nicht nacht uns zu; Hüllt uns in nach thaten bloß, Auch nach stille schatten; Erquicket dann ihres berzens dichten, Wirst die matten Im fich'ren schlum du einst die menschen richten. mer durch die ruh. 4. Doch von ernster reu' 2. Der herr versäumet keidurchdrungen, Wag ich's, gott, nen. Der andern welt zu scheimich dir zu nah'n. Sieh nicht nen, Rief er die sonne igt. Uns die beleidigungen, Siehe meis decken finsternisse, Doch ohne nen mittler an. Ich verleugne kümmernisse Ruhn wir, da seine nicht die schuld; Doch weiß macht uns schüßt. ich, daß deine huld Größer ist, 3. In unermeßner ferne Er als unsre sünden. Gnade werd zählen tausend sterne Die gröich armer finden! fie seiner macht. Fall, meine 5. Gib nun bis zum frohen seele nieder; Erhebe froh dich morgen Meinem leibe sanfte wieder zu deinem gott, der ruh. Durch dich schlaf ich oh- dich bewacht. ne sorgen, Wenn ich schlafe, 4. Er, der den mond bereiwachest du. Seel und leibltet Die sterne zählt und leitet, ( 3 Ift 406 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. Ist auch von mir nicht fern.fschaft? Such ich mit eifer bes 3u feines himmels höhe Blick gebets Zum tampfe gottes ich empor und flebe. Denn fraft? meine bülfe kommt vom berrn. 7. War ich in meinem gott 5. Wer bin ich, staub und vergnügt? Im glauben imfünder? Doch, vater aller fin- mer fest? Vergnüat mit al der, Auch mich begnadigst du, lem, was gott fügt? Was er Wenn stillgeweinte zähren Dir geschehen läßt? meine reu erklären: So ruft 8. Wie darf ich heute nichts dein sohn mir gnade zu bereun? Kränkt mein gewiss 6. Mein herz vergesse nim sen nichts? Wird dieser tag mer Der vaterhald, die immer mir freudig sein Am tage des Mich träget, nie vergißt Und gerichts? shop meine zunge preise Den böch- 9. Und wie, wenn gott in sten, der so weise, So gütig, dieser nacht Mich fordert vor's als allmächtig ist. gericht; Erschred' ich vor des richters macht Und seinem Nun danket all und bringet. 629. Gott fennet und er- antlig nicht? forfchet mich, Er Freu dich sehr o meine Seele. weiß, was ich gethan. Darum, 630. Herr, es ist von meis o seele prüfe dich Und schau dich redlich an. nem leben Abers mal ein tag dahin. Kann mein 2. Hab' ich bei meinem thun berz mir zeugniß geben, Daß an gott, Und böses nicht ge ich fromm gewesen bín? Prüf dacht? Mit ehrfurcht, was er mich, gott, und zeig mir an, mir gebot, Und kindlich froh Wo ich was nicht recht gevollbracht? than. Laß mit ruhigem ges 3. War ich in meiner are wissen Mich mit dir den tag beit treu? Vor gottes aug' beschließen. ein christ? Bin ich von allem 2. Du wirst an mir man unrecht frei, Von trägheit und ches finden, Das rir nicht ges von lift? anfallen bat. Denn ich bin noch 4. Welch gutes hab' ich heut voll von sünden In gedanken gethan, Gelernet und ge- wort und that. Jeden tag und lehrt? Nahm ich mich des ver- jeve stund Siebest eu herz, hand laßnen an, Der trost von mir und mund, Wissend und unbegehrt? wissend fehlen, Ich kann nicht 5. Hab' ich in liebe mich die febler zäblen. geübt? Dacht ich stets brüders 3. Aber, o du gott der gnalich? Ward niemand beut von den, Habe noch mit mir ge mir betrübt, Seufzt niemand duld! Schwer bin ich mit über mich? schuld beladen. Doch vergib 6. Bewacht ich beut mein mir meine schuld! Sich nicht herze fiets, Und meine leiden an die missethat; Sondern zeig 2. Abendlieder. G 407 geia mir beine gnad. Hilf mir uns neue träfte Für jedes tags benn auch deinen willen Künf- geschäfte; Das danten wir, o tig mehr, als heut, erfüllen. pater, dir. ilmer 4. Heilige mir das gemütbe, 2. Noch wach ich und ers Daß mein schlaf nicht fündlich zähle, Mit tief gerührter seele, sei Stehe mir nach deiner güte, Was du an mir gethan. Sei Gott, mein schuß, gott! steb' dankbar mein gemüthe! Besing mir bei! Webr dem unglück, des schöpfers güte! Stimm das uns droht; Wende feu'r ihm ein frohes loblied an. und wassersnoth, Daß ich morgen mit den meinen Nicht im elend müsse weinen.. 3. Von dir kommt jede gabe, Das leben, das ich habe, Die sicherheit der nacht; Auch alle andre güter verdank ich, treuer ten, Die im finstern übels thun. hüter, Blos deiner vaterhuld Wenn sie boshaft sich bereiten, und macht. mistr 5. Webre allen bösen len Uns zu schaden, weil wir 4: Du läßt es finster wer rubn: So zernichte ibren rath, den Und hüllst den Freis der Und verbindere ihre that erden In schwarze dunkelheit, Wende alles, was uns schrek Doch auch in dunkler stille Fen Und bekümmerniß faun Wohnst du mit deiner fülle, meni erwecken. 191 Und zeigst uns deine herrlichkeit. 5. Du führst aus dunkler 6. Herr dein auge gebt nicht unter, Wenn es bei uns abend ferne Den mond und tausend wird: Ewig bleibt es wach flerne Mit majestät herauf. Du bist unser Sie leuchten dir zur ehre, Hoch, treuer hirt, Der auch in der über erd und meere Und deine finstern nacht Ueber seine heerde band lenkt ihren lauf. wacht. Also gib uns deinen und munter. schaafen, Daß wir alle sicher 6. Groß, wenn der morgen schlafen. grauet, Groß wenn der abend 7. Laß mich denn gefund thauet, Groß, in der stillen erwachen, Wenn es rechte zeit nacht; Im sonnenschein und wird sein. Hilf denn ferner sturme; Am menschen und am meine fachen Dir zu ehren wurme; Groß zeigst du, vater, ricten ein. Oder haft du, deine macht. weiser gott! Heute mir bestimmt 7. Vell ordnung, pracht und Stebn deiner hände den ted; So empfehl ich dir stärke ai ende Seel und leib in deine werke In deiner schöpfung da. hände. Wie kann ich dirs vergelten? Du gott und herr der welten Jest sinkt die sonne Warft auch mit deiner huld nieder, Die stille mir nab. nacht fommt wieder, Und schlaf 8. Wem kann ich ohne grauen und ruh mit ihr. Sie schenkt Mich froher anvertrauen, All4 mächtiIn allen meinen Thaten. mich fro 631. 408 Dritte Abtheil. 1. Lieder für besondere Zeiten. mächtiger, als dir? Ja, vater, schwert, Gott, gott allein ist dir befehle Sch darum leib und liebenswerth! seele. Verherrliche dich auch 4. Mir ward der tag, der an mir. jest vergeht, Durch dich zum 9. Dir dafür ruhm zu fins gnadentage! Dein arm, dem gen Und ferner dank zu brin niemand widerstebt, Beschüßte gen; Sei meine liebste pflicht. mich vor plage! Du gabst mir Ich leg' nun meine glieder was ich bat. Bei allem, was Getroft und freudig nieder. ich that, Ward mirs durch glück Du wacht für mich, ich sorge und segen flar! Dafi gott mein nicht. freund und helfer war! 10. Soll mir der schlaf zum 5. Auch fordre mich nicht leben Noch neue fräfte geben: ins gericht, Gott bei des tages So schlaf ich fröhlich ein: schlusse! Verschmäh mein AbendSoll er mein leben enden: opfer nicht, Das opfer meiner So wirst du mich vollenden, buße! Beweis an mir geduld! Und auch mein gott im tøde Bergib mir alle schuld! Sich sein. von dem strengen richtertoron Auf meinen bürgen, bei Der lieben Sonnen Licht. 632. Preis fei bir meinen fobn. nem gott gebracht 6. Gib nad der sauften ruh Jetzt, da der tag fich neiget; der nacht mir einen froben Jeßt, da die sternenvolle nacht morgen. Du tbust's! nun, Von deiner allmacht zeuget. ba dein ange wacht, So schlaf Dich, herr, lobt jeder stern Und ich ohne sorgen. Ich wach' ruft auf, lobt den herrn! und schlafe dir, Du, herr, Erheb dich, seele, lob' erfreut bist stets bei mir. Ach gott, Den herrn des himmels und du meine zuversicht! Verlaß der zeit. mich einst im tod auch nicht! Nun sich der Tag geendet. 2. Wie groß, wie unermeß lich ist, v höchster deine stärke! Daß du der allerhöchste bist, Sagt jedes deiner werke. Mit 633. So flieben unsre ta göttlich weiser macht Negierst ge bin, Auch dies du tag und nacht! Das, was ser ist nicht mehr! Die macht, du schusst, thut dein gebot Und der müden trösterin, Eilt wiedienet dir, du großer gott! der zu uns her. 3. Was bin ich, o mein 2. Nur du, herr, bleibet gott, vor dir, Daß du mich wie du bist, Du schläfft und täglich liebest! Womit verdien schlummerft nicht. Die finsterichs, daß du mir So viele niß, die uns umschließt, If gaben giebest? Herr, deine gnad deinem auge licht. ift groß! O feele, reiß dich los 3. Voll zuversicht befehl ich Vom eiteln, das das herz be mich Dir auch in dieser nacht. Ich 2. Abendlieder. 409 Ich bin getrost, ich trau auf zu beruhn, Und deinen willen dich, Mich schüßet deine macht. gern zu thun, Bis du zum 4. Hab ich an deiner gnade bessern leben Mich führst, berr, nur Noch theil, o berr, meinlwas ich hab und bin, Geb ich gott: So fürcht ich feine frea- in deine hände bin. tur Und scheue nicht den tod. 3. Du, dessen Auge ewig 5. Zwar ich erkenne meine wacht', Verleih auch nun in schuld; Mit reue fühl ich sie dieser nacht Den sanften schlaf Doch, mein versöhner, deine mir müden. Beschirmet deine huld Wie trostvoll ist mir rechte mich: So schlaf ich ganz im frieden: Erwache froh und ¹6. dh eil im glauben zu mein gefang Singt dir, mein dir bin, Und weiß wie sicher vater, neuen dank. ich in schatten deiner flügel bin. Du wacheft über mich. Ich dank dir schon durch. 7. Fliebt bange forgen weit von mir. Du, jefu, wobn al- 635. Wie schnell ist mir lein In meinem berzen, weib' der tag entflohu, es dir zu deinem tempel ein. Den ich durchlebet habe! Vols, 8. J dies vielleicht die legte lendet ist nun wieder schon Ein nacht In meiner pilgrimszeit: neuer schritt zum grabe! So führe mich durch deine macht 2. Herr, lebre mich die flucht Zum licht der ewigkeit. der zeit Mit fillem ernft be. 9.. Ich lebe dir, ich fierbe denken; Wenn in des lebens dir; Dein bin ich auch im tod. eitelkeit Mein herz sich will Du, mein erretter, bist bei mir versenken. Und bilist aus aller noth. 3. Damit ich jeden abend mich In zukunft frömmer fin de: So tödte selbst, dies bitt' ich dich, Is mir die macht der Ewigkeit du Donnerwort. 634. So hab ich, gott, sünde. durch deine macht 4. Mit glauben, der sich Nun wieder einen tan vollbrachtthätig weißt, Schmück, höchster, Sei hoch dafür gepriesen! Mit meine seele! Und warne mich froher rührung dank ich dir durch deinen geist, So oft ich Für alle webltbat, die du mir strauchelnd fehle. So unverdient erwiesen. O 5. Dir dank ich, vater, für laß mich ferner mit vertraun tie huld, Die du mir heut er Auf dich und deine leitung wiesen. Du träaft mich fünder schaun! mit geduld; Sei hoch von mir 2. Auch des verfloßinen ta- gepriesen! ges schuld Verzeibe mir nach 6. Sieh ferner mich in gnadeiner huld; Und fördre mein den an, Vergib mir meine begreben, In deiner fügung sünden? Und laß mich auf 5 der 410 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. der tugendbahn Der seele frie- fliehn Dte tage, die uns gott den finden. geliebn Ein jabr tritt ein und 7. Wenn meine matten glie eilt davon. Wie manches ist der nun Vom schlaf gefesselt bereits entflohn! liegen. So laß mich sanft und ficher rubn Bis nacht und schlaf verfliegen. 2. Dank sei dir, ewig treuer gott, Für deinen beistand in der noth, Für tausend proben deis ner treu; Denn deine huld war täglich neu. Abendlied im Leiden. Nun sich der Tag geend'. 3. Wenn unser herz, von 636. Auch diesen tag bab schuld befreit, Sich mancher ich vollbracht Mit guten that erfreut: Weß war aller seiner notb. Nur beiner die fraft? Wer gab gedeihn? vaterlieb und macht Vertant' Dir, berr, gebührt der ruhm ich es, o gott! allein! 2. Waist du nicht meines, 4. Oft feblten wir und lebens fraft, Mein retter und merktens nicht; Verzeih uns mein beil; So würd in meiner die verlegte pflicht! Du siebst, pilgrimschaft Kein trost mir je erbarmer, unsre reu; um chris zu theil. sti willen sprichy uns frei. 3. Ach ohne dich, allgütiger, 5. Wir eilen mit dem strom Verging ich in der notb. Von der zeit Stets näher hin zur trost und aller hoffnung leer ewiafeit. Du haft die stunden Wär obne dich mein tod! zugezählt; Die legte weislich 4. Cod welchen troft füblt uns verhehlt. nun mein herz! Du bist und 6. Herr unsers lebens, mache bleibst mein gott. Dein worteu Uus felber recht geschickt versüßt mir jeden schmerz Und dazu, Daß nicht, in dem wir lindert jede noth. sicher sind, Der tod uns unbes 5. Froh kann ich mich dem reitet find. schlaf vertraun, Auch schlafend 7. Ist einst die zahl der slunbin ich dein. Vor feinem un- den voll, Die unser loos entfall soll mir graun Du wirst scheiden soll: So führ uns aus mein belfer sein. der prüfungszeit Zu deiner 6. Und sollt, o vater, diese froben ewigkeit. nacht Des leidens legte sein: Wobl mir, dann ist mein lauf vollbracht, Vollbracht des le bens pein! 3. Beim Jahreswechsel. 1. Am Neujahrstag. O Jesu Christ meins. 637. 8. Da sind wir unsers heils gewiß; Da wechseln licht und finsterniß nicht mehr, wie hier, o ew'ges licht, Herr, unser gott, verlaß uns nicht. Zeug ein zu deinen Thoren. 638. Helft gottes buld 11nwieder bring. mir preisen lich schnell ent. Stimmt, Christen, alle ein. 3. Beim Jahreswechsel. 1. Neujahrslieder. 411 Laßt uns ihm dank erweisen, Uns auch im neuen jahre Und Und fein uns ewig freun. Er hilf aus aller noth. ist der herr der zeit, Der ihren lauf regieret, Bisber uns aut Sei lob und Ghr dem. geführet, Und jetzt das jabr 639, Du, gott, du bist der herr der zeit erneut. 2. Mit ernst laßt uns be: Und auch der ewigkeiten. Laß trachten Den reichtbum seiner mich auch jetzt mit freudigkeit gnad, Und so gering nicht ach Dein hohes lob verbreiten. ten Den liebevollen ratb, Den Ein fahr ist abermal dahin. er an uns erfüllt. Er ists, Wem dank ichs gott, daß ich der uns zum leben, Was nö noch bin? Nur deiner gnad this war, gegeben, und allen und güte. jammer ftillt. 2. Dich, ewiger, dich bet 3. Er bat uns noch erhalten, Dich, den kein wechsel treffen ich an, Unwandelbares wesen, Sein wort und fried und rub; Die jugend und die alten Erfann, Wir werden, sind gewes nährt; und noch dazu Mit sen, Wir blühen und vergebn durch dich. Nur du bist unmilder vaterhand Viel freuden ausgespendet; Biel unfall abs veränderlich, Du warst und bist und bleibest! gewendet Von unserm ganzen 3. Herr, ewig wäbret deine land! treu, it huld uns zu begeg 4. Er ifls, der unsrer schonet nen, Und jeden morgen wird Aus gnadenvollem rath; Denn fie neu, Mit wohlthun uns zu hätt' er uns gelobnet Nach fegnen! Ich kenne keinen auunfrer misferbat Mit ftrafen, genblick, Da nicht von ihr fiets gleich der schuld; Wir wären neues glück Mir zugeflossen längst gestorben und in der wäre. noth verdorben. Wie groß ist 4. Du haft auch im vers seine buld! floßnen jabr Mich väterlich ge5. Er cönnt mit vatertreue leitet, Und wenn mein herz voll Uns noch zur beßrung frist; sorgen war, Mir hülf und troft Und wenn mit wabrer reue bereitet. Von ganzer seele Wir traun auf jesum Christ, pres' ich dich. Aufs neue und ihn zum dienst uns weihn: übergeb ich mich, Gott, deiner So will er uns vergeben, Und weisen fügung! zum rechtschaffnen leben Selbst 5. Vergib mir alle meine unser beistand sein! schuld Von den verfloßnen tas 6. Sei vater, bocb gepriesen gen, Und laß mich deine vaterFür alle gütigkeit, Die du an huld In christo ferner tragen! uns bewiesen Im lauf der vor- Laß mich in deiner gnade rubn, gen zeit. Sei ferner unser Und lehre lebenslang mich thun gott, Versorge und bewahre Nach deinem wohlgefallen. 6.@ib 412 Dritte Abtheil. I. Lieder für besondere Zeiten. 6. Gib neue luft und neue fraft ist dein! In deiner furcht kraft, Vor dir gerecht zu wan- jzu leben. Du schüßest uns, deln Paß mich stets, herr, gefund du vermehrst Der menwissenhaft Mit mir und andern scen glück, wenn sie zuerst Nach bandeln. Dein geift bélebewahrer weisheit streben. Herz und muth, Dich, o du 4. Gib mir, wofern es dir allerhöchstes gut, Und nicht die gefällt, Des lebens ruh' und welt zu lieben! ifreuden, Doch schadet mir das 7. Die welt vergeht, dies glück der welt: So gib mir reize mich Die Inft der welt zu freuz und leiden. Nur stärke fliehen. Um behre freuden lerne mit geduld mein herz, Und laß sich Mein geist schon jetzt be- mich nicht in noth und schmerz mühen. Den engeln bin ich Die glücklichen beneiden! ja verwandt, Sm himmet ist 5. Hilf deinem volfe vätermein vaterland, Dahin, herr, lich In diesem jahre wieder! laß mich trachten! Erbarme der verlaßnen dich), 8. Olehre selbst mich meine Und der bedrängten glieder! zeit Dit wahrer weisheit fau- Gib glück zu jeder guten that, fen! Laß mich die bahn zur Und laß dich, gott, mit heil ewigkeit mit heil'eer vorsicht und rath Auf unsre herrschaft laufen! Der tage loft erleichtre nieder. mir Bis meine rupe cinst bei 6. Laß weisheit und gerechdir Kein wechsel weiter föret! tigkeit 3hr thun, o herr, stets Vorige Melodie. teiten. Taß tugend und zufrie640. Gott ruft die sonn' denheit Im lande sich ausbreis und schafft den ten. Laß treu und liebe bei mond, Das jabr tarnach zu uns sein; Dieß, vater, wollst theilen. Er schafft es, daß du uns verleihn Jezt und zu man sicher wohnt Und beißt die ollen zeiten. zeiten eilen. Er ordnet jahre, 641. Mit freuden last tag und nacht. Auf, laßt uns, uns treten Vor ihm, dem gott der macht, Ruhm gott, ihn anzubeten Vor gott, preis und dank ertbeilen! er unserm leben Bisher hat kraft gegeben. 2. Herr, der da ist und der da war, Von danferfüllten zun- 2. Wir erdenpilger wangen Sei dir für das verfloßne dern, Von einem jahr zum jahr Ein heilia lied gesungen! andern. Die schnelle flucht der Für leben, wohlfahrt, troft und flunden Wird kaum von uns rath, Für fried' une rub, für empfunden! jede that, Die uns durch dich 3. Und diese wander tage gelungen! Sind nie ganz frei von plage. 3. Laß auch dies jahr geseg- Wir gehn auf rauben wegen net sein, Das du uns neu ge- Der ewigkeit entgegen. geben. Verleih' uns kraft, die 4. Doch du bist voll erbar men, 1. Neujahrslieder. 413 Beim Jahreswechsel. barmen, Und wirst mit vater- 14. Das wollest du uns gearmen In nöthen und gefab ben, Du herr von unserm les ren Uns schüßen und bewah- ben: So geben wir im segen Der ewigkeit entgegen. ren. 5. Erhalter unsers le bens! Wir sorgen nur verWerde munter mein Gemüthe. bens, Wenn du uns nicht 642. Hilf, herr, laß es beschüßest, Mit fraft uns unwobl gelingen, terstüßest. Hilf, das neue jahr geht an. 6. Lob dir, o gott dem Laß es neue fräfte bringen, treuen, Durch den wir uns Neuen segen jedermann. Uns erfreuen! Lob deinen vater fern leib, feel' hab' und gut händen, Die so viel noch ab- Nimm in deine vaterbut. wenden! Neues glück und neues leben 7. Hör ferner unser fleben, Wollst du uns aus gnaden Und eil uns beizustehen. Gib geben. mäßigung in freuden; Geduld 2. Laß dies sein ein jahr und troft im leiden! der gnaden, Habe ferner noch 8. Gib uns und allen de- actuld. Denn wir sind mit nen, Die sich von herzen sehr schuld beladen. Ach erlaß fie nen, 3u thun, herr, deinen uns aus huld. Wirke wahre willen, Auch kraft ihn zu erreu und leid, Dann laß uns füllen. 9. Herr wehre du den frie barmherzigkeit und vergebung aller sünden In dem blute jefu finden! gen. Las menschenliebe sie cen. Und wo nur thránen 3 Du baft uns dies jahr fließen, Eich deinen troft er gegeben. Gib, daß dir's gegießen. beiligt sei! Laß uns fromm 10. Gib deinen milden segen und christlich leben, Redlich Zu allen guten wegen. Laß ohne heuchelei; Und voll nächgroßen, herr, und kleinen Diestenliebe sein, Auch den feine gnadensonne scheinen. den gern verzeihn, Daß wir 11. Sei der verlaßnen va- glücklich hier auf erden Und ter, Der irrenden beratber, dort ewig selig werden. Der unbesorgten gabe, Der 4. Im vertraun auf deine armen bülf und habe liebe Gehn wir dann getroft 12. Hilf gnädig allen Frans dabin; Was ist, das uns ken, Gib fröhliche gedanken noch betrübe Bei dem dir Den kummervollen seelen, Die ergebnen sinn? Lebend, ster. sich mit sorgen quälen! bend sind wir dein, Du 13. Vor allem, herr, ver- wirst uns auch gnädig sein, leihe Uns deinen geist auf's Und uns, wenn wir zu dir neue, Der uns mit tugend treten, Schüßen, segnen und ziere Und so zum himmel führe! erretten. 5. D 414 Dritte nötheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. 5. O so laß uns fröhlich Ist dein, in deine hände, enden Dieses angefangue jabr. Befehl ich, vater, meinen Leit uns, herr, mit vater- geift. händen, Schüge uns doch in gefahr; Steb uns bei in alWer nur den lieben Gott. ler noth, Auch verlaß uns 644.& rwache fröhlich nicht im tod. Dann so können mein gemütbe, wir mit freuden Auch dereinst Jeßt, da der leib vom schlaf von hinnen scheiden. erwacht! Schwing dich zum schöpfer, dessen güte, Mir diesen tag zur freude machi. Stimmt herz und mund ein 2. Am Geburtstage. In allen meinen Thaten. 643. Herr, der du mir danflied an! Der herr hat das leben Bis wohl an mir gethan! diesen tag gegeben, Dich bet 2. Ein jahr ist wieder hinich findlich an. Ich bin viel geflossen, Ein jahr von meizu geringe Der treu, die ich ner lebenszeit. Ich hab' unbesinge, Die du bisher an mir zählig guts genossen Von dir, gethan. du gott der gütigkeit. Du O'getreu! 2. Mit dankendem gemüthe gabst, vergabst und standst Freu ich mich deiner güte, mir bei, Ja, vater, ja du bist Ich freue mich in dir. ell i gib mir traft und stärke, Ge- 3. Wie soll ich deine huld deihn zu meinem werfe erheben? Gott, du bist groß, Und schaff ein reines Herz in mein dank ist klein! O möchte mir. doch mein ganzes Leben Ein 3. Gott, welche rub der bank für deine gnade sein! seelen Nach deines worts be- Nimm, gott, durch den ich fehlen Einher im leben gehn. fröhlich bin, Mein ganzes herz Auf deine gute hoffen, Im zum opfer hin. geist den himmel offen Und 4. Herr, dessen treu auf dort den preis des glaubens allen wegen Mir nahe, sichtsehn! bar, tröstlich war; O leg auch 4. Ich weiß, an wen ich einen neuen fegen Auf dies glaube, Und nahe mich im ses neue lebensjahr. Gott, ftaube Zu dir, o gott, mein der du weis' und gütig bist, heil! Bin ich der schuld ent- Gib mir fieis, was mir nüß. laden, Und nur bei dir in lich ist. gnaden: So ist im himmel 4. Bei den vier Jahresauch mein theil. zeiten. 1. Frühling. 5. O leite mich im segen Dem großen ziel entgegen, Sollt ich meinem Gott nicht. Dahin dein wort mich weist. 645. Hoch am himmel Mein leben und mein ende steht die foune, Länger Bei den vier Jahreszeiten. 1. Frühling. 415 Länger strahlt uns nun ihr fieide Prangt die blüthen licht. Alles leben athmet won- reiche flur. Jede blume läne, Wonn' ist jedes angesicht. chelt freude Vor dem schöpfer Pracht des frühlings senkt sich der natur, Der mit thau nieder In die wälder, auf die die erde tränfet, Und sie flur. Die erstorbene naturwärmt, bis ihre saat, Wenn Lebet auf und wirket wieter. sie sich entwickelt hat, Sich Opfre meinem schöpfer danf, von früchten schwer nun senPreis ihn fröhlich mein ge- fet. Bringe meinem schöpfer jang! dank! Preis ihn fröhlich mein 2. Schreckenvolle stürme heu- gesang. len nun nicht durch die luft 6. Dieser frühling, wie daber, Und die vollen segel geschwinde, O mein gott, eilen Rubig wieder bin auf's wird er verblübn! Wie ein meer. Nicht mehr strömen re- lichiff, vom stoß der winde genaüsse, Deren fluth das thallFortgeführt, wird er entfliehn! erfüllt, Und fein dicker nebel Aber dort vor deinem throne hüllt Stadt und land in finster- Wird ein ew'ger frühling sein! nisse. Opfre meinem schöpfer Ewig wird er die erfreun, dank, Preis ihn fröhlich mein Die dich ehr'n in deinem gefang! fobne. Opfre meinem schöpfer 3. Munter zu der arbeit dank! Preis ihn fröhlich mein wallet Nun der landmann bin gesang! 315 Stilb in's feld, Und sein fröblich 7. Diese herrlichkeit der erde lied erschallet Hoffnungsvoll dem Ist ein schatten von dem licht, berrn der welt. Er vertraut Das ich ewig schauen werde, die saat der erde, Ehrt durch Dort vor gottes angesicht. fromme zuversicht Seinen gott. Auch das freubenvollfie leund zweifelt nicht, Daß ben hier auf erden ist nur sie gut gerathen werde. tod Gegen jenes, das mir Opfre 2c. gott Dort verbeißen bat zu 4. Seht, wie in die wei geben. Opfre meinem schöpfer ten felder Freudenvoll die heer- cant! Preis ihn fröhlich mein den ziehn. Fröhlich wandern gefang! durch die wälder Satter tbiere schaaren hin. Hört der vögel fanfte döre! Hier der lauten nachtigall, Dort der lerche frohen schall! Alles bringt 646. dem schöpfer ebre! Bring' gött! so bald der tag erwacht, auch du ihm lob und dank! Erfreuft du, was da webet, Preis ihn fröhlich mein ge- und abends danket deiner sang! macht, Was auf der erde les 4. Sommer. Allein Gott in der Höh' sei. 5. Duftend und im feier- bet, Voll segens machst du une fer 416 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. ser land, Und schenkest uns Doch theilest du die jahresmit milder hand Die frucht, zeit Mit weiser unpartheilichs die uns ernäbret. feit. 2. Du gibst uns regen früb 2. Der nahen sonne glanz und spät, Und jeder grashalm und fraft Hat uns nun freud zeuget Von dir, vor dessen und brod verschafft. Nun eilt majestät Die volle ähr sich sie andern brüdern zu: So neiget. Daß flur und auen weis und gnädig herrschest sich erneun, Dazu gibt deine du! huld gedeihn Durch sonnen- 3. 3war flieht uns jetzt die schein und regen. fommerluft, Dafür erfreust du 3. Du frönft mit uner- unsre brust Mit dieses jahres schöpfter hand Das jahr in fpeis und tranf. O dafür safommerzeiten, Und schütteft gen wir dir dank. auf das ganze land Des se- 4. Bald wird ersterben die gens lieblichkeiten. Es trieft natur, Jedoch sie schläft und von ihrem milden guß Nun ruhet nur, Empfängt zum über berg und thal dein neuen leben fraft, Das deine fuß, Wir freun uns seiner hand ihr wieder schafft. spuren. 5. Jimmittelst segne uns, o 4. Das forn, von deinem gott, Erleichtre allen ihre notb, segen schwer, Bedecket nun Die in der rauhen jahreszeit die felder. Die freude breit't Kein obdoch, so wie uns, er sich weit umber Auf wiesen freut. und durch wälder, Auf je 6. Der armen hütten decke des thier, das du ernährst, du mit deinem segen, vater, Und dem du überfluß ge- zu. Wenn troft, wenn bune währst, Mit freuden satt zu gersnoth sie drückt, Schaff werden. 4 sie e fie erquict. erquickt. bülfe, welche 4. Der fromme landmann bringt dir dank Für deinen milden segen, Dir schallt sein Auf Ghriftenmensch auf. frober lobgesang Aus voller 648. Des jabres schöns brust entgegen. Wir stimbeit ist nun fort! men in sein lied mit ein, Wie traurig stehn die triften! Und wollen dir, herr, dank- Es stürmt ein ungestümmer bar sein Für so viel reiche nord Aus schwer beladnen lüf gaben! Die erde starrt vom froste nun Und ihre nahrungsfräfte rubn. ten. 3. Herbst. Vom Himmel hoch da. 2. Wohl mir bei dieser 647. Du gott und vater rauben zeit! Ich darf vor aller welt, Du frost nicht beben. Mich schüßt herrscheft, wie es dir gefällt, mein dach, mich wärmt mein Fleib 4. Winter. Winter. 5. Zur Saat- und Erndtezeit. 417 Fleid, Und brod erhält meinlunser feld Mit nuß bestellt leben. Auf meinem bette schlaf Und angebaut kann werden. ich ein, und kann mich sanfter 2. In- hoffnung streun wir tube freu'n.si saamen aus; Doch segnest du 3. So hat's der arme bru- nicht feld und baus; So ist die der nicht, Dem brod und klei- müb vergebens. Nur deine dung feblet, Den, wenn es kraft Und güte schafft Uns unng unz sehr daran gcbricht, Frost oder terbalt des lebens. bunger quälet. Und dreifach 3. Laß nusre saat gesegnet fühlt er seine pein, Wenn sein. Gib regen, wind und franfheit plagt und finder sonnenschein, Daß wachsthum schrei'n.ning und gedeihen Uns spät und 4. O zaudre, zaudre nicht früh, Nach sorg' und müh', mein herz Jbm liebreich zu Einft wiederum erfreuen. zucilen. Füht seinen jammer, 4. Bewahre sie das ganze seinen schmerz, Dein brod mit jahr Für so vielfältiger gefabr, ihm zu theilen. Wer seiner Die sie leicht kann verlegen. brüder noth vergißt, Verdient Und den, den heut Sein feld nicht, daß er glücklich ist! erfreut, In fummer bald ver5. Vor tausenden bist du seßen. beglückt, die in der stille klagen. 5. Bei solcher saat seb' ich Da warm und nabrung dich allbier Zugleich manch tröfterquidt In diesen rauben talich bild vor mir. Denn un gen. Lobsinge frohes herz in ter sturm und winden Ermir, Une bringe gott ten dank bebt sie sich: So muß auch dafür. ich Beim kreuz den himmel 6. Sich nicht auf das, was finden. he was in Beit 3815 dir noch fehlt, Und mancher 6. Und wie das förnlein mehr besiget. Nein, auf die erst verdirbt, und in der erbe noth, die andre quält, Auf gleichsam stirbt, Um neue frucht gott, der dich beschüßet. Ach zu bringen: So werd', o gott, vater, lindre jeden schmerz. Und gib mir ein zufried'nes herz. Ich durch den tod Ins beßre leben bringen. 1. 3ur Saat- und Erndte 0003 eit. f 7. Auf diesen seligen gewinn Freu't sich bereits mein herz und sinn; Muß ich bei trüben fällen Die thränenfaat, nach deinem rath, Gleich öfters hier bestellen. 40R 1. 3ur Saatzeit. In bich hab' ich gehoffet herr. 649. Riebreicher gott, dein 8. Nur mache mich, o gott, jegenswort Erzeis bereit Im glauben und gottget sich noch immerfort In seligkeit Biel gute frucht zu jeiner fraft auf erden, Daß bringen; So will ich dir D d Der= 418 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. Dereinst dafür in ewigkeitssegen unser land: D dann sei lobfingen. berr, gepreifet! Dann bringen wir dir dank und ehr', Der du der kreaturen heer Mit wohl gefallen sättigft. Um Gesegnung der Feldfrüchte. Es ist das Heil uns. 6. Wir trauen dir, wohl650. 58 baut, herr, beithät'ger gott. Dich lassen wir ner menschenfchaar frei walten, Du, vater, fennst Auf dein geheiß die erde Und all' unsre noth, Hast lange bofft dabei von jahr zu jahr, baus gehalten, Du wirst in Daß fie versorget werde. Denn deinem eigenthum, Zu unserm du versprichst, du treuer gott, wohl, zu deinem ruhm, Dich Daß fie bei fleiß und müh' ferner gnädig zeigen. ibr brød Von dir erhalten folle. 3, Um Regen bei großer Dürre. 2. Bis hieher trifft die zufag ein. Gib ferner deinen fegen. Laß unsre früchte wobl Mel. gedeihn. Gib sonnenschein und 651. Herr, allhöchster regen. Denn ohne deine se gott, im himmel genshand Bringt selbst ein und auf erden, Dem wolken, fettes gutes land Uns nim luft und wind Allzeit gehors mer, was es könnte. fam werden: Was du befiehlst, 3. Vergebens ist all unsre geschieht. D laß auch unser kunst, All müh und zubereiten: flehn Durch dich, allmäch. Wenn nicht, gott, deine gnad' tiger, Jeßt in erfüllung und gunst Hier unsern fleiß gehn. 2. Wir bitten findlich dich begleiten. Durch dich nur keimt der saamen auf, Wächst, Um deinen vatersegen. Gib treibt, sest frucht und reist uns, o vater, gib uns einen darauf. Du bists, der alles milden regen. Staub ist jetzt giebet! unser land, Erflorben jede flur, 4. Straf uns, berr, nicht Es schmachtet feld und thier, in deinem zorn. Sei uns ein Es trauert die natur. Mel. O gott du frommer gott. gott der güte. Erhalte unsrer 3. Wir haben es verdient. felder forn. Ach, water, ach Ach groß sind unsre sünden! verhüte, Daß frost und sturm Und billig strafft du uns, Doch und hagelschlag Sie nicht zer- laß uns gnade finden! Vers störend treffen mag, Und gib uns unsre schuld. Thu' dann trauern müß auf die milde hand. Wirf ei nen vaterblick Auf uns und 5. Gib gnädig, was uns unser land! deine hand Jetzt in der hoff- 4. Befeuchte berg und thal. nung weifet. Und krönt bein Erfrische unsre felder. Dein wir ten. regen Dant für verliebenen Regen. 4. Um Sonnenschein. 419 regen träufle sanft Auf äcker, 3. Gott, laß uns nicht vers gärten, wärder. Das, was gebens Die gaben deiner band bisber gelechat Erquicke, herr, empfahn; Uns nicht, du quell' aufs neu, Daß jede kreatur des lebens, Dir undankbar und Dir freudig dankbar fei. fruchtlos nahn! Du sendest 5. Ergieß zugleich dein wort, ibau und regen, Gibst milden Gleich einem milden regen, sonnenschein. Du eilst mit Auf unser träges herz Mit deinem segen Uns alle zu tausendfachem segen. Der erfreun. Ach, laß uns nicht fromme mur fann sich, Gott, vergebens So manche gab emdeines segens freun, O laßlpiahn! Laß nicht, du quell des uns alle reich An wahrer tu- lebens! Uns undankbar dir gend sein! mad mah'n! 4. Im Sonnenschein. Wo Gott der Herr nicht. Nan lob mein Seel den. 652. Sin milder regen Mit wolfen gott, du fannft den himmel ganz überziehen; Doch sinfet Erquickend müssen vor der sonnen glanz auf die dürre flur. Wie labt Sie, wenn du willst, ente fie fich, wie trinket Ihn die fliehen. Halt doch den regen verschmachtende natur! Die jeßt zurück, Und laß der sonne fanften ströme fühlen Der lüfte froben blick Uns wiederum weites meer, Und die geschöpfe erfreuen. Danklied für verliehenen Regen. 653. fühlen Sich nicht mehr träg 2. Die felder trauern üder. und schwer. Gott spricht: das all! Die faat und früchte leir seufzen schweiget, Und hig' und den! Des regens überbäufte bürre fliebn. Der frommen fall Erstickt der fluren freuden. danklied steiget Hinauf und Dein segen, den du uns gepreiset ihn! zeigt, Der sich betrübt zur erde 2. Mit muth im angesichte neigt, Scheint nahe dem verBeschaut des ackers herr sein derben. feld. Erquickt hat gott diel 3. Herr, unsre sünd und früchte, Er, der versorger missethat Hat dieses wohl vers seiner welt. Steif, steht die dienet; Jedoch erzeig' uns deine faat, die ähren Vom mark gnad, Weil uns dein sohn vers der erde voll, Das seine men- fühnet. Wir nahen dir voll ihen näbren Und thier era reu uns nur, Wir wollen freuen soll. Weit schallt es ernstlich buße thun, Und unser im gefilde: Gott ist's der leben bessern. regen schickt. Auf! preiset 4. Gedenk, o gott an deine seine milde, Die erde ist treu Und laß uns hülfe erquickt! Mach deine gnade Od 2 Bei fehen. 420 Dritte Abtheil. I. Lieder für besondere Zeiten. bei uns neu, Um die wir 4. Durch wolken ließest du Findlich flehen, Entzeuch uns das sonnenlicht bedeckeu. Wind, deine freundlichkeit Doch nicht regen, wetter, sturm Erfüllbei dieser trauerzeit. Du bist ten uns mit schrecken. Weil ja unser vater. man nur dunkelheit Und fin 5. Gib uns, o du liebreicher fire nebel sah, Und unsers gott, Den heitern schein der landes frucht War dem versonne, Und überschütt uns derben nab. nach der noth, Mit freude, 5. Doch, herr, auf deinen Iuft und wonne Und zeig' wink Erschien die sonne wieder. uns jetzt nach deiner treu, Das trauern ist vorbei. Wir Daß außer dir kein fegen fingen freudenlieder, Und preis sei Im bimmel und auf sen deine huld, Daß du auf erden! unser flehn, Bei unsrer kümmerniß Erbarmungsvoll gesehn. 6. Ja, herr, wir preisen dich Mit freudigem gemüthe. Osorg auch fernerbin Für. 654. Mein gott, du bist uns mit vatergüte. Gib uns gerecht Und auch zu rechter zeit Thau, regen, dabei voll liebe: Selbst wenn sonnenschein. Wir wollen dir es dir gefällt, Daß leiden uns dafür von herzen dankbar betrübe. Echeint's gleich als sein. dächtest du Bei unsrer sündenschuld, Nicht mehr an uns, dein volk, Mit vatertreu und huld. 5. Dank für die Erndte. Herr ich habe mißgehandelt. 2. Wir reizen freilich dich 655. Gott im himmel Bar oft mit unsern fünden. und auf erden, Und gleichwohl läsfest du Uns Herrscher in der ganzen welt, huld und gnade finden. Wenn Laß das herz voll preises du den arm auch schon zu werden, Da man dir zu fuße ftrafen ausgeftreckt, Und der fällt Für den nahen erndtengedrobte schlag Die menschen segen Dank und opfer darheilsam schreckt. In tongo zulegen. 3. Herr, dein erbarmen 2. Herr, dir jauchzen feld kann Kein menschensinn errei- und auen; Wald und hüchen; Wer ist dir, höchster, gel zeugt von dir. Ulcberall gleich? Wenn berg und bü- läßt du dich schauen, Und gel weichen; Wenn erde, undankbar schwiegen wir? sonn' und mond Aus ihrem Gleich, als ob zu deiner ehre laufe gebn; Bleibt deine gna- Feld und au so schön nicht de boch Stets unbeweglich wäre. Rehn. 3. Vater, du haft aus ers barDanksagung dafür. Nun danfet alle Gott. 421 5. Dank für die Erndte. barmen Uns unwürdige er Wer nur den lieben Gott. näyrt. Du hast reichen, du 656. daß doch bei der haft armen Milder gaben viel reichen erndte, gewährt. Gott, der uns viel Womit du, höchster, uns ers guts erwiesen, Sei gelobt und freuft, Ein jeder froh empfinden hochgepriesen. lernte: Wie reich du, uns zu 4. Du hast sonnenschein und segnen, feist. Wie gern du regen Uns zu rechter zeit unsern mangel ftillst, Und uns geschickt, Daß man deinen va- mit speis' und freud erfüllst. tersegen Allenthalben hat er 2. Du siehst es gern, wenn blickt! Berg und thäler, tiefen; deiner güte, O vater, unser höhen Lassen deine huld uns herz sich freut; Und ein ers sehen. fenntliches gemüthe Auch das, 5. Ach wer ist, der deine was du für diese zeit Uns zur güte Dir genug verdanken erquickung hast bestimmt, Mit fann? Nimm ein dankbares ge- dank aus deinen Händen müthe Für die große wohlthat nimmt. an. Unser mund foll stets 3. So kommt denn, gottes erschallen: Gott macht fatt mit huld zu feiern, Kommt, chris wohlgefallen. sten, laßt uns feiner freun! 6. Hüf uns, herr, daß Und bei den angefüllten trank und speise, Die uns scheuern Dem Herrn der ernddeine buld gewährt, Ja nicht te dankbar sein! Shm, der nach der fünder weise, Werd uns stets versorger war, zu unserm fluch verzehrt. Bringt neuen dank zum opfer Bleiben wir in alten sünden: dar. Kann das gute leicht verschwin- 4. Nimm gnädig an das den. lob der liebe, Das unser herz 7. Schenk uns auch ver- bir, vater, weiht! Dein fegen gnügte berzen. Stolz und mehr in uns die triebe Zum geiz laß ferne sein. Laß den tvätgen dank, zur folgsamkeit; undank nichts verscherzen. Daß preis für deine vaters Gib uns ferner dein gedeihn. treu Auch unser ganzes leben Willig laß mit deinen gaben sei! uns die dürftigen auch la- 5. Du näbreft uns blos aus ben. erbarmen, Dies treib auch uns 8. Laß es deinem wort zum woblthun an. Nun sei gelingen, Daß auch wir, zu auch gern ein troft der armen, deiner ebr, Hier schon reiche Wer ihren mangel stillen kann! früchte bringen. Stärke du Herr, der du aller vater bist, uns immermehr. Schenk uns Gib jedem, was ihm nüßlich auch, nach allem leide, Dro- ist. ben mehr als erndtefreude. 6. Thu deine milde se DD 3 gens. 422 Dritte Abtheil. I. Lieber für besondere Zeiten. genshände, Uns zu erquicken, guter wille, Daß feld und au erner auf. Versorg uns bis und garten grünt. Und uns, in unser ende, Und mach in sind wir es gleich nicht werth, unserm lebenslauf Uns dir im Die frucht der erde reichlich leinsten auch getreu, Daß nährt. einst uns größres glück erfreu. 5. Bewahre ferner unfre 7. Bewahr uns den ge- saaten, Und unsre häuser, hab schenkten segen, Gib daß uns und gut. Bewabre uns vor sein genuß gedeih; Und unser missethaten, Vor wohlluft, Herz auch seinetwegen Dir dank- geiz und übermuth; Weil bar und ergeben sei. Du, der sonst im reichsten überfluß uns täglich nährt und speist, Die seele doch verderben Erquick auf ewig unsern muß. geift! 6. Ja, wenn wir, vater, dein vergessen, Der du so liebreich an uns denkst: So muß 657. Wir fingen, herr, der fluch den segen fressen, von deinen fe- Mit dem du feld und haus In voriger Melodie. gen, Wiewohl sie nicht zu zäh- beschenkst. Wird auch der vor. len sind. Du gibst uns sonnen- rath nicht zerstreut: So man schein und regen, Frost, hige, gelt doch zufriedenheit. donner, thau und wind. So 7. So wollen wir denn hier blüht und reifet unsre saat auf erden, Des guten saamens Nach deinem wundervol auszustreun, Nie müde, nie len rath. verdrossen werden; Und uns 2. Der himmel träufelt laus vielmehr der erndte freu'n, ter güte. Die erd' ist deiner Die einft, nach dieser zeit der schäße voll; Damit ein acht- saat, Dein rath für uns ersehen sames gemüthe Dich finden hat. und bewundern soll. Dich, der durch seine weise machte. Bei sparsamer Erndte. Das alles hat hervorgebracht. Was Gott thut das ist. 3. So sei die liebe denn 658. Preist, chriften, mit gepriesen! Gespriesen sei die wunderkraft! Die auf den fel- Preist gott, den berrn der dern, auf den wiesen, Den erndte! Daß sich nicht ganz die erdbewohnern nahrung schafft. fruchtbarkeit Von au und feld Du nähreft uns, wir werden entfernte. Noch stets erhält fatt. Du gibst, daß man noch Er seine welt. Was nöthig übrig hat. ist zum leben, Will er uns 4. Du schüttest deines segens alles geben. fülle Herab, die wir doch nicht 2. Er ist der herr, in seis verdient. Es ist allein dein ner hand It, was die erbe bringet 11. Lieber für besondere Stände, Alter und Geschlechte. 423 bringet. So sehr auch men-' gewinn! An dem sich gnüschenfleiß das land Baut, pfle- gen lassen, Was da ist, und get und bedünget; Kommt mit heiterm sinn Das feste doch allein Von ihm ge- zutraun fassen, Daß, der deihn. Nur er, er läßt die die welt Regiert und hält, faaten Blühn, reifen und ge- Auch uns, so lang wir les rathen. ben, Was nöthig ist, wird 3. Oft sehn wir froh in geben. hoffnung schon Der reichsten 6. Ja, höchster, wir verernot entgegen. Und plößlich ehren dich In allen deinen weist er uns entflohn, Der uns gen, Und trauen unverändergezeigte segen. Gott nimmt und lich Auf deinen milden segen. gibt, Was ihm beliebt, Daß Auch unser brod Wirst du er, als berr der erde, Von uns, gott, Von zeit zu zeit uns verehret werde. gewähren, Wenn wir dich find4. Zeigt auch nicht gleich lich ehren. so sichtbar sich Der reichthum 7. Wir beten demuthsvoll seiner gaben: So giebet er dich an, Der alles weislich doch sicherlich, So viel wir füget, Des vorsicht niemals nöthig baben; Ist stets be- irren kann, Des wohlthun dacht, Voll gnad' und macht, niemals trüget. Froh danken. Die seinen zu erhalten, Dieswir, Erhalter, dir, Unb' preis ihn nur laffen walten. sen deine güte Mit g'nügsamem 5. Und, o was ist's für einlgemüthe. II. Für besondere Stände, Alter und Geschlechte. 1. Für Obrigkeiten. Den redlichen im land er Sei Lob und Chr. freu, Dem unrecht kräftig 659. Frbait uns, herr, steure. die obrigkeit, Die 3. Laß uns, durch ihren du uns gabst auf erden, Mit schuß bewacht, Des friedens wohlstand und mit sicherheit glück genießen, Und ruhig un Durch sie beglückt zu werden. ter ihrer macht, Das leben Verleib ihr weisheit, trieb und uns verfließen. Hilf, daß sie fraft, Was wahres wohl dem in gottseligkeit Dir diene, und lande schafft, Mit sorgfalt wahr in unsrer zeit Wir frucht dazunehmen. von empfinden. 2. Gib, daß sie, deinem 4. Beschirme sie durch deivorbild gleich, Uns väterlich nen schuß, Daß, die ihr regiere, Und stets an huld übels gönnen, Mit ihrer lift und weisheit reich, Die herr- und ihrem truß Ihr niemals schaft glüdlich führe. Daß schaden können. Nic fible sie ein schuß der unschuld sei, jeder guten that, Die unser Dd 4 glück 424 Dritte Abiheil. II. Lieder für besondere Stände. glück zur absicht hat, Dein seg- führen, und keines zu vernendes gedeihen. lieren; Welch großes wicht'ges 5. Gib denen eifer, fleiß werk! und treu, Die ihr sind unters 4. 3u schwach sind meine geben, Daß jedermann be- fräfte, Zu schwach ist mein flissen sei, Nach seiner pflicht verstand. Der finderzucht zu leben. Erleichtre ihr desgeschäfte Steht unter deis lebens müh. Mit deinem segen ner band: Gott, darum bitt kröne sie, Und sei ihr lohn auf ich dich, Um jesu christi wilewig. len,( Du wollst die bitt 6. Laß sie mit uns beflissen erfüllen!) Regiere sie und sein In deiner furcht zu le- mich! ben; Uns deiner oberherrschaft Vom Himmel hoch da. freun, Mit ihr dein leb er- 661. Die finder, deren heben; Daß so vor deiner wir uns freun, majestät, die über alle hoheit Sind alle, gott und vater, geht, Herrschaft und volk sich dein; Sind deine beste gab', beuge. o herr, Bewahre sie, barmherziger. 2. Für Eltern und Kinder. 2. Wenn treuer eltern liebe Aus meines Herzens Grande. sucht Sie aufzuziehn in deiner 660. Aus freudigem ge- zucht: So sieb, damit sie glückmüthe Sing ich lich sei, Mit deiner weisheit zu gott hinauf. Es zeugt von ihnen bei. seiner güte Mein ganzer le- 3. Gib allen kindern lehrbebenslauf. Von dir, mein gott, gier, Zum guten luft und lieb von dir Kommt jede gute zu dir, Und laß fie meiden gabe, Kommt alles; was ich ohne zwang Troß, eigensinn habe, Auch finder gabst dujund müßiggang. mir! 4. Gesegnet sei ihr unterricht! 2. Laß mich stets überle- Laß sie durch deines wortes gen: Daß du ihr vater bist, licht Dich recht erkennen, laß Und daß auch ihrentwegen Dein sie nie Gefährlich irren, leite sohn gestorben ist. Verhüte, fie! daß ich die Nicht ärgre, nicht 5. Im glauben mache fie verachte, Die christus selig gewiß, Bewahre sie vor ärmachte; Ach dies gescheb ja gerniß, Und wider der verfüßnie! rung lift, Weil jesus ihr ers 3. Dir, vater, dir zum löser ist. preise Wollt ich sie gern er 6. Hilf, daß sie dich an jes ziehn: O mache du mich dem ort Vor augen haben und weise, Und segne mein be- dein wort, Und sich befleißen mühn. Dies sei mein augen- jederzeit Der tugend, zucht und merk, Dir, gott, sie zuzu- frömmigkeit. 7. Die Alter und Geschlechte. 425 G 7. Daß wir in ihnen chris 5. Freude sei es dann sten fehn, Die freudig deine auch mir Folgsam sein, denn wege gebn, Und menschen das ist billig; Und gefällig, einst, voll luft und muth, gott, vor dir. Mach tu selbst Zu thun, was edel ist und dazu mich willig. Wohl gut. mir dann, es wird auch 8. D hilf uns, vater, sohn mein Dein verheißner segen und geist! Bis man dich dort sein! im himmel preist. Dann dans Es ist gewißlich an der Zeit. ken noch vollkommner wir 663. herr, mein gott, Mit allen unsern findern ich bitte dich dir! ham Um weisheit und um tugend. Regiere du mich vaterlich In 662. Gott, bir sei mein meiner früben jugend. Laß Jesus meine Zuversicht. dank geweiht, deinen segen auf mir ruhn, Heilig dir mein ganzes leben. Nur das zu lieben und zu Denn aus freter miltigteit thun, Was dir, mein gutt, Hast du selbst es mir gege gefällig. ben: Es turc eltern mir ver 2. Gib, daß sich meine liehn, Die zur tugend mich eltern freun, Mich tugendhaft erziehn. zu sehen. Laß ihre zucht an 2. Hilf, daß gegen sie mein mis gedeihn Zu meinem wohlherz Kindlich sei, und nicht ergeben. Das gute, das sie blos scheine. Und daß ich, mir gethan, Von meiner ersten, trifft sie ein schmerz, Zu dir kindheit an, O das vergilt du fromme thränen weine; Für ihnen. ihr glück dir dankbar sei; Und mich ihrer wohlfahrt 3. Für Herrschaften und freu. Dienstboten. ihren 3. Laß auf ihre winke Auf Christenmensch auf. mich Kindlich und mit sorg 664. Durch dich, gott falt achten; Ja selbst tin ich, was wünschen mich noch zuvor ich bin, Und es ist deine gnazu kommen trachten; Gern, de, Daß ich als berr, so viel was sie vergnügt, vollzuchn, gewinn Von meinen brüdern Stets was ihnen mißfällt babe; Sie Iiben ihre fräfte. fliehn! mir. Dies, höchster herr, ver4. Jesus stelle mir sich dar, dank ich dir. Er, das beispiel frommer fin 2. Mich zu beglücken, dieder, Der der herr vom him- nen sie, Verzehren ihre kräfmel war, Gottes sobn, das te, Und dulden gern des lebeil der fünder; Er war doch bens müh In meinem Hausvon kindheit an Seinen eltern geschäfte. Laß dieses vorunterthan. rechts fromm mich freunz D8 5 Nie 426 Dritte Abtheil. 11. Lieder für besondere Nie hart, nie stolz, nie liebs gen, Mich redlich) treu bezeis los sein. gen, Und schlecht und recht 3. Auch der geringste die einher zu gehn. fer ist Bestimmt zum ew'gen 4. Vor frechheit, ftolz und leben Für ihn und mich hat neide, Vor list und schadenjesus christ Sich in den tod freude Bewahre, gott, mein gegeben. Vor deinem richtstuhl herz. Was meine herrschaft hat mein fnecht Mit mir der fränket, In unmuth sie ver einst ein gleiches recht. senket, Das sei zugleich mein 4. Gott, präg dies meinem eigner schmerz. herzen ein, Als bruder ihn zu 5. Gern will ich sie ers lieben, Laß immer mich bes freuen; Gern mein versehn bes beslissen sein. Wie sollt ich den reuen; Und willig folgsam sein. betrüben, Der über meine grau Jch will sie retlich lieben; famkeit Um rache still gen bims Jm fleiße gern mich üben; mel schreit? Und mußiggang und trägheit 5. Laß mich ihm seine saure scheun. pflicht Durch lindigkeit vers 6. Laß mich sie nicht betrü füßen. Er soll, wenn hülfe gen. Necht thun, sei mein ihm gebricht, Sie stets von vergnügen, Uno freude jede mir genießen. Ibn tragen pflicht. Was ich denk', will ich, ihm verzeihn, Und rede, thue, Ich gehe oder wird er frank, sein pfleger rube, Gescheh vor deinem an sein. geficht! Nun ruhen alle Wälder. 7. Du, gott der herrn gott, du gott ber und knechte, Vertheilft mit deinen Der großen milder rechte Den hob'n und der kleinen, Auch ich und niedern heil. Wer nieds bin schöpfer, dein! Du haft rig ist auf erden, Kann mich auch auf erden Zum groß im himmel werden, Hat menschen lassen werden, Und fürften gleich, an dir, gott, deiner soll mein herz sich theil. freun. 8 Auch mich wirst du be 2. Ich soll hier andern die lohnen. Bei dir werd' ich dort nen; Ich thu's; und folg ich wohnen, Und mich mit en ihnen, So folg ich dir, mein geln freun. Laß mich dies stets gott. Laß meiner herrschaft ermessen, Nie deiner bier vers willen Mich gern und froh gessen, Und dann werd' ich erfüllen. Denn dies ist dein einst selig sein. will' und gebot. 3. Behüte mich vor klagen, Laß fill mein joch mich tra gen, Auf dich im dienste sehn. 666. Lehr du mich reden, schwei- i 665. 4. Gines Alten. Vorige Melodie. Gott hat in meinen tagen Mich vás ter- Stände, Alter und Geschlechte. Wince 427 terlich getragen Von meinerlich in jesu hände, denn er jugend auf! Hat mich auf mei bat mich mit gott versöhnt. nen wegen Geleitet und zum fegen Gelenket meines lebens lauf. 5. Gines Jünglinge. 2. Ich hatt' oft große for- Grimuntre dich mein schwacher. gen; Doch wie ein heitrer 667. I komme vor dein morgen Durch dunfle nächte angesicht, Du bricht: So hab ich stets erfah- schöpfer meiner jugend, Verren. Der herr weiß zu bewirt mein findlich fleben nicht wahren, Und führt durch fin- Um weisheit und um tugend! sterniß zum licht. Mein ganzes Leben dank ich 3. War menschenrath ver- dir; Erbarmer, weiche nicht gebens, So kam der herr des von mir; Damit ich deine lebens Und half und machte wege Unsträfllich wandeln bahn. Ich ließ ihn thun und möge. rathen. Denn er thut große 2. Du pflanztest, herr, in thaten, Und nimmt sich aller meine brust Berlangen nach mächtig an. vergnügen. Laß mich den 4. Bis zu des alters tagen hang zu jeder lust, Die du Will ich dich heben, tragen verbeutst, besiegen! Dein un Und dein erretter sein! Dieß ausbleibliches gericht Vergesse hat mir gott versprochen; Hat meine seele nicht. Und weder nie sein wort gebrochen, Des glück noch leiden Laß, herr, will ich auch als greis mich von dir mich scheiden. freun. 3. Wenn, vater, sich auf 5. Er wird in meinem al- meiner bahn, Mich in ihr neg ter Mich tragen: Mein erhal- zu ziehen, Berführer meiner ter Ist gütig und getreu. Bin seele nahn: So laß mich) ich gleich schwach und müde: klüglich fliehen. Ihr beiſpiel, Bei ihm ist troft und friede; herr, entferne nicht Mein Er steht auch meiner schwach berz von dir und meiner heit bei. pflicht; Sbr spotten und ibr 6. Nach wenig bangen lachen Laß nie mich wankend funden hab ich ganz über machen. wunden; Ich bin dem ziele 4. Der tugend heilige mich nab, Dem ziele meiner lei ganz, Mein schöpfer und er den. Dwelche hohe freu- baiter! Sie werde meiner ju den Erwarten meine frele gend glanz, Und einst mein dal troft im alter. halte mein 7. Se barre froh und stille gewissen rein, Laß feinen meis Bis meines gottes wille Michy ner tage sein, Der nicht zu nach dem fampfe frönt. An deiner ehre Von mir geheiligt meiner laufbahn ente Einf wäre: 3. Ach 428 Dritte Abtheilung. 11. Lieder für besondere. 5. Ach, lebre mich den werth Stets sei ihr schmuck bescheis der zeit, Daß ich sie nicht denheit Und ihre schönheit tus verschwende; Daß ich mit gend. Kein schmuck gefalle weiser tbätigkeit Zum guten mir, wie sie; Den gib mir, fie verwende. Laß meiner gib, daß ich mich nie Für jugend fleiß und müb Um unbescheidne blicke, Um sie zu sonst nicht sein und fegne reizen, schmücke. sie. Laß auch durch mich 5. Die luft zur eitelfeit laß auf erden Dein werk geför- nicht Mein junges berz ents dert werden. inzünden. Sie streitet wider duythdal meine pflicht und locket mich 6. Giner jungen Ghrifin. zu fünden. Was hilft das prangen vor der welt, Wenn, gott mein berz nicht dir ges 668. Ich will in stiller fällt? Drum will ich mich einsamkeit Mein bescheiden In zucht und deNur muth kleiden. In voriger Melodie. Herz zu dir erheben. deinem dienste fer's Dir ewig, gott, geweibt; 6. Auch sei mein auge, ergeben. wie mein berz, Unfträflich; Vernimm, o vater, mein ge nie entzünde Ein freier uns bet, Das stets um licht und fittsamer scherz Geheime luft stärke flebt: sang deinen gu- zur sünde! Die unschuld ten willen Mit freuden zu sei mein liebster ruhm, Ein erfüllen. auter ruf mein eigentbum, 2. Preis dir und dank, mein Den jeder gern mir gönne, schöpfer, gott, Du gabft mir und niemand lästern könne. meine feele! Preis dir und danf, mein mittler, gott, Du 7. Gib, daß in stiller bäusstarbst für meine seele! Preislichkeit Ich eitle zeitvertreibe sei dem geiste, dank, und lob! Stets gern entbehr, und alleDer mit zu seinem lichtzeit Im guten thätig bleibe. erhob, Der mich zur wahrbeit Der Umgang, der verführung führet, Erleuchtet und regieret droht, Sei mir mebr schiedlich) 3. Ja, bin o herr, mein als der too; Laß seine wilden gott, dein Find, Mein beit freuden, Wie eine peft mich ist's dich zu lieben. O mache meiden. mich dir gleichgesinnt u 8. it wabren frommen allen meinen trieben Saß muß ich mich Durch frömmige meine seele keusch und reinsfeit verbinden, und ibrer Stets deiner liebe wobnung liebe werth durch dich Der sein; Und suchen dir vor allen, freundschaft glück empfinden. Dvater zu gefallen. Laß diesen umgang fanft 4. Vor eitler selbstgefällig und rein. Mir liebreich durch keit Bewabre meine jugend.lihr beispiel sein, Daß mich menn Stände, Alter und Geschlecht. snis( 429 wenn ich mich freue, Nie meinslos weine in fiiller einsamvergnügen reue. feit. Du vater alle welten, 9. Ach sende deine hülfe mir, Willst öffentlich vergelten, Dieß gern zu thun erhöre Wenn deiner fiill mein herz Mein brünftiges gebet zu dir, sich freut. Daß ich dich ewig ehre. Dir 6. Jch will dann frohen weib ich, gott, mein lebenlana muthes Aus allen fräften guDer unschuld und der tustes Vor deinen augen thun; gend dank, Und will, zu dir Will mich der welt entziehen erhoben, ich einst vollkom- Und lärm und thorheit flieben, men loben. Und still in deiner jügung rubn. 7. Giner Wittwe. In allen meinen Thaten. 7. Dann eilen meine tage, Mit ihrer noth und plage, Leicht, wie ein traum, dahin. 660. Gott bört ter witt. Dann leg idy meine glieder wen fleben, Mein Froh einst im tode nieder, aug' soll auf ihn seben; Er ist Wenn ich zum himmel reifer mir mehr als mann! In bin... allem schmerz und leide Jft er 8. Dann geh ich, den zu mein troft und freude, Mein schauen, Der mein ftab, mein fels, den ich umfassen kann. vertrauen, Mein gott ist und 2. Mich tröstet seine gnade, mein freund. Wie will ich Er ist auf jedem pfade Bei ibn dann ebren, Jhm danken mir bis an das grab. Er für die zähren, Die ich als will mich nicht verlassen Dieß wittwe bab geweint! troftwort will ich fassen, Als meinen wittwenwanderstab. 9. Dann find ich, die ich licbte, Der'n abschied mich bes 3. Wo seit viel tausend jab trübte, In meines fchöpfers ren Betrübte wittwen waren, band. Wie wollen wir uns Die haft du, gott, verpflegt; freucu, Und unsre lieb er Die sich auf dich verließen, neuen, Jun thränenfreien.vaters Und glaubig dir zu füßen land! Des fummers schwere last 10. Getroft durch gottes gelegt. gnade Geb ich die schweren 4. In dir will ich mich stär- pfade. Gott lindert meine ten, Du wirst auf mich auch notb. Nicht ewig werd' ich merken; Mein seufzen ist vor weinen. Sch fomme zu den dir. Ich will mit heißem fle- meinen, Bald seh' ich sie bei ben Vor deinem antlig steben: meinem gott! 49 8 Du wittwenhelfer fiebst nach intr. and 13 ( Wenn sie Kinder hat.) 5. Du fiebst mich, wie ichs 11. Hierber, ihr meine meine, Siehst, wie ich half- waisen! Mit mir den gott zu 430 Dritte Abtheilung. III. Lieder bei besonderen Vorfällen. zu preisen, Der euch erhalten schon jung so schmerzlich fann: O gott, sei bu ibr vater schlägst? Ihr schußherr, ihr berather! 3. Doch ich erfahr es wahrlich Nimm dich der armen schaafeleinst, Daß du es treulich mit mir meinst. Vielleicht schon in der prüfungszeit; Gewiß dort in der ewig. an. TUOT 8. Giner Waise Herr Jesu Christ wahrer.feit! 670. Son frübe sept 4. Gott, nicht aus zorn ents do re mich gottes band ziebest du Dir meiner jugend In einen kummervollen stand; lust und ruh. Zu meiner les Auf einer leidenvollen bahn bensbesserung Fühl ich des le ang sich den lauf des lebens bens notb schon juna. anly Ang 5. Jch bitte, herr, laß jede pein 2.Gott, du bist meine zu mir eine tugendfibule sein. versicht. Allweiser, noch weiß Laß mich unsträflich vor dir ich es nicht, Warum du früh gebu, Und still auf deine hülfe mir freug auflegst, Und mich sehn. III. Für besondere Vorfälle. mm 18 Bei der Trauung der Dig heleute., Riebster Sesu wir sind hier. [ be, Gottes freundschaft immer babe. babe.j pollon 4. Sei ihr beistand in der 671. Herr, der durch der noth. Sei in fummer ihre liebe band Mann freude. Gib, daß nichts, als und weiß genau verbindet, nur der tod, Die verbundne Herr, der auf den ebestand herzen scheide. Laß sie, frei Seines reiches wachsthum grün von noth und sünden det. Segne die, die jetzt mit Sich im himmel wieder fin beten In den stand der ehesten. treten. Vom Himmel hoch da. Gott, dessen liebes voller rath Den 2. Du hast, großer gottessohn Einst ein frommes paar geseg- 672. net: Und noch jest auf deinem thron Bist du helfer, der gernlebestand gestiftet hat. Mit fegnet. Laß die, die sich jetzt liegen weihtest du ihn ein, verbinden, Deine huld und Laß ihn auch stets gesegnet macht empfinden. om fein. 3. Christen stehen hier ver 2. Dein segen fehl auch diesen eint, Deinen segen zu erbitten. nicht, Die hier vor deinem anAllertreuster menschenfreund! gesicht Verbunden durch der ehe Tritt du segnend in die mitten, band sich treu gelobt mit herz Daß dieß paar die beste ga- und hand. 3. Mit 2. Bei der Kommunion junger Chrißen. Bei der Communion junger Christen. Mel. Allein Geit in der höh 673. Herr, unser gott, 1910 erbarme dich In christo aller sünder, Und sieh 1. Laß sie als chriften lie auch jego gnädiglich Auf diese ben dich. Laß sie als gatten unsre finder Dunahmst sie schon lieben sich. Von untreu bei ihrer tauf Durch deinen auch im Herzen rein, Und fohn zu findern auf, zu erben fensch in wort und werken sein. deines bimmels. 3. Mit gnaden schau auf sie 2. berab, Daß sie zusammen bis insgrab Verträglich, freundlich, gleichgesinnt, Vor allem gottes fürchtig sind. 431 2. Zu ihres glaubens rechenschaft, Zu ihrem angeloben, Gib, vater, deines geistes kraft, Das sie des glaubens proben, Voll eifer für das christenthum, Zu ihrem heil und deinem ruhm, 6. Was ihnen ihr beruf ge- Im ganzen leben zeigen. beut, Das laß fie thun mit 3. Zwar mächtig wird in freudigleit. Und so geling ihribrer brust Die fünde sich emfrommer fleiß zu ihrem wohl pören. Sie werden oft zur und deinem preis. bösen luft Gefährlich locken hö5. Zusammen laß sie dir vertraun; Zusammen ihre seel' er baun; Zusammen deinen ruhm erböhn, Und deinen segen sich erflehneed t ren. Die welt, wird ihre lift 7. Empfinden und erfahren und macht, Die manchen schon fie Des erdenlebens last und zu fall gebracht, An ihnen müh: So trage jeder gern sein auch versuchen. theil zu seines gatten trof 3. Doch deines geistes fraft und heil. und gnad Kann, bei so viel ges 8. Willst du durch finder sie erfahren, Auf wahrer tugend, ebe freun; So gib zu ihrer zucht nem pfad Allmächtig sie bewah. gedeihn; Daß fie als christen ren. Erbarme tich, steh ihnen fich bemühn, Dem himmel bei, Daß ihres lebens zierde sei bürger zu erziehn. Ein frommer christenwandel. 9. Wenn dein rath ihnen 5. Hier nab'n sie sich zu dir, o trübsal schickt: Laß sie darin wo freud und leie bis in den gott, Dir heilig zu versprechen: nicht unerquickt. Gib beitre tod Den taufbund nicht zu tage nach dem leid, Und segn' brechen. Gib doch durch deine es für die ewigkeit. gnadenkraft Die alles gute in 10. Und trennet einst auch sie uns schafft, Das wollen und der tod. So sei ihr trost, daß un vollbringen. fer gott, Die tugendhaft sich 6. Uns selbsten, herr, verhier geliebt, Einander ewig lasse nie, Die wir es freudig wieder gibt. ng wagen, Für uns zu bitten und 432 Dritte Abtheil. III. ieder für besondere Fälle. und für sie, Du wollft uns du's meinst mit mir. Beglücke liebreich) tragen. Ja nimm meine reise, Denn ich vertraue dich aller gnädig an, Und vir Auf allen meinen wegen leit' uns auf die tugendbahn, Begleite väterlichy Mit deinem Die zu dem himmel führet. chuß und fegen Mit deiner donn ho or bülfe mich. 3. Bei der Einführung 2. Ich bin in deinen hännoch eine's Prebiges.ren, Diß soll mein herz sich Liebster Jesu wir sind hier.freu'n; Denn du kannst rettung 674. Here, bier flebet un fenden, Wo mir gefahren bräun. fer hirt, Der Bin ich bei dir in gnaden; So sein amt mun angetreten, Der fürcht ich nichts, v gott, Du uns tünftig weiden wird; wehrest allem schaden, Mein Hore sein und unser beten; retter in der noth; Sein gebet; uns recht zu leb3: So will ich denn mein ren, Unser flehn; ihn recht zu leben, Getreft und wohlgemuth, hören. ng Dir, vater, übergeben Und 2. Gib ihm fraft, nach seis deiner treuen hut. Erhalte nem flehn, Das verwundete meine fräfte, Beglücke meizu heilen; Den verirrten nach nen fleiß, Und meiner pflicht angehn; Den bestürzten zuzu- geschäfte zu deinem ruhm und eilen: Frevler heilsam zu ers preis. schrecken und vie trägen zu 4. Laß dir auch meine lies erwecken Puur a ben 3um schuß empfohlen 3. Ruf ihin zu: so hab nun sein. Nichts müsse uns bes acht Auf dich selbst und auf trüben, Dein trost uns stets die peerde; Daß, wenn er erfreun; Und sehen wir uns für andre wacht, Er nicht selbst wieder In ruh und wohlverwerflich werde; Daß er ergehn Wie sollen unſre nicht die frucht der lebre lieder Dann deine huld er Durch den wandel selbst zerstöre. böhn! and t 2. Nach glüdlich volls 4. Legt er endlich in dasismid mechan grab Lebensfatt die matten glieder, und auch seinen hir tenstab, Nach der sauren ar beit nieder: Herr, so gib ihm dort zum lohne Tie verheißne Wer nur den lieben Gott läßt. shadenfrone. Pred 676. Dant sei dir, vater brachter Reise. meines Lebens, dan 4. Bet Reifen. Du hast mich froh zurückges bracht. Ich flehte nicht zu bir vergebens. Du hast mich vä675. Dich bitt' ich, gott, terlich bewacht. Durch deine beweise, Wie gut gnade bin ich hier. Dein 1. Vor und auf der Reises Herzlich thut mich verlang! schuß 4. Bei Reisen. 5. Bei schweren Gewiltern. 433 schuß und schirm war überjund wetter ber; Machst durch mir. der blige brand Die luft von 2. Gesundheit hast du mir dünsten rein, Und tränfft das verliehn, Und schaden von dürre land. mir abgewandt. Du haft ge- 3. Dallmacht unsers herrn! segnet mein bemühn Durch O güte, der nichts gleichet! D deine milde vaterhand. Auch weisbeit, die fein wig Der meiner feele wandtest du, sterblichen erreichet! Laß deis O herr, so manches gute ne größe uns In deinen werken sehn, Und selbst im 3. Nun kann ich wieder wetter auch Uns deine huld mit den meinen Mich deiner versteh'n. zu. güt' und bülf' erfreun; Mit 4. Denn wenn darüber ihnen mein gebet vereinen gleich Luft, erd und meer er Únd dir des Dankes opfer schüttern: So darf ein fromweih'n; Daß du mit deiner mes herz Doch daruin gar vaterhand Gefahr und schaden nicht zittern. Schreckt dich abgewandt. des schöpfers macht: So dens 4. Sei ewig, gott, sei fe froß dabei: Toß sie auch hochgepriesen Für alles gute, groß genug zu deinem schutze das du mir Auf meiner reis fei. se haft erwiesen. Mein fro- 5. Du ehrst, o christ, ihn hes lob gefalle dir. Dir will nicht, Wenn du nur knechtisch ich nun mich ferner weihn. bebeft; Bei jedem Dein lebend und auch sterbend schlag In ängsten fein. donner troftlos schwebest. Sieh deinen star= fen gott Doch nicht so macht5. In allerlei Gefahren los an, Daß er im wetter und Möthen. nicht Dich, auch beschüßen 1. Bei schweren Gewittern. kann. Nun danket alle Gott. 677. 6. Es wirket feine macht böchster, dessen Ein ehrfurchtvolles grauen;" fraft Luft, meer Doch diese macht wirkt auch und erde träget; Der erde, Bei frommen das vertrauen: luft und meer Durch einen An uns liebt unser gott Zwar wink beweget. Ich traue ehrerbietigkeit: Doch mehr deiner güt, Und ehre deine noch zuversicht, Mehr noch gemacht, Obschon bei deinem laffenheit. blig Der donner schrecklich 7. Und sollte dieser sturm fracht. Dir etwa schaden bringen; 2. Du führeft väterlich, Der So suche christlich stark Die faat zum reichen segen, In unruh zu bezwingen. Es kann wolken über uns Den oft dir nichts geschehn, Als was gewünschten regen Durch wind durch ihn geschieht, Und das ift e 431 Dritte Abtheil. III, Lieder für besondere Borfälle. Herzliebster Sess was. 678. Kommt, laßt uns 8. Doch weil so fester muth gott und seine In unsrer macht nicht stehet; größ erheben, und nicht für Und man sich nur durch dich seinen donner heidnisch beben, Zu dir, o herr, erhöhet: So Und nicht( dann er kann segnen flebe ich au dir, Der alles und uns schüßen) Vor seinen gute schafft, Gib mir, dir zu bligen! vertraun, Muth, willigkeit und fraft. 2. Sie können tödten uns und unsre heerden; Zerstörer 9. Co oft wir blißen sebn; sein und auch wohlthäter werSo oft wir donnern hören, den; Soll aber dann, wann Laß uns durch hoffnung dich sie die welt erschüttern, Der Und auch durch ehrfurcht ebromine zittern? ren. Hat deine güte schon 3. Ift's göttes absicht, daß Den blig hervorgebracht: Sofie beben sollen, Wo donner ist dein strabl doch auch Ein unter seinem throne rollen; werkzeug deiner macht. Und daß wo blize flammen, ist alles gut, Begreifst du es schon nicht! 10. Was ist's, daß dir dein dann zur rache Sein zorn ernichts mehr fühlbar machen wache? Fönnte, mensch, als dieser] 4. Sie zeugen ja, wie alle sturm Empörter elemente? Erceine werke, O gott, von deipredigt, sterblicher, Der oft foner weisheit, huld und stärke. trotzia ist Mit lauter flimme Gleich herrlich ist im sturm dir: Wie schwach und klein du und in der stille Dein rath bist. und wille: 11. Gott, der die wolfen 5. Von tiefer ehrfurcht, lenkt, Erbarme dich aus gna- herr, von dir durchdrungen, den. Laß dieß gewitter doch, Seh'n wir in der natur Ovater, uns nicht schadenerschütterungen, Auch Gib, daß der feuerstrabl, güte, die sie schmücket und Wind und der schlossenbelebet, Selbst wenn sie beer Uns nicht an leib bebet. und gut, Allmächtiger ver zehr. 6. Furchtbarer wird sie dann, wie deine frommen, Geprüft 12. Ach laß in der gefahr zu werden, oft in trübsal komBei donner, blig und stürmen men. Wir leiden, durch geduld Une deine lieb und macht Bezu edlen werken Uns mehr zu decken und beschirmen. Vorsstärken. allem aber gib, Wenn die ge- 7. Dann reifen fröhlicher fahr vorbei, Daß dir für der tugend saaten Zu mannigschuß und huld Auch jeder danke faltigern und schönern bar sei. lihaten. Sie werden, wenn die 5. Bei schweren Gewittern. sti 435 die trübsal sie bewähret, Nur 2. O seele, preise den ers mebr verkläret. retter, Der seine große kraft 8. So strahlt, wenn donner betvieß, Den starken gott, der die natur erschüttern, In größ- sich im wetter So majestätisch rer schönheit sie nach unge- hören ließ, Der selbst des wittern, Als schmückte sie nun bliges strahlen lenft, Und eine neue sonne Mit neuer stets uns in gnaden an denft. wonne. 9. Verderben, schwangre 3. Wenn die erhißte dünste dünft' entfliebn, Die uns und unsern und seuchen. beerden glühen, so daß die menschen vieh Den odem matt drohn', entweichen. Auch und das vieh Den odem matt und schmachtend ziehen: Wie athmen wir, von leichtrer luft froh und munter werden sie! umgeben, Mehr kraft, mehr Sobald nur in die schwüle leben. 10. So steigt, wenn einst luft Der donner kühle winde ruft. am größten aller tage Für fromme nicht mehr sein wird 4. Wie lieblich hebt sich das leid und lage, Empor, nach getraide, Getränket durch den jenes weltgerichts getümmel, regenguß? Und wie vergnügt Ein neuer himmel. 1 betritt die weide Der neu 11. Wir werden dann zu belebten thiere fuß? Der einem neuen leben Hervorgehn, muntern vögel frohes heer werden dir entgegen schweben, Singt froher des erhalters In diesen neuen himmelebr'. aufgenommen Mit allen frommen. 5. O gott, es bringt uns manchen segen Der bliß und 12. Weil wir noch hier donner deiner hand. Er bahnt find, sei von uns erhoben, den weg wohltbät'gen res Dann werden wir mit neuer gen Und fruchtbarkeit strömt fraft dich loben, Dir bringen, herr, für alle deine werfe Preis, dank und stärke. auf das land. D'rum wird dir, wenn der frevler zagt, Von christen freudig dank gefagt. Nach dem Gewitter. Wer nur den lieben Gott. 6. Jetzt sprichst du zwar o ist, nach gottes nicht mehr aus wettern; Doch rath und wille, beilig bleibst du für und Das wetter glücklich nun vor- für. Dein blig droht nicht bet, Und bei der angenehmsten mehr stille lebt alles auf und lebt bleib aufs neu. Herz! fordert dies dir. Du nicht deinen dank Und deinen zuversicht. frohen lobgesang? Izage nicht. zu zerschmettern, Doch ich ehrfurchtsvoll vor bleibst stets meine Ich liebe dich und e2 2. Bei 679. 436 Dritte Abtheil. 111. Lieder für besondere Vorfälle. 7. Indessen gönn' uns armen, D vater, dein erbars men Und steh uns mächtig jammervolle ta- bei; Daß künftig neuer segen, ge, Da so viel Auf allen unsern wegen, angst und plage Uns hart be- Nach deiner huld stets bei troffen bat: Ein großes maaß uns sei. voll thränen, Ist bei dem ban- 8. Ersetze, was zusammen gen sehnen, Jegt unsre speise Wir durch die wuth der flamfrüh und spat. men So schleunig eingebüßt. 2. Bei Feuers nöthen. Für Abgebrannte. In allen meinen Thaten. 680. 2. Drum fallen wir in bu- Erfülle dies begehren. Du se Dir, böchster gott, zu fu- wirst uns, gott, gewähren, ße, Erkennen unsre schuld; Was unsrer wohlfahrt dienErbarme dich der fünderlich ist. Verstoß nicht deine finder; 9. Erbaue, was zerstöret Erzeig uns wieder gnad und Und was die gluth verzehhuld. ret. Steu'r fünftig allem treue brand: So wollen wir von Ach,' neuem Uns deiner güte freuDu en, Und ehren dankbar deine 3. Gedenk an deine Wir fleben voller reue merk auf unser flehn. bist ja unfer vater, Erhalter hand. und berather. Laß uns nicht gänzlich untergebn. 4. So groß der fünden schaNach der Feuersgefahr. Wenn wir in höchsten nöthen. de: So ist doch deine guade 681. Gott, dessen macht Noch größer als die schuld. des feuerskraft Du kannst uns nicht verder 3um segen und verderben schafft, ben. Denn christi blut und Mit welcher schrecklichen ge= sterben Erwarb uns deine gnad walt Berwüstets und wie leicht und huld. wie bald! 5. Wir flehn durch seine 2. So manche bäufer hats wunden, Wo wir stets beil ge- verzehrt, So mancher menfunden. Ach gib uns trost und schen glück zerstört, Auch dies heil. Laß sich um deren wil- bat deine hand gethan. Wir len Doch unser elend stillen, weinen, herr, und beten Gib uns an deiner gnade an. theil. 3. Wir weinen, doch ver 6. Es soll bir leib und le- lebren wir auch deine huld, ben Zu deinem dienst ergeben sie half auch hier; Und hielt Und aufgeopfert sein. Dein der flammen schnellen lauf, geist, herr foll uns führen Der übrigen zu schonen, auf. Und jederzeit regieren. Dein 4. Mit unsern brüdern wort, o herr, soll uns er seufzen wir In ihrem jamfreun. mer, gott, zu dir. Laß fie nicht 437 2. Bei Feuersnöthen. 3. In Wassersuoth. nicht bülflos, tröste sie Die du Beschüß uns gut und les gebeut baft, segne sie. ben. Dann wollen wir Dir, 5. O gib, daß wer ver- gott, dafür Dank, preis und schont ward, nicht Vergesfelehre geben. seiner schönsten pflicht, Dergs vflicht betrübte zu erfreun, nach Barmherzig und auch mild zu sein. ILG Nun danket alle Gott. 6. Was du uns nimmst, 683, das kannst, du, gott, Auch wiedergeben, jede noth Rob, ehr und dank sei dir, gros In ser gott, gesungen, Daß du beil verwandeln, weis' und gut durch deine macht die wilde Ist alles, was dein wille flurb bezwungen. Es tobete thut. der wind, Das wasser schreck7. Gib unterwerfung und ge- te sebr, Die wellen rauschduld, Daß wir ne deiner va- ten schon Fast über uns daterhuld Berlustig werden; voll her. vertraun, Dich, wo fein leid ಶಿವ ಕ ber 2. Doch mitten in der slutb ist, einst zu schaun. Bewießest du erbarmen, Und 8. Schüß unser ganzes va terland Vor mangel, seuchen, frieg und brand. balfft uns väterlich; Du zeigreft an uns armen, Daß du Gib, weil von herzen doch Die mens du unser vater bist, Uns allenschen nie betrübst, Und fm bewas uns selig ist. trüben auch Sie als ein vater liebst. cibut sisid geendigter Wassersnoth. 3. In Wassersnoth. Was mein Gott will. 3. Nun ist der sturm vors bei, Die fluth hört auf zu 682. Wir sind in noth, roben. Gott, du hast sie beLaß uns, o gott eroht Mit starker hand von Die fluth nicht überschwem oben. Die waffer laufen ab, men! Nimm uns in acht, Wehr Der mensch wird wieder frob, ihrer macht, Du kannst die Der voll von furcht und wogen hemmen. Verbirg jept angst Nach hohen orten nicht dein angesicht. an uns in gnaden. denn nun gewenn uns jetzt Dein arm be preißt, vater aller güte, schüßt, Was kann die fluth uns Nimm an, was wir dir jetzt schaden? Aus dankbarem gemüthe Für Gedenk floy. Gott, 4. So sei 2. Ach, bilf uns, berr, deine große treu 3um opfer Allmächtiger, Um jesu christi bringen dar, Selbst unser willen! Ach du allein Kannst herz soll sein Der lob- und uns befrei'n, Kannst furm danfaltar. und wellen fillen. Erbar- 5. Eifreue wiederum Das me dich. Hils väterlich land, daß du betrübet, Erquicke 438 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. quicke uns, dein volk, Dasstigungen gut: So faffen wir in fich dir, herr, ergiebet Zu frommer stille Dennoch zu dir ewig treuem dienst. Gib neueden frohen muth, Daß du gefruchtbarkeit, Und schenk auf wiß zur rechten zeit, Uns zu diese fluth Uns segensvolle erretten, seist bereit. zeit. 4. In Kriegszeiten. Wer nur den lieben Gott. 6. Du züchtigeft; doch stets mit massen Und meinst es immer väterlich: Auch uns wirft du nicht ganz verlassen, Und 3iebt, o gott, unsrer noth erbarmst du dich. ein friegeswetter Wir sollen nur durch angst Seßt über unserm haupt ein- und pein Geläutert und gereiher; Doch bist du unser schug nigt sein. 684. und retter, So fürchten wir 7. Frob werden auch wir uns nicht so sehr. Wie hef- rühmen müssen, Wenn du uns tig auch gefahr und noth Den wieder wohlgethan: Gott brach, völkern und den ländern nach uns verborgnen schlüssen, droht. Zum heil uns auch durch noth 2. Gib, vater, in so trü- die bahn. Du bleibest unsre ben tagen, Uns nur den sinn, zuversicht, Barmherziger, verauf dich zu sehn, Und da, wo laß uns nicht. andre trostlos zagen, Mit zuversicht zu dir zu flehn, Weil nach erlangtem Frieden. nie doch menschenhülfe nügt, Wenn deine rechte uns nicht schützt. In voriger Melodie. 685. Gelobt, gelobt feist 3. Kein blinder zufall herrscht du mit freuden, auf erden, Du bist es, der Gott, der du liebreich an uns die welt regiert. Ein jeder denkst, Und nun uns nach muß es inne werden, Daß des frieges leiren, Des friedeine hand die welt regiert. dens wonne wieder schenkst. Drum wollen wir, berr, voll Du heisseft die verwüstung vertraun Auf deinen schuß und fliebn, Und sicherheit und segen hülfe baun. blühn. SING 4. Wir fallen gern in dei- 2. Herr, das thust du, was ne arme, vater der barm- du behüteft, Dem darf sich herzigkeit! Und fleben demuths- fein zerstörer nahn. Wenn voll: erbarme Dich über du, allmächtiger, gebietest, Ist uns zu dieser zeit! Laß gna- alle zwietracht abgethan. Auch de nur für recht ergebn: So über uns hast du gewacht, bleiben wir noch aufrecht Auch uns die ruh zurückgestehn. bracht. 5. Und findet, herr, dein 3. O christen fühlt das weiser wille Noch ferner züch- ganz und preiset Frohlockend ihn 439 4. Sn Kriegszeiten. 5. In Theurung. hn, der uns erfreut; Der seis scher aller welt, Du vater nes armes macht beweiset, voll erbarmen, Der ewig glaus Und bei der macht barmherzig- ben hält, Du unsre zuvers feit; Der uns auf gnaden- sicht, Zu dem wir alle flehen, flügeln trägt, Und wunden Auf den wir findlich sehen, heilet, die er schlägt. Verlaß, verlaß uns nicht! 4. Preist ihn durch freu- 2. Erbarmender ach wende diges vertrauen! Ihr seht, Der zeiten schweren lauf! Thu was seine hülfe kann. Er läßt deine milden hände, Uns zu sie uns auch ferner schauen, versorgen, auf! Was irgend Und nimmt sich unsrer mächtig leben bat, Nährst du mit wohlan. Wo wir nichts können, gefallen, Nähr uns auch, schaff nichts verstehn, Wird, was uns allen Bei unserm mangel uns nüßt, durch ihn ge- rath! schebn. 3. Herr, der du auch uns 5. Preist ihn durch wohl schufeft, Steb uns mit hülfe thun und erbarmen, Wo ihr bei, Allmächtiger du rufeft der brüder noth erblickt; Daß Dem nichts, damit es fei. ihr die leidenden und armen zu helfen ist dir leicht, Du Epeift, tränfet, fleidet und er fannst dem mangel wehren, quickt. Damit sich alles, alles In überfluß ihn kehren freu', Und durch den frieden Wenn's uns unmöglich glücklich sei. deucht. 6. Preift, preift ihn durch ein frommes leben; der beste lobgesang! Dieß ist, 4. Die früchte laß gerathen, So viel und deine bülf uns sehn; ist uns von ihm gegeben! So Erquicte du die saaten, So sehr verdient er diesen dank! oft sie traurig ftehn. Herr, selbst das land, Olaffet herz und wandel rein baue Tränk es mit thau und reUnd ihm ein würdig opfer gen, Und füll es an mit sein! 7. Nimm, vater, unfers liegen, Zius deiner milden dankes lieder Auch jetzt mit hand. wohlgefallen an. Frob schalan. Frob schal- 5. Erhör uns, vater, frölen unsre tempel wieder Von ne Das jahr mit deinem dir, der uns so wohlgethan ut, Das sich das Herz geHerr, unser gott, dich loberwöhne Zu wohl gefaßtem wir, Herr gott, wir ranken, muth. Lehr es sich deiner danken dir! freu'n; Stets zutraun zu dir baben, und deine segensgaben Durch mis brauch nie ent5. In Theurung. Von Gott will ich nicht lassen. weihn. 686. Du bester troft ber 6. Allzütiger, wir hoffen armen, Beherr- Auf dich und deine treu. e 4 Oft 440 Dritte Abtheil. III, Lieder für besondere Vorfälle. Oft hat uns noth betroffen, herrn, Gehorchen, bir nur les Und da flandst du uns bei. ben. Sprich nur dein mächtig 6. Auch glauben wir an wort, Daß wir den mangel deinen sohn, Um jefu willen heben, Wir werden froher duld und schon'; Und laß uns leben, Dich preisen hier und troft erscheinen. Streck aus dort. An die band, und laß das land Nicht länger hülflos wei113 nen. 6. Bei gefährlichen 30 Seuchen. Al In dich hab ich gehoffet. 7. Sei mit den sterbenden, daß fie Dein antlig schaun und alle, die Noch leben, die 687. Du, gott, bist unsre bewabre; Tröft in dem schmerz hülf und macht Daß unser herz, Wie gern du Wenn uns dein auge nicht be- hilfft, erfahre. wacht, Wer wacht, wer hilft 8. Das ganze volk freblockt uns armen? Erretter, dir, Dir ir dann, Und betet dich, erflehen wir, Du wolleft dich retter, an, und preiset deine erbarmen, and anade. Dann wandeln wir, 2. Der seuchen gift verbrei O gott, vor dir. Mit freuden tet fich Weit um uns her, deine pfade. erbarme dich, Laß uns nicht plöglich sterben. Entreiß dem 7. In allgemeiner Noth tod Uns, der uns droht, Entüberhaupt. reiß uns dem verderben. 3. Du bist ein gott, der Wenn wir in höchsten Nöthen. gern verzeiht. Laß uns den 688. Nimm von uns, noch barmherzigkeit, Für deinem! herr, wir flehn throne finden. Und dein ge- dich an, Dich, der allein uns richt Bertilg uns nicht In helfen kann, Nimm von uns, unbeweinten fünden. herr, der strafe last, Die du 4. Kein reichthum schüßt; uns aufgeleget hast. kein stand; kein ort; Hier 2. Herr, unsrer schulden zahl weinen wittwen; eltern bort; ist groß! Wer wird die böse Und da verwaifte tinder. Die, neigung los? Wer ist, der feuch erreicht auch den, der seine sünden zählt? Wer von fleucht, Den frommen, wie den uns weiß wie oft er fehlt? fünder. 3. Nicht schwachheit nur, 5. Deß alles sind wir auch misfetbat It's, die dich werth, doch wir Beweinens, gott, beleidigt hat. Oft hagott, und flehn zu dir! Du ben wir der menschheit werth, wolleft uns vergeben, Wir dein göttlich ebenbild entwollen gern Dir, unserm chrt. 4. Ge 441 7. In allgemeiner Noty überhaupt. un danket all' und bringet. vor dir Bekennen und bereuen 689. Gott, ein erbarmer wir: Demüthig flagt dir herz warest du Des 4. Gerechter gott, vor dir, und mund: Wir brachen deinen volkes israels. Du führeft sie heil'gen bunt. im in's land der rub, Und warft d 5. Ach, laß uns noch erbarihe gott, ihr fels. mung sebn: Laß noch vor 2. Sie fündigten, du ftrafuns vorübergehn Die strafgetest sie; Da flebten sie um richte, die uns drohn, Und guad. Du gnädiger erhörtest gib uns nicht verdienten sie, Wenn fromm ihr herz dich lohn. bat. 6. Hörst du uns nicht, 3. Mit demuth und mit zubör jefum Chrift, Der unser versicht Fiebn wir dich, vater freund und mittler ist, Und an, Verstoß uns deine kinder laß noch stehen dieses jahr nicht, Du bists, der helfen Den baum, der ohne früchte fann. war. 4. Dein vaterherz erbarmet 7. O geist der gnad' und sich); Ist willig zum verzeihn. des gebets, Regiere du forts Der menschen wohlfahrt freuet hin und sters! Laß unser Herz dich, Dich schmerzet ihre von sünden rein, Und unsern pein. wandel heilig sein. 640 Ach kehre wieder, und 8. Ström deinen segen, herr, erquick Dein volk, das zu dir ins land, Thu auf die milde weint: Mit deinem segen vaterhand, Gib unsern feldern fomm zurück. Bleib ewig undein gedeihn, Hör nicht auf ser freund. vater uns zu sein. Inil no22 6. Ovater! wir vertraun reut. 9. Verleih uns frieden auf dich, Auf deine gütigund verleih, Daß unser herz keit. Vergib uns armen vä dir dankbar sei. Nie sei dein terlich Die fünde, die uns volk der feinde spott, Zeig 7. Bist du erhören und immer dich als unsern gott. verzeihn: So freut sich unser 10. Nimm unser größtes geist: So wird dein volk auch gut uns nicht Erhalt uns frömmer sein, Wenn es dich deines wortes licht, Das licht, dankbar preist. das uns die dunkle nacht Des 8. Ach, vater, schone unser pilgerlebens pelle macht. Vergib uns unsre Wir küffen deine va Und fleyen: hab geland! 11. Und fährst du hier zu schuld! strafen fort: So schone, gott, sterband, nur unser dort Und gehe, ter, gehe nicht mit deinen dern ins gericht. va- jould. Fin- 9. Laß güte, treu und redlichkeit, Laß frieden ber c5 uns 442 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. und blühn Laß liebe und ge- an der länder noth und heil rechtigkeit Nie unter uns ent- Nimmt kind und frevler seinen fliebn. theil; Nach unerforschter wei10. Treu wohn' in jedes sen wahl; Nicht nach der werke menschen brust, Zu aller wohl maaß und zahl. ergehn, Daß gottes engel stets 4. Laut ruft uns jedes mit luft Herab zur erde schicksal zu: Wir sein nur sehn. ftaub, und herr seist du. Doch 11. Vom himmel wird ge hast du ewig schon gesehn Der segnet sein, Wer thut, was menschen dir gefällig flehn, gott gefällt! Dann werden wir Und haft bestimmt, wo, wie uns dankbar freun, Gott seg- und wann Die weisheit sie net baus und feld! erbören fann. 12. Gott leitet uns zur 5. Dir unterwirft sich unser ewigkeit, Nach seinem weisenherz; Doch zittert es vor noth rath, Gebeiligt sei ihm und schmerz; Und dies ges jederzeit Gedanke, wort und bet, das unsern geißt Zum himthat. mel von der erde reißt, Und 13. Getroft sehn wir auf das bein wort uns selbst gefeine hand, Und trauen seiner beut, Das hörtest du von güt, und hoffen auf das vas ewigkeit. terland, Wo ewig friebe 6. Wenn ab von uns, o blüht. herr, die noth, Die elend Vater unser im Himmelreich. und und verderben droht. Da 690. Sin mensch, ein sehn wir, gott vor deinem fürst, ein ganzes thron, Vertraun auf jefum land, Was sind sie, herr, in deinen sohn. Er starb für deiner hand? Du winkst! so unsrer fünden schuld; Du sind wir nichts als staub, schenkst sie und verzeihst mit Des unglücks und des todes huld. raub. Du winkst! so strömt 7. Herr, vor dir beugt sich uns freud und ruh Aus deiner herz und kuie: Ach rette, gottesfülle zu. schüße, trößte die, ie dein 2. Unhaltbar gehst du deine verborgner weiser rath Ers bahn Mit menschenmacht ist schreckt, geprüft, gestrafet hat: nichts gethan, Die niemals Erschüttre jedes lieblos herz; deinen ratbichluß bricht, Es sei Gib mitleid mit der brüder uns wohlthat oder nicht, Wer schmerz. ist der deine tiefen seh? Cu 8. Und will dein unerforsch schaffst das wohl und schaffst ter schluß, Das unser land das web! noch leiden muß: So schrede 3. Zwar schuldlos ist fein dann dein richterschwert mensch vor dir: Die fünder Den, der zu freveln noch bestrafft du oft schon hier. Dochlgehrt; So trößte den, der gott 6. In Krankheiten. 443 gott noch liebt, Mit troft, den, zu lenken, Daß ich in meiner deine buld ihm gibt. pilgrimszeit Mit neuer treu 9. D vater, der du mäch- und redlichkeit Auf deinen we tig bist, Dir beugt sich, dirgen wandle. vertraut dein christ. Wir 5. Du weißt, wie wenig trau'n dir unserm gott und ich vermag, Du wolleft selbst herrn, Du hörst gebet und mich leiten, und recht auf bilfft uns gern! Beweis durch meinen sterbetag Durch frömjesum gnad und huld! Schon migkeit bereiten, Daß über uns verzeih uns unsre alles, alles ich Dich lieb, und schuld! dankvoll gegen dich, Dich liebe, gott, dir sterbe. 6. In Krankheiten. In voriger Melodie. 692. Dein wille, herr, und vater, ist, 691. A lieber gott! ich Daß ich jetzt schmerzen leide: Es ist gewißlich an der Zeit. mir und andern Und segne jeden bitte dich, Hilf Doch weiß ich, daß du vater franfen, bist, Und dieß ist meine freude. doch wie Dir ist die franfheit wohl bes mich Mit heiligen gedanken. fannt, Mein leben steht in deis Gib uns gelassenheit und ruh, ner hand, Du zählest meine Und unser bester arzt sei du; tage. In schmerzen unser tröster. 2. Wenn in mir manchen 2. Belohne, treuer vater, augenblick Gesundes blut gedie, Die liebreich meiner flossen: So schenktest du mir, pflegen; Für ihre treue segne gott, dieß glück, Das ich so sie Mit deinem reichen segen. oft genossen. Oft war ich War Gib gegen sie mir freundlich frei von jedem schmerz, feit. Laß mich aus unzufrie- gutes muths, brum, o mein denheit Sie nie durch murren berz Leid jetzt auch unverfränken. drossen. 3. Soll diese krankheit tödt3. Nein bester vater, gib lich sein; Soll ich die welt nicht zu, Daß ungeduld mich verlassen: So laß von fün- tränfe. Gib deinen geist mir, denlieb mich rein, im glau der mir ruh Für meine seele ben dich umfassen. Gib luft schenke! Den geist, der stärk und fraft zu jeder pflicht, in schwachen ist, Damit ich als Lehr mich im glauben ans ein wahrer chrift Dieß leiden gericht, Die liebste sünde willig trage. bassen. 4. Vergessen laß mich's va4. Doch willst du, befter ter, nie, Du seist und bleibst vater mir Gesundheit wieder die liebe. schenken; So flebt mein herz mein herz Gib nicht zu, daß doch je Unglaubig dankbar zu dir, Es all'zeit so sich betrübe. Trug jesus nicht auch 444 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. auch meine schuld? It grän- weißt, was jeden tag Dein zenlos nicht deine buld? Nicht schwaches find ertragen mag. ewig deine liebe? Hilf mir, erbarm dich meis 5. Das eilen meiner lebens- ner. zeit Laß mich, mein gott, er wägen. Der todesnacht, der 693. ewigkeit Flieg', ich stets mehr entgegen. Erst dann, wenn Die ich jetzt dieß mein geist bedenkt, Sich Bezeugt mir, daß ich meinen recht zu di zum himmel lenkt, stod Stets in und bei mir füh Wird mir mein schmerz zum re. Ja jede stunde, jede zeit fegen. Erinnert mich der sterblich gerechter gott, an mir spüre, 6. Boll boffnung wend' ich keit, Und spricht: denk an dein mich zu dir, Dir will ich ende. mich ergeben. Schenk wahren 2. Du haft die schmerzen ernst und weisheit mir, Wie auferlegt, Die meine glieder du befiehlst, zu leben. Bes tragen; Doch da mich deine wahre nur für heuchelei, liebe schlägt, Willst du mir gott, mein herz; zum himmel damit sagen: Des todes ursei Gerichtet mein bestre- fach ist in dir! Dein leben ben. aber kommt von mir, Und 7. Ach jeden, jeden augen steht in meinen bänden. blick Laß mich, mein gott, dir 3. Ja wahrlich deine vaterweihen; Zieh von der erde hand Will mich durch leiden mich zurück; Laß nichts den rühren, Und mich von allem geist zerstreuen. Kein glück eiteln tand 3u edeln sorgen der welt, fein traum der zeit; führen. Wenn ich gleich sehr Gott und das glück der ewig- entkräftet bin, Wird doch, dein keit Sei meine höchste freu- treuer vaterfinn Mir, wo es de. dienlich, helfen. Aus tiefer Noth. Die frantheit, du 8. Ach zum gebete schenke 4. Beschlöffest du in deinem mir Noch munterfeit und rath: ich sollte länger leben: stärke; Mein herz wird sonst So kannst du leicht auch in entfernt von dir, Und träg'der that Den mitteln kräfte zum guten werfe. Will gleich geben Ist aber dieß dein weis mein geist, der leib ist schwach, ser schluß; Daß ich nunmehro Hilf deinem finde, vater, sterben muß; So bin ich auch mach, Daß deine frast ich zufrieden. spüre. 5. Dieß eine bitt ich, heile 9. Laß nicht zu, daß der nur Die wunden meiner fee Frankheit pein Zu groß mir ten. Wenn gleich im leiba schwachen werde. Laß deine lichen die fur Und alle mittel gnade mich erfreu'n, Und mil- fehlen. Dann leb ich fromm dre die beschwerde Du, vater, vor dir, o gott: So werd' ich 6. In Krankheiten. 445 ich auch bis in den tod Stets 7. So hilfit du, herr, in deine wege preisen. In allen meinen Thaten. Ignaden Lind heilst den seelenschaden, Wenn du den förper 694. Mein jesu, der voll stäupst. Mein leiden wird mir schmerzen, Undliegen, Auch auf den rauhsten matt am leib und berzen, Am wegen Seb ich, daß du die blberg niedersank; Mein bester liebe bleibt! freund und tröster! Ach siehe 3. Vernimm mein glaubig dein erlöster Liegt jegt nach fleben, Laß mich doch hülfe deinem willen frank. feben, Verbirg dich nicht vor 2. Wie viel gesunde stun- mir! Mein bester helfer, eile, den Sind, wie ein strom ver- Erquicke, lindre, heile; schwunden! Wie schnell ver- Denn meine hoffnung steht zu floß ein jahr. Du, herr, hast dir. mich gestärket. Ich hab' es 9. Vermindre meine plage, faum gemerket, Daß ich ge- Verlängre meine tage, Wenn sund und glücklich war. es mir nüglich ist. Im neus 3. Jeßt, da ich schmerz em- geschenkten leben Will ich mich pfinde, Denk ich an meine dir ergeben Und rühmen, daß sünde mit wahrer reu und du bülfreich bist. leid. Du hast mich stets ge- 10. Doch soll ich bald erliebet, Und treu an mir ge- blaffen, Und diese welt ver übet, Doch liebte ich dich nicht lassen: So waffne mich mit allzeit. mutb. Laß mich mein haus 4. Ich warf mich nicht in bestellen, Und machs in allen demutb, Und nicht in wahrer fällen Mit mir und mit den wehmuth, Vor dir, erhabner, meinen gut. hin. Jegt wirfst du meine glieder Aufs frankenbette nieBefehl du deine wege. der; Und lehrst mich, daß ich 695. Zeit, die ich ſeufzend 5. Ich wandte meine fräfte und ungemach! Betrübt ist Nicht stets zum hauptgeschäfte; meine seele, Und fraft und Nicht fiets zur tugend an. odem schwach. Fast jeder morDas fühl ich jetzt mit reue; gen mehret Besorgniß nur Gelob dir wabre treue, Die- und schmerz; Doch gott will weil ich gutes denken kann. fein geehret! Ehr ihn auch mein herz! 6. Wie oft bin ich beim be- nun, ten Obn' ernst vor dich ge 2. Was zieht dich noth und treten! Wie laulich sucht ich plage Von freud und danbich! Jegt lernt mein herz nun fen ab? Gedenk der ersten ringen, Und ernfilich zu dir tage, Die dir dein vater dringen; Jeßt ruf ich zu dir gab. O tage, reich an freuflehentlich. den, An tausend segen reich! Was 446 Dritte Abtheil. III. Lieder bei besonderen Vorfällen. Was sind nun diese leiden, tödten, Sch dich im glauben Vergleich ich sie mit euch? faß'. 3. Daß ihr midy einst be 8. O schenk mir licht und glücket, Wem dank ich's? got gnade, Lebendig einzuseh'n: tes buld! Daß frankheit mich Es sei für mich kein schade, jeßt drücket, Wem dank ich's? Den trübfalsweg zu geh'n; meiner schuld! Nun muß mir Damit die last ich trage In schmerz beweisen, Was leicht siegender geduld, Und nimmers finn oft vergißt, Daß unser mehr verzage An dir und deileib nicht eisen, Sein bau nicht ner huld. ewig ist. 9. Nun so gescheh dein wille 4. Mein gott in tiefer reue, Getreuer gott, zu dir Ist meis Mir meiner schuld bewußt, ne seele stille, Denn täglich Komm ich, der ungetreue, Und bilfst du mir. ir. Wo vor folli' schlag an meine brust: Laß ich erbeben? Du bists, o gott, mich nur gnade finden: Somein theil. Sm tode wie im duld' ich demuthsvoll, Was leben, Bist du mein licht und mich von meinen sünden Zum heil. guten leiten foll. In allen meinen Thaten. 5. Denn du lenkst unsern 696. 3 hab in guten herzen Selbft plage zum geflunden Des leminn; Zeigst mir in großen bens glück empfunden, Und schmerzen, Wie schwach, wie freuden ohne zahl: So will nichts ich bin, Und läss'st mich ich denn gelassen Mich auch inne werden, Daß diese ganim leiden fassen, Versüßen ze welt, Und alles gut auf durch geduld die qual. erden, Nicht troft für mich 2. Ja, herr, ich bin ein enthält. sünder, Und stets strafft du ge6. Du machst mich los linder, Als es der mensch ver von sünden, Dämpfft. meinen dient. Sollt ich, beschwert mit übermuth, Und läsfest mich schulden, Kein zeitlich weh erempfinden: Das leiden sei dulden, Das doch zu meinem mir gut. Du zeigst mir in besten dient? der näbe Tod, ewigkeit, ge3. Dir will ich mich ergeben, richt; Wenn ich nun in mich Und weder rub' noch leben gebe: Verstößest du mich Mehr lieben als den berrn. nicht. Dir, gott, will ich vertrauen, 7. O gott, dein weg ist Und nicht auf menschen bauen; güte, Und ewig wird er's Du hilfft und du errettest gern. sein. Drück tief in mein ge 4. Laß mich nur gnade finmüthe Vir diese wahrheit ein; den, Mich alle meine jünDaß in den tiefsten nöthen den Erkennen und bereu'n. Ich doch von dir nicht laß, Jetzt hat mein geist noch Und scheints, du wollst mich fräste, Mein heil laß sein ges 6. In Krankheiten. 447 geschäfte, Dein wort mein troft Mein banges und beklemmtes und führer sein. berz. 5. Wenn ich in Chrifto ster- 4. Vielleicht empfang, o be: Bin ich des himmels er herr, ich heute Zum legtenmal be. Was schreckt mich grab rein leib und blut. D'rum und tod? Auch auf des to gib dadurch dem herzen freude, des pfade Vertran ich deiner und der verzagten seele muth, gnade; Du, herr, bist bei mir noch einmal, jesu, flehe ich, in der noth. Ach tröste und erfreue mich. 5. Laß das Gedächtniß deis 6. Ich will dem kummer wehren, Dich durch geduld verebren, Im glauben zu dir ner leiden Viir schwachen troft flehn. Ich will den tod be- und kraft verleihn. Laß es tenken, Du, herr, wirst alles lenfen, Und was mir gut ist, wird geschehn! die quelle fanfter freuden Und Dein leiden, dein versöhnungs jenes lebens vorschmack sein. tod Erquice mich in meiner noth. Bei der Communion auf dem Krankenbette. Wer nur den lieben Gott. 6. Ich sehe schon den fmmel offen. Ich tröst mich 697. A könnt ich doch meiner feligkeit. Was kannst mit deinen glie Du, seele, größres hoffen, Als dern Im tempel, jesu, dich was dir da dein gott verleibt? erhöhn, Und freudenvoll mit Nun komm ein neues leiden meinen brüdern Das denk her, Mein herz erbebt dafür mal deines tods begebn! Doch nicht mehr! weil mich noth und frankheit 7. Und naht der tod mit plagt, Ist diese freude mir seinen schrecken; Ich bin getroft versagt. und zage nicht. Vom tode 2. Sieh, hier auf meinem wirst du mich erwecken. Ich frankenbette Fei'r ich fürchte, berr, nicht dein ges das abendmahl allein. Doch, richt. Ich bin getroft, dein berr, ich weiß, an jeder stät- leib und blut Gibt mir im te Haft du verheißen nab tode troft und muth. zu sein. Wo je ein from mer seufzt und weint, Danach erlangter Genesung. bist du, großer menschenfreund! Aus meines Herzens Grunde. 3. Um troft ist meinem her- 698, 21s in der krank zen bange, Ich suche, herr, beit schmerzen dein angesicht. Um deine Die seele faft versank, Und nun hülfe, gott, wie lange Ruf ich aus vollem herzen Mein und du erhörst noch nicht. flehn zum himmel drang; Ach stärke bei des leibes schmerz Da hörte gott mein flehn, Der 448 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. Der treue, der erhalter; Nunden, Und deine treu und soll auch den erbalter Mein freundlichkeit, Loß, vater, sie dank und lob erböhn! empfinden, Gib muth und 2. Herr, über tod und le- fräfte ihrem geist. Gib jedem ben, Du meiner väter gott, reichlich, was du weist, Das Wie soll ich dich erheben, er bedarf zum heile. Mein heil, mein herr, mein 3. Den geist der ruhe und gott? Zu wenig ist mein geduld Wollst du den schwas dank! Wer hat dich g'nug chen schenken. Laß sie an erhoben? Zu schwach ist, dich deine vaterhuld zu ihrem trozu loben, Der engel lobgefte denken. O möchte doch fang! dein will allein Jbr will und 3. Und doch von dir zu deine freude sein, D vater aller schweigen Wär eine frevel- gnaden! that. Ich will's, ich will's 4. Gib ihnen allen Fraft bezeugen, Wie gott errettet und muth, Die schmerzen zu bat. Hört's, menschen, gott besiegen. Sei du ihr aller nur kann Vergeben und er- höchstes gut: Ihr innigstes retten! Ach wenn wir gott vergnügen. Die leichte qual nicht hätten, Wer hülf' uns der kurzen zeit Laß durch den armen dann? trost der ewigkeit Für sie ver4. Dir will ich nun ganz süßet werden. leben, Und sein dein eigen 5. Ach jeden, wär er noch thum. Mein künftiges bestre, so schwach, Laß deine kraft ben Sei deiner gnade rubm. empfinden; Und kluge tröster, Dir weib' ich meine zeit. Vor vater, ach! Laß jeden franken dir will ich stets wallen, die finden. Die last der krankheit dienen und gefallen In allesund ihr schmerz Erwecke manewigkeit. ches christenherz Zum zärtlichen erbarmen. Fürbitte für alle Kranken überhaupt. Aus tiefer Noth schrei'. 6. Den franken, der nun sterben soll, Den lehr, o vater, sterben. Ach jeder tugend werd 699. Für alle kranken er voll, Geschickt dein heil zu bitt ich dich Mit erben. Ach jesu, mach zum chriftlich gutem berzen Mein bimmelreich, Ibn fähig, deinem gott, erleichtre väterlich Die bilde gleich, Schon heilig hier last von ibren schmerzen. auf erden. Sprich tröstung allen schwa- 7. Den franken, der durch then ein Und laß auf dich, auf dich geneßt; Den lehre heilig dich allein, Mit festem muth leben; Der müsse, wenn du fie trauen. ihn erlöst, Durch liebe dich ers 2. Des gnadenlebens furze beben; Nicht mehr im traum zeit, Den gräuel ihrer fün- der sicherheit; Nein als ein erb 449 7. In Todesnöthen oder Sterbelieder. erb der erblichfeit Muß er ruh, was kein sterblicher vers unfträflich wandeln. nommen, Gottes heil gewäh reft du! Freudenerndten schenkt Sterbelieder. 7. 3n Tobesnöthen ober gott denen, Die erft hier ge fät mit thränen; Alle thrä700. Alle menschen müs nen trocknet er Sünd und fen sterben, Spre elend sind nicht mehr. berrlichkeit verblüht, Und wer 7. Ich entbrenne von vers fann den himmel erben, Der langen, Was ich glaub im licht zuvor den tod nicht sieht? zu sehn, Jene frone zu em Staub wird dieser leib von pfangen, Bald erhöret gott erre; Doch, damit er himme mein flehn. Diese hütt zerlisch werde, Wird er einst von fall im staube! Ich, ich weiß, gott erneut, Und zieht an un- an wen ich glaube; Mir ift fterblichkeit. sterben ein gewinn, Denn zum 2. Darum will ich dieses vater geh ich hin. leben, Wenn es meinem gott! 7. Welche tröslung, das zu Feliebt, Willig ihm zurücke gewissen! Dieser großen hoffnung ben, 3bm, der mir den himvoll, Zag ich nicht in fümmermel gibt. Hab ich doch in nissen, die ich hier noch duljesu wunden Gnade, heil und den soll. Leicht und kurz sind troft gefunden; Und mein trost diese leiden, Sie verwandeln in todesnoth Ist des großen sich in freuden, Wenn ich christ mittlers tod. lich sie ertrug, Bis gott spricht: 3. Und wer kann mich ihm es ist genug. entreißen? Mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt was, er verheißen. Sein soll ich mich ewig freun'. Ja mir solls 701.( Sjott hab ich mich durch ihn gelingen, Mich zu ergeben, und Christus der ist mein Leben. ihm empor zu schwingen, Freu- fahr im frieden hin. Denn denvoll vor ihn zu stehn, Seis christus ist mein leben Und ne herrlichkeit zu sehn. sterben mein gewinn. 4. da ist das freuden 2. Ich freu mich abzuscheis leben, Wo viel tausend seelen den, Und bei dem herrn zu schon Mit des himmels glanz sein. Zu meines Beilands umgeben, Gott vor seinem freuden Geh ich erlöfter ein. höchften thron Dank und preis 3. Bald hab ich überwuns und ehre bringen, Und mit den Gefahr der sünd und nothz allen engeln fingen: Heilig, Vergebung hab ich funden; heilig, beilig heißt Gott, der Und selig ist mein tod! vater, sohn und geist! 4. Wenn meine kraft ver5. Vaterland verklärter from gebet, Die zung am gaumen men, Heil, unsterblichkeit und klebt; Das herz um gnade F f flehet 450 Dritte Abth. 111. Lieder für besondere Vorfälle. flehet und langsam schlägt und ter, dich genannt. In dies bebt. ser feelenwürde liegt Ein hoff5. Wenn meine augen bre- nungsgrund, der nimmer then, Und, wie zur dürren trügt. zeit, Der birsch nach frischen 5. Dein sohn zeigt mir die bächen, Zu gott die seele beßre welt. Nun ist mein schreit. glaube festgestellt. Wie herr6. Dann siebe meinen jam- lich wird der menschheit mer, Herr, sich mein elend werth Durch fesu zusag' aufe an, Und öffne mir die Fam- geklärt! mer, In der ich wohnen 6. Glücksel'ge aussicht auch fann. für mich! Entzückt hebt mei7. Gib mir ein stilles ende, ne seele fich! Ich seh im Mein vater nimm von mir geift des christen lohn; Sch In deine treuen hände Densseb auch meinen himmel müden geist zu dir! schon! 7. Daß ich gekrönt mit 7. Da find ich, was bein freuden, Mit wonn und selig- lguter rath Zu meinem wohl keit, Nach überstandnem leiden, Igeordnet hat, Genieße deines Bet dir sei allezeit. Ignadenblicks, Und der vollen9. Dann sing ich mit der dung meines glücks. menge, Die dich in himmel 8. Viel freude gabst du mir preift, Dir ewig lobgesänge, schon bier, O gütighter, wie Gott viter, sohn und geist!( dant ich's dir? Stets folgte Nun last uns den Leib. kleinerm ungemach Die größere 702. Des todes graun, verfüßung nach. des grabes nacht 9. So bat schon dieser finds Flieht, herr, vor deiner wahr- heitsstand Der höh'ren hoffnung beit nacht. Mein geist, erunterpfand. Die liebe, die mich hellt von deinem licht, Bebt hier beglückt, Die bleibt und vor des leibs zerstörungfegnet unverrückt. nicht. 10. Des freudigsten ver2. Es fällt ja nur die hütteltrauens voll, Erwart' ich, hin, Mit der ich hier umge- was mir werden soll; Wann ben bin. Ich selber, lebend ich, von sünd und noth bewie zuvor, Schwing aus den freit, Nun reife zur vollkomtrümmern mich empor. menbeit. 3. Ein inn'res mächtiges 11. Der tod darf mir nicht gefühl Verkündiat mir mein schreckend fein; Er führt zum höb'res ziel; Dies streben wahren leben ein. Durch gotnach der ewigkeit Erhebt mich tes fraft besiegt mein herz Der über erd' und zeit! frankheit laft, der trennung 4. Dich, höchster, hab' ich schmerz. hier erkannt, Voll liebe, va- 12. Wenn hier von uns, die gott 7. In Todesnöthen oder Sterbelieber. 451 gott vereint, Der leßte auch schmerz. Er peinige mein ar bat ausgeweint; Dann wird mes herz. Die seele schreiet ein frohes wiedersehn Auf ewig still in mir: Nimm mich zu unser glück erhöhn. dir, nimm mich zu dir! U 13. Herr unsrer tage führe 4. Jch blick zu deinem kreuz du Uns alle diesem glücke zu; empor, Und halte dir dein sterDaß uns bei standhaft from- ben vor. Mir kann in meiner mer treu, Des lebens end'stodespein Nichts füßer als erfreulich sei. dein sterben sein. Jesus meine Suversicht. 703. Herr, ich bitte, nicht. 5. Verschmähe meine seufzer Dein geist soll, wenn stärke mich, Denn mein mund nicht spricht, Im des todes schrecken nahen; Und schwersten kampf geschäftig sein, das grab eröffnet sich, Mei Und abba, vater, in mir ne glieder zu empfahen schrein. Stärke mich mit deiner macht, 6. Wenn einst mein fler. Denn um mich wird alles bend haupt sich neigt, Und um mich wirt nacht. sich mein grab mit schrecken 2. Lindre, wenn es dir gezeigt: So sei dein wort: es ist fällt, Meine leiden, meine vollbracht, Mein licht in jener schmerzen, Laß die freuden die- todesnacht. ser welt Sein verbannt aus 7. Als sieger gingst du einst meinem herzen. Steure jedem ins grab, Als sieger leg ich eitlen finn, Daß der tod sei meinen stab Mit freuden vor mein gewinn. die babre hin, Und freu mich, 3. Tröste mich mit jesu tod, daß ich selig bin. Tröste mich mit jesu wunden. 8. Ich traue, herr, auf deis Daß ich in der legten noth, nen tod, Du bilfft mir in der Daß ich in den legten stun- legten noth; Und schließt sich ben, Wann mein mattes berze dann mein lebenslauf: So bricht, Standhaft gehe zum nimm mich in den himmel auf. 9. Am jüngsten tag erwecke jesu christ, mein's mich, Da sieht mein auge frob lebens licht, Mein auf dich. Ich weiß, im schrec troft und meine zuversicht, lichen gericht Verdammt mich Tief beugt mich meines elends mein erlöser nicht. last; Ach unter ihr erlieg ich faft! gericht. 703. 2. Mein gott, wo nehin ich Fräfte her? Der gang zur ewig feit ist schwer. Nimm deinen 10. Unsterblich werd' ich auferstehn, Verklärt werd' ich den vater sehn, Und du machst mich in deinem reich Auf ewig deis nem bilee gleich! pilger an der hand Und führ 11. O frohe aussicht, nahes ihn in sein vaterland. iel, Wie warten mein der 3. Mich ängstiget des todes freuden viel! Wie felig bin f 2 ich, 452 Dritte Abtheil. III. Lieber bei besonderen Vorfällen. ich, wenn mein geist Sich dieser ich selig werden, Drum brauch hütte bald entreißt! ich euer nun nicht mehr. Du, Wer nur den lieben Gott läst. gott, bist's, wenn das citle 705. fosſe, vater, deine weicht, Der mir des lebens hände, Und halte frone reicht. sie im glauben feft. Verlaß 7. Ich übergebe dir die meiden nicht an seinem ende, Der nen, Du vater der barmherzigs ewig sich auf dich verläßt. feit Laß ihnen stets de troff Du bist mein gott von jugendlicht scheinen, und bleib ibr auf. Hilf glücklich enden mei- laott zu aller zeit. Behüte sie ven lauf. für ungemach, Und bringe sie 2. Du hast nach deiner vater mir selig nach. güte Beständig wohl an mir ge Vorige Melodie. iban. Erhör auch meine legte 706. I will dich, gott, bitte. Nimm, gott, mich dort im tod erheben, zu ehren. Ach vater, eins, Selbst noch am grabe dank ich noch eins ist noth, Ein gutes dir. Zum segen gabst du mir end, ein sel'ger tod! mein leben, und auch zum 3. Du hast mich je und je segen nimmst du's mir. Mein geliebet, Versorgt, gestärft, ge- leben sucht ich dir zu weihn, schüßt regiert. Mich oft er Drum bleib ich auch im tode quickt durch leid geübet; Oft dein. wunderbar, fiets wohl geführt. 2. Gott, welche feierliche Wohin ich ging, wohin ich stunden, Wenn du mich nun sah, War mir stets deine güte der erd entziehst! Auf mich, nab. den du getreu befunden, Mit 4. Auch jetzt auf meinem fier- schonender erbarmung siehst! bebette Sieh meine noth mit Allmächtiger, in bein gericht mitleid an. Erquicke, lindere Gehst du mit mir erlöften errette! Denn du bist's, der nur nicht. helfen kann. Stärt mich im 3. Der leib wird schwach, guten bis ans end, damit ich die morsche hütte, In der treu den lauf vollend. mein geift hier wohnt, zer 5. Mein heiland, treib die fällt. Schon geben meine mü furcht zurücke, Besiege meinen den schritte Den weg zu gott legten feind. Lenk auch im aus dieser welt. Ich bin sterben meine blicke auf deinen getrost und zage nicht, Denn tod, o seelenfreund, Sprich gott ist selbst mein heil und mir muth, trost und freude zu, siicht. Mach ende, bringe mich zur 4. Wie sollt ich vor dem ruh. tode beben, Da du, erlöser, 86 3br, meine güter dieser für mich starbft? Er ist durch erden, Shr machet mir den tod dich der weg zum leben, Das nicht schwer! Denn jegund werd' du am freuze mir erwarbst. Wie 9 7. In Todesnöthen oder Sterbgesänge. 453 und Wie du ihn gingst, will ich land, sprich: Ich leb', ihn gehn, Wie du, werd' ich du sollst leben! Dies wort auch auferstehn! von dir nur mir genügt; 5. Laß auch das grab in Des todes schrecken sind befeiner nähe Mir noch die let- fiegt! angol and ten schrecken dräun; Du, herr, 5. Dann droh' mir nicht auf den ich hoffend sebe, Wirst dein angesicht, Gleich misseauch noch dann mein beistand thätern, das gericht, Und sein. So nah dem lohn, den laß mich nicht verderben. gott verspricht, So nah am Nicht sterben laß mich, herr, ziele zag ich nicht! wie die. Die dich verwarfen, 6. Du wacheft über meine die sich nie Bereiteten zu fters feele, Wenn sie ihr baus, den ben! Was ist so furchtbar als leib, verliert: Gibst deinem der tod, Der ewige verwerboten dann befeble, Der sie zuffung droht? start] deinen freuden führt; Zu denen 4. Ach sterben, sterben wird der rechtschaff'ne christ Durch den tod, Der ewige verwerjesu tod berechtigt ist. fung droht, Wer, herr, dein 7. Ich will dich noch im heil verachtet! Wer nicht in tod erheben, Selbst noch am deinem blute rein, Sich bosgrabe preis ich dich! Dann haft weigert, fromm zu sein, ewig werd' ich bei dir leben, Mit vorsaß dich nicht achtet; Und da erfreu ich ewig mich! Ach den ergreift der tod, der Für mich ist selbst der tod tod, Der ewige verwerfung gewinn, ohl! mir, daß ich droht. erlöset bin. 5. Von angst des fodes ist D Ewigkeit du Donnerwort. der frei, Der dir geweiht ist, 707. Wann, beiland, dir getren, Spm ist er feine meine pilgerzeit ftrafe. Gelobet sei der herr, Nun ganz durchlebt ist, und mein licht, Des todes macht der streit Des glaubens aus erschreckt mich nicht: Mir wird aeftritten. Wann faum meiner nur zum schlafe. Er ist sterbend herz mehr spricht, ein finstrer weg; doch mir Dann jesu komm und schweige Ein weg zum leben und zu nicht zu seinen legten bitten; dir. Erhöre mich, wenn mein ge 6. Gelvbet sei der herr, mein bet llm troft zu dir, um gnade schild, Der mich mit rub und fleht. troft erfüllt, Mit willigkeit zu 2. Wann mich fein freund flerben! Ich glaub an ihn und mehr trösten kann, Und doch bin gewiß, Er führt mich aus mein herz bebt, sage dann: der finsterniß Zu seiner freudie sünd ist dir vergeben. Ach den erben. O welchen jubel wenn des todes schrecken mich stimm ich dann Dem: todesErgreifen: dann, mein heisüberwinder an! 813 7. Gib 454 Datte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle 7. Gib, jesu, deinen from- jleib erwacht, wie groß bist men kraft, Den schwersten du, und welch' ein troft im schritt der pilgerschaft Getrost, tode! wie du zu enden! Sprich zu 5. Des todes schmerzen, den schwachen seelen: ich Bin gott, will ich, Wenn er nun euer heiland, freut euch, kommt, verachten, Und mit sprich: Ich will euch nun getrostem blick auf dich, Nach vollenden. Erquicke sie, und meinem ziele trachten, Und nach dem ftreit Erhöhe sie zur mich dem ziele freudig nahn, feligkeit. Mein himmlisch kleinod zu eus Wenn mein Stündlein vorh. pfahn, Das jesus mir ers 708. Wenn einst mein worben. Fürbitte für einen Sterbenden. fierbend auge bricht, mein legter hauch vers schwindet; Mein leib erstarret und selbst nicht, Daß er Ich hab' meine Sach' Gott. entschläft, empfindet. Wenn 709, Du wollst erhören, um mich, den entschlummerngott, sein flehn, den, Nun alle meine lieben nicht ins gerichte mit ihm gehn, stehn, Und angstvoll mich be- Der jeßo deiner ewigkeit Sich weinen. naht, befreit Nun bald von 2. Dann, vater, nimm ihn dieser eitelkeit. auf den geift, Der freudig zu 2. Des lebens und des to bir fliehet, Der dankbar deine des herr! Nun ist für ihn die güte preift, Daß er den tod zeit nicht mehr. Du hast ges nicht siehet; Dann tröfte, die zählt des bauptes haar, Sein betrübt um mich Mit thränen todesjahr Bestimmt, als feine klagen; laß sie sich Mehr meiszeit noch war. ner wonne freuen. Vollende, vater, seinen 3. Erfüllt ist seiner leiden 3. Mein hingefallner leib zahl, Er leidet ißt das legtes bleibt hier, Ihn wird das mal. Ach sei in seiner toves. grab verschließen. Heil mir, noth Sein freund und gott; das grab wird dennoch dir Ein schlummer sei für ihn der Ihn wiedergeben müssen! Du tod! kommst, erwecker, deine macht, 4. Die ihn aus nichts hervorges lauf. Nimm ihn zu deinem bracht, kann auch aus staub frieden auf. Verlaß ihn, wenn ihn bauen. fein herz nun bricht, Verlaß 4. Wie könnt ich trauern, ihn nicht, Herr, herr, mit daß im tod Mein leib zu staub deinem gnadenlicht! vermodert? Wie könnt ich fla- 5. Erleichtre ihm den letzten gen, da ihn gott Vom tode schmerz, Von dir erquicket, wieder fordert? O hoffnung, ruh sein herz. Durch jesu todaß nach kurzer ruh Mein des schweiß und blut, Das ihm 8. In Todesnöthen. 455 ihm zu gut Er einst vergos, klagen; Doch, als chrift, nicht fiätf ihm den muth!! zagen. 6. In ihm vermehre deine 2. Heidnisches getämmel ruh, Sein armes berz er- Jammert laut gen himmel, quicke du. Geist gottes, laß Und betäubt das ohr! Abgein ihm vertraun Auf jesum bärmte mienen Todesangst in schaun, Und so entgehn des ihnen Blicken da bervor. todes graun. Ohne gott Läßt uns der tod 7. Mach ihn getroft, o geist nichts als fummer, furcht des berrn, Zeig ihm den gna- und grauen Bei den gräbern denlohn von fern, Laß ihn den schauen. bimmel offen schn, Und jesum 3. 3war der freundschaft zähflehn, Bereit, ihn gnädig zu ren können nicht entebren erhöhn. Menschliche natur; Doch am S. Ach gnade, gnade geb für tag der leiden Heulen nur bie recht! Denn von dem mensch- Heiden. Christen weinen mur. lichen geschlecht Sst selbst der Sind nicht blind, Wie beis beiligste nicht rein! Wer kann den sind, Die, wenn sie den wohl dein, Gott, ohne deine freund begraben, Keine hoffhuld fich freun? nung haben. 9. Set, richter, ihm nicht 4. Wahre christen wehren fürchterlich. Erbarme feiner seele Ungestümmen zähren Den zu dich, Auch aus der tiefe rufet freien lauf. Denn all unser fie, Erhöre sie! Erlöse, gott, sehnen, Und ein strom von crlöfe fie! thränen Weckt den freund nicht 10. Behüte ihn in seinem auf. Die ihr flagt, Seid un tod, Ihn segne, segne, fegne verzagt, Gottes welt ist nicht gott! Wann nun sein augelverdorben, Wenn ein freund sterbend bricht, Leit ihn bein gestorben. licht, Tröst ihn vor deinem 5. Chrifien, welche hoffen, angesicht! Sehn den himmel offen, Wo ihr tröfier ist: Der die thranen stillet, Erd' und himmel. füllet, Stein gefchöpfvers gist. Und den fregud, Den man beweint, Barn er felig 710. Gott hat mich be abgeschieden, Rühef fors in frübet, Freund, frieben. Freunde. Jest meine Freude. den ich geliebet, Ach du bis 6. Christen dürfen weinicht mehr! Tiefe fille trauer, nen Ueber den gebeinen, Die Bange to dessauer Herr bas grab verschließt, Doch hen um mich her; Und der nur eine zähre, Die dem schmerz Zerreift mein herz, freund zur ehre, Uild nicht Ich bin mensch: bier muß ich immer fließt; Deher thr bffd Eiebt 8f4 8. Bei Sterbefällen. Christliche Trauer um 456 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. Sieht nach dem glück, Dashmir fehlt die treue hand der menschenfreund dort oben Am weg in's beßre vaters Uns hat aufgehoben. land, Mir fehlt des lebens 7. Durch des lebens wüsten freude. Wandern fromme christen Hin 3. O jesu, ach dein liebnach kanaan; Und auf diesen reich herz Kennt selbst der wegen Ging zu seinem segen freundschaft edlen schmerz, Den Unser freund voran. Seele, ich zu tragen habe. Du selbst du Wirft auch zur ruh In das haft auch als freund geliebt, land des friedens gehen Und Dein zärtlich herz war auch den bruder sehen. betrübt, Bei deines freundes 8. Freunde treffen dorten, grabe. An des himmels pforten, Ihre, 4. Doch sei mein schmerz freunde an. Und ein david auch noch so groß; Mein fennet, Ewig ungetrennet, Sei- freund ruht nun in gottes nen jonathan. Eltern gehn schoos. Vor gott will ich mich In jenen höhn Frommen tin beugen. O seliger, genieß dein dern an der seite Mit verein- glück. Ich wünsche dich nicht ter freude. mehr zurück: Geduldig will 9. Es gescheh dein wille, ich schweigen. Bater, seufz ich stille Unter 5. Der leichnam ruht im meinem flohr. Meine augen stillen grab, Gott nahm ihm schauen Glaubend voll ver- seine schmerzen ab, Und alle trauen Zu dem Herrn em- last der leiden. Empor ges por Träufle du Geduld und flogen ist der geift Zu gott, der ruh Gleich dem thau in dür- aller vater heißt, Zu seines ren wüsten In das Herz der heilands freuden. christen. 6. O troft, o hoher troft für mich! Betrübteft herz, ermuntre bich Und stille deine flagen! Erlöft von ihres leibes joch, Lebt die geliebte seele hier nicht mehr! noch, Sollt ich dann trofilos ach fern von mir zagen? Bist du: ich seh nichts mehr 7. Nein, stille will ich gott von dir, O liebe treue seele! vertraun, Auf seine gute füh Entflohn aus meinen armen rung schaun, Und gehn auf weit Aus diesem thal der gottes wegen. Einst schwingt fterblichkeit Entfloh'n bist du, mein geist sich auch empor, o feele! Ich finde, was ich hier ver2. Der freundschaft labsal lor, Mein freund fliegt mir ist dahin, Dein troft, wenn entgegen. ich verlassen bin, Dein mit Beim Verlust eines from men Freundes. Kommt her zu mir spricht. 711. A 8. Du seliger wirst vor mir leid, wenn ich leide! Mir fehlt, stehn, Dich werd' ich fröhlich wie. 8. Bri Sterbefällen. 457 wieder fehn, O freudenvolle 6. Seelen werden hier auf stunde; Sch fliege deinen arslerden Größten theils vergiftet; nen zu, Unsterb ich ich, unster be Drum nimmt gott nach seilic du, Zum neuen freund- nem willen Unsre finder bin schaftsbunde! im fillen, Seinen himmel aus9. Gedanke der unsterblich- zufüllen. keit, Erbeitre jede dunkelheit 7. Weint gelinder Um die Und stärt' mich, wenn ich finder; Eltern hemmt die zähe wanke: Besiege jede leidenren. Kann es ihren Fleinen schaft; Erfülle mich mit muth seelen Wohl an der erziehung und fraft; Du himmlischer fehlen, Da, wo keine zweifel gedanke! quälen? 8. Eebet dorten An den pforten Seines himmels winfet Jefus winkt mit hol cen mienen, Und zu lehrern 712. Freund der herzen, gibt er ihnen Engel, die dem Ach wie nichtig ach wie. Eieb die schmerzen vater dienen.. Tiefgebeugter feelen! Gott, laß 9. Nun, wir schweigen Und beinen troft erscheinen, Echau wir beugen Vor dem herrn erbarmend wie die deinen lleber uns nieder. Wann die erde ihre tobten weinen. wird vergeben, Werden wir 2. Thränen fließen, Weil in jenen höhen, Unfre tødten wir müssen Zweige dorren ses wieder sehen.. hen, Die, wie jugendliche ros 9. Bei Begräbnissen. sen, Von dem morgenthau bes nun laßt uns den Leib begraben. gossen, Aus dem garten gottes 713. Begrabt den leib in sprossen. feine gruft, Bis 3. Eltern steben stumm und ihn des richters stimme ruft! sehen Auf die kleine leiche, Ihre Wir säen ihn einft blüht er hoffnung ist zerschlagen, Und auf Und steigt verklärt zu gott die luft von fünft'gen tagen hinauf. Sehn sie nun zu grabe tragen. 2. Aus staube schuf den 4. So verwelfen Dann die leib der herr: Er war schon nelfen Noch in ihrer fnospel flaub, und wird's nun mehr. Blumen, die so herrlich stehen, Er liegt, er schläft, verwest, Müssen, wenn die winde weerwacht Dereinst aus dieser hen, Kaum halb aufgeblüht, todesnacht. vergehen. Bei der Leiche eines Kindes. 3. Des frommen seele lebt 5. Doch nur stille, Gottes bei gott, Der sie aus aller wille Ift allein der beste! Der ihrer noth, Aus aller ihrer die finder uns gegeben, Hat missethat Durch seinen sohn die macht zum bessern leben erlöset hat. Diese kinder zu erheben. 14. Hier hat ihn trübfal oft 8f5 ge= 458 9. Bei Begräbnissen. gedrückt: Nun wird er dort 4. Schnell schwindet unfre bei gott erquickt, Hier wandelt lebenszeit; Aur's sterben folgt er im dunfeln thal Nun ist die ewigkeit. Wie wir die zeit er frei von schmerz und quai. hier angewandt, So folgt der 5. Blieb er gott treu bis an lohn aus gottes band. sein grab: So wischt gott ihm 5. So währen reichthum, die thränen ab. Was sind diesehr und glück, Wie wir selbst, leiden dieser zeit, Gott, gegen einen augenblick: So währt deine herrlichkeit! auch freuz und traurigkeit, 6. Nun, du erlöster, schlaf Wie unser leben, kurze zeit. in ruh! Wir gehn nach unsern 6. Mensch, tod und richhütten zu, Und machen zu der ter nahen sich. Es schallet ewigkeit mit freud' und zit- hier die stimm an dich: In tern uns bereit. allem, was du denfft und 7. Herr jefu, dein versöh- ihust, Bedenke, daß du sterben nungstod Stärf uns in unfrer mußt! legten noth! Laß uns im glau- 7. Hier, wo wir bei den ben treu und rein Und selbst gräbern stehn, Soll das geim tode freudig sein. jbet zum vater gehn: Mein gott, ich bitt durch christi blut, Macy's einst mit meinem ende In voriger Melodie. 714. Nun wir gut. bringen den leib zur rub. 8. Laßt alle fünden uns bes Und decken ihn mit erde zu, reun, Vor unserm gott uns Den leib, der nach des schö findlich scheun. Wir sind hier pfers schluß, Zu staub und immer in gefahr: Nehm jeder erde werden muß. seiner fecle wahr! 2. Er bleibt nicht immer 9. Wenn unser lauf vollenasch und staub; Nicht immer det ist, So sei uns nab, herr der verwesung raub; Er wird, jesu christ! Mach uns das sterben wenn Christus einst erscheint, zum gewinn; Zeuch unsre fees Mit seiner seele neu vereint. jlen zu dir hin. 3. Hier, mensch, bier lerne, 10. Und wenn du einst, o was du bist, Wie elend unfer lebensfürst, Die gräber mächtig leben ist! Nach sorge, furcht öffnen wirst, Dann laß uns und mancher noth, Kommt fröhlich auferstehn, Und freudig endlich noch zulegt der tod. dir entgegen gehn. MEHEREN Negifer 459 Register der Gesänge nach dem Alphabet, und auf die Nummer der Lieder eingerichtet. Ach gott und berr wie 339 Auf jesu freunde freuet 203 273 Auf meinen lieben gott 415 626 Auf meine seel lobsinge 481 566 Auf o feele werde munter 627 711 Auf schicke dich recht feierl. 114 697 Aus deiner milde seg. 691 Aus einem tief vor dir 355 Aus freudigem gemüthe 417 Aus meines herzens gr. 337 Aus tiefer noth ruf ich 487 Ach gott vom himmel Ach gott wie ein geschwäg Ach gott wie manches Ach hier nicht mehr ach Ach fönnt ich doch mit Ach lieber gott ich bitte Ach wenn werd' ich von Ach wie ist der menschen Ach wider dich mein gott Alle menschen müsfen sterben 700 Allein gott in der höh sei 47 Befiehl du deine wege Allein zu dir herr jesu christ 352 Begrabt den leib in seine Allen menschen und auch 576 Bewahre mich herr, daß Allen welche nicht vergeb. 586 Bis hieher balfft du mir 448 Alles was ich bin und 583 Bringt preis und ruhm 190 Allmächt'ger der im bimmel 444 Allmächtiger ich bebe mich Allmächtig großer gott Allwissender vollkommner Als in der krankheit schm. Also hat gott die welt Am freuz erblaßt der Am freuze rief der sohn Anbetungswürd'ger gott An dich mein gott zu denk. Auch diesen tag hab' ich Auch zu haus und in der Auf christen bringet preis Auf christen laßt uns Auf christen preist mit Auf christi himmelfahrt Auf deine weisheit schauen 611 Christ alles was dich fr. 429 83 Chrifte du lamm gottes 142 23 698 Dank bester vater will 109' Dank ewig dank sei dein. 167 Dank sei dir vater mein. 164 Das glück ist groß das 17 Das grab ist leer des 403 Daß ich mich mein gott 636 Dein bin ich gott dein 497 Dein bin ich herr dein 462 Deines gottes freue dich 98 Dein heil hat heut volk 461 Dein heil o christ nicht 208 Dein reich o gott ift 423 Dein sind wir gott in Auf gott und nicht auf 414 Dein wille herr und vater 692 294 Dein 340 660 612 341 428 713 369 401 265 676 601 194 513 79 376 404 129 434 63 460 Regißer der Gesänge 493 115 51 549 569 687 Dein wort o böchster ist 229 Dir unserm gott ist niem. 64 Dem Herrn will ich vertr. 556 Dir vater der du dein. 211 Dem höchsten öffentlich 492 Dies christen ist der tag. 496 139 Dies ist der tag an Den rathschluß deiner Der alles weislich wend. 628 Dies ist der tag den gott Der du alle deine werke 613 Dreieiniger gott ich preise Der du das leben mir 278 Du aller menschen vater 594 Der du der strafen schwere 177 Du bester trost der armen 686 Der du die liebe selber 577 Du bist ein christ was Der bu durch deiner allm. 43 Du bist's dem ehr und Der du mich als ein vater 400 Du der du die wahrheit Der du uns als vater 215 Du der frommen beste Der du uns das heil err. 111 Du der fein böses thut Der du uns mit deinem 370 Du der menschen heil Der freuden füll' ift 326 Du der voll blut und Der berr hat alles wohl 188 Du des sich alle himmel 18 Du führer der mit tr. Der herr ist gott und Der legte meiner tage 295 Du gabst mir ew'ger Der morgen kommt und 625 Du gott bist unsre hülf' Der unsre menschheit an 316 Du gott du bist der Herr 639 Der wollust reiz zu wider 531 Du gott und vater aller 647 Des jahres schönheit if 648 Du baft auch mich) zur 240 Des leibes warten und 528 Du haft mein vater und 418 Des morgens erste stunde 614 Du herr bist meine zuv. 419 Des todes graun des 702 Du berr der seraphinen 72 Dich bet' ich an erstand. 197 Du berr haft aus barmh. 258 Dich bitt' ich gott beweise 675 Du herr und vater mein, 284 Dich herr und vater 480 Du flagst o chrift im Dich höchster ehrerbiet. 407 Du flagst und fühlest Dich ruf ich an gott laß 384 Du liebst o gott gerecht Die auf der erde wallen 282 Du milder geber aller Die bahn ist raub auf 564 Du o herrscher, sticgst Die feinde deines 274 Durch dich gott bin ich Die herrlichkeit der erde 550 Durch dich v großer Die Kinder deren wir 661 Du vater deiner menschb. 399 Die frankheit du gerecht. 693 Du weiser schöpfer aller 33 Die zunge die vern. 600 Du wesentliches ebenbild 131 Dir dank ich für mein 402 Du wieseft jesu nicht die 249 Dir gott dir will ich 44 Du willst es berr mein 514 Dir gott sei preis und 77 Du wollft erhören gott 709 Dir großer herrscher 135 553 545 581 62 Dir hab' ich mich ergeben Dir sing' ich lob herr Dir trau ich gott und 541 Eifrig sei und fest mein 530 76 Eilt fünder eilt in fesu 424 Ein frembling bin ich 110 227 Ein 471 230 216 87 173 158 443 213 505 664 476 auf die Nummer der Lieder eingerichtet Ein Berz o gott in freub 5551Froblockend gott erheb Ein lamm geht hin und Ein mensch ein fürst ein Ein milder regen stärket Ein ruhiges gewissen Eins ist noth o herr dies Ein starker schug ist uns. Entehre nicht mein herz Entfernet euch unsel'ge Erbarm dich herr mein Efülle herr doch selbst Erhabne majestät 461 483 187 699 65 145 Froblock mein herz weil 202 690 Froblockt dem berrn bringt 189 652 Froblockt ihr Christen 524 Für alle franfen bitt 512 Fürwahr du bist o gott 269 544 Gedanke der uns leben 279 Gehorsam ist die beste 385 Geist vom vater und 138 Gelobet seist du gott 411 Gelobet seist du jesu chr. 1000 1100 96 412 217 236 116 685 36 382 Erhabner gott was reicht 13 Gelobt gelobt seist du Erhalt uns berr bei dein. 271 Gelobt sei gott ich bin 277 Erhalt uns herr die obr. 659 Gelobt seist du herr uns. 259 Erhebe christ dein herz 206 Gerechter gott vor dein Erhebe vom Geräusch d. 159 Getreuer gott verleihe Erbebt den berrn thr 99 Getreuer gott wie viel Erhöhter jesu gottessohn 315 Geweiht zum christenthume Erhör uns gott wir flehn 2 Erinnre dich mein geist Er ist erstanden jesus Er kommt er kommt der 45 ist dieses 250 246 106 Gib gott wenn ich die 517 Er fommt er fommt zum 317 Gib herr daß dein theures 3 195 Gib mir o gott ein herz 578 Er lebt o freudenwort Erlöser der im staube Ermuntre seele dich und Erniedrigt batte sich Erwache fröhlich mein Es baut berr deiner Fern sei mein leben jeder Freudenvoll ist meine Freue dich des herren tag Freund der herzen sieh Freiwillig hast du dar. 196 Geweiht zum christenthume 193 find wir 122 141 Gib vater daß mein herz 410 377 Gott deine gnade sei 161 Gott deine gnade ist 644 Gott deine gute reicht so 650 Gott deine weise macht Es eilt der legte von den 293 Gott dein unsichtbares Es ist noch eine ruh vorh. 324 Gott der an allen enden Es ist vollbracht ruft Es wolle gott uns gnäd. Es zieht o gott ein Ew'ge liebe mein gem. Ewig ewig bin ich dein Ewig o jesu wird dein 604 446 58 233 66 165 Gott der du die mensch. 587 272 Gott der du für uns 95 684 Gott der du herzenskenner 498 97 Gott der du in dem 442 248 Gott der wahrheit dessen 420 268 Gott des himmels und 615 Gott dessen band die welt 458 582 Gott dessen liebesvoller 672 192 Gott dessen macht des 199 Gott dessen nam' ist 712 Gott dessen starke hand 191 Gott dessen ftuhl der him. 397 681 460 56 Gott Register der Gesänge. 462 Gott dir gefällt fein Gott dir sei mein dank Gott du bist beilig und Gott du bist von ewigkeit Gott du haft in deinem Gott durch den wir sind Gott du willst, daß Gott ein erbarmer Gottes sohn ist fommen Gott gern möcht ich bei. Gott grenzenlos undenk. Gott hab' ich mich ergeben Gott bätte dein geliebt. Gott hat in meinem Gott hat mich betrübet Gott heilig sei dein nam' Gott hört der wittwen Gott im himmel und auf Gott ist's der das verm. Gott ist mein hort und Gott ist mein lied er Gott fann allein das beste Gott fennet und erforschet Gott mein höchstes Gott ruft die jonn und Gott sei dank ich lebe Gott sei dank in aller Gott vater an erbarm. Gott vor dessen angesicht Gott werde stets von Großer gott erhabnes wesen Großer mittler der zur Groß ist des böchsten Gut und heilig ist dein Hab' ich ein gut gewiss. Halte dich nicht länger Halt im gedächtniß jesum Heiland den uns gott ver. Heil teinem volke dem Heilig, beilig ist der herr Heilichster jesu heiligungs, Heil uns aus unsrer f. pelft avttes huld mir 381 Herr allerhöchster gott 662 Herr allerhöchster gott im 89 bimmel 363 651 21 Herr aller weisheit quell 452 218 Herr an dir bab' ich ge. 342 237 Herr beine allmacht reicht 27 238 Herr deine rechte dein 242 689 Herr deine sanftmuth 124 Herr dein geseß, daß 388 Herr der du alles gibst 29 Herr der durch der liebe 701 Herr der du mir das 588 231 519 671 643 263 571 374 235 499 200 24 25 73 90 94 Herr der du willig als 666 Herr der zeit und ew. 710 Herr des pimmels ftarfer 148 396 Herr dessen auge alles 669 Herr dir sei preis ich 655 Herr du bist heilig im 534 Herr du bist meine zuversi. 243 Herr du erforfchest mich 59 Herr du erforscht und 546 Herr du haft in dein. 629 Herr du kenneft mein 485 Herr du wollft uns vor 640 Herr es ist von meinen 616 Herr gott dich loben wir 126 Herr gott du bist die 441 Herr bier stehet unser 35 Herr höre mein gebet 81 Herr ich bin dein eig. 88 Herr ich bitte stärke mich 209 Herr ich falle vor dir 484 Herr ich hab' aus dein. 413 Herr jesu chrift du 256 630 466 22 Herr jesu christ mein 607 Herr jesu deine angst 488 Herr jesu gnadensonne 266 Herr laß mich doch ge. 127 Herr laß nach eitler 234 Herr mache meine seele 108 Herr mein erlöser der 136 Herr mein erlöser nur 93 Herr mein licht erleucht 638 Herr meiner seelen 674 387 320 703 254 572 351 297 143 454 537 540 425 589 365 241 520 Herr 463 48 auf die Nummer der Lieder eingerichtet Herr neige mein gemüthe 57913ch glaub an einen Herr obne glauben kann Herr sei gelobet, daß Herr stärke mich dein Herr und regent der Herr unser gott erb. Herr unser gott wer ift Herr vor deinem angesicht 356 Ich habe mir Gott ernstl. 383 264 Ich habe nun den grund 357 137 3ch hab' in gottes berz 432 451 3 hab' in guten stunden 673 Sch boff, o gott, mit 50 ch komme friedensfürst 4 3ch komme herr und Herr wenn einst deine 309 3h komme vor dein an696 361 367 255 386 667 447 32 252 477 67 392 Herr wie lange muß Herzallerliebster gott Herzlich lieb hab' ich dich Herzliebster jesu was hast Heute sprach mein heil. Hier bin ich jesu zu erf. Hier ist mein herz Hilf berr lag es wohl Hilf jesu, daß ich meinen Hin an dein freuz zut Hoch am Himmel steht Höchfter denk ich an Höchster dessen starte Höchster gott wir danken Höchster tröster fomm Hör unser gebet geist 345 301 288 Jauchzt unserm gott Ja zur stille will ich Ich armer mensch o Ich bin ein christ gott Ich bin getauft nach Ich bin ja herr in Ich bin mit deiner Ich bin o gott dein Ich danke dir von herzen Ich danke dir vor Ich denk an dein ge. Ich ergebe mich dem Ich fasse vater deine Ich flehe gott von ew. Ich freue mich der Ich freue mich mein Ich fühle, daß ich st. Ich geh' einst ohne beb. 455 3ch 507 gesicht du komme vor dein ans gesicht verwirf 155 3ch lobe dich und preise 163 3ch preise dich o herr 260 Ich finge dir mit herz 405 3ch finge meiner feelen 642 3ch staub vom staube 584 3ch fünder darf mein 169 Ich weiß an wen mein 645 Ich weiß mein ende 343 Ich weiß mein gott, daß 75 Ich weiß und bins ge. 9 Ich will das abendmahl 219 Ich will dem schöpfer 220 Sch will dich gott im 178 172 Ich will in stiller einsam46 feit 526 Jesu christe dessen w. 344 Sefu deine tiefe wund 391 Jefu du mein licht 247 Jefu freund der 2831Jesu jesu stärke mich 584 Jefu meiner feelen licht 82 Jefu meines lebens leben 174 175 Jesus lebt mit ihm auch 198 176 Jesus meine zuversicht 318 Jetzt leb ich ob ich morg. 426 Segt sinkt die sonne 705 3hm der das licht ent. 338 3hr die ihr euch von 310 In allen meinen thaten 406 Sn gottes rath ergeben 280 Sn trübsal christ sei 30413ft auch ein gott wer 312 69 366 251 475 706 668 149 181 509 262 575 631 671 371 427 296 651 10 In Register der Gefänge. 464 360, Lobsinget gott und bet. 298 Pobt den höchsten jesus Lobt gott ihr christen 183 Veckt der versuchung 130 358 378 Mache ich mein geist 525 440 ag doch der spötter 221 Man lobt rich in der 435 Mein auge sieht o gott Ist gott für mich so Ist nun auch meine Kaum flieg zu ihrem Kein lehrer ist dir jesu Klag nicht mein herz Könnt ich in meinem Kemm auf uns o geist Komm betend oft und tomm beilger geist erf.. Komm o fomm du geist Kommst du kommst du Komm schöpfer komm o Kommt die ihr noch nicht 133 Meinen leib wird man Kommt kommt den herrn zu 28 Mein erlöser auch für Stommt laßt uns gott Kommt laßt uns jesum Kommt und laßt euch 1 Mein bester trost in 222 Meine lebenszeit verst. 107 Meinen jesum laß ich nicht 223 678 Mein erlöser gottesjohn 160 Dein eift geschäft sei 375 Mein ganzer geist gott Mein geift erstaunt all. 408 Mein glaub ist meines 275 Mein gott auch dieser 86 Mein gott dir ist bew. 538 Mein gott du bist ger. 332 Mein gott durch deine 598 Mein gott du weißt am 380 Mein gott du wohneft 224 Mein gott ich weiß w. 472 Mein gott zu dem ich 125 Mein größter wunsch 121 Mein beiland deine 521 Mein heiland lebt er 649 Mein Herz ermuntre 5Mein jesu der voll 349 Mein jesu du baft unf. 102, Mein jefu für dein Mein jesus ist mein 683 Mein jesus lebt mag 468 Mein jefus triumph. 117 Mein leben steht in 482 Mein schuß ist gott 113 Menschen unser heil ist 185 Mit dir geh ich an 467 Mit eruft v menschenk. 55 Mit freuden laßt uns Laß doch in meines Laß doch o jesu laß dein Laß mich des menschen Laß mich doch nicht o Laß mich doch o mein Laß mich höchster dar Laß mich o herr in all Laß vater deinen guten Last unsern gott uns Laßt uns mit ehrfurcht Laßt uns unserin gott Lehre mich herr recht Piebreicher gott dein seg. Liebster jesu wir sind hier Liebster vater ich dein Pob ehre preis und d. Lob chr und dank sei dir 490 und Lobet den herrn den Lob sei dem allerhöchst. Lobsing dem Herrn o Lobsinge gott v christenh. Lobsinge meine seele Lobsinget gott dank pr. Lobsinget gott er schuf 464 186 120 527 470 68 439 292 504 314 150 171 618 328 469 605 619 91 654 620 431 239 285 348 478 100 313 491 694 128 151 299 201 207 300 421 112 535 104 641 Mit auf die Nummer der Lieder eingerichtet. Mit freudigem gemüthe 6211 Mit fröhlichem gemüthe Mit frommer freude 40 311 Nach deinem rath o Nach dir verlanget m. Nach einer prüfang Nach meiner seelen feel. Nein murren will ich Nicht daß ichs schon Nicht mürrisch finster Nicht um ein flüchtig Nie bist du höchster v. Nie will ich wieder sch. Nimm von uns herr Noch bin ich ein gast Noch immer wechseln Noch läßt der Herr m. Noch nie hast du dein Nun bitten wir den Nun bringen wir dem Nun danfet alle gott Nun danket all und Nun ist es alles wohl 465 6 heiliger geist laß uns heiliger und guter gott 214 heiligster wen nennst 373 O herr mein gott der herr mein gott ich 347 Ohne raft und unver. 179 536 663 570 325 höchster deffen kraft 677 680 523 543 jammervolle tage. jesu christe gottes 393 jesu christ mein H. 225) 30 597 D jesu christ meins leb. jesu jesu gottes sohn jesu licht und heil 590 D jesu wahrer frömm. 688 D fönnt ich dich mein 303D 60 622 37 226 714 blinde wuth o durst O taß doch bei der du mein mittler jefu freude sebt das grab gott aus deinen w. gott den alle weisen gott des himmels gott du bist die liebe gott du bist mein gott du frommer gott du gott der gott du kannst den gottessohn berr jefu O gott ich preise deine gott mein schöpfer gott sobald der tag D großer gott der alle großer gott du rein. heilger geist kehr bei vater unser gott welch ein glück ein 473 D welch ein unschäßbar 463 welt fieb hier dein 166 261 506 lamm gottes unschuld. 140 schreckliches leid der vater der barmh. 331 346 vater send uns dein 704 508 267 156 656 Preis sei dir meinem 144 Preis christen mit zuf. 184 11 Quälet mich nicht b. 54 Quelle der vollkomm. 53 39 Schaffet schaffet men. 494 Schicke dich erlöste s. 450 Schon frühe seßt mich 665 Schon ist der tag von 653 Schön ist die tugend 864 Schüße die deinen die 84 Schwing dich auf zu 500 Schwingt heilige ged. 646 Seele denk an golgata 31 Seht jesum den ger. 227 Seht welch ein mensch 228 Selig gott sind die dein g 510 474 8 438 78 608 157 wie huldreich ist der 118 O wie unaussprechlich s. 329 632 658 542 398 336 253 670 319 389 276 552 16 168 153 154 7 Seli 466 Selig gott sind die die Selig find des himm. Sei christenheit sei Seid barmherzig mensch. Sei lob und ehr dem Sei seele stark und Sei um die wollust zu Sei weltversöhner sei Sei zufrieden mein g. Sichrer mensch noch Sieb hier bin ich ehr. Singt unserm gott ein So bald o gott der tag So flieben unsre tage So gebst du jesu willig So hab ich gott durch Sohn der uns verbeiff. Sohn gottes eingebor. So jemand spricht ich So ist nach gottes rath So lang ich athme Sollten menschen m. Sollt es gleich bisw. Sollt ich jetzt noch da Sollt ich meinem gott So wahr ich lebe sp. So weit nur deine sonne 31 Was ist mein zeitl. leb. Theuer sei mir allez. Was iss daß ich mich 244 Was kann ich doch für Was mein gott will 210 Was soll ich ängstlich 162 Was sorgst du ängstl. 26 Was zagst du, gott r. 291 Web dem der läugnet 20 Welch glück o gott ist 31 Welch hohes beispiel 19 Weld lob soll ich dir 465 Bem weißbeit fehlt d. 637 Wenn Christus seine Wenn du des nächsten 592 Wenn einst in meinen 304 Wenn einst mein sterk. 257 Wenn ich auf gottes 71 Wenn ich gott meinent Register der Gesänge Ueber aller himmel Um gnade für die sünd. Umsonst umsonst verb. Unaussprechlich schnell Unendlicher den feine Unerforschlich sei mir Unerießlich ewig ist Unsern gott den gott Unwiederbringlich schnell Berbittre dir dein I. Versäume nie dich sel. Voller ehrfurcht dank Voll freud und fromm 289 Vom himmel ward d. 119 307 Von angst dahin geriff. 152 123 Bon dir gott der barmb. 457 596 Von dir kommt jede gute 436 489 Von dir o vater nimmt 560 557 Bon ganzer seele preis 532 Von Gott will ich nicht 212 Vorbild wahrer men. 57 Bor dir herr jesu steb 335 Vor deinen thron tret 453 456 416 132 15 Wach auf meist herz 61 Wachet auf vom schlaf 633 Wagst du vor gottes 147 Wann beiland meine 634 Warum betrübst du 105 Warum erbebst du 101 Warum sollt ich mich 580 Was bin ich gott vor 679 Was gott thut das ist 80 Was hilft es mir ein 591 Was ich nur gutes h. 563 Was in mir ist mein 390 Was ist das leben hier 70 Was ist der mensch d. 334 Was ist mein leben h. 353 449 623 321' 437 707 565 305 561 573 562 368 516 479 554 170 567 529 558 354 547 430 281 433 12 602 511 486 522 270 585 308 708 323 14 Wenn auf die Nummer der Lieder eingerichtet. Wenn ich o gott von Wenn ich o schöpfer d. Wenn mich die fünden Wenn nicht zur übung Wenn wir in höchsten Wer bin ich wichtig ist Wer gotte wege geht Wer gott s wort nicht Wer ist wohl wie du Wer kann gott je was Wer nur den lieben gott Wer weiß wie nahe m. Wer zählt der engel beere Wie finster ist der letzte Wie fliebt dahin der Wie getroft und heiter Wie göttlich sind doch Wie groß ist des allm. Wie groß ist unsre fel. Wie groß wie angebet. Wie grundlos sind die Wie herrlich fesu starker Wie herrlich strahlt der Wie lieblich ist doch berr Wie mächtig spricht in Wie mannigfaltig f. Wie sanft fehn wir den Wie schnell ist mir der Wie selig herr ist der 518 Wie selig lebt ein m. 52 Wie sicher lebt der m. 180 Wie soll ich dich empf. 372 Wie theuer gott ist 459 Wie ungewiß ist herr 515 Wie viele freuden dank 610 Wie wichtig ist doch 622 Wie wird mir denn 503 Wie wohl thust du m. 445 Will mich o gott hien. 422 Willst du der weisheit 287 Wir freuen uns herr 74 Wir gehn in unvollk. 322 Wir glauben an den 568 Wie menschen sind zu 359 Wir sind in noth 134 Wir fingen herr von 38 Wo eilt ihr hin ihr I. 603 Wo find ich gott den 501 Wohl dem der befre 146 Wohl dem der richtig 205 Wohl wohl dem m. 502 Wohlzuthun und mitzuth. 495 Wort aus gottes mund 609 So soll ich fliehen hin 533 306 Zeit die ich seufzend z. 635 zu deiner ehr bin ich 379 3ur grabes ruh entschl. 467 593 290 103 333 286 42 85 302 330 559 209 204 92 49 245 682 657 574 395 539 599 606 495 232 350 695 624 182 Die Litaney wie sie an monatlichen Bußtagen gelesen wird. Herr Gott Vater im Himmel erbarme dich über uns! Herr. Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, erbarme dich über uns! Sei uns gnädig, verschone uns, Herr unser Gott! Sei uns gnädig, hilf uns, Herr, unser Gott! Für allen Sünden, für schädlichen Irrthümern, für allein Uebel, für des Teufels Trug und List, für bösem schnellem Tod Die 468 Litaney. Tod, für verderblichen Seuchen und theurer Zeit, für Krieg und Blutvergießen, für Aufruhr und Zwietracht, für Hagel und Ungewitter, für Feuer und Wassersnoth und für dem ewigen Tod behüte uns, Herr unser Gott! Durch deine Menschwerdung und heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch deinen Tod am Kreuz, durch deine siegreiche Auferstehung und Himmelfahrt, in unserer legten Noth und am jüngsten Gerichte hilf uns, Herr unser Gott! Wir arme Sünder bitten, du wollest uns erhören, Herr unser Gott, und deine christliche Kirche regieren und führen, alle Bischöfe, Pfarrer und Kirchendiener im heilsamen Wort und beiligen Leben erhalten, allen Notten und Alergernissen wehren; alle Irrige und Verführte wieder bringen, für Versuchungen zum Bösen uns behüten, treue Arbeiter in deine Erndte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Schwachen helfen, und fie trösten: erhöre uns, Herr, unser Gott! Unferm Kaiser, allen Königen und Fürsten Frieden und Eintracht geben, unsere hohe Landesobri feit und ihre Bes amten und Diener mit deinem Geist regieren, segnen und behüten. die christliche hohen und andere Schulen fräftiglich erhalten, unsere Stadt, den Rath und die ganze Gemeinde segnen und behüten, erhöre uns, Herr, unser Gott! Allen, die in Noth und Gefahr find, mit Hülfe erschei nen, allen Schwangern und Säugerinnen fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle, die unschuldig gefangen sind, los und ledig laffen, alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen, unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, und uns gnädiglich erhören. Erhöre uns, Herr, unser Gott! D Jefu Chrifte Gottes Sobn, erbarme dich über uns! O du Lamın Gottes, das der Welt Sünde trug, erbarme dich über uns, o du Lamın Gottes, das der Welt Sünde trug, gib uns deinen Frieden. Amen! Episteln 6 100 segund globna 23 154 1 Evan g oct 14 ngelie n 18783 auf alle Sonntage und hohe Feste. hrend und Am I. Sonntage des Advents. BANG Epistel, Rom. 13, v. 11. 14. Lieben Brüder, weil wir folches wissen, nehmlich die Zeit, daß die Stunde da ift, aufzustehen vom Schlaf, ( fintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubs ten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeikom men: So laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Werke des Lichts. Easser uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondern ziehet an den Herrn Jefum Chrift, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. 1 Evangelium, Matth. 21, v. 1.. a fie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, fandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Geher hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihr; fobald wird er sie euch lassen. Das gefchab aber alles, auf daß erfüllet würde das gesagt ift durch den Propheten, der da spricht: Sage der Tochter Zion, siehe dein König kommt zu dir fauftmüthig, und reiter auf einem Efel und auf einem Füllen der lasts baren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und 1 2 Episteln feßzten ihn drauf. Aber viel Volfs breitete die Kleider auf den Weg, die andern hieben die Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe. Am II. Sonntage des Advents. Epistel, Rom. 15, v. 4. 13. Lieben Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei ges finnet feid unter einander nach Jefu Chrifto, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott, und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleich wie euch Christus hat auf genommen zu Gottes Lobe. Jcb fage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott los ben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stes het: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch ihr Heiden mit seinem Volf. Und abermal: lobet den Herrn alle Heiden, und preiset ihn alle Völker. Und abermal spricht Jesaias: Es wird fein die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium, Lucå 21, v. 25-36. Jefus fprach zu feinen Jüngern, Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange fein und werden zagen, und das Meer und die Wafferwogen werden Brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und warten der Dinge, die da kommen sollen auf und Evangelien. Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und als dann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfäher zu geschehen, fo fehet auf und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichs niß: Sebet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn fie ausschlagen, so sehet ihr an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seher angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich fage euch: dies Geschlecht wird nicht vergehen; bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwer ret werden mit Freffen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch: denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget zu entfliehen dies sem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. 3 not joints Cu Am III. Sonntage des Advents. Epistel, 1 Kor. 4, v. 15. mash out Dafür halte uns jedermann, nemlich für Chrifti Dies ner und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fuchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem ich nichts bewußt: Ich bin mir wohl auch richte aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr isis aber, der mich richtet Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offens baren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Matth. v. 12. 10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Chrifti hörete, fandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sas gen: Bist du, der da kommen soll, oder follen wir ei 1* 4 Episteln an nes andern warten? Jesus antwortete und sprach in ihnen: Gehet hin und faget Johanni wider, was ihr fehet und hörer. Die Blinden, sehen, die Lahmen ges hen, die Aussäßigen werden rein, die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evan. gelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jefus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinaus gegans gen in die Wüste zu sehen? Wollet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder, was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wollet ihr einen Menschen in weichen Kleidern fehen? Siehe, die da weiche Klei der tragen, sind in der Könige Häuser Oder, was feid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wollet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ifts, von dem ges schrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir ber, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Am IV. Sonntage des Advents. Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Lieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet. Eure Lindigkeit laffet Fund feyn allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sors get nicht; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott fund wers den. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium, Joh. 1, v. 19, 28. Und dieß ist das Zeugniß Johannes, da die Juden fandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß ſie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und läugs nete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm. Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns ger fandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: und Evangelien. 5 richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gefandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ist's, der nach mir fkommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dieß geschah zu Bethabara, jenseits des Jors dans, da Johannes, taufete. Am heiligen Christtage dur mnd un Epistel, Tit. 2 v. 11. 14. Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Men schen, und züchtiget uns, das wir follen verläugnen das ungöttliche Wesen, und die weltliche Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die felige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unfers Heilandes Jefu Chrifti, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlös fete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken, 340 Evangelium, Luca 2, v, 1= 14. HOT- 201 31% Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaifer Augusto aus ging, daß alle Welt geschäßzet würde. Und diese Schaßung war die aller erfte, und geschab zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließ, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Jofeph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, feinem vertrau. ten, Weibe, die war schwanger. Und als sie dar felbft waten, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine: Krippe, denn fie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und 6 Episteln. es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Heerden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und fiche, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie und fie furchten sich fehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht. Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Am Tage St. Stephani, des ersten Märtyrers neuen Testaments. Epistel, Ap..Gesch. 6 und 7. Kapitel. Stephanus aber voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da stan, den etliche auf von der Schule, die da heißet der Libere tiner, und der Cyrener und der Alexanderer, und derer, die aus Cicilia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. Und vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn ges höret Lästerworte reden wider Mofen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten, und die Schriftgelehrten, und traten herzu und riffen ihn hin, und führten ihn vor den Rath, und stellten falsche Zeus gen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Läfterworte wider diese heilige Stätte und das Gefeß. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und andern die Sitten, die Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rath faffen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll beiligen Geiftes war, sah er auf gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gots tes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie und Evangelien. schrieen aber laut, und hielten die Ohren zu, und stürme. ten einmüthiglich zu ihm ein und stießen ihn zur Stadt binous, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der ausrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er fniete aber nieder und schrice laut: Herr behalte ihnen diese Sünde nicht! und als er das gesagt, entschlief er. ng Evangelium, Matth. 23, v. 34 39. Der er Herr sprach zu den Pharifäern und Schriftgelehr. ten und Obersten der Juden: Siehe, ich fende zu euch Propheten und Weisen und Schriftgelehrten, und ders felbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und et liche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergoss fen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerufalem, Jerusalem, die du tödtest die Phropheten, und steinigest die zu dir gefandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein un ter die Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe euer Haus soll euch wüste gelaffen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet fei der da kommt in dem Namen des Herrn! An dem Tage St. Johannes des Apostels und Evangelisten. mai 233 Epistel, Sirach 15, 1.8. Solches thut niemand, denn der den Herrn fürchtet; und wer sich an Gottes Wort bålt, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn ems pfahen wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränken mit Waffer der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu 8 4 Episteln un Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund auf thun in der Gemeine. Sie wird ihn frönen mit Freude und Bonne und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlösen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von dem Hoffärs tigen, und die Heuchler wissen nichts von ihrasin h Evangelium, Joh. 21, v. 15:24. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmal zu ihm! Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traus rig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr du weißest alle Dinge; du weißest, daß ich dich lieb habe! Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Wahrlich, wahrlich ich sage dir: da du jünger warest, gürtes test du dich selbst und wandeltest, wohin du wolls test; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preifen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um und sahe den Jüns ger folgen, welchen Jefus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: Herr wer ists, der dich verräth? Da Petrus diesen sah, spricht er zu Jefu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: so ich will, daß er bleibe; bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach zu ihm: Er stirbt nicht; fons dern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Dieß ist der Jünger, der von diesen Dina und Evangelien. 09 gen Zeuget, und hat dieses geschrieben. Und wir wis sen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Am Sonntage nach dem Christtage. Epistel, Gal. 4, v. 1.7. Ich fage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knecht fein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Gott seinen Sohn, gebohren von einem Weibe, und unter das Ges feß gethan, auf daß er die, so unter dem Gefeßze war ren, erlöfete, daß wir die Kindfchaft empfingen. Weil ihr denn Kinder feid, hat Gott Gefandt den Geist seis nes Sohnes in euere Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern citel Kinder; Sind's aber Kinder, so sind's auch Ers ben Gottes durch Christum. Evangelium, Luck 2, v. 33-40. Und sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuel vom Geschlechte Affer, die war wohl betaget, und batte gelebt sieben Jahr mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft. Und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie alles vollendet hatten, nach dem Geseß des Herrn, kehreten fie wieder in Galiläam zu ihrer Stadt 10 Episteln de Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit und Gottes Gnade war bei ihm. Am neuen Jahrstage. Episteln, Gal. 3, v. 23-29 Che denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gefeß verwahret, und verschlossen auf den Glau ben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Ges fet unser Zuchtmeister gewesen auf Chriftum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Jefum Christum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, bie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so feid ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Evangelium, Lucă 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kindlein bes schnitten wurde, da ward sein Name genennet Jefus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel, Tit. 3, v. 4.7. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan haben, sondern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jes fum Chriftum, unfern Heiland, auf daß wir durch dess felbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Les bens nach der Hoffnung, das ist gewißlich wahr. und Evangelien. Evangelium, Matth. 2, v. 13-15. Da die Weisen aus Morgenland hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir fage. Denn es ist vorhan den, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzus bringen. Und er stund auf und nahm das Kindlein und feine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis; auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Pro pheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. 11 Am Feste Epiphaniä, oder der Erscheinung Christi. Epistel, Sesaias 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe Finsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe dein Auge auf und siehe umher; diese alle versammelt, kommen zu dir. Deine Söhne werden von Ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehren, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bes decken, und die Läufer aus Median und Epba. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium, Matth. 2, v. 1-12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem, und 12 Episteln o sprachen wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftges lehrten unter dem Volf, und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet ger schrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir foll mir kommen der Hers zog, der über mein Volk Ifrael ein Herr sei. Da bes rief Herodes die Weifen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wenn der Stern erschienen wäre. Und weifete sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs fins Det, so sagt mir wieder, daß ich auch komme und es anbete. lls sie nun den König geböret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er fam und stund oben über, da das Rindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus, und funden das Kindlein mit Maria, seis ner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weih. rauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. 25000 Epistel, Rom. 12, v. 1.6. Jcb ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmhers zigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet, zum Opfer das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, wels ches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und ftellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da fei der gute, der wohlgefällige und der volls komisene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand und Evangelien. 13 weiter von ihm halten, denn sich gebühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich balte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder baben aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: also sind wir viel ein Leib in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben mancherlei Gas ben nach der Gnade, die uns gegeben ist. gnubidrid Stailid dho CHIOT Evangelium, Luc. 2, v. 42 52. and 1 Da Jefus zwölf Jahre alt war, gingen feine Eltern hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Haufe gingen, blieb das Kind Jefus zu Jerufalem, und seine Eltern wußren's nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagreise, und suchten ihn unter den Freunden und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel fißen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, wunderten sich seines Vers standes und seiner Antwort. Und da sie ihn saben, entfeßten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mir Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich ges fucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, daß er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth, und war ihnen unters than. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ih rem Herzen. Und Jefus nahm zu an Weishheit, Als ter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am II. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. 12, v. 7. 16. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des 14 silEpisteln au Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ers mahuet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältig. Regieret jemand, so fei er forgfältig: übet jemand Barmherzigkeit, so thue er's mit Lust Die Liebe sei nicht falsch. Haffer das Arge, banget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander set herzlich. Einer fomme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun follt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trubsal. Haltet an am Gebet. Nehmt euch der Heiligen Noths durft an. Herberget gerne. Gegnet, die euch verfols gen, fegnet und flucher nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Beinenden. Habt eins erlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedris gen. 18 dick deu mi nao stati ovde Evangelium, Joh. 2, v. 1.11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jefu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit gelas dent. Und da 28 am Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Bein. Jefus spricht zu ihr: Weiß, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda fechs steinerne Wafferkrüge gefeßt. nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maas. Jefus spricht zu ih nen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und fie fülls ten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringts dem Speisemeister, und sie brach, tens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wan nen er kam, die Diener aber wußtens, die das Was fer geschöpfet batten, rufet der Speisemeister dem Bräus tigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, als dann den geringern, du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, daß Jesus that, und Evangelien. 15 geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarete feine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. Am III. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, 17.21. Haltet altet euch nicht selbst für flug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem; fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ift's möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn( Gottes.) Denn es stebet geschrieben: die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, so tränke ihn; wenn du das thust, so wirst du feurige Koblen auf sein Haupt sammeln Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Mi Evangelium, Matth. 8, v. 1.13. the Da Jefus vom Berge herab ging, folgete ihm viel. Volks nach. Und siehe, ein Ausfäßiger kam, und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: ich will's thun, fei gereis niget. Und alsbald ward er von seinem Aussaß rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, fag's niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugs niß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus fsprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gefund machen. Der Hauptmann ant wortete und fprach; Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort so wird mein Knecht gefund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, doch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum andern: Komm her, fo fommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das, so thut er's. 16 asil Epistelnus Da Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich fage euch, folchen Glauben habe ich in Ifrael nicht funden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Morgen und von Abend, und mit Abraham und Jiaak und Jacob im Himmelreich figen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Und sprach zu dem Hauptmann; Gehe hin, dir geschche, wie du geglanber haft. Und sein Knecht ward gefund zu derselbigen Stunde. neste calls th Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. 846 4 un Epist el, Rom. 13, v. 8.10. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch un ter einander liebet. Denn wer den andern liebet, der bat das Gefeß erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du follst nicht ehebrechen; Du sollst nicht tödten; Du folls nicht stehlen; Du sollst nicht falsch Zengniß ges ben; Dich soll nicht gelüften; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfaffet: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des ist nun die Liebe des Gefeßes Erfüllung, dal Ginebles Guil m taneી આવે 35518 I ત 20 Evangelium, Matth. 8, v. 23.27. Jefus trat in das Schiff, und seine Sünger folgeten ihm. Und siebe, da erhob sich ein groß Ungeflüm im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bet deckt ward, und er schlief Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr hilf uns, wir verderben. Da fagte er zu ihnen: Jhr Kleingläus bigen, warum seid ihr fo furchtsam? Und stund auf, und bedrohete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? und Evangelien. V. Am Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. 17 Epistel, Koloff. 3, v. 12. 17. So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heis ligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlich, feit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jes mand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber zies het an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommens heit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und feid dankbar. Laffet das Wort Christi unter euch reichs lich wohnen, in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch felbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen liebs lichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Hers zen. Und alles, was ihr thut mit Worter oder mit Werken, daß thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. 201 Evangelium, Matth. 13, v. 24:30. Menschen, Jesus legte Ihnen ein anderes Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem der guten Saamen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und fäete Unfraut zwischen den Watzen, und ging davon Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unfraut. Da traten die Knechte zu dem Hansvater, und sprachen: Herr, bast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unfraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Frind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hinges hen, und es ausgäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit außraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Erndte, und um der Erndte Zeit will ich zu den Schnittern fagen: Sammelt zuvor das Unfraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Waizen fammelt, mir in meine Scheuern. at 2 D 18 Episteln m Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 1, v. 16-21. Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jefu Chrifti; fondern haben seine Herrlichkeit felbst gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dieß ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem beiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als ein Licht, das da scheint in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgens stern aufgehe in euern Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weisfagung in der Schrift geschicht aus eigner Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weisfagung aus menschlichem Willen hervorges bracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Evangelium, Matth. 17, v. 1-9. Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseit auf einen hohen Berg, und ward verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschien ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwors tete, und sprach zu Jefu: Herr, hier ist gut seyn; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mofe eine, und Elia eine. Da er noch also redete, fiehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dieß ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den follt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und Erschracken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach; Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da fie aber ihre Augen aufhoben, sahen fie niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom und Evangelien. 19 Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dieß Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesimä. Epistel, 1 Kor. 9, v. 24 bis Kap. 10, v. 5. Wiffer ihr nicht, daß die, so in den Schranken lau fen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergångliche Krone empfangen; wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streicher: sondern ich beräube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predigte, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Våter sind alle unter der Wolfe gewesen, und sind alle durch das Meer gegans geit, und sind alle unter Mofe getauft, mit der Wolfe und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranfen aber von dem geifilichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott fein Wohlgefallen; denn sie sind nie. dergeschlagen in die Wüste o linig Evangelium, Matth. 20, v. 1. 16. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich 0151 pull ist gleich einem Hausvater, der am Morgen aus. ging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Taglohn, fandte er sie in feinen Weinberg. Und ging and um die dritte Stunde, und fah andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Geher ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermat ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er 2* 20 Episteln sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu feinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gib ihnen den Lohn, und hebe an an dem Leßten bis zu dem Ersten: Da kamen, die um die eilfte Stunde gedingt waren, und empfingen ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Haushal ter, und sprachen: Diese Leßten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwors tete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm das dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesem Leßten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten seyn. Denn viele sind berufen, aber wenig sind aus erwählet. Am Sonntage Seragefimä. Epistel, 2 Kor. 11, v. 19 bis Kap. 12, v. 9. Lieben Brüder! Ihr vertraget gern die Narren, die weil ihr klug feid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch je mand nimmt, so euch jemand troßt, so euch jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun jes mand kühn ist( ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch fühn Sie sind Hebräer; ich auch, sie sind Ifs raeliten, ich auch; sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Chrifti;( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Tosdesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfs mal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Jch bin dreimal gestäupet, einmal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Eag und Nacht habe ich zuges und Evangelien. 21 bracht in der Tiefe des Meeres. Ich bin oft gerei. fet; ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was sich sonst zuträgt, nemlich, daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheir rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jefu Chrifti, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß daß ich nicht lüge. Zu Damascus der Landpfleger des Königs Aretä verwahrte die Stadt der Darsafcer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich fommen auf die Geschichte und Öffenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Chrifto, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; Gott weiß es); derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen,( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es.) Er ward entzückt in das Paradies, und hörte unaussprechliche Worte, welche fein Mensch fagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir felbst aber will ich mich nichts rühmrn, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thöricht; denn ich wollte die Wahrs heit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, nemlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf taß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir ges fagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine 22 Episteln Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangelium, Lucă 8, v. 4, 15. mi Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu Jesu eilten, førach er durch ein Gleichniß. Es ging ein Süemann aus zu säen feinen Saamen und indem er fäete, fiel etliches au den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fra. Ben es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dors nen gingen mit auf und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und trug hun dertfältige Furcht. Da er das- fagte, rief er: Wer Ob ren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber feine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben, zu wissen das Geheims niß des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichniss fen, daß sie es nicht sehen, ob fie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Saame ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören: darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und felig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel: eine Zeitlang glauben fie ,, und zur Zeit der Anfechtung fallen fie ab. Das aber unter Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ers sticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die, die das Wort hören und behals ten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Am Sonntage vor der Fasten, Estomihi. Epistel, 1 Kor. 13, v. 1-13. Lieben Brüder! wenn ich mit Menschen und mit En gelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich und Evangelien. 23 ein fönendes Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weiffagen Fönnte, und wüßte alle Geheimniffe, und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge verfeßzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, fie fuchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach Schas den, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträgt alles, fie glaubet alles, sie hoffet alles, fie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weisfagungen aufhören wer. den, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weiffagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören; da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was findisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Ort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stück. weise; dann aber werde ich es erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: aber die Liebe ist die größeste unter ihnen.) 6: p in Butelomice sig tis Evangelium, Lucă 18, v. 31.43. in denu Jesus nahm zu sich die zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird ver spottet, und geschmähet, und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keins, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesaget war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho fam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. 24 Episteln Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, fors schete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meis ner! Die aber vorne an gingen, bedrobten ihn, er follte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jefus aber stand still, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nabe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun foll? Er sprach: Herr, daß ich fehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Volks, das solches sah, lobte Gott. Am I. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel, 2 Kor. 6, v. 1.10. Lieben Brüder! wir ermahnen euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils gehols fen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Laffer uns aber niemand irgend ein Nergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; fondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsal, in Nöthen, in Alengsten, in Schlägen; in Gefängniss fen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freunds lichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrs haftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und sie wir sehen; als die Gezüchtige ten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. und Evangelien. Evangelium, Matth. 4, v. 1.11. Da ward Jefus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig Eage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es steher ges schrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, fondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie wers den dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jefus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dieß alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. 25 Am II. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Epistel, 1 Theff. 4, v. 1.7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermah; nen euch in dem Herrn Jefu, nachdem ihr von uns empfanget habt, wie ihr follt wandeln und Gott ges fallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wiss fet, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jefum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglis cher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die 26 Episteln o von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel: denn der Herr ist der Nächer über das alles, wie wir euch zuvor gesaget und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium, Matth. 15, v. 21-28. Und Jefus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein Kananäis sches Weib ging aus derselbigen Gränze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, er, barme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm feine Jünger, baten ihn, und sprachen: Laß sie doch von dir; denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Israel. Sie aber kam, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, bilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da anwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gefund zu derselbigen Stunde. Am III. Sonntage in der Fasten, Oculi. Episteln, Ephes. 5, v. 1.9. So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kins der, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hu rerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksa gung. Denn das sollt ihr wisfen, daß kein Hurer oder Unreiner, oder Geißiger( welcher ist ein Gößendiener) und Evangelien. 27 Erbe hat an dem Reich Chrifti und Gottes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten: denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenosfen. Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Furcht des Geistes ist allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. Evangelium, Luc. 11, v. 14:28. Jefus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschab, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Sft denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr faget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufet durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie euer Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Eeufel austreibe, so fommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker gewapneter feinen Palast bewahret so bleibet das seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und übers windet ihn, so nimmt er ihm feinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir fammelt, der zerfireuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätte, fuchet Ruhe, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er fommt fo findet er's mit Besen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst. Und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demsel, 28 Episteln bigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib der dich getragen hat, und die Brüste, die du gefogen bast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Am IV. Sonntage in der Fasten, Lätare. Epistel, Gal. 4, v. 21.31. Saget mir, die ihr unter dem Gefeße sein wollt, habt ihr das Gefeß nicht gehöret? Dann es stehet geschries ben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testar mente, eines von dem Berge Gina, das zur Knechts schaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sina, und langet bis gen Jerus falem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit feinen Kindern. Aber das Jerufalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind saaks nach der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch gebos ren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jeßt auch. Aber was spricht die Schrift? Steße die Magd hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium, Joh. 6, v. 1.15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volfs nach, darum, daß sie die Zeichen fahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen und Evangelien. 29 Berg, und feste sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf, und fichet, daß viel Volks zu ihm kommt, und sprach zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen?( Das sagte er aber ihn zu vers fuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte). Phis lippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier der bat fünf Gerstenbrode und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jefus aber fprach: Schaffet daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jefus aber nahm die Brode, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die fich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, forach er zu seinen Jüngern; Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten fie, und füllten zwölf Körbe mit Brecken, von den fünf Gerstens broden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen fahen, das Jesus that, ſprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt fommen soll. Da Jefus nun merkte, daß sie kommen würden, ihn zu baschen, daß sie ihn zum König machten, entwich er abermal auf den Berg, er felbst allein. Am V. Sonntage in der Fasten, Judica. Epistel, Hebråer 9, v. 11:15. Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpries ster der zu künftigen Güter, durch eine größere und volls fommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eignes Blut einmal in das Heilige ein gegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit: wie 30 Episteln vielmehr wird das Blut Christi, der sich felbft ohne als len Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unfer Gewisfen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den llebertretuns gen, die unter dem ersten Testament waren, die, so bes rufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Sasion? Ann Evangelium, Soh. 8, v. 46-59. tog tida Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrs heit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht; denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jefus antwortete: Ich habe keinen Teufel, fondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehrer mich. Ich fuche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der fie fuchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich fage ceuch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hålt, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten find gestorben. Was machst du aus dir felbst? Jesus ants wortete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und fennet ihn nicht. Ich aber fenne ihn. Und so ich würde fagen: Ich kenne ihn nicht; so würde ich ein Lügi ner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag seben sollte; und er sah ihn, und freuete fich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jefus fprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, 1 und Evangelien. 31 bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tems pel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. im Am VI. Sonntage in der Saften, Palmarum. Epistel, Philippi 2, v. 5:11. in jeglicher sei gefinner, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Gebärden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ebre Gottes des Vaters. Evangelium, Matth. 21, v. 1.9. Siehe das Evangelium am ersten Sonntage des Advents. Seite 1. Jus dan Am heiligen Ostertage. CA Epistel, 1 Kor. 5, v. 6.8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungefäuert feid. Denn wir has ben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im als ten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, fondern im Süßteig der Fauterkeit und der Wahrheit. Evangelium, Mark. 16, v. 1.8. Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi und Salome Spes 32 Episteln. zerei, auf daß sie kämen und Jefum falbten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbath fehr frühe da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie saben dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abges wälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hins ein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sißen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entfeßten sich. Er aber sprach zu ibnen: Entsetzet euch nicht. Ihr fuchbet Jesum von Nazareth, den Ges Freuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingeben wird in Galiläa, da werdet ihr ihn se hen wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell bers aus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zits tern und Entfeßen angekommen; und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Am Ostermontage. Epistel, Ap. Gesch. 10 v. 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; fondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm( Jhr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Jfrael gefandt bat, und verkündigen laffen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umber gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem: Den has ben sie getödtet, und an ein Holz gebänget. Denfels bigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn laffen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern und Evangelien. 33 uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aufer. standen ist von den Todten. Evangelium, Luck 24, v. 13.35. Und siehe, zween aus den Jüngern des Herrn gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Je. rufalem fechzig Feldwegs weit, des Name heißt Em mahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie redeten und bes fragten sich mit ihnen. Aber ihre Augen wurden ges halten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ih. nen: Was sind das für Reden: die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid trautig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber spras chen zu ihm: Das von Jefu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpries fter und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todtes, und gekreuziget. Wir aber hofften, er follte frael erlöfen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gefen, baben seinen Leib nicht gefunden, kommen und fagen, sie haben ein Gesicht der Engel gefehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ibn fanden sie nicht. Und er fprach zu ihnen: ihr Thoren und tråges Herzens, zu glauben allem dem, das die Propheten geredet has ben Mußte nicht Chriftus folches leiden, und zu feiner Herrlichkeit eingehen? Und fing au von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrif ten aus, die von ihm gesagt waren. Und sie famen. nahe zum Flecken, da sie hingingen; und er stellte 3 34 Episteln daa fich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend wers den, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hint ein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische faß, nahm er das Brod, dankete, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffs net, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht uns fer Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, fehrten wieder gen Jerufas lem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihs nen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und se erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, daß er das Brod brach. Am Ofterdienstage. Epistel, Ap. Gesch. 13, v. 26-33. Ihr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Ges schlechts Abrahams, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie dies sen nicht kannten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabbather gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie Feine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Todten. Und er ist ers schienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, indem, daß er Jesum auferwecket hat. und Evangelien. Evangelium, Luca 24, v. 36-47. Da fie ofe midwan Sinery & a sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mits ten unter sie, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschracken aber, und fürchteten fich; meinten, sie fähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken? Und warum fommen folche Gedans fen in eure Herzen: Sehet meine Hände und meine Füße: Ich bin es selber; fühlet mich und seher; denn ein Seift hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeiget er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fische und Honigfeim. Und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch fagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Pros pheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Und er fprach zu ihnen: Also ist es geschrieben, und also mußte Chriftus leiden, und auferstehen von den Todten am dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. 201709 35 d Evd mas @ Am I. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel, 1 Joh. 5, v. 4. 10: Aues was von Gott geboren ist, überwinder die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt übers windet, ohne der da glaubet, daß Jefus Gottes Sohn ift? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeus zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diefe drei find Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden. Der Geist, das Wasser und 3* 36 Episteln dur das Blut und die drei find beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeus get hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium, Sob. 20, v. 19. 23. Am Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jefuß und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede fei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie deu Herrn fahen. Da sprach Jefus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, also sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. hods Epistel, 1 Petri 2, v. 21-25. Denn ucha enn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten da er ward, nicht drohete, da er litte: Er stellte es aber dem heim, der da recht richter; welcher unsere Sünden felbft geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunder ihr seid heil geworden. Denn ihr waret, wie die irrende Schaafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seele. Evangelium, Job, 10, v. 12. 16. Ich bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läßt fein Leben für die Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, siehet den und Evangelien. 37 Wolf kommen, und verläßt die Schaafe, und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fliehet; denn er ist ein Miethe ling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein gus ter Hirte, und erfenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater fennet, und ich fenne den Vater. Und ich laffe mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und diefelbigen muß ich hers führen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel, 1 Petri 2, v. 11.20. Lieben Brüder ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen gus ten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure gute Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ords nung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Ges fandten von ihm zur Rache über die Ulebelthäter, und zum Lobe des Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfer die Unwiss fenbeit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als bättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bos heit; sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, fo ihr um Miffes that willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohls that willen leidet und erduldet, das ist Guade bei Gott. Episteln n 76099 Evangelium, Joh 16, v. 16-23. Ueber ein fleines, fo werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er, faget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich seben, und daß ich zum Vater gebe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget, über ein fleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein fleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein fleis nes, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig fein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib. wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traus rigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. 38 TH Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel, Sacobi 1, v. 16-21. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finfierniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Mens schen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum fo leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch ges pflanzet ist, welches kann eure Seelen felig machen. 39 und Evangelien. Evangelium, Joh. 16, v. 5. 15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu cuch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, fo kommt der Eröfter nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigs feit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet es jeßt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrs heit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selbft reden; font dern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vas ter hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel, Jacobi 1, v. 22.27. Seid Deid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer al. lein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht etn Thäter, der ist gleich einem Manne, der fein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschaut in das voll: fommene Gefeß der Freiheit und darinnen behars ret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Chäter, derselbige wird felig fein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein 40 Episteln reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem V ter, ist der die Waisen und Wittwen in ihrer Trübfal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium, Joh. 16, v. 23. 30 Bahrlich, wahrlich, ich fage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Frende vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Va ter. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich fage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will: denn er selbst, der Vater hat euch lieb, darum daß er mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater auss gegangen und gekommen in die Welt; wiederum vers laffe ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagst kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 1.11. Die erste Nede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem dem, das Jesus anfing, beides zu thun nnd zu lehren, bis an den Tage da er aufgenommen ward, nachdem er den Apofteln, welche er hatte ges wählet, durch den heiligen Geist Befehl getkan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ibnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( fprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Was und Evangelien. 41 ser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist ges tauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und spras chen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Ifrael? Er sprach aber zu ihnen: Es ges bühret euch nicht zu wissen Zeit eder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat? fondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geiftes empfangen, wels cher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeus gen fein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis au das Ende der Erde. Und da er folches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie, ihm nachfahen gen Himmel fahrend, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleis dern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galis läa, was stehet ihr und sehr gen Himmel? Diefer Jefus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium, Mark. 16, v. 14, 20. Buleßt, da die Eilfe zu Tische faßen, offenbarte sich der Herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Hers zens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen, gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glauber und ger tauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glau: bet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sißet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Episteln Am VI. Sonntage nach Ostern, Eraudi. Epistel, 1 Petri 4, v. 8.11. So feid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünftige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln, und dies net einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der manchers lei Gnaden Gottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Je. fum Chrift, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewig keit zu Ewigkeit! Amen. 42 Evangelium, Joh. 15, v. 26 bis Kap. 16v. 4. Wenn enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch fenden werde vom Vater, der Geist der Wahr. heit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch ger redet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gort einen Dienst daran. Und solches werdeu fie euch darum thun, daß fie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber folches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit fommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt: denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epistel, Ap. Gesch. 2, v. 1-13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Wins des, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man fab an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig. Und er feßte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu 43 und Evangelien. predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerus falem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volf, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entfeßten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, find nicht diese alle, die da reden, aus Galis läa? Wie hören wir denn ein jeglicher feine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther Meder und Elas miter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa und Kappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten, und an den Enden der Lybien bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: Wir hören sie mit unfern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entfeßten sich aber alle und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll füßen Weins. Evangelium, Joh. 14, v. 23-31. Ser mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm fommen und Wohnung bei ihm machen. Ber aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters der mich gesandt. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Trö ster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles leh ren; und euch erinnern alles deß, das ich euch ges fagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Fries. den gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hätter ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun babe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich 44 Episteln werde hinfort mehr nicht viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Am Pfingstmontage. Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 42/48. Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten! daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heilis gen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium, Joh. 3, v. 16-21. Jesus sprach zu Nicodemo: Also bat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle die an ihn glauben, nicht verloren werden, sons dern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn felig werde. Wer an thn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaus bet nicht an den Namen des eingebornen Sohns Gott tes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Fins sterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke was ren böse Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht und Evangelien. 45 gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der fommt an das Licht, daß seine Werke offenbar wers den; denn sie sind in Gott gethan. A m Pfingstdienstage. ANC Epistel, Ap. Gesch. 8, v. 14:17. Da aber die Apostel hörten zu Ferusalem, das Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, fandten sie zu ihnen Petrum und Johannem. Welche, da sie hinab kamen; beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf feinen gefal. len, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jesu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie em pfingen den heiligen Geist. Evangelium, Joh. 10, 1, 11. esus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Wer nicht zur Thür hinein gehet in den Schaafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der aber zur Thür hinein gehet, der ist ein Hirt ger Schaafe. Demselbigen thut der Thürhüter auf, und die Schaafe hören feine Stimme, und er ruft seine Schaafe mit Namen und führet sie aus. Und wenn er seine Schaafe ausgelassen hat, gehet er vor ihnen hin, und die Schaafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. Einem Frems den aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen der fremden Stimme nicht. Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen fagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schaafen. Alle, die vor mir ger fommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen; aber die Schaafe haben ihnen nicht gehorchet. Ich bin die Thür: So jemand durch mich eingehet, der wird selig werden, und wird eins und ausgehen, und Weide finden. Ein Dieb kommt nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Gnüge haben sollen, 46 noi Episteln Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Rom. 11, v. 33-36, D welch eine tiefe des Reichthums, beides der Weiss heit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich find seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm fei Ehre in Ewigkeit! Amen. d Evangelium, Joh. 3, v. 1:15. Disc) Es war aber ein Mensch unter den Pharifäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jefu bei der Nacht, und sprach zu ihm! Meis ster, wir wissen, daß du bist ein Lehrer, von Gott ges fommen; denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und fprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er, alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib ges hen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so fann er nicht in das Reich Gottes fommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir ges fagt habe: Jbr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du höreft sein Saus sen wohl: aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag folches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Ifrael, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen und Evangelien. 4.7 Dingen fage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen fagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nemlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet wers den, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am I. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 4, v. 16.21. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sons dern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laffet uns ihn lieben; denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und basset seinen Bruder, der ist ein Fügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dieß Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß er auch wer Gott liebet, feinen Bruder liebe. Evangelium, Luck 16, v. 19:31. war ein reicher Mann, der fleidete sich mit Purs pur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrs lich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor feiner Thür voller Schwäs ren, und begehrte sich zu sättigen von den Brodsamen, die von des Reichen Zische fielen. Da kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwåren. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den En geln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und fah Abraham von ferne, und Lazarum in feinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und Es 8 48 Episteln fende Lazarum, daß er das Neußerste feines Fingers in's Wasser tauche, und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses ems pfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst ges peiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, fönnen nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach cr: So bitte ich dich, Bater, daß du ihn fendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brü der, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kom men an diesen Ort der Qual Abraham sprach zu ihm, sie haben Mofen und die Propheten; laß sie diefelbis gen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Todten auferstünde. Am II. Sonntage nach der Trinitatis. 457 HOY Epistel, 1 Job 3, v 13.18. Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt baffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüs der. Wer den Bruder nicht licbet, der bleibet im Todte. Wer seinen Bruder basser, der ist ein Todt fchläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran has ben wir erfaunt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir follen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und sicher seinen Bruder darben; und schließt fein Herz vor ihm. zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laffet uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. und Evangelien. Evangelium, Luch 14, v. 16:24. Es war ein Mensch, der machte ein großes Abend, 49 mahl und lud viele dazu. Und fandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hins aus gehen und ihn besehen ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und gebe jeßt hin fie zu befehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen; darum kann ich nicht fom men. Und der Snecht Fam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Geb aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden berein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen haft; es is aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Bäune, und nöthige fe herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich fage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Am III. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Petri 5, v. 6.11. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöbe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teus fel, gehet umher, wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehe, feft im Glaus ben, und wisset, baß eben dieselbige Leiden über euere Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Chrifto Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Beit leidet, vorbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewige feit! Amen. 4 Episteln Evangelium, Luc& 15, v. 1.10. Es naheten aber zu Jefu allerlei Zöllner und Sünder, daß fie ihn höreten. Und die Pharifäer und Schriftges lehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Süns der an, und iffet mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dieß Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe hat, und so er der Eins verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem Verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf feine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim fommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mit; denn ich habe mein Schaaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Ger rechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie den Einen vers lieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn fic thn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nach. barinnen, und spricht: Freuet cuch mit mir: denn ich babe meinen Oroschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Em geln Gottes, über einen Sünder, der Buße thut. 50 Am IV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rdm. 8, v. 18.23. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll geoffen. baret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreas tur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit, obne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreas tur frei werden wird von dem Dienst des vergängs lichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kin der Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur febnet fich mit uns, und äugfiigt sich noch immers dar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbfi, und Evangelien. 51 ble wir haben des Getstes Erstlinge, sebnen uns auch bei uns selbst nach der Kundschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evangelium, Luca 6, v. 36-42. Darum arum feid barmherzig, wie auch euer Vater barms herzig ist. Richtet nicht, fo werdet ihr auch nicht gerich, tet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht vers dammet. Vergebet, fo wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maas wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maas, da ihr mit meffet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleich nis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn er Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was fiehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht ges wahr? Oder, wie kannst du fagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Jch will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du fichest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiche dann, daß du den Splits ter aus deines Bruders Auge ziehest. Am V. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Petri 3, v. 8.15. Endlich aber feid allesammt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Bö ses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; fons dern dagegen fegnet, und wiffet, daß ihr dazu berufen feid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, caß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Aus gen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Dhren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn fiehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch 4* 52 Epiſteln Shu schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, fo feid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Evangelium, Luck 5, v. 1.11. piend Es begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu brang, zu hören das Wort Gottes; und er stand am See Genezareth, and sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze: Trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Land führete. Und er feßte fich, und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte anfgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fabre auf die Höhe, und werfet euer Neß aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon ants wortete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort witi ich das Neß auswerfen. Und da fie das thaten, beschloffen sie eine große Menge Fische, und ihr Neß zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hüls fen ihnen ziehen. Und sie famen und fülleten beide Schiffe voll, also, daß fie fanken. Da daß Simon Petrus fah, fiel er Jesus zu den Knien, und sprach: Herr, gebe von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihnen ein Schrecken angekoms men, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischs zug, den sie mit einander gethan batten; desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zes bedai, Simonis Gefellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Am VI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 6, v. 3.11. Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ, getauft find, die sind in seinen Tod getauft? So find und Evangelien. 53 wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ift anferwecket von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also follen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber fammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, fo werden wir auch der Auferstehung gleich sein: Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreus ziget ist, auf daß der fündliche Leib aufböre, daß wir binfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Chriftus von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über thn nicht berrschen. Denn daß er gestorben ist, das ist Er der Sünde gestorben zu einems mal! Daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, baltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Chrifto Jesu, unserm Herrn. Evangelium, Matth. 5, v. 20:26. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit beffer denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so wers det ihr nicht in das Himmelreich fommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig fein. Ich aber fage ench: Wer mit seinem Bruder gürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu feis nem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuls dig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferft, und wirft allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gebe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm, und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widers facher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wegebist, auf daß dich der Widersacher nicht bermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überant worte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahleft. Episteln Am VII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 6, v. 19:23. Ich muß menschlich davon reden, um der Schwach, beit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder gegeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: Also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr fret von der Gerechtigkeit. Was hottet ihr nun zu der Zeit für Furcht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt thr eure Frucht, daß ibr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Gold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Chrifto Sesu, unserm Herrn. 54 Evangelium, Marc. 8, v. 1.9 Su der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie baben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu effen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jüns, ger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie fättigen? Und er fragte fie: Wie viel habt ihr Brod? Sie sprachen: Sie ben. Und er gebot dem Volk, daß es sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten. Und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte, und hieß diefelbigen auch vortragen, sie aßen aber und wurden fatt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei pier rausend, die da gegeffen hatten. Und er ließ fie von f. 55 und Evangelien. Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 8, v. 12.17. So find wir nun, lieben Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geift des Fleisches Ges schäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geift empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; fondern ihr babt einen findlichen Geift empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Beuge niß unferm Geift, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nemlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit ers hoben werden. Evangelium, Matth. 7, v. 15,23 Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schaafskleidern zu euch fommen; inwendig aber find fie reißende Wölfe. Un thren Früchten sollt ihr sie ers fennen. Kann man auch Tranben lesen von den Dors nen, oder Feigen von Difteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum fann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum fann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgebauen und in's Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie ers fennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich kommen; fondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Page: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweißsar get? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel auss getrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nte erkannt; wetchet alle von mir, ihr Uebelthäter! Episteln Um IX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Kor. 10, v. 6.13.. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir und nicht gelüften lassen des Bösen, gleichwie jene ges hiftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden; als geschrieben fiehet. Das Volk feßte sich wieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laffet uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwangiig taufend. Laffer uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn vers fuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht von dem Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber ges fchrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt bünfen, er stebe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche, Versuchung betreten: aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es fönnet ertragen. 56 af( thx to found Evangelium, Lucd 16, v. 1.9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushals ter der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm feine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du fannst binfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich felbft: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, feße dich, und schreib flugs fünfzig. Dars nach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist und Evangelien. 57 Da schuldig? Er sprach: hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achts jig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er so flüglich gethan hatte. Denn die Kinder dieser Welt find flüger, denn die Kinder des fichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun barbet, sle euch aufnehmen in die ewige Hütten. Am X. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 12, v. 1.11. Bon on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden feid gewesen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, baß niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand fann Jefum einen Herrn beißen, ohne durch den heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Alemter, aber es ist Ein Herr. Und es find mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen zeigen sich die Gaben des Geiftes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach dems felbigen Geist; einem andern der Glaube, in demselbigen Seift; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weisfagnng; einem andern Geister zu uns terschelden; einem andern mancherlei Sprachen; einens andern die Sprachen auszulegen. Dieß alles aber wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem jeglichen feines zu, nachdem er will. Evangelium, Lucd 19, v. 41, 48. Und als er, der Herr Jefus, nahe hinzu kam, fab er die Stadt an, und weinete über fie. Und sprach: Wenn du es wüstest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Beit über dich fommen, daß deine Feinde werden über dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, 58. Epiſteln dich belagern und an allen Orten ängstigen; und wers den dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern laffen, darum, daß du nicht erkannt baft die Zeit, darinnen du beimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, and fing an auszutreiben, die darinnen ver. kauften und kauften. Und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus: ihr babt V8 gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete tägs lich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schrifts gelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, was sie ihm thun follten; denn alles hing ibm an, und hörete ihn. Am XI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 15, v. 1.10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch anges nommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkün digt habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben fei für unsere Sünde, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er aufers standen sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele les ben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er ges sehen worden von Jakobo, darnach von allen Apoffeln; am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gefeben worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade au mie ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehe gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gots tes Gnade, die mit mir ift. und Evangelien. Evangelium, Lucă 18, v. 9.14. Der er Herr fagte zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß fie fromm wären, und verachteten die andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten; einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand; und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; fondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig. Ich fage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. 59 Am XII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Cor. 3, v. 4.11. Ein folches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott: Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Castaments; nicht des Buchstabens, sondern des Geifies. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte; also, daß die Kinder Ifraels nicht konnten ansehen das Augesicht Mosis; um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch auf böret; wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Vers dammniß prediget, Klarheit hat; vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser überschwenglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret; vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Evangelium, Marc. 7, v. 31.37. Und da der Herr Jefus wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Sidon, kam er an das Galiläische 60 Episteln Meer, mitten unter die Gränze der zehn Städte. Und fie brachten zu ihm einen Touben, der stumm war, und sie baten ibn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, spißete, und rührete seine Zunge. Und sah auf gen Himmel, fenfzete und sprach zu ihm: Hephata, das ift, thue dich auf. Und alsbald thaten fich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward tos, und er redete recht. Und er verbot ihnen, fie sollten es niemand sagen. Jemehr er aber verbot, jemebr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er börend, und die Sprachlosen redend. 7 Am XIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 3, v. 15. 22. Bitettoka Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weife reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazn. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch Einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung follte durch das Geseß aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Ende durch das Gefeß erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was foll denn das Gefeß? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Saame käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gefeßz wider Gottes Verheißungen? Das fet ferne? Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen; fo fame die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeß. Aber die Schrift hat es alles beschloss fen unter die Günde, auf daß die Verheißung käme und Evangelien. 61 durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium, Lucd 10, v. 23.37. Jesus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollen sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und sehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüth; und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprac zu ihm: Du haft recht geantwortet; thue das, fo wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertis gen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Näch ster? Da antwortete Jefus und sprach: Es war ein Mensch, der ging nach Jerusalem binab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn hald todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desfelbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reifete, und fam bas hin; und da er ihn sab, jammerte ihn sein, ging ju ihm, verband ihm seine Wunden, und goß drein Del und Wein, und hob ihn auf fein Thier, und führte ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu thm: Pflege fein, und so du mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der uns ter diesen der Nächste sei gewefen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmhers sigkeit an ihm that. Da spra Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Episteln Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. A Epistel, Gal. 5, v. 16.24. Lieben Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüfte des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und der Geift wider das Fleisch. Diefelbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, fo seid ihr nicht unter dem Gefeß. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hures rei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberet, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Freffen, Saufen, und ders gleichen: Von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und fage noch zuvor, daß die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freunds lichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gefeß nicht. Welche aber Chrifto angehören, die freuzigen ihr Fleisch sammt den Lüften und Begierden. 62 Evangelium, Luck 17, v. 11.19. Und es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, Und zog er mitten durch Samariam und Galilaam. als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn auss fäßige Männer, die standen von ferne, und erhoben ibre Stimme, und sprachen: Jefu, lieber Meister, ers barme dich unser! Und da er fie fah, sprach er st ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er fah, daß er gefund gewors den war, fehrte er um, und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jefus aber antwortete, nnd sprach: Sind threr nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich fonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, und gåbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprack zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. 63 und Evangelien. Am XV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Kap. 6, v. 10. So wir im Grift leben, so lasſet uns auch im Geist wandeln. Laffet uns nicht eitler Ehre geizig fein, unter einander zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, fo ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, fo helfet ihm wieder zurecht mit fanfimüthigem Geift, die ihr geistlich feid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdeft. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Geseß Chrifti erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er aber doch michis ist, der betrog sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe felbst sein Werk, und alsdann wird er an ihm felber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen, der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes, dem, der ihn unterrichtet. Jrret cuch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch fåct, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleische das Verderben ernten. Ber aber auf den Geist fäet, der wird von dem Geist das ewige Les ben ernten. Laffet uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, fo laffet uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium, Matth. 6, v. 24.34. Niemand kann zween Herren dienen. Entweder er wird einen hassen, und den andern lieben; oder er wird einem anbängen, und den andern verachten. Ihr köns net nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum fage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr effen und trinken werdet; auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speife? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: Sie fäen nicht, sie ernten nicht; fie fammeln nicht in die Scheunen; und euer himm lifcher Bater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle 04 Episteln sufeßen möge, ob er gleich darum forget? Und warun forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilten auf dem Felde, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich fage euch, daß auch Salomo in aller feiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als dersels ben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also fleidet, das boch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? Dihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht fors gen und sagen: Was werden wir effen, was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach folchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlis scher Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Ges rechtigkeit: So wird euch solches alles zufallen. Darum forgetnicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeder Tag seine eigene Plage babe. Am XVI. Sonntage nach Trinitatis. MMMM bajus Epistel, Ephes. 3, p. 13.21. Lieben Brüder! darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trüdsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knie gegen den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, des der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch feinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Långe, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben, viel beffer ist, denn alles Wissen, auf daß thr erfüllet wers der mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwengs lich thun fann über alles, was wir bitten oder vers Schen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Eore in der Gemeine, die in Chrifto Jesu ift, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 65 und Evangelien. Evangelinm, Luca 7, v. 11-17. Und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, fiebe, da trug man einen Todten hers aus, der einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührete den Sarg an; und die Tråger ftanden. Und er fprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie Alle eine Furcht an, und priesen Gott, und sprachen: Es ist ein großer Pros phet unter uns auferstanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Länder. Am XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephefer 4, v. 1.6. So ermahne nun euch ich Gefangner in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich gebühret eurem Beruf, darin nen ihr berufen feid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr anch berufen feid auf einerlei Hoffnung eueres Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle, und in euch Allen. Evangelium, Lucd 14, v. 1-11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharifaer, auf einen Sabbath, das Bred zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schrifiger. lehrten und Pharifäern, und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff ihn an und heilete ihn, und ließ 5 66 Episteln ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ibnen: Wels cher ist unter euch, dem sein Ochfe oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszichet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sißen, und sprach zu ihnen: Benn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so fege dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm ges loden sei; und so dann kommt, der dich und ihn gelas den hat, spreche zu dir: Weiche diesem; und du müsseft dann mit Scham unten an sigen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und feße dich unten an, auf daß, wenn da fommt, der dich geladen bat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor benen, die mit dir zu Eische fißen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich selbst erntedriget, der soll erhöhet werden. Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Kor. 1, 4.9. ch danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erfenntniß. Wie denn die Predigt von Chrifto in cuch fräftig geworden ist, also, daß ihr feinen Mangel babt an irgend einer Gabe, und warter nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jefu Chrifti, welcher auch wird euch feft behalten bis an's Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Chrifti. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen feid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium, Matth. 22, v. 34.46. Da aber die Pharifåer höreten, daß Jefus den Gadducäern das Maul gestopfet batte, versammels ten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftges lehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, wels ches ist das vornehmste Gebot im Gefeßz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüthe. Dieß ist das vornehmste und und Evangelien. 67 größte Gebot. Das andere aber iß dem gleich: Du follst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In dies fen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharifäer bei einander waren, fragte fie Jefus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Ste sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David im Geist einen Herrn, da er fagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße! So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand fonnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 4, v. 22.28. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Frrthum fich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, and ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott ges schaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, fintemal wir unter eins ander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht; laffet die Gonne nicht über Eurem Zorn untergeben. Gebet auch nicht Raum den Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben den Dürftigen. Evangelium, Matth. 9, v. 1.8. Da trat er, der Herr Jesus, in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und fam in seine Stadt. Und siebe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Set getrost, mein Sobn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche uns ter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Diefer lästert Gott. Da aber Jefus thre Gebanfen fab, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Wels ches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden verges ben; oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß 5* 68 Episteln ihr aber wiffet; daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe beim. Und er stand auf, und ging heim. Da das Volk das fah, verwunderte es sich, und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am XX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 5, v. 15.21. So schet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die eit; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und faufet euch nicht voll Weins, dar. aus ein unordentliches Wesen folgt; sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Pfalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, inget und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und faget Dank allezeit für alles, Gott und dem Bater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi und seid unter einander Un terthan in der Furcht Gottes. Evangelium, Matth. 22, v. 1.14. Und Jesus antwortete, und redete abermal durch Gleicht niffe zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte; und fandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal fandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Masivich ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Hands thierung. Etliche aber griffen feine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörte, ward er zors nig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu feinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straße, und brachten zusammen und Evangelien. 69 wen sie fanden. Böse und Gute. Und die Tische wurs den alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu befehen, und sah allda einen Menschen, der hatte Fein hochzeitliches Kleid an; und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und hast doch kein hoch zeitliches Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hins aus; da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Am XXI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 6, v. 10-17. Buletzt, meine Brüder, feid stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liftigen Ans läufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürfien und Gewals tigen, nemlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Ge. rechtigkeit, und an Beinen gesticfelt, als fertig zu treis ben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feus rige Pfeile des Bösewichts. Und nehmen den Helm des Heils, und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 244 Evangelium, Sob. 4, v. 47:54. Und es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohne; denn er war fodtfrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder schet, so glaubet ihr nicht. Der Kö 70 Episteln s migische sprach zu mein Kind stirbt. ihm: Herr, komme hinab, ehe denn Jesus spricht zu ihm! Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm feine Knechte, verfündigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebt. Da forfchete er von ihnen die Stunde, in welcher es besfer mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verlies ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sobn lebt. Und er glaubte mit feinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam fam. Am XXII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Philipp. 1, v. 3.11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke, ( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis hieher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Bag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evanges lium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig feid. Denn Gott ist mein Zeuge wie mich nach euch allen verlanget von Herzenss grund in Jefu Chrifto. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkennts niß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste fei; auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechs tigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. The Evangelium, Matth. 18, v. 23.35. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit feinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing und Evangelien. 71 zu rechnen, kam ihm einer dor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib, und seine Kinder, und alles, was er batte und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete thn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derfelbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mits Enechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir was du mir schuldig bist. Da fiel fein Mitknecht nieder, und bat ibn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht; fondern ging bin, und warf ihn in's Gefängniß, bis daß er bezablete, was er schuldig war. Da aber seine Mits Enechte folches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben batte. Da forderte ihn fein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward jors nig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so thr nicht vergebet von euren Herzen ein jeglicher seinem Bruder seine Sehler. Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Philipp. 3, v. 17.21. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, ble alfo wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe; nun aber sage ich auch mit Beinen, die Feinde des Kreuzes Christi: Welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gefinner sind. Unser Wandel aber i im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilans des Jesu Christi, des Herrn, welcher unfern wichtigen 72 Episteln das Leib verklären wird, daß er ähnlich werde feinem ver. flärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium, Matth. 22, v. 15.22. a gingen die Pharifäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jefum fingen in seiner Rede. Und fandten zu ihm ihre Jünger, fammt Herodis Dienern, und spras chen: Metster, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und frageft nach nies mand: denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum fage uns, was dünft dich? Ist es recht, daß man dem Kaifer Zins gebe, oder nicht? Da nun Jes sus merkte ihre Schalfheit, fprach er: Jbr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er ju ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwuns derten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Coloff. 1, v. 9.14. und zu bitten, daß ihr erfüllet werderch zu beten, Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret baden, hören wir nicht auf für euch zu beten, mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Vers stand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntutß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden; und Danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dent, Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errets fet Bat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verfehet in das Reich feines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nemlich die Vergebung der Sünden. tad und Evangelien. Evangelium, Matth. 9, v. 18.26. Da Jefus folches mit ihnen redete, siehe da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgete ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleis des Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jefus um, und sah sie, und sprach: Set getroft, meine Tochter, dein Glaubè hat dir geholfen. Und das Weib ward gefund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volfs, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Magdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dieß Ges rücht erscholl in dasselbige ganze Land. Am XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Theff. 4, v. 13.18. 73 Wir Dir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig feid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch. Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernteder koms men vom Himmel, und die Todten in Chrifto werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und übers bleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt wers den in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn fein allezeit. So trös stet euch nun mit diesen Worten unter einander. Episteln Evangelium, Matth. 24, v. 15.28. Wenn Denn ihr nun seben werdet den Grenel der Verwüt stung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte;( wer das Iteft, der merke darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht bernieder, etwas aus seinem Hause zu hor len. Und wer auf dem Felde ist, der fehre nicht um, feine Kleider zu holen. Bebe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß cure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübfal fein, als nicht ges wesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch felig: Aber um der Auserwählten willen werden die Lage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird fagen: Siehe, bier ist Christus oder da; fo follt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Chrifti und falsche Propheten auf stehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß vers führet werden in den Frrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siche, er ist in der Wüste; fo gehet nicht hinaus: Siehe, er ift in der Kammer; fo glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blig ausgebet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang; also wird auch fein die Zukunft des Menschen Eohns. Wo aber ein Alas ist, da sammlen fich die Adler. 74 Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Theff. 1, v. 3.10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüs der, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübsas len, die ihr bulbet; welches anzeigt, daß Gott recht und Evangelien. 75 richten wird, nnd the würdig werdet zum Reich Gots tes, über welchem ihr auch letdet: Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübfal denen, die euch Trübs fal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Nuhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird geoffenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, fo Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam find dem Evangelio unfers Herrn Jesu Chrifti; welche werden Bein leiden, das ewige Verderben vor dem Angesicht des Herrn, und vor seiner berrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit feinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. dati Evangelium, Matth. 25, v. 31.46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seis ner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völfer versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schaafe von den Böcken scheidet, und wird die Schaafe zu feiner Rechten stellen, und die Böcke zur linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seis ner Rechten: Rommet her, ihr Gesegneten meines Bas ters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Ans beginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich gerränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Jch bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich frank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekoms men? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter 76 Episteln diefen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch fagen zu denen zur Einken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht ges speiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habe mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann baben wir dich gefehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder franf, oder gefane gen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ibr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gerhan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Petri 3, v. 3. 14. Lieben Brüder! Wisset das auf's erste, das in den lege ten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüften wandeln, und sagen: Wo ist die Vers beißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter ents schlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Waffer, und im Wasser bestanden durch Gots tes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dies felbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jeßund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Vers heißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand oorloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße und Evangelien. 77 febre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles foll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Hims mel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hiße zers schmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welcher Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet; so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium, Matth. 8, v. 23-27. Siehe das Evangelium am vierten Sonntage nach der Erscheinung Christi. Seite 16. Episteln und Evangelien auf die Aposteltage und einige andere kirchlichen Feste. Am St. Andreastage. " pittel, Ron Epistel, Rom. 10, v. 8-18. Dieß ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jefum, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todten auferwecket hat; so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Dann die Schrift spricht: Wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist allzumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, foll felig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie 78 Episteln aber glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber bören ohne Prediger? Wie follen fie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verfündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jefalas spricht: Herr, wer glaubt unfern Predigten? So fommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Jcb fage aber: Haben fie es nicht geböret? Zwar es ist je in alle Lande auss gegangen ihr Schall, und in alle Welt thre Worte. gi Evangelium, Matth. 4, v. 18.22. 194 ચઢ ls nun Jesus an dem Galiläischen Meere ging, sah er zween Brüder, Simon, der da heißt Petrus, and Andream, seinen Bruder; die warfen ihre Neße in das Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern mas chen. Bald verließen sie ihre Nege, und folgten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, sab er zween andere Brüder, Jakobum, den Sohn Zebeddi, und Johannem, seinen Bruder im Schiff, mit ihrem Vater Zebedão, daß sie ihre Neße flickten; und er rief fie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater, und folgten ihm nach. Am St. Thomastage. Epistel, Ephes. 1, v. 3.6. Gelobet fei Gott und der Vater unsers Herrn Jeſu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Ses gen in himmlischen Gütern, durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denfelbigen, ehe der Welt Grund geleget war, daß wir sollten sein heilig und uns fträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Standschaft gegen ihn selbst, durch Jefum Chriftum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lebe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. und Evangelien. 79 THE$ 10 Evangelium, Joh. 20, v. 24.31. sis Thomas aber, der zwölfen einer, der da helst Zwil. ling, war nicht bei ihnen, da Jefus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn ges sehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in feine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal feine Jünger darinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede fei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma; Reiche deinen Fins ger her und siehe meine Hände; und reiche deine Hand ber, und lege fie in meine Seite; und sei nicht ungläus big, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr, und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gefehen bast, Thoma, fo glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glans ben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jefus fei Christ, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glaus ben das Leben habt in seinem Namen. Am Tage St. Pauli Bekehrung. Epistel, Ap..Gesch. 9, v. 1.22. Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Mors den wider die Jünger des Herrn, und ging zum Hohens priester, und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er Etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerus falem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plößlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde, und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach; Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgeft. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu lecken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun foll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in 80 Episteln die Stadt; da wird man bir sagen, was du thun follst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret; denn sie hörten eine Stimme, und fahen Niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er Niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn gen Damaskus. Und er war drei Tage nicht sehend, und aß nicht, und trank nicht. Es war aber ein Jüns ger zu Damaskus, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr im Gesicht: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Gaffe, die da heißt die Richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo, mit Namen von Tarsen; denn siehe, er betet, und hat gesehen im Gesicht einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hins einkommen, und die Hand auf ibn legen, daß er wies der sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von Vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Ulebels er deinen Heiligen gethan bat zu Jerufas lem; und er hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden Alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein aus. erwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen tragen vor den Heiden, und vor dem Könige, und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Uud Ananias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn, nnd sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest), daß du wieder sehend und mit dem hei ligen Geist erfüllet werdest. Und alsbald fiel es von feinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend; und stand auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich, und stärkte fich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus. Und alsobald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn fet. Sie entfeßten sich aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörte alle, die diesen Namen anrufen, und darum herkommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward je mehr kräftiger, und trieb die Juden ein, die zu Damaskus wohneten, und bewährte es, daß dies fer ist der Christ. und Evangelien. Evangelium, Matth. 19, v. 23.39. Jefus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, Ich 81 fage euch: Ein Reicher wird schwerlich in's Himmelreich fommen. Und weiter fage ich euch: Es ift leichter, daß ein Kameel duech ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher in's Reich Gottes fomme. Da das seine Jünger hörten, entfeßten sie sich sehr und sprachen: Je, wer kann denn selig werden? Jefus aber fab sie an, und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott find alle Dinge möglich. Da antwortete Petrus. und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir nachgefolget; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch figen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Ifraels. Und wer verläßt Häuser, oder Bruder, oder Schwester, oder Vater oder Mutter, oder Weiß oder Kinder, oder Acker, um meines Namens willen, der wird es hun dertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Legten, und die Leßten werden die Ersten sein. Am Tage Maria Reinigung. Epistel, Malachid 3, v. 1-4. Siche, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten foll. Und bald wird kommen zu seis nem Tempel der Herr, den ihr fuchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er fommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zus funft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird fißen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern, wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Spetsopfer bringen in Gerechtigkeit. Und wird dem Herrn wohls gefallen das Speisopfer Juda und Jerusalem, wie vors hin vor langen Jahren. 6 Episteln di Evangelium, Lucă 2, v. 23-32. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen, brachten sie das Kind Jesum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn;( wie denn ges schrieben stehet in dem Gefeß des Herrn: Allerlei Männs lein, das zum ersten die Mutter bricht, foll dem Herrn geheiligt beißen), und daß sie geben das Opfer, nachs dem gesagt ist im Geseß des Herrn: Ein Paar Turtels tauben, oder zwei junge Tauben. Und siebe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Troft Ifraels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geift: Er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und er fam aus Anregen des Geiftes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jefum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gefeß, da nahm er ihn auf seine Orme, und lobere Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt haft, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht zu ers leuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Ifraels. 82 Am Tage Matthäi. Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 15.26. Und in den Zagen trat auf Petrus unter die Jünger, und sprach:( es war aber die Schaar der Namen zu Hause bei Hundert und zwanzig). Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund David, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jefum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte das Amt mit uns übernommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn, und sich erhängt, und ist mitten entzwei geborffen, und alle seine Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist fund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hakeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Pfalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sei niemand, der darinnen wohne, und sein Bißthum empfahe ein und Evangelien. 83 anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus und eingegangen, von der Laufe Johannes an, bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Joseph, genannt Bars fabas, mit dem Zunamen Juft, und Matthiam; beteten und sprachen: Herr, aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du gewäblet baft, unter diesen zween, daß einer empfahe diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Loos über sie, und das Loos fiel auf Mat thiam, und er ward zugeordnet zu den eilf Aposteln. Evangelium, Matth. 11, v. 25-30. Bu derselbigen Zeit antwortete Jesus, und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr des Himmels und der Erden, daß du solches den Weifen und Klugen verbors gen hast, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja Bater; denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand fennet den Sohn, denn nur der Vater. Und niemand Fennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin fanftmüthig und von Herzen demüs thig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Geelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. 2 710 Am Tage der Verkündigung Mariä. Epistel, Jesaias 7, v. 10-16. Und der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fodere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott; es fei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Abas sprach: Ich will nichts fodern, deß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David; ist's euch zu wenig, daß ihr die Leute beleis diget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe 6* 84 Episteln eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn ges bären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Hos nig wird er effen, daß er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen, und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlaffen sein von seinen zween Königen. Evangelium, Lucd 1, v. 26.38. Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel ge. fandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: gegrüßet feist du, Holdfelige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie ihn aber fab, erschrack sie über seine Rede und gedachte: welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du haft Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebåren, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchs sten genennet werden; und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl feines Vaters Davids geben; und er wird ein König fein über das Haus Jacobs ewiglich, und feines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: wie soll das zugehen? Sintemal ich von feinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich fommen, und die Kraft des Höchsten wird dich übers schatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genennet werden. Und siehe, Elisabeth, deine Freundin, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar fei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. und Philippi und Jakobi. Ephef. 2, v. 19.22. Lieben Brüder! so seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Brüder mit den Heiligen, und Am Tage Philippi Epistel, und Evangelien. 85 Gottes Hausgenossen, er banet auf den Grund der Apos stel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchen der ganze Bau in einander gefüaet wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn; auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behaus fung Gottes im Geist. Evangelium, Joh. 14, v. 1:14. Jesus sprach zu feinen Jängern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so Glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenns nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Sch gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hins ginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder fommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht wo du hingehest; und wie föns nen wir den Weg wissen? Jefus spricht zu ihm: Jeh biu der Weg, und die Wahrheit, und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an fennet ihr ibn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Bas ter, fo genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du fennest mich nicht? Philippe wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ift? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ist nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich ich fage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, au daß der Vater geehret werde in dem Sohn. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tbun. Episteln Am Tage Johannis des Täufers. Epistel, Sesaias 40, v. 1.5. Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Rebet mit Jerufalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende bat; denn ihre Missethat ist vers geben; denn sie hat Zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste; bereitet dem Herrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Babn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel follen gentedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höcfericht ist, foll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn foll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. 86 Evangelium, Lucd 1, v. 57.80. Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und fie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Freunde höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ibr gethan batte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, famen sie zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber feine Mutter antwortete, und sprach: Mit nichs ten, sondern er foll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und fie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen laffen? Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er beißet Johannes. Und sie verwunders ten sich Alle. Und alsbald ward fein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobte Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn, und diese Ges schichte ward ruchbar auf dem ganzen jüdischen Ges birge. Und alle, die es hörten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kind lein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und fein Vater Zacharias ward des veiligen Geistes voll, weisfagete, und sprach: Gelobet fei der Herr, der Gott Ifrael; denn er hat besucht und ers löfet sein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn und Evangelien. 87 des Hells, in dem Hause feines Dieners Davids.: s er vor Zetten geredet bat durch den Mund seiner beilis gen Propheten, daß er uns errettet von unfern Fein den, und von der Hand aller, die uns baffen; und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Våtern, und gedächte au feinen heiligen Bund; und an den Eid, den er ges schworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöfet aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang'in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirft ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergeben, daß du feinen Weg berettest, und Erfenntniß des Heils gebeft seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barm herzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat Der Aufgang aus der Höhe: auf daß er erscheine benen, die da sißen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Ifrael. Am Tage Petri und Pauli. Epistel, Ap. Gesch. 12, v. 1.11. Um diefelbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche der Gemeine, zu peinigen. Er tödtete aber Jakobum, Johannes Bruder mit dem Schwert. Und da er fab, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der füßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn in's Gefängniß, und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siche, der Enget des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und 88 Episteln Gemach, und schlug Petrum an die Gette, und weckte ihn auf, und spricht: Stehe behend auf Und die Kets ten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel fprach zu ihm: Gürte dich und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach Und er ging hinaus, und folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig folches geschehe durch den Engel, sondern es däuchte ihn, er sehe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die Erfte und andere Hut, und kamen zu der etfernen Thüre, welche zur Stadt führet; die that fich ihnen von ihr selber auf. Und traten hinaus, und gingen hin eine Glaffe lang; und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu ihm selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr feinen Engel gefandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen Volfs. Evangelium, Matth. 16, v. 13.26. Da a tam Jesus in die Gegend, der Stadt Cäfarea Philippi, und fragte feine Jünger, und sprach: Wer, fagen die Leute, daß des Menschen Sohn sey? Sie sprachen: Etliche sagen, du feiest Johannes, der Täus fer; die andern, du seiest Elias; etliche, du feieft Jeres mias; oder der Phropheten einer. Er sprach zu ihnen; Wer faget denn ihr, daß ich fey? Da antwortete Sis mon Petrus, und sprach: Du bist Christus, des lebens digen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sons dern mein Vater im Himmel. Und ich fage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felfen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle follen fie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmels Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein; und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein. Da verbot er seinen Jüngern, daß sie nie. mand sagen sollten, daß er Jesus, der Chrift wäre. 89 und Evangelien. Am Tage Mariä Heimsuchung. Epistel, Rom. 12, v. 9.13. ie Liebe sei nicht falsch. Haffet das Arge, Banget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander fei herzlich. Einer fomme dem andern mit Ehrerbies tung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröblich in Hoffnung, geduldig in Trübfal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet die euch verfolgen; seg net, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlet Sinn unter einander. Erachte nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klag. Vergeltet nicht Böses mit Bösem. Befleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jeders mann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Evangelium, Luca 1, v. 39:56. Maria aber stand auf in den Lagen, und ging auf das Gebirge endlich zu der Stadt Judäa. Und fam in das Haus Zacharias, und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Martå hörete, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Uud Elifabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenes deier ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes börete, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und, o selig bist du, die du geglaubeft haft; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria spricht: Meine Seele ers hebt den Herrn, nnd mein Geist freuct sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Mago angesehen. Siehe, von nun an werden mich felig preifen alle Kindesfinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Uud feine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er 90 Episteln übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet die hofs färtig find in ihres Herzens Sinn. Er stößer die Ges waltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und lässet die Reichen leer. Er Denfet der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Ifrael auf, wie er geredet hat unfern Vätern, Abraham, und seinem Saamen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monden: Darnach kehrte sie wie. derum heim. Am Tage St. Jakobi. Epistel, Rom. 8, v. 28.39. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsaß berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich fein sollten dem Ebenbilde seis nes Sohnes, auf daß derfelbige der Erfigeborne fei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen bat, Die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht gemacht, die hat er auch berrlich gemacht. Was wols len wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eignen Soys nes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldis gen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; ja viels mehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden vont der Liebe Gottes? Trübfal oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen were den wir getödtet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschaafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um deßwillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur, mag uns scheiden von der Liebe Gots tes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. und Evangelien. Evangelium, Matth. 20, v. 20.23. Da trat zu Jefu die Mutter der Kinder Zebebäi, mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder, und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Einken. Aber Jesus antwortete und sprach: The wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trins fen, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm; Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch follt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, follt ihr getauft werden; aber das Sißen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stebet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. 91 Am Tage Bartholomai. Epistel, 2 Kor. 4, v. 7.10. Wir haben aber solchen Schatz in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübfal, aber wir ångsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um alle Zeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Letbe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unferm Leibe offenbar werde. Evangelium, Luc. 22, v. 24.30. Es erhob sich auch ein Zank unter den Jüngern, welcher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen beißet man gnädige Herren. Shr aber nicht also: Sondern der Größeste unter euch foll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste, wie ein Die. ner. Denn welcher ist der Größeste? Der zu Tische fißet, oder der da dienet? ft's nicht also, daß der zu Eische fige? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Thr 92 Episteln aber feids, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt, über meinem Tisch in meinem Reich, und figen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Ifrael. Am Tage St. Matthäi. Epistel, 1 Cor. 12, v. 4.11. Es find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Gelft Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es find mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in Allem. In einem jeglichen erzeis gen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben, durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist. Einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun, einem andern Weisfagung, einem andern Geister zu unterscheiden, einem andern manchers lei Sprachen, einem andern die Sprachen auszulegen. Dieß aber alles wirket derselbige einige Geist, und theis let einem jeglichen Seines zu, nachdem er will. da Evangelium, Matth. 9, v. 9-13. Und da Jefus von dannen ging, sah er einen Men schen am Zoll figen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da famen viele Zöllner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharrisäer sahen, sprachen sie zu seis nen Jüngern: Warum iffet euer Meister mit den Zölnern und Sündern? Da das Jefus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin, und lernet, was das fei: Ich habe Wohlgefallen an Barms 93 und Evangelien. berzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Frommen. Am Tage St. Michaelis. Epistel, Offenb. Joh. 12, v. 7.12. Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und feine Engel ftritten mit dem Drachen, und der Drache ftritt und seine Engel; und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da beißet der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet; und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich börte eine große Stimme, die da sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft, und das Reich und die Macht unsers Gottes feines Christus geworden, weil der Berkläger unserer Brüder geworfen ist der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn übers wunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ibres Zeugnisfes, und haben thr Leben nicht geliebt, bis an den Tod. Darum freuet euch, thr Himmel, und die darinnen wohnen. Evangelium, Matth. 18, v. 1.11. Bu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jefu, und fprachen: Wer ist der größefte im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter fie, und sprach: Wahrlich, ich fage euch: Es sei denn, daß ihr euch umfehret und werdet wie die Kinder, fo werdet ihr nicht in das Himmelreich fommen. Wer sich nun felbst erniedriget, wie dieß Kind, der ist der Grös Beste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufs nimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringften einen, die an mich glauben, dem wäre besfer, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt werde, und er erfäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Aergerniß halber! Es muß ja Nergerniß kommen, doch wehe dem Menschen, durch welchen Alergerniß kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich 94 Episteln ärgert, so baue ihn ab, und wirf ihn von dir; es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder als ein Krüps pel eingehest, denn daß du zwo Hände und zween Füße babest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf es von dir; es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, benn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Anges ficht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das verloren ist. Am Tage Simonis und Judä. Epistel, 1 Petri 1, v. 3.9. Gelobet fei Gott und der Vater unsers Herrn Jeſu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wier der geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Chrifti von den Todten; zu einem unvergånglichem und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Geligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der legten Zeit; in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jeßt eine kleine Zeit( wo es sein soll) traurig feid in mancherlei Anfechtungen; auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lobe, Preis und Ehren, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus. Welchen ihr nicht gesehen, und doch lieb habet, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht fehet; so werdet ihr euch freuen mit uns aussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nemlich der Seelen Seligkeit. Evangelium, Soh. 15, v. 17.21. Jefus fprach zu seinen Jüngern: Das gebiete ich euch, daß thr euch unter einander liebet. So euch die und Evangelien. 95 Welt baffet, so wisset, daß sie mich vor euch gehoffet bat. Wäret ihr von der Welt, fo hätte die Welt das Ihre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt feid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum baffet euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; baben sie mein Wort gehalten, so wers den sie eures auch balten. Aber das alles werden sie euch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. long Am Tage der Kirchweihe. meln Epistel, Offenb. Joh. 21, v. 1.5. Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich Johannes sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und börete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohs nen, und sie werden sein Volf sein, und er selbst, Gott, mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwis schen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Gefchret, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergans gen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß. Evangelium, Luc. 19, v. 1.10. Und Jesus zog hinein, und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachaus, der war ein Oberster der Zöllner, und war reich; und begehrte Jefum zu fehen; wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Person. Und er lief 96 Episteln vorhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er thn sähe; denn allda sollte er durchfommen. Und als Jesus kam an dieselbige Etätte, fab er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachai, steig eilend hernieder, denn ich muß heute in deinem Hause einkebren. Und er stieg eilend bernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das saben, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachäus aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vterfältig wieder. Jefus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemat er auch Abrahams Sohn ist; denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. 12.002.04 and sis Gull 18 300 14: angeltreinen@ Katechismus Lutheri. 19401 40200 ndiose inilo ni midhjad nisonol: guide isol Bist du ein Chrift? dasturn : 10050 3112 AC Ja Herr, ich bin ein Chrifti madilo u 113 bart Woher weißt du daß? Daher, daß ich getauft bin auf den Namen uns fers Herrn Jesu Christi und die christliche Lehre weiß und glaube, end me sind piliad sąsdist Welches ist denn die christliche Lehre? Die in den Schriften Mofe, der Propheten und Apostelu verfaffet und begriffen ist. c did and Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Fünf. doil and told# 102 onu mati sa Das erste Gottes. Das andere christlichen Glaubens. S Die zehn Gebote MIGA Die Artikel des Das dritte? onzüg si masno) dallit allt brong Moot sin fullo)#Q Das Gebet des Herrn, Das vierte? lo molto) 1122 Das Sacrament der heiligen Taufe. Lo mi Das fünfte? Kuulat di( horse Das Abendmahl des Herrn, oder das Sacrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jefu Chrifti. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein?" Daß wir erkennen erstlich, wer wir sein, und wie wir mit steben. Darnach wer unser Herr Gott fet, und wie wir mit ihm mögen 39091 verföhnt und vereinigt werden. doi tin of#C Fend ni And? Das erste Hauptstück.latvie im doon anden tein to anda diace mot nitonse Von den zehn Geboten Gottes neiled ou Wie lautet das erste Gebot na we xist Du sollst feine andere Götter haben neben mir. Was ist das! Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm allein vertrauen. eybi fonollolle Das andere Gebot? windo Du sollst den Namen Gottes deines Herrn nicht unnüßlich führen. Was Das erste Hauptstück. Wir sollen Goft fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namem nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen: fondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. 2 Das dritte Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen, id dina C Was ist das? Wirsollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern das felbige heilig halten, gern hören und lernenunin di 1 sDas vierte Gebot: bhas SuiDu sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe und du lange lebeft auf Erden. dir's wohl ge Fatest solid Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Aeltern und Herrn nicht zürnen, sondern sie in Ehrenrachten, noch ers suhe fünfteen. 11 halten, dienen, sie sk Du sollst nicht tödten. na and 140 80 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten, und lieben, daß wir unferm Nächsten an seinem Leibe feinen Schaden noch Leid thun, fondery ihni belfen und fördern in allen Leibesuöthen. Das sechste Gebot: oun bodis? asd musid mo? sich ules aig.3oC. Bir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keysch und Züchtig leßen in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gerdahl lieben und ehren. onu indone Was ist das? Das stebente Gebot: Du sollst nicht eyebrechen. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir follen Gott fürchten, und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit fals scher Wgare oder Handel anung bringens sondert ihm sein Gut und Nahrung helfen beffern und behüten. Das adite Gebot: Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Beach* aus ist das? Nächsten. 100 lat 1:09 Wir follen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügeu, verrathen oder bösen Leumund machen: sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren, Das erste Hauptstůck. Das neunte Geborsteld Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? and food 3401 STR Wir follen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Haufe stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen: sondern ihm dasselbe zu behalten, förderlich und dienlich sein. ode 810 Das zehnte Gebot! 3110 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles was sein ist. Cool 06 as ist das? 49 onu Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm nächsten nicht sein Weib, Gesind, oder Vieh abspadhentabdringen oder abwendig machen: sondern bei denfelben anhalten, daß sie bleiben und 719311 thun, was sie fchuldig find. he Isting Sid dall Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen?, Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott bin ein stars fer eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsuchet, an den Kindern bis in's dritte und bierte Glied; aber denen, so mich lieben, und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausende Glied. Was ist das? Gott drauet zu ftrafen alle, die diese Gebote übers treten, darum sollen wir uns fürchten für seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen denen, die folche Gebote halten. Darum follen wir ihn auch lieben und vers frauen, und gerne thun nach seinen Geboten. 11610² Wozu find uns die zehn Gebote Gottes nüß? 3u zweierlei. Erfilich zeigen sie uns die Sünden an und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, das durch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jefu Chriflo zu suchen. Zum andern lehren sie, welches die gute Werke fein so die Gläubige und Neugeborne zu thun schule dig sind ihren Geborsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. 3 Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebote und Gefeße erfüllen? Ach nein! Denn unsre gute Werke sind nicht vollkom ( a) 2 men Das andere Hauptstück. men gut, dieweil wir arme Sinder sind, und wenn wir schon wollen Gutes tun so tregt uns doch das Böse, an mit 110 Wer hat denn das Geset und die jebu Cebote Gottes erfüllt? 30 Chrystus Jefus, Gortes und Marten Sohn, der ift ganz heilig uud- gerecht, ber hat für uns dem Gesetz genug gethan, anders nicht, als ob wir ſelbst das Gesch gehalten hätten und um beffelben willen, ges fallen Gott auch anfere gute Werke, die wir durch Goffes Gnade im Glauben ihnu, ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienst, db schon Mangel an denfelben, ist 1 millor qwer sure dan medisid 19da din di disa, i thin on mi im Das andere Hauptstücken, drice Bon den Artikeln des christlichen Glaubens Welches sind die Artikel des christlichen Glaul, us di Der erste: Von der Schöpfungun pat 33R Der andere: Von der Erlösing.: atto tont 19 Der dritte: Von der Heiligungta spintis st sind ni ai is fautet der erfietitined 11DE 196 sniVowrder Schöpfung. Ich glaubean Gold den Bater, állmächtigen Schöpfer Himmels und deviidemos Was ist das I 179 ch glaube, daß mich Gott geschaffen hat, sammt alien Creaturen, mit Leib und Seel, Augen, Ohren, nge Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hay und noch ebolt, dazu Kleider und Schub, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Ackery Vich und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nab rung des Lethes und Lebens reichlich und täglich vers forget, wider alle Gefährlichkeit beschüßet und beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret: und das alles aus lauter väterlicher göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdige feit, deß alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen und gehorsam zu sein, schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der andere Artifel! Von der Erlösung. Und an Jefum Chriftum feinen eingebornen Sohn unfern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geift, geboren aus María der Jungs frau Gelitten unter Pontio Pilato, gefreuziget, gestor, ben und begraben, niedergefahren zur Höllen, am drits ten Das andere Hauptstück, ne ten Tag auferstanden von den Todten, gufgefahren gen Himmelfiget zu der Rechten Gottes des all. mächtigen Vaters, von dannen er, kommen, mind zu richten die Lebendigen und die Todten. i mis £*** Was if bazą di Jch glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch währhaftie ger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich armen, verlornen und verdaminten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit feinem Heiligen theuren Blut und mit seinem unschuls digen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen fei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden von den Todteng lebet und regiert in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der dritte Artikel 3e tout Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige chriftliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben. Amenne Sellus Fed Unge Was ist das 3, 43 mon studio 02 Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Vernunft noch Kraft al Jefum Chriftum meinen Herrn glauben, oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geift hat mich durch das Evangelium berufen, mit feinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, fammlet, erfeuchtet, beiliget, und bei Jesu Chrifto erhält im rechten einigen Glauben: in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt, und am jüngsten Tag mich und alle Todten auferwecken wird, und mir samme allen Glaubigen in Christo Jefti ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißliche wahr. 602 Wozu dienen uns die Artikel des chriftlichen Glaubens? GHI Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen und was sein gnädiger Wille gegen uns feb 29 30 ( 0) 3 Wer Das andere Hauptstück. der ist nun Gott in seinem Wesen 20 eu Er ist Gott der Vater Gott der Sohn und Gott der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen, in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wefen. di Sind denn drei Götter? Nein, es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben, und mittheilen das ewige selige Leben. Wozu nüset uns die Erkenntniß göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkoms men, und durch den Glauben selig werden. N Welcher unter den breien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, als nähmlich der ewige Sohn Gottes. ni Gra Wer ist nun Christus unfer Erlöser in seiner Person? ni Er ist wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigro Feit geboren, und auch wahrbaftiger Mensch von der: Jungfrau Maria geboren. Mein Herr; oder kürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat deines Erlösers JeſuChriſti? Er hat mich armen verlohrnen und verdammten Menschen erlöfet, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigs feit, Unschuld und Seligkeit. 6 Glaubest du auch, daß Christus dein Herr bei seiner lieben Kirchen allhier auf Erden und auch bei dir fei? Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ist nach seiner Verheis Bung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöfet hat, also schüßet und fchirmet er mich auch, und will ich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? dag Durch fein ander Werk als durch den ganzen allers heiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jefu Christi, und durch seinaller bitterftes Leiden und Sters ben, das halt ich mit festem Glauben, und darauf fiehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher Das Dritte Hauptstück. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube au Jefum Chriftum? Es ist eine Gabe des heiligen Geistes; der wirket und gibt mir sie durch sein heilig Wort und Evangelium, und durch die heiligen Sacramente. 1: disi mist 141904 950 111 na 210 W 190 du Das dritte Hauptstück. ou 121 Von dem Gebet des Herrn." un bid Wie lautet das Gebet des Herrn? Es lautet also: Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er feil unser rechter Vater, und wir seine rechten Kim der, auf daß wir getroft und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte: ends Geheiliget werde dein Name. i en 8012 and Was ist das? nn ns3 bie: 11ddog Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns ges heiligt werde. tud76 1080 Wie geschieht das 23 300 ddaut Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehrer wird und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben: da bilf uns lieber Varer im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gettes, da behüt uns vor, lieber himmlischer Vater. 9 Die andere Bitte hin isminic. Dein Reich komme. nick odblot nollir usd15d Was ist das? Gottes Reich kommt wohl obn' unser, Gebet, von ihm selbst: aber wir bitten in diesem Gebet, das es auch zu uns komme. Wie geschieht das? id 10 latrs Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort, durch seine Gnade, glauben, und göttlich leben hier zeitlich und nu Sau Ploons dort ewiglich. is now Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also guch, auf Erden. 11011 0 Was ist das? 3d anu godine Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohn' uns 8 Hauptstück. fer Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. TRAMOT Das dritte Das britte Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, und onia at sy hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen, und fein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teus fels, der Welt und unsers Fleisches Wille: sondern står. tet und behält uns fest in seinem Wort und Glauben, bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger guter Wille. Die vierte Bitte Unser täglich Brod gib uns heute.: lo sonal D Was ist das? Gott gibt das tägliche Brod, auch wohl ohn unfre Bitte, allen bösen Menschen aber wir bitten in dies fem Gebet, daß er uns solches erkennen lassen und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brod.j Was heißt denn täglich Brod? Alles, was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehört: als Essen und Trinken, Kleider, Schub, Haus, Hof, Acker, Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gest fundheit, Zucht, Ebre, gute Freunde, getreue Nach, barn und dergleichenau i evio Hall S04027 Como baie fünfte Bitte. Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unfern Schuldigern. 1900 50# 614056 Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht anfehen wolle unsere Sünde, und um derfelben willen folche Bitte nicht verfagen, denn wir find der feines werth, das wir bitten, haben's auch nicht verdient; fondern er wolle uns alles aus Gna Gna den geben, denn wir täglich viel fündigen, und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wieder rum auch Herzlich vergeben, und gerne wohlthun denen, die sich an uns verfündigen. and dig fist CH Die fechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Verfuchung.bleras 1100 Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in dies fem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch 81 1ો તે os Gift is second 30 29}}] a nicht .3 Das vierte Hauptstücke nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweis felung und andere große Schand uud Laster. Und ob wir damit augefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. ma dilgidhan banDie fiebente Bitte. bur Sondern erlöse uns von dem Uebel..dia solo 190025 ichako Was ist das? jesi 11100 Wir bitten in diesem Gebet, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Ulebel, Leibes und der Seele, Guts und Ehre, erlöfe und zuleßt, wenn unfer Stündlein kommt ein feliges Ende bescheere, und mit Gnaden von diesem Fam merthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. 9 Was heißt Amen? wolljed 210 Daß ich soll gewiß sein, solche Bitte feie dem Vater im Himmel angenehm und erhöhret, denn er felbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erbören. Amen, Amen, Ja, ja, es foll also gescbeben. 12 sidste Woju dienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen alles, was zur Aufenthaltung biefes zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens gehöret, fönne man nirgends anders woher baben, Denn von Gott, und es derhalben von ihm mit glaubigen Herzen bitten und erlangen. 1100 110 bed wipnot in onint eiude in 2011 omo801 1400 ai 5040 12 implot of C das heißt: sdgolp insdgaln Sep1.00 Die Das vierte Hauptstück. 01101 Vom Sacrament der heiligen Taufe. AT and Was sind die heiligen Sacramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen( oder in feinem Wort verfaßten Elementen) die unsichibare verheißene Guadengüter versiegelt und übergibt. Wozu sind die Sacramenté eingelegt? 690 Zur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Verheißungen. 0911919 S Wie viel find Sacramente im neuen Testament? Zwei: Die Taufe und das Abendmahl des Herrn. palle tim um ersten Hot and day.it ( a) 5 2aß Das vierte Hauptstück. Umr Was ist die Taufe? d din Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort, unfre Sünde gnädiglich um Jefu Chrifti willen vergibt: nimmt uns an zu seinen Kindern und macht uns zu Erben aller seiner himmlischen Güter. in nundings Oder: die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser fondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot verfaffet, und mit Gottes Wort verbunden. 10 Was ist denn solch Wort Gottes? dis 8983 Da unser Herr Christus spricht, Matth. am letzten: Gebet hin in alle Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes.u RIG 1511 Zum andern: H Was gibt oder nüßt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöfet vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seeligkeit allen, die es alauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marc. am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird felig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. 151009 Zum Dritten.100 had apsa Wie kann Wasser solche große Dinge thun. Waffer thuts freilich nicht, sondern das Wort Gots tes, so mit und bei dem Wasser ist und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen wore Sanct Paulus sagt zum Tito am dritten Kapitel. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen bat über uns reichlich durch Jesum Christum unfern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben feien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. 3um vierten: upid 89 Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reu und Buß soll ersäuft werden, und sterben mit allen Süns Das fünfte Hauptstück. 11 Sünden und bösen Lüften, und wiederum täglich here auskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in: Gerechtigkeit und Reinigkeit für Gott ewiglich lebe.. o stehet das geschrieben? Sanct Paulus zu den Römern am sechsten spricht: wir find sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleich wie Christus ist von den Todten auferwecket, durch die Herrlichkeit des Vaters, also follen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Wozu nügt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu feinen Kindern angenommen, wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom To06 und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus folches gethan hat? Der Herr Christus hat uns dieses alles erworben mit seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat er's uns geschenkt und zugeeignet. 401$ 11022$ ober under Das fünfte Hauptstück. urious m al Vom Abendmahl des Herrn: oder: 22 10 Handha dualy Vom Sacrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sacrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegens wärtig ist, und übergibt uns mit Brod und Wein ng m seinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versiche. rung, daß wir Vergebung der Sünden haben und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sacrament deß Altars? 1007 12 Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jefu Chrifti, unter dem Brod und Wein, uns Christen zu effen und zu trinken von Chrifto selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schrieben die heiligen Evangelisten und Apostele Matthäus, Marcus, Lucas und Paulus: oninted Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht da er vers rathen ward, nahm er das Brod, danket, und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmer bin und 12 Das fünfte Hauptstick.. und effet das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, folches thut zu meinem Gedächtnis Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmer bin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Tefiaments in meinem Blut daß für: euch und für viele vergoffen wird zur Bergebung der Sünden solches thut, for oft the infet, zu meinem Gedächtnis moda? naman manis ni chun gia uollol Was must denn solch Effen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte an: Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden. Nämlich, daßiuns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. id dig da 3 OH Wie Fann leiblich Essen und Trinken folche größe Dinge 1190900119 29lin thun? Effen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worre, so da stehen: Für euch gegeben und vergoffen, zur Vergebung der Sünden. Welche Worte find und Trinken, als das und Trinken, als neben dem letos und wer denselben Worten das Hauptstück im glaubet, dernbart, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfäbt denn solch Sacrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohls geschickt, der den Glanben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Bergebung der Süns den. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort:( Für euch) erfordert eitel glaubige Herzen. Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nus? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, will er uns doch solches verzeihen, und unfer gnädiger Vater fein und bleiben, und ist also die Taufe eine gewisse Ver ficherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen bat: Das Abendmahl aber, daß er uns unsers Unges horsams nicht will entgelten laffen.austose emocine Was empfängest du im heiligen Abendmahl? stall Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jeſu, Chrifti unter dem Brod und Wein. med. Gun Warum Das fünfte Hauptstück. Warum gehst du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Chriftum durch die Nießung seines Leibs und Bhuts stärke, und meine arme Seele tröste. Glaubeft dus und bekenneft diefes alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre jebund gesagt haft? 2n6#d 130#$ 122 Sa here mi adad aid stad@ ndas nad auf Willst du dich denn auch in den Gehorsam der chriftlichen Kirde ergeben, und nachdein du glaubeft und berennet bin. fort thun und leben, und was du allhier verbeißest und, Timidusu fagefst, thun und treylich halten and an and dua, Hernil durch died Gnade und Hülferriuafers Herrn Jesu Christi mömmédiste spjets sid Pasdite pilss) chun sid fisfrace mà streo thi Đ Are 13 kad did u ad ndal 23 mad madoit domin Von der Beicht. datuste onu 1100 197020 do 89110 Was ist the Blicht? ndiye 1970, 1de Tomb anse Die Beicht begreift zwei Stücke info: Eins daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Abfolution oder Vergebung von Beicbeiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sont dern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. 1 od nas ni950 dan fo Welche Sünden soll man beichten? Für Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater unfer thun, Aber für den Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wisfen und fühlen im Herzen. 12 mag sim g ARI Welche sind die? Da siehe deinen Stand an, nach den zehn Geboten: obou Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr Frau, Kuecht oder Magd feieft? Ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, untüchtig, bäßig gewesen feieft? Ob du jemand Seid gethan mit Worten oder Werken? Ob du gefioblen, verfäumet, verwahrlofet, oder sonsten Schaden gethan haft? Beson. aft: d9 hind 17007302 Besondere Fragstücke.d aha surib anism diu Glaubeft du, daß du ein Sünder bist du Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder.s Wie weißt du daß? Aus den zehn Geboten, die habe ich nicht gehalten. militid Sind dir deine Sünden auch leid?#d Ir maite leid, daß tich wibe Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gefündis get babeza en del 6 d 201 Was hast du mit deinen Sünden bei Gott verdient? $ Seinen Zorn und Ungnade, den geitlichen Tod und die ewige Verdammniß. Nöm. 6.92 und Hoffest du auch seelig zu werden? Ja, ich hoffe es Weß tröftest du dich denn? Meines lieben Herrn Chriki. Wer ist Christus 3 re Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. Wie viel find Götter? Nur einer, aber drei Personen, Vater, Sohn und heiliger Geift har and MIC Was hat denn Chvistus für dich gethan, daß du dich sein trösteft? Er ist für mich gestorben und hat sein Blut dat Kreuz für mich vergoffen, zur Vergebung der Sünden in nad nasd 3h der Vater auch für dich geftorben? ired Nein. Denn der Vater ist nur Gott der heilige Geist auch: aber der Sohn ist wahrer Gott und Mensch, für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergossen. to ma quo ndin 9101 id Wie weißt du das? Thy- lock Aus dem beiligen Evangelio, und den Worten vom Sacrament, und bei seinem Leib und Blut im Sacras ment, mir zum Pfand gegeben. Wie lauten die Worte? Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, danfete und brachs, und gabs feinen Jüngern und sprach: Neh met, hin, und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird: folches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, danket, und gab ihnen den und sprach: Hote Neh, Besondere Fragstůcke. 15 Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergoffen wird, zur Vergebung der Sünden, fols ches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. So glaubest du, daß im Sacrament der wahre Leib und das wahre Blut Christi sei? au i Ich glaube es. dhif das bewegt dich, daß zu glauben 24 tun GDie Worte Christinehmet hin und effet, das ist mein Leidy trinket alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wenn wir semen Leib essen und sein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Wir sollen seinen Tod und Blutvergießen verkündis gen und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihrs thut, zu meinem Gedächtniß. Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselben verkündigen? GuPas wir lernen glauben, daß feine Creatur hat föns nen genug thun für unsere Sünde, denn Christus, wahs rer Gott und wahrer Mensch; und daß wir lernen erschrecken für unsern Sünden, lernen, groß achten, und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselben Glauben felig werden. Was hat ihn dann bewegt, für deine Sünden zu sterben and i lernen, Die große Liebe zu seinem Bater, zu mir und ans dern Sündern, wie geschrieben stehet: Joh. 14 Nöm, 5.Gal. 2. Ephef.5. Rap tün 151Warum willst du zum Sacrament gehen? is elo Auft daß ich lerne glauben, daß Christus um meit ner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sei wie gesagtundodarnach auch von ihm lerne Gott und meinen Nächsten lieben.dy na tim god meni Was soll einen Christen vermahnen und reizen, das Sacra sid buud ment deß Altars oft zu empfangen? 1 Von Gottes wegen soll ihn beides, des Herrn Chrifi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Hals lieget, treiben, um welcher wil len folch Gebiete, Locken und Verheißung geschicht. Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst zum Sacrament empfindet? Dem fann nicht besser gerathen werden, denn daß er ernstlich in seinen Busen greife, und fühle ob er auch Fleisch 16 Besondere Fragstücke. Fleisch und Blut habe, und glaube doch ber Schrift, was sie bavon sagt. Gal. 5. Nöm. 7. 411 Zum andern, daß er um sich sebe, ob er auch noch in der Welt fet, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt, Joh.15 und 16. Joh. 2, 15. 16. Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich baben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich laffen wird, wie ihn die Scheift nennt, Joh. 6, und 16. 1 Petr. 5 Ephefer 6, 2. 2 Tim 27 g i morseuld onu da2 manist millot sae 17 18142120 GTI 25 9301 999 din 3156 16 Die Säustafel... di No of andi * 500) Mapo dhjud dan SPIONYSO Etliche Sprüche für allerlei heilige Orden und dout bund9 3099900 915 Y DE BU0 11911 Stände, dadurch dieselben, als durch eigene Lection ühres Amtes Und Dienſtes zu ermahnen. G 010 0 # 503907 1 #di# Den Bischöffen, Pfarrern und Predigern. 2006 im in ma# 012 80D SIG Ein Bischoff foll unsträflich fein, eines Weibes Mann, nüchtern, fiutia, mäßig gastfreiz lebrbaftig, als eins Haushalter Gottes, nicht ein Weinfäufer, nicht bäßig, nicht unchrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht baderhaftig, nicht geizig, der feinem eigenen Hanse wohl fürstehe der gehorsame Kinder habe mit aller Ehrbarkeit; nicht ein Neuling; der ob dem Wort halte, daß gewiß ist, und lehren Fann, auf daß er mächtig sei zu ermabnen, durch die beilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. I Tim. 3, 2. Tit. 1 6.omn 6.ombuds du gde and how that g Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. dan dian T og Effet unb trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohns werth Luc. 10, 7.mi) mil 15 Der Die austafel. 17 Der Herr bat befohlen, daß die, so das Evanges lium verfündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. Cor. 9, 14. u 110 00 ndogoned mi 19 Der unterrichtet wird mit dem Wort der theile mit allerlei Gutes dem, dider ihn anterrichtet. Frret euch nicht, Gött läßt sich nicht sporten 5, 6. 7 Die Neltesten, die wohl fürstehen, die halte man zweifacher Ehren werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Dennes spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, das Maul nicht verbinden. Timp 5, 17. 18. Uns Dent 5 B. Mof. 26,60 01766) ad Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten und euch fürfiehen in dem Herrn, und euch ermahnen, habt sie deftorlieber, um ihres Werkes willen, und seid friedsam mit ihnen. 1 Theff. 5, 12. 13. bildlusmio undizainu dise Gehörchet euren Lehrern und folget, ibnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben follen, auf daß sie das mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut.Hebr. 13, 17. #tomnimed m@ Von weltlicher Obrigkeit. s tim radis a 19d indoct subd en der Obrigkeit, die Gewalt ohne Sebermann ſei unterthan der Obrigkeit, über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott 190 geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit- sebet, der widerstrebet Gottes Ordnung, die aber wieders streben, werden über sich ein Urtheil empfaben: denn fie trägt das Schweht umsonst, sie ist Gottes der Dienerin, eine Rächerin zur Strafe, über den, der Böses thut Rom. 13, v.1 24 190 K 100 Malaodig och 015 si madzam sd) 1842, 120kg @mo mdi qvid om dici mü Von den Unterthanen. of die Gebet dem Kaiser was des Raisers ist, und Gott was Gottes ift. Matth. 22, 21. So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe, willen, sondern auch um des Gewissens willen ( 6) 18 18 Die Haustafel. willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schuß fol len bandhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig feid; Schoß, dem der Schoß gebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret; Furcht Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre Röm. 13, 5. 6. 7.doar sid olis@ dem die gebühret. So ermahne ich nun, daß man für allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet und Fürbitte und Dankfags ung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein gerubiges und stilles Lei ben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbar. keit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm für Gott unserm Heiland. 1 Tim. 2, v. 1 3.0 d Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigr Feit unterthan und gehorsam sein. Tit. 3, 1.d mit Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn; willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als Gesandten von ihm, sur Rache über die Uebelthäter und zum Lobe den Frommen. I Petri 2, 13, 14, tim sphin dm dr આ તો.~ ર Den Ehemannern. tistpizde yachilthout not Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vers nunft, und gebet dem Weiblichen, als dem schwäch ften Werkienge, feine Ebre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß Euer Gebet nicht verhindert werde. 1 Vetri 3; 7. Und seid nicht bitter gegen sie. Coloffer 3, 9. dit d 1361940 19 Sed to st 10 990 $ 9001 19 hind: Bana mund:#dolams lidl pig hit 4548 Bot Den Ehefrauen. ad diston se alsdy opienimmi S Die Beiber feien untertban ihren Männern, als den Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohlihat funb nicht so schüchtern seid, 1 Petri 3, 6. 1100 dan In anotta asd Sour in mind nov Den Eltern. i asce ne Test bus mun dist o The Bater, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß Re Die Haustafel. 19 fie nicht schen werden, sondern ziehet fie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Eph. 6. 4.0% 3619 mld hattore o end to 800 TUD Den Kindern. 4812 Ihr Kinder feid geborfain euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig: Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat: Aluf daß dir's wohl gehe und du lange lebeft auf Erden. Ephef. 6, 8 bis 3. do ginated in 198 150 914 191 nen dus pidlümvé o 100 1 Den Knechten, Mågden, Taglöhnern und lom Arbeitern. 1 308 Ihr Knechte seis gehorsam euren leiblichen Her. ren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Chrifto. Nicht mit Dienft allein für Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Got tes thnt bon Herzen mit gutem Willen Caffet euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen. Und wisset, was ein jeglicher Gu tes thun wird, das wird er von dem Herrn em pfaben, er fei Knecht oder ein Freier. Epbes 6, D. 5-8. 188 10 Den Hausherren und Hausfrauen. The Herrn, thut auch daffelbige gegen ihnen, und lasset das Drauen, und wisset, daß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephef. 6, 9. 1092 Glangst Den Alten. Du aber rede, wie es sich geziemet, nach der hell. samen Lebre Den Alten, daß fie nüchtern feien, ebrbar, züchtig, gefund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld. 1-03 gleichen, daß Den alten Weibern desselbigen fie fich stellen, wie den Heiligen geziemet, nicht kästerinnen seien, nicht Weinsäuferinnen, Lehrerinnen. Daß sie die junge Weiber lehren gute ( 6) 2 20 Die Haustafel. febren zücbttg sein, ibre Männer lieben. Sittig fein, feusch, bäuslich, gütia ibren Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde. Sit. 2, 1. 5. modni.ms@ mad hi froll Der gemeinen Jugend. sid luf Gru 14th 10: pillid i Spd and 119 For Jungen seid den Alten unterthan, und be weifet darinnen die Demuth, denn Gott widerfies Bet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die ges waltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Beit. 1 Petr. 5, 5. 6. Protidi pd mobildis Den Jungfrauen. sichana 16 non Eine fromme chriftliche Jungfrau foll nicht sorgen, wie sie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle ( wie Maria, die Mutter Gottes die Mutter Gottes welche allen 19 Jungfrauen eine Krone gewesen ist gethan har) ha auf daß sie heilig fei, beides am Leibe und auch am Geist. I Cor. 7 34. Une fo fie Eltern und Oberherrn hat, soll sie sich ohne derfelben Rath und Willen nicht verändern, oder verheirathen. 2 B. Mof. 22, V. I7. nounoun Den Wittwen. bund, me Welche eine rechte Wittwe und einfam ift, die stellet ihre Hoffnung auf Gott, und bleiber im Gebet Tog und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die iſt lebendig todt. I Tim. 5. 5, 6. ja 10 malis Der Gemeine. Liebe beinen Nächsten als dich selbst, in dem Wort find alle Gebote verfaffet. Röm. 13, 9.6 467 1 Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1 Tim. 2, v. I. dis asdalla spidised 1190 ab 20-10in di spid s 197 DQ olud no with the non di s smiss thin missd 2108 1 Ⓡ Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 44 6 17 3 Farbkarte# 13 Green ایران 18 2 Yellow 19 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 () 15 White 116 117 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8